Jahresfinanzbericht
2020/2021
der Energie AG Oberösterreich
Wir denken an morgen
Inhalt
GESCHÄFTSBERICHT 2020/2021
5
Konzern-Übersicht
13 Konzernlagebericht
50 NFI-Bericht
134 Konzernabschluss
230 Bestätigungsvermerk
237 Erklärung des Vorstandes
EINZELABSCHLUSS 2020/2021
240 Lagebericht des Unternehmens
272 Geprüfter Einzelabschluss
307 Bestätigungsvermerk
313 Erklärung des Vorstandes
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
GESCHÄFTSBERICHT 2020/2021
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www.energieag.at/geschaeftsbericht
Wir denken an morgen
Inhalt
5
KONZERN-ÜBERSICHT
50 NFI-BERICHT
6
Interview mit dem Vorstand
50 Vorwort des Vorstandes
52 Über diesen Bericht
53 Geschäftsmodell
11 Bericht des Aufsichtsrats
13 KONZERNLAGEBERICHT
54
54
55
56
Eigentümerstruktur
Organe der Gesellschaft
Konzernstruktur
13 Konzern
13
16
21
22
22
25
Rahmenbedingungen
Eckdaten im Überblick
Geschäftsverlauf im Konzern
Internes Kontrollsystem
57 Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
74 Wirtschaft
Risiko- und Chancenlage
78 Umwelt
Forschung, Entwicklung und Innovation
Leistungswirtschaftliche Kennzahlen
101 Soziales
113 Arbeitnehmer
121 Compliance
26 Segmente
27 Segment Energie
33 Segment Netz
127 GRI-Inhaltsindex
36 Segment Entsorgung
40 Segment Tschechien
43 Segment Holding & Services
47 Ausblick
134 KONZERNABSCHLUSS
134 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
135 Gesamtergebnisrechnung
135 Konzernbilanz
137 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
141 Kapitalflussrechnung
142 Anhang
230 Bestätigungsvermerk
237 Erklärung des Vorstandes
ALLES NEU AUS EINER HAND.
Sämtliche Inhalte des Geschäftsberichts inklusive interaktiver Funktionen
auch in der digitalen Version:
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Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
5
Konzern-Übersicht
Konzern-Übersicht
DIE ENERGIE AG OBERÖSTERREICH AUF EINEN
BLICK
Einheit
2020/2021
Entwicklung
2019/2020
Umsatz
Segment Energie
Segment Netz
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
1.339,0
366,1
23,8 %
4,1 %
1.081,9
351,6
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Segment Holding & Services
Konzern
247,0
10,2 %
7,9 %
224,1
173,1
160,4
20,0
-22,2 %
16,4 %
25,7
2.145,2
1.843,7
Ergebnis
Operatives Ergebnis (EBIT)
EBIT Marge
Mio. EUR
%
188,4
8,8
27,6 %
10,0 %
32,5 %
25,0 %
147,7
8,0
Ergebnis vor Steuern (EBT)
Dividende je Aktie
Mio. EUR
EUR
168,3
0,75
127,0
0,6
Bilanz
Bilanzsumme
Eigenkapital
Mio. EUR
Mio. EUR
%
3.875,4
1.535,8
39,6
25,8 %
14,4 %
-9,2 %
3.079,7
1.343,0
43,6
Eigenkapitalquote
Nettoverschuldung 1)
Net Gearing
Mio. EUR
%
450,9
29,4
-18,2 %
-28,3 %
551,3
41,0
Operativer Cash Flow
Mio. EUR
378,7
103,8 %
185,8
Rentabilität
ROCE
%
6,8
15,3 %
5,9
Mitarbeiter (Durchschnitt)
Segment Energie
FTE
FTE
FTE
FTE
FTE
FTE
464
535
-1,1 %
0,2 %
-0,8 %
2,2 %
0,7 %
0,7 %
469
534
Segment Netz
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Segment Holding & Services
Konzern
821
828
1.718
1.055
4.593
1.681
1.048
4.560
1) Nettoverschuldung = Langfristige Finanzverbindlichkeiten + Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten – Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
6
Konzern-Übersicht Interview mit dem Vorstand
INTERVIEW MIT DEM VORSTAND
DER ENERGIE AG OBERÖSTERREICH
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
Generaldirektor DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
Video Statements der Vorstandsmitglieder finden Sie im Online-Bericht:
www.energieag.at/geschaeftsbericht
Das abgelaufene Geschäftsjahr stand erneut im Zeichen der COVID-19-Pandemie. Haben
sich die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Gesundheitskrise im Zeitverlauf
verändert?
Werner Steinecker: Als Betreiber kritischer Infrastruktur und Unternehmen der
Daseinsvorsorge kommt uns eine besondere gesellschaftliche Verantwortung zu. Vor diesem
Hintergrund wurden – wie auch im vergangenen Geschäftsjahr – Schutzmaßnahmen
getroffen, die über den gewöhnlichen Sorgfaltsmaßstab hinausgehen. Trotz aller Learnings im
Zuge der Krisenbekämpfung ist die gegenwärtige Situation weiterhin eine sehr
herausfordernde und erfordert viel Disziplin und Verantwortungsbewusstsein. Nur auf diese
Art gelingt es uns, die übergeordneten Ziele der zuverlässigen und möglichst störungsfreien
Versorgung mit Energie, Wasser sowie Daten- und Entsorgungsleistungen dauerhaft zu
gewährleisten. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
für ihr Durchhaltevermögen sowie ihre persönlichen Beiträge zur Eindämmung der Pandemie
bedanken.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
7
Konzern-Übersicht Interview mit dem Vorstand
„Als Betreiber kritischer Infrastruktur und Unternehmen
der Daseinsvorsorge kommt uns eine besondere
gesellschaftliche Verantwortung zu. Trotz aller Learnings
im Zuge der Krisenbekämpfung ist die gegenwärtige
Situation weiterhin eine sehr herausfordernde und
erfordert viel Disziplin und Verantwortungsbewusstsein.
Nur auf diese Art gelingt es uns, die übergeordneten Ziele
der zuverlässigen und möglichst störungsfreien
Versorgung mit Energie, Wasser sowie Daten- und
Entsorgungsleistungen dauerhaft zu gewährleisten.“
Werner Steinecker
Das Geschäftsjahr 2020/2021 war trotz der andauernden COVID-19-Pandemie eines der
erfolgreichsten in der Unternehmensgeschichte. Worauf ist das zurückzuführen?
Andreas Kolar: Tatsächlich liegt uns ein außergewöhnliches Konzernergebnis vor, welches
im Budgetierungsprozess nicht absehbar war. Das finanziell sehr erfreuliche Geschäftsjahr
2020/2021 ist einerseits auf die vorteilhaften Strom-, Gas- und Wertstoffpreisentwicklungen
zurückzuführen, die in den Segmenten Energie und Entsorgung zu deutlichen
Ergebnisverbesserungen führten. Nicht außer Acht lassen möchte ich auch Einmaleffekte wie
Zuschreibungen des Beteiligungsansatzes an der Wels Strom GmbH infolge eines
umfangreichen Strategieprojekts sowie Wertaufholungen von Abfallverbrennungsanlagen.
Zweifellos ist es auch das Resultat kontinuierlicher Kostenoptimierungsmaßnahmen in der
jüngeren Vergangenheit und unserem integrierten und dadurch krisenresilienten
Geschäftsmodell geschuldet. Witterungsbedingte Effekte wie der niedrigere
Erzeugungskoeffizient unserer Wasserkraftwerke und höhere Absatzmengen aufgrund
kühlerer Temperaturen im Winter und Frühjahr glichen sich weitestgehend aus.
„Das finanziell sehr erfreuliche Geschäftsjahr 2020/21 ist
einerseits auf die vorteilhaften Strom-, Gas- und
Wertstoffpreisentwicklungen zurückzuführen, die in den
Segmenten Energie und Entsorgung zu deutlichen
Ergebnisverbesserungen führten. Zweifellos ist es auch
das Resultat kontinuierlicher
Kostenoptimierungsmaßnahmen in der jüngeren
Vergangenheit und unserem integrierten und dadurch
krisenresilienten Geschäftsmodell geschuldet.“
Andreas Kolar
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
8
Konzern-Übersicht Interview mit dem Vorstand
Im Juli 2021 wurden mit dem Nationalratsbeschluss zum Erneuerbaren-Ausbau-
Gesetzespaket die Weichen für eine nachhaltige Energiezukunft gestellt. Welchen Beitrag
leistet die Energie AG Oberösterreich dafür?
Stefan Stallinger: Mit der konzerninternen Erzeugungsstrategie haben wir einen konkreten
Ausbaupfad festgeschrieben, der unsere Ambitionen in Sachen Energiewende untermauert.
Bis 2030 ist geplant, 630 GWh an zusätzlichem Strom aus erneuerbaren Energien – einerseits
durch neue, andererseits durch bestehende, effizientere Erzeugungsanlagen – bereitzustellen.
Das hierfür aufzubringende Investitionsvolumen für Windkraftanlagen, Wasserkraftwerke und
Photovoltaik-Anlagen beläuft sich auf über eine halbe Milliarde Euro und ist Basis dafür, dass
wir 180.000 weitere Haushalte mit regionalem Ökostrom versorgen und zugleich rund
550.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen können. Parallel dazu forciert die Energie AG
Oberösterreich in den kommenden Jahren die Wärmegewinnung aus Abfällen, Geothermie
sowie industrieller Abwärme und trägt damit ebenfalls zu einer erneuerbaren Energiezukunft
bei. Für die gesamtheitliche Transformation des Energiesystems sind neben diesen
Maßnahmen der zeitnahe Ausbau der Netzinfrastruktur auf allen Spannungsebenen, die
Schaffung von zusätzlichen Speicherkapazitäten sowie die Sektorkopplung und -integration
des Gasnetzes notwendig.
Die Pandemie hat einen regelrechten Digitalisierungsboom – mit allen Vor- und
Nachteilen – hervorgerufen. War die Energie AG Oberösterreich darauf vorbereitet?
Andreas Kolar: Als Energie AG Oberösterreich haben wir uns bereits vor etlichen Jahren
einer Digitalisierungsstrategie verschrieben, welche seither die Grundlage für technologische
und prozessuale Weiterentwicklungen in allen Unternehmensbereichen bildet. Als breit
aufgestellter Dienstleistungskonzern gilt es einerseits im Bereich kritischer Infrastruktur
höchstmögliche IT-Security-Standards anzuwenden und in vielen anderen
Unternehmensbereichen durch flexible und vor allem effektive IT-Systeme optimal für das
schnelllebige Marktumfeld gerüstet zu sein. Das ist uns bereits in der Vergangenheit durch
einen hohen Automatisierungsgrad hervorragend gelungen und war auch ausschlaggebend
dafür, dass unsere Systeme und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in jeder Zeit der
COVID-19-Pandemie vollständig handlungsfähig waren.
Werner Steinecker: Der frühzeitige Fokus auf digitale Kundenlösungen spiegelt sich in
unseren Fiber-to-the-Home (FTTH)-Aktivitäten wider. Mittlerweile zeigt sich, dass die
Entscheidung, sich der zukunftsträchtigen Glasfasertechnologie zu widmen, eine sehr richtige
war. Denn der steigende Bedarf an hoher Datenverfügbarkeit für Homeschooling, Homeoffice
und für Streaming- und Gamingdienste hat – auch pandemiebedingt – zu deutlichen
Zuwächsen an aktiven Nutzern geführt. Schon jetzt nimmt die Energie AG Oberösterreich als
zweitgrößter Marktakteur in Österreich im FTTH-Bereich eine zentrale Rolle ein. Zukünftig soll
die Marktstellung durch eine Bündelung der Kräfte mit jenen des Landes Oberösterreich im
FTTH-Ausbau weiter forciert werden. Damit sollen optimale Bedingungen für den
flächendeckenden Glasfaserausbau in Oberösterreich geschaffen werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Konzern-Übersicht Interview mit dem Vorstand
„Mit der konzerninternen Erzeugungsstrategie haben wir
einen konkreten Ausbaupfad festgeschrieben, der unsere
Ambitionen in Sachen Energiewende untermauert. Bis
2030 ist geplant, 630 GWh an zusätzlichem Strom aus
erneuerbaren Energien – einerseits durch neue,
andererseits durch bestehende, effizientere
Erzeugungsanlagen – bereitzustellen.“
Stefan Stallinger
Mit der E-Fairteiler-App wurde ein weiteres innovatives Instrument geschaffen, welches
Kunden das Teilen von Sonnenstrom ermöglicht. Wie funktioniert diese Applikation?
Werner Steinecker: Unsere Innovationseinheit, die Wertstatt 8 GmbH, hat gemeinsam mit
der Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH in einem sehr kundenorientierten
Innovationsprozess eine Plattform zum Teilen von Photovoltaik-Strom entwickelt.
Sonnenstrom wird somit für jedermann auf eine persönliche, transparente, flexible und vor
allem regionale Art zugänglich. Besitzern von Photovoltaik-Anlagen erlaubt die E-Fairteiler-
App, den lokal erzeugten Photovoltaik-Strom an Kunden ohne Photovoltaik-Anlagen zu
verkaufen, zu spenden oder zu tauschen. Jeder Strombezieher kann auf der anderen Seite
regionalen, erneuerbaren Strom beziehen, seine lokalen Lieferanten nach seinen individuellen
Bedürfnissen priorisieren und Preisvereinbarungen mit diesen treffen. In die Entwicklung der
Applikation wurden unsere Kunden aktiv eingebunden und der Prototyp in einer Pilotregion
erfolgreich erprobt. Das nun erhältliche Stromprodukt „Ökostrom E-Fairteiler“ kommt ohne
zusätzliche Hardware aus, da die Daten der Smart Meter-Stromzähler verwendet werden.
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurde das Vorprojekt zur Errichtung des
Pumpspeicherkraftwerks in Ebensee wiederaufgenommen. Welche Gründe waren
ausschlaggebend dafür?
Stefan Stallinger: Grundsätzlich bietet der Standort Ebensee aufgrund seiner Topografie,
dem damit verbundenen hohen Wirkungsgrad und der bestehenden Netzanbindung
wesentliche Vorteile. Aufgrund der vorliegenden energiewirtschaftlichen
Rahmenbedingungen war die ökonomische Darstellbarkeit bisher jedoch nicht gegeben. Mit
der Umsetzung des europäischen „Green Deal“, dem geplanten Kohle- und
Atomkraftausstieg Deutschlands sowie der ambitionierten österreichischen Klima- und
Energiestrategie erhöht sich nunmehr auch der Bedarf an zusätzlichen leistungsstarken
Flexibilitäts- und Speicherkapazitäten. Im aktuellen Vorprojekt wird eine Detailanalyse aller
wirtschaftlichen und technischen Parameter erstellt, die in weiterer Folge als
Entscheidungsgrundlage für einen etwaigen Baubeschluss dienen soll.
Im vergangenen Jahr wurde medial oftmals von Lieferverzögerungen und merklichen
Preisanstiegen infolge von Rohstoffmängeln berichtet. Inwieweit waren die technischen
Organisationseinheiten davon betroffen?
Stefan Stallinger: Die aktuelle Situation bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich:
Einerseits führt der überhitzte Markt zu höheren Wertstoffpreisen, von denen unser Segment
Entsorgung beispielsweise klar profitierte und das beste Ergebnis in der Geschichte erzielen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
10
Konzern-Übersicht Interview mit dem Vorstand
konnte. Auf der anderen Seite registrieren wir bei aktuellen Bauprojekten hohen operativen
Druck – unter anderem durch die merklichen Preisanstiege bei diversen Baustoffen- und
Materialen –, dem wir nur durch die hervorragende Leistung unserer Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter standhalten. Insgesamt führt unser integriertes Geschäftsmodell und die
Entwicklung hin zu einem breit diversifizierten Dienstleistungsunternehmen dazu, dass die
finanziellen Marktrisiken im Konzern deutlich geringer sind als in vergleichbaren
Unternehmen. Aufgrund des hohen Grads an regionaler Wertschöpfung bleibt die Energie
AG Oberösterreich von Lieferschwierigkeiten im technischen Bereich unberührter als andere
Industrieunternehmen.
Welche Herausforderungen ergeben sich im kommenden Geschäftsjahr 2021/2022?
Andreas Kolar: In den vergangenen Monaten hat sich, trotz anhaltender
COVID-19-Pandemie, die finanzwirtschaftliche Stabilität des Konzerns gezeigt.
Nichtsdestotrotz erwarten uns im kommenden Jahr diverse Unsicherheitsfaktoren, welche
nicht unbeträchtliche Risikopotenziale mit sich bringen. Konkret, die Auswirkungen eines
etwaigen, weiteren Anstiegs der Inflationsraten, die hohe Volatilität auf den
Commoditypreismärkten sowie ein potenzieller Anstieg von Forderungsausfällen infolge eines
Aussetzens staatlicher COVID-19-Unterstützungen. Darüber hinaus gilt es, den hohen Bedarf
an personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen aufbringen zu können, um den
energiepolitischen Zielen sowie den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden – und
gleichzeitig die Stabilität der Unternehmensentwicklung sowie die Bonität des Konzerns auch
langfristig abzusichern. Wir sind zuversichtlich, die Herausforderungen auch künftig
erfolgreich zu meistern.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
11
Konzern-Übersicht Bericht des Aufsichtsrats
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
GEM. § 96 AKTG
Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats im
Geschäftsjahr 2020/2021 regelmäßig über die Lage der Gesellschaft und ihrer
Konzerngesellschaften schriftlich und mündlich berichtet und mit diesen Organen alle
wichtigen Geschäftsfälle erörtert. Insgesamt wurden in regelmäßigen Abständen im
Geschäftsjahr 2020/2021 vier ordentliche Sitzungen des Gesamtaufsichtsrats und zwei
ordentliche Sitzungen des Prüfungsausschusses abgehalten. Die Organe haben sämtliche – zu
bestimmten Geschäftsfällen erforderlichen – Zustimmungen erteilt. Im Zuge der allgemeinen
Überwachungstätigkeit und der Abschlussprüfung wurden keine Beanstandungen
festgestellt.
Der Jahresabschluss der Energie AG Oberösterreich für das Geschäftsjahr 2020/2021 vom
01. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 – erstellt nach den österreichischen
Rechnungslegungsvorschriften – wurde unter Einbeziehung der Buchführung und des
Lageberichts durch die Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft. Der
Abschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der
Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt und dass der Lagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde und im Einklang mit dem Jahresabschluss steht.
Der Abschlussprüfer hat daher einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss zum 30. September 2021 samt Anhang und
Lagebericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung geprüft. Der Prüfungsausschuss
des Aufsichtsrats hat den Jahresabschluss zum 30. September 2021 samt Anhang und
Lagebericht sowie den Vorschlag für die Gewinnverwendung ebenfalls geprüft, darüber einen
schriftlichen Bericht erstattet und dem Aufsichtsrat empfohlen, den Bericht des
Abschlussprüfers, der einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat, zustimmend
zur Kenntnis zu nehmen und den vorliegenden Jahresabschluss zum 30. September 2021
samt Anhang und Lagebericht zu genehmigen und zu billigen und damit den Jahresabschluss
zum 30. September 2021 festzustellen. Weiters hat der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat
empfohlen, sich dem Vorschlag des Vorstands für die Gewinnverwendung anzuschließen. Der
Aufsichtsrat hat das Prüfungsergebnis des Prüfungsausschusses und des Abschlussprüfers
zustimmend zur Kenntnis genommen und festgestellt, dass auch seinerseits keine
Einwendungen zu erheben sind. Der Aufsichtsrat hat sich mit dem gemäß § 96 AktG
erstatteten Lagebericht und dem Vorschlag für die Gewinnverwendung einverstanden erklärt
und den Jahresabschluss zum 30. September 2021 gebilligt, der damit festgestellt ist.
Der für das Geschäftsjahr 2020/2021 vom 01. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021
nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss
wurde ebenfalls von der Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH geprüft. Der
Konzernabschlussprüfer hat über das Ergebnis schriftlich berichtet und festgestellt, dass der
Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht, ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Zahlungsströme des Konzerns vermittelt und
dass der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
wurde und im Einklang mit dem Konzernabschluss steht. Der Konzernabschlussprüfer hat
daher einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat hat den
Konzernabschluss und den Konzernlagebericht eingehend geprüft. Der Prüfungsausschuss
hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht ebenfalls eingehend geprüft, darüber
einen schriftlichen Bericht erstattet und dem Aufsichtsrat empfohlen, den Bericht des
Abschlussprüfers, der einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat, sowie den
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
12
Konzern-Übersicht Bericht des Aufsichtsrats
vorliegenden Konzernabschluss zum 30. September 2021 samt Konzernanhang und
Konzernlagebericht zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Der Aufsichtsrat hat das
Prüfungsergebnis des Prüfungsausschusses und des Konzernabschlussprüfers zustimmend zur
Kenntnis genommen und festgestellt, dass auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben
sind.
