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Do!day
Do!morrow
Do!gether
KRÄFTE BÜNDELN – MEHRWERT SCHAFFEN
JAHRES FINANZ-
BERICHT 2020
WICHTIGE DATEN AUF
EINEN BLICK
Gewinn-und-Verlust-Rechnung in TEUR 2020 2019
Nettozinsertrag 74.377 66.055
Betriebserträge 187.990 209.575
Betriebsaufwendungen -129.503 -130.626
Betriebsergebnis 58.487 78.949
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 44.568 82.340
Jahresüberschuss 48.642 85.645
Bilanz in TEUR 2020 2019
Forderungen an Kreditinstitute 3.992.494 3.785.286
Forderungen an Kunden 4.594.620 4.414.487
Wertpapiere 3.918.520 3.182.608
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 1.088.117 1.087.221
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.679.920 4.971.885
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.524.515 2.313.835
Eigene Emissionen inkl. Ergänzungskapital 4.342.998 4.278.292
Bilanzsumme 15.959.304 12.919.665
Bankaufsichtliche Kennzahlen 2020 2019
Anrechenbare Eigenmittel gesamt 1.203.617 1.167.210
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 5.631.792 5.609.912
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 19,37 % 18,75 %
Gesamtkapitalquote 21,37 % 20,81 %
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 209,33 % 161,02 %
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 118,38 % 102,26 %
Sonstige Kennzahlen 2020 2019
Cost Income Ratio (CIR) 68,89 % 62,33 %
Return on Equity (ROE) – vor Steuern 4,06 % 7,90 %
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 1,29 % 1,88 %
Zusätzliche Informationen 2020 2019
Mitarbeiteranzahl (Ø) 636 643
Bankstellen 10 10
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
002
001 EINZELABSCHLUSS
GESCHÄFTSBERICHT 2020
Wichtige Daten auf einen Blick 2
Vorwort 4
Bericht des Aufsichtsrats 6
Vision und Mission 10
Unsere Werte 12
Vorstandsteam im Gespräch 14
Zwei Wege treffen sich 20
Unsere Geschäftsfelder 24
Mitarbeitende 30
Raiffeisenverbund 32
Daten & Fakten RBG Steiermark 34
Bankstellen in der Steiermark 35
LAGEBERICHT 2020
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage 39
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens (Ausblick) 58
Bericht über Forschung und Entwicklung 67
Berichterstattung über wesentliche Merkmale des Internen Kontroll- und
Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess 68
JAHRESABSCHLUSS 2020
Bilanz 72
Posten unter der Bilanz 74
Gliederung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung 75
Anhang für das Geschäftsjahr 2020 77
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats 114
Anlage 1 – Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 115
Anlage 2 – Anlagenspiegel 116
Anlage 3 – Investitionsprämie 118
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 119
Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 120
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers 126
002 KONZERNABSCHLUSS
WICHTIGE DATEN AUF EINEN BLICK 133
KONZERNLAGEBERICHT 2020 135
KONZERNABSCHLUSS 2020 NACH INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS) 158
INHALT
Im Sinne der besseren Lesbarkeit dieses Geschäftsberichts wird auf eine geschlechterspezifische Differenzierung der
Formulierung verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch ausdrücklich für alle Geschlechter.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
003
JAHRESFINANZBERICHT 2020
VORWORT
DIE BÜNDELUNG DER
KRÄFTE MACHT UNS
DOPPELT STARK
Das Jahr 2020 stand unter dem Einfluss einer weltweiten Pandemie,
die große Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte. Auch die RLB
Steiermark konnte sich als Kundenbank und als Spitzeninsitut der
führenden Bankengruppe in der Steiermark den wirtschaftlichen
Auswirkungen nicht entziehen, war jedoch aufgrund ihrer umsichtigen
Geschäftspolitik gut darauf vorbereitet. In den letzten 5 Jahren
stiegen die Eigenmittel kontinuierlich um 22 Prozent, die Eigenmit-
telquote liegt aktuell bei 21,4 Prozent.
Dieser Polster schafft Sicherheit und so konnten wir aus einer Posi-
tion der Stärke unseren Kunden schnell und unbürokratisch helfen.
Mit der Kraft der Gemeinschaft fiel vieles leichter. Insgesamt wurden
in der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark über 800 Mio. Euro an
Liquiditätshilfen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus punkteten
wir am Markt gerade in der kritischsten Zeit mit großer Service-
qualität, Kompetenz und Freundlichkeit. Das belegt der Customer
Experience Excellence Report der KMPG
1
, für den zwischen April
und Mai 2020 in Österreich 2.200 Konsumenten befragt wurden.
Raiffeisen wurde als bester Finanzdienstleister in der Pandemie
wahrgenommen und lag in allen Kategorien klar über dem Bran-
chendurchschnitt. Das zeigt, wir haben unsere Rolle als Problem-
löser und Mutmacher gut angenommen und ausgefüllt. Für die
hervorragende Zusammenarbeit danke ich allen unseren Kundinnen
und Kunden. Gleichzeitig spreche ich allen unseren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern großen Dank aus!
Unabhängig von Corona ist die Bankenbranche schon seit längerem
einem Wandel unterworfen. Es verändern sich die Erwartungen der
Kunden, der Wettbewerb, Produkte und Dienstleistungen sowie auch
interne Prozesse. Was bleibt ist konstant steigender Ertrags- und
Kostendruck, eine flache Zinskurve sowie regulatorische Zwänge.
Es gilt, in Digitalisierung zu investieren, gleichzeitig die hohe Qualität
unserer Kundenbetreuung weiter zu erhalten und unsere Werte
zu stärken. Wir wollen in attraktiven Märkten gezielt wachsen und
haben im Rahmen eines 2019 gestarteten Projekts zur strategischen
Neuausrichtung des Konzerns unsere Vision und Mission weiterent-
wickelt. Oberstes Augenmerk gilt der Erhaltung unserer Selbststän-
digkeit. Dazu werden wir an den richtigen Stellschrauben unseres Fi-
nanzmodells, Geschäftsmodells und auch Betriebsmodells drehen.
Ein Schritt auf dem Weg in die Zukunft ist die Bündelung der Kräfte
von RLB und HYPO Steiermark durch die Fusion 2021. Unter der
Marke Raiffeisen vereinigt sich das Beste aus zwei Banken. Sowohl
die RLB als auch die HYPO haben sich in ihrer langjährigen Historie
in der Steiermark erfolgreich etabliert und sehr gute Ergebnisse
erwirtschaftet. Das Berichtsjahr macht dabei trotz erschwerter Be-
dingungen durch Corona keine Ausnahme. 2020 war das Jahr der
Vorbereitung, 2021 wird jenes der Vereinigung, die wir mit Engage-
ment, Präzision und Freude realisieren.
Ebenso hervorzuheben ist die Erweiterung des Vorstandsteams.
Florian Stryeck folgte Matthias Heinrich als Risiko-Vorstand nach,
Ariane Pfleger besetzt das neu geschaffene Ressort Transformation,
das viele Veränderungen aus dem Strategieprojekt auf den Weg
bringen wird. Insgesamt wurde die Aufbauorganisation verschlankt,
was flachere Hierarchien schafft und die Rolle von Experten stärkt.
Damit erhöhen wir unsere Agilität, heben Synergien und fördern
Innovation.
Alle Bemühungen haben das Ziel, sowohl für die Kunden, als auch
für die Eigentümer Mehrwerte zu schaffen und uns als Arbeitgeber
attraktiv für unsere bestehenden und zukünftigen Mitarbeiter zu
machen. Unsere Transformation ermöglicht die Sicherstellung von
Selbstständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dabei vergessen wir
nicht auf unsere Werte: Solidarität, Subsidiarität, Regionalität und
Nachhaltigkeit. Sie sind es, die trotz allem den genetischen Code
von Raiffeisen prägen und die Marke zu einem Sinnbild für Nähe
und Verlässlichkeit machen. Eigenschaften, die zu allen Zeiten
gefragt sind.
Generaldirektor KR MMag. Martin Schaller
Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
1. KPMG Austria GmbH: Customer Experience Excellence Report, Jänner 2021.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
004
Generaldirektor KR MMag. Martin Schaller
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
005
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Präsident Ök.-Rat Ing. Wilfried Thoma
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
006
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
Bericht des Aufsichtsrats gemäß
§ 96 AktG an die Hauptversammlung
Der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat für die
Beschlüsse im Berichtszeitraum fünf ordentliche Sitzungen durchge-
führt. Im Zuge seiner Prüfungstätigkeit konnte sich der Aufsichtsrat
davon überzeugen, dass die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
von den Verantwortungsträgern sorgfältig, gewissenhaft, mängelfrei
und im genossenschaftlichen Sinn geführt wird. Er hat somit alle ihm
von Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahrgenommen.
So hat der Aufsichtsrat im Rahmen der ihm zugewiesenen Funktionen
gemeinsam mit dem Vorstand aktiv Maßnahmen zur langfristigen
Wahrung der Interessen der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
zur weiteren stabilen und erfolgreichen Entwicklung des Unterneh-
mens gesetzt.
Im Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark hat es im Jahr
2020 eine Neuaufstellung gegeben. So hat der Aufsichtsrat in seiner
Sitzung am 24.09.2020 ein neues Vorstandsteam, bestehend aus
Herrn Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER, Frau Mag. Dr.
Ariane PFLEGER, Herrn Mag. Rainer STELZER, MBA und Herrn
MMag. Dr. Florian STRYECK bestellt. Der neue RLB-Vorstand vereint
Persönlichkeiten mit hervorragenden Qualifikationen sowie Erfahrung
mit neuen Impulsen.
Der Vorstand informierte die Mitglieder des Aufsichtsrats regelmäßig,
zeitnah und umfassend in schriftlicher sowie mündlicher Form über
bedeutsame Geschäftsvorfälle sowie über alle relevanten Fragen der
Geschäftsentwicklung inkl. Risikolage und Risiko management.
Die Interne Revision und Konzernrevision hat dem vom Aufsichtsrat
eingesetzten Präsidium gemäß § 42 Abs. 3 Bankwesengesetz quar-
talsweise Bericht über wesentliche Prüfungsfeststellungen aufgrund
der durchgeführten Prüfungen erstattet sowie den Mitgliedern des
Prüfungsausschusses den Quartalsbericht auch schriftlich zur
Verfügung gestellt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats selbst
hat im Berichtszeitraum zwei Sitzungen abgehalten und die ihm vom
Gesetz übertragenen Aufgaben zur Gänze erfüllt. In weiterer Folge
haben auch der Nominierungs-, Vergütungs- und Risikoausschuss
satzungs- sowie gesetzeskonform getagt.
Gemeinsam mit dem gesetzlichen Bankprüfer, dem Österreichischen
Raiffeisenverband, sowie dem weiteren, freiwillig bestellten Ab-
schlussprüfer, der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und
Steuerberatungsgesellschaft, wurden der Jahresabschluss und Lage-
bericht sowie der Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr 2020 eingehend geprüft. Da diese den gesetzlichen
Vorschriften vollends entsprechen, erteilten sowohl der Bankprüfer
als auch der Abschlussprüfer die uneingeschränkten Bestätigungs-
vermerke.
Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich am 23. April 2021 mit
den vorliegenden Bilanzen sowie dem Nachhaltigkeitsbericht 2020.
Die Prüfung des Jahresabschlusses samt Lagebericht sowie des
Konzernabschlusses samt Konzernlagebericht und des Nachhaltig-
keitsberichtes für das Geschäftsjahr 2020 sowie die Kenntnisnahme
der Berichte des Bankprüfers sowie Abschlussprüfers durch den
Aufsichtsrat erfolgte ebenfalls per 23. April 2021. Nach dem abschlie-
ßenden Ergebnis seiner Prüfungen erhebt der Aufsichtsrat keine
Einwendungen. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten
Jahresabschluss und Nachhaltigkeitsbericht, der somit nach § 96
Aktiengesetz festgestellt ist, und nimmt den Konzernabschluss zur
Kenntnis.
In Umsetzung des Grundsatzbeschlusses vom Aufsichtsrat der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG in seiner Sitzung am 23. April
2020 soll am 27. April 2021 eine außerordentliche Aufsichtsrats-
Sitzung sowie Hauptversammlung der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG tagen. In dieser Sitzung bzw. Hauptversammlung soll
der Beschluss gefasst werden, die Landes-Hypothekenbank Steier-
mark AG auf die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG mit Wirkung
31.12.2020 zu verschmelzen. Die technische Fusion ist sodann für
den August 2021 anberaumt. Da wir uns nun gemeinsam den Her-
ausforderungen der Zukunft stellen, beschäftigt sich die Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG im Zuge eines Projekts intensiv mit der
Weiterentwicklung des Konzerns.
Abschließend dankt der Aufsichtsrat dem Vorstand, den Führungs-
kräften sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG für ihr Engagement und ihre erfolgreiche
Arbeit im Jahr 2020. Vor allem aber danken wir den Kunden unseres
Hauses für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Unsere langfristi-
gen Kundenbeziehungen sind ein Zeichen dafür, dass die Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG in allen Lebenslagen ein verlässlicher
Partner ist.
Graz, im April 2021
Der Aufsichtsrat
Präsident Ök.-Rat Ing. Wilfried THOMA
Vorsitzender des Aufsichtsrats
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
007
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
008
Aufsichtsrat
VORSITZENDER
Ök.-Rat Ing. Wilfried THOMA
1. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
Dir. Josef GALLER
2. VORSITZENDER-STELLVERTRETER
Josef HAINZL
MITGLIEDER
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL
Ök.-Rat Alois HAUSLEITNER
Univ-Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
GD Stv. DI Dr. Gernot REITER
VDir. Rudolf SCHNABL
Dir. Franz STRAUSSBERGER
KR Peter SÜKAR
Verbandsobmann Ök.-Rat Franz TITSCHENBACHER
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
KR Josef ZÜGNER
VOM BETRIEBSRAT ENTSANDT
Abt.-Vst.-Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
Bernd VERONIG
STAATSKOMMISSÄRE
Ministerialrat Mag. Wolfgang NITSCHE
Kommissar Mag. Matthias KUDWEIS
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
009
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Als RLB Steiermark sind wir Kompe-
tenzführer als Firmenkundenbank
sowie als Retailbank. Wir sind die
digitale Regionalbank, die sich
konsequent an den Bedürfnissen
unserer Kunden ausrichtet. Wir be-
weisen unsere Vorrangstellung durch
Qualität, Service und das beste
Preis-Leistungs-Verhältnis.
Dadurch differenzieren wir uns
als RLB Steiermark klar gegenüber
unseren Mitbewerbern. Als erfolg-
reiche Kundenbank sind wir darüber
hinaus das Spitzeninstitut der
führenden Banken gruppe in der
Steiermark und tragen dazu bei,
diese Position weiter auszubauen.
Vision der RLB Steiermark
010
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
KOMPETENZFÜHRER,
SPITZENINSTITUT UND
LEITBETRIEB
Unsere Mission ist es, unter Wahrung unserer Grundwerte,
für Kunden, Eigentümer und Mitarbeiter Mehrwert zu schaffen.
Kunden
Hohe Kompetenz in Beratung mit
raschen Entscheidungen vor Ort
Digitale Regionalbank mit innovativen
Lösungen
Effiziente & kundenorientierte
Prozesse
Eigentümer/Primärstufe
Konsequente Ausrichtung auf
Endkunden und dadurch ein
profitables Spitzeninstitut
RBG Steiermark: Koordinator, Partner
& Impulsgeber für Lösungen mit
Mehrwert
RBG Österreich: Schnittstelle &
Sprachrohr für die RBG Steiermark
Mitarbeiter
Attraktiver und moderner Arbeitgeber
Differenzierte Karrierepfade, in denen
sich Leistung lohnt
Eigenverantwortung, Kompetenz,
Diversität
011
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
haben 25+ Dienstjahre Wachstum nachhaltiger Finanzierungen
Eigenmittelquote
29 % 24 %
2 1, 4 %
Kundenzufriedenheit
Die RLB Steiermark ist ein attraktiver Arbeitgeber.
Nahezu ein Drittel der Beschäftigten sind 25 oder
mehr Jahre im Unternehmen.
Das Kreditvolumen für Investitionen unserer Kunden
in erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude
und zertifizierte Immobilienprojekte erreichte im
Berichtsjahr 559 Mio. Euro.
Die Eigenmittelquote der RLB ist um 0,56
Prozentpunkte gestiegen und liegt weit über
den gesetzlichen Erfordernissen.
1447 Kunden benoteten ihr Beratungsgespräch
in der RLB Steiermark am Tag danach per SMS-
Abfrage nach dem Schulnotensystem von 1 bis 5.
MEHR WERTE FÜR
WIRTSCHAFT, UMWELT
UND MENSCHEN
1, 0 5
012
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Raiffeisen-Werte basieren auf den Prinzipien der Genossen-
schaft und gelten heute wie damals. Vor rund 150 Jahren
bäumte sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegen die herrschen-
den Missstände auf. Raiffeisen erkannte das Leiden der Land-
bevölkerung, die nach Missernten oft auf Wucherer angewiesen
war. Er gründete den „Flammerfelder Hülfsverein zur Unterstüt-
zung unbemittelter Landwirte“, bei dem die Bauern Geld anspa-
ren, aber auch zum Ankauf von Vieh und Gerät günstig leihen
konnten. Damit verhinderte er die Verarmung der bäuerlichen
Bevölkerung. Er gründete die erste Genossenschaftsbank, die
zum Vorbild der Raiffeisenbanken wurde. Und auch heute geht
es um die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und darum, das „Wir“ vor das
„Ich“ zu stellen.
Solidarität
Mit der Kraft der Gemeinschaft kann man vieles schaffen. Mit
einem gemeinsamen wirtschaftlichen Ziel vor Augen steht die
Raiffeisen-Bankengruppe füreinander ein. Jeder Einzelne leistet
einen Beitrag zu einem größeren Ganzen, übernimmt Mitverant-
wortung und kann dafür auf die Förderung durch Leistungen
des Raiffeisenverbunds vertrauen.
Subsidiarität
Die Selbstbestimmtheit und Eigenverantwortlichkeit der Partner
im Raiffeisenverbund bleibt dennoch erhalten. Nur dort, wo
die Kraft eines Einzelnen nicht ausreicht, setzt die Kraft der
Gemeinschaft ein. Subsidiarität bedeutet konsequente Koopera-
tion mit dem Ziel, dass sich die Raiffeisen-Ebenen wechselseitig
fördern.
Regionalität
Wir unterstützen die wirtschaftliche und gesellschaftliche
Entwicklung in unserem Land und leisten damit einen Beitrag
zur Sicherung der hohen Lebensqualität. Raiffeisen ist in den
Regionen verwurzelt und kennt die Chancen und Herausforde-
rungen vor Ort besonders gut. Wir fördern regionale Kreisläufe,
etwa indem die Einlagen aus der Region wieder für Finanzierun-
gen in der Region zurückfließen. Und wir sind ein wichtiger und
attraktiver Arbeitgeber in der Region.
Nachhaltigkeit
Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und
sozialer Verantwortung, indem wir Nachhaltigkeit als fes
ten
Bestandteil unseres Handelns verankern, als integrierte
Managementverantwortung leben sowie wesentliche Nachhaltig-
k
eitsaspekte bei unserer Geschäftstätigkeit berücksichtigen.
Mehr dazu im Nachhaltigkeitsbericht 2020 auf
013
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
VORSTANDSTEAM IM GESPRÄCH
NEUE ZIELE
ERFORDERN EINEN
NEUEN WEG
Corona hat allen gezeigt, wie wichtig eine stabile Basis
und gleichzeitig flexible Handlungsmöglichkeiten für
Unternehmen sind. Vieles wird in Zukunft anders sein.
Wichtig ist daher, sich umfassend darauf vorzubereiten.
Die Voraussetzungen dafür werden in der RLB Steiermark
gerade geschaffen. Martin Schaller, Rainer Stelzer,
Florian Stryeck und Ariane Pfleger im Vorstands-Talk.
Im Oktober 2020 wurde das neue Vorstands-Team präsentiert.
Zu den bisherigen Mitgliedern Martin Schaller und Rainer Stel-
zer sind Ariane Pfleger und Florian Stryeck eingezogen. Was
wird mit dem neuen Management nun anders?
Martin Schaller: Neue Ziele erfordern einen neuen Weg und neue
Wegbegleiter. Der Aufsichtsrat hat uns die Chance gegeben, die
Zukunft der RLB neu zu gestalten. Die beiden neuen Vorstands-
mitglieder kommen aus den eigenen Reihen, kennen die Raiffei-
sen-Bankengruppe sehr gut und bringen neue Impulse. Erstmalig in
Österreich wurde ein Vorstandsbereich Transformation geschaffen,
in dem speziell neue Zugänge und Antworten auf den vielfältigen
Wandel unserer Zeit entwickelt werden.
Rainer Stelzer: Unser Ziel ist ja, für unsere Kunden das beste
Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten. Das bedeutet, dass wir uns mit
der gesamthaften Entwicklung des Unternehmens beschäftigen.
Dazu gehören etwa höchste Kunden- und Marktorientierung, gleich-
zeitig ein vernünftiger Blick auf aktuelle und künftige Marktrisiken
sowie intelligente interne Prozesse. Mit der neuen Vorstandskons-
tellation haben wir die umfassenden Herausforderungen bestens
abgedeckt.
Was sind Ihre Hauptmotivationen?
Florian Stryeck: Eine Kernaufgabe einer Bank ist, Risiko zu mana-
gen und so zum Wachstum unserer Kunden beizutragen. Dieses
Feld hat mich seit jeher interessiert, beginnend von meinem Eintritt
1998 in der HYPO Steiermark über die Leitung des gemeinsamen
Treasury-Bereichs. Der gesamte Finanzsektor befindet sich in einem
Wandel, daher entstehen auch neue Risiken unterschiedlichster Art.
Mein Antrieb ist, Risiken umsichtig zu betrachten, Risikomanage-
ment-Systeme weiterzuentwickeln und so die wirtschaftliche Ent-
wicklung der RLB Steiermark im Sinne unserer Eigentümer, Kunden,
Beschäftigten und letztlich des gesamten Wirtschaftsstandorts zu
unterstützen.
Ariane Pfleger: Der angesprochene Wandel, dem die gesamte
Gesellschaft und Wirtschaft unterliegt, braucht gesamthafte
Antworten. Sichtbar wird das an Themen wie Nachhaltigkeit oder
Digitalisierung. Wenn wir etwa Digitalisierung vorantreiben wollen,
brauchen wir einerseits moderne Banking-Systeme für Kunden,
andererseits aber unbedingt auch intelligente interne Prozesse, um
wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir brauchen dazu ebenso digital
affine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Kultur, die neue
Herangehensweisen fördert. Seit ich 2005 in die RLB eingetreten
bin, haben mich komplexe Zusammenhänge im Unternehmen und
deren Entwicklung fasziniert. In meinem Transformations-Ressort
habe ich nun die Möglichkeit, Menschen, Kultur, Arbeitswelten und
Prozesse als Netzwerk umfassend zu gestalten.
014
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
VDir. Mag. Dr. Ariane Pfleger
Vorstandsmitglied
VDir. MMag. Dr. Florian Stryeck
Vorstandsmitglied
Gen.-Dir. KR MMag. Martin Schaller
Vorstandsvorsitzender
VDir. Mag. Rainer Stelzer, MBA
Vorstandsmitglied
015
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die RLB Steiermark richtet sich strategisch neu aus. Was sind
die wesentlichen Treiber, was die Antworten?
Martin Schaller: Das Umfeld für Regionalbanken bleibt anspruchs-
voll und erfährt durch Corona in einigen Bereichen noch eine
Zuspitzung. So wird das Nullzins- bzw. Negativzinsniveau – getrie-
ben durch die aktuell steigenden Staatsschulden – wohl auf längere
Zeit im Keller bleiben, was die Kreditmargen unter Druck setzt. Es
weht ein rauer Wettbewerbswind, der durch globale Player noch
verschärft werden dürfte. Als Spitzeninstitut der führenden Banken-
gruppe im Land haben wir über viele Jahre eine Position der Stärke
aufgebaut – sowohl was Kundenanteile betrifft als auch unsere Aus-
stattung an Eigenmitteln. Aus dieser Position heraus arbeiten wir in
drei Stoßrichtungen am künftigen Erfolg: Erstens die Vereinfachung
unserer Konzernstruktur durch Verschmelzung von RLB und HYPO
Steiermark, zweitens an Marktstrategien auf Basis der erweiterten
Kundensegmente, drittens an der weiteren Verbesserung unserer
Effizienz.
Wie weit kann eine Bank in Zeiten der globalen Pandemie über-
haupt Energie in neue Geschäftsmodelle investieren? Müssen
nicht mögliche Kreditausfälle, die oftmals vorhergesagte
„Pleitewelle“ und die Risikosituation der Bank im Zentrum der
Aufmerksamkeit stehen?
Florian Stryeck: Wie vernetzt wir sind, hat uns die Pandemie stark
vor Augen geführt: Anfang letzten Jahres kamen Lieferketten ins
Stocken, weil etwa Containerschiffe nicht verfügbar waren. Das
haben dann auch heimische Unternehmen gespürt. Nach einem
Jahr Corona ist deutlich erkennbar, wie sich globale Risiken auch
auf lokaler Ebene auswirken. Daher sind wir und viele Unternehmen
gerade jetzt in der Pandemie umso mehr gefordert, uns mit neuen
Geschäftsstrategien zu beschäftigen. Corona wirkt wie ein „Turbo“
in Richtung Digitalisierung, das zeigt auch der enorme Zulauf auf
unsere neuen Bankservices. Dass wir die strategische Neuausrich-
tung noch vor Ausbruch der Pandemie gestartet haben, verschafft
uns einen Vorsprung. Was die da und dort vorausgesagte „Pleite-
welle“ betrifft, so beobachten wir die Risikosituation selbstverständ-
lich äußerst genau. Aber wir sind da durchaus optimistisch. Denn
viele Unternehmen zeigen sich äußerst krisenresistent, freilich auch
gestützt durch staatliche Programme. Werden diese behutsam
zurückgefahren und wirken Nachzieheffekte, gehe ich von einer
überschaubaren Risikosituation aus.
WIR ARBEITEN IN DREI
STOSS RICHTUNGEN AM
KÜNFTIGEN ERFOLG:
KONZERNSTRUKTUR,
MARKTSTRATEGIE
,
EFFIZIENZ -
VERBESSERUNG.
Gen.-Dir. KR MMag. Martin Schaller
016
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Das Vorstandsressort Transformation nimmt in der neuen strate-
gischen Ausrichtung eine zentrale Rolle ein. Was kann man sich
unter Transformation konkret vorstellen?
Ariane Pfleger: Der Fokus liegt auf Erhöhung unserer Agilität und der
Verbesserung von Innovationszyklen sowie auch im Aufbau strate-
gischer Fähigkeiten. Zu unseren Aufgaben gehört die Stärkung des
Themas Digitalisierung und Automatisierung – auf Kundenseite wie
auch von internen Prozessen. Dabei geht es um die dynamische Wei-
terentwicklung unserer Organisation über die Verschmelzung hinaus,
um einen „new way of work“, um die Stärkung der Diversität und um
die Sicherstellung der Nachhaltigkeit im Betriebs- und Geschäfts-
modell. Dabei ist klar, dass Transformation nicht durch einen einzelnen
Vorstandsbereich getrieben werden kann. Die Aufgabe meines Bereichs
ist, Struktur, Motivation, Inspiration, Kooperation im gesamten Haus
anzustoßen und zu begleiten. Jeder und jede ist eingeladen und
gefordert, auch eigenverantwortlich aktiv zu sein.
In diesem Jahr steht die Verschmelzung der HYPO Steiermark in
die RLB Steiermark bevor. Wie wird sich die „neue“ RLB dann am
Markt positionieren?
Rainer Stelzer: Wir werden alle Geschäftsfelder, die bisher getrennt in
der RLB und HYPO Steiermark betreut wurden, unter dem Dach der
Marke Raiffeisen vereinen. Unsere Positionierung ist klar: Wir sind der
Kompetenzführer in der Steiermark und werden unsere Expertise dazu
kräftig ausbauen. Wir denken dazu nicht in Produkten, sondern in
Gesamtlösungen für unsere Kunden, die durch das Zusammenwirken
von Kundenbetreuer sowie Spezialisten entstehen. Das wird sichtbar
an unserer TATEN-Bank, mit der wir Start-Ups pushen. Wir begleiten
Großkunden im Projektgeschäft auch über die Grenzen der Steiermark
hinaus und sind die Nummer 1 für Institutionelle Kunden. Mit Raiffeisen
Immobilien haben wir die stärksten Makler in der Steiermark, die unser
Leistungsspektrum erweitern. Weiters wollen wir in Graz noch stärker
wachsen, sowohl bei Privatkunden und im Private Banking als auch
bei Gewerbekunden. Dazu entwickeln wir neue Konzepte, etwa mit der
„Raiffeisen City“ im Gebäude des Grazer Landhauses. Dort verbinden
wir das Beste aus der Raiffeisen Online-Welt und persönlicher Betreu-
ung. Und wir haben mit dem ersten BankAutomaten, der mit jeder ein-
zelnen Transaktion junge Kunstschaffende fördert, einen neuen Ansatz
von gesellschaftlicher Verantwortung geschaffen. Wir stärken damit
einen USP der RLB, der weit über die Leistungsebene hinausgeht: Wir
bekennen uns zu den Raiffeisen-Werthaltungen und sehen bei Kunden
ein immer stärkeres Interesse daran.
JEDER UND JEDE
IST EINGELADEN
UND GEFORDERT,
EIGENVERANTWORTLICH
AKTIV ZU SEIN.
VDir. Mag. Dr. Ariane Pfleger
017
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Apropos: Welche Werthaltungen sind das genau? Und lässt
sich deren wirtschaftliche Effekt überhaupt nachweisen?
Martin Schaller: Wir haben die Solidarität, Subsidiarität, Regionalität
und Nachhaltigkeit als zentrale Anker in der RLB festgeschrieben,
weil wir überzeugt sind, dass diese für die Zukunft von elementarer
Bedeutung sein werden. Nachhaltigkeit definieren wir an den drei
Aspekten Wirtschaft, Umwelt, Menschen, die aus unserer Sicht
untrennbar miteinander verbunden sind. Es zeigt sich immer mehr,
dass Konsumenten verantwortungsvoll agierende Unternehmen
bevorzugen, das allein bringt schon einen Beweis. Damit unmit-
telbar verbunden sind regionale Kreisläufe, deren Förderung in
unserem ureigenen Interesse steht. Diese Prägung ist tief in den
Raiffeisen-Genen verankert, doch wir haben den Anspruch, unseren
Beitrag noch deutlich auszubauen und auch in der Öffentlichkeit zu
kommunizieren.
Florian Stryeck: Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch ganz
in der Finanzwirtschaft angekommen. Im Mai 2020 veröffentlichte
die Europäische Zentralbank zur öffentlichen Konsultation ihre Leit-
linien zu Klima- und Umweltrisiken. Auch wir sind gefordert, diese
Risiken in Zukunft noch stärker in unser Risikomanagement zu
integrieren. Das ist klar, weil wir als Kreditgeber über einen riesigen
Hebel für nachhaltige Finanzierungen verfügen, die gemäß Pariser
Klimaschutzabkommen bevorzugt werden sollen. Das ist eine
verantwortungsvolle und - wenn man an unsere Kinder denkt – auch
wunderschöne und notwendige Aufgabe.
Rainer Stelzer: Die wirtschaftliche Wirkung wird auch durch das
Subsidiaritäts-Prinzip sichtbar. Das ist ein sperriger Begriff, doch er
bedeutet, dass Aufgaben, die einer allein nicht optimal erledigen
kann, gemeinsam im Bundesland oder auf nationaler Ebene gelöst
werden. Das zeigt sich besonders bei der Digitalen Regionalbank,
denn 2020 wurden viele digitale Entwicklungen auf den Markt
gebracht. Raiffeisen hat mit der Mein ELBA-App die meistgenutzte
Banking App Österreichs und eine vielfältige Online-Produktpalet-
te. Die Anstrengungen zeigen Wirkung, denn bereits jedes zehnte
Produkt wird in der RLB online abgeschlossen. Auch die mobile-
payment-Lösungen von Raiffeisen – sowohl via Karte oder Smart-
phone - werden enorm angenommen.
WIR DENKEN NICHT
IN PRODUKTEN,
SONDERN IN GESAMT-
LÖSUNGEN FÜR
UNSERE KUNDEN.
VDir. Mag. Rainer Stelzer, MBA
018
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Der gesellschaftliche Wandel betrifft auch die Arbeitswelten.
Wir wird sich die RLB in dieser Hinsicht weiterentwickeln?
Ariane Pfleger: 2020 haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
465.000 Stunden mobil von zuhause gearbeitet, das sind 37 Pro-
zent der gesamten Arbeitszeit. Durch Corona haben wir andere Ar-
beitswelten erschlossen und werden die Vorteile daraus auch nach
der Pandemie nutzen. Das bedeutet auch, räumliche Konzepte neu
zu denken. Wir stellen uns Fragen wie „Wie können wir bereichs-
übergreifendes Zusammenarbeiten durch neue Arbeitskonzepte
fördern?“, „Welche Konzepte vereinfachen das Teilen von Wissen?“
oder „Wie steigern und messen wir langfristig die Zufriedenheit im
Unternehmen und mit den Führungsstrukturen?“ und vieles mehr.
Unser Ziel ist, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Daher werden
wir künftig parallel zu Führungskarrieren auch Expertenkarrieren
stärken.
Das alles klingt nach einem sehr umfassenden und anspruchs-
vollen Programm…
Martin Schaller: Unser Anspruch muss hoch sein, weil wir unsere
sehr gute Position stärken wollen, sowohl was die Ertrags- als
auch Effizienzseite betrifft. Das bedeutet, manch Altes hinter sich
zu lassen, wenn die Zukunft nach neuen Antworten verlangt. Denn
Unternehmen, die mit der Zeit gehen, können Schritthalten. Solche
Unternehmen aber, die Entwicklungen antizipieren, werden zum
Schrittmacher. Dem gesamten Vorstands-Team ist bewusst, dass
ein großes Ziel nur gemeinsam erreicht werden kann. Die Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter der RLB und HYPO Steiermark haben 2020
in einer eindrucksvollen Gesamtleistung bewiesen, was es bedeu-
tet, Kompetenzführer, Spitzeninstitut und Leitbetrieb zu sein. Wir ha-
ben echten Mehrwert für den Wirtschafts- und Lebensraum schaffen
können. Das macht stolz und dankbar – und motiviert enorm für die
bevorstehenden Aufgaben.
AUCH WIR SIND
GEFORDERT,
NACHHALTIGKEITS-
RISIKEN IN ZUKUNFT
NOCH STÄRKER ZU
INTEGRIEREN.
VDir. MMag. Dr. Florian Stryeck
019
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
HYPO STEIERMARK
RAIFFEISEN-LANDESBANK STEIERMARK
ZWEI WEGE TREFFEN SICH
1927
Gründung als Zentralkasse des
Raiffeisenverbandes Steiermark
Die Gründung des „Landesverbandes
der steirischen Raiffeisenkassen und
landwirtschaftlichen Genossenschaften –
Steirischer Raiffeisenverband“ am 7. April
1927 trennt das Warengeschäft vom Kredit-
geschäft. Dies gilt als Geburts stunde der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark, denn
der Landesverband soll als „Nationalbank
der steirischen Bauernschaft“ wirken. Der
erste Firmenstandort befindet sich am
Grazer Bismarckplatz (heute Eisernes Tor)
Hausnummer 3.
1936
Das neue Raiffeisen-
Haus in der
Kaiserfeldgasse 5
Der Landesverband übersiedelt mit seiner
Zentralkasse in die Kaiserfeldgasse. Der
Kassensaal ist bewusst in einfachem und
klaren Stil gestaltet und von jedem Prunk
befreit.
1942
Namensänderung auf
„Raiffeisen- Zentralkasse Steiermark“
Der neue Firmenname lautet
„Raiffeisen-Zentralkasse Steiermark
(RZK Steiermark). Diese Bezeichnung
bleibt unverändert, bis sich 1988 daraus
die Raiffeisen-Landesbank Steiermark
entwickelt.
1930
Gründung als Landes-Hypotheken-
anstalt
Am 17. Juli 1930 wird die „Landes-
Hypothekenanstalt“ mit Landtags-
beschluss gegründet.
1931
Aufnahme der Geschäftstätigkeit im
Grazer Landhaus
Am Montag, dem 2. März 1931 wird
in 4
Zimmern, welche die Landesregierung
im
3. Stock des Landhauses an der Schmied-
gassenfront bereitgestellt hatte, die
Geschäftstätigkeit aufgenommen.
1939
Stammhaus in der Radetzkystraße
1938 wird die heutige HYPO-Zentrale in
der Radetzkystraße (damals nur das Haus
Nr. 15) erworben und nach einem Umbau
im April 1939 bezogen.
020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
1988
Neuer Firmenname
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Aus der RZK wird die RLB. Der neue
Name signalisiert, dass sie nicht als
lenkende Zentrale agiert, sondern als
koordinierende Stelle für die regionalen
Genossenschaftsbanken.
1975
Start der elektronischen Daten-
verarbeitung
Die EDV der RZK Steiermark geht in
Betrieb. Im gleichen Jahr erfolgt der
Spatenstich für das Raiffeisen-Rechen-
zentrum Raaba, das 1976 eröffnet wird.
1977 eröffnet das neue Bürohaus der RZK
in Raaba.
1977
Filiale in Schladming
1977 wird die erste Filiale außerhalb von
Graz in Schladming gegründet. Es folgen
danach, innerhalb eines Jahrzehnts, noch
eine Reihe von Filialneugründungen an
Standorten, die eine besondere Nähe
zu den Landeskunden und dem Land
Steiermark haben.
1980
Stmk. Landtag beschließt neue Satzung
Im Jahr 1980 beschließt der Steiermärkische
Landtag eine neue Satzung. Damit wird
eine zeitgemäße Organisationsform der
HYPO geschaffen (Vorstand und Auf-
sichtsrat) und es können alle Geschäfte
einer Vollbank angeboten werden.
1971
Gründung der ersten Filiale
Das Jahr 1971 bringt für die Hypotheken-
bank mit der Errichtung einer Zweigstelle
im ehemaligen Portierhaus des Landes-
krankenhauses in Graz die erste Stufe
des geplanten Filialausbaus. 1973 folgt
die Infostelle am Joanneumring 18, 1975
die Filiale in der Grazer Kärntnerstraße.
021
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
2005
RLB Steiermark wird
zur Aktiengesellschaft
Die RLB wandelt sich
von einer Genossen-
schaft in eine AG. Diese
Rechtsform ist interna-
tional anerkannt, vom
Bankwesengesetzgeber
bevorzugt und vom
Markt akzeptiert.
2008
Zusammenarbeit zwi-
schen RLB und HYPO
Die Zusammenarbeit
innerhalb des Konzern
wird verstärkt durch
Zusammenlegungen
von Servicebereichen
und Installierung eines
Treasury-Bereichs.
1998
Anteilserwerb
an der HYPO
Steiermark
Die RLB Steiermark
übernimmt den
Bankbetrieb und die
14 Bankstellen der
Steirischen Raiffeisen-
bank in Graz. Der
Mitarbeiterstand wächst
auf 675. Im selben Jahr
erwirbt die RLB vom
Land Steiermark 49 %
Anteile an der Landes-
Hypothekenbank
Steiermark.
2002
Mehrheitseigen-
tümerin RLB
Mit Beschluss der
Landesregierung vom
22. Oktober 2001
werden weitere Anteile
der HYPO an die RLB
verkauft. Somit ist die
RLB ab 1. Jänner 2002
mit 75 % minus 2 Aktien
Mehrheitseigentümerin
der HYPO Steiermark.
2014
Eröffnung des Raiffeisen
Multi funktionszentrums
Mit mehr als 800 Mitar-
beitern vereinigt die neue
Zentrale in Raaba mehr
Kompetenz denn je an
einem gemeinsamen Ort.
022
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
GEMEINSAM
IN DIE ZUKUNFT
2021
HYPO Steiermark fusioniert in die RLB Steiermark
RLB Steiermark und HYPO Steiermark verschmelzen. Alle Kunden
werden ab August 2021 unter der Marke Raiffeisen betreut und
profitieren von einem erweiterten Serviceangebot und
Leistungs-
spektrum. Die HYPO-Filialen/Standorte in Graz, Leibnitz,
Deutsch-
landsberg und Bruck an der Mur werden von der RLB Steiermark
übernommen, jene in Feldbach, Fürstenfeld, Schladming und
Judenburg an die ansässigen Raiffeisenbanken verkauft.
17,7 Mrd. Euro Bilanzsumme
Baa1 Rating Moody’s
3,97 Mrd. Euro Kundeneinlagen
7,81 Mrd. Euro Kreditvolumen
023
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Firmenkunden von Corporates bis KMU profitieren bei uns von ei-
nem breiten Leistungsspektrum, großer Expertise und den Vorteilen
der stärksten Regionalbank im Süden Österreichs. Im Gegensatz
zu konzerngesteuerten Filialen treffen wir als selbstständige Regio-
nalbank Kreditentscheidungen vor Ort – rasch und unbürokratisch.
Das spart Zeit und gibt unseren Kunden Planungssicherheit. Wir
denken und handeln selbst als Unternehmer und kommunizieren
daher auf Augenhöhe. Raiffeisenberater haben Handschlagquali-
tät und sind in jeder Situation für ihre Kunden da. Ist zusätzliches
Expertenwissen gefragt, kommen unsere Kunden in den Genuss
der dualen Beratung. Dabei bringt der persönliche Kundenberater
einen Spezialisten aus dem jeweiligen Fachbereich der RLB Stei-
ermark zum Gespräch mit. Gemeinsam schafft man schnell und
effizient Entscheidungsgrundlagen für die Zukunft.
Für unsere Kunden sind wir kompetenter Ansprechpartner in den
Bereichen:
• nationaler und internationaler Zahlungsverkehr
• Investitions- und Betriebsmittelfinanzierung
• Leasing
• Factoring
• Garantie & Haftung
• Zinsabsicherung
• Exportfinanzierung und -absicherung
• Auslandsinvestitionen
• Dokumentengeschäft
• Vorsorge und Veranlagung
KOMMERZKUNDEN
Zahlen und
Fakten 2020
In der Corona-Pandemie war die kompetente und emphatische
Beratung unserer Kommerzkundenbetreuer das Um und Auf.
4.000+
telefonische Beratungen (+ 85 % zu 2019)
4.000+
Besuche bei Kunden
320
Neukunden
804 Mio.
Euro frische Kredite
(RLB Stand 31.12.2020)
Raiffeisen
TATEN-Bank
Neue Geschäftsmodelle entwickeln, den Markt aufmi-
schen, gegen den Strom schwimmen – auf dem Weg
zum Erfolg brauchen Start-ups & Gründer jede Menge
Mut und Energie. Begleitet werden sie von der Raiffeisen
TATEN-Bank. Damit Jungunternehmer nicht wegen Finanz-
und IT-Sorgen schlaflose Nächte haben, sondern höchs-
tens vor lauter Tatendrang.
Die Raiffeisen TATEN-Bank bietet ihren Kunden:
• Financial Company Building
• Firmenkonto zum Spezialtarif
• Risikokapital
• maßgeschneiderte Finanzierungsformen
• Förderungsberatung und –abwicklung
• IT-Services und Security
• Payment-Lösungen z. B. für E-Commerce
• Know-how im Auslandsgeschäft
• Coaching und Netzwerk
UNSERE GESCHÄFTSFELDER:
024
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
IMMOBILIEN- & PROJEKT-
FINANZIERUNG & INSTITU-
TIONELLE KUNDEN
4 Mrd.
Euro Kreditvolumen
Als steirischer, starker Finanzierungspartner für unsere Kunden
zeichnen wir uns durch Handschlag-Qualität, persönliche & regio-
nale Beratungskompetenz in hoher Professionalität, ausgezeichne-
tes Know-how, sowie flexible und rasche Entscheidungswege aus.
Für unsere Kunden sind wir kompetenter Ansprechpartner für
Assets aus den Bereichen:
• Immobilienprojekte
• Infrastrukturprojekte
• Energieprojekte
• Tourismus- und Healthcareprojekte
• Gemeinnützige Wohnbauträger
• Hausverwaltungen
• Öffentliche Hand
• Institutionelle Kunden
Ein Leuchtturmprojekt ist das von der
Firma C&P Immobilien AG entwickelte
Wohnquartier Gate 17 in Puntigam mit
über 500 Wohnungen. Hier entsteht ein
Ort mit hoher Lebens- und Aufenthalts-
qualität durch kurze Wege, Energie-
und Ressourceneffizienz, Förderung
sanfter Mobilitätsformen und soziale
Nachhaltigkeit.
Regionen
Im Bereich Immobilien- & Projektfinanzierungen & Institutionelle
Kunden betreuen wir mit Fokus auf die Steiermark als regionaler
Experte unsere steirischen Kunden und sind darüber hinaus auch
in Wien und im Süden Deutschlands bzw. ausgewählten Ballungs-
zentren Deutschlands als diskreter, greifbarer Finanzierungspartner
tätig.
Unter diesem neu formierten Dach werden nun auch unsere
Institutionellen Kunden betreut und profitieren von dem über Jahre
aufgebauten Know-how unserer Spezialisten.
UNSERE GESCHÄFTSFELDER:
025
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Bei uns stehen die Kundinnen und Kunden im Mittelpunkt. Wir
verstehen uns als finanzieller Begleiter und schaffen Mehrwert
durch hohe Betreuungsqualität, Kompetenz und kundenorien-
tierte Prozesse. Persönliche Geschäftsbeziehungen, am liebs-
ten ein ganzes Leben lang, sind uns wichtig. Damit heben wir
uns vom Mitbewerb ab. Wir begegnen unseren Kunden mit viel
Empathie. Unsere Berater sind die Botschafter unserer Mission
und Marke. Sie leben die Raiffeisen-Werte.
Wir sind kompetenter Ansprechpartner mit Rundum-Service für:
• Privatkunden
• Premium Private Banking Kunden
• Ärzte & Freie Berufe
• Gewerbetreibende
• Agrarkunden
• Vereine
PRIVATKUNDEN
70.000
Kunden vertrauen ihrer Hausbank RLB Steiermark
Raiffeisen City
stärkt die Position
in Graz
Am 26.2.2021 hat die neue Bankstelle der Raiffeisen-Landesbank
im Grazer Landhaus ihre Pforten geöffnet. Sie ist Ausdruck der
Digitalen Regionalbank und verbindet zukunftsweisende Technik mit
persönlicher Beratung. Durch die Außengestaltung von Medien-
künstler Richard Kriesche wurde die Raiffeisen City zum Gesamt-
kunstwerk. In zentraler Rolle: der erste BankAutomat Österreichs,
der Kunstschaffende finanziell unterstützt.
UNSERE GESCHÄFTSFELDER:
026
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Corona hat zusätzlich für Beschleunigung gesorgt. Aber bei Raiff-
eisen läuft, angetrieben von RLB Steiermark, bereits seit einiger
Zeit eine breit angelegte Offensive zur digitalen Transformation auf
Hochtouren. Sie sieht vor, mehr und mehr Kundenprozesse auf
digitaler Ebene abzubilden und Raiffeisen als „Digitale Regional-
bank“ fit für die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden von morgen
zu machen. Digitale Lösungen sparen Zeit und Ressourcen und
schonen die Umwelt.
Digitale Signatur
Mit dem Einsatz der digitalen Signatur für interne und Kunden-
prozesse hat die RLB Steiermark diesen Weg erfolgreich einge-
schlagen und tut damit viel für die Nachhaltigkeit. Das Potenzial ist
riesengroß. Seit Mitte September haben steirische Raiffeisenkunden
in der Beratung Unterlagen mehr als 2.500 Mal digital statt per Hand
signiert. Dazu wurden die Beratungsbüros mit Unterschriften-Pads
ausgestattet. Je nach rechtlichem Erfordernis stehen vier unter-
schiedliche Signaturformen zur Verfügung.
Mein ELBA-App
257.000
Mein ELBA App User steiermarkweit
Bereits sieben von zehn Zugriffen auf das Internetbanking von
Raiffeisen erfolgen via App. Daher wird die Mein ELBA App auch
ständig erweitert. 2020 wurden der Finanzmanager mit Umsatzsta-
tistik nach Kategorien und einer attraktiven Vermögensübersicht
sowie die Möglichkeit Finanzamtszahlungen zu tätigen hinzugefügt.
DIGITAL BANKING
WILL, die Digitale
Vermögensverwaltung
3,5 Mio.
Euro Anlagevolumen (Start im Sommer 2020)
Unsere Digitale Vermögensverwaltung WILL ist eine professionelle
Veranlagungsform, die Kunden ab 10.000 Euro Ersteinlage selbst-
ständig online abschließen können. Die Gelder werden ausschließ-
lich in nachhaltige Fonds der Raiffeisen Kapitalanlage GmbH und in
nachhaltige börsengehandelte Indexfonds investiert. Je nach Risiko-
profil stehen vier nachhaltige Portfolios zur Auswahl.
Leasing online
weiter ausgebaut
3.200
neue Leasingverträge (inkl. Online-Verträge)
Raiffeisen Leasing Steiermark hat 2020 mit einem Finanzierungsvo-
lumen von 145 Mio. Euro ein All-Time-High erreicht. Beim KFZ-
Leasing können sich Kunden mit dem Online Leasingrechner in
weniger als zwei Minuten ein Angebot fürs Traumauto holen. Ganz
einfach, bequem und rund um die Uhr von Zuhause aus.
Raiffeisen Finanzreise
3.500
Newsletter-Abonnenten
Kann sparen eigentlich Spaß machen? Welcher Geldtyp sind Sie?
Wie veranlagen Profis? Diese und viele andere Fragen beantwortet
die Raiffeisen Finanzreise, ein Newsletter-Service, das die RLB 2020
erfolgreich gestartet hat. Anmelden kann man sich laufend unter
www.finanzreise-raiffeisen.at
UNSERE GESCHÄFTSFELDER:
027
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Immobiliengeschäfte sind regelmäßig mit hoher Emotion und
großem finanziellen Einsatz verbunden. Oft geht es dabei um
Lebensentscheidungen für unsere Privatkunden und um zukunfts-
weisende Investitionen für unsere Firmenkunden. Das Geschäfts-
feld Immobilien berührt aber auch Themen wie Raumordnung und
Stadtentwicklung.
Raiffeisen versteht sich als Bankengruppe mit nächster Nähe zu
den Märkten und den Menschen. Als Markt- und Kompetenzführer
begleiten wir unsere Kunden bei ihren Immobilienentscheidungen
und bieten Gesamtlösungen an. Unsere Makler beraten bei der
Liegenschaftsbewertung, bei Verkauf und Ankauf, bei Vermietung
und Anmietung.
RAIFFEISEN IMMOBILIEN
5,6 Mrd. Euro
Gesamtvolumen Wohnbaukredite bei Raiffeisen Steiermark
UNSERE GESCHÄFTSFELDER:
Dem Megatrend „Urbanisierung“ folgend begleiten wir unsere insti-
tutionellen Kunden bei der Errichtung neuen Wohnraumes dorthin,
wo nach wie vor hohe Nachfrage durch Zuzug herrscht. Profunde
Marktbeobachtung und Research ermöglichen treffsichere Kredit-
entscheidungen. Auch die Gegenbewegung zur Urbanisierung, die
Sehnsucht nach dem „Leben im Glücksdorf“, fördern wir und sehen
darin eine große Chance für die ländlichen Regionen.
Nachhaltigkeit ist bei Immobilienprojekten eine wesentliche Leitlinie.
Augenscheinlich wird das bei Projekten „Green Village“, beim Multi-
funktionszentrum der RLB in Raaba oder in der „Smart City Graz
Mitte“ (Bilder), die jeweils mit Auszeichnungen für ökologisches und
nachhaltiges Bauen bedacht wurden.
Mit unseren eigenen Immobilienentwicklungen wollen wir immer ein
Stück vorangehen. Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung und
sensible Raumplanung sind Gebiete, in die wir unseren Pioniergeist
einbringen.
028
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
MIT DER KRAFT
DER GEMEINSCHAFT
IN DIE ZUKUNFT.
029
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Gerald Eduard ADLER · Wolfgang ALBRECHER · Anita ALDRIAN · Asim ALIHODZIC · Tanja ALLMER · Manfred ALTENSTRASSER · Sabine AMERSTORFER
· Alois AMSCHL · Christine ANDERS · Astrid ANDERSONS · Eva ANZEL · Hansjörg ARNDT · Michaela ARNHOLD · Christian ATSCHKO · Peter AUER ·
Christof AUER · Karin AUER-TARVAINEN · Gebhard AUNER · Sandra BABIC · Alexandra BAHA · Hans-Peter BAJZEK · Bettina BALDAUF · Stefan BARDEL
· Karoline BARMÜLLER · Jacqueline Tatjana BÄRNTHALER · Ulrike BARTH · Metka BATIC · Helmut BAUDENDISTEL · Christopher BAUER · Veronika BAUER
· Johann BAUERNHOFER · Christian BAUERNHOFER · Alois BAUMANN · Ewald BAUMGARTNER · Birgit BAUMGARTNER · Heinz Peter BAUMHACKL ·
Gerhard BAUMHAKL · Martin BECKE · Gertrud BERGER · Jürgen BERNSTEINER · Sigrid BILEK · Karl Thomas BINDER · Franziska BIRKER-ETTL ·
Johann BIRNSTINGL · Monika BIRNSTINGL · Karin BLASCHEK · Marcel BLEIBTREU · Andrea BLODER · Daniela BÖHM · Nino BORAC · Ulrike BORICS ·
Hans Jörg BORSTNAR · Tomaz BRACIC · Christina BRANDL · Eva-Maria BRANDNER · Gerhard BRANDSTÄTTER · Brigitte BRANDSTÄTTER ·
Christian BRAUNEDER · Angelika BRAUNSTEIN · Julia BREITFUSS · Franz BRETTERKLIEBER · Dzejn BRKIC · Heinz BRÜCKLER · Florian BRUGGER ·
Alexander BRUNNER · Ingrid BRUNNER · Christian BRUNNER · Andreas BRUNNER · Anton BUCHBERGER · Gert BUCHEGGER · Peda BUKVIC ·
Johannes BURGSTEINER · Claudia BURITSCH · Barbara CAPELLARI · Mattia CAPUTO · Hüseyin CEVIR · Andrej CHERNYSH · Stephanie CHRISTINER ·
Ana-Maria COLIC · Robert CSUK · Danijela CUJIC · Franz CZENE · Martin DAMPF · Tamara DANI · Andrea DANZER · Christian DARADIN · Alexandra DEBEUTZ
· Jochen DEISS · Judith DELAGO-GRABNER · Önder DENIZ · Edgar DENNIG · Johannes DERLER · Nicole DILLINGER · Milena DIMITROVA · Margit DITTRICH
· Robert DIVO · Theresa DOBLINGER · Danijela DOBRAS KLIR · Alisa DODAJ · Martin DOPPELHOFER · Dorothea DOPPELHOFER · Rosemarie DOPPLER
· Hannes DORNER · Helga DORNER · Katharina DRAGSCHITS-HALAJ · Dagmar DRASCHL · Martin DRÖSCHER · Nadine DROSG · Ursula DWORSCHAK
· Karl ECKHART · Daniela EDELSBRUNNER · Maximilian EDER · Martin EDLER · Michael EFFERL · Gernot EGGER · Günther EHRENREICH ·
Victoria EICHHOFER · Markus EISENHUT · Gerald EISNER · Gerhard EISNER · Farid EL-KHOLY · Renate ELSTNER · Günter ENDERLE · Josef ENGELBOGEN
· Eva ENGLER · Doris ERBER · Ladislaus ERDELY · Severin ERLER · Claudia ERNST · Otto ESTERL · Daniel ETTL · Ulrike EZIKA · Wolfgang FANKHAUSER
· Sandra FAST · Gerhard FEICHTER · Gabriele FEICHTER · Günther FEIERTAG · Olivia FEIERTAG · Petra FELBER · Markus FELDGITSCHER ·
Josef FELDHOFER · Gerlinde FELGITSCHER · Roland FELGITSCHER · Isabella FERK · Karl FERLIN · Adolf FERSTL · Ana FILIPOVIC · Marina FILIPP ·
Doris FINK · Wolfgang FINK · Michael FINK · Vincent FISCHBACHER · Marlene FISCHER · Angela FLADISCHER · Cornelia FLECHL · Christian FLECHL ·
Gerhard FLECK · Christine FLEISCHHACKER · Günther FLEISCHHACKER · Maria FLICKER · Michael FORSTNER · Franz FÖSSLEITNER · Doris FRAGNER
· Gordana FRANK · Cornelia FRANK · Elisabeth FRANKL · Ulrike FREIBERGER-RATH · Gerd FREIDL · Sandra FREIDL · Florian FREISSMUTH · Edith FRIEDEL
· Petra FRITSCH · Elisabeth FRÖHLICH · Christian FROSCHAUER · Rebekka FRUHMANN · Sabine FUCHS · Gerald FUCHS · Marion FUCHS ·
Nadine FÜRNSCHUSS · Dagmar FUSS · Herbert GAAR · Rene GAISCH · Martin GALLI · Bettina GALLIEN · Marianne GAMPERL · Peter GAMPERL ·
Daniela GANGOLY · Elmar GASSNER · Ulrike GASSNER · Melanie GEISLER · Gert GENSER · Alessandro GEROMELLA · Roswitha GESSLBAUER ·
Eva GFRERRER · Thomas GIESE · Michaela GIMPEL · Vanessa GINDLHUBER · Andreas GLAJNCER · Helmut GLAUNINGER · Andreas GLETTLER ·
Andreas GLETTLER · Roswitha GÖDL · Roswitha GOGG · Thomas GÖLLES · Martin Johannes GÖLLES · Judith GOLLNER · Edina GOLOB · Wolfgang GOMBOTZ
· Martin Reinhard GÖSSLER · Karl GÖTSCHL · Gertrude GOTTHARD · Manuela GOTTMANN · Horst GOTTSNAHM · Walter GÖTZL · Johann GRABNER ·
Harald GRADWOHL · Werner GRAF · Christina GRAGGL · Milan GRAHOVAC · Stefan GRASCHI · Carola GRASSL · Karin GRATZ · Joachim GRATZE ·
Martin GREINIX · Ewald GREINIX · Bettina GRILL · Fabian GRILLITSCH · Ludwig GROBELSCHEG · Cornelia GROICHER · Ewald GROSS · Richard GROSS
· Romana GROSSEK · Karl GROSSMANN · Isabella GROSSMANN · Birgit GROSSSCHEDL · Sabine GRUBBAUER · Robert GRUBER · Anita GRUBER ·
Andreas GRUBER · Charlotte GRUNDNER · Martina GSPANDL · Ilse GSPURNING · Gianluca GUAGLIARDI · Elmira GULO · Johannes GUMPL · Helmut GUNGL
· Martin GUTGESELL · Josef GUTMANN · Theresia GUTMANN · Karl GUTMANN · Ingrid GUTSCHE · Klaus GUTTMANN · Stefan GUTTMANN · Viktor HAAR
· Christoph HAAS · Martina HAAS · Dieter HAAS · Walter HAIDACHER · Sieglinde HAIDACHER · Hermann HAIDACHER · Gerhard HAIDITSCH · Jörg HALLEUX
· Anton HAMMER · Bernhard HAMPEL · Markus HANDLER · Doris HANDLER · Julia HANFSTINGL · Daniela HANN · Hannes HARB · Astrid HARLER ·
Gerlinde HARRANT · Katrin HARRER · Andreas HARRER · Barbara HARTINGER-PODBOJ · Doris HASEWEND · Christina HASIBA · Walter Matthias HATZ
· Mario HATZ · Karin HAUMER · Florian HAUSLEITNER · Gerlinde HAUZINGER · Markus HEFLER · Michelle HEILING · Matthias HEINRICH · Heiko HELD ·
Marion HELFER · Claire HEMERY · Birgit HERBSTHOFER · Renate HERLER-ACHMÜLLER · Stefan HERMANN · Michael HERMANN · Gabriele HETZENDORF-
ORESNIK · Markus HIEBLER · Hermina HIJ · Irene HILD · Sandra HILLBRAND · Gabriele HILLEBRAND · Romana HIRSCHBECK · Mario HIRT · Kathrin HIRT
· Gerhard HOCHSTRASSER · Nico HÖDL · Karina HÖDL · Brigitte HOFER · Walter HÖFER · Herbert HÖFLER · Maria HOHENTHAL · Monika HOLL ·
Simone HOLLEGGER · Johann HOLZAPFEL · Martina HÖLZL · Sarah HOPFGARTNER · Elvira HÖSEL · Hermann HUBER · Johann HUBER · Florian HUBER
· Meike HUDA · Daniel HUDL · Christian HUMPEL · Helmut HUSSLER · Ursula HÜTTER · Herbert HYDEN · Lejla ILLEK · Kristina INNERHOFER-AMBROS ·
Christian JÄGER · Markus JAGERSBACHER · Wolfgang JAMBREC · Angela JAMBREC · Martina JANISCH · Harald JANISCH · Christiana JANISCH ·
Albine JANTSCHER · Alexander JAUK · Sonja JAUK · Margit JAUTZ · Alexandra JEHLE · Karin JEINDL · Ursula JELENC · Walter JELOUCAN · Iris JENNE ·
Karin JEZ · Stefan JEZERNICZKY · Gerald JÖBSTL · Stefan JÖBSTL · Peter JÖBSTL · Barbara JONACHER · Michael Pascal JÖRGLER · Oliver JÜRGENS
· Daniela KAGER · Andreas KAHR · Stefan KAHR · Renate KAHR · Eva KAHR-FRÖHLICH · Peter KALCHER · Lisbeth KALCHER · Gerhard KALCHER ·
Marianne KAMPER · Andreas KAMPER · Markus KAMRAT · Adriana KANEC · Yeimy Yaneth KANTNER · Andrea KAPFENSTEINER · Huberta KARNER ·
Natalie KARNER · Stefan KATHOLNIG · Martina KATHOLNIG · Bernhard KATHREIN · Karin KATSCHNIG · Gerhard KAUFMANN · Patricia KAUFMANN ·
Julia KAVALLAR · Michael KERN · Ewald KERN · Renate KERN · Sigrid KERNGAST · Beate KESSLER · Dieter KETTL · Michael KIEFER · Sandra KIELHAUSER
· Eva KIENDL · Magdalena KIRCHENGAST · Sabrina KIRCHMAYER · Irina KIRSCH · Manfred KLAMPFER · Klaus KLAMPFL · Marianne KLASNIC · Hans-
Georg KLAUBER · Maria-Magdalena KLEIN · Günter KLEINDL · Stefan KLEINDL · Renate KLEINDL-POSCH · Dagmar KLÖCKL · Philipp KLOIBER ·
Siegfried KLOPF · Uwe KLOSA · Maria KNAPP · Elke KNEISSL · Anita KNER · Zorana KNEZEVIC · Christian KNÜPPEL · Gernot KOCH · Georg KOCH ·
Elisabeth KOCH · Albert KÖCK · Daniela KOFLER · Renate KOFLER · Anna KÖGL · Stefan KÖGL · Philipp KOGLBAUER · Doris KOGLER · Werner KOGLER
· Brigitte KOGLER · Katrin KOGLER · Johann KOHL · Akim KOHLMAYR · Sabine KOINEGG · Maria KOLB · Karin-Gabriela KOLB · Franz KÖLBEL ·
Christiana KOLLEGGER · Renate KOLLEGGER-SPATH · Philipp KOLLER · Robert KONECNY · Christine KONECZNY · Alfred KONRAD · Josef KONRAD ·
Nino KÖPF · Thomas KORMANN · Birgit KOTHGASSER · Klaus KOTZBECK · Michael KOVACS · Gisela KRACH · Eva KRAINZ · Peter KRAMER ·
Klaus KRANNER · Karin KRANNER · Mario KRASSER · Engelbert KRASSER · Gerald KRATZER · Marco KRAUTNER · Isabella KRAXNER · Claudia KREINER
· Peter KREMSER · Rainer KRENN · Walter KRESBACH · Helmut KREUZER · Irene KRISPEL · Christian KRITZER · Alexander KROBATH · Marlies KROIS ·
Harald KROPIK · Franz KUHELNIK · Daniela KÜHNEL · Johannes KUMPITSCH · Petra KUMPITSCH · Andrea KUNZE · Christian KUPFER · Heinz-
Jürgen KUPSCH · Brigitte KURZ · Johanna KUTTNIGG · Eva KUTZ · Birgit LACKNER · Stefan LADLER · Sanela LAGLER · Michael LALLER · Nikolaus LALLITSCH
· Dietmar LAMBAUER · Johannes LAMMER · Thomas LAMPRECHT · Verena LANDERTSHAMER · Thomas LANG · Markus LANG · Rosa LANG · Florian LANG
· Peter LANG · Heidelinde LANG · Detlev LANGREITER · Silvia LANNER · Edith LANZ · Johann LECHNER · Gabriele LECHNER · Martina LECHNER ·
Dieter LEDERER · Bettina LEDERER · Helmut LEINDL · Andrea LEINER · Andreas LEIST · Frank LEITGAB · Eleonore LEITGEB · Anita Monika LEITHNER ·
Rene LEITNER · Lena LEITNER · Irmgard LENGER · Veronika LEOPOLD-SCHMUCKERMAIR · Katrin LESNIK · Christiane LETTMAYER · Uwe LEXNER ·
Stefan LIENHART · Elisabeth LIND · Susanne LIND · Julia LINDBICHLER · Gerhard LINDNER · Daniela LINTSCHINGER · Nicole LINTSCHINGER ·
Monika LIST · Barbara LOITZL · Gerlinde LONSING · Roman LORENZ · David LORENZER · Roland LUBEJ · Christoph LUBI · Lydia LUKAS · Drazen LUKIC
· Gerald LUTTENBERGER · Bettina LUTTENBERGER · Klaus MACHER · Helene MADNER · Sabrina MAGNES · Daniel MAIER · Laura MAIER · Günter MAIER-
PAAR · Ela MAJHEN · Michelle MALLI · Sabine MALY · Brigitte MANDL · Jessica MANINGER · Gerhard MANN · Sabine MANNINGER · Petra MARKO ·
Kurt MAROLD · Tanja MARTERER · Katharina MARTIN · Peter MARX · Reinhold MATEJKA · Margret MATLSCHWEIGER · Peter MATZHOLD · Walter MAURER
· Andreas MAURER · Gerlinde MAURER · Ingrid MAURER · Juliana MAUTNER · Mirnes MAVRIC · Sigrid MAYER · Walter MAYER · Ursula MAYER ·
Paulus MAYR · Andreas MEIERHOFER · Iris MEISENBICHLER · Helmut MEISTER · Markus MEISTER · Johanna MEISTER · Hannes Mick MEIXNER ·
Bernhard MELLITZER · Admir MESANOVIC · Heimo MESSNER · Sabine MICHELITSCH · Andreas MICHITSCH · Arno MICK · Zeljko MILINOVIC ·
Manfred MINAUF · Petra MITTEREGGER · Heike MITTERER · Mario MÖGLER · Roswitha MOISES · Mario MONSCHEIN · Marin MORARU · Verena MORO
· Johannes MÖRTH · Marianne MOSER · Christian MOSER · Heike MOSER · Andreas MÖSSNER · Alexandra MÜHLBAUER · Helga MÜHLBAUER ·
Josef MUHR · Martin MÜLLER · Gerald MÜLLNER · Claudia MÜLLNER-DISSAUER · Alexandra MÜNZER · Christian MÜNZER · Thomas MURG ·
Bernd MURTINGER · Maria NAGER · Loris NAGLER · Sandra NALIC · Beatrix NARATH · Christian NEBEL · Eva NESSHOLD · Stefanie NESTLER ·
Sandra NEUBAUER · Kurt NEUHOLD · Sandra NEUHOLD · Wolfgang NIEDERL-STADLER · Katharina NIESNER · Christa NIGITZ · Nikola NIKCEVIC ·
Daniel NIKITSER · Roswitha NINAUS · Michaela NOVAK · Katja NOVAK · Mariella NUNNER · Gabriele OBERER · Roswitha OBERTHALER · Helga ORGEL-
APFELKNAB · Josef Gerhard ORNIG · Jerome ORTNER · Yüksel ÖZDEMIR · Gabriele PAAR · Matthias PACK · Andreas PAIL · Dietmar PALLER ·
Gabriele PANZER · Michael PATERNOGA · Sonja PAVLICEK · Rita PECZELI-TAMASI · Wolfgang PEER · Veronika PEIER · Thomas PEINSITH · Ante PERAN
· Mato PETROVIC · Werner PETSCHNIK · Juliane PFANNER · Klaus PFEIFER · Doris PFENNICH · Ariane PFLEGER · Gregor PFNISS · Elisabeth PICHLER
· Christian PICHLER · Marlies PICHLER · Marian PICHLER · Daniela PICHLER · Robert PICHLER · Eva PILGER-BUCHEGGER · Mia-Ileana PINEGGER ·
Christoph PINEGGER · Thomas PINTHER · Michael PINTSCHER · Ingrid PIRER · Gert PIRKER · Catherine PISTRICH · Kevin PITTINO · Alexandra PIZZATO
· Dominik PLATZER · Manfred PLATZER · Robert PLATZER · Kevin PLETZ · Gerald PLEWA · Thomas PLODER · Robert PLOJ · Jasmin PLUCH ·
Claudia PLUTNAR · Rudolf POCK · Stefan POCK · Gundula PODREPSEK-SCHWARZ · Herbert PÖLLIBAUER · Richard PÖLLINGER · Elisabeth PÖLTL ·
Dietmar PONGRATZ · Michael PONTASCH-HÖRZER · Irena POPIC · Patricia POSCH · Sabrina Elisabeth PÖSCHL · Brigitte PÖSCHL · Barbara POSTRUZNIK
· Elisabeth PÖTSCH · Sandra PÖTTINGER · Helmut POTZINGER · Margareta PRANGL · Harald PRATSCH · Irmgard PREDOTA · Franz PREITLER ·
Anita PREITLER · Johannes PREM · Lisa PRENNER · Florian PRETTENTHALER · Margareta PRIESCHING · Matthias PROSSER · Klaus PRÜCKLER ·
Gerhard PUCHER · Bettina PUCHER · Nicole PUCHINGER · Lisa-Marie PURGSTALLER · Corina PURKARTHOFER · Barbara PÜRSTL-SCHEIN ·
Kurt PÜRSTNER · Hannes QUAISER · Martin RADASCHITZ · Christina RADL · Gerhard RAHBERGER · Wolfgang RAIDL · Karin RANEGGER · Konrad RANNAK
· Laura RANZ · Franz RAPPOLD · Nina RATH · Patrick Alexander RATHSWOHL · Christa RATTINGER · Sonja RAUCH · Petra RAUSCHENBERG ·
Wolfgang RAUSCHÜTZ · Marion RAUTAR · Gerald REDER · Rolf Arno REGULA · Sonja REIHER · Birgit REINHOFER-MITTERER · Maria REINISCH ·
Dieter REINISCH · Mario REINPRECHT · Jürgen REINTHALER · Herwig REISENHOFER · Daniela REISENHOFER-STEINWENDER · Manfred REITER ·
Christa REMLER · Marianne RENHART · Nikolaus RENNER-MARTIN · Daniela RENNER-MARTIN · Erich RENZL · Barbara RESCH · Magdalena RESL ·
Ulrike REXEIS · Herbert RIBIC · Diana RICHTER · Sabina RIECK-DILSKY · Isolde RIEGER · Christian RIEGER · Sigrid RIML · Martina RINGHOFER ·
Regina RINGHOFER-SCHWEIGLER · Julia ROBNIK · Franz ROGI · Peter ROHRER · Roland ROITNER · Edeltraud ROM-BUCHBERGER · Sabine ROSCHITZ
· Franz ROSENBERGER · Daniela ROSSBACHER · Martin ROUBAL · Melanie ROYER · Elisabeth ROYER · Gerald RUCKENSTUHL · Hans-Peter RUCKER
· Martina RUPRECHT-BACHER · Christian RUSS · Natascha SACHER · Johann SACHS · Manuela SAFRAN · Julia SAILER · Chris SALA · Monika SALAWA
· Ariane SAMEC · Gerhard SAMER · Anton SAMMER · Wolfgang SANDNER · Ramona SATTLEGGER · Gerald SAURER · Bernd SAUSENG · Christiane SAUSENG
· Karen SAWATZKY · Nicole SCHADENBAUER · Anett SCHÄDLICH · Johannes SCHÄFMANN · Herbert SCHAGER · Martin SCHALLER · Stefan SCHANDOR
· Gabriele SCHANES-WALENTA · Reinhold SCHEER · Brigitta SCHERDONER · Jasmin SCHERÜBEL · Jennifer SCHERZ · Petra SCHERZ · Erna SCHERZER
· Werner SCHEUCHER · Elisabeth SCHEUCHER · Bernhard SCHEUERMANN · Andreas SCHIESTL · Elisabeth SCHIFFER · Marie-Theres SCHIGAN ·
Harald SCHISTER · Hannes SCHLAG · Dietmar SCHLAR · Christian SCHLATZER · Martina SCHLEGL · Bernhard SCHLEICH · Manfred SCHLIBER ·
Roland SCHLOCKER · Herbert SCHLÖGL · Robert SCHMALZ · Gabriela SCHMALZ · Katrin SCHMID · Johannes SCHMIDBAUER · Balazs SCHMIDT ·
Elisabeth SCHMIDT · Hermann SCHMIED · Martin SCHMIERDORFER · Josef SCHMÖLZER · Martin SCHMUCK · Gerhard SCHNEDLITZ ·
Karl SCHNEEBACHER · Kerstin SCHNEEBERGER · Werner SCHNEIDER · Waltraud SCHNEIDER · Christina SCHNEIDER · Mario SCHNEIDER ·
Wolfgang SCHNIDER · Robert SCHOBER · Elke SCHÖNMAIER · Gabriele SCHÖPFER-GEROMELLA · Thomas SCHORS · Helmut SCHOTTER ·
Verena SCHRAMMEL · Markus SCHRANGL · Daniela SCHREI · Manuela SCHREIBER · Renate SCHREINER · Alexander SCHREYER · Peter SCHRÖTTNER
· Corinna SCHUCH · Michael SCHUH · Daniela SCHULZ-ZAVRNIK · Helga SCHUSTER · Rainer SCHÜTTENGRUBER · Elisabeth SCHÜTZENHÖFER ·
Margit SCHWAB · Christian SCHWAB · Elisabeth SCHWAIGER · Gerfried SCHWARZ · Iris SCHWARZ-POLASCHEK · Renate SCHWARZENEGGER ·
Peter SCHWARZENEGGER · Sebastian SCHWARZMANN · Andreas SCHWEIGER · Erwin SCHWEINZER · Sonja SCHWIMMER · Bernhard SCHWISCHEI
· Matthias SEBATI · Sonja SEIDL · Monika SEIDLER · Heidi SEINER · Nicole SEINER · Markus SEISS · Dejan SEKERIJA · Radenko SEKULIC · Oliver SEME
· Roderich SEUFZER · Gerald SIDAK · Jürgen SIMBÜRGER · Petra SIMO · Rainer SINGER · Evelyn SINNITSCH · Wolfgang SIXT · Tatjana SKALE ·
Anita SKEDELJ · Anna-Maria SLAWITSCH-MAIERHOFER · Belma SMAJLOVIC · Adela SMAJLOVIC · Andrea SOHAR · Anton SONNLEITNER · Sandra SORITZ
· Rene SPATH · Isabella SPENDEL · Harald SPITALER · Michael SPITZER · Eva-Christine SPITZER-GABRIEL · Verena SPULLER · Jacqueline STADLER ·
Monika STANGL · Dieter STANGL · Birgit STARY · Michaela STAUD · Katja STAUDENBAUER · Peter STEGER · Peter STEINBERGER · Fritz STEINBERGER
· Ingrid STEINDL · Eva-Maria STEINEGGER · Mario STEINER · Wolfgang STEINKELLNER · Sebastian STEINSCHERER · Bernd STEINWIDDER ·
Rudolf STELZER · Rainer STELZER · Cornelia STELZER · Michael STENITZER · Larissa STERING · Matthias STERN · Stefan STIEGNER · Hubert STIENINGER
· Thomas STIPSITS · Tanja STÖCKER · Ute STOCKREITER · Doris STOISER-NESTL · Jasmine STONI · Silvia STÖRI · Herbert STRALLHOFER ·
Elisabeth STRALLHOFER · Cornelia STRANZ · Elfriede STRAUSSBERGER · Andreas STRIEDNIG · Rudolf STROBEL · Erich STROBL · Markus STROHMEIER
· Veronika STROHRIEGL · Elisabeth STROMETZ · Florian STRYECK · Sandra STRYECK · Silke STUBENVOLL-PUFF · Martin STÜBLER · Cornelia STUCKEN
· Ursula STÜCKLER · Sieglinde STURMER-KONRAD · Gerhard SUDI · Otmar SUPPANSCHITZ · Klaus SUSCHNIGG · Marianne SWATEK-ELBE ·
Astrid SZLAMAR · Anton TACKNER · Semir TALIC · Tamara TANFARA-RAKAR · Robert TANTSCHER · Michaela TAPPLER · Elke TARMANN · Bernhard TARTLER
· Katrin TAUCHER · Heimo TAUS · Franz TENGG · Susanne TERSANSKI · Jelena TESANOVIC · Erich THALLER · Christian THEISSL · Evelyn THEISSL ·
Kai THELEN · Rosalinde THIER · Dietmar THOSOLD · Klaudius THURMAIER · Christopher TILZ · Jochen TIROCH · Katharina TOMISSER · Gregor TOTZ ·
Anneliese TOTZ · Thomas TRANTURA · Jenny TRAPPL · Sandro TRAUSSNIG · Siegfried TRÖSTER · Siegfried TRUMMER · Bettina TRUMMER ·
Claudia TRUMMER · Johannes TSCHEMMERNEGG · Stefan TSCHIKOF · Bernhard TÜRK · Claudia TUTTNER · Sandra UNGER · Gerhard UNGER ·
Sandra UNKELBACH-VARGHA · Patrick UNTERKIRCHER · Victoria USCHAN · Manfred VALLANT · Heidrun VALLASTER · Goran VASILJEVIC ·
Manuela VATERL · Gernot VEIT · Christian VEITSBERGER · Bernd VERONIG · Max VOLLENWYDER · Wilhelm VOLLER · Gunther WAGNER · Bernhard WAGNER
· Desiree WAGNER · Anita WALCH · Jörg WALDAUER · Daniela WALLNER · Peter WALTER · Georg WALTER · Karin WALTERSDORFER · Astrid WEBER ·
Johannes WEBER · Martin WEBER · Günther WECHTITSCH · Johannes WEIDACHER · David WEIGEL · Alexander WEIGL · Michael WEINGRILL ·
Gerhard WEINHANDL · Maria WEINHANDL-RÖCK · Martina WEINZETTL · Elke WEISS · Heribert WEISS · Gernot WEISS · Christina WEISSENBACHER ·
Dijana WELS · Karin WENDLER · Andreas WENGER · Tanja WENZL · Sabrina WERSCHITZ · Bernhard WESENER · Peter WESIAN · Chiara WESSELY ·
Heinrich WEYWODA · Ulrike WIEDENHOFER · Petra WIENER · Rudolf WIENER · Johann Michael WIENER · Natascha WIESBAUER · Rosa-Maria WIESER
· Sabine WIESER · Ulrike WIESER · Martina WIESER · Evelyn WILDBACHER · Sieglinde WILFINGER · Karin WILHELM · Nadja WIMMER ·
Claudia Maria WINDHAGER · Christof WINDISCH · Gerhard WINKLER · Sandra WINKLER-EDER · Beate WINKLER-KOLBL · Margarete WINSAUER-PAIER
· Bernd WINTERLEITNER · Bernd WINTERLEITNER · Nicole WITTMAYER · Rebecca WÖHRER · Barbara WOLF · Robert WOLTERS · Sandra WONKO ·
Bernd WUCHSE · Sibylle YARBO · Kaveh YOUNESZADEH-HAGHIGI · Thomas ZACH · Josef ZACHENEGGER · Birgit ZAUHAR · Marlies ZEBINGER ·
Gabriele ZECHNER · Thomas ZEHETLEITNER · Petra ZEHETLEITNER-RUDERER · Martin ZEHETNER · Alexander ZERKOWITZ · Sabine ZIAK ·
Waltraud ZIERSCH · Nicole ZIMMERMANN · David ZINK · Eva ZIRKL · Bianca ZITNIK · Sabine ZMUG · Martin ZÖCH · Michael ZÖLZER · Daniela ZOTTER
Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
für das große Engagement im Jahr 2020.
Mit der Kraft der Gemeinschaft, Mut zur Beweglichkeit und dem Willen,
unsere Kultur auf ein neues Level zu heben, ist auch in Zukunft vieles möglich!
VERBUND
STARKER TEAMGEIST IM
RAIFFEISENVERBUND
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark hat gemäß ihrer Satzung
dem Zweck der Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft von Ge-
nossenschaften nach dem System Raiffeisen zu dienen. Sie erbringt
darüber hinaus alle Leistungen eines Zentralinstituts im Sinne des
BWG. Dies geht über die gesetzlich geregelten Bereiche wie den Li-
quiditätsausgleich weit hinaus und umfasst u. a. die Leistungen des
Raiffeisen Rechenzentrums, die Abwicklung des Zahlungsverkehrs,
die Produktentwicklung, Service in den Bereichen Bausparen, Versi-
chern und Wertpapiere, landesweite Marketing- und Werbeaktivitä-
ten sowie die betriebswirtschaftliche Unterstützung und Beratung.
Besonders in den Fokus getreten ist in den letzten Jahren auch die
Begleitung bei Bankenfusionen. Auch 2020 entschlossen sich Raiff-
eisenbanken, als neue und gestärkte Einheiten zu agieren, daher
reduzierte sich die Anzahl der selbstständigen Raiffeisenbanken in
der Steiermark von 53 auf 48. Der Trend zur Verschmelzung inner-
halb einer Region ist unter anderem dem starken regulatorischen
und Kostendruck geschuldet und zielt darauf ab. Auch die Marktbe-
arbeitung kann durch Spezialisierung und Digitalisierung attraktiver
und gewinnbringender gestaltet werden. Auf die Bankstellendichte
(-1,3 %) und die Mitarbeiteranzahl (-1 %) der gesamten Banken-
gruppe-Steiermark hatten die fünf Fusionen 2020 nur geringe
Auswirkungen, nach wie vor ist Raiffeisen jene Bankengruppe, die
das dichteste Bankstellen-Netz bietet.
Große Auswirkungen vor allem auf die Kunden und die regionalen
Wirtschaftsbetriebe hatte hingegen die Corona-Pandemie, die im
März 2020 auch die Steiermark mit den ersten Krankheitsfällen
erreichte. Bis Jahresende stellte Raiffeisen in der Steiermark rund
800 Mio. Euro an Liquiditätshilfen für Unternehmen zur Verfügung.
Davon waren 400 Mio. Euro Überbrückungsfinanzierungen, 300
Mio. Euro Soforthilfen und 95 Mio. Euro Ratenstundungen. Die Raiff-
eisen-Bankengruppe Steiermark war auch österreichweit das erste
Institut, das online ein Kreditraten-Stundungsverfahren anbot. So
konnte rasch und unbürokratisch Betrieben und Privaten geholfen
werden, die während der Lockdowns in finanzielle Schwierigkeiten
gerieten. Trotz aller Planungsunsicherheit, die am Markt herrschte,
war die Nachfrage nach Krediten groß. So stieg das Kreditvolumen
der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark von 16,2 Mrd. Euro zu
Beginn des Jahres bis Ende 2020 auf rund 17 Mrd. Euro an.
Auf der anderen Seite wurde in der Krise auch mehr gespart. Der
verminderte Konsum und die Unsicherheit führten im Berichtsjahr
mit über 10 Prozent zur höchsten Sparquote seit 10 Jahren. Das
war auch bei Raiffeisen Steiermark zu beobachten. Mit 17,6 Mrd.
Euro lag Ende 2020 so viel Geld auf den Spar- und Girokonten
der Kunden wie überhaupt noch nie. Aufgrund der anhaltenden
Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank verliert es dort real
an Wert. Ein Ausweg sind höherwertige Veranlagungsformen wie
Aktien und Wertpapierfonds. Darum standen die Raiffeisen Oktober-
Gespräche, zu denen 2020 coronanbedingt anstelle der traditionellen
Weltspartagsveranstaltungen erstmals eingeladen wurde, ganz im
Zeichen dieser Thematik. 40.000 Steirerinnen und Steirer besuchten
im Oktober ihren Raiffeisenberater und informierten sich darüber,
wie man langfristig Vermögen aufbauen kann.
Dabei ist zu beobachten: Der Trend zum Wertpapier ist anhaltend.
Das zeigt die Entwicklung der Anzahl der Depots bei Raiffeisen Stei-
ermark - jeden Monat werden rund 460 neue eröffnet. Nimmt man
die Zahlen bei Raiffeisen als Basis, hat in etwa jeder sechste Steirer
ein Wertpapierdepot. Im Gegensatz dazu werden jedem Steirer 1,3
Sparbücher zugerechnet. Das Potenzial für höherwertige Veranla-
gungsformen ist also noch groß. Sehr beliebt sind bei Raiffeisen
Nachhaltigkeitsfonds. Schon 43 Prozent aller neu verkauften Fonds
bei Raiffeisen sind Fonds, die nachhaltigen Kriterien unterliegen.
In eben jene haben seit Sommer 2020 auch schon knapp 200
Kunden über WILL, der neuen digitalen Vermögensverwaltung von
Raiffeisen investiert. Ab 10.000 Euro Einmaleinlage kann dort je
nach Risikoprofil ein Portfolio gewählt werden, das erstens zu 100
Prozent aus nachhaltigen Fonds und ETFs besteht und zweitens
automatisch vom professionellen Fondsmanagement von Raiffeisen
Capital Management überwacht, geprüft und entsprechend der
jeweiligen Markteinschätzung angepasst wird. Auf kompetente
Wertpapierberatung müssen Raiffeisenkunden trotz aller digitalen
Annehmlichkeiten nicht verzichten. Schon über 100 Raiffeisenbera-
ter sind darüber hinaus von ÖGUT als Nachhaltigkeitsberater zer-
tifiziert. Dass sich die Beratung positiv auswirkt, beweist wiederum
die Statistik. So konnte man sehen, dass die Anleger bei Raiffeisen
im März und April ruhig blieben, sogar mehr Wertpapiere kauften als
verkauften und somit von den gefallenen Kursen profitierten.
032
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Ein weiterer Meilenstein in der steiermarkweiten Digitalisierungsof-
fensive von Raiffeisen ist die Einführung der digitalen Unterschrift,
die es ermöglicht, auch aus der Distanz Bankunterlagen zu unter-
zeichnen. Seit Mitte September haben steirische Raiffeisenkunden
in der Beratung mehr als 2.500 Mal digital statt per Hand signiert.
Dazu wurden die Beratungsbüros mit Unterschriften-Pads ausge-
stattet. Je nach rechtlichem Erfordernis stehen vier unterschiedliche
Signaturformen zur Verfügung. Bestandskunden können per push-
TAN ihres Internetbanking Accounts signieren, Neukunden erhalten
ein sogenanntes Einmalzertifikat per SMS auf ihr Mobiltelefon.
Ein weiteres Verfahren ist die Handy-Signatur, womit Dokumente
orts- und zeitunabhängig gezeichnet werden können; diese Option
wird besonders von Firmenkunden in Anspruch genommen. Die
vierte Möglichkeit ist die einfache eSignatur mit Touchpen auf dem
Unterschriften-Pad, die vor allem für Schaltertransaktionen geeignet
ist. Die digitale Unterschrift spart nicht nur Zeit und schützt vor An-
steckungsgefahr bei persönlichem Kontakt, sie bewährt sich auch
hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit. Allein bei den rund 23.000
Neukunden, die Raiffeisen Steiermark jährlich verzeichnet, können
rund 7,5 Tonnen Papier eingespart werden, wenn die Unterlagen
digital signiert und als PDF versendet werden - der Verbrauch von
Druckerpatronen noch gar nicht berücksichtigt.
Raiffeisen unterstützt in der Steiermark rund
4.500
Vereine und blieb ihnen auch während der Pandemie
und dem damit einhergehenden Veranstaltungs- und
Versammlungsverbot im Wort.
Das
Versprechen
von
Raiffeisen
• Gerade jetzt sind wir für unsere
Kunden da.
• Beratung, Beratung, Beratung!
• Wir lassen niemanden im Regen
stehen.
• Heute bewältigen wir die Krise.
Morgen machen wir Zukunft.
• Die Kraft der Gemeinschaft ist
stärker als jedes Virus.
033
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
DATEN & FAKTEN
Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark 2020 2019
Anzahl der Raiffeisenbanken 48 53
Anzahl der Raiffeisen-Bankstellen (inkl. RLB Stmk AG) 232 235
Mitglieder 490.790 507.900
Funktionäre 720 689
Mitarbeiter 2.930 2.960
Einlagen
Ersteinlagen 17.609 Mio. 16.284 Mio.
Spareinlagen 10.055 Mio. 9.902 Mio.
Sicht-, Termin- und Fremdwährungseinlagen 7.554 Mio. 6.382 Mio.
Konten
Anzahl der Sparkonten 926.948 1.181.371
Anzahl der Girokonten 569.513 561.434
Bausparen
Stand der Bauspareinlagen 970 Mio. 989 Mio.
Stand der Bauspardarlehen 1.198 Mio. 1.134 Mio.
Anzahl der Bausparverträge 239.669 252.572
Kunden-Wertpapiere
Anzahl der Wertpapierdepots 102.588 96.877
Wertpapierbestand 3.711 Mio. 3.831 Mio.
Lebensversicherung
Anzahl der Verträge 262.153 275.252
Kalkulierte Jahresprämie 120 Mio. 128 Mio.
Gewertete Versicherungssumme 6.233 Mio. 6.081 Mio.
Kredite
(Ohne Bauspardarlehen) 16.996 Mio. 16.158 Mio.
Beträge in Euro, Stand: 31.12.2020
034
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Auflistung der
Bankstellen
per 31.12..2020
Raiffeisen Landesbank
Steiermark
Graz-Kaiserfeldgasse
Frohnleiten
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Graz-Ragnitz
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Bad Radkersburg-
Klöch
Bad Radkersburg
Klöch
Gamlitz
Gamlitz
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Gleinstätten-Leutschach-Groß
St. Florian
Gleinstätten
Arnfels
Großklein
Groß St. Florian
Heimschuh
Kitzeck im Sausal
Leutschach-Marburger-Straße
Leutschach-Schloßberg
Oberhaag
St. Andrä im Sausal
St. Johann im Saggautal
Wettmannstätten
Gratkorn
Gratkorn
Deutschfeistritz
Übelbach
Gratwein-Hitzendorf
Gratwein
Hitzendorf
Judendorf-Straßengel
Rein
Graz-St. Peter
Graz-St. Peter
Graz-Liebenau
Graz-Schillerplatz
Hart bei Graz
Raaba
Graz-Straßgang
Graz-Kärntner-Straße
Graz-Alte Poststraße
Graz-Puntigam
Graz-Straßganger-Straße
Graz-Wetzelsdorfer-Straße
Seiersberg
Halbenrain-Tieschen
Halbenrain
Tieschen
Hausmannstätten
Hausmannstätten
Fernitz
Heiligenkreuz-Kirchbach-
St. Georgen
Kirchbach
Heiligenkreuz am Waasen
St. Georgen an der Stiefing
Ilz-Großsteinbach-Riegersburg
Ilz
Großsteinbach
Ottendorf
Riegersburg
Leibnitz
Leibnitz
Neutillmitsch
Leoben-Bruck
Kapfenberg
Bruck an der Mur
Eisenerz
Leoben
Niklasdorf
Pernegg
Trofaiach
Lieboch-Stainz
Stainz
Lannach
Lieboch
Liesingtal-St. Stefan
Mautern
Kalwang
Kammern
Kraubath
St. Michael
St. Stefan
Liezen-Rottenmann-Trieben
Liezen
Rottenmann
Selzthal
Trieben
Wörschach
Lipizzanerheimat
Voitsberg
Bärnbach
Edelschrott
Köflach
Krottendorf-Gaisfeld
Rosental
Söding
035
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Mariazellerland
Mariazell
Gußwerk
Wildalpen
Mittleres Raabtal
Paldau
Kirchberg
Murau
Murau
Krakau
St. Georgen am Kreischberg
St. Lambrecht
Stadl-Predlitz
Mureck
Mureck
Deutsch Goritz
Mettersdorf am Saßbach
St. Peter am Ottersbach
Mürztal
Mürzzuschlag
Krieglach
Kindberg
Langenwang
Mitterdorf-Wartberg
Neuberg an der Mürz
Veitsch
Nestelbach-
Eggersdorf
Nestelbach
Eggersdorf
Kumberg
Laßnitzhöhe
St. Marein bei Graz
Neumarkt-Oberwölz
Neumarkt
Mühlen
Oberwölz
Scheifling
St. Peter am Kammersberg
Teufenbach
Oststeiermark Nord
Pöllau-Raiffeisenplatz
Birkfeld
Dechantskirchen
Fischbach
Grafendorf
Kaindorf
Pinggau
Ratten
Rohrbach an der Lafnitz
Schäffern
Strallegg
Vorau
Waldbach
Passail
Passail
Breitenau
Fladnitz-Teichalm
Gutenberg
St. Kathrein am Offenegg
Semriach
Pischelsdorf-Stubenberg
Pischelsdorf
Hirnsdorf
Stubenberg
Region Fehring
Fehring
Hatzendorf
Kapfenstein
St. Anna am Aigen
Unterlamm
Region Feldbach
Feldbach
Bad Gleichenberg
Gnas
Markt Hartmannsdorf
Mühldorf
Region Fürstenfeld
Fürstenfeld
Burgau
Großwilfersdorf
Söchau
Region Gleisdorf
Gleisdorf-Florianiplatz
St. Margarethen an der Raab
St. Ruprecht an der Raab
Sinabelkirchen
Region Graz Nord
Graz-Grazer-Straße
Graz-Augasse
Graz-Geidorf
Graz-Mariatrost
Graz-St.-Veiter-Straße
Region Graz-Thalerhof
Kalsdorf
Feldkirchen
Premstätten
Region Hartberg
Hartberg
Bad Waltersdorf
Neudau
St. Stefan-Jagerberg-Wolfsberg
St. Stefan im Rosental
Jagerberg
Wolfsberg
Schilcherland
Deutschlandsberg-Raiffeisenstraße
Bad Gams
Deutschlandsberg-Hauptplatz
Frauental
St. Martin im Sulmtal
St. Josef
St. Stefan ob Stainz
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Schladming-Gröbming
Gröbming
Aigen im Ennstal
Irdning
Haus im Ennstal
Ramsau
Schladming
Stainach
Stallhofen
Stallhofen
Steirisches
Salzkammergut-Öblarn
Bad Mitterndorf
Bad Aussee
Donnersbach
Öblarn
Tauplitz
Straden
Straden
Straß-Spielfeld
Straß
Gabersdorf
St. Nikolai ob Draßling
St. Veit am Vogau
Spielfeld
Süd-Weststeiermark
Wies
Eibiswald
Schwanberg
Turnau-St. Lorenzen
St. Marein im Mürztal
Aflenz
Etmißl
Turnau
Weiz-Anger
Weiz
Anger
Lebing
Puch bei Weiz
Weiz-Center-Süd
Wildon-Preding
Wildon
Lebring
Preding
St. Nikolai im Sausal
Zirbenland
Judenburg-Hauptplatz
Möderbrugg
Obdach
Unzmarkt
Weißkirchen
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
LAGEBERICHT 2020
DER RAIFFEISEN-
LANDESBANK
STEIERMARK AG
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.1. Wirtschaftliches Umfeld und
Geschäftsverlauf
Weltwirtschaft
Das zunächst nur lokal in China auftretende Coronavirus entwi-
ckelte sich Anfang des Jahres zur globalen Pandemie und be-
stimmte fortan weltweit das wirtschaftliche und soziale Leben. Die
zur Eindämmung des Virus getroffenen massiven Einschränkungen
des öffentlichen Lebens wie Ausgangssperren, Schließungen von
Restaurants und diversen Geschäften einerseits sowie unterbro-
chene Handelsrouten und stillgelegte Fabriken andererseits, strapa-
zierten das soziale und ökonomische Gefüge aller großen Wirt-
schaftsräume der Welt. In der Folge kam es zu einem Einbruch der
Stimmungsindikatoren und einem explosionsartigen Anstieg der Ar-
beitslosenzahlen. Sowohl die Regierungen als auch die Notenban-
ken der wirtschaftsstärksten Nationen steuerten rasch mit enormen
fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen dagegen. Die Wachstums-
zahlen des ersten Quartals bestätigten die Notwendigkeit dieser un-
konventionellen Schritte. Als die getroffenen Einschränkungen zur
Eindämmung des Virus Wirkung zeigten, die Fallzahlen zurückgin-
gen und erste Länder Lockerungen der Einschränkungen verkünde-
ten, hellte sich das Stimmungsbild wieder auf. Im Sommer ent-
spannte sich die Lage zunehmend, die Pandemie schien größten-
teils überwunden. Mit Herbstbeginn stiegen allerdings die Fallzah-
len wieder an, sodass in den meisten Ländern erneute Einschrän-
kungen notwendig wurden. Eine zweite Welle konnte insbesondere
in Europa und den USA nicht verhindert werden. Gleichzeitig bot
die voranschreitende Entwicklung der Schutzimpfung gegen CO-
VID-19 einen Lichtblick. Gegen Ende des Jahres wurde in den USA
und Europa der erste Impfstoff zugelassen.
In den USA hat der Ausbruch der COVID-19-Pandemie die längste
wirtschaftliche Expansion aller Zeiten zum Stillstand gebracht. Im
Quartalsvergleich ging das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal
um 1,3 % zurück und erreichte mit –9,5 % im zweiten Quartal einen
neuen Negativrekord. Insgesamt schrumpfte die Wirtschaft 2020
um 3,5 %. Die Arbeitslosenquote stieg sprunghaft von 3,5 % zu
Jahresbeginn auf 14,7 % im April an. Über 20 Millionen Menschen
verloren innerhalb eines Monats ihren Arbeitsplatz, schneller als
während der Finanzkrise 2008 oder sogar der Weltwirtschaftskrise.
Im Laufe des Jahres begann sich der Arbeitsmarkt langsam zu er-
holen. Ende November lag die Arbeitslosenquote bei 6,7 %, dem
niedrigsten Wert seit dem Ausbruch der Pandemie. Die Geld- und
Finanzmarktpolitik reagierte entschieden und schnell auf die auf-
kommende Krise. Die US-Notenbank senkte die Leitzinsen auf 0 %
bis 0,25 % und kündigte die Wiederaufnahme unbegrenzter Käufe
von Vermögenswerten im großen Umfang an. Ebenso wurde auch
die Fiskalpolitik ausgeweitet, wodurch sich die Verschuldung um
20 % der Wirtschaftsleistung erhöht haben sollte.
Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie, der Ende 2019 in der chi-
nesischen Provinz Hubei seinen Anfang genommen hatte, traf im
ersten Quartal insbesondere die chinesische Wirtschaft schwer. Das
Bruttoinlandsprodukt verringerte sich um 6,8 % im Jahresvergleich.
Durch die konsequente Sperre des betroffenen Gebietes konnte die
Ausbreitung des Virus auf ganz China verhindert werden. Seit Mitte
Februar konnten die gesetzten Maßnahmen schrittweise wieder ge-
lockert werden, jedoch wirkte sich der weltweit zeitlich verschobene
Ausbruch der Pandemie besonders auf die globalen Wertschöp-
fungsketten nachteilig aus und traf damit auch das exportorientierte
China. Dank des frühzeitigen und rigorosen Handelns konnten aber
neuerlich auftretende Infektionsherde immer wieder eingedämmt
und so eine zweite Welle verhindert werden. Die ab dem zweiten
Quartal einsetzende wirtschaftliche Erholung setzte sich auch bis
Jahresende fort.
I. BERICHT
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BER DEN
GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE
LAGE
JAHRESFINANZBERICHT 2020
040
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Europa
Die COVID-19-Pandemie hat auch die europäischen Länder hart
getroffen. Nach einigen Einzelfällen in den ersten Wochen des Jah-
res stiegen in Norditalien die Infektionen Ende Februar stark an und
weiteten sich kurz darauf auf viele andere Länder des Euroraums,
insbesondere Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien, aus.
Trotz im Allgemeinen robuster Gesundheitssysteme hatten einige
Länder und Regionen zum Höhepunkt der Pandemie Kapazitäts-
engpässe in den Krankenhäusern, wobei die Anzahl der Patienten
in den Intensivstationen ein Allzeithoch erreichte. Sowohl auf natio-
naler als auch auf europäischer Ebene wurden beispiellose Maß-
nahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen: Neben landesweiten
Quarantänen, Grenzschließungen für nicht notwendige Reisen zwi-
schen einzelnen Ländern der europäischen Union wurden auch
große Teile der Wirtschaft stillgelegt, wodurch die Fallzahlen deut-
lich gesenkt werden konnten. Seit Ende April haben die Länder des
Euroraums begonnen, diese Maßnahmen schrittweise wieder zu-
rückzunehmen und die Wirtschaft wieder hochzufahren. Mit den sin-
kenden Temperaturen im Herbst kam es abermals zu einem Anstieg
der Infektionen. Die erneut notwendigen Einschränkungen mussten
mehr oder weniger bis weit über das Jahresende hinweg aufrecht
gehalten werden.
Schätzungen zufolge, lag der direkte Produktionsrückgang wäh-
rend des Lockdown in vielen der größten Volkswirtschaften des Eu-
roraums gegenüber normalen Perioden bei –25 % bis –30 %. Am
stärksten betroffen war der Dienstleistungssektor, insbesondere der
Tourismus. Auch das verarbeitende Gewerbe und die Bautätigkeit
litten unter den Beschränkungen. Infolgedessen betrug das Wirt-
schaftswachstum in der Eurozone im Quartalsvergleich im ersten
Quartal –3,7 % und im zweiten sogar –11,7 %, der größte jemals
verzeichnete Rückgang. Angesichts der massiven wirtschaftlichen
Auswirkungen reagierte die europäische Zentralbank mit einem
neuen Anleihekaufprogramm. Gleichzeitig wurden neue längerfris-
tige Refinanzierungsmöglichkeiten für Banken geschaffen. Zudem
beschlossen einzelne Länder ausgedehnte fiskalpolitische Maßnah-
men wie zum Beispiel Kurzarbeitsprogramme, höhere Gesundheits-
ausgaben, Einkommensunterstützung für Haushalte, Steuerstun-
dungen, öffentliche Kredite und Kreditgarantien. In Erwartung stei-
gender Staatsverschuldung und damit einhergehend einem Anstieg
des Risikos einer Staatsschuldenkrise, einigten sich die Staats- und
Regierungschefs der EU auf einen Hilfs-Fonds, welcher ein 750
Mrd. Euro schweres Programm aus Zuschüssen und Krediten um-
fasst, um gerade die gefährdetsten Länder wie zum Beispiel Italien,
Spanien aber auch Frankreich zu unterstützen. Dank rückläufiger In-
fektionszahlen im Sommer, aber auch durch die diversen Unterstüt-
zungsmaßnahmen setzte im dritten Quartal eine massive Erholung
der Wirtschaft ein (+12,5 %), welche aber im Herbst durch einen er-
neuten Anstieg der Infektionszahlen abrupt gestoppt wurde.
Aktien- und Rentenmärkte
Mit der starken Ausbreitung des Corona-Virus in Europa und den
USA und dem Inkrafttreten der ersten Ausgangssperren reagierten
die Märkte dramatisch: Aktien und andere risikoreichere Anlagen
fielen binnen kurzer Zeit scheinbar ins Bodenlose. So gaben der
DAX und der EURO STOXX 50 zeitweise um mehr als 40 % nach.
Der S&P 500 verlor vorübergehend über 35 %. Dank der weltweit
expansiven Geldpolitik der Zentralbanken und der Wirksamkeit der
getroffenen Eindämmungsmaßnahmen konnten sich die Aktien-
märkte rasch wieder erholen und teilweise neue Höchststände
erreichen. Das Jahr beendete der EURO STOXX 50 bei –5,1 %, der
DAX bei +3,5 % und der S&P 500 sogar bei +16,3 %.
Am Anleihenmarkt waren sichere Veranlagungen gesucht. So
sanken die Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen
von –0,19 % zu Jahresbeginn zwischenzeitlich auf unter –0,9 % und
markierten somit ein neues Allzeittief. Schlussendlich lag das
absolute Niveau bei –0,57 %. Aufgrund des vergleichsweise
höheren Ausgangsniveaus von 1,92 % am Jahresanfang und der
raschen Zinssenkungen der FED gaben die Renditen der
zehnjährigen US-Treasuries mit zeitweise bis zu –1,37 % noch
deutlicher nach. In der zweiten Hälfte des Jahres stiegen die Renditen
wieder leicht an und beendeten das Jahr bei etwas über 0,91 %.
Rohstoffe und Währungen
Aufgrund der sehr expansiven Zinspolitik der FED gab der US-
Dollar gegenüber den anderen Hauptwährungen deutlich nach. Im
Jahresverlauf verlor der Greenback zum japanischen Yen 4,9 % und
zum Euro 8,9 %. Angesichts der Unsicherheiten rund um den Brexit
büßte auch das britische Pfund gegenüber dem Euro mehr als
5,3 % ein.
Aufgrund des enormen Nachfragerückgangs in der Lockdown-
Phase und Uneinigkeiten zwischen den erdölexportierenden
Ländern hinsichtlich der Fördermengen verfiel der Ölpreis in noch
nie da gewesenem Umfang: Die Sorte WTI handelte kurzzeitig
wegen überfüllter Lager mit negativen Preisen von bis zu –40 USD
pro Barrel. Der Preis der Nordseesorte-BRENT gab um über 50
USD auf 20 USD pro Barrel nach. Bis zum Ende des Jahres
entspannte sich die Lage und der Preis der Nordseesorte-BRENT
stieg wieder auf über 51 USD pro Barrel an. Der Goldpreis legte mit
+25,1 % deutlich zu.
Österreich
Nach Italien war Österreich eines der ersten von COVID-19 betroffe-
nen Länder Europas. Die österreichischen Behörden reagierten
rasch: Schulen und Universitäten wurden geschlossen, öffentliche
Veranstaltungen untersagt und Betriebsbeschränkungen für viele
Unternehmenssektoren ausgesprochen. Gleichzeitig wurden staatli-
che Unterstützungen für Unternehmen und Haushalte wie Liquidi-
tätsunterstützungen, Steuerstundungen, Kreditgarantien und das
Kurzarbeitsprogramm beschlossen. Die Ausbreitung des Virus
041
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
konnte eingedämmt werden und erste Lockerungen wurden ausge-
sprochen. Nach einem deutlichen Rückgang im ersten und zweiten
Quartal von –2,8 % beziehungsweise –11,6 % konnte sich die öster-
reichische Wirtschaft über die Sommermonate hinweg wieder rasch
erholen und legte im dritten Quartal um 12 % zu. Die zweite Infekti-
onswelle führte jedoch wieder zu einem starken Konjunkturein-
bruch. Durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit blieben größere
Spannungen am Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosenquote stieg im
Vergleich zum Vorjahr vergleichsweise moderat an und erreichte per
Ende November 5,2 %.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie machten sich auch in
den Bilanzen der österreichischen Banken bemerkbar. Aufgrund der
stark ansteigenden Kreditrisikovorsorgen reduzierte sich das konso-
lidierte Periodenergebnis im ersten Halbjahr um 75 % auf 0,9 Mrd.
Euro. Die Quote notleidender Kredite sank hingegen leicht auf 2 %.
Aufgrund staatlicher Garantien und Kreditmoratorien hat sich der
Konjunktureinbruch noch nicht auf die Kennzahl niedergeschlagen.
Mit dem Auslaufen der staatlichen Garantien und Kreditmoratorien
dürfte sich die COVID-19-Pandemie jedoch auch auf diese Quote
auswirken. Die Kapitalisierung der österreichischen Banken blieb
mit einer Kernkapitalquote von 15,5 % weiterhin solide.
Steiermark
Als Industriestandort mit starker Exportorientierung ist die Steier-
mark sehr von der weltweiten, europäischen und österreichischen
Wirtschaftsentwicklung abhängig und auch der Tourismus spielt
eine Rolle. Durch die COVID-19-Pandemie sind viele Wirtschaftsbe-
reiche stark betroffen. Vor der COVID-19-Krise entwickelte sich die
steirische Wirtschaft sehr positiv. Die abgesetzte Produktion in der
Sachgütererzeugung stieg im Jahr 2019 mit +3,9 % im Bundeslän-
dervergleich am stärksten an (Österreich: +0,6 %). Auch die steiri-
sche Bauwirtschaft konnte 2019 mit +6,5 % einen Zuwachs bei der
abgesetzten Produktion im Vergleich zum Vorjahr erzielen (Öster-
reich: +6,3 %). Durch die Lockdowns ab 13. März 2020 verschlech-
terte sich die Wirtschaftsleistung: Unmittelbar unter den Schließun-
gen litten der Handel sowie Gastronomie und Beherbergungsbe-
triebe am meisten. Die Zahl der Gäste von Mai bis Oktober sank
steiermarkweit um 20,6 %. Produzierende Betriebe und Industrie
spürten die Auswirkungen wirtschaftlich etwas zeitversetzt, da neue
Aufträge teils ausblieben. Insgesamt stieg die Arbeitslosenquote
von Jänner 2020 bis Jänner 2021 in der Steiermark um 2 %. Im Be-
reich Beherbergung und Gastronomie waren im Jänner 2021 5.200
Personen weniger beschäftigt als im gleichen Monat ein Jahr davor.
Das entspricht einem Rückgang von 21 %. Mit Ende des Jahres
2020 waren 54.668 Personen als arbeitslos beim AMS vorgemerkt,
dazu kamen 6.704 Teilnehmer an Schulungen. Rund 62.000 Be-
schäftigte waren in Kurzarbeit. Dass sich viele Menschen beruflich
neu orientiert haben, zeigt der Umstand, dass 2020 in der Steier-
mark mit 4.487 Betrieben so viele gegründet wurden wie in keinem
Jahr zuvor. Rechnet man die Personenbetreuer hinzu waren es so-
gar 5.918 Betriebe und somit um 2,4 % mehr als im bisherigen Re-
kordjahr 2019. Die meisten Gründungen entfallen auf das Gewerbe
und Handwerk (53 %), gefolgt vom Handel (23,1 %) und der Sparte
Information und Consulting (12,7 %).
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark war im Jahr 2020 be-
sonders aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-
Pandemie auf die Kunden gefordert. Jene erwarten sich gerade in
schwierigen Zeiten rasche und unkomplizierte Lösungen sowie Lo-
yalität und Verlässlichkeit. Darum wurden unmittelbar nach Bekannt-
werden der gesundheitlichen Gefahr Schritte gesetzt, um sicherzu-
stellen, dass einerseits der Bankbetrieb zu jeder Zeit gewährleistet
war und andererseits wirtschaftlich betroffene Kunden bestmögliche
Unterstützung erhalten.
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Installierung zweier Taskforces Corona, einerseits für die The-
menstellungen der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark, ande-
rerseits für die RLB Steiermark. Die operative Leitung beider
Taskforces liegt im Vorstands- und Verbund-Head Office (ab
1.1.2021 Vorstandsbereich Transformation), sämtliche Kunden-,
Service- und Produkteinheiten sind unter Wahrung flacher Hierar-
chien eingebunden.
Sicherstellung des Bankstellenbetriebs inklusive der permanen-
ten Bargeldversorgung unter Beibehaltung der üblichen Öff-
nungszeiten. Dies hat gleich zu Beginn der Ausgehbeschränkun-
gen zu einer Entspannung der Bargeldnachfrage geführt. Gleich-
zeitig wurde durch organisatorische Maßnahmen (z. B. Team-
splittung) vorgesorgt, um selbst im Quarantäne- bzw. Krank-
heitsfall weiterhin geöffnete Bankstellen anbieten zu können.
Identifizierung von besonders systemrelevanten Aufgaben und
Einheiten in der Bank (z. B. Zahlungsverkehr, Rechenzentrum)
und Setzen von organisatorischen/räumlichen Maßnahmen zur
langfristigen Gewährleistung des Betriebs.
Einrichtung und Ausbau von VPN-Leitungen, um den weitgehen-
den Home-Office-Betrieb inkl. Video-/Telefonkonferenzen zu er-
möglichen. Dies wurde auch für die gesamte Raiffeisen-Banken-
gruppe Steiermark durchgeführt.
