529900Q07WXVH9B1PP64 2021-04-01 2022-03-31 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-04-01 2021-03-31 529900Q07WXVH9B1PP64 2022-03-31 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-03-31 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-03-31 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-03-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-03-31 ifrs-full:CapitalReserveMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-03-31 ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-03-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-03-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-03-31 ifrs-full:CapitalReserveMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-03-31 ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-03-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2022-03-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2022-03-31 ifrs-full:CapitalReserveMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2022-03-31 ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2022-03-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-04-01 2021-03-31 ifrs-full:CapitalReserveMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-04-01 2021-03-31 ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-04-01 2021-03-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2020-04-01 2021-03-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-04-01 2022-03-31 ifrs-full:IssuedCapitalMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-04-01 2022-03-31 ifrs-full:CapitalReserveMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-04-01 2022-03-31 ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember 529900Q07WXVH9B1PP64 2021-04-01 2022-03-31 ifrs-full:RetainedEarningsMember iso4217:EUR iso4217:EUR xbrli:shares
Graphics
AKTIENGESELLSCHAFT
2021
/
2022
GESCHÄFTS
BERICHT
Graphics
KENNZAHLEN
Umsatz- und Ertragskennzahlen 2021/2022 2020/2021
Umsatz in EUR Mio. 0,4 0,8
Betriebsergebnis (EBIT) in EUR Mio. –0,2 3,0
Jahresergebnis in EUR Mio. 1,4 3,3
Angesammelte Ergebnisse (Bilanzgewinn) in EUR Mio. 12,5 11,5
Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –1,2 0,4
Umsatzrentabilität (Return on Sales) in % 395,8 487,2
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – ROE) in % 5,3 13,3
Bilanzkennzahlen
Bilanzsumme in EUR Mio. 33,6 33,2
Eigenkapital in EUR Mio. 32,7 31,6
Eigenkapitalquote in % 97,3 95,4
Finanzverbindlichkeiten in EUR Mio. 0 0
Börsekennzahlen
Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 29,0 21,3
Ergebnis je Aktie in EUR 0,7 1,5
Cashflow je Aktie in EUR –0,6 0,2
Eigenkapital je Aktie in EUR 15,5 15,0
Dividende je Aktie in EUR 5,90
1
0,16
Ausschüttungsquote in % 901,0 10,8
Kennzahlen zur Vorzugsaktie ISIN AT0000A0Z9H1
Höchstkurs in EUR 15,6 15,8
Tiefstkurs in EUR 10,0 8,1
Kurs per 31.3. in EUR 11,6 10,00
Anzahl der ausgegebenen Aktien in Tsd. Stk. 750 750
Kurs-Gewinn-Verhältnis 17,1 6,7
Kennzahlen zur Stammaktien ISIN AT0000A0Z9G3
Höchstkurs in EUR 16,0 15,0
Tiefstkurs in EUR 10,2 9,1
Kurs per 31.3. in EUR 15,0 10,2
Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stk. 1.354.364 1.354.364
Kurs-Gewinn-Verhältnis 22,9 6,8
1 Vorschlag an die Hauptversammlung
AKTIENGESELLSCHAFT
Graphics
VORWORT DES VORSTANDS
2
UNTERNEHMENSPORTRÄT
4
INVESTOR RELATIONS
8
FINANZKALENDER
10
CORPORATE-GOVERNANCE-BERICHT
11
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
15
LAGEBERICHT
17
KONZERNABSCHLUSS 2021/2022
24
EINZELABSCHLUSS 2021/2022
64
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN VERTRETER
82
GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG
83
Inhalt
Die neuerliche
Auszeichnung mit
Goldmedaillen
unterstreicht die hohe
Produktqualität von
Gurktaler Alpenkräuter
und Rossbacher
Graphics
2
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
VORWORT DES VORSTANDS
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Aktiorinnen und Aktiore!
Wir berichten über das neunte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert und
die ich in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens sowie erneut seit Jänner 2021 als Vorstand leite.
Die wesentlichen Veränderungen der Kennzahlen beruhen auf dem Verkauf der Marke Leibwächter Ende 2020 sowie der zu
beobachtenden Erholung von der COVID-19-Pandemie und dem Erfolg des Geschäfts der Beteiligung in Ungarn. Der Umsatz
der Gesellschaft, der sich im Wesentlichen aus den Pachterträgen für die Marken Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher
zusammensetzt, lag durch den Wegfall der Marke Leibwächter im vergangenen Wirtschaftsjahr mit TEUR 433 um 48,5 %
unter dem Wert des Vorjahres von TEUR 841.
Nach einem Betriebsergebnis im Vorjahr in Höhe von TEUR 3.031 durch den außerordentlichen Ertrag aus dem Verkauf der
Marke Leibwächter erzielte die Gesellschaft in diesem Wirtschaftsjahr ein negatives Betriebsergebnis von TEUR –204. Durch
strukturelle Veränderungen, die sich aktuell in Umsetzung befinden, sind wir bestrebt, zukünftig zumindest ein ausgegliche-
nes operatives Ergebnis zu realisieren. Aufgrund der COVID-Krise verzeichnete die Underberg GmbH & Co KG geringere
Beteiligungserträge, was wiederum zu einem negativen Ergebnisanteil dieser Gesellschaft führte. Die Ergebnisübernahme
der Gurktaler AG führt zu einem Verlust von TEUR –214 nach einem Gewinn von TEUR 89 im Vorjahr.
Ungarn war besonders stark von der COVID-19-Pandemie betroffen, weshalb die Erholung von der Krise sich überproportio-
nal hoch auf die Beteiligung an Zwack Unicum Nyrt. auswirkte. Das Geschäft in Ungarn profitierte zudem von Produktinno-
vationen, die in Summe die Profitabilität der Gesellschaft wieder auf das Niveau vor der Krise bringt. Das At-Equity-Ergebnis
der Zwack Gruppe wurde nach TEUR 965 im Vorjahr im Wirtschaftsjahr 2021/22 mit TEUR 2.138 mehr als verdoppelt.
Das Finanzergebnis, das sich aus dem Gewinnanteil der Underberg GmbH & Co KG sowie dem Zinsaufwand für Bank-
guthaben zusammensetzt, sank nach TEUR 101 im Vorjahr auf TEUR –220 im Berichtszeitraum 2021/22. Das Konzern-
jahresergebnis der Gurktaler AG beläuft sich auf EUR 1,4 Mio. (EUR 3,3 Mio. im Vorjahr).
Der Kurs der Gurktaler Stammaktie stieg im Zeitraum 1. April 2021 bis 31. März 2022 und lag zum Stichtag 31. März 2022
um 47,1 % über dem Vorjahreswert, die Vorzugsaktie konnte gegenüber dem Vorjahr um 16,0 % zulegen. Die Marktkapitali-
sierung erhöhte sich um EUR 7,7 Mio. bzw. 36,1 %.
Der Jahresüberschuss der Gurktaler AG als Einzelgesellschaft lag bei EUR 1,1 Mio. nach EUR 4,9 Mio. im Vorjahr. Der Vor-
stand schlägt der Hauptversammlung eine Dividende von TEUR 12.415,7 vor, was einer Ausschüttung von EUR 5,90 je
Stamm- und Vorzugsaktie entspricht. Diese stammt einerseits aus den Erlösen des Verkaufs der Marke Leibwächter sowie
anderseits aus einem Teil thesaurierter Gewinne aus der Vergangenheit. Neue Investitionsprojekte werden unabhängig von
der Ausschüttung weiterhin geprüft.
Die COVID-19-Pandemie sowie der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf Warenverfügbarkeit,
Einschränkungen und Preissteigerungen werden die Pachterträge und das den Beteiligungen zugrunde liegende Geschäft
weiterhin beeinflussen. Wir stellen uns aktiv der hohen Volatilität der Märkte im bereits laufenden Wirtschaftsjahr. Unser
Fokus liegt augenblicklich in der Weiterentwicklung der Marken und der Absicherung des Beteiligungsgeschäfts.
Mit freundlichen Grüßen
Wien, am 28. Juni 2022
Mag. Wolfgang Spiller, Vorstand
Graphics
3
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
VORWORT DES VORSTANDS
Graphics
UNTERNEHMENSPORTRÄT
4
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
KRÄUTERSPIRITUOSEN IM FOKUS DES UNTERNEHMENS
Seit 8. Februar 2013 notiert die Gurktaler AG an der Wiener
Börse. Nach einer verhältniswahrenden Abspaltung von
der Schlumberger AG im Geschäftsjahr 2012/2013 wurde
das gesamte Kräuterspirituosengeschäft in dieser neu
gegründeten Aktiengesellschaft gebündelt. Aufgrund der
Expansionsstrategie und der damit verbundenen zuneh-
menden Komplexität der Unternehmensstrukturen war
eine Entflechtung aus Sicht der Unternehmensführung ein
sinnvoller und notwendiger Schritt, um den Fokus auf die
jeweiligen Kernkompetenzen stärker herauszustellen.
Der Name Gurktaler steht für Reinheit und Natürlichkeit.
Mit seinen Marken positioniert sich das Unternehmen als
der Spezialist für Kräuterspirituosen. In enger Zusammen-
arbeit mit ausgewählten Partnern versteht sich Gurktaler als
langfristiger Markengestalter und als Kompetenzzen trum
der traditionsreichsten Spirituosenkategorie Kräuter. Neben
Beteiligungen an der deutschen Underberg GmbH & Co
KG, dem Hersteller des berühmten „Rheinberger Kräuter“,
sowie dem ungarischen Kräuterbitterhersteller Zwack
Unicum Nyrt. befinden sich zusätzlich die
Kräuterspirituosenmarken Gurktaler
Alpenkräuter und Rossbacher im
Eigentum der Gurktaler AG.
Die Geschäftstätigkeit der Gurktaler Gruppe stützt sich
im Wesentlichen auf zwei Bereiche: Zum einen erfolgt die
Verpachtung des operativen Geschäfts der nachstehenden
Kräuterspirituosenunternehmen, in denen die jeweiligen
Markenrechte gehalten werden, an die Schlumberger Wein-
und Sektkellerei GmbH sowie deren Vertriebstochter, die
Top Spirit Handels- und Verkaufs GmbH:
Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien
Die Pachtverträge definieren einen umsatzabhängigen
Pachtzins, dessen Höhe von der Ertragsspanne sowie
den damit verbundenen Funktionen und Risiken durch die
Verpachtung abhängt. In der Gewinn- und Verlustrechnung
werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen.
Zum anderen hält die Gurktaler AG Finanzbeteiligungen
an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack &
Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum
eine Beteiligung von 50 % plus eine Aktie an Zwack Uni-
cum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und an der Underberg
GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die
Ergebnisanteile der Beteiligung an der Underberg GmbH
& Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt. Details zur
Entwicklung der Umsatzerlöse und des Finanzergebnisses
finden sich im Lagebericht ab Seite 17.
Unternehmens
porträt
Alle Informationen
zum Unternehmen
nden Sie unter:
http://gruppe.
gurktaler.at
Graphics
UNTERNEHMENSPORTRÄT
5
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
GURKTALER ALPENKRÄUTER GMBH, GURK (ÖSTERREICH)
Die Gurktaler Alpenkräuter GmbH mit Firmensitz in Gurk, Kärnten, ist eine 100 %ige
Tochtergesellschaft der Gurktaler AG. Bereits im März 2008 wurde die Sonnthurn Holding
GmbH nach dem Kauf in Gurktaler Alpenkräuter GmbH umbenannt. Der Unternehmensge
-
genstand wurde um „Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung von Kräutern“ erweitert.
„Gurktaler® – der milde Alpenkräuter“ ist die größte österreichische Spirituosenmarke
mit über 60-jähriger Tradition. Der Kräuterlikör im Zeichen des Gurker Doms verdankt sei-
nen milden Geschmack nicht zuletzt der fein ausgewogenen Zusammensetzung frischer,
natürlicher Kräuter aus dem heimischen Gurktal, gelegen in Kärnten im Herzen der Alpen.
Sowohl der Kräuteranbau als auch die Produktion der Extrakte aus den frischen Kräutern
finden in Kärnten statt. Die Kräuter werden direkt im Mazerationsraum des Gurker Doms
verarbeitet. Dies belegt die regionale Verbundenheit und die österreichische Herkunft
dieses heimischen Markenprodukts. Seine Milde und Einzigartigkeit spiegelt sich auch in
dem für Spirituosen verhältnismäßig niedrigen Alkoholgehalt wider. Die Spirituose wurde
beim WSA 2021 (World-Spirits Award) mit der Verleihung einer Goldmedaille in der Kate-
gorie „Bitter“ prämiert. Ferner verlieh die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG)
der Spirituose die Goldmedaille. Auf positive Resonanz bei Kunden und Konsumenten
ist der neue Auftritt der Marke gestoßen. Das hochwertige Flaschendesign ebenso wie
das Herausstellen der Herkunft und Kräuter unterstreichen die Markenwerte besonders.
„Gurktaler – Alpen-Aperitif ist die österreichische Aperitif-Innovation und die heimische
Antwort auf die italienische Aperitivo-Kultur. Der fruchtige Sanddornlikör mit frischen
Kräutern aus dem Gurktal besticht schon optisch mit einem satten Orange-Ton sowie
Noten von Mandarine, Orange und Marille. Sanddorn wächst unter anderem im Alpen-
und Voralpenraum und wird wegen seines frischen Geschmacks auch als „Zitrone des
Nordens“ bezeichnet. Mit der Einführung des neuen Aperitifs verbindet Gurktaler das
Lebensgefühl des Südens mit frischen Kräutern aus den Alpen. Ob pur auf Eis oder als
„Sanddorn Alpen-Spritz“ gemixt mit trockenem Sekt, Prosecco, Tonic oder Soda – der
Gurktaler Alpen-Aperitif ist vielseitig und avanciert in jeder Form zum trendigen, regi-
onalen Sommer-Drink. Das überarbeitete Flaschendesign stellt die frischen Kräuter aus
den Alpen als essenzielle Qualitätsgrundlage aller Gurktaler-Produkte in den Mittelpunkt.
Highlight der Neugestaltung: ein strahlendes Etikett mit modernisiertem Gurktaler-
Schriftzug sowie eine auffallende Flaschenform, deren Säulenoptik an den Dom zu Gurk,
eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmäler Europas und zugleich Herkunftsort
des Gurktaler, erinnert. Die neue Ausstattung beinhaltet ebenfalls die Aufnahme des
Premium-Qualitätssiegels „Made in Austria.
Auch im Ausland ist die Marke erfolgreich. Als typisch österreichisches Produkt ist
Gurktaler ein beliebter Tourismusartikel, mit einem Exportanteil von rund 46 % vor allem
nach Deutschland.
DER MILDE
DER FRUCHTIGE
Graphics
UNTERNEHMENSPORTRÄT
6
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
„ROSSBACHER“ VERTRIEBS GMBH, WIEN (ÖSTERREICH)
Die „Rossbacher“ Vertriebs GmbH mit Firmensitz in Wien befindet sich zu 100 % im
Eigentum der Gurktaler AG. Rossbacher ist von der Produktion bis hin zum Vertrieb ein
österreichisches Traditionsprodukt. Seit dem Jahr 1897 wird der Halbbitter vermarktet,
der für seine Qualität vielfach prämiert ist. Die sorgfältige Auswahl hochwertiger Kräuter,
Wurzeln und Beeren ist sein unverkennbares Merkmal.
AUSGEZEICHNETE QUALITÄT
Die neuerliche Auszeichnung mit der Goldmedaille beim „World-Spirits Award 2022
sowie eine Prämierung mit der Goldmedaille der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesell-
schaft) unterstreichen die hohe Produktqualität von Rossbacher. Die Marke feiert im Jahr
2022 ihr 125-jähriges Bestehen, das in Form einer Sonderedition im Lauf des Jahres auf
den Markt kommt.
Die aufwendige Gewinnung der Wirkstoffe aus den einzelnen Kräutern erfolgt nach unter-
schiedlichen Methoden (Mazeration, Perkolation oder Destillation). Mit Sorgfalt und
langjähriger Erfahrung wurde erarbeitet, welches Verfahren bei welchen Rohstoffen zur
Anwendung kommt. Dies ist seit jeher ein streng gehütetes Geheimnis.
Seit Jänner 2017 erfolgt die Abfüllung und Veredelung der Produkte der Kräuterspirituo-
senmarken Gurktaler und Rossbacher am modernisierten und auf Spirituosenherstellung
spezialisierten Produktionsstandort der Mozart Distillerie in Salzburg, einem Tochterun-
ternehmen der Schlumberger Gruppe. Dadurch konnte die Produktqualität dieser Marken
weiter gesteigert werden.
UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG (DEUTSCHLAND)
An dem traditionsreichen deutschen Unternehmen Underberg GmbH & Co KG mit Sitz
in Rheinberg, Niederrhein, hält die Gurktaler AG eine Finanzbeteiligung in Höhe von
14,423 %. Gegenstand des Unternehmens sind Herstellung und Vertrieb von „Under-
berg – der Rheinberger Kräuter“ nach dem Fabrikationsgeheimnis der Familie Underberg.
Dazu zählen auch das Halten und Verwalten der Warenzeichen unter anderem im Zusam-
menhang mit der Marke Underberg sowie das Halten von Beteiligungen in Deutschland
und anderen Ländern.
Seit 1846 wird das Geheimnis gehütet und gepflegt. Das Wissen der Familie Underberg
um die schonende Gewinnung der wertvollen Wirkstoffe aus den erlesenen und aroma-
tischen Kräutern aus 43 Ländern erfolgt mithilfe des besonders schonenden „Semper
idem®“-Geheimverfahrens. Es folgt ein monatelanger Reifeprozess in Fässern aus slowe-
nischer Eiche. Das unverwechselbare Markenzeichen von Underberg ist die Portionsfla-
sche mit 20 ml. Underberg wird weltweit in rund 100 Ländern vertrieben.
DER STARKE
Graphics
UNTERNEHMENSPORTRÄT
7
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST (UNGARN)
Zwack Unicum ist der traditionsreichste Bitterlikör mit starker Verwurzelung im ungarischen
Getränkemarkt, der für das Unternehmen Zwack Unicum Nyrt. namensgebend ist. Das Unter
-
nehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn, ist auf die Herstellung hochwertiger eigener Produkte
sowie auf die Distribution von weiteren Spirituosen und Wein spezialisiert. Die bei der Gurktaler
AG at-Equity-konsolidierte Zwack Gruppe ist der größte Spirituosenproduzent und -distributeur
in Ungarn. Die Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, ist im Teilkonzernabschluss der Peter
Zwack & Consorten Handels Aktiengesellschaft, Wien, Österreich, enthalten, die ein 49,998 %iges
Tochterunternehmen der Gurktaler AG ist. Durchgerechnet beträgt die Beteiligung der Gurktaler
AG an der Zwack Unicum Nyrt. daher 25 %.
Das Rezept von Zwack Unicum ist seit über 230 Jahren ein Geheimnis der Familie Zwack. Der
Bitterlikör wird aus mehr als 40 Kräutern und Gewürzen aus der ganzen Welt zubereitet, die im
Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden. Dazu wird ein Teil der Kräuter mazeriert, ein Teil destilliert.
So entfalten sich das volle Aroma und der ausgewogene Geschmack der Kräuter. Die Kombination
dieser zwei Produktionsverfahren und eine mehrmonatige Reifung in Eichenfässern verleihen
Zwack Unicum seine komplexe Struktur und einzigartige Qualität. Nach der Einführung der überaus
erfolgreichen Innovation Zwack Unicum Zwetschke im Jahr 2014 wurden 2016 mit Zwack Unicum
Reserve sowie 2021 mit Unicum Barista weitere und mittlerweile erfolgreich etablierte Neuheiten
auf den Markt gebracht. Neben dem bekannten Bitterlikör stellt Zwack auch verschiedene Brände,
Schnäpse und andere Liköre sowie seit 2019 den Kräuter-Gin Kalumba her.
UNTERNEHMENSSTRATEGIE
Die Gurktaler AG hat einen hohen Anspruch hinsichtlich
Qualität und Nachhaltigkeit und fokussiert sich in ihrer
strategischen Ausrichtung auf die bewährte Kompetenz im
Geschäftsfeld der Kräuterspirituosen.
STRATEGISCHE ZIELE IM ÜBERBLICK
Die Ziele der Gesellschaft orientieren sich an der langfristigen
Unternehmensstrategie und konzentrieren sich in erster Linie
auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes.
Dies soll insbesondere durch die folgenden Ziele erreicht
werden:
Schaffen von Markenwerten und Weiterentwicklung von star-
ken Kräuterspirituosen-Warenzeichen mit höchster Qualität
Aufspüren von Marktchancen sowie Ausbau bestehender
und Erschließung neuer Absatzkanäle im In- und Ausland
Ständige Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Produk-
tionsverfahren und Produkte mit starkem regionalem Bezug
Einbindung beteiligter Unternehmen und die Schaffung
von Synergien hinsichtlich Entwicklung, Produktion und
Vermarktung.
Die schon vor der Abspaltung des Kräuterspirituosenge-
schäfts im Jahr 2013 existierenden Pachtverträge der Kräuter-
spirituosen-Marken mit der Schlumberger Wein- und Sektkel-
lerei GmbH wurden mit Ende des Wirtschaftsjahres 2021/22
gekündigt, um ab April 2023 auf einen Lohnfertigungsvertrag
und Distributionsverträge im Inland und für Exportmärkte
umgestellt zu werden. Basierend auf dieser klaren Aufga
-
benteilung mit einer Markenführung durch den Eigentümer
einerseits, sowie der Produktion und dem Vertrieb im In- und
Ausland durch kompetente Partner andererseits – soll die
Ertragskraft der Gesellschaft nachhaltig gesteigert werden.
Die Gurktaler AG beschäftigt vier MitarbeiterInnen. Dienst-
leistungen, die in der Vergangenheit von den jeweiligen
dafür spezialisierten Gesellschaften aus der Schlumberger
Gruppe wahrgenommen wurden, werden seit April 2021
von der Gurktaler AG selbst bzw. durch außenstehende
Dienstleister erbracht und wie auch andere Funktionen
zu marktüblichen Preisen an die leistungsempfangenden
Gesellschaften der Gurktaler AG verrechnet.
Die Gurktaler AG strebt, aufbauend auf den ökologischen,
ökonomischen und soziokulturellen Wurzeln des Unterneh-
mens, eine authentische und nachhaltige Wertorientierung
an. Die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes
anhand „enkelfähiger Ziele“ stellt unter dem Motto: „Alles
können wir besser machen“ – die Ausrichtung des Unter-
nehmens für die kommenden Jahre dar.
Graphics
INVESTOR RELATIONS
8
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ABGESCHWÄCHTE KONJUNKTURDATEN
Das Jahr 2021 war, wie das Jahr zuvor, von der Corona-
Pandemie geprägt. Zu Beginn des vierten Quartals
2021 stand die Weltwirtschaft durch erneut steigende
COVID-19-Fallzahlen, durch enorm gestiegene Energie
-
preise sowie durch signifikante Ungleichgewichte zwi-
schen Angebot und Nachfrage unter Druck. Insbesondere
in Europa war im Herbst 2021 eine stark steigende Virusak
-
tivität zu beobachten, welche in Zusammenspiel mit teils
niedrigen Impfquoten neuerlich zu Einschränkungen des
öffentlichen Lebens führte. Damit einhergehend führten
die neuerlichen Lockdowns zu einer abgeschwächten Kon
-
junkturentwicklung.
Im Jahr 2021 verzeichneten die Aktienumsätze an der Wie-
ner Börse ein 10-Jahreshoch, und der ATX stieg um 38,77 %.
Das Jahr 2022 startete mit einem Handelsvolumen auf
anhaltend hohem Niveau und war im ersten Quartal mit
Beginn des Krieges in der Ukraine von starken Preisschwan-
kungen bei anhaltend hohen Umsätzen geprägt.
Die Wertentwicklung des ungarischen Forints wirkt sich
wesentlich auf die Beteiligungserträge der Gurktaler AG aus
der At-Equity-Beteiligung am Teilkonzern Zwack aus. Der
Wechselkurs verzeichnete im Berichtszeitraum Schwankun-
gen und bewegte sich 2021 gegenüber dem Euro in einem
Korridor von EUR/HUF 345,03 bis EUR/HUF 370,03. Seit
Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 ver-
zeichnete der ungarische Forint einen starken Abfall und
notierte Anfang März bei EUR/HUF 393,36 und lag zu Ende
des Geschäftsjahres bei EUR/HUF 367,03.
DIE GURKTALER-AKTIE
Das Grundkapital der am 10. Jänner 2013 im Firmenbuch
eingetragenen und seit dem 8. Februar 2013 an der Börse
gehandelten Gurktaler AG in Höhe von EUR 4,2 Mio. unter-
teilt sich nunmehr in 1.354.364 Stammaktien sowie 750.000
Vorzugsaktien ohne Stimmrecht.
Die Stammaktie notierte zu Beginn des Wirtschaftsjahres
2021/22 bei EUR 10,20 je Aktie und bewegte sich bis Ende Juli
2021 äußerst volatil in einem Spektrum zwischen EUR 10,20
und EUR 12,00. Ab Juli stieg der Aktienkurs wieder an, bis er
im September einen Wert von EUR 14,50 erreichte. Bis Jah
-
resende bewegte sich der Aktienkurs dann in einem Bereich
zwischen EUR 14,00 und EUR 16,00, was dem Höchstwert
im Berichtszeitraum entspricht. Der Kurs der Gurktaler
Stammaktie zum Stichtag 31. März 2022 lag bei EUR 15,00
und somit um 47,1 % über dem Wert des Vorjahres.
Die Gurktaler-Vorzugsaktie lag zu Beginn des Geschäftsjah-
res 2021/22 bei EUR 10,20 und bewegte sich im weiteren
Jahresverlauf bis Juli seitwärts. Danach stieg der Aktienkurs
stetig an, bis er im September einen Wert von EUR 15,60
und somit zugleich den Höchstwert im Berichtszeitraum
erreichte. Ende Jänner fiel der Kurs wieder kontinuierlich bis
auf einen Wert von EUR 11,60, welchen die Aktie zum Stich-
tag 31. März 2022 verzeichnete. Gegenüber dem Bilanz-
stichtag des Vorjahres erzielte die Aktie einen Zuwachs von
16,0 %.
Per 31. März 2022 errechnete sich somit für die Gurktaler
AG eine Marktkapitalisierung in Höhe von EUR 29,0 Mio.
(im Vorjahr EUR 21,3 Mio.). Dies entspricht einem Zuwachs
um 36,1 % verglichen mit dem Jahr zuvor.
Investor
Relations
Graphics
INVESTOR RELATIONS
9
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
DIVIDENDENPOLITIK
Die Gurktaler AG legt Wert auf eine stabile und kontinu-
ierliche Dividendenpolitik für ihre Anleger. Der Vorstand
wird der Hauptversammlung für das Wirtschaftsjahr
2021/22 am 20. September 2022 vorschlagen, eine Divi
-
dende in Höhe von EUR 5,90 je Stamm- und Vorzugsaktie
nach je EUR 0,16 im Vorjahr auszuschütten. Bei diesem
Vorschlag handelt es sich um die einmalige Ausschüt
-
tung thesaurierter Gewinne. Diese Dividende entspricht
295 % des Grundkapitals. Gemessen am Schlusskurs
vom 31. März 2022 errechnet sich eine Dividendenrendite
von 50,86 % bei den Vorzugsaktien und 39,33 % bei den
Stammaktien.
AKTIONÄRSSTRUKTUR
Zum Stichtag 31. März. 2022 ist die H. Underberg-Albrecht
GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG mit mehr als
89 % der Stammaktien Hauptaktionär der Gurktaler AG. Die
Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stamm
-
aktien. Die restlichen Stammaktien mit einem Stimmrechts-
anteil befinden sich im Streubesitz, wobei der Gesellschaft
keine weiteren Aktionäre bekannt sind, deren Beteiligung
zumindest 10 % im Sinne des § 243 Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt.
VORSTAND
Der Aufsichtsrat hat mit 1. Jänner 2021 Herrn Mag. Wolfgang Spiller zum Alleinvorstand für drei Jahre bis zum 31. Dezem-
ber 2023 bestellt.
AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM
B
ei der 9. ordentlichen Hauptversammlung wurde der Vor-
stand der Gurktaler AG ermächtigt, eigene Aktien sowohl
über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von
bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Ferner wurde
beschlossen, dass der Vorstand für die Veräußerung bzw.
die Verwendung eigener Aktien eine andere Art der Ver-
äußerung als über die Börse oder durch ein öffentliches
Angebot unter sinngemäßer Anwendung der Regelungen
180 %
160
140
120
100
80
60
AKTIENKURSENTWICKLUNG
Die Gurktaler-Stammaktie
verzeichnete im
Berichts jahr einen
Kursgewinn von 47,1 %,
die Vorzugsaktie einen
Kursgewinn von 16,0 %.
GurktalerAG ST
GurktalerAG VZ
APR MAI JUNI JULI AUG SEPT OKT NOV DEZ JAN FEB MÄRZ
Graphics
INVESTOR RELATIONS
10
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionäre beschlie-
ßen kann und dass der Vorstand das Grundkapital durch
Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren Haupt
-
versammlungsbeschluss herabsetzen kann. Der Vorstand
beschloss im März 2021 von der erteilten Ermächtigung
Gebrauch zu machen. Das Aktienrückkaufprogramm
läuft vom 20. Oktober 2021 bis zum 22. März 2024.
Bis zum Stichtag 31. März 2022 wurden keine eigenen
Aktien erworben. Weitere Details zum Aktienrückkaufpro
-
gramm sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter
http://gruppe.gurktaler.at veröffentlicht.
Frau Brigitte Dudli verantwortet seit 2016 den Bereich Inves-
tor Relations bei der Gurktaler AG. Die oberste Zielsetzung
aller Investor-Relations-Tätigkeiten bildet eine zeitnahe und
transparente Informationspolitik gegenüber allen Aktionä-
ren der Gurktaler AG.
Auf der Unternehmenswebsite http://gruppe.gurktaler.at/
investor-relations werden Halbjahresfinanzberichte und
Geschäftsberichte sowie weiterführende Informationen ver-
öffentlicht. Dort findet sich auch eine detaillierte Übersicht
der Pflichtveröffentlichungen und Ad-hoc-Meldungen sowie
Informationen zu Compliance und Corporate Governance.
KENNZAHLEN
2021/2022 2020/2021 2019/2020
Börsenkapitalisierung per 31.3. in EUR Mio. 29,0 21,3 22,9
Ergebnis je Aktie in EUR 0,65 1,58 0,68
Cashflow je Aktie in EUR –0,6 0,2 0,09
Eigenkapital je Aktie in EUR 15,53 15,03 13,31
Dividende je Aktie in EUR 5,90
1
0,16 0,08
Ausschüttungsquote in % 901,0 10,8 11,7
Kennzahlen zur Vorzugsaktie
Höchstkurs in EUR 15,60 15,80 10,40
Tiefstkurs in EUR 10,00 8,10 7,00
Kurs 31.3. in EUR 11,60 10,00 8,90
Anzahl der ausgegebenen Aktien in Tsd. Stück 750 750 750
Kurs-Gewinn-Verhältnis 17,7 6,7 13,1
Kennzahlen zur Stammaktie
Höchstkurs in EUR 16,00 15,00 10,80
Tiefstkurs in EUR 10,20 9,10 8,10
Kurs per 31.3. in EUR 15,00 10,20 10,80
Anzahl der ausgegebenen Aktien in Stück 1.354.364 1.354.364 1.500.000
Kurs-Gewinn-Verhältnis 22,9 6,8 15,8
1 Vorschlag an die Hauptversammlung
FINANZKALENDER
29. Juni 2022 Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021/22
29. Juli 2022 Geschäftsbericht über das Wirtschaftsjahr 2021/22
10. September 2022 Nachweisstichtag Hauptversammlung
20. September 2022 10. ordentliche Hauptversammlung
23. September 2022 Ex-Dividenden-Tag
26. September 2022 Nachweisstichtag Dividende
27. September 2022 Dividenden Zahltag
1. Dezember 2022 Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht Geschäftsjahr 2022/23
Graphics
CORPORATE GOVERNANCE
11
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
TRANSPARENTE INFORMATIONSPOLITIK
Die Gurktaler AG notiert seit Februar 2013 an der Wiener Börse
und verfolgt eine transparente Informationspolitik gegenüber
den unterschiedlichen Interessengruppen. Vorstand und Auf
-
sichtsrat bekennen sich zu Transparenz und partnerschaftli-
chen Umgang gegenüber allen Interessengruppen. Unsere
Strategie am Markt ist es, den Marken durch Fokus auf die
Kundenbedürfnisse zu weiterem Wachstum zu verhelfen und
auch in Zukunft eine starke, zunehmend internationale Posi
-
tion bei Kräuterspirituosen einzunehmen.
Die Organe der Gurktaler AG bekennen sich ausdrücklich zu
den in Österreich für börsennotierte Gesellschaften geltenden
Corporate-Governance-Bestimmungen. Der Öster reichische
Corporate Governance Kodex, der im Oktober 2002 in
Kraft gesetzt wurde, hat für das Berichtsjahr 2021/22 in der
Fassung vom Jänner 2021 Gültigkeit.
STABILE AKTIONÄRSSTRUKTUR
Zum Stichtag 31. März 2022 befanden sich mehr als 89 % der
1.354.364 Stammaktien im Eigentum der H. Underberg Albrecht
GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Deutschland. Die
Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammak
-
tien. Die restlichen Stammaktien entfallen auf den Streubesitz.
Es sind der Gesellschaft keine Aktionäre bekannt, deren
direkte oder indirekte Beteiligung zumindest 10 % im Sinne
des § 243a Abs. 1 Z. 3 UGB beträgt.
CORPORATE GOVERNANCE KODEX (§ 243B ABS. 1 Z. 1 UGB)
Alle vom Österreichischen Corporate Governance Kodex in
der Fassung vom Jänner 2021 geforderten Informationen
sind in diesem Bericht und entsprechend der thematischen
Zugehörigkeit entweder im Geschäftsbericht, Lagebericht
oder auf der Website des Unternehmens enthalten.
Der Kodex unterteilt sich in drei Kategorien, wobei die erste
Kategorie, die L-Regeln (Legal Requirements), auf zwingen-
den Rechtsvorschriften beruht und somit verpflichtend
anzuwenden ist. Die zweite Kategorie, die C-Regeln (Comply
or Explain), sollte eingehalten oder bei Abweichung begrün-
det werden. Abweichungen von C-Regeln werden in diesem
Bericht erörtert. Von R-Regeln, die reinen Empfehlungs-
charakter haben, können die Unternehmen ohne Erklärung
abweichen.
Der Österreichische Corporate Governance Kodex ist auf der
Homepage des Österreichischen Arbeitskreises für Corpo
-
rate Governance (www.corporate-governance.at) veröffent-
licht und gilt an der Wiener Börse als allgemein anerkannt.
ABWEICHUNGEN VOM CORPORATE GOVERNANCE KODEX
Die im Kodex definierten Grundsätze sind Bestandteil der
Gurktaler Unternehmenskultur. Die Abweichungen und die
Erläuterungen zu den C-Regeln sind nachstehend darge-
stellt.
Corporate-
Governance-Bericht
2021/22
Gemäß § 243b UGB
Graphics
CORPORATE GOVERNANCE
12
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Regel 18:
Die Größe des Unternehmens mit nur vier Mitarbeitern
erfordert es, dass die Aufgabe der internen Revision durch
den Vorstand selbst gemeinsam mit der Investor-Relations-
Verantwortlichen wahrgenommen und darüber dem Prü-
fungsausschuss berichtet wird.
Regel 41 und 43:
Der Aufsichtsrat nimmt als Gesamtgremium die Nominie-
rung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands sowie
die Regelung der Vorstandsvergütung wahr. Aus diesem
Grund sind weder ein Nominierungs- noch ein Vergütungs-
ausschuss eingerichtet.
Regel 53 und 54:
Ein Mitglied des Aufsichtsrats ist nicht im Sinne des Kodex
als unabhängig anzusehen. Als Kriterium für die Unab-
hängigkeit gilt das materielle Ausmaß der geschäftlichen
Beziehung, das keinen wesentlichen Anteil am jeweiligen
Einkommen haben soll. Die unabhängigen Mitglieder des
Aufsichtsrats gemäß Regel 53 und 54 sind Herr KR Krane-
bitter, Herr Dr. Bürgers und Herr Mempel.
Regel 62:
Aufgrund der geringen Komplexität des zugrundeliegenden
Geschäftsmodells und aus Kostengründen wurde von der Eva
-
luierung der Einhaltung der C-Regeln und einem Bericht über
das Ergebnis einer solchen Überprüfung Abstand genommen.
Regel 68:
Die Gesellschaft veröffentlicht ihre Berichte in deutscher
Sprache, da aus Aktionärssicht bisher kein Erfordernis
bestand, diese in englischer Sprache zu verfassen.
Regel 83:
Aufgrund des Pachtmodells, welches dem an die Schlumber-
ger Gruppe ausgelagerten operativen Geschäfts zugrunde
liegt, und der damit verbundenen eingeschränkten Risiken
wurde kein eigener Bericht über die Funktionsfähigkeit des
Risikomanagements erstellt.
ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDS
MAG. WOLFGANG SPILLER, ALLEINVORSTAND SEIT 1.1.2021
Zuständig für Finanzen, Unternehmensbeteiligungen, Unternehmensstrategie, Öffentlichkeitsarbeit
Geburtsjahr 1967
Erstmals bestellt am 10.1.2013 bis 31.12.2014
Wiederbestellt am 1.1.2021
Ende der aktuellen Funktionsperiode: 31.12.2023
Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen:
Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG)
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATS
DR. HUBERTINE UNDERBERG-RUDER, VORSITZENDE
Geburtsjahr 1962
Erstmals bestellt am 30.11.2012
Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts-
jahr 2020/2021 im September 2022
Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen:
Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konsolidierung bei der Gurktaler AG)
KR EDUARD KRANEBITTER, STELLVERTRETER DER VORSITZENDEN
Geburtsjahr 1957
Erstmals bestellt am 11.9.2014
Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts-
jahr 2020/2021 im September 2022
Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine
Graphics
CORPORATE GOVERNANCE
13
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
DR. TOBIAS BÜRGERS, MITGLIED
Geburtsjahr 1962
Erstmals bestellt am 30.11.2012
Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts-
jahr 2020/21 im September 2022
Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: keine
THOMAS MEMPEL, MITGLIED
Geburtsjahr 1967
Erstmals bestellt am 23.9.2020
Ende der aktuellen Funktionsperiode: 1 Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung der Gurktaler AG für das Geschäfts-
jahr 2023/2024 im September 2025
Aufsichtsratsmandate in anderen börsennotierten Unternehmen: Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn (At-Equity-Konso-
lidierung bei der Gurktaler AG)
ARBEITSWEISE UND KONTROLLE
Zur Sicherstellung einer hohen Transparenz sowie einer
umfassenden und zeitgleichen Informationsaussendung
an alle relevanten Interessengruppen überwacht der
Vorstand als Compliance-Verantwortlicher die Einhaltung
des Compliance Codes der Gurktaler AG, der auf der
Emittenten-Compliance-Verordnung der österreichischen
Finanzmarktaufsicht basiert.
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft pfle-
gen zusätzlich zu den ordentlichen Aufsichtsratssitzun-
gen einen regen Gedankenaustausch zur strategischen
Ausrichtung des Unternehmens, zur Geschäftsentwick
-
lung, zum Risikomanagement und zu wesentlichen
Geschäftsfällen. Bei wichtigen Anlässen bzw. Ereignissen
ergeht unverzüglich Nachricht an die Vorsitzende des
Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat übt seine Kontrolltätigkeit
im Prüfungsausschuss bzw. als Gesamtgremium aus. Er
entscheidet in Fragen von grundsätzlicher Bedeutung und
bestimmt über die strategische Ausrichtung des Unter
-
nehmens.
Der Aufsichtsrat traf sich im Geschäftsjahr 2021/22 zu fünf
ordentlichen Sitzungen. Es nahmen im Berichtsjahr bei
allen fünf Sitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats per-
sönlich oder über Webkonferenz teil. Die Teilnahmequote
lag somit bei 100 %.
Der Prüfungsausschuss befasst sich mit der Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses, des internen Kontrollsys-
tems und des Jahresabschlusses sowie der Überprüfung
und Auswahl des Abschlussprüfers. Alle diesbezüglichen
Vorschriften des Kodex werden dabei beachtet.
Dem Prüfungsausschuss gehören folgende Mitglieder des
Aufsichtsrats an:
Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende, Finanzexpertin)
Dr. Tobias Bürgers
Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2021/22
fünf Mal, wobei jeweils beide Mitglieder persönlich oder via
Telefonkonferenzschaltung anwesend waren. Bei zwei der
fünf Sitzungen war der Abschlussprüfer anwesend.
VERGÜTUNG DES AUFSICHTSRATS
Die Gesamthöhe der Vergütung des Aufsichtsrats wird von
der Hauptversammlung beschlossen, die Aufteilung der
Summe wird dem Aufsichtsrat überlassen.
Die 9. ordentliche Hauptversammlung beschloss im Sep-
tember 2021 über die Gesamthöhe der Aufsichtsratsvergü-
tungen. Für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurden an die
Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021/22 Ver-
gütungen in folgender Höhe ausbezahlt:
Dr. Hubertine Underberg-Ruder EUR 12.000
KR Eduard Kranebitter EUR 8.000
Dr. Tobias Bürgers EUR 8.000
Thomas Mempel (anteilig) EUR 4.000
EUR 32.000
Graphics
CORPORATE GOVERNANCE
14
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Für Reisekosten fiel für Mitglieder des Aufsichtsrats im
Geschäftsjahr 2021/22 eine Vergütung in Höhe von TEUR 4
(Vorjahr TEUR 2) an. Jegliche Geschäfte mit nahestehenden
Unternehmen und Personen werden wie mit unabhängigen
Dritten durchgeführt und entsprechen den Prinzipien der
Fremdüblichkeit. Details hierzu finden sich im Anhang zum
Konzernabschluss unter „Nahestehende Personen und
Unternehmen“.
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurden keine zustimmungs-
pflichtigen Verträge im Sinne der L-Regel 48 vereinbart.
Sofern davor zustimmungspflichtige Verträge abgeschlos-
sen wurden, waren diese vom Aufsichtsrat genehmigt und
wurden, sofern sie über den Zeitraum eines Geschäftsjah-
res hinausreichten, vom Aufsichtsrat bestätigt.
VERGÜTUNG DES VORSTANDS
Die Aufwendungen für die Bezüge der Mitglieder des Vor-
stands beliefen sich im Geschäftsjahr 2021/22 gemäß Kon-
zernabschluss der Gurktaler AG auf TEUR 152 (im Vorjahr
TEUR 123).
GLEICHBEHANDLUNG
Die Gurktaler AG beschäftigt vier MitarbeiterInnen. Die
Besetzung von Positionen wird unter nachvollziehbaren
Kriterien und unter größter Objektivität getroffen. Die
Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht, Herkunft
oder anderen Kriterien nimmt dabei oberste Priorität ein.
Bei der Gurktaler AG haben zwei der vier MitarbeiterInnen
eine Führungsposition.
Der Aufsichtsrat besteht derzeit aus vier Mitgliedern, der
Aufsichtsratsvorsitzenden und drei Mitgliedern des Auf-
sichtsrats. Die Frauenquote liegt somit bei 25 %.
Im Vorstand ist derzeit ausschließlich Herr Mag. Wolfgang
Spiller tätig.
ABSCHLUSSPRÜFER
In der 9. ordentlichen Hauptversammlung vom 23. Sep-
tember 2021 wurde die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH,
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft,
Wien, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021/22
bestellt.
Die Honorare für die Aufwendungen der Abschlussprüfer
belaufen sich auf rund TEUR 45 und beinhalten die Prüfung
des Konzernabschlusses, andere Bestätigungsleistungen
und sonstige Leistungen.
Wien, am 29. Juni 2022
Der Vorstand
Mag. Wolfgang Spiller
Mehr Informationen erhalten Sie unter:
http://gruppe.gurktaler.at sowie unter der Telefonnummer
+43/1/368 22 58-0
Rückfragen an:
Investor Relations: Brigitte Dudli, Gurktaler AG
Tel: +43/1/368 60 38-300, E-Mail: services@gurktaler.at
Graphics
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
15
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
sehr geehrte Aktiorinnen und Aktiore!
Wir berichten über das neunte Geschäftsjahr der Gurktaler AG, die seit dem 8. Februar 2013 an der Wiener Börse notiert.
Das vergangene Wirtschaftsjahr war, wie im Vorjahr, von der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen Sanktionen
der jeweiligen Regierungen geprägt. Ferner belastete die Krise in der Ukraine seit Ende Februar 2022 die Wirtschaft. Erhebliche
Preissteigerungen und Lieferengpässe sowie eine hohe Volatilität der Märkte und Währungen sind die Folge dieser Ereignisse.
Der Aufsichtsrat der Gurktaler AG verantwortet die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens im Interesse der
Aktionäre, begleitet das Unternehmen und nimmt umfassend die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben
wahr. Im Geschäftsjahr 2021/22 traf sich der Aufsichtsrat zu fünf ordentlichen Sitzungen. Im Zuge dieser Sitzungen wurde
er vom Vorstand über wesentliche Angelegenheiten der Geschäftsführung, die Geschäftsentwicklung sowie die Lage des
Unternehmens und seiner Beteiligungen unterrichtet. Ein besonderes Augenmerk wurde in diesem Wirtschaftsjahr auf
folgende Projekte und Themen gelegt: Entwicklung der Beteiligungen in der Pandemie sowie der Krise in der Ukraine, die
Kündigung der Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher sowie deren Aktivieren, der Vergütungsbericht
sowie die Vergütungspolitik der Gesellschaft, die bei der 9. ordentlichen Hauptversammlung zur Abstimmung vorgelegt und
von dieser angenommen wurde, sowie die Überlegungen zur Verwendung der durch den Verkauf der Marke Leibwächter
lukrierten Mittel.
Es nahmen bei den fünf ordentlichen Aufsichtsratssitzungen alle Mitglieder des Aufsichtsrats persönlich oder über Video-
konferenz teil.
Im Wirtschaftsjahr 2021/22 gab es in den Gremien der Gesellschaft keine personellen Veränderungen. Eine detaillierte Auf-
stellung der Zusammensetzung sowie Arbeitsweise des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses im Wirtschaftsjahr
2021/22 finden Sie im Corporate-Governance-Bericht ab Seite 11. Die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, wurde in der
9. ordentlichen Hauptversammlung im September 2021 für das Geschäftsjahr 2021/22 zum Abschlussprüfer gewählt.
Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurden von der PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien,
geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Ferner wurde vom Abschlussprüfer festgestellt,
dass der vom Vorstand aufgestellte Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss steht. Der vom Abschlussprüfer ver-
fasste Prüfbericht wurde gemäß § 273 Abs. 4 UGB den Mitgliedern des Aufsichtsrats vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat den vom
Vorstand vorgelegten Jahresabschluss, den Konzernabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021/22 geprüft
und in seiner Sitzung vom 28. Juni 2022 den Jahresabschluss gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss der Gurktaler AG gemäß
§ 96 Abs. 4 AktG festgestellt. Ferner hat der Aufsichtsrat in der gleichen Sitzung den Konzernabschluss genehmigt. Ebenfalls
in der Sitzung vom 28. Juni 2022 hat der Aufsichtsrat – in Entsprechung des § 270 Abs. 1 UGB beschlossen, der diesjährigen
10. ordentlichen Hauptversammlung vorzuschlagen, die PwC Wirtschaftsprüfung GmbH, Wien, sowohl hinsichtlich des Jah-
resabschlusses der Gurktaler AG als auch hinsichtlich des Konzernabschlusses zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr
2022/23 zuhlen.
Bericht
des Aufsichtsrats
Graphics
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
16
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Nach Prüfung stimmt der Aufsichtsrat ebenfalls dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu.
Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich herzlich beim Vorstand sowie bei allen Mitarbeiterinnen für ihr
Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit unter herausfordernden Rahmenbedingungen sowie den Aktionärinnen und Akti-
onären für ihr Vertrauen.
Wien, am 28. Juni 2022
Dr. Hubertine Underberg-Ruder
Vorsitzende des Aufsichtsrats
Die Gurktaler AG
hat einen hohen
Anspruch hinsichtlich
Qualität, Nachhaltigkeit
und Kompetenz bei
Kräuterspirituosen.
Graphics
LAGEBERICHT
17
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Die nachstehenden Angaben umfassen den Konzernlagebericht und den Lagebericht der Gurktaler AG. Diese beiden
Berichte werden gemäß § 267 Abs. 4 UGB in Verbindung mit § 251 Abs. 3 UGB integriert dargestellt.
WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Nach dem pandemiebedingten Wirtschaftseinbruch
im Vorjahr war in der ers
ten Hälfte des Geschäftsjahres
eine wirtschaftliche Erholung zu beobachten. Der starke
Aufschwung um die Jahresmitte, der unter anderem auf
die fortschreitende Durchimpfung der Bevölkerung zurück-
zuführen war, wurde zum Jahreswechsel 2021/22 wieder
leicht abgeschwächt. Steigende COVID-19-Fallzahlen
sowie deutlich ansteigende Inflationsraten zählen zu
den Gründen dafür. Zu Beginn des Jahres 2022 führt der
Russland-Ukraine-Konflikt, der starke Auswirkungen auf die
europäische und österreichische Wirtschaft hat, zu weiteren
Unsicherheiten.
Der Einschätzung des Internationalen Währungsfonds
(IWF) zufolge wuchs die weltweite Wirtschaftsleistung
2021 auf 5,9 % (Vorjahr: -3,5 %). In der Europäischen Union
geht die Kommission im Jahr 2021 von einem prozentualen
Anstieg des BIPs um 5,3 % aus. Bevor das BIP gegen Jahres-
ende wieder abfiel, erreichte die EU gesamt im dritten Quar-
tal 2021 Vorpandemie-Niveau. Auch in Österreich erholte
sich die Wirtschaft deutlich, was 2021 laut Annahmen von
Statistik Austria in einem Anstieg des realen BIPs um 4,5 %
ersichtlich wird. In Deutschland rechnet man damit, dass
sich das BIP 2021 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um
2,9 % erhöht.
Vergleichsweise stark dürfte 2021 – mit einem Anstieg um
7,1 % – die ungarische Wirtschaftsleistung gestiegen sein.
Obwohl sichtbar wurde, dass das Pandemiegeschehen sich
mittlerweile weniger stark auf die Wirtschaftstätigkeit aus-
wirkt, führen anhaltende Maßnahmen zur Eindämmung der
COVID-19-Pandemie sowie die Personalknappheit weiterhin
zu Unsicherheiten. Das insbesondere auch in Hinblick auf
die geopolitischen Spannungen in Osteuropa, welche Kon-
sequenzen auf das Wachstum sowie die Inflation haben.
Unter Berücksichtigung dessen geht die Kommission für
die EU-Wirtschaft in ihrer Winterprognose 2022 dennoch
von einem weiteren Wachstum um rund 4 % im Jahr 2022
aus, wobei durch den anhaltenden Konflikt in der Ukraine
mit einem gebremsten Wachstum zu rechnen ist. Nachdem
sich die Wachstumskurve gegen Jahreswechsel 2021/22
zwar pandemiebedingt abgeschwächt haben sollte und
damit gerechnet wird, dass deren Auswirkungen in der ers-
ten Jahreshälfte 2022 weiter spürbar sein werden, wird im
Jahresverkauf eine rasche Erholung und weitere Expansion
prognostiziert. Auch das Österreichische Institut für Wirt-
schaftsforschung Wien (WIFO) rechnet in Österreich nach
einem Rückgang durch den vierten Lockdown mit einem
starken Wachstum im ersten Quartal 2022. Die Ungewiss-
heit im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg könnten
jedoch zu globalen Produktions- und Lieferschwierigkeiten
sowie unter anderem zu hohen Energiepreisen führen, was
sich insbesondere im Industriesektor auswirkt. Daher pro-
gnostiziert das WIFO für 2022 ein reales BIP-Wachstum in
der Höhe von 3,9 %, welches zur Gänze auf den Bereich
der Dienstleistungen zurückzuführen ist. Für das Jahr 2023
wird ein Anstieg von 2 % erwartet. Auch in Deutschland
geht man davon aus, dass sich der Ukraine-Krieg auswir-
ken wird. So rechnet das ifo-institut 2022 je nach weiterem
Kriegsverlauf mit einem Plus von 3,1 % (Basisszenario) bzw.
2,2 % (Alternativszenario) sowie von 3,3% (Basisszenario)
Lagebericht
für das Geschäftsjahr
2021/22
Graphics
LAGEBERICHT
18
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
bzw. 3,9 % (Alternativszenario) für das Jahr 2023. Das unga-
rische BIP könnte laut Einschätzungen der EU-Kommission
2022 um 5 % und 2023 um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahr
zulegen.
Der Aufwärtstrend lässt sich auch am Arbeitsmarkt an der
sinkenden Arbeitslosenquote sowie steigenden Beschäf-
tigung beobachten: So sank die Arbeitslosenquote 2021
nach nationaler Definition des Arbeitsmarktservice auf 8 %
(Vorjahr: 9,9 %) und schlägt sich im Vergleich zu 2020 mit
einem Minus von 1,9 Prozentpunkten nieder. In der inter-
nationalen Definition nach dem ILO-Konzept wurde 2021
eine Arbeitslosenquote von 6,2 % verzeichnet, wobei es hier
gegenüber 2020 zu einer Änderung der Definition kam. Ein
Grund für die Entspannung sind die Kurzarbeit und damit
einhergehende stabile Beschäftigungsverhältnisse und eine
Einkommenssituation. Dennoch führt auch hier die ange-
spannte Situation in der Ukraine sowie unter anderem der
Arbeitskräftemangel zu Unsicherheiten. Schätzungen des
WIFO folgend soll die Arbeitslosenquote 2022 im weiteren
Verlauf unter Vorkrisenniveau auf rund 7,3 % nach nationaler
Definition sinken.
TOURISMUS IN ÖSTERREICH
Bedingt durch die COVID-19-Pandemie und deren Maß-
nahmen zur Eindämmung verzeichnet der österreichische
Tourismus, der in Österreich einen bedeutsamen Wirt-
schaftsfaktor darstellt, im Jahr 2020 einen signifikanten
Rückgang. Dieser Trend setzte sich im Jahr 2021 fort, sodass
es zu einem weiteren Rückgang der Nächtigungen kam. Der
Tourismusstatistik der Österreich Werbung zufolge sank die
Anzahl der Nächtigungen in Österreich von rund 97,9 Mio.
im Jahr 2020 auf rund 79,6 Mio. im Jahre 2021. Das bedeu-
tet einen Rückgang von –18,7 % im Vergleich zum Vorjahr
und –47,9% verglichen mit 2019. Neben Rückgängen der
Nächtigungen nationaler Gäste sank insbesondere wieder-
holt die Anzahl der ausländischen Gäste. Auch die Anzahl
der Ankünfte verringerte sich im Jahr 2021 von rund 25 Mio.
Ankünften im Jahr 2020 auf rund 22,1 Mio. Ankünfte und
somit prozentual um insgesamt –11,5 %. Verglichen zu 2019
ergibt dies ein Minus von – 52,1%.
Eine Entwicklung, die sich Anfang des Jahres 2022 fortsetzt:
So sind die Nächtigungszahlen im Februar, dem an sich
stärksten Monat der Wintersaison auf rund 13,6 Mio. und
die verzeichneten Ankünfte auf rund 3,2 Mio. gesunken. Da
sich Österreich im Februar 2020 im Lockdown, in dem nur
Dienstreisen sowie Kuraufenthalte erlaubt waren, befunden
hatte, ist dieser Wert höher als im Vergleichsmonat des
Vorjahres. Obwohl die weitere Entwicklung der österreichi-
schen Tourismuswirtschaft weiter ungewiss ist und eine
vollständige Erholung der Krise aktuell nicht absehbar ist,
stimmen Indikatoren wie die Buchungslage zum Jahresbe-
ginn positiv.
ÖSTERREICHISCHE EINZELHANDELSWIRTSCHAFT 2021 –
EINE UMSATZSTEIGERUNG VON +5,0 %
Obwohl ein großer Teil der österreichischen Einzelhandels-
unternehmen auch dieses Jahr wieder von den Maßnahmen
zur Eindämmung der Corona-Pandemie betroffen war,
konnte 2021 eine nominelle Umsatzsteigerung von 5,0 %
verzeichnet werden – im Vergleich zum Vorjahr ist das
unter Berücksichtigung der Preisentwicklung ein Zuwachs
im Absatzvolumen von 2,9 %. Der Lebensmittelhandel
(inkl. Getränke und Tabakwaren) verzeichnete nominelle
Zuwächse um +1,7 % (–0,3 % real) sowie einen Absatzan-
stieg um +0,4 % (preisbereinigt). Auch der Handel im Non-
Food-Sektor erlebte wieder einen Aufschwung. So wurden
im Jahr 2021 Umsatzzuwüchse von +6,1 % (+4,5 % real)
erzielt. Auch in diesem Jahr lässt sich pandemiebedingt
keine verlässliche Prognose für die weitere Entwicklung
geben. Dennoch sieht man der Entwicklung aufgrund von
prognostizierten Steigerungen der Konsumausgaben priva-
ter Haushalte zuversichtlich entgegen.
BRANCHENTRENDS UND WETTBEWERBSSITUATION
AM ÖSTERREICHISCHEN GETRÄNKEMARKT
Der Spirituosenmarkt in Österreich ist im Jahr 2021 im
Absatz um +6,8 % gewachsen. Der Umsatz konnte im Ver-
gleich zum Vorjahr ein noch größeres Wachstum in Höhe
von +8,7% verzeichnen.
Der Kräutermarkt entwickelt sich im Absatz im Jahr 2021
positiv mit +2,5%. Das Umsatzwachstum liegt mit +4,2%
über der Absatzentwicklung. Die Pachtmarke Gurktaler ver-
liert –7 % im Volumen, im Umsatz –3,9%. Aufgrund der im
Handel umgesetzten Preiserhöhung erhöht sich der Durch-
schnittspreis bei Gurktaler um +3,3%. Rossbacher verliert
im Absatz –4,2%, wächst im Umsatz allerdings um +0,7 %.
Auch bei Rossbacher erhöht sich der Durchschnittspreis
aufgrund der Preiserhöhung um +5,2% (Quelle: Nielsen).
Graphics
LAGEBERICHT
19
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
GURKTALER UND IHRE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN
Die Gurktaler AG fungiert als geschäftsführende Holding
der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunter-
nehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung. Sie
hält keine Zweigniederlassungen. Die Geschäftstätigkeit
der Gurktaler Gruppe stützt sich im Wesentlichen auf zwei
Bereiche: Zum einen erfolgt die Verpachtung des operati-
ven Geschäfts der nachstehenden Kräuterspirituosenunter-
nehmen an die Schlumberger Gruppe:
Gurktaler Alpenkräuter GmbH (100 %), Gurk
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH (100 %), Wien
Zum anderen hält die Gurktaler AG die Finanzbeteiligungen
an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack &
Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum
eine Beteiligung von 50 % plus einer Aktie an Zwack Unicum
Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und Underberg GmbH & Co
KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnis-
anteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG
werden im Finanzergebnis dargestellt.
Die Pachterträge für Gurktaler Alpenkräuter und Ross-
bacher ergehen seit Jänner 2013 an die Gurktaler Gruppe.
Wie auch in der Vergangenheit erfolgt die Verpachtung des
operativen Geschäfts der obengenannten Gesellschaften
an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH.
Die Pachtverträge definieren einen umsatzabhängigen
Pachtzins, dessen Höhe von der Ertragsspanne sowie
den damit verbundenen Funktionen und Risiken durch die
Verpachtung abhängt. In der Gewinn- und Verlustrechnung
werden die Pachterträge als Umsatzerlöse ausgewiesen.
Das Management der Gurktaler AG hat beschlossen, die
Pachtverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher zu
kündigen. Der Aufsichtsrat hat durch einen gleichlautenden
Beschluss den Vorschlag des Vorstandes unterstützt. Ab
April 2023 soll von einem Pachtmodell auf einen Lohnfer-
tigungsvertrag und Distributionsverträge im Inland und für
Exportmärkte umgestellt werden. Verhandlungen finden
unter anderem mit der derzeitigen Pächterin, der Schlum-
berger Wein- und Sektkellerei, statt. Basierend auf dieser
klaren Aufgabenteilung mit einer Markenführung durch den
Eigentümer einerseits, sowie der Produktion und dem Ver-
trieb im In- und Ausland durch kompetente Partner ande-
rerseits – soll die Ertragskraft der Gesellschaft nachhaltig
gesteigert werden.
GESCHÄFTSFELD DEUTSCHLAND:
UNDERBERG GMBH & CO KG, RHEINBERG
Die Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, und die mit ihr
verbundenen Gesellschaften sind im Wesentlichen auf die
Herstellung und den Vertrieb von Underberg spezialisiert.
Zudem hält sie die Warenzeichen der Marke Underberg
und der Riemerschmied-Gruppe sowie Beteiligungen in
Deutschland. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine
GmbH & Co KG nach deutschem Recht führen dazu, dass
das Ergebnis des Geschäftsjahres 2021/22 der Underberg
GmbH & Co KG, Rheinberg, noch nicht berücksichtigt wird
und somit im Abschluss des Geschäftsjahres 2021/22 der
Gurktaler Gruppe nicht enthalten ist.
GESCHÄFTSFELD UNGARN:
ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST
In Ungarn konnte sich das Geschäft gegenüber dem Vorjahr
beträchtlich steigern. Dies ist vor allem auf die gute Ent-
wicklung der Marken Unicum Barista, die jüngste Marke der
Produktlinie, sowie der Marken Zwack Unicum Likör, Zwack
Unicum Pflaume und Unicum Riserva zurückzuführen. Die
Ukraine-Krise hat direkte und indirekte Auswirkungen auf
das Geschäft in Ungarn, insbesondere bei gestiegenen Kos-
ten und einem schwachen Forint-Kurs. Das Management
der Zwack Unicum Nyrt. hat die entsprechenden Maßnah-
men getätigt, um diese Auswirkungen abzufedern und die
Krise möglichst ohne Schaden zu überstehen. Es ist daher
im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem sehr positiven
Ergebnis zu rechnen.
Graphics
LAGEBERICHT
20
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ERGEBNIS- UND BILANZKENNZAHLEN – KONZERN GURKTALER AG
IFRS 2021/2022 2020/2021
Umsatz in EUR Mio. 0,4 0,8
Betriebsergebnis in EUR Mio. –0,2 3,0
At-Equity-Ergebnis in EUR Mio. 2,1 1,0
Finanzergebnis in EUR Mio. –0,2 0,1
Ergebnis vor Ertragsteuern in EUR Mio. 1,7 4,1
Angesammelte Ergebnisse in EUR Mio. 12,5 11,5
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –1,2 0,4
Ergebnis je Aktie in EUR 0,65 1,49
Eigenkapitalquote in % 97,3 95,4
Umsatzrentabilität in % 395,8 487,2
Eigenkapitalrentabilität in % 5,3 13,3
KONZERNABSCHLUSS NACH IFRS
Gurktaler berichtet nach International Financial Reporting
Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Die
Gurk taler Gruppe ist operativ ausschließlich in Österreich
tätig.
UMSATZ
Der Umsatz ergibt sich im Wesentlichen aus den Pacht erträgen
für Gurktaler Alpenkräuter und Rossbacher. Im Geschäftsjahr
2021/22 erzielte die Unternehmensgruppe Gurktaler – gegen
-
über dem Vorjahr bedingt durch die COVID-19-Krise sowie
durch den Wegfall des Pachtertrags von Leibwächter einen
um 48,6 % geringeren Umsatz als im Vorjahr.
Bei der Marke Gurktaler war der dem Geschäft zugrunde-
liegende Umsatz sowohl im Inland als auch Export wach-
send. Die Pachterträge daraus sind durch eine Anhebung
des Pachsatzes stark gestiegen. Die Marke Rossbacher
konnte ebenfalls sowohl im Inland als auch Export im
Umsatz wachsen, wodurch ein leichtes Wachstum bei den
Pachterträgen erzielt werden konnte.
ERGEBNIS
Für das Geschäftsjahr 2021/22 wird ein Betriebsergebnis
(EBIT) von TEUR –205 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR 3.031).
Das Betriebsergebnis war im vorangegangenen Wirt-
schaftsjahr im Wesentlichen durch Erträge aus dem
Abgang im Anlagevermögen, nämlich dem Markenrecht
von Leibwächter, bestimmt. Die Kosten konnten trotz sub-
stanzieller Veränderungen in der administrativen Betreu-
ung der Gesellschaften, die in der Vergangenheit durch
die Schlumberger Gruppe erfolgte und nunmehr durch
erhöhte Eigenleistungen sowie Fremdfirmen erledigt wird,
nahezu konstant gehalten werden. Das At-Equity-Ergebnis
umfasst die Erträge der At-Equity-Beteiligung in Ungarn
mit EUR 2,1 Mio. (Vorjahr: EUR 1,0 Mio.). Das Finanzer-
gebnis umfasst im Wesentlichen das Beteiligungsergebnis
der Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg,
Deutschland, im Ausmaß von EUR –0,2 Mio. (Vorjahr:
EUR 0,1 Mio.) und Zinsaufwendungen (Verwahrentgelt) in
Höhe von TEUR 23 (Vorjahr: TEUR 2).
An Ertragsteuern wurden im Geschäftsjahr 2021/22
EUR –0,4 Mio. (Vorjahr: EUR –0,8 Mio.) verbucht. Der
Rückgang ist überwiegend aus einem höheren Steuerauf-
kommen aus dem Markenrechtsverkauf begründet, wo der
Verkaufswert über dem Buchwert lag. Das Konzernjahreser-
gebnis beträgt in Summe EUR 1,4 Mio. nach EUR 3,3 Mio.
im Vorjahr. Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe
von EUR 0,65 (Vorjahr: EUR 1,49). Der Vorstand wird der
Hauptversammlung am 20. September 2022 eine Divi-
dende in Höhe von EUR 5,90 je bezugsberechtigter Aktie
(Stamm- und Vorzugsaktie) nach je EUR 0,16 im Vorjahr
vorschlagen.
Mit dieser Ausschüttung werden die mittlerweile vollstän-
dig erhaltenen Raten aus den Erlösen des Verkaufs der
Marke Leibwächter sowie ein Teil thesaurierter Gewinne aus
der Vergangenheit an die Aktionäre weitergegeben unter
gleichzeitiger Beibehaltung einer Liquiditätsreserve für die
Gesellschaft.
Umfassende interne Beratungen des Vorstands mit dem
Aufsichtsrat zur Mittelverwendung sowie alternative Finan-
zierungskonzepte für weitere Projekte haben zum vorliegen-
den Vorschlag über die Ausschüttung geführt.
Graphics
LAGEBERICHT
21
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
INVESTITIONEN
Im Geschäftsjahr 2021/22 wurde ein KFZ angeschafft.
Darüber hinaus wurden wie im Vorjahr keine wesentlichen
Investitionen getätigt.
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2022 belaufen
sich auf EUR 32,6 Mio. (Vorjahr: EUR 31,6 Mio.). Daraus
errechnet sich bei einer Bilanzsumme von EUR 33,5 Mio.
(Vorjahr: EUR 33,2 Mio.) eine Eigenmittelquote von 97,3 %
(Vorjahr: 95,4 %). Die Gesellschaft verfügt damit über eine
solide Eigenmittelausstattung.
CASHFLOW-KENNZAHLEN
Der Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Tätigkeit
beträgt im Geschäftsjahr 2021/22 EUR -1,2 Mio. (Vorjahr:
EUR 0,4 Mio.) und ist im Wesentlichen durch eine Steu-
erzahlung den Verkauf der Marke Leibwächter betreffend
sowie Korrekturen für unbare Aufwendungen und Erträge
bestimmt.
Der Cashflow aus De-Investitionen setzt sich aus dem
Eingang der restlichen Kaufpreisraten aus dem Verkauf der
Marke Leibwächter in Höhe von EUR 6,5 Mio. und den Divi-
denden von Zwack in Höhe von EUR 1,3 Mio. zusammen.
Im Vorjahr zurückerhaltene Darlehen, die für Dritte gewährt
wurden, finden im Wirtschaftsjahr 2021/22 keine entspre-
chende Gegenposition.
2021/2022 2020/2021
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in EUR Mio. –1,2 0,4
Cashflow aus (De-)Investitionen in EUR Mio. 7,8 4,9
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in EUR Mio. –0,4 –0,2
Anfangsbestand der liquiden Mittel in TEUR 5.069 1
Endbestand der liquiden Mittel in TEUR 11.330 5.069
NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN
Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln
sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Auch die
Gurktaler Gruppe orientiert ihre Strategie und Vision an
ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Nachhal-
tigkeit.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Im Geschäftsjahr 2021/22 waren in den Unternehmen des
Vollkonsolidierungskreises im Durchschnitt vier Mitarbeite-
rInnen beschäftigt.
Während der Corona-Krise und der von der Bundesre-
gierung verhängten Lockdown-Beschränkungen hat die
Unternehmensleitung größten Wert auf die Umsetzung der
Corona-Maßnahmen gelegt. Die MitarbeiterInnen arbeite-
ten überwiegend im Home-Office und für jene Mitarbeiter,
die im Unternehmen vor Ort tätig waren, wurden Sicher-
heitskonzepte im Einklang mit den COVID-19-Vorgaben
der Bundesregierung entwickelt. Soweit dies möglich war,
wurden Besprechungen virtuell abgehalten, um persönliche
Kontakte einzuschränken.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Im Geschäftsjahr 2021/22 fielen keine Aufwendungen für
Forschung und Entwicklung an.
RISIKOMANAGEMENT
Das operative Risikomanagement für die Gurktaler Gruppe
wird durch die Schlumberger Gruppe ausgeübt.
EINZELABSCHLUSS/JAHRESABSCHLUSS
GURKTALER AG NACH UGB
Kennzahlen der Gurktaler AG Einzelabschluss 2021/2022 2020/2021 2019/2020
Eigenkapitalquote in % 99,1 95,0 96,2
Umsatz in TEUR 345 585 423
Betriebsergebnis in TEUR –522 3.559 –379
EGT (Ergebnis vor Steuern) in TEUR 1.427 5.231 586
Graphics
LAGEBERICHT
22
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
UMSATZ UND ERGEBNIS
Die Umsatzerlöse aus der geschäftsleitenden Verwaltung,
weiterverrechneten Kosten und überrechneten Avalprovisi-
onen betrugen TEUR 345 (Vorjahr: TEUR 585). Die Verände-
rung ist in einem reduzierten Leistungsumfang durch den
Verkauf des Leibwächter Markenrechts und den Wegfall
der Verrechnungen an die Leibwächter Kräuter GmbH, die
in die Gurktaler AG verschmolzen wurde, begründet. Das
Betriebsergebnis ist im Wesentlichen durch administrative
Aufwendungen, gestiegene Kosten der Markenführung,
geringere Verrechnungen innerhalb der Gruppe sowie all-
gemein gestiegene Kosten belastet. In Summe beträgt das
Betriebsergebnis TEUR –522 nach TEUR 3.559 im Vorjahr,
wobei hier ein außerordentlicher Ertrag durch den Verkauf
des Leibwächter Markenrechts ein atypisches Ergebnis
lieferte. Das Ergebnis vor Steuern ist von TEUR 5.231 im
Wirtschaftsjahr 2020/21 auf TEUR 1.427 gesunken.
VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Die Eigenmittel der Gurktaler AG zum Bilanzstichtag
31. März 2022 belaufen sich auf EUR 36,1 Mio. (Vorjahr:
EUR 35,4 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanz-
summe von EUR 36,5 Mio. eine Eigenmittelquote von 99,1 %
(Vorjahr 95,0 %). Die Gurktaler AG verfügt damit auch nach
dem bisherigen Höhepunkt der COVID-19-Krise über eine
solide Eigenmittelausstattung.
COVID-19
KONFLIKT IN DER UKRAINE
Die Bundesregierungen in Österreich, Deutschland und
Ungarn aber auch die Europäische Zentralbank (EZB)
haben auch im vergangen Geschäftsjahr 2021/22 ein
umfangreiches COVID-19-Krisenpaket geschnürt, um die
Wirtschaft in dieser Krisenphase aufzufangen. Mit zuneh-
mendem Impffortschritt konnte sich das Geschäft in den
für die Gurktaler AG relevanten Volkswirtschaften wieder
erholen. Die Ukraine-Krise, die am 24. Februar 2022 mit der
russischen Invasion in die Ukraine begann, hat ebenfalls
auf die wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere auf
die Preisentwicklung Auswirkungen. Ein abschließender
Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage kann
aktuell nicht vorhergesehen werden.
Der Vorstand und Aufsichtsrat sehen als gesetzliche Vertreter
der Gesellschaft keine existenzielle Gefahr aus den Auswir
-
kungen der Pandemie sowie der Krise in der Ukraine auf die
Gurktaler AG, da die Gesellschaft über eine solide Eigenka
-
pitalquote und ausreichende Reserven verfügt. Es mussten
auch keine Hilfsfonds angefragt bzw. wegen der Art der Tätig
-
keiten sowie der getroffenen Schutzmaßnahmen wie zum
Beispiel Home-Office keine Kurzarbeit angeordnet werden.
Das Risikomanagement bei den Finanzbeteiligungen der
Gurktaler AG wird durch ein aktives Beteiligungsmanage
-
ment umgesetzt und beinhaltet den Informationsaustausch
mit den Entscheidungsträgern sowie ein regelmäßiges
Berichtswesen.
ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB
Das Grundkapital der Gurktaler AG setzt sich aus 750.000
Vorzugsaktien und 1.354.364 Stammaktien zusammen,
wobei jede Aktie am Grundkapital in gleichem Umfang
beteiligt ist. Die Vorzugsaktien sind stimmrechtslose Aktien
mit einer Vorzugsdividende von 4 % auf den auf die Stück-
aktien entfallenden Anteil am Grundkapital, wobei für den
nachzuzahlenden Dividendenvorzug § 12a AktG gilt.
Großaktionär der Gurktaler AG ist die H. Underberg-Alb-
recht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rhein-
berg, Deutschland, die mehr als 89 % der Stammaktien
hält. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 %
der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien befinden
sich im Streubesitz. Die Gurktaler Stammaktie (ISIN AT
0000A0Z9G3) und Vorzugsaktie (ISIN AT 0000A0Z9H1)
notieren im Segment „standard market auction“ der Wiener
Börse. Dem Vorstand sind keine besonderen Kontrollrechte
von Aktieninhabern bekannt. Es sind keine wesentlichen
Beteiligungen von MitarbeiterInnen der Gurktaler Gruppe
bekannt. Wie jedem Aktionär steht es auch den Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeitern mit Aktienbesitz frei, ihre Stimm-
rechte in Hauptversammlungen auszuüben.
Es bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz abge-
leiteten Bestimmungen über die Ernennung und Abberu-
fung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
Darüber hinaus existieren keine Entschädigungsvereinba
-
rungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands-
und Aufsichtsratsmitgliedern oder Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahme
-
angebots.
AUSBLICK AUF DAS GESCHÄFTSJAHR 2022/23
Die Entwicklung für das Geschäftsjahr 2022/23 kann zum
jetzigen Zeitpunkt noch nicht prognostiziert werden, da
noch nicht abzusehen ist, wie lange die Krise in der Ukraine
andauern wird. Auch der Verlauf der Pandemie im kom-
menden Herbst ist noch unsicher. Man geht aber davon
aus, dass aufgrund der bisher betroffenen Maßnahmen der
jeweiligen Unternehmen die Entwicklung der Finanzbetei-
ligungen im Ausland positiv sein wird und sich auch das
österreichische Geschäft gut entwickeln wird. Insbesondere
vom neuen Markenauftritt des Gurktaler Alpenkräuterlikörs
Graphics
LAGEBERICHT
23
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
und der neuen Sorte Gurktaler-Alpen-Aperitif auf Basis
von Sanddorn sowie einer Sonderedition bei Rossbacher
anlässlich dessen 125-Jahr-Jubiläums werden zusätzliche
Absätze erwartet. Das Unternehmen verfügt außerdem
auch nach der Dividendenausschüttung über genügend
Cash-Reserven für unterschiedliche Zwecke.
BEDEUTENDE EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Die Krise in der Ukraine und ihre Auswirkungen auf die
gesamte Weltwirtschaft aufgrund steigender Energiepreise
und einem Anstieg der Inflation wirken sich auch auf die
operativen Geschäftsfelder sowie Beteiligungen der Gurk-
taler AG aus, gefährden sie jedoch nicht in ihrem Bestand.
Wien, am 28. Juni 2022
Der Vorstand
Mag. Wolfgang Spiller
Die traditionelle
österreichische
Kräuterspirituose wird
nach überlieferten
Rezepten in geheimen
Verfahren
hergestellt.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
24
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
24 KONZERNBILANZ
26 KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
26 KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG
27 KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
28 KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
29 ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS
60 BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
KONZERNBILANZ ZUM 31. MÄRZ 2022
AKTIVA
31.3.2022 31.3.2021
AZ TEUR TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 13 94 91
Immaterielle Vermögenswerte 14 4.032 4.032
Anteile an assoziierten Unternehmen 15 14.096 13.293
Andere finanzielle Vermögenswerte 17 2.914 2.914
Sonstige Forderungen 19 3 3.253
21.139 23.583
Kurzfristige Vermögenswerte
Lieferforderungen 19 131 42
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen 19 949 1.174
Sonstige Forderungen 19 39 3.285
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20 11.330 5.069
12.449 9.570
33.588 33.153
AZ = Anhangzahl
Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.
Konzernabschluss
GurktalerAG

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
25
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Konzernabschluss
GurktalerAG
PASSIVA
31.3.2022 31.3.2021
AZ TEUR TEUR
Konzerneigenkapital
Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital
Grundkapital 4.209 4.209
Kapitalrücklagen 15.974 15.974
Rücklage Neubewertungseffekte Abfertigungen 34 44
Angesammelte Ergebnisse 12.540 11.499
21 32.689 31.638
Langfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 23 17 36
Passive latente Steuern 24 498 588
Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer 25 104 111
619 735
Kurzfristige Schulden
Leasingverbindlichkeiten 23 17 19
Lieferverbindlichkeiten 22 18 27
Sonstige Verbindlichkeiten 22 229 218
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern 16 516
280 780
33.588 33.153
AZ = Anhangzahl
Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
26
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022
2021/2022 2020/2021
AZ TEUR TEUR
Umsatzerlöse 5 433 841
Sonstige betriebliche Erträge 6 276 3.098
Personalaufwand 7 -–497 410
Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 8 37 32
Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 379 466
Betriebsergebnis 204 3.031
Gewinn- und Verlustanteile von assoziierten Unternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 2.138 965
Finanzerträge 10 17 103
Finanzaufwendungen 10 237 2
Gewinn vor Ertragsteuern 1.714 4.097
Ertragsteuern 11 336 777
Konzernjahresergebnis 1.378 3.320
davon entfallen auf:
Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.378 3.320
Konzernjahresergebnis 1.378 3.320
Ergebnis je Aktie,
das den Anteilsinhabern des Mutterunternehmens im
Geschäftsjahr zusteht (in EUR je Aktie) – verwässert und unverwässert 12 0,65 1,49
KONZERNGESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022
2021/2022 2020/2021
AZ TEUR TEUR
Konzernjahresergebnis 1.378 3.320
Posten, bei denen keine Umgliederung ins Periodenergebnis möglich ist:
Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 14 11
Steuern betreffend Neubewertungseffekte gemäß IAS 19 -4 -3
Sonstiges Ergebnis 10 8
Konzerngesamtergebnis 1.388 3.328
davon entfallen auf:
Anteilsinhaber des Mutterunternehmens 1.388 3.328
Konzerngesamtergebnis 1.388 3.328
AZ = Anhangzahl
Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
27
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022
2021/2022 2020/2021
AZ
TEUR TEUR
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 27.1
Gewinn vor Ertragsteuern 1.714 4.097
Bereinigung um nicht zahlungswirksame Posten
Aufwand für Abschreibungen und Wertminderungen 37 32
Gewinn- und Verlustanteile aus assoziierten Unternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 2.138 965
Veränderung von langfristigen Rückstellungen 7 7
Veränderung derivative Finanzinstrumente 0 116
Gewinne (Verluste) aus dem Abgang von erfolgsneutral
zum beizulegendem Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten 0 2.698
Eliminierung Zinsensaldo 6 12
374 345
Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
Veränderung von Forderungen 132 112
Veränderung von Verbindlichkeiten 2 1
Aus der laufenden Geschäftstätigkeit generierte Zahlungsmittel 240 456
Gezahlte Zinsen 22 0
Gezahlte/erhaltene Steuern 930 90
952 90
Nettozahlungsmittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit 1.192 366
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 27.2
Investitionen in Sachanlagen 40 45
Erlöse aus zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten 6.500 2.358
Rückführung gewährter Darlehen 0 2.587
Erhaltene Dividenden 1.335 0
Erhaltene Zinsen 15 14
Nettozahlungsmittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 7.810 4.914
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 27.3
Gewinnausschüttung 337 180
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen
20 32
Nettozahlungsmittelabfluss/-zufluss aus der Finanzierungstätigkeit 357 212
Veränderung der liquiden Mittel 6.261 5.068
Entwicklung der liquiden Mittel
Anfangsbestand der liquiden Mittel 5.069 1
Zu-/Abnahme 6.261 5.068
Endbestand der liquiden Mittel 11.330 5.069
Zusammensetzung der liquiden Mittel
Guthaben bei Kreditinstituten 20 11.330 5.069
AZ = Anhangzahl
Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
28
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
KONZERNEIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022
Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Eigenkapital
in TEUR AZ
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Rücklage
Neubewertungs-
effekte
Abfertigung
Angesammelte
Ergebnisse Gesamt
Stand 1. April 2020 4.500 17.139 52 8.359 29.946
Neubewertungseffekte gemäß IAS 19,
nach Steuern 0 0 8 0 8
Sonstiges Ergebnis 0 0 8 0 8
Konzernjahresergebnis 0 0 0 3.320 3.320
Konzerngesamtergebnis 0 0 8 3.320 3.328
Dividendenzahlungen 26 0 0 0 180 180
Erwerb eigener Anteile 0 1.340 0 0 1.340
Eingebettetes Derivat 0 116 0 0 116
Kapitalherabsetzung 291 291 0 0 0
Stand 31. März 2021 21 4.209 15.974 44 11.499 31.638
in TEUR AZ
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Rücklage
Neubewertungs-
effekte
Abfertigung
Angesammelte
Ergebnisse Gesamt
Stand 1. April 2021 4.209 15.974 44 11.499 31.638
Neubewertungseffekte gemäß IAS 19,
nach Steuern 0 0 10 0 10
Sonstiges Ergebnis 0 0 10 0 10
Konzernjahresergebnis 0 0 0 1.378 1.378
Konzerngesamtergebnis 0 0 10 1.378 1.388
Dividendenzahlungen 26 0 0 0 -337 -337
Stand 31. März 2022 21 4.209 15.974 34 12.540 32.689
AZ = Anhangzahl
Der Anhang auf den Seiten 29 bis 59 ist ein integrierter Bestandteil dieses Konzernabschlusses.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
29
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
1 GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN
1.1 EINFÜHRUNG
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, Österreich (im Folgenden
kurz „die Gesellschaft“ und mit ihren Tochterunternehmen kurz
„der Konzern“ genannt), ist wie die Hauptaktionärin der Gurk-
taler Aktiengesellschaft, die H. Underberg-Albrecht GmbH &
Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland, ein
Tochterunternehmen der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz. Der
Sitz der Gesellschaft ist in Österreich, 1190 Wien, Heiligenstädter
Straße 43.
Die Gurktaler Aktiengesellschaft notiert an der Wiener Börse.
Unternehmensgegenstand ist der Handel mit und die fabriks-
mäßige Erzeugung (in Form eines Industriebetriebs) von Waren
aller Art, insbesondere alkoholischen und nichtalkoholischen
Getränken, wie Spirituosen, Weinen, alkoholfreien Getränken
und dergleichen, einschließlich der Durchführung der damit in
Zusammenhang stehenden Geschäfte. Hinsichtlich der derzeit
bestehenden Verpachtung der Geschäftsbetriebe siehe AZ 5.
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (TEUR) aufgestellt.
Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten
Datum vom Vorstand aufgestellt und zur Veröffentlichung freige-
geben. Dieser Konzernabschluss sowie der Einzelabschluss des
Mutterunternehmens, der nach Überleitung auf die anzuwenden-
den Rechnungslegungsstandards auch in den Konzernabschluss
einbezogen ist, werden am 28. Juni 2022 dem Aufsichtsrat zur
Prüfung vorgelegt. Der Aufsichtsrat und, im Falle einer Vorlage
an die Hauptversammlung, die Gesellschafter können dabei den
Einzelabschluss des Mutterunternehmens in einer Weise ändern,
die auch die Präsentation des Konzernabschlusses beeinflusst.
1.1.1 ENTWICKLUNG DER KONZERNSTRUKTUR
Die Underberg AG, Underberg GmbH & Co. KG und H. Under-
berg-Albrecht GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG haben
mit Wirkung am 19. April 2017 einen Vertrag abgeschlossen,
wonach zunächst die Underberg AG 1.126.093 Stück Stammaktien
der Gurktaler Aktiengesellschaft (die „Übertragungsaktien“) an
die Underberg GmbH & Co. KG und danach die Underberg GmbH
& Co. KG die Übertragungsaktien an die H. Underberg-Albrecht
GmbH & Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG überträgt.
Seitdem wird der Konzern von der H. Underberg-Albrecht GmbH
& Co. Verwaltungs- und Vertriebs KG, Rheinberg, Deutschland,
beherrscht, die mehr als 89 % der Stammaktien (mehr als 50 % der
Gesamtaktien) des Konzerns hält.
1.1.2 KONSOLIDIERUNGSKREIS
Zum Bilanzstichtag 31. März 2022 sind neben der Gurktaler
Aktien gesellschaft, Wien, als Mutterunternehmen folgende
Gesellschaften in den Konzernabschluss einbezogen:
Gesellschaft Anteil Erfasst
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien, Österreich 100 % VK
Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk, Österreich 100 % VK
Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, Österreich 49,9 % Eq
VK = voll konsolidiert, Eq = at equity
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, hält keine direkte Beteili-
gung an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn. Die Zwack
Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn, ist im Konzernabschluss der
Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien, nach
der Equity-Methode enthalten und wird indirekt über die Mutter-
gesellschaft nach der Equity-Methode einbezogen.
Es ergaben sich im Berichtsjahr keine Änderungen im Konsolidie-
rungskreis.
Anhang zum
Konzernabschluss
zum 31. März 2022

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
30
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2 BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die
bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses ange-
wendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen
Methoden wurden stetig auf die dargestellten Berichtsperioden
angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.
2.1 GRUNDLAGEN DER ABSCHLUSSERSTELLUNG
Der Konzernabschluss zum 31. März 2022 wurde in Überein-
stimmung mit den International Financial Reporting Standards
(IFRSs), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind,
und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB aufgestellt.
Der Konzernabschluss wurde nach dem historischen Anschaf-
fungskostenprinzip aufgestellt, mit der Ausnahme von anderen
finanziellen Vermögenswerten, welche in Folgeperioden zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Die der Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRSs, wie sie
in der EU anzuwenden sind, zugrunde gelegten Schätzungen und
Annahmen wirken sich auf die Bewertung von Vermögenswerten
und Schulden, die Angabe von Eventualforderungen und -verbind-
lichkeiten zu den jeweiligen Bilanzstichtagen sowie die Höhe von
Erträgen und Aufwendungen der Berichtsperiode aus. Annahmen
sind insbesondere in die Bewertung von immateriellen Vermö-
genswerten und Beteiligungen eingeflossen, siehe dazu auch
Erläuterungen unter AZ 4.1.
Obwohl diese Annahmen und Schätzungen nach bestem Wissen
der Unternehmensleitung auf Basis der laufenden Ereignisse und
Maßnahmen erfolgen, können die tatsächlichen Ergebnisse letzt-
endlich von diesen Einschätzungen abweichen.
2.1.1 ÄNDERUNG DER BILANZIERUNGS- UND
BEWERTUNGSMETHODEN UND ANGABEN
2.1.1.1 NEUE UND GNDERTE STANDARDS UND INTERPRETA-
TIONEN, DIE VON DER EU ÜBERNOMMEN WURDEN UND IM
GESCHÄFTSJAHR ERSTMALS ANGEWENDET WURDEN
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende
Änderungen bestehender IAS, IFRS bzw. Interpretationen sowie
die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit
sie bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses im
Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis
zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:
Standard Inhalt Anzuwenden ab
IFRS 16 COVID-19-bezogene Mietkonzessionen April 2021
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7,
IFRS 4 und IFRS 16
Reform der Referenzzinssätze (IBOR-Reform) –
Phase 2: Änderungen zu IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und zu IFRS 16 Jänner 2021
IFRS 4
Vorübergehende Befreiung von IFRS 9
Jänner 2021
Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestim-
mungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die
Änderungen haben zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf die
Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt.
IFRS 16 „COVID-19-bezogene Mietkonzessionen“
Infolge der Corona-Pandemie wurden Leasingnehmern Mietzuge-
ständnisse in unterschiedlicher Form (z.
B. Zahlungsbefreiungen
und Stundung von Leasingzahlungen) gewährt. Im Mai 2020 ver-
öffentlichte der IASB eine Änderung des IFRS 16, die eine optionale
E
rleichterung für Leasingnehmer enthält, die es diesen erlaubt, auf
die Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis im Zusammenhang mit
COVID-19 nach IFRS 16 eine Modifikation des Leasingverhältnisses
darstellt, zu verzichten. Stattdessen können Leasingnehmer solche
Mietzugeständnisse so behandeln, als handele es sich nicht um
eine Modifikation des Leasingverhältnisses. In vielen Fällen dürfte
dies dazu führen, dass das Mietzugeständnis in den Perioden, in
denen das Ereignis oder die Bedingung, das/die die niedrigere Zah
-
lung auslöst, eintritt, als variable Leasingzahlung bilanziert wird.
Das Unternehmen hat von dieser Erleichterungsregel nicht
Gebrauch gemacht.
Reform der Referenzzinssätze (IBOR-Reform) – Phase 2:
Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und zu IFRS 16
Im August 2020 veröffentlichte der IASB Änderungen an IFRS 9,
IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16, die sich mit Fragen befassen, die
sich aus der Reform der Referenzzinssätze, einschließlich des Aus-
tausches eines Referenzzinssatzes durch einen anderen ergeben.
Die Änderungen aus Phase 2 gewähren folgende Erleichterungen:
Bei der Änderung der Grundlage für die Bestimmung der
vertraglichen Zahlungsströme für finanzielle Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten (einschließlich Leasingverbindlichkei-
ten) bewirken die Erleichterungen, dass die Änderungen, die
als direkte Folge der IBOR-Reform notwendig sind und als
wirtschaftlich gleichwertig angesehen werden, nicht zu einem
unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen-
dem Gewinn und Verlust führen.
Die Erleichterungen bei der Bilanzierung von Sicherungsbezie-
hungen werden es ermöglichen, dass die meisten IAS-39- oder
IFRS-9-Sicherungsbeziehungen, die direkt von der IBOR-Reform
betroffen sind, fortgeführt werden können. Allerdings müssen
möglicherweise zusätzliche Ineffektivitäten erfasst werden.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
31
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Betroffene Unternehmen müssen Informationen über die Art und
das Ausmaß der Risiken offenlegen, die sich aus der IBOR-Reform
ergeben und denen das Unternehmen ausgesetzt ist, sowie
darüber, wie das Unternehmen diese Risiken steuert und welche
Fortschritte es beim Übergang zu alternativen Referenzzinssätzen
macht und wie es diesen Übergang steuert.
Angesichts der weiten Verbreitung von IBOR-basierten Verträgen
könnten die Erleichterungen Unternehmen in allen Branchen betreffen.
Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
IFRS 4 „Vorübergehende Befreiung von IFRS 9“
Mit den Änderungen an IFRS 4 sollen die durch den unterschied-
lichen Geltungsbeginn des IFRS 9 Finanzinstrumente und des
künftigen IFRS 17 Versicherungsverträge bedingten, vorüberge-
hend auftretenden Bilanzierungsfragen geregelt werden. Um den
Geltungsbeginn des IFRS 9 mit dem Geltungsbeginn des neuen
IFRS 17 in Einklang zu bringen, wird insbesondere die vorüberge-
hende Befreiung von IFRS 9 bis 2023 verlängert.
Somit dürfen Versicherer auf Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar
2023 beginnen, anstatt IFRS 9 IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz
und Bewertung anwenden. Ein Versicherer, der die vorüberge-
hende Befreiung von IFRS 9 in Anspruch nimmt, hat:
diejenigen Vorschriften des IFRS 9 anzuwenden, die für die
Bereitstellung der in den Paragraphen 39B39J des IFRS 4 ver-
langten Angaben erforderlich sind, und
mit Ausnahme der in den Paragraphen 20A–20Q, 39B–39J und
46–47 des IFRS 4 beschriebenen Fälle alle anderweitig einschlä-
gigen IFRS auf seine Finanzinstrumente anzuwenden.
Nach Erlöschen der Voraussetzungen für eine vorübergehende
Befreiung von IFRS 9 infolge einer Neubeurteilung darf das Unter-
nehmen diese Befreiung nur bis zum Ende des Geschäftsjahres,
das unmittelbar nach dieser Neubeurteilung begonnen hat, weiter
in Anspruch nehmen. Auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem
1. Januar 2023 beginnen, muss das Unternehmen IFRS 9 jedoch
anwenden.
Durch die Änderung des Paragraph 20O des IFRS 4 darf das
Unternehmen für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023
beginnen, die einschlägigen Rechnungslegungsmethoden des
assoziierten Unternehmens oder Gemeinschaftsunternehmens
nach den Paragraphen 35–36 des IAS 28 beibehalten.
Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.
2.1.1.2 STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN ZU
VERÖFFENTLICHTEN STANDARDS, DIE IM GESCHÄFTSJAHR
NOCH NICHT VERPFLICHTEND ANZUWENDEN SIND UND DIE
VOM KONZERN NICHT VORZEITIG ANGEWANDT WURDEN
Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden
folgende Standards und Interpretationen eingeführt oder geändert,
welche jedoch für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend
anzuwenden waren. Eine vorzeitige Anwendung ist nicht geplant.
Standard Inhalt
Übernommen und
anzuwenden ab
IFRS 17 Versicherungsverträge Jänner 2023
IAS 1,
IFRS Practice Statement 2
Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2:
Angaben von Rechnungs legungsmethoden Jänner 2023
IAS 8 Änderungen an IAS 8: Definition rechnungslegungsbezogener Schätzungen Jänner 2023
Jährliche Verbesserungen
der IFRS Zyklus 2018–2020 Jänner 2022
IAS 16 Änderungen an IAS 16: Sachanlagen – Erlöse bevor beabsichtigter Nutzung Jänner 2022
IFRS 3 Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS Jänner 2022
IAS 37 Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge – Kosten der Vertragserfüllung Jänner 2022
IFRS 17 Versicherungsverträge
IFRS 17 wurde in Mai 2017 als Ersatz für IFRS 4 Versicherungs-
verträge veröffentlicht. Das Bewertungsmodell des IFRS 17 basiert
auf der Ermittlung der aktuellen Erfüllungswerte der Versiche-
rungsverträge, so dass deren Wertansätze in jeder Berichtspe-
riode aufgrund von Schätzungsänderungen anzupassen sind.
Versicherungsverträge werden grds. nach einem „Building Block
Approach“ bewertet. Hiernach fließen in die Bewertung folgende
Bausteine ein:
Diskontierte wahrscheinlichkeitsgewichtete erwartete Zahlungs-
ströme
eine explizite Risikoanpassung und
eine vertragliche Servicemarge, die den noch nicht verdienten
Gewinn aus dem Vertrag darstellt und die über den Zeitraum,
über die das Unternehmen Versicherungsschutz gewährt, als
Ertrag erfasst wird.
Der Standard räumt ein Wahlrecht ein, wonach die Auswirkungen
von Änderungen der Diskontierungssätze entweder im Gewinn
und Verlust oder direkt im sonstigen Ergebnis erfasst werden
dürfen. Die Ausübung dieses Wahlrechts wird voraussichtlich die
Art und Weise widerspiegeln, wie die Versicherer ihre finanziellen
Vermögenswerte nach IFRS 9 bilanzieren.
Für bestimmte Versicherungsverträge mit einer kurzen Laufzeit
darf wahlweise ein vereinfachtes Verfahren (sog. Premium Allo-
cation Approach) für die Ermittlung der Rückstellung für den
zukünftigen Versicherungsschutz angewendet werden. Diese

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
32
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
kurzfristigen Verträge werden häufig von Schaden- und Unfallver-
sicherern abgeschlossen.
Für bestimmte Verträge von Lebensversicherern, bei denen die
Versicherungsnehmer an den Renditen der zugrundeliegenden
Vermögenswerte beteiligt sind, kommt das allgemeine Bewer-
tungsmodell des Standards in Form des „Variable Fee Approach“
zu Anwendung. Bei der Anwendung dieses Verfahrens wird der
Anteil des Unternehmens an den Fair-Value-Änderungen der
zugrundeliegenden Vermögenswerte in die vertragliche Service-
marge einbezogen. Die Ergebnisse der Versicherer, die dieses
Modell verwenden, dürften daher weniger volatil sein als bei
Anwendung des allgemeinen Modells.
Die neuen Regeln werden sich auf die Abschlüsse und Kennzahlen
aller Unternehmen auswirken, die Versicherungsverträge oder
Investmentverträge mit ermessensabhängiger Überschussbetei-
ligung ausgeben.
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
Jährliche Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018–2020)
Die folgenden Verbesserungen an Standards wurden im Mai 2020
veröffentlicht:
IFRS 9 – Klarstellung, welche Gebühren in den 10%-Test für die
Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten einzubeziehen sind.
IFRS 16 – Änderungen des erläuternden Beispiels Nr. 13 zu
IFRS 16, welches Aussagen zu Zahlungen des Leasinggebers an
Leasingnehmer zur Erstattung von Ausgaben für Mietereinbau-
ten enthielt, die oftmals zu Missverständnissen führten.
IFRS 1 – die Vorschrift, wonach Tochterunternehmen, die später
als ihr Mutterunternehmen ein erstmaliger Anwender der IFRS
werden, das Wahlrecht haben, Vermögenswerte und Schulden
mit den bisher im Konzernabschluss des Mutterunternehmens
hierfür angesetzten Buchwerten (ohne Konsolidierungsan-
passungen und Anpassungen wegen der Auswirkungen des
Unternehmenszusammenschlusses) zu bewerten (Ausnahme:
Investmentgesellschaften), wird um die kumulierten Wäh-
rungsumrechnungsdifferenzen des Tochterunternehmens
erweitert. Die Änderung gilt auch für assoziierte Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen, die die entsprechende
IFRS-1-Regelung in Anspruch nehmen.
IAS 41 – Streichung der Nichtberücksichtigung von Zahlungs-
strömen für Steuern i.Z.m. der Bewertung biologischer Ver-
mögenswerte zum beizulegenden Zeitwert nach IAS 41. Damit
werden die Anforderungen des IAS 41 an die Regelungen des
IFRS 13 angeglichen und mit einer Änderung des IAS 41 aus 2008
in Einklang gebracht, wonach im Rahmen der Bestimmung des
beizulegenden Zeitwertes nicht zwingend ein Vorsteuerzinssatz
für die Diskontierung zu verwenden ist.
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
IAS 16 Sachanlagen – Änderungen an IAS 16: Erlöse bevor beab-
sichtigter Nutzung
Die Änderungen an IAS 16 untersagen es einem Unternehmen,
von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten einer Sachanlage
Erlöse abzuziehen, die es aus dem Verkauf von Gegenständen
erzielt, die während der Zeit, in welcher der Vermögenswert zu sei
-
nem Standort und in den betriebsbereiten Zustand gebracht wurde,
h
ergestellt wurden (wie z. B. Erlöse aus dem Verkauf von auf einer
Testanlage gefertigten Mustern). Die Änderung stellt auch klar,
was unter „Kosten für Testläufe“ zu verstehen ist. Hierunter fallen
Kosten zur Feststellung, ob der Vermögenswert technisch und
physisch in der Lage ist, seinen bestimmungsgemäßen Gebrauch
durchzuführen. Das Erreichen einer bestimmten finanziellen Leis
-
tungsfähigkeit (z.
B. eine vom Management angestrebte operative
Gewinnmarge) ist hingegen für die Beurteilung irrelevant.
Die Änderung verlangt, dass Unternehmen Erlöse und Kosten im
Zusammenhang mit produzierten Gegenständen, die nicht aus
der gehnlichen Geschäftstigkeit des Unternehmens stam-
men, getrennt ausweisen und den Posten der Gesamtergebnis-
rechnung angeben, in dem diese Erlöse erfasst werden.
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse –
Änderungen an IFRS3: Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS
Geringfügige Änderungen wurden an IFRS 3 vorgenommen, um
die Verweise auf das überarbeitete Rahmenkonzept der IFRS zu
aktualisieren und IFRS 3, um die Vorschrift zu ergänzen, dass ein
Erwerber bei der Identifizierung von übernommenen Verpflich-
tungen, die in den Anwendungsbereich des IAS 37 oder IFRIC 21
fallen, die Regelungen des IAS 37 oder IFRIC 21 anstelle des Rah-
menkonzepts anzuwenden hat. Ohne diese neue Regelung hätte
ein Unternehmen bei einem Unternehmenszusammenschluss
einige Verbindlichkeiten angesetzt, die gemäß IAS 37 bzw. IFRIC 21
nicht bilanziert werden dürften und daher unmittelbar nach dem
Erwerb erfolgswirksam auszubuchen gewesen wären. Des Wei-
teren wird IFRS 3 um ein explizites Ansatzverbot für erworbene
Eventualforderungen ergänzt.
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventu-
alforderungen – Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge –
Kosten der Vertragserfüllung
Die Änderung an IAS 37 stellt klar, dass zu den Erfüllungskosten
eines Vertrags alle direkt dem Vertrag zurechenbaren Kosten
gehören. Diese umfassen die zusätzlich für die Erfüllung des
Vertrags entstehenden Kosten (sog. „incremental cost“, wie z. B.
direkte Lohn- und Materialkosten) und eine Zurechnung anderer
Kosten, die direkt der Vertragserfüllung zuzurechnen sind.
Zudem erfolgt eine Klarstellung, wonach sich eine etwaige vor-
rangige Wertminderung auf die zur Vertragserfüllung eingesetz-

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
33
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ten (bisher: mit dem Vertrag verbundenen) Vermögenswerte
erstreckt.
Aus heutiger Sicht sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
Aus anderen übernommenen Änderungen (Änderungen IAS 1,
Änderungen IAS 8) sind keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu erwarten.
Standard Inhalt
Nicht übernommen
und anzuwenden ab
IAS 1 Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig Jänner 2023
IAS 12 Änderungen an IAS 12: Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und
Schulden beziehen, die aus einer einzigen Transaktion entstehen Jänner 2023
IFRS 17 Änderungen an IFRS 17: Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9:
Vergleichsinformationen Jänner 2023
Aus den oben angeführten übrigen Neufassungen bzw. Ände-
rungen sind aus heutiger Sicht keine wesentlichen Auswirkungen
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu
erwarten.
Es gibt keine weiteren Standards oder Interpretationen, die nicht
verpflichtend anzuwenden sind und die eine wesentliche Auswir-
kung auf den Konzern hätten.
2.2 KONSOLIDIERUNG
2.2.1 TOCHTERUNTERNEHMEN
Tochterunternehmen sind alle Unternehmen (einschließlich struk-
turierte Unternehmen), die vom Konzern beherrscht werden. Der
Konzern beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn er die
Verfügungsgewalt über das Unternehmen besitzt, eine Risikobe-
lastung durch oder Anrechte auf variable Rückflüsse aus seinem
Engagement in dem Beteiligungsunternehmen vorliegen, und der
Konzern die Fähigkeit besitzt, seine Verfügungsgewalt über das
Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die
Höhe der variablen Rückflüsse des Beteiligungsunternehmens
beeinflusst wird. Die Konsolidierung eines Beteiligungsunterneh-
mens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung
über das Unternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die
Beherrschung über das Beteiligungsunternehmen verliert.
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Jahresabschlüsse der
Tochterunternehmen wurden alle auf den einheitlichen Konzern-
abschlussstichtag 31. März 2022 sowie nach den Prinzipien der
IFRSs, wie sie in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.
Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach
der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs ent-
sprechen dem beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermö-
genswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der
entstandenen bzw. übernommenen Schulden zum Transaktions-
zeitpunkt. Außerdem beinhalten sie die beizulegenden Zeitwerte
jeglicher angesetzter Vermögenswerte oder Schulden, die aus
einer bedingten Gegenleistungsvereinbarung resultieren. Im Rah-
men eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare
Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten werden
bei der Erstkonsolidierung mit ihren beizulegenden Zeitwerten
zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Für jeden Unternehmenserwerb
entscheidet der Konzern auf individueller Basis, ob die nicht
beherrschbaren Anteile am erworbenen Unternehmen zum bei-
zulegenden Zeitwert oder anhand des proportionalen Anteils am
Nettovermögen des erworbenen Unternehmens erfasst werden.
Erwerbsbezogene Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn
sie anfallen.
Bei einem sukzessiven Unternehmenszusammenschluss wird der
zuvor erworbene Eigenkapitalanteil des Unternehmens mit dem
zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert neu
bestimmt. Der daraus resultierende Gewinn oder Verlust ist in der
Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen.
Etwaige bedingte Gegenleistungen werden mit dem beizulegenden
Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Nachträgliche Änderun-
gen des beizulegenden Zeitwerts einer als Vermögenswert oder
als Verbindlichkeit eingestuften bedingten Gegenleistung werden
im Rahmen von IFRS 9 bewertet, und ein daraus resultierender
Gewinn bzw. Verlust entweder im Gewinn oder Verlust oder im
sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als
Eigenkapital eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spä-
tere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.
Als Goodwill wird der Wert angesetzt, der sich aus dem Über-
schuss der Anschaffungskosten des Erwerbs, dem Betrag der nicht
beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie
dem beizulegenden Zeitwert jeglicher vorher gehaltener Eigenka-
pitalanteile zum Erwerbsdatum über den Anteil des Konzerns an
dem zum beizulegenden Wert bewerteten Nettovermögen ergibt.
Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden
Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterun-
ternehmens, wird der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung
direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Konzerninterne Transaktionen, Salden sowie unrealisierte Gewinne
und Verluste aus Transaktionen zwischen Konzernunternehmen
werden eliminiert. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
von Tochtergesellschaften wurden, sofern notwendig, geändert,
um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
34
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2.2.2 TRANSAKTIONEN MIT NICHT BEHERRSCHENDEN
ANTEILEN OHNE VERLUST DER BEHERRSCHUNG
Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilen ohne Verlust
der Beherrschung werden als Transaktionen mit den Eigentümern
des Konzerns, die in ihrer Eigenschaft als Eigentümer handeln,
bilanziert. Ein aus dem Erwerb eines nicht beherrschenden Anteils
entstehender Unterschiedsbetrag zwischen dem beizulegenden
Zeitwert der gezahlten Leistung und dem erworbenen Anteil am
Buchwert des Nettovermögens des Tochterunternehmens wird
im Eigenkapital erfasst. Gewinne und Verluste, die bei der Veräu-
ßerung an nicht beherrschende Anteilseigner entstehen, werden
ebenfalls im Eigenkapital erfasst.
2.2.3 VERÄUSSERUNG VON TOCHTERUNTERNEHMEN
Wenn der Konzern die Beherrschung über ein Unternehmen
verliert, wird der verbleibende Anteil zum beizulegenden Zeitwert
neu bewertet und die daraus resultierende Differenz als Gewinn
oder Verlust erfasst. Der beizulegende Zeitwert ist der beim
erstmaligen Ansatz eines assoziierten Unternehmens, Gemein-
schaftsunternehmens oder eines finanziellen Vermögenswerts
ermittelte beizulegende Zeitwert. Darüber hinaus werden alle im
sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge in Bezug auf dieses
Unternehmen so bilanziert, wie dies verlangt würde, wenn das
Mutterunternehmen die dazugehörigen Vermögenswerte und
Schulden direkt veräußert hätte. Dies bedeutet, dass ein zuvor im
sonstigen Ergebnis erfasster Gewinn oder Verlust vom Eigenkapi-
tal ins Ergebnis umgegliedert wird.
2.2.4 ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Assoziierte Unternehmen sind solche Unternehmen, auf die der
Konzern maßgeblichen Einfluss ausübt, über die er aber keine
Kontrolle besitzt, regelmäßig begleitet von einem Stimmrechts-
anteil zwischen 20 und 50 %. Beteiligungen an assoziierten Unter-
nehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode bilanziert
und anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Der
Anteil des Konzerns an assoziierten Unternehmen beinhaltet den
beim Erwerb entstandenen Goodwill (nach Becksichtigung
kumulierter Wertminderungen).
Wenn sich die Beteiligungsquote an einem assoziierten Unter-
nehmen verringert hat, dies jedoch ein assoziiertes Unternehmen
bleibt, so wird nur der anteilige Betrag der zuvor im sonstigen
Ergebnis erfassten Gewinne bzw. Verluste in den Gewinn oder
Verlust umgegliedert.
Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten von asso-
ziierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbs an in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Veränderungen der
Rücklagen sind anteilig in den Konzernrücklagen zu erfassen. Die
kumulierten Veränderungen nach Erwerb werden gegen den Betei-
ligungsbuchwert verrechnet. Wenn der Verlustanteil des Konzerns
an einem assoziierten Unternehmen dem Anteil des Konzerns an
diesem Unternehmen, inklusive anderer ungesicherter Forderun-
gen, entspricht bzw. diesen übersteigt, erfasst der Konzern keine
weiteren Verluste, es sei denn, er ist für das assoziierte Unterneh-
men Verpflichtungen eingegangen oder hat für das assoziierte
Unternehmen Zahlungen geleistet.
Der Konzern überprüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte
vorliegen, dass hinsichtlich der Investition im assoziierten Unter-
nehmen Wertminderungsaufwand berücksichtigt werden muss.
In diesem Fall wird der Unterschied zwischen dem Buchwert
und dem erzielbaren Betrag als Wertminderung erfasst und als
„Gewinn- und Verlustanteile an assoziierten Unternehmen“ in der
Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.
Nicht realisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen Konzernunter-
nehmen und assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem
Anteil des Konzerns an dem assoziierten Unternehmen eliminiert.
Nicht realisierte Verluste werden ebenfalls eliminiert, es sei denn,
die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen
Vermögenswerts hin. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
assoziierter Unternehmen wurden – sofern notwendig – geändert,
um eine konzerneinheitliche Bilanzierung zu gewährleisten.
Veräußerungsgewinne und -verluste, die aus Anteilen an assozi-
ierten Unternehmen resultieren, werden ergebniswirksam erfasst.
2.3 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Über das Geschäftssegment wird in einer Art und Weise berichtet,
die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentschei
-
dungsträger übereinstimmt. Der Hauptentscheidungsträger ist
für Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen zu dem
Geschäftssegment und für die Überprüfung von dessen Ertrags
-
kraft zuständig. Als Hauptentscheidungsträger wurde der Vorstand
für strategische Entscheidungen ausgemacht.
2.4 WÄHRUNGSUMRECHNUNG
2.4.1 FUNKTIONALE WÄHRUNG UND BERICHTSWÄHRUNG
Die im Abschluss eines jeden Konzernunternehmens enthaltenen
Posten werden auf Basis der Währung bewertet, die der Währung
des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen
operiert, entspricht (funktionale Währung). Der Konzernabschluss
ist in Euro aufgestellt, der die Berichtswährung der Gurktaler
Aktien gesellschaft, Wien, darstellt.
Die Konzernunternehmen führen ihre Bücher und sonstige Auf-
zeichnungen in der Währung des jeweiligen Landes, entsprechend
den gesetzlichen Bestimmungen, in dem sie gegründet und einge-
tragen sind. Die funktionale Währung ausländischer Tochterunter-
nehmen ist die jeweilige Landeswährung.
2.4.2 TRANSAKTIONEN UND SALDEN
Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen
zum Transaktionszeitpunkt oder Bewertungszeitpunkt bei Neu-
bewertungen in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne
und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
35
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung
geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultie-
ren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei
denn, sie sind im Eigenkapital als qualifizierte Cashflow Hedges
und qualifizierte Net Investment Hedges zu erfassen. Fremd-
währungsgewinne und -verluste, die aus der Umrechnung von
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Finanz-
schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung
unter „Finanzierungserträge oder -aufwendungen“ ausgewiesen.
Alle anderen Fremdwährungsgewinne und -verluste werden in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter „sonstige betriebliche Erträge
bzw. Aufwendungen“ ausgewiesen.
Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten, deren
Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam ver-
rechnet werden (z. B. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
bewertete Eigenkapitalinstrumente), sind als Teil des Gewinns
bzw. Verlusts aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in
der Gewinn- und Verlustrechnung auszuweisen. Demgegenüber
sind Umrechnungsdifferenzen bei nicht monetären Posten,
deren Änderungen ihres beizulegenden Zeitwerts im Eigenkapital
berücksichtigt werden (z. B. Eigenkapitalinstrumente, für die das
Wahlrecht zur erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegendem
Zeitwert in Anspruch genommen wird), innerhalb der Neubewer-
tungsrücklage als Teil der sonstigen Rücklagen zu erfassen.
2.4.3 KONZERNUNTERNEHMEN
Die Ergebnisse und Bilanzposten aller Konzernunternehmen
(ausgenommen solche aus Hochinflationsländern), die eine vom
Euro abweichende funktionale Währung haben, werden wie folgt
in Euro umgerechnet:
Vermögenswerte und Schulden werden für jeden Bilanzstichtag
mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Erträge und Aufwendungen werden für jede Gewinn- und
Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet (es sei
denn, die Verwendung des Durchschnittskurses führt nicht zu
einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte,
die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten
geltenden Kursen ergeben hätten; in diesem Fall sind Erträge
und Aufwendungen zu ihren Transaktionskursen umzurechnen).
Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als eige-
ner Posten innerhalb der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital
erfasst.
Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden in den Konzernabschluss
keine vollkonsolidierten Jahresabschlüsse in fremder Währung
einbezogen.
Goodwill und Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts, die
beim Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstanden
sind, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländi-
schen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umge-
rechnet. Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden
im Eigenkapital erfasst.
2.5 SACHANLAGEN
Sachanlagen werden zu ihren um Abschreibungen verminderten
historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.
Anschaffungs- und Herstellungskosten beinhalten die direkt dem
Erwerb zurechenbaren Aufwendungen.
Nachträgliche Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden
nur dann als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten des
Vermögenswerts oder – sofern einschlägig – als separater Vermö-
genswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass dem Konzern
daraus zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die
Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können.
Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen, die keine wesent-
liche Ersatzinvestition darstellen (day-to-day servicing), werden in
dem Geschäftsjahr aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlust-
rechnung erfasst, in dem sie angefallen sind.
Erhaltene Zuschüsse von Dritten werden grundsätzlich im sonsti-
gen operativen Ertrag ausgewiesen. Wurden diese Zuschüsse für
Anschaffung bzw. Herstellung von Vermögenswerten gewährt,
werden die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Vermö-
genswerte entsprechend gekürzt.
Bei allen Vermögenswerten erfolgt die Abschreibung linear, wobei
die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die erwartete
Nutzungsdauer der Vermögenswerte wie folgt auf den Restbuch-
wert abgeschrieben werden:
Abschreibung
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–5 Jahre
Die Restbuchwerte und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden
zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Übersteigt der Buchwert einer Sachanlage deren geschätzten
erzielbaren Betrag, so wird er sofort auf Letzteren abgeschrieben.
Gewinne und Verluste aus Abgängen von Sachanlagen werden
als Unterschiedsbetrag zwischen den Veräußerungserlösen und
den Buchwerten der Sachanlagen ermittelt und unter dem Pos-
ten „sonstige betriebliche Erträge bzw. Aufwendungen“ in der
Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
36
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2.6 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu
ihren historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfasst.
Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene immaterielle
Vermögenswerte werden am Erwerbstag zum beizulegenden
Zeitwert bewertet.
2.6.1 MARKENRECHTE
Erworbenen Markenrechte werden zu ihren historischen Anschaf-
fungs- und Herstellkosten erfasst.
Markenrechte werden zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf
zahlungsmittelgenerierende Einheiten (cash generating units,
CGU) aufgeteilt. Die Aufteilung erfolgt auf diejenigen CGU bzw.
Gruppen von CGU gemäß den identifizierten Geschäftssegmen-
ten, von denen erwartet wird, dass sie aus dem Zusammenschluss,
bei dem das Markenrecht entstand, Nutzen ziehen.
Die Überprüfung, ob eine Wertminderung beim Markenrecht vor-
liegt, wird jährlich vorgenommen. Wenn Anhaltspunkte vorliegen,
die eine mögliche Wertminderung zur Folge haben könnten, wird
häufiger überprüft. Der Buchwert des Markenrechts wird mit dem
erzielbaren Betrag, d. h. mit dem höheren der beiden Beträge
aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und
Nutzungswert, verglichen. Eine Wertminderung wird sofort auf-
wandswirksam erfasst und gegebenenfalls in den nachfolgenden
Perioden aufgeholt.
2.7 WERTMINDERUNG NICHT MONETÄRER
VERMÖGENSWERTE
Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben,
wie beispielsweise Goodwill oder bestimmte Markenrechte, werden
nicht planmäßig abgeschrieben; sie werden jährlich auf Wertmin
-
derungen hin geprüft. Vermögenswerte, die einer planmäßigen
Abschreibung unterliegen, werden auf Wertminderungen geprüft,
wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände
anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar
ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren
Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag
ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert des
Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Für
den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigs
-
ten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifi-
ziert werden können. Mit Ausnahme des Goodwills wird für nicht
monetäre Vermögenswerte zu jedem Bilanzstichtag überprüft, ob
gegebenenfalls eine Wertaufholung zu erfolgen hat.
2.8 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
IFRS 9 „Finanzinstrumente“ befasst sich mit der Klassifizierung,
dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswer-
ten und finanziellen Verbindlichkeiten.
IFRS 9 behält das gemischte Bewertungsmodell mit Vereinfa-
chungen bei und schafft drei Bewertungskategorien für finanzielle
Vermögenswerte:
fortgeführte Anschaffungskosten,
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert und
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Der Konzern bewertet alle gehaltenen Eigenkapitalinstrumente
in der Folge zum beizulegenden Zeitwert. Das Management des
Konzerns hat entschieden, Effekte aus der Änderung des beizu-
legenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten im sonstigen
Ergebnis darzustellen. Eine spätere Umgliederung dieser Gewinne
und Verluste in den Gewinn oder Verlust erfolgt nach Ausbuchung
des Instruments nicht. Dividenden aus solchen Instrumenten
werden weiterhin im Gewinn oder Verlust unter den sonstigen
Erträgen erfasst, wenn der Anspruch des Konzerns auf den Erhalt
von Zahlungen begründet wird.
Das „Expected-Credit-Loss Modell“ gemäß IFRS 9 erfordert
erhebliche Ermessensentscheidungen bezüglich der Frage, inwie-
weit die erwarteten Kreditausfälle durch Veränderungen bei den
wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden. Diese Einschätzung
wird auf Grundlage gewichteter Wahrscheinlichkeiten bestimmt.
Das Wertminderungsmodell findet auf zu fortgehrten Anschaf-
fungskosten oder erfolgsneutral zum Fair Value bewertete Schuld-
instrumente, Leasingforderungen, Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, vertragliche Vermögenswerte (gemäß Definition
im IFRS 15) und nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertete
Kreditzusagen und Finanzgarantien – mit Ausnahme von als
Finanzanlagen gehaltenen Dividendenpapieren – Anwendung.
Nach IFRS 9 werden Wertberichtigungen auf einer der nachste-
henden Grundlagen bewertet:
12-Monats-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, deren Kredit-
risiko sich seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erht
hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge in Höhe der
Kreditausfälle zu erfassen, deren Eintritt innerhalb der nächsten
zwölf Monate erwartet wird.
Gesamtlaufzeit-Expected-Loss: Für Finanzinstrumente, bei
denen sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz sig-
nifikant erhöht hat, hat ein Unternehmen eine Risikovorsorge
in Höhe der über die Restlaufzeit erwarteten Kreditausfälle zu
erfassen.
Die Bewertung nach dem Konzept der lebenslangen Kreditausfälle
ist jedoch immer für Forderungen aus Lieferungen und Leistun-
gen und für vertragliche Vermögenswerte ohne eine wesentliche
Finanzierungskomponente anzuwenden; ein Unternehmen kann
diese Methode auch für Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen und vertragliche Vermögenswerte mit einer wesentlichen
Finanzierungskomponente anwenden.
Der Konzern hat historisch keine Forderungsausfälle und Wert-
minderungen. Gleiches ist für die bestehenden Forderungen auch
für die Zukunft zu erwarten. Leasingforderungen werden derzeit

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
37
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
vom Konzern nicht gehalten. Aus der Bilanzierung nach IFRS 9
ergeben sich keine wesentlichen Effekte.
Der Konzern ermittelt die erwarteten Kreditverluste anhand von
Ausfalleinschätzung mit Zeitbändern von 30, 60, 90 und 120 Tagen.
Die finanziellen Schulden werden im Konzern zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet.
Der Konzern hat keine finanziellen Schulden als erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet bestimmt und beabsichtigt
dies derzeit auch nicht zu tun.
2.8.1 AUSLEIHUNGEN UND FORDERUNGEN
Ausleihungen und Forderungen sind nicht derivative finanzielle
Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die
nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie zählen zu den
kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit nicht zlf
Monate nach dem Bilanzstichtag übersteigt. Die Ausleihungen
und Forderungen des Konzerns werden in der Bilanz unter „Lie-
ferforderungen, „Forderungen gegenüber nahestehenden Unter-
nehmen“ und „sonstige Forderungen“ ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr wurden keine langfristigen Forderungen ausge-
wiesen.
Sowohl Forderungen aus Lieferungen und Leistungen als auch
Ausleihungen werden von der Gesellschaft gehalten, um die
laufenden Zahlungsströme und etwaige Zinszahlungen zu
generieren, und nicht um aus dem Verkauf der Vermögenswerte
Gewinn zu erzielen. Das Geschäftsmodell lautet „hold to collect“
nach IFRS 9. Die Forderungen und Ausleihungen setzen sich aus-
schließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen zusammen. Diese
Vermögenswerte werden daher zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten angesetzt.
Für diese Vermögenswerte ist eine Wertminderungsvorsorge in
Form von erwarteten Verlusten zu buchen.
Der Betrag der Wertberichtigungen wird erfolgswirksam in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als sonstige betriebliche
Aufwendungen erfasst.
2.8.2 ANDERE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte sind nicht derivative finanzi-
elle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie oder keiner
der anderen dargestellten Kategorien zugeordnet wurden. Sie
sind den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern
das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf
Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern, und der Vermö-
genswert in diesem Zeitraum nicht fällig wird.
Der Posten „andere finanzielle Vermögenswerte“ beinhaltet aus-
schließlich sonstige Beteiligungen.
Andere finanzielle Vermögenswerte werden anfänglich zu ihrem
beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt.
Die Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei
Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergeb-
nis erfasst werden.
Sämtliche Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung von
finanziellen Vermögenswerten werden im Jahresergebnis erfasst.
Dividenden sowie laufende Zinserträge auf andere finanzielle
Vermögenswerte sind mit der Entstehung des Rechtsanspruchs
des Konzerns auf Zahlung erfolgswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Finanzergebnis zu erfassen.
2.9 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTEL-
ÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bar-
geld, Sichteinlagen, andere kurzfristige, hochliquide finanzielle
Vermögenswerte mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal
drei Monaten. In der Bilanz werden ausgenutzte Kontokorrentkre-
dite unter den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gezeigt.
2.10 EIGENKAPITAL
Stamm- und Vorzugsaktien werden als Eigenkapital klassifiziert.
Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien oder Optionen
zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital netto nach Steuern als
Abzug von den Emissionserlösen bilanziert.
Wenn ein Unternehmen des Konzerns Eigenkapitalanteile der Gur-
ktaler Aktiengesellschaft, Wien, kauft (treasury shares), wird der
Wert der bezahlten Gegenleistung, einschließlich direkt zurechen-
barer zusätzlicher Kosten (netto nach Ertragsteuern), solange vom
Eigenkapital der Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, abgezogen,
bis die Aktien eingezogen oder wieder ausgegeben werden. Wer-
den solche eigenen Anteile nachträglich wieder ausgegeben, wird
die erhaltene Gegenleistung (netto nach Abzug direkt zurechen-
barer zusätzlicher Transaktionskosten und zusammenhängender
Ertragsteuern) im Eigenkapital der Gurktaler Aktiengesellschaft,
Wien, erfasst.
2.11 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND
LEISTUNGEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungs-
verpflichtungen für Güter und Leistungen, die im gehnlichen
Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden
als kurzfristige Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflich-
tung innerhalb von einem Jahr oder weniger als einem Jahr (oder
innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist)
fällig ist. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden bilan-
ziert.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei
ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
38
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten
unter Anwendung der Effektivzinsmethode.
2.12 FINANZVERBINDLICHKEITEN
Finanzverbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz
zum beizulegenden Zeitwert und nach Abzug von Transaktions-
kosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu fortgeführ-
ten Anschaffungskosten bewertet; jede Differenz zwischen dem
Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und
dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Ausleihung
unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst. Fremdkapitalkosten werden in der Peri-
ode ihres Anfalls als Aufwand erfasst.
2.13 LAUFENDE UND LATENTE STEUERN
Der Steueraufwand der Periode setzt sich aus laufenden und
latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Pos-
ten, die unmittelbar im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis
erfasst wurden. In diesem Fall werden die Steuern ebenfalls im
Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfasst.
Der laufende Steueraufwand wird unter Anwendung der am Bilanz-
stichtag geltenden österreichischen Steuervorschriften berechnet.
Das Management überprüft regelmäßig Steuerdeklarationen, vor
allem in Bezug auf auslegungsfähige Sachverhalte, und bildet,
wenn angemessen, Rückstellungen basierend auf den Beträgen,
die an die Finanzverwaltung erwartungsgemäß abzuführen sind.
Latente Steuerforderungen, die durch temporäre Differenzen in
Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen und asso-
ziierten Unternehmen (bzw. Gemeinschaftsunternehmen) entste-
hen, werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die
temporären Differenzen in absehbarer Zeit umkehren werden und
steuerliche Ergebnisse künftig zur Verfügung stehen.
Latente Steuern werden für alle temporären Differenzen zwischen
der Steuerbasis der Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten (tax
base) und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt (soge-
nannte Verbindlichkeitenmethode). Wenn jedoch im Rahmen
einer Transaktion, die keinen Unternehmenszusammenschluss
darstellt, eine latente Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines
Vermögenswerts oder einer Verbindlichkeit entsteht, die zum
Zeitpunkt der Transaktion weder einen Effekt auf den bilanziellen
noch auf den steuerlichen Gewinn oder Verlust hat, unterbleibt
die Steuerabgrenzung sowohl zum Zeitpunkt des Erstansatzes
als auch danach. Latente Steuern werden unter Anwendung der
Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstich-
tag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind
und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten
Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbind-
lichkeit erwartet wird.
Die wichtigsten temporären Differenzen ergeben sich aus den
Markenrechten und zusätzlich aus steuerlichen Verlustvorträgen.
Latente Steuerforderungen werden nur in dem Umfang angesetzt,
in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn
verfügbar sein wird, gegen den die temporäre Differenz verwendet
werden kann.
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen
im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen
und assoziierten Unternehmen entstehen, werden angesetzt,
es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären
Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahr-
scheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer
Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden sal-
diert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf
Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen
und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von
der gleichen Steuerbehörde erhoben werden für entweder das-
selbe Steuersubjekt oder unterschiedliche Steuersubjekte, die
beabsichtigen, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.
2.14 LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER
Der Konzern gewährt verschiedene Leistungen an Arbeitneh-
merinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhält-
nisses und andere langfristige Leistungen entweder aufgrund ein-
zelvertraglicher Vereinbarungen oder gemäß den Bestimmungen
des entsprechenden lokalen Arbeitsrechtes.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder
werden auf Basis von versicherungsmathematischen Metho-
den (Anwartschaftsbarwertverfahren) berechnet. Der Barwert
der Anwartschaften (Defined Benefit Obligation = DBO) wird
aufgrund der zurückgelegten Dienstzeit und der erwarteten
Gehaltsentwicklung berechnet. Der zu erfassende Periodenauf-
wand beinhaltet Dienstzeitaufwand und Zinsaufwand und wird
erfolgswirksam im Jahresergebnis erfasst. In Übereinstimmung
mit IAS 19 (2011) werden versicherungsmathematische Gewinne
und Verluste aus Rückstellungen für Abfertigungen im sonstigen
Ergebnis im Eigenkapital und aus Rückstellungen für Jubiläums-
gelder im Personalaufwand erfasst. Weitere Angaben sind unter
AZ 25.1. enthalten.
Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis erfasst.
Im Rahmen der Berechnung der Verpflichtungen werden versiche-
rungsmathematische Annahmen getroffen, vor allem hinsichtlich
des anzuwendenden Zinssatzes für die Abzinsung, der Steige-
rungsrate für Gehälter, des Pensionseintrittsalters und der Wahr-
scheinlichkeiten betreffend Fluktuation und Inanspruchnahme.
Für die Ermittlung des Barwertes der Anwartschaften kommt ein
Zinssatz zur Anwendung, der in Anlehnung an die durchschnitt-

Graphics
KONZERNABSCHLUSS
39
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
liche Verzinsung von Industrieanleihen höchster Bonität mit
entsprechender Laufzeit gewählt wird.
Die zur Anwendung kommende Steigerungsrate der Gehälter
wird aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre
ermittelt, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen wird.
Die verwendeten Abschläge für Fluktuation und Inanspruchnah-
mewahrscheinlichkeit basieren auf Erfahrungswerten vergleichba-
rer Vorperioden.
Für Abfertigungsverpflichtungen wird auf das derzeitige recht-
ßige Pensionseintrittsalter abgestellt.
Die Abfertigungen betreffen Verpflichtungen nach österreichi-
schem Recht. Die Abfertigungen nach österreichischem Recht
sind einmalige Abfindungen, die aufgrund von arbeitsrechtlichen
Vorschriften bei Kündigung der Arbeitnehmer durch den Dienst-
geber sowie regelmäßig bei Pensionseintritt bezahlt werden müs-
sen. Ihre Höhe richtet sich nach der Anzahl der Dienstjahre und
der Höhe der Bezüge.
Anzahl Dienstjahre 3 5 10 15 20 25
Anzahl Monatsbezüge 2 3 4 6 9 12
Die Regelung gilt für jene Dienstnehmer, die bis zum Jahr 2002 in das
Unternehmen eingetreten sind bzw. innerhalb des Konzerns von ande
-
ren österreichischen Gesellschaften unter Anerkennung der vorheri-
gen Dienstzeiten innerhalb des Konzerns übernommen worden sind.
Aufgrund von gesetzlichen Änderungen kommt für jene Dienstneh-
mer, die ab dem Jahr 2003 in das Unternehmen eingetreten sind, ein
beitragsorientiertes Modell zur Anwendung. Der Dienstgeber hat
ab dem zweiten Monat des Arbeitsverhältnisses einen laufenden
Beitrag in Höhe von 1,53 % des monatlichen Entgelts sowie allfälliger
Sonderzahlungen an eine Mitarbeitervorsorgekasse zu leisten.
Den Mitarbeitern der österreichischen Gesellschaften gebühren
bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei
Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.
2.15 RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen werden angesetzt, wenn dem Konzern aus Ereignis-
sen der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische
Verpflichtung entstanden ist, es wahrscheinlich ist, dass zur Erfüllung
der Verpflichtung ein Abfluss von Ressourcen erforderlich ist, und
eine verlässliche Schätzung der Höhe möglich ist. Wenn der Konzern
die Erstattung eines zurückgestellten Betrags erwartet, z. B. aufgrund
einer Versicherung, wird die Erstattung als separater Vermögenswert
nur bei ausreichender Eintrittswahrscheinlichkeit angesetzt.
Der Konzern setzt eine Rückstellung für verlustträchtige Geschäfte
an, wenn der erwartete Nutzen aus dem vertraglichen Anspruch
geringer ist als die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der ver-
traglichen Verpflichtungen.
2.16 ERTRAGSREALISIERUNG
Die Umsatzerlöse bestehen derzeit aus Pachterlösen. Diese wer-
den auf Quartalsbasis nach Maßgabe der vertraglichen Vereinba-
rung realisiert.
Für die Umsatzrealisierung ist ein fünfstufiges Verfahren anzu-
wenden:
1. Identifizierung der Verträge mit dem Kunden
2. Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen
3. Bestimmung des Transaktionspreises
4. Aufteilung des Transaktionspreises auf separate Leistungsver-
pflichtungen
5. Erfassung von Umsatzerlösen bei Erfüllung einzelner Leis-
tungsverpflichtungen
Ein Vertrag liegt vor, wenn beide Parteien des Vertrags die schrift-
liche Vereinbarung unterzeichnet haben. Im Regelfall beträgt das
Zahlungsziel 14 Tage.
Die Leistungsverpflichtungen betreffen üblicherweise die Ver-
pachtung der Marken.
Der Transaktionspreis ist zur Gänze variabel und berechnet sich
als Prozentsatz des Nettoumsatzes des Pächters.
Die Realisierung des Umsatzes erfolgt zeitpunktbezogen.
Die Umsatzerlöse der Gurktaler Gruppe setzen sich nahezu aus-
schließlich aus den Pachterlösen zusammen.
2.17 ZINSERTRÄGE
Zinserträge werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode
erfasst. Wenn bei einer Forderung eine Wertminderung vorliegt,
schreibt der Konzern den Buchwert auf den erzielbaren Betrag, d.h.
auf die Summe der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme, abge
-
zinst mit dem anfänglichen Effektivzinssatz, ab. Die Aufzinsung der
wertgeminderten Forderung erfolgt weiterhin mit dem anfänglichen
Effektivzinssatz und wird als Zinsertrag vereinnahmt. Der Zinsertrag
aus wertgeminderten Darlehensforderungen wird infolgedessen
gleichfalls unter Zugrundelegung des Effektivzinssatzes erfasst.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
40
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2.18 DIVIDENDENERTRÄGE
Dividendenerträge werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem das
Recht auf den Empfang der Zahlung entsteht.
2.19 LEASINGVERHÄLTNISSE
Der Konzern mietet verschiedene Immobilien und Fahrzeuge.
Die Laufzeit der Leasingvereinbarungen sind der untenstehenden
Tabelle zu entnehmen. Typischerweise besteht die Option, die
Leasingvereinbarungen nach diesem Zeitraum zu verlängern. Die
Leasingvereinbarungen werden ca. alle fünf Jahre neu verhandelt,
um die Marktmieten zu reflektieren.
Der Konzern hat keine Leasingverhältnisse, in denen er als Lea-
singgeber auftritt.
Es wird sowohl das Wahlrecht für Vereinfachungen im Zusam-
menhang mit Leasingverhältnissen mit kurzer Laufzeit (12 Monate
oder weniger) als auch für geringwertige Vermögenswerte ange-
wendet. Der Konzern hat Leasingverhältnisse (als Leasingnehmer)
über diverse elektronische Geräte (Kopierer, Computer, Mobilte-
lefone) abgeschlossen, die als geringwertige Wirtschaftsgüter
(Einzelpreis jeweils <TEUR 5) nach IFRS 16 angesetzt werden.
Die Aufwendungen aus diesen Verträgen werden vom Konzern
erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst,
sobald sie anfallen.
Zur Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes nimmt der
Konzern Zinssätze, für die Fremdfinanzierung für Vermögenswerte
mit vergleichbarer Laufzeit unter vergleichbaren Bedingungen, an.
Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden
bei Erstansatz zu Barwerten erfasst. Die Leasingverbindlichkeiten
beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:
feste Zahlungen (einschließlich de facto fester Zahlungen,
abzgl. etwaiger zu erhaltender Leasinganreize)
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz
gekoppelt sind
erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des Lea-
singnehmers
Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich
wie folgt zusammensetzen:
der Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeiten
sämtliche bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzah-
lungen abzüglich etwaig erhaltener Leasinganreize
alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten
Kosten
geschätzte Kosten, die dem Leasingnehmer bei Rückversetzung
des zugrunde liegenden Vermögenswerts in den der Leasing-
vereinbarung verlangten Zustand entstehen.
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingver-
hältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde
liegen, werden linear als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrech-
nung erfasst. Als kurzfristige Leasingverhältnisse gelten Leasing-
verträge mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten.
Nutzungsrechte im Zusammenhang mit gemieteten Immobilien,
die nicht die Definition von als Finanzanlagen gehaltene Immobi-
lien erfüllen, werden als Sachanlagen dargestellt (Siehe Anhang-
angabe 13).
Laufzeit
KFZ-Leasing
1–5 Jahre
Gebäudemieten > 5 Jahre
VERLÄNGERUNGSOPTIONEN
Das Immobilien-Leasingverhältnis enthält Verlängerungsoptio-
nen, die bis zu einem Jahr vor Ablauf der unkündbaren Vertrags-
laufzeit vom Konzern ausübbar sind. Nach Möglichkeit strebt der
Konzern beim Anschluss neuer Leasingverhältnisse die Aufnahme
von Verlängerungsoptionen an, um operative Flexibilität zu
gewährleisten. Die Verlängerungsoptionen sind nur vom Konzern
und nicht vom Leasinggeber ausübbar. Der Konzern beurteilt am
Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung von Verlängerungsoptio-
nen ausreichend sicher ist. Der Konzern bestimmt erneut, ob die
Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn
ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von
Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle liegt, eintritt.
2.20 GEWINNAUSSCHÜTTUNGEN
Gewinnausschüttungen werden erst nach Gewinnverwendungs-
beschluss ausgewiesen.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
41
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
3 FINANZRISIKOMANAGEMENT
3.1 FINANZRISIKOFAKTOREN
Das Unternehmen ist im Rahmen seiner geschäftlichen Tätig-
keit unterschiedlichsten Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit
seinem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Unsere
Risikopolitik zielt darauf ab, vorhandene Chancen optimal aus
-
zuschöpfen und Risiken nur dann einzugehen, wenn ihnen im
Gegenzug die Chance auf eine entsprechende Wertsteigerung
gegenübersteht.
Durch die Verpachtung der Unternehmen Gurktaler Alpenkräu-
ter GmbH, Gurk, und „Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien, ist
das Risiko betreffend Einkauf, Produktion und Vertrieb in die
Schlumberger-Gruppe ausgelagert. Das Risikomanagement ist bei
der Schlumberger-Gruppe als integrierter Bestandteil in die Unter-
nehmensführung und die Gestaltung der Geschäftsprozesse
eingebunden. Das Management der Risiken erfolgt weitgehend
dezentral und im Wesentlichen gemäß den Prozessen laut den
Zertifizierungen nach IFS-Version 7. IFS-Standards sind Lebens-
mittel- bzw. Produkt- und Servicestandards, die sicherstellen, dass
die nach IFS-Standards zertifizierten Unternehmen einheitliche
Vorgaben in Bezug auf Lebensmittel- bzw. Produktsicherheit und
Qualität anwenden. Der IFS-Food-Standard ist ein von der GFSI
(Global Food Safety Initiative) anerkannter Standard für die Audi-
tierung von Lebensmittelherstellern.
Das Risiko der Markenrechtsverletzungen wird durch ständige
interne und externe Marken- und Marktbeobachtung minimiert.
Nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie sowie der Ukraine-
Krise wurden notwendige Maßnahmen evaluiert und ergriffen, um
den Betrieb sicherzustellen.
Das Geschäftsmodell der Verpachtung der Kräutermarken Gurkta-
ler und Rossbacher an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei
und deren Tochtergesellschaft Top Spirit bringt es mit sich, dass
nötige operative Maßnahmen in der Produktion, Logistik oder im
Vertrieb in der 100 %igen Verantwortung der Pächterin liegen.
Die Kommunikation und das Reporting wurden mit der Pächterin
intensiviert, um sicherzustellen, dass seitens der Schlumberger
Wein- und Sektkellerei alle nötigen Maßnahmen ergriffen werden,
um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Unter Berücksichtigung der rollierend überarbeiteten Umsatzer-
wartungen der Pächterin wurden die Planungen der Pachterlöse
für die Gurktaler Aktiengesellschaft regelmäßig überarbeitet. Die
gute Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung führen dazu, dass
das Unternehmen in seinem Bestand nicht gefährdet ist.
Bei den Beteiligungen an der Underberg GmbH & Co KG, Rhein-
berg, und der indirekten Beteiligung an der Zwack Unicum Nyrt,
Budapest, wurden umfangreiche Maßnahmen zur Sicherheit der
Mitarbeiter und Erfüllung der Verpflichtungen zur Warenversor-
gung getroffen. Businesspläne zur Erfassung der kommerziellen
Auswirkungen wurden erstellt und bei Zwack Unicum Nyrt, Buda-
pest, wurde die Liquidität durch zusätzliche Maßnahmen in Form
von erweiterten Kontokorrentrahmen abgesichert.
Die Gurktaler Aktiengesellschaft und ihre Tochter- und Beteili-
gungsgesellschaften können dank der vorhandenen Reserven ihre
vertraglichen Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllen.
Die drei Mitarbeiterinnen sowie der Vorstand arbeiten teilweise
im Home-Office.
3.1.1 MARKTRISIKO
3.1.1.1 FREMDWÄHRUNGSRISIKO
Das Währungsänderungsrisiko des Konzerns wurde mit Aus-
nahme der At-Equity-Beteiligung an der Zwack Unicum Nyrt,
Budapest, Ungarn, als äußerst gering eingestuft, da keine Fremd-
währungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten ausgewiesen sind.
Hinsichtlich der Beteiligung an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest,
Ungarn, besteht ein Fremdwährungsrisiko in Bezug auf den unga-
rischen Forint.
3.1.1.2 ZINSÄNDERUNGSRISIKO
Aktivseitig besteht kein Zinsänderungsrisiko, da es sich bei den
Guthaben bei Kreditinstituten um stichtagsbezogene Kontokor-
rentguthaben handelt. Im Geschäftsjahr wurden keine derivativen
Finanzinstrumente verwendet.
Im Konzern werden festverzinsliche finanzielle Vermögenswerte
und finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten bewertet, von der Möglichkeit, diese erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert zu bewerten, wurde nicht Gebrauch
gemacht. Eine hypothetische Änderung des Marktzinsniveaus
zum Bilanzstichtag hätte für diese Finanzinstrumente weder eine
Auswirkung auf die Konzerngesamtergebnisrechnung noch auf
das Eigenkapital.
3.1.2 KREDITRISIKO
Auf der Aktivseite stellen die Buchwerte der finanziellen Aktiva
das maximale Bonitäts- und Ausfallsrisiko dar. Das Risiko ist als
gering anzusehen, weil es sich bei Kreditinstituten um solche von
unzweifelhafter Bonität handelt und zum Bilanzstichtag neben
Forderungen gegenüber verbundenen und assoziierten Unter-
nehmen, Lieferforderungen gegenüber dem Pächter ausgewiesen
sind. Die Geschäftsleitung sieht derzeit keine weiteren materiellen
Forderungsrisiken, die zusätzliche, über die bereits im Konzernab-
schluss erfassten Wertberichtigungen hinausgehende Vorsorgen
erforderlich machen würden.
3.1.3 LIQUIDITÄTSRISIKO
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, die erforderlichen Finanzmittel
zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten
nicht aufbringen zu können. Die Finanzierungspolitik des Kon-
zerns ist auf eine langfristige Finanzplanung abgestimmt. Die
Gruppe sorgt durch eine konzernweite Finanz- und Liquiditätspla-
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
42
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
nung dafür, dass ausreichend flüssige Mittel vorhanden sind oder
eine notwendige Finanzierung aus entsprechenden Kreditrahmen
sichergestellt ist, um ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen zu
können.
Die Restlligkeiten finanzieller Verpflichtungen gegenüber Drit-
ten, bestehend aus Tilgungs- und Zinszahlungen, gliedern sich in
folgende Zahlungstermine:
31. März 2022 Fälligkeit
in TEUR Summe
Bis zu
3 Monaten
Bis zu
12 Monaten
Zwischen
1 und 5 Jahren
Über
5 Jahre
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 17 4 13 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 18 18 0 0 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 211 119 92 0 0
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
17 0 0 17 0
Summe 263 141 105 17 0
31. März 2021 Fälligkeit
in TEUR Summe
Bis zu
3 Monaten
Bis zu
12 Monaten
Zwischen
1 und 5 Jahren
Über
5 Jahre
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 19 5 14 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 27 27 0 0 0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 194 102 92 0 0
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
36 0 0 36 0
Summe 276 134 106 36 0
Im Geschäftsjahr 2013/2014 wurde mit der Schlumberger Akti-
engesellschaft, Wien, eine Rahmen-Finanzierungsvereinbarung
abgeschlossen. Der wiederholt ausnützbare Finanzierungsrah-
men beträgt bis zu EUR 3 Mio. Hierdurch sind die laufenden
Finanzierungserfordernisse der Gruppe gedeckt.
3.2 KAPITALMANAGEMENT
Aufgrund des Geschäftsmodells Verpachtung und Beteiligungs-
verwaltung ist das Ziel des Konzerns nahezu ausschließlich durch
Eigenkapital finanziert zu sein.
Das Nettofremdkapital setzt sich zusammen aus allen langfristi-
gen und kurzfristigen Schulden laut Konzernbilanz abzüglich Zah-
lungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Das Gesamtkapital
berechnet sich aus dem Eigenkapital laut Konzernbilanz zuzüglich
Nettofremdkapital.
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Langfristige Schulden 619 735
Kurzfristige Schulden 280 780
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –11.330 –5.069
Nettofremdkapital –10.431 –3.554
Eigenkapital 32.689 31.638
Gesamtkapital 22.258 28.084
Fremdkapitalquote 0 % 0 %
Die Gesamtstrategie des Kapitalrisikomanagements hat sich im
laufenden Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
43
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
4 KRITISCHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN BEI DER BILANZIERUNG UND BEWERTUNG
Der Konzern trifft Einschätzungen und Annahmen, welche die Zukunft
betreffen. Die hieraus abgeleiteten Schätzungen werden naturgemäß
in den seltensten Fällen den späteren tatsächlichen Gegebenheiten
entsprechen. Die Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes
Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von
Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäfts
-
jahres mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.
4.1 KRITISCHE SCTZUNGEN UND ANNAHMEN BEI
DER BILANZIERUNG DER MARKENRECHTE
Im Rahmen des Impairment-Tests der als immaterielle Vermö-
genswerte bilanzierten Markenrechte (siehe AZ 14) wird der erziel-
bare Betrag durch den Nutzungswert bestimmt. Der Bestimmung
des Nutzungswerts liegen Cashflow-Planungen zu Grunde, die
auf der vom Vorstand genehmigten und im Zeitpunkt der Durch-
führung des Impairment-Tests gültigen Mittelfristplanung für eine
Periode von vier Jahren basieren. Diese Planungen beruhen auf
Erfahrungen aus der Vergangenheit und Einschätzungen zum
erwarteten Wachstum der relevanten Märkte.
Die Mittelfristplanung basiert auf der erwarteten Entwicklung
der aus volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleiteten
gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten.
Die wesentlichen Annahmen des Managements bei der Berech-
nung der Nutzungswerte der Markenrechte sind die geplanten
Pachterlöse und Diskontierungszinssätze.
Der Diskontierungszinssatz vor Steuern wurde für die Marken-
rechte Gurktaler mit 5,23 % (Vorjahr: 4,4 %) und Rossbacher mit
5,24 % (Vorjahr: 4,4 %) angenommen. Die vom Unternehmen
für die Extrapolation zur Berücksichtigung der erwarteten Geld-
entwertung über den Detailplanungszeitraum hinaus verwendete
konstante Wachstumsrate von 1 % (Vorjahr: 1 %) wird aus den
Zukunftserwartungen abgeleitet und liegt jeweils nicht über der
langfristigen durchschnittlichen Wachstumsrate für die Märkte, in
denen die Unternehmen tätig sind.
Eine Anpassung bestimmter Parameter ergäbe folgende Sensiti-
vitäten:
Der Pachterlös hängt vom realisierten Umsatz des Pächters mit
den jeweiligen Marken ab. Läge der tatsächliche Umsatz 10 % unter
den Schätzungen des Managements am 31. März 2022, hätte dies
für die Markenrechte des Konzerns folgende Auswirkungen:
2021/2022 2020/2021
Markenrecht Rossbacher Abwertungsbedarf in Höhe von
TEUR 93 kein Abwertungsbedarf
Markenrecht Gurktaler kein Abwertungsbedarf kein Abwertungsbedarf
Wenn der Diskontierungszinssatz, der bei der Berechnung des
Nutzungswertes angewendet wurde, um einen Prozentpunkt über
der Schätzung des Managements zum 31. März 2022 gelegen
hätte, wären folgende Auswirkungen auf die Markenrechte des
Konzerns zu verzeichnen:
2021/2022 2020/2021
Markenrecht Rossbacher Abwertungsbedarf in Höhe von
TEUR 278
zusätzlicher Abwertungsbedarf
in Höhe von TEUR 200
Markenrecht Gurktaler kein Abwertungsbedarf kein Abwertungsbedarf
Das Markenrecht Rossbacher würde bis zu einem Diskontierungs-
zinssatz von 0,2 Prozentpunkten über der Schätzung des Manage-
ments keinen zusätzlichen Abwertungsbedarf verzeichnen.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
44
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
5 SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die Gesellschaft agiert international in einem Geschäftssegment,
welches den Handel mit alkoholischen Getränken einschließlich
der Durchführung der damit in Zusammenhang stehenden
Geschäfte umfasst. Als „Chief Operating Decision Maker“ wurde
der Vorstand identifiziert, der regelmäßig auf Basis des Konzern-
betriebsergebnisses Ressourcenentscheidungen trifft und die
Gesamtentwicklung überwacht.
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, ist ausschlilich in
einem einzigen Geschäftssegment tätig, nämlich der Verpachtung
der Geschäftsbetriebe Rossbacher und Gurktaler im Inland. Die
Umsatzerlöse betreffen den Pachtzins von der Schlumberger
Wein- und Sektkellerei GmbH, Wien, siehe dazu auch unter AZ 30.
6 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Kostenerstattung von verbundenen Unternehmen übergeordneter Konzern 270 283
Veräußerungserlös Markenrecht 0 2.698
Eingebettetes Derivat Anlagenverkauf 0 116
Andere 6 1
276 3.098
7 PERSONALAUFWAND
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Gehälter 406 330
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
9 9
Sozialaufwand und gehaltsabhängige Abgaben 82 71
497 410
Im Geschäftsjahr beschäftigte Angestellte:
Stichtag: 31.3.2022 31.3.2021
Angestellte 4 4
Durchschnitt: 2021/2022 2020/2021
Angestellte 4 3
8 AUFWAND FÜR ABSCHREIBUNGEN UND WERTMINDERUNGEN
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Nutzungsrechte
Abschreibungen 20 29
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Abschreibungen 17 3
37 32
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
45
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
9 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Rechts-, Prüfungs- und sonstige Beratungskosten 119 187
Sonstiger Verwaltungsaufwand von Dritten 47 64
Aufwendungen für Markenrechte und Warenschutz 18 23
Reise- und KFZ-Kosten 14 21
Andere 181 171
379 466
Die Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie
Leasingverhältnisse für geringwertige Vermögenswerte betragen
TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0).
Unter „Andere“ werden im Wesentlichen Kosten für die Aktien-
gesellschaft (Veröffentlichung, Hauptversammlung etc.) ausge-
wiesen.
10 FINANZERGEBNIS
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Finanzerträge
Zinserträge aus Bankguthaben 15 14
Zinserträge aus Leasingverbindlichkeiten 2 0
Dividendenerträge aus erfolgsneutral zum Fair Value im Sonstigen Ergebnis
bewerteten Eigenkapitalinstrumenten 0 89
17 103
Finanzaufwendungen
Aufwand aus erfolgsneutral zum Fair Value im Sonstigen Ergebnis
bewerteten Eigenkapitalinstrumenten –214 0
Zinsen aus Bankguthaben –22 0
Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten 0 –2
Zinsen aus langfristigen Rückstellungen –1 0
–237 –2
–220 101
Nettoergebnisse der Finanzinstrumente nach Kategorien:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Dividendenerträge/Aufwendungen aus erfolgsneutral zum Fair Value
im sonstigen Ergebnis bewerteten Eigenkapitalinstrumenten –214 89
Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte –7 14
Zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Verbindlichkeiten 1 –2
Nettofinanzergebnis
–220 101
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
46
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
11 ERTRAGSTEUERN
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Österreich 7 525
Ausland 423 81
Laufende Ertragsteuerbelastung 430 606
Latente Steuern
–94 171
336 777
Die Steuer auf den Vorsteuergewinn des Konzerns weicht vom
theoretischen Betrag, der sich bei Anwendung des in Österreich
geltenden Ertragsteuersatzes in Höhe von 25 % auf das Ergebnis
vor Steuern ergibt, wie folgt ab:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Ergebnis vor Steuern 1.714 4.097
Ertragsteueraufwand –336 –777
Effektivsteuersatz (%) 19,6 19,0
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Ergebnis vor Steuern 1.714 4.097
Errechneter Steueraufwand gemäß österreichischem Steuersatz 2021/2022
(2020/2021): 25 % 429 1.024
Korrektur latente Steuern auf zukünftigen Steuersatz: 23% –43 0
Korrektur aufgrund der österreichischen Mindestkörperschaftsteuer 7 –37
393 987
Steuerfreie Erträge –534 –296
Aperiodischer Ertragsteueraufwand 423 81
Steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen 54 5
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 336 777
12 ERGEBNIS JE AKTIE
Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Jahresergebnis
durch den gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen
Aktien der jeweiligen Periode dividiert wird.
2021/2022 2020/2021
Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbares Jahresergebnis (TEUR) 1.378 3.320
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Aktien (in Stück) 2.104.364 2.225.727
Gewichteter Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Aktien (in Stück) 2.104.364 2.225.727
Ergebnis je Aktie (in EUR/Stück) 0,65 1,49
Das unversserte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
47
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
13 SACHANLAGEN
in TEUR Grundstücke
und Gebäude
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung Gesamt
Zum 31.3.2020
Anschaffungskosten 82 27 109
Kumulierte Abschreibung –16 –15 –31
Buchwert netto 66 12 78
Geschäftsjahr 2020/2021
Eröffnungsbuchwerte 66 12 78
Zugänge 0 45 45
Abschreibungen –16 –16 –32
Endbuchwerte per 31.3.2021 50 41 91
Zum 31.3.2021
Anschaffungskosten 82 70 152
Kumulierte Abschreibung –32 –29 –61
Buchwert netto 50 41 91
Geschäftsjahr 2021/2022
Eröffnungsbuchwerte 50 41 91
Zugänge 0 40 40
Abschreibungen –20 –17 –37
Endbuchwerte per 31.3.2022 30 64 94
Anschaffungskosten 82 108 190
Kumulierte Abschreibung –52 –44 –96
Buchwert netto 30 64 94
Nutzungsrechte im Zusammenhang mit gemieteten Immobilien,
die nicht die Definition von als Finanzanlagen gehaltene Immobi-
lien erfüllen, werden als Sachanlagen dargestellt.
Die in der Tabelle ausgewiesenen Grundstücke und Gebäude ent-
fallen ausschließlich auf geleaste Vermögenswerte.
in TEUR Grundstücke
und Gebäude
Betriebs- und
Geschäftsausstattung Gesamt
Anpassung IAS 8 Nutzungsrechte 66 12 78
Zugänge zu Nutzungsrechten 0 0 0
Abschreibungen –17 –12 –29
Abgänge von Nutzungsrechten 0 0 0
Endbuchwerte per 31.3.2021 49 0 49
Buchwert zum 31.3.2021 50 0 50
Zugänge zu Nutzungsrechten 0 0 0
Abschreibungen –20 0 –20
Abgänge von Nutzungsrechten 0 0 0
Endbuchwerte per 31.3.2022 30 0 30
In der Berichtsperiode wurden von der öffentlichen Hand keine
Zuschüsse für Investitionen in Produktionsanlagen gewährt. Die
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von Vermögenswerten
wurden in den Vorjahren um Zuschüsse entsprechend gekürzt.
Sicherheiten für Finanzverbindlichkeiten liegen nicht vor. Die
anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthalten
TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0), bei denen der Konzern Leasingnehmer
in einem Finanzierungsleasing ist.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
48
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
14 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
in TEUR Immaterielle
Vermögenswerte
Zum 31.3.2020
Anschaffungskosten 5.682
Kumulierte Abschreibung –1.650
Buchwert netto 4.032
Geschäftsjahr 2020/2021
Eröffnungsbuchwerte 4.032
Wertminderung 0
Endbuchwerte per 31.3.2021 4.032
Zum 31.3.2021
Anschaffungskosten 5.682
Kumulierte Abschreibung –1.650
Buchwert netto 4.032
Geschäftsjahr 2021/2022
Eröffnungsbuchwerte 4.032
Wertminderung 0
Endbuchwert per 31.3.2022 4.032
Anschaffungskosten 5.682
Kumulierte Abschreibung –1.650
Buchwert netto 4.032
Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten die Markenrechte
„Rossbacher“ und „Gurktaler“.
Der Buchwert des aus der Konsolidierung der Gurktaler Alpen-
kräuter GmbH, Gurk, resultierenden Markenrechts „Gurktaler“
beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 2.381 (31.3.2021: TEUR 2.381).
Der Buchwert für das Markenrecht „Rossbacher“ beträgt zum
Bilanzstichtag TEUR 1.651 (31.3.2021: TEUR 1.651).
IMPAIRMENT-TEST AUF IMMATERIELLE
VERMÖGENSWERTE
Aufgrund der voraussichtlichen unbegrenzten Nutzung der
Markenrechte „Rossbacher“ und „Gurktaler“ werden diese keiner
laufenden Abschreibung unterzogen. Die Bewertung der Marken-
rechte wird jährlich mittels eines Impairment-Tests gemäß IAS 36
überprüft (Erläuterung 4.1).
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten werden in
der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Auf
-
wand für Abschreibungen und Wertminderungen“ ausgewiesen.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
49
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
15 ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Im Folgenden sind die assoziierten Unternehmen des Konzerns
zum 31. März 2022 dargestellt, die der Konzern als wesentlich
ansieht. Das Eigenkapital des unten angeführten assoziierten
Unternehmens besteht lediglich aus Stammaktien, die zu
49,998 % direkt vom Konzern gehalten werden. Das Land, in dem
das Unternehmen registriert ist, ist auch gleichzeitig sein Haupt-
geschäftssitz.
Art und Umfang der Beteiligung an assoziierten Unternehmen im Geschäftsjahr 2021/2022 und 2020/2021:
Name Sitzland Beteiligungsquote Art der Beziehung Bewertungsmethode
Peter Zwack & Consorten
Handels-Aktiengesellschaft Österreich 49,998 % siehe 1 Equity
1 Die Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft hält in ihrer Holdingfunktion die Beteiligung an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn, (Anteil 50 % + 1 Aktie) und öffnet den Zugang zum
ungarischen Getränkemarkt. Der Marktwert der Anteile beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 45.541 (Vorjahr: TEUR 45.405).
Die Zwack Unicum Nyrt, Budapest, Ungarn, wird im Konzernab-
schluss der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft,
Wien, Österreich, vollkonsolidiert.
Die Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien,
ist eine nicht notierte Gesellschaft, so dass kein notierter Markt-
preis für diese Anteile vorliegt.
Es bestehen keine Eventualschulden in Bezug auf das assoziierte
Unternehmen des Konzerns.
Im Folgenden sind die zusammengefassten Finanzinformationen
für Peter Zwack & Consorten-Handels-Aktiengesellschaft, Wien,
dargestellt, die nach der Equity-Methode bilanziert wird:
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Umsatzerlöse 51.048 37.619
Planmäßige Abschreibungen
–1.612 –1.447
Zinsaufwendungen –44 –84
Zinserträge 347 64
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen vor Steuern 10.169 4.879
Jahresüberschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach Steuern 8.604 3.913
Minderheiten –4.327 –1.982
Konsolidiertes Gesamtergebnis 4.277 1.931
Kurzfristige Vermögenswerte 31.400 26.757
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 13.762 11.801
Langfristige Vermögenswerte 9.441 10.083
Kurzfristige Schulden –15.488 –15.215
Langfristige Schulden –1.524 –1.506
Nettovermögen 23.829 20.119
Unterschied aus Konzernbewertung 4.363 6.467
Nettovermögen nach Konzernbewertung 28.192 26.586
Anteil des Konzerns am Nettovermögen des assoziierten Unternehmens
zum Beginn des Geschäftsjahres 13.293 12.328
Zurechenbares Gesamtergebnis 2.138 965
Ausschüttungen –1.335 0
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen 14.096 13.293
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
50
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ENTWICKLUNG DER ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
in TEUR Anteile an assoziierten
Unternehmen
Zum 31.3.2020
Anschaffungskosten 14.460
Kumulierte Anteile am Gewinn/Verlust –2.132
Buchwert netto 12.328
Geschäftsjahr 2020/2021
Eröffnungsbuchwerte 12.328
Anteil am Gewinn/Verlust abzüglich Ausschüttungen 965
Endbuchwerte per 31.3.2021 13.293
Zum 31.3.2021
Anschaffungskosten 14.460
Kumulierte Anteile am Gewinn/Verlust –1.167
Buchwert netto 13.296
Geschäftsjahr 2021/2022
Eröffnungsbuchwerte 13.293
Anteil am Gewinn/Verlust abzüglich Ausschüttungen 803
Endbuchwerte per 31.3.2022 14.096
Anschaffungskosten 14.460
Kumulierte Anteile am Gewinn/Verlust -364
Buchwert netto 14.096
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Gewinn- und Verlustanteile von assoziierten Unternehmen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Anteile am Gewinn/Verlust 2.138 965
Aufwendungen aus assoziierten Unternehmen 0 0
2.138 965
16 WESENTLICHE TOCHTERUNTERNEHMEN
Der Konzern hatte zum 31. März 2022, unverändert zum Vorjahr, folgende Tochterunternehmen:
Name Sitzland
Art der
Geschäftstätigkeit
Durch das Mutter-
unternehmen direkt
gehaltener Anteil am
Kapital (%)
Durch den Konzern
gehaltener Anteil am
Kapital (%)
Gurktaler Alpenkräuter GmbH Österreich
Erzeugung
Gurktaler Kräuterlikör
1
100 100
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH Österreich
Erzeugung
Rossbacher Kräuterlikör
1
100 100
1 Das operative Geschäft der Gesellschaften ist an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH, Wien, verpachtet.
Alle Tochterunternehmen werden vollkonsolidiert.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
51
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
17 ANDERE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
in TEUR Beteiligungen
Geschäftsjahr 2020/2021
Eröffnungsbuchwerte = Endbuchwert per 31.3.2021 2.914
Geschäftsjahr 2021/2022
Eröffnungsbuchwerte = Endbuchwert per 31.3.2022 2.914
Als „andere finanzielle Vermögenswerte“ wurde die Beteiligung
(14,423 %) an der Underberg GmbH & Co. KG, Rheinberg,
Deutschland, (TEUR 2.914; 31.3.2021: TEUR 2.914) klassifiziert.
Die Werthaltigkeit der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co.
KG, Rheinberg, Deutschland, wird durch eine Put-Option gegen-
über der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz, sichergestellt.
18 ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU FINANZINSTRUMENTEN
18.1 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBIND-
LICHKEITEN ZU (FORTGEFÜHRTEN) ANSCHAF-
FUNGSKOSTEN
Die folgende Tabelle stellt die Buchwerte sowie die beizulegenden
Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
dar, die zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet sind:
31. März 2022
in TEUR Buchwert Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Liefer- und sonstige kurzfristige Forderungen 1.089 1.089
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 11.330 11.330
Finanzielle Verbindlichkeiten
Liefer- und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 229 229
31. März 2021
in TEUR Buchwert Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Sonstige langfristige Forderungen 3.250 3.250
Liefer- und sonstige kurzfristige Forderungen 4.484 4.484
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 5.069 5.069
Finanzielle Verbindlichkeiten
Liefer- und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 38 38
Lieferforderungen und sonstige Forderungen und kurzfristige
Verbindlichkeiten sowie liquide Mittel haben überwiegend kurze
Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanz-
stichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.
18.2 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE ZU ZEITWERTEN
Die folgende Tabelle zeigt Finanzinstrumente, die zum beizulegen-
den Zeitwert bewertet werden, analysiert nach der Bewertungsme-
thode. Die verschiedenen Ebenen stellen sich wie folgt dar:
Ebene 1: die auf einem aktiven Markt verwendeten Marktpreise
(unangepasst) identischer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
Ebene 2: Bewertungs-Inputs, außer den in Ebene 1 aufgeführten
Marktpreisen, die für die Vermögenswerte und Verbindlichkei-
ten entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. vom Preis
abzuleiten) beobachtbar sind
Ebene 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Daten
(Bewertungs-Inputs) der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
52
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Die folgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte, die zu dem am 31. März 2022 beizulegenden Zeitwert bemessen werden:
31. März 2022
in TEUR Ebene 1 Ebene 2 Ebene 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Andere finanzielle Vermögenswerte 0 0 2.914 2.914
31. März 2021
in TEUR Ebene 1 Ebene 2 Ebene 3 Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Andere finanzielle Vermögenswerte 0 0 2.914 2.914
Falls ein oder mehrere bedeutende Daten nicht auf beobachtbaren
Marktdaten basieren, wird das Instrument in Ebene 3 eingeordnet.
Die Buchwerte der Positionen, die zu fortgehrten Anschaffungs-
kosten bewertet werden, stellen entsprechend IFRS 7.29 einen
angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert
dar. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kurzfristige finan-
zielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Lieferforderungen
bzw. Lieferverbindlichkeiten) und langfristige Finanzinstrumente.
Demzufolge sind die Angaben nach IFRS 13.97 (Fair Value Hie-
rarchie) für diese Finanzinstrumente nicht dargestellt, da keine
Bewertung vorgenommen wird.
19 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN,
FORDERUNGEN GEGENÜBER NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND SONSTIGE FORDERUNGEN
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto = netto) 131 42
Forderungen gegenüber nahestehenden Unternehmen (brutto = netto) 949 1.174
Sonstige Forderungen
davon:
Sonstige langfristige Forderungen 3 3.253
Andere kurzfristige Forderungen 39 3.285
1.122 7.754
Es bestehen keine Sicherheiten zu den Forderungen.
20 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Die Guthaben bei Kreditinstituten belaufen sich zum Bilanzstich-
tag auf TEUR 11.330 (31.3.2021: TEUR 5.069). Sämtliche Guthaben
sind wie im Vorjahr kurzfristig.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
53
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
21 KONZERNEIGENKAPITAL
Zum Stichtag 31. März 2022 beträgt das Grundkapital der
Gesellschaft TEUR 4.209 (31.3.2021: TEUR 4.209). Es setzt sich
aus 2.104.364 (Vorjahr: 2.104.364) nennbetragslosen Stückaktien
(davon 1.354.364 Stammaktien und 750.000 Vorzugsaktien)
zusammen. Vorzugsaktien haben im Gegensatz zu Stammaktien
keine Stimmrechte.
Zum Stichtag 31. März 2022 wurden keine eigenen Aktien gehal-
ten. 2.104.364 Aktien befanden sich im Umlauf.
Die Kapitalrücklage betrifft die Konzernobergesellschaft Gurktaler
Aktiengesellschaft, Wien, und resultiert aus der 2013 erfolgten
Umgründung und der Kapitalherabsetzung 2021.
22 LIEFERVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Lieferverbindlichkeiten 18 27
Sonstige Verbindlichkeiten 229 218
davon:
Verbindlichkeiten gegenüber Dienstnehmern 27 29
Verbindlichkeiten Öffentlichkeitsarbeit 70 60
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 18 23
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 0 9
Andere 114 97
247 245
Erläuterungen zu Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen unter AZ 29.
23 LEASINGVERBINDLICHKEITEN
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Langfristige Verbindlichkeiten aus Leasing 17 36
Kurzfristiger Verbindlichkeiten aus Leasing 17 19
Leasingverbindlichkeiten gesamt 34 55
24 LATENTE STEUERN
Die latenten Steuern ermitteln sich wie folgt:
in TEUR 1.4.2021 GuV-Veränderung
Verrechnung mit
Eigenkapital 31.3.2022
Passive latente Steuern
Langfristig
Markenrechte 610 –44 0 566
Verlustvorträge 0 –48 0 –48
Sachanlagevermögen 0 –1 0 –1
Rückstellungen für Personalverpflichtungen –22 –1 4 –19
588 –94 4 498
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
54
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
in TEUR 1.4.2020 GuV-Veränderung
Verrechnung mit
Eigenkapital 31.3.2021
Passive latente Steuern
Langfristig
Markenrechte 886 –276 0 610
Verlustvorträge –449 449 0 0
Rückstellungen für Personalverpflichtungen –23 –2 3 –22
414 171 3 588
Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten werden sal-
diert, wenn ein einklagbares Recht besteht, die laufenden Steu-
erforderungen gegen die laufenden Steuerverbindlichkeiten auf-
zurechnen und wenn die latenten Steuern gegenüber derselben
Steuerbehörde bestehen.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 207
(31.3.2021: TEUR 0) wurden in Höhe von TEUR 48 (31.3.2021:
TEUR 0) gebildet. Die latenten Steuern auf nicht angesetzte Ver-
lustvorträge belaufen sich auf TEUR 0 (31.3.2021: TEUR 0). Verlust-
vorträge sind unbeschränkt vortragshig. Latente Steuern werden
bis auf die steuerliche Abschreibung der Markenrechte nach mehr
als 12 Monaten realisiert.
25 VERPFLICHTUNGEN FÜR LEISTUNGEN AN ARBEITNEHMER
In der Konzernbilanz sind folgende Ansprüche von Dienstnehmern abgegrenzt:
in TEUR 31.3.2022 31.3.2021
Langfristige Rückstellungen
Rückstellungen für Abfertigungen 94 101
Übrige Rückstellungen
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 10 10
104 111
Bis auf die versicherungsmathematischen Ergebnisse aus der Rück-
stellung für gesetzliche Abfertigungen werden sämtliche erfolgs-
wirksame Veränderungen der Personalrückstellungen im Personal-
aufwand und in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen.
Die voraussichtliche Fälligkeit der nicht diskontierten Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer stellt sich wie folgt dar:
in TEUR Bis zu 1 Jahr 1–5 Jahre 5–10 Jahre Über 10 Jahre Summe
Abfertigungen 0 0 0 151 151
Jubiläumsgelder 0 10 0 23 33
0 10 0 174 184
25.1 RÜCKSTELLUNGEN FÜR ABFERTIGUNGEN
Die grundsätzlichen versicherungsmathematischen Annahmen für Abfertigungsrückstellungen stellen sich wie folgt dar:
2021/2022 2020/2021
Zinssatz 1,8 % 0,8 %
Gehaltssteigerung 2,17 % p.a. 2,21 % p.a.
Fluktuation unterschiedlich, in Abhängigkeit
von Dienstjahren
unterschiedlich, in Abhängigkeit
von Dienstjahren
Pensionseintrittsalter gesetzliches Pensionsalter
laut Pensionsreform Herbst 2004
gesetzliches Pensionsalter
laut Pensionsreform Herbst 2004
Sterbetafeln AVÖ 2018-P, Angestellte AVÖ 2018-P, Angestellte
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
55
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Für ab dem 1. Jänner 2003 eintretende Mitarbeiter wird dieser
Anspruch durch laufende Beiträge in eine Mitarbeitervorsor-
gekasse abgegolten. Die Beitragszahlungen im Geschäftsjahr
2021/2022 betrugen TEUR 4 (2020/2021: TEUR 3).
Der Barwert der Rückstellungen für Abfertigungen entwickelte sich wie folgt:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
1.4. 101 106
Laufender Dienstzeitaufwand 5 6
Zinsaufwand 1 0
Versicherungsmathematische Verluste/Gewinne –13 –11
31.3. 94 101
Der in der Konzerngesamtergebnisrechnung im Personalaufwand, Zinsaufwand und sonstigen Ergebnis gebuchte Aufwand/Ertrag setzt
sich wie folgt zusammen:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Laufender Dienstzeitaufwand 5 6
Zinsaufwand 1 0
Ansatz von versicherungsmathematischen Verlusten/Gewinnen –13 –11
–7 –5
Zum 31. März 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der
Abfertigungsansprüche 14,2 Jahre.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsver-
pflichtungen wurde die Auswirkung resultierend aus Änderungen
wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die
Verpflichtungen dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher
Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen
konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher
unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren.
Die Ermittlung der geänderten Verpflichtung erfolgt analog zur
Ermittlung der tatsächlichen Verpflichtung nach der Projected-
Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) gemäß IAS 19 (2011). Eine
Änderung der versicherungsmathematischen Parameter würde
sich wie folgt auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Rückstellung
für Abfertigungen Veränderung der Annahme
Erhöhung des Parameters/
Veränderung DBO
Reduktion des Parameters/
Veränderung DBO
in % in TEUR in TEUR
Zinssatz +/–0,5 –6 7
Bezug +/–0,25 3 –3
25.2 RÜCKSTELLUNGEN FÜR JUBILÄUMSGELDER
Die Bewertung der Jubiläumsgeldrückstellung erfolgt analog dem
Verfahren für Abfertigungen unter Zugrundelegung derselben
Parameter bis auf geringfügige Abweichungen bei den Fluktuati-
onssätzen.
Der Barwert der Rückstellungen für Jubiläumsgelder entwickelte sich wie folgt:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
1.4. 10 9
Laufender Dienstzeitaufwand 0 1
Ansatz von versicherungsmathematischen Verlusten 0 0
31.3. 10 10
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
56
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Der in der Konzerngesamtergebnisrechnung im Personalaufwand und Zinsaufwand gebuchte Aufwand setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Laufender Dienstzeitaufwand 0 1
Ansatz von versicherungsmathematischen Verlusten 0 0
Zum 31. März 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der
Ansprüche aus Jubiläumsgeldern 16,5 Jahre.
Eine Änderung der versicherungsmathematischen Parameter
würde sich wie folgt auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Rückstellung
für Jubiläumsgelder Veränderung der Annahme
Erhöhung des Parameters/
Veränderung DBO
Reduktion des Parameters/
Veränderung DBO
in % in TEUR in TEUR
Zinssatz +/–0,5 0 0
Bezug +/–0,25 0 0
26 DIVIDENDE JE AKTIE
Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurde eine Dividende in Höhe
von EUR 336.698,24 (Vorjahr: EUR 180.000), das entspricht
EUR 0,16/Aktie (2020/2021: EUR 0,08/Aktie), ausgezahlt.
Für das Geschäftsjahr 2021/2022 wird der Hauptversammlung
eine Dividende in Höhe von 295 % des Grundkapitals vorge-
schlagen, das entspricht einem Gesamtbetrag in Höhe von
EUR 12.415.747,60 oder EUR 5,90/Aktie. Daraus ergeben sich keine
steuerlichen Auswirkungen für die Gesellschaft.
In diesem Konzernabschluss wird diese Dividendenverbindlichkeit
mangels Verpflichtung nicht bilanziell berücksichtigt.
27 ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Die Konzerngeldflussrechnung wurde nach der indirekten
Methode erstellt. Aus ihr ist die Veränderung der liquiden Mit-
tel im Konzern im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und
-abflüsse ersichtlich.
Innerhalb der Konzerngeldflussrechnung wird zwischen Zahlungs-
strömen aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit
und Finanzierungstätigkeit unterschieden.
27.1 CASHFLOW AUS DER LAUFENDEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Bei der Berechnung des Nettomittelzuflusses aus der laufen-
den Geschäftstätigkeit wird vom Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit ausgegangen und dieses um unbare Aufwen-
dungen und Erträge korrigiert.
Dieses Ergebnis und die bilanziellen Veränderungen des Netto-
Umlaufvermögens (ohne liquide Mittel) liefern nach Berücksich-
tigung von gezahlten Zinsen und Steuern den Nettomittelzufluss
aus der laufenden Geschäftstätigkeit.
27.2 CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Der Cashflow aus Investitionstigkeit zeigt alle Zu- und Abflüsse
im Zusammenhang mit dem Zu- und Abgang von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten sowie von erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert zu bewertenden Vermögenswerten.
27.3 CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
In diesem Bereich werden sämtliche Zu- und Abflüsse im Rahmen
der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung erfasst.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
57
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Zahlungswirksame Veränderungen
in TEUR Stand 1.4.2021 Tilgungen Stand 31.3.2022
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten aus Finanzierungen 0 0 0
Kurzfristige und langfristige Leasingverbindlichkeiten 55 –20 35
Summe aller Verbindlichkeiten aus Finanzierungen 55 –20 35
davon Ausweis im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –20
Zahlungswirksame Veränderungen
in TEUR Stand 1.4.2020 Tilgungen Stand 31.3.2021
Langfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 0 0 0
Kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten aus Finanzierungen 0 0 0
Langfristige und kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 87 –32 55
Summe aller Verbindlichkeiten aus Finanzierungen 87 –32 55
davon Ausweis im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –32
28 EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Es wurden Garantien für Finanzverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr: TEUR 0) für Dritte abgegeben.
29 NAHESTEHENDE PERSONEN UND UNTERNEHMEN
Der Konzern wird von der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz,
beherrscht, die indirekt über eine Tochtergesellschaft mehr als
89 % der Stammaktien (mehr als 50 % der Gesamtaktien) des
Konzerns hält. Sämtliche Unternehmen des Underberg-Konzerns
(„übergeordneter Konzern“) sind nahestehende Unternehmen.
Die folgenden Geschäfte wurden mit nahestehenden Personen
und Unternehmen getätigt:
Mit der Diversa Spezialitäten GmbH, Rheinberg, Deutschland,
wurde im Geschäftsjahr 2014/2015 ein Personalgestellungsvertrag
über die Überlassung von Beschäftigten zum Einsatz im Betrieb
der Diversa Spezialitäten GmbH, Rheinberg, Deutschland, abge-
schlossen.
Mit der Semper Idem Underberg AG, Rheinberg, Deutschland,
wurde im Geschäftsjahr 2014/2015 ein Personalgestellungsvertrag
über die Überlassung von Beschäftigten zum Einsatz im Betrieb
der Semper Idem Underberg GmbH, Rheinberg, Deutschland,
abgeschlossen.
Die insgesamt mit nahestehenden Personen und Unternehmen
getätigten Geschäfte stellen sich wie folgt dar:
2021/2022
in TEUR
Verbundene Unternehmen
übergeordneter Konzern Assoziierte Unternehmen
Umsatzerlöse 0 9
Sonstige Erträge 265 5
Sonstige Aufwendungen 14 0
Ergebnisübernahmen –214 1.335
Forderungen 939 10
Verbindlichkeiten 0 0
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
58
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2020/2021
in TEUR
Verbundene Unternehmen
übergeordneter Konzern
Assoziierte Unternehmen
Umsatzerlöse 0 10
Sonstige Erträge 276 6
Sonstige Aufwendungen 17 0
Ergebnisübernahmen 89 0
Forderungen 1.164 9
Verbindlichkeiten 0 0
Die Angaben über die Ergebnisübernahmen bei assoziierten
Unternehmen betreffen ausschließlich die Ausschüttung und
nicht die Bewertung der Anteile.
Im Geschäftsjahr wurden für Reisespesen Vergütungen in Höhe
von TEUR 4 (2020/2021: TEUR 2) an Mitglieder des Aufsichtsrates
gezahlt.
Jegliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Per-
sonen werden wie mit unabhängigen Dritten durchgeführt und
entsprechen den Prinzipien der Fremdüblichkeit.
30 EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Es sind keine Umstände eingetreten, die einer gesonderten nach-
träglichen Erläuterung nach der Aufstellung des Konzernabschlus-
ses per 31. März 2022 bedürfen.
Die Corona-Pandemie sowie die Krise in der Ukraine und ihre
Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft wirken sich auf
die operativen Geschäftsfelder sowie Beteiligungen der Gurkta-
ler Aktiengesellschaft aus, gefährden sie jedoch nicht in ihrem
Bestand.
Eine genaue Einschätzung der Auswirkungen auf den Konzern ist
zum derzeitigen Zeitpunkt nicht möglich.
31 SONSTIGE ANGABEN
31.1 AUFWENDUNGEN FÜR DEN ABSCHLUSSPRÜFER
Die Aufwendungen für den Abschlussprüfer belaufen sich auf TEUR 45 (2020/2021: TEUR 59) und untergliedern sich in folgende Tätig-
keitsbereiche:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Prüfung des Konzernabschlusses 21 26
Andere Bestätigungsleistungen (Jahresabschluss) 18 18
Sonstige Leistungen 6 15
45 59
31.2 ANGABEN ÜBER NAHESTEHENDE PERSONEN
UND ARBEITNEHMERINNEN
31.2.1 GLIEDERUNG DER AUFWENDUNGEN FÜR
ABFERTIGUNGEN
Die Aufwendungen für Abfertigungen für Vorstandsmitglieder
und leitende Angestellte betrugen im Geschäftsjahr 2021/2022
TEUR 0 (2020/2021: TEUR 0).
31.2.2
GLIEDERUNG DER AUFWENDUNGEN FÜR
ALTERSVERSORGUNG
Aufwendungen für die Altersversorgung für Vorstandsmitglieder
und leitende Angestellte fielen nicht an.
31.2.3 VORSTÄNDE DER GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT
Mag. Wolfgang Spiller (Wien), Vorstandsvorsitzender
vertritt seit 1. Jänner 2021 selbständig.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
59
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Die Aufwendungen für die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes der Gurktaler Aktiengesellschaft betragen:
in TEUR 2021/2022 2020/2021
Fixe Bezüge 152 123
31.2.4
AUFSICHTSRÄTE DER
GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT
Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende)
KR Eduard Kranebitter (Stellvertreter der Vorsitzenden)
Dr. Tobias Bürgers (Mitglied des Aufsichtsrates)
Thomas Mempel (Mitglied des Aufsichtsrates)
Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Vergütungen an die Mitglie-
der des Aufsichtsrates in Höhe von TEUR 32 (Vorjahr: TEUR 28)
gezahlt.
Den Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden
keine Kredite gewährt und es wurden zugunsten dieser Personen
keine Haftungen übernommen.
Wien, am 28. Juni 2022
Der Vorstand:
Mag. Wolfgang Spiller
e.h.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
60
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Bericht zum
Konzernabschluss
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der Gurktaler Aktiengesell-
schaft, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern),
bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. März 2022, der geson-
derten Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzernge-
samtergebnisrechnung, der Konzern¬geldflussrechnung und der
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang zum Konzern-
abschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernab-
schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst
getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März 2022
sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstim-
mung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie
in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforde-
rungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprü-
fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung
der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verant-
wortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im
Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrecht-
lichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere
sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sach-
verhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses
des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses
als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu
diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Verweis auf weitergehende Informationen
WERTMINDERUNGSTEST FÜR MARKENRECHTE
Sachverhalt
Zum 31. März 2022 weist der Konzern unter den immateriellen
Vermögenswerten Markenrechte in Höhe von TEUR 4.032 (Vor-
jahr: TEUR 4.032) aus, welche gemäß den Bestimmungen des
IAS 36 zumindest einmal jährlich auf Wertminderung geprüft
werden müssen. Zu diesem Zweck ermittelt die Gurktaler
Aktiengesellschaft, den erzielbaren Betrag je Markenrecht nach
der Discounted-Cahsflow-Methode. Die Buchwerte der Marken-
rechte werden mit den erzielbaren Beträgen (Nutzungswerte)
des Bewertungsmodells verglichen. Der Wertminderungstest
hat im zum 31. März 2022 endenden Geschäftsjahr wie im
Vorjahr keinen Wertminderungsbedarf ergeben. Aus unserer
Sicht ist der Wertminderungstest von besonderer Bedeutung
für den Konzernabschluss, da die Bewertung erheblich von
Einschätzungen des Managements zur künftigen Umsatz- und
Kostenentwicklung (Plandaten) der unter diesen Marken vertrie-
benen Produkte im Planungszeitraum abhängt. Darüber hinaus
bestehen in der Bewertung erhebliche Ermessensspielräume,
insbesondere in Bezug auf den Diskontierungszinssatz und die
Wachstumsraten für die ewige Rente.
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Im Rahmen unserer Konzernabschlussprüfung haben wir uns
mit dem jährlichen Prozess und der Vorgangsweise für die
Budgetierung und dem Wertminderungstest für die Marken-
rechte auseinandergesetzt. Hierbei haben wir insbesondere die
Planannahmen der drei Detailplanungsjahre sowie des vierten
und letzten Planungsjahrs als Aufsatzpunkt für die ewige Rente
im Detail mit dem Management besprochen und uns jährliche
Schwankungen im Umsatz und den Kosten erläutern lassen. Wir
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
61
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
haben die im Bewertungsmodell hinterlegten Business-Pläne zu
der vom Aufsichtsrat genehmigten Budget- und Mehrjahres-
planung übergeleitet. Unsere internen Spezialisten haben die
wesentlichen Bewertungsparameter wie die Inputfaktoren für
den Diskontierungszinssatz sowie die Wachstumsrate für die
ewige Rente mit externen Markt- und Branchendaten gegenge-
prüft. Weiters haben wir die für die Sensitivitätsanalysen heran-
gezogenen Annahmen auf ihre Relevanz hin überprüft.
Die verwendeten Modelle entsprechen den anerkannten Bewer-
tungsgrundsätzen und die verwendeten Annahmen sind plausi-
bel und vertretbar.
Verweis auf weitergehende Informationen
Die Angaben des Konzerns zu den Markenrechten sind in Erläu-
terung 4.1 (Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilan-
zierung der Markenrechte) und in Erläuterung 14 (Immaterielle
Vermögenswerte und als zur Veräußerung gehalten eingestufte
Vermögenswerte) zum Konzernabschluss enthalten.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen
verantwortlich. Die sonstigen Informationen beinhalten alle Infor-
mationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernab-
schluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum
des Bestigungsvermerks zur Vergung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht
auf diese sonstigen Informationen, und wir geben dazu keine Art
der Zusicherung.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses
haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen
zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob
die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung
erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch darge-
stellt erscheinen.
VERANTWORTLICHKEITEN DES GESETZLICHEN
VERTRETERS UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR
DEN KONZERNABSCHLUSS
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des
Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung
mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der
EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderun-
gen des § 245a UGB, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der
gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen,
die er als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Konzern-
abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Dar-
stellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche
Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fort-
führung der Unternehmenstigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im
Zusammenhang mit der Forthrung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungs-
legungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, der gesetzliche Vertreter beabsichtigt,
entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstä-
tigkeit einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob
der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern
ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prü-
fungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß
an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstim-
mung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA
erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche fal-
sche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getrof-
fenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmä-
ßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtge-
ßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko,
dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständig-
keiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
62
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung
relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind,
jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der vom gesetzlichen Vertre-
ter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertret-
barkeit der vom gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten
Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende
Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der
Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fort-
führung der Unternehmenstigkeit durch den gesetzlichen
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnach-
weise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang
mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schluss-
folgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht,
sind wir verpflichtet, in unserem Bestigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolge-
rungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bes-
tigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des
Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur
Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den
Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben
sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass
ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise
zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäfts-
tigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum
Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die
Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernab-
schlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser
Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem
über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung
der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststel-
lungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erken-
nen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass
wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm
über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf
unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusam-
menhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem
Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte,
die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses
des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachver-
halts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein
Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt wer-
den sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen
Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche
Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE
ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unter-
nehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des
Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichi-
schen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs-
grundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält
zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit
dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewon-
nenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über
den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte
Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am
23. September 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am
23. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind unun-
terbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum
Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prü-
fungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Graphics
KONZERNABSCHLUSS
63
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen
(Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHE WIRTSCHAFTSPRÜFERIN
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts-
prüferin ist Frau Mag. Ute Unden-Schubert, Wirtschaftsprüferin.
Wien
28. Juni 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Mag. Ute Unden-Schubert
Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung und Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den
deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
64
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
64 BILANZ
66 GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG
67 ANHANG
79 BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
BILANZ ZUM 31. MÄRZ 2022
AKTIVA
31.3.2022 31.3.2021
EUR EUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 63.878,46 41
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 19.927.076,01 19.927
19.990.954,47 19.968
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 7.451.973,62 5.701
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0
2. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 31.378,42 6.520
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 2.311,26 3.252
7.483.352,04 12.221
II. Guthaben bei Kreditinstituten 8.982.529,13 5.069
16.465.881,17 17.290
C. Rechnungsabgrenzungsposten 9.581,38 18
D. Aktive latente Steuern 21.956,04 23
36.488.373,06 37.299
Jahresabschluss
(Einzelabschluss)
GurktalerAG
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
65
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
PASSIVA
31.3.2022 31.3.2021
EUR EUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 4.208.728,00 4.209
Gezeichnetes Grundkapital 4.208.728,00 4.209
II. Kapitalrücklagen
Gebundene 17.430.246,05 17.430
III.Gewinnrücklagen
Andere Rücklagen (freie Rücklagen) 2.077.712,40 13.438
IV. Bilanzgewinn 12.425.595,95 340
davon Gewinnvortrag 3.137,73 9
36.142.282,40 35.417
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen 93.825,00 101
2. Steuerrückstellungen 16.224,03 516
3. Sonstige Rückstellungen 217.455,68 193
327.504,71 810
C. Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 18.585,95 1.072
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 17.859,40 27
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 17.859,40 27
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 1.017
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 0,00 1.017
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0
3. Sonstige Verbindlichkeiten 726,55 28
davon aus Steuern 0,00 18
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0,00 9
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr 726,55 28
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 0,00 0
18.585,95 1.072
36.488.373,06 37.299
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
66
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2021/2022
2021/2022 2020/2021
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 345.133,29 585
2. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 0,00 3.883
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 20.100,00 16
c) Übrige 5.494,46 0
25.594,46 3.899
3. Personalaufwand
a) Gehälter –405.648,52 –329
b) Soziale Aufwendungen –78.660,86 –70
davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen 3.629,09 2
davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und
Pflichtbeiträge –81.924,67 –71
–484.309,38 –399
4. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
–18.096,18 –41
5. Sonstige betriebliche Aufwendungen –390.396,92 –485
6. Zwischensumme aus Z 1 bis 5 –522.074,73 3.559
7. Erträge aus Beteiligungen 2.134.938,66 1.574
davon aus verbundenen Unternehmen 2.134.938,66 1.574
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 57.147,47 108
davon aus verbundenen Unternehmen 42.897,47 95
9. Aufwendungen aus Finanzanlagen –213.640,44 0
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen –213.640,44 0
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –29.323,67 –10
davon betreffend verbundene Unternehmen –7.083,83 –10
11. Zwischensumme aus Z 7 bis 10 1.949.122,02 1.672
12. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 6 und Z 11) 1.427.047,29 5.231
13. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –364.589,07 -527
davon latente Steuern –558,78 –1
davon Körperschaftsteuer aus Gruppenbesteuerung –7.000,00 –525
davon weiterbelastet an Gruppenmitglieder 65.854,53 80
14. Ergebnis nach Steuern 1.062.458,22 4.704
15. Verschmelzungsgewinn 0,00 169
16. Jahresüberschuss 1.062.458,22 4.873
17. Auflösung von Gewinnrücklagen 11.360.000,00 0
18. Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0,00 –4.542
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.137,73 9
20. Bilanzgewinn 12.425.595,95 340
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
67
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
A. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
1. ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE
Auf den vorliegenden Jahresabschluss zum 31. März 2022 wurden
die Rechnungslegungsbestimmungen des Unternehmensgesetz-
buches in der geltenden Fassung angewandt.
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchfühung und Bilanzierung sowie unter
Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu ver-
mitteln, aufgestellt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des
vorliegenden Jahresabschlusses beibehalten.
Bei der Bilanzierung und Bewertung wurde den allgemein aner-
kannten Grundsätzen Rechnung getragen. Dabei wurden die im
§ 201 Abs. 2 UGB kodifizierten Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ebenso beachtet wie die Gliederungs- und Bewer-
tungsvorschriften für die Bilanz und Gewinn- und Verlustrech-
nung der §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB. Die Gewinn- und
Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz
der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der
Forthrung des Unternehmens ausgegangen.
Es wurden notwendige Maßnahmen evaluiert und ergriffen, um
den Betrieb der Gesellschaft trotz der COVID-19-Einschränkungen,
die von den Regierungen der für die Gurktaler Aktiengesellschaft
relevanten Volkswirtschaften verhängt wurden, sicherzustellen.
Ferner wurden die Auswirkungen der Ukraine-Krise evaluiert und
entsprechende Vorkehrungen getroffen.
Das Geschäftsmodell der Verpachtung der Kräutermarken Gurkta-
ler und Rossbacher an die Schlumberger Wein- und Sektkellerei
GmbH, Wien, und deren Tochtergesellschaft Top Spirit Handels-
und Verkaufsgesellschaft m.b.H., Wien, bringt es mit sich, dass
nötige operative Maßnahmen in der Produktion, Logistik oder im
Vertrieb in der 100 %igen Verantwortung der Pächterin liegen.
Die Kommunikation und das Reporting wurden mit der Pächterin
seit Ausbruch der Corona-Krise aber auch seit dem Ausbruch des
Konflikts in der Ukraine intensiviert, um sicherzustellen, dass
seitens der Schlumberger Wein- und Sektkellerei alle nötigen Maß-
nahmen ergriffen werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Unter Berücksichtigung der rollierend überarbeiteten Umsatzer-
wartungen der Pächterin wurden die Planungen der Pachterlöse
für die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, regelmäßig überarbei-
tet. Die gute Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung führen dazu,
dass das Unternehmen in seinem Bestand nicht gefährdet ist.
Bei den Beteiligungen an der Zwack Unicum Nyrt, Budapest, und
der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, wurden umfangreiche
Maßnahmen zur Sicherheit der Mitarbeiter und Erfüllung der
Verpflichtungen zur Warenversorgung getroffen. Businesspläne
zur Erfassung der kommerziellen Auswirkungen wurden erstellt
und bei Zwack Unicum Nyrt, Budapest, wurde die Liquidität durch
zusätzliche Maßnahmen in Form von Darlehen und erweiterten
Kontokorrentrahmen abgesichert.
Anhang
für
das Gescftsjahr
vom 1. April 2021 bis
31. März 2022
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
68
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, und ihre Tochter- und
Beteiligungsgesellschaften können dank der vorhandenen Reser-
ven ihre vertraglichen Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllen.
Die drei Mitarbeiterinnen sowie der Vorstand arbeiteten im
Geschäftsjahr 2021/2022 teilweise im Home-Office.
Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der
Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Das Unternehmen hat dem Vorsichtsprinzip Rechnung getragen,
indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten
Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und
drohende Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind,
wurden berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit
statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sach-
verhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei den
Schätzungen berücksichtigt.
Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den wurden beibehalten.
2. ANLAGEVERMÖGEN
Die Bewertung der ausschließlich entgeltlich erworbenen Sachan-
lagen erfolgte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermin-
dert um die der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer
entsprechenden planmäßigen linearen Abschreibungen.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten
bis zu je EUR 800 (Vorjahr: EUR 800) werden gemäß § 13 EStG im
Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben und im Anlagenspiegel
als Zugang und Abgang dargestellt.
Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten zum Bilanz-
stichtag bewertet. Aerplanmäßige Abschreibungen auf den
niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag werden vor-
genommen, sofern eine Wertminderung von Dauer vorliegt. Im
Berichtsjahr erfolgte keine außerplanmäßige Abschreibung.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermö-
gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplan-
mäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt
maximal auf den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung
der Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewe-
sen wären, ergibt.
3. FORDERUNGEN UND
SONSTIGE VERMÖGENS GEGENSTÄNDE
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden
mit Nennwerten bilanziert.
Forderungen in Fremdwährungen wurden mit dem Entstehungs-
kurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen niedrigeren
Stichtagskurs bewertet.
4. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem
Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine
bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
5. AKTIVE LATENTE STEUERN
Aktive latente Steuern werden auf Differenzen, die zwischen den
unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen
von Vermögensgegenständen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten
und Rechnungsabgrenzungsposten bestehen, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, angesetzt. Vom Wahl-
recht der Aktivierung latenter Steuern für steuerliche Verlustvor-
träge wird kein Gebrauch gemacht.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem Steuersatz
von 25 % (Vorjahr: 25 %) ohne Berücksichtigung einer Abzinsung.
Aus der ökosozialen Steuerreform ergeben sich nur unwesentliche
Auswirkungen zum Bilanzstichtag.
Eine Saldierung der aktiven latenten Steuern mit passiven latenten
Steuern wurde vorgenommen, da eine Aufrechnung der tatsäch-
lichen Steuererstattungsansprüche mit den tatsächlichen Steuer-
schulden rechtlich möglich war.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
69
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
6. RÜCKSTELLUNGEN
Die Rückstellungen für Abfertigungen und die Vorsorge für Jubi-
läumszuwendungen wurden unter Anwendung der AFRAC-Stel-
lungnahme 27 „Rückstellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubi-
läumsgeld- und vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen“
nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches (Dezem-
ber 2020) nach anerkannten versicherungsmathematischen
Grundsätzen gemäß internationalen Rechnungslegungssätzen
nach IAS 19 (projected unit credit method) unter Zugrundelegung
der biometrischen Richttafeln AVÖ 2018-P für Angestellte und
einem Pensionseintrittsalter von 65 Jahren ermittelt. Der Berech-
nung wurden ein Gehaltstrend von 2,17 % (Vorjahr: 2,21 %) sowie
eine Fluktuation abhängig von der Dauer der Dienstzugehörigkeit,
zugrunde gelegt. Der Ansammlungszeitraum beginnt mit dem
Zeitpunkt, ab dem die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers erst-
mals Leistungen aus der Zusage begründet, und reicht bis zu
jenem Zeitpunkt, zu dem vollständige Unverfallbarkeit eintritt.
Die Rückstellungen für Abfertigungen und die Vorsorgen für
Jubiläumszuwendungen wurden mit einem Rechnungszinssatz
von 1,8 % (Vorjahr: 0,8 %) ermittelt. Bei den verwendeten Rech-
nungszinssätzen handelt es sich um Stichtagszinssätze. Die
Stichtagszinssätze sind jene Zinssätze, zu dem sich ein Unterneh-
men mit hochklassiger Bonitätseinstufung am Abschlussstichtag
für die durchschnittlichen Restlaufzeiten der Verpflichtungen im
Wesentlichen entsprechendes Fremdkapital beschaffen kann.
Die Zinsaufwendungen betreffend die Abfertigungsrückstel-
lungen und die Vorsorge für Jubiläumszuwendungen sowie die
Auswirkungen aus einer Änderung des Zinssatzes werden im
betreffenden Personalaufwand erfasst.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des
Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkenn-
baren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewissen
Verbindlichkeiten berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen
wurden in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der bestmöglich
geschätzt wurde.
7. VERBINDLICHKEITEN
Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgte unter Bedacht-
nahme auf den Grundsatz der Vorsicht mit ihrem Erfüllungsbe-
trag. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden mit ihrem
Entstehungskurs oder mit dem für die Bilanzierung maßgeblichen
höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
70
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
B. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ
1. AKTIVA
ANLAGEVERMÖGEN
Entwicklung des Anlagevermögens:
Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
Stand
1.4.2021
Zugänge Abgänge Stand
31.3.2022
Stand
1.4.2021
Zugänge Abgänge Stand
31.3.2022
Stand
31.3.2022
Stand
31.3.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1
45.134,65 40.787,12 1.659,04 84.262,73 3.947,13 18.096,18 1.659,04 20.384,27 63.878,46 41.187,52
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 21.638.974,05 0,00 0,00 21.638.974,05
1.711.898,04 0,00 0,00 1.711.898,04 19.927.076,01 19.927.076,01
21.684.108,70 40.787,12 1.659,04 21.723.236,78 1.715.845,17 18.096,18 1.659,04 1.732.282,31 19.990.954,47 19.968.263,53
1 davon geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 204 (1a) UGB 1.659,04 1.659,04 1.659,04 1.659,04
SACHANLAGEN
Den linear vorgenommenen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–4
Kraftfahrzeuge 5
Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen:
Im folgenden
Geschäftsjahr
EUR
In den folgenden
5 Geschäftsjahren
EUR
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 0,00 0,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 18.557,28 91.030,04
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
18.557,28 91.030,04
Vorjahr:
Im folgenden
Geschäftsjahr
EUR
In den folgenden
5 Geschäftsjahren
EUR
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 2.160,00 8.640,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 15.744,00 78.720,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
17.904,00 87.360,00
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
71
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
Anschaffungs-/Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Restbuchwerte
Stand
1.4.2021
Zugänge Abgänge Stand
31.3.2022
Stand
1.4.2021
Zugänge Abgänge Stand
31.3.2022
Stand
31.3.2022
Stand
31.3.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Sachanlagen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1
45.134,65 40.787,12 1.659,04 84.262,73 3.947,13 18.096,18 1.659,04 20.384,27 63.878,46 41.187,52
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 21.638.974,05 0,00 0,00 21.638.974,05
1.711.898,04 0,00 0,00 1.711.898,04 19.927.076,01 19.927.076,01
21.684.108,70 40.787,12 1.659,04 21.723.236,78 1.715.845,17 18.096,18 1.659,04 1.732.282,31 19.990.954,47 19.968.263,53
1 davon geringwertige Vermögensgegenstände gemäß § 204 (1a) UGB 1.659,04 1.659,04 1.659,04 1.659,04
SACHANLAGEN
Den linear vorgenommenen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–4
Kraftfahrzeuge 5
Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen:
Im folgenden
Geschäftsjahr
EUR
In den folgenden
5 Geschäftsjahren
EUR
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 0,00 0,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 18.557,28 91.030,04
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
18.557,28 91.030,04
Vorjahr:
Im folgenden
Geschäftsjahr
EUR
In den folgenden
5 Geschäftsjahren
EUR
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 2.160,00 8.640,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
Verpflichtungen aus Mietverträgen 15.744,00 78.720,00
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 0,00
17.904,00 87.360,00
Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus der Nutzung
von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen des folgen
-
den Geschäftsjahres betragen EUR 18.557,28 (Vorjahr: TEUR 18).
Der Gesamtbetrag der folgenden fünf Jahre beläuft sich auf
EUR 91.030,04 (Vorjahr: TEUR 87).
UMLAUFVERMÖGEN
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen bein-
halten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
EUR 4.580.565,10 (Vorjahr: TEUR 3.401) und Gesellschafterver-
rechnung in Höhe von EUR 871.474,09 (Vorjahr: TEUR 1.101) sowie
Gewinnausschüttungs- und Dividendenansprüche in Höhe von
EUR 1.999.934,43 (Vorjahr: TEUR 1.200) von der Peter Zwack &
Consorten Handels-Aktiengesellschaft, Wien.
Die sonstigen Forderungen enthalten Erträge in Höhe von
EUR 27.117,82 (Vorjahr: TEUR 6.500), die erst nach dem Bilanz-
stichtag zahlungswirksam werden.
Aktive latente Steuern
Die aktiven latenten Steuern beruhen auf temporären Differenzen
im Anlagevermögen (EUR 1.070,90, 1.4.2021: EUR -216,33) bzw.
in den Rückstellungen (EUR 20.885,14, 1.4.2021: EUR 22.731,15).
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
72
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
2. PASSIVA
EIGENKAPITAL
Stand
1.4.2021 Zugänge Abgänge
Stand
31.3.2022
EUR EUR EUR EUR FN
Grundkapital 4.208.728,00 0,00 0,00 4.208.728,00
Kapitalrücklagen
Gebundene 17.430.246,05 0,00 0,00 17.430.246,05
Gewinnrücklagen
Freie Rücklagen 13.437.712,40 0,00 –11.360.000,00 2.077.712,40 1
Bilanzgewinn 339.835,97 12.422.458,22 –336.698,24 12.425.595,95 2
35.416.522,42 12.422.458,22 –11.696.698,24 36.142.282,40
ad 1 Von den freien Rücklagen wurden EUR 11.360.000,00 aufgelöst und dem Jahresgewinn zugeführt.
ad 2 Der Abgang betrifft zur Gänze die Dividende.
Vorjahr:
Stand
1.4.2020 Zugänge Abgänge
Stand
31.3.2021
EUR EUR EUR EUR FN
Grundkapital 4.500.000,00 0,00 –291.272,00 4.208.728,00 2
Nennkapital eigener Anteile 0,00 –291.272,00 291.272,00 0,00 1,2
Ausgegebenes Kapital 4.500.000,00 –291.272,00 0,00 4.208.728,00
Kapitalrücklagen
Gebundene 17.138.974,05 291.272,00 0,00 17.430.246,05 3
Gewinnrücklagen
Freie Rücklagen 10.221.000,00 4.542.000,00 –1.325.287,60 13.437.712,40 4,5
Rücklage für eigene Anteile 0,00 291.272,00 –291.272,00 0,00 3,4
Bilanzgewinn 188.474,87 331.361,10 –180.000,00 339.835,97 6
32.048.448,92 5.164.633,10 –1.796.559,60 35.416.522,42
ad 1 Der Nennwert der im Berichtsjahr erworbenen eigenen Anteile in Höhe von EUR 291.272,00 wurde offen vom Grundkapital
abgezogen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennbetrag und den Anschaffungskosten in Höhe von EUR 1.325.287,60
wurde mit den freien Rücklagen verrechnet.
EUR
Anschaffungskosten eigene Anteile –1.325.287,60
Unterschiedsbetrag Nennwert und Anschaffungskosten 1.034.015,60
Zugänge Nennkapital eigener Anteile gesamt –291.272,00
ad 2 Der Abgang des Grundkapitals betrifft die in der ordentlichen Hauptversammlung vom 11. September 2018 beschlossene verein-
fachte Herabsetzung des Grundkapitals durch Einziehung von 145.636 Stück eigenen Aktien (Stammaktien) gemäß § 192 AktG zur
Eliminierung dieser eigenen Aktien.
ad 3 Die Rücklagen für eigene Anteile in Höhe von EUR 291.272,00 wurden nach Einziehung der eigenen Aktien gegen Kapitalrücklagen
aufgelöst.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
73
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ad 4 Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen wurde eine Rücklage für eigenen Anteile in Höhe des Nennwertes der eigenen
Anteile durch Verwendung der freien Rücklagen gebildet und der Unterschiedsbetrag zwischen Anschaffungskosten und Nenn-
wert der eigenen Anteile mit den freien Rücklagen verrechnet.
EUR
Verwendung zur Bildung einer Rücklage für eigene Anteile –291.272,00
Verrechnung Unterschiedsbetrag Nennwert und Anschaffungskosten eigene Anteile –1.034.015,60
Abgänge freie Rücklagen gesamt –1.325.287,60
ad 5 Vom Jahresüberschuss wurden EUR 4.542.000,00 den freien Rücklagen zugeführt.
ad 6 Der Abgang betrifft zur Gänze die Dividende.
VORSCHLAG ERGEBNISVERWENDUNG
Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe
von EUR 12.425.595,95 (Vorjahr: TEUR 340) einen Betrag von
EUR 12.415.747,60 (Vorjahr: TEUR 337) auszuschütten und den
verbleibenden Betrag von EUR 9.848,35 (Vorjahr: TEUR 3) auf
neue Rechnung vorzutragen.
Es liegt eine Ausschüttungssperre in Höhe von EUR 21.956,04
(Vorjahr: TEUR 23) auf Grund der Aktivierung latenter Steuern vor,
welche durch jederzeit auflösbare Rücklagen gedeckt ist.
RÜCKSTELLUNGEN
In den sonstigen Rückstellungen sind folgende Posten enthalten:
31.3.2022
EUR
31.3.2021
TEUR
Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten 75.100,00 63
Kosten der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 70.000,00 60
Prämien 0,00 11
Andere 72.355,68 59
217.455,68 193
VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Aufwendungen von
EUR 726,55 (Vorjahr: TEUR 28), die erst nach dem Bilanzstichtag
zahlungswirksam werden.
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
31.3.2022
EUR
31.3.2021
EUR
Garantien 2.525,78 1.234,03
Haftungsverhältnisse in Höhe von EUR 2.525,78 (Vorjahr: TEUR 1)
wurden für Verbindlichkeiten innerhalb des Konzerns eingegangen.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
75
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
D. SONSTIGE ANGABEN
GRUNDKAPITAL
Das Grundkapital des Unternehmens besteht aus 2.104.364 (Vor-
jahr: 2.104.364) nennbetragslosen Stückaktien und setzt sich aus
folgenden Aktiengattungen zusammen:
EUR
Stammaktien (1.354.364 Stück) 2.708.728
Vorzugsaktien ohne Stimmrecht gemäß § 12a AktG (750.000 Stück) 1.500.000
4.208.728
EIGENE AKTIEN
Die Gesellschaft hat im Vorjahr im Zusammenhang mit dem Ver-
kauf der Marke Leibwächter eigene Aktien (145.636 Stück) erwor-
ben. Dies entspricht einem Anteil am Grundkapital in Höhe von
EUR 291.272. Die Gesellschaft hat im Vorjahr die eigenen Aktien
im Zuge einer vereinfachten Kapitalherabsetzung eingezogen und
hielt zum 31. März 2021 keine eigenen Aktien.
Zum 31. März 2022 hält die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien,
keine eigenen Aktien.
SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN, DIE NICHT
IN DER BILANZ AUSGEWIESEN SIND
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus
Dienstleistungsverträgen des folgenden Geschäftsjahres betragen
EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 8). Der Gesamtbetrag der folgenden
fünf Jahre beläuft sich auf EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 40). Der
Dienstleistungsvertrag wurde mit 31.3.2021 beendet.
BETEILIGUNGSVERHÄLTNISSE
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, hält zum 31. März 2022
Anteile an folgenden Gesellschaften:
Name Sitz Abschluss
Kapitalanteil
%
Eigenkapital
TEUR
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
TEUR
Peter Zwack & Consorten
Handels-Aktiengesellschaft Wien 31.3.2022 49,998 24.562 4.005
Gurktaler Alpenkräuter GmbH Gurk 31.3.2022 100,00 1.264 221
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH Wien 31.3.2022 100,00 –1.739 –11
Vorjahr:
Name Sitz Abschluss
Kapitalanteil
%
Eigenkapital
TEUR
Jahresüberschuss/
-fehlbetrag
TEUR
Peter Zwack & Consorten
Handels-Aktiengesellschaft Wien 31.3.2021 49,998 23.227 2.744
Gurktaler Alpenkräuter GmbH Gurk 31.3.2021 100,00 1.043 93
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH Wien 31.3.2021 100,00 -1.728 –4
Weiters werden, unverändert zum Vorjahr, noch Anteile von
14,423 % an der Underberg GmbH & Co. KG, Rheinberg, Deutsch-
land, gehalten.
Die Werthaltigkeit der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co.
KG, Rheinberg, Deutschland, wird durch eine Put-Option gegen-
über der Underberg AG, Dietlikon, Schweiz, sichergestellt.
Verbundene Unternehmen im Sinne des § 189a Z 8 UGB sind
alle Unternehmen, die zur Firmengruppe der Underberg AG,
Dietlikon, Schweiz, gehören. Geschäfte mit diesen Gesellschaften
werden wie mit unabhängigen Dritten abgewickelt.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
76
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Die Haupttätigkeit der Gesellschaft liegt in der Verwaltung von
Beteiligungen sowie in der Erbringung von Dienstleistungen für
Tochtergesellschaften vor allem im Bereich der Geschäftshrung.
Die Gesellschaft ist gemäß Gruppen- und Steuerumlagevereinba-
rung vom 13. März 2013 und 6. Februar 2015 körperschaftsteuer-
licher Gruppenträger folgender Konzerngesellschaften:
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH, Wien
Gurktaler Alpenkräuter GmbH, Gurk
Für alle Gruppenmitglieder wird die Steuerumlage im Wege einer
fiktiven Veranlagung ermittelt.
Wenn die Summe der fiktiven Körperschaftsteuer der Vertragspar-
teien, die ohne Gruppenbildung zu entrichten wäre, die tatsäch-
lich bezahlte Körperschaftsteuer der Unternehmensgruppe über-
steigt, kommt es bei Gruppenmitgliedern mit positiver Umlage zu
einem Abgeltungsbetrag in Höhe von 10 % des Liquiditätsvorteils,
ebenso bei Zahlung der Mindestkörperschaftsteuer für die Unter-
nehmensgruppe.
KONSOLIDIERUNGSKREIS
Die Semper idem Underberg AG, Rheinberg, Deutschland, ist
jenes Mutterunternehmen, welches den Konzernabschluss für
den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernab-
schluss wird im elektronischen Bundesanzeiger in Deutschland
veröffentlicht.
Die Gurktaler Aktiengesellschaft, Wien, stellt den Konzernab-
schluss für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und veröf-
fentlicht diesen im Firmenbuch in Österreich.
DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Die Gesellschaft bedient sich keiner derivativen Finanzinstru-
mente.
E. PFLICHTANGABEN ÜBER ORGANE UND ARBEITNEHMER DER GESELLSCHAFT
Zum Bilanzstichtag waren vier (Vorjahr: vier) Angestellte beschäftigt.
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäfts-
jahr 2021/2022 vier Angestellte (2020/21: drei Angestellte).
An Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden
keine Vorschüsse, Haftungen oder Kredite gewährt.
Hinsichtlich der Angabe der Aufwendungen für Abfertigungen an
Vorstandsmitglieder wurde von der Schutzklausel gemäß § 242
Abs. 4 UGB Gebrauch gemacht. Aufwendungen für die Altersver-
sorgung für Vorstandsmitglieder im Sinne des § 80 AktG fielen
nicht an.
GESAMTBEZÜGE DES VORSTANDES UND
DES AUFSICHTSRATES
Hinsichtlich der Angabe der Bezüge des Vorstandes wurde von
der Schutzklausel gemäß § 242 Abs. 4 UGB Gebrauch gemacht.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrates betrugen im Geschäftsjahr
EUR 32.000 (Vorjahr: TEUR 28).
ZUSAMMENSETZUNG DES AUFSICHTSRATES
Der Aufsichtsrat setzte sich im Geschäftsjahr 2021/2022 aus fol-
genden Personen zusammen:
Dr. Hubertine Underberg-Ruder (Vorsitzende)
KR Eduard Kranebitter (Stellvertreter der Vorsitzenden)
Dr. Tobias Bürgers (Mitglied des Aufsichtsrates)
Thomas Mempel (Mitglied des Aufsichtsrates)
ZUSAMMENSETZUNG DES VORSTANDES
Der Vorstand setzte sich im Geschäftsjahr 2021/2022 aus folgen-
den Personen zusammen:
Mag. Wolfgang Spiller (Vorsitzender seit 1. Jänner 2021)
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
77
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
F. WESENTLICHE EREIGNISSE NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstich-
tag eingetreten.
Die Ukraine-Krise und ihre Auswirkungen wirken sich auf die
operativen Geschäftsfelder sowie die Beteiligungen der Gurktaler
Aktiengesellschaft aufgrund der allgemeinen weltwirtschaftlichen
Entwicklungen indirekt aus, gehrden sie jedoch nicht in ihrem
Bestand.
Wien, den 28. Juni 2022
Der Vorstand:
Mag. Wolfgang Spiller
e.h.
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
78
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN DER GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT UND
DER KONSOLIDIERTEN GESELLSCHAFTEN
Verbundene Unternehmen, die in die Vollkonsolidierung einbezogen sind
Name Sitz
Kapitalanteil
(direkt und indirekt)
%
Eigenkapital
des letzten
Jahresabschlusses
TEUR
Gurktaler Alpenkräuter GmbH Gurk 100 1.264
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH Wien 100 –1.739
Vorjahr:
Name Sitz
Kapitalanteil
(direkt und indirekt)
%
Eigenkapital
des letzten
Jahresabschlusses
TEUR
Gurktaler Alpenkräuter GmbH Gurk 100 1.043
„Rossbacher“ Vertriebs GmbH Wien 100 –1.728
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode konsolidiert werden
Name Sitz
Kapitalanteil
(direkt und indirekt)
%
Eigenkapital
des letzten
Jahresabschlusses
TEUR
Peter Zwack & Consorten
Handels-Aktiengesellschaft Wien 49,998 24.562
Vorjahr:
Name Sitz
Kapitalanteil
(direkt und indirekt)
%
Eigenkapital
des letzten
Jahresabschlusses
TEUR
Peter Zwack & Consorten
Handels-Aktiengesellschaft Wien 49,998 23.227
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
79
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der Gurktaler Aktiengesellschaft,
Wien, bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2022, der Gewinn-
und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresab-
schluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. März
2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprü-
fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung
der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verant-
wortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im
Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prü-
fung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks wei-
tergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens-
rechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben
unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit
diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prü-
fungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage
für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachver-
halte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeut-
samsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäfts-
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der
Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir
geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Unsere Darstellung dieser besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte haben wir wie folgt strukturiert:
Sachverhalt
Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse
Verweis auf weitergehende Informationen
BEWERTUNG DER ANTEILE AN VERBUNDENEN
UNTERNEHMEN
SACHVERHALT
Zum 31. März 2022 weist die Gurktaler Aktiengesellschaft auf-
grund ihrer Holdingfunktion Anteile an verbundenen Unterneh-
men in Höhe von TEUR 19.927 (Vorjahr: TEUR 19.927) aus.
Gemäß § 204 Abs. 2 UGB sind Beteiligungen bei voraussichtlich
dauernder Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben.
Der gesetzliche Vertreter ist der Auffassung, dass dauerhafte
Wertminderungen bei den oben stehenden Anteilen an verbun-
denen Unternehmen zum 31. März 2022 nicht gegeben sind und
daher weder eine außerplanmäßige Abschreibung noch eine
Zuschreibung erforderlich ist.
Angesichts der Komplexität der Wertminderungsmodelle, der
Schätzungsunsicherheit, die mit der Ableitung der verwendeten
Daten verbunden ist, sowie der immanenten Ermessensent-
scheidungen wird die Werthaltigkeit von den Anteilen an ver-
bundenen Unternehmen als ein besonders wichtiger Prüfungs-
sachverhalt angesehen.
PRÜFERISCHES VORGEHEN UND ERKENNTNISSE
Wir haben, unter Einbeziehung interner Spezialisten, im
Zusammenhang mit der Beurteilung der Werthaltigkeit dieser
Beteiligungen die entsprechenden Bewertungsmodelle geprüft.
Dabei haben wir die vom gesetzlichen Vertreter verwendete
Bewertungsmethode überprüft sowie die verwendeten Para-
meter (geplanten Zahlungsströme und Diskontierungszinsätze)
beurteilt. Wir haben untersucht, ob die verwendeten Modelle
den anerkannten Bewertungsgrundsätzen entsprechen und die
verwendeten Annahmen plausibel und angemessen sind.
Die verwendeten Modelle entsprechen den anerkannten
Bewertungsgrundsätzen und die verwendeten Annahmen sind
plausibel und vertretbar.
VERWEIS AUF WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Der gesetzliche Vertreter hat die Bewertung der Anteile an ver-
bundenen Unternehmen im Anhang unter Punkt „A.2“ und unter
Punkt „D“ erläutert.
Bericht zum
Jahresabschluss
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
80
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
SONSTIGE INFORMATIONEN
Der gesetzliche Vertreter ist für die sonstigen Informationen ver-
antwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informa-
tionen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss,
den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäfts-
bericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestäti-
gungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf
diese sonstigen Informationen, und wir werden dazu keine Art der
Zusicherung geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses
haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen
zu lesen, sobald sie vorhanden sind, und dabei zu würdigen,
ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung
erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch darge-
stellt erscheinen.
VERANTWORTLICHKEITEN DES GESETZLICHEN
VERTRETERS UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR
DEN JAHRESABSCHLUSS
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des
Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter
verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig
erachtet, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermögli-
chen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Ver-
treter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fort-
führung der Unternehmenstigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im
Zusammenhang mit der Forthrung der Unternehmenstätigkeit
– sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungs-
legungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, der gesetzliche Vertreter beabsichtigt,
entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmen-
stätigkeit einzustellen, oder hat keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung
des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern
ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prü-
fungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß
an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstim-
mung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA
erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche fal-
sche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffe-
nen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermes-
sen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko,
dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständig-
keiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung
relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind,
jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der vom gesetzlichen
Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der vom gesetzlichen Vertreter dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusam-
menhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der
Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit durch den gesetzlichen Vertre-
ter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise,
ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit
Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel
an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung
ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir ver-
pflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehöri-
gen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder,
falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gege-
Graphics
JAHRESABSCHLUSS
81
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
benheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der
Forthrung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den
Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie
ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvor-
fälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein mög-
lichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem
über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung
der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststel-
lungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erken-
nen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass
wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm
über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf
unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusam-
menhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem
Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte,
die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses
des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder
andere Rechtsvorschriften schlien die öffentliche Angabe des
Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen,
dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestigungsvermerk mit-
geteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass
die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für
das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE
ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unterneh-
mensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung
des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs-
grundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende
Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem Jahres-
abschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewon-
nenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über
die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte
Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am
23. September 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am
23. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind unun-
terbrochen seit dem Geschäftsjahr 2012/13 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum
Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungs-
ausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen
(Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirt-
schafts
prüferin ist Frau Mag. Ute Unden-Schubert, Wirtschafts-
prüferin.
Wien
28. Juni 2022
PwC Wirtschaftsprüfung GmbH
Mag. Ute Unden-Schubert
Wirtschaftsprüferin
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf
den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
Graphics
82
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
ERKLÄRUNG
Ich bestätige nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzern-
abschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns vermittelt und dass der Konzern-
lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die
Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht,
und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und
Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Ich bestätige nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresab
-
schluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt
und dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergeb
-
nis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und
dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 27. Juni 2022
Der Vorstand
Mag. Wolfgang Spiller e.h.
ERKLÄRUNG ALLER GESETZLICHEN
VERTRETER § 124 ABS. 3 BÖRSEG
Graphics
83
GESCHÄFTSBERICHT 2021/2022
GEWINNVERWENDUNG
Das Geschäftsjahr 2021/2022 schließt mit einem Jahresgewinn
von EUR 1.062,458,22.
Zuzüglich des Gewinnvortrags in Höhe von EUR 3.137,73 und zuzüg-
lich der Auflösung von Gewinnrücklagen in Höhe von EUR 11.360.000
errechnet sich ein Bilanzgewinn von EUR 12.425.595,95.
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, diesen Bilanz-
gewinn wie folgt zu verwenden:
Ausschüttung einer Dividende von EUR 5,90 je Vorzugsaktie
und EUR 5,90 je Stammaktie, das ist insgesamt ein Ausschüt-
tungsbetrag von EUR 12.415.747,60 und entspricht 295 % des
Grundkapitals von EUR 4.208.728,00.
Weiters wird vorgeschlagen, den verbleibenden Restbetrag in
Höhe von EUR 9.848,35 auf neue Rechnung vorzutragen.
GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG
GURKTALER AKTIENGESELLSCHAFT
Graphics
HERAUSGEBER
Gurktaler Aktiengesellschaft
Heiligensdter Straße 43, 1190 Wien
Tel.: +43/1/367 08 490
Fax: +43/1/367 08 49–340
E-Mail: services@gurktaler.at
http://gruppe.gurktaler.at
Geschäftssitz: Wien
Reg. beim HG Wien unter FN 389840 w
UID: ATU67694202
KONZEPT, BERATUNG UND PROJEKTMANAGEMENT
Mensalia Unternehmensberatungs GmbH
www.mensalia.at
FOTO
Mila Zytka (Vorstandsporträt)
DRUCK
KS Printsolution GmbH
DISCLAIMER
Dieser Geschäftsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt und
unter gewissenhafter Prüfung sämtlicher Daten erstellt. Satz- und
Druckfehler können dennoch nicht ausgeschlossen werden. Durch
die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozen-
tangaben kann es zu geringfügigen Rechendifferenzen kommen.
Bestimmte Aussagen in diesem Bericht sind „zukunftsgerichtete
Aussagen“. Diese Aussage, welche die Wörter „glauben“, „beab-
sichtigen“, „erwarten“ und Begriffe ähnlicher Bedeutung enthal-
ten, spiegeln die Ansichten und Erwartungen der Gesellschaft
wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, welche die
tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der
Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerich-
teten Aussagen vertrauen. Die Gesellschaft ist nicht verpflichtet,
das Ergebnis allfälliger Berichtigungen der hierin enthaltenen
zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, außer dies ist
nach anwendbarem Recht erforderlich.
GESCHLECHTSNEUTRALE FORMULIERUNG
Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird bei personen-
bezogenen Begriffen wie „Kunden“ oder „Aktionäre“ auf die
geschlechtsspezifische Differenzierung sowie auf die durchgän-
gige Verwendung von akademischen Titeln verzichtet.
IMPRESSUM
Graphics
Graphics
Gurktaler AG
http://gruppe.gurktaler.at
Heiligenstädter Straße 43,
1190 Wien
Tel.: +43/1/367 08 49-0
services@gurktaler.at