Durch die Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS ist die Gesellschaft von der
Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften befreit.
Der gemäß § 267a UGB aufzustellende konsolidierte nichtfinanzielle Bericht, welcher als
separater Teil des Geschäftsberichts veröffentlicht wird, wurde vom Vorstand entsprechend
der gesetzlichen Vorgaben erstellt. Die Konzernrevision der Energie AG Oberösterreich hat
den nichtfinanziellen Bericht im Auftrag des Aufsichtsrats geprüft und festgestellt, dass der
nichtfinanzielle Bericht den gesetzlichen Anforderungen entsprechend aufgestellt wurde. Der
Aufsichtsrat hat sich dem Prüfergebnis der Konzernrevision angeschlossen und festgestellt,
dass auch seinerseits keine Einwendungen zu erheben sind. Festgehalten wird, dass gemäß
§ 243c UGB keine Verpflichtung zur Aufstellung eines Corporate Governance-Berichtes und
gemäß § 243d UGB auch keine Verpflichtung zur Erstellung eines Berichts über Zahlungen an
staatliche Stellen besteht.
Dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Unternehmens wird für die
erfolgreiche Tätigkeit im Geschäftsjahr 2020/2021 der Dank ausgesprochen.
Linz, 17. Dezember 2021
Für den Aufsichtsrat
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats
Landesrat Markus Achleitner
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
13
Konzernlagebericht
Konzernlagebericht 2020/2021
1) 2)
,
der Energie AG Oberösterreich
KONZERN
RAHMENBEDINGUNGEN
Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen 3)
Das Geschäftsjahr 2020/2021 (01.10.2020 bis 30.09.2021) der Energie AG Oberösterreich
(Energie AG) war zwar nach wie vor von der COVID-19-Pandemie geprägt, ging aber
insbesondere ab dem zweiten Quartal des Kalenderjahres 2021 mit einer guten
konjunkturellen Erholung einher.
Die Weltwirtschaft zeigte trotz weiterhin hoher COVID-Infektionszahlen in vielen Ländern
eine positive Entwicklung, wenn auch auf regional sehr unterschiedlichem Niveau.
Wirtschaftswachstum und Inflation
Veränderung zum Vorjahr; real in %
Quellen: IHS, IWF, WIFO
Nach dem markanten wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erwarten das Institut für Höhere
Studien (IHS), das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Internationale
Währungsfonds (IWF) für den Euroraum im Jahr 2021 ein Wirtschaftswachstum in der
1)
Der vorliegende Konzernlagebericht wurde entsprechend den Vorgaben des § 267 Unternehmensgesetzbuch (UGB) erstellt und bezieht sich auf den
IFRS-Konzernabschluss der Energie AG Oberösterreich im Sinne des § 245a UGB.
Entsprechend der EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller und die Diversität betreffender Informationen und ihrer Umsetzung in das
2)
österreichische Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG 2017) erstellt die Energie AG Oberösterreich zeitgleich mit dem
Konzernlagebericht 2020/2021 den konsolidierten Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht) 2020/2021. Dieser wird als Teil des
Geschäftsberichts 2020/2021 sowie online unter NFI-Bericht › Seite 50 veröffentlicht
3)
Quellen: IHS (Institut für Höhere Studien): Herbst-Prognose der österreichischen Wirtschaft 2021 – 2022, 08.10.2021. IWF (Internationaler
Währungsfonds): › World Economic Outlook Database: October 2021, 21.10.2021. WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung):
Prognose für 2021 und 2022, 13.10.2021.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
14
Konzernlagebericht Konzern
Bandbreite zwischen +4,3 % und +5,0 % und korrigierten damit ihre Vorhersagen nach
oben. Für das Jahr 2022 werden Werte zwischen +4,3 % und +4,5 % prognostiziert.
Auch für die österreichische Wirtschaft war im Berichtszeitraum ein dynamisches
Wachstum zu verzeichnen, sodass die heimischen Institute für 2021 von einem BIP-Wachstum
zwischen +4,4 % und +4,5 % ausgehen. Der IWF zeigt sich mit +3,9 % Wachstum etwas
weniger optimistisch. Für 2022 ist ein Wirtschaftswachstum in einer Bandbreite zwischen
+4,5 % und +4,8 % zu erwarten. Begleitet wird diese Erholung von einer deutlich steigenden
Inflationsrate im erwarteten Bereich von +2,6 % bis +2,8 % für das Jahr 2021.
Für den für die Energie AG relevanten Markt Tschechien wird für das Kalenderjahr 2021 ein
Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in der Größenordnung von +3,3 % bis +3,8 % erwartet.
Das Jahr 2022 sollte in Tschechien eine positive Wirtschaftsdynamik in der Bandbreite von
+4,4 % bis +4,8 % mit sich bringen.
Der globale Konjunkturaufschwung geht zum Teil mit Lieferkettenproblemen und
Preissteigerungen, insbesondere im Rohstoffbereich, einher. Die erhöhten Inflationsraten
spiegeln diese Entwicklung wider und erlauben – ebenso wie die weiterhin anhaltende
COVID-19-Pandemie – nur begrenzt belastbare Prognosen über die zukünftige Entwicklung
der wirtschaftlichen Lage.
Energie- und klimapolitisches Umfeld
Am 11.12.2020 einigte sich der Europäische Rat auf die von der Europäischen Kommission
vorgeschlagene Anhebung des Treibhausgasreduktionsziels der EU für 2030 von -55 % im
Vergleich zu 1990. Das erhöhte Klimaziel, welches als Zwischenschritt zur Klimaneutralität in
Bezug auf die Realisierung des Green Deal bis 2050 zu verstehen ist, wurde am 21.04.2021
in den Europäischen Klimavorgaben verankert. Damit konnte das Klimagesetz noch per
Ende Juni 2021 vor den ersten konkreten Legislativvorschlägen im Rahmen des „Fit for 55“-
Pakets in Kraft treten.
Im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets hat die Europäische Kommission am 14.07.2021
insgesamt zwölf Legislativvorschläge vorgelegt, die den klima- und energiepolitischen EU-
Rechtsrahmen bis 2030 grundlegend überarbeiten und an den neuen Klimazielen ausrichten
sollen. Zentrale und für die Energiewirtschaft höchst relevante Vorhaben sind die
Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems und die Lastenteilungs-Verordnung für die
nicht vom Emissionshandel erfassten Sektoren. Zusätzlich ist geplant, ein zweites, separates
Handelssystem für Gebäude und Verkehr einzuführen, welches ab 2025 in zwei Schritten
gestartet werden soll. Weitere relevante Vorschläge betreffen Maßnahmen zur Erhöhung des
Anteils erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Energieeffizienz. In diesem Kontext
ist mit einer signifikanten Erhöhung der jeweiligen Ziele und des Ambitionsniveaus in den
überarbeiteten Richtlinien zu rechnen, welche schlussendlich den CO2-Preis erhöhen und die
Investitionen in die Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien intensivieren
werden. Das Paket wird daher nicht nur für die europäische, sondern auch für die nationale
Energiepolitik die zentralen Weichen für die kommenden Jahre stellen. Mit einem Abschluss
der Gesetzgebungsverfahren für die einzelnen Rechtsakte des Pakets ist frühestens ab der
zweiten Jahreshälfte 2022 zu rechnen.
Die Europäische Kommission hat am 11.01.2021 eine öffentliche Konsultation zur
Entwicklung rechtsverbindlicher EU-Ziele für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt
und des Artenschutzes gestartet. Ein Verordnungsvorschlag zur Umsetzung der
Biodiversitätsziele wird voraussichtlich im letzten Quartal 2021 durch die Europäische
Kommission vorgelegt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
15
Konzernlagebericht Konzern
Am 21.04.2021 und 06.07.2021 veröffentlichte die Europäische Kommission delegierte
Rechtsakte zur Taxonomie-Verordnung mit den technischen Bewertungskriterien für die
Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ bzw. mit detaillierten
Vorgaben zu den finanziellen Berichtspflichten für Unternehmen. Sie werden künftig
ausschlaggebend dafür sein, welche Kriterien bestimmte Wirtschaftsaktivitäten erfüllen
müssen, um als ökologisch nachhaltig zu gelten.
Gemäß einer politischen Einigung zwischen Rat der EU und Europäischem Parlament am
12.07.2021 sollen künftig durch eine Anpassung der Aarhus-Verordnung die Klagerechte
der Zivilgesellschaft in Bezug auf das EU-Umweltrecht deutlich gestärkt und auf
Einzelpersonen ausgeweitet werden.
Per 01.01.2021 trat in Deutschland das Brennstoffemissionshandelsgesetz in Kraft. Laut
diesem Gesetz liegt der Preis für Lieferanten von Diesel, Benzin, Heizöl oder Erdgas bei
EUR 25 pro Tonne CO2, die von diesen Energieträgern emittiert wird. Bis 2025 wird dieser
Preis stufenweise auf EUR 55/t CO2 angehoben. Für das Jahr 2026 soll dann ein Preiskorridor
von mindestens EUR 55/t CO2 und höchstens EUR 65/t CO2 gelten.
Wegen des dringenden Handlungsbedarfs zur Thematik „Strom-Netzreserve“ wurde in
Österreich ein gesonderter, vorgezogener nationaler Gesetzesbeschluss zum Erneuerbaren-
Ausbau-Gesetzespaket auf den Weg gebracht. Die entsprechenden Regelungen, welche die
Planungssicherheit für Betreiber thermischer Kraftwerke verbessern und zur Gewährleistung
des sicheren Netzbetriebs und einer ausreichenden Stromversorgung in Österreich beitragen,
wurden am 07.01.2021 im Bundesgesetzblatt kundgemacht und am 28.06.2021 von der
Europäischen Kommission formal nach den EU-Beihilfevorschriften genehmigt.
Das österreichische Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket (EAG-Paket) ist in weiten Teilen
seit 28.07.2021 in Kraft. Eine der wesentlichsten Bestimmungen, die Neuregelung der
Ökostromförderung mit Marktprämien, bedarf jedoch noch der beihilfenrechtlichen
Genehmigung durch die Europäische Kommission, welche nach Abschluss des
Berichtszeitraums erfolgen soll. Das EAG-Paket umfasst neben dem Erneuerbaren-Ausbau-
Gesetz als zentrale Elemente eine Überarbeitung des Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetzes (ElWOG) 2010, des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG) 2011, sowie des
Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetzes und des Starkstromwegegesetzes. Schon aus dieser
Aufzählung der berührten Materien wird ersichtlich, dass das EAG-Paket weitreichende
Auswirkungen auf die Energiebranche in Österreich haben wird. Neben den
Förderbestimmungen für Anlagen, die Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, werden
auch die strukturellen Änderungen des Energiemarkts durch die Teilnahmemöglichkeit für
neue Akteure (Energiegemeinschaften) wesentliche Bedeutung haben. Mit dem EAG-Paket
wurde ein erster Meilenstein bei der Umsetzung des „Clean-Energy-Pakets“ der EU erreicht.
Viele weitere Punkte des „Clean-Energy-Pakets“ bedürfen jedoch noch der innerstaatlichen
Umsetzung. Es laufen daher bereits Vorbereitungen zur Neuregelung des Bundes-
Energieeffizienzgesetzes und hinsichtlich eines überarbeiteten Strommarktdesigns in einer
grundlegenden Adaption des ElWOG.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
16
Geschäftsverlauf im Konzern
GESCHÄFTSVERLAUF IM KONZERN
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 1)
Konzernübersicht
Einheit
Mio. EUR
Mio. EUR
%
2020/2021
2.145,2
188,4
8,8
2019/2020
1.843,7
147,7
8,0
Entwicklung
16,4 %
27,6 %
10,0 %
2,9 %
Umsatzerlöse
Operatives Ergebnis (EBIT)
EBIT-Marge
Finanzergebnis
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
%
-20,1
168,3
3.875,4
1.535,8
39,6
-20,7
127,0
3.079,7
1.343,0
43,6
Ergebnis vor Steuern
Bilanzsumme
32,5 %
25,8 %
14,4 %
-9,2 %
Eigenkapital
Eigenkapitalquote
Nettoverschuldung 1)
Net Gearing 2)
Mio. EUR
%
450,9
29,4
551,3
41,0
-18,2 %
-28,3 %
9,1 %
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Cashflow aus dem operativen Bereich
Cashflow aus dem Investitionsbereich
Cashflow aus dem Finanzierungsbereich
ROCE
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
%
215,1
378,7
-215,2
9,2
197,2
185,8
-181,5
12,7
103,8 %
-18,6 %
-27,6 %
15,3 %
-4,8 %
6,8
5,9
WACC
%
4,0
4,2
1) Die Kennzahl Nettoverschuldung stellt die Nettofinanzverbindlichkeiten dar und wird wie folgt berechnet: Nettoverschuldung = langfristige Finanzverbindlichkeiten +
kurzfristige Finanzverbindlichkeiten - Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
2) Die Kennzahl Net Gearing ist eine Verschuldenskennzahl und stellt eine Weiterentwicklung des Verschuldungsgrades dar. Während der Verschuldungsgrad den Anteil des
Fremdkapitals am Eigenkapital misst, wird bei der Ermittlung der Kennzahl Gearing die Nettoverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquide
Mittel) dem Eigenkapital gegenübergestellt.
Das Geschäftsjahr 2020/2021 war durch die weltweite COVID-19-Pandemie, die sich
erholende Wirtschaft sowie steigende Energiepreise geprägt. Im Berichtszeitraum konnten
Umsatzerlöse in Höhe von EUR 2.145,2 Mio. (Vorjahr: EUR 1.843,7 Mio.) und ein operatives
Ergebnis in Höhe von EUR 188,4 Mio. (Vorjahr: EUR 147,7 Mio.) erwirtschaftet werden.
Der Anstieg der Umsatzerlöse war wesentlich durch das gestiegene Niveau der
Großhandelspreise bei Strom und Gas begründet, was zu höheren Erlösen bei der
Bewirtschaftung der Kraftwerke und Strombezugsrechte, beim Energiehandel sowie im
Vertrieb führte. Neben dem Segment Energie konnten auch in allen anderen Segmenten
Umsatzsteigerungen erwirtschaftet werden.
Die Bilanzsumme stieg von EUR 3.079,7 Mio. um EUR 795,7 Mio. auf EUR 3.875,4 Mio.. Der
Anstieg resultiert vor allem aus höheren Marktwerten von derivativen Finanzinstrumenten.
Darüber hinaus besteht zum 30.09.2021 ein höherer Bestand an liquiden Mitteln und
Emissionszertifikaten.
Das EBIT im Segment Energie betrug im Berichtszeitraum EUR 82,4 Mio. (Vorjahr:
EUR 59,5 Mio.). Der Anstieg beinhaltete höhere Ergebnisbeiträge aus dem Bereich
Stromerzeugung. Für das Gas- und Dampfkraftwerk (GuD-Kraftwerk) Timelkam sowie für
1)
Hinsichtlich der Herleitung der finanziellen Leistungsindikatoren und der Berechnungsmethoden wird neben den Erläuterungen im
Konzernlagebericht auf die entsprechenden Ausführungen im Konzernabschluss › Seite 134 verwiesen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
17
Konzernlagebericht Konzern
den geplanten Bau des Pumpspeicherkraftwerks Ebensee wurden Wertaufholungen erfasst
sowie im Zusammenhang mit dem Gasspeicher 7Fields eine Rückstellung für belastende
Verträge vorgenommen.
Im Segment Netz belief sich das operative Ergebnis auf EUR 37,2 Mio. und lag damit etwa
auf dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: EUR 36,9 Mio.).
Im Segment Entsorgung wurde ein EBIT von EUR 29,6 Mio. erzielt (Vorjahr: EUR 27,1 Mio.).
Auf das operative Ergebnis wirkten sich Preissteigerungen bei Wertstoffen (Papier und
Metalle) sowie ein höherer Strompreis und Markteffekte positiv aus. Im
Geschäftsjahr 2020/2021 wurden darüber hinaus Wertaufholungen für
Abfallverbrennungsanlagen in Höhe von rund EUR 4,7 Mio. vorgenommen.
Im Segment Tschechien konnte bei Umsatzerlösen in Höhe von EUR 173,2 Mio. (Vorjahr:
EUR 160,5 Mio.) ein operatives Ergebnis in Höhe von EUR 11,1 Mio. (Vorjahr: EUR 9,8 Mio.)
erwirtschaftet werden.
Das operative Ergebnis des Segments Holding & Services betrug im Berichtszeitraum
EUR 28,1 Mio. (Vorjahr: EUR 14,4 Mio.) und stieg damit gegenüber dem Vorjahreswert um
EUR 13,7 Mio.. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde für die at equity bewertete Wels
Strom GmbH eine Wertaufholung in Höhe von EUR 15,4 Mio. vorgenommen.
Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen nach Segmenten
2020/2021; Vorjahreswerte in Klammern
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen im
Geschäftsjahr 2020/2021 EUR 215,1 Mio. und lagen damit um EUR 17,9 Mio. oder 9,1 %
über dem Vorjahresniveau. Der größte Anteil davon entfiel mit 48,2 % auf das Segment Netz.
In den Investitionen des Segments Holding & Services ist der Ausbau des
Lichtwellenleiternetzes enthalten.
Die Nettoverschuldung (langfristige und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich liquide
Mittel) ist gegenüber dem Vorjahr (EUR 551,3 Mio.) um EUR 100,4 Mio. auf EUR 450,9 Mio.
gesunken. Diese Verminderung resultiert vor allem aus der verbesserten Liquiditätssituation.
Der Cashflow aus dem operativen Bereich lag bei EUR 378,7 Mio. im
Geschäftsjahr 2020/2021 gegenüber EUR 185,8 Mio. im Vorjahr.
Das Finanzergebnis verbesserte sich von EUR -20,7 Mio. im Vorjahr auf EUR -20,1 Mio. im
Geschäftsjahr 2020/2021. Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Zinsaufwendungen wurden
durch Ergebnisse aus Beteiligungen und Wertpapieren überkompensiert.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
18
Konzernlagebericht Konzern
Finanzierungs- und Veranlagungsstrategie
Im Geschäftsjahr 2020/2021 dominierte die COVID-19-Pandemie weiterhin das Geschehen
an den Finanz- und Kapitalmärkten. Der einsetzende globale Konjunkturaufschwung ab
Jahresmitte führte teilweise zu massiven Lieferengpässen und Preissteigerungen bei
Rohstoffen aller Art. Die erhöhten Inflationsraten in den USA und der Eurozone spiegeln diese
Entwicklung wider. Die Reaktion der Notenbanken und Marktakteure wird davon abhängen,
wie nachhaltig die Teuerungsraten in den kommenden Monaten ausfallen. Die konservative
Ausrichtung der Finanzierungs- und Veranlagungspolitik der Energie AG hat sich auch im
abgelaufenen Geschäftsjahr bewährt.
Externes Rating bestätigt Krisenresilienz
Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) hat im März 2021 die
Kreditwürdigkeit des Energie AG-Konzerns erneut mit der ausgezeichneten Rating-Einstufung
„A mit stabilem Ausblick“ bestätigt. Bereits seit über 20 Jahren verfügt das Unternehmen
über eine Bonitätsbeurteilung durch externe Experten und nimmt dabei eine absolute
Spitzenposition unter den österreichischen Energieversorgern, aber auch im internationalen
Vergleich ein. Die Rating-Auszeichnung unterstreicht die hohe Leistungsfähigkeit und
Krisenresilienz während der COVID-19-Pandemie. Dadurch sichert sich die Energie AG
weiterhin einen ungehinderten und kostenoptimalen Zugang zu den Finanz- und
Kapitalmärkten.
