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WIR
BEWEGT
MEHR.
JAHRES
FINANZ BERICHT
2022
002
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Gewinn-und-Verlust-Rechnung in TEUR 2022 2021
Nettozinsertrag 152.155 120.263
Betriebserträge 337.970 273.815
Betriebsaufwendungen -153.284 -160.845
Betriebsergebnis 184.686 112.970
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 121.489 144.331
Jahresüberschuss 108.817 222.816
Bilanz in TEUR 2022 2021
Forderungen an Kreditinstitute 3.457.400 3.406.992
Forderungen an Kunden 8.445.074 7.568.323
Wertpapiere 2.289.665 4.364.034
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 987.695 988.004
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.490.478 8.427.534
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.930.321 4.032.821
Eigene Emissionen inkl. Ergänzungskapital 4.022.557 6.051.590
Bilanzsumme 17.255.052 20.190.665
Bankaufsichtliche Kennzahlen 2022 2021
Anrechenbare Eigenmittel gesamt 1.554.409 1.495.071
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 8.117.323 7.787.854
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 17,28 % 17,13 %
Gesamtkapitalquote 19,15 % 19,20 %
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 144,78 % 247,62 %
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 109,47 % 126,98 %
Sonstige Kennzahlen 2022 2021
Cost Income Ratio (CIR) 45,35 % 58,74 %
Return on Equity (ROE) – vor Steuern 8,66 % 11,63 %
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 2,23 % 1,47 %
Zusätzliche Informationen
2022
2021
Mitarbeiteranzahl (Ø) 776 772
Bankstellen 14 16
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
002
001 EINZELABSCHLUSS
GESCHÄFTSBERICHT 2022
Wichtige Daten auf einen Blick 2
Vorwort 4
Bericht des Aufsichtsrats 6
Vision und Mission 8
Vorstandsteam im Gespräch 10
Innovation in der RLB 16
Nachhaltigkeit leben 18
Unsere Geschäftsfelder 20
Mitarbeitende 24
Raiffeisenverbund 26
Die Marke Raiffeisen 28
Daten und Fakten 30
Bankstellen in der Steiermark 31
LAGEBERICHT 2022
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 35
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens (Ausblick) 54
Bericht über Forschung und Entwicklung 62
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und
Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess 63
JAHRESABSCHLUSS 2022
Bilanz 66
Posten unter der Bilanz 68
Gliederung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung 69
Anhang für das Geschäftsjahr 2022 71
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats 108
Anlage 1 – Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 110
Anlage 2 – Anlagenspiegel 112
Anlage 3 – Investitionsprämie 114
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 115
Bestätigungsvermerk 116
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 123
002 KONZERNABSCHLUSS
WICHTIGE DATEN AUF EINEN BLICK 131
KONZERNLAGEBERICHT 2022 133
KONZERNABSCHLUSS 2022 NACH INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS) 154
INHALT
Im Sinne der besseren Lesbarkeit dieses Geschäftsberichts wird teilweise auf eine geschlechterspezifische Differenzierung der
Formulierung verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch ausdrücklich für alle Geschlechter.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
003
JAHRESFINANZBERICHT 2022
VORWORT
WIR BEWEGT MEHR.
WIR SCHAFFT NEUE WEGE.
FÜR GENERATIONEN
UND REGIONEN.
Die Vision der Raiffeisen-Landesbank Steiermark zeichnet ein
erhellendes Bild der Zukunft. Sie ist ein langfristiges, im weitesten
Sinn nachhaltiges Versprechen. Sie entspricht dem Gründungs-
gedanken „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ und trans-
formiert diesen in die Gegenwart und Zukunft.
WIR bewegt mehr. Das WIR entfaltet dabei seine ganze Kraft – und
das gleich in vier Dimensionen: Erstens im Teamgeist aller
RLB-
Kolleg:innen, zweitens im steirischen und österreichischen Raiffeisen
-
verbund, drittens in der vielfältigen Zusammenarbeit mit unseren
Kund:innen und viertens als engagierter Teil der Gesellschaft.
Warum das WIR so wichtig ist? Zwar lässt sich alleine so einiges
erreichen, aber die richtig großen Entwicklungen für die Gesellschaft
geschehen durch Kooperation, wechselseitige Unterstützung,
gemeinsames Anpacken. Denken wir an die großen Herausforde-
rungen der Zukunft, da liegt es auf der Hand, dass die gemeinsame
Gestaltungskraft der beste Weg für den breit akzeptierten Fortschritt
ist. Das WIR stellt das soziale Wesen und Gewissen des Menschen
ganz klar in den Mittelpunkt. Es führt vor Augen: Was immer wir tun,
tun wir in letzter Konsequenz füreinander.
WIR schafft neue Wege. Was die Zukunft genau bringt, kann nie-
mand mit Bestimmtheit voraussagen. Doch ein Kollektiv ist fähig,
die besten Konzepte dafür zu kreieren. Denn vielfältige Perspektiven
ermöglichen den umfassenden Blick auf Themenstellungen und
inspirieren zu vielfältigen Lösungen. Kreativität, Ideen und Inno-
vation sind zutiefst menschliche Qualitäten, die essenziell für die
Gestaltung der Zukunft sind. Eine starke WIR-Kultur schafft auch für
herausfordernde Fragen unserer Zeit mehrere Wege statt nur eine
Option. Dies gibt die Sicherheit, tatsächlich wirksame Lösungen zu
finden - und bildet eine moderne Form des Risikomanagements ab.
Als RLB Steiermark folgen wir dem Anspruch, Vorbild und Pionier im
Schaffen neuer Möglichkeiten zu sein.
Für Generationen und Regionen. Jedes Streben wächst mit einer
sinnstiftenden Bestimmung, einem „Purpose“. Der wichtigste Sinn
unseres Tuns liegt darin, den nachfolgenden Generationen eine
Welt mit zumindest ebenso vielen Chancen zu hinterlassen, wie
wir sie vorgefunden haben. Ein hoher Anspruch, den wir mit dem
Begriff Nachhaltigkeit meinen. Die Überzeugung dabei ist, dass
sich ökologische, soziale und wirtschaftliche Zielvorstellungen mit-
einander in Einklang bringen lassen. Dazu sind alle Generationen
gleichermaßen anzusprechen und einzubinden. Dazu braucht es
auch den Dialog zwischen den Generationen. So wird es gelingen,
dass wir intakte Regionen erhalten, fördern und beleben. Jede
Region bringt eigene Prägungen hervor, sie sind der Raum für
Rückzug und gleichermaßen Entfaltung, für echte Begegnungen,
für Lebensqualität und Wertschöpfung.
Es gibt so vieles, wofür es sich lohnt, gemeinsam mit ganzer Kraft
zu arbeiten. Zumeist mit Freude, manchmal auch mit Anstrengung,
mit Rückschlägen und Enttäuschungen. Und gerade dann entpuppt
sich ein starkes WIR als Anker. Es zeigt sich als aufmunterndes
Lächeln, als klärendes Gespräch, als helfende Hände. Und danach
ist das WIR stärker als zuvor.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
004
KR MMag. Martin Schaller
Generaldirektor
MMag. Dr. Florian Stryeck
Vorstandsdirektor
KR Mag. Rainer Stelzer, MBA
Vorstandsdirektor
Mag. Dr. Ariane Pfleger
Vorstandsdirektorin
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
005
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Aufsichtsratspräsident Josef Hainzl
Aufsichtsrat
VORSITZENDER
Präsident Josef HAINZL
1. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
Dir. Josef GALLER
2. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
KR Peter SÜKAR
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL, MBA
Dir. MMag. Martin KIPPERER
Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
Mag. Regina MARAK-HUBER (ab 24.05.2022)
Ing. Mag. Franz PICHLER
Mag. Ignaz SPIEL
Dir. Franz STRAUSSBERGER
Verbandsobmann Generalanwalt-Stv. Ök.-Rat Franz TITSCHENBACHER
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc.
Ing. Mag. Andreas WALLNER (bis 24.05.2022)
VOM BETRIEBSRAT ENTSANDT
Ing. Bernhard WESENER
Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
STAATSKOMMISSÄRE
Staatskommissär Hans Georg KRAMER, MBA CFP
Aufsichtskommissär-Stv. Mag. Michael SPREITZHOFER
Staatskommissär-Stellvertreter Mag. (FH) Gerd WATZENIG, MSc MLitt MAIS
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
006
BERICHT DES
AUFSICHTSRATS
Bericht des Aufsichtsrats gemäß
§96 AktG an die Hauptversammlung
Der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat
für die Beschlüsse im Berichtszeitraum fünf ordentliche Sitzungen
durchgeführt. Im Zuge seiner Prüfungstätigkeit konnte sich der
Aufsichtsrat davon überzeugen, dass die Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG von den Verantwortungsträgern sorgfältig, gewissen-
haft, mängelfrei und im genossenschaftlichen Sinn geführt wird. Er
hat somit alle ihm von Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben
wahrgenommen.
So hat der Aufsichtsrat im Rahmen der ihm zugewiesenen Funkti-
onen gemeinsam mit dem Vorstand aktiv Maßnahmen zur lang-
fristigen Wahrung der Interessen der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG zur weiteren stabilen und erfolgreichen Entwicklung
des Unternehmens gesetzt.
In der Hauptversammlung am 24. Mai 2022 ist Mag. Regina
MARAK-HUBER neu für den ausgeschiedenen Ing. Mag. Andreas
WALLNER in den Aufsichtsrat gewählt worden. Der Aufsichtsrat
gewährleistet durch seine Zusammensetzung die erforderlichen
Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen, um den Vorstand ent-
sprechend seinem gesetzlichen Auftrag in seiner Tätigkeit zu über-
wachen und gemeinsam mit dem Vorstand nachhaltige Impulse zu
setzen.
Der Vorstand informierte die Mitglieder des Aufsichtsrates regelmä-
ßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form
über bedeutsame Geschäftsvorfälle sowie über alle relevanten
Fragen der Geschäftsentwicklung inklusive Risikolage und Risiko-
management.
Die Interne Revision und Konzernrevision hat dem vom Aufsichts-
rat eingesetzten Präsidium gemäß §42 Abs. 3 Bankwesengesetz
quartalsweise Bericht über wesentliche Prüfungsfeststellungen auf-
grund der durchgeführten Prüfungen erstattet sowie den Mitgliedern
des Prüfungsausschusses und des Risikoausschusses den Quar-
talsbericht schriftlich zur Verfügung gestellt. Der Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrates selbst hat im Berichtszeitraum zwei Sitzungen
abgehalten und die ihm vom Gesetz übertragenen Aufgaben zur
Gänze erfüllt. In weiterer Folge haben auch der Nominierungs-,
Vergütungs- und Risikoausschuss satzungs- sowie gesetzeskon-
form getagt.
Gemeinsam mit dem gesetzlichen Bankprüfer, dem Österreichi-
schen Raiffeisenverband, sowie dem weiteren, freiwillig bestellten
Abschlussprüfer, der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs-
und Steuerberatungsgesellschaft, wurden der Jahresabschluss
und Lagebericht sowie der Konzernabschluss und Konzernlagebe-
richt für das Geschäftsjahr 2022 eingehend geprüft. Da diese den
gesetzlichen Vorschriften vollends entsprechen, erteilten sowohl
der Bankprüfer als auch der Abschlussprüfer den uneingeschränk-
ten Bestätigungsvermerk bzw. „den Vermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers“.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich am 26. April 2023 mit
den vorliegenden Bilanzen sowie dem Nachhaltigkeitsbericht 2022.
Die Prüfung des Jahresabschlusses samt Lagebericht sowie des
Konzernabschlusses samt Konzernlagebericht und Nachhaltig-
keitsbericht für das Geschäftsjahr 2022 sowie die Kenntnisnahme
der Berichte des Bankprüfers sowie des Abschlussprüfers durch
den Aufsichtsrat erfolgte ebenfalls per 26. April 2023. Nach dem
abschließenden Ergebnis seiner Prüfungen erhebt der Aufsichtsrat
keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand auf-
gestellten Jahresabschluss und Nachhaltigkeitsbericht, der somit
nach § 96 Aktiengesetz festgestellt ist, und nimmt den Konzern-
abschluss zur Kenntnis.
Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand, den Führungs-
kräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG für ihr Engagement und ihre erfolgreiche
Arbeit im Jahr 2022. Vor allem aber danken wir den Kundinnen und
Kunden unseres
Hauses für das uns entgegengebrachte Vertrauen.
Unsere langfristigen Kundenbeziehungen sind ein Zeichen dafür,
dass die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG in allen Lebens-
lagen ein verlässlicher Partner ist.
Graz, im April 2023
Der Aufsichtsrat
Präsident Josef HAINZL
Vorsitzender des Aufsichtsrats
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
007
JAHRESFINANZBERICHT 2022
UNSERE VISION
WIR BEWEGT MEHR.
WIR SCHAFFT NEUE WEGE.
FÜR GENERATIONEN
UND REGIONEN.
V
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K
Erfolgreiche
selbstständige
Geschäftsbank
Spitzeninstitut &
Leistungspartner
im Verbund
Center of Gravity
für eine ökosoziale
Marktwirtschaft
Vorreiter &
Impulsgeber
Regionaler
Förderauftrag
Vorbild &
Leitfunktion
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
008
UNSERE MISSION
Die Mission der RLB Steiermark baut auf ihrer Vision
auf und ist das Bindeglied zur Unternehmens-Strate-
gie. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark positioniert
sich als Regionalbank in drei verschiedenen Rollen:
ALS
ERFOLGREICHE
GESCHÄFTS-
BANK …
ALS
VORZEIGE-
UNTERNEHMEN
IN DER STEIER-
MARK …
ALS
WIRKSAMER
LEISTUNGS-
PARTNER
IM RAIFFEISEN-
VERBUND …
• wachsen wir nachhaltig in unserem Firmenkunden- und Immobiliengeschäft. Wir fokussieren
uns auf attraktive Marktgebiete und sind offen für geografische Erweiterungen. Ein bedarfs-
orientiertes und einfaches Leistungsangebot sichert die klare Differenzierung zum Wettbewerb.
• beraten wir effektiv und effizient Privatkunden inklusive Private Banking, Geschäfts- und Gewerbe-
kunden sowie Kundinnen und Kunden der Immobilien-Maklerei. Omnikanal-Lösungen und daten-
basierte Dienstleistungen stärken unsere Ertragssituation und erweitern unser Geschäftsmodell.
• sind wir der „vorausschauende Begleiter“. Im Sinne von exzellenter Kundenerlebnisse denken
und handeln wir in allen unseren Einheiten kundenzentriert. Um unsere Kundinnen und Kunden
ganzheitlich zu begleiten, entwickeln wir nachhaltige Geschäftsfelder „beyond-banking“.
• vernetzen wir innerhalb des Raiffeisenverbunds und fördern wir die dezent-
rale Organisation hin zu einem lebendigen Organismus. Darin entfalten sich
unternehmerisches Denken, Kreativität und vielfältige Kooperationen. Diese
Haltung bringen wir auch in den österreichischen Raiffeisenverbund ein und
knüpfen Verbindungen zu maßgeblichen Institutionen und Unternehmen.
Durch unser Wirken schaffen wir ein einzigartiges Ecosystem und nutzen auf-
tretende Chancen.
•
stellen wir wettbewerbsstarke Finanzprodukte und Dienstleistungen zur Ver-
fügung. Wir ermöglichen Skalenvorteile und bündeln auch komplexe Lösun-
gen verschiedener Anbieter. So werden die Lösungen von Kundinnen und
Kunden als zu den Anforderungen passend und wertvoll empfunden.
•
sind wir Spitzeninstitut und für die aktuelle und künftige Geschäftsausrichtung
Kompetenz- und Wissensträger für den Raiffeisenverbund. Wir sind dynami
-
scher Impulsgeber für die gemeinsame strategische und operative Weiter-
entwicklung.
•
sind wir attraktiver Arbeitgeber, der mit modernen Arbeitsmodellen und innovativen Arbeits-
welten begeistert. Durch die Kraft der Vielfalt und Wir-Kultur motivieren wir viele Menschen,
Besonderes mit und für Raiffeisen zu leisten.
•
nutzen wir Technologie als zentrales Rückgrat und Treiber für bestehende und künftige
Geschäftsfelder.
•
agieren wir als langfristig orientierter Finanzinvestor und Kooperationspartner, um bedeu-
tende Zukunftspotenziale für Raiffeisen und die Steiermark zu sichern. Neue Beteiligungen
sowie attraktive Eigenkapitalinstrumente vergrößern unser Ecosystem. Alle unsere Über-
le
gungen schließen eine umfassende Gesamtbank-Risikostrategie ein.
•
entwickeln wir uns hin zu einem neuen „Center of Gravity“ für die steirische Wirtschaft und
Gesellschaft. Für die Idee der öko sozialen Marktwirtschaft sind wir kraftvoller Umsetzer. Wir
sind anerkannt als Vordenker und Impulsgeber – auch zum Wohl künftiger Generationen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
009
JAHRESFINANZBERICHT 2022
VORSTANDSTEAM IM GESPRÄCH
DIE KRAFT DES WIR
MACHT UNS ALLE STÄRKER
Die Herausforderungen für Banken und Gesellschaft waren auch
2022 schwierig. Zum fortschreitendenden Klimawandel gesellte sich
neben dem Krieg in der Ukraine eine Teuerungswelle sowie eine
hohe Inflation. Was sich in diesem volatilen Umfeld zeigt: Raiffeisen
ist auch in schwierigen Zeiten ein stabiler Anker für die regionale
Wirtschaft und unsere Kund:innen. Martin Schaller, Ariane Pfleger,
Rainer Stelzer und Florian Stryeck im Gespräch.
Das vergangene Jahr hat viele Herausforderungen, Umbrüche
und Bewegungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Leben
gebracht. Wie ist es der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022 in diesem Umfeld ergangen?
Martin Schaller: Es gab schwierige Etappen zu meistern und die
Aussichten waren oft getrübt. Trotz dieser Widrigkeiten hat die
Raiffeisen- Landesbank (RLB) Steiermark mit innovativen und ge-
meinsamen Lösungen in einem schwierigen Umfeld Stärke bewie-
sen. Basis dafür sind ein solides Geschäftsmodell und langfristige
Kundenbeziehungen, die es möglich gemacht haben, dass wir
die führende Position als Regionalbank weiter ausgebaut haben.
Diese mehrfach ausgezeichnete Kundenzentrierung gepaart mit
einer u
msichtigen Risikopolitik lässt sich anhand unserer Zahlen
ablesen –
dadurch konnten wir viele Schwankungen ausgleichen.
Als Einzel institut erzielte die RLB Steiermark mit einer Bilanzsumme
von 17,2 Mrd. Euro ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäfts-
tätigkeit (EGT) von 121 Mio. Euro. Die Gesamtkapitalquote liegt mit
19,15 Prozent weiterhin auf sehr hohem Niveau.
Die Inflation lag 2022 über 10 Prozent – das ist herausfordernd
für alle Wirtschaftsbereiche. Wie hat sich das Kundengeschäft
entwickelt? Wie sehr bindet das die Ressourcen der Bank?
Rainer Stelzer:
Die Summe der von der RLB Steiermark verwalteten
Kundengelder – darin sind sämtliche Kredite sowie Guthaben,
Wertpapier-Veranlagungen und Rückkaufswerte von Versicherungen
zusammengefasst – ist weiter angestiegen und liegt bei 14,1 Mrd.
Euro. Erfolgreich verliefen 2022 auch die Finanzierungen von Inves-
titionen. Das Gesamtvolumen wuchs mit Jahresende auf 8,9 Mrd.
Euro, trotz des volatilen wirtschaftlichen Umfelds und herausfor-
dernder Zeiten für Kreditnehmer:innen im Wohnbereich etwa durch
verpflichtende Regulatorien wie der KIM-VO.
Ariane Pfleger: Aufgrund der starken Position der RLB und auch der
gesamten Bankengruppe Steiermark war es parallel zu unserer Rolle
als Kundenbank auch möglich, Schwerpunkte in der eigenen stra
te-
gischen Weiterentwicklung etwa durch Innovationsprojekte zu setzen.
Die Kolleg:innen unserer Bank haben vor diesem Hintergrund eine
enorme Leistung erbracht, für die wir herzlich Danke sagen.
In den letzten Jahren gab es kaum Kreditausfälle, die Risiko-
kosten waren auf sehr niedrigem Niveau. Wird sich dies nun
verändern? Wo liegen die Brennpunkte im Kundengeschäft?
Florian Stryeck: Wir werden da und dort Eintrübungen sehen – über-
all wo man konsumabhängig ist –, aber die heimische Wirtschaft
mit ihren widerstandsfähigen Unternehmen ist dafür gut gerüstet.
Eine Pleitewelle sehen wir daher nicht auf uns zurollen. Wir als Bank
führen unsere bewährte umsichtige Risikopolitik weiter und haben
zudem höhere Risikovorsorgen gebildet. Laut unseren Einschätzun-
gen werden wir diese in dem Umfang jedoch nicht benötigen.
010
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Rainer Stelzer: Vor diesem Hintergrund und jenem der anhaltend
hohen Energiekosten liegt der Fokus bei Kund:innen verstärkt auf
energiesparenden Maßnahmen bei Gebäuden etwa durch eine Sa-
nierung oder generell beim Kauf von Immobilien und im Wohnbau.
In diesem Bereich hat Raiffeisen speziell ausgebildete Mitarbeiter:in-
nen, die durch ihre Kompetenz und ihr Fachwissen für Kund:innen in
jeder Lebenslage eine für sie individuell richtige Lösung finden.
Wie wird sich das Kundengeschäft weiterentwickeln?
Rainer Stelzer: Neben unserem soliden Geschäft in der Steiermark
begleiten wir Kund:innen nach Wien und künftig verstärkt auch in
attraktive Wachstumsmärkte in Deutschland. Das ist für uns ein
logischer Schritt, da wir sehen, dass unsere Mischung aus schnellen
Entscheidungen und der hohen Expertise unserer Berater:innen bei
Kund:innen gut ankommt.
Man hat den Eindruck, Wirtschaft und Gesellschaft gleiten von
einer Krise in die nächste? Verändert das auch die Rolle von
Raiffeisen?
Martin Schaller: Der Gründungsgedanke von Raiffeisen war
es, Menschen in Notlagen durch Zusammenhalt zu helfen. Die
Genossen schaftsidee ist heute sehr gefragt, sowohl wirtschaftlich
als auch sozial. Aus diesem Grund haben wir im Vorjahr den Sozial-
fonds „WIR hilft – für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ ins Leben
gerufen, der in Partnerschaft mit der Caritas Steiermark sowie der
Industriellenvereinigung Steiermark umgesetzt wird. Wir sind uns
unserer Verantwortung für die Gesellschaft bewusst. So konnten wir
bislang rund 300.000 Euro für Familien lukrieren, für die die Preis-
steigerungen existenzgefährdend wurden. Ganz besonders wichtig
ist allerdings, gerade in Zeiten größerer Unsicherheiten starke eigene
Zukunftsbilder zu haben, die als Orientierungspunkte für die eigene
Organisation und die Gesellschaft gelten. Wir haben daher enga-
gierte Strategie-Projekte gestartet, die auf der bereits erwähnten
gemeinschaftlichen Gestaltungskraft von Raiffeisen bauen.
UNSER SOLIDES GESCHÄFTS-
MODELL UND LANGFRISTIGE
KUNDENBEZIEHUNGEN
MACHEN ES MÖGLICH, DASS
WIR DIE FÜHRENDE POSITION
ALS REGIONALBANK WEITER
AUSGEBAUT HABEN.
Gen.-Dir. KR MMag. Martin Schaller
011
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Was darf man sich darunter genau vorstellen?
Ariane Pfleger: Wir haben mit WIR’27 ein strategisches Verbund-
projekt der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark ins Leben gerufen.
Es
wurde gestartet, um auf die Veränderungen in unserer Wirtschaft,
Gesellschaft und Umwelt nicht nur zu reagieren, sondern um die
Zukunft unseres Verbunds aktiv zu gestalten. Das Projekt soll eine
neue Kultur der Weiterentwicklung durch die Einbindung aller steiri
-
schen Mitarbeiter:innen ermöglichen. Dabei setzen wir auf die kollek-
tive Intelligenz verbunden mit einem Crowdsourcing. Ein wesentlicher
Erfolgsfaktor dafür ist, dass in Teams quer durch alle unternehmeri
-
schen Hierarchien und Fachgebiete gearbeitet wird. Der Output ist
erstaunlich, allein 2023 haben wir 40 Projekte am Start.
Welche Projekte sind das beispielsweise?
Ariane Pfleger: Wir sind eine strategische Kooperation mit der
RLB Burgenland eingegangen, in der Energiegenossenschaften
geschaffen werden. Der Nutzen für die Gesellschaft ist klar: Energie-
gemeinschaften ermöglichen das regionale Teilen gemeinschaft-
lich erzeugter erneuerbarer Energie. Energiegemeinschaften sind
ein wesentlicher Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit. Die
Raiffeisen banken übernehmen dabei zentrale Services für die Errich-
tung und den Betrieb.
Rainer Stelzer: Beim Omnikanalmanagement (OKM) stellen wir
Kund:innen in den Mittelpunkt unseres Handelns. OKM ermög-
licht
die sukzessive Automatisierung von Marketing- und Vertriebs-
prozessen
im Privatkund:innen-Geschäft. Dadurch soll es zu einer
Entlastung der Berater:innen bei Serviceleistungen und zur Steige-
rung der Netto-Vertriebszeit kommen. Ziel ist es, Kund:innen zum
richtigen Zeitpunkt mit den für sie passenden Themen oder Produk-
ten serviceeffizient auf ihrem bevorzugten Kanal anzusprechen und
zu beraten.
Martin Schaller:
Die „Moderne Marke Raiffeisen“ ist ein umfassendes
Themengebiet im Verbundprojekt WIR
’
27 – und das aus gutem
Grund. Denn die Marke ist Ausdruck unseres Selbstverständnisses.
Sie leitet daher nicht nur unsere bundes- und landesweite Kommu-
nikation, sondern wirkt auf all unser Denken und Tun und somit auf
alle Kolleg:innen. Denn die Zukunft und die Gesellschaft brauchen
ein starkes WIR.
PARALLEL ZU UNSERER
ROLLE ALS KUNDENBANK
HABEN WIR SCHWER-
PUNKTE IN DER EIGENEN
STRATEGISCHEN WEITER-
ENTWICKLUNG ETWA DURCH
INNOVATIONSPROJEKTE
GESETZT.
VDir. Mag. Dr. Ariane Pfleger
012
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Florian Stryeck: Wir sind mittendrin, die Erfolgsmessung neu
aufzusetzen. Die im Oktober 2022 neu gegründete Abteilung Data
Science, Business Intelligence und Artifical Intelligence hat den
Auftrag, Projekte im diesen Bereichen in der RLB- und RBG-Steier-
mark durchzuführen, um den Konzern in Richtung einer Data Driven
Company zu entwickeln. Konkret werden interaktive Dashboards mit
modernen BI-Tools erstellt, Software zur Automatisierung entwickelt,
Vorhersage- und Simulationsmodelle konstruiert, Machine Learning
Modelle trainiert, Netzwerkanalysen durchgeführt und Reinforced
Learning Algorithmen erstellt.
Welche Rolle spielt dabei die RLB Steiermark?
Martin Schaller:
Die RLB Steiermark nimmt im Wesentlichen drei
Rollen
als Kundenbank, als Spitzeninstitut der Raiffeisen-Banken-
gruppe sowie als Center of Gravity für die steirische Wirtschaft
und Gesellschaft ein. Wir sind ein wirksamer Leistungspartner im
Raiffeisen verbund, vernetzen innerhalb des Sektors und fördern die
dezentrale Organisation hin zu einem lebendigen Organismus. Darin
entfalten sich unternehmerisches Denken, Kreativität und vielfältige
Kooperationen. Diese Haltung bringen wir auch in den österrei-
chischen Raiffeisenverbund ein und knüpfen Verbindungen zu
maßgeblichen Institutionen und Unternehmen. Durch unser Wirken
schaffen wir ein einzigartiges Ecosystem und nutzen aussichtsreiche
Chancen.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ findet dabei besondere Erwähnung.
Welche Akzente kann man von der RLB Steiermark dazu
erwarten?
Ariane Pfleger: Nachhaltigkeit ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll,
sondern mit Blick auf künftige Generationen essenziell. Wir müssen
uns mit dem Thema nicht erst anfreunden, es ist in unseren Genen
tief verwurzelt. Darum nehmen wir eine Vorreiterrolle etwa bei
ESG-Themen ein und beraten und begleiten unsere Firmenkund:in-
nen mit Workshops bei der Transformation.
Florian Stryeck: Wir sehen die strategische Relevanz des Themas
aus verschiedenen Perspektiven: aus der Kund:innen- und Markt-
perspektive, aus der Unternehmensentwicklung, aber auch aus der
Sicht des Risikomanagements. Die regulatorischen Anforderungen
der Aufsicht zum Thema steigen, in ein paar Jahren werden sie der
Standard und nicht mehr wegzudenken sein. Wir sehen uns jeden-
falls dafür sehr gut vorbereitet.
ZIEL DES OMNIKANAL-
MANAGEMENTS IST ES,
KUND:INNEN ZUM RICHTIGEN
ZEITPUNKT INDIVIDUELL UND
SERVICEORIENTIERT AUF
DEM BEVORZUGTEN KANAL
ANZUSPRECHEN UND ZU
BERATEN.
VDir. KR Mag. Rainer Stelzer, MBA
013
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Zum „New Normal“ gehört auch die Innovationskultur in Unterneh-
men. Was kann die RLB Steiermark in diesem Bereich vorweisen?
Rainer Stelzer: Aufseiten des Marktes haben wir einige digitale
Kund:innen-Lösungen wie das Bezahlservice RaiPay, die neue
Business Banking-Lösung Infinity oder Raiffeisen Mobil geschaffen.
Zudem arbeiten wir auch an einer vollkommen neuen Form der
Videoberatung für unsere Kund:innen.
Ariane Pfleger: Innovation benötigt immer einen gewissen Kulturwan-
del - auch intern. Daher haben wir das Innovationsprojekt „Hum-
melflug“ gestartet und Mitarbeiter:innen eingeladen, Ideen einzubrin-
gen. Gerade eine starke Wir-Kultur ist sehr förderlich und hilft, viel
Potential für das Unternehmen sowie die Gesellschaft auszuschöp-
fen. Transformation ist kein Selbstzweck und sieht die Organisation
als gesamtes. Es beginnt bei den Einstellungen und Haltungen
jedes Einzelnen im Unternehmen, geht quer durch Prozesse bis zu
konkreten Produkten und Leistungen.
Martin Schaller: Die aktuelle Lage fordert und fördert Innovationen
und neue Konzepte. Wir wollen künftig die Kund:innen mit ihren
Bedürfnissen noch stärker im Fokus haben und die Bank gesamthaft
weiterentwickeln. Ein Feld, das bespielt wird, ist eine Beteiligung an
der Solana Renewable Technologies GmbH. Damit soll der Ausbau
von Photovoltaikanlagen in Österreich großflächig gefördert werden.
Daneben bewegt sich die RLB in neuen Geschäftsfeldern und blickt
über den Tellerrand. Ferner wird Innovation auch im Start-up-Bereich
vorangetrieben: Der Accelerator „Hummelnest“ soll in Zusammenar-
beit mit „Transformation Lighthouse“ nationales wie internationales
Entrepreneurship in Graz fördern.
Wie vertragen sich neue Geschäftsmodelle mit der Risikopolitik?
Florian Stryeck: Es braucht gemeinsames Verständnis, alle sind für
Wachstum und Weiterentwicklung innerhalb der Bank zuständig.
Das suggeriert, dass sich auch alle für die Risikoeinschätzung ver-
antwortlich fühlen. Im Risikomanagement sind wir sehr achtsam und
schauen ganz genau auf Risikohäufungen. Mit unseren etablierten
Instrumenten wie Szenario-Analysen und Stresstests bekommen wir
einen guten Überblick und bilden Chancen und Risiken ab. In die-
sem Atemzug muss auch erwähnt werden, dass es auch ein Risiko
sein kann, sich nicht mit neuen Geschäftsmodellen zu beschäftigen.
ALLE SIND FÜR WACHSTUM
UND WEITERENTWICKLUNG
INNERHALB DER BANK
ZUSTÄNDIG. EIN RISIKO KANN
AUCH SEIN, SICH NICHT MIT
NEUEN GESCHÄFTSMODELLEN
ZU BESCHÄFTIGEN.
VDir. MMag. Dr. Florian Stryeck
014
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Ein weiteres wichtiges Feld ist Employer Branding. Wie schafft
man es, dass alle Mitarbeiter:innen nicht nur involviert, sondern
hoch motiviert sind? Und wie schafft man es, überhaupt ausrei-
chend Arbeitskräfte zu haben?
Ariane Pfleger: Der Fachkräftemangel ist tatsächlich auch im
Banken bereich angekommen, deshalb verfolgen wir viele Ansätze,
um gute Arbeitskräfte für den Banksektor begeistern zu können. Die
Kombination von Arbeit und Freizeit für unsere Mitarbeiter:innen und
Führungskräfte wird durch moderne Arbeitszeitmodelle gestützt.
Wir haben unser Raumkonzepte aktualisiert und Arbeitsplätze
stärker auf Funktionalität ausgerichtet sowie ein Grünraum konzept
umgesetzt. Das Angebot fußt auf dem Raiffeisen-Markenwert
„ Füreinander“, damit wollen wir eine gesunde work-life-integration
fördern. Dieses Selbstverständnis wird von Vorstand, Personal-
management und Betriebsrat gemeinsam gelebt.
Martin Schaller: Bei all diesen Maßnahmen ist der Purpose wichtig,
denn nur sinnstiftende Arbeit motiviert zu besonderen Leistungen.
Mit unserer neuen strategischen Ausrichtung beweisen wir Haltung
zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen. „WIR bewegt mehr“ ist
demnach nicht nur der Claim für unsere strategische Vision,
sondern auch ein Mitarbeiter:innen-Programm im Haus, das die
Teamkultur und die gemeinsame Gestaltungskraft in den Mittel-
punkt stellt.
KR MMag. Martin Schaller
Generaldirektor
MMag. Dr. Florian Stryeck
Vorstandsdirektor
KR Mag. Rainer Stelzer, MBA
Vorstandsdirektor
Mag. Dr. Ariane Pfleger
Vorstandsdirektorin
015
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
INNOVATION
DIE ZUKUNFT GESTALTEN
Die RLB Steiermark hat sich der Transformation verschrieben. Denn
es liegt in unserer DNA, aktiv und engagiert zu sein und sich mit
den Themen der Zukunft zu beschäftigen. Und das tun wir schon
heute. Wir entwickeln digitale Lösungen für unsere Kund:innen,
sind mit der Raiffeisen TATEN-Bank in der Start-up-Szene aktiv und
blicken über den Tellerrand des täglichen Geschäfts, haben ein
internes Innovationsprogramm gestartet und sind Teil eines umfas-
senden Verbund-Strategieprojekts.
Um in Zukunft die vielfältigen Herausforderungen noch besser
meistern zu können, hat die RLB ihr internes Innovationsprogramm
„Hummelflug“ weitergeführt. Im Juli wurde eine „Nachhaltig
-
keits-Challenge“ gestartet, bei der wiederum alle Mitarbeiter:innen
aufgerufen waren, Ideen einzubringen. Gesucht waren Ideen in
den Themenfeldern „Nachhaltige Bankprodukte & -services“,
„Beyond Banking“, „Regionalität“ und „RLB als nachhaltiges
Unternehmen und nachhaltiger Arbeitgeber“. Das Innovationspro
-
gramm bietet einen geschützten Rahmen, in dem neue Techno-
logien betrachtet und alternative Geschäftsmodelle ausprobiert
werden können. Das gewohnte Bankenumfeld darf und soll dafür
verlassen werden. Mehr als 70 Ideen konnten auf diese Weise
generiert werden. Als Siegeridee ging „WIR hören“ hervor. Das
Projekt thematisiert Konzepte zur Barrierefreiheit, die Gehörlosen
den Zugang zum Finanzmarkt erleichtern soll. Das erste Sieger
-
team „STOAK“ wurde bereits im März 2022 gekürt und etablierte
im Laufe des Jahres eine CO-Owning-Plattform für Immobilien.
Zukunftsnah soll der „Hummelflug“ auch in der Raiffeisen-Banken
-
gruppe Steiermark ausgerollt werden.
Zudem wurde mit WIR’27 ein strategisches Verbundprojekt der
Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark ins Leben gerufen. Es wurde
gestartet, um auf die Veränderungen in unserer Wirtschaft, Gesell-
schaft und Umwelt nicht nur zu reagieren, sondern um die Zukunft
unseres Verbunds aktiv zu gestalten. Das Projekt soll eine neue
Kultur der Weiterentwicklung durch die Einbindung aller steirischen
Mitarbeiter:innen ermöglichen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dafür
ist, dass in Teams quer durch alle unternehmerischen Hierachien
und Fachgebiete gearbeitet wird. Der Output ist erstaunlich, allein
2023 starten 40 Umsetzungen. Die RLB Steiermark fungiert als
Center of Gravity in diesem Prozess, treibt ihn voran und unterstützt
ferner die Raiffeisenbanken darin.
Mit dem „Hummelnest“ wurde auch ein externer Start-up Accele-
rator etabliert, der das Ziel verfolgt, das Wachstum eines bereits
vorhandenen Geschäftsmodells zu beschleunigen. Betrieben wird
er von der RLB Steiermark mit ihrem Kompetenzpartner Trans-
formation Lighthouse. Gemeinsam werden im „Hummelnest“ je
Programmdurchlauf fünf nationale wie internationale Start-ups mit
individuell auf ihren jeweiligen Reifegrad zugeschnittenen Services
und der Option auf ein Investment durch dieRaiffeisen Taten
GmbH der RLB Steiermark unterstützt.
Im Zuge dieser Innovationskultur wurde der Fokus noch stärker auf
neue Geschäftsfelder gelegt, da die aktuelle Lage Innovationen und
neue Konzepte fordert. Konkret werden für Unternehmen speziel-
le ESG-Workshops angeboten, um sich auf kommende Normen
einstellen zu können und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu
sichern. Ein weiteres Feld wird mit einer Beteiligung an der Solana
Renewable Technologies GmbH bespielt. Damit soll der Ausbau
von Fotovoltaikanlagen in Österreich großflächig vorangetrieben
werden. Kund:innen profitieren durch die Sicherheit bei Lieferfristen
und der Errichtung durch ausführende Firmen. Weitere Initiativen im
Energiebereich sind am Start.
Ausgebaut wurden auch die externen und internen digitalen
Services in der RLB sowie im gesamten Raiffeisen-Verbund. Die
im Oktober 2022 neu gegründete Abteilung DBA (Data Science,
Business Intelligence und Artifical Intelligence) hat den Auftrag, den
Konzern in Richtung einer Data Driven Company zu entwickeln. Die
Mission ist es, bis 2027 in zumindest zwei Dritteln aller RLB-Organi-
sationsbereiche ein Projekt im Bereich der Foundation (BI-Reports,
Dashboards, Automatisierungen, qualitative Analysen etc.) und ein
016
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Cutting-Edge-Projekt (Vorhersagen und Simulationen, Netzwerk-
analysen, Machine Learning und Reinforced Learning Modelle,
Optimierungsaufgaben etc.) durchzuführen.
Auf dem Modell der Data Driven Company setzt auch die Robotics-
Abteilung auf. Mit einem Softwareroboter werden über Schnittstellen
die Maus und Tastatur bedient und auf virtuellen Oberflächen Aufga
-
ben durchführt, die manuell aufwendig und repetitiv für Mitarbeiter:in-
nen sind. Dadurch bleibt für sie mehr Zeit, um gezielt wertschöpfende
Tätigkeiten durchführen zu können. Vor diesem Hintergrund ist das
eine einfache und schnelle Art der Automatisierung, die in unter
-
schiedlichen Unternehmensbereichen angewendet werden kann.
Unter dem Dach „WIR macht‘s möglich“ schafft Raiffeisen einen
weiteren Kund:innen-Mehrwert, der das tägliche Finanzleben
erleichtert. So wurde im Frühjahr 2023 die neue Business-Lösung
„Infinity“ für Firmenkund:innen gelauncht, die neben schnellen und
komfortablen Abwicklungen im Zahlungsverkehr weitere digitale
Mehrwertleistungen bietet. Darüber hinaus ist für Kund:innen die
neue mobile Bezahl-App RaiPay verfügbar. Mit der RaiPay-App
bietet Raiffeisen einen einfachen und schnellen App-Einstieg mit der
Möglichkeit, nicht nur Debitkarten, sondern für Android-Nutzer:innen
auch die RBI-Kreditkarten zu digitalisieren und für mobile Bezahlun-
gen zu verwenden.
„WIR hören“ lautete der Name der Siegeridee des „Hummelflug Next Generation“. Das Siegerteam überzeugte die
Jury der RLB-internen Nachhaltigkeits-Challenge mit ihren Konzepten zur Barrierefreiheit von Bankdienstleistungen.
017
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
12 %
20 %
Plus bei
Finanz ier ungen in
erneuer bare Energien,
energieeffiziente Gebäude
und zertifizierte Immobilien
-
projekte/Gebäude
(Green Buildings)
Wachstum bei
Nachhaltig keitsfonds
in Kundenportfolios auf
302 Mio. Euro
NACHHALTIGKEIT LEBEN
UNSER BEITRAG
FÜR DIE WELT
DER KOMMENDEN
GENERATIONEN
Eine unserer zentralen Aufgaben im Nachhaltigkeitsbereich ist
es, die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark rechtzeitig auf die
kommende regulatorischen Anforderungen vorzubereiten und
gleichzeitig Chancen am Markt frühzeitig zu ergreifen. Dem über-
geordnet steht der Anspruch, die Auswirkung jeder Entscheidung
auf künftige Generationen zu bedenken.
Wir übernehmen Verantwortung in drei unterschiedlichen Rollen:
Vorreiterin: Wir vernetzen uns mit Pionier:innen und entwickeln in
Leuchtturmprojekten zukunftsträchtige innovative Lösungen. Andere
setzen auf dieser Grundlage auf und wenden diese Lösungen an
und/oder entwickeln diese weiter.
Vorbild: Wir reden nicht nur, sondern sind mutig und probieren
aus, wo andere abwarten oder zögern. Wir sind Vorbild durch
eigenes Tun. Andere nehmen sich ein Beispiel an uns, sind inspiriert
und machen es nach.
Möglichmacherin: Wir ermöglichen es vor allem unseren Kund:in-
nen und den Raiffeisenbanken in der Steiermark aktiv eine nach-
haltige Zukunft mitzugestalten. Andere sind mit unseren Leistungen
und Lösungen erfolgreich.
Mehr dazu finden Sie im
Nachhaltigkeitsbericht der RLB Steiermark
018
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
12 %
46
20 %
18 %
4 %
ÖGUT-
zertifizierte
Nachhaltigkeits-
berater:innen
(ÖGUT)
Reduktion der
CO
2
-Emissionen
(Scope 1 und 2,
market based
method)
Steigerung des
Anteils an erneu
-
erbaren Energien
am Gesamtenergie
-
verbrauch der RLB
Steiermark auf 71,1
Prozent
Steigerung der Aus
-
gaben für betriebliche
Gesundheitsförderung
je Mitarbeiter:in
Wachstum bei nach-
haltigen Anleihen im
Nostro-Portfolio auf
189 Mio. Euro
019
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
PRIVATKUNDEN
UNSERE GESCHÄFTSFELDER
Die Erreichbarkeit unserer Berater:innen ist ein Alleinstellungs-
merkmal, das Kund:innen seit Generationen schätzen. Unsere
RLB-Bankstellen haben seit 1. Februar 2023 wieder durchgehend
von 08:30 bis 16:00 Uhr geöffnet. Ein sogenannter Welcome Desk
dient als Dialogstation und ist durchgehend besetzt. Hier werden
Anliegen wie die Erhöhung eines Limits, die Ersetzung einer kaputten
Karte sowie die Beratung und Abwicklung von Standardprodukten
erledigt.
Zudem erweitert die Videoberatung die Erreichbarkeit der Bera-
ter:innen. Das ist ganz im Sinne unseres Konzepts der Regionalen
Digitalbank, in der wir uns bemühen, ganzheitliche Lösungen und
digitale Services für unterschiedliche Kundenbedürfnisse weiter
voranzutreiben.
Private Banking
Das Private Banking der Raiffeisen-Landesbank Steiermark
deckt alle Bereiche des gehobenen Vermögensmanagements
ab: vom Vermögensaufbau über die steueroptimierte Veran-
lagung – auch in alternative und grüne Investments – bis hin
zur Vorsorge und Depotanalyse und inkludiert auch Fragen
rund ums Nachfolgemanagement und die Stiftungsbetreuung.
Know-how aus anderen Spezialbereichen im Haus ist dazu
jederzeit verfügbar. Egal, ob es sich um ein Finanzierungs-
thema, Immobilien, Leasing, eine Versicherung oder den
Zahlungsverkehr handelt – mit umfassendem Wissen, Weit-
blick und Erfahrung finden die jeweiligen Spezialisten für jede
Finanzfrage die passende Lösung.
Freiberufler und Ärzte haben aufgrund ihrer Tätigkeit oft ganz
spezielle Anforderungen. Sie unterstützen wir beim Start ihres
Unternehmens, bei der Praxisgründung oder -weitergabe und
bieten dafür Finanzierungen, Vorsorgemaßnehmen und indivi-
duelle Kontoführungsmodelle.
020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
FIRMENKUNDEN
UNSERE GESCHÄFTSFELDER
Unsere Kommerzkundenberater:innen stehen im ständigen per-
sönlichen Austausch mit ihren Kund:innen. Gemeinsam leben wir
Region und heimische Wertschöpfung. Wir leben das Regionalitäts-
prinzip und verstehen uns als soziale und wirtschaftliche Förderer
unseres Landes und seiner Menschen. Wir begleiten unsere
Kund:innen auch in Märkte über unsere Landesgrenzen hinaus.
Denn Raiffeisen ist ein Nahversorger, der tief im wirtschaftlich regi-
onalem Leben verankert ist. So sind unsere Berater:innen stets vor
Ort und bieten gleich zeitig den Zugang zu unserem internationalen
Netzwerk. Gestärkt wird dieser ganzheitliche Anspruch mit einer
mehrfach ausgezeichneten Fachexpertise, regionaler Verwurzelung
und einer starken digitalen Produktpalette. Die RLB Steiermark ist
ein sicherer und vorausschauender Begleiter für Firmenkund:innen
in der Transformation.
Komplexe Anforderungen werden von unseren Kundenbera-
ter:innen mittels der sogenannten Matrix-Beratung unter direkter
Einbindung von Spezialist:innen gelöst. Das spart Zeit, Kosten und
Energie. Als erste Bank in Österreich bietet die RLB Steiermark seit
2022 ESG-Beratungsworkshops an, deren Ziel vor allem die klima
-
freundliche Ausrichtung des Unternehmens ist. Die Berater:innen
helfen dabei, die richtigen Maßnahmen zu setzen, um Verantwor-
tung für die kommenden Generationen zu übernehmen, Vorgaben
einzuhalten und Kosten zu sparen.
Business Banking Plattform INFINITY
Raiffeisen stärkt Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft mit
der webbasierten Business Banking Plattform INFINITY, mit
der die Handhabung aller Bankgeschäfte einfacher, sicherer
und flexibler als
je zuvor wird.
Mobile Payment Lösung RaiPay
Die App RaiPay erweitert das digitale
Angebot von Raiffeisen um eine moderne,
zukunftsfähige state-of-the-Art Lösung im
Bereich Mobile Payment. Die User können
damit schnell und bequem kontaktlos be-
zahlen, Geld von Person zu Person senden
und digitale Kunden- und Vorteilskarten
verwalten.
021
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
IMMOBILIEN- UND
PROJEKTGESCHÄFT,
INSTITUTIONELLE KUNDEN
UNSERE GESCHÄFTSFELDER
Die RLB Steiermark betreut institutionelle Kunden (gemeinnütziger
Wohnbau und öffentliche Hand, etc.) und Projekte der Sparten
Immobilien, Energie, Tourismus, Healthcare und Infrastruktur. Dabei
liegen die Stärken des Bereichs vor allem in kurzen Entscheidungs-
wegen, Flexibilität und umfassender Begleitung des Investitionspro-
zesses und der optimierten Strukturierung der Finanzierung. Durch
eine starke Eigenkapitalausstattung verfügt die RLB Steiermark über
einen finanziellen Spielraum bei der Finanzierbarkeit von Projekten.
Nachhaltige Immobilienwirtschaft gewinnt bei Investoren, Nutzern
und Banken zunehmend an Bedeutung. Wichtige ESG-Themen
sind die EU-Taxonomie, Ressourcenschonung und möglichst große
Klimaneutralität durch den Energieverbrauch. Vor diesem Hinter-
grund werden alle Immobilien aktuell in Richtung Nachhaltigkeit
geprüft, beziehungsweise bereits entwickelt und umgesetzt. Jedes
Produkt am Immobilienmarkt muss sich in Bezug auf Regularien
und Zertifizierung beweisen. Raiffeisen hat in diesem Feld bereits
langjährige Erfahrung in der Projektentwicklung, etwa bei der
„Smart City“ in Graz. Ferner beraten wir Kund:innen zielorientiert
und mit dem notwendigen Know-how in diesem komplexen Feld.
Eines der nachhaltigen Bauprojekte, die von der RLB Steiermark finanziert werden, ist das M30 in Graz. In Summe 85 Wohnungen werden
unter den Leitsätzen für zukünftiges städtisches Bauen und Wohnen errichtet. Großer Wert liegt auf Barrierefreiheit und Begrünung.
022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
NEUE GESCHÄFTSFELDER /
BETEILIGUNGEN
RAIFFEISEN
IMMOBILIEN STEIERMARK
UNSERE GESCHÄFTSFELDER
In Zukunft werden wir noch mehr danach streben, neue Wege zu
beschreiten, sei es in der Zusammenarbeit und Entwicklung von
ldeen, z.B. im Rahmen des Hummelflugprojekts, aber auch bei
der Erschließung von neuen Märkten und Nutzung von Chancen
über das klassische Bankgeschäft hinaus. Wir verstehen uns als
aktiver und nachhaltiger Investor in der Region, nach dem Motto
„ Venture-to-Value“. Ziel ist, durch konsequente Fokussierung
auf innovative Geschäftsmodelle, Technologien und Lösungen
als innovativer Player in der Steiermark und als hochattraktiver
Arbeitgeber für moderne Berufsbilder und zukunftsweisende Aus-
bildungschancen in der Region zu gelten. Schon heute besteht
unser Beteiligungsengagement aus 101 Einzelbeteiligungen mit
einem Buchwert von 988 Mio. Euro. Beispiele dafür sind Beteiligun-
gen bei Speedinvest, Fund F, Invest Unternehmensbeteiligungs
AG, Austrian Growth Capital Fund, die Stolz auf Wien Beteiligungs
GmbH, Raiffeisen Continuum oder Solana.
25.500 Eigentumstransaktionen mit einem Gegenwert von
4,66 Mrd. Euro wiesen das Immobilienjahr 2022 als bisheriges
Rekordjahr in der Steiermark aus. Dafür sorgte in erster Linie eine
Rekordzahl der Transaktionen, die in manchem steirischen Bezirk
sogar zweistellig ausfiel (z.B. Leoben, Murau, Liezen, Deutsch-
landsberg, Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark), während sich
die Preise vergleichsweise nur noch moderat entwickelten. Eine
Fortsetzung der Preisrallye auch im kommenden Immo-Jahr ist nur
in einem engen Neubau-Segment und bei Grundstücken für den
Geschosswohnbau absehbar. Ansonsten rechnen wir mit einer
Stabilisierung der Eigentums-Preise auf hohem Niveau.
Das kommende Geschäftsjahr wird jene Unternehmen voran
sehen, die den Verkäufer:innen von Wohnimmobilien eine kom-
petente und umfassende Dienstleistung bieten können. Raiffeisen
Immo bilien Steiermark kennt den Markt, kann bei der Erlangung
von Kreditfinanzierungen behilflich sein, verfügt über ein effizientes
Immobilien- Marketing online und an den frequentiertesten Ausla-
genstandorten und über ein eigenes, auflagenstarkes Fachma-
Die Solana Renewable Technologies GmbH unterstützt ihre
Kund:innen bei der nachhaltigen Erzeugung, Speicherung und
Verteilung von erneuerbarer Energie.
gazin, und ist das Unternehmen mit den meisten und besonders
treff sicheren Liegenschaftsbewertungen. Gerade auf diese Kompe-
tenzen wird es 2023 besonders ankommen.
023
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
JasminABOU EL ELA · DenisABRASHI · Gerald EduardADLER · AnitaALDRIAN · AsimALIHODZIC · TanjaALLMER · ManfredALTENSTRASSER ·
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· MichaelFINK · HelmutFINK-NEUBÖCK · AndreaFISCHBACHER · MarleneFISCHER · AngelaFLADISCHER · CorneliaFLECHL · ChristianFLECHL
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Gordana FRANK · Cornelia FRANK · Elisabeth FRANKL · Lena FRANTAR · Ulrike FREIBERGER-RATH · Gerd FREIDL · Sandra FREIDL ·
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Danke an alle Mitarbeiter:innen
und Mitarbeiter der RLB
für den unermüdlichen Einsatz
im Jahr 2022!
WIR bewegt mehr.
WIR BEWEGT MEHR –
IN DER GESAMTEN
RAIFFEISEN-
BANKENGRUPPE
VERBUND
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark hat gemäß ihrer Satzung
dem Zweck der Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft von
Genossenschaften nach dem System Raiffeisen zu dienen. Sie er-
bringt darüber hinaus alle Leistungen eines Zentralinstituts im Sinne
des BWG. Dies geht über die gesetzlich geregelten Bereiche wie
den Liquiditätsausgleich weit hinaus und umfasst u. a. die Abwick-
lung des Zahlungsverkehrs, die Produktentwicklung, Service in den
Bereichen Bausparen, Versichern und Wertpapiere, landesweite
Marketing- und Werbeaktivitäten sowie die betriebswirtschaftliche
Unterstützung und Beratung.
2022 war ein durchwegs sehr erfolgreiches Jahr für die steirischen
Raiffeisenbanken, das sich in solidem Wachstum in den Geschäfts-
bereichen zeigte. Im Kreditbereich war vor allem das Firmenkun-
dengeschäft ein Wachstumstreiber – sowohl was die Betriebsmittel-
als auch die Investitionskredite betraf. 6.525 Kredite in Gesamthöhe
von 2,86 Mrd. Euro wurden in der Raiffeisen- Bankengruppe
Steiermark an Unternehmen vergeben. Raiffeisen agierte als starker
Partner der steirischen Wirtschaft, auch wenn es darum ging,
aufgrund von Kostensteigerungen insbesondere im Bereich der
Energie Liquidität zu schaffen. Bei den privaten Wohnbaukrediten
hingegen war im zweiten Halbjahr 2022 ein deutlicher Rückgang
zu verzeichnen. Grund dafür waren die strengeren Regularien der
FMA, steigende Baupreise und der deutliche Zinsanstieg wirkten
zusätzlich dämpfend.
Spar- und Giroeinlagen wiederum stiegen trotz Verunsicherung und
Liquiditätsbedarf (Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation) von einem
bereits hohen Ausgangsniveau noch weiter, wenn auch deutlich
geringer als 2021, und erreichten eine Summe von 20,4 Mrd. Euro
zu Jahresende.
Die unterschiedlichen Herausforderungen des Jahres 2022 haben
zu einem hohen Beratungsbedarf bei den Kund:innen geführt.
Durch die besondere persönliche Nähe mit der größten Bankstel-
lendichte in der Steiermark und den meistgenutzen Online-Services
(Mein ELBA, RaiPay) konnte Raiffeisen das Vertrauen als voraus-
schauender Begleiter in allen Geldangelegenheiten festigen. Trotz
der wachsenden Nutzung von digitaler Kanäle wurden steiermark-
weit mehr als 400.000 Besuchskontakte von Privatkunden in ihren
Raiffeisenbanken gezählt.
Ein Thema in den Beratungen war der volatile Aktienmarkt. Trotz
zwischenzeitlicher Kursverluste aufgrund des Kriegsbeginns in der
Ukraine kam es auch durch die gute Begleitung unserer Kunden-
betreuung zu keinen Panikverkäufen, lediglich die Anzahl der
Fondssparer ging um 0,5 % zurück. Die Anzahl der Depots vergrö-
ßerte sich sogar um 5 %, das monatliche Fondsparvolumen stieg
um 4 %. Bereinigt um Kursverluste stieg das Wertpapier-Volumen
ohne Anleihen um 326 Mio. Euro, ein Nettozuwachs, der jenen von
2021 (300 Mio. Euro) übertraf. Aufgrund attraktiver Zinsen wurde
von steirischen Raiffeisenkund:innen auch wieder mehr in Anleihen
investiert (+ 44 Mio. Euro).
Die höheren Lebenshaltungspreise des Jahres 2022 wirkten sich
leicht negativ auf Anzahl (- 4,4 %) und Prämienvolumen (- 0,7 %)
von Raiffeisen Lebensversicherungen in der Steiermark aus. 120,3
Mio. Euro an Leistungen wurden ausbezahlt, 12.323 Neuverträge
026
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
abgeschlossen. Kunden, die das zur Pensionsvorsorge machen,
sind im Durchschnitt 34,7 Jahre alt. Zur Absicherung existenzge-
fährdender Risiken zählt auch die Unfallversicherung. Der Bestand
liegt hier weiterhin konstant bei knapp über 64.000 Verträgen.
Das Bausparen ist nach wie vor ein wichtiger Baustein in der Veran-
lagungspyramide. Steiermarkweit wurden 31.917 Neuverträge mit
der Raiffeisen Bausparkasse abgeschlossen, das Gesamtvolumen
ist mit 954 Mio. Euro nur leicht rückläufig (- 0,1 %). Das Gesamt-
volumen an Bauspardarlehen wuchs um 7 Prozent auf 1,4 Mrd.
Euro. 1.441 neue Bauspardarlehen in durchschnittlicher Höhe von
196.000 Euro wurden 2022 von unseren Kund:innen aufgenommen.
Rund 1.100 Förderberatungen sind ein neuer Rekordwert.
In ihrer Rolle als Spitzeninstitut steht die RLB Steiermark den stei-
rischen Raiffeisenbanken in unterschiedlichen Bereichen beratend
zur Seite. Nach wie vor im Fokus stehen Bankenfusionen, von
denen es 2022 zwei gegeben hat. Durch die Verschmelzung der
Raiffeisenbank Murau und der Raiffeisenbank Oberwölz-Neumarkt
tritt zum ersten Mal der Fall ein, dass das Einzugsgebiet einer einzi-
gen Raiffeisenbank deckungsgleich mit dem politischen Bezirk ist.
Weiteres wichtiges Thema ist bei den Raiffeisenbanken auch
die Weiterentwicklung interner Prozesse, um im Kundenkontakt
möglichst schlank und rasch agieren zu können. Die Einführung
des sog. Beratermonitors sichert Kundenberater:innen die tourliche
Verfügbarkeit wesentlicher betriebswirtschaftlicher und vertrieblicher
Kennzahlen zur Steuerung ihrer Tätigkeit. Um der intensiven Ausein-
andersetzung der Raiffeisenbanken mit dem Thema Nachhaltigkeit
und all ihren Anforderungen gerecht zu werden, wurde 2022 das
Fachgremium Nachhaltigkeit ins Leben gerufen. Ziel ist es, proaktiv
die Regulatorik rechtzeitig zu erfüllen, um frühzeitig die Chancen der
Energiewende am Markt zu nutzen.
Eines der Leuchtturmprojekte aus dem Verbundstrategieprojekt
WIR’27 sind in diesem Zusammenhang die Energiegenossen-
schaften, die Raiffeisen im Jahr 2023 Region für Region möglich
machen wird. Im Austausch mit der Raiffeisenlandesbank Burgen-
land wurden hier Konzepte erarbeitet, die Raiffeisen Steiermark eine
Vorreiterrolle einnehmen lassen.
Das Projekt WIR’27 vereint die steirischen Raiffeisenbanken, die
RLB Steiermark und den steirischen Raiffeisenverband unter dem
Motto „WIR bewegt mehr“ darin, zusammen bis 2027 die bestmög-
liche Version von Raiffeisen in der Steiermark zu gestalten. Im Mai
2022 wurde das gemeinsame Zielbild von den Geschäftsleitungen
bestätigt und vom Verbundsteuerungsgremium verabschiedet.
Es umfasst Maßnahmen innerhalb der sechs Segmente Identität
& Sinnstiftung, Leistungsversprechen, Portfolio, Organisation,
Eco-System und Erfolgsmessung. Eine Roadmap mit mehr als 60
Projekten und Initiativen wurde erarbeitet, von denen 40 bereits
gestartet sind oder im Laufe des Jahres 2023 starten. Das Beson-
dere daran ist die enorme Energie, die sich durch den Zusammen-
schluss aller Kräfte und die Diversität im steirischen Raiffeisen-
verbund entwickelt. Jeder zweite Steirer ist Raiffeisenkunde und
vertraut seiner Bank. Das Potenzial für plattformbasierte Geschäfts-
modelle und zukunftsorientierte Ökosysteme unter dem Giebelkreuz
ist riesig – und profitieren kann jeder Einzelne davon.
027
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN – EINE STARKE
MARKE VON INNEN HERAUS
Die „Moderne Marke Raiffeisen“ ist ein umfassendes
Themengebiet im Verbundprojekt WIR’27 – und das
aus gutem Grund. Denn die Marke ist Ausdruck
des Raiffeisen-Selbstverständnisses. Sie leitet nicht
nur die bundes- und landesweite Kommunikation,
sondern wirkt sich auf das Denken und Tun aller bei
Raiffeisen aus.
Alle sechs Markenwerte sind operationalisiert und
mit konkreten Handlungsansätzen versehen. Somit
dienen sie als Orientierungshilfe für sämtliche Maß-
nahmen, für jeden einzelnen Touchpoint der Marke
Raiffeisen.
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FÜREINANDER
MEHR WERTE
SCHAFFEN.
AUS DER REGION.
FÜR DIE REGION.
028
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
DIE NEUE NÄHE – PERSÖNLICH UND DIGITAL
Wir sind überzeugt, dass es ein sinnvolles Miteinander von Mensch
und Maschine gibt. Wir werden nicht das eine durch das andere
ersetzen. Unsere Kund:innen werden immer auch eine persönliche
Ansprechperson haben, die ihnen zuhört, die sie kennt und Ent-
scheidungskompetenz hat. Genau diese stimmige Verknüpfung aus
persönlicher und digitaler Nähe ist einer der zentralen Markenwerte
von Raiffeisen, da er einen Wettbewerbsvorteil darstellt und unsere
Kund:innen begeistert. Unsere Exzellenz zeigt sich darin, dass wir
individuell auf die Bedürfnisse unserer Kund:innen eingehen. So
entfalten sich unsere professionellen Services gezielt in unseren
Bankstellen und/oder in digitalen Kanälen.
KOMPETENZ UND SELBSTBESTIMMTES
HANDELN
Kompetenz ist einerseits die Fähigkeit, Fachwissen, Erfahrung und
die umfassende Kenntnis der Kund:innen zu deren Nutzen einzu-
setzen. Dies verstärkt auch mit intelligenten digitalen Systemen, um
individuelle und differenzierte Angebote weiterzuentwickeln. Kom-
petenz ist aber noch viel mehr, nämlich selbstbestimmtes Handeln.
Durch die konsequente Anwendung des Subsidiaritäts-Prinzips liegt
die Entscheidungskompetenz im Gegensatz zu fast allen Mitbewer-
bern vorwiegend in der Bank vor Ort. Sie kann und soll selbstbe-
stimmt handeln.
ZUKUNFT GESTALTEN
„Zukunft gestalten“ symbolisiert, dass es Raiffeisen nicht um die
Verwaltung von Bestehendem geht, sondern um den Willen, eine
nachhaltige Zukunft aktiv mitzugestalten. „Zukunft gestalten“ steht
in besonderem Maße auch für Modernität und Innovation, um neue
Ansprüche der Gesellschaft zu erfüllen. Nicht nur inhaltlich, sondern
auch in Stil und Auftritt. Damit verbunden sind neue Themen und
Ideen, die mit hoher Energie und großer Veränderungsbereitschaft
in der Organisation vorangetrieben werden.
REGIONALITÄT
Die Regionalität ist eine DER zentralen Stärken der Marke. Dies gilt
v
or allem für den Bankenvertrieb, der vor Ort eine starke Performance
abliefert und von seiner regionalen Vernetzung profitiert. In der
aktuellen Kundenwahrnehmung prägt die Regionalität die Marke
Raiffeisen, und die Mitarbeiter:innen vor Ort sind einer der stärksten
Treiber für Markenstärke. Regionen vermitteln einerseits Sicherheit
und Geborgenheit, andererseits stärken regionale Wertschöpfungs-
ketten die wirtschaftliche Unabhängigkeit.
FÜREINANDER
Die großen Herausforderungen der Zukunft sind nur im Kollektiv zu
meistern, die Entstehung der „neuen WIR-Kultur“ ist ein Zeichen
dafür. Raiffeisen hat dieses „WIR“ bereits in den Genen (Genossen-
schaft, Selbstverwaltung, Solidarität, Subsidiarität). Allerdings haben
sich Tonalität, Vokabular und Instrumente verändert (Communities,
Sharing Economies, Kollaboration) und Raiffeisen ist gefordert, sich
im Sinne dieser Neuinterpretationen weiterzuentwickeln. Das Für-
einander stellt auch den Anspruch, in internen Strukturen Kooperati-
onen und Synergien konsequent in den Vordergrund zu stellen.
NACHHALTIGKEIT
Raiffeisen definiert Nachhaltigkeit in drei Bereichen: Ökologie,
Soziales, Wirtschaft. Im wirtschaftlichen Bereich trifft Raiffeisen die
Entscheidungen nicht kurzfristig gewinnorientiert, sondern zielt auf
eine langfristig positive Entwicklung der Bank sowie der Regionen
ab. Raiffeisen übernimmt auch soziale Verantwortung im Sinne
einer nachhaltigen Entwicklung des Allgemeinwohles im Land – im
speziellen auch für die eigenen Mitarbeiter:innen. Von besonderer
globaler Bedeutung ist die ökologische Nachhaltigkeitssäule, die
Raiffeisen so glaubwürdig wie keine andere Bank im Land um-
setzen kann. Dies, weil der ökologische Bezug gewissermaßen in
der DNA von Raiffeisen liegt. Eine besondere Rolle werden dabei
regionale Nachhaltigkeitsprojekte spielen. Es ist naheliegend, dass
Raiffeisen Antreiber und „Möglichmacher“ regionaler Nachhaltig-
keitsinitiativen sein wird. Niemand kann diese Rolle so kompetent
erfüllen wie Raiffeisen.
Mehr dazu lesen Sie im Nachhaltigkeitsbericht der RLB Steiermark.
UNSERE
MARKENWERTE
029
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
DATEN & FAKTEN
Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark 2022 2021
Anzahl der Raiffeisenbanken (inkl. RLB Stmk AG) 46 48
Anzahl der Raiffeisen-Bankstellen (inkl. RLB Stmk AG & SB) 258 258
Mitglieder 483.375 485.630
Funktionäre 685 691
Mitarbeiter 3.328 3.076
Einlagen
Ersteinlagen 20.377 Mio. 20.310 Mio.
Spareinlagen 10.342 Mio. 10.547 Mio.
Sicht-, Termin- und Fremdwährungseinlagen 10.035 Mio. 9.764 Mio.
Konten
Anzahl der Sparkonten 940.926 982.522
Anzahl der Girokonten 562.455 556.963
Bausparen
Stand der Bauspareinlagen 954 Mio. 955 Mio.
Stand der Bauspardarlehen 1.359 Mio. 1.280 Mio.
Anzahl der Bausparverträge 213.626 225.514
Kunden-Wertpapiere
Anzahl der Wertpapierdepots 123.528 117.932
Wertpapierbestand 4.663 Mio. 5.223 Mio.
Lebensversicherung
Anzahl der Verträge 238.315 251.460
Kalkulierte Jahresprämie 117 Mio. 118 Mio.
Gewertete Versicherungssumme 6.433 Mio. 6.518 Mio.
Gesamtvolumen Rückkaufswerte 1.004 Mio. 1.109 Mio.
Kredite
(Ohne Bauspardarlehen) 23.008 Mio. 21.207 Mio.
Beträge in Euro, Stand: 31.12.2022
030
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Auflistung der
Bankstellen
per 31.12..2022 (inkl. SB-Bankstellen)
Raiffeisen Landesbank
Steiermark
Graz-Radetzkystraße
Bruck an der Mur
Frohnleiten
Graz-Annenstraße
Graz-Herrgottwiesgasse
Graz-Kärntner Straße
Graz-Kaiserfeldgasse
Graz-Ragnitz
Graz-Raiffeisen City Herrengasse
Graz-St. Leonhard
Graz-Steirerhof
Graz-Styria Media Center
Graz-Theodor-Körner-Straße
Graz-Zinzendorfgasse
Leibnitz
LKH-Deutschlandsberg
LKH-Graz II Standort Süd
LKH-Graz II Standort West
Admont
Admont
Ardning
Landl
St. Gallen
Aichfeld
Knittelfeld
Fohnsdorf
Kobenz
Pöls
Seckau
Spielberg
St. Margarethen
Zeltweg
Bad Radkersburg-
Klöch
Bad Radkersburg
Klöch
Gamlitz
Gamlitz
Ehrenhausen
Gleinstätten-Leutschach-
Groß St. Florian
Gleinstätten
Arnfels
Großklein
Groß St. Florian
Heimschuh
Kitzeck im Sausal
Leutschach
Leutschach-Schloßberg
Oberhaag
St. Andrä im Sausal
Saggautal
Wettmannstätten
Gratkorn
Gratkorn
Deutschfeistritz
Übelbach
Gratwein-Hitzendorf
Gratwein
Hitzendorf
Judendorf-Straßengel
Rein
Graz-St. Peter
Graz-St. Peter
Graz-Liebenau
Graz-Schillerplatz
Hart bei Graz
Raaba
Graz-Straßgang
Graz-Kärntner-Straße
Graz-Alte Poststraße
Graz-Puntigam
Graz-Straßganger-Straße
Graz-Wetzelsdorfer-Straße
Seiersberg
Halbenrain-Tieschen
Halbenrain
Tieschen
Hausmannstätten
Hausmannstätten
Fernitz
Heiligenkreuz-Kirchbach-
St. Georgen
Kirchbach
Heiligenkreuz am Waasen
St. Georgen an der Stiefing
Ilz-Großsteinbach-Riegersburg
Ilz
Großsteinbach
Nestelbach
Ottendorf
Riegersburg
Leibnitz
Leibnitz
Neutillmitsch
Leoben-Bruck
Kapfenberg
Kapfenberg-Stadt
Bruck an der Mur
Eisenerz
Leoben
Niklasdorf
Pernegg
Trofaiach
Lieboch-Stainz
Stainz
Lannach
Lieboch
Liesingtal-St. Stefan
Mautern
Kalwang
Kammern im Liesingtal
Kraubath
St. Michael
St. Stefan
Liezen-Rottenmann-Trieben
Liezen
Rottenmann
Trieben
Wörschach
031
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Lipizzanerheimat
Voitsberg
Bärnbach
Edelschrott
Köflach
Krottendorf-Gaisfeld
Rosental
Söding
Mariazellerland
Mariazell
Gußwerk
Wildalpen
Mittlere Südoststeiermark
Paldau
Fladnitz
Kirchberg an der Raab
Jagerberg
St. Stefan im Rosental
Wolfsberg
Murau
Murau
Krakau
Mühlen
Neumarkt
Oberwölz
Scheifling
St. Georgen am Kreischberg
St. Lambrecht
St. Peter am Kammersberg
Stadl-Predlitz
Teufenbach
Mureck
Mureck
Deutsch Goritz
Mettersdorf
St. Peter am Ottersbach
Mürztal
Mürzzuschlag
Kindberg
Krieglach
Langenwang
Mitterdorf-Wartberg
Mürzhofen
Neuberg an der Mürz
Spital am Semmering
Stadtplatz Mürzzuschlag
Stanz im Mürztal
Veitsch
Nestelbach-
Eggersdorf
Nestelbach
Eggersdorf
Kumberg
Laßnitzhöhe
St. Marein bei Graz
Oststeiermark Nord
Pöllau-Raiffeisenplatz
Birkfeld
Dechantskirchen
Fischbach
Gasen
Grafendorf
Kaindorf
Lafnitz
Miesenbach bei Birkfeld
Mönichwald
Pinggau
Pöllau-Hauptplatz
Ratten
Rettenegg
Rohrbach an der Lafnitz
St. Kathrein am Hauenstein
St. Jakob im Walde
St. Lorenzen am Wechsel
Schäffern
Strallegg
Vorau
Waldbach
Wenigzell
Passail
Passail
Breitenau
Fladnitz-Teichalm
Gutenberg
Semriach
St. Kathrein am Offenegg
Region Fehring
Fehring
Hatzendorf
Kapfenstein
St. Anna am Aigen
Unterlamm
Region Feldbach
Feldbach
Bad Gleichenberg
Gnas
Markt Hartmannsdorf
Mühldorf
Region Fürstenfeld
Hauptplatz Fürstenfeld
Altenmarkt
Burgau
Fürstenfeld
Großwilfersdorf
Loipersdorf
Söchau
Übersbach
Region Gleisdorf-Pischelsdorf
Gleisdorf-Florianiplatz
Gleisdorf-Ludwig-Binder-Straße
Gleisdorf-Neugasse
Hirnsdorf
Pischelsdorf
Sinabelkirchen
St. Margarethen an der Raab
St. Ruprecht an der Raab
Stubenberg am See
Region Graz Nord
Graz-Grazer-Straße
Graz-Augasse
Graz-Heinrichstraße
Graz-Mariatroster-Straße
Graz-St.-Veiter-Straße
Region Graz-Thalerhof
Kalsdorf
Feldkirchen bei Graz
Premstätten
Region Hartberg
Hartberg
Bad Waltersdorf
Neudau
Schilcherland
Deutschlandsberg-Raiffeisenstraße
Bad Gams
Deutschlandsberg-Hauptplatz
Frauental
St. Martin im Sulmtal
St. Josef
St. Stefan ob Stainz
032
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Schladming-Gröbming
Gröbming
Aigen im Ennstal
Haus im Ennstal
Irdning
Ramsau am Dachstein
Schladming
Stainach
Stallhofen
Stallhofen
Steirisches
Salzkammergut-Öblarn
Bad Mitterndorf
Bad Aussee
Donnersbach
Öblarn
Tauplitz
Straden
Straden
Straß-Spielfeld
Straß
Gabersdorf
St. Nikolai ob Draßling
St. Veit am Vogau
Spielfeld
Süd-Weststeiermark
Wies
Aibl
Eibiswald
Bad Schwanberg
Pölfing-Brunn
Turnau-St. Lorenzen
St. Marein im Mürztal
Aflenz
St. Lorenzen im Mürztal
Turnau
Weiz-Anger
Weiz
Anger
Puch bei Weiz
Weiz-Center-Süd
Wildon-Preding
Wildon
Lebring
Preding
St. Nikolai im Sausal
Zirbenland
Judenburg
Möderbrugg
Obdach
Unzmarkt
Weißkirchen
033
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
034
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
-
ANDESBANK
034
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
LAGEBERICHT 2022
DER RAIFFEISEN-
LANDESBANK
STEIERMARK AG
035
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
I.1. Wirtschaftliches Umfeld und
Geschäftsverlauf
Weltwirtschaft
Die nach wie vor durch die Auswirkungen der COVID-19-Pande-
mie, vor allem in Form von Störungen der globalen Lieferketten,
geschwächte Wirtschaft wurde 2022 durch die Folgen des russi-
schen Angriffskriegs auf die Ukraine erneut auf eine Belastungs-
probe gestellt.
Die Kürzung von russischen Gaslieferungen nach Europa führte
zu massiven Preissteigerungen auf dem Energiemarkt. Hinzu ka-
men steigende Preise am Lebensmittelmarkt als Folge von inten-
siven Hitzewellen und Dürreperioden in Europa sowie in Mittel-
und Südasien. Diese Entwicklungen führten angebotsseitig zu
Einschränkungen der Produktion, insbesondere in energieintensi-
ven Sektoren und in weiterer Folge zu einer weitreichenden Aus-
dehnung des Preisanstiegs.
Nachfrageseitig zeigte sich ein Rückgang des Konsums der pri-
vaten Haushalte, da die Realeinkommen nicht mit der Entwick-
lung der Preise mithalten konnten. Aufgrund der hohen Unsicher-
heit in vielen Ländern war auch der Rückgang der, während der
COVID-19-Pandemie aufgebauten, hohen Sparquote eher mäßig.
Vor diesem Hintergrund erreichte die Inflation in vielen Ländern
langjährige Höchstwerte. Für das Jahr 2022 ist dem IWF zufolge
mit einer globalen Inflation von 8,8 % zu rechnen. Für die OECD-
Länder prognostiziert die OECD eine Inflation von 9,4 %. Um den
Preisauftrieb abzumildern, reagierten viele Notenbanken mit rest-
riktiven geldpolitischen Maßnahmen, allen voran Leitzinsanhe-
bungen. Die dadurch veränderte Zinslandschaft verschärfte wie-
derum die Finanzierungsbedingungen, was zusätzlich private In-
vestitionen belastete. Fiskalpolitische Maßnahmen zur Abfede-
rung der höheren Energie- und Lebensmittelpreise wirkten in die-
sem Umfeld bisher nur begrenzt. Ein interessantes Bild zeigte
sich auch auf den Arbeitsmärkten. Entsprechend dem Zusam-
menhang von Inflation und Arbeitslosenrate sind in vielen OECD-
Volkswirtschaften die Arbeitslosenquoten auf dem niedrigsten
Stand der letzten zwei Jahrzehnte und die Quoten freier Stellen
ungewöhnlich hoch. Die Arbeitslosenrate für die OECD-Länder
ist 2022 auf 5,0 % zurückgegangen (2021: 6,2 %). Aus diesen
schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergibt sich für
das Jahr 2022 eine voraussichtliche Abschwächung des globa-
len Wirtschaftswachstums der OECD-Prognose zufolge auf 3,1 %
(2021: 5,9 %), der IWF-Prognose zufolge auf 3,2 %. Dies ent-
spricht etwa der Hälfte des Wachstums während der Erholung
von der Pandemie im Jahr 2021.
USA
In den USA waren die unmittelbaren Auswirkungen des russi-
schen Kriegs in der Ukraine weniger spürbar als vielerorts. Zu-
dem sind die US-Exporte von Erdgas und Weizen als Reaktion
auf die Verknappung auf den Weltmärkten gestiegen. Es kam
aber auch bei inländischen Lebensmittel- und Energiepreisen
verglichen mit der Zeit vor der Pandemie zu einem starken Preis-
auftrieb mit einer Inflation von bis zu 9,1 % im Juli. Für das Ge-
samtjahr 2022 wird der Europäischen Kommission zufolge eine
Inflation von 7,9 % erwartet.
Zur Eindämmung der Inflation korrigierte die Zentralbank der
USA beginnend mit März 2022 die Leitzinsen in mehreren Sprün-
gen auf ein nunmehriges Zinsniveau von 4,5 % und reduzierte zu-
dem ihre Bestände an Staatsanleihen, Schuldverschreibungen
und hypothekarisch besicherten Wertpapieren. Diese Maßnah-
men haben zu einer starken Aufwertung des Wechselkurses bei-
getragen, was wiederum die Exporttätigkeit beeinträchtigte.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
036
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Trotz der Inflationsentwicklung ist der private Konsum weiter ge-
stiegen, allerdings in einem bescheideneren Tempo. Die Investiti-
onen sind zurückgegangen. Die Sparquote erreichte in den USA
– anders als in anderen Ländern - bereits wieder Vorkrisenniveau.
Das in den ersten beiden Quartalen negative Wachstum zeigte
im dritten Quartal wieder einen leichten Anstieg. Für 2022 ist mit
einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % zu rechnen.
Europa
Europa ist aufgrund der teilweise großen Abhängigkeit von den
Ressourcen Russlands besonders stark von den Auswirkungen
des russischen Kriegs in der Ukraine und insbesondere der stark
gestiegenen Inflation betroffen. Die Wechselkursentwicklungen
des Euro verstärkten diese Entwicklung noch. Neben dem An-
stieg der Energiepreise sind auch die Rohstoffpreise und die
Kosten der Nahrungsmittelproduktion gestiegen, was ferner die
Inflation anheizt.
Für das Jahr 2022 wird von der OECD für den Euroraum eine In-
flationsrate von 8,3 % erwartet, wobei Höchstwerte für September
bei 9,9 % und Oktober bei 10,6 % zu beobachten waren.
Um dem Preisauftrieb entgegenzuwirken, hob die Europäische
Zentralbank im zweiten Halbjahr in mehreren Rekordsprüngen
den Leitzins bis auf 2,5 % im Dezember an. Weitere Anpassun-
gen wurden von der EZB in Aussicht gestellt. Zur Milderung der
Folgen der Preisentwicklungen wurden von einigen Staaten zu-
dem auch fiskalpolitische Maßnahmen umgesetzt. Darüber hin-
aus hatte der Ukraine-Krieg einen Anstieg der Militärausgaben
sowie Investitionen zur Sicherung der Energieversorgung zur
Folge.
Die große Unsicherheit aufgrund der gegenseitigen Sanktionen
und der daraus resultierenden Lieferkettenprobleme wird das
Wirtschaftswachstum weiterhin deutlich senken. Wie groß der
Rückgang ausfällt, hängt von der weiteren Entwicklung der Sank-
tionen sowie der Unterstützung der Wirtschaft durch die Politik ab
und kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt
werden.
Ausgabenprogramme von COVID-19 Unterstützungsleistungen
sind hingegen zurückgegangen. Die erste Sommersaison ohne
COVID-19 Pandemie trug zu einer Erholung der Nachfrage im
Tourismussektor bei. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Um-
felds hat sich der Arbeitsmarkt im Euroraum gut entwickelt. Die
Arbeitslosenquote liegt für 2022 bei durchschnittlich 6,8 %. Wäh-
rend im ersten Quartal noch ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung
zu verzeichnen war, ließ sich ab dem zweiten Halbjahr auch in
Europa der globale Konjunkturabschwung deutlich erkennen. Für
das Gesamtjahr 2022 ist der Europäischen Kommission zufolge
für den Euroraum mit einem Wirtschaftswachstum von +3,2 %
(2021: +5,3 %), der OECD zufolge von 3,3 % zu rechnen.
Aktien- und Rentenmärkte
Die geldpolitischen Maßnahmen des vergangenen Jahres führten
zu einem Rekordanstieg der Renditen am Anleihenmarkt.
Bei der Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe gab
es im Jahresverlauf eine Erhöhung um 275 Basispunkte von
-0,18 % auf 2,57 %, bei den amerikanischen Staatsanleihen eine
Erhöhung um 237 Basispunkte von 1,51 % auf 3,88 %, italieni-
sche Staatsanleihen verzeichneten sogar eine Zunahme von 354
Basispunkten.
Der starke Anstieg der Staatsanleiherenditen und die allgemei-
nen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen setzten allerdings
nach einer kurzzeitigen Erholung im Sommer die Aktienmärkte
unter Druck.
Der deutsche DAX schloss das Jahr mit einem Rückgang von
-12,3 % und liegt damit minimal unter dem EURO STOXX 50 mit
-11,7 %. Der großbritannische FTSE 100 Index zeigt hingegen ei-
nen Anstieg von 0,9 %. Die Lage auf den amerikanischen Aktien-
märkten zeigt sich gemischt, mit einerseits einem über den euro-
päischen Aktienmärkten liegenden Kursrückgang des S&P 500
von -19,4 % und andererseits einem relativ geringeren Kursrück-
gang des Dow Jones von -8,8 %. Der japanische Nikkei schloss
mit -9,4 % und der chinesische Hang Seng Index mit -15,5 %.
Rohstoffe und Währungen
Das vergangene Jahr war von einer Achterbahnfahrt der Energie-
preise geprägt. Neben dem starken Preisanstieg für Erdgas in
Europa verzeichnete auch Erdöl zwischenzeitlich Höchststände.
Die zu Beginn des Jahres noch mit knapp 78 US-Dollar pro Bar-
rel gehandelte Nordseesorte BRENT erreichte Mitte des Jahres
Spitzen von bis zu 128 US-Dollar pro Barrel und pendelte sich
zum Jahresende bei einem Anstieg von 10,5 % auf knapp 86 US-
Dollar ein. Der Goldpreis wies hingegen nur eine geringe
Schwankungsbreite auf. Zum Jahresende lag der Preis bei
1.8240 US-Dollar was einem Minus von 0,3 % auf Jahressicht
entsprach.
Auf dem Devisenmarkt performte der Dollar in diesem Jahr aus-
gezeichnet. Die im Vergleich zur europäischen Zentralbank be-
reits im erste Halbjahr 2022 eingeschlagene Kursänderung der
Zentralbank der USA führte zu einer Aufwertung des Dollar ge-
genüber anderen Währungen.
Dementsprechend sank beispielsweise der Euro-Dollar Kurs um
5,8 % von 1,14 auf 1,07 US-Dollar pro Euro, wobei zwischenzeit-
lich sogar ein neuer Tiefststand von 0,96 US-Dollar pro Euro er-
reicht wurde. Gegenüber dem japanischen Yen gewann der US-
Dollar sogar 13,9 %.
036
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Trotz der Inflationsentwicklung ist der private Konsum weiter ge-
stiegen, allerdings in einem bescheideneren Tempo. Die Investiti-
onen sind zurückgegangen. Die Sparquote erreichte in den USA
– anders als in anderen Ländern - bereits wieder Vorkrisenniveau.
Das in den ersten beiden Quartalen negative Wachstum zeigte
im dritten Quartal wieder einen leichten Anstieg. Für 2022 ist mit
einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % zu rechnen.
Europa
Europa ist aufgrund der teilweise großen Abhängigkeit von den
Ressourcen Russlands besonders stark von den Auswirkungen
des russischen Kriegs in der Ukraine und insbesondere der stark
gestiegenen Inflation betroffen. Die Wechselkursentwicklungen
des Euro verstärkten diese Entwicklung noch. Neben dem An-
stieg der Energiepreise sind auch die Rohstoffpreise und die
Kosten der Nahrungsmittelproduktion gestiegen, was ferner die
Inflation anheizt.
Für das Jahr 2022 wird von der OECD für den Euroraum eine In-
flationsrate von 8,3 % erwartet, wobei Höchstwerte für September
bei 9,9 % und Oktober bei 10,6 % zu beobachten waren.
Um dem Preisauftrieb entgegenzuwirken, hob die Europäische
Zentralbank im zweiten Halbjahr in mehreren Rekordsprüngen
den Leitzins bis auf 2,5 % im Dezember an. Weitere Anpassun-
gen wurden von der EZB in Aussicht gestellt. Zur Milderung der
Folgen der Preisentwicklungen wurden von einigen Staaten zu-
dem auch fiskalpolitische Maßnahmen umgesetzt. Darüber hin-
aus hatte der Ukraine-Krieg einen Anstieg der Militärausgaben
sowie Investitionen zur Sicherung der Energieversorgung zur
Folge.
Die große Unsicherheit aufgrund der gegenseitigen Sanktionen
und der daraus resultierenden Lieferkettenprobleme wird das
Wirtschaftswachstum weiterhin deutlich senken. Wie groß der
Rückgang ausfällt, hängt von der weiteren Entwicklung der Sank-
tionen sowie der Unterstützung der Wirtschaft durch die Politik ab
und kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt
werden.
Ausgabenprogramme von COVID-19 Unterstützungsleistungen
sind hingegen zurückgegangen. Die erste Sommersaison ohne
COVID-19 Pandemie trug zu einer Erholung der Nachfrage im
Tourismussektor bei. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Um-
felds hat sich der Arbeitsmarkt im Euroraum gut entwickelt. Die
Arbeitslosenquote liegt für 2022 bei durchschnittlich 6,8 %. Wäh-
rend im ersten Quartal noch ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung
zu verzeichnen war, ließ sich ab dem zweiten Halbjahr auch in
Europa der globale Konjunkturabschwung deutlich erkennen. Für
das Gesamtjahr 2022 ist der Europäischen Kommission zufolge
für den Euroraum mit einem Wirtschaftswachstum von +3,2 %
(2021: +5,3 %), der OECD zufolge von 3,3 % zu rechnen.
Aktien- und Rentenmärkte
Die geldpolitischen Maßnahmen des vergangenen Jahres führten
zu einem Rekordanstieg der Renditen am Anleihenmarkt.
Bei der Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe gab
es im Jahresverlauf eine Erhöhung um 275 Basispunkte von
-0,18 % auf 2,57 %, bei den amerikanischen Staatsanleihen eine
Erhöhung um 237 Basispunkte von 1,51 % auf 3,88 %, italieni-
sche Staatsanleihen verzeichneten sogar eine Zunahme von 354
Basispunkten.
Der starke Anstieg der Staatsanleiherenditen und die allgemei-
nen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen setzten allerdings
nach einer kurzzeitigen Erholung im Sommer die Aktienmärkte
unter Druck.
Der deutsche DAX schloss das Jahr mit einem Rückgang von
-12,3 % und liegt damit minimal unter dem EURO STOXX 50 mit
-11,7 %. Der großbritannische FTSE 100 Index zeigt hingegen ei-
nen Anstieg von 0,9 %. Die Lage auf den amerikanischen Aktien-
märkten zeigt sich gemischt, mit einerseits einem über den euro-
päischen Aktienmärkten liegenden Kursrückgang des S&P 500
von -19,4 % und andererseits einem relativ geringeren Kursrück-
gang des Dow Jones von -8,8 %. Der japanische Nikkei schloss
mit -9,4 % und der chinesische Hang Seng Index mit -15,5 %.
Rohstoffe und Währungen
Das vergangene Jahr war von einer Achterbahnfahrt der Energie-
preise geprägt. Neben dem starken Preisanstieg für Erdgas in
Europa verzeichnete auch Erdöl zwischenzeitlich Höchststände.
Die zu Beginn des Jahres noch mit knapp 78 US-Dollar pro Bar-
rel gehandelte Nordseesorte BRENT erreichte Mitte des Jahres
Spitzen von bis zu 128 US-Dollar pro Barrel und pendelte sich
zum Jahresende bei einem Anstieg von 10,5 % auf knapp 86 US-
Dollar ein. Der Goldpreis wies hingegen nur eine geringe
Schwankungsbreite auf. Zum Jahresende lag der Preis bei
1.8240 US-Dollar was einem Minus von 0,3 % auf Jahressicht
entsprach.
Auf dem Devisenmarkt performte der Dollar in diesem Jahr aus-
gezeichnet. Die im Vergleich zur europäischen Zentralbank be-
reits im erste Halbjahr 2022 eingeschlagene Kursänderung der
Zentralbank der USA führte zu einer Aufwertung des Dollar ge-
genüber anderen Währungen.
Dementsprechend sank beispielsweise der Euro-Dollar Kurs um
5,8 % von 1,14 auf 1,07 US-Dollar pro Euro, wobei zwischenzeit-
lich sogar ein neuer Tiefststand von 0,96 US-Dollar pro Euro er-
reicht wurde. Gegenüber dem japanischen Yen gewann der US-
Dollar sogar 13,9 %.
037
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Österreich
Die heimische Wirtschaft verzeichnete in den ersten beiden Quar-
talen einen BIP-Zuwachs, bremste sich aber im zweiten Halbjahr
deutlich ein. Für das Jahr 2022 rechnen OECD-Prognosen mit ei-
nem BIP-Wachstum von 4,5 %.
Die zuerst positive Entwicklung war auf die Erholung von pande-
miebedingten Störungen in den Wirtschaftssektoren Tourismus,
Gastronomie und Handel zurückzuführen. Zudem profitierte ins-
besondere die Industrieproduktion bis zum Sommer 2022 von
der expansiven Entwicklung bei den Warenexporten.
Im zweiten Halbjahr erreichte der globale Konjunkturabschwung
aber auch die österreichische Wirtschaft. Die beginnend mit März
exponentiell ansteigenden Energiepreise setzten Haushalte und
Unternehmen stark unter Druck. Es folgten eine Erhöhung der
Produktionskosten in der Landwirtschaft, in der Industrie sowie
im Dienstleistungssektor. Zudem dürfte neben den gestiegenen
Produktionskosten auch die steigende Nachfrage infolge der
weitgehenden Beseitigung der Maßnahmen der COVID-19 Pan-
demie zusammen mit dem Arbeitskräftemangel zum Preisaufrieb
beitragen haben.
Die Gesamtinflation in Österreich erreichte im Oktober 11,5 %
und damit den höchsten Wert seit 1952. Die Kerninflation lag im
selben Monat bei 6,7 % und beschleunigte damit um 2,0 Prozent-
punkte seit Mai. Für das Gesamtjahr 2022 ist mit einer Gesamtin-
flation von 8,5 % und einer Kerninflation von 4,9 % zu rechnen.
Um die Folgen der hohen Energiepreise für Haushalte und Unter-
nehmen abzumildern, wurden in der ersten Hälfte des Jahres
2022 zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, unter anderem in Form
von verschiedenen Subventionen, Energiegutscheinen, Steuer-
senkungen und -erhöhungen, sowie einer Strompreisobergrenze
für alle Haushalte beginnend mit Dezember. Die Arbeitslosen-
quote lag 2022 im Durchschnitt bei 4,9 % (2021: 6,2 %) und be-
fand sich somit etwas über dem Vorkrisenniveau (Februar 2020:
4,6 %).
Im österreichischen Bankensektor stiegen im ersten Halbjahr
2022 die Betriebserträge um mehr als 10 % im Jahresvergleich
aufgrund höherer Nettozinserträge, steigender Gebühren und
Provisionen. Aufgrund des starken Kostenauftriebs verringerte
sich das Betriebsergebnis allerdings um 17 %. Trotz des Anstiegs
der Risikovorsorgen führten mehrere Einmaleffekte (wie die Zu-
nahme an außerordentlichen Erträgen und Gewinne aus aufge-
gebenen Geschäftsbereichen) zu einem Gewinn im Bankensek-
tor von 3,8 Mrd. EUR in den ersten beiden Quartalen.
Die Nachfrage nach Wohneigentum und Unternehmensliquidität
führten zum weiterhin hohen Kreditwachstum in Österreich in den
ersten sieben Monaten dieses Jahres. Infolgedessen stiegen die
Unternehmenskredite im Juli 2022 im Vorjahresvergleich um
10,8 % an. Auch die Kreditvergabe an private Haushalte nahm um
5,4 % in diesem Zeitraum aufgrund der anhaltenden Nachfrage
nach Wohnbaukrediten zu. Die konsolidierte Quote notleidender
Kredite (NPL-Quote) blieb weiterhin auf einem niedrigen Niveau
von 1,8 %. Der Internationale Währungsfonds hat das österreichi-
sche Finanzsystem weiterhin solide und profitabel bewertet.
Steiermark
Die Energiekrise und die damit zusammenhängende hohe Infla-
tion setzten auch die steirischen Wirtschaftstreibenden unter
Druck. Die Unternehmen hatten sich gerade erst von den Auswir-
kungen der COVID-19 Pandemie erholt und sahen sich im Früh-
jahr 2022 mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Verknap-
pung von Energie und Rohstoffen trieb die Preise in die Höhe,
die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung auch das Zinsniveau.
Auch der finanzielle Handlungsspielraum der öffentlichen Haus-
halte wurde dadurch zusätzlich eingeschränkt.
Das allgemeine Wirtschaftsklima präsentiere sich in der Steier-
mark damit der Jahreszeit entsprechend frostig, resümiert das
Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer im Herbst 2022.
Die heimische Wirtschaft sieht sich auch weiterhin mit zahlrei-
chen Herausforderungen konfrontiert: Die hohe Inflation bedingt
durch Angebotsengpässe, steigende Energie- und Rohstoff-
preise sowie die daraus resultierende Zunahme der Arbeits- und
Kapitalkosten drücken auf die Stimmung der Unternehmen.
Die Geschäftstätigkeit wurde lt. WKO-Wirtschaftsbarometer im
Herbst 2022 vor allem aufgrund der positiven Bilanz des ersten
Halbjahres von den steirischen Unternehmen noch überwiegend
gut beurteilt. Auch die Exportwirtschaft zeigte eine positive Ent-
wicklung, wenngleich die Einschätzungen im Vergleich zur Früh-
jahres-Umfrage deutlich gedämpfter ausfallen: 24,5 % der be-
fragten Exportunternehmen konnten ihren Exportumsatz in den
vergangenen 12 Monaten steigern, 16,5 % verzeichneten einen
Rückgang. Die schwierigen Rahmenbedingungen dämpften auch
die Investitionsbereitschaft der steirischen Unternehmen. Bei den
geplanten Investitionen spielen Neuinvestitionen eine deutlich
geringere Rolle als ein Jahr zuvor, Hauptmotiv für Investitionen
sei lt. Wirtschaftsbarometer in erster Linie Ersatzbedarf.
Der KSV1870 berichtet in seiner Abhandlung zur Kommerz- und
Privatkonkursentwicklung in der Steiermark 2022, dass die Unter-
nehmensinsolvenzen um 43,5 % gegenüber dem Jahr 2021 zu-
genommen haben. Insgesamt gab es im Jahr 2022 in Summe
521 Insolvenzfälle, davon 203 allein in der Stadt Graz. Die Ursa-
chen dafür waren lt. KSV1870 zu 70 % interner Natur (operative
Ursachen, Gründungsfehler, persönliches Verschulden oder stra-
tegische Insolvenzursachen). In 30 % der Fälle wurden externe
Ursachen wie sogenannte unbeherrschbare Umstände (z. B. Na-
turkatastrophen, Krieg, Krankheit) diagnostiziert. Dies und der
Umstand, dass vor Corona 2019 588 Unternehmensinsolvenzen
JAHRESFINANZBERICHT 2022
038
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
gezählt wurden, lässt darauf schließen, dass die aktuellen geo-
politischen Entwicklungen bisher weniger Einfluss auf die heimi-
sche Wirtschaft hatten als vielleicht erwartet.
Für den heimischen Arbeitsmarkt war es ein rekordverdächtiges
Jahr 2022, wie der Bericht des Arbeitsmarktservice Steiermark er-
klärt. Mit im Schnitt 30.127 Personen war die Arbeitslosigkeit so
gering wie zuletzt im Jahr 2000, rund 546.000 Beschäftigte mar-
kierten einen neuen Höchstwert. Die unselbstständige Beschäfti-
gung stieg um 2,3 % an. Damit lag die Arbeitslosenquote in der
Steiermark bei 5,2 % im Gegensatz zu 6,3 % im Jahr 2021.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stehen in der Raiffeisen-
Landesbank (RLB) Steiermark sämtliche Unternehmensfunktio-
nen unter erhöhter Aufmerksamkeit.
In einer eigens gegründeten Taskforce wurden Themen wie Ge-
samtbanksteuerung, sämtliche Aspekte der Risikosteuerung, Ka-
pital, Liquidität, Auswirkungen auf unsere Kunden, Beteiligungen,
Raiffeisenbanken, rechtliche Aspekte sowie Kommunikation in-
tensiv betrachtet. Die RLB Steiermark selbst hat kein operatives
Geschäft in den vom Ukraine-Krieg betroffenen Regionen. Falls
sich aus dem Konflikt in weiterer Folge negative wirtschaftliche
Auswirkungen auf den Finanzplatz Österreich ergeben sollten,
sind die RLB Steiermark wie auch die gesamte Raiffeisen-Ban-
kengruppe Steiermark aufgrund der umsichtigen Geschäftspolitik
sehr gut gerüstet.
Indirekt ist die RLB Steiermark als Anteilseignerin der Raiffeisen
Bank International (RBI) betroffen. Dank einer ausgezeichneten
Liquiditätsausstattung und stabilen Eigenmittel-Quoten, welche
weit über den gesetzlichen Erfordernissen liegen, ist die RLB
Steiermark sehr gut in der Lage, negative Entwicklungen infolge
des Russland-Ukraine Konflikts abzufedern. Hinsichtlich Maßnah-
men der RBI verweisen wir auf die Verlautbarungen der RBI.
Ein unmittelbares Exposure gegenüber Kunden aus Russland,
der Ukraine oder Belarus (Devisendomizil) liegt nicht vor. Mittel-
bar ist die RLB Steiermark über Kunden betroffen. Grundsätzlich
ist das Kundenportfolio aber von sehr guter Bonität - verbunden
mit guten Besicherungsquoten. Die Beeinträchtigungen der
Standorte und/oder des Absatzmarktes Russland und Ukraine
unterliegen laufenden Analysen. Gegenüber Kreditinstituten in
Russland, der Ukraine oder Belarus bestehen keine Forderungen
oder Verbindlichkeiten.
Aufgrund der Flüchtlingsbewegung wurde der Umtausch von uk-
rainischer Landeswährung Hrywnja zu Euro im Frühjahr 2022
zum Thema. Dazu wurde rasch eine bundesweite Lösung im Rai-
ffeisensektor gefunden, die einen Umtausch für die Erstversor-
gung gewährleistet. Diese Lösung wurde landesweit mit der Cari-
tas abgestimmt, jener Institution, die die Aufnahmezentren in der
Steiermark koordiniert. Zusätzlich wurde sichergestellt, dass es
für ukrainische Flüchtlinge die Möglichkeit eines Girokontos gibt,
um die täglichen Erfordernisse des Zahlungsverkehrs erfüllen zu
können.
Obwohl sich zusätzlich zum Kriegsgeschehen die bekannten
Herausforderungen fortsetzen, ist die RLB Steiermark weiterhin
zuversichtlich. Neben dem andauernden Krieg werden die Zins-
politik der EZB, das Thema Nachhaltigkeit und der EU-Green-
Deal sowie der Fachkräftemangel noch stärker in den Fokus rü-
cken. Darin liegt jedoch auch eine große Chance für die Weiter-
entwicklung in den einzelnen Bereichen und in der Stärkung des
Wir-Gedankens in der Gesellschaft. Die Robustheit der steiri-
schen Wirtschaft hat 2022 bewiesen, was man alles gemeinsam
schaffen kann.
In diesem Umfeld hat Raiffeisen Steiermark im Herbst für Kundin-
nen das Maßnahmenpaket „Sicher durch bewegte Zeiten“ ge-
schnürt und eine Beratungsoffensive gestartet. In rund 490.000
Finanz-Checks wurden mit den Kundinnen individuelle Lösungen
erarbeitet. Kompetenz der Beratung war und ist sehr gefragt. In-
folgedessen konnten zahlreiche Neukundinnen gewonnen wer-
den. Der Sozialfonds „WIR hilft - für gesellschaftlichen Zusam-
menhalt“ ist Teil des ausgearbeiteten Maßnahmenpakets, der in
Partnerschaft mit Caritas Steiermark umgesetzt wurde. In weiterer
Folge konnte die Industriellenvereinigung Steiermark als Koope-
rationspartnerin gewonnen werden. Konkret wird durch den Sozi-
alfonds die Möglichkeit geboten, den Klimabonus und andere
staatliche Zuschüsse an Menschen zu spenden, die aufgrund
der Teuerung dringend finanzielle Unterstützung benötigen. In
wenigen Monaten konnten mehr als eine Viertelmillion Euro ge-
sammelt werden.
Die aktuelle Lage fordert und fördert Innovationen und neue Kon-
zepte. Raiffeisen Steiermark setzt daher Impulse in Nachhaltig-
keit und Innovation. Konkret werden für Unternehmen spezielle
ESG-Workshops angeboten, um sich auf kommende Normen
einstellen zu können und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu
sichern. Eine aktive Rolle wird bei erneuerbarer Energie durch die
geplante Beteiligung an der Solana Renewable Technologies
GmbH eingenommen. Damit wird der Ausbau von Photovoltaik-
anlagen großflächig in Österreich vorangetrieben werden. Wei-
tere Initiativen im Energiebereich sind am Start.
038
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
gezählt wurden, lässt darauf schließen, dass die aktuellen geo-
politischen Entwicklungen bisher weniger Einfluss auf die heimi-
sche Wirtschaft hatten als vielleicht erwartet.
Für den heimischen Arbeitsmarkt war es ein rekordverdächtiges
Jahr 2022, wie der Bericht des Arbeitsmarktservice Steiermark er-
klärt. Mit im Schnitt 30.127 Personen war die Arbeitslosigkeit so
gering wie zuletzt im Jahr 2000, rund 546.000 Beschäftigte mar-
kierten einen neuen Höchstwert. Die unselbstständige Beschäfti-
gung stieg um 2,3 % an. Damit lag die Arbeitslosenquote in der
Steiermark bei 5,2 % im Gegensatz zu 6,3 % im Jahr 2021.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stehen in der Raiffeisen-
Landesbank (RLB) Steiermark sämtliche Unternehmensfunktio-
nen unter erhöhter Aufmerksamkeit.
In einer eigens gegründeten Taskforce wurden Themen wie Ge-
samtbanksteuerung, sämtliche Aspekte der Risikosteuerung, Ka-
pital, Liquidität, Auswirkungen auf unsere Kunden, Beteiligungen,
Raiffeisenbanken, rechtliche Aspekte sowie Kommunikation in-
tensiv betrachtet. Die RLB Steiermark selbst hat kein operatives
Geschäft in den vom Ukraine-Krieg betroffenen Regionen. Falls
sich aus dem Konflikt in weiterer Folge negative wirtschaftliche
Auswirkungen auf den Finanzplatz Österreich ergeben sollten,
sind die RLB Steiermark wie auch die gesamte Raiffeisen-Ban-
kengruppe Steiermark aufgrund der umsichtigen Geschäftspolitik
sehr gut gerüstet.
Indirekt ist die RLB Steiermark als Anteilseignerin der Raiffeisen
Bank International (RBI) betroffen. Dank einer ausgezeichneten
Liquiditätsausstattung und stabilen Eigenmittel-Quoten, welche
weit über den gesetzlichen Erfordernissen liegen, ist die RLB
Steiermark sehr gut in der Lage, negative Entwicklungen infolge
des Russland-Ukraine Konflikts abzufedern. Hinsichtlich Maßnah-
men der RBI verweisen wir auf die Verlautbarungen der RBI.
Ein unmittelbares Exposure gegenüber Kunden aus Russland,
der Ukraine oder Belarus (Devisendomizil) liegt nicht vor. Mittel-
bar ist die RLB Steiermark über Kunden betroffen. Grundsätzlich
ist das Kundenportfolio aber von sehr guter Bonität - verbunden
mit guten Besicherungsquoten. Die Beeinträchtigungen der
Standorte und/oder des Absatzmarktes Russland und Ukraine
unterliegen laufenden Analysen. Gegenüber Kreditinstituten in
Russland, der Ukraine oder Belarus bestehen keine Forderungen
oder Verbindlichkeiten.
Aufgrund der Flüchtlingsbewegung wurde der Umtausch von uk-
rainischer Landeswährung Hrywnja zu Euro im Frühjahr 2022
zum Thema. Dazu wurde rasch eine bundesweite Lösung im Rai-
ffeisensektor gefunden, die einen Umtausch für die Erstversor-
gung gewährleistet. Diese Lösung wurde landesweit mit der Cari-
tas abgestimmt, jener Institution, die die Aufnahmezentren in der
Steiermark koordiniert. Zusätzlich wurde sichergestellt, dass es
für ukrainische Flüchtlinge die Möglichkeit eines Girokontos gibt,
um die täglichen Erfordernisse des Zahlungsverkehrs erfüllen zu
können.
Obwohl sich zusätzlich zum Kriegsgeschehen die bekannten
Herausforderungen fortsetzen, ist die RLB Steiermark weiterhin
zuversichtlich. Neben dem andauernden Krieg werden die Zins-
politik der EZB, das Thema Nachhaltigkeit und der EU-Green-
Deal sowie der Fachkräftemangel noch stärker in den Fokus rü-
cken. Darin liegt jedoch auch eine große Chance für die Weiter-
entwicklung in den einzelnen Bereichen und in der Stärkung des
Wir-Gedankens in der Gesellschaft. Die Robustheit der steiri-
schen Wirtschaft hat 2022 bewiesen, was man alles gemeinsam
schaffen kann.
In diesem Umfeld hat Raiffeisen Steiermark im Herbst für Kundin-
nen das Maßnahmenpaket „Sicher durch bewegte Zeiten“ ge-
schnürt und eine Beratungsoffensive gestartet. In rund 490.000
Finanz-Checks wurden mit den Kundinnen individuelle Lösungen
erarbeitet. Kompetenz der Beratung war und ist sehr gefragt. In-
folgedessen konnten zahlreiche Neukundinnen gewonnen wer-
den. Der Sozialfonds „WIR hilft - für gesellschaftlichen Zusam-
menhalt“ ist Teil des ausgearbeiteten Maßnahmenpakets, der in
Partnerschaft mit Caritas Steiermark umgesetzt wurde. In weiterer
Folge konnte die Industriellenvereinigung Steiermark als Koope-
rationspartnerin gewonnen werden. Konkret wird durch den Sozi-
alfonds die Möglichkeit geboten, den Klimabonus und andere
staatliche Zuschüsse an Menschen zu spenden, die aufgrund
der Teuerung dringend finanzielle Unterstützung benötigen. In
wenigen Monaten konnten mehr als eine Viertelmillion Euro ge-
sammelt werden.
Die aktuelle Lage fordert und fördert Innovationen und neue Kon-
zepte. Raiffeisen Steiermark setzt daher Impulse in Nachhaltig-
keit und Innovation. Konkret werden für Unternehmen spezielle
ESG-Workshops angeboten, um sich auf kommende Normen
einstellen zu können und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu
sichern. Eine aktive Rolle wird bei erneuerbarer Energie durch die
geplante Beteiligung an der Solana Renewable Technologies
GmbH eingenommen. Damit wird der Ausbau von Photovoltaik-
anlagen großflächig in Österreich vorangetrieben werden. Wei-
tere Initiativen im Energiebereich sind am Start.
039
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Weiters haben die RLB Steiermark und die Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich ihre beiden IT-Unternehmen GRZ IT Center GmbH
und Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH (RICS) ver-
schmolzen und mit der RAITEC GmbH ein neues IT-Unternehmen
geschaffen.
Daneben bewegt sich die RLB Steiermark in neuen Geschäftsfel-
dern und blickt über den Tellerrand. Konkret entstand die Co-Ow-
ning-Plattform „STOAK“ für Immobilien. Ferner wurde Innovation
auch im Start-up-Bereich vorangetrieben: Der Accelerator „Hum-
melnest“ soll künftig in Zusammenarbeit mit „Transformation
Lighthouse“ nationales wie internationales Entrepreneurship för-
dern und die Start-up-Szene in Graz weiter stärken.
In der Rolle als Verbundbank hat die RLB Steiermark für die ge-
samte Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark bereits 2021 ein
Strategieprojekt gestartet. Dieses knüpft ganz im Zeichen des
Gründungsgedankens „Was einer nicht schafft, das schaffen
viele“ auf der kollektiven Intelligenz aller Verbundpartner und Mit-
arbeitenden an. 2022 wurde bereits auf breiter Basis gemeinsam
mit allen Raiffeisenbanken sowie dem Raiffeisenverband Steier-
mark ein Zielbild verabschiedet und eine Roadmap der Umset-
zungen für 2023 ausgearbeitet.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
040
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
I.2. Erläuterungen zur Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
Im Lagebericht werden das aktuelle Zahlenmaterial und die Vorjah-
reswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) bzw. in Millionen
EURO (Mio.
EUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher
Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Bezüglich der Angaben gemäß § 243 Abs. 3 Z. 5 UGB (Verwendung
von Finanzinstrumenten) wird insbesondere auf die Punkte B. 3.
und C. 23. des Anhangs verwiesen.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme ist im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber
dem Vorjahreswert um 2.935,6 Mio. EUR oder 14,54 % auf
17.255,1 Mio. EUR gesunken (Vorjahr: 20.190,7 Mio.
EUR).
Aktiva / Vermögensstruktur
In TEUR
2022 2021
VERÄNDERUNG
Forderungen an Kreditinstitute und Kassenbestand 4.979.498 6.856.920 –1.877.422 –27,38 %
Forderungen an Kunden 8.445.074 7.568.323 876.751 11,58 %
Wertpapiere 2.289.665 4.364.034 –2.074.369 –47,53 %
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 987.695 988.004 –309 –0,03 %
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 18.927 16.829 2.098 12,47 %
Sonstige Aktiva 499.549 354.678 144.871 40,85 %
Aktive latente Steuern 34.644 41.877 –7.233 –17,27 %
GESAMTVERMÖGEN 17.255.052 20.190.665 –2.935.613 -14,54 %
040
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
I.2. Erläuterungen zur Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
Im Lagebericht werden das aktuelle Zahlenmaterial und die Vorjah-
reswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) bzw. in Millionen
EURO (Mio. EUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher
Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Bezüglich der Angaben gemäß § 243 Abs. 3 Z. 5 UGB (Verwendung
von Finanzinstrumenten) wird insbesondere auf die Punkte B. 3.
und C. 23. des Anhangs verwiesen.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme ist im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber
dem Vorjahreswert um 2.935,6 Mio. EUR oder 14,54 % auf
17.255,1 Mio. EUR gesunken (Vorjahr: 20.190,7 Mio. EUR).
Aktiva / Vermögensstruktur
In TEUR
2022
2021
VERÄNDERUNG
Forderungen an Kreditinstitute und Kassenbestand
4.979.498
6.856.920
–1.877.422
–27,38 %
Forderungen an Kunden
8.445.074
7.568.323
876.751
11,58 %
Wertpapiere
2.289.665
4.364.034
–2.074.369
–47,53 %
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
987.695
988.004
–309
–0,03 %
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
18.927
16.829
2.098
12,47 %
Sonstige Aktiva
499.549
354.678
144.871
40,85 %
Aktive latente Steuern
34.644
41.877
–7.233
–17,27 %
GESAMTVERMÖGEN
17.255.052
20.190.665
–2.935.613
-14,54 %
041
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Forderungen an Kreditinstitute
(und Kassenbestand)
Die Position Forderungen an Kreditinstitute (inkl. Kassenbestand)
beinhaltet neben nicht börsenotierten festverzinslichen Wertpa-
pieren und Bankguthaben auch Ausleihungen an Kreditinstitute.
Die in dieser Darstellung zusammengefassten Posten haben sich
im Vergleich zum Vorjahr um 1.877,4 Mio. EUR oder 27,38 % auf
4.979,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6.856,9 Mio. EUR) verringert. Maßgeb-
lich dafür ist vor allem der Rückgang des Guthabens bei der
OeNB, welches sich auf einen Bilanzstand von 1.509,6 Mio. EUR
(Vorjahr: 3.136,7 Mio. EUR) verringerte. Weiters betrifft dieser
Posten Forderungen gegenüber dem Zentralinstitut, der Raiffei-
sen Bank International AG, mit 1.816,9 Mio. EUR (Vorjahr:
1.904,2 Mio. EUR) und Ausleihungen an steirische Raiffeisen-
banken in Höhe von 1.191,8 Mio. EUR (Vorjahr: 888,0 Mio. EUR).
Forderungen an Kunden
Zum Bilanzstichtag werden die Forderungen an Kunden mit einem
Bilanzwert von 8.445,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7.568,3 Mio. EUR) aus-
gewiesen. Das Kreditvolumen (nach Abzug von Risikovorsorgen)
konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr
somit um 876,8 Mio. EUR oder 11,58 % gesteigert werden. Der An-
teil der darin enthaltenen Fremdwährungsausleihungen ist weiter
rückläufig und beträgt 1,98 % (Vorjahr: 2,47 %) der gesamten Kun-
denforderungen. Die Verteilung des Ausleihungsvolumens nach
strategischen Geschäftsfeldern stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2022 2021 Veränderung
Institutionelle 1.876.543 1.874.679 1.864 0,10 %
Firmenkunden 2.932.402 2.536.666 395.736 15,60 %
Privatkunden 999.336 987.118 12.218 1,24 %
Immobilienprojektfinanzierung 2.616.997 2.149.710 467.287 21,74 %
Treasury und Wertpapiere 133.821 131.021 2.800 2,14 %
Portfoliowertberichtigung / Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG –114.025 –110.871 –3.154 2,84 %
Gesamtausleihungsvolumen 8.445.074 7.568.323 876.751 11,58%
JAHRESFINANZBERICHT 2022
042
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Bestand an Wertpapieren (Gesamtbetrachtung)
Der Bestand der im Eigenbesitz befindlichen Wertpapiere – aus-
gewiesen in den Aktivpositionen 2., 5. und 6. – hat sich gegen-
über dem Jahresultimo des Vorjahres um 2.074,4 Mio. EUR
oder 47,53 % auf 2.289,7 Mio. EUR verringert (Vorjahr:
4.364,0 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die im
Geschäftsjahr 2022 erstmalig vorgenommene Saldierung von
Retained Covered Bonds zurückzuführen (siehe dazu die Punkte
B.2. und B.9. des Anhangs), welche im Vorjahr mit einem Betrag
von insgesamt 2.175 TEUR in diesen Positionen enthalten wa-
ren. Bereinigt man den Vorjahreswert um diesen Betrag, ergibt
sich eine Steigerung von 100,7 Mio. EUR.
Zum Jahresultimo gliedern sich die Wertpapiere in Schuldtitel öf-
fentlicher Stellen mit 324,5 Mio. EUR (Vorjahr: 443,5 Mio. EUR), in
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
mit 1.945,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3.905,4 Mio. EUR) und in Aktien
und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 19,9 Mio. EUR
(Vorjahr: 15,2 Mio. EUR ).
Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen
Unternehmen
Der Bilanzwert der Beteiligungen und Anteile an verbundenen
Unternehmen beträgt unter Berücksichtigung von Zu- und Ab-
gängen sowie Bewertungen zum 31.12.2022 insgesamt
987,7 Mio. EUR nach 988,0 Mio. EUR im Vorjahr. Darin enthalten
ist die Beteiligung an unserem Zentralinstitut, der Raiffeisen Bank
International AG, mit einem Buchwert von 806,5 Mio. EUR
(Vorjahr: 806,8 Mio. EUR).
Das Geschäftsjahr 2022 war für die RBI, insbesondere aufgrund
ihrer Präsenz in der Ukraine, Russland und Belarus, ein beson-
ders herausforderndes Jahr. Trotz dieser sehr schwierigen Rah-
menbedingungen konnte die RBI ein Konzernergebnis von
3,6 Mrd. EUR erzielen. Zurückzuführen ist dieses neben starken
Kernerträgen in der gesamten Gruppe u.a. auf den Verkauf der
Raiffeisenbank (Bulgaria) EAD. Trotz dieses hervorragenden Er-
gebnisses wurde aufgrund der bestehenden Unsicherheiten ein
Wertminderungstest der Beteiligung im Geschäftsjahr 2022
durchgeführt. Dieser hat zu einer geringfügigen außerplanmäßi-
gen Abschreibung des Beteiligungsansatzes i.H.v. 0,3 Mio. EUR
(Vorjahr: 0,0 Mio. EUR) geführt.
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens sowie Sachanlagen
In Summe werden diese Positionen zum Jahresende mit einem
Betrag von 18,9 Mio. EUR (Vorjahr: 16,8 Mio. EUR) ausgewiesen.
Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von
2,1 Mio. EUR. Immaterielle Vermögensgegenstände betreffen vor
allem aktivierte Bankanwendungssoftware.
Sonstige Aktiva
Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten werden
zum 31.12.2022 mit einem Betrag von 499,5 Mio. EUR (Vorjahr:
354,7 Mio. EUR) ausgewiesen. Dies entspricht im Vergleich zum
Vorjahr einer Erhöhung um 144,8 Mio. EUR oder 40,85 %. Die in
diesem Posten dargestellten positiven Marktwerte von derivativen
Finanzinstrumenten des Handelsbestands erhöhten sich gegen-
über dem Vorjahr um 88,8
Mio. EUR auf 147,4 Mio. EUR, weiters
hat ein erhöhter Stichtagsbestand der Zahlungsaufträge in Ab-
wicklung in Höhe von 160,4 Mio. EUR (Vorjahr: 119,0 Mio. EUR)
zu dem Anstieg beigetragen. Demgegenüber haben sich die
ebenfalls hier dargestellten Rechnungsabgrenzungsposten um
1,5 Mio. EUR auf 70,0 Mio. EUR reduziert.
Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern sind zum Berichtsstichtag auf einen
Betrag von 34,6 Mio. EUR (Vorjahr: 41,9 Mio. EUR) gesunken.
Eine ausführliche Darstellung über Art und Zusammensetzung der
latenten Steuern findet sich unter Punkt C. 12. „Aktive latente
Steuern“ des Anhangs.
042
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Bestand an Wertpapieren (Gesamtbetrachtung)
Der Bestand der im Eigenbesitz befindlichen Wertpapiere – aus-
gewiesen in den Aktivpositionen 2., 5. und 6. – hat sich gegen-
über dem Jahresultimo des Vorjahres um 2.074,4 Mio. EUR
oder 47,53 % auf 2.289,7 Mio. EUR verringert (Vorjahr:
4.364,0 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die im
Geschäftsjahr 2022 erstmalig vorgenommene Saldierung von
Retained Covered Bonds zurückzuführen (siehe dazu die Punkte
B.2. und B.9. des Anhangs), welche im Vorjahr mit einem Betrag
von insgesamt 2.175 TEUR in diesen Positionen enthalten wa-
ren. Bereinigt man den Vorjahreswert um diesen Betrag, ergibt
sich eine Steigerung von 100,7 Mio. EUR.
Zum Jahresultimo gliedern sich die Wertpapiere in Schuldtitel öf-
fentlicher Stellen mit 324,5 Mio. EUR (Vorjahr: 443,5 Mio. EUR), in
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
mit 1.945,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3.905,4 Mio. EUR) und in Aktien
und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 19,9 Mio. EUR
(Vorjahr: 15,2 Mio. EUR ).
Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen
Unternehmen
Der Bilanzwert der Beteiligungen und Anteile an verbundenen
Unternehmen beträgt unter Berücksichtigung von Zu- und Ab-
gängen sowie Bewertungen zum 31.12.2022 insgesamt
987,7 Mio. EUR nach 988,0 Mio. EUR im Vorjahr. Darin enthalten
ist die Beteiligung an unserem Zentralinstitut, der Raiffeisen Bank
International AG, mit einem Buchwert von 806,5 Mio. EUR
(Vorjahr: 806,8 Mio. EUR).
Das Geschäftsjahr 2022 war für die RBI, insbesondere aufgrund
ihrer Präsenz in der Ukraine, Russland und Belarus, ein beson-
ders herausforderndes Jahr. Trotz dieser sehr schwierigen Rah-
menbedingungen konnte die RBI ein Konzernergebnis von
3,6 Mrd. EUR erzielen. Zurückzuführen ist dieses neben starken
Kernerträgen in der gesamten Gruppe u.a. auf den Verkauf der
Raiffeisenbank (Bulgaria) EAD. Trotz dieses hervorragenden Er-
gebnisses wurde aufgrund der bestehenden Unsicherheiten ein
Wertminderungstest der Beteiligung im Geschäftsjahr 2022
durchgeführt. Dieser hat zu einer geringfügigen außerplanmäßi-
gen Abschreibung des Beteiligungsansatzes i.H.v. 0,3 Mio. EUR
(Vorjahr: 0,0 Mio. EUR) geführt.
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens sowie Sachanlagen
In Summe werden diese Positionen zum Jahresende mit einem
Betrag von 18,9 Mio. EUR (Vorjahr: 16,8 Mio. EUR) ausgewiesen.
Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von
2,1 Mio. EUR. Immaterielle Vermögensgegenstände betreffen vor
allem aktivierte Bankanwendungssoftware.
Sonstige Aktiva
Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten werden
zum 31.12.2022 mit einem Betrag von 499,5 Mio. EUR (Vorjahr:
354,7 Mio. EUR) ausgewiesen. Dies entspricht im Vergleich zum
Vorjahr einer Erhöhung um 144,8 Mio. EUR oder 40,85 %. Die in
diesem Posten dargestellten positiven Marktwerte von derivativen
Finanzinstrumenten des Handelsbestands erhöhten sich gegen-
über dem Vorjahr um 88,8 Mio. EUR auf 147,4 Mio. EUR, weiters
hat ein erhöhter Stichtagsbestand der Zahlungsaufträge in Ab-
wicklung in Höhe von 160,4 Mio. EUR (Vorjahr: 119,0 Mio. EUR)
zu dem Anstieg beigetragen. Demgegenüber haben sich die
ebenfalls hier dargestellten Rechnungsabgrenzungsposten um
1,5 Mio. EUR auf 70,0 Mio. EUR reduziert.
Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern sind zum Berichtsstichtag auf einen
Betrag von 34,6 Mio. EUR (Vorjahr: 41,9 Mio. EUR) gesunken.
Eine ausführliche Darstellung über Art und Zusammensetzung der
latenten Steuern findet sich unter Punkt C. 12. „Aktive latente
Steuern“ des Anhangs.
043
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich
gegenüber dem Vorjahr um 937,1 Mio. EUR oder 11,12 % auf
7.490,5 Mio. EUR (Vorjahr: 8.427,5 Mio. EUR). Dieser Rückgang re-
sultiert vor allem aus der teilweisen vorzeitigen Rückzahlung des
EZB-Langfristtender (TLTRO III, Targeted Longer-Term Refinancing
Operations) i.H.v. 1,0 Mrd. EUR im Dezember 2022. Zum
31.12.2022 wird eine Verbindlichkeit aus dem Langfristtender in
Höhe von 2,50 Mrd. EUR ausgewiesen (Vorjahr: 3,50 Mrd. EUR).
Die Einlagen von Raiffeisenbanken sind mit einem Betrag von
3.918,1 Mio. EUR (Vorjahr: 3.960,3 Mio. EUR) ein wesentlicher Be-
standteil dieser Position. Der Gesamtbestand der Einlagen von
Förderbanken beläuft sich zum Jahresultimo auf einen Betrag von
588,8
Mio. EUR (Vorjahr: 455,5 Mio. EUR).
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden reduzierten sich im Be-
richtsjahr von 4.032,8 Mio. EUR um 102,5 Mio. EUR oder 2,54 %
auf 3.930,3 Mio. EUR. In dieser Position werden einerseits die
Spareinlagen mit einem Betrag von 530,9 Mio. EUR (Vorjahr:
586,9 Mio. EUR) und andererseits die sonstigen Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden (Sicht- und Termineinlagen) mit insgesamt
3.399,4 Mio. EUR (Vorjahr: 3.446,0 Mio. EUR) ausgewiesen.
Verbriefte Verbindlichkeiten und Ergänzungs-
kapital gem. Teil 2 Titel I Kapitel 4 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013
Die gesamten Emissionen (inkl. Ergänzungskapital) betragen zum
Bilanzstichtag 4.022,6 Mio. EUR (Vorjahr: 6.051,6 Mio. EUR). Dies
entspricht einer Reduktion um 2.029,0 Mio. EUR oder 33,53 % ge-
genüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die im
Geschäftsjahr 2022 erstmalig vorgenommene Saldierung von Retai-
ned Covered Bonds zurückzuführen, welche im Vorjahr mit einem
Betrag von insgesamt 2.175 TEUR in dieser Position enthalten wa-
ren (siehe dazu die Erläuterungen in Kapitel „Bestand an Wertpa-
pieren (Gesamtbetrachtung)“ sowie die Punkte B.2. und B.9. des
Anhangs). Die verbleibende Nettoveränderung resultiert vor allem
aus Neuemissionen mit einem Betrag von 526,1
Mio. EUR sowie
Abgängen aufgrund von Tilgungen, Umaufverminderungen sowie
vorzeitigen Rückzahlungen mit insgesamt 383,0
Mio. EUR.
Vom Gesamtvolumen zum 31.12.2022 wurden 392,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 402,5 Mio. EUR) bei steirischen Raiffeisenbanken platziert,
958,6 Mio. EUR (Vorjahr: 966,8 Mio. EUR) betreffen Kundenemissio-
nen (Retail/Private Banking und institutionelle Kunden). Am Kapital-
markt wurden Covered Bonds im Ausmaß von 2.555,5 Mio. EUR
(Vorjahr: 2.393,0 Mio. EUR) platziert. Darüber hinaus wurde Ergän-
zungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kap. 4 der VO (EU) 575/2013 in
Höhe von 85,6 Mio. EUR (Vorjahr: 87,3 Mio. EUR) begeben.
In TEUR
2022 2021
VERÄNDERUNG
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.490.478 8.427.534 –937.056 –11,12 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(Spar- und Giroeinlagen)
3.930.321 4.032.821 –102.500 –2,54 %
Eigene Emissionen
(inkl. Ergänzungskapital)
4.022.557 6.051.590 –2.029.033 –33,53 %
Rückstellungen 90.837 100.268 –9.431 –9,41 %
Sonstige Passiva 249.192 186.740 62.452 33,44 %
Eigenkapital 1.471.667 1.391.712 79.955 5,75 %
GESAMTKAPITAL 17.255.052 20.190.665 –
–
2.935.613 –
–
14,54 %
JAHRESFINANZBERICHT 2022
044
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Rückstellungen
Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um insge-
samt 9,4 Mio. EUR auf nunmehr 90,8 Mio. EUR (Vorjahr: 100,3 Mio.
EUR) verringert. Die Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen re-
duzierten sich in Summe um 9,3 Mio. EUR auf einen Betrag von
48,0 Mio. EUR (Vorjahr: 57,4 Mio. EUR). Dies ist vor allem auf die
signifikante Erhöhung der Diskontsätze zurückzuführen.
Weiters reduzierten sich die sonstigen Rückstellungen um
1,4 Mio. EUR auf 35,2 Mio. EUR (Vorjahr: 36,6 Mio. EUR). Die
sonstigen Rückstellungen beinhalten u. a. die Rückstellungen für
außerbilanzielle Geschäfte im Kreditgeschäft (Haftungen, Garan-
tien und Kreditrisiken) mit 15,6
Mio. EUR (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR)
und sonstige Personalrückstellungen in Höhe von 12,2
Mio. EUR
(Vorjahr: 12,2
Mio. EUR).
Die aufgrund der OGH-Entscheidung vom 22. Dezember 2021 bzw.
des VfGH-Erkenntnisses vom 30. Dezember 2022 betreffend Soll-
zinsen bei Verbraucherkreditverträgen und Verträgen mit Kleinstun-
ternehmern, die den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19
JuBG unterliegen, eingestellte Rückstellung wurde im Geschäftsjahr
2022 um die gesetzlichen Vergütungszinsen auf 2,4 Mio. EUR er-
höht (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR). Die per 31.12.2021 bestehende Rück-
stellung für Zinsenrefundierungen in Zusammenhang mit negativen
Indikatoren bzw. Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in
Höhe von 1,6 Mio. EUR wurde im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze er-
tragswirksam aufgelöst.
Die Körperschaftsteuerrückstellung erhöhte sich aufgrund der Do-
tierung für das Geschäftsjahr 2022 auf 7,6 Mio. EUR (Vorjahr:
6,3
Mio. EUR).
Sonstige Passiva
Die sonstigen Passiva haben sich gegenüber dem Vorjahr um
62,5 Mio. EUR auf 249,2 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 186,7 Mio.
EUR). Innerhalb dieser Position haben sich vor allem die negativen
Marktwerte von Derivaten des Handelsbestands um 75,4
Mio. EUR
auf 142,8
Mio. EUR erhöht. Demgegenüber verringerten sich die
passiven Rechnungsabgrenzungsposten um 2,3
Mio. EUR gegen-
über dem Vorjahr.
Gezeichnetes Kapital sowie Kapitalrücklagen
Das Grundkapital (= gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark be-
trägt per 31.12.2022 wie im Vorjahr 142.721 TEUR und besteht aus
3.113.507 Stück nennbetragslosen, auf Namen lautende, Stückak-
tien (Stammaktien). Die RLB Steiermark hält keine eigenen Anteile.
Gewinnrücklagen, Haftrücklage gem.
§
57 Abs. 5 BWG sowie Bilanzgewinn
Die Gewinnrücklagen betreffen einerseits die freie Rücklage in Höhe
von 745,0 Mio. EUR (Vorjahr: 669,4 Mio. EUR) und andererseits den
KWG-Haftrücklagen-Überhang 1994 in Höhe von 8,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 8,3
Mio. EUR).
Die freien Gewinnrücklagen (andere Rücklagen) wurden im Be-
richtsjahr mit einem Betrag von insgesamt 75,6 Mio. EUR (Vorjahr:
191,3 Mio. EUR) erhöht, worauf ein Betrag von 0,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 0,1
Mio. EUR) auf die Rücklage zum Aufbau eines Sonderver-
mögens für das institutsbezogene Sicherungssystem (Raiffeisen-
IPS) entfällt.
Die Haftrücklage gemäß §
57 Abs. 5 BWG wurde entsprechend den
gesetzlichen Bestimmungen gebildet und verzeichnet zum Bilanz-
stichtag einen Stand von 143,4 Mio. EUR (Vorjahr: 140,6 Mio.
EUR).
Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Dotierung
für das laufende Geschäftsjahr (2,9
Mio. EUR).
Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2022 beträgt 30,4 Mio. EUR
und liegt somit um 1,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von
28,9 Mio. EUR.
In TEUR 2022 2021
VERÄNDERUNG
Gezeichnetes Kapital 142.721 142.721 0 -
Kapitalrücklagen 401.825 401.825 0 -
Gewinnrücklagen 753.335 677.730 75.605 11,16 %
Haftrücklage 143.429 140.574 2.855 2,03 %
Bilanzgewinn 30.357 28.862 1.495 5,18 %
GESAMT 1.471.667 1.391.712 79.955 5,75 %
044
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Rückstellungen
Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um insge-
samt 9,4 Mio. EUR auf nunmehr 90,8 Mio. EUR (Vorjahr: 100,3 Mio.
EUR) verringert. Die Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen re-
duzierten sich in Summe um 9,3 Mio. EUR auf einen Betrag von
48,0 Mio. EUR (Vorjahr: 57,4 Mio. EUR). Dies ist vor allem auf die
signifikante Erhöhung der Diskontsätze zurückzuführen.
Weiters reduzierten sich die sonstigen Rückstellungen um
1,4 Mio. EUR auf 35,2 Mio. EUR (Vorjahr: 36,6 Mio. EUR). Die
sonstigen Rückstellungen beinhalten u. a. die Rückstellungen für
außerbilanzielle Geschäfte im Kreditgeschäft (Haftungen, Garan-
tien und Kreditrisiken) mit 15,6 Mio. EUR (Vorjahr: 13,0 Mio. EUR)
und sonstige Personalrückstellungen in Höhe von 12,2 Mio. EUR
(Vorjahr: 12,2 Mio. EUR).
Die aufgrund der OGH-Entscheidung vom 22. Dezember 2021 bzw.
des VfGH-Erkenntnisses vom 30. Dezember 2022 betreffend Soll-
zinsen bei Verbraucherkreditverträgen und Verträgen mit Kleinstun-
ternehmern, die den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19
JuBG unterliegen, eingestellte Rückstellung wurde im Geschäftsjahr
2022 um die gesetzlichen Vergütungszinsen auf 2,4 Mio. EUR er-
höht (Vorjahr: 2,3 Mio. EUR). Die per 31.12.2021 bestehende Rück-
stellung für Zinsenrefundierungen in Zusammenhang mit negativen
Indikatoren bzw. Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in
Höhe von 1,6 Mio. EUR wurde im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze er-
tragswirksam aufgelöst.
Die Körperschaftsteuerrückstellung erhöhte sich aufgrund der Do-
tierung für das Geschäftsjahr 2022 auf 7,6 Mio. EUR (Vorjahr:
6,3 Mio. EUR).
Sonstige Passiva
Die sonstigen Passiva haben sich gegenüber dem Vorjahr um
62,5 Mio. EUR auf 249,2 Mio. EUR erhöht (Vorjahr: 186,7 Mio.
EUR). Innerhalb dieser Position haben sich vor allem die negativen
Marktwerte von Derivaten des Handelsbestands um 75,4 Mio. EUR
auf 142,8 Mio. EUR erhöht. Demgegenüber verringerten sich die
passiven Rechnungsabgrenzungsposten um 2,3 Mio. EUR gegen-
über dem Vorjahr.
Gezeichnetes Kapital sowie Kapitalrücklagen
Das Grundkapital (= gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark be-
trägt per 31.12.2022 wie im Vorjahr 142.721 TEUR und besteht aus
3.113.507 Stück nennbetragslosen, auf Namen lautende, Stückak-
tien (Stammaktien). Die RLB Steiermark hält keine eigenen Anteile.
Gewinnrücklagen, Haftrücklage gem.
§ 57 Abs. 5 BWG sowie Bilanzgewinn
Die Gewinnrücklagen betreffen einerseits die freie Rücklage in Höhe
von 745,0 Mio. EUR (Vorjahr: 669,4 Mio. EUR) und andererseits den
KWG-Haftrücklagen-Überhang 1994 in Höhe von 8,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 8,3 Mio. EUR).
Die freien Gewinnrücklagen (andere Rücklagen) wurden im Be-
richtsjahr mit einem Betrag von insgesamt 75,6 Mio. EUR (Vorjahr:
191,3 Mio. EUR) erhöht, worauf ein Betrag von 0,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 0,1 Mio. EUR) auf die Rücklage zum Aufbau eines Sonderver-
mögens für das institutsbezogene Sicherungssystem (Raiffeisen-
IPS) entfällt.
Die Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG wurde entsprechend den
gesetzlichen Bestimmungen gebildet und verzeichnet zum Bilanz-
stichtag einen Stand von 143,4 Mio. EUR (Vorjahr: 140,6 Mio. EUR).
Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Dotierung
für das laufende Geschäftsjahr (2,9 Mio. EUR).
Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2022 beträgt 30,4 Mio. EUR
und liegt somit um 1,5 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von
28,9 Mio. EUR.
Eigenkapital
In TEUR
2022
2021
VERÄNDERUNG
Gezeichnetes Kapital
142.721
142.721
0
-
Kapitalrücklagen
401.825
401.825
0
-
Gewinnrücklagen
753.335
677.730
75.605
11,16 %
Haftrücklage
143.429
140.574
2.855
2,03 %
Bilanzgewinn
30.357
28.862
1.495
5,18 %
GESAMT
1.471.667
1.391.712
79.955
5,75 %
045
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
-und-Verlust-Rechnung / Ertragslage
In TEUR 2022 2021
VERÄNDERUNG
Zinsen und ähnliche Erträge 188.634 122.688 65.945 53,75 %
Zinsen und ähnliche Aufwendungen –36.479 –2.425 –34.053 >100%
Nettozinsertrag 152.155 120.263 31.892 26,52 %
Erträgen aus nicht festverzinslichen Wertpapieren und Beteiligungen 86.282 54.267 32.015 59,00 %
Provisionsergebnis 43.026 45.416 –2.390 –5,26 %
Ergebnis aus Finanzgeschäften 4.563 6.571 –2.008 –30,57 %
Sonstige betriebliche Erträge 51.945 47.298 4.647 9,82 %
BETRIEBSERTRÄGE 337.970 273.815 64.155 23,43 %
Personalaufwand –85.872 –82.644 –3.228 3,91 %
Sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) –56.119 –55.497 –622 1,12 %
Abschreibungen (auf Sachanlagen und immat. Vermögenswerte) –3.156 –3.819 663 –17,35 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen –8.136 –18.884 10.748 –56,91 %
BETRIEBSAUFWENDUNGEN -153.284 -160.845 7.561 -4,70 %
BETRIEBSERGEBNIS 184.686 112.970 71.716 63,48 %
Saldo der Aufwendungen/Erträge aus GuV-Position 11/12:
für Forderungen an Kunden –19.943 7.921 –27.864 >100%
für Wertpapiere des Umlaufvermögens und Derivate (Bankbuch) –34.409 24.421 –58.829 >100%
Saldo der Aufwendungen/Erträge aus GuV-Position 13/14:
für Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen –8.841 –720 –8.120 >100%
für Wertpapiere des Anlagevermögens und Derivate (Bankbuch) –4 –260 256 –98,42 %
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
(EGT)
121.489 144.331 -22.842 –15,83 %
Außerordentliches Ergebnis 0 92.869 -92.869 –100 %
Steuern –12.672 –14.385 1.713 -11,90 %
JAHRESÜBERSCHUSS 108.817 222.816 -113.999 -51,16 %
JAHRESFINANZBERICHT 2022
046
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von 188,6 Mio. EUR (Vor-
jahr: 122,7 Mio. EUR) erhöhten sich – unter Berücksichtigung der
Zinsen aus derivativen Sicherungsgeschäften – im Jahresvergleich
um 65,9 Mio. EUR oder 53,75 %. Diese Entwicklung ist vor allem auf
gestiegene Zinssätze und das hohe Kreditwachstum in den vergan-
genen beiden Jahren zurückzuführen. Im Kundengeschäft kam es zu
einem Anstieg um rund 26,4
Mio. EUR auf 148,5 Mio. EUR, ebenso
war bei den Zinsen aus Forderungen an Kreditinstitute eine Steige-
rung um 23,6
Mio. EUR zu verzeichnen. Die Zinserträge aus festver-
zinslichen Wertpapieren erhöhten sich im Jahresvergleich um 6,8
Mio. EUR.
Die Zinsspanne im Aktivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 1,09 %. Der Vorjahreswert beläuft sich auf 0,70 %.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen in Höhe von 36,5 Mio.
EUR (Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr
um 34,1 Mio. EUR. Dies ist einerseits durch den Anstieg des Zinsni-
veaus im Allgemeinen und andererseits durch Änderungen mit der
damit verbundenen Erhöhung des Zinssatzes für die Einlagenfazili-
tät sowie durch die geänderte Berechnung der Durchschnittsverzin-
sung für die gezogenen Tranchen im Rahmen des TLTRO III-Pro-
gramms der EZB begründet. Durch die Änderung der Durch-
schnittsverzinsung wurde die zu diesem Zeitpunkt laufende Zinspe-
riode zweigeteilt, wobei für die Periode ab 24. November 2022 der
Durchschnitt der anzuwendenden Zinssätze für die Einlagenfazilität
bis zum Laufzeitende (oder früheren Rückzahlung) anzuwenden ist.
Daraus resultierte eine Erhöhung der Verzinsung, da frühere Zinspe-
rioden mit signifikanten Negativzinsen nicht mehr im gleichen Aus-
maß im Durchschnitt zu berücksichtigen waren. Die zusätzliche Bo-
nifizierung von –0,5 % wurde berücksichtigt, da die entsprechenden
Kreditvergabeziele erfüllt wurden.
Insgesamt erhöhten sich die Zinsaufwendungen gegenüber Kredit-
instituten aufgrund dieser Entwicklung im Jahresvergleich um rund
22,2 Mio. EUR. Bei den Zinsaufwendungen für eigene Emissionen
ist es zu einem Anstieg von 16,4
Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr
gekommen.
Die Zinsspanne im Passivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 0,20 % (Vorjahr: 0,01 %).
Nettozinsertrag
Der Nettozinsertrag als Saldo aus den Zinserträgen und den Zinsauf-
wendungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 31,9 Mio. EUR
oder 26,52 % auf 152,2 Mio. EUR (Vorjahr: 120,3 Mio. EUR).
Zusammen mit den „Erträgen aus nicht festverzinslichen Wertpapie-
ren und Beteiligungen“ errechnet sich ein erweiterter Nettozinser-
trag in Höhe von 238,4 Mio. EUR (Vorjahr: 174,5 Mio. EUR), der um
63,9 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres liegt. Die Erträge aus
Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe
von 86,3 Mio. EUR (Vorjahr: 54,3 Mio. EUR) sind gegenüber dem
Vorjahr vor allem aufgrund einer Sonderausschüttung im Rahmen
von Strukturmaßnahmen im Beteiligungsbereich um insgesamt
32,0
Mio. EUR gestiegen.
Weitere Betriebserträge
An dieser Stelle werden die nicht zinsabhängigen Betriebserträge
erläutert.
Das Provisionsergebnis, als Saldo der Provisionserträge und Provi-
sionsaufwendungen, hat sich gegenüber dem Wert des Vorjahres –
vor allem aufgrund der rückläufigen Entwicklung im Wertpapier- und
Kreditgeschäft – um 2,4 Mio. EUR verringert und beträgt im abgelau-
fenen Geschäftsjahr 43,0 Mio. EUR (Vorjahr: 45,4 Mio. EUR).
Das Provisionsgeschäft im Zahlungsverkehr, welches den größten
Beitrag zum Provisionsergebnis liefert, konnte gegenüber dem Vor-
jahr gesteigert werden und wird mit einem Betrag von
22,6
Mio. EUR (Vorjahr: 21,6 Mio. EUR) ausgewiesen.
Die Position „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ trägt
mit 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 6,6 Mio. EUR) zum
Betriebsergebnis
bei. Das rückläufige Ergebnis ist vor allem auf höhere Bewer-
tungsaufwendungen bei Wertpapieren des Handelsbuchs zurück-
zuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erreichten einen Betrag von
51,9 Mio. EUR (Vorjahr: 47,3 Mio. EUR). In dieser Position werden
vor allem Erträge aus Leistungsverrechnungen im Verbund und an
Tochterunternehmen, Kostenersätze von Unternehmen im Nicht-
bankenbereich, Erträge aus der Bewertung und Schließung von
Derivaten des Bankbuchs sowie Erträge aus der Auflösung von
(Personal-)Rückstellungen ausgewiesen.
Betriebserträge in Summe
Aus dem Nettozinsertrag und den weiteren Betriebserträgen errech-
nen sich die Betriebserträge in Summe mit einem Betrag von
338,0 Mio. EUR (Vorjahr: 273,8 Mio. EUR). Dies entspricht einer Zu-
nahme von 64,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr.
Die dargestellten Betriebserträge beinhalten neben den bankbe-
trieblichen Erträgen auch die Erträge aus bankfremden Geschäf-
ten (z. B. Kostenersätze von Beteiligungsunternehmen der Raiffei-
sen-Landesbank Steiermark AG) in Höhe von 26,7
Mio. EUR (Vor-
jahr: 24,6
Mio. EUR). Bereinigt um die Erträge aus bankfremden
Geschäften errechnen sich Betriebserträge für das Geschäftsjahr
2022 in Höhe von 311,3
Mio. EUR (Vorjahr: 249,3 Mio. EUR), wel-
che bei der Ermittlung der Kennzahl Cost/Income Ratio „adjus-
tiert“ herangezogen werden.
046
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von 188,6 Mio. EUR (Vor-
jahr: 122,7 Mio. EUR) erhöhten sich – unter Berücksichtigung der
Zinsen aus derivativen Sicherungsgeschäften – im Jahresvergleich
um 65,9 Mio. EUR oder 53,75 %. Diese Entwicklung ist vor allem auf
gestiegene Zinssätze und das hohe Kreditwachstum in den vergan-
genen beiden Jahren zurückzuführen. Im Kundengeschäft kam es zu
einem Anstieg um rund 26,4 Mio. EUR auf 148,5 Mio. EUR, ebenso
war bei den Zinsen aus Forderungen an Kreditinstitute eine Steige-
rung um 23,6 Mio. EUR zu verzeichnen. Die Zinserträge aus festver-
zinslichen Wertpapieren erhöhten sich im Jahresvergleich um 6,8
Mio. EUR.
Die Zinsspanne im Aktivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 1,09 %. Der Vorjahreswert beläuft sich auf 0,70 %.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen in Höhe von 36,5 Mio.
EUR (Vorjahr: 2,4 Mio. EUR) erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr
um 34,1 Mio. EUR. Dies ist einerseits durch den Anstieg des Zinsni-
veaus im Allgemeinen und andererseits durch Änderungen mit der
damit verbundenen Erhöhung des Zinssatzes für die Einlagenfazili-
tät sowie durch die geänderte Berechnung der Durchschnittsverzin-
sung für die gezogenen Tranchen im Rahmen des TLTRO III-Pro-
gramms der EZB begründet. Durch die Änderung der Durch-
schnittsverzinsung wurde die zu diesem Zeitpunkt laufende Zinspe-
riode zweigeteilt, wobei für die Periode ab 24. November 2022 der
Durchschnitt der anzuwendenden Zinssätze für die Einlagenfazilität
bis zum Laufzeitende (oder früheren Rückzahlung) anzuwenden ist.
Daraus resultierte eine Erhöhung der Verzinsung, da frühere Zinspe-
rioden mit signifikanten Negativzinsen nicht mehr im gleichen Aus-
maß im Durchschnitt zu berücksichtigen waren. Die zusätzliche Bo-
nifizierung von –0,5 % wurde berücksichtigt, da die entsprechenden
Kreditvergabeziele erfüllt wurden.
Insgesamt erhöhten sich die Zinsaufwendungen gegenüber Kredit-
instituten aufgrund dieser Entwicklung im Jahresvergleich um rund
22,2 Mio. EUR. Bei den Zinsaufwendungen für eigene Emissionen
ist es zu einem Anstieg von 16,4 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr
gekommen.
Die Zinsspanne im Passivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 0,20 % (Vorjahr: 0,01 %).
Nettozinsertrag
Der Nettozinsertrag als Saldo aus den Zinserträgen und den Zinsauf-
wendungen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 31,9 Mio. EUR
oder 26,52 % auf 152,2 Mio. EUR (Vorjahr: 120,3 Mio. EUR).
Zusammen mit den „Erträgen aus nicht festverzinslichen Wertpapie-
ren und Beteiligungen“ errechnet sich ein erweiterter Nettozinser-
trag in Höhe von 238,4 Mio. EUR (Vorjahr: 174,5 Mio. EUR), der um
63,9 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres liegt. Die Erträge aus
Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen in Höhe
von 86,3 Mio. EUR (Vorjahr: 54,3 Mio. EUR) sind gegenüber dem
Vorjahr vor allem aufgrund einer Sonderausschüttung im Rahmen
von Strukturmaßnahmen im Beteiligungsbereich um insgesamt
32,0 Mio. EUR gestiegen.
Weitere Betriebserträge
An dieser Stelle werden die nicht zinsabhängigen Betriebserträge
erläutert.
Das Provisionsergebnis, als Saldo der Provisionserträge und Provi-
sionsaufwendungen, hat sich gegenüber dem Wert des Vorjahres –
vor allem aufgrund der rückläufigen Entwicklung im Wertpapier- und
Kreditgeschäft – um 2,4 Mio. EUR verringert und beträgt im abgelau-
fenen Geschäftsjahr 43,0 Mio. EUR (Vorjahr: 45,4 Mio. EUR).
Das Provisionsgeschäft im Zahlungsverkehr, welches den größten
Beitrag zum Provisionsergebnis liefert, konnte gegenüber dem Vor-
jahr gesteigert werden und wird mit einem Betrag von
22,6 Mio. EUR (Vorjahr: 21,6 Mio. EUR) ausgewiesen.
Die Position „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ trägt
mit 4,6 Mio. EUR (Vorjahr: 6,6 Mio. EUR) zum Betriebsergebnis
bei. Das rückläufige Ergebnis ist vor allem auf höhere Bewer-
tungsaufwendungen bei Wertpapieren des Handelsbuchs zurück-
zuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erreichten einen Betrag von
51,9 Mio. EUR (Vorjahr: 47,3 Mio. EUR). In dieser Position werden
vor allem Erträge aus Leistungsverrechnungen im Verbund und an
Tochterunternehmen, Kostenersätze von Unternehmen im Nicht-
bankenbereich, Erträge aus der Bewertung und Schließung von
Derivaten des Bankbuchs sowie Erträge aus der Auflösung von
(Personal-)Rückstellungen ausgewiesen.
Betriebserträge in Summe
Aus dem Nettozinsertrag und den weiteren Betriebserträgen errech-
nen sich die Betriebserträge in Summe mit einem Betrag von
338,0 Mio. EUR (Vorjahr: 273,8 Mio. EUR). Dies entspricht einer Zu-
nahme von 64,2 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr.
Die dargestellten Betriebserträge beinhalten neben den bankbe-
trieblichen Erträgen auch die Erträge aus bankfremden Geschäf-
ten (z. B. Kostenersätze von Beteiligungsunternehmen der Raiffei-
sen-Landesbank Steiermark AG) in Höhe von 26,7 Mio. EUR (Vor-
jahr: 24,6 Mio. EUR). Bereinigt um die Erträge aus bankfremden
Geschäften errechnen sich Betriebserträge für das Geschäftsjahr
2022 in Höhe von 311,3 Mio. EUR (Vorjahr: 249,3 Mio. EUR), wel-
che bei der Ermittlung der Kennzahl Cost/Income Ratio „adjus-
tiert“ herangezogen werden.
047
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Betriebsaufwendungen
Innerhalb der Betriebsaufwendungen war im Geschäftsjahr 2022
vor allem ein Anstieg im Personalaufwand zu verzeichnen.
Dieser erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Mio. EUR auf
85,9 Mio. EUR (Vorjahr: 82,6 Mio. EUR). Maßgeblich dafür war
insbesondere ein höherer Aufwand für Löhne und Gehälter auf-
grund eines gestiegenen Mitarbeiterstands und der Auszahlung
von Teuerungsprämien.
Der Sachaufwand erhöhte sich im Jahresvergleich geringfügig um
0,6 Mio. EUR auf 56,1 Mio. EUR (Vorjahr: 55,5 Mio. EUR). Innerhalb
dieser Position wurden die gegenüber dem Vorjahr höheren Auf-
wendungen für IT-Dienstleistungen sowie für Miete und Leasing vor
allem durch geringere Beratungsaufwendungen kompensiert.
Die Abschreibungen für Sachanlagen und immaterielle Vermö-
gensgegenstände verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um
0,6 Mio. EUR auf 3,2 Mio. EUR (Vorjahr: 3,8
Mio. EUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 8,1 Mio. EUR
und sind gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Mio. EUR gesunken (Vor-
jahr: 18,9
Mio. EUR). Dies ist vor allem auf signifikant geringere Auf-
wendungen im Zusammenhang mit Derivaten zurückzuführen, wel-
che mit 0,0
Mio. EUR ausgewiesen werden und im Vorjahr mit ei-
nem Betrag von 10,4 Mio. EUR enthalten waren. Weiters beinhaltet
diese Position aufwandswirksame Beiträge an Sicherungseinrich-
tungen in Höhe von 7,8
Mio. EUR (Vorjahr: 7,8 Mio. EUR).
Insgesamt lagen die Betriebsaufwendungen im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr bei 153,3 Mio. EUR (Vorjahr: 160,8
Mio. EUR). Im Ver-
gleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Abnahme von 7,6 Mio. EUR
bzw. 4,70 % .
Bereinigt um die Aufwendungen aus bankfremden Geschäften in
Höhe von 26,7 Mio. EUR (Vorjahr: 24,6
Mio. EUR) errechnen sich
Betriebsaufwendungen für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von