Implementierung eines Krisenkommunikations-Teams unter Mit-
arbeit von Pressebetreuung, Kundenbereichen, Social-Media-
Team sowie Marketing, das sofort mit proaktiver Kunden- und
Medienkommunikation gestartet ist.
Laufende Abstimmung mit den betreffenden Förderstellen (AWS,
ÖHT, OeKB, SFG), um für Betriebe rasche Information und Ab-
wicklung der Ansuchen zu gewährleisten.
Aufsetzen eines neuen unbürokratischen und raschen Prozesses
für Stundungen von Kreditraten über die Homepages. Damit ha-
ben Private und Unternehmen nach wenigen Minuten der Daten-
eingabe binnen weniger Stunden eine konkrete Lösung vorlie-
gen.
Implementierung einer Corona-Ampel für die RLB Steiermark,
die abhängig von der Farbe (grün, gelb, orange, rot) die gelten-
JAHRESFINANZBERICHT 2020
042
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
den Schutzmaßnahmen für den Kundenkontakt und intern defi-
niert. Die aktuell gültige Farbe richtet sich nach der Risikoein-
schätzung des Bundes für den Bezirk des jeweiligen Standorts.
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Präventive Maßnahmen
Generelle Empfehlung, von Reisen in die Risikogebiete mit einer
Sicherheitsstufe größer/gleich 2 (gemäß Sicherheitsstufen des
Außenministeriums) vorerst Abstand zu nehmen.
Mitarbeiter, die aus dem Urlaub in Risikogebieten zurückkehrten,
wurden ersucht, bevor sie an ihren Arbeitsplatz kommen, das
Gesundheitstelefon 1450 oder den Hausarzt zu kontaktieren. An-
schließend wurde das Personalmanagement über das Ergebnis
informiert, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Auf der Mitarbeiterplattform wurde eine Zusammenfassung des
Betriebsärzteteams über wesentliche Merkmale der COVID-Er-
krankung verankert (Inkubationszeit, Infektionswege, Krankheits-
verlauf, Symptome, empfohlenes Verhalten bei entsprechenden
Erkrankungszeichen, vorbeugende Maßnahmen, etc.).
Sollte ein Verdachtsfall in den Räumlichkeiten des Unterneh-
mens bekannt werden, gab es für dieses Szenario einen von
den Betriebsärzten vorgegebenen Prozess. In diesem Zusam-
menhang wurden auch eigens Isolierräume geschaffen.
Der Zutritt für externe Personen in die Bank wurde auf das abso-
lut notwendige Minimum reduziert und konnte nur nach Regist-
rierung beim Empfang erfolgen. Vereinzelt wurden Passier-
scheine ausgestellt.
Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunikation/Bespre-
chungen
Es wurde ein zentraler Informationsbereich für Mitarbeiter im In-
tranet eingerichtet. Hier wurden alle Informationen zu COVID-19
gebündelt. Bei neuen Informationen wurde auch via Mitarbeiter-
Mail darauf aufmerksam gemacht.
Diverse über das Rechenzentrum angebotene Kommunikations-
tools wurden konzernweit ausgerollt. Damit standen weitere Ka-
näle zur einfachen und raschen Kommunikation zur Verfügung.
Interne Besprechungen sollten weitgehend digital stattfinden,
persönliche interne Besprechungen – soweit unbedingt erforder-
lich – in ausreichend großen Besprechungsräumen in über-
schaubarer Personenanzahl unter Wahrung der Abstandsregeln
(2 m) abteilungsintern konnten zwischenzeitlich auch ohne
Schutzmaske stattfinden. Bei Besprechungen mit externen Part-
nern/Kunden oder Kollegen aus anderen Bereichen war zusätz-
lich immer eine Schutzmaske zu tragen.
Ab November 2020 galten wiederum verschärfte Sicherheitsre-
geln inklusive reduzierter Präsenzzeit und genereller Masken-
pflicht.
Hygienemaßnahmen und Abstandsvorgaben
Informationen bzgl. Hygienemaßnahmen wurden auf der Mitar-
beiterplattform und in allen Sanitäranlagen veröffentlicht. Insbe-
sondere auf mehrfache tägliche Händereinigung, beginnend be-
reits am Morgen bei Betreten des Gebäudes (insbesondere
z. B. nach Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etc.) wurde hinge-
wiesen.
Die Vorgaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicher-
heit (AGES) galt es einzuhalten (d. h. mind. 1 Meter Abstand, bei
Kontakt länger als 10–15 Minuten idealerweise 2 Meter Ab-
stand). Können diese Abstandsregeln an Arbeitsplätzen nicht
eingehalten werden, sollten entsprechende Vorkehrungen getrof-
fen werden (z. B. Maske auch am Arbeitsplatz tragen oder Plexi-
glas als Schutz aufstellen, flexible Arbeitsplätze mit mehr Ab-
stand einrichten).
Es galt der Maskenmodus lt. AGES, wonach in allen öffentlichen
Bereichen obligatorisch Masken zu tragen waren. Am eigenen
Arbeitsplatz mussten keine Masken verwendet werden. Mitarbei-
ter sollten eigene Masken mitnehmen; falls diese nicht zur Verfü-
gung standen, wurde eine kontrollierte Ausgabe eines bestimm-
ten Kontingents zentral am Empfang vorgenommen.
Täglich zusätzliche Sonderreinigungen in Allgemeinbereichen;
dies betraf insbesondere Türgriffe, Handläufe und Liftanlagen.
Türen in Allgemeinbereichen blieben – soweit möglich – geöffnet.
Die zulässige Kapazität (Personenanzahl) der Aufzugsanlagen
wurde auf maximal zwei Personen reduziert. Ein diesbezüglicher
Hinweis wurde jeweils vor Ort angebracht.
Kundenkontakt/Kundenbetreuung/Bankstellen
Terminierte Beratungen und Schalter-Geschäfte wurden unter
Berücksichtigung der jeweils aktuellen Abstands-/Hygieneregeln
und begrenzten, gleichzeitigen Kundenanzahl durchgeführt.
In der Kundenkommunikation wurde die Möglichkeit von Inter-
netbanking, Kartenzahlungen, digitalen Produktabschlüssen,
Kommunikation über Telefon und Mailbox aktiv kommuniziert.
In allen Bankstellen wurden Desinfektionsmöglichkeiten auch für
Kunden angeboten.
Zu Beginn galt ein geteilter Schichtbetrieb, ab Mai wurde in ei-
nen 60:40 Modus gewechselt, der ab Juni auf 80:20 bzw. bis zur
Vollbesetzung erweitert wurde. Ab November 2020 wurde wiede-
rum geteilter Schichtbetrieb angeordnet.
Back-Office – Home-Office/Mobiles Arbeiten/Kinderbetreuung
Mobiles Arbeiten sollte vorerst – wo es möglich war – für jede Or-
ganisationseinheit (OE) im Ausmaß von bis zu 50 % der Mitarbei-
ter zum Einsatz kommen. In der Intensivphase sollten dann
möglichst viele Mitarbeiter von zuhause arbeiten. Die Regelung
für mobiles Arbeiten ist in einer Konzernrichtlinie verankert worden.
Splitting der OEs in Teams auf verschiedene Standorte bzw. un-
terschiedliche geblockte zeitliche Anwesenheiten.
Besondere Berücksichtigung von Risikogruppen gemäß den Vor-
gaben der Bundesregierung.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Für die Kinderbetreuung gab es eine Kombination aus mobilem
Arbeiten, Konsumation von Zeitguthaben, Urlaub und Splitting
von Betreuungsaufgaben zwischen den Elternteilen. 30 Perso-
nen nahmen Sonderurlaub zur Betreuung im Ausmaß von 208
Tagen in Anspruch. Der gesetzliche Anspruch einer Corona-Be-
treuung wurde im Ausmaß von rund 350 Tagen in Anspruch ge-
nommen.
Dienstreisen/Schulungen
Reduktion der Dienstreisen so weit wie möglich. Stattdessen
sollten Telefon (auch Telefonkonferenzen), sowie Videokonferen-
zen genutzt werden. Wenn Dienstreisen nicht verschiebbar bzw.
digital möglich waren, Reduktion auf möglichst kleine Gruppen.
Schulungsteilnahmen sowie Referenten-Tätigkeiten wurden im
Frühling abgesagt bzw. verschoben. Im Konzern wurde der Prä-
senz-Schulungsbetrieb das gesamte Jahr ausgesetzt und durch
Online Webinare ersetzt.
In Ausnahmefällen gab es Präsenzschulungen unter Berücksich-
tigung der aktuell gültigen Sicherheitsregeln. Digitale Schulungs-
angebote wurden verstärkt. Die Referententätigkeit von Mitarbei-
tern an Bildungseinrichtungen erfolgte ab Anfang Juni unter Ein-
haltung von Sicherheitsmaßnahmen (z. B. nur alleine im Auto an-
reisen, entsprechende Vorkehrungen durch die Bildungseinrich-
tungen müssen gewährleistet sein).
Öffentliche Verkehrsmittel sollten möglichst gemieden werden.
Restaurant am Standort in Raaba
Zu Beginn wurden die Mittagessen-Zeiten ausgeweitet, die
Plätze im Restaurant auf maximal 100 Personen reduziert.
Die Besteckausgabe durch das Restaurantpersonal erfolgte di-
rekt im Kassenbereich. Die SB-Zonen (Salat, Suppe) wurden vo-
rübergehend geschlossen, die Ausgabe erfolgte ebenso zentral
durch das Restaurantpersonal.
In der Intensivphase wurde das Mitarbeiter-Restaurant bis Ende
Mai geschlossen.
Das Restaurantpersonal hat als Alternative Lunchpakete/eine
Jause in den Teeküchen bzw. an zentral definierten Orten bereit-
gestellt. Ab November wurden ausschließlich Einzelsitzplätze an-
geboten, um den Abstand von 2 Metern problemlos einhalten zu
können. Der Mund-Nasen-Schutz durfte erst am Platz beim Es-
sen abgenommen werden.
Als Spitzeninstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark hat die
RLB Steiermark in enger Abstimmung im Raiffeisensektor Strate-
gien und Unterstützungsmaßnahmen koordiniert.
Begleitend dazu wurden Digitalisierungsschwerpunkte forciert, da
Online-Banking, mobile payment sowie online abschließbare Pro-
dukte deutlich stärker genutzt werden. Die bargeldfreien Zahlungen
mittels Debitkarte sowie dem Smartphone stiegen im Mai 2020
sprunghaft um rund 20 Prozent auf über 100.000 pro Tag und hiel-
ten dieses Niveau. 70 Prozent der Zahlungen erfolgen kontaktlos,
seitdem das Limit am 2. April für POS-Zahlungen ohne PIN-Eingabe
von 25 auf 50 Euro erhöht wurde.
Auch der schon bisher erkennbare Trend in Richtung Internetban-
king verstärkte sich ab März deutlich. Die rundumerneuerte Raiffei-
sen-Internetbankingplattform Mein ELBA löste im Juni 2020 den bis-
herigen Dienst ELBA-internet ab. Parallel dazu wurden im Zuge des
sektorweiten Programms „Digitale Regionalbank“ neue Konzepte
und Produkte eingesetzt. Die RLB Steiermark trägt zu bundesweiten
Konzeptionen aktiv bei und steuert die Umsetzung im Bundesland
Steiermark. Konkrete Projekte waren die Weiterentwicklung der
Mein ELBA-App als zentrale Banking-App, die Aktivierung von Gar-
min-Pay für Raiffeisenkunden, der Rollout der Digitalen Vermögens-
verwaltung „WILL“, die Umsetzung eines Signaturverfahrens in den
Bankstellen sowohl für Privat- als auch Firmenkunden sowie der
Ausbau der Beratungs-Software in den Bankstellen.
Als zweite und gleich wichtige Säule der „Digitalen Regional-
bank“ erachtet die RLB Steiermark jedoch weiterhin den persönli-
chen Kundenkontakt – gerade für wichtige finanzielle Entscheidun-
gen. Daher wurden etwa die traditionellen „Raiffeisen Spartage“ im
Umfeld des Weltspartags in einem neuen Format abgehalten. Mit
den „Raiffeisen Oktober-Gesprächen“ gab Raiffeisen steiermarkweit
zeitlich auf den ganzen Monat Oktober ausgeweitet neue Impulse
für das qualitativ hochwertige persönliche Beratungsgespräch.
Die Corona-Pandemie beeinflusst das Kundengeschäft unmittelbar,
gleichzeitig verstärkt sie bereits vorher bestehende Herausforderun-
gen wie Wettbewerbsdruck, Niedrig-Zinsniveau, Digitalisierung und
steigende regulatorische Anforderungen. Daher hat die RLB Steier-
mark bereits 2019 einen Strategieprozess gestartet. Eine wesentli-
che Basis dafür war die Übernahme der vollständigen Eigentümer-
schaft an der HYPO Steiermark, die im Jahr 2019 erfolgreich abge-
schlossen werden konnte. In den ersten Monaten 2020 wurden be-
triebliche Synergiepotenziale umfassend geprüft. Als Ergebnis die-
ser Prüfung hat der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG in seiner Sitzung vom 23. April 2020 den Grundsatzbe-
schluss gefasst, dass die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG
im Laufe des Jahres 2021 mit der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG verschmolzen werden und die Betreuung aller Bankkun-
dinnen und -kunden im Konzern unter dem Dach der Marke Raiffei-
sen erfolgen soll. Auf dieser Grundlage wurden die organisatori-
schen und technischen Vorbereitungen zur Fusion sowie umfas-
sende Gespräche mit den jeweiligen regionalen Raiffeisenbanken
bezüglich der weiteren Bearbeitung des HYPO Steiermark-Kunden-
geschäfts der Filialen außerhalb von Graz gestartet. Am 3. August
2020 wurde durch die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat der
Landes-Hypothekenbank Steiermark AG die Abgabe der Filia-
len/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Schladming und
Bruck an der Mur an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken be-
schlossen. Die aufsichtsrechtlichen Bewilligungen zur Abgabe der
Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schlad-
ming durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurden
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
am 14. und 15. September 2020 erteilt. Hinsichtlich des Standortes
Bruck an der Mur wurde von einer Abgabe Abstand genommen.
Die Übertragung der übrigen Filialen ist mit Wirksamkeit 1. Jänner
2021 erfolgreich durchgeführt worden. Der Prozess war technisch
und rechtlich komplex. Erstmals im deutschsprachigen Raum sind
einzelne Bankstellen eines Instituts sektorübergreifend übertragen
worden.
Neben der kontinuierlichen Verwaltung und dem Management der
direkten und indirekten Beteiligungen im Konzern, stand im Hinblick
auf die Unternehmensstrategie und das Geschäftsmodell der RLB
Steiermark die Beteiligungsstrategie auch im Jahr 2020 unter der
Prämisse das Beteiligungsportfolio hinsichtlich der Kriterien Ertrag,
Eigenmittel und Risiko zu konsolidieren bzw. zu optimieren.
Darüber
hinaus wurden im Rahmen des „Jungunternehmer“- und des „Un-
ternehmensnachfolge“-Service der RLB Steiermark, deren Fokus
die Start-up- bzw. Unternehmensnachfolge-Finanzierung mit Risiko-
kapital darstellt, Beteiligungen an Fondsgesellschaften, wie Speed-
invest (Investments in Startup-Unternehmen) und Raiffeisen Conti-
nuum (Investments im Zusammenhang mit Unternehmensnach-
folge) eingegangen. Im Kampf gegen die Auswirkungen der
Corona-Krise hat sich die RLB Steiermark aus marktpolitischen
Überlegungen an der "Stolz auf Wien" Beteiligungs GmbH beteiligt,
ein Fonds, der KMU, welche durch COVID-19 vorübergehend be-
einträchtigt sind, mit Eigenkapital unterstützt.
Ebenfalls Teil des umfassenden Strategieprozesses war die Einfüh-
rung des neuen Vorstandsbereichs Transformation und damit ein-
hergehend die Erweiterung des Vorstandsteams der RLB Steier-
mark. Das neue Organigramm ist mit 1.1.2021 in Kraft getreten.
Generaldirektor Martin Schaller (Steuerung & Stäbe) und Vorstands-
direktor Rainer Stelzer (Markt) werden seit Oktober 2020 von Vor-
standsdirektor Florian Stryeck (Risiko) und Vorstandsdirektorin
Ariane Pfleger (Transformation) verstärkt. Der bisherige Risiko-Vor-
stand Matthias Heinrich schied aus eigenem Wunsch aus dem Un-
ternehmen aus.
045
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.2. Erläuterungen zur Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage
Im Lagebericht werden das aktuelle Zahlenmaterial und die Vorjah-
reswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) bzw. in Millionen
EURO (Mio.
EUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher
Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Bezüglich der Angaben gemäß § 243 Abs. 3 Z. 5 UGB (Verwendung
von Finanzinstrumenten) wird insbesondere auf die Punkte B. 3.
und C. 23. des Anhangs verwiesen.
Bilanzsumme
Die Bilanzsumme ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um
3.039,6 Mio. EUR oder 23,53 % auf 15.959,3 Mio. EUR angestiegen.
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Forderungen an Kreditinstitute und Kassenbestand 5.892.049 3.837.322 2.054.727 53,55 %
Forderungen an Kunden 4.594.620 4.414.487 180.133 4,08 %
Wertpapiere 3.918.520 3.182.608 735.912 23,12 %
Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen 1.088.117 1.087.221 896 0,08 %
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 13.523 14.153 –630 –4,45 %
Sonstige Aktiva 410.825 349.638 61.187 17,50 %
Aktive latente Steuern 41.650 34.236 7.414 21,66 %
GESAMTVERMÖGEN 15.959.304 12.919.665 3.039.639 23,53 %
Forderungen an Kreditinstitute
(und Kassenbestand)
Die Position Forderungen an Kreditinstitute (inkl. Kassenbestand)
beinhaltet neben nicht börsenotierten festverzinslichen Wertpapie-
ren und Bankguthaben auch Ausleihungen an Kreditinstitute. Die
Gesamtposition hat sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem auf-
grund eines stark gestiegenen Guthabens bei der OeNB um
2.054,7
Mio. EUR oder 53,55 % auf 5.892,0 Mio. EUR (Vorjahr:
3.837,3
Mio. EUR) erhöht. Zum überwiegenden Teil betrifft dieser
Posten Forderungen gegenüber dem Zentralinstitut, der Raiffeisen
Bank International AG, mit 1.564,8 Mio. EUR (Vorjahr:
1.640,5 Mio. EUR) und Ausleihungen an steirische Raiffeisenban-
ken in Höhe von 696,6 Mio. EUR (Vorjahr: 585,1 Mio. EUR).
Forderungen an Kunden
Das Kreditvolumen (nach Abzug von Risikovorsorgen) konnte im
abgelaufenen Geschäftsjahr erneut um 180,1
Mio. EUR oder 4,08 %
gesteigert werden. Zum Bilanzstichtag werden die Forderungen an
Kunden daher mit einem Bilanzwert von 4.594,6
Mio. EUR ausge-
wiesen. Der Anteil der darin enthaltenen Fremdwährungsausleihun-
gen ist weiter rückläufig und beträgt 1,66 % (Vorjahr: 1,82 %) der ge-
samten Kundenforderungen. Die Verteilung des Ausleihungsvolu-
mens nach strategischen Geschäftsfeldern stellt sich wie folgt dar:
Aktiva / Vermögensstruktur
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Öffentliche Hand 484.996 442.735 42.261 9,55 %
Kommerzkunden (inkl. Immobilienprojektfinanzierungen) 3.417.420 3.317.070 100.350 3,03 %
Privatkunden 452.610 428.151 24.459 5,71 %
Leasing 327.919 319.914 8.005 2,50 %
Portfoliowertberichtigung / Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG –88.325 –93.383 5.058 –5,42 %
Gesamtausleihungsvolumen 4.594.620 4.414.487 180.133 4,08 %
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STEIERMARK 2019
Bedingt durch die Corona-Krise hat die RLB Steiermark ihren Un-
ternehmens- und Privatkunden zum Berichtsstichtag Liquiditätshil-
fen in Höhe von rund 445,8
Mio. EUR zur Verfügung gestellt.
Hievon entfällt ein Betrag von 248,2
Mio. EUR auf das gesetzliche
und private Moratorium, 89,3
Mio. EUR auf nicht gesetzliche Stun-
dungen und ein Betrag von 108,3
Mio. EUR auf Überbrückungsfi-
nanzierungen.
Eine detaillierte Darstellung über die im Geschäftsjahr 2020 ge-
währten Maßnahmen zur Abfederung von COVID-19-bedingten
Liquiditätsengpässen bei Kreditnehmerinnen und Kreditnehmern
ist Kapitel A. „Allgemeine Grundsätze/Angaben zu COVID-19“ des
Anhangs zu entnehmen.
Bestand an Wertpapieren (Gesamtbetrachtung)
Der Bestand der im Eigenbesitz befindlichen Wertpapiere – aus-
gewiesen in den Aktivpositionen 2., 5. und 6. – hat sich gegen-
über dem Jahresultimo des Vorjahres um 735,9 Mio. EUR oder
23,12 % auf 3.918,5 Mio. EUR erhöht.
In der Aktivposition 2. kam es zu einer Nettoerhöhung um
93,4
Mio. EUR. Darauf entfällt ein Betrag von 18,9 Mio. EUR auf die
Umgliederung von Wertpapieren aus der Aktivposition 5. Die Aktiv-
position 5. verzeichnete ebenfalls einen (deutlichen) Nettozuwachs in
Höhe von 642,7
Mio. EUR, der vor allem auf die Aktivierung von
Retained Covered Bonds zurückzuführen ist. Die Wertpapiere der
Aktivposition 6. werden gegenüber dem Vorjahr fast unverändert
mit 320,8
Mio. EUR (Vorjahr: 321,0 Mio. EUR) ausgewiesen.
Zum Jahresultimo gliedern sich die Wertpapiere in Schuldtitel öf-
fentlicher Stellen mit 472,6 Mio. EUR (Vorjahr: 379,2 Mio. EUR), in
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
mit 3.125,1 Mio. EUR (Vorjahr: 2.482,4 Mio. EUR) und in Aktien
und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere mit 320,8 Mio. EUR
(Vorjahr: 321,0 Mio. EUR).
Beteiligungen sowie Anteile an verbundenen
Unternehmen
Der buchmäßige Stand der gesamten Anteilsrechte, der sich in
zwei Bilanzpositionen gliedert, erhöhte sich von 1.087,2 Mio. EUR
auf 1.088,1 Mio. EUR zum Jahresende 2020.
Immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens sowie Sachanlagen
In Summe werden diese Positionen zum Jahresende mit einem
Betrag von 13,5 Mio. EUR ausgewiesen. Dies entspricht einem
Rückgang von 0,6 Mio. EUR. Immaterielle Vermögensgegen-
stände betreffen vor allem aktivierte Bankanwendungssoftware.
Sonstige Aktiva
Die sonstigen Aktiva und Rechnungsabgrenzungsposten werden
zum 31.12.2020 mit einem Betrag von 410,8
Mio. EUR (Vorjahr:
349,6
Mio. EUR) ausgewiesen. Dies entspricht einer Erhöhung
von 61,2
Mio. EUR. Die in diesem Posten ausgewiesenen positi-
ven Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten des Handels-
bestands erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 23,5
Mio. EUR
auf 146,1
Mio. EUR. Weiters hat ein erhöhter Stichtagsbestand der
Zahlungsaufträge in Abwicklung in Höhe von 144,1
Mio. EUR (Vor-
jahr: 107,0
Mio. EUR) zum Anstieg beigetragen.
Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern sind zum Berichtsstichtag auf einen
Betrag von 41,7
Mio. EUR (Vorjahr: 34,2 Mio. EUR) angestiegen.
Beim erstmaligen Ansatz der aktiven latenten Steuern im Jahr
2016 wurde die Verteilungsmöglichkeit des § 906 Abs. 34 UGB in
Anspruch genommen, wonach der Unterschiedsbetrag zwischen
den bisher in der Bilanz angesetzten latenten Steuern und dem
durch die erstmalige Anwendung des RÄG 2014 im Geschäftsjahr
2016 ermittelten Betrag über längstens fünf Jahre gleichmäßig zu
verteilen ist. Dieser Betrag wurde im Geschäftsjahr 2020 letztmalig
um weitere 8,4
Mio. EUR aufgestockt. Unter Berücksichtigung der
laufenden Veränderung der latenten Steuern von –1,0
Mio. EUR
beträgt der Stand der aktiven latenten Steuern zum 31. Dezember
2020 41,7
Mio. EUR.
Eine ausführliche Darstellung über Art und Zusammensetzung der
latenten Steuern findet sich unter Punkt C. 12. „Aktive latente
Steuern“ des Anhangs.
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.679.920 4.971.885 2.708.035 54,47 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(Spar- und Giroeinlagen)
2.524.515 2.313.835 210.680 9,11 %
Eigene Emissionen
(inkl. Ergänzungskapital)
4.342.998 4.278.292 64.706 1,51 %
Rückstellungen 80.862 75.184 5.678 7,55 %
Sonstige Passiva 189.081 187.182 1.899 1,01 %
Eigenkapital 1.141.928 1.093.287 48.641 4,45 %
GESAMTKAPITAL 15.959.304 12.919.665 3.039.639 23,53 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um
2.708,0 Mio. EUR oder 54,47 % auf 7.679,9 Mio. EUR.
Diese Steigerung resultiert aus der Teilnahme am TLTRO III-Pro-
gramm (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB,
an welchem sich die RLB Steiermark mit 2,75 Mrd. EUR beteiligt
hat, um ihre Liquiditätsposition und die der Raiffeisen Banken-
gruppe Steiermark weiter zu stärken und der Realwirtschaft Liquidi-
tät zur Verfügung zu stellen.
Die Einlagen von Raiffeisenbanken bilden mit einem Betrag von
3.918,7
Mio. EUR (Vorjahr: 3.331,5 Mio. EUR) nach wie vor den
Hauptteil dieser Position. Der Gesamtbestand der Einlagen von
Förderbanken beläuft sich zum Jahresultimo auf einen Betrag von
428,5
Mio. EUR (Vorjahr: 383,0 Mio. EUR).
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stiegen im Berichtsjahr
von 2.313,8
Mio. EUR um 210,7 Mio. EUR oder 9,11 % auf
2.524,5
Mio. EUR. In dieser Position werden einerseits die Sparein-
lagen mit einem Betrag von 391,1
Mio. EUR (Vorjahr: 393,3 Mio. EUR)
und andererseits die sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
(Sicht- und Termineinlagen) mit insgesamt 2.133,5 Mio. EUR (Vorjahr:
1.920,5 Mio. EUR) ausgewiesen.
Verbriefte Verbindlichkeiten und Ergänzungs-
kapital gem. Teil 2 Titel I Kapitel 4 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013
Die gesamten Emissionen (inkl. Ergänzungskapital) betragen zum
Bilanzstichtag 4.343,0
Mio. EUR. Das entspricht einer Zunahme von
64,7
Mio. EUR oder 1,51 % gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoverän-
derung resultiert vor allem aus der Emission von Retained Covered
Bonds mit einem Betrag von 575,0
Mio. EUR sowie Abgängen auf-
grund von Tilgungen, Umlaufverminderungen und vorzeitigen Rück-
zahlungen mit insgesamt 531,5
Mio. EUR.
Vom Gesamtvolumen zum 31.12.2020 wurden 370,6
Mio. EUR (Vor-
jahr: 442,7
Mio. EUR) bei steirischen Raiffeisenbanken platziert,
629,9
Mio. EUR (Vorjahr: 872,3 Mio. EUR) betreffen Kundenemissio-
nen (Retail/Private Banking und institutionelle Kunden) sowie mit ei-
nem Betrag von 1.425,0
Mio. EUR (Vorjahr: 860,0 Mio. EUR) Retai-
ned Covered Bonds. Am Kapitalmarkt wurden Covered Bonds im
Ausmaß von 1.839,5
Mio. EUR (Vorjahr: 1.844,5 Mio. EUR) platziert.
Darüber hinaus wurde Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kap. 4
der VO (EU) 575/2013 in Höhe von 54,9
Mio. EUR (Vorjahr:
54,9
Mio. EUR) begeben.
Passiva / Kapitalstruktur
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Rückstellungen
Die Rückstellungen haben sich im Berichtsjahr insgesamt um
5,7
Mio. EUR auf nunmehr 80,9 Mio. EUR erhöht. Die Abfertigungs-
und Pensionsrückstellungen reduzierten sind in Summe um
3,8
Mio. EUR auf 44,4 Mio. EUR. Dies ist vor allem auf einen gerin-
geren Pensionstrend sowie auf den Wegfall von Pensionsverpflich-
tungen zurückzuführen. Demgegenüber kam es zu einem Anstieg
der Körperschaftssteuerrückstellung auf 4,9
Mio. EUR (Vorjahr:
3,7
Mio. EUR) und zu einer Erhöhung bei den sonstigen Rückstel-
lungen um 8,2
Mio. EUR auf 31,6 Mio. EUR. Die sonstigen Rückstel-
lungen beinhalten u. a. die Rückstellungen für außerbilanzielle Ge-
schäfte im Kreditgeschäft (Haftungen, Garantien und Kreditrisiken)
mit 11,1
Mio. EUR (Vorjahr: 8,3 Mio. EUR), die Rückstellung für
Rückerstattungsansprüche aufgrund negativer Referenzsätze bei
Krediten in Höhe von 1,2
Mio. EUR (Vorjahr: 1,3 Mio. EUR) und
sonstige Personalrückstellungen in Höhe von 13,7
Mio. EUR (Vor-
jahr: 9,1
Mio. EUR).
Letztere haben sich insbesondere aufgrund der Bildung von Rück-
stellungen für geplante Personalmaßnahmen im Zusammenhang
mit der Neustrukturierung des Konzerns und Abfindungsverpflich-
tungen in Höhe von 4,9
Mio. EUR erhöht.
Sonstige Passiva
Die sonstigen Passiva sind gegenüber dem Vorjahr geringfügig um
1,9
Mio. EUR auf 189,1 Mio. EUR angestiegen. Innerhalb dieser Po-
sition haben sich vor allem die negativen Marktwerte von Derivaten
des Handelsbestands um 6,0
Mio. EUR auf 132,6 Mio. EUR erhöht.
Demgegenüber reduzierten sich die passiven Rechnungsabgren-
zungsposten um 5,2
Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr.
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Gezeichnetes Kapital 142.721 142.721 0 -
Kapitalrücklagen 401.825 401.825 0 -
Gewinnrücklagen 486.433 444.058 42.375 9,54 %
Haftrücklage 88.376 88.181 195 0,22 %
Bilanzgewinn 22.573 16.502 6.071 36,79 %
GESAMT 1.141.928 1.093.287 48.641 4,45 %
Gezeichnetes Kapital sowie Kapitalrücklagen
Das Grundkapital (= gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark be-
trägt per 31.12.2020 wie im Vorjahr 142.721 TEUR und besteht aus
3.113.507 Stück nennbetragslosen, auf Namen lautenden, Stückak-
tien (Stammaktien). Die RLB Steiermark hält keine eigenen Anteile.
Gewinnrücklagen, Haftrücklage gem.
§
57 Abs. 5 BWG sowie Bilanzgewinn
Die Gewinnrücklagen betreffen einerseits die freie Rücklage in Höhe
von 478,1 Mio. EUR (Vorjahr: 435,8 Mio. EUR) und andererseits den
KWG-Haftrücklagen-Überhang 1994 in Höhe von 8,3 Mio. EUR (Vor-
jahr: 8,3
Mio. EUR).
Die freien Gewinnrücklagen (andere Rücklagen) wurden im Be-
richtsjahr mit einem Betrag von insgesamt 42,4 Mio. EUR (Vorjahr:
68,9 Mio. EUR) erhöht, worauf ein Betrag von 4,0 Mio. EUR (Vorjahr:
3,6
Mio. EUR) auf die Nettodotierung der Rücklage zum Aufbau ei-
nes Sondervermögens für institutsbezogene Sicherungssysteme
(IPS) entfällt.
Die Haftrücklage gemäß §
57 Abs. 5 BWG wurde entsprechend den
gesetzlichen Bestimmungen gebildet und verzeichnet zum Bilanz-
stichtag einen Stand von 88,4 Mio. EUR (Vorjahr: 88,2 Mio. EUR).
Im laufenden Geschäftsjahr wurde eine Dotierung in Höhe von
0,2 Mio. EUR vorgenommen.
Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2020 beträgt 22,6 Mio. EUR
(hievon Gewinnvortrag 16,5
Mio. EUR) und liegt somit um
6,1 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 16,5 Mio. EUR.
Eigenkapital
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Zinsen und ähnliche Erträge 95.448 103.534 –8.085 –7,81 %
Zinsen und ähnliche Aufwendungen –21.071 –37.478 16.407 –43,78 %
Nettozinsertrag 74.377 66.055 8.322 12,60 %
Erträgen aus nicht festverzinslichen Wertpapieren und Beteiligungen 16.156 47.153 –30.997 –65,74 %
Provisionsergebnis 33.583 31.887 1.696 5,32 %
Ergebnis aus Finanzgeschäften 5.062 5.697 –635 –11,15 %
Sonstige betriebliche Erträge 58.812 58.783 29 0,05 %
BETRIEBSERTRÄGE 187.990 209.575 –21.585 –10,30 %
Personalaufwand –67.928 –69.620 1.693 –2,43 %
Sonstige Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) –52.158 –51.285 –873 1,70 %
Abschreibungen (auf Sachanlagen und immat. Vermögenswerte) –2.617 –2.345 –272 11,59 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen –6.800 –7.375 575 –7,79 %
BETRIEBSAUFWENDUNGEN -129.503 -130.626 1.123 -0,86 %
BETRIEBSERGEBNIS 58.487 78.949 –20.462 –25,92 %
Saldo der Aufwendungen/Erträge aus GuV-Position 11/12:
für Forderungen an Kunden –14.726 –129 –14.596 >100 %
für Wertpapiere des Umlaufvermögens und Derivate (Bankbuch) 941 –498 1.439 >100 %
Saldo der Aufwendungen/Erträge aus GuV-Position 13/14:
für Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen –637 3.816 –4.453 >100 %
für Wertpapiere des Anlagevermögens und Derivate (Bankbuch) 502 201 301 >100 %
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT (EGT) 44.568 82.340 -37.771 –45,87 %
Steuern (GuV 18./19.) 4.073 3.305 768 23,24 %
JAHRESÜBERSCHUSS 48.642 85.645 -37.003 -43,21 %
Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinsen und ähnlichen Erträge reduzierten sich – unter Berück-
sichtigung der Zinsen aus derivativen Sicherungsgeschäften – im
Jahresvergleich um 8,1
Mio. EUR oder 7,81 % auf 95,4 Mio. EUR.
Während es im Kundengeschäft zu einer Steigerung um rund
2,9
Mio. EUR auf 81,1 Mio. EUR gekommen ist, war bei den Zinsen
aus Forderungen an Kreditinstitute insbesondere aufgrund von Ne-
gativzinsen ein Rückgang von 4,8
Mio. EUR zu verzeichnen. Eben-
falls rückläufig entwickelten sich die Zinserträge aus festverzinsli-
chen Wertpapieren.
Die Zinsspanne im Aktivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 0,74 %. Der Vergleichswert 2019 beläuft sich auf 0,94 %.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Der Gesamtbetrag der Zinsaufwendungen verringerte sich im Ge-
schäftsjahr 2020 um 16,4
Mio. EUR auf 21,1 Mio. EUR. Dies ist in
erster Linie auf die Verringerung des Zinsaufwands gegenüber Kre-
ditinstituten um 14,4
Mio. EUR zurückzuführen, was wiederum zu ei-
nem wesentlichen Teil durch die Negativzinsen für die gezogenen
Tranchen im Rahmen des TLTRO III-Programms der EZB begründet
ist. Die abgegrenzten Zinsen basieren auf der Deposit Facility Rate
von –0,5 Prozent sowie der zusätzlichen Bonifizierung von –0,5 Pro-
zent, weil davon auszugehen ist, dass angesichts der Geschäfts-
entwicklung die Kreditvergabeziele erfüllt werden. Darüber hinaus
ist es auch bei den Zinsaufwendungen für eigene Emissionen zu ei-
nem Rückgang von 5,1
Mio. EUR gekommen.
Gewinn-und-Verlust-Rechnung / Ertragslage
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Die Zinsspanne im Passivgeschäft beträgt für das abgelaufene Ge-
schäftsjahr 0,15 % (Vorjahr: 0,30%).
Nettozinsertrag
Der Nettozinsertrag als Saldo aus den Zinserträgen und den Zinsauf-
wendungen konnte gegenüber dem Vorjahr somit um 8,3 Mio. EUR
auf 74,4 Mio. EUR gesteigert werden.
Zusammen mit den „Erträgen aus nicht festverzinslichen Wertpapie-
ren und Beteiligungen“ errechnet sich ein erweiterter Nettozinser-
trag in Höhe von 90,5
Mio. EUR, der um 22,7 Mio. EUR unter dem
Vergleichswert des Vorjahres liegt. Der Rückgang resultiert vor al-
lem aus niedrigeren Beteiligungserträgen, welche gegenüber dem
Vorjahr um 30,5
Mio. EUR gesunken sind.
Weitere Betriebserträge
An dieser Stelle werden die nicht zinsabhängigen Betriebserträge
erläutert.
Das Provisionsergebnis, als Saldo der Provisionserträge und Provi-
sionsaufwendungen, hat sich – vor allem aufgrund der positiven
Entwicklung im Wertpapiergeschäft – um 1,7 Mio. EUR erhöht und
beträgt im abgelaufenen Geschäftsjahr 33,6 Mio. EUR (Vorjahr:
31,9 Mio. EUR). Das Provisionsgeschäft im Zahlungsverkehr, wel-
ches nach wie vor den größten Beitrag zum Provisionsergebnis lie-
fert, entwickelte sich stabil und wird wie im Vorjahr mit einem Betrag
von 17,9 Mio. EUR ausgewiesen.
Die Position „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ trägt
mit 5,1
Mio. EUR (Vorjahr: 5,7 Mio. EUR) zum Betriebsergebnis
bei. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist in erster Linie auf
ein niedrigeres Veräußerungsergebnis bei Wertpapieren des Han-
delsbuchs, ein geringeres Zinsergebnis von Derivaten des Han-
delsbuchs sowie auf höhere geleistete Ausgleichszahlungen bei
Zinsswaps (upfront payments) zurückzuführen. Ausgleichszahlun-
gen aus der Umstellung von EONIA auf €STR bei Handelsbuch-Deri-
vaten im Zuge der IBOR-Reform sind mit einem (saldierten) Betrag
von 0,3
Mio. EUR in dieser Position enthalten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erreichten wie im Vorjahr einen
Betrag von 58,8
Mio. EUR. In dieser Position werden vor allem Er-
träge aus Leistungsverrechnungen im Verbund und an Tochterun-
ternehmen, Kostenersätze von Unternehmen im Nichtbankenbe-
reich sowie Erträge aus der Bewertung und Schließung von Deriva-
ten des Bankbuchs ausgewiesen. Darin enthalten sind Ausgleichs-
zahlungen aus der Umstellung von EONIA auf €STR bei Bankbuch-
Derivaten im Zuge der IBOR-Reform sind mit einem Betrag von
0,6
Mio. EUR.
Betriebserträge in Summe
Aus dem Nettozinsertrag und den weiteren Betriebserträgen errech-
nen sich die Betriebserträge in Summe mit einem Betrag von
188,0 Mio. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 21,6 Mio. EUR
im Vergleich zum Vorjahr.
Die dargestellten Betriebserträge beinhalten neben den bankbe-
trieblichen Erträgen auch die Erträge aus bankfremden Geschäften
(z. B. Kostenersätze von Beteiligungsunternehmen der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG) in Höhe von 33,8
Mio. EUR (Vorjahr:
35,8
Mio. EUR). Bereinigt um die Erträge aus bankfremden Ge-
schäften errechnen sich Betriebserträge für das Geschäftsjahr
2020 in Höhe von 154,2
Mio. EUR (Vorjahr: 173,8 Mio. EUR), wel-
che bei der Ermittlung der Kennzahl Cost/Income Ratio „adjus-
tiert“ herangezogen werden.
Betriebsaufwendungen
Bei den Betriebsaufwendungen war im Geschäftsjahr 2020 ein
Rückgang im Personalaufwand zu verzeichnen. Dieser verringerte
sich gegenüber dem Vorjahr um 1,7
Mio. EUR auf 67,9 Mio. EUR.
Während sich einerseits der Aufwand für die Dotierung von Rück-
stellungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Kon-
zerns und Abfindungsverpflichtungen in Höhe von 4,9
Mio. EUR
aufwandswirksam niedergeschlagen hat, kam es andererseits im
Bereich der Pensions- und Abfertigungsrückstellungen zu einer er-
tragswirksamen Auflösung in Höhe von insgesamt 1,8
Mio. EUR
(Vorjahr: Dotierung 4,5
Mio. EUR). Diese ist vor allem durch den
Wegfall von Pensionsverpflichtungen und auf einen sinkenden Ge-
halts- und Pensionstrend begründet (siehe auch Anhang B. 11).
Der Sachaufwand erhöhte sich geringfügig um 0,9
Mio. EUR auf
52,2
Mio. EUR. Innerhalb dieser Position wurden die gegenüber
dem Vorjahr höheren IT- und Beratungskosten vor allem durch ge-
ringere Kostenersätze und den coronabedingten Rückgang der
Schulungsaufwendungen, Reisespesen sowie Werbeaufwendun-
gen im Wesentlichen kompensiert. Die Abschreibungen für Sachan-
lagen und immaterielle Vermögensgegenstände erhöhten sich ge-
genüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen 6,8
Mio. EUR
und sind gegenüber dem Vorjahr um 0,6
Mio. EUR gesunken. Diese
beinhalten Aufwendungen für Derivate mit einem Betrag von
2,0
Mio. EUR (Vorjahr: 2,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind Aus-
gleichszahlungen aus der Umstellung von EONIA auf €STR bei
Bankbuch-Derivaten im Zuge der IBOR-Reform mit einem Betrag
von 0,9
Mio. EUR.
Ebenfalls in dieser Position enthalten sind aufwandswirksame Bei-
träge an Sicherungseinrichtungen in Höhe von 4,6
Mio. EUR (Vor-
jahr: 3,5
Mio. EUR). Diese erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr
aufgrund eines höheren Beitrags zum Bankenabwicklungsfonds
und aufgrund des Sonderbeitrags zum Einlagensicherungsfonds,
welcher infolge der Entschädigungszahlungen in den beiden Siche-
rungsfällen Anglo Austrian AAB und Commerzialbank Mattersburg
wieder aufzufüllen ist.
051
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Insgesamt lagen die Betriebsaufwendungen im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr bei 129,5 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet
dies eine Reduktion von 1,1 Mio. EUR bzw. 0,86 %.
Bereinigt um die Aufwendungen aus bankfremden Geschäften in
Höhe von 33,8
Mio. EUR (Vorjahr: 35,8 Mio. EUR) errechnen sich
Betriebsaufwendungen für das Geschäftsjahr 2020 in Höhe von
95,7
Mio. EUR (Vorjahr: 94,9 Mio. EUR), welche bei Ermittlung der
Kennzahl Cost/Income Ratio „adjustiert“ zu berücksichtigen sind.
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis errechnet sich durch Saldierung der Betriebs-
erträge mit den Betriebsaufwendungen. Nach einem Ergebnis von
78,9 Mio. EUR im Vorjahr ergibt sich für das abgelaufene Geschäfts-
jahr ein Betriebsergebnis von 58,5 Mio. EUR. Dies entspricht einem
Rückgang von 20,5 Mio. EUR oder 25,92 %.
GuV-Position 11/12 – Saldo aus Zuweisungen
und Auflösungen von Wertberichtigungen
auf Forderungen und Rückstellungen für
Eventualverbindlichkeiten
Für das Geschäftsjahr 2020 wird in dieser Position ein Nettoauf-
wand von 13,8
Mio. EUR nach 0,6 Mio. EUR im Vorjahr ausgewie-
sen. Hievon entfällt ein Betrag von –14,7
Mio. EUR (Vorjahr:
–0,1
Mio. EUR) auf die Risikovorsorgen für Ausleihungen und Kre-
dite und ein Betrag von 0,9
Mio. EUR (Vorjahr: –0,5 Mio. EUR) auf
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis von Wertpapieren des
Umlaufvermögens inkl. der darauf entfallenden Ergebnisse aus der
Schließung von Derivaten.
Im Bereich der Kreditrisikovorsorgen war einerseits eine Nettodotie-
rung der Einzelwertberichtigungen in Höhe von 14,8
Mio. EUR (Vor-
jahr: Nettoauflösung 1,2
Mio. EUR) und andererseits eine Nettodo-
tierung der auf Portfoliobasis gebildeten Kreditrisikovorsorgen
(Wertberichtigungen, Rückstellungen) in Höhe von 14,0
Mio. EUR
(Vorjahr: 1,4
Mio. EUR) zu verzeichnen. Letzteres ist im Wesentli-
chen auf die COVID-19-bedingte Berücksichtigung der geänderten
zukunftsbezogenen Informationen (makroökonomische Prognosen)
bei der Bemessung der erwarteten Kreditverluste zurückzuführen.
Teilweise kompensiert wurde der Anstieg der Einzel- und Portfolio-
wertberichtigungen durch die Auflösung der Unterbewertung ge-
mäß § 57 Abs. 1 BWG in Höhe von 14,0
Mio. EUR (Vorjahr:
0,0
Mio. EUR). Eingänge aus Forderungsabschreibungen und di-
rekte Forderungsabschreibungen werden saldiert mit einem Betrag
von 0,1
Mio. EUR ausgewiesen (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).
GuV-Position 13/14 – Saldo aus
Wertberichtigungen auf Wertpapiere des
Finanzanlagevermögens sowie Beteiligungen
und Anteile an verbundenen Unternehmen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren außerplanmäßige Abschrei-
bungen auf Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unterneh-
men in Höhe von 1,5
Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR) vorzuneh-
men. Demgegenüber wurden Zuschreibungen auf Beteiligungen
und Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von
0,9
Mio. EUR (Vorjahr: 4,2 Mio. EUR) vorgenommen. Im Vorjahr wa-
ren in dieser Position auch noch Veräußerungsverluste und anteilige
Verlustübernahmen aus der Beteiligung an Personengesellschaften
in Höhe von 0,3
Mio. EUR enthalten.
Das (saldierte) Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus Wert-
papieren des Anlagevermögens wurde mit einem Betrag von
0,5
Mio. EUR (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR) eingestellt.
Per Saldo ergibt sich daher für das abgelaufene Geschäftsjahr in
dieser Position ein Nettoaufwand von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr:
Nettoertrag i. H. v. 4,0 Mio. EUR).
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
(EGT)
Das EGT verringerte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr somit von
82,3 Mio. EUR um 37,8 Mio. EUR auf 44,6 Mio. EUR.
Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie
sonstige Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten neben dem Körper-
schaftsteueraufwand in Höhe von 2,5
Mio. EUR (Vorjahr: 1,9 Mio. EUR)
sowie Aufwendungen und Erträgen aus der Umlagenverrechnung
aus der Steuergruppe vor allem latente Steuererträge mit einem Be-
trag von 7,4
Mio. EUR (Vorjahr: 6,3 Mio. EUR).
Die sonstigen Steuern betreffen vor allem die Stabilitätsabgabe von
Instituten des Finanzmarkts mit einem Betrag von 2,4
Mio. EUR
(Vorjahr: 2,3
Mio. EUR).
Jahresüberschuss
Der Jahresüberschuss beträgt 48,6 Mio. EUR und liegt damit um
37,0 Mio. EUR unter dem Vergleichswert des Vorjahres von
85,6 Mio. EUR.
Rücklagenbewegung
Die wesentlichen Veränderungen bei den Rücklagen wurden bei
den entsprechenden Bilanzpositionen bereits erläutert.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
052
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Jahresgewinn/Bilanzgewinn
Der ausgewiesene Jahresgewinn beträgt 6,1 Mio. EUR nach
16,5
Mio. EUR im Vorjahr. Zusammen mit dem Gewinnvortrag in
Höhe von 16,5
Mio. EUR ergibt sich für das abgelaufene Geschäfts-
jahr ein Bilanzgewinn von 22,6
Mio. EUR.
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll – unter Berücksichti-
gung der Empfehlung der FMA zu Dividendenausschüttungen –
vom ausgewiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 22.572.925,75 EUR
ein Betrag von 11.239.760,27 EUR an die Eigentümer ausgeschüt-
tet und ein Betrag von 11.333.165,48
EUR auf neue Rechnung vor-
getragen werden.
053
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.3. Bericht über die
Zweigniederlassungen
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat mit Stichtag
31. Dezember 2020 zehn Bankstellen. Neun Bankstellen betreuen
den Markt in Graz (Annenstraße, Herrgottwiesgasse, Kaiserfeld-
gasse, Ragnitz, St. Leonhard-LKH, Steirerhof, Styria Media Center,
Theodor-Körner-Straße, Zinzendorfgasse), eine Bankstelle ist in
Frohnleiten angesiedelt. Damit ist die Anzahl an Bankstellen unver-
ändert geblieben.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
054
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Eigenmittelausstattung
Die anrechenbaren Eigenmittel betragen per 31.12.2020 1.203,6 Mio. EUR gegenüber 1.167,2 Mio. EUR im Vorjahr.
Eigenmittelquote 2020 2019 Veränderung
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 19,37 % 18,75 % 0,62 PP
Gesamtkapitalquote 21,37 % 20,81 % 0,56 PP
Die gesamte Eigenmittelquote konnte trotz einer Erhöhung der risikogewichteten Aktiva infolge des Kreditwachstums insbesondere durch
die Dotierung von Gewinnrücklagen gesteigert werden und liegt nunmehr bei 21,37 % nach 20,81 % im Geschäftsjahr 2019.
Weitere Details sind Punkt C. 19. des Anhangs zu entnehmen.
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis aller Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen definiert. Diese erhöhte sich vor allem auf-
grund rückläufiger Betriebserträge im Jahresvergleich um rund 6,6 Prozentpunkte.
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Betriebserträge 187.990 209.575 –10,30 %
Betriebsaufwendungen 129.503 130.626 –0,86 %
CIR 68,89 % 62,33 % 6,56 PP
Cost/Income Ratio „adjustiert” (CIR „adjustiert“)
Ein ähnliches Bild zeigt die angepasste Cost/Income Ratio. Nach Bereinigung um das bankfremde Geschäft in Höhe von 33,8
Mio. EUR
(Vorjahr: 35,8
Mio. EUR) sowohl im Ertrags- als auch im Aufwandsbereich errechnet sich infolge des Rückgangs der Betriebserträge eine
CIR „adjustiert“ in Höhe von 62,08 % nach 54,58 % im Vorjahr.
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Betriebserträge exkl. bankfremdes Geschäft 154.234 173.822 –11,27 %
Betriebsaufwendungen exkl. bankfremdes Geschäft 95.747 94.873 0,92 %
CIR „adjustiert“ 62,08 % 54,58 % 7,50 PP
055
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Eigenkapitalrendite „Return on Equity“ (RoE)
Eine weitere wichtige Kennzahl ergibt sich, wenn der Jahresüberschuss vor Steuern (EGT) bzw. der Jahresüberschuss nach Steuern dem
durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital (exkl. Bilanzgewinn) gegenübergestellt wird. Je nach Berücksichtigung des Steueraufwands
errechnet sich für das Berichtsjahr eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 4,06 % (Vorjahr: 7,90 %) bzw. eine Eigenkapitalrendite nach
Steuern von 4,43 % (Vorjahr: 8,22 %).
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 44.568 82.340 –45,87 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.098.070 1.042.214 5,36 %
ROE vor Steuern 4,06 % 7,90 % –3,84 PP
In TEUR 2020 2019 Veränderung
Jahresüberschuss 48.642 85.645 –43,21 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.098.070 1.042.214 5,36 %
ROE nach Steuern 4,43 % 8,22 % –3,79 PP
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio)
Die NPL-Ratio ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Qualität der Aktiva von Kreditinstituten. Diese wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Defi-
nition (gem. EBA Risk Dashboard) als Verhältnis der ausgefallenen Forderungen (NPL) zu den gesamten Forderungen (Kundenforderungen
und Forderungen gegenüber Kreditinstituten) berechnet. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition gemäß
Art. 178 CRR herangezogen. Die Quote hat sich einerseits aufgrund des Rückgangs bei den ausgefallenen Forderungen, und andererseits
infolge einer höheren Bemessungsgrundlage zum Berichtsstichtag um 59 Basispunkte reduziert.
2020 2019 Veränderung
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 1,29 % 1,88 % -0,59 PP
Bei einer Analyse der NPL-Ratio ist auch die Coverage Ratio, d. h. die Deckung der ausgefallenen Forderungen durch etwaige Sicherheiten
und gebildete Risikovorsorgen, einzubeziehen. In der RLB Steiermark sind per 31. Dezember 2020 die ausgefallenen Forderungen fast
vollständig durch Risikovorsorgen und Sicherheiten abgedeckt.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
056
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist eine Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Die LCR ist das
Verhältnis des Bestands an erstklassig eingestuften Aktiva zum gesamten Nettoabfluss unter Anwendung eines durch die CRR vorgegebe-
nen Stressszenarios in den nächsten 30 Tagen. Damit soll gewährleistet werden, dass Banken über angemessene Liquiditätspuffer verfü-
gen, um sich einem möglichen Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über einen Zeit-
raum von 30 Tagen stellen zu können.
2020 2019 Veränderung
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 209,33 % 161,02 % 48,31 PP
Die LCR der RLB Steiermark beträgt zum 31. Dezember 2020 209,33 % (Vorjahr: 161,02 %), womit die gültige Mindestquote erfüllt wird.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der strukturellen Liquiditätsausstattung von Kreditinstituten. Institute
müssen sicherstellen, dass ihre langfristigen Verbindlichkeiten sowohl unter normalen als auch unter angespannten Umständen angemes-
sen durch eine breite Vielfalt von Instrumenten der stabilen Refinanzierung unterlegt sind.
Die NSFR ist definiert als das Verhältnis zwischen dem verfügbaren stabil refinanzierten Betrag und dem Betrag, für den eine stabile Refi-
nanzierung erforderlich ist.
2020 2019 Veränderung
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 118,38 % 102,26 % 16,12 PP
Die RLB Steiermark erfüllt mit einer NSFR von 118,38 % (Vorjahr: 102,26 %) die vorgegebene Mindestquote.
057
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.5. Nicht finanzielle Erklärung
Die RLB Steiermark macht vom Wahlrecht zur Aufstellung eines ge-
sonderten nicht finanziellen Berichts gemäß § 243b Abs. 6 UGB Ge-
brauch. Dementsprechend wird hinsichtlich der Angaben gemäß
§ 243b Abs. 2 bis 5 UGB auf den auf der Homepage der RLB Stei-
ermark (https://www.raiffeisen.at/rlbstmk) veröffentlichten gesonder-
ten nicht finanziellen Bericht verwiesen.
I.6. Ereignisse von besonderer
Bedeutung nach dem
Bilanzstichtag
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt gab es keine außerordentlichen
Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die von besonderem öf-
fentlichem Interesse wären oder sich wesentlich auf den Jahresab-
schluss 2020 auswirken würden.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
058
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Die künftige Entwicklung der Konjunktur bleibt aufgrund der
COVID-19-Pandemie weiterhin ungewiss. Mehrere Impfstoffzulas-
sungen und der Beginn von Impfungen in einigen Ländern gegen
Ende des Jahres haben Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pan-
demie geweckt. Gleichzeitig dämpfen zunehmende Infektionen und
damit einhergehend neuerliche Einschränkungen des wirtschaftli-
chen und sozialen Lebens, diverse logistische Probleme bei der
Impfstoffverteilung, sowie das Aufkommen neuer Virusstämme die
Erwartungen. Dadurch könnte sich die erwartete wirtschaftliche Er-
holung weiter verzögern. Die OECD schätzt das globale Wirt-
schaftswachstum für das Jahr 2020 auf –4,2 %. Für 2021 wird mit
einem deutlichen Aufschwung von 4,2 % gerechnet. Die etwas jün-
gere Prognose des IWF geht von einem Rückgang von –3,5 % in
2020 und einer klaren Erholung von 5,5 % in 2021 aus. Das globale
Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 wird vom guten Zugang zu
Impfstoffen, aber auch durch fiskalpolitische Möglichkeiten insbe-
sondere durch die USA und Japan getragen. Auch in China, das
durch rigorose Maßnahmen die Infektionszahlen niedrig halten
konnte, dürfte eine bemerkenswerte Erholung einsetzen. Für Öl ex-
portierende oder vom Tourismus abhängende Entwicklungs- und
Schwellenländer ist der Ausblick durchwegs verhaltener.
Nach dem Rückgang der Wirtschaft in den USA im Jahr 2020 um
3,5 % erwartet der IWF für das folgende Jahr eine deutliche Erho-
lung von 5,1 %. Die raschen Impfstoffzulassungen und auch deren
Verfügbarkeit, sowie die enorme fiskal- und geldpolitische Expan-
sion sollten zum Aufschwung beitragen. Gleichzeitig scheint sich
die Wirtschaft an die eingeschränkten Möglichkeiten kontaktintensi-
ver Aktivitäten anzupassen. Die Arbeitslosenrate dürfte sich verrin-
gern, aber weiterhin erhöht bleiben. Die Fiskal- und Geldpolitik
sollte laut IWF auch mittelfristig genutzt werden, um die Wirtschaft
zu unterstützen und auf einen stabilen Wachstumspfad zu bringen.
Eine stärkere Auswirkung dürfte die COVID-19-Pandemie laut IWF
auf die Eurozone gehabt haben. So soll die Wirtschaft im vergange-
nen Jahr mit –7,2 % deutlich geschrumpft sein. Zudem soll die Er-
holung in diesem Jahr mit 4,2 % auch etwas niedriger als in den
USA ausfallen. Aufgrund der im Vergleich geringeren Flexibilität und
Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft auf die eingeschränkte Mobilität
dürfte die Wirtschaft in der Eurozone nicht im gleichen Maße von
der fiskal- und geldpolitischen Expansion profitieren. Die Arbeitslo-
senquote dürfte mit 9,5 % leicht über dem Vorkrisenniveau liegen. In
Anbetracht dessen wird weiterhin mit einer erheblichen fiskal- und
geldpolitischen Unterstützung gerechnet. Diese massiven Ausga-
ben könnten den Finanzhaushalt einiger Mitgliedsstaaten stark stra-
pazieren. In diesem Zusammenhang spielt die gemeinsame Emis-
II. BERICHT
Ü
BER DIE
V
ORAUSSICHTLICHE
ENTWICKLUNG UND
DIE RISIKEN DES
UNTERNEHMENS
(
AUSBLICK
)
059
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
sion von Schuldtiteln im Rahmen des „Next Generation EU“-Pro-
gramms eine erhebliche Rolle zur Stabilisierung der wirtschaftlichen
Entwicklung in den am stärksten betroffenen Ländern.
Die vollständigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den
europäischen Bankensektor, insbesondere auf das Ausmaß mögli-
cher Kreditausfälle, bleibt weiterhin ungewiss. Durch den breit an-
gelegten Einsatz staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für Kredit-
nehmer durch Moratorien und öffentliche Garantien könnte ein An-
stieg von notleidenden Krediten weiter verzögert werden und erst
im Laufe dieses Jahres die Bankbilanzen belasten. Die EZB analy-
sierte den europäischen Bankensektor und errechnete eine Reduk-
tion der Kernkapitalquote von durchschnittlich 1,3 %-Punkten im
Basis- und 5 %-Punkten im Extremszenario. Die EZB hebt vor allem
den stetigen Kapitalaufbau der letzten Jahre hervor, sodass die eu-
ropäischen Banken auf die Krise gut vorbereitet sind.
Laut Prognosen der OECD und der Europäischen Kommission
dürfte Österreichs Wirtschaft im vergangenen Jahr um 7 % bis 8 %
geschrumpft sein. Aufgrund der erneuten Einschränkungen zum
Jahresende könnte sich die konjunkturelle Erholung weiter verzö-
gern. Das Wirtschaftswachstum sollte 2021 gemäß Schätzungen
der Europäischen Kommission bei 4,1 % liegen. Die OECD geht da-
gegen nur von niedrigen 1,4 % aus. Der Arbeitsmarkt dürften auch
in Österreich weiterhin angespannt bleiben.
Steiermark
Das „Wirtschaftsbarometer“, die halbjährliche Konjunkturumfrage
der Wirtschaftskammerorganisation, spiegelt die künftigen Erwar-
tungen der heimischen Unternehmen wider. Die Umfrage unter 820
steirischen Unternehmen im Oktober 2020 zeugt von einer tiefen
Verunsicherung. 37,1 % gehen von einer weiteren Verschlechterung
des Wirtschaftsklimas in den kommenden 12 Monaten aus, nur je-
der Achte erwartet eine Verbesserung. Fast 30 % stufen die künftige
Entwicklung als nicht einschätzbar ein. Die Steiermark befand sich
damit im Herbst 2020 wirtschaftsklimatisch in einer tiefen Rezes-
sion, die konjunkturelle Talsohle dürfte dennoch vorerst erreicht
sein.
Das negative Wirtschaftsklima schlägt sich auch in den Salden zur
aktuellen Geschäftstätigkeit nieder. Der Saldo des bisherigen Ge-
samtumsatzes beläuft sich auf –36,2 Prozentpunkte, wobei sich vor
allem der Inlandsumsatz negativ entwickelt hat. Die Gesamtumsat-
zerwartungen für die kommenden 12 Monate bleiben mit einem
Saldo von –3 Prozentpunkten gedämpft. Vereinzelt positive Signale
gibt es aus dem Exportbereich (Erwartungssaldo: 19,7 Prozent-
punkte), wohingegen die künftige Entwicklung des Binnenkonsums
sowie der Investitionen eher zurückhaltend eingeschätzt werden.
Die wirtschaftliche Entwicklung rund um die COVID-19-Pandemie
schlägt sich unvermindert auch auf die Investitionsbereitschaft der
steirischen Unternehmen nieder. Die Investitionstätigkeit ist im Laufe
der vergangenen 12 Monate deutlich zurückgegangen, sodass im
Saldo ein Negativwert von –8,3 Prozentpunkten zu Buche steht. Die
Erwartungen für das kommende Jahr sind zudem sehr verhalten:
Die positiven und negativen Erwartungen halten sich die Waage,
wobei vor allem die Einschätzungen der Großunternehmen von Zu-
rückhaltung geprägt sind. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit
stehen weiterhin Ersatzinvestitionen (in 48,3 % der Fälle).
Die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen haben den Arbeits-
markt massiv unter Druck gebracht, trotz rascher und wichtiger Ge-
gensteuerungsmaßnahmen. Die Situation dürfte sich in den kom-
menden 12 Monaten noch weiter verschärfen. Jedes dritte Unter-
nehmen plant in naher Zukunft Personal abzubauen, nur 12,9 % er-
warten eine Erhöhung ihrer Beschäftigtenzahl (Erwartungssaldo:
–20,3 Prozentpunkte). Vor allem die mittelständische Wirtschaft
zeigt sich personaltechnisch besonders pessimistisch, womit eine
schnelle Erholung am Arbeitsmarkt in weite Ferne rückt.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Die RLB Steiermark wird auch in weiterer Zukunft den Unternehmen
und Privaten als fairer Partner zur Seite stehen. Dies geschieht
durch umfassende Begleitung in Form von eingehender Beratung
und Lösungsfindung nicht zuletzt aufgrund des Auslaufens staatli-
cher Hilfen wie Überbrückungsfinanzierungen oder des gesetzli-
chen Kreditmoratoriums mit 31. Jänner 2021. Zum Schutz der Ge-
sundheit werden in allen Bankstellen sowie bei Kundenkontakten
weitgehende Vorsichtsmaßnahmen weitergeführt. Zudem werden
bis auf Weiteres keine Kundenveranstaltungen sowie Präsenz-Schu-
lungen durchgeführt und stattdessen alternative digitale Formate
wie Videoberatung entwickelt und eingesetzt. Auf der digitalen
Agenda von Raiffeisen stehen außerdem der Einsatz der Debit Mas-
tercard inklusive Einbindung in Apple Pay und LAKS Pay, die Ein-
führung der Bezahlmethode von bluecode bei jö&GO, die Umset-
zung von Raipay und eines Business Portals. Den persönlichen
Kundenkontakt – gerade für wichtige finanzielle Entscheidungen –
erachtet die RLB Steiermark aber auch weiterhin als essentiell, was
sich auch in der Positionierung als „Digitale Regionalbank“ manifes-
tiert. Dies wird auch bei der Eröffnung der neuen Bankstelle „Raiffei-
sen City“ in der Grazer Herrengasse direkt beim Landhaus berück-
sichtigt. Neben den neuesten digitalen Bankservices stehen den
Kunden dort auch „Digital Coaches“ als Ansprechpartner zur Verfü-
gung. Sie beraten die Kunden bei Fragen zu den digitalen Angebo-
ten und stellen den Kontakt zu Fachberatern her. Die Bankstelle
wird darüber hinaus durch ein Konzept des Medienkünstlers
Richard Kriesche zum Gesamtkunstwerk und gesellschaftspoliti-
schen Statement. Raiffeisen fördert junge steirische Kunstschaf-
fende mit einem Betrag von 10 Cent für jede Behebung, die am
BankAutomat vor Ort getätigt wird.
Der bereits eingeschlagene Weg zur strategischen Neuausrichtung
wird 2021 konsequent weitergeführt. Sie trägt bei, die Wettbewerbs-
fähigkeit und Innovationskraft sowohl im eigenen Institut als auch
für die gesamte steirische Raiffeisen-Bankengruppe zu stärken.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
060
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Dies geschieht aus der Position der Stärke auf Grundlage der aus-
gezeichneten Marktposition und des nachhaltigen Eigenkapitalauf-
baus der letzten Jahre. Mit der Etablierung des neuen Vorstandsbe-
reichs Transformation und der Verschlankung der Aufbauorganisa-
tion trägt man dem umfassenden Wandel Rechnung. Hierarchien
sollen flacher und Expertenrollen gestärkt werden. Nach dem er-
folgten Grundsatzbeschluss zur Verschmelzung der HYPO Steier-
mark in die RLB Steiermark und Betreuung der HYPO-Kunden unter
dem Dach der Marke Raiffeisen laufen die Vorbereitung für die tech-
nische Umsetzung bereits auf Hochtouren. Die Kommunikation mit
den HYPO- aber auch den RLB-Kunden wird verstärkt. Ziel ist es,
durch die Bündelung der Kräfte zu einer noch stärkeren Stadtbank
zu werden. Die HYPO-Filialen bzw. Büros in Leibnitz, Deutschlands-
berg und Bruck an der Mur werden ebenfalls zu Standorten der Rai-
ffeisen-Landesbank Steiermark.
Hinsichtlich Beteiligungen steht das Jahr 2021 weiterhin unter dem
Blickwinkel der Optimierung des Beteiligungsportfolios im Sinne der
Unternehmensstrategie der RLB sowie des weiteren Ausbaus der
Servicierung von Jung-Unternehmern/Gründern durch das neu ge-
gründete Tochterunternehmen, die RLB Steiermark Taten GmbH,
und der Teilnahme an einer Initiative der Raiffeisen Bank Internatio-
nal zur Schaffung eines privaten österreichischen Mittelstands-
fonds.
Die RLB Steiermark ist für die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark
Zentralinstitut im Sinne des BWG und erbringt – teilweise über Toch-
tergesellschaften – weit über die gesetzlich geregelten Bereiche
hinaus Leistungen für den steirischen Raiffeisen-Sektor. Die Leistun-
gen umfassen u. a. die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, die Pro-
duktentwicklung, Organisationsberatung, Services in den Bereichen
Bausparen, Versicherung und Wertpapiere, Marketing sowie die be-
triebswirtschaftliche Unterstützung und Beratung. Gemeinsam mit
den eigenständigen Raiffeisenbanken werden Marktstrategien für
die Segmente Firmenkunden sowie Privatkunden umgesetzt, wei-
ters werden Effizienzpotenziale durch Optimierung der Struktur und
Angebote in den Bankstellen sowie durch bankübergreifende Ko-
operationen analysiert. Marktseitig konnte die Raiffeisen-Banken-
gruppe – das sind die steirischen Raiffeisenbanken und die RLB
Steiermark zusammen – die hohen Kundenanteile sichern. Sie be-
treut rund 800.000 Privat- und Firmenkundenbeziehungen und ist
somit führend im Bundesland.
Ausgehend von einem weiterhin schwierigen Umfeld bedingt so-
wohl durch die COVID-19 Pandemie als auch durch das Zinsumfeld
erwarten wir ein herausforderndes Jahr 2021.
In unseren wesentlichen Geschäftsfeldern (Firmenkunden, Privat-
kunden, Immobilienprojekte und Institutionelle) stehen bei der Kre-
ditvergabe weiterhin die Kriterien Bonität und Sicherheit und damit
die Qualität der Forderungen im Fokus. Bedingt durch die Rahmen-
bedingungen wird ein gedämpftes Kreditwachstum im Vergleich zu
den vergangenen Jahren mit weiterhin hohem Druck auf die Mar-
gen erwartet. Die Ergebniserwartung in der Eigenveranlagung ist
wegen des Zinsumfelds ebenfalls rückläufig. Einlagenseitig sind
durch die Liquiditätssituation am Markt und das hohe Kundenver-
trauen weiterhin Zuflüsse zu erwarten. Im Provisionsgeschäft rech-
nen wir – gestützt durch die weitere Forcierung unseres Dienstleis-
tungsangebotes vor allem im Wertpapierbereich – mit einer Steige-
rung gegenüber dem Jahr 2020. Auf das geänderte Kundenverhal-
ten reagieren wir durch weitere gezielte und gebündelte Investitio-
nen in digitale Services sowohl im Privat- als auch im Firmenkun-
denbereich.
Als wesentlichstes Projekt steht die Umsetzung der geplanten Ver-
schmelzung mit der HYPO Steiermark am Programm. Die Betriebs-
aufwendungen werden dadurch in 2021 noch einen Anstieg ver-
zeichnen, bevor sich diese in den Folgejahren aufgrund von Syner-
gieeffekten infolge der Fusion nachhaltig verringern sollten.
Als die größten Ergebnistreiber 2021, aber auch als größte Unsi-
cherheitsfaktoren, werden nach wie vor die Beteiligungserträge aus
der RBI sowie die Kreditrisikovorsorgen eingestuft. Für 2021 ist ein
höheres Volumen an ausgefallenen Forderungen und damit einher-
gehend ein höherer Einzelwertberichtigungsbedarf als Folge der
COVID-19 Pandemie zu erwarten. Im Bereich der parameterbasier-
ten Risikovorsorgen war – insbesondere durch die COVID-19-be-
dingte Berücksichtigung der geänderten zukunftsbezogenen Infor-
mationen (makroökonomische Prognosen) – bereits im Geschäfts-
jahr 2020 ein erheblicher Auftrieb zu verzeichnen, sodass hier für
2021 keine nennenswerten Auswirkungen erwartet werden.
Risikofaktoren für diesen Ausblick bleiben weiterhin eine länger als
erwartete Dauer der COVID-19-Krise sowie eine andere als die er-
wartete Zinsentwicklung und Unsicherheiten über den weiteren ge-
samtwirtschaftlichen Verlauf.
II.2. Wesentliche Risiken
und Ungewissheiten
Das Risikomanagement der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
folgt den Zielen und Anforderungen der gültigen Risikostrategie und
-politik, die auf Basis des jährlichen Budgetierungs- und Planungs-
prozesses aktualisiert werden. Die Risikostrategie legt die strategi-
sche Ausrichtung für alle Arten von Risiken innerhalb der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark AG fest. Damit stellt die Risikostrategie das
oberste Lenkinstrument für risikoorientiertes Management dar und
ist ein Eckpfeiler im Rahmen der Steuerung, Überwachung und Be-
grenzung von Risiken. Sie trägt so wesentlich zur Sicherstellung der
internen Kapitaladäquanz bei. Abgeleitet von der Risikostrategie
verfolgt die RLB Steiermark mit ihrer Risikopolitik das Ziel, alle rele-
vanten Risiken, die sich aus dem Bankgeschäft und dem Bankbe-
trieb ergeben, frühzeitig zu erkennen und durch eine wirksame Risi-
kosteuerung aktiv zu managen und zu begrenzen. Alle Einzelrisiken
061
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
sollen dabei permanent und vollständig erfasst werden. Um Risiken
effektiv erkennen, einstufen und steuern zu können, verfügt die
Bank über ein umfassendes Risikomanagement und -controlling.
Klare Verantwortlichkeiten sind die Grundlage des Risikomanage-
ments in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG. Es werden er-
forderliche organisatorischen Vorkehrungen getroffen, um den An-
forderungen eines modernen Risikomanagements zu entsprechen.
Es gibt eine klare Trennung zwischen Markt und Risikobeurteilung,
-messung und -kontrolle. Die Marktfolgeaufgaben werden zur Ver-
meidung von Interessenkonflikten von unterschiedlichen Organisati-
onseinheiten wahrgenommen.
Alle Organisationseinheiten, die mit der Risikoerkennung, -erfas-
sung, -bewertung und -analyse befasst sind, sind unter der direkten
Leitung des Risikovorstands (CRO, Chief Risk Officer) zusammen-
gefasst. Das Problemkreditmanagement ist ebenfalls dem Risiko-
vorstand zugeordnet. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
übernimmt zudem das Risikomanagement für ihre Konzerntochter,
die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG und erbringt Services
für die einzelnen Raiffeisenbanken im Verbund. In Hinblick auf die
eingesetzten Methoden im Risikomanagement bedient sie sich ei-
nerseits eigener Entwicklungen und nutzt verschiedene Services in
Kooperation mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
und arbeitet andererseits eng mit der SRG (Sektorrisiko eGen – vor-
mals ÖRE Österreichische Raiffeisen Einlagensicherung) zusam-
men.
Gemäß den Bestimmungen des § 39a BWG sowie der Kreditinsti-
tute-Risikomanagementverordnung (KI-RMV) haben Banken über
wirksame Pläne und Verfahren zu verfügen, um die Höhe, die Zu-
sammensetzung und die Verteilung des Kapitals, welches zur quan-
titativen und qualitativen Absicherung aller wesentlichen bankge-
schäftlichen und bankbetrieblichen Risiken zur Verfügung steht, zu
ermitteln. Darauf aufbauend haben sie Kapital in erforderlichem
Ausmaß zu halten. Diese Verfahren werden im ICAAP (Internal
Capital Adequacy Assessment Process) zusammengefasst und in
der RLB Steiermark im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung
dargestellt und berichtet.
Die RLB-Stmk Verbund eGen erstellt als oberste Finanzholding tour-
lich einen Gruppen-Sanierungsplan gemäß §§ 15ff BaSAG. Weiters
wird ein gesonderter Plan auf L-IPS (Landes-Institutional Protection
Scheme) Ebene und ein weiterer Plan auf B-IPS (Bundes-Institutio-
nal Protection Scheme) Ebene erstellt. Die RLB Steiermark ist Mit-
glied des RLB Stmk Verbund eGen Sanierungsplans sowie des
L-IPS und B-IPS Sanierungsplans und muss daher keinen eigenen
Sanierungsplan erstellen.
Diese Sanierungspläne werden auf Basis der einschlägigen gesetz-
lichen Vorgaben, insbesondere des Bundesgesetzes über die Sa-
nierung und Abwicklung von Banken (BGBl. I 98/2014) und der
Guidelines der EBA und der FMA erstellt. Sämtliche Annahmen,
Berechnungen und Prognosen basieren auf festgestellten Zahlen
zum 31.12.2019 und wurden im Jahr 2020 der Aufsicht zur Verfü-
gung gestellt.
Die RLB Steiermark ist Mitglied der Einlagensicherung Austria
(ESA), der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorgani-
sation Steiermark und des Solidaritätsvereins der Raiffeisen-Geldor-
ganisation Steiermark, der Raiffeisen-Einlagensicherung Steiermark
eGen sowie auch Mitglied der Haftungsverbünde des Landes- und
Bundes-IPS.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau
eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG
jährlich Beiträge bis Mitte 2024 zu leisten. Die Höhe der Beiträge
richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Ein-
lagen und der Ausprägung der Risiken, denen das Institut ausge-
setzt ist. Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung Sonderbei-
träge einheben. Im Geschäftsjahr 2020 hat die ESA einen Großteil
der im Einlagensicherungsfonds vorhandenen Mittel für die Entschä-
digung der Einleger in den beiden Sicherungsfällen Anglo Austrian
AAB und Commerzialbank Mattersburg verwendet. Der dafür aufge-
wendete Betrag i. H. v. 550 Mio. EUR muss allerdings nicht sofort
wieder aufgefüllt werden, sondern kann in Abstimmung mit der FMA
auf die verbleibenden fünf Jahre bis zur Erreichung der Zielausstat-
tung 2024 verteilt werden. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde sei-
tens der RLB Steiermark ein Beitrag i. H. v. 1.138 TEUR (Vorjahr:
588 TEUR) geleistet, welcher auch den aliquoten Anteil für die Wie-
derauffüllung des Fonds enthält.
Darüber hinaus ist die RLB Steiermark gesetzlich dazu verpflichtet,
einen jährlichen Beitrag in den einheitlichen Abwicklungsfonds
(„Single Resolution Fund“, „SRF“) auf europäischer Ebene zu leisten.
In der RLB Steiermark werden tourlich Stresstests durchgeführt und
im Gesamtbankrisikokomitee im Konzern behandelt. Stresstests lie-
fern ergänzende Informationen zu den Value-at-Risk-Analysen und
zeigen mögliche Verlustpotenziale auf. In den Stresstests werden
u. a. Veränderungen des volkswirtschaftlichen Umfelds durch mak-
roökonomische Szenarien dargestellt. Die Szenarien unterliegen ei-
nem jährlichen Review. Neben den tourlichen Stresstests wurden
zusätzliche Szenarien aufgrund der COVID-19 Situation gerechnet.
Darüber hinaus wurden speziell im Kreditrisiko Sensitivitätsanalysen
durchgeführt. Die Risikotragfähigkeit war bei allen Stressszenarien
gegeben. Zusätzlich werden reverse Stresstests durchgeführt, wel-
che speziell auf die risikosensitiven Bereiche im RLB Steiermark
Konzern abzielen und dem Management somit wichtige Informatio-
nen für die Steuerung der Risiken liefern.
In der Risikocontrolling-Datenbank der RLB Steiermark sind die Ri-
sikostrategie und -politik, die Grundsätze des Risikomanagements
sowie die Darstellung der einzelnen Risiken hinsichtlich Messung,
Limitsystem, Überwachung und Verantwortlichkeiten umfangreich
dokumentiert.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
062
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Folgende allgemeine risikopolitische Grundsätze sind in der aktuell
gültigen Risikostrategie verankert:
Klare und nachvollziehbare Entscheidungen.
Sorgfältige, zeitnahe und realistische Bonitätsbeurteilung bei al-
len Aktivgeschäften.
Bei einer nicht transparenten, unüberschaubaren Risikolage wird
nach dem Vorsichtsprinzip gehandelt.
Konsequente Risikosteuerung durch eine rechtzeitige Identifika-
tion und Bewertung der Risiken sowie eine entschlossene Um-
setzung der erforderlichen Maßnahmen.
Eine Risikominimierung erfolgt auch durch eine entsprechende
Diversifizierung aller Bankgeschäfte.
Durch eine effiziente Steuerung sehen wir Risiken auch als Er-
tragschance.
Risiken der Bank werden immer ausreichend diversifiziert, und
zwar sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern als auch über die
Geschäftsfelder hinausgehend.
Entwicklung und Integration funktionierender Prozesse in den
täglichen Geschäftsablauf.
Produkteinführungen oder neue Markteintritte beruhen auf einer
spezifischen Risikoanalyse, die auf einer vorausgehenden Ein-
schätzung der Risiken basiert.
Produkte und Dienstleistungen werden nur dann unseren Kun-
den angeboten, wenn wir dafür die Berechtigung, entsprechen-
des Fachwissen und die dafür nötige Infrastruktur haben.
Know Your Customer: Wir kennen unsere Kunden und vergeben
daher Kredite nur nach eingehender Schuldner- und Bonitäts-
prüfung.
Die Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken werden unter Berück-
sichtigung der Risikotragfähigkeit im RLB Steiermark Konzern struk-
turiert und in angemessenen Abständen überprüft. Der Vorstand
steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf Basis des Extremfalls
(VaR 99,9 %). Das aus dem RLB Steiermark Konzern zugewiesene
ökonomische Kapital wird sodann laufend auf seine Ausnützung hin
überwacht.
Als strenge Nebenbedingung wird die Einhaltung in der Going-Con-
cern-Betrachtung (VaR 95 %) laufend überwacht.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungs-
grundlage für das Management und wichtiger Bestandteil des lau-
fenden Risikoberichts an den Vorstand und des vierteljährlichen Ri-
sikoberichts an den Aufsichtsrat.
Das Risikocontrolling berichtet das aktuelle Gesamtbankrisiko
periodisch an den Vorstand, wobei im Rahmen der Risikotragfähig-
keitsanalyse die Überwachung der aktuellen Ausnutzung der Limits
in den einzelnen Risikoarten bzw. Geschäftsfeldern erfolgt. Des
Weiteren verantwortet das Risikocontrolling die laufende Weiterent-
wicklung und Implementierung der Methoden zur Risikomessung
und Verfeinerung der Steuerungsinstrumente sowie die Wartung
und Aktualisierung der Regelwerke.
Im Konzerngremium „Gesamtbankrisiko-Steuerungskomitee“ wer-
den die Berichte analysiert und die erforderlichen Maßnahmen zur
Risikosteuerung festgelegt.
Neben dem Adressenausfallsrisiko (u. a. Kredit- u. Beteiligungsri-
siko) werden auch das Marktpreisrisiko für Zinsänderungen, Wäh-
rungskursschwankungen und Anleihenkurse, bankbetriebliche ope-
rationale Risiken, das Liquiditätsrisiko und sonstige Risiken in die
Betrachtung einbezogen.
Offenlegung
Die Offenlegung gemäß Basel III (Artikel 431ff. CRR) erfolgt auf konso-
lidierter Basis des Konzernabschlusses der RLB-Stmk Verbund eGen.
Diese Daten sind unter dem Link www.rlbstmk.at entsprechend ver-
öffentlicht.
Die im Folgenden enthaltenen quantitativen Angaben basieren auf
dem internen Berichtswesen zur Gesamtbankrisikosteuerung.
Gesamtbankrisiko
Die Risikotragfähigkeitsanalyse anhand des internen Kapital-
adäquanzverfahrens (Internal Capital Adequacy Assessment Pro-
cess – ICAAP) ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbankrisi-
kosteuerung der RLB Steiermark. Internationaler Best Practise fol-
gend ist der ICAAP als revolvierender Steuerungskreislauf aufge-
setzt. Dieser startet mit der Definition einer Risikostrategie, durch-
läuft dann den Prozess der Risikoidentifikation, -quantifizierung und
-aggregation, und schließt mit der Bestimmung der Risikotragfähig-
keit, Kapitalallokation und Limitierung bis hin zur laufenden Risiko-
überwachung. Die einzelnen Elemente des Kreislaufes werden mit
unterschiedlicher Frequenz durchlaufen (z. B. täglich für die Risi-
komessung Marktrisiko Handelsbuch, jährlich für Risikoinventur, Ri-
sikostrategie und -politik). Alle im Kreislauf beschriebenen Aktivitä-
ten werden zumindest jährlich auf ihre Aktualität und ihre Angemes-
senheit hin geprüft und bei Bedarf an die aktuellen Rahmenbedin-
gungen angepasst.
Im Rahmen der Risikoinventur erhebt die RLB Steiermark, welche
Risiken im laufenden Bankbetrieb vorhanden sind und welche Be-
deutung bzw. welches Gefahrenpotenzial diese Risiken für die RLB
Steiermark haben. Dabei wird nicht nur eine quantitative Einschät-
zung der einzelnen Risikoarten vorgenommen, sondern es werden
auch die vorhandenen Methoden und Systeme zur Überwachung
und Steuerung der Risiken beurteilt (qualitative Beurteilung). Die Er-
gebnisse der Risikoinventur werden ausgewertet, zusammenge-
fasst und fließen in die Risikostrategie und -politik ein.
063
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstat-
tung erfolgt tourlich auf Basis der nach internen Modellen ermittel-
ten Risiken, wobei in der Wahl der Modelle auf die Wesentlichkeit
der Risiken Rücksicht genommen wird.
Ziel ist es sicherzustellen, dass die RLB Steiermark jederzeit über
ausreichende Risikodeckungsmassen verfügt, um eingegangene
Risiken auch im unerwarteten Fall tragen zu können. Daher werden
alle identifizierten und quantifizierten Risiken zu einem Gesamtbank-
risiko aggregiert.
Dem aggregierten Gesamtverlustpotenzial werden die zur Deckung
dieser potenziellen Verluste zur Verfügung stehenden Deckungs-
massen aus dem RLB Steiermark Konzern gegenübergestellt, um
festzustellen, ob die Bank in der Lage ist, Verluste ohne schwerwie-
gende negative Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit zu verkraf-
ten. In der „Going Concern“-Betrachtung (VaR 95 %) müssen das
Risikopotenzial und die Risikotragfähigkeit so aufeinander abge-
stimmt sein, dass die Bank in der Lage ist, einen negativen Belas-
tungsfall zu verkraften und die geordnete Geschäftstätigkeit fortzu-
setzen. Das Absicherungsziel des Extremfallansatzes (VaR 99,9 %)
spiegelt die aufsichtsrechtliche Sichtweise wider und dient dem
Schutz der Gläubiger.
Auf Basis des Extremfallszenarios wurde zum 31. Dezember 2020
ein ökonomischer Kapitalbedarf von 740,5
Mio. EUR nach
713,2
Mio. EUR im Vorjahr ermittelt. Die korrespondierende
Deckungsmassenzuweisung aus dem Konzern belief sich auf
1.535,8
Mio. EUR nach 1.554,8 Mio. EUR zum Jahresultimo 2019.
Anteile der Risikoarten am Gesamtbankrisiko im Extremfall-
szenario:
Geschäftsjahr 2020
Geschäftsjahr 2019
In weiterer Folge werden die wesentlichsten Risikoarten erläutert:
Adressrisiko
Das Adressrisiko beinhaltet das Kreditrisiko im engeren Sinn (inkl.
Kontrahentenrisiko aus Wertpapieren), das Konzentrationsrisiko bei
Fremdwährungskrediten, das Credit-Value-Adjustment Risiko (CVA-
Risiko), das Länderrisiko und das Beteiligungsrisiko.
Kreditrisiko
Darunter verstehen wir die Gefahr eines teilweisen oder vollständi-
gen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen bei Kreditgeschäf-
ten. Das kann in der Bonität des Geschäftspartners oder mittelbar
über den Sitz des Geschäftspartners im Länderrisiko begründet
sein. Innerhalb des Kreditrisikos werden zwei Ausprägungen unter-
schieden: Der Expected Loss (EL) und der Unexpected Loss (UL).
Der EL wird durch den Ansatz einer adäquaten Prämie (Standardri-
sikokosten) kompensiert, während der UL durch das ökonomische
Kapital gedeckt werden muss. Der Expected Loss fließt im Rahmen
der Risikotragfähigkeitsanalyse über die Position „excess/shortfall“
(Expected Loss vs. Stand Risikovorsorgen) in der Risikodeckungs-
masse ein. Der Unexpected Loss wird im Kreditrisiko berücksichtigt.
Das Kreditrisiko wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als
auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Diese Analyse
lässt ein Abschätzen des Ausmaßes des Risikos und gegebenen-
falls die Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion
zu. Für die Steuerung des Kreditrisikos sind u. a. Limits auf Portfo-
lioebene, Kreditnehmerebene und Produktebene festgelegt. Das
Kreditrisiko stellt neben dem Beteiligungsrisiko bei Weitem die wich-
tigste Risikokategorie für die RLB Steiermark dar.
Die Steuerung des Kreditrisikos basiert auf dem Grundsatz, dass
die Kreditvergabe ausschließlich nach dem Know-your-Customer-
Prinzip erfolgt, d. h., Kredite werden erst nach eingehender Perso-
nen- und Bonitätsprüfung und nach dem Vier-Augen-Prinzip (Markt
und Marktfolge) vergeben. Für die Beurteilung der Bonität und Wert-
haltigkeit von Sicherheiten verwendet die RLB Steiermark das im
Geschäftsjahr 2019
9,8 %
Sonstige Risiken
15,9 %
Marktpreisrisiko
70,4 %
Adressrisiko
3,9 %
Operationelles Risiko
10,1 %
Sonstige Risiken
Geschäftsjahr 2020
21,1 %
Marktpreisrisiko
64,9 %
Adressrisiko
3,9%
Operationelles Risiko
JAHRESFINANZBERICHT 2020
064
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
Raiffeisensektor eingesetzte Rating- und Sicherheitenbewertungs-
modell. Die bankinternen Ratingmodelle unterliegen einer regelmä-
ßigen, jährlichen quantitativen und qualitativen Validierung, bei der
das betreffende Ratingmodell daraufhin geprüft wird, ob es die zu
messenden Risiken treffsicher abbildet. Das interne Ratingmodell
umfasst 13 Stufen, wobei jeder Ratingstufe eine Ausfallswahr-
scheinlichkeit zugeordnet ist.
Ratingstufen
Internes
Ratingmodell
Erklärung
0,5 Risikolos
1 Ausgezeichnete Bonität
1,5 Sehr gute Bonität
2 Gute Bonität
2,5 Durchschnittliche Bonität
3 Akzeptable Bonität
3,5 Schwache Bonität
4 Sehr schwache Bonität
4,5 Ausfallsgefährdet
5 Ausfall (90 Tage überfällig)
5,1
Ausfall (u. a. Restrukturierung,
Zinsfreistellung, sonstige)
5,2 Ausfall (u. a. Insolvenz)
NR Nicht geratet
Rund 96 % (Vorjahr: 96 %) des Kundenportfolios (EAD-Exposure)
entfallen auf die Ratingstufen 0,5 bis 3,0.
Das Berichtswesen zum Kreditrisiko auf Portfolioebene basiert auf
dem Kundenrating; Sicherheiten werden risikomindernd angesetzt.
Das Reporting umfasst u.a. auch die Betrachtung der größten we-
sentlichen Einzelrisiken.
Kreditentscheidungen bedürfen ab einer definierten Grenze der Zu-
stimmung von Markt und Marktfolge (Kreditrisikomanagement). Für
den Fall voneinander abweichender Voten zwischen den einzelnen
Kompetenzträgen ist ein standardisiertes Eskalationsverfahren ein-
gerichtet.
Im Frühwarnsystem für das Kundenkreditgeschäft sind je nach Aus-
prägung des Risikogehalts insgesamt vier Betreuungsstufen defi-
niert, welche eine optimale Zusammenarbeit von Markt und Markt-
folge gewährleisten. Der Vorstand wird zeitnah durch ein entspre-
chendes Reporting informiert.
Im Zusammenhang mit COVID-19 wurden verschiedenste Maßnah-
men ergriffen, um die staatlichen Maßnahmen mittels Vergabe von
Überbrückungsfinanzierungen und Stundungen entsprechend zu
unterstützen. Das Reporting wurde entsprechend erweitert, um eine
mögliche Verschlechterung der Kunden rasch zu identifizieren und
eine aktive Steuerung des Portfolios zu gewährleisten. In diesem
Zusammenhang wurden auch unterschiedliche Szenarien im Kon-
zern in Bezug auf die Risikotragfähigkeit durchgeführt und im Ma-
nagement behandelt.
Die Berechnung der Non-Performing Loans Ratio (NPL-Ratio) für
ausgefallene Kredite wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Definition
(EBA Risk Dashboard) ermittelt. Dabei werden neben den Kunden-
forderungen auch die Forderungen gegenüber Kreditinstituten in
die Bemessungsgrundlage miteinbezogen.
Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Defini-
tion gemäß Art. 178 CRR herangezogen. Als Non-Performing Loans
werden alle Forderungen mit einer Bonitätseinstufung von 5,0 bis
5,2 sowie Konten mit Forbearance-Kennzeichen definiert. Sobald
ein Kunde mit mehr als 90 Tagen in Verzug ist oder ein kundenbe-
zogenes Ausfallskriterium zutrifft, wird der Kunde als ausgefallen
gewertet und den Ausfallsklassen 5,0 bis 5,2 zugeordnet. Zum
31.12.2020 betrug die NPL-Ratio in der RLB Steiermark 1,3 % (Vor-
jahr: 1,9 %).
Unter Berücksichtigung der außerbilanziellen Geschäfte (Gesamt-
obligo) ergibt sich in der RLB Steiermark zum 31.12.2020 eine Non-
Performing Exposure-Quote (NPE-Ratio) von 1,2 % (Vorjahr: 1,1 %).
Das Länderrisiko umfasst das Transferrisiko sowie das politische Ri-
siko aus Cross-Border-Geschäften. Die aktive Länderrisikosteue-
rung der RLB Steiermark erfolgt auf Basis der im Konzern festgeleg-
ten Länderlimits, welche jährlich neu festgelegt werden. Bei einer
negativen Veränderung der Ratings der einzelnen Länder bzw. bei
Erkennen von negativen wirtschaftlichen Entwicklungen werden
auch unterjährig Limitreduktionen vorgenommen. Das auf ausländi-
schen Märkten aushaftende EAD-Exposure (EAD: Saldo + 50 %
der nicht ausgenutzten Rahmen) beträgt 12,3 % per 31.12.2020
(Vorjahr: 13,6 %),
Das Reporting über Fremdwährungskredite und endfällige Kredite
mit Tilgungsträgern ist im laufenden Berichtswesen integriert. Die
Kundenberatung ist bei diesen Produkten auf Risikoreduktion und
vermögensichernde Maßnahmen ausgerichtet. Das Volumen dieser
Portfolios wird laufend aktiv reduziert. Der Anteil des Fremdwäh-
rungsvolumens am Gesamtexposure liegt mit Jahresende bei 1,4 %
(Vorjahr: 1,5 %). Bezogen auf die bilanziellen Forderungen beträgt
der Anteil der Fremdwährungskredite 1,7 % (Vorjahr: 1,8 %).
065
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Für Branchen-, Projektfinanzierungen und Finanzierungen im Devi-
senausland ist ein Limitsystem im Einsatz.
Credit Value Adjustment-Risiko (CVA)
Das CVA-Risiko bezeichnet das Risiko einer Anpassung der Kredit-
bewertung. Die Ermittlung erfolgt in Anlehnung an die aufsichts-
rechtlichen Eigenmittelerfordernisse.
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst das Risiko potenzieller Verluste aus
Beteiligungsverhältnissen, die im Rahmen von Veräußerungen,
durch Dividendenausfälle sowie aufgrund von Wertminderungen
entstehen können. Der überwiegende Teil des Beteiligungsrisikos
resultiert aus Sektorbeteiligungen.
Marktpreisrisiko
Unter Marktpreisrisiko versteht man den potenziell möglichen Ver-
lust durch schwankende bzw. sich ändernde Zinssätze, Credit-
Spreads, Devisen- oder Aktienkurse. In der RLB Steiermark werden
Marktpreisrisiken im Bank- und im Handelsbuch eingegangen, wo-
bei das Handelsbuch einer zusätzlichen Limitierung mit täglicher
Berichtsfrequenz unterliegt. Die Risikopositionen ergeben sich aus
dem Kundengeschäft und dem Eigengeschäft der Bank.
Die Messung und Steuerung erfolgt auf Basis standardisierter und
konzerneinheitlicher Prozesse. Die operative Steuerung erfolgt
durch das Konzern Treasury. Die Limitierung erfolgt über die Risiko-
tragfähigkeitsrechnung.
Die Risiken werden mit Value-at-Risk-Ansätzen sowie ergänzenden
statistischen Verfahren ermittelt. Die Value-at-Risk-Werte werden
mittels historischer Simulation bzw. parametrischer Verfahren er-
rechnet.
Das Zinsänderungsrisiko wird hinsichtlich aufsichtsrechtlicher Erfor-
dernisse über die Zinsrisikostatistik ermittelt. Dabei wird die barwer-
tige Veränderung des Zinsbuchs bei einer Parallelverschiebung der
Zinskurve um 200 Basispunkte gerechnet. Ergänzend dazu dienen
weitere Modelle einer umfassenden Zinsrisikosteuerung auf Ge-
samtbankebene.
Im Rahmen der Marktpreisrisikoermittlung werden auch das Veran-
lagungs-, das Options-, Aktien- und das Währungs-Risiko ermittelt
und im Rahmen der Limitarchitektur berücksichtigt.
Das Veranlagungsrisiko (Credit-Spread-Risiko) beschreibt das Ver-
lustrisiko aufgrund sich ändernder Marktpreise, welches durch Än-
derungen von Credit-Spreads bzw. der Spreadkurve hervorgerufen
wird.
Das Aktienrisiko steht für das Verlustrisiko durch Veränderungen
von Aktienkursen.
Währungsrisiken stehen für die Verringerung des Ergebnisses
durch eine Veränderung von Wechselkursen bei offenen Währungs-
positionen in der Bilanz. Das Währungsrisiko wird auf Tagesbasis
vom Konzern-Treasury ausgesteuert.
Sowohl für das Zinsänderungs- als auch für das Credit-Spread-,
das Options-, das Aktien- und das Währungsrisiko sind spezielle
Stresstests implementiert.
Zur Absicherung von Zinsänderungs- und Wechselkursrisiken wer-
den marktübliche Finanzinstrumente eingesetzt. Zu den Details die-
ser Derivatgeschäfte sowie Darstellung der Bewertungsmethoden
wird auf den Anhang verwiesen.
Liquiditätsrisiko
Die Liquiditätsrisikosteuerung der RLB Steiermark erfolgt in enger
Abstimmung mit dem Liquiditätsmanagement im Konzern der RLB
Steiermark, wobei die operative Liquiditätssteuerung vom Konzern-
Treasury durchgeführt wird. Die verwendeten Kapitalbindungs- und
Stressannahmen werden einer tourlichen Analyse und Aktualisie-
rung unterzogen.
Eine der Kernfunktionen der RLB Steiermark ist die Rolle als Liquidi-
tätsausgleichsstelle der steirischen Raiffeisen-Bankengruppe (RBG)
in der Funktion eines Zentralinstituts gemäß § 27a BWG. Im Stufen-
bau der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark tätigen die lokalen
Raiffeisenbanken primär Einlagen- und Kreditgeschäft mit Endkun-
den. Die RLB Steiermark agiert analog im eigenen lokalen Wir-
kungsbereich und wickelt zudem den Liquiditätstransfer innerhalb
der RBG Steiermark ab.
Die RLB Steiermark verfügt über ein hoch entwickeltes Liquiditäts-
management, steuert alle kunden- und bankinduzierten Geldflüsse
auf täglicher Basis bzw. auch innerhalb eines Tages aus. Es werden
sämtliche Risikokennzahlen und Steuerungsgrundlagen der Ord-
nungsnormen (BWG, CRR), der Aufsicht (FMA/OeNB), der Sektor-
risiko eGen (SRG) sowie interne Limitvorgaben laufend beobachtet
und berichtet. Hierbei sind insbesondere unterschiedliche Stress-
Szenarien und neben vielen weiteren Kennzahlen die Liquiditäts-
deckungsanforderung (Liquidity Coverage Ratio), die strukturelle
Liquiditätsquote (NSFR) der LVaR (Funding Liquidity Value at
Risk) bzw. das Intraday Liquidity Monitoring hervorzuheben.
Die RLB Steiermark beobachtet zudem potentielle Liquiditätsab-
flüsse aus bevorstehendem Neugeschäft und Unterstrich-Positio-
nen der Bilanz. Es werden tourlich empirische Analysen zu Verweil-
dauern von Einlagen aller Art und Ausnutzungshöhen und -zeit-
spannen von Ausleihungen mit unbestimmter Vertragsdauer bzw.
Verlängerungsmöglichkeiten seitens des Kunden gemacht.
Für den steirischen Liquiditätsverbund liegt ein Liquiditätsnotfallplan
vor, der auch die Vorgaben aus dem Liquiditäts-Handbuch und
dem Notfallplan der Sektorrisiko eGen (SRG) umsetzt. Ein eigens
JAHRESFINANZBERICHT 2020
066
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
definiertes Spezialgremium unter Leitung des Generaldirektors der
RLB Steiermark (Liquiditäts Task Force) bildet Teil eines Frühwarn-
systems, dessen Indikatoren auf täglicher Basis beobachtet und
berichtet werden.
Per FMA-Bescheid vom August 2017 erfolgt die Steuerung der LCR
im Rahmen einer Liquiditätsuntergruppe, bestehend aus der RLB
Steiermark AG sowie den steirischen Raiffeisenbanken. Gemäß Arti-
kel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 sind die Mitglieder dieser Li-
quiditätsuntergruppe von der Einhaltung der gesetzlich vorgegebe-
nen Kennzahl auf Einzelinstitutsebene befreit. Die Kennzahl ist je-
doch auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit 100 % einzuhalten.
Die entsprechenden organisatorischen und administrativen Aufga-
ben zur Steuerung und Meldung der LCR obliegen der RLB Steier-
mark AG, die diesbezüglich u. a. dem Risikorat des L-IPS regelmä-
ßig über den Status und die Entwicklung der Kennzahl in der Liqui-
ditätsuntergruppe Bericht erstattet. Im Februar 2021 erfolgte die Be-
antragung zur Genehmigung eines Waivers für die NSFR analog
zum bereits bestehenden LCR-Waiver. Mit diesem Waiver soll der
Liquiditätssteuerung auf Gruppenebene Rechnung getragen wer-
den - die einzelnen Banken im Steuerungskreis auf Einzelinstituts-
ebene sollen von der verpflichtenden Einhaltung der gesetzlichen
Mindestquote (100 %) befreit werden, nicht jedoch von der Pflicht
zur Meldungserstellung.
Nachhaltigkeitsrisiko
Das Nachhhaltigkeitsrisiko bezeichnet Ereignisse oder Bedingun-
gen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensfüh-
rung, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage haben können. Das Nachhhaltigskeitsrisiko betrifft sämtliche
Geschäftsbereiche und Risikoarten übergreifend. Im Konzern ist ein
eigenes Nachhaltigkeitskomitee implementiert, das für die Umset-
zung sowie laufende Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie
und für die Analyse und Überwachung aktueller Nachhaltigkeitsent-
wicklungen zuständig ist. Es wird ein jährlicher umfassender Nach-
haltigkeitsbericht erstellt, welcher auf der Homepage der RLB Stei-
ermark (https://www.raiffeisen.at/rlbstmk) veröffentlicht ist (siehe
diesbezüglich auch Kapitel I.5. Nicht finanzielle Erklärung).
Für nachhaltige Finanzierungen ist bereits ein Anreizsystem wie Bo-
nifikationen bzw. auch Ausschlusskriterien definiert. Die Bedeutung
des Risikos ist stark zunehmend, weshalb ein eigenes Projekt zum
Thema Nachhaltigkeitsrisiko aufgesetzt wurde.
Operationelle Risiken
Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten als
Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse,
Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen, und bein-
haltet das Rechtsrisiko. Unter Systemen und Prozessen sind auch
sämtliche Vorkehrungen betreffend Geldwäsche und Terrorismusfi-
nanzierung zu verstehen. Das operationelle Risiko beinhaltet auch
die ICT-Risiken (Information, Communication, Technology).
Zur Messung des operationellen Risikos bedient man sich des Ba-
sisindikatoransatzes. Ein risikoadäquates internes Kontrollsystem
sowie plan- und außerplanmäßige Prüfungen durch die Innenrevi-
sion gewährleisten einen hohen Sicherheitsgrad. Eine systemati-
sche Erfassung und Analyse von operationellen Schäden erfolgt in
einer Schadensfalldatenbank. Über die Schadensfälle wird der Vor-
stand regelmäßig informiert. Zur Identifikation der Risiken und zur
Bewusstmachung potenzieller Risikoquellen werden Self Assess-
ments durchgeführt. Des Weiteren werden automatisierte Kontroll-
mechanismen zum Thema Op-Risk im prozessorientierten Informa-
tionsnetzwerk (Point), inklusive internes Kontrollsystem (IKS), durch-
geführt.
Auf die aktuelle Situation im Zusammenhang mit COVID-19 wurde
mit einem entsprechendem Maßnahmenplan im Konzern reagiert.
Die Maßnahmen werden von einer Task Force laufend evaluiert und
in Einklang mit den aktuellen Maßnahmen und regulatorischen Vor-
schriften gebracht.
Sonstige Risiken
Im Rahmen des Berichtswesens zum „Sonstigen Risiko“ werden
das Risiko aus dem makroökonomischen Umfeld und ein pauscha-
ler „Risikopuffer“ für nicht quantifizierbare Risiken dargestellt.
Das Risiko aus Veränderungen im makroökonomischen Umfeld
wird als zusätzliches Kreditrisiko über einen Anstieg der Ausfalls-
wahrscheinlichkeiten sowie einer Reduktion der Rückflussquoten
berechnet.
Als Risikopuffer – für nicht quantifizierbare Risiken (u. a. Eigenmittel-
risiko, Reputationsrisiko, Risiko aus dem Geschäftsmodell) – wird
ein pauschaler Zuschlag von 5 % aller ermittelten Risikopositionen
eingestellt, für welchen im Gesamtlimit ausreichende Deckung zu
halten ist.
067
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG pflegt Kontakte zu re-
nommierten Wissensträgern und Innovatoren in unserem Land.
Dies zeigt sich in Kooperationen mit den Universitäten und Fach-
hochschulen. Coronabedingt sind 2020 jedoch einige Ausfälle von
Veranstaltungen zu vermelden. Das jährliche Konjunkturgespräch
der RLB mit Experten der Industriellenvereinigung (IV) über die künf-
tige wirtschaftliche Entwicklung ist längst zu einem Fixpunkt für Wirt-
schaft, Politik, Wissenschaft und Medien geworden, konnte dieses
Jahr jedoch nicht stattfinden. Auch die Vorträge und Diskussions-
beiträge der Mitarbeiter, die ihr Know-how an öffentlichen Institutio-
nen, universitären Ausbildungsstätten, Partnerbetriebe und Schulen
weitergeben, waren im Berichtsjahr eingeschränkt oder nur via Vi-
deokonferenzen möglich. Sie sind ansonsten wichtige Impulse für
den Wissenstransfer und -aufbau. Im Gegenzug kommen Studie-
rende als Praktikanten in die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
und bringen sich in konkreten Projekten ein. Darüber hinaus erge-
ben sich branchenbedingt keine weiteren Angaben zu den For-
schungs- und Entwicklungstätigkeiten.
III. BERICHT
Ü
BER
FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
JAHRESFINANZBERICHT 2020
068
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2019
1. Rechtlicher Hintergrund
Gemäß § 243a Abs. 2 i. V. m. § 189a Z.1. lit. a UGB sind im Lagebe-
richt von Gesellschaften, deren Aktien oder andere von ihnen aus-
gegebene Wertpapiere zum Handel auf einem geregelten Markt im
Sinn des §
1 Z. 2 BörseG zugelassen sind, die wichtigsten Merk-
male des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hin-
blick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess zu beschrei-
ben.
2. Gegenstand des Berichts
Unter dem „Internen Kontrollsystem“ (IKS) werden alle von der Ge-
schäftsleitung entworfenen und im Unternehmen ausgeführten Pro-
zesse verstanden, durch die
die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit
(hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens vor Verlusten
durch Schäden und Malversationen),
die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und
die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen gesetzli-
chen Vorschriften
überwacht und kontrolliert werden.
Das interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und
Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der
Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeb-
lichen rechtlichen Vorschriften. Dazu gehört auch das interne Revisi-
onssystem, soweit es sich auf die Rechnungslegung bezieht.
Das Risikomanagementsystem umfasst alle Prozesse, die dazu die-
nen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie
Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass das Erreichen der
Unternehmensziele durch Risiken, die schlagend werden, beein-
trächtigt wird.
Das Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungsle-
gungsprozess bezieht sich als Teil des internen Kontrollsystems wie
letzteres auf Kontroll- und Überwachungsprozesse der Rechnungs-
legung, insbesondere bei bilanziellen Positionen, die Risikoabsiche-
rungen des Unternehmens erfassen.
IV. BERICHTERSTATTUNG
ÜBER WESENTLICHE
MERKMALE DES INTERNEN
KONTROLL- UND RISIKO-
MANAGEMENTSYSTEMS
IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGS-
PROZESS
069
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
3. Wesentliche Merkmale des
Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick
auf den Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des bei der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG bestehenden Internen Kontrollsystems und des Risi-
komanagementsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungs-
legungsprozess können wie folgt beschrieben werden:
Es gibt bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bzw. im
RLB Steiermark Konzern eine klare Führungs- und Unterneh-
mensstruktur.
Die Funktionen der im Hinblick auf den Rechnungslegungspro-
zess wesentlich beteiligten Bereiche Rechnungswesen und Con-
trolling sind klar von den Marktbereichen getrennt. Die Verant-
wortungsbereiche sind klar zugeordnet.
Die eingesetzten Systeme und Anwendungen sind durch ent-
sprechende Einrichtungen im IT-Bereich gegen unbefugte Zu-
griffe geschützt.
Im Bereich der eingesetzten Finanzsysteme wird, soweit mög-
lich, Standardsoftware eingesetzt.
Ein adäquates Richtlinienwesen (z. B. Bilanzierungsrichtlinien,
Anschaffungsgenehmigung, Zahlungsanweisungsbefugnis etc.)
ist eingerichtet und wird laufend aktualisiert.
Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilungen und
Bereiche werden in quantitativer wie qualitativer Hinsicht geeig-
net ausgestattet.
Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden lau-
fend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft, z. B. durch
Stichproben. Durch die eingesetzte Software finden program-
mierte Plausibilitätsprüfungen statt.
Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird durch-
gängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden regelmäßig durch
die (prozessunabhängige) Interne Revision überprüft.
Seitens der am Rechnungslegungsprozess beteiligten Abteilun-
gen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Vorstand,
insbesondere durch Controllingberichte, Segmentergebnisrech-
nungen etc.
Vonseiten des Vorstands erfolgt eine vierteljährliche Berichtsle-
gung an den Aufsichtsrat gemäß §
81 AktG.
4. Erläuterung der wesentlichen Merkmale
des Internen Kontrollsystems und des
Risikomanagementsystems im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess
Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf
den Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche Merkmale zu-
vor unter Ziffer 3. beschrieben sind, stellt sicher, dass unternehmeri-
sche Sachverhalte bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewür-
digt sowie in die Rechnungslegung übernommen werden. Die ge-
eignete personelle Ausstattung, die Verwendung von adäquater
Software sowie klare gesetzliche und unternehmensinterne Vorga-
ben stellen die Grundlage für einen ordnungsgemäßen, einheitli-
chen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess dar. Die klare
Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie verschiedene Kon-
troll- und Überprüfungsmechanismen, wie sie zuvor unter Ziffer 3.
genauer beschrieben sind (insbesondere Plausibilitätskontrollen
und das Vier-Augen-Prinzip), stellen eine korrekte und verantwor-
tungsbewusste Rechnungslegung sicher. Im Einzelnen wird so er-
reicht, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzli-
chen Vorschriften, der Satzung sowie internen Richtlinien erfasst,
verarbeitet und dokumentiert sowie zeitnah und buchhalterisch kor-
rekt erfasst werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass Vermö-
gensgegenstände und Schulden im Jahres- und Konzernabschluss
zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet sowie verlässliche
und relevante Informationen vollständig und zeitnah bereitgestellt
werden.