Nachhaltige Sicherstellung hoher finanzieller Flexibilität
Zur langfristigen Unternehmensfinanzierung hat die Energie AG im Mai 2021
Schuldverschreibungen bei institutionellen Investoren erfolgreich platziert. Insgesamt wurde
ein Volumen von EUR 75,0 Mio. in mehreren Tranchen mit Laufzeiten von 20, 25 und
30 Jahren zu sehr attraktiven Konditionen begeben. Die Mittel dienen zur Finanzierung
nachhaltiger Infrastrukturprojekte, insbesondere für den Ausbau und die Erneuerung von
Wasserkraft und Photovoltaik-Anlagen und den Ausbau des Stromnetzes in Oberösterreich.
Die Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich aufgrund der Begebung der
Namensschuldverschreibungen von EUR 597,6 Mio. per 30.09.2020 auf EUR 670,1 Mio. per
30.09.2021. Das Tilgungsprofil des Konzerns ist geprägt von endfälligen Finanzmitteln. Zum
Bilanzstichtag verfügte die Energie AG über hohe Liquiditätsreserven. Diese resultieren vor
allem aus der sehr guten operativen Performance im abgelaufenen Geschäftsjahr und aus
hohen Liquiditätszugängen (Margin-Zahlungen) im Zusammenhang mit
Absicherungsgeschäften im Commodity-Bereich. Per 30.09.2021 standen liquide Mittel in
Form von Kontoguthaben, Termineinlagen und kurzfristigen Veranlagungen von insgesamt
EUR 325,0 Mio. (Vorjahr: EUR 156,1 Mio.) zur Verfügung.
Durch die soliden Liquiditätsreserven und die sehr gute Kreditwürdigkeit bleibt die hohe
finanzielle Flexibilität des Energie AG-Konzerns nachhaltig gewährleistet.
Zentrale konzerninterne Finanzsteuerung
Die konzerninterne Finanzierung wird zentral über die Energie AG Group Treasury GmbH
gesteuert. Im Rahmen eines konzernweiten Cash-Poolings erfolgte im abgelaufenen
Geschäftsjahr der kurzfristige Liquiditätsausgleich zwischen den 27 österreichischen
Konzerngesellschaften (Stand 30.09.2021).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
19
Konzernlagebericht Konzern
Wertorientierte Unternehmensführung und Kapitalkosten
Das Wertmanagementkonzept der Energie AG ist ein Instrument zur Messung und Steuerung
des wirtschaftlichen Erfolges der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Es dient der Beurteilung
der Attraktivität von Investitionstätigkeiten und sichert den Unternehmenswert sowie die
Generierung einer kapitalmarktorientierten Verzinsung für die Eigentümer. Von zentraler
Bedeutung sind neben dem operativen Ergebnis die Kapitalkosten (Weighted-Average-Cost-
of-Capital/WACC). Der WACC-Wert dient als Basis für die Festlegung der
Mindestrenditevorgaben der Konzernsteuerung und wird folglich als Messlatte für die
Wertschaffung des Unternehmens herangezogen.
Die Energie AG ermittelt die Kapitalkosten als gewichteten Durchschnitt der Eigen- und
Fremdkapitalkosten. Die Eigenkapitalkosten werden anhand des Capital-Asset-Pricing-Modells
(CAPM) ermittelt. Bei der Berechnung werden der risikolose Zinssatz, eine Länder- sowie eine
Marktrisikoprämie und ein Betafaktor berücksichtigt. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus
dem risikolosen Zinssatz, einer Länderrisikoprämie sowie den Credit-Spreads der Peer-Group
zusammen. Für die regulierten Geschäftsbereiche werden die von der Regulierungsbehörde
vorgegebenen Parameter verwendet. Die Kapitalkosten der auf dem freien Markt agierenden
Geschäftsbereiche werden nach dem Stichtagsprinzip marktorientiert ermittelt und in
weiterer Folge unter Verwendung des Bottom-Up-Verfahrens zu Segment- und
Konzernkapitalkosten hochgewichtet.
Die WACC-Berechnung unterliegt einer laufenden Evaluierung unter Berücksichtigung
aktueller Fachpublikationen und Fachgutachten. Bei Bedarf werden Adaptierungen
vorgenommen. Des Weiteren wird vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds die
Entwicklung der Kapitalkosten laufend verfolgt. Der Konzern-WACC-Wert für das
Geschäftsjahr 2020/2021 betrug 4,0 % (Vorjahr: 4,2 %).
Eine zentrale Kennzahl für die unterjährige operative Konzernsteuerung ist neben dem
operativen Ergebnis der ROCE (Return-on-Capital-Employed), welcher anzeigt, wie effizient
und profitabel mit dem zur Verfügung stehenden Kapital umgegangen wird. Der ROCE
berechnet sich als Quotient aus Net-Operating-Profit-After-Tax (NOPAT) und dem
durchschnittlich gebundenen Kapital (ø Capital Employed).
Die Kennzahl NOPAT bezeichnet den versteuerten Gewinn aus der operativen
Geschäftstätigkeit ohne at equity-Ergebnis der assoziierten Unternehmen. Einmaleffekte wie
beispielsweise Impairments und Marktbewertungen werden berücksichtigt und sind im
NOPAT enthalten. Bei der Berechnung der Steuern werden in der Steuerbasis alle at equity-
Erträge herausgerechnet, da diese bereits um die Steuern bereinigt sind.
Das betriebsnotwendige Vermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen
Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche nicht zur Leistungserbringung und
-verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden. Es spiegelt das im
Unternehmen gebündelte verzinsliche Kapital wider. Das durchschnittliche Capital Employed
(ø CE) berechnet sich als Durchschnitt des gesamten Capital Employed der letzten zwei
Geschäftsjahre. Im Capital Employed werden die Buchwerte der at equity-Beteiligungen
exklusive der assoziierten strategischen Beteiligungen berücksichtigt. Hinsichtlich der
Ermittlung des Capital Employed wird auf den Anhang zum Konzernabschluss, Punkt 7.
Segmentberichterstattung › Seite 163 verwiesen.
Ziel des Energie AG-Konzerns ist es, durch konsequente wertorientierte
Unternehmensführung und -steuerung einen ROCE über WACC zu erwirtschaften. Der ROCE
abzüglich WACC ergibt den relativen Wertbeitrag. Durch Multiplikation mit dem eingesetzten
betrieblichen Vermögen errechnet sich der absolute Wertbeitrag. Je höher dieser ausfällt,
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
20
Konzernlagebericht Konzern
desto wirtschaftlich erfolgreicher ist die jeweilige Aktivität. Der Wertbeitrag wird durch
verschiedene Größen beeinflusst. Neben der operativen Ergebnisentwicklung ist die Höhe des
ROCE und des Wertbeitrags insbesondere vom eingesetzten Kapital abhängig. Die Kennzahl
NOPAT entspricht dem EBIT abzüglich darauf entfallender Steuern in Höhe von EUR 39,8 Mio.
sowie sonstiger Posten in Höhe von EUR 26,1 Mio..
Im Energie AG-Konzern erfolgt die Ressourcenallokation für zukünftige Investitionen und
Akquisitionen neben strategischen Gesichtspunkten ausschließlich nach den vorgestellten
wertorientierten Kriterien und Methoden.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 lag der ROCE des Energie AG-Konzerns mit 6,8 % um
0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres (5,9 %).
Bestand an eigenen Anteilen
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 16.12.2020 wurde das Grundkapital der Energie AG
Oberösterreich mittels einer vereinfachten Kapitalherabsetzung von EUR 88.655.524,00 um
EUR 1.742,00 auf EUR 88.653.782,00 durch Einziehung von 1.742 Stück eigenen, auf
Namen lautenden Stückaktien in Form von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht herabgesetzt.
Aufgrund dessen wurde auch die Satzung der Gesellschaft in § 4 entsprechend angepasst.
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der Energie AG Oberösterreich sieht in bestimmten
Fällen das Recht bzw. die Pflicht vor, dass die Energie AG Mitarbeiteraktien erwirbt. Im
Geschäftsjahr 2020/2021 haben sich aus diesem Titel folgende Bewegungen bei den eigenen
Aktien ergeben:
Eigene Anteile
Anteil am
Grundkapital
Anteil am
Grundkapital
TEUR
Eigene Anteile
Stück
%
0,002
Bestand an eigenen Anteilen per 30.09.2020
Abgänge 2020/2021
1.742
-1.742
+1.224
1.224
1,7
-1,7
+1,2
1,2
-0,002
+0,001
0,001
Zugänge 2020/2021
Bestand an eigenen Anteilen per 30.09.2021
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Hinsichtlich der im Berichtszeitraum getätigten Geschäfte der Energie AG mit nahestehenden
Unternehmen und Personen wird auf die Angaben im Anhang zum Konzernabschluss,
Punkt 36. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen › Seite 227
verwiesen.
Gesellschaftsrechtliche Veränderungen
Zur abschließenden Umsetzung der neuen Vertriebsstruktur wurde rückwirkend zum
31.03.2021 der Teilbetrieb ENAMO Ökostrom Basis aus der ENAMO Ökostrom GmbH in die
Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH (Vertrieb GmbH) abgespalten.
Zudem wurde in Vorbereitung der Bündelung der oberösterreichischen Breitbandaktivitäten
mit 16.09.2021 die OÖ Breitband Infrastruktur GmbH gegründet.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
21
Konzernlagebericht Konzern
Entwicklung des Personalstandes
Der durchschnittliche konsolidierte Personalstand im Konzern betrug im
Geschäftsjahr 2020/2021 4.593 Full-Time-Equivalents (FTE) und stieg im Vergleich zum
Durchschnitt des Geschäftsjahres 2019/2020 (4.560 FTE) um 0,7 %. Der Anstieg im Segment
Tschechien ergibt sich im Wesentlichen aus der Vollkonsolidierung der bisher nicht
berücksichtigten Mitarbeiterzahlen aus der VaK Zápy s.r.o..
Personalstand 1)
Einheit
FTE
2020/2021
464
2019/2020
469
Entwicklung
-1,1 %
0,2 %
Segment Energie
Segment Netz
FTE
535
534
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Segment Holding & Services
Konzern gesamt
FTE
821
828
-0,8 %
2,2 %
FTE
1.718
1.055
4.593
1.681
1.048
4.560
FTE
0,7 %
FTE
0,7 %
1) Jahresdurchschnitt der voll- und quotenkonsolidierten Gesellschaften
INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein in die Arbeits- und Betriebsabläufe des
Energie AG-Konzerns eingebetteter Prozess, der von den Führungskräften und Mitarbeitern
durchgeführt wird, um bestehende Risiken zu erfassen und zu steuern sowie mit
ausreichender Gewähr sicherstellen zu können, dass im Rahmen der Erfüllung der
Aufgabenstellungen im Konzern die folgenden allgemeinen Ziele erreicht werden:
Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit
Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Berichterstattung
Einhaltung der für das Unternehmen geltenden internen Regelungen sowie der
maßgeblichen rechtlichen Vorschriften, insbesondere für den Rechnungslegungsprozess
Im Energie AG-Konzern sind die Holdingfunktionen „Konzern-Treasury“, „Konzern-
Accounting“ und „Controlling und Risikomanagement“ etabliert. Die Abteilung
„Rechnungswesen“ fungiert als Dienstleister für den gesamten Konzern und ist in der
Energie AG Oberösterreich Business Services GmbH (Business Services GmbH) eingerichtet.
Ein stark IT-gestützter Prozess und ein hoher Standardisierungsgrad bei der Datenerfassung
und Aufbereitung, beginnend bei den kaufmännischen Diensten über die Erstellung der
Einzelabschlüsse der Gesellschaften bis hin zur Konsolidierung im Konzernabschluss, stellen
die Basis für eine valide Finanzberichterstattung dar. Die oben genannten Bereiche bilden
somit den Kern des IKS-Kontrollumfelds im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess.
Die Kernprozesse aus den oben genannten Bereichen sind ebenso wie die prozessinhärenten
wesentlichen Risiken samt entsprechenden Kontrollen in einem eigenen IT-Tool erfasst.
Dieses IT-Tool vernetzt seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 die Bereiche IKS,
Qualitätssicherung- und Umweltschutz (QSU), Datenschutz, Risikomanagement sowie
Informations- und Kommunikationstechnik-(IKT)-Risiken und hat sich als wertvolles
Informationssystem für Führungskräfte und Mitarbeiter etabliert.
Die Kontrollen werden in ihrer konkreten Ausgestaltung den individuellen und
risikoadäquaten Erfordernissen angepasst und können sowohl manuelle als auch
automatisierte Komponenten umfassen. Das Vier-Augen-Prinzip wird für Freigabeprozesse
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
22
Konzernlagebericht Konzern
stringent angewandt und Funktionstrennungskonflikte werden vermieden respektive durch
kompensierende Kontrollen überwacht.
Kontinuierliches Monitoring sowie zyklische Prüfungen durch die Konzernrevision hinsichtlich
Kontrolldesign und Effektivität der Kontrollen bilden die Basis der Qualitätssicherung und
Überwachung der Systeme im gesamten Konzern.
Ein strukturiertes, standardisiertes Reporting an Vorstand und Aufsichtsgremien stellt die
Wahrnehmung der gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungsaufgaben sicher.
Das Kontrollbewusstsein ist in den operativen Einheiten gut verankert und wird in den
Geschäftsprozessen nachhaltig umgesetzt. Darüber hinaus ist die Wahrung und Stärkung der
Risiko-Awareness und des Bewusstseins der Bedeutung der ethischen Werte, die in Vision
und Leitbild festgeschrieben sind, ein wichtiger Baustein der Corporate-Governance-Kultur.
Die gesetzliche Verpflichtung zur Gleichbehandlung gemäß ElWOG und GWG ist mit
entsprechenden IKS-Kontrollen abgesichert und wird durch ein Monitoring durch den
Gleichbehandlungsbeauftragten gewährleistet.
Das IKS entsprach somit im abgelaufenen Geschäftsjahr den gesetzlichen Anforderungen.
RISIKO- UND CHANCENLAGE
Die Risiko- und Chancenlage der Energie AG wird stark durch die herausfordernden
energiewirtschaftlichen und -politischen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen
volatilen Preisentwicklungen beeinflusst. Zudem haben regulatorische Veränderungen, die
klimatischen/klimapolitischen Bedingungen und mögliche weitere Folgen der
COVID-19-Pandemie erhebliche Auswirkung auf die Energie AG.
Höchste Priorität hat die Wahrnehmung aller systemrelevanten Aufgaben, insbesondere die
zuverlässige Versorgung mit Strom, Gas, Wärme, Telekommunikationsdienstleistungen und
Wasser ebenso wie die Entsorgung von Abfällen und Abwasser.
Um die finanzielle Stabilität zu erhalten, setzt die Energie AG auf gezielte strategische und
operative Maßnahmen. Dazu zählen ein wertbasiertes Investitionsmanagement, Maßnahmen
zur Steigerung der Effizienz sowie neue Geschäftsmodelle und Innovationen zur Erschließung
neuer Ertragspotenziale.
Mittel- und langfristige Prognosen sind vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden
COVID-19-Pandemie und zahlreicher energiepolitischer Unabwägbarkeiten derzeit nur
begrenzt belastbar. Die Geschäftstätigkeit der Energie AG ist weiterhin mit Risiken behaftet,
es wurden jedoch im Geschäftsjahr 2020/2021 keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in
ihrer aggregierten Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Weitere Details zur Risiko- und Chancenlage siehe Anhang zum Konzernabschluss, Punkt
35. Chancen- und Risikomanagement › Seite 221.
FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND INNOVATION
Für die Energie AG ist Forschung, Entwicklung und Innovation eine wesentliche Komponente,
um zukünftigen Herausforderungen gut vorbereitet zu begegnen. Trotz der veränderten
Rahmenbedingungen durch die COVID-19-Pandemie wurde auch im Berichtszeitraum an
zahlreichen Projekten erfolgreich gearbeitet.
Die europäischen und österreichischen Zielsetzungen bezüglich Klimaziele münden in
zunehmend konkreteren Ableitungen und Regelungen, wodurch sich neue Projekte und
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
23
Konzernlagebericht Konzern
Forschungsfelder ergeben. So wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 Projekte zur
Wasserstofftechnologie im Rahmen der „Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power &
Gas“ (WIVA P&G) vorbereitet und gestartet. Dem Energieträger Wasserstoff wird eine
zentrale Rolle bei der Verlagerung von Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen vom
Sommer in den Winter sowie zur industriellen Dekarbonisierung zugeschrieben.
Darüber hinaus setzt sich die Energie AG im Bewusstsein um die gesellschaftliche
Verantwortung für die zukünftigen Generationen und die Verantwortung für die sichere
Versorgung Oberösterreichs in allen Konzernbereichen proaktiv und mit hohem Engagement
unter anderem mit Fragestellungen bezüglich der Elektrifizierung, Dekarbonisierung und
Ökologisierung von Sektoren, der Steigerung der Energieproduktion aus erneuerbaren
Quellen und deren Integration in das bestehende Energiesystem auseinander. Der
Digitalisierung und Automatisierung kommt dabei eine zentrale Rolle für Entwicklungen und
Innovationen zu.
Seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 wird das Zukunftsthema „Innovation“ in der mit
01.10.2019 gegründeten Wertstatt 8 GmbH aktiv vorangetrieben. Die 100 %-Tochter
fokussiert ihre Aktivitäten auf die Entwicklung digitaler Lösungen und innovativer
Geschäftsmodelle rund um die Themen Energie und Umwelt.
Darüber hinaus legt die Energie AG Wert auf eine gute Vernetzung und intensive
Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Diese
garantieren einen erfolgreichen Austausch mit wertvollem gegenseitigen Nutzen.
Kennzahlen F&E&I
Einheit
Anzahl
FTE
2020/2021
128
2019/2020
Veränderung
30,6 %
Anzahl der F&E&I-Projekte im Konzern
Mitarbeiter in F&E&I-Projekten
98
51,4
4,1
58,9
14,6 %
F&E&I-Aufwendungen im Konzern
Mio. EUR
5,5
34,1 %
Im Geschäftsjahr 2020/2021 fand Forschung, Entwicklung und Innovation unter anderem in
folgenden Projekten statt (Auszug):
„Underground Sun Storage 2030“
Im Zuge der WIVA P&G wird im Projekt „Underground Sun Storage 2030“ gemeinsam mit elf
Konsortialpartnern die großvolumige Speicherung von Wasserstoff in ausgeförderten
Erdgaslagerstätten erforscht. Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energieträgern werden
dabei mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und in dieser Form gespeichert,
wodurch dieser als Energieträger für eine Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar ist.
Dies ist für das zukünftige Energiesystem von größter Bedeutung, da vor allem durch den
starken Photovoltaikausbau zukünftig in den Sommermonaten überschüssiger Strom zur
Verfügung stehen wird, im Winter jedoch ein Defizit bestehen wird. Die Energie AG ist an
Arbeitspaketen zur Erzeugung des grünen Wasserstoffs aus erneuerbarem Strom mittels
Elektrolyse sowie an der Einspeisung des ausgespeicherten grünen Wasserstoffs in das
bestehende Gasnetz der Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ GmbH) beteiligt.
„HeatHighway“
Im Projekt „HeatHighway“ im Rahmen der Vorzeigeregion NEFI („New Energy for Industry“)
werden zwei 100 km lange Fernwärmenetze in Oberösterreich und der Steiermark geplant
und bestmöglich Teilabschnitte zur praktischen Umsetzung gebracht. Untersucht werden
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
24
Konzernlagebericht Konzern
interregionale Wärmeübertragungsnetze, die mehrere industrielle Abwärme- und andere
nachhaltige Wärmequellen sowie mehrere Fernwärmenetze, industrielle Prozesswärmesenken
und Speicher miteinander verbinden. Im Fokus steht neben der Entwicklung einer
interdisziplinären Toolbox für die Implementierung interregionaler Wärmeübertragungsnetze
die mittelfristige Nutzung von Abwärme aus innovativen Prozessen zu antizipieren, ein
kostengünstiges Rohrsystem zu entwickeln und anschließend einen „Lean-Pipe-Prototypen“
zu konstruieren. Weiters soll die technische Beherrschbarkeit eines solchen Systems mittels
eines „virtuellen Wärmeübertragungsnetz-Demonstrators“, welcher auf 3D-Simulationen
basiert, gezeigt werden.