126,6
Mio. EUR (Vorjahr: 136,3 Mio. EUR), welche bei Ermittlung
der Kennzahl Cost/Income Ratio „adjustiert“ zu berücksichtigen
sind.
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis errechnet sich durch Saldierung der Betriebs-
erträge mit den Betriebsaufwendungen. Nach einem Ergebnis von
113,0 Mio. EUR im Vorjahr ergibt sich für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr ein Betriebsergebnis von 184,7 Mio. EUR. Dies ent-
spricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 71,7 Mio. EUR
oder 63,48 %.
GuV-Position 11/12 – Saldo aus Zuweisungen
und Auflösungen von Wertberichtigungen
auf Forderungen und Rückstellungen für
Eventualverbindlichkeiten
Für das Geschäftsjahr 2022 wird in dieser Position ein Nettoauf-
wand von 54,4 Mio. EUR nach einem Nettoertrag i.H.v.
32,3
Mio. EUR im Vorjahr ausgewiesen. Die Veränderung in dieser
Position ist einerseits auf die Aufwendungen im Kreditgeschäft mit
einem Betrag von -19,9 Mio. EUR (Vorjahr: +7,9 Mio. EUR) und
andererseits auf das negative Bewertungs- und Veräußerungser-
gebnis von Wertpapieren des Umlaufvermögens (inkl. der darauf
entfallenden Ergebnisse aus der Schließung von Derivaten) i.H.v.
von -34,4 Mio.
EUR (Vorjahr: +24,4 Mio. EUR) zurückzuführen.
Bei den Kreditrisikovorsorgen war einerseits eine Nettodotierung
der Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen für außerbilanz-
mäßige Geschäfte in Höhe von 19,0
Mio. EUR (Vorjahr Nettoauflö-
sung +8,6
Mio. EUR,) und andererseits eine Nettodotierung der auf
Portfoliobasis gebildeten Kreditrisikovorsorgen (Wertberichtigun-
gen, Rückstellungen) in Höhe von 1,7
Mio. EUR (Vorjahr: Nettodo-
tierung 1,3
Mio. EUR) zu verzeichnen. Um eine adäquate Abbildung
der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung der aktuellen geopoliti-
schen und wirtschaftlichen Unsicherheiten zu gewährleisten, wurde
im Berichtsjahr 2022 erstmalig ein Management Overlay angewen-
det. Der aus dem Management Overlay resultierende aufwandswirk-
same Effekt beträgt 12,0 Mio. EUR (siehe dazu auch Kapitel B.4.
des Anhangs).
Die Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG wurde wie im Vorjahr
nicht angepasst. Eingänge aus Forderungsabschreibungen und di-
rekte Forderungsabschreibungen werden saldiert mit einem Betrag
von 0,7
Mio. EUR ausgewiesen (Vorjahr: 0,6 Mio. EUR).
GuV-Position 13/14 – Saldo aus
Wertberichtigungen auf Wertpapiere des
Finanzanlagevermögens sowie Beteiligungen
und Anteile an verbundenen Unternehmen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren außerplanmäßige Abschrei-
bungen auf Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unterneh-
men in Höhe von 10,5
Mio. EUR (Vorjahr: 1,6 Mio. EUR) vorzuneh-
men. Demgegenüber wurden Beteiligungen und Anteile an verbun-
denen Unternehmen mit einem Betrag von 1,7
Mio. EUR (Vorjahr:
0,8
Mio. EUR) zugeschrieben.
Das (saldierte) Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus Wert-
papieren des Anlagevermögens und Derivaten wird mit einem Be-
trag von 0,0
Mio. EUR (Vorjahr: -0,3 Mio. EUR) ausgewiesen.
Per Saldo ergibt sich daher für das abgelaufene Geschäftsjahr in
dieser Position ein Nettoaufwand von 8,8 Mio. EUR (Vorjahr: Netto-
aufwand i. H. v. 1,0
Mio. EUR).
JAHRESFINANZBERICHT 2022
048
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
(EGT)
Das EGT verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund
der dargestellten Entwicklungen von 144,3 Mio. EUR im Vorjahr um
22,8 Mio. EUR auf 121,5 Mio. EUR.
Außerordentliches Ergebnis
In der Vergleichsperiode wurde im außerordentlichen Ergebnis ei-
nerseits der Gewinn aus der Abgabe der Filialen/Standorte Feld-
bach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen ört-
lichen Raiffeisenbanken in Höhe von 24,5 Mio. EUR sowie das Er-
gebnis aus der Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank
Steiermark in Höhe von 68,4 Mio. EUR ausgewiesen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie
sonstige Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten neben dem Körper-
schaftsteueraufwand in Höhe von 2,1
Mio. EUR (Vorjahr:
12,1
Mio. EUR) auch (Netto-)Erträge aus der Umlagenverrechnung
aus der Steuergruppe mit einem Betrag von 0,3
Mio. EUR (Vorjahr:
9,3
Mio. EUR) und latente Steueraufwendungen mit einem Betrag
von 7,2
Mio. EUR (Vorjahr: latente Steueraufwendungen
8,1
Mio. EUR).
Die sonstigen Steuern betreffen vor allem die Stabilitätsabgabe von
Instituten des Finanzmarkts mit einem Betrag von 3,6
Mio. EUR
(Vorjahr: 3,6
Mio. EUR).
Jahresüberschuss
Der Jahresüberschuss beträgt 108,8 Mio. EUR und liegt damit um
114,0 Mio. EUR – vor allem bedingt durch das im Vorjahr ausgewie-
sene außerordentliche Ergebnis in Höhe von 92,9 Mio. EUR – unter
dem Vergleichswert des Vorjahres von 222,8
Mio. EUR.
Rücklagenbewegung
Die wesentlichen Veränderungen bei den Rücklagen wurden bereits
bei den entsprechenden Bilanzpositionen erläutert.
Jahresgewinn/Bilanzgewinn
Der ausgewiesene Jahresgewinn beträgt 30,4 Mio. EUR nach 28,9
Mio. EUR im Vorjahr.
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll aus dem Bilanzgewinn
ein Betrag von 30.356.693,25 EUR an die Eigentümer der Raiffei-
sen-Landesbank Steiermark AG ausgeschüttet werden. Dies ent-
spricht einer Dividende von 9,75 EUR je Aktie auf das in 3.113.507
auf Namen lautende Stückaktien eingeteilte Grundkapital.
048
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
(EGT)
Das EGT verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund
der dargestellten Entwicklungen von 144,3 Mio. EUR im Vorjahr um
22,8 Mio. EUR auf 121,5 Mio. EUR.
Außerordentliches Ergebnis
In der Vergleichsperiode wurde im außerordentlichen Ergebnis ei-
nerseits der Gewinn aus der Abgabe der Filialen/Standorte Feld-
bach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen ört-
lichen Raiffeisenbanken in Höhe von 24,5 Mio. EUR sowie das Er-
gebnis aus der Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank
Steiermark in Höhe von 68,4 Mio. EUR ausgewiesen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie
sonstige Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten neben dem Körper-
schaftsteueraufwand in Höhe von 2,1 Mio. EUR (Vorjahr:
12,1 Mio. EUR) auch (Netto-)Erträge aus der Umlagenverrechnung
aus der Steuergruppe mit einem Betrag von 0,3 Mio. EUR (Vorjahr:
9,3 Mio. EUR) und latente Steueraufwendungen mit einem Betrag
von 7,2 Mio. EUR (Vorjahr: latente Steueraufwendungen
8,1 Mio. EUR).
Die sonstigen Steuern betreffen vor allem die Stabilitätsabgabe von
Instituten des Finanzmarkts mit einem Betrag von 3,6 Mio. EUR
(Vorjahr: 3,6 Mio. EUR).
Jahresüberschuss
Der Jahresüberschuss beträgt 108,8 Mio. EUR und liegt damit um
114,0 Mio. EUR – vor allem bedingt durch das im Vorjahr ausgewie-
sene außerordentliche Ergebnis in Höhe von 92,9 Mio. EUR – unter
dem Vergleichswert des Vorjahres von 222,8 Mio. EUR.
Rücklagenbewegung
Die wesentlichen Veränderungen bei den Rücklagen wurden bereits
bei den entsprechenden Bilanzpositionen erläutert.
Jahresgewinn/Bilanzgewinn
Der ausgewiesene Jahresgewinn beträgt 30,4 Mio. EUR nach 28,9
Mio. EUR im Vorjahr.
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll aus dem Bilanzgewinn
ein Betrag von 30.356.693,25 EUR an die Eigentümer der Raiffei-
sen-Landesbank Steiermark AG ausgeschüttet werden. Dies ent-
spricht einer Dividende von 9,75 EUR je Aktie auf das in 3.113.507
auf Namen lautende Stückaktien eingeteilte Grundkapital.
049
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
I.3. Bericht über die
Zweigniederlassungen
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat mit Stichtag 31. De-
zember 2022 neben dem Raiffeisenhaus in der Radetzkystraße 14
Zweig- und Außenstellen. Zwölf davon befinden sich in Graz: An-
nenstraße, City – Herrengasse, Steirerhof – Jakominiplatz, Styria
Media Center, Zinzendorfgasse, Herrgottwiesgasse, Kärntner
Straße, Ragnitz, Theodor-Körner-Straße, St. Leonhard-LKH, LKH
Graz II Standorte West und Süd. Weitere RLB-Bankstellen außer-
halb von Graz gibt es in Frohnleiten und Leibnitz.
Im ehemaligen Stammhaus in der Kaiserfeldgasse befindet sich
darüber hinaus eine Selbstbedienungszone für unsere Kunden, in
Bruck an der Mur ein Büro ohne Servicebereich. Die eigenen Mitar-
beiter:innen und fallweise Kommerzkunden werden im Headquarter
in Raaba betreut.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
050
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Eigenmittelausstattung
Die anrechenbaren Eigenmittel betragen per 31.12.2022 1.554,4 Mio. EUR gegenüber 1.495,1 Mio. EUR im Vorjahr.
Eigenmittelquote 2022 2021 VERÄNDERUNG
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 17,28 % 17,13 % 0,15 PP
Gesamtkapitalquote 19,15 % 19,20 % -0,05 PP
Die gesamte Eigenmittelquote liegt bei 19,15 % nach 19,20 % im Geschäftsjahr 2021. Aufgrund des Anstiegs beim Gesamtrisiko (insbeson-
dere Kreditrisiko) haben sich die Eigenmittelquoten trotz (eigenmittelwirksamer) Rücklagendotierungen i.H.v. 78,2 Mio. EUR gegenüber dem
Vorjahr nur unwesentlich verändert.
Aufgrund der in Punkt C. 19. des Anhangs beschriebenen synthetischen Verbriefung hat sich eine Verbesserung der ausgewiesenen Eigen-
mittelquote (Gesamtkapitalquote) von 0,36 %-Punkten ergeben.
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis aller Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen definiert. Sie verbesserte sich vor allem
aufgrund gestiegener Betriebserträge – insbesondere aufgrund von Sonderausschüttungen – im Jahresvergleich um rund 13,4 Prozent-
punkte im Vergleich zur Quote 2021.
In TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG
Betriebserträge 337.970 273.815 23,43 %
Betriebsaufwendungen 153.284 160.845 –4,70 %
CIR 45,35 % 58,74 % -13,39 PP
Cost/Income Ratio „adjustiert” (CIR „adjustiert“)
Ein ähnliches Bild zeigt die angepasste Cost/Income Ratio. Nach Bereinigung um das bankfremde Geschäft in Höhe von 26,7
Mio. EUR
(Vorjahr: 24,6
Mio. EUR) sowohl im Ertrags- als auch im Aufwandsbereich errechnet sich infolge des Anstiegs der Betriebserträge eine CIR
„adjustiert“ in Höhe von 40,67 % nach 54,68 % im Vorjahr.
In TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG
Betriebserträge exkl. bankfremdes Geschäft 311.267 249.262 24,88 %
Betriebsaufwendungen exkl. bankfremdes Geschäft 126.581 136.292 –7,12 %
CIR „adjustiert“ 40,67 % 54,68 % -14,01 PP
050
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Eigenmittelausstattung
Die anrechenbaren Eigenmittel betragen per 31.12.2022 1.554,4 Mio. EUR gegenüber 1.495,1 Mio. EUR im Vorjahr.
Eigenmittelquote
2022
2021
VERÄNDERUNG
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote)
17,28 %
17,13 %
0,15 PP
Gesamtkapitalquote
19,15 %
19,20 %
-0,05 PP
Die gesamte Eigenmittelquote liegt bei 19,15 % nach 19,20 % im Geschäftsjahr 2021. Aufgrund des Anstiegs beim Gesamtrisiko (insbeson-
dere Kreditrisiko) haben sich die Eigenmittelquoten trotz (eigenmittelwirksamer) Rücklagendotierungen i.H.v. 78,2 Mio. EUR gegenüber dem
Vorjahr nur unwesentlich verändert.
Aufgrund der in Punkt C. 19. des Anhangs beschriebenen synthetischen Verbriefung hat sich eine Verbesserung der ausgewiesenen Eigen-
mittelquote (Gesamtkapitalquote) von 0,36 %-Punkten ergeben.
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis aller Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen definiert. Sie verbesserte sich vor allem
aufgrund gestiegener Betriebserträge – insbesondere aufgrund von Sonderausschüttungen – im Jahresvergleich um rund 13,4 Prozent-
punkte im Vergleich zur Quote 2021.
In TEUR
2022
2021
VERÄNDERUNG
Betriebserträge
337.970
273.815
23,43 %
Betriebsaufwendungen
153.284
160.845
–4,70 %
CIR
45,35 %
58,74 %
-13,39 PP
Cost/Income Ratio „adjustiert” (CIR „adjustiert“)
Ein ähnliches Bild zeigt die angepasste Cost/Income Ratio. Nach Bereinigung um das bankfremde Geschäft in Höhe von 26,7 Mio. EUR
(Vorjahr: 24,6 Mio. EUR) sowohl im Ertrags- als auch im Aufwandsbereich errechnet sich infolge des Anstiegs der Betriebserträge eine CIR
„adjustiert“ in Höhe von 40,67 % nach 54,68 % im Vorjahr.
In TEUR
2022
2021
VERÄNDERUNG
Betriebserträge exkl. bankfremdes Geschäft
311.267
249.262
24,88 %
Betriebsaufwendungen exkl. bankfremdes Geschäft
126.581
136.292
–7,12 %
CIR „adjustiert“
40,67 %
54,68 %
-14,01 PP
051
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Eigenkapitalrendite „Return on Equity“ (RoE)
Eine weitere wichtige Kennzahl ergibt sich, wenn der Jahresüberschuss vor Steuern (EGT) bzw. der Jahresüberschuss nach Steuern dem
durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital (exkl. Bilanzgewinn) gegenübergestellt wird. Je nach Berücksichtigung des Steueraufwands
errechnet sich für das Berichtsjahr eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 8,66 % (Vorjahr: 11,63 %) bzw. eine Eigenkapitalrendite nach
Steuern von 7,76 % (Vorjahr: 17,95 %).
In TEUR 2022 2021
VERÄNDERUNG
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 121.489 144.331
–15,83 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.402.080 1.241.103
12,97 %
ROE vor Steuern 8,66 % 11,63 %
–2,97 PP
In TEUR 2022 2021 VERÄNDERUNG
Jahresüberschuss 108.817 222.816 –51,16 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.402.080 1.241.103 12,97 %
ROE nach Steuern 7,76 % 17,95 % –10,19 PP
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio)
Die NPL-Ratio ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Qualität der Aktiva von Kreditinstituten. Diese wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Defi-
nition (gem. EBA Risk Dashboard) als Verhältnis der ausgefallenen Forderungen (NPL) zu den gesamten Forderungen (Kundenforderungen
und Forderungen gegenüber Kreditinstituten) berechnet. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition gemäß
Art. 178 CRR herangezogen. Die Erhöhung der NPL-Ratio resultiert einerseits aus einem Anstieg der ausgefallenen Kundenforderungen
und andererseits aus einem Rückgang der Bemessungsgrundlage.
2022 2021 VERÄNDERUNG
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 2,23 % 1,47 %
0,76 PP
Bei einer Analyse der NPL-Ratio ist auch die Coverage Ratio, d. h. die Deckung der ausgefallenen Forderungen durch etwaige Sicherheiten
und gebildete Risikovorsorgen, einzubeziehen. In der RLB Steiermark sind per 31. Dezember 2022 die ausgefallenen Forderungen zu rund
92 % (Vorjahr: 98 %) durch Risikovorsorgen und Sicherheiten abgedeckt.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
052
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist eine Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Die LCR ist das
Verhältnis des Bestands an erstklassig eingestuften Aktiva zum gesamten Nettoabfluss unter Anwendung eines durch die CRR vorgegebe-
nen Stressszenarios in den nächsten 30 Tagen. Damit soll gewährleistet werden, dass Banken über angemessene Liquiditätspuffer verfü-
gen, um sich einem möglichen Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über einen Zeit-
raum von 30 Tagen stellen zu können.
2022 2021 VERÄNDERUNG
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 144,78 % 247,62 % -102,84 PP
Die LCR der RLB Steiermark beträgt zum 31. Dezember 2022 144,78 %.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der strukturellen Liquiditätsausstattung von Kreditinstituten. Institute
müssen sicherstellen, dass ihre langfristigen Verbindlichkeiten sowohl unter normalen als auch unter angespannten Umständen angemes-
sen durch eine breite Vielfalt von Instrumenten der stabilen Refinanzierung unterlegt sind.
Die NSFR ist definiert als das Verhältnis zwischen dem verfügbaren stabil refinanzierten Betrag und dem Betrag, für den eine stabile Refi-
nanzierung erforderlich ist.
2022 2021 VERÄNDERUNG
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 109,47 % 126,98 %
-17,51 PP
Die NSFR der RLB Steiermark beträgt zum 31. Dezember 2022 109,47 %.
Aufsichtsrechtlich sind gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 die Mitglieder einer Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der
gesetzlich vorgegebenen Kennzahlen LCR (Art. 412 CRR) und NSFR (Art. 413 CRR) auf Einzelinstitutsebene befreit. Die Kennzahl ist jedoch
auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit 100 % einzuhalten.
Mit FMA-Bescheid vom 30. Juni 2021 wurde der RLB Steiermark (und den Steirischen Raiffeisenbanken) die Ausnahme zur Anwendung der
der Liquiditätsanforderungen gemäß Art. 413 CRR auf Einzelbasis bewilligt (die Befreiung gemäß Art. 412 CRR besteht seit dem Jahr 2017).
Für die Einhaltung der Liquiditätsanforderungen auf konsolidierter Basis der Liquiditätsuntergruppe „Raiffeisenbankengruppe Steier-
mark“ ist die RLB Steiermark verantwortlich.
Für beide Kennzahlen der Liquiditätsuntergruppe wird die vorgegebene Mindestquote von 100 % erfüllt.
052
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist eine Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Die LCR ist das
Verhältnis des Bestands an erstklassig eingestuften Aktiva zum gesamten Nettoabfluss unter Anwendung eines durch die CRR vorgegebe-
nen Stressszenarios in den nächsten 30 Tagen. Damit soll gewährleistet werden, dass Banken über angemessene Liquiditätspuffer verfü-
gen, um sich einem möglichen Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über einen Zeit-
raum von 30 Tagen stellen zu können.
2022
2021
VERÄNDERUNG
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
144,78 %
247,62 %
-102,84 PP
Die LCR der RLB Steiermark beträgt zum 31. Dezember 2022 144,78 %.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der strukturellen Liquiditätsausstattung von Kreditinstituten. Institute
müssen sicherstellen, dass ihre langfristigen Verbindlichkeiten sowohl unter normalen als auch unter angespannten Umständen angemes-
sen durch eine breite Vielfalt von Instrumenten der stabilen Refinanzierung unterlegt sind.
Die NSFR ist definiert als das Verhältnis zwischen dem verfügbaren stabil refinanzierten Betrag und dem Betrag, für den eine stabile Refi-
nanzierung erforderlich ist.
2022
2021
VERÄNDERUNG
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
109,47 %
126,98 %
-17,51 PP
Die NSFR der RLB Steiermark beträgt zum 31. Dezember 2022 109,47 %.
Aufsichtsrechtlich sind gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 die Mitglieder einer Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der
gesetzlich vorgegebenen Kennzahlen LCR (Art. 412 CRR) und NSFR (Art. 413 CRR) auf Einzelinstitutsebene befreit. Die Kennzahl ist jedoch
auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit 100 % einzuhalten.
Mit FMA-Bescheid vom 30. Juni 2021 wurde der RLB Steiermark (und den Steirischen Raiffeisenbanken) die Ausnahme zur Anwendung der
der Liquiditätsanforderungen gemäß Art. 413 CRR auf Einzelbasis bewilligt (die Befreiung gemäß Art. 412 CRR besteht seit dem Jahr 2017).
Für die Einhaltung der Liquiditätsanforderungen auf konsolidierter Basis der Liquiditätsuntergruppe „Raiffeisenbankengruppe Steier-
mark“ ist die RLB Steiermark verantwortlich.
Für beide Kennzahlen der Liquiditätsuntergruppe wird die vorgegebene Mindestquote von 100 % erfüllt.
053
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
I.5. Nicht finanzielle Erklärung
Die RLB Steiermark macht vom Wahlrecht zur Aufstellung eines
gesonderten nicht finanziellen Berichts gemäß § 243b Abs. 6 UGB
Gebrauch. Dementsprechend wird hinsichtlich der Angaben ge-
mäß § 243b Abs. 2 bis 5 UGB auf den auf der Homepage der RLB
Steiermark (https://www.raiffeisen.at/rlbstmk) veröffentlichten ge-
sonderten nicht finanziellen Bericht verwiesen.
I.6. Ereignisse von besonderer
Bedeutung nach dem
Bilanzstichtag
Im März 2023 kam es nach dem Abzug von Einlagen zur Insolvenz
bei der amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB). Wirtschaftliche
Schwierigkeiten bei weiteren Banken und insbesondere die Ereig-
nisse rund um die schweizerische Credit Suisse (CS), die nach dra-
matischen Kursverlusten und Liquiditätsunterstützungen durch die
Schweizerische Nationalbank (SNB) schließlich im März 2023 von
der UBS Group AG (UBS) übernommen wurde, lösten erhebliche
Verunsicherungen an den Finanzmärkten aus. Weil zu beiden Insti-
tuten keine bzw. nur geringe Geschäftsbeziehungen bestehen, er-
geben sich für die RLB Steiermark keine direkten Auswirkungen.
Darüber hinaus hat es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine au-
ßerordentlichen Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge gegeben,
die von besonderem öffentlichen Interesse wären oder sich wesent-
lich auf den Jahresabschluss 2022 auswirken würden.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
054
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Weltwirtschaft
Der Abschwung des globalen Wirtschaftswachstums, welcher sich
bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, wird sich voraussichtlich
auch 2023 fortsetzen.
Die OECD prognostiziert in ihrem Hauptszenario für das kommende
Jahr zwar keine Rezession, jedoch einen deutlichen Rückgang des
Wachstums auf 2,2 %, Schätzungen des Internationalen Wirt-
schaftsfonds ergeben 2,7 %. Ursache dafür ist die zwar rückläufige,
aber nach wie vor hohe Inflation in vielen Ländern. Der IWF rechnet
mit einem Rückgang der globalen Inflation auf 6,4 % im Jahr 2023,
für die OECD-Länder liegt die Prognose bei 6,5 %. Mit einer Kursän-
derung der Geldpolitik vieler Volkswirtschaften ist damit vorerst
nicht zu rechnen.
Um der daraus resultierenden gedämpften Nachfrage und damit
dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken, werden viele
Volkswirtschaften auf Ebene der Fiskalpolitik weiterhin expansive
Impulse setzen. Die zeitverzögerte Wirkung der geldpolitischen
Maßnahmen zusammen mit einer langsamen Normalisierung der
Energiepreise und einer Entspannung bei den Engpässen in den
Lieferketten soll die Inflationsentwicklung wieder in Richtung der
Zielwerte der Zentralbanken bringen. Dadurch soll die Lockerung
der derzeit strengen Geldpolitik möglich sein und zusammen mit ei-
ner Erholung des Reallohnwachstums 2024 wieder zu einer Erho-
lung der Wirtschaft führen.
Des Weiteren wird erwartet, dass eine weitere Verringerung der seit
der COVID-19-Pandemie hohen Sparquote eine Stabilisierung des
Konsums in vielen Ländern unterstützen wird. Die Prognosen sind
allerdings mit hohen Abwärtsrisiken behaftet. Die Gefahr weiterer
Störungen der globalen Märkte – und im Besonderen der Energie-
märkte – als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine
bleibt hoch.
USA
Die wirtschaftlichen Aussichten in den USA und in Europa folgen
dem globalen Trend. Für die USA wird für die kommenden Jahre ein
weiterer Rückgang des Wachstums mit einem realen BIP von 0,7 %
für 2023 und ein leichter Anstieg auf 1,7 % im Jahr 2024 erwartet.
Die Inflation wird sich weiterhin rückläufig bewegen, mit Prognose-
werten von 3,4 % in 2023 bis hin zu 2,3 % im Jahr 2024, wobei mit
weiteren Anhebungen der Leitzinsen der Zentralbank der USA auf
einen Höchststand von etwa 5,25 % auszugehen ist.
054
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Weltwirtschaft
Der Abschwung des globalen Wirtschaftswachstums, welcher sich
bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, wird sich voraussichtlich
auch 2023 fortsetzen.
Die OECD prognostiziert in ihrem Hauptszenario für das kommende
Jahr zwar keine Rezession, jedoch einen deutlichen Rückgang des
Wachstums auf 2,2 %, Schätzungen des Internationalen Wirt-
schaftsfonds ergeben 2,7 %. Ursache dafür ist die zwar rückläufige,
aber nach wie vor hohe Inflation in vielen Ländern. Der IWF rechnet
mit einem Rückgang der globalen Inflation auf 6,4 % im Jahr 2023,
für die OECD-Länder liegt die Prognose bei 6,5 %. Mit einer Kursän-
derung der Geldpolitik vieler Volkswirtschaften ist damit vorerst
nicht zu rechnen.
Um der daraus resultierenden gedämpften Nachfrage und damit
dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken, werden viele
Volkswirtschaften auf Ebene der Fiskalpolitik weiterhin expansive
Impulse setzen. Die zeitverzögerte Wirkung der geldpolitischen
Maßnahmen zusammen mit einer langsamen Normalisierung der
Energiepreise und einer Entspannung bei den Engpässen in den
Lieferketten soll die Inflationsentwicklung wieder in Richtung der
Zielwerte der Zentralbanken bringen. Dadurch soll die Lockerung
der derzeit strengen Geldpolitik möglich sein und zusammen mit ei-
ner Erholung des Reallohnwachstums 2024 wieder zu einer Erho-
lung der Wirtschaft führen.
Des Weiteren wird erwartet, dass eine weitere Verringerung der seit
der COVID-19-Pandemie hohen Sparquote eine Stabilisierung des
Konsums in vielen Ländern unterstützen wird. Die Prognosen sind
allerdings mit hohen Abwärtsrisiken behaftet. Die Gefahr weiterer
Störungen der globalen Märkte – und im Besonderen der Energie-
märkte – als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine
bleibt hoch.
USA
Die wirtschaftlichen Aussichten in den USA und in Europa folgen
dem globalen Trend. Für die USA wird für die kommenden Jahre ein
weiterer Rückgang des Wachstums mit einem realen BIP von 0,7 %
für 2023 und ein leichter Anstieg auf 1,7 % im Jahr 2024 erwartet.
Die Inflation wird sich weiterhin rückläufig bewegen, mit Prognose-
werten von 3,4 % in 2023 bis hin zu 2,3 % im Jahr 2024, wobei mit
weiteren Anhebungen der Leitzinsen der Zentralbank der USA auf
einen Höchststand von etwa 5,25 % auszugehen ist.
II. BERICHT ÜBER DIE
VORAUSSICHTLICHE
ENTWICKLUNG UND
DIE RISIKEN DES
UNTERNEHMENS
(AUSBLICK)
055
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Europa
Für den Euroraum rechnet die Europäische Kommission 2023 mit
einem Rückgang der Wirtschaftsleistung auf 0,3 %, die OECD mit
0,5 %. Eine Stabilisierung der Wirtschaftstätigkeit wird für Frühjahr
nächsten Jahres erwartet, ein Wachstum wird voraussichtlich erst
wieder gegen Ende des Jahres möglich sein. Auch die Inflation hält
sich vorerst bei 6,8 % im Jahr 2023 und wird laut Prognosen ab
2024 ein konstantes Niveau von 3,4 % erreichen. Es ist weiterhin mit
einer Anhebung der Zinssätze im Euroraum zu rechnen.
Aufgrund der weiterhin hohen Inflation gepaart mit einer restriktiven
Geldpolitik muss für 2023 den Prognosen zufolge mit einem starken
Rückgang von Privatkonsum und Investitionen gerechnet werden.
Eine weitere Erhöhung der Zinssätze birgt zudem für einkommens-
schwache Mitgliedstaaten erhebliche Risiken. Für 2024 prognosti-
ziert die Europäischen Kommission wieder eine leichte Erholung
des Wachstums auf 1,5 %, die OECD auf 1,4 %. Ein Rückgang der
Inflation und ein starkes Lohnwachstum werden das verfügbare Re-
aleinkommen der Haushalte erhöhen und zu einem Wiederanstieg
des privaten Konsums und der Investitionen führen.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Die geopolitischen Rahmenbedingungen sowie die gestiegene In-
flation und Teuerung wirken sich auch auf die Kunden der RLB Stei-
ermark aus. Unser Ziel ist es, als finanzieller Begleiter mögliche ne-
gative Folgen gering zu halten und Lösungen anzubieten. Dazu
wurde eine Taskforce gegründet, die sich ganzheitlich der finanziel-
len Lage der Kunden widmet und Maßnahmenpläne ausarbeitet.
Themenstellungen sind einerseits die steigenden Zinsen und eine
damit verbundene verstärkte Nachfrage nach höheren Zinsen bei
Sparprodukten, sowie andererseits die steigende Zinsbelastung bei
variablen Kreditzinsvereinbarungen. In diesem Kontext werden
ebenso die aktuelle Teuerungswelle sowie die hohen Energiepreise
verstärkt in den Fokus genommen.
Entsprechende Maßnahmen und maßgeschneiderte Lösungen sol-
len gezielt wirtschaftlichen Problemen bei Unternehmen und Privat-
kunden entgegensteuern. Zudem werden Marktbewegungen gene-
rell beobachtet, um Veranlagungskunden bestmöglich und ganz-
heitlich beraten zu können.
Das Jahr 2023 wird für die RLB Steiermark im Zeichen weiterer stra-
tegischer Weichenstellungen für die Zukunft stehen, es gilt die Um-
setzung des strategischen Zielbilds der Raiffeisen-Bankengruppe
Steiermark (beschrieben im Geschäftsverlauf) weiter voranzutrei-
ben. Dieses enthält definierte Unternehmensziele als verbindliche
Leitplanken für die kommenden Jahre sowohl in unserer Rolle als
Geschäftsbank und Leistungspartner im Raiffeisen-Verbund, als
auch als „Center of Gravity“ für eine ökosoziale Steiermark.
Damit tragen wir neuen Technologien wie beispielsweise künstlicher
Intelligenz, Blockchain, digitalen Plattformen und Eco-Systemen, ro-
boterbasierter Prozessautomatik, Internet of Things sowie Big &
Smart Data Rechnung. Dieser Wandel wird sich auch in Zukunft
fortsetzen und neue Ansätze, Perspektiven und Denkmuster für uns
als regionales Finanzinstitut erfordern. Die Operationalisierung er-
folgt auf Ebene von konkreten Projekten die teils selbst, teils ge-
meinsam im Verbund mit den steirischen Raiffeisenbanken umge-
setzt werden.
Gegenüber den letzten Jahren, die durch die Folgen der Corona-
Pandemie geprägt waren, rücken nun die durch den Russland-Uk-
raine Krieg resultierenden Unsicherheiten auf die wirtschaftliche
Entwicklung und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen
in den Fokus, da ein schnelles Ende des Kriegs in der Ukraine aus
heutiger Sicht unwahrscheinlich erscheint. Auf Grund der regionalen
Ausrichtung der RLB Steiermark erwarten wir zwar keine direkten
Auswirkungen (Forderungsausfälle, Wechselkursrisiken, etc.) durch
den Russland-Ukraine Krieg, allerdings sind die Folgen indirekt ins-
besondere in der Bewertung des Beteiligungsansatzes an der Raiff-
eisen Bank International möglich.
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wird etwas vorsichti-
ger eingeschätzt, wodurch der andauernde Wettbewerb um boni-
tätsstarke Kunden die Margensituation im Kreditgeschäft weiter ver-
schärft und die Rentabilität belastet. Die regulatorischen Änderun-
gen hinsichtlich der Kreditvergabestandards für Hypothekarkredite
an private Haushalte (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaß-
nahmen-Verordnung – KIM-V) im Jahr 2022 zeigten bereits im zwei-
ten Halbjahr Auswirkungen in Form einer Abschwächung des Kre-
ditwachstums in diesem Segment. Auf Grund dieser Rahmenbedin-
gungen wurden die Zuwachsraten im Aktivgeschäft (Neugeschäft)
in der Planung gegenüber den Vorjahren etwas reduziert, wir gehen
von einem Wachstum der Kundenforderungen in Höhe von 3 bis 5
Prozent aus.
Die Mittelherkunft wird weiterhin breit über verschiedene Refinanzie-
rungsquellen gestreut, die Basis liegt auf stabilen Kundeneinlagen,
der weitere Liquiditätsbedarf wird durch die Begebung von Bench-
markemissionen (Covered Bonds) abgedeckt. Im Jänner 2023 hat
die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG am internationalen Fi-
nanzplatz eine Anleihe in Höhe von 500 Mio. EUR mit einer 4-jähri-
gen Laufzeit platziert. Trotz der großen wirtschaftlichen Unsicherhei-
ten und der Volatilität am Kapitalmarkt war die Anleihe binnen 2,5
Stunden ausverkauft. Dies belegt, dass die starke regionale Veran-
kerung einer Bankengruppe auch auf dem internationalen Finanz-
parkett positiv gewertet wird.
Durch die gegenüber den Vorjahren deutlich veränderte Situation
auf den Geld- und Kapitalmärkten erwarten wir eine Ausweitung der
Zinsspanne, die sich positiv auf das Zinsergebnis der Bank auswir-
ken sollte. Durch den Anstieg des Zinsniveaus sind allerdings die
Kreditnehmer im Vergleich mit den letzten Jahren zusätzlich zu den
wirtschaftlich / konjunkturellen Herausforderungen mit einer deutlich
höheren Zinsbelastung konfrontiert, wodurch sich die Qualität der
Aktiva in den kommenden Monaten etwas eintrüben könnte. Da die
JAHRESFINANZBERICHT 2022
056
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
RLB Steiermark bereits in der Vergangenheit bei der Kreditvergabe
ein Hauptaugenmerk auf Risikostreuung, Bonität und Sicherheit ge-
legt hat, zeigt sich das Kreditportfolio derzeit stabil. Dementspre-
chend rechnen wir trotz des Umfelds nur mit moderat erhöhten Risi-
kovorsorgen für das Jahr 2023.
Im nicht zinstragenden Geschäft (Provisionsgeschäft – insbeson-
dere Zahlungsverkehr) wird der Weg der Forcierung bei Bestands-
und Neukunden weiter fortgesetzt.
Bei den Betriebsaufwendungen werden die zu erwartenden Preisan-
passungen im Einkauf (Energiepreise, IT, etc.) auf Grund der hohen
Inflationsraten zu einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr führen.
Laufende und geplante Großprojekte (Strategieprojekt der RBG
Steiermark – WIR‘27, diverse regulatorische Umsetzungen) erhöhen
zusätzlich den Druck auf die Sachaufwendungen. Geänderte Zu-
sammenarbeitsmodelle machen Anpassungen an den Bürostandor-
ten erforderlich. Beim Personalaufwand sind kollektivvertragliche
Anpassungen deutlich über dem Niveau der Vorjahre zu erwarten.
All diese Faktoren erfordern eine strenge Kostendisziplin, um den
eingeschlagenen Weg der Effizienzverbesserung weiter zu gewähr-
leisten und eine Ergebnisverbesserung zu ermöglichen.
Sämtliche regulatorischen Kennzahlen (Kapital & Liquidität) werden
weiterhin deutlich über den regulatorischen Mindestquoten erwartet.
Unsicherheitsfaktoren für diesen Ausblick bzw. die Ergebnisentwick-
lung betreffen insbesondere den Ergebnisbeitrag und die Bewertung
der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International sowie eventuelle
negative Effekte aus den geopolitischen Spannungen und dem wirt-
schaftlichen Umfeld.
II.2. Wesentliche Risiken
und Ungewissheiten
Das Risikomanagement der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
folgt den Zielen und Anforderungen der gültigen Risikostrategie und
-politik, die auf Basis des jährlichen Budgetierungs- und Planungs-
prozesses aktualisiert werden. Die Risikostrategie, abgeleitet aus
der Geschäftsstrategie unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeits-
strategie, legt die strategische Ausrichtung des Risikomanage-
ments für alle Arten von Risiken innerhalb der Raiffeisen-Landes-
bank Steiermark AG fest. Damit stellt die Risikostrategie das
oberste Lenkinstrument für risikoorientiertes Management dar und
ist ein Eckpfeiler im Rahmen der Steuerung, Überwachung und Be-
grenzung von Risiken. Sie trägt so wesentlich zur Sicherstellung der
internen Kapitaladäquanz bei. Abgeleitet von der Risikostrategie
verfolgt die RLB Steiermark mit ihrer Risikopolitik das Ziel, alle rele-
vanten Risiken, die sich aus dem Bankgeschäft und dem Bankbe-
trieb ergeben, frühzeitig zu erkennen und durch eine wirksame Risi-
kosteuerung aktiv zu managen und zu begrenzen. Alle Einzelrisiken
sollen dabei permanent und vollständig erfasst werden. Um Risiken
effektiv erkennen, einstufen und steuern zu können, verfügt die
Bank über ein umfassendes Risikomanagement und -controlling.
In der zentralen Informationsplattform (Intranet) der RLB Steiermark
sind die Risikostrategie und -politik, die Grundsätze des Risikoma-
nagements sowie die Darstellung der einzelnen Risiken hinsichtlich
Messung, Limitsystem, Überwachung und Verantwortlichkeiten um-
fangreich dokumentiert.
Folgende allgemeine risikopolitische Grundsätze sind in der aktuell
gültigen Risikostrategie verankert:
◼ Klare und nachvollziehbare Entscheidungen.
◼ Sorgfältige, zeitnahe und realistische Bonitätsbeurteilung bei al-
len Aktivgeschäften.
◼ Bei einer nicht transparenten, unüberschaubaren Risikolage wird
nach dem Vorsichtsprinzip gehandelt.
◼ Konsequente Risikosteuerung durch eine rechtzeitige Identifika-
tion und Bewertung der Risiken sowie eine entschlossene Um-
setzung der erforderlichen Maßnahmen.
◼ Eine Risikominimierung erfolgt auch durch eine entsprechende
Diversifizierung aller Bankgeschäfte.
◼ Durch eine effiziente Steuerung sehen wir Risiken auch als Er-
tragschance.
◼ Risiken der Bank werden immer ausreichend diversifiziert, und
zwar sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern als auch über die
Geschäftsfelder hinausgehend.
◼ Entwicklung und Integration funktionierender Prozesse in den
täglichen Geschäftsablauf.
◼ Produkteinführungen oder neue Markteintritte beruhen auf einer
spezifischen Risikoanalyse, die auf einer vorausgehenden Ein-
schätzung der Risiken basiert.
◼ Produkte und Dienstleistungen werden nur dann unseren Kun-
den angeboten, wenn wir dafür die Berechtigung, entsprechen-
des Fachwissen und die dafür nötige Infrastruktur haben.
◼ Know Your Customer: Wir kennen unsere Kunden und vergeben
daher Kredite nur nach eingehender Schuldner- und Bonitäts-
prüfung.
◼ Das ESG-Risiko wird in der Risikosteuerung bereits berücksich-
tigt (u.a. Risikoinventur, Ratingmodelle, Ausschlusskriterien) und
laufend - in Abstimmung mit dem Sektor - weiterentwickelt.
Klare Verantwortlichkeiten sind die Grundlage des Risikomanage-
ments in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG. Es werden er-
forderliche organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den Anfor-
derungen eines modernen Risikomanagements zu entsprechen. Es
gibt eine klare Trennung zwischen Markt und Risikobeurteilung,
-messung und -kontrolle.
Alle Organisationseinheiten, die mit der Risikoerkennung, -erfas-
sung, -bewertung und -analyse befasst sind, sind unter der direkten
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
RLB Steiermark bereits in der Vergangenheit bei der Kreditvergabe
ein Hauptaugenmerk auf Risikostreuung, Bonität und Sicherheit ge-
legt hat, zeigt sich das Kreditportfolio derzeit stabil. Dementspre-
chend rechnen wir trotz des Umfelds nur mit moderat erhöhten Risi-
kovorsorgen für das Jahr 2023.
Im nicht zinstragenden Geschäft (Provisionsgeschäft – insbeson-
dere Zahlungsverkehr) wird der Weg der Forcierung bei Bestands-
und Neukunden weiter fortgesetzt.
Bei den Betriebsaufwendungen werden die zu erwartenden Preisan-
passungen im Einkauf (Energiepreise, IT, etc.) auf Grund der hohen
Inflationsraten zu einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr führen.
Laufende und geplante Großprojekte (Strategieprojekt der RBG
Steiermark – WIR‘27, diverse regulatorische Umsetzungen) erhöhen
zusätzlich den Druck auf die Sachaufwendungen. Geänderte Zu-
sammenarbeitsmodelle machen Anpassungen an den Bürostandor-
ten erforderlich. Beim Personalaufwand sind kollektivvertragliche
Anpassungen deutlich über dem Niveau der Vorjahre zu erwarten.
All diese Faktoren erfordern eine strenge Kostendisziplin, um den
eingeschlagenen Weg der Effizienzverbesserung weiter zu gewähr-
leisten und eine Ergebnisverbesserung zu ermöglichen.
Sämtliche regulatorischen Kennzahlen (Kapital & Liquidität) werden
weiterhin deutlich über den regulatorischen Mindestquoten erwartet.
Unsicherheitsfaktoren für diesen Ausblick bzw. die Ergebnisentwick-
lung betreffen insbesondere den Ergebnisbeitrag und die Bewertung
der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International sowie eventuelle
negative Effekte aus den geopolitischen Spannungen und dem wirt-
schaftlichen Umfeld.
II.2. Wesentliche Risiken
und Ungewissheiten
Das Risikomanagement der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
folgt den Zielen und Anforderungen der gültigen Risikostrategie und
-politik, die auf Basis des jährlichen Budgetierungs- und Planungs-
prozesses aktualisiert werden. Die Risikostrategie, abgeleitet aus
der Geschäftsstrategie unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeits-
strategie, legt die strategische Ausrichtung des Risikomanage-
ments für alle Arten von Risiken innerhalb der Raiffeisen-Landes-
bank Steiermark AG fest. Damit stellt die Risikostrategie das
oberste Lenkinstrument für risikoorientiertes Management dar und
ist ein Eckpfeiler im Rahmen der Steuerung, Überwachung und Be-
grenzung von Risiken. Sie trägt so wesentlich zur Sicherstellung der
internen Kapitaladäquanz bei. Abgeleitet von der Risikostrategie
verfolgt die RLB Steiermark mit ihrer Risikopolitik das Ziel, alle rele-
vanten Risiken, die sich aus dem Bankgeschäft und dem Bankbe-
trieb ergeben, frühzeitig zu erkennen und durch eine wirksame Risi-
kosteuerung aktiv zu managen und zu begrenzen. Alle Einzelrisiken
sollen dabei permanent und vollständig erfasst werden. Um Risiken
effektiv erkennen, einstufen und steuern zu können, verfügt die
Bank über ein umfassendes Risikomanagement und -controlling.
In der zentralen Informationsplattform (Intranet) der RLB Steiermark
sind die Risikostrategie und -politik, die Grundsätze des Risikoma-
nagements sowie die Darstellung der einzelnen Risiken hinsichtlich
Messung, Limitsystem, Überwachung und Verantwortlichkeiten um-
fangreich dokumentiert.
Folgende allgemeine risikopolitische Grundsätze sind in der aktuell
gültigen Risikostrategie verankert:
◼ Klare und nachvollziehbare Entscheidungen.
◼ Sorgfältige, zeitnahe und realistische Bonitätsbeurteilung bei al-
len Aktivgeschäften.
◼ Bei einer nicht transparenten, unüberschaubaren Risikolage wird
nach dem Vorsichtsprinzip gehandelt.
◼ Konsequente Risikosteuerung durch eine rechtzeitige Identifika-
tion und Bewertung der Risiken sowie eine entschlossene Um-
setzung der erforderlichen Maßnahmen.
◼ Eine Risikominimierung erfolgt auch durch eine entsprechende
Diversifizierung aller Bankgeschäfte.
◼ Durch eine effiziente Steuerung sehen wir Risiken auch als Er-
tragschance.
◼ Risiken der Bank werden immer ausreichend diversifiziert, und
zwar sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern als auch über die
Geschäftsfelder hinausgehend.
◼ Entwicklung und Integration funktionierender Prozesse in den
täglichen Geschäftsablauf.
◼ Produkteinführungen oder neue Markteintritte beruhen auf einer
spezifischen Risikoanalyse, die auf einer vorausgehenden Ein-
schätzung der Risiken basiert.
◼ Produkte und Dienstleistungen werden nur dann unseren Kun-
den angeboten, wenn wir dafür die Berechtigung, entsprechen-
des Fachwissen und die dafür nötige Infrastruktur haben.
◼ Know Your Customer: Wir kennen unsere Kunden und vergeben
daher Kredite nur nach eingehender Schuldner- und Bonitäts-
prüfung.
◼ Das ESG-Risiko wird in der Risikosteuerung bereits berücksich-
tigt (u.a. Risikoinventur, Ratingmodelle, Ausschlusskriterien) und
laufend - in Abstimmung mit dem Sektor - weiterentwickelt.
Klare Verantwortlichkeiten sind die Grundlage des Risikomanage-
ments in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG. Es werden er-
forderliche organisatorische Vorkehrungen getroffen, um den Anfor-
derungen eines modernen Risikomanagements zu entsprechen. Es
gibt eine klare Trennung zwischen Markt und Risikobeurteilung,
-messung und -kontrolle.
Alle Organisationseinheiten, die mit der Risikoerkennung, -erfas-
sung, -bewertung und -analyse befasst sind, sind unter der direkten
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Leitung des Risikovorstands (CRO, Chief Risk Officer) zusammen-
gefasst. Das Problemkreditmanagement ist ebenfalls dem Risiko-
vorstand zugeordnet. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG er-
bringt Services für die gesamte RBG Steiermark. Im Hinblick auf die
eingesetzten Methoden im Risikomanagement bedient sie sich ei-
nerseits eigener Entwicklungen und nutzt verschiedene Services in
Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
und arbeitet andererseits eng mit der ÖRS (Österreichische Raiffei-
sensicherungs eGen) zusammen.
Gemäß den Bestimmungen des § 39a BWG sowie der Kreditinsti-
tute-Risikomanagementverordnung (KI-RMV) haben Banken über
wirksame Pläne und Verfahren zu verfügen, um die Höhe, die Zu-
sammensetzung und die Verteilung des Kapitals, welches zur quan-
titativen und qualitativen Absicherung aller wesentlichen bankge-
schäftlichen und bankbetrieblichen Risiken zur Verfügung steht, zu
ermitteln. Darauf aufbauend haben sie Kapital in erforderlichem
Ausmaß zu halten. Diese Verfahren werden im ICAAP (Internal
Capital Adequacy Assessment Process) zusammengefasst und in
der RLB Steiermark im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung
dargestellt und berichtet.
Im Rahmen des institutsbezogenen Sicherungssystems für den
Raiffeisen-Sektor (Raiffeisen-IPS, „R-IPS“) bestehend aus der RBI
und ihren österreichischen Tochterbanken, allen Raiffeisenlandes-
banken sowie den Raiffeisenbanken, übernimmt die ÖRS die "Öster-
reichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen" für ihre Mitglieds-
institute die Aufgaben der gesetzlichen Einlagensicherung und Anla-
gerentschädigung im Sinne des ESAEG. Zu diesen Zwecken beste-
hen vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarungen, die
die teilnehmenden Institute gegenseitig absichern und insbesondere
bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellen. Für das R-IPS ist
ein gemeinsamer Sanierungsplan zu erstellen. Das bedeutet, dass
für die RLB Steiermark AG, für die RLB-Stmk Verbund eGen und die
Landesgruppe Steiermark des R-IPS kein eigener Sanierungsplan er-
forderlich ist, sie sind Bestandteil des R-IPS Sanierungsplans.
In der RLB Steiermark werden tourlich Stresstests durchgeführt und
im Gesamtbankrisikokomitee behandelt. Stresstests liefern ergän-
zende Informationen zu den Value-at-Risk-Analysen und zeigen
mögliche Verlustpotenziale auf. In den Stresstests werden
u. a. Veränderungen des volkswirtschaftlichen Umfelds durch mak-
roökonomische Szenarien dargestellt. Die Szenarien unterliegen ei-
nem jährlichen Review. Neben den tourlichen Stresstests wurden
zusätzliche Szenarien aufgrund der aktuellen makroökonomischen
Entwicklung (u.a. Zinsanstieg, steigende Inflation, etc.) gerechnet.
Darüber hinaus wurden speziell im Kreditrisiko Sensitivitätsanalysen
durchgeführt. Die Risikotragfähigkeit war bei allen Stressszenarien
gegeben. Zusätzlich wurden reverse Stresstests durchgeführt, wel-
che speziell auf die risikosensitiven Bereiche der RLB Steiermark
abzielen und dem Management somit wichtige Informationen für
die Steuerung der Risiken liefern.
Die Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken werden unter Berück-
sichtigung der Risikotragfähigkeit im RLB Steiermark Konzern struk-
turiert und in angemessenen Abständen überprüft. Der Vorstand
steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf Basis des Extremfalls
(VaR 99,9 %). Das aus dem RLB Steiermark Konzern zugewiesene
ökonomische Kapital wird sodann laufend auf seine Ausnützung hin
überwacht.
Als strenge Nebenbedingung wird die Einhaltung in der Going-Con-
cern-Betrachtung (VaR 95 %) laufend überwacht. Die Risikotragfä-
higkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für
das Management und wichtiger Bestandteil des laufenden Risiko-
berichts an den Vorstand und des vierteljährlichen Risikoberichts an
den Aufsichtsrat. Im Konzerngremium „Gesamtbankrisikokomitee“
werden die Berichte analysiert und die erforderlichen Maßnahmen
zur Risikosteuerung festgelegt.
Neben dem Adressenausfallsrisiko (u. a. Kredit- u. Beteiligungsri-
siko) werden auch das Marktpreisrisiko für Zinsänderungen, Wäh-
rungskursschwankungen und Anleihenkurse, bankbetriebliche ope-
rationale Risiken, das Liquiditätsrisiko und sonstige Risiken in die
Betrachtung einbezogen.
Offenlegung
Die Offenlegung gemäß Basel III (Artikel 431ff. CRR) erfolgt auf konso-
lidierter Basis des Konzernabschlusses der RLB-Stmk Verbund eGen.
Diese Daten sind unter dem Link www.rlbstmk.at veröffentlicht.
Die im Folgenden enthaltenen quantitativen Angaben basieren auf
dem internen Berichtswesen zur Gesamtbankrisikosteuerung.
Gesamtbankrisiko
Die Risikotragfähigkeitsanalyse anhand des internen Kapital-
adäquanzverfahrens (Internal Capital Adequacy Assessment Pro-
cess – ICAAP) ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbankrisi-
kosteuerung der RLB Steiermark. Internationaler Best Practise fol-
gend ist der ICAAP als revolvierender Steuerungskreislauf aufge-
setzt. Dieser startet mit der Definition einer Risikostrategie, durch-
läuft dann den Prozess der Risikoidentifikation, -quantifizierung und
-aggregation, und schließt mit der Bestimmung der Risikotragfähig-
keit, Kapitalallokation und Limitierung bis hin zur laufenden Risiko-
überwachung. Die einzelnen Elemente des Kreislaufs werden mit
unterschiedlicher Frequenz durchlaufen (z. B. täglich für die Risi-
komessung Marktrisiko Handelsbuch, jährlich für Risikoinventur, Ri-
sikostrategie und -politik). Alle im Kreislauf beschriebenen Aktivitä-
ten werden zumindest jährlich auf ihre Aktualität und ihre Angemes-
senheit hin geprüft und bei Bedarf an die aktuellen Rahmenbedin-
gungen angepasst.
Im Rahmen der Risikoinventur erhebt die RLB Steiermark, welche
Risiken im laufenden Bankbetrieb vorhanden sind und welche Be-
deutung bzw. welches Gefahrenpotenzial diese Risiken für die RLB
JAHRESFINANZBERICHT 2022
058
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Steiermark haben. Dabei wird nicht nur eine quantitative Einschät-
zung der einzelnen Risikoarten vorgenommen, sondern es werden
auch die vorhandenen Methoden und Systeme zur Überwachung
und Steuerung der Risiken beurteilt (qualitative Beurteilung). Die Er-
gebnisse der Risikoinventur werden ausgewertet, zusammenge-
fasst und fließen in die Risikostrategie und -politik ein.
Die Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstat-
tung erfolgt tourlich auf Basis der nach internen Modellen ermittel-
ten Risiken, wobei in der Wahl der Modelle auf die Wesentlichkeit
der Risiken Rücksicht genommen wird. Ziel ist es sicherzustellen,
dass die RLB Steiermark jederzeit über ausreichende Risikode-
ckungsmassen verfügt, um eingegangene Risiken auch im unerwar-
teten Fall tragen zu können. Daher werden alle identifizierten und
quantifizierten Risiken zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert.
Dem aggregierten Gesamtverlustpotenzial werden die zur Deckung
dieser potenziellen Verluste zur Verfügung stehenden Deckungs-
massen gegenübergestellt, um festzustellen, ob die Bank in der
Lage ist, Verluste ohne schwerwiegende negative Auswirkungen auf
ihre Geschäftstätigkeit zu verkraften. In der „Going Concern“-Be-
trachtung (VaR 95 %) müssen das Risikopotenzial und die Risiko-
tragfähigkeit so aufeinander abgestimmt sein, dass die Bank in der
Lage ist, einen negativen Belastungsfall zu verkraften und die ge-
ordnete Geschäftstätigkeit fortzusetzen. Das Absicherungsziel des
Extremfallansatzes (VaR 99,9 %) spiegelt die aufsichtsrechtliche
Sichtweise wider und dient dem Schutz der Gläubiger.
Auf Basis des Extremfallszenarios wurde zum 31. Dezember 2022
ein ökonomischer Kapitalbedarf im RLB Steiermark Konzern von
854,8 Mio. EUR nach 904,2
Mio. EUR im Vorjahr ermittelt. Die kor-
respondierende Deckungsmasse belief sich auf 1.836,9 Mio.
EUR
nach 1.797,8
Mio. EUR zum Jahresultimo 2021.
In weiterer Folge werden die wesentlichsten Risikoarten erläutert:
Adressrisiko
Das Adressrisiko beinhaltet das Kreditrisiko im engeren Sinn (inkl.
Kontrahentenrisiko aus Wertpapieren), das Konzentrationsrisiko bei
Fremdwährungskrediten, das Credit-Value-Adjustment Risiko (CVA-
Risiko), das Länderrisiko und das Beteiligungsrisiko.
Kreditrisiko
Darunter verstehen wir die Gefahr eines teilweisen oder vollständi-
gen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen bei Kreditgeschäf-
ten. Das kann in der Bonität des Geschäftspartners oder mittelbar
über den Sitz des Geschäftspartners im Länderrisiko begründet
sein. Innerhalb des Kreditrisikos werden zwei Ausprägungen unter-
schieden: Der Expected Loss (EL) und der Unexpected Loss (UL).
Der EL wird durch den Ansatz einer adäquaten Prämie (Standardri-
sikokosten) kompensiert, während der UL durch das ökonomische
Kapital gedeckt werden muss.
Das Kreditrisiko wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als
auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Diese Analyse
lässt ein Abschätzen des Ausmaßes des Risikos und gegebenen-
falls die Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion
zu. Für die Steuerung des Kreditrisikos sind u. a. Limite auf Portfo-
lioebene, Kreditnehmerebene und Produktebene festgelegt. Das
Kreditrisiko stellt neben dem Beteiligungsrisiko bei Weitem die wich-
tigste Risikokategorie für die RLB Steiermark dar.
Die Steuerung des Kreditrisikos basiert auf dem Grundsatz, dass
die Kreditvergabe ausschließlich nach dem Know-your-Customer-
Prinzip erfolgt, d. h., Kredite werden erst nach eingehender Perso-
nen- und Bonitätsprüfung vergeben. Für die Beurteilung der Bonität
und Werthaltigkeit von Sicherheiten verwendet die RLB Steiermark
das im Raiffeisensektor eingesetzte Rating- und Sicherheitenbewer-
tungsmodell. Die bankinternen Ratingmodelle unterliegen einer re-
gelmäßigen, jährlichen quantitativen und qualitativen Validierung,
bei der das betreffende Ratingmodell daraufhin geprüft wird, ob es
die zu messenden Risiken treffsicher abbildet. Das interne Rating-
modell umfasst 13 Stufen, wobei jeder Ratingstufe eine Ausfalls-
wahrscheinlichkeit zugeordnet ist.
Ratingstufen
Internes
Ratingmodell
Erklärung
0,5 Risikolos
1 Ausgezeichnete Bonität
1,5 Sehr gute Bonität
2 Gute Bonität
2,5 Durchschnittliche Bonität
3 Akzeptable Bonität
3,5 Schwache Bonität
4 Sehr schwache Bonität
4,5 Ausfallsgefährdet
5 Ausfall (90 Tage überfällig)
5,1
Ausfall (ua. Restrukturierung,
Zinsfreistellung, sonstige)
5,2 Ausfall (ua. Insolvenz)
NR Nicht geratet
Rund 95 % (Vorjahr: 96 %) des Kundenportfolios (EAD-Exposure)
entfallen auf die Ratingstufen 0,5 bis 3,0.
Das Berichtswesen zum Kreditrisiko auf Portfolioebene basiert auf
dem Kundenrating; Sicherheiten werden risikomindernd angesetzt.
058
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Steiermark haben. Dabei wird nicht nur eine quantitative Einschät-
zung der einzelnen Risikoarten vorgenommen, sondern es werden
auch die vorhandenen Methoden und Systeme zur Überwachung
und Steuerung der Risiken beurteilt (qualitative Beurteilung). Die Er-
gebnisse der Risikoinventur werden ausgewertet, zusammenge-
fasst und fließen in die Risikostrategie und -politik ein.
Die Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstat-
tung erfolgt tourlich auf Basis der nach internen Modellen ermittel-
ten Risiken, wobei in der Wahl der Modelle auf die Wesentlichkeit
der Risiken Rücksicht genommen wird. Ziel ist es sicherzustellen,
dass die RLB Steiermark jederzeit über ausreichende Risikode-
ckungsmassen verfügt, um eingegangene Risiken auch im unerwar-
teten Fall tragen zu können. Daher werden alle identifizierten und
quantifizierten Risiken zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert.
Dem aggregierten Gesamtverlustpotenzial werden die zur Deckung
dieser potenziellen Verluste zur Verfügung stehenden Deckungs-
massen gegenübergestellt, um festzustellen, ob die Bank in der
Lage ist, Verluste ohne schwerwiegende negative Auswirkungen auf
ihre Geschäftstätigkeit zu verkraften. In der „Going Concern“-Be-
trachtung (VaR 95 %) müssen das Risikopotenzial und die Risiko-
tragfähigkeit so aufeinander abgestimmt sein, dass die Bank in der
Lage ist, einen negativen Belastungsfall zu verkraften und die ge-
ordnete Geschäftstätigkeit fortzusetzen. Das Absicherungsziel des
Extremfallansatzes (VaR 99,9 %) spiegelt die aufsichtsrechtliche
Sichtweise wider und dient dem Schutz der Gläubiger.
Auf Basis des Extremfallszenarios wurde zum 31. Dezember 2022
ein ökonomischer Kapitalbedarf im RLB Steiermark Konzern von
854,8 Mio. EUR nach 904,2 Mio. EUR im Vorjahr ermittelt. Die kor-
respondierende Deckungsmasse belief sich auf 1.836,9 Mio. EUR
nach 1.797,8 Mio. EUR zum Jahresultimo 2021.
In weiterer Folge werden die wesentlichsten Risikoarten erläutert:
Adressrisiko
Das Adressrisiko beinhaltet das Kreditrisiko im engeren Sinn (inkl.
Kontrahentenrisiko aus Wertpapieren), das Konzentrationsrisiko bei
Fremdwährungskrediten, das Credit-Value-Adjustment Risiko (CVA-
Risiko), das Länderrisiko und das Beteiligungsrisiko.
Kreditrisiko
Darunter verstehen wir die Gefahr eines teilweisen oder vollständi-
gen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen bei Kreditgeschäf-
ten. Das kann in der Bonität des Geschäftspartners oder mittelbar
über den Sitz des Geschäftspartners im Länderrisiko begründet
sein. Innerhalb des Kreditrisikos werden zwei Ausprägungen unter-
schieden: Der Expected Loss (EL) und der Unexpected Loss (UL).
Der EL wird durch den Ansatz einer adäquaten Prämie (Standardri-
sikokosten) kompensiert, während der UL durch das ökonomische
Kapital gedeckt werden muss.
Das Kreditrisiko wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als
auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Diese Analyse
lässt ein Abschätzen des Ausmaßes des Risikos und gegebenen-
falls die Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion
zu. Für die Steuerung des Kreditrisikos sind u. a. Limite auf Portfo-
lioebene, Kreditnehmerebene und Produktebene festgelegt. Das
Kreditrisiko stellt neben dem Beteiligungsrisiko bei Weitem die wich-
tigste Risikokategorie für die RLB Steiermark dar.
Die Steuerung des Kreditrisikos basiert auf dem Grundsatz, dass
die Kreditvergabe ausschließlich nach dem Know-your-Customer-
Prinzip erfolgt, d. h., Kredite werden erst nach eingehender Perso-
nen- und Bonitätsprüfung vergeben. Für die Beurteilung der Bonität
und Werthaltigkeit von Sicherheiten verwendet die RLB Steiermark
das im Raiffeisensektor eingesetzte Rating- und Sicherheitenbewer-
tungsmodell. Die bankinternen Ratingmodelle unterliegen einer re-
gelmäßigen, jährlichen quantitativen und qualitativen Validierung,
bei der das betreffende Ratingmodell daraufhin geprüft wird, ob es
die zu messenden Risiken treffsicher abbildet. Das interne Rating-
modell umfasst 13 Stufen, wobei jeder Ratingstufe eine Ausfalls-
wahrscheinlichkeit zugeordnet ist.
Ratingstufen
Internes
Ratingmodell
Erklärung
0,5
Risikolos
1
Ausgezeichnete Bonität
1,5
Sehr gute Bonität
2
Gute Bonität
2,5
Durchschnittliche Bonität
3
Akzeptable Bonität
3,5
Schwache Bonität
4
Sehr schwache Bonität
4,5
Ausfallsgefährdet
5
Ausfall (90 Tage überfällig)
5,1
Ausfall (ua. Restrukturierung,
Zinsfreistellung, sonstige)
5,2
Ausfall (ua. Insolvenz)
NR
Nicht geratet
Rund 95 % (Vorjahr: 96 %) des Kundenportfolios (EAD-Exposure)
entfallen auf die Ratingstufen 0,5 bis 3,0.
Das Berichtswesen zum Kreditrisiko auf Portfolioebene basiert auf
dem Kundenrating; Sicherheiten werden risikomindernd angesetzt.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Das Reporting umfasst u.a. auch die Betrachtung der größten we-
sentlichen Einzelrisiken.
Kreditentscheidungen bedürfen ab einer definierten Grenze der Zu-
stimmung von Markt und Marktfolge (Kreditrisikomanagement). Für
den Fall voneinander abweichender Voten zwischen den einzelnen
Kompetenzträgen ist ein standardisiertes Eskalationsverfahren ein-
gerichtet.
Im Frühwarnsystem für das Kundenkreditgeschäft sind je nach Aus-
prägung des Risikogehalts insgesamt vier Betreuungsstufen defi-
niert, welche eine optimale Zusammenarbeit von Markt und Markt-
folge gewährleisten. Der Vorstand wird zeitnah durch ein entspre-
chendes Reporting informiert.
Die Berechnung der Non-Performing Loans Ratio (NPL-Ratio) für
ausgefallene Kredite wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Definition
(EBA Risk Dashboard) vorgenommen. Dabei werden neben den
Kundenforderungen auch die Forderungen gegenüber Kreditinstitu-
ten in die Bemessungsgrundlage miteinbezogen. Für die Einstu-
fung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition gemäß
Art. 178 CRR herangezogen. Als Non-Performing Loans werden alle
Forderungen mit einer Bonitätseinstufung von 5,0 bis 5,2 sowie
Konten mit Forbearance-Kennzeichen definiert. Sobald ein Kunde
mit mehr als 90 Tagen in Verzug ist oder ein kundenbezogenes Aus-
fallskriterium zutrifft, wird der Kunde als ausgefallen gewertet und
den Ausfallsklassen 5,0 bis 5,2 zugeordnet. Zum 31.12.2022 betrug
die NPL-Ratio in der RLB Steiermark 2,2 % (Vorjahr: 1,5 %).
Unter Berücksichtigung der außerbilanziellen Geschäfte (Gesamt-
obligo) ergibt sich in der RLB Steiermark zum 31.12.2022 eine Non-
Performing Exposure-Quote (NPE-Ratio) von 1,8 % (Vorjahr: 1,0 %).
Das Länderrisiko umfasst das Transferrisiko sowie das politische Ri-
siko aus Cross-Border-Geschäften. Die aktive Länderrisikosteue-
rung der RLB Steiermark erfolgt auf Basis festgelegten Länderlimite,
welche jährlich neu festgelegt werden. Bei einer negativen Verände-
rung der Ratings der einzelnen Länder bzw. bei Erkennen von nega-
tiven wirtschaftlichen Entwicklungen werden auch unterjährig Limit-
reduktionen vorgenommen. Das auf ausländischen Märkten aushaf-
tende EAD-Exposure (EAD: Saldo + 50 % der nicht ausgenutzten
Rahmen) beträgt 10,8 % per 31.12.2022 (Vorjahr: 10,7 %).
Das Reporting über Fremdwährungskredite und endfällige Kredite
mit Tilgungsträgern ist im laufenden Berichtswesen integriert. Die
Kundenberatung ist bei diesen Produkten auf Risikoreduktion und
vermögensichernde Maßnahmen ausgerichtet. Das Volumen dieser
Portfolios wird laufend aktiv reduziert. Der Anteil des Fremdwäh-
rungsvolumens am Gesamtexposure liegt mit Jahresende bei 1,7 %
(Vorjahr: 2,1 %). Bezogen auf die bilanziellen Forderungen beträgt
der Anteil der Fremdwährungskredite 2,0 % (Vorjahr: 2,5 %).
Für Projektfinanzierungen und Finanzierungen im Devisenausland
ist ein Limitsystem im Einsatz.
Credit Value Adjustment-Risiko (CVA)
Das CVA-Risiko bezeichnet das Risiko einer Anpassung der Kredit-
bewertung. Die Ermittlung erfolgt in Anlehnung an die aufsichts-
rechtlichen Eigenmittelerfordernisse.
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst das Risiko potenzieller Verluste aus
Beteiligungsverhältnissen, die im Rahmen von Veräußerungen,
durch Dividendenausfälle sowie aufgrund von Wertminderungen
entstehen können. Der überwiegende Teil des Beteiligungsrisikos
resultiert aus Sektorbeteiligungen. Hinsichtlich einer Sensitivitäts-
analyse im Beteiligungsbereich wird auf die Ausführungen im Kapi-
tel „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten“ verwiesen.
Die RLB Steiermark hält 9,95 % an der Raiffeisen Bank International
AG (RBI), die wiederum selbst u.a. über Beteiligungen an Kreditin-
stituten und Leasinggesellschaften in Zentral- und Südosteuropa
sowie verschiedenen GUS-Staaten, wie insbesondere Ukraine,
Russland und Weißrussland, verfügt. Die RBI beobachtet die aktu-
elle Situation in der Ukraine und Russland eingehend über verschie-
dene Kanäle wie Research, Risikomanagement, Business, Liquidi-
tät, neueste politische/kriegerische Entwicklungen, Sanktionen so-
wie Gegensanktionen und setzt Maßnahmen zum aktiven Manage-
ment der momentanen Situation. Die RLB Steiermark ist im ständi-
gen Austausch mit der RBI und beobachtet das Beteiligungsrisiko
genau.
Marktpreisrisiko
Unter Marktpreisrisiko versteht man den potenziell möglichen Ver-
lust durch schwankende bzw. sich ändernde Zinssätze, Credit
Spreads, Devisen- oder Aktienkurse. In der RLB Steiermark werden
Marktpreisrisiken im Bank- und im Handelsbuch eingegangen, wo-
bei das Handelsbuch einer zusätzlichen Limitierung mit täglicher
Berichtsfrequenz unterliegt. Die Risikopositionen ergeben sich aus
dem Kundengeschäft und dem Eigengeschäft der Bank.
Die Risiken werden mit Value-at-Risk-Ansätzen sowie ergänzenden
statistischen Verfahren ermittelt. Die Value-at-Risk-Werte werden
mittels historischer Simulation bzw. parametrischer Verfahren er-
rechnet.
Das Zinsänderungsrisiko wird hinsichtlich aufsichtsrechtlicher Erfor-
dernisse über die Zinsrisikostatistik ermittelt. Dabei wird die barwer-
tige Veränderung des Zinsbuchs bei einer Parallelverschiebung der
Zinskurve um 200 Basispunkte gerechnet. Ergänzend dazu dienen
weitere Modelle einer umfassenden Zinsrisikosteuerung auf Ge-
samtbankebene die den nationalen und internationalen gesetzli-
chen Anforderungen Rechnung tragen bzw. den IRRBB Guidelines
der EBA in der aktuell gültigen Fassung entsprechen.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
060
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Rahmen der Marktpreisrisikoermittlung werden auch das Veran-
lagungs-, das Options-, Aktien- und Währungsrisiko ermittelt und im
Rahmen der Limitarchitektur berücksichtigt.
Das Veranlagungsrisiko (Credit-Spread-Risiko) beschreibt das Ver-
lustrisiko aufgrund sich ändernder Marktpreise, welches durch Än-
derungen von Credit-Spreads bzw. der Spreadkurve hervorgerufen
wird.
Das Aktienrisiko steht für das Verlustrisiko durch Veränderungen
von Aktienkursen.
Währungsrisiken stehen für die Verringerung des Ergebnisses
durch eine Veränderung von Wechselkursen bei offenen Währungs-
positionen in der Bilanz. Das Währungsrisiko wird auf Tagesbasis
vom Konzern-Treasury ausgesteuert.
Zur Absicherung von Zinsänderungs- und Wechselkursrisiken wer-
den marktübliche Finanzinstrumente eingesetzt. Zu den Details die-
ser Derivatgeschäfte sowie Darstellung der Bewertungsmethoden
wird auf den Anhang verwiesen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass den gegenwärti-
gen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichen-
dem Maße zeitgerecht nachgekommen werden kann oder im Falle
einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu er-
warteten Konditionen beschafft werden kann.
Eine der Kernfunktionen der RLB Steiermark ist die Rolle als Liquidi-
tätsausgleichsstelle der steirischen Raiffeisen-Bankengruppe (RBG)
in der Funktion eines Zentralinstituts gemäß § 27a BWG. Im Stufen-
bau der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark tätigen die lokalen
Raiffeisenbanken primär Einlagen- und Kreditgeschäft mit Endkun-
den. Die RLB Steiermark agiert analog im eigenen lokalen Wir-
kungsbereich und wickelt zudem den Liquiditätstransfer innerhalb
der RBG Steiermark ab.
Die RLB Steiermark verfügt über ein hoch entwickeltes Liquiditäts-
management, steuert alle kunden- und bankinduzierten Geldflüsse
auf täglicher Basis bzw. auch innerhalb eines Tages aus. Es werden
sämtliche Risikokennzahlen und Steuerungsgrundlagen der Ord-
nungsnormen (BWG, CRR), der Aufsicht (FMA/OeNB), der Österrei-
chische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) sowie interne
Limitvorgaben laufend beobachtet und berichtet. Hierbei sind ins-
besondere unterschiedliche Stress-Szenarien und neben vielen wei-
teren Kennzahlen die Liquiditätsdeckungsanforderung (Liquidity
Coverage Ratio), die strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) der LVaR
(Funding Liquidity Value at Risk) bzw. das Intraday Liquidity Monito-
ring hervorzuheben.
Die RLB Steiermark beobachtet zudem potentielle Liquiditätsab-
flüsse aus bevorstehendem Neugeschäft und Unterstrich-Positio-
nen der Bilanz. Es werden tourlich empirische Analysen zu Verweil-
dauern von Einlagen aller Art und Ausnutzungshöhen und -zeit-
spannen von Ausleihungen mit unbestimmter Vertragsdauer bzw.
Verlängerungsmöglichkeiten seitens des Kunden gemacht.
Für den steirischen Liquiditätsverbund liegt ein Liquiditätsnotfallplan
vor, der auch die Vorgaben aus dem Liquiditäts-Handbuch und
dem Notfallplan der Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrich-
tung eGen (ÖRS) umsetzt. Ein eigens definiertes Spezialgremium
unter Leitung des Generaldirektors der RLB Steiermark (Liquiditäts
Task Force) bildet Teil eines Frühwarnsystems, dessen Indikatoren
auf täglicher Basis beobachtet und berichtet werden.
Neben der Steuerung der LCR erfolgt seit 30. Juni 2021 auch die
Steuerung der NSFR im Rahmen einer Liquiditätsuntergruppe, be-
stehend aus der RLB Steiermark sowie den steirischen Raiffeisen-
banken. Gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 sind die
Mitglieder dieser Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der ge-
setzlich vorgegebenen Kennzahl auf Einzelinstitutsebene befreit.
Die Kennzahl ist jedoch auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit
100 % einzuhalten. Die entsprechenden organisatorischen und ad-
ministrativen Aufgaben zur Steuerung und Meldung der LCR und
NSFR obliegen der RLB Steiermark, die diesbezüglich u. a. dem Ri-
sikorat regelmäßig über den Status und die Entwicklung der Kenn-
zahl in der Liquiditätsuntergruppe Bericht erstattet.
Unter anderem wurde im Jahr 2022 an den erweiterten Anforderun-
gen des Pfandbriefgesetzes neu gearbeitet und Weiterentwicklun-
gen im dafür vorgesehen System vorangetrieben. Die erforderliche
Genehmigung von Seiten der Aufsicht, auch weiterhin gedeckte
Emissionen auf Basis dieser neuen gesetzlichen Regelung bege-
ben zu dürfen, wurde der RLB Steiermark mit Bescheid vom 7. Juli
2022 erteilt.
Operationelle Risiken
Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten als
Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse,
Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen, und bein-
haltet das Rechtsrisiko. Unter Systemen und Prozessen sind auch
sämtliche Vorkehrungen betreffend Geldwäsche und Terrorismusfi-
nanzierung zu verstehen. Das operationelle Risiko beinhaltet auch
die ICT-Risiken (Information, Communication, Technology).
Ein risikoadäquates internes Kontrollsystem sowie plan- und außer-
planmäßige Prüfungen durch die Innenrevision gewährleisten einen
hohen Sicherheitsgrad. Eine systematische Erfassung und Analyse
von operationellen Schäden erfolgt in einer Schadensfalldatenbank.
Über die Schadensfälle wird der Vorstand regelmäßig informiert. Zur
Identifikation der Risiken und zur Bewusstmachung potenzieller Ri-
sikoquellen werden Self Assessments durchgeführt. Des Weiteren
werden automatisierte Kontrollmechanismen zum Thema Op-Risk
060
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Rahmen der Marktpreisrisikoermittlung werden auch das Veran-
lagungs-, das Options-, Aktien- und Währungsrisiko ermittelt und im
Rahmen der Limitarchitektur berücksichtigt.
Das Veranlagungsrisiko (Credit-Spread-Risiko) beschreibt das Ver-
lustrisiko aufgrund sich ändernder Marktpreise, welches durch Än-
derungen von Credit-Spreads bzw. der Spreadkurve hervorgerufen
wird.
Das Aktienrisiko steht für das Verlustrisiko durch Veränderungen
von Aktienkursen.
Währungsrisiken stehen für die Verringerung des Ergebnisses
durch eine Veränderung von Wechselkursen bei offenen Währungs-
positionen in der Bilanz. Das Währungsrisiko wird auf Tagesbasis
vom Konzern-Treasury ausgesteuert.
Zur Absicherung von Zinsänderungs- und Wechselkursrisiken wer-
den marktübliche Finanzinstrumente eingesetzt. Zu den Details die-
ser Derivatgeschäfte sowie Darstellung der Bewertungsmethoden
wird auf den Anhang verwiesen.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass den gegenwärti-
gen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichen-
dem Maße zeitgerecht nachgekommen werden kann oder im Falle
einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu er-
warteten Konditionen beschafft werden kann.
Eine der Kernfunktionen der RLB Steiermark ist die Rolle als Liquidi-
tätsausgleichsstelle der steirischen Raiffeisen-Bankengruppe (RBG)
in der Funktion eines Zentralinstituts gemäß § 27a BWG. Im Stufen-
bau der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark tätigen die lokalen
Raiffeisenbanken primär Einlagen- und Kreditgeschäft mit Endkun-
den. Die RLB Steiermark agiert analog im eigenen lokalen Wir-
kungsbereich und wickelt zudem den Liquiditätstransfer innerhalb
der RBG Steiermark ab.
Die RLB Steiermark verfügt über ein hoch entwickeltes Liquiditäts-
management, steuert alle kunden- und bankinduzierten Geldflüsse
auf täglicher Basis bzw. auch innerhalb eines Tages aus. Es werden
sämtliche Risikokennzahlen und Steuerungsgrundlagen der Ord-
nungsnormen (BWG, CRR), der Aufsicht (FMA/OeNB), der Österrei-
chische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) sowie interne
Limitvorgaben laufend beobachtet und berichtet. Hierbei sind ins-
besondere unterschiedliche Stress-Szenarien und neben vielen wei-
teren Kennzahlen die Liquiditätsdeckungsanforderung (Liquidity
Coverage Ratio), die strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) der LVaR
(Funding Liquidity Value at Risk) bzw. das Intraday Liquidity Monito-
ring hervorzuheben.
Die RLB Steiermark beobachtet zudem potentielle Liquiditätsab-
flüsse aus bevorstehendem Neugeschäft und Unterstrich-Positio-
nen der Bilanz. Es werden tourlich empirische Analysen zu Verweil-
dauern von Einlagen aller Art und Ausnutzungshöhen und -zeit-
spannen von Ausleihungen mit unbestimmter Vertragsdauer bzw.
Verlängerungsmöglichkeiten seitens des Kunden gemacht.
Für den steirischen Liquiditätsverbund liegt ein Liquiditätsnotfallplan
vor, der auch die Vorgaben aus dem Liquiditäts-Handbuch und
dem Notfallplan der Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrich-
tung eGen (ÖRS) umsetzt. Ein eigens definiertes Spezialgremium
unter Leitung des Generaldirektors der RLB Steiermark (Liquiditäts
Task Force) bildet Teil eines Frühwarnsystems, dessen Indikatoren
auf täglicher Basis beobachtet und berichtet werden.
Neben der Steuerung der LCR erfolgt seit 30. Juni 2021 auch die
Steuerung der NSFR im Rahmen einer Liquiditätsuntergruppe, be-
stehend aus der RLB Steiermark sowie den steirischen Raiffeisen-
banken. Gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 sind die
Mitglieder dieser Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der ge-
setzlich vorgegebenen Kennzahl auf Einzelinstitutsebene befreit.
Die Kennzahl ist jedoch auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit
100 % einzuhalten. Die entsprechenden organisatorischen und ad-
ministrativen Aufgaben zur Steuerung und Meldung der LCR und
NSFR obliegen der RLB Steiermark, die diesbezüglich u. a. dem Ri-
sikorat regelmäßig über den Status und die Entwicklung der Kenn-
zahl in der Liquiditätsuntergruppe Bericht erstattet.
Unter anderem wurde im Jahr 2022 an den erweiterten Anforderun-
gen des Pfandbriefgesetzes neu gearbeitet und Weiterentwicklun-
gen im dafür vorgesehen System vorangetrieben. Die erforderliche
Genehmigung von Seiten der Aufsicht, auch weiterhin gedeckte
Emissionen auf Basis dieser neuen gesetzlichen Regelung bege-
ben zu dürfen, wurde der RLB Steiermark mit Bescheid vom 7. Juli
2022 erteilt.
Operationelle Risiken
Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten als
Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse,
Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen, und bein-
haltet das Rechtsrisiko. Unter Systemen und Prozessen sind auch
sämtliche Vorkehrungen betreffend Geldwäsche und Terrorismusfi-
nanzierung zu verstehen. Das operationelle Risiko beinhaltet auch
die ICT-Risiken (Information, Communication, Technology).
Ein risikoadäquates internes Kontrollsystem sowie plan- und außer-
planmäßige Prüfungen durch die Innenrevision gewährleisten einen
hohen Sicherheitsgrad. Eine systematische Erfassung und Analyse
von operationellen Schäden erfolgt in einer Schadensfalldatenbank.
Über die Schadensfälle wird der Vorstand regelmäßig informiert. Zur
Identifikation der Risiken und zur Bewusstmachung potenzieller Ri-
sikoquellen werden Self Assessments durchgeführt. Des Weiteren
werden automatisierte Kontrollmechanismen zum Thema Op-Risk
061
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
im prozessorientierten Informationsnetzwerk (Point), inklusive inter-
nem Kontrollsystem (IKS), durchgeführt.
Sonstige Risiken
Im Rahmen des Berichtswesens zum „Sonstigen Risiko“ werden
das Risiko aus dem makroökonomischen Umfeld und ein pauscha-
ler „Risikopuffer“ für nicht quantifizierbare Risiken dargestellt.
Das Risiko aus Veränderungen im makroökonomischen Umfeld
wird als zusätzliches Kreditrisiko über einen Anstieg der Ausfalls-
wahrscheinlichkeiten sowie einer Reduktion der Rückflussquoten
berechnet.
Als Risikopuffer – für nicht quantifizierbare Risiken (u. a. Eigenmittel-
risiko, Reputationsrisiko, Risiko aus dem Geschäftsmodell) – wird
ein pauschaler Zuschlag von 5 % aller ermittelten Risikopositionen
eingestellt, für welchen im Gesamtlimit ausreichende Deckung zu
halten ist.
Nachhaltigkeit und ESG Risiken
ESG (Environment, Social, Governance) Risiken umfassen direkte
und indirekte Risiken, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz-
und Liquiditätslage sowie Reputation der Bank und in Folge auf die
Finanzmarktstabilität auswirken können.
Das Nachhaltigkeits/ESG-Risiko betrifft sämtliche Geschäftsberei-
che sowie auch alle Risikoarten übergreifend und wird daher nicht
als eigene Risikoart angeführt. In der Risikoinventur wurden die ESG-
Risiken bereits in den Fragebögen zu den einzelnen Risikoarten qua-
litativ mitberücksichtigt.
In der RLB Steiermark ist ein eigenes Nachhaltigkeitskomitee imple-
mentiert, das für die Umsetzung sowie laufende Weiterentwicklung
der Nachhaltigkeitsstrategie und für die Analyse und Überwachung
aktueller Nachhaltigkeitsentwicklungen zuständig ist. Die Bedeu-
tung des Risikos ist stark zunehmend, weshalb ein eigenes Projekt
zum Thema Nachhaltigkeitsrisiko aufgesetzt wurde. Bereits im Vor-
jahr wurde im Zusammenhang mit der EBA loan origination and
monitoring guideline (EBA LOM GL) eine Gap Analyse mit einem
externen Berater durchgeführt. Aus diesem Projekt bzw. aus dieser
Analyse wurden Maßnahmen u. a. im Zusammenhang mit dem
Rahmenwerk für das Risikomanagement, Berücksichtigung der
Klima- und Umweltrisiken im Kreditgewährungsprozess (inkl. Über-
wachung) abgeleitet. Einzelne Maßnahmen wurden im Haus bereits
umgesetzt bzw. werden weitere Maßnahmen bundeslandübergrei-
fend im Sektor evaluiert und weiterentwickelt.
Ein Fokus der aktuell implementierten Regelungen liegt auf der De-
finition nachhaltiger Finanzierungen (insbesondere Energieeffizienz)
sowie auf der Festlegung von Ausschlusskriterien, die einer Finan-
zierung entgegenstehen. In der RLB Steiermark sind für nachhaltige
Finanzierungen bereits ein Anreizsystem wie Bonifikationen bzw.
auch Ausschlusskriterien definiert.
ESG-Risiken beschreiben mögliche negative Folgen, die sich für Un-
ternehmen insbesondere aus Klima- und Umwelteffekten ergeben
können und werden daher auch in der Bonitätsbeurteilung (mittels
Softfacts), sowie im Kreditgewährungsprozess bereits berücksich-
tigt. An einer Umsetzung eines eigenen ESG-Scores im Risikopro-
zess wird aktuell bundeslandübergreifend im Sektor gearbeitet.
Aufgrund der durchgeführten Analysen zu ESG Risiken unseres Port-
folios mittels eines geeigneten ESG Scoring Modells, sehen wir aktu-
ell keinen akuten Handlungsbedarf für risikominimierende Maßnah-
men. Wir beobachten die Entwicklungen im Bereich der ESG-Risiken
genau, entwickeln unsere Modelle weiter bzw. bringen neue zum Ein-
satz und fühlen uns darin bestärkt, die ESG-Risikosteuerung für un-
ser Kreditportfolio im Einklang mit unserer nachhaltigen Geschäfts-
strategie weiterzuentwickeln.
Taxonomiefähigkeit
Ausgehend vom EU Green Deal und dem EU Aktionsplan
Sustainable Finance wurden für das Geschäftsjahr 2021 erstmals
Quoten gemäß der Taxonomie-VO berechnet und publiziert. Diese
zeigen den Anteil der taxonomie- und nicht taxonomiefähigen Risi-
kopositionen an den gesamten Aktiva. Zur Beurteilung der Taxono-
miefähigkeit dient die wirtschaftliche Aktivität des jeweiligen Kredit-
nehmers. Die entsprechende Publikation der Informationen, Kenn-
zahlen bzw. Quoten zur Taxonomiefähigkeit von Vermögenswerten
erfolgt im Nachhaltigkeitsbericht der RLB Steiermark. Dieser ist auf
der Homepage der RLB Steiermark (https://www.raiffei-
sen.at/rlbstmk) veröffentlicht.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
062
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Die Corona Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder auch die glo-
bale Herausforderung der Energiewende machen deutlich, wie
schnell es nötig sein kann, gänzlich neue Produkte und Services zu
entwickeln und auf den Markt zu bringen und auch bisher als un-
möglich eingestufte Arbeitsmethoden zu konzipieren und anzuwen-
den. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bestimmt dabei
die Geschwindigkeit, mit der es auf derartige Herausforderungen
reagieren kann.
Ein wichtiges Ziel unserer Innovationsinitiativen ist es, unsere Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter in neuen Arbeitsweisen aus- und weiter-
zubilden. Gleichzeitig entwickeln wird damit unsere Unternehmens-
kultur noch stärker in eine Richtung, in der Neuentwicklungen über
Hierarchie- und Abteilungsgrenzen hinweg in der Geschwindigkeit
möglich sind, die erforderlich ist, um unsere Kundinnen und Kun-
den mit unseren Produkten und Dienstleistungen bei ihren Heraus-
forderungen bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus helfen wir
Unternehmen dabei, ihre eigene Innovationsfähigkeit weiterzuentwi-
ckeln. Das ermöglichen wir durch die Vernetzung von Unternehmen
mit Start-Ups, die Mitwirkung in einer Kooperationspartnerschaft in
unserem Accelerator Programm Hummelnest oder auch die Mög-
lichkeit, gemeinsam mit uns in Co-Innovation Projekten neue Ge-
schäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Das interne Innovationsprogramm der RLB Steiermark heißt Hum-
melflug. In bislang zwei Durchgängen konnten mehr als 250 span-
nende Ideen identifiziert werden. Aus den besten elf Ideen-Tea m s ,
die sich zur Teilnahme qualifizieren konnten, haben rund 40 Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter am Bootcamp teilgenommen. In jeweils
drei Tagen wurden sie intensiv mit Lean Start-Up Methoden und
Tools vertraut gemacht und auf einen Pitch vor dem Gesamtvor-
stand der RLB vorbereitet. Die Hypothesen der beiden Siegerideen
wurden dann in einer jeweils 12-wöchigen Inkubationsphase von
den Teams auf Herz und Nieren überprüft. Die Erkenntnisse des
Siegerteams „Wir hören“, das sich mit der Barrierefreiheit von Pro-
dukten und Dienstleistungen auseinandergesetzt hat, werden spür-
bare Vereinfachungen für alle Kundinnen und Kunden zur Folge ha-
ben. Das dreiköpfige Siegerteam STOAK, das als „Local Super-
heroe“ ebenso im Hummelnest Accelerator der RLB vertreten sein
wird, widmet sich dem Thema Co-Owning. Die innovativen neuen
Dienstleistungen zur gemeinschaftlichen Investition mehrerer Perso-
nen in Ferienimmobilien sind bereits marktreif.
Eine Hummelflug-Idee bildet die Grundlage einer Beteiligung der
RLB an der Solana Renewable Technologies GmbH. Damit wird der
Ausbau von Fotovoltaikanlagen großflächig in Österreich vorange-
trieben. Kundinnen und Kunden haben dadurch die Sicherheit bei
Lieferfristen und der Errichtung durch ausführende Firmen. Gemein-
sam mit der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH und der Merkur
Versicherung wurden die ersten beiden Co-Innovation Initiativen zu
den Themen Financial Education und Data Science erfolgreich ge-
startet. Im Rahmen des in den letzten beiden Durchläufen gemein-
sam mit Techhouse und Transformation Lighthouse durchgeführten
Accelerator Programms wurden rund 20 Start-Ups unterstützt und
begleitet.
062
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Die Corona Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder auch die glo-
bale Herausforderung der Energiewende machen deutlich, wie
schnell es nötig sein kann, gänzlich neue Produkte und Services zu
entwickeln und auf den Markt zu bringen und auch bisher als un-
möglich eingestufte Arbeitsmethoden zu konzipieren und anzuwen-
den. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bestimmt dabei
die Geschwindigkeit, mit der es auf derartige Herausforderungen
reagieren kann.
Ein wichtiges Ziel unserer Innovationsinitiativen ist es, unsere Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter in neuen Arbeitsweisen aus- und weiter-
zubilden. Gleichzeitig entwickeln wird damit unsere Unternehmens-
kultur noch stärker in eine Richtung, in der Neuentwicklungen über
Hierarchie- und Abteilungsgrenzen hinweg in der Geschwindigkeit
möglich sind, die erforderlich ist, um unsere Kundinnen und Kun-
den mit unseren Produkten und Dienstleistungen bei ihren Heraus-
forderungen bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus helfen wir
Unternehmen dabei, ihre eigene Innovationsfähigkeit weiterzuentwi-
ckeln. Das ermöglichen wir durch die Vernetzung von Unternehmen
mit Start-Ups, die Mitwirkung in einer Kooperationspartnerschaft in
unserem Accelerator Programm Hummelnest oder auch die Mög-
lichkeit, gemeinsam mit uns in Co-Innovation Projekten neue Ge-
schäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Das interne Innovationsprogramm der RLB Steiermark heißt Hum-
melflug. In bislang zwei Durchgängen konnten mehr als 250 span-
nende Ideen identifiziert werden. Aus den besten elf Ideen-Tea m s ,
die sich zur Teilnahme qualifizieren konnten, haben rund 40 Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter am Bootcamp teilgenommen. In jeweils
drei Tagen wurden sie intensiv mit Lean Start-Up Methoden und
Tools vertraut gemacht und auf einen Pitch vor dem Gesamtvor-
stand der RLB vorbereitet. Die Hypothesen der beiden Siegerideen
wurden dann in einer jeweils 12-wöchigen Inkubationsphase von
den Teams auf Herz und Nieren überprüft. Die Erkenntnisse des
Siegerteams „Wir hören“, das sich mit der Barrierefreiheit von Pro-
dukten und Dienstleistungen auseinandergesetzt hat, werden spür-
bare Vereinfachungen für alle Kundinnen und Kunden zur Folge ha-
ben. Das dreiköpfige Siegerteam STOAK, das als „Local Super-
heroe“ ebenso im Hummelnest Accelerator der RLB vertreten sein
wird, widmet sich dem Thema Co-Owning. Die innovativen neuen
Dienstleistungen zur gemeinschaftlichen Investition mehrerer Perso-
nen in Ferienimmobilien sind bereits marktreif.
Eine Hummelflug-Idee bildet die Grundlage einer Beteiligung der
RLB an der Solana Renewable Technologies GmbH. Damit wird der
Ausbau von Fotovoltaikanlagen großflächig in Österreich vorange-
trieben. Kundinnen und Kunden haben dadurch die Sicherheit bei
Lieferfristen und der Errichtung durch ausführende Firmen. Gemein-
sam mit der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH und der Merkur
Versicherung wurden die ersten beiden Co-Innovation Initiativen zu
den Themen Financial Education und Data Science erfolgreich ge-
startet. Im Rahmen des in den letzten beiden Durchläufen gemein-
sam mit Techhouse und Transformation Lighthouse durchgeführten
Accelerator Programms wurden rund 20 Start-Ups unterstützt und
begleitet.
III. BERICHT ÜBER
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
063
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
1. Rechtlicher Hintergrund
Gemäß § 243a Abs. 2 i. V. m. § 189a Z.1. lit. a UGB sind im Lagebe-
richt von Gesellschaften, deren Aktien oder andere von ihnen ausge-
gebene Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt im
Sinn des §
1 Z. 2 BörseG zugelassen sind, die wichtigsten Merkmale
des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick
auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess zu beschreiben.
2. Gegenstand des Berichts
Unter dem „Internen Kontrollsystem“ (IKS) werden alle von der Ge-
schäftsleitung entworfenen und im Unternehmen ausgeführten Pro-
zesse verstanden, durch die
◼ die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit
(hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens vor Verlusten
durch Schäden und Malversationen),
◼ die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und
◼ die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzli-
chen Vorschriften
überwacht und kontrolliert werden.
Das interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und
Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der
Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeb-
lichen rechtlichen Vorschriften. Dazu gehört auch das interne Revisi-
onssystem, soweit es sich auf die Rechnungslegung bezieht.
Das Risikomanagementsystem umfasst alle Prozesse, die dazu die-
nen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie
Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass das Erreichen der
Unternehmensziele durch Risiken, die schlagend werden, beein-
trächtigt wird.
Das Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungsle-
gungsprozess bezieht sich als Teil des internen Kontrollsystems wie
letzteres auf Kontroll- und Überwachungsprozesse der Rechnungs-
legung, insbesondere bei bilanziellen Positionen, die Risikoabsiche-
rungen des Unternehmens erfassen.
- UND RISIKO-
-
JAHRESFINANZBERICHT 2022
064
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
3. Wesentliche Merkmale des
Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick
auf den Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des bei der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG bestehenden Internen Kontrollsystems und des Risi-
komanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungs-
legungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
◼ Es gibt bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bzw. im
RLB Steiermark Konzern eine klare Führungs- und Unterneh-
mensstruktur.
◼ Die Funktionen der im Hinblick auf den Rechnungslegungspro-
zess wesentlich beteiligten Bereiche sind klar von den Marktbe-
reichen getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind klar zugeord-
net.
◼ Die Abteilung „Finanzen & Banksteuerung/Konzern-Rechnungs-
wesen“ ist für Grundsatzfragen der Rechnungslegung zuständig
und erstellt den Jahresabschluss.
◼ Die eingesetzten Systeme und Anwendungen sind durch ent-
sprechende Einrichtungen im IT-Bereich gegen unbefugte Zu-
griffe geschützt.
◼ Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird, soweit mög-
lich, Standardsoftware eingesetzt.
◼ Ein adäquates Richtlinienwesen (z. B. Bilanzierungsrichtlinien,
Anschaffungsgenehmigung, Zahlungsanweisungsbefugnis etc.)
ist eingerichtet und wird laufend aktualisiert.
◼ Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen und
Bereiche werden in quantitativer wie qualitativer Hinsicht geeig-
net ausgestattet.
◼ Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden lau-
fend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft, z. B. durch
Stichproben. Durch die eingesetzte Software finden program-
mierte Plausibilitätsprüfungen statt.
◼ Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durch-
gängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
◼ Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden regelmäßig durch
die (prozessunabhängige) Interne Revision überprüft.
◼ Seitens der am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilun-
gen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand,
insbesondere durch Controllingberichte, Segmentergebnisrech-
nungen etc.
◼ Vonseiten des Vorstands erfolgt eine vierteljährliche Berichtsle-
gung an den Aufsichtsrat gemäß §
81 AktG.
4. Erläuterung der wesentlichen Merkmale
des Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess
Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche Merkmale zu-
vor unter Ziffer 3. beschrieben sind, stellt sicher, dass unternehmeri-
sche Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewür-
digt sowie in die Rechnungslegung übernommen werden. Die ge-
eignete personelle Ausstattung, die Verwendung von adäquater
Software sowie klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorga-
ben stellen die Grundlage für einen ordnungsgemäßen, einheitli-
chen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess dar. Die klare
Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie verschiedene Kon-
troll- und Überprüfungsmechanismen, wie sie zuvor unter Ziffer 3.
genauer beschrieben sind (insbesondere Plausibilitätskontrollen
und das Vier-Augen-Prinzip), stellen eine korrekte und verantwor-
tungsbewusste Rechnungslegung sicher. Im Einzelnen wird so er-
reicht, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzli-
chen Vorschriften, der Satzung sowie internen Richtlinien erfasst,
verarbeitet und dokumentiert sowie zeitnah und buchhalterisch kor-
rekt erfasst werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Vermö-
gensgegenstände und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss
zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet sowie verlässliche
und relevante Informationen vollständig und zeitnah bereitgestellt
werden.
Graz, am 11. April 2023
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER,
Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Beteili-
gungen, Kapitalmarkt und Unternehmenskommunikation & Marke-
ting
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Projektfinanzierungen,
Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungsein-
richtungen und Interne Revision & Konzernrevision
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit &
Digitalisierung, Personal, IT, Transaction Services und Bau & Infra-
struktur
064
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
3. Wesentliche Merkmale des
Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick
auf den Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des bei der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG bestehenden Internen Kontrollsystems und des Risi-
komanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungs-
legungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
◼ Es gibt bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bzw. im
RLB Steiermark Konzern eine klare Führungs- und Unterneh-
mensstruktur.
◼ Die Funktionen der im Hinblick auf den Rechnungslegungspro-
zess wesentlich beteiligten Bereiche sind klar von den Marktbe-
reichen getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind klar zugeord-
net.
◼ Die Abteilung „Finanzen & Banksteuerung/Konzern-Rechnungs-
wesen“ ist für Grundsatzfragen der Rechnungslegung zuständig
und erstellt den Jahresabschluss.
◼ Die eingesetzten Systeme und Anwendungen sind durch ent-
sprechende Einrichtungen im IT-Bereich gegen unbefugte Zu-
griffe geschützt.
◼ Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird, soweit mög-
lich, Standardsoftware eingesetzt.
◼ Ein adäquates Richtlinienwesen (z. B. Bilanzierungsrichtlinien,
Anschaffungsgenehmigung, Zahlungsanweisungsbefugnis etc.)
ist eingerichtet und wird laufend aktualisiert.
◼ Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen und
Bereiche werden in quantitativer wie qualitativer Hinsicht geeig-
net ausgestattet.
◼ Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden lau-
fend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft, z. B. durch
Stichproben. Durch die eingesetzte Software finden program-
mierte Plausibilitätsprüfungen statt.
◼ Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durch-
gängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
◼ Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden regelmäßig durch
die (prozessunabhängige) Interne Revision überprüft.
◼ Seitens der am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilun-
gen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand,
insbesondere durch Controllingberichte, Segmentergebnisrech-
nungen etc.
◼ Vonseiten des Vorstands erfolgt eine vierteljährliche Berichtsle-
gung an den Aufsichtsrat gemäß § 81 AktG.
4. Erläuterung der wesentlichen Merkmale
des Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess
Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche Merkmale zu-
vor unter Ziffer 3. beschrieben sind, stellt sicher, dass unternehmeri-
sche Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewür-
digt sowie in die Rechnungslegung übernommen werden. Die ge-
eignete personelle Ausstattung, die Verwendung von adäquater
Software sowie klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorga-
ben stellen die Grundlage für einen ordnungsgemäßen, einheitli-
chen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess dar. Die klare
Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie verschiedene Kon-
troll- und Überprüfungsmechanismen, wie sie zuvor unter Ziffer 3.
genauer beschrieben sind (insbesondere Plausibilitätskontrollen
und das Vier-Augen-Prinzip), stellen eine korrekte und verantwor-
tungsbewusste Rechnungslegung sicher. Im Einzelnen wird so er-
reicht, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzli-
chen Vorschriften, der Satzung sowie internen Richtlinien erfasst,
verarbeitet und dokumentiert sowie zeitnah und buchhalterisch kor-
rekt erfasst werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Vermö-
gensgegenstände und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss
zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet sowie verlässliche
und relevante Informationen vollständig und zeitnah bereitgestellt
werden.
Graz, am 11. April 2023
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER,
Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Beteili-
gungen, Kapitalmarkt und Unternehmenskommunikation & Marke-
ting
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Projektfinanzierungen,
Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungsein-
richtungen und Interne Revision & Konzernrevision
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit &
Digitalisierung, Personal, IT, Transaction Services und Bau & Infra-
struktur
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
-
JAHRESFINANZBERICHT 2022
066
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
AKTIVA, BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2022 in EUR 2021 in TEUR
1
Kassenbestand, Guthaben bei Zen
-
tralnotenbanken und Postgiroämtern
1.522.098.011,99 3.449.928
2
Schuldtitel öffentlicher Stellen und
Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
324.522.400,61 443.475
a)
Schuldtitel öffentlicher Stellen und
ähnliche Wertpapiere
324.522.400,61 443.475
b)
zur Refinanzierung bei Zentralnoten-
banken zugelassene Wechsel
0,00 0
3
Forderungen an Kreditinstitute
3.457.400.804,37 3.406.992
a)
täglich fällig 1.606.107.289,42 1.513.849
b)
sonstige Forderungen 1.851.293.514,95 1.893.144
4
Forderungen an Kunden
8.445.074.297,59 7.568.323
5
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
1.945.222.767,45 3.905.357
a)
von öffentlichen Emittenten 11.075.796,39 10.728
b)
von anderen Emittenten 1.934.146.971,06 3.894.629
darunter: eigene Schuldverschreibungen
3.641.682,02 1.928.166
6
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
19.919.655,16 15.202
7
Beteiligungen
823.376.803,90 819.720
darunter: an Kreditinstituten
808.629.969,58 808.722
8
Anteile an verbundenen Unternehmen
164.317.822,88 168.284
darunter: an Kreditinstituten
0,00 0
9
Immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens
1.861.433,28 2.299
10
Sachanlagen
17.065.559,06 14.530
darunter:
Grundstücke und Bauten, die
vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
7.962.661,67 7.535
11
Anteile an einer herrschenden oder an
einer mit Mehrheit beteiligten
Gesellschaft
0,00 0
darunter: Nennwert
0,00 0
12
Sonstige Vermögensgegenstände
429.540.028,44 283.222
13
Gezeichnetes Kapital, das eingefor
-
dert, aber noch nicht eingezahlt ist
0,00 0
14
Rechnungsabgrenzungsposten
70.008.633,08 71.456
15
Aktive
latente Steuern 34.643.704,41 41.877
SUMME DER AKTIVA
17.255.051.922,22 20.190.665
066
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
AKTIVA, BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2022 in EUR
2021 in TEUR
1
Kassenbestand, Guthaben bei Zen-
tralnotenbanken und Postgiroämtern
1.522.098.011,99
3.449.928
2
Schuldtitel öffentlicher Stellen und
Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
324.522.400,61
443.475
a) Schuldtitel öffentlicher Stellen und
ähnliche Wertpapiere
324.522.400,61
443.475
b) zur Refinanzierung bei Zentralnoten-
banken zugelassene Wechsel
0,00
0
3
Forderungen an Kreditinstitute
3.457.400.804,37
3.406.992
a) täglich fällig
1.606.107.289,42
1.513.849
b) sonstige Forderungen
1.851.293.514,95
1.893.144
4
Forderungen an Kunden
8.445.074.297,59
7.568.323
5
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
1.945.222.767,45
3.905.357
a) von öffentlichen Emittenten
11.075.796,39
10.728
b) von anderen Emittenten
1.934.146.971,06
3.894.629
darunter: eigene Schuldverschreibungen
3.641.682,02
1.928.166
6
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
19.919.655,16
15.202
7
Beteiligungen
823.376.803,90
819.720
darunter: an Kreditinstituten
808.629.969,58
808.722
8
Anteile an verbundenen Unternehmen
164.317.822,88
168.284
darunter: an Kreditinstituten
0,00
0
9
Immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens
1.861.433,28
2.299
10
Sachanlagen
17.065.559,06
14.530
darunter: Grundstücke und Bauten, die
vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
7.962.661,67
7.535
11
Anteile an einer herrschenden oder an
einer mit Mehrheit beteiligten
Gesellschaft
0,00
0
darunter: Nennwert
0,00
0
12
Sonstige Vermögensgegenstände
429.540.028,44
283.222
13
Gezeichnetes Kapital, das eingefor-
dert, aber noch nicht eingezahlt ist
0,00
0
14
Rechnungsabgrenzungsposten
70.008.633,08
71.456
15
Aktive latente Steuern
34.643.704,41
41.877
SUMME DER AKTIVA
17.255.051.922,22
20.190.665
067
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
PASSIVA, BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2022 in EUR 2021 in TEUR
1
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
7.490.478.064,94 8.427.534
a) täglich fällig
2.831.256.867,43
2.834.036
b) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
4.659.221.197,51 5.593.498
2
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
3.930.321.365,55 4.032.821
a) Spareinlagen
530.948.649,02
586.864
darunter:
aa)
täglich fällig
0,00 0
bb)
mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
530.948.649,02 586.864
b) sonstige Verbindlichkeiten
3.399.372.716,53
3.445.957
darunter:
aa)
täglich fällig
2.311.221.422,17 2.132.766
bb) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
1.088.151.294,36 1.313.191
3
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.936.970.078,69
5.964.323
a)
begebene Schuldverschreibungen 2.494.970.751,49 4.402.685
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten
1.441.999.327,20
1.561.638
4
Sonstige Verbindlichkeiten
185.396.064,54
120.617
5
Rechnungsabgrenzungsposten
63.795.801,68 66.123
darunter: Zuschreibungsrücklage gem. §
906 Abs. 32
UGB
0,00 0
Unterschiedsbetrag gem. § 906 Abs. 34
UGB
0,00 0
6
Rückstellungen
90.836.462,14 100.268
a) Rückstellungen für Abfertigungen
24.998.611,89
28.937
b) Rückstellungen für Pensionen
23.035.373,95
28.437
c)
Steuerrückstellungen 7.598.248,33 6.318
d) sonstige
35.204.227,97
36.576
6a
Fonds für allgemeine Bankrisiken
0,00 0
7
Ergänzungskapital gem. Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
85.587.370,05 87.267
8
Zusätzliches Kernkapital gem. Teil 2
Titel I Kapitel 3 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
0,00 0
darunter: Pflichtwandelschuld
-
verschreibungen gem. § 26a BWG
0,00 0
8b
Instrumente ohne Stimmrecht gem. §
26a BWG
0,00 0
9
Gezeichnetes Kapital
142.721.217,89
142.721
10
Kapitalrücklagen
401.824.704,50 401.825
a) gebundene
326.824.758,96
326.825
b) nicht gebundene
74.999.945,54
75.000
11
Gewinnrücklagen
753.335.398,99 677.730
a) gesetzliche Rücklage
0,00
0
b) satzungsmäßige Rücklagen
0,00
0
c)
andere Rücklagen 753.335.398,99 677.730
12
Haftrücklage gem. § 57 Abs. 5 BWG
143.428.700,00
140.574
13
Bilanzgewinn
30.356.693,25 28.862
SUMME DER
PASSIVA 17.255.051.922,22 20.190.665
JAHRESFINANZBERICHT 2022
068
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2022 in EUR 2021 in TEUR
AKTIVA
1
Auslandsaktiva
2.190.964.430,26 2.344.999
PASSIVA
1
Eventualverbindlichkeiten
493.842.607,35 377.022
darunter:
a)
Akzepte und Indossamentverbindlich-
keiten aus weitergegebenen Wechseln
0,00 0
b)
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften
und Haftung aus der Bestellung von
Sicherheiten
476.958.636,74 359.296
2
Kreditrisiken
2.014.512.492,09 2.205.015
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00 0
3
Verbindlichkeiten aus
Treuhandgeschäften
0,00 0
4
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
1.554.408.675,32 1.495.070
darunter:
Ergänzungskapital gem. Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
151.582.111,54 160.646
5
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
8.117.323.118,22 7.787.854
darunter:
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
Abs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
a) Harte
Kernkapitalquote 17,28 17,13
b) Kernkapitalquote
17,28 17,13
c) Gesamtkapitalquote
19,15 19,20
6
Auslandspassiva
946.949.775,17 1.288.728
068
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2022 in EUR
2021 in TEUR
AKTIVA
1
Auslandsaktiva
2.190.964.430,26
2.344.999
PASSIVA
1
Eventualverbindlichkeiten
493.842.607,35
377.022
darunter:
a) Akzepte und Indossamentverbindlich-
keiten aus weitergegebenen Wechseln
0,00
0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften
und Haftung aus der Bestellung von
Sicherheiten
476.958.636,74
359.296
2
Kreditrisiken
2.014.512.492,09
2.205.015
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00
0
3
Verbindlichkeiten aus
Treuhandgeschäften
0,00
0
4
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
1.554.408.675,32
1.495.070
darunter:
Ergänzungskapital gem. Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
151.582.111,54
160.646
5
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
8.117.323.118,22
7.787.854
darunter:
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
Abs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
a) Harte Kernkapitalquote
17,28
17,13
b) Kernkapitalquote
17,28
17,13
c) Gesamtkapitalquote
19,15
19,20
6
Auslandspassiva
946.949.775,17
1.288.728
POSTEN UNTER DER BILANZ
069
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
GLIEDERUNG DER GEWINN-
UND-VERLUST-RECHNUNG
GEWINN
-UND-VERLUST-RECHNUNG
2022 in EUR
2021 in TEUR
1
Zinsen und ähnliche Erträge
188.633.691,35 122.688
darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren
23.596.684,88 12.482
2
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-36.478.536,72 -2.425
I
NETTOZINSERTRAG
152.155.154,63 120.263
3
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
86.281.604,90 54.267
a)
Erträge aus Aktien, anderen
Anteilsrechten und nicht
festverzinslichen Wertpapieren
249.335,96 0
b)
Erträge aus Beteiligungen 62.360.755,09 41.690
c)
Erträge aus Anteilen an verbundenen
Unternehmen
23.671.513,85 12.577
4
Provisionserträge
64.637.391,49 72.436
5
Provisionsaufwendungen
-21.611.424,48 -27.020
6
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
4.562.679,42 6.571
7
Sonstige betriebliche Erträge
51.944.685,18 47.298
II
BETRIEBSERTRÄGE
337.970.091,14 273.815
8
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
-141.991.415,88 -138.142
a)
Personalaufwand -85.872.343,56 -82.645
darunter:
aa) Löhne und Gehälter
-65.079.269,92 -62.705
bb) Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene soziale
Abgaben und vom Entgelt abhängige Abgaben
und Pflichtbeiträge
-15.576.984,14 -15.809
cc) sonstiger Sozialaufwand -1.919.921,77 -1.719
dd) Aufwendungen für Altersversorgung und
Unterstützung
-4.419.389,46 -3.888
ee) Dotierung der Pensionsrückstellung 1.785.857,91 2.411
ff) Aufwendungen für Abfertigungen und
Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
-662.636,18 -934
b)
sonstige Verwaltungsaufwendungen
(Sachaufwand)
-56.119.072,32 -55.497
JAHRESFINANZBERICHT 2022
070
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
2022 in EUR
2021 in TEUR
9
Wertberichtigungen auf die in den
Aktivposten 9 und 10 enthaltenen
Vermögensgegenstände
-3.156.384,64 -3.819
10
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-8.136.192,32 -18.884
III
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
-153.283.992,84 -160.845
IV
BETRIEBSERGEBNIS
184.686.098,30 112.970
11/
12
Saldo aus Wertberichtigungen auf
Forderungen und Zuführungen zu Rück
-
stellungen für Eventualverbindlichkeiten
und Dotierung von Kreditrisiken sowie
Erträge aus der Auflösung von
Wertberichtigungen auf Forderungen und
Rückstellungen für Eventualverbind
-
lichkeiten und für Kreditrisiken
-54.352.173,26 32.341
13/
14
Saldo aus Wertberichtigungen auf Wert
-
papiere, die wie Finanzanlagen bewertet
sind
und auf Beteiligungen und Anteile an
verbundenen Unternehmen sowie Erträge
aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere,
die wie Finanzanlagen bewertet sind
sowie auf Beteiligungen
-8.844.822,60 -981
V
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
121.489.102,44 144.331
15
Außerordentliche Erträge
0,00 92.869
darunter: Entnahmen aus dem Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00 0
16
Außerordentliche Aufwendungen
0,00 0
darunter: Zuweisungen zum Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00 0
17
Außerordentliches Ergebnis (Zwi
-
schensumme aus Posten 15 und 16)
0,00 92.869
18
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-9.026.806,42 -10.895
darunter: aus latenten Steuern
-7.233.738,50 -8.122
19
Sonstige Steuern, soweit nicht in
Posten 18 auszuweisen
-3.645.368,80 -3.489
VI
JAHRESÜBERSCHUSS
108.816.927,22 222.816
20
Rücklagenbewegung
-78.460.233,97 -193.954
darunter: Dotierung der Haftrücklage
-2.855.000,00 -2.657
Auflösung der Haftrücklage 0,00 0
VII
JAHRESGEWINN
30.356.693,25 28.862
21
Gewinnvortrag
0,00 0
VIII
BILANZGEWINN
30.356.693,25 28.862
070
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
2022 in EUR
2021 in TEUR
9
Wertberichtigungen auf die in den
Aktivposten 9 und 10 enthaltenen
Vermögensgegenstände
-3.156.384,64
-3.819
10
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-8.136.192,32
-18.884
III
BETRIEBSAUFWENDUNGEN
-153.283.992,84
-160.845
IV
BETRIEBSERGEBNIS
184.686.098,30
112.970
11/
12
Saldo aus Wertberichtigungen auf
Forderungen und Zuführungen zu Rück-
stellungen für Eventualverbindlichkeiten
und Dotierung von Kreditrisiken sowie
Erträge aus der Auflösung von
Wertberichtigungen auf Forderungen und
Rückstellungen für Eventualverbind-
lichkeiten und für Kreditrisiken
-54.352.173,26
32.341
13/
14
Saldo aus Wertberichtigungen auf Wert-
papiere, die wie Finanzanlagen bewertet
sind und auf Beteiligungen und Anteile an
verbundenen Unternehmen sowie Erträge
aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere,
die wie Finanzanlagen bewertet sind
sowie auf Beteiligungen
-8.844.822,60
-981
V
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
121.489.102,44
144.331
15
Außerordentliche Erträge
0,00
92.869
darunter: Entnahmen aus dem Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00
0
16
Außerordentliche Aufwendungen
0,00
0
darunter: Zuweisungen zum Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00
0
17
Außerordentliches Ergebnis (Zwi-
schensumme aus Posten 15 und 16)
0,00
92.869
18
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-9.026.806,42
-10.895
darunter: aus latenten Steuern
-7.233.738,50
-8.122
19
Sonstige Steuern, soweit nicht in
Posten 18 auszuweisen
-3.645.368,80
-3.489
VI
JAHRESÜBERSCHUSS
108.816.927,22
222.816
20
Rücklagenbewegung
-78.460.233,97
-193.954
darunter: Dotierung der Haftrücklage
-2.855.000,00
-2.657
Auflösung der Haftrücklage
0,00
0
VII
JAHRESGEWINN
30.356.693,25
28.862
21
Gewinnvortrag
0,00
0
VIII
BILANZGEWINN
30.356.693,25
28.862
071
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
BWG Bankwesengesetz, BGBl 532/1993, i. d. g. F.
CRR Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013 i. d. g. F.
EBA European Banking Authority (Europäische Bankenaufsichtsbehörde)
EStG Einkommensteuergesetz 1988, BGBl 400/1988, i. d. g. F.
EZB Europäische Zentralbank
FMA Finanzmarktaufsicht
FBSchVG Fundierte Bankschuldverschreibungen Gesetz RGBI. 213/1905 i. d. g. F.
IAS International Accounting Standards
IFRS International Financial Reporting Standards
KStG Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl 401/1988, i. d. g. F.
PfandbrG Pfandbriefgesetz dRGBI I S 492/1927, i. d. g. F.
PfandBG Pfandbriefgesetz, BGBl I 199/2021, i. d. g. F.
UGB Unternehmensgesetzbuch, BGBl I 120/2005, i. d. g. F.
Der vorliegende Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Steiermark) wurde nach den Vorschriften des Bankwe-
sengesetzes (BWG), der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR – Capital Requirements Regulation) und – soweit anwendbar – nach den Vor-
schriften des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden bzw. anzuwendenden Fassung aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgte gemäß den Gliederungsvorschriften der Anlage 2 zu
Artikel I § 43 BWG.
Gemäß § 221 UGB ist die RLB Steiermark als große Kapitalgesellschaft einzustufen. Darüber hinaus ist die RLB Steiermark ein Unterneh-
men von öffentlichem Interesse gemäß § 43 Abs. 1a BWG i. V. m. § 189a UGB. Da zahlreiche Emissionen der RLB Steiermark an einer gere-
gelten Börse in der EU zugelassen sind, hat die RLB Steiermark gemäß § 59a BWG auch einen Konzernabschluss in Übereinstimmung mit
den International Financial Accounting Standards aufzustellen.
Als Kreditinstitut gemäß § 1 BWG unterliegt die RLB Steiermark der behördlichen Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA).
Die Offenlegung gemäß Teil 8 Art. 431-455 der CRR erfolgt auf Grundlage der konsolidierten Finanzlage der RLB-Stmk Verbund eGen in
ihrer Funktion als EWR-Mutterfinanzholding und ist auf der Homepage der RLB Steiermark einsehbar.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
072
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
A. Allgemeine Grundsätze
Der Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG wurde unter Anwendung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung
und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten und die Posten des Jahresabschlusses
unter Berücksichtigung ihres wirtschaftlichen Gehalts bilanziert. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden
wurde, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten oder für eine Gruppenbewertung (§ 209 Abs. 2 UGB) nicht
gegeben waren, der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Grundsatz der
Vorsicht wurde unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Bankgeschäftes insofern Rechnung getragen, als nur die am Abschluss-
stichtag realisierten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bilanzmäßig erfasst wurden.
Die Erstellung eines Jahresabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermö-
genswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen während der Be-
richtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Sind für die Bilanzierung und Bewertung Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, basieren diese auf historischen Erfahrungen und
anderen Faktoren wie Planungen und – nach jeweils aktuellem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger
Ereignisse. Die den Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Prüfung.
072
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
A. Allgemeine Grundsätze
Der Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG wurde unter Anwendung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung
und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten und die Posten des Jahresabschlusses
unter Berücksichtigung ihres wirtschaftlichen Gehalts bilanziert. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden
wurde, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten oder für eine Gruppenbewertung (§ 209 Abs. 2 UGB) nicht
gegeben waren, der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Grundsatz der
Vorsicht wurde unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Bankgeschäftes insofern Rechnung getragen, als nur die am Abschluss-
stichtag realisierten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bilanzmäßig erfasst wurden.
Die Erstellung eines Jahresabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermö-
genswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen während der Be-
richtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Sind für die Bilanzierung und Bewertung Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, basieren diese auf historischen Erfahrungen und
anderen Faktoren wie Planungen und – nach jeweils aktuellem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger
Ereignisse. Die den Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Prüfung.
073
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
B. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1. Währungsumrechnung
Die Fremdwährungsbeträge werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den von der Europäischen Zentralbank bekannt gegebenen Referenzkursen
des Bilanzstichtages umgerechnet. Für jene Fremdwährungspositionen, für die keine EZB-Referenzkurse veröffentlicht werden, werden die
Devisenmittelkurse von Referenzbanken herangezogen. Devisentermingeschäfte werden mit dem Terminkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
2. Wertpapiere
Für die Bewertung von Wertpapieren werden Börsenkurse oder am Markt beobachtbare Quotierungen von Handelsteilnehmern herangezo-
gen. Eine Bildung von Durchschnittskursen bei volatilen Kursen rund um den Abschlussstichtag wird nicht vorgenommen.
Sind aufgrund eines inaktiven Marktes keine adäquaten Marktdaten vorhanden, erfolgt die Kursermittlung anhand interner Bewertungsmo-
delle unter Zugrundelegung von Auf- und Abschlägen für Bonität, Handelbarkeit und Ausstattung.
Folgende Gründe führen zur Annahme eines inaktiven Marktes bei der Bewertung:
◼ es sind keine beobachtbaren Kurse vorhanden
◼ die Marktkurse sind nicht aktuell
◼ die Handelsaktivitäten sind eingebrochen
◼ wesentliche Ausweitung der bid/ask Spreads
2
2
.
.
1
1
.
.
Die dauernd dem Geschäftsbetrieb gewidmeten Wertpapiere des Anlagevermögens werden grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten
und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips bewertet. Das Wahlrecht, bei vo-
raussichtlich nicht dauerhaften Wertminderungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert abzuschreiben, wird nicht ausgeübt. Entsprechend
der allgemeinen Regelung des § 204 Abs. 2 UGB werden daher Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraus-
sichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt.
Bei Wegfall der Gründe für eine Abschreibung nach § 204 Abs. 2 UGB erfolgen Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 1 UGB bis zum aktuel-
len Kurswert, maximal jedoch bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bzw., wenn diese über dem Tilgungskurs liegen, bis zum
Tilgungskurs.
Über pari angeschaffte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens werden gemäß § 56 Abs. 2 BWG
effektivzinskonform auf den Rückzahlungsbetrag abgeschrieben, bei unter pari angeschafften Wertpapieren erfolgt eine effektivzinskonforme
Zuschreibung auf den Rückzahlungsbetrag. Wertpapiere, die dem Deckungsstock für Mündelgelder dienen, sind Anlagevermögen und wer-
den gemäß § 2 Abs. 3 der Mündelsicherheitsverordnung zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.
2
2
.
.
2
2
.
.
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden gemäß § 207 UGB zum strengen Niederstwertprinzip bewertet und bei Wertminderung auf
den niedrigeren Börsenkurs bzw. Marktpreis abgeschrieben. Ist ein solcher nicht feststellbar, erfolgt eine Abschreibung auf den beizulegen-
den Wert. Zuschreibungen erfolgen gemäß § 208 Abs. 1 UGB im Ausmaß der Wertaufholung bis zum aktuellen Kurswert, maximal jedoch
bis zu den Anschaffungskosten bzw., wenn diese über dem Tilgungskurs liegen, bis zum Tilgungskurs.
2
2
.
.
3
3
.
.
Wertpapiere des Handelsbestands werden gemäß § 57 Abs. 1 BWG zum beizulegenden Zeitwert („mark-to-market“) bewertet.
Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, welche gemäß den OeNB/EZB-Tender-
bedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bilanzrechtlich mit den in gleicher Höhe
aktivierten Aktivposten saldiert. Dies ist dadurch begründet, da sämtliche für eine Saldierung erforderlichen Voraussetzungen, insbesondere
die rechtliche Konfudierung nach Auslaufen des Repo-Geschäfts, erfüllt sind.
3. Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Der beizulegende Zeitwert ist jener Betrag, zu
dem Finanzinstrumente am Bilanzstichtag zu fairen Bedingungen verkauft oder gekauft werden können. Sofern Börsenkurse vorhanden
JAHRESFINANZBERICHT 2022
074
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
sind, werden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs werden interne Bewertungsmodelle – insbeson-
dere die Barwertmethode und Optionspreismodelle – mit aktuellen Marktparametern herangezogen.
Der Fair Value von Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Zinstermingeschäften wird auf Basis abgezinster Cashflows ermittelt, wobei je-
weils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Für die Ermittlung des Fair Value von in EURO besicherten Deri-
vaten wird als Diskontierungszinssatz der EONIA (Euro Over Night Index Average) herangezogen, da dieser der Verzinsung der entspre-
chenden Barsicherheiten entspricht.
Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Optionen werden zu Kurswerten oder mittels
anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen und
Zinsinstrumente die gängigen Black-Scholes-Modelle (marktbedingt wird aufgrund des aktuellen Zinsniveaus u. a. auch das Black-Scholes-
Normalmodell verwendet).
Bei der Modellbewertung von Derivaten muss auch das Kontrahentenrisiko anhand finanzwirtschaftlicher Methoden berücksichtigt werden,
sofern es für die Bewertung wesentlich ist. Dieses wird als Credit Value Adjustment (bei Überwiegen des Ausfallsrisikos der Gegenpartei)
oder Debt Value Adjustment (bei Überwiegen des eigenen Ausfallsrisikos) bezeichnet. Da das eigene Kreditrisiko bei der Ermittlung des
Credit- und Debt Value Adjustment mit besonderer Vorsicht zu berücksichtigen ist, wird bei den Derivaten des Bankbuchs ein Debt Value
Adjustment generell nicht berücksichtigt.
Bei Derivaten des Bankbuchs unterbleibt im Falle der Bildung von Bewertungseinheiten eine Buchung der Marktwerte. Auf Basis entspre-
chend dokumentierter Widmungen zu Beginn der Sicherungsbeziehungen werden geeignete und (annährend) gleiche derivative Finanzin-
strumente zu Gruppen zusammengefasst. Dabei wird auf die qualitative Eignung des abgesicherten Grundgeschäfts, das Vorliegen eines
Absicherungsbedarfs, das Bestehen einer Absicherungsstrategie sowie die qualitative Eignung des Derivats als Sicherungsinstrument Be-
dacht genommen.
Die derivativen Finanzinstrumente des Handelsbuchs werden generell mit ihren Marktwerten bilanziert, für freistehende Bankbuchderivate
mit negativem Marktwert und bei Ineffektivitäten von Sicherungsbeziehungen werden Rückstellungen gebildet.
Weitere Ausführungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten finden sich im Anhang unter Punkt C.23. Ergänzende Angaben zu Finan-
zinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m.
§ 64 Abs. 1 Z. 3 BWG.
4. Risikovorsorge
Bei der Bewertung des Kreditportefeuilles werden für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bei Kreditnehmern Einzelwertberich-
tigungen bzw. Rückstellungen gebildet. Bei signifikanten Kreditnehmern in Ausfall-Klassen erfolgt die Ermittlung der Höhe der Risikovor-
sorge durch Schätzung und Abzinsung der zukünftigen Cashflows (Discounted-Cashflow-Methode). Bei nicht signifikanten Kreditnehmern
in Ausfall-Klassen wird eine in Abhängigkeit der Ausfallsdauer pauschalierte Einzelwertberichtigung anhand von laufzeitabhängigen Verlust-
quoten gebildet.
Darüber hinaus werden auch Forderungen, bei denen in der Einzelbetrachtung keine Hinweise auf eingetretene Wertminderungen vorlie-
gen, im Rahmen einer pauschalen Betrachtung in Höhe des 12-Monats-ECL (Expected Credit Loss) wertberichtigt. Bei der Ermittlung der
Portfoliowertberichtigung für erwartete Kreditverluste werden gemäß § 201 Abs. 2 Z. 7 UGB statistisch ermittelte Erfahrungswerte aus ähn-
lich gelagerten Sachverhalten verwendet bzw. berücksichtigt. Die Höhe der Kreditverluste basiert auf Risikoparametern, die mittels statisti-
scher Verfahren aus historischen Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten unter Berücksichtigung von makroökonomischen Progno-
sewerten für die Zukunft (PiT-Parameter) ermittelt werden.
Die Risikoparameter, die bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste zum Einsatz kommen, berücksichtigen die am Bilanzstichtag
verfügbaren Informationen über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Bedingungen und Prognosen über künftige wirtschaftliche Entwick-
lungen. Alle Modelle zur Schätzung der Risikoparameter werden tourlich einer Validierung und einem Backtesting unterzogen und gegebe-
nenfalls angepasst bzw. weiterentwickelt. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass andere makroökonomische Faktoren in die Modelle
Eingang finden, um weiterhin die Güte des Modells zu gewährleisten. Im Rahmen von staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen (und von
dritter Seite) eingeräumte Garantien und Sicherheiten werden bei der Bemessung der erwarteten Kreditverluste berücksichtigt.
074
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
sind, werden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs werden interne Bewertungsmodelle – insbeson-
dere die Barwertmethode und Optionspreismodelle – mit aktuellen Marktparametern herangezogen.
Der Fair Value von Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Zinstermingeschäften wird auf Basis abgezinster Cashflows ermittelt, wobei je-
weils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Für die Ermittlung des Fair Value von in EURO besicherten Deri-
vaten wird als Diskontierungszinssatz der EONIA (Euro Over Night Index Average) herangezogen, da dieser der Verzinsung der entspre-
chenden Barsicherheiten entspricht.
Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Optionen werden zu Kurswerten oder mittels
anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen und
Zinsinstrumente die gängigen Black-Scholes-Modelle (marktbedingt wird aufgrund des aktuellen Zinsniveaus u. a. auch das Black-Scholes-
Normalmodell verwendet).
Bei der Modellbewertung von Derivaten muss auch das Kontrahentenrisiko anhand finanzwirtschaftlicher Methoden berücksichtigt werden,
sofern es für die Bewertung wesentlich ist. Dieses wird als Credit Value Adjustment (bei Überwiegen des Ausfallsrisikos der Gegenpartei)
oder Debt Value Adjustment (bei Überwiegen des eigenen Ausfallsrisikos) bezeichnet. Da das eigene Kreditrisiko bei der Ermittlung des
Credit- und Debt Value Adjustment mit besonderer Vorsicht zu berücksichtigen ist, wird bei den Derivaten des Bankbuchs ein Debt Value
Adjustment generell nicht berücksichtigt.
Bei Derivaten des Bankbuchs unterbleibt im Falle der Bildung von Bewertungseinheiten eine Buchung der Marktwerte. Auf Basis entspre-
chend dokumentierter Widmungen zu Beginn der Sicherungsbeziehungen werden geeignete und (annährend) gleiche derivative Finanzin-
strumente zu Gruppen zusammengefasst. Dabei wird auf die qualitative Eignung des abgesicherten Grundgeschäfts, das Vorliegen eines
Absicherungsbedarfs, das Bestehen einer Absicherungsstrategie sowie die qualitative Eignung des Derivats als Sicherungsinstrument Be-
dacht genommen.
Die derivativen Finanzinstrumente des Handelsbuchs werden generell mit ihren Marktwerten bilanziert, für freistehende Bankbuchderivate
mit negativem Marktwert und bei Ineffektivitäten von Sicherungsbeziehungen werden Rückstellungen gebildet.
Weitere Ausführungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten finden sich im Anhang unter Punkt C.23. Ergänzende Angaben zu Finan-
zinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m.
§ 64 Abs. 1 Z. 3 BWG.
4. Risikovorsorge
Bei der Bewertung des Kreditportefeuilles werden für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bei Kreditnehmern Einzelwertberich-
tigungen bzw. Rückstellungen gebildet. Bei signifikanten Kreditnehmern in Ausfall-Klassen erfolgt die Ermittlung der Höhe der Risikovor-
sorge durch Schätzung und Abzinsung der zukünftigen Cashflows (Discounted-Cashflow-Methode). Bei nicht signifikanten Kreditnehmern
in Ausfall-Klassen wird eine in Abhängigkeit der Ausfallsdauer pauschalierte Einzelwertberichtigung anhand von laufzeitabhängigen Verlust-
quoten gebildet.
Darüber hinaus werden auch Forderungen, bei denen in der Einzelbetrachtung keine Hinweise auf eingetretene Wertminderungen vorlie-
gen, im Rahmen einer pauschalen Betrachtung in Höhe des 12-Monats-ECL (Expected Credit Loss) wertberichtigt. Bei der Ermittlung der
Portfoliowertberichtigung für erwartete Kreditverluste werden gemäß § 201 Abs. 2 Z. 7 UGB statistisch ermittelte Erfahrungswerte aus ähn-
lich gelagerten Sachverhalten verwendet bzw. berücksichtigt. Die Höhe der Kreditverluste basiert auf Risikoparametern, die mittels statisti-
scher Verfahren aus historischen Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten unter Berücksichtigung von makroökonomischen Progno-
sewerten für die Zukunft (PiT-Parameter) ermittelt werden.
Die Risikoparameter, die bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste zum Einsatz kommen, berücksichtigen die am Bilanzstichtag
verfügbaren Informationen über vergangene Ereignisse, gegenwärtige Bedingungen und Prognosen über künftige wirtschaftliche Entwick-
lungen. Alle Modelle zur Schätzung der Risikoparameter werden tourlich einer Validierung und einem Backtesting unterzogen und gegebe-
nenfalls angepasst bzw. weiterentwickelt. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass andere makroökonomische Faktoren in die Modelle
Eingang finden, um weiterhin die Güte des Modells zu gewährleisten. Im Rahmen von staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen (und von
dritter Seite) eingeräumte Garantien und Sicherheiten werden bei der Bemessung der erwarteten Kreditverluste berücksichtigt.
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STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Für die PiT-Parameterschätzung wurde in der COVID-Krise eine sogenannte „Krisenschätzung“ eingeführt, wobei makroökonomische Fak-
toren aus der Zeit der Pandemie auch bei späteren PiT-Parameterschätzungen verwendet wurden. Um einen stetigen Übergang von der
Krisenschätzung hin zur PiT-Standardschätzung zu gewährleisten, hat sich die RLB Steiermark dazu entschieden, ein sogenanntes Pha-
sing-Out aus der Krisenschätzung anzuwenden.
Dazu wird ein Parameterset mit der Krisenschätzung (Verwendung makroökonomischer Faktoren aus der Zeit der Pandemie) und ein Para-
meterset mit der Standardschätzung (Verwendung aktueller makroökonomischer Faktoren) erstellt. Die beiden Sets werden mit einer defi-
nierten Gewichtung zusammengeführt, wobei der Einfluss der Krisenschätzung schrittweise abnimmt und jener der Standardschätzung
schrittweise zunimmt, womit eine vollständige Rückkehr zur Standardschätzung gewährleistet ist.
Management Overlay
Aufgrund der aktuellen Krisenherde (Russland / Ukraine Krieg, Energiepreiskrise, Inflation, Zinsentwicklung) ist der weitere Verlauf der wirt-
schaftlichen Entwicklung und somit die Entwicklung der Kreditnehmer weiterhin sehr unsicher. Um eine adäquate Abbildung der Risikovorsor-
gen zu gewährleisten, wurde im Geschäftsjahr 2022 (erstmalig) ein sogenanntes Management Overlay durchgeführt. Im Rahmen dessen
wurden Teilportfolien (Branchen) definiert, die von den Krisen und den daraus resultierenden Entwicklungen als betroffen eingestuft werden
und somit ein erhöhtes Kreditrisiko besteht. Aufgrund dieser Herleitung wurde bei sämtlichen in das Management Overlay einbezogenen
Kunden eine Ratingverschlechterung in Abhängigkeit der Betroffenheit für die Berechnung der Pauschalwertberichtigung zu Grunde gelegt.
Der aus dem Management Overlay resultierende aufwandswirksame Effekt beträgt 12,0 Mio. EUR. Per 31. Dezember 2022 betragen die
insgesamt (d.h. inklusive Management Overlay) auf Portfoliobasis gebildeten Kreditrisikovorsorgen 27,3 Mio. EUR nach 25,6 Mio. EUR zum
31. Dezember 2021.
5. Vertragsanpassungen (Modifikationen)
Eine Modifikation liegt vor, wenn ein Vertrag angepasst wird, ohne dass diese Möglichkeit zur Anpassung vorher im Vertrag festgelegt
wurde. Im Sinne einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist zwischen erheblichen (substanziellen) und nicht erheblichen (nicht substanzi-
ellen) Vertragsanpassungen zu unterscheiden.
Eine erhebliche (substanzielle) Vertragsanpassung liegt in der RLB Steiermark bspw. bei einem Währungs- oder Schuldnerwechsel (=quali-
tative Kriterien) vor und führt zur Ausbuchung des alten Vermögensgegenstands (Kredits) und zum Ansatz eines neuen Vermögensgegen-
stands, wobei die Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert des neuen (modifizierten) Vermögensgegenstands entsprechen. Wenn
sich der Buchwert des (alten) Schuldinstruments vor Vertragsanpassung vom beizulegenden Zeitwert nach der Vertragsanpassung unter-
scheidet, kommt es zu einem erfolgswirksamen Abgangsergebnis. Erfolgt eine erhebliche Vertragsanpassung aus Bonitätsgründen, ergibt
sich i. d. R. kein Abgangsergebnis, da zuvor eine Wertberichtigung erfasst wird, um den Vermögensgegenstand mit dem niedrigeren beizu-
legenden Wert
anzusetzen.
Bei einer nicht erheblichen (nicht substanziellen) Vertragsanpassung erfolgt eine Bewertung des Schuldinstruments nach den allgemeinen
unternehmensrechtlichen Grundsätzen (§§ 204 und 207 UGB). Eine Ausbuchung des Schuldinstruments wird nicht vorgenommen. Statt-
dessen kommt es unter Berücksichtigung des imparitätischen Realisationsprinzips zu einer erfolgswirksamen Buchwertanpassung, welche
als Wertminderung gebucht wird. Modifikationsverluste infolge von bonitätsinduzierten Vertragsanpassungen – das sind insbesondere Kre-
ditforderungen, bei denen es zu einer Vertragsanpassung aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten des Kreditnehmers kommt – werden auf-
wandswirksam berücksichtigt und innerhalb der GuV-Position 11/12 ausgewiesen. Die Amortisierung dieser Beträge wird ebenfalls inner-
halb der GuV-Position 11/12 dargestellt.
Marktinduzierte Modifikationsverluste (Vertragsanpassungen aufgrund von „commercial renegotiations“) werden als entgangene Gewinne
und nicht als Wertminderung angesehen. Der Barwertunterschied (vor und nach Vertragsanpassung) wird daher unternehmensrechtlich
nicht berücksichtigt.
6. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 und 2 BWG
Im vorliegenden Jahresabschluss wird vom Bewertungswahlrecht gemäß § 57 Abs. 1 und 2 BWG Gebrauch gemacht.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
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7. Beteiligungen
Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht anhaltende Verluste, ein verringertes Eigenkapital und/oder ein vermin-