Graz, am 6. April 2021
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER,
Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Kapital-
markt, Unternehmenskommunikation und IT
Vorstandsdirektor Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Retail, Vertrieb und
Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungsein-
richtungen
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung & Digitalisierung,
Personal, Transaction Services und Bau & Infrastruktur
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
JAHRESABSCHLUSS 2020
DER RAIFFEISEN-
LANDESBANK
STEIERMARK AG
JAHRESFINANZBERICHT 2020
072
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
AKTIVA, BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2020 in EUR 2019 in TEUR
1
Kassenbestand, Guthaben bei Zen-
tralnotenbanken und Postgiroämtern
1.899.555.197,79 52.037
2
Schuldtitel öffentlicher Stellen und
Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
472.571.618,62 379.177
a) Schuldtitel öffentlicher Stellen und
ähnliche Wertpapiere
472.571.618,62 379.177
b) zur Refinanzierung bei Zentralnoten-
banken zugelassene Wechsel
0,00 0
3 Forderungen an Kreditinstitute 3.992.494.287,81 3.785.286
a) täglich fällig 1.154.259.514,79 931.021
b) sonstige Forderungen 2.838.234.773,02 2.854.265
4 Forderungen an Kunden 4.594.619.659,03 4.414.487
5
Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere
3.125.100.549,02 2.482.395
a) von öffentlichen Emittenten 10.145.088,84 5.124
b) von anderen Emittenten 3.114.955.460,18 2.477.271
darunter: eigene Schuldverschreibungen 1.177.360.786,39 612.713
6
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
320.847.086,22 321.036
7 Beteiligungen 814.267.247,57 812.859
darunter: an Kreditinstituten 807.958.342,24 807.722
8 Anteile an verbundenen Unternehmen 273.849.724,41 274.362
darunter: an Kreditinstituten 111.725.000,00 111.725
9
Immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens
2.594.278,71 2.687
10 Sachanlagen 10.929.153,49 11.466
darunter: Grundstücke und Bauten, die
vom Kreditinstitut im Rahmen seiner
eigenen Tätigkeit genutzt werden
4.983.481,69 5.175
11
Anteile an einer herrschenden oder an
einer mit Mehrheit beteiligten
Gesellschaft
0,00 0
darunter: Nennwert 0,00 0
12 Sonstige Vermögensgegenstände 364.982.277,54 299.811
13
Gezeichnetes Kapital, das eingefor-
dert, aber noch nicht eingezahlt ist
0,00 0
14 Rechnungsabgrenzungsposten 45.843.755,24 49.827
15 Aktive latente Steuern 41.649.524,80 34.236
SUMME DER AKTIVA 15.959.304.360,25 12.919.665
073
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
PASSIVA, BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2020 in EUR 2019 in TEUR
1
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
7.679.919.941,04 4.971.885
a) täglich fällig
2.845.368.954,73 2.523.388
b) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
4.834.550.986,31 2.448.497
2 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.524.514.645,68 2.313.835
a) Spareinlagen 391.059.159,71 393.343
darunter:
aa) täglich fällig
0,00 0
bb) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
391.059.159,71 393.343
b) sonstige Verbindlichkeiten 2.133.455.485,97 1.920.492
darunter:
aa) täglich fällig
1.206.466.023,57 1.017.220
bb) mit vereinbarter Laufzeit
oder Kündigungsfrist
926.989.462,40 903.272
3 Verbriefte Verbindlichkeiten 4.288.091.334,72 4.223.385
a) begebene Schuldverschreibungen 3.005.867.507,27 2.557.056
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 1.282.223.827,45 1.666.329
4 Sonstige Verbindlichkeiten 162.727.986,78 155.598
5 Rechnungsabgrenzungsposten 26.353.000,55 31.583
darunter: Zuschreibungsrücklage gem.
§ 906 Abs. 32 UGB
0,00 0
Unterschiedsbetrag gem.
§ 906 Abs. 34 UGB
0,00 0
6 Rückstellungen 80.862.159,05 75.184
a) Rückstellungen für Abfertigungen 22.605.649,25 23.555
b) Rückstellungen für Pensionen 21.769.773,38 24.597
c) Steuerrückstellungen 4.887.366,96 3.664
d) sonstige 31.599.369,46 23.368
6a Fonds für allgemeine Bankrisiken 0,00 0
7
Ergänzungskapital gem. Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
54.907.000,00 54.907
8
Zusätzliches Kernkapital gem. Teil 2
Titel I Kapitel 3 der Verordnung (EU)
Nr. 575/2013
0,00 0
darunter: Pflichtwandelschuld-
verschreibungen gem. § 26a BWG
0,00 0
8b
Instrumente ohne Stimmrecht gem.
§ 26a BWG
0,00 0
9 Gezeichnetes Kapital 142.721.217,89 142.721
10 Kapitalrücklagen 401.824.704,50 401.825
a) gebundene 326.824.758,96 326.825
b) nicht gebundene 74.999.945,54 75.000
11 Gewinnrücklagen 486.433.244,29 444.058
a) gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) satzungsmäßige Rücklagen 0,00 0
c) andere Rücklagen 486.433.244,29 444.058
12 Haftrücklage gem. § 57 Abs. 5 BWG 88.376.200,00 88.181
13 Bilanzgewinn 22.572.925,75 16.502
SUMME DER PASSIVA 15.959.304.360,25 12.919.665
JAHRESFINANZBERICHT 2020
074
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
BILANZ ZUM 31. DEZEMBER
2020 in EUR 2019 in TEUR
AKTIVA
1 Auslandsaktiva
2.053.993.630,87 2.044.348
PASSIVA
1 Eventualverbindlichkeiten 349.590.265,99 335.949
darunter:
a) Akzepte und Indossamentverbindlich-
keiten aus weitergegebenen Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften
und Haftung aus der Bestellung von
Sicherheiten
337.001.603,11 335.195
2 Kreditrisiken 1.481.892.094,37 1.350.992
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00 0
3
Verbindlichkeiten aus
Treuhandgeschäften
0,00 0
4
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
1.203.617.030,13 1.167.210
darunter:
Ergänzungskapital gem. Teil 2 Titel I
Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
112.567.622,86 115.260
5
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
5.631.792.138,18 5.609.912
darunter:
Eigenmittelanforderungen gem. Art. 92
A
bs. 1 lit. a bis c der Verordnung (EU) Nr.
575/2013
a) Harte Kernkapitalquote 19,37 18,75
b) Kernkapitalquote 19,37 18,75
c) Gesamtkapitalquote 21,37 20,81
6 Auslandspassiva 1.098.672.560,14 1.198.899
POSTEN UNTER DER BILANZ
075
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG
2020 in EUR 2019 in TEUR
1 Zinsen und ähnliche Erträge 95.448.242,59 103.534
darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren
14.680.743,28 18.888
2 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -21.071.020,51 -37.478
I NETTOZINSERTRAG 74.377.222,08 66.055
3 Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen 16.155.919,81 47.153
a) Erträge aus Aktien, anderen
Anteilsrechten und nicht
festverzinslichen Wertpapieren
388,05 2.780
b) Erträge aus Beteiligungen 637.188,98 31.167
c) Erträge aus Anteilen an verbundenen
Unternehmen
15.518.342,78 13.206
4 Provisionserträge 53.677.985,30 48.172
5 Provisionsaufwendungen -20.095.403,82 -16.285
6 Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften 5.062.040,76 5.697
7 Sonstige betriebliche Erträge 58.812.189,93 58.783
II BETRIEBSERTRÄGE 187.989.954,06 209.575
8 Allgemeine Verwaltungsaufwendungen -120.085.581,48 -120.905
a) Personalaufwand -67.927.731,42 -69.620
darunter:
aa) Löhne und Gehälter
-52.218.264,41 -48.477
bb) Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene
soziale Abgaben und vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
-13.161.540,09 -12.410
cc) sonstiger Sozialaufwand -1.200.498,43 -1.364
dd) Aufwendungen für Altersversorgung und
Unterstützung
-3.174.371,63 -2.837
ee) Dotierung der Pensionsrückstellung 2.827.079,27 -2.219
ff) Aufwendungen für Abfertigungen und
Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
-1.000.136,13 -2.313
b) sonstige Verwaltungsaufwendungen
(Sachaufwand)
-52.157.850,06 -51.285
GLIEDERUNG DER GEWINN-
UND-VERLUST-RECHNUNG
JAHRESFINANZBERICHT 2020
076
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
2020 in EUR 2019 in TEUR
9
Wertberichtigungen auf die in den
A
ktivposten 9 und 10 enthaltenen
Vermögensgegenstände
-2.616.585,22 -2.345
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen -6.800.414,41 -7.375
III BETRIEBSAUFWENDUNGEN -129.502.581,11 -130.626
IV BETRIEBSERGEBNIS 58.487.372,95 78.949
11/
12
Saldo aus Wertberichtigungen auf
Forderungen und Zuführungen zu Rück-
stellungen für Eventualverbindlichkeiten
und Dotierung von Kreditrisiken sowie
Erträge aus der Auflösung von
Wertberichtigungen auf Forderungen und
Rückstellungen für Eventualverbind-
lichkeiten und für Kreditrisiken
-13.784.340,03 -627
13/
14
Saldo aus Wertberichtigungen auf Wert-
papiere, die wie Finanzanlagen bewertet
sind und auf Beteiligungen und Anteile an
verbundenen Unternehmen sowie Erträge
aus Wertberichtigungen auf Wertpapiere,
die wie Finanzanlagen bewertet sind
sowie auf Beteiligungen
-134.768,07 4.017
V
ERGEBNIS DER GEWÖHNLICHEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
44.568.264,85 82.340
15 Außerordentliche Erträge 0,00 0
darunter: Entnahmen aus dem Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00 0
16 Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
darunter: Zuweisungen zum Fonds für
allgemeine Bankrisiken
0,00 0
17
Außerordentliches Ergebnis (Zwi-
schensumme aus Posten 15 und 16)
0,00 0
18 Steuern vom Einkommen und Ertrag 6.533.870,40 5.553
darunter: aus latenten Steuern 7.413.656,32 6.341
19
Sonstige Steuern, soweit nicht in
Posten 18 auszuweisen
-2.460.590,99 -2.248
VI JAHRESÜBERSCHUSS 48.641.544,26 85.645
20 Rücklagenbewegung -42.570.205,61 -69.143
darunter: Dotierung der Haftrücklage -195.200,00 -266
Auflösung der Haftrücklage 0,00 0
VII JAHRESGEWINN 6.071.338,65 16.502
21 Gewinnvortrag 16.501.587,10 0
VIII BILANZGEWINN 22.572.925,75 16.502
077
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen
BWG Bankwesengesetz, BGBl 532/1993, i. d. g. F.
CRR Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013 i. d. g. F.
EBA European Banking Authority (Europäische Bankenaufsichtsbehörde)
ESMA European Securities and Markets Authority (Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde)
EStG Einkommensteuergesetz 1988, BGBl 400/1988, i. d. g. F.
EZB Europäische Zentralbank
FMA Finanzmarktaufsicht
IAS International Accounting Standards
IFRS International Financial Reporting Standards
KStG Körperschaftsteuergesetz 1988, BGBl 401/1988, i. d. g. F.
UGB Unternehmensgesetzbuch, BGBl I 120/2005, i. d. g. F.
Der vorliegende Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG wurde nach den Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG),
der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR – Capital Requirements Regulation) und – soweit anwendbar – nach den Vorschriften des Unterneh-
mensgesetzbuches (UGB) in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden bzw. anzuwendenden Fassung aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfolgte gemäß den Gliederungsvorschriften der Anlage 2 zu
Artikel I § 43 BWG.
Im Anhang wurden das aktuelle Zahlenmaterial und die Vorjahreswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) ausgewiesen. In der Summen-
bildung sind daher Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen. Die dem Geschäftsjahr 2020 bzw. dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2020
gegenübergestellten Vorjahreszahlen sind in Klammer gesetzt.
Die Offenlegung gemäß Teil 8 Art. 431-455 der CRR erfolgt auf Grundlage der konsolidierten Finanzlage der RLB-Stmk Verbund eGen in
ihrer Funktion als EWR-Mutterfinanzholding und ist auf der Homepage der RLB Steiermark einsehbar.
A
NHANG F
Ü
R DAS
GESCHÄFTSJAHR 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
078
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
A. Allgemeine Grundsätze
Der Jahresabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG wurde unter Anwendung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung
und unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten und die Posten des Jahresabschlusses
unter Berücksichtigung ihres wirtschaftlichen Gehalts bilanziert. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden
wurde, sofern die Voraussetzungen für die Bildung von Bewertungseinheiten oder für eine Gruppenbewertung (§ 209 Abs. 2 UGB) nicht
gegeben waren, der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Dem Grundsatz der
Vorsicht wurde unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Bankgeschäftes insofern Rechnung getragen, als nur die am Abschluss-
stichtag realisierten Gewinne ausgewiesen und alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bilanzmäßig erfasst wurden.
Die Erstellung eines Jahresabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von Vermö-
genswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen während der Be-
richtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Sind für die Bilanzierung und Bewertung Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, basieren diese auf historischen Erfahrungen und
anderen Faktoren wie Planungen und – nach jeweils aktuellem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger
Ereignisse. Die den Schätzungen zugrundeliegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Prüfung.
Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG
In seiner Sitzung vom 23. April 2020 hat der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG den Grundsatzbeschluss gefasst, dass
die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG im Laufe des Jahres 2021 mit der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG verschmolzen werden
und die Betreuung aller Bankkundinnen und -kunden im Konzern unter dem Dach der Marke Raiffeisen erfolgen soll. Auf dieser Grundlage
wurden die organisatorischen Vorbereitungen zur technischen Fusion sowie umfassende Gespräche mit den jeweiligen regionalen Raiffei-
senbanken bezüglich der weiteren Bearbeitung des HYPO Steiermark-Kundengeschäfts der Filialen außerhalb von Graz gestartet.
Am 3. August 2020 wurde durch die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG die Abgabe der
Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Schladming und Bruck an der Mur an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken be-
schlossen. Die aufsichtsrechtlichen Bewilligungen zur Abgabe der Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming
durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurden am 14. und 15. September 2020 erteilt. Hinsichtlich des Standortes Bruck an
der Mur wurde von einer Abgabe Abstand genommen. Die Übertragung der Filialen ist mit Wirksamkeit 1. Jänner 2021 erfolgreich durchge-
führt worden. Die HYPO-Filialen bzw. Büros in Leibnitz, Deutschlandsberg und Bruck an der Mur werden künftig zu Standorten der Raiffei-
sen-Landesbank Steiermark.
Angaben zu COVID-19
Gesetzliches/privates Moratorium und sonstige Stundungen
Aufgrund der von COVID-19 verursachten Krise und Auswirkungen auf die Realwirtschaft wurden seitens der österreichischen Bundesregie-
rung zahlreiche Maßnahmen beschlossen, deren Umsetzung u. a. durch die österreichische Kreditwirtschaft erfolgt. Das österreichische
Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer nach dem 2. COVID-19 Justiz-Begleitgesetz (JuBG) sah zunächst eine dreimonatige
Stundung für diese Kundengruppen vor. Alle Zins- oder Tilgungsleistungen der Kredite an diese beiden Kundengruppen, welche vor dem
15. März 2020 abgeschlossen und zwischen dem 1. April und 30. Juni 2020 fällig wurden, waren mit Eintritt der Fälligkeit um drei Monate zu
stunden. Das Gesetz wurde in mehreren Novellen bis zum 31. Jänner 2021 verlängert, womit sich ein Höchststundungszeitraum von zehn
Monaten ergibt.
Darüber hinaus hat sich ein wesentlicher Teil der österreichischen Kreditinstitute zusammengeschlossen, um ein Moratorium ohne Geset-
zesform entsprechend den Vorgaben der EBA zu entwickeln (privates Moratorium). Ziel dieses Moratoriums ist die Gleichstellung der Zah-
lungserleichterungen für Kunden, die nicht bereits vom gesetzlichen Moratorium erfasst wurden. Der Geltungszeitraum für das private Mo-
ratorium erstreckte sich vom 15. März 2020 bis längstens 31. März 2021. Der Stundungszeitraum beträgt höchstens neun Monate. Eine
Antragstellung musste bis 31. August 2020 erfolgen.
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Zusätzlich zu den EBA-konformen Moratorien (gesetzliches bzw. privates) hat die RLB Steiermark jenen Kundinnen und Kunden, die nicht
von diesen Stützungsmaßnahmen umfasst waren, Stundungen in (ähnlicher) standardisierter Form angeboten.
Staatliche Garantien/COVID-19-Überbrückungsfinanzierungen
Neben dem gesetzlichen Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer gemäß 2. COVID-19 JuBG und der von der österreichischen
Kreditwirtschaft geschlossenen Vereinbarung für ein privates Moratorium gemäß den EBA-Vorgaben gibt es in Österreich noch staatlich
(teil)garantierte Überbrückungsfinanzierungen. Die RLB Steiermark bietet ihren Bestandskundinnen und -kunden diese von der öffentlichen
Hand angebotenen, staatlich (teil)garantierten Überbrückungsfinanzierungen an. Diese Neufinanzierungen werden nur vergeben, wenn
potenzielle Kreditnehmer die Garantieerfordernisse erfüllen, d. h., wenn zum relevanten Stichtag laut Förderstellen keine finanziellen
Schwierigkeiten des Kreditnehmers vorliegen.
Die folgende Tabelle stellt einen Überblick der Bruttobuchwerte der zum Stichtag 31.12.2020 gewährten Maßnahmen zur Abfederung von
COVID-19-bedingten Liquiditätsengpässen bei Kreditnehmerinnen und Kreditnehmern dar:
in TEUR
Stundungen gemäß gesetzlichem und
privatem Moratorium
Sonstige COVID-19-
Stundungen
COVID-19-Überbrückungs-
finanzierungen
Haushalte 63.722 18.913 1.169
Nichtfinanzielle
Unternehmen
184.441 70.365 107.150
GESAMT 248.163 89.278 108.319
Davon sind zum Bilanzstichtag COVID-19-Stundungen mit einem Volumen von 195.591 TEUR ausgelaufen.
Weitere Angaben zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie werden direkt in den entsprechenden Kapiteln des Anhangs dargestellt.
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B. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
1. Währungsumrechnung
Die Fremdwährungsbeträge werden gemäß § 58 Abs. 1 BWG zu den von der Europäischen Zentralbank bekannt gegebenen Referenzkursen
des Bilanzstichtages umgerechnet. Für jene Fremdwährungspositionen, für die keine EZB-Referenzkurse veröffentlicht werden, werden die
Devisenmittelkurse von Referenzbanken herangezogen. Devisentermingeschäfte werden mit dem Terminkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
2. Wertpapiere
Für die Bewertung von Wertpapieren werden Börsenkurse oder am Markt beobachtbare Quotierungen von Handelsteilnehmern herangezo-
gen. Eine Bildung von Durchschnittskursen bei volatilen Kursen rund um den Abschlussstichtag wird nicht vorgenommen.
Sind aufgrund eines inaktiven Marktes keine adäquaten Marktdaten vorhanden, erfolgt die Kursermittlung anhand interner Bewertungsmo-
delle unter Zugrundelegung von Auf- und Abschlägen für Bonität, Handelbarkeit und Ausstattung.
Folgende Gründe führen zur Annahme eines inaktiven Marktes bei der Bewertung:
es sind keine beobachtbaren Kurse vorhanden
die Marktkurse sind nicht aktuell
die Handelsaktivitäten sind eingebrochen
wesentliche Ausweitung der bid/ask Spreads
2
2
.
.
1
1
.
.
Die dauernd dem Geschäftsbetrieb gewidmeten Wertpapiere des Anlagevermögens werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip
unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips bewertet. Das Wahlrecht, bei voraussichtlich nicht dauerhaften Wertminderungen
auf den niedrigeren Wert abzuschreiben, wird nicht ausgeübt. Entsprechend der allgemeinen Regelung des § 204 Abs. 2 UGB werden daher
Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt. Bei Wegfall der
Gründe für eine Abschreibung nach § 204 Abs. 2 UGB erfolgen Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 1 UGB bis zum aktuellen Kurswert,
maximal jedoch bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bzw., wenn diese über dem Tilgungskurs liegen, bis zum Tilgungskurs.
Über pari angeschaffte Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens werden gemäß § 56 Abs. 2 BWG
effektivzinskonform auf den Rückzahlungsbetrag abgeschrieben. Bei Wertpapieren, die unter pari angeschafft wurden, erfolgt keine zeitantei-
lige Zuschreibung. Wertpapiere, die dem Deckungsstock für Mündelgelder dienen, sind Anlagevermögen und werden gemäß § 2 Abs. 3 der
Mündelsicherheitsverordnung zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.
2
2
.
.
2
2
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.
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden gemäß § 207 UGB zum strengen Niederstwertprinzip bewertet und bei Wertminderung auf
den niedrigeren Börsenkurs bzw. Marktpreis abgeschrieben. Ist ein solcher nicht feststellbar, erfolgt eine Abschreibung auf den beizulegen-
den Wert. Zuschreibungen erfolgen gemäß § 208 Abs. 1 UGB im Ausmaß der Wertaufholung bis zum aktuellen Kurswert, maximal jedoch
bis zu den Anschaffungskosten bzw., wenn diese über dem Tilgungskurs liegen, bis zum Tilgungskurs.
2
2
.
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3
3
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Wertpapiere des Handelsbestands werden gemäß § 57 Abs. 1 BWG zum beizulegenden Zeitwert („mark-to-market“) bewertet.
3. Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Der beizulegende Zeitwert ist jener Betrag, zu
dem Finanzinstrumente am Bilanzstichtag zu fairen Bedingungen verkauft oder gekauft werden können. Sofern Börsenkurse vorhanden
sind, werden diese zur Bewertung herangezogen. Für Finanzinstrumente ohne Börsenkurs werden interne Bewertungsmodelle – insbeson-
dere die Barwertmethode und Optionspreismodelle – mit aktuellen Marktparametern herangezogen.
Der Fair Value von Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Zinstermingeschäften wird auf Basis abgezinster Cashflows ermittelt, wobei je-
weils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Für die Ermittlung des Fair Value von in EURO besicherten Deri-
vaten wird als Diskontierungszinssatz der EONIA (Euro Over Night Index Average) herangezogen, da dieser der Verzinsung der entspre-
chenden Barsicherheiten entspricht. Aufgrund der Benchmark-Verordnung EU 2016/1011 (in der EU ab 1. Jänner 2018 anwendbar) werden
insbesondere IBOR-Zinssätze durch neue Referenzzinssätze abgelöst. Im Zuge der IBOR-Reform wird der EONIA bis spätestens Jahres-
ende 2021 durch den €STR (Euro Short Term Rate) abgelöst. Ein Großteil der Verträge wurde bereits im Geschäftsjahr 2020 umgestellt. Die
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Umstellung führt zu einer Änderung der Diskontierungskurve. Die daraus resultierende Änderung der Marktwerte wird durch eine Aus-
gleichszahlung kompensiert. Gemäß AFRAC-Stellungnahme 15 „Derivate und Sicherungsinstrumente“ (UGB) vom Dezember 2020 sind
diese Ausgleichszahlungen bei Derivaten des Handelsbuchs sofort erfolgswirksam in der GuV zu erfassen. In allen übrigen Fällen besteht
ein Wahlrecht, diese entweder sofort erfolgswirksam in der GuV zu berücksichtigen oder als Rechnungsabgrenzungsposten zu erfassen
und über die Restlaufzeit der Derivate zu verteilen. In Ausübung dieses Wahlrechts werden im Zuge der IBOR-Reform geleistete/erhaltene
Ausgleichszahlungen i. Z. m. Bankbuch-Derivaten nicht als Rechnungsabgrenzungsposten aktiviert/passiviert, sondern sofort ergebniswirk-
sam erfasst und innerhalb der GuV-Position „Sonstige betriebliche Erträge“ bzw. „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen. Aus-
gleichszahlungen bei Handelsbuch-Derivaten werden innerhalb der GuV-Position „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ darge-
stellt.
Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Optionen werden zu Kurswerten oder mittels
anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen und
Zinsinstrumente die gängigen Black-Scholes-Modelle (marktbedingt wird aufgrund des aktuellen Zinsniveaus u. a. auch das Black-Scholes-
Normalmodell verwendet).
Bei der Modellbewertung von Derivaten muss auch das Kontrahentenrisiko anhand finanzwirtschaftlicher Methoden berücksichtigt werden,
sofern es für die Bewertung wesentlich ist. Dieses wird als Credit Value Adjustment (bei Überwiegen des Ausfallsrisikos der Gegenpartei)
oder Debt Value Adjustment (bei Überwiegen des eigenen Ausfallsrisikos) bezeichnet. Da das eigene Kreditrisiko bei der Ermittlung des
Credit- und Debt Value Adjustment mit besonderer Vorsicht zu berücksichtigen ist, wird bei den Derivaten des Bankbuchs ein Debt Value
Adjustment generell nicht berücksichtigt.
Bei Derivaten des Bankbuchs unterbleibt im Falle der Bildung von Bewertungseinheiten eine Buchung der Marktwerte. Auf Basis entspre-
chend dokumentierter Widmungen zu Beginn der Sicherungsbeziehungen werden geeignete und (annährend) gleiche derivative Finanzin-
strumente zu Gruppen zusammengefasst. Dabei wird auf die qualitative Eignung des abgesicherten Grundgeschäfts, das Vorliegen eines
Absicherungsbedarfs, das Bestehen einer Absicherungsstrategie sowie die qualitative Eignung des Derivats als Sicherungsinstrument Be-
dacht genommen.
Die derivativen Finanzinstrumente des Handelsbuchs werden generell mit ihren Marktwerten bilanziert, für freistehende Bankbuchderivate
mit negativem Marktwert und bei Ineffektivitäten von Sicherungsbeziehungen werden Rückstellungen gebildet.
Weitere Ausführungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten finden sich im Anhang unter Punkt C. 23. „Ergänzende Angaben zu Fi-
nanzinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG“.
4. Risikovorsorge
Bei der Bewertung des Kreditportefeuilles werden für alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste bei Kreditnehmern Einzelwertberich-
tigungen bzw. Rückstellungen gebildet. Bei signifikanten Kreditnehmern in Ausfall-Klassen erfolgt die Ermittlung der Höhe der Risikovor-
sorge durch Schätzung und Abzinsung der zukünftigen Cashflows (Discounted-Cashflow-Methode). Bei nicht signifikanten Kreditnehmern
in Ausfall-Klassen wird eine in Abhängigkeit der Ausfallsdauer pauschalierte Einzelwertberichtigung anhand von laufzeitabhängigen Verlust-
quoten gebildet.
Darüber hinaus werden auch Forderungen, bei denen in der Einzelbetrachtung keine Hinweise auf eingetretene Wertminderungen vorlie-
gen, im Rahmen einer pauschalen Betrachtung in Höhe des 12-Monats-ECL (Expected Credit Loss) wertberichtigt. Bei der Ermittlung der
Portfoliowertberichtigung für erwartete Kreditverluste werden gemäß § 201 Abs. 2 Z. 7 UGB statistisch ermittelte Erfahrungswerte aus ähn-
lich gelagerten Sachverhalten verwendet bzw. berücksichtigt. Die Höhe der Kreditverluste basiert auf Risikoparametern, die mittels statisti-
scher Verfahren aus historischen Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten unter Berücksichtigung von makroökonomischen Progno-
sewerten für die Zukunft (PiT-Parameter) ermittelt werden.
Aufgrund der aktuellen, extrem volatilen Situation werden kurzfristige Prognosen des makroökonomischen Umfeldes als sehr unsicher an-
gesehen. Es wird daher den veröffentlichten Empfehlungen von EZB und ESMA, das Gewicht stärker auf langfristige Prognosen zu legen,
Folge geleistet. Die für die PiT-Parameterschätzung wesentlichen makroökonomischen Faktoren zeigen für den Prognosezeitraum (2021
und Folgejahre) z. T. eine deutliche Verbesserung und eilen damit der Erwartung der Kreditrisikoentwicklung deutlich voraus (=zeitlicher
Gap). Aus diesem Grund hat sich die RLB Steiermark AG dazu entschieden, die Prognosen für die Auswirkungen des ersten Lockdowns
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unter Berücksichtigung der Auswirkungen des zweiten Lockdowns (Stand: 30.11.2020) zu verwenden und diese um 6 Monate in die Zu-
kunft zu transformieren, um die schlechten Prognosedaten aufgrund der COVID-19-Pandemie auch für die aktuelle PiT-Parameterschätzung
miteinfließen lassen zu können. Damit kann der zeitliche Gap zwischen Wirtschaftserholung und (aufgrund der staatlichen Hilfsmaßnah-
men) erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erwartenden wirtschaftlichen Probleme der Kreditnehmer adäquat berücksichtigt werden.
Die im Rahmen der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen (und von dritter Seite) eingeräumten Garantien und Sicherheiten wurden bei der
Bemessung der erwarteten Kreditverluste entsprechend berücksichtigt.
Die Risikoparameter, die bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste zum Einsatz kommen, werden tourlich geschätzt und validiert.
Der Anstieg der auf Portfoliobasis gebildeten Kreditrisikovorsorgen um rund 9,5 Mio. EUR gegenüber dem 31. Dezember 2019 ist im We-
sentlichen auf die Berücksichtigung der oben angeführten geänderten zukunftsbezogenen Informationen (makroökonomische Prognosen)
zurückzuführen.
5. Vertragsanpassungen (Modifikationen)
Eine Modifikation liegt vor, wenn ein Vertrag angepasst wird, ohne dass diese Möglichkeit zur Anpassung vorher im Vertrag festgelegt
wurde. Im Sinne einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise ist zwischen erheblichen (substanziellen) und nicht erheblichen (nicht substanzi-
ellen) Vertragsanpassungen zu unterscheiden.
Eine erhebliche (substanzielle) Vertragsanpassung liegt in der RLB Steiermark bspw. bei einem Währungs- oder Schuldnerwechsel (=quali-
tative Kriterien) vor und führt zur Ausbuchung des alten Vermögensgegenstands (Kredits) und zum Ansatz eines neuen Vermögensgegen-
stands, wobei die Anschaffungskosten dem beizulegenden Zeitwert des neuen (modifizierten) Vermögensgegenstands entsprechen. Wenn
sich der Buchwert des (alten) Schuldinstruments vor Vertragsanpassung vom beizulegenden Zeitwert nach der Vertragsanpassung unter-
scheidet, kommt es zu einem erfolgswirksamen Abgangsergebnis. Erfolgt eine erhebliche Vertragsanpassung aus Bonitätsgründen, ergibt
sich i. d. R. kein Abgangsergebnis, da zuvor eine Wertberichtigung erfasst wird, um den Vermögensgegenstand mit dem niedrigeren beizu-
legenden Wert
anzusetzen.
Bei einer nicht erheblichen (nicht substanziellen) Vertragsanpassung erfolgt eine Bewertung des Schuldinstruments nach den allgemeinen
unternehmensrechtlichen Grundsätzen (§§ 204 und 207 UGB). Eine Ausbuchung des Schuldinstruments wird nicht vorgenommen. Statt-
dessen kommt es unter Berücksichtigung des imparitätischen Realisationsprinzips zu einer erfolgswirksamen Buchwertanpassung, welche
als Wertminderung gebucht wird. Modifikationsverluste infolge von bonitätsinduzierten Vertragsanpassungen – das sind insbesondere Kre-
ditforderungen, bei denen es zu einer Vertragsanpassung aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten des Kreditnehmers kommt – werden auf-
wandswirksam berücksichtigt und innerhalb der GuV-Position 11/12 ausgewiesen. Die Amortisierung dieser Beträge wird ebenfalls inner-
halb der GuV-Position 11/12 dargestellt.
Marktinduzierte Modifikationsverluste (Vertragsanpassungen aufgrund von „commercial renegotiations“) werden als entgangene Gewinne
und nicht als Wertminderung angesehen. Der Barwertunterschied (vor und nach Vertragsanpassung) wird daher unternehmensrechtlich
nicht berücksichtigt.
6. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 und 2 BWG
Im vorliegenden Jahresabschluss wird vom Bewertungswahlrecht gemäß § 57 Abs. 1 und 2 BWG Gebrauch gemacht.
7. Beteiligungen
Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht anhaltende Verluste, ein verringertes Eigenkapital und/oder ein vermin-
derter Ertragswert eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erforderlich machen. Für die wichtigsten Beteiligungen wird der
beizulegende Wert mittels Unternehmenswertgutachten (i. S. der AFRAC-Stellungnahme „24 Beteiligungsbewertung (UGB)“) ermittelt.
Für die Bewertung werden die Discounted Cashflow (DCF)-Methode und vereinfachte Verfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes
angewendet. Das DCF-Verfahren ermittelt den Unternehmenswert durch das Abzinsen von zukünftigen Cashflows. Der hierbei verwendete
Kapitalisierungszinssatz setzt sich aus einem Basiszinssatz und einem Risikozuschlag zusammen, der jährlich an die Marktbedingungen
angepasst wird.
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Zuschreibungen gemäß § 208 Abs. 1 UGB werden bis maximal zu den Anschaffungskosten vorgenommen, wenn die Gründe für die dau-
ernde Wertminderung weggefallen sind.
8. Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sowie der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen linearen Abschreibungen. Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 204 Abs. 2 UGB
werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.
Die geringwertigen Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Folgende Nutzungsdauern werden der planmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt:
von bis
Immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens 4 5 Jahre
Gebäude 10 67 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 20 Jahre
Die Abschreibungssätze bewegen sich bei den unbeweglichen Sachanlagen von 1,5 % bis 10 % und bei den beweglichen Sachanlagen
von 5 % bis 33,33 %.
Für förderbare Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen, die im 2. Halbjahr 2020 getätigt wurden, kann eine sogenannte
COVID-19-Investitionsprämie beantragt werden. Die genauen Voraussetzungen für die Förderbarkeit, insbesondere die Definition von nicht
förderungsfähigen Investitionen (z. B. PKW, die fossile Energieträger nutzen, Erwerb von Gebäuden oder Gebäudeanteilen) wurden durch
die Förderungsrichtlinie „COVID-19-Investitionsprämie für Unternehmen" festgelegt. Die Förderung stellt einen nicht rückzahlbaren Zu-
schuss dar und kann wahlweise als direkter Abzug bei den Investitionen (Nettoausweis) bilanziert oder durch Einstellung eines eigenen
Postens auf der Passivseite (Bruttoausweis) ausgewiesen werden. Entsprechend der Empfehlung der AFRAC Stellungnahme 6 „Zuschüsse
im öffentlichen Sektor (UGB)“ wählt die RLB Steiermark den Bruttoausweis. Dem Charakter eines Rechnungsabgrenzungspostens folgend,
erfolgt der Ausweis des Zuschusses innerhalb des Postens „Passive Rechnungsabgrenzung". Die Auflösung des Investitionszuschusses
entsprechend der Nutzungsdauer der Investitionen wird erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung innerhalb der Position „Sons-
tige betriebliche Erträge" dargestellt.
9. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
10. Kosten eigener Emissionen
Emissionskosten, Zuzählungsprovisionen, Agio bzw. Disagio werden nach der Effektivzinsmethode über die Laufzeit der Emissionen verteilt.
11. Rückstellungen
Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder) werden gemäß IAS 19 –
Employee Benefits – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method“) ermittelt.
Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden bei sämtlichen Sozialkapitalrückstellungen die „AVÖ 2018-P-Rechtsgrundlagen für die
Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
11.1. Rückstellung für Pensionsverpflichtungen
Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurde ein Rechnungszinssatz von 0,30 % (Vorjahr: 0,60 %)
zugrunde gelegt. Der Pensionstrend wurde mit 2,10 % (Vorjahr: 2,75 %) angenommen. Der Personenkreis, für welchen eine Pensionsrück-
stellung gebildet wird, umfasst ausschließlich Pensionisten.
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11.2. Rückstellung für Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder
Für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder (25 und 35 Dienstjahre) gelangten ein Rechnungszinssatz von
0,10 % (Vorjahr: 0,30 %) sowie eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 2,80 % p.a. (Vorjahr: 3,10 %) zur Anwendung. Darüber hinaus
wurden bei der Berechnung individuell ermittelte, jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten berücksichtigt.
Bei Frauen und Männern wurde ein Pensionsantrittsalter von 62 Jahren (Vorjahr: 62 Jahre) unter Beachtung der Übergangsbestimmungen
laut Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl. I Nr. 111/2010 vom 30.12.2010) und des „BVG Altersgrenzen“ (BGBl. Nr. 832/1992; Bundesverfas-
sungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten) zugrunde gelegt.
11.3. Übrige Rückstellungen
In den übrigen Rückstellungen sind unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie
der Höhe und dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach bestmöglicher Schätzung erforder-
lich sind. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr erfolgt grundsätzlich eine Abzinsung zum marktüblichen Zinssatz.
12. Latente Steuern
Unterschiede zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Rückstellun-
gen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten, die sich in späteren Jahren voraussichtlich abbauen, werden nach dem „Tem-
porary“-Konzept berechnet und bei einer sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung als aktive latente Steuern in der Bilanz ange-
setzt. Bei einer sich daraus ergebenden Steuerbelastung erfolgt der Ansatz einer Rückstellung für passive latente Steuern. Die ausgewiese-
nen Posten werden aufgelöst, soweit die Steuerent- oder -belastung eintritt oder damit nicht mehr zu rechnen ist.
Der zum 1. Jänner 2016 ermittelte Überhang der aktiven über die passiven latenten Steuern in Höhe von 42.011
TEUR wird gemäß
§ 906 Abs. 34 UGB über fünf Jahre gleichmäßig verteilt. Das Wahlrecht, den Betrag in vollem Umfang zu bilanzieren und den Unterschieds-
betrag zwischen dem vollen Umfang des Betrages und dem nach dem ersten Satz von § 906 Abs. 34 UGB zu berücksichtigenden Betrag
unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten gesondert auszuweisen, wurde nicht in Anspruch genommen.
13. Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Zinserträge und Zinsaufwendungen
Positive wie negative Entgelte aus der Kapitalüberlassung werden in den Zinserträgen, positive wie negative Entgelte aus der Kapitalauf-
nahme werden unter den Zinsaufwendungen dargestellt. Dementsprechend werden negative Zinszahlungen auf Aktivgeschäfte im Zinsertrag
(als Reduktion des Zinsertrages) erfasst, negative Zinszahlungen auf Passivgeschäfte im Zinsaufwand (als Reduktion des Zinsaufwandes).
Entsprechend der AFRAC-Stellungnahme 15 „Derivate und Sicherungsinstrumente (UGB)" werden Erfolge aus einem Derivat, welches in
einer Sicherungsbeziehung steht, in jenem Posten ausgewiesen, in welchem auch die Erfolge des Grundgeschäftes ausgewiesen werden.
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C. Erläuterungen zu Bilanzpositionen
1. Nicht täglich fällige Forderungen gegenüber Kreditinstituten und
Nichtbanken gem. § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG
Forderungen gegenüber Kreditinstituten in TEUR 2020 2019
Restlaufzeit
bis 3 Monate 357.983 532.552
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 717.186 927.083
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 1.436.636 1.139.874
mehr als 5 Jahre 271.306 195.700
Forderungen gegenüber Nichtbanken in TEUR 2020 2019
Restlaufzeit
bis 3 Monate 202.958 273.558
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 465.393 264.377
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 1.330.546 1.304.935
mehr als 5 Jahre 1.576.905 1.503.295
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen, Portfoliowertberichtigungen sowie
der Unterbewertung gemäß § 57 Abs. 1 BWG.
2. Im Jahr 2021 fällige Schuldverschreibungen und andere
festverzinsliche Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
In TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 303.330 182.433
Begebene Schuldverschreibungen 40.800 123.400
3. Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 10 BWG
Börsennotierte Wertpapiere in TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 3.113.762 2.469.992
Beteiligungen 806.826 806.826
Sämtliche zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere sind auch börsennotiert.
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4. Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere – Art der Bewertung gem. § 64 Abs. 1 Z. 11 BWG
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen – Bankbuch bzw. Handelsbuch – richtet sich im jeweiligen Einzelfall nach der Entschei-
dung der zuständigen Gremien. Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden dem Anlagever-
mögen gewidmet. Wertpapiere, die nicht zu den Finanzanlagen zählen, werden dem Umlaufvermögen zugeordnet.
Anlagevermögen in TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.270.816 1.140.863
Umlaufvermögen inkl. Handelsbuch in TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 1.842.947 1.329.129
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG führt ein Handelsbuch im Sinne von Artikel 103 f der Verordnung (EU) Nr. 575/2013. Die Markt-
werte der darin enthaltenen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Wertpapiere 48.147 53.140
Interbankgeschäfte 0 434.447
hievon Forderungen gegenüber Kreditinstituten 0 244.609
hievon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 189.838
Derivative Finanzinstrumente 293.371 270.672
hievon positive Marktwerte 151.805 131.769
hievon negative Marktwerte 141.566 138.903
Das Volumen (Nominalwert) der derivativen Finanzinstrumente beträgt 4.278.444 TEUR (Vorjahr: 4.692.563 TEUR). Siehe diesbezüglich
auch die Anhangangaben zu Punkt C. 23.
Der Rückgang im Bereich des Interbankengeschäfts ist vor allem auf die geänderte Strategie im Handelsbuch zurückzuführen.
5. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 2 und 3 BWG bei festverzinslichen
Wertpapieren des Finanzanlagevermögens
In TEUR 2020 2019
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem niedrigeren Rückkaufswert 10.630 11.565
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Rückkaufswert 6.885 6.544
087
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
6. Unterschiedsbetrag gem. § 56 Abs. 4 und 5 BWG der zum Börsenhandel zugelassenen
Wertpapiere des Umlaufvermögens – Bankbuch bzw. Handelsbuch
In TEUR 2020 2019
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der zu
Anschaffungskosten bilanzierten Wertpapiere
47.610 30.936
Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der zu
Marktwerten bilanzierten Wertpapiere
257 104
7. Unterschiedsbetrag zwischen Kurswert und Buchwert bei Wertpapieren auf einem inaktiven Markt
Im Zuge des Überprüfungsprozesses, ob Indizien für einen inaktiven Markt vorliegen, werden sämtliche Wertpapiere einzeln betrachtet.
Nachfolgend wird der Unterschiedsbetrag jener Titel dargestellt, bei denen der Kurswert über dem Buchwert der Wertpapiere liegt:
In TEUR 2020 2019
Anlagevermögen 20.411 19.336
Umlaufvermögen 32.308 29.619
Der Unterschiedsbetrag jener Wertpapiere, bei denen der Kurswert unter dem Buchwert liegt, stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Anlagevermögen 230 501
Umlaufvermögen 0 0
8. Beteiligungen
Aus wirtschaftlicher Sicht stellen die Anteilsrechte an unserem Zentralinstitut, der Raiffeisen Bank International AG und der Landes-Hypothe-
kenbank Steiermark Aktiengesellschaft, die wesentlichsten Beteiligungen dar. Die Verbreitung des Corona-Virus (COVID-19) und dessen
erhebliche Auswirkungen auf die Bevölkerung und Unternehmen weltweit haben sich auch auf den RBI-Börsenkurs nachteilig ausgewirkt.
Trotz des markanten Rückgangs des Börsenkurses auf 16,68 EUR per 31.12.2020 (Vorjahr: 22,39 EUR) hat sich kein Abwertungserfordernis
ergeben, da der bilanzierte Buchwert nach wie vor unter dem ermittelten Unternehmenswert liegt. Auch bei der Beteiligung an der HYPO
Steiermark hat sich nicht die Notwendigkeit einer außerplanmäßigen Abschreibung ergeben.
Weiters ist die RLB Steiermark mit 16,57 % an der RLB-Stmk Verwaltung eGen beteiligt. Die (direkte) Rückbeteiligung an der RLB Steier-
mark besteht in Höhe von 2,79 %.
Die Angaben über Beteiligungsunternehmen gemäß §
238 Abs. 1 Z. 4 UGB sind der Anlage 1 des Anhangs zu entnehmen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
088
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
9. Aufgliederung der in den Aktivposten 2 bis 5 enthaltenen verbrieften und unverbrieften
Forderungen gem. § 45 BWG an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
(§ 45 Abs. 1 Z. 2 BWG), und an verbundenen Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 1 BWG)
Beteiligungsunternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 2 BWG) in TEUR 2020 2019
Forderungen an Kreditinstitute 1.564.771 1.640.503
(hievon nachrangig)
0 0
Forderungen an Kunden 77.370 78.691
(hievon nachrangig) 0 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 475.407 327.058
(hievon nachrangig) 25.033 16.187
Verbundene Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 1 BWG) in TEUR 2020 2019
Forderungen an Kreditinstitute 1.111.828 859.494
(hievon nachrangig)
10.000 10.000
Forderungen an Kunden 102.353 98.407
10. Anlagevermögen gem. § 226 Abs. 1 UGB
Die Aufgliederung und Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel (Anlage 2) ersichtlich.
In TEUR 2020 2019
Grundwert der bebauten Grundstücke 1.535 1.537
Die Verpflichtungen aus der Nutzung von nicht in der Bilanz ausgewiesenen Sachanlagen (Miet- und Leasingverpflichtungen) betragen im
folgenden Geschäftsjahr 6.256
TEUR (Vorjahr: 6.493 TEUR) und für die folgenden 5 Geschäftsjahre 31.278 TEUR (Vorjahr: 32.454 TEUR).
11. Wesentliche sonstige Vermögenswerte gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG und § 225 Abs. 3 UGB
Vermögenswerte in TEUR 2020 2019
Positive Marktwerte von derivativen Finanzgeschäften des Handelsbuchs 146.106 122.610
Zahlungsaufträge in Abwicklung 144.147 106.977
089
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
12. Aktive latente Steuern
Die aktiven und passiven latenten Steuern wurden auf Unterschiede zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz
zum Bilanzstichtag für folgende Positionen gebildet:
In TEUR 2020 2019
Aktiva
Risikovorsorge
*)
-89.301 -93.672
Aktien und andere festverzinsliche Wertpapiere -16.351 -16.507
Beteiligungen -993 -1.102
Sachanlagen -344 -221
offene Siebentelabschreibung iSd § 12 Abs. 3 Z. 2 KStG -5.475 -11.181
offene Fünftel aus Abfertigungen iSd § 124b Z. 68 EStG -2.217 -1.650
Summe -114.681 -124.333
*)
inkl. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 BWG und Portfoliowertberichtigung
In TEUR 2020 2019
Passiva
Verbindlichkeiten
65 65
Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen 35.076 38.302
Sonstige Rückstellungen 16.777 7.853
Summe 51.918 46.220
Buchwert UGB < Buchwert Steuerrecht ist mit negativem Vorzeichen gekennzeichnet.
Buchwert UGB > Buchwert Steuerrecht ist mit positivem Vorzeichen gekennzeichnet.
Die Bewertung der Differenzen erfolgt mit dem Körperschaftssteuersatz von 25 % (Vorjahr: 25 %).
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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In TEUR 2020 2019
daraus resultierende aktive latente Steuer
aus Aktivposten
28.688 31.114
aus Passivposten 12.980 11.555
abzüglich: Saldierung mit passiven latenten Steuern aus Aktivposten
aus Aktivposten
-18 -31
Stand aktive latente Steuer 41.650 42.638
Der Unterschiedsbetrag gem. § 906 Abs. 34 UGB i. H. v. 42.011
TEUR per 1. Jänner 2016 wird über fünf Jahre gleichmäßig durch Aufsto-
cken des Bilanzpostens „Aktive latente Steuern“ erfasst. Zum Berichtsstichtag wurde dieser um 8.402 TEUR (fünftes Fünftel) erhöht, womit
per 31.12.2020 der gesamte Unterschiedsbetrag aktiviert wurde.
Die aktiven latenten Steuern (nach Saldierung) entwickelten sich wie folgt:
In TEUR 2020
Stand aktive latente Steuern zum 31.12.2019 34.236
Aktivierung 5./5. des Unterschiedsbetrags zum 1.1.2016
8.402
Veränderung laufende Periode -988
Stand aktive latente Steuern zum 31.12.2020 41.650
Offene Fünftel aus dem Unterschiedsbetrag per 1.1.2016 0
091
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
13. Nicht täglich fällige Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken
gem. § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG
Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten in TEUR 2020 2019
Restlaufzeit
bis 3 Monate 586.820 706.076
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 170.455 263.469
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 3.527.291 928.765
mehr als 5 Jahre 527.307 509.447
Die Erhöhung bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (im Laufzeitband mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren) ist insb. durch die
Teilnahme der RLB Steiermark am TLTRO III Programm (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) der EZB mit 2,75 Mrd. EUR begründet.
Verpflichtungen gegenüber Nichtbanken in TEUR 2020 2019
Restlaufzeit
bis 3 Monate 426.299 346.711
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 107.007 152.118
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 369.923 173.543
mehr als 5 Jahre 402.453 611.636
Eigene Emissionen (inkl. Ergänzungskapital) in TEUR 2020 2019
Restlaufzeit
bis 3 Monate 75.508 98.216
mehr als 3 Monate bis zu 1 Jahr 60.238 282.050
mehr als 1 Jahr bis zu 5 Jahren 1.938.279 1.654.797
mehr als 5 Jahre 2.245.911 2.217.384
Die Darstellung der Gliederung der Restlaufzeiten erfolgt ohne Berücksichtigung von Zinsabgrenzungen.
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092
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14. In den Passivposten 1, 2, 3 und 7 enthaltene verbriefte und unverbriefte Verbindlichkeiten
an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG), und an
verbundenen Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG)
Beteiligungsunternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 4 BWG) in TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.046 128.642
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
1.682 1.044
Verbundene Unternehmen (§ 45 Abs. 1 Z. 3 BWG) in TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 94.067 69.376
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
106.344 119.231
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 178.000
15. Wesentliche sonstige Verbindlichkeiten gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG und § 225 Abs. 6 UGB
In TEUR 2020 2019
Negative Marktwerte von derivativen Finanzgeschäften des Handelsbuchs 132.569 126.610
16. Rückstellungen
Rückstellungen wurden für Pensionsansprüche, Abfertigungen und sonstige Verpflichtungen gebildet. Die Steuerrückstellungen betreffen
die Rückstellung für Körperschaftssteuer mit 4.887
TEUR (Vorjahr: 3.664 TEUR). In den sonstigen Rückstellungen sind die folgenden we-
sentlichen Positionen enthalten:
Rückstellung in TEUR für 2020 2019
Außerbilanzielle Geschäfte 11.101 8.261
Personal 13.719 9.092
Prozesskosten 1.547 1.336
Derivative Finanzinstrumente 2.192 1.765
Zinsenrefundierungen 1.237 1.285
Die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte betreffen Risikovorsorgen für Haftungen, Garantien und Kreditrisiken.
Personalrückstellungen betreffen u. a. die Rückstellung für Jubiläumsgelder mit 4.668
TEUR (Vorjahr: 4.812 TEUR) sowie Rückstellungen für
geplante Personalmaßnahmen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Konzerns und Abfindungsverpflichtungen i. H. v. insge-
samt 4.867 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR).
093
RAIFFEISEN-LANDESBANK
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17. Modalitäten bei nachrangigen Kreditaufnahmen gem. § 64 Abs. 1 Z. 5 und 6 BWG
Bei den nachrangigen Kreditaufnahmen i. H. v. 54.907 TEUR (Vorjahr: 54.907 TEUR) handelt es sich um nachrangige Verbindlichkeiten im
Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Folgende Nachranganleihen sind begeben:
Bezeichnung/Modalitäten
Währung
Betrag in
TEUR Zinssatz fällig am
Emissions-
jahr
Nachrangige Raiffeisen Anleihe 2013-2024/1 der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
(ISIN AT000B091921) – Daueremission
EUR 3.545 4,80 27.05.2024 2013
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2014-2024/1
(ISIN AT000B092101) – Daueremission
EUR 8.491 3,75 – 6,0 14.02.2024 2014
Ergänzungskapital Fixzins-Anleihe 2014-2029/2
(ISIN AT000B092200) – Einmalemission
EUR 5.000 4,60 18.06.2029 2014
Ergänzungskapital Cap&Floor-FRN
(ISIN AT000B092291) 2015-2027 /1 – Daueremission
EUR 2.170 4,4 – 6,0 27.04.2027 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092390) 2015-2025/3 – Daueremission
EUR 4.289 5,00 11.08.2025 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092440) 2015-2022 – Daueremission
EUR 1.680 3,40 11.08.2022 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092614) 2016-2026 – Daueremission
EUR 2.989 4,85 21.01.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092747) 2016-2026 – Daueremission
EUR 6.841 4,50 29.04.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092895) 2016-2026 – Daueremission
EUR 9.142 4,15 27.07.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093281) 2018-2028/1 – Daueremission
EUR 9.941 2,0 – 3,8 22.05.2028 2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093422) 2019-2029/4 – Daueremission
EUR 819 1,75 – 2,65 06.06.2029 2019
Außerordentliche Kündigung: Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist berechtigt, sämtliche nachrangigen Anleihen mit Genehmigung
der FMA aus regulatorischen (z. B. gesetzliche Änderungen) oder steuerlichen Gründen zu 100 % des Nennwerts zu kündigen.
18. Eigenkapital
Das Grundkapital (= gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark beträgt per 31.12.2020 insgesamt 142.721 TEUR (Vorjahr: 142.721 TEUR)
und besteht aus 3.113.507 Stück (Vorjahr: 3.113.507 Stück) nennbetragslosen, auf Namen lautenden, Stückaktien (Stammaktien).
Im Jahr 2014 wurden aufgrund der Vereinbarung über die Errichtung von institutsbezogenen Sicherungssystemen erstmalig Beitragszah-
lungen an das Landes- und Bundes-IPS (siehe dazu auch Punkt C 21. des Anhangs) entrichtet. In Höhe dieser Zahlungen wurde eine be-
sondere IPS-Rücklage aus dem versteuerten Gewinn gebildet, welche im Geschäftsjahr 2020 um einen Betrag von 3.980
TEUR (Vorjahr:
3.569
TEUR) erhöht wurde. Diese Rücklage wird innerhalb der Gewinnrücklagen ausgewiesen und weist zum Bilanzstichtag einen Stand
von 25.368
TEUR (Vorjahr: 21.388 TEUR) auf.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
19. Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel gem. § 64 Abs. 1 Z. 16 BWG
Anrechenbare Eigenmittel gem. Teil 2 der VO (EU) Nr. 575/2013 in TEUR 2020 2019
Als hartes Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente 544.546 544.546
Einbehaltene Gewinne 461.065 422.670
Sonstige Rücklagen 88.376 88.181
Hartes Kernkapital vor Abzugs- und Korrekturposten 1.093.987 1.055.397
Sonstige immaterielle Vermögenswerte -2.594 -2.687
Aufsichtliche Korrekturposten (AVA)
*)
-343 -760
Aufgrund von Abzugs- und Korrekturposten vorzunehmende Anpassungen vom
harten Kernkapital
-2.937 -3.447
Hartes Kernkapital (CET1) 1.091.050 1.051.950
Zusätzliches Kernkapital (AT1) 0 0
Kernkapital (T1) 1.091.050 1.051.950
Allgemeine Kreditrisikoanpassung gem. Art. 62 lit. c) CRR 63.989 63.605
Kapitalinstrumente gem. Art. 62 lit. a) CRR abzgl. market making 48.578 51.655
Anrechenbare ergänzende Eigenmittel (T2) 112.567 115.260
Anrechenbare Eigenmittel gesamt 1.203.617 1.167.210
*)
AVA: additional value adjustments
Eigenmittelbemessungsgrundlage in TEUR 2020 2019
Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko (inkl. Verbriefungspositionen) 5.119.145 5.088.401
Bemessungsgrundlage für das Positionsrisiko in Schuldtiteln 81.610 104.809
Bemessungsgrundlage für das Risiko in Fremdwährungspositionen 0 33.122
Bemessungsgrundlage für das operationelle Risiko 363.223 346.399
Bemessungsgrundlage für CVA-Risiko 67.814 37.181
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 5.631.792 5.609.912
Eigenmittelquote 2020 2019 Veränderung
Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) 19,37 % 18,75 % 0,62 PP
Gesamtkapitalquote 21,37 % 20,81 % 0,56 PP
095
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Hinsichtlich der Aufstellung über die konsolidierten Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z. 17 BWG wird auf den IFRS-Konzernabschluss
der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG verwiesen.
Zusätzlich zur Mindesteigenmittelquote gemäß CRR kann die Aufsicht im Rahmen ihrer Beurteilung höhere Kapitalanforderungen vorschrei-
ben. Mit Bescheid vom 5. März 2019 hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der RLB Steiermark aufgetragen, jederzeit eine
SREP-Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 Abs. 2 lit. c CRR in Höhe von 11,9 % auf Basis des Einzelinstituts und der konsolidierten Lage der
RLB-Stmk Verbund eGen einzuhalten.
Mit Bescheid vom 18. Juni 2020 wurde der RLB-Stmk Verbund eGen auferlegt, auf konsolidierter Ebene der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG (RLB Steiermark) jederzeit einen Mindestbetrag an Eigenmitteln und berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten (MREL) in Höhe
von 12,65 % der Gesamtverbindlichkeiten und Eigenmittel vorzuhalten.
Die vorgeschriebene SREP- und MREL-Quote wurde seitens der RLB Steiermark bzw. RLB-Stmk Verbund jederzeit erfüllt.
20. Gesamtbetrag der Aktiva und Passiva in fremder Währung gem. § 64 Abs. 1 Z. 2 BWG
In TEUR 2020 2019
Gesamtbetrag der Aktiva in fremder Währung 467.258 519.832
Gesamtbetrag der Passiva in fremder Währung
107.774 85.586
21. Art und Betrag wesentlicher Eventualverbindlichkeiten gem. § 51 Abs. 13 BWG
Die Eventualverbindlichkeiten (nach Abzug von Rückstellungen) betreffen:
In TEUR 2020 2019
Haftsummenzuschlag als Mitglied bei Genossenschaften 754 754
Noch nicht fällige Einzahlungsverpflichtungen aus Beteiligungen 11.835 0
Bürgschaften und Garantien gegenüber Nichtbanken 330.739 325.024
Bürgschaften und Garantien gegenüber Banken 6.263 10.171
Kundengarantiegemeinschaft
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Vereinsmitglied der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark.
Die Vereinsmitglieder übernehmen eine vertragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie solidarisch gemäß der Satzung die zeit-
gerechte Erfüllung von Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmitglieds garantieren. Die individuelle Tragfähigkeit
eines Vereinsmitglieds bestimmt sich laut Satzung nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestim-
mungen des BWG und der CRR.
Der Haftungsverpflichtung wurde durch Einstellen eines Merkpostens von einem Euro unter der Bilanz entsprochen, da es nicht möglich ist,
die potentielle Haftung der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG aus dem Haftungsverbund betraglich festzulegen.
Die Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark hat mittels Satzungsänderung die Haftung mit Stichtag
30.09.2019 beendet. Zum Stichtag bestehende Guthaben fallen weiterhin unter die Haftung, Auszahlungen und alle anderen Belastungs-
buchungen nach dem Stichtag reduzieren die Haftung.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Institutionelles Sicherungssystem
Im Zuge der regulatorischen Änderungen durch Basel III ergab sich für dezentrale Bankengruppen das Erfordernis, institutsbezogene
Sicherungssysteme (IPS – Institutional Protection Schemes) zu schaffen. Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsverein-
barung, die die teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert. Gemäß Art. 49 CRR müssen Kreditinstitute bei der Ermittlung
ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Be-
freiung aufgrund von Art. 49 Abs. 3 CRR durch gebildete IPS besteht. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Mitglied im Landes-IPS,
dem auch alle Raiffeisenbanken in der Steiermark angehören, sowie im Bundes-IPS, dem neben der Raiffeisen Bank International AG (RBI)
auch die österreichischen Raiffeisenlandesbanken, die Raiffeisen Wohnbaubank, die Raiffeisen Bausparkasse sowie die Raiffeisen-Holding
Niederösterreich-Wien und Posojilnica Bank eGen angehören.
Gemäß Art. 113 Abs. 7 CRR dürfen Kreditinstitute mit Genehmigung der zuständigen Behörden, Risikopositionen – mit Ausnahme von Risi-
kopositionen, die Posten des harten Kernkapitals, zusätzlichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitals gemäß CRR bilden – gegenüber Ge-
genparteien, mit denen sie ein IPS abgeschlossen haben, mit einem Risikogewicht von 0 % bewerten.
Die Finanzmarktaufsicht hat beiden IPSen, an denen die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG teilnimmt, die Zustimmung erteilt.
Raiffeisen-IPS
Am 21.12.2020 haben die RBI, die RLB Steiermark und die weiteren Raiffeisenlandesbanken sowie die Raiffeisenbanken Anträge bei der
EZB und der FMA eingereicht, um ein neues institutsbezogenes Sicherungssystem ("Raiffeisen IPS") zu gründen und einer neu gegründe-
ten Genossenschaft unter dem Namen "Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen" zum Zwecke des gesetzlichen (österreichi-
schen) Einlagensicherungssystems im Sinne des ESAEG beizutreten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch nicht eingeschätzt werden, ob
eine solche Genehmigung erlangt wird oder ob zusätzliche Bedingungen auferlegt werden bzw. ob solche zusätzlichen Bedingungen ver-
einbart werden würden. Sollte die Genehmigung erteilt und sollten die Bedingungen vereinbart werden, werden die oben genannten An-
tragsteller in der Folge gemäß den Bestimmungen des ESAEG aus der ESA ausscheiden. Das Raiffeisen IPS würde in weiterer Folge das
bestehende Bundes-IPS und das bestehende Landes-IPS ersetzen.
22. Art und Betrag wesentlicher Kreditrisiken gem. § 51 Abs. 14 BWG
In TEUR 2020 2019
Nicht ausgenützte Kreditrahmen bis 1 Jahr 828.231 722.409
Nicht ausgenützte Kreditrahmen über 1 Jahr
653.661 628.584
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
23. Ergänzende Angaben zu Finanzinstrumenten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i. V. m.
§ 64 Abs. 1 Z. 3 BWG
In der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG werden Derivate vorwiegend zur Absicherung (Hedging) von Zins- und Wechselkursrisiken von
Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite in Form von Fair Value Hedges (Absicherung des Risikos einer Änderung des beizulegenden
Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten Verbindlichkeit) eingesetzt.
Zur Absicherung des Zinsrisikos von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite kommen neben Zinsswaps auch Zinsoptionen (Caps,
Floors) und andere derivative Finanzinstrumente (z. B. Forward Rate Agreements) zum Einsatz. Währungsrisiken werden vor allem mittels
Cross Currency Swaps und Devisenswaps abgesichert. Darüber hinaus können allfällige, in den Grundgeschäften eingebettete Derivate
(z. B. Optionalitäten) mittels gegenläufiger Geschäfte abgesichert werden. In Einzelfällen kommen zur Absicherung von Adressenausfalls-
risiken auch Kreditderivate zum Einsatz.
Die Absicherung dieser Risiken erfolgt einerseits über Mikro-Hedges, andererseits gelangt in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
auch Makro-Hedging zur Zinsbuchsteuerung i. S. des Rundschreibens der FMA zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten
und zu Bewertungsanpassungen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012 zum Einsatz.
23.1. Mikro-Hedging
Die in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG angewendeten Methoden für den prospektiven Effektivitätstest sind die Critical-Term-
Match-Methode sowie die Sensitivitätsanalyse (Basis Point Value). Bei Mikro-Hedges erfolgt zunächst eine Überprüfung, ob ein Critical
Term Match (CTM) vorliegt. Sind im Falle einer Mikro-Hedge-Beziehung alle Parameter des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts,
die das Ausmaß der abgesicherten Wertänderung bestimmen, identisch, aber gegenläufig, so ist dies ein Indikator für eine vollständig ef-
fektive Sicherungsbeziehung (vereinfachte Bestimmung der Effektivität). Gemäß den in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG festge-
legten Kriterien müssen zur Erfüllung eines Critical Term Match die Parameter Nominalwert, Währung und Fälligkeit bzw. Zinsbindung über-
einstimmen.
Ist eine vereinfachte Bestimmung der Effektivität nicht möglich, erfolgt eine Effektivitätsmessung mittels Sensitivitätsanalyse. Für die pros-
pektive Messung wird ein Parallelshift der Swapkurve um 100 Basispunkte durchgeführt und die barwertige Veränderung von Grundge-
schäft zu derivativem Sicherungsinstrument gemessen. Der Barwertberechnung wird die Zero-Coupon-Kurve zugrunde gelegt, welche aus
Swapsätzen kalibriert wird.
In der Folge wird zu jedem Bilanzstichtag ermittelt, ob die Sicherungsbeziehung tatsächlich vollständig oder weitgehend effektiv war (retro-
spektiver Effektivitätstest). Der retrospektive Nachweis der Effektivität der Sicherungsbeziehung erfolgt durch eine laufende Überprüfung
der CTM-Kriterien bzw. anhand eines Vergleichs der Änderungen der Fair Values von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument (Dollar
Offset-Methode). Insbesondere werden bei dieser Methode die Fair Value-Änderungen von gesicherten Grundgeschäften zur Fair Value-
Änderung der Sicherungsinstrumente in Verhältnis zueinander gesetzt. Da bei dieser Methode das Ergebnis der Effektivitätsmessung sehr
sensitiv reagieren kann, wurden in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG eine absolute und eine relative Toleranzgrenze festgelegt.
Ergibt sich die Effektivität aus einem der beiden Toleranzwerte (also entweder absolut oder relativ), wird die Effektivität der Sicherungsbezie-
hung vermutet. Für den Fall, dass beide Toleranzgrenzen überschritten werden, wird zur Ermittlung der zulässigen Schwankungsbreite das
Verhältnis der Fair Value-Änderung von Grundgeschäft(en) zur Fair Value-Änderung von Sicherungsgeschäft(en) zueinander gesetzt. Liegt
das Ergebnis der Effektivitätsmessung zwischen 80 % und 125 %, gilt die Sicherungsbeziehung als effektiv, jedoch wird für den ineffektiven
Anteil eine Rückstellung für drohende Verluste gebildet.
Ist eine Sicherungsbeziehung insgesamt nicht mehr effektiv, wird die Bewertungseinheit ab dem Zeitpunkt des Eintritts der Ineffektivität
aufgelöst. Die Überschreitung des Effektivitätsintervalls von 80 % / 125 % führt allerdings nicht automatisch zur Auflösung der Sicherungs-
beziehung. Dieses kann in begründeten Ausnahmefällen auch überschritten werden, wenn es in einem erheblichen Umfang zu einem Aus-
gleich der Wertänderungen aus Grund- und Sicherungsgeschäft in Bezug auf das abgesicherte Risiko kommt und diesem Ausgleich ein
kausaler, wirtschaftlicher Zusammenhang zugrunde liegt. Darüber hinaus kommt es zu einer Beendigung der Sicherungsbeziehung, wenn
Zweifel an der Bonität des Sicherungsgebers oder an der Werthaltigkeit des Grundgeschäfts bestehen.
Ineffektivitäten aus dem Ausfallsrisiko führen jedenfalls zur Beendigung der Sicherungsbeziehung, wenn akute Ausfallsgefährdung besteht.
D. h. bei einer Bonitätseinstufung von 5.X (=Default) werden Mikro-Hedges generell aufgelöst. Dies gilt auch für COVID-19-bedingte Ver-
schlechterungen in der Bonität (auch beim Vertragspartner des Sicherungsgeschäfts). Allerdings ist dieses bei zentralen Gegenparteien
(Central Clearing Party) unwesentlich und kann daher ausgeblendet werden.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
098
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Einräumung eines gesetzlichen oder nicht gesetzlichen COVID-19-Moratoriums hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Bilanzierung
bzw. die prospektive Effektivität, weil das Moratorium in der Regel nicht zur Ausbuchung führt und das zusätzliche Festzinsrisiko aufgrund
der Stundung nicht zum abgesicherten Risiko gehört. Dementsprechend ändern sich die Parameter der Sicherungsbeziehung nicht und es
kann weiterhin eine vereinfachte Bestimmung der Effektivität (CTM) erfolgen. Da auch das Ausfallsrisiko beim Grundgeschäft nicht zum
abgesicherten Risiko gehört, ergibt sich erst bei akuter Ausfallsgefahr die Auflösung der Sicherungsbeziehung. Im Geschäftsjahr 2020
ergaben sich für bestehende Sicherungsbeziehungen keine Auswirkungen aufgrund der COVID-19-Krise.
Im Falle der Auflösung einer Sicherungsbeziehung werden Derivat und Grundgeschäft einzeln nach den jeweils anwendbaren Bestimmun-
gen so bilanziert, als ob es nie eine Bewertungseinheit gegeben hätte. Dies gilt auch, wenn die Sicherungsbeziehung durch Ablauf, Veräu-
ßerung oder Tilgung beendet wird.
Die Erfolge aus der vorzeitigen Auflösung von Derivaten werden grundsätzlich in jener Position ausgewiesen, in der auch das Abgangser-
gebnis der Grundgeschäfte dargestellt wird. Aus der vorzeitigen Auflösung von Zinsswaps zwecks Anpassung bestehender Sicherungsbe-
ziehungen ergeben sich im Geschäftsjahr 2020 ausschließlich Erträge i. H. v. 3.751
TEUR (Vorjahr: 613 TEUR), welche in der GuV-Position 7.
„Sonstige betriebliche Erträge“ ausgewiesen werden. Im Vorjahr wurden auch Aufwendungen i. H. v. 896
TEUR in der GuV-Position 10.
„Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen. Grund für die gesetzten Maßnahmen war der gänzliche oder teilweise Entfall des
Grundgeschäfts. Diese Vorgangsweise entspricht der für die Bank festgelegten Sicherungsstrategie.
Das Volumen der zum Mikro-Hedging eingesetzten Derivate hat zum Berichtsstichtag insgesamt 9.360,6
Mio. EUR (Vorjahr: 8.830,1 Mio. EUR)
betragen. Davon weisen Derivate in Summe positive Marktwerte (dirty) in Höhe von 645,5
Mio. EUR (Vorjahr: 548,2 Mio. EUR) und negative
Marktwerte in Höhe von 259,3
Mio. EUR (Vorjahr: 201,7 Mio. EUR) auf.
23.2. Makro-Hedging
Im Rahmen des Zinsrisikomanagements werden Zinssteuerungsderivate des Bankbuchs zum Makro-Hedging im Sinne des FMA-Rund-
schreibens vom Dezember 2012 eingesetzt. Als Sicherungsderivate werden zinsinduzierte Derivate, unter anderem Zinsswaps, Optionen im
Sinne von Swaptions, Kündigungsrechte und Caps bzw. Floors, sowie Zinsfutures wie Geldmarkt- und Kapitalmarktfutures verwendet. Nicht
eingesetzt werden nicht-zinsinduzierte Derivate wie Aktien oder FX-abhängige Derivate. Im Rahmen des Makro-Hedging werden in zwei
definierten Teilbeständen des Bankbuchs Einzelrisikopositionen in einzelnen Laufzeitbändern zu einer Gesamtrisikoposition zusammenge-
fasst und mit entsprechenden Sicherungsgeschäften, die sogenannten „funktionalen Einheiten“ zugeordnet sind, abgesichert. Die Teilbe-
stände „Bankbuch Aktiv“ bzw. „Bankbuch Passiv“ beinhalten sämtliche zinssensitiven Positionen (in Währung EUR) auf der Aktiv- bzw. Pas-
sivseite der Bilanz. Aus diesen Teilbeständen sind Grundgeschäfte und Derivate, die in einer Mikro-Hedge-Beziehung stehen, herausgelöst.
Die qualitative Eignung der derivativen Finanzinstrumente zur Erreichung des Sicherungszwecks wird regelmäßig anhand prospektiver Ef-
fektivitätsmessungen im Rahmen der Reverse-Cumulative-Methode nachgewiesen. Gegenläufige Ertragseffekte oder Wertsteigerungen aus
den abgesicherten Grundgeschäften des Bankbuchs werden bei der Beurteilung eines Rückstellungsbedarfs pro funktionaler Einheit be-
rücksichtigt.
Die Gesamtsensitivität der Makro-Hedging-Derivate beträgt zum Berichtsstichtag 566 TEUR (Vorjahr: 110
TEUR). Hievon entfallen +759 TEUR
(Vorjahr: +367 TEUR) auf den Teilbestand „Bankbuch Aktiv“ und –193 TEUR (Vorjahr: –257 TEUR) auf den Teilbestand „Bankbuch Passiv“.
Ein Rückstellungsbedarf für die Derivate der funktionalen Einheiten war nicht gegeben.
099
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Nominal- und Barwerte sowie das Bewertungsergebnis der zum Makro-Hedging eingesetzten Derivate sind der folgenden Tabelle zu
entnehmen:
Geschäftsjahr 2020 (in TEUR):
Funktionale
Einheit
Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv 1.386.735 210 -42.491 -42.281 -9.621 -30.322
Bankbuch Passiv 700.500 27.947 -113 27.834 -3.635 -14.700
Geschäftsjahr 2019 (in TEUR):
Funktionale
Einheit Nominalwert
Positive
Barwerte
Negative
Barwerte
Saldo
Barwerte
Bewertungs-
ergebnis
Berichtsjahr
Bewertungs-
ergebnis
kumuliert
Bankbuch Aktiv 805.800 2.020 -34.680 -32.660 -4.159 -20.701
Bankbuch Passiv 908.500 31.469 0 31.469 524 -11.065
23.3. Credit Value Adjustment
Bei der Bewertung von Derivaten werden auch Bewertungsanpassungen, welche sowohl das Risiko des vorzeitigen Ausfalls der Gegenpar-
tei, als auch das eigene Kreditrisiko berücksichtigen, vorgenommen. Zur Ermittlung des Credit Value Adjustments wird für OTC-Derivate die
Höhe des zukünftig zu erwartenden Portfoliowertes (potential future exposure, PFE) anhand einer Monte Carlo Simulation berechnet und
mittels am Markt beobachtbarer Ausfallsraten des Kunden bzw. der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG bewertet. Grundsätzlich wird das
gesamte Derivateportfolio eines Marktpartners betrachtet. Das CVA wird auf das unbesicherte Exposure gerechnet. Handelt es sich um ein
besichertes Exposure, wird die Dauer der Besicherungsnachforderung (margin period of risk) bei der Ermittlung des CVA mitberücksichtigt.
Unter Berücksichtigung des FMA-Rundschreibens zu Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten und zu Bewertungsanpassun-
gen bei Derivaten gemäß § 57 BWG vom Dezember 2012, Rz 58, wurde aus Gründen der Vorsicht das eigene Ausfallrisiko (DVA, Debt Va-
lue Adjustment) bei Derivaten des Bankbuchs generell nicht berücksichtigt.
Die Ergebnisauswirkung aus der Berücksichtigung des CVA und DVA für Derivate des Handelsbuchs ist in der GuV-Position 6. mit einem sal-
dierten Betrag i. H. v. –278
TEUR (Vorjahr: –135 TEUR) enthalten. Für Derivate des Bankbuchs ist im Berichtsjahr in der GuV-Position 10. ein
Aufwand i. H. v. 475
TEUR (Vorjahr: Ertrag i. H. v. 51 TEUR in GuV-Position 7.) ausgewiesen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die in den nachfolgenden Tabellen dargestellten Marktwerte von Derivaten des Bankbuchs und Handelsbuchs (inkl. Vorjahre) sind nach
Berücksichtigung des Kontrahentenrisikos:
Zum Bilanzstichtag waren folgende Termingeschäfte (Bankbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 1.231.700 3.696.920 6.722.763 11.651.383 677.606 -307.669
Zinsoptionen – Käufe 151 5.000 596 5.747 0 0
Zinsoptionen – Verkäufe 151 0 596 747 0 0
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 2.000 0 0 2.000 0 0
Gesamt 1.234.002 3.701.920 6.723.955 11.659.877 677.606 -307.669
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zins-Währungs-/Währungsswaps 12.253 9.978 0 22.231 156 -188
Gesamt 12.253 9.978 0 22.231 156 -188
GESAMT 1.246.255 3.711.898 6.723.955 11.682.108 677.762 -307.857
Die aus den Änderungen der Marktwerte bei Bankbuch-Derivaten resultierenden Ausgleichszahlungen im Zuge der IBOR-Reform werden mit
einem Betrag 587 TEUR in der GuV-Position 7. „Sonstige betriebliche Erträge“ sowie mit einem Betrag von 878 TEUR in der GuV-Position 10.
„Sonstige betriebliche Aufwendungen“ ausgewiesen.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Bankbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 584.750 3.855.522 6.036.587 10.476.859 586.436 -242.844
Zinsoptionen – Käufe 48.000 5.150 12.196 65.346 1.037 0
Zinsoptionen – Verkäufe 5.000 150 12.196 17.346 0 -100
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 0 0 0 0 0 0
Gesamt 637.750 3.860.822 6.060.979 10.559.551 587.473 -242.944
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zins-Währungs-/Währungsswaps 9.364 0 4.877 14.241 124 -54
Gesamt 9.364 0 4.877 14.241 124 -54
GESAMT 647.114 3.860.822 6.065.856 10.573.792 587.597 -242.998
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STEIERMARK 2020
Zum Bilanzstichtag waren folgende Termingeschäfte (Handelsbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 399.479 843.714 2.059.269 3.302.462 132.279 -129.755
Zinsoptionen – Käufe 38.000 102.245 132.950 273.195 5.150 0
Zinsoptionen – Verkäufe 42.403 27.140 104.326 173.869 21 -1.036
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 1.500 0 0 1.500 0 0
Gesamt 481.382 973.099 2.296.545 3.751.026 137.450 -130.791
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 48.172 0 0 48.172 1.742 -304
Zins-Währungs-/Währungsswaps 450.465 5.466 20.499 476.430 12.530 -10.396
Devisenoptionen – Käufe 1.408 0 0 1.408 83 0
Devisenoptionen – Verkäufe 1.408 0 0 1.408 0 -75
Gesamt 501.453 5.466 20.499 527.418 14.355 -10.775
GESAMT 982.835 978.565 2.317.044 4.278.444 151.805 -141.566
Die aus den Änderungen der Marktwerte bei Handelsbuch-Derivaten resultierenden Ausgleichszahlungen im Zuge der IBOR-Reform sind mit
einem (saldierten) Betrag von 316 TEUR in der GuV-Position 6. „Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften“ enthalten.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Im Vorjahr waren folgende Termingeschäfte (Handelsbuch) noch nicht abgewickelt:
In TEUR
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt Positiv Negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 363.277 1.021.347 2.184.095 3.568.719 117.326 -116.415
Zinsoptionen – Käufe 103.630 130.365 126.125 360.120 3.732 0
Zinsoptionen – Verkäufe 95.400 65.405 114.431 275.236 3 -1.087
Börsengehandelte Produkte
Wertpapier Futures 0 0 0 0 0 0
Gesamt 562.307 1.217.117 2.424.651 4.204.075 121.061 -117.502
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 22.821 0 0 22.821 147 -171
Zins-Währungs-/Währungsswaps 429.702 0 25.965 455.667 10.519 -21.230
Devisenoptionen – Käufe 5.000 0 0 5.000 12 0
Devisenoptionen – Verkäufe 5.000 0 0 5.000 30 0
Gesamt 462.523 0 25.965 488.488 10.708 -21.401
GESAMT 1.024.830 1.217.117 2.450.616 4.692.563 131.769 -138.903
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die zum Stichtag 31.12.2020 bilanzierten derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzpositionen mit folgenden Buch-
werten ausgewiesen (§ 238 Abs. 1 Z. 1 UGB):
In TEUR
Forderungen
Kredit-
institute
Forderungen
Kunden Sonstige Aktiva
2020 2020 2020
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 4.281 1.355 131.918
Wechselkursbezogene Verträge 362 0 14.207
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 43.618 3.437 19.699
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 6
In TEUR
Verbindlich-
keiten Kredit-
institute
Verbindlich-
keiten
Kunden
Sonstige
Passiva
Rück-
stellungen
2020 2020 2020 2020
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 8.434 155 122.305 0
Wechselkursbezogene Verträge 358 0 10.631 0
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 20.716 221 22.188 2.187
Wechselkursbezogene Verträge 31 0 91 5
Im Posten Rückstellungen ist die Rückstellung für das Credit Value Adjustment in Höhe von 1.230
TEUR (Vorjahr: 756 TEUR) enthalten.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die im Vorjahr bilanzierten derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzpositionen mit folgenden Buchwerten ausgewie-
sen (§ 238 Abs. 1 Z. 1 UGB):
In TEUR
Forderungen
Kredit-
institute
Forderungen
Kunden Sonstige Aktiva
2019 2019 2019
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 6.087 2.818 112.326
Wechselkursbezogene Verträge 406 0 10.289
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 45.359 5.732 24.942
Wechselkursbezogene Verträge 0 0 85
In TEUR
Verbindlich-
keiten Kredit-
institute
Verbindlich-
keiten
Kunden
Sonstige
Passiva
Rück-
stellungen
2019 2019 2019 2019
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 11.613 185 105.874 0
Wechselkursbezogene Verträge 401 0 20.987 0
Sonstige Verträge 0 0 0 0
Buchwerte von Derivaten des Bankbuchs
Zinssatzbezogene Verträge 22.647 219 26.761 1.762
Wechselkursbezogene Verträge 4 0 1 3
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
24. Angabe zu unterlassenen außerplanmäßigen Abschreibungen von
Finanzinstrumenten des Finanzanlagevermögens gem. § 238 Abs. 1 Z. 2 UGB
In TEUR
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
Unterlassene
Abschreibung
2020 2020 2020
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
2.375 2.371 4
Forderungen an Kreditinstitute 0 0 0
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von öffentlichen Emittenten 0 0 0
von anderen Emittenten 62.249 62.010 239
In TEUR
Buchwert
Beizulegender
Zeitwert
Unterlassene
Abschreibung
2019 2019 2019
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei
der Zentralnotenbank zugelassen sind
10.858 10.809 49
Forderungen an Kreditinstitute 5.000 4.624 376
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
von öffentlichen Emittenten 0 0 0
von anderen Emittenten 67.025 66.708 317
Eine außerplanmäßige Abschreibung (gemäß § 204 Abs. 2 UGB, zweiter Satz) ist unterblieben, da die angeführten Wertminderungen durch
Zinssatzbewegungen verursacht sind. Die Bonität der Wertpapierschuldner ist nach wie vor einwandfrei, sodass eine planmäßige Tilgung
zu erwarten ist.
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
25. Verfügungsbeschränkungen für Vermögensgegenstände gem. § 64 Abs. 1 Z. 8 BWG
Aufstellung der als Sicherheit gestellten eigenen Vermögensgegenstände in TEUR 2020 2019
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen 1.328.556 1.167.860
Deckungsstock für Mündelgelder 7.253 7.330
Übrige Deckungsstockwerte 47.871 31.996
Die Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen mit einem Betrag von 79.663
TEUR (Vorjahr: 82.331 TEUR) Wertpapiere und
mit einem Betrag von 1.248.893
TEUR (Vorjahr: 1.085.529 TEUR) Kreditforderungen.
Übrige Deckungsstockwerte betreffen vor allem hinterlegte Wertpapiere bei der EUREX mit 47.674
TEUR (Vorjahr: 31.800 TEUR).
Aufstellung der als Sicherheit gestellten institutsfremden Vermögensgegenstände
in TEUR
2020 2019
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen 3.789.020 3.037.106
Die institutsfremden Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen wie im Vorjahr ausschließlich Kreditforderungen.
Aufstellung der Passivposten, für die die oben angeführten Sicherheiten gestellt
werden in TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 407
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Mündelgeldeinlagen) 4.778 4.510
Verbriefte Verbindlichkeiten 3.264.500 2.704.500
26. Wertpapierleihgeschäfte sowie in Pension gegebene und genommene Vermögensgegenstände
gem. § 50 Abs. 4 BWG
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repos) in TEUR 2020 2019
Einlagen von Kreditinstituten 0 30.000
Einlagen von Zentralbanken 2.762.794 310.000
Die Einlagen von Zentralbanken betreffen mit einem Betrag von 2.762.794 TEUR (Vorjahr: 310.000 TEUR) Refinanzierungen bei der OeNB.
Davon entfällt ein Betrag von 2.750.000 TEUR auf die Teilnahme am TLTRO III Programm (Targeted Longer-Term Refinancing Operations)
der EZB. Die im Vorjahr in Höhe von 30.000 TEUR ausgewiesenen Einlagen von Kreditinstituten betrafen Refinanzierungen bei der EUREX.
Zum Bilanzstichtag bestehen wie im Vorjahr keine echten Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer.
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STEIERMARK 2020
Zum 31.12.2020 wurden von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG Wertpapiere in Höhe von 750.000 TEUR verliehen (Vorjahr:
750.000
TEUR) und Wertpapiere in Höhe von 728.000 TEUR (Vorjahr: 658.000 TEUR) entliehen, welche im Rahmen der u. a. Pensionsge-
schäfte als Sicherheit gestellt wurden.
Die Vermögensgegenstände, die im Rahmen echter Pensionsgeschäfte als Sicherheit zur Verfügung gestellt bzw. übernommen wurden,
stellen sich wie folgt dar:
Aufstellung der in Pension gegebenen Vermögenswerte in TEUR 2020 2019
Institutseigene Wertpapiere 1.838.787 183.492
Institutsfremde (inkl. entliehene) Wertpapiere 787.831 0
Institutseigene Kreditforderungen (Credit Claims) 140.138 64.446
Institutsfremde Kreditforderungen (Credit Claims) 257.585 101.411
Sämtliche Kreditforderungen (Credit Claims) wurden für Tendergeschäfte bei der OeNB hinterlegt.
Als freies Deckungspotenzial für Repo-Geschäfte (OeNB, EUREX) stehen die folgenden Vermögensgegenstände (zu Nominalwerten) zur
Verfügung:
Institutseigene Vermögenswerte in TEUR 2020 2019
Wertpapiere 990.451 1.693.070
Kreditforderungen (Credit Claims) 0 23.960
Institutsfremde Vermögenswerte in TEUR 2020 2019
Wertpapiere 0 87.898
27. Vermögensgegenstände nachrangiger Art gem. § 45 Abs. 2 BWG
Bezeichnung der Bilanzpositionen in TEUR 2020 2019
Forderungen an Kreditinstitute 12.234 12.234
Forderungen an Kunden 491 642
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 25.930 27.125
109
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
D. Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Für die Geschäftstätigkeit der Bank besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen geografischen Märkten, sodass die Aufgliederung der
Betriebserträge gemäß § 64 Abs. 1. Z. 9 BWG nicht erforderlich ist.
1. Gesamtbetrag für nachrangige Verbindlichkeiten gem. § 64 Abs. 1 Z. 13 BWG
In TEUR 2020 2019
Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten 2.261 2.225
2. In der GuV-Position 3 a enthaltene Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen
Die anteiligen Jahresergebnisse aus Investmentfondsanteilen betragen in der Berichtsperiode 3.044
TEUR (Vorjahr: 15.911 TEUR). Im Ge-
schäftsjahr 2020 gab es keine Ausschüttungen aus Investmentfondsanteilen (Vorjahr: 2.779
TEUR). Eine Aktivierung laufender Erträge oder
ausschüttungsbedingte Abschreibung bei Investmentfondsanteilen wurde nicht vorgenommen.
3. In den GuV-Positionen 3 c, 13/14 enthaltene Erträge und Aufwendungen
gem. § 238 Abs. 1 Z. 21 UGB
Erträge (GuV Pos. 3 c) in TEUR 2020 2019
Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 748 646
Wie im Vorjahr sind in diesen GuV-Positionen keine Aufwendungen gem. § 238 Abs. 1 Z. 21 UGB enthalten.
4. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen gem. § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG
Wesentliche sonstige betriebliche Erträge (GuV Pos. 7) in TEUR 2020 2019
Erträge aus bankfremden Geschäften 33.756 35.753
Die Erträge aus bankfremden Geschäften betreffen im Wesentlichen Erträge aus der Personalkosten- und Betriebskostenverrechnung, die
dazugehörigen Aufwendungen werden in den entsprechenden Aufwandspositionen ausgewiesen.
Wesentliche sonstige betriebliche Aufwendungen (GuV Pos. 10) in TEUR 2020 2019
Laufende Beiträge an Sicherungseinrichtungen 4.628 3.527
Bewertungsaufwand Derivate 1.963 2.949
Bewertungsaufwendungen für Derivate beinhalten vor allem die aufwandswirksame Verteilung von Optionsprämien sowie Bewertungsauf-
wendungen für freistehende Derivate aufgrund von negativen Marktwerten und Ineffektivitäten von Bewertungseinheiten.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
110
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die laufenden Beiträge an Sicherungseinrichtungen betreffen den EU-Bankenabwicklungsfonds und die EU-Einlagensicherung.
Aufgrund der EU-Richtlinien 2014/49/EU und 2014/59/EU zum Bankenabwicklungsfonds und zum Spareinlagen-Sicherungssystem, in Öster-
reich umgesetzt durch das BaSAG (Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) sowie durch das ESAEG (Einlagensicherungs- und Anle-
gerentschädigungsgesetz), sind Kreditinstitute seit 2015 verpflichtet, Beiträge aus diesem Titel an Sicherungseinrichtungen zu entrichten.
Das ESAEG schreibt vor, dass jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährlicher Bei-
tragsvorschreibung an die Mitgliedsinstitute bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von zumindest 0,8 % der Summe der gedeckten
Einlagen der Mitgliedsinstitute auszustatten ist. Die Rolle der Sicherungseinrichtung für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich hat die
Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. übernommen. Aus der in §§ 8 und 45 ESAEG enthaltenen Pflichtmitgliedschaft entstehen Ver-
pflichtungen für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG jähr-
lich Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Einlagen und der Ausprägung
der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist.
Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung pro Kalenderjahr Sonderbeiträge in der Höhe von maximal 0,5 % der Summe der gedeckten
Einlagen der Mitgliedsinstitute einheben. Diese Schwelle kann im Einzelfall durch die Genehmigung der FMA auch überschritten werden.
Die Höhe des Sonderbeitrags bestimmt sich gemäß § 22 ESAEG als Verhältnis des zuletzt fälligen Jahresbeitrags der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark AG zur Gesamtsumme der zuletzt fälligen Jahresbeiträge aller Mitglieder der Sicherungseinrichtung. Im Geschäftsjahr 2020 hat
die ESA einen Großteil der im Einlagensicherungsfonds vorhandenen Mittel für die Entschädigung der Einleger in den beiden Sicherungsfäl-
len Anglo Austrian AAB und Commerzialbank Mattersburg verwendet. Der dafür aufgewendete Betrag i. H. v. 550 Mio. EUR muss allerdings
nicht sofort wieder aufgefüllt werden, sondern kann in Abstimmung mit der FMA auf die verbleibenden fünf Jahre bis zur Erreichung der Ziel-
ausstattung 2024 verteilt werden. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde seitens der RLB Steiermark ein Beitrag von 1.138
TEUR (Vorjahr:
588
TEUR) in bar geleistet, welcher auch den aliquoten Anteil für die Wiederauffüllung des Fonds enthält. Zahlungsverpflichtungen i. S. d.
§ 7 Abs. 1 Z. 13 ESAEG wurden nicht verwendet.
Im Falle einer Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen i. S. d. § 49 ESAEG (Anlegerentschädigung) beträgt
die Beitragsleistung des Einzelinstituts pro Geschäftsjahr maximal 1,5 % der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a CRR zuzüglich
des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 CRR und somit für die Raiffeisen-Landes-
bank Steiermark AG 158.398 TEUR (Vorjahr: 181.135 TEUR). Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine Anlegerentschädigungen erbracht.
Durch das BaSAG wurde die EU-Richtlinie 2014 /59/EU über die Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kredit-
instituten und Wertpapierfirmen in Österreich umgesetzt.
Zur Finanzierung des gesetzlichen Abwicklungsfinanzierungsmechanismus sind durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 123 BaSAG
gemäß § 125 BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 126 BaSAG nach dem Verhältnis der
Höhe der Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten abzüglich gesicherter
Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Im Ge-
schäftsjahr 2020 hat die RLB Steiermark einen Beitrag von 3.490 TEUR (Vorjahr: 2.939 TEUR) geleistet. Unwiderrufliche Zahlungsverpflich-
tungen wurden nicht verwendet.
Darüber hinaus kann die Abwicklungsbehörde im Bedarfsfall gemäß § 127 BaSAG außerordentliche nachträgliche Beiträge einheben. Die
Berechnung der Höhe dieser Beiträge folgt den Regeln der ordentlichen Beiträge i. S. d. § 126 BaSAG und darf den dreifachen Jahresbe-
trag der ordentlichen Beiträge nicht überschreiten.
5. Aufwendungen und Erträge zu Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder
In der GuV-Position 8 a „Personalaufwand“ werden in der sublit. aa „Löhne und Gehälter“ Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für
Jubiläumsgelder i. H. v. 159
TEUR (Vorjahr: Aufwendungen aus der Dotierung i. H. v. 220 TEUR) ausgewiesen. Weitere Aufwendungen für
vergleichbare, langfristig fällige Verpflichtungen sind nicht enthalten.
111
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Änderungen der Rückstellungen für Pensionen werden in der GuV-Position 8 a „Personalaufwand“ in der sublit. ee „Dotierung der Pen-
sionsrückstellung“ mit einem Ertrag von 2.827
TEUR (Vorjahr: Aufwand i. H. v. 2.219 TEUR) ausgewiesen, die Änderungen der Rückstellun-
gen für Abfertigungen sind in der sublit. ff „Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen“ mit
einem Ertrag von 995
TEUR (Vorjahr: Aufwand i. H. v. 963 TEUR) enthalten.
6. Steuern
Steuern vom Einkommen und Ertrag
Seit dem Veranlagungsjahr 2011 fungiert die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG als Gruppenträger gem. § 9 Abs. 8 KStG.
Als Gruppenmitglieder werden im Veranlagungsjahr 2020 folgende Gesellschaften einbezogen:
„DÖHAU“ Liegenschaftsges.m.b.H.
BONITA HYPO Leasing GmbH
Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH
HYPO Steiermark Beteiligungen GmbH
HYPO Steiermark Leasing – Holding GmbH
HYPO Steiermark Immobilienleasing GmbH
HYPO Steiermark Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH
HYPO Steiermark PUNTI Grundstücksverwaltung GmbH
INPRIMIS Beteiligungs GmbH
Landes-Hypothekenbank Steiermark AG
LKH-Eingangszentrums Errichtungs- und Betreiber GmbH
NOVA HYPO Leasing GmbH
Raiffeisen Bauträger & Projektentwicklungs GmbH
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H.
Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH
Raiffeisen Rechenzentrum GmbH
RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH
RLO Beteiligungs GmbH
Die Mitglieder der Steuergruppe haben eine Regelung über den Steuerausgleich dahingehend getroffen, dass eine jährliche Abrechnung
der Steuerbe- oder -entlastung, die sich aus dem – während der Gruppenzugehörigkeit entstehenden – Einkommen des Gruppenmitglieds
ergibt, erfolgt. In der GuV-Position 18. „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ sind Erträge aus Steuerumlagen i. H. v. 2.146
TEUR (Vorjahr:
1.181
TEUR) und Aufwendungen aus Steuerumlagen von 515 TEUR (Vorjahr: 54 TEUR) enthalten.
Sonstige Steuern
In den Sonstigen Steuern wird die seit dem Jahr 2011 in Österreich erhobene Stabilitätsabgabe mit einem Betrag von 2.428
TEUR (Vorjahr:
2.282
TEUR) ausgewiesen.
7. Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG beträgt 0,30 % (Vorjahr: 0,66 %) und berechnet sich als Quotient
des Jahresergebnisses nach Steuern geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
112
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
E. Weitere Angaben
1. Angaben über Arbeitnehmer gem. § 239 Abs. 1 Z. 1 UGB
Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer 2020 2019
Angestellte 636 643
2. Vorschüsse und Kredite an Vorstand und Aufsichtsrat gem. § 237 Abs. 1 Z. 3 UGB
Organkredite/Vorschüsse/Eventualforderungen in TEUR 2020 2019
Vorstand 1.029 1.293
Aufsichtsrat 268 310
Gesamtsumme 1.297 1.603
Rückzahlungen wurden vereinbarungsgemäß geleistet, die Laufzeit und Verzinsung entsprechen den banküblichen Usancen.
3. Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen sowie
Pensionen gem. § 239 Abs. 1 Z. 3 UGB
Abfertigungen in TEUR 2020 2019
Vorstand und leitende Angestellte 144 318
Sonstige Arbeitnehmer 856 1.995
Gesamtsumme 1.000 2.313
In den Aufwendungen für Abfertigungen sind Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen i. H. v. 364
TEUR (Vorjahr: 343 TEUR)
enthalten.
Pensionen in TEUR 2020 2019
Vorstand und leitende Angestellte 227 2.804
Sonstige Arbeitnehmer 121 2.252
Gesamtsumme 348 5.056
Die Pensionszuschüsse sind in dem Ausmaß wertgesichert wie der höchste kollektivvertragliche Schemabezug.
113
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
4. Aufwendungen für Bezüge und Vergütungen an Vorstand und Aufsichtsrat
gem. § 239 Abs. 1 Z. 4 UGB
Aktive Mitglieder in TEUR 2020 2019
Vorstand 1.796 1.439
Aufsichtsrat 192 179
Gesamtsumme 1.988 1.618
Ehemalige Mitglieder in TEUR 2020 2019
Vorstand 923 89
Aufsichtsrat 0 0
Gesamtsumme 923 89
Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr Aufsichtsratsvergütungen von verbundenen Unternehmen i. H. v. 31
TEUR
(Vorjahr: 31
TEUR).
5. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gem. § 238 Abs. 1 Z. 12 UGB
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind unwesentlich bzw. zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen und
daher nicht im Rahmen des §
238 Abs. 1 Z. 12 UGB anzugeben.
6. Aufwendungen für Honorierung der Abschlussprüfer gem. § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB
Gemäß § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB wird das Abschlussprüferhonorar im Rahmen des Konzernabschlusses veröffentlicht.
7. Angaben zu Niederlassungen außerhalb Österreichs gem. § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG unterhält keine Niederlassungen außerhalb Österreichs. Die Angaben in § 64 Abs. 1 Z. 18 BWG
sind daher ident mit den jeweiligen Posten des Jahresabschlusses.
8. Angaben zum Mutterunternehmen und zur Einbeziehung in einen Konzernabschluss
gem. § 238 Abs. 1 Z. 7 und 8 UGB und § 237 Abs. 1 Z. 7 UGB
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG steht mit der RLB-Stmk Verbund eGen und deren verbundenen Unternehmen in einem Konzern-
verhältnis. Die RLB-Stmk Verbund eGen mit Sitz in Graz stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von in den Konzernabschluss
einzubeziehenden Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird unter der Firmenbuchnummer 263388k beim Landesgericht für Zivil-
rechtssachen in Graz hinterlegt.
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG stellt selbst den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der einzubeziehenden Unternehmen
auf, welcher unter der Firmenbuchnummer 264700s beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz hinterlegt ist.
9. Gewinnverwendungsvorschlag gem. § 238 Abs. 1 Z. 9 UGB
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll – unter Berücksichtigung der Empfehlung der FMA zu Dividendenausschüttungen – vom ausge-
wiesenen Bilanzgewinn in Höhe von 22.572.925,75 EUR ein Betrag von 11.239.760,27 EUR an die Eigentümer ausgeschüttet und ein Be-
trag von 11.333.165,48
EUR auf neue Rechnung vorgetragen werden.
10. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag gem. § 238 Abs. 1 Z. 11 UGB
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt gab es keine außerordentlichen Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die von besonderem öffentli-
chem Interesse wären oder sich wesentlich auf den Jahresabschluss 2020 auswirken würden.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
114
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
VORSTAND
VORSITZENDER
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER
MITGLIEDER DES VORSTANDS
Vorstandsdirektor Mag. Rainer STELZER, MBA
Vorstandsdirektor Dr. Matthias HEINRICH (bis 30.9.2020)
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK (ab 1.10.2020)
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER (ab 1.10.2020)
AUFSICHTSRAT
PRÄSIDENT
Ök.-Rat Ing. Wilfried THOMA
1. VIZEPRÄSIDENT
Dir. Josef GALLER
2. VIZEPRÄSIDENT
Josef HAINZL
MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL
Ök.-Rat Alois HAUSLEITNER
Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUTZER
GD-Stv. DI Dr. Gernot REITER
VDir. Rudolf SCHNABL
Dir. Franz STRAUSSBERGER
KR Peter SÜKAR
Verbandsobmann Ök.-Rat Franz TITSCHENBACHER
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
KR Josef ZÜGNER
VOM BETRIEBSRAT ENTSANDT
Abt.-Vst. Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
STAATSKOMMISSÄRE
Ministerialrat Mag. Wolfgang NITSCHE (ab 1.1.2020)
Mag. Matthias KUDWEIS (ab 1.1.2020)
Ministerialrat Mag. Gabriele HERBECK (bis 31.12.2019)
Amtsdirektor Gabriele HERMANN (bis 31.12.2019)
MITGLIEDER DES
V
ORSTANDS UND DES
A
UFSICHTSRATS
115
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Anteil
%
Eigenkapital in
EUR
Ergebnis
letztes
Geschäftsjahr
(vor
Rücklagen-
bewegung) in
EUR
Jahres-
abschluss
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
*)
Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft, Graz 100,00 246.822.501,99 35.271.015,09 2020
INPRIMIS Beteiligungs GmbH, Graz 100,00 1.552.803,94 -812,98 2019
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft
m.b.H., Graz
1)
100,00 9.051.345,72 1.609.969,83 2020
Raiffeisen - Einlagensicherung Steiermark eGen, Graz 57,07 5.794,61 -3.711,49 2019
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH, Graz
**)
100,00 21.838.743,40 748.342,78 2020
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H., Graz 100,00 2.193.191,97 478.393,95 2019
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H., Graz
2)
100,00 102.406.710,20 5.025.941,11 30.09.2020
RLO Beteiligungs GmbH, Graz 100,00 3.692.799,46 -2.439,67 2020
Steirische Raiffeisen-Immobilien-Leasing Gesellschaft m.b.H.,
Graz
100,00 5.472.259,42 289.899,17 2020
2. Beteiligungen (ab 20 % Anteil)
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H. & Co. KG., Graz 50,00 766.709,97 694.037,13 30.09.2020
ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H., Graz 30,00 342.562.452,34 16.289.588,40 2019
Steirische Kommunalgebäudeleasing Gesellschaft m.b.H.,
Wien
25,00 63.191,92 26.855,50 2019
*)
Die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen bestehen im Rahmen üblicher Bankgeschäfte.
**)
Ergebnisabführungsvertrag
1)
Ergebnisabführungsvertrag mit der TSI-Terminal und Software Installationen GmbH, Graz
2)
Ergebnisabführungsvertrag mit der RLB-Steiermark Immobilienbeteiligungs- u. Verwaltungs GmbH, Graz
A
NLAGE 1 –
A
NTEILE AN VERBUNDENEN
UNTERNEHMEN UND
BETEILIGUNGEN
JAHRESFINANZBERICHT 2020
116
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In TEUR
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten
Positionen des
Anlagevermögens
Stand 1.1.
des
Geschäfts-
jahres Zugänge Abgänge
Aktivierte
Zinsen
gem. § 203
Abs. 4 UGB
Umbu-
chungen
Stand
31.12. des
Geschäfts-
jahres
Wertpapiere
a) Aktivposition 2 a 250.481 52.571 -19.220 0 18.924 302.756
b) Aktivposition 3 b 99.860 5.115 -52.702 0 -1.988 50.285
c) Aktivposition 4 65.680 0 -1.018 0 0 64.662
d) Aktivposition 5 a 5.070 4.975 0 0 0 10.045
e) Aktivposition 5 b 1.142.487 252.592 -109.204 0 -16.936 1.268.939
Aktien und andere nicht
festverzinsliche Wertpapiere
0 0 0 0 0 0
Zwischensumme 1.563.578 315.253 -182.144 0 0 1.696.687
Beteiligungen 815.972 1.539 0 0 0 817.511
Anteile an verbundenen
Unternehmen
598.973 0 0 0 0 598.973
Anteile an einer herrschenden
oder an mit Mehrheit beteiligten
Gesellschaft
0 0 0 0 0 0
Zwischensumme 1.414.945 1.539 0 0 0 1.416.484
Immaterielle
Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
11.194 904 -205 0 0 11.893
Grundstücke und Gebäude 18.945 83 -143 0 0 18.885
Sonstige Sachanlagen 21.161 1.028 -1.002 0 0 21.187
Zwischensumme 51.300 2.015 -1.350 0 0 51.965
Sonstige
Vermögensgegenstände
0 0 0 0 0 0
Gesamtsumme 3.029.823 318.807 -183.494 0 0 3.165.136
A
NLAGE 2 –
A
NLAGENSPIEGEL
117
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Buchwerte
kumulierte
Abschrei-
bung 1.1.
Abschrei-
bung lfd.
Geschäfts-
jahr
Zuschrei-
bung lfd.
Geschäfts-
jahr Umbuchung
Abgänge lfd.
Geschäfts-
jahr
kumulierte
Abschrei-
bung 31.12.
Stand 31.12.
des
Geschäfts-
jahres
Stand 31.12.
des
Vorjahres
4.693 1.087 0 20 -281 5.519 297.237 245.788
191 727 -154 0 0 764 49.521 99.669
0 0 0 0 0 0 64.662 65.680
-20 189 -231 0 0 -62 10.107 5.090
6.713 2.460 0 -20 -924 8.229 1.260.710 1.135.774
0 0 0 0
0
0 0 0
11.577 4.463 -385 0 -1.205 14.450 1.682.237 1.552.001
3.113 131 0 0 0 3.244 814.267 812.859
324.610 1.412 -900 0
0
325.122 273.850 274.362
0 0 0 0
0
0 0 0
327.723 1.543 -900 0 0 328.366 1.088.117 1.087.221
8.506 997 0 0
-205
9.298 2.595 2.688
12.082 225 0 0 -132 12.175 6.710 6.863
16.558 1.394 0 0 -983 16.969 4.218 4.603
37.146 2.616 0 0 -1.320 38.442 13.523 14.154
0 0 0 0
0
0 0 0
376.446 8.622 -1.285 0 -2.525 381.258 2.783.877 2.653.376
XXX
XXX
JAHRESFINANZBERICHT 2020
118
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
ANLAGE 3 –
INVESTITIONSPRÄMIE
Positionen des Anlagevermögens
in TEUR
Stand 1.1.
des
Geschäfts-
jahres Zugänge Auflösung Abgang
Stand
31.12. des
Geschäfts-
jahres
I. Immaterielle Wirtschaftsgüter 0 0 0 0 0
II. Sachanlagen 0 10 -7 0 3
1.) Grundstücke und Gebäude 0 0 0 0 0
a) dem Geschäftsbetrieb dienend 0 0 0 0 0
b) sonstige 0 0 0 0 0
2.) Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 10 -7 0 3
a) Betriebs- und Geschäftsausstattung 0 10 -7 0 3
b) Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
III. Finanzanlagen 0 0 0 0 0
1.) Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
2.) Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
3.) Beteiligungen 0 0 0 0 0
Gesamt 0 10 -7 0 3
119
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresab-
schluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Ge-
schäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unterneh-
men ausgesetzt ist.
Graz, am 6. April 2021
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER, Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Kapitalmarkt, Unternehmenskommunikation und IT
Vorstandsdirektor Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungseinrichtungen
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung & Digitalisierung, Personal, Transaction Services und Bau & Infrastruktur
ERKL
Ä
RUNG ALLER
GESETZLICHEN VERTRETER
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Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues
Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichi-
schen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Stan-
dards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von der Ge-
sellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich
habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir
bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prü-
fungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
meine Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des
Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungs-
urteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
Werthaltigkeit der direkt gehaltenen Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Jahresabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2020 werden Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI), die auch das
Zentralinstitut der Gesellschaft ist, unter dem Bilanzposten „Beteiligungen“ ausgewiesen. Die Bewertung der Anteile an der RBI erfolgt ge-
mäß dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips. Wenn daher der beizulegende Wert
voraussichtlich dauernd unter dem Beteiligungsbuchwert liegt, wird eine Abschreibung vorgenommen. Stellt sich in einem späteren Ge-
schäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so ist der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter
Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips zuzuschreiben.
Der Vorstand beschreibt die Bewertung im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung
angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.7. „Beteiligungen“.
BEST
Ä
TIGUNGSVERMERK
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Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgte auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens. Die Bewertung durch die Bank auf der
Grundlage eines externen Bewertungsgutachtens zeigte, dass der ermittelte beizulegende Wert den Buchwert der Beteiligung übersteigt.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass das Ergebnis dieser Bewertung in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen
Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einem
erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von Wertminderungsindikatoren beurteilt und die
Bewertung der Anteile an der RBI basierend auf einem externen Gutachten überprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens, insbesondere das Bewertungsmodell auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die
darin verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmens-
spezifischer Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten, zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Konzernplanung abgeglichen und die
Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen und der externen Gutachten analysiert und beurteilt.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Anteile an der RBI im Anhang angemessen sind.
Bewertung der Forderungen an Kunden
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Jahresabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2020 werden die Forderungen an Kunden unter Berücksichtigung von Risikovor-
sorgen und einer Wertberichtigung gemäß § 57 Abs. 1 BWG mit einem Betrag von 4.594.620 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz
und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.4. „Risikovorsorge“, B.5.
„Vertragsanpassungen (Modifikationen)“ und B.6. Unterbewertung gem. § 57 Abs. 1 und 2 BWG“.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob eine Ausfallgefährdung vorliegt und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind.
Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe und ohne Verwertung von Sicher-
heiten leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen
Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von
Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Aufgrund der COVID-19-Pandemie hat die Bank weitere branchenabhängige Detailanalysen vorgenommen und bei wesentlichen Engage-
ments die Auswirkungen auf die zukünftige Lage bzw. auf das Geschäftsmodell der Kreditnehmer hinsichtlich der Ratingeinstufung und der
Zahlungsmittelrückflüsse beurteilt.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells
berechnet.
Für alle nicht ausgefallenen Kredite wird von der Bank eine ratingabhängige Portfoliowertberichtigung auf Basis eines statistischen Bewer-
tungsmodells gebildet.
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbe-
sondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der Sicherheiten.
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Die zur Schätzung dieser Ausfallswahrscheinlichkeiten verwendeten makroökonomischen Faktoren zeigen bereits eine Verbesserung für
2021 und Folgejahre. Da die erwarteten wirtschaftlichen Probleme der Kreditnehmer aber aufgrund der staatlichen Maßnahmen noch nicht
im Risikoergebnis sichtbar wurden, hat sich die RLB Stmk AG entschieden die schlechten Prognosedaten aus dem ersten und zweiten
Lockdown in die Parameterschätzung miteinfließen zu lassen. Ich verweise auf die Angaben im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in
der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.4. „Risikovor-
sorge“.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohenden Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisiko-
vorsorgen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Ermes-
sensspielräume und Schätzunsicherheiten hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditri-
sikovorsorge insbesondere im Rahmen der COVID-19-Pandemie ergeben.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebil-
dung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und die sachgerechte Bewertung
der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe darüber hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die Schlüs-
selkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen
und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonde-
rer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Branchen, die verstärkt von der COVID-19-Pandemie betroffen
sind. Bei Feststellung von Indikatoren für Kreditausfälle wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hinsichtlich Zeitpunkt und Höhe
der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsichtlich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflos-
senen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter
nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Es wurden aufgrund der Analysen der Bank die Anpassungen auf die Ratingeinstufungen und die Zahlungsmittelrückflüsse geprüft, inwie-
weit diese geeignet sind, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie angemessen zu berücksichtigen.
Bei der Prüfung der Portfoliowertberichtigungen habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter – unter Berücksichtigung der
Ergebnisse des von der Bank durchgeführten Backtestings und der Anpassungen der Parameter aufgrund der Unsicherheiten der COVID-
19-Pandemie – dahingehend beurteilt, ob die Annahmen in Bezug auf das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die
Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Anhang angemessen sind.
Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Jahres-
abschluss der RLB Stmk AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstrumente
werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt.
Der Vorstand beschreibt die Vorgangsweise bei der Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten und der Bildung von
Sicherungsbeziehungen im Anhang im Abschnitt „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewendeten
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Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ im Kapitel B.3. „Derivative Finanzinstrumente“ bzw. C.23 Ergänzende Angaben zu Finanzinstru-
menten gem. § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine
ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungs-
modellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parametern ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie
der Effektivität derselben zu erfüllen.
Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden
Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der Siche-
rungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung der Wertpa-
piere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre
Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugängli-
chen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung
und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien der Bank entspricht. Die von der Bank durchgeführten Effektivi-
tätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Anhang betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen
angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Jahresfinanzbericht wird
mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Mein Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusiche-
rung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen,
sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss
oder meinen bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um
die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlun-
gen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern
einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei
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denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstel-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU VO und den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung
eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus
und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Ab-
schluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende we-
sentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusi-
ves Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon-
trollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbar-
keit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende An-
gaben.
Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsi-
cherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit be-
steht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen
oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grund-
lage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten kön-
nen jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jah-
resabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild er-
reicht wird.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Ab-
schlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem,
die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
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Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängig-
keit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise
angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnah-
men auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am
bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung de-
ren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss
in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unterneh-
mens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach meiner Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a
Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesell-
schaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Jahres-
abschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) erstmals zum Bankprüfer für das Geschäftsjahr 2020 bestellt.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss
nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchfüh-
rung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Michael Laminger.
Wien, am 6. April 2021
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Dr. Michael LAMINGER – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
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Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG.,
Graz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr
und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Ver-
mögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäfts-
jahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in
Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Vermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional
Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vor-
schriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 ("WTBG 2017") samt einschlägigen Verordnungen ("Richtlinien für die Ausübung
der Wirtschaftstreuhandberufe") und Richtlinien, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an
die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa
die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungs-
leistungen ("fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichtes an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten
wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommen
die gesetzlichen Haftungsbestimmungen gemäß § 62a BWG in Verbindung mit § 275 Abs 2 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerkes ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
V
ERMERK DES
UNABHÄNGIGEN
A
BSCHLUSSPRÜFERS
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Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie Bewertung von Rückstellungen für
Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Wertberichtigungen, umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR
4.594.620. Weiters werden Vorsorgen in Form von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken gebildet.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bildung von Risikovorsorgen in den
Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang zum Jahresabschluss (Kapitel B, Unterpunkt 4).
Die Identifikation von Ausfallsereignissen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen für signifikante Kreditnehmer im Ausfall
unterliegen wesentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Diese ergeben sich aus Annahmen betreffend die
wirtschaftliche Lage und Entwicklung des jeweiligen Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten und bringen daher
Auswirkungen auf die Höhe und den Zeitpunkt der erwarteten zukünftigen Rückflüsse mit sich.
Die nach statistischen Methoden gebildeten Risikovorsorgen für nicht signifikante Kreditnehmer mit Ausfall-Rating (pauschalierte
Einzelwertberichtigungen) sowie für nicht ausgefallene Kreditnehmer (Portfoliowertberichtigungen) basieren auf Modellen und statistischen
Parametern und beinhalten daher ebenfalls Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorgen in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen
zugrunde liegen, die zudem durch die COVID-19 Krise beeinflusst sind. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstellung in Bezug auf
die Höhe der Risikovorsorgen im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Wir haben zur Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden sowie zur Bewertung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kre-
ditrisiken folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben den Kreditüberwachungsprozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, Ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und die
Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und
Implementierung sowie in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Auf Basis einer Stichprobe von Krediten haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Aus-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert unter besonderer Gewichtung der
Ratingstufen mit höherem Ausfallsrisiko sowie der Branchen, die erwartungsgemäß stärker von der COVID-19-Krise betroffen sind. Bei
ausgefallenen signifikanten Kreditnehmern wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hinsichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz
von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse untersucht.
Wir haben im Bereich der pauschalierten Einzelwertberichtigungen das Bewertungsmodell und die darin verwendeten Parameter dahin-
gehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen
haben wir in Stichproben nachvollzogen.
Im Bereich der Portfoliowertberichtigungen haben wir das zugrundeliegende Bewertungsmodell einschließlich der darin verwendeten
Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener Art und Weise zu ermitteln. Dabei
wurden insbesondere die Auswahl und Bemessung von zukunftsgerichteten Annahmen analysiert. Für diese Prüfungshandlung haben
wir unsere internen Financial Risk Management-Spezialisten einbezogen.
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Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die Beteiligungen umfassen in der Bilanz einen Betrag in Höhe von TEUR 814.267. Die Anteile an verbundenen Unternehmen betragen
TEUR 273.850.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bilanzierung von Beteiligungen und Anteilen
an verbundenen Unternehmen in den Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Anhang zum Jahresabschluss
(Kapitel B, Unterpunkt 7).
Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung wird eine Abschreibung und bei Wegfall der Gründe für eine in der Vergangenheit
vorgenommene Abschreibung, eine Zuschreibung bis zu den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen. Für diese Beurteilung
wird – sofern keine beobachtbaren Marktpreise vorliegen – auf Unternehmensbewertungen von externen Sachverständigen oder auf
bankinterne Unternehmensbewertungen zurückgegriffen. Diese Bewertungen sind abhängig von Schätzungen, wie zukünftig erwartete
Cashflows oder Ergebnisse, Diskontierungssätze oder Wachstumsannahmen.
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Unternehmensbewertungen innerhalb gewisser Bandbreiten ermessensbehaftet und
mit Schätzungsunsicherheiten verbunden sind, woraus ein mögliches Risiko einer falschen Darstellung in Bezug auf die Bewertung im
Abschluss resultiert.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Wir haben zur Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen folgende wesentliche Prüfungshandlungen
durchgeführt:
Wir haben die wesentlichen Prozesse hinsichtlich der Identifikation von Wertminderungsereignissen oder Zuschreibungserfordernissen
und der Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen erhoben und ausgewählte Schlüs-
selkontrollen beurteilt, ob deren Ausgestaltung und Implementierung grundsätzlich geeignet sind, erforderliche Wertminderungen und
mögliche Zuschreibungen zeitgerecht zu erkennen.
Wir haben die Modelle, die Planungsannahmen und die Parameter für die Bewertungen der wesentlichen Beteiligungen und Anteile an
verbundenen Unternehmen unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten geprüft. Dabei wurden die eingesetzten Bewertungsmo-
delle nachvollzogen und beurteilt, ob diese geeignet sind, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln. Die in den Modellen verwen-
deten Bewertungsparameter – vorrangig die Zinssatzkomponenten – wurden evaluiert. Dabei wurden die bei der Bestimmung des Zins-
satzes herangezogenen Annahmen durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt. Die
Planungstreue haben wir in Testfällen durch einen Vergleich der Vorjahresplanungen mit den Ergebnissen des laufenden Jahres beurteilt.
Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung der Unternehmenswerte in Testfällen nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Lagebericht haben
wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns vo-
raussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf
geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen
und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten
Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über
diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
129
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens- , Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten,
um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden,
es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen
oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft
.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des Abschlussprüfers zu erteilen, der unser
Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln
oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher – beabsichtigter oder unbeabsichtigter – falscher Darstellungen im Abschluss,
planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontroll-system, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs-legungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss
aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerk des Abschlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
130
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses ein-schließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild
erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfest-stellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit
zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein
Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Graz, am 6. April 2021
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christian GRINSCHGL – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Vermerk des Abschlussprüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des Abschlussprüfers
bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
KONZERNABSCHLUSS 2020
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
INHALT
WICHTIGE DATEN AUF EINEN BLICK 133
KONZERNLAGEBERICHT 2020 135
KONZERNABSCHLUSS 2020 NACH INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS) 158
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Monetäre Werte in TEUR
Erfolgsrechnung 2020 2019 Veränderung
Zinsüberschuss 114.282 101.228 12,9 %
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -49.867 -12.397 >100 %
Provisionsüberschuss 40.890 39.599 3,3 %
Handelsergebnis -1.533 -6.561 -76,6 %
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL) 100.997 91.642 10,2 %
Verwaltungsaufwendungen -175.603 -165.893 5,9 %
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -52.992 -2.784 >100 %
Konzernergebnis vor Steuern 37.748 116.855 -67,7 %
Konzernergebnis 27.123 103.646 -73,8 %
Gesamtergebnis -36.840 140.836 >100 %
Bilanz 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) 10.245.834 10.054.119 1,9 %
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) 582.260 824.003 -29,3 %
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) 937.638 960.972 -2,4 %
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M) 433.106 450.434 -3,8 %
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 885.093 1.008.213 -12,2 %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC) 14.252.896 11.682.928 22,0 %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT) 205.722 368.119 -44,1 %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) 1.108.291 1.379.582 -19,7 %
Eigenkapital (inkl. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) 1.577.870 1.612.579 -2,2 %
Bilanzsumme 17.697.335 15.305.234 15,6 %
WICHTIGE DATEN
A
UF EINEN BLICK
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Monetäre Werte in TEUR
Bankaufsichtliche Kennzahlen 2020 2019 Veränderung
Hartes Kernkapital (CET 1) 1.385.927 1.495.636 -7,3 %
Eigenmittel Gesamt (TC) 1.469.385 1.567.300 -6,2 %
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 7.615.414 7.637.235 -0,3 %
Harte Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,2 % 19,6 % -1,4 PP
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken) 19,3 % 20,5 % -1,2 PP
Verschuldungsquote 7,7 % 9,5 % -1,9 PP
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 213,5 % 163,4 % 50,1 PP
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 120,4 % 108,5 % 11,9 PP
Sonstige Kennzahlen 2020 2019
Return on Equity 2,4 % 7,4 % -5,0 PP
Cost/Income-Ratio
*)
44,9 % 40,1 % 4,8 PP
2020 2019
Non Performing Loan-Ratio 1,8 % 2,5 % -0,7 PP
Non Performing Exposure-Ratio 1,4 % 1,8 % -0,4 PP
Coverage Ratio (exkl. Sicherheiten) 67,0 % 59,9 % 7,1 PP
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 904 921 -17
Bankstellen 20 20 0
*)
Berechnung Cost/Income-Ratio ohne Berücksichtigung des Sondereffekts aus der Wertminderung der at equity bilanzierten Beteiligung an der RBI i. H. v. 124.728 TEUR (Vj: 128.342 TEUR).
Rating Langfristig Kurzfristig Ausblick
Emittenten-
rating
Änderung /
Bestätigung
Moody´s Baa1 P-2 stabil Baa1 12.02.2021
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KONZERNLAGEBERICHT 2020
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I.1. Wirtschaftliches Umfeld und
Geschäftsverlauf
Weltwirtschaft
Das zunächst nur lokal in China auftretende Coronavirus entwi-
ckelte sich Anfang des Jahres zur globalen Pandemie und be-
stimmte fortan weltweit das wirtschaftliche und soziale Leben. Die
zur Eindämmung des Virus getroffenen massiven Einschränkungen
des öffentlichen Lebens wie Ausgangssperren, Schließungen von
Restaurants und diversen Geschäften einerseits sowie unterbro-
chene Handelsrouten und stillgelegte Fabriken andererseits, strapa-
zierten das soziale und ökonomische Gefüge aller großen Wirt-
schaftsräume der Welt. In der Folge kam es zu einem Einbruch der
Stimmungsindikatoren und einem explosionsartigen Anstieg der Ar-
beitslosenzahlen. Sowohl die Regierungen als auch die Notenban-
ken der wirtschaftsstärksten Nationen steuerten rasch mit enormen
fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen dagegen. Die Wachstums-
zahlen des ersten Quartals bestätigten die Notwendigkeit dieser un-
konventionellen Schritte. Als die getroffenen Einschränkungen zur
Eindämmung des Virus Wirkung zeigten, die Fallzahlen zurückgin-
gen und erste Länder Lockerungen der Einschränkungen verkünde-
ten, hellte sich das Stimmungsbild wieder auf. Im Sommer ent-
spannte sich die Lage zunehmend, die Pandemie schien größten-
teils überwunden. Mit Herbstbeginn stiegen allerdings die Fallzah-
len wieder an, sodass in den meisten Ländern erneute Einschrän-
kungen notwendig wurden. Eine zweite Welle konnte insbesondere
in Europa und den USA nicht verhindert werden. Gleichzeitig bot
die voranschreitende Entwicklung der Schutzimpfung gegen CO-
VID-19 einen Lichtblick. Gegen Ende des Jahres wurde in den USA
und Europa der erste Impfstoff zugelassen.
In den USA hat der Ausbruch der COVID-19-Pandemie die längste
wirtschaftliche Expansion aller Zeiten zum Stillstand gebracht. Im
Quartalsvergleich ging das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal
um 1,3
% zurück und erreichte mit –9,5 % im zweiten Quartal einen
neuen Negativrekord. Insgesamt schrumpfte die Wirtschaft 2020
um 3,5
%. Die Arbeitslosenquote stieg sprunghaft von 3,5 % zu Jah-
resbeginn auf 14,7
% im April an. Über 20 Millionen Menschen ver-
loren innerhalb eines Monats ihren Arbeitsplatz, schneller als wäh-
rend der Finanzkrise 2008 oder sogar der Weltwirtschaftskrise. Im
Laufe des Jahres begann sich der Arbeitsmarkt langsam zu erho-
len. Ende November lag die Arbeitslosenquote bei 6,7
%, dem nied-
rigsten Wert seit dem Ausbruch der Pandemie. Die Geld- und
Finanzmarktpolitik reagierte entschieden und schnell auf die auf-
kommende Krise. Die US-Notenbank senkte die Leitzinsen auf 0
%
bis 0,25
% und kündigte die Wiederaufnahme unbegrenzter Käufe
von Vermögenswerten im großen Umfang an. Ebenso wurde auch
die Fiskalpolitik ausgeweitet, wodurch sich die Verschuldung um
20
% der Wirtschaftsleistung erhöht haben sollte.
Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie, der Ende 2019 in der chi-
nesischen Provinz Hubei seinen Anfang genommen hatte, traf im
ersten Quartal insbesondere die chinesische Wirtschaft schwer. Das
Bruttoinlandsprodukt verringerte sich um 6,8
% im Jahresvergleich.
Durch die konsequente Sperre des betroffenen Gebietes konnte die
Ausbreitung des Virus auf ganz China verhindert werden. Seit Mitte
Februar konnten die gesetzten Maßnahmen schrittweise wieder ge-
lockert werden, jedoch wirkte sich der weltweit zeitlich verschobene
Ausbruch der Pandemie besonders auf die globalen Wertschöp-
fungsketten nachteilig aus und traf damit auch das exportorientierte
China. Dank des frühzeitigen und rigorosen Handelns konnten aber
neuerlich auftretende Infektionsherde immer wieder eingedämmt
und so eine zweite Welle verhindert werden. Die ab dem zweiten
Quartal einsetzende wirtschaftliche Erholung setzte sich auch bis
Jahresende fort.
I. BERICHT
Ü
BER DEN
GESCHÄFTSVERLAUF UND
DIE WIRTSCHAFTLICHE
LAGE
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STEIERMARK 2020
137
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Europa
Die COVID-19-Pandemie hat auch die europäischen Länder hart
getroffen. Nach einigen Einzelfällen in den ersten Wochen des Jah-
res stiegen in Norditalien die Infektionen Ende Februar stark an und
weiteten sich kurz darauf auf viele andere Länder des Euroraums,
insbesondere Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien, aus.
Trotz im Allgemeinen robuster Gesundheitssysteme hatten einige
Länder und Regionen zum Höhepunkt der Pandemie Kapazitäts-
engpässe in den Krankenhäusern, wobei die Anzahl der Patienten
in den Intensivstationen ein Allzeithoch erreichte. Sowohl auf natio-
naler als auch auf europäischer Ebene wurden beispiellose Maß-
nahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen: Neben landesweiten
Quarantänen, Grenzschließungen für nicht notwendige Reisen zwi-
schen einzelnen Ländern der europäischen Union wurden auch
große Teile der Wirtschaft stillgelegt, wodurch die Fallzahlen deut-
lich gesenkt werden konnten. Seit Ende April haben die Länder des
Euroraums begonnen, diese Maßnahmen schrittweise wieder zu-
rückzunehmen und die Wirtschaft wieder hochzufahren. Mit den sin-
kenden Temperaturen im Herbst kam es abermals zu einem Anstieg
der Infektionen. Die erneut notwendigen Einschränkungen mussten
mehr oder weniger bis weit über das Jahresende hinweg aufrecht
gehalten werden.
Schätzungen zufolge, lag der direkte Produktionsrückgang wäh-
rend des Lockdown in vielen der größten Volkswirtschaften des Eu-
roraums gegenüber normalen Perioden bei –25
% bis –30 %. Am
stärksten betroffen war der Dienstleistungssektor, insbesondere der
Tourismus. Auch das verarbeitende Gewerbe und die Bautätigkeit
litten unter den Beschränkungen. Infolgedessen betrug das Wirt-
schaftswachstum in der Eurozone im Quartalsvergleich im ersten
Quartal –3,7
% und im zweiten sogar –11,7 %, der größte jemals
verzeichnete Rückgang. Angesichts der massiven wirtschaftlichen
Auswirkungen reagierte die europäische Zentralbank mit einem
neuen Anleihekaufprogramm. Gleichzeitig wurden neue längerfris-
tige Refinanzierungsmöglichkeiten für Banken geschaffen. Zudem
beschlossen einzelne Länder ausgedehnte fiskalpolitische Maßnah-
men wie zum Beispiel Kurzarbeitsprogramme, höhere Gesundheits-
ausgaben, Einkommensunterstützung für Haushalte, Steuerstun-
dungen, öffentliche Kredite und Kreditgarantien. In Erwartung stei-
gender Staatsverschuldung und damit einhergehend einem Anstieg
des Risikos einer Staatsschuldenkrise, einigten sich die Staats- und
Regierungschefs der EU auf einen Hilfs-Fonds, welcher ein
750 Mrd. Euro schweres Programm aus Zuschüssen und Krediten
umfasst, um gerade die gefährdetsten Länder wie zum Beispiel Ita-
lien, Spanien aber auch Frankreich zu unterstützen. Dank rückläufi-
ger Infektionszahlen im Sommer, aber auch durch die diversen Un-
terstützungsmaßnahmen setzte im dritten Quartal eine massive Er-
holung der Wirtschaft ein (+12,5
%), welche aber im Herbst durch
einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen abrupt gestoppt wurde.
Aktien- und Rentenmärkte
Mit der starken Ausbreitung des Corona-Virus in Europa und den
USA und dem Inkrafttreten der ersten Ausgangssperren reagierten
die Märkte dramatisch: Aktien und andere risikoreichere Anlagen
fielen binnen kurzer Zeit scheinbar ins Bodenlose. So gaben der
DAX und der EURO STOXX 50 zeitweise um mehr als 40
% nach.
Der S&P 500 verlor vorübergehend über 35
%. Dank der weltweit
expansiven Geldpolitik der Zentralbanken und der Wirksamkeit der
getroffenen Eindämmungsmaßnahmen konnten sich die Aktien-
märkte rasch wieder erholen und teilweise neue Höchststände errei-
chen. Das Jahr beendete der EURO STOXX 50 bei –5,1
%, der DAX
bei +3,5
% und der S&P 500 sogar bei +16,3 %.
Am Anleihenmarkt waren sichere Veranlagungen gesucht. So san-
ken die Renditen von zehnjährigen deutschen Bundesanleihen von
–0,19
% zu Jahresbeginn zwischenzeitlich auf unter –0,9 % und
markierten somit ein neues Allzeittief. Schlussendlich lag das abso-
lute Niveau bei –0,57
%. Aufgrund des vergleichsweise höheren
Ausgangsniveaus von 1,92
% am Jahresanfang und der raschen
Zinssenkungen der FED gaben die Renditen der zehnjährigen US-
Treasuries mit zeitweise bis zu -1,37
% noch deutlicher nach. In der
zweiten Hälfte des Jahres stiegen die Renditen wieder leicht an und
beendeten das Jahr bei etwas über 0,91
%.
Rohstoffe und Währungen
Aufgrund der sehr expansiven Zinspolitik der FED gab der US-Dol-
lar gegenüber den anderen Hauptwährungen deutlich nach. Im
Jahresverlauf verlor der Greenback zum japanischen Yen 4,9
% und
zum Euro 8,9
%. Angesichts der Unsicherheiten rund um den Brexit
büßte auch das britische Pfund gegenüber dem Euro mehr als
5,3
% ein.
Aufgrund des enormen Nachfragerückgangs in der Lockdown-
Phase und Uneinigkeiten zwischen den erdölexportierenden Län-
dern hinsichtlich der Fördermengen verfiel der Ölpreis in noch nie
da gewesenem Umfang: Die Sorte WTI handelte kurzzeitig wegen
überfüllter Lager mit negativen Preisen von bis zu –40 USD pro Bar-
rel. Der Preis der Nordseesorte-BRENT gab um über 50 USD auf 20
USD pro Barrel nach. Bis zum Ende des Jahres entspannte sich die
Lage und der Preis der Nordseesorte-BRENT stieg wieder auf über
51 USD pro Barrel an. Der Goldpreis legte mit +25,1
% deutlich zu.
Österreich
Nach Italien war Österreich eines der ersten von COVID-19 betroffe-
nen Länder Europas. Die österreichischen Behörden reagierten
rasch: Schulen und Universitäten wurden geschlossen, öffentliche
Veranstaltungen untersagt und Betriebsbeschränkungen für viele
Unternehmenssektoren ausgesprochen. Gleichzeitig wurden staatli-
che Unterstützungen für Unternehmen und Haushalte wie Liquidi-
tätsunterstützungen, Steuerstundungen, Kreditgarantien und das
Kurzarbeitsprogramm beschlossen. Die Ausbreitung des Virus
konnte eingedämmt werden und erste Lockerungen wurden ausge-
sprochen. Nach einem deutlichen Rückgang im ersten und zweiten
Quartal von –2,8
% beziehungsweise –11,6 % konnte sich die öster-
reichische Wirtschaft über die Sommermonate hinweg wieder rasch
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
138
erholen und legte im dritten Quartal um 12 % zu. Die zweite Infekti-
onswelle führte jedoch wieder zu einem starken Konjunkturein-
bruch. Durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit blieben größere
Spannungen am Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosenquote stieg im
Vergleich zum Vorjahr vergleichsweise moderat an und erreichte per
Ende November 5,2
%.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie machten sich auch in
den Bilanzen der österreichischen Banken bemerkbar. Aufgrund der
stark ansteigenden Kreditrisikovorsorgen reduzierte sich das konso-
lidierte Periodenergebnis im ersten Halbjahr um 75
% auf 0,9 Mrd.
Euro. Die Quote notleidender Kredite sank hingegen leicht auf 2
%.
Aufgrund staatlicher Garantien und Kreditmoratorien hat sich der
Konjunktureinbruch noch nicht auf die Kennzahl niedergeschlagen.
Mit dem Auslaufen der staatlichen Garantien und Kreditmoratorien
dürfte sich die COVID-19-Pandemie jedoch auch auf diese Quote
auswirken. Die Kapitalisierung der österreichischen Banken blieb
mit einer Kernkapitalquote von 15,5
% weiterhin solide.
Steiermark
Als Industriestandort mit starker Exportorientierung ist die Steier-
mark sehr von der weltweiten, europäischen und österreichischen
Wirtschaftsentwicklung abhängig und auch der Tourismus spielt
eine Rolle. Durch die COVID-19-Pandemie sind viele Wirtschaftsbe-
reiche stark betroffen. Vor der COVID-19-Krise entwickelte sich die
steirische Wirtschaft sehr positiv. Die abgesetzte Produktion in der
Sachgütererzeugung stieg im Jahr 2019 mit +3,9
% im Bundeslän-
dervergleich am stärksten an (Österreich: +0,6
%). Auch die steiri-
sche Bauwirtschaft konnte 2019 mit +6,5
% einen Zuwachs bei der
abgesetzten Produktion im Vergleich zum Vorjahr erzielen (Öster-
reich: +6,3
%). Durch die Lockdowns ab 13. März 2020 verschlech-
terte sich die Wirtschaftsleistung: Unmittelbar unter den Schließun-
gen litten der Handel sowie Gastronomie und Beherbergungsbe-
triebe am meisten. Die Zahl der Gäste von Mai bis Oktober sank
steiermarkweit um 20,6
%. Produzierende Betriebe und Industrie
spürten die Auswirkungen wirtschaftlich etwas zeitversetzt, da neue
Aufträge teils ausblieben. Insgesamt stieg die Arbeitslosenquote
von Jänner 2020 bis Jänner 2021 in der Steiermark um 2
%. Im Be-
reich Beherbergung und Gastronomie waren im Jänner 2021 5.200
Personen weniger beschäftigt als im gleichen Monat ein Jahr davor.
Das entspricht einem Rückgang von 21
%. Mit Ende des Jahres
2020 waren 54.668 Personen als arbeitslos beim AMS vorgemerkt,
dazu kamen 6.704 Teilnehmer an Schulungen. Rund 62.000 Be-
schäftigte waren in Kurzarbeit. Dass sich viele Menschen beruflich
neu orientiert haben, zeigt der Umstand, dass 2020 in der Steier-
mark mit 4.487 Betrieben so viele gegründet wurden wie in keinem
Jahr zuvor. Rechnet man die Personenbetreuer hinzu waren es so-
gar 5.918 Betriebe und somit um 2,4
% mehr als im bisherigen Re-
kordjahr 2019. Die meisten Gründungen entfallen auf das Gewerbe
und Handwerk (53
%), gefolgt vom Handel (23,1 %) und der Sparte
Information und Consulting (12,7
%).
RLB Steiermark Konzern
Die RLB Steiermark war im Jahr 2020 besonders aufgrund der wirt-
schaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Kunden
gefordert. Jene erwarten sich gerade in schwierigen Zeiten rasche
und unkomplizierte Lösungen sowie Loyalität und Verlässlichkeit.
Darum wurden unmittelbar nach Bekanntwerden der gesundheitli-
chen Gefahr Schritte gesetzt, um sicherzustellen, dass einerseits der
Bankbetrieb zu jeder Zeit gewährleistet war und andererseits wirt-
schaftlich betroffene Kunden bestmögliche Unterstützung erhalten.
Überblicksmäßig wurden folgende Maßnahmen gesetzt:
Installierung zweier Taskforces Corona, einerseits für die The-
menstellungen der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark, ande-
rerseits für die RLB Steiermark. Die operative Leitung beider
Taskforces liegt im Vorstands- und Verbund-Head Office (ab
1.1.2021 Vorstandsbereich Transformation), sämtliche Kunden-,
Service- und Produkteinheiten sind unter Wahrung flacher Hierar-
chien eingebunden.
Sicherstellung des Bankstellenbetriebs inklusive der permanen-
ten Bargeldversorgung unter Beibehaltung der üblichen Öff-
nungszeiten. Dies hat gleich zu Beginn der Ausgehbeschränkun-
gen zu einer Entspannung der Bargeldnachfrage geführt. Gleich-
zeitig wurde durch organisatorische Maßnahmen (z. B. Team-
splittung) vorgesorgt, um selbst im Quarantäne- bzw. Krank-
heitsfall weiterhin geöffnete Bankstellen anbieten zu können.
Identifizierung von besonders systemrelevanten Aufgaben und
Einheiten in der Bank (z. B. Zahlungsverkehr, Rechenzentrum)
und Setzen von organisatorischen/räumlichen Maßnahmen zur
langfristigen Gewährleistung des Betriebs.
Einrichtung und Ausbau von VPN-Leitungen, um den weitgehen-
den Home-Office-Betrieb inkl. Video-/Telefonkonferenzen zu er-
möglichen. Dies wurde auch für die gesamte Raiffeisen-Banken-
gruppe Steiermark durchgeführt.
Implementierung eines Krisenkommunikations-Teams unter Mit-
arbeit von Pressebetreuung, Kundenbereichen, Social-Media-
Team sowie Marketing, das sofort mit proaktiver Kunden- und
Medienkommunikation gestartet ist.
Laufende Abstimmung mit den betreffenden Förderstellen (AWS,
ÖHT, OeKB, SFG), um für Betriebe rasche Information und Ab-
wicklung der Ansuchen zu gewährleisten.
Aufsetzen eines neuen unbürokratischen und raschen Prozesses
für Stundungen von Kreditraten über die Homepages. Damit ha-
ben Private und Unternehmen nach wenigen Minuten der Daten-
eingabe binnen weniger Stunden eine konkrete Lösung vorlie-
gen.
Implementierung einer Corona-Ampel für die RLB Steiermark,
die abhängig von der Farbe (grün, gelb, orange, rot) die gelten-
den Schutzmaßnahmen für den Kundenkontakt und intern defi-
niert. Die aktuell gültige Farbe richtet sich nach der Risikoein-
schätzung des Bundes für den Bezirk des jeweiligen Standorts.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Auflistung konkreter Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit
Präventive Maßnahmen
Generelle Empfehlung, von Reisen in die Risikogebiete mit einer
Sicherheitsstufe größer/gleich 2 (gemäß Sicherheitsstufen des
Außenministeriums) vorerst Abstand zu nehmen.
Mitarbeiter, die aus dem Urlaub in Risikogebieten zurückkehrten,
wurden ersucht, bevor sie an ihren Arbeitsplatz kommen, das
Gesundheitstelefon 1450 oder den Hausarzt zu kontaktieren. An-
schließend wurde das Personalmanagement über das Ergebnis
informiert, um über das weitere Vorgehen zu beraten.
Auf der Mitarbeiterplattform wurde eine Zusammenfassung des
Betriebsärzteteams über wesentliche Merkmale der COVID-Er-
krankung verankert (Inkubationszeit, Infektionswege, Krankheits-
verlauf, Symptome, empfohlenes Verhalten bei entsprechenden
Erkrankungszeichen, vorbeugende Maßnahmen, etc.).
Sollte ein Verdachtsfall in den Räumlichkeiten des Unterneh-
mens bekannt werden, gab es für dieses Szenario einen von
den Betriebsärzten vorgegebenen Prozess. In diesem Zusam-
menhang wurden auch eigens Isolierräume geschaffen.
Der Zutritt für externe Personen in die Bank wurde auf das abso-
lut notwendige Minimum reduziert und konnte nur nach Regist-
rierung beim Empfang erfolgen. Vereinzelt wurden Passier-
scheine ausgestellt.
Maßnahmen zur Unterstützung der Kommunikation/Bespre-
chungen
Es wurde ein zentraler Informationsbereich für Mitarbeiter im In-
tranet eingerichtet. Hier wurden alle Informationen zu COVID-19
gebündelt. Bei neuen Informationen wurde auch via Mitarbeiter-
Mail darauf aufmerksam gemacht.
Diverse über das Rechenzentrum angebotene Kommunikations-
tools wurden konzernweit ausgerollt. Damit standen weitere Ka-
näle zur einfachen und raschen Kommunikation zur Verfügung.
Interne Besprechungen sollten weitgehend digital stattfinden,
persönliche interne Besprechungen – soweit unbedingt erforder-
lich – in ausreichend großen Besprechungsräumen in über-
schaubarer Personenanzahl unter Wahrung der Abstandsregeln
(2 m) abteilungsintern konnten zwischenzeitlich auch ohne
Schutzmaske stattfinden. Bei Besprechungen mit externen Part-
nern/Kunden oder Kollegen aus anderen Bereichen war zusätz-
lich immer eine Schutzmaske zu tragen.
Ab November 2020 galten wiederum verschärfte Sicherheitsre-
geln inklusive reduzierter Präsenzzeit und genereller Masken-
pflicht.
Hygienemaßnahmen und Abstandsvorgaben
Informationen bzgl. Hygienemaßnahmen wurden auf der Mitar-
beiterplattform und in allen Sanitäranlagen veröffentlicht. Insbe-
sondere auf mehrfache tägliche Händereinigung, beginnend be-
reits am Morgen bei Betreten des Gebäudes (insbesondere z. B.
nach Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel etc.) wurde hingewie-
sen.
Die Vorgaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicher-
heit (AGES) galt es einzuhalten (d. h. mind. 1 Meter Abstand, bei
Kontakt länger als 10–15 Minuten idealerweise 2 Meter Ab-
stand). Können diese Abstandsregeln an Arbeitsplätzen nicht
eingehalten werden, sollten entsprechende Vorkehrungen getrof-
fen werden (z. B. Maske auch am Arbeitsplatz tragen oder Plexi-
glas als Schutz aufstellen, flexible Arbeitsplätze mit mehr Ab-
stand einrichten).
Es galt der Maskenmodus lt. AGES, wonach in allen öffentlichen
Bereichen obligatorisch Masken zu tragen waren. Am eigenen
Arbeitsplatz mussten keine Masken verwendet werden. Mitarbei-
ter sollten eigene Masken mitnehmen; falls diese nicht zur Verfü-
gung standen, wurde eine kontrollierte Ausgabe eines bestimm-
ten Kontingents zentral am Empfang vorgenommen.
Täglich zusätzliche Sonderreinigungen in Allgemeinbereichen;
dies betraf insbesondere Türgriffe, Handläufe und Liftanlagen.
Türen in Allgemeinbereichen blieben – soweit möglich – geöffnet.
Die zulässige Kapazität (Personenanzahl) der Aufzugsanlagen
wurde auf maximal zwei Personen reduziert. Ein diesbezüglicher
Hinweis wurde jeweils vor Ort angebracht.
Kundenkontakt/Kundenbetreuung/Bankstellen
Terminierte Beratungen und Schalter-Geschäfte wurden unter
Berücksichtigung der jeweils aktuellen Abstands-/Hygieneregeln
und begrenzten, gleichzeitigen Kundenanzahl durchgeführt.
In der Kundenkommunikation wurde die Möglichkeit von Inter-
netbanking, Kartenzahlungen, digitalen Produktabschlüssen,
Kommunikation über Telefon und Mailbox aktiv kommuniziert.
In allen Bankstellen wurden Desinfektionsmöglichkeiten auch für
Kunden angeboten.
Zu Beginn galt ein geteilter Schichtbetrieb, ab Mai wurde in ei-
nen 60:40 Modus gewechselt, der ab Juni auf 80:20 bzw. bis zur
Vollbesetzung erweitert wurde. Ab November 2020 wurde wiede-
rum geteilter Schichtbetrieb angeordnet.
Back-Office – Home-Office/Mobiles Arbeiten/Kinderbetreuung
Mobiles Arbeiten sollte vorerst – wo es möglich war – für jede Or-
ganisationseinheit (OE) im Ausmaß von bis zu 50
% der Mitarbei-
ter zum Einsatz kommen. In der Intensivphase sollten dann
möglichst viele Mitarbeiter von zuhause arbeiten. Die Regelung
für mobiles Arbeiten ist in einer Konzernrichtlinie verankert wor-
den.
Splitting der OEs in Teams auf verschiedene Standorte bzw. un-
terschiedliche geblockte zeitliche Anwesenheiten.
Besondere Berücksichtigung von Risikogruppen gemäß den Vor-
gaben der Bundesregierung.
Für die Kinderbetreuung gab es eine Kombination aus mobilem
Arbeiten, Konsumation von Zeitguthaben, Urlaub und Splitting
von Betreuungsaufgaben zwischen den Elternteilen. 30 Perso-
nen nahmen Sonderurlaub zur Betreuung im Ausmaß von 208
Tagen in Anspruch. Der gesetzliche Anspruch einer Corona-Be-
treuung wurde im Ausmaß von rund 350 Tagen in Anspruch ge-
nommen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
140
Dienstreisen/Schulungen
Reduktion der Dienstreisen so weit wie möglich. Stattdessen
sollten Telefon (auch Telefonkonferenzen), sowie Videokonferen-
zen genutzt werden. Wenn Dienstreisen nicht verschiebbar bzw.
digital möglich waren, Reduktion auf möglichst kleine Gruppen.
Schulungsteilnahmen sowie Referenten-Tätigkeiten wurden im
Frühling abgesagt bzw. verschoben. Im Konzern wurde der Prä-
senz-Schulungsbetrieb das gesamte Jahr ausgesetzt und durch
Online Webinare ersetzt.
In Ausnahmefällen gab es Präsenzschulungen unter Berücksich-
tigung der aktuell gültigen Sicherheitsregeln. Digitale Schulungs-
angebote wurden verstärkt. Die Referententätigkeit von Mitarbei-
tern an Bildungseinrichtungen erfolgte ab Anfang Juni unter Ein-
haltung von Sicherheitsmaßnahmen (z. B. nur alleine im Auto an-
reisen, entsprechende Vorkehrungen durch die Bildungseinrich-
tungen müssen gewährleistet sein).
Öffentliche Verkehrsmittel sollten möglichst gemieden werden.
Restaurant am Standort in Raaba
Zu Beginn wurden die Mittagessen-Zeiten ausgeweitet, die
Plätze im Restaurant auf maximal 100 Personen reduziert.
Die Besteckausgabe durch das Restaurantpersonal erfolgte
direkt im Kassenbereich. Die SB-Zonen (Salat, Suppe) wurden
vorübergehend geschlossen, die Ausgabe erfolgte ebenso zent-
ral durch das Restaurantpersonal.
In der Intensivphase wurde das Mitarbeiter-Restaurant bis Ende
Mai geschlossen.
Das Restaurantpersonal hat als Alternative Lunchpakete/eine
Jause in den Teeküchen bzw. an zentral definierten Orten bereit-
gestellt. Ab November wurden ausschließlich Einzelsitzplätze an-
geboten, um den Abstand von 2 Metern problemlos einhalten zu
können. Der Mund-Nasen-Schutz durfte erst am Platz beim Es-
sen abgenommen werden.
Als Spitzeninstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark hat die
RLB Steiermark in enger Abstimmung im Raiffeisensektor Strate-
gien und Unterstützungsmaßnahmen koordiniert.
Begleitend dazu wurden Digitalisierungsschwerpunkte forciert, da
Online-Banking, mobile payment sowie online abschließbare Pro-
dukte deutlich stärker genutzt werden. Die bargeldfreien Zahlungen
mittels Debitkarte sowie dem Smartphone stiegen im Mai 2020
sprunghaft um rund 20 Prozent auf über 100.000 pro Tag und hiel-
ten dieses Niveau. 70 Prozent der Zahlungen erfolgen kontaktlos,
seitdem das Limit am 2. April für POS-Zahlungen ohne PIN-Eingabe
von 25 auf 50 Euro erhöht wurde.
Auch der schon bisher erkennbare Trend in Richtung Internetban-
king verstärkte sich ab März deutlich. Die rundumerneuerte Raiffei-
sen-Internetbankingplattform Mein ELBA löste im Juni 2020 den bis-
herigen Dienst ELBA-internet ab. Parallel dazu wurden im Zuge des
sektorweiten Programms „Digitale Regionalbank“ neue Konzepte
und Produkte eingesetzt. Die RLB Steiermark trägt zu bundesweiten
Konzeptionen aktiv bei und steuert die Umsetzung im Bundesland
Steiermark. Konkrete Projekte waren die Weiterentwicklung der
Mein ELBA-App als zentrale Banking-App, die Aktivierung von Gar-
min-Pay für Raiffeisenkunden, der Rollout der Digitalen Vermögens-
verwaltung „WILL“, die Umsetzung eines Signaturverfahrens in den
Bankstellen sowohl für Privat- als auch Firmenkunden sowie der
Ausbau der Beratungs-Software in den Bankstellen. Die für Raiffei-
sen entwickelten Lösungen wurden zeitversetzt auch für die HYPO
Steiermark ausgerollt.
Als zweite und gleich wichtige Säule der „Digitalen Regional-
bank“ erachtet die RLB Steiermark jedoch weiterhin den persönli-
chen Kundenkontakt – gerade für wichtige finanzielle Entscheidun-
gen. Daher wurden etwa die traditionellen „Raiffeisen Spartage“ im
Umfeld des Weltspartags in einem neuen Format abgehalten. Mit
den „Raiffeisen Oktober-Gesprächen“ gab Raiffeisen steiermarkweit
zeitlich auf den ganzen Monat Oktober ausgeweitet neue Impulse
für das qualitativ hochwertige persönliche Beratungsgespräch. Die
HYPO Steiermark dehnte ihrerseits die Weltspartage ebenfalls über
mehrere Wochen bis 13. November 2020 aus.
Die Corona-Pandemie beeinflusst das Kundengeschäft unmittelbar,
gleichzeitig verstärkt sie bereits vorher bestehende Herausforderun-
gen wie Wettbewerbsdruck, Niedrig-Zinsniveau, Digitalisierung und
steigende regulatorische Anforderungen. Daher hat die RLB Steier-
mark bereits 2019 einen Strategieprozess gestartet. Eine wesentli-
che Basis dafür war die Übernahme der vollständigen Eigentümer-
schaft an der HYPO Steiermark, die im Jahr 2019 erfolgreich abge-
schlossen werden konnte. In den ersten Monaten 2020 wurden be-
triebliche Synergiepotenziale umfassend geprüft. Als Ergebnis die-
ser Prüfung hat der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG in seiner Sitzung vom 23. April 2020 den Grundsatzbe-
schluss gefasst, dass die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG
im Laufe des Jahres 2021 mit der Raiffeisen-Landesbank Steier-
mark AG verschmolzen werden und die Betreuung aller Bankkun-
dinnen und -kunden im Konzern unter dem Dach der Marke Raiffei-
sen erfolgen soll. Auf dieser Grundlage wurden die organisatori-
schen und technischen Vorbereitungen zur Fusion sowie umfas-
sende Gespräche mit den jeweiligen regionalen Raiffeisenbanken
bezüglich der weiteren Bearbeitung des HYPO Steiermark-Kunden-
geschäfts der Filialen außerhalb von Graz gestartet. Am 3. August
2020 wurde durch die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat der
Landes-Hypothekenbank Steiermark AG die Abgabe der Filia-
len/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Schladming und
Bruck an der Mur an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken be-
schlossen. Die aufsichtsrechtlichen Bewilligungen zur Abgabe der
Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schlad-
ming durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurden
am 14. und 15. September 2020 erteilt. Hinsichtlich des Standortes
Bruck an der Mur wurde von einer Abgabe Abstand genommen.
Die Übertragung der übrigen Filialen ist mit Wirksamkeit 1. Jänner
2021 erfolgreich durchgeführt worden. Der Prozess war technisch
und rechtlich komplex. Erstmals im deutschsprachigen Raum sind
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STEIERMARK 2020
141
JAHRESFINANZBERICHT 2020
einzelne Bankstellen eines Instituts sektorübergreifend übertragen
worden.
Neben der kontinuierlichen Verwaltung und dem Management der
direkten und indirekten Beteiligungen im Konzern, stand im Hinblick
auf die Unternehmensstrategie und das Geschäftsmodell der RLB
Steiermark die Beteiligungsstrategie auch im Jahr 2020 unter der
Prämisse das Beteiligungsportfolio hinsichtlich der Kriterien Ertrag,
Eigenmittel und Risiko zu konsolidieren bzw. zu optimieren. Darüber
hinaus wurden im Rahmen des „Jungunternehmer“- und des „Un-
ternehmensnachfolge“-Service der RLB Steiermark, deren Fokus
die Start-up- bzw. Unternehmensnachfolge-Finanzierung mit Risiko-
kapital darstellt, Beteiligungen an Fondsgesellschaften, wie
Speedinvest (Investments in Start-up-Unternehmen) und Raiffeisen
Continuum (Investments im Zusammenhang mit Unternehmens-
nachfolge) eingegangen. Im Kampf gegen die Auswirkungen der
Corona-Krise hat sich die RLB Steiermark aus marktpolitischen
Überlegungen an der "Stolz auf Wien" Beteiligungs GmbH beteiligt,
ein Fonds, der KMU, welche durch COVID-19 vorübergehend be-
einträchtigt sind, mit Eigenkapital unterstützt.
Ebenfalls Teil des umfassenden Strategieprozesses war die Einfüh-
rung des neuen Vorstandsbereichs Transformation und damit ein-
hergehend die Erweiterung des Vorstandsteams der RLB Steier-
mark. Das neue Organigramm ist mit 1.1.2021 in Kraft getreten.
Generaldirektor Martin Schaller (Steuerung & Stäbe) und Vorstands-
direktor Rainer Stelzer (Markt) werden seit Oktober 2020 von Vor-
standsdirektor Florian Stryeck (Risiko) und Vorstandsdirektorin
Ariane Pfleger (Transformation) verstärkt. Der bisherige Risiko-Vor-
stand Matthias Heinrich schied aus eigenem Wunsch aus dem Un-
ternehmen aus.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
142
I.2. Erläuterung der Ertrags-,
Finanz- und Vermögenslage
Eingangs möchten wir auf die Ausführungen in den zum Konzern-
abschluss gehörenden Notes verweisen und im Folgenden nur die
wesentlichen Veränderungen erläutern.
Im Konzernlagebericht wurden das aktuelle Zahlenmaterial und die
Vorjahreswerte gerundet in Tausend EURO (TEUR) bzw. in Millionen
EURO (Mio. EUR) ausgewiesen. In der Summenbildung sind daher
Rundungsdifferenzen nicht auszuschließen.
Die angeführten Vergleichswerte der Bilanz beziehen sich – sofern
nicht anders angegeben – jeweils auf die Vorjahrswerte 2019.
Gesamtergebnisrechnung
Die COVID-19-Pandemie bzw. die Maßnahmen zu deren Eindäm-
mung haben sich auch auf die Geschäftstätigkeit des RLB Steier-
mark Konzerns negativ ausgewirkt. In diesem – auch aufgrund des
dauerhaft niedrigen Zinsniveaus – herausfordernden, wirtschaftli-
chen Umfeld war in der abgelaufenen Berichtsperiode ein stark
rückläufiges Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von
27,1 Mio. EUR (Vj: 103,6 Mio. EUR) zu verzeichnen.
Neben dem negativen Ergebnisbeitrag aus at equity bilanzierten
Unternehmen in Höhe von –49,9 Mio. EUR (Vj: –12,4 Mio. EUR)
war das Geschäftsjahr 2020 auch durch signifikant höhere Aufwen-
dungen für Kreditrisikovorsorgen geprägt. Die Wertminderungen auf
finanzielle Vermögenswerte belaufen sich auf insgesamt
53,0 Mio. EUR (Vj: 2,8 Mio. EUR), wovon ein Betrag von 39,8 Mio.
EUR (Vj: 3,3 Mio. EUR) auf Wertminderungen in Stage 1 & 2 entfällt.
Demgegenüber steht ein stark positives Nettoergebnis aus Finanz-
instrumenten at Fair Value P&L, welches mit einem Betrag von
101,0 Mio. EUR (Vj: 91,6 Mio. EUR) zum Konzernergebnis beiträgt.
Dieses resultiert in erster Linie aus Bewertungsgewinnen aufgrund
der Laufzeitverkürzung von Verbindlichkeiten in Folge der fortge-
setzten Neustrukturierung der Refinanzierungssituation im Konzern.
Ab dem Geschäftsjahr 2020 erfolgt der Ausweis des Zinserfolgs
(„Dealsaldo“) von Zinssicherungsderivaten, welche im Rahmen des
Hedge Accounting gemäß IFRS 9 bzw. IAS 39.81A gewidmet sind,
in jenem Posten, in welchem auch die Erfolge der Grundgeschäfte
ausgewiesen werden. Zieht das gesicherte Grundgeschäft Zinser-
träge (-aufwendungen) nach sich, werden die entsprechenden Be-
träge selbst dann als Zinserträge (-aufwendungen) ausgewiesen,
wenn sie negativ (positiv) sind. Aufgrund dessen wurden die Vorjah-
reswerte angepasst und im Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche
Aufwendungen“ enthaltene Zinsaufwendungen i. H. v.
51,8 Mio. EUR in die Position „Sonstige Zinsen und ähnliche Er-
träge“ umgegliedert. Dementsprechend hat sich der Posten „Sonstige
Zinsen und ähnliche Erträge“ von 101,4 Mio. EUR auf
49,6 Mio. EUR und der Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Auf-
wendungen“ von –81,6 Mio. EUR auf –29,7 Mio. EUR verringert.
Die Zinsen und ähnlichen Erträge verringerten sich im Geschäfts-
jahr 2020 gegenüber dem angepassten Vorjahreswert um insge-
samt 1,2 Mio. EUR auf 232,5 Mio. EUR. Innerhalb der Zinserträge
kam es zu einem Anstieg bei den nach der Effektivzinsmethode er-
mittelten Zinserträgen (Zinsen aus finanziellen Vermögenswerten
AC und FVOCI) um 4,5 Mio. EUR auf 188,6 Mio. EUR, die sonsti-
gen Zinsen und ähnlichen Erträge verringerten sich gegenüber dem
angepassten Vorjahreswert um 5,7 Mio. EUR auf 43,9 Mio. EUR.
Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten werden in Höhe
von 15,8 Mio. EUR (Vj: 3,7 Mio. EUR) ausgewiesen und betreffen
mit einem Betrag von 10,0 Mio. EUR Zinsen für die gezogenen Tran-
chen im Rahmen des TLTRO III Programmes der EZB. Die effektiv-
zinskonform abgegrenzten Zinsen basieren auf der Deposit Facility
Rate von –0,5 Prozent sowie der zusätzlichen Bonifizierung von –0,5
Prozent, weil davon auszugehen ist, dass angesichts der Ge-
schäftsentwicklung die Kreditvergabeziele erfüllt werden.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen aus finanziellen Ver-
bindlichkeiten sanken gegenüber dem angepassten Vorjahreswert
um 14,3 Mio. EUR auf insgesamt 118,2 Mio. EUR. Die Zinsauf-
wendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten AC verringerten sich
insbesondere durch einen Rückgang des Zinsaufwands für Emissi-
onen um 6,7 Mio. EUR auf 96,0 Mio. EUR. Ebenso reduzierten
sich die sonstigen Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gegenüber
dem angepassten Vorjahreswert – trotz des Anstiegs bei den Nega-
tivzinsen auf finanzielle Vermögenswerte – vor allem aufgrund der
rückläufigen Zinsaufwendungen für zum Fair Value designierte Ver-
bindlichkeiten um 7,6 Mio. EUR auf 22,2 Mio. EUR.
Daraus ergibt sich für das Geschäftsjahr 2020 ein Zinsüberschuss
von 114,3 Mio. EUR, der um 13,1 Mio. EUR über dem Vorjahres-
wert von 101,2 Mio. EUR liegt.
Die Dividendenerträge aus dem Beteiligungsgeschäft verringerten
sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Mio. EUR auf insgesamt
4,7 Mio. EUR.
Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen betrifft
ausschließlich den Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an der
Raiffeisen Bank International AG (RBI). Dieser wird in der Berichtspe-
riode mit einem Betrag von –49,9 Mio. EUR (Vj: –12,4 Mio. EUR)
ausgewiesen. Hierin enthalten sind der anteilige, laufende Ergebnis-
anteil mit einem Betrag von 74,9 Mio. EUR (Vj: 115,9 Mio. EUR)
sowie ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 124,7 Mio. EUR (Vj:
128,3 Mio. EUR).
Der Provisionsüberschuss erhöhte sich vor allem durch ein verbes-
sertes Ergebnis im Wertpapiergeschäft und erreichte einen Betrag
von 40,9 Mio. EUR nach 39,6 Mio. EUR im Vorjahr. Das Provisi-
onsgeschäft im Zahlungsverkehr, welches nach wie vor den größten
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STEIERMARK 2020
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Beitrag zum Provisionsüberschuss liefert, entwickelte sich stabil
und liegt mit einem Betrag von 22,2 Mio. EUR geringfügig unter
dem Vorjahreswert (22,4 Mio. EUR).
Der in der Position Ergebnis aus Hedge Accounting ausgewie-
sene, saldierte Betrag aus der Bewertung von Grund- und Siche-
rungsgeschäften beträgt in der Berichtsperiode –0,3 Mio. EUR
(Vj: 2,0 Mio. EUR). Durch die bilanzielle Abbildung als Fair Value
Hedge können einseitige Auswirkungen in Zusammenhang mit
wirtschaftlich abgesicherten Risiken auf das Ergebnis vermieden
werden. In Bezug auf die Abbildung von Mikro Fair Value Hedges
werden im RLB Steiermark Konzern die Regelungen des IFRS 9
angewendet. Weiters wird zur Absicherung des beizulegenden Zeit-
werts eines Portfolios gegen Zinsänderungsrisiken seit dem 1. Juli
2019 Portfolio Fair Value Hedge Accounting nach dem EU-Carve-
out zu IAS 39 angewendet.
Das Handelsergebnis in Höhe von –1,5 Mio. EUR
(Vj: –6,6 Mio. EUR) betrifft mit 24,8 Mio. EUR (Vj: 11,5 Mio. EUR)
das Zinsergebnis sowie mit –26,3 Mio. EUR (Vj: –18,1 Mio. EUR)
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis.
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L in
Höhe von 101,0 Mio. EUR (Vj: 91,6 Mio. EUR) enthält einerseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus verpflichtend zum
Fair Value zu bewertenden finanziellen Vermögenswerten (FVPL-M)
in Höhe von –0,7 Mio. EUR (Vj: 11,7 Mio. EUR) und andererseits
das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis der dem Fair Value
Bestand gewidmeten Finanzinstrumente (FVO) mit einem Betrag
von 101,7 Mio. EUR (Vj: 79,9 Mio. EUR). Das Bewertungsergeb-
nis aus den zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten (FVO)
i. H. v. 101,0 Mio. EUR (Vj: 78,2 Mio. EUR) resultiert vor allem aus
der Laufzeitverkürzung von Verbindlichkeiten in Folge der fortge-
setzten Neustrukturierung der Refinanzierungssituation im Konzern.
Unter anderem wurden unter Berücksichtigung des Liquiditätsbe-
darfs Kapitalmarktrefinanzierungen vorzeitig gekündigt sowie geän-
derte Kündigungswahrscheinlichkeiten in der Bewertung entspre-
chend berücksichtigt. Daraus resultierte ein Ergebniseffekt in Höhe
von rund 101 Mio. EUR (Vj: rund 75 Mio. EUR).
Der Rückgang des Nettoergebnisses aus den verpflichtend zum
Fair Value zu bewertenden finanziellen Vermögenswerten (FVPL-M)
resultiert in erster Linie aus einem geringeren Bewertungsergebnis
der im Sondervermögen enthaltenen Finanzinstrumente (siehe dazu
auch die Erläuterungen zur Bilanzposition Finanzielle Vermögens-
werte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)).
Das Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value be-
werteten Finanzinstrumenten, welches das Ergebnis aus der Aus-
buchung von finanziellen Vermögenswerten AC und FVOCI sowie
das Veräußerungsergebnis von finanziellen Verbindlichkeiten AC
enthält, hat sich von 0,8 Mio. EUR im Vorjahr vor allem aufgrund
der Ausbuchung von Basis Adjustments (Wertanpassungen aus
Portfolio Fair Value Hedges) auf 0,2 Mio. EUR vermindert.
Das sonstige betriebliche Ergebnis verringerte sich im Perioden-
vergleich von 60,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 56,9 Mio. EUR im Be-
richtszeitraum. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von
71,2 Mio. EUR (Vj: 71,6 Mio. EUR) betreffen vor allem Erlöse aus
der Weiterverrechnung von IT-Dienstleistungen und Kostenersätze.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf insge-
samt 14,2 Mio. EUR (Vj: 10,9 Mio. EUR). Davon entfällt ein Betrag
von 3,1 Mio. EUR (Vj: 2,9 Mio. EUR) auf die in der Position Sons-
tige Steuern enthaltene Stabilitätsabgabe (Bankenabgabe). Beiträge
an Sicherungseinrichtungen betreffen die Beiträge zum Abwick-
lungsfonds sowie zur Einlagensicherung (in Österreich umgesetzt
durch das Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz, BaSAG,
sowie durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-
gesetz, ESAEG) mit insgesamt 6,7 Mio. EUR (Vj: 5,1 Mio. EUR).
Diese erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund eines höhe-
ren Beitrags zum Bankenabwicklungsfonds und aufgrund des Son-
derbeitrags zum Einlagensicherungsfonds, welcher infolge der Ent-
schädigungszahlungen in den beiden Sicherungsfällen Anglo Aus-
trian AAB und Commerzialbank Mattersburg wieder aufzufüllen ist.
Die Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 175,6 Mio. EUR lie-
gen um 5,9 % über dem Wert der Vergleichsperiode (165,9 Mio.
EUR). Während sich die Sachaufwendungen mit 60,3 Mio. EUR
(Vj: 60,1 Mio. EUR) stabil auf dem Niveau des Vorjahres bewegen,
kam es bei den Personalaufwendungen zu einem Anstieg um
3,9 Mio. EUR auf 98,7 Mio. EUR. Dieser resultiert in erster Linie
aus Aufwendungen für Abfindungszahlungen aufgrund der vorzeiti-
gen Beendigung von Arbeitsverhältnissen und geplanten Personal-
maßnahmen i. Z. m. der Neustrukturierung des Konzerns.
Die Abschreibungen erhöhten sich um 5,6 Mio. EUR auf
16,6 Mio. EUR. Einerseits kam es aufgrund von verkürzten Nut-
zungsdauern und Wertminderungen in Folge der Filialabgaben und
geplanten Filialschließungen zu höheren Abschreibungen bei Sach-
anlagen, andererseits erhöhten sich die Abschreibungen auf imma-
terielle Vermögenswerte vor allem aufgrund von Softwarezugängen.
Das Betriebsergebnis für das Geschäftsjahr 2020 beträgt somit
90,7 Mio. EUR nach 119,6 Mio. EUR im Vorjahr.
Die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte ergeben
unter Berücksichtigung der Forderungsabschreibungen und der
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen einen aufwandswirksa-
men Nettoeffekt in Höhe von –53,0 Mio. EUR (Vj: –2,8 Mio. EUR).
Neben der Veränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermö-
genswerte AC (Kredite und Forderungen) und außerbilanzielle Ge-
schäfte (Haftungen, Garantien sowie Kreditrisiken) werden in dieser
Position auch die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
FVOCI (Schuldverschreibungen) dargestellt. Der deutliche Anstieg
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
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der Risikovorsorgen ist einerseits auf die COVID-19-bedingte Be-
rücksichtigung der geänderten zukunftsbezogenen Informationen
(makroökonomische Prognosen) und andererseits auf die Anwen-
dung eines Post Model Adjustment (PMA) zurückzuführen. Insge-
samt erhöhte sich dadurch die (Netto-)Dotierung der Portfoliowert-
berichtigungen (Wertminderungen Stage 1 & 2) auf einen Betrag
von 39,8 Mio. EUR (Vj: 3,3 Mio. EUR). Der Anstieg, welcher durch
die Anwendung des PMA begründet ist, beträgt rund 22,2 Mio.
EUR. Für ausgefallene Exposures (Stage 3) war eine (Netto-)Dotie-
rung von Risikovorsorgen in Höhe von 12,9 Mio. EUR vorzunehmen,
nachdem im Vorjahr ein Betrag von 0,2 Mio. EUR aufgelöst werden
konnte.
Damit ergibt sich für den RLB Steiermark Konzern im abgelaufenen
Geschäftsjahr 2020 ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von
37,7 Mio. EUR (Vj: 116,9 Mio. EUR).
Die Position Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von
–10,6 Mio. EUR (Vj: –13,2 Mio. EUR) betrifft vor allem latente Steu-
eraufwendungen in Höhe von 9,2 Mio. EUR (Vj: 13,0 Mio. EUR).
Daneben sind in diesem Posten noch laufende Steueraufwendun-
gen mit 1,4 Mio. EUR (Vj: 0,3 Mio. EUR) enthalten.
Vom Konzernergebnis in Höhe von 27,1 Mio. EUR entfallen
27,1 Mio. EUR auf die Anteilseigner der RLB Steiermark und
0,0 Mio. EUR auf die Anteile nicht beherrschender Gesellschaf-
ter. Das Konzernergebnis der Vorperiode betrug 103,6 Mio. EUR,
wovon ein Betrag von 104,3 Mio. EUR den Anteilseignern der RLB
Steiermark und ein Betrag von –0,7 Mio. EUR den Anteilen nicht be-
herrschender Gesellschafter zuzurechnen war.
Das Gesamtergebnis des Konzerns beträgt –36,8 Mio. EUR
(Vj: 140,8 Mio. EUR) und beinhaltet neben dem Konzernergebnis
vor allem das anteilige sonstige Ergebnis der at equity bilanzierten
Unternehmen mit einem Betrag von –77,0 Mio. EUR (Vj:
37,3 Mio. EUR) und bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen bei fi-
nanziellen Verbindlichkeiten mit 14,1 Mio. EUR (Vj: –0,4 Mio. EUR).
Des Weiteren umfasst das Gesamtergebnis auch Bewertungsef-
fekte von finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI mit
–2,3 Mio. EUR (Vj: 4,7 Mio. EUR) sowie versicherungsmathemati-
sche Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen mit
1,3 Mio. EUR (Vj: –4,4 Mio. EUR). Sämtliche der erläuterten Kom-
ponenten sind abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuer
dargestellt.
Den Anteilseignern der RLB Steiermark wird vom Gesamtergebnis
des Geschäftsjahres 2020 ein Betrag von –36,9 Mio. EUR zuge-
wiesen (Vj: 141,2 Mio. EUR), auf die nicht beherrschenden Gesell-
schafter entfällt ein Betrag von 0,0 Mio. EUR (Vj: –0,3 Mio. EUR).
Bilanz
Die Bilanzsumme des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2020
auf 17.697,3 Mio. EUR. Im Vergleich zum Jahresende 2019 bedeu-
tet dies einen Anstieg in Höhe von 2.392,1 Mio. EUR bzw. 15,6 %.
Die Position Barreserve und Sichtguthaben hat sich gegenüber
dem 31.12.2019 um 2.234,0 Mio. EUR auf 3.635,3 Mio. EUR er-
höht. Der Anstieg betrifft insbesondere die Guthaben bei Zentral-
banken sowie Sichtguthaben und ist in erster Linie auf die Teil-
nahme am TLTRO III-Programm (Targeted Longer-Term Refinancing
Operations)
der EZB und den damit einhergehenden erhöhten Be-
stand an liquiden Mitteln zurückzuführen.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) (netto)
verzeichneten gegenüber dem 31.12.2019 eine Zunahme von
191,7 Mio. EUR bzw. 1,9 % und werden per 31.12.2020 mit
10.245,8 Mio. EUR bilanziert. Die in dieser Position ausgewiesenen
Forderungen gegenüber Kunden inklusive der Forderungen aus Lea-
singverhältnissen erhöhten sich um insgesamt 75,2 Mio. EUR auf
7.155,8 Mio. EUR. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuwei-
sen, dass diese Steigerung trotz des Ausweises von Kundenforde-
rungen in Höhe von 278,1 Mio. EUR in der Position „Zur Veräuße-
rung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ (siehe
dazu die Erläuterungen zu dieser Bilanzposition) erzielt werden
konnte.
Der Bilanzwert der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten
Schuldverschreibungen beträgt 1.875,9 Mio. EUR nach
1.769,2 Mio. EUR am Jahresultimo 2019. Die ebenfalls in dieser
Position ausgewiesenen Forderungen gegenüber Kreditinstituten er-
höhten sich gegenüber dem 31.12.2019 um 9,8 Mio. EUR und er-
reichten einen Stand von 1.214,1 Mio. EUR. Die von den gesamten
Forderungen aktivisch bereits abgesetzten Wertminderungen wurden
mit einem Betrag von insgesamt –178,8 Mio. EUR
(Vj: –154,5 Mio. EUR) berücksichtigt.
Die Finanziellen Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) ha-
ben sich gegenüber dem Vorjahr um 241,7 Mio. EUR vermindert
und betragen zum 31.12.2020 582,3 Mio. EUR. Diese Position um-
fasst Schuldverschreibungen mit 48,2 Mio. EUR (Vj: 53,2 Mio. EUR)
und positive Marktwerte (dirty price) von derivativen Finanzinstru-
menten mit insgesamt 534,1 Mio. EUR (Vj: 526,3 Mio. EUR). Im
Besonderen sind dies neben Derivaten, welche zu Handelszwecken
gehalten werden, auch jene Derivate, die zur Verringerung eines Ac-
counting Mismatch im Rahmen der Fair Value Option eingesetzt wer-
den („Economic Hedges“). Im Vorjahr wurden auch Kredite und For-
derungen des Handelsbestands in Höhe von 244,5 Mio. EUR in
dieser Position ausgewiesen. Der Rückgang bzw. das Auslaufen
dieser Position ist auf die geänderte Strategie im Handelsbuch zu-
rückzuführen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
145
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Finanziellen Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) ver-
ringerten sich um 23,3 Mio. EUR und betragen zum Bilanzstichtag
937,6 Mio. EUR. Diese Position beinhaltet Fremdkapitalinstru-
mente (Schuldverschreibungen) in Höhe von 854,8 Mio. EUR (Vj:
879,9 Mio. EUR) und Eigenkapitalinstrumente mit einem Betrag
von 82,8 Mio. EUR (Vj: 81,0 Mio. EUR).
Die Finanziellen Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value
P&L (FVPL-M) werden per 31.12.2020 mit 433,1 Mio. EUR (Vj:
450,4 Mio. EUR) in der Bilanz ausgewiesen und beinhalten die ver-
pflichtend zum Fair Value zu bewertenden Finanzinstrumente.
Hievon entfallen 42,4 Mio. EUR (Vj: 51,9 Mio. EUR) auf Schuld-
verschreibungen, 39,0 Mio. EUR (Vj: 49,8 Mio. EUR) auf Kredite
und Forderungen sowie 351,7 Mio. EUR (Vj: 348,7 Mio. EUR) auf
das in dieser Position enthaltene Sondervermögen, welches zur
Gänze aus Finanzinstrumenten der einbezogenen strukturierten Un-
ternehmen (Spezialfonds) DASAA, EURAN und GLAN besteht.
Die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
haben sich gegenüber dem 31.12.2019 um 38,2 Mio. EUR er-
höht und betragen zum Berichtsstichtag 283,0 Mio. EUR.
Die Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges werden
zum Jahresultimo mit einem Betrag von 25,5 Mio. EUR (Vj:
–1,6 Mio. EUR) ausgewiesen. In dieser Position werden sowohl
positive als auch negative Wertänderungen von Grundgeschäften
(Basis Adjustments) der Aktivseite in Portfolio Fair Value Hedges
dargestellt.
Die Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen – welche aus-
schließlich auf die Anteile an der RBI entfallen – haben sich im
Vergleich zum Jahresende 2019 um 123,1 Mio. EUR auf einen
Buchwert von 885,1 Mio. EUR verringert (siehe dazu auch die Er-
läuterung zum Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
sowie Notes-Angabe 20 – Anteile an at equity bilanzierten Unter-
nehmen). Maßgeblich dafür ist vor allem ein Wertminderungsauf-
wand in Höhe von 124,7 Mio. EUR (Vj: 128,3 Mio. EUR).
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen
zum 31.12.2020 in Summe 134,4 Mio. EUR nach 131,7 Mio. EUR
im Vorjahr. Bei den immateriellen Vermögenswerten war eine Erhö-
hung von 8,3 Mio. EUR zu verzeichnen, demgegenüber haben
sich die Sachanlagen um 5,6 Mio. EUR vermindert.
Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden mit
10,7 Mio. EUR (Vj: 10,9 Mio. EUR) in der Bilanz ausgewiesen und
betreffen größtenteils Liegenschaften in der Grazer Innenstadt so-
wie Nutzungsrechte, welche gemäß IAS 40 als Finanzinvestitionen
darzustellen sind.
Die in der Bilanz ausgewiesenen Nutzungsrechte gemäß IFRS 16
werden per 31.12.2020 mit einem Betrag von 8,1 Mio. EUR (Vj:
11,6 Mio. EUR) ausgewiesen.
Die laufenden und latenten Ertragsteuerforderungen werden mit
30,4 Mio. EUR angesetzt und haben sich gegenüber dem Vorjah-
reswert von 42,0 Mio. EUR um 11,6 Mio. EUR verringert.
Die sonstigen Aktiva erhöhten sich per 31.12.2020 um
41,1 Mio. EUR auf 207,9 Mio. EUR. In diesem Posten werden vor
allem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, übrige Steuer-
forderungen sowie Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.
Die Erhöhung resultiert vor allem aus dem stichtagsbedingten An-
stieg der Zahlungsaufträge in Abwicklung.
In der Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen“ werden mit einem Betrag von
278,1 Mio. EUR die mit Stichtag 1. Jänner 2021 im Zuge der Ab-
gabe der Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und
Schladming verkauften Kredite und Forderungen gegenüber Kunden
an die örtlichen Raiffeisenbanken ausgewiesen.
Auf der Passivseite werden die Finanziellen Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC) zum Bilanzstichtag mit 14.252,9 Mio. EUR
nach 11.682,9 Mio. EUR im Vorjahr ausgewiesen, was einer Erhö-
hung von 2.570,0 Mio. EUR oder 22,0 % entspricht. Die in dieser
Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
stiegen um 2.888,4 Mio. EUR auf 7.537,6 Mio. EUR. Diese Steige-
rung resultiert aus der Teilnahme am TLTRO III-Programm (Targeted
Longer-Term Refinancing Operations) der EZB, an welchem sich die
RLB Steiermark mit 2,75 Mrd. EUR beteiligt hat, um die Liquiditäts-
position des Konzerns und der Raiffeisen-Bankengruppe Steier-
mark weiter zu stärken und der Realwirtschaft Liquidität zur Verfü-
gung zu stellen. Der ausstehende Betrag des TLTRO II wurde voll-
ständig zurückgeführt. Der in den Verbindlichkeiten gegenüber Kre-
ditinstituten enthaltene Gesamtbetrag der Einlagen von Förderban-
ken beläuft sich zum 31.12.2020 auf 429,6 Mio. EUR (Vj:
384,1 Mio. EUR).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Sicht-, Termin- und Sparein-
lagen) verzeichneten einen Zuwachs von 0,7 % und erreichten einen
Stand von 3.369,4 Mio. EUR nach 3.345,3 Mio. EUR am
31.12.2019. Auch in diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen,
dass in Folge der Abgabe der Filialen/Standorte Feldbach, Fürsten-
feld, Judenburg und Schladming die mit Stichtag 1. Jänner 2021 an
die örtlichen Raiffeisenbanken verkauften Einlagen mit einem Betrag
von 205,8 Mio. EUR zum Bilanzstichtag in der Position „Schulden in
Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen werden.
Vom Gesamtvolumen der verbrieften Verbindlichkeiten (inkl. nach-
rangige Verbindlichkeiten) in Höhe von 3.346,0 Mio. EUR (Vj:
3.688,5 Mio. EUR) wurden 351,2 Mio. EUR (Vj: 414,3 Mio. EUR)
von steirischen Raiffeisenbanken gezeichnet, 624,2 Mio. EUR (Vj:
777,4 Mio. EUR) betreffen den Bereich „Retail/Private Banking“ so-
wie 332,4 Mio. EUR (Vj: 422,6 Mio. EUR) Privatplatzierungen. Am
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
146
Kapitalmarkt sind zum Bilanzstichtag Covered Bonds im Ausmaß
von 2.038,2 Mio. EUR (Vj: 2.074,2 Mio. EUR) platziert.
Der Stand der Finanziellen Verbindlichkeiten – Held for Trading
(HFT) beträgt zum Bilanzstichtag 205,7 Mio. EUR und verzeichnete
gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme von 162,4 Mio. EUR. Diese
Position beinhaltet nunmehr ausschließlich negative Marktwerte (dirty
price) von derivativen Finanzinstrumenten. Im Vorjahr wurden neben
Zins- und Wechselkursderivaten in Höhe von 178,4 Mio. EUR auch
Einlagen von Kreditinstituten mit 189,7 Mio. EUR in dieser Position
ausgewiesen. Der Rückgang bzw. das Auslaufen der Einlagen des
Handelsbestands ist auf die geänderte Strategie im Handelsbuch zu-
rückzuführen. Die derivativen Finanzinstrumente umfassen insbe-
sondere Derivate, welche zu Handelszwecken gehalten werden so-
wie jene Derivate, die zur Verringerung eines Accounting Mismatch
im Rahmen der Fair Value Option eingesetzt werden („Economic
Hedges“).
Die Finanziellen Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value
P&L (FVO) betrugen zum Berichtsstichtag 1.108,3 Mio. EUR nach
1.379,6 Mio. EUR zum 31.12.2019. Dies entspricht einer Abnahme
von 271,3 Mio. EUR oder 19,7 %, welche u. a. auf die Rückführung
und den (beim Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value
P&L erläuterten) Bewertungseffekt in Folge der Laufzeitverkürzung
von Kapitalmarktrefinanzierungen zurückzuführen ist. Vom Gesamt-
volumen der verbrieften Verbindlichkeiten in Höhe von
512,0 Mio. EUR (Vj: 587,4 Mio. EUR) wurden 29,8 Mio. EUR (Vj:
41,1 Mio. EUR) von steirischen Raiffeisenbanken gezeichnet,
85,1 Mio. EUR (Vj: 92,5 Mio. EUR) betreffen den Bereich
„Retail/Private Banking“ sowie 196,8 Mio. EUR (Vj:
249,3 Mio. EUR) Privatplatzierungen. Am Kapitalmarkt sind zum
Bilanzstichtag Covered Bonds im Ausmaß von 200,2 Mio. EUR (Vj:
204,5 Mio. EUR) platziert.
Die negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumen-
ten werden am 31.12.2020 mit 162,5 Mio. EUR (Vj:
106,5 Mio. EUR) ausgewiesen.
Die Rückstellungen erreichten zum Berichtsstichtag einen Stand
von 106,2 Mio. EUR und liegen damit um 13,6 Mio. EUR über
dem Vorjahreswert. Der Rückgang der Personalrückstellungen im
Bereich der Abfertigungen und ähnlichen Verpflichtungen sowie an-
deren langfristig fälligen Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläums-
gelder) resultiert teilweise aus den Filialabgaben an die örtlichen Rai-
ffeisenbanken und der damit einhergehenden Übertragung der Per-
sonalverpflichtungen. Diese werden zum Bilanzstichtag in der Posi-
tion „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Ver-
mögenswerten und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen. Darüber
hinaus ist die Verringerung der Personalrückstellungen auf den Ver-
brauch der Abfertigungs- und Pensionsrückstellung durch die Aus-
zahlung an Begünstigte und einen geringeren Pensionstrend bei Er-
mittlung der Pensionsrückstellung zurückzuführen.
Die sonstigen Rückstellungen haben sich im Jahresvergleich um
20,1 Mio. EUR auf 35,5 Mio. EUR erhöht. Sonstige Rückstellun-
gen betreffen Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte (Haf-
tungen, Garantien und Kreditrisiken) mit einem Betrag von
24,5 Mio. EUR (Vj: 10,3 Mio. EUR), Rückstellungen für Restruktu-
rierungen – insbesondere für geplante Personalmaßnahmen i. Z. m.
der Neustrukturierung des Konzerns – mit 4,2 Mio. EUR (Vj: 0,0 Mio.
EUR) sowie in den übrigen Rückstellungen enthaltene Rückerstat-
tungsansprüche aufgrund negativer Referenzzinssätze bei Krediten
mit 2,8 Mio. EUR (Vj: 2,9 Mio. EUR). Die Erhöhung der Rückstel-
lungen für außerbilanzielle Geschäfte ist insbesondere auf die
COVID-19-bedingte Berücksichtigung der geänderten zukunftsbe-
zogenen Informationen (makroökonomische Prognosen) zurückzu-
führen.
Die laufenden und latenten Ertragsteuerschulden werden in
Summe mit einem Stand von 5,6 Mio. EUR (Vj: 4,4 Mio. EUR) in
der Bilanz ausgewiesen.
Die sonstigen Passiva werden mit einem Betrag von 70,7 Mio. EUR
nach 58,5 Mio. EUR im Vorjahr ausgewiesen. Der Anstieg resultiert
im Wesentlichen aus einem stichtagsbedingten Anstieg von Ver-
rechnungswerten (Schwebeposten) zum Bilanzstichtag.
In der Position „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung ge-
haltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen“ in Höhe
von 207,4 Mio. EUR (Vj: 0,0 Mio. EUR) werden die im Rahmen der
Abgabe der Filialen mit Stichtag 1. Jänner 2021 übertragenen Ver-
bindlichkeiten gegenüber Kunden (205,8 Mio. EUR) sowie Personal-
rückstellungen im Zusammenhang mit den von den örtlichen Raiffei-
senbanken übernommenen Mitarbeitern (1,6 Mio. EUR) ausgewie-
sen.
Das Eigenkapital zum 31.12.2020 hat sich im Vergleich zum Vor-
jahr vor allem aufgrund des negativen sonstigen Ergebnisses (OCI)
um insgesamt 34,7 Mio. EUR auf 1.577,9 Mio. EUR reduziert.
Vom gesamten Eigenkapital entfallen 1.576,8 Mio. EUR (Vj:
1.611,5 Mio. EUR) auf die Anteile der Gesellschafter des Mutterun-
ternehmens und 1,1 Mio. EUR (Vj: 1,1 Mio. EUR) auf die Anteile
nicht beherrschender Gesellschafter. Das gezeichnete Kapital
(Grundkapital) der RLB Steiermark beträgt zum 31.12.2020 insge-
samt 142,7 Mio. EUR (Vj: 142,7 Mio. EUR) und besteht unverän-
dert zum Vorjahr aus 3.113.507 Stück nennbetragslosen, auf Namen
lautende Stückaktien (Stammaktien).
Die detaillierte Entwicklung ist aus der Eigenkapitalveränderungs-
rechnung des Konzernabschlusses ersichtlich.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
147
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.3. Bericht über die
Zweigniederlassungen
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG hat mit Stichtag
31. Dezember 2020 zehn Bankstellen. Neun Bankstellen betreuen
den Markt in Graz (Annenstraße, Herrgottwiesgasse, Kaiserfeld-
gasse, Ragnitz, St. Leonhard-LKH, Steirerhof, Styria Media Center,
Theodor-Körner-Straße, Zinzendorfgasse), eine Bankstelle ist in
Frohnleiten angesiedelt. Damit ist die Anzahl an Bankstellen unver-
ändert geblieben.
Die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG mit Sitz in der Lan-
deshauptstadt Graz unterhält mit Stichtag 31. Dezember 2020 ne-
ben der Hauptniederlassung in der Radetzkystraße noch weitere
drei Filialen im Grazer Stadtgebiet, nämlich die Filiale LKH, die Fili-
ale Plüddemanngasse und die Filiale Kärntner Straße, sowie einen
eigenen Standort für das Premium.Private Banking. Die Filiale
Kärntner Straße betreut und serviciert auch die Kunden in den Au-
ßenstellen LKH Graz Süd-West – Standort West und LKH Graz
Süd-West – Standort Süd. Dem Regionalbankgedanken Rechnung
tragend, werden in der übrigen Steiermark noch weitere fünf Filia-
len betrieben, nämlich in Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Leib-
nitz und Schladming. Die Filiale Feldbach verfügt über eine Außen-
stelle im LKH Feldbach und die Filiale Leibnitz zeichnet für die Ser-
vicierung der Kunden in der Außenstelle Deutschlandsberg verant-
wortlich. In Bruck/Mur steht die HYPO Steiermark Kunden mit ei-
nem Beratungsbüro zur Verfügung. Weiters wird ein Büro in Wien
unterhalten, um auch in diesem prosperierenden Markt erfolgreich
tätig sein zu können.
Die Filialen in Schladming, Judenburg, Fürstenfeld und Feldbach
wurden mit Wirksamkeit per 1. Jänner 2021 an die jeweiligen örtli-
chen Raiffeisenbanken verkauft. Dies erfolgte in Vorbereitung der
Verschmelzung der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG mit der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG im Laufe des Jahres 2021.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
148
I.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Cost/Income Ratio (CIR)
Als Cost/Income Ratio wird das Verhältnis der Betriebsaufwendungen (Verwaltungsaufwendungen) zu den Betriebserträgen definiert.
Im Geschäftsjahr 2020 erfolgte eine Anpassung der Betriebserträge um die enthaltenen Sondereffekte aus der Wertminderung der at equity
bilanzierten Beteiligung an der RBI in Höhe von –124,7 Mio. EUR (Vj: –128,3 Mio. EUR).
Bei Eliminierung der genannten Sondereffekte stellt sich die Cost/Income Ratio wie folgt dar:
In TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Betriebserträge ohne Sondereffekte 391.071 413.874 -5,5 %
Betriebsaufwendungen -175.603 -165.893 5,9 %
Cost/Income Ratio 44,9 % 40,1 % 4,8 PP
Eigenkapitalrendite Return on Equity (ROE)
Der Return on Equity (ROE) – definiert als das Konzernergebnis vor Steuern bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital – stellt sich wie
folgt dar:
In TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Konzernergebnis vor Steuern 37.748 116.855 -67,7 %
durchschnittliches Eigenkapital 1.595.225 1.571.041 1,5 %
ROE vor Steuern 2,4 % 7,4 % -5,0 PP
Non-Performing Loan-Ratio (NPL-Ratio)
Die NPL-Quote ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Qualität der Aktiva von Kreditinstituten. Diese wird gemäß der aufsichtsrechtlichen
Definition (gem. EBA Risk Dashboard) als Verhältnis der ausgefallenen Forderungen (NPL) zu den gesamten Forderungen (Kundenforde-
rungen und Forderungen gegenüber Kreditinstituten) berechnet. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition
gemäß Art. 178 CRR herangezogen. Die Quote hat sich einerseits aufgrund des Rückgangs bei den ausgefallenen Forderungen und ande-
rerseits infolge einer höheren Bemessungsgrundlage zum Berichtsstichtag um 67 Basispunkte reduziert.
31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Non-Performing Loan Ratio (NPL-Ratio) 1,8 % 2,5 % -0,7 PP
Bei einer Analyse der NPL-Ratio ist auch die Coverage Ratio, d. h. die Deckung der ausgefallenen Forderungen durch etwaige Sicherheiten
und gebildete Risikovorsorgen, einzubeziehen. Zum Bilanzstichtag sind die ausgefallenen Forderungen fast vollständig durch Risikovorsor-
gen und Sicherheiten abgedeckt.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
149
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Liquidity Coverage Ratio (LCR)
Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) ist eine Kennzahl zur Bewertung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos von Kreditinstituten. Die LCR ist das
Verhältnis des Bestands an erstklassig eingestuften Aktiva zum gesamten Nettoabfluss unter Anwendung eines durch die CRR vorgegebe-
nen Stressszenarios in den nächsten 30 Tagen.
Damit soll gewährleistet werden, dass Banken über angemessene Liquiditätspuffer verfügen, um sich einem möglichen Ungleichgewicht
zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über einen Zeitraum von 30 Tagen stellen zu können.
31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Liquidity Coverage Ratio (LCR) 213,5 % 163,4 % 50,1 PP
Die LCR im RLB Steiermark Konzern beträgt zum 31. Dezember 2020 213,5
% (Vj: 163,4 %), womit die gültige Mindestquote erfüllt wird.
Net Stable Funding Ratio (NSFR)
Die Net Stable Funding Ratio (NSFR) ist eine Kennzahl zur Beurteilung der strukturellen Liquiditätsausstattung von Kreditinstituten. Institute
müssen sicherstellen, dass ihre langfristigen Verbindlichkeiten sowohl unter normalen als auch unter angespannten Umständen angemes-
sen durch eine breite Vielfalt von Instrumenten der stabilen Refinanzierung unterlegt sind.
Die NSFR ist definiert als das Verhältnis zwischen dem verfügbaren stabil refinanzierten Betrag und dem Betrag, für den eine stabile Refi-
nanzierung erforderlich ist.
31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Net Stable Funding Ratio (NSFR) 120,4 % 108,5 % 11,9 PP
Der RLB Steiermark Konzern erfüllt mit einer NSFR von 120,4
% (Vj: 108,5 %) die vorgegebene Mindestquote.
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark bildet selbst keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinne des österreichischen Bankwesengesetzes
(BWG) und unterliegt daher als Konzern nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil des RLB-Stmk
Verbund eGen CRR-Konsolidierungskreises ist. Die folgende Tabelle stellt die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel des RLB Stmk Verbund Kon-
zerns unter Berücksichtigung der Übergangsvorschrift nach Art 473a CRR dar. Seitens des RLB Stmk Verbund Konzerns wird vom Wahl-
recht Gebrauch macht, nur den Folgeanwendungseffekt von IFRS 9 als Add-Back-Betrag zu berücksichtigen.
In TEUR 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
Hartes Kernkapital (CET 1) 1.385.927 1.495.636 -7,3 %
Eigenmittel Gesamt (TC) 1.469.385 1.567.300 -6,2 %
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 7.615.414 7.637.235 -0,3 %
Harte Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,2 % 19,6 % -1,4 PP
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken) 19,3 % 20,5 % -1,2 PP
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich ein Eigenmittel Gesamtstand von
1.451.484 TEUR sowie eine Bemessungsgrundlage von 7.585.569 TEUR. Daraus würde sich eine Kernkapitalquote von 18,0 % und eine
Eigenmittelquote von 19,1 % errechnen. Der Rückgang der anrechenbaren Eigenmittel (Kernkapital und Eigenmittel Gesamt) sowie der
Kernkapital- und Eigenmittelquote resultiert vor allem aus dem negativen Gesamtergebnis im Geschäftsjahr 2020 und aus der angepassten
Berechnungslogik im Bereich der anrechenbaren Minderheitsbeteiligungen. Weitere Details sind der Notes-Angabe 62 – Aufsichtsrechtliche
Eigenmittel zu entnehmen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
150
I.5. Nicht finanzielle Erklärung
Der RLB Steiermark Konzern macht vom Wahlrecht zur Aufstel-
lung eines gesonderten konsolidierten nicht finanziellen Berichts
gemäß § 267a Abs. 6 UGB Gebrauch. Dementsprechend wird
hinsichtlich der Angaben gemäß § 267a Abs. 2 bis 5 UGB auf
den auf der Homepage der RLB Steiermark (https://www.raiffei-
sen.at/rlbstmk) veröffentlichten gesonderten nicht finanziellen
Bericht verwiesen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
151
JAHRESFINANZBERICHT 2020
I.6. Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag
Mit Stichtag 1.1.2021 wurden die HYPO-Filialen/Standorte Feld-
bach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen
örtlichen Raiffeisenbanken abgegeben. Weiters wurde im ersten
Quartal 2021 das innerhalb der Position „Finanzielle Vermögens-
werte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)“ ausgewiesene
Sondervermögen (Spezialfonds DASAA und dessen Subfonds
EURAN und GLAN) veräußert.
Darüber hinaus gab es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine
außerordentlichen Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die
von besonderem öffentlichen Interesse wären oder sich wesent-
lich auf den Konzernabschluss 2020 auswirken würden.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
152
II.1. Voraussichtliche Entwicklung
des Unternehmens
Die künftige Entwicklung der Konjunktur bleibt aufgrund der
COVID-19-Pandemie weiterhin ungewiss. Mehrere Impfstoffzulas-
sungen und der Beginn von Impfungen in einigen Ländern gegen
Ende des Jahres haben Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pan-
demie geweckt. Gleichzeitig dämpfen zunehmende Infektionen und
damit einhergehend neuerliche Einschränkungen des wirtschaftli-
chen und sozialen Lebens, diverse logistische Probleme bei der
Impfstoffverteilung, sowie das Aufkommen neuer Virusstämme die
Erwartungen. Dadurch könnte sich die erwartete wirtschaftliche Er-
holung weiter verzögern. Die OECD schätzt das globale Wirt-
schaftswachstum für das Jahr 2020 auf –4,2
%. Für 2021 wird mit
einem deutlichen Aufschwung von 4,2
% gerechnet. Die etwas jün-
gere Prognose des IWF geht von einem Rückgang von –3,5
% in
2020 und einer klaren Erholung von 5,5
% in 2021 aus. Das globale
Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 wird vom guten Zugang zu
Impfstoffen, aber auch durch fiskalpolitische Möglichkeiten insbe-
sondere durch die USA und Japan getragen. Auch in China, das
durch rigorose Maßnahmen die Infektionszahlen niedrig halten
konnte, dürfte eine bemerkenswerte Erholung einsetzen. Für Öl ex-
portierende oder vom Tourismus abhängende Entwicklungs- und
Schwellenländer ist der Ausblick durchwegs verhaltener.
Nach dem Rückgang der Wirtschaft in den USA im Jahr 2020 um
3,5
% erwartet der IWF für das folgende Jahr eine deutliche Erho-
lung von 5,1
%. Die raschen Impfstoffzulassungen und auch deren
Verfügbarkeit, sowie die enorme fiskal- und geldpolitische Expan-
sion sollten zum Aufschwung beitragen. Gleichzeitig scheint sich
die Wirtschaft an die eingeschränkten Möglichkeiten kontaktintensi-
ver Aktivitäten anzupassen. Die Arbeitslosenrate dürfte sich verrin-
gern, aber weiterhin erhöht bleiben. Die Fiskal- und Geldpolitik
sollte laut IWF auch mittelfristig genutzt werden, um die Wirtschaft
zu unterstützen und auf einen stabilen Wachstumspfad zu bringen.
Eine stärkere Auswirkung dürfte die COVID-19-Pandemie laut IWF
auf die Eurozone gehabt haben. So soll die Wirtschaft im vergange-
nen Jahr mit –7,2
% deutlich geschrumpft sein. Zudem soll die Er-
holung in diesem Jahr mit 4,2
% auch etwas niedriger als in den
USA ausfallen. Aufgrund der im Vergleich geringeren Flexibilität und
Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft auf die eingeschränkte Mobilität
dürfte die Wirtschaft in der Eurozone nicht im gleichen Maße von
der fiskal- und geldpolitischen Expansion profitieren. Die Arbeitslo-
senquote dürfte mit 9,5
% leicht über dem Vorkrisenniveau liegen. In
Anbetracht dessen wird weiterhin mit einer erheblichen fiskal- und
geldpolitischen Unterstützung gerechnet. Diese massiven Ausga-
ben könnten den Finanzhaushalt einiger Mitgliedsstaaten stark stra-
pazieren. In diesem Zusammenhang spielt die gemeinsame Emis-
II. BERICHT
Ü
BER DIE
V
ORAUSSICHTLICHE
ENTWICKLUNG UND DIE
RISIKEN DES
UNTERNEHMENS
(
AUSBLICK
)
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
153
JAHRESFINANZBERICHT 2020
sion von Schuldtiteln im Rahmen des „Next Generation EU“-Pro-
gramms eine erhebliche Rolle zur Stabilisierung der wirtschaftlichen
Entwicklung in den am stärksten betroffenen Ländern.
Die vollständigen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den
europäischen Bankensektor, insbesondere auf das Ausmaß mögli-
cher Kreditausfälle, bleibt weiterhin ungewiss. Durch den breit an-
gelegten Einsatz staatlicher Unterstützungsmaßnahmen für Kredit-
nehmer durch Moratorien und öffentliche Garantien könnte ein An-
stieg von notleidenden Krediten weiter verzögert werden und erst
im Laufe dieses Jahres die Bankbilanzen belasten. Die EZB analy-
sierte den europäischen Bankensektor und errechnete eine Reduk-
tion der Kernkapitalquote von durchschnittlich 1,3 %-Punkten im
Basis- und 5 %-Punkten im Extremszenario. Die EZB hebt vor allem
den stetigen Kapitalaufbau der letzten Jahre hervor, sodass die eu-
ropäischen Banken auf die Krise gut vorbereitet sind.
Laut Prognosen der OECD und der Europäischen Kommission
dürfte Österreichs Wirtschaft im vergangenen Jahr um 7
% bis 8 %
geschrumpft sein. Aufgrund der erneuten Einschränkungen zum
Jahresende könnte sich die konjunkturelle Erholung weiter verzö-
gern. Das Wirtschaftswachstum sollte 2021 gemäß Schätzungen
der Europäischen Kommission bei 4,1
% liegen. Die OECD geht da-
gegen nur von niedrigen 1,4
% aus. Der Arbeitsmarkt dürften auch
in Österreich weiterhin angespannt bleiben.
Steiermark
Das „Wirtschaftsbarometer“, die halbjährliche Konjunkturumfrage
der Wirtschaftskammerorganisation, spiegelt die künftigen Erwar-
tungen der heimischen Unternehmen wider. Die Umfrage unter 820
steirischen Unternehmen im Oktober 2020 zeugt von einer tiefen
Verunsicherung. 37,1
% gehen von einer weiteren Verschlechterung
des Wirtschaftsklimas in den kommenden 12 Monaten aus, nur je-
der Achte erwartet eine Verbesserung. Fast 30
% stufen die künftige
Entwicklung als nicht einschätzbar ein. Die Steiermark befand sich
damit im Herbst 2020 wirtschaftsklimatisch in einer tiefen Rezes-
sion, die konjunkturelle Talsohle dürfte dennoch vorerst erreicht
sein.
Das negative Wirtschaftsklima schlägt sich auch in den Salden zur
aktuellen Geschäftstätigkeit nieder. Der Saldo des bisherigen Ge-
samtumsatzes beläuft sich auf –36,2 Prozentpunkte, wobei sich vor
allem der Inlandsumsatz negativ entwickelt hat. Die Gesamtumsat-
zerwartungen für die kommenden 12 Monate bleiben mit einem
Saldo von –3 Prozentpunkten gedämpft. Vereinzelt positive Signale
gibt es aus dem Exportbereich (Erwartungssaldo: 19,7 Prozent-
punkte), wohingegen die künftige Entwicklung des Binnenkonsums
sowie der Investitionen eher zurückhaltend eingeschätzt werden.
Die wirtschaftliche Entwicklung rund um die COVID-19-Pandemie
schlägt sich unvermindert auch auf die Investitionsbereitschaft der
steirischen Unternehmen nieder. Die Investitionstätigkeit ist im Laufe
der vergangenen 12 Monate deutlich zurückgegangen, sodass im
Saldo ein Negativwert von –8,3 Prozentpunkten zu Buche steht. Die
Erwartungen für das kommende Jahr sind zudem sehr verhalten:
Die positiven und negativen Erwartungen halten sich die Waage,
wobei vor allem die Einschätzungen der Großunternehmen von Zu-
rückhaltung geprägt sind. Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit
stehen weiterhin Ersatzinvestitionen (in 48,3
% der Fälle).
Die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen haben den Arbeits-
markt massiv unter Druck gebracht, trotz rascher und wichtiger Ge-
gensteuerungsmaßnahmen. Die Situation dürfte sich in den kom-
menden 12 Monaten noch weiter verschärfen. Jedes dritte Unter-
nehmen plant in naher Zukunft Personal abzubauen, nur 12,9
% er-
warten eine Erhöhung ihrer Beschäftigtenzahl (Erwartungssaldo:
–20,3 Prozentpunkte). Vor allem die mittelständische Wirtschaft
zeigt sich personaltechnisch besonders pessimistisch, womit eine
schnelle Erholung am Arbeitsmarkt in weite Ferne rückt.
Raiffeisen-Landesbank Steiermark
Die RLB Steiermark wird auch in weiterer Zukunft den Unternehmen
und Privaten als fairer Partner zur Seite stehen. Dies geschieht
durch umfassende Begleitung in Form von eingehender Beratung
und Lösungsfindung nicht zuletzt aufgrund des Auslaufens staatli-
cher Hilfen wie Überbrückungsfinanzierungen oder des gesetzli-
chen Kreditmoratoriums mit 31. Jänner 2021. Zum Schutz der Ge-
sundheit werden in allen Bankstellen sowie bei Kundenkontakten
weitgehende Vorsichtsmaßnahmen weitergeführt. Zudem werden
bis auf Weiteres keine Kundenveranstaltungen sowie Präsenz-Schu-
lungen durchgeführt und stattdessen alternative digitale Formate
wie Videoberatung entwickelt und eingesetzt. Auf der digitalen
Agenda von Raiffeisen stehen außerdem der Einsatz der Debit Mas-
tercard inklusive Einbindung in Apple Pay und LAKS Pay, die Ein-
führung der Bezahlmethode von bluecode bei jö&GO, die Umset-
zung von Raipay und eines Business Portals. Den persönlichen
Kundenkontakt – gerade für wichtige finanzielle Entscheidungen –
erachtet die RLB Steiermark aber auch weiterhin als essentiell, was
sich auch in der Positionierung als „Digitale Regionalbank“ manifes-
tiert. Dies wird auch bei der Eröffnung der neuen Bankstelle „Raiffei-
sen City“ in der Grazer Herrengasse direkt beim Landhaus berück-
sichtigt. Neben den neuesten digitalen Bankservices stehen den
Kunden dort auch „Digital Coaches“ als Ansprechpartner zur Verfü-
gung. Sie beraten die Kunden bei Fragen zu den digitalen Angebo-
ten und stellen den Kontakt zu Fachberatern her. Die Bankstelle
wird darüber hinaus durch ein Konzept des Medienkünstlers
Richard Kriesche zum Gesamtkunstwerk und gesellschaftspoliti-
schen Statement. Raiffeisen fördert junge steirische Kunstschaf-
fende mit einem Betrag von 10 Cent für jede Behebung, die am
BankAutomat vor Ort getätigt wird.
Der bereits eingeschlagene Weg zur strategischen Neuausrichtung
wird 2021 konsequent weitergeführt. Sie trägt bei, die Wettbewerbs-
fähigkeit und Innovationskraft sowohl im eigenen Institut als auch
für die gesamte steirische Raiffeisen-Bankengruppe zu stärken.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
154
Dies geschieht aus der Position der Stärke auf Grundlage der aus-
gezeichneten Marktposition und des nachhaltigen Eigenkapitalauf-
baus der letzten Jahre. Mit der Etablierung des neuen Vorstandsbe-
reichs Transformation und der Verschlankung der Aufbauorganisa-
tion trägt man dem umfassenden Wandel Rechnung. Hierarchien
sollen flacher und Expertenrollen gestärkt werden. Nach dem er-
folgten Grundsatzbeschluss zur Verschmelzung der HYPO Steier-
mark in die RLB Steiermark und Betreuung der HYPO-Kunden unter
dem Dach der Marke Raiffeisen laufen die Vorbereitung für die tech-
nische Umsetzung bereits auf Hochtouren. Die Kommunikation mit
den HYPO- aber auch den RLB-Kunden wird verstärkt werden.
Ziel ist es, durch die Bündelung der Kräfte zu einer noch stärkeren
Stadtbank zu werden. Die HYPO-Filialen bzw. Büros in Leibnitz,
Deutschlandsberg und Bruck an der Mur werden ebenfalls zu
Standorten der Raiffeisen-Landesbank Steiermark.
Hinsichtlich Beteiligungen steht das Jahr 2021 weiterhin unter dem
Blickwinkel der Optimierung des Beteiligungsportfolios im Sinne der
Unternehmensstrategie der RLB sowie des weiteren Ausbaus der
Servicierung von Jung-Unternehmern/Gründern durch das neu ge-
gründete Tochterunternehmen, die RLB Steiermark Taten GmbH,
und der Teilnahme an einer Initiative der Raiffeisen Bank Internatio-
nal zur Schaffung eines privaten österreichischen Mittelstands-
fonds.
Die RLB Steiermark ist für die Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark
Zentralinstitut im Sinne des BWG und erbringt – teilweise über Toch-
tergesellschaften – weit über die gesetzlich geregelten Bereiche
hinaus Leistungen für den steirischen Raiffeisen-Sektor. Die Leistun-
gen umfassen u. a. die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, die Pro-
duktentwicklung, Organisationsberatung, Services in den Bereichen
Bausparen, Versicherung und Wertpapiere, Marketing sowie die be-
triebswirtschaftliche Unterstützung und Beratung. Gemeinsam mit
den eigenständigen Raiffeisenbanken werden Marktstrategien für
die Segmente Firmenkunden sowie Privatkunden umgesetzt, wei-
ters werden Effizienzpotenziale durch Optimierung der Struktur und
Angebote in den Bankstellen sowie durch bankübergreifende Ko-
operationen analysiert. Marktseitig konnte die Raiffeisen-Banken-
gruppe – das sind die steirischen Raiffeisenbanken und die RLB
Steiermark zusammen – die hohen Kundenanteile sichern. Sie be-
treut rund 800.000 Privat- und Firmenkundenbeziehungen und ist
somit führend im Bundesland.
Ausgehend von einem weiterhin schwierigen Umfeld bedingt so-
wohl durch die COVID-19 Pandemie als auch durch das Zinsumfeld
erwarten wir ein herausforderndes Jahr 2021.
In unseren wesentlichen Geschäftsfeldern (Firmenkunden, Privat-
kunden, Immobilienprojekte und Institutionelle) stehen bei der Kre-
ditvergabe weiterhin die Kriterien Bonität und Sicherheit und damit
die Qualität der Forderungen im Fokus. Bedingt durch die Rahmen-
bedingungen wird ein gedämpftes Kreditwachstum im Vergleich zu
den vergangenen Jahren mit weiterhin hohem Druck auf die Mar-
gen erwartet. Die Ergebniserwartung in der Eigenveranlagung ist
wegen des Zinsumfelds ebenfalls rückläufig. Einlagenseitig sind
durch die Liquiditätssituation am Markt und das hohe Kundenver-
trauen weiterhin Zuflüsse zu erwarten. Im Provisionsgeschäft rech-
nen wir – gestützt durch die weitere Forcierung unseres Dienstleis-
tungsangebotes vor allem im Wertpapierbereich – mit einer Steige-
rung gegenüber dem Jahr 2020. Auf das geänderte Kundenverhal-
ten reagieren wir durch weitere gezielte und gebündelte Investitio-
nen in digitale Services sowohl im Privat- als auch im Firmenkun-
denbereich.
Als wesentlichstes Projekt steht die Umsetzung der geplanten Ver-
schmelzung mit der HYPO Steiermark am Programm. Die Betriebs-
aufwendungen werden dadurch in 2021 noch einen Anstieg ver-
zeichnen, bevor sich diese in den Folgejahren aufgrund von Syner-
gieeffekten infolge der Fusion nachhaltig verringern sollten.
Als die größten Ergebnistreiber 2021, aber auch als größte Unsi-
cherheitsfaktoren, werden nach wie vor das Ergebnis aus der at
equity bilanzierten RBI sowie die Wertminderungen auf finanzielle
Vermögenswerte eingestuft. Für 2021 ist ein höheres Volumen an
ausgefallenen Forderungen und damit einhergehend ein höherer
Einzelwertberichtigungsbedarf (Stage 3) zu erwarten. Im Bereich
der parameterbasierten Risikovorsorgen (Stage 1 und Stage 2) war
– insbesondere durch die COVID-19-bedingte Berücksichtigung der
geänderten zukunftsbezogenen Informationen (makroökonomische
Prognosen) und das erfolgte Post Model Adjustment – bereits im
Geschäftsjahr 2020 ein erheblicher Auftrieb zu verzeichnen, sodass
hier für 2021 keine nennenswerten Auswirkungen erwartet werden.
Risikofaktoren für diesen Ausblick bleiben weiterhin eine länger als
erwartete Dauer der COVID-19-Krise sowie eine andere als die er-
wartete Zinsentwicklung und Unsicherheiten über den weiteren ge-
samtwirtschaftlichen Verlauf.
II.2. Risikobericht
Die Angaben nach IFRS 7 zu Risiken im Zusammenhang mit
Finanzinstrumenten werden im Kapitel „Risikobericht“ des Konzern-
abschlusses dargestellt. Hinsichtlich der Risiken aus leistungsorien-
tierten Versorgungsplänen (Abfertigung und Pensionen) wird auf die
Ausführungen in den Notes-Angabe 31 – Rückstellungen verwiesen.
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
155
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG pflegt Kontakte zu re-
nommierten Wissensträgern und Innovatoren in unserem Land.
Dies zeigt sich in Kooperationen mit den Universitäten und Fach-
hochschulen. Coronabedingt sind 2020 jedoch einige Ausfälle von
Veranstaltungen zu vermelden. Das jährliche Konjunkturgespräch
der RLB mit Experten der Industriellenvereinigung (IV) über die künf-
tige wirtschaftliche Entwicklung ist längst zu einem Fixpunkt für Wirt-
schaft, Politik, Wissenschaft und Medien geworden, konnte dieses
Jahr jedoch nicht stattfinden. Auch die Vorträge und Diskussions-
beiträge der Mitarbeiter, die ihr Know-how an öffentlichen Institutio-
nen, universitären Ausbildungsstätten, Partnerbetriebe und Schulen
weitergeben, waren im Berichtsjahr eingeschränkt oder nur via Vi-
deokonferenzen möglich. Sie sind ansonsten wichtige Impulse für
den Wissenstransfer und -aufbau. Im Gegenzug kommen Studie-
rende als Praktikanten in die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
und bringen sich in konkreten Projekten ein. Darüber hinaus erge-
ben sich branchenbedingt keine weiteren Angaben zu den For-
schungs- und Entwicklungstätigkeiten.
III. BERICHT
Ü
BER
FORSCHUNG UND
ENTWICKLUNG
JAHRESFINANZBERICHT 2020
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
156
1. Rechtlicher Hintergrund
Gemäß § 267 Abs. 3b i. V. m. § 243a Abs. 2 und § 189a Z. 1 lit. a UGB
sind im Lagebericht von Gesellschaften, deren Aktien oder andere
von ihnen ausgegebene Wertpapiere zum Handel auf einem gere-
gelten Markt im Sinn des §
1 Z. 2 BörseG zugelassen sind, die
wichtigsten Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanage-
mentsystems im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungs-
prozess zu beschreiben.
2. Gegenstand des Berichts
Unter dem „Internen Kontrollsystem“ (IKS) werden alle von der Ge-
schäftsleitung entworfenen und im Unternehmen ausgeführten Pro-
zesse verstanden, durch die
die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen
Tätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens
vor Verlusten durch Schäden und Malversationen),
die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und
die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen
gesetzlichen Vorschriften
überwacht und kontrolliert werden.
Das Interne Kontrollsystem umfasst die Grundsätze, Verfahren und
Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der Rechnungslegung, zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der
Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeb-
lichen rechtlichen Vorschriften. Dazu gehört auch das interne Revisi-
onssystem, soweit es sich auf die Rechnungslegung bezieht.
Das Risikomanagementsystem umfasst alle Prozesse, die dazu die-
nen, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten sowie
Maßnahmen zu ergreifen, die verhindern, dass das Erreichen der
Unternehmensziele durch Risiken, die schlagend werden, beein-
trächtigt wird.
Das Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungsle-
gungsprozess bezieht sich als Teil des Internen Kontrollsystems wie
letzteres auf Kontroll- und Überwachungsprozesse der Rechnungs-
legung, insbesondere bei bilanziellen Positionen, die Risikoabsiche-
rungen des Unternehmens erfassen.
IV. BERICHTERSTATTUNG
ÜBER WESENTLICHE
MERKMALE DES INTERNEN
KONTROLL- UND RISIKO-
MANAGEMENTSYSTEMS
IM HINBLICK AUF DEN
RECHNUNGSLEGUNGS-
PROZESS
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
157
JAHRESFINANZBERICHT 2020
3. Wesentliche Merkmale des Internen Kontroll-
und Risikomanagementsystems im Hinblick auf
den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess
Die wesentlichen Merkmale des im RLB Steiermark Konzern beste-
henden Internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems
im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess können
wie folgt beschrieben werden:
Es gibt bei der RLB Steiermark bzw. im RLB Steiermark Konzern
eine klare Führungs- und Unternehmensstruktur.
Die Funktionen der im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungsle-
gungsprozess wesentlich beteiligten Bereiche Finanz- und Rech-
nungswesen und Controlling sind klar von den Marktbereichen
getrennt. Die Verantwortungsbereiche sind klar zugeordnet.
Die RLB Steiermark erstellt als kapitalmarktorientiertes Unterneh-
men einen Konzernabschluss nach den International Financial
Reporting Standards (IFRS).
Die Abteilung „Finanzen, Controlling und Gesamtbanksteuerung/
Rechnungswesen Bank“ ist für Grundsatzfragen der Rechnungs-
legung nach IFRS zuständig und erstellt den Konzernabschluss.
Grundlage für den Konzernabschluss bilden die Einzelab-
schlüsse der in den Konsolidierungskreis einbezogenen Tochter-
gesellschaften, die nach konzerneinheitlichen Standards erstellt
werden.
Die eingesetzten Anwendungen und Systeme sind durch ent-
sprechende Einrichtungen im IT-Bereich gegen unbefugte Zu-
griffe geschützt.
Im Bereich der eingesetzten Systeme wird, soweit möglich, Stan-
dardsoftware eingesetzt.
Ein adäquates Richtlinienwesen (z. B. Anschaffungsgenehmi-
gung, Zahlungsanweisungsbefugnis etc.) ist eingerichtet und
wird laufend aktualisiert.
Die am (Konzern-)Rechnungslegungsprozess beteiligten Abtei-
lungen und Bereiche werden in quantitativer wie qualitativer Hin-
sicht geeignet ausgestattet.
Erhaltene oder weitergegebene Buchhaltungsdaten werden lau-
fend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft, z. B. durch
Stichproben. Durch die eingesetzte Software finden program-
mierte Plausibilitätsprüfungen statt.
Bei allen (konzern-)rechnungslegungsrelevanten Prozessen wird
durchgängig das Vier-Augen-Prinzip angewendet.
(Konzern-)Rechnungslegungsrelevante Prozesse werden regel-
mäßig durch die (prozessunabhängige) Interne Revision über-
prüft.
Seitens der am (Konzern-)Rechnungslegungsprozess beteiligten
Abteilungen erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den
Vorstand, insbesondere durch Controllingberichte, Segmenter-
gebnisrechnungen etc.
Vonseiten des Vorstands erfolgt eine vierteljährliche Berichtsle-
gung an den Aufsichtsrat gemäß §
81 AktG.
4. Erläuterung der wesentlichen Merkmale des
Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems
im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf
den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess, dessen wesentliche
Merkmale zuvor unter Ziffer 3. beschrieben sind, stellt sicher, dass
unternehmerische Sachverhalte bilanziell stets richtig erfasst, aufbe-
reitet und gewürdigt sowie in die (Konzern-)Rechnungslegung über-
nommen werden. Die geeignete personelle Ausstattung, die Verwen-
dung von adäquater Software sowie klare gesetzliche und unterneh-
mensinterne Vorgaben stellen die Grundlage für einen ordnungsge-
mäßen, einheitlichen und kontinuierlichen (Konzern-) Rechnungsle-
gungsprozess dar. Die klare Abgrenzung der Verantwortungsberei-
che sowie verschiedene Kontroll- und Überprüfungsmechanismen,
wie sie zuvor unter Ziffer 3. genauer beschrieben sind (insbesondere
Plausibilitätskontrollen und das Vier-Augen-Prinzip), stellen eine kor-
rekte und verantwortungsbewusste (Konzern-)Rechnungslegung
sicher. Im Einzelnen wird so erreicht, dass Geschäftsvorfälle in
Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften, der Satzung
sowie internen Richtlinien erfasst, verarbeitet und dokumentiert so-
wie zeitnah und buchhalterisch korrekt erfasst werden. Gleichzeitig
wird sichergestellt, dass Vermögensgegenstände und Schulden im
Jahres- und Konzernabschluss zutreffend angesetzt, ausgewiesen
und bewertet sowie verlässliche und relevante Informationen voll-
ständig und zeitnah bereitgestellt werden.
Graz, am 6. April 2021
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER,
Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Kapital-
markt, Unternehmenskommunikation und IT
Vorstandsdirektor Mag. Rainer STELZER, MBA e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Retail, Vertrieb und
Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungsein-
richtungen
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung & Digitalisierung,
Personal, Transaction Services und Bau & Infrastruktur
JAHRESFINANZBERICHT 2020
158
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
KONZERNABSCHLUSS 2020
NACH INTERNATIONAL
FINANCIAL REPORTING
STANDARDS
(
IFRS
)
159
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
INHALT
GESAMTERGEBNISRECHNUNG 160
BILANZ 162
ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS 164
GELDFLUSSRECHNUNG 165
ERLÄUTERUNGEN (NOTES) ZUM KONZERNABSCHLUSS 167
BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN 171
GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG 188
BILANZ 191
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG 200
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG 212
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ 216
ERLÄUTERUNGEN ZU FINANZINSTRUMENTEN 251
RISIKOBERICHT 279
SONSTIGE ANGABEN 302
KONSOLIDIERUNGSKREIS UND ANGABEN ZU AT EQUITY BILANZIERTEN UNTERNEHMEN 321
ORGANE 325
SCHLUSSBEMERKUNG DES VORSTANDS 327
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS 328
VERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS 336
ANLAGE – ANTEILSBESITZLISTE DES RLB STEIERMARK KONZERNS 342
JAHRESFINANZBERICHT 2020
160
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Notes 2020 2019 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR in %
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge 1 188.568 184.094 4.474 2,4
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
*)
1 43.909 49.596 -5.687 -11,5
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus finanziellen
Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
1 -96.035 -102.743 6.708 -6,5
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
*)
1 -22.160 -29.719 7.559 -25,4
Zinsüberschuss 1 114.282 101.228 13.054 12,9
Dividendenerträge 2 4.722 8.445 -3.723 -44,1
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen 3 -49.867 -12.397 -37.470 >100
Provisionserträge 4 65.679 61.080 4.599 7,5
Provisionsaufwendungen 4 -24.789 -21.481 -3.308 15,4
Provisionsüberschuss 4 40.890 39.599 1.291 3,3
Ergebnis aus Hedge Accounting 5, 36 -330 2.029 -2.359 >100
Handelsergebnis 6 -1.533 -6.561 5.028 -76,6
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value
P&L (FVPL)
7 100.997 91.642 9.355 10,2
Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten Finanzinstrumenten
8 234 828 -594 -71,7
Sonstige betriebliche Erträge 9 71.162 71.600 -438 -0,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 -14.214 -10.881 -3.333 30,6
Sonstiges betriebliches Ergebnis 9 56.948 60.719 -3.771 -6,2
Betriebserträge 266.343 285.532 -19.189 -6,7
Personalaufwand 10 -98.739 -94.809 -3.930 4,1
Sachaufwand 10 -60.251 -60.062 -189 0,3
Abschreibungen 10 -16.613 -11.022 -5.591 50,7
Verwaltungsaufwendungen 10 -175.603 -165.893 -9.710 5,9
Betriebsergebnis 90.74090.740 119.639 -28.899 -24,2
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte 11 -52.992 -2.784 -50.208 >100
Konzernergebnis vor Steuern 37.748 116.855 -79.107 -67,7
Steuern vom Einkommen und Ertrag 12 -10.625 -13.209 2.584 -19,6
Konzernergebnis 27.123 103.646 -76.523 -73,8
Den Anteilseignern der RLB Steiermark zurechenbares
Konzernergebnis
27.114 104.300 -77.186 -74,0
Den nicht beherrschenden Gesellschaftern
zurechenbares Konzernergebnis
9 -654 663 >100
*) Ab dem Geschäftsjahr 2020 erfolgt der Ausweis des Zinserfolgs („Dealsaldo“) von Zinssicherungsderivaten, welche im Rahmen des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 bzw. IAS 39.81A gewidmet
sind, in jenem Posten, in welchem auch die Erfolge der Grundgeschäfte ausgewiesen werden. Zieht das gesicherte Grundgeschäft Zinserträge (-aufwendungen) nach sich, werden die
entsprechenden Beträge selbst dann als Zinserträge (-aufwendungen) ausgewiesen, wenn sie negativ (positiv) sind. Aufgrund dessen wurden die Vergleichswerte der Vorperiode angepasst und im
Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ enthaltene Zinsaufwendungen i.H.v. 51.85051.850 TEUR in die Position „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ umgegliedert. Dementsprechend hat
sich der Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ von 101.446101.446 TEUR auf 49.596 TEUR und der Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ von -81.569 TEUR auf -29.719 -29.719 TEUR
verringert.