Peer2Peer-Stromtausch-App „E-Fairteiler“
Die Wertstatt 8 GmbH hat gemeinsam mit der Vertrieb GmbH mit dem E-Fairteiler in einem
zutiefst kundenzentrierten Innovationsprozess eine App entwickelt, welche es den Kunden
ermöglicht, selbst produzierten Strom untereinander zu tauschen, zu verkaufen, zu
verschenken oder zu spenden. Der E-Fairteiler erlaubt es Besitzern von Photovoltaik-(PV)-
Anlagen, an Kunden ohne PV-Anlagen regional erzeugten Sonnenstrom zu liefern. Jeder
Kunde kann damit lokalen erneuerbaren Strom beziehen, seine lokalen Lieferanten nach
seinen individuellen Bedürfnissen priorisieren und Preisvereinbarungen mit diesen treffen. In
die Entwicklung wurden Kunden der Energie AG aktiv eingebunden, und der Prototyp wurde
in einer Pilotregion erfolgreich erprobt. Das nun erhältliche Stromprodukt
„Ökostrom E-Fairteiler“ kommt ohne zusätzliche Hardware aus, da die Daten der Smart-
Meter-Stromzähler verwendet werden.
Ökologische Beforschung von Fließgewässern mit
Wasserkraftnutzung
In einem Forschungsschwerpunkt zur Wasserökologie wird in Teilprojekten mit verschiedenen
Partnern unter anderem zu den Themen Sedimentmanagement in Gewässern mit
Wasserkraftnutzung, flussabwärts gerichtete Fischwanderung und ökologisches Potenzial
hochalpiner Restwasserstrecken schwallbelasteter Gewässer geforscht.
ECOSINT – Energy-Community-System-INTegration
Gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen der Energiewirtschaft, Automatisierungstechnik
und Energieinformatik sowie Vertretern der Regulierungsbehörde und anderen
Netzbetreibern wird eine geeignete Architektur für Local-Energy-Communities entwickelt.
Diese soll für Gemeinschaftsanlagen, Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften oder
Bürgerenergiegemeinschaften zum Einsatz kommen und die Nutzung von Flexibilitäten
ermöglichen, sodass Local-Energy-Communities netzdienlich und förderlich für das
Gesamtsystem in dieses eingebunden werden können.
Digitalisierungs- und Automatisierungsinitiativen
Die Energie AG setzt ihre Digitalisierungs- und Automatisierungsinitiative konsequent fort.
Dabei entsteht auf der einen Seite direkter Nutzen für interne Prozesse, wie durch Projekte
der Kraftwerksinstandhaltung, wo ein Konzept für Predictive Maintenance bei Kraftwerken
gestartet, ein digitales Dammüberwachungssystem entwickelt sowie ein „digital twin“ einer
Talsperre erstellt wurden.
Im Entsorgungsbereich wird für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Handling
(Beprobung, Entleerung, Umverpackung) von gefährlichen flüssigen Stoffen durch
automatisierte Bearbeitung und Industrieroboter erleichtert und sicherer gemacht.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
25
Konzernlagebericht Konzern
Auch die Kunden profitieren unmittelbar durch die Initiativen der Energie AG, wie z.B. durch
das Pilotprojekt „Wasser unter Kontrolle“, bei dem in zwei oberösterreichischen Gemeinden
intelligente Wasserzähler getestet wurden. Diese bieten den Kunden zusätzliche Features, wie
eine Übersicht über die Verbrauchsentwicklung sowie Alarmierungen bei ungewöhnlichen
Verbrauchsentwicklungen, beispielsweise Leckagen im Gebäude. Gemeinden wird eine
vereinfachte Ablesung der Zählerstände und die bessere Planung von Poolbefüllungen
ermöglicht.
LEISTUNGSWIRTSCHAFTLICHE KENNZAHLEN
Konzernübersicht
Einheit
GWh
GWh
GWh
GWh
GWh
GWh
GWh
2020/2021
16.509
13.340
3.169
2019/2020
15.965
12.511
3.454
Entwicklung
3,4 %
Stromaufbringung
Strombezug
6,6 %
Stromeigenaufbringung 1)
Wärmekraftwerke
-8,3 %
583
816
-28,6 %
-2,0 %
Erneuerbare Energie
Eigene Wasserkraftwerke
Bezugsrechte aus Wasserkraft
2.586
2.638
1.096
1.112
-1,4 %
1.285
1.321
-2,7 %
Sonstige erneuerbare Energie
(Photovoltaik, Wind, Biomasse)
GWh
GWh
205
8.231
6.990
19.379
6.407
1.796
1.663
1.876
586
205
7.677
7.327
19.205
6.113
1.685
1.566
1.691
624
0,0 %
7,2 %
-4,6 %
0,9 %
4,8 %
6,6 %
6,2 %
10,9 %
-6,1 %
1,1 %
1,8 %
6,4 %
Stromnetzabgabe Endkunden
Stromabsatz Vertrieb 2)
Gasnetzabgabe Endkunden
Gasabsatz Vertrieb
GWh
GWh
GWh
Wärmeaufbringung
GWh
Wärmeabsatz
GWh
Gesamtmenge Abfälle umgeschlagen
Thermisch verwertete Abfälle
Fakturiertes Trinkwasser
Fakturiertes Abwasser
Länge Glasfasernetz
1.000 t
1.000 t
Mio. m3
Mio. m3
km
57,2
56,6
45,1
44,3
7.021
6.600
1) davon im Geschäftsjahr 2020/2021 3.167 GWh im Inland (Vorjahr: 3.451 GWh)
2) davon im Geschäftsjahr 2020/2021 5.265 GWh Endkundenabgabe im Inland (Vorjahr: 5.354 GWh)
Die in der nachfolgenden Segmentberichterstattung angegebenen leistungswirtschaftlichen
Kennzahlen beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, immer auf das jeweilige Segment.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
26
Konzernlagebericht Segmente
SEGMENTE
Entsprechend der internen Berichterstattung und gemäß IFRS 8 „Geschäftssegmente“ wird
im Anhang zum Konzernabschluss, Punkt 7. Segmentberichterstattung › Seite 163 über die
Segmente Energie, Netz, Entsorgung, Tschechien sowie Holding & Services berichtet.
Segmentbezeichnung
Energie
Enthaltene Aktivitäten
Produktion, Handel und Vertrieb von Strom, Gas, Wärme und Telekommunikationsdienstleistungen
Errichtung und Betrieb des Strom- und Gasnetzes
Netz
Entsorgung
Übernahme, Sortierung, Verbrennung und Deponierung von Abfall
Versorgung mit Trinkwasser, Entsorgung von Abwasser sowie Wärmeversorgung in Tschechien
Tschechien
Holding & Services
Telekommunikation und Metering-Services, Servicegesellschaften und Steuerungsfunktionen; at equity-
einbezogene assoziierte Gesellschaften, welche nicht anderen Segmenten zugeordnet sind
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
27
Konzernlagebericht Segment Energie
SEGMENT ENERGIE
Segmentübersicht Energie
Einheit
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
FTE
2020/2021
1.346,1
82,4
2019/2020
1.087,8
59,5
Entwicklung
23,7 %
38,5 %
14,5 %
-1,1 %
3,5 %
Gesamtumsatz
EBIT
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Mitarbeiter Durchschnitt
Stromaufbringung 1)
Stromeigenaufbringung
Stromabsatz Vertrieb
Gasabsatz Vertrieb
25,2
22,0
464
469
GWh
16.315
2.975
6.990
6.407
1.355
1.240
15.759
3.248
7.327
6.113
1.299
1.197
GWh
-8,4 %
-4,6 %
4,8 %
GWh
GWh
Wärmeaufbringung
GWh
4,3 %
Wärmeabsatz
GWh
3,6 %
1) inkl. Fremdbezug
ENERGIEWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Preisentwicklung auf internationalen Energiemärkten
Quellen: EEX, Refinitiv
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
28
Konzernlagebericht Segment Energie
Die Terminmarktpreise für Strom zur Lieferung im Jahr 2022 in Österreich zeigten im
Geschäftsjahr 2020/2021 einen klaren Aufwärtstrend. Wesentliche Einflussfaktoren dafür
waren die Preise für Kohle, Gas und CO2-Zertifikate sowie die konjunkturelle Entwicklung.
Nach einem Tiefststand im November 2020 mit einer Notierung von EUR 43,2/MWh
bewegten sich die Preise insbesondere ab dem Sommer 2021 steil nach oben. Den höchsten
Wert erreichte der Strompreis für den Jahresbase 2022 in der Preiszone Österreich am
30.09.2021 mit EUR 132,9/MWh. Der Durchschnitt lag im Geschäftsjahr 2020/2021 bei
EUR 63,9/MWh. Auf dem Spotmarkt stiegen die Preise gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres um rund 95 %. Der European-Power-Exchange-(EPEX)-Spotpreis Base zur
Lieferung in Österreich lag im Berichtszeitraum bei durchschnittlich EUR 64,9/MWh mit einer
volatilen Entwicklung und stark steigenden Preisen seit dem Sommer.
Der Ölpreis für eine Lieferung im Dezember 2021 stieg von einem Tiefststand von
USD 41,4/Barrel Rohöl der Sorte Brent am 29.10.2020 auf einen Höchststand von
USD 78,7/Barrel am 27.09.2021. Der Anstieg ist unter anderem durch den weltweiten
Wirtschaftsaufschwung nach dem Einbruch durch die COVID-19-Pandemie zu erklären.
Eine Angebotsverknappung bei Lieferungen aus Russland, ein vermehrter LNG-(Liquified-
Natural-Gas)-Abfluss nach Asien und vergleichsweise geringe Speicherstände führten zu
einem kräftigen Anstieg der Preise für Erdgas in der zweiten Hälfte des Berichtszeitraums,
was insgesamt zu einer höheren Risikoposition für den Konzern führte. Der NetConnect-
Germany-(NCG)-Gaspreis für das Frontjahr 2022 stieg im Geschäftsjahr 2020/2021 von
EUR 14,7/MWh Anfang Oktober 2020 auf EUR 57,4/MWh Ende September 2021. Die
Steinkohlepreise zeigten sich über den Berichtszeitraum hinweg ebenfalls stark steigend.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 schwankten die Preise für CO2-Zertifikate zwischen EUR 23,2/t
und zuletzt EUR 64,4/t. Ausgelöst wurde dieser seit Oktober 2020 andauernde Anstieg im
Wesentlichen durch die Beschlüsse zu einer Verschärfung der EU-Klimaziele.
GESCHÄFTSVERLAUF IM SEGMENT ENERGIE
Im Segment Energie wurde im Berichtszeitraum ein Umsatz von EUR 1.346,1 Mio. erzielt.
Dies entspricht einem Anstieg um 23,7 % gegenüber dem Vorjahreswert in Höhe von
EUR 1.087,8 Mio.. Hauptgrund sind die ab dem Sommer 2021 deutlich gestiegenen
Großhandelspreise für Strom und Gas, welche zu Umsatzsteigerungen bei der
Bewirtschaftung der Kraftwerke und Strombezugsreche, beim Energiehandel sowie im
Vertrieb führten.
Das EBIT des Segments Energie im Geschäftsjahr 2020/2021 belief sich auf EUR 82,4 Mio.
und lag damit um 38,5 % über dem EBIT des Vorjahres in Höhe von EUR 59,5 Mio.. Im
Bereich Erzeugung konnten Rückgänge aufgrund der niedrigen Wasserführung und des
verringerten Einsatzes des GuD-Kraftwerks Timelkam durch höhere Ergebnisbeiträge der
Cogeneration-Kraftwerke Management Oberösterreich GmbH (CMOÖ GmbH), gestiegene
Preise auf dem Strommarkt sowie niedrigere Instandhaltungsaufwendungen mehr als
kompensiert werden.
Im Berichtszeitraum wurde aufgrund gestiegener Erwartungen der künftigen
Ergebnisbeiträge eine Wertaufholung für das GuD-Kraftwerk Timelkam in Höhe von
EUR 2,8 Mio. sowie eine Wertaufholung aufgrund der geänderten Einschätzung der
Realisierbarkeit des Projektes Pumpspeicherkraftwerk Ebensee in Höhe von EUR 4,4 Mio.
vorgenommen. Im EBIT des Berichtszeitraums ist darüber hinaus eine Rückstellung in Höhe
von EUR 6,8 Mio. für den Gasspeicher 7Fields enthalten. Weitere Details zu diesen und
anderen Wertberichtigungen siehe Anhang zum Konzernabschluss, Punkt 16. Immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen › Seite 173.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
29
Konzernlagebericht Segment Energie
Im EBIT des Vorjahres waren Wertminderungen für das GuD-Kraftwerk Timelkam in Höhe von
EUR 1,8 Mio., für den Gasspeicher 7Fields in Höhe von EUR 7,0 Mio. sowie für
Fernwärmeanlagen in Höhe von EUR 2,1 Mio. enthalten.
HOHE STROMHANDELSUMSÄTZE UND NIEDRIGERE
STROMEIGENAUFBRINGUNG
Die gesamte Stromaufbringung im Segment Energie betrug im Geschäftsjahr 2020/2021
16.315 GWh und lag damit um 3,5 % über dem Vorjahreswert (15.759 GWh). Diese
Entwicklung wurde vor allem durch die stark gestiegene Strombezugsmenge verursacht,
welche sich mit 13.340 GWh um 6,6 % höher als im Vorjahr (12.511 GWh) zeigte. Die
Stromeigenaufbringung lag hingegen im Berichtszeitraum mit 2.975 GWh um 8,4 % unter
dem Vorjahreswert (3.248 GWh).
Die Stromproduktion aus thermischen Kapazitäten verringerte sich im Segment Energie
mit 465 GWh gegenüber dem Vorjahreswert von 688 GWh um 32,4 %. Diese rückläufige
Entwicklung ist insbesondere auf den im Vergleich zum Vorjahr geringeren Einsatz des GuD-
Kraftwerks Timelkam zurückzuführen. Das GuD-Kraftwerk Timelkam wurde im
Berichtszeitraum als Leistungsreserve im Rahmen des Engpassmanagements eingesetzt.
Aufgrund der gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % niedrigeren Wasserführung lag die
Stromeigenaufbringung aus Wasserkraft im Geschäftsjahr 2020/2021 mit 2.381 GWh
um 2,1 % unter dem Vorjahreswert von 2.433 GWh. Im Vergleich zum langjährigen Mittel
lag die Wasserführung der Flüsse im Berichtszeitraum um 6,1 % unter dem Durchschnitt. Der
Erzeugungskoeffizient der eigenen Kraftwerke und Bezugsrechte betrug im Berichtszeitraum
0,94 (Vorjahr: 0,96).
Die Strombeschaffungsstruktur des Segments Energie stellte sich im Berichtszeitraum wie
folgt dar:
Strombeschaffungsstruktur ohne Stromhandel
2020/2021; Vorjahreswerte in Klammern
Im Zusammenhang mit dem strategischen Ziel des Ausbaus der Stromerzeugung aus
erneuerbaren Energien wurde der Ersatzneubau des Wasserkraftwerks Dürnau im
Geschäftsjahr 2020/2021 fertiggestellt und konnte im Mai 2021 erfolgreich in Betrieb
genommen werden.
Weiters wurden die Vorprojekte für den Neubau des Kraftwerks Weißenbach und den
Ersatzneubau des Kraftwerks Traunfall im Rahmen der Umweltverträglichkeits-(UVP)-
Vorprüfung intensiv weitergeführt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
30
Konzernlagebericht Segment Energie
Aufgrund sich ändernder energiewirtschaftlicher Rahmenbedingungen, insbesondere durch
den Ausbau der volatilen Erzeugungsformen wie Windkraft und Photovoltaik, ergibt sich ein
steigendes Erfordernis an zusätzlichen, leistungsfähigen Flexibilitäts- und Speicherkapazitäten.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde daher mit der Wiederaufnahme der Projektaktivitäten für
das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee begonnen. Der rechtskräftige UVP-
Genehmigungsbescheid für das Projekt konnte bereits im Geschäftsjahr 2016/2017 erwirkt
werden. Der endgültige Baubeschluss wird nach Beendigung des im Berichtszeitraum
gestarteten Vorprojektes getroffen werden.
Die Ennskraftwerke AG, an der die Energie AG eine Beteiligung von 50 % hält, lag mit ihrer
Stromproduktion im Geschäftsjahr 2020/2021 mit einem Erzeugungskoeffizienten von 0,88
(Vorjahr: 0,96) ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt. Im Berichtszeitraum wurde die
Sanierung des Kraftwerks St. Pantaleon an der Enns gestartet. Die Energie AG hält
Strombezugsrechte an Wasserkraftwerken der Ennskraftwerke AG und der Verbund Hydro
Power GmbH mit einem jährlichen Regelarbeitsvermögen von insgesamt rund 1.410 GWh.
Das Windkraftportfolio der Energie AG in Österreich umfasst unverändert Beteiligungen an
vier Windparks mit einer anteiligen Gesamtleistung von 14,7 MW. Die
Stromerzeugungsmengen aus Windkraft lagen im Berichtszeitraum bei 35 GWh (Vorjahr:
37 GWh). Gegenwärtig wird der Windpark Munderfing um eine weitere Anlage mit einer
Leistung von 3,45 MW erweitert, die im Herbst 2022 in Betrieb gehen wird.
Die Energie AG betreibt über Beteiligungen Photovoltaikanlagen in Österreich und Italien
mit einer Gesamtleistung von 14 MWp (Vorjahr 12 MWp). Im Geschäftsjahr 2020/2021
wurden 13 GWh Strom (Vorjahr: 12 GWh) aus PV-Anlagen erzeugt.
Die Bereitstellung von Fernwärme aus den Kraftwerksstandorten Riedersbach und Timelkam
ist mit 257 GWh gegenüber dem Vorjahr (232 GWh) um 10,8 % gestiegen. Das Basisprojekt
Fernwärmeversorgung Gmunden ist nunmehr abgeschlossen. Die Investitionen in den
restlichen Fernwärmeversorgungsnetzen betreffen im Wesentlichen
Netzverdichtungsmaßnahmen.
Die CMOÖ GmbH beliefert in Laakirchen mithilfe eines GuD-Kraftwerks einen Großkunden
mit Strom und Prozesswärme sowie mehrere umliegende Betriebe mit Fernwärme. Die im
Geschäftsjahr 2020/2021 an Kunden abgegebene Menge an Prozess- und Fernwärme betrug
720 GWh und lag damit annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (726 GWh).
HERAUSFORDERNDES, ERFOLGREICHES JAHR FÜR DEN
VERTRIEB DER ENERGIE AG
Die Vertrieb GmbH blickt trotz zahlreicher Unsicherheiten und energiepolitisch
anspruchsvoller Rahmenbedingungen auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020/2021 zurück,
in dem sich mehrere Faktoren positiv auf das Ergebnis auswirkten.
Entgegen den Erwartungen kam es im Berichtszeitraum zu keinen nennenswerten negativen
Auswirkungen auf das Abnahmeverhalten der Kunden. Die Lockerungen der
COVID-19-Maßnahmen und der damit einhergehende konjunkturelle Aufschwung wirkten
möglichen negativen Effekten rechtzeitig entgegen. Auch die befürchteten
Forderungsverluste wurden nicht schlagend – das Niveau der Insolvenzen lag sogar unter den
Werten der Vorjahre.
Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr kälteren Winters konnten in sämtlichen
temperaturabhängigen Sparten höhere Abgabemengen verzeichnet werden. Die
Heizgradtage lagen im Berichtszeitraum in Oberösterreich um 12,1 % über dem Vorjahr und
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
31
Konzernlagebericht Segment Energie
um 7,9 % über dem Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre. Auch die erhöhte Kundentreue
wirkte sich positiv auf das Ergebnis des Vertriebes aus.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zur Beendigung der
Strom- und Gasvertriebsaktivitäten in Deutschland.
Strom
Stromabsatz Vertrieb
in GWh
Die konsolidierte Stromabgabemenge der Energie AG lag im
Geschäftsjahr 2020/2021 mit 6.990 GWh um 337 GWh unter dem
Vorjahreswert von 7.327 GWh.
Im Bereich der Business- und Industriekunden konnte der
Kundenverlust trotz des intensiven Wettbewerbsdrucks begrenzt
werden. Im Bereich Privat-, Gewerbe- und Gemeindekunden lagen
die Mengen über dem Vorjahreswert, was einerseits auf den kälteren
Winter und andererseits auf die gute Geschäftsentwicklung
zurückzuführen ist.
Gas
Die Gas-Absatzmenge der Energie AG lag im
Geschäftsjahr 2020/2021 mit 6.407 GWh um rund 4,8 % über dem
Vorjahreswert von 6.113 GWh.
