A1 TELEKOM AUSTRIA GROUP — JAHRESFINANZBERICHT 2021 132
Team evaluierte die Auswirkungen von zwei Szenarien
(<2 °C, 4 °C Temperaturanstieg) in Bezug auf die Dimensionen
Kund:innen, Beschaffung und Produktion sowie Operation.
Der Fokus wurde auf die Risiken Überflutung / Ausfall von Teilen
des Netzwerks, Kostensteigerungen etwa durch CO
2
-Steuern
oder massiv steigende Stromkosten sowie Unterbrechung der
Produktion von Endgeräten bzw. deren Komponenten und der
Lieferketten gelegt. Diese verstärkten ESG-Aktivitäten bieten
sowohl Chancen im Bereich der Neukund:innengewinnung als
auch eine höhere Loyalität der Bestandskund:innen.
Die langfristige finanzielle Auswirkung der Risiken spiegeln
sich vor allem in der Kostensteigerung von Energie wider. Hin-
sichtlich des Überflutungsrisikos wurden erfolgreiche Schritte
zur Risikominimierung wie durch Baumaßnahmen oder die Ver-
lagerung von kritischem Equipment in höhergelegene Stock-
werke umgesetzt. Als Ergebnis der extern begleiteten Analyse
werden klimabezogene Risiken in Ländern der A1 Telekom
Austria Group mit „Low Impact“ (<3 % Einfluss auf den Cash-
flow) bewertet. Weitere strategische Aktivitäten tragen darüber
hinaus zu einer Verbrauchsreduktion bzw. einer Vermeidung
regulatorischen Risikos bei.
Zur Reduzierung der Risiken werden neben der Beschaffung
von nahezu 100 % des Stroms aus erneuerbarer Energie in
Österreich sowie der gruppenweiten Förderung von Photovol-
taik zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die benötigte Energie
so effizient wie möglich einzusetzen. Dies reicht über die Ver-
wendung verbrauchsarmer Anlagen bis hin zur Erhöhung von
Durchschnittstemperaturen an IT-Standorten, um den Kühl-
bedarf zu reduzieren. Eine Umstellung auf Cloud-Lösungen
für eine effizientere Verarbeitung und Speicherung von Daten
trägt ebenso zur Reduktion bei wie ein aktives Netzwerkma-
nagement, das zusätzlich zu den getätigten Investitionen in
neue Technologien die jeweils effizienteste Technologie für die
Datenübertragung unterstützt.
Umsetzung / Ergebnisse 2021
Die A1 Telekom Austria Group betrachtet es, wie schon vor-
her erwähnt, als Verpflichtung, ihre Geschäftstätigkeit so
nachhaltig wie möglich zu gestalten. Neben Maßnahmen zur
Steigerung der Energieeffizienz spielt dabei die Deckung des
Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien wie Sonne, Wasser
oder Wind eine große Rolle. Daher stand auch im Jahr 2021
insbesondere der Stromeinkauf und -verbrauch als größter
Hebel zur Reduktion von CO
2
-Emissionen im Fokus. Gruppen-
weit stieg der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtener-
gieverbrauch auf 50 % bzw. am Stromverbrauch auf 57 %.
Um die richtigen Maßnahmen mit entsprechenden Qualitäts-
standards zum Einkauf von Grünstrom zu definieren, wurde
eine „Green Electricity Policy“ erstellt. Gemäß dieser Policy
wurden vier wesentliche Instrumente identifiziert: Selbstpro-
duktion vor Ort, Stromabnahmeverträge („Power Purchasing
Agreements“, PPAs), grüne Tarife sowie Herkunftsnachweise.