GESAMTERGEBNIS-
RECHNUNG
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
161
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Notes 2020 2019 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR in %
Konzernergebnis 27.123 103.646 -76.523 -73,8
Sonstiges Ergebnis
Posten, die nicht in die Gewinn-und-Verlust-
Rechnung umgegliedert werden
(OCI non reclassified)
35 17.092 11.762 5.330 45,3
Gewinne und Verluste aus finanziellen
Vermögenswerten – Fair Value OCI
16, 35 1.987 9.347 -7.360 -78,7
Steuerlatenz auf finanzielle Vermögenswerte – Fair
Value OCI
16, 35 618 60 558 >100
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste
aus leistungsorientierten Plänen
31, 35 1.659 -5.853 7.512 >100
Steuerlatenz auf versicherungsmathematische
Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen
31, 35 -399 1.424 -1.823 >100
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller
Verbindlichkeiten
29, 35 18.794 -478 19.272 >100
Steuerlatenz auf bonitätsinduzierte Fair Value
Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten
29, 35 -4.698 120 -4.818 >100
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der
at equity bilanzierten Unternehmen
20, 35 -1.046 8.022 -9.068 >100
Steuerlatenz auf anteilige erfolgsneutrale
Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten
Unternehmen
20, 35 177 -880 1.057 >100
Posten, die in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung
umgegliedert werden können (OCI reclassified)
35 -81.055-81.055 25.428 -106.483 >100
Bewertungsänderungen aus finanziellen
Vermögenswerten – Fair Value OCI
16, 35 -6.670 -6.437 -233 3,6
Steuerlatenz aus Bewertungsänderungen aus
finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
16, 35 1.763 1.757 6 0,3
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der
at equity bilanzierten Unternehmen
20, 35 -76.140 30.462 -106.602 >100
Steuerlatenz auf anteilige erfolgsneutrale
Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten
Unternehmen
20, 35 -8 -354 346 -97,7
Summe Sonstiges Ergebnis 35 -63.963 37.190 -101.153 >100
Gesamtergebnis -36.840 140.836 -177.676 >100
Den Anteilseignern der RLB Steiermark zurechenbares
Gesamtergebnis
-36.852 141.171 -178.023 >100
Den nicht beherrschenden Gesellschaftern
zurechenbares Gesamtergebnis
12 -335 347 >100
Überleitung vom Konzernergebnis zum Gesamtergebnis
JAHRESFINANZBERICHT 2020
162
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
AKTIVA
Notes 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR in %
Barreserve und Sichtguthaben 13 3.635.311 1.401.320 2.233.991 >100
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) 14 10.245.834 10.054.119 191.715 1,9
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) 15 582.260 824.003 -241.743 -29,3
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) 16 937.638 960.972 -23.334 -2,4
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L
(FVPL-M)
17 433.106 450.434 -17.328 -3,8
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 18, 36 283.026 244.847 38.179 15,6
Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges 19 25.541 -1.611 27.152 >100
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen 20 885.093 1.008.213 -123.120 -12,2
Immaterielle Vermögenswerte 21 12.821 4.561 8.260 >100
Sachanlagen 22 121.543 127.097 -5.554 -4,4
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 23 10.701 10.878 -177 -1,6
Nutzungsrechte 24, 53 8.071 11.590 -3.519 -30,4
Laufende Ertragsteuerforderungen 32 13.773 13.464 309 2,3
Latente Ertragsteuerforderungen 32 16.601 28.532 -11.931 -41,8
Sonstige Aktiva 25 207.917 166.815 41.102 24,6
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
26 278.099 0 278.099 -
GESAMT AKTIVA 17.697.335 15.305.234 2.392.101 15,6
BILANZ
163
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
PASSIVA
Notes 31.12.2020 31.12.2019 Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR in %
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC) 27 14.252.896 11.682.928 2.569.968 22,0
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT) 28 205.722 368.119 -162.397 -44,1
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L
(FVO)
29 1.108.291 1.379.582 -271.291 -19,7
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 30, 36 162.548 106.487 56.061 52,6
Rückstellungen 31 106.229 92.588 13.641 14,7
Laufende Ertragsteuerschulden 32 5.133 3.906 1.227 31,4
Latente Ertragsteuerschulden 32 489 508 -19 -3,7
Sonstige Passiva 33 70.739 58.537 12.202 20,8
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen
34 207.418 0 207.418 -
Eigenkapital 35 1.577.870 1.612.579 -34.709 -2,2
Auf die Anteilseigner der RLB Steiermark entfallendes
Eigenkapital
35 1.576.755 1.611.476 -34.721 -2,2
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 35 1.115 1.103 12 1,1
GESAMT PASSIVA 17.697.335 15.305.234 2.392.101 15,6
JAHRESFINANZBERICHT 2020
164
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In TEUR
Gezeich-
netes
Kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
Kumu-
liertes
Sonstiges
Ergebnis
Auf die
Anteilseigner
der RLB
Steiermark
entfallendes
Eigenkapital
Anteile
nicht
beherr-
schender
Gesell-
schafter
Gesamt-
kapital
Eigenkapital zum 1.1.2020 142.721 401.825 1.315.1171.315.117 -248.187 1.611.4761.611.476 1.103 1.612.579
Konzernergebnis 27.114 27.114 9 27.123
OCI non reclassified
17.089 17.089 3 17.092
OCI reclassified -81.055 -81.055 0 -81.055
Gesamtergebnis 27.114 -63.966 -36.852-36.852 12 -36.840-36.840
Gewinnausschüttung
0 0 0 0
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
0 0 0 0 0
Sonstige Veränderungen 2.131 0 2.131 0 2.131
Eigenkapital zum 31.12.2020 142.721 401.825
1.344.362
-312.153 1.576.755 1.115 1.577.870
Eigenkapital zum 1.1.2019 142.721 401.825 1.217.8841.217.884 -292.075 1.470.355 59.148 1.529.5031.529.503
Konzernergebnis 104.300 104.300 -654 103.646
OCI non reclassified 11.450 11.450 312 11.762
OCI reclassified 25.421 25.421 7 25.428
Gesamtergebnis 104.300 36.871 141.171141.171 -335 140.836
Gewinnausschüttung -10.119 -10.119 0 -10.119
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
4.822 897 5.719 -57.719 -52.000
Sonstige Veränderungen -1.770 6.120 4.350 9 4.359
Eigenkapital zum 31.12.2019 142.721 401.825 1.315.117 -248.187 1.611.4761.611.476 1.1031.103 1.612.5791.612.579
ENTWICKLUNG DES
EIGENKAPITALS
165
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
In TEUR Notes 2020 2019
Konzernergebnis 27.123 103.646
Im Konzernergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung
auf den Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
Abschreibung, Wertminderung, Zuschreibung auf Vermögenswerte 16.613 11.022
Neubildungen/Auflösungen von Rückstellungen und Wertminderungen 50.004 5.760
Gewinne aus der Veräußerung von Vermögenswerten 0 -478
Verluste aus der Veräußerung von Vermögenswerten 43 629
Sonstige Anpassungen -171.301 -190.335
Veränderungen des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer
Geschäftstätigkeit nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) 14 -449.766 -566.875
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT) 15 259.074 463.901
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) 16 44.748 232.320
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M) 17 16.549 11.530
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 18, 36 16.620 5.007
Sonstige Aktiva aus operativer Geschäftstätigkeit 25 -40.347 -19.210
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC) 27 2.740.410 254.502
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT) 28 -227.936 -32.806
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) 29 -162.425 -297.807
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 30, 36 -2.570 23.384
Sonstige Passiva aus der operativen Geschäftstätigkeit 33 14.871 19.375
Gezahlte Ertragsteuern 12, 32 -1.714 -8.772
Erhaltene Zinsen 1 272.284 345.421
Erhaltene Dividenden 2, 20 3.949 28.531
Gezahlte Zinsen 1 -153.959 -238.556
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 2.252.270 150.189
Einzahlungen aus Veräußerung
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen,
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
21, 22,
23
0 23
Beteiligungen (nicht konsolidiert) 16, 17 2.333 830
Auszahlungen für Erwerb
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen,
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
21, 22,
23
-17.511 -5.904
Beteiligungen (nicht konsolidiert) inkl. Zuschüsse 16, 17 -1.568 -2.341
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -16.746-16.746 -7.392
Dividendenzahlungen 35 0 -10.119
Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen 35 0 -52.000
Tilgungsanteil aus Leasingzahlungen 33 -1.533 -1.298
Einzahlungen aus nachrangigen Verbindlichkeiten 27 0 840
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -1.533 -62.577-62.577
GELDFLUSSRECHNUNG
JAHRESFINANZBERICHT 2020
166
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Sonstige Anpassungen betreffen im Wesentlichen die Veränderung der at equity bilanzierten Unternehmen und latente Steuern. Des Weite-
ren werden in dieser Position unter anderem Zinsen, gezahlte Dividenden sowie in der Vergleichsperiode Auszahlungen für die Anteilsver-
änderung an der Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft korrigiert, da diese in anderen Positionen des Cash Flows darge-
stellt werden.
In TEUR Notes 2020 2019
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 1.401.320 1.321.100
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit 2.252.270 150.189
Cash Flow aus Investitionstätigkeit -16.746 -7.392
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -1.533 -62.577
Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode 13 3.635.3113.635.311 1.401.3201.401.320
Der ausgewiesene Zahlungsmittelbestand umfasst den Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken sowie Sichtguthaben bei Kreditinstituten.
167
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Allgemeine Angaben
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Steiermark) ist das regionale Zentralinstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark und ist
beim Landesgericht für ZRS Graz beim Firmenbuch unter der FN 264700s eingetragen. Die Firmenanschrift lautet Kaiserfeldgasse 5, 8010
Graz (Österreich). Die RLB Steiermark ist eine Universalbank, deren Tätigkeitsgebiet vor allem im Süden Österreichs liegt.
Die RLB-Stmk Holding eGen (RLB-Stmk Holding) hält 84,08 % (Vj: 84,08 %) der Aktien an der RLB Steiermark, weitere 13,13 % (Vj: 13,13 %)
werden direkt von steirischen Raiffeisenbanken gehalten. Die RLB-Stmk Holding wiederum steht im Ausmaß von 95,18 % (Vj: 95,18 %) im
Besitz der RLB-Stmk Verbund eGen (RLB-Stmk Verbund), die übrigen Anteilsrechte werden von anderen Genossenschaftern gehalten. Die
RLB-Stmk Verbund stellt die oberste Konzernmuttergesellschaft dar.
Die RLB-Stmk Verbund steht als übergeordnete Finanzholding zu 100 % im Anteilsbesitz steirischer Raiffeisenbanken. Durch diese Hol-
dingstruktur haben die steirischen Raiffeisenbanken eine indirekte – auch stimmrechtsmäßig abgesicherte – Mehrheitseigentümerstellung
an der RLB Steiermark.
Der Konzernabschluss der RLB-Stmk Verbund wird gemäß den österreichischen Veröffentlichungsregelungen beim Firmenbuch des
Landesgerichts Graz hinterlegt und im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht. Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 6. April 2021
aufgestellt sowie zur Veröffentlichung und Weitergabe an den Aufsichtsrat zur Prüfung freigegeben.
Die Zahlen im vorliegenden Abschluss sind, sofern nicht besonders darauf hingewiesen wird, gerundet in Tausend Euro dargestellt. In den
nachstehend angeführten Tabellen sind Rundungsdifferenzen daher nicht auszuschließen. Die angeführten Vergleichswerte beziehen sich –
sofern nicht anders angegeben – jeweils auf die Vorjahrswerte 2019.
Die Offenlegung gemäß Teil 8 Art. 431–455 der CRR erfolgt auf Grundlage der konsolidierten Finanzlage der RLB-Stmk Verbund in ihrer
Funktion als EWR-Mutterfinanzholding und ist auf der Homepage der RLB Steiermark einsehbar.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB Steiermark) für das Geschäftsjahr 2020 mit den Vorjahresvergleichs-
zahlen 2019 wurde gemäß EU-Verordnung (EG) Nr.1606/2002 in Verbindung mit § 245a UGB (Unternehmensgesetzbuch) und § 59a BWG
(Bankwesengesetz) erstellt. Es wurden alle vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und von der EU über-
nommenen, für den Konzernabschluss verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS) und Interpretationen
des IFRS Interpretations Committee (IFRIC) berücksichtigt. Der Konzernabschluss erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB und des
§ 59a BWG über befreiende Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen.
ERL
Ä
UTERUNGEN (NOTES)
ZUM KONZERNABSCHLUSS
JAHRESFINANZBERICHT 2020
168
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Anwendung geänderter bzw. neuer Standards sowie Interpretationen
Folgende Standards und Interpretationen sowie deren Änderungen, die für die Geschäftstätigkeit des RLB Steiermark Konzerns relevant sind,
traten mit 1. Jänner 2020 bzw. 1. Juni 2020 in Kraft:
Standard/
Interpretation Bezeichnung
Anzuwenden für
Geschäftsjahre
beginnend ab
Von der EU
bereits
übernommen
Änderungen zum
Rahmenkonzept
Überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden
und neue Leitlinien zu Bewertung und Ausbuchung, Ausweis und
A
ngaben
1.1.2020 Ja
Änderungen IAS 1
und IAS 8
Definition von wesentlich 1.1.2020 Ja
Änderungen IFRS 9,
IAS 39 und IFRS 7
Erste Phase der Reform der Referenzzinssätze 1.1.2020 Ja
Änderungen IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebes 1.1.2020 Ja
Änderungen IFRS 16
Berücksichtigung von auf die Coronavirus-Pandemie bezogene
Mietkonzessionen
1.6.2020 Ja
Änderungen zum Rahmenkonzept
Die Änderungen enthalten überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden, neue Leitlinien zu Bewertung und Ausbuchung
sowie zum Ausweis und Angaben von Informationen im Abschluss. Aus dieser Änderung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen
auf den RLB Steiermark Konzern.
Änderungen IAS 1 und IAS 8
Durch die Änderungen wird ein in den IFRS einheitlich und genau umrissener Begriff von Wesentlichkeit von Abschlussinformationen definiert
und durch begleitende Beispiele ergänzt. Aus dieser Änderung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RLB Steiermark
Konzern.
Änderungen IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 – Erste Phase der Reform der Referenzzinssätze
Im Rahmen der Interbank Offered Rates Reform (IBOR-Reform) sollen alle kritischen Referenzzinssätze (EURIBOR, LIBOR, EONIA, etc.) ent-
weder durch einen neuen Referenzzinssatz abgelöst oder hinsichtlich ihrer Ermittlungsmethodik modifiziert werden. Zunächst wird der EONIA
durch den Euro Short Term Rate (€STR) abgelöst, der als neuer risikofreier Zinssatz für Tagesgelder in der Eurozone ermittelt und veröffent-
licht wird. Aufgrund der IBOR-Reform wurden in Phase 1 die Standards IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 überarbeitet und veröffentlicht. Die Ände-
rungen betreffen insbesondere bestimmte Erleichterungen bezüglich der Hedge Accounting Vorschriften in Berichtszeiträumen vor der Ab-
lösung eines bestehenden Referenzzinssatzes durch einen alternativen Satz und sind verpflichtend für alle Sicherungsbeziehungen anzu-
wenden, die von der Reform des Referenzzinssatzes betroffen sind. Zusätzlich sind weitere Angaben darüber vorgesehen, inwieweit die
Sicherungsbeziehungen der Unternehmen von den Änderungen betroffen sind. Aus dieser Änderung ergeben sich keine wesentlichen Aus-
wirkungen auf den RLB Steiermark Konzern.
Änderungen zu IFRS 3
Die Änderungen betreffen Klarstellungen im Anhang „A Definitionen“ und zielen darauf ab, Unternehmen bei der Bestimmung, ob ein Ge-
schäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben wurde, Leitlinien vorzugeben. Die Unterscheidung zwischen einem Ge-
schäftsbetrieb und einer Gruppe von Vermögenswerten ist relevant, da nur bei dem Erwerb eines Geschäftsbetriebs ein Firmenwert anzu-
setzen ist. Aus dieser Änderung ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RLB Steiermark Konzern.
Änderungen IFRS 16
Die Änderungen betreffen Mietkonzessionen, welche aufgrund der COVID-19 Pandemie gewährt wurden und ermöglichen es dem Leasing-
nehmer unter bestimmten Voraussetzungen, die Mietkonzessionen direkt in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassen und nicht als
169
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Modifikation nach IFRS 16 zu behandeln. Mietnachlässe werden als negative variable Rate bilanziert und Stundungen reduzieren die Ver-
bindlichkeit bei Zahlung. Diese Änderungen betreffen Mietkonzessionen im Zusammenhang mit am oder vor dem 30. Juni 2021 fälligen
Mietzahlungen. Im RLB Steiermark Konzern werden keine Mietkonzessionen in Anspruch genommen, womit sich somit keine Auswirkungen
auf den Konzernabschluss ergeben.
Herausgegebene, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards sowie Interpretationen:
Standard/
Interpretation Bezeichnung
Anzuwenden für
Geschäftsjahre
beginnend ab
Von der EU
bereits
übernommen
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 1.1.2016 Nein*
Änderungen IFRS 4
A
ufschub der Anwendung von IFRS 9 1.1.2021 Ja
Änderungen IFRS 9,
IAS 39, IFRS 7,
IFRS 4 und IFRS 16
Zweite Phase der Reform der Referenzzinssätze 1.1.2021 Ja
Änderungen IFRS 16
Verlängerung der Berücksichtigung von auf die Coronavirus-
Pandemie bezogenen Mietkonzessionen
1.4.2021 Nein
Änderungen IFRS 3,
IAS 16, IAS 37,
Improvements IFRS
(2018-2020)
Diverse Änderungen zu den angeführten Standards, sowie den
jährlichen Verbesserungen (Zyklus 2018-2020)
1.1.2022 Nein
Änderungen IAS 1
Klassifizierung von kurzfristigen oder langfristigen
Verbindlichkeiten
1.1.2023 Nein
IFRS 17 Versicherungsverträge 1.1.2023 Nein
Änderungen IAS 1
und IFRS-
Leitliniendokument 2
A
ngaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 1.1.2023 Nein
Änderungen IAS 8 Definition von „Schätzungen“ 1.1.2023 Nein
*) Die EU wird diesen „Zwischenstandard“ nicht übernehmen, sondern wartet auf den finalen Standard.
Änderungen IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 sowie IFRS 16 – Zweite Phase der Reform der Referenzzinssätze
Die Änderungen der zweiten Phase ergänzen die Vorgaben der ersten Phase des Projekts und sollen die bilanzierenden Unternehmen da-
rin unterstützen, nützliche Informationen bei den zukünftigen Umstellungen im Zusammenhang mit der IBOR-Reform zur Verfügung zu stel-
len. Unter anderem soll es möglich sein, bei Änderungen der vertraglichen Cash Flows anstatt der Ausbuchung oder Anpassung des Buch-
werts des Finanzinstruments eine Anpassung des Effektivzinssatzes vorzunehmen, um die Änderung des alternativen Referenzzinssatzes
widerzuspiegeln. Des Weiteren ist es im Hinblick auf die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften unter gewissen Voraussetzungen nicht
erforderlich, eine für Zwecke des Hedge Accounting designierte Sicherungsbeziehung aufgrund von Anpassungen, die durch die IBOR-
Reform ausgelöst werden, zu beenden.
Jährliche Verbesserung an IFRS – Zyklus 2018-2020 sowie sonstige Änderungen
Die Änderungen betreffen die folgenden Standards:
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse – Die Änderungen betreffen einen Verweis in IFRS 3 auf das neue Rahmenkonzept. Die Re-
geln für die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen werden inhaltlich nicht geändert.
IAS 16 Sachanlagen – Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, aber auch Kosten aus dem Verkauf von Gegenständen, die ver-
kauft wurden, während der Vermögenswert für den beabsichtigten Gebrauch vorbereitet wurde, im Gewinn oder Verlust zu berücksichti-
gen und nicht Teil der Anschaffungskosten sind.
IAS 37 – Die Änderungen umfassen eine Definition, welche Kosten bei der Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend ist, einzubeziehen
sind.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
170
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Jährliche Verbesserungen Zyklus 2018-2020 – Die jährlichen Verbesserungen führen zu geringfügigen Änderungen an IFRS 1 Erstmalige
Anwendung der International Financial Reporting Standards, IFRS 9 Finanzinstrumente, IAS 41 Landwirtschaft und den erläuternden
Beispielen zu IFRS 16 Leasingverhältnisse.
Änderungen zu IAS 1 und IFRS-Leitliniendokument 2
Die Änderungen sollen eine Klärung der Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig darstellen und sollen den Ersteller eines
Jahresabschlusses bei der Entscheidung unterstützen, welche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden er im Abschluss angibt.
Änderungen zu IAS 8
Die Änderungen konkretisieren die Abgrenzung von Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Schätzungsänderungen.
Aus der Anwendung der noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards werden keine relevanten Auswirkungen auf künftige Abschlüsse
erwartet.
Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG
In seiner Sitzung vom 23. April 2020 hat der Aufsichtsrat der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG den Grundsatzbeschluss gefasst, dass
die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG im Laufe des Jahres 2021 mit der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG verschmolzen werden
und die Betreuung aller Bankkundinnen und -kunden im Konzern unter dem Dach der Marke Raiffeisen erfolgen soll.
Auf dieser Grundlage wurden die organisatorischen und technischen Vorbereitungen zur Fusion sowie umfassende Gespräche mit den
jeweiligen regionalen Raiffeisenbanken bezüglich der weiteren Bearbeitung des HYPO Steiermark-Kundengeschäfts der Filialen außerhalb
von Graz gestartet.
Am 3. August 2020 wurde durch die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG die Abgabe der
Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg, Schladming und Bruck an der Mur an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken be-
schlossen. Die aufsichtsrechtlichen Bewilligungen zur Abgabe der Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming
durch die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) wurden am 14. und 15. September 2020 erteilt. Hinsichtlich des Standortes Bruck an
der Mur wurde von einer Abgabe Abstand genommen. Die Übertragung der übrigen Filialen ist mit Wirksamkeit 1. Jänner 2021 erfolgreich
durchgeführt worden. Die HYPO-Filialen bzw. Büros in Leibnitz, Deutschlandsberg und Bruck an der Mur werden künftig zu Standorten der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark.
Aufgrund der Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen des IFRS 5 „Veräußerungen und Aufgaben“, werden die abgehenden Vermögenswerte
als auch die zugehörigen Schulden in der Konzernbilanz gesondert ausgewiesen. In der Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögens-
werte und Veräußerungsgruppen“ werden die an die örtlichen Raiffeisenbanken mit Stichtag 1. Jänner 2021 verkauften Kredite und Forderun-
gen gegenüber Kunden dargestellt. In der Position „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräuße-
rungsgruppen“ werden die mitübertragenen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Giro- und Spareinlagen, Termineinlagen) sowie Personal-
rückstellungen im Zusammenhang mit den von den örtlichen Raiffeisenbanken übernommenen Mitarbeitern angeführt.
Nähere Detailaufgliederungen finden sich in den Notesangaben 26 und 34.
171
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Konzerneinheitliche Bilanzierung
Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis konzerneinheitlicher Standards und die nach IFRS-Bestimmungen erstellten
Einzelabschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen. Die vollkonsolidierten Gesellschaften sowie das einzige at equity bilanzierte Unter-
nehmen erstellen Jahresabschlüsse per 31. Dezember – mit Ausnahme von zwei Tochtergesellschaften, die mit Stichtag 30. September
einbezogen werden. Für die Auswirkungen bedeutender Geschäftsvorfälle und anderer Ereignisse, die zwischen diesen abweichenden Stich-
tagen und dem 31. Dezember eingetreten sind, werden entsprechende Berichtigungen vorgenommen. Der DASAA 8010 Miteigentumsspezi-
alfonds sowie die Subfonds GLAN 8041 und EURAN 8051 haben ein abweichendes Wirtschaftsjahr mit Stichtag 31. Oktober, werden aber auf
Basis von Zwischenabschlüssen per 31. Dezember in den Konzernabschluss einbezogen.
Unternehmenserwerbe
Im Zuge der Kapitalkonsolidierung werden sämtliche identifizierbare Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des
Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 neu bewertet. Die Gegenleistung wird mit dem
Nettovermögen verrechnet. Daraus resultierende aktive Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert und unterliegen einem jährli-
chen Impairment-Test. Eine Überprüfung findet ebenfalls statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte.
Derzeit bestehen keine aktivierten Firmenwerte im RLB Steiermark Konzern. Entstehen im Rahmen der Erstkonsolidierung passive Unter-
schiedsbeträge, werden diese nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten
werden als Aufwand erfasst. Transaktionen mit nicht beherrschenden Gesellschaftern, die zu keiner Veränderung des Kontrolltatbestands
führen, werden ausschließlich direkt im Eigenkapital abgebildet.
Konsolidierungsmethoden
Die im Rahmen der Vollkonsolidierung durchgeführten Konsolidierungsschritte umfassen die Kapitalkonsolidierung, die Schuldenkonsoli-
dierung, die Aufwands- und Ertragskonsolidierung sowie die Zwischengewinneliminierung.
Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Unternehmen des Vollkonsolidierungskreises
miteinander aufgerechnet. Konzernintern entstandene Aufwendungen und Erträge werden im Zuge der Aufwands- und Ertragskonsolidierung
saldiert. Zwischengewinne werden dann eliminiert, wenn sie für die Gewinn-und-Verlust-Rechnung nicht von untergeordneter Bedeutung sind.
Tochterunternehmen
Im Vollkonsolidierungskreis des RLB Steiermark Konzerns sind Tochterunternehmen enthalten, wenn Beherrschung nach IFRS 10.6 vor-
liegt. Dementsprechend beherrscht ein Mutterunternehmen ein Beteiligungsunternehmen dann, wenn die RLB Steiermark aufgrund ihres
Engagements bei dem Unternehmen variablen wirtschaftlichen Erfolgen ausgesetzt ist oder Rechte daran hat und die Möglichkeit besitzt,
diese wirtschaftlichen Erfolge durch ihre Bestimmungsmacht über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Bestimmungs-
macht ergibt sich aufgrund von bestehenden Rechten, die Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens, die den wirtschaftlichen Erfolg
signifikant beeinflussen, zu bestimmen.
Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile
an assoziierten Unternehmen, die nicht nach der at equity-Methode zu erfassen waren, werden als Finanzinstrumente behandelt und zum
beizulegenden Zeitwert bewertet.
BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN
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STEIERMARK 2020
Anteile an assoziierten Unternehmen
Unternehmen, auf die die RLB Steiermark einen maßgeblichen Einfluss ausübt, werden nach der at equity-Methode bilanziert und in der Bi-
lanzposition „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Dies betrifft zum Berichtsstichtag ausschließlich die Beteiligung
an der Raiffeisen Bank International AG, Wien (RBI). In der Regel besteht ein maßgeblicher Einfluss bei einem Anteilsbesitz zwischen 20 %
und 50 %. Bei einer Beteiligungsquote von weniger als 20 % wird gemäß IAS 28.5 vermutet, dass der Anteilseigner keinen maßgeblichen
Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik des Unternehmens ausüben kann, es sei denn, dass der maßgebliche Einfluss eindeutig nach-
gewiesen werden kann. Die RLB Steiermark ist zum Berichtsstichtag mit 9,95 % an der RBI beteiligt, besitzt aber maßgeblichen Einfluss, da
sie per 31. Dezember 2020 mit Generaldirektor MMag. Schaller den ersten Vizepräsidenten im Aufsichtsrat der RBI stellt und damit über
Einfluss auf wesentliche Entscheidungsprozesse der Geschäfts- und Finanzpolitik der RBI verfügt.
Bei Anwendung der at equity-Methode ist anhand der Bestimmungen des IAS 28.41A bis 28.41C zu beurteilen, ob objektive Hinweise auf
eine mögliche Wertminderung hindeuten. Liegen solche Hinweise vor, wird der Buchwert einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) nach
IAS 28 i. V. m. IAS 36 unterzogen. Dabei wird der gesamte Buchwert des Anteils gemäß IAS 36 als ein einziger Vermögenswert auf Wert-
minderung geprüft, indem sein erzielbarer Betrag (der höhere der beiden Beträge aus Nutzungswert und beizulegenden Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten) mit dem Buchwert verglichen wird. Bei Vorliegen von Anzeichen, dass die Wertminderung weggefallen ist, sind die
Anteile auf eine mögliche Wertaufholung zu überprüfen. Da die nach der at equity-Methode bewerteten Anteile als gesonderte Vermögens-
werte bilanziert werden, ist eine Wertaufholung möglich, sofern die Kriterien des IAS 36 erfüllt sind. Der über die Gewinn-und-Verlust-Rech-
nung zu buchende Wertaufholungsbetrag ist mit dem nach der at equity-Methode fortgeschriebenen Buchwert der Anteile begrenzt, der
sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Dieser Betrag stellt die maximale Wertobergrenze dar.
Der Ausweis von Wertminderungen/Wertaufholungen erfolgt wie der Ausweis der anteiligen Jahresergebnisse in der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“.
Bei der at equity Bilanzierung werden die gleichen Regeln bei Erwerb von Anteilen an einem assoziierten Unternehmen (Erstkonsolidie-
rungszeitpunkt, Berechnung eines Unterschiedsbetrags) wie bei Erwerb einer Tochtergesellschaft angewendet.
Entwicklung Konsolidierungskreis
Die Anzahl der vollkonsolidierten sowie der at equity bilanzierten Unternehmen stellt sich wie folgt dar:
Vollkonsolidierung* Equity-Bilanzierung
2020 2019 2020 2019
Stand 1.1. 28 28 1 1
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 0 0 0 0
Veränderung durch Verschmelzungen im Berichtsjahr 0 0 0 0
Im Berichtsjahr entkonsolidiert 0 0 0 0
Stand 31.12. 28 28 1 1
* inkl. Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (Mutterunternehmen) sowie den konsolidierten, strukturierten Unternehmen (Spezialfonds) DASAA, GLAN und EURAN.
Eine detaillierte Aufstellung über die vollkonsolidierten Unternehmen und der nach der at equity-Methode bilanzierten Unternehmen ist der
Beteiligungsübersicht in der Anlage zu entnehmen.
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach den Vorschriften des IAS 21. Monetäre Vermögenswerte und Schulden, die nicht auf Euro lauten,
werden zu den EZB-Referenzkursen zum Bilanzstichtag umgerechnet. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu historischen
Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet sind, werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der Anschaffung in Euro umgerechnet.
Nicht monetäre Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit dem aktuellen Wechselkurs am Bilanzstich-
tag in Euro umgerechnet. Die Bewertung von Devisentermingeschäften erfolgt mit den aktuellen, für die Restlaufzeit gültigen Terminkursen.
Aufwendungen und Erträge werden zum jeweiligen Zeitpunkt ihres Entstehens mit den aktuellen Tageskursen sofort in die Bilanzwährung
umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen von monetären Posten werden grundsätzlich im Aufwand oder Ertrag jener Periode er-
fasst, in der sie entstanden sind.
Wird ein Gewinn oder Verlust aus einem nicht monetären Posten direkt im Sonstigen Ergebnis erfasst, werden die Wechselkursdifferenzen
(Gewinn oder Verlust) zum Bilanzstichtag ebenfalls im Sonstigen Ergebnis dargestellt. Umgekehrt werden Währungsumrechnungsdifferen-
zen im Aufwand oder Ertrag ausgewiesen, wenn Gewinne und Verluste von nicht monetären Posten in der in der Gewinn-und-Verlust-Rech-
nung erfasst werden.
Klassifizierung von Finanzinstrumenten
Ein Finanzinstrument ist gemäß IAS 32.11 ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermö-
genswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.
Gemäß IFRS 9 sind alle finanziellen Vermögenswerte und Verpflichtungen einschließlich derivativer Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfas-
sen, und zwar ab jenem Zeitpunkt, ab dem der Konzern Vertragspartei der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird und infol-
gedessen das Recht auf Empfang oder die rechtliche Verpflichtung zur Zahlung von flüssigen Mitteln hat. Die Bilanzierung von Finanzinstru-
menten erfolgt grundsätzlich zum Handelstag.
Klassifizierung von Fremdkapitalinstrumenten
Die Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten (Schuldinstrumenten) nach IFRS 9 richtet sich nach den Eigenschaften der vertragli-
chen Zahlungsströme sowie den Grundsätzen des Geschäftsmodells, nach welchem die finanziellen Vermögenswerte gesteuert werden.
Fremdkapitalinstrumente sind nach IFRS 9 einem von drei Geschäftsmodellen zuzuordnen:
Geschäftsmodell „Halten“
Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“
Geschäftsmodell „Sonstiges“
Für Fremdkapitalinstrumente, welche dem Geschäftsmodell „Halten“ bzw. „Halten und Verkaufen“ zugeordnet sind, sind nach IFRS 9 die
SPPI-Kriterien (solely payments of principal and interest) zu überprüfen. Bei der Beurteilung ist „principal“ (Kapital) als der Fair Value des
finanziellen Vermögenswertes bei Erstkategorisierung und „interest“ (Zins) als das Entgelt für den Zeitwert des Geldes, das das Ausfallrisiko
sowie andere Risiken (z. B. Liquiditätsrisiko) und Kosten (z. B. Verwaltungskosten), die mit dem Halten des Vermögenswertes verbunden
sind, beinhaltet, zu verstehen. Eingebettete Derivate, bei denen das Grundgeschäft ein unter den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallender
Vermögenswert ist, sind nicht mehr zu trennen. Stattdessen wird das gesamte hybride Finanzinstrument der Klassifizierung unterzogen.
Die Vermögenswerte werden je nach Geschäftsmodell, Ausprägung (SPPI-Kriterium) sowie der Ausübung einer möglichen Widmungsent-
scheidung (Fair Value Option zur Vermeidung bzw. Verringerung eines „accounting mismatch“) entweder als „erfolgswirksam zum beizule-
genden Zeitwert bewertet“, als „zum Fair Value über das OCI bewertet“ oder als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert.
Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn sämtliche der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Das Finanzinstrument ist einem Geschäftsmodell
zugeordnet, dessen Zielsetzung das Halten des Finanzinstruments zur Vereinnah-
mung vertraglicher Cash Flows ist,
die vertraglichen Cash Flows des Finanzinstruments stellen ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapi-
talbetrag (= SPPI-Kriterium) dar und
die Fair Value Option wurde nicht ausgeübt.
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Ein Fremdkapitalinstrument ist der Bewertungskategorie „Fair Value über das OCI“ (FVOCI) zuzuordnen, wenn
das Finanzinstrument einem Geschäftsmodell zugeordnet ist, dessen Zielsetzung sowohl durch das Halten der Finanzinstrumente
zur Vereinnahmung vertraglicher Zahlungsströme als auch durch die Veräußerung von Finanzinstrumenten zur Realisierung von Ge-
winnen erreicht wird und
die vertraglichen Zahlungsströme des Finanzinstruments ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapital-
betrag darstellen (=SPPI-Kriterium) und
die Fair Value Option nicht ausgeübt wurde.
Andernfalls wird das Finanzinstrument der Bewertungskategorie „Fair Value über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung“ (FVPL-M) zugeordnet.
Überprüfung der Geschäftsmodelle
Im RLB Steiermark Konzern erfolgt die Steuerung der Geschäftsmodelle auf Ebene der in der Segmentberichterstattung definierten Seg-
mente, da auf dieser Ebene Informationen an die Geschäftsleitung zur Verfügung gestellt werden. Weitere Untergliederungen in Subport-
folien werden bei Bedarf vorgenommen.
Zur Bestimmung des jeweiligen Geschäftsmodells werden die folgenden Faktoren berücksichtigt:
Art und Weise wie die Performance des Geschäftsmodells und der darin gehaltenen Finanzinstrumente gemessen und an die Ge-
schäftsleitung berichtet wird.
Risiken, die die Performance des Geschäftsmodells beeinflussen und wie diese gesteuert werden.
Ausgestaltung der Investitions- bzw. Anlagerichtlinien für das Portfolio.
Geschäftsmodell „Halten“ (hold to collect)
Das Ziel des Geschäftsmodells „Halten“ besteht darin, finanzielle Vermögenswerte bis zum Ende der Laufzeit zu halten, um vertragliche
Cash Flows zu vereinnahmen. Obwohl die Zielsetzung auf das Halten von Finanzinstrumenten zur Vereinnahmung der vertraglichen Cash-
flows gerichtet ist, müssen nicht alle darin zugeordnete Finanzinstrumente bis zur Endfälligkeit gehalten werden.
Einzelne Verkäufe aus einem solchen Geschäftsmodell können stattfinden und stehen für den RLB Steiermark Konzern im Einklang mit dem
Geschäftsmodell, wenn sie aus den folgenden Gründen erfolgen:
Die Verkäufe resultieren aus einer Erhöhung des Kreditrisikos des Vermögenswertes.
Die Verkäufe erfolgen zur Steuerung der Risikokonzentration und die Anzahl solcher Verkäufe ist gering (auch wenn ihr Wert erheblich
ist) oder ihr Wert ist sowohl einzeln als auch kumuliert unerheblich (auch wenn häufige Verkäufe stattfinden).
Die Verkäufe erfolgen kurz vor Fälligkeit des finanziellen Vermögenswertes und der Verkaufserlös entspricht im Wesentlichen den
noch fälligen Zahlungen.
Für die Beurteilung von unschädlichen Verkäufen („Nichtaufgriffsgrenze“) wurde im RLB Steiermark Konzern ein Schwellenwert von bis zu
3 % als unschädlich definiert. Betrachtungsgrößen sind Volumen, Anzahl und Ergebnisauswirkung. In diesem Schwellenwert werden nur
schädliche Verkäufe berücksichtigt.
Eine Erhöhung der Häufigkeit oder des Werts von Verkäufen in einer Periode widerspricht gemäß IFRS 9.B4.1.3B nicht unbedingt einer Ziel-
setzung des Haltens finanzieller Vermögenswerte, wenn ein Unternehmen die Gründe für diese Verkäufe erklären und nachweisen kann,
warum diese Verkäufe keine Änderung im Geschäftsmodell des Unternehmens widerspiegeln.
Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ (hold and sell)
Das Ziel des Geschäftsmodells besteht darin, sowohl Finanzinstrumente zu halten, um vertragliche Cash Flows zu vereinnahmen, als
auch Finanzinstrumente zu verkaufen. Verkäufe kommen hier mehr als selten vor und sind – im Gegensatz zum Geschäftsmodell „Hal-
ten“ – integraler Bestandteil des Geschäftsmodells.
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Geschäftsmodell „Sonstiges“
Finanzielle Vermögenswerte, die
mit dem Ziel verwaltet werden, Cash Flows durch den Verkauf der Vermögenswerte zu realisieren,
auf Fair Value Basis gesteuert werden und deren Performance auf Fair Value Basis gemessen wird, oder
die zu Handelszwecken gehalten werden,
werden diesem Geschäftsmodell zugeordnet und erfolgswirksam zum Fair Value bewertet.
Überprüfung der SPPI-Kriterien
Die Klassifizierung eines Finanzinstrumentes in die Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ bzw. in die Kategorie „zum
Fair Value über das OCI bewertet“ setzt voraus, dass die vertraglichen Cash Flows des Finanzinstruments ausschließlich Tilgungs- und
Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen (= SPPI-Kriterium) und das Finanzinstrument entweder dem Geschäftsmo-
dell „Halten“ oder „Halten und Verkaufen“ zugeordnet ist.
Eine entsprechende Beurteilung erfolgt zum Zeitpunkt des erstmaligen Ansatzes der finanziellen Vermögenswerte für jedes Instrument.
Werden die Konditionen substanziell verändert und unterscheidet sich das Finanzinstrument wesentlich von seinen ursprünglichen Ausprä-
gungen, dann ist es auszubuchen („derecognition“) und neu einzubuchen sowie anhand der neuen Vertragsbestimmungen zu beurteilen,
ob die SPPI-Kriterien erfüllt sind.
Bei der Überprüfung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen sind, berücksichtigt der RLB Steier-
mark Konzern die vertraglichen Ausstattungsmerkmale des finanziellen Vermögenswertes. Da sich vertragliche Zinszahlungen im Zeitablauf
ändern können, sind in der Beurteilung diese möglichen zukünftigen Auswirkungen zu berücksichtigen und zu überprüfen, ob die vertragli-
chen Cash Flows, die während der gesamten Vertragslaufzeit anfallen können, das SPPI-Kriterium erfüllen.
In diese Beurteilung werden Vertragsbedingungen wie ein variabler Zinssatz, Vorfälligkeitsregelungen, die mögliche vorzeitige Rückzahlung
des Schuldinstruments sowie Verlängerungsoptionen einbezogen.
Benchmarktest
Stimmt die Laufzeit des Zinssatzes nicht mit der Zinsperiode überein, liegt eine Modifikation der Zinskomponente „Zeitwert des Geldes“ vor.
In einem solchen Fall ist vorgesehen, dass ein Benchmarktest durchgeführt wird. Benchmarktest bedeutet, dass die vertraglichen Zinszah-
lungen des ausgegebenen Instruments mit jenen des Benchmarkinstruments verglichen werden.
Eine Modifikation des Zeitwerts des Geldes liegt vor, wenn der Zinssatz eines finanziellen Vermögenswertes periodisch neu festgesetzt wird,
die Frequenz des Neufestsetzens aber nicht zur Laufzeit des Zinssatzes passt oder periodisch neu auf einen Durchschnitt bestimmter kurz-
und langfristiger Zinssätze festgesetzt wird.
Die Beurteilung auf Basis eines Benchmarktests stellt kein Rechnungslegungswahlrecht dar. Für die folgenden vertraglichen Ausstattungs-
merkmale, die den Zeitwert des Geldes unter Umständen modifizieren können, wird ein Benchmarktest durchgeführt:
Laufzeitinkongruenz bei der Verzinsung
Zinsgleitklauseln
Prior Fixing
Durchschnittszinssätze
Basket Rates
Leverage Klausel
Fair Value Option auf finanzielle Vermögenswerte
Bei der erstmaligen Erfassung eines Fremdkapitalinstruments, das sich für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum
Fair Value über das OCI qualifizieren würde, kann eine Designation in die Kategorie „at fair value through profit or loss“ vorgenommen wer-
den, wenn dadurch Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz (sog. "accounting mismatch") beseitigt oder erheblich verringert
werden. Dieses Wahlrecht kann nur bei erstmaliger Erfassung eines Fremdkapitalinstruments ausgeübt werden und ist unwiderruflich. Der-
zeit gibt es keinen Anwendungsfall im RLB Steiermark Konzern.
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Klassifizierung von Eigenkapitalinstrumenten
Eigenkapitalinstrumente sind zwingend zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. IFRS 9 sieht für Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu
Handelszwecken gehalten werden, ein Wahlrecht vor, diese beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich in die Kategorie FVOCI (Fair Value über
das OCI) zu designieren und damit sämtliche Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral über das OCI zu erfassen („OCI-
Wahlrecht“). Das Wahlrecht kann für jedes Eigenkapitalinstrument unterschiedlich ausgeübt werden. Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste
Bewertungsergebnisse von Eigenkapitalinstrumenten dürfen später nicht mehr in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden (auch
nicht bei Ausbuchung der Finanzinvestition).
Klassifizierung finanzieller Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten sind im Rahmen der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Davon ausgenommen
sind u.a. finanzielle Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden (einschließlich Derivate) sowie finanzielle Verbindlichkeiten,
die bei erstmaliger Erfassung im Rahmen der Fair Value Option (FVO) designiert werden. Diese werden im Rahmen der Folgebewertung
zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Für finanzielle Verbindlichkeiten, welche zum beizulegenden Zeitwert designiert wurden, ist der Ausweis der Fair Value Änderungen, welche
durch Änderungen des eigenen Kreditrisikos entstehen, im Sonstigen Ergebnis (OCI) vorzunehmen, sofern dies nicht zu einer Bilanzie-
rungsinkongruenz in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung führt. Die verbleibende Wertänderung des beizulegenden Zeitwerts wird im Gewinn
oder Verlust dargestellt. Wertänderungen aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Handelsbeständen werden zur Gänze in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung ausgewiesen.
Fair Value Option auf finanzielle Verbindlichkeiten
Eine finanzielle Verbindlichkeit kann gemäß IFRS 9 beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich in die Kategorie „at fair value through profit or
loss“ designiert werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
Inkongruenzen bei der Bewertung oder beim Ansatz („accounting mismatch“) werden beseitigt oder erheblich verringert. Ein „ac-
counting mismatch“ kann entstehen, wenn die Bewertung von Vermögenswerten/Verbindlichkeiten oder die Erfassung von Bewer-
tungsergebnissen auf unterschiedlicher Grundlage erfolgt.
Eine Gruppe von finanziellen Verbindlichkeiten oder finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wird gemäß einer dokumen-
tierten Risikomanagement- oder Anlagestrategie gesteuert, ihre Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwerts beurteilt und
intern an das Management in Schlüsselpositionen berichtet.
Es handelt sich um einen Vertrag, der ein oder mehrere eingebettete Derivate enthält, wobei der Basisvertrag kein finanzieller Vermö-
gensgegenstand im Anwendungsbereich von IFRS 9 ist. Trifft das zu, kann der gesamte hybride Vertrag zum beizulegenden Zeitwert
über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bewertet werden. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen das eingebettete Derivat die
vertraglichen Cash Flows nur unwesentlich verändert oder mit nur geringem Analyseaufwand ersichtlich ist, dass eine Trennung des
eingebetteten Derivats unzulässig ist.
Eingebettete Derivate
IFRS 9 regelt die Bilanzierung von Derivaten, die in originäre Finanzinstrumente eingebettet sind (Embedded Derivatives). Enthält ein hybrider
Vertrag einen Basisvertrag, bei dem es sich nicht um einen Vermögenswert innerhalb des Anwendungsbereichs des IFRS 9 handelt, ist das
eingebettete Derivat vom Basisvertrag zu trennen und nach Maßgabe des IFRS 9 zu bilanzieren. Bei allen anderen Finanzinstrumenten, wel-
che unter den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen, scheidet eine Aufteilung eines strukturierten Produktes aus. Dem derivativen Element
wird im Rahmen der Klassifizierung Rechnung getragen. Sind die SPPI-Kriterien erfüllt, wird das Gesamtinstrument entsprechend dem Ge-
schäftsmodell bilanziert.
Finanzgarantien und unwiderrufliche Kreditzusagen
Eine Finanzgarantie ist ein Vertrag, bei dem der Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen verpflichtet ist, die den Garantienehmer
für einen Verlust entschädigen, der ihm entsteht, weil ein bestimmter Schuldner seinen ursprünglichen oder geänderten Verpflichtungen aus
einem Schuldinstrument nicht fristgemäß nachkommt. Die Verpflichtung aus einer Finanzgarantie wird erfasst, sobald der Garantiegeber
Vertragspartei wird, d. h. im Zeitpunkt der Annahme des Garantieangebots. Die Erstbewertung erfolgt zum Fair Value im Erfassungszeit-
punkt, wobei dieser in der Regel der bei Vertragsabschluss erhaltenen Zahlung entspricht. Gibt es keine derartige Zahlung, beträgt der Fair
Value bei Vertragsabschluss Null. Im Rahmen der Folgebewertung erfolgt die Prüfung hinsichtlich der Bildung einer Wertminderung.
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Als unwiderrufliche Kreditzusagen sind solche Verpflichtungen auszuweisen, aus welchen ein Kreditrisiko entstehen kann. Sowohl Finanz-
garantien als auch unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen den Impairment-Regelungen des IFRS 9 und etwaige Wertminderungen sind
unter den Rückstellungen auszuweisen.
Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting)
Im RLB Steiermark Konzern wird die Änderung des beizulegenden Zeitwertes eines bilanzierten Grundgeschäftes, welche auf ein bestimm-
tes Risiko zurückgeführt werden kann (z. B. Zins- oder Währungsrisiko), grundsätzlich durch ein gegenläufiges Sicherungsgeschäft abgesi-
chert. Durch die bilanzielle Abbildung als Mikro Fair Value Hedge können einseitige Auswirkungen in Zusammenhang mit wirtschaftlich
abgesicherten Risiken auf das Ergebnis vermieden werden. Seit 1. Jänner 2018 wendet der RLB Steiermark Konzern die neuen Hedge
Accounting-Regelungen des IFRS 9 auf diese Sachverhalte an.
Weiters werden im RLB Steiermark Konzern die Regelungen des Portfolio Fair Value Hedge Accounting gemäß den EU-Carve-out Regelun-
gen zu IAS 39 angewendet. Dadurch ist es möglich, das Vorgehen des internen Risikomanagements bei der Bankbuchsteuerung auf Port-
foliobasis im Konzernabschluss entsprechend abzubilden.
Detaillierte Angaben zum Hedge Accounting finden sich in Note 36 des Abschlusses.
Wertminderungen
Die Regelungen zur Wertminderung basieren unter IFRS 9 auf einem Expected Credit Loss-Modell (ECL-Modell). Grundprinzip des ECL-Mo-
dells ist die Darstellung des Verlaufs einer Verschlechterung oder Verbesserung der Kreditqualität eines Finanzinstruments. Dabei ist grund-
sätzlich bereits beim erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten eine Risikovorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehen-
den Erwartungen potenzieller Kreditausfälle vorgesehen.
Diese Regelungen gelten für finanzielle Vermögenswerte der Kategorien „zum Fair Value über das OCI bewertet“ (FVOCI) und „zu fortgeführ-
ten Anschaffungskosten bewertet“ (AC), für Forderungen aus Leasingverhältnissen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, aktive
Vertragsposten gemäß IFRS 15 sowie für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen und Garantien sowie Kreditrisiken).
Unter dem Impairment-Modell des IFRS 9 sind bei finanziellen Vermögenswerten, die am Stichtag ein geringes Kreditrisiko aufweisen bzw.
sich das Kreditrisiko seit Zugang nicht signifikant erhöht hat, Wertminderungen für Kreditausfälle, die innerhalb der nächsten zwölf Monate
entstehen können (Stage 1), vorgesehen. Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Kreditrisiko seit Entstehung oder Kauf signifi-
kant erhöht hat, der Vermögenswert jedoch noch keine beeinträchtigte Bonität aufweist (Stage 2) sowie für finanzielle Vermögenswerte mit
beeinträchtigter Bonität (Stage 3) erfordert IFRS 9 die Bildung von Vorsorgen für Kreditausfälle, die über die restliche Laufzeit eines Vermö-
genswerts auftreten können. Dies wird als „Lifetime Expected Loss“ bezeichnet.
Die Stagezuordnung ist zu jedem Bilanzstichtag zu überprüfen. Befindet sich ein finanzieller Vermögenswert zum Bilanzstichtag in Stage 2
oder 3 und liegen die Gründe für den ursprünglichen Stagetransfer zum aktuellen Stichtag nicht mehr vor, erfolgt ein Rücktransfer in Stage 1
oder 2. Finanzielle Vermögenswerte, die bereits bei Erstansatz eine beeinträchtigte Bonität aufweisen, unterliegen einer speziellen Wertminde-
rungs-Logik und sind vom Stagetransfer ausgenommen.
Erwartete Kreditverluste
Die Höhe der erwarteten Kreditverluste von Instrumenten der Stages 1 und 2 basiert auf Risikoparametern („Probability of Default“ (PD),
„Loss Given Default“ (LGD) und „Exposure at Default“ (EAD)), die mittels statistischer Verfahren aus historischen Ausfallswahrscheinlichkeiten
und Verlustquoten unter Berücksichtigung von makroökonomischen Prognosewerten für die Zukunft (PiT-Parameter) ermittelt werden. Der
Stagetransfer wird sowohl aus qualitativen als auch quantitativen Faktoren abgeleitet.
Die Berechnung der erwarteten Kreditausfälle erfordert die Anwendung rechnungslegungsrelevanter Schätzungen und Ermessensentschei-
dungen des Managements, darunter:
Festlegung der Kriterien für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos,
Auswahl geeigneter Modelle und Annahmen für die Berechnung erwarteter Kreditverluste,
Bestimmung der Anzahl und relativen Gewichtung zukunftsbezogener Szenarien und die damit verbundenen erwarteten Kreditver-
luste und Bestimmung von Portfolien ähnlicher finanzieller Vermögenswerte zum Zweck der Berechnung erwarteter Kreditverluste.
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Signifikante Erhöhung des Kreditrisikos
Das Kreditrisiko ergibt sich aus möglichen finanziellen Verlusten, die durch den Ausfall von Kunden oder Kontrahenten bzw. durch Bonitäts-
verschlechterung der Geschäftspartner sowie durch nicht werthaltige Sicherheiten (Restrisiko aus kreditrisikomindernden Techniken) entste-
hen. Kreditrisiken ergeben sich im RLB Steiermark Konzern hauptsächlich aus Kommerzkunden- und Privatkundenkrediten sowie im Rahmen
solcher Kreditgeschäfte bestehenden Kreditzusagen und Finanzgarantien (z. B. Bürgschaften, Akkreditive) und Interbankenforderungen.
Im RLB Steiermark Konzern wird die Erhöhung des Kreditrisikos als signifikant gesehen, wenn eines oder mehrere der folgenden quantitati-
ven oder qualitativen Kriterien erfüllt ist bzw. sind:
Quantitative Kriterien
Die quantitativen Kriterien sind die vorwiegenden Kenngrößen zur Beurteilung, ob eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos erfolgte.
Diese basieren auf einer Analyse der zukunftsorientierten PD-Kurve. Für die quantitative Einstufung wird die PD-Kurve über die Gesamtlauf-
zeit zum Zeitpunkt des Geschäftsbeginns ab dem Bewertungszeitpunkt mit der zukunftsorientierten PD-Kurve über die Restlaufzeit zum
Bewertungszeitpunkt verglichen. Das Ausmaß der Verbesserung oder Verschlechterung hängt vom anfänglichen Rating und damit von der
anfänglichen PD-Kurve ab. Um die zwei Kurven vergleichbar zu machen, werden die PD-Kurven quartalsweise dargestellt. Im Allgemeinen
wird bei einem relativen Anstieg der kumulierten PD um mehr als 100 % und einem absoluten Anstieg pro Jahr (bezogen auf die Restlauf-
zeit) von mehr als 0,5 Prozentpunkten von einem signifikanten Anstieg des Kreditrisikos ausgegangen. Die Grenzen für den signifikanten
Anstieg werden tourlich validiert.
Qualitative Kriterien
Zusätzlich zu den quantitativen Kriterien werden zur Beurteilung, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos stattgefunden hat, qualitative
Kriterien herangezogen. Im RLB Steiermark Konzern kommt hierzu das Frühwarnverfahren zur Anwendung. So werden alle Geschäfte, wel-
che im Frühwarnsystem mit „Watchlist“ gekennzeichnet sind, der Stage 2 zugeordnet. Weiters stellen Forbearance Maßnahmen ein qualitati-
ves Kriterium für den Anstieg des Kreditrisikos dar. Darüber hinaus wird eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos bei einem Finanzinstru-
ment angenommen, wenn der Kreditnehmer mit seinen vertraglichen Zahlungen mehr als 30 Tage überfällig ist. Die RLB Steiermark wendet
diese qualitativen Kriterien für die Beurteilung eines signifikanten Kreditrisikoanstiegs grundsätzlich unverändert, wie vor der COVID-19 Pan-
demie, an. Forderungen gegenüber Kreditnehmern, die unter das gesetzliche Moratorium oder unter das österreichische Moratorium ohne
Gesetzesform (privates Moratorium) fallen, lösen keine automatische Einstufung als forborne und somit keinen Stufentransfer aus (siehe dazu
insbesondere das Kapitel „Forbearance“).
Definition der Begriffe „Ausfallereignis“ und „Vermögenswerte mit beeinträchtigter Bonität“
Zur Beurteilung, ob eine beeinträchtigte Bonität vorliegt und sich der finanzielle Vermögenswert somit im Ausfall befindet, werden im RLB
Steiermark Konzern als Indikatoren z. B. signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Emittenten/Kreditnehmers, Überfälligkeit von Zins-
und/oder Tilgungszahlungen, 90-Tage-Zahlungsverzug oder Zugeständnisse an den Kreditnehmer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten
herangezogen. Da sowohl die Anforderungen der CRR als auch jene nach IFRS auf durch finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners ent-
standene Verluste aus Zahlungsausfällen abzielen, erfolgte bei der Festlegung der Trigger-Events im Rahmen der Impairment-Policy eine
Harmonisierung der Kriterienkataloge. Die qualitativen Kriterien werden unverändert wie vor der COVID-19 Pandemie angewendet. Aller-
dings kann sich insbesondere vor dem Hintergrund von COVID-19 die Einstufung einer Forderung als ausgefallen trotz des Nichtvorliegens
eines 90-Tage-Zahlungsverzugs im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung ergeben.
Liegt ein Finanzinstrument mit beeinträchtigter Bonität vor, wird das Finanzinstrument in die Stage 3 transferiert. Im Hinblick auf die Ermittlung
von Wertminderungen für Instrumente der Stage 3 unterscheidet der RLB Steiermark Konzern zwischen signifikanten und nicht signifikanten
Forderungen. Die Trennung der signifikanten und nicht signifikanten Forderungen erfolgt anhand der sogenannten Signifikanzgrenze, welche
aus Vorgaben der Geschäftspolitik, des Risikomanagements sowie aus (Kredit-)Prozessvorgaben abgeleitet wurde. Die Signifikanzgrenze
beträgt für den RLB Steiermark Konzern 1 Million EUR. Die Beurteilung erfolgt auf Basis der Gruppe verbundener Kunden („GvK“). Bei signifi-
kanten Forderungen der Stage 3 erfolgt die Ermittlung der Wertminderung durch Schätzung und Abzinsung der zukünftigen, erwarteten Cash
Flows (Discounted Cash Flow Methode, „DCF-Methode“). Die erwarteten Cash Flows werden für mehrere wahrscheinlichkeitsgewichtete
Szenarien durch Expertenschätzung ermittelt und umfassen erwartete Zins- und Tilgungszahlungen, Erlöse im Rahmen der Sicherheit
enver-
wertung, Ausnützungen bzw. Ziehungen von Rahmen sowie Verwertungskosten als negative Cash Flows. Für nicht signifikante Forderungen
wird eine parameterbasierte Risikovorsorge (pauschalierte Einzelwertberichtigung) gebildet.
Ein Ausfallereignis liegt bei einem finanziellen Vermögenswert dann nicht mehr vor, wenn die im RLB Steiermark Konzern definierten Kriterien
über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens einem Jahr eingehalten werden.
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Erläuterungen der Inputfaktoren, Annahmen und Schätzungen
Die Höhe der zu bildenden Wertminderung hängt davon ab, inwieweit sich die Kreditqualität seit dem erstmaligen Ansatz verändert hat. Die
Berechnung erfolgt entweder auf Basis einer 12-Monats- (für alle Geschäfte in Stage 1) oder einer Gesamtrestlaufzeitbetrachtung (für alle
Geschäfte in Stage 2). Der erwartete Kreditverlust ist das diskontierte Produkt aus dem Kreditbetrag bzw. der Höhe des nicht ausgenutzten
Rahmens oder des Haftungsbetrags (EAD), der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), der Verlustquote bei Ausfall (LGD) und dem Diskontierungs-
faktor. Sowohl bei der Ermittlung des 12-Monats-ECL als auch beim Lifetime-ECL sind zukunftsbezogene wirtschaftliche Informationen zu
berücksichtigen.
Die Ermittlung der Wertminderung für außerbilanzielle Geschäfte erfolgt analog zur Ermittlung von bilanziellen Geschäften. Bei nicht ausge-
nützten Kreditrahmen wird hier allerdings typischerweise die Wahrscheinlichkeit der Ziehung des außerbilanziellen Geschäfts in Form eines
sogenannten Credit Conversion Factors berücksichtigt. Bei den übrigen außerbilanziellen Geschäften (Garantien, Haftungen) werden Höhe
und Zeitpunkt der Zahlungsmittelabflüsse aus der Inanspruchnahme geschätzt.
Die verwendeten Lifetime-PDs setzen sich aus einer Through-the-Cycle (TTC) und der makroökonomisch adjustierten Point-in-Time (PiT)
Komponente zusammen. Die TTC-Komponente wird auf Basis quartalsweiser, historischer Rating-Migrationen mittels eines zeithomogenen,
stetigen Markov-Ansatzes je Portfolio ermittelt. Die PiT-Adjustierung erfolgt auf Basis des Asset-based Ansatzes nach Perederiy. Hierbei
werden unter Berücksichtigung der historischen, quartalsweisen Ausfallsraten implizite, systematische Faktoren auf Basis von makroökono-
mischen Faktoren prognostiziert (z. B. Wachstum des Bruttoinlandsprodukts).
Für die Lifetime-LGD Komponente wird zwischen besichertem und unbesichertem LGD unterschieden. Für den besicherten LGD werden
Erlösquoten, Gesundungsraten und prognostizierte Sicherheitenwertentwicklungen in der Bewertung berücksichtigt. Der unbesicherte LGD
wird auf Basis von Zahlungsströmen ausgefallener Assets, welche nicht aus Sicherheiten stammen, ermittelt.
Für den Lifetime Credit Conversion Factor (CCF) werden die realisierten CCFs je Segment ermittelt und segment- und produktspezifisch
zum Einsatz gebracht.
Der EAD stellt die erwartete Kreditinanspruchnahme zum Zeitpunkt des Ausfalls dar. Der RLB Steiermark Konzern ermittelt diesen Wert aus
dem aktuell aushaftenden Betrag zuzüglich möglicher vereinbarter Änderungen inklusive Amortisationen und Vorauszahlungen.
Der Diskontierungsfaktor entspricht grundsätzlich dem verwendeten Effektivzinssatz.
Zukunftsbezogene Informationen
Für die Beurteilung der signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos und die Berechnung der erwarteten Kreditverluste werden auch zukunfts-
bezogene Informationen berücksichtigt. Der RLB Steiermark Konzern hat dazu historische Analysen durchgeführt und ökonomische
Schlüsselfaktoren identifiziert, die sich auf das Kreditrisiko und die erwarteten Kreditverluste für jedes Portfolio auswirken.
Die ökonomischen Schlüsselfaktoren (u. a. BIP, Arbeitslosenrate, privater Konsum, Inflationsrate) werden tourlich aktualisiert. Ihre Auswir-
kungen auf die Ausfallwahrscheinlichkeit, die Verlustquote bei Ausfall und den Kreditbetrag zum Zeitpunkt des Ausfalls unterscheiden sich
je nach Art des Portfolios. Diese wurden mithilfe statistischer Regressionen bestimmt, um daraus die historischen Auswirkungen der Ände-
rungen dieser Parameter auf die Ausfallraten und die Komponenten der Verlustquote bei Ausfall sowie des Kreditbetrags zum Zeitpunkt des
Ausfalls zu erkennen. Die validierten Daten (Schlüsselfaktoren) werden laufend von Moody‘s Analytics zur Verfügung gestellt und fließen in
die tourliche Schätzung mit ein.
Zusätzlich zum ökonomischen Basisszenario wird auch ein Optimistic-Case- sowie ein Pessimistic-Case-Szenario samt Szenario-Gewichtun-
gen berücksichtigt. Die Szenarien sowie die Szenario-Gewichtungen werden von Moody‘s Analytics zur Verfügung gestellt. Dabei wird die
Bandbreite möglicher Ergebnisse berücksichtigt, die für jedes ausgewählte Szenario charakteristisch ist. Zur Bestimmung der wahrscheinlich-
keitsgewichteten erwarteten Kreditverluste werden die einzelnen Szenarien mit der angemessenen Szenario-Gewichtung multipliziert.
Den einzelnen Szenarien werden unverändert zum Vergleichsstichtag folgende Gewichtungen zugeteilt:
Basisszenario 40 Prozent
Optimistic-Case 30 Prozent
Pessimistic-Case 30 Prozent
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STEIERMARK 2020
Wie alle ökonomischen Vorhersagen unterliegen auch die hier beschriebenen Prognosen und Eintrittswahrscheinlichkeiten einer hohen
inhärenten Unsicherheit. Die tatsächlichen Ergebnisse können somit von den prognostizierten Werten abweichen. Der RLB Steiermark Kon-
zern sieht diese Prognosen jedoch als die bestmögliche Schätzung der künftigen Ergebnisse an.
COVID-19 Pandemie
Die COVID-19 Pandemie hat eine große Unsicherheit in der Weltwirtschaft und auf den globalen Märkten verursacht. Die von den Staaten
erlassenen Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie und die durch die Lockdowns verursachten Einschränkungen haben zur schwers-
ten Rezession der Nachkriegszeit geführt. Aufgrund der aktuellen, volatilen Situation werden kurzfristige Prognosen des makroökonomi-
schen Umfelds als sehr unsicher angesehen. Es wird daher den veröffentlichten Empfehlungen von EZB und ESMA, das Gewicht stärker
auf langfristige Prognosen zu legen, Folge geleistet. Die verwendeten Prognosen bilden einen langfristigen Trend ab. Eine realistische Ein-
schätzung der Auswirkungen der COVID-19 Krise auf die Wertminderungen gestaltet sich jedoch auch aufgrund der staatlichen Hilfs- und
Unterstützungsmaßnahmen als schwierig, weil durch diese Maßnahmen von einer zeitlichen Verschiebung der wirtschaftlichen Probleme
ausgegangen werden kann.
Die für die PiT-Parameterschätzung wesentlichen makroökonomischen Faktoren (Bruttoinlandsprodukt, Verbraucherpreisindex, etc.) zeigen
für den Prognosezeitraum (2021 und Folgejahre) zum Teil eine deutliche Verbesserung und eilen damit der Erwartung der Kreditrisikoent-
wicklung deutlich voraus (=zeitlicher Gap). Aus diesem Grund hat sich der RLB Steiermark Konzern dazu entschieden, die Prognosen für
die Auswirkungen des ersten Lockdowns unter Berücksichtigung der Auswirkungen des zweiten Lockdowns (Stand: 30. November 2020)
zu verwenden und diese um 6 Monate in die Zukunft zu transformieren, um die schlechten Prognosedaten aufgrund der COVID-19 Pande-
mie auch für die aktuelle PiT-Parameterschätzung miteinfließen lassen zu können. Damit kann der zeitliche Gap zwischen Wirtschaftserho-
lung und (aufgrund der staatlichen Hilfsmaßnahmen) erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erwartenden wirtschaftlichen Probleme der Kre-
ditnehmer adäquat berücksichtigt werden.
Auch die FMA weist darauf hin, dass es angesichts der andauernden Pandemie und der verschiedenen Maßnahmen, die gesetzt wurden,
um deren negative wirtschaftliche Effekte abzufedern, essenziell ist, dass Kreditinstitute ihre Kreditrisiken korrekt identifizieren und messen.
Um eine adäquate Abbildung der Risikovorsorgen zu gewährleisten, wurde zum Bilanzstichtag ein sogenanntes Post Model Adjustment
(PMA) durchgeführt. Für die Umsetzung des PMA wurden Teilportfolien (Branchen) definiert, die von der COVID-19 Pandemie und den dar-
aus resultierenden Maßnahmen als besonders betroffen eingestuft werden.
Basis für die Herleitung der Branchenbetroffenheit ist das Kundenkreditgeschäft der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark inkl. des RLB
Steiermark Konzerns, sämtliche in Anspruch genommenen COVID-19 Hilfsmaßnahmen (u. a. gesetzliche und private sowie freiwillige Stun-
dungen, Überbrückungskredite, etc.) je Branche sowie externe Studien in Bezug auf COVID-19 Betroffenheit der einzelnen Branchen. Wird
aufgrund dieser Herleitung eine Branche als von COVID-19 betroffen eingestuft, wurde diese Branche in das PMA einbezogen, wie z. B.
Gastronomie und Tourismus, Groß- und Einzelhandel, sonstige Dienstleistungen (Kultur, Unterhaltung, Kosmetik), Reisebüros und R
eisever-
anstalter, KFZ-Gewerbe, Tankstellen, Verkehr und Luftfahrt, Grundstücks- und Wohnungswesen. Bei allen Geschäften aus den betroffenen
Branchen wird davon ausgegangen, dass ein erhöhtes Kreditrisiko besteht, weshalb diese von Stage 1 nach Stage 2 transferiert wurden.
Validierung
Die Risikoparameter, die bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste zum Einsatz kommen, berücksichtigen die am Berichtsstichtag
verfügbaren Informationen über vergangene Ereignisse sowie gegenwärtige Bedingungen und Prognosen über künftige wirtschaftliche
Entwicklungen. Alle Modelle zur Schätzung der Risikoparameter werden tourlich einer Validierung und einem Backtesting unterzogen und
gegebenenfalls angepasst bzw. weiterentwickelt. Dies kann beispielsweise dazu führen, dass andere makroökonomische Faktoren in die
Modelle Eingang finden, um weiterhin die Güte des Modells zu gewährleisten.
Die Modelle für die Parameterschätzung des aktuellen Stichtags mussten keiner Änderung bzw. Anpassung unterzogen werden und sind
gegenüber dem Jahresabschluss vom 31. Dezember 2019 unverändert. Eine Ausnahme bildet das Segment Banken. Hier kann die aktuelle
volatile Situation vom bisher verwendeten Modell auch unter Einbeziehung von langfristigen makroökonomischen Prognosen nicht ökono-
misch sinnvoll und zufriedenstellend abgebildet werden. Daher wird für dieses Segment auf die externe Migrationsmatrix von Moody’s zu-
rückgegriffen.
Die im Rahmen der staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen (und von dritter Seite) eingeräumten Garantien und Sicherheiten wurden bei der
Bemessung der erwarteten Kreditverluste entsprechend berücksichtigt. Die von den Kreditnehmern in Anspruch genommenen Moratorien
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hatten, wie in den EBA-Leitlinien definiert, keine automatische Verschiebung von Stage 1 nach Stage 2 zur Folge. Es wurden weiterhin indi-
viduelle Einschätzungen getroffen, ob Veränderungen zu einer Klassifizierung als Forbearance bzw. signifikanten Erhöhung des Kreditrisi-
kos oder zu einem Ausfall führen.
Bedingt durch die Charakteristika des jeweiligen Portfolios können die Risikoparameter, die in die Berechnung des ECL einfließen, von den
Risikoparametern, die bei der Berechnung des ökonomischen Kapitalerfordernisses verwendet werden, abweichen.
Vereinfachender Ansatz („Simplified Approach“)
IFRS 9 bietet im Rahmen des ECL-Modells die Möglichkeit zur Anwendung des sogenannten „Simplified Approach“. Dabei werden be-
stimmte Instrumente direkt der Stage 2 zugeordnet und die Wertminderung bis zu deren Abgang in Höhe des über die Laufzeit erwarteten
Kreditverlustes (Lifetime Expected Credit Loss) bemessen. Die Anwendung des vereinfachten Ansatzes ist nur für Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen mit signifikanter Finanzierungskomponente sowie für vertragliche Vermögenswerte im Sinne von IFRS 15 und For-
derungen aus Leasingverhältnissen zulässig. Das Wahlrecht kann je Kategorie unterschiedlich ausgeübt werden.
Forderungen aus Leasingverhältnissen
Der RLB Steiermark Konzern nimmt dieses Wahlrecht in Anspruch und ordnet Forderungen aus Leasingverhältnissen direkt der Stage 2 zu.
Diese Erleichterung ist auf sämtliche Leasingforderungen anzuwenden, kann aber auf Forderungen aus Finanzierungsleasing und aus
Operating-Leasingverhältnissen getrennt angewandt werden.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Im RLB Steiermark Konzern wird zur Bestimmung des ECL für Lieferforderungen mit signifikanter Finanzierungskomponente der verein-
fachte Ansatz angewandt. Aufgrund der Wertberichtigungshistorie bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich daraus
jedoch keine Wertminderung.
Vertragliche Vermögenswerte gemäß IFRS 15
Derzeit bestehen keine Vermögenswerte, die in den Anwendungsbereich des IFRS 15 fallen.
Low Credit Risk Exemption
Wie bereits dargestellt, ist im Rahmen des ECL-Modells grundsätzlich zu jedem Abschlussstichtag zu beurteilen, ob sich das Ausfallrisiko
eines Finanzinstruments seit dem Zeitpunkt des Erstansatzes signifikant erhöht hat. Zur Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Kre-
ditrisikos seit dem Erstansatz besteht vereinfachend die Möglichkeit zur Anwendung der sog. „Low Credit Risk Exemption“, welche grund-
sätzlich auf Einzelvertragsbasis angewendet werden kann.
Diese Erleichterungsbestimmung kann nur für solche Finanzinstrumente angewendet werden, deren Kreditrisiko am Bilanzstichtag als nied-
rig eingestuft wird. Das Kreditrisiko ist dann als niedrig einzustufen, wenn:
das Ausfallrisiko vernachlässigbar ist,
der Kreditnehmer in der Lage ist, seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen,
negative Veränderungen der Wirtschafts- und Geschäftsbedingungen, die Rückzahlungsfähigkeit des Kreditnehmers nicht beein-
trächtigen.
Die „Low Credit Risk Exemption“ wird im RLB Steiermark Konzern für Wertpapiere mit Ratingeinstufungen „Investment Grade“ in Anspruch
genommen.
Modifikationen
Der Begriff „Modifikation“ umfasst sämtliche Vertragsanpassungen, die zu einer Änderung der vertraglichen Zahlungsströme führen, unab-
hängig davon, ob diese aus einer Neuverhandlung oder einer anderweitigen Änderung resultieren. Insbesondere sind damit auch vertragli-
che Änderungen ohne finanzielle Schwierigkeiten – abweichend vom Begriff „Forbearance“ – umfasst. Eine Beurteilung hat somit unabhängig
davon zu erfolgen, ob eine bonitätsinduzierte oder marktinduzierte Modifikation vorgenommen wurde.
Modifizierte Vermögenswerte sind Vermögenswerte, deren vertragliche Zahlungsströme nachträglich geändert wurden und deren Änderung
nicht zur Ausbuchung geführt hat (nicht substanzielle Modifikation). Änderungen reduzieren bzw. erhöhen hierbei direkt den Bruttobuchwert.
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Sowohl gesetzliche Moratorien als auch nicht gesetzliche COVID-19 Stundungen stellen vertragliche Änderungen bzw. eine Modifikation im
Sinne des IFRS 9 dar, welche in der Regel zu einer Anpassung des Bruttobuchwerts führen.
Handelt es sich um bonitätsinduzierte Vertragsanpassungen, werden die Änderungen in der GuV-Position „Wertminderungen auf finanzielle
Vermögenswerte“ gezeigt, bei marktinduzierten Vertragsanpassungen erfolgt ein Ausweis im Zinsergebnis.
Führt eine Vertragsanpassung zu einer substanziellen Änderung der Vertragsbedingungen, kommt es zur Ausbuchung des Vermögenswerts
und Einbuchung als neuer Vermögenswert zum Fair Value. Die Differenz zwischen Buchwert und Fair Value wird ergebniswirksam als Ab-
gangsergebnis in der GuV-Position „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ erfasst.
Die Beurteilung, ob eine substanzielle Modifikation eines finanziellen Vermögenswerts vorliegt, kann in Analogie zur Beurteilung der Ausbu-
chung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgen. Eine substanzielle Änderung liegt im RLB Steiermark Konzern vor, wenn sich der abgezinste
Barwert der Cash Flows unter den neuen Bedingungen bei Verwendung des ursprünglichen Effektivzinssatzes um größer/gleich 10 Prozent
von dem abgezinsten Barwert der verbleibenden Cash Flows des ursprünglichen finanziellen Vermögenswerts unterscheidet. Eine substanzi-
elle Änderung liegt unabhängig vom Barwerttest im Falle eines Schuldnerwechsels oder bei Änderung der Vertragswährung vor, sofern die
Möglichkeit eines Währungswechsels nicht bereits im ursprünglichen Kreditvertrag vereinbart ist. Führt die Vertragsanpassung dazu, dass
das SPPI-Kriterium abweichend zur ursprünglichen Klassifizierung beurteilt wird (z. B. SPPI erfüllt bei Ausgabe und SPPI nicht mehr erfüllt
nach Vertragsanpassung oder vice versa), stellt dies ebenfalls eine substanzielle Änderung der Vertragsbedingungen dar.
Forbearance
Unter Forbearance Maßnahmen sind Zugeständnisse zu verstehen, die der Kreditgeber dem Kreditnehmer aus wirtschaftlichen oder rechtli-
chen Gründen in Zusammenhang mit finanziellen Schwierigkeiten des Kreditnehmers macht, ansonsten aber nicht gewähren würde. Da-
runter fallen Anpassungen der Verpflichtung im Rahmen der bestehenden Kreditvereinbarung wie z. B. Stundungsvereinbarungen für Til-
gungs- und/oder Zinszahlungen, sowie Zinsanpassungen bis hin zu Zinsfreistellungen oder Teilforderungsverzichten im Zuge von Restruk-
turierungen. Nicht jede Forbearance Maßnahme stellt automatisch eine Modifikation im Sinne des IFRS 9 dar.
Gesetzliches / privates Moratorium und sonstige Stundungen
Aufgrund der von COVID-19 verursachten Krise und Auswirkungen auf die Realwirtschaft wurden seitens der österreichischen Bundesregie-
rung zahlreiche Maßnahmen beschlossen, deren Umsetzung u. a. durch die österreichische Kreditwirtschaft erfolgt. Das österreichische
Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer nach dem 2. COVID-19 Justiz-Begleitgesetz (JuBG) sah zunächst eine dreimonatige
Stundung für diese Kundengruppen vor. Alle Zins- oder Tilgungsleistungen der Kredite an diese beiden Kundengruppen, welche vor dem
15. März 2020 abgeschlossen und zwischen dem 1. April und 30. Juni 2020 fällig wurden, waren mit Eintritt der Fälligkeit um drei Monate zu
stunden. Das Gesetz wurde in mehreren Novellen bis zum 31. Jänner 2021 verlängert, womit sich ein Höchststundungszeitraum von zehn
Monaten ergibt.
Darüber hinaus hat sich ein wesentlicher Teil der österreichischen Kreditinstitute zusammengeschlossen, um ein Moratorium ohne Geset-
zesform entsprechend den Vorgaben der europäischen Bankenaufsicht (EBA) zu entwickeln (privates Moratorium). Ziel dieses Moratoriums
ist die Gleichstellung der Zahlungserleichterungen für Kunden, die nicht bereits vom gesetzlichen Moratorium erfasst wurden. Der Gel-
tungszeitraum für das private Moratorium erstreckte sich vom 15. März 2020 bis längstens 31. März 2021. Der Stundungszeitraum beträgt
höchstens neun Monate. Eine Antragstellung musste bis 31. August 2020 erfolgen.
Zusätzlich zu den EBA-konformen Moratorien (gesetzliches und privates Moratorium) hat die RLB Steiermark jenen Kundinnen und Kunden,
die nicht von diesen Stützungsmaßnahmen umfasst waren, Stundungen in (ähnlicher) standardisierter Form angeboten.
Die europäische Bankenaufsicht hat am 2. April 2020 die Leitlinie zu gesetzlichen Moratorien und Moratorien ohne Gesetzesform für Darle-
henszahlungen vor dem Hintergrund der COVID-19 Krise (EBA/GL/2020/02) veröffentlicht. Nach Ansicht der EBA und FMA führen gesetzli-
che/private und nicht gesetzliche (sonstige) COVID-19 Moratorien nicht automatisch für sich genommen zu einer Forbearance Einstufung.
Demgemäß sind COVID-19 Stundungen nicht als Forbearance Maßnahme zu klassifizieren, wenn sie direkt aufgrund der COVID-19 Krise
gewährt wurden und sich auf geltendes nationales Gesetz oder auf eine branchen- oder sektorweite Privatinitiative stützen, die von den
Kreditinstituten vereinbart und weiträumig gleichartig angewandt werden. Vor diesem Hintergrund wurden Forderungen an Kreditnehmer,
die unter das gesetzliche oder private Moratorium fallen, zunächst nicht als forborne eingestuft. Die Erleichterung im Hinblick auf die Forbe-
arance-Einstufung gemäß der EBA-Leitlinie für gesetzliche und nicht gesetzliche (private) Maßnahmen ist zunächst mit 30. September 2020
ausgelaufen. Dementsprechend werden seit dem 1. Oktober 2020 – trotz nachträglicher Erstreckung der Leitlinie durch die EBA bis 31.
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März 2021 – generell sämtliche ab diesem Datum beantragten Stundungen einer Forbearance-Einzelfallprüfung unterzogen. Im Bereich der
sonstigen COVID-19 Stundungen erfolgte ebenfalls eine standardisierte Einzelfallprüfung gemäß den internen Richtlinien.
Staatliche Garantien / COVID-19 Überbrückungsfinanzierungen
Neben dem gesetzlichen Moratorium für Verbraucher und Kleinstunternehmer gemäß 2. COVID-19 JuBG und der von der österreichischen
Kreditwirtschaft geschlossenen Vereinbarung für ein privates Moratorium gemäß den EBA-Vorgaben gibt es in Österreich noch staatlich
(teil)garantierte Überbrückungsfinanzierungen. Die RLB Steiermark bietet ihren Bestandskunden diese von der öffentlichen Hand angebote-
nen, staatlich (teil)garantierten Überbrückungsfinanzierungen an. Diese stellen Neufinanzierungen dar und fallen grundsätzlich nicht in den
Anwendungsbereich von Forbearance. Da COVID-19 Überbrückungsfinanzierungen nur vergeben werden, wenn potenzielle Kreditnehmer
die Garantieerfordernisse erfüllen, das heißt, wenn zum relevanten Stichtag laut Förderstellen keine finanziellen Schwierigkeiten vorliegen,
handelt es sich dabei um keine im Zugangszeitpunkt bereits wertgeminderten Vermögenswerte.
Ein Überblick über die gewährten Maßnahmen findet sich im Risikobericht im Kapitel „COVID-19 bedingte Moratorien und Überbrückungsfi-
nanzierungen“.
Ausbuchung
Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn das vertragliche Recht auf Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert
ausläuft oder das vertragliche Anrecht auf Bezug von Zahlungsströmen aus dem finanziellen Vermögenswert übertragen wird. Werden nicht
alle Risiken und Chancen übertragen, die Verfügungsmacht jedoch nicht behalten, ist der finanzielle Vermögenswert ebenfalls auszubu-
chen. Werden im Wesentlichen alle Risiken und Chancen zurückbehalten, wird der Vermögenswert weiterhin erfasst. Finanzielle Vermö-
genswerte sind darüber hinaus auszubuchen, wenn die Konditionen substanziell verändert wurden.
Die Ausbuchung einer Verbindlichkeit erfolgt zum Zeitpunkt der Tilgung. Eine Ausbuchung erfolgt ebenso, wenn die Vertragsbedingungen
verändert wurden und die geänderten Cash Flows substanziell von den ursprünglich vereinbarten Konditionen abweichen.
Ein sich aus der Ausbuchung ergebender Unterschiedsbetrag ist erfolgswirksam zu erfassen.
Abschreibungen
Ist nach angemessener Einschätzung nicht mehr davon auszugehen, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist,
so wird der Bruttobuchwert des Vermögenswertes direkt verringert. Gründe für eine Abschreibung können z. B. Forderungsnachlässe, der
Abschluss eines Insolvenzverfahrens oder erfolglose Exekutionsmaßnahmen sein. Eine Abschreibung stellt einen Ausbuchungsvorgang dar.
Grundsätzlich werden keine wesentlichen Rückläufe aus bereits abgeschriebenen Vermögenswerten erwartet. Dennoch unterliegen einzelne
Forderungen weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen, sodass Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen durchaus auftreten können.
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Klassen nach IFRS 7.6
Die nach IFRS 7.6 geforderten Klassen finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden im RLB Steiermark Konzern wie folgt
definiert:
Aktiva
Sichtguthaben
Fremdkapitalinstrumente
Kredite und Forderungen
Schuldverschreibungen
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
Eigenkapitalinstrumente
Derivate (positive Marktwerte)
Derivate (positive Marktwerte) – Hedge Accounting
Passiva
Einlagen / Aufgenommene Gelder
Verbriefte Verbindlichkeiten
Derivate (negative Marktwerte)
Derivate (negative Marktwerte) – Hedge Accounting
Außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Bürgschaften, Garantien, Kreditzusagen)
Leasinggeschäfte
Der RLB Steiermark Konzern beurteilt zu Vertragsbeginn, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Sind aus Sicht des
Leasingnehmers die Voraussetzungen des IFRS 16 erfüllt, so ist in der Bilanz ein Nutzungsrecht anzusetzen. Aus Sicht des Leasinggebers ist
zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasingverhältnissen zu unterschieden.
Der RLB Steiermark Konzern setzt als Nutzungsrechte insbesondere angemieteten Bankstellen und KFZ-Leasingverträge an. Die Verträge
der angemieteten Bankstellen werden in der Regel auf unbestimmte Dauer abgeschlossen, weshalb hierbei die Laufzeit auf Basis der hin-
reichend sicher geschätzten Laufzeit seitens des Managements unter Berücksichtigung bestehender Mietereinbauten, angesetzt wird. Die
KFZ-Leasingverträge sind auf eine bestimmte Dauer abgeschlossen.
Die aktivierten Nutzungsrechte werden im RLB Steiermark Konzern als separate Bilanzposition, die Leasing-Verbindlichkeiten unter den
sonstigen Passiva ausgewiesen. Nutzungsrechte, welche die Definition von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien erfüllen, werden in
dieser – ebenfalls separaten – Bilanzposition ausgewiesen.
Für kurzfristige Leasingverträge, d. h. Leasingverträge deren Laufzeit ab dem Bereitstellungsdatum maximal zwölf Monate beträgt und die
keine Kaufoption enthalten, sowie für Leasingverträge, die als geringwertig eingestuft werden, wendet der RLB Steiermark Konzern die Aus-
nahmeregelungen gemäß IFRS 16.5 an. Demnach werden die Leasingzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhält-
nisse, denen ein Vermögenswert von geringem Wert zugrunde liegt, linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses als Aufwand erfasst.
Bei Bestimmung der Leasingverbindlichkeit werden die zukünftigen Leasingzahlungen mit dem zugrundeliegenden Zinssatz abgezinst,
sofern dieser bestimmt werden kann. Im RLB Steiermark Konzern erfolgt die Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz, welcher dem
Konzern-Refinanzierungszinssatz (Geldkurs) aus dem jeweiligen Laufzeitband entspricht. Der Zinssatz setzt sich aus dem Referenzzinssatz,
dieser entspricht dem risikolosen Marktzinssatz, und den Liquiditätskosten zusammen. Sonstige Zu- und Abschläge bleiben mangels An-
wendbarkeit unberücksichtigt.
Finanzierungsleasingverträge, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist, bestehen nicht.
Im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie ergeben sich für den RLB Steiermark Konzern keine Auswirkungen auf bestehende Lea-
singverhältnisse.
Details zu Leasinggeschäften im RLB Steiermark Konzern finden sich in den Notes-Angaben 52 „Leasing aus Sicht des Leasinggeber“ sowie
53 „Leasing aus Sicht des Leasingnehmers“.
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Vertragliche Vermögenswerte
IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden.
Vom Anwendungsbereich ausgeschlossen sind u. a. Leasingverhältnisse, die unter IFRS 16 Leasingverhältnisse fallen sowie Finanzinstru-
mente und andere vertragliche Rechte oder Pflichten, die unter IFRS 9 Finanzinstrumente, fallen. Dementsprechend werden im RLB Steier-
mark Konzern nur bestimmte Gebühren vom Anwendungsbereich dieses Standards erfasst. Da eine Vereinnahmung dieser Gebühren bei
Leistungserbringung und somit laufzeitkonform erfolgt, bestehen keine Vermögenswerte gemäß IFRS 15.
Pensionsgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart
gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte verbleiben in der Bilanz
des Konzerns und werden nach den Regeln der jeweiligen Bewertungskategorie bewertet. Zugleich wird eine Verpflichtung in Höhe der
erhaltenen Zahlungen passiviert. Eine Ausbuchung der Wertpapiere erfolgt nicht, da alle mit dem Eigentum am Pensionsgegenstand ver-
bundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden. Für die übertragenen, aber nicht ausgebuchten finanziellen Vermögenswerte be-
stehen insofern die gleichen Chancen und Risiken wie für die nicht übertragenen finanziellen Vermögenswerte.
Wertpapierleihgeschäfte
Wertpapierleihgeschäfte werden analog dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben verlie-
hene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IFRS 9 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden nicht
bilanziert und auch nicht bewertet.
Zuwendungen der öffentlichen Hand
Für förderbare Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen, die im zweiten Halbjahr 2020 getätigt wurden, kann eine sogenannte
COVID-19 Investitionsprämie beantragt werden. Die genauen Voraussetzungen für die Förderbarkeit, insbesondere die Definition von nicht
förderungsfähigen Investitionen (z. B. PKW, die fossile Energieträger nutzen, Erwerb von Gebäuden oder Gebäudeanteilen) wurden durch
die Förderungsrichtlinie „COVID-19 Investitionsprämie für Unternehmen" festgelegt.
Die Förderung stellt einen nicht rückzahlbaren Zuschuss dar und kann gemäß IAS 20.24 als passivischer Abgrenzungsposten dargestellt
oder als Abzug bei den Investitionen (Nettoausweis) bilanziert werden. Im RLB Steiermark Konzern werden die Zuwendungen als passivi-
scher Abgrenzungsposten in der Bilanz ausgewiesen.
Die Erfassung als passivischer Rechnungsabgrenzungsposten erfolgt, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die Zuwendungen ge-
währt und die damit verbundenen Bedingungen erfüllt werden. Die Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über jenen Zeitraum erfasst,
über den die entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, verbucht werden. Der Ausweis erfolgt innerhalb der sonstigen
betrieblichen Erträge.
Ermessensausübung und Schätzungen
Die Erstellung eines IFRS-Konzernabschlusses erfordert Ermessensbeurteilungen bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden sowie die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen durch das Management, die den Ansatz und den Wert von
Vermögenswerten und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen während der
Berichtsperiode wesentlich beeinflussen können.
Sind für die Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, werden diese in Übereinstimmung mit
den jeweiligen Standards vorgenommen. Sie basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und – nach jeweils
aktuellem Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger Ereignisse. Die den Schätzungen zugrundeliegenden An-
nahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Änderungen von Schätzungen werden, sofern sie nur eine Periode betreffen, nur in
dieser berücksichtigt. Falls auch nachfolgende Berichtsperioden betroffen sind, werden die Änderungen in der aktuellen und den folgenden
Perioden berücksichtigt. Die wesentlichsten Ermessensentscheidungen, Annahmen und Schätzungen werden nachfolgend dargestellt:
Wertminderung finanzieller Vermögenswerte
Die Regelungen zur Wertminderung basieren unter IFRS 9 auf einem Expected-Credit-Loss-Modell (ECL-Modell). Für die Ermittlung der erwar-
teten Kreditverluste für finanzielle Vermögenswerte der Kategorien AC und FVOCI, Leasingforderungen und außerbilanzielle Geschäfte (Haftun-
gen, Garantien, Kreditrisiken) sind rechnungslegungsrelevante, zukunftsbezogene Schätzungen seitens des Managements erforderlich. Dies
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betrifft insbesondere die Parameter PD, LGD und EAD sowie Prognosen zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Da die Auswirkungen der
COVID-19 Pandemie über das angewendete ECL-Modell derzeit nicht ausreichend abgebildet werden können, wurde der ermittelte Wertminde-
rungsbetrag durch ein „Post Model Adjustment“ auf Basis von internen Betroffenheitsanalysen und externen Studien erhöht (siehe dazu im
Detail das Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden/Wertminderungen/COVID-19 Pandemie).
Bei nicht signifikanten Kreditnehmern in Ausfall-Klassen wird eine auf statistischen Erfahrungswerten basierende pauschalierte Einzelwert-
berichtigung gebildet. Bei signifikanten Forderungen der Stage 3 erfolgt die Ermittlung der Risikovorsorge durch Schätzung erwarteter Cash-
flows unter Berücksichtigung wahrscheinlichkeitsgewichteter Szenarien sowie erwarteter Erlöse und Kosten aus der Verwertung von Sicherhei-
ten. Dieser Prozess erfordert ebenso Einschätzungen durch das Management.
Wie alle ökonomischen Vorhersagen unterliegen auch die im Rahmen des ECL-Modells angewendeten Prognosen und Eintrittswahrscheinlich-
keiten einer hohen inhärenten Unsicherheit. Die tatsächlichen Ergebnisse können somit von den prognostizierten Werten abweichen. Der RLB
Steiermark Konzern sieht diese Prognosen jedoch als die bestmögliche Schätzung der künftigen Ergebnisse an. Eine Darstellung der Aus-
wirkungen auf die kumulierten Wertminderungen unter bestimmten Annahmen bzw. in verschiedenen Szenarien ist dem Risikobericht, Kapi-
tel „Sensitivitätsanalyse der Wertminderungen“, zu entnehmen.
Wertminderung/Wertaufholung von at equity bilanzierten Unternehmen
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen sind bei Vorliegen von Indikatoren, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, einem
Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) zu unterziehen. Die Beurteilung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, erfordert
Einschätzungen des Managements, welche sich im Zeitablauf in Abhängigkeit von zukünftigen Ereignissen, deren Eintritt unsicher ist, än-
dern können. Die COVID-19 Pandemie führte im Geschäftsjahr 2020 zu einer signifikanten negativen Veränderung im wirtschaftlichen Um-
feld der RBI-Gruppe sowie zu einem starken Rückgang des Börsenkurses der RBI. Dementsprechend wurde die Beteiligung an der RBI im
Geschäftsjahr 2020 einem Impairment-Test unterzogen. Weitere Ausführungen zur Wertminderung sind der Note 20 „Anteile an at equity
bilanzierten Unternehmen“ zu entnehmen.
Fair Value von Finanzinstrumenten
Ist der Markt für ein Finanzinstrument nicht aktiv, wird der Fair Value anhand einer Bewertungsmethode oder eines Preismodells ermittelt.
Generell werden für Bewertungsmethoden und -modelle Schätzungen herangezogen, deren Ausmaß von der Komplexität des Instruments
und der Verfügbarkeit marktbasierter Daten abhängt. Die Input-Parameter für diese Modelle werden so weit wie möglich von beobachtbaren
Marktdaten abgeleitet. Unter Umständen sind Bewertungsanpassungen notwendig, um weiteren Faktoren wie Modellrisiken, Liquiditätsrisiken
oder Kreditrisiken Rechnung zu tragen. Die Beschreibung der Bewertungsmodelle findet sich im Abschnitt „Erläuterungen zu Finanzinstru-
menten“ des Anhangs (Note 40 „Fair Value der Finanzinstrumente“ und Note 41 „Fair Value Hierarchie“).
Aktive latente Steuern
Latente Steuerforderungen werden in dem Umfang ausgewiesen, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuernde
Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, mit denen die steuerlichen Verlustvorträge, Steuerguthaben oder steuerlich abzugsfähige
n tem-
porären Differenzen verrechnet werden können. Diese Bewertung erfordert in maßgeblichem Umfang Beurteilungen und Einschätzungen
seitens des Managements. Das Management verwendet für die Bestimmung der auszuweisenden Beträge latenter Steuerforderungen In-
formationen über prognostizierte Geschäftsergebnisse auf Basis genehmigter Budgets bzw. Business Plänen einschließlich einer Prüfung
der Vortragsfähigkeit steuerlicher Verlustvorträge. Die COVID-19 Krise hat keine Auswirkung auf die Verwertbarkeit der steuerlichen Verlust-
vorträge des RLB Steiermark Konzerns. Der Ausweis der latenten Steuern wird in der Erfolgsrechnung nicht gesondert vorgenommen. De-
tails sind im Gesamtergebnis und im Anhang unter Note 12 „Steuern vom Einkommen und Ertrag“ sowie Note 32 „Laufende und latente
Ertragsteuerforderungen und -schulden“ dargestellt.
Rückstellungen für leistungsorientierte Versorgungspläne
Die Kosten des leistungsorientierten Versorgungsplans werden mittels versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Die versicherungs-
mathematische Bewertung basiert auf Annahmen zu Diskontierungszinssätzen, erwarteten Renditen von Vermögenswerten, künftigen
Gehaltsentwicklungen, Sterblichkeit und künftigen Pensionserhöhungen. Annahmen und Schätzungen, die für die Berechnung langfristiger
Personalverpflichtungen angewendet werden, sind im Abschnitt „Rückstellungen“ beschrieben. Entsprechend IAS 19.BC60 wurden auch
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
die Annahmen und Schätzungen für die Berechnung von langfristigen Personalverpflichtungen im Geschäftsjahr 2020 angepasst. Quantita-
tive Angaben zu langfristigen Personalrückstellungen finden sich unter Note 31 „Rückstellungen“.
Leasing
Grundlage für die Einstufung von Leasingverhältnissen als Leasinggeber ist der Umfang, in welchem die mit dem Eigentum eines Leasingge-
genstands verbundenen Risiken und Chancen beim Leasinggeber oder Leasingnehmer liegen. Dabei erfolgt eine Einschätzung der Wesent-
lichkeit der Risiken- und Chancenübertragung, die gegebenenfalls bei Vertragsänderungen abweichen kann und eine Anpassung erfordert.
Als Leasingnehmer hat der RLB Steiermark Konzern bei Vertragsbeginn zu beurteilen, ob ein Leasingverhältnis begründet wird, indem der
Vertrag dazu berechtigt, den Nutzen eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes über einen bestimmten Zeitraum
zu kontrollieren. Die Einschätzung der Laufzeiten der Leasingverhältnisse durch das Management bemessen sich an der unkündbaren
Grundlaufzeit unter Einbeziehung der voraussichtlichen Nutzung des zugrundeliegenden Vermögenswertes.
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STEIERMARK 2020
Zinsüberschuss
Im Zinsüberschuss werden neben Zinserträgen und Zinsaufwendungen auch alle laufenden und einmaligen zinsähnlichen Erträge (Kredit-
gebühren u. ä.) und Aufwendungen ausgewiesen. Die Zinsen und zinsähnlichen Erträge bzw. Aufwendungen werden periodengerecht er-
fasst und abgegrenzt.
Die Anwendung der Effektivzinsmethode ist zwingend nur für finanzielle Vermögenswerte der Bewertungskategorien AC und FVOCI vorgeschrie-
ben. In Bezug auf Finanzinstrumente der Kategorie FVPL kann die Effektivzinsmethode wahlweise freiwillig angewendet werden. Im RLB Steier-
mark Konzern wird die Effektivzinsmethode nur auf Bestände der Bewertungskategorien AC und FVOCI angewendet.
Unter den Zinserträgen werden Zinserträge aus Forderungen an Kreditinstituten und Kunden, aus Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie aus
derivativen Finanzinstrumenten und festverzinslichen sowie nicht festverzinslichen Wertpapieren, die nicht dem Handelsbestand zugeordnet sind,
dargestellt.
Die Zinsen und zinsähnlichen Aufwendungen umfassen vor allem Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
Kunden, für verbriefte Verbindlichkeiten und Ergänzungs- und Nachrangkapital, für derivative Finanzinstrumente sowie Zinsaufwendungen
für Leasing-Verbindlichkeiten.
Zinsen aus derivativen Finanzinstrumenten betreffen insbesondere das Zinsergebnis aus Sicherungsinstrumenten, welche sich für das
Hedge Accounting im Sinne von IFRS 9 qualifizieren sowie das Zinsergebnis jener Sicherungsderivate, die im Rahmen der Fair Value Op-
tion (FVO) genutzt werden (Economic Hedges). Weiters wird hier die Verteilung vergangener Basis Adjustments („Amortisierung line item“)
von Grundgeschäften sowie die Amortisierung der Off-Market Komponente bei einer late designation von derivativen Sicherungsgeschäften
im Rahmen von Mikro und Portfolio Fair Value Hedges dargestellt.
Die Zinszahlungen aus Zinsswaps des Handelsbestands werden saldiert im Handelsergebnis dargestellt.
Negativzinsen für aktivische bzw. passivische Finanzinstrumente werden jeweils in einer gesonderten Position innerhalb der Zinsaufwen-
dungen bzw. der Zinserträge ausgewiesen.
Der Zinsüberschuss enthält zudem Gewinne und Verluste aus marktinduzierten Vertragsänderungen (Modifikationen) von Finanzinstrumenten.
Ab dem Geschäftsjahr 2020 erfolgt der Ausweis des Zinserfolgs („Dealsaldo“) von Zinssicherungsderivaten, welche im Rahmen des Hedge
Accounting gemäß IFRS 9 bzw. IAS 39.81A gewidmet sind, in jenem Posten, in welchem auch die Erfolge der Grundgeschäfte ausgewiesen
werden. Zieht das gesicherte Grundgeschäft Zinserträge (-aufwendungen) nach sich, werden die entsprechenden Beträge selbst dann als
Zinserträge (-aufwendungen) ausgewiesen, wenn sie negativ (positiv) sind. Bisher wurde ein positiver (negativer) Dealsaldo unabhängig
vom Grundgeschäft in den Zinserträgen (-aufwendungen) dargestellt.
Dividendenerträge
In der Position Dividendenerträge werden alle Erträge aus Aktien sowie Dividenden bzw. Ausschüttungen von nicht in den Vollkonsolidie-
rungskreis einbezogenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen ausgewiesen. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des
Rechtsanspruches erfasst.
GEWINN-UND-VERLUST-
RECHNUNG
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Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
In dieser Position wird das anteilige erfolgswirksame Ergebnis aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen gezeigt. Darüber hinaus
enthält dieser Posten Wertminderungen, Wertaufholungen sowie Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von at equity bilanzierten Un-
ternehmen.
Provisionsüberschuss
Der Provisionsüberschuss umfasst alle Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Erbringung von Bankdienstleistungen
entstehen. Erträge und Aufwendungen, die integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind, werden laufzeitkonform im Zinsergebnis ver-
einnahmt. Sonstige Erträge und Aufwendungen, insbesondere Erträge und Aufwendungen für Dienstleistungen aus dem Kreditgeschäft,
Wertpapiergeschäft und aus dem Zahlungsverkehr, werden bei Leistungserbringung vereinnahmt.
Provisionserträge und -aufwendungen, die aus Handelsaktivitäten resultieren, werden im Handelsergebnis ausgewiesen.
Ergebnis aus Hedge Accounting
In dieser Position werden Aufwendungen und Erträge aus Bewertungsänderungen von Grund- sowie Sicherungsgeschäften im Rahmen
des Mikro Fair Value Hedge Accounting und Portfolio Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen.
Ist die Sicherungsbeziehung eines Portfolio Fair Value Hedges in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buch-
wertanpassung (Basis Adjustment) für das Grundgeschäft vorgenommen. Die Bewertungsergebnisse der korrespondierenden derivativen
Sicherungsgeschäfte werden in diesem Fall im Handelsergebnis ausgewiesen.
Handelsergebnis
Das Handelsergebnis umfasst sämtliche Ergebnisse aus Wertpapieren, Kreditforderungen und Kreditverbindlichkeiten und Derivaten des Han-
delsbestands (inkl. freistehender Derivate) sowie das Devisenergebnis. Neben den realisierten Ergebnissen und den Bewertungsergebnis-
sen aus zum Fair Value bewerteten Handelsbeständen werden hier auch die auf den Handelsbestand entfallenden Zinsergebnisse darge-
stellt. Weiters enthält diese Position die Ergebnisse der nicht designierten Teilvolumina von Sicherungsderivaten im Rahmen des Portfolio
Fair Value Hedge Accounting sowie das Ergebnis jener Sicherungsderivate, welche auf ineffektive Laufzeitbänder entfallen.
Da im RLB Steiermark Konzern das Währungskursrisiko zentral gesteuert wird, werden auch alle Währungsumrechnungsdifferenzen im
Sinne des IAS 21.52(a) dem Handelsergebnis zugeordnet.
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)
Diese Position umfasst das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von designierten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
sowie jener Derivate, die im Rahmen der Fair Value Option (FVO) genutzt werden. Zinsen aus diesen Derivaten werden im Zinsüberschuss
ausgewiesen. Die Fair Value Option wird auf finanzielle Vermögenswerte derzeit nicht angewandt.
Weiters wird in dieser Position das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Fi-
nanzinstrumenten (FVPL-M) ausgewiesen. Dieses beinhaltet neben dem Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von Krediten und Wertpa-
pieren, welche die SPPI-Kriterien nicht erfüllen, insbesondere auch das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis aus dem aufgrund von
IFRS 9.B4.1.6 verpflichtend zum Fair Value zu bewertenden Sondervermögen, bestehend aus den Finanzinstrumenten der in den Konsoli-
dierungskreis einbezogenen strukturierten Unternehmen (Spezialfonds) DASAA, EURAN und GLAN. Die Zinsen auf diese Finanzinstru-
mente werden innerhalb des Zinsüberschusses ausgewiesen. Zudem werden in dieser Position das Veräußerungsergebnis sowie Abschrei-
bungen und Zuschreibungen von Eigenkapitalinstrumenten, für welche die Wahlmöglichkeit zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizule-
genden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis nicht in Anspruch genommen wurde, dargestellt.
Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
Im Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten wird das Veräußerungsergebnis sowohl finanziel-
ler Vermögenswerte als auch finanzieller Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ausgewiesen.
Zudem wird in dieser Position das Ergebnis aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, welche aufgrund des Geschäftsmo-
dells als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dargestellt. Weiters beinhaltet diese Position auch Gewinne und Ver-
luste aus der Ausbuchung aufgrund substanzieller Modifikation sowie die Verteilung vergangener Basis Adjustments (line item) von Portfolio
Fair Value Hedges aufgrund von Leistungsstörungen.
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Sonstiges betriebliches Ergebnis
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind unter anderem die Erträge und Aufwendungen aus dem Abgang von Sachanlagen, Immobilien
und immateriellen Vermögenswerten, Erträge und Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, Unterschiedsbeträge
aus der Änderung des Konsolidierungskreises sowie Erträge aus der Weiterverrechnung von IT-Dienstleistungen, Beiträge an Sicherungs-
einrichtungen und sonstige Steuern enthalten. Ertragswirksame Auflösungen von passivierten Rechnungsabgrenzungsposten aus Zuwen-
dungen der öffentlichen Hand sowie Aufwendungen und Erträge aus dem Abgang von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Vermö-
genswerten und Veräußerungsgruppen werden ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.
Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen umfassen den Personal- und Sachaufwand sowie Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sach-
anlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie Nutzungsrechte.
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
In der Position Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte werden alle Aufwendungen und Erträge in Zusammenhang mit Wertminde-
rungen von finanziellen Vermögenswerten – AC und finanziellen Vermögenswerten – FVOCI sowie erwartete Verluste im Zusammenhang mit
sonstigen erwarteten Kreditverlusten, für die durch die Bildung von Rückstellungen vorgesorgt wird, dargestellt. Im Besonderen werden hier
die Neubildungen und Auflösungen von Wertminderungen sowie Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte im Kreditgeschäft (Haftungen,
Garantien, Kreditrisiken) gezeigt. Weiters werden hier Direktabschreibungen von Forderungen und Eingänge aus abgeschriebenen Forderun-
gen und Wertminderungen im Wertpapiergeschäft sowie das Nettoergebnis aus bonitätsinduzierten Modifikationen ausgewiesen.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
In dieser Position werden laufende und latente Ertragsteuern ausgewiesen.
Sonstiges Ergebnis (OCI)
Das Sonstige Ergebnis umfasst die nicht erfolgswirksam erfassten Ergebnisse aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten –
FVOCI, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen, die anteiligen erfolgsneutralen Eigenka-
pitalveränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen sowie die bonitätsinduzierten Fair Value Änderungen finanzieller Ver-
bindlichkeiten. Die auf die einzelnen Komponenten des OCI entfallende latente Steuer wird gesondert innerhalb des Sonstigen Ergebnisses
dargestellt.
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Barreserve und Sichtguthaben
Die Position umfasst den Kassenbestand, jederzeit fällige Guthaben bei Zentralnotenbanken sowie Sichtguthaben bei Kreditinstituten.
Diese Bestände werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wertminderungen auf Sichtguthaben (bei Kreditinstituten) werden
ebenfalls in dieser Position ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
Dieser Kategorie werden Fremdkapitalinstrumente (insb. Kredite und Forderungen, Schuldverschreibungen) mit festen oder bestimmbaren
Zahlungen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen und mit der Zielsetzung die
vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen gesteuert werden, zugeordnet.
Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich oder abzüglich direkt dem Erwerb zurechenbarer Gebühren und Trans-
aktionskosten, welche integraler Bestandteil des Effektivzinssatzes sind. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Dies ist jener Betrag, der sich aus den ursprünglichen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Tilgungsbeträgen, der Amortisie-
rung von Agien oder Disagien nach der Effektivzinsmethode und von Wertminderungen (Impairment) oder Abschreibungen aufgrund von
Uneinbringlichkeit ergibt. Bei gesicherten Grundgeschäften (Mikro Hedges) beinhaltet der Buchwert bzw. der Buchwert vor Wertminderung
auch das darauf entfallende Basis Adjustment.
Agien und Disagien sind Bestandteil der fortgeführten Anschaffungskosten und werden wie die abgegrenzten Zinsen zusammen mit den
betreffenden Finanzinstrumenten in einem Bilanzposten ausgewiesen. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen sowie Gebühren er-
folgt laufzeitkonform nach der Effektivzinsmethode und wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Forderungen, die nicht auf bankgeschäftliche Beziehungen zurückzuführen sind, werden unter den sonstigen Aktiva ausgewiesen.
Wertminderungen
Im RLB Steiermark Konzern werden Wertminderungen in der Bilanz wie folgt ausgewiesen:
für Sichtguthaben – als Verminderung des Bruttobuchwertes
für finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten – als Verminderung des Bruttobuchwertes
für finanzielle Vermögenswerte die erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis bewertet werden – es erfolgt keine Verminderung des Buchwerts,
da dieser dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Dennoch ist für Schuldtitel eine Wertminderung zu ermitteln und die Wertminderung
vom Sonstigen Ergebnis (OCI) in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umzubuchen
für außerbilanzielle Geschäfte (Haftungen, Garantien, Kreditrisiken) – als Rückstellung.
Bei Uneinbringlichkeit von Forderungen erfolgt entweder eine direkte Forderungsabschreibung zu Lasten der Gewinn-und-Verlust-Rech-
nung oder eine Ausbuchung der Forderung zu Lasten einer gegebenenfalls bestehenden Wertberichtigung. Bei Wegfall des Kreditrisikos
erfolgt eine Auflösung der Wertberichtigung.
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading umfassen zu Handelszwecken dienende Wertpapiere, Kredite und Forderungen sowie posi-
tive Marktwerte (dirty price) derivativer Finanzinstrumente, welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die
jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting-Regelungen erfüllen (Economic Hedges). Positive Marktwerte
von nicht ins Portfolio Fair Value Hedge Accounting designierten sowie ineffektive Teile von Sicherungsderivaten werden ebenfalls in dieser
Position erfasst. Bei Bestehen von negativen Marktwerten erfolgt eine Darstellung unter der Position „Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for
Trading“. Eine Verrechnung von positiven und negativen Marktwerten wird nicht vorgenommen.
BILANZ
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Die zu Handelszwecken dienenden Vermögenswerte werden in der Bilanz mit ihrem Fair Value am Bilanzstichtag bilanziert.
Veräußerungs- sowie Bewertungsergebnisse des Held for Trading-Bestands werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Handelser-
gebnis ausgewiesen. Das gilt auch für Zins- und Dividendenerträge aus Handelsbeständen sowie darauf entfallende Zinsaufwendungen.
Finanzielle Vermögenswerte – Designated at Fair Value P&L (FVO)
Der RLB Steiermark Konzern hat die Fair Value Option zum Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 9 per 1. Jänner 2018 widerrufen und
wendet diese auf finanzielle Vermögenswerte derzeit nicht an.
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
In diese Kategorie werden Fremdkapitalinstrumente des Geschäftsmodells „Halten und Verkaufen “ eingestuft, sofern die SPPI-Kriterien erfüllt
sind. Derzeit beinhaltet das Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ ausschließlich Wertpapiere, jedoch keine Kredite und Forderungen.
Weiters umfasst diese Kategorie Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente (insbesondere Beteiligungen), die nicht zu Handelszwecken
gehalten werden und für die das unwiderrufliche Wahlrecht, sämtliche Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts in der Folgebewertung
erfolgsneutral über das Sonstige Ergebnis (OCI) zu erfassen („OCI-Wahlrecht“), ausgeübt wurde.
Die Bewertung dieser Vermögenswerte erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Gebühren und Transaktionskosten, die direkt dem
Erwerb des Vermögenswertes zuzurechnen sind. Alle (positiven wie auch negativen) Wertänderungen zwischen der Zugangs- und Folgebe-
wertung sowie zwischen den nachfolgenden Zeitpunkten der Folgebewertung, werden bis zur Veräußerung erfolgsneutral in einer geson-
derten Position (Rücklage) innerhalb des Eigenkapitals berücksichtigt.
Die Berücksichtigung von Wertminderungen bei Fremdkapitalinstrumenten erfolgt durch Umbuchung vom Sonstigen Ergebnis (OCI) in die
Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Der Bilanzansatz (Fair Value) wird durch die Wertminderung nicht verändert. Wertminderungen/Wertaufho-
lungen bei Eigenkapitalinstrumenten werden im Posten „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI“ (non
reclassified) ausgewiesen.
Bei Veräußerung von Fremdkapitalinstrumenten wird das in der Rücklage kumulierte Bewertungsergebnis aufgelöst und in der Gewinn-und-
Verlust-Rechnung erfasst. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen erfolgt laufzeitkonform nach der Effektivzinsmethode und wird
erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Erfolgsneutral im Sonstigen Ergebnis (OCI) erfasste Bewertungsergebnisse von Eigenkapitalinstrumenten dürfen später nicht mehr in der
Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden (auch nicht bei Ausbuchung der Finanzinvestition). Bei Veräußerung erfolgt somit eine Um-
buchung innerhalb des Eigenkapitals in die Gewinnrücklagen.
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
Finanzielle Vermögenswerte, die grundsätzlich dem Geschäftsmodell „Halten“ oder „Halten und Verkaufen“ zugeordnet sind, aber aufgrund
der Nichterfüllung der SPPI-Kriterien in die Kategorie FVPL-M eingestuft werden, betreffen insbesondere Kredite und Forderungen sowie
Schuldverschreibungen. Weiters werden hier auch finanzielle Vermögenswerte, welche gemäß IFRS 9.B4.1.6 dem Geschäftsmodell „Sonsti-
ges“ zugeordnet werden, dargestellt. Darüber hinaus beinhaltet diese Kategorie Eigenkapitalinstrumente, für welche die Option zur erfolgs-
neutralen Fair Value Bewertung nicht ausgeübt wurde.
Die Bewertung dieser Vermögenswerte erfolgt mit dem beizulegenden Zeitwert. Alle (positiven wie auch negativen) Wertänderungen zwi-
schen der Zugangs- und Folgebewertung sowie zwischen den nachfolgenden Zeitpunkten der Folgebewertung, werden erfolgswirksam
erfasst. Gebühren und Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswertes zugeordnet werden, werden sofort
erfolgswirksam erfasst.
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In dieser Position werden ausschließlich positive Marktwerte aus Zinssatzgeschäften und Wechselkursgeschäften ausgewiesen, welche
Sicherungszwecken dienen und für die Anwendung des Hedge Accounting i. S. d. IFRS 9 bzw. für das Portfolio Fair Value Hedge Ac-
counting gem. IAS 39.81A qualifizieren. Die Bewertung dieser Derivate ist im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt – die Zinsen
werden im Zinsüberschuss gezeigt.
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Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In dieser Position werden sowohl kumulierte positive als auch kumulierte negative Wertänderungen der Grundgeschäfte (Basis Adjust-
ments) der Aktivseite aus dem Portfolio Fair Value Hedge Accounting ausgewiesen, wodurch der Bilanzposten auch negative Werte aufwei-
sen kann. Die Wertänderungen werden im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt. Ist die Sicherungsbeziehung eines Portfolio Fair
Value Hedges in einem Laufzeitband ineffektiv, wird in der aktuellen Periode keine Buchwertanpassung (Basis Adjustment) für das Grund-
geschäft vorgenommen. Die Fair Value Bewertung der entsprechenden Sicherungsgeschäfte wird in diesen Fällen im Handelsergebnis
ausgewiesen.
Die Amortisierung vergangener Basis Adjustments (line items) über die Restlaufzeit der jeweiligen Laufzeitbänder erfolgt im Zinsergebnis bzw.
bei Abgang der zugrundeliegenden Geschäfte im „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“.
Detaillierte Angaben zum Portfolio Fair Value Hedge Accounting finden sich in Note 36 des Abschlusses.
Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
Anteilsrechte an at equity bilanzierten Unternehmen werden in dieser gesonderten Bilanzposition dargestellt. Die erfolgswirksamen Ergeb-
nisse (inkl. Wertminderungen bzw. Wertaufholungen) aus Anteilen an at equity bilanzierten Unternehmen werden in der Gesamtergebnis-
rechnung gesondert in der Position „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ gezeigt. Die erfolgsneutralen anteiligen Eigenkapital-
veränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen werden im Sonstigen Ergebnis dargestellt.
Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um
planmäßige lineare Abschreibungen, bilanziert. Den linearen Abschreibungen werden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von 4 bis
10 Jahren (bzw. Abschreibungssätze zwischen 10 % und 25 %) zugrunde gelegt.
Darüber hinaus gehende Wertminderungen sind gemäß IAS 36 vorzunehmen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der
erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungs-
wert eines Vermögenswerts. Wenn in folgenden Berichtsperioden ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist
die Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 geboten. Die Wertaufholung ist begrenzt mit den fortgeführten Anschaffungs-
kosten.
Sachanlagen
Die Sachanlagen beinhalten selbst genutzte Grundstücke und Gebäude sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Diese werden mit den
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt.
Den linearen Abschreibungen werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Nutzungsdauer Jahre
Gebäude 10-67
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3-20
Investitionen in Mietobjekte werden linear über die Mietdauer oder die erwartete Nutzungsdauer der Investition abgeschrieben, wobei je-
weils der kürzere der beiden genannten Zeiträume zur Anwendung kommt.
Darüber hinaus gehende Wertminderungen sind gemäß IAS 36 vorzunehmen, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt. Der
erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert
eines Vermögenswerts. Wenn in folgenden Berichtsperioden ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist die
Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 geboten. Die Wertaufholung ist begrenzt mit den fortgeführten Anschaffungskosten.
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Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Nach IAS 40.5 sind unter dieser Position Grundstücke und Gebäude bzw. Gebäudeteile auszuweisen, die zur Erzielung von Mieteinnahmen
oder zum Zwecke der Wertsteigerung, jedoch nicht zur Eigennutzung bzw. zum Verkauf im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
gehalten werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien können sowohl im Eigentum befindliche Immobilien als auch angemietete
Nutzungsrechte darstellen. Auch wesentliche fremdgenutzte Teile bei gemischt genutzten Immobilien werden als Finanzinvestition gehal-
tene Immobilien ausgewiesen, sofern die Voraussetzungen für eine gesonderte Vermiet- bzw. Veräußerbarkeit gegeben sind.
Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der linearen Abschreibung werden dieselben Nutzungsdauern wie dem Sach-
anlagevermögen bzw. den Nutzungsrechten zugrunde gelegt. Laufende Mieterträge werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen
ausgewiesen, die planmäßigen Abschreibungen unter den Verwaltungsaufwendungen.
Die Ermittlung der Fair Values der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erfolgt in der Regel durch unabhängige Gutachter. In einzel-
nen Fällen erfolgt die Schätzung durch hausinterne Experten.
Nutzungsrechte
Berechtigt ein Vertrag dazu, die Nutzung eines Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrol-
lieren, so ist am Bereitstellungsdatum ein Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasing-Verbindlichkeit zu erfassen.
Die Erfassung des Nutzungsrechts erfolgt zu Anschaffungskosten, welche sich aus dem Barwert der Leasing-Verbindlichkeit zuzüglich aller
bei oder vor Bereitstellung geleisteten Leasingzahlungen abzüglich aller etwaigen Leasinganreize, sowie allen sonstigen anfänglichen direk-
ten Kosten bzw. geschätzten möglichen Kosten der Demontage oder Beseitigung des Vermögenswerts zusammensetzen. Aktivierte Nut-
zungsrechte beinhalten insbesondere angemietete Bankstellen und KFZ-Leasingverträge.
Die Nutzungsrechte sind abzüglich aller kumulierten Abschreibungen und aller kumulierten Wertminderungen sowie berichtigt um jede
durchgeführte Neubewertung der Leasing-Verbindlichkeit zu bewerten. Die Abschreibungsvorschriften entsprechen jenen des IAS 16 Sach-
anlagen. Die Laufzeiten der Nutzungsrechte bemessen sich an der unkündbaren Grundmietzeit der Leasingverhältnisse unter Einbeziehung
der voraussichtlichen Nutzung des zugrundeliegenden Vermögenswertes.
Sonstige Aktiva
In den Sonstigen Aktiva werden vor allem Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Steuerforderungen und Vorräte ausgewiesen. Die
Bewertung der Vorräte erfolgt zum niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert.
Abwertungen werden vorgenommen, sofern der Anschaffungswert über dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag liegt, oder wenn
aufgrund eingeschränkter Verwertbarkeit oder langer Lagerzeit eine Wertminderung der Vorräte eingetreten ist. Dieser Posten enthält aus-
schließlich nicht finanzielle Forderungen.
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige
Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Die Kriterien, damit ein Vermö-
genswert oder eine Veräußerungsgruppe als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wird, gelten nur dann als erfüllt, wenn die Veräußerung
höchst wahrscheinlich und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Aus den für
die Durchführung der Veräußerung erforderlichen Maßnahmen muss hervorgehen, dass es unwahrscheinlich ist, dass wesentliche Ände-
rungen an der Veräußerung vorgenommen werden oder dass die Entscheidung für die Veräußerung rückgängig gemacht wird. Das Ma-
nagement muss beschlossen haben, die geplante Veräußerung durchzuführen, und es muss zu erwarten sein, dass sie innerhalb von ei-
nem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung erfolgen wird.
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sind grundsätzlich mit dem niedrigeren
Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten zu bewerten. Ausgenommen davon sind Finanzinstrumente
gemäß IFRS 9 (IFRS 5.5). Für diese (Vermögenswerte und Schulden) gelten die besonderen Bewertungsvorschriften selbst dann nicht,
wenn sie Teil einer Veräußerungsgruppe enthalten. Die Ergebnisse aus dem Abgang von als zur Veräußerung gehalten klassifizierten lang-
fristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.
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Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
Diese Position beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten,
sofern diese Finanzinstrumente nicht dem Handelsbestand oder dem designierten Fair Value Bestand zugeordnet werden. Bei den nach-
rangigen Verbindlichkeiten handelt es sich im Besonderen um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements
Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013). Der bilanzierte Wert wird um zurückgekaufte eigene Emissionen gekürzt.
Im Rahmen der Folgebewertung werden diese Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Agien und Disagien
sind Bestandteil der fortgeführten Anschaffungskosten und werden wie die abgegrenzten Zinsen zusammen mit den betreffenden Finanzin-
strumenten in einem Bilanzposten ausgewiesen. Die Verteilung von Agio- und Disagiobeträgen erfolgt laufzeitkonform nach der Effektivzins-
methode und wird erfolgswirksam im Zinsergebnis ausgewiesen.
Das TLTRO III Programm der EZB stellt Banken längerfristige Refinanzierungen zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Würden diese
günstigen Konditionen als wesentlicher Vorteil im Vergleich zu marktüblichen Konditionen auf einem allgemeinen Markt gesehen werden,
hätte dies eine Bilanzierung nach IAS 20 Öffentliche Zuwendungen zur Folge. Seitens der RLB Steiermark wird der Markt für TLTRO-Refi-
nanzierungen allerdings als eigener und abgeschlossener Markt i. S. d. IFRS 13 betrachtet. Die Refinanzierungen in diesem Markt werden
zu spezifischen, nicht beeinflussbaren Konditionen vergeben, um die Kreditvergabe seitens der Kreditinstitute zu stimulieren und so die
Wirtschaft zu finanzieren. Die im Rahmen des TLTRO III aufgenommenen Refinanzierungen werden daher nach den Regelungen des
IFRS 9 bilanziert und innerhalb der Bilanzposition „Finanzielle Verbindlichkeiten – AC“ ausgewiesen. Nähere Ausführungen zum TLTRO III-
Programm siehe auch im Risikobericht unter Kapitel „Liquiditätsrisiko“.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading umfassen zu Handelszwecken dienende Einlagen von Kreditinstituten sowie negative Markt-
werte von derivativen Finanzinstrumenten (dirty price), welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch
nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der Hedge Accounting-Regelungen erfüllen (Economic Hedges). Negative Marktwerte von
nicht ins Portfolio Fair Value Hedge Accounting designierten sowie ineffektive Teile von Sicherungsderivaten werden ebenfalls in dieser Posi-
tion erfasst. Bei Bestehen von positiven Marktwerten (dirty price) erfolgt eine Darstellung unter der Position „Finanzielle Vermögenswerte –
Held for Trading“. Eine Verrechnung von positiven und negativen Marktwerten wird nicht vorgenommen.
Die zu Handelszwecken dienenden finanziellen Verbindlichkeiten werden in der Bilanz mit ihrem Fair Value am Bilanzstichtag bilanziert.
Veräußerungs- sowie Bewertungsergebnisse des Held for Trading-Bestands werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Handelser-
gebnis ausgewiesen. Das gilt auch für Zins- und Dividendenerträge aus Handelsbeständen sowie darauf entfallende Zinsaufwendungen.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
Diese Position beinhaltet Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie verbriefte Verbindlichkeiten, welche die Voraus-
setzungen für die Anwendung der Fair Value Option erfüllen. Diese sind erfüllt, wenn durch die Designation Differenzen aufgrund einer
unterschiedlichen Bewertung („accounting mismatch“) beseitigt bzw. signifikant verringert werden oder die Trennung eingebetteter Derivate
vermieden wird. Der bilanzierte Wert wird um zurückgekaufte eigene Emissionen gekürzt.
Die Bewertung dieser Verbindlichkeiten erfolgt zum Fair Value. Änderungen des Fair Value werden einerseits in der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung im „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L“ dargestellt und andererseits werden jene Änderungen, welche
durch Änderungen des eigenen Kreditrisikos bedingt sind, innerhalb des OCI in der Position „Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen
finanzieller Verbindlichkeiten“ ausgewiesen. Die Zinsaufwendungen werden im Zinsüberschuss gezeigt.
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In dieser Position werden ausschließlich negative Marktwerte aus Zinssatzgeschäften und Wechselkursgeschäften ausgewiesen, welche
Sicherungszwecken dienen und die sich für die Anwendung zum Hedge Accounting i. S. d. IFRS 9 bzw. für das Portfolio Fair Value Hedge
Accounting gem. IAS 39.81A qualifizieren. Die Bewertung dieser Derivate ist im „Ergebnis aus Hedge Accounting“ dargestellt – die Zinsen
werden im Zinsüberschuss gezeigt.
Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die aus zurückliegenden
Ereignissen resultieren, und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der künftigen Verpflichtung möglich ist.
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STEIERMARK 2020
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Gemäß IAS 19 qualifizieren sich Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die
Leistungen des RLB Steiermark Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte wie auch leistungsorientierte Pläne.
Beitragsorientierte Pläne (defined contribution plans)
Ein beitragsorientierter Versorgungsplan ist ein Altersversorgungsplan, bei dem ein festgelegter Beitrag an einen externen Versorgungsträger
entrichtet wird und keine darüber hinaus gehenden Zahlungen zu entrichten sind, falls der Fonds über nicht ausreichende Vermögenswerte
zur Leistungserbringung verfügt. In diesem Fall tragen die Arbeitnehmer das Erfolgsrisiko aus der Veranlagung. Der RLB Steiermark Konzern
entrichtet für eine Gruppe von Mitarbeitern aufgrund vertraglicher Verpflichtungen oder auf freiwilliger Basis Beiträge an eine Pensionskasse,
welche die Mittel verwaltet und die Pensionszahlungen vornimmt. Die Beitragszahlungen an die Pensionskasse stellen laufenden Aufwand
dar und werden in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ ausgewiesen.
Leistungsorientierte Pläne (defined benefit plans)
Ein leistungsorientierter Plan ist ein Altersversorgungsplan, bei dem den Begünstigten eine bestimmte Leistung zugesagt wird. Der RLB
Steiermark Konzern hat einer Gruppe von Mitarbeitern leistungsorientierte Pläne (Pensionsstatute, Sonderverträge) rechtsverbindlich und
unwiderruflich über die Höhe der späteren Pension zugesagt. Die zur Bedeckung benötigten Mittel werden entweder über die Pensions-
kasse angespart oder verbleiben im Unternehmen.
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer
Leistungsbezogene Versorgungspläne beinhalten auch Jubiläumsgelder – diese Verpflichtungen stellen andere langfristig fällige Leistun-
gen an Arbeitnehmer dar. Jubiläumsgelder (Zahlungen für langfristige Dienste/Treue zum Unternehmen) sind von der Dauer des Dienstver-
hältnisses abhängig. Der Anspruch auf Jubiläumsgeld begründet sich aus dem Kollektivvertrag, der sowohl die Voraussetzungen für den
Anspruch als auch dessen Höhe regelt.
Die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen (Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen bzw. Jubiläumsgelder), wer-
den gemäß IAS 19 (2011) „Leistungen an Arbeitnehmer“ nach der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt.
Die Bewertung der künftigen Verpflichtungen erfolgt auf der Grundlage von versicherungsmathematischen Gutachten, welche unter Berück-
sichtigung verschiedener
Parameter (z. B. Rechnungszinssatz, Pensionsalter, Lebenserwartung, Fluktuation) erstellt werden.
Der Unterschied aufgrund der Neubewertung der Verpflichtung zum Bilanzstichtag im Vergleich zu dem am Jahresanfang prognostizierten
Wert wird als versicherungsmathematischer Gewinn oder Verlust bezeichnet – dieser ist für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen
nach IAS 19.57 im Sonstigen Ergebnis zu erfassen. Neubewertungen aus Jubiläumsgeldverpflichtungen werden in der Gewinn-und-Verlust-
Rechnung im Posten „Verwaltungsaufwendungen“ erfasst. Beiträge zum Planvermögen werden ausschließlich vom Arbeitgeber entrichtet.
Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden wie im Vorjahr bei sämtlichen Sozialkapitalrückstellungen die „AVÖ 2018 P-Rechnungs-
grundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler“ in der Ausprägung für Angestellte herangezogen.
Die Aufwendungen für Personalrückstellungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung innerhalb der Position „Verwaltungsaufwendun-
gen“ sowie in der Position „Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen“ im Sonstigen Ergebnis
ausgewiesen. Daneben sind ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand aufgrund von rückwirkenden Planänderungen sowie Nettozinsen
auf die Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen nach IAS 19.103 sofort und vollständig erfolgswirksam zu erfassen.
Leistungsorientierte Pensionspläne beziehen sich ausnahmslos nur mehr auf im Ruhestand befindliche Mitarbeiter. Die Pensionsverpflich-
tungen für aktive Dienstnehmer wurden in den vergangenen Jahren an externe Pensionskassen übertragen. Im RLB Steiermark Konzern
verbleiben im Rahmen einer leistungsorientierten Zusage die Ansprüche bereits vor Inkrafttreten der Pensionsreform zum 31. Dezember
1998 in Ruhestand befindlicher Dienstnehmer bzw. jener Dienstnehmer, die zwar erst 1999 die Pension antraten, aber einzelvertraglich noch
die Zusage auf einen Direktpensionsanspruch hatten, sowie Anwartschaften aus darauf basierenden Hinterbliebenenpensionen.
Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurde ein Rechnungszinssatz von 0,30 % (Vj: 0,60 %) und
eine erwartete Pensionserhöhung zwischen 1,90 % (Vj: 2,00 %) und 2,10 % (Vj: 2,75 %) angesetzt. Die abweichenden Ansätze resultieren
aus unterschiedlichen Entlohnungsschemata innerhalb des RLB Steiermark Konzerns.
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Ist ein Planvermögen vorhanden, führt die Saldierung des Barwerts der Verpflichtung und des Fair Value des Planvermögens unter Berück-
sichtigung von versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten zur Bilanzierung der tatsächlichen Nettoverpflichtung (IAS 19.131).
Im Fall der Deckung der Pensionsverpflichtungen durch Planvermögen werden die Nettozinskosten durch die Saldierung der leistungsori-
entierten Verpflichtung mit dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens unter Anwendung eines einheitlichen Zinssatzes ermittelt.
Aufgrund der Vorschriften der § 23 und § 23a AngG gebührt jenen Mitarbeitern, deren Arbeitsverhältnis vor dem 1. Jänner 2003 begonnen
hat, bei Kündigung durch den Dienstgeber oder zum Pensionsantrittszeitpunkt eine Abfertigungszahlung. Diese ist von der Anzahl der
Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Sie beträgt zwischen zwei und zwölf Monatsbezügen. Für
diese Verpflichtungen wird eine Rückstellung gebildet.
Für die Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder (Erreichen des 25. bzw. 35. Dienstjahres) gelangen ein Rech-
nungszinssatz von 0,10 % (Vj: 0,30 %) sowie eine durchschnittliche Gehaltssteigerung zwischen 2,80 % (Vj: 3,00 %) und 3,20 % (Vj: 3,70 %)
zur Anwendung. Die abweichenden Ansätze resultieren aus unterschiedlichen Entlohnungsschemata innerhalb des RLB Steiermark Kon-
zerns. Darüber hinaus wurden bei der Berechnung individuell ermittelte, jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten berücksichtigt.
Bei Frauen und Männern wurde ein kalkulatorisches Pensionsantrittsalter von 62 Jahren (Vj: 62 Jahre) unter Beachtung der Übergangsbe-
stimmungen laut Budgetbegleitgesetz 2011 (BGBl. I Nr. 111/2010 vom 30.12.2010) und „BVG Altersgrenzen“ (BGBl. Nr. 832/1992; Bundes-
verfassungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten) zugrunde gelegt.
Für alle bis einschließlich 2002 eingetretenen Mitarbeiter werden die Abfertigungsverpflichtungen gemäß der Projected Unit Credit Method
ermittelt. Für jene Mitarbeiter, die ab dem 1. Jänner 2003 eingetreten sind, werden die Abfertigungsverpflichtungen im Rahmen eines bei-
tragsorientierten Plans von einer Mitarbeitervorsorgekasse übernommen. Der RLB Steiermark Konzern entrichtet aufgrund gesetzlicher Best-
immungen Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse. Über die Beitragszahlung hinausgehende Leistungsverpflichtungen bestehen nicht.
Die Versorgungspläne im Zusammenhang mit Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen bzw. Jubiläumsgeldern sowie sonstigen Leistun-
gen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses setzen den RLB Steiermark Konzern versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebig-
keitsrisiko, dem Zinsrisiko sowie dem Marktrisiko (Investitionsrisiko) aus.
Sonstige Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat und es
sowohl wahrscheinlich ist, dass er verpflichtet sein wird, diese zu erfüllen, als auch eine verlässliche Schätzung des Betrags möglich ist.
Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der am Bilanzstichtag bestmögliche Schätzwert für die Leistung, die unter Berücksichtigung der der
Verpflichtung zugrundeliegenden Risiken und Unsicherheiten hinzugeben ist, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Risiken und
Unsicherheiten sind bei der Schätzung berücksichtigt.
Sonstige Passiva
In den Sonstigen Passiva werden insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übrige Steuerschulden, Leasing-Ver-
bindlichkeiten sowie sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Dieser Posten enthält ausschließlich nicht finanzielle Verbindichkeiten.
Die Leasing-Verbindlichkeit wird am Bereitstellungsdatum zum Barwert der zu diesem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen
bewertet. Die Abzinsung dieser Leasingzahlungen erfolgt mit jenem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Lässt sich dieser
nicht ohne weiteres bestimmen, wird der Grenzfremdkapitalzinssatz des RLB Steiermark Konzerns herangezogen. Die Leasingzahlungen
entsprechen den festen Zahlungen, welche der RLB Steiermark Konzern im Rahmen des Leasingverhältnisses zu leisten hat.
Während der Leasinglaufzeit ist die Leasing-Verbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode fortzuschreiben. Bei Änderungen der Laufzeit des
Leasingverhältnisses, Änderungen im Zusammenhang mit der Beurteilung von etwaigen Kaufoptionen, Änderungen von etwaigen Restwert-
garantien oder Änderungen der Leasingraten wird eine Neubewertung der Leasing-Verbindlichkeit vorgenommen.
Die Zuwendungen der öffentlichen Hand werden als passivischer Abgrenzungsposten in der Bilanz ausgewiesen. Dieser wird entsprechend
der Nutzungsdauer der Vermögenswerte, für welche die Zuwendung gewährt wurde, planmäßig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung auf-
gelöst.
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STEIERMARK 2020
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen
Schulden sind nur dann Teil der Veräußerungsgruppe, wenn sie bei der Veräußerung mit übertragen werden, der Erwerber sie somit über-
nimmt. Diese Verbindlichkeiten sind getrennt von anderen Schulden in der Bilanz auszuweisen. Eine Saldierung der Vermögenswerte und
Schulden einer Veräußerungsgruppe darf nicht vorgenommen werden.
Eigenkapital
Das Eigenkapital setzt sich aus dem eingezahlten Kapital, das ist das dem Unternehmen zur Verfügung gestellte Kapital (gezeichnetes Kapi-
tal und Kapitalrücklagen), und aus dem erwirtschafteten Kapital (Gewinnrücklagen und dem kumulierten Sonstigen Ergebnis) zusammen.
Das kumulierte Sonstige Ergebnis umfasst – jeweils nach Berücksichtigung der latenten Steuern – die nicht erfolgswirksam erfassten Er-
gebnisse aus der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten – FVOCI, die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus
leistungsorientierten Plänen, die anteiligen erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderungen der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
sowie die bonitätsinduzierten Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten.
Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter am Eigenkapital der vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden als eigener Posten
innerhalb des Eigenkapitals gesondert dargestellt.
Steuerforderungen und Steuerschulden/Ertragsteuern
Die Bilanzierung und Berechnung von Ertragsteuern erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenme-
thode.
Laufende Steuern
Ertragsteuerforderungen bzw. -schulden aus laufenden Ertragsteuern werden in Höhe der voraussichtlichen Verrechnung mit den jeweiligen
Steuerbehörden angesetzt und in den Positionen „Laufende Ertragsteuerforderungen“ bzw. „Laufende Ertragsteuerschulden“ ausgewiesen.
Latente Steuern
Die Berechnung latenter Steuern auf temporäre Differenzen, die sich in Folgeperioden wieder ausgleichen, erfolgt durch Vergleich der Wert-
ansätze der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit den steuerlichen Buchwerten des jeweiligen Konzernunternehmens.
Latente Steuerforderungen werden für alle steuerlich absetzbaren temporären Unterschiede und noch nicht ausgenutzte steuerliche Verlust-
vorträge in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft ein zu versteuernder Gewinn zur Verrechnung mit den steuer-
lich absetzbaren temporären Unterschieden und noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen zur Verfügung stehen wird. Der Buch-
wert der latenten Steuerforderungen wird zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Maß reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich
ist, dass ein ausreichend zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, gegen den die latente Steuerforderung zumindest teilweise
genutzt werden kann. Nicht bilanzierte latente Steuerforderungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt,
in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein zukünftig zu versteuernder Gewinn eine Nutzung der latenten Steuerforderungen ermög-
licht. Eine Aufrechnung von latenten Steuerforderungen und latenten Steuerschulden wird, sofern die entsprechenden Voraussetzungen
nach IAS 12.74 vorliegen, für jene Unternehmen einer Steuergruppe vorgenommen, welche im Zuge der Vollkonsolidierung in den Kon-
zernabschluss der RLB Steiermark einbezogen werden. Abzinsungen für latente Steuern werden nicht vorgenommen.
Latente Steuerforderungen und -schulden werden entsprechend IAS 12.47 anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Peri-
ode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze verwendet, die zum
Abschlussstichtag gültig oder angekündigt sind („enacted tax rate“).
Die latenten Ertragsteuerforderungen und -schulden werden in eigenen Bilanzpositionen „Latente Ertragsteuerforderungen“ bzw. „Latente
Ertragsteuerschulden“ ausgewiesen.
Sowohl laufende wie auch latente Ertragsteuern werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung unter der Position „Steuern vom Einkommen
und Ertrag“ ausgewiesen, sonstige Steuern werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.
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STEIERMARK 2020
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Steuerliche Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist seit dem Veranlagungsjahr 2011 Gruppenträgerin einer Unternehmensgruppe gemäß
§ 9 Abs. 8 KStG. Die Unternehmensgruppe umfasst neben der Gruppenträgerin 19 (Vj: 19) weitere Gruppenmitglieder. Die betroffenen
Gesellschaften haben eine Regelung über den Steuerausgleich dahingehend getroffen, dass eine jährliche Abrechnung der Steuerbe- oder
-entlastung, die sich aus dem während der Gruppenzugehörigkeit entstehenden Einkommen des Gruppenmitglieds ergibt, erfolgt.
Des Weiteren sind folgende vollkonsolidierte Gesellschaften Gruppenträgerinnen einer steuerlichen Unternehmensgruppe:
RLB Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft mbH mit 10 Gruppenmitgliedern (Vj: 11)
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit 5 Gruppenmitgliedern (Vj: 5)
Steirische Raiffeisen – Immobilien - Leasing GmbH mit 4 Gruppenmitgliedern (neu ab 2020)
Die Steuerbemessungsgrundlage für die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte der Gruppenträgerin sowie der zuge-
rechneten steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Berücksichtigung der steuerlichen Verlustvorträge der Gruppenträgerin im
gesetzlichen Ausmaß.
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STEIERMARK 2020
1. Zinsüberschuss
In TEUR 2020 2019
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge 188.568 184.094
Finanzielle Vermögenswerte AC 177.925 169.480
Kredite und Forderungen 155.119 145.751
Schuldverschreibungen 22.806 23.729
Finanzielle Vermögenswerte FVOCI 10.643 14.614
Schuldverschreibungen 10.643 14.614
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 43.909 49.596
Finanzielle Vermögenswerte FVTPL-M 4.764 3.903
Kredite und Forderungen 534 957
Schuldverschreibungen 1.475 2.664
Andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 2.755 282
Derivative Finanzinstrumente 23.350 41.997
Derivative Finanzinstrumente (Economic Hedges) 36.462 52.759
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) -13.112 -10.762
Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten 15.795 3.696
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt 232.477 233.690
Nach der Effektivzinsmethode ermittelte Zinserträge beinhalten sowohl Gewinne als auch Verluste aus marktinduzierten Vertragsänderun-
gen von Finanzinstrumenten in Höhe von 1.845 TEUR (Vj: 320 TEUR) bzw. -4.267 TEUR (Vj: -1.735 TEUR).
Zinserträge aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten Zinserträge aus Negativzinsen in Höhe von 11.182 TEUR (Vj: 9.465 TEUR).
Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten betreffen mit einem Betrag von 9.951 TEUR Zinsen für die gezogenen Tranchen im Rah-
men des TLTRO III-Programms der EZB. Die abgegrenzten Zinsen basieren auf der Deposit Facility Rate von -0,5 Prozent sowie der zusätz-
lichen Bonifizierung von -0,5 Prozent, weil davon auszugehen ist, dass angesichts der Geschäftsentwicklung die Kreditvergabeziele erfüllt
werden.
ERL
Ä
UTERUNGEN ZUR
GEWINN-UND-VERLUST-
RECHNUNG
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
In TEUR 2020 2019
Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten – AC -96.035 -102.743
Einlagen / Aufgenommene Gelder -34.238 -34.182
Verbriefte Verbindlichkeiten -58.720 -65.513
Nachrangige Verbindlichkeiten -2.888 -2.847
Leasing-Verbindlichkeiten -189 -201
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen -22.160 -29.719
Finanzielle Verbindlichkeiten FVO -41.730 -57.205
Einlagen / Aufgenommene Gelder -24.552 -36.629
Verbriefte Verbindlichkeiten -17.178 -20.576
Derivative Finanzinstrumente 29.240 29.478
Derivative Finanzinstrumente (Economic Hedges) 758 -275
Derivative Finanzinstrumente (Hedge Accounting) 28.482 29.753
Negativzinsen aus finanziellen Vermögenswerten -9.670 -1.992
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt -118.195 -132.462
In TEUR 2020 2019
Zinsen und ähnliche Erträge gesamt 232.477 233.690
Zinsen und ähnliche Aufwendungen gesamt -118.195 -132.462
Zinsüberschuss 114.282 101.228
*) Ab dem Geschäftsjahr 2020 erfolgt der Ausweis des Zinserfolgs („Dealsaldo“) von Zinssicherungsderivaten, welche im Rahmen des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 bzw. IAS 39.81A gewidmet
sind, in jenem Posten, in welchem auch die Erfolge der Grundgeschäfte ausgewiesen werden. Zieht das gesicherte Grundgeschäft Zinserträge (-aufwendungen) nach sich, werden die
entsprechenden Beträge selbst dann als Zinserträge (-aufwendungen) ausgewiesen, wenn sie negativ (positiv) sind. Aufgrund dessen wurden die Vergleichswerte der Vorperiode angepasst und im
Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ enthaltene Zinsaufwendungen i.H.v. 51.850 TEUR in die Position „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ umgegliedert. Dementsprechend hat
sich der Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge“ von 101.446 TEUR auf 49.596 TEUR und der Posten „Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ von -81.569 TEUR auf -29.719 TEUR
verringert.
Zinsaufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten beinhalten Negativzinsen in Höhe von 15.576 TEUR (Vj: 11.731 TEUR).
Die aus Handelsaktivitäten resultierenden Zinserträge und Zinsaufwendungen sind Bestandteil des Handelsergebnisses.
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2. Dividendenerträge
In TEUR 2020 2019
aus Eigenkapitalinstrumenten FVPL
Beteiligungen 0 2.887
aus Eigenkapitalinstrumenten FVOCI
Beteiligungen 4.722 5.558
Gesamt 4.722 8.445
In der Berichtsperiode wurden Dividenden in Höhe von 4.595 TEUR (Vj: 5.485 TEUR) für noch im Bestand befindliche und 127 TEUR
(Vj: 73 TEUR) für abgegangene Eigenkapitalinstrumente FVOCI erfasst.
3. Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR 2020 2019
Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen -49.867 -12.397
Anteiliges Jahresergebnis 74.861 115.945
Wertminderung -124.728 -128.342
Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen beinhaltet ausschließlich die anteilige, laufende Ergebniskomponente sowie Aufwendungen
aus der Wertminderung der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Details dazu sind in Note 20 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ ersichtlich.
203
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
4. Provisionsüberschuss
In TEUR 2020 2019
Provisionserträge 65.679 61.080
Wertpapiergeschäft 28.074 22.813
Kreditgeschäft 8.871 9.490
Zahlungsverkehr 24.538 24.799
Auslandsgeschäft 2.552 2.508
Sonstige Bankdienstleistungen 1.644 1.470
Provisionsaufwendungen -24.789 -21.481
Wertpapiergeschäft -12.802 -9.959
Kreditgeschäft -8.343 -7.950
Zahlungsverkehr -2.397 -2.437
Auslandsgeschäft -755 -679
Sonstige Bankdienstleistungen -492 -456
Gesamt 40.890 39.599
Nachfolgend werden die Erträge und Aufwendungen aus Verträgen mit Kunden nach den berichtspflichtigen Segmenten des Konzerns
aufgegliedert:
Geschäftsjahr 2020
In TEUR
Kommerz-
kunden
Privat-
kunden
Kapital-
markt und
Treasury
Beteili-
gungen Sonstige Überleitung Gesamt
Provisionserträge 17.425 16.249 17.012 11.371 5.327 -1.705 65.679
Provisionsaufwendungen -2.636 -3.948 -12.525 -946 -5.536 802 -24.789
Gesamt 14.789 12.301 4.487 10.425 -209 -903 40.890
Geschäftsjahr 2019
In TEUR
Kommerz-
kunden
Privat-
kunden
Kapital-
markt und
Treasury
Beteili-
gungen Sonstige Überleitung Gesamt
Provisionserträge 15.791 16.289 14.192 11.024 5.754 -1.970 61.080
Provisionsaufwendungen -2.244 -3.666 -10.019 -796 -5.533 777 -21.481
Gesamt 13.547 12.623 4.173 10.228 221 -1.193 39.599
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5. Ergebnis aus Hedge Accounting
In TEUR 2020 2019
Bewertungsergebnis aus Mikro Fair Value Hedges -161 1.834
Bewertungsergebnis aus Grundgeschäften in Mikro Fair Value Hedges -28.689 -76.374
Bewertungsergebnis aus Sicherungsinstrumenten in Mikro Fair Value Hedges 28.528 78.208
Bewertungsergebnis aus Portfolio Fair Value Hedges -169 195
Bewertungsergebnis aus Grundgeschäften Portfolio Fair Value Hedges 29.871 -1.228
Bewertungsergebnis aus Sicherungsgeschäften Portfolio Fair Value Hedges -30.040 1.423
Gesamt -330 2.029
Im RLB Steiermark Konzern wird Fair Value Hedge Accounting i. S. v. IFRS 9 angewendet. Der Hauptanwendungsbereich liegt dabei in der
Absicherung von Grundgeschäften mit Festzinsrisiko durch in Bezug auf wesentliche Parameter identische, aber gegenläufige Finanzinstru-
mente. Des Weiteren wird seit dem dritten Quartal 2019 Portfolio Fair Value Hedge Accounting nach IAS 39 eingesetzt.
Details dazu sind in Note 36 „Hedge Accounting“ ersichtlich.
6. Handelsergebnis
Im Handelsergebnis werden sämtliche Zins- und Dividendenerträge, Zinsaufwendungen sowie realisierte und unrealisierte Fair Value Ände-
rungen aus Handelsbeständen ausgewiesen. Darüber hinaus wird hier das Netto-Fremdwährungsergebnis dargestellt.
In TEUR 2020 2019
Nettozinsergebnis 24.799 11.514
Schuldverschreibungen 594 845
Einlagen und Kredite 28 -370
Derivative Finanzinstrumente 24.177 11.039
Bewertungsergebnis -26.555 -18.746
Schuldverschreibungen 266 159
Einlagen und Kredite -160 -364
Derivative Finanzinstrumente -28.906 -21.453
Sonstiges Geschäft 2.245 2.912
Veräußerungsergebnis 223 671
Schuldverschreibungen 223 671
Gesamt -1.533 -6.561
Im Geschäftsjahr 2020 beträgt das im Handelsergebnis enthaltene Netto-Fremdwährungsergebnis 1.228 TEUR (Vj: 2.113 TEUR).
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7. Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL) umfasst einerseits das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von
designierten finanziellen Schulden sowie jener Derivate, die im Rahmen der Fair Value Option (FVO) genutzt werden.
Andererseits wird in dieser Position das Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Finanzinstrumenten (FVPL-M) ausgewiesen. Dieses beinhaltet neben dem Veräußerungs- und Bewertungsergebnis von Krediten und Wert-
papieren, welche die SPPI-Kriterien nicht erfüllen, insbesondere auch das Nettoergebnis aus dem aufgrund IFRS 9.B4.1.6 verpflichtend
zum Fair Value zu bewerteten Sondervermögen, bestehend aus den Finanzinstrumenten der einbezogenen strukturierten Unternehmen
(Spezialfonds) DASAA, EURAN und GLAN. Zudem enthält diese Position das Veräußerungsergebnis sowie Abschreibungen und Zuschrei-
bungen von Eigenkapitalinstrumenten, für welche die Wahlmöglichkeit zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert im
Sonstigen Ergebnis nicht in Anspruch genommen wurde.
In TEUR 2020 2019
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVO 101.712 79.939
Veräußerungsergebnis 695 1.783
Verbriefte Verbindlichkeiten 695 1.783
Bewertungsergebnis 101.017 78.156
Einlagen / Aufgenommene Gelder 94.759 54.633
Verbriefte Verbindlichkeiten 11.315 7.737
Derivative Finanzinstrumente -5.057 15.786
Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVPL-M -715 11.703
Veräußerungsergebnis -2.362 305
Schuldverschreibungen -573 -328
Sondervermögen -1.789 633
Bewertungsergebnis 1.680 14.363
Schuldverschreibungen -380 -1.742
Sondervermögen 2.080 14.995
Kredite und Forderungen -20 1.110
Abschreibungen aufgrund Wertminderung -33 -2.965
Gesamt 100.997 91.642
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVO enthält Bewertungseffekte aus der Laufzeitverkürzung von Verbindlichkeiten in Folge der
fortgesetzten Neustrukturierung der Refinanzierungssituation im Konzern in Höhe von rund 101 Mio. EUR (Vj: 75 Mio. EUR). Unter anderem
wurden unter Berücksichtigung des Liquiditätsbedarfs Kapitalmarktrefinanzierungen (FVPL-FVO) vorzeitig gekündigt sowie geänderte Kün-
digungswahrscheinlichkeiten in der Bewertung entsprechend berücksichtigt.
Die Veränderung im Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten – FVPL-M resultiert in erster Linie aus einem gegenüber der Vorperiode ver-
schlechterten Bewertungsergebnis des Sondervermögens.
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8. Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten
Im Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten wird das Veräußerungsergebnis sowohl finanziel-
ler Vermögenswerte als auch finanzieller Verbindlichkeiten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, ausgewiesen.
Dieses beinhaltet auch das Ergebnis aus substanziellen Modifikationen sowie das realisierte Ergebnis aus Hedge Adjustments aus dem
vorzeitigen Abgang von Grundgeschäften, die dem Portfolio Fair Value Hedge Accounting gewidmet wurden. Zudem wird in dieser Position
das Ergebnis aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten, welche aufgrund des Geschäftsmodells als erfolgsneutral zum bei-
zulegenden Zeitwert im Sonstigen Ergebnis bewertet werden, dargestellt.
In TEUR 2020 2019
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten – AC -1.043 141
Schuldverschreibungen 103 118
Gewinne aus der Ausbuchung 131 142
Verluste aus der Ausbuchung -28 -25
Kredite und Forderungen -1.146 23
Gewinne aus der Ausbuchung 11 85
Verluste aus der Ausbuchung -1.157 -62
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Vermögenswerten – FVOCI 1.506 595
Schuldverschreibungen 1.506 595
Veräußerungsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten – AC -229 92
aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -14 0
aus Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 346 0
Verbriefte Verbindlichkeiten -561 92
Gesamt 234 828
Das Veräußerungsergebnis von finanziellen Vermögenswerten AC betrifft das Abgangsergebnis aus (Teil-)Tilgungen, Verluste aus der Auflö-
sung von Basis Adjustments sowie aus substantiellen Modifikationen, jenes der finanziellen Vermögenswerte FVOCI resultiert ausschließlich
aus der Veräußerung von Wertpapieren.
Das Veräußerungsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten betrifft Verluste aus der Rücknahme von begebenen Emissionen sowie Ge-
winne aus der Auflösung von Basis Adjustments.
207
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
9. Sonstiges betriebliches Ergebnis
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind unter anderem Erträge aus der Weiterverrechnung von IT-Dienstleistungen, Beiträge an
Sicherungseinrichtungen sowie sonstige Steuern enthalten.
In TEUR 2020 2019
Sonstige betriebliche Erträge 71.162 71.600
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1.082 1.073
IT-Dienstleistungen 35.420 34.083
Übrige betriebliche Erträge 34.660 36.444
Sonstige betriebliche Aufwendungen -14.214 -10.881
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -43 -151
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien -83 -112
Sonstige Steuern -3.136 -2.913
Beiträge an Sicherungseinrichtungen -6.661 -5.120
Übrige betriebliche Aufwendungen -4.291 -2.585
Gesamt 56.948 60.719
In den Sonstigen Steuern ist im Wesentlichen die Stabilitätsabgabe in Höhe von 3.056 TEUR (Vj: 2.876 TEUR) enthalten.
Aufgrund der EU-Richtlinien 2014/49/EU und 2014/59/EU zum Bankenabwicklungsfonds und zum Einlagen-Sicherungssystem, in Österreich
umgesetzt durch das BaSAG (Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz) sowie durch das ESAEG (Einlagensicherungs- und Anlegerent-
schädigungsgesetz), sind Kreditinstitute seit 2015 verpflichtet, Beiträge aus diesem Titel an Sicherungseinrichtungen zu entrichten.
Das ESAEG schreibt vor, dass jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährlicher Bei-
tragsvorschreibung an die Mitgliedsinstitute bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Höhe von zumindest 0,8 % der Summe der gedeckten
Einlagen der Mitgliedsinstitute auszustatten ist. Die Rolle der Sicherungseinrichtung für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich hat die
Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. übernommen. Aus der in §§ 8 und 45 ESAEG enthaltenen Pflichtmitgliedschaft entstehen Ver-
pflichtungen für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG jähr-
lich Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Einlagen und der Ausprägung
der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist.
Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung pro Kalenderjahr Sonderbeiträge in der Höhe von maximal 0,5 % der Summe der gedeck-
ten Einlagen der Mitgliedsinstitute einheben. Diese Schwelle kann im Einzelfall durch die Genehmigung der FMA auch überschritten wer-
den. Die Höhe des Sonderbeitrags bestimmt sich gemäß § 22 ESAEG als Verhältnis des zuletzt fälligen Jahresbeitrags der Raiffeisen-Lan-
desbank Steiermark AG und Landes-Hypothekenbank Steiermark AG zur Gesamtsumme der zuletzt fälligen Jahresbeiträge aller Mitglieder
der Sicherungseinrichtung. Im Geschäftsjahr 2020 hat die ESA einen Großteil der im Einlagensicherungsfonds vorhandenen Mittel für die
Entschädigung der Einleger in den beiden Sicherungsfällen Anglo Austrian AAB und Commerzialbank Mattersburg verwendet. Der dafür
aufgewendete Betrag i. H. v. 550 Mio. EUR muss allerdings nicht sofort wieder aufgefüllt werden, sondern kann in Abstimmung mit der FMA
auf die verbleibenden fünf Jahre bis zur Erreichung der Zielausstattung 2024 verteilt werden. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde seitens des
RLB Steiermark Konzerns ein Beitrag von 1.935 TEUR (Vj: 1.012 TEUR) geleistet, welcher auch den aliquoten Anteil für die Wiederauffüllung
des Fonds enthält. Zahlungsverpflichtungen i. S. d. § 7 Abs. 1 Z. 13 ESAEG wurden nicht verwendet.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
Im Falle einer Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen i. S. d. § 49 ESAEG (Anlegerentschädigung)
beträgt die Beitragsleistung des Einzelinstituts pro Geschäftsjahr maximal 1,5 % der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a CRR
zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 CRR. Im Geschäftsjahr 2020
wurden keine Anlegerentschädigungen erbracht.
Durch das BaSAG wurde die EU-Richtlinie 2014 /59/EU über die Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kredit-
instituten und Wertpapierfirmen in Österreich umgesetzt.
Zur Finanzierung des gesetzlichen Abwicklungsfinanzierungsmechanismus sind durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 123 BaSAG
gemäß § 125 BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 126 BaSAG nach dem Verhältnis der
Höhe der Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten abzüglich gesicherter
Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Im Ge-
schäftsjahr 2020 wurde vom RLB Steiermark Konzern insgesamt ein Beitrag von 4.726 TEUR (Vj: 4.108 TEUR) geleistet. Unwiderrufliche
Zahlungsverpflichtungen wurden nicht verwendet.
Darüber hinaus kann die Abwicklungsbehörde im Bedarfsfall gemäß § 127 BaSAG außerordentliche nachträgliche Beiträge einheben. Die
Berechnung der Höhe dieser Beiträge folgt den Regeln der ordentlichen Beiträge i. S. d. § 126 BaSAG und darf den dreifachen Jahresbe-
trag der ordentlichen Beiträge nicht überschreiten.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
10. Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
In TEUR 2020 2019
Personalaufwand -98.739 -94.809
Löhne und Gehälter -73.564 -69.865
Soziale Abgaben -18.562 -17.970
Freiwilliger Sozialaufwand -1.825 -2.052
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen -4.788 -4.922
Sachaufwand -60.251 -60.062
IT-Aufwand -30.128 -29.280
Instandhaltungsaufwand -3.213 -3.974
Hausbetriebsaufwand -4.279 -3.879
Rechts- und Beratungsaufwand
*)
-7.900 -6.712
Werbe- und Repräsentationsaufwand -3.674 -4.399
Schulungsaufwand -680 -1.000
Büroaufwand -3.018 -3.004
Fuhrparkaufwand -473 -546
Sonstiger Sachaufwand
*)
-6.886 -7.268
Abschreibungen -16.613 -11.022
Sachanlagen -10.890 -7.756
Immaterielle Vermögenswerte -3.779 -1.652
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien -508 -480
Nutzungsrechte -1.436 -1.134
Gesamt -175.603 -165.893
*) Ab dem Geschäftsjahr 2020 wird der „Miet- und Leasingaufwand“ innerhalb der Position „Sonstiger Sachaufwand“ dargestellt. Dementsprechend wurde der Vorjahresbetrag von 1.676 TEUR
sowie ein Betrag von 533 TEUR aus dem „Rechts- und Beratungsaufwand“ in den „Sonstigen Sachaufwand“ umgegliedert.
Die Erhöhung des Personalaufwands resultiert in erster Linie aus geleisteten Abfindungszahlungen aufgrund der vorzeitigen Beendigung
von Arbeitsverhältnissen und geplanten Personalmaßnahmen i. Z. m. der Neustrukturierung des Konzerns.
Die geplanten Filialabgaben und –schließungen im Konzern erforderten eine aktuelle Bewertung des Anlagevermögens. Aufgrund von ver-
kürzten Nutzungsdauern und Wertminderungen war eine Abschreibung des Sachanlagevermögens (Gebäude sowie Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung) in Höhe von 2.629 TEUR erforderlich.
Die aktivierten Nutzungsrechte für angemietete Filialen waren mit einem Betrag von 129 TEUR außerplanmäßig abzuschreiben, da den
zukünftigen Mietaufwendungen keine Nutzung der Mietobjekte entgegensteht.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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11. Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte
In TEUR 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI -244 316
Neubildungen -264 -27
Auflösungen 20 343
Finanzielle Vermögenswerte – AC -38.582 -4.799
Neubildungen -63.101 -35.417
Auflösungen 24.821 30.297
Direkte Forderungsabschreibungen -1.122 -265
Eingänge auf abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte 898 599
Sonstige Anpassungen -78 -13
Außerbilanzielle Geschäfte -14.166 1.699
Neubildungen -28.473 -5.067
Auflösungen 14.307 6.766
Gesamt -52.992 -2.784
Die Erhöhung der Wertminderungen ist in erster Linie auf höhere Risikovorsorgen bei finanziellen Vermögenswerten in Stage 2 in Folge der
Anpassung der zukunftsorientierten Informationen sowie auf die Anwendung eines Post Model Adjustments aufgrund der COVID-19 Pandemie
zurückzuführen (siehe Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“). Aus der Anwendung des Post Model Adjustment resultierte ein
aufwandswirksamer Effekt von rund 22,2 Mio. EUR.
Zu weiteren Detailangaben über die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte siehe Note 13 „Barreserve und Sichtguthaben“, Note 14
„Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)“, Note 16 „Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)“, Note 31 „Rückstellun-
gen“ sowie das Kapitel „Risikobericht“.
In der Position „Sonstige Anpassungen“ sind Gewinne und Verluste aus bonitätsinduzierten Vertragsänderungen von Finanzinstrumenten in
Höhe von 7 TEUR (Vj: 11 TEUR) bzw. -85 TEUR (Vj: -24 TEUR) enthalten.
12. Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Ertragsteueraufwendungen beinhalten die in den Konzernunternehmen auf Basis der steuerlichen Ergebnisse errechneten laufenden
Ertragsteuern, Ertragsteuerkorrekturen sowie die Veränderungen der latenten Steuern.
In TEUR 2020 2019
Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag -1.403 -259
Latente Steuern -9.222 -12.950
Gesamt -10.625 -13.209
Zu Detailangaben über die latente Steuer siehe Note 32 „Laufende und latente Ertragsteuerforderungen und -schulden“.
211
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Konzernergebnis und effektiver Steuerbelastung:
In TEUR 2020 2019
Konzernergebnis vor Steuern 37.748 116.855
Rechnerischer Ertragssteueraufwand im Geschäftsjahr
zum inländischen Ertragssteuersatz von 25 %
-9.437 -29.214
At equity Bilanzierung von assoziierten Unternehmen -12.467 -3.099
Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungserträgen und sonstigen Erträgen 1.286 2.277
Steuermehrung aufgrund von steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen -1.260 -1.399
Minderung des laufenden Steueraufwandes aufgrund Änderung der Verwertbarkeit von
Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen
927 886
Minderung des latenten Steueraufwandes aufgrund Änderung der Verwertbarkeit von
Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen
10.228 18.068
Änderung latenter Steuern infolge einer bisher nicht berücksichtigten temporären Differenz 806 148
Latenter Steueraufwand infolge Abwertung eines latenten Steueranspruchs /
Aufhebung einer früheren Abwertung eines latenten Steueranspruchs
21 -260
Periodenfremde Ertragsteuern -601 60
Sonstige Anpassungen -128 -676
Effektiver Steueraufwand -10.625 -13.209
Steuerquote in Prozent -28,15 % -11,30 %
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Die Grundlage für die Segmentberichterstattung bildet die interne Organisations- und Managementstruktur sowie die interne Finanzbericht-
erstattung. Damit folgt die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8 „Operating Segments“ dem sogenannten „Management Approach“,
der verlangt, dass die Segmentinformationen extern so darzustellen sind, wie sie vom Gesamtvorstand regelmäßig zur Allokation von Res-
sourcen und zur Beurteilung der Ertragskraft vorgenommen werden.
Hierbei handelt es sich um eine stufenweise Deckungsbeitragsrechnung. Die Erträge und Aufwendungen werden verursachungsgerecht
zugeordnet. Ertragspositionen sind der Zinsüberschuss, Dividendenerträge, der Provisionsüberschuss, das Ergebnis aus at equity bilan-
zierten Unternehmen, das Handelsergebnis, das Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sowie das Sonstige
betriebliche Ergebnis, wobei der Zinsüberschuss auf Basis der Marktzinsmethode kalkuliert wird.
Die Wertminderungen beinhalten Neubildungen und Auflösungen für finanzielle Vermögenswerte und außerbilanzielle Geschäfte sowie Di-
rektabschreibungen und Eingänge aus abgeschriebenen finanziellen Vermögenswerten. Die Verwaltungsaufwendungen beinhalten direkte
und indirekte Kosten. Die direkten Kosten (Personal- und Sachkosten) werden von den Geschäftsfeldern verantwortet, die indirekten Kosten
werden auf Basis von internen Verrechnungspreisen bzw. vereinbarten Schlüsseln zugeordnet.
Die Basis für die Verteilung des Eigenkapitals bildet das entsprechend der internen Risikoermittlung und -steuerung errechnete Gesamtri-
siko der einzelnen Segmente. Der Nettozinsnutzen wird auf Basis des allozierten Eigenkapitals ermittelt und im Nettozinsertrag dargestellt.
Die Geschäftsfelder werden wie selbstständige Unternehmen mit eigener Kapitalausstattung und Ergebnisverantwortung dargestellt.
Die Zurechnung der Aufwendungen zu den Segmenten erfolgt auf Basis der Kostenrechnung und der dort definierten einheitlichen Verrech-
nungsstandards.
Das Kriterium für die Abgrenzung der Geschäftsfelder ist die Betreuungszuständigkeit für die Kunden des RLB Steiermark Konzerns.
Die Segmentberichterstattung unterscheidet folgende Geschäftsfelder:
Kommerzkunden
Privatkunden
Kapitalmarkt und Treasury
Beteiligungen
Sonstige
Kommerzkunden
Im Geschäftsfeld „Kommerzkunden“ konzentriert sich der RLB Steiermark Konzern in seiner strategischen Ausrichtung auf den Sektor In-
dustrie, Projektfinanzierungen im In- und Ausland, KMU, institutionelle Kunden sowie auf die öffentliche Hand. Es beinhaltet das klassische
Kreditgeschäft (z. B. Kontokorrentkredite, Barvorlagen, Direktkredite) und Risikobeteiligungen für Kommerzkunden, Handels- und Exportfi-
nanzierung, Dokumentengeschäft und die Erbringung von Leasingfinanzierungen in allen relevanten Sparten. Zudem werden den Kunden
maßgeschneiderte Lösungen im Bereich des Zahlungsverkehrs, der Risikoabsicherung, der Vorsorge sowie im Liquiditäts- und Veranla-
gungsmanagement angeboten.
SEGMENTBERICHT-
ERSTATTUNG
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STEIERMARK 2020
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Privatkunden
Das Geschäftsfeld „Privatkunden“ enthält das Retailgeschäft, das Private Banking und die Geschäftsbeziehungen im Kundensegment
Ärzte und Freie Berufe. Die Betreuung der Privatkunden erfolgt in insgesamt 20 Bankstellen in der Steiermark, inklusive den zentralen Bera-
tungsstellen für das Private Banking einerseits und Ärzte und Freie Berufe andererseits. Mit Stichtag 1. Jänner 2021 wurden vier Hypo Filia-
len (Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming) an die jeweils örtliche Raiffeisenbank verkauft. Zur Zielgruppe gehören alle Privat-
personen sowie Kleinbetriebe und selbstständig Erwerbstätige. Im Retailgeschäft werden weitestgehend standardisierte Produkte im Be-
reich Veranlagung (Wertpapiere und Spareinlagen, Bausparen), Finanzierung (Wohnbaukredite, Konsumkredite), Zahlungsverkehr (Giro-
bzw. Gehaltskonten, Kreditkarten) sowie Vorsorge (Er-/Ablebensversicherungen) angeboten. Im Private Banking liegt der produktmäßige
Schwerpunkt in der Veranlagung (Wertpapiere), im Center für Ärzte und Freie Berufe in der Finanzierung (Investitionsfinanzierungen), wobei
für beide Kundengruppen eine ganzheitliche Beratung angeboten wird.
Kapitalmarkt und Treasury
Das Geschäftsfeld „Kapitalmarkt und Treasury“ umfasst insbesondere das Ergebnis aus der Steuerung des Bankbuchs (Strukturbeitrag)
und das Ergebnis des Handelsbuchs, sowie die Eigenpositionierung mit Zins- bzw. Kursprodukten (Geldmarktdepots, Termingeschäfte,
Optionen). Darunter fallen Zinsgeschäfte, Währungsgeschäfte, das Liquiditätsmanagement und das Aktiv/Passiv-Management (Fristen-
transformation). Dazu kommen das Portfoliomanagement von Renten, Fonds sowie kurz- und langfristige alternative Investments (Kombi-
nation von Wertpapierprodukten mit derivativen Produkten).
Der Handel mit Finanzinstrumenten erfolgt zentral und unterliegt streng kontrollierten Limiten. Während die Eigengeschäfte vollständig unter
diesem Segment ausgewiesen werden, sind Beiträge aus kundenbezogenen Treasury-Transaktionen anderen Segmenten zugeordnet. Je-
ner Teil des Ergebnisbeitrags, der über den im Markt erzielbaren Preisen liegt, wird den Kundenbereichen zugeordnet.
Beteiligungen
Das Geschäftsfeld „Beteiligungen“ beinhaltet das bank- bzw. finanzinstitutsorientierte Beteiligungsportefeuille, inklusive der assoziierten
Unternehmen, die at equity bilanziert werden. Wichtigster Bestandteil sind die Beteiligungen im Allfinanzbereich, insbesondere die Beteili-
gungen im Verbund, wie jene an der RBI. Ebenfalls in diesem Segment werden die Aktivitäten im Zusammenhang mit den Raiffeisenbanken
der Primärebene abgebildet. Betreffen derartige Aktivitäten jedoch das Zwischenbankgeschäft, so sind sie im Segment „Kapitalmarkt und
Treasury“ enthalten.
Sonstige
Im Segment „Sonstige“ werden insbesondere die Erträge und Aufwendungen des Rechenzentrums abgebildet, welches IT-Leistungen an
Raiffeisenbanken und an andere Drittkunden erbringt. Weiters werden hier Erträge und Aufwendungen dargestellt, die inhaltlich keinem
anderen Geschäftsfeld zugerechnet werden.
Die Spalte „Überleitung“ ist nicht als Segment definiert, sie stellt die Überleitung zum Konzernergebnis dar und enthält im Wesentlichen
Beträge aus der Konsolidierung.
Im RLB Steiermark Konzern werden zwei zentrale Steuerungsgrößen eingesetzt. Der Return on Equity errechnet sich aus dem Verhältnis
Konzern-Jahresergebnis vor Steuern zum durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital und zeigt die Verzinsung des im Geschäftsbereich
eingesetzten Kapitals.
Die Cost/Income-Ratio stellt die Kosteneffizienz der Geschäftsfelder dar. Die Cost/Income-Ratio errechnet sich als Quotient aus den Verwal-
tungsaufwendungen und den Betriebserträgen. Die Berechnung erfolgt ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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Geschäftsjahr 2020
In TEUR
Kommerz-
kunden
Privat-
kunden
Kapital-
markt und
Treasury
Beteili-
gungen
Sonstige Überleitung Gesamt
Zinsüberschuss 90.056 17.140 13.761 -11.190 1.979 2.536 114.282
Dividendenerträge 0 0 0 7.090 0 -2.368 4.722
Ergebnis aus at equity
bilanzierten Unternehmen
0 0 0 -49.867 0 0 -49.867
Provisionsüberschuss 14.789 12.301 4.487 10.425 -209 -903 40.890
Handelsergebnis 185 287 799 0 0 -2.804 -1.533
Nettoergebnis aus
finanziellen
Vermögenswerten/
Verbindlichkeiten
1)
1.026 0 99.614 0 0 261 100.901
Sonstiges betriebliches
Ergebnis
5.426 2.491 -55 48.528 52.987 -52.429 56.948
Betriebserträge 111.482 32.219 118.606 4.986 54.757 -55.707 266.343
Verwaltungsaufwendungen -34.166 -35.345 -16.428 -52.301 -93.070 55.707 -175.603
Betriebsergebnis 77.316 -3.126 102.178 -47.315 -38.313 0 90.740
Wertminderungen auf
finanzielle Vermögenswerte
-43.528 -8.263 -137 -1.150 86 0 -52.992
Konzernergebnis vor
Steuern
33.788 -11.389 102.041 -48.465 -38.227 0 37.748
Ø zugeordnetes
Eigenkapital
374.977 41.578 384.016 794.654 - - 1.595.225
Return on Equity 9,01 % - 26,57 % - - - 2,37 %
Cost/Income-Ratio
2)
30,65 % >100 % 13,85 % 40,32 % >100 % - 44,90 %
1)
Im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sind die GuV-Positionen „Ergebnis aus Hedge Accounting“, „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L
(FVPL)“ und „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ zusammengefasst.
2)
Berechnung Cost/Income-Ratio: Verwaltungsaufwendungen / Betriebserträge (exkl. Sondereffekt aus der Wertminderung der Beteiligung an der RBI i.H.v. -124.728 TEUR)
Der Buchwert der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen mit 885.093 TEUR (Vj: 1.008.213 TEUR) betrifft das Segment „Beteiligun-
gen“.
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Geschäftsjahr 2019
In TEUR
Kommerz-
kunden
Privat-
kunden
Kapital-
markt und
Treasury
Beteili-
gungen
Sonstige Überleitung Gesamt
Zinsüberschuss 73.976 15.315 18.222 -15.345 6.299 2.761 101.228
Dividendenerträge 0 0 0 17.154 0 -8.709 8.445
Ergebnis aus at equity
bilanzierten Unternehmen
0 0 0 -12.397 0 0 -12.397
Provisionsüberschuss 13.547 12.623 4.173 10.228 221 -1.193 39.599
Handelsergebnis 382 343 -5.218 0 0 -2.068 -6.561
Nettoergebnis aus
finanziellen
Vermögenswerten/
Verbindlichkeiten
1)
627 0 97.536 -2.965 0 -699 94.499
Sonstiges betriebliches
Ergebnis
5.649 4.373 203 40.673 56.460 -46.639 60.719
Betriebserträge 94.181 32.654 114.916 37.348 62.980 -56.547 285.532
Verwaltungsaufwendungen -31.421 -37.758 -16.459 -53.015 -83.787 56.547 -165.893
Betriebsergebnis 62.760 -5.104 98.457 -15.667 -20.807 0 119.639
Wertminderungen auf
finanzielle Vermögenswerte
1.025 -4.370 561 0 0 0 -2.784
Konzernergebnis vor
Steuern
63.785 -9.474 99.018 -15.667 -20.807 0 116.855
Ø zugeordnetes
Eigenkapital
429.571 44.929 466.197 630.344 - - 1.571.041
Return on Equity 14,85 % - 21,24 % - - - 7,44 %
Cost/Income-Ratio
2)
33,36 % >100 % 14,32 % 32,00 % >100 % - 40,08 %
1)
Im Nettoergebnis aus finanziellen Vermögenswerten/Verbindlichkeiten sind die GuV-Positionen „Ergebnis aus Hedge Accounting“, „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L
(FVPL)“ und „Nettoergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten“ zusammengefasst.
2)
Berechnung Cost/Income-Ratio: Verwaltungsaufwendungen / Betriebserträge (exkl. Sondereffekt aus der Wertminderung der Beteiligung an der RBI i.H.v. -128.342 TEUR)
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13. Barreserve und Sichtguthaben
In TEUR 2020 2019
Kassenbestand 17.374 18.646
Guthaben bei Zentralbanken 2.313.002 341.859
Sichtguthaben 1.304.935 1.040.815
Gesamt 3.635.311 1.401.320
In den Sichtguthaben (bei Kreditinstituten) wurden per 31. Dezember 2020 Wertminderungen in Höhe von 144 TEUR (Vj: 22 TEUR) berück-
sichtigt.
Der Anstieg bei den Guthaben bei Zentralbanken und Sichtguthaben ist auf die Teilnahme am TLTRO III-Programm der EZB und den damit
einhergehenden erhöhten Bestand an liquiden Mitteln zurückzuführen.
Für eine detaillierte Darstellung der Veränderung dieser Bilanzposition verweisen wir auf die „Geldflussrechnung“.
ERL
Ä
UTERUNGEN
ZUR BILANZ
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
14. Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC)
Sämtliche hier ausgewiesenen Forderungen und Wertpapiere sind dem Geschäftsmodell „Halten“ zugeordnet und führen zu festgelegten
Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Der Buch-
wert bzw. der Buchwert vor Wertminderung von gesicherten Grundgeschäften beinhaltet auch das darauf entfallende Hedge Adjustment.
2020 2019
In TEUR
Buchwert
vor Wert-
minderung
Kumulierte
Wertmin-
derungen Buchwert
Buchwert
vor Wert-
minderung
Kumulierte
Wertmin-
derungen Buchwert
Schuldverschreibungen 1.876.528 -657 1.875.871 1.769.672 -489 1.769.183
Staatssektor 490.206 -58 490.148 479.319 -38 479.281
Kreditinstitute 1.284.914 -354 1.284.560 1.182.997 -411 1.182.586
Sonstige Finanzunternehmen 38.125 -26 38.099 43.269 -3 43.266
Nichtfinanzielle Unternehmen 63.283 -219 63.064 64.087 -37 64.050
Kredite und Forderungen 8.415.759 -176.114 8.239.645 8.307.292 -152.284 8.155.008
Staatssektor 311.419 -55 311.364 299.479 -76 299.403
Kreditinstitute 1.214.219 -105 1.214.114 1.204.305 -22 1.204.283
Sonstige Finanzunternehmen 312.633 -13.605 299.028 337.986 -225 337.761
Nichtfinanzielle Unternehmen 5.098.449 -117.159 4.981.290 4.799.139 -109.147 4.689.992
Haushalte 1.479.039 -45.190 1.433.849 1.666.383 -42.814 1.623.569
Forderungen aus
Leasingverhältnissen
132.318 -2.000 130.318 131.638 -1.710 129.928
Staatssektor 3.335 -5 3.330 3.830 -9 3.821
Sonstige Finanzunternehmen 18.359 -753 17.606 18.869 -663 18.206
Nichtfinanzielle Unternehmen 109.385 -1.241 108.144 107.206 -1.037 106.169
Haushalte 1.239 -1 1.238 1.733 -1 1.732
Gesamt 10.424.605 -178.771 10.245.834 10.208.602 -154.483 10.054.119
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag (vor Wertminderung) von 1.724.034 TEUR (Vj: 1.564.511 TEUR) auf börsenotierte Wert-
papiere, ein Betrag (vor Wertminderung) von 152.494 TEUR (Vj: 205.161 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
218
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In den folgenden Tabellen werden sowohl die Entwicklung der Bruttobuchwerte (exklusive eines allfälligen Hedge Adjustments) als auch die
Entwicklung der Wertminderung der finanziellen Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) getrennt für jede Klasse von Finanzinstrumenten
dargestellt. Der RLB Steiermark Konzern weist keine Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen in Stage 1 aus, da die Option,
Wertminderungen auf Forderungen aus Leasingverhältnissen stets in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste zu berechnen
(„Simplified Approach“), gewählt wurde.
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2019 1.737.498 15.290 0 1.752.788
Veränderungen aufgrund Transfers 8.909 -8.909 0 0
- Transfer nach Stage 1 15.290 -15.290 0 0
- Transfer nach Stage 2 -6.381 6.381 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 315.253 0 0 315.253
Veränderungen aufgrund von Abgängen -214.443 0 0 -214.443
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -4.819 5 0 -4.814
Bruttobuchwert per 31.12.2020 1.842.398 6.386 0 1.848.784
Schuldverschreibungen
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 137 352 0 489
Transfers 348 -348 0 0
Neugeschäft 94 0 0 94
Abgänge -14 0 0 -14
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 80 8 0 88
Stand 31.12.2020 645 12 0 657
219
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Geschäftsjahr 2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2018 1.573.165 15.280 0 1.588.445
Veränderungen aufgrund Transfers 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 1 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 2 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 320.424 0 0 320.424
Veränderungen aufgrund von Abgängen -190.407 0 0 -190.407
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 34.316 10 0 34.326
Bruttobuchwert per 31.12.2019 1.737.498 15.290 0 1.752.788
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2019 88 351 0 439
Transfers 0 0 0 0
Neugeschäft 27 0 0 27
Abgänge -7 0 0 -7
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 29 1 0 30
Stand 31.12.2019 137 352 0 489
JAHRESFINANZBERICHT 2020
220
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Für Zwecke der Bruttobuchwertüberleitung wurden die gemäß IFRS 5 bilanzierten Vermögenswerte auf Basis ihrer Buchwerte per 1. Jän-
ner 2020 in die Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ umgegliedert.
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2019 7.805.786 230.589 241.832 8.278.207
Umgliederung IFRS 5 -231.012 -18.856 -452 -250.320
Veränderungen aufgrund Transfers -4.964.694 4.951.061 13.633 0
- Transfer nach Stage 1 2.189 -2.189 0 0
- Transfer nach Stage 2 -4.955.202 4.961.741 -6.539 0
- Transfer nach Stage 3 -11.681 -8.491 20.172 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
-2.223 -277 0 -2.500
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 740.679 1.107.213 17.127 1.865.019
Veränderungen aufgrund von Abgängen -1.276.914 -27.147 -28.557 -1.332.618
Abschreibungen 0 0 -12.121 -12.121
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -25.383 -136.899 -12.270 -174.552
Bruttobuchwert per 31.12.2020 2.046.239 6.105.684 219.192 8.371.115
Kredite und Forderungen
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 3.984 3.340 144.960 152.284
Umgliederung IFRS 5 -189 -268 0 -457
Transfers -2.546 2.546 0 0
Neugeschäft 611 7.559 13.902 22.072
Abgänge -653 -454 -2.745 -3.852
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 418 15.576 2.040 18.034
Verbrauch 0 0 -11.967 -11.967
Stand 31.12.2020 1.625 28.299 146.190 176.114
221
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Geschäftsjahr 2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2018 7.512.472 115.744 267.212 7.895.428
Veränderungen aufgrund Transfers -98.230 72.125 26.105 0
- Transfer nach Stage 1 29.030 -19.291 -9.739 0
- Transfer nach Stage 2 -94.889 101.483 -6.594 0
- Transfer nach Stage 3 -32.371 -10.067 42.438 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
-1.288 -128 -12 -1.428
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 1.479.115 57.806 5.317 1.542.238
Veränderungen aufgrund von Abgängen -1.006.955 -14.036 -22.750 -1.043.741
Abschreibungen 0 0 -20.004 -20.004
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -79.328 -922 -14.036 -94.286
Bruttobuchwert per 31.12.2019 7.805.786 230.589 241.832 8.278.207
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2019 2.898 1.457 164.494 168.849
Transfers 11 -11 0 0
Neugeschäft 1.328 637 3.469 5.434
Abgänge -483 -124 -10.948 -11.555
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 230 1.381 7.683 9.294
Verbrauch 0 0 -19.738 -19.738
Stand 31.12.2019 3.984 3.340 144.960 152.284
JAHRESFINANZBERICHT 2020
222
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2019 0 131.638 0 131.638
Veränderungen aufgrund Transfers 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 1 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 2 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 0 34.561 0 34.561
Veränderungen aufgrund von Abgängen 0 -23.405 0 -23.405
Abschreibungen 0 -966 0 -966
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 0 -9.510 0 -9.510
Bruttobuchwert per 31.12.2020 0 132.318 0 132.318
Forderungen aus Leasingverhältnissen
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 0 1.710 0 1.710
Transfers 0 0 0 0
Neugeschäft 0 250 0 250
Abgänge 0 -14 0 -14
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 0 54 0 54
Stand 31.12.2020 0 2.000 0 2.000
223
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Geschäftsjahr 2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2018 0 135.804 0 135.804
Veränderungen aufgrund Transfers 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 1 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 2 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 0 19.089 0 19.089
Veränderungen aufgrund von Abgängen 0 -11.778 0 -11.778
Abschreibungen 0 0 0 0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 0 -11.477 0 -11.477
Bruttobuchwert per 31.12.2019 0 131.638 0 131.638
Die in den sonstigen Veränderungen enthaltenen Zinserträge auf wertgeminderte finanzielle Vermögenswerte für sämtliche Fremdkapitalin-
strumente betragen in der Berichtsperiode 1.902 TEUR (Vj: 2.584 TEUR).
Der vertragsrechtlich ausstehende Betrag von finanziellen Vermögenswerten, die während des Berichtszeitraums abgeschrieben wurden
und noch einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen, beträgt zum Berichtsstichtag 12.189 TEUR (Vj: 19.405 TEUR).
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2019 0 2.393 0 2.393
Transfers 0 0 0 0
Neugeschäft 0 259 0 259
Abgänge 0 -309 0 -309
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 0 -633 0 -633
Stand 31.12.2019 0 1.710 0 1.710
JAHRESFINANZBERICHT 2020
224
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
15. Finanzielle Vermögenswerte – Held for Trading (HFT)
Die Handelsaktiva umfassen zu Handelszwecken dienende Schuldverschreibungen, Kredite und Forderungen sowie positive Marktwerte
derivativer Finanzinstrumente, welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen
für die Anwendung der Hedge Accounting Regelungen erfüllen (Economic Hedges).
In TEUR 2020 2019
Fremdkapitalinstrumente 48.198 297.739
Schuldverschreibungen 48.198 53.245
Kreditinstitute 37.192 47.423
Sonstige Finanzunternehmen 11.006 5.822
Kredite und Forderungen 0 244.494
Kreditinstitute 0 244.494
Derivate (Positive Marktwerte) 534.062 526.264
Positive Marktwerte aus Derivaten zu Handelszwecken 99.795 80.949
aus Zinssatzgeschäften 94.496 80.143
aus Wechselkursgeschäften 5.299 806
Positive Marktwerte aus Derivaten zu Sicherungszwecken (Economic Hedges) 434.267 445.315
aus Zinssatzgeschäften 434.111 445.191
aus Wechselkursgeschäften 156 124
Gesamt 582.260 824.003
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag von 33.454 TEUR (Vj: 42.940 TEUR) auf börsenotierte Wertpapiere, ein Betrag von
14.744 TEUR (Vj: 10.305 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.
Im Vorjahr bestanden die unter den Fremdkapitalinstrumenten ausgewiesenen Kredite und Forderungen aus Festgeldern des Handelsbe-
stands. Der Rückgang ist vor allem auf die geänderte Strategie im Handelsbuch zurückzuführen.
225
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
16. Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI)
Diese Position beinhaltet finanzielle Vermögenswerte, die dem Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ zugeordnet wurden und deren
vertraglich vereinbarte Zahlungsströme nur Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Darüber hinaus werden in dieser Position auch Eigenkapitalinstrumente dargestellt, für welche die Möglichkeit zur erfolgsneutralen Fair
Value Bewertung gewählt wurde, da der Konzern plant, diese Beteiligungen aus strategischen Gründen langfristig zu halten. Dieses Wahl-
recht wurde für sämtliche Finanzinvestitionen mit einer Ausnahme in Anspruch genommen.
In TEUR 2020 2019
Fremdkapitalinstrumente 854.829 879.935
Schuldverschreibungen 854.829 879.935
Staatssektor 201.618 181.699
Kreditinstitute 591.480 639.317
Sonstige Finanzunternehmen 61.731 58.919
Eigenkapitalinstrumente 82.809 81.037
Staatssektor 302 302
Kreditinstitute 1.132 896
Sonstige Finanzunternehmen 26.575 27.264
Nichtfinanzielle Unternehmen 54.800 52.575
Gesamt 937.638 960.972
Von den Schuldverschreibungen entfällt ein Betrag von 846.571 TEUR (Vj: 870.903 TEUR) auf börsenotierte Wertpapiere, ein Betrag von
8.258 TEUR (Vj: 9.032 TEUR) betrifft nicht börsenotierte Titel.
Die Investitionen in Eigenkapitalinstrumente FVOCI stellen sich im Überblick wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Liegenschaftsverwaltung Radmer-Frohnleiten GmbH 13.208 13.253
RVS Raiffeisen Vertrieb und Service GmbH 12.150 12.170
TSI-Terminal und Software Installationen GmbH 9.080 9.153
LKH-Eingangszentrum Errichtungs- und Betreiber GmbH 5.275 4.640
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H. 4.012 3.687
Restliche Gesellschaften 39.084 38.134
Gesamt 82.809 81.037
JAHRESFINANZBERICHT 2020
226
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STEIERMARK 2020
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Bruttobuchwerte sowie der Wertminderungen der Schuldverschreibungen FVOCI ge-
zeigt.
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2019 848.007 0 0 848.007
Veränderungen aufgrund Transfers 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 1 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 2 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 236.983 0 0 236.983
Veränderungen aufgrund von Abgängen -260.923 0 0 -260.923
Abschreibungen 0 0 0 0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 2.167 0 0 2.167
Bruttobuchwert per 31.12.2020 826.234 0 0 826.234
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 73 0 0 73
Transfers 0 0 0 0
Neugeschäft 120 0 0 120
Abgänge -14 0 0 -14
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 138 0 0 138
Stand 31.12.2020 317 0 0 317
227
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Geschäftsjahr 2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2018 1.060.228 15.045 0 1.075.273
Veränderungen aufgrund Transfers 15.045 -15.045 0 0
- Transfer nach Stage 1 15.045 -15.045 0 0
- Transfer nach Stage 2 0 0 0 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund nicht substanzieller
Modifikationen
0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 82.432 0 0 82.432
Veränderungen aufgrund von Abgängen -298.869 0 0 -298.869
Abschreibungen 0 0 0 0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -10.829 0 0 -10.829
Bruttobuchwert per 31.12.2019 848.007 0 0 848.007
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2019 47 342 0 389
Transfers 342 -342 0 0
Neugeschäft 6 0 0 6
Abgänge -10 0 0 -10
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -312 0 0 -312
Stand 31.12.2019 73 0 0 73
JAHRESFINANZBERICHT 2020
228
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STEIERMARK 2020
17. Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M)
In dieser Position werden Vermögenswerte ausgewiesen, die zwar den Geschäftsmodellen „Halten“ bzw. „Halten und Verkaufen“ zugeord-
net sind, die SPPI-Kriterien jedoch nicht erfüllen. Weiters werden hier auch finanzielle Vermögenswerte, welche gemäß IFRS 9.B4.1.6 dem
Geschäftsmodell „Sonstiges“ zugeordnet werden, dargestellt. Darüber hinaus beinhaltet dieser Posten Eigenkapitalinstrumente, für welche
die Option zur erfolgsneutralen Fair Value Bewertung nicht ausgeübt wurde.
In TEUR 2020 2019
Fremdkapitalinstrumente 81.364 101.705
Schuldverschreibungen 42.393 51.873
Staatssektor 7.308 8.003
Kreditinstitute 20.272 20.818
Sonstige Finanzunternehmen 14.813 23.052
Kredite und Forderungen 38.971 49.832
Staatssektor 519 719
Kreditinstitute 2.235 2.236
Nichtfinanzielle Unternehmen 31.176 39.730
Haushalte 5.041 7.147
Eigenkapitalinstrumente 2 35
Nichtfinanzielle Unternehmen 2 35
Sondervermögen 351.740 348.694
Gesamt 433.106 450.434
Das Sondervermögen besteht zur Gänze aus Finanzinstrumenten sowie dem Zahlungsmittelbestand der einbezogenen strukturierten Unter-
nehmen (Spezialfonds) DASAA, EURAN und GLAN.
Die Schuldverschreibungen – FVPL-M betreffen mit einem Betrag von 20.272 TEUR (Vj: 20.630 TEUR) börsenotierte Titel und mit einem
Betrag von 22.121 TEUR (Vj: 31.243 TEUR) nicht börsenotierte Instrumente.
18. Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In TEUR 2020 2019
Positive Marktwerte (dirty price) aus Zinssatzgeschäften 283.026 244.847
Mikro Fair Value Hedges 282.519 243.786
Portfolio Fair Value Hedges 507 1.061
229
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
19. Wertanpassungen aus Portfolio Fair Value Hedges
In TEUR 2020 2019
Wertanpassungen auf finanzielle Vermögenswerte – AC 25.541 -1.611
20. Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen
In TEUR 2020 2019
Kreditinstitute 885.093 1.008.213
In dieser Bilanzposition wird ausschließlich die Beteiligung (9,95 %) an der börsenotierten Raiffeisen Bank International AG (RBI), Wien,
ausgewiesen. Die RLB Steiermark stellt mit Generaldirektor MMag. Schaller den ersten Vizepräsidenten im Aufsichtsrat der RBI und verfügt
damit über Einfluss auf wesentliche Entscheidungsprozesse der Geschäfts- und Finanzpolitik.
Die RBI betrachtet Österreich, wo sie als eine führende Kommerz- und Investmentbank tätig ist, sowie Zentral- und Osteuropa (CEE) als
ihren Heimmarkt. 13 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst der RBI-Konzern zahlreiche an-
dere Finanzdienstleistungsunternehmen, beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und M&A. Rund 45.000 Mitarbei-
ter betreuen 17,2 Mio. Kunden in ca. 1.800 Geschäftsstellen, der weitaus überwiegende Teil davon in CEE.
Die RBI schloss das Geschäftsjahr 2020 trotz der COVID-19 Pandemie mit einem positiven Ergebnis ab. Die Kernerträge der Bank wurden
allerdings durch Zinssenkungen, diverse Lockdown-Maßnahmen sowie die Abwertungen der meisten CEE-Währungen beeinträchtigt. Die
Neubildungsquote erhöhte sich – insbesondere aufgrund von Stage 2-Risikovorsorgen – deutlich um 42 BP auf 0,68 % und hatte einen
Anstieg der Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte auf 630 Mio. EUR (Vj: 234 Mio. EUR) zur Folge. Demgegenüber verbesserten
sich allerdings NPE-Ratio und NPE-Coverage Ratio geringfügig auf 1,9 % bzw. 61,5 %. Die Verwaltungsaufwendungen konnten im Jahres-
vergleich um rund 5 % gesenkt werden. Insgesamt wurde das Konzernergebnis durch direkte und indirekte Effekte der COVID-19 Krise
belastet und verringerte sich im Periodenvergleich um EUR 423 Mio. auf 804 Mio. EUR. Die CET 1-Ratio beträgt zum Bilanzstichtag 13,6 %
(fully loaded, inklusive Ergebnis), wobei sowohl die ursprünglich für 2019 vorgeschlagene Dividende als auch der Dividendenvorschlag
2020 bereits berücksichtigt wurden (Effekt: 62 BP). Der Return-on-Equity lag bei 6,4 %. Mittelfristig strebt die RBI unverändert einen Return-
on-Equity von etwa 11 % an, die Zielquote einer CET1-Ratio von rund 13 % wurde bestätigt. Basierend auf dieser Zielquote sind Dividen-
denzahlungen in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses geplant.
Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der COVID-19 Pandemie und deren Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der RBI-Gruppe sowie
des deutlich unter dem fortgeschriebenen Equity-Buchwert liegenden Börsenkurses wurde die Beteiligung an der RBI zum Berichtsstichtag
einem Impairment-Test unterzogen. Als erzielbarer Betrag wurde der Nutzungswert als höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegendem
Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.
Der Unternehmenswert wurde auf Basis des Barwerts der zu erwartenden Cash Flows (Discounted-Cash-Flow-Verfahren) der Konzernunter-
nehmen unter Berücksichtigung der für Zwecke der Nutzungswertermittlung nötigen Anpassungen ermittelt. Im Rahmen der Bewertung
wurden drei Szenarien (Low, Mid und High Case) gerechnet, wobei der ermittelte Unternehmenswert des Mid Case Szenarios als Erwar-
tungswert und somit als Nutzungswert herangezogen wurde. Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cash Flows
erfolgte mit Hilfe eines risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes. Dabei wurde für die Unternehmensbewertung der RBI-Gruppe ein Kapi-
talkostensatz nach Steuern von 12,90 % (Vj: 11,25 %) verwendet. Eine Änderung der Kapitalkosten um plus bzw. minus 100 Basispunkte
hätte eine Senkung von 10,05 % (Vj: 11,46 %) bzw. Steigerung von 12,20 % (Vj: 14,36 %) des ermittelten Unternehmenswerts der RBI-
Gruppe zur Folge.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
230
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Aktien der RBI werden an einem geregelten Markt gemäß § 1 Abs. 2 BörseG (prime market der Wiener Börse) gehandelt. Der beizule-
gende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten per 31. Dezember 2020 wurde auf Basis des Börsenkurses der RBI an der Wiener Börse mit
EUR 16,68 (Vj: EUR 22,39) pro Aktie festgestellt. Daraus errechnet sich für den Anteil an der RBI ein beizulegender Zeitwert in Höhe von
546.184 TEUR (Vj: 733.157 TEUR).
Nach Übernahme des anteiligen Gesamtergebnisses in Höhe von -2.155 TEUR (Vj: 153.195 TEUR) und Berücksichtigung der sonstigen
Kapitalveränderungen ergibt sich eine Wertminderung von 124.728 TEUR (Vj: 128.342 TEUR), womit sich per 31. Dezember 2020 ein
Equity-Buchwert von 885.093 TEUR (Vj: 1.008.213 TEUR) errechnet.
21. Immaterielle Vermögenswerte
Geschäftsjahr 2020
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1.
Zu-
gänge
1)
Abgänge
Umbu-
chungen kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand am
1.1.
Software 65.247 12.039 416 0 64.049 3.779 12.821 4.561
1)
Zugänge betreffen Lizenzen und erworbene Software
Geschäftsjahr 2019
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1.
Zu-
gänge
1)
Abgänge
Umbu-
chungen kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand am
1.1.
Software 67.289 2.227 4.269 0 60.686 1.652 4.561 4.097
1)
Zugänge betreffen zur Gänze erworbene Software
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Verwaltungsaufwen-
dungen“ ausgewiesen.
231
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
22. Sachanlagen
Geschäftsjahr 2020
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1. Zugänge Abgänge
Umbu-
chungen kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand am
1.1.
Betrieblich genutzte
Grundstücke und
Gebäude
140.311 0 132 0 38.307 5.484 101.872 107.356
Sonstige Grundstücke
und Gebäude
4.374 14 36 0 1.524 64 2.828 2.914
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
und sonstige
Sachanlagen
64.081 5.391 2.432 0 50.197 5.342 16.843 16.827
Gesamt 208.766 5.405 2.600 0 90.028 10.890 121.543 127.097
Geschäftsjahr 2019
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand am
1.1. Zugänge Abgänge
Umbu-
chungen Kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand am
1.1.
Betrieblich genutzte
Grundstücke und
Gebäude
150.353 645 6.585 -4.102 32.955 3.112 107.356 112.861
Sonstige Grundstücke
und Gebäude
6.247 7 0 -1.880 1.460 65 2.914 3.820
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
und sonstige
Sachanlagen
63.673 3.655 3.247 0 47.254 4.579 16.827 17.962
Gesamt 220.273 4.307 9.832 -5.982 81.669 7.756 127.097 134.643
Bei den betrieblich genutzten Grundstücken und Gebäuden handelt es sich um Liegenschaften in Graz und Raaba-Grambach. Die Ab-
schreibungen auf Sachanlagen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in der Position „Verwaltungsaufwendungen“ ausgewiesen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
23. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Geschäftsjahr 2020
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand
am 1.1.
Zu-
gänge
Ab-
gänge
Umbuch-
ungen kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand
am 1.1.
Grundstücke und Gebäude 13.950 94 0 0 5.239 183 8.805 8.894
Nutzungsrechte 2.280 238 0 0 622 325 1.896 1.984
Gesamt 16.230 332 0 0 5.861 508 10.701 10.878
Bei den als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücken und Gebäuden handelt es sich zum überwiegenden Teil um gemischt genutzte Im-
mobilien. Der Fair Value der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien beträgt zum Berichtsstichtag 19.246 TEUR (Vj: 19.318 TEUR).
Nutzungsrechte, welche im Konzern weitervermietet werden und als Operating-Leasingverhältnis einzustufen sind, werden unter dem Bi-
lanzposten „Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien“ ausgewiesen.
Geschäftsjahr 2019
Historische Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
In TEUR
Stand
am 1.1.
Zu-
gänge
Ab-
gänge
Umbuch-
ungen kumuliert
Geschäfts-
jahr
Stand am
31.12.
Stand
am 1.1.
Grundstücke und Gebäude 7.975 0 7 5.982 5.056 184 8.894 5.618
Nutzungsrechte 0 2.280 0 0 296 296 1.984 0
Gesamt 7.975 2.280 7 5.982 5.352 480 10.878 5.618
24. Nutzungsrechte
In TEUR 2020 2019
Immobilien 7.255 10.543
Fuhrpark 816 1.047
Gesamt 8.071 11.590
Bei den als Nutzungsrechte angesetzten Immobilien handelt es sich um das angemietete Bankstellennetz des RLB Steiermark Konzerns in
der Grazer Innenstadt sowie um Filialen der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG in und außerhalb von Graz. Des Weiteren werden die
angemieteten KFZ im Konzern hier ausgewiesen. Detaillierte Informationen dazu sind dem Kapitel 53 „Leasing aus Sicht des Leasingneh-
mers“ zu entnehmen.
Der Rückgang ist auf Laufzeitanpassungen aufgrund der Abgabe von Hypo-Filialen zurückzuführen.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
25. Sonstige Aktiva
In TEUR 2020 2019
Übrige Steuerforderungen 121 139
Übrige Aktiva 207.796 166.676
Rechnungsabgrenzungsposten 5.200 5.802
Sonstige Posten 202.596 160.874
Gesamt 207.917 166.815
Die Erhöhung der sonstigen Posten resultiert vor allem aus dem stichtagsbedingten Anstieg der Zahlungsaufträge in Abwicklung.
26. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
In TEUR 2020 2019
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen 278.099 0
In den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen wurden per 31. Dezember 2020 Wertminderungen in
Höhe von 1 TEUR (Vj: 0 TEUR) berücksichtigt.
In den folgenden Tabellen wird sowohl die Entwicklung der Bruttobuchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Veräu-
ßerungsgruppen als auch die Entwicklung der dazugehörigen Wertminderungen gezeigt. Für Zwecke der Bruttobuchwertüberleitung wur-
den die gemäß IFRS 5 bilanzierten Vermögenswerte auf Basis ihrer Buchwerte per 1. Jänner 2020 in die Position „Zur Veräußerung gehal-
tene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ umgegliedert.
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Bruttobuchwert per 31.12.2019 0 0 0 0
Umgliederung IFRS 5 231.012 18.856 452 250.320
Veränderungen aufgrund Transfers -16.446 16.898 -452 0
- Transfer nach Stage 1 10.677 -10.677 0 0
- Transfer nach Stage 2 -27.123 27.575 -452 0
- Transfer nach Stage 3 0 0 0 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 34.806 989 0 35.795
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -6.592 -1.423 0 -8.015
Bruttobuchwert per 31.12.2020 242.780 35.320 0 278.100
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 0 0 0 0
Umgliederung IFRS 5 189 268 0 457
Transfers 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -189 -267 0 -456
Stand 31.12.2020 0 1 0 1
In der folgenden Tabelle werden die Fair Values sowohl der übertragenen Vermögenswerte (Kredite und Forderungen) als auch jene der
übertragenen Schulden (Einlagen, Personalverpflichtungen) je Filiale dargestellt:
In TEUR
Filiale
Schladming
Filiale
Judenburg
Filiale
Fürstenfeld
Filiale
Feldbach Gesamt
Vermögenswerte 68.912 68.355 101.043 65.081 303.391
Schulden -41.762 -42.055 -67.988 -55.373 -207.178
Netto Fair Value 27.150 26.300 33.055 9.708 96.213
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
27. Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
Die in dieser Position ausgewiesenen und zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie Emissionen. Jene Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Fair Value Option designiert wurden,
sind in der Position „Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)“ ausgewiesen.
In TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.537.561 4.649.167
Täglich fällige Gelder 3.203.722 2.954.282
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 1.153.003 1.001.848
Aufgenommene Gelder 3.180.836 693.037
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 3.369.365 3.345.294
Sichteinlagen 1.841.333 1.755.296
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit / Kündigungsfrist 924.403 889.986
Spareinlagen 603.629 700.012
Verbriefte Verbindlichkeiten 3.275.196 3.617.868
Gedeckte Schuldverschreibungen 2.038.167 2.074.151
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 1.237.029 1.543.717
Nachrangige Verbindlichkeiten 70.774 70.599
Ergänzungskapital 70.774 70.599
Gesamt 14.252.896 11.682.928
Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert insbesondere aus der Teilnahme am TLTRO III-Programm der EZB,
an welchem sich die RLB Steiermark mit 2,75 Mrd. EUR beteiligt hat. Der ausstehende Betrag des TLTRO II wurde vollständig zurückgeführt.
Bei den nachrangigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Ergänzungskapital im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requirements Re-
gulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit dargestellten nachrangigen finanziellen Ver-
bindlichkeiten (AC) dargestellt:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame
Veränderungen
Buchwert
1.1.2020 Zufluss Abfluss Bewertung
Sonstige
Veränderungen
Endbestand
31.12.2020
70.599 0 0 144 31 70.774
JAHRESFINANZBERICHT 2020
236
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Im Vorjahr stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame
Veränderungen
Buchwert
1.1.2019 Zufluss Abfluss Bewertung
Sonstige
Veränderungen
Endbestand
31.12.2019
69.416 840 0 313 30 70.599
Die Aufgliederung der finanziellen Verbindlichkeiten – AC nach Kundengruppen stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Einlagen / Aufgenommene Gelder 10.906.926 7.994.461
Staatssektor 486.089 538.195
Zentralbanken 2.752.845 310.239
Kreditinstitute 4.784.716 4.338.928
Sonstige Finanzunternehmen 483.803 560.823
Nichtfinanzielle Unternehmen 982.095 755.057
Haushalte 1.417.378 1.491.219
Verbriefte Verbindlichkeiten 3.275.196 3.617.868
Gedeckte Schuldverschreibungen 2.038.167 2.074.151
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 1.237.029 1.543.717
Nachrangige Verbindlichkeiten 70.774 70.599
Ergänzungskapital 70.774 70.599
Gesamt 14.252.896 11.682.928
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
28. Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
Die Handelspassiva umfassen unter anderem Einlagen von Kreditinstituten sowie negative Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten,
welche einerseits Handels- und andererseits Sicherungszwecken dienen, die jedoch nicht die Voraussetzungen für die Anwendung der
Hedge Accounting Regelungen erfüllen (Economic Hedges).
In TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 189.713
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 0 189.713
Derivative (negative Marktwerte) 205.722 178.406
Negative Marktwerte aus Derivaten zu Handelszwecken 121.050 112.380
aus Zinssatzgeschäften 110.275 90.979
aus Wechselkursgeschäften 10.775 21.401
Negative Marktwerte aus Derivaten zu Sicherungsbeziehungen (Economic Hedges) 84.672 66.026
aus Zinssatzgeschäften 84.484 65.972
aus Wechselkursgeschäften 188 54
Gesamt 205.722 368.119
Der Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist vor allem auf die geänderte Strategie im Handelsbuch zurückzuführen.
29. Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO)
In TEUR 2020 2019
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 596.298 792.217
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit / Kündigungsfrist 596.298 792.217
Verbriefte Verbindlichkeiten 511.993 587.365
Gedeckte Schuldverschreibungen 200.215 204.494
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 311.778 382.871
Gesamt 1.108.291 1.379.582
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
Die Aufgliederung der finanziellen Verbindlichkeiten – FVO nach Kundengruppen stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Einlagen / Aufgenommene Gelder 596.298 792.217
Staatssektor 10.232 0
Sonstige Finanzunternehmen 565.363 768.567
Nichtfinanzielle Unternehmen 11.808 14.366
Haushalte 8.895 9.284
Verbriefte Verbindlichkeiten 511.993 587.365
Gedeckte Schuldverschreibungen 200.215 204.494
Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 311.778 382.871
Gesamt 1.108.291 1.379.582
In den verbrieften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten wurde die Gewährsträgerhaftung des Landes Steiermark
als Kreditsicherheit bei der Ermittlung des Fair Value für diese Titel berücksichtigt.
Die kumulierte Veränderung der Fair Values, die auf Änderungen des eigenen Kreditrisikos zurückzuführen sind, führte zu einer Verminde-
rung (Vj: Erhöhung) der Fair Values der finanziellen Verbindlichkeiten – designated at Fair Value P&L (FVO) von insgesamt 1.805 TEUR
(Vj: 16.989 TEUR). Eine Änderung in der Einschätzung der Ausfallswahrscheinlichkeit für das eigene Kreditrisiko führte im Geschäftsjahr
2020 zu einer Verminderung (Vj: Erhöhung) der beizulegenden Zeitwerte um 18.794 TEUR (Vj: 478 TEUR). Diese Änderung wird jedoch
nicht erfolgswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Zur Ermittlung der Veränderung
des eigenen Kreditrisikos wird im Wesentlichen die Default-Methode eingesetzt. Die Alternative-Methode wird für strukturierte finanzielle
Verbindlichkeiten herangezogen.
Aus der Anwendung der Fair Value Option auf finanzielle Verbindlichkeiten ergibt sich ein Buchwert, der um 123.800 TEUR
(Vj: 251.857 TEUR) über dem künftigen Rückzahlungsbetrag dieser Verbindlichkeiten liegt.
Der Rückgang bei den dem Fair Value Bestand gewidmeten Einlagen / Aufgenommene Gelder resultiert vor allem aus vorzeitigen Tilgun-
gen und Bewertungseffekten von Kapitalmarktrefinanzierungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Refinanzierungssituation
im Konzern (siehe dazu auch die Erläuterungen zu Note 7. „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)“).
30. Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten
In TEUR 2020 2019
Negative Marktwerte (dirty price) aus Zinssatzgeschäften 162.548 106.487
Mikro Fair Value Hedges 88.779 62.714
Portfolio Fair Value Hedges 73.769 43.773
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
31. Rückstellungen
In TEUR 2020 2019
Langfristige Personalrückstellungen 70.721 77.196
Abfertigungen und ähnliche Verpflichtungen 33.940 37.028
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 30.848 33.930
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder) 5.933 6.238
Sonstige Rückstellungen 35.508 15.392
Rechtsstreite 1.713 1.586
Außerbilanzielle Geschäfte 24.461 10.295
Restrukturierungen 4.244 0
Übrige Rückstellungen 5.090 3.511
Gesamt 106.229 92.588
Langfristige Personalrückstellungen
Unter den langfristigen Personalrückstellungen werden Rückstellungen für Abfertigungs- und Pensionsverpflichtungen sowie andere langfris-
tig fällige Leistungen an Arbeitnehmer ausgewiesen. Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldzahlungen stellen andere langfristig fällige Leistun-
gen an Arbeitnehmer dar.
Der Rückgang der Personalrückstellungen im Bereich der Abfertigungen und ähnlichen Verpflichtungen sowie anderen langfristig fällige Leis-
tungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder) resultiert teilweise aus den Filialabgaben an die örtlichen Raiffeisenbanken und der damit einher-
gehenden Übertragung der Personalverpflichtungen. Diese werden zum Stichtag in der Position „Schulden in Verbindung mit zur Veräuße-
rung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen.
Die Abfertigungsverpflichtungen zeigten folgende Entwicklung:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 37.028 35.257
Erfolgsneutral übernommene Verpflichtungen 0 0
Dienstzeitaufwand 1.282 1.272
Zinsaufwand 109 413
Abfertigungszahlungen -2.740 -1.610
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen -168 -308
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund demographischer
Parameterveränderungen
33 -152
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund von Finanzparameterveränderungen -146 2.156
Umgliederung IFRS 5 -1.458 0
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 33.940 37.028
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Pensionsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 39.749 36.614
Dienstzeitaufwand 0 3
Zinsaufwand 231 532
Auszahlungen an Begünstigte -2.274 -2.255
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen -261 565
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust aufgrund von Finanzparameterveränderungen -954 4.290
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 36.491 39.749
Das Planvermögen entwickelte sich wie folgt:
In TEUR 2020 2019
Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 5.819 5.390
Zinsertrag aus Planvermögen 33 79
Beiträge zum Planvermögen 130 142
Steuern und Kosten auf Dienstgeberbeiträge -8 -9
Rentenzahlungen aus Planvermögen -493 -483
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust des Geschäftsjahres 162 700
Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 5.643 5.819
Überleitungsrechnung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen und des Zeitwerts des Planvermögens auf die bilanzierten Rückstellungen:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 36.491 39.749
Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. -5.643 -5.819
Nettoverpflichtungen zum 31.12. 30.848 33.930
Aufgliederung der Pensionsverpflichtungen:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) zum 31.12. 36.491 39.749
Aktive 0 0
Pensionisten 36.491 39.749
241
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die Struktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
In Prozent 2020 2019
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 45,37 55,87
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 30,98 24,67
Immobilien 4,57 4,23
Sonstige 19,08 15,23
Gesamt 100,00 100,00
Im Berichtsjahr notierte der Großteil der Instrumente des Planvermögens an einem geregelten Markt. Rund 18 % (Vj: rund 16 %) waren auf
einem nicht aktiven Markt notiert.
Bei den Pensionen gibt es unterschiedliche Pläne: zu 100 % nicht über einen Fonds finanziert, teilweise über einen Fonds finanziert und zu
100 % über einen Fonds finanziert. Die teilweise und die zu 100 % über einen Fonds finanzierten Pensionspläne werden durchwegs über
die Valida Pension AG finanziert. Die Valida Pension AG ist eine Pensionskasse und unterliegt im Besonderen den Bestimmungen des Pen-
sionskassengesetzes (PKG) und des Betriebspensionsgesetzes (BPG).
In der Valida Pension AG ist ein Asset-/Risikomanagement-Prozess (ARM-Prozess) installiert. Gemäß diesem Prozess wird einmal im Jahr,
ausgehend von der passivseitigen Struktur der Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG), die sich wiederum aus dem unterliegen-
den Pensionskassenvertrag ergibt, die Risikotragfähigkeit sowie -bereitschaft (gemäß PK-RIMAV) jeder VRG evaluiert. Die festgelegte Risi-
kotragfähigkeit sowie -bereitschaft spiegeln sich in der Veranlagungsstruktur der VRG wider. Die Veranlagungsstrategie fixiert im Zuge der
Festlegung der Risikobereitschaft der VRG die gewünschte Risiko-Ertragsstruktur des Kunden.
Die Veranlagungsstrategie wird in der VRG 7, in der die Pensionskassenzusage der RLB Steiermark geführt wird, im Rahmen eines Liability-
Driven-Investment-Konzepts umgesetzt. Dies bedeutet, dass sich die strategische Ausrichtung der Veranlagungsportfolios stark an den
passivseitigen Anforderungen der Pensionspläne, insbesondere hinsichtlich der Ertragsziele sowie der Liquiditätsbedürfnisse der VRG ori-
entieren. Um einen zusätzlichen positiven Ergebnisbeitrag gegenüber der Veranlagungsstrategie zu erwirtschaften, wird im Rahmen der
Bewirtschaftung der Veranlagungsportfolios in der taktischen Asset Allokation innerhalb vordefinierter Bandbreiten von den Gewichten der
strategischen Asset Allokation abgewichen. In Stressphasen wird zudem das Downside Risiko durch ein Tail Risk Management der liquiden
Assets der VRG abgefedert.
Planvermögenserträgnisse:
In TEUR 2020 2019
Tatsächliche Erträge aus Planvermögen 196 779
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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Die Verpflichtungen für andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer (Jubiläumsgelder) zeigten folgende Entwicklung:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 6.238 5.914
Dienstzeitaufwand 333 318
Zinsaufwand 18 68
Zahlungen -543 -525
Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust des Geschäftsjahres 62 463
Umgliederung IFRS 5 -175 0
Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 5.933 6.238
Nachfolgend werden die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen und erfahrungsbedingte Anpassungen dargestellt:
Abfertigungsverpflichtungen:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen 35.398 37.028
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen 168 308
Der dargestellte Barwert beinhaltet auch die im Zusammenhang mit der Filialabgabe übertragenen Verpflichtungen (1.458 TEUR).
Pensionsverpflichtungen:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen 36.491 39.749
Zeitwert des Planvermögens 5.643 5.819
Nettoverpflichtungen 30.848 33.930
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen 261 -565
Erfahrungsbedingte Anpassungen beim Planvermögen 162 700
In den folgenden Jahren werden keine regelmäßigen Beitragszahlungen in den leistungsorientierten Plan geleistet, da es seit 2013 keine akti-
ven Mitarbeiter im RLB Steiermark Konzern gibt, die eine entsprechende Leistungszusage haben. Aufgrund der leistungsorientierten Pensi-
onszusagen, welche an die Valida Pension AG ausgelagert wurden, kann es allerdings zu einer Nachschusspflicht kommen.
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Jubiläumsgeldverpflichtungen:
In TEUR 2020 2019
Barwert der Verpflichtungen 6.108 6.238
Erfahrungsbedingte Anpassungen bei den Verpflichtungen 166 -79
Der dargestellte Barwert beinhaltet auch die im Zusammenhang mit der Filialabgabe übertragenen Verpflichtungen (175 TEUR).
Aufgliederungen der Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne:
In TEUR 2020 2019
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne 1.486 2.794
davon für beitragsorientierte Pläne – Pensionskasse 1.250 2.324
davon für Mitarbeitervorsorgekasse 236 470
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne für Mitglieder des Vorstands betragen im Geschäftsjahr 349 TEUR (Vj: 354 TEUR).
Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen werden als wesentlich
erachtet und in folgenden Bandbreiten einer Sensitivitätsanalyse unterzogen. Die daraus resultierende Bandbreite der Steigerungen und
Verringerungen im Vergleich zu den bilanzierten Werten der leistungsorientierten Ansprüche ist in prozentualen Veränderungen wie folgt:
Geschäftsjahr 2020
Rechnungszins Gehaltstrend Fluktuationsabschlag
+ 0,50 % - 0,50 % + 0,50 % - 0,50 % + 0,50 % - 0,50 %
Abfertigungen -3,59 % 3,74 % 3,29 % -3,10 % -1,52 % 0,48 %
Pensionen -5,10 % 5,57 % 5,44 % -5,04 % - -
Geschäftsjahr 2019
Rechnungszins Gehaltstrend Fluktuationsabschlag
+ 0,50 % - 0,50 % + 0,50 % - 0,50 % + 0,50 % - 0,50 %
Abfertigungen -3,83 % 4,09 % 3,91 % -3,70 % -1,97 % 0,77 %
Pensionen -5,35 % 5,87 % 5,72 % -5,27 % - -
Die dargestellte Sensitivitätsanalyse dürfte nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtungen
sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die
Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen.
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Durchschnittliche Laufzeiten (Duration) der leistungsorientierten Pläne:
Durchschnittliche Laufzeiten
(Duration)
2020 2019
Abfertigungen 6 bis 9 Jahre 6 bis 10 Jahre
Pensionen 8 bis 12 Jahre 8 bis 12 Jahre
Sonstige Rückstellungen
Geschäftsjahr 2020
In TEUR
Stand am
1.1.
Um-
buchungen Zuführung Auflösung Verbrauch Zinseffekte
Stand am
31.12.
Rechtsstreite 1.586 0 402 -167 -108 0 1.713
Außerbilanzielle
Geschäfte
10.295 0 31.040 -16.874 0 0 24.461
Restrukturierungen 0 4.244 0 0 0 4.244
Übrige Rückstellungen 3.511 0 1.736 -160 0 3 5.090
Gesamt 15.392 0 37.422 -17.201 -108 3 35.508
Geschäftsjahr 2019
In TEUR
Stand am
1.1.
Um-
buchungen Zuführung Auflösung Verbrauch Zinseffekte
Stand am
31.12.
Rechtsstreite 1.890 0 1.586 -1.216 -674 0 1.586
Außerbilanzielle
Geschäfte
11.994 0 5.067 -6.766 0 0 10.295
Übrige Rückstellungen 4.587 0 111 -321 -874 8 3.511
Gesamt 18.471 0 6.764 -8.303 -1.548 8 15.392
Die unter den übrigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für Zinsenrefundierungen in Zusammenhang mit negativen Indikato-
ren bzw. Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR, EURIBOR) verringerten sich im Geschäftsjahr von 2.873 TEUR auf 2.761 TEUR.
Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte betreffen Rückstellungen für erwartete Kreditverluste aus Haftungen, Garantien sowie sonsti-
gen Kreditrisiken. Die Rückstellung für Restrukturierungen betrifft zum Großteil geplante Personalmaßnahmen i. Z. m. der Neustrukturierung
des Konzerns.
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
In den folgenden Tabellen wird die Entwicklung der Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte sowie die Überleitung der Nominalwerte
gezeigt.
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Nominalwerte per 31.12.2019 2.092.311 69.445 30.739 2.192.495
Veränderungen aufgrund Transfers -1.214.733 1.219.203 -4.470 0
- Transfer nach Stage 1 1.022 -1.022 0 0
- Transfer nach Stage 2 -1.215.285 1.220.260 -4.975 0
- Transfer nach Stage 3 -470 -35 505 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 80.846 799.619 2.348 882.813
Veränderungen aufgrund von Abgängen -584.421 -16.774 -9.089 -610.284
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -13.389 -103.379 613 -116.155
Nominalwerte per 31.12.2020 360.614 1.968.114 20.141 2.348.869
In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2020 1.859 1.012 7.424 10.295
Transfers -780 780 0 0
Neugeschäft 209 12.904 138 13.251
Abgänge -879 -469 -3.110 -4.458
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen 39 4.563 771 5.373
Stand 31.12.2020 448 18.790 5.223 24.461
Geschäftsjahr 2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Summe
Nominalwerte per 31.12.2018 2.018.661 48.883 30.826 2.098.370
Veränderungen aufgrund Transfers -18.934 16.249 2.685 0
- Transfer nach Stage 1 3.676 -3.578 -98 0
- Transfer nach Stage 2 -18.939 19.864 -925 0
- Transfer nach Stage 3 -3.671 -37 3.708 0
Veränderungen aufgrund von Neugeschäft 885.588 27.292 1.655 914.535
Veränderungen aufgrund von Abgängen -537.852 -16.770 -3.050 -557.672
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -255.152 -6.209 -1.377 -262.738
Nominalwerte per 31.12.2019 2.092.311 69.445 30.739 2.192.495
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In TEUR
Wertminderungen
Stage 1
Wertminderungen
Stage 2
Wertminderungen
Stage 3 Gesamt
Stand 1.1.2019 1.176 429 10.389 11.994
Transfers 22 -22 0 0
Neugeschäft 1.120 664 246 2.030
Abgänge -374 -100 -2.458 -2.932
Bestandsgeschäft / sonstige Veränderungen -85 41 -753 -797
Verbrauch 0 0 0 0
Stand 31.12.2019 1.859 1.012 7.424 10.295
32. Laufende und latente Ertragsteuerforderungen und -schulden
In TEUR 2020 2019
Laufende Ertragsteuerforderungen 13.773 13.464
Latente Ertragsteuerforderungen 16.601 28.532
Gesamt 30.374 41.996
In TEUR 2020 2019
Laufende Ertragsteuerschulden 5.133 3.906
Latente Ertragsteuerschulden 489 508
Gesamt 5.622 4.414
Der Saldo aus latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Latente Steuerforderungen 204.380 196.155
Latente Steuerschulden 188.268 168.131
Saldo latente Steuern 16.112 28.024
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Der Saldo latenter Steuern stammt aus folgenden Positionen:
In TEUR 2020 2019
Wertminderungen 8.591 2.677
Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 38.422 24.423
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 0 403
Sachanlagen 2.150 2.120
Nutzungsrechte 75 25
Sonstige Aktiva 39 18
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC 70.218 56.030
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT 12.867 6.548
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO 25.393 56.746
Rückstellungen 19.987 15.165
Sonstige Passiva 80 0
Steuerliche Verlustvorträge und offene Siebtelbeträge aus Teilwertabschreibungen 26.558 32.000
Latente Steuerforderungen 204.380 196.155
Finanzielle Vermögenswerte – AC 14.921 9.107
Finanzielle Vermögenswerte – HFT 85.445 84.902
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 8.397 9.910
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M 4.472 3.855
Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 65.581 55.760
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges 6.385 0
Sachanlagen 106 74
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT 2.961 3.478
Sonstige Passiva 0 1.045
Latente Steuerschulden 188.268 168.131
Saldo Latente Steuern 16.112 28.024
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Die Ermittlung der angesetzten latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und Beteiligungsabschreibungen erfolgte auf Basis eines
Fünf-Jahres-Planungszeitraums. Im Konzernabschluss wurden Ansprüche in Höhe von 2.755 TEUR (Vj: 15.517 TEUR) aus noch nicht
genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Beteiligungsabschreibungen nicht aktiviert, weil aus heutiger Sicht die Verwendung innerhalb
des Planungszeitraums nicht realisierbar erscheint und es nicht ausreichend wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerliche Ergebnisse
vorliegen. Die COVID-19 Krise hat keine Auswirkungen auf die Verwertbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge des RLB Steiermark Kon-
zerns.
In Zusammenhang mit at equity bilanzierten Unternehmen bestehen zum 31. Dezember 2020 passive temporäre Differenzen in Höhe von
115.998 TEUR (Vj: 146.810 TEUR), für welche gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden zu bilanzieren sind, da eine vom Vorstand
beschlossene und dokumentierte Behalteabsicht besteht. Weiters wurden gemäß IAS 12.39 keine latenten Steuerschulden für Tochterunter-
nehmen in Höhe von 9.779 TEUR (Vj: 9.270 TEUR) bilanziert, weil diese erst im Falle einer Liquidation des Unternehmens oder bei Veräu-
ßerungsabsicht der Beteiligungen entstehen.
Hinsichtlich der Ertragsteuern, die auf die einzelnen Bestandteile des Sonstigen Ergebnisses entfallen, verweisen wir auf die Darstellung in
der „Gesamtergebnisrechnung“.
33. Sonstige Passiva
In TEUR 2020 2019
Übrige Steuerschulden 4.613 4.543
Leasing-Verbindlichkeiten 10.265 13.676
Übrige Passiva 55.861 40.318
Rechnungsabgrenzungsposten 486 244
Verrechnungswerte 982 1.548
Sonstige Posten 54.393 38.526
Gesamt 70.739 58.537
Der Anstieg in den sonstigen Posten resultiert im Wesentlichen aus einem höheren Volumen an Transaktionen im Rahmen des Zahlungsver-
kehrs, welche zum Berichtsstichtag noch nicht abgewickelt waren.
Für förderbare Investitionen wurde eine Covid-19 Investitionsprämie in Höhe von 207 TEUR passiviert, welche im Geschäftsjahr 2020 – ana-
log der Nutzungsdauern der zugrundeliegenden Investitionen – in Höhe von 33 TEUR gewinnwirksam aufgelöst wurde.
34. Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen
In TEUR 2020 2019
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen
207.418 0
Wie im Kapitel „Verschmelzung mit der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG“ erläutert, wurden Anfang des Geschäftsjahres 2021 Ver-
mögenswerte und Schulden einzelner Filialen an die jeweiligen örtlichen Raiffeisenbanken veräußert.
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Die im Zusammenhang mit der Filialabgabe übertragenen Verbindlichkeiten betreffen Einlagen mit einem Betrag von 205.761 TEUR sowie
Verpflichtungen für Abfertigungen, Jubiläumsgelder und nicht konsumierte Urlaube mit einem Betrag von 1.657 TEUR.
Die Fair Values der übertragenen Schulden werden gemeinsam mit den gemäß IFRS 5 bilanzierten Vermögenswerten in Note 26 „Zur Ver-
äußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ dargestellt
35. Eigenkapital
In TEUR 2020 2019
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens 1.576.755 1.611.476
Gezeichnetes Kapital 142.721 142.721
Kapitalrücklagen 401.825 401.825
Gewinnrücklagen 1.344.362 1.315.117
hievon Konzernergebnis 27.114 104.300
Kumuliertes Sonstiges Ergebnis -312.153 -248.187
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 1.115 1.103
Gesamt 1.577.870 1.612.579
Das Grundkapital (Gezeichnetes Kapital) der RLB Steiermark beträgt per 31. Dezember 2020 insgesamt 142.721 TEUR (Vj: 142.721 TEUR)
und besteht aus 3.113.507 Stück (Vj: 3.113.507 Stück) nennbetragslosen, auf Namen lautende Stückaktien (Stammaktien). Sämtliche aus-
gegebenen Aktien sind auch voll eingezahlt.
Gemäß Gewinnverwendungsvorschlag soll - unter Berücksichtigung der Empfehlung der FMA zu Dividendenausschüttungen - vom ausge-
wiesenen Bilanzgewinn der RLB Steiermark AG ein Betrag von 11.239.760,27 EUR an die Eigentümer ausgeschüttet und ein Betrag von
11.333.165,48 EUR auf neue Rechnung vorgetragen werden. Dies entspricht einer Dividende von 3,61 EUR je Aktie. Im Vorjahr wurde der
Bilanzgewinn entsprechend den Empfehlungen der EZB und FMA nicht ausgeschüttet und mit einem Betrag von 16.501.587,10 EUR auf
neue Rechnung vorgetragen.
Aufgrund der Vereinbarung über die Errichtung von institutsbezogenen Sicherungssystemen sind seitens der RLB Steiermark Beitragszah-
lungen an das Landes- und Bundes-IPS zu entrichten. In Höhe dieser Zahlungen wurde eine besondere IPS-Rücklage aus dem versteuer-
ten Gewinn gebildet. Diese Rücklage wird innerhalb der Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Die nachfolgend dargestellten Werte der einzelnen Komponenten des kumulierten Sonstigen Ergebnisses verstehen sich nach Abzug der
latenten Steuern und einschließlich der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter:
In TEUR 2020 2019
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus leistungsorientierten Plänen -17.064 -18.324
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten 1.355 -12.741
Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI 41.360 43.662
Anteilige erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung der at equity bilanzierten Unternehmen -337.822 -260.805
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Die Veränderung des kumulierten Sonstigen Ergebnisses ergibt sich im Wesentlichen aus den Eigenkapitalveränderungen der at equity
bilanzierten Beteiligung an der RBI (siehe Note 20 „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“).
Die nachfolgenden Tabellen stellen die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (+) oder Verluste (-) innerhalb des Eigenkapitals getrennt
für bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten sowie für Eigenkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizule-
genden Zeitwert bewertet werden, dar.
In TEUR 2020 2019
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen – Umgliederung -107 -116
Bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen – Umgliederung Steuerlatenz 27 29
Gesamt -80 -87
Die Umgliederungen der im OCI erfassten kumulierten Verluste (Vj: Verluste) auf bonitätsinduzierte Fair Value Änderungen finanzieller Ver-
bindlichkeiten betreffen Abgänge aufgrund von vorzeitigen (Teil-)Tilgungen bzw. aus der Rücknahme von Emissionen. Die Umgliederungs-
beträge sind die bei Ausbuchung realisierten Beträge, welche im Sonstigen Ergebnis erfasst waren.
In TEUR 2020 2019
Eigenkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung 179 -2.099
Eigenkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung Steuerlatenz -116 0
Gesamt 63 -2.099
Die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (Vj: Verluste) auf Fair Value Änderungen von Eigenkapitalinstrumenten FVOCI betreffen Ab-
gänge aus der Veräußerung bzw. Liquidation von Beteiligungen. Der beizulegende Zeitwert der Eigenkapitalinstrumente zum Zeitpunkt der
Ausbuchung betrug 2.022 TEUR (Vj: 721 TEUR). Der kumulierte Gewinn aus der Ausbuchung von veräußerten Eigenkapitalinstrumenten
FVOCI betrug 669 TEUR (Vj: 1.923 TEUR).
In der folgenden Tabelle werden die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (+) oder Verluste (-) für Fremdkapitalinstrumente, die er-
folgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung dargestellt:
In TEUR 2020 2019
Fremdkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung 2.013 3.616
Fremdkapitalinstrumente FVOCI – Umgliederung Steuerlatenz -503 -904
Gesamt 1.510 2.712
Die Umgliederungen der kumulierten Gewinne (Vj: Gewinne) der Fremdkapitalinstrumente FVOCI betreffen vorzeitige Abgänge und Tilgungen.
Eine umfassende Darstellung der Veränderungen des Eigenkapitals erfolgt in der Tabelle „Entwicklung des Eigenkapitals“.
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36. Hedge Accounting
Im RLB Steiermark Konzern wird Fair Value Hedge Accounting zur Absicherung von Festzinsrisiken von Finanzinstrumenten angewandt. Zur
Absicherung des Zinsrisikos der Grundgeschäfte werden in erster Linie Zinsswaps eingesetzt. Daneben können auch Zinsoptionen (Caps,
Floors) und andere derivative Finanzinstrumente (z. B. Forward Rate Agreements) zum Einsatz kommen. Die dem Hedge Accounting gewid-
meten Grundgeschäfte betreffen vorwiegend Kredite und Wertpapiere des Eigenbestands sowie Emissionen, Schuldscheindarlehen und
sonstige Einlagen.
Mikro Fair Value Hedge Accounting
Im RLB Steiermark Konzern werden Fair Value Schwankungen von Grundgeschäften der Aktiv- und Passivseite mit Fixzinsrisiko (Absiche-
rung des beizulegenden Zeitwerts), die auf ein bestimmtes Risiko zurückgeführt werden können, durch gegenläufige (derivative) Siche-
rungsinstrumente abgesichert (Fair Value Hedges). Zu Beginn der Sicherungsbeziehung wird die Beziehung zwischen Grund- und Siche-
rungsgeschäft einschließlich der zugrundeliegenden Risikomanagementziele dokumentiert. Weiters wird sowohl bei Eingehen der Siche-
rungsbeziehung als auch in deren Verlauf die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung nachgewiesen. Mit der Beurteilung der Wirksamkeit
werden Hedge Accounting fähige Sicherungsbeziehungen identifiziert oder ausgeschlossen.
Die Wirksamkeit einer Sicherungsbeziehung ist gegeben, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:
es besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft und
die Hedge Ratio (Sicherungsquote) der Sicherungsbeziehung ist gleich dem Verhältnis der Volumina des gewidmeten Sicherungs-
instruments und des gewidmeten Grundgeschäfts und
das Kreditrisiko dominiert nicht die Sicherungsbeziehung.
Ein wirtschaftlicher Zusammenhang ist gegeben, wenn die Wertänderungen von Grund- und Sicherungsinstrument im Hinblick auf das
abgesicherte Risiko grundsätzlich gegenläufig sind. Der Ausgleich darf nicht zufällig sein. Die Gegenläufigkeit kann in Ausnahmefällen nicht
gegeben sein, muss aber generell vorliegen. Von einem wirtschaftlichen Zusammenhang ist daher auszugehen, wenn Grund- und Siche-
rungsgeschäft auf demselben (gegenläufigen) Underlying beruhen oder auf unterschiedlichen Underlyings beruhen, die miteinander korre-
lieren. Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft wird im RLB Steiermark Konzern auf Basis eines pros-
pektiven Effektivitätstests nachgewiesen. Die angewendeten Methoden für den prospektiven Effektivitätstest sind die Critical Term Match-
Methode sowie die Sensitivitätsanalyse (Basis Point Value). In erster Linie erfolgt eine Überprüfung, ob ein Critical Term Match (CTM) vor-
liegt. Sind im Falle einer Mikro Hedge Beziehung alle Parameter des Grundgeschäfts und des Sicherungsgeschäfts, die das Ausmaß der
abgesicherten Wertänderung bestimmen, identisch, aber gegenläufig, so ist dies ein Indikator für eine vollständig effektive Sicherungsbe-
ziehung. Gemäß den im Konzern festgelegten Kriterien müssen zur Erfüllung eines Critical Term Match die Parameter Nominalwert, Wäh-
rung und Fälligkeit bzw. Zinsbindung übereinstimmen. Ist eine Bestimmung der Effektivität mittels Critical Term Match nicht möglich, erfolgt
eine Effektivitätsmessung mittels Sensitivitätsanalyse. Für die prospektive Messung wird ein Parallelshift der Swapkurve um 100 Basis-
punkte durchgeführt und die barwertige Veränderung von Grundgeschäft zu derivativem Sicherungsinstrument gemessen. Der Barwertbe-
rechnung wird die Zero-Coupon-Kurve zugrunde gelegt, welche aus Swapsätzen kalibriert wird. Wenn sich die absoluten Beträge dieser
Änderungen weitgehend entsprechen, wird die Sicherungsbeziehung prospektiv als effektiv eingestuft. Wenn die prospektive Effektivität
nicht mehr nachgewiesen werden kann oder das Risikomanagementziel und die Risikomanagementstrategie nicht mehr verfolgt werden,
ERL
Ä
UTERUNGEN ZU
FINANZINSTRUMENTEN
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kommt es zur Auflösung der Sicherungsbeziehung. Wird das Grundgeschäft oder das Sicherungsinstrument verkauft bzw. glattgestellt,
kommt es ebenfalls zur Beendigung der Sicherungsbeziehung.
Die Sicherungsquote wird auf Basis des Verhältnisses der Volumina des gewidmeten Sicherungsgeschäfts und des gewidmeten Grundge-
schäfts bestimmt und beträgt im RLB Steiermark Konzern grundsätzlich 1. Wenn sich Grund- oder Sicherungsgeschäft verändert haben,
wird das Erfordernis der Adjustierung des Absicherungsverhältnisses (sog. „Rebalancing“) geprüft. Da bei Änderungen des Grundge-
schäftsvolumens auch eine entsprechende Anpassung des Volumens der Sicherungsgeschäfte (z. B. durch die Schließung von Derivaten)
vorgenommen wird, ist das Erfordernis eines Rebalancing grundsätzlich nicht gegeben.
Das Ausfallrisiko bei den Sicherungsgeschäften ist entweder aufgrund von bilateralen Collateral-Vereinbarungen oder Central Counterparty
Clearing unwesentlich und dominiert nicht die Sicherungsbeziehung, wenngleich es im Rahmen der Fair Value Ermittlung in Gestalt eines
CVA berücksichtigt wird und daher gegebenenfalls zu unwesentlichen Ineffektivitäten führt. Bei den Grundgeschäften ist nur die Festzins-
komponente das abgesicherte Risiko. Finanzielle Vermögenswerte, die sich in Stage 3 befinden, weisen ein Ausfallrisiko auf, das die Siche-
rungsbeziehung dominiert. Für Grundgeschäfte, die in diese Stage migrieren, können die Regeln des Hedge Accounting nicht mehr ange-
wandt werden. Demgegenüber dominiert das Ausfallrisiko bei Grundgeschäften in Stage 1 nicht die Sicherungsbeziehung. Das gilt i. d. R.
auch für die Stage 2, wenngleich es zur Beurteilung, ob das Kreditrisiko dominiert, ein entsprechendes Monitoring im RLB Steiermark Kon-
zern gibt. Bei Dominanz des Ausfallrisikos können die Regeln des Hedge Accounting nicht mehr angewandt werden.
Ist der wirtschaftliche Zusammenhang weiterhin gegeben, ein Rebalancing nicht erforderlich und dominiert das Kreditrisiko nicht die Siche-
rungsbeziehung, wird diese unverändert fortgeführt und gemäß den Regeln des IFRS 9 Hedge Accounting bilanziert.
Von der Beurteilung der Wirksamkeit einer Sicherungsbeziehung ist die Ermittlung der Ineffektivität zu unterscheiden. IFRS 9 erfordert kei-
nen retrospektiven Effektivitätstest und daher auch nicht die Einhaltung der in IAS 39 normierten 80 %/125 %-Grenze. Das Ausfallrisiko darf
die Sicherungsbeziehung aber nach IFRS 9 nicht dominieren. Die Ermittlung der Ineffektivität erfolgt im RLB Steiermark Konzern nach wie
vor im Rahmen eines (freiwilligen) retrospektiven Effektivitätstests.
Portfolio Fair Value Hedge Accounting
Im Rahmen der Anwendung des Fair Value Hedge Accountings von Zinsrisiken auf Portfoliobasis werden die Festzinsrisiken von Bankge-
schäften in definierten Laufzeitbändern zu einer Gesamtrisikoposition zusammengefasst und mit entsprechenden derivativen Sicherungs-
geschäften abgesichert. Diese Festzinsrisiken können einerseits von klassischen festverzinslichen Geschäften verursacht werden, aber
auch von referenzierten Geschäften, welche eingebettete Caps/Floors beinhalten, da diese bei der Über- und Unterschreitung von festge-
legten Zinsgrenzen zumindest temporär zu Festzinspositionen werden. Das abgesicherte Risiko ist das Fair Value Risiko, das bei diesen
Geschäften aus den Veränderungen der den Fair Value maßgeblich beeinflussenden Zinsmarktsätzen resultiert.
Das Risikomanagement identifiziert hierbei die Geschäfte, die einem Portfolio zuzuordnen sind. Derzeit werden dem Aktiv-Portfolio „Finanzi-
elle Vermögenswerte – AC“ festverzinsliche Kredite und Nostro-Wertpapiere zugeordnet. Variabel verzinste Geschäfte mit Zinsopti
onen wer-
den einem separaten Portfolio (getrennt von festverzinslichen Positionen) zugeordnet. Dabei werden derzeit ausschließlich Kredite mit
Caps/Floors diesem Portfolio zugeordnet. Für das jeweilige Portfolio erfolgt eine Zuordnung der Cash Flows der Geschäfte auf Basis der
erwarteten Zinsanpassungstermine zu Laufzeitbändern, wobei die Einstellung des jeweiligen Nominalbetrags eines Geschäfts ausschließlich
in das Laufzeitband zum jeweiligen Zinsanpassungstermin erfolgt. Bei fest vereinbarten Teiltilgungen wird das Gesamtnominale aufgeteilt und
unterschiedlichen Laufzeitbändern zugeordnet. Der RLB Steiermark Konzern hat die Laufzeitbänder gemäß dem Kalenderjahr festgelegt.
Abgesichert wird jeweils ein bestimmter Betrag pro Laufzeitband und Portfolio, wobei sich die Höhe dieses abgesicherten Betrags von den
derivativen Sicherungsinstrumenten ableitet. Dieser Basisbetrag wird als Bodensatz (Bottom Layer) bezeichnet. Veränderungen der Cash
Flows innerhalb der Sicherungsperiode führen zu keiner Veränderung des abgesicherten Betrags, solange der Bodensatz nicht unterschrit-
ten wird. Die Festlegung eines solchen Bodensatzes wurde durch den EU-Carve-Out zu IAS 39 ermöglicht. Die Sicherungsperioden im RLB
Steiermark Konzern betragen einen Monat. Demnach wird am Ende einer jeden Sicherungsperiode die Sicherungsbeziehung beendet und
zu Beginn der nächsten Sicherungsperiode neu designiert. Als derivative Sicherungsgeschäfte kommen Zinsswaps (gegebenenfalls mit
einer Zinsober– bzw. –untergrenze) zum Einsatz, die entweder endfällig oder tilgend sein können.
Zur Bestimmung der Hedge Ratio wird im RLB Steiermark Konzern eine Zinssensitivitätsberechnung verwendet. Für das Fixzins-Portfolio
wird der Basis Point Value (BPV) pro Laufzeitband für die gesamten Cash Flows der Portfoliogeschäfte und für die Cash Flows der fixen
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Seite der derivativen Finanzinstrumente berechnet. Diese Berechnung basiert auf der Quartalszuordnung der Cash Flows der Portfolioge-
schäfte. Für das variable Portfolio werden die Zinssensitivitäten der Grund- und Sicherungsgeschäfte pro Laufzeitband unter Anwendung
von zwei Zinsszenarien berechnet, da sich ein Shift der Zinskurven nach unten anders auswirkt als nach oben. Die Messung der prospekti-
ven Effektivität erfolgt anhand einer Regressionsanalyse mit historischen Marktdaten auf monatlicher Basis pro Laufzeitband und Portfolio.
Für die Regression werden 30 Datenpunkte im Fixzinsportfolio und 31 Datenpunkte im variablen Portfolio herangezogen, wobei die ersten
29 Datenpunkte auf historischen Daten basieren und der 30ste bzw. 31ste Datenpunkt ein Zinsszenario darstellt. Neben der Steigung der
Regressionsgerade ist auch die Streuung der Werte zu berücksichtigen, wobei der RLB Steiermark Konzern als Bestimmtheitsmaß R² mit
einer Untergrenze von 80 % heranzieht. Das angewandte Konfidenzintervall beträgt 95 %. Die retrospektive Effektivitätsmessung erfolgt
ebenfalls mittels Regressionsanalyse pro Laufzeitband und Portfolio, wobei alle Datenpunkte historisch berechnet werden.
Die folgenden Tabellen zeigen jene derivativen Sicherungsinstrumente, welche zur Absicherung von finanziellen Vermögenswerten („Absi-
cherung Aktiva“) und finanziellen Verbindlichkeiten („Absicherung Passiva“) eingesetzt werden. Die Sicherungsinstrumente werden mit ih-
rem Marktwert in den Positionen „Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten“ bzw. „Negative Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten“ ausgewiesen.
Geschäftsjahr 2020
Restlaufzeit Nominalwerte
Buchwert (Marktwert)
per 31.12.2020
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts, welcher
zur Ermittlung der
Ineffektivität heran-
gezogen wurde
(1.1.-31.12.2020) In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5
Jahre
über 5
Jahre Gesamt positiv negativ
Mikro Fair Value Hedges -
Aktiva
Zinsswaps (Payer-Swaps) 304.100 1.302.489 657.443 2.264.032 128 88.779 -31.231
Portfolio Fair Value
Hedges - Aktiva
Zinsswaps (Payer-Swaps) 83.000 492.500 1.264.026 1.839.526 507 73.769 -30.040
Mikro Fair Value Hedges -
Passiva
Zinsswaps (Receiver-
Swaps)
0 557.625 1.394.628 1.952.253 282.391 0 59.759
Gesamt 387.100 2.352.614 3.316.097 6.055.811 283.026 162.548 -1.512
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Geschäftsjahr 2019
Restlaufzeit Nominalwerte
Buchwert (Marktwert)
per 31.12.2019
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts, welcher
zur Ermittlung der
Ineffektivität
herangezogen
wurde
(1.1.-31.12.2019) In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5
Jahre
über 5
Jahre Gesamt positiv negativ
Mikro Fair Value Hedges -
Aktiva
Zinsswaps (Payer-Swaps) 110.000 1.283.490 625.243 2.018.733 2.162 62.714 -38.420
Portfolio Fair Value
Hedges - Aktiva
Zinsswaps (Payer-Swaps) 59.500 325.500 266.975 651.975 1.061 43.773 1.423
Mikro Fair Value Hedges -
Passiva
Zinsswaps (Receiver-
Swaps)
40.000 757.625 1.454.416 2.252.041 241.624 0 116.628
Gesamt 209.500 2.366.615 2.346.634 4.922.749 244.847 106.487 79.631
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Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Grundgeschäfte im Mikro und Portfolio Fair Value Hedge Accounting getrennt nach Bilanzpositio-
nen jeweils zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 sowie zum Vergleichsstichtag 31. Dezember 2019.
In TEUR
Buchwert der
Grundgeschäfte per
31.12.2020
Kumulierte Beträge, die
im Buchwert der
Grundgeschäft erfasst
wurden (Hedge
Adjustment) per
31.12.2020
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts, welcher zur
Ermittlung der
Ineffektivität
herangezogen wurde
(1.1.-31.12.2020)
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC
Schuldverschreibungen 1.118.378 27.744 10.863
Kredite und Forderungen 724.849 44.645 15.574
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
Schuldverschreibungen 552.990 8.133 4.409
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC 2.110.838 26.162 29.871
Gesamt 4.507.055 106.684 60.717
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.967.136 220.612 -48.945
Nachrangige Verbindlichkeiten 6.064 948 -144
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 257.117 45.252 -10.447
Gesamt 2.230.317 266.812 -59.536
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In TEUR
Buchwert der
Grundgeschäfte per
31.12.2019
Kumulierte Beträge, die
im Buchwert der
Grundgeschäfte erfasst
wurden (Hedge
Adjustment) per
31.12.2019
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts, welcher zur
Ermittlung der
Ineffektivität
herangezogen wurde
(1.1.-31.12.2019)
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC
Schuldverschreibungen 895.210 16.883 11.646
Kredite und Forderungen 770.410 29.085 24.168
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
Schuldverschreibungen 455.749 4.548 3.145
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC 613.876 -1.611 -1.228
Gesamt 2.735.245 48.905 37.731
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.920.241 175.096 -96.223
Nachrangige Verbindlichkeiten 5.935 820 -312
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 656.085 47.283 -18.797
Gesamt 2.582.261 223.199 -115.332
Trotz des Vorliegens nahezu identer, gegengleicher Parameter der Sicherungs- und Grundgeschäfte können Ineffektivitäten aus dem Zins-
änderungsrisiko im Sinne eines Basisrisikos entstehen. Dies in der Form, dass die Sicherungsderivate mit anderen Zinskurven diskontiert
werden als die korrespondierenden Grundgeschäfte (OIS-Kurve vs. 3- oder 6-Monats-EURIBOR).
Andere mögliche Ursachen für Ineffektivitäten sind:
Late designation von Sicherungsgeschäften,
Upfront-Zahlungen bei Sicherungsgeschäften,
der Einfluss des variablen Zahlungsstroms auf den Wert der Sicherungsgeschäfte bei Annäherung an das Laufzeitende,
Bewertungsunterschiede bei Kündigungsrechten.
Gründe für Ineffektivitäten im Rahmen des Portfolio Fair Value Hedge Accounting können weiters sein:
Abweichungen der variablen Abzinsungszinssätze (Tenor) von Grund- und Sicherungsgeschäften
Unterschreitung des „bottom layer“
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Die folgende Tabelle stellt für Zinsänderungsrisiken, getrennt nach den Klassen für Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts, die Ineffek-
tivitäten der Absicherungen dar. Der Ausweis der Ineffektivitäten erfolgt sowohl für das Mikro Fair Value Hedge Accounting als auch für das
Portfolio Fair Value Hedge Accounting in der GuV-Position „Ergebnis aus Hedge Accounting“.
In TEUR
Unwirksamkeit der
Absicherung 2020
Unwirksamkeit der
Absicherung 2019
Mikro Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC
Schuldverschreibungen -119 57
Kredite und Forderungen -180 38
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI
Schuldverschreibungen -86 52
Portfolio Fair Value Hedges – Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC
*)
-169 195
Gesamt -554 342
Mikro Fair Value Hedges – Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
Verbriefte Verbindlichkeiten 417 1.052
Nachrangige Verbindlichkeiten 0 5
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit -193 630
Gesamt 224 1.687
*)
Da dem Portfolio „Finanzielle Vermögenswerte – AC“ sowohl Schuldverschreibungen als auch Kredite und Forderungen zugeordnet sind, unterbleibt die Aufteilung nach Klassen.
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37. Restlaufzeitengliederung
Als Restlaufzeit wird der Zeitraum zwischen Bilanzstichtag und vertraglich vereinbarter Fälligkeit der Verbindlichkeit angesehen.
Finanzielle Verbindlichkeiten
In TEUR
Vertragliche
Cash Flows
Täglich
fällig bzw.
ohne
Laufzeit
bis 3
Monate
> 3 Monate
bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC)
14.443.154 5.045.121 257.957 368.616 5.764.773 3.006.687
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Held for Trading (HFT)
522.957 0 4.372 9.511 73.458 435.616
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Designated at Fair Value P&L (FVO)
1.787.110 0 55.052 162.957 332.174 1.236.927
Negative Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten
118.893 0 8.672 22.294 60.841 27.086
Außerbilanzielle Geschäfte 2.348.869 2.348.869 0 0 0 0
Die im Rahmen des Filialverkaufs gemäß IFRS 5 bilanzierten Einlagen i. H. v. 205.761 TEUR sind in der o. a. Aufstellung nicht mehr enthalten
und werden in der Bilanzposition „Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgrup-
pen“ ausgewiesen.
Finanzielle Verbindlichkeiten
In TEUR
Vertragliche
Cash Flows
Täglich
fällig bzw.
ohne
Laufzeit
bis 3
Monate
> 3 Monate
bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC)
11.854.102 4.709.579 362.540 755.223 3.084.287 2.942.473
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Held for Trading (HFT)
369.863 0 100.749 111.559 68.393 89.162
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Designated at Fair Value P&L (FVO)
1.937.881 0 13.333 53.333 367.395 1.503.820
Negative Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten
106.937 0 7.750 17.856 58.146 23.185
Außerbilanzielle Geschäfte 2.192.495 2.192.495 0 0 0 0
Restlaufzeitengliederung zum 31.12.2020:
Restlaufzeitengliederung zum 31.12.2019:
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38. Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Die Bestimmungen des IFRS 7 verlangen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten die Angabe von Informationen zu Saldierungs-
rechten bzw. zu globalen Aufrechnungsvereinbarungen.
Der RLB Steiermark Konzern schließt gemäß den Rahmenverträgen über die gegenseitige Aufrechnung von Interbanken-Depots (Deposit
Netting Agreement) bzw. auf Basis von Vereinbarungen mit Großkunden Geschäfte über Kredite (Darlehen) und Interbanken-Einlagen ab.
Grundsätzlich können die Beträge, die gemäß solchen Vereinbarungen von jeder Gegenpartei auf alle ausstehenden Transaktionen geschul-
det werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammengefasst werden, wenn für ein Unternehmen die Voraussetzungen nach IAS 32.42 wie
folgt erfüllt sind:
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht ein Rechtsanspruch, finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten miteinander verrechnen
zu dürfen.
Das Unternehmen beabsichtigt, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des be-
treffenden Vermögenswertes die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen.
Einige dieser Vereinbarungen werden in der Bilanz nicht saldiert, weil den jeweiligen Vertragspartnern ein Recht zur Aufrechnung von er-
fassten Beträgen eingeräumt wird, das nur bei Eintritt eines Verzuges darstellenden Ereignisses, der Insolvenz oder des Konkurses des
Konzerns oder der Vertragspartner oder von anderen vorab festgelegten Ereignissen durchsetzbar ist. Darüber hinaus beabsichtigen der
Konzern und seine Vertragspartner nicht, auf Nettobasis abzurechnen oder die Vermögenswerte zu realisieren und zeitgleich die Schulden
zu tilgen. Der Konzern erhält und stellt Sicherheiten in Form von liquiden Mitteln und marktgängigen Wertpapieren.
In den nachstehenden Tabellen sind finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten dargestellt, die in der Konzernbilanz saldiert werden
(aufgerechnete finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten) oder einer Aufrechnungs- oder ähnlichen Vereinbarung unterliegen,
ungeachtet dessen, ob sie in der Bilanz saldiert werden oder nicht (Potenzieller Effekt von Aufrechnungsvereinbarungen).
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Geschäftsjahr 2020
In TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Brutto-
beträge
finanzieller
Vermögens-
werte
dagegen
aufgerech-
nete
finanzielle
Verbindlich-
keiten
in der
Bilanz
dargestellte
Netto-
beträge
finanzieller
Vermögens-
werte
Potenzieller
Effekt von
Auf-
rechnungs-
rahmenver-
einba-
rungen
Sicher-
heiten in
Form von
Finanz-
instru-
menten Nettobetrag
nicht saldiert
Sichtguthaben 4.014 0 4.014 -4.014 0 0
Finanzielle Vermögenswerte –
Amortised Cost (AC)
634.008 0 634.008 -628.256 0 5.752
Kredite und Forderungen 634.008 0 634.008 -628.256 0 5.752
Finanzielle Vermögenswerte –
Held for Trading (HFT)
9.019 0 9.019 -9.019 0 0
Kredite und Forderungen 0 0 0 0 0 0
Derivate (positive Marktwerte) 9.019 0 9.019 -9.019 0 0
Finanzielle Vermögenswerte –
Mandatorily at Fair Value P&L
(FVPL-M)
2.235 0 2.235 -2.235 0 0
Kredite und Forderungen 2.235 0 2.235 -2.235 0 0
Gesamt 649.276 0 649.276 -643.524 0 5.752
In TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
Brutto-
beträge
finanzieller
Verbindlich-
keiten
dagegen
aufgerech-
nete
finanzielle
Vermögens-
werte
in der
Bilanz
dargestellte
Netto-
beträge
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Potenzieller
Effekt von
Auf-
rechnungs-
rahmenver-
einba-
rungen
Sicher-
heiten in
Form von
Finanz-
instru-
menten Nettobetrag
nicht saldiert
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC)
6.556.264 0 6.556.264 -643.455 -1.500.806 4.412.003
Einlagen / Aufgenommene Gelder 6.556.264 0 6.556.264 -643.455 -1.500.806 4.412.003
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held
for Trading (HFT)
75 0 75 -69 0 6
Derivate (negative Marktwerte) 75 0 75 -69 0 6
Einlagen / Aufgenommene Gelder 0 0 0 0 0 0
Gesamt 6.556.339 0 6.556.339 -643.524 -1.500.806 4.412.009
Einlagen / Aufgenommene Gelder enthalten Pensionsgeschäfte (Repos) in Höhe von insgesamt 2.752.845 TEUR (Vj: 340.138 TEUR), für die
im aktuellen Geschäftsjahr Sicherheiten in Form von Finanzinstrumenten mit einem Betrag von 1.500.806 TEUR (Vj: 180.484 TEUR) bestehen.
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Geschäftsjahr 2019
In TEUR
Finanzielle Vermögenswerte
Brutto-
beträge
finanzieller
Vermögens-
werte
dagegen
aufgerech-
nete
finanzielle
Verbindlich-
keiten
in der
Bilanz
dargestellte
Netto-
beträge
finanzieller
Vermögens-
werte
Potenzieller
Effekt von
Auf-
rechnungs-
rahmenver-
einba-
rungen
Sicher-
heiten in
Form von
Finanz-
instru-
menten Nettobetrag
nicht saldiert
Sichtguthaben 5.987 0 5.987 -5.987 0 0
Finanzielle Vermögenswerte –
Amortised Cost (AC)
394.188 -13 394.175 -383.592 0 10.583
Kredite und Forderungen 394.188 -13 394.175 -383.592 0 10.583
Finanzielle Vermögenswerte –
Held for Trading (HFT)
128.149 0 128.149 -127.056 0 1.093
Kredite und Forderungen 122.603 0 122.603 -121.510 0 1.093
Derivate (positive Marktwerte) 5.546 0 5.546 -5.546 0 0
Finanzielle Vermögenswerte –
Mandatorily at Fair Value P&L
(FVPL-M)
2.236 0 2.236 -2.236 0 0
Kredite und Forderungen 2.236 0 2.236 -2.236 0 0
Gesamt 530.560 -13 530.547 -518.871 0 11.676
In TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten
Brutto-
beträge
finanzieller
Verbindlich-
keiten
dagegen
aufgerech-
nete
finanzielle
Vermögens-
werte
in der
Bilanz
dargestellte
Netto-
beträge
finanzieller
Verbindlich-
keiten
Potenzieller
Effekt von
Auf-
rechnungs-
rahmenver-
einba-
rungen
Sicher-
heiten in
Form von
Finanz-
instru-
menten Nettobetrag
nicht saldiert
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Amortised Cost (AC)
3.496.418 -13 3.496.405 -503.839 -180.484 2.812.082
Einlagen / Aufgenommene Gelder 3.496.418 -13 3.496.405 -503.839 -180.484 2.812.082
Finanzielle Verbindlichkeiten –
Held for Trading (HFT)
86.008 0 86.008 -15.032 0 70.976
Derivate (negative Marktwerte) 728 0 728 -347 0 381
Einlagen / Aufgenommene Gelder 85.280 0 85.280 -14.685 0 70.595
Gesamt 3.582.426 -13 3.582.413 -518.871 -180.484 2.883.058
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39. Derivative Finanzinstrumente
In den nachfolgenden Tabellen ist das gesamte Volumen der noch nicht abgewickelten derivativen Finanzgeschäfte – inklusive der in Note 36
dargestellten Hedge Accounting Derivate – gegliedert nach Restlaufzeiten dargestellt. Die Angabe der Marktwerte erfolgt unter Berücksichti-
gung des Kontrahentenrisikos (CVA / DVA).
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre
Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 1.077.300 3.369.808 5.563.566 10.010.674 717.110 247.029
Zinsoptionen-Käufe 151 6.808 596 7.555 27 0
Zinsoptionen-Verkäufe 2.530 6.970 2.707 12.207 0 3
Gesamt 1.079.981 3.383.586 5.566.869 10.030.436 717.137 247.032
Börsegehandelte Produkte
Futures 65.474 0 0 65.474 0 0
Gesamt 1.145.455 3.383.586 5.566.869 10.095.910 717.137 247.032
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 138.688 0 0 138.688 3.831 265
Zins-Währungs-/Währungsswaps 12.253 9.978 0 22.231 156 188
Gesamt 150.941 9.978 0 160.919 3.987 453
Gesamtsumme 1.296.396 3.393.564 5.566.869 10.256.829 721.124 247.485
Derivative Finanzprodukte, die nicht zu Handelszwecken dienen (Bankbuch), zum 31.12.2020
263
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre
Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 555.782 3.531.644 5.102.329 9.189.755 688.960 172.351
Zinsoptionen-Käufe 48.000 7.036 12.196 67.232 1.078 0
Zinsoptionen-Verkäufe 7.386 5.207 19.417 32.010 0 108
Gesamt 611.168 3.543.887 5.133.942 9.288.997 690.038 172.459
Börsegehandelte Produkte
Futures 64.194 0 0 64.194 0 0
Gesamt 675.362 3.543.887 5.133.942 9.353.191 690.038 172.459
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 134.895 0 0 134.895 1.746 208
Zins-Währungs-/Währungsswaps 9.364 0 4.877 14.241 124 54
Gesamt 144.259 0 4.877 149.136 1.870 262
Gesamtsumme 819.621 3.543.887 5.138.819 9.502.327 691.908 172.721
Derivative Finanzprodukte, die nicht zu Handelszwecken dienen (Bankbuch), zum 31.12.2019
JAHRESFINANZBERICHT 2020
264
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 297.535 713.440 1.677.334 2.688.309 89.381 109.242
Zinsoptionen-Käufe 38.000 100.437 132.950 271.387 5.094 0
Zinsoptionen-Verkäufe 40.024 20.679 102.215 162.918 21 1.033
Gesamt 375.559 834.556 1.912.499 3.122.614 94.496 110.275
Börsegehandelte Produkte
Futures 1.500 0 0 1.500 0 0
Gesamt 377.059 834.556 1.912.499 3.124.114 94.496 110.275
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 48.172 0 0 48.172 1.742 304
Zins-Währungs-/Währungsswaps 450.465 2.733 10.249 463.447 3.474 10.396
Devisenoptionen-Käufe 1.408 0 0 1.408 83 0
Devisenoptionen-Verkäufe 1.408 0 0 1.408 0 75
Gesamt 501.453 2.733 10.249 514.435 5.299 10.775
Gesamtsumme 878.512 837.289 1.922.748 3.638.549 99.795 121.050
Derivative Finanzprodukte des Handelsbuchs zum 31.12.2020:
265
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Restlaufzeit Nominalwerte Marktwerte
In TEUR bis 1 Jahr
> 1 Jahr
bis 5 Jahre
über 5
Jahre Gesamt positiv negativ
Zinssatzbezogene Termingeschäfte
OTC-Produkte
Zinsswaps 259.645 829.160 1.653.758 2.742.563 76.498 89.901
Zinsoptionen-Käufe 103.630 128.479 126.125 358.234 3.643 0
Zinsoptionen-Verkäufe 93.014 61.012 107.210 261.236 3 1.078
Gesamt 456.289 1.018.651 1.887.093 3.362.033 80.144 90.979
Börsegehandelte Produkte
Futures 0 0 0 0 0 0
Gesamt 456.289 1.018.651 1.887.093 3.362.033 80.144 90.979
Fremdwährungsbezogene
Termingeschäfte
OTC-Produkte
Devisenkassa/-termingeschäfte 22.821 0 0 22.821 147 171
Zins-Währungs-/Währungsswaps 427.652 0 12.983 440.635 616 21.230
Devisenoptionen-Käufe 5.000 0 0 5.000 12 0
Devisenoptionen-Verkäufe 5.000 0 0 5.000 30 0
Gesamt 460.473 0 12.983 473.456 805 21.401
Gesamtsumme 916.762 1.018.651 1.900.076 3.835.489 80.949 112.380
Derivative Finanzprodukte des Handelsbuchs zum 31.12.2019:
JAHRESFINANZBERICHT 2020
266
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
40. Fair Value der Finanzinstrumente
Alle zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente werden auf wiederkehrender Basis bewertet.
Der beizulegende Zeitwert ist definiert als der Preis für ein Finanzinstrument, den Marktteilnehmer im Rahmen einer geordneten Geschäfts-
abwicklung beim Verkauf erhalten, beziehungsweise bei der Übertragung einer Schuld zahlen würden. Im RLB Steiermark Konzern erfolgt
die Bewertung zum Fair Value primär anhand von externen Datenquellen (Börsenpreise, Broker-Quotierungen). Sollte kein entsprechender
Marktpreis beobachtbar sein, werden für die Fair Value Ermittlung des Finanzinstruments allgemein anerkannte Verfahren angewendet. Je
nach Marktnähe bzw. Objektivität der Bewertungsparameter werden diese jeweils einer von drei Stufen (Level 1 – 3) der Fair Value Hierar-
chie zugeordnet.
Beschreibung der Bewertungsmodelle und Parameter
Der RLB Steiermark Konzern verwendet ausschließlich Bewertungsmodelle, die einem internen Prüfprozess unterzogen wurden und bei
denen die unabhängige Ermittlung der Bewertungsparameter (Zinssätze, Wechselkurse, Volatilitäten und Credit Spreads) sichergestellt ist.
Existieren für Wertpapiere und Derivate aktuelle, allgemein beobachtbare Preise, so werden diese Produkte zu den quotierten Marktpreisen
angesetzt. Bei den übrigen Wertpapieren und Derivaten wird der Fair Value als Barwert der künftigen Cash Flows errechnet.
Für Plain Vanilla-Schuldtitel (fix und variabel) wird der Fair Value durch die Diskontierung der zukünftigen Zahlungsströme errechnet. Die
Diskontierungskurve ist vom Zinssatz der jeweiligen Emissionswährung und einer Spreadanpassung, welche von der Credit Spread-Kurve
des Emittenten abgeleitet wird, abhängig. Ist keine Emittentenkurve vorhanden, wird der Spread von einem ähnlichen Instrument abgeleitet
und um Differenzen im Risikoprofil des Instruments angepasst. Ist kein ähnliches Finanzinstrument verfügbar, wird die Spreadanpassung
anhand interner Ratings und Ausfallswahrscheinlichkeiten vorgenommen. Bei komplexeren Schuldtiteln wird der Fair Value mittels einer
Kombination aus diskontierten Zahlungsströmen und finanzmathematischen Modellen ermittelt, wie sie auch bei der Bewertung von
OTC-Produkten zur Anwendung kommen. Die Fair Value Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkei-
ten erfolgt analog.
Der Fair Value von Zins- und Zins-Währungs-Swaps sowie Zinstermingeschäften wird auf Basis abgezinster Cash Flows ermittelt, wobei
jeweils die für die Restlaufzeit geltenden Marktzinssätze verwendet werden. Für die Ermittlung des Fair Value von in EURO besicherten Deri-
vaten wird als Diskontierungszinssatz der EONIA (Euro Over Night Index Average) herangezogen, da dieser der Verzinsung der entspre-
chenden Barsicherheiten entspricht. Im Zuge der IBOR-Reform wird der EONIA bis spätestens Jahresende 2021 durch den €STR (Euro
Short Term Rate) abgelöst. Ein Großteil der Verträge wurde bereits im Geschäftsjahr 2020 umgestellt. Die Umstellung führte zu einer Ände-
rung der Diskontierungskurve. Die daraus resultierende Änderung der Marktwerte wurden durch eine Ausgleichszahlung kompensiert. Ins-
gesamt wurden im Zusammenhang mit der Umstellung von EONIA auf €STR im Geschäftsjahr 2020 Ausgleichszahlungen in Höhe von
1.236 TEUR geleistet. Die erhaltenen Ausgleichszahlungen belaufen sich auf 964 TEUR.
Der Fair Value von Devisentermingeschäften wird auf Basis aktueller Terminkurse ermittelt. Optionen werden zu Kurswerten oder mittels
anerkannter Modelle zur Ermittlung von Optionspreisen bewertet. Als Bewertungsmodelle dienen für einfache europäische Optionen und
Zinsinstrumente die gängigen Black-Scholes-Modelle (marktbedingt wird aufgrund des aktuellen Zinsniveaus u. a. auch das Black-Scho-
les-Normal Modell verwendet).
Bei der Bewertung von Derivaten werden auch Bewertungsanpassungen, welche sowohl das Risiko des vorzeitigen Ausfalls der Gegen-
partei, als auch das eigene Kreditrisiko berücksichtigen, vorgenommen (CVA, DVA). Zur Ermittlung des Credit bzw. Debt Value Adjust-
ments wird für OTC-Derivate die Höhe des zukünftig zu erwartenden Portfoliowertes (Potential Future Exposure, PFE) anhand einer Monte
Carlo Simulation berechnet und mittels am Markt beobachtbarer Ausfallsraten des Kunden bzw. der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
bewertet. Grundsätzlich wird das gesamte Derivateportfolio eines Marktpartners betrachtet. Das CVA/DVA wird auf das unbesichert
e Expo-
sure gerechnet. Handelt es sich um ein besichertes Exposure, wird die Dauer der Besicherungsnachforderung (margin period of risk) bei
der Ermittlung des CVA/DVA mitberücksichtigt.
Bei den finanziellen Verpflichtungen erfolgt die Bewertung von Optionalitäten unter anderem auf Basis des Hull-White-Modells. Sofern Si-
cherheiten von Dritten für Verbindlichkeiten gestellt werden, werden diese bei der Bewertung berücksichtigt.
267
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Der Fair Value bestimmter Finanzinstrumente entspricht nahezu dem Buchwert. Dies betrifft die Barreserve und Sichtguthaben sowie For-
derungen und Verbindlichkeiten ohne eindeutige Fälligkeit oder Zinsbindung bzw. kurzfristig abrufbare Verbindlichkeiten.
Bei den übrigen Forderungen und Verbindlichkeiten werden die erwarteten Cash Flows mit aktuellen Zinssätzen unter Berücksichtigung der
jeweiligen Spreads sowie von Eigenkapitalkosten diskontiert. Bei der Fair Value Bewertung von Krediten gelangen Spreads auf Basis inter-
ner Bonitätseinschätzungen zum Ansatz. Darüber hinaus kommen hier Residualspreads, die beispielsweise Gebühren beinhalten können,
zum Ansatz.
Anteile an assoziierten Unternehmen werden grundsätzlich at equity bewertet. Beteiligungen werden zum Fair Value bilanziert. Sofern ein
Börsenkurs oder Transaktionspreis verfügbar ist, wird dieser herangezogen. Ansonsten wird der Fair Value auf Basis abgezinster Netto-
Cash Flows oder mittels vereinfachter Näherungsverfahren bzw. bei Immobilien anhand zeitnaher Gutachten ermittelt. Die Prognose der
finanziellen Überschüsse enthält spezifische Schätzungen für mindestens drei Jahre. Die Unsicherheiten infolge der Covid-19 Pandemie
wurden im Rahmen der Unternehmensbewertung in der Cashflow-Planung berücksichtigt. Die erwarteten Netto Cash Flows werden mit
einem risikolosen Zinssatz unter Berücksichtigung eines Risikoabschlags abgezinst.
Bei Finanzgarantien und unwiderruflichen Kreditzusagen entspricht der Buchwert dem Fair Value.
In der folgenden Tabelle werden die beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) jener Bilanzpositionen dargestellt, welche nicht zum Fair Value
bewertet werden. Diese beinhaltet auch täglich fällige Kredite und Forderungen sowie Einlagen, bei denen der Buchwert nahezu dem Fair
Value entspricht.
2020 2019
In TEUR Fair Value Buchwert Fair Value Buchwert
Aktiva
Finanzielle Vermögenswerte – AC 10.832.040 10.245.834 10.548.578 10.054.119
Schuldverschreibungen 1.936.070 1.875.871 1.828.981 1.769.183
Kredite und Forderungen 8.763.652 8.239.645 8.587.959 8.155.008
Forderungen aus Leasingverhältnissen 132.318 130.318 131.638 129.928
Passiva
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC 14.396.453 14.252.896 11.827.861 11.682.928
Einlagen / Aufgenommene Gelder 10.977.249 10.906.926 8.053.194 7.994.461
Verbriefte Verbindlichkeiten 3.343.419 3.275.196 3.697.338 3.617.868
Nachrangige Verbindlichkeiten 75.785 70.774 77.329 70.599
JAHRESFINANZBERICHT 2020
268
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
41. Fair Value Hierarchie
Die Fair Value Hierarchie stellt die finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden nach der Stufe der Bemessungshierarchie dar, in
welche diese in ihrer Gesamtheit eingeordnet werden. Diese Hierarchie teilt die in den Bewertungstechniken zur Bemessung des beizule-
genden Zeitwerts verwendeten Inputfaktoren in drei Stufen ein, wobei sich die Abstufung nach dem Grad der Beobachtbarkeit der verwen-
deten Inputfaktoren richtet:
Notierte Preise in aktiven Märkten (Level 1): Der Fair Value der Finanzinstrumente, welche in Level 1 der Fair Value Hierarchie eingeord-
net werden, wird auf der Grundlage der auf aktiven Märkten quotierten Preise (Börsenkurse oder von Handelsteilnehmern quotierte Preise)
ermittelt. Ein aktiver Markt ist dann gegeben, wenn für ein Finanzinstrument Preise von Börsen, Brokern oder Preisagenturen, wie Reuters
oder Bloomberg, leicht und regelmäßig verfügbar sind und tatsächlich und regelmäßig Transaktionen zu diesen Preisen stattfinden. Diese
Kategorie enthält an Börsen notierte Eigenkapitaltitel sowie Schuldinstrumente. Im Bereich der nicht zum Fair Value bewerteten Finanzin-
strumente sind hier verbriefte Verbindlichkeiten enthalten.
Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter (Level 2): Wird ein Preis herangezogen, dessen Markt aufgrund einer beobach-
teten eingeschränkten Liquidität nicht als aktiver Markt betrachtet werden kann, wird das zugrundeliegende Finanzinstrument in die Fair
Value Stufe 2 gereiht. Sind keine Marktpreise verfügbar, erfolgt die Bewertung anhand von Bewertungsmodellen, die auf Marktdaten beru-
hen. Sofern alle wesentlichen Parameter des Bewertungsmodells am Markt beobachtbar sind, wird das Finanzinstrument als Level 2 der
Fair Value Hierarchie eingestuft. Für Level 2-Bewertungen werden typischerweise Zinskurven, Credit Spreads und implizite Volatilitäten als
nachvollziehbare beobachtbare Marktparameter verwendet.
Insbesondere werden hier im Bereich der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente die Mehrzahl der OTC-Derivate sowie
Zwischenbankgelder des Handelsbestands und verbriefte Verbindlichkeiten gezeigt. Darüber hinaus sind hier Schuldinstrumente enthalten,
für welche kein aktiver Markt besteht. Im Bereich der nicht zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente sind hier Zwischenbankgelder und
Einlagen enthalten.
Bewertungsverfahren mittels wesentlicher, nicht beobachtbarer Parameter (Level 3): Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen
Eingangsparameter auf, die nicht beobachtbar sind und einen mehr als unwesentlichen Effekt auf den Fair Value eines Instruments haben.
In diesem Fall werden einzelne, nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter anhand angemessener Annahmen geschätzt. Für
Level 3-Bewertungen werden neben beobachtbaren Parametern typischerweise Credit Spreads, die aus internen Schätzungen für Ausfalls-
wahrscheinlichkeiten (PD) und Verlustquoten (LGD) abgeleitet werden, als nicht beobachtbare Parameter verwendet. Diese Kategorie ent-
hält im Bereich der zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente im Wesentlichen Kredite, strukturierte verbriefte Verbindlichkeiten, kom-
plexere OTC-Derivate, Asset-backed-Securities sowie Beteiligungen. Im Bereich der nicht zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente
sind hier vor allem Kredite und Einlagen enthalten.
269
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die folgende Darstellung zeigt die Fair Value Hierarchie der zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
In TEUR 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte Level 1 Level 2 Level 3 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte – HFT 48.198 528.061 6.001 53.245 762.701 8.057
Schuldverschreibungen 48.198 0 0 53.245 0 0
Kredite und Forderungen 0 0 0 0 244.494 0
Derivate (positive Marktwerte) 0 528.061 6.001 0 518.207 8.057
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 848.161 6.668 82.809 873.261 6.674 81.037
Schuldverschreibungen 848.161 6.668 0 873.261 6.674 0
Eigenkapitalinstrumente 0 0 82.809 0 0 81.037
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M 0 396.369 36.737 0 402.615 47.819
Schuldverschreibungen 0 42.393 0 0 51.685 188
Kredite und Forderungen 0 2.236 36.735 0 2.236 47.596
Eigenkapitalinstrumente 0 0 2 0 0 35
Sondervermögen 0 351.740 0 0 348.694 0
Positive Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten
0 283.026 0 0 244.847 0
Gesamt 896.359 1.214.124 125.547 926.506 1.416.837 136.913
Finanzielle Verbindlichkeiten Level 1 Level 2 Level 3 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT 0 205.654 68 0 368.119 0
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 0 0 0 0 189.713 0
Derivate (negative Marktwerte) 0 205.654 68 0 178.406 0
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO 0 1.081.622 26.669 0 1.351.531 28.051
Einlagen / Aufgenommene Gelder 0 596.298 0 0 792.217 0
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 485.324 26.669 0 559.314 28.051
Negative Marktwerte aus derivativen
Sicherungsinstrumenten
0 162.548 0 0 106.487 0
Gesamt 0 1.449.824 26.737 0 1.826.137 28.051
JAHRESFINANZBERICHT 2020
270
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Umgliederungen von und nach Level 1
Weder in der Berichtsperiode noch in der Vergleichsperiode gab es Umgliederungen aus Level 1 bzw. nach Level 1.
Angaben zu Finanzinstrumenten in Level 3
Beschreibung der Bewertungsmethoden und -prozesse für Finanzinstrumente in Level 3
Wenn zumindest ein wesentlicher Bewertungsparameter nicht am Markt beobachtbar ist, wird dieses Instrument dem Level 3 der Fair Value
Hierarchie zugeordnet. Zur Validierung des Bewertungspreises werden daher zusätzliche Schritte notwendig. Diese umfassen u. a. die Ana-
lyse historischer Daten oder Benchmarking zu vergleichbaren Finanzinstrumenten. Diese Verfahren beinhalten Parameterschätzungen und
Expertenmeinungen.
Die Ermittlung und Kategorisierung der Fair Values von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten erfolgt mit Ausnahme
der Fair Values für Beteiligungen in der Abteilung Marktrisikocontrolling, in deren Kompetenz die Marktbewertungen und die verwendeten
Berechnungsmodelle – inklusive der Ermittlung der Level 3 Fair Values – liegen. Die Abteilung überprüft regelmäßig wesentliche nicht be-
obachtbare Inputfaktoren und Valuation Adjustments. Falls Preise von Dritten, wie etwa Partnerbewertungen bzw. externe Modelle, für die
Ermittlung der Fair Values verwendet werden, so erfasst, dokumentiert und verplausibilisiert Marktrisikocontrolling diese Werte. Wesentliche
Bewertungsthemen und Auswirkungen von Bewertungsänderungen werden im Gesamtbank-Risikokomitee bzw. dem Vorstand berichtet.
Die Ermittlung und Kategorisierung von Fair Values für Beteiligungen erfolgt in der Abteilung Beteiligungen, die für das gesamte Beteili-
gungsportefeuille zuständig ist.
Informationen zur Bewertung von Level 3 Finanzinstrumenten:
Art
Bewertungs-
methode
Wesentliche nicht
beobachtbare
Inputfaktoren
Umfang der nicht
beobachtbaren
Inputfaktoren
Schuldverschreibungen Anleihen
Broker-
Schätzungen
Ausfallwahr-
scheinlichkeit,
Zinssatz
5-10 %
Verbriefte Verbindlichkeiten Emissionen
Broker-
Schätzungen,
DCF – Verfahren
erwartete
Zinszahlungen
5-10 %
Derivate Zinsderivate
Broker-
Schätzungen
erwartete
Zinszahlungen
10-20 %
Kredite und Forderungen Kredite DCF
Ausfallwahr-
scheinlichkeit,
Verlustquote
10-30 %
271
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Beteiligungen
Bewertungsmethode Beschreibung Inputfaktoren von bis
Discounted Cash Flow Verfahren
(DCF – Flow to Equity)
A
bzinsung von Free
Cash Flows mit einem
internen Zinsfuß
(Diskontierungszins,
Beta- und
Marktrisikofaktor)
interner Zinsfuß 5,96 % 15,29 %
Betafaktor 0,72 1,85
Marktrisikoprämie 7,91 % 8,46 %
Risikoloser Zinssatz -0,14 % 0,04 %
Planungshorizont 3 Jahre 5 Jahre
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Der aktuelle Marktwert
für die Immobilien wird
zum Bewertungsstich-
tag mittels Gutachten
erhoben. Die so
ermittelten stillen
Reserven/Lasten
werden dem Eigen-
kapital zugerechnet.
Pacht je m
2
Zu-/Abschlag
0,20 EUR
+500 BP
3,00 EUR
-500 BP
Ertragswertverfahren (Optionspreis)
A
uf Basis einer Plan-
Gewinn-und-Verlust-
Rechnung und mittels
der Abzinsung der
daraus errechneten
zukünftigen
Ertragsüberschüsse
wird der Wert des
Eigenkapitals zum
Bewertungsstichtag
berechnet.
Diskontierungs-
zinssatz
3,86%
Zu einigen der Finanzinstrumente in der Level 3-Kategorie bestehen identische und ähnliche kompensierende Positionen bezüglich der
nicht beobachtbaren Parameter. Die IFRS-Vorschriften verlangen, die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten brutto anzuführen. Einige
Finanzinstrumente in der Level 3-Kategorie sind durch Instrumente der Level 2-Kategorie abgesichert.
Ist eine Änderung in der Ermittlung des Fair Values eingetreten, wenn beispielsweise für die Wertermittlung beobachtbare Parameter statt
nicht beobachtbarer Parameter zur Verfügung stehen, wird das jeweilige Finanzinstrument in eine andere Stufe umgruppiert.
Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die
Änderung eingetreten ist, auf Basis des Anfangsbestands.
Die Tabellen auf den folgenden Seiten stellen die Entwicklung der Fair Values von Finanzinstrumenten dar, für welche der beizulegende
Zeitwert nicht aus beobachtbaren, am Markt verfügbaren Daten ermittelt werden kann.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
272
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Überleitung der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level 3
Geschäftsjahr 2020
In TEUR
Bestand
am 1.1.
In der
Gewinn
und
Verlust-
rechnung
erfasst
1)
Im sons-
tigen
Ergebnis
erfasst
1)
Zu-
gänge
Ab-
gänge
Um-
gliede-
rungen
IFRS 5
Trans-
fers in
Level 3
Trans-
fers aus
Level 3
Bestand
am
31.12.
Finanzielle Vermögenswerte –
HFT
8.057 -2.056 0 0 0 0 0 0 6.001
Derivate (positive Marktwerte) 8.057 -2.056 0 0 0 0 0 0 6.001
Finanzielle Vermögenswerte –
FVOCI
81.037 0 2.166 1.628 -2.022 0 0 0 82.809
Eigenkapitalinstrumente 81.037 0 2.166 1.628 -2.022 0 0 0 82.809
Finanzielle Vermögenswerte –
FVPL-M
47.819 621 0 2.885 -14.113 -475 0 0 36.737
Schuldverschreibungen 188 0 0 0 -188 0 0 0 0
Kredite und Forderungen 47.596 654 0 2.885 -13.925 -475 0 0 36.735
Eigenkapitalinstrumente 35 -33 0 0 0 0 0 0 2
Gesamt 136.913 -1.435 2.166 4.513 -16.135 -475 0 0 125.547
Finanzielle Verbindlichkeiten
– HFT
0 68 0 0 0 0 0 0 68
Derivate (negative Marktwerte) 0 68 0 0 0 0 0 0 68
Finanzielle Verbindlichkeiten
– FVO
28.051 -1.133 164 0 -413 0 0 0 26.669
Verbriefte Verbindlichkeiten 28.051 -1.133 164 0 -413 0 0 0 26.669
Gesamt 28.051 -1.065 164 0 -413 0 0 0 26.737
1)
Bei den Vermögenswerten stehen positive Beträge für Gewinne und negative Beträge für Verluste. Bei den Verbindlichkeiten stehen positive Beträge für Verluste und negative Beträge für Gewinne.
Im Geschäftsjahr gab es weder Umgliederungen aus noch in Level 3.
Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Bewertungsergebnisse von Finanziellen Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value
P&L (FVO), die Ergebnisse aus den dazugehörigen Derivaten (Economic Hedges) sowie von Finanziellen Vermögenswerten – Mandatorily
at Fair Value P&L (FVPL-M) sind in der Position „Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten at Fair Value P&L (FVPL)“ enthalten. Die Zinsen
dieser Instrumente werden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Im Sonstigen Ergebnis (OCI non reclassified) sind die Ergebnisse aus der
Veränderung des eigenen Bonitätsrisikos aus finanziellen Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) in der Position „Bonitäts-
induzierte Fair Value Änderungen finanzieller Verbindlichkeiten“ enthalten.
Das in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasste Ergebnis aus Finanziellen Vermögenswerten – Held for Trading (HFT) wird in der Position
„Handelsergebnis“ gezeigt. Im Sonstigen Ergebnis sind die Bewertungsergebnisse aus Finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI
(FVOCI) mit Recycling in der Position „Bewertungsänderungen aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI“ bzw. ohne Recycling in
der Position „Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten – Fair Value OCI“ enthalten.
273
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Fair Values von Finanzinstrumenten in Level 3 der Vergleichsperiode dar.
Geschäftsjahr 2019
In TEUR
Bestand
am 1.1.
In der
Gewinn und
Verlust-
rechnung
erfasst
1)
Im sons-
tigen
Ergebnis
erfasst
1)
Zu-
gänge
Ab-
gänge
Trans-
fers in
Level 3
Trans-
fers aus
Level 3
Bestand
am 31.12.
Finanzielle Vermögenswerte –
HFT
38.989 -2.507 0 0 0 0 -28.425 8.057
Derivate (positive Marktwerte) 38.989 -2.507 0 0 0 0 -28.425 8.057
Finanzielle Vermögenswerte –
FVOCI
72.092 0 7.248 2.418 -721 0 0 81.037
Eigenkapitalinstrumente 72.092 0 7.248 2.418 -721 0 0 81.037
Finanzielle Vermögenswerte –
FVPL-M
56.096 -3.915 0 8.708 -13.070 0 0 47.819
Schuldverschreibungen 1.400 -1.212 0 0 0 0 0 188
Kredite und Forderungen 51.696 262 0 8.708 -13.070 0 0 47.596
Eigenkapitalinstrumente 3.000 -2.965 0 0 0 0 0 35
Gesamt 167.177 -6.422 7.248 11.126 -13.791 0 -28.425 136.913
Finanzielle Verbindlichkeiten –
HFT
28.526 0 0 0 0 0 -28.526 0
Derivate (negative Marktwerte) 28.526 0 0 0 0 0 -28.526 0
Finanzielle Verbindlichkeiten –
FVO
78.326 -5.137 179 0 -40.337 0 -4.980 28.051
Einlagen /
Aufgenommene Gelder
13.420 -3.402 -18 0 -10.000 0 0 0
Verbriefte Verbindlichkeiten 64.906 -1.735 197 0 -30.337 0 -4.980 28.051
Gesamt 106.852 -5.137 179 0 -40.337 0 -33.506 28.051
1)
Bei den Vermögenswerten stehen positive Beträge für Gewinne und negative Beträge für Verluste. Bei den Verbindlichkeiten stehen positive Beträge für Verluste und negative Beträge für Gewinne.
Die Umgliederungen in der Vergleichsperiode aus Level 3 in Level 2 im Bereich der finanziellen Vermögenswerte – HFT sowie der finanziel-
len Verbindlichkeiten – HFT und finanziellen Verbindlichkeiten – FVO erfolgte, da für diese Geschäfte nunmehr sämtliche Inputfaktoren be-
obachtbar sind und der Fair Value über Standard-Bewertungsmodelle ermittelt wird. Darüber hinaus gab es keine Umgliederungen aus
oder in Level 3. Die Umgliederungen wurden auf Basis des Anfangsbestands ermittelt.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
Ergebnis aus zum Berichtsstichtag gehaltenen Finanzinstrumenten der Level 3 Kategorie
Die nachstehende Tabelle beinhaltet gemäß IFRS 7 nur die Gewinne und Verluste der am Bilanzstichtag gehaltenen Level 3-Instrumente.
In TEUR 2020 2019
Zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
Finanzielle Vermögenswerte – HFT -145 407
Derivate (positive Marktwerte) -145 407
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M 886 -1.849
Schuldverschreibungen 0 -10
Kredite und Forderungen 919 1.126
Eigenkapitalinstrumente -33 -2.965
Gesamt 741 -1.442
Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO 428 -237
Verbriefte Verbindlichkeiten 428 -237
Gesamt 428 -237
Gesamtsumme 1.169 -1.679
Die kompensierenden Gewinne und Verluste, die aus entsprechenden Absicherungsgeschäften erfasst wurden, sind nicht in der obigen
Tabelle enthalten. Die Tabelle beinhaltet gemäß IFRS 13 nur Gewinne und Verluste, die aus den originären Level 3-Instrumenten resultieren.
275
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Sensitivitätsanalyse der zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumente in Level 3
Wertpapiere und Kredite
Bei den zum Fair Value bewerteten Level 3-Finanzinstrumenten im Wertpapierbereich handelt es sich vorwiegend um 1:1 durchgesicherte
Zinsstruktur-Positionen. Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für diese komplexen Produkte (OTC) sind dabei histori-
sche Volatilitäten und historische Korrelationen von CMS-Indizes.
Im Kreditbereich handelt es sich um alle Fair Value Positionen, welche die qualitative oder quantitative SPPI-Prüfung (Benchmark-Test) nicht
bestanden haben. Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren sind hier Credit Spreads, die aus internen Schätzungen für Aus-
fallswahrscheinlichkeiten (PD) und Verlustquoten (LGD) abgeleitet werden.
Im Rahmen der Sensitivitätsanalyse der Level 3-Instrumente werden mögliche Auswirkungen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair
Values von Finanzinstrumenten resultieren, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern basiert, dargestellt.
Für die Sensitivitätsanalyse wurden die oben beschriebenen, nicht beobachtbaren Faktoren der Level 3-Produkte auf beobachtbare Fakto-
ren umgeschlüsselt und anschließend Sensitivitätsshifts unterzogen. Dabei wurden einerseits die Zinssensitivität und andererseits die Cre-
dit Spread-Sensitivität verwendet.
Für die Zinssensitivität wurden alle dem Zinsrisiko ausgesetzten Produkte als Zerobonds für die definierte Restlaufzeit berücksichtigt. Dazu
erfolgte zunächst eine Umschlüsselung dieser Produkte auf entsprechende Forwards und eine Einteilung in die entsprechenden Laufzeit-
bänder. Anschließend wurde ein sogenannter Zinsschock unterstellt. D. h. es wurden die Auswirkungen auf den Fair Value bei einem Paral-
lelshift der Zinskurve um 200 Basispunkte nach oben bzw. unten untersucht. Weiters wurden die Bewertungsauswirkungen im Fall einer
Kurvendrehung (Geldmarkt -100 BP, Jahresstützpunkt 0, Kapitalmarkt +100 BP) untersucht.
Für das Spreadrisiko wurden die Level 3-Wertpapierbestände (Aktiv- und Passivpositionen) mit ihrer Restlaufzeit und ihrem internen Rating
berücksichtigt. Bei den Krediten wird der unbesicherte Anteil berücksichtigt. Dabei wurde angenommen, dass die Spreads der ausgewie-
senen Level 3-Finanzinstrumente um 200 Basispunkte nach oben bzw. unten geshiftet werden.
Die inkludierten Fremdwährungsgeschäfte wurden hinsichtlich des Währungsrisikos einem Währungsshift unterzogen. Da den Fremdwäh-
rungspositionen allerdings entsprechende Refinanzierungen in Fremdwährung (gleiche Höhe, gleiche Zinsanpassungszeitpunkte) gegen-
überstehen, ergibt sich aus diesem Währungsshift für Level 3-Produkte kein Fremdwährungsrisiko.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
276
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STEIERMARK 2020
Die sich ergebenden ergebniswirksamen Auswirkungen auf den Fair Value sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Geschäftsjahr 2020
Fair Value Änderung
In TEUR
Änderung
Input-
faktoren
Aktiv-
positionen
Passiv-
positionen Gesamt
Zinssensitivität:
Zinssatzänderung +200 BP -2.827 0 -2.827
Zinssatzänderung -200 BP 2.827 0 2.827
Kurvendrehung:
Geldmarkt -100 BP
-1.032 0 -1.032
Kapitalmarkt +100 BP
Creditspread-Sensitivität:
Änderung Credit Spread +200 BP -745 1.651 906
Änderung Credit Spread -200 BP 745 -1.817 -1.072
Geschäftsjahr 2019
Fair Value Änderung
In TEUR
Änderung
Input-
faktoren
Aktiv-
positionen
Passiv-
positionen Gesamt
Zinssensitivität:
Zinssatzänderung +200 BP -3.062 0 -3.062
Zinssatzänderung -200 BP 3.062 0 3.062
Kurvendrehung:
Geldmarkt -100 BP
-1.064 0 -1.064
Kapitalmarkt +100 BP
Creditspread-Sensitivität:
Änderung Credit Spread +200 BP -705 2.108 1.403
Änderung Credit Spread -200 BP 705 -2.380 -1.675
277
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Beteiligungen
Bei den zum Fair Value bewerteten Level 3-Beteiligungen handelt es sich durchgehend um nicht öffentlich gehandelte Unternehmensbeteili-
gungen. Nahezu alle der Unternehmensbewertung zugrundeliegenden Parameter sind dabei nicht beobachtbare Bewertungsparameter.
Die Bewertungsmethode richtet sich nach den jeweiligen Besonderheiten des Bewertungsobjekts (Unternehmensgegenstand, Verträge
etc.). Für die zum Discounted Cash Flow Verfahren bewerteten Unternehmen werden jährliche Planungsrechnungen unter Berücksichti-
gung der Auswirkungen von Covid-19 erstellt. Eine Veränderung der angenommenen Free Cash Flows kann den Fair Value wesentlich be-
einflussen, weswegen eine Veränderung der jeweiligen Free Cash Flows um +/- 100 BP je Planungsperiode untersucht wurde. In den Dis-
kontierungszinssatz fließen mehrere Parameter ein, die jeweils für sich genommen unterschiedlich stark wirken. Für die Zinssensitivität
wurde der gesamte Diskontierungszinssatz um jeweils +/- 100 BP variiert. Für die zum Substanzwert bewerteten Beteiligungen stellen die
mittels Gutachten ermittelten m²-Preise den wesentlichsten Eingangsparameter dar, welcher um +/- 500 BP variiert wurde. Für die zum
Ertragswert bewertete Beteiligung wurde lediglich die Zinssensitivität mit einem Parallelshift des Diskontierungszinssatzes um +/- 100 BP
untersucht, da für diese Beteiligung eine Verkaufsoption besteht, weswegen sich eine Veränderung der Planungsrechnung nicht wesentlich
auf den Fair Value der Beteiligung auswirken würde.
Für die Sensitivitätsanalyse wurden die fünf (Vj: fünf) größten Beteiligungen herangezogen. Die sich ergebenden Auswirkungen auf den Fair
Value sind in nachfolgender Tabelle dargestellt:
Geschäftsjahr 2020
In TEUR Fair Value Änderung
Bewertungsmethode Input-
faktoren
Änderung
Input-
faktoren Fair Value Best Case Worst Case
Discounted Cash Flow Verfahren
Diskontzins-
satz
+/- 100 BP
25.242 29.109 22.287
Free Cash
Flow
+/- 100 BP
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Zu-/
Abschlag
+/- 500 BP 13.208 13.826 12.584
Ertragswertverfahren (Optionspreis)
Diskontzins-
satz
+/- 100 BP 5.275 5.378 5.175
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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Geschäftsjahr 2019
In TEUR Fair Value Änderung
Bewertungsmethode
Input-
faktoren
Änderung
Input-
faktoren Fair Value Best Case Worst Case
Discounted Cash Flow Verfahren
Diskontzins-
satz
+/- 100 BP
25.711 29.599 22.727
Free Cash
Flow
+/- 100 BP
Substanzwertverfahren (Immobilien)
Zu-/
Abschlag
+/- 500 BP 13.253 13.871 12.629
Ertragswertverfahren (Optionspreis)
Diskontzins-
satz
+/- 100 BP 4.640 4.775 4.510
Fair Value Hierarchie der nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten
Gemäß IFRS 13.97 ist auch die Zuordnung der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Instrumente zu den jeweiligen Levels der
Fair Value Hierarchie darzustellen.
Die Fair Values bestimmter, zu Nominalwerten bilanzierter Finanzinstrumente entsprechen nahezu ihren Buchwerten. Hierunter fallen etwa die
Barreserve und Sichtguthaben sowie täglich fällige Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Forderungen und Verbindlichkeiten ohne eindeu-
tige Fälligkeit oder Zinsbindung. Diese Instrumente werden regelmäßig mit ihrem Rückzahlungsbetrag übertragen, wie beispielsweise die
Rückzahlung einer täglich fälligen Einlage zum Nominalbetrag. Entsprechend IFRS 7.29 (a) wird bei diesen Instrumenten auf die Angabe des
beizulegenden Zeitwerts verzichtet, da der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
Die nachstehende Tabelle zeigt die beizulegenden Zeitwerte von nicht zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Ver-
bindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufen in der Fair Value Hierarchie.
In TEUR 2020 2019
Level 1 Level 2 Level 3 Level 1 Level 2 Level 3
Finanzielle Vermögenswerte – AC
Schuldverschreibungen 1.185.701 750.368 0 1.168.264 660.717 0
Kredite und Forderungen 0 1.218.271 6.521.068 0 1.230.730 6.298.906
Forderungen aus Leasingverhältnissen 0 0 132.318 0 0 131.638
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC
Einlagen / Aufgenommene Gelder 0 5.186.243 1.148.862 0 2.669.752 1.220.830
Verbriefte Verbindlichkeiten 1.718.004 1.625.415 0 1.679.693 2.017.644 0
Nachrangige Verbindlichkeiten 0 75.785 0 0 77.329 0
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Organisation des Risikomanagements
Zu den zentralen Erfolgsfaktoren im Bankgeschäft gehört die Fähigkeit eines Kreditinstituts, die aus der Geschäftstätigkeit resultierenden
Chancen und Risiken zu erkennen und richtig einzuschätzen. Auf Basis einer differenzierten Risikomessung und unter Berücksichtigung der
Kapitalausstattung soll durch geeignete Steuerungs-, Management- und Überwachungsprozesse die langfristige positive Ertragssituation
erhalten bleiben.
Die Bedeutung des Gesamtbankrisikomanagements, insbesondere die Fähigkeit eines Kreditinstitutes sämtliche wesentlichen Risiken zu
erfassen, zu messen sowie zeitnah zu überwachen und zu steuern, hat angesichts des volatilen wirtschaftlichen Umfelds in den letzten
Jahren deutlich zugenommen. Risikomanagement wird im RLB Steiermark Konzern daher als aktive unternehmerische Funktion und als
integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung verstanden.
Professionelles Risikomanagement zählt zu den Kernaufgaben des RLB Steiermark Konzerns. Dabei werden alle wesentlichen Risiken iden-
tifiziert, gemessen, laufend überwacht und geeignete Maßnahmenvorschläge erarbeitet.
Die Verantwortung für den gesamten Bereich der Risikosteuerung trägt der Vorstand. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat definiert er, abgelei-
tet aus dem Leitbild und der Unternehmensstrategie, die Risikostrategie und -politik. Die Risikostrategie legt die strategische Ausrichtung
des Risikomanagements für alle Arten von Risiken fest. Damit stellt die Risikostrategie das oberste Lenkinstrument für risikoorientiertes
Management dar und ist ein Eckpfeiler im Rahmen der Steuerung, Überwachung und Begrenzung von Risiken. Sie trägt so wesentlich zur
Sicherstellung der internen Kapitaladäquanz bei.
Abgeleitet von der Risikostrategie verfolgt der RLB Steiermark Konzern mit der Risikopolitik und deren operativen Parametern das Ziel, alle
relevanten Risiken, die sich aus dem Bankgeschäft und dem Bankbetrieb ergeben, frühzeitig zu erkennen und durch eine wirksame Risi-
kosteuerung aktiv zu managen und zu begrenzen. Das Risikomanagement berichtet die Einhaltung dieser Parameter zeitnah an beide Or-
gane.
Risikocontrolling Kreditrisikomanagement
Recht, Compliance / AML &
Sicherungseinrichtungen
Problemkreditmanagement
Gesamtbank- und
Adressrisikocontrolling
Einzelrisikomanagement Bankrecht Sicherheitenmanagement
Marktrisikocontrolling Unternehmensanalyse Compliance / AML Sanierung
Marktfolge Aktiv Aufsichtsrecht und Meldewesen Verwertung
Datenschutz & Datenmanagement
BWG-Compliance
Auszug aus der Aufbauorganisation im Risikomanagement des RLB Steiermark Konzerns
RISIKOBERICHT
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
Klare Verantwortlichkeiten sind die Grundlage des Risikomanagements im RLB Steiermark Konzern. Das Risikomanagement subsumiert
die Gesamtheit aller organisatorischen Aktivitäten zur Risikoerkennung und zum Umgang mit Risiken unternehmerischer Betätigung, mit
Ausnahme des Problemkreditmanagements.
Alle Organisationseinheiten, die mit der Risikoerkennung, -erfassung, -bewertung und -analyse befasst sind, sind unter der direkten Leitung
des Risikovorstands (Chief Risk Officer, CRO) zusammengefasst. Das Problemkreditmanagement ist ebenfalls dem Nicht-Marktvorstand
zugeordnet. Die Identifizierung, Messung und Steuerung der Risiken erfolgt im Bereich „Risikocontrolling“ in Zusammenarbeit mit den ent-
sprechenden Organisationseinheiten. Das Risikocontrolling hat weiters die Aufgabe, geeignete Risikomessverfahren und die dafür notwen-
digen IT-Systeme zu entwickeln und bereitzustellen sowie eine aktive Risikosteuerung gemäß den Anforderungen des Konzerns zu gewähr-
leisten.
Der Aufbau des Risikomanagements soll die Tätigkeiten aus der fachlichen Verantwortung heraus unterstützen und die unabhängige Funk-
tionsfähigkeit der Prozesse und Systeme sicherstellen. Die aktuelle Aufbauorganisation gewährleistet, dass die mit dem Risikomanagement
betrauten Mitarbeiter innerhalb ihres Verantwortungsbereichs unabhängig agieren können.
Die Strukturen im Risikocontrolling wurden so gelegt, dass die wesentlichen Risiken im Konzern – das sind Kredit-, Beteiligungs-, Markt-
preis-, Liquiditäts-, operationelle und sonstige Risiken – identifiziert, gemessen und gesteuert werden. In der Letztverantwortung für diese
Aufgabe wird der Vorstand durch spezifische Komitees unterstützt.
Ziel der Risikosteuerung ist die Risikolimitierung bzw. bewusste Allokation von Risikokapital für ein nachhaltig profitables Wachstum in allen
Geschäftsbereichen sowie die Erhaltung und weitere Stärkung der Eigenmittelsituation im Konzern.
Die Ausrichtung des Risikoportfolios orientiert sich an folgenden strategischen Rahmenbedingungen:
Klare und nachvollziehbare Entscheidungen.
Sorgfältige, zeitnahe und realistische Bonitätsbeurteilung bei allen Aktivgeschäften.
Bei einer nicht transparenten, unüberschaubaren Risikolage wird nach dem Vorsichtsprinzip gehandelt.
Konsequente Risikosteuerung durch eine rechtzeitige Identifikation und Bewertung der Risiken sowie eine entschlossene Umsetzung
der erforderlichen Maßnahmen.
Eine Risikominimierung erfolgt auch durch eine entsprechende Diversifizierung aller Bankgeschäfte.
Durch eine effiziente Steuerung sehen wir Risiken auch als Ertragschancen.
Risiken der Bank werden immer ausreichend diversifiziert und zwar sowohl in den einzelnen Geschäftsfeldern, als auch über die
Geschäftsfelder hinausgehend.
Entwicklung und Integration funktionierender Prozesse in den täglichen Geschäftsablauf.
Produkteinführungen oder neue Markteintritte beruhen auf einer spezifischen Risikoanalyse, die auf einer vorausgehenden
Einschätzung der Risiken basiert.
Produkte und Dienstleistungen werden nur dann unseren Kunden angeboten, wenn wir dafür die Berechtigung, entsprechendes
Fachwissen und die dafür nötige Infrastruktur haben.
Know Your Customer: Wir kennen unsere Kunden und vergeben daher Kredite nur nach eingehender Schuldner- und Bonitätsprü-
fung.
Die Maßnahmen zur Begrenzung der Risiken werden unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit im RLB Steiermark Konzern strukturiert
und in angemessenen Abständen überprüft. Der Vorstand steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf Basis des Extremfalls (VaR
99,9 %). Das ökonomische Kapital wird sodann laufend auf seine Ausnützung hin überwacht. Dies geschieht jedoch unter der Einhaltung
der Going Concern Betrachtung (VaR 95 %).
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für das Management und wichtiger Bestandteil des laufenden
Risikoberichts an den Vorstand und des vierteljährlichen Risikoberichts an den Aufsichtsrat. Die laufende Überwachung der Risikolimite
erfolgt durch das Risikocontrolling im RLB Steiermark Konzern.
Das Risikocontrolling berichtet das aktuelle Gesamtbankrisiko periodisch an den Vorstand, wobei im Rahmen der Risikotragfähigkeitsana-
lyse die Überwachung der aktuellen Ausnutzung der Limite in den einzelnen Risikoarten bzw. Geschäftsfeldern erfolgt. Des Weiteren verant-
wortet das Risikocontrolling die laufende Weiterentwicklung und Implementierung der Methoden zur Risikomessung und Verfeinerung der
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Steuerungsinstrumente sowie die Wartung und Aktualisierung der Regelwerke. Im Konzerngremium „Gesamtbankrisiko-Steuerungskomi-
tee“ werden die Berichte analysiert und die erforderlichen Maßnahmen zur Risikosteuerung festgelegt.
Im RLB Steiermark Konzern werden tourlich Stresstests durchgeführt und im Gesamtbankrisikokomitee behandelt. Stresstests liefern ergän-
zende Informationen zu den Value-at-Risk-Analysen und zeigen mögliche Verlustpotenziale auf. In den Stresstests werden u. a. Veränderun-
gen des volkswirtschaftlichen Umfelds durch makroökonomische Szenarien dargestellt. Diese beschreiben eine außergewöhnliche, aber
plausible negative Entwicklung der Volkswirtschaft. Die Szenarien unterliegen einem jährlichen Review. Neben den tourlichen Stresstests
wurden zusätzliche Szenarien aufgrund der COVID-19 Situation gerechnet. Darüber hinaus wurden speziell im Kreditrisiko Sensitivitätsana-
lysen durchgeführt. Die Risikotragfähigkeit war bei allen Stressszenarien gegeben.
Weiters wurden im RLB Steiermark Konzern reverse Stresstests durchgeführt, welche speziell auf die risikosensitiven Bereiche im RLB Stei-
ermark Konzern abzielen und dem Management somit wichtige Informationen für die Steuerung der Risiken liefern.
Der RLB-Stmk Verbund eGen wurde als oberster Finanzholdinggesellschaft die Erstellung eines Gruppen-Sanierungsplanes gemäß §§ 15ff
BaSAG aufgetragen. Weiters wurde ein gesonderter Plan auf L-IPS (Landes-Institutional Protection Scheme) Ebene und ein weiterer Plan
auf B-IPS (Bundes-Institutional Protection Scheme) Ebene erstellt. Die RLB Steiermark AG ist Mitglied des RLB-Stmk Verbund eGen Sanie-
rungsplans sowie des L-IPS und B-IPS Sanierungsplans und muss daher keinen eigenen Sanierungsplan erstellen. Diese Sanierungspläne
werden auf Basis der einschlägigen gesetzlichen Vorgaben, insbesondere des Bundesgesetzes über die Sanierung und Abwicklung von
Banken (BGBl. I 98/2014) und der Guidelines der EBA und der FMA erstellt. Sämtliche Annahmen, Berechnungen und Prognosen basieren
auf festgestellten Zahlen zum 31. Dezember 2019 und wurden im Jahr 2020 der Aufsicht zur Verfügung gestellt. Der Sanierungsplan mit
den festgestellten Zahlen zum 31. Dezember 2020 wird im Herbst 2021 bei der Aufsicht eingereicht.
Die RLB Steiermark und die HYPO Steiermark sind Mitglieder der Einlagensicherung Austria (ESA). Darüber hinaus ist die RLB Steiermark
Mitglied der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark und des Solidaritätsvereins der Raiffeisen-Geldorga-
nisation Steiermark, der Raiffeisen-Einlagensicherung Steiermark eGen sowie auch Mitglied der Haftungsverbünde des Landes- und Bun-
des-IPS.
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante Fonds i. S. d. § 13 ESAEG sind gemäß § 21 ESAEG jährlich
Beiträge bis Mitte 2024 zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 23 ESAEG nach der Höhe der gedeckten Einlagen und der
Ausprägung der Risiken, denen das Institut ausgesetzt ist. Darüber hinaus kann die Sicherungseinrichtung Sonderbeiträge einheben. Im
Geschäftsjahr 2020 hat die ESA einen Großteil der im Einlagensicherungsfonds vorhandenen Mittel für die Entschädigung der Einleger in den
beiden Sicherungsfällen Anglo Austrian AAB und Commerzialbank Mattersburg verwendet. Der dafür aufgewendete Betrag i. H. v. 550 Mio.
EUR muss allerdings nicht sofort wieder aufgefüllt werden, sondern kann in Abstimmung mit der FMA auf die verbleibenden fünf Jahre bis zur
Erreichung der Zielausstattung 2024 verteilt werden. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde seitens der RLB Steiermark und HYPO Steiermark ein
Beitrag i. H. v. 1.935 TEUR (Vj: 1.012 TEUR) geleistet, welcher auch den aliquoten Anteil für die Wiederauffüllung des Fonds enthält.
Die RLB Steiermark und die HYPO Steiermark sind weiters gesetzlich dazu verpflichtet, einen jährlichen Beitrag in den einheitlichen Abwick-
lungsfonds („Single Resolution Fund“, „SRF“) auf europäischer Ebene zu leisten.
Gesamtbankrisiko
Die Risikotragfähigkeitsanalyse anhand des internen Kapitaladäquanzverfahrens (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP)
ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbankrisikosteuerung im Konzern. Internationaler Best Practise folgend ist der ICAAP als revolvie-
render Steuerungskreislauf aufgesetzt. Dieser startet mit der Definition einer Risikostrategie, durchläuft dann den Prozess der Risikoidentifi-
kation, -quantifizierung und -aggregation und schließt mit der Bestimmung der Risikotragfähigkeit, Kapitalallokation und Limitierung bis hin
zur laufenden Risikoüberwachung. Die einzelnen Elemente des Kreislaufs werden mit unterschiedlicher Frequenz durchlaufen, z. B. täglich
für die Risikomessung „Marktrisiko Handelsbuch“ und jährlich für Risikoinventur, Risikostrategie und -politik. Alle im Kreislauf beschriebe-
nen Aktivitäten werden zumindest jährlich auf ihre Aktualität und ihre Angemessenheit hin geprüft und bei Bedarf an die aktuellen Rahmen-
bedingungen angepasst.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
282
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Im Rahmen der Risikoinventur wird erhoben, welche Risiken im laufenden Bankbetrieb vorhanden sind und welche Bedeutung bzw. wel-
ches Gefahrenpotential diese Risiken für den RLB Steiermark Konzern haben. Dabei wird nicht nur eine quantitative Einschätzung der ein-
zelnen Risikoarten vorgenommen, sondern es werden auch die vorhandenen Methoden und Systeme zur Überwachung und Steuerung der
Risiken beurteilt (qualitative Beurteilung). Die Ergebnisse der Risikoinventur werden ausgewertet, zusammengefasst und fließen in die Risi-
kostrategie und -politik ein.
Die Beurteilung der Angemessenheit der internen Kapitalausstattung erfolgt tourlich auf Basis der nach internen Modellen ermittelten Risi-
ken, wobei in der Wahl der Modelle auf die Wesentlichkeit der Risiken Rücksicht genommen wird.
Ziel ist es sicherzustellen, dass der Konzern jederzeit über ausreichende Risikodeckungsmassen verfügt, um eingegangene Risiken auch
im unerwarteten Fall tragen zu können. Daher werden alle identifizierten und quantifizierten Risiken zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert.
Dem aggregierten Gesamtverlustpotenzial werden die zur Deckung dieser potenziellen Verluste zur Verfügung stehenden Deckungsmas-
sen gegenübergestellt, um festzustellen, ob der Konzern in der Lage ist, Verluste ohne schwerwiegende negative Auswirkungen auf die
Geschäftstätigkeit zu verkraften. Im Absicherungsziel „Going Concern“ (VaR 95 %) müssen das Risikopotenzial und die Risikotragfähigkeit
so aufeinander abgestimmt sein, dass der Konzern in der Lage ist, einen negativen Belastungsfall zu verkraften und die geordnete Ge-
schäftstätigkeit fortzusetzen. Das Absicherungsziel des Extremfallansatzes (VaR 99,9 %) spiegelt die aufsichtsrechtliche Sichtweise wider
und dient dem Schutz der Gläubiger.
Die Analyse der Gesamtbankrisikosituation erfolgt mittels Risikotragfähigkeitsanalyse. Dabei wird der Gesamtbankrisikoposition die Risi-
kodeckungsmasse gegenübergestellt. Sie gibt Auskunft, wie viel zusätzliches Risiko eingegangen werden kann bzw. ob Aktivitäten mit hö-
herem Risiko reduziert werden sollen. Die Werte für die Risikotragfähigkeitsanalyse werden in zwei Szenarien dargestellt, und zwar auf Ba-
sis eines 95 %-igen Konfidenzintervalls in der Going Concern-Sicht, sowie auf Basis eines 99,9 %-igen Konfidenzintervalls in der Liquidati-
onssicht. Während der Going Concern-Ansatz darauf abzielt, auch bei vollständiger Aufzehrung der Deckungsmassen die bankaufsichtli-
chen Mindestkapitalanforderungen zu gewährleisten, stellt das Extremfallszenario darauf ab, dass bei einer „fiktiven Liquidation“ die Gläubi-
ger vollständig befriedigt werden können. Im Risikobericht werden sämtliche Daten auf Basis des Extremfallszenarios dargestellt, sofern
nicht anders angegeben.
Zur Begrenzung der Risiken ist ein vom Vorstand und Aufsichtsrat genehmigtes Limitsystem eingerichtet, welches die einzelnen Risikoarten
und strategischen Geschäftsfelder umfasst. Der Bereich „Risikocontrolling“ analysiert die dargestellten Risiken und prüft durch laufende
Soll-/Ist-Vergleiche die Einhaltung der definierten Limite. Bei der Identifikation von Konzentrationsrisiken werden die individuellen Gegeben-
heiten des Konzerns berücksichtigt. Eine Konzentration des Ausfallrisikos entsteht zum Beispiel aus hohen geschäftlichen Aktivitäten in
bestimmten Branchen, Währungen, geografischen Regionen oder mit einer begrenzten Zahl individueller Kunden.
Die tourliche Risikotragfähigkeitsanalyse ist das zentrale Instrument, in dem alle risikorelevanten Aspekte zusammenfließen und dargestellt
werden. Anhand dieser Analyse erfolgen entsprechende Aktivitäten zur Steuerung des Gesamtbankrisikos. Auf der Ebene einzelner Risiko-
arten erfolgt die Steuerung auch auf täglicher Basis und bei Bedarf im Intra-Day Bereich. Der RLB Steiermark Konzern richtet sein Engage-
ment grundsätzlich nur auf Geschäftsfelder aus, in denen er über eine entsprechende Erfahrung zur Beurteilung der spezifischen Risiken
verfügt. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht eine adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus. Die
Analyse erfolgt mittels eines standardisierten Produkteinführungsprozesses.
Die Grundlage für den täglichen Umgang mit Risiken und deren Steuerung bilden die vom Aufsichtsrat und Vorstand genehmigten Limite,
die im Risikohandbuch konkretisiert sind. Sämtliche risikorelevanten Informationen sind in einer zentralen Datenbank zusammengefasst
und für jeden Mitarbeiter zugänglich und zu beachten. Die Innen- bzw. Konzernrevision prüft die Wirksamkeit der Arbeitsabläufe sowie der
Prozesse und eingerichteten Kontrollpunkte des Internen Kontrollsystems (IKS). Als wesentliche Risiken wurden das Kreditrisiko, das Betei-
ligungsrisiko, das Marktpreisrisiko, das operationelle Risiko, das Liquiditätsrisiko und sonstige Risiken identifiziert. Die sonstigen Risiken
beinhalten das makroökonomische Risiko, das Nachhaltigkeitsrisiko und einen Puffer für nicht quantifizierbare Risiken. Die einzelnen Risi-
ken werden zu einem Gesamtbankrisiko aggregiert, das sich wie folgt zusammensetzt:
283
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Anteil der einzelnen Risiken an der Gesamtbankrisikoposition
Auf Basis des Extremfallszenarios wurde zum 31. Dezember 2020 ein ökonomischer Kapitalbedarf von 939,4 Mio. EUR nach 879,5 Mio.
EUR zum Jahresultimo 2019 ermittelt. Die korrespondierende Deckungsmasse im Konzern belief sich auf 1.706,3 Mio. EUR nach 1.714,8
Mio. EUR zum Jahresultimo 2019.
In weiterer Folge werden die einzelnen Komponenten des Gesamtbankrisikos beschrieben.
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko beinhaltet das Kreditrisiko im engeren Sinn, das Konzentrationsrisiko bei Fremdwährungskrediten (FW-Krediten), das Län-
derrisiko sowie das Credit Value Adjustment-Risiko (CVA-Risiko).
Anteil der einzelnen Risiken am Kreditrisiko
3 %
Länderrisiko
2 %
Konzentrationsrisiko
bei FW-Krediten
83 %
Kreditrisiko im
engeren Sinn
12 %
Credit Value Adjustment-‐
Risiko (CVA)
31.12.2019
3 %
Länderrisiko
0 %
Konzentrationsrisiko
bei FW-Krediten
84%
Kreditrisiko im
engeren Sinn
13 %
Credit Value Adjustment-
Risiko (CVA)
31.12.2020
9 %
Sonstige Risiken
37 %
Beteiligungsrisiko
2 %
Liquiditätsrisiko
16 %
Marktpreisrisiko
4 %
Operationelles
Risiko
32 %
Kreditrisiko
31.12.2019
10 %
Sonstige Risiken
31 %
Beteiligungsrisiko
3 %
Liquiditätsrisiko
19 %
Marktpreisrisiko
4 %
Operationelles
Risiko
33 %
Kreditrisiko
31.12.2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
284
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Das Kreditrisiko ergibt sich aus möglichen Verlusten, die durch den Ausfall von Kunden oder Kontrahenten bzw. durch Bonitätsverschlech-
terung der Geschäftspartner sowie durch nicht werthaltige Sicherheiten (Restrisiko aus kreditrisikomindernden Techniken) entstehen. Es
beinhaltet auch die Verschlechterung der Bonität bzw. den Ausfall der Gegenpartei bei Wertpapieren.
Das Kreditrisiko wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Diese Analyse lässt ein
Abschätzen des Ausmaßes des Risikos und gegebenenfalls die Erarbeitung notwendiger Maßnahmen zur Risikoreduktion zu. Für die Steu-
erung des Kreditrisikos sind u. a. Limite auf Portfolioebene, Kreditnehmerebene und Produktebene festgelegt.
Das Kreditrisiko wird auf Gesamtportfolioebene mittels der Kennzahlen Expected Loss und Unexpected Loss gemessen. Ermittelt wird der
maximale Verlust, der innerhalb eines Jahres eintreten könnte und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (95 % bzw. 99,9 %) nicht über-
schritten wird. Der Expected Loss wird durch den Ansatz einer adäquaten Prämie (Standardrisikokosten) kompensiert, während der Unex-
pected Loss durch das ökonomische Kapital gedeckt werden muss. Der Expected Loss fließt im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse
über die Position „excess/shortfall“ (Expected Loss vs. gebuchte Wertminderungen) in die Risikodeckungsmasse ein. Der Unexpected Loss
wird im Kreditrisiko berücksichtigt.
Das Kreditrisiko von Einzelengagements wird im Bereich „Kreditrisikomanagement“ beurteilt. Zum Aufgabengebiet des Bereichs zählen
unter anderem das Erstellen des zweiten Votums, die Überprüfung und Freigabe der Ratingeinstufung, die laufende Kreditüberwachung,
die laufende Ratingaktualisierung sowie die Früherkennung möglicher Ausfälle.
Wesentliche Inputparameter zur Steuerung und Messung des Kreditrisikos sind die Begriffe „Blankovolumina“ (= Obligo abzüglich Sicher-
heiten) und „offene Positionen“ (= Obligo abzüglich Sicherheiten abzüglich Wertberichtigungen) sowie die jeweilige Bonität von Kunden
und Kontrahenten. Diese werden anhand der im Einsatz befindlichen Ratingmodelle tourlich aktualisiert. Die Grundsätze der Bonitätsbeur-
teilung von Kunden sind im Kreditrisikohandbuch enthalten. Die Ratingsysteme werden laufend validiert und weiterentwickelt.
Für die interne Bonitätsbeurteilung sind im RLB Steiermark Konzern folgende Ratingklassen aktuell in Verwendung:
Standard & Poor's Moody's Raiffeisen-Rating Skala Erklärung
Investment
Grade
AAA, AA+, AA, AA- Aaa, Aa1, Aa2 0,5 Risikolos
A+, A, A- Aa3, A1, A2, A3 1,0 Ausgezeichnete Bonität
BBB+, BBB Baa1, Baa2 1,5 Sehr gute Bonität
BBB-, BB+ Baa3 2,0 Gute Bonität
Non-Investment
Grade
BB Ba1, Ba2 2,5 Durchschnittliche Bonität
BB-, B+ Ba3, B1 3,0 Akzeptable Bonität
B B2 3,5 Schwache Bonität
B-, CCC+ B3, Caa1 4,0 Sehr schwache Bonität
CCC, CC-, CC, C Caa2, Caa3, Ca 4,5 Ausfallgefährdet
Default
D C
5,0
5,1
5,2
Ausfall
Aus Kreditrisikosicht werden neben der wirtschaftlichen Situation (Ratingeinstufung) auch die bestellten Sicherheiten berücksichtigt. Durch
diese Einstufung ist es möglich, Konzentrationen von Risiken festzustellen und zu begrenzen.
285
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Im Zusammenhang mit COVID-19 wurden verschiedenste Maßnahmen ergriffen, um die staatlichen Maßnahmen mittels Vergabe von Über-
brückungsfinanzierungen und Stundungen entsprechend umzusetzen bzw. zu unterstützen. Diese beinhalteten eine Anpassung in den
Kreditprozessen sowie eine Erweiterung des internen Reportings (Frühwarnreport), um mögliche Verschlechterungen der Kunden rasch zu
identifizieren und eine aktive Steuerung des Portfolios zu gewährleisten. Darüber hinaus wurde für das Kundenkreditgeschäft ein tägliches
COVID-19 Berichtswesen umgesetzt. Weiters wurden unterschiedliche Szenarien in Bezug auf die Risikotragfähigkeit durchgeführt und im
Management behandelt.
Maximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K und 7.36a
Das maximale Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K entspricht für Sichtguthaben, finanzielle Vermögenswerte (AC) sowie bei zur Veräußerung ge-
haltenen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen dem Buchwert vor Wertminderungen, im Fall von Finanzgarantien und Kreditzusagen
dem angegebenen Nominalbetrag der Garantie bzw. dem Betrag der noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusage sowie bei Fremd-
kapitalinstrumenten (FVOCI) dem Fair Value. Gemäß IFRS 7.36a entspricht der Wert der risikobehafteten Aktiva der Kategorien HFT, FVOCI
(Eigenkapitalinstrumente), FVPL-M und der positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten dem Fair Value. Die nachfolgenden
Tabellen zeigen das maximale Ausfallrisiko aufgeteilt nach Bewertungskategorien und Stages sowohl für die bilanzierten Vermögenswerte als
auch für außerbilanzielle Geschäfte. Weiters werden die dafür angesetzten Sicherheiten, als auch die angesetzten Wertminderungen je Be-
wertungskategorie und Stage dargestellt. Nachfolgend wird das maximale Ausfallrisiko auf das Blankovolumen übergeleitet und den Buch-
werten gegenübergestellt.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
286
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die in der Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesenen Kredite und Forderungen
wurden mit Wirksamkeit 1. Jänner 2021 veräußert.
Maximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.35K
31.12.2020
In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Wertmin-
derung
Stage 1
Wertmin-
derung
Stage 2
Wertmin-
derung
Stage 3
Wertmin-
derung
Gesamt Buchwert
Sichtguthaben 1.305.079 0 1.305.079 144 0 0 144 1.304.935
Stage 1 1.305.079 0 1.305.079 144 0 0 144 1.304.935
Finanzielle
Vermögenswerte
– AC
10.424.605 4.918.855 5.505.750 2.270 30.311 146.190 178.771 10.245.834
Stage 1 3.924.843 527.591 3.397.252 2.270 0 0 2.270 3.922.573
- Schuldverschreibungen 1.870.142 172.390 1.697.752 645 0 0 645 1.869.497
- Kredite und
Forderungen
2.054.701 355.201 1.699.500 1.625 0 0 1.625 2.053.076
Stage 2 6.280.570 4.330.284 1.950.286 0 30.311 0 30.311 6.250.259
- Schuldverschreibungen 6.386 2.500 3.886 0 12 0 12 6.374
- Kredite und
Forderungen
6.141.866 4.274.888 1.866.978 0 28.299 0 28.299 6.113.567
- Leasingforderungen 132.318 52.896 79.422 0 2.000 0 2.000 130.318
Stage 3 219.192 60.980 158.212 0 0 146.190 146.190 73.002
- Kredite und
Forderungen
219.192 60.980 158.212 0 146.190 146.190 73.002
Finanzielle
Vermögenswerte
– FVOCI
854.829 57.742 797.087 317 0 0 317 854.829
Stage 1 854.829 57.742 797.087 317 0 0 317 854.829
- Schuldverschreibungen 854.829 57.742 797.087 317 0 0 317 854.829
Zur Veräußerung
gehaltene
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
278.100 239.263 38.837 0 1 0 1 278.099
Stage 1 242.780 208.767 34.013 0 0 0 0 242.780
- Kredite und
Forderungen
242.780 208.767 34.013 0 0 0 0 242.780
Stage 2 35.320 30.496 4.824 0 1 0 1 35.319
- Kredite und
Forderungen
35.320 30.496 4.824 0 1 0 1 35.319
GESAMT 12.862.613 5.215.860 7.646.753 2.731 30.312 146.190 179.233 12.683.697
287
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
31.12.2019
In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Wertmin-
derung
Stage 1
Wertmin-
derung
Stage 2
Wertmin-
derung
Stage 3
Wertmin-
derung
Gesamt Buchwert
Sichtguthaben 1.040.837 0 1.040.837 22 0 0 22 1.040.815
Stage 1 1.040.837 0 1.040.837 22 0 0 22 1.040.815
Finanzielle
Vermögenswerte
– AC
10.208.602 4.789.322 5.419.280 4.121 5.402 144.960 154.483 10.054.119
Stage 1 9.589.130 4.437.990 5.151.140 4.121 0 0 4.121 9.585.009
- Schuldverschreibungen 1.754.259 217.115 1.537.144 137 0 0 137 1.754.122
- Kredite und
Forderungen
7.834.871 4.220.875 3.613.996 3.984 0 0 3.984 7.830.887
Stage 2 377.640 266.316 111.324 0 5.402 0 5.402 372.238
- Schuldverschreibungen 15.413 0 15.413 0 352 0 352 15.061
- Kredite und
Forderungen
230.589 154.594 75.995 0 3.340 0 3.340 227.249
- Leasingforderungen 131.638 111.722 19.916 0 1.710 0 1.710 129.928
Stage 3 241.832 85.016 156.816 0 0 144.960 144.960 96.872
- Kredite und
Forderungen
241.832 85.016 156.816 0 0 144.960 144.960 96.872
Finanzielle
Vermögenswerte
– FVOCI
879.935 69.736 810.199 73 0 0 73 879.935
Stage 1 879.935 69.736 810.199 73 0 0 73 879.935
- Schuldverschreibungen 879.935 69.736 810.199 73 0 0 73 879.935
GESAMT 12.129.374 4.859.058 7.270.316 4.216 5.402 144.960 154.578 11.974.869
JAHRESFINANZBERICHT 2020
288
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In den nachfolgenden Tabellen erfolgt die Darstellung des maximalen Kreditrisikos der außerbilanziellen Geschäfte:
31.12.2019
In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Wertmin-
derung
Stage 1
Wertmin-
derung
Stage 2
Wertmin-
derung
Stage 3
Wertmin-
derung
Gesamt Buchwert
Finanzielle Garantien/
Bürgschaften/Haftungen
423.368 109.161 314.207 227 232 5.824 6.283 417.085
Stage 1 386.847 103.663 283.184 227 0 0 227 386.620
Stage 2 19.124 3.908 15.216 0 232 0 232 18.892
Stage 3 17.397 1.590 15.807 0 0 5.824 5.824 11.573
Kreditzusagen 1.769.127 204.356 1.564.771 1.632 780 1.600 4.012 1.765.115
Stage 1 1.705.464 187.603 1.517.861 1.632 0 0 1.632 1.703.832
Stage 2 50.321 8.850 41.471 0 780 0 780 49.541
Stage 3 13.342 7.903 5.439 0 0 1.600 1.600 11.742
GESAMT 2.192.495 313.517 1.878.978 1.859 1.012 7.424 10.295 2.182.200
31.12.2020
In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Wertmin-
derung
Stage 1
Wertmin-
derung
Stage 2
Wertmin-
derung
Stage 3
Wertmin-
derung
Gesamt Buchwert
Finanzielle Garantien/
Bürgschaften/Haftungen
431.611 87.637 343.974 147 1.467 3.068 4.682 426.929
Stage 1 102.556 18.451 84.105 147 0 0 147 102.409
Stage 2 316.632 68.478 248.154 0 1.467 0 1.467 315.165
Stage 3 12.423 708 11.715 0 0 3.068 3.068 9.355
Kreditzusagen 1.917.258 221.683 1.695.575 301 17.323 2.155 19.779 1.897.479
Stage 1 258.058 32.875 225.183 301 0 0 301 257.757
Stage 2 1.651.482 184.485 1.466.997 0 17.323 0 17.323 1.634.159
Stage 3 7.718 4.323 3.395 0 0 2.155 2.155 5.563
GESAMT 2.348.869 309.320 2.039.549 448 18.790 5.223 24.461 2.324.408
289
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Bei den folgenden Finanzinstrumenten entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem bilanzierten Buchwert (Fair Value):
2020 2019
In TEUR
Maximales
Ausfallrisiko/
Buchwert
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Maximales
Ausfallrisiko/
Buchwert
Sicher-
heiten
Blanko-
volumina
Finanzielle Vermögenswerte
– HFT
582.260 160.325 421.935 824.003 383.548 440.455
- Schuldverschreibungen 48.198 0 48.198 53.245 0 53.245
- Kredite und Forderungen 0 0 0 244.494 0 244.494
- Derivate (Positive Marktwerte) 534.062 160.325 373.737 526.264 383.548 142.716
Finanzielle Vermögenswerte
– FVOCI
82.809 0 82.809 81.037 0 81.037
- Eigenkapitalinstrumente 82.809 0 82.809 81.037 0 81.037
Finanzielle Vermögenswerte
– FVPL-M
433.106 38.693 394.413 450.434 47.916 402.518
- Schuldverschreibungen/
Sondervermögen
394.133 5.960 388.173 400.568 6.556 394.012
- Kredite und Forderungen 38.971 32.733 6.238 49.831 41.360 8.471
- Eigenkapitalinstrumente 2 0 2 35 0 35
Positive Marktwerte aus
derivativen
Sicherungsinstrumenten
283.026 117.223 165.803 244.847 0 244.847
GESAMT 1.381.201 316.241 1.064.960 1.600.321 431.464 1.168.857
Sicherheiten werden entsprechend der bestehenden gesetzlichen Vorgaben und internen Vorschriften bewertet und verwaltet. Für die Be-
wertung und Behandlung von erhaltenen Sicherheiten und sonstigen Kreditverbesserungen besteht ein einheitliches Regelwerk, das für
den gesamten Kreditbereich Gültigkeit hat. Im Sicherheitenhandbuch sind alle vom RLB Steiermark Konzern akzeptierten Sicherheiten auf-
gelistet. Für jede Sicherheitenart sind konservative Belehnwertfaktoren definiert.
Die Sicherheiten gliedern sich in die folgenden vier Kategorien:
Sicherstellung an Immobilien
Sicherstellung an Mobilien
Sicherstellung an Finanzsicherheiten, Forderungen und Rechten
Personalsicherheiten, Absicherungen ohne Sicherheitsleistung (u. a. Garantien, Bürgschaften)
Zur Kreditrisikominderung werden neben Garantien im Rahmen öffentlicher Förderstellen auch private Garantiegeber, deren Kreditwürdig-
keit sorgfältig überprüft wird, herangezogen. Durch die Erfassung und Bewertung bankmäßiger Sicherheiten werden die wirtschaftlichen
Risiken reduziert. Übersteigt der Wert der bewerteten Sicherheiten das ausstehende Obligo, wird dies in der Berechnung der Wertminde-
rungen berücksichtigt und von einer Wertberichtigungsbildung abgesehen. In Abhängigkeit der Bonität des Kontrahenten und der Kredit-
höhe sind Mindestanforderungen für die Aufnahme von Sicherheiten zu erfüllen. Im Sicherheitenbewertungsprozess des RLB Steiermark
Konzerns sind die Zuständigkeiten für die Bewertung von Sicherheiten klar geregelt. Die Besicherungsansätze im RLB Steiermark Konzern
werden tourlich geschätzt und validiert.
Maximales Ausfallrisiko gemäß IFRS 7.36a
JAHRESFINANZBERICHT 2020
290
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die nachfolgenden Tabellen stellen für die Sichtguthaben, finanziellen Vermögenswerte AC und FVOCI sowie bei zur Veräußerung gehalte-
nen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen die Bruttobuchwerte vor Wertminderung sowie den Bruttobuchwert von außerbilanziellen
Geschäften (Kreditzusagen und finanziellen Garantien) getrennt nach Stages und Ausfallrisiko-Ratingklasse gemäß IFRS 7.35M dar. Im
Falle von außerbilanziellen Geschäften entspricht der Bruttobuchwert dem Nominalbetrag vor Wertminderung. Im Falle von finanziellen Ver-
mögenswerten FVOCI entspricht der Bruttobuchwert den fortgeführten Anschaffungskosten vor Berücksichtigung von Wertminderungen. Im
Gegensatz zur Darstellung des maximalen Ausfallrisikos ist kein Hedge Adjustment enthalten.
Die in der Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesenen Kredite und Forderungen
wurden mit Wirksamkeit 1. Jänner 2021 veräußert.
31.12.2020
In TEUR
Stage 1 Stage 2 Stage 3
Brutto-
buchwert
Wertmin-
derungen
Sichtguthaben 1.305.079 0 0 1.305.079 144
Investment Grade 1.304.890 0 0 1.304.890 143
Non Investment Grade 189 0 0 189 1
Finanzielle Vermögenswerte – AC 3.888.637 6.244.388 219.192 10.352.217 178.771
Investment Grade 3.753.487 4.610.304 0 8.363.791 18.606
- Schuldverschreibungen 1.806.270 0 0 1.806.270 631
- Kredite und Forderungen 1.947.217 4.520.805 0 6.468.022 16.776
- Leasingforderungen 0 89.499 0 89.499 1.199
Non Investment Grade 135.150 1.634.084 0 1.769.234 13.975
- Schuldverschreibungen 36.128 6.386 0 42.514 26
- Kredite und Forderungen 99.022 1.584.879 0 1.683.901 13.148
- Leasingforderungen 0 42.819 0 42.819 801
Default 0 0 219.192 219.192 146.190
- Kredite und Forderungen 0 0 219.192 219.192 146.190
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 826.234 0 0 826.234 317
Investment Grade 826.234 0 0 826.234 317
- Schuldverschreibungen 826.234 0 0 826.234 317
Non Investment Grade 0 0 0 0 0
- Schuldverschreibungen 0 0 0 0
Zur Veräußerung gehaltene
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
242.780 35.320 0 278.100 1
Investment Grade 208.776 11.901 0 220.677 0
- Kredite und Forderungen 208.776 11.901 220.677 0
Non Investment Grade 34.004 23.419 0 57.423 1
- Kredite und Forderungen 34.004 23.419 57.423 1
Gesamt – finanzielle Vermögenswerte 6.262.730 6.279.708 219.192 12.761.630 179.233
291
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
31.12.2020
In TEUR
Stage 1 Stage 2 Stage 3
Brutto-
buchwert
Wertmin-
derungen
Finanzielle
Garantien/Bürgschaften/Haftungen
102.556 316.632 12.423 431.611 4.682
Investment Grade 71.898 212.899 0 284.797 830
Non Investment Grade 30.658 103.733 0 134.391 784
Default 0 0 12.423 12.423 3.068
Kreditzusagen 258.058 1.651.482 7.718 1.917.258 19.779
Investment Grade 226.796 1.303.343 0 1.530.139 12.820
Non Investment Grade 31.262 348.139 0 379.401 4.804
Default 0 0 7.718 7.718 2.155
Gesamt – außerbilanzielle Geschäfte 360.614 1.968.114 20.141 2.348.869 24.461
JAHRESFINANZBERICHT 2020
292
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
31.12.2019
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3
Brutto-
buchwert
Wertmin-
derungen
Sichtguthaben 1.040.837 0 0 1.040.837 22
Investment Grade 1.035.694 0 0 1.035.694 17
Non Investment Grade 5.143 0 0 5.143 5
Finanzielle Vermögenswerte – AC 9.543.284 377.517 241.832 10.162.633 154.483
Investment Grade 8.094.197 164.274 0 8.258.471 4.225
- Schuldverschreibungen 1.687.702 0 0 1.687.702 121
- Kredite und Forderungen 6.406.495 65.623 0 6.472.118 2.794
- Leasingforderungen 0 98.651 0 98.651 1.310
Non Investment Grade 1.449.087 213.243 0 1.662.330 5.298
- Schuldverschreibungen 49.796 15.290 0 65.086 368
- Kredite und Forderungen 1.399.291 164.966 0 1.564.257 4.530
- Leasingforderungen 0 32.987 0 32.987 400
Default 0 0 241.832 241.832 144.960
- Kredite und Forderungen 0 0 241.832 241.832 144.960
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 848.007 0 0 848.007 73
Investment Grade 825.269 0 0 825.269 55
- Schuldverschreibungen 825.269 0 0 825.269 55
Non Investment Grade 22.738 0 0 22.738 18
- Schuldverschreibungen 22.738 0 0 22.738 18
Gesamt – finanzielle Vermögenswerte 11.432.128 377.517 241.832 12.051.477 154.578
Finanzielle
Garantien/Bürgschaften/Haftungen
386.847 19.124 17.397 423.368 6.283
Investment Grade 264.016 15.657 0 279.673 296
Non Investment Grade 122.831 3.467 0 126.298 163
Default 0 0 17.397 17.397 5.824
Kreditzusagen 1.705.464 50.321 13.342 1.769.127 4.012
Investment Grade 1.268.752 31.293 0 1.300.045 1.175
Non Investment Grade 436.712 19.028 0 455.740 1.237
Default 0 0 13.342 13.342 1.600
Gesamt – außerbilanzielle Geschäfte 2.092.311 69.445 30.739 2.192.495 10.295
293
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Sensitivitätsanalyse der Wertminderungen
Gemäß IAS 1.125 haben Unternehmen im Anhang die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen anzugeben sowie Angaben über sons-
tige am Abschlussstichtag wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten zu machen, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen
kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der ausgewiesenen Vermögenswerte und
Schulden erforderlich wird. Die wichtigsten Annahmen, die sich auf die Sensitivität der erwarteten kumulierten Wertminderungen auswirken,
werden in weiterer Folge dargestellt.
Von vielen Institutionen wird darauf hingewiesen, dass angesichts der andauernden Pandemie und der verschiedenen Maßnahmen zur
Abfederung der negativen wirtschaftlichen Effekte eine korrekte Identifikation und Messung von Kreditrisiken essenziell ist. Um eine adä-
quate Abbildung der Risikovorsorgen zu gewährleisten, wurde zusätzlich zum ermittelten ECL-Wert per 31. Dezember 2020 auch ein Post
Model Adjustment (PMA) durchgeführt. Für die Umsetzung des PMA wurden Teilportfolien (Branchen) definiert, die von der COVID-19 Pan-
demie und den daraus resultierenden Einschränkungen als besonders betroffen eingestuft wurden (siehe dazu im Detail das Kapitel Bilan-
zierungs- und Bewertungsmethoden/Wertminderungen/COVID-19 Pandemie). Der Auftrieb der Portfoliowertberichtigung durch die Anwen-
dung des PMA beträgt rund 22,2 Mio. EUR und ist in den dargestellten Risikovorsorgen enthalten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen zwischen der per 31. Dezember 2020 gebuchten Risikovorsorge für finanzielle Vermö-
genswerte AC, für finanzielle Vermögenswerte FVOCI sowie für außerbilanzielle Geschäfte in Stage 1 und Stage 2 und den jeweils darge-
stellten Szenarien.
Aufgrund der Tatsache, dass per 31. Dezember 2020 ein Post Model Adjustment angewendet wurde, ist bereits eine hohe Anzahl von Ge-
schäften aus Stage 1 nach Stage 2 transferiert worden. Bei den nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen ist dieser Umstand ent-
sprechend zu berücksichtigen.
Kumulierte Wertänderung (Stage 1 & 2)
In TEUR 2020 2019
Szenario 100 % pessimistisch + 9.359 + 2.913
Szenario 100 % optimistisch - 7.084 - 1.510
Transfer sämtlicher Geschäfte nach Stage 2 + 10.432 + 32.938
Transfer sämtlicher Projektfinanzierungen nach Stage 2 + 268 + 4.366
JAHRESFINANZBERICHT 2020
294
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
COVID-19 bedingte Moratorien und Überbrückungsfinanzierungen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die zum Stichtag 31. Dezember 2020 gewährten Maßnahmen an Kreditnehmer zur Abfederung
von COVID-19 bedingten Liquiditätsengpässen. Die Angaben stellen die Bruttobuchwerte der zu Grunde liegenden Kredite und Forderungen dar.
In TEUR
Stundungen
gemäß
gesetzlichem und
privatem
Moratorium
Sonstige Covid-
19 Stundungen
Covid-19
Überbrückungs-
finanzierungen
Haushalte 151.002 27.338 2.972
Nichtfinanzielle Unternehmen 256.518 107.239 109.881
Sonstige Finanzunternehmen 0 0 80
Gesamt 407.520 134.577 112.933
Zum Stichtag sind COVID-19 Stundungen mit einem Volumen von 259.210 TEUR ausgelaufen.
Angaben zu Modifikationen
Kommt es zu Vertragsänderungen, die zwar den Barwert des Vermögenswerts ändern, jedoch nicht zu einer Ausbuchung führen, kommt es
zu einer Anpassung des Bruttobuchwerts der Forderung (nicht substanzielle Modifikation).
Die folgenden Tabellen zeigen die nicht substanziell modifizierten finanziellen Vermögenswerte:
31.12.2020:
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Gesamt
Bruttobuchwert vor Modifikation 919.907 102.683 15.048 1.037.638
Netto-Modifikationseffekt -2.223 -277 0 -2.500
Die Erhöhung des Volumens an modifizierten Geschäften gegenüber dem Vorjahr ist auf die stark gestiegene Anzahl an Stundungen
i. Z. m. der COVID-19 Krise zurückzuführen.
31.12.2019:
In TEUR Stage 1 Stage 2 Stage 3 Gesamt
Bruttobuchwert vor Modifikation 194.239 11.826 7.028 213.093
Netto-Modifikationseffekt -1.288 -128 -12 -1.428
Nachfolgend werden die Bruttobuchwerte jener nicht substanziell modifizierten Vermögenswerte dargestellt, welche von Stage 2 in Stage 1
transferiert wurden:
In TEUR 2020 2019
Transfer von Stage 2 in Stage 1 2.825 5.130
295
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Angaben zu Forbearance
Die folgenden Tabellen zeigen die von Forbearance Maßnahmen umfassten Kredite und Forderungen (Bruttobuchwerte), aufgegliedert
nach Art der Vereinbarung und unter Angabe der Höhe der Wertminderungen, Sicherheiten und des jeweiligen Anteils an notleidenden Kre-
diten (Non-Performing Loans) jeweils zum Berichtsstichtag sowie zum Vergleichsstichtag:
31.12.2020
In TEUR
Sonstige
Finanz-
unternehmen
Nichtfinanzielle
Unternehmen Haushalte Gesamt
Kredite und Forderungen
Änderung der Konditionen 4.155 92.359 38.364 134.878
Refinanzierung 0 14.668 16.849 31.517
Summe Kredite und Forderungen 4.155 107.027 55.213 166.395
hv. Non-Performing 4.155 59.863 26.055 90.073
Wertminderungen Stage 3 (kumuliert) -1.734 -43.476 -15.867 -61.077
Wertminderungen Stage 1 & 2 (kumuliert) 0 -337 -205 -542
Sicherheiten 675 43.986 28.792 73.453
hv. Non-Performing 675 10.363 9.696 20.734
31.12.2019
In TEUR
Sonstige
Finanz-
unternehmen
Nichtfinanzielle
Unternehmen Haushalte Gesamt
Kredite und Forderungen
Änderung der Konditionen 4.080 64.925 11.600 80.605
Refinanzierung 0 15.540 23.897 39.437
Summe Kredite und Forderungen 4.080 80.465 35.497 120.042
hv. Non-Performing 0 74.943 26.428 101.371
Wertminderungen Stage 3 (kumuliert) 0 -47.222 -15.173 -62.395
Wertminderungen Stage 1 & 2 (kumuliert) -1 -50 -200 -251
Sicherheiten 675 25.762 16.511 42.948
hv. Non-Performing 0 24.433 10.434 34.867
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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STEIERMARK 2020
Non-Performing Loans
Die Berechnung der Non-Performing Loans Ratio (NPL-Ratio) für ausgefallene Kredite wird gemäß der aufsichtsrechtlichen Definition (EBA
Risk Dashboard) ermittelt. Dabei werden neben den Kundenforderungen auch die Forderungen gegenüber Kreditinstituten in die Bemes-
sungsgrundlage miteinbezogen. Für die Einstufung als ausgefallene Forderung (NPL) wird die Definition gemäß Art. 178 CRR herangezo-
gen. Als Non Performing Loans werden alle Forderungen mit einer Bonitätseinstufung von 5,0 bis 5,2 definiert. Sobald ein Kunde mit mehr
als 90 Tagen in Verzug ist oder ein kundenbezogenes Ausfallskriterium zutrifft, wird der Kunde als ausgefallen gewertet und den Ausfalls-
klassen 5,0 bis 5,2 zugeordnet. Zum 31. Dezember 2020 betrug die NPL-Ratio im Konzern 1,8 % (Vj: 2,5 %).
Unter Berücksichtigung der außerbilanziellen Geschäfte (Gesamtobligo) ergibt sich im Konzern zum 31. Dezember 2020 eine Non-Perfor-
ming Exposure-Quote (NPE-Ratio) von 1,4 % (Vj: 1,8 %).
Länderrisiko
Das Länderrisiko beschreibt das Risiko von Wertverlusten aufgrund von Transfer-/Konvertierungsbeschränkungen bzw. -verboten oder ande-
ren hoheitlichen Maßnahmen des Landes des Kreditnehmers (Transferrisiko). Zur Steuerung hat der RLB Steiermark Konzern ein Länderlimit-
system im Einsatz. Dazu wird jährlich ein Höchstwert für Länderrisiken festgelegt und unterjährig mit der Ist-Entwicklung abgeglichen. Das
Limit orientiert sich an der Bonität der einzelnen Staaten sowie der Festlegung der Länder entsprechend der vorgegebenen Marktsegmente
des Konzerns unter Berücksichtigung von unterjährigen Veränderungen: je schlechter die Bonität eines Landes wird, desto geringer wird
auch das Limit. Entsprechende Maßnahmen zur Risikoreduktion werden danach umgehend erarbeitet und umgesetzt. Der Anteil des Länder-
risikos am Kreditrisiko beträgt 2,5 % per 31. Dezember 2020 (Vj: 2,8 %) und ist vom Ausmaß her nur von untergeordneter Bedeutung.
Konzentrationsrisiko bei Fremdwährungskrediten
Unter dem Konzentrationsrisiko werden mögliche zusätzliche Ausfallrisiken, die durch eine Obligoerhöhung aus Währungsschwankungen
entstehen, erfasst. So steigt durch die Aufwertung einer Währung gegenüber dem Euro das in Euro umgerechnete Kreditobligo eines
Fremdwährungskredits und somit – unter der Annahme gleichbleibender Ausfallwahrscheinlichkeit des Kunden – das Verlustpotenzial des
Konzerns.
Der Anteil des Konzentrationsrisikos bei Fremdwährungskrediten am Kreditrisiko beträgt 0,5 % per 31. Dezember 2020 (Vj: 1,9 %). Bei der
Berechnung des Risikos wird ein zusätzlicher Fremdwährungsaufschlag zum Kreditrisiko berücksichtigt.
Aufgrund der FMA-Empfehlung werden an Verbraucher keine Fremdwährungskredite mehr vergeben.
Das Reporting über Fremdwährungskredite und endfällige Kredite mit Tilgungsträgern ist im Risikocontrolling-Berichtswesen integriert. Das
Volumen dieser Portfolios wird laufend aktiv reduziert, wobei die Kundenberatung bei diesen Produkten auf Risikoreduktion und vermö-
genssichernde Maßnahmen ausgerichtet ist.
Derivative Finanzinstrumente
Die im RLB Steiermark Konzern eingesetzten Derivate werden einerseits zur Steuerung von Marktpreisrisiken (insbesondere Zinsände-
rungs- und Währungsrisiken) aus Handelsaktivitäten eingesetzt, andererseits dienen sie auch zur Absicherung von Positionen im Rahmen
der Aktiv-Passiv-Steuerung sowie im Falle von Kreditderivaten zur Steuerung von Kreditrisiken.
Die Detailangaben (Nominalvolumen und Marktwerte) zu den derivativen Finanzinstrumenten sind in Note 39 „Derivative Finanzinstru-
mente“ ersichtlich.
Credit Value Adjustment-Risiko (CVA)
Das CVA-Risiko bezeichnet das Risiko einer Anpassung der Kreditbewertung von Gegenparteien bei Derivatgeschäften. Die Ermittlung
erfolgt auf Basis aufsichtsrechtlicher Eigenmittelerfordernisse. Der Anteil des CVA-Risikos am Kreditrisiko beträgt per 31. Dezember 2020
12,8 % (Vj: 11,9 %).
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Beteiligungsrisiko
Das Beteiligungsrisiko umfasst das Risiko potenzieller Verluste aus Beteiligungsverhältnissen, die im Rahmen von Veräußerungen, durch
Dividendenausfälle sowie aufgrund von Wertminderungen entstehen können. Der überwiegende Teil des Beteiligungsrisikos resultiert aus
Sektorbeteiligungen. Hinsichtlich einer Sensitivitätsanalyse im Beteiligungsbereich wird auf die Ausführungen im Kapitel „Erläuterungen zu
Finanzinstrumenten“ verwiesen.
Die COVID-19 Krise zeigt im RLB Steiermark Konzern aus Beteiligungsrisikosicht in erster Linie Auswirkungen bei der Beteiligung Raiffeisen
Bank International AG (RBI). Ein enges, laufendes Monitoring und entsprechende Maßnahmen sind Antwort auf diese Entwicklung.
Marktpreisrisiko
Das Marktpreisrisiko beschreibt das Risiko, dass Verluste durch Veränderungen von Preisen an Finanzmärkten für Positionen im Handels-
und im Bankbuch entstehen.
Marktpreisrisiken können als Zinsänderungs-, Währungs-, Options-, Kurs-, Spread-, Aktien-, Gold-, Rohstoff- und Immobilienrisiko auftreten.
Die Risiken werden mit Value-at-Risk-Ansätzen und ergänzenden statistischen Verfahren ermittelt, laufend überprüft und entsprechend den
ICAAP-Erfordernissen in den Risikomanagementgremien berichtet.
Die VaR-Werte stellen prognostizierte maximale Verluste auf Basis historischer Simulationen dar. Die VaR-Werte werden auf Basis eines
99,9 %-igen Konfidenzniveaus und einer Haltedauer von 250 Tagen (Bankbuch) bzw. 90 Tagen für Handelsbuchpositionen ermittelt. Mögli-
che Extremsituationen werden über Stresstests berücksichtigt.
Die strikte Aufgabentrennung zwischen Front-, Backoffice und Risikocontrolling gewährleistet eine umfassende, transparente und objektive
Darstellung der Risiken gegenüber Vorstand und Aufsichtsbehörden.
Portfolio für Extremwertszenario VaR 2020 VaR 2019
Zinsänderungsrisiko Bankbuch 42,12 Mio. 68,93 Mio.
Bankbuch (Zins-, Preis-, Credit Spread-, Aktienrisiko) nur für Wertpapiere 129,19 Mio. 63,84 Mio.
Handelsbuch (Zins-,Preis-, Credit Spread-, Aktienrisiko) 0,67 Mio. 0,29 Mio.
Risiko 2020 Risiko 2019
Options- und Währungsrisiko 2,90 Mio. 7,26 Mio.
Der große Rückgang im Zinsrisiko resultiert aus einer Umstellung der Berechnungsmethode. Zwar wird weiterhin die Risikorechnung auf
Basis historischer Simulation vorgenommen, jedoch anstatt wie bisher auf den Außenzinssatz der Geschäfte abzustellen, wird per 31. De-
zember 2020 und auch für künftige Stichtage – wie es auch in der EBA Leitlinie IRRBB erlaubt ist – auf den Innenzins abgestellt und keine
Margencashflows mehr berücksichtigt. Das Zinsänderungsrisiko wird aus aufsichtsrechtlicher Sicht über die Zinsrisikostatistik errechnet.
Dabei wird eine Parallelverschiebung der Zinskurve um 200 Basispunkte simuliert. Zur Zinsrisikosteuerung werden weitere Modelle und
Simulationen eingesetzt, wobei Stresstests dabei eine zentrale Rolle spielen. In der laufenden Steuerung der Zinspositionen werden errech-
nete Zinssensitivitäten anhand von Basis Point Values (Zinskurvenshift um 1 BP der jeweiligen Zinskurve nach oben bzw. nach unten) her-
angezogen. Die von der EBA geforderten Zinssimulationen werden für die Einzelinstitute monatlich vorgenommen und im Gesamtbank-
Risikokomitee berichtet.
Der enorme Anstieg im Credit Spread Risiko resultiert aus Spreadausweitungen im Zuge der COVID-19 Krise. Hier kam es zu deutlichen
Ausweitungen über alle Assetkategorien hinweg und ist somit nicht auf eine grundsätzliche Änderung der Positionierung zurückzuführen.
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STEIERMARK 2020
Alle Handelsbuchpositionen – hier wird in der RLB Steiermark der Ansatz eines mittleren Handelsbuches verfolgt - werden täglich zu Markt-
preisen bewertet und einer Limitüberwachung unterzogen. Weiters werden Optionsrisiken entsprechend gemessen, gesteuert und mit Limi-
tierungen versehen.
Zinsbindungs-Gap-Struktur per 31.12.2020 und 31.12.2019 in Mio. EUR
Konzern Darstellung
per 31.12.2020 (vs 31.12.2019) in Mio €
1.000
750
772
1J
31.12.2020
31.12.2019
5J >5J
698
-14
-265
461
711
-750
500
-500
250
-250
0
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Operationelles Risiko
Das operationelle Risiko bezeichnet die Gefahr von Verlusten als Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen
und Systeme oder von externen Ereignissen und beinhaltet das Rechtsrisiko. Unter Systemen und Prozessen sind auch sämtliche Vorkeh-
rungen betreffend Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verstehen. Das operationelle Risiko beinhaltet auch die ICT-Risiken (Infor-
mation, Communication, Technology).
Zur Messung des operationellen Risikos bedient man sich des Basisindikatoransatzes. Ein risikoadäquates internes Kontrollsystem sowie
plan- und außerplanmäßige Prüfungen durch die Innenrevision bzw. Konzernrevision in den einzelnen Konzerngesellschaften gewährleisten
einen hohen Sicherheitsgrad. Eine systematische Erfassung und Analyse von operationellen Schäden erfolgt in einer Schadensfalldaten-
bank. Über die Schadensfälle wird der Vorstand regelmäßig informiert. Zur Identifikation der Risiken und zur Bewusstmachung potenzieller
Risikoquellen werden Self Assessments durchgeführt. Des Weiteren werden automatisierte Kontrollmechanismen zum Thema Op-Risk im
prozessorientierten Informationsnetzwerk (Point), inklusive internem Kontrollsystem (IKS), durchgeführt.
Auf die aktuelle Situation im Zusammenhang mit COVID-19 wurde mit einem entsprechendem Maßnahmenplan reagiert, neue Prozesse
und Kontrollen zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen wurden erstellt und umgesetzt. Diese werden von einer Task Force laufend
evaluiert und in Einklang mit den aktuellen Maßnahmen und regulatorischen Vorschriften gebracht.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass der Konzern den gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht in ausrei-
chendem Maße zeitgerecht nachkommen kann oder im Falle einer Liquiditätsverknappung keine ausreichende Liquidität zu erwarteten
Konditionen beschaffen kann. Die Liquiditätssteuerung erfolgt im Bereich Treasury, die Risikomessung erfolgt in der Abteilung Marktrisi-
kocontrolling.
Die Liquiditätsrisikomessung wird sowohl für den Going Concern- als auch den Extremfallansatz eingesetzt. Für das Liquiditätsrisiko wird
ein VaR-Wert im Front Office System auf Basis historischer Simulation gerechnet. Die Steuerung und Überwachung der strukturellen Liquidi-
tät erfolgt über Kapitalbindungsbilanzen. Unbestimmte Kapitalbindungen werden anhand von Ablauffiktionen gemäß Referenzsatzprotokoll
berücksichtigt. Zusätzlich werden laufend Szenarioanalysen angestellt.
Zur Liquiditätssicherstellung werden EZB- bzw. EUREX-fähige Wertpapiere und notenbankfähige Kredite bereitgestellt. Laufend wird aktiv
an der zusätzlichen Generierung von Sicherheiten zur Begebung weiterer deckungsstockfähiger Emissionen gearbeitet. Die entsprechen-
den risikobegleitenden Maßnahmen und Systeme wurden erfolgreich weiterentwickelt und die gesetzlichen und entsprechenden aufsichts-
rechtlichen Vorschriften im Berichtszeitraum durchgehend eingehalten. Um die Liquiditätsposition des Konzerns und der Raiffeisen-Ban-
kengruppe Steiermark weiter zu stärken, hat sich die RLB Steiermark am TLTRO III-Programm (Targeted Longer-Term Refinancing Operati-
ons) der EZB mit 2,75 Mrd. EUR beteiligt. Der ausstehende Betrag des TLTRO II wurde vollständig zurückgeführt. Die Inanspruchnahme
des TLTRO III-Programms dient neben Gründen der Kosteneffizienz vor allem der Sicherstellung des steigenden Liquiditätsbedarfs von
Kunden der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark aufgrund von Unterstützungsmaßnahmen (Stundungen bzw. Überbrückungsfinanzierun-
gen resultierend aus der COVID-19 Krise) der Realwirtschaft. Die EZB stellt mit diesem Instrumentarium Banken Refinanzierungen unter
Bereitstellung von notenbankfähigen Sicherheiten mit einer 3-jährigen Laufzeit zur Verfügung, welche bei Bedarf frühzeitig - beginnend mit
September 2021 - rückgeführt werden können. Die Refinanzierungskondition ist abhängig vom durchschnittlichen Hauptrefinanzierungssatz
der EZB während der Laufzeit des TLTRO III, wobei bei Nachweis eines Kreditwachstums (in der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark) in-
nerhalb des Beobachtungszeitraums März 2020 bis März 2021 ein zusätzlicher Refinanzierungsvorteil (Verzinsung mit durchschnittlichem
Einlagezinssatz der EZB) gegeben ist.
Eine der Kernfunktionen der RLB Steiermark ist die Besorgung des Geldausgleichs zwischen den steirischen Raiffeisenbanken. Im Stufen-
bau der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark liegt der primäre Fokus der lokalen Raiffeisenbanken im Einlagen- und Kreditgeschäfte mit
Endkunden. Der RLB Steiermark Konzern agiert analog im eigenen lokalen Wirkungsbereich und wickelt zudem die Liquiditätstransfers
innerhalb der RBG Steiermark ab.
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300
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Zudem stellt das Group Treasury wichtige Funktionen für den Sektor bereit. Einerseits begibt die RLB Steiermark laufend Anleihen für steiri-
sche Wertpapierkunden, andererseits gibt es die Möglichkeit für Raiffeisenbanken, der RLB Steiermark als Zentralinstitut Kundenkredite für
Zentralbankgeschäfte mit der OeNB/EZB und für die gemeinsam geführten Aaa-Deckungsstöcke zur Verfügung zu stellen. Neben dem
Deckungsgeschäft werden auch weitere wichtige Versorgungsfunktionen im Group Treasury wahrgenommen.
Der RLB Steiermark Konzern verfügt über ein hoch entwickeltes Liquiditätsmanagement und steuert alle kunden- und bankinduzierten
Geldflüsse auf täglicher Basis bzw. auch Intra-Day aus. Sämtliche Bestimmungen, welche sich aus den aufsichtsrechtlichen Ordnungsnor-
men (BWG, CRR), den Vorgaben der Aufsicht (FMA / OeNB) und der Sektorrisiko eGen sowie aus internen Limitvorgaben ergeben, werden
laufend beobachtet und im Rahmen der Steuerung berücksichtigt. Hierbei sind insbesondere unterschiedliche Stress-Szenarien, die Liqui-
ditätsdeckungsanforderung (LCR), die erforderliche stabile Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio, NSFR), operative und strukturelle
Liquiditätskennzahlen und der LVaR (Liquidity Value at Risk) hervorzuheben.
Die Steuerung der LCR erfolgt im Rahmen einer Liquiditätsuntergruppe, bestehend aus der RLB Steiermark AG sowie den steirischen Raiff-
eisenbanken. Gemäß Artikel 8 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 sind die Mitglieder dieser Liquiditätsuntergruppe von der Einhaltung der
gesetzlich vorgegebenen Kennzahl auf Einzelinstitutsebene befreit. Die Kennzahl ist jedoch auf Ebene der Liquiditätsuntergruppe mit 100 %
einzuhalten. Die entsprechenden organisatorischen und administrativen Aufgaben zur Steuerung und Meldung der LCR obliegen der RLB
Steiermark AG, die diesbezüglich u. a. dem Risikorat des L-IPS regelmäßig über den Status und die Entwicklung der Kennzahl in der Liqui-
ditätsuntergruppe Bericht erstattet. Im Februar 2021 erfolgte die Beantragung zur Genehmigung eines Waivers für die NSFR analog zum
bereits bestehenden LCR-Waiver. Mit diesem Waiver soll der Liquiditätssteuerung auf Gruppenebene Rechnung getragen werden - die
einzelnen Banken im Steuerungskreis auf Einzelinstitutsebene sollen von der verpflichtenden Einhaltung der gesetzlichen Mindestquote
(100 %) befreit werden, nicht jedoch von der Pflicht zur Meldungserstellung.
Der RLB Steiermark Konzern beobachtet zudem potentielle Liquiditätsabflüsse aus bevorstehenden Neugeschäften. Es werden tourlich
empirische Analysen zur Verweildauer von Einlagen aller Art und Ausnutzungshöhen und -zeitspannen von Ausleihungen mit unbestimmter
Vertragsdauer bzw. Verlängerungsmöglichkeiten seitens des Kunden gemacht.
Für unvorhergesehene Entwicklungen bzw. Notfälle sind entsprechende Konzepte und Einsatzpläne entwickelt und mit den Steuerungsgre-
mien abgestimmt.
Kapitalbindungsstruktur inklusive Liquiditätspotentiale 31.12.2020 in Mio. EUR
2d 7d
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
-1.000
-2.000
14d
Accumulated Gap incl.
Tender and Eligibles
Liquidität inkl. Potentiale
je Laufzeitband
3m 6m 1y 18m 2y 3y 5y 7y 10y 15y 20y 30y
301
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Kapitalbindungsstruktur inklusive Liquiditätspotentiale 31.12.2019 in Mio. EUR
Sonstige Risiken
Die sonstigen Risiken beinhalten das makroökonomische Risiko, das Nachhaltigkeitsrisiko und den Risikopuffer.
Makroökonomisches Risiko
Das makroökonomische Risiko resultiert aus gesamtwirtschaftlichen Verschlechterungen im Rahmen des klassischen Wirtschaftszyklus
und damit etwaig einhergehender Risikoparametererhöhungen. Um auch nach einer solchen Periode ohne massive Eingriffe und Maßnah-
men über eine ausreichende Risikodeckungsmasse zu verfügen, wird ein makroökonomisches Risiko berücksichtigt. Die Quantifizierung
unterstellt einen BIP-Rückgang und sich verschlechternde Ausfallraten und Recoveries. Mit den veränderten Ausfallraten und Recoveries
wird das Kreditrisiko erneut berechnet. Die Differenz zum ursprünglichen Kreditrisiko stellt das makroökonomische Risiko dar.
Nachhaltigkeitsrisiko
Das Nachhaltigkeitsrisiko bezeichnet Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, die
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Das Nachhaltigkeitsrisiko betrifft sämtliche Geschäftsbereiche
und Risikoarten übergreifend. Im Konzern ist ein eigenes Nachhaltigkeitskomitee implementiert, das für die Umsetzung sowie laufende
Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie und für die Analyse und Überwachung aktueller Nachhaltigkeitsentwicklungen zuständig ist.
Es wird ein jährlicher umfassender Nachhaltigkeitsbericht erstellt, welcher auf der Homepage der RLB Steiermark (https://www.raiffei-
sen.at/rlbstmk) veröffentlicht ist.
Für nachhaltige Finanzierungen ist bereits ein Anreizsystem wie Bonifikationen bzw. auch Ausschlusskriterien definiert. Die Bedeutung des
Risikos ist stark zunehmend, weshalb ein eigenes Projekt zum Thema Nachhaltigkeitsrisiko aufgesetzt wurde.
Risikopuffer
Für sonstige, nicht quantifizierbare Risiken (z. B. Eigenmittelrisiko etc.) wird ein Risikopuffer berücksichtigt. Als Risikopuffer wird ein pau-
schaler Zuschlag von 5 % aller ermittelten Risikopositionen eingestellt, für welchen im Gesamtlimit ausreichende Deckung zu halten ist.
2d 7d
4.000
3.000
2.000
1.000
0
-1.000
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Accumulated Gap incl.
Tender and Eligibles
Liquidität inkl. Potentiale
je Laufzeitband
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STEIERMARK 2020
42. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Mutterunternehmen, at equity bilanzierten Unternehmen und nahestehenden Unternehmen
sowie nahestehenden Personen zum 31. Dezember 2020 sind der nachfolgenden Aufstellung zu entnehmen.
Bilanz
In TEUR
Mutter-
unter-
nehmen
At equity
bilanzierte
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Personen
Barreserve und Sichtguthaben 0 1.137.094 0 0
Finanzielle Vermögenswerte – AC 0 955.896 131.359 1.322
Finanzielle Vermögenswerte – HFT 0 15.620 0 6
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 0 42.531 0 0
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M 0 14.813 2 0
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 0 4.994 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC 391 123.442 62.960 1.568
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT 0 4.067 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO 0 5.223 0 0
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 0 12.537 0 0
Rückstellungen 0 0 0 0
Sonstige Passiva 0 3 0 0
Für Finanzielle Vermögenswerte – AC gegenüber nahestehenden Unternehmen, at equity bilanzierten Unternehmen sowie nahestehenden
Personen wurden Wertminderungen mit einem Betrag von 705 TEUR (Vj: 901 TEUR) gebildet. Die per 31. Dezember 2019 bestehende
Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte gegenüber nahestehenden Unternehmen in Höhe von 210 TEUR konnte im Geschäftsjahr 2020
aufgelöst werden.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den at equity bilanzierten Unternehmen betreffen im Wesentlichen die RBI.
SONSTIGE ANGABEN
303
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
In TEUR
Mutter-
unter-
nehmen
At equity
bilanzierte
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Personen
Zinserträge 0 25.582 2.892 33
Zinsaufwendungen 0 -14.181 0 -3
Dividendenerträge 0 0 4.722 0
Provisionsüberschuss 0 11 60 7
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte 0 -57 465 -2
Die Angaben zum 31. Dezember 2019 stellen sich wie folgt dar:
Bilanz
In TEUR
Mutter-
unter-
nehmen
At equity
bilanzierte
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Personen
Barreserve und Sichtguthaben 0 910.545 0 0
Finanzielle Vermögenswerte – AC 0 1.121.937 141.822 1.736
Finanzielle Vermögenswerte – HFT 0 62.827 0 17
Finanzielle Vermögenswerte – FVOCI 0 42.877 0 0
Finanzielle Vermögenswerte – FVPL-M 0 23.052 12 0
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 0 4.880 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten – AC 8.879 329.560 59.316 1.342
Finanzielle Verbindlichkeiten – HFT 0 8.177 0 0
Finanzielle Verbindlichkeiten – FVO 0 15.464 0 0
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 0 5.067 0 0
Rückstellungen 0 0 210 0
Sonstige Passiva 0 9 0 0
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STEIERMARK 2020
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
In TEUR
Mutter-
unter-
nehmen
At equity
bilanzierte
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Unter-
nehmen
Nahe-
stehende
Personen
Zinserträge 0 22.468 2.704 96
Zinsaufwendungen 0 -10.423 -1 -1
Dividendenerträge 0 0 6.680 0
Provisionsüberschuss 0 15 7 35
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte 0 1 200 0
Unter Mutterunternehmen sind die nicht operativ tätigen Finanzholdinggesellschaften RLB-Stmk Verbund und RLB-Stmk Holding zu verste-
hen. Die RLB-Stmk Verbund, welche zu 100 % im Besitz der Steirischen Raiffeisenbanken steht, ist per 31. Dezember 2020 mit einer Betei-
ligung von 95,18 % (Vj: 95,18 %) der größte Gesellschafter der RLB-Stmk Holding. Die RLB-Stmk Holding wiederum hält eine Beteiligung
von 84,08 % (Vj: 84,08 %) an der RLB Steiermark.
Als nahestehende Unternehmen werden jene Tochtergesellschaften und Beteiligungsunternehmen angesehen, die aufgrund von unterge-
ordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden.
Die Definition „Nahestehendes Unternehmen“ schließt nach IAS 24.12 auch die Tochtergesellschaften eines assoziierten Unternehmens mit
ein. Die Geschäftsbeziehungen mit diesen Unternehmen werden gemeinsam mit den at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen.
Natürliche Personen, die gemäß IAS 24 als nahestehend betrachtet werden, sind vor allem die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichts-
rats der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG und die Mitglieder des Vorstands der Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft,
sowie deren nahe Familienmitglieder.
Die Geschäftsbeziehungen zu den genannten Gesellschaften und Personen bestehen im Rahmen von üblichen Bankgeschäften und be-
treffen vor allem Veranlagungen und Refinanzierungen. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werden Geschäfte mit naheste-
henden Unternehmen und Personen zu marktüblichen Bedingungen und Konditionen abgeschlossen. Die Forderungen und Verbindlichkei-
ten gegenüber diesen Personen betreffen Kredite sowie Sicht- und Termineinlagen.
305
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
43. Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats
Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen gemäß IAS 24.9 werden die aktiven Vorstandsmitglieder und der Aufsichtsrat der
RLB Steiermark und der aktive Vorstand der Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft angesehen.
Es wurden folgende Vergütungen für die aktiven Mitglieder des Vorstands aufgewendet:
In TEUR 2020 2019
Kurzfristig fällige Leistungen 2.138 1.777
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 327 352
Andere langfristig fällige Leistungen 22 23
Gesamt 2.487 2.152
Die Bezüge der ehemaligen Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 1.040 TEUR (Vj: 204 TEUR).
Die Mitglieder des Vorstands erhielten im Geschäftsjahr 2020 Aufsichtsratsvergütungen von vollkonsolidierten Tochtergesellschaften in
Höhe von 31 TEUR (Vj: 31 TEUR).
An die Aufsichtsratsmitglieder wurden 2020 Vergütungen in Höhe von 241 TEUR (Vj: 229 TEUR) bezahlt.
44. Fremdwährungsvolumina
Im Konzernabschluss sind folgende Beträge in fremder Währung enthalten:
In TEUR 2020 2019
Aktiva 471.841 425.445
Passiva 122.303 114.595
45. Auslandsaktiva und -passiva
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit Vertragspartnern außerhalb Österreichs stellen sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Aktiva 2.972.205 2.966.747
Passiva 1.952.612 2.189.973
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
46. Nachrangige Vermögenswerte
In TEUR 2020 2019
Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) 32.309 17.871
Finanzielle Vermögenswerte – Fair Value OCI (FVOCI) 9.998 10.277
Finanzielle Vermögenswerte – Mandatorily at Fair Value P&L (FVPL-M) 2.267 2.447
47. Nachrangige Verbindlichkeiten und Ergänzungskapital
Folgende nachrangige Anleihen wurden begeben:
Bezeichnung/Modalitäten
Währung
Nominale in
TEUR Zinssatz fällig am
Emissions-
jahr
Nachrangige Raiffeisen Anleihe 2013-2024/1
der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
(ISIN AT000B091921) – Daueremission
EUR 3.545 4,80 27.5.2024 2013
Nachrangige Raiffeisen Stufenzins-Anleihe 2014-
2024/1 (ISIN AT000B092101) – Daueremission
EUR 8.491 3,75 – 6,0 14.2.2024 2014
Ergänzungskapital Fixzins-Anleihe 2014-2029/2
(ISIN AT000B092200) – Einmalemission
EUR 5.000 4,60 18.6.2029 2014
Ergänzungskapital Cap&Floor-FRN
(ISIN AT000B092291) 2015-2027 /1 – Daueremission
EUR 2.170 4,4 – 6,0 27.4.2027 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092390) 2015-2025/3 – Daueremission
EUR 4.289 5,00 11.8.2025 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092440) 2015-2022 – Daueremission
EUR 1.680 3,40 11.8.2022 2015
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092614) 2016-2026 – Daueremission
EUR 2.989 4,85 21.1.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092747) 2016-2026 – Daueremission
EUR 6.841 4,50 29.4.2026 2016
Nachrangige RLB Stmk Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B092895) 2016-2026 – Daueremission
EUR 9.142 4,15 27.7.2026 2016
5,75% nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088315) 2017-2027 – Daueremission
EUR 2.000 5,75 22.2.2027 2017
4,1% – 5% nachr. Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B088349) 2017-2027 – Daueremission
EUR 3.000 4,10 – 5,0 29.9.2027 2017
6% nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088273) 2017-2027 – Daueremission
EUR 3.000 6,00 11.1.2027 2017
4 % nachrangige Hypo Fixzins-Anleihe
(ISIN AT000B088398) 2018-2028
EUR 5.000 4,00 16.3.2028 2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093281) 2018-2028/1 – Daueremission
EUR 9.941 2,0 – 3,8 22.5.2028 2018
Nachrangige RLB Stmk Stufenzins-Anleihe
(ISIN AT000B093422) 2019-2029/4 – Daueremission
EUR 819 1,75 – 2,65 6.6.2029 2019
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Bei den nachrangigen Kreditaufnahmen handelt es sich um nachrangige Verbindlichkeiten im Sinne von Artikel 63 der CRR (Capital Requi-
rements Regulation, VO (EU) Nr. 575/2013).
Sowohl die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG als auch die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG sind berechtigt, die nachrangigen
Anleihen mit Genehmigung der FMA nach Ablauf von fünf Jahren ab Emissionsbeginn und aus regulatorischen (z. B. gesetzliche Änderun-
gen) oder steuerlichen Gründen auch vor Ablauf dieser 5-Jahres Frist zu 100 % des Nennwertes zu kündigen.
Der Zinsaufwand für nachrangige Verbindlichkeiten betrug im Berichtsjahr 2.888 TEUR (Vj: 2.847 TEUR).
48. Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen
In TEUR 2020 2019
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien gegenüber Nichtbanken 421.215 409.658
Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien gegenüber Banken 9.642 12.946
Eventualverbindlichkeiten aus dem Haftsummenzuschlag als Mitglied bei Genossenschaften 754 764
Gesamt Eventualverbindlichkeiten 431.611 423.368
Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte -4.682 -6.283
Gesamt 426.929 417.085
In TEUR
2020 2019
Nicht ausgenützte Kreditrahmen bis 1 Jahr 865.810 873.794
Nicht ausgenützte Kreditrahmen über 1 Jahr 1.051.448 895.333
Gesamt Kreditrisiken 1.917.258 1.769.127
Rückstellung für außerbilanzielle Geschäfte -19.779 -4.012
Gesamt 1.897.479 1.765.115
Kundengarantiegemeinschaft
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Vereinsmitglied der Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark.
Die Vereinsmitglieder übernehmen eine vertragliche Haftungsverpflichtung dahingehend, dass sie solidarisch gemäß der Satzung die zeit-
gerechte Erfüllung von Kundeneinlagen und Eigenemissionen eines insolventen Vereinsmitglieds garantieren. Die individuelle Tragfähigkeit
eines Vereinsmitglieds bestimmt sich laut Satzung nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestim-
mungen des BWG und der CRR.
Der Haftungsverpflichtung wurde durch Einstellen eines Merkpostens von einem Euro unter der Bilanz entsprochen, da es nicht möglich ist,
die potentielle Haftung der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG aus dem Haftungsverbund betraglich festzulegen. Die Kundengarantie-
gemeinschaft der Raiffeisen-Geldorganisation Steiermark hat mittels Satzungsänderung die Haftung mit Stichtag 30. September 2019 be-
endet. Zum Stichtag bestehende Guthaben fallen weiterhin unter die Haftung, Auszahlungen und alle anderen Belastungsbuchungen nach
dem Stichtag reduzieren die Haftung.
Eventualverbindlichkeiten:
Kreditrisiken:
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Institutionelles Sicherungssystem
Im Zuge der regulatorischen Änderungen durch Basel III ergab sich für dezentrale Bankengruppen das Erfordernis, institutsbezogene
Sicherungssysteme (IPS – Institutional Protection Schemes) zu schaffen. Ein IPS ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsverein-
barung, die die teilnehmenden Institute dezentraler Bankengruppen absichert. Gemäß Art. 49 CRR müssen Kreditinstitute bei der Ermittlung
ihrer Eigenmittel grundsätzlich deren Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Kreditinstitute in Abzug bringen, sofern nicht eine Be-
freiung aufgrund von Art. 49 Abs. 3 CRR durch gebildete IPS besteht. Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG ist Mitglied im
Landes-IPS, dem auch alle Raiffeisenbanken in der Steiermark angehören, sowie im Bundes-IPS, dem neben der Raiffeisen Bank Internati-
onal AG (RBI) auch die österreichischen Raiffeisenlandesbanken, die Raiffeisen Wohnbaubank, die Raiffeisen Bausparkasse sowie die
Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien und Posojilnica Bank eGen angehören.
Gemäß Art. 113 Abs. 7 CRR dürfen Kreditinstitute mit Genehmigung der zuständigen Behörden, Risikopositionen – mit Ausnahme von Risi-
kopositionen, die Posten des harten Kernkapitals, zusätzlichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitals gemäß CRR bilden – gegenüber Ge-
genparteien, mit denen sie ein IPS abgeschlossen haben, mit einem Risikogewicht von 0 % bewerten.
Die Finanzmarktaufsicht hat beiden IPSen, an denen die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG teilnimmt, die Zustimmung erteilt.
Raiffeisen-IPS
Am 21. Dezember 2020 haben die RBI, die RLB Steiermark und die weiteren Raiffeisenlandesbanken sowie die Raiffeisenbanken Anträge
bei der EZB und der FMA eingereicht, um ein neues institutsbezogenes Sicherungssystem ("Raiffeisen IPS") zu gründen und einer neu ge-
gründeten Genossenschaft unter dem Namen "Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen" zum Zwecke des gesetzlichen (ös-
terreichischen) Einlagensicherungssystems im Sinne des ESAEG beizutreten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann jedoch nicht eingeschätzt wer-
den, ob eine solche Genehmigung erlangt wird oder ob zusätzliche Bedingungen auferlegt werden bzw. ob solche zusätzlichen Bedingun-
gen vereinbart werden würden. Sollte die Genehmigung erteilt und sollten die Bedingungen vereinbart werden, werden die oben genannten
Antragsteller in der Folge gemäß den Bestimmungen des ESAEG aus der ESA ausscheiden. Das Raiffeisen IPS würde in weiterer Folge das
bestehende Bundes-IPS und das bestehende Landes-IPS ersetzen.
49. Wertpapierleihgeschäfte
Zum 31. Dezember 2020 wurden Wertpapiere in Höhe von 750.000 TEUR verliehen (Vj: 750.000 TEUR) und Wertpapiere in Höhe von
728.000 TEUR (Vj: 658.000 TEUR) entliehen, welche im Rahmen von Pensionsgeschäften als Sicherheit gestellt wurden (siehe dazu
Note 51).
50. Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
Die folgenden Verbindlichkeiten sind durch in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte besichert:
In TEUR 2020 2019
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC) 2.020.131 2.052.204
Finanzielle Verbindlichkeiten – Designated at Fair Value P&L (FVO) 200.215 204.494
Gesamt 2.220.346 2.256.698
309
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Folgende in der Bilanz ausgewiesenen Vermögenswerte wurden als Sicherheit zur Verfügung gestellt:
In TEUR 2020 2019
Deckungsstock für Mündelgelder 12.726 13.542
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen 2.488.089 2.194.944
Übrige Deckungsstockwerte 49.702 34.785
Gesamt 2.550.517 2.243.271
Die Vertragsbedingungen, die mit der Nutzung dieser Sicherheiten verbunden sind, sind banküblich.
Aufstellung der als Sicherheit gestellten konzernfremden Vermögenswerte:
In TEUR 2020 2019
Deckungsstock für fundierte Schuldverschreibungen 3.475.420 2.959.381
Die konzernfremden Sicherheiten für fundierte Schuldverschreibungen betreffen ausschließlich Kreditforderungen.
51. Pensionsgeschäfte
Zum 31. Dezember bestanden im Rahmen echter Pensionsgeschäfte folgende Rücknahme- bzw. Rückgabeverpflichtungen, die in der fol-
genden Bilanzposition ausgewiesen werden:
In TEUR 2020 2019
Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repurchase Agreement)
Finanzielle Verbindlichkeiten – Held for Trading (HFT)
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 0 29.962
Finanzielle Verbindlichkeiten – Amortised Cost (AC)
Aufgenommene Gelder 2.752.845 310.176
Gesamt 2.752.845 340.138
Aufgenommene Gelder betreffen ausschließlich Refinanzierungen bei der OeNB. Davon entfällt ein Betrag von 2.740.049 TEUR auf die im
Rahmen des TLTRO III-Programm gezogenen Tranchen. Die im Vorjahr in Höhe von 29.962 TEUR ausgewiesenen Einlagen mit vereinbarter
Laufzeit betrafen Refinanzierungen bei der EUREX.
Weder zum Bilanzstichtag noch per 31. Dezember 2019 bestanden echte Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer (Reverse Repurchase
Agreement).
JAHRESFINANZBERICHT 2020
310
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Vermögensgegenstände, die im Rahmen echter Pensionsgeschäfte als Sicherheit für die oben angeführten Verbindlichkeiten zur Verfü-
gung gestellt wurden, stellen sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
In Pension gegebene Vermögenswerte
Schuldverschreibungen – Amortised Cost (AC) 738.486 38.358
Kredite und Forderungen – Amortised Cost (AC) 348.642 141.311
Schuldverschreibungen – Fair Value OCI (FVOCI) 413.110 815
Kredite und Forderungen – Fair Value OCI (FVOCI) 568 0
Gesamt 1.500.806 180.484
Zusätzlich wurden zur Inanspruchnahme von Refinanzierungsmitteln aus dem Tendergeschäft konzernfremde Vermögenswerte (inkl. entlie-
hene Wertpapiere; siehe Note 49) in Höhe von 836.344 TEUR (Vj: 24.545 TEUR) sowie gemäß IFRS nicht zu bilanzierende Retained
Covered Bonds in Höhe von 687.191 TEUR (Vj: 144.320) verwendet.
Als freies Deckungspotenzial für Repo-Geschäfte (EZB, EUREX) stehen die folgenden Vermögenswerte zur Verfügung:
In TEUR 2020 2019
Konzerneigene Vermögenswerte
Schuldverschreibungen 1.035.543 1.750.928
Kreditforderungen (Credit Claims) 0 23.960
In TEUR 2020 2019
Konzernfremde Vermögenswerte
Schuldverschreibungen 0 92.979
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
52. Leasing aus Sicht des Leasinggebers
Der RLB Steiermark Konzern vermietet als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, bestehend aus eigenen Grundstücken und Gebäuden
sowie aus angemieteten Grundstücken, und stuft diese als Operating-Leasingverhältnisse ein. Darüber hinaus bestehen Leasingverträge
über Immobilien, Mobilien und Kraftfahrzeuge, welche im Konzern als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft wurden.
Aus Finanzierungsleasingverhältnissen wurden Zinserträge in Höhe von 2.824 TEUR (Vj: 3.018 TEUR) realisiert
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Finanzierungsleasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhal-
tenden, nicht diskontierten jährlichen Leasingzahlungen.
In TEUR 2020 2019
Bruttoinvestitionswert 122.174 119.762
Mindestleasingzahlungen 76.995 76.664
bis 1 Jahr 16.756 15.738
von 1 Jahr bis 2 Jahre 14.187 14.183
von 2 Jahre bis 3 Jahre 11.492 11.538
von 3 Jahre bis 4 Jahre 8.564 9.079
von 4 Jahre bis 5 Jahre 5.783 6.528
über 5 Jahre 20.213 19.598
Nicht garantierte Restwerte 45.179 43.098
Unrealisierter Finanzertrag 10.291 10.040
Nettoinvestitionswert 111.883 109.722
In TEUR 2020 2019
Kraftfahrzeugleasing 20.236 21.868
Immobilienleasing 70.106 72.638
Mobilienleasing 21.541 15.216
Gesamt 111.883 109.722
Der RLB Steiermark Konzern vermietet als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und hat diese Leasingverhältnisse als Operating-Leasing-
verhältnisse eingestuft, da nicht alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen übertragen werden. Die als Finanzinvestition
gehaltenen Immobilien umfassen zum einen Geschäftsimmobilien, welche sich im Eigentum des Konzerns befinden und zum anderen an-
gemietete Grundstücke, welche an konzernfremde Parteien vermietet werden. Die Mietdauer der Immobilien wird individuell verhandelt und
kann zwischen einem Jahr und mehr als zehn Jahren betragen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Leasingerträge in Höhe von 1.231 TEUR (Vj: 1.296 TEUR) erfasst.
Finanzierungsleasing
Operating Leasing als Leasinggeber
JAHRESFINANZBERICHT 2020
312
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die folgende Tabelle stellt eine Fälligkeitsanalyse der Leasingforderungen dar und zeigt die nach dem Bilanzstichtag zu erhaltenden nicht
diskontierten Leasingzahlungen.
In TEUR 2020 2019
bis 1 Jahr 1.064 1.266
von 1 Jahr bis 2 Jahre 935 1.152
von 2 Jahre bis 3 Jahre 817 1.082
von 3 Jahre bis 4 Jahre 644 929
von 4 Jahre bis 5 Jahre 443 750
über 5 Jahre 1.181 1.906
Gesamt 5.084 7.085
53. Leasing aus Sicht des Leasingnehmers
Nachfolgend wird die Entwicklung der Nutzungsrechte im Geschäftsjahr 2020 dargestellt:
In TEUR
Stand am
1.1. Zugänge Abgänge
Umbu-
chungen
Abschrei-
bungen
Stand am
31.12.
Immobilien 10.543 732 -2.920 0 -1.100 7.255
Fuhrpark 1.047 121 -16 0 -336 816
Gesamt 11.590 853 -2.936 0 -1.436 8.071
Im Geschäftsjahr 2019 stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Stand am
1.1. Zugänge Abgänge
Umbu-
chungen
Abschrei-
bungen
Stand am
31.12.
Immobilien 11.562 0 -159 0 -860 10.543
Fuhrpark 772 558 -9 0 -274 1.047
Gesamt 12.334 558 -168 0 -1.134 11.590
Nutzungsrechte
313
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfassten Beträge aus Leasingverhältnissen, bei denen der RLB Steiermark Konzern Leasingneh-
mer ist, stellen sich wie folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Abschreibungsbetrag für Nutzungsrechte 1.436 1.134
Zinsaufwendungen für Leasing-Verbindlichkeiten 189 201
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse 4 304
Aufwand für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert 27 37
Variable Leasingzahlungen, die nicht in die Bewertung der Leasing-Verbindlichkeiten einbezogen
werden
0 0
Ertrag aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten 0 0
Gesamt 1.656 1.676
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen 1.753 TEUR (Vj: 1.840 TEUR), wovon ein Betrag von 1.533 TEUR
(Vj: 1.298 TEUR) auf den Tilgungsanteil, 189 TEUR (Vj: 201 TEUR) auf den Zinsanteil, 4 TEUR (Vj: 304 TEUR) auf kurzfristige Leasingverhält-
nisse und 27 TEUR (Vj: 37 TEUR) auf Leasingverhältnisse von geringem Wert entfällt. Auszahlungen für den Zinsanteil der Leasing-Verbind-
lichkeit werden analog sonstiger Zinszahlungen im Konzern im Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
In der nachfolgenden Tabelle wird die Entwicklung der in der Bilanzposition „Sonstige Passiva“ bzw. im Cash Flow aus Finanzierungstätig-
keit ausgewiesenen Leasing-Verbindlichkeit dargestellt:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame
Veränderungen
Buchwert
1.1.2020 Zufluss Abfluss
Sonstige
Veränderungen
Zinsauf-
wendungen
Endbestand
31.12.2020
13.676 0 -1.722 -1.878 189 10.265
Zum Vergleichsstichtag stellte sich die Entwicklung wie folgt dar:
In TEUR
Cash Flow
Zahlungsunwirksame
Veränderungen
Buchwert
1.1.2019 Zufluss Abfluss
Sonstige
Veränderungen
Zinsauf-
wendungen
Endbestand
31.12.2019
12.334 0 -1.499 2.640 201 13.676
In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasste Beträge
In der Geldflussrechnung erfasste Beträge
JAHRESFINANZBERICHT 2020
314
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die Fälligkeitsanalyse der Leasing-Verbindlichkeiten stellt sich im aktuellen Geschäftsjahr wie folgt dar:
Restlaufzeit Leasing-Verbindlichkeit
In TEUR Gesamt bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre
Immobilien 10.758 1.281 4.018 5.459
Fuhrpark 794 268 526 0
Gesamt 11.552 1.549 4.544 5.459
Geschäftsjahr 2019
Restlaufzeit Leasing-Verbindlichkeit
In TEUR Gesamt bis 1 Jahr
> 1 Jahr bis
5 Jahre
über 5
Jahre
Immobilien 14.635 1.161 4.816 8.658
Fuhrpark 1.031 276 739 16
Gesamt 15.666 1.437 5.555 8.674
54. Finanzanlagen gemäß § 64 BWG
Die Aufgliederung der börsenotierten bzw. zum Börsehandel zugelassenen Wertpapiere nach Anlage- und Umlaufvermögen stellt sich wie
folgt dar:
In TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen 1.400.879 1.291.976
In TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen 699.795 766.245
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich im jeweiligen Einzelfall nach der Entscheidung der zuständigen Gremien.
Wertpapiere, die dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, werden im Anlagevermögen ausgewiesen. Wertpapiere,
die nicht zu den Finanzanlagen zählen, werden dem Umlaufvermögen zugeordnet.
Leasing-Verbindlichkeiten
Anlagevermögen:
Umlaufvermögen:
315
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
55. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie begebene
Schuldverschreibungen gemäß § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
Im Folgejahr fällige Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere:
In TEUR 2020 2019
Schuldverschreibungen 316.100 209.312
Begebene Schuldverschreibungen 75.037 121.685
56. Volumen des Handelsbuchs im Sinne des Art. 103 f. Verordnung (EU) Nr. 575/2013
In TEUR 2020 2019
Derivative Finanzinstrumente
positive Marktwerte 99.795 80.948
negative Marktwerte 121.050 112.380
Schuldverschreibungen 48.198 53.245
Kredite und Forderungen 0 244.494
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit 0 189.713
Der Rückgang sowohl im Bereich der Kredite und Forderungen als auch bei den Einlagen mit vereinbarter Laufzeit ist vor allem auf die ge-
änderte Strategie im Handelsbuch zurückzuführen.
57. Vorschüsse und Kredite an Vorstand und Aufsichtsrat
In TEUR 2020 2019
Vorstandsmitglieder 1.029 1.322
Aufsichtsratsmitglieder 268 310
Rückzahlungen wurden vereinbarungsgemäß geleistet, die Laufzeit und Verzinsung entsprechen den banküblichen Usancen.
58. Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
In TEUR 2020 2019
Vorstand und leitende Angestellte 171 382
Sonstige Arbeitnehmer 1.479 3.474
Abfertigungen:
JAHRESFINANZBERICHT 2020
316
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STEIERMARK 2020
In TEUR 2020 2019
Vorstand und leitende Angestellte 400 3.033
Sonstige Arbeitnehmer 1.048 3.940
59. Aufwendungen für die Honorierung der Abschlussprüfer
Die als Aufwand erfassten Honorare für die Konzern- und Einzelabschlussprüfungen sowie sonstige Leistungen der
Abschlussprüfer KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, dem Österreichischen Raiffeisenverband
(ÖRV) und sonstige Prüfungsgesellschaften setzen sich wie folgt zusammen:
2020 2019
In TEUR ÖRV KPMG Sonstige ÖRV KPMG Sonstige
Honorar für Abschlussprüfung 666 527 35 650 543 35
Sonstige Leistungen 0 0 0 0 0 0
Gesamt 666 527 35 650 543 35
Gemäß § 237 Z. 14 UGB wird das Abschlussprüferhonorar der Einzelabschlüsse der Tochterunternehmen im Rahmen der Konzernanhang-
angabe veröffentlicht. Somit enthält die Darstellung kumulativ das Abschlussprüferhonorar (Bruttobeträge) des Konzerns sowie der Tochter-
unternehmen.
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer ÖRV beziehen sich auf den vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellten Revisor.
60. Gesamtkapitalrentabilität gem. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität des RLB Steiermark Konzerns beträgt 0,15 % (Vj: 0,68 %) und berechnet sich als Quotient des Konzernergeb-
nisses geteilt durch die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag.
61. Durchschnittliche Mitarbeiteranzahl
Angabe in FTE 2020 2019
Arbeiter 0 0
Angestellte 904 921
Gesamt 904 921
Pensionen:
317
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
62. Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark bildet selbst keine eigene Kreditinstitutsgruppe im Sinne des österreichischen Bankwesengesetzes
(BWG) und unterliegt daher als Konzern nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil des RLB-Stmk Ver-
bund CRR-Konsolidierungskreises ist.
Seit 1. Jänner 2014 werden das konsolidierte regulatorische Kapital und das konsolidierte regulatorische Kapitalerfordernis des CRR-Konsoli-
dierungskreises der RLB-Stmk Verbund eGen gemäß Basel III ermittelt. Die Basel III Vorgaben wurden innerhalb der Europäischen Union (EU)
durch die Eigenkapitalrichtlinie Capital Requirements Directive (CRD IV) und die Eigenkapitalverordnung Capital Requirements Regulation
(CRR) umgesetzt. Die RLB-Stmk Verbund wendet diese Vorgaben an und ermittelt die Kapitalquoten gemäß Basel III auf Basis der nationalen
Übergangsbestimmungen, die in der CRR-Begleitverordnung definiert und durch die österreichische Bankenaufsicht veröffentlicht wurden.
Die Eigenmittel gemäß CRR setzen sich aus dem harten Kernkapital (Common Equity Tier 1 – CET 1), dem zusätzlichen Kernkapital (Additi-
onal Tier 1 – AT 1) und dem Ergänzungskapital (Tier 2 – T 2) zusammen. Zur Ermittlung der Kapitalquoten werden die jeweiligen Kapital-
komponenten nach Berücksichtigung aller regulatorischen Abzugs- bzw. Korrekturposten dem Gesamtrisiko gegenübergestellt.
Die Mindestkapitalquoten betragen 4,5 % für das harte Kernkapital (CET 1), 6 % für das Kernkapital (Tier 1, Summe aus CET 1 und zusätzli-
chem Kernkapital (AT 1)) und 8 % für die Gesamteigenmittel (TC).
Zusätzlich zu den Mindesteigenmittelanforderungen müssen Kreditinstitute Kapitalanforderungen nach Maßgabe des aufsichtsrechtlichen
Überprüfungs- und Evaluierungsprozesses (SREP – Supervisory Review and Evaluation Process) sowie Kapitalpuffer-Anforderungen erfüllen.
Mit Bescheid vom 5. März 2019 hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der RLB Steiermark aufgetragen, jederzeit eine
SREP-Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 Abs. 2 lit. c CRR in Höhe von 11,9 % auf Basis des Einzelinstituts und der konsolidierten Lage der
RLB-Stmk Verbund eGen einzuhalten.
Die vorgeschriebene SREP-Quote wurde seitens der RLB Steiermark bzw. RLB-Stmk Verbund eGen jederzeit erfüllt.
Darüber hinaus sind von der RLB-Stmk Verbund eGen zusätzliche Puffererfordernisse einzuhalten. Diese gliedern sich im Wesentlichen in
den Kapitalerhaltungspuffer (stieg bis 2019 schrittweise auf 2,5 %) und den antizyklischen Kapitalpuffer. Der antizyklische Puffer wurde auf-
grund des zurückhaltenden Kreditwachstums und des stabilen makroökonomischen Umfelds in Österreich vorerst mit 0 % festgelegt. Der
institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark berechnet sich gemäß § 23a Abs. 1 BWG aus dem
gewichteten Durchschnitt der Quoten der antizyklischen Kapitalpuffer jener Länder, in denen die wesentlichen Kreditrisikopositionen gebun-
den sind. Der antizyklische Kapitalpuffer war auch im Jahr 2020 für die Raiffeisen-Landesbank Steiermark eine unwesentliche Größe.
Für die nächsten Jahre erwartet der RLB Steiermark Konzern trotz der Corona-Krise eine stabile Eigenkapital- bzw. Eigenmittelsituation, bei
der die gesetzlichen Quoten deutlich übertroffen und die von der FMA vorgeschriebene SREP-Quote eingehalten werden.
Die folgende Tabelle stellt die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel des RLB-Stmk Verbund-Konzerns unter Berücksichtigung der Übergangsvor-
schrift nach Art 473a CRR dar. Seitens des RLB-Stmk Verbund-Konzerns wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, nur den Folgeanwen-
dungseffekt von IFRS 9 als Add-Back-Betrag zu berücksichtigen.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
318
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In TEUR 2020 2019
Als hartes Kernkapital anrechenbare Kapitalinstrumente 252.321 252.321
Rücklagen und kumuliertes Sonstiges Ergebnis 970.623 1.017.548
Zum harten Kernkapital zählende Minderheitsbeteiligungen 174.575 241.020
Hartes Kernkapital vor Abzugs- und Korrekturposten 1.397.519 1.510.889
Durch Veränderungen der eigenen Bonität bedingte Gewinne oder Verluste aus zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten eigenen Verbindlichkeiten
-1.083 10.197
Gewinne und Verluste aus zum Zeitwert bilanzierten derivativen Verbindlichkeiten, die aus dem
eigenen Kreditrisiko des Instituts resultieren
-742 -553
Wertanpassung aufgrund der Anforderungen für eine vorsichtige Bewertung -3.739 -4.336
Sonstige immaterielle Vermögenswerte -3.354 -4.561
Von der künftigen Rentabilität abhängige nicht aus temporären Differenzen resultierende, latente
Steueransprüche, abzüglich der verbundenen Steuerschulden
-26.558 -32.000
Sonstige Anpassungen am Kernkapital aufgrund von Übergangsvorschriften 23.884 16.000
Aufgrund von Abzugs- und Korrekturposten vorzunehmende Anpassungen am harten
Kernkapital
-11.592 -15.253
Hartes Kernkapital (CET 1) 1.385.927 1.495.636
Zusätzliches Kernkapital (AT 1) 0 0
Kernkapital (Tier 1) 1.385.927 1.495.636
Zum Ergänzungskapital zählende, von Tochterunternehmen begebene Instrumente 83.458 71.664
Ergänzungskapital (Tier 2) 83.458 71.664
Eigenmittel Gesamt (TC) 1.469.385 1.567.300
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel des RLB-Stmk Verbund-Konzerns:
319
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Der Gesamtrisikobetrag (Bemessungsgrundlage) gliedert sich wie folgt:
In TEUR 2020 2019
Bemessungsgrundlage für das Kreditrisiko 6.942.267 6.970.545
Bemessungsgrundlage für das Positionsrisiko in Schuldtiteln 81.611 104.809
Bemessungsgrundlage für das Risiko in Fremdwährungspositionen 0 33.122
Bemessungsgrundlage für das operationelle Risiko 514.962 483.431
Bemessungsgrundlage für das CVA-Risiko 76.574 45.328
Gesamtrisiko (Bemessungsgrundlage) 7.615.414 7.637.235
Harte Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,20 % 19,58 %
Kernkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) 18,20 % 19,58 %
Eigenmittelquote (bezogen auf alle Risiken) 19,29 % 20,52 %
Der Rückgang der anrechenbaren Eigenmittel (Kernkapital und Eigenmittel Gesamt) sowie der Kernkapital- und Eigenmittelquote resultiert
vor allem aus dem negativen Gesamtergebnis im Geschäftsjahr 2020 und aus der angepassten Berechnungslogik im Bereich der anre-
chenbaren Minderheitsbeteiligungen.
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich ein Eigenmittel Gesamtstand von
1.451.484 TEUR sowie eine adaptierte Bemessungsgrundlage von 7.585.569 TEUR. Somit würde sich eine Kernkapitalquote von 18,03 %
und eine Eigenmittelquote von 19,13 % errechnen.
Die Mindestkapitalanforderungen wurden während der Berichtsperiode stets erfüllt.
63. Kapitalmanagement
Das Kapitalmanagement im RLB Steiermark Konzern erfolgt auf Basis der CRR sowie der entsprechenden nationalen Begleitverordnungen
und im Sinne des ökonomischen Kapitalsteuerungsansatzes (Basel III Säule 2) des ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Pro-
cess). Die Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung und die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen
stehen dabei im Vordergrund.
Regulatorische Werte werden basierend auf entsprechenden EU-Richtlinien durch das österreichische Bankwesengesetz (BWG) sowie
durch anwendbare Verordnungen des europäischen Parlamentes für den RLB Steiermark Konzern vorgegeben. In der internen Steuerung
verwendet der RLB Steiermark Konzern Zielwerte, die alle Risikoarten umfassen (Kreditrisiko, Handelsbuchrisiken, Währungsrisiko und ope-
rationelles Risiko) und auf die in Zukunft erforderlichen Anforderungen an das Kapital und die Kapitalausstattung abzielen. In der laufenden
Planung wird zusätzlich die Weiterentwicklung und Harmonisierung von Eigenmittelvorschriften durch die Aufsicht berücksichtigt.
Sowohl die regulatorische als auch die ökonomische Perspektive sind grundlegende Bestandteile im Steuerungsprozess des RLB Steier-
mark Konzerns. Für das laufende Jahr und die Folgejahre werden die Auswirkungen der geplanten Geschäftsaktivitäten mit der erwarteten
Entwicklung der anrechenbaren Eigenmittel abgeglichen.
Den Geschäftsfeldern bzw. -segmenten wird im Zuge der Planung, abgeleitet aus der Geschäftsstrategie und der geplanten Geschäftsent-
wicklung, Risikokapital zugewiesen und als Basis für die Ermittlung von Performance-Kennzahlen in der integrierten Ertrags- und Risiko-
steuerung herangezogen.
Im laufenden Kapitalmanagementprozess liegt der Fokus in der regulatorischen Steuerung auf dem Abgleich der Geschäftsentwicklung mit
der Veränderung der risikogewichteten Aktiva sowie weiteren Risiken im Verhältnis zu den anrechenbaren Eigenmitteln. Aus ökonomischer
Sicht liegt das Hauptaugenmerk auf der Analyse der Risikotragfähigkeit auf Gesamtbankebene sowie der Ausnutzung des zugewiesenen
JAHRESFINANZBERICHT 2020
320
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Risikokapitals in den einzelnen Geschäftsfeldern. Der ICAAP ist gleichermaßen nach Geschäfts- und Risikoprofil gestaltet und bildet einen
wesentlichen Bestandteil des implementierten Planungs- und Kontrollprozesses.
Zur Sicherstellung der angemessenen Kapitalausstattung werden neben der periodischen Aktualisierung der Kapitalplanung um die laufen-
den Entwicklungen, zusätzlich Szenario-Berechnungen erstellt, analysiert und die Effekte umgehend in der Steuerung berücksichtigt.
Verschuldungsquote
Ergänzend zu den Eigenmittelanforderungen wurde im Rahmen der CRR die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) als neues Instrument
zur Begrenzung des Risikos aus einer überhöhten Verschuldung eingeführt. Gemäß Art. 429 CRR ist die Leverage Ratio der Quotient aus
der Kapitalmessgröße und der Gesamtrisikopositionsmessgröße (Leverage Exposure). Es wird daher das Kernkapital (Tier 1) in Verhältnis
zu den ungewichteten bilanzmäßigen und außerbilanzmäßigen Aktivposten gesetzt.
In TEUR 2020 2019
Gesamtrisikoposition 18.081.961 15.705.121
Kernkapital 1.385.927 1.495.636
Verschuldungsquote 7,66 % 9,52 %
Würde die Übergangsbestimmung des Art 473a CRR nicht in Anspruch genommen, ergäbe sich eine Verschuldungsquote von 7,57 %.
64. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit Stichtag 1. Jänner 2021 wurden die HYPO-Filialen/Standorte Feldbach, Fürstenfeld, Judenburg und Schladming an die jeweiligen örtli-
chen Raiffeisenbanken abgegeben. Weiters wurde im ersten Quartal 2021 das innerhalb der Position „Finanzielle Vermögenswerte – Man-
datorily at Fair Value P&L (FVPL-M)“ ausgewiesene Sondervermögen (Spezialfonds DASAA und dessen Subfonds EURAN und GLAN) ver-
äußert.
Darüber hinaus gab es bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine außerordentlichen Geschäftsfälle oder sonstigen Vorgänge, die von beson-
derem öffentlichen Interesse wären oder sich wesentlich auf den Konzernabschluss 2020 auswirken würden.
321
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
KONSOLIDIERUNGSKREIS
UND ANGABEN ZU AT
EQUITY BILANZIERTEN
UNTERNEHMEN
JAHRESFINANZBERICHT 2020
322
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Vollkonsolidierungskreis des RLB Steiermark Konzerns. Eine vollständige Aufstellung über den Anteils-
besitz ist der Anlage zum Konzernabschluss zu entnehmen.
Anteil
durch-
gerechnet
Eigen-
kapital in
TEUR
Ergebnis
1)
in TEUR
Datum des
Jahresab-
schlusses
Ciconia Immobilienleasing GmbH, Graz 100,00 % -298 17 31.12.2020
"DÖHAU" Liegenschaftsges.m.b.H., Graz 100,00 % -565 18 31.12.2020
Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH, Graz 100,00 % -11 79 31.12.2020
HYPO Steiermark Beteiligungen GmbH, Graz 100,00 % 3.566 0 31.12.2020
HYPO Steiermark Immobilienleasing GmbH, Graz 100,00 % 2.617 113 31.12.2020
HYPO Steiermark Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH, Graz 100,00 % 971 207 31.12.2020
HYPO Steiermark Leasing - Holding GmbH, Graz 100,00 % 2.167 18 31.12.2020
HYPO Steiermark PUNTI Grundstücksverwaltungs GmbH, Graz 100,00 % 461 49 31.12.2020
Immobilienerwerbs- und Vermietungs Gesellschaft m.b.H., Graz 100,00 % 73.013 831 31.12.2020
Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft, Graz 100,00 % 246.823 35.271 31.12.2020
NOVA HYPO Leasing GmbH, Graz 100,00 % 152 -8 31.12.2020
NWB Beteiligungs GmbH, Graz 100,00 % 525 -2 31.12.2020
Optima-Vermögensverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.,
Graz
100,00 % 9.051 1.610 31.12.2020
Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH, Graz 94,80 % 22.385 551 31.12.2020
Raiffeisen Rechenzentrum GmbH, Graz 100,00 % 849 666 31.12.2020
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH, Graz 100,00 % 21.839 748 31.12.2020
RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH, Graz 100,00 % 305 -1.626 31.12.2020
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H., Graz 100,00 % 102.407 5.026 30.9.2020
RLB-Hypo Group Leasing Steiermark GmbH, Graz 100,00 % 90 6 31.12.2020
RLB-Stmk Immobilienbeteiligungs- und Verwaltungs GmbH, Graz 100,00 % 66.303 2.367 30.9.2020
RLO Beteiligungs GmbH, Graz 100,00 % 3.693 -2 31.12.2020
RSAL Raiffeisen Steiermark Anlagenleasing GmbH, Graz 81,00 % 62 12 31.12.2020
RSIL Immobilienleasing Raiffeisen Steiermark GmbH, Graz 81,00 % -852 30 31.12.2020
Steirische Raiffeisen - Immobilien - Leasing Gesellschaft m.b.H., Graz 100,00 % 5.172 290 31.12.2020
1) Ergebnis vor Ergebnisabführung
323
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Im Konsolidierungskreis des RLB Steiermark Konzerns sind drei strukturierte Unternehmen enthalten.
Bei diesen Unternehmen handelt es sich um Spezialfonds, an denen der RLB Steiermark Konzern 100 % der Anteilsrechte besitzt.
Diese Spezialfonds sind der DASAA und dessen Subfonds EURAN und GLAN. Nach Berücksichtigung der in IFRS 10.B60 genannten Fak-
toren leitet sich ab, dass die strukturierten Einheiten als Agenten handeln. Die angeführten Spezialfonds wurden im ersten Quartal 2021
veräußert.
Anteil
Fonds-
vermögen
in TEUR
Fonds-
ergebnis in
TEUR
Datum des
Rechen-
schafts-
berichts
DASAA 8010, Graz 100,00% 349.089 817 31.10.2020
EURAN 8051, Graz 100,00% 146.001 744 31.10.2020
GLAN 8041, Graz 100,00% 144.099 7.582 31.10.2020
Seit dem Erwerb der restlichen Anteile an der Landes-Hypothekenbank Steiermark AG im Geschäftsjahr 2019 bestehen keine Tochterunter-
nehmen mit wesentlichen Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter.
Das folgende assoziierte Unternehmen ist für den RLB Steiermark Konzern von wesentlicher Bedeutung und wird nach der at equity-Me-
thode bilanziert:
Name
Art der
Beziehung
Sitz
Anteil
(durch-
gerechnet)
Datum des
Jahresab-
schlusses
Raiffeisen Bank International AG
Kreditinstitut
(Zentral-
institut)
Wien 9,95% 31.12.2020
In TEUR 2020 2019
Zinsüberschuss 3.241.344 3.412.067
Konzernergebnis nach Steuern 909.606 1.364.600
Sonstiges Ergebnis -806.439 406.093
Gesamtergebnis 103.167 1.770.693
Zusammenfassende Finanzinformationen über Tochterunternehmen mit wesentlichen Fremdanteilen:
Zusammenfassende Finanzinformationen über at equity bilanzierte Unternehmen:
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
In TEUR 2020 2019
Vermögenswerte 165.958.871 152.199.504
Schulden 151.670.826 138.434.521
Eigenkapital 14.288.045 13.764.983
In TEUR 2020 2019
Konzern-Eigenkapital Raiffeisen Bank International AG per 31.12. 14.288.045 13.764.983
Den nicht beherrschenden Gesellschaften zurechenbares Eigenkapital
*)
2.457.442 1.950.532
Auf die Anteilseigner der Raiffeisen Bank International AG entfallendes Konzern-Eigenkapital 11.830.603 11.814.451
Anteiliges Eigenkapital RLB Steiermark Konzern per 31.12. 1.177.701 1.176.093
Firmenwert 7.415 7.415
Wertminderung Firmenwert per 1.1. -7.415 -7.415
Wertminderung ohne abgeschriebenen Firmenwert per 1.1. -162.199 -33.857
Wertminderung laufende Periode -124.728 -128.342
Zwischenergebniseliminierung nach IAS 28.28 -5.681 -5.681
Stand der Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen per 31.12. 885.093 1.008.213
*)
Beinhaltet das AT1 Kernkapital lt. Eigenkapitalveränderungsrechnung der RBI sowie die darauf entfallenden anteiligen Stückzinsen
Der zum Berichtsstichtag ausgewiesene Stand der at equity bilanzierten Unternehmen entspricht einem Anteil in Höhe von 9,95 % am Kon-
zerneigenkapital der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Überleitung zum Buchwert der at equity bilanzierten Unternehmen:
325
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Vorstand
Vorsitzender
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER
Mitglieder des Vorstands
Vorstandsdirektor Dr. Matthias H
H
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I
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H
(bis 30. September 2020)
Vorstandsdirektor Mag. Rainer STELZER, MBA
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian S
S
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C
C
K
K
(ab 1. Oktober 2020)
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane P
P
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G
G
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(ab 1. Oktober 2020)
Aufsichtsrat
Präsidium:
Ök.-Rat Ing. Wilfried THOMA, Präsident
Obmann der RLB-Stmk Verbund eGen und Obmann der Raiffeisenbank Leoben-Bruck eGen
Dir. Josef GALLER, 1. Vizepräsident
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Mureck eGen
Josef HAINZL, 2. Vizepräsident
Vorsitzender des Aufsichtsrats der Raiffeisenbank Aichfeld eGen
Mitglieder des Aufsichtsrats:
Mag. Kristina EDLINGER-PLODER
Rektorin Fachhochschule Campus 02
Dir. Romana GSCHIEL-HÖTZL
Geschäftsleiterin der Raiffeisenbank Bad Radkersburg-Klöch eGen
Ök.-Rat Alois HAUSLEITNER
Obmann der Agrarunion Südost eGen
Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas KRAUZER
Vorstand des Instituts für Wirtschaftsgeschichte KF Uni Graz
GD-Stv. DI Dr. Gernot REITER
Stv. des Vorstandsvorsitzenden der Grazer Wechselseitige Versicherung AG
VDir. Rudolf SCHNABL
Vorstand der Raiffeisenbank Neumarkt-Oberwölz eGen
Dir. Franz STRAUSSBERGER
Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Oststeiermark Nord eGen
ORGANE
JAHRESFINANZBERICHT 2020
326
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
KR Peter SÜKAR
Obmann der Raiffeisenbank Lipizzanerheimat eGen und Obmann der Wirtschaftskammer Voitsberg
Verbandsobmann Ök.-Rat Franz TITSCHENBACHER
Obmann des Raiffeisenverbandes Steiermark
VDir. Gerhard ZAUNSCHIRM, MSc
Vorstand der Raiffeisenbank Hausmannstätten eGen
KR Josef ZÜGNER
Obmann der Raiffeisenbank Großwilfersdorf eGen (bis 14. August 2020)
Vom Betriebsrat entsandt:
Abt.-Vst. Stv. Sabine FUCHS
Walter HATZ
Brigitte MANDL
Eva PILGER-BUCHEGGER
Bernd VERONIG
Mag. Bernhard WAGNER
Ing. Bernhard WESENER
Staatskommissäre:
Ministerialrat Mag. Wolfgang NITSCHE (ab 1. Jänner 2020)
Mag. Matthias KUDWEIS (ab 1. Jänner 2020)
Ministerialrat Mag. Gabriele HERBECK (bis 31.12.2019)
Amtsdirektor Gabriele H
H
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(bis 31.12.2019)
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernab-
schluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen
der Konzern ausgesetzt ist.
Graz, am 6. April 2021
Der Vorstand:
Generaldirektor KR MMag. Martin SCHALLER, Vorsitzender des Vorstands e.h.,
mit Verantwortung für Finanzen & Banksteuerung, Verbund, Kapitalmarkt, Unternehmenskommunikation und IT
Vorstandsdirektor Mag. Rainer S
S
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T
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Z
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E
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, MBA, e.h.,
mit Verantwortung für Kommerzkunden, Retail, Vertrieb und Immobilien
Vorstandsdirektor MMag. Dr. Florian STRYECK e.h.,
mit Verantwortung für Risikomanagement, Recht & Sicherungseinrichtungen
Vorstandsdirektorin Mag. Dr. Ariane PFLEGER e.h.,
mit Verantwortung für Unternehmensentwicklung & Digitalisierung, Personal, Transaction Services und Bau & Infrastruktur
SCHLUSSBEMERKUNG
DES VORSTANDS
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Konzernabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Graz,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020, der Konzerngesamtergebnis-
rechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Ge-
schäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues
Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns
für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie
in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den bankrechtlichen Bestimmungen.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österrei-
chischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten
des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich
habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir
bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prü-
fungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
meine Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung
des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
BEST
Ä
TIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN
A
BSCHLUSSPRÜFERS
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Bewertung der at equity bilanzierten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Konzernabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2020 werden die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI), die auch
das Zentralinstitut der RLB Stmk AG ist, unter dem Bilanzposten „Anteile an at equity bilanzierten Unternehmen“ in Höhe von insgesamt
885.093 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von at equity bilanzierten Anteilen im Konzernabschluss zum 31. Dezember
2020 in den Notes in den Kapiteln „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ und „Bilanz“ sowie unter Note (3) und (20) und im Kapitel
„Konsolidierungskreis und Angaben zu at equity bilanzierten Unternehmen“.
Die Werthaltigkeit des Buchwertes der at equity bilanzierten RBI ist zu überprüfen, wenn objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorlie-
gen. Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sind auf den erzielbaren Betrag vorzunehmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der bei-
den Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.
Zum 31. Dezember 2020 wurden bei der RBI objektive Hinweise für eine Wertminderung identifiziert.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile wurde dem Buchwert der erzielbare Betrag gegenübergestellt. Der Nutzungswert wurde auf
Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens ermittelt und lag über dem beizulegenden Zeitwert. Da der fortgeführte Buchwert den erziel-
baren Betrag zum 31. Dezember 2020 überstieg, wurde eine Wertminderung berücksichtigt.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung des Nutzungswertes in hohem Maße auf der Einschätzung
der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter beruht, und das Bewertungsergebnis in erheblichem Ausmaß vom
verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die Prozesse zur Identifizierung von objektiven Hinweisen auf Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sowie die eingerichteten
Kontrollen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Wertminderungs- oder Zuschreibungserfordernisse zeitgerecht zu erkennen.
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung beurteilt.
Ich habe die korrekte Ermittlung des erzielbaren Betrages durch Vergleich des beizulegenden Zeitwertes (Börsekurs) und dem Nutzungs-
wert, der auf einem externen Bewertungsgutachtenbasiert, geprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens, insbesondere das Bewertungsmodell auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die
darin verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmensspezifi-
scher Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Konzernplanung abgeglichen und die Pla-
nungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen und externen Gutachten analysiert und beurteilt.
Ich habe den für die Ermittlung des erzielbaren Betrages herangezogenen beizulegenden Zeitwert mit dem von der Wiener Börse am letz-
ten Handelstag des Jahres 2020 veröffentlichten Kurs verglichen.
Die rechnerische Richtigkeit der Wertminderung wurde geprüft.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Wertminderung der Anteile an der RBI im Konzernabschluss (Notes) angemessen sind.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Bewertung der Kredite und Forderungen Amortised Cost
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Im Konzernabschluss der RLB Stmk AG zum 31. Dezember 2020 werden im Bilanzposten „Finanzielle Vermögenswerte Amortised Cost
(AC)“ Kredite und Forderungen mit einem Betrag von 8.415.759 TEUR ausgewiesen. Zu diesen Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag
Risikovorsorgen im Ausmaß von 176.114 TEUR.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden“, „Gewinn- und Verlustrechnung“ und „Bilanz“, in dem auch auf COVID-19-Sachverhalte Bezug genommen wird sowie in
den Notes (11) und (14).
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und damit Einzelrisikovorsor-
gen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen
Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von
Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Aufgrund der COVID-19-Pandemie hat die Bank umfassende Einzelfallanalysen durchgeführt und bei wesentlichen Engagements die Aus-
wirkungen auf die zukünftige Lage bzw. auf das Geschäftsmodell der Kreditnehmer hinsichtlich der Ratingeinstufung und der Zahlungsmit-
telrückflüsse beurteilt.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells
berechnet.
Für alle Kredite, bei denen keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wird von der Bank eine Wertberichtigung auf Basis
statistischer Bewertungsmodelle gebildet.
Dabei wird für jene Forderungen, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, die Wertberichti-
gung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Für jene Forderungen, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen
Ansatz signifikant erhöht hat, werden die Wertberichtigungen auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes berechnet. Zusätz-
lich wurden im Rahmen eines Post Model Adjustments Branchen definiert, die COVID-19 bedingt einem erhöhten Kreditrisiko unterliegen.
Diese wurden folglich von Stage 1 in Stage 2 transferiert und unterliegen ebenfalls einer Wertberichtigung auf Basis des über die Laufzeit
erwarteten Kreditverlustes.
In die Bewertungsmodelle fließen Kundenobligo, Sicherheiten und makroökonomische Faktoren ein. Parameter, denen statistische Annah-
men zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote
vor und nach Berücksichtigung von Sicherheiten. COVID-19 bedingt kam es zu einer Anpassung der Inputfaktoren bei den makroökonomi-
schen Faktoren, die zu einer Erhöhung der Wertberichtigungen führten.
Hinsichtlich der Schätzunsicherheiten bei der Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle wird auf das Kapi-
tel „Bilanz“ in den Notes verwiesen.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Identifikation von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung sowie
die Bestimmung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz auf Annahmen und Ermessensspielräumen
basieren. Bei der Ermittlung der Kreditrisikovorsorgen, denen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schät-
zungen zu Grunde liegen, ergeben sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten insbesondere aufgrund des makroökonomischen
Umfelds im Rahmen der COVID-19-Pandemie hinsichtlich der Höhe der Kreditrisikovorsorge.
331
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die bestehende Dokumentation und die Prozesse zur Vergabe, Klassifizierung und Überwachung von Kundenkrediten sowie der
Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, objektive Hinweise auf eine Wertminderung zu identifizie-
ren sowie die signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz zu bestimmen und somit die sachgerechte Bewertung
der Kundenforderungen sicherzustellen. Die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen habe ich erhoben und die Schlüsselkontrollen auf
deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Ich habe auf Grundlage der vorgelegten Unternehmensdokumentation und Prozesse in Stichproben die richtige Klassifizierung der Kun-
denforderungen in Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme beurteilt.
Es wurde die korrekte Stufenzuordnung gemäß den relevanten Richtlinien geprüft.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminde-
rung bestehen und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert
unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Branchen, die verstärkt von der COVID-19-Pande-
mie betroffen sind sowie nach statistischen Verfahren. Bei Feststellung von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung wurden die von
der Bank getroffenen Annahmen und unterstellten Szenarien hinsichtlich Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsicht-
lich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden sowie für Kunden, bei denen keine objektiven Hinweise auf
Wertminderungen vorliegen, habe ich mithilfe von Experten die Modelle und die darin verwendeten Parameter und zukunftsgerichteten In-
formationen unter Berücksichtigung der von der Bank durchgeführten Validierungen nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob
diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Es wurde aufgrund der Analysen der Bank die Angemessenheit der Ratingeinstufungen unter Berücksichtigung der Auswirkungen der
COVID-19-Pandemie beurteilt.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung im Konzernabschluss (Notes) angemessen sind.
Hinsichtlich der Schätzunsicherheiten bei der Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle wird auf das Kapi-
tel „Bilanz“ in den Notes verwiesen.
Bewertung der Wertpapiere, Schuldscheindarlehen und derivativen Finanzinstrumente
SACHVERHALT UND RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die für die Bewertung von Wertpapieren, Schuldscheindarlehen und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeit-
werte basieren im Konzernabschluss der RLB Stmk AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt.
Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt oder zu Handelszwe-
cken abgeschlossen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgangsweise bei der Bewertung von Wertpapieren, Schuldscheindarlehen und derivativen Finanzinstrumen-
ten, sowie bei der Bildung von Sicherungsbeziehungen in den Notes in den Kapiteln „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, „Gewinn-
und Verlustrechnung“, „Bilanz“ sowie „Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung“ unter Note (5) bis (7) „Erläuterungen zur Bilanz“ un-
ter Note (14) bis (19) sowie (27) bis (30) und „Erläuterungen zu Finanzinstrumenten“ unter Note 36.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren, Schuldscheindarlehen und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine
Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung
von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parameter ermessensbehaftet.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
332
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Die ermittelten beizulegenden Zeitwerte sind auch bei der Berechnung der Ergebnisse bei Abgängen vor Fälligkeit und damit insbesondere
bei der im Berichtsjahr erfolgten Kündigung von Schuldscheindarlehen von zentraler Bedeutung.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie
der Effektivität derselben zu erfüllen.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios sind außerdem die Abgrenzung und Homo-
genität der Grundgeschäftsportfolien und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens zu beachten.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegen-
den Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der
Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
PRÜFERISCHES VORGEHEN
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung der Wertpa-
piere, Schuldscheindarlehen und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre
Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre
Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugängli-
chen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Hinsichtlich der im Geschäftsjahr gekündigten Schuldscheindarlehen habe ich die im Zeitpunkt der Kündigung bestehenden beizulegen-
den Zeitwerte überprüft. Weiters habe ich zu diesem Sachverhalt das vom Konzern beauftragte externe rechtliche Gutachten angefordert
und dieses mit Unterstützung eines Experten hinsichtlich seiner Nachvollziehbarkeit und des Vorliegens der rechtlichen Voraussetzungen
gewürdigt. Darauf aufbauend wurde auch das im Konzernabschluss erfasste Abgangsergebnis nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und der Effektivi-
tät der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien entspricht. Die durchgeführten Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf
ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios habe ich darüber hinaus die Abgrenzung der
Grundgeschäftsportfolien, sowie deren Homogenität und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens nachvollzogen.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Konzernabschluss (Notes) betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Siche-
rungsbeziehungen angemessen und vollständig sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Jahresfinanzbe-
richt wird mir voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Mein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und ich werde dazu keine Art der Zusi-
cherung geben.
Im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses habe ich die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen,
sobald sie vorhanden sind und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss
oder zu meinen bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit
den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB sowie den bankrechtlichen Bestimmungen ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Kon-
zerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Auf-
stellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern
einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei
denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder ha-
ben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstel-
lungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit
den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschluss-
prüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Hand-
lungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern be-
einflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Ab-
schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus
und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im
Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultie-
rende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlun-
gen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftset-
zen interner Kontrollen beinhalten können.
Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu pla-
nen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des inter-
nen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertret-
barkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende
Angaben.
Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentli-
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
che Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Kon-
zerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsi-
cherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerk-
sam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerun-
gen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
Ich erlange ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten inner-
halb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Ich bin verantwortlich für die Anleitung, Überwachung
und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Ich trage die Alleinverantwortung für mein Prüfungsurteil.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Ab-
schlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem,
die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängig-
keit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise
angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaß-
nahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am
bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung de-
ren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzern-
abschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach meiner Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach
§ 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Kon-
zern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
335
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Konzern-
abschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) erstmals zum Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020 bestellt.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss
nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchfüh-
rung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Dr. Michael Laminger.
Wien, 6. April 2021
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Dr. Michael LAMINGER – Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit dem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich aus-
schließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG
Graz,
und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern"), bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020, der Gesamtergebnisrechnung, der
Geldflussrechnung und der Entwicklung des Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und den Erläuterungen (No-
tes) zum Konzernabschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der
Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2020 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das
an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der
EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Über-
einstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Vermerks weiter-
gehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des
International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften nach dem
Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 („WTBG 2017") samt einschlägigen Verordnungen („Richtlinien für die Ausübung der Wirtschafts-
treuhandberufe") und Richtlinien, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforde-
rungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschluss-
prüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschrif-
ten zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungsleistungen
(„fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich
unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber dem Konzern und gegenüber Dritten kommen die gesetzlichen
Haftungsbestimmungen gemäß § 275 Abs 2 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerks ausreichend und geeignet sind,
um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
V
ERMERK DES
UNABHÄNGIGEN
A
BSCHLUSSPRÜFERS
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für
unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes
Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Bewertung der Rückstellungen
für das Kreditgeschäft
Bewertung von assoziierten Unternehmen
Finanzinstrumente – Fair Value-Bewertung (Level 3)
Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie
Bewertung der Rückstellungen für das Kreditgeschäft
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Die in dem Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte – Amortised Cost (AC) enthaltenen Kredite und Forderungen (exklusive Kreditinstitute)
umfassen einen Betrag in Höhe von TEUR 7.201.540; die hierfür gebildeten Wertminderungen umfassen einen Betrag in Höhe von
TEUR 176.009, die Rückstellungen für das Kreditgeschäft betragen TEUR 24.461.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Ermittlung Wertminderungen in den Notes in
den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt „Wertminderungen") sowie im Kapital „Bilanz" (Abschnitt „Wertminderungen").
Für Kredite mit beeinträchtigter Bonität werden Wertminderungen in Höhe des Lifetime Expected Loss erfasst (Stage 3 Risikovorsorge). Die
Identifikation von Ausfallereignissen und die Ermittlung der Höhe der Vorsorgen für signifikanten Kreditnehmer im Ausfall unterliegen we-
sentlichen Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Diese ergeben sich durch die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des je-
weiligen Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten und bringen daher Auswirkungen auf die Höhe und den Zeit-
punkt der erwarteten zukünftigen Rückflüsse mit sich. Vorsorgen für nicht signifikante Kreditnehmer im Ausfall basieren auf Modellen und
statistischen Parametern und beinhalten daher ebenfalls Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten.
Für Kredite, die ein geringes Kreditrisiko aufweisen bzw bei welchen sich das Kreditrisiko seit Zugang nicht signifikant erhöht hat (Stage 1),
wird ein 12 Monats Expected Loss zu ermittelt. Bei einer signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos (Stage 2) werden Vorsorgen in Höhe des
Lifetime Expected Loss gebildet. Bei der Stage-Zuordnung und der Ermittlung erwarteter Kreditverluste der Stages 1 und 2 sind umfangrei-
che Schätzungen und Annahmen erforderlich.
Das Risiko für den Abschluss liegt darin, dass der Ermittlung der Risikovorsorgen in bedeutendem Ausmaß Schätzungen und Annahmen
zugrunde liegen, die zudem durch die COVID-19 Krise beeinflusst sind. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstellung in Bezug auf
die Höhe der Risikovorsorgen im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Wir haben zur Werthaltigkeit von Krediten und Forderungen an Nichtbanken zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie zur Bewertung von
Rückstellungen für das Kreditgeschäft folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben den Kreditüberwachungsprozess erhoben und beurteilt, ob dieser geeignet ist, Ausfälle rechtzeitig zu identifizieren und die
Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln Wir haben ausgewählte Schlüsselkontrollen in Hinblick auf deren Ausgestaltung und
Implementierung sowie in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Auf Basis einer Stichprobe von Krediten haben wir überprüft, ob das Rating entsprechend den internen Richtlinien erfolgte und ob Aus-
fallsereignisse zeitgerecht erkannt wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte hierbei risikobasiert unter besonderer Gewichtung der
JAHRESFINANZBERICHT 2020
338
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
Ratingstufen mit höherem Ausfallsrisiko sowie der Branchen, die erwartungsgemäß stärker von der COVID-19-Krise betroffen sind. Bei
ausgefallenen signifikanten Kreditnehmern wurden die von der Bank getroffenen Annahmen hinsichtlich Schlüssigkeit und Konsistenz
von Zeitpunkt und Höhe der angenommenen Rückflüsse untersucht.
Wir haben im Bereich der pauschalierten Einzelwertberichtigungen das Bewertungsmodell und die darin verwendeten Parameter dahin-
gehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln. Die rechnerische Richtigkeit der Vorsorgen
haben wir in Stichproben nachvollzogen.
Im Bereich der Vorsorgen für nicht ausgefallene Kreditnehmer (Stage 1 und 2) haben wir das zugrundeliegende Bewertungsmodell ein-
schließlich der darin verwendeten Parameter dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, den Risikovorsorgebedarf in angemessener
Art und Weise zu ermitteln. Dabei wurden insbesondere die Auswahl und Bemessung von zukunftsgerichteten Annahmen analysiert. Für
diese Prüfungshandlung haben wir unsere internen Financial Risk Management-Spezialisten einbezogen.
Bewertung von Anteilen an assoziierten Unternehmen
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Der Raiffeisen-Landesbank Steiermark Konzern bilanziert seine Anteile an assoziierten Unternehmen nach der Equity-Methode. Insgesamt
belaufen sich die Anteile auf einen Wert von TEUR 885.093.
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert die Vorgehensweise für die Bewertung von at-equity-bewerteten Unterneh-
men in den Notes in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt „Anteile an assoziierten Unternehmen").
Die Equity-Methode ist eine Bilanzierungsmethode, bei der die Beteiligung zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt wird, dieser
Ansatz aber in der Folge um etwaige Veränderungen beim Anteil des Investors am Nettovermögen des Beteiligungsunternehmens ange-
passt wird. Liegen objektive Hinweise für Wertminderungen vor, wird der erzielbare Betrag ermittelt. Die Ermittlungen der erzielbaren Be-
träge sind abhängig von Schätzungen, wie zukünftig erwartete Cashflows oder Ergebnisse, Diskontierungszinssätze oder Wachstumsan-
nahmen.
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass diese Bewertungen innerhalb gewisser Bandbreiten ermessensbehaftet und mit Schätzun-
sicherheiten verbunden sind, woraus ein mögliches Risiko einer falschen Darstellung in Bezug auf die Bewertung im Abschluss resultiert.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Wir haben zur Bewertung von assoziierten Unternehmen folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben die Modelle, die Planungsannahmen und die verwendeten Parameter für die Bewertung der Anteile an den assoziierten Unter-
nehmen unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten geprüft. Dabei wurde das eingesetzte Bewertungsmodell nachvollzogen
und beurteilt, ob dieses geeignet ist, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln.
Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter – vorrangig die Zinssatzkomponenten – wurden evaluiert. Dabei wurden die bei der
Bestimmung des Zinssatzes herangezogenen Annahmen durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Ange-
messenheit beurteilt. Die Planungstreue haben wir durch einen Vergleich der Vorjahresplanung mit dem Ergebnis des laufenden Jahres
beurteilt.
Weiters haben wir die rechnerische Ermittlung des Unternehmenswertes nachvollzogen.
Finanzinstrumente – Fair Value-Bewertung (Level 3)
DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS
Der Raiffeisen-Landesbank Steiermark Konzern bewertet Finanzinstrumente in Höhe von TEUR 125.547 (aktivseitig) sowie in Höhe von
TEUR 26.737 (passivseitig) zum Fair Value anhand von am Markt nicht beobachtbaren Bewertungsparametern (Level 3-Kategorie).
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STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
Der Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG erläutert in den Notes die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Finanzinstru-
menten (Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", Abschnitt „Finanzinstrumente"), zum Fair Value der Finanzinstrumente (Note 40)
und zur Fair Value-Hierarchie (Note 41).
Das Risiko für den Abschluss besteht darin, dass die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bilanzierten Finanzinstrumente
nach Level 3-Kategorie anhand von am Markt nicht beobachtbaren Bewertungsparametern auf Grund der starken Abhängigkeit von Bewer-
tungsmodellen und Parameterschätzungen in einem hohen Ausmaß ermessensbehaftet ist. Daraus kann sich eine mögliche falsche Darstel-
lung in Bezug auf die Bewertung im Abschluss ergeben.
UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG
Zur Fair Value-Bewertung (Level 3) von Finanzinstrumenten haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben das Fachkonzept sowie die internen Vorgehensweisen des Konzerns zur Klassifizierung von Finanzinstrumenten erhoben und
beurteilt, ob diese im Einklang mit den IFRS Regelungen sind und geeignet sind, die Klassifizierung von Finanzinstrumenten angemes-
sen abzubilden.
Wir haben bei der Prüfung der Finanzinstrumente der Level 3-Kategorie Spezialisten eingesetzt, welche die angewandten Bewertungs-
modelle und die getroffenen Annahmen beurteilt haben. Die Bewertungsmodelle wurden dahingehend überprüft, ob es sich um aner-
kannte Modelle handelt und ob die verwendeten Parameter aus Marktdaten vergleichbarer Instrumente angemessen ableitbar sind.
Weiters haben wir in Stichproben die vom Konzern ermittelte Berechnung der beizulegenden Zeitwerte (Fair Values) nachvollzogen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Informationen im
Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Den Konzernlagebericht
haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns
voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir werden keine Art der Zusicherung darauf
geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen
und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten
Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über
diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den
IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften und den zusätzlichen Anfor-
derungen des § 245a UGB sowie § 59a BWG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Kon-
zernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlä-
gig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
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RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine
realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstel-
lungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prüfungsurteil
beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können
aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünf-
tigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im
Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollu-
sives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen,
die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon-
trollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit
der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Un-
ternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerk-
sam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolge-
rungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerks des Abschlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereig-
nisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild
erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb
des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
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JAHRESFINANZBERICHT 2020
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsys-
tem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhän-
gigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftiger-
weise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die
am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-
sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk des Abschlussprüfers, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein
Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die ne-
gativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christian Grinschgl.
Graz, am 6. April 2021
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christian GRINSCHGL
– Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Vermerk des Abschlussprüfers darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk des Abschlussprüfers
bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
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A
NLAGE –
A
NTEILSBESITZLISTE DES
RLB STEIERMARK
KONZERNS
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In TEUR
Sitz
Anteil
durch-
gerechnet
Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
1)
in TEUR
Datum des
Jahresab-
schlusses
Vollkonsolidierte Unternehmen
Ciconia Immobilienleasing GmbH Graz 100,00 % -298 17 31.12.2020
DASAA 8010
2)
Graz 100,00 % 349.089 817 31.10.2020
EURAN 8051 Graz 100,00 % 146.001 744 31.10.2020
GLAN 8041 Graz 100,00 % 144.099 7.582 31.10.2020
"DÖHAU" Liegenschaftsges.m.b.H. Graz 100,00 % -565 18 31.12.2020
Grundstücksverwaltung Salzburg-Mitte GmbH Graz 100,00 % -11 79 31.12.2020
HYPO Steiermark Beteiligungen GmbH Graz 100,00 % 3.566 0 31.12.2020
HYPO Steiermark Immobilienleasing GmbH Graz 100,00 % 2.617 113 31.12.2020
HYPO Steiermark Kommunal- und Gebäudeleasing GmbH
Graz 100,00 % 971 207 31.12.2020
HYPO Steiermark Leasing - Holding GmbH Graz 100,00 % 2.167 18 31.12.2020
HYPO Steiermark PUNTI Grundstücksverwaltungs GmbH Graz 100,00 % 461 49 31.12.2020
Immobilienerwerbs- und Vermietungs Gesellschaft m.b.H. Graz 100,00 % 73.013 831 31.12.2020
Landes-Hypothekenbank Steiermark Aktiengesellschaft Graz 100,00 % 246.823 35.271 31.12.2020
NOVA HYPO Leasing GmbH Graz 100,00 % 152 -8 31.12.2020
NWB Beteiligungs GmbH Graz 100,00 % 525 -2 31.12.2020
Optima-Vermögensverwaltungs- und
Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Graz 100,00 % 9.051 1.610 31.12.2020
Raiffeisen Informatik Center Steiermark GmbH Graz 94,80 % 22.385 551 31.12.2020
Raiffeisen Rechenzentrum GmbH Graz 100,00 % 849 666 31.12.2020
Raiffeisen Rechenzentrum Holding GmbH Graz 100,00 % 21.839 748 31.12.2020
RATIO Beteiligungsverwaltungs GmbH Graz 100,00 % 305 -1.626 31.12.2020
RLB - Beteiligungs- und Treuhandgesellschaft m.b.H. Graz 100,00 % 102.407 5.026 30.9.2020
RLB-Hypo Group Leasing Steiermark GmbH Graz 100,00 % 90 6 31.12.2020
RLB-Stmk Immobilienbeteiligungs- und Verwaltungs
GmbH
Graz 100,00 % 66.303 2.367 30.9.2020
RLO Beteiligungs GmbH Graz 100,00 % 3.693 -2 31.12.2020
RSAL Raiffeisen Steiermark Anlagenleasing GmbH Graz 81,00 % 62 12 31.12.2020
RSIL Immobilienleasing Raiffeisen Steiermark GmbH Graz 81,00 % -852 30 31.12.2020
Steirische Raiffeisen - Immobilien - Leasing Gesellschaft
m.b.H.
Graz 100,00 % 5.172 290 31.12.2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
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In TEUR
Sitz
Anteil
durch-
gerechnet
Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
1)
in TEUR
Datum des
Jahresab-
schlusses
Sonstige Beteiligungen
ALPHA-BAU Planungs-, Projektentwicklungs- und
Baubetreuungs GmbH.
Graz 100,00 % 768 165 31.12.2019
Bergbau Radmer GmbH in Liqu. Graz 100,00 % -3 -6 30.4.2020
BONITA HYPO Leasing GmbH Graz 100,00 % 37 -3 31.12.2020
CADO Raiffeisen-Immobilien-Leasing Gesellschaft
m.b.H.
Wien 50,00 % 3.637 37 31.12.2020
CALDO Grundstücksverwertungsgesellschaft m.b.H. in
Liqu.
Wien 50,00 % 33 -3 31.12.2019
Comm-Unity EDV GmbH Lannach 51,00 % 4.206 2.297 31.12.2019
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H. & Co. KG. Graz 50,00 % 289 216 30.9.2020
INPRIMIS Beteiligungs GmbH Graz 100,00 % 1.553 -1 31.12.2019
KONSTRUKTA Unternehmensberatungs GmbH Graz 100,00 % 173 -2 31.12.2019
Liegenschaftsverwaltung Radmer-Frohnleiten GmbH Graz 100,00 % 7.111 -37 31.12.2019
LKH-Eingangszentrum Errichtungs- und Betreiber GmbH Graz 100,00 % 3.049 428 31.12.2019
Raiffeisen - Einlagensicherung Steiermark eGen Graz 57,07 % 6 -4 31.12.2019
Raiffeisen Bauträger & Projektentwicklungs GmbH Graz 100,00 % 1.657 -126 31.12.2019
Raiffeisen-Immobilien Steiermark Gesellschaft m.b.H. Graz 100,00 % 2.193 478 31.12.2019
RVS Raiffeisen Vertrieb und Service GmbH Graz 100,00 % 2.052 1.602 31.12.2019
SLU Beteiligungs GmbH in Liqu. Graz 100,00 % -17 -2 31.12.2019
smart city living GmbH in Liqu. Graz 100,00 % 2.922 554 31.8.2019
SPICA Raiffeisen-Immobilien-Leasing Gesellschaft
m.b.H.
Wien 50,00 % 137 3 31.12.2020
SOLUTIO Beteiligungsverwaltungs GmbH Graz 100,00 % 1.639 57 31.12.2020
STED EDV-Dienste Betriebsgesellschaft m.b.H. Graz 100,00 % 3.690 815 31.12.2020
Steirerfrucht Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co.KG in
Liqu.
Unterfladnitz 100,00 % -330 -8 31.7.2019
Steirerfrucht Betriebsgesellschaft mbH in Liqu. Graz 100,00 % 35 -1 31.7.2020
Steirerfrucht Verwaltung eGen in Liqu. Unterfladnitz 100,00 % 342 -2 31.7.2019
TSI-Terminal und Software Installationen GmbH Graz 100,00 % 136 1.169 31.12.2019
At equity bilanzierte Unternehmen
Raiffeisen Bank International AG
3)
Wien 9,95 % 14.288.045 909.606 31.12.2020
345
RAIFFEISEN-LANDESBANK
STEIERMARK 2020
JAHRESFINANZBERICHT 2020
In TEUR
Sitz
Anteil
durch-
gerechnet
Eigenkapital
in TEUR
Ergebnis
1)
in TEUR
Datum des
Jahresab-
schlusses
Assoziierte Unternehmen
Apfel-Land Fruchtlogistik GmbH in Liqu. Unterfladnitz 24,00 % -218 -2 31.7.2020
G + R Leasing Gesellschaft m.b.H. Graz 37,50 % 16 0 30.9.2020
IMMORENT - ANDROMEDA
Grundverwertungsgesellschaft m.b.H.
Wien 33,20 % 791 117 31.12.2019
ISK Süd Institut für Standort-, Regional- und
Kommunalentwicklung Dr. Mathis & Partner GmbH
Raaba-
Grambach
35,00 % 31 61 31.12.2019
ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H. Graz 30,00 % 342.562 16.290 31.12.2019
Steirische Kommunalgebäudeleasing Gesellschaft
m.b.H.
Wien 25,00 % 63 27 31.12.2019
VN-Wohn Immobilien GmbH in Liqu. Wien 26,00 % 150 115 31.12.2019
1) Ergebnis vor Ergebnisabführung
2) Es handelt sich hier um Spezialfonds, an denen der RLB Steiermark Konzern 100% der Anteilsrechte besitzt. Hier dargestellt sind das Fondsvermögen sowie das Fondsergebnis.
3) Werte lt. Konzernabschluss RBI 31. Dezember
JAHRESFINANZBERICHT 2020
„Geburtsstunde“ 1927
Landeszentrale, Kredit- und Finanzierungsinstitut, Dienstleistungs- und Beratungsstelle der Raiffeisen-Bankengruppe Steiermark
Betriebsstandorte
Firmensitz
8010 Graz, Kaiserfeldgasse 5
Tel.: +43 316 8036-0, Fax: +43 316 8036-3089
Standort Raaba
8074 Raaba-Grambach, Raiffeisen-Platz 1
Tel.: +43 316/4002-0, Fax: +43 316/4002-3089
Briefanschrift
Postfach 847, 8011 Graz
E-Mail: E-Mail: info@rlbstmk.at
www.raiffeisen.at/stmk
Bankleitzahl 38000
S.W.I.F.T.-Code RZSTAT2G
Im Sinne der besseren Lesbarkeit dieses Geschäftsberichts wird auf eine geschlechterspezifische Differenzierung der
Formulierung verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten jedoch ausdrücklich für alle Geschlechter.
Herausgeber und Verleger: Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG, F. d. I. v.: Vorstand der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG,
Kaiserfeldgasse 5, 8010 Graz, Konzept: josefundmaria communications, Produktion Lagebericht und Jahresabschluss: im Haus mit
firesys erstellt, Fotos: Stefan Leitner, Shutterstock, beigestellt, Satz: josefundmaria communications
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STEIERMARK AG
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STEIERMARK 2020