Im Business- und Industriekundenbereich kam es trotz
herausfordernder Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen zu Absatzsteigerungen. Die
Mengen im Bereich Privat-, Gewerbe- und Gemeindekunden lagen aufgrund des kälteren
Winters und einer positiven Geschäftsentwicklung ebenfalls über dem Vorjahreswert.
Wärme
Gasabsatz Vertrieb
in GWh
Der Wärmeabsatz in Österreich betrug im Geschäftsjahr 2020/2021
1.240 GWh und lag damit witterungsbedingt um 3,6 % über dem
Vorjahreswert von 1.197 GWh. Neben dem Fernwärmeabsatz und
der seitens der CMOÖ GmbH an Kunden gelieferten Wärmemengen
sind im Wärmeabsatz auch die Mengen aus dem Energie-
Contracting enthalten.
Telekommunikation
Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnte trotz eingeschränkter
vertrieblicher Aktivitäten aufgrund der gesetzlichen
Ausgangsbeschränkungen erstmals die Marke von 13.000
Subscribern überschritten werden. Mit Ende des Berichtszeitraums
nutzten knapp 13.200 Kunden aktiv die entsprechenden Produkte
der Energie AG (Vorjahr: 8.800). Auch im Businesskundenbereich
konnten trotz des herausfordernden Wettbewerbsumfelds weitere
Kunden von den Produkten der Energie AG überzeugt werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
32
Konzernlagebericht Segment Energie
Photovoltaik
Wärmeabsatz Österreich
in GWh
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden 50 PV-Contracting-
Kundenanlagen mit einer Leistung von rund 8,4 MWp betrieben,
wobei im Geschäftsjahr 2020/2021 Verträge für 20 neue
Photovoltaikanlagen mit 4,0 MWp abgeschlossen wurden, die derzeit
noch im Bau sind.
Elektromobilität
Die Schwerpunkte der Elektromobilitäts-Aktivitäten liegen aktuell auf
Ladelösungen sowie dem gezielten Aufbau von öffentlichen
Ladestationen. Die Energie AG betreibt derzeit 128 öffentlich
zugängliche Ladestationen und verwaltet in Summe 425
Ladepunkte.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
33
Konzernlagebericht Segment Netz
SEGMENT NETZ
Segmentübersicht Netz
Einheit
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
FTE
2020/2021
380,9
2019/2020
366,6
36,9
Entwicklung
3,9 %
Gesamtumsatz
EBIT
37,2
0,8 %
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Mitarbeiter Durchschnitt
Stromnetzabgabe Endkunden
Gasnetzabgabe Endkunden
103,6
94,6
9,5 %
535
534
0,2 %
GWh
8.231
7.677
19.205
7,2 %
GWh
19.379
0,9 %
RECHTLICHE UND REGULATORISCHE RAHMENBEDINGUNGEN
IM SEGMENT NETZ
Das am 27.07.2021 kundgemachte Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket brachte auch für
das Segment Netz zahlreiche Neuerungen mit sich. Die nötigen Anpassungen von Prozessen
und Werkzeugen wurden daher noch im Berichtszeitraum gestartet.
Als Betreiberin wesentlicher Dienste laut Netz- und Informationssystemsicherheits-(NIS)-
Gesetz muss die Netz OÖ GmbH erhöhte Anforderungen an die Informationssicherheit von
IKT-Services (Netz- und Informationssystemen) erfüllen und diese auch nachweisen. Die
Umsetzungsmaßnahmen im Konzern umfassen die Einführung eines Informationssicherheits-
Managementsystems gemäß ISO/IEC unter Berücksichtigung der ISO 27019, der NIS-
Factsheets und des EVU-Mindeststandards der Branche Elektrizität. Die Vorbereitungen für
eine Zertifizierung der Netz OÖ GmbH nach ISO 27001 laufen. Im Berichtszeitraum wurde
dafür bei der Netz OÖ GmbH die Position des Chief-Information-Security-Officers (CISO)
bestellt.
Die Netznutzungsentgelte der Sparte Strom stiegen per 01.01.2021 zwischen 0,2 % und
1,7 %. Dieser Anstieg ist eine Folge der notwendigen Investitionstätigkeit in die Netze
aufgrund steigender Anforderungen. Die festgelegten Regulierungsparameter blieben in
der 4. Regulierungsperiode stabil.
Im Bereich Gas sanken per 01.01.2021 die Netznutzungsentgelte für Endverbraucher der
Netzebene 3 um 4,3 %, während jene für Endverbraucher der Netzebene 2 um 2,9 %
anstiegen.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gas sind in der 3. Regulierungsperiode seit
01.01.2018 definiert, die Wirtschaftskammer Österreich und die Bundesarbeitskammer
haben jedoch die seitens der Regulierungsbehörde getroffenen Festlegungen beeinsprucht.
Die Entscheidung für das Jahr 2020 steht weiterhin aus. Für die Jahre 2018 und 2019 ist im
Vorjahr eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ergangen. Darin wurden
regulatorische Rahmenbedingungen festgelegt, die für die Branche eine Verschlechterung
gegenüber dem ursprünglichen Bescheid bedeuten. Auf dieser reduzierten Basis bleiben die
Parameter der 3. Regulierungsperiode stabil. Die Aufrollung der Geschäftsjahre 2018 und
2019 erfolgte in den Tarifen für das Jahr 2021.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
34
Konzernlagebericht Segment Netz
GESCHÄFTSVERLAUF IM SEGMENT NETZ
Im Segment Netz konnte im Berichtszeitraum ein Umsatz von EUR 380,9 Mio. erzielt werden.
Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahresumsatz eine moderate Steigerung um 3,9 %. Das
EBIT des Segments Netz betrug im Geschäftsjahr 2020/2021 EUR 37,2 Mio. und lag damit
um EUR 0,3 Mio. über dem EBIT des Vorjahres von EUR 36,9 Mio.
Operativ wirkten sich im Berichtszeitraum die regulatorische Tariferhöhung im Bereich Strom
ebenso wie die Mengensteigerungen umsatzverbessernd aus. Höhere vorgelagerte
Netzkosten und Netzverluste sowie gestiegene Aufwände für Instandhaltung, Personalkosten
und Abschreibung stehen den höheren Umsätzen gegenüber, sodass sich in Summe eine
moderate Ergebnisverbesserung ergibt.
STROM- UND GASNETZ ALS RÜCKGRAT DER
OBERÖSTERREICHISCHEN VERSORGUNGSINFRASTRUKTUR
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden 8.231 GWh (Vorjahr:
Stromnetzabgabe Endkunden
in GWh
7.677 GWh) aus dem Stromnetz an Endkunden abgegeben. Im
Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 554 GWh
(+7,2 %). Die Mengensteigerung resultiert hauptsächlich aus dem
Industrie- und Gewerbekundensektor, der sich gegenüber den
COVID-bedingten Rückgängen im Vorjahr wieder etwas erholt hat.
Per 30.09.2021 versorgte die Netz OÖ GmbH ca. 517.000 aktive
Kundenanlagen.
Netzbetrieblich herausfordernd war eine Folge mehrerer
Sommergewitter mit Hagel und Starkregen im Juni, Juli und August
2021. Außergewöhnlich dabei waren nicht die Einzelereignisse
selbst, sondern die Anzahl der aufeinanderfolgenden Ereignisse in
einem kurzen Zeitraum. Das 110-kV-Hochspannungsnetz erwies sich
in dieser Situation einmal mehr als starkes und sicheres Rückgrat der
oberösterreichischen Stromversorgung.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 stand neben den regulären
Netzertüchtigungs- und -erweiterungsmaßnahmen die konsequente
Umsetzung des „Stromnetz-Masterplans Oberösterreich 2028“ im
Mittelpunkt der Aktivitäten. Nach Verzögerungen in den Vorjahren aufgrund des äußerst
schwierigen Projektumfeldes konnte die Leitung „Stromversorgung Alm- und Kremstal“ Ende
Juni 2021 in Betrieb genommen werden. Beim Projekt „Stromversorgung Pramtal Süd“
wurden über 50 % der Leitungsbauarbeiten durchgeführt. Die Detailtrassierung im
Vorzugskorridor liegt beim Projekt „Stromversorgung Mühlviertel“ vor, ein Fachdialog
zwischen Projektwerbern und dem Verein IG Landschaftsschutz Mühlviertel (IGLM) ist noch
nicht abgeschlossen. Beim Gemeinschaftsprojekt „Stromversorgung Zentralraum
Oberösterreich“ wurde unter der Führung der Austrian Power Grid AG und mit Beteiligung
der LINZ NETZ GmbH die Umweltverträglichkeitseinreichung (UVE) zur
„Vollständigkeitsprüfung“ bei den verantwortlichen Behörden eingebracht, die Einreichung
zum UVP-Verfahren ist im Dezember 2021 geplant. Im Oktober 2020 wurde mit der
Errichtung eines neuen Umspannwerks in Hörsching begonnen und im August 2021
starteten die Arbeiten für das Umspannwerk Ohlsdorf.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde die Verkabelung von besonders störungsanfälligen
Mittelspannungsfreileitungen weiterbetrieben. Weitere 7 km Freileitung wurden durch ein
Erdkabel ersetzt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
35
Konzernlagebericht Segment Netz
Die Sicherstellung der Spannungsqualität für Netzkunden im Niederspannungsnetz bleibt
durch die verstärkte Integration von dezentralen Stromerzeugungsanlagen sehr
herausfordernd. Die installierte Leistung aus Photovoltaik beträgt bereits rund 396 MW
(Vorjahr: 283 MW) bei rund 30.100 angeschlossenen Anlagen (Vorjahr: 24.100 Anlagen).
Erkenntnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten werden für die effiziente
Netzintegration weiterhin erfolgreich eingesetzt.
Die transportierte Gasmenge für Endkunden im eigenen Netz stieg
Gasnetzabgabe Endkunden
in GWh
im Geschäftsjahr 2020/2021 gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % auf
19.379 GWh (Vorjahr 19.205 GWh). Im Hochdruckbereich sanken
die Gasmengen vor allem aufgrund geringerer Stromeigenerzeugung
der Industriebetriebe und Kraftwerke. Die Mengen im Haushalts-
und Gewerbebereich lagen hingegen aufgrund des höheren
Raumwärmebedarfs, resultierend aus der geringeren
Durchschnittstemperatur in der Heizperiode des Berichtszeitraums,
deutlich über dem Vorjahresniveau.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden neben dem
Standardnetzausbau und Netzanschlüssen für größere
Gewerbekunden umfangreichere Ertüchtigungen an den
Reduzierstationen RS185 Heitzing, RS119 Lindach und RS441
Schärding vorgenommen.
Drei Erdgashochdruckleitungen wurden auf einer Gesamtlänge von
79,8 km mittels intelligenter Molchung untersucht. Diverse
Instandsetzungen an Hochdruckleitungen wurden im
Berichtszeitraum durchgeführt und es erfolgte ein Austausch bzw.
die Nachrüstung von vier Molchschleusen.
Mit „DigiWork“ wurde im Segment Netz während des Berichtszeitraums die
Implementierung eines Workforce-Management-Systems fortgesetzt, mit welchem weitere
Digitalisierungsschritte umgesetzt werden sollen. Nach Abschluss des Smart-Meter-Roll-Outs
im Konzessionsgebiet der Netz OÖ GmbH im Geschäftsjahr 2019/2020 wurde im
Berichtszeitraum ein Smart-Meter-Upgrade-Projekt gestartet, um neuen Marktmodellen wie
beispielsweise Energiegemeinschaften weiterhin erfolgreich begegnen zu können.
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 wurde die mit diesem Projekt betraute Abteilung
„Metering“ von der Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH (Telekom GmbH) in die Netz
OÖ GmbH übernommen. Die Organisationseinheit betreibt überwiegend die Metering-
Aufgaben laut ElWOG, insbesondere die intelligenten Stromzähler für die Netz OÖ GmbH
und nimmt unmittelbar eine der Aufgaben des regulierten Netzbetreibers wahr. Die Metering-
Aufgaben für die Sparte Gas sind bereits seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 in der Netz
OÖ GmbH angesiedelt. Um den anspruchsvollen Smart-Meter-Roll-Out-Prozess nicht mit einer
Organisationsänderung zu beeinträchtigen, wurden die Metering-Aufgaben für den Bereich
Strom erst nach Abschluss des Roll-Outs mit Geschäftsjahreswechsel 2021/2022 übertragen.
Damit sind diese abrechnungsrelevanten Tätigkeiten für Strom und Gas unter dem Dach des
Netzbetreibers vereint.
Erfolgreich abgeschlossen wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Erst-Zertifizierung für
„Technisches Sicherheitsmanagement im Stromnetz“ sowie eine Erst-Zertifizierung für
„Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR)“ nach ONR 192500. Ebenfalls
positiv absolviert wurden die Audits für die bestehenden Zertifizierungen nach EN ISO 9001
sowie nach ÖVGW QS GNB 200.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
36
Konzernlagebericht Segment Entsorgung
SEGMENT ENTSORGUNG
Segmentübersicht Entsorgung
Einheit
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
FTE
2020/2021
256,2
29,6
2019/2020
232,7
27,1
Entwicklung
10,1 %
9,2 %
Gesamtumsatz
EBIT
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Mitarbeiter Durchschnitt
28,9
16,1
79,5 %
-0,8 %
821
828
Gesamtmenge Abfälle umgeschlagen
Thermisch verwertete Abfallmenge
1.000 t
1.000 t
1.876
586
1.691
624
10,9 %
-6,1 %
ENTSORGUNGSWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Im Geschäftsjahr 2020/2021 herrschten entgegen der zunächst ungünstigen Prognosen
aufgrund der vorausgegangenen COVID-19-Lockdowns sehr gute wirtschaftliche
Rahmenbedingungen.
National wie international steht nach wie vor das Thema Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt.
Um die Lücke zwischen Abfallwirtschaft und Produktion zu schließen, sind seitens des
Gesetzgebers verpflichtende Vorgaben im Sinne eines wiederverwendbaren bzw.
recyclingfähigen Produktdesigns inklusive des Einsatzes von Sekundärrohstoffen in Planung.
Entsprechende Zielvorgaben, die auf europäischer Ebene in Form des
Kreislaufwirtschaftspakets formuliert wurden, stellen die beteiligten Akteure vor große
Herausforderungen, beispielsweise bei der Schaffung neuer Sammel- und Sortierwege.
Insbesondere Kunststoffverpackungen stehen dabei im Fokus: Um das EU-Ziel einer
Recyclingquote von 50 % im Jahr 2025 zu erreichen, muss das Recycling in den kommenden
fünf Jahren von 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen verdoppelt werden. Zusätzlich ist
erstmals ab dem Jahr 2025 eine eigene Quote für die getrennte Sammlung der PET-
Getränkeflaschen vorgeschrieben. Um die hohen Vorgaben erreichen zu können, sieht der
aktuelle Entwurf zur Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes neben einer obligatorischen,
gestaffelten Einführung von Mehrwegquoten im Lebensmittelhandel auch eine Verpflichtung
für die Getränkeindustrie vor, ab 01.01.2025 Einwegpfand auf PET- und Aluminiumgebinde
einzuheben.
Weiterhin starken Einfluss auf den gesamten Entsorgungssektor hat der seit 01.01.2018
seitens des chinesischen Umweltministeriums und im Anschluss von weiteren asiatischen
Ländern ausgerufene Importstopp diverser Wertstofffraktionen mit der Folge, dass sich die
globalen Mengenströme insgesamt verschoben haben. Die dadurch verursachten hohen
Mengen an Kunststoffabfällen geringerer Qualitäten sicherten allen thermischen
Verwertungsanlagen europaweit im Berichtszeitraum weiterhin eine hohe Auslastung. Aus
heutiger Sicht kann diese Entwicklung als nachhaltig betrachtet werden, da umgekehrt die
gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Export dieser Abfallfraktionen ins Ausland
verschärft worden sind.
Bei den Wertstoffen fand im Gegensatz zum Vorjahr eine deutliche Trendumkehr statt. Die
zuvor aufgrund der Marktübersättigung niedrigen Papierpreise – unter anderem aufgrund der
erläuterten Importrestriktionen – haben zu einer Ausdünnung der Verpackungsbranche
geführt. Pandemiebedingt ist die Nachfrage nach Versandartikeln stark angestiegen, sodass
wichtige Produktionskapazitäten nunmehr fehlten und daraus ein deutlicher Preisanstieg
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
37
Konzernlagebericht Segment Entsorgung
resultierte, der durch das steigende Wirtschaftswachstum verstärkt wurde. Stand der
Wiesbadener Index für Verpackungen aus Papier und Karton zum Ende des Geschäftsjahres
2019/2020 noch bei 66,2, stieg er bis Ende September 2021 kontinuierlich bis auf 195,5 an.
Ähnlich dynamisch zeigte sich auch die Entwicklung der Preise für Altmetalle, welche infolge
der globalen Verknappung von Industrie- und Edelmetallen seit Beginn des Berichtszeitraums
kontinuierlich und zum Teil sprunghaft angestiegen sind. Die Ursache dafür ist die aktuell
hohe Produktivität der Bauwirtschaft, für die im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche
Konjunkturimpulse von öffentlicher Hand gesetzt worden sind.
GESCHÄFTSVERLAUF IM SEGMENT ENTSORGUNG
Der Umsatz im Segment Entsorgung belief sich im Geschäftsjahr 2020/2021 auf
EUR 256,2 Mio. und stieg somit gegenüber dem Vorjahr (EUR 232,7 Mio.) um 10,1 %. Das
EBIT stieg gegenüber dem Vorjahr (EUR 27,1 Mio.) um EUR 2,5 Mio. auf EUR 29,6 Mio..
Zur Umsatzsteigerung trug in erster Linie die dynamische Preisentwicklung bei den
Wertstoffen Papier/Karton und Altmetalle bei. Damit verbunden waren im Geschäftsjahr
2020/2021 bei diesen Fraktionen Umsatzzuwächse auf Rekordniveau, nachdem die Preise im
Jahr zuvor noch historische Tiefstwerte erreicht hatten. Umsatzzuwächse konnten ebenso bei
Gewerbe- und Industrieabfällen, bei gefährlichen Abfällen und bei den angebotenen
Dienstleistungen realisiert werden.
Während das Vorjahresergebnis durch das Brandereignis der Sortieranlage in Hörsching
wegen geleisteter Versicherungszahlungen in Summe positiv beeinflusst war, zeigten sich im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/2021 folgende positive Einmaleffekte: Im Geschäftsjahr
2020/2021 erfolgten Wertaufholungen in Höhe von insgesamt EUR 4,7 Mio. für
Abfallverbrennungsanlagen aufgrund gestiegener Ergebniserwartungen im Bereich
Fernwärmeversorgung bzw. der mittlerweile nachhaltigen Einschätzung der seit geraumer
Zeit herrschenden positiven marktseitigen Entwicklungen.
Operativ konnten die Ergebnisse trotz der geringeren Durchsätze bei den beiden
Verbrennungsanlagen aufgrund der positiven Preisentwicklung bei den Wertstoffen sowie
höheren Ergebnisbeiträgen bei den klassischen Entsorgungsdienstleistungen gesteigert
werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
38
Konzernlagebericht Segment Entsorgung
AUSLASTUNG DER VERBRENNUNGSANLAGEN
In den Verbrennungsanlagen in Wels und Lenzing konnte eine
Durchsatzmenge der thermisch verwerteten Abfälle von rund
585.500 t erzielt werden. Dies entspricht einem Rückgang um 6,1 %
im Vergleich zum Vorjahr. Unter anderem trug der erhöhte
Kunststoffanteil im Abfall zu einem höheren Heizwert und somit
geringeren Durchsätzen in den Verbrennungsanlagen bei. Wegen
ungeplanter Stillstände wurden zudem weniger Betriebsstunden als
im Vorjahr verzeichnet.
Thermisch verwertete Abfallmenge
in 1.000 t
Darüber hinaus wurde im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres
2020/2021 der jährliche Revisions-Zyklus beider Verbrennungslinien
in der Welser Anlage umgestellt. Für die zweite Verbrennungslinie,
deren Revision bisher geschäftsjahresübergreifend durchgeführt
wurde, resultierten daraus mehr Stillstandstage im Berichtszeitraum,
wodurch die Durchsatzmengen ebenfalls negativ beeinflusst wurden.
Bei der Verbrennungsanlage in Lenzing fand die jährliche Revision
wie geplant statt.