Jedes dieser Instrumente wurde nach verschiedenen Kriterien
bewertet und priorisiert, etwa bezüglich des Einflusses auf
die Umwelt, der Dauer bis zur Umsetzung der Maßnahme sowie
des Innovationspotenziales. In nahezu allen Märkten der A1
Telekom Austria Group wurde 2021 mindestens ein Instrument
der „Green Electricity Policy“ umgesetzt. Beispielhafte Umset-
zungen sind der Abschluss eines grünen Tarifs in Kroatien und
Serbien, der Erwerb von Herkunftsnachweisen in Bulgarien
sowie die Installation von Solarpanels auf Basisstationen in
Bulgarien. Die A1 Telekom Austria Group betreibt zudem zwei
eigene große Photovoltaikparks. In Belarus wird seit 2016 ein
Photovoltaikpark mit einer jährlich produzierten Strommenge
von rund 24 Millionen kWh betrieben. Zudem wird bereits seit
2013 in Aflenz (Österreich) ein weiterer Park mit einer jährlich
produzierten Strommenge von 215.000 kWh betrieben.
Um die CO
2
-Emissionen aus dem Fuhrpark zu reduzieren,
werden unterschiedliche Maßnahmen getroffen, z. B. in einem
ersten Schritt die Reduktion der gefahrenen Kilometer. Hier
kommen alternativ innovative Logistikkonzepte und Telepre-
sence-Lösungen sowie weitere digitale Lösungen zur Unter-
stützung flexibler, mobiler Arbeitsformen zum Einsatz. Ebenso
tragen Selbstinstallations-Lösungen für Kund:innen dazu bei,
Kilometer einzusparen. Der zweite Schritt besteht im Einsatz
von Fahrzeugen mit nachhaltigen Antriebsmodellen. Ein ver-
mehrter Einsatz von Erdgas-, Hybrid- oder Elektrofahrzeugen
ist in Umsetzung bzw. wird evaluiert. Zudem hat die A1 Telekom
Austria Group in Österreich eine Studie zu „Digitalisierung
und Klimawandel“ an EcoAustria und das Fraunhofer Institut
für System- und Innovationsforschung (ISI) in Auftrag gege-
ben, die im März 2021 veröffentlicht wurde. Qualitativ sowie
quantitativ wurden dabei sowohl die positiven als auch negati-
ven Auswirkungen der Digitalisierung auf die CO
2
-Emissionen
analysiert. Die Resultate zeigen in Summe einen positiven
Beitrag von digitaler Infrastruktur auf das Klima, da die CO
2
-
senkenden Effekte die CO
2
-erhöhenden Effekte im Durchschnitt
überwiegen.
Ressourcenoptimierung und
Dematerialisierung
Konzept
Die Digitalisierung bietet hinsichtlich der Ressourcenschonung
enormes Potenzial für den Umweltschutz. Digitale Kommu-
nikationslösungen wie Videokonferenzen bzw. Telepresence
gestalten die Kommunikation in einer Vielzahl von Arbeits- und
Lebensbereichen effizienter und umweltfreundlicher, da viele
Arbeitsprozesse ohne die sonst damit verbundene Reisetätig-
keit erledigt werden können. Im Zuge dieser dynamischen di-
gitalen Transformation werden laufend neue Technologien und
Geräte bzw. Komponenten zur Optimierung von Effizienz und
Leistungsfähigkeit entwickelt und eingesetzt. Die A1 Telekom
Austria Group räumt dabei ökologischen Grundprinzipien einen
hohen Stellenwert ein, etwa Abfallvermeidung, Ressourcen-
schonung und das Bestreben, wertvolle Rohstoffe möglichst
lange im Kreislauf zu halten. Durch konsequentes Life-Cycle-
Management wird sichergestellt, dass im Einsatz befindliche
Ressourcen so lange wie möglich verwendet werden können.
Das beinhaltet die Aufbereitung (Refurbishment) und erneute
Nutzung von zurückgegebenen Geräten, die funktionsfähig
sind und dem aktuellen technischen Stand entsprechen. Wenn
Geräte oder Equipment nicht weiter verwendbar sind, werden
sie abgebaut, systematisch in Bestandteile wie Leiterplatten,
Kupfer, Eisen bzw. Blech getrennt und fachgerecht recycelt, wo-
bei manuellen Recyclingprozessen der Vorzug gegeben wird.
Auch mit ihrem Handyrecycling leistet die A1 Telekom Austria
Group einen Beitrag zur Ressourcenschonung. Die meisten
KONSOLIDIERTER NICHT-FINANZIELLER BERICHT 2021