derter Ertragswert eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich machen. Für die wichtigsten Beteiligungen wird der
beizulegende Wert mittels Unternehmenswertgutachten (i. S. der AFRAC-Stellungnahme „24 Beteiligungsbewertung (UGB)“) ermittelt.
Für die Bewertung werden die Discounted Cashflow (DCF)-Methode und vereinfachte Verfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes
angewendet. Das DCF-Verfahren ermittelt den Unternehmenswert durch das Abzinsen von zukünftigen Cashflows. Der hierbei verwendete
Kapitalisierungszinssatz setzt sich aus einem Basiszinssatz und einem Risikozuschlag zusammen, der jährlich an die Marktbedingungen
angepasst wird.
Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 1 UGB werden bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für die dau-
ernde Wertminderung weggefallen sind.
8. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 UGB
werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.
Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
von bis
Immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens 4 5 Jahre
Gebäude 10 67 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 20 Jahre
Die Abschreibungssätze bewegen sich bei den unbeweglichen Sachanlagen von 1,5 % bis 10 % und bei den beweglichen Sachanlagen
von 5 % bis 33,33 %.
Die sogenannte „COVID-19 Investitionsprämie“ aus den Geschäftsjahren 2020 und 2021 stellt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss dar und
wird in der RLB Steiermark, durch Einstellen eines eigenen Postens auf der Passivseite, brutto ausgewiesen. Dem Charakter eines Rech-
nungsabgrenzungspostens folgend, wird der Zuschuss innerhalb des Postens „Passive Rechnungsabgrenzung" dargestellt. Die Auflösung
des Investitionszuschusses entsprechend der Nutzungsdauer der Investitionen erfolgt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung innerhalb der
Position „Sonstige betriebliche Erträge".
9. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, welche gemäß den OeNB/EZB-Tender-
bedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bilanzrechtlich mit den in gleicher Höhe
aktivierten Aktivposten saldiert. Dies ist dadurch begründet, da sämtliche für eine Saldierung erforderlichen Voraussetzungen, insbesondere
die rechtliche Konfudierung nach Auslaufen des Repo-Geschäfts, erfüllt sind.
10. Kosten eigener Emissionen
Emissionskosten, Zuzählungsprovisionen, Agio bzw. Disagio werden nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Emissionen verteilt.
11. Rückstellungen
Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19 –
Employee Benefits – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) ermittelt.
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7. Beteiligungen
Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht anhaltende Verluste, ein verringertes Eigenkapital und/oder ein vermin-
derter Ertragswert eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich machen. Für die wichtigsten Beteiligungen wird der
beizulegende Wert mittels Unternehmenswertgutachten (i. S. der AFRAC-Stellungnahme „24 Beteiligungsbewertung (UGB)“) ermittelt.
Für die Bewertung werden die Discounted Cashflow (DCF)-Methode und vereinfachte Verfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes
angewendet. Das DCF-Verfahren ermittelt den Unternehmenswert durch das Abzinsen von zukünftigen Cashflows. Der hierbei verwendete
Kapitalisierungszinssatz setzt sich aus einem Basiszinssatz und einem Risikozuschlag zusammen, der jährlich an die Marktbedingungen
angepasst wird.
Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 1 UGB werden bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für die dau-
ernde Wertminderung weggefallen sind.
8. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 UGB
werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.
Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
von
bis
Immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens
4
5
Jahre
Gebäude
10
67
Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung
3
20
Jahre
Die Abschreibungssätze bewegen sich bei den unbeweglichen Sachanlagen von 1,5 % bis 10 % und bei den beweglichen Sachanlagen
von 5 % bis 33,33 %.
Die sogenannte „COVID-19 Investitionsprämie“ aus den Geschäftsjahren 2020 und 2021 stellt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss dar und
wird in der RLB Steiermark, durch Einstellen eines eigenen Postens auf der Passivseite, brutto ausgewiesen. Dem Charakter eines Rech-
nungsabgrenzungspostens folgend, wird der Zuschuss innerhalb des Postens „Passive Rechnungsabgrenzung" dargestellt. Die Auflösung
des Investitionszuschusses entsprechend der Nutzungsdauer der Investitionen erfolgt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung innerhalb der
Position „Sonstige betriebliche Erträge".
9. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, welche gemäß den OeNB/EZB-Tender-
bedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bilanzrechtlich mit den in gleicher Höhe
aktivierten Aktivposten saldiert. Dies ist dadurch begründet, da sämtliche für eine Saldierung erforderlichen Voraussetzungen, insbesondere
die rechtliche Konfudierung nach Auslaufen des Repo-Geschäfts, erfüllt sind.
10. Kosten eigener Emissionen
Emissionskosten, Zuzählungsprovisionen, Agio bzw. Disagio werden nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Emissionen verteilt.
11. Rückstellungen
Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19 –
Employee Benefits – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) ermittelt.
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JAHRESFINANZBERICHT 2022
Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden bei sämtlichen Sozialkapitalrückstellungen die „AVÖ 2018-P-Rechtsgrundlagen für die
Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
11.1. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen
Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurde ein Rechnungszinssatz von 3,70 % (Vorjahr: 0,60 %)
zugrunde gelegt. Der Pensionstrend wurde mit durchschnittlich 3,40 % (Vorjahr: 2,23 %) angenommen. Der Personenkreis, für welchen eine
Pensionsrückstellung gebildet wird, umfasst ausschließlich Pensionisten.
11.2. Rückstellung für Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder
Für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder (25 und 35 Dienstjahre) gelangten ein Rechnungszinssatz von
3,60 % (Vorjahr: 0,40 %) sowie eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 4,00 % p.a. (Vorjahr: 2,70 %) zur Anwendung. Darüber hinaus
wurden bei der Berechnung individuell ermittelte, jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten berücksichtigt.
Bei Frauen und Männern wurde ein Pensionsantrittsalter von 62 Jahren (Vorjahr: 62 Jahre) unter Beachtung der Übergangsbestimmungen
laut Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl. I Nr. 111/2010 vom 30.12.2010) und des „BVG Altersgrenzen“ (BGBl. Nr. 832/1992; Bundesverfas-
sungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten) zugrunde gelegt.
11.3. Übrige Rückstellungen
In den übrigen Rückstellungen sind unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie
der Höhe und dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach bestmöglicher Schätzung erforder-
lich sind. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt grundsätzlich eine Abzinsung zum marktüblichen Zinssatz.
12. Latente Steuern
Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellun-
gen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Jahren voraussichtlich abbauen, werden nach dem „Tem-
porary“-Konzept berechnet und bei einer sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung als aktive latente Steuern in der Bilanz ange-
setzt. Bei einer sich daraus ergebenden Steuerbelastung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung für passive latente Steuern. Die Bewertung
der Differenzen erfolgt mit jenem Steuersatz, der im Zeitpunkt der voraussichtlichen Steuerbe- bzw. entlastung anzuwenden ist. Die ausge-
wiesenen Posten werden aufgelöst, soweit die Steuerent- oder -belastung eintritt oder damit nicht mehr zu rechnen ist.
13. Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Zinserträge und Zinsaufwendungen
Positive wie negative Entgelte aus der Kapitalüberlassung werden in den Zinserträgen, positive wie negative Entgelte aus der Kapitalauf-
nahme werden unter den Zinsaufwendungen dargestellt. Dementsprechend werden negative Zinszahlungen auf Aktivgeschäfte im Zinsertrag
(als Reduktion des Zinsertrages) erfasst, negative Zinszahlungen auf Passivgeschäfte im Zinsaufwand (als Reduktion des Zinsaufwandes).
Entsprechend der AFRAC-Stellungnahme 15 „Derivate und Sicherungsinstrumente (UGB)" werden Erfolge aus einem Derivat, welches in
einer Sicherungsbeziehung steht, in jenem Posten ausgewiesen, in welchem auch die Erfolge des Grundgeschäftes ausgewiesen werden.
Die RLB Steiermark nimmt die Möglichkeit an der Teilnahme des begünstigten EZB-Tenders (TLTRO III, Targeted Longer-Term Refinancing
Operation) in Anspruch. Für die Zinsberechnung bzw. Periodenabgrenzung wird auf den historischen Durchschnittszins für die Einlagenfazilität
vom Vertragsbeginn bis zum Bilanzstichtag abgestellt.
Gebühren mit Zinscharakter, die nach dem Zeitablauf oder der Höhe der Forderung berechnet werden, werden gemäß § 52 Abs. 1 Z. 4 BWG
als Zinsen und ähnliche Erträge ausgewiesen. Demgegenüber werden Gebühren mit Dienstleistungscharakter in den Provisionserträgen
dargestellt.
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STEIERMARK 2022
C. Erläuterungen zu Bilanzpositionen
1. Nicht täglich fällige Forderungen gegenüber Kreditinstituten und
Nichtbanken gem. § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG
Forderungen gegenüber Kreditinstituten in TEUR 2022 2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate 593.334 408.647
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 360.108 203.386
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 582.868 1.034.717
mehr als 5 Jahre 257.982 190.061
Forderungen gegenüber Nichtbanken in TEUR 2022 2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate 378.077 343.100
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 675.987 548.090
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 2.123.371 2.068.683
mehr als 5 Jahre 3.765.084 3.437.292
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, Portfoliowertberichtigungen sowie
der Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG.
2. Im Jahr 2023 fällige Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
In TEUR 2022 2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 425.543 314.653
Begebene Schuldverschreibungen 553.000 158.470
3. Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 10 BWG
Börsennotierte Wertpapiere in TEUR 2022 2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.934.517 3.895.386
Beteiligungen 806.505 806.826
Sämtliche zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börsennotiert.
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STEIERMARK 2022
C. Erläuterungen zu Bilanzpositionen
1. Nicht täglich fällige Forderungen gegenüber Kreditinstituten und
Nichtbanken gem. § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG
Forderungen gegenüber Kreditinstituten in TEUR
2022
2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
593.334
408.647
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr
360.108
203.386
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren
582.868
1.034.717
mehr als 5 Jahre
257.982
190.061
Forderungen gegenüber Nichtbanken in TEUR
2022
2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
378.077
343.100
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr
675.987
548.090
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren
2.123.371
2.068.683
mehr als 5 Jahre
3.765.084
3.437.292
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, Portfoliowertberichtigungen sowie
der Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG.
2. Im Jahr 2023 fällige Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
In TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
425.543
314.653
Begebene Schuldverschreibungen
553.000
158.470
3. Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 10 BWG
Börsennotierte Wertpapiere in TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
1.934.517
3.895.386
Beteiligungen
806.505
806.826
Sämtliche zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börsennotiert.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, wel-
che gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bi-
lanzrechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden innerhalb der Aktivposition „Schuldverschreibun-
gen und andere festverzinsliche Wertpapiere“ Retained Covered Bonds in Höhe von 1.925.000 TEUR ausgewiesen.
4. Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere – Art der Bewertung gem. § 64 Abs. 1 Z. 11 BWG
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen – Bankbuch bzw. Handelsbuch – richtet sich im jeweiligen Einzelfall nach der Entschei-
dung der zuständigen Gremien. Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden dem Anlagever-
mögen gewidmet. Wertpapiere, die nicht zu den Finanzanlagen zählen, werden dem Umlaufvermögen zugeordnet.
Anlagevermögen in TEUR 2022 2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.421.773 1.233.695
Umlaufvermögen inkl. Handelsbuch in TEUR 2022 2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 512.745 2.661.691
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, wel-
che gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bi-
lanzrechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden im innerhalb der Aktivposition „Schuldverschrei-
bungen und andere festverzinsliche Wertpapiere“ Retained Covered Bonds (Umlaufvermögen) in Höhe von 1.925.000 TEUR ausgewiesen.
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG führt ein Handelsbuch im Sinne von Artikel 103 f der Verordnung (EU) Nr. 575/2013. Die Markt-
werte der darin enthaltenen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
In TEUR 2022 2021
Wertpapiere 12.907
52.033
Derivative Finanzinstrumente 290.321 130.148
hievon positive Marktwerte 147.189 60.712
hievon negative Marktwerte 143.132 69.436
Das Volumen (Nominalwert) der derivativen Finanzinstrumente beträgt 3.475.683 TEUR (Vorjahr: 3.869.630 TEUR). Siehe diesbezüglich
auch die Anhangangaben zu Punkt C. 23.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
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STEIERMARK 2022
5. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 2 und 3 BWG bei festverzinslichen
Wertpapieren des Finanzanlagevermögens
In TEUR 2022 2021
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem niedrigeren
Rückkaufswert
10.708 14.193
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Rückkaufswert 6.000 5.507
6. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 4 und 5 BWG der zum Börsenhandel zugelassenen
Wertpapiere des Umlaufvermögens – Bankbuch bzw. Handelsbuch
In TEUR 2022 2021
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der
zu Anschaffungskosten bilanzierten Wertpapiere
140 33.101
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der
zu Marktwerten bilanzierten Wertpapiere
0 13
7. Unterschiedsbetrag zwischen Kurswert und Buchwert bei Wertpapieren auf einem inaktiven Markt
Im Zuge des Überprüfungsprozesses, ob Indizien für einen inaktiven Markt vorliegen, werden sämtliche Wertpapiere einzeln betrachtet.
Nachfolgend wird der Unterschiedsbetrag jener Titel dargestellt, bei denen der Kurswert über dem Buchwert der Wertpapiere liegt:
In TEUR 2022 2021
Anlagevermögen 5.240 23.027
Umlaufvermögen 0 1.593
Der Unterschiedsbetrag jener Wertpapiere, bei denen der Kurswert unter dem Buchwert liegt, stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2022 2021
Anlagevermögen 40.780 1.546
Umlaufvermögen 0 0
080
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
5. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 2 und 3 BWG bei festverzinslichen
Wertpapieren des Finanzanlagevermögens
In TEUR
2022
2021
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem niedrigeren
Rückkaufswert
10.708
14.193
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Rückkaufswert
6.000
5.507
6. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 4 und 5 BWG der zum Börsenhandel zugelassenen
Wertpapiere des Umlaufvermögens – Bankbuch bzw. Handelsbuch
In TEUR
2022
2021
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der
zu Anschaffungskosten bilanzierten Wertpapiere
140
33.101
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der
zu Marktwerten bilanzierten Wertpapiere
0
13
7. Unterschiedsbetrag zwischen Kurswert und Buchwert bei Wertpapieren auf einem inaktiven Markt
Im Zuge des Überprüfungsprozesses, ob Indizien für einen inaktiven Markt vorliegen, werden sämtliche Wertpapiere einzeln betrachtet.
Nachfolgend wird der Unterschiedsbetrag jener Titel dargestellt, bei denen der Kurswert über dem Buchwert der Wertpapiere liegt:
In TEUR
2022
2021
Anlagevermögen
5.240
23.027
Umlaufvermögen
0
1.593
Der Unterschiedsbetrag jener Wertpapiere, bei denen der Kurswert unter dem Buchwert liegt, stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Anlagevermögen
40.780
1.546
Umlaufvermögen
0
0
081
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
8. Beteiligungen
Der Bilanzwert der Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen beträgt unter Berücksichtigung von Zu- und Abgängen sowie
Bewertungen zum 31.12.2022 insgesamt 987,7 Mio. EUR nach 988,0 Mio. EUR im Vorjahr. Darin enthalten ist die aus wirtschaftlicher Sicht
wesentlichste Beteiligung an unserem Zentralinstitut, der Raiffeisen Bank International AG, mit einem Buchwert von 806,5 Mio. EUR (Vor-
jahr: 806,8 Mio. EUR). Das Geschäftsjahr 2022 war für die RBI, insbesondere aufgrund ihrer Präsenz in der Ukraine, Russland und Belarus,
ein besonders herausforderndes Jahr. Trotz dieser sehr schwierigen Rahmenbedingungen konnte die RBI ein Konzernergebnis von
3,6 Mrd. EUR erzielen. Zurückzuführen ist dieses neben starken Kernerträgen in der gesamten Gruppe u.a. auf den Verkauf der Raiffeisen-
bank (Bulgaria) EAD. Trotz dieses hervorragenden Ergebnisses wurde aufgrund des Kriegs zwischen Ukraine und Russland und der damit
verbundenen Unsicherheiten auf die weitere Entwicklung der RBI-Gruppe ein Wertminderungstest der Beteiligung im Geschäftsjahr 2022
durchgeführt. Die Unternehmensbewertung der RBI wurde auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cashflows (Discounted Cashflow-
Verfahren) der Konzernunternehmen unter Berücksichtigung der für Verwendungszwecke in der Bilanzierung nötigen Anpassungen ermit-
telt. Dabei führten makroökonomische Faktoren sowie Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zu einer Erhö-
hung der Planungsunsicherheit. Der Gesamtwert der RBI-Gruppe resultiert einerseits aus der Wertkomponente Kerngeschäft (RBI-Gruppe
exkl. Russland) und andererseits aus der Wertkomponente Netzwerkbank Russland. Die Bewertung enthält jeweils drei Szenarien (Low, Mid
und High Case). Das Mid Case-Szenario stellt den Erwartungswert dar, weshalb dieses Szenario für die Berechnung des beizulegenden
Wertes herangezogen wurde. Bei der Bewertung der Netzwerkbank Russland wurden sowohl die erhöhten Unsicherheiten mittels Verwen-
dung eines separaten, risikoadäquaten Eigenkapitalkostensatzes als auch die aktuell vorliegenden Ausschüttungsbeschränkungen berück-
sichtigt. Auf Basis dieser Bewertung kam es zu einer geringfügigen außerplanmäßigen Abschreibung des Beteiligungsansatzes i.H.v.
0,3 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).
Aufgrund des fortdauernden Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheit auf die weitere Entwicklung der RBI-Gruppe
werden seitens der RBI alle strategischen Optionen für die Zukunft der Raiffeisenbank in Russland bis hin zu einem sorgfältig gesteuerten
Ausstieg geprüft. Aktuell werden insbesondere ein Verkauf oder eine Abspaltung in voller Übereinstimmung mit den lokalen und internatio-
nalen Gesetzen und Vorschriften und in Absprache mit den jeweils zuständigen Behörden weiterverfolgt. Bis zur Aufstellung des vorliegen-
den Jahresabschlusses kam es diesbezüglich jedoch zu keinen Beschlüssen. Aus den vorliegenden Informationen ergeben sich in diesem
Zusammenhang keine Auswirkungen auf die für die Bilanzierung zum 31.12.2022 getroffenen Bewertungsannahmen.
Weiters ist die RLB Steiermark mit 16,65 % an der RLB-Stmk Verwaltung eGen beteiligt. Die im Vorjahr noch bestehende (direkte) Rückbe-
teiligung (2,79 %) an der RLB Steiermark besteht zum Bilanzstichtag nicht mehr.
Die Angaben über Beteiligungsunternehmen gemäß §
238 Abs. 1 Z. 4 UGB sind der Anlage 1 des Anhangs zu entnehmen.
9. Aufgliederung der in den Aktivposten 2 bis 5 enthaltenen verbrieften und unverbrieften
Forderungen gem. § 45 BWG an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
(§ 45 Abs. 1 Z. 2 BWG), und an verbundenen Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 1 BWG)
Beteiligungsunternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 2 BWG) in TEUR 2022 2021
Forderungen an Kreditinstitute 1.816.944 1.904.154
(hievon nachrangig)
0 0
Forderungen an Kunden 125.929 125.605
(hievon nachrangig) 0 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 512.508 364.934
(hievon nachrangig) 41.222 24.520
Verbundene Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 1 BWG) in TEUR 2022 2021
Forderungen an Kunden 196.362 168.370
JAHRESFINANZBERICHT 2022
082
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
10. Anlagevermögen gem. § 226 Abs. 1 UGB
Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage 2) ersichtlich.
In TEUR 2022 2021
Grundwert der bebauten Grundstücke 1.552 1.552
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von nicht in der Bilanz ausgewiesenen Sachanlagen (Miet- und Leasingverpflichtungen) betragen im
folgenden Geschäftsjahr 8.448 TEUR (Vorjahr: 7.711 TEUR) und für die folgenden 5 Geschäftsjahre 41.849
TEUR (Vorjahr: 37.268 TEUR).
11. Wesentliche sonstige Vermögenswerte gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG und § 225 Abs. 3 UGB
Vermögenswerte in TEUR 2022 2021
Positive Marktwerte von derivativen Finanzgeschäften des Handelsbuchs 147.443 58.676
Zahlungsaufträge in Abwicklung
133.609 115.172
12. Aktive latente Steuern
Die aktiven und passiven latenten Steuern wurden auf Unterschiede zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz
zum Bilanzstichtag für folgende Positionen gebildet:
In TEUR 2022 2021
Aktiva
Risikovorsorge
*)
-102.548 -105.955
Aktien und andere festverzinsliche Wertpapiere -4.699 -4.699
Beteiligungen -365 -639
Sachanlagen -276 -277
offene Siebentelabschreibung iSd § 12 Abs. 3 Z. 2 KStG -476 -790
offene Fünftel aus Abfertigungen iSd § 124b Z. 68 EStG -2.728 -2.615
Summe -111.092 -114.975
*)
inkl. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 BWG und Portfoliowertberichtigung
In TEUR 2022 2021
Passiva
Verbindlichkeiten Kunden
65 65
Sonstige Verbindlichkeiten 245 293
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 29.463 38.530
Sonstige Rückstellungen 9.422 13.647
Summe 39.195 52.535
Buchwert UGB < Buchwert Steuerrecht ist mit negativem Vorzeichen gekennzeichnet.
Buchwert UGB > Buchwert Steuerrecht ist mit positivem Vorzeichen gekennzeichnet.
082
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
10. Anlagevermögen gem. § 226 Abs. 1 UGB
Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage 2) ersichtlich.
In TEUR
2022
2021
Grundwert der bebauten Grundstücke
1.552
1.552
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von nicht in der Bilanz ausgewiesenen Sachanlagen (Miet- und Leasingverpflichtungen) betragen im
folgenden Geschäftsjahr 8.448 TEUR (Vorjahr: 7.711 TEUR) und für die folgenden 5 Geschäftsjahre 41.849 TEUR (Vorjahr: 37.268 TEUR).
11. Wesentliche sonstige Vermögenswerte gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG und § 225 Abs. 3 UGB
Vermögenswerte in TEUR
2022
2021
Positive Marktwerte von derivativen Finanzgeschäften des Handelsbuchs
147.443
58.676
Zahlungsaufträge in Abwicklung
133.609
115.172
12. Aktive latente Steuern
Die aktiven und passiven latenten Steuern wurden auf Unterschiede zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz
zum Bilanzstichtag für folgende Positionen gebildet:
In TEUR
2022
2021
Aktiva
Risikovorsorge
*)
-102.548
-105.955
Aktien und andere festverzinsliche Wertpapiere
-4.699
-4.699
Beteiligungen
-365
-639
Sachanlagen
-276
-277
offene Siebentelabschreibung iSd § 12 Abs. 3 Z. 2 KStG
-476
-790
offene Fünftel aus Abfertigungen iSd § 124b Z. 68 EStG
-2.728
-2.615
Summe
-111.092
-114.975
*)
inkl. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 BWG und Portfoliowertberichtigung
In TEUR
2022
2021
Passiva
Verbindlichkeiten Kunden
65
65
Sonstige Verbindlichkeiten
245
293
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen
29.463
38.530
Sonstige Rückstellungen
9.422
13.647
Summe
39.195
52.535
Buchwert UGB < Buchwert Steuerrecht ist mit negativem Vorzeichen gekennzeichnet.
Buchwert UGB > Buchwert Steuerrecht ist mit positivem Vorzeichen gekennzeichnet.
083
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die Bewertung der Differenzen erfolgt gemäß § 198 Abs. 10 UGB mit jenem Steuersatz, der im Zeitpunkt der voraussichtlichen Steuerbe-
bzw. entlastung anzuwenden ist. Dieser beträgt für das Kalenderjahr 2023 24 % und ab dem Kalenderjahr 2024 23 % (Vorjahr: 25 %). Unter
Anwendung dieser gesetzlichen Bestimmung ergeben sich folgende latente Steuern:
In TEUR 2022 2021
daraus resultierende aktive latente Steuer
aus Aktivposten
25.761 28.921
aus Passivposten 9.047 13.134
abzüglich: Saldierung mit passiven latenten Steuern aus Aktivposten
aus Aktivposten -163 -177
aus Passivposten -1 0
Stand aktive latente Steuer 34.644 41.877
Die aktiven latenten Steuern (nach Saldierung) entwickelten sich wie folgt:
In TEUR
Stand aktive latente Steuern zum 31.12.2021 41.877
Veränderung laufende Periode -7.233
Stand aktive latente Steuern zum 31.12.2022 34.644
13. Nicht täglich fällige Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken
gem. § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG
Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten in TEUR 2022 2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
1.173.840 869.337
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 1.934.491 207.789
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 1.145.427 3.965.834
mehr als 5 Jahre 377.518 532.850
JAHRESFINANZBERICHT 2022
084
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Verpflichtungen gegenüber Nichtbanken in TEUR 2022 2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
406.948 615.784
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 282.546 198.583
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 262.782 387.061
mehr als 5 Jahre 654.410 680.234
Eigene Emissionen (inkl. Ergänzungskapital) in TEUR 2022 2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
571.545 118.696
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 175.698 359.312
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 1.023.948 2.408.495
mehr als 5 Jahre 2.220.796 3.137.981
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, welche
gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bilanz-
rechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden Retained Covered Bonds in Höhe von 2.175.000 TEUR
innerhalb der verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen.
14. In den Passivposten 1, 2, 3 und 7 enthaltene verbriefte und unverbriefte Verbindlichkeiten
an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG), und an
verbundenen Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG)
Beteiligungsunternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG) in TEUR 2022 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 100.316 512
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
1.794 558
Verbriefte Verbindlichkeiten 6.045 6.403
Verbundene Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG) in TEUR 2022 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 86.210 56.809
084
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Verpflichtungen gegenüber Nichtbanken in TEUR
2022
2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
406.948
615.784
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr
282.546
198.583
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren
262.782
387.061
mehr als 5 Jahre
654.410
680.234
Eigene Emissionen (inkl. Ergänzungskapital) in TEUR
2022
2021
Restlaufzeit
bis 3 Monate
571.545
118.696
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr
175.698
359.312
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren
1.023.948
2.408.495
mehr als 5 Jahre
2.220.796
3.137.981
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, welche
gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bilanz-
rechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden Retained Covered Bonds in Höhe von 2.175.000 TEUR
innerhalb der verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen.
14. In den Passivposten 1, 2, 3 und 7 enthaltene verbriefte und unverbriefte Verbindlichkeiten
an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG), und an
verbundenen Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG)
Beteiligungsunternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG) in TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
100.316
512
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
1.794
558
Verbriefte Verbindlichkeiten
6.045
6.403
Verbundene Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG) in TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
86.210
56.809
085
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
15. Wesentliche sonstige Verbindlichkeiten gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG und § 225 Abs. 6 UGB
In TEUR 2022 2021
Negative Marktwerte von derivativen Finanzgeschäften des Handelsbuchs 142.773 67.369
16. Rückstellungen
Rückstellungen wurden für Pensionsansprüche, Abfertigungen und sonstige Verpflichtungen gebildet. Die Steuerrückstellungen betreffen
die Rückstellung für Körperschaftsteuer mit 7.598 TEUR (Vorjahr 6.318 TEUR). In den sonstigen Rückstellungen sind die folgenden wesent-
lichen Positionen enthalten:
Rückstellung in TEUR für 2022 2021
Außerbilanzielle Geschäfte 15.565 12.961
Personal 12.180 12.206
Derivative Finanzinstrumente 1.760 3.678
Zinsenrefundierungen 2.424 3.958
Die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte betreffen Risikovorsorgen für Haftungen, Garantien und Kreditrisiken.
Personalrückstellungen betreffen u. a. die Rückstellung für Jubiläumsgelder mit 4.459
TEUR (Vorjahr: 5.335 TEUR), Rückstellungen für Son-
derzahlungen i.H.v. 4.086 TEUR (Vorjahr: 4.075 TEUR) sowie Rückstellungen für geplante Personalmaßnahmen im Zusammenhang mit der
Neustrukturierung des Konzerns und Abfindungsverpflichtungen i. H. v. insgesamt 691 TEUR (Vorjahr: 707 TEUR).
Rückstellung für Zinsenrefundierungen
Mit Urteil vom 22. Dezember 2021 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) judiziert, dass bei Verbraucherkreditverträgen und Verträgen mit
Kleinstunternehmern, die den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19-JuBG unterliegen, für den Zeitraum der gesetzlichen Stundung
keine vertraglichen Sollzinsen verrechnet werden dürfen. Auf Basis dieses Urteils können Konsumenten und Kleinstunternehmen die Rück-
verrechnung der bereits verrechneten Sollzinsen für die gesetzlichen Stundungen von Banken zurückfordern. Der VfGH hat mit Erkenntnis
vom 13. Dezember 2022 (veröffentlicht am 30. Dezember 2022) judiziert, dass der von österreichischen Banken eingebrachte Individualan-
trag zur Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 6 des 2. COVID-19-JuBG abzuweisen ist.
Vor diesem Hintergrund wurde im vorliegenden Jahresabschluss die bereits im Vorjahr gebildete Rückstellung für die im Zeitraum des gesetzli-
chen Moratoriums angelaufenen Sollzinsen zuzüglich Vergütungszinsen um einen Betrag von 95 TEUR auf insgesamt 2.424 TEUR erhöht.
Die per 31. Dezember 2021 bestehende Rückstellung für Zinsenrefundierungen in Zusammenhang mit negativen Indikatoren bzw. Referenz-
zinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in Höhe von 1.629 TEUR wurde im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze ertragswirksam aufgelöst.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
086
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
17. Modalitäten bei nachrangigen Kreditaufnahmen gem. § 64 Abs. 1 Z. 5 und 6 BWG
Bei den nachrangigen Kreditaufnahmen i. H. v. 85.587 TEUR (Vorjahr: 87.267 TEUR) handelt es sich um nachrangige Verbindlichkeiten im
Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Folgende Nachranganleihen sind begeben:
Bezeichnung/Modalitäten
Währung
Betrag in
TEUR Zinssatz fällig am
Emissions-
jahr
7.75% nachranige Anleihe der Landes-
Hypothekenbank Steiermark 94-24 (AT0000173026)
EUR 4.360 7,75 03.06.2024 1994
Nachranginge Vario-Schuldverschreibung der Landes-
Hypothekenbank 01-26 (AT0000325303)
EUR 15.000 0 - 7,5
*)
01.10.2026 2001
Nachrangige Raiffeisen Anleihe 2013-2024/1 der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
(ISIN AT000B091921) – Daueremission
EUR 3.545 4,80 27.05.2024 2013
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2014-
2024/1 (ISIN AT000B092101) – Daueremission
EUR 8.491 3,75 – 6,0 14.02.2024 2014
Ergänzungskapital Fixzins-Anleihe 2014-2029/2
(ISIN AT000B092200) – Einmalemission
EUR 5.000 4,60 18.06.2029 2014
Ergänzungskapital Cap&Floor-FRN
(ISIN AT000B092291) 2015-2027 /1 – Daueremission
EUR 2.170 4,4 – 6,0 27.04.2027 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092390) 2015-2025/3 – Daueremission
EUR 4.289 5,00 11.08.2025 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092614) 2016-2026 – Daueremission
EUR 2.989 4,85 21.01.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092747) 2016-2026 – Daueremission
EUR 6.841 4,50 29.04.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092895) 2016-2026 – Daueremission
EUR 9.142 4,15 27.07.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093281) 2018-2028/1 – Daueremission
EUR 9.941 2,0 – 3,8 22.05.2028 2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093422) 2019-2029/4 – Daueremission
EUR 819 1,75 – 2,65 06.06.2029 2019
5,75 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088315) – Daueremission
EUR 2.000 5,75 22.02.2027 2017
4,1 %–5 % Nachrangige Stufenzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088349) – Daueremission
EUR 3.000 4,10–5,00 29.09.2027 2017
6 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088273) – Daueremission
EUR 3.000 6,00 11.01.2027 2017
4 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2018–2028
(AT000B088398)
EUR 5.000 4,00 16.03.2028 2018
*)
aktuell (01.10.2022-29.09.2023) 4,6234 %
Im Jahr 2022 wurde die 3,4% Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe (AT000B092440) mit einem Volumen von TEUR 1.680 planmäßig getilgt.
Außerordentliche Kündigung: Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist berechtigt, sämtliche nachrangigen Anleihen mit Genehmigung
der FMA aus regulatorischen (z. B. gesetzliche Änderungen) oder steuerlichen Gründen zu 100 % des Nennwerts zu kündigen.
086
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
17. Modalitäten bei nachrangigen Kreditaufnahmen gem. § 64 Abs. 1 Z. 5 und 6 BWG
Bei den nachrangigen Kreditaufnahmen i. H. v. 85.587 TEUR (Vorjahr: 87.267 TEUR) handelt es sich um nachrangige Verbindlichkeiten im
Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Folgende Nachranganleihen sind begeben:
Bezeichnung/Modalitäten
Währung
Betrag in
TEUR
Zinssatz
fällig am
Emissions-
jahr
7.75% nachranige Anleihe der Landes-
Hypothekenbank Steiermark 94-24 (AT0000173026)
EUR
4.360
7,75
03.06.2024
1994
Nachranginge Vario-Schuldverschreibung der Landes-
Hypothekenbank 01-26 (AT0000325303)
EUR
15.000
0 - 7,5
*)
01.10.2026
2001
Nachrangige Raiffeisen Anleihe 2013-2024/1 der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
(ISIN AT000B091921) – Daueremission
EUR
3.545
4,80
27.05.2024
2013
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2014-
2024/1 (ISIN AT000B092101) – Daueremission
EUR
8.491
3,75 – 6,0
14.02.2024
2014
Ergänzungskapital Fixzins-Anleihe 2014-2029/2
(ISIN AT000B092200) – Einmalemission
EUR
5.000
4,60
18.06.2029
2014
Ergänzungskapital Cap&Floor-FRN
(ISIN AT000B092291) 2015-2027 /1 – Daueremission
EUR
2.170
4,4 – 6,0
27.04.2027
2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092390) 2015-2025/3 – Daueremission
EUR
4.289
5,00
11.08.2025
2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092614) 2016-2026 – Daueremission
EUR
2.989
4,85
21.01.2026
2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092747) 2016-2026 – Daueremission
EUR
6.841
4,50
29.04.2026
2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092895) 2016-2026 – Daueremission
EUR
9.142
4,15
27.07.2026
2016
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093281) 2018-2028/1 – Daueremission
EUR
9.941
2,0 – 3,8
22.05.2028
2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093422) 2019-2029/4 – Daueremission
EUR
819
1,75 – 2,65
06.06.2029
2019
5,75 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088315) – Daueremission
EUR
2.000
5,75
22.02.2027
2017
4,1 %–5 % Nachrangige Stufenzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088349) – Daueremission
EUR
3.000
4,10–5,00
29.09.2027
2017
6 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2017–2027
(AT000B088273) – Daueremission
EUR
3.000
6,00
11.01.2027
2017
4 % Nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe 2018–2028
(AT000B088398)
EUR
5.000
4,00
16.03.2028
2018
*)
aktuell (01.10.2022-29.09.2023) 4,6234 %
Im Jahr 2022 wurde die 3,4% Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe (AT000B092440) mit einem Volumen von TEUR 1.680 planmäßig getilgt.
Außerordentliche Kündigung: Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist berechtigt, sämtliche nachrangigen Anleihen mit Genehmigung
der FMA aus regulatorischen (z. B. gesetzliche Änderungen) oder steuerlichen Gründen zu 100 % des Nennwerts zu kündigen.
087
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
18. Eigenkapital
Das Grundkapital (= gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark beträgt per 31.12.2022 insgesamt 142.721 TEUR (Vorjahr: 142.721 TEUR)
und besteht aus 3.113.507 Stück (Vorjahr: 3.113.507 Stück) nennbetragslosen, auf Namen lautende, Stückaktien (Stammaktien).
Die innerhalb des Eigenkapitals ausgewiesene Haftrücklage gemäß § 57 Abs. 5 BWG hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Dotie-
rung im Geschäftsjahr 2022 um 2.855 TEUR auf insgesamt 143.429 TEUR erhöht.
Seit dem Jahr 2014 werden aufgrund der Vereinbarung über die Errichtung von institutsbezogenen Sicherungssystemen Beitragszahlungen
an die Sicherungseinrichtung (Raiffeisen-IPS – siehe dazu auch Punkt C 21. des Anhangs) entrichtet. In Höhe dieser Zahlungen wird eine
besondere IPS-Rücklage aus dem versteuerten Gewinn gebildet, welche im Geschäftsjahr 2022 um einen Betrag von 308
TEUR (Vorjahr:
47
TEUR) erhöht wurde. Diese Rücklage wird innerhalb der Gewinnrücklagen ausgewiesen und weist zum Bilanzstichtag einen Stand von
25.724
TEUR (Vorjahr: 25.416 TEUR) auf.
19. Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel gem. § 64 Abs. 1 Z. 16 BWG
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2 der VO (EU) Nr. 575/2013 in TEUR 2022 2021
Als hartes Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente 544.546 544.546
Einbehaltene Gewinne 727.612 652.315
Sonstige Rücklagen 143.429 140.574
Hartes Kernkapital vor Abzugs- und Korrekturposten 1.415.587 1.337.435
Sonstige immaterielle Vermögenswerte -1.861 -2.299
Aufsichtliche Korrekturposten (AVA)
*)
-310 -190
Verbriefungsposition -7.770 0
Abzugsposten für die unzureichende Deckung notleidender Risikopositionen -2.819 -521
Aufgrund von Abzugs- und Korrekturposten vorzunehmende Anpassungen vom
harten Kernkapital
-12.760 -3.010
Hartes Kernkapital (CET1) 1.402.827 1.334.425
Zusätzliches Kernkapital (AT1) 0 0
Kernkapital (T1) 1.402.827 1.334.425
Allgemeine Kreditrisikoanpassung gem. Art. 62 lit. c) CRR 92.009 88.572
Kapitalinstrumente gem. Art. 62 lit. a) CRR abzgl. market making 59.573 72.074
Anrechenbare ergänzende Eigenmittel (T2) 151.582 160.646
Anrechenbare Eigenmittel gesamt 1.554.409 1.495.071
*)
AVA: additional value adjustments
JAHRESFINANZBERICHT 2022
088
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Eigenmittelbemessungsgrundlage in TEUR 2022 2021
Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko (inkl. Verbriefungspositionen) 7.422.679 7.085.740
Bemessungsgrundlage für das Positionsrisiko in Schuldtiteln 54.909 106.350
Bemessungsgrundlage für das Risiko in Fremdwährungspositionen 0 0
Bemessungsgrundlage für das operationelle Risiko 539.763 485.848
Bemessungsgrundlage für CVA-Risiko 99.972 109.916
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 8.117.323 7.787.854
Eigenmittelquote 2022 2021 Veränderung
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 17,28 % 17,13 % 0,15 PP
Gesamtkapitalquote 19,15 % 19,20 % -0,05 PP
Hinsichtlich der Aufstellung über die konsolidierten Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z. 17 BWG wird auf den IFRS-Konzernabschluss
der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG verwiesen.
Zusätzlich zur Mindesteigenmittelquote gemäß CRR kann die Aufsicht im Rahmen ihrer Beurteilung höhere Kapitalanforderungen vorschrei-
ben. Mit Bescheid vom 22. Juli 2022 (letztgültiger Bescheid) hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der RLB Steiermark aufge-
tragen, jederzeit eine SREP-Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 Abs. 2 lit. c CRR in Höhe von 10,3 % auf Basis des Einzelinstituts und der
konsolidierten Lage der RLB-Stmk Verbund eGen einzuhalten.
Mit Bescheid vom 20. Juni 2022 wurde der RLB-Stmk Verbund eGen auferlegt, auf konsolidierter Ebene der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG (RLB Steiermark) jederzeit einen Mindestbetrag an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten (MREL) in Höhe
von 24,35 % des Gesamtrisikobetrages (Total Risk Exposure Amount bzw. TREA) und 5,90 % der Gesamtrisikopositionsmessgröße
(Leverage Ratio Exposure bzw. LRE) vorzuhalten. Ab dem 1. Jänner 2024 erhöhen sich diese Kenngrößen auf 24,83 % bzw. 5,91 %.
Die vorgeschriebene SREP- und MREL-Quote wurde seitens der RLB Steiermark bzw. RLB-Stmk Verbund jederzeit erfüllt.
Verbriefung (RLB Steiermark als Originator)
Im ersten Halbjahr 2022 hat die RLB Steiermark eine synthetische Verbriefung auf ein Referenzportfolio aus Firmenkundenkrediten abge-
schlossen. Die synthetische Verbriefung erfolgt in Form einer Finanzgarantie durch den Europäischen Investmentfonds („EIF“) auf die Mez-
zanine-Tranche. Durch diese abgeschlossenen Verbriefungen ist es möglich, die regulatorischen Eigenmittel zu entlasten.
Nachstehende Tabelle stellt das verbriefte Portfolio aufgeteilt nach Tranchen zum aktuellen Berichtsstichtag dar:
Bezeichung
Abschluss
Ende der
Laufzeit
verbrieftes Volumen
bei Abschluss
in TEUR
verbrieftes Volumen
zum Stichtag
in TEUR
Senior-Tranche 20.06.2022 31.12.2043 412.906 412.906
Mezzanine-Tranche 20.06.2022 31.12.2043 57.414 57.414
Junior-Tranche 20.06.2022 31.12.2043 8.134 8.134
Summe Referenzportfolio 478.454 478.454
088
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Eigenmittelbemessungsgrundlage in TEUR
2022
2021
Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko (inkl. Verbriefungspositionen)
7.422.679
7.085.740
Bemessungsgrundlage für das Positionsrisiko in Schuldtiteln
54.909
106.350
Bemessungsgrundlage für das Risiko in Fremdwährungspositionen
0
0
Bemessungsgrundlage für das operationelle Risiko
539.763
485.848
Bemessungsgrundlage für CVA-Risiko
99.972
109.916
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage)
8.117.323
7.787.854
Eigenmittelquote
2022
2021
Veränderung
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote)
17,28 %
17,13 %
0,15 PP
Gesamtkapitalquote
19,15 %
19,20 %
-0,05 PP
Hinsichtlich der Aufstellung über die konsolidierten Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z. 17 BWG wird auf den IFRS-Konzernabschluss
der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG verwiesen.
Zusätzlich zur Mindesteigenmittelquote gemäß CRR kann die Aufsicht im Rahmen ihrer Beurteilung höhere Kapitalanforderungen vorschrei-
ben. Mit Bescheid vom 22. Juli 2022 (letztgültiger Bescheid) hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der RLB Steiermark aufge-
tragen, jederzeit eine SREP-Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 Abs. 2 lit. c CRR in Höhe von 10,3 % auf Basis des Einzelinstituts und der
konsolidierten Lage der RLB-Stmk Verbund eGen einzuhalten.
Mit Bescheid vom 20. Juni 2022 wurde der RLB-Stmk Verbund eGen auferlegt, auf konsolidierter Ebene der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG (RLB Steiermark) jederzeit einen Mindestbetrag an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten (MREL) in Höhe
von 24,35 % des Gesamtrisikobetrages (Total Risk Exposure Amount bzw. TREA) und 5,90 % der Gesamtrisikopositionsmessgröße
(Leverage Ratio Exposure bzw. LRE) vorzuhalten. Ab dem 1. Jänner 2024 erhöhen sich diese Kenngrößen auf 24,83 % bzw. 5,91 %.
Die vorgeschriebene SREP- und MREL-Quote wurde seitens der RLB Steiermark bzw. RLB-Stmk Verbund jederzeit erfüllt.
Verbriefung (RLB Steiermark als Originator)
Im ersten Halbjahr 2022 hat die RLB Steiermark eine synthetische Verbriefung auf ein Referenzportfolio aus Firmenkundenkrediten abge-
schlossen. Die synthetische Verbriefung erfolgt in Form einer Finanzgarantie durch den Europäischen Investmentfonds („EIF“) auf die Mez-
zanine-Tranche. Durch diese abgeschlossenen Verbriefungen ist es möglich, die regulatorischen Eigenmittel zu entlasten.
Nachstehende Tabelle stellt das verbriefte Portfolio aufgeteilt nach Tranchen zum aktuellen Berichtsstichtag dar:
Bezeichung
Abschluss
Ende der
Laufzeit
verbrieftes Volumen
bei Abschluss
in TEUR
verbrieftes Volumen
zum Stichtag
in TEUR
Senior-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
412.906
412.906
Mezzanine-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
57.414
57.414
Junior-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
8.134
8.134
Summe Referenzportfolio
478.454
478.454
089
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Das Referenzportfolio wurde nicht verkauft, sondern verbleibt weiterhin in den Büchern der RLB Steiermark. Durch den Risikotransfer nach
Artikel 245 CRR ist eine Reduktion der risikogewichteten Aktiva und damit der Eigenmittelanforderungen möglich. Die RLB Steiermark
nimmt das Wahlrecht in Anspruch, wonach die Verbriefungspositionen mit einem Risikogewicht von 1,250 % vom Kapital abzuziehen und
dementsprechend nicht mehr in der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva zu berücksichtigen sind.
Durch die Verbriefung hat sich eine Verbesserung der ausgewiesenen Eigenmittelquote (Gesamtkapitalquote) von 0,36%-Punkten ergeben.
20. Gesamtbetrag der Aktiva und Passiva in fremder Währung gem. § 64 Abs. 1 Z. 2 BWG
In TEUR 2022 2021
Gesamtbetrag der Aktiva in fremder Währung 357.280 420.911
Gesamtbetrag der Passiva in fremder Währung
102.894 113.590
21. Art und Betrag wesentlicher Eventualverbindlichkeiten gem. § 51 Abs. 13 BWG
Die Eventualverbindlichkeiten (nach Abzug von Rückstellungen) betreffen:
In TEUR 2022 2021
Haftsummenzuschlag als Mitglied bei Genossenschaften 754 754
Noch nicht fällige Einzahlungsverpflichtungen aus Beteiligungen 16.130 16.972
Bürgschaften und Garantien gegenüber Nichtbanken 460.660 345.504
Bürgschaften und Garantien gegenüber Banken 16.298 13.792
Kundengarantiegemeinschaft
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Vereinsmitglied der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark.
Die Vereinsmitglieder übernehmen eine vertragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie solidarisch gemäß der Satzung die zeit-
gerechte Erfüllung von Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmitglieds garantieren. Die individuelle Tragfähigkeit
eines Vereinsmitglieds bestimmt sich laut Satzung nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestim-
mungen des BWG und der CRR.
Der Haftungsverpflichtung wurde durch Einstellen eines Merkpostens von einem Euro unter der Bilanz entsprochen, da es nicht möglich ist,
die potentielle Haftung der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG aus dem Haftungsverbund betraglich festzulegen.
Die Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark hat mittels Satzungsänderung die Haftung mit Stichtag
30.09.2019 beendet. Zum Stichtag bestehende Guthaben fallen weiterhin unter die Haftung, Auszahlungen und alle anderen Belastungs-
buchungen nach dem Stichtag reduzieren die Haftung.
Raiffeisen-IPS
Die Raiffeisen Bank International AG und ihre österreichischen Tochterbanken, sämtliche Raiffeisenlandesbanken sowie Raiffeisenbanken
gehören der Vereinbarung eines institutsbezogenen Sicherungssystems für den Raiffeisen-Sektor (Raiffeisen-IPS, R-IPS) und der „Österrei-
chische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen" (ÖRS) als gesetzlicher Sicherungseinrichtung an. Es wurden vertragliche oder satzungs-
mäßige Haftungsvereinbarungen geschlossen, die die teilnehmenden Institute gegenseitig absichern und insbesondere bei Bedarf ihre
Liquidität und Solvenz sicherstellen. Dieses Raiffeisen-IPS mit der ÖRS als Sicherungseinrichtung wurde von der FMA als Einlagensiche-
rungs- und Anlegerentschädigungssystem gemäß ESAEG anerkannt.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
090
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
22. Art und Betrag wesentlicher Kreditrisiken gem. § 51 Abs. 14 BWG
In TEUR 2022 2021
Nicht ausgenützte Kreditrahmen bis 1 Jahr 1.144.725 1.076.456
Nicht ausgenützte Kreditrahmen über 1 Jahr 869.787 1.128.558
23. Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m.
§ 64 Abs. 1 Z. 3 BWG
In der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG werden Derivate vorwiegend zur Absicherung (Hedging) von Zins- und Wechselkursrisiken von
Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite in Form von Fair Value Hedges (Absicherung des Risikos einer Änderung des beizulegenden
Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit) eingesetzt.
Zur Absicherung des Zinsrisikos von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite kommen neben Zinsswaps auch Zinsoptionen (Caps,
Floors) und andere derivative Finanzinstrumente (z. B. Forward Rate Agreements und Zinsfutures) zum Einsatz. Währungsrisiken werden
vor allem mittels Cross Currency Swaps und Devisenswaps abgesichert. Darüber hinaus können allfällige, in den Grundgeschäften einge-
bettete Derivate (z. B. Optionalitäten) mittels gegenläufiger Geschäfte abgesichert werden. In Einzelfällen kommen zur Absicherung von
Adressenausfallsrisiken auch Kreditderivate zum Einsatz.
Die Absicherung dieser Risiken erfolgt einerseits über Mikro-Hedges, andererseits gelangt in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
auch Makro-Hedging zur Zinsbuchsteuerung i. S. d. Rundschreibens der FMA zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten
und zu Bewertungsanpassungen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012 zum Einsatz.
23.1. Mikro-Hedging
Die in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG angewendeten Methoden für den prospektiven Effektivitätstest sind die Critical-Te r m -Match-
Methode sowie die Sensitivitätsanalyse (Basis Point Value). Bei Mikro-Hedges erfolgt zunächst eine Überprüfung, ob ein Critical Term Match
(CTM) vorliegt. Sind im Falle einer Mikro-Hedge-Beziehung alle Parameter des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts, die das Aus-
maß der abgesicherten Wertänderung bestimmen, identisch, aber gegenläufig, so ist dies ein Indikator für eine vollständig effektive Siche-
rungsbeziehung (vereinfachte Bestimmung der Effektivität). Gemäß den in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG festgelegten Kriterien
müssen zur Erfüllung eines Critical Term Match die Parameter Nominalwert, Währung und Fälligkeit bzw. Zinsbindung übereinstimmen.
Ist eine vereinfachte Bestimmung der Effektivität nicht möglich, erfolgt eine Effektivitätsmessung mittels Sensitivitätsanalyse. Für die pros-
pektive Messung wird ein Parallelshift der Swapkurve um 100 Basispunkte durchgeführt und die barwertige Veränderung von Grundge-
schäft zu derivativem Sicherungsinstrument gemessen. Der Barwertberechnung wird die Zero-Coupon-Kurve zugrunde gelegt, welche aus
Swapsätzen kalibriert wird.
In der Folge wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt, ob die Sicherungsbeziehung tatsächlich vollständig oder weitgehend effektiv war (retro-
spektiver Effektivitätstest). Der retrospektive Nachweis der Effektivität der Sicherungsbeziehung erfolgt durch eine laufende Überprüfung
der CTM-Kriterien bzw. anhand eines Vergleichs der Änderungen der Fair Values von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument (Dollar
Offset-Methode). Insbesondere werden bei dieser Methode die Fair Value-Änderungen von gesicherten Grundgeschäften zur Fair Value-
Änderung der Sicherungsinstrumente in Verhältnis zueinander gesetzt. Da bei dieser Methode das Ergebnis der Effektivitätsmessung sehr
sensitiv reagieren kann, wurden in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG eine absolute und eine relative Toleranzgrenze festgelegt.
Ergibt sich die Effektivität aus einem der beiden Toleranzwerte (also entweder absolut oder relativ), wird die Effektivität der Sicherungsbezie-
hung vermutet. Für den Fall, dass beide Toleranzgrenzen überschritten werden, wird zur Ermittlung der zulässigen Schwankungsbreite das
Verhältnis der Fair Value-Änderung von Grundgeschäft(en) zur Fair Value-Änderung von Sicherungsgeschäft(en) zueinander gesetzt. Liegt
das Ergebnis der Effektivitätsmessung zwischen 80 % und 125 %, gilt die Sicherungsbeziehung als effektiv, jedoch wird für den ineffektiven
Anteil eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.
090
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
22. Art und Betrag wesentlicher Kreditrisiken gem. § 51 Abs. 14 BWG
In TEUR
2022
2021
Nicht ausgenützte Kreditrahmen bis 1 Jahr
1.144.725
1.076.456
Nicht ausgenützte Kreditrahmen über 1 Jahr
869.787
1.128.558
23. Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m.
§ 64 Abs. 1 Z. 3 BWG
In der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG werden Derivate vorwiegend zur Absicherung (Hedging) von Zins- und Wechselkursrisiken von
Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite in Form von Fair Value Hedges (Absicherung des Risikos einer Änderung des beizulegenden
Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit) eingesetzt.
Zur Absicherung des Zinsrisikos von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite kommen neben Zinsswaps auch Zinsoptionen (Caps,
Floors) und andere derivative Finanzinstrumente (z. B. Forward Rate Agreements und Zinsfutures) zum Einsatz. Währungsrisiken werden
vor allem mittels Cross Currency Swaps und Devisenswaps abgesichert. Darüber hinaus können allfällige, in den Grundgeschäften einge-
bettete Derivate (z. B. Optionalitäten) mittels gegenläufiger Geschäfte abgesichert werden. In Einzelfällen kommen zur Absicherung von
Adressenausfallsrisiken auch Kreditderivate zum Einsatz.
Die Absicherung dieser Risiken erfolgt einerseits über Mikro-Hedges, andererseits gelangt in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
auch Makro-Hedging zur Zinsbuchsteuerung i. S. d. Rundschreibens der FMA zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten
und zu Bewertungsanpassungen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012 zum Einsatz.
23.1. Mikro-Hedging
Die in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG angewendeten Methoden für den prospektiven Effektivitätstest sind die Critical-Te r m -Match-
Methode sowie die Sensitivitätsanalyse (Basis Point Value). Bei Mikro-Hedges erfolgt zunächst eine Überprüfung, ob ein Critical Term Match
(CTM) vorliegt. Sind im Falle einer Mikro-Hedge-Beziehung alle Parameter des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts, die das Aus-
maß der abgesicherten Wertänderung bestimmen, identisch, aber gegenläufig, so ist dies ein Indikator für eine vollständig effektive Siche-
rungsbeziehung (vereinfachte Bestimmung der Effektivität). Gemäß den in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG festgelegten Kriterien
müssen zur Erfüllung eines Critical Term Match die Parameter Nominalwert, Währung und Fälligkeit bzw. Zinsbindung übereinstimmen.
Ist eine vereinfachte Bestimmung der Effektivität nicht möglich, erfolgt eine Effektivitätsmessung mittels Sensitivitätsanalyse. Für die pros-
pektive Messung wird ein Parallelshift der Swapkurve um 100 Basispunkte durchgeführt und die barwertige Veränderung von Grundge-
schäft zu derivativem Sicherungsinstrument gemessen. Der Barwertberechnung wird die Zero-Coupon-Kurve zugrunde gelegt, welche aus
Swapsätzen kalibriert wird.
In der Folge wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt, ob die Sicherungsbeziehung tatsächlich vollständig oder weitgehend effektiv war (retro-
spektiver Effektivitätstest). Der retrospektive Nachweis der Effektivität der Sicherungsbeziehung erfolgt durch eine laufende Überprüfung
der CTM-Kriterien bzw. anhand eines Vergleichs der Änderungen der Fair Values von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument (Dollar
Offset-Methode). Insbesondere werden bei dieser Methode die Fair Value-Änderungen von gesicherten Grundgeschäften zur Fair Value-
Änderung der Sicherungsinstrumente in Verhältnis zueinander gesetzt. Da bei dieser Methode das Ergebnis der Effektivitätsmessung sehr
sensitiv reagieren kann, wurden in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG eine absolute und eine relative Toleranzgrenze festgelegt.
Ergibt sich die Effektivität aus einem der beiden Toleranzwerte (also entweder absolut oder relativ), wird die Effektivität der Sicherungsbezie-
hung vermutet. Für den Fall, dass beide Toleranzgrenzen überschritten werden, wird zur Ermittlung der zulässigen Schwankungsbreite das
Verhältnis der Fair Value-Änderung von Grundgeschäft(en) zur Fair Value-Änderung von Sicherungsgeschäft(en) zueinander gesetzt. Liegt
das Ergebnis der Effektivitätsmessung zwischen 80 % und 125 %, gilt die Sicherungsbeziehung als effektiv, jedoch wird für den ineffektiven
Anteil eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.
091
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Ist eine Sicherungsbeziehung insgesamt nicht mehr effektiv, wird die Bewertungseinheit ab dem Zeitpunkt des Eintritts der Ineffektivität
aufgelöst. Die Überschreitung des Effektivitätsintervalls von 80 % / 125 % führt allerdings nicht automatisch zur Auflösung der Sicherungs-
beziehung. Dieses kann in begründeten Ausnahmefällen auch überschritten werden, wenn es in einem erheblichen Umfang zu einem Aus-
gleich der Wertänderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft in Bezug auf das abgesicherte Risiko kommt und diesem Ausgleich ein
kausaler, wirtschaftlicher Zusammenhang zugrunde liegt. Darüber hinaus kommt es zu einer Beendigung der Sicherungsbeziehung, wenn
Zweifel an der Bonität des Sicherungsgebers oder an der Werthaltigkeit des Grundgeschäfts bestehen.
Ineffektivitäten aus dem Ausfallsrisiko führen jedenfalls zur Beendigung der Sicherungsbeziehung, wenn akute Ausfallsgefährdung besteht.
D. h. bei einer Bonitätseinstufung von 5.X (=Default) werden Mikro-Hedges generell aufgelöst.
Die Einräumung eines Moratoriums hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Bilanzierung bzw. die prospektive Effektivität, weil ein Morato-
rium in der Regel nicht zur Ausbuchung führt und das zusätzliche Festzinsrisiko aufgrund einer Stundung nicht zum abgesicherten Risiko
gehört. Dementsprechend ändern sich die Parameter der Sicherungsbeziehung nicht und es kann weiterhin eine vereinfachte Bestimmung
der Effektivität (CTM) erfolgen. Da auch das Ausfallsrisiko beim Grundgeschäft nicht zum abgesicherten Risiko gehört, ergibt sich erst bei
akuter Ausfallsgefahr die Auflösung der Sicherungsbeziehung.
Im Falle der Auflösung einer Sicherungsbeziehung werden Derivat und Grundgeschäft einzeln nach den jeweils anwendbaren Bestimmun-
gen so bilanziert, als ob es nie eine Bewertungseinheit gegeben hätte. Dies gilt auch, wenn die Sicherungsbeziehung durch Ablauf, Veräu-
ßerung oder Tilgung beendet wird.
Die Erfolge aus der vorzeitigen Auflösung von Derivaten werden grundsätzlich in jener Position ausgewiesen, in der auch das Abgangser-
gebnis der Grundgeschäfte dargestellt wird. Aus der vorzeitigen Auflösung von Zinsswaps zwecks Anpassung bestehender Sicherungsbe-
ziehungen werden die folgenden Beträge in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen:
In TEUR 2022 2021
GuV-Position 1 - Zinsen und ähnliche Erträge 0 -1.771
GuV-Position 10 - Sonstige betriebliche Aufwendungen 0 -8.610
GuV-Position 11 - Wertberichtigungen auf Forderungen und Zuführungen zu
Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken
6.737 58
GuV-Position 12 - Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen
und aus Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und für Kreditrisiken
-81 -1.436
Grund für die gesetzten Maßnahmen war der gänzliche oder teilweise Entfall des Grundgeschäfts. Diese Vorgangsweise entspricht der für die
Bank festgelegten Sicherungsstrategie.
Das Volumen der zum Mikro-Hedging eingesetzten Derivate hat zum Berichtsstichtag insgesamt 6.282
Mio. EUR (Vorjahr:
6.635,3
Mio. EUR) betragen. Davon weisen Derivate in Summe positive Marktwerte (dirty) in Höhe von 325,4 Mio. EUR (Vorjahr:
506,3
Mio. EUR) und negative Marktwerte in Höhe von 391,7 Mio. EUR (Vorjahr: 136,5 Mio. EUR) auf.
23.2. Makro-Hedging
Im Rahmen des Zinsrisikomanagements werden Zinssteuerungsderivate des Bankbuchs zum Makro-Hedging im Sinne des FMA-Rund-
schreibens vom Dezember 2012 eingesetzt. Als Sicherungsderivate werden zinsinduzierte Derivate, unter anderem Zinsswaps, Optionen im
Sinne von Swaptions, Kündigungsrechte und Caps bzw. Floors, sowie Zinsfutures wie Geldmarkt- und Kapitalmarktfutures verwendet. Nicht
eingesetzt werden nicht-zinsinduzierte Derivate wie Aktien oder FX-abhängige Derivate. Im Rahmen des Makro-Hedging werden in zwei
definierten Teilbeständen des Bankbuchs Einzelrisikopositionen in einzelnen Laufzeitbändern zu einer Gesamtrisikoposition zusammenge-
fasst und mit entsprechenden Sicherungsgeschäften, die sogenannten „funktionalen Einheiten“ zugeordnet sind, abgesichert. Die Teilbe-
stände „Bankbuch Aktiv“ bzw. „Bankbuch Passiv“ beinhalten sämtliche zinssensitiven Positionen (in Währung EUR) auf der Aktiv- bzw. Pas-
sivseite der Bilanz. Aus diesen Teilbeständen sind Grundgeschäfte und Derivate, die in einer Mikro-Hedge-Beziehung stehen, herausgelöst.
Die qualitative Eignung der derivativen Finanzinstrumente zur Erreichung des Sicherungszwecks wird regelmäßig anhand prospektiver Ef-
fektivitätsmessungen im Rahmen der Reverse-Cumulative-Methode nachgewiesen. Gegenläufige Ertragseffekte oder Wertsteigerungen aus
JAHRESFINANZBERICHT 2022
092
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
den abgesicherten Grundgeschäften des Bankbuchs werden bei der Beurteilung eines Rückstellungsbedarfs pro funktionaler Einheit be-
rücksichtigt.
Die Gesamtsensitivität der Makro-Hedging-Derivate beträgt zum Berichtsstichtag 724 TEUR (Vorjahr: 1.295
TEUR). Hievon entfallen
+1.256
TEUR (Vorjahr: +1.592 TEUR) auf den Teilbestand „Bankbuch Aktiv“ und –532 TEUR (Vorjahr: –298 TEUR) auf den Teilbestand
„Bankbuch Passiv“. Ein Rückstellungsbedarf für die Derivate der funktionalen Einheiten war nicht gegeben.
Die Nominal- und Barwerte sowie das Bewertungsergebnis der zum Makro-Hedging eingesetzten Derivate sind der folgenden Tabelle zu
entnehmen:
Geschäftsjahr 2022 (in TEUR):
Funktionale
Einheit Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv 3.177.327 335.442 -6.024 329.419 333.094 350.999
Bankbuch Passiv 1.961.900 685 -113.691 -113.006 -131.059 -151.906
Geschäftsjahr 2021 (in TEUR):
Funktionale
Einheit Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv 2.845.826 33.232 -36.907 -3.675 38.606 17.905
Bankbuch Passiv 985.500 19.084 -1.031 18.053 -9.781 -20.847
23.3. Credit Value Adjustment
Bei der Bewertung von Derivaten werden auch Bewertungsanpassungen, welche sowohl das Risiko des vorzeitigen Ausfalls der Gegenpar-
tei, als auch das eigene Kreditrisiko berücksichtigen, vorgenommen. Zur Ermittlung des Credit Value Adjustments wird für OTC-Derivate die
Höhe des zukünftig zu erwartenden Portfoliowertes (potential future exposure, PFE) anhand einer Monte Carlo Simulation berechnet und
mittels am Markt beobachtbarer Ausfallsraten des Kunden bzw. der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bewertet. Grundsätzlich wird das
gesamte Derivateportfolio eines Marktpartners betrachtet. Das CVA wird auf das unbesicherte Exposure gerechnet. Handelt es sich um ein
besichertes Exposure, wird die Dauer der Besicherungsnachforderung (margin period of risk) bei der Ermittlung des CVA mitberücksichtigt.
Unter Berücksichtigung des FMA-Rundschreibens zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten und zu Bewertungsanpassun-
gen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012, Rz 58, wurde aus Gründen der Vorsicht das eigene Ausfallrisiko (DVA, Debt Va-
lue Adjustment) bei Derivaten des Bankbuchs generell nicht berücksichtigt.
Die Ergebnisauswirkung aus der Berücksichtigung des CVA und DVA für Derivate des Handelsbuchs ist in der GuV-Position 6. mit einem sal-
dierten Betrag i. H. v. +1.918 TEUR (Vorjahr: +275 TEUR) enthalten. Für Derivate des Bankbuchs ist im Berichtsjahr in der GuV-Position 7.
ein Ertrag i. H. v. 478
TEUR (Vorjahr: 470 TEUR) ausgewiesen.
092
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
den abgesicherten Grundgeschäften des Bankbuchs werden bei der Beurteilung eines Rückstellungsbedarfs pro funktionaler Einheit be-
rücksichtigt.
Die Gesamtsensitivität der Makro-Hedging-Derivate beträgt zum Berichtsstichtag 724 TEUR (Vorjahr: 1.295 TEUR). Hievon entfallen
+1.256 TEUR (Vorjahr: +1.592 TEUR) auf den Teilbestand „Bankbuch Aktiv“ und –532 TEUR (Vorjahr: –298 TEUR) auf den Teilbestand
„Bankbuch Passiv“. Ein Rückstellungsbedarf für die Derivate der funktionalen Einheiten war nicht gegeben.
Die Nominal- und Barwerte sowie das Bewertungsergebnis der zum Makro-Hedging eingesetzten Derivate sind der folgenden Tabelle zu
entnehmen:
Geschäftsjahr 2022 (in TEUR):
Funktionale
Einheit
Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv
3.177.327
335.442
-6.024
329.419
333.094
350.999
Bankbuch Passiv
1.961.900
685
-113.691
-113.006
-131.059
-151.906
Geschäftsjahr 2021 (in TEUR):
Funktionale
Einheit
Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv
2.845.826
33.232
-36.907
-3.675
38.606
17.905
Bankbuch Passiv
985.500
19.084
-1.031
18.053
-9.781
-20.847
23.3. Credit Value Adjustment
Bei der Bewertung von Derivaten werden auch Bewertungsanpassungen, welche sowohl das Risiko des vorzeitigen Ausfalls der Gegenpar-
tei, als auch das eigene Kreditrisiko berücksichtigen, vorgenommen. Zur Ermittlung des Credit Value Adjustments wird für OTC-Derivate die
Höhe des zukünftig zu erwartenden Portfoliowertes (potential future exposure, PFE) anhand einer Monte Carlo Simulation berechnet und
mittels am Markt beobachtbarer Ausfallsraten des Kunden bzw. der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bewertet. Grundsätzlich wird das
gesamte Derivateportfolio eines Marktpartners betrachtet. Das CVA wird auf das unbesicherte Exposure gerechnet. Handelt es sich um ein
besichertes Exposure, wird die Dauer der Besicherungsnachforderung (margin period of risk) bei der Ermittlung des CVA mitberücksichtigt.
Unter Berücksichtigung des FMA-Rundschreibens zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten und zu Bewertungsanpassun-
gen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012, Rz 58, wurde aus Gründen der Vorsicht das eigene Ausfallrisiko (DVA, Debt Va-
lue Adjustment) bei Derivaten des Bankbuchs generell nicht berücksichtigt.
Die Ergebnisauswirkung aus der Berücksichtigung des CVA und DVA für Derivate des Handelsbuchs ist in der GuV-Position 6. mit einem sal-
dierten Betrag i. H. v. +1.918 TEUR (Vorjahr: +275 TEUR) enthalten. Für Derivate des Bankbuchs ist im Berichtsjahr in der GuV-Position 7.
ein Ertrag i. H. v. 478 TEUR (Vorjahr: 470 TEUR) ausgewiesen.
093
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten Marktwerte von Derivaten des Bankbuchs und Handelsbuchs (inkl. Vorjahre) sind nach
Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos:
Zum Bilanzstichtag waren folgende Termingeschäfte (Bankbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 1.532.715 3.230.708 6.715.960 11.479.383 654.964 -490.137
Zinsoptionen – Käufe 0 396 0 396 1 0
Zinsoptionen – Verkäufe 195 6.232 0 6.427 0 -118
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 100.600 0 0 100.600 3.513 0
Gesamt 1.633.510 3.237.336 6.715.960 11.586.806 658.478 -490.255
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zins-Währungs-/Währungsswaps 125.118 7.610 10.249 142.977 415 -8.154
Gesamt 212.997 7.610 10.249 230.856 9.793 -17.494
GESAMT 1.846.507 3.244.946 6.726.209 11.817.662 668.271 -507.749
Die aus den Änderungen der Marktwerte bei Bankbuch-Derivaten resultierenden Ausgleichszahlungen im Zuge der IBOR-Reform wurden im
Vorjahr mit einem Betrag 512 TEUR in der GuV-Position 7. „Sonstige betriebliche Erträge“ sowie mit einem Betrag von 738 TEUR in der GuV-
Position 10. „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
094
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Bankbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 716.419 3.699.655 6.147.458 10.563.532 569.172 -170.854
Zinsoptionen – Käufe 6.729 221 275 7.225 11 0
Zinsoptionen – Verkäufe 1.729 6.414 737 8.880 0 -20
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 20.600 0 0 20.600 0 0
Gesamt 745.477 3.706.290 6.148.470 10.600.237 569.183 -170.874
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 52.200 45.600 0 97.800 1.737 -1.671
Zins-Währungs-/Währungsswaps 3.558 12.711 10.249 26.519 27 -9.537
Gesamt 55.758 58.311 10.249 124.319 1.764 -11.208
GESAMT 801.235 3.764.601 6.158.719 10.724.556 570.947 -182.082
094
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Bankbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre
Gesamt
Positiv
Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps
716.419
3.699.655
6.147.458
10.563.532
569.172
-170.854
Zinsoptionen – Käufe
6.729
221
275
7.225
11
0
Zinsoptionen – Verkäufe
1.729
6.414
737
8.880
0
-20
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures
20.600
0
0
20.600
0
0
Gesamt
745.477
3.706.290
6.148.470
10.600.237
569.183
-170.874
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte
52.200
45.600
0
97.800
1.737
-1.671
Zins-Währungs-/Währungsswaps
3.558
12.711
10.249
26.519
27
-9.537
Gesamt
55.758
58.311
10.249
124.319
1.764
-11.208
GESAMT
801.235
3.764.601
6.158.719
10.724.556
570.947
-182.082
095
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Zum Bilanzstichtag waren folgende Termingeschäfte (Handelsbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 129.975 1.078.780 1.486.051 2.694.806 130.174 -126.406
Zinsoptionen – Käufe 42.900 93.769 73.100 209.769 5.124 0
Zinsoptionen – Verkäufe 3.684 77.712 54.638 136.034 0 -4.975
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 0 0 0 0 0 0
Gesamt 176.559 1.250.261 1.613.789 3.040.609 135.298 -131.381
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 67.969 23.102 0 91.071 7.314 -325
Zins-Währungs-/Währungsswaps 313.585 24.418 0 338.003 4.561 -11.410
Devisenoptionen – Käufe 3.000 0 0 3.000 16 0
Devisenoptionen – Verkäufe 3.000 0 0 3.000 0 -16
Gesamt 387.554 47.520 0 435.074 11.891 -11.751
GESAMT 564.113 1.297.781 1.613.789 3.475.683 147.189 -143.132
Die aus den Änderungen der Marktwerte bei Handelsbuch-Derivaten resultierenden Ausgleichszahlungen im Zuge der IBOR-Reform waren
im Vorjahr mit einem (saldierten) Betrag von 36 TEUR in der GuV-Position 6. „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ enthalten.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
096
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Handelsbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 159.483 758.295 1.826.882 2.744.660 46.678 -48.324
Zinsoptionen – Käufe 47.494 74.900 93.775 216.169 3.761 0
Zinsoptionen – Verkäufe 15.769 13.688 93.015 122.472 -379 -1.119
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 4.907 0 0 4.907 0 0
Gesamt 227.653 846.883 2.013.672 3.088.208 50.060 -49.443
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 186.496 57.833 0 244.329 9.942 -724
Zins-Währungs-/Währungsswaps 472.827 61.723 0 534.550 675 -19.269
Devisenoptionen – Käufe 1.271 0 0 1.271 5 0
Devisenoptionen – Verkäufe 1.272 0 0 1.272 30 0
Gesamt 661.866 119.556 0 781.422 10.652 -19.993
GESAMT 889.519 966.439 2.013.672 3.869.630 60.712 -69.436
096
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Handelsbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre
Gesamt
Positiv
Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps
159.483
758.295
1.826.882
2.744.660
46.678
-48.324
Zinsoptionen – Käufe
47.494
74.900
93.775
216.169
3.761
0
Zinsoptionen – Verkäufe
15.769
13.688
93.015
122.472
-379
-1.119
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures
4.907
0
0
4.907
0
0
Gesamt
227.653
846.883
2.013.672
3.088.208
50.060
-49.443
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte
186.496
57.833
0
244.329
9.942
-724
Zins-Währungs-/Währungsswaps
472.827
61.723
0
534.550
675
-19.269
Devisenoptionen – Käufe
1.271
0
0
1.271
5
0
Devisenoptionen – Verkäufe
1.272
0
0
1.272
30
0
Gesamt
661.866
119.556
0
781.422
10.652
-19.993
GESAMT
889.519
966.439
2.013.672
3.869.630
60.712
-69.436
097
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die zum Stichtag 31.12.2022 bilanzierten derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzpositionen mit folgenden Buch-
werten ausgewiesen (§ 238 Abs. 1 Z. 1 UGB):
In TEUR
Forderungen
Kredit-
institute
Forderungen
Kunden
Sonstige Aktiva
2022 2022 2022
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 2.240 50 135.448
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 12.694
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 47.121 3.407 25.513
In TEUR
Verbindlich-
keiten Kredit-
institute
Verbindlich-
keiten
Kunden
Sonstige
Passiva
Rück-
stellungen
2022 2022 2022 2022
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 3.065 264 130.493 0
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 12.553 0
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 17.458 3 57.408 1.760
Wechselkursbezogene Verträge 448 0 6.995 0
Im Posten Rückstellungen ist die Rückstellung für das Credit Value Adjustment in Höhe von 1.179
TEUR (Vorjahr: 1.656 TEUR) enthalten.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
098
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Die im Vorjahr bilanzierten derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzpositionen mit folgenden Buchwerten ausgewie-
sen (§ 238 Abs. 1 Z. 1 UGB):
In TEUR
Forderungen
Kredit-
institute
Forderungen
Kunden Sonstige Aktiva
2021 2021 2021
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 2.134 1.247 47.849
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 7.115
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 48.174 4.450 28.137
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 2
In TEUR
Verbindlich-
keiten Kredit-
institute
Verbindlich-
keiten
Kunden
Sonstige
Passiva
Rück-
stellungen
2021 2021 2021 2021
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 4.426 72 46.116 0
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 21.776 0
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 22.386 248 58.381 3.677
Wechselkursbezogene Verträge 422 0 5.997 1
098
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Die im Vorjahr bilanzierten derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzpositionen mit folgenden Buchwerten ausgewie-
sen (§ 238 Abs. 1 Z. 1 UGB):
In TEUR
Forderungen
Kredit-
institute
Forderungen
Kunden
Sonstige Aktiva
2021
2021
2021
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge
2.134
1.247
47.849
Wechselkursbezogene Verträge
0
0
7.115
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge
48.174
4.450
28.137
Wechselkursbezogene Verträge
0
0
2
In TEUR
Verbindlich-
keiten Kredit-
institute
Verbindlich-
keiten
Kunden
Sonstige
Passiva
Rück-
stellungen
2021
2021
2021
2021
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge
4.426
72
46.116
0
Wechselkursbezogene Verträge
0
0
21.776
0
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge
22.386
248
58.381
3.677
Wechselkursbezogene Verträge
422
0
5.997
1
099
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
24. Angabe zu unterlassenen außerplanmäßigen Abschreibungen von
Finanzinstrumenten des Finanzanlagevermögens gem. § 238 Abs. 1 Z. 2 UGB
In TEUR
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
Unterlassene
Abschreibung
2022 2022 2022
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
284.457 262.916 21.541
Forderungen an Kreditinstitute 66.696 61.346 5.350
Forderungen an Kunden 34.288 31.235 3.054
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von öffentlichen Emittenten 11.035 10.307 728
von anderen Emittenten 1.363.514 1.264.950 98.564
In TEUR
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
Unterlassene
Abschreibung
2021 2021 2021
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
31.268 30.830 438
Forderungen an Kreditinstitute 0 0 0
Forderungen an Kunden 13.022 12.911 111
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von öffentlichen Emittenten 10.688 10.172 516
von anderen Emittenten 264.124 261.900 2.225
Eine außerplanmäßige Abschreibung (gemäß § 204 Abs. 2 UGB, zweiter Satz) ist unterblieben, da die angeführten Wertminderungen durch
Zinssatzbewegungen verursacht sind und die Schuldinstrumente bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Die Bonität der Wertpapierschuld-
ner ist nach wie vor einwandfrei, sodass eine planmäßige Tilgung zu erwarten ist.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
100
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
25. Verfügungsbeschränkungen für Vermögensgegenstände gem. § 64 Abs. 1 Z. 8 BWG
Aufstellung der als Sicherheit gestellten eigenen Vermögensgegenstände in
TEUR 2022 2021
Deckungsstock gemäß FBSchVG 0 2.174.189
Deckungsstock gemäß PfandbrG 0 865.093
Deckungsstöcke gemäß PfandBG (ab 08.07.2022) 3.275.871 0
Deckungsstock für Mündelgelder 9.511 9.677
Übrige Deckungsstockwerte 12.372 47.809
Mit Inkrafttreten des neuen Pfandbriefgesetzes (PfandBG) am 08.07.2022 wurden die ehemaligen Deckungsstöcke gemäß FBSchVG und
PfandbriefG auf Basis der Übergangsregelung des § 39 PfandBG zu Deckungsstöcken gemäß dem neuen PfandBG zusammengeführt.
Die Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen (gemäß PfandBG bzw. im Vorjahr gemäß FBSchVG und PfandbrG) betreffen mit ei-
nem Betrag von 117.053 TEUR (Vorjahr: 130.244
TEUR) Wertpapiere und mit einem Betrag von 3.158.818 TEUR (Vorjahr: 2.909.038 TEUR)
Kreditforderungen.
Übrige Deckungsstockwerte betreffen vor allem hinterlegte Wertpapiere bei der EUREX mit 12.171 TEUR (Vorjahr: 47.612
TEUR).
Aufstellung der als Sicherheit gestellten institutsfremden
Vermögensgegenstände in TEUR 2022 2021
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen 6.233.593 5.275.505
Die institutsfremden Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Kreditforderungen.
Aufstellung der Passivposten, für die die oben angeführten Sicherheiten gestellt
werden in TEUR 2022 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Mündelgeldeinlagen) 6.887 7.418
Emissionen (PfandBG) 5.355.458 4.567.958
hievon ausgewiesen in P.3. Verbriefte Verbindlichkeiten 2.555.458 4.567.958
hievon bilanziell (mit Aktivposten) saldiert 2.800.000 0
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, wel-
che gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bi-
lanzrechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden Retained Covered Bonds in Höhe von 2.175.000
TEUR innerhalb der verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen.
100
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
25. Verfügungsbeschränkungen für Vermögensgegenstände gem. § 64 Abs. 1 Z. 8 BWG
Aufstellung der als Sicherheit gestellten eigenen Vermögensgegenstände in
TEUR
2022
2021
Deckungsstock gemäß FBSchVG
0
2.174.189
Deckungsstock gemäß PfandbrG
0
865.093
Deckungsstöcke gemäß PfandBG (ab 08.07.2022)
3.275.871
0
Deckungsstock für Mündelgelder
9.511
9.677
Übrige Deckungsstockwerte
12.372
47.809
Mit Inkrafttreten des neuen Pfandbriefgesetzes (PfandBG) am 08.07.2022 wurden die ehemaligen Deckungsstöcke gemäß FBSchVG und
PfandbriefG auf Basis der Übergangsregelung des § 39 PfandBG zu Deckungsstöcken gemäß dem neuen PfandBG zusammengeführt.
Die Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen (gemäß PfandBG bzw. im Vorjahr gemäß FBSchVG und PfandbrG) betreffen mit ei-
nem Betrag von 117.053 TEUR (Vorjahr: 130.244 TEUR) Wertpapiere und mit einem Betrag von 3.158.818 TEUR (Vorjahr: 2.909.038 TEUR)
Kreditforderungen.
Übrige Deckungsstockwerte betreffen vor allem hinterlegte Wertpapiere bei der EUREX mit 12.171 TEUR (Vorjahr: 47.612 TEUR).
Aufstellung der als Sicherheit gestellten institutsfremden
Vermögensgegenstände in TEUR
2022
2021
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen
6.233.593
5.275.505
Die institutsfremden Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Kreditforderungen.
Aufstellung der Passivposten, für die die oben angeführten Sicherheiten gestellt
werden in TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Mündelgeldeinlagen)
6.887
7.418
Emissionen (PfandBG)
5.355.458
4.567.958
hievon ausgewiesen in P.3. Verbriefte Verbindlichkeiten
2.555.458
4.567.958
hievon bilanziell (mit Aktivposten) saldiert
2.800.000
0
Wie in Kapitel B.2 und B.9 erläutert, werden seit dem Geschäftsjahr 2022 die von der RLB Steiermark begebenen Schalteremissionen, wel-
che gemäß den OeNB/EZB-Tenderbedingungen im Rahmen von Repo-Geschäften akzeptiert werden (sog. Retained Covered Bonds), bi-
lanzrechtlich mit den in gleicher Höhe aktivierten Aktivposten saldiert. Im Vorjahr wurden Retained Covered Bonds in Höhe von 2.175.000
TEUR innerhalb der verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen.
101
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
26. Wertpapierleihgeschäfte sowie in Pension gegebene und genommene Vermögensgegenstände
gem. § 50 Abs. 4 BWG
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repos) in TEUR 2022 2021
Einlagen von Zentralbanken 2.500.000 3.500.000
Die Einlagen von Zentralbanken, welche ausschließlich Refinanzierungen bei der OeNB aus der Teilnahme am TLTRO III Programm (Tar-
geted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB betreffen, verringerten sich aufgrund einer vorzeitigen Rückzahlung im Dezember
2022 auf einen Betrag von 2.500.000 TEUR (Vorjahr: 3.500.000 TEUR).
Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine echten Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer.
Zum 31.12.2022 wurden von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG Wertpapiere in Höhe von 1.000.000
TEUR verliehen (Vorjahr:
500.000
TEUR) und Wertpapiere in Höhe von 1.000.000 TEUR (Vorjahr:500.000 TEUR) entliehen, welche im Rahmen der u. a. Pensionsge-
schäfte als Sicherheit gestellt wurden.
Die Vermögensgegenstände, die im Rahmen echter Pensionsgeschäfte als Sicherheit zur Verfügung gestellt bzw. übernommen wurden,
stellen sich wie folgt dar:
Aufstellung der in Pension gegebenen Vermögenswerte in TEUR 2022 2021
Institutseigene Wertpapiere 2.800.000 3.215.055
Institutsfremde (inkl. entliehene) Wertpapiere 1.000.000 557.664
Als freies Deckungspotenzial für Repo-Geschäfte (OeNB, EUREX) stehen die folgenden Vermögensgegenstände (zu Nominalwerten) zur
Verfügung:
Institutseigene Vermögenswerte in TEUR 2022 2021
Wertpapiere 1.730.640 430.090
Institutsfremde Vermögenswerte in TEUR 2022 2021
Wertpapiere 38.855 0
27. Vermögensgegenstände nachrangiger Art gem. § 45 Abs. 2 BWG
Bezeichnung der Bilanzpositionen in TEUR
2022
2021
Forderungen an Kunden 12 5.451
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 57.717 40.332
JAHRESFINANZBERICHT 2022
102
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
D. Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Für die Geschäftstätigkeit der Bank besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen geografischen Märkten, sodass die Aufgliederung der
Betriebserträge gemäß § 64 Abs. 1. Z. 9 BWG nicht erforderlich ist.
1. Gesamtbetrag für nachrangige Verbindlichkeiten gem. § 64 Abs. 1 Z. 13 BWG
In TEUR 2022 2021
Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten 3.543 3.667
2. In der GuV-Position 3 a enthaltene Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen
Im Geschäftsjahr 2022 wurden positive ausschüttungsgleiche Erträge i.H.v. 12 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) sowie negative ausschüttungsglei-
che Erträge i.H.v. -41 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) erfolgswirksam aktiviert. Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen wurden mit einem
Betrag von insgesamt 102 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) vereinnahmt.
3. In den GuV-Positionen 3 c, 13/14 enthaltene Erträge und Aufwendungen
gem. § 238 Abs. 1 Z. 21 UGB
Erträge (GuV Pos. 3 c) in TEUR 2022 2021
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 11.466 657
Aufwendungen (GuV Pos. 13/14) in TEUR 2022 2021
Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen 9.421 0
4. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG
Wesentliche sonstige betriebliche Erträge (GuV Pos. 7) in TEUR 2022 2021
Erträge aus bankfremden Geschäften 26.703 24.553
Die Erträge aus bankfremden Geschäften betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Personalkosten- und Betriebskostenverrechnung, die
dazugehörigen Aufwendungen werden in den entsprechenden Aufwandspositionen ausgewiesen.
Wesentliche sonstige betriebliche Aufwendungen (GuV Pos. 10) in TEUR 2022 2021
Laufende Beiträge an Sicherungseinrichtungen 7.838 7.833
Bewertungsaufwand Derivate 7 10.380
Bewertungsaufwendungen für Derivate beinhalteten im Vorjahr vor allem die aufwandswirksame Verteilung von Optionsprämien sowie Be-
wertungsaufwendungen für freistehende Derivate aufgrund von negativen Marktwerten und Ineffektivitäten von Bewertungseinheiten.
102
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
D. Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Für die Geschäftstätigkeit der Bank besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen geografischen Märkten, sodass die Aufgliederung der
Betriebserträge gemäß § 64 Abs. 1. Z. 9 BWG nicht erforderlich ist.
1. Gesamtbetrag für nachrangige Verbindlichkeiten gem. § 64 Abs. 1 Z. 13 BWG
In TEUR
2022
2021
Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten
3.543
3.667
2. In der GuV-Position 3 a enthaltene Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen
Im Geschäftsjahr 2022 wurden positive ausschüttungsgleiche Erträge i.H.v. 12 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) sowie negative ausschüttungsglei-
che Erträge i.H.v. -41 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) erfolgswirksam aktiviert. Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen wurden mit einem
Betrag von insgesamt 102 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) vereinnahmt.
3. In den GuV-Positionen 3 c, 13/14 enthaltene Erträge und Aufwendungen
gem. § 238 Abs. 1 Z. 21 UGB
Erträge (GuV Pos. 3 c) in TEUR
2022
2021
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen
11.466
657
Aufwendungen (GuV Pos. 13/14) in TEUR
2022
2021
Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen
9.421
0
4. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG
Wesentliche sonstige betriebliche Erträge (GuV Pos. 7) in TEUR
2022
2021
Erträge aus bankfremden Geschäften
26.703
24.553
Die Erträge aus bankfremden Geschäften betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Personalkosten- und Betriebskostenverrechnung, die
dazugehörigen Aufwendungen werden in den entsprechenden Aufwandspositionen ausgewiesen.
Wesentliche sonstige betriebliche Aufwendungen (GuV Pos. 10) in TEUR
2022
2021
Laufende Beiträge an Sicherungseinrichtungen
7.838
7.833
Bewertungsaufwand Derivate
7
10.380
Bewertungsaufwendungen für Derivate beinhalteten im Vorjahr vor allem die aufwandswirksame Verteilung von Optionsprämien sowie Be-
wertungsaufwendungen für freistehende Derivate aufgrund von negativen Marktwerten und Ineffektivitäten von Bewertungseinheiten.
103
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die laufenden Beiträge an Sicherungseinrichtungen betreffen den EU-Bankenabwicklungsfonds und die EU-Einlagensicherung.
Aufgrund der EU-Richtlinien 2014/49/EU und 2014/59/EU zum Bankenabwicklungsfonds und zum Spareinlagen-Sicherungssystem, in Öster-
reich umgesetzt durch das BaSAG (Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) sowie durch das ESAEG (Einlagensicherungs- und Anle-
gerentschädigungsgesetz), sind Kreditinstitute seit 2015 verpflichtet, Beiträge aus diesem Titel an Sicherungseinrichtungen zu entrichten.
Das ESAEG schreibt vor, dass jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährlicher Bei-
tragsvorschreibung an die Mitgliedsinstitute bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von zumindest 0,8 % der Summe der gedeckten Einla-
gen der Mitgliedsinstitute auszustatten ist. Die Rolle der Sicherungseinrichtung für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich hat mit Stichtag
29. November 2021 die Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen übernommen (siehe diesbezüglich auch die Ausführungen in
Kapitel C. 21 des Anhangs).
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG jährlich
Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Einlagen und der Ausprägung der
Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist.
Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung pro Kalenderjahr Sonderbeiträge in der Höhe von maximal 0,5 % der Summe der gedeckten
Einlagen der Mitgliedsinstitute einheben. Diese Schwelle kann im Einzelfall durch die Genehmigung der FMA auch überschritten werden. Die
Höhe des Sonderbeitrags bestimmt sich gemäß § 22 ESAEG als Verhältnis des zuletzt fälligen Jahresbeitrags der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG zur Gesamtsumme der zuletzt fälligen Jahresbeiträge aller Mitglieder der Sicherungseinrichtung.
Für das Geschäftsjahr 2022 wurde seitens der RLB Steiermark ein Beitrag (inkl. Sonderbeitrag) in Höhe von 2.185 TEUR (Vorjahr:
2.393 TEUR) geleistet. Zahlungsverpflichtungen i. S. d. § 7 Abs. 1 Z. 13 ESAEG wurden nicht verwendet.
Im Falle einer Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen i. S. d. § 49 ESAEG (Anlegerentschädigung) beträgt
die Beitragsleistung des Einzelinstituts pro Geschäftsjahr maximal 1,5 % der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a CRR zuzüglich
des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 CRR und somit für die Raiffeisen-Landes-
bank Steiermark AG 166.249 TEUR (Vorjahr: 212.636 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Anlegerentschädigungen erbracht.
Durch das BaSAG wurde die EU-Richtlinie 2014 /59/EU über die Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditin-
stituten und Wertpapierfirmen in Österreich umgesetzt.
Zur Finanzierung des gesetzlichen Abwicklungsfinanzierungsmechanismus durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 123 BaSAG sind
gemäß § 123a BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß Artikel 70 der Verordnung (EU) 806/2014
nach dem Verhältnis der Höhe der Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten
abzüglich gesicherter Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts
anzupassen. Im Geschäftsjahr 2022 hat die RLB Steiermark einen Beitrag von 5.653 TEUR (Vorjahr: 5.439 TEUR) geleistet. Unwiderrufliche
Zahlungsverpflichtungen wurden nicht verwendet.
Darüber hinaus kann die Abwicklungsbehörde im Bedarfsfall gemäß Artikel 71 der Verordnung (EU) 806/2014 außerordentliche nachträgliche
Beiträge einheben. Die Berechnung der Höhe dieser Beiträge folgt den Regeln der ordentlichen Beiträge i. S. d. Artikel 69 und 70 der Verord-
nung (EU) 806/2014 G und darf den dreifachen Jahresbetrag der ordentlichen Beiträge nicht überschreiten.
5. Aufwendungen und Erträge zu Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder
In der GuV-Position 8 a „Personalaufwand“ werden in der sublit. aa „Löhne und Gehälter“ Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für
Jubiläumsgelder i. H. v. 474
TEUR (Vorjahr: 169 TEUR) sowie in der GuV-Position 7 „Sonstige betriebliche Erträge“ in Höhe von 374 TEUR
(Vorjahr: 0 TEUR) ausgewiesen. Weitere Aufwendungen für vergleichbare, langfristig fällige Verpflichtungen sind nicht enthalten.
Die Änderungen der Rückstellungen für Pensionen werden in der GuV-Position 8 a „Personalaufwand“ in der sublit. ee „Dotierung der Pen-
sionsrückstellung“ mit einem Ertrag von 1.786 TEUR (Vorjahr: 2.411 TEUR) sowie in der GuV-Position 7 „Sonstige betriebliche Erträge“ mit
einem Ertrag von 3.616 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) ausgewiesen. Die Änderungen der Rückstellungen für Abfertigungen sind in der sublit. ff
JAHRESFINANZBERICHT 2022
104
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
„Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen“ mit einem Ertrag von 2.326 TEUR (Vorjahr: 3.182
TEUR) und in der GuV-Position 7 „Sonstige betriebliche Erträge“ mit einem Ertrag von 1.464 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten.
6. Außerordentliches Ergebnis
In der Vergleichsperiode wurde im außerordentlichen Ergebnis einerseits der Gewinn aus der Abgabe der Filialen/Standorte Feldbach,
Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken in Höhe von 24.499 TEUR sowie das Ergebnis aus
der Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank Steiermark in Höhe von 68.370 TEUR ausgewiesen.
7. Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Seit dem Veranlagungsjahr 2011 fungiert die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG als Gruppenträger gem. § 9 Abs. 8 KStG.
Als Gruppenmitglieder werden im Veranlagungsjahr 2022 folgende Gesellschaften einbezogen:
◼ „DÖHAU“ Liegenschaftsges.m.b.H.
◼ BONITA HSL Leasing GmbH
◼ Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH
◼ HSL Beteiligungen GmbH
◼ HSL Leasing – Holding GmbH
◼ HSL Immobilienleasing GmbH
◼ HSL Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH
◼ HSL PUNTI Grundstücksverwaltung GmbH
◼ INPRIMIS Beteiligungs GmbH
◼ LKH - Eingangszentrums Errichtungs- und Betreiber GmbH
◼ NOVA HSL Leasing GmbH
◼ Pittacus Beteiligungs GmH
◼ Raiffeisen Bauträger & Projektentwicklungs GmbH
◼ Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H.
◼ Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH
◼ RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH
◼ RLB Stmk Taten GmbH
◼ RLO Beteiligungs GmbH
Die Mitglieder der Steuergruppe haben eine Regelung über den Steuerausgleich dahingehend getroffen, dass eine jährliche Abrechnung
der Steuerbe- oder -entlastung, die sich aus dem – während der Gruppenzugehörigkeit entstehenden – Einkommen des Gruppenmitglieds
ergibt, erfolgt. In der GuV-Position 18. „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ sind Erträge aus Steuerumlagen i. H. v. 523
TEUR (Vorjahr:
9.410
TEUR) und Aufwendungen aus Steuerumlagen von 210 TEUR (Vorjahr: 116 TEUR) enthalten.
Sonstige Steuern
In den Sonstigen Steuern wird die seit dem Jahr 2011 in Österreich erhobene Stabilitätsabgabe mit einem Betrag von 3.624
TEUR (Vorjahr:
3.594
TEUR) ausgewiesen.
8. Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG beträgt 0,63 % (Vorjahr: 1,10 %) und berechnet sich als Quotient
des Jahresergebnisses nach Steuern geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag. Die im Vorjahr um das außerordentliche Ergebnis
bereinigte Gesamtkapitalrentabilität (inkl. des darauf entfallenden Steuereffekts) betrug 0,65 %.
104
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
„Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen“ mit einem Ertrag von 2.326 TEUR (Vorjahr: 3.182
TEUR) und in der GuV-Position 7 „Sonstige betriebliche Erträge“ mit einem Ertrag von 1.464 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR) enthalten.
6. Außerordentliches Ergebnis
In der Vergleichsperiode wurde im außerordentlichen Ergebnis einerseits der Gewinn aus der Abgabe der Filialen/Standorte Feldbach,
Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken in Höhe von 24.499 TEUR sowie das Ergebnis aus
der Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank Steiermark in Höhe von 68.370 TEUR ausgewiesen.
7. Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Seit dem Veranlagungsjahr 2011 fungiert die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG als Gruppenträger gem. § 9 Abs. 8 KStG.
Als Gruppenmitglieder werden im Veranlagungsjahr 2022 folgende Gesellschaften einbezogen:
◼ „DÖHAU“ Liegenschaftsges.m.b.H.
◼ BONITA HSL Leasing GmbH
◼ Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH
◼ HSL Beteiligungen GmbH
◼ HSL Leasing – Holding GmbH
◼ HSL Immobilienleasing GmbH
◼ HSL Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH
◼ HSL PUNTI Grundstücksverwaltung GmbH
◼ INPRIMIS Beteiligungs GmbH
◼ LKH - Eingangszentrums Errichtungs- und Betreiber GmbH
◼ NOVA HSL Leasing GmbH
◼ Pittacus Beteiligungs GmH
◼ Raiffeisen Bauträger & Projektentwicklungs GmbH
◼ Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H.
◼ Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH
◼ RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH
◼ RLB Stmk Taten GmbH
◼ RLO Beteiligungs GmbH
Die Mitglieder der Steuergruppe haben eine Regelung über den Steuerausgleich dahingehend getroffen, dass eine jährliche Abrechnung
der Steuerbe- oder -entlastung, die sich aus dem – während der Gruppenzugehörigkeit entstehenden – Einkommen des Gruppenmitglieds
ergibt, erfolgt. In der GuV-Position 18. „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ sind Erträge aus Steuerumlagen i. H. v. 523 TEUR (Vorjahr:
9.410 TEUR) und Aufwendungen aus Steuerumlagen von 210 TEUR (Vorjahr: 116 TEUR) enthalten.
Sonstige Steuern
In den Sonstigen Steuern wird die seit dem Jahr 2011 in Österreich erhobene Stabilitätsabgabe mit einem Betrag von 3.624 TEUR (Vorjahr:
3.594 TEUR) ausgewiesen.
8. Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG beträgt 0,63 % (Vorjahr: 1,10 %) und berechnet sich als Quotient
des Jahresergebnisses nach Steuern geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag. Die im Vorjahr um das außerordentliche Ergebnis
bereinigte Gesamtkapitalrentabilität (inkl. des darauf entfallenden Steuereffekts) betrug 0,65 %.
105
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
E. Weitere Angaben
1. Angaben über Arbeitnehmer gem. § 239 Abs. 1 Z. 1 UGB
Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer 2022 2021
Angestellte 776 772
2. Vorschüsse und Kredite an Vorstand und Aufsichtsrat gem. § 237 Abs. 1 Z. 3 UGB
Organkredite/Vorschüsse/Eventualforderungen in TEUR 2022 2021
Vorstand 1.668 1.047
Aufsichtsrat 193 247
Gesamtsumme 1.861 1.294
Rückzahlungen wurden vereinbarungsgemäß geleistet, die Laufzeit und Verzinsung entsprechen den banküblichen Usancen.
3. Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie
Pensionen gem. § 239 Abs. 1 Z. 3 UGB
Die nachfolgenden Angaben betreffen jene Beträge, welche innerhalb GuV-Position 8 a „Personalaufwand“ ausgewiesen werden.
Abfertigungen in TEUR 2022 2021
Vorstand und leitende Angestellte 55 231
Sonstige Arbeitnehmer 598 703
Gesamtsumme 653 934
In den Aufwendungen für Abfertigungen sind Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen i. H. v. 483
TEUR (Vorjahr: 446 TEUR)
enthalten.
Pensionen in TEUR 2022 2021
Vorstand und leitende Angestellte 745 -666
Sonstige Arbeitnehmer 1.256 2.143
Gesamtsumme 2.001 1.477
Die Pensionszuschüsse sind in dem Ausmaß wertgesichert wie der höchste kollektivvertragliche Schemabezug.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
106
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
4. Aufwendungen für Bezüge und Vergütungen an Vorstand und Aufsichtsrat
gem. § 239 Abs. 1 Z. 4 UGB
Aktive Mitglieder in TEUR 2022 2021
Vorstand 2.226 2.018
Aufsichtsrat 204 200
Gesamtsumme 2.430 2.218
Ehemalige Mitglieder in TEUR 2022 2021
Vorstand 632 18
Aufsichtsrat 0 0
Gesamtsumme 632 18
Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr keine Aufsichtsratsvergütungen von verbundenen Unternehmen (Vorjahr:
18
TEUR).
5. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gem. § 238 Abs. 1 Z. 12 UGB
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind unwesentlich bzw. zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und
daher nicht im Rahmen des §
238 Abs. 1 Z. 12 UGB anzugeben.
6. Aufwendungen für Honorierung der Abschlussprüfer gem. § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB
Gemäß § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB wird das Abschlussprüferhonorar im Rahmen des Konzernabschlusses veröffentlicht.
7. Angaben zu Niederlassungen außerhalb Österreichs gem. § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG unterhält keine Niederlassungen außerhalb Österreichs. Die Angaben in § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
sind daher ident mit den jeweiligen Posten des Jahresabschlusses.
8. Angaben zum Mutterunternehmen und zur Einbeziehung in einen Konzernabschluss
gem. § 238 Abs. 1 Z. 7 und 8 UGB und § 237 Abs. 1 Z. 7 UGB
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG steht mit der RLB-Stmk Verbund eGen und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzern-
verhältnis. Die RLB-Stmk Verbund eGen mit Sitz in Graz stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von in den Konzernabschluss
einzubeziehenden Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird unter der Firmenbuchnummer 263388k beim Landesgericht für Zivil-
rechtssachen in Graz hinterlegt.
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG stellt selbst den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der einzubeziehenden Unternehmen
auf, welcher unter der Firmenbuchnummer 264700s beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz hinterlegt ist.
9. Gewinnverwendungsvorschlag gem. § 238 Abs. 1 Z. 9 UGB
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll aus dem Bilanzgewinn ein Betrag von 30.356.693,25 EUR an die Eigentümer der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Dividende von 9,75 EUR je Aktie auf das in 3.113.507 auf Namen
lautende Stückaktien eingeteilte Grundkapital.
106
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
4. Aufwendungen für Bezüge und Vergütungen an Vorstand und Aufsichtsrat
gem. § 239 Abs. 1 Z. 4 UGB
Aktive Mitglieder in TEUR
2022
2021
Vorstand
2.226
2.018
Aufsichtsrat
204
200
Gesamtsumme
2.430
2.218
Ehemalige Mitglieder in TEUR
2022
2021
Vorstand
632
18
Aufsichtsrat
0
0
Gesamtsumme
632
18
Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr keine Aufsichtsratsvergütungen von verbundenen Unternehmen (Vorjahr:
18 TEUR).
5. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gem. § 238 Abs. 1 Z. 12 UGB
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind unwesentlich bzw. zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und
daher nicht im Rahmen des § 238 Abs. 1 Z. 12 UGB anzugeben.
6. Aufwendungen für Honorierung der Abschlussprüfer gem. § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB
Gemäß § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB wird das Abschlussprüferhonorar im Rahmen des Konzernabschlusses veröffentlicht.
7. Angaben zu Niederlassungen außerhalb Österreichs gem. § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG unterhält keine Niederlassungen außerhalb Österreichs. Die Angaben in § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
sind daher ident mit den jeweiligen Posten des Jahresabschlusses.
8. Angaben zum Mutterunternehmen und zur Einbeziehung in einen Konzernabschluss
gem. § 238 Abs. 1 Z. 7 und 8 UGB und § 237 Abs. 1 Z. 7 UGB
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG steht mit der RLB-Stmk Verbund eGen und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzern-
verhältnis. Die RLB-Stmk Verbund eGen mit Sitz in Graz stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von in den Konzernabschluss
einzubeziehenden Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird unter der Firmenbuchnummer 263388k beim Landesgericht für Zivil-
rechtssachen in Graz hinterlegt.
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG stellt selbst den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der einzubeziehenden Unternehmen
auf, welcher unter der Firmenbuchnummer 264700s beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz hinterlegt ist.
9. Gewinnverwendungsvorschlag gem. § 238 Abs. 1 Z. 9 UGB
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll aus dem Bilanzgewinn ein Betrag von 30.356.693,25 EUR an die Eigentümer der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Dividende von 9,75 EUR je Aktie auf das in 3.113.507 auf Namen
lautende Stückaktien eingeteilte Grundkapital.
107
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
10. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag gem. § 238 Abs. 1 Z. 11 UGB
Im März 2023 kam es nach dem Abzug von Einlagen zur Insolvenz bei der amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB). Wirtschaftliche
Schwierigkeiten bei weiteren Banken und insbesondere die Ereignisse rund um die schweizerische Credit Suisse (CS), die nach dramati-
schen Kursverlusten und Liquiditätsunterstützungen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) schließlich im März 2023 von der UBS
Group AG (UBS) übernommen wurde, lösten erhebliche Verunsicherungen an den Finanzmärkten aus. Weil zu beiden Instituten keine bzw.
nur geringe Geschäftsbeziehungen bestehen, ergeben sich für die RLB Steiermark keine direkten Auswirkungen.
Darüber hinaus gab es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die von besonderem öffentlichem
Interesse wären oder sich wesentlich im Jahresabschluss 2022 auswirken würden.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
108
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
VORSTAND
VORSITZENDER
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER
MITGLIEDER DES VORSTANDS
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER
AUFSICHTSRAT
PRÄSIDENT
Josef HAINZL
1. VIZEPRÄSIDENT
Dir. Josef GALLER
2. VIZEPRÄSIDENT
KR Peter SÜKAR
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL, MBA
Dir. MMag.
Martin KIPPERER
Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
Mag. Regina MARAK-HUBER (ab 24.06.2022)
Ing. Mag. Franz PICHLER
Mag. Ignaz SPIEL
Dir. Franz STRAUSSBERGER
Verbandsobmann Generalanwalt-Stv. Ök.-Rat Franz
TITSCHENBACHER
Ing. Mag. Andreas WALLNER (bis 24.06.2022)
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
VOM BETRIEBSRAT ENTSANDT
Abt.-Vst. Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
STAATSKOMMISSÄRE
Hans Georg KRAMER MBA, CFP
Mag. (FH) Gerd WATZENIG, MSc MLitt MAIS
AUFSICHTSKOMMISSÄRE DES LANDES
LH Mag. Christopher D
D
R
R
E
E
X
X
L
L
E
E
R
R
(ab 04.07.2022)
LH Hermann SCHÜTZENHÖFER (bis 04.07.2022)
Mag. Michael SPREITZHOFER, Stellvertreter
108
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
VORSTAND
VORSITZENDER
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER
MITGLIEDER DES VORSTANDS
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER
AUFSICHTSRAT
PRÄSIDENT
Josef HAINZL
1. VIZEPRÄSIDENT
Dir. Josef GALLER
2. VIZEPRÄSIDENT
KR Peter SÜKAR
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL, MBA
Dir. MMag. Martin KIPPERER
Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
Mag. Regina MARAK-HUBER (ab 24.06.2022)
Ing. Mag. Franz PICHLER
Mag. Ignaz SPIEL
Dir. Franz STRAUSSBERGER
Verbandsobmann Generalanwalt-Stv. Ök.-Rat Franz
TITSCHENBACHER
Ing. Mag. Andreas WALLNER (bis 24.06.2022)
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
VOM BETRIEBSRAT ENTSANDT
Abt.-Vst. Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
STAATSKOMMISSÄRE
Hans Georg KRAMER MBA, CFP
Mag. (FH) Gerd WATZENIG, MSc MLitt MAIS
AUFSICHTSKOMMISSÄRE DES LANDES
LH Mag. Christopher DDRREEXXLLEERR (ab 04.07.2022)
LH Hermann SCHÜTZENHÖFER (bis 04.07.2022)
Mag. Michael SPREITZHOFER, Stellvertreter
MITGLIEDER DES
VORSTANDS UND DES
AUFSICHTSRATS
109
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
TREUHÄNDER
FÜR DIE DECKUNGSSTÖCKE GEMÄSS FBSCHVG
Regierungskommissär, Abteilungsdirektor Hofrat Karl FLATZ (bis
07.07.2022)
Abteilungsleiter Mag. Dr. Katharina SCHWAHA,
Stellvertreter (bis 07.07.2022)
FÜR DIE DECKUNGSSTÖCKE GEMÄSS PFANDBRG:
Präsident des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Graz
Dr. Bernhard DEU (bis 07.07.2022)
Ministralrat Mag. Jutta RANIG
Stellvertreter (bis 07.07.2022)
FÜR DIE DECKUNGSSTÖCKE GEMÄSS PFANDBG:
Wirtschaftsprüfer Mag. Markus UNGER (ab 08.07.2022)
JAHRESFINANZBERICHT 2022
110
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Anteil
%
Eigenkapital
in
EUR
Ergebnis
letztes
Geschäftsjahr
(vor
Rücklagen-
bewegung) in
EUR
Jahres-
abschluss
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
*)
HSL Beteiligungen GmbH, Graz 100,00
8.519.479,72 993.826,25 2022
HSL Leasing-Holding GmbH, Graz 100,00
856.089,24 -877.375,84 2022
INPRIMIS Beteiligungs GmbH, Graz 100,00
1.551.601,12 -599,34 2021
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft
m.b.H., Graz
1)
100,00
8.993.672,17 1.588.847,96 2022
Pittacus Beteiligungs GmbH, Graz 100,00
682.016,36 -1.005,94 2022
Raiffeisen - Einlagensicherung Steiermark eGen in Liq., Graz 57,07
750,48 -2.765,33 2021
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH, Graz
**)
100,00
12.418.743,40 2.045.949,79 2022
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H., Graz 100,00
2.262.804,09 570.954,40 2021
RLB Stmk TATEN GmbH, Graz 100,00
23.159,66 -11.840,34 2021
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H., Graz
2)
100,00
94.942.935,02 5.172.541,51 30.09.2022
RLO Beteiligungs GmbH, Graz 100,00
4.798.904,06 624.828,63 2022
Steirische Raiffeisen - Immobilien - Leasing Gesellschaft
m.b.H., Graz
100,00
3.020.910,85 175.247,22 2022
*)
Die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen bestehen im Rahmen üblicher Bankgeschäfte.
**)
Ergebnisabführungsvertrag
1)
Ergebnisabführungsvertrag mit der TSI-Terminal und Software Installationen GmbH, Graz
2)
Ergebnisabführungsvertrag mit der RLB-Steiermark Immobilienbeteiligungs- u. Verwaltungs GmbH, Graz
UND
110
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Anteil
%
Eigenkapital
in
EUR
Ergebnis
letztes
Geschäftsjahr
(vor
Rücklagen-
bewegung) in
EUR
Jahres-
abschluss
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
*)
HSL Beteiligungen GmbH, Graz
100,00
8.519.479,72
993.826,25
2022
HSL Leasing-Holding GmbH, Graz
100,00
856.089,24
-877.375,84
2022
INPRIMIS Beteiligungs GmbH, Graz
100,00
1.551.601,12
-599,34
2021
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft
m.b.H., Graz
1)
100,00
8.993.672,17
1.588.847,96
2022
Pittacus Beteiligungs GmbH, Graz
100,00
682.016,36
-1.005,94
2022
Raiffeisen - Einlagensicherung Steiermark eGen in Liq., Graz
57,07
750,48
-2.765,33
2021
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH, Graz
**)
100,00
12.418.743,40
2.045.949,79
2022
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H., Graz
100,00
2.262.804,09
570.954,40
2021
RLB Stmk TATEN GmbH, Graz
100,00
23.159,66
-11.840,34
2021
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H., Graz
2)
100,00
94.942.935,02
5.172.541,51
30.09.2022
RLO Beteiligungs GmbH, Graz
100,00
4.798.904,06
624.828,63
2022
Steirische Raiffeisen - Immobilien - Leasing Gesellschaft
m.b.H., Graz
100,00
3.020.910,85
175.247,22
2022
*)
Die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen bestehen im Rahmen üblicher Bankgeschäfte.
**)
Ergebnisabführungsvertrag
1)
Ergebnisabführungsvertrag mit der TSI-Terminal und Software Installationen GmbH, Graz
2)
Ergebnisabführungsvertrag mit der RLB-Steiermark Immobilienbeteiligungs- u. Verwaltungs GmbH, Graz
ANLAGE 1 –
ANTEILE AN VERBUNDENEN
UNTERNEHMEN UND
BETEILIGUNGEN
111
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Anteil
%
Eigenkapital
in
EUR
Ergebnis
letztes
Geschäftsjahr
(vor
Rücklagen-
bewegung) in
EUR
Jahres-
abschluss
2. Beteiligungen (ab 20 % Anteil)
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H. & Co. KG., Graz 50,00 1.103.060,28 1.030.387,44 30.09.2022
ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H., Graz 30,00 384.640.572,61 17.298.302,65 2021
Steirische Kommunalgebäudeleasing Gesellschaft m.b.H.,
Wien
25,00 344.866,64 285.188,05 2021
JAHRESFINANZBERICHT 2022
112
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
In TEUR
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Positionen des Anlagevermögens
Stand 1.1. des
Geschäftsjahres
Zugänge Abgänge
Stand 31.12. des
Geschäftsjahres
Wertpapiere
a) Aktivposition 2 a 320.509 5.670 -30.605 295.574
b) Aktivposition 3 b 38.763 30.000 -892 67.872
c) Aktivposition 4 115.674 0 -4.195 111.479
d) Aktivposition 5 a 10.045 0 0 10.045
e) Aktivposition 5 b 1.226.846 257.654 -71.639 1.412.860
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
5.000 6.029 0 11.029
Zwischensumme 1.716.837 299.353 -107.331 1.908.859
Beteiligungen 824.393 3.749 0 828.142
Anteile an verbundenen Unternehmen 336.829 4.783 0 341.612
Zwischensumme 1.161.222 8.532 0 1.169.754
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
12.564 552 0 13.116
Grundstücke und Gebäude 26.286 720 -582 26.424
Sonstige Sachanlagen 28.598 4.079 -2.001 30.676
Zwischensumme 67.448 5.351 -2.583 70.216
Sonstige Vermögensgegenstände 0 0 0 0
Gesamtsumme 2.945.507 313.236 -109.914 3.148.829
112
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
In TEUR
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Positionen des Anlagevermögens
Stand 1.1. des
Geschäftsjahres
Zugänge
Abgänge
Stand 31.12. des
Geschäftsjahres
Wertpapiere
a) Aktivposition 2 a
320.509
5.670
-30.605
295.574
b) Aktivposition 3 b
38.763
30.000
-892
67.872
c) Aktivposition 4
115.674
0
-4.195
111.479
d) Aktivposition 5 a
10.045
0
0
10.045
e) Aktivposition 5 b
1.226.846
257.654
-71.639
1.412.860
Aktien und andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
5.000
6.029
0
11.029
Zwischensumme
1.716.837
299.353
-107.331
1.908.859
Beteiligungen
824.393
3.749
0
828.142
Anteile an verbundenen Unternehmen
336.829
4.783
0
341.612
Zwischensumme
1.161.222
8.532
0
1.169.754
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
12.564
552
0
13.116
Grundstücke und Gebäude
26.286
720
-582
26.424
Sonstige Sachanlagen
28.598
4.079
-2.001
30.676
Zwischensumme
67.448
5.351
-2.583
70.216
Sonstige Vermögensgegenstände
0
0
0
0
Gesamtsumme
2.945.507
313.236
-109.914
3.148.829
ANLAGE 2 –
ANLAGENSPIEGEL
113
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Buchwerte
kumulierte
Abschreibung
1.1.
Abschreibung
lfd. Geschäfts-
jahr
Zuschreibung
lfd. Geschäfts-
jahr
Abgänge lfd.
Geschäfts-jahr
kumulierte
Abschreibung
31.12.
Stand 31.12.
des Geschäfts-
jahres
Stand 31.12.
des Vorjahres
3.942 911 -343 -1.028 3.481 292.093 316.567
857 491 -164 -8 1.176 66.696 37.906
125 367 -8 -2 481 110.998 115.549
-643 31 -378 0 -990 11.035 10.688
3.838 1.645 -1.046 -2.315 2.122 1.410.738 1.223.007
0 0 0 0 0 11.029 5.000
8.119 3.444 -1.939 -3.354 6.270 1.902.588 1.708.717
4.673 321 0 -229 4.765 823.377 819.720
168.545 10.221 0 -1.472 177.294 164.318 168.284
173.218 10.542 0 -1.701 182.059 987.695 988.004
10.265 989 0 0 11.254 1.862 2.299
16.997 331 0 -582 16.746 9.678 9.289
23.358 1.836 0 -1.905 23.289 7.387 5.240
50.620 3.156 0 -2.487 51.289 18.927 16.828
0 0 0 0 0 0 0
231.957 17.142 -1.939 -7.542 239.618 2.909.210 2.713.549
JAHRESFINANZBERICHT 2022
114
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
ANLAGE 3 –
INVESTITIONSPRÄMIE
In TEUR
Positionen des Anlagevermögens
Stand 1.1.
des
Geschäfts-
jahres Zugänge Auflösung Abgang
Stand
31.12. des
Geschäfts-
jahres
I. Immaterielle Wirtschaftsgüter 0 0 0 0 0
II. Sachanlagen 59 0 -6 0 53
1.) Grundstücke und Gebäude 16 0 -1 0 15
a) dem Geschäftsbetrieb dienend 16 0 -1 0 15
b) sonstige 0 0 0 0 0
2.) Betriebs- und Geschäftsausstattung 43 0 -5 0 38
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 43 0 -5 0 38
b) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
Gesamt 59 0 -6 0 53
114
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
ANLAGE 3 –
INVESTITIONSPRÄMIE
In TEUR
Positionen des Anlagevermögens
Stand 1.1.
des
Geschäfts-
jahres
Zugänge
Auflösung
Abgang
Stand
31.12. des
Geschäfts-
jahres
I. Immaterielle Wirtschaftsgüter
0
0
0
0
0
II. Sachanlagen
59
0
-6
0
53
1.) Grundstücke und Gebäude
16
0
-1
0
15
a) dem Geschäftsbetrieb dienend
16
0
-1
0
15
b) sonstige
0
0
0
0
0
2.) Betriebs- und Geschäftsausstattung
43
0
-5
0
38
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung
43
0
-5
0
38
b) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
0
0
0
0
0
Gesamt
59
0
-6
0
53
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresab-
schluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Ge-
schäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unterneh-
men ausgesetzt ist.
Graz, am 11. April 2023
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER, Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Beteiligungen, Kapitalmarkt und Unternehmenskommunikation & Marketing
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer S
S
T
T
E
E
L
L
Z
Z
E
E
R
R
, MBA, e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Projektfinanzierungen, Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungseinrichtungen und Interne Revision & Konzernrevision
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit & Digitalisierung, Personal, IT, Transaction Services und Bau & Infrastruktur
JAHRESFINANZBERICHT 2022
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues
Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestim-
mungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österrei-
chischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von der
Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von
mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
meine Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prü-
fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
Werthaltigkeit der Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Stmk AG) zum 31. Dezember 2022 werden Anteile an der Raiffeisen
Bank International AG (RBI), die auch das Zentralinstitut der RLB Stmk AG ist, unter dem Bilanzposten „Beteiligungen“ ausgewiesen. Die
Bewertung der Anteile an der RBI erfolgt gemäß dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten-
prinzips. Wenn daher der beizulegende Wert voraussichtlich dauernd unter dem Beteiligungsbuchwert liegt, wird eine Abschreibung vorge-
nommen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so ist der Betrag dieser Ab-
schreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips zuzuschreiben.
Der Vorstand beschreibt die Bewertung im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlustrechnung
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues
Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestim-
mungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österrei-
chischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von der
Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von
mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
meine Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prü-
fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
Werthaltigkeit der Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Stmk AG) zum 31. Dezember 2022 werden Anteile an der Raiffeisen
Bank International AG (RBI), die auch das Zentralinstitut der RLB Stmk AG ist, unter dem Bilanzposten „Beteiligungen“ ausgewiesen. Die
Bewertung der Anteile an der RBI erfolgt gemäß dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskosten-
prinzips. Wenn daher der beizulegende Wert voraussichtlich dauernd unter dem Beteiligungsbuchwert liegt, wird eine Abschreibung vorge-
nommen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so ist der Betrag dieser Ab-
schreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips zuzuschreiben.
Der Vorstand beschreibt die Bewertung im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlustrechnung
BESTÄTIGUNGSVERMERK
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STEIERMARK 2022
angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.7. „Beteiligungen“ sowie im Abschnitt C „Erläuterungen zu Bilanz-
posten“, Punkt 8. Beteiligungen. Auf den Russland-Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Unsicherheiten sowie deren finanzielle
Auswirkungen auf die Bewertung der Anteile an der RBI wird im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlust-
rechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.7. „Beteiligungen“ zusätzlich eingegangen.
Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgte auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens. Die Bewertung durch die Bank auf
der Grundlage eines externen Gutachtens zeigte, dass der ermittelte beizulegende Wert den Buchwert der Beteiligung geringfügig unter-
schritt. Es wurde eine Abschreibung des Beteiligungsbuchwertes in Höhe von insgesamt 321 TEUR vorgenommen.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass das Ergebnis dieser Bewertung in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen
Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einem
erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von Wertminderungsindikatoren beurteilt und die Bewertung
der Anteile an der RBI basierend auf einem externen Gutachten unter Berücksichtigung weiterer Anpassungen durch den Vorstand überprüft.
Ich habe die Grundlagen des externen Gutachtens, insbesondere das Bewertungsmodell sowie die Anpassungen des Vorstands, auf An-
gemessenheit hin geprüft. Die darin verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktda-
ten sowie unternehmensspezifischer Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten, zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse unter Berücksichtigung der Anpassungen des Vor-
stands mit der Konzernplanung abgeglichen und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen und
des externen Gutachtens analysiert und beurteilt.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Anteile an der RBI im Anhang angemessen sind und inwiefern eine adäquate
Darstellung der Auswirkungen des Russland-Ukraine- Krieges auf die Bewertung der Anteile an der RBI erfolgte.
Bewertung der Forderungen an Kunden
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Jahresabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2022 werden die Forderungen an Kunden unter Berücksichtigung von Risikovor-
sorgen und einer Wertberichtigung gemäß § 57 Abs. 1 BWG mit einem Betrag von 8.445.074 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bi-
lanz und in der Gewinn-und-Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.4. „Risikovorsorge“,
B.5. „Vertragsanpassungen (Modifikationen)“ und B.6. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 und 2 BWG“.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob eine Ausfallgefährdung vorliegt und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind.
Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe und ohne Verwertung von Sicher-
heiten leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen
Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von
Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells
berechnet.
Für alle nicht ausgefallenen Kredite wird von der Bank eine ratingabhängige Portfoliowertberichtigung auf Basis eines statistischen Bewer-
tungsmodells gebildet.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbe-
sondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der Sicherheiten.
Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der Auswirkungen auf die Energiepreise sowie der damit einhergehenden Inflation hat die
Bank die Implikationen auf die Kreditnehmer im Rahmen der Ratingeinstufung und der Schätzung der Zahlungsmittelrückflüsse analysiert
und beurteilt. Um die daraus resultierenden Unsicherheiten in Bezug auf einzelne Kreditnehmer nach UGB abzubilden, wurde ein Manage-
ment Overlay zusätzlich zur standardisiert ermittelten Portfoliowertberichtung im Jahresabschluss berücksichtigt. Je nach Betroffenheit des
Kreditnehmers in Bezug auf Branche wurde eine Verschlechterung der Bonität simuliert und für die Ermittlung des Management Overlays
herangezogen.
Weiters wurde aus Gründen der Vorsicht in Anbetracht der besonderen bankgeschäftlichen Risiken die Wertberichtung gemäß § 57 Abs. 1
BWG unverändert gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohenden Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisiko-
vorsorgen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Ermes-
sensspielräume und Schätzunsicherheiten hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds, der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krie-
ges, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditrisikovorsorge ergeben.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebil-
dung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und die sachgerechte Bewertung
der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe darüber hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die
Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen
und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonde-
rer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen des Russ-
land-Ukraine-Krieges bzw. den Änderungen des makroökonomischen Umfelds betroffen sind. Bei Feststellung von Indikatoren für Kredit-
ausfälle wurden die von der Bank getroffenen Annahmen in Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsichtlich
der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter
nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Bei der Prüfung der Portfoliowertberichtigungen habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter – unter Berücksichtigung der
Ergebnisse des von der Bank durchgeführten Backtestings und der Anpassungen der Parameter im Rahmen des Management Overlays
aufgrund der Unsicherheiten des Russland-Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden steigenden Energiepreise – dahingehend beur-
teilt, ob die Annahmen in Bezug auf das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die Vorsorgen einschließlich des Ma-
nagement Overlays in angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Anhang angemessen sind.
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STEIERMARK 2022
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbe-
sondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der Sicherheiten.
Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der Auswirkungen auf die Energiepreise sowie der damit einhergehenden Inflation hat die
Bank die Implikationen auf die Kreditnehmer im Rahmen der Ratingeinstufung und der Schätzung der Zahlungsmittelrückflüsse analysiert
und beurteilt. Um die daraus resultierenden Unsicherheiten in Bezug auf einzelne Kreditnehmer nach UGB abzubilden, wurde ein Manage-
ment Overlay zusätzlich zur standardisiert ermittelten Portfoliowertberichtung im Jahresabschluss berücksichtigt. Je nach Betroffenheit des
Kreditnehmers in Bezug auf Branche wurde eine Verschlechterung der Bonität simuliert und für die Ermittlung des Management Overlays
herangezogen.
Weiters wurde aus Gründen der Vorsicht in Anbetracht der besonderen bankgeschäftlichen Risiken die Wertberichtung gemäß § 57 Abs. 1
BWG unverändert gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohenden Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisiko-
vorsorgen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Ermes-
sensspielräume und Schätzunsicherheiten hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds, der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krie-
ges, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditrisikovorsorge ergeben.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebil-
dung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und die sachgerechte Bewertung
der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe darüber hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die
Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen
und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonde-
rer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen des Russ-
land-Ukraine-Krieges bzw. den Änderungen des makroökonomischen Umfelds betroffen sind. Bei Feststellung von Indikatoren für Kredit-
ausfälle wurden die von der Bank getroffenen Annahmen in Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsichtlich
der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter
nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Bei der Prüfung der Portfoliowertberichtigungen habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter – unter Berücksichtigung der
Ergebnisse des von der Bank durchgeführten Backtestings und der Anpassungen der Parameter im Rahmen des Management Overlays
aufgrund der Unsicherheiten des Russland-Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden steigenden Energiepreise – dahingehend beur-
teilt, ob die Annahmen in Bezug auf das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die Vorsorgen einschließlich des Ma-
nagement Overlays in angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Anhang angemessen sind.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Jah-
resabschluss der RLB Stmk AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstru-
mente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt.
Der Vorstand beschreibt die Vorgangsweise bei der Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten und der Bildung von
Sicherungsbeziehungen im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlustrechnung angewendeten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.2. „Wertpapiere“, B.3. „Derivative Finanzinstrumente“ bzw. C.23. „Ergänzende
Angaben zu Finanzinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG“ sowie C. 24. „Angabe zu unterlassenen
außerplanmäßigen Abschreibungen von Finanzinstrumenten des Finanzanlagevermögens gem. § 238 Abs.1 Z. 2 UGB“.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine
ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewer-
tungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parametern ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung so-
wie der Effektivität derselben zu erfüllen.
Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegen-
den Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der
Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung und Zuord-
nung der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effekti-
vität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre
Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugängli-
chen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung
und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien der Bank entspricht. Die von der Bank durchgeführten Effekti-
vitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Anhang betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen
angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Jahresfinanzbericht wird
mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Mein Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusi-
cherung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen,
sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss
oder meinen bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern
einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei
denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstel-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung
eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus
und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
▪ Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Ab-
schluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende we-
sentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusi-
ves Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
▪ Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben
▪ Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit
der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
▪ Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Un-
ternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu ma-
chen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der
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STEIERMARK 2022
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst ge-
treues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern
einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei
denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstel-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung
eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus
und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
▪ Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Ab-
schluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende we-
sentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusi-
ves Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
▪ Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen
Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben
▪ Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit
der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
▪ Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Un-
ternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu ma-
chen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der
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STEIERMARK 2022
Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenhei-
ten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
▪ Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jah-
resabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild
erreicht wird.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Ab-
schlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem,
die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängig-
keit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise
angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaß-
nahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am
bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung de-
ren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss
in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unterneh-
mensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach meiner Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a
Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesell-
schaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Jahres-
abschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zum Bankprüfer für das Geschäftsjahr 2022 bestellt. Ich bin ununterbrochen
seit der Prüfung des Jahresabschlusses 2021 Bankprüfer der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss
nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchfüh-
rung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
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STEIERMARK 2022
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Andreas Fegerl.
Wien, 11. April 2023
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Mag. Andreas FEGERL – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
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STEIERMARK 2022
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Andreas Fegerl.
Wien, 11. April 2023
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Mag. Andreas FEGERL – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
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STEIERMARK 2022
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Ver-
mögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäfts-
jahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Über-
einstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Vermerks des
unabhängigen Abschlussprüfers weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code
of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen
berufsrechtlichen Vorschriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 („WTBG 2017“) samt einschlägigen Verordnungen („Richtli-
nien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhandberufe“) und Richtlinien, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifi-
sche Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung
kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbrin-
gung verbotener Nichtprüfungsleistungen („fee cap“) und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichtes an den Prüfungs-
ausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft
und gegenüber Dritten kommt § 62a BWG in Verbindung mit § 275 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerks ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
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STEIERMARK 2022
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
▪ Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie Bewertung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
▪ Werthaltigkeit der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie Bewertung von Rückstellungen für Even-
tualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Wertberichtigungen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR
8.445.074. Weiters werden Vorsorgen in Form von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken gebildet.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bildung von Risikovorsorgen in den Erläute-
rungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang zum Jahresabschluss (Kapitel B, Unterpunkt 4).
Die Identifikation von Ausfallsereignissen und die Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigungen für ausgefallene signifikante Kreditneh-
mer unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Diese ergeben sich aus Annahmen betreffend die wirt-
schaftliche Lage und Entwicklung des jeweiligen Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten und bringen daher Aus-
wirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Rückflüsse mit sich.
Die nach statistischen Methoden gebildeten Risikovorsorgen für nicht signifikante Kreditnehmer mit Ausfall-Rating (pauschalierte Einzel-
wertberichtigungen) sowie für nicht ausgefallene Kreditnehmer (Portfoliowertberichtigungen) basieren auf Modellen und statistischen Para-
metern und beinhalten daher ebenfalls Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Da das angewendete Wertberichtigungsmodell Ausnahmeereignisse wie die aktuellen Volatilitäten und Unsicherheiten der makroökonomi-
schen Faktoren nicht angemessen abbilden kann, wurde von der Bank zusätzlich zum Modellergebnis eine Erhöhung des Vorsorgebetra-
ges ("Management Overlay") auf Basis bankinterner Schätzungen unter Zugrundelegung externer Prognosen über die wirtschaftliche Ent-
wicklung vorgenommen.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung des Management Overlays in
bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstellung in Bezug auf die
Höhe der Risikovorsorgen im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie der Bewertung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und
Kreditrisiken haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
▪ Wir haben den Kreditüberwachungsprozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, Ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und die
Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und
Implementierung sowie in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
▪ Auf Basis einer Stichprobe von Krediten haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Aus-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Rating-
stufen mit höherem Ausfallsrisiko. Bei ausgefallenen signifikanten Kreditnehmern wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hin-
sichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse bei der Berechnung der Risikovorsor-
gen untersucht.
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Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
▪ Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie Bewertung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
▪ Werthaltigkeit der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie Bewertung von Rückstellungen für Even-
tualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Wertberichtigungen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR
8.445.074. Weiters werden Vorsorgen in Form von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken gebildet.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bildung von Risikovorsorgen in den Erläute-
rungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang zum Jahresabschluss (Kapitel B, Unterpunkt 4).
Die Identifikation von Ausfallsereignissen und die Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigungen für ausgefallene signifikante Kreditneh-
mer unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Diese ergeben sich aus Annahmen betreffend die wirt-
schaftliche Lage und Entwicklung des jeweiligen Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten und bringen daher Aus-
wirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Rückflüsse mit sich.
Die nach statistischen Methoden gebildeten Risikovorsorgen für nicht signifikante Kreditnehmer mit Ausfall-Rating (pauschalierte Einzel-
wertberichtigungen) sowie für nicht ausgefallene Kreditnehmer (Portfoliowertberichtigungen) basieren auf Modellen und statistischen Para-
metern und beinhalten daher ebenfalls Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Da das angewendete Wertberichtigungsmodell Ausnahmeereignisse wie die aktuellen Volatilitäten und Unsicherheiten der makroökonomi-
schen Faktoren nicht angemessen abbilden kann, wurde von der Bank zusätzlich zum Modellergebnis eine Erhöhung des Vorsorgebetra-
ges ("Management Overlay") auf Basis bankinterner Schätzungen unter Zugrundelegung externer Prognosen über die wirtschaftliche Ent-
wicklung vorgenommen.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung des Management Overlays in
bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstellung in Bezug auf die
Höhe der Risikovorsorgen im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie der Bewertung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und
Kreditrisiken haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
▪ Wir haben den Kreditüberwachungsprozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, Ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und die
Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und
Implementierung sowie in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
▪ Auf Basis einer Stichprobe von Krediten haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Aus-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Rating-
stufen mit höherem Ausfallsrisiko. Bei ausgefallenen signifikanten Kreditnehmern wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hin-
sichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse bei der Berechnung der Risikovorsor-
gen untersucht.
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▪ Wir haben im Bereich der pauschalierten Einzelwertberichtigungen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kreditnehmer das Be-
wertungsmodell und die darin verwendeten Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener
Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen haben wir in Stichproben nachvollzogen.
▪ Im Bereich der Portfoliowertberichtigungen haben wir das zugrundeliegende Bewertungsmodell einschließlich der darin verwendeten
Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Wei-
ters haben wir die Herleitung und Begründung des Management Overlays, sowie die zugrundeliegenden Annahmen im Hinblick auf
deren Angemessenheit beurteilt. Für diese Prüfungshandlungen haben wir unsere internen Finanzmathematiker als Spezialisten einbe-
zogen
Werthaltigkeit der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG umfasst in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR 806.505.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bilanzierung von Beteiligungen in den Erläute-
rungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang zum Jahresabschluss (Kapitel B, Unterpunkt 7).
Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung von Beteiligungen wird eine Abschreibung und bei Wegfall der Gründe für eine in der Vergan-
genheit vorgenommene Abschreibung eine Zuschreibung bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen. Diese Beurteilung
erfolgt auf Grundlage eines externen Gutachtens zur Ermittlung des beizulegenden Wertes unter Verwendung des Discounted Cash Flow
Verfahrens. Die Ermittlung des Unternehmenswertes beruht primär auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der Diskontierungsfaktoren
sowie der künftigen Geschäftsentwicklung und der daraus ableitbaren Rückflüsse an die Eigentümer unter Berücksichtigung von
gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Ausschüttungsbeschränkungen.
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Unternehmensbewertung innerhalb gewisser Bandbreiten ermessensbehaftet und mit
Schätzungsunsicherheiten verbunden ist, woraus ein mögliches Risiko einer falschen Darstellung in Bezug auf die Bewertung im Abschluss
resultiert.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG haben wir folgende wesentliche Prüfungshand-
lungen durchgeführt:
▪ Wir haben die wesentlichen Prozesse hinsichtlich der Identifikation von Wertminderungsereignissen oder Zuschreibungserfordernissen
und der Beurteilung der Werthaltigkeit der Beteiligungen erhoben.
▪ Wir haben das Modell, die Planungsannahmen und die verwendeten Parameter für die Bewertung der Raiffeisen Bank International AG
unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten geprüft. Dabei wurde das eingesetzte Bewertungsmodell nachvollzogen und beur-
teilt, ob dieses geeignet ist, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln.
▪ Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter – vorrangig die Zinssatzkomponenten – wurden unter Einbeziehung unserer Bewer-
tungsspezialisten evaluiert. Dabei wurden die bei der Bestimmung des Zinssatzes herangezogenen Annahmen durch Abgleich mit
markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt. Die Planungstreue wurde anhand eines Vergleiches der
Vorjahresplanungen mit den Ergebnissen des laufenden Jahres beurteilt.
▪ Weiters haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft, ob die Auswirkung der aktuellen makroökonomischen
Entwicklungen in den Planungsrechnungen – inklusive der Annahmen zur russischen Tochterbank – entsprechend berücksichtigt wurden.
▪ Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung des Unternehmenswertes nachvollzogen. Die Höhe des Unternehmenswertes
wurde mit Marktdaten und öffentlich verfügbaren Informationen verglichen. Für diese Prüfungshandlung haben wir unsere Bewertungs-
spezialisten einbezogen
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Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Lagebericht haben
wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns
voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf
geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen
und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Ab-
schlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen
durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir
verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um
die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden,
es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen
oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der
unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
▪ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im
Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen
resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
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Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Lagebericht haben
wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns
voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf
geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen
und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Ab-
schlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen
durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir
verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um
die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden,
es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen
oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der
unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
▪ Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im
Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen
resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose
Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
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▪ Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
▪ Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
▪ Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir
ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
▪ Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild
erreicht wird.
▪ Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
▪ Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit
zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
▪ Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze
oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen,
dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise
erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz, 11. April 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian GRINSCHGL - Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Vermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständi-
gen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
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KONZERNABSCHLUSS 2022
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INHALT
WICHTIGE DATEN AUF EINEN BLICK 131
KONZERNLAGEBERICHT 2022 133
KONZERNABSCHLUSS 2022 NACH INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS) 154
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Monetäre Werte in TEUR
Erfolgsrechnung
2022
2021
*)
Veränderung
Zinsüberschuss 151.188 110.361 37,0 %
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen –27.698 11.020 >100 %
hv. Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 351.758 127.416 >100 %
hv. Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen –379.456 –116.396 >100 %
Provisionsüberschuss 42.384 43.816 –3,3 %
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL) –6.619 –456 >100 %
Verwaltungsaufwendungen –138.886 –135.100 2,8 %
Betriebsergebnis 489.082 216.898 >100 %
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte –16.997 12.502 >100 %
Konzernergebnis vor Steuern 92.629 113.004 –18,0 %
Konzernergebnis 78.393 88.999 –11,9 %
Gesamtergebnis 35.096 95.117 –63,1 %
Bilanz 2022 2021
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) 11.676.893 10.555.568 10,6 %
hv. Forderungen an Kunden inkl. Leasingforderungen (AC) 8.319.083 7.476.538 11,3 %
hv. Forderungen an Kreditinstitutionen (AC) 1.535.223 1.363.332 12,6 %
hv. Schuldverschreibungen (AC) 1.822.587 1.715.698 6,2 %
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) 651.203 948.298 –31,3 %
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M) 75.726 72.763 4,1 %
hv. Forderungen an Kunden (FVPL-M) 38.181 32.378 17,9 %
hv. Wertpapiere (FVPL-M) 37.545 40.385 –7,0 %
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 806.505 869.048 –7,2 %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC) 14.558.727 15.567.515 –6,5 %
hv. Verbindlichkeiten ggü. Kunden (AC) 3.708.933 3.658.675 1,4 %
hv. Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstitutionen (AC) 7.367.049 8.267.614 –10,9 %
hv. verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten (AC) 3.482.745 3.641.226 –4,4 %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) 387.602 865.431 –55,2 %
hv. Verbindlichkeiten ggü. Kunden (FVO) 227.481 519.412 –56,2 %
hv. verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten (FVO) 160.121 346.019 –53,7 %
Eigenkapital (inkl. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) 1.653.552 1.651.098 0,1 %
Bilanzsumme 17.368.247 18.512.527 –6,2 %
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche) und Ausweisänderung Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Ausweis von
Wertminderungen in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“).
WICHTIGE
DATEN
AUF EINEN BLICK
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
132
Monetäre Werte in TEUR
Bankaufsichtliche Kennzahlen 2022 2021 Veränderung
Kernkapital (Tier 1) 1.501.534 1.420.234 5,7 %
Eigenmittel Gesamt (TC) 1.562.352 1.499.603 4,2 %
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 8.224.601 7.956.473 3,4 %
Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,3 % 17,9 % 0,4 PP
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken) 19,0 % 18,8 % 0,2 PP
Verschuldungsquote 10,6 % 11,7 % –1,1 PP
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 145,0 % 248,0 % –103,0 PP
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 110,0 % 128,0 % –18,1 PP
Sonstige Kennzahlen 2022 2021
*)
Return on Equity 5,6 % 7,0 % –1,4 PP
Cost/Income-Ratio 22,1 % 38,4 % –16,3 PP
2022 2021
Non Performing Loan-Ratio (NPL) 2,3 % 1,5 % 0,8 PP
Non Performing Exposure-Ratio (NPE) 1,8 % 1,1 % 0,7 PP
Coverage Ratio I (exkl. Sicherheiten) 45,5 % 62,5 % –17,0 PP
Coverage Ratio II 90,7 % 95,9 % –5,2 PP
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 844 857 –13
Bankstellen 14 16 -2
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche)
Rating Langfristig Kurzfristig Ausblick
Emittenten-
rating
Änderung /
Bestätigung
Moody´s A3 P-2 stabil A3 29.08.2022
Mit Inkrafttreten des neuen Pfandbriefgesetzes (PfandBG) zum 08.07.2022 wurden die Deckungswerte und Emissionen
der Deckungsstöcke nach FBSchVG und nach PfandbriefG (alt) auf Basis des § 39 Abs. 8 zu Deckungsstöcken nach
PfandBG zusammengelegt. Als Nachfolgeprogramme der Deckungsstöcke nach FBSchVG sind auch die Deckungsstöcke
nach PfandBG von Moodys mit einem Aaa-Rating bewertet.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
132
Monetäre Werte in TEUR
Bankaufsichtliche Kennzahlen
2022
2021
Veränderung
Kernkapital (Tier 1)
1.501.534
1.420.234
5,7 %
Eigenmittel Gesamt (TC)
1.562.352
1.499.603
4,2 %
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage)
8.224.601
7.956.473
3,4 %
Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken)
18,3 %
17,9 %
0,4 PP
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken)
19,0 %
18,8 %
0,2 PP
Verschuldungsquote
10,6 %
11,7 %
–1,1 PP
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
145,0 %
248,0 %
–103,0 PP
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
110,0 %
128,0 %
–18,1 PP
Sonstige Kennzahlen
2022
2021
*)
Return on Equity
5,6 %
7,0 %
–1,4 PP
Cost/Income-Ratio
22,1 %
38,4 %
–16,3 PP
2022
2021
Non Performing Loan-Ratio (NPL)
2,3 %
1,5 %
0,8 PP
Non Performing Exposure-Ratio (NPE)
1,8 %
1,1 %
0,7 PP
Coverage Ratio I (exkl. Sicherheiten)
45,5 %
62,5 %
–17,0 PP
Coverage Ratio II
90,7 %
95,9 %
–5,2 PP
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
844
857
–13
Bankstellen
14
16
-2
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche)
Rating
Langfristig
Kurzfristig
Ausblick
Emittenten-
rating
Änderung /
Bestätigung
Moody´s
A3
P-2
stabil
A3
29.08.2022
Mit Inkrafttreten des neuen Pfandbriefgesetzes (PfandBG) zum 08.07.2022 wurden die Deckungswerte und Emissionen
der Deckungsstöcke nach FBSchVG und nach PfandbriefG (alt) auf Basis des § 39 Abs. 8 zu Deckungsstöcken nach
PfandBG zusammengelegt. Als Nachfolgeprogramme der Deckungsstöcke nach FBSchVG sind auch die Deckungsstöcke
nach PfandBG von Moodys mit einem Aaa-Rating bewertet.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
133
JAHRESFINANZBERICHT 2022
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
134
I.1. Wirtschaftliche
Rahmenbedingungen 2022
Weltwirtschaft
Die nach wie vor durch die Auswirkungen der COVID-19-Pande-
mie, vor allem in Form von Störungen der globalen Lieferketten,
geschwächte Wirtschaft wurde 2022 durch die Folgen des russi-
schen Angriffskriegs auf die Ukraine erneut auf eine Belastungs-
probe gestellt.
Die Kürzung von russischen Gaslieferungen nach Europa führte
zu massiven Preissteigerungen auf dem Energiemarkt. Hinzu ka-
men steigende Preise am Lebensmittelmarkt als Folge von inten-
siven Hitzewellen und Dürreperioden in Europa sowie in Mittel-
und Südasien. Diese Entwicklungen führten angebotsseitig zu
Einschränkungen der Produktion, insbesondere in energieintensi-
ven Sektoren und in weiterer Folge zu einer weitreichenden Aus-
dehnung des Preisanstiegs.
Nachfrageseitig zeigte sich ein Rückgang des Konsums der pri-
vaten Haushalte, da die Realeinkommen nicht mit der Entwick-
lung der Preise mithalten konnten. Aufgrund der hohen Unsicher-
heit in vielen Ländern war auch der Rückgang der, während der
COVID-19-Pandemie aufgebauten, hohen Sparquote eher mäßig.
Vor diesem Hintergrund erreichte die Inflation in vielen Ländern
langjährige Höchstwerte. Für das Jahr 2022 ist dem IWF zufolge
mit einer globalen Inflation von 8,8 % zu rechnen. Für die OECD-
Länder prognostiziert die OECD eine Inflation von 9,4 %. Um den
Preisauftrieb abzumildern, reagierten viele Notenbanken mit rest-
riktiven geldpolitischen Maßnahmen, allen voran Leitzinsanhe-
bungen. Die dadurch veränderte Zinslandschaft verschärfte wie-
derum die Finanzierungsbedingungen, was zusätzlich private In-
vestitionen belastete. Fiskalpolitische Maßnahmen zur Abfede-
rung der höheren Energie- und Lebensmittelpreise wirkten in die-
sem Umfeld bisher nur begrenzt. Ein interessantes Bild zeigte
sich auch auf den Arbeitsmärkten. Entsprechend dem Zusam-
menhang von Inflation und Arbeitslosenrate sind in vielen OECD-
Volkswirtschaften die Arbeitslosenquoten auf dem niedrigsten
Stand der letzten zwei Jahrzehnte und die Quoten freier Stellen
ungewöhnlich hoch. Die Arbeitslosenrate für die OECD-Länder
ist 2022 auf 5,0 % zurückgegangen (2021: 6,2 %). Aus diesen
schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergibt sich für
das Jahr 2022 eine voraussichtliche Abschwächung des globa-
len Wirtschaftswachstums der OECD-Prognose zufolge auf 3,1 %
(2021: 5,9 %), der IWF-Prognose zufolge auf 3,2 %. Dies ent-
spricht etwa der Hälfte des Wachstums während der Erholung
von der Pandemie im Jahr 2021.
USA
In den USA waren die unmittelbaren Auswirkungen des russi-
schen Kriegs in der Ukraine weniger spürbar als vielerorts. Zu-
dem sind die US-Exporte von Erdgas und Weizen als Reaktion
auf die Verknappung auf den Weltmärkten gestiegen. Es kam
aber auch bei inländischen Lebensmittel- und Energiepreisen
verglichen mit der Zeit vor der Pandemie zu einem starken Preis-
auftrieb mit einer Inflation von bis zu 9,1 % im Juli. Für das Ge-
samtjahr 2022 wird der Europäischen Kommission zufolge eine
Inflation von 7,9 % erwartet.
Zur Eindämmung der Inflation korrigierte die Zentralbank der
USA beginnend mit März 2022 die Leitzinsen in mehreren Sprün-
gen auf ein nunmehriges Zinsniveau von 4,5 % und reduzierte zu-
dem ihre Bestände an Staatsanleihen, Schuldverschreibungen
und hypothekarisch besicherten Wertpapieren. Diese Maßnah-
men haben zu einer starken Aufwertung des Wechselkurses bei-
getragen, was wiederum die Exporttätigkeit beeinträchtigte.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
134
I.1. Wirtschaftliche
Rahmenbedingungen 2022
Weltwirtschaft
Die nach wie vor durch die Auswirkungen der COVID-19-Pande-
mie, vor allem in Form von Störungen der globalen Lieferketten,
geschwächte Wirtschaft wurde 2022 durch die Folgen des russi-
schen Angriffskriegs auf die Ukraine erneut auf eine Belastungs-
probe gestellt.
Die Kürzung von russischen Gaslieferungen nach Europa führte
zu massiven Preissteigerungen auf dem Energiemarkt. Hinzu ka-
men steigende Preise am Lebensmittelmarkt als Folge von inten-
siven Hitzewellen und Dürreperioden in Europa sowie in Mittel-
und Südasien. Diese Entwicklungen führten angebotsseitig zu
Einschränkungen der Produktion, insbesondere in energieintensi-
ven Sektoren und in weiterer Folge zu einer weitreichenden Aus-
dehnung des Preisanstiegs.
Nachfrageseitig zeigte sich ein Rückgang des Konsums der pri-
vaten Haushalte, da die Realeinkommen nicht mit der Entwick-
lung der Preise mithalten konnten. Aufgrund der hohen Unsicher-
heit in vielen Ländern war auch der Rückgang der, während der
COVID-19-Pandemie aufgebauten, hohen Sparquote eher mäßig.
Vor diesem Hintergrund erreichte die Inflation in vielen Ländern
langjährige Höchstwerte. Für das Jahr 2022 ist dem IWF zufolge
mit einer globalen Inflation von 8,8 % zu rechnen. Für die OECD-
Länder prognostiziert die OECD eine Inflation von 9,4 %. Um den
Preisauftrieb abzumildern, reagierten viele Notenbanken mit rest-
riktiven geldpolitischen Maßnahmen, allen voran Leitzinsanhe-
bungen. Die dadurch veränderte Zinslandschaft verschärfte wie-
derum die Finanzierungsbedingungen, was zusätzlich private In-
vestitionen belastete. Fiskalpolitische Maßnahmen zur Abfede-
rung der höheren Energie- und Lebensmittelpreise wirkten in die-
sem Umfeld bisher nur begrenzt. Ein interessantes Bild zeigte
sich auch auf den Arbeitsmärkten. Entsprechend dem Zusam-
menhang von Inflation und Arbeitslosenrate sind in vielen OECD-
Volkswirtschaften die Arbeitslosenquoten auf dem niedrigsten
Stand der letzten zwei Jahrzehnte und die Quoten freier Stellen
ungewöhnlich hoch. Die Arbeitslosenrate für die OECD-Länder
ist 2022 auf 5,0 % zurückgegangen (2021: 6,2 %). Aus diesen
schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergibt sich für
das Jahr 2022 eine voraussichtliche Abschwächung des globa-
len Wirtschaftswachstums der OECD-Prognose zufolge auf 3,1 %
(2021: 5,9 %), der IWF-Prognose zufolge auf 3,2 %. Dies ent-
spricht etwa der Hälfte des Wachstums während der Erholung
von der Pandemie im Jahr 2021.
USA
In den USA waren die unmittelbaren Auswirkungen des russi-
schen Kriegs in der Ukraine weniger spürbar als vielerorts. Zu-
dem sind die US-Exporte von Erdgas und Weizen als Reaktion
auf die Verknappung auf den Weltmärkten gestiegen. Es kam
aber auch bei inländischen Lebensmittel- und Energiepreisen
verglichen mit der Zeit vor der Pandemie zu einem starken Preis-
auftrieb mit einer Inflation von bis zu 9,1 % im Juli. Für das Ge-
samtjahr 2022 wird der Europäischen Kommission zufolge eine
Inflation von 7,9 % erwartet.
Zur Eindämmung der Inflation korrigierte die Zentralbank der
USA beginnend mit März 2022 die Leitzinsen in mehreren Sprün-
gen auf ein nunmehriges Zinsniveau von 4,5 % und reduzierte zu-
dem ihre Bestände an Staatsanleihen, Schuldverschreibungen
und hypothekarisch besicherten Wertpapieren. Diese Maßnah-
men haben zu einer starken Aufwertung des Wechselkurses bei-
getragen, was wiederum die Exporttätigkeit beeinträchtigte.
I. BERICHT ÜBER DEN
GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE
LAGE
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
135
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Trotz der Inflationsentwicklung ist der private Konsum weiter ge-
stiegen, allerdings in einem bescheideneren Tempo. Die Investiti-
onen sind zurückgegangen. Die Sparquote erreichte in den USA
– anders als in anderen Ländern - bereits wieder Vorkrisenniveau.
Das in den ersten beiden Quartalen negative Wachstum zeigte
im dritten Quartal wieder einen leichten Anstieg. Für 2022 ist mit
einem Wirtschaftswachstum von 1,8 % zu rechnen.
Europa
Europa ist aufgrund der teilweise großen Abhängigkeit von den
Ressourcen Russlands besonders stark von den Auswirkungen
des russischen Kriegs in der Ukraine und insbesondere der stark
gestiegenen Inflation betroffen. Die Wechselkursentwicklungen
des Euro verstärkten diese Entwicklung noch. Neben dem An-
stieg der Energiepreise sind auch die Rohstoffpreise und die
Kosten der Nahrungsmittelproduktion gestiegen, was ferner die
Inflation anheizt.
Für das Jahr 2022 wird von der OECD für den Euroraum eine In-
flationsrate von 8,3 % erwartet, wobei Höchstwerte für September
bei 9,9 % und Oktober bei 10,6 % zu beobachten waren.
Um dem Preisauftrieb entgegenzuwirken, hob die Europäische
Zentralbank im zweiten Halbjahr in mehreren Rekordsprüngen
den Leitzins bis auf 2,5 % im Dezember an. Weitere Anpassungen
wurden von der EZB in Aussicht gestellt. Zur Milderung der Fol-
gen der Preisentwicklungen wurden von einigen Staaten zudem
auch fiskalpolitische Maßnahmen umgesetzt. Darüber hinaus
hatte der Ukraine-Krieg einen Anstieg der Militärausgaben sowie
Investitionen zur Sicherung der Energieversorgung zur Folge.
Die große Unsicherheit aufgrund der gegenseitigen Sanktionen
und der daraus resultierenden Lieferkettenprobleme wird das
Wirtschaftswachstum weiterhin deutlich senken. Wie groß der
Rückgang ausfällt, hängt von der weiteren Entwicklung der Sank-
tionen sowie der Unterstützung der Wirtschaft durch die Politik ab
und kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilt
werden.
Ausgabenprogramme von COVID-19 Unterstützungsleistungen
sind hingegen zurückgegangen. Die erste Sommersaison ohne
COVID-19 Pandemie trug zu einer Erholung der Nachfrage im
Tourismussektor bei. Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Um-
felds hat sich der Arbeitsmarkt im Euroraum gut entwickelt. Die
Arbeitslosenquote liegt für 2022 bei durchschnittlich 6,8 %. Wäh-
rend im ersten Quartal noch ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung
zu verzeichnen war, ließ sich ab dem zweiten Halbjahr auch in Eu-
ropa der globale Konjunkturabschwung deutlich erkennen. Für
das Gesamtjahr 2022 ist der Europäischen Kommission zufolge
für den Euroraum mit einem Wirtschaftswachstum von +3,2 %
(2021: +5,3 %), der OECD zufolge von 3,3 % zu rechnen.
Aktien- und Rentenmärkte
Die geldpolitischen Maßnahmen des vergangenen Jahres führten
zu einem Rekordanstieg der Renditen am Anleihenmarkt.
Bei der Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe gab
es im Jahresverlauf eine Erhöhung um 275 Basispunkte von -
0,18 % auf 2,57 %, bei den amerikanischen Staatsanleihen eine
Erhöhung um 237 Basispunkte von 1,51 % auf 3,88 %, italieni-
sche Staatsanleihen verzeichneten sogar eine Zunahme von 354
Basispunkten.
Der starke Anstieg der Staatsanleiherenditen und die allgemei-
nen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen setzten allerdings
nach einer kurzzeitigen Erholung im Sommer die Aktienmärkte
unter Druck.
Der deutsche DAX schloss das Jahr mit einem Rückgang von -
12,3 % und liegt damit minimal unter dem EURO STOXX 50 mit -
11,7 %. Der großbritannische FTSE 100 Index zeigt hingegen ei-
nen Anstieg von 0,9 %. Die Lage auf den amerikanischen Aktien-
märkten zeigt sich gemischt, mit einerseits einem über den euro-
päischen Aktienmärkten liegenden Kursrückgang des S&P 500
von -19,4 % und andererseits einem relativ geringeren Kursrück-
gang des Dow Jones von -8,8 %. Der japanische Nikkei schloss
mit -9,4 % und der chinesische Hang Seng Index mit -15,5 %.
Rohstoffe und Währungen
Das vergangene Jahr war von einer Achterbahnfahrt der Energie-
preise geprägt. Neben dem starken Preisanstieg für Erdgas in
Europa verzeichnete auch Erdöl zwischenzeitlich Höchststände.
Die zu Beginn des Jahres noch mit knapp 78 US-Dollar pro Bar-
rel gehandelte Nordseesorte BRENT erreichte Mitte des Jahres
Spitzen von bis zu 128 US-Dollar pro Barrel und pendelte sich
zum Jahresende bei einem Anstieg von 10,5 % auf knapp 86 US-
Dollar ein. Der Goldpreis wies hingegen nur eine geringe
Schwankungsbreite auf. Zum Jahresende lag der Preis bei
1.8240 US-Dollar was einem Minus von 0,3 % auf Jahressicht
entsprach.
Auf dem Devisenmarkt performte der Dollar in diesem Jahr aus-
gezeichnet. Die im Vergleich zur europäischen Zentralbank be-
reits im erste Halbjahr 2022 eingeschlagene Kursänderung der
Zentralbank der USA führte zu einer Aufwertung des Dollar ge-
genüber anderen Währungen.
Dementsprechend sank beispielsweise der Euro-Dollar Kurs um
5,8 % von 1,14 auf 1,07 US-Dollar pro Euro, wobei zwischenzeit-
lich sogar ein neuer Tiefststand von 0,96 US-Dollar pro Euro er-
reicht wurde. Gegenüber dem japanischen Yen gewann der US-
Dollar sogar 13,9 %.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
136
Österreich
Die heimische Wirtschaft verzeichnete in den ersten beiden Quar-
talen einen BIP-Zuwachs, bremste sich aber im zweiten Halbjahr
deutlich ein. Für das Jahr 2022 rechnen OECD-Prognosen mit ei-
nem BIP-Wachstum von 4,5 %.
Die zuerst positive Entwicklung war auf die Erholung von pande-
miebedingten Störungen in den Wirtschaftssektoren Tourismus,
Gastronomie und Handel zurückzuführen. Zudem profitierte ins-
besondere die Industrieproduktion bis zum Sommer 2022 von
der expansiven Entwicklung bei den Warenexporten.
Im zweiten Halbjahr erreichte der globale Konjunkturabschwung
aber auch die österreichische Wirtschaft. Die beginnend mit März
exponentiell ansteigenden Energiepreise setzten Haushalte und
Unternehmen stark unter Druck. Es folgten eine Erhöhung der
Produktionskosten in der Landwirtschaft, in der Industrie sowie
im Dienstleistungssektor. Zudem dürfte neben den gestiegenen
Produktionskosten auch die steigende Nachfrage infolge der
weitgehenden Beseitigung der Maßnahmen der COVID-19 Pan-
demie zusammen mit dem Arbeitskräftemangel zum Preisaufrieb
beitragen haben.
Die Gesamtinflation in Österreich erreichte im Oktober 11,5 %
und damit den höchsten Wert seit 1952. Die Kerninflation lag im
selben Monat bei 6,7 % und beschleunigte damit um 2,0 Prozent-
punkte seit Mai. Für das Gesamtjahr 2022 ist mit einer Gesamtin-
flation von 8,5 % und einer Kerninflation von 4,9 % zu rechnen.
Um die Folgen der hohen Energiepreise für Haushalte und Unter-
nehmen abzumildern, wurden in der ersten Hälfte des Jahres
2022 zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, unter anderem in Form
von verschiedenen Subventionen, Energiegutscheinen, Steuer-
senkungen und -erhöhungen, sowie einer Strompreisobergrenze
für alle Haushalte beginnend mit Dezember. Die Arbeitslosen-
quote lag 2022 im Durchschnitt bei 4,9 % (2021: 6,2 %) und be-
fand sich somit etwas über dem Vorkrisenniveau (Februar 2020:
4,6 %).
Im österreichischen Bankensektor stiegen im ersten Halbjahr
2022 die Betriebserträge um mehr als 10 % im Jahresvergleich
aufgrund höherer Nettozinserträge, steigender Gebühren und
Provisionen. Aufgrund des starken Kostenauftriebs verringerte
sich das Betriebsergebnis allerdings um 17 %. Trotz des Anstiegs
der Risikovorsorgen führten mehrere Einmaleffekte (wie die Zu-
nahme an außerordentlichen Erträgen und Gewinne aus aufge-
gebenen Geschäftsbereichen) zu einem Gewinn im Bankensek-
tor von 3,8 Mrd. EUR in den ersten beiden Quartalen.
Die Nachfrage nach Wohneigentum und Unternehmensliquidität
führten zum weiterhin hohen Kreditwachstum in Österreich in den
ersten sieben Monaten dieses Jahres. Infolgedessen stiegen die
Unternehmenskredite im Juli 2022 im Vorjahresvergleich um
10,8 % an. Auch die Kreditvergabe an private Haushalte nahm um
5,4 % in diesem Zeitraum aufgrund der anhaltenden Nachfrage
nach Wohnbaukrediten zu. Die konsolidierte Quote notleidender
Kredite (NPL-Quote) blieb weiterhin auf einem niedrigen Niveau
von 1,8 %. Der Internationale Währungsfonds hat das österreichi-
sche Finanzsystem weiterhin solide und profitabel bewertet.
Steiermark
Die Energiekrise und die damit zusammenhängende hohe Infla-
tion setzten auch die steirischen Wirtschaftstreibenden unter
Druck. Die Unternehmen hatten sich gerade erst von den Auswir-
kungen der COVID-19 Pandemie erholt und sahen sich im Früh-
jahr 2022 mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Verknap-
pung von Energie und Rohstoffen trieb die Preise in die Höhe,
die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung auch das Zinsniveau.
Auch der finanzielle Handlungsspielraum der öffentlichen Haus-
halte wurde dadurch zusätzlich eingeschränkt.
Das allgemeine Wirtschaftsklima präsentiere sich in der Steier-
mark damit der Jahreszeit entsprechend frostig, resümiert das
Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer im Herbst 2022.
Die heimische Wirtschaft sieht sich auch weiterhin mit zahlrei-
chen Herausforderungen konfrontiert: Die hohe Inflation bedingt
durch Angebotsengpässe, steigende Energie- und Rohstoff-
preise sowie die daraus resultierende Zunahme der Arbeits- und
Kapitalkosten drücken auf die Stimmung der Unternehmen.
Die Geschäftstätigkeit wurde lt. WKO-Wirtschaftsbarometer im
Herbst 2022 vor allem aufgrund der positiven Bilanz des ersten
Halbjahres von den steirischen Unternehmen noch überwiegend
gut beurteilt. Auch die Exportwirtschaft zeigte eine positive Ent-
wicklung, wenngleich die Einschätzungen im Vergleich zur Früh-
jahres-Umfrage deutlich gedämpfter ausfallen: 24,5 % der be-
fragten Exportunternehmen konnten ihren Exportumsatz in den
vergangenen 12 Monaten steigern, 16,5 % verzeichneten einen
Rückgang. Die schwierigen Rahmenbedingungen dämpften auch
die Investitionsbereitschaft der steirischen Unternehmen. Bei den
geplanten Investitionen spielen Neuinvestitionen eine deutlich
geringere Rolle als ein Jahr zuvor, Hauptmotiv für Investitionen
sei lt. Wirtschaftsbarometer in erster Linie Ersatzbedarf.
Der KSV1870 berichtet in seiner Abhandlung zur Kommerz- und
Privatkonkursentwicklung in der Steiermark 2022, dass die Unter-
nehmensinsolvenzen um 43,5 % gegenüber dem Jahr 2021 zu-
genommen haben. Insgesamt gab es im Jahr 2022 in Summe
521 Insolvenzfälle, davon 203 allein in der Stadt Graz. Die Ursa-
chen dafür waren lt. KSV1870 zu 70 % interner Natur (operative
Ursachen, Gründungsfehler, persönliches Verschulden oder stra-
tegische Insolvenzursachen). In 30 % der Fälle wurden externe
Ursachen wie sogenannte unbeherrschbare Umstände (z. B. Na-
turkatastrophen, Krieg, Krankheit) diagnostiziert. Dies und der
Umstand, dass vor Corona 2019 588 Unternehmensinsolvenzen
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
136
Österreich
Die heimische Wirtschaft verzeichnete in den ersten beiden Quar-
talen einen BIP-Zuwachs, bremste sich aber im zweiten Halbjahr
deutlich ein. Für das Jahr 2022 rechnen OECD-Prognosen mit ei-
nem BIP-Wachstum von 4,5 %.
Die zuerst positive Entwicklung war auf die Erholung von pande-
miebedingten Störungen in den Wirtschaftssektoren Tourismus,
Gastronomie und Handel zurückzuführen. Zudem profitierte ins-
besondere die Industrieproduktion bis zum Sommer 2022 von
der expansiven Entwicklung bei den Warenexporten.
Im zweiten Halbjahr erreichte der globale Konjunkturabschwung
aber auch die österreichische Wirtschaft. Die beginnend mit März
exponentiell ansteigenden Energiepreise setzten Haushalte und
Unternehmen stark unter Druck. Es folgten eine Erhöhung der
Produktionskosten in der Landwirtschaft, in der Industrie sowie
im Dienstleistungssektor. Zudem dürfte neben den gestiegenen
Produktionskosten auch die steigende Nachfrage infolge der
weitgehenden Beseitigung der Maßnahmen der COVID-19 Pan-
demie zusammen mit dem Arbeitskräftemangel zum Preisaufrieb
beitragen haben.
Die Gesamtinflation in Österreich erreichte im Oktober 11,5 %
und damit den höchsten Wert seit 1952. Die Kerninflation lag im
selben Monat bei 6,7 % und beschleunigte damit um 2,0 Prozent-
punkte seit Mai. Für das Gesamtjahr 2022 ist mit einer Gesamtin-
flation von 8,5 % und einer Kerninflation von 4,9 % zu rechnen.
Um die Folgen der hohen Energiepreise für Haushalte und Unter-
nehmen abzumildern, wurden in der ersten Hälfte des Jahres
2022 zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, unter anderem in Form
von verschiedenen Subventionen, Energiegutscheinen, Steuer-
senkungen und -erhöhungen, sowie einer Strompreisobergrenze
für alle Haushalte beginnend mit Dezember. Die Arbeitslosen-
quote lag 2022 im Durchschnitt bei 4,9 % (2021: 6,2 %) und be-
fand sich somit etwas über dem Vorkrisenniveau (Februar 2020:
4,6 %).
Im österreichischen Bankensektor stiegen im ersten Halbjahr
2022 die Betriebserträge um mehr als 10 % im Jahresvergleich
aufgrund höherer Nettozinserträge, steigender Gebühren und
Provisionen. Aufgrund des starken Kostenauftriebs verringerte
sich das Betriebsergebnis allerdings um 17 %. Trotz des Anstiegs
der Risikovorsorgen führten mehrere Einmaleffekte (wie die Zu-
nahme an außerordentlichen Erträgen und Gewinne aus aufge-
gebenen Geschäftsbereichen) zu einem Gewinn im Bankensek-
tor von 3,8 Mrd. EUR in den ersten beiden Quartalen.
Die Nachfrage nach Wohneigentum und Unternehmensliquidität
führten zum weiterhin hohen Kreditwachstum in Österreich in den
ersten sieben Monaten dieses Jahres. Infolgedessen stiegen die
Unternehmenskredite im Juli 2022 im Vorjahresvergleich um
10,8 % an. Auch die Kreditvergabe an private Haushalte nahm um
5,4 % in diesem Zeitraum aufgrund der anhaltenden Nachfrage
nach Wohnbaukrediten zu. Die konsolidierte Quote notleidender
Kredite (NPL-Quote) blieb weiterhin auf einem niedrigen Niveau
von 1,8 %. Der Internationale Währungsfonds hat das österreichi-
sche Finanzsystem weiterhin solide und profitabel bewertet.
Steiermark
Die Energiekrise und die damit zusammenhängende hohe Infla-
tion setzten auch die steirischen Wirtschaftstreibenden unter
Druck. Die Unternehmen hatten sich gerade erst von den Auswir-
kungen der COVID-19 Pandemie erholt und sahen sich im Früh-
jahr 2022 mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert. Die Verknap-
pung von Energie und Rohstoffen trieb die Preise in die Höhe,
die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung auch das Zinsniveau.
Auch der finanzielle Handlungsspielraum der öffentlichen Haus-
halte wurde dadurch zusätzlich eingeschränkt.
Das allgemeine Wirtschaftsklima präsentiere sich in der Steier-
mark damit der Jahreszeit entsprechend frostig, resümiert das
Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer im Herbst 2022.
Die heimische Wirtschaft sieht sich auch weiterhin mit zahlrei-
chen Herausforderungen konfrontiert: Die hohe Inflation bedingt
durch Angebotsengpässe, steigende Energie- und Rohstoff-
preise sowie die daraus resultierende Zunahme der Arbeits- und
Kapitalkosten drücken auf die Stimmung der Unternehmen.
Die Geschäftstätigkeit wurde lt. WKO-Wirtschaftsbarometer im
Herbst 2022 vor allem aufgrund der positiven Bilanz des ersten
Halbjahres von den steirischen Unternehmen noch überwiegend
gut beurteilt. Auch die Exportwirtschaft zeigte eine positive Ent-
wicklung, wenngleich die Einschätzungen im Vergleich zur Früh-
jahres-Umfrage deutlich gedämpfter ausfallen: 24,5 % der be-
fragten Exportunternehmen konnten ihren Exportumsatz in den
vergangenen 12 Monaten steigern, 16,5 % verzeichneten einen
Rückgang. Die schwierigen Rahmenbedingungen dämpften auch
die Investitionsbereitschaft der steirischen Unternehmen. Bei den
geplanten Investitionen spielen Neuinvestitionen eine deutlich
geringere Rolle als ein Jahr zuvor, Hauptmotiv für Investitionen
sei lt. Wirtschaftsbarometer in erster Linie Ersatzbedarf.
Der KSV1870 berichtet in seiner Abhandlung zur Kommerz- und
Privatkonkursentwicklung in der Steiermark 2022, dass die Unter-
nehmensinsolvenzen um 43,5 % gegenüber dem Jahr 2021 zu-
genommen haben. Insgesamt gab es im Jahr 2022 in Summe
521 Insolvenzfälle, davon 203 allein in der Stadt Graz. Die Ursa-
chen dafür waren lt. KSV1870 zu 70 % interner Natur (operative
Ursachen, Gründungsfehler, persönliches Verschulden oder stra-
tegische Insolvenzursachen). In 30 % der Fälle wurden externe
Ursachen wie sogenannte unbeherrschbare Umstände (z. B. Na-
turkatastrophen, Krieg, Krankheit) diagnostiziert. Dies und der
Umstand, dass vor Corona 2019 588 Unternehmensinsolvenzen
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
137
JAHRESFINANZBERICHT 2022
gezählt wurden, lässt darauf schließen, dass die aktuellen geo-
politischen Entwicklungen bisher weniger Einfluss auf die heimi-
sche Wirtschaft hatten als vielleicht erwartet.
Für den heimischen Arbeitsmarkt war es ein rekordverdächtiges
Jahr 2022, wie der Bericht des Arbeitsmarktservice Steiermark er-
klärt. Mit im Schnitt 30.127 Personen war die Arbeitslosigkeit so
gering wie zuletzt im Jahr 2000, rund 546.000 Beschäftigte mar-
kierten einen neuen Höchstwert. Die unselbstständige Beschäfti-
gung stieg um 2,3 % an. Damit lag die Arbeitslosenquote in der
Steiermark bei 5,2 % im Gegensatz zu 6,3 % im Jahr 2021.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine stehen in der Raiffeisen-
Landesbank (RLB) Steiermark sämtliche Unternehmensfunktio-
nen unter erhöhter Aufmerksamkeit.
In einer eigens gegründeten Taskforce wurden Themen wie Ge-
samtbanksteuerung, sämtliche Aspekte der Risikosteuerung, Ka-
pital, Liquidität, Auswirkungen auf unsere Kunden, Beteiligungen,
Raiffeisenbanken, rechtliche Aspekte sowie Kommunikation in-
tensiv betrachtet. Die RLB Steiermark selbst hat kein operatives
Geschäft in den vom Ukraine-Krieg betroffenen Regionen. Falls
sich aus dem Konflikt in weiterer Folge negative wirtschaftliche
Auswirkungen auf den Finanzplatz Österreich ergeben sollten,
sind die RLB Steiermark wie auch die gesamte Raiffeisen-Ban-
kengruppe Steiermark aufgrund der umsichtigen Geschäftspolitik
sehr gut gerüstet.
Indirekt ist die RLB Steiermark als Anteilseignerin der Raiffeisen
Bank International (RBI) betroffen. Dank einer ausgezeichneten
Liquiditätsausstattung und stabilen Eigenmittel-Quoten, welche
weit über den gesetzlichen Erfordernissen liegen, ist die RLB
Steiermark sehr gut in der Lage, negative Entwicklungen infolge
des Russland-Ukraine Konflikts abzufedern. Hinsichtlich Maßnah-
men der RBI verweisen wir auf die Verlautbarungen der RBI.
Ein unmittelbares Exposure gegenüber Kunden aus Russland,
der Ukraine oder Belarus (Devisendomizil) liegt nicht vor. Mittel-
bar ist die RLB Steiermark über Kunden betroffen. Grundsätzlich
ist das Kundenportfolio aber von sehr guter Bonität - verbunden
mit guten Besicherungsquoten. Die Beeinträchtigungen der
Standorte und/oder des Absatzmarktes Russland und Ukraine
unterliegen laufenden Analysen. Gegenüber Kreditinstituten in
Russland, der Ukraine oder Belarus bestehen keine Forderungen
oder Verbindlichkeiten.
Aufgrund der Flüchtlingsbewegung wurde der Umtausch von uk-
rainischer Landeswährung Hrywnja zu Euro im Frühjahr 2022
zum Thema. Dazu wurde rasch eine bundesweite Lösung im Rai-
ffeisensektor gefunden, die einen Umtausch für die Erstversor-
gung gewährleistet. Diese Lösung wurde landesweit mit der Cari-
tas abgestimmt, jener Institution, die die Aufnahmezentren in der
Steiermark koordiniert. Zusätzlich wurde sichergestellt, dass es
für ukrainische Flüchtlinge die Möglichkeit eines Girokontos gibt,
um die täglichen Erfordernisse des Zahlungsverkehrs erfüllen zu
können.
Obwohl sich zusätzlich zum Kriegsgeschehen die bekannten
Herausforderungen fortsetzen, ist die RLB Steiermark weiterhin
zuversichtlich. Neben dem andauernden Krieg werden die Zins-
politik der EZB, das Thema Nachhaltigkeit und der EU-Green-
Deal sowie der Fachkräftemangel noch stärker in den Fokus rü-
cken. Darin liegt jedoch auch eine große Chance für die Weiter-
entwicklung in den einzelnen Bereichen und in der Stärkung des
Wir-Gedankens in der Gesellschaft. Die Robustheit der steiri-
schen Wirtschaft hat 2022 bewiesen, was man alles gemeinsam
schaffen kann.
In diesem Umfeld hat Raiffeisen Steiermark im Herbst für Kundin-
nen das Maßnahmenpaket „Sicher durch bewegte Zeiten“ ge-
schnürt und eine Beratungsoffensive gestartet. In rund 490.000
Finanz-Checks wurden mit den Kundinnen individuelle Lösungen
erarbeitet. Kompetenz der Beratung war und ist sehr gefragt. In-
folgedessen konnten zahlreiche Neukundinnen gewonnen wer-
den. Der Sozialfonds „WIR hilft - für gesellschaftlichen Zusam-
menhalt“ ist Teil des ausgearbeiteten Maßnahmenpakets, der in
Partnerschaft mit Caritas Steiermark umgesetzt wurde. In weiterer
Folge konnte die Industriellenvereinigung Steiermark als Koope-
rationspartnerin gewonnen werden. Konkret wird durch den Sozi-
alfonds die Möglichkeit geboten, den Klimabonus und andere
staatliche Zuschüsse an Menschen zu spenden, die aufgrund
der Teuerung dringend finanzielle Unterstützung benötigen. In
wenigen Monaten konnten mehr als eine Viertelmillion Euro ge-
sammelt werden.
Die aktuelle Lage fordert und fördert Innovationen und neue Kon-
zepte. Raiffeisen Steiermark setzt daher Impulse in Nachhaltig-
keit und Innovation. Konkret werden für Unternehmen spezielle
ESG-Workshops angeboten, um sich auf kommende Normen
einstellen zu können und langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu
sichern. Eine aktive Rolle wird bei erneuerbarer Energie durch die
geplante Beteiligung an der Solana Renewable Technologies
GmbH eingenommen. Damit wird der Ausbau von Photovoltaik-
anlagen großflächig in Österreich vorangetrieben werden. Wei-
tere Initiativen im Energiebereich sind am Start.
Weiters haben die RLB Steiermark und die Raiffeisenlandesbank
Oberösterreich ihre beiden IT-Unternehmen GRZ IT Center GmbH
und Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH (RICS) ver-
schmolzen und mit der RAITEC GmbH ein neues IT-Unternehmen
geschaffen.
Daneben bewegt sich die RLB Steiermark in neuen Geschäftsfel-
dern und blickt über den Tellerrand. Konkret entstand die Co-Ow-
ning-Plattform „STOAK“ für Immobilien. Ferner wurde Innovation
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
138
auch im Start-up-Bereich vorangetrieben: Der Accelerator „Hum-
melnest“ soll künftig in Zusammenarbeit mit „Transformation Light-
house“ nationales wie internationales Entrepreneurship fördern und
die Start-up-Szene in Graz weiter stärken.
In der Rolle als Verbundbank hat die RLB Steiermark für die ge-
samte Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark bereits 2021 ein Strate-
gieprojekt gestartet. Dieses knüpft ganz im Zeichen des Grün-
dungsgedankens „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ auf
der kollektiven Intelligenz aller Verbundpartner und Mitarbeitenden
an. 2022 wurde bereits auf breiter Basis gemeinsam mit allen Raiff-
eisenbanken sowie dem Raiffeisenverband Steiermark ein Zielbild
verabschiedet und eine Roadmap der Umsetzungen für 2023 aus-
gearbeitet.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
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auch im Start-up-Bereich vorangetrieben: Der Accelerator „Hum-
melnest“ soll künftig in Zusammenarbeit mit „Transformation Light-
house“ nationales wie internationales Entrepreneurship fördern und
die Start-up-Szene in Graz weiter stärken.
In der Rolle als Verbundbank hat die RLB Steiermark für die ge-
samte Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark bereits 2021 ein Strate-
gieprojekt gestartet. Dieses knüpft ganz im Zeichen des Grün-
dungsgedankens „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ auf
der kollektiven Intelligenz aller Verbundpartner und Mitarbeitenden
an. 2022 wurde bereits auf breiter Basis gemeinsam mit allen Raiff-
eisenbanken sowie dem Raiffeisenverband Steiermark ein Zielbild
verabschiedet und eine Roadmap der Umsetzungen für 2023 aus-
gearbeitet.
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STEIERMARK 2022
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JAHRESFINANZBERICHT 2022
I.2. Erläuterung der Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage
Eingangs möchten wir auf die Ausführungen in den zum Konzern-
jahresabschluss gehörenden Notes verweisen und im Folgenden
nur die wesentlichen Veränderungen erläutern.
Im Konzernlagebericht wurden das aktuelle Zahlenmaterial und die
Vorjahreswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) bzw. in Millionen
EURO (Mio. EUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher
Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Die angeführten Vergleichswerte beziehen sich – sofern nicht an-
ders angegeben – jeweils auf die Vorjahrswerte 2021.
Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertauf-
holungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wur-
den bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in
der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ge-
zeigt. Im Sinne der Verbesserung eines getreuen Bildes der Ertrags-
lage und damit korrespondierender Kennzahlen werden Wertminde-
rungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten
Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2022 nach dem Betriebser-
gebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at
equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Die Vorjahreswerte
wurden entsprechend angepasst.
Aufgrund der erfolgten Verschmelzung bzw. Veräußerung der Raiffe-
isen Informatik Center Steiermark GmbH und Raiffeisen Rechen-
zentrum GmbH sowie der Einstufung des Rechenzentrumsbetriebs
als aufgegebener Geschäftsbereich i.S.v. IFRS 5 wird das daraus
resultierende Ergebnis separat innerhalb der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung im Posten „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsberei-
chen“ ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden aufgrund der geän-
derten Zuordnung entsprechend angepasst.
Gesamtergebnisrechnung
Der andauernde Krieg in der Ukraine, die Sanktionen gegenüber
Russland und Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung
haben auch für den RLB Steiermark Konzern über die Beteiligung
an der Raiffeisen Bank International AG (RBI) gravierende Auswir-
kungen. Trotz eines ausgezeichneten Jahresergebnisses der RBI-
Gruppe und einem daraus resultierenden anteiligen Periodenergebnis
für den RLB Steiermark Konzern in Höhe von 351,8 Mio. EUR wurde
der Beteiligungsansatz einem Impairment-Test unterzogen. Daraus
ergab sich ein Wertminderungsaufwand in Höhe von
379,5 Mio. EUR, welcher ab dem Geschäftsjahr 2022 in einer se-
paraten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten
Unternehmen“ ausgewiesen wird. Das Vorjahr wurde entsprechend
angepasst. Im Geschäftsjahr 2021 war aus at equity bilanzierten
Unternehmen ein laufendes Ergebnis in Höhe von 127,4 Mio. EUR
und ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 116,4 Mio. EUR zu
verzeichnen.
Demgegenüber konnten die Dividendenerträge im Vergleich zum
Vorjahr vor allem aufgrund einer Sonderausschüttung im Rahmen
von Strukturmaßnahmen im Beteiligungsbereich um insgesamt
62,6
Mio. EUR gesteigert werden.
Im Bereich der sonstigen betrieblichen Erträge kam es zu einem
Rückgang um insgesamt 24,2 Mio. EUR, welche sich in erster Linie
aufgrund des im Vorjahr ausgewiesenen Sondereffekts aus der Ver-
äußerung von vier Filialen verringert haben.
Belastend ausgewirkt hat sich ein Anstieg der Wertminderungen auf
finanzielle Vermögenswerte, welche im Geschäftsjahr 2022 mit ei-
nem Betrag von –17,0 Mio. EUR nach +12,5 Mio. EUR im Vorjahr
ausgewiesen werden.
Dementsprechend war in der abgelaufenen Berichtsperiode ein
Konzernergebnis (aus fortgeführten Geschäftsbereichen) in Höhe
von 79,6 Mio. EUR (Vj: 86,9 Mio. EUR) zu verzeichnen.
Aufgrund der erfolgten Verschmelzung bzw. Veräußerung der Raiffe-
isen Informatik Center Steiermark GmbH und Raiffeisen Rechen-
zentrum GmbH und der Einstufung des Rechenzentrumsbetriebs
als aufgegebener Geschäftsbereich wird das daraus resultierende
Ergebnis mit einem Betrag von –1,2 Mio. EUR separat innerhalb
der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten „Ergebnis aus aufge-
gebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen. Das Vorjahr wurde
entsprechend angepasst.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Die Zinsen und ähnlichen Erträge erhöhten sich gegenüber dem
Vorjahr vor allem aufgrund der gestiegenen Zinssätze und des ho-
hen Kreditwachstums in den vergangenen beiden Jahren um insge-
samt 37,9 Mio. EUR auf 264,0 Mio. EUR. Innerhalb der Zinser-
träge kam zu einem Anstieg bei den nach der Effektivzinsmethode
ermittelten Zinserträgen (Zinsen aus finanziellen Vermögenswerten
AC und FVOCI) um 57,8 Mio. EUR auf 237,6 Mio. EUR, während
sich die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge gegenüber der Ver-
gleichsperiode um 20,0 Mio. EUR auf 26,4 Mio. EUR – vor allem im
Bereich der Zinserträge aus derivativen Finanzinstrumenten – um
16,6 Mio. EUR auf –3,5 Mio. EUR verringerten. Weiters beinhalten
die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge mit einem Betrag von 23,4
Mio. EUR (Vj: 24,8 Mio. EUR) die Zinsen für die gezogenen Tranchen
im Rahmen des TLTRO III Programms der EZB. Die effektivzinskon-
form abgegrenzten Zinsen basieren auf der durchschnittlichen De-
posit Facility Rate (Einlagenfazilität). Durch die Änderung der Durch-
schnittsverzinsung wurde die zu diesem Zeitpunkt laufende Zinspe-
riode zweigeteilt, wobei für den Zeitraum ab 23. November 2022 der
Durchschnitt der anzuwendenden Zinssätze für die Einlagenfazilität
bis zum Laufzeitende (oder früheren Rückzahlung) anzuwenden ist.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
140
Daraus resultierte eine Erhöhung der Verzinsung, da frühere Zinspe-
rioden mit signifikanten Negativzinsen nicht mehr im gleichen Aus-
maß im Durchschnitt zu berücksichtigen waren. Die Bonifizierungen
(Zinserträge) aufgrund der Erfüllung der Kreditvergabeziele für die
Verzinsungsperioden 24. Juni 2020 bis 23. Juni 2021 (special interest
rate period, SIRP) und von 24. Juni 2021 bis 23. Juni 2022 (additio-
nal special interest rate period, ASIRP) werden im Effektivzinssatz be-
rücksichtigt und über die Gesamtlaufzeit der erhaltenen Refinanzie-
rungen amortisiert.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen aus finanziellen Verbind-
lichkeiten reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um
2,9 Mio. EUR auf insgesamt 112,9 Mio. EUR. Einerseits erhöhten
sich innerhalb dieser Position die Zinsaufwendungen aus finanziellen
Verbindlichkeiten AC – insbesondere bei den Zinsaufwendungen für
Einlagen / Aufgenommene Gelder sowie verbriefte Verbindlichkeiten
– um 19,2 Mio. EUR auf 109,7 Mio. EUR. Andererseits reduzierten
sich vor allem die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen für
die zum Fair Value bewerteten Einlagen aufgrund vorzeitiger Tilgun-
gen signifikant um 22,1 Mio. EUR auf 3,1 Mio. EUR.
Daraus ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Zinsüberschuss
von 151,2 Mio. EUR, der um 40,8 Mio. EUR über dem Wert der
Vergleichsperiode von 110,4 Mio. EUR liegt.
Die Dividendenerträge aus dem Beteiligungsgeschäft erhöhten sich
in der Berichtsperiode vor allem aufgrund einer Sonderausschüttung
(60,7 Mio. EUR) im Rahmen von Strukturmaßnahmen im Beteili-
gungsbereich um 62,6 Mio. EUR auf insgesamt 69,0 Mio. EUR.
Das laufende Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
in Höhe von 351,8 Mio. EUR (Vj angepasst: 127,4 Mio. EUR) be-
trifft ausschließlich das anteilige Periodenergebnis aus der Beteili-
gung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Im Vorjahr
wurde innerhalb dieser Position auch ein Wertminderungsaufwand
in Höhe 116,4 Mio. EUR dargestellt, welcher ab dem Geschäftsjahr
2022 in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity
bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen wird. Bezüglich weiterer
Angaben zur RBI wird auf die Erläuterungen zum Bewertungsergeb-
nis aus at equity bilanzierten Unternehmen und die Notes-Angabe
22 – Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen verwiesen.
Der Provisionsüberschuss reduzierte sich vor allem aufgrund ei-
nes rückläufigen Ergebnisses aus dem Wertpapiergeschäft auf ei-
nen Betrag von 42,4 Mio. EUR nach 43,8 Mio. EUR im Ver-
gleichszeitraum.
Der in der Position Ergebnis aus Hedge Accounting ausgewie-
sene, saldierte Betrag aus der Bewertung von Grund- und Siche-
rungsgeschäften beträgt in der Berichtsperiode –6,6 Mio. EUR
(Vj: –0,3 Mio. EUR). Durch die bilanzielle Abbildung als Fair Value
Hedge können einseitige Auswirkungen in Zusammenhang mit wirt-
schaftlich abgesicherten Risiken auf das Ergebnis vermieden wer-
den. In Bezug auf die Abbildung von Mikro Fair Value Hedges wer-
den im RLB Steiermark Konzern die Regelungen des IFRS 9 ange-
wendet. Weiters wird zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts
eines Portfolios gegen Zinsänderungsrisiken Portfolio Fair Value
Hedge Accounting nach dem EU-Carve-out zu IAS 39 angewendet.
Das Handelsergebnis in Höhe von –3,9 Mio. EUR (Vj:
10,2 Mio. EUR) betrifft mit 25,7 Mio. EUR (Vj: 16,7 Mio. EUR)
das Zinsergebnis sowie mit –26,5 Mio. EUR (Vj: –6,5 Mio. EUR)
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis. Insbesondere die
Bewertungsergebnisse aus Zinsderivaten haben zu dieser Entwick-
lung beigetragen.
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L in
Höhe von –6,6 Mio. EUR (Vj: –0,5 Mio. EUR) enthält einerseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus verpflichtend zum
Fair Value zu bewertenden finanziellen Vermögenswerten (FVPL-M)
in Höhe von –5,3 Mio. EUR (Vj: –1,0 Mio. EUR) und andererseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der dem Fair Value Be-
stand gewidmeten Finanzinstrumente (FVO) mit einem Betrag von
–1,4 Mio. EUR (Vj: 0,6 Mio. EUR).
Das Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value be-
werteten Finanzinstrumenten, welches das Ergebnis aus der Aus-
buchung von finanziellen Vermögenswerten AC und FVOCI sowie
das Veräußerungsergebnis von finanziellen Verbindlichkeiten AC
enthält, hat sich von 2,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,0 Mio. EUR
verringert.
Das sonstige betriebliche Ergebnis verminderte sich gegenüber
dem (aufgrund von IFRS 5 angepassten) Vorjahreswert von
52,3 Mio. EUR auf 28,7 Mio. EUR im Berichtszeitraum.
Innerhalb dieser Position werden die sonstigen betrieblichen Er-
träge, welche vor allem Kostenersätze und Leistungsverrechnungen
im Verbund betreffen, mit einem Betrag von 44,1 Mio. EUR (Vj an-
gepasst: 68,4 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Verringerung ist vor al-
lem auf den im Vorjahr ebenfalls in diesem Posten enthaltenen Son-
dereffekt aus der Veräußerung von vier Filialen in Höhe von
24,5 Mio. EUR zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf insge-
samt 15,5 Mio. EUR (Vj angepasst: 16,1 Mio. EUR). Davon entfällt
ein Betrag von 3,6 Mio. EUR (Vj: 3,6 Mio. EUR) auf die in der Po-
sition „Sonstige Steuern“ enthaltene Stabilitätsabgabe (Bankenab-
gabe). Beiträge an Sicherungseinrichtungen betreffen die Beiträge
zum Abwicklungsfonds sowie zur Einlagensicherung (in Österreich
umgesetzt durch das Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz,
BaSAG, sowie durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschä-
digungsgesetz, ESAEG) mit insgesamt 7,8 Mio. EUR (Vj:
7,8 Mio. EUR).
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Daraus resultierte eine Erhöhung der Verzinsung, da frühere Zinspe-
rioden mit signifikanten Negativzinsen nicht mehr im gleichen Aus-
maß im Durchschnitt zu berücksichtigen waren. Die Bonifizierungen
(Zinserträge) aufgrund der Erfüllung der Kreditvergabeziele für die
Verzinsungsperioden 24. Juni 2020 bis 23. Juni 2021 (special interest
rate period, SIRP) und von 24. Juni 2021 bis 23. Juni 2022 (additio-
nal special interest rate period, ASIRP) werden im Effektivzinssatz be-
rücksichtigt und über die Gesamtlaufzeit der erhaltenen Refinanzie-
rungen amortisiert.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen aus finanziellen Verbind-
lichkeiten reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um
2,9 Mio. EUR auf insgesamt 112,9 Mio. EUR. Einerseits erhöhten
sich innerhalb dieser Position die Zinsaufwendungen aus finanziellen
Verbindlichkeiten AC – insbesondere bei den Zinsaufwendungen für
Einlagen / Aufgenommene Gelder sowie verbriefte Verbindlichkeiten
– um 19,2 Mio. EUR auf 109,7 Mio. EUR. Andererseits reduzierten
sich vor allem die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen für
die zum Fair Value bewerteten Einlagen aufgrund vorzeitiger Tilgun-
gen signifikant um 22,1 Mio. EUR auf 3,1 Mio. EUR.
Daraus ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Zinsüberschuss
von 151,2 Mio. EUR, der um 40,8 Mio. EUR über dem Wert der
Vergleichsperiode von 110,4 Mio. EUR liegt.
Die Dividendenerträge aus dem Beteiligungsgeschäft erhöhten sich
in der Berichtsperiode vor allem aufgrund einer Sonderausschüttung
(60,7 Mio. EUR) im Rahmen von Strukturmaßnahmen im Beteili-
gungsbereich um 62,6 Mio. EUR auf insgesamt 69,0 Mio. EUR.
Das laufende Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
in Höhe von 351,8 Mio. EUR (Vj angepasst: 127,4 Mio. EUR) be-
trifft ausschließlich das anteilige Periodenergebnis aus der Beteili-
gung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Im Vorjahr
wurde innerhalb dieser Position auch ein Wertminderungsaufwand
in Höhe 116,4 Mio. EUR dargestellt, welcher ab dem Geschäftsjahr
2022 in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity
bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen wird. Bezüglich weiterer
Angaben zur RBI wird auf die Erläuterungen zum Bewertungsergeb-
nis aus at equity bilanzierten Unternehmen und die Notes-Angabe
22 – Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen verwiesen.
Der Provisionsüberschuss reduzierte sich vor allem aufgrund ei-
nes rückläufigen Ergebnisses aus dem Wertpapiergeschäft auf ei-
nen Betrag von 42,4 Mio. EUR nach 43,8 Mio. EUR im Ver-
gleichszeitraum.
Der in der Position Ergebnis aus Hedge Accounting ausgewie-
sene, saldierte Betrag aus der Bewertung von Grund- und Siche-
rungsgeschäften beträgt in der Berichtsperiode –6,6 Mio. EUR
(Vj: –0,3 Mio. EUR). Durch die bilanzielle Abbildung als Fair Value
Hedge können einseitige Auswirkungen in Zusammenhang mit wirt-
schaftlich abgesicherten Risiken auf das Ergebnis vermieden wer-
den. In Bezug auf die Abbildung von Mikro Fair Value Hedges wer-
den im RLB Steiermark Konzern die Regelungen des IFRS 9 ange-
wendet. Weiters wird zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts
eines Portfolios gegen Zinsänderungsrisiken Portfolio Fair Value
Hedge Accounting nach dem EU-Carve-out zu IAS 39 angewendet.
Das Handelsergebnis in Höhe von –3,9 Mio. EUR (Vj:
10,2 Mio. EUR) betrifft mit 25,7 Mio. EUR (Vj: 16,7 Mio. EUR)
das Zinsergebnis sowie mit –26,5 Mio. EUR (Vj: –6,5 Mio. EUR)
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis. Insbesondere die
Bewertungsergebnisse aus Zinsderivaten haben zu dieser Entwick-
lung beigetragen.
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L in
Höhe von –6,6 Mio. EUR (Vj: –0,5 Mio. EUR) enthält einerseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus verpflichtend zum
Fair Value zu bewertenden finanziellen Vermögenswerten (FVPL-M)
in Höhe von –5,3 Mio. EUR (Vj: –1,0 Mio. EUR) und andererseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der dem Fair Value Be-
stand gewidmeten Finanzinstrumente (FVO) mit einem Betrag von
–1,4 Mio. EUR (Vj: 0,6 Mio. EUR).
Das Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value be-
werteten Finanzinstrumenten, welches das Ergebnis aus der Aus-
buchung von finanziellen Vermögenswerten AC und FVOCI sowie
das Veräußerungsergebnis von finanziellen Verbindlichkeiten AC
enthält, hat sich von 2,4 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,0 Mio. EUR
verringert.
Das sonstige betriebliche Ergebnis verminderte sich gegenüber
dem (aufgrund von IFRS 5 angepassten) Vorjahreswert von
52,3 Mio. EUR auf 28,7 Mio. EUR im Berichtszeitraum.
Innerhalb dieser Position werden die sonstigen betrieblichen Er-
träge, welche vor allem Kostenersätze und Leistungsverrechnungen
im Verbund betreffen, mit einem Betrag von 44,1 Mio. EUR (Vj an-
gepasst: 68,4 Mio. EUR) ausgewiesen. Die Verringerung ist vor al-
lem auf den im Vorjahr ebenfalls in diesem Posten enthaltenen Son-
dereffekt aus der Veräußerung von vier Filialen in Höhe von
24,5 Mio. EUR zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf insge-
samt 15,5 Mio. EUR (Vj angepasst: 16,1 Mio. EUR). Davon entfällt
ein Betrag von 3,6 Mio. EUR (Vj: 3,6 Mio. EUR) auf die in der Po-
sition „Sonstige Steuern“ enthaltene Stabilitätsabgabe (Bankenab-
gabe). Beiträge an Sicherungseinrichtungen betreffen die Beiträge
zum Abwicklungsfonds sowie zur Einlagensicherung (in Österreich
umgesetzt durch das Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz,
BaSAG, sowie durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschä-
digungsgesetz, ESAEG) mit insgesamt 7,8 Mio. EUR (Vj:
7,8 Mio. EUR).
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JAHRESFINANZBERICHT 2022
Im Zusammenhang mit der Anpassung des Vorjahres aufgrund der
Einstufung des Rechenzentrumsbetriebs als aufgegebener Ge-
schäftsbereich gemäß IFRS 5 wurden Sonstige betriebliche Erträge
in Höhe von 103,4 Mio. EUR auf 68,4 Mio. EUR und Sonstige be-
triebliche Aufwendungen in Höhe von 16,2 Mio. EUR auf
16,1 Mio. EUR angepasst.
Die Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 138,9 Mio. EUR lie-
gen 2,8 % über dem (aufgrund von IFRS 5 angepassten) Vorjahres-
wert von 135,1 Mio. EUR.
Die Personalaufwendungen erhöhten sich gegenüber dem ange-
passten Vorjahreswert um 2,8 Mio. EUR auf 87,1 Mio. EUR vor
allem im Bereich der Löhne und Gehälter aufgrund eines gestiege-
nen Mitarbeiterstands und der Auszahlung von Teuerungsprämien.
Ebenso war bei den Sachaufwendungen eine Steigerung um
1,6 Mio. EUR auf 43,8 Mio. EUR (Vj: 42,2 Mio. EUR) zu ver-
zeichnen. Innerhalb dieser Position wurden die gegenüber dem
Vorjahr höheren Aufwendungen für IT-Dienstleistungen und In-
standhaltung vor allem durch geringere Beratungsaufwendungen
kompensiert.
Die Abschreibungen verringerten sich gegenüber dem (aufgrund
von IFRS 5 angepassten) Vorjahreswert um 0,6 Mio. EUR auf
7,9 Mio. EUR. Ursächlich dafür waren im Vorjahr vorgenommene
außerplanmäßige Abschreibungen bei Sachanlagen.
Im Zusammenhang mit der Anpassung des Vorjahres aufgrund der
Einstufung des Rechenzentrumsbetriebs als aufgegebener Ge-
schäftsbereich gemäß IFRS 5 wurden Personalaufwendungen in
Höhe von 91,9 Mio. EUR auf 84,3 Mio. EUR, Sachaufwendungen in
Höhe von 61,1 Mio. EUR auf 42,2 Mio. EUR sowie Abschreibungen
von 14,6 Mio. EUR auf 8,6 Mio. EUR angepasst.
Das Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2022 beträgt
489,1 Mio. EUR nach 216,9 Mio. EUR im Vergleich zum ange-
passten Vorjahreswert.
Das Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unterneh-
men beträgt in der Berichtsperiode –379,5 Mio. EUR und betrifft
zur Gänze den Wertminderungsaufwand für die Beteiligung an der
RBI. Im Vorjahr wurde ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 116,4
Mio. EUR innerhalb der Position „Bewertungsergebnis aus at equity bi-
lanzierten Unternehmen“ dargestellt
Die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte ergeben
unter Berücksichtigung der Forderungsabschreibungen und der
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen einen Nettoeffekt in
Höhe von –17,0 Mio. EUR (Vj: 12,5 Mio. EUR). Dieser ist einer-
seits auf die (Netto-)Dotierung von Risikovorsorgen für ausgefallene
Exposures (Stage 3) mit 22,0 Mio. EUR (Vj: (Netto-)Auflösung 5,6
Mio. EUR) und andererseits auf die (Netto-)Auflösung von portfolio-
basierten Wertminderungen (Wertminderungen Stage 1 und 2) mit
4,3 Mio. EUR (Vj: (Netto-)Auflösung 6,3 Mio. EUR) zurückzuführen.
Aufgrund der aktuellen Krisenherde (Russland / Ukraine Krieg,
Energiepreiskrise, Inflation, Zinsentwicklung) wurde im vorliegenden
Konzernabschluss ein Post Model Adjustment angewendet, um
eine adäquate Abbildung der Risikovorsorgen zu gewährleisten.
Der daraus resultierende Effekt auf die portfoliobasierten Wertmin-
derungen beträgt zum Berichtsstichtag 21,1 Mio. EUR (Vj: 14,0 Mio.
EUR). Daraus ergibt sich eine aufwandswirksame (Netto-)Dotierung
i.H.v. 7,1 Mio. EUR, welche in den dargestellten Wertminderungen
enthalten ist.
Damit ergibt sich für den RLB Steiermark Konzern im Geschäftsjahr
2022 ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von
92,6 Mio. EUR (Vj. angepasst: 113,0 Mio. EUR).
Die Position Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von
–13,1 Mio. EUR (Vj. angepasst: –26,2 Mio. EUR) betrifft vor allem
latente Steueraufwendungen in Höhe von 11,7 Mio. EUR (Vj: latenter
Steueraufwand 23,6 Mio. EUR). Daneben sind in diesem Posten
noch laufende Steueraufwendungen mit 1,4 Mio. EUR (Vj:
2,5 Mio. EUR) enthalten.
Das Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen be-
trägt 79,6 Mio. EUR (Vj. angepasst: 86,9 Mio. EUR).
Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen beträgt
–1,2 Mio. EUR (Vj. angepasst: 2,1 Mio. EUR). Dieser Posten be-
trifft den „Rechenzentrumsbetrieb“ und beinhaltet Aufwendungen und
Erträge sowie das Ergebnis aus der Entkonsolidierung der Raiffeisen
Informatik Center Steiermark GmbH und Raiffeisen-Rechenzentrum
GmbH.
Vom Konzernergebnis in Höhe von 78,4 Mio. EUR entfallen
78,4 Mio. EUR auf die Anteilseigner der RLB Steiermark und
0,0 Mio. EUR auf die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter.
Das Konzernergebnis im Vorjahr betrug 89,0 Mio. EUR, wovon ein
Betrag von 88,8 Mio. EUR den Anteilseignern der RLB Steiermark
und ein Betrag von 0,2 Mio. EUR den Anteilen nicht beherrschen-
der Gesellschafter zuzurechnen war.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
142
Sonstiges Ergebnis / Gesamtergebnis
Das Gesamtergebnis des Konzerns beträgt 35,1 Mio. EUR
(Vj: 95,1 Mio. EUR) und beinhaltet neben dem Konzernergebnis
vor allem das anteilige sonstige Ergebnis der at equity bilanzierten
Unternehmen mit einem Betrag von –33,1 Mio. EUR (Vj:
12,1 Mio. EUR) sowie Bewertungseffekte von finanziellen Vermö-
genswerten – Fair Value OCI mit –17,1 Mio. EUR (Vj:
–7,2 Mio. EUR). Des Weiteren umfasst das Gesamtergebnis auch
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungs-
orientierten Plänen mit 4,6 Mio. EUR (Vj: 1,3 Mio. EUR) und boni-
tätsinduzierte Fair Value Änderungen von finanziellen Verbindlichkei-
ten mit 2,3 Mio. EUR (Vj: –0,0 Mio. EUR). Sämtliche der erläuter-
ten Komponenten sind abzüglich der darauf entfallenden latenten
Steuer dargestellt.
Den Anteilseignern der RLB Steiermark wird vom Gesamtergebnis
des Geschäftsjahres 2022 ein Betrag von 35,1 Mio. EUR zugewie-
sen (Vj: 95,0 Mio. EUR), auf die nicht beherrschenden Gesell-
schafter entfällt ein Betrag von 0,0 Mio. EUR (Vj: 0,2 Mio. EUR).
Bilanz
Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31.12.2022 auf
17.368,2 Mio. EUR. Im Vergleich zum Jahresende 2021 bedeutet
dies einen Rückgang in Höhe von 1.144,3 Mio. EUR bzw. –6,2 %.
Die Position Barreserve und Sichtguthaben hat sich von
5.071,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 3.245,9 Mio. EUR zum
31.12.2022 vermindert. Die Verringerung in Höhe von
1.825,2 Mio. EUR betrifft in erster Linie den Rückgang bei den Gut-
haben bei Zentralbanken mit 1.627,2 Mio. EUR sowie die Reduk-
tion des Kassenbestands mit 300,7 Mio. EUR. Die Veränderung ist
vor allem auf die vorzeitige Rückzahlung eines Teilbetrags des EZB-
Langfristtender (TLTRO III) i.H.v. 1,0 Mrd. EUR und der damit ver-
bundenen Reduktion der liquiden Mittel bei der OeNB sowie auf
das Kundenkreditwachstum im Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) (nach
Abzug von Risikovorsorgen) verzeichneten gegenüber dem Vorjahr
eine Zunahme von 1.121,3 Mio. EUR bzw. 10,6 % und werden per
31.12.2022 mit 11.676,9 Mio. EUR bilanziert. Die in dieser Position
ausgewiesenen Forderungen gegenüber Kreditinstituten erhöhten
sich gegenüber dem 31.12.2021 um 171,9 Mio. EUR und erreich-
ten einen Stand von 1.535,2 Mio. EUR, die Forderungen gegen-
über Kunden inklusive der Forderungen aus Leasingverhältnissen
erhöhten sich um 842,5 Mio. EUR (11,3 %) auf 8.319,1 Mio. EUR.
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldver-
schreibungen erhöhten sich gegenüber dem Jahresultimo 2021 um
106,9 Mio. EUR auf 1.822,6 Mio. EUR. Die von den gesamten
Forderungen bereits aktivisch abgesetzten Wertminderungen wur-
den mit einem Betrag von insgesamt –168,2 Mio. EUR (Vj:
–156,3 Mio. EUR) berücksichtigt. Die Veränderung der Wertminde-
rungen resultiert aus einer Erhöhung der Einzelwertberichtigungen
(Stage 3) um 12,4 Mio. EUR und einem Rückgang der Portfolio-
wertberichtungen (Stage 1 und 2) um 0,5 Mio. EUR.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) ha-
ben sich gegenüber dem 31.12.2021 um 39,7 Mio. EUR verringert
und betragen zum Berichtsstichtag 424,0 Mio. EUR. Diese Position
umfasst Schuldverschreibungen mit 12,9 Mio. EUR (Vj:
52,1 Mio. EUR) und positive Marktwerte (dirty price) von derivati-
ven Finanzinstrumenten mit insgesamt 411,0 Mio. EUR (Vj:
411,6 Mio. EUR). Im Besonderen sind dies neben Derivaten, wel-
che zu Handelszwecken gehalten werden, auch jene Derivate, die
zur Verringerung eines Accounting Mismatch im Rahmen der Fair
Value Option eingesetzt werden („Economic Hedges“).
Die Finanziellen Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) ver-
ringerten sich gegenüber 31.12.2021 um 297,1 Mio. EUR und be-
tragen zum Berichtsstichtag 651,2 Mio. EUR. Diese Position bein-
haltet Fremdkapitalinstrumente (Schuldverschreibungen) in Höhe
von 540,7 Mio. EUR (Vj: 857,9 Mio. EUR) und Eigenkapitalinstru-
mente mit einem Betrag von 110,5 Mio. EUR (Vj: 90,4 Mio. EUR).
Die Finanziellen Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value
P&L (FVPL-M) werden per 31.12.2022 mit 75,7 Mio. EUR (Vj:
72,8 Mio. EUR) bilanziert und beinhalten die verpflichtend zum Fair
Value zu bewertenden Finanzinstrumente. Hievon entfallen
17,2 Mio. EUR (Vj: 24,5 Mio. EUR) auf Schuldverschreibungen,
20,4 Mio. EUR (Vj: 15,9 Mio. EUR) auf andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere sowie 38,2 Mio. EUR (Vj: 32,4 Mio. EUR) auf Kredite
und Forderungen.
Die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumen-
ten haben sich gegenüber dem 31.12.2021 um 180,8 Mio. EUR er-
höht und betragen zum Berichtsstichtag 400,9 Mio. EUR.
Die Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges werden
zum 31.12.2022 mit einem Betrag von –280,6 Mio. EUR (Vj:
–31,1 Mio. EUR) ausgewiesen. In dieser Position werden sowohl
positive als auch negative Wertänderungen von Grundgeschäften
(Basis Adjustments) der Aktivseite in Portfolio Fair Value Hedges
dargestellt.
Die Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen – welche aus-
schließlich auf die Anteile an der RBI entfallen – haben sich im Ver-
gleich zum Jahresende 2021 insbesondere durch die Berücksichti-
gung des anteiligen Ergebnisbeitrags und des Wertminderungsauf-
wands um insgesamt 62,5 Mio. EUR auf einen Buchwert von
806,5 Mio. EUR vermindert. Bezüglich weiterer Angaben zur RBI
wird auf die Ausführungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie
auf Notes-Angabe 22 – Anteile an at equity bilanzierten Unterneh-
men verwiesen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
142
Sonstiges Ergebnis / Gesamtergebnis
Das Gesamtergebnis des Konzerns beträgt 35,1 Mio. EUR
(Vj: 95,1 Mio. EUR) und beinhaltet neben dem Konzernergebnis
vor allem das anteilige sonstige Ergebnis der at equity bilanzierten
Unternehmen mit einem Betrag von –33,1 Mio. EUR (Vj:
12,1 Mio. EUR) sowie Bewertungseffekte von finanziellen Vermö-
genswerten – Fair Value OCI mit –17,1 Mio. EUR (Vj:
–7,2 Mio. EUR). Des Weiteren umfasst das Gesamtergebnis auch
versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungs-
orientierten Plänen mit 4,6 Mio. EUR (Vj: 1,3 Mio. EUR) und boni-
tätsinduzierte Fair Value Änderungen von finanziellen Verbindlichkei-
ten mit 2,3 Mio. EUR (Vj: –0,0 Mio. EUR). Sämtliche der erläuter-
ten Komponenten sind abzüglich der darauf entfallenden latenten
Steuer dargestellt.
Den Anteilseignern der RLB Steiermark wird vom Gesamtergebnis
des Geschäftsjahres 2022 ein Betrag von 35,1 Mio. EUR zugewie-
sen (Vj: 95,0 Mio. EUR), auf die nicht beherrschenden Gesell-
schafter entfällt ein Betrag von 0,0 Mio. EUR (Vj: 0,2 Mio. EUR).
Bilanz
Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31.12.2022 auf
17.368,2 Mio. EUR. Im Vergleich zum Jahresende 2021 bedeutet
dies einen Rückgang in Höhe von 1.144,3 Mio. EUR bzw. –6,2 %.
Die Position Barreserve und Sichtguthaben hat sich von
5.071,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 3.245,9 Mio. EUR zum
31.12.2022 vermindert. Die Verringerung in Höhe von
1.825,2 Mio. EUR betrifft in erster Linie den Rückgang bei den Gut-
haben bei Zentralbanken mit 1.627,2 Mio. EUR sowie die Reduk-
tion des Kassenbestands mit 300,7 Mio. EUR. Die Veränderung ist
vor allem auf die vorzeitige Rückzahlung eines Teilbetrags des EZB-
Langfristtender (TLTRO III) i.H.v. 1,0 Mrd. EUR und der damit ver-
bundenen Reduktion der liquiden Mittel bei der OeNB sowie auf
das Kundenkreditwachstum im Geschäftsjahr 2022 zurückzuführen.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) (nach
Abzug von Risikovorsorgen) verzeichneten gegenüber dem Vorjahr
eine Zunahme von 1.121,3 Mio. EUR bzw. 10,6 % und werden per
31.12.2022 mit 11.676,9 Mio. EUR bilanziert. Die in dieser Position
ausgewiesenen Forderungen gegenüber Kreditinstituten erhöhten
sich gegenüber dem 31.12.2021 um 171,9 Mio. EUR und erreich-
ten einen Stand von 1.535,2 Mio. EUR, die Forderungen gegen-
über Kunden inklusive der Forderungen aus Leasingverhältnissen
erhöhten sich um 842,5 Mio. EUR (11,3 %) auf 8.319,1 Mio. EUR.
Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Schuldver-
schreibungen erhöhten sich gegenüber dem Jahresultimo 2021 um
106,9 Mio. EUR auf 1.822,6 Mio. EUR. Die von den gesamten
Forderungen bereits aktivisch abgesetzten Wertminderungen wur-
den mit einem Betrag von insgesamt –168,2 Mio. EUR (Vj:
–156,3 Mio. EUR) berücksichtigt. Die Veränderung der Wertminde-
rungen resultiert aus einer Erhöhung der Einzelwertberichtigungen
(Stage 3) um 12,4 Mio. EUR und einem Rückgang der Portfolio-
wertberichtungen (Stage 1 und 2) um 0,5 Mio. EUR.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) ha-
ben sich gegenüber dem 31.12.2021 um 39,7 Mio. EUR verringert
und betragen zum Berichtsstichtag 424,0 Mio. EUR. Diese Position
umfasst Schuldverschreibungen mit 12,9 Mio. EUR (Vj:
52,1 Mio. EUR) und positive Marktwerte (dirty price) von derivati-
ven Finanzinstrumenten mit insgesamt 411,0 Mio. EUR (Vj:
411,6 Mio. EUR). Im Besonderen sind dies neben Derivaten, wel-
che zu Handelszwecken gehalten werden, auch jene Derivate, die
zur Verringerung eines Accounting Mismatch im Rahmen der Fair
Value Option eingesetzt werden („Economic Hedges“).
Die Finanziellen Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) ver-
ringerten sich gegenüber 31.12.2021 um 297,1 Mio. EUR und be-
tragen zum Berichtsstichtag 651,2 Mio. EUR. Diese Position bein-
haltet Fremdkapitalinstrumente (Schuldverschreibungen) in Höhe
von 540,7 Mio. EUR (Vj: 857,9 Mio. EUR) und Eigenkapitalinstru-
mente mit einem Betrag von 110,5 Mio. EUR (Vj: 90,4 Mio. EUR).
Die Finanziellen Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value
P&L (FVPL-M) werden per 31.12.2022 mit 75,7 Mio. EUR (Vj:
72,8 Mio. EUR) bilanziert und beinhalten die verpflichtend zum Fair
Value zu bewertenden Finanzinstrumente. Hievon entfallen
17,2 Mio. EUR (Vj: 24,5 Mio. EUR) auf Schuldverschreibungen,
20,4 Mio. EUR (Vj: 15,9 Mio. EUR) auf andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere sowie 38,2 Mio. EUR (Vj: 32,4 Mio. EUR) auf Kredite
und Forderungen.
Die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumen-
ten haben sich gegenüber dem 31.12.2021 um 180,8 Mio. EUR er-
höht und betragen zum Berichtsstichtag 400,9 Mio. EUR.
Die Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges werden
zum 31.12.2022 mit einem Betrag von –280,6 Mio. EUR (Vj:
–31,1 Mio. EUR) ausgewiesen. In dieser Position werden sowohl
positive als auch negative Wertänderungen von Grundgeschäften
(Basis Adjustments) der Aktivseite in Portfolio Fair Value Hedges
dargestellt.
Die Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen – welche aus-
schließlich auf die Anteile an der RBI entfallen – haben sich im Ver-
gleich zum Jahresende 2021 insbesondere durch die Berücksichti-
gung des anteiligen Ergebnisbeitrags und des Wertminderungsauf-
wands um insgesamt 62,5 Mio. EUR auf einen Buchwert von
806,5 Mio. EUR vermindert. Bezüglich weiterer Angaben zur RBI
wird auf die Ausführungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie
auf Notes-Angabe 22 – Anteile an at equity bilanzierten Unterneh-
men verwiesen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
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JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen reduzierten
sich gegenüber dem 31.12.2021 um 21,4 Mio. EUR und werden mit
insgesamt 106,1 Mio. EUR (Vj: 127,5 Mio. EUR) bilanziert.
Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den Abgang von Vermögens-
werten der im Geschäftsjahr 2022 entkonsolidierten Gesellschaft
Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH zurückzuführen.
Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien in Höhe von
17,8 Mio. EUR (Vj: 10,3 Mio. EUR) betreffen größtenteils Liegen-
schaften in der Grazer Innenstadt sowie Nutzungsrechte, welche
gemäß IAS 40 als Finanzinvestitionen darzustellen sind.
Nutzungsrechte gemäß IFRS 16 betreffen vor allem angemietete
Bankstellen und Kraftfahrzeuge. Diese werden per 31.12.2022 mit
einem Betrag von 6,7 Mio. EUR (Vj: 7,6 Mio. EUR) in der Bilanz
ausgewiesen.
Die laufenden und latenten Ertragsteuerforderungen werden mit
20,0 Mio. EUR angesetzt. Diese haben sich gegenüber dem Vorjah-
reswert von 21,2 Mio. EUR um 1,2 Mio. EUR oder 5,8 % reduziert.
Die sonstigen Aktiva erhöhten sich per 31.12.2022 um
40,6 Mio. EUR auf 217,1 Mio. EUR. In diesem Posten werden vor
allem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Steuer-
forderungen sowie Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.
Die Veränderung resultiert vor allem aus der stichtagsbedingten Er-
höhung der Zahlungsaufträge in Abwicklung.
Auf der Passivseite werden die Finanziellen Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC) zum Berichtsstichtag mit 14.558,7 Mio. EUR
nach 15.567,5 Mio. EUR zum 31.12.2021 ausgewiesen. Dies ent-
spricht einer Verringerung von 1.008,8 Mio. EUR oder 6,5 %. Die in
dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kredit-
instituten sanken um 900,6 Mio. EUR auf 7.367,0 Mio. EUR.
Diese Veränderung ist vor allem auf die vorzeitige Rückzahlung ei-
nes Teilbetrags des EZB-Langfristtender (TLTRO III) i.H.v. 1,0 Mrd.
EUR zurückzuführen, welcher zum Berichtsstichtag mit einem Volu-
men von 2,5 Mrd. EUR (Vj: 3,5 Mrd. EUR) ausgewiesen wird. Wei-
ters beinhaltet diese Position Einlagen von Förderbanken in Höhe
von 566,1 Mio. EUR (Vj: 455,5 Mio. EUR).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Sicht-, Termin- und Spar-
einlagen) verzeichneten einen Zuwachs von 1,4 % und erreichten ei-
nen Stand von 3.708,9 Mio. EUR nach 3.658,7 Mio. EUR am
31.12.2021.
Die verbrieften Verbindlichkeiten (inkl. nachrangige Verbindlichkei-
ten) verringerten sich um 158,5 Mio. EUR auf einen Betrag von
3.482,7 Mio. EUR (Vj: 3.641,2 Mio. EUR). Vom Gesamtvolumen
der verbrieften Verbindlichkeiten (inkl. nachrangige Verbindlichkei-
ten) wurden 385,7 Mio. EUR (Vj: 382,2 Mio. EUR) von steirischen
Raiffeisenbanken gezeichnet, 625,7 Mio. EUR (Vj:
530,6 Mio. EUR) betreffen den Bereich „Retail/Private Banking“ so-
wie 309,6 Mio. EUR (Vj: 293,0 Mio. EUR) Privatplatzierungen. Am
Kapitalmarkt sind per 31.12.2022 Covered Bonds im Ausmaß von
2.161,7 Mio. EUR (Vj: 2.435,4 Mio. EUR) platziert.
Der Stand der Finanziellen Verbindlichkeiten – Held for Trading
(HFT) beträgt zum Berichtsstichtag 237,7 Mio. EUR und verzeich-
nete gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 69,9 Mio. EUR.
Diese Position beinhaltet ausschließlich negative Marktwerte (dirty
price) von derivativen Finanzinstrumenten. Diese umfassen insbe-
sondere Derivate, welche zu Handelszwecken gehalten werden so-
wie jene Derivate, die zur Verringerung eines Accounting Mismatch
im Rahmen der Fair Value Option eingesetzt werden („Economic
Hedges“).
Die Finanziellen Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value
P&L (FVO) betragen zum Berichtsstichtag 387,6 Mio. EUR nach
865,4 Mio. EUR zum 31.12.2021. Dies entspricht einer Abnahme
von 477,8 Mio. EUR oder 55,2 %, welche vor allem auf einen Rück-
gang bei den zum Fair Value gewidmeten Schuldscheindarlehen
aufgrund von planmäßigen Tilgungen zurückzuführen ist. Vom Ge-
samtvolumen der verbrieften Verbindlichkeiten (inkl. nachrangige
Verbindlichkeiten), welche sich gegenüber dem Jahresultimo um
185,9 Mio. EUR auf 160,1 Mio. EUR (Vj: 346,0 Mio. EUR) verrin-
gerten, wurden 0,0 Mio. EUR (Vj: 21,1 Mio. EUR) von steirischen
Raiffeisenbanken gezeichnet, 14,3 Mio. EUR (Vj: 58,5 Mio. EUR)
betreffen den Bereich „Retail/Private Banking“ sowie 73,9 Mio. EUR
(Vj: 169,7 Mio. EUR) Privatplatzierungen. Am Kapitalmarkt sind
zum Berichtsstichtag Covered Bonds im Ausmaß von
72,0 Mio. EUR (Vj: 96,8 Mio. EUR) platziert.
Die negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumen-
ten werden per 31.12.2022 mit 413,1 Mio. EUR (Vj:
83,7 Mio. EUR) ausgewiesen.
Die Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges werden
zum 31.12.2022 mit einem Betrag von –50,8 Mio. EUR (Vj: 0,0 Mio.
EUR) ausgewiesen. In dieser Position werden sowohl positive als
auch negative Wertänderungen von Grundgeschäften (Basis Ad-
justments) der Passivseite in Portfolio Fair Value Hedges dargestellt.
Das Portfolio Fair Value Hedge Accounting für Grundgeschäfte der
Passivseite (Einlagen und Emissionen) wird im RLB Steiermark Kon-
zern seit dem 1.7.2022 angewendet.
Die Rückstellungen erreichten zum Berichtsstichtag einen Stand
von 78,1 Mio. EUR und liegen damit um 13,1 Mio. EUR unter
dem Vorjahreswert. Diese Veränderung resultiert in erster Linie aus
dem Rückgang der langfristigen Personalrückstellungen (Abferti-
gungen, Pensionen, Jubiläumsgelder) um 12,3 Mio. EUR auf
52,5 Mio. EUR, welcher vor allem durch die Erhöhung der Diskon-
tierungszinssätze begründet ist. Die sonstigen Rückstellungen haben
sich gegenüber dem 31.12.2021 um 0,8 Mio. EUR auf
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
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25,6 Mio. EUR verringert. Diese betreffen in erster Linie Rückstel-
lungen für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Garantien und
Kreditrisiken) mit einem Betrag von 20,7 Mio. EUR (Vj:
20,2 Mio. EUR) sowie die aufgrund des OGH-Urteils (vom 22. De-
zember 2021) und des VwGH-Erkenntnisses (vom 13. Dezember
2022) zu den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19-JuBG ge-
bildete Rückstellung für Moratoriumszinsen mit 2,4 Mio. EUR (Vj:
2,3 Mio. EUR).
Die per 31.12.2021 bestehende Rückstellung für Zinsenrefundierun-
gen in Zusammenhang mit negativen Indikatoren bzw. Referenz-
zinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in Höhe von 1,6 Mio. EUR wurde
im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze ertragswirksam aufgelöst.
Die laufenden und latenten Ertragsteuerschulden werden in
Summe mit einem Betrag von 24,5 Mio. EUR (Vj: 14,8 Mio. EUR)
ausgewiesen.
Die sonstigen Passiva betragen zum Berichtsstichtag
65,8 Mio. EUR nach 71,0 Mio. EUR zum 31.12.2021. Die Verän-
derung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang von übrigen
Steuerverbindlichkeiten.
Das Eigenkapital zum 31.12.2022 hat sich im Vergleich zum
31.12.2021 geringfügig um insgesamt 2,5 Mio. EUR auf
1.653,6 Mio. EUR erhöht. Vom gesamten Eigenkapital entfallen
1.653,6 Mio. EUR (Vj: 1.649,8 Mio. EUR) auf die Anteile der Ge-
sellschafter des Mutterunternehmens und 0,0 Mio. EUR (Vj:
1,3 Mio. EUR) auf die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter.
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der RLB Steiermark beträgt
zum 31.12.2022 insgesamt 142,7 Mio. EUR (Vj: 142,7 Mio. EUR)
und besteht unverändert zum Vorjahr aus 3.113.507 Stück nennbe-
tragslosen, auf Namen lautende Stückaktien (Stammaktien).
Die detaillierte Entwicklung ist aus der Eigenkapitalveränderungs-
rechnung des Konzernabschlusses ersichtlich.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
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25,6 Mio. EUR verringert. Diese betreffen in erster Linie Rückstel-
lungen für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Garantien und
Kreditrisiken) mit einem Betrag von 20,7 Mio. EUR (Vj:
20,2 Mio. EUR) sowie die aufgrund des OGH-Urteils (vom 22. De-
zember 2021) und des VwGH-Erkenntnisses (vom 13. Dezember
2022) zu den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19-JuBG ge-
bildete Rückstellung für Moratoriumszinsen mit 2,4 Mio. EUR (Vj:
2,3 Mio. EUR).
Die per 31.12.2021 bestehende Rückstellung für Zinsenrefundierun-
gen in Zusammenhang mit negativen Indikatoren bzw. Referenz-
zinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in Höhe von 1,6 Mio. EUR wurde
im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze ertragswirksam aufgelöst.
Die laufenden und latenten Ertragsteuerschulden werden in
Summe mit einem Betrag von 24,5 Mio. EUR (Vj: 14,8 Mio. EUR)
ausgewiesen.
Die sonstigen Passiva betragen zum Berichtsstichtag
65,8 Mio. EUR nach 71,0 Mio. EUR zum 31.12.2021. Die Verän-
derung resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang von übrigen
Steuerverbindlichkeiten.
Das Eigenkapital zum 31.12.2022 hat sich im Vergleich zum
31.12.2021 geringfügig um insgesamt 2,5 Mio. EUR auf
1.653,6 Mio. EUR erhöht. Vom gesamten Eigenkapital entfallen
1.653,6 Mio. EUR (Vj: 1.649,8 Mio. EUR) auf die Anteile der Ge-
sellschafter des Mutterunternehmens und 0,0 Mio. EUR (Vj:
1,3 Mio. EUR) auf die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter.
Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der RLB Steiermark beträgt
zum 31.12.2022 insgesamt 142,7 Mio. EUR (Vj: 142,7 Mio. EUR)
und besteht unverändert zum Vorjahr aus 3.113.507 Stück nennbe-
tragslosen, auf Namen lautende Stückaktien (Stammaktien).
Die detaillierte Entwicklung ist aus der Eigenkapitalveränderungs-
rechnung des Konzernabschlusses ersichtlich.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
145
JAHRESFINANZBERICHT 2022
I.3. Bericht über die
Zweigniederlassungen
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat mit Stichtag 31. De-
zember 2022 neben dem Raiffeisenhaus in der Radetzkystraße 14
Zweig- und Außenstellen. Zwölf davon befinden sich in Graz: An-
nenstraße, City – Herrengasse, Steirerhof – Jakominiplatz, Styria
Media Center, Zinzendorfgasse, Herrgottwiesgasse, Kärntner
Straße, Ragnitz, Theodor-Körner-Straße, St. Leonhard-LKH, LKH
Graz II Standorte West und Süd. Weitere RLB-Bankstellen außer-
halb von Graz gibt es in Frohnleiten und Leibnitz.
Im ehemaligen Stammhaus in der Kaiserfeldgasse befindet sich
darüber hinaus eine Selbstbedienungszone für unsere Kunden, in
Bruck an der Mur ein Büro ohne Servicebereich. Die eigenen Mitar-
beiter:innen und fallweise Kommerzkunden werden im Headquarter
in Raaba betreut.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
146
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis der Betriebsaufwendungen (Verwaltungsaufwendungen) zu den Betriebserträgen definiert.
Die Cost/Income Ratio stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
*)
Veränderung
Betriebserträge 627.968 351.998 78,4 %
Betriebsaufwendungen –138.886 –135.100 2,8 %
Cost/Income Ratio 22,1 % 38,4 % –16,3 PP
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche).
Eigenkapitalrendite Return on Equity (ROE)
Der Return on Equity (ROE) – definiert als das annualisierte Konzernergebnis vor Steuern bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital –
stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 31.12.2022 31.12.2021
*)
Veränderung
Konzernergebnis vor Steuern 92.629 113.004 –18,0 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.652.326 1.614.484 2,3 %
ROE vor Steuern 5,6 % 7,0 % –1,4 PP
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche).
Non-Performing Loan-Ratio (NPL-Ratio)
Die NPL-Quote ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Qualität der Aktiva von Kreditinstituten. Diese wird gemäß der aufsichtsrechtlichen
Definition (gem. EBA Risk Dashboard) als Verhältnis der ausgefallenen Forderungen (NPL) zu den gesamten Forderungen (Kundenforde-
rungen und Forderungen gegenüber Kreditinstituten) berechnet. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition
gemäß Art. 178 CRR herangezogen. Die Erhöhung der NPL-Ratio resultiert einerseits aus einem Anstieg der ausgefallenen Kundenforde-
rungen und andererseits aus einem Rückgang der Bemessungsgrundlage.
31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 2,3 % 1,5 % 0,8 PP
Bei einer Analyse der NPL-Ratio ist auch die Coverage Ratio, d. h. die Deckung der ausgefallenen Forderungen durch etwaige Sicherheiten
und gebildete Risikovorsorgen, einzubeziehen. Zum Berichtsstichtag sind die ausgefallenen Forderungen zu rund 91 % (Vj: 96 %) durch
Risikovorsorgen und Sicherheiten abgedeckt.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
146
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis der Betriebsaufwendungen (Verwaltungsaufwendungen) zu den Betriebserträgen definiert.
Die Cost/Income Ratio stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
31.12.2022
31.12.2021
*)
Veränderung
Betriebserträge
627.968
351.998
78,4 %
Betriebsaufwendungen
–138.886
–135.100
2,8 %
Cost/Income Ratio
22,1 %
38,4 %
–16,3 PP
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche).
Eigenkapitalrendite Return on Equity (ROE)
Der Return on Equity (ROE) – definiert als das annualisierte Konzernergebnis vor Steuern bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital –
stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
31.12.2022
31.12.2021
*)
Veränderung
Konzernergebnis vor Steuern
92.629
113.004
–18,0 %
durchschnittliches Eigenkapital
1.652.326
1.614.484
2,3 %
ROE vor Steuern
5,6 %
7,0 %
–1,4 PP
*)
Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche).
Non-Performing Loan-Ratio (NPL-Ratio)
Die NPL-Quote ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Qualität der Aktiva von Kreditinstituten. Diese wird gemäß der aufsichtsrechtlichen
Definition (gem. EBA Risk Dashboard) als Verhältnis der ausgefallenen Forderungen (NPL) zu den gesamten Forderungen (Kundenforde-
rungen und Forderungen gegenüber Kreditinstituten) berechnet. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition
gemäß Art. 178 CRR herangezogen. Die Erhöhung der NPL-Ratio resultiert einerseits aus einem Anstieg der ausgefallenen Kundenforde-
rungen und andererseits aus einem Rückgang der Bemessungsgrundlage.
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio)
2,3 %
1,5 %
0,8 PP
Bei einer Analyse der NPL-Ratio ist auch die Coverage Ratio, d. h. die Deckung der ausgefallenen Forderungen durch etwaige Sicherheiten
und gebildete Risikovorsorgen, einzubeziehen. Zum Berichtsstichtag sind die ausgefallenen Forderungen zu rund 91 % (Vj: 96 %) durch
Risikovorsorgen und Sicherheiten abgedeckt.
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STEIERMARK 2022
147
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist eine Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Die LCR ist das
Verhältnis des Bestands an erstklassig eingestuften Aktiva zum gesamten Nettoabfluss unter Anwendung eines durch die CRR vorgegebe-
nen Stressszenarios in den nächsten 30 Tagen. Damit soll gewährleistet werden, dass Banken über angemessene Liquiditätspuffer verfü-
gen, um sich einem möglichen Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über einen Zeit-
raum von 30 Tagen stellen zu können.
31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 145,0 % 248,0 % –103,0 PP
Die LCR im RLB Steiermark Konzern beträgt zum 31. Dezember 2022 145,0 % (Vj: 248,0
%), womit die gültige Mindestquote erfüllt wird.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der strukturellen Liquiditätsausstattung von Kreditinstituten. Institute
müssen sicherstellen, dass ihre langfristigen Verbindlichkeiten sowohl unter normalen als auch unter angespannten Umständen angemes-
sen durch eine breite Vielfalt von Instrumenten der stabilen Refinanzierung unterlegt sind. Die NSFR ist definiert als das Verhältnis zwischen
dem verfügbaren stabil refinanzierten Betrag und dem Betrag, für den eine stabile Refinanzierung erforderlich ist.
31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 110,0 % 128,0 % –18,1 PP
Der RLB Steiermark Konzern erfüllt mit einer NSFR von 110,0
% (Vj: 128,0 %) die vorgegebene Mindestquote.
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark bildet selbst keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinne des österreichischen Bankwesengesetzes
(BWG) und unterliegt daher als Konzern nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil des RLB-Stmk
Verbund eGen CRR-Konsolidierungskreises ist. Die folgende Tabelle stellt die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel des RLB Stmk Verbund Kon-
zerns unter Berücksichtigung der Übergangsvorschrift nach Art 473a CRR dar. Seitens des RLB Stmk Verbund Konzerns wird vom Wahl-
recht Gebrauch macht, nur den Folgeanwendungseffekt von IFRS 9 als Add-Back-Betrag zu berücksichtigen.
In TEUR 31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
Kernkapital (Tier 1) 1.501.534 1.420.234 5,7 %
Eigenmittel Gesamt (TC) 1.562.352 1.499.603 4,2 %
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 8.224.601 7.956.473 3,4 %
Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,3 % 17,9 % 0,4 PP
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken) 19,0 % 18,8 % 0,2 PP
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich ein Eigenmittel Gesamtstand von
1.547.837 TEUR (Vj: 1.479.526 TEUR) sowie eine adaptierte Bemessungsgrundlage von 8.207.783 TEUR (Vj: 7.926.628 TEUR). Somit
würde sich eine Kernkapitalquote von 18,12 % (Vj: 17,66 %) und eine Eigenmittelquote von 18,86 % (Vj: 18,67 %) errechnen. Aufgrund der
in Note 63 beschriebenen synthetischen Verbriefung hat sich eine Verbesserung der ausgewiesenen Eigenmittelquote (Gesamtkapital-
quote) von 0,36 %-Punkten ergeben.
Die Mindestkapitalanforderungen wurden während der Berichtsperiode stets erfüllt.
Weitere Details sind der Notes-Angabe 64 – Aufsichtsrechtliche Eigenmittel – zu entnehmen.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
148
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Weltwirtschaft
Der Abschwung des globalen Wirtschaftswachstums, welcher sich
bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, wird sich voraussichtlich
auch 2023 fortsetzen.
Die OECD prognostiziert in ihrem Hauptszenario für das kommende
Jahr zwar keine Rezession, jedoch einen deutlichen Rückgang des
Wachstums auf 2,2 %, Schätzungen des Internationalen Wirt-
schaftsfonds ergeben 2,7 %. Ursache dafür ist die zwar rückläufige,
aber nach wie vor hohe Inflation in vielen Ländern. Der IWF rechnet
mit einem Rückgang der globalen Inflation auf 6,4 % im Jahr 2023,
für die OECD-Länder liegt die Prognose bei 6,5 %. Mit einer Kursän-
derung der Geldpolitik vieler Volkswirtschaften ist damit vorerst
nicht zu rechnen.
Um der daraus resultierenden gedämpften Nachfrage und damit
dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken, werden viele
Volkswirtschaften auf Ebene der Fiskalpolitik weiterhin expansive
Impulse setzen. Die zeitverzögerte Wirkung der geldpolitischen
Maßnahmen zusammen mit einer langsamen Normalisierung der
Energiepreise und einer Entspannung bei den Engpässen in den
Lieferketten soll die Inflationsentwicklung wieder in Richtung der
Zielwerte der Zentralbanken bringen. Dadurch soll die Lockerung
der derzeit strengen Geldpolitik möglich sein und zusammen mit ei-
ner Erholung des Reallohnwachstums 2024 wieder zu einer Erho-
lung der Wirtschaft führen.
Des Weiteren wird erwartet, dass eine weitere Verringerung der seit
der COVID-19-Pandemie hohen Sparquote eine Stabilisierung des
Konsums in vielen Ländern unterstützen wird. Die Prognosen sind
allerdings mit hohen Abwärtsrisiken behaftet. Die Gefahr weiterer
Störungen der globalen Märkte – und im Besonderen der Energie-
märkte – als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine
bleibt hoch.
USA
Die wirtschaftlichen Aussichten in den USA und in Europa folgen
dem globalen Trend. Für die USA wird für die kommenden Jahre ein
weiterer Rückgang des Wachstums mit einem realen BIP von 0,7 %
für 2023 und ein leichter Anstieg auf 1,7 % im Jahr 2024 erwartet.
Die Inflation wird sich weiterhin rückläufig bewegen, mit Prognose-
werten von 3,4 % in 2023 bis hin zu 2,3 % im Jahr 2024, wobei mit
weiteren Anhebungen der Leitzinsen der Zentralbank der USA auf
einen Höchststand von etwa 5,25 % auszugehen ist.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
148
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Weltwirtschaft
Der Abschwung des globalen Wirtschaftswachstums, welcher sich
bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, wird sich voraussichtlich
auch 2023 fortsetzen.
Die OECD prognostiziert in ihrem Hauptszenario für das kommende
Jahr zwar keine Rezession, jedoch einen deutlichen Rückgang des
Wachstums auf 2,2 %, Schätzungen des Internationalen Wirt-
schaftsfonds ergeben 2,7 %. Ursache dafür ist die zwar rückläufige,
aber nach wie vor hohe Inflation in vielen Ländern. Der IWF rechnet
mit einem Rückgang der globalen Inflation auf 6,4 % im Jahr 2023,
für die OECD-Länder liegt die Prognose bei 6,5 %. Mit einer Kursän-
derung der Geldpolitik vieler Volkswirtschaften ist damit vorerst
nicht zu rechnen.
Um der daraus resultierenden gedämpften Nachfrage und damit
dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken, werden viele
Volkswirtschaften auf Ebene der Fiskalpolitik weiterhin expansive
Impulse setzen. Die zeitverzögerte Wirkung der geldpolitischen
Maßnahmen zusammen mit einer langsamen Normalisierung der
Energiepreise und einer Entspannung bei den Engpässen in den
Lieferketten soll die Inflationsentwicklung wieder in Richtung der
Zielwerte der Zentralbanken bringen. Dadurch soll die Lockerung
der derzeit strengen Geldpolitik möglich sein und zusammen mit ei-
ner Erholung des Reallohnwachstums 2024 wieder zu einer Erho-
lung der Wirtschaft führen.
Des Weiteren wird erwartet, dass eine weitere Verringerung der seit
der COVID-19-Pandemie hohen Sparquote eine Stabilisierung des
Konsums in vielen Ländern unterstützen wird. Die Prognosen sind
allerdings mit hohen Abwärtsrisiken behaftet. Die Gefahr weiterer
Störungen der globalen Märkte – und im Besonderen der Energie-
märkte – als Reaktion auf den Krieg Russlands gegen die Ukraine
bleibt hoch.
USA
Die wirtschaftlichen Aussichten in den USA und in Europa folgen
dem globalen Trend. Für die USA wird für die kommenden Jahre ein
weiterer Rückgang des Wachstums mit einem realen BIP von 0,7 %
für 2023 und ein leichter Anstieg auf 1,7 % im Jahr 2024 erwartet.
Die Inflation wird sich weiterhin rückläufig bewegen, mit Prognose-
werten von 3,4 % in 2023 bis hin zu 2,3 % im Jahr 2024, wobei mit
weiteren Anhebungen der Leitzinsen der Zentralbank der USA auf
einen Höchststand von etwa 5,25 % auszugehen ist.
II. BERICHT ÜBER DIE
VORAUSSICHTLICHE
ENTWICKLUNG UND DIE
RISIKEN DES
UNTERNEHMENS
(AUSBLICK)
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
149
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Europa
Für den Euroraum rechnet die Europäische Kommission 2023 mit
einem Rückgang der Wirtschaftsleistung auf 0,3 %, die OECD mit
0,5 %. Eine Stabilisierung der Wirtschaftstätigkeit wird für Frühjahr
nächsten Jahres erwartet, ein Wachstum wird voraussichtlich erst
wieder gegen Ende des Jahres möglich sein. Auch die Inflation hält
sich vorerst bei 6,8 % im Jahr 2023 und wird laut Prognosen ab
2024 ein konstantes Niveau von 3,4 % erreichen. Es ist weiterhin mit
einer Anhebung der Zinssätze im Euroraum zu rechnen.
Aufgrund der weiterhin hohen Inflation gepaart mit einer restriktiven
Geldpolitik muss für 2023 den Prognosen zufolge mit einem starken
Rückgang von Privatkonsum und Investitionen gerechnet werden.
Eine weitere Erhöhung der Zinssätze birgt zudem für einkommens-
schwache Mitgliedstaaten erhebliche Risiken. Für 2024 prognosti-
ziert die Europäischen Kommission wieder eine leichte Erholung
des Wachstums auf 1,5 %, die OECD auf 1,4 %. Ein Rückgang der
Inflation und ein starkes Lohnwachstum werden das verfügbare Re-
aleinkommen der Haushalte erhöhen und zu einem Wiederanstieg
des privaten Konsums und der Investitionen führen.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Die geopolitischen Rahmenbedingungen sowie die gestiegene In-
flation und Teuerung wirken sich auch auf die Kunden der RLB Stei-
ermark aus. Unser Ziel ist es, als finanzieller Begleiter mögliche ne-
gative Folgen gering zu halten und Lösungen anzubieten. Dazu
wurde eine Taskforce gegründet, die sich ganzheitlich der finanziel-
len Lage der Kunden widmet und Maßnahmenpläne ausarbeitet.
Themenstellungen sind einerseits die steigenden Zinsen und eine
damit verbundene verstärkte Nachfrage nach höheren Zinsen bei
Sparprodukten, sowie andererseits die steigende Zinsbelastung bei
variablen Kreditzinsvereinbarungen. In diesem Kontext werden
ebenso die aktuelle Teuerungswelle sowie die hohen Energiepreise
verstärkt in den Fokus genommen.
Entsprechende Maßnahmen und maßgeschneiderte Lösungen sol-
len gezielt wirtschaftlichen Problemen bei Unternehmen und Privat-
kunden entgegensteuern. Zudem werden Marktbewegungen gene-
rell beobachtet, um Veranlagungskunden bestmöglich und ganz-
heitlich beraten zu können.
Das Jahr 2023 wird für die RLB Steiermark im Zeichen weiterer stra-
tegischer Weichenstellungen für die Zukunft stehen, es gilt die Um-
setzung des strategischen Zielbilds der Raiffeisen-Bankengruppe
Steiermark (beschrieben im Geschäftsverlauf) weiter voranzutrei-
ben. Dieses enthält definierte Unternehmensziele als verbindliche
Leitplanken für die kommenden Jahre sowohl in unserer Rolle als
Geschäftsbank und Leistungspartner im Raiffeisen-Verbund, als
auch als „Center of Gravity“ für eine ökosoziale Steiermark.
Damit tragen wir neuen Technologien wie beispielsweise künstlicher
Intelligenz, Blockchain, digitalen Plattformen und Eco-Systemen, ro-
boterbasierter Prozessautomatik, Internet of Things sowie Big &
Smart Data Rechnung. Dieser Wandel wird sich auch in Zukunft
fortsetzen und neue Ansätze, Perspektiven und Denkmuster für uns
als regionales Finanzinstitut erfordern. Die Operationalisierung er-
folgt auf Ebene von konkreten Projekten die teils selbst, teils ge-
meinsam im Verbund mit den steirischen Raiffeisenbanken umge-
setzt werden.
Gegenüber den letzten Jahren, die durch die Folgen der Corona-
Pandemie geprägt waren, rücken nun die durch den Russland-Uk-
raine Krieg resultierenden Unsicherheiten auf die wirtschaftliche
Entwicklung und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen
in den Fokus, da ein schnelles Ende des Kriegs in der Ukraine aus
heutiger Sicht unwahrscheinlich erscheint. Auf Grund der regionalen
Ausrichtung der RLB Steiermark erwarten wir zwar keine direkten
Auswirkungen (Forderungsausfälle, Wechselkursrisiken, etc.) durch
den Russland-Ukraine Krieg, allerdings sind die Folgen indirekt ins-
besondere in der Bewertung des at equity bilanzierten Beteiligungs-
ansatzes an der Raiffeisen Bank International möglich.
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wird etwas vorsichti-
ger eingeschätzt, wodurch der andauernde Wettbewerb um boni-
tätsstarke Kunden die Margensituation im Kreditgeschäft weiter ver-
schärft und die Rentabilität belastet. Die regulatorischen Änderun-
gen hinsichtlich der Kreditvergabestandards für Hypothekarkredite
an private Haushalte (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaß-
nahmen-Verordnung – KIM-V) im Jahr 2022 zeigten bereits im zwei-
ten Halbjahr Auswirkungen in Form einer Abschwächung des Kre-
ditwachstums in diesem Segment. Auf Grund dieser Rahmenbedin-
gungen wurden die Zuwachsraten im Aktivgeschäft (Neugeschäft)
in der Planung gegenüber den Vorjahren etwas reduziert, wir gehen
von einem Wachstum der Kundenforderungen in Höhe von 3 bis 5
Prozent aus.
Die Mittelherkunft wird weiterhin breit über verschiedene Refinanzie-
rungsquellen gestreut, die Basis liegt auf stabilen Kundeneinlagen,
der weitere Liquiditätsbedarf wird durch die Begebung von Bench-
markemissionen (Covered Bonds) abgedeckt. Im Jänner 2023 hat
die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG am internationalen Fi-
nanzplatz eine Anleihe in Höhe von 500 Mio. EUR mit einer 4-jähri-
gen Laufzeit platziert. Trotz der großen wirtschaftlichen Unsicherhei-
ten und der Volatilität am Kapitalmarkt war die Anleihe binnen 2,5
Stunden ausverkauft. Dies belegt, dass die starke regionale Veran-
kerung einer Bankengruppe auch auf dem internationalen Finanz-
parkett positiv gewertet wird.
Durch die gegenüber den Vorjahren deutlich veränderte Situation
auf den Geld- und Kapitalmärkten erwarten wir eine Ausweitung der
Zinsspanne, die sich positiv auf das Zinsergebnis des Konzerns
auswirken sollte. Durch den Anstieg des Zinsniveaus sind allerdings
die Kreditnehmer im Vergleich mit den letzten Jahren zusätzlich zu
den wirtschaftlich / konjunkturellen Herausforderungen mit einer
deutlich höheren Zinsbelastung konfrontiert, wodurch sich die Qua-
lität der Aktiva in den kommenden Monaten etwas eintrüben könnte.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
150
Da der Konzern bereits in der Vergangenheit bei der Kreditvergabe
ein Hauptaugenmerk auf Risikostreuung, Bonität und Sicherheit ge-
legt hat, zeigt sich das Kreditportfolio derzeit stabil. Dementspre-
chend rechnen wir trotz des Umfelds nur mit moderat erhöhten Risi-
kovorsorgen für das Jahr 2023.
Im nicht zinstragenden Geschäft (Provisionsgeschäft – insbeson-
dere Zahlungsverkehr) wird der Weg der Forcierung bei Bestands-
und Neukunden weiter fortgesetzt.
Bei den Betriebsaufwendungen werden die zu erwartenden Preisan-
passungen im Einkauf (Energiepreise, IT, etc.) auf Grund der hohen
Inflationsraten zu einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr führen.
Laufende und geplante Großprojekte (Strategieprojekt der RBG
Steiermark – WIR‘27, diverse regulatorische Umsetzungen) erhöhen
zusätzlich den Druck auf die Sachaufwendungen. Geänderte Zu-
sammenarbeitsmodelle machen Anpassungen an den Bürostandor-
ten erforderlich. Beim Personalaufwand sind kollektivvertragliche
Anpassungen deutlich über dem Niveau der Vorjahre zu erwarten.
All diese Faktoren erfordern eine strenge Kostendisziplin, um den
eingeschlagenen Weg der Effizienzverbesserung weiter zu gewähr-
leisten und eine Ergebnisverbesserung zu ermöglichen.
Sämtliche regulatorischen Kennzahlen (Kapital & Liquidität) werden
weiterhin deutlich über den regulatorischen Mindestquoten erwartet.
Unsicherheitsfaktoren für diesen Ausblick bzw. die Ergebnisentwick-
lung betreffen insbesondere den Ergebnisbeitrag und die Bewertung
der at equity bilanzierten Beteiligung an der Raiffeisen Bank Interna-
tional sowie eventuelle negative Effekte aus den geopolitischen
Spannungen und dem wirtschaftlichen Umfeld.
II.2. Risikobericht
Die Angaben nach IFRS 7 zu Risiken im Zusammenhang mit
Finanzinstrumenten werden im Kapitel „Risikobericht“ des Konzern-
abschlusses dargestellt. Hinsichtlich der Risiken aus leistungsorien-
tierten Versorgungsplänen (Abfertigung und Pensionen) wird auf die
Ausführungen in den Notes-Angabe 33 – Rückstellungen – verwie-
sen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
150
Da der Konzern bereits in der Vergangenheit bei der Kreditvergabe
ein Hauptaugenmerk auf Risikostreuung, Bonität und Sicherheit ge-
legt hat, zeigt sich das Kreditportfolio derzeit stabil. Dementspre-
chend rechnen wir trotz des Umfelds nur mit moderat erhöhten Risi-
kovorsorgen für das Jahr 2023.
Im nicht zinstragenden Geschäft (Provisionsgeschäft – insbeson-
dere Zahlungsverkehr) wird der Weg der Forcierung bei Bestands-
und Neukunden weiter fortgesetzt.
Bei den Betriebsaufwendungen werden die zu erwartenden Preisan-
passungen im Einkauf (Energiepreise, IT, etc.) auf Grund der hohen
Inflationsraten zu einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr führen.
Laufende und geplante Großprojekte (Strategieprojekt der RBG
Steiermark – WIR‘27, diverse regulatorische Umsetzungen) erhöhen
zusätzlich den Druck auf die Sachaufwendungen. Geänderte Zu-
sammenarbeitsmodelle machen Anpassungen an den Bürostandor-
ten erforderlich. Beim Personalaufwand sind kollektivvertragliche
Anpassungen deutlich über dem Niveau der Vorjahre zu erwarten.
All diese Faktoren erfordern eine strenge Kostendisziplin, um den
eingeschlagenen Weg der Effizienzverbesserung weiter zu gewähr-
leisten und eine Ergebnisverbesserung zu ermöglichen.
Sämtliche regulatorischen Kennzahlen (Kapital & Liquidität) werden
weiterhin deutlich über den regulatorischen Mindestquoten erwartet.
Unsicherheitsfaktoren für diesen Ausblick bzw. die Ergebnisentwick-
lung betreffen insbesondere den Ergebnisbeitrag und die Bewertung
der at equity bilanzierten Beteiligung an der Raiffeisen Bank Interna-
tional sowie eventuelle negative Effekte aus den geopolitischen
Spannungen und dem wirtschaftlichen Umfeld.
II.2. Risikobericht
Die Angaben nach IFRS 7 zu Risiken im Zusammenhang mit
Finanzinstrumenten werden im Kapitel „Risikobericht“ des Konzern-
abschlusses dargestellt. Hinsichtlich der Risiken aus leistungsorien-
tierten Versorgungsplänen (Abfertigung und Pensionen) wird auf die
Ausführungen in den Notes-Angabe 33 – Rückstellungen – verwie-
sen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
151
JAHRESFINANZBERICHT 2022
Die Corona Pandemie, der Krieg in der Ukraine oder auch die glo-
bale Herausforderung der Energiewende machen deutlich, wie
schnell es nötig sein kann, gänzlich neue Produkte und Services zu
entwickeln und auf den Markt zu bringen und auch bisher als un-
möglich eingestufte Arbeitsmethoden zu konzipieren und anzuwen-
den. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens bestimmt dabei
die Geschwindigkeit, mit der es auf derartige Herausforderungen
reagieren kann.
Ein wichtiges Ziel unserer Innovationsinitiativen ist es, unsere Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter in neuen Arbeitsweisen aus- und weiter-
zubilden. Gleichzeitig entwickeln wird damit unsere Unternehmens-
kultur noch stärker in eine Richtung, in der Neuentwicklungen über
Hierarchie- und Abteilungsgrenzen hinweg in der Geschwindigkeit
möglich sind, die erforderlich ist, um unsere Kundinnen und Kun-
den mit unseren Produkten und Dienstleistungen bei ihren Heraus-
forderungen bestmöglich zu unterstützen. Darüber hinaus helfen wir
Unternehmen dabei, ihre eigene Innovationsfähigkeit weiterzuentwi-
ckeln. Das ermöglichen wir durch die Vernetzung von Unternehmen
mit Start-Ups, die Mitwirkung in einer Kooperationspartnerschaft in
unserem Accelerator Programm Hummelnest oder auch die Mög-
lichkeit, gemeinsam mit uns in Co-Innovation Projekten neue Ge-
schäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Das interne Innovationsprogramm der RLB Steiermark heißt Hum-
melflug. In bislang zwei Durchgängen konnten mehr als 250 span-
nende Ideen identifiziert werden. Aus den besten elf Ideen-Te a m s ,
die sich zur Teilnahme qualifizieren konnten, haben rund 40 Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter am Bootcamp teilgenommen. In jeweils
drei Tagen wurden sie intensiv mit Lean Start-Up Methoden und
Tools vertraut gemacht und auf einen Pitch vor dem Gesamtvor-
stand der RLB vorbereitet. Die Hypothesen der beiden Siegerideen
wurden dann in einer jeweils 12-wöchigen Inkubationsphase von
den Teams auf Herz und Nieren überprüft. Die Erkenntnisse des
Siegerteams „Wir hören“, das sich mit der Barrierefreiheit von Pro-
dukten und Dienstleistungen auseinandergesetzt hat, werden spür-
bare Vereinfachungen für alle Kundinnen und Kunden zur Folge ha-
ben. Das dreiköpfige Siegerteam STOAK, das als „Local Super-
heroe“ ebenso im Hummelnest Accelerator der RLB vertreten sein
wird, widmet sich dem Thema Co-Owning. Die innovativen neuen
Dienstleistungen zur gemeinschaftlichen Investition mehrerer Perso-
nen in Ferienimmobilien sind bereits marktreif.
Eine Hummelflug-Idee bildet die Grundlage einer Beteiligung der
RLB an der Solana Renewable Technologies GmbH. Damit wird der
Ausbau von Photovoltaikanlagen großflächig in Österreich vorange-
trieben. Kundinnen und Kunden haben dadurch die Sicherheit bei
Lieferfristen und der Errichtung durch ausführende Firmen. Gemein-
sam mit der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH und der Merkur
Versicherung wurden die ersten beiden Co-Innovation Initiativen zu
den Themen Financial Education und Data Science erfolgreich ge-
startet. Im Rahmen des in den letzten beiden Durchläufen gemein-
sam mit Techhouse und Transformation Lighthouse durchgeführten
Accelerator Programms wurden rund 20 Start-Ups unterstützt und
begleitet.
JAHRESFINANZBERICHT 2022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
152
1. Rechtlicher Hintergrund
Gemäß § 267 Abs. 3b i. V. m. § 243a Abs. 2 und § 189a Z. 1 lit. a UGB
sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien oder andere
von ihnen ausgegebene Wertpapiere zum Handel auf einem gere-
gelten Markt im Sinn des §
1 Z. 2 BörseG zugelassen sind, die
wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanage-
mentsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungs-
prozess zu beschreiben.
2. Gegenstand des Berichts
Unter dem „Internen Kontrollsystem“ (IKS) werden alle von der Ge-
schäftsleitung entworfenen und im Unternehmen ausgeführten Pro-
zesse verstanden, durch die
◼ die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen
Tätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens
vor Verlusten durch Schäden und Malversationen),
◼ die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und
◼ die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen
gesetzlichen Vorschriften
überwacht und kontrolliert werden.
Das Interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und
Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der
Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeb-
lichen rechtlichen Vorschriften. Dazu gehört auch das interne Revisi-
onssystem, soweit es sich auf die Rechnungslegung bezieht.
Das Risikomanagementsystem umfasst alle Prozesse, die dazu die-
nen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie
Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass das Erreichen der
Unternehmensziele durch Risiken, die schlagend werden, beein-
trächtigt wird.
Das Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungsle-
gungsprozess bezieht sich als Teil des Internen Kontrollsystems wie
letzteres auf Kontroll- und Überwachungsprozesse der Rechnungs-
legung, insbesondere bei bilanziellen Positionen, die Risikoabsiche-
rungen des Unternehmens erfassen.
- UND RISIKO-
-
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
152
1. Rechtlicher Hintergrund
Gemäß § 267 Abs. 3b i. V. m. § 243a Abs. 2 und § 189a Z. 1 lit. a UGB
sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien oder andere
von ihnen ausgegebene Wertpapiere zum Handel auf einem gere-
gelten Markt im Sinn des § 1 Z. 2 BörseG zugelassen sind, die
wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanage-
mentsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungs-
prozess zu beschreiben.
2. Gegenstand des Berichts
Unter dem „Internen Kontrollsystem“ (IKS) werden alle von der Ge-
schäftsleitung entworfenen und im Unternehmen ausgeführten Pro-
zesse verstanden, durch die
◼ die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen
Tätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens
vor Verlusten durch Schäden und Malversationen),
◼ die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und
◼ die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen
gesetzlichen Vorschriften
überwacht und kontrolliert werden.
Das Interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und
Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der
Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeb-
lichen rechtlichen Vorschriften. Dazu gehört auch das interne Revisi-
onssystem, soweit es sich auf die Rechnungslegung bezieht.
Das Risikomanagementsystem umfasst alle Prozesse, die dazu die-
nen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie
Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass das Erreichen der
Unternehmensziele durch Risiken, die schlagend werden, beein-
trächtigt wird.
Das Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungsle-
gungsprozess bezieht sich als Teil des Internen Kontrollsystems wie
letzteres auf Kontroll- und Überwachungsprozesse der Rechnungs-
legung, insbesondere bei bilanziellen Positionen, die Risikoabsiche-
rungen des Unternehmens erfassen.
IV. BERICHTERSTATTUNG
ÜBER WESENTLICHE
MERKMALE DES INTERNEN
KONTROLL- UND RISIKO-
MANAGEMENTSYSTEMS IM
HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGS-
PROZESS
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
153
JAHRESFINANZBERICHT 2022
3. Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll-
und Risikomanagementsystems im Hinblick auf
den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des im RLB Steiermark Konzern beste-
henden Internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems
im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess können
wie folgt beschrieben werden:
◼ Es gibt bei der RLB Steiermark bzw. im RLB Steiermark Konzern
eine klare Führungs- und Unternehmensstruktur.
◼ Die Funktionen der im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungsle-
gungsprozess wesentlich beteiligten Abteilungen sind klar von
den Marktbereichen getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind
klar zugeordnet.
◼ Die RLB Steiermark erstellt als kapitalmarktorientiertes Unterneh-
men einen Konzernabschluss nach den International Financial
Reporting Standards (IFRS).
◼ Die Abteilung „Finanzen & Banksteuerung/ Konzern-Rechnungswe-
sen“ ist für Grundsatzfragen der Rechnungslegung nach IFRS zu-
ständig und erstellt den Konzernabschluss.
◼ Grundlage für den Konzernabschluss bilden die Einzelab-
schlüsse der in den Konsolidierungskreis einbezogenen To c h t e r-
gesellschaften, die nach konzerneinheitlichen Standards erstellt
werden.
◼ Die eingesetzten Anwendungen und Systeme sind durch ent-
sprechende Einrichtungen im IT-Bereich gegen unbefugte Zu-
griffe geschützt.
◼ Im Bereich der eingesetzten Systeme wird, soweit möglich, Stan-
dardsoftware eingesetzt.
◼ Ein adäquates Richtlinienwesen (z. B. Anschaffungsgenehmi-
gung, Zahlungsanweisungsbefugnis etc.) ist eingerichtet und
wird laufend aktualisiert.
◼ Die am (Konzern-)Rechnungslegungsprozess beteiligten Abtei-
lungen und Bereiche werden in quantitativer wie qualitativer Hin-
sicht geeignet ausgestattet.
◼ Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden lau-
fend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft, z. B. durch
Stichproben. Durch die eingesetzte Software finden program-
mierte Plausibilitätsprüfungen statt.
◼ Bei allen (konzern-)rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird
durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
◼ (Konzern-)Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden regel-
mäßig durch die (prozessunabhängige) Interne Revision über-
prüft.
◼ Seitens der am (Konzern-)Rechnungslegungsprozess beteiligten
Abteilungen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den
Vorstand, insbesondere durch Controllingberichte, Segmenter-
gebnisrechnungen etc.
◼ Vonseiten des Vorstands erfolgt eine vierteljährliche Berichtsle-
gung an den Aufsichtsrat gemäß §
81 AktG.
4. Erläuterung der wesentlichen Merkmale des
Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf
den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche
Merkmale zuvor unter Ziffer 3. beschrieben sind, stellt sicher, dass
unternehmerische Sachverhalte bilanziell stets richtig erfasst, aufbe-
reitet und gewürdigt sowie in die (Konzern-)Rechnungslegung über-
nommen werden. Die geeignete personelle Ausstattung, die Verwen-
dung von adäquater Software sowie klare gesetzliche und unterneh-
mensinterne Vorgaben stellen die Grundlage für einen ordnungsge-
mäßen, einheitlichen und kontinuierlichen (Konzern-) Rechnungsle-
gungsprozess dar. Die klare Abgrenzung der Verantwortungsberei-
che sowie verschiedene Kontroll- und Überprüfungsmechanismen,
wie sie zuvor unter Ziffer 3. genauer beschrieben sind (insbesondere
Plausibilitätskontrollen und das Vier-Augen-Prinzip), stellen eine kor-
rekte und verantwortungsbewusste (Konzern-)Rechnungslegung
sicher. Im Einzelnen wird so erreicht, dass Geschäftsvorfälle in
Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften, der Satzung
sowie internen Richtlinien erfasst, verarbeitet und dokumentiert so-
wie zeitnah und buchhalterisch korrekt erfasst werden. Gleichzeitig
wird sichergestellt, dass Vermögensgegenstände und Schulden im
Jahres- und Konzernabschluss zutreffend angesetzt, ausgewiesen
und bewertet sowie verlässliche und relevante Informationen voll-
ständig und zeitnah bereitgestellt werden.
Graz, am 11. April 2023
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER,
Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Beteili-
gungen, Kapitalmarkt und Unternehmenskommunikation & Marketing
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Projektfinanzierungen,
Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungsein-
richtungen und Interne Revision & Konzernrevision
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit &
Digitalisierung, Personal, IT, Transaction Services und Bau & Infra-
struktur
JAHRESFINANZBERICHT 2022
„Geburtsstunde“ 1927
Landeszentrale, Kredit- und Finanzierungsinstitut, Dienstleistungs- und Beratungsstelle der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark
Betriebsstandorte
Firmensitz
8010 Graz, Radetzkystraße 15
Tel.: +43 316 8036-0, Fax: +43 316 8036-3089
Standort Raaba
8074 Raaba-Grambach, Raiffeisen-Platz 1
Tel.: +43 316/4002-0, Fax: +43 316/4002-3089
Briefanschrift
Postfach 847, 8011 Graz
E-Mail: info@rlbstmk.at
www.raiffeisen.at/stmk
Bankleitzahl 38000
S.W.I.F.T.-Code RZSTAT2G
Im Sinne der besseren Lesbarkeit dieses Geschäftsberichts wird teilweise auf eine geschlechterspezifische Differenzierung der
Formulierung verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch ausdrücklich für alle Geschlechter.
Herausgeber und Verleger: Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG, F. d. I. v.: Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Radetzkystraße 15, 8010 Graz, Konzept: josefundmaria communications, Produktion Lagebericht und Jahresabschluss: im Haus mit
firesys erstellt, Fotos: Marija Kanizaj, Peter Riedler photoworkers, Adobe Stock, beigestellt, Satz: josefundmaria communications
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK AG
332
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2022
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
Konzernabschluss 2022
nach international financial reporting Standards (IFRS)

Gesamtergebnisrechnung
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
 
Notes
2022
2021*)
Veränderung
 
 
in TEUR
in TEUR
in TEUR
in %
Fortgeführte Geschäftsbereiche
 
 
 
 
 
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge
1
237.605
179.770
57.835
32,2
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
1
26.436
46.387
-19.951
-43,0
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus finanziellen
Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
1
-109.706
-90.548
-19.158
21,2
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
1
-3.147
-25.248
22.101
-87,5
Zinsüberschuss
1
151.188
110.361
40.827
37,0
Dividendenerträge
2
69.006
6.391
62.615
>100
Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
3
351.758
127.416
224.342
>100
Provisionserträge
4
64.128
70.984
-6.856
-9,7
Provisionsaufwendungen
4
-21.744
-27.168
5.424
-20,0
Provisionsüberschuss
4
42.384
43.816
-1.432
-3,3
Ergebnis aus Hedge Accounting
5, 38
-6.588
-309
-6.279
>100
Handelsergebnis
6
-3.873
10.153
-14.026
>100
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)
7
-6.619
-456
-6.163
>100
Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
8
2.042
2.374
-332
-14,0
Sonstige betriebliche Erträge
9
44.131
68.374
-24.243
-35,5
Sonstige betriebliche Aufwendungen
9
-15.461
-16.122
661
-4,1
Sonstiges betriebliches Ergebnis
9
28.670
52.252
-23.582
-45,1
Betriebserträge
 
627.968
351.998
275.970
78,4
Personalaufwand
10
-87.132
-84.289
-2.843
3,4
Sachaufwand
10
-43.825
-42.233
-1.592
3,8
Abschreibungen
10
-7.929
-8.578
649
-7,6
Verwaltungsaufwendungen
10
-138.886
-135.100
-3.786
2,8
Betriebsergebnis
 
489.082
216.898
272.184
>100
Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
11
-379.456
-116.396
-263.060
>100
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
12
-16.997
12.502
-29.499
>100
Konzernergebnis vor Steuern
 
92.629
113.004
-20.375
-18,0
Steuern vom Einkommen und Ertrag
13
-13.059
-26.154
13.095
-50,1
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen
 
79.570
86.850
-7.280
-8,4
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche) und Ausweisänderung Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Ausweis von Wertminderungen in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“).
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
 
Notes
2022
2021*)
Veränderung
 
 
in TEUR
in TEUR
in TEUR
in %
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen
 
79.570
86.850
-7.280
-8,4
Aufgegebene Geschäftsbereiche
 
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
14
-1.177
2.149
-3.326
>100
Konzernergebnis
 
78.393
88.999
-10.606
-11,9
Den Anteilseignern der RLB Steiermark zurechenbares Konzernergebnis
 
78.363
88.844
-10.481
-11,8
Den nicht beherrschenden Gesellschaftern zurechenbares Konzernergebnis
 
30
155
-125
-80,6
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche) und Ausweisänderung Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Ausweis von Wertminderungen in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“).
Überleitung vom Konzernergebnis zum Gesamtergebnis
 
Notes
2022
2021
Veränderung
 
 
in TEUR
in TEUR
in TEUR
in %
Konzernergebnis
 
78.393
88.999
-10.606
-11,9
Sonstiges Ergebnis
 
 
 
 
 
Posten, die nicht in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden
(OCI non reclassified)
36
17.011
6.307
10.704
>100
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
18, 36
6.305
3.701
2.604
70,4
Steuerlatenz auf finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI
18, 36
-1.394
-343
-1.051
>100
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen
33, 36
6.448
1.691
4.757
>100
Steuerlatenz auf versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen
33, 36
-1.898
-423
-1.475
>100
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten
28, 36
2.928
-65
2.993
>100
Steuerlatenz auf bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten
28, 36
-638
16
-654
>100
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen
22, 36
6.000
1.916
4.084
>100
Steuerlatenz auf anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen
22, 36
-740
-186
-554
>100
Posten, die in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegliedert werden können (OCI reclassified)
36
-60.308
-189
-60.119
>100
Bewertungsänderungen aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
18, 36
-29.880
-12.121
-17.759
>100
Steuerlatenz aus Bewertungsänderungen aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
18, 36
7.886
1.595
6.291
>100
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen
22, 36
-41.349
8.492
-49.841
>100
Steuerlatenz auf anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen
22, 36
3.035
1.845
1.190
64,5
Summe Sonstiges Ergebnis
36
-43.297
6.118
-49.415
>100
Gesamtergebnis
 
35.096
95.117
-60.021
-63,1
Den Anteilseignern der RLB Steiermark zurechenbares Gesamtergebnis
 
35.061
94.961
-59.900
-63,1
Den nicht beherrschenden Gesellschaftern zurechenbares Gesamtergebnis
 
35
156
-121
-77,6
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Bilanz
AKTIVA
Notes
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
 
 
in TEUR
in TEUR
in TEUR
in %
Barreserve und Sichtguthaben
15
3.245.889
5.071.079
-1.825.190
-36,0
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
16
11.676.893
10.555.568
1.121.325
10,6
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
17
423.958
463.652
-39.694
-8,6
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
18
651.203
948.298
-297.095
-31,3
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
19
75.726
72.763
2.963
4,1
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
20, 37
400.935
220.103
180.832
82,2
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
21
-280.634
-31.128
-249.506
>100
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
22
806.505
869.048
-62.543
-7,2
Immaterielle Vermögenswerte
23
1.991
10.085
-8.094
-80,3
Sachanlagen
24
104.143
117.420
-13.277
-11,3
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
25
17.841
10.307
7.534
73,1
Nutzungsrechte
26
6.680
7.556
-876
-11,6
Laufende Ertragsteuerforderungen
34
18.444
19.585
-1.141
-5,8
Latente Ertragsteuerforderungen
34
1.562
1.655
-93
-5,6
Sonstige Aktiva
27
217.111
176.536
40.575
23,0
GESAMT AKTIVA
 
17.368.247
18.512.527
-1.144.280
-6,2

PASSIVA
Notes
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
 
 
in TEUR
in TEUR
in TEUR
in %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
28
14.558.727
15.567.515
-1.008.788
-6,5
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
29
237.738
167.822
69.916
41,7
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
30
387.602
865.431
-477.829
-55,2
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
31, 37
413.142
83.696
329.446
>100
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges
32
-50.801
0
-50.801
-
Rückstellungen
33
78.059
91.155
-13.096
-14,4
Laufende Ertragsteuerschulden
34
8.210
6.659
1.551
23,3
Latente Ertragsteuerschulden
34
16.252
8.142
8.110
99,6
Sonstige Passiva
35
65.766
71.009
-5.243
-7,4
Eigenkapital
36
1.653.552
1.651.098
2.454
0,1
Auf die Anteilseigner der RLB Steiermark entfallendes Eigenkapital
36
1.653.585
1.649.826
3.759
0,2
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
36
-33
1.272
-1.305
>100
GESAMT PASSIVA
 
17.368.247
18.512.527
-1.144.280
-6,2

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Entwicklung des Eigenkapitals
In TEUR
Gezeichnetes Kapital
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
Kumuliertes Sonstiges Ergebnis
Auf die Anteilseigner der RLB Steiermark entfallendes Eigenkapital
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
Gesamt-
kapital
Eigenkapital zum 1.1.2022
142.721
401.825
1.411.312
-306.032
1.649.826
1.272
1.651.098
Konzernergebnis
78.363
0
78.363
30
78.393
OCI non reclassified
17.006
17.006
5
17.011
OCI reclassified
-60.308
-60.308
0
-60.308
Gesamtergebnis
78.363
-43.302
35.061
35
35.096
Gewinnausschüttung
-28.862
-28.862
0
-28.862
Sonstige Veränderungen
-3.025
585
-2.440
-1.340
-3.780
Eigenkapital zum 31.12.2022
142.721
401.825
1.457.788
-348.749
1.653.585
-33
1.653.552
 
 
 
 
 
 
 
 
Eigenkapital zum 1.1.2021
142.721
401.825
1.344.362
-312.153
1.576.755
1.115
1.577.870
Konzernergebnis
88.844
0
88.844
155
88.999
OCI non reclassified
6.306
6.306
1
6.307
OCI reclassified
-189
-189
0
-189
Gesamtergebnis
88.844
6.117
94.961
156
95.117
Gewinnausschüttung
-22.573
-22.573
0
-22.573
Sonstige Veränderungen
679
4
683
1
684
Eigenkapital zum 31.12.2021
142.721
401.825
1.411.312
-306.032
1.649.826
1.272
1.651.098
Geldflussrechnung
In TEUR
Notes
2022
2021*)
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vergleichsperiode
 15
5.071.079
3.635.311
Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen
 
79.570
86.850
Im Konzernergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
 
 
 
Abschreibung, Wertminderung, Zuschreibung auf Vermögenswerte
 
7.929
8.578
Neubildungen/Auflösungen von Rückstellungen und Wertminderungen
 
5.069
-23.012
Gewinne aus der Veräußerung von Vermögenswerten
 
-86
-88
Verluste aus der Veräußerung von Vermögenswerten
 
31
27
Sonstige Anpassungen**)
 
110.785
-34.294
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
16
-1.491.245
-682.692
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
17
171.836
3.192
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
18
233.531
-15.432
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
19
-8.226
7.449
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
20, 37
-15.090
17.430
Sonstige Aktiva aus operativer Geschäftstätigkeit
27
-41.657
589.364
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
28
-503.878
1.235.900
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
29
-172.389
6.178
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
30
-413.799
-196.246
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
31, 37
40.780
-16.445
Sonstige Passiva aus der operativen Geschäftstätigkeit
35
5.886
-6.412
Gezahlte Ertragsteuern
13, 34
-12.192
-1.499
Erhaltene Zinsen
1
306.332
242.640
Erhaltene Dividenden
2, 22
69.177
34.972
Gezahlte Zinsen
1
-160.782
-144.057
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
 
-1.788.418
1.112.403
Einzahlungen aus Veräußerung
 
 
 
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
23, 24, 25
2.577
64
Beteiligungen (nicht konsolidiert)
18
50
71
Tochterunternehmen
18
0
351.480
Auszahlungen für Erwerb
 
 
 
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
23, 24, 25
-10.095
-2.943
Beteiligungen (nicht konsolidiert)
18
-4.532
-3.922
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
 
-12.000
344.750
Dividendenzahlungen
36
-28.862
-22.573
Tilgungsanteil aus Leasingzahlungen
35, 54
-1.455
-1.624
Auszahlungen aus nachrangigen Verbindlichkeiten
 
-1.680
0
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
 
-31.997
-24.197
Cash Flow aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
 14
7.225
2.812
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode
 15
3.245.889
5.071.079
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche). Eine Aufgliederung des Cash Flows aus aufgegebenen Geschäftsbereichen findet sich in Note 14.
**) Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen Bewertungen sowie Korrekturen von Zinsen und gezahlten Dividenden, da diese in anderen Positionen dargestellt werden.
Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss
Allgemeine Angaben
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Steiermark) ist das regionale Zentralinstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark und ist beim Landesgericht für ZRS Graz beim Firmenbuch unter der FN 264700s eingetragen. Die Firmenanschrift lautet Radetzkystraße 15, 8010 Graz (Österreich). Die RLB Steiermark ist eine Universalbank, deren Tätigkeitsgebiet vor allem im Süden Österreichs liegt.
Aufgrund der im zweiten Halbjahr 2022 durchgeführten Strukturmaßnahmen zur Eigenmitteloptimierung in der Kreditinstitutsgruppe hält die RLB-Stmk Holding eGen (RLB-Stmk Holding) nunmehr 86,87 % (Vj: 84,08 %) der Aktien an der RLB Steiermark, weitere 13,13 % (Vj: 13,13 %) werden direkt von steirischen Raiffeisenbanken gehalten. Die RLB-Stmk Holding wiederum steht aufgrund der eingangs erwähnten Maßnahmen nunmehr im Ausmaß von 99,34 % (Vj: 95,18 %) im Besitz der RLB-Stmk Verbund eGen (RLB-Stmk Verbund), die übrigen Anteilsrechte werden von anderen Genossenschaftern gehalten. Die RLB-Stmk Verbund stellt die oberste Konzernmuttergesellschaft dar.
Die RLB-Stmk Verbund steht als übergeordnete Finanzholding zu 100 % im Anteilsbesitz steirischer Raiffeisenbanken. Durch diese Holdingstruktur haben die steirischen Raiffeisenbanken eine indirekte – auch stimmrechtsmäßig abgesicherte – Mehrheitseigentümerstellung an der RLB Steiermark.
Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 11. April 2023 aufgestellt sowie zur Veröffentlichung und Weitergabe an den Aufsichtsrat zur Prüfung freigegeben.
Die Zahlen im vorliegenden Abschluss sind, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, gerundet in Tausend Euro dargestellt. In den nachstehend angeführten Tabellen sind Rundungsdifferenzen daher nicht auszuschließen. Die angeführten Vergleichswerte beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – jeweils auf die Vorjahrswerte 2021.
Der Konzernabschluss der RLB-Stmk Verbund wird gemäß den österreichischen Veröffentlichungsregelungen beim Firmenbuch des Landesgerichts Graz hinterlegt und im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht. Die Offenlegung gemäß Teil 8 Art. 431–455 der CRR erfolgt auf Grundlage der konsolidierten Finanzlage der RLB-Stmk Verbund in ihrer Funktion als EWR-Mutterfinanzholding und ist auf der Homepage der RLB Steiermark einsehbar.
Verschmelzung Raiffeisen Informatik Center Steiermark mit RAITEC
Die RLB Steiermark hat sich seit geraumer Zeit intensiv damit beschäftigt, Synergien im IT-Bereich zu heben und Gespräche mit potenziellen Partnern geführt. In der Aufsichtsratssitzung vom 22. April 2022 wurde der Vorstand der RLB Steiermark vom Aufsichtsrat ermächtigt, in Exklusivverhandlungen mit der RLB Oberösterreich zur Bildung einer strategischen Kooperation einzutreten. Im Zuge dessen wurde der über die Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH laufende Rechenzentrumsbetrieb der RLB Steiermark auf eine gemeinsame Sektorgesellschaft im Wege der Verschmelzung gegen die Gewährung von Gesellschaftsrechten übertragen. Am 28. Juli 2022 erfolgte die Unterzeichnung einer entsprechenden Rahmenvereinbarung mit der RLB Oberösterreich. Die Verschmelzung wurde mit der Eintragung im Firmenbuch am 14. Dezember 2022 rechtswirksam.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Weiters wurde im Rahmen dieser Transaktion auch die Raiffeisen Rechenzentrum GmbH an eine Tochtergesellschaft der RLB Oberösterreich veräußert. Die dargestellten Maßnahmen stehen im Einklang mit der Zielsetzung des Konzerns, Kostenstrukturen zu optimieren und Kräfte im IT-Bereich über strategische Partnerschaften zu bündeln.
Da es sich beim „Rechenzentrumsbetrieb“ um einen wesentlichen Geschäftsbereich der RLB Steiermark handelte, liegen die Voraussetzungen für eine Einstufung als aufgegebener Geschäftsbereich vor. Bezüglich der bilanziellen Auswirkungen bzw. Darstellung wird auf Note 14 und Note 18 verwiesen.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Steiermark) für das Geschäftsjahr 2022 mit den Vorjahresvergleichszahlen 2021 wurde gemäß EU-Verordnung (EG) Nr.1606/2002 in Verbindung mit § 245a UGB (Unternehmensgesetzbuch) und § 59a BWG (Bankwesengesetz) erstellt. Es wurden alle vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und von der EU übernommenen, für den Konzernabschluss verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) berücksichtigt. Der Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB und des § 59a BWG über befreiende Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen.
Anwendung geänderter bzw. neuer Standards sowie Interpretationen
Folgende Standards und Interpretationen sowie deren Änderungen, die für die Geschäftstätigkeit des RLB Steiermark Konzerns relevant sind, traten mit 1. Jänner 2022 in Kraft:
Standard/
Interpretation
Bezeichnung
Anzuwenden für
Geschäftsjahre
beginnend ab
Von der EU
bereits
übernommen
Änderungen IFRS 3, IAS 16, IAS 37, Improvements IFRS (2018-2020)
Diverse Änderungen zu den angeführten Standards, sowie den jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2018-2020)
1.1.2022
Ja
Jährliche Verbesserung an IFRS – Zyklus 2018-2020 sowie sonstige Änderungen
Die Änderungen betreffen die folgenden Standards:
  • IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse – Die Änderungen betreffen einen Verweis in IFRS 3 auf das neue Rahmenkonzept. Die Regeln für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen werden inhaltlich nicht geändert.
  • IAS 16 Sachanlagen – Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, aber auch Kosten aus dem Verkauf von Gegenständen, während der Vermögenswert für den beabsichtigten Gebrauch vorbereitet wurde, im Gewinn oder Verlust zu berücksichtigen und nicht Teil der Anschaffungskosten sind.
  • IAS 37 – Die Änderungen umfassen eine Definition, welche Kosten bei der Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend ist, einzubeziehen sind.
  • Jährliche Verbesserungen Zyklus 2018-2020 – Die jährlichen Verbesserungen führen zu geringfügigen Änderungen an IFRS 1 Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards, IFRS 9 Finanzinstrumente, IAS 41 Landwirtschaft und den erläuternden Beispielen zu IFRS 16 Leasingverhältnisse.
Herausgegebene, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards sowie Interpretationen:
Standard/ Interpretation
Bezeichnung
Anzuwenden für Geschäftsjahre beginnend ab
Von der EU bereits übernommen
IFRS 14
Regulatorische Abgrenzungsposten
1.1.2016
Nein*
IFRS 17
Versicherungsverträge
1.1.2023
Ja
Änderungen IAS 1 und IFRS Leitliniendokument 2
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1.1.2023
Ja
Änderungen IAS 8
Definition von Schätzungen
1.1.2023
Ja
Änderungen IAS 12
Ausnahme der "initial recognition exemption" für Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen.
1.1.2023
Ja
Änderungen IFRS 17
Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9
1.1.2023
Ja
Änderungen IAS 1
Klassifizierung von kurzfristigen oder langfristigen Verbindlichkeiten
1.1.2024
Nein
Änderungen IFRS 16
Behandlung Leasingverbindlichkeit in einer Sale und Leaseback Transaktion
1.1.2024
Nein
*) Die EU wird diesen „Zwischenstandard“ nicht übernehmen, sondern wartet auf den finalen Standard.
IFRS 17
IFRS 17 Versicherungsverträge regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung des IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungsverträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu können.
Die RLB Steiermark hat im Rahmen einer eingehenden Analyse festgestellt, dass im Konzern keine nach IFRS 17 zu bilanzierenden Sachverhalte vorliegen.
Änderungen zu IAS 1 und IFRS-Leitliniendokument 2
Die Änderungen sollen eine Klärung der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig darstellen und sollen den Ersteller eines Jahresabschlusses bei der Entscheidung unterstützen, welche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden er im Abschluss angibt.
Änderungen zu IAS 8
Die Änderungen konkretisieren die Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Schätzungsänderungen.
Änderungen zu IAS 12
Auf Grund der Änderung an IAS 12 gilt die „initial recognition exemption“ nicht mehr für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme von der „initial recognition exemption“ für klar definierte Fälle. Die RLB Steiermark wendet diese Änderung vorzeitig per 31.12.2022 an.
Aus der Anwendung der noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards werden keine relevanten Auswirkungen auf künftige Abschlüsse erwartet.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wurden bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Aus Gründen der Transparenz und im Sinne der Verbesserung eines getreuen Bildes der Ertragslage und damit korrespondierender Kennzahlen werden Wertminderungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen ab dem Geschäftsjahr 2022 nach dem Betriebsergebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Anteilige Periodenergebnisse werden unverändert innerhalb des Betriebsergebnisses im (umbenannten) Posten „Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt. Insbesondere ist durch diese Umstellung die Berechnung bzw. Darstellung der Cost/Income-Ratio ohne die bisher durchgeführten Adaptierungen in der Segmentrechnung und den finanziellen Leistungsindikatoren (im Konzernlagebericht) möglich und kann nunmehr direkt aus der Gewinn-und-Verlust-Rechnung abgeleitet werden. Aufgrund dieser Änderungen wurde eine Anpassung der Vergleichswerte des Vorjahres in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und in den Notes vorgenommen.
Wie im Kapitel „Verschmelzung Raiffeisen Informatik Center Steiermark mit RAITEC“ erläutert, handelt sich beim abgegangenen „Rechenzentrumsbetrieb“ um einen wesentlichen Geschäftsbereich des Konzerns. Da die Voraussetzungen für eine Einstufung als aufgegebener Geschäftsbereich gemäß IFRS 5 vorliegen, werden die Ergebnisse daraus separat innerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen. Die Vergleichswerte des Vorjahres wurden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, der Geldflussrechnung und in den Notes entsprechend angepasst.
Konzerneinheitliche Bilanzierung
Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis konzerneinheitlicher Standards und die nach IFRS-Bestimmungen erstellten Einzelabschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen. Die vollkonsolidierten Gesellschaften sowie das einzige at equity bilanzierte Unternehmen erstellen Jahresabschlüsse per 31. Dezember – mit Ausnahme von zwei Tochtergesellschaften, die mit Stichtag 30. September einbezogen werden. Für die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle und anderer Ereignisse, die zwischen diesen abweichenden Stichtagen und dem 31. Dezember eingetreten sind, werden entsprechende Berichtigungen vorgenommen.
Unternehmenserwerbe
Im Zuge der Kapitalkonsolidierung werden sämtliche identifizierbare Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 neu bewertet. Die Gegenleistung wird mit dem Nettovermögen verrechnet. Daraus resultierende aktive Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert und unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Derzeit bestehen keine aktivierten Firmenwerte im RLB Steiermark Konzern. Entstehen im Rahmen der Erstkonsolidierung passive Unterschiedsbeträge, werden diese nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden als Aufwand erfasst. Transaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern, die zu keiner Veränderung des Kontrolltatbestands führen, werden ausschließlich direkt im Eigenkapital abgebildet.
Konsolidierungsmethoden
Die im Rahmen der Vollkonsolidierung durchgeführten Konsolidierungsschritte umfassen die Kapitalkonsolidierung, die Schuldenkonsolidierung, die Aufwands- und Ertragskonsolidierung sowie die Zwischengewinneliminierung.
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises miteinander aufgerechnet. Konzernintern entstandene Aufwendungen und Erträge werden im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung saldiert. Zwischengewinne werden dann eliminiert, wenn sie für die Gewinn-und-Verlust-Rechnung nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
Tochterunternehmen
Im Vollkonsolidierungskreis des RLB Steiermark Konzerns sind Tochterunternehmen enthalten, wenn Beherrschung nach IFRS 10.6 vorliegt. Dementsprechend beherrscht ein Mutterunternehmen ein Beteiligungsunternehmen dann, wenn die RLB Steiermark aufgrund ihres Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit besitzt, diese wirtschaftlichen Erfolge durch ihre Bestimmungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Bestimmungsmacht ergibt sich aufgrund von bestehenden Rechten, die Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens, die den wirtschaftlichen Erfolg signifikant beeinflussen, zu bestimmen.
Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der at equity-Methode zu erfassen waren, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Anteile an assoziierten Unternehmen
Unternehmen, auf die die RLB Steiermark einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden nach der at equity-Methode bilanziert und in der Bilanzposition „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Dies betrifft zum Berichtsstichtag ausschließlich die Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG, Wien (RBI). In der Regel besteht ein maßgeblicher Einfluss bei einem Anteilsbesitz zwischen 20 % und 50 %. Bei einer Beteiligungsquote von weniger als 20 % wird gemäß IAS 28.5 vermutet, dass der Anteilseigner keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Unternehmens ausüben kann, es sei denn, dass der maßgebliche Einfluss eindeutig nachgewiesen werden kann. Die RLB Steiermark ist zum Berichtsstichtag mit 9,95 % an der RBI beteiligt, besitzt aber maßgeblichen Einfluss, da sie per 31. Dezember 2022 mit Generaldirektor MMag. Schaller den ersten Vizepräsidenten im Aufsichtsrat der RBI stellt und damit über Einfluss auf wesentliche Entscheidungsprozesse der Geschäfts- und Finanzpolitik der RBI verfügt.
Bei Anwendung der at equity-Methode ist anhand der Bestimmungen des IAS 28.41A bis 28.41C zu beurteilen, ob objektive Hinweise auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Liegen solche Hinweise vor, wird der Buchwert einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) nach
IAS 28 i. V. m. IAS 36 unterzogen. Dabei wird der gesamte Buchwert des Anteils gemäß IAS 36 als ein einziger Vermögenswert auf Wertminderung geprüft, indem sein erzielbarer Betrag (der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten) mit dem Buchwert verglichen wird. Bei Vorliegen von Anzeichen, dass die Wertminderung weggefallen ist, sind die Anteile auf eine mögliche Wertaufholung zu überprüfen. Da die nach der at equity-Methode bewerteten Anteile als gesonderte Vermögenswerte bilanziert werden, ist eine Wertaufholung möglich, sofern die Kriterien des IAS 36 erfüllt sind. Der über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu buchende Wertaufholungsbetrag ist mit dem nach der at equity-Methode fortgeschriebenen Buchwert der Anteile begrenzt, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Dieser Betrag stellt die maximale Wertobergrenze dar.
Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wurden bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden Wertminderungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen nach dem Betriebsergebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen (siehe Kapitel „Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“). Anteilige Periodenergebnisse werden unverändert innerhalb des Betriebsergebnisses im (umbenannten) Posten „Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt.
Bei der at equity Bilanzierung werden die gleichen Regeln bei Erwerb von Anteilen an einem assoziierten Unternehmen (Erstkonsolidierungszeitpunkt, Berechnung eines Unterschiedsbetrags) wie bei Erwerb einer Tochtergesellschaft angewendet.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Entwicklung Konsolidierungskreis
Die Anzahl der vollkonsolidierten sowie der at equity bilanzierten Unternehmen stellt sich wie folgt dar:
 
Vollkonsolidierung*
Equity-Bilanzierung
 
2022
2021
2022
2021
Stand 1.1.
25
28
1
1
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen
1
1
0
0
Veränderung durch Verschmelzungen im Berichtsjahr
-1
-1
0
0
Im Berichtsjahr entkonsolidiert
-2
-3
0
0
Stand 31.12.
23
25
1
1
* inkl. Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (Mutterunternehmen)
Die per 31. Dezember 2021 noch im Vollkonsolidierungskreis enthaltenen Gesellschaften Alcea Leasing GmbH, Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH und Raiffeisen Rechenzentrum GmbH wurden aufgrund Veräußerung bzw. Verschmelzung im Geschäftsjahr 2022 entkonsolidiert. Das neu gegründete Unternehmen Spirea GmbH wurde erstmals in den Konzernabschluss einbezogen.
Eine detaillierte Aufstellung über die vollkonsolidierten Unternehmen und der nach der at equity-Methode bilanzierten Unternehmen ist der Beteiligungsübersicht in der Anlage zu entnehmen.
Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach den Vorschriften des IAS 21. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die nicht auf Euro lauten, werden zu den EZB-Referenzkursen zum Bilanzstichtag umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet sind, werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Anschaffung in Euro umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit dem aktuellen Wechselkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Die Bewertung von Devisentermingeschäften erfolgt mit den aktuellen, für die Restlaufzeit gültigen Terminkursen.
Aufwendungen und Erträge werden zum jeweiligen Zeitpunkt ihres Entstehens mit den aktuellen Tageskursen sofort in die Bilanzwährung umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen von monetären Posten werden grundsätzlich im Aufwand oder Ertrag jener Periode erfasst, in der sie entstanden sind.
Wird ein Gewinn oder Verlust aus einem nicht monetären Posten direkt im Sonstigen Ergebnis erfasst, werden die Wechselkursdifferenzen (Gewinn oder Verlust) zum Bilanzstichtag ebenfalls im Sonstigen Ergebnis dargestellt. Umgekehrt werden Währungsumrechnungsdifferenzen im Aufwand oder Ertrag ausgewiesen, wenn Gewinne und Verluste von nicht monetären Posten in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden.
Klassifizierung von Finanzinstrumenten
Ein Finanzinstrument ist gemäß IAS 32.11 ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.
Gemäß IFRS 9 sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verpflichtungen einschließlich derivativer Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen, und zwar ab jenem Zeitpunkt, ab dem der Konzern Vertragspartei der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird und infolgedessen das Recht auf Empfang oder die rechtliche Verpflichtung zur Zahlung von flüssigen Mitteln hat. Die Bilanzierung von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich zum Handelstag.
Klassifizierung von Fremdkapitalinstrumenten
Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten (Schuldinstrumenten) nach IFRS 9 richtet sich nach den Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme sowie den Grundsätzen des Geschäftsmodells, nach welchem die finanziellen Vermögenswerte gesteuert werden.
Überprüfung der Geschäftsmodelle
Im RLB Steiermark Konzern erfolgt die Steuerung der Geschäftsmodelle auf Ebene der in der Segmentberichterstattung definierten Segmente, da auf dieser Ebene Informationen an die Geschäftsleitung zur Verfügung gestellt werden. Weitere Untergliederungen in Subportfolien werden bei Bedarf vorgenommen.
Zur Bestimmung des jeweiligen Geschäftsmodells werden die folgenden Faktoren berücksichtigt:
  • Art und Weise wie die Performance des Geschäftsmodells und der darin gehaltenen Finanzinstrumente gemessen und an die Geschäftsleitung berichtet wird.
  • Risiken, die die Performance des Geschäftsmodells beeinflussen und wie diese gesteuert werden.
  • Ausgestaltung der Investitions- bzw. Anlagerichtlinien für das Portfolio.
Geschäftsmodell „Halten“ (hold to collect)
Das Ziel des Geschäftsmodells „Halten“ besteht darin, finanzielle Vermögenswerte bis zum Ende der Laufzeit zu halten, um vertragliche Cash Flows zu vereinnahmen. Obwohl die Zielsetzung auf das Halten von Finanzinstrumenten zur Vereinnahmung der vertraglichen Cash Flows gerichtet ist, müssen nicht alle darin zugeordnete Finanzinstrumente bis zur Endfälligkeit gehalten werden.
Einzelne Verkäufe aus einem solchen Geschäftsmodell können stattfinden und stehen für den RLB Steiermark Konzern im Einklang mit dem Geschäftsmodell, wenn sie aus den folgenden Gründen erfolgen:
  • Die Verkäufe resultieren aus einer Erhöhung des Kreditrisikos des Vermögenswerts.
  • Die Verkäufe erfolgen zur Steuerung der Risikokonzentration und die Anzahl solcher Verkäufe ist gering (auch wenn ihr Wert erheblich ist) oder ihr Wert ist sowohl einzeln als auch kumuliert unerheblich (auch wenn häufige Verkäufe stattfinden).
  • Die Verkäufe erfolgen kurz vor Fälligkeit des finanziellen Vermögenswerts und der Verkaufserlös entspricht im Wesentlichen den noch fälligen Zahlungen.
Für die Beurteilung von unschädlichen Verkäufen („Nichtaufgriffsgrenze“) wurde im RLB Steiermark Konzern ein Schwellenwert von bis zu 3 % als unschädlich definiert. Betrachtungsgrößen sind Volumen, Anzahl und Ergebnisauswirkung. In diesem Schwellenwert werden nur schädliche Verkäufe berücksichtigt.
Eine Erhöhung der Häufigkeit oder des Werts von Verkäufen in einer Periode widerspricht gemäß IFRS 9.B4.1.3B nicht unbedingt einer Zielsetzung des Haltens finanzieller Vermögenswerte, wenn ein Unternehmen die Gründe für diese Verkäufe erklären und nachweisen kann, warum diese Verkäufe keine Änderung im Geschäftsmodell des Unternehmens widerspiegeln. Ein solcher Rechtfertigungsgrund liegt beispielsweise dann vor, wenn die Verkäufe im Zusammenhang mit wesentlichen Restrukturierungen oder Unternehmenserwerben stehen.
Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ (hold and sell)
Das Ziel des Geschäftsmodells besteht darin, sowohl Finanzinstrumente zu halten, um vertragliche Cash Flows zu vereinnahmen, als auch Finanzinstrumente zu verkaufen. Verkäufe kommen hier mehr als selten vor und sind – im Gegensatz zum Geschäftsmodell „Halten“ – integraler Bestandteil des Geschäftsmodells.
Geschäftsmodell „Sonstiges“
Finanzielle Vermögenswerte, die
  • mit dem Ziel verwaltet werden, Cash Flows durch den Verkauf der Vermögenswerte zu realisieren,
  • auf Fair Value Basis gesteuert werden und deren Performance auf Fair Value Basis gemessen wird, oder
  • die zu Handelszwecken gehalten werden,
werden diesem Geschäftsmodell zugeordnet und erfolgswirksam zum Fair Value bewertet.
Überprüfung der SPPI-Kriterien
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die Klassifizierung eines Finanzinstrumentes in die Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ bzw. in die Kategorie „zum Fair Value über das OCI bewertet“ setzt voraus, dass die vertraglichen Cash Flows des Finanzinstruments ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (= SPPI-Kriterium) und das Finanzinstrument entweder dem Geschäftsmodell „Halten“ oder „Halten und Verkaufen“ zugeordnet ist.
Eine entsprechende Beurteilung erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der finanziellen Vermögenswerte für jedes Instrument. Werden die Konditionen substanziell verändert und unterscheidet sich das Finanzinstrument wesentlich von seinen ursprünglichen Ausprägungen, dann ist es auszubuchen („derecognition“) und neu einzubuchen sowie anhand der neuen Vertragsbestimmungen zu beurteilen, ob die SPPI-Kriterien erfüllt sind.
Bei der Überprüfung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen sind, berücksichtigt der RLB Steiermark Konzern die vertraglichen Ausstattungsmerkmale des finanziellen Vermögenswerts. Da sich vertragliche Zinszahlungen im Zeitablauf ändern können, sind in der Beurteilung diese möglichen zukünftigen Auswirkungen zu berücksichtigen und zu überprüfen, ob die vertraglichen Cash Flows, die während der gesamten Vertragslaufzeit anfallen können, das SPPI-Kriterium erfüllen.
In diese Beurteilung werden Vertragsbedingungen wie ein variabler Zinssatz, Vorfälligkeitsregelungen, die mögliche vorzeitige Rückzahlung des Schuldinstruments sowie Verlängerungsoptionen einbezogen.
Benchmarktest
Stimmt die Laufzeit des Zinssatzes nicht mit der Zinsperiode überein, liegt eine Modifikation der Zinskomponente „Zeitwert des Geldes“ vor. In einem solchen Fall ist vorgesehen, dass ein Benchmarktest durchgeführt wird. Benchmarktest bedeutet, dass die vertraglichen Zinszahlungen des ausgegebenen Instruments mit jenen des Benchmarkinstruments verglichen werden.
Eine Modifikation des Zeitwerts des Geldes liegt vor, wenn der Zinssatz eines finanziellen Vermögenswerts periodisch neu festgesetzt wird, die Frequenz des Neufestsetzens aber nicht zur Laufzeit des Zinssatzes passt oder periodisch neu auf einen Durchschnitt bestimmter kurz- und langfristiger Zinssätze festgesetzt wird.
Die Beurteilung auf Basis eines Benchmarktests stellt kein Rechnungslegungswahlrecht dar. Für die folgenden vertraglichen Ausstattungsmerkmale, die den Zeitwert des Geldes unter Umständen modifizieren können, wird ein Benchmarktest durchgeführt:
  • Laufzeitinkongruenz bei der Verzinsung
  • Zinsgleitklauseln
  • Prior Fixing
  • Durchschnittszinssätze
  • Basket Rates
  • Leverage Klausel
Fair Value Option auf finanzielle Vermögenswerte
Bei der erstmaligen Erfassung eines Fremdkapitalinstruments, das sich für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value über das OCI qualifizieren würde, kann eine Designation in die Kategorie „at fair value through profit or loss“ vorgenommen werden, wenn dadurch Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz (sog. "accounting mismatch") beseitigt oder erheblich verringert werden. Dieses Wahlrecht kann nur bei erstmaliger Erfassung eines Fremdkapitalinstruments ausgeübt werden und ist unwiderruflich. Derzeit gibt es keinen Anwendungsfall im RLB Steiermark Konzern.
Klassifizierung von Eigenkapitalinstrumenten
Eigenkapitalinstrumente sind zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. IFRS 9 sieht für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, ein Wahlrecht vor, diese beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich in die Kategorie FVOCI (Fair Value über das OCI) zu designieren und damit sämtliche Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral über das OCI zu erfassen
(„OCI-Wahlrecht“). Das Wahlrecht kann für jedes Eigenkapitalinstrument unterschiedlich ausgeübt werden. Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Bewertungsergebnisse von Eigenkapitalinstrumenten dürfen später nicht mehr in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden (auch nicht bei Ausbuchung der Finanzinvestition).
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten sind im Rahmen der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Davon ausgenommen sind u.a. finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden (einschließlich Derivate) sowie finanzielle Verbindlichkeiten, die bei erstmaliger Erfassung im Rahmen der Fair Value Option (FVO) designiert werden. Diese werden im Rahmen der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Für finanzielle Verbindlichkeiten, welche zum beizulegenden Zeitwert designiert wurden, ist der Ausweis der Fair Value Änderungen, welche durch Änderungen des eigenen Kreditrisikos entstehen, im Sonstigen Ergebnis (OCI) vorzunehmen, sofern dies nicht zu einer Bilanzierungsinkongruenz in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung führt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn oder Verlust dargestellt. Wertänderungen aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Handelsbeständen werden zur Gänze in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Fair Value Option auf finanzielle Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit kann gemäß IFRS 9 beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich in die Kategorie „at fair value through profit or loss“ designiert werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
  • Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz („accounting mismatch“) werden beseitigt oder erheblich verringert. Ein „accounting mismatch“ kann entstehen, wenn die Bewertung von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten oder die Erfassung von Bewertungsergebnissen auf unterschiedlicher Grundlage erfolgt.
  • Eine Gruppe von finanziellen Verbindlichkeiten oder finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird gemäß einer dokumentierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie gesteuert, ihre Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwerts beurteilt und intern an das Management in Schlüsselpositionen berichtet.
  • Es handelt sich um einen Vertrag, der ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält, wobei der Basisvertrag kein finanzieller Vermögensgegenstand im Anwendungsbereich von IFRS 9 ist. Trifft das zu, kann der gesamte hybride Vertrag zum beizulegenden Zeitwert über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bewertet werden. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das eingebettete Derivat die vertraglichen Cash Flows nur unwesentlich verändert oder mit nur geringem Analyseaufwand ersichtlich ist, dass eine Trennung des eingebetteten Derivats unzulässig ist.
Eingebettete Derivate
IFRS 9 regelt die Bilanzierung von Derivaten, die in originäre Finanzinstrumente eingebettet sind (Embedded Derivatives). Enthält ein hybrider Vertrag einen Basisvertrag, bei dem es sich nicht um einen Vermögenswert innerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 9 handelt, ist das eingebettete Derivat vom Basisvertrag zu trennen und nach Maßgabe des IFRS 9 zu bilanzieren. Bei allen anderen Finanzinstrumenten, welche unter den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen, scheidet eine Aufteilung eines strukturierten Produkts aus. Dem derivativen Element wird im Rahmen der Klassifizierung Rechnung getragen. Sind die SPPI-Kriterien erfüllt, wird das Gesamtinstrument entsprechend dem Geschäftsmodell bilanziert.
Finanzgarantien und unwiderrufliche Kreditzusagen
Eine Finanzgarantie ist ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der ihm entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen ursprünglichen oder geänderten Verpflichtungen aus einem Schuldinstrument nicht fristgemäß nachkommt. Die Verpflichtung aus einer Finanzgarantie wird erfasst, sobald der Garantiegeber Vertragspartei wird, d. h. im Zeitpunkt der Annahme des Garantieangebots. Die Erstbewertung erfolgt zum Fair Value im Erfassungszeitpunkt, wobei dieser in der Regel der bei Vertragsabschluss erhaltenen Zahlung entspricht. Gibt es keine derartige Zahlung, beträgt der Fair Value bei Vertragsabschluss Null. Im Rahmen der Folgebewertung erfolgt die Prüfung hinsichtlich der Bildung einer Wertminderung.
Als unwiderrufliche Kreditzusagen sind solche Verpflichtungen auszuweisen, aus welchen ein Kreditrisiko entstehen kann. Sowohl Finanzgarantien als auch unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen den Impairment-Regelungen des IFRS 9 und etwaige Wertminderungen werden unter den Rückstellungen ausgewiesen.
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
Im RLB Steiermark Konzern wird die Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Grundgeschäfts, welche auf ein bestimmtes Risiko zurückgeführt werden kann (z. B. Zins- oder Währungsrisiko), grundsätzlich durch ein gegenläufiges Sicherungsgeschäft abgesichert. Durch die bilanzielle Abbildung als Mikro Fair Value Hedge können einseitige Auswirkungen in Zusammenhang mit wirtschaftlich abgesicherten Risiken auf das Ergebnis vermieden werden. Seit 1. Jänner 2018 wendet der RLB Steiermark Konzern die neuen Hedge Accounting-Regelungen des IFRS 9 auf diese Sachverhalte an.
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Weiters werden im RLB Steiermark Konzern die Regelungen des Portfolio Fair Value Hedge Accounting gemäß den EU-Carve-out Regelungen zu IAS 39 angewendet. Dadurch ist es möglich, das Vorgehen des internen Risikomanagements bei der Bankbuchsteuerung auf Portfoliobasis im Konzernabschluss entsprechend abzubilden.
Detaillierte Angaben zum Hedge Accounting finden sich in Note 37 des Abschlusses.
Wertminderungen
Die Regelungen zur Wertminderung basieren unter IFRS 9 auf einem Expected Credit Loss-Modell (ECL-Modell). Grundprinzip des ECL-Modells ist die Darstellung des Verlaufs einer Verschlechterung oder Verbesserung der Kreditqualität eines Finanzinstruments. Dabei ist grundsätzlich bereits beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten eine Risikovorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Erwartungen potenzieller Kreditausfälle vorgesehen.
Diese Regelungen gelten für finanzielle Vermögenswerte der Kategorien „zum Fair Value über das OCI bewertet“ (FVOCI) und „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC), für Forderungen aus Leasingverhältnissen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aktive Vertragsposten gemäß IFRS 15 sowie für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen und Garantien sowie Kreditrisiken).
Unter dem Impairment-Modell des IFRS 9 sind bei finanziellen Vermögenswerten, die am Stichtag ein geringes Kreditrisiko aufweisen bzw. sich das Kreditrisiko seit Zugang nicht signifikant erhöht hat, Wertminderungen für Kreditausfälle, die innerhalb der nächsten zwölf Monate entstehen können (Stage 1), vorgesehen. Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Kreditrisiko seit Entstehung oder Kauf signifikant erhöht hat, der Vermögenswert jedoch noch keine beeinträchtigte Bonität aufweist (Stage 2) sowie für finanzielle Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität (Stage 3) erfordert IFRS 9 die Bildung von Vorsorgen für Kreditausfälle, die über die restliche Laufzeit eines Vermögenswerts auftreten können. Dies wird als „Lifetime Expected Loss“ bezeichnet.
Der Stagetransfer wird sowohl aus qualitativen als auch quantitativen Faktoren abgeleitet. Die Stagezuordnung ist zu jedem Bilanzstichtag zu überprüfen. Befindet sich ein finanzieller Vermögenswert zum Bilanzstichtag in Stage 2 oder 3 und liegen die Gründe für den ursprünglichen Stagetransfer zum aktuellen Stichtag nicht mehr vor, erfolgt ein Rücktransfer in Stage 1 oder 2. Finanzielle Vermögenswerte, die bereits bei Erstansatz eine beeinträchtigte Bonität aufweisen, unterliegen einer speziellen Wertminderungs-Logik und sind vom Stagetransfer ausgenommen.
Signifikante Erhöhung des Kreditrisikos
Das Kreditrisiko ergibt sich aus möglichen finanziellen Verlusten, die durch den Ausfall von Kunden oder Kontrahenten bzw. durch Bonitätsverschlechterung der Geschäftspartner sowie durch nicht werthaltige Sicherheiten (Restrisiko aus kreditrisikomindernden Techniken) entstehen. Kreditrisiken ergeben sich im RLB Steiermark Konzern hauptsächlich aus Kommerzkunden- und Privatkundenkrediten sowie im Rahmen solcher Kreditgeschäfte bestehenden Kreditzusagen und Finanzgarantien (z. B. Bürgschaften, Akkreditive) und Interbankenforderungen.
Im RLB Steiermark Konzern wird die Erhöhung des Kreditrisikos als signifikant gesehen, wenn eines oder mehrere der folgenden quantitativen oder qualitativen Kriterien erfüllt ist bzw. sind:
Quantitative Kriterien
Die quantitativen Kriterien sind die vorwiegenden Kenngrößen zur Beurteilung, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos erfolgte. Diese basieren auf einer Analyse der zukunftsorientierten PD-Kurve. Für die quantitative Einstufung wird die PD-Kurve über die Gesamtlaufzeit zum Zeitpunkt des Geschäftsbeginns ab dem Bewertungszeitpunkt mit der zukunftsorientierten PD-Kurve über die Restlaufzeit zum Bewertungszeitpunkt verglichen. Das Ausmaß der Verbesserung oder Verschlechterung hängt vom anfänglichen Rating und damit von der anfänglichen PD-Kurve ab. Im Allgemeinen wird bei einem relativen Anstieg der kumulierten PD um mehr als 100 % und einem absoluten Anstieg pro Jahr (bezogen auf die Restlaufzeit) von mehr als 0,5 Prozentpunkten von einem signifikanten Anstieg des Kreditrisikos ausgegangen. Die Grenzen für den signifikanten Anstieg werden tourlich validiert.
Qualitative Kriterien
Zusätzlich zu den quantitativen Kriterien werden zur Beurteilung, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, qualitative Kriterien herangezogen. Im RLB Steiermark Konzern kommt hierzu das Frühwarnverfahren zur Anwendung. So werden alle Geschäfte, welche im Frühwarnsystem mit „Watchlist“ gekennzeichnet sind, der Stage 2 zugeordnet. Weiters stellen Forbearance Maßnahmen ein qualitatives Kriterium für den Anstieg des Kreditrisikos dar. Darüber hinaus wird eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos bei einem Finanzinstrument angenommen, wenn der Kreditnehmer mit seinen vertraglichen Zahlungen mehr als 30 Tage überfällig ist. Forderungen gegenüber Kreditnehmern, die unter ein Zahlungsmoratorium fallen, lösen keine automatische Einstufung als forborne und somit keinen Stufentransfer aus.
Definition der Begriffe „Ausfallereignis“ und „Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität“
Zur Beurteilung, ob eine beeinträchtigte Bonität vorliegt und sich der finanzielle Vermögenswert somit im Ausfall befindet, werden im RLB Steiermark Konzern als Indikatoren z. B. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten/Kreditnehmers, Überfälligkeit von Zins- und/oder Tilgungszahlungen, 90-Tage-Zahlungsverzug oder Zugeständnisse an den Kreditnehmer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten herangezogen. Da sowohl die Anforderungen der CRR als auch jene nach IFRS auf durch finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners entstandene Verluste aus Zahlungsausfällen abzielen, erfolgte bei der Festlegung der Trigger-Events im Rahmen der Impairment-Policy eine Harmonisierung der Kriterienkataloge. Die Einstufung einer Forderung als ausgefallen kann sich trotz des Nichtvorliegens eines 90-Tage-Zahlungsverzugs im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung ergeben.
Liegt ein Finanzinstrument mit beeinträchtigter Bonität vor, wird das Finanzinstrument in die Stage 3 transferiert. Im Hinblick auf die Ermittlung von Wertminderungen für Instrumente der Stage 3 unterscheidet der RLB Steiermark Konzern zwischen signifikanten und nicht signifikanten Forderungen. Die Trennung der signifikanten und nicht signifikanten Forderungen erfolgt anhand der sogenannten Signifikanzgrenze, welche aus Vorgaben der Geschäftspolitik, des Risikomanagements sowie aus (Kredit-)Prozessvorgaben abgeleitet wurde. Die Signifikanzgrenze beträgt für den RLB Steiermark Konzern 1 Million EUR. Die Beurteilung erfolgt auf Basis der Gruppe verbundener Kunden („GvK“). Bei signifikanten Forderungen der Stage 3 erfolgt die Ermittlung der Wertminderung durch Schätzung und Abzinsung der zukünftigen, erwarteten Cash Flows (Discounted Cash Flow Methode, „DCF-Methode“). Die erwarteten Cash Flows werden für mehrere wahrscheinlichkeitsgewichtete Szenarien durch Expertenschätzung ermittelt und umfassen erwartete Zins- und Tilgungszahlungen, Erlöse im Rahmen der Sicherheitenverwertung, Ausnützungen bzw. Ziehungen von Rahmen sowie Verwertungskosten als negative Cash Flows. Für nicht signifikante Forderungen wird eine parameterbasierte Risikovorsorge (pauschalierte Einzelwertberichtigung) gebildet.
Ein Ausfallereignis liegt bei einem finanziellen Vermögenswert dann nicht mehr vor, wenn die im RLB Steiermark Konzern definierten Kriterien über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens 6 Monaten eingehalten werden.
Erläuterungen der Inputfaktoren, Annahmen und Schätzungen
Die Höhe der erwarteten Kreditverluste von Instrumenten der Stages 1 und 2 basiert auf den Risikoparametern Probability of Default (PD), Loss Given Default (LGD) und Exposure at Default (EAD)), die mittels statistischer Verfahren aus historischen Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten unter Berücksichtigung von makroökonomischen Prognosewerten für die Zukunft (PiT-Parameter) ermittelt werden. Im Rahmen von staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen (und von dritter Seite) eingeräumte Garantien und Sicherheiten werden bei der Bemessung der erwarteten Kreditverluste entsprechend berücksichtigt.
Die verwendeten Lifetime-PDs setzen sich aus einer Through-the-Cycle (TTC) und der makroökonomisch adjustierten Point-in-Time (PiT) Komponente zusammen. Die TTC-Komponente wird auf Basis quartalsweiser, historischer Rating-Migrationen mittels eines zeithomogenen, stetigen Markov-Ansatzes je Portfolio ermittelt. Die PiT-Adjustierung erfolgt auf Basis des Asset-based Ansatzes nach Perederiy. Hierbei werden unter Berücksichtigung der historischen, quartalsweisen Ausfallsraten implizite, systematische Faktoren auf Basis von makroökonomischen Faktoren prognostiziert (z. B. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts).
Für die Lifetime-LGD Komponente wird zwischen besichertem und unbesichertem LGD unterschieden. Für den besicherten LGD werden Erlösquoten, Gesundungsraten und prognostizierte Sicherheitenwertentwicklungen in der Bewertung berücksichtigt. Der unbesicherte LGD wird auf Basis von Zahlungsströmen ausgefallener Assets, welche nicht aus Sicherheiten stammen, ermittelt.
Für den Lifetime Credit Conversion Factor (CCF) werden die realisierten CCFs je Segment ermittelt und segment- und produktspezifisch zum Einsatz gebracht.
Der EAD stellt die erwartete Kreditinanspruchnahme zum Zeitpunkt des Ausfalls dar. Der RLB Steiermark Konzern ermittelt diesen Wert aus dem aktuell aushaftenden Betrag zuzüglich möglicher vereinbarter Änderungen inklusive Amortisationen und Vorauszahlungen.
Der Diskontierungsfaktor entspricht grundsätzlich dem verwendeten Effektivzinssatz.
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Zukunftsbezogene Informationen
Für die Beurteilung der signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos und die Berechnung der erwarteten Kreditverluste werden auch zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt. Der RLB Steiermark Konzern hat dazu historische Analysen durchgeführt und ökonomische Schlüsselfaktoren identifiziert, die sich auf das Kreditrisiko und die erwarteten Kreditverluste für jedes Portfolio auswirken.
Die ökonomischen Schlüsselfaktoren (u. a. BIP, Immobilienpreisindex, privater Konsum, Inflationsrate) werden tourlich aktualisiert. Ihre Auswirkungen auf die Ausfallwahrscheinlichkeit, die Verlustquote bei Ausfall und den Kreditbetrag zum Zeitpunkt des Ausfalls unterscheiden sich je nach Art des Portfolios. Diese wurden mithilfe statistischer Regressionen bestimmt, um daraus die historischen Auswirkungen der Änderungen dieser Parameter auf die Ausfallraten und die Komponenten der Verlustquote bei Ausfall sowie des Kreditbetrags zum Zeitpunkt des Ausfalls zu erkennen. Die validierten Daten (Schlüsselfaktoren) werden laufend von Moody‘s Analytics zur Verfügung gestellt und fließen in die tourliche Schätzung mit ein.
Zusätzlich zum ökonomischen Basisszenario wird auch ein Optimistic-Case- sowie ein Pessimistic-Case-Szenario samt Szenario-Gewichtungen berücksichtigt. Die Szenarien sowie die Szenario-Gewichtungen werden von Moody‘s Analytics zur Verfügung gestellt. Dabei wird die Bandbreite möglicher Ergebnisse berücksichtigt, die für jedes ausgewählte Szenario charakteristisch ist. Zur Bestimmung der wahrscheinlichkeitsgewichteten erwarteten Kreditverluste werden die einzelnen Szenarien mit der angemessenen Szenario-Gewichtung multipliziert.
Den einzelnen Szenarien werden unverändert zum Vergleichsstichtag folgende Gewichtungen zugeteilt:
  • Basisszenario 40 Prozent
  • Optimistic-Case 30 Prozent
  • Pessimistic-Case 30 Prozent
Für die PiT-Parameterschätzung wurde in der COVID-Krise eine sogenannte „Krisenschätzung“ eingeführt, wobei makroökonomische Faktoren aus der Zeit der Pandemie auch bei späteren PiT-Parameterschätzungen verwendet wurden. Um einen stetigen Übergang von der Krisenschätzung hin zur PiT-Standardschätzung zu gewährleisten, hat sich der RLB Steiermark-Konzern dazu entschieden, ab 30. Juni 2022 ein sogenanntes Phasing-Out aus der Krisenschätzung anzuwenden.
Dazu wird ein Parameterset mit der Krisenschätzung (Verwendung makroökonomischer Faktoren aus der Zeit der Pandemie) und ein Parameterset mit der Standardschätzung (Verwendung aktueller makroökonomischer Faktoren) erstellt. Die beiden Sets werden mit einer definierten Gewichtung zusammengeführt, wobei der Einfluss der Krisenschätzung schrittweise abnimmt und jener der Standardschätzung schrittweise zunimmt, womit eine vollständige Rückkehr zur Standardschätzung gewährleistet ist.
Post Model Adjustment
Aufgrund der aktuellen Krisenherde (Russland / Ukraine Krieg, Energiepreiskrise, Inflation, Zinsentwicklung) ist der weitere Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung und somit die Entwicklung der Kreditnehmer weiterhin sehr unsicher. Um eine adäquate Abbildung der Risikovorsorgen zu gewährleisten, wurde zum Berichtsstichtag ein sogenanntes Post Model Adjustment (PMA) durchgeführt. Im Rahmen dessen wurden Teilportfolien (Branchen) definiert, die von den Krisen und den daraus resultierenden Entwicklungen als betroffen eingestuft wurden und somit ein erhöhtes Kreditrisiko aufweisen. Aufgrund dieser Herleitung wurde bei sämtlichen in das PMA einbezogenen Kunden ein Transfer der Geschäfte von Stage 1 nach Stage 2 vorgenommen und anstatt des 1-Jahres ECL der Lifetime-ECL als Risikovorsorge herangezogen.
Validierung
Die Risikoparameter, die bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste zum Einsatz kommen, berücksichtigen die am Berichtsstichtag verfügbaren Informationen über vergangene Ereignisse sowie gegenwärtige Bedingungen und Prognosen über künftige wirtschaftliche Entwicklungen. Alle Modelle zur Schätzung der Risikoparameter werden tourlich einer Validierung und einem Backtesting unterzogen und gegebenenfalls angepasst bzw. weiterentwickelt. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass andere makroökonomische Faktoren in die Modelle Eingang finden, um weiterhin die Güte des Modells zu gewährleisten.
Die Modelle für die Parameterschätzung des aktuellen Stichtags mussten keiner Änderung bzw. Anpassung unterzogen werden und sind gegenüber dem Konzernabschluss vom 31. Dezember 2021 unverändert.
Bedingt durch die Charakteristika des jeweiligen Portfolios können die Risikoparameter, die in die Berechnung des ECL einfließen, von den Risikoparametern, die bei der Berechnung des ökonomischen Kapitalerfordernisses verwendet werden, abweichen.
Vereinfachender Ansatz („Simplified Approach“)
IFRS 9 bietet im Rahmen des ECL-Modells die Möglichkeit zur Anwendung des sogenannten „Simplified Approach“. Dabei werden bestimmte Instrumente direkt der Stage 2 zugeordnet und die Wertminderung bis zu deren Abgang in Höhe des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes (Lifetime Expected Credit Loss) bemessen. Die Anwendung des vereinfachten Ansatzes ist nur für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente sowie für vertragliche Vermögenswerte im Sinne von IFRS 15 und Forderungen aus Leasingverhältnissen zulässig. Das Wahlrecht kann je Kategorie unterschiedlich ausgeübt werden.
Forderungen aus Leasingverhältnissen
Der RLB Steiermark Konzern nimmt dieses Wahlrecht in Anspruch und ordnet Forderungen aus Leasingverhältnissen direkt der Stage 2 zu. Diese Erleichterung ist auf sämtliche Leasingforderungen anzuwenden, kann aber auf Forderungen aus Finanzierungsleasing und aus Operating-Leasingverhältnissen getrennt angewandt werden.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Im RLB Steiermark Konzern wird zur Bestimmung des ECL für Lieferforderungen mit signifikanter Finanzierungskomponente der vereinfachte Ansatz angewandt. Aufgrund der Wertberichtigungshistorie bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich daraus jedoch keine Wertminderung.
Vertragliche Vermögenswerte gemäß IFRS 15
Derzeit bestehen keine Vermögenswerte, die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallen.
Low Credit Risk Exemption
Wie bereits dargestellt, ist im Rahmen des ECL-Modells grundsätzlich zu jedem Abschlussstichtag zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko eines Finanzinstruments seit dem Zeitpunkt des Erstansatzes signifikant erhöht hat. Zur Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos seit dem Erstansatz besteht vereinfachend die Möglichkeit zur Anwendung der sog. „Low Credit Risk Exemption“, welche grundsätzlich auf Einzelvertragsbasis angewendet werden kann.
Diese Erleichterungsbestimmung kann nur für solche Finanzinstrumente angewendet werden, deren Kreditrisiko am Bilanzstichtag als niedrig eingestuft wird. Das Kreditrisiko ist dann als niedrig einzustufen, wenn:
  • das Ausfallrisiko vernachlässigbar ist,
  • der Kreditnehmer in der Lage ist, seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen,
  • negative Veränderungen der Wirtschafts- und Geschäftsbedingungen, die Rückzahlungsfähigkeit des Kreditnehmers nicht beeinträchtigen.
Die „Low Credit Risk Exemption“ wird im RLB Steiermark Konzern für Wertpapiere mit Ratingeinstufungen „Investment Grade“ in Anspruch genommen.
Modifikationen
Der Begriff „Modifikation“ umfasst sämtliche Vertragsanpassungen, die zu einer Änderung der vertraglichen Zahlungsströme führen, unabhängig davon, ob diese aus einer Neuverhandlung oder einer anderweitigen Änderung resultieren. Insbesondere sind damit auch vertragliche Änderungen ohne finanzielle Schwierigkeiten – abweichend vom Begriff „Forbearance“ – umfasst. Eine Beurteilung hat somit unabhängig davon zu erfolgen, ob eine bonitätsinduzierte oder marktinduzierte Modifikation vorgenommen wurde.
Modifizierte Vermögenswerte sind Vermögenswerte, deren vertragliche Zahlungsströme nachträglich geändert wurden und deren Änderung nicht zur Ausbuchung geführt hat (nicht substanzielle Modifikation). Änderungen reduzieren bzw. erhöhen hierbei direkt den Bruttobuchwert. Zahlungsmoratorien stellen vertragliche Änderungen bzw. eine Modifikation im Sinne des IFRS 9 dar, welche in der Regel zu einer Anpassung des Bruttobuchwerts führen.
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Handelt es sich um bonitätsinduzierte Vertragsanpassungen, das sind nachträgliche vertragliche Änderungen die gleichzeitig auch eine Forbearance Maßnahme darstellen, werden die Änderungen in der GuV-Position „Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte“ gezeigt, bei marktinduzierten Vertragsanpassungen erfolgt ein Ausweis im Zinsergebnis.
Führt eine Vertragsanpassung zu einer substanziellen Änderung der Vertragsbedingungen, kommt es zur Ausbuchung des Vermögenswerts und Einbuchung als neuer Vermögenswert zum Fair Value. Die Differenz zwischen Buchwert und Fair Value wird ergebniswirksam als Abgangsergebnis in der GuV-Position „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ erfasst.
Die Beurteilung, ob eine substanzielle Modifikation eines finanziellen Vermögenswerts vorliegt, kann in Analogie zur Beurteilung der Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgen. Eine substanzielle Änderung liegt im RLB Steiermark Konzern vor, wenn sich der abgezinste Barwert der Cash Flows unter den neuen Bedingungen bei Verwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes um größer/gleich 10 Prozent von dem abgezinsten Barwert der verbleibenden Cash Flows des ursprünglichen finanziellen Vermögenswerts unterscheidet. Eine substanzielle Änderung liegt unabhängig vom Barwerttest im Falle eines Schuldnerwechsels oder bei Änderung der Vertragswährung vor, sofern die Möglichkeit eines Währungswechsels nicht bereits im ursprünglichen Kreditvertrag vereinbart ist. Führt die Vertragsanpassung dazu, dass das SPPI-Kriterium abweichend zur ursprünglichen Klassifizierung beurteilt wird (z. B. SPPI erfüllt bei Ausgabe und SPPI nicht mehr erfüllt nach Vertragsanpassung oder vice versa), stellt dies ebenfalls eine substanzielle Änderung der Vertragsbedingungen dar.
Forbearance
Unter Forbearance Maßnahmen sind Zugeständnisse zu verstehen, die der Kreditgeber dem Kreditnehmer aus wirtschaftlichen oder rechtlichen Gründen in Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers macht, ansonsten aber nicht gewähren würde. Darunter fallen Anpassungen der Verpflichtung im Rahmen der bestehenden Kreditvereinbarung wie z. B. Stundungsvereinbarungen für Tilgungs- und/oder Zinszahlungen, sowie Zinsanpassungen bis hin zu Zinsfreistellungen oder Teilforderungsverzichten im Zuge von Restrukturierungen. Forbearance Maßnahmen stellen ein qualitatives Kriterium für den Anstieg des Kreditrisikos dar. Forderungen gegenüber Kreditnehmern, die unter ein Zahlungsmoratorium fallen, führen für sich genommen nicht automatisch zu einer Forbearance Einstufung und einem Stufentransfer. Nicht jede Forbearance Maßnahme stellt automatisch eine Modifikation im Sinne des IFRS 9 dar. Im RLB Steiermark Konzern werden sämtliche beantragten Stundungen einer Forbearance-Einzelfallprüfung gemäß den internen Richtlinien unterzogen.
Im Hinblick auf das bis zum 31. Jänner 2021 laufende gesetzliche COVID-19 Moratorium hat der Oberste Gerichtshof (OGH) mit Urteil vom 22. Dezember 2021 judiziert, dass bei Verbraucherkreditverträgen und Verträgen mit Kleinstunternehmern, die den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19-JuBG unterliegen, für den Zeitraum der gesetzlichen Stundung keine vertraglichen Sollzinsen verrechnet werden dürfen. Auf Basis dieses Urteils können Konsumenten und Kleinstunternehmen die Rückverrechnung der bereits verrechneten Sollzinsen für die gesetzlichen Stundungen von Banken zurückfordern. Der VfGH hat mit Erkenntnis vom 13.12.2022 (veröffentlicht am 30.12.2022) judiziert, dass der von österreichischen Banken eingebrachte Individualantrag zur Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 6 des 2. COVID-19-JuBG abzuweisen ist. Der höchstgerichtlich normierten Erstattungspflicht für die im Zeitraum des gesetzlichen Moratoriums angelaufenen Sollzinsen zuzüglich Vergütungszinsen hinsichtlich der Überzahlungen wurde im vorliegenden Konzernabschluss durch Bildung einer Rückstellung Rechnung getragen.
Ein Überblick über die eingeräumten (mittlerweile aber ausgelaufenen) COVID-19 Moratorien und (teil)garantierten Überbrückungsfinanzierungen findet sich im Risikobericht im Kapitel „COVID-19 bedingte Moratorien und Überbrückungsfinanzierungen“.
Ausbuchung
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn das vertragliche Recht auf Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert ausläuft oder das vertragliche Anrecht auf Bezug von Zahlungsströmen aus dem finanziellen Vermögenswert übertragen wird. Werden nicht alle Risiken und Chancen übertragen, die Verfügungsmacht jedoch nicht behalten, ist der finanzielle Vermögenswert ebenfalls auszubuchen. Werden im Wesentlichen alle Risiken und Chancen zurückbehalten, wird der Vermögenswert weiterhin erfasst. Finanzielle Vermögenswerte sind darüber hinaus auszubuchen, wenn die Konditionen substanziell verändert wurden.
Die Ausbuchung einer Verbindlichkeit erfolgt zum Zeitpunkt der Tilgung. Eine Ausbuchung erfolgt ebenso, wenn die Vertragsbedingungen verändert wurden und die geänderten Cash Flows substanziell von den ursprünglich vereinbarten Konditionen abweichen.
Ein sich aus der Ausbuchung ergebender Unterschiedsbetrag ist erfolgswirksam zu erfassen.
Abschreibungen
Ist nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon auszugehen, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist, so wird der Bruttobuchwert des Vermögenswerts direkt verringert. Gründe für eine Abschreibung können z. B. Forderungsnachlässe, der Abschluss eines Insolvenzverfahrens oder erfolglose Exekutionsmaßnahmen sein. Eine Abschreibung stellt einen Ausbuchungsvorgang dar.
Grundsätzlich werden keine wesentlichen Rückläufe aus bereits abgeschriebenen Vermögenswerten erwartet. Dennoch unterliegen einzelne Forderungen weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen, sodass Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen durchaus auftreten können.
Klassen nach IFRS 7.6
Die nach IFRS 7.6 geforderten Klassen finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden im RLB Steiermark Konzern wie folgt definiert:
  • Aktiva
  • Guthaben bei Zentralbanken und Sichtguthaben
  • Fremdkapitalinstrumente
  • Kredite und Forderungen
  • Schuldverschreibungen
  • Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
  • Eigenkapitalinstrumente
  • Derivate (positive Marktwerte)
  • Derivate (positive Marktwerte) – Hedge Accounting
  • Passiva
  • Einlagen / Aufgenommene Gelder
  • Verbriefte Verbindlichkeiten
  • Derivate (negative Marktwerte)
  • Derivate (negative Marktwerte) – Hedge Accounting
  • Außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Bürgschaften, Garantien, Kreditzusagen)
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sowie Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese werden zum niedrigeren Betrag aus dem Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet und separat in der Bilanzposition „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen. Schulden sind nur dann Teil der Veräußerungsgruppe, wenn sie bei der Veräußerung mit übertragen werden, der Erwerber sie somit übernimmt. Diese Verbindlichkeiten werden getrennt von anderen Schulden in der Bilanz im Posten „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen.
Ergebnisse von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt. Handelt es sich bei der Veräußerungsgruppe um einen aufgegebenen Geschäftsbereich, werden die Ergebnisse separat als solche innerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen und die Vergleichsperiode angepasst.
Leasinggeschäfte
Der RLB Steiermark Konzern beurteilt zu Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Sind aus Sicht des Leasingnehmers die Voraussetzungen des IFRS 16 erfüllt, so ist in der Bilanz ein Nutzungsrecht anzusetzen. Aus Sicht des Leasinggebers ist zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasingverhältnissen zu unterschieden.
Der RLB Steiermark Konzern setzt als Nutzungsrechte insbesondere angemietete Bankstellen und KFZ-Leasingverträge an. Die Verträge der angemieteten Bankstellen werden in der Regel auf unbestimmte Dauer abgeschlossen, weshalb hierbei die Laufzeit auf Basis der hinreichend sicher geschätzten Laufzeit seitens des Managements unter Berücksichtigung bestehender Mietereinbauten, angesetzt wird. Die KFZ-Leasingverträge sind auf eine bestimmte Dauer abgeschlossen.
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Die aktivierten Nutzungsrechte werden im RLB Steiermark Konzern als separate Bilanzposition, die Leasing-Verbindlichkeiten unter den sonstigen Passiva ausgewiesen. Nutzungsrechte, welche die Definition von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erfüllen, werden in dieser – ebenfalls separaten – Bilanzposition ausgewiesen.
Für kurzfristige Leasingverträge, d. h. Leasingverträge deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die keine Kaufoption enthalten, sowie für Leasingverträge, die als geringwertig eingestuft werden, wendet der RLB Steiermark Konzern die Ausnahmeregelungen gemäß IFRS 16.5 an. Demnach werden die Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.
Bei Bestimmung der Leasing-Verbindlichkeit werden die zukünftigen Leasingzahlungen mit dem zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst, sofern dieser bestimmt werden kann. Im RLB Steiermark Konzern erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, welcher dem Konzern-Refinanzierungszinssatz (Geldkurs) aus dem jeweiligen Laufzeitband entspricht. Der Zinssatz setzt sich aus dem Referenzzinssatz, dieser entspricht dem risikolosen Marktzinssatz, und den Liquiditätskosten zusammen. Sonstige Zu- und Abschläge bleiben mangels Anwendbarkeit unberücksichtigt.
Details zu Leasinggeschäften im RLB Steiermark Konzern finden sich in den Notes-Angaben 53 „Leasing aus Sicht des Leasinggeber“ sowie 54 „Leasing aus Sicht des Leasingnehmers“.
Vertragliche Vermögenswerte
IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Vom Anwendungsbereich ausgeschlossen sind u. a. Leasingverhältnisse, die unter IFRS 16 Leasingverhältnisse fallen sowie Finanzinstrumente und andere vertragliche Rechte oder Pflichten, die unter IFRS 9 Finanzinstrumente, fallen. Dementsprechend werden im RLB Steiermark Konzern nur bestimmte Gebühren vom Anwendungsbereich dieses Standards erfasst. Da eine Vereinnahmung dieser Gebühren bei Leistungserbringung und somit laufzeitkonform erfolgt, bestehen keine Vermögenswerte gemäß IFRS 15.
Pensionsgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte verbleiben in der Bilanz des Konzerns und werden nach den Regeln der jeweiligen Bewertungskategorie bewertet. Zugleich wird eine Verpflichtung in Höhe der erhaltenen Zahlungen passiviert. Eine Ausbuchung der Wertpapiere erfolgt nicht, da alle mit dem Eigentum am Pensionsgegenstand verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden. Für die übertragenen, aber nicht ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte bestehen insofern die gleichen Chancen und Risiken wie für die nicht übertragenen finanziellen Vermögenswerte.
TLTRO III-Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB
Das TLTRO III Programm der EZB stellt Banken längerfristige Refinanzierungen zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die RLB Steiermark betrachtet die Konditionen des TLTRO III Programms nicht als wesentlichen Vorteil gegenüber marktüblichen Konditionen, da der Markt für TLTRO-Refinanzierungen als eigener und abgeschlossener Markt i. S. d. IFRS 13 betrachtet wird. Die Refinanzierungen in diesem Markt werden zu spezifischen, nicht beeinflussbaren Konditionen vergeben, um die Kreditvergabe seitens der Kreditinstitute zu stimulieren und so die Wirtschaft zu finanzieren. Die im Rahmen des TLTRO III aufgenommenen Refinanzierungen werden daher als Finanzinstrumente nach den Regelungen des IFRS 9 bilanziert und innerhalb der Bilanzposition „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ ausgewiesen. Bei der Bestimmung des Effektivzinssatzes werden die erwarteten Cashflows über die Gesamtlaufzeit der erhaltenen Refinanzierungen berücksichtigt, Änderungen der geschätzten Cashflows werden gemäß IFRS 9.B5.4.5 dargestellt. Weitere Details sind Note 1 „Zinsüberschuss“ und dem Risikobericht, Kapitel „Liquiditätsrisiko“, zu entnehmen.
Wertpapierleihgeschäfte
Wertpapierleihgeschäfte werden analog dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben verliehene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IFRS 9 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht bilanziert und auch nicht bewertet.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Für förderbare Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen konnte eine sogenannte COVID-19 Investitionsprämie beantragt werden. Die Förderung stellt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss dar und kann gemäß IAS 20.24 als passivischer Abgrenzungsposten dargestellt oder als Abzug bei den Investitionen (Nettoausweis) bilanziert werden. Im RLB Steiermark Konzern werden die Zuwendungen als passivischer Abgrenzungsposten in der Bilanz ausgewiesen.
Die Erfassung als passivischer Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die Zuwendungen gewährt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Die Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über jenen Zeitraum erfasst, über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, verbucht werden. Der Ausweis erfolgt innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge.
Ermessensausübung und Schätzungen
Die Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen während der Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Sind für die Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, werden diese in Übereinstimmung mit den jeweiligen Standards vorgenommen. Sie basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und – nach jeweils aktuellem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger Ereignisse. Die den Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Änderungen von Schätzungen werden, sofern sie nur eine Periode betreffen, nur in dieser berücksichtigt. Falls auch nachfolgende Berichtsperioden betroffen sind, werden die Änderungen in der aktuellen und den folgenden Perioden berücksichtigt. Die wesentlichsten Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen werden nachfolgend dargestellt.
Wertminderung finanzieller Vermögenswerte
Die Berechnung der erwarteten Kreditausfälle erfordert die Anwendung rechnungslegungsrelevanter, zukunftsbezogener Schätzungen und Ermessensentscheidungen des Managements, darunter:
  • Festlegung der Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos,
  • Auswahl geeigneter Modelle und Annahmen für die Berechnung erwarteter Kreditverluste,
  • Bestimmung der Anzahl und relativen Gewichtung zukunftsbezogener Szenarien und die damit verbundenen erwarteten Kreditverluste und Bestimmung von Portfolien ähnlicher finanzieller Vermögenswerte zum Zweck der Berechnung erwarteter Kreditverluste.
Da die Auswirkungen der aktuellen Krisenherde über das angewendete ECL-Modell derzeit nicht ausreichend abgebildet werden können, wurde der ermittelte Wertminderungsbetrag durch ein „Post Model Adjustment“ erhöht (siehe dazu im Detail das Kapitel „Wertminderungen / Post Model Adjustment“ sowie Kapitel „Sensitivitätsanalyse der Wertminderungen“).
Bei nicht signifikanten Kreditnehmern in Ausfall-Klassen wird eine auf statistischen Erfahrungswerten basierende pauschalierte Einzelwertberichtigung gebildet. Bei signifikanten Forderungen der Stage 3 erfolgt die Ermittlung der Risikovorsorge durch Schätzung erwarteter Cashflows unter Berücksichtigung wahrscheinlichkeitsgewichteter Szenarien sowie erwarteter Erlöse und Kosten aus der Verwertung von Sicherheiten. Dieser Prozess erfordert ebenso Einschätzungen durch das Management.
Wie alle ökonomischen Vorhersagen unterliegen auch die im Rahmen des ECL-Modells angewendeten Prognosen und Eintrittswahrscheinlichkeiten einer hohen inhärenten Unsicherheit. Die tatsächlichen Ergebnisse können somit von den prognostizierten Werten abweichen. Der RLB Steiermark Konzern sieht diese Prognosen jedoch als die bestmögliche Schätzung der künftigen Ergebnisse an. Eine Darstellung der Auswirkungen auf die kumulierten Wertminderungen unter bestimmten Annahmen bzw. in verschiedenen Szenarien ist dem Risikobericht, Kapitel „Sensitivitätsanalyse der Wertminderungen“, zu entnehmen.
Wertminderung/Wertaufholung von at equity bilanzierten Unternehmen
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen sind bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) zu unterziehen. Die Beurteilung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, erfordert Einschätzungen des Managements, welche sich im Zeitablauf in Abhängigkeit von zukünftigen Ereignissen, deren Eintritt unsicher ist, ändern können. Aufgrund des fortdauernden Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheit auf die Entwicklung der
RBI-Gruppe sowie der negativen Entwicklung des Aktienkurses der RBI, woraus ein deutlich unter dem Beteiligungsbuchwert liegender Börsenwert resultierte, wurde der Beteiligungsansatz zum 31. Dezember 2022 einem Impairment-Test und in weiterer Folge einer Wertminderung unterzogen. Weitere Ausführungen zur Wertminderung sind der Note 22 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ zu entnehmen.
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Steiermark 2022
185
Fair Value von Finanzinstrumenten
Ist der Markt für ein Finanzinstrument nicht aktiv, wird der Fair Value anhand einer Bewertungsmethode oder eines Preismodells ermittelt. Generell werden für Bewertungsmethoden und -modelle Schätzungen herangezogen, deren Ausmaß von der Komplexität des Instruments und der Verfügbarkeit marktbasierter Daten abhängt. Die Input-Parameter für diese Modelle werden so weit wie möglich von beobachtbaren Marktdaten abgeleitet. Unter Umständen sind Bewertungsanpassungen notwendig, um weiteren Faktoren wie Modellrisiken, Liquiditätsrisiken oder Kreditrisiken Rechnung zu tragen. Die Beschreibung der Bewertungsmodelle findet sich im Abschnitt „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten“ des Anhangs (Note 41 „Fair Value der Finanzinstrumente“ und Note 42 „Fair Value Hierarchie“).
Aktive latente Steuern
Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang ausgewiesen, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, mit denen die steuerlichen Verlustvorträge, Steuerguthaben oder steuerlich abzugsfähigen temporären Differenzen verrechnet werden können. Diese Bewertung erfordert in maßgeblichem Umfang Beurteilungen und Einschätzungen seitens des Managements. Das Management verwendet für die Bestimmung der auszuweisenden Beträge latenter Steuerforderungen Informationen über prognostizierte Geschäftsergebnisse auf Basis genehmigter Budgets bzw. Business Pläne einschließlich einer Prüfung der Vortragsfähigkeit steuerlicher Verlustvorträge. Der Ausweis der latenten Steuern wird in der Erfolgsrechnung nicht gesondert vorgenommen. Details sind im Gesamtergebnis und im Anhang unter Note 13 „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ sowie Note 34 „Laufende und latente Ertragsteuerforderungen und -schulden“ dargestellt.
Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne
Die Kosten des leistungsorientierten Versorgungsplans werden mittels versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Die versicherungsmathematische Bewertung basiert auf Annahmen zu Diskontierungszinssätzen, erwarteten Renditen von Vermögenswerten, künftigen
Gehaltsentwicklungen, Sterblichkeit und künftigen Pensionserhöhungen. Annahmen und Schätzungen, die für die Berechnung langfristiger Personalverpflichtungen angewendet werden, sind im Abschnitt „Rückstellungen“ beschrieben. Quantitative Angaben zu langfristigen Personalrückstellungen finden sich unter Note 33 „Rückstellungen“.
Leasing
Grundlage für die Einstufung von Leasingverhältnissen als Leasinggeber ist der Umfang, in welchem die mit dem Eigentum eines Leasinggegenstands verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber oder Leasingnehmer liegen. Dabei erfolgt eine Einschätzung der Wesentlichkeit der Risiken- und Chancenübertragung, die gegebenenfalls bei Vertragsänderungen abweichen kann und eine Anpassung erfordert.
Als Leasingnehmer hat der RLB Steiermark Konzern bei Vertragsbeginn zu beurteilen, ob ein Leasingverhältnis begründet wird, indem der Vertrag dazu berechtigt, den Nutzen eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgeltes über einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Die Einschätzung der Laufzeiten der Leasingverhältnisse durch das Management bemessen sich an der unkündbaren Grundlaufzeit unter Einbeziehung der voraussichtlichen Nutzung des zugrundeliegenden Vermögenswerts.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Zinsüberschuss
Im Zinsüberschuss werden neben Zinserträgen und Zinsaufwendungen auch alle laufenden und einmaligen zinsähnlichen Erträge (Kreditgebühren u. ä.) und Aufwendungen ausgewiesen. Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge bzw. Aufwendungen werden periodengerecht erfasst und abgegrenzt.
Die Anwendung der Effektivzinsmethode ist zwingend nur für finanzielle Vermögenswerte der Bewertungskategorien AC und FVOCI vorgeschrieben. In Bezug auf Finanzinstrumente der Kategorie FVPL kann die Effektivzinsmethode wahlweise freiwillig angewendet werden. Im RLB Steiermark Konzern wird die Effektivzinsmethode nur auf Bestände der Bewertungskategorien AC und FVOCI angewendet.
Unter den Zinserträgen werden Zinserträge aus Forderungen an Kreditinstituten und Kunden, aus Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie aus derivativen Finanzinstrumenten und festverzinslichen sowie nicht festverzinslichen Wertpapieren, die nicht dem Handelsbestand zugeordnet sind, dargestellt.
Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen umfassen vor allem Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden, für verbriefte Verbindlichkeiten und Ergänzungs- und Nachrangkapital, für derivative Finanzinstrumente sowie Zinsaufwendungen für Leasing-Verbindlichkeiten.
Zinsen aus derivativen Finanzinstrumenten betreffen insbesondere Zinserträge und -aufwendungen aus Sicherungsinstrumenten, welche sich für das Hedge Accounting im Sinne von IFRS 9 qualifizieren sowie Zinserträge und -aufwendungen jener Sicherungsderivate, die im Rahmen der Fair Value Option (FVO) in einer Sicherungsbeziehung zu einem designierten Grundgeschäft stehen (Economic Hedges). Weiters wird hier die Verteilung vergangener Basis Adjustments („Amortisierung line item“) von Grundgeschäften sowie die Amortisierung der Off-Market Komponente bei einer late designation von derivativen Sicherungsgeschäften im Rahmen von Mikro und Portfolio Fair Value Hedges dargestellt.
Das Zinsergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten des Handelsbestands wird saldiert im Handelsergebnis dargestellt.
Negativzinsen für aktivische bzw. passivische Finanzinstrumente werden jeweils in einer gesonderten Position innerhalb der Zinsaufwendungen bzw. der Zinserträge ausgewiesen.
Der Zinsüberschuss enthält zudem Gewinne und Verluste aus marktinduzierten Vertragsänderungen (Modifikationen) von Finanzinstrumenten.
Der Ausweis des Zinserfolgs („Dealsaldo“) von Zinssicherungsderivaten, welche im Rahmen des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 bzw. IAS 39.81A gewidmet sind, erfolgt in jenem Posten, in welchem auch die Erfolge der Grundgeschäfte ausgewiesen werden. Zieht das gesicherte Grundgeschäft Zinserträge (-aufwendungen) nach sich, werden die entsprechenden Beträge selbst dann als Zinserträge (-aufwendungen) ausgewiesen, wenn sie negativ (positiv) sind.
Dividendenerträge
In der Position Dividendenerträge werden alle Erträge aus Aktien sowie Dividenden bzw. Ausschüttungen von nicht in den Vollkonsolidierungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen ausgewiesen. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs erfasst.

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185
Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wurden bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden Wertminderungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen nach dem Betriebsergebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Anteilige Periodenergebnisse werden unverändert innerhalb des Betriebsergebnisses im (umbenannten) Posten „Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt (vgl. auch Kapitel „Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“).
Provisionsüberschuss
Der Provisionsüberschuss umfasst alle Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Erbringung von Bankdienstleistungen entstehen. Erträge und Aufwendungen, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind, werden laufzeitkonform im Zinsergebnis vereinnahmt. Sonstige Erträge und Aufwendungen, insbesondere Erträge und Aufwendungen für Dienstleistungen aus dem Kreditgeschäft, Wertpapiergeschäft und aus dem Zahlungsverkehr, werden bei Leistungserbringung gemäß IFRS 15 vereinnahmt.
Provisionserträge und -aufwendungen, die aus Handelsaktivitäten resultieren, werden im Handelsergebnis ausgewiesen.
Ergebnis aus Hedge Accounting
In dieser Position werden Aufwendungen und Erträge aus Bewertungsänderungen von Grund- sowie Sicherungsgeschäften im Rahmen des Mikro Fair Value Hedge Accounting und Portfolio Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen.
Ist die Sicherungsbeziehung eines Portfolio Fair Value Hedges in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buchwertanpassung (Basis Adjustment) für das Grundgeschäft vorgenommen. Die Bewertungsergebnisse der korrespondierenden derivativen Sicherungsgeschäfte werden in diesem Fall im Handelsergebnis ausgewiesen. Bei variabel verzinsten Krediten mit Caps/Floors dienen Swaps mit impliziten Caps/Floors als derivative Sicherungsinstrumente. Die in Swaps enthaltenen Running Fees, welche als konstanter Spread widergespiegelt werden, werden nicht als Teil der Sicherungsbeziehung gewidmet. Diese von IFRS 9.6.2.4 abweichende Vorgehensweise ist gemäß IAS 1.19 erforderlich, da ansonsten dem „true and fair view“-Prinzip widersprochen würde. Das Herauslösen der Running Fee-Komponente stellt somit eine korrektere Darstellung des Hedge Accountings dar, da dies genau der Vorgehensweise des Risikomanagements entspricht. Dementsprechend werden auch die Barwertänderungen von Running Fees in der Position „Handelsergebnis“ dargestellt.
Weitere Details zum „Hedge Accounting“ sind in Note 37 ersichtlich.
Handelsergebnis
Das Handelsergebnis umfasst sämtliche Ergebnisse aus Wertpapieren und Derivaten des Handelsbestands (inkl. freistehender Derivate) sowie das Devisenergebnis. Neben den realisierten Ergebnissen und den Bewertungsergebnissen aus zum Fair Value bewerteten Handelsbeständen werden hier auch die auf den Handelsbestand entfallenden Zinsergebnisse dargestellt. Weiters enthält diese Position die Ergebnisse der nicht designierten Teilvolumina und Barwertänderungen von Running Fees aus Sicherungsderivaten im Rahmen des Portfolio Fair Value Hedge Accounting sowie das Ergebnis jener Sicherungsderivate, welche auf ineffektive Laufzeitbänder entfallen.
Da im RLB Steiermark Konzern das Währungskursrisiko zentral gesteuert wird, werden auch alle Währungsumrechnungsdifferenzen im Sinne des IAS 21.52(a) dem Handelsergebnis zugeordnet.
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)
Diese Position umfasst das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von designierten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie jener Derivate, die im Rahmen der Fair Value Option (FVO) genutzt werden. Zinsen aus diesen Derivaten werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Die Fair Value Option wird auf finanzielle Vermögenswerte derzeit nicht angewandt.
Weiters wird in dieser Position das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten (FVPL-M) ausgewiesen. Dieses beinhaltet das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von Krediten und Wertpapieren, welche die SPPI-Kriterien nicht erfüllen. Die Zinsen auf diese Finanzinstrumente werden innerhalb des Zinsüberschusses ausgewiesen.

Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
Im Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten wird das Veräußerungsergebnis finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ausgewiesen. Zudem wird in dieser Position das Ergebnis aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, welche aufgrund des Geschäftsmodells als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dargestellt. Weiters beinhaltet diese Position auch Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung aufgrund substanzieller Modifikation sowie die Verteilung vergangener Basis Adjustments (line item) von Portfolio Fair Value Hedges aufgrund von Leistungsstörungen.
Sonstiges betriebliches Ergebnis
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind unter anderem die Erträge und Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen, Immobilien und immateriellen Vermögenswerten, Erträge und Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Unterschiedsbeträge aus der Änderung des Konsolidierungskreises, sofern diese nicht gemäß IFRS 5 im Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen dargestellt werden, sowie Erträge aus der Weiterverrechnung von IT-Dienstleistungen, Beiträge an Sicherungseinrichtungen und sonstige Steuern enthalten. Ertragswirksame Auflösungen von passivierten Rechnungsabgrenzungsposten aus Zuwendungen der öffentlichen Hand sowie Aufwendungen und Erträge aus dem Abgang von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen werden ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.
Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen umfassen den Personal- und Sachaufwendungen sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie Nutzungsrechte.
Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wurden bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden Wertminderungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen nach dem Betriebsergebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Anteilige Periodenergebnisse werden unverändert innerhalb des Betriebsergebnisses im (umbenannten) Posten „Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt (vgl. auch Kapitel „Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“).
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
In der Position Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte werden alle Aufwendungen und Erträge in Zusammenhang mit Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten – AC und finanziellen Vermögenswerten – FVOCI sowie erwartete Kreditverluste im Zusammenhang mit außerbilanziellen Geschäften dargestellt. Im Besonderen werden hier die Neubildungen und Auflösungen von Einzel- und Portfoliowertberichtigungen sowie für Rückstellungen für Haftungen, Garantien und Kreditrisiken gezeigt. Weiters werden hier Direktabschreibungen von Forderungen und Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen und Wertminderungen im Wertpapiergeschäft sowie das Nettoergebnis aus bonitätsinduzierten Modifikationen ausgewiesen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
In dieser Position werden laufende und latente Ertragsteuern ausgewiesen.
Sonstiges Ergebnis (OCI)
Das Sonstige Ergebnis umfasst die nicht erfolgswirksam erfassten Ergebnisse aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten – FVOCI, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen, die anteiligen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen sowie die bonitätsinduzierten Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten. Die auf die einzelnen Komponenten des OCI entfallende latente Steuer wird gesondert innerhalb des Sonstigen Ergebnisses dargestellt.

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Bilanz
Barreserve und Sichtguthaben
Die Position umfasst den Kassenbestand, jederzeit fällige Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie Sichtguthaben bei Kreditinstituten. Diese Bestände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wertminderungen auf Sichtguthaben (bei Kreditinstituten) sowie täglich fällige Guthaben bei Zentralnotenbanken werden ebenfalls in dieser Position (saldiert) ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
Dieser Kategorie werden Fremdkapitalinstrumente (insb. Kredite und Forderungen, Schuldverschreibungen) mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen und mit der Zielsetzung die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen gesteuert werden, zugeordnet.
Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich oder abzüglich direkt dem Erwerb zurechenbarer Gebühren und Transaktionskosten, welche integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Dies ist jener Betrag, der sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der Amortisierung von Agien oder Disagien nach der Effektivzinsmethode und von Wertminderungen (Impairment) oder Abschreibungen aufgrund von Uneinbringlichkeit ergibt. Bei gesicherten Grundgeschäften (Mikro Hedges) beinhaltet der Buchwert bzw. der Buchwert vor Wertminderung auch das darauf entfallende Basis Adjustment.
Agien und Disagien sind Bestandteil der fortgeführten Anschaffungskosten und werden wie die abgegrenzten Zinsen zusammen mit den betreffenden Finanzinstrumenten in einem Bilanzposten ausgewiesen. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen sowie Gebühren erfolgt laufzeitkonform nach der Effektivzinsmethode und wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Forderungen, die nicht auf bankgeschäftliche Beziehungen zurückzuführen sind, werden unter den sonstigen Aktiva ausgewiesen.
Wertminderungen
Im RLB Steiermark Konzern werden Wertminderungen in der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
  • für Guthaben bei Zentralbanken und Sichtguthaben – als Verminderung des Bruttobuchwerts
  • für finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten – als Verminderung des Bruttobuchwerts
  • für finanzielle Vermögenswerte die erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis bewertet werden – es erfolgt keine Verminderung des Buchwerts, da dieser dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Dennoch ist für Schuldtitel eine Wertminderung zu ermitteln und die Wertminderung vom Sonstigen Ergebnis (OCI) in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzubuchen
  • für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Garantien, Kreditrisiken) – als Rückstellung.
Bei Uneinbringlichkeit von Forderungen erfolgt entweder eine direkte Forderungsabschreibung zu Lasten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder eine Ausbuchung der Forderung zu Lasten einer gegebenenfalls bestehenden Wertberichtigung. Bei Wegfall des Kreditrisikos erfolgt eine Auflösung der Wertberichtigung.
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading umfassen zu Handelszwecken dienende Wertpapiere, sowie positive Marktwerte (dirty price) derivativer Finanzinstrumente, welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting-Regelungen erfüllen (Economic Hedges). Positive Marktwerte von nicht ins Portfolio Fair Value Hedge Accounting designierten sowie ineffektive Teile von Sicherungsderivaten werden ebenfalls in dieser Position erfasst. Bei Bestehen von negativen Marktwerten erfolgt eine Darstellung unter der Position „Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading“. Eine Verrechnung von positiven und negativen Marktwerten wird nicht vorgenommen.
Die zu Handelszwecken dienenden Vermögenswerte werden in der Bilanz mit ihrem Fair Value am Bilanzstichtag bilanziert.
Veräußerungs- sowie Bewertungsergebnisse des Held for Trading-Bestands werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Handelsergebnis ausgewiesen. Das gilt auch für Zins- und Dividendenerträge aus Handelsbeständen sowie darauf entfallende Zinsaufwendungen.
Finanzielle Vermögenswerte – Designated at Fair Value P&L (FVO)
Der RLB Steiermark Konzern hat die Fair Value Option zum Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 9 per 1. Jänner 2018 widerrufen und wendet diese auf finanzielle Vermögenswerte derzeit nicht an.
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
In diese Kategorie werden Fremdkapitalinstrumente des Geschäftsmodells „Halten und Verkaufen “ eingestuft, sofern die SPPI-Kriterien erfüllt sind. Derzeit beinhaltet das Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ ausschließlich Wertpapiere, jedoch keine Kredite und Forderungen.
Weiters umfasst diese Kategorie Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen), die nicht zu Handelszwecken gehalten werden und für die das unwiderrufliche Wahlrecht, sämtliche Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts in der Folgebewertung erfolgsneutral über das Sonstige Ergebnis (OCI) zu erfassen („OCI-Wahlrecht“), ausgeübt wurde. Dieses Wahlrecht wurde für sämtliche Finanzinvestitionen in Anspruch genommen, da der Konzern plant, diese aus strategischen Gründen langfristig zu halten.
Die Bewertung dieser Vermögenswerte erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Gebühren und Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts zuzurechnen sind. Alle (positiven wie auch negativen) Wertänderungen zwischen der Zugangs- und Folgebewertung sowie zwischen den nachfolgenden Zeitpunkten der Folgebewertung, werden bis zur Veräußerung erfolgsneutral in einer gesonderten Position (Rücklage) innerhalb des Eigenkapitals berücksichtigt.
Die Berücksichtigung von Wertminderungen bei Fremdkapitalinstrumenten erfolgt durch Umbuchung vom Sonstigen Ergebnis (OCI) in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Der Bilanzansatz (Fair Value) wird durch die Wertminderung nicht verändert. Wertminderungen/Wertaufholungen bei Eigenkapitalinstrumenten werden im Posten „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI“ (non reclassified) ausgewiesen.
Bei Veräußerung von Fremdkapitalinstrumenten wird das in der Rücklage kumulierte Bewertungsergebnis aufgelöst und in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen erfolgt laufzeitkonform nach der Effektivzinsmethode und wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis (OCI) erfasste Bewertungsergebnisse von Eigenkapitalinstrumenten dürfen später nicht mehr in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden (auch nicht bei Ausbuchung der Finanzinvestition). Bei Veräußerung erfolgt somit eine Umbuchung innerhalb des Eigenkapitals in die Gewinnrücklagen.
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
Finanzielle Vermögenswerte, die grundsätzlich dem Geschäftsmodell „Halten“ oder „Halten und Verkaufen“ zugeordnet sind, aber aufgrund der Nichterfüllung der SPPI-Kriterien in die Kategorie FVPL-M eingestuft werden, betreffen insbesondere Kredite und Forderungen sowie Schuldverschreibungen. Weiters werden hier auch finanzielle Vermögenswerte, welche gemäß IFRS 9.B4.1.6 dem Geschäftsmodell „Sonstiges“ zugeordnet werden, dargestellt. Dies betrifft Anteile an Investmentfonds sowie hybride Finanzinstrumente.
Die Bewertung dieser Vermögenswerte erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert. Alle (positiven wie auch negativen) Wertänderungen zwischen der Zugangs- und Folgebewertung sowie zwischen den nachfolgenden Zeitpunkten der Folgebewertung werden erfolgswirksam erfasst. Gebühren und Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zugeordnet werden, werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In dieser Position werden ausschließlich positive Marktwerte aus Zinssatzgeschäften und Wechselkursgeschäften ausgewiesen, welche Sicherungszwecken dienen und für die Anwendung des Hedge Accounting i. S. d. IFRS 9 bzw. für das Portfolio Fair Value Hedge Accounting gemäß IAS 39.81A qualifizieren. Die Bewertung dieser Derivate ist im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt – die Zinsen werden im Zinsüberschuss gezeigt.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
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Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In dieser Position werden sowohl kumulierte positive als auch kumulierte negative Wertänderungen der Grundgeschäfte der Aktivseite (Basis Adjustments) aus dem Portfolio Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen, wodurch der Bilanzposten auch negative Werte aufweisen kann. Die Wertänderungen werden im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt. Ist die Sicherungsbeziehung eines Portfolio Fair Value Hedges in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buchwertanpassung (Basis Adjustment) für das Grundgeschäft vorgenommen. Das Bewertungsergebnis der entsprechenden Sicherungsgeschäfte wird in diesen Fällen im Handelsergebnis ausgewiesen.
Die Amortisierung vergangener Basis Adjustments (line items) über die Restlaufzeit der jeweiligen Laufzeitbänder erfolgt im Zinsergebnis bzw. bei Abgang der zugrundeliegenden Geschäfte im „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“.
Detaillierte Angaben zum Portfolio Fair Value Hedge Accounting finden sich in Note 37 des Abschlusses.
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
Anteilsrechte an at equity bilanzierten Unternehmen werden in dieser gesonderten Bilanzposition dargestellt. Erfolgswirksame Ergebnisse (inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen wurden bis einschließlich 2021 in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden Wertminderungen und Wertaufholungen auf Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen nach dem Betriebsergebnis in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Anteilige Periodenergebnisse werden unverändert innerhalb des Betriebsergebnisses im (umbenannten) Posten „Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt (vgl. auch Kapitel „Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“). Die erfolgsneutralen anteiligen Eigenkapitalveränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen werden im Sonstigen Ergebnis dargestellt.
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bilanziert. Den linearen Abschreibungen werden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von 4 bis 5 Jahren (bzw. Abschreibungssätze zwischen 20 % und 25 %) zugrunde gelegt.
Darüber hinaus gehende Wertminderungen sind gemäß IAS 36 vorzunehmen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert eines Vermögenswerts. Wenn in folgenden Berichtsperioden ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist die Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 geboten. Die Wertaufholung ist begrenzt mit den fortgeführten Anschaffungskosten.
Sachanlagen
Die Sachanlagen beinhalten selbst genutzte Grundstücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Diese werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.
Den linearen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Nutzungsdauer
Jahre
Gebäude
10 – 67
Betriebs- und Geschäftsausstattung
3 – 20
Investitionen in Mietobjekte werden linear über die Mietdauer oder die erwartete Nutzungsdauer der Investition abgeschrieben, wobei jeweils der kürzere der beiden genannten Zeiträume zur Anwendung kommt.
Darüber hinaus gehende Wertminderungen sind gemäß IAS 36 vorzunehmen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert eines Vermögenswerts. Wenn in folgenden Berichtsperioden ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist die Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 geboten. Die Wertaufholung ist begrenzt mit den fortgeführten Anschaffungskosten.
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Nach IAS 40.5 sind unter dieser Position Grundstücke und Gebäude bzw. Gebäudeteile auszuweisen, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung, jedoch nicht zur Eigennutzung bzw. zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehalten werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien können sowohl im Eigentum befindliche Immobilien als auch angemietete Nutzungsrechte darstellen. Auch wesentliche fremdgenutzte Teile bei gemischt genutzten Immobilien werden als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen, sofern die Voraussetzungen für eine gesonderte Vermiet- bzw. Veräußerbarkeit gegeben sind.
Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der linearen Abschreibung werden dieselben Nutzungsdauern wie dem Sachanlagevermögen bzw. den Nutzungsrechten zugrunde gelegt. Laufende Mieterträge werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen, die planmäßigen Abschreibungen unter den Verwaltungsaufwendungen.
Die Ermittlung der Fair Values der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt in der Regel durch unabhängige Gutachter. In einzelnen Fällen erfolgt die Schätzung durch hausinterne Experten.
Nutzungsrechte
Berechtigt ein Vertrag dazu, die Nutzung eines Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren, so ist am Bereitstellungsdatum ein Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasing-Verbindlichkeit zu erfassen. Die Erfassung des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, welche sich aus dem Barwert der Leasing-Verbindlichkeit zuzüglich aller bei oder vor Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen Leasinganreize, sowie allen sonstigen anfänglichen direkten Kosten bzw. geschätzten möglichen Kosten der Demontage oder Beseitigung des Vermögenswerts zusammensetzen. Aktivierte Nutzungsrechte beinhalten insbesondere angemietete Bankstellen und KFZ-Leasingverträge.
Die Nutzungsrechte sind abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungen sowie berichtigt um jede durchgeführte Neubewertung der Leasing-Verbindlichkeit zu bewerten. Die Abschreibungsvorschriften entsprechen jenen des IAS 16 Sachanlagen. Die Laufzeiten der Nutzungsrechte bemessen sich an der unkündbaren Grundmietzeit der Leasingverhältnisse unter Einbeziehung der voraussichtlichen Nutzung des zugrundeliegenden Vermögenswerts.
Sonstige Aktiva
In den Sonstigen Aktiva werden vor allem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Steuerforderungen und Vorräte ausgewiesen. Die Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert. Abwertungen werden vorgenommen, sofern der Anschaffungswert über dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag liegt, oder wenn aufgrund eingeschränkter Verwertbarkeit oder langer Lagerzeit eine Wertminderung der Vorräte eingetreten ist. Dieser Posten enthält keine finanzielle Forderungen nach IFRS 9.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Ergebnisse aus dem Abgang von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt, sofern diese nicht dem Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen zuzurechnen sind.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
Diese Position beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten, sofern diese Finanzinstrumente nicht dem Handelsbestand oder dem designierten Fair Value Bestand zugeordnet werden. Bei den nachrangigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Besonderen um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013). Der bilanzierte Wert wird um Emissionen im Eigenbestand gekürzt.
Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Agien und Disagien sind Bestandteil der fortgeführten Anschaffungskosten und werden wie die abgegrenzten Zinsen zusammen mit den betreffenden Finanzinstrumenten in einem Bilanzposten ausgewiesen. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen erfolgt laufzeitkonform nach der Effektivzinsmethode und wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
TLTRO III-Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB
Das TLTRO III Programm der EZB stellt Banken längerfristige Refinanzierungen zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die RLB Steiermark betrachtet die Konditionen des TLTRO III Programms nicht als wesentlichen Vorteil gegenüber marktüblichen Konditionen, da der Markt für TLTRO-Refinanzierungen als eigener und abgeschlossener Markt i. S. d. IFRS 13 betrachtet wird. Die Refinanzierungen in diesem Markt werden zu spezifischen, nicht beeinflussbaren Konditionen vergeben, um die Kreditvergabe seitens der Kreditinstitute zu stimulieren und so die Wirtschaft zu finanzieren. Die im Rahmen des TLTRO III aufgenommenen Refinanzierungen werden daher als Finanzinstrumente nach den Regelungen des IFRS 9 bilanziert und innerhalb der Bilanzposition „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ ausgewiesen. Bei der Bestimmung des Effektivzinssatzes werden die erwarteten Cashflows über die Gesamtlaufzeit der erhaltenen Refinanzierungen berücksichtigt, Änderungen der geschätzten Cashflows werden gemäß IFRS 9.B5.4.5 dargestellt. Weitere Details sind Note 1 „Zinsüberschuss“ und dem Risikobericht, Kapitel „Liquiditätsrisiko“, zu entnehmen.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading umfassen negative Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten (dirty price), welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting-Regelungen erfüllen (Economic Hedges). Negative Marktwerte von nicht ins Portfolio Fair Value Hedge Accounting designierten sowie ineffektive Teile von Sicherungsderivaten werden ebenfalls in dieser Position erfasst. Bei Bestehen von positiven Marktwerten (dirty price) erfolgt eine Darstellung unter der Position „Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading“. Eine Verrechnung von positiven und negativen Marktwerten wird nicht vorgenommen.
Zins-, Veräußerungs- sowie Bewertungsergebnisse des Held for Trading-Bestands werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Handelsergebnis ausgewiesen.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
Diese Position beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten, welche die Voraussetzungen für die Anwendung der Fair Value Option erfüllen. Diese sind erfüllt, wenn durch die Designation Differenzen aufgrund einer unterschiedlichen Bewertung („accounting mismatch“) beseitigt bzw. signifikant verringert werden oder die Trennung eingebetteter Derivate vermieden wird. Bei den nachrangigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Besonderen um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013). Der bilanzierte Wert wird um Emissionen im Eigenbestand gekürzt.
Die Bewertung dieser Verbindlichkeiten erfolgt zum Fair Value. Änderungen des Fair Value werden einerseits in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L“ dargestellt und andererseits werden jene Änderungen, welche durch Änderungen des eigenen Kreditrisikos bedingt sind, innerhalb des OCI in der Position „Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Die Zinsaufwendungen werden im Zinsüberschuss gezeigt.
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In dieser Position werden ausschließlich negative Marktwerte aus Zinssatzgeschäften und Wechselkursgeschäften ausgewiesen, welche Sicherungszwecken dienen und die sich für die Anwendung zum Hedge Accounting i. S. d. IFRS 9 bzw. für das Portfolio Fair Value Hedge Accounting gemäß IAS 39.81A qualifizieren. Die Bewertung dieser Derivate ist im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt – die Zinsen werden im Zinsüberschuss gezeigt.
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In dieser Position werden sowohl kumulierte positive als auch kumulierte negative Wertänderungen der Grundgeschäfte der Passivseite (Basis Adjustments) aus dem Portfolio Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen, wodurch der Bilanzposten auch negative Werte aufweisen kann. Die Wertänderungen werden im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt. Ist die Sicherungsbeziehung eines Portfolio Fair Value Hedges in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buchwertanpassung (Basis Adjustment) für das Grundgeschäft vorgenommen. Das Bewertungsergebnis der entsprechenden Sicherungsgeschäfte wird in diesen Fällen im Handelsergebnis ausgewiesen.
Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die aus zurückliegenden Ereignissen resultieren, und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der künftigen Verpflichtung möglich ist.
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Gemäß IAS 19 qualifizieren sich Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Leistungen des RLB Steiermark Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte wie auch leistungsorientierte Pläne.
Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans)
Ein beitragsorientierter Versorgungsplan ist ein Altersversorgungsplan, bei dem ein festgelegter Beitrag an einen externen Versorgungsträger entrichtet wird und keine darüber hinaus gehenden Zahlungen zu entrichten sind, falls der Fonds über nicht ausreichende Vermögenswerte zur Leistungserbringung verfügt. In diesem Fall tragen die Arbeitnehmer das Erfolgsrisiko aus der Veranlagung. Der RLB Steiermark Konzern entrichtet für eine Gruppe von Mitarbeitern aufgrund vertraglicher Verpflichtungen oder auf freiwilliger Basis Beiträge an eine Pensionskasse, welche die Mittel verwaltet und die Pensionszahlungen vornimmt. Die Beitragszahlungen an die Pensionskasse stellen laufenden Aufwand dar und werden in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ ausgewiesen.
Leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans)
Ein leistungsorientierter Plan ist ein Altersversorgungsplan, bei dem den Begünstigten eine bestimmte Leistung zugesagt wird. Der RLB Steiermark Konzern hat einer Gruppe von Mitarbeitern leistungsorientierte Pläne (Pensionsstatute, Sonderverträge) rechtsverbindlich und unwiderruflich über die Höhe der späteren Pension zugesagt. Die zur Bedeckung benötigten Mittel werden entweder über die Pensionskasse angespart oder verbleiben im Unternehmen.
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer
Leistungsbezogene Versorgungspläne beinhalten auch Jubiläumsgelder – diese Verpflichtungen stellen andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer dar. Jubiläumsgelder (Zahlungen für langfristige Dienste/Treue zum Unternehmen) sind von der Dauer des Dienstverhältnisses abhängig. Der Anspruch auf Jubiläumsgeld begründet sich aus dem Kollektivvertrag, der sowohl die Voraussetzungen für den Anspruch als auch dessen Höhe regelt.
Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen bzw. Jubiläumsgelder), werden gemäß IAS 19 (2011) „Leistungen an Arbeitnehmer“ nach der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Die Bewertung der künftigen Verpflichtungen erfolgt auf der Grundlage von versicherungsmathematischen Gutachten, welche unter Berücksichtigung verschiedener Parameter (z. B. Rechnungszinssatz, Pensionsalter, Lebenserwartung, Fluktuation) erstellt werden.
Der Unterschied aufgrund der Neubewertung der Verpflichtung zum Bilanzstichtag im Vergleich zu dem am Jahresanfang prognostizierten Wert wird als versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust bezeichnet – dieser ist für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen nach IAS 19.57 im Sonstigen Ergebnis zu erfassen. Neubewertungen aus Jubiläumsgeldverpflichtungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten „Verwaltungsaufwendungen“ erfasst. Beiträge zum Planvermögen werden ausschließlich vom Arbeitgeber entrichtet.
Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden wie im Vorjahr bei sämtlichen Sozialkapitalrückstellungen die „AVÖ 2018 P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
Die Aufwendungen für Personalrückstellungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung innerhalb der Position „Verwaltungsaufwendungen“ sowie in der Position „Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen“ im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Daneben sind ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aufgrund von rückwirkenden Planänderungen sowie Nettozinsen auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen nach IAS 19.103 sofort und vollständig erfolgswirksam zu erfassen.
Leistungsorientierte Pensionspläne beziehen sich ausnahmslos nur mehr auf im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Die Pensionsverpflichtungen für aktive Dienstnehmer wurden in den vergangenen Jahren an externe Pensionskassen übertragen. Im RLB Steiermark Konzern verbleiben im Rahmen einer leistungsorientierten Zusage die Ansprüche bereits vor Inkrafttreten der Pensionsreform zum 31. Dezember 1998 in Ruhestand befindlicher Dienstnehmer bzw. jener Dienstnehmer, die zwar erst 1999 die Pension antraten, aber einzelvertraglich noch die Zusage auf einen Direktpensionsanspruch hatten, sowie Anwartschaften aus darauf basierenden Hinterbliebenenpensionen.
Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurde ein Rechnungszinssatz von 3,70 % (Vj: 0,60 %) und eine erwartete Pensionserhöhung von 3,40 % (Vj: 1,90 % bis 2,40 %) angesetzt.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Ist ein Planvermögen vorhanden, führt die Saldierung des Barwerts der Verpflichtung und des Fair Value des Planvermögens unter Berücksichtigung von versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten zur Bilanzierung der tatsächlichen Nettoverpflichtung (IAS 19.131). Im Fall der Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen werden die Nettozinskosten durch die Saldierung der leistungsorientierten Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens unter Anwendung eines einheitlichen Zinssatzes ermittelt.
Aufgrund der Vorschriften der § 23 und § 23a AngG gebührt jenen Mitarbeitern, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen hat, bei Kündigung durch den Dienstgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine Abfertigungszahlung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Sie beträgt zwischen zwei und zwölf Monatsbezügen. Für diese Verpflichtungen wird eine Rückstellung gebildet.
Für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder (Erreichen des 25. bzw. 35. Dienstjahres) gelangen ein Rech-nungszinssatz von 3,60 % (Vj: 0,40 %) sowie eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 4,00 % (Vj: 2,70 % bis 3,2 %) zur Anwendung. Darüber hinaus wurden bei der Berechnung individuell ermittelte, jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten berücksichtigt.
Bei Frauen und Männern wurde ein kalkulatorisches Pensionsantrittsalter von 62 Jahren (Vj: 62 Jahre) unter Beachtung der Übergangsbestimmungen laut Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl. I Nr. 111/2010 vom 30.12.2010) und „BVG-Altersgrenzen“ (BGBl. Nr. 832/1992; Bundes-verfassungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten) zugrunde gelegt.
Für alle bis einschließlich 2002 eingetretenen Mitarbeiter werden die Abfertigungsverpflichtungen gemäß der Projected Unit Credit Method ermittelt. Für jene Mitarbeiter, die ab dem 1. Jänner 2003 eingetreten sind, werden die Abfertigungsverpflichtungen im Rahmen eines bei-tragsorientierten Plans von einer Mitarbeitervorsorgekasse übernommen. Der RLB Steiermark Konzern entrichtet aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse. Über die Beitragszahlung hinausgehende Leistungsverpflichtungen bestehen nicht.
Die Versorgungspläne im Zusammenhang mit Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen bzw. Jubiläumsgeldern sowie sonstigen Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses setzen den RLB Steiermark Konzern versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko, dem Zinsrisiko sowie dem Marktrisiko (Investitionsrisiko) aus.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat und es sowohl wahrscheinlich ist, dass er verpflichtet sein wird, diese zu erfüllen, als auch eine verlässliche Schätzung des Betrags möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der am Bilanzstichtag bestmögliche Schätzwert für die Leistung, die unter Berücksichtigung der der Verpflichtung zugrundeliegenden Risiken und Unsicherheiten hinzugeben ist, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Risiken und Unsicherheiten sind bei der Schätzung berücksichtigt.
Sonstige Passiva
In den Sonstigen Passiva werden insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrige Steuerschulden, Leasing-Verbindlichkeiten sowie sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Dieser Posten enthält keine finanziellen Verbindlichkeiten nach IFRS 9.
Die Leasing-Verbindlichkeit wird am Bereitstellungsdatum zum Barwert der zu diesem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Die Abzinsung dieser Leasingzahlungen erfolgt mit jenem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Lässt sich dieser nicht ohne weiteres bestimmen, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz des RLB Steiermark Konzerns herangezogen. Die Leasingzahlungen entsprechen den festen Zahlungen, welche der RLB Steiermark Konzern im Rahmen des Leasingverhältnisses zu leisten hat.
Während der Leasinglaufzeit ist die Leasing-Verbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode fortzuschreiben. Bei Änderungen der Laufzeit des Leasingverhältnisses, Änderungen im Zusammenhang mit der Beurteilung von etwaigen Kaufoptionen, Änderungen von etwaigen Restwertgarantien oder Änderungen der Leasingraten wird eine Neubewertung der Leasing-Verbindlichkeit vorgenommen.
Die Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als passivischer Abgrenzungsposten in der Bilanz ausgewiesen. Dieser wird entsprechend der Nutzungsdauer der Vermögenswerte, für welche die Zuwendung gewährt wurde, planmäßig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung aufgelöst.
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen
Schulden sind nur dann Teil einer Veräußerungsgruppe, wenn sie bei der Veräußerung mit übertragen werden, der Erwerber sie somit übernimmt. Diese Verbindlichkeiten sind getrennt von anderen Schulden in der Bilanz auszuweisen. Eine Saldierung der Vermögenswerte und Schulden einer Veräußerungsgruppe darf nicht vorgenommen werden.
Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem eingezahlten Kapital, das ist das dem Unternehmen zur Verfügung gestellte Kapital (gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklagen), und aus dem erwirtschafteten Kapital (Gewinnrücklagen und dem kumulierten Sonstigen Ergebnis) zusammen.
Das kumulierte Sonstige Ergebnis umfasst – jeweils nach Berücksichtigung der latenten Steuern – die nicht erfolgswirksam erfassten Ergebnisse aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten – FVOCI, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen, die anteiligen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen sowie die bonitätsinduzierten Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten.
Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter am Eigenkapital der vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden als eigener Posten innerhalb des Eigenkapitals gesondert dargestellt.
Steuerforderungen und Steuerschulden/Ertragsteuern
Die Bilanzierung und Berechnung von Ertragsteuern erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-methode.
Laufende Steuern
Ertragsteuerforderungen bzw. -schulden aus laufenden Ertragsteuern werden in Höhe der voraussichtlichen Verrechnung mit den jeweiligen Steuerbehörden angesetzt und in den Positionen „Laufende Ertragsteuerforderungen“ bzw. „Laufende Ertragsteuerschulden“ ausgewiesen.
Latente Steuern
Die Berechnung latenter Steuern auf temporäre Differenzen, die sich in Folgeperioden wieder ausgleichen, erfolgt durch Vergleich der Wertansätze der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den steuerlichen Buchwerten des jeweiligen Konzernunternehmens.
Latente Steuerforderungen werden für alle steuerlich absetzbaren temporären Unterschiede und noch nicht ausgenutzte steuerliche Verlust-vorträge in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft ein zu versteuernder Gewinn zur Verrechnung mit den steuerlich absetzbaren temporären Unterschieden und noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen zur Verfügung stehen wird. Der Buchwert der latenten Steuerforderungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Maß reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichend zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die latente Steuerforderung zumindest teilweise genutzt werden kann. Nicht bilanzierte latente Steuerforderungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein zukünftig zu versteuernder Gewinn eine Nutzung der latenten Steuerforderungen ermöglicht. Eine Aufrechnung von latenten Steuerforderungen und latenten Steuerschulden wird, sofern die entsprechenden Voraussetzungen nach IAS 12.74 vorliegen, für jene Unternehmen einer Steuergruppe vorgenommen, welche im Zuge der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss der RLB Steiermark einbezogen werden. Abzinsungen für latente Steuern werden nicht vorgenommen.
Latente Steuerforderungen und -schulden werden entsprechend IAS 12.47 anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze verwendet, die zum Abschlussstichtag gültig oder angekündigt sind („enacted tax rate“).
Die latenten Ertragsteuerforderungen und -schulden werden in eigenen Bilanzpositionen „Latente Ertragsteuerforderungen“ bzw. „Latente Ertragsteuerschulden“ ausgewiesen.
Sowohl laufende wie auch latente Ertragsteuern werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter der Position „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ ausgewiesen, sonstige Steuern werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
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Steuerliche Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist seit dem Veranlagungsjahr 2011 Gruppenträgerin einer Unternehmensgruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG. Die Unternehmensgruppe umfasst neben der Gruppenträgerin 18 (Vj: 18) weitere Gruppenmitglieder.
Die betroffenen Gesellschaften haben eine Regelung über den Steuerausgleich dahingehend getroffen, dass eine jährliche Abrechnung der Steuerbe- oder -entlastung, die sich aus dem während der Gruppenzugehörigkeit entstehenden Einkommen des Gruppenmitglieds ergibt, erfolgt.
Des Weiteren sind folgende vollkonsolidierte Gesellschaften Gruppenträgerinnen einer steuerlichen Unternehmensgruppe:
  • RLB Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft mbH mit 6 Gruppenmitgliedern (Vj: 8)
  • Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit 2 Gruppenmitgliedern (Vj: 5)
  • Steirische Raiffeisen – Immobilien - Leasing GmbH mit 4 Gruppenmitgliedern (Vj: 4)
Die Steuerbemessungsgrundlage für die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte der Gruppenträgerin sowie der zugerechneten steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Berücksichtigung der steuerlichen Verlustvorträge der Gruppenträgerin im gesetzlichen Ausmaß.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-rechnung
1. Zinsüberschuss
In TEUR
2022
2021
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge
237.605
179.770
Finanzielle Vermögenswerte – AC
233.055
171.071
Kredite und Forderungen
211.178
150.676
Schuldverschreibungen
21.877
20.395
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
4.550
8.699
Schuldverschreibungen
4.550
8.699
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
26.436
46.387
Finanzielle Vermögenswerte – FVTPL-M
1.500
1.312
Kredite und Forderungen
755
405
Schuldverschreibungen
496
907
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
249
0
Derivative Finanzinstrumente
-3.464
13.122
Derivative Finanzinstrumente (Economic Hedges)
15.662
32.680
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting)
-19.126
-19.558
Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten
28.400
31.953
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt
264.041
226.157
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge beinhalten Gewinne aus marktinduzierten Vertragsänderungen von Finanzinstrumenten in Höhe von 2.895 TEUR (Vj: 236 TEUR), die Zinsaufwendungen beinhalten Verluste aus marktinduzierten Vertragsänderungen in Höhe von 756 TEUR (Vj: 4.310 TEUR).
Zinserträge aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten Zinserträge aus Negativzinsen in Höhe von 11.695 TEUR (Vj: 14.584 TEUR).
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185

Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten betreffen mit einem Betrag von 23.422 TEUR (Vj: 24.757 TEUR) Zinsen für die gezogenen Tranchen im Rahmen des TLTRO III-Programms der EZB. Die nach der Effektivzinsmethode ermittelten Zinsen basieren auf der durchschnittlichen Deposit Facility Rate (Einlagenfazilität). Durch die Änderung der Durchschnittsverzinsung wurde die zu diesem Zeitpunkt laufende Zinsperiode zweigeteilt, wobei für den Zeitraum ab 23. November 2022 der Durchschnitt der anzuwendenden Zinssätze für die Einlagenfazilität bis zum Laufzeitende (oder früheren Rückzahlung) anzuwenden ist. Daraus resultierte eine Erhöhung der Verzinsung, da frühere Zinsperioden mit signifikanten Negativzinsen nicht mehr im gleichen Ausmaß im Durchschnitt zu berücksichtigen waren. Der zum 31.12.2022 errechnete bzw. angewendete Effektivzinssatz für die Ermittlung der Zinsen bewegt sich je nach Tranche zwischen -0,7 % und 1,2 %. Die Bonifizierungen (Zinserträge) aufgrund der Erfüllung der Kreditvergabeziele für die Verzinsungsperioden 24. Juni 2020 bis 23. Juni 2021 (special interest rate period, SIRP) und von 24. Juni 2021 bis 23. Juni 2022 (additional special interest rate period, ASIRP) werden im Effektivzinssatz berücksichtigt und über die Gesamtlaufzeit der erhaltenen Refinanzierungen amortisiert.
In TEUR
2022
2021
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten – AC
-109.706
-90.548
Einlagen / Aufgenommene Gelder
-41.945
-29.428
Verbriefte Verbindlichkeiten
-64.352
-57.687
Nachrangige Verbindlichkeiten
-3.288
-3.309
Leasing-Verbindlichkeiten
-121
-124
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-3.147
-25.248
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
-20.312
-35.839
Einlagen / Aufgenommene Gelder
-11.996
-22.243
Verbriefte Verbindlichkeiten
-8.013
-13.513
Nachrangkapital i.S. CRR
-303
-83
Derivative Finanzinstrumente
30.701
33.066
Derivative Finanzinstrumente (Economic Hedges)
-53
-1.370
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting)
30.754
34.436
Negativzinsen aus finanziellen Vermögenswerten
-13.536
-22.475
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt
-112.853
-115.796
In TEUR
2022
2021
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt
264.041
226.157
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt
-112.853
-115.796
Zinsüberschuss
151.188
110.361
Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten – AC (Einlagen / Aufgenommene Gelder) beinhalten mit einem Betrag von 4.941 TEUR (Vj: 0 TEUR) Zinsen für die gezogenen Tranchen im Rahmen des TLTRO III-Programms der EZB. In den Zinsaufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten werden Negativzinsen in Höhe von 12.194 TEUR (Vj: 20.942 TEUR) ausgewiesen.
Die aus Handelsaktivitäten resultierenden Zinserträge und Zinsaufwendungen sind Bestandteil des Handelsergebnisses.
2. Dividendenerträge
In TEUR
2022
2021
aus Eigenkapitalinstrumenten FVOCI
 
 
Beteiligungen
69.006
6.391
Sowohl in der der Berichtsperiode als auch in der Vergleichsperiode wurden Dividenden zur Gänze für noch im Bestand befindliche Eigenkapitalinstrumente FVOCI erfasst.
3. Laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR
2022
2021
Anteiliges laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
351.758
127.416
Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen beinhaltet ausschließlich die anteilige, laufende Ergebniskomponente der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Im Vorjahr wurde in dieser Position zusätzlich ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 116.396 TEUR dargestellt. Ab dem Geschäftsjahr 2022 erfolgt der Ausweis von Wertminderungen und Wertaufholungen in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ (siehe Note 11 sowie Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden / Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“).
Weitere Details sind Note 22 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ zu entnehmen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
4. Provisionsüberschuss
In TEUR
2022
2021
Provisionserträge
64.128
70.984
Wertpapiergeschäft
25.280
33.881
Kreditgeschäft
9.561
8.049
Zahlungsverkehr
24.985
23.734
Auslandsgeschäft
3.035
3.673
Sonstige Bankdienstleistungen
1.267
1.647
Provisionsaufwendungen
-21.744
-27.168
Wertpapiergeschäft
-10.418
-17.620
Kreditgeschäft
-7.553
-5.504
Zahlungsverkehr
-2.417
-2.144
Auslandsgeschäft
-954
-1.475
Sonstige Bankdienstleistungen
-402
-425
Gesamt
42.384
43.816
Nachfolgend werden die Erträge und Aufwendungen aus Verträgen mit Kunden nach den berichtspflichtigen Segmenten des Konzerns aufgegliedert:
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Kommerz-kunden
Privat-kunden
Kapital-markt und Treasury
Beteili-gungen
Sonstige
Überleitung
Gesamt
Provisionserträge
21.500
13.688
11.081
12.776
5.297
-214
64.128
Provisionsaufwendungen
-2.154
-1.774
-9.908
-1.434
-6.611
137
-21.744
Gesamt
19.346
11.914
1.173
11.342
-1.314
-77
42.384
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Kommerz-kunden
Privat-kunden
Kapital-markt und Treasury
Beteili-gungen
Sonstige
Überleitung
Gesamt
Provisionserträge
19.350
14.430
20.614
12.920
3.849
-179
70.984
Provisionsaufwendungen
-2.429
-2.555
-16.565
-1.848
-3.940
169
-27.168
Gesamt
16.921
11.875
4.049
11.072
-91
-10
43.816
5. Ergebnis aus Hedge Accounting
In TEUR
2022
2021
Bewertungsergebnis aus Mikro Fair Value Hedges
-3.370
600
Bewertungsergebnis aus Grundgeschäften in Mikro Fair Value Hedges
328.336
46.260
Bewertungsergebnis aus Sicherungsinstrumenten in Mikro Fair Value Hedges
-331.706
-45.660
Bewertungsergebnis aus Portfolio Fair Value Hedges
-3.218
-909
Bewertungsergebnis aus Grundgeschäften Portfolio Fair Value Hedges
-219.729
-57.014
Bewertungsergebnis aus Sicherungsgeschäften Portfolio Fair Value Hedges
216.511
56.105
Gesamt
-6.588
-309
Im RLB Steiermark Konzern wird Fair Value Hedge Accounting i. S. v. IFRS 9 angewendet. Der Hauptanwendungsbereich liegt dabei in der Absicherung von Grundgeschäften mit Festzinsrisiko durch in Bezug auf wesentliche Parameter identische, aber gegenläufige Finanzinstrumente. Des Weiteren wird Portfolio Fair Value Hedge Accounting nach IAS 39 eingesetzt.
Weitere Details zum „Hedge Accounting“ sind in Note 37 ersichtlich.
6. Handelsergebnis
Im Handelsergebnis werden sämtliche Zins- und Dividendenerträge, Zinsaufwendungen sowie realisierte und unrealisierte Fair Value Änderungen aus Handelsbeständen ausgewiesen. Darüber hinaus werden hier das Netto-Fremdwährungsergebnis sowie Barwertänderungen von in Swaps enthaltenen Running Fees, welche nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, in dieser Position dargestellt.
In TEUR
2022
2021
Nettozinsergebnis
25.650
16.674
Schuldverschreibungen
865
248
Derivative Finanzinstrumente
24.785
16.426
Bewertungsergebnis
-26.477
-6.504
Schuldverschreibungen
-48
-57
Derivative Finanzinstrumente
-31.603
-14.519
Sonstiges Geschäft
5.174
8.072
Veräußerungsergebnis
-3.046
-17
Schuldverschreibungen
-3.046
-17
Gesamt
-3.873
10.153
Im Geschäftsjahr 2022 beträgt das im Handelsergebnis enthaltene Netto-Fremdwährungsergebnis 4.432 TEUR (Vj: 7.457 TEUR) und wird im Bewertungsergebnis „Sonstiges Geschäft“ ausgewiesen.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
7. Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL) umfasst einerseits das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von designierten finanziellen Schulden sowie jener Derivate, die im Rahmen der Fair Value Option (FVO) in einer Sicherungsbeziehung zu einem designierten Grundgeschäft stehen.
Andererseits wird in dieser Position das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten (FVPL-M) ausgewiesen. Dieses beinhaltet das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von Krediten und Wertpapieren, welche die SPPI-Kriterien nicht erfüllen. Im Vorjahr wurde darin auch das Nettoergebnis aus dem aufgrund IFRS 9.B4.1.6 verpflichtend zum Fair Value zu bewertenden Sondervermögen, bestehend aus den Finanzinstrumenten der strukturierten Unternehmen (Spezialfonds) DASAA, EURAN und GLAN, sowie das Veräußerungsergebnis von Eigenkapitalinstrumenten, für welche die Wahlmöglichkeit zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis nicht in Anspruch genommen wurde, ausgewiesen.
In TEUR
2022
2021
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVO
-1.360
575
Veräußerungsergebnis
3.091
3.662
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.091
3.662
Bewertungsergebnis
-4.451
-3.087
Einlagen / Aufgenommene Gelder
32.543
27.732
Verbriefte Verbindlichkeiten
20.234
11.635
Derivative Finanzinstrumente
-57.228
-42.454
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVPL-M
-5.259
-1.031
Veräußerungsergebnis
-143
-647
Schuldverschreibungen
-143
-419
Sondervermögen
0
-260
Beteiligungen
0
32
Bewertungsergebnis
-5.116
-384
Schuldverschreibungen
-2.137
-692
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
-1.519
667
Kredite und Forderungen
-1.460
-359
Gesamt
-6.619
-456

8. Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
Im Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten wird das Veräußerungsergebnis sowohl finanzieller Vermögenswerte als auch finanzieller Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ausgewiesen. Dieses beinhaltet auch das Ergebnis aus substanziellen Modifikationen sowie das realisierte Ergebnis aus Hedge Adjustments aus dem vorzeitigen Abgang von Grundgeschäften, die dem Portfolio Fair Value Hedge Accounting gewidmet wurden. Zudem wird in dieser Position das Ergebnis aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, welche aufgrund des Geschäftsmodells als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis bewertet werden, dargestellt.
In TEUR
2022
2021
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten – AC
4.811
234
Schuldverschreibungen
88
50
Gewinne aus der Ausbuchung
117
108
Verluste aus der Ausbuchung
-29
-58
Kredite und Forderungen
4.723
184
Gewinne aus der Ausbuchung
4.887
319
Verluste aus der Ausbuchung
-164
-135
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten – FVOCI
-1.834
2.610
Schuldverschreibungen
-1.834
2.610
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten – AC
-935
-470
aus Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
-1.118
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
183
-470
Gesamt
2.042
2.374
Das Veräußerungsergebnis von finanziellen Vermögenswerten AC beinhaltet in erster Linie Gewinne aus der Auflösung von Basis Adjustments. Darüber hinaus sind darin das Abgangsergebnis aus Krediten aufgrund substanzieller Modifikationen und jenes aus der (Teil-)Tilgung von Wertpapieren enthalten. Das Veräußerungsergebnis der finanziellen Vermögenswerte FVOCI resultiert ausschließlich aus der Veräußerung von Wertpapieren.
Das Veräußerungsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten AC betrifft Verluste aus der Rücknahme von begebenen Emissionen sowie Verluste aus der Auflösung von Basis Adjustments.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
9. Sonstiges betriebliches Ergebnis
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind unter anderem Erträge aus der Weiterverrechnung von Dienstleistungen, Beiträge an
Sicherungseinrichtungen sowie sonstige Steuern enthalten.
In TEUR
2022
2021*)
Sonstige betriebliche Erträge
44.131
68.374
Gewinne aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
55
61
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
1.487
1.313
Übrige betriebliche Erträge
42.589
67.000
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-15.461
-16.122
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
-167
-130
Sonstige Steuern
-3.646
-3.490
Beiträge an Sicherungseinrichtungen
-7.838
-7.833
Übrige betriebliche Aufwendungen
-3.810
-4.669
Gesamt
28.670
52.252
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche). In diesem Zusammenhang werden Sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 103.396 TEUR auf 68.374 TEUR und Sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von 16.221 TEUR auf 16.122 TEUR angepasst.
Die übrigen betrieblichen Erträge enthielten im Vorjahr einen Ertrag aus dem Verkauf der ehemaligen Hypo-Filialen Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming in Höhe von 24.499 TEUR.
In den Sonstigen Steuern ist im Wesentlichen der Aufwand für die Stabilitätsabgabe in Höhe von 3.624 TEUR (Vj: 3.594 TEUR) enthalten.
Aufgrund der EU-Richtlinien 2014/49/EU und 2014/59/EU zum Bankenabwicklungsfonds und zum Spareinlagen-Sicherungssystem, in Österreich umgesetzt durch das BaSAG (Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) sowie durch das ESAEG (Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz), sind Kreditinstitute seit 2015 verpflichtet, Beiträge aus diesem Titel an Sicherungseinrichtungen zu entrichten.
Das ESAEG schreibt vor, dass jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährlicher Beitragsvorschreibung an die Mitgliedsinstitute bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von zumindest 0,8 % der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute auszustatten ist. Die Rolle der Sicherungseinrichtung für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich hat mit Stichtag 29. November 2021 die Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen übernommen.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG jährlich Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Einlagen und der Ausprägung der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist.
Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung pro Kalenderjahr Sonderbeiträge in der Höhe von maximal 0,5 % der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute einheben. Diese Schwelle kann im Einzelfall durch die Genehmigung der FMA auch überschritten werden. Die Höhe des Sonderbeitrags bestimmt sich gemäß § 22 ESAEG als Verhältnis des zuletzt fälligen Jahresbeitrags der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG zur Gesamtsumme der zuletzt fälligen Jahresbeiträge aller Mitglieder der Sicherungseinrichtung.
Für das Geschäftsjahr 2022 wurde seitens des RLB Steiermark Konzerns ein Beitrag von 2.185 TEUR (Vorjahr: 2.393 TEUR) geleistet. Zahlungsverpflichtungen i. S. d. § 7 Abs. 1 Z. 13 ESAEG wurden nicht verwendet.
Im Falle einer Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen i. S. d. § 49 ESAEG (Anlegerentschädigung) beträgt die Beitragsleistung des Einzelinstituts pro Geschäftsjahr maximal 1,5 % der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a CRR zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 CRR und somit für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG 166.249 TEUR (Vorjahr: 212.636 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Anlegerentschädigungen erbracht.
Durch das BaSAG wurde die EU-Richtlinie 2014 /59/EU über die Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen in Österreich umgesetzt.
Zur Finanzierung des gesetzlichen Abwicklungsfinanzierungsmechanismus durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 123 BaSAG sind gemäß § 123a BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß Artikel 70 der Verordnung (EU) 806/2014 nach dem Verhältnis der Höhe der Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten abzüglich gesicherter Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Im Geschäftsjahr 2022 hat der RLB Steiermark Konzern einen Beitrag in Höhe von 5.653 TEUR (Vorjahr: 5.439 TEUR) geleistet. Unwiderrufliche Zahlungsverpflichtungen wurden nicht verwendet.
Darüber hinaus kann die Abwicklungsbehörde im Bedarfsfall gemäß Artikel 71 der Verordnung (EU) 806/2014 außerordentliche nachträgliche Beiträge einheben. Die Berechnung der Höhe dieser Beiträge folgt den Regeln der ordentlichen Beiträge i. S. d. Artikel 69 und 70 der Verordnung (EU) 806/2014 G und darf den dreifachen Jahresbetrag der ordentlichen Beiträge nicht überschreiten.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
10. Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
In TEUR
2022
2021*)
Personalaufwand
-87.132
-84.289
Löhne und Gehälter
-65.079
-62.705
Soziale Abgaben
-15.577
-15.809
Freiwilliger Sozialaufwand
-1.920
-1.720
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
-4.556
-4.055
Sachaufwand
-43.825
-42.233
IT-Aufwand
-13.343
-12.117
Instandhaltungsaufwand
-4.448
-4.203
Hausbetriebsaufwand
-3.646
-3.475
Rechts- und Beratungsaufwand
-6.503
-9.302
Werbe- und Repräsentationsaufwand
-3.959
-3.512
Schulungsaufwand
-928
-501
Büroaufwand
-3.336
-2.924
Fuhrparkaufwand
-397
-482
Sonstiger Sachaufwand
-7.265
-5.717
Abschreibungen
-7.929
-8.578
Sachanlagen
-4.779
-5.827
Immaterielle Vermögenswerte
-991
-1.068
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
-1.091
-529
Nutzungsrechte
-1.068
-1.154
Gesamt
-138.886
-135.100
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche). In diesem Zusammenhang wurden Personalaufwendungen in Höhe von 91.900 TEUR auf 84.289 TEUR, Sachaufwendungen in Höhe von 61.104 TEUR auf 42.233 TEUR sowie Abschreibungen von 14.584 TEUR auf 8.578 TEUR angepasst.
Der Steigerung der Personalaufwendungen ist im Wesentlichen auf kollektivvertragliche Erhöhungen und die Auszahlung von Teuerungsprämien zurückzuführen.
11. Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR
2022
2021
Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
-379.456
-116.396
Das Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen beinhaltet ausschließlich den Wertminderungsaufwand aus der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Im Vorjahr wurde ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 116.396 TEUR innerhalb der Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ dargestellt (siehe Note 3 Laufendes Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen sowie Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden / Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“).
Weitere Details sind Note 22 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ zu entnehmen.
12. Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
In TEUR
2022
2021
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
202
-13
Neubildungen
-35
-134
Auflösungen
237
121
Finanzielle Vermögenswerte – AC
-16.721
8.258
Neubildungen
-51.932
-26.274
Auflösungen
34.499
33.953
Direkte Forderungsabschreibungen
-63
-119
Eingänge auf abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte
773
702
Sonstige Anpassungen
2
-4
Außerbilanzielle Geschäfte
-478
4.257
Neubildungen
-14.297
-5.068
Auflösungen
13.819
9.325
Gesamt
-16.997
12.502
Die Veränderung des Ergebnisses im Bereich der Wertminderungen ist einerseits auf die (Netto-)Dotierung von Risikovorsorgen für ausgefallene Exposures (Stage 3) mit 22,0 Mio. EUR (Vj: (Netto-)Auflösung 5,6 Mio. EUR) und andererseits auf die (Netto-)Auflösung von Portfoliowertberichtigungen (Wertminderungen Stage 1 und 2) mit 4,3 Mio. EUR (Vj: (Netto-)Auflösung 6,3 Mio. EUR) zurückzuführen. Aufgrund der aktuellen Krisenherde (Russland / Ukraine Krieg, Energiepreiskrise, Inflation, Zinsentwicklung) wurde im Rahmen der Ermittlung der Port-foliowertberichtigungen ein Post Model Adjustment (PMA) angewendet, wodurch bei sämtlichen in das PMA einbezogenen Kunden ein Transfer der Geschäfte von Stage 1 nach Stage 2 vorgenommen und anstatt des 1-Jahres ECL der Lifetime-ECL als Risikovorsorge herangezogen wurde.
Zu weiteren Detailangaben über die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte siehe Note 15 „Barreserve und Sichtguthaben“, Note 16 „Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)“, Note 18 „Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)“, Note 33 „Rückstellungen“ sowie das Kapitel „Risikobericht“.
In der Position „Sonstige Anpassungen“ sind Gewinne und Verluste aus bonitätsinduzierten Vertragsänderungen von Finanzinstrumenten in Höhe von 5 TEUR (Vj: 4 TEUR) bzw. -3 TEUR (Vj: -8 TEUR) enthalten.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
13. Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Ertragsteueraufwendungen beinhalten die in den Konzernunternehmen auf Basis der steuerlichen Ergebnisse errechneten laufenden Ertragsteuern, Ertragsteuerkorrekturen sowie die Veränderungen der latenten Steuern.
In TEUR
2022
2021*)
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag
-1.406
-2.595
Latente Steuern
-11.653
-23.559
Gesamt
-13.059
-26.154
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche). In diesem Zusammenhang wurden laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von -2.830 TEUR auf -2.545 TEUR angepasst.
Zu Detailangaben über die latente Steuer siehe Note 34 „Laufende und latente Ertragsteuerforderungen und -schulden“.
Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Konzernergebnis und effektiver Steuerbelastung:
In TEUR
2022
2021*)
Konzernergebnis vor Steuern
92.629
113.004
Rechnerischer Ertragssteueraufwand im Geschäftsjahr
zum inländischen Ertragssteuersatz von 25 %
-23.157
-28.251
At equity Bilanzierung von assoziierten Unternehmen
-6.925
2.755
Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungserträgen und sonstigen Erträgen
16.773
2.866
Steuermehrung aufgrund von steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen
-1.738
-1.650
Minderung des laufenden Steueraufwandes aufgrund Änderung der Verwertbarkeit von Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen
893
966
Änderung latenter Steuern infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz
31
7
Latenter Steueraufwand infolge Abwertung eines latenten Steueranspruchs / Aufhebung einer früheren Abwertung eines latenten Steueranspruchs
119
-64
Effekt aus der Änderung des Körperschaftssteuersatzes auf latente Steuern
900
0
Effekte aus Entkonsolidierung
-230
0
Periodenfremde Ertragsteuern
477
-3.601
Sonstige Anpassungen
-202
818
Effektiver Steueraufwand
-13.059
-26.154
Steuerquote in Prozent
-14,10 %
-23,14 %
*) Anpassung Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 aufgegebene Geschäftsbereiche).

14. Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
Im Folgenden werden die Posten der Erfolgsrechnung der aufgegebenen Geschäftsbereiche dargestellt:
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
In TEUR
2022
2021
Sonstige betriebliche Erträge
33.220
35.084
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-8.270
-160
Sonstiges betriebliches Ergebnis
24.950
34.924
Betriebserträge
24.950
34.924
Personalaufwand
-5.870
-7.612
Sachaufwand
-17.496
-18.872
Abschreibungen
-2.681
-6.006
Verwaltungsaufwendungen
-26.047
-32.490
Betriebsergebnis / Ergebnis vor Steuern
-1.097
2.434
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-80
-285
Ergebnis
-1.177
2.149
Das Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen beinhaltet das Ergebnis aus der Entkonsolidierung der Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH und Raiffeisen Rechenzentrum GmbH.
Im Folgenden wird die Geldflussrechnung aus aufgegebenen Geschäftsbereichen abgebildet:
In TEUR
2022
2021
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
17.674
7.484
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
-1.038
-4.008
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
-9.411
-665
Cash Flow des Geschäftsjahres
7.225
2.811
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Segmentberichterstattung
Die Grundlage für die Segmentberichterstattung bildet die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Finanzberichterstattung. Damit folgt die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 „Operating Segments“ dem sogenannten „Management Approach“, der verlangt, dass die Segmentinformationen extern so darzustellen sind, wie sie vom Gesamtvorstand regelmäßig zur Allokation von Ressourcen und zur Beurteilung der Ertragskraft vorgenommen werden.
Hierbei handelt es sich um eine stufenweise Deckungsbeitragsrechnung. Die Erträge und Aufwendungen werden verursachungsgerecht zugeordnet. Ertragspositionen sind der Zinsüberschuss, Dividendenerträge, der Provisionsüberschuss, das laufende Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, das Handelsergebnis, das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sowie das Sonstige betriebliche Ergebnis, wobei der Zinsüberschuss auf Basis der Marktzinsmethode kalkuliert wird.
Das Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen umfasst Wertminderungen bzw. Wertaufholungen von assoziierten Unternehmen. Die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte beinhalten Neubildungen und Auflösungen für finanzielle Vermögenswerte und außerbilanzielle Geschäfte sowie Direktabschreibungen und Eingänge aus abgeschriebenen finanziellen Vermögenswerten. Die Verwaltungsaufwendungen beinhalten direkte und indirekte Kosten. Die direkten Kosten (Personal- und Sachkosten) werden von den Geschäftsfeldern verantwortet, die indirekten Kosten werden auf Basis von internen Verrechnungspreisen bzw. vereinbarten Schlüsseln zugeordnet.
Die Basis für die Verteilung des Eigenkapitals bildet das entsprechend der internen Risikoermittlung und -steuerung errechnete Gesamtrisiko der einzelnen Segmente. Der Nettozinsnutzen wird auf Basis des allozierten Eigenkapitals ermittelt und im Zinsüberschuss dargestellt.
Die Geschäftsfelder werden wie selbstständige Unternehmen mit eigener Kapitalausstattung und Ergebnisverantwortung dargestellt.
Die Zurechnung der Aufwendungen zu den Segmenten erfolgt auf Basis der Kostenrechnung und der dort definierten einheitlichen Verrechnungsstandards.
Das Kriterium für die Abgrenzung der Geschäftsfelder ist die Betreuungszuständigkeit für die Kunden des RLB Steiermark Konzerns.
Die Segmentberichterstattung unterscheidet folgende Geschäftsfelder:
  • Kommerzkunden
  • Privatkunden
  • Kapitalmarkt und Treasury
  • Beteiligungen
  • Sonstige
Kommerzkunden
Im Geschäftsfeld „Kommerzkunden“ konzentriert sich der RLB Steiermark Konzern in seiner strategischen Ausrichtung auf den Sektor Industrie, Projektfinanzierungen im In- und Ausland, KMU, institutionelle Kunden sowie auf die öffentliche Hand. Es beinhaltet das klassische Kreditgeschäft (z. B. Kontokorrentkredite, Barvorlagen, Direktkredite) und Risikobeteiligungen für Kommerzkunden, Handels- und Exportfinanzierung, Dokumentengeschäft und die Erbringung von Leasingfinanzierungen in allen relevanten Sparten. Zudem werden den Kunden maßgeschneiderte Lösungen im Bereich des Zahlungsverkehrs, der Risikoabsicherung, der Vorsorge sowie im Liquiditäts- und Veranlagungsmanagement angeboten.
Privatkunden
Das Geschäftsfeld „Privatkunden“ enthält das Retailgeschäft, das Private Banking inklusive der Geschäftsbeziehungen im Kundensegment Ärzte und Freie Berufe. Die Betreuung der Privatkunden erfolgt in insgesamt 14 Bankstellen in der Steiermark, inklusive den zentralen Beratungsstellen für das Private Banking und Ärzte und Freie Berufe. Zur Zielgruppe gehören alle Privatpersonen sowie Kleinbetriebe und selbstständig Erwerbstätige. Im Retailgeschäft werden weitestgehend standardisierte Produkte im Bereich Veranlagung (Wertpapiere und Spareinlagen, Bausparen), Finanzierung (Wohnbaukredite, Konsumkredite), Zahlungsverkehr (Giro- bzw. Gehaltskonten, Kreditkarten) sowie Vorsorge (Er-/Ablebensversicherungen) angeboten. Im Private Banking liegt der produktmäßige Schwerpunkt in der Veranlagung (Wertpapiere), im Teilbereich Center Ärzte und Freie Berufe in der Finanzierung (Investitionsfinanzierungen), wobei für beide Kundengruppen eine ganzheitliche Beratung angeboten wird.
Kapitalmarkt und Treasury
Das Geschäftsfeld „Kapitalmarkt und Treasury“ umfasst insbesondere das Ergebnis aus der Steuerung des Bankbuchs (Strukturbeitrag) und das Ergebnis des Handelsbuchs, sowie die Eigenpositionierung mit Zins- bzw. Kursprodukten (Geldmarktdepots, Termingeschäfte, Optionen). Darunter fallen Zinsgeschäfte, Währungsgeschäfte, das Liquiditätsmanagement und das Aktiv/Passiv-Management (Fristentransformation). Dazu kommen das Portfoliomanagement von Renten, Fonds sowie kurz- und langfristige alternative Investments (Kombination von Wertpapierprodukten mit derivativen Produkten).
Der Handel mit Finanzinstrumenten erfolgt zentral und unterliegt streng kontrollierten Limiten. Während die Eigengeschäfte vollständig unter diesem Segment ausgewiesen werden, sind Beiträge aus kundenbezogenen Treasury-Transaktionen anderen Segmenten zugeordnet. Jener Teil des Ergebnisbeitrags, der über den am Markt erzielbaren Preisen liegt, wird den Kundenbereichen zugeordnet.
Beteiligungen
Das Geschäftsfeld „Beteiligungen“ beinhaltet das bank- bzw. finanzinstitutsorientierte Beteiligungsportefeuille, inklusive der assoziierten Unternehmen, die at equity bilanziert werden. Wichtigster Bestandteil sind die Beteiligungen im Allfinanzbereich, insbesondere die Beteiligungen im Verbund, wie jene an der RBI. Ebenfalls in diesem Segment werden die Aktivitäten im Zusammenhang mit den Raiffeisenbanken der Primärebene abgebildet. Betreffen derartige Aktivitäten jedoch das Zwischenbankgeschäft, so sind sie im Segment „Kapitalmarkt und Treasury“ enthalten.
Sonstige
In diesem Segment werden Erträge und Aufwendungen dargestellt, die inhaltlich keinem anderen Geschäftsfeld zugerechnet werden. In der Vergangenheit beinhaltete dieses Segment insbesondere Ergebnisse aus der Leistungserbringung des Rechenzentrums (IT-Leistungen an Raiffeisenbanken und andere Drittkunden). Aufgrund der Einstufung des Rechenzentrums als aufgegebener Geschäftsbetrieb gemäß IFRS 5 und Umgliederung der Ergebnisse in die Position „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ (siehe dazu Kapitel „Verschmelzung Raiffeisen Informatik Center Steiermark mit RAITEC“ sowie Note 14) sind die darauf entfallenden Erträge und Aufwendungen im Geschäftsjahr 2022 in der Spalte „Überleitung“ enthalten. Das Vorjahr wurde entsprechend angepasst.
Die Spalte „Überleitung“ ist nicht als Segment definiert, sie stellt die Überleitung zum Konzernergebnis dar und enthält neben den oben erläuterten Umgliederungen gemäß IFRS 5 im Wesentlichen Beträge aus der Konsolidierung.
Im RLB Steiermark Konzern werden zwei zentrale Steuerungsgrößen eingesetzt. Der Return on Equity errechnet sich aus dem Verhältnis Konzernergebnis vor Steuern zum durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital und zeigt die Verzinsung des im Geschäftsbereich eingesetzten Kapitals.
Die Cost/Income-Ratio stellt die Kosteneffizienz der Geschäftsfelder dar. Die Cost/Income-Ratio errechnet sich als Quotient aus den Verwaltungsaufwendungen und den Betriebserträgen. Die Berechnung erfolgt ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Kommerz-kunden
Privat-kunden
Kapital-markt und Treasury
Beteili- gungen
Sonstige
Überleitung
Gesamt
Zinsüberschuss
81.058
16.993
54.785
-6.860
5.135
77
151.188
Dividendenerträge
0
0
0
70.151
0
-1.145
69.006
laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
351.758
0
0
351.758
Provisionsüberschuss
19.346
11.914
1.173
11.342
-1.314
-77
42.384
Handelsergebnis
1.178
234
-5.285
0
0
0
-3.873
Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/
Verbindlichkeiten1)
-3.192
0
-7.973
0
0
0
-11.165
Sonstiges betriebliches Ergebnis
2.129
336
-708
39.774
2.318
-15.179
28.670
Betriebserträge
100.519
29.477
41.992
466.165
6.139
-16.324
627.968
Verwaltungsaufwendungen
-29.656
-24.428
-14.251
-48.775
-39.361
17.585
-138.886
Betriebsergebnis
70.863
5.049
27.741
417.390
-33.222
1.261
489.082
Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
-379.456
0
0
-379.456
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
-10.651
-6.635
476
-187
0
0
-16.997
Konzernergebnis vor Steuern
60.212
-1.586
28.217
37.747
-33.222
1.261
92.629
Ø zugeordnetes Eigenkapital
401.592
48.511
474.426
727.797
-
-
1.652.326
Return on Equity
14,99 %
-
5,95 %
5,19 %
-
-
5,61 %
Cost/Income-Ratio2)
29,50 %
82,87 %
33,94 %
10,46 %
-
-
22,12 %
1)Im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sind die GuV-Positionen „Ergebnis aus Hedge Accounting“, „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)“ und „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ zusammengefasst.
2)Berechnung Cost/Income-Ratio: Verwaltungsaufwendungen / Betriebserträge
Der Rückgang des Konzernergebnisses vor Steuern im Segment „Kommerzkunden“ ist vor allem durch höhere Risikovorsorgen im Vergleich zum Vorjahr begründet. Das Ergebnis im Segment „Kapitalmarkt und Treasury“ hat sich in erster Linie durch ein rückläufiges Handelsergebnis verringert. Ursächlich für die Verschlechterung des Ergebnisses im „Segment „Sonstige“ ist insbesondere der im Vorjahr enthaltene Sondereffekt aus dem Verkauf der ehemaligen Hypo-Filialen (24,5 Mio. EUR).
Der Buchwert der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen mit 806.505 TEUR (Vj: 869.048 TEUR) betrifft das Segment „Beteiligungen“.
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Kommerz-kunden
Privat-kunden
Kapital-markt und Treasury
Beteili- gungen2)
Sonstige2)
Überleitung2)
Gesamt
Zinsüberschuss
76.905
12.136
29.693
-10.778
2.408
-3
110.361
Dividendenerträge
0
0
0
7.210
0
-819
6.391
laufendes Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
127.416
0
0
127.416
Provisionsüberschuss
16.921
11.875
4.049
11.050
-69
-10
43.816
Handelsergebnis
169
140
9.844
0
0
0
10.153
Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/
Verbindlichkeiten1)
-1.525
0
3.134
0
0
0
1.609
Sonstiges betriebliches Ergebnis
3.423
85
168
38.364
26.052
-15.840
52.252
Betriebserträge
95.893
24.236
46.888
173.262
28.391
-16.672
351.998
Verwaltungsaufwendungen
-30.898
-27.654
-13.363
-42.649
-35.660
15.124
-135.100
Betriebsergebnis
64.995
-3.418
33.525
130.613
-7.269
-1.548
216.898
Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
0
0
0
-116.396
0
0
-116.396
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
6.852
4.890
120
640
0
0
12.502
Konzernergebnis vor Steuern
71.847
1.472
33.645
14.857
-7.269
-1.548
113.004
Ø zugeordnetes Eigenkapital
410.079
37.133
419.766
747.506
-
-
1.614.484
Return on Equity
17,52 %
3,96 %
8,02 %
1,99 %
-
-
7,00 %
Cost/Income-Ratio3)
32,22 %
>100 %
28,50 %
24,62 %
>100 %
-
38,38 %
1)Im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sind die GuV-Positionen „Ergebnis aus Hedge Accounting“, „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)“ und „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ zusammengefasst.
2) Anpassungen Vorjahr aufgrund geänderter Zuordnung (IFRS 5 – aufgegebene Geschäftsbereiche) und Ausweisänderung Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Ausweis von Wertminderungen in einer separaten Position „Bewertungsergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“). Nähere Informationen finden sich im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden / Anpassung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung“ sowie in den Notesangaben 3, 4, 9, 10 und 11.
3)Berechnung Cost/Income-Ratio: Verwaltungsaufwendungen / Betriebserträge
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Erläuterungen
zur Bilanz
15. Barreserve und Sichtguthaben
In TEUR
2022
2021
Kassenbestand
12.542
313.194
Guthaben bei Zentralbanken
1.509.556
3.136.718
Sichtguthaben
1.723.791
1.621.167
Gesamt
3.245.889
5.071.079
Bei den Guthaben bei Zentralbanken ist es vor allem aufgrund des Kundenkreditwachstums sowie der teilweisen vorzeitigen Rückführung des EZB Langfristtender (TLTRO III, Targeted Longer-Term Refinancing Operations) i.H.v. 1 Mrd. EUR und der damit verbundenen Verringerung des Guthabens bei der OeNB zu einem signifikanten Rückgang gegenüber dem Vergleichsstichtag gekommen.
In den Guthaben bei Zentralbanken und den Sichtguthaben (bei Kreditinstituten) wurden per 31. Dezember 2022 Wertminderungen in Höhe von 49 TEUR (Vj: 127 TEUR) berücksichtigt.
Eine detaillierte Darstellung der Veränderung dieser Bilanzposition erfolgt in der Geldflussrechnung.

16. Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
Sämtliche hier ausgewiesenen Forderungen und Wertpapiere sind dem Geschäftsmodell „Halten“ zugeordnet und führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Der Buchwert bzw. der Buchwert vor Wertminderung von gesicherten Grundgeschäften beinhaltet auch das darauf entfallende Hedge Adjustment.
 
2022
2021
In TEUR
Buchwert vor Wert-minderung
Kumulierte Wertmin-derungen
Buchwert
Buchwert vor Wert-minderung
Kumulierte Wertmin-derungen
Buchwert
Schuldverschreibungen
1.822.971
-384
1.822.587
1.716.217
-519
1.715.698
Staatssektor
424.269
-19
424.250
472.079
-33
472.046
Kreditinstitute
1.327.872
-268
1.327.604
1.153.785
-368
1.153.417
Sonstige Finanzunternehmen
34.481
-6
34.475
47.676
-18
47.658
Nichtfinanzielle Unternehmen
36.349
-91
36.258
42.677
-100
42.577
Kredite und Forderungen
9.895.494
-166.676
9.728.818
8.877.140
-154.363
8.722.777
Staatssektor
232.536
-17
232.519
285.856
-74
285.782
Kreditinstitute
1.535.332
-109
1.535.223
1.363.448
-116
1.363.332
Sonstige Finanzunternehmen
404.415
-12.660
391.755
370.653
-12.160
358.493
Nichtfinanzielle Unternehmen
6.268.562
-109.303
6.159.259
5.371.214
-104.972
5.266.242
Haushalte
1.454.649
-44.587
1.410.062
1.485.969
-37.041
1.448.928
Forderungen aus Leasingverhältnissen
126.594
-1.106
125.488
118.503
-1.410
117.093
Staatssektor
2.628
-2
2.626
2.954
-3
2.951
Sonstige Finanzunternehmen
1.862
-118
1.744
18.411
-812
17.599
Nichtfinanzielle Unternehmen
121.902
-983
120.919
96.002
-585
95.417
Haushalte
202
-3
199
1.136
-10
1.126
Gesamt
11.845.059
-168.166
11.676.893
10.711.860
-156.292
10.555.568
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag (vor Wertminderung) von 1.653.228 TEUR (Vj: 1.566.224 TEUR) auf börsenotierte Wertpapiere, ein Betrag (vor Wertminderung) von 169.743 TEUR (Vj: 149.993 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
In den folgenden Tabellen werden sowohl die Entwicklung der Bruttobuchwerte als auch die Entwicklung der Wertminderung der finanziellen Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) getrennt für jede Klasse von Finanzinstrumenten dargestellt. Der RLB Steiermark Konzern weist keine Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen in Stage 1 aus, da die Option, Wertminderungen auf Forderungen aus Leasingverhältnissen stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu berechnen („Simplified Approach“), gewählt wurde.
Schuldverschreibungen
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2022
1.713.677
2.540
0
1.716.217
Veränderungen aufgrund Transfers
-5.366
5.366
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
-5.366
5.366
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
293.324
0
0
293.324
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-98.727
0
0
-98.727
Abschreibungen
0
0
0
0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-87.341
-502
0
-87.843
Bruttobuchwert per 31.12.2022
1.815.567
7.404
0
1.822.971
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2022
520
0
0
520
Transfers
-9
9
0
0
Neugeschäft
59
0
0
59
Abgänge
-29
0
0
-29
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-233
67
0
-166
Stand 31.12.2022
308
76
0
384

Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2021
1.842.398
6.386
0
1.848.784
Veränderungen aufgrund Transfers
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
123.173
0
0
123.173
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-244.910
-3.846
0
-248.756
Abschreibungen
0
0
0
0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-6.984
0
0
-6.984
Bruttobuchwert per 31.12.2021
1.713.677
2.540
0
1.716.217
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2021
645
12
0
657
Transfers
0
0
0
0
Neugeschäft
28
0
0
28
Abgänge
-107
-12
0
-119
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-47
0
0
-47
Stand 31.12.2021
519
0
0
519

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Kredite und Forderungen
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2022
3.433.512
5.243.482
200.146
8.877.140
Veränderungen aufgrund Transfers
-909.329
790.848
118.481
0
- Transfer nach Stage 1
425.799
-425.139
-660
0
- Transfer nach Stage 2
-1.321.639
1.322.476
-837
0
- Transfer nach Stage 3
-13.489
-106.489
119.978
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
339
1.802
0
2.141
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
1.028.918
1.460.032
14.122
2.503.072
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-645.322
-590.921
-10.640
-1.246.883
Abschreibungen
0
0
-3.830
-3.830
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-111.511
-109.051
-15.584
-236.146
Bruttobuchwert per 31.12.2022
2.796.607
6.796.192
302.695
9.895.494
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2022
2.639
26.958
124.766
154.363
Transfers
-620
620
0
0
Neugeschäft
1.099
9.366
6.037
16.502
Abgänge
-244
-2.832
-7.104
-10.180
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-1.173
-6.315
17.246
9.758
Verbrauch
0
0
-3.767
-3.767
Stand 31.12.2022
1.701
27.797
137.178
166.676

Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2021
2.046.239
6.105.684
219.192
8.371.115
Veränderungen aufgrund Transfers
1.043.627
-1.066.858
23.231
0
- Transfer nach Stage 1
1.108.580
-1.108.540
-40
0
- Transfer nach Stage 2
-63.437
63.657
-220
0
- Transfer nach Stage 3
-1.516
-21.976
23.492
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
-1.113
-2.967
0
-4.080
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
972.424
1.019.734
9.927
2.002.085
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-529.903
-873.247
-26.514
-1.429.664
Abschreibungen
0
0
-13.065
-13.065
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-97.762
61.136
-12.625
-49.251
Bruttobuchwert per 31.12.2021
3.433.512
5.243.482
200.146
8.877.140
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2021
1.625
28.299
146.190
176.114
Transfers
3.214
-3.214
0
0
Neugeschäft
1.133
8.567
5.994
15.694
Abgänge
-73
-3.359
-12.220
-15.652
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-3.260
-3.335
-2.232
-8.827
Verbrauch
0
0
-12.966
-12.966
Stand 31.12.2021
2.639
26.958
124.766
154.363
Die in den sonstigen Veränderungen enthaltenen Zinserträge auf wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte für sämtliche Fremdkapitalinstrumente betragen in der Berichtsperiode 1.871 TEUR (Vj: 1.852 TEUR).
Der vertragsrechtlich ausstehende Betrag von finanziellen Vermögenswerten, die während des Berichtszeitraums abgeschrieben wurden und noch einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen, beträgt zum Berichtsstichtag 3.058 TEUR (Vj: 12.384 TEUR).

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Forderungen aus Leasingverhältnissen
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2022
0
118.503
0
118.503
Veränderungen aufgrund Transfers
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
0
51.857
0
51.857
Veränderungen aufgrund von Abgängen
0
-32.189
0
-32.189
Abschreibungen
0
0
0
0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
0
-11.577
0
-11.577
Bruttobuchwert per 31.12.2022
0
126.594
0
126.594
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2022
0
1.410
0
1.410
Neugeschäft
0
685
0
685
Abgänge
0
-225
0
-225
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
0
-764
0
-764
Stand 31.12.2022
0
1.106
0
1.106

Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2021
0
132.318
0
132.318
Veränderungen aufgrund Transfers
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
0
31.312
0
31.312
Veränderungen aufgrund von Abgängen
0
-32.713
0
-32.713
Abschreibungen
0
-21
0
-21
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
0
-12.393
0
-12.393
Bruttobuchwert per 31.12.2021
0
118.503
0
118.503
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2021
0
2.000
0
2.000
Transfers
0
0
0
0
Neugeschäft
0
117
0
117
Abgänge
0
-186
0
-186
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
0
-521
0
-521
Stand 31.12.2021
0
1.410
0
1.410

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
17. Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
Die Handelsaktiva umfassen zu Handelszwecken dienende Schuldverschreibungen sowie positive Marktwerte derivativer Finanzinstrumente, welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting Regelungen erfüllen (Economic Hedges).
In TEUR
2022
2021
Fremdkapitalinstrumente
12.947
52.098
Schuldverschreibungen
12.947
52.098
Kreditinstitute
4.556
29.875
Sonstige Finanzunternehmen
8.391
22.223
Derivate (Positive Marktwerte)
411.011
411.554
Positive Marktwerte aus Derivaten zu Handelszwecken
147.189
60.711
aus Zinssatzgeschäften
135.298
50.059
aus Wechselkursgeschäften
11.891
10.652
Positive Marktwerte aus Derivaten zu Sicherungszwecken (Economic Hedges)
263.822
350.843
aus Zinssatzgeschäften
254.029
349.079
aus Wechselkursgeschäften
9.793
1.764
Gesamt
423.958
463.652
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag von 1.948 TEUR (Vj: 19.435 TEUR) auf börsenotierte Wertpapiere, ein Betrag von
10.999 TEUR (Vj: 32.663 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.

18. Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
Diese Position beinhaltet finanzielle Vermögenswerte, die dem Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ zugeordnet wurden und deren vertraglich vereinbarte Zahlungsströme nur Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Darüber hinaus werden in dieser Position auch Eigenkapitalinstrumente dargestellt, für welche die Möglichkeit zur erfolgsneutralen Fair Value Bewertung gewählt wurde.
In TEUR
2022
2021
Fremdkapitalinstrumente
540.697
857.901
Schuldverschreibungen
540.697
857.901
Staatssektor
30.990
137.540
Kreditinstitute
452.004
617.644
Sonstige Finanzunternehmen
57.703
102.717
Eigenkapitalinstrumente
110.506
90.397
Staatssektor
120
120
Kreditinstitute
1.404
1.174
Sonstige Finanzunternehmen
27.317
26.133
Nichtfinanzielle Unternehmen
81.665
62.970
Gesamt
651.203
948.298
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag von 540.697 TEUR (Vj: 853.948 TEUR) auf börsenotierte Wertpapiere, ein Betrag von
0 TEUR (Vj: 3.953 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.
Die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente FVOCI stellen sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
Liegenschaftsverwaltung Radmer-Frohnleiten GmbH
15.725
Speedinvest III EuVECA GmbH & Co KG
13.020
RAITEC GmbH
12.370
RVS Raiffeisen Vertrieb und Service GmbH
10.900
TSI-Terminal und Software Installationen GmbH
9.100
Restliche Gesellschaften
49.391
Gesamt
110.506

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
In TEUR
2021
Liegenschaftsverwaltung Radmer-Frohnleiten GmbH
13.120
RVS Raiffeisen Vertrieb und Service GmbH
11.764
TSI-Terminal und Software Installationen GmbH
10.867
LKH-Eingangszentrum Errichtungs- und Betreiber GmbH
5.813
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H.
5.032
Restliche Gesellschaften
43.801
Gesamt
90.397
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Bruttobuchwerte sowie der Wertminderungen der Schuldverschreibungen FVOCI gezeigt.
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2022
849.569
0
0
849.569
Veränderungen aufgrund Transfers
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
68.802
0
0
68.802
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-335.369
0
0
-335.369
Abschreibungen
0
0
0
0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-20.958
0
0
-20.958
Bruttobuchwert per 31.12.2022
562.044
0
0
562.044
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2022
330
0
0
330
Neugeschäft
19
0
0
19
Abgänge
-78
0
0
-78
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-143
0
0
-143
Stand 31.12.2022
128
0
0
128
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Bruttobuchwert per 1.1.2021
826.234
0
0
826.234
Veränderungen aufgrund Transfers
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 1
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 2
0
0
0
0
- Transfer nach Stage 3
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
220.774
0
0
220.774
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-196.553
0
0
-196.553
Abschreibungen
0
0
0
0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-886
0
0
-886
Bruttobuchwert per 31.12.2021
849.569
0
0
849.569
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2021
317
0
0
317
Transfers
0
0
0
0
Neugeschäft
93
0
0
93
Abgänge
-38
0
0
-38
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-42
0
0
-42
Stand 31.12.2021
330
0
0
330

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
19. Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
In dieser Position werden Vermögenswerte ausgewiesen, die zwar den Geschäftsmodellen „Halten“ bzw. „Halten und Verkaufen“ zugeordnet sind, die SPPI-Kriterien jedoch nicht erfüllen.
In TEUR
2022
2021
Fremdkapitalinstrumente
55.336
56.855
Schuldverschreibungen
17.155
24.477
Staatssektor
4.918
6.369
Sonstige Finanzunternehmen
12.237
18.108
Kredite und Forderungen
38.181
32.378
Staatssektor
204
375
Nichtfinanzielle Unternehmen
35.228
27.996
Haushalte
2.749
4.007
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
20.390
15.908
Gesamt
75.726
72.763
Sowohl die Schuldverschreibungen – FVPL-M als auch die anderen nicht festverzinslichen Wertpapiere betreffen wie im Vorjahr zur Gänze nicht börsenotierte Titel.
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere beinhalten Anteile an Investmentfonds sowie hybride Finanzinstrumente.
20. Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In TEUR
2022
2021
Positive Marktwerte (dirty price) aus Zinssatzgeschäften
400.935
220.103
Mikro Fair Value Hedges
142.912
191.474
Portfolio Fair Value Hedges
258.023
28.629
21. Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In TEUR
2022
2021
Wertanpassungen auf finanzielle Vermögenswerte – AC
-280.634
-31.128
22. Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR
2022
2021
Kreditinstitute
806.505
869.048
In dieser Bilanzposition wird ausschließlich die Beteiligung (9,95 %) an der börsenotierten Raiffeisen Bank International AG (RBI), Wien, ausgewiesen. Die RLB Steiermark stellt mit Generaldirektor MMag. Schaller den ersten Vizepräsidenten im Aufsichtsrat der RBI und verfügt damit über Einfluss auf wesentliche Entscheidungsprozesse der Geschäfts- und Finanzpolitik.
Die Raiffeisen Bank International (RBI) betrachtet Österreich, wo sie als eine führende Kommerz- und Investmentbank tätig ist, sowie Zentral- und Osteuropa (CEE) als ihren Heimmarkt. 12 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst die Gruppe zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen, beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung, Factoring und M&A. Insgesamt betreuen mehr als 44.000 Mitarbeiter der RBI 17,6 Millionen Kunden in rund 1.700 Geschäftsstellen, der überwiegende Teil davon in CEE.
Die Geschäftstätigkeit der RBI wurde im Jahr 2022 vor allem von den Kriegsereignissen in der Ukraine und deren Folgen geprägt. Insgesamt wurde das Konzernergebnis im Jahresvergleich um 164 % auf 3.627 Mio. EUR gesteigert. Bereinigt um das Ergebnis aus der Veräußerung der bulgarischen Tochterbank in Höhe von 453 Mio. EUR und das Ergebnis der Tochterbanken in Russland und Belarus erzielte die RBI ein Konzernergebnis von 982 Mio. EUR. Der Zinsüberschuss erhöhte sich vor allem aufgrund steigender Zinssätze und einem hohen Kreditwachstum um 52 % gegenüber dem Vorjahr. Der besonders starke Anstieg im Provisionsüberschuss (95 %) ist auf volumensbedingte Steigerungen, die aktuelle geopolitische Situation sowie Maßnahmen der russischen Zentralbank zur Devisenbeschränkung und damit verbundenen Zwangskonvertierungen zurückzuführen. Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Jahresvergleich um 19 %, aufgrund der höheren Kernerträge (plus 68 %) verbesserte sich die Cost/Income Ratio auf 36,6 % (Vorjahr: 53,5 %). Die Risikovorsorgen wurden in der Berichtsperiode aufgrund der Auswirkungen des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland signifikant auf einen Betrag von 949 Mio. EUR (Vorjahr: 295 Mio. EUR) erhöht. Die NPE-Ratio stellt sich unverändert zum Vorjahr mit 1,6 % dar, die NPE Coverage Ratio verringerte sich von 62,5 % im Vorjahr auf nunmehr 59,0 %. Unter Berücksichtigung des Periodenergebnisses und nach Abzug einer geplanten Dividende von 0,80 EUR je Aktie liegt die CET1 Ratio (fully loaded) zum 31.12.2022 bei 15,6 % und die Eigenmittelquote (fully loaded) bei 20,0 %. Der Return on Equity erreichte in der Berichtsperiode 26,8 %, für das Geschäftsjahr 2023 wird ein Rückgang auf 10 % erwartet.
Wegen des fortdauernden Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheit auf die Entwicklung der RBI-Gruppe werden seitens der RBI alle strategischen Optionen für die Zukunft der Raiffeisenbank in Russland bis hin zu einem sorgfältig gesteuerten Ausstieg geprüft. Aktuell werden insbesondere ein Verkauf oder eine Abspaltung in voller Übereinstimmung mit den lokalen und internationalen Gesetzen und Vorschriften und in Absprache mit den jeweils zuständigen Behörden weiterverfolgt. Bis zur Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses kam es diesbezüglich jedoch zu keinen Beschlüssen. Aus den vorliegenden Informationen ergeben sich in diesem Zusammenhang keine Auswirkungen auf die für die Bilanzierung zum 31.12.2022 getroffenen Bewertungsannahmen.
Aufgrund der negativen Entwicklung des Aktienkurses der RBI, woraus ein deutlich unter dem fortgeschriebenen Equity-Buchwert liegender Börsenwert resultierte, wurde die Beteiligung an der RBI zum Berichtsstichtag einem Wertminderungstest unterzogen. Als erzielbarer Betrag wurde der Nutzungswert als höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die Unternehmensbewertung, die im Rahmen des Wertminderungstests zur Ermittlung des erzielbaren Betrages herangezogen wurde, unterlag in Anbetracht der makroökonomischen Entwicklungen und des Kriegs in der Ukraine erhöhten Unsicherheiten, deren Auswirkungen im Zuge des Bewertungsprozesses im Einzelfall entsprechend analysiert wurden. Der Unternehmenswert wurde auf Basis der zu erwartenden Cash-Flows (Discounted-Cash-Flow-Verfahren) der Konzernunternehmen unter Berücksichtigung der für Zwecke der Nutzungswertermittlung nötigen Anpassungen ermittelt. Der Gesamtwert der RBI-Gruppe setzt sich einerseits aus dem Unternehmenswert für das Kerngeschäft der RBI (RBI-Gruppe exkl. Russland) und andererseits aus dem Unternehmenswert der Tochterbank in Russland zusammen. Im Rahmen der Bewertung wurden jeweils drei Szenarien (Low, Mid und High Case) für beide Wertkomponenten gerechnet, wobei der ermittelte Unternehmenswert jeweils des Mid Case Szenarios als Erwartungswert und somit als Nutzungswert herangezogen wurde. Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cash-Flows erfolgte mit Hilfe eines risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes. Dabei wurde für die Bewertung der RBI-Gruppe exkl. Russland ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 11,95 % und für die Bewertung der Tochterbank in Russland ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 19,19 % verwendet. Im Vorjahr ist für die gesamte RBI-Gruppe ein Kapitalkostensatz nach Steuern von 13,04 % zum Ansatz gekommen. Eine Änderung der Kapitalkosten um plus bzw. minus 100 Basispunkte hätte eine Senkung von 11,18 % (Vj: 10,53 %) bzw. Steigerung von 13,71 % (Vj: 12,78 %) des für die gesamte RBI-Gruppe ermittelten Unternehmenswerts zur Folge.
Die Aktien der RBI werden an einem geregelten Markt gemäß § 1 Abs. 2 BörseG (prime market der Wiener Börse) gehandelt. Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten per 31. Dezember 2022 wurde auf Basis des Börsenkurses der RBI an der Wiener Börse mit EUR 15,35 (Vj: EUR 25,88) pro Aktie festgestellt. Daraus errechnet sich für den Anteil an der RBI ein beizulegender Zeitwert in Höhe von 502.633 TEUR (Vj: 847.436 TEUR).
Nach Übernahme des anteiligen Gesamtergebnisses in Höhe von 318.704 TEUR (Vj: 139.483 TEUR) und Berücksichtigung der sonstigen Kapitalveränderungen ergibt sich eine Wertminderung von 379.456 TEUR (Vj: 116.396 TEUR), womit sich per 31. Dezember 2022 ein Equity-Buchwert von 806.505 TEUR (Vj: 869.048 TEUR) errechnet.
23. Immaterielle Vermögenswerte
Geschäftsjahr 2022
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1.
Zu-gänge1)
Abgänge
Umbu-chungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Software
77.590
787
65.059
0
11.327
991
1.991
10.085
1) Zugänge betreffen Lizenzen und erworbene Software
Geschäftsjahr 2021
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1.
Zu-gänge1)
Abgänge
Umbu-chungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Software
76.870
1.261
541
0
67.505
3.854
10.085
12.821
1) Zugänge betreffen Lizenzen und erworbene Software
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ ausgewiesen.
Die Abgänge betreffen immaterielle Vermögenswerte der im Geschäftsjahr 2022 entkonsolidierten Gesellschaft Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH.
24. Sachanlagen
Geschäftsjahr 2022
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am 1.1.
Zugänge
Abgänge
Umbu-chungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude
146.069
5.348
5.501
-13.428
37.546
2.608
94.942
101.897
Sonstige Grundstücke und Gebäude
3.618
0
1.076
-7
979
44
1.556
2.505
Betriebs- und Geschäftsausstattung und sonstige Sachanlagen
60.432
3.986
30.679
0
26.094
2.127
7.645
13.018
Gesamt
210.119
9.334
37.256
-13.435
64.619
4.779
104.143
117.420
Geschäftsjahr 2021
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am 1.1.
Zugänge
Abgänge
Umbu-chungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude
140.179
516
446
5.820
44.172
3.742
101.897
101.872
Sonstige Grundstücke und Gebäude
4.352
0
22
-712
1.113
47
2.505
2.828
Betriebs- und Geschäftsausstattung und sonstige Sachanlagen
67.040
5.105
5.893
-5.820
47.414
5.253
13.018
16.843
Gesamt
211.571
5.621
6.361
-712
92.699
9.042
117.420
121.543
Bei den betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um Liegenschaften in Graz und Raaba-Grambach. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ ausgewiesen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
25. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Geschäftsjahr 2022
 
Historische Anschaffungs-/
Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am 1.1.
Zu-gänge
Ab-gänge
Umbuch-ungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Grundstücke und Gebäude
14.439
0
578
13.435
10.924
690
16.372
8.865
Nutzungsrechte
2.354
120
108
521
1.418
401
1.469
1.442
Gesamt
16.793
120
686
13.956
12.342
1.091
17.841
10.307
Geschäftsjahr 2021
 
Historische Anschaffungs-Herstellungskosten
Abschreibungen
Buchwerte
In TEUR
Stand am 1.1.
Zu-gänge
Ab-gänge
Umbuch-ungen
kumuliert
Geschäfts-jahr
Stand am 31.12.
Stand am 1.1.
Grundstücke und Gebäude
14.045
22
340
712
5.574
196
8.865
8.805
Nutzungsrechte
2.516
6
359
191
912
333
1.442
1.896
Gesamt
16.561
28
699
903
6.486
529
10.307
10.701
Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden handelt es sich zum überwiegenden Teil um gemischt genutzte Immobilien. Der Fair Value der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien beträgt zum Berichtsstichtag 38.329 TEUR (Vj: 19.403 TEUR). Nutzungsrechte, welche im Konzern weitervermietet werden und als Operating-Leasingverhältnis einzustufen sind, werden unter dem Bilanzposten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ ausgewiesen.
26. Nutzungsrechte
In TEUR
2022
2021
Immobilien
5.750
6.600
Fuhrpark
930
956
Gesamt
6.680
7.556
Bei den als Nutzungsrechte angesetzten Immobilien handelt es sich um das angemietete Bankstellennetz des RLB Steiermark Konzerns in der Grazer Innenstadt sowie außerhalb von Graz. Des Weiteren werden die im Konzern angemieteten Kraftfahrzeuge hier ausgewiesen. Detaillierte Informationen dazu sind dem Kapitel 54 „Leasing aus Sicht des Leasingnehmers“ zu entnehmen.
27. Sonstige Aktiva
In TEUR
2022
2021
Übrige Steuerforderungen
7.105
600
Übrige Aktiva
210.006
175.936
Rechnungsabgrenzungsposten
1.848
5.920
Sonstige Posten
208.158
170.016
Gesamt
217.111
176.536
Der Anstieg der sonstigen Posten resultiert vor allem aus der stichtagsbedingten Veränderung der Zahlungsaufträge in Abwicklung.
28. Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
Die in dieser Position ausgewiesenen und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Emissionen. Jene Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Fair Value Option designiert wurden, sind in der Position „Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)“ ausgewiesen.
In TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
7.367.049
8.267.614
Täglich fällige Gelder
3.099.251
3.189.916
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit
1.211.289
1.156.592
Aufgenommene Gelder
3.056.509
3.921.106
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
3.708.933
3.658.675
Sichteinlagen
2.279.132
2.114.572
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit / Kündigungsfrist
898.852
957.239
Spareinlagen
530.949
586.864
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.410.325
3.566.137
Gedeckte Schuldverschreibungen
2.161.744
2.435.367
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
1.248.581
1.130.770
Nachrangige Verbindlichkeiten
72.420
75.089
Ergänzungskapital
72.420
75.089
Gesamt
14.558.727
15.567.515
Der Rückgang bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert vor allem aus der teilweisen vorzeitigen Rückzahlung des EZB-Langfristtender (TLTRO III, Targeted Longer-Term Refinancing Operations) i.H.v. 1,0 Mrd. EUR im Dezember 2022, von dem die RLB Steiermark zum Jahresultimo noch einen Betrag von 2,50 Mrd. EUR ausweist (Vj: 3,50 Mrd. EUR).
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Schuldscheindarlehen in Höhe von 39.347 TEUR (Vj: 45.561 TEUR) und in den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit einem Wert von 188.888 TEUR (Vj: 247.784 TEUR) ausgewiesen.
Bei den nachrangigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements
Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellten nachrangigen finanziellen
Verbindlichkeiten (AC) dargestellt:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2022
Zufluss
Abfluss
Bewertung
Sonstige Veränderungen
Endbestand 31.12.2022
75.089
0
-1.680
-993
4
72.420
Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2021
Zufluss
Abfluss
Bewertung
Sonstige Veränderungen
Endbestand 31.12.2021
70.774
0
0
-288
4.603
75.089
Die Sonstigen Veränderungen im Vorjahr resultierten aus Umgliederungen bisher nicht als Ergänzungskapital nach Basel III angerechneter Nachrangiger Emissionen.
Die Aufgliederung der finanziellen Verbindlichkeiten – AC nach Kundengruppen stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Einlagen / Aufgenommene Gelder
11.075.982
11.926.289
Staatssektor
566.697
577.690
Zentralbanken
2.467.423
3.465.292
Kreditinstitute
4.899.626
4.802.322
Sonstige Finanzunternehmen
443.717
396.576
Nichtfinanzielle Unternehmen
1.138.414
1.127.265
Haushalte
1.560.105
1.557.144
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.410.325
3.566.137
Gedeckte Schuldverschreibungen
2.161.744
2.435.367
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
1.248.581
1.130.770
Nachrangige Verbindlichkeiten
72.420
75.089
Ergänzungskapital
72.420
75.089
Gesamt
14.558.727
15.567.515

29. Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
Die Handelspassiva umfassen negative Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten, welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting Regelungen erfüllen (Economic Hedges).
In TEUR
2022
2021
Negative Marktwerte aus Derivaten zu Handelszwecken
143.131
69.436
aus Zinssatzgeschäften
131.380
49.443
aus Wechselkursgeschäften
11.751
19.993
Negative Marktwerte aus Derivaten zu Sicherungsbeziehungen (Economic Hedges)
94.607
98.386
aus Zinssatzgeschäften
77.113
87.178
aus Wechselkursgeschäften
17.494
11.208
Gesamt
237.738
167.822
30. Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
In TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
227.481
519.412
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit / Kündigungsfrist
227.481
519.412
Verbriefte Verbindlichkeiten
145.714
331.648
Gedeckte Schuldverschreibungen
71.963
96.752
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
73.752
234.896
Nachrangige Verbindlichkeiten
14.407
14.371
Begebene Schuldverschreibungen
14.407
14.371
Gesamt
387.602
865.431
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind Schuldscheindarlehen in Höhe von 207.041 TEUR (Vj: 514.355 TEUR) ausgewiesen.
Der Rückgang bei den dem Fair Value Bestand gewidmeten verbrieften Verbindlichkeiten resultiert überwiegend aus planmäßigen Tilgungen.
Bei den nachrangigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements
Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellten nachrangigen finanziellen Verbindlichkeiten (FVO) dargestellt:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2022
Zufluss
Abfluss
Bewertung
Sonstige Veränderungen
Endbestand 31.12.2022
14.371
0
0
-364
400
14.407
Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2021
Zufluss
Abfluss
Bewertung
Sonstige Veränderungen
Endbestand 31.12.2021
0
0
0
75
14.296
14.371
Die Sonstigen Veränderungen im Vorjahr resultierten aus Umgliederungen bisher nicht als Ergänzungskapital nach Basel III angerechneter nachrangiger Emissionen.
Die Aufgliederung der finanziellen Verbindlichkeiten – FVO nach Kundengruppen stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Einlagen / Aufgenommene Gelder
227.481
519.412
Sonstige Finanzunternehmen
217.339
499.318
Nichtfinanzielle Unternehmen
10.142
11.314
Haushalte
0
8.780
Verbriefte Verbindlichkeiten
145.714
331.648
Gedeckte Schuldverschreibungen
71.962
96.752
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten
73.752
234.896
Nachrangige Verbindlichkeiten
14.407
14.371
Begebene Schuldverschreibungen
14.407
14.371
Gesamt
387.602
865.431
In den verbrieften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten wurde die Gewährsträgerhaftung des Landes Steiermark als Kreditsicherheit bei der Ermittlung des Fair Value für diese Titel berücksichtigt.
Die kumulierte Veränderung der Fair Values, die auf Änderungen des eigenen Kreditrisikos zurückzuführen sind, führte zu einer Verminderung (Vj: Verminderung) der Fair Values der finanziellen Verbindlichkeiten – designated at Fair Value P&L (FVO) von insgesamt 4.668 TEUR
(Vj: 1.740 TEUR). Eine Änderung in der Einschätzung der Ausfallswahrscheinlichkeit für das eigene Kreditrisiko führte im Geschäftsjahr 2022 zu einer Verminderung (Vj: Erhöhung) der beizulegenden Zeitwerte um 2.928 TEUR (Vj: 65 TEUR). Diese Änderung wird jedoch nicht erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zur Ermittlung der Veränderung des eigenen Kreditrisikos wird im Wesentlichen die Default-Methode eingesetzt. Die Alternative-Methode wird für strukturierte finanzielle Verbindlichkeiten herangezogen.
Aus der Anwendung der Fair Value Option auf finanzielle Verbindlichkeiten ergibt sich ein Buchwert, der um 10.811 TEUR
(Vj: 76.478 TEUR) über dem künftigen Rückzahlungsbetrag dieser Verbindlichkeiten liegt.
31. Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In TEUR
2022
2021
Negative Marktwerte (dirty price) aus Zinssatzgeschäften
413.142
83.696
Mikro Fair Value Hedges
342.882
50.413
Portfolio Fair Value Hedges
70.260
33.283

32. Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In TEUR
2022
2021
Wertanpassungen auf finanzielle Verbindlichkeiten - AC
-50.801
0

33. Rückstellungen
In TEUR
2022
2021
Langfristige Personalrückstellungen
52.493
64.776
Abfertigungen und ähnliche Verpflichtungen    
24.999
30.633
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
23.035
28.437
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder)
4.459
5.706
Sonstige Rückstellungen
25.566
26.379
Rechtsstreite
869
924
Außerbilanzielle Geschäfte
20.678
20.204
Restrukturierungen
533
709
Übrige Rückstellungen
3.486
4.542
Gesamt
78.059
91.155

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Langfristige Personalrückstellungen
Der Rückgang der Personalrückstellungen im Bereich der Abfertigungen und ähnlichen Verpflichtungen sowie anderen langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder) resultiert vor allem aus der Erhöhung der Diskontierungszinssätze.
Die Abfertigungsverpflichtungen zeigten folgende Entwicklung:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1.
30.633
33.940
Übertragungsbetrag aufgrund von Abgängen
-148
0
Ausgliederung / Verkauf
-1.588
0
Dienstzeitaufwand
980
1.196
Zinsaufwand
114
33
Abfertigungszahlungen
-2.325
-3.444
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
858
-164
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund demographischer Parameterveränderungen
-21
16
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund von Finanzparameterveränderungen
-3.504
-944
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12.
24.999
30.633
Die Pensionsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1.
34.359
36.491
Zinsaufwand
199
106
Auszahlungen an Begünstigte
-2.302
-2.245
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
1.582
213
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund von Finanzparameterveränderungen
-5.762
-206
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12.
28.076
34.359
Das Planvermögen entwickelte sich wie folgt:
In TEUR
2022
2021
Zeitwert des Planvermögens zum 1.1.
5.922
5.643
Zinsertrag aus Planvermögen
34
16
Beiträge zum Planvermögen
0
167
Steuern und Kosten auf Dienstgeberbeiträge
0
-11
Rentenzahlungen aus Planvermögen
-516
-500
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust des Geschäftsjahres
-399
607
Zeitwert des Planvermögens zum 31.12.
5.041
5.922
Überleitungsrechnung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen und des Zeitwerts des Planvermögens auf die bilanzierten Rückstellungen:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12.
28.076
34.359
Zeitwert des Planvermögens zum 31.12.
-5.041
-5.922
Nettoverpflichtungen zum 31.12.
23.035
28.437
Aufgliederung der Pensionsverpflichtungen:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) zum 31.12.
28.076
34.359
Aktive
0
0
Pensionisten
28.076
34.359
Die Struktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
In Prozent
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
25,45
36,99
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
43,02
44,95
Immobilien
5,70
4,60
Sonstige
25,83
13,46
Gesamt
100,00
100,00
Im Berichtsjahr notierte der Großteil der Instrumente des Planvermögens an einem geregelten Markt. Rund 26 % (Vj: rund 17 %) waren auf einem nicht aktiven Markt notiert.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Bei den Pensionen gibt es unterschiedliche Pläne: zu 100 % nicht über einen Fonds finanziert, teilweise über einen Fonds finanziert und zu 100 % über einen Fonds finanziert. Die teilweise und die zu 100 % über einen Fonds finanzierten Pensionspläne werden durchwegs über die Valida Pension AG finanziert. Die Valida Pension AG ist eine Pensionskasse und unterliegt im Besonderen den Bestimmungen des Pensionskassengesetzes (PKG) und des Betriebspensionsgesetzes (BPG).
In der Valida Pension AG ist ein Asset-/Risikomanagement-Prozess (ARM-Prozess) installiert. Gemäß diesem Prozess wird regelmäßig ausgehend von der passivseitigen Struktur der Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) im Rahmen einer ALM-Studie, die sich wiederum aus dem unterliegenden Pensionskassenvertrag ergibt, die Risikotragfähigkeit sowie -bereitschaft (gemäß PK-RIMAV) jeder VRG evaluiert. Die festgelegte Risikotragfähigkeit sowie -bereitschaft spiegeln sich in der Veranlagungsstruktur der VRG wider. Die Veranlagungsstrategie fixiert im Zuge der Festlegung der Risikobereitschaft der VRG die gewünschte Risiko-Ertragsstruktur des Kunden.
Die Veranlagungsstrategie wird in der VRG 7, in der die Pensionskassenzusage der RLB Steiermark geführt wird, im Rahmen eines Liability-Driven-Investment-Konzepts umgesetzt. Dies bedeutet, dass sich die strategische Ausrichtung der Veranlagungsportfolios stark an den passivseitigen Anforderungen der Pensionspläne, insbesondere hinsichtlich der Ertragsziele sowie der Liquiditätsbedürfnisse der VRG orientieren. Um einen zusätzlichen positiven Ergebnisbeitrag gegenüber der Veranlagungsstrategie zu erwirtschaften, wird im Rahmen der Bewirtschaftung der Veranlagungsportfolios in der taktischen Asset Allokation innerhalb vordefinierter Bandbreiten von den Gewichten der strategischen Asset Allokation abgewichen. In Stressphasen wird zudem das Downside Risiko durch ein Tail Risk Management der liquiden Assets der VRG abgefedert.
Planvermögenserträgnisse:
In TEUR
2022
2021
Tatsächliche Erträge aus Planvermögen
-365
623
Die Verpflichtungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder) zeigten folgende Entwicklung:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1.
5.706
5.933
Übertragungsbetrag aufgrund von Abgängen
-28
0
Ausgliederung / Verkauf
-371
0
Dienstzeitaufwand
277
320
Zinsaufwand
20
6
Zahlungen
-474
-495
Verlust/Gewinn wegen nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand
0
136
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust des Geschäftsjahres
-671
-194
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12.
4.459
5.706

Nachfolgend werden die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen und erfahrungsbedingte Anpassungen dargestellt:
Abfertigungsverpflichtungen:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen
24.999
30.633
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen
-858
164
Pensionsverpflichtungen:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen
28.076
34.359
Zeitwert des Planvermögens
5.041
5.922
Nettoverpflichtungen
23.035
28.437
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen
-1.582
-213
Erfahrungsbedingte Anpassungen beim Planvermögen
-399
607
In den folgenden Jahren werden keine regelmäßigen Beitragszahlungen in den leistungsorientierten Plan geleistet, da es seit 2013 keine aktiven Mitarbeiter im RLB Steiermark Konzern gibt, die eine entsprechende Leistungszusage haben. Aufgrund der leistungsorientierten Pensionszusagen, welche an die Valida Pension AG ausgelagert wurden, kann es allerdings zu einer Nachschusspflicht kommen.
Jubiläumsgeldverpflichtungen:
In TEUR
2022
2021
Barwert der Verpflichtungen
4.459
5.706
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen
-133
-146
Aufgliederungen der Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne:
In TEUR
2022
2021
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne
2.488
2.647
davon für beitragsorientierte Pläne – Pensionskasse
2.005
2.141
davon für Mitarbeitervorsorgekasse
483
505
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne für Mitglieder des Vorstands betragen im Geschäftsjahr 334 TEUR (Vj: 295 TEUR).

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen werden als wesentlich erachtet und in folgenden Bandbreiten einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die daraus resultierende Bandbreite der Steigerungen und Verringerungen im Vergleich zu den bilanzierten Werten der leistungsorientierten Ansprüche ist in prozentualen Veränderungen wie folgt:
Geschäftsjahr 2022
 
Rechnungszins
Gehaltstrend
Fluktuationsabschlag
 
+ 1,00 %
- 1,00 %
+ 0,50 %
- 0,50 %
+ 0,50 %
- 0,50 %
Abfertigungen
-5,94 %
6,60 %
3,14 %
-3,01 %
-1,39 %
0,43 %
Pensionen
-8,03 %
9,32 %
4,47 %
-4,19 %
-
-
Geschäftsjahr 2021
 
Rechnungszins
Gehaltstrend
Fluktuationsabschlag
 
+ 0,50 %
- 0,50 %
+ 0,50 %
- 0,50 %
+ 0,50 %
- 0,50 %
Abfertigungen
-3,54 %
3,77 %
3,62 %
-3,44 %
-1,76 %
0,61 %
Pensionen
-4,90 %
5,34 %
5,22 %
-4,85 %
-
-
Die dargestellte Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtungen sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.
Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) der leistungsorientierten Pläne:
 
Durchschnittliche Laufzeiten (Duration)
 
2022
2021
Abfertigungen
6 Jahre
7 bis 9 Jahre
Pensionen
9 Jahre
10 Jahre

Sonstige Rückstellungen
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stand am 1.1.
Zuführung
Auflösung
Verbrauch
Zinseffekte
Stand am 31.12.
Rechtsstreite
924
46
-32
-69
0
869
Außerbilanzielle Geschäfte
20.204
14.298
-13.824
0
0
20.678
Restrukturierungen
709
279
-132
-323
0
533
Übrige Rückstellungen
4.542
743
-1.700
-65
-34
3.486
Gesamt
26.379
15.366
-15.688
-457
-34
25.566
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stand am 1.1.
Zuführung
Auflösung
Verbrauch
Zinseffekte
Stand am 31.12.
Rechtsstreite
1.713
101
-743
-147
0
924
Außerbilanzielle Geschäfte
24.461
5.068
-9.325
0
0
20.204
Restrukturierungen
4.244
0
-3.333
-202
0
709
Übrige Rückstellungen
5.090
2.519
-2.102
-961
-4
4.542
Gesamt
35.508
7.688
-15.503
-1.310
-4
26.379
Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte betreffen Rückstellungen für erwartete Kreditverluste aus Haftungen, Garantien sowie sonstigen Kreditrisiken.
Übrige Rückstellungen
Mit Urteil vom 22. Dezember 2021 hat der Oberste Gerichtshof (OGH) judiziert, dass bei Verbraucherkreditverträgen und Verträgen mit Kleinstunternehmern, die den Stundungsregeln des § 2 des 2. COVID-19-JuBG unterliegen, für den Zeitraum der gesetzlichen Stundung keine vertraglichen Sollzinsen verrechnet werden dürfen. Auf Basis dieses Urteils können Konsumenten und Kleinstunternehmen die Rückverrechnung der bereits verrechneten Sollzinsen für die gesetzlichen Stundungen von Banken zurückfordern. Der VfGH hat mit Erkenntnis vom 13. Dezember 2022 (veröffentlicht am 30. Dezember 2022) judiziert, dass der von österreichischen Banken eingebrachte Individualantrag zur Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit des § 2 Abs. 6 des 2. COVID-19-JuBG abzuweisen ist.
Vor diesem Hintergrund wurde im vorliegenden Konzernabschluss die bereits im Vorjahr gebildete Rückstellung für die im Zeitraum des gesetzlichen Moratoriums angelaufenen Sollzinsen zuzüglich Vergütungszinsen um einen Betrag von 95 TEUR auf insgesamt 2.424 TEUR erhöht.
Die per 31.12.2021 bestehende Rückstellung für Zinsenrefundierungen in Zusammenhang mit negativen Indikatoren bzw. Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) in Höhe von 1.629 TEUR wurde im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze ertragswirksam aufgelöst.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185

In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte sowie die Überleitung der Nominalwerte gezeigt.
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Nominalwerte per 1.1.2022
752.615
1.789.229
21.141
2.562.985
Veränderungen aufgrund Transfers
147.380
-159.719
12.339
0
- Transfer nach Stage 1
367.803
-360.607
-7.196
0
- Transfer nach Stage 2
-219.744
219.744
0
0
- Transfer nach Stage 3
-679
-18.856
19.535
0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller Modifikationen
0
0
0
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
277.913
577.730
784
856.427
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-231.925
-401.066
-2.288
-635.279
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-57.047
-222.290
-5.730
-285.067
Nominalwerte per 31.12.2022
888.936
1.583.884
26.246
2.499.066
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2022
965
12.990
6.249
20.204
Transfers
-74
74
0
0
Neugeschäft
195
6.585
524
7.304
Abgänge
-335
-5.738
-1.792
-7.865
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-406
-3.810
5.251
1.035
Stand 31.12.2022
345
10.101
10.232
20.678
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Summe
Nominalwerte per 1.1.2021
360.614
1.968.114
20.141
2.348.869
Veränderungen aufgrund Transfers
97.514
-98.964
1.450
0
- Transfer nach Stage 1
122.143
-122.143
0
0
- Transfer nach Stage 2
-24.541
24.558
-17
0
- Transfer nach Stage 3
-88
-1.379
1.467
0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft
396.853
872.748
1.002
1.270.603
Veränderungen aufgrund von Abgängen
-100.890
-874.049
-1.724
-976.663
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-1.476
-78.620
272
-79.824
Nominalwerte per 31.12.2021
752.615
1.789.229
21.141
2.562.985
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3
Gesamt
Stand 1.1.2021
448
18.790
5.223
24.461
Transfers
2.738
-2.738
0
0
Neugeschäft
739
7.340
351
8.430
Abgänge
-135
-469
-411
-1.015
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen
-2.825
-9.933
1.086
-11.672
Stand 31.12.2021
965
12.990
6.249
20.204
34. Laufende und latente Ertragsteuerforderungen und -schulden
In TEUR
2022
2021
Laufende Ertragsteuerforderungen
18.444
19.585
Latente Ertragsteuerforderungen
1.562
1.655
Gesamt
20.006
21.240
In TEUR
2022
2021
Laufende Ertragsteuerschulden
8.210
6.659
Latente Ertragsteuerschulden
16.252
8.142
Gesamt
24.462
14.801
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Der Saldo aus latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Latente Steuerforderungen
234.818
134.628
Latente Steuerschulden
249.507
141.115
Saldo latente Steuern
-14.690
-6.487
Der Saldo latenter Steuern stammt aus den folgenden Positionen:
In TEUR
2022
2021
Finanzielle Vermögenswerte – AC
31.845
0
Wertminderungen
4.549
6.751
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
4.923
304
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
98
0
Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
98.639
19.631
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges – Finanzielle Vermögenswerte AC
64.546
7.782
Sachanlagen
1.806
1.995
Nutzungsrechte
1.913
1.924
Sonstige Aktiva
1
4
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
0
45.124
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
13.928
11.766
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
233
14.880
Rückstellungen
10.673
16.014
Sonstige Passiva
56
73
Steuerliche Verlustvorträge und offene Siebtelbeträge aus Teilwertabschreibungen
1.894
8.380
Latente Steuerforderungen
235.104
134.628
Finanzielle Vermögenswerte – AC
0
1.898
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
59.688
81.979
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
8.414
5.099
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
0
654
Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
90.885
49.602
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges – Finanzielle Verbindlichkeiten AC
11.684
0
Nutzungsrechte
1.879
1.883
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
77.244
0
Latente Steuerschulden
249.794
141.115
Saldo Latente Steuern
-14.690
-6.487
Die Ermittlung der angesetzten latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen erfolgte auf Basis eines Fünf-Jahres-Planungszeitraums. Im Konzernabschluss wurden Ansprüche in Höhe von 272 TEUR (Vj: 1.272 TEUR) aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen nicht aktiviert, weil aus heutiger Sicht die Verwendung innerhalb des Planungszeitraums nicht realisierbar erscheint und es nicht ausreichend wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerliche Ergebnisse vorliegen.
In Zusammenhang mit at equity bilanzierten Unternehmen bestehen zum 31. Dezember 2022 passive temporäre Differenzen in Höhe von 88.643 TEUR (Vj: 111.987 TEUR), für welche gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden zu bilanzieren sind, da eine vom Vorstand beschlossene und dokumentierte Behalteabsicht besteht. Weiters wurden gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden für Tochterunternehmen in Höhe von 6.199 TEUR (Vj: 7.941 TEUR) bilanziert, weil diese erst im Falle einer Liquidation des Unternehmens oder bei Veräußerungsabsicht der Beteiligungen entstehen.
Hinsichtlich der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des Sonstigen Ergebnisses entfallen, verweisen wir auf die Darstellung in der „Gesamtergebnisrechnung“.
35. Sonstige Passiva
In TEUR
2022
2021
Übrige Steuerschulden
4.380
11.475
Leasing-Verbindlichkeiten
8.342
9.162
Übrige Passiva
53.044
50.372
Rechnungsabgrenzungsposten
593
1.109
Verrechnungswerte
2.706
1.933
Sonstige Posten
49.745
47.330
Gesamt
65.766
71.009
Für förderbare Investitionen ist zum Bilanzstichtag eine Covid-19 Investitionsprämie in Höhe von 53 TEUR (Vj: 554 TEUR) passiviert. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte – analog den Nutzungsdauern der zugrundeliegenden Investitionen – eine gewinnwirksame Auflösung dieser Prämie in Höhe von 6 TEUR (Vj: 170 TEUR). Der Rückgang resultiert aus der Entkonsolidierung der Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH im Geschäftsjahr 2022.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
36. Eigenkapital
In TEUR
2022
2021
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens
1.653.585
1.649.826
Gezeichnetes Kapital
142.721
142.721
Kapitalrücklagen
401.825
401.825
Gewinnrücklagen
1.457.788
1.411.312
hievon Konzernergebnis
78.363
88.844
Kumuliertes Sonstiges Ergebnis
-348.749
-306.032
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter
-33
1.272
Gesamt
1.653.552
1.651.098
Das Grundkapital (Gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark beträgt per 31. Dezember 2022 insgesamt 142.721 TEUR (Vj: 142.721 TEUR) und besteht aus 3.113.507 Stück (Vj: 3.113.507 Stück) nennbetragslosen, auf Namen lautende Stückaktien (Stammaktien). Sämtliche ausgegebenen Aktien sind auch voll eingezahlt.
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll aus dem Bilanzgewinn 2022 der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ein Betrag von 30.356.693,25 EUR an die Eigentümer ausgeschüttet werden. Dies entspricht einer Dividende von 9,75 EUR je Aktie.
Aufgrund der Vereinbarung über die Errichtung von institutsbezogenen Sicherungssystemen sind seitens der RLB Steiermark Beitragszahlungen an die Sicherungseinrichtung der Raiffeisen Bankengruppe zu entrichten. In Höhe dieser Zahlungen wurde eine besondere
IPS-Rücklage aus dem versteuerten Gewinn gebildet. Diese Rücklage wird innerhalb der Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Die nachfolgend dargestellten Werte der einzelnen Komponenten des kumulierten Sonstigen Ergebnisses verstehen sich nach Abzug der latenten Steuern und einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter:
In TEUR
2022
2021
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen
-11.004
-15.796
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten
3.596
1.306
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
17.109
34.192
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen
-358.450
-325.755
Die Veränderung des kumulierten Sonstigen Ergebnisses ergibt sich im Wesentlichen aus den Eigenkapitalveränderungen der at equity bilanzierten Beteiligung an der RBI (siehe Note 22 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“).
Die nachfolgenden Tabellen stellen die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (+) oder Verluste (-) innerhalb des Eigenkapitals getrennt für bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten sowie für Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dar.
In TEUR
2022
2021
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen – Umgliederung
-235
-617
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen – Umgliederung Steuerlatenz
59
154
Gesamt
-176
-463
Die Umgliederungen der kumulierten Verluste (Vorjahr: Verluste) auf bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten in der Berichtsperiode betreffen Abgänge aufgrund von vorzeitigen (Teil-)Tilgungen bzw. aus der Rücknahme von Emissionen. Die Umgliederungsbeträge sind die bei Ausbuchung realisierten Beträge, welche im sonstigen Ergebnis erfasst waren.
In TEUR
2022
2021
Eigenkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung
-265
-2
Eigenkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung Steuerlatenz
0
0
Gesamt
-265
-2
Die Umgliederungen der kumulierten Verluste (Vj: Verluste) auf Fair Value Änderungen von Eigenkapitalinstrumenten FVOCI erfolgte aufgrund von Abgängen von Beteiligungen. Der beizulegende Zeitwert betrug zum Zeitpunkt der Ausbuchung 2.141 TEUR (Vj: 27 TEUR). Der kumulierte Verlust aus der Ausbuchung von veräußerten Eigenkapitalinstrumenten FVOCI betrug 286 TEUR (Vj: 0 TEUR).
In der folgenden Tabelle werden die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (+) oder Verluste (-) für Fremdkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt:
In TEUR
2022
2021
Fremdkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung
3.747
4.923
Fremdkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung Steuerlatenz
-862
-1.231
Gesamt
2.885
3.692
Die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (Vj: Gewinne) der Fremdkapitalinstrumente FVOCI betreffen vorzeitige Abgänge und Tilgungen.
Eine umfassende Darstellung der Veränderungen des Eigenkapitals erfolgt in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
37. Hedge Accounting
Im RLB Steiermark Konzern wird Fair Value Hedge Accounting zur Absicherung von Festzinsrisiken von Finanzinstrumenten angewandt. Zur Absicherung des Zinsrisikos der Grundgeschäfte werden in erster Linie Zinsswaps eingesetzt. Daneben können auch Zinsoptionen (Caps, Floors) und andere derivative Finanzinstrumente (z. B. Forward Rate Agreements) zum Einsatz kommen. Die dem Hedge Accounting gewidmeten Grundgeschäfte betreffen vorwiegend Kredite und Wertpapiere des Eigenbestands sowie Emissionen, Schuldscheindarlehen und sonstige Einlagen.
Mikro Fair Value Hedge Accounting
Im RLB Steiermark Konzern werden Fair Value Schwankungen von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite mit Fixzinsrisiko (Absicherung des beizulegenden Zeitwerts), die auf ein bestimmtes Risiko zurückgeführt werden können, durch gegenläufige (derivative) Sicherungsinstrumente abgesichert (Fair Value Hedges). Zu Beginn der Sicherungsbeziehung wird die Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft einschließlich der zugrundeliegenden Risikomanagementziele dokumentiert. Weiters wird sowohl bei Eingehen der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung nachgewiesen. Mit der Beurteilung der Wirksamkeit werden Hedge Accounting fähige Sicherungsbeziehungen identifiziert oder ausgeschlossen.
Die Wirksamkeit einer Sicherungsbeziehung ist gegeben, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:
  • es besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und
  • die Hedge Ratio (Sicherungsquote) der Sicherungsbeziehung ist gleich dem Verhältnis der Volumina des gewidmeten Sicherungs-instruments und des gewidmeten Grundgeschäfts und
  • das Kreditrisiko dominiert nicht die Sicherungsbeziehung.
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang ist gegeben, wenn die Wertänderungen von Grund- und Sicherungsinstrument im Hinblick auf das abgesicherte Risiko grundsätzlich gegenläufig sind. Der Ausgleich darf nicht zufällig sein. Die Gegenläufigkeit kann in Ausnahmefällen nicht gegeben sein, muss aber generell vorliegen. Von einem wirtschaftlichen Zusammenhang ist daher auszugehen, wenn Grund- und Sicherungsgeschäft auf demselben (gegenläufigen) Underlying beruhen oder auf unterschiedlichen Underlyings beruhen, die miteinander korrelieren. Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft wird im RLB Steiermark Konzern auf Basis eines prospektiven Effektivitätstests nachgewiesen. Die angewendeten Methoden für den prospektiven Effektivitätstest sind die Critical Term Match-Methode sowie die Sensitivitätsanalyse (Basis Point Value). In erster Linie erfolgt eine Überprüfung, ob ein Critical Term Match (CTM) vorliegt. Sind im Falle einer Mikro Hedge Beziehung alle Parameter des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts, die das Ausmaß der abgesicherten Wertänderung bestimmen, identisch, aber gegenläufig, so ist dies ein Indikator für eine vollständig effektive Sicherungsbeziehung. Gemäß den im Konzern festgelegten Kriterien müssen zur Erfüllung eines Critical Term Match die Parameter Nominalwert, Währung und Fälligkeit bzw. Zinsbindung übereinstimmen. Ist eine Bestimmung der Effektivität mittels Critical Term Match nicht möglich, erfolgt eine Effektivitätsmessung mittels Sensitivitätsanalyse. Für die prospektive Messung wird ein Parallelshift der Swapkurve um 100 Basispunkte durchgeführt und die barwertige Veränderung von Grundgeschäft zu derivativem Sicherungsinstrument gemessen. Der Barwertberechnung wird die Zero-Coupon-Kurve zugrunde gelegt, welche aus Swapsätzen kalibriert wird. Wenn sich die absoluten Beträge dieser Änderungen weitgehend entsprechen, wird die Sicherungsbeziehung prospektiv als effektiv eingestuft. Wenn die prospektive Effektivität nicht mehr nachgewiesen werden kann oder das Risikomanagementziel und die Risikomanagementstrategie nicht mehr verfolgt werden, kommt es zur Auflösung der Sicherungsbeziehung. Wird das Grundgeschäft oder das Sicherungsinstrument verkauft bzw. glattgestellt, kommt es ebenfalls zur Beendigung der Sicherungsbeziehung.
Die Sicherungsquote wird auf Basis des Verhältnisses der Volumina des gewidmeten Sicherungsgeschäfts und des gewidmeten Grundgeschäfts bestimmt und beträgt im RLB Steiermark Konzern grundsätzlich 1. Wenn sich Grund- oder Sicherungsgeschäft verändert haben, wird das Erfordernis der Adjustierung des Absicherungsverhältnisses (sog. „Rebalancing“) geprüft. Da bei Änderungen des Grundgeschäftsvolumens auch eine entsprechende Anpassung des Volumens der Sicherungsgeschäfte (z. B. durch die Schließung von Derivaten) vorgenommen wird, ist das Erfordernis eines Rebalancing grundsätzlich nicht gegeben.
Das Ausfallrisiko bei den Sicherungsgeschäften ist entweder aufgrund von bilateralen Collateral-Vereinbarungen oder Central Counterparty Clearing unwesentlich und dominiert nicht die Sicherungsbeziehung, wenngleich es im Rahmen der Fair Value Ermittlung in Gestalt eines CVA berücksichtigt wird und daher gegebenenfalls zu unwesentlichen Ineffektivitäten führt. Bei den Grundgeschäften ist nur die Festzinskomponente das abgesicherte Risiko. Finanzielle Vermögenswerte, die sich in Stage 3 befinden, weisen ein Ausfallrisiko auf, das die Sicherungsbeziehung dominiert. Für Grundgeschäfte, die in diese Stage migrieren, können die Regeln des Hedge Accounting nicht mehr angewandt werden. Demgegenüber dominiert das Ausfallrisiko bei Grundgeschäften in Stage 1 nicht die Sicherungsbeziehung. Das gilt i. d. R. auch für die Stage 2, wenngleich es zur Beurteilung, ob das Kreditrisiko dominiert, ein entsprechendes Monitoring im RLB Steiermark Konzern gibt. Bei Dominanz des Ausfallrisikos können die Regeln des Hedge Accounting nicht mehr angewandt werden.
Ist der wirtschaftliche Zusammenhang weiterhin gegeben, ein Rebalancing nicht erforderlich und dominiert das Kreditrisiko nicht die Sicherungsbeziehung, wird diese unverändert fortgeführt und gemäß den Regeln des IFRS 9 Hedge Accounting bilanziert.
Von der Beurteilung der Wirksamkeit einer Sicherungsbeziehung ist die Ermittlung der Ineffektivität zu unterscheiden. IFRS 9 erfordert keinen retrospektiven Effektivitätstest, das Ausfallrisiko darf die Sicherungsbeziehung aber nicht dominieren. Die Ermittlung der Ineffektivität erfolgt im RLB Steiermark Konzern nach wie vor im Rahmen eines (freiwilligen) retrospektiven Effektivitätstests.
Portfolio Fair Value Hedge Accounting
Im Rahmen der Anwendung des Fair Value Hedge Accountings von Zinsrisiken auf Portfoliobasis werden die Festzinsrisiken von Bankgeschäften in definierten Laufzeitbändern zu einer Gesamtrisikoposition zusammengefasst und mit entsprechenden derivativen Sicherungsgeschäften abgesichert. Diese Festzinsrisiken können einerseits von klassischen festverzinslichen Geschäften verursacht werden, aber auch von referenzierten Geschäften, welche eingebettete Caps/Floors beinhalten, da diese bei der Über- und Unterschreitung von festgelegten Zinsgrenzen zumindest temporär zu Festzinspositionen werden. Das abgesicherte Risiko ist das Fair Value Risiko, das bei diesen Geschäften aus den Veränderungen der den Fair Value maßgeblich beeinflussenden Zinsmarktsätzen resultiert.
Das Risikomanagement identifiziert hierbei die Geschäfte, die einem Portfolio zuzuordnen sind. Die festverzinslichen Geschäfte werden primär in ein Aktiv- und Passivportfolio unterteilt. In diesen beiden Portfolien erfolgen noch Unterteilungen nach der Bewertungskategorie („AC“ oder „FVOCI“) und Währung. Somit befinden sich in einem Portfolio immer nur Aktiv- oder Passivbankgeschäfte der gleichen Währung und Bewertungskategorie. Variabel verzinste Geschäfte mit Zinsoptionen werden separaten Portfolien und getrennt von festverzinslichen Positionen zugeordnet.
Aktivportfolio
Das festverzinsliche Aktiv-Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ umfasst Kredite und Nostro-Wertpapiere. Das variabel verzinste Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ beinhaltet derzeit ausschließlich Kredite mit Caps/Floors, welche anhand der Laufzeit der impliziten Optionen getrennt betrachtet werden.
Passivportfolio
Dem seit 1.7.2022 bestehenden festverzinslichen Passivportfolio „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ werden derzeit Einlagen und Emissionen zugeordnet. Dieses kann sowohl Positionen mit deterministischen Cash Flows (Einlagen und Emissionen) als auch modellierte Positionen (Einlagen) beinhalten.
Für das jeweilige Portfolio erfolgt eine Zuordnung der Cash Flows der Geschäfte auf Basis der erwarteten Zinsanpassungstermine zu Laufzeitbändern, wobei die Einstellung des jeweiligen Nominalbetrags eines Geschäfts ausschließlich in das Laufzeitband zum jeweiligen Zinsanpassungstermin erfolgt. Bei fest vereinbarten Teiltilgungen wird das Gesamtnominale aufgeteilt und unterschiedlichen Laufzeitbändern zugeordnet. Der RLB Steiermark Konzern hat die Laufzeitbänder gemäß dem Kalenderjahr festgelegt.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Als derivative Sicherungsgeschäfte dienen bei den festverzinsten Portfolien Plain Vanilla Swaps, die entweder endfällig oder tilgend sein können. Bei variabel verzinsten Krediten mit Caps/Floors dienen Swaps mit impliziten Caps/Floors als derivative Sicherungsinstrumente. Die in Swaps enthaltenen Running Fees, welche als konstanter Spread widergespiegelt werden, werden nicht als Teil der Sicherungsbeziehung gewidmet.
Abgesichert wird jeweils ein bestimmter Betrag pro Laufzeitband und Portfolio, wobei sich die Höhe dieses abgesicherten Betrags von den derivativen Sicherungsinstrumenten ableitet. Dieser Basisbetrag wird als Bodensatz (Bottom Layer) bezeichnet. Veränderungen der Cash Flows innerhalb der Sicherungsperiode führen zu keiner Veränderung des abgesicherten Betrags, solange der Bodensatz nicht unterschritten wird. Die Festlegung eines solchen Bodensatzes wurde durch den EU-Carve-Out zu IAS 39 ermöglicht. Die Sicherungsperioden im RLB Steiermark Konzern betragen einen Monat. Demnach wird am Ende einer jeden Sicherungsperiode die Sicherungsbeziehung beendet und zu Beginn der nächsten Sicherungsperiode neu designiert. Als derivative Sicherungsgeschäfte kommen Zinsswaps (gegebenenfalls mit einer Zinsober– bzw. –untergrenze) zum Einsatz, die entweder endfällig oder tilgend sein können.
Zur Bestimmung der Hedge Ratio wird im RLB Steiermark Konzern eine Zinssensitivitätsberechnung verwendet. Für das Fixzins-Portfolio wird der Basis Point Value (BPV) pro Laufzeitband für die gesamten Cash Flows der Portfoliogeschäfte und für die Cash Flows der fixen Seite der derivativen Finanzinstrumente berechnet. Diese Berechnung basiert auf der Quartals- bzw. Monatszuordnung der Cash Flows der Portfoliogeschäfte. Für das variable Portfolio werden die Zinssensitivitäten der Grund- und Sicherungsgeschäfte pro Laufzeitband unter Anwendung von zwei Zinsszenarien berechnet, da sich ein Shift der Zinskurven nach unten anders auswirkt als nach oben. Die Messung der prospektiven Effektivität erfolgt anhand einer Regressionsanalyse mit historischen Marktdaten auf monatlicher Basis pro Laufzeitband und Portfolio. Für die Regression werden 30 Datenpunkte im Fixzinsportfolio und 31 Datenpunkte im variablen Portfolio herangezogen, wobei die ersten 29 Datenpunkte auf historischen Daten basieren und der 30ste bzw. 31ste Datenpunkt ein Zinsszenario darstellt. Neben der Steigung der Regressionsgerade ist auch die Streuung der Werte zu berücksichtigen, wobei der RLB Steiermark Konzern als Bestimmtheitsmaß R² mit einer Untergrenze von 80 % heranzieht. Das angewandte Konfidenzintervall beträgt 95 %. Die retrospektive Effektivitätsmessung erfolgt ebenfalls mittels Regressionsanalyse pro Laufzeitband und Portfolio, wobei alle Datenpunkte historisch berechnet werden.
Die folgenden Tabellen zeigen jene derivativen Sicherungsinstrumente, welche zur Absicherung von finanziellen Vermögenswerten („Absicherung Aktiva“) und finanziellen Verbindlichkeiten („Absicherung Passiva“) eingesetzt werden. Die Sicherungsinstrumente werden mit ihrem Marktwert in den Positionen „Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten“ bzw. „Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten“ ausgewiesen.
31.12.2022
Restlaufzeit Nominalwerte
Buchwert (Marktwert)
per 31.12.2022
Änderung des beizulegenden Zeitwerts, welcher zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurde
(1.1.-31.12.2022) 
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Mikro Fair Value Hedges - Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Payer-Swaps)
486.505
729.983
411.211
1.627.699
141.700
172
172.990
Portfolio Fair Value Hedges - Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Payer-Swaps)
135.500
518.000
1.855.327
2.508.827
256.222
1.493
271.117
Mikro Fair Value Hedges - Passiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Receiver-
Swaps)
530.600
191.425
1.894.745
2.616.770
1.212
342.710
-504.696
Portfolio Fair Value Hedges - Passiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Receiver-
Swaps)
126.000
1.052.000
281.500
1.459.500
1.801
68.767
-54.606
Gesamt
1.278.605
2.491.408
4.442.783
8.212.796
400.935
413.142
-115.195
31.12.2021
Restlaufzeit Nominalwerte
Buchwert (Marktwert)
per 31.12.2021
Änderung des beizulegenden Zeitwerts, welcher zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurde
(1.1.-31.12.2021) 
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Mikro Fair Value Hedges - Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Payer-Swaps)
277.890
1.144.860
582.061
2.004.811
8.651
40.513
51.314
Portfolio Fair Value Hedges - Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Payer-Swaps)
185.000
588.500
1.496.976
2.270.476
28.629
33.283
56.105
Mikro Fair Value Hedges - Passiva
 
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps (Receiver-
Swaps)
0
630.225
1.821.750
2.451.975
182.823
9.900
-96.974
Gesamt
462.890
2.363.585
3.900.787
6.727.262
220.103
83.696
10.445
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Grundgeschäfte im Mikro und Portfolio Fair Value Hedge Accounting nach Bilanzpositionen und Klassen jeweils zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 sowie zum Vergleichsstichtag 31. Dezember 2021.
In TEUR
Buchwert der Grundgeschäfte per 31.12.2022
Kumulierte Beträge, die im Buchwert der Grundgeschäfte erfasst wurden (Hedge Adjustment) per 31.12.2022
Änderung des beizulegenden Zeitwerts, welcher zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurde (1.1.-31.12.2022)
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC
 
 
 
Schuldverschreibungen
881.690
-76.385
-83.266
Kredite und Forderungen
346.239
-42.741
-64.832
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
 
 
 
Schuldverschreibungen
290.770
-21.280
-24.889
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC*)
2.313.554
-280.634
-275.831
Gesamt
3.832.253
-421.040
-448.818
 
 
 
 
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
 
 
 
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.086.056
-322.994
452.787
Nachrangige Verbindlichkeiten
4.751
-336
993
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit
191.890
-16.582
47.542
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC**)
1.443.046
-50.801
56.102
Gesamt
3.725.743
-390.713
557.424
*) Da dem Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ sowohl Schuldverschreibungen als auch Kredite und Forderungen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.
**) Da dem Portfolio „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ sowohl verbriefte Verbindlichkeiten als auch Einlagen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.
In TEUR
Buchwert der Grundgeschäfte per 31.12.2021
Kumulierte Beträge, die im Buchwert der Grundgeschäfte erfasst wurden (Hedge Adjustment) per 31.12.2021
Änderung des beizulegenden Zeitwerts, welcher zur Ermittlung der Ineffektivität herangezogen wurde (1.1.-31.12.2021)
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC
 
 
 
Schuldverschreibungen
997.055
6.896
-20.826
Kredite und Forderungen
563.282
22.091
-20.948
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
 
 
 
Schuldverschreibungen
511.978
-1.216
-8.968
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC*)
2.450.606
-31.128
-57.014
Gesamt
4.522.921
-3.357
-107.756
 
 
 
 
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
 
 
 
Verbriefte Verbindlichkeiten
2.371.231
133.325
83.824
Nachrangige Verbindlichkeiten
5.760
643
288
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit
243.296
31.649
12.889
Gesamt
2.620.287
165.617
97.001
*) Da dem Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ sowohl Schuldverschreibungen als auch Kredite und Forderungen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.
Trotz des Vorliegens nahezu identer, gegengleicher Parameter der Sicherungs- und Grundgeschäfte können Ineffektivitäten aus dem Zinsänderungsrisiko im Sinne eines Basisrisikos entstehen. Dies in der Form, dass die Sicherungsderivate mit anderen Zinskurven diskontiert werden als die korrespondierenden Grundgeschäfte (OIS-€STR-Kurve vs. 3- oder 6-Monats-EURIBOR).
Andere mögliche Ursachen für Ineffektivitäten sind:
  • Late designation von Sicherungsgeschäften,
  • Upfront-Zahlungen bei Sicherungsgeschäften,
  • der Einfluss des variablen Zahlungsstroms auf den Wert der Sicherungsgeschäfte bei Annäherung an das Laufzeitende,
  • Bewertungsunterschiede bei Kündigungsrechten.
Gründe für Ineffektivitäten im Rahmen des Portfolio Fair Value Hedge Accounting können weiters sein:
  • Abweichungen der variablen Abzinsungszinssätze (Tenor) von Grund- und Sicherungsgeschäften
  • Unterschreitung des „bottom layer“

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Steiermark 2022
185
Die folgende Tabelle stellt die Ineffektivitäten der Absicherungen nach Bilanzpositionen und Klassen dar. Der Ausweis der Ineffektivitäten erfolgt sowohl für das Mikro Fair Value Hedge Accounting als auch für das Portfolio Fair Value Hedge Accounting in der GuV-Position „Ergebnis aus Hedge Accounting“.
In TEUR
Unwirksamkeit der Absicherung 31.12.2022
Unwirksamkeit der Absicherung 31.12.2021
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC
 
 
Schuldverschreibungen
-336
94
Kredite und Forderungen
353
351
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
 
 
Schuldverschreibungen
-14
128
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC*)
-4.714
-909
Gesamt
-4.711
-336
 
 
 
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
 
 
Verbriefte Verbindlichkeiten
-1.570
593
Nachrangige Verbindlichkeiten
-8
0
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit
-1.795
-566
Portfolio Fair Value Hedges – Passiva
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC**)
1.496
0
Gesamt
-1.877
27
*) Da dem Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ sowohl Schuldverschreibungen als auch Kredite und Forderungen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.
**) Da dem Portfolio „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ sowohl verbriefte Verbindlichkeiten als auch Einlagen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.

38. Restlaufzeitengliederung
Als Restlaufzeit wird der Zeitraum zwischen Bilanzstichtag und vertraglich vereinbarter Fälligkeit der Verbindlichkeit angesehen.
Restlaufzeitengliederung zum 31.12.2022
Finanzielle Verbindlichkeiten
In TEUR
Vertragliche Cash Flows
Täglich fällig bzw. ohne Laufzeit
bis 3 Monate
> 3 Monate bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
15.504.374
5.378.383
794.978
713.513
5.046.544
3.570.956
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
207.902
0
6.866
42.770
114.636
43.630
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
563.387
0
19.387
27.804
118.549
397.647
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
415.692
0
13.703
45.535
170.951
185.503
Außerbilanzielle Geschäfte
2.499.066
2.499.066
0
0
0
0
Restlaufzeitengliederung zum 31.12.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten
In TEUR
Vertragliche Cash Flows
Täglich fällig bzw. ohne Laufzeit
bis 3 Monate
> 3 Monate bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
15.659.669
5.304.487
210.716
492.328
6.306.864
3.345.274
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
248.001
0
7.746
16.012
83.949
140.294
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
1.006.736
0
243.813
125.286
159.676
477.961
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
64.383
0
7.011
10.911
13.667
32.794
Außerbilanzielle Geschäfte
2.562.985
2.562.985
0
0
0
0

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
39. Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Die Bestimmungen des IFRS 7 verlangen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten die Angabe von Informationen zu Saldierungsrechten bzw. zu globalen Aufrechnungsvereinbarungen.
Der RLB Steiermark Konzern schließt gemäß den Rahmenverträgen über die gegenseitige Aufrechnung von Interbanken-Depots (Deposit Netting Agreement) bzw. auf Basis von Vereinbarungen mit Großkunden Geschäfte über Kredite (Darlehen) und Interbanken-Einlagen ab. Grundsätzlich können die Beträge, die gemäß solchen Vereinbarungen von jeder Gegenpartei auf alle ausstehenden Transaktionen geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammengefasst werden, wenn für ein Unternehmen die Voraussetzungen nach
IAS 32.42 wie folgt erfüllt sind:
  • Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht ein Rechtsanspruch, finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten miteinander verrechnen zu dürfen.
  • Das Unternehmen beabsichtigt, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Einige dieser Vereinbarungen werden in der Bilanz nicht saldiert, weil den jeweiligen Vertragspartnern ein Recht zur Aufrechnung von erfassten Beträgen eingeräumt wird, das nur bei Eintritt eines Verzuges darstellenden Ereignisses, der Insolvenz oder des Konkurses des Konzerns oder der Vertragspartner oder von anderen vorab festgelegten Ereignissen durchsetzbar ist. Darüber hinaus beabsichtigen der Konzern und seine Vertragspartner nicht, auf Nettobasis abzurechnen oder die Vermögenswerte zu realisieren und zeitgleich die Schulden zu tilgen. Der Konzern erhält und stellt Sicherheiten in Form von liquiden Mitteln und marktgängigen Wertpapieren.
In den nachstehenden Tabellen sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt, die in der Konzernbilanz saldiert werden (aufgerechnete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten) oder einer Aufrechnungs- oder ähnlichen Vereinbarung unterliegen, ungeachtet dessen, ob sie in der Bilanz saldiert werden oder nicht (Potenzieller Effekt von Aufrechnungsvereinbarungen). Zum Bilanzstichtag des Vorjahres bestanden keine aufrechten Netting-Vereinbarungen über finanzielle Vermögenswerte.
Geschäftsjahr 2022
In TEUR




Finanzielle Vermögenswerte
Brutto-beträge finanzieller Vermögens-werte
dagegen aufgerech-nete finanzielle Verbindlich-keiten
in der Bilanz dargestellte Netto-beträge finanzieller Vermögens-werte
Potenzieller Effekt von Auf-rechnungs-rahmenver-einba-rungen
Sicher-heiten in Form von bilanzierten Finanz-instru-menten
Nettobetrag
 
 
 
nicht saldiert
 
Sichtguthaben
298
0
298
0
0
298
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
81.252
0
81.252
0
0
81.252
Kredite und Forderungen
81.252
0
81.252
0
0
81.252
Gesamt
81.550
0
81.550
0
0
81.550
In TEUR



Finanzielle Verbindlichkeiten
Brutto-beträge finanzieller Verbindlich-keiten
dagegen aufgerech-nete finanzielle Vermögens-werte
in der Bilanz dargestellte Netto-beträge finanzieller Verbindlich-keiten
Potenzieller Effekt von Auf-rechnungs-rahmenver-einba-rungen
Sicher-heiten in Form von bilanzierten Finanz-instru-menten
Nettobetrag
 
 
 
 
nicht saldiert
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
2.595.075
0
2.595.075
0
0
2.595.075
Einlagen / Aufgenommene Gelder
2.595.075
0
2.595.075
0
0
2.595.075
Gesamt
2.595.075
0
2.595.075
0
0
2.595.075
Einlagen / Aufgenommene Gelder enthalten ausschließlich die gezogenen Tranchen des EZB Langfristtender (TLTRO III) in Höhe von insgesamt 2.467.423 TEUR (Vj: 3.485.507 TEUR), für die im aktuellen Geschäftsjahr Sicherheiten in Form von bilanzierten Finanzinstrumenten mit einem Betrag von 0 TEUR (Vj: 1.520.694 TEUR) bestehen. Die Sicherheiten im Geschäftsjahr 2022 wurden ausschließlich in Form von konzernfremden Vermögenswerten sowie gemäß den IFRS nicht zu bilanzierenden Retained Covered Bonds gestellt (siehe Note 52).
Geschäftsjahr 2021
In TEUR



Finanzielle Verbindlichkeiten
Brutto-beträge finanzieller Verbindlich-keiten
dagegen aufgerech-nete finanzielle Vermögens-werte
in der Bilanz dargestellte Netto-beträge finanzieller Verbindlich-keiten
Potenzieller Effekt von Auf-rechnungs-rahmenver-einba-rungen
Sicher-heiten in Form von bilanzierten Finanz-instru-menten
Nettobetrag
 
 
 
 
nicht saldiert
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
3.690.639
0
3.690.639
0
-1.520.694
2.169.945
Einlagen / Aufgenommene Gelder
3.690.639
0
3.690.639
0
-1.520.694
2.169.945
Gesamt
3.690.639
0
3.690.639
0
-1.520.694
2.169.945

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
40. Derivative Finanzinstrumente
In den nachfolgenden Tabellen ist das gesamte Volumen der noch nicht abgewickelten derivativen Finanzgeschäfte – inklusive der in Note 37 dargestellten Hedge Accounting Derivate – gegliedert nach Restlaufzeiten dargestellt. Die Angabe der Marktwerte erfolgt unter Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos (CVA / DVA).
Derivative Finanzprodukte, die nicht zu Handelszwecken dienen (Bankbuch), zum 31.12.2022
 
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps
1.532.715
3.230.708
6.715.960
11.479.383
654.963
490.137
Zinsoptionen-Käufe
0
396
0
396
1
0
Zinsoptionen-Verkäufe
195
6.232
0
6.427
0
118
Gesamt
1.532.910
3.237.336
6.715.960
11.486.206
654.964
490.255
Börsegehandelte Produkte
 
 
 
 
 
 
Futures
100.600
0
0
100.600
3.513
0
Gesamt
1.633.510
3.237.336
6.715.960
11.586.806
658.477
490.255
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Devisenkassa/-termingeschäfte
87.879
0
0
87.879
9.378
9.340
Zins-Währungs-/Währungsswaps
125.118
7.610
10.249
142.977
415
8.154
Gesamt
212.997
7.610
10.249
230.856
9.793
17.494
 
 
 
 
 
 
 
Gesamtsumme
1.846.507
3.244.946
6.726.209
11.817.662
668.270
507.749

Derivative Finanzprodukte, die nicht zu Handelszwecken dienen (Bankbuch), zum 31.12.2021
 
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps
716.419
3.699.655
6.147.458
10.563.532
569.171
170.854
Zinsoptionen-Käufe
6.729
221
275
7.225
11
0
Zinsoptionen-Verkäufe
1.729
6.414
737
8.880
0
20
Gesamt
724.877
3.706.290
6.148.470
10.579.637
569.182
170.874
Börsegehandelte Produkte
 
 
 
 
 
 
Futures
20.600
0
0
20.600
0
0
Gesamt
745.477
3.706.290
6.148.470
10.600.237
569.182
170.874
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Devisenkassa/-termingeschäfte
52.200
45.600
0
97.800
1.737
1.671
Zins-Währungs-/Währungsswaps
3.558
12.711
10.250
26.519
27
9.537
Gesamt
55.758
58.311
10.250
124.319
1.764
11.208
 
 
 
 
 
 
 
Gesamtsumme
801.235
3.764.601
6.158.720
10.724.556
570.946
182.082

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Derivative Finanzprodukte des Handelsbuchs zum 31.12.2022
 
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps
129.975
1.078.780
1.486.051
2.694.806
130.174
126.406
Zinsoptionen-Käufe
42.900
93.769
73.100
209.769
5.124
0
Zinsoptionen-Verkäufe
3.684
77.712
54.638
136.034
0
4.975
Gesamt
176.559
1.250.261
1.613.789
3.040.609
135.298
131.381
Börsegehandelte Produkte
 
 
 
 
 
 
Futures
0
0
0
0
0
0
Gesamt
176.559
1.250.261
1.613.789
3.040.609
135.298
131.381
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Devisenkassa/-termingeschäfte
67.969
23.102
0
91.071
7.314
324
Zins-Währungs-/Währungsswaps
313.585
24.418
0
338.003
4.561
11.410
Devisenoptionen-Käufe
3.000
0
0
3.000
16
0
Devisenoptionen-Verkäufe
3.000
0
0
3.000
0
16
Gesamt
387.554
47.520
0
435.074
11.891
11.750
 
 
 
 
 
 
 
Gesamtsumme
564.113
1.297.781
1.613.789
3.475.683
147.189
143.131

Derivative Finanzprodukte des Handelsbuchs zum 31.12.2021
 
Restlaufzeit Nominalwerte
Marktwerte
In TEUR
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positiv
negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Zinsswaps
159.483
758.295
1.826.883
2.744.661
46.678
48.324
Zinsoptionen-Käufe
47.494
74.900
93.775
216.169
3.381
0
Zinsoptionen-Verkäufe
15.769
13.688
93.015
122.472
0
1.119
Gesamt
222.746
846.883
2.013.673
3.083.302
50.059
49.443
Börsegehandelte Produkte
 
 
 
 
 
 
Futures
4.907
0
0
4.907
0
0
Gesamt
227.653
846.883
2.013.673
3.088.209
50.059
49.443
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsbezogene Termingeschäfte
 
 
 
 
 
 
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
 
Devisenkassa/-termingeschäfte
186.496
57.833
0
244.329
9.942
724
Zins-Währungs-/Währungsswaps
472.827
61.723
0
534.550
675
19.269
Devisenoptionen-Käufe
1.271
0
0
1.271
5
0
Devisenoptionen-Verkäufe
1.272
0
0
1.272
30
0
Gesamt
661.866
119.556
0
781.422
10.652
19.993
 
 
 
 
 
 
 
Gesamtsumme
889.519
966.439
2.013.673
3.869.631
60.711
69.436

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
41. Fair Value der Finanzinstrumente
Alle zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente werden auf wiederkehrender Basis bewertet.
Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Preis für ein Finanzinstrument, den Marktteilnehmer im Rahmen einer geordneten Geschäfts-abwicklung beim Verkauf erhalten, beziehungsweise bei der Übertragung einer Schuld zahlen würden. Im RLB Steiermark Konzern erfolgt die Bewertung zum Fair Value primär anhand von externen Datenquellen (Börsenpreise, Broker-Quotierungen). Sollte kein entsprechender Marktpreis beobachtbar sein, werden für die Fair Value Ermittlung des Finanzinstruments allgemein anerkannte Verfahren angewendet. Je nach Marktnähe bzw. Objektivität der Bewertungsparameter werden diese jeweils einer von drei Stufen (Level 1 – 3) der Fair Value Hierar-chie zugeordnet.
Beschreibung der Bewertungsmodelle und Parameter
Der RLB Steiermark Konzern verwendet ausschließlich Bewertungsmodelle, die einem internen Prüfprozess unterzogen wurden und bei denen die unabhängige Ermittlung der Bewertungsparameter (Zinssätze, Wechselkurse, Volatilitäten und Credit Spreads) sichergestellt ist.
Existieren für Wertpapiere und Derivate aktuelle, allgemein beobachtbare Preise, so werden diese Produkte zu den quotierten Marktpreisen angesetzt. Bei den übrigen Wertpapieren und Derivaten wird der Fair Value als Barwert der künftigen Cash Flows errechnet.
Für Plain Vanilla-Schuldtitel (fix und variabel) wird der Fair Value durch die Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme errechnet. Die Diskontierungskurve ist vom Zinssatz der jeweiligen Emissionswährung und einer Spreadanpassung, welche von der Credit Spread-Kurve des Emittenten abgeleitet wird, abhängig. Ist keine Emittentenkurve vorhanden, wird der Spread von einem ähnlichen Instrument abgeleitet und um Differenzen im Risikoprofil des Instruments angepasst. Ist kein ähnliches Finanzinstrument verfügbar, wird die Spreadanpassung anhand interner Ratings und Ausfallswahrscheinlichkeiten vorgenommen. Bei komplexeren Schuldtiteln wird der Fair Value mittels einer Kombination aus diskontierten Zahlungsströmen und finanzmathematischen Modellen ermittelt, wie sie auch bei der Bewertung von
OTC-Produkten zur Anwendung kommen. Die Fair Value Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten erfolgt analog.
Der Fair Value von Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Zinstermingeschäften wird auf Basis abgezinster Cash Flows ermittelt, wobei jeweils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Für die Ermittlung des Fair Value von in Euro besicherten Derivaten wird als Diskontierungszinssatz der €STR (Euro Short-Term Rate) herangezogen, da dieser der Verzinsung der entsprechenden Barsicherheiten entspricht.
Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Optionen werden zu Kurswerten oder mittels anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen und Zinsinstrumente die gängigen Black-Scholes-Modelle (marktbedingt wird aufgrund des aktuellen Zinsniveaus u. a. auch das Black-Scho-les-Normal Modell verwendet).
Bei der Bewertung von Derivaten werden auch Bewertungsanpassungen, welche sowohl das Risiko des vorzeitigen Ausfalls der Gegen-partei, als auch das eigene Kreditrisiko berücksichtigen, vorgenommen (CVA, DVA). Zur Ermittlung des Credit bzw. Debt Value Adjust-ments wird für OTC-Derivate die Höhe des zukünftig zu erwartenden Portfoliowerts (Potential Future Exposure, PFE) anhand einer Monte Carlo Simulation berechnet und mittels am Markt beobachtbarer Ausfallsraten des Kunden bzw. der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bewertet. Grundsätzlich wird das gesamte Derivateportfolio eines Marktpartners betrachtet. Das CVA/DVA wird auf das unbesicherte Expo-sure gerechnet. Handelt es sich um ein besichertes Exposure, wird die Dauer der Besicherungsnachforderung (margin period of risk) bei der Ermittlung des CVA/DVA mitberücksichtigt.
Bei den finanziellen Verpflichtungen erfolgt die Bewertung von Optionalitäten unter anderem auf Basis des Hull-White-Modells. Sofern Sicherheiten von Dritten für Verbindlichkeiten gestellt werden, werden diese bei der Bewertung berücksichtigt.
Der Fair Value bestimmter Finanzinstrumente entspricht nahezu dem Buchwert. Dies betrifft die Barreserve und Sichtguthaben sowie For-derungen und Verbindlichkeiten ohne eindeutige Fälligkeit oder Zinsbindung bzw. kurzfristig abrufbare Verbindlichkeiten.
Bei den übrigen Forderungen und Verbindlichkeiten werden die erwarteten Cash Flows mit aktuellen Zinssätzen unter Berücksichtigung der jeweiligen Spreads sowie von Eigenkapitalkosten diskontiert. Bei der Fair Value Bewertung von Krediten gelangen Spreads auf Basis inter-ner Bonitätseinschätzungen zum Ansatz. Darüber hinaus kommen hier Residualspreads, die beispielsweise Gebühren beinhalten können, zum Ansatz.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich at equity bewertet. Beteiligungen werden zum Fair Value bilanziert. Sofern ein Börsenkurs oder Transaktionspreis verfügbar ist, wird dieser herangezogen. Ansonsten wird der Fair Value auf Basis abgezinster Netto-Cash Flows oder mittels vereinfachter Näherungsverfahren bzw. bei Immobilien anhand zeitnaher Gutachten ermittelt. Die Prognose der finanziellen Überschüsse enthält spezifische Schätzungen für mindestens drei Jahre. Die Unsicherheiten infolge der Covid-19 Pandemie wurden im Rahmen der Unternehmensbewertung in der Cashflow-Planung berücksichtigt. Die erwarteten Netto Cash Flows werden mit einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung eines Risikoabschlags abgezinst. Hybride Finanzinstrumente werden auf Basis extern angelieferter Bewertungen bewertet.
Bei Finanzgarantien und unwiderruflichen Kreditzusagen entspricht der Buchwert dem Fair Value.
In der folgenden Tabelle werden die beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) jener Bilanzpositionen dargestellt, welche nicht zum Fair Value bewertet werden. Diese beinhaltet auch täglich fällige Kredite und Forderungen sowie Einlagen, bei denen der Buchwert nahezu dem Fair Value entspricht.
 
2022
2021
In TEUR
Fair Value
Buchwert
Fair Value
Buchwert
Aktiva
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – AC
11.411.761
11.676.893
11.037.298
10.555.568
Schuldverschreibungen
1.771.117
1.822.587
1.759.490
1.715.698
Kredite und Forderungen
9.514.050
9.728.818
9.159.304
8.722.777
Forderungen aus Leasingverhältnissen
126.594
125.488
118.504
117.093
Passiva 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
14.309.150
14.558.727
15.686.066
15.567.515
Einlagen / Aufgenommene Gelder
10.923.886
11.075.982
11.996.431
11.926.289
Verbriefte Verbindlichkeiten
3.315.628
3.410.325
3.608.942
3.566.137
Nachrangige Verbindlichkeiten
69.636
72.420
80.693
75.089

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42. Fair Value Hierarchie
Die Fair Value Hierarchie stellt die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden nach der Stufe der Bemessungshierarchie dar, in welche diese in ihrer Gesamtheit eingeordnet werden. Diese Hierarchie teilt die in den Bewertungstechniken zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein, wobei sich die Abstufung nach dem Grad der Beobachtbarkeit der verwendeten Inputfaktoren richtet:
Notierte Preise in aktiven Märkten (Level 1): Der Fair Value der Finanzinstrumente, welche in Level 1 der Fair Value Hierarchie eingeordnet werden, wird auf der Grundlage der auf aktiven Märkten quotierten Preise (Börsenkurse oder von Handelsteilnehmern quotierte Preise) ermittelt. Ein aktiver Markt ist dann gegeben, wenn für ein Finanzinstrument Preise von Börsen, Brokern oder Preisagenturen, wie Reuters oder Bloomberg, leicht und regelmäßig verfügbar sind und tatsächlich und regelmäßig Transaktionen zu diesen Preisen stattfinden. Diese Kategorie enthält insbesondere an Börsen notierte Schuldinstrumente. Im Bereich der nicht zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente sind hier Schuldverschreibungen sowie verbriefte Verbindlichkeiten enthalten.
Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter (Level 2): Wird ein Preis herangezogen, dessen Markt aufgrund einer beobachteten eingeschränkten Liquidität nicht als aktiver Markt betrachtet werden kann, wird das zugrundeliegende Finanzinstrument in die Fair Value Stufe 2 gereiht. Sind keine Marktpreise verfügbar, erfolgt die Bewertung anhand von Bewertungsmodellen, die auf Marktdaten beruhen. Sofern alle wesentlichen Parameter des Bewertungsmodells am Markt beobachtbar sind, wird das Finanzinstrument als Level 2 der Fair Value Hierarchie eingestuft. Für Level 2-Bewertungen werden typischerweise Zinskurven, Credit Spreads und implizite Volatilitäten als nachvollziehbare beobachtbare Marktparameter verwendet.
Im Bereich der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente werden vor allem Einlagen, verbriefte Verbindlichkeiten sowie die Mehrzahl der OTC-Derivate gezeigt. Darüber hinaus sind hier Schuldinstrumente enthalten, für welche kein aktiver Markt besteht. Im Bereich der nicht zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente sind hier Schuldverschreibungen, Zwischenbankgelder, Einlagen sowie verbriefte Verbindlichkeiten enthalten.
Bewertungsverfahren mittels wesentlicher, nicht beobachtbarer Parameter (Level 3): Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen Eingangsparameter auf, die nicht beobachtbar sind und einen mehr als unwesentlichen Effekt auf den Fair Value eines Instruments haben. In diesem Fall werden einzelne, nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter anhand angemessener Annahmen geschätzt. Für Level 3-Bewertungen werden neben beobachtbaren Parametern typischerweise Credit Spreads, die aus internen Schätzungen für Ausfallswahrscheinlichkeiten (PD) und Verlustquoten (LGD) abgeleitet werden, als nicht beobachtbare Parameter verwendet. Diese Kategorie enthält im Bereich der zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente im Wesentlichen Kredite, strukturierte verbriefte Verbindlichkeiten, komplexere OTC-Derivate sowie Beteiligungen bzw. beteiligungsähnliche hybride Finanzinstrumente. Im Bereich der nicht zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente sind hier vor allem Kredite und Einlagen enthalten.

Die folgende Darstellung zeigt die Fair Value Hierarchie der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
In TEUR
2022
2021
Finanzielle Vermögenswerte
Level 1
Level 2
Level 3
Level 1
Level 2
Level 3
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
12.947
408.738
2.273
49.453
409.112
5.087
Schuldverschreibungen
12.947
0
0
49.453
2.645
0
Derivate (positive Marktwerte)
0
408.738
2.273
0
406.467
5.087
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
534.898
5.799
110.506
851.406
6.495
90.397
Schuldverschreibungen
534.898
5.799
0
851.406
6.495
0
Eigenkapitalinstrumente
0
0
110.506
0
0
90.397
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
0
26.046
49.680
0
35.315
37.448
Schuldverschreibungen
0
17.155
0
0
24.477
0
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
0
8.891
11.499
0
10.838
5.070
Kredite und Forderungen
0
0
38.181
0
0
32.378
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
400.935
0
0
220.103
0
Gesamt
547.845
841.518
162.459
900.859
671.025
132.932
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten
Level 1
Level 2
Level 3
Level 1
Level 2
Level 3
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
0
237.409
329
0
167.351
471
Derivate (negative Marktwerte)
0
237.409
329
0
167.351
471
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
0
364.567
23.035
0
839.977
25.454
Einlagen / Aufgenommene Gelder
0
227.481
0
0
519.412
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
0
122.679
23.035
0
306.194
25.454
Nachrangige Verbindlichkeiten
0
14.407
0
0
14.371
0
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
413.142
0
0
83.696
0
Gesamt
0
1.015.118
23.364
0
1.091.024
25.925

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Umgliederungen von und nach Level 1
Weder in der Berichtsperiode noch in der Vergleichsperiode gab es Umgliederungen aus Level 1 bzw. nach Level 1.
Angaben zu Finanzinstrumenten in Level 3
Beschreibung der Bewertungsmethoden und -prozesse für Finanzinstrumente in Level 3
Wenn zumindest ein wesentlicher Bewertungsparameter nicht am Markt beobachtbar ist, wird dieses Instrument dem Level 3 der Fair Value Hierarchie zugeordnet. Zur Validierung des Bewertungspreises werden daher zusätzliche Schritte notwendig. Diese umfassen u. a. die Analyse historischer Daten oder Benchmarking zu vergleichbaren Finanzinstrumenten. Diese Verfahren beinhalten Parameterschätzungen und Expertenmeinungen.
Die Ermittlung und Kategorisierung der Fair Values von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten erfolgt mit Ausnahme der Fair Values für Beteiligungen und beteiligungsähnliche hybride Finanzinstrumente in der Abteilung Marktrisikocontrolling, in deren Kompetenz die Marktbewertungen und die verwendeten Berechnungsmodelle – inklusive der Ermittlung der Level 3 Fair Values – liegen. Die Abteilung überprüft regelmäßig wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren und Valuation Adjustments. Falls Preise von Dritten, wie etwa Partnerbewertungen bzw. externe Modelle, für die Ermittlung der Fair Values verwendet werden, so erfasst, dokumentiert und verplausibilisiert Marktrisikocontrolling diese Werte. Wesentliche Bewertungsthemen und Auswirkungen von Bewertungsänderungen werden im Gesamtbank-Risikokomitee bzw. dem Vorstand berichtet. Die Ermittlung und Kategorisierung von Fair Values für Beteiligungen und beteiligungsähnliche hybride Finanzinstrumente erfolgt in der Abteilung Beteiligungen, die für das gesamte Beteiligungsportefeuille zuständig ist.
Informationen zur Bewertung von Level 3 Finanzinstrumenten:
Fremdkapitalinstrumente und Derivate
 
Art
Bewertungs-methode
Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren
Umfang der nicht beobachtbaren Inputfaktoren
Kredite und Forderungen
Kredite
DCF
Ausfallwahr-scheinlichkeit, Verlustquote
10-30 %
Derivate
Zinsderivate
Broker-Schätzungen
erwartete Zinszahlungen
10-20 %
Einlagen / Aufgenommene Gelder
Einlagen
Broker-Schätzungen,
DCF – Verfahren
erwartete Zinszahlungen
10-30 %
Verbriefte Verbindlichkeiten
Emissionen
Broker-Schätzungen,
DCF – Verfahren
erwartete Zinszahlungen
5-10 %

Beteiligungen
Bewertungsmethode
Beschreibung
Inputfaktoren
von
bis
Discounted Cash Flow Verfahren
(DCF – Flow to Equity)
Abzinsung von Free Cash Flows mit einem internen Zinsfuß (Diskontierungszins, Beta- und Marktrisikofaktor)
interner Zinsfuß
7,87 %
13,04 %
Betafaktor
0,86
1,39
Marktrisikoprämie
6,36 %
6,39 %
Risikoloser Zinssatz
1,64 %
2,36 %
Planungshorizont
3 Jahre
5 Jahre
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Der aktuelle Marktwert für die Immobilien wird zum Bewertungsstichtag mittels Gutachten erhoben. Die so ermittelten stillen Reserven/Lasten werden dem Eigenkapital zugerechnet.
Pacht je m2
Zu-/Abschlag
0,30 EUR

+500 BP
3,00 EUR

-500 BP
Multiplikatorverfahren (Multiple)
Multiplikation des eingesetzten Kapitals mit dem TVPI (Total Value to paid-in capital)
Multiplikator
1,86
Zu einigen der Finanzinstrumente in der Level 3-Kategorie bestehen identische und ähnliche kompensierende Positionen bezüglich der nicht beobachtbaren Parameter. Die IFRS-Vorschriften verlangen, die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten brutto anzuführen. Einige
Finanzinstrumente in der Level 3-Kategorie sind durch Instrumente der Level 2-Kategorie abgesichert.
Ist eine Änderung in der Ermittlung des Fair Values eingetreten, wenn beispielsweise für die Wertermittlung beobachtbare Parameter statt nicht beobachtbarer Parameter zur Verfügung stehen, wird das jeweilige Finanzinstrument in eine andere Stufe umgruppiert.
Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist, auf Basis des Anfangsbestands.
Die Tabellen auf den folgenden Seiten stellen die Entwicklung der Fair Values von Finanzinstrumenten dar, für welche der beizulegende Zeitwert nicht aus beobachtbaren, am Markt verfügbaren Daten ermittelt werden kann.

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Überleitung der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level 3
Geschäftsjahr 2022

In TEUR
Bestand am 1.1.
In der Gewinn und Verlust-rechnung erfasst1)
Im sons-tigen Ergebnis erfasst1)
Zugänge
Abgänge
Bestand am 31.12.
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
5.087
-2.814
0
0
0
2.273
Derivate (positive Marktwerte)
5.087
-2.814
0
0
0
2.273
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
90.397
0
6.305
16.902
-3.098
110.506
Eigenkapitalinstrumente
90.397
0
6.305
16.902
-3.098
110.506
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
37.448
-1.080
0
30.573
-17.261
49.680
Schuldverschreibungen
5.070
400
0
6.029
0
11.499
Kredite und Forderungen
32.378
-1.480
0
24.544
-17.261
38.181
Gesamt
132.932
-3.894
6.305
47.475
-20.359
162.459
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
471
-142
0
0
0
329
Derivate (negative Marktwerte)
471
-142
0
0
0
329
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
25.454
-2.419
0
0
0
23.035
Verbriefte Verbindlichkeiten
25.454
-2.419
0
0
0
23.035
Gesamt
25.925
-2.561
0
0
0
23.364
1) Bei den Vermögenswerten stehen positive Beträge für Gewinne und negative Beträge für Verluste. Bei den Verbindlichkeiten stehen positive Beträge für Verluste und negative Beträge für Gewinne.
Im Geschäftsjahr 2022 gab es – wie im Vorjahr – keine Umgliederungen aus bzw. nach Level 3.
Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Bewertungsergebnisse von Finanziellen Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO), die Ergebnisse aus den dazugehörigen Derivaten (Economic Hedges) sowie von Finanziellen Vermögenswerten – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M) sind in der Position „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)“ enthalten. Die Zinsen dieser Instrumente werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Im Sonstigen Ergebnis (OCI non reclassified) erfasste Effekte aus der Veränderung des eigenen Bonitätsrisikos finanzieller Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) sind in der Position „Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten“ enthalten.
Das in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasste Ergebnis aus Finanziellen Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT) wird in der Position „Handelsergebnis“ gezeigt. Die im Sonstigen Ergebnis erfassten Bewertungsergebnisse aus Finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI (FVOCI) ohne Recycling werden in der Position „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI“ ausgewiesen.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Fair Values von Finanzinstrumenten in Level 3 der Vergleichsperiode dar.
Geschäftsjahr 2021

In TEUR
Bestand am 1.1.
In der Gewinn und Verlust-rechnung erfasst1)
Im sons-tigen Ergebnis erfasst1)
Zugänge
Abgänge
Bestand am 31.12.
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
6.001
-914
0
0
0
5.087
Derivate (positive Marktwerte)
6.001
-914
0
0
0
5.087
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
82.809
0
3.701
3.923
-36
90.397
Eigenkapitalinstrumente
82.809
0
3.701
3.923
-36
90.397
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
36.737
-509
0
13.740
-12.520
37.448
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
0
70
0
5.000
0
5.070
Kredite und Forderungen
36.735
-579
0
8.740
-12.518
32.378
Eigenkapitalinstrumente
2
0
0
0
-2
0
Gesamt
125.547
-1.423
3.701
17.663
-12.556
132.932
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
68
403
0
0
0
471
Derivate (negative Marktwerte)
68
403
0
0
0
471
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
26.669
-707
310
0
-818
25.454
Verbriefte Verbindlichkeiten
26.669
-707
310
0
-818
25.454
Gesamt
26.737
-304
310
0
-818
25.925
1) Bei den Vermögenswerten stehen positive Beträge für Gewinne und negative Beträge für Verluste. Bei den Verbindlichkeiten stehen positive Beträge für Verluste und negative Beträge für Gewinne.

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Ergebnis aus zum Berichtsstichtag gehaltenen Finanzinstrumenten der Level 3 Kategorie
Die nachstehende Tabelle beinhaltet gemäß IFRS 7 nur die Gewinne und Verluste der am Berichtsstichtag gehaltenen Level 3-Instrumente.
In TEUR
2022
2021
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
 
 
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
-1.153
515
Derivate (positive Marktwerte)
-1.153
515
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
-686
-98
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
575
70
Kredite und Forderungen
-1.261
-168
Gesamt
-1.839
417
 
 
 
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
50
-494
Derivate (negative Marktwerte)
50
-494
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
1.496
67
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.496
67
Gesamt
1.546
-427
 
 
 
Gesamtsumme
-293
-10
Die kompensierenden Gewinne und Verluste, die aus entsprechenden Absicherungsgeschäften erfasst wurden, sind nicht in der obigen Tabelle enthalten. Die Darstellung beinhaltet gemäß IFRS 13 nur Gewinne und Verluste, die aus den originären Level 3-Instrumenten resultieren.

Sensitivitätsanalyse der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level 3
Verbriefte Verbindlichkeiten und Kredite
Bei den zum Fair Value bewerteten Verbrieften Verbindlichkeiten (Emissionen) in Level 3 handelt es sich vorwiegend um 1:1 durchgesicherte Zinsstruktur-Positionen. Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für diese komplexen Produkte (OTC) sind dabei historische Volatilitäten und historische Korrelationen von CMS-Indizes.
Im Kreditbereich handelt es sich um alle Fair Value Positionen, welche die qualitative oder quantitative SPPI-Prüfung (Benchmark-Test) nicht bestanden haben. Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren sind hier Credit Spreads, die aus internen Schätzungen für Ausfallswahrscheinlichkeiten (PD) und Verlustquoten (LGD) abgeleitet werden.
Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse der Level 3-Instrumente werden mögliche Auswirkungen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair Values resultieren, dargestellt.
Für die Sensitivitätsanalyse wurden die oben beschriebenen, nicht beobachtbaren Faktoren der Level 3-Produkte auf beobachtbare Faktoren umgeschlüsselt und anschließend Sensitivitätsshifts unterzogen. Dabei wurden einerseits die Zinssensitivität und andererseits die Credit Spread-Sensitivität verwendet.
Für die Zinssensitivität wurden alle dem Zinsrisiko ausgesetzten Produkte als Zerobonds für die definierte Restlaufzeit berücksichtigt. Dazu erfolgte zunächst eine Umschlüsselung dieser Produkte auf entsprechende Forwards und eine Einteilung in die entsprechenden Laufzeitbänder. Anschließend wurde ein sogenannter Zinsschock unterstellt, d.h. es wurden die Auswirkungen auf den Fair Value bei einem Parallelshift der Zinskurve um 200 Basispunkte nach oben bzw. unten untersucht. Weiters wurden die Bewertungsauswirkungen im Fall einer Kurvendrehung (Geldmarkt -100 BP, Jahresstützpunkt 0, Kapitalmarkt +100 BP) betrachtet.
Für das Spreadrisiko wurden die Level 3-Emissionen mit ihrer Restlaufzeit und ihrem internen Rating berücksichtigt. Bei den Krediten wird der unbesicherte Anteil berücksichtigt. Dabei wurde angenommen, dass die Spreads der ausgewiesenen Level 3-Finanzinstrumente um 200 Basispunkte nach oben bzw. unten geshiftet werden.
Für Level-3-Produkte aus dem Kreditbereich wurde die Ermittlung der Sensitivitäten in den vergangenen Berichtsperioden analog der verbrieften Verbindlichkeiten durchgeführt.
In der Berichtsperiode 2022 wurde die Ermittlungsmethode für die Sensitivitäten für den Kreditbereich geändert. Diese werden nun über eine vollständige Full Fair Value Simulationen aller Fair Value Positionen im Kredit-Bereich zu folgenden Szenarien ermittelt.
  • Parallelshift aller Zinskurven um 200 Basispunkte nach oben bzw. unten
  • Kurvendrehung (Geldmarkt -100BP, Jahrestützpunkt 0, Kapitalmakrt +100BP)
  • Parallelshift der Credit-Spread-Kurven um 200BP nach oben bzw. unten
Die Sensitivität in den Einzelnen Szenarien ergibt sich aus der Differenz des Szenario-Full Fair Value zum tatsächlichen Full Fair Value.
Die inkludierten Fremdwährungsgeschäfte wurden hinsichtlich des Währungsrisikos einem Währungsshift unterzogen. Da den Fremdwährungspositionen allerdings entsprechende Refinanzierungen in Fremdwährung (gleiche Höhe, gleiche Zinsanpassungszeitpunkte) gegenüberstehen, ergibt sich aus diesem Währungsshift für Level 3-Produkte kein Fremdwährungsrisiko.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
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Die aus der Änderung der Parameter resultierenden ergebniswirksamen Auswirkungen auf den Fair Value sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Geschäftsjahr 2022
 
Fair Value Änderung
In TEUR
Änderung
Input-faktoren
Aktiv-positionen
Passiv-positionen
Gesamt
Zinssensitivität:
 
 
 
 
Zinssatzänderung
+200 BP
-370
0
-370
Zinssatzänderung
-200 BP
795
0
795
Kurvendrehung:
 
 
 
 
Geldmarkt
-100 BP
-185
0
-185
Kapitalmarkt
+100 BP
Creditspread-Sensitivität:
 
 
 
 
Änderung Credit Spread
+200 BP
-91
722
631
Änderung Credit Spread
-200 BP
104
-769
-665
Geschäftsjahr 2021
 
Fair Value Änderung
In TEUR
Änderung
Input-faktoren
Aktiv-positionen
Passiv-positionen
Gesamt
Zinssensitivität:
 
 
 
 
Zinssatzänderung
+200 BP
-1.520
0
-1.520
Zinssatzänderung
-200 BP
1.520
0
1.520
Kurvendrehung:
 
 
 
 
Geldmarkt
-100 BP
-521
0
-521
Kapitalmarkt
+100 BP
Creditspread-Sensitivität:
 
 
 
 
Änderung Credit Spread
+200 BP
-545
1.215
670
Änderung Credit Spread
-200 BP
545
-1.318
-773

Beteiligungen
Bei den zum Fair Value bewerteten Level 3-Beteiligungen bzw. beteiligungsähnlichen hybriden Finanzinstrumenten handelt es sich durchgehend um nicht öffentlich gehandelte Unternehmensbeteiligungen. Nahezu alle der Unternehmensbewertung zugrundeliegenden Parameter sind dabei nicht beobachtbare Bewertungsparameter. Die Bewertungsmethode richtet sich nach den jeweiligen Besonderheiten des Bewertungsobjekts (Unternehmensgegenstand, Verträge etc.). Für die zum Discounted Cash Flow Verfahren bewerteten Unternehmen werden jährliche Planungsrechnungen erstellt. Eine Veränderung der angenommenen Free Cash Flows kann den Fair Value wesentlich beeinflussen, weswegen eine Veränderung der jeweiligen Free Cash Flows um +/- 100 BP je Planungsperiode untersucht wurde. In den Diskontierungszinssatz fließen mehrere Parameter ein, die jeweils für sich genommen unterschiedlich stark wirken. Für die Zinssensitivität wurde der gesamte Diskontierungszinssatz um jeweils +/- 100 BP variiert. Für die zum Substanzwert bewertete Beteiligung stellen die mittels Gutachten ermittelten m²-Preise den wesentlichsten Eingangsparameter dar, welcher um +/- 500 BP variiert wurde. Für die mit dem Multiplikatorverfahren bewertete Beteiligung wurde die Zinssensitivität mit einem Parallelshift des Multiplikators um +/- 10 BP untersucht. Es handelt sich hier um einen Alternativen Investmentfonds (AIF) mit definierter Laufzeit (geschlossener Fonds).
Für die Sensitivitätsanalyse wurden die fünf (Vj: fünf) größten Beteiligungen herangezogen. Die sich ergebenden Auswirkungen auf den Fair Value sind in nachfolgender Tabelle dargestellt.
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
 
 
Fair Value Änderung
Bewertungsmethode
Input-faktoren
Änderung Input-faktoren
Fair Value
Best Case
Worst Case
Discounted Cash Flow Verfahren
Diskontzins-satz
+/- 100 BP
32.370
37.074
28.683
 
Free Cash Flow
+/- 100 BP
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Zu-/
Abschlag
+/- 500 BP
15.725
16.825
15.345
Multiplikatorverfahren
Multiplikator
+/- 10 BP
13.020
13.720
12.320
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
 
 
Fair Value Änderung
Bewertungsmethode
Input-faktoren
Änderung Input-faktoren
Fair Value
Best Case
Worst Case
Discounted Cash Flow Verfahren
Diskontzins-satz
+/- 100 BP
27.663
31.973
24.384
 
Free Cash Flow
+/- 100 BP
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Zu-/
Abschlag
+/- 500 BP
13.120
13.731
12.505
Ertragswertverfahren (Optionspreis)
Diskontzins-satz
+/- 100 BP
5.813
6.963
5.526
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Fair Value Hierarchie der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten
Gemäß IFRS 13.97 ist auch die Zuordnung der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Instrumente zu den jeweiligen Levels der Fair Value Hierarchie darzustellen.
Die Fair Values bestimmter, zu Nominalwerten bilanzierter Finanzinstrumente entsprechen nahezu ihren Buchwerten. Hierunter fallen etwa die Barreserve und Sichtguthaben sowie täglich fällige Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Forderungen und Verbindlichkeiten ohne eindeutige Fälligkeit oder Zinsbindung. Diese Instrumente werden regelmäßig mit ihrem Rückzahlungsbetrag übertragen, wie beispielsweise die Rückzahlung einer täglich fälligen Einlage zum Nominalbetrag. Entsprechend IFRS 7.29 (a) wird bei diesen Instrumenten auf die Angabe des beizulegenden Zeitwerts verzichtet, da der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
Die nachstehende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte von nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value Hierarchie.
In TEUR
2022
2021
 
Level 1
Level 2
Level 3
Level 1
Level 2
Level 3
Finanzielle Vermögenswerte – AC
 
 
 
 
 
 
Schuldverschreibungen
1.165.387
605.731
0
1.143.319
616.171
0
Kredite und Forderungen
0
1.497.753
6.754.210
0
1.354.294
6.781.705
Forderungen aus Leasingverhältnissen
0
0
126.594
0
0
118.504
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
 
 
 
 
 
 
Einlagen / Aufgenommene Gelder
0
4.766.952
1.125.606
0
5.857.330
1.183.501
Verbriefte Verbindlichkeiten
1.710.178
1.605.450
0
2.133.098
1.475.844
0
Nachrangige Verbindlichkeiten
0
69.636
0
0
80.693
0
Risikobericht
Organisation des Risikomanagements
Zu den zentralen Erfolgsfaktoren im Bankgeschäft gehört die Fähigkeit eines Kreditinstituts, die aus der Geschäftstätigkeit resultierenden Chancen und Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen. Auf Basis einer differenzierten Risikomessung und unter Berücksichtigung der Kapitalausstattung soll durch geeignete Steuerungs-, Management- und Überwachungsprozesse die langfristige positive Ertragssituation erhalten bleiben.
Die Bedeutung des Gesamtbankrisikomanagements, insbesondere die Fähigkeit eines Kreditinstitutes sämtliche wesentlichen Risiken zu erfassen, zu messen sowie zeitnah zu überwachen und zu steuern, hat angesichts des volatilen wirtschaftlichen Umfelds in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Risikomanagement wird im RLB Steiermark Konzern daher als aktive unternehmerische Funktion und als integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung verstanden.
Professionelles Risikomanagement zählt zu den Kernaufgaben des RLB Steiermark Konzerns. Dabei werden alle wesentlichen Risiken identifiziert, gemessen, laufend überwacht und geeignete Maßnahmenvorschläge erarbeitet.
Die Verantwortung für den gesamten Bereich der Risikosteuerung trägt der Vorstand. Er definiert, abgeleitet aus der Unternehmensstrategie unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsstrategie, die Risikostrategie und –politik. Diese werden tourlich im Aufsichtsrat behandelt. Die Risikostrategie legt die strategische Ausrichtung des Risikomanagements für alle Arten von Risiken fest. Damit stellt die Risikostrategie das oberste Lenkinstrument für risikoorientiertes Management dar und ist ein Eckpfeiler im Rahmen der Steuerung, Überwachung und Begrenzung von Risiken. Sie trägt so wesentlich zur Sicherstellung der internen Kapitaladäquanz bei.
Abgeleitet von der Risikostrategie verfolgt der RLB Steiermark Konzern mit der Risikopolitik und deren operativen Parametern das Ziel, alle relevanten Risiken, die sich aus dem Bankgeschäft und dem Bankbetrieb ergeben, frühzeitig zu erkennen und durch eine wirksame Risikosteuerung aktiv zu managen und zu begrenzen. Das Risikomanagement berichtet die Einhaltung dieser Parameter zeitnah an beide Organe.
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Steiermark 2022
185
Klare Verantwortlichkeiten sind die Grundlage des Risikomanagements im RLB Steiermark Konzern. Das Risikomanagement subsumiert die Gesamtheit aller organisatorischen Aktivitäten zur Risikoerkennung und zum Umgang mit Risiken unternehmerischer Betätigung.
Alle Organisationseinheiten, die mit der Risikoerkennung, -erfassung, -bewertung und -analyse befasst sind, sind unter der direkten Leitung des Risikovorstands (Chief Risk Officer, CRO) zusammengefasst. Die Identifizierung, Messung und Steuerung der Risiken erfolgt im Bereich „Risikocontrolling“ in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Organisationseinheiten. Das Risikocontrolling hat weiters die Aufgabe, geeignete Risikomessverfahren und die dafür notwendigen IT-Systeme zu entwickeln und bereitzustellen sowie eine aktive Risikosteuerung gemäß den Anforderungen des Konzerns zu gewährleisten.
Der Aufbau des Risikomanagements soll die Tätigkeiten aus der fachlichen Verantwortung heraus unterstützen und die unabhängige Funktionsfähigkeit der Prozesse und Systeme sicherstellen. Die aktuelle Aufbauorganisation gewährleistet, dass die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter innerhalb ihres Verantwortungsbereichs unabhängig agieren können.
Die Strukturen im Risikocontrolling wurden so gelegt, dass die wesentlichen Risiken im Konzern – das sind Kredit-, Beteiligungs-, Marktpreis-, Liquiditäts-, operationelle und sonstige Risiken – identifiziert, gemessen und gesteuert werden. In der Letztverantwortung für diese Aufgabe wird der Vorstand durch spezifische Komitees unterstützt.
Ziel der Risikosteuerung ist die Risikolimitierung bzw. bewusste Allokation von Risikokapital für ein nachhaltig profitables Wachstum in allen Geschäftsbereichen sowie die Erhaltung und weitere Stärkung der Eigenmittelsituation im Konzern.
Die Ausrichtung des Risikoportfolios orientiert sich an folgenden strategischen Rahmenbedingungen:
  • Klare und nachvollziehbare Entscheidungen.
  • Sorgfältige, zeitnahe und realistische Bonitätsbeurteilung bei allen Aktivgeschäften.
  • Bei einer nicht transparenten, unüberschaubaren Risikolage wird nach dem Vorsichtsprinzip gehandelt.
  • Konsequente Risikosteuerung durch eine rechtzeitige Identifikation und Bewertung der Risiken sowie eine entschlossene Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen.
  • Eine Risikominimierung erfolgt auch durch eine entsprechende Diversifizierung aller Bankgeschäfte.
  • Durch eine effiziente Steuerung sehen wir Risiken auch als Ertragschancen.
  • Risiken der Bank werden immer ausreichend diversifiziert und zwar sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern, als auch über die Geschäftsfelder hinausgehend.
  • Entwicklung und Integration funktionierender Prozesse in den täglichen Geschäftsablauf.
  • Produkteinführungen oder neue Markteintritte beruhen auf einer spezifischen Risikoanalyse, die auf einer vorausgehenden Einschätzung der Risiken basiert.
  • Produkte und Dienstleistungen werden nur dann unseren Kunden angeboten, wenn wir dafür die Berechtigung, entsprechendes Fachwissen und die dafür nötige Infrastruktur haben.
  • Know Your Customer: Wir kennen unsere Kunden und vergeben daher Kredite nur nach eingehender Schuldner- und Bonitätsprüfung.
  • Das ESG-Risiko wird in der Risikosteuerung bereits berücksichtigt (u.a. Risikoinventur, Ratingmodelle, Ausschlusskriterien) und laufend - in Abstimmung mit dem Sektor - weiterentwickelt.
Die Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken werden unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit im RLB Steiermark Konzern strukturiert und in angemessenen Abständen überprüft. Der Vorstand steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf Basis des Extremfalls (VaR 99,9 %). Das ökonomische Kapital wird sodann laufend auf seine Ausnützung hin überwacht. Dies geschieht jedoch unter der Einhaltung der Going Concern Betrachtung (VaR 95 %).
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für das Management und wichtiger Bestandteil des laufenden Risikoberichts an den Vorstand und des vierteljährlichen Risikoberichts an den Aufsichtsrat. Die laufende Überwachung der Risikolimite erfolgt durch das Risikocontrolling im RLB Steiermark Konzern. Im Gremium „Gesamtbankrisikokomitee“ werden die Berichte analysiert und die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung festgelegt.
Im RLB Steiermark Konzern werden tourlich Stresstests durchgeführt und im Gesamtbankrisikokomitee behandelt. Stresstests liefern ergänzende Informationen zu den Value-at-Risk-Analysen und zeigen mögliche Verlustpotenziale auf. In den Stresstests werden u. a. Veränderungen des volkswirtschaftlichen Umfelds durch makroökonomische Szenarien dargestellt. Diese beschreiben eine außergewöhnliche, aber plausible negative Entwicklung der Volkswirtschaft. Die Szenarien unterliegen einem jährlichen Review. Neben den tourlichen Stresstests wurden zusätzliche Szenarien aufgrund der aktuellen makroökonomischen Entwicklung (u.a. Zinsanstieg, steigende Inflation, etc.) gerechnet. Darüber hinaus wurden speziell im Kreditrisiko Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Risikotragfähigkeit war bei allen Stressszenarien gegeben.
Weiters wurden reverse Stresstests durchgeführt, welche speziell auf die risikosensitiven Bereiche im Konzern abzielen und dem Management somit wichtige Informationen für die Steuerung der Risiken liefern.
Sicherungseinrichtung
Im Rahmen des institutsbezogenen Sicherungssystems für den Raiffeisen-Sektor (Raiffeisen-IPS, „R-IPS“) bestehend aus der RBI und ihren österreichischen Tochterbanken, allen Raiffeisenlandesbanken sowie den Raiffeisenbanken, übernimmt die ÖRS die „Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen“ für ihre Mitgliedsinstitute die Aufgaben der gesetzlichen Einlagensicherung und Anlagerentschädigung im Sinne des ESAEG. Zu diesen Zwecken bestehen vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarungen, die die teilnehmenden Institute gegenseitig absichern und insbesondere bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellen. Für das R-IPS ist ein gemeinsamer Sanierungsplan zu erstellen. Das bedeutet, dass für die RLB Steiermark AG, für die RLB-Stmk Verbund eGen und die Landesgruppe Steiermark des R-IPS kein eigener Sanierungsplan erforderlich ist, sie sind Bestandteil des R-IPS Sanierungsplanes.

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Steiermark 2022
185
Gesamtbankrisiko
Die Risikotragfähigkeitsanalyse anhand des internen Kapitaladäquanzverfahrens (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP) ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbankrisikosteuerung im Konzern. Internationaler Best Practise folgend ist der ICAAP als revolvierender Steuerungskreislauf aufgesetzt. Dieser startet mit der Definition einer Risikostrategie, durchläuft dann den Prozess der Risikoidentifikation, -quantifizierung und -aggregation und schließt mit der Bestimmung der Risikotragfähigkeit, Kapitalallokation und Limitierung bis hin zur laufenden Risikoüberwachung. Die einzelnen Elemente des Kreislaufs werden mit unterschiedlicher Frequenz durchlaufen, z. B. täglich für die Risikomessung „Marktrisiko Handelsbuch“ und jährlich für die Risikoinventur, Risikostrategie und -politik. Alle im Kreislauf beschriebenen Aktivitäten werden zumindest jährlich auf ihre Aktualität und ihre Angemessenheit hin geprüft und bei Bedarf an die aktuellen Rahmenbedingungen angepasst.
Im Rahmen der Risikoinventur wird erhoben, welche Risiken im laufenden Bankbetrieb vorhanden sind und welche Bedeutung bzw. welches Gefahrenpotential diese Risiken für den Konzern haben. Dabei wird nicht nur eine quantitative Einschätzung der einzelnen Risikoarten vorgenommen, sondern es werden auch die vorhandenen Methoden und Systeme zur Überwachung und Steuerung der Risiken beurteilt (qualitative Beurteilung). Die Ergebnisse der Risikoinventur werden ausgewertet, zusammengefasst und fließen in die Risikostrategie und Risikopolitik ein.
Die Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstattung erfolgt tourlich auf Basis der nach internen Modellen ermittelten Risiken, wobei in der Wahl der Modelle auf die Wesentlichkeit der Risiken Rücksicht genommen wird.
Ziel ist es sicherzustellen, dass der Konzern jederzeit über ausreichende Risikodeckungsmassen verfügt, um eingegangene Risiken auch im unerwarteten Fall tragen zu können. Daher werden alle identifizierten und quantifizierten Risiken zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert.
Dem aggregierten Gesamtverlustpotenzial werden die zur Deckung dieser potenziellen Verluste zur Verfügung stehenden Deckungsmassen gegenübergestellt, um festzustellen, ob der Konzern in der Lage ist, Verluste ohne schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit zu verkraften. Im Absicherungsziel „Going Concern“ (VaR 95 %) müssen das Risikopotenzial und die Risikotragfähigkeit so aufeinander abgestimmt sein, dass der Konzern in der Lage ist, einen negativen Belastungsfall zu verkraften und die geordnete Geschäftstätigkeit fortzusetzen. Das Absicherungsziel des Extremfallansatzes (VaR 99,9 %) spiegelt die aufsichtsrechtliche Sichtweise wider und dient dem Schutz der Gläubiger.
Die Analyse der Gesamtbankrisikosituation erfolgt mittels Risikotragfähigkeitsanalyse. Dabei wird der Gesamtbankrisikoposition die Risikodeckungsmasse gegenübergestellt. Sie gibt Auskunft, wie viel zusätzliches Risiko eingegangen werden kann bzw. ob Aktivitäten mit höherem Risiko reduziert werden sollen. Die Werte für die Risikotragfähigkeitsanalyse werden in zwei Szenarien dargestellt, und zwar auf Basis eines 95 %-igen Konfidenzintervalls in der Going Concern-Sicht, sowie auf Basis eines 99,9 %-igen Konfidenzintervalls in der Liquidationssicht. Während der Going Concern-Ansatz darauf abzielt, auch bei vollständiger Aufzehrung der Deckungsmassen die bankaufsichtlichen Mindestkapitalanforderungen zu gewährleisten, stellt das Extremfallszenario darauf ab, dass bei einer „fiktiven Liquidation“ die Gläubiger vollständig befriedigt werden können. Im Risikobericht werden sämtliche Daten auf Basis des Extremfallszenarios dargestellt, sofern nicht anders angegeben.
Zur Begrenzung der Risiken ist ein vom Vorstand und Aufsichtsrat genehmigtes Limitsystem eingerichtet, welches die einzelnen Risikoarten und strategischen Geschäftsfelder umfasst. Der Bereich „Risikocontrolling“ analysiert die dargestellten Risiken und prüft durch laufende Soll-/Ist-Vergleiche die Einhaltung der definierten Limite. Bei der Identifikation von Konzentrationsrisiken werden die individuellen Gegebenheiten des Konzerns berücksichtigt. Eine Konzentration des Ausfallrisikos entsteht zum Beispiel aus hohen geschäftlichen Aktivitäten in bestimmten Branchen, Währungen, geografischen Regionen oder mit einer begrenzten Zahl individueller Kunden.
Die tourliche Risikotragfähigkeitsanalyse ist das zentrale Instrument, in dem alle risikorelevanten Aspekte zusammenfließen und dargestellt werden. Anhand dieser Analyse erfolgen entsprechende Aktivitäten zur Steuerung des Gesamtbankrisikos. Auf der Ebene einzelner Risikoarten erfolgt die Steuerung auch auf täglicher Basis und bei Bedarf im Intra-Day Bereich. Der Konzern richtet sein Engagement grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder aus, in denen er über eine entsprechende Erfahrung zur Beurteilung der spezifischen Risiken verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus. Die Analyse erfolgt mittels eines standardisierten Produkteinführungsprozesses.
Die Grundlage für den täglichen Umgang mit Risiken und deren Steuerung bilden die vom Aufsichtsrat und Vorstand genehmigten Limite, die im Risikohandbuch konkretisiert sind. Sämtliche risikorelevanten Informationen sind in einer zentralen Informationsplattform (Intranet) zusammengefasst und für jeden Mitarbeiter zugänglich und zu beachten. Die Innen- bzw. Konzernrevision prüft die Wirksamkeit der Arbeitsabläufe sowie der Prozesse und eingerichteten Kontrollpunkte des Internen Kontrollsystems (IKS). Als wesentliche Risiken wurden das Kreditrisiko, das Beteiligungsrisiko, das Marktpreisrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko und sonstige Risiken identifiziert. Die sonstigen Risiken beinhalten das makroökonomische Risiko und einen Puffer für nicht quantifizierbare Risiken. Die einzelnen Risiken werden zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert, das sich wie folgt zusammensetzt:
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Anteil der einzelnen Risiken an der Gesamtbankrisikoposition
Auf Basis des Extremfallszenarios wurde zum 31. Dezember 2022 ein ökonomischer Kapitalbedarf von 854,8 Mio. EUR nach 939,4 Mio. EUR zum Jahresultimo 2021 ermittelt. Die korrespondierende Deckungsmasse im Konzern belief sich auf 1.836,9 Mio. EUR nach 1.706,3 Mio. EUR im Vorjahr.
In weiterer Folge werden die einzelnen Komponenten des Gesamtbankrisikos beschrieben.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beinhaltet das Kreditrisiko im engeren Sinn, das Konzentrationsrisiko bei Fremdwährungskrediten (FW-Krediten), das Länderrisiko sowie das Credit Value Adjustment-Risiko (CVA-Risiko).
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Anteil der einzelnen Risiken am Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ergibt sich aus möglichen Verlusten, die durch den Ausfall von Kunden oder Kontrahenten bzw. durch Bonitätsverschlechterung der Geschäftspartner sowie durch nicht werthaltige Sicherheiten (Restrisiko aus kreditrisikomindernden Techniken) entstehen. Es beinhaltet auch die Verschlechterung der Bonität bzw. den Ausfall der Gegenpartei bei Wertpapieren.
Das Kreditrisiko wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Diese Analyse lässt ein Abschätzen des Ausmaßes des Risikos und gegebenenfalls die Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion zu. Für die Steuerung des Kreditrisikos sind u. a. Limite auf Portfolioebene, Kreditnehmerebene und Produktebene festgelegt.
Das Kreditrisiko wird auf Gesamtportfolioebene mittels der Kennzahlen Expected Loss und Unexpected Loss gemessen. Ermittelt wird der maximale Verlust, der innerhalb eines Jahres eintreten könnte und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (95 % bzw. 99,9 %) nicht überschritten wird. Der Expected Loss wird durch den Ansatz einer adäquaten Prämie (Standardrisikokosten) kompensiert, während der Unexpected Loss durch das ökonomische Kapital gedeckt werden muss.
Das Kreditrisiko von Einzelengagements wird im Bereich „Kreditrisikomanagement“ beurteilt. Zum Aufgabengebiet des Bereichs zählen unter anderem das Erstellen des zweiten Votums, die Überprüfung und Freigabe der Ratingeinstufung, die laufende Kreditüberwachung, die laufende Ratingaktualisierung sowie die Früherkennung möglicher Ausfälle.
Wesentliche Inputparameter zur Steuerung und Messung des Kreditrisikos sind die Begriffe „Blankovolumina“ (= Obligo abzüglich Sicherheiten) und „offene Positionen“ (= Obligo abzüglich Sicherheiten abzüglich Wertberichtigungen) sowie die jeweilige Bonität von Kunden und Kontrahenten. Diese werden anhand der im Einsatz befindlichen Ratingmodelle tourlich aktualisiert. Die Grundsätze der Bonitätsbeurteilung von Kunden sind im Kreditrisikohandbuch enthalten. Die Ratingsysteme werden laufend validiert und weiterentwickelt.

Für die interne Bonitätsbeurteilung sind im RLB Steiermark Konzern folgende Ratingklassen aktuell in Verwendung:
 
Standard & Poor's
Moody's
Raiffeisen-Rating Skala
Erklärung
Investment
Grade
AAA, AA+, AA, AA-
Aaa, Aa1, Aa2
0,5
Risikolos
A+, A, A-
Aa3, A1
1,0
Ausgezeichnete Bonität
BBB+, BBB
A2, A3 Baa1, Baa2
1,5
Sehr gute Bonität
BBB-, BB+
Baa3, Ba1
2,0
Gute Bonität
Non-Investment
Grade
BB
Ba2, Ba3
2,5
Durchschnittliche Bonität
BB-, B+
B1, B2
3,0
Akzeptable Bonität
B
B3, Caa1
3,5
Schwache Bonität
B-, CCC+
Caa2
4,0
Sehr schwache Bonität
CCC, CC-, CC, C
Caa3, Ca
4,5
Ausfallgefährdet
Default
D
C
5,0
5,1
5,2
Ausfall
Aus Kreditrisikosicht werden neben der wirtschaftlichen Situation (Ratingeinstufung) auch die bestellten Sicherheiten berücksichtigt. Durch diese Einstufung ist es möglich, Konzentrationen von Risiken festzustellen und zu begrenzen.
Aufgrund der Russland-Ukraine Krise wurde eine Analyse des Kundenkreditportfolios hinsichtlich möglicher Ratingverschlechterungen durchgeführt. In der Analyse konnte eine einstellige Anzahl an Kunden identifiziert werden, die einen direkten Standort oder eine Beteiligung in Russland oder der Ukraine haben. Bei keinem der Kunden würde eine Abwertung/Abschreibung der Aktiva aus Russland/Ukraine gegenwärtig zu einer signifikanten Bonitätsverschlechterung führen. Ebenfalls konnte im Portfolio keine größere Abhängigkeit von russischen Kunden als auch Lieferanten festgestellt werden.
Maximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K und 7.36a
Das maximale Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K entspricht für Sichtguthaben, Guthaben bei Zentralbanken, finanzielle Vermögenswerte – AC dem Buchwert vor Wertminderungen, im Fall von Finanzgarantien und Kreditzusagen dem angegebenen Nominalbetrag der Garantie bzw. dem Betrag der noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusage. Bei Fremdkapitalinstrumenten (FVOCI) entspricht das Ausfallrisiko dem Fair Value. Gemäß IFRS 7.36a ist der Wert der risikobehafteten Aktiva der Kategorien HFT, FVOCI (Eigenkapitalinstrumente), FVPL-M und der positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten ebenfalls der Fair Value. Die nachfolgenden Tabellen zeigen das maximale Ausfallrisiko aufgeteilt nach Bewertungskategorien und Stages sowohl für die bilanzierten Vermögenswerte als auch für außerbilanzielle Geschäfte. Weiters werden die dafür angesetzten Sicherheiten, Wertminderungen sowie das daraus errechnete Blankovolumen dargestellt und den Buchwerten gegenübergestellt.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
MMaximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K
31.12.2022

In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicherheiten
Blankovolumina
Wertminderung
Stage 1
Wertminderung
Stage 2
Wertminderung
Stage 3
Wertminderung Gesamt
Buchwert
Guthaben bei Zentralbanken
1.509.556
0
1.509.556
0
0
0
0
1.509.556
Stage 1
1.509.556
0
1.509.556
0
0
0
0
1.509.556
Sichtguthaben
1.723.840
0
1.723.840
49
0
0
49
1.723.791
Stage 1
1.723.840
0
1.723.840
49
0
0
49
1.723.791
Finanzielle Vermögenswerte
– AC
11.845.059
5.679.207
6.165.852
2.009
28.979
137.178
168.166
11.676.893
Stage 1
4.612.174
692.917
3.919.257
2.009
0
0
2.009
4.610.165
- Schuldverschreibungen
1.815.567
134.686
1.680.881
308
0
0
308
1.815.259
- Kredite und
Forderungen
2.796.607
558.231
2.238.376
1.701
0
0
1.701
2.794.906
Stage 2
6.930.190
4.849.133
2.081.057
0
28.979
0
28.979
6.901.211
- Schuldverschreibungen
7.404
2.500
4.904
0
76
0
76
7.328
- Kredite und
Forderungen
6.796.192
4.755.876
2.040.316
0
27.797
0
27.797
6.768.395
- Leasingforderungen
126.594
90.757
35.837
0
1.106
0
1.106
125.488
Stage 3
302.695
137.157
165.538
0
0
137.178
137.178
165.517
- Kredite und
Forderungen
302.695
137.157
165.538
0
0
137.178
137.178
165.517
Finanzielle Vermögenswerte
– FVOCI
540.697
13.924
526.773
128
0
0
128
540.697
Stage 1
540.697
13.924
526.773
128
0
0
128
540.697
- Schuldverschreibungen
540.697
13.924
526.773
128
0
0
128
540.697
GESAMT
15.619.152
5.693.131
9.926.021
2.186
28.979
137.178
168.343
15.450.937
31.12.2021

In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicher-heiten
Blanko-volumina
Wertmin-derung
Stage 1
Wertmin-derung
Stage 2
Wertmin-derung
Stage 3
Wertmin-derung Gesamt
Buchwert
Guthaben bei Zentralbanken
3.136.734
0
3.136.734
16
0
0
16
3.136.718
Stage 1
3.136.734
0
3.136.734
16
0
0
16
3.136.718
Sichtguthaben
1.621.278
0
1.621.278
111
0
0
111
1.621.167
Stage 1
1.621.278
0
1.621.278
111
0
0
111
1.621.167
Finanzielle Vermögenswerte
– AC
10.711.860
5.132.466
5.579.394
3.158
28.368
124.766
156.292
10.555.568
Stage 1
5.147.189
2.196.642
2.950.547
3.158
0
0
3.158
5.144.031
- Schuldverschreibungen
1.713.677
164.974
1.548.703
519
0
0
519
1.713.158
- Kredite und
Forderungen
3.433.512
2.031.668
1.401.844
2.639
0
0
2.639
3.430.873
Stage 2
5.364.525
2.868.770
2.495.755
0
28.368
0
28.368
5.336.157
- Schuldverschreibungen
2.540
2.500
40
0
0
0
0
2.540
- Kredite und
Forderungen
5.243.482
2.804.957
2.438.525
0
26.958
0
26.958
5.216.524
- Leasingforderungen
118.503
61.313
57.190
0
1.410
0
1.410
117.093
Stage 3
200.146
67.054
133.092
0
0
124.766
124.766
75.380
- Kredite und
Forderungen
200.146
67.054
133.092
0
 0
124.766
124.766
75.380
Finanzielle Vermögenswerte
– FVOCI
857.901
44.805
813.096
330
0
0
330
857.901
Stage 1
857.901
44.805
813.096
330
0
0
330
857.901
- Schuldverschreibungen
857.901
44.805
813.096
330
0
0
330
857.901
GESAMT
16.327.773
5.177.271
11.150.502
3.615
28.368
124.766
156.749
16.171.354

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
In den nachfolgenden Tabellen erfolgt die Darstellung des maximalen Kreditrisikos der außerbilanziellen Geschäfte:
31.12.2022

In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicherheiten
Blankovolumina
Wertminderung
Stage 1
Wertminderung
Stage 2
Wertminderung
Stage 3
Wertminderung Gesamt
Buchwert
Finanzielle Garantien/Bürgschaften/
Haftungen
505.921
95.773
410.148
47
712
4.484
5.243
500.678
Stage 1
97.692
5.767
91.925
47
0
0
47
97.645
Stage 2
400.268
88.934
311.334
0
712
0
712
399.556
Stage 3
7.961
1.072
6.889
0
0
4.484
4.484
3.477
Kreditzusagen
1.993.145
247.792
1.745.353
298
9.389
5.748
15.435
1.977.710
Stage 1
791.244
127.437
663.807
298
0
0
298
790.946
Stage 2
1.183.616
117.350
1.066.266
0
9.389
0
9.389
1.174.227
Stage 3
18.285
3.005
15.280
0
0
5.748
5.748
12.537
GESAMT
2.499.066
343.565
2.155.501
345
10.101
10.232
20.678
2.478.388
31.12.2021

In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicherheiten
Blankovolumina
Wertminderung
Stage 1
Wertminderung
Stage 2
Wertminderung
Stage 3
Wertminderung Gesamt
Buchwert
Finanzielle Garantien/Bürgschaften/
Haftungen
390.448
74.853
315.595
132
1.304
4.136
5.572
384.876
Stage 1
110.112
14.126
95.986
132
0
0
132
109.980
Stage 2
266.764
59.078
207.686
0
1.304
0
1.304
265.460
Stage 3
13.572
1.649
11.923
0
0
4.136
4.136
9.436
Kreditzusagen
2.172.537
265.661
1.906.876
833
11.686
2.113
14.632
2.157.905
Stage 1
642.503
61.790
580.713
833
0
0
833
641.670
Stage 2
1.522.464
200.185
1.322.279
0
11.686
0
11.686
1.510.778
Stage 3
7.570
3.686
3.884
0
0
2.113
2.113
5.457
GESAMT
2.562.985
340.514
2.222.471
965
12.990
6.249
20.204
2.542.781

Maximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.36a
Bei den folgenden Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem bilanzierten Buchwert (Fair Value):
 
31.12.2022
31.12.2021


In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko/Buchwert
Sicherheiten
Blankovolumina
Maximales
Ausfallrisiko/Buchwert
Sicherheiten
Blankovolumina
Finanzielle Vermögenswerte
– HFT
423.958
108.651
315.307
463.652
176.323
287.329
- Schuldverschreibungen
12.947
0
12.947
52.098
0
52.098
- Derivate (Positive Marktwerte)
411.011
108.651
302.360
411.554
176.323
235.231
Finanzielle Vermögenswerte
– FVOCI
110.506
0
110.506
90.397
0
90.397
- Eigenkapitalinstrumente
110.506
0
110.506
90.397
0
90.397
Finanzielle Vermögenswerte
– FVPL-M
75.726
29.039
46.687
72.763
32.956
39.807
- Schuldverschreibungen
17.155
4.768
12.387
24.477
5.364
19.113
- Andere nicht festverzinsliche
Wertpapiere
20.390
0
20.390
15.908
0
15.908
- Kredite und Forderungen
38.181
24.271
13.910
32.378
27.592
4.786
Positive Marktwerte aus
derivativen Sicherungsinstrumenten
400.935
74.962
325.973
220.103
112.513
107.590
GESAMT
1.011.125
212.652
798.473
846.915
321.792
525.123
Sicherheiten werden entsprechend der bestehenden gesetzlichen Vorgaben und internen Vorschriften bewertet und verwaltet. Für die Bewertung und Behandlung von erhaltenen Sicherheiten und sonstigen Kreditverbesserungen besteht ein einheitliches Regelwerk, das für den gesamten Kreditbereich Gültigkeit hat. Im Sicherheitenhandbuch sind alle vom RLB Steiermark Konzern akzeptierten Sicherheiten aufgelistet. Für jede Sicherheitenart sind konservative Belehnwertfaktoren definiert.
Die Sicherheiten gliedern sich in die folgenden vier Kategorien:
  • Sicherstellung an Immobilien
  • Sicherstellung an Mobilien
  • Sicherstellung an Finanzsicherheiten, Forderungen und Rechten
  • Personalsicherheiten, Absicherungen ohne Sicherheitsleistung (u. a. Garantien, Bürgschaften)
Zur Kreditrisikominderung werden neben Garantien öffentlicher Förderstellen auch private Garantiegeber, deren Kreditwürdigkeit sorgfältig überprüft wird, herangezogen. Durch die Erfassung und Bewertung bankmäßiger Sicherheiten werden die wirtschaftlichen Risiken reduziert. Übersteigt der Wert der bewerteten Sicherheiten das ausstehende Obligo, wird dies in der Berechnung der Wertminderungen berücksichtigt und von der Bildung einer Risikovorsorge abgesehen. In Abhängigkeit der Bonität des Kontrahenten und der Kredithöhe sind Mindestanforderungen für die Aufnahme von Sicherheiten zu erfüllen. Im Sicherheitenbewertungsprozess des RLB Steiermark Konzerns sind die Zuständigkeiten für die Bewertung von Sicherheiten klar geregelt. Die Besicherungsansätze werden tourlich geschätzt und validiert.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die nachfolgenden Tabellen stellen für die Sichtguthaben, Guthaben bei Zentralinstituten, finanziellen Vermögenswerte – AC und FVOCI die Bruttobuchwerte vor Wertminderung sowie den Bruttobuchwert von außerbilanziellen Geschäften (Kreditzusagen und finanziellen Garantien) getrennt nach Stages und Ausfallrisiko-Ratingklasse gemäß IFRS 7.35M dar. Im Falle von außerbilanziellen Geschäften entspricht der Bruttobuchwert dem Nominalbetrag vor Wertminderung. Im Falle von finanziellen Vermögenswerten – FVOCI entspricht der Bruttobuchwert den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung von Wertminderungen.
31.12.2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Brutto-buchwert
Wertmin-derungen
Guthaben bei Zentralbanken
1.509.556
0
0
1.509.556
0
Investment Grade
1.509.556
0
0
1.509.556
0
Sichtguthaben
1.723.840
0
0
1.723.840
49
Investment Grade
1.723.840
0
0
1.723.840
49
Finanzielle Vermögenswerte – AC
4.612.174
6.930.190
302.695
11.845.059
168.166
Investment Grade
4.445.226
5.131.727
0
9.576.953
13.790
- Schuldverschreibungen
1.803.636
0
0
1.803.636
308
- Kredite und Forderungen
2.641.590
5.032.580
0
7.674.170
12.693
- Leasingforderungen
0
99.147
0
99.147
789
Non Investment Grade
166.948
1.798.463
0
1.965.411
17.198
- Schuldverschreibungen
11.931
7.404
0
19.335
76
- Kredite und Forderungen
155.017
1.763.612
0
1.918.629
16.804
- Leasingforderungen
0
27.447
0
27.447
318
Default
0
0
302.695
302.695
137.178
- Kredite und Forderungen
0
0
302.695
302.695
137.178
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
562.045
0
0
562.045
128
Investment Grade
562.045
0
0
562.045
128
- Schuldverschreibungen
562.045
0
0
562.045
128
Gesamt – finanzielle Vermögenswerte
8.407.615
6.930.190
302.695
15.640.500
168.343
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Garantien/Bürgschaften/Haftungen
97.692
400.268
7.961
505.921
5.243
Investment Grade
87.120
318.829
0
405.949
47
Non Investment Grade
10.572
81.439
0
92.011
712
Default
0
0
7.961
7.961
4.484
Kreditzusagen
791.244
1.183.616
18.285
1.993.145
15.435
Investment Grade
699.884
948.321
0
1.648.205
299
Non Investment Grade
91.360
235.295
0
326.655
9.388
Default
0
0
18.285
18.285
5.748
Gesamt – außerbilanzielle Geschäfte
888.936
1.583.884
26.246
2.499.066
20.678
31.12.2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Brutto-buchwert
Wertmin-derungen
Guthaben bei Zentralbanken
3.136.734
0
0
3.136.734
16
Investment Grade
3.136.734
0
0
3.136.734
16
Sichtguthaben
1.621.278
0
0
1.621.278
111
Investment Grade
1.621.278
0
0
1.621.278
111
Finanzielle Vermögenswerte – AC
5.147.189
5.364.525
200.146
10.711.860
156.292
Investment Grade
4.925.724
3.780.208
0
8.705.932
15.106
- Schuldverschreibungen
1.684.928
0
0
1.684.928
519
- Kredite und Forderungen
3.240.796
3.690.495
0
6.931.291
13.493
- Leasingforderungen
0
89.713
0
89.713
1.094
Non Investment Grade
221.465
1.584.317
0
1.805.782
16.420
- Schuldverschreibungen
28.749
2.540
0
31.289
0
- Kredite und Forderungen
192.716
1.552.987
0
1.745.703
16.104
- Leasingforderungen
0
28.790
0
28.790
316
Default
0
0
200.146
200.146
124.766
- Kredite und Forderungen
0
0
200.146
200.146
124.766
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
849.569
0
0
849.569
330
Investment Grade
846.601
0
0
846.601
330
- Schuldverschreibungen
846.601
0
0
846.601
330
Non Investment Grade
2.968
0
0
2.968
0
- Schuldverschreibungen
2.968
0
0
2.968
0
Gesamt – finanzielle Vermögenswerte
10.754.770
5.364.525
200.146
16.319.441
156.749
31.12.2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Brutto-buchwert
Wertmin-derungen
Finanzielle Garantien/Bürgschaften/Haftungen
110.112
266.764
13.572
390.448
5.572
Investment Grade
75.774
197.212
0
272.986
723
Non Investment Grade
34.338
69.552
0
103.890
713
Default
0
0
13.572
13.572
4.136
Kreditzusagen
642.503
1.522.464
7.570
2.172.537
14.632
Investment Grade
603.998
1.229.657
0
1.833.655
7.836
Non Investment Grade
38.505
292.807
0
331.312
4.683
Default
0
0
7.570
7.570
2.113
Gesamt – außerbilanzielle Geschäfte
752.615
1.789.228
21.142
2.562.985
20.204
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Sensitivitätsanalyse der Wertminderungen
Gemäß IAS 1.125 haben Unternehmen im Anhang die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen anzugeben sowie Angaben über sonstige am Abschlussstichtag wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zu machen, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird. Die wichtigsten Annahmen, die sich auf die Sensitivität der erwarteten kumulierten Wertminderungen auswirken, werden in weiterer Folge dargestellt.
Wie im Kapitel „Wertminderungen “ erläutert, wurde zum 31. Dezember 2022 neuerlich ein Post Model Adjustment durchgeführt, um eine adäquate Abbildung der Risikovorsorge zu gewährleisten. Abweichend zum Vorjahr wurde zum Berichtsstichtag eine nachträgliche Modell-anpassung der erwarteten Kreditverluste nicht mehr aufgrund der COVID-19 bedingten Auswirkungen, sondern aufgrund der aktuellen Krisenherde (Russland / Ukraine Krieg, Energiepreiskrise, Inflation, Zinsentwicklung) durchgeführt Der Auftrieb der Risikovorsorge durch die Anwendung des Post Model Adjustment zum 31. Dezember 2022 beträgt rund 21,1 Mio. EUR (Vj: 14,0 Mio. EUR) und ist in den dargestellten Wertminderungen enthalten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen zwischen der per 31. Dezember 2022 gebuchten Risikovorsorge für finanzielle Vermögenswerte – AC, für finanzielle Vermögenswerte – FVOCI sowie für außerbilanzielle Geschäfte in Stage 1 und Stage 2 und den jeweils dargestellten Szenarien.
Aufgrund der Tatsache, dass eine nachträgliche Modellanpassung erfolgte, ist bereits eine erhebliche Anzahl von Geschäften aus Stage 1 nach Stage 2 transferiert worden. Bei den nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen ist dieser Umstand entsprechend zu berücksichtigen. Der dargestellte Effekt aus einer vollständigen Bewertung der Geschäfte in Stage 2 betrifft nur jenen Teil der Risikovorsorge, welcher über den Auftrieb durch die Anwendung des Post Model Adjustment hinausgeht.
Kumulierte Wertänderung (Stage 1 & 2)
In TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Szenario 100 % pessimistisch
+ 5.144
+ 10.622
Szenario 100 % optimistisch
- 4.086
- 8.628
Transfer sämtlicher Geschäfte nach Stage 2
+ 7.471
+ 18.076
Transfer sämtlicher Projektfinanzierungen nach Stage 2
+ 1.076
+ 2.237

COVID-19 bedingte Moratorien und Überbrückungsfinanzierungen
Während der COVID-19 Pandemie wurden seitens der österreichischen Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen beschlossen, deren Umsetzung u. a. durch die österreichische Kreditwirtschaft erfolgte (u.a. Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer nach dem 2. COVID-19 Justiz-Begleitgesetz, staatliche Garantien und COVID-19 Überbrückungsfinanzierungen). Neben dem gesetzlichen Moratorium hatte sich ein wesentlicher Teil der österreichischen Kreditinstitute zusammengeschlossen, um ein Moratorium ohne Gesetzesform entsprechend den Vorgaben der EBA zu entwickeln (privates Moratorium). Die folgende Tabelle stellt einen Überblick der Bruttobuchwerte der zum Stichtag 31. Dezember 2022 bzw. zum Vergleichsstichtag gewährten Maßnahmen dar:
31.12.2022

In TEUR
Stundungen gemäß gesetzlichem und privatem Moratorium
Sonstige Covid-19-Stundungen
Covid-19-Überbrückungs-finanzierungen
Haushalte
88.710
22.688
1.548
Nichtfinanzielle Unternehmen
160.105
40.998
76.816
Sonstige Finanzunternehmen
0
0
0
Gesamt
248.815
63.686
78.364
31.12.2021

In TEUR
Stundungen gemäß gesetzlichem und privatem Moratorium
Sonstige Covid-
19-Stundungen
Covid-19-Überbrückungs-finanzierungen
Haushalte
107.382
25.616
2.071
Nichtfinanzielle Unternehmen
198.751
51.358
92.144
Sonstige Finanzunternehmen
0
0
0
Gesamt
306.133
76.974
94.215
Zum Berichtsstichtag sind die gesetzlichen und privaten COVID-19 Stundungen zur Gänze ausgelaufen. Sonstige Covid-19 Stundungen sind mit einem Volumen von 44.914 TEUR (Vj: 41.158 TEUR) ausgelaufen.
Angaben zu Modifikationen
Kommt es zu Vertragsänderungen, die zwar den Barwert des Vermögenswerts ändern, jedoch nicht zu einer Ausbuchung führen, kommt es zu einer Anpassung des Bruttobuchwerts der Forderung (nicht substanzielle Modifikation).
Die folgenden Tabellen zeigen die nicht substanziell modifizierten finanziellen Vermögenswerte:
31.12.2022
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Gesamt
Bruttobuchwert vor Modifikation
155.169
225.449
38.367
418.985
Fortgeführte Anschaffungskosten vor Modifikation
154.891
223.618
27.185
405.694
Netto-Modifikationseffekt
339
1.802
0
2.141
Der Anstieg des Volumens an modifizierten Geschäften gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf das gestiegene Zinsniveau und damit verbundenen Zinssatzänderungen zurückzuführen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
31.12.2021
In TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Gesamt
Bruttobuchwert vor Modifikation
196.987
173.838
13.607
384.432
Fortgeführte Anschaffungskosten vor Modifikation
196.108
173.063
7.810
376.981
Netto-Modifikationseffekt
-1.113
-2.967
0
-4.080
Nachfolgend werden die Bruttobuchwerte jener nicht substanziell modifizierten Vermögenswerte dargestellt, welche von Stage 2 in Stage 1 transferiert wurden:
In TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Transfer von Stage 2 in Stage 1
39.035
46.530
Angaben zu Forbearance
Die folgenden Tabellen zeigen die von Forbearance Maßnahmen umfassten Kredite und Forderungen (Bruttobuchwerte), aufgegliedert nach Art der Vereinbarung und unter Angabe der Höhe der Wertminderungen, Sicherheiten und des jeweiligen Anteils an notleidenden
Krediten (Non-Performing Loans) jeweils zum Berichtsstichtag sowie zum Vergleichsstichtag:
31.12.2022

In TEUR
Sonstige Finanzunternehmen
Nichtfinanzielle Unternehmen
Haushalte
Gesamt
Kredite und Forderungen
 
 
 
 
Änderung der Konditionen
0
86.381
42.539
128.920
Refinanzierung
0
14.406
10.197
24.603
Summe Kredite und Forderungen
0
100.787
52.736
153.523
hv. Non-Performing
0
58.654
48.057
106.711
Wertminderungen Stage 3 (kumuliert)
0
-34.094
-17.214
-51.308
Wertminderungen Stage 1 & 2 (kumuliert)
0
-911
-31
-942
Sicherheiten
0
45.005
32.675
77.680
hv. Non-Performing
0
18.401
28.903
47.304
31.12.2021

In TEUR
Sonstige Finanzunternehmen
Nichtfinanzielle Unternehmen
Haushalte
Gesamt
Kredite und Forderungen
 
 
 
 
Änderung der Konditionen
0
114.493
38.099
152.592
Refinanzierung
0
11.923
13.085
25.008
Summe Kredite und Forderungen
0
126.416
51.184
177.600
hv. Non-Performing
0
57.874
23.167
81.041
Wertminderungen Stage 3 (kumuliert)
0
-33.733
-12.417
-46.150
Wertminderungen Stage 1 & 2 (kumuliert)
0
-886
-483
-1.369
Sicherheiten
0
71.533
28.671
100.204
hv. Non-Performing
0
19.089
10.606
29.695
Non-Performing Loans
Die Berechnung der Non-Performing Loans Ratio (NPL-Ratio) für ausgefallene Kredite wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Definition (EBA Risk Dashboard) vorgenommen. Dabei werden neben den Kundenforderungen auch die Forderungen gegenüber Kreditinstituten in die Bemessungsgrundlage miteinbezogen. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition gemäß Art. 178 CRR herangezogen. Als Non Performing Loans werden alle Forderungen mit einer Bonitätseinstufung von 5,0 bis 5,2 definiert. Sobald ein Kunde mit mehr als 90 Tagen in Verzug ist oder ein kundenbezogenes Ausfallskriterium zutrifft, wird der Kunde als ausgefallen gewertet und den Ausfallsklassen 5,0 bis 5,2 zugeordnet. Zum 31. Dezember 2022 betrug die NPL-Ratio im Konzern 2,3 % (Vj: 1,5 %).
Unter Berücksichtigung der außerbilanziellen Geschäfte (Gesamtobligo) ergibt sich im Konzern zum 31. Dezember 2022 eine Non-Performing Exposure-Quote (NPE-Ratio) von1,8 % (Vj: 1,1 %).
Länderrisiko
Das Länderrisiko beschreibt das Risiko von Wertverlusten aufgrund von Transfer-/Konvertierungsbeschränkungen bzw. -verboten oder anderen hoheitlichen Maßnahmen des Landes des Kreditnehmers (Transferrisiko). Zur Steuerung hat der RLB Steiermark Konzern ein Länderlimitsystem im Einsatz. Dazu wird jährlich ein Höchstwert für Länderrisiken festgelegt und unterjährig mit der Ist-Entwicklung abgeglichen. Das Limit orientiert sich an der Bonität der einzelnen Staaten sowie der Festlegung der Länder entsprechend der vorgegebenen Marktsegmente des Konzerns unter Berücksichtigung von unterjährigen Veränderungen: je schlechter die Bonität eines Landes wird, desto geringer wird auch das Limit. Entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduktion werden danach umgehend erarbeitet und umgesetzt. Der Anteil des Länderrisikos am Kreditrisiko beträgt 9,6 % per 31. Dezember 2022 (Vj: 1,8 %). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr resultiert aus einer Parameteranpassung (Erhöhung PD’s) im Rahmen der Länderrisikoermittlung.
Konzentrationsrisiko bei Fremdwährungskrediten
Unter dem Konzentrationsrisiko werden mögliche zusätzliche Ausfallrisiken, die durch eine Obligoerhöhung aus Währungsschwankungen entstehen, erfasst. So steigt durch die Aufwertung einer Währung gegenüber dem Euro das in Euro umgerechnete Kreditobligo eines Fremdwährungskredits und somit – unter der Annahme gleichbleibender Ausfallwahrscheinlichkeit des Kunden – das Verlustpotenzial des Konzerns.
Der Anteil des Konzentrationsrisikos bei Fremdwährungskrediten am Kreditrisiko beträgt 0,5 % per 31. Dezember 2022 (Vj: 0,6 %). Bei der Berechnung des Risikos wird ein zusätzlicher Fremdwährungsaufschlag zum Kreditrisiko berücksichtigt.
Aufgrund der FMA-Empfehlung werden an Verbraucher keine Fremdwährungskredite mehr vergeben.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Das Reporting über Fremdwährungskredite und endfällige Kredite mit Tilgungsträgern ist im Risikocontrolling-Berichtswesen integriert. Das Volumen dieser Portfolios wird laufend aktiv reduziert, wobei die Kundenberatung bei diesen Produkten auf Risikoreduktion und vermögenssichernde Maßnahmen ausgerichtet ist.
Derivative Finanzinstrumente
Die im RLB Steiermark Konzern eingesetzten Derivate werden einerseits zur Steuerung von Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsänderungs- und Währungsrisiken) aus Handelsaktivitäten eingesetzt, andererseits dienen sie auch zur Absicherung von Positionen im Rahmen der Aktiv-Passiv-Steuerung sowie im Falle von Kreditderivaten zur Steuerung von Kreditrisiken.
Die Detailangaben (Nominalvolumen und Marktwerte) zu den derivativen Finanzinstrumenten sind in Note 40 „Derivative Finanzinstrumente“ ersichtlich.
Credit Value Adjustment-Risiko (CVA)
Das CVA-Risiko bezeichnet das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung von Gegenparteien bei Derivatgeschäften. Die Ermittlung erfolgt auf Basis aufsichtsrechtlicher Eigenmittelerfordernisse. Der Anteil des CVA-Risikos am Kreditrisiko beträgt per 31. Dezember 2022 5,0 % (Vj: 12,9 %). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist auf das veränderte Zinsniveau zurückzuführen.
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst das Risiko potenzieller Verluste aus Beteiligungsverhältnissen, die im Rahmen von Veräußerungen, durch Dividendenausfälle sowie aufgrund von Wertminderungen entstehen können. Der überwiegende Teil des Beteiligungsrisikos resultiert aus Sektorbeteiligungen. Hinsichtlich einer Sensitivitätsanalyse im Beteiligungsbereich wird auf die Ausführungen im Kapitel „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten“ verwiesen.
Die RLB Steiermark hält 9,95 % an der Raiffeisenbank International AG (RBI), die wiederum selbst u.a. über Beteiligungen an Kreditinstituten und Leasinggesellschaften in Zentral- und Südosteuropa sowie verschiedenen GUS-Staaten, wie insbesondere Ukraine, Russland und Weißrussland, verfügt. Die RBI beobachtet die aktuelle Situation in der Ukraine und Russland eingehend über verschiedene Kanäle wie Research, Risikomanagement, Business, Liquidität, neueste politische/kriegerische Entwicklungen, Sanktionen sowie Gegensanktionen und setzt Maßnahmen zum aktiven Management der momentanen Situation. Die RLB Steiermark ist im ständigen Austausch mit der RBI und beobachtet das Beteiligungsrisiko genau.
Hinsichtlich einer Sensitivitätsanalyse der RBI-Beteiligung wird auf die Ausführungen in Note 22 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ verwiesen.
Marktpreisrisiko
Das Marktpreisrisiko beschreibt das Risiko, dass Verluste durch Veränderungen von Preisen an Finanzmärkten für Positionen im Handels- und im Bankbuch entstehen.
Marktpreisrisiken können als Zinsänderungs-, Währungs-, Options-, Kurs-, Spread-, Aktien-, Gold-, Rohstoff- und Immobilienrisiko auftreten. Die Risiken werden mit Value-at-Risk-Ansätzen und ergänzenden statistischen Verfahren ermittelt, laufend überprüft und entsprechend den ICAAP-Erfordernissen in den Risikomanagementgremien berichtet.
Die VaR-Werte stellen prognostizierte maximale Verluste, gerechnet auf Basis historischer Simulationen bzw. parametrischem VAR-Ansatz, dar. Die VaR-Werte werden auf Basis eines 99,9 %-igen Konfidenzniveaus und einer Haltedauer von 250 Tagen (Bankbuch) bzw. 90 Tagen für Handelsbuchpositionen ermittelt. Mögliche Extremsituationen werden über Stresstests berücksichtigt.
Die strikte Aufgabentrennung zwischen Front-, Backoffice und Risikocontrolling gewährleistet eine umfassende, transparente und objektive Darstellung der Risiken gegenüber Vorstand und Aufsichtsbehörden.
Portfolio für Extremwertszenario
VaR 2022
VaR 2021
Zinsänderungsrisiko Bankbuch
62,09 Mio.
20,43 Mio.
Bankbuch (Zins-, Preis-, Credit Spread-, Aktienrisiko) nur für Wertpapiere
49,15 Mio.
66,46 Mio.
Handelsbuch (Zins-, Preis-, Credit Spread-, Aktienrisiko)
1,11 Mio.
2,07 Mio.
 
Risiko 2022
Risiko 2021
Options- und Währungsrisiko
1,43 Mio.
1,34 Mio.
Der stärkere Anstieg im Zinsrisiko im Vergleich zum 31. Dezember 2021 resultiert – trotz einer defensiveren Ausrichtung des Aktiv-Zinsgaps im Vergleich zum Vorjahr – im Wesentlichen aus dem methodischen Vorgehen in der Zinsrisikorechnung (Verwendung von historischer Simulation) sowie der Darstellung von Zinsoptionen in Zusammenhang mit den steigenden Kapitalmarktzinsen im Jahr 2022. Die VaR-Berechnung für den Extremfall basiert auf einer Innenzinsdarstellung, ohne Berücksichtigung von Margencashflows. Das Zinsänderungsrisiko wird aus aufsichtsrechtlicher Sicht über die Zinsrisikostatistik errechnet. Dabei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um 200 Basispunkte simuliert. Zur Zinsrisikosteuerung werden weitere Modelle und Simulationen eingesetzt, wobei Stresstests dabei eine zentrale Rolle spielen. In der laufenden Steuerung der Zinspositionen werden errechnete Zinssensitivitäten anhand von Basis Point Values (Zinskurvenshift um 1 BP der jeweiligen Zinskurve nach oben) herangezogen. Die von der EBA geforderten Zinssimulationen werden monatlich vorgenommen und im Gesamtbank-Risikokomitee berichtet.
Der Rückgang im Credit-Spread-Risiko resultiert einerseits aus getätigten Wertpapierverkäufen aus dem Nostrobestand, andererseits aus dem Nichtersetzen von fälligen Wertpapieren in den jeweiligen Portfolien. Aufgrund der aktuellen Positionierung in Aktienfonds, die auch entsprechende Fremdwährungspositionen enthalten, weist das Währungsrisiko zum Berichtsstichtag ein Risiko in Höhe von 1,43 Mio. EUR (Vj: 1,34 Mio. EUR) auf.
Alle Handelsbuchpositionen – hier verfolgt die RLB Steiermark den Ansatz eines mittleren Handelsbuchs – werden täglich zu Marktpreisen bewertet und einer Limitüberwachung unterzogen. Weiters werden Optionsrisiken entsprechend gemessen und gesteuert.
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Zinsbindungs-Gap-Struktur per 31.12.2022 und 31.12.2021 in Mio. EUR

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass der Konzern den gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausreichendem Maße zeitgerecht nachkommen kann oder im Falle einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu erwarteten Konditionen beschaffen kann.
Die Liquiditätsrisikomessung wird sowohl für den Going Concern- als auch den Extremfallansatz eingesetzt. Für das Liquiditätsrisiko wird ein VaR-Wert im Front Office System auf Basis historischer Simulation, welches das Refinanzierungs- als auch Wiederveranlagungsrisiko enthält, gerechnet. Die Steuerung und Überwachung der strukturellen Liquidität erfolgt über Kapitalbindungsbilanzen. Unbestimmte Kapitalbindungen werden anhand von Ablauffiktionen gemäß Referenzsatzprotokoll berücksichtigt. Zusätzlich werden laufend Szenarioanalysen angestellt.
Zur Liquiditätssicherstellung werden EZB- bzw. EUREX-fähige Wertpapiere bereitgestellt. Laufend wird aktiv an der zusätzlichen Generierung von Sicherheiten zur Begebung weiterer deckungsstockfähiger Emissionen gearbeitet. Die entsprechenden risikobegleitenden Maßnahmen und Systeme wurden erfolgreich weiterentwickelt und die gesetzlichen und entsprechenden aufsichtsrechtlichen Vorschriften im Berichtszeitraum durchgehend eingehalten. Unter anderem wurde im Jahr 2022 an den erweiterten Anforderungen des Pfandbriefgesetzes neu gearbeitet und Weiterentwicklungen im dafür vorgesehen System TXS vorangetrieben. Die erforderliche Genehmigung von Seiten der Aufsicht auch weiterhin gedeckte Emissionen auf Basis dieser neuen gesetzlichen Regelung begeben zu dürfen, wurde der RLB Steiermark mit Bescheid vom 7. Juli 2022 erteilt.
Um die Liquiditätsposition des Konzerns und der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark zu stärken, hat sich die RLB Steiermark am TLTRO III-Programm (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB beteiligt. Die Inanspruchnahme des TLTRO III-Programms dient neben Gründen der Kosteneffizienz vor allem der Sicherstellung des steigenden Liquiditätsbedarfs von Kunden der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark. Die Refinanzierungskondition ist abhängig vom durchschnittlichen Hauptrefinanzierungssatz der EZB während der Laufzeit des TLTRO III, wobei bei Nachweis eines Kreditwachstums (in der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark) innerhalb eines definierten Beobachtungszeitraums ein zusätzlicher Refinanzierungsvorteil (Verzinsung mit durchschnittlichem Einlagezinssatz der EZB) gegeben ist. Der Nachweis des erforderlichen Kreditwachstums konnte erbracht werden. Mit 23. November 2022 wurde die Verzinsung dieses Programms geändert und den Banken zusätzliche Termine für eine freiwillige vorzeitige Rückzahlung angeboten. Im Dezember 2022 wurde von der RLB Steiermark ein Betrag von 1 Mrd. EUR aus diesem Programm vorzeitig rückgeführt.
Eine der Kernfunktionen der RLB Steiermark ist die Besorgung des Geldausgleichs zwischen den steirischen Raiffeisenbanken. Im Stufenbau der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark liegt der primäre Fokus der lokalen Raiffeisenbanken im Einlagen- und Kreditgeschäft mit Endkunden. Der RLB Steiermark Konzern agiert analog im eigenen lokalen Wirkungsbereich und wickelt zudem die Liquiditätstransfers innerhalb der RBG Steiermark ab.
Zudem stellt das Konzern Treasury wichtige Funktionen für den Sektor bereit. Einerseits begibt die RLB Steiermark laufend Anleihen für Wertpapierkunden, andererseits gibt es die Möglichkeit für Raiffeisenbanken, der RLB Steiermark als Zentralinstitut Kundenkredite für Zentralbankgeschäfte mit der OeNB/EZB und für die gemeinsam geführten Aaa-Deckungsstöcke zur Verfügung zu stellen. Neben dem Deckungsgeschäft werden auch weitere wichtige Versorgungsfunktionen im Konzern Treasury wahrgenommen.
Der RLB Steiermark Konzern verfügt über ein hoch entwickeltes Liquiditätsmanagement und steuert alle kunden- und bankinduzierten Geldflüsse auf täglicher Basis bzw. auch Intra-Day aus. Sämtliche Bestimmungen, welche sich aus den aufsichtsrechtlichen Ordnungsnormen (BWG, CRR, ILAAP, KI-RMV), den Vorgaben der Aufsicht (FMA / OeNB) und aus Sektor- sowie aus internen Limitvorgaben ergeben, werden laufend beobachtet und im Rahmen der Steuerung berücksichtigt. Hierbei sind insbesondere unterschiedliche Stress-Szenarien, die Liquiditätsdeckungsanforderung (LCR), die erforderliche stabile Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio, NSFR), operative und strukturelle Liquiditätskennzahlen und der LVaR (Liquidity Value at Risk) hervorzuheben.
Neben der Steuerung der LCR erfolgt seit 30. Juni 2021 auch die Steuerung der NSFR im Rahmen einer Liquiditätsuntergruppe, bestehend aus der RLB Steiermark sowie den steirischen Raiffeisenbanken. Gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 sind die Mitglieder dieser Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Kennzahl auf Einzelinstitutsebene befreit. Die Kennzahl ist jedoch auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit 100 % einzuhalten. Die entsprechenden organisatorischen und administrativen Aufgaben zur Steuerung und Meldung der LCR und NSFR obliegen der RLB Steiermark, die diesbezüglich u. a. dem Risikorat regelmäßig über den Status und die Entwicklung der Kennzahl in der Liquiditätsuntergruppe Bericht erstattet.
Der RLB Steiermark Konzern beobachtet zudem potentielle Liquiditätsabflüsse aus bevorstehenden Neugeschäften. Es werden tourlich empirische Analysen zur Verweildauer von Einlagen aller Art und Ausnutzungshöhen und -zeitspannen von Ausleihungen mit unbestimmter Vertragsdauer bzw. Verlängerungsmöglichkeiten seitens der Kunden gemacht.
Für unvorhergesehene Entwicklungen bzw. Notfälle sind entsprechende Konzepte und Einsatzpläne entwickelt und mit den Steuerungsgremien abgestimmt.
Die nachstehend angeführte Kapitalbindungsstruktur per 31. Dezember 2022 zeigt eine sehr komfortable Liquiditätsausstattung, welche vor allem auf längerfristige Refinanzierungen durch die Nutzung der vorhandenen Kapitalmarktzugänge gestützt ist.
Kapitalbindungsstruktur inklusive Liquiditätspotentiale 31.12.2022 in Mio. EUR
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Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten als Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen und beinhaltet das Rechtsrisiko. Unter Systemen und Prozessen sind auch sämtliche Vorkehrungen betreffend Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verstehen. Das operationelle Risiko beinhaltet auch die ICT-Risiken (Information, Communication, Technology).
Ein risikoadäquates internes Kontrollsystem sowie plan- und außerplanmäßige Prüfungen durch die Innenrevision bzw. Konzernrevision in den einzelnen Konzerngesellschaften gewährleisten einen hohen Sicherheitsgrad. Eine systematische Erfassung und Analyse von operationellen Schäden erfolgt in einer Schadensfalldatenbank. Über die Schadensfälle wird der Vorstand regelmäßig informiert. Zur Identifikation der Risiken und zur Bewusstmachung potenzieller Risikoquellen werden Self Assessments durchgeführt. Des Weiteren werden automatisierte Kontrollmechanismen zum Thema Op-Risk im prozessorientierten Informationsnetzwerk (Point), inklusive internem Kontrollsystem (IKS), durchgeführt.
Sonstige Risiken
Die sonstigen Risiken beinhalten das makroökonomische Risiko, die Nachhaltigkeits- und ESG Risiken sowie den Risikopuffer.
Makroökonomisches Risiko
Das makroökonomische Risiko resultiert aus gesamtwirtschaftlichen Verschlechterungen im Rahmen des klassischen Wirtschaftszyklus und damit etwaig einhergehender Risikoparametererhöhungen. Um auch nach einer solchen Periode ohne massive Eingriffe und Maßnahmen über eine ausreichende Risikodeckungsmasse zu verfügen, wird ein makroökonomisches Risiko berücksichtigt. Die Quantifizierung unterstellt einen BIP-Rückgang und sich verschlechternde Ausfallraten und Recoveries. Mit den veränderten Ausfallraten und Recoveries wird das Kreditrisiko erneut berechnet. Die Differenz zum ursprünglichen Kreditrisiko stellt das makroökonomische Risiko dar.
Nachhaltigkeit und ESG Risiken
ESG (Environment, Social, Governance) Risiken umfassen direkte und indirekte Risiken, die sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Liquiditätslage sowie Reputation des Konzerns und in Folge auf die Finanzmarktstabilität auswirken können.
Das Nachhaltigkeits- und ESG Risiko betrifft sämtliche Geschäftsbereiche sowie auch alle Risikoarten übergreifend und wird daher nicht als eigene Risikoart angeführt. In der Risikoinventur wurden die ESG Risiken bereits in den Fragebögen zu den einzelnen Risikoarten qualitativ mitberücksichtigt.
Im RLB Steiermark Konzern ist ein eigenes Nachhaltigkeitskomitee implementiert, das für die Umsetzung sowie laufende Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und für die Analyse und Überwachung aktueller Nachhaltigkeitsentwicklungen zuständig ist. Die Bedeutung des Risikos ist stark zunehmend, weshalb ein eigenes Projekt zum Thema Nachhaltigkeitsrisiko aufgesetzt wurde. Bereits im Vorjahr wurde im Zusammenhang mit der EBA loan origination and monitoring guideline (EBA LOM GL) eine Gap Analyse mit einem externen Berater durchgeführt. Aus diesem Projekt bzw. aus dieser Analyse wurden Maßnahmen u. a. im Zusammenhang mit dem Rahmenwerk für das Risikomanagement, Berücksichtigung der Klima- und Umweltrisiken im Kreditgewährungsprozess (inkl. Überwachung) abgeleitet. Einzelne Maßnahmen wurden im Konzern bereits umgesetzt bzw. werden weitere Maßnahmen bundeslandübergreifend im Sektor evaluiert und weiterentwickelt.
Ein Fokus der aktuell implementierten Regelungen liegt auf der Definition nachhaltiger Finanzierungen (insbesondere Energieeffizienz) sowie auf der Festlegung von Ausschlusskriterien, die einer Finanzierung entgegenstehen. Im RLB Steiermark Konzern sind für nachhaltige Finanzierungen bereits ein Anreizsystem wie Bonifikationen bzw. auch Ausschlusskriterien definiert.
ESG Risiken beschreiben mögliche negative Folgen, die sich für Unternehmen insbesondere aus Klima- und Umwelteffekten ergeben können und werden daher auch in der Bonitätsbeurteilung (mittels Softfacts), sowie im Kreditgewährungsprozess bereits berücksichtigt. An einer Umsetzung eines eigenen ESG Scores im Risikoprozess wird aktuell bundeslandübergreifend im Sektor gearbeitet.
Aufgrund der durchgeführten Analysen zu ESG Risiken unseres Portfolios mittels eines geeigneten ESG Scorings Modells, sehen wir aktuell keinen akuten Handlungsbedarf für risikominimierende Maßnahmen. Wir beobachten die Entwicklungen im Bereich der ESG Risiken genau, entwickeln unsere Modelle weiter bzw. bringen neue zum Einsatz und fühlen uns darin bestärkt, die ESG Risikosteuerung für unser Kreditportfolio im Einklang mit unserer nachhaltigen Geschäftsstrategie weiterzuentwickeln.
Taxonomiefähigkeit
Ausgehend vom EU Green Deal und dem EU Aktionsplan Sustainable Finance wurden für das Geschäftsjahr 2021 erstmals Quoten gemäß der Taxonomie-VO berechnet und publiziert. Diese zeigen den Anteil der taxonomie- und nicht taxonomiefähigen Risikopositionen an den gesamten Aktiva. Zur Beurteilung der Taxonomiefähigkeit dient die wirtschaftliche Aktivität des jeweiligen Kreditnehmers. Die entsprechende Publikation der Informationen, Kennzahlen bzw. Quoten zur Taxonomiefähigkeit von Vermögenswerten erfolgt im Nachhaltigkeitsbericht der RLB Steiermark. Dieser ist auf der Homepage der RLB Steiermark (https://www.raiffeisen.at/rlbstmk) veröffentlicht.
Risikopuffer
Für sonstige, nicht quantifizierbare Risiken (z. B. Eigenmittelrisiko etc.) wird ein Risikopuffer berücksichtigt. Als Risikopuffer wird ein pauschaler Zuschlag von 5 % aller ermittelten Risikopositionen eingestellt, für welchen im Gesamtlimit ausreichende Deckung zu halten ist.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Sonstige Angaben
43. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Mutterunternehmen, at equity bilanzierten Unternehmen und nahestehenden Unternehmen sowie nahestehenden Personen zum 31. Dezember 2022 sind der nachfolgenden Aufstellung zu entnehmen.
Bilanz
In TEUR
Mutter-unter-nehmen
At equity bilanzierte Unter-nehmen
Nahe- stehende Unter-nehmen
Nahe-stehende Personen
Barreserve und Sichtguthaben
0
1.593.794
0
0
Finanzielle Vermögenswerte – AC
0
789.683
139.576
1.867
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
0
7.558
0
0
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
0
38.495
0
0
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
0
12.238
0
0
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
9.679
0
0
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
25.446
158.411
14.793
751
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
0
11.370
0
7
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
0
0
0
0
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
2.822
0
0
Sonstige Passiva
0
0
0
0
Für Sichtguthaben sowie Finanzielle Vermögenswerte – AC gegenüber nahestehenden Unternehmen, at equity bilanzierten Unternehmen sowie nahestehenden Personen wurden Wertminderungen mit einem Betrag von 128 TEUR (Vj: 156 TEUR) gebildet.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den at equity bilanzierten Unternehmen betreffen im Wesentlichen die RBI.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
In TEUR
Mutter-unter-nehmen
At equity bilanzierte Unter-nehmen
Nahe- stehende Unter-nehmen
Nahe-stehende Personen
Zinserträge
0
29.961
2.521
21
Zinsaufwendungen
0
-12.254
-16
-1
Dividendenerträge
0
0
6.516
0
Provisionsüberschuss
0
10
76
5
Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
0
0
0
0
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
0
63
-35
0
Die Angaben zum 31. Dezember 2021 stellen sich wie folgt dar:
Bilanz
In TEUR
Mutter-unter-nehmen
At equity bilanzierte Unter-nehmen
Nahe- stehende Unter-nehmen
Nahe-stehende Personen
Barreserve und Sichtguthaben
0
1.517.622
0
0
Finanzielle Vermögenswerte – AC
0
821.542
128.335
1.458
Finanzielle Vermögenswerte – HFT
0
5.515
0
3
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
0
36.393
0
0
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M
0
18.108
2
0
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
3.410
0
0
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
19.355
131.333
13.737
1.028
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT
0
11.325
0
0
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO
0
5.057
0
0
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
0
6.032
0
0
Sonstige Passiva
0
0
0
0
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
In TEUR
Mutter-unter-nehmen
At equity bilanzierte Unter-nehmen
Nahe- stehende Unter-nehmen
Nahe-stehende Personen
Zinserträge
0
25.481
2.566
21
Zinsaufwendungen
0
-15.040
0
-11
Dividendenerträge
0
0
6.391
0
Provisionsüberschuss
0
11
40
5
Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
0
0
-25
0
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
0
-61
608
1
Unter Mutterunternehmen sind die nicht operativ tätigen Finanzholdinggesellschaften RLB-Stmk Verbund und RLB-Stmk Holding zu verstehen. Die RLB-Stmk Verbund, welche zu 100 % im Besitz der Steirischen Raiffeisenbanken steht, ist per 31. Dezember 2022 mit einer Beteiligung von 99,34 % (Vj: 95,18 %) der größte Gesellschafter der RLB-Stmk Holding. Die RLB-Stmk Holding wiederum hält eine Beteiligung von 86,87 % (Vj: 84,08 %) an der RLB Steiermark.
Als nahestehende Unternehmen werden jene Tochtergesellschaften und Beteiligungsunternehmen angesehen, die aufgrund von untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden.
Die Definition „Nahestehendes Unternehmen“ schließt nach IAS 24.12 auch die Tochtergesellschaften eines assoziierten Unternehmens mit ein. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden gemeinsam mit den at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen.
Natürliche Personen, die gemäß IAS 24 als nahestehend betrachtet werden, sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG, sowie deren nahe Familienmitglieder.
Die Geschäftsbeziehungen zu den genannten Gesellschaften und Personen bestehen im Rahmen von üblichen Bankgeschäften und betreffen vor allem Veranlagungen und Refinanzierungen. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werden Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen zu marktüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen. Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber diesen Personen betreffen Kredite sowie Sicht- und Termineinlagen.

44. Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats
Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gemäß IAS 24.9 werden die aktiven Vorstandsmitglieder und der Aufsichtsrat der RLB Steiermark angesehen.
Es wurden folgende Vergütungen für die aktiven Mitglieder des Vorstands aufgewendet:
In TEUR
2022
2021
Kurzfristig fällige Leistungen
1.917
1.749
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
308
270
Andere langfristig fällige Leistungen
26
25
Gesamt
2.251
2.044
Die Aufwendungen für Bezüge der ehemaligen Mitglieder des Vorstands betrugen im laufenden Geschäftsjahr 632 TEUR (Vj: 18 TEUR).
Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2022 keine Aufsichtsratsvergütungen von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften (Vj: 18 TEUR).
An die Aufsichtsratsmitglieder wurden 2022 Vergütungen in Höhe von 204 TEUR (Vj: 200 TEUR) bezahlt.
45. Fremdwährungsvolumina
Im Konzernabschluss sind folgende Beträge in fremder Währung enthalten:
In TEUR
2022
2021
Aktiva
371.983
413.539
hievon in CHF
279.480
298.531
hievon in USD
52.503
78.611
hievon in CZK
11.745
11.498
hievon in RUB
9.378
1.434
hievon in JPY
8.219
11.713
hievon sonstige Währungen
10.658
11.752
Passiva
128.244
142.512
hievon in USD
78.128
78.033
hievon in CHF
15.017
22.834
hievon in RUB
9.359
1.424
hievon in JPY
9.174
10.947
hievon in GBP
5.222
19.089
hievon sonstige Währungen
11.344
10.185

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
46. Auslandsaktiva und -passiva
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Vertragspartnern außerhalb Österreichs stellen sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Aktiva
2.897.929
2.823.817
hievon Deutschland
1.662.161
1.262.121
hievon Frankreich
239.204
300.452
hievon Niederlande
144.333
169.009
hievon Luxemburg
117.324
136.056
hievon Schweden
96.213
114.728
hievon sonstige Staaten
638.694
841.451
Passiva
1.472.670
1.562.192
hievon Deutschland
1.327.241
1.360.666
hievon Großbritannien
42.279
82.724
hievon Niederlande
30.926
29.103
hievon Kroatien
10.604
13.190
hievon Irland
8.622
23.961
hievon sonstige Staaten
52.998
52.548
47. Nachrangige Vermögenswerte
In TEUR
2022
2021
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
48.955
36.694
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
8.648
9.495
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
3
9

48. Nachrangige Verbindlichkeiten und Ergänzungskapital
Folgende nachrangige Anleihen wurden begeben:
Bezeichnung/Modalitäten
Währung
Nominale in TEUR
Zinssatz
fällig am
Emissions-jahr
7.75% nachranige Anleihe der Landes-Hypothekenbank Steiermark (AT0000173026) 94-24 - Einmalemission
EUR
4.360
7,75
3.6.2024
1994
Nachranginge Vario-Schuldverschreibung der Landes-Hypothekenbank (AT0000325303) 01-26 - Einmalemission
EUR
15.000
0 – 7,5*)
1.10.2026
2001
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2013-2024/1 der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
(ISIN AT000B091921) – Daueremission
EUR
3.545
4,80
27.5.2024
2013
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2014-2024/1 (ISIN AT000B092101) – Daueremission
EUR
8.491
3,75 – 6,0
14.2.2024
2014
Ergänzungskapital Fixzins-Anleihe 2014-2029/2
(ISIN AT000B092200) – Einmalemission
EUR
5.000
4,60
18.6.2029
2014
Ergänzungskapital Cap&Floor-FRN
(ISIN AT000B092291) 2015-2027 /1 – Daueremission
EUR
2.170
4,4 – 6
27.4.2027
2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092390) 2015-2025/3 – Daueremission
EUR
4.289
5,00
11.8.2025
2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092614) 2016-2026 – Daueremission
EUR
2.989
4,85
21.1.2026
2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092747) 2016-2026 – Daueremission
EUR
6.841
4,50
29.4.2026
2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092895) 2016-2026 – Daueremission
EUR
9.142
4,15
27.7.2026
2016
5,75% nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088315) 2017-2027 – Daueremission
EUR
2.000
5,75
22.2.2027
2017
4,1% - 5% nachr. Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B088349) 2017-2027 – Daueremission
EUR
3.000
4,10 – 5
29.9.2027
2017
6% nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088273) 2017-2027 – Daueremission
EUR
3.000
6,00
11.1.2027
2017
4 % nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088398) 2018-2028
EUR
5.000
4,00
16.3.2028
2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093281) 2018-2028/1 – Daueremission
EUR
9.941
2,0 – 3,8
22.5.2028
2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093422) 2019-2029/4 – Daueremission
EUR
819
1,75 – 2,65
6.6.2029
2019
*) aktuell (1.10.2022 bis 29.9.2023) 4,6234 %
Bei den nachrangigen Kreditaufnahmen handelt es sich um nachrangige Verbindlichkeiten im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist berechtigt, die nachrangigen Anleihen mit Genehmigung der FMA nach Ablauf von fünf Jahren ab Emissionsbeginn und aus regulatorischen (z. B. gesetzliche Änderungen) oder steuerlichen Gründen auch vor Ablauf dieser 5-Jahres Frist zu 100 % des Nennwerts zu kündigen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Der Zinsaufwand für nachrangige Verbindlichkeiten betrug im Berichtsjahr 3.591 TEUR (Vj: 3.323 TEUR).
Eventualverbindlichkeiten
49. Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen
In TEUR
2022
2021
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien gegenüber Nichtbanken
477.258
362.010
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien gegenüber Banken
17.126
14.712
Eventualverbindlichkeiten aus noch nicht fälligen Einzahlungsverpflichtungen aus Beteiligungen
10.783
12.972
Eventualverbindlichkeiten aus dem Haftsummenzuschlag als Mitglied bei Genossenschaften
754
754
Gesamt Eventualverbindlichkeiten
505.921
390.448
Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte
-5.243
-5.572
Gesamt
500.678
384.876
Kreditrisiken
In TEUR
2022
2021
Nicht ausgenützte Kreditrahmen bis 1 Jahr
1.124.609
1.045.229
Nicht ausgenützte Kreditrahmen über 1 Jahr
868.536
1.127.308
Gesamt Kreditrisiken
1.993.145
2.172.537
Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte
-15.435
-14.632
Gesamt
1.977.710
2.157.905
Kundengarantiegemeinschaft
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Vereinsmitglied der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark. Die Vereinsmitglieder übernehmen eine vertragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie solidarisch gemäß der Satzung die zeitgerechte Erfüllung von Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmitglieds garantieren. Die individuelle Tragfähigkeit eines Vereinsmitglieds bestimmt sich laut Satzung nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen des BWG und der CRR.
Der Haftungsverpflichtung im Rahmen der Kundengarantiegemeinschaft wurde durch Einstellen eines Merkpostens von einem Euro unter der Bilanz entsprochen, da es nicht möglich ist, die potentielle Haftung der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG aus dem Haftungsverbund betraglich festzulegen. Die Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark hat mittels Satzungsänderung die Haftung mit Stichtag 30. September 2019 beendet. Zum Stichtag bestehende Guthaben fallen weiterhin unter die Haftung, Auszahlungen und alle anderen Belastungsbuchungen nach dem Stichtag reduzieren die Haftung.
50. Wertpapierleihgeschäfte
Zum 31. Dezember 2022 wurden Wertpapiere in Höhe von 1.000.000 TEUR verliehen (Vj: 500.000 TEUR) und Wertpapiere in Höhe von 1.000.000 TEUR (Vj: 500.000 TEUR) entliehen, welche im Rahmen von Pensionsgeschäften als Sicherheit gestellt wurden (siehe dazu Note 52).
51. Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
Die folgenden Verbindlichkeiten sind durch in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte besichert:
In TEUR
2022
2021
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
2.150.409
2.420.624
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
71.963
96.752
Gesamt
2.222.372
2.517.376
Folgende in der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte wurden als Sicherheit zur Verfügung gestellt:
In TEUR
2022
2021
Deckungsstock für Mündelgelder
9.664
10.037
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen
3.244.578
3.054.210
Übrige Deckungsstockwerte
11.805
48.439
Gesamt
3.266.047
3.112.686
Die Vertragsbedingungen, die mit der Nutzung dieser Sicherheiten verbunden sind, sind banküblich.
Aufstellung der als Sicherheit gestellten konzernfremden Vermögenswerte:
In TEUR
2022
2021
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen
6.233.593
5.275.505
Die konzernfremden Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen ausschließlich Kreditforderungen.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
52. Pensionsgeschäfte
Zum 31. Dezember bestanden im Rahmen echter Pensionsgeschäfte folgende Rücknahme- bzw. Rückgabeverpflichtungen, die in der folgenden Bilanzposition ausgewiesen werden:
In TEUR
2022
2021
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repurchase Agreement)
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
 
 
Aufgenommene Gelder
2.467.423
3.485.507
Aufgenommene Gelder betreffen ausschließlich Refinanzierungen bei der OeNB. Davon entfällt der gesamte Betrag in Höhe von 2.467.423 TEUR (Vj: 3.485.507 TEUR) auf die im Rahmen des TLTRO III-Programm gezogenen Tranchen.
Weder zum aktuellen Bilanzstichtag noch zum Vergleichsstichtag bestanden echte Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer (Reverse Repurchase Agreement).
Die als Vermögensgegenstände bilanzierten Schuldverschreibungen, die im Rahmen echter Pensionsgeschäfte als Sicherheit für die oben angeführten Verbindlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, stellen sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
In Pension gegebene Vermögenswerte
 
 
Schuldverschreibungen – Amortised Cost (AC)
0
1.030.979
Schuldverschreibungen – Fair Value OCI (FVOCI)
0
489.715
Gesamt
0
1.520.694
Zur Inanspruchnahme der Refinanzierungsmitteln aus dem Tendergeschäft wurden konzernfremde Vermögenswerte (inkl. entliehene Wertpapiere; siehe Note 50) in Höhe von 1.000.000 TEUR (Vj: 557.664 TEUR) sowie gemäß den IFRS nicht zu bilanzierende Retained Covered Bonds in Höhe von 1.800.000 TEUR (Vj: 1.694.361 TEUR) verwendet.
Als freies Deckungspotenzial für Repo-Geschäfte (EZB, EUREX) stehen die folgenden Vermögenswerte zur Verfügung:
In TEUR
2022
2021
Konzerneigene Vermögenswerte
 
 
Schuldverschreibungen
1.595.106
439.983
In TEUR
2022
2021
Konzernfremde Vermögenswerte
 
 
Schuldverschreibungen
35.002
0

Finanzierungsleasing
53. Leasing aus Sicht des Leasinggebers
Die im RLB Steiermark Konzern als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuften Leasingverträge betreffen Immobilien, Mobilien und Kraftfahrzeuge. Aus diesen Finanzierungsleasingverhältnissen wurden Zinserträge in Höhe von 1.690 TEUR (Vj: 2.589 TEUR) realisiert. Im Geschäftsjahr 2022 wurde ein aus dem Abgang eines Finanzierungsleasingverhältnisses resultierender Ertrag in Höhe von 59 TEUR im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasst (Vj: 571 TEUR).
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Finanzierungsleasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag offenen, nicht diskontierten jährlichen Leasingzahlungen.
In TEUR
2022
2021
Bruttoinvestitionswert
154.135
101.456
Mindestleasingzahlungen
96.469
62.549
bis 1 Jahr
18.826
14.892
von 1 Jahr bis 2 Jahre
15.790
12.263
von 2 Jahre bis 3 Jahre
12.453
9.335
von 3 Jahre bis 4 Jahre
10.869
6.572
von 4 Jahre bis 5 Jahre
9.171
5.053
über 5 Jahre
29.360
14.434
Nicht garantierte Restwerte
57.666
38.907
Unrealisierter Finanzertrag
29.244
7.739
Nettoinvestitionswert
124.891
93.717
In TEUR
2022
2021
Kraftfahrzeugleasing
19.090
15.743
Immobilienleasing
86.386
60.718
Mobilienleasing
19.415
17.256
Gesamt
124.891
93.717
Operating Leasing als Leasinggeber
Der RLB Steiermark Konzern vermietet als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und hat diese Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft, da nicht alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Diese umfassen zum einen Geschäftsimmobilien, welche sich im Eigentum des Konzerns befinden und zum anderen angemietete Grundstücke, welche an konzernfremde Parteien vermietet werden. Die Mietdauer der Immobilien wird individuell verhandelt und kann zwischen einem Jahr und mehr als zehn Jahren betragen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Leasingerträge in Höhe von 1.699 TEUR (Vj: 1.439 TEUR) erfasst.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag offenen, nicht diskontierten Leasingzahlungen.
In TEUR
2022
2021
bis 1 Jahr
2.570
1.287
von 1 Jahr bis 2 Jahre
2.311
957
von 2 Jahre bis 3 Jahre
2.103
754
von 3 Jahre bis 4 Jahre
1.749
555
von 4 Jahre bis 5 Jahre
1.694
325
über 5 Jahre
653
910
Gesamt
11.080
4.788
54. Leasing aus Sicht des Leasingnehmers
Entwicklung der Nutzungsrechte
Geschäftsjahr 2022
In TEUR
Stand am 1.1.
Zugänge
Abgänge
Umbu-chungen
Abschrei-bungen
Stand am 31.12.
Immobilien
6.600
195
0
-331
-714
5.750
Fuhrpark
956
355
-27
0
-354
930
Gesamt
7.556
550
-27
-331
-1.068
6.680
Geschäftsjahr 2021
In TEUR
Stand am 1.1.
Zugänge
Abgänge
Umbu-chungen
Abschrei-bungen
Stand am 31.12.
Immobilien
7.255
258
0
-103
-810
6.600
Fuhrpark
816
497
-8
0
-349
956
Gesamt
8.071
755
-8
-103
-1.159
7.556

In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasste Beträge
Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Beträge aus Leasingverhältnissen, bei denen der RLB Steiermark Konzern Leasingnehmer ist, stellen sich wie folgt dar:
In TEUR
2022
2021
Abschreibungsbetrag für Nutzungsrechte
1.068
1.159
Zinsaufwendungen für Leasing-Verbindlichkeiten
121
124
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse
11
3
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert
25
22
Gesamt
1.225
1.308
In der Geldflussrechnung erfasste Beträge
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 1.613 TEUR (Vj: 1.778 TEUR), wovon ein Betrag von 1.455 TEUR (Vj: 1.629 TEUR) auf den Tilgungsanteil, 121 TEUR (Vj: 124 TEUR) auf den Zinsanteil, 12 TEUR (Vj: 3 TEUR) auf kurzfristige Leasingverhältnisse und 25 TEUR (Vj: 22 TEUR) auf Leasingverhältnisse von geringem Wert entfällt. Auszahlungen für den Zinsanteil der Leasing-Verbindlichkeit werden analog sonstiger Zinszahlungen im Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der in der Bilanzposition „Sonstige Passiva“ bzw. im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen Leasing-Verbindlichkeit für das Geschäftsjahr 2022 dargestellt:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2022
Zufluss
Abfluss
Sonstige Veränderungen
Zinsauf-wendungen
Endbestand 31.12.2022
9.162
0
-1.576
635
121
8.342
In der Vergleichsperiode stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame Veränderungen
 
Buchwert 1.1.2021
Zufluss
Abfluss
Sonstige Veränderungen
Zinsauf-wendungen
Endbestand 31.12.2021
10.265
0
-1.753
526
124
9.162

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Leasing-Verbindlichkeiten
Die Fälligkeitsanalyse der Leasing-Verbindlichkeiten ist den nachfolgenden Tabellen zu entnehmen.
Geschäftsjahr 2022
 
Restlaufzeit Leasing-Verbindlichkeit
 
 
 
In TEUR
Gesamt
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Immobilien
8.921
1.111
3.331
4.479
Fuhrpark
949
351
598
0
Gesamt
9.870
1.462
3.929
4.479
Geschäftsjahr 2021
 
Restlaufzeit Leasing-Verbindlichkeit
In TEUR
Gesamt
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Immobilien
9.513
1.066
3.656
4.791
Fuhrpark
954
309
627
18
Gesamt
10.467
1.375
4.283
4.809
55. Finanzanlagen gemäß § 64 BWG
Die Aufgliederung der börsenotierten bzw. zum Börsehandel zugelassenen Wertpapiere nach Anlage- und Umlaufvermögen stellt sich wie folgt dar:
Anlagevermögen
In TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen
1.366.280
1.243.534
Umlaufvermögen
In TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen
511.655
746.250
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich im jeweiligen Einzelfall nach der Entscheidung der zuständigen Gremien. Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden im Anlagevermögen ausgewiesen. Wertpapiere, die nicht zu den Finanzanlagen zählen, werden dem Umlaufvermögen zugeordnet.
56. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie begebene
Schuldverschreibungen gemäß § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
Im Folgejahr fällige Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere:
In TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen
423.473
192.699
Begebene Schuldverschreibungen
555.384
33.830
57. Volumen des Handelsbuchs im Sinne des Art. 103 f. Verordnung (EU) Nr. 575/2013
In TEUR
2022
2021
Derivative Finanzinstrumente
 
 
positive Marktwerte
147.189
60.711
negative Marktwerte
143.131
69.436
Schuldverschreibungen
12.947
52.098
58. Vorschüsse und Kredite an Vorstand und Aufsichtsrat
In TEUR
2022
2021
Vorstandsmitglieder
1.668
1.047
Aufsichtsratsmitglieder
193
247
Rückzahlungen wurden vereinbarungsgemäß geleistet, die Laufzeit und Verzinsung entsprechen den banküblichen Usancen.
59. Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
Abfertigungen
In TEUR
2022
2021
Vorstand und leitende Angestellte
55
923
Sonstige Arbeitnehmer
598
218

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Pensionen
In TEUR
2022
2021
Vorstand und leitende Angestellte
745
-532
Sonstige Arbeitnehmer
1.256
2.093
60. Aufwendungen für die Honorierung der Abschlussprüfer
Die als Aufwand erfassten Honorare für die Konzern- und Einzelabschlussprüfungen sowie sonstige Leistungen der
Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, dem Österreichischen Raiffeisenverband (ÖRV) und sonstige Prüfungsgesellschaften setzen sich wie folgt zusammen:
 
2022
2021
In TEUR
ÖRV
KPMG
Sonstige
ÖRV
KPMG
Sonstige
Honorar für Abschlussprüfung
844
475
23
638
366
34
Andere Bestätigungsleistungen
43
20
6
4
30
0
Gesamt
887
495
29
642
396
34
Gemäß § 237 Z. 14 UGB wird das Abschlussprüferhonorar der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen im Rahmen der Konzernanhang-angabe veröffentlicht. Somit enthält die Darstellung kumulativ das Abschlussprüferhonorar (Bruttobeträge) des Konzerns sowie der Tochterunternehmen.
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer ÖRV beziehen sich auf den vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellten Revisor.
61. Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität des RLB Steiermark Konzerns beträgt 0,46 % (Vj: 0,48 %) und berechnet sich als Quotient des Konzernergebnisses geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag.
62. Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl
Angabe in FTE
2022
2021
Arbeiter
0
0
Angestellte
844
857
Gesamt
844
857

63. Verbriefungen (RLB Steiermark als Originator)
Im ersten Halbjahr 2022 hat die RLB Steiermark eine synthetische Verbriefung auf ein Referenzportfolio aus Firmenkundenkrediten abgeschlossen. Die synthetische Verbriefung erfolgt in Form einer Finanzgarantie durch den Europäischen Investmentfonds („EIF“) auf die Mezzanin-Tranche. Durch diese abgeschlossenen Verbriefungen ist es möglich, die regulatorischen Eigenmittel auf Konzernebene zu entlasten.
Nachstehende Tabelle stellt das verbriefte Portfolio aufgeteilt nach Tranchen zum aktuellen Berichtsstichtag dar:
Bezeichung
Abschluss
Ende der Laufzeit
verbrieftes Volumen bei Abschluss
in TEUR
verbrieftes Volumen zum Stichtag
in TEUR
Senior-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
412.906
412.906
Mezzanin-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
57.414
57.414
Junior-Tranche
20.06.2022
31.12.2043
8.134
8.134
Summe Referenzportfolio
 
 
478.454
478.454
Das Referenzportfolio wurde nicht verkauft, sondern verbleibt weiterhin in den Büchern des Konzerns. Durch den Risikotransfer nach Artikel 245 CRR ist eine Reduktion der risikogewichteten Aktiva und damit der Eigenmittelanforderungen möglich. Der RLB Steiermark Konzern nimmt das Wahlrecht in Anspruch, wonach die Verbriefungspositionen mit einem Risikogewicht von 1.250 % vom Kapital abzuziehen und dementsprechend nicht mehr in der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva zu berücksichtigen sind.
64. Aufsichtsrechtliche Eigenmittel nach CRR/CRD IV bzw. BWG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark bildet selbst keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinne des österreichischen Bankwesengesetzes (BWG) und unterliegt daher als Konzern nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil des RLB-Stmk Verbund CRR-Konsolidierungskreises ist.
Die Eigenmittel gemäß CRR setzen sich aus dem harten Kernkapital (Common Equity Tier 1 – CET 1), dem zusätzlichen Kernkapital (Additional Tier 1 – AT 1) und dem Ergänzungskapital (Tier 2 – T 2) zusammen. Zur Ermittlung der Kapitalquoten werden die jeweiligen Kapitalkomponenten nach Berücksichtigung aller regulatorischen Abzugs- bzw. Korrekturposten dem Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) gegenübergestellt.
Die einzuhaltenden Mindestkapitalquoten betragen 4,5 % für das harte Kernkapital (CET 1), 6 % für das Kernkapital (Tier 1, Summe aus CET 1 und zusätzlichem Kernkapital (AT 1)) und 8 % für die Gesamteigenmittel (TC). Zusätzlich zu den Mindesteigenmittelanforderungen müssen Kreditinstitute Kapitalanforderungen nach Maßgabe des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Evaluierungsprozesses (SREP – Supervisory Review and Evaluation Process) sowie Kapitalpuffer-Anforderungen erfüllen.
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) schreibt der RLB Steiermark auf Basis des jährlich durchgeführten SREP-Verfahrens per Bescheid vor, zusätzliches Kapital zu halten, um jene Risiken abzudecken, die in der Säule 1 nicht oder nicht ausreichend abgedeckt sind. Diese sogenannte Pillar-2-Anforderung wird z. B. anhand des Geschäftsmodells, des Risikomanagements oder der Kapitalsituation berechnet. Mit Bescheid vom 22. Juli 2022 (letztgültiger Bescheid) hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der RLB Steiermark aufgetragen, jederzeit eine SREP-Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 Abs. 2 lit. c CRR in Höhe von 10,3 % auf Basis der konsolidierten Lage der RLB-Stmk Verbund eGen und auf Ebene der RLB AG (unkonsolidiert) einzuhalten.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Darüber hinaus sind zusätzliche Puffererfordernisse einzuhalten. Diese gliedern sich im Wesentlichen in den Kapitalerhaltungspuffer (stieg bis 2019 schrittweise auf 2,5 %) und den antizyklischen Kapitalpuffer. Der antizyklische Puffer wurde aufgrund des zurückhaltenden Kreditwachstums und des stabilen makroökonomischen Umfelds in Österreich vorerst mit 0 % festgelegt. Der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark berechnet sich gemäß § 23a Abs. 1 BWG aus dem gewichteten Durchschnitt der Quoten der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen gebunden sind. Der antizyklische Kapitalpuffer ist für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark eine unwesentliche Größe.
Die im Jahresverlauf gültigen Kapitalanforderungen wurden inklusive eines ausreichenden Puffers auf konsolidierter Basis und Einzelbasis jederzeit eingehalten.
Die nachfolgend dargestellten konsolidierten Werte wurden nach den Bestimmungen der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie weiterer gesetzlicher Bestimmungen, wie z. B. den Implementing Technical Standards (ITS) der European Banking Authority (EBA), ermittelt. Es wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, nur den Folgeanwendungseffekt von IFRS 9 als Add-Back-Betrag zu berücksichtigen.
In TEUR
2022
2021
Als hartes Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente
344.966
252.321
Rücklagen und kumuliertes Sonstiges Ergebnis
1.056.073
1.022.846
Zum harten Kernkapital zählende Minderheitsbeteiligungen
85.985
143.235
Hartes Kernkapital vor Abzugs- und Korrekturposten
1.487.024
1.418.402
Durch Veränderungen der eigenen Bonität bedingte Gewinne oder Verluste aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten eigenen Verbindlichkeiten
-2.984
-1.044
Gewinne und Verluste aus zum Zeitwert bilanzierten derivativen Verbindlichkeiten, die aus dem eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren
-2.037
-767
Wertanpassung aufgrund der Anforderungen für eine vorsichtige Bewertung
-2.892
-2.853
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
-1.021
-4.679
Von der künftigen Rentabilität abhängige nicht aus temporären Differenzen resultierende, latente Steueransprüche, abzüglich der verbundenen Steuerschulden
-1.894
-8.380
Verbriefungsposition
-7.459
0
Abzugsposten für die unzureichende Deckung notleidender Risikopositionen
-2.667
-521
Sonstige Anpassungen am Kernkapital aufgrund von Übergangsvorschriften
14.514
20.076
Aufgrund von Abzugs- und Korrekturposten vorzunehmende Anpassungen am harten Kernkapital
-6.440
1.832
Hartes Kernkapital (CET 1)
1.480.584
1.420.234
Zusätzliches Kernkapital (AT 1)
20.950
0
Kernkapital (Tier 1)
1.501.534
1.420.234
Zum Ergänzungskapital zählende, von Tochterunternehmen begebene Instrumente
60.818
79.369
Ergänzungskapital (Tier 2)
60.818
79.369
Eigenmittel Gesamt (TC)
1.562.352
1.499.603

Der Gesamtrisikobetrag (Bemessungsgrundlage) gliedert sich wie folgt:
In TEUR
2022
2021
Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko
7.343.902
7.226.208
Bemessungsgrundlage für das Positionsrisiko in Schuldtiteln
54.909
106.350
Bemessungsgrundlage für das operationelle Risiko
725.818
513.999
Bemessungsgrundlage für das CVA-Risiko
99.972
109.916
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage)
8.224.601
7.956.473
Harte Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken)
18,01 %
17,85 %
Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken)
18,26 %
17,85 %
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken)
19,00 %
18,85 %
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich ein Eigenmittel Gesamtstand von 1.547.837 TEUR (Vj: 1.479.526 TEUR) sowie eine adaptierte Bemessungsgrundlage von 8.207.783 TEUR (Vj: 7.926.628 TEUR). Somit würde sich eine Kernkapitalquote von 18,12 % (Vj: 17,66 %) und eine Eigenmittelquote von 18,86 % (Vj: 18,67 %) errechnen.
Aufgrund der in Note 63 beschriebenen synthetischen Verbriefung hat sich eine Verbesserung der ausgewiesenen Eigenmittelquote (Gesamtkapitalquote) von 0,36 %-Punkten ergeben.
Die Mindestkapitalanforderungen wurden während der Berichtsperiode stets erfüllt.
65. Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement im RLB Steiermark Konzern erfolgt auf Basis der CRR sowie der entsprechenden nationalen Begleitverordnungen und im Sinne des ökonomischen Kapitalsteuerungsansatzes (Säule 2) des ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process). Die Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung und die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen stehen dabei im Vordergrund. Sowohl die regulatorische als auch die ökonomische Perspektive sind grundlegende Bestandteile im Steuerungsprozess des RLB Steiermark Konzerns.
In der internen Steuerung verwendet der RLB Steiermark Konzern Limitierungen, die alle Risikoarten umfassen (Kreditrisiko, Handelsbuchrisiken, Währungsrisiko und operationelles Risiko) und auf die in Zukunft erforderlichen Anforderungen an das Kapital und die Kapitalausstattung abzielen. In der laufenden Planung wird zusätzlich die Weiterentwicklung und Harmonisierung von Eigenmittelvorschriften durch die Aufsicht berücksichtigt.
In der Mittelfristplanung werden die Auswirkungen der geplanten Geschäftsaktivitäten mit der erwarteten Entwicklung der anrechenbaren Eigenmittel und zu erwartenden gesetzlichen Änderungen bezüglich Kapitalanforderungen / Eigenmittelunterlegung abgeglichen.
Den Geschäftsfeldern bzw. -segmenten wird, abgeleitet aus der Geschäftsstrategie und der geplanten Geschäftsentwicklung, Risikokapital zugewiesen und als Basis für die Ermittlung von Performance-Kennzahlen in der integrierten Ertrags- und Risikosteuerung herangezogen. Der ICAAP ist gleichermaßen nach Geschäfts- und Risikoprofil ausgestaltet und bildet einen wesentlichen Bestandteil des implementierten Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesses.
Zur Sicherstellung der angemessenen Kapitalausstattung werden neben der periodischen Aktualisierung der Kapitalplanung zusätzlich Szenario-Berechnungen erstellt, analysiert und die Effekte umgehend in der Steuerung (proaktive Maßnahmensetzung) berücksichtigt.

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Verschuldungsquote
Ergänzend zu den Eigenmittelanforderungen wurde im Rahmen der CRR die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) als neues Instrument zur Begrenzung des Risikos aus einer überhöhten Verschuldung eingeführt. Die Verschuldungsquote ist im Teil 7 der CRR definiert.
Mit 31. Dezember 2022 besteht eine verbindliche quantitative Anforderung von 3 Prozent, diese wird deutlich erfüllt.
In TEUR
2022
2021
Gesamtrisikoposition
14.113.464
12.140.978
Kernkapital
1.501.534
1.420.234
Verschuldungsquote
10,64 %
11,70 %
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich eine Verschuldungsquote von 10,55 %
(Vj: 11,56 %).

66. Zusammensetzung des Konzerns
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Vollkonsolidierungskreis des RLB Steiermark Konzerns.
In TEUR
Sitz
Anteil durch-gerechnet
Eigenkapital in TEUR
Ergebnis1) in TEUR
Datum des Jahresab-schlusses
Ciconia Immobilienleasing GmbH
Graz
100,00 %
76
21
31.12.2022
"DÖHAU" Liegenschaftsges.m.b.H.
Graz
100,00 %
-21
85
31.12.2022
Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH
Graz
100,00 %
206
59
31.12.2022
HSL Beteiligungen GmbH
Graz
100,00 %
8.519
994
31.12.2022
HSL Immobilienleasing GmbH
Graz
100,00 %
3.573
139
31.12.2022
HSL Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH
Graz
100,00 %
1.520
144
31.12.2022
HSL Leasing - Holding GmbH
Graz
100,00 %
856
123
31.12.2022
HSL PUNTI Grundstücksverwaltungs GmbH
Graz
100,00 %
1.282
577
31.12.2022
Immobilienerwerbs- und Vermietungs Gesellschaft m.b.H.
Graz
100,00 %
73.283
1.106
31.12.2022
NOVA HSL Leasing GmbH
Graz
100,00 %
150
83
31.12.2022
NWB Beteiligungs GmbH
Graz
100,00 %
1.112
699
31.12.2022
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Graz
100,00 %
8.994
1.945
31.12.2022
Pittacus Beteiligungs GmbH
Graz
100,00 %
682
-5
31.12.2022
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH
Graz
100,00 %
12.419
2.046
31.12.2022
RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH
Graz
100,00 %
478
430
31.12.2022
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H.
Graz
100,00 %
91.943
7.673
30.9.2922
RLB-Stmk Immobilienbeteiligungs- und Verwaltungs GmbH
Graz
100,00 %
66.303
1.145
30.9.2022
RLO Beteiligungs GmbH
Graz
100,00 %
4.583
1.181
31.12.2022
RSAL Raiffeisen Steiermark Anlagenleasing GmbH
Graz
81,00 %
-240
21
31.12.2022
RSIL Immobilienleasing Raiffeisen Steiermark GmbH
Graz
81,00 %
410
86
31.12.2022
SPIREA GmbH
Graz
100,00 %
-291
-326
31.12.2022
Steirische Raiffeisen - Immobilien - Leasing Gesellschaft m.b.H.
Graz
100,00 %
3.760
988
31.12.2022
1) Ergebnis vor Ergebnisabführung

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
67. Beteiligungsübersicht
In TEUR
Sitz
Anteil durch-gerechnet
Eigenkapital in TEUR
Ergebnis in TEUR
Datum des Jahresab-schlusses
Sonstige Beteiligungen
 
 
 
 
 
ALPHA-BAU Planungs-, Projektentwicklungs- und Baubetreuungs GmbH.
Graz
100,00 %
771
176
31.12.2021
BONITA HSL Leasing GmbH
Graz
100,00 %
37
101
31.12.2022
CADO Raiffeisen-Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H.
Wien
50,00 %
2.603
23
31.12.2021
Comm-Unity EDV GmbH
Lannach
51,00 %
2.803
201
31.12.2021
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H. & Co. KG.
Graz
50,00 %
1.103
1.030
30.9.2022
INPRIMIS Beteiligungs GmbH
Graz
100,00 %
1.552
-1
31.12.2021
KONSTRUKTA Unternehmensberatungs GmbH
Graz
100,00 %
170
-1
31.12.2021
Liegenschaftsverwaltung Radmer-Frohnleiten GmbH
Graz
100,00 %
7.465
363
31.12.2021
LKH-Eingangszentrum Errichtungs- und Betreiber GmbH
Graz
100,00 %
3.797
362
31.12.2021
Raiffeisen - Einlagensicherung Steiermark eGen
Graz
57,07 %
1
-3
31.12.2021
Raiffeisen Bauträger & Projektentwicklungs GmbH
Graz
100,00 %
2.180
266
31.12.2021
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H.
Graz
100,00 %
2.263
571
31.12.2021
RLB Stmk Taten GmbH
Graz
100,00 %
23
-12
31.12.2021
RVS Raiffeisen Vertrieb und Service GmbH
Graz
100,00 %
2.293
1.849
31.12.2021
SPICA Raiffeisen-Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H.
Wien
50,00 %
163
-35
31.12.2021
Steirerfrucht Betriebsgesellschaft mbH in Liqu.
Graz
100,00 %
27
-3
31.7.2021
Steirerfrucht Verwaltung eGen in Liqu.
Unterfladnitz
100,00 %
341
0
31.7.2021
TSI-Terminal und Software Installationen GmbH
Graz
100,00 %
136
1.200
31.12.2021
At equity bilanzierte Unternehmen
 
 
 
 
 
Raiffeisen Bank International AG1)
Wien
9,95 %
18.764.329
3.344.191
31.12.2022
Assoziierte Unternehmen
 
 
 
 
 
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H.
Graz
37,50 %
14
0
30.9.2022
IMMORENT - ANDROMEDA Grundverwertungsgesellschaft m.b.H. in Liqu.
Wien
33,20 %
26
-10
30.9.2022
ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H.
Graz
30,00 %
384.651
17.298
31.12.2021
Steirische Kommunalgebäudeleasing Gesellschaft m.b.H.
Wien
25,00 %
399
285
31.12.2021
1) Werte lt. Konzernabschluss 31.12.
Das folgende assoziierte Unternehmen ist für den RLB Steiermark Konzern von wesentlicher Bedeutung und wird nach der at equity-Methode bilanziert:
Name
Art der Beziehung
Sitz
Anteil (durch-gerechnet)
Datum des Jahresab-schlusses
Raiffeisen Bank International AG
Kreditinstitut (Zentral-institut)
Wien
9,95 %
31.12.2022
In TEUR
2022
2021
Zinsüberschuss
5.052.673
3.327.446
Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen
3.344.191
1.421.881
Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
452.906
85.736
Sonstiges Ergebnis
-355.715
150.319
Gesamtergebnis
3.441.382
1.657.936
In TEUR
2022
2021
Vermögenswerte
207.057.453
192.100.504
Schulden
188.293.124
176.625.496
Eigenkapital
18.764.329
15.475.008
Überleitung zum Buchwert der at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR
2022
2021
Konzern-Eigenkapital Raiffeisen Bank International AG per 31.12.
18.764.329
15.475.008
Den nicht beherrschenden Gesellschaften zurechenbares Eigenkapital*)
2.742.095
2.636.327
Auf die Anteilseigner der Raiffeisen Bank International AG entfallendes Konzern-Eigenkapital
16.022.234
12.838.681
Anteiliges Eigenkapital RLB Steiermark Konzern per 31.12.
1.594.965
1.278.052
Firmenwert
7.415
7.415
Wertminderung Firmenwert per 1.1.
-7.415
-7.415
Wertminderung ohne abgeschriebenen Firmenwert per 1.1.
-403.323
-286.927
Wertminderung laufende Periode
-379.456
-116.396
Zwischenergebniseliminierung nach IAS 28.28
-5.681
-5.681
Stand der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen per 31.12.
806.505
869.048
*) Beinhaltet das AT1 Kernkapital lt. Eigenkapitalveränderungsrechnung der RBI sowie die darauf entfallenden anteiligen Stückzinsen
Der zum Berichtsstichtag ausgewiesene Stand der at equity bilanzierten Unternehmen entspricht einem Anteil in Höhe von 9,95 % am Konzerneigenkapital der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
68. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im März 2023 kam es nach dem Abzug von Einlagen zur Insolvenz bei der amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB). Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei weiteren Banken und insbesondere die Ereignisse rund um die schweizerische Credit Suisse (CS), die nach dramatischen Kursverlusten und Liquiditätsunterstützungen durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) schließlich im März 2023 von der UBS Group AG (UBS) übernommen wurde, lösten erhebliche Verunsicherungen an den Finanzmärkten aus. Weil zu beiden Instituten keine bzw. nur geringe Geschäftsbeziehungen bestehen, ergeben sich für den RLB Steiermark Konzern keine direkten Auswirkungen.
Darüber hinaus gab es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die von besonderem öffentlichem Interesse wären oder sich wesentlich im Konzernabschluss 2022 auswirken würden.

Organe
Vorstand
Vorsitzender
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER
Mitglieder des Vorstands
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER
Aufsichtsrat
Präsidium:
Josef HAINZL, Präsident
Obmann der RLB-Stmk Verbund eGen und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Aichfeld eGen
Dir. Josef GALLER, 1. Vizepräsident
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Mureck eGen
KR Peter SÜKAR, 2. Vizepräsident
Obmann der Raiffeisenbank Lipizzanerheimat eGen und Obmann der Wirtschaftskammer Voitsberg
Mitglieder des Aufsichtsrats:
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Rektorin Fachhochschule CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft GmbH
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL, MBA
Geschäftsleiterin der Raiffeisenbank Bad Radkersburg-Klöch eGen
Dir. MMag. Martin KIPPERER
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Leoben-Bruck
Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
Vorstand des Instituts für Wirtschaftsgeschichte KF Uni Graz
Mag. Regina MARAK-HUBER (ab 24. Juni 2022)
Ing. Mag. Franz PICHLER
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Admont eGen und Wirtschaftsdirektor des Benediktinerstifts Admont
Mag. Ignaz SPIEL
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Region Fehring eGen und Geschäftsführer der Spiel Dach & Glas GmbH
Dir. Franz STRAUSSBERGER
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Oststeiermark Nord eGen
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Verbandsobmann Ök.-Rat Franz TITSCHENBACHER
Obmann des Raiffeisenverbands Steiermark und Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark
Ing. Mag. Andreas WALLNER, (bis 24. Juni 2022)
2. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Graz-Straßgang eGen und Geschäftsführer der Fidas Graz Steuerberatung GmbH
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
Vorstand der Raiffeisenbank Hausmannstätten eGen
Vom Betriebsrat entsandt:
Abt.-Vst. Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
Staatskommissäre:
Hans Georg KRAMER, MBA, CFP
Mag. (FH) Gerd WATZENIG, MSc MLiTT MAIS
Aufsichtskommissäre des Landes:
LH Mag. Christopher DREXLER (ab 4. Juli 2022)
LH Hermann SCHÜTZENHÖFER (bis 4. Juli 2022)
Mag. Michael SPREITZHOFER, Stellvertreter
Für die Deckungsstöcke gemäß FBSchVG:
Regierungskommissär, Abteilungsdirektor HR Karl FLATZ (bis 7. Juli 2022)
Abteilungsleiter Mag. Dr. Katharina SCHWAHA (Stv) (bis 7. Juli 2022)
Für die Deckungsstöcke gemäß PfandbriefG:
Präsident des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Graz Dr. Bernhard DEU (bis 7. Juli 2022)
Ministerialrat Mag. Jutta RANIG (Stv) (bis 7. Juli 2022)
Für die Deckungsstöcke gemäss PfandbG:
Wirtschaftsprüfer Mag. Markus UNGER (ab 8. Juli 2022)

Schlussbemerkung
des Vorstands
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Graz, am 11. April 2023
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER, Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Beteiligungen, Kapitalmarkt und Unternehmenskommunikation & Marketing
Vorstandsdirektor KR Mag. Rainer STELZER, MBA, e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Projektfinanzierungen, Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungseinrichtungen und Interne Revision & Konzernrevision
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit & Digitalisierung, Personal, IT, Transaction Services und Bau & Infrastruktur

Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185

Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Konzernabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
Bewertung der at equity bilanzierten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Konzernabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Stmk AG) zum 31. Dezember 2022 werden die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI), die auch das Zentralinstitut der RLB Stmk AG ist, unter dem Bilanzposten „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ in Höhe von insgesamt 806.505 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von at equity bilanzierten Anteilen im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 in den Notes in den Kapiteln „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ und „Bilanz“ sowie unter Note 3., 11. und 22.
Die Werthaltigkeit des Buchwertes der at equity bilanzierten RBI ist zu überprüfen, wenn objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sind auf den erzielbaren Betrag vorzunehmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.
Zum 31. Dezember 2022 wurden bei der RBI objektive Hinweise für eine Wertminderung identifiziert.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile wurde dem Buchwert der erzielbare Betrag gegenübergestellt. Der Nutzungswert wurde auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens ermittelt und lag über dem beizulegenden Zeitwert. Da der Buchwert den erzielbaren Betrag zum 31. Dezember 2022 überstieg, wurde nach Übernahme des anteiligen Ergebnisses und der Kapitalveränderungen eine Wertminderung berücksichtigt.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung des Nutzungswertes in hohem Maße auf der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter beruht, und das Bewertungsergebnis in erheblichem Ausmaß vom verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die Prozesse zur Identifizierung von objektiven Hinweisen auf Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sowie die eingerichteten Kontrollen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Wertminderungs- oder Zuschreibungserfordernisse zeitgerecht zu erkennen.
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung beurteilt.
Ich habe die korrekte Ermittlung des erzielbaren Betrages durch Vergleich des beizulegenden Zeitwertes (Börsenkurs) und dem Nutzungswert, der auf einem externen Gutachten mit Anpassungen des Vorstands bei den Parametern bzw. den Zahlungsmittelzuflüssen basiert, geprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens sowie die durch den Vorstand vorgenommenen Anpassungen und insbesondere das Bewertungsmodell auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die darin verwendeten Parameter, wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmensspezifischer Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Konzernplanung abgeglichen und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen und externen Gutachten analysiert und beurteilt.
Ich habe den für die Ermittlung des erzielbaren Betrages herangezogenen beizulegenden Zeitwert mit dem von der Wiener Börse am letzten Handelstag des Jahres 2022 veröffentlichten Kurs verglichen.
Die rechnerische Richtigkeit der Wertminderung wurde geprüft.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Wertminderung der Anteile an der RBI im Konzernabschluss angemessen sind und inwiefern eine adäquate Darstellung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die Ermittlung des Nutzungswertes erfolgte.
Bewertung der Kredite und Forderungen Amortised Cost
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Konzernabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2022 werden im Bilanzposten „Finanzielle Vermögenswerte Amortised Cost (AC)“ Kredite und Forderungen mit einem Betrag von 9.728.818 TEUR ausgewiesen. Zu diesen Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag Risikovorsorgen im Ausmaß von 166.676 TEUR.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung des Russland-Ukraine-Krieges und der Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung und somit der Entwicklung der Kreditnehmer in den Notes im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, „Gewinn- und Verlustrechnung“ und „Bilanz“ sowie in den Notes 12. und 16. In Bezug auf die verwendeten makroökonomischen Parameter erfolgen Angaben im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ unter „Wertminderungen“.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Die Gesellschaft überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells berechnet.
Für alle Kredite, bei denen keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wird von der Bank eine Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle gebildet.
Dabei wird für jene Forderungen, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Für jene Forderungen, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, werden die Wertberichtigungen auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes berechnet.
In die Bewertungsmodelle fließen Kundenobligo, Sicherheiten und makroökonomische Faktoren ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote vor und nach Berücksichtigung von Sicherheiten.
Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung und somit der Entwicklung der Kreditnehmer wurde zum Berichtsstichtag ein Post Model Adjustment durchgeführt. Im Rahmen dessen wurden Teilportfolien (Branchen) definiert, die als betroffen eingestuft wurden. Abhängig von der Betroffenheit wurden die Kreditengagements von Stage 1 in Stage 2 transferiert und unterliegen ebenfalls einer Wertminderung auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Identifikation von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung sowie die Bestimmung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz auf Annahmen und Ermessensspielräumen basieren. Bei der Ermittlung der Höhe der Kreditrisikovorsorgen, denen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, ergeben sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten insbesondere hinsichtlich der aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung getroffenen Einschätzung der Betroffenheit der Kreditnehmer im Rahmen des durchgeführten Post Model Adjustment.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die bestehende Dokumentation und die Prozesse zur Vergabe, Klassifizierung und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, objektive Hinweise auf eine Wertminderung zu identifizieren sowie die signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz zu bestimmen und somit die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen habe ich erhoben und die Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Ich habe auf Grundlage der vorgelegten Unternehmensdokumentation und Prozesse in Stichproben die richtige Klassifizierung der Kundenforderungen in Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme beurteilt.
Es wurde die korrekte Stufenzuordnung (Staging) gemäß IFRS 9 und den relevanten internen Richtlinien geprüft.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung bestehen und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges bzw. den Änderungen des makroökonomischen Umfelds betroffen sind sowie nach statistischen Verfahren. Bei Feststellung von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung wurden die von der Bank getroffenen Annahmen und unterstellten Szenarien hinsichtlich Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Bezüglich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden sowie für Kunden, bei denen keine objektiven Hinweise auf Wertminderungen vorliegen, habe ich mithilfe von Experten die Modelle und die darin verwendeten Parameter und zukunftsgerichteten Informationen unter Berücksichtigung der von der Bank durchgeführten Validierungen nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Dabei wurden die Anpassungen im Rahmen der Post-Model-Adjustments auf ihre Angemessenheit beurteilt und die sich daraus resultierenden Effekte evaluiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Konzernabschluss (Notes) angemessen sind.
Hinsichtlich der Schätzunsicherheiten bei der Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle unter Berücksichtigung des Russland-Ukraine-Krieges und der Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung und somit der Entwicklung der Kreditnehmer wird in den Notes auf die Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, „Gewinn- und Verlustrechnung“ und „Bilanz“ sowie die Notes 12. und 16. verwiesen. In Bezug auf die verwendeten makroökonomischen Parameter erfolgen Angaben im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ unter „Wertminderungen“.
Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Konzernabschluss der RLB Stmk AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt oder zu Handelszwecken abgeschlossen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, sowie bei der Bildung von Sicherungsbeziehungen in den Notes in den Kapiteln „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, „Gewinn- und Verlustrechnung“, „Bilanz“ sowie „Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlustrechnung“ unter Note 5. bis 8. „Erläuterungen zur Bilanz“ unter Note 16. bis 21., 29. sowie 31. bis 32. und „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten“ unter Note 37.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parameter ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie der Effektivität derselben zu erfüllen.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios sind außerdem die Abgrenzung und Homogenität der Grundgeschäftsportfolien und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens zu beachten.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung der Wertpapiere, Schuldscheindarlehen und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien entspricht. Die durchgeführten Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios habe ich darüber hinaus die Abgrenzung der Grundgeschäfte, sowie deren Homogenität und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens nachvollzogen.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Konzernabschluss (Notes) betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Jahresfinanzbericht wird mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Mein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder meinen bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Ich erlange ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Ich bin verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Ich trage die Alleinverantwortung für mein Prüfungsurteil.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach meiner Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Konzernabschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zum Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022 bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Konzernabschlusses 2021 Konzernabschlussprüfer der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Andreas Fegerl.
Wien, 11. April 2023
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Mag. Andreas FEGERL – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Gesamtergebnisrechnung, der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Geldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Erläuterungen (Notes) zum Konzernabschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 („WTBG 2017“) samt einschlägigen Verordnungen („Richtlinien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhandberufe“) und Richtlinien, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungsleistungen („fee cap“) und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt § 275 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
  • Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Bewertung der Rückstellungen für das Kreditgeschäft
  • Werthaltigkeit der at-equity-bewerteten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Bewertung der Rückstellungen für das Kreditgeschäft
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die in dem Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) enthaltenen Kredite und Forderungen (exklusive Kreditinstitute) umfassen einen Betrag in Höhe von TEUR 8.360.162; die hierfür gebildeten Wertminderungen umfassen einen Betrag in Höhe von TEUR 166.567, die Rückstellungen für das Kreditgeschäft betragen TEUR 20.678.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Ermittlung Wertminderungen in den Notes in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt "Wertminderungen") sowie im Kapitel "Bilanz" (Abschnitt "Wertminderungen").
Für Kredite mit beeinträchtigter Bonität werden Wertminderungen in Höhe des Lifetime Expected Loss erfasst (Stage 3 Risikovorsorge). Die Identifikation von Ausfallereignissen und die Ermittlung der Höhe der Vorsorgen für ausgefallene signifikanten Kreditnehmer unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessens-spielräumen. Diese ergeben sich aus Annahmen betreffend die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des jeweiligen Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten und bringen daher Auswirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Rückflüsse mit sich. Vorsorgen für nicht signifikante Kreditnehmer im Ausfall basieren auf Modellen und statistischen Parametern und beinhalten daher ebenfalls Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Für Kredite, die ein geringes Kreditrisiko aufweisen bzw bei welchen sich das Kreditrisiko seit Zugang nicht signifikant erhöht hat (Stage 1), wird ein 12-Monat Expected Loss ermittelt. Bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos (Stage 2) werden Vorsorgen in Höhe des Lifetime Expected Loss gebildet. Bei der Stage-Zuordnung und der Ermittlung erwarteter Kreditverluste der Stages 1 und 2 sind umfangreiche Schätzungen und Annahmen erforderlich.
Da das angewendete Wertberichtigungsmodell Ausnahmeereignisse wie die aktuellen Volatilitäten und Unsicherheiten der makroökonomischen Faktoren nicht angemessen abbilden kann, wurde von der Bank zusätzlich zum Modellergebnis eine Erhöhung des Vorsorgebetrages („Post Model Adjustment“) auf Basis bankinterner Schätzungen unter Zugrundelegung externer Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung vorgenommen.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung des Post Model Adjustments in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen zugrunde liegen. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstellung in Bezug auf die Höhe der Risikovorsorgen im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie der Bewertung der Rückstellungen für das Kreditgeschäft haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Wir haben den Kreditüberwachungsprozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, Ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und die Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und Implementierung sowie in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
  • Auf Basis einer Stichprobe von Krediten haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Ausfallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikobasiert unter besonderer Gewichtung der Ratingstufen mit höherem Ausfallsrisiko. Bei ausgefallenen signifikanten Kreditnehmern wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hinsichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse bei der Berechnung der Risikovorsorgen untersucht.
  • Wir haben im Bereich der pauschalierten Einzelwertberichtigungen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kreditnehmer das Bewertungsmodell und die darin verwendeten Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen haben wir in Stichproben nachvollzogen.
  • Im Bereich der Vorsorgen für nicht ausgefallene Kreditnehmer (Stage 1 und 2) haben wir das zugrundeliegende Bewertungsmodell einschließlich der darin verwendeten Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Weiters haben wir die Herleitung und Begründung des Post Model Adjustments, sowie die zugrundeliegenden Annahmen im Hinblick auf deren Angemessenheit beurteilt. Für diese Prüfungshandlungen haben wir unsere internen Finanzmathematiker als Spezialisten einbezogen.
Werthaltigkeit der at-equity-bewerteten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Der Konzern bilanziert seine Anteile an der Raiffeisen Bank International AG nach der Equity-Methode im Posten Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen. Insgesamt belaufen sich die Anteile auf einen Wert von TEUR 806.505.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bewertung von at-equity-bewerteten Unternehmen in den Notes in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt "Anteile an assoziierten Unternehmen") sowie im Kapitel "Bilanz" (Abschnitt "Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen").
Liegen objektive Hinweise für Wertminderungen vor bzw ob in früheren Perioden vorgenommene Wertminderungen wegfallen, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Diese Ermittlung erfolgt auf Grundlage eines externen Gutachtens zur Ermittlung des erzielbaren Betrages unter Verwendung des Discounted Cash Flow Verfahrens. Die Ermittlung des Unternehmenswertes beruht primär auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der Diskontierungsfaktoren sowie der künftigen Geschäftsentwicklung und der daraus ableitbaren Rückflüsse an die Eigentümer unter Berücksichtigung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Ausschüttungsbeschränkungen.
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Unternehmensbewertung innerhalb gewisser Bandbreiten ermessensbehaftet und mit Schätzunsicherheiten verbunden ist, woraus ein mögliches Risiko einer falschen Darstellung in Bezug auf die Bewertung im Abschluss resultiert.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der at-equity-bewerteten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Raiffeisen-Landesbank
Steiermark 2022
185
  • Wir haben die wesentlichen Prozesse hinsichtlich der Identifikation von Wertminderungsereignissen oder Zuschreibungserfordernissen und der Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen erhoben.
  • Wir haben das Modell, die Planungsannahmen und die verwendeten Parameter für die Bewertung der Raiffeisen Bank International AG unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten geprüft. Dabei wurde das eingesetzte Bewertungsmodell nachvollzogen und beurteilt, ob dieses geeignet ist, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln.
  • Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter – vorrangig die Zinssatzkomponenten – wurden unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten evaluiert. Dabei wurden die bei der Bestimmung des Zinssatzes herangezogenen Annahmen durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt. Die Planungstreue wurde anhand eines Vergleiches der Vorjahresplanungen mit den Ereignissen des laufenden Jahres beurteilt.
  • Weiters haben wir unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft, ob die Auswirkung der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen in den Planungsrechnungen – inklusive der Annahmen zur russischen Tochterbank – entsprechend berücksichtigt wurden.
  • Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung des Unternehmenswertes nachvollzogen. Die Höhe des Unternehmenswertes wurde mit Marktdaten und öffentlich verfügbaren Informationen verglichen. Für diese Prüfungshandlung haben wir unsere Bewertungsspezialisten einbezogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Konzernlagebericht haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG ein möglichst getreues Bild der Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Linz, 11. April 2023

KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christian GRINSCHGL – Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.