Aus der Abfallverbrennungsanlage Wels wurden im Berichtszeitraum
234 GWh Wärme (Vorjahr: 198 GWh) in das Fernwärmenetz der
Stadt Wels und an einen weiteren Großkunden abgegeben. Die Stromaufbringung belief sich
auf 194 GWh (Vorjahr: 206 GWh). Der Rückgang ist auf die Umstellung des
Revisionsintervalls der zweiten Verbrennungslinie zurückzuführen.
Die Behandlungsanlagen für gefährliche Abfälle in Steyr waren im abgelaufenen
Geschäftsjahr erneut sehr gut ausgelastet. Hinsichtlich Instandhaltung lag der Fokus in erster
Linie auf der Sanierung der CPO-Anlage (chemisch-physikalische Behandlungsanlage für
organische Abfälle).
Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/2020 stiegen die im Segment
Gesamtmenge Abfälle umgeschlagen
in 1.000 t
Entsorgung umgeschlagenen Mengen mit in Summe rund
1.876.000 t um ca. 10,9 % an (Vorjahr: 1.691.000 t). Während in
Österreich die Mengen vor allem beim Gewerbeabfall sowie bei den
Wertstoffen gesteigert werden konnten, gab es in Südtirol einen
Mengenrückgang zu verzeichnen.
Neben der Beteiligung an Projekten, um das Recycling von
Altkunststoffen weiterzuentwickeln, wurden außerdem mehrere
Digitalisierungsprojekte vorangetrieben. Zudem konnten im
Berichtszeitraum der Umbau der Papier-Sortieranlage in Linz
abgeschlossen sowie Modernisierungen und Erweiterungen an
mehreren Standorten verwirklicht werden.
Am Standort Wels wurde mit den Vorbereitungsarbeiten für den
geplanten weiteren Ausbau der Fernwärmeauskopplung aus der
Welser Abfallverwertung (WAV) begonnen, um die Stadt bzw. die
angrenzenden Gebiete künftig noch besser versorgen zu können.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die Bauarbeiten zur
Verlegung der Firmenzentrale der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH
(Umwelt Service GmbH) von Hörsching an den Standort der Welser Abfallverwertung
weitgehend abgeschlossen. Mit der ersten Übersiedelungsetappe wurde Mitte Oktober 2021
begonnen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
39
Konzernlagebericht Segment Entsorgung
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt österreichweit in der
Abfallwirtschaftsbranche im Bereich Sammlung und Transport. Im Zuge dessen wurden am
16.03.2021 auch Räumlichkeiten der Umwelt Service GmbH am Standort Hörsching
durchsucht. Die Umwelt Service GmbH wirkt an der Aufklärung aktiv mit und hat gegenüber
der BWB volle Kooperationsbereitschaft zugesichert.
Am Standort Neumarkt in Südtirol wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr die
Prozessoptimierung durch Digitalisierung weiter vorangetrieben. Trotz sinkender
Altpapiermengen und volatiler Ersatzbrennstoff-(EBS)-Produktion gelang es, das Ergebnis im
Vorjahresvergleich zu steigern. Ebenso positiv entwickelte sich die Glassortierung.
In der WDL-WasserdienstleistungsGmbH (WDL GmbH) konnte der Vertrag über die
Lieferung von Trinkwasser zur Versorgung des Großraums Wels langfristig verlängert werden.
Im Berichtszeitraum herrschten in der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in Österreich
weitgehend stabile Rahmenbedingungen. Die Schwerpunktthemen der WDL GmbH waren
die Aufrechterhaltung der sicheren Versorgung mit Trinkwasser bzw. die Weiterentwicklung
der angebotenen Dienstleistungen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
40
Konzernlagebericht Segment Tschechien
SEGMENT TSCHECHIEN
Segmentübersicht Tschechien
Einheit
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
FTE
2020/2021
173,2
11,1
2019/2020
160,5
9,8
Entwicklung
7,9 %
Gesamtumsatz
EBIT
13,3 %
-4,2 %
2,2 %
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Mitarbeiter Durchschnitt
9,1
9,5
1.718
48,2
1.681
47,5
Fakturiertes Trinkwasser
Mio. m3
Mio. m3
1,5 %
Fakturiertes Abwasser
45,1
44,3
1,8 %
RAHMENBEDINGUNGEN IN TSCHECHIEN
Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnte trotz der angespannten COVID-19-Situation in
Tschechien eine positive Wirtschaftsentwicklung im Segment verzeichnet werden. Die
Maßnahmen, welche die tschechische Regierung aufgrund der im Vergleich zu anderen
Mitgliedsstaaten der Europäischen Union überdurchschnittlich hohen COVID-19-Fallzahlen
verordnete, führten insbesondere im ersten Halbjahr des Berichtszeitraums zu drastischen
Einschränkungen für die Bevölkerung im täglichen Leben und brachten auch für die
Unternehmen signifikante Auswirkungen mit sich.
Im Zuge der seit März 2020 herrschenden COVID-19-Pandemie wurde die Energie AG in
Tschechien als stabiler und zunehmend attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, da trotz der
allgemein wirtschaftlich herausfordernden Zeit der Betrieb in vollem Umfang aufrechterhalten
werden konnte und ein stabiler Ergebnisbeitrag erwirtschaftet wurde. Die hohe
Arbeitsplatzsicherheit im Infrastrukturgeschäft trug zur weiteren Stärkung der Position auf
dem bis zur COVID-19-Pandemie aus Arbeitgebersicht sehr angespannten Arbeitsmarkt bei.
Die dynamischen Entwicklungen auf den europäischen Energiemärkten führten gegen Ende
des Geschäftsjahres 2020/2021 auch in Tschechien zu massiven Preiserhöhungen bei Strom
und Gas. Dies betrifft im Gasbereich insbesondere in den Wintermonaten die
Wärmegesellschaften. Hier wird überwiegend mit Gaskessel und Gas-Kraft-Wärme-
Kopplungen regional Wärme und Warmwasser erzeugt. Bei der Wasserver- und
Abwasserentsorgung spielt der Strombedarf für die Aufbereitung und Verteilung die
dominierende Rolle. Aufgrund der stark steigenden Marktpreise kündigte der Lieferant für die
Medien Gas und Strom Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der bestellten Energiemengen
zu den vereinbarten Preisen an. In der Folge wurden seitens der Energie AG
schadensmindernde Maßnahmen in Form alternativer Bezugsmöglichkeiten und einer
Schadensregulierung mit dem bisherigen Lieferanten getroffen.
Nach einer volatilen Entwicklung verbesserte sich die Tschechische Krone wertmäßig
gegenüber dem Euro und lag im Durchschnitt bei einem Wechselkursverhältnis von rund
EUR/CZK 25,9.
GESCHÄFTSVERLAUF IM SEGMENT TSCHECHIEN
Im Segment Tschechien wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 in den Bereichen Wasser und
Wärme stabile Umsatzerlöse in Höhe von EUR 173,2 Mio. (Vorjahr: EUR 160,5 Mio.) erzielt.
Die Umsatzsteigerung ist neben positiven Entwicklungen im operativen Geschäft auf
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
41
Konzernlagebericht Segment Tschechien
Wechselkurseffekte und die erstmalige Einbeziehung der mit 06.12.2019 übernommenen
VaK Zápy s.r.o. zurückzuführen.
Im Segment Tschechien konnte im Berichtszeitraum ein EBIT von EUR 11,1 Mio. (Vorjahr:
EUR 9,8 Mio.) erwirtschaftet werden. Dies entspricht einem Anstieg in Höhe von 13,3 %,
welcher im Wesentlichen auf gestiegene Absatzmengen und Preissteigerungen im Wasser-
und Abwasserbereich zurückzuführen ist. Der Bereich Dienstleistungen fokussiert sich auf
Bauleistungen für die kommunale wasserwirtschaftliche Infrastruktur, Kanaldienstleistungen,
Smart Meter usw. und zeigte im Berichtszeitraum ebenfalls eine leicht positive Entwicklung.
Im Wärmebereich in Tschechien wurde aufgrund der niedrigen Außentemperaturen und der
daraus resultierenden höheren Absatzmengen im Berichtszeitraum ein im Vergleich zum
Vorjahr höherer EBIT-Beitrag erzielt.
STABILE ENTWICKLUNG IN TSCHECHIEN
Im Segment Tschechien wurden im Berichtszeitraum insgesamt 48,2 Mio. m3 Trinkwasser
(Vorjahr: 47,5 Mio. m3) und 45,1 Mio. m3 Abwasser (Vorjahr: 44,3 Mio. m3) fakturiert.
Fakturiertes Trinkwasser
Fakturiertes Abwasser
in Mio. m3
in Mio. m3
Dies entspricht in Summe leicht gestiegenen Mengen im Trink- und Abwassergeschäft, wobei
sich regional unterschiedliche Entwicklungen zeigten, die von der Siedlungsstruktur und der
industriellen Produktion abhängen.
Marktseitig gelang es, die Ausschreibungen in den Betriebsgebieten von Jindřichův Hradec,
Tábor und Krumau zu gewinnen und die Verträge zu verlängern. Tábor und Krumau sind
neben Budweis die wichtigsten Konzessionsverträge der ČEVAK a.s. mit dem größten
Umsatzanteil.
Der Wärmeabsatz in Tschechien betrug im Berichtszeitraum 189 GWh und lag damit um
10,5 % über dem Vorjahreswert (171 GWh). Maßgeblich für diese Entwicklung waren im
Wesentlichen die niedrigen Temperaturen im vergangenen Winter. Dies zeigte sich auch in
der Entwicklung der Heizgradtage. Diese stiegen gegenüber dem Vorjahr mit durchschnittlich
3.168 Heizgradtagen auf 3.574 Heizgradtage im Berichtszeitraum.
Im Berichtszeitraum wurden im Segment Tschechien wesentliche Entwicklungsschritte im
Bereich Digitalisierung von Betrieb und Kundendienstleistungen gesetzt. Aktuelle
Digitalisierungsprojekte konzentrieren sich auf die Bereiche Smart Metering in Beroun sowie
Smart Metering und Netzdigitalisierung in Kolín. Studien laufen zu den Themen „Weitere
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
42
Konzernlagebericht Segment Tschechien
Digitalisierung von Dispatching und Betrieb“ sowie zur Entwicklung eines „digital twins“ für
eine Kläranlage mit dem Ziel, die physische Anlage mittels digitaler Abbildung weiter zu
optimieren. Die von der ČEVAK a.s. in Budweis entwickelte Anwendung „Wasser unter
Kontrolle“ wurde im Berichtszeitraum in Österreich erfolgreich getestet und weitere Schritte
wurden vorbereitet.
Die Energie AG Oberösterreich Bohemia GmbH beteiligt sich in Zusammenarbeit mit ihren
tschechischen Beteiligungen am Utility-Management-Training des IAWD („International
Association of Water Service Companies in the Danube River Catchment Area“). Dieses
Ausbildungsprogramm richtet sich an Nachwuchsführungskräfte im
Wasserversorgungssektor, da die Notwendigkeit erkannt wurde, in diesem Bereich die
Managementkultur zu unterstützen und zu verbessern.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
43
Konzernlagebericht Segment Holding & Services
SEGMENT HOLDING & SERVICES
Segmentübersicht Holding & Services
Einheit
2020/2021
274,7
2019/2020
259,9
Entwicklung
5,7 %
Gesamtumsatz
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
FTE
EBIT
28,1
14,4
95,1 %
-12,2 %
0,7 %
Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen
Mitarbeiter Durchschnitt
48,3
55,0
1.055
1.048
Länge Glasfasernetz
km
7.021
6.600
6,4 %
GESCHÄFTSVERLAUF IM SEGMENT HOLDING & SERVICES
Im Berichtszeitraum konnte im Segment Holding & Services ein Umsatz in Höhe von
EUR 274,7 Mio. erwirtschaftet werden. Dies entspricht einem Anstieg von EUR 14,8 Mio.
oder 5,7 %. Die positive Entwicklung war auf Umsatzsteigerungen im Geschäftsfeld Telekom
sowie in allen Servicegesellschaften zurückzuführen.
Das operative Ergebnis stieg von EUR 14,4 Mio. im Geschäftsjahr 2019/2020 auf
EUR 28,1 Mio. im Berichtszeitraum. Für diese Entwicklung waren hauptsächlich gestiegene
Ergebnisanteile aus at equity-bewerteten Beteiligungen aufgrund einer Wertaufholung in
Höhe von EUR 15,4 Mio. verantwortlich. Diese Wertaufholung wurde auf Basis künftig
erwarteter Einzahlungsüberschüsse der Wels Strom GmbH in Folge des zusätzlichen Bezugs
von Wärme aus einer Abfallverbrennungsanlage, der Hebung von Synergieeffekten durch die
Übertragung der Betriebsführung im Bereich Wasserkraft und Stromnetz sowie
Umstrukturierungsmaßnahmen vorgenommen.
Darüber hinaus war das Ergebnis im Segment Holding & Services durch höhere EBIT-Beiträge
des Geschäftsfelds Telekom und der Servicebereiche sowie gestiegene Aufwendungen im
Umfeld der Holding beeinflusst. Im EBIT des Vorjahres waren neben Wertminderungen für
Telekom-Anlagen höhere Immobilienverkäufe als im Berichtszeitraum enthalten.
UNGEBREMSTE NACHFRAGE NACH BREITBANDINTERNET
Auch wenn sich in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres die
COVID-19-Situation entspannte und Homeoffice- bzw. Homeschooling-Aktivitäten in der
Folge wieder vermehrt durch Präsenzformen abgelöst wurden, blieb die Nachfrage nach
lichtschnellem Internet ungebremst hoch.
Die Situation in den vergangenen eineinhalb Jahren hat aufgezeigt, dass Videokonferenzen
im beruflichen bzw. schulischen Alltag wertvolle Beiträge zum zeitsparenden und effizienten
Arbeiten leisten können. Zudem steigt das Angebot an privaten Unterhaltungsangeboten und
Streaminganbietern laufend. Eine schnelle und stabile Internetverbindung auf Basis der
zukunftssicheren Glasfaser-Technologie wird somit für weite Teile der Bevölkerung immer
wichtiger.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
44
Konzernlagebericht Segment Holding & Services
In diesem Sinne wurde der Fiber-to-the-home-(FTTH)-Ausbau im
Geschäftsjahr 2020/2021 wie geplant fortgeführt. Zum Ende des
Berichtszeitraums hatten bereits mehr als 45.000 oberösterreichische
Haushalte die Möglichkeit, an das Glasfasernetz der Energie AG
anzuschließen. Die Länge des konzerneigenen Glasfasernetzes
betrug per 30.09.2021 7.021 km (Vorjahr 6.600 km).
Länge Glasfasernetz
in km
Neben der Glasfaser als Festnetztechnologie wird sich vor allem im
Mobilbereich die LTE- bzw. 5G-Technologie nachhaltig etablieren.
Aus diesem Grund beabsichtigt die Telekom GmbH durch die
Anbindung von Mobilfunksender-Standorten an das eigene
Glasfasernetz, auch in diesem Bereich Businesschancen zu nützen.
Ein weiteres Aufgabenfeld der Telekom GmbH stellte bislang die
Einführung des Smart Metering zur Durchführung von Strom-
Messdienstleistungen für die Netz OÖ GmbH dar. Da der Massen-
Roll-Out für intelligente Messgeräte mittlerweile erfolgreich
abgeschlossen wurde und die gesetzlichen Vorgaben zur Gänze
erfüllt wurden, brachte die Telekom GmbH den Bereich Metering mit
Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 in die Schwestergesellschaft Netz OÖ GmbH ein.
Neben den damit verbundenen organisatorischen Arbeiten lag der Fokus in der
Berichtsperiode auf dem Austausch der noch verbliebenen analogen Zähler sowie auf
Projekten, die sich mit der Weiterentwicklung und Erweiterung des Smart-Meter-Systems
beschäftigen.
STRATEGISCHE BETEILIGUNGEN
Die at equity-einbezogenen Unternehmen Wels Strom GmbH und Salzburg AG sowie weitere
Minderheitsbeteiligungen ergänzen das Geschäftsportfolio der Energie AG.
Die Wels Strom GmbH, eine 49 %-Beteiligung der Energie AG, ist das integrierte
Stromversorgungsunternehmen der Stadt Wels. Weitere Geschäftsfelder sind die
Wärmeaufbringung für das städtische Fernwärmenetz sowie Energiesysteme für Großkunden.
Der im Jahr 2017 begonnene und im Jahr 2020 abgeschlossene Ersatz-Neubau des
Wasserkraftwerkes Traunleiten hat sich produktionsseitig planmäßig in die
Aufbringungssystematik der Wels Strom GmbH eingefügt. Das Investitionsvolumen betrug
EUR 48,0 Mio.. Das Wasserkraftwerk Traunleiten ermöglicht eine Vollabdeckung des
Haushaltsstrombedarfs für den Großraum Wels mit reinem Ökostrom aus Wasserkraft. Die
Leistung wurde auf 19 MW verdoppelt und die Jahresproduktion beträgt künftig 91 GWh.
Im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr (01.01.2020 bis 31.12.2020) verringerte sich der
Stromabsatz an Kunden auf 692 GWh (2019: 723 GWh) und wurde zu 17 % durch
Eigenproduktion, großteils aus Wasserkraft, gedeckt. Rund 18 % des Stromabsatzes wurden
außerhalb des Netzgebietes der Wels Strom GmbH verzeichnet.
Im Rahmen eines im Jahr 2020 gestarteten Strategieprojektes erfolgt durch die Eigentümer
der Wels Strom GmbH – eww ag und Energie AG – gemeinsam mit dem
Tochterunternehmen eine Neuaufstellung der Wärme- und Energieversorgung im Raum Wels.
Ziele sind die Hebung von Synergiepotenzialen und die Steigerung der Servicequalität durch
Schaffung eines einzigen Ansprechpartners für die Welser Versorgungsnetze für Strom,
Fernwärme, Gas, Wasser und Abwasser. Die operativen Umsetzungsschritte dieser
umfassenden Zukunftsinitiative wurden im Berichtszeitraum gestartet und werden bis Ende
2022 andauern.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
45
Konzernlagebericht Segment Holding & Services
Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation (Salzburg AG) bekannte
sich im Sommer 2020 zu einer Vorwärts- und Wachstumsstrategie und verordnete sich damit
eine strategische und organisatorische Neuaufstellung. Die Transformation vom reinen
Energieversorger und Infrastrukturdienstleister in den Sparten Strom, Erdgas, Fernwärme,
Wasser, Mobilität und Telekommunikation zum digitalen Technologieunternehmen soll
dadurch untermauert werden. Die Energie AG ist mit 26,13 % an der Gesellschaft beteiligt.
Im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr (01.01.2020 bis 31.12.2020) wurde vor allem in
die Wachstumsfelder Photovoltaik und E-Mobilität massiv investiert. Ziel im
Photovoltaikbereich ist, in den nächsten sieben Jahren zu den fünf größten Anbietern von
Sonnenenergie in Österreich zu gehören. Erste Schritte wurden mit der Beteiligung an einem
Startup-Unternehmen, das sich mit der IT-Sicherheit bei der Betriebsführung von
Photovoltaikanlagen beschäftigt, gesetzt. Im Bereich E-Mobilität wurde die Marke von 100
Ladelösungen für Privat- und Gewerbekunden überschritten.
Jährlich werden rund EUR 25 Mio. in den Ausbau des Breitbandinternets investiert, wodurch
die Voraussetzungen für neue digitale Services geschaffen werden. Im Rahmen des
Corporate-Venture-Programms investiert die Salzburg AG darüber hinaus in Beteiligungen an
vielversprechenden Start-ups, beispielsweise im Bereich smarte Abholstationen zur
Paketzustellung.
Der Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2020 war COVID-19-bedingt von Absatzrückgängen
bei Strom und Gas sowie einer rückläufigen Netzabgabe bei Strom, Gas, Fernwärme und
Wasser geprägt. Auch der Verkehrsbereich wurde von der Pandemie schwer getroffen, die
Fahrgastzahlen sanken um durchschnittlich 30 %. Der Strom- bzw. Gasabsatz an Kunden lag
mit 3.304 GWh bzw. 1.606 GWh um 4,8 % bzw. 6,7 % unter dem Niveau des Vorjahres.
Der Absatz an Fernwärme lag mit 759 GWh um 2,4 % unter dem Vorjahreswert.
Vertriebserfolge konnten wie in den vergangenen Geschäftsjahren bei Kabelfernsehen und
Internet verzeichnet werden. Die Zahl an Internet-Kundenanlagen überstieg die Marke von
107.000 Anschlüssen.
Insgesamt investierte die Salzburg AG im Berichtszeitraum EUR 132,8 Mio., wobei der
Schwerpunkt auf der Sparte Netz lag.
SHARED SERVICES
Die vier konzernübergreifenden Servicegesellschaften
Energie AG Oberösterreich Business Services GmbH (Business Services GmbH),
Energie AG Oberösterreich Customer Services GmbH (Customer Services GmbH),
Energie AG Oberösterreich Personalmanagement GmbH (Personalmanagement GmbH)
sowie
Energie AG Oberösterreich Tech Services GmbH (Tech Services GmbH)
sind im Segment Holding & Services gebündelt.
Gemeinsam ist allen kaufmännischen und technischen Servicegesellschaften eine
Leistungserbringung für den gesamten Konzern gemäß genau definierter Qualitäts- und
Sicherheitsstandards. Orientierungsgrundlage für die Services sind dabei die Konditionen des
externen Marktes für die entsprechenden Produkte und Dienstleistungen.
In der Business Services GmbH sind Dienstleistungen für den Energie AG-Konzern in den
Bereichen Einkauf und Logistik, Immobilienmanagement, Informationstechnologie,
Rechnungswesen sowie die Versicherungs- und Rechtsdienstleistungen gebündelt.
Arbeitsschwerpunkte im Geschäftsjahr 2020/2021 waren Vorarbeiten zur Einführung des
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
46
Konzernlagebericht Segment Holding & Services
„Digitalen Fahrtenbuchs“, die Realisierung zahlreicher Maßnahmen zur Erhöhung der IT-
Sicherheit und die Durchführung eines Vorprojektes zur S/4HANA-Transformation. Das
laufende Projekt zur Anpassung der SAP-Systemarchitektur im Bereich Abrechnung und
Kundenservices wurde fortgeführt. Im Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgte dabei die
Produktivsetzung der Sparte Gas. Darüber hinaus begann im Berichtszeitraum die
Umsetzungsphase für den Zubau zur Konzernzentrale in Linz in Form eines Bürogebäudes in
energieeffizienter Bauweise. Zudem wurden erste Maßnahmen im Zuge des Neubaus eines
Büro- und Werkstättengebäudes in Gmunden gesetzt.
In der Customer Services GmbH sind die Kundenservice-Dienstleistungen des Konzerns
sowie das Datenschutzbackoffice, die Abrechnung, das Wechselmanagement, das
Forderungsmanagement und die Zahlungsabwicklung mit den Kunden gebündelt. Im
Geschäftsjahr 2020/2021 wurden von den Mitarbeitern die Dienstleistungen für über
1,5 Mio. Kundenverträge erbracht.
Neben der zuverlässigen Erbringung aller Dienstleistungen während der andauernden
COVID-19-Pandemie war das Geschäftsjahr 2020/2021 von vielen Projekten geprägt. Im
Berichtszeitraum standen beispielsweise die Themen „Sperren/Entsperren von
personenbezogenen Daten“ sowie „Etablierung der Marktprozesse im Zuge des
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaketes“ im Fokus. Auch in das Projekt zur Anpassung der
SAP-Systemarchitektur im Bereich Abrechnung und Kundenservices war die Customer
Services GmbH weiterhin maßgeblich involviert.
Im Fokus der Personalmanagement GmbH stehen neben der durch den Bereich „HR
Strategie und Steuerung“ wahrzunehmenden personalstrategischen und personalpolitischen
Steuerungsfunktion für den Konzern sämtliche Agenden rund um die Personal- und
Führungskräfteentwicklung, die Personalbetreuung, die Personalverrechnung und die
Lehrlingsausbildung. Neben den COVID-19-bedingten Herausforderungen lag der
Schwerpunkt im Geschäftsjahr 2020/2021 auf Employer-Branding-Aktivitäten und hier
insbesondere auf der Bewerbung eines Traineeprogrammes für HTL-Absolventen sowie der
Entwicklung von Kampagnen für Kraftfahrer und Facharbeiter. Darüber hinaus wurden im
abgelaufenen Geschäftsjahr im Rahmen eines erneuten Durchlaufs des Power-Talente-
Programms Nachwuchskräfte mit individuellen Entwicklungsmaßnahmen gefördert. Eine
konzernweite Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde im Berichtszeitraum
ebenso umgesetzt wie eine Betriebsvereinbarung für eine länger zusammenhängende
Freizeitphase (Sabbatical). Die Verlängerung des Zertifikats Audit „berufundfamilie“ um
weitere drei Jahre und die damit verbundenen Maßnahmen zu Vereinbarkeitsthemen bildeten
einen weiteren Schwerpunkt in der Human-Resources-Arbeit.
Als zentraler Know-how-Träger für alle technischen Dienstleistungen in der Energie AG ist die
Tech Services GmbH der kompetente Ansprechpartner von der Planung über die Umsetzung
bis zur Instandhaltung. In erster Linie wurden diese Leistungen im Geschäftsjahr 2020/2021
für Schwesterunternehmen im Konzern erbracht. Gerade im Bereich hoch spezialisierter
Dienstleistungen und zur Auslastungsglättung konnten auch Aufträge externer Kunden
gewonnen werden. Neben erneuten Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie, wie
besonderen Schutzmaßnahmen zur Sicherstellung der Verfügbarkeit von Montagepersonal
für die kritische Infrastruktur und dem Abwickeln von Baustellen unter besonderen
Vorsichtsmaßnahmen, mussten auch zunehmende Lieferschwierigkeiten bei wichtigen
Komponenten gemeistert werden. Trotz dieser erschwerenden Bedingungen konnte auch
heuer wieder ein beachtliches Auftragsvolumen abgearbeitet werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
47
Konzernlagebericht Ausblick
AUSBLICK
Kurz nach Ende des Berichtszeitraums wurden am 03.10.2021 seitens der österreichischen
Bundesregierung die Eckpunkte der ökosozialen Steuerreform vorgestellt, die ab dem Jahr
2022 schrittweise in Kraft treten soll. Neben Steuerentlastungen wird damit eine
Ökologisierung des Steuersystems in Form von CO2-Bepreisungen für Energieanwendungen
bei Gebäuden und Verkehr sowie Unternehmen außerhalb des Emissionshandels ab Mitte
2022 einhergehen, was zu Verteuerungen beispielsweise der eigenen Logistik und auch des
Gaspreises führen wird.
Vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden COVID-19-Pandemie und
Unabwägbarkeiten wie beispielsweise Lieferkettenproblemen sind Prognosen zur
konjunkturellen Entwicklung für das Geschäftsjahr 2021/2022 derzeit nur begrenzt belastbar.
Experten erwarten jedoch für den Euroraum eine weiterhin dynamische konjunkturelle
Entwicklung bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten als in der Vergangenheit.
Zu Ende des Geschäftsjahres 2020/2021 zeigten die Preise auf den internationalen
Energiemärkten massive Anstiege mit beinahe täglich überbotenen Rekordmarken. Nachdem
die Notierungen Anfang Oktober ihre bisherigen Höchststände erreichten, folgte eine noch
immer andauernde Phase mit hohen Volatilitäten und sprunghaften Preisänderungen. Für das
Winterhalbjahr ist mit einer weiterhin sehr volatilen Seitwärtsbewegung der
Großhandelspreise zu rechnen. In der Folge kann parallel mit einer Angebotserweiterung
oder Nachfragereduktion bei Gas und Kohle eine Entspannung der Situation erwartet
werden. Von einer Rückkehr zu günstigen Energiepreisen wie unmittelbar nach Beginn der
COVID-19-Pandemie ist nicht auszugehen. Die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten stellt
eine wesentliche Grundlage für die Preisbildung im Strom- und Gasbereich dar. Bei langfristig
anhaltendem hohen Niveau steigt für die Energie AG das Risiko auf der Beschaffungsseite.
Neben der anspruchsvollen Situation auf den Beschaffungsmärkten werden im Geschäftsjahr
2021/2022 auch die energiepolitischen Rahmenbedingungen – insbesondere die
ambitionierten Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien bzw. bei der CO2-Reduktion –
eine große Herausforderung für die Energie AG darstellen.
Die Vertrieb GmbH beabsichtigt, für bestehende Privat- und Gewerbekunden die Preise für
Strom- und Gas-Standardprodukte (ausgenommen Privat-/Gewerbestrom Float) sowie für
Glasfaser-Internet bis zumindest 01.01.2023 konstant zu halten. Aufgrund der eklatant
gestiegenen Beschaffungskosten mussten die Preise für Neukunden im Bereich Strom und
Gas per 16.11.2021 an das Marktniveau angepasst werden.
Das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Ebensee wird im kommenden Geschäftsjahr intensiv
vorangetrieben werden. Im Fokus des laufenden Vorprojekts wird die Detail- und
Ausschreibungsplanung stehen. Die thermischen Stromerzeugungskapazitäten der
Energie AG haben für die Bereitstellung als Netzreserve weiterhin hohe Bedeutung. Auch für
das Geschäftsjahr 2021/2022 steht das GuD-Kraftwerk Timelkam dem
Übertragungsnetzbetreiber zur Engpassvorhaltung zur Verfügung.
Im Zuge des umfangreichen Strategieprojekts mit der eww ag wird die Wärmeversorgung für
Haushalte sowie Unternehmen im Raum Wels ab dem Jahr 2021 deutlich erweitert und
verdichtet. Darüber hinaus werden in den Jahren 2021 und 2022 eine zweite große
Transportleitung im Norden der Stadt gebaut und zur Absicherung der Fernwärmeversorgung
zwei hochmoderne Heißwasserkessel errichtet. Die Wärmeauskopplung der Welser
Abfallverwertung wird dadurch signifikant steigen. Die Umwelt Service GmbH wird ab 2022
die Wärmelieferung an die eww ag übernehmen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
48
Konzernlagebericht Ausblick
Darüber hinaus übernimmt die Energie AG ab 2022 die Betriebsführung des neuen
Wasserkraftwerkes Traunleiten sowie weiterer kleiner Kraftwerke. Somit steuert die
Energie AG künftig die gesamte Kraftwerkskette Traun, wodurch das Zusammenspiel der
Erzeugungsanlagen weiter optimiert werden kann und dies zu einer deutlichen Steigerung
der Effizienz bei der Produktion von grünem Strom führen wird.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen des Segments Netz sind in der Sparte Strom für das
laufende Geschäftsjahr weiterhin als stabil einzuschätzen. Bei den wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für Gas steht die Entscheidung für das Jahr 2020 aktuell noch aus, es
ist jedoch davon auszugehen, dass die Parameter auf Basis der für die Jahre 2018 und 2019
getroffenen Entscheidungen für die gesamte dritte Regulierungsperiode angewendet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt wird das Kostenermittlungsverfahren Gas für die vierte
Regulierungsperiode (voraussichtlich ab 01.01.2023) sein, welches im September 2021
eingeleitet wurde. Weitere wesentliche Schwerpunkte werden neben aktuellen Projekten im
Gas- und Stromnetz die Umsetzung der Anforderungen des am 27.07.2021 kundgemachten
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespakets sowie die Vorbereitung auf die Zertifizierung nach
EN ISO 27001 sein.
Im Segment Entsorgung wird nach dem starken Anstieg im Berichtszeitraum für das
Geschäftsjahr 2021/2022 eine Abflachung der Wertstoffpreise für Papier und Metalle
erwartet. Neben den Kooperationen mit externen Partnern im Zusammenhang mit dem
Recycling von Altkunststoffen werden weitere Überlegungen zum Wiederaufbau der
Kunststoff-Sortierung angestellt.
In der Tschechischen Republik birgt die bevorstehende Energiewende mit dem Ausstieg aus
der Energieerzeugung auf Kohlebasis und einer neu gestalteten Klimapolitik zahlreiche
Chancen für das Segment Tschechien der Energie AG. Hier gilt es, EU-Förderprogramme im
Bereich Energieeffizienz zu prüfen und Projekte für die Wärme-, Wasserver- und
Abwasserentsorgung zu entwickeln. Die kostenseitig sehr einschneidenden aktuellen
Entwicklungen auf dem Strom- und Gaspreismarkt werden genauestens beobachtet, zumal
die drastischen Preissteigerungen Lieferanten, Betreiber und Kunden massiv unter Druck
bringen und Folgeauswirkungen nicht abschätzbar sind. Bei den für Gemeinden und Städten
erbrachten Dienstleistungen gibt es bisher keine Anzeichen einer Eintrübung beim
Auftragsvolumen.
Im neuen Geschäftsjahr ist geplant, die Kräfte der Energie AG im FTTH-Ausbau mit jenen des
Landes Oberösterreich zu bündeln. Damit sollen optimale Bedingungen für den
flächendeckenden Glasfaserausbau in Oberösterreich geschaffen werden. Im Zuge dessen soll
auch das FTTH-Glasfasernetz der Energie AG in eine gemeinsame Gesellschaft abgespalten
werden. Der Fokus für das Geschäftsjahr 2021/2022 liegt im Glasfaserbereich deshalb auf der
operativen Umsetzung der Abspaltung und der organisatorischen und prozessualen
Neuaufstellung der verbleibenden Bereiche. Insbesondere im verbleibenden Glasfaser-
Businesskundenbereich gilt es, die Erträge in einem immer kompetitiveren Umfeld
abzusichern.
Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2021/2022 wird in der Energie AG
weiterhin die zuverlässige Wahrnehmung aller systemrelevanten Aufgaben, insbesondere der
Versorgungssicherheit der Kunden, liegen. Als wichtige strategische Zielsetzungen bleiben
neben der permanenten Ausrichtung aller Leistungen an den Bedürfnissen der Kunden die
Themen Digitalisierung, Innovation, Regionalität und finanzielle Stabilität weiterhin im Fokus.
Die Themen Energiewende und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Wandel in der Mobilität
fordern in den nächsten Jahren einerseits die entsprechende Verantwortlichkeit der Branche,
bieten andererseits aber auch neue Chancen, die die Energie AG proaktiv nutzen möchte.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
49
Konzernlagebericht Ausblick
Vor dem Hintergrund der derzeit sehr volatilen Preisentwicklungen auf den internationalen
Energiemärkten wird unter der Annahme einer fortgesetzten Konjunkturerholung für das
Geschäftsjahr 2021/2022 eine zwar unter dem sehr guten Ergebnis des Berichtszeitraums
liegende, aber dennoch zufriedenstellende Ergebnisentwicklung erwartet.
Linz, am 03. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
50
NFI-Bericht
Bericht über nichtfinanzielle Informationen
2020/2021 der Energie AG Oberösterreich
VORWORT DES VORSTANDES
GRI 102-14
Seit mittlerweile mehr als eineinhalb Jahren beeinflusst die COVID-19-Pandemie neben
unserem (Arbeits-)Alltag auch unsere Unternehmensentscheidungen sowie die
Rahmenbedingungen, unter denen wir diese treffen, maßgeblich. Gerade in einer
herausfordernden Zeit wie der aktuellen, offenbart sich die Bedeutung unternehmerischer
Verantwortung in sozioökologischer Hinsicht und nimmt eine umso zentralere Rolle in
unserem Gesellschaftsgefüge ein. Als Betreiber kritischer Infrastruktur, als einer der größten
Arbeitgeber des Landes Oberösterreich sowie als Enabler einer erneuerbaren Energiezukunft
fühlen wir uns dieser gesellschaftlichen Verantwortung besonders verpflichtet, weshalb wir
Ihnen mit dem vorliegenden, mittlerweile vierten Bericht über nichtfinanzielle Informationen
einen Einblick in die Unternehmensaktivitäten der Energie AG Oberösterreich (Energie AG) im
Sinne dieser Grundsätze geben wollen.
Trotz der andauernden COVID-19-Pandemie werden der Klimawandel sowie dessen
Auswirkungen auf die Umwelt, unsere Gesundheit sowie unser wirtschaftliches Handeln von
der jüngeren Bevölkerung nach wie vor als die größte Zukunftssorge bezeichnet. Als
Energie AG forcieren wir aus diesem Grund seit vielen Jahren zum Schutze unseres Klimas
sowie der Umwelt den Ausbau der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Konkret
zeigt sich dies im Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der
Stromeigenaufbringungsmenge, der im Geschäftsjahr 2020/2021 – vorwiegend dank
regionaler Wasserkraft – auf einen Rekordwert angestiegen ist, sowie in der
CO2-Emissionsstatistik, bei der wir durch den Einsatz ressourcenschonender Technologien und
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung einen weiteren signifikanten Rückgang verzeichnen
konnten. Bis zum Jahr 2030 soll die Stromaufbringungsmenge aus nachhaltigen
Energieressourcen um zusätzliche 630 GWh anwachsen, wodurch ein wesentlicher Beitrag
für Generationen überdauernde, saubere Energiezukunft geleistet wird.
Angesichts der merklichen Umbrüche in der Arbeits- und Lebenswelt gewinnt die
Positionierung als krisensicherer und verantwortungsvoller Arbeitgeber zunehmend an
Bedeutung. Mit der Etablierung zusätzlicher flexibler Arbeitszeitmodelle, der Möglichkeit ein
Sabbatical im Ausmaß von bis zu drei Monaten in Anspruch zu nehmen sowie der Schaffung
von bedarfsorientierten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von Mitarbeitern wird diesen
Anforderungen durch neue Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
Rechnung getragen. Neben Verbesserungen der Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von
Familie und Beruf zielt ein weiterer Fokus des Unternehmens auf die Förderung von Diversität,
insbesondere der Geschlechtervielfalt, ab. Zahlreiche Programme, wie die Vergabe von
Stipendien an Technikerinnen oder die Teilnahme an der Initiative „Power Girls“ mit dem Ziel,
Mädchen für technische Berufe zu begeistern und traditionelle Berufsrollenbilder
aufzubrechen, zeigen erfreuliche Wirkung: Der Anteil von weiblichen Lehrlingen in
technischen Bereichen ist, wie auch der Gesamtanteil an Frauen im Konzern, im vergangenen
Geschäftsjahr weiter angestiegen. Wir sind überzeugt, dass diese Maßnahmen positiv auf die
Unternehmenskultur wirken und letztlich auch wirtschaftlich einen Erfolgsfaktor darstellen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
51
NFI-Bericht Vorwort des Vorstandes
Die Energie AG richtet ihr Handeln konsequent an ökologischen, sozialen und
gesellschaftlichen Aspekten aus. Wir laden Sie dazu ein, sich über unser Engagement im
vorliegenden Bericht einen Überblick zu verschaffen und freuen uns darauf, gemeinsam mit
Ihnen weiterhin an einer nachhaltigen Entwicklung zu arbeiten.
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
52
NFI-Bericht Über diesen Bericht
ÜBER DIESEN BERICHT
GRI 102-1, 102-46, 102-50, 102-51, 102-52, 102-53, 102-54
Entsprechend der EU-Richtlinie 2014/95/EU zur Angabe nichtfinanzieller und die Diversität
betreffender Informationen (NFI-Richtlinie) und ihrer Umsetzung gemäß des österreichischen
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (NaDiVeG 2017) veröffentlicht der
Energie AG-Konzern seit dem Geschäftsjahr 2017/2018 die geforderten Informationen in
einem eigenständigen Bericht über nichtfinanzielle Informationen (NFI-Bericht). Dieser
Bericht ist der konsolidierte nichtfinanzielle Bericht der Energie AG Oberösterreich
(Energie AG) gem. § 267a UGB. Dieser Bericht wird jährlich im Rahmen des
Geschäftsberichtes veröffentlicht. Der Berichtszeitraum entspricht dem Geschäftsjahr
01.10.2020 bis 30.09.2021. Die gesetzlichen Anforderungen bezüglich des NFI-Berichtes
wurden mit externer Begleitung in Anlehnung an internationale Rahmenwerke
berücksichtigt. Als Grundlage für die nichtfinanzielle Berichterstattung dienten die Standards
der „Global Reporting Initiative“ (GRI). Dieser Bericht wurde in Übereinstimmung mit den
GRI-Standards, Option „Kern“, erstellt und geht darüber hinaus auf zusätzliche
Leistungsindikatoren, unter anderem auf ausgewählte Indikatoren der GRI-Sector-
Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche, ein. Der GRI-Inhaltsindex › Seite 127
liefert eine Übersichtsangabe.
Neben dem vorliegenden NFI-Bericht stellt die Energie AG Informationen zu ihrer
Unternehmensverantwortung im jährlichen Konzernlagebericht › Seite 13, im
› Halbjahresbericht sowie auf der › Company-Website zur Verfügung.
Für Fragen zu diesem Bericht steht › Michael Frostel MSc, Pressesprecher und Leiter der
Konzernkommunikation zur Verfügung.
Der NFI-Bericht stellt in den Kapiteln Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Arbeitnehmer und
Compliance (inkl. Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption)
nichtfinanzielle Informationen zu den Aktivitäten der Energie AG und ihrer konsolidierten
Konzernunternehmen sowie der anteilsmäßig einbezogenen Unternehmen zur Verfügung.
Auf Angaben zu Themen von geringerer Relevanz wurde verzichtet. Dies gilt auch für die
Berechnung der Kennzahlen. Abweichungen werden gesondert angemerkt.
Der Energie AG ist die Gleichbehandlung von Frauen und Männern ein wichtiges Anliegen.
Zum Zweck der besseren Lesbarkeit der Informationen wird entweder die maskuline oder
feminine Form von Bezeichnungen gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung
des jeweils anderen Geschlechts.
Der Bericht wurde mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und durch die direkt vom
Aufsichtsrat beauftragte Konzernrevision der Energie AG geprüft. Der Aufsichtsrat berichtet
darüber in der auf das Berichtsjahr folgenden Hauptversammlung.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
53
NFI-Bericht Geschäftsmodell
DAS GESCHÄFTSMODELL
DER ENERGIE AG OBERÖSTERREICH
GRI 102-2, 102-3, 102-4, 102-6, 102-48 (Konzernlagebericht)
Die Energie AG hat ihren Hauptsitz in Linz in Oberösterreich. Ihr Marktgebiet umfasst
Österreich, Tschechien sowie Norditalien. Mit Ende des Kalenderjahres 2021 werden die
Strom- und Gasvertriebsaktivitäten in Deutschland beendet.
Als Anbieter von Strom, Gas, Wärme, Wasser sowie Entsorgungs-, Informations- und
Kommunikationstechnologiedienstleistungen steht das Unternehmen für höchste Qualität
und Zuverlässigkeit seiner Produkte, Prozesse und Services.
Der Energie AG-Konzern ist bestrebt als kompetentes, wettbewerbsorientiertes und
verantwortungsvolles Unternehmen den Kunden Produkte und Dienstleistungen mit
Mehrwert, ein faires Preis-/Leistungsverhältnis sowie regionale Verfügbarkeit zu bieten. Dies
trägt zu einem partnerschaftlichen Miteinander mit Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten sowie
der Öffentlichkeit bei.
Das Segment Energie › Seite 27 umfasst als Kerngeschäft des Konzerns die Stromerzeugung,
die Strombeschaffung, den Strom- und Gasvertrieb, die Wärmeversorgung in Österreich und
den Vertrieb von Telekommunikationsdienstleistungen. Energieeffizienz-Dienstleistungen, wie
z.B. Energieaudits für große Unternehmen, Energieausweise und
Gebäudesanierungskonzepte, spezielle Energie-Contracting-Modelle und
Anlagenoptimierungen ergänzen das Leistungsportfolio.
Das Segment Netz › Seite 33 umfasst die Errichtung und den Betrieb des Strom- und
Gasnetzes als Rückgrat der Strom- und Gasversorgung in Oberösterreich durch die Netz
Oberösterreich GmbH (Netz OÖ GmbH), eine 100-%-Tochtergesellschaft der Energie AG.
Das Segment Entsorgung › Seite 36 bietet in Österreich und Norditalien ein integriertes
Abfallmanagement und maßgeschneiderte Entsorgungslösungen. Diese umfassen die
Sammlung, Übernahme, Aufbereitung, Sortierung, (Wieder-)Verwertung von Rest- und
Wertstoffen sowie die Entsorgung und thermische Verwertung (inkl. Schlacke-Aufbereitung)
von Haus- und Gewerbeabfällen.
Das Segment Tschechien › Seite 40 bietet umfassende Dienstleistungen im Bereich der
Trinkwasser- und Wärmeversorgung sowie Abwasserentsorgung in Tschechien an. Die
Geschäftsmodelle reichen von Konzessions-, Betreiber- und Serviceverträgen bis hin zu
spezialisierten Wasser-, Abwasser- und Wärmedienstleistungen sowie Baumontagen.
Vertragspartner und somit Kunden des Segments Tschechien sind Städte, Gemeinden,
Verbände, Industriebetriebe und Wohnungsgesellschaften/-genossenschaften.
Das Segment Holding & Services › Seite 43 umfasst neben den Leitungs- und
Steuerungsfunktionen der Holding auch das Geschäftsfeld Telekommunikation und Metering-
Services, kaufmännische und technische Dienstleistungen sowie at equity-einbezogene
Beteiligungen, welche nicht anderen Segmenten zugeordnet sind. Die kaufmännischen und
technischen Servicegesellschaften erbringen Leistungen für den gesamten Konzern. Der
Bereich Metering-Services wird mit Beginn des Geschäftsjahres 2021/2022 in die
Netz OÖ GmbH integriert.
Die Angaben zu gesellschaftsrechtlichen Veränderungen im Geschäftsjahr 2020/2021 sind im
Konzernlagebericht, Gesellschaftsrechtliche Veränderungen › Seite 20 enthalten. Die
Übersicht der finanzwirtschaftlichen Kennzahlen Die Energie AG Oberösterreich auf einen
Blick › Seite 5 ist im Geschäftsbericht enthalten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
54
NFI-Bericht Geschäftsmodell
EIGENTÜMERSTRUKTUR
GRI 102-5
Im Geschäftsjahr 2020/2021 hatte der Energie AG-Konzern folgende Eigentümerstruktur:
OÖ Landesholding GmbH
52,71 %
0,10 %
10,35 %
8,28 %
13,98 %
5,18 %
5,20 %
2,07 %
1,04 %
0,52 %
0,52 %
0,05 %
Land Oberösterreich
Linz AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste
TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG
Raiffeisen Oberösterreich (Konsortium)
Oberbank AG (Konsortium)
VERBUND AG
voestalpine Stahl GmbH
Oberösterreichische Landesbank Aktiengesellschaft
Allgemeine Sparkasse Oberösterreich Bankaktiengesellschaft
Oberösterreichische Versicherung Aktiengesellschaft
Energie AG Belegschaft Privatstiftung
Die Differenz sind eigene Aktien. Stand per 30.09.2021.
ORGANE DER GESELLSCHAFT
GRI 102-18
Vorstand
Generaldirektor Prof. KommR Ing. DDr. Werner STEINECKER MBA, Vorsitzender des Vorstands
KommR Mag. Dr. Andreas KOLAR, Mitglied des Vorstands
Dipl.-Ing. Stefan STALLINGER, MBA, Mitglied des Vorstands
Aufsichtsrat
Kapitalvertreter
Landesrat Markus ACHLEITNER, Vorsitzender
Rechtsanwalt Mag. Stefan LANG LL.M., 1. Stellvertreter des Vorsitzenden
Generaldirektor Dr. Heinrich SCHALLER, 2. Stellvertreter des Vorsitzenden
Stabstellenleiterin Dr. Miriam EDER MBA
Vorstandsvorsitzender Mag. Dr. Erich ENTSTRASSER
Direktorin Mag. Dr. Christiane FRAUSCHER
Vorstandsdirektor Mag. Florian HAGENAUER MBA
Generaldirektor Dipl.-Ing. Erich HAIDER MBA
Generalsekretärin a. D. Mag. Anna Maria HOCHHAUSER
Thomas Peter STADLBAUER MSc MBA MPA
Generaldirektor-Stellvertreterin KommR Mag. Michaela KEPLINGER-MITTERLEHNER
Vorstandsdirektorin Mag. Kathrin Renate KÜHTREIBER-LEITNER MBA
Klubobmann LAbg. Ing. Herwig MAHR
Josef WALCH, Beeideter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
55
NFI-Bericht Geschäftsmodell
Vom Betriebsrat entsandt
Ing. Mag. Leopold HOFINGER, Betriebsratsvorsitzender
Mag. Dr. Regina KRENN, Betriebsratsvorsitzende
Ing. Peter NEISSL MBA MSc, Betriebsratsvorsitzender
Ing. Bernhard STEINER, Vorsitzender der Konzernvertretung
Gerhard STÖRINGER, Zentralbetriebsratsvorsitzender
Christian STROBL, Betriebsratsvorsitzender
Andreas WALZER, Betriebsratsvorsitzender
KONZERNSTRUKTUR
GRI 102-18
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich führt die Geschäfte und vertritt den
Energie AG-Konzern nach außen. Neben dem österreichischen Aktiengesetz, dem
Unternehmensgesetzbuch und der Satzung sind für den Vorstand und den Aufsichtsrat die
jeweiligen Geschäftsordnungen die Grundlage ihres Handelns. In der Geschäftsordnung für
den Vorstand sind die Zusammenarbeit des Vorstands, die Informations- und Berichtspflichten
des Vorstands sowie Geschäfte, die der Zustimmung durch den Aufsichtsrat bedürfen,
geregelt. Die Geschäftsordnungen der Tochtergesellschaften bauen auf die Geschäftsordnung
für den Vorstand auf und enthalten inhaltsgleiche Regelungen. Die Geschäftsverteilung des
Vorstands, welche vom Aufsichtsrat genehmigt ist, legt die Aufgabenbereiche der einzelnen
Vorstandsmitglieder, unbeschadet der Gesamtverantwortung des Vorstands, fest. Das Thema
Nachhaltigkeit ist in der Verantwortung des Gesamtvorstands und wird im Rahmen des
Strategieprozesses durch die Holdingeinheit Konzernstrategie gesteuert. Der Aufsichtsrat als
Kontrollorgan hat im Rahmen seiner gesetzlichen Verpflichtungen auch den NFI-Bericht zu
prüfen und darüber an die Hauptversammlung zu berichten.
Wesentliche Änderungen in der Konzernstruktur stellen die Auflösung der Holdingfunktion
Arbeitssicherheit per 01.10.2020 sowie die Auflösung der Holdingfunktion Konzern-IT-
Steuerung per 01.07.2021 dar. Die Aufgaben der aufgelösten Einheiten werden nunmehr
von der Holdingeinheit „Technisches Management“ (Arbeitssicherheit) bzw. von der Energie
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
56
NFI-Bericht Geschäftsmodell
AG Oberösterreich Business Services GmbH (Business Services GmbH/Konzern-IT-Services)
wahrgenommen.
ECKDATEN IM ÜBERBLICK
GRI 102-7
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
57
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
WESENTLICHE NACHHALTIGKEITSTHEMEN
GRI 102-44, 102-46, 102-47, 102-49
SUSTAINABLE-DEVELOPMENT-GOALS
Der Energie AG-Konzern nimmt seine Verantwortung im Bereich nachhaltiger Entwicklung
bewusst wahr und orientiert sich an den Inhalten und Zielsetzungen der Sustainable-
Development-Goals (SDGs), auf die sich die Vereinten Nationen im Jahr 2015 verständigt
haben. Bis 2030 soll die nachhaltige Entwicklung aller Nationen mithilfe dieser Ziele in großen
Schritten vorangetrieben werden. Für die Energie AG sind alle SDGs direkt und indirekt
relevant. Das Unternehmen trägt mit der strategischen Ausrichtung sowie mit den einzelnen
Projekten und angebotenen Dienstleistungen zu deren Erreichung aktiv bei, siehe
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68.
Quelle: Sustainable Development Goals
STRATEGIEPROZESS
Eine Voraussetzung für die konsequente Steuerung der langfristigen wirtschaftlichen
Entwicklung des Energie AG-Konzerns ist ein strukturierter jährlicher Strategieprozess.
Strategien und Maßnahmen, die die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität nachhaltig
sicherstellen, werden aus Analysen von Marktentwicklungen, der Evaluierung von
Auswirkungen der Geschäftstätigkeit im ökonomischen, ökologischen und sozialen Kontext
(Monitoringprozesse, Zertifizierungen etc.), dem Abgleich der strategischen Ziele des
Unternehmens mit den im laufenden Stakeholder-Dialog ermittelten Interessen und
Erwartungen der Stakeholder und aus den Veränderungen energiepolitscher
Rahmenbedingungen (neue gesetzliche Vorgaben etc.) abgeleitet.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
58
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Nach Identifizierung der sich daraus ergebenden Maßnahmen sowie deren Chancen und
Risiken erfolgten die strategischen Weichenstellungen für den Energie AG-Konzern im
Rahmen der im April und Juli 2021 virtuell durchgeführten Konzernstrategieklausuren.
Hierbei wurden die grundlegenden strategischen Ziele definiert bzw. adaptiert und
entsprechende Investitionsmittel zukunftsgerichtet verteilt.
Als Herausforderungen im Umfeld des Unternehmens wurden im Rahmen des
Strategieprozesses 2020/2021 unter anderem die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die
Gesamtwirtschaft, Side-Effekte des technologischen Umbruchs (auch im Zusammenhang mit
der fortschreitenden Digitalisierung), der Klimawandel bzw. Extremwetterereignisse sowie
aktuell bestehende Chancen und Herausforderungen im Hinblick auf das Erneuerbaren-
Ausbau-Gesetz (EAG) identifiziert und analysiert.
WESENTLICHE NACHHALTIGKEITSTHEMEN
Die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen der Energie AG werden im Rahmen des
Strategieprozesses regelmäßig evaluiert und kontinuierlich unter Einbindung interner
Interessensgruppen und externer Stakeholder weiterentwickelt. In einer Wesentlichkeitsmatrix
wurden die Nachhaltigkeitsthemen von „wichtig“ bis „sehr wichtig“ eingestuft. Auf Basis
dieser wurden die zu erhebenden quantitativen und qualitativen Leistungsindikatoren
festgelegt. Die Wesentlichkeitsmatrix wurde am 15.04.2021 im Rahmen der Strategieklausur
des Vorstandes des Energie AG-Konzerns aktualisiert und an die Ergebnisse des
Strategieprozesses 2020/2021 angepasst.
Die mittel- bzw. langfristige positive Entwicklung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen
des Energie AG-Konzerns steht im Fokus der unternehmerischen Tätigkeit des Unternehmens.
Die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen des Energie AG-Konzerns entsprechen jenen des
Vorjahres und werden in folgenden Kapiteln behandelt:
Wirtschaft › Seite 74 und Konzernlagebericht › Seite 13
Partner für Eigen- und Fremdkapitalgeber
Zukunftsfähige Geschäftsmodelle & Innovation
Soziales › Seite 101
Versorgungssicherheit und -qualität
Kundenorientierung und -zufriedenheit
Regionale Verantwortung & gesellschaftliches Engagement
Umwelt › Seite 78
Klimaschutz & Ressourcenschonung
Arbeitnehmer › Seite 113
Verantwortungsvoller Arbeitgeber & Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
Compliance (inkl. Achtung der Menschenrechte) › Seite 121
Legal Compliance und Korruptionsprävention
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
59
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
STAKEHOLDERDIALOG
GRI 102-16, 102-40, 102-42, 102-43, EU-DMA (vormals EU19)
Die Energie AG nutzt den offenen Stakeholder-Dialog als wertvolles strategisches
Instrument und hat diesen als essenziellen Eckpfeiler für Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit
definiert.
Der Energie AG-Konzern pflegt umfangreiche Beziehungen zu verschiedenen Stakeholder-
Gruppen:
Aus der Vielzahl an Stakeholdern legt der Energie AG-Konzern besonderes Augenmerk vor
allem auf die Mitarbeiter und Kunden. Der intensive Austausch mit internen wie externen
Interessensgruppen wird vorwiegend dazu genutzt die Bedürfnisse der Kunden treffsicher zu
befriedigen.
Im Rahmen des Kundenforums werden aktuelle Vertriebsprojekte im kritisch-konstruktiven
Dialog diskutiert, siehe Soziales, Kundenorientierung › Seite 103.
Im Sinne ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung sucht die Energie AG den direkten
Stakeholder-Kontakt auf regionalen und überregionalen Veranstaltungen sowie im Rahmen
der Regionaltour des Vertriebes, um Kunden praktische Lösungsansätze zum
verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Energieressourcen zu vermitteln.
Um transparente Information und Kommunikation ist der Energie AG-Konzern
insbesondere bei Infrastrukturprojekten bemüht, die mit Eingriffen in sensible Lebens- und
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
60
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Landschaftsräume verbunden sind. Betroffene Stakeholder werden bereits im Frühstadium
der Planungsphase über Projekte informiert und im direkten Dialog in einzelne
Verfahrensschritte eingebunden, um Verständnis für die Maßnahmen und den
größtmöglichen Konsens zu erzielen.
Ein Musterbeispiel für nachhaltige Zusammenarbeit ist das Modell der Bürgerbeteiligung
rund um die Welser Abfallverwertung. Es besteht seit 1991 und ist damit europaweit das am
längsten praktizierte und erfolgreichste Modell eines Bürgerbeteiligungs-, Mediations- und
Projektumfeld-Managementverfahrens.
Zentrales Element dieses Modells ist eine Umweltkommission als Bindeglied zwischen der
Energie AG als Betreiberin der Abfallverwertungsanlage und den Anrainern bzw.
Anrainergemeinden. Dank offener, ehrlicher Kommunikation bei gleichzeitiger Kontrolle eines
geregelten Ablaufs (Einhaltung der Emissionsgrenzwerte, Minimierung des Lärms und
Geruchs) wurden mithilfe dieses Verfahrens gegenseitiges Verständnis und Vertrauen
entwickelt bzw. nachhaltig gestärkt.
Dieses Modell wurde um die › demokratiepolitischen Grundsätze der Energie AG erweitert,
mit denen sich der Energie AG-Konzern freiwillig dazu bekennt, die Interessen betroffener
Stakeholder gerade bei Bauprojekten und Genehmigungsverfahren über das gesetzliche Maß
hinaus zu berücksichtigen.
Um Konflikten bei Vorhaben des Netz(aus)baus – vor allem hinsichtlich der beabsichtigten
Trassenführung bei 110-kV-Hochspannungsleitungen – vorzubeugen, wurde im März 2017
der › Leitfaden für Planungsprozesse zur Trassenfestlegung bei neuen Hochspannungs-
anlagen entwickelt. In Anlehnung an den bewährten Trassenfindungsprozess im Straßenbau
wird damit sichergestellt, dass die objektiv bestmögliche Leitungstrasse aus einem breiten,
interdisziplinären Blickwinkel nach festgelegten Grundprinzipien ermittelt wird.
Dieser Leitfaden wurde das erste Mal beim Projekt Stromversorgung Mühlviertel (110-kV-
Projekt Rohrbach – Bad Leonfelden – Rainbach, ein Gemeinschaftsprojekt der Netz OÖ GmbH
und der LINZ NETZ GmbH) angewandt und mit allen interessierten Stakeholdern aktiv über
Vor- und Nachteile möglicher Trassenverläufe diskutiert. Ergebnis dieses Prozesses ist ein
Planungskorridor, in dem die Projektbetreiber die Detailplanungen in enger Abstimmung bzw.
im direkten Dialog mit den Grundeigentümern vornehmen können.
Zur Optimierung interner Prozesse und Betriebsabläufe richtet der Energie AG-Konzern
interne Ideenwettbewerbe aus, um den praktischen Erfahrungsschatz bzw. das kreative
Potenzial der Mitarbeiter zu nutzen (Projekte „Neuland“, „Loominati“). Die in einem
mehrstufigen Auswahlverfahren festgelegten Siegerprojekte werden direkt im Anschluss in
die Praxis umgesetzt. Die Projektanten erfahren durch diese Möglichkeit des unmittelbaren
persönlichen Mitgestaltens im Unternehmen besondere Wertschätzung, der Konzern
profitiert von der Prozessoptimierung ebenso wie die davon betroffenen Mitarbeiter und
Kunden. Siehe auch Wirtschaft, Innovation › Seite 74.
In dem Bewusstsein, dass der Unternehmenserfolg eng an das Engagement der Mitarbeiter
gekoppelt ist, ist die Energie AG laufend bestrebt, ihr Image als attraktiver Arbeitgeber
auszubauen und ein Arbeitsumfeld zu bieten, das nicht nur interessante
Entwicklungsmöglichkeiten umfasst, sondern auch individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter
berücksichtigt.
Weitere Informