
bericht Semperit-Gruppe I Jahresfinanzbericht 202
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mit −1,6 Mio. EUR insbesondere ein Rückgang von Zuwendungen der öffentlichen Hand, welche im
Zuge der Corona-Krise als Unterstützungsleistungen bezogen wurden.
Der Materialaufwand stieg im Geschäftsjahr 2021 um 98,9 Mio. EUR oder +22,9% auf
530,3 Mio. EUR. Die Veränderung war zum einen auf höhere Rohstoffpreise (u.a. beeinflusst durch
gestiegene Eingangsfrachtkosten) in beiden Sektoren sowie höhere Anschaffungskosten beim Zukauf
von Handschuhen im Sektor Medizin zurückzuführen; zum anderen trugen insbesondere die gestie-
genen Produktionsmengen in den Segmenten Semperflex (+17,2%) und Semperseal (+22,0%) zum
Anstieg des Materialaufwands bei. Im Segment Sempermed gab es aufgrund der geringeren Produk-
tionsmengen (−10,9% bei Untersuchungs- und Schutzhandschuhen) einen gegenläufigen Effekt. Im
Sektor Industrie gelang es, die Materialkostensteigerungen mit einer geringen Zeitverzögerung an
die Kunden weiterzugeben. Beachtlich ist außerdem, dass die Aufwendungen für Energie der Sempe-
rit-Gruppe um 2,3% rückläufig waren. Dies ist insbesondere auf die gegenüber dem Geschäftsjahr
2020 um 15,3% niedrigeren Gaspreise in Malaysia und den geringeren Gasverbrauch in der malaysi-
schen Handschuhproduktion infolge der oben genannten Produktionseinschränkungen zurückzufüh-
ren. Bereinigte man die Aufwendungen für Energie um jene des Werks im malaysischen Kamunting,
so ergäbe sich ein Anstieg um 50,1% gegenüber dem Vorjahr.
Der Personalaufwand stieg im Geschäftsjahr 2021 auf 216,5 Mio. EUR (+3,2%). Die Gründe dafür
waren im Wesentlichen allgemeine Lohn- und Gehaltssteigerungen, erhöhte Kosten für zusätzliche
Leiharbeitskräfte und Produktionsmitarbeiter, freiwillige Abfertigungszahlungen sowie die Erstkonsoli-
dierung der M+R Dichtungstechnik GmbH. Der Anstieg der Leiharbeitskräfte betrifft insbesondere
Tschechien (+0,8 Mio. EUR), Österreich (+0,6 Mio. EUR), Frankreich (+0,5 Mio. EUR) und Deutschland
(+0,4 Mio. EUR). Gegenläufig wirkte, dass im Personalaufwand des Vorjahres die Bildung einer Rückstel-
lung für Recruitment-Fee-Zahlungen in Malaysia in Höhe von 3,9 Mio. EUR enthalten war, welche keine
Entsprechung im Geschäftsjahr 2021 hatte. Die Rückstellung wurde im Geschäftsjahr 2021 de facto zur
Gänze verwendet. Ebenfalls gegenläufig wirkten die rückläufigen Aufwendungen für Bonuszahlen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit 120,4 Mio. EUR um rund +26,4% über dem
Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres von 95,3 Mio. EUR. Der Anstieg ist vor allem auf höhere
Aufwendungen für Ausgangsfrachten um rund 16,6 Mio. EUR sowie auf höhere Rechts- und Bera-
tungsaufwendungen für strategische Projekte in der Unternehmensentwicklung zurückzuführen.
Aufwandserhöhend wirkten außerdem preisbedingt gestiegene nicht-produktionsbezogene Energie-
kosten und zusätzlicher Miet- und Leasingaufwand, der u.a. durch Anmietungen zur Einhaltung von
Corona-bedingten Abstandsregeln verursacht worden ist.
Das EBITDA konnte von 208,6 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2020 auf 361,8 Mio. EUR im Geschäfts-
jahr 2021 signifikant, um 73,5% gesteigert werden. Die EBITDA-Marge lag bei 30,6% (Geschäftsjahr
2020: 22,5%).
Die Abschreibungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 auf 46,7 Mio. EUR (+25,4%). Dies ist im
Wesentlichen auf die im Vorjahr erfasste Wertaufholung im Segment Sempermed und die gestiege-
nen Investitionsausgaben zurückzuführen.
Das EBIT stieg auf 315,0 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2021 nach 237,8 Mio. EUR im Vorjahr. Ge-
genüber dem um die Wertaufholung im Segment Sempermed und die Wertminderung im Segment
Sempertrans bereinigten EBIT im Geschäftsjahr 2020 (171,4 Mio. EUR) konnte das EBIT im Geschäfts-
jahr 2021 um 83,8% und damit signifikant gesteigert werden. Die EBIT-Marge der Semperit-Gruppe
stieg von 25,6% (bereinigt 18,5%) im Geschäftsjahr 2020 auf aktuell 26,6%.
Das Finanzergebnis fiel im Geschäftsjahr 2021 deutlich negativer aus als im Vorjahr. Der zusätzli-
che Finanzaufwand war vor allem durch die Fremdwährungskursentwicklung des USD zu den für die
Semperit-Gruppe wesentlichen Währungen – insbesondere dem EUR (Kurs EUR/USD zum
31.12.2021: 1,1326; Kurs EUR/USD zum 31.12.2020: 1,22710) – bedingt. Das Netto-
Fremdwährungsergebnis veränderte sich um −10,9 Mio. EUR; dies ist zum Großteil durch die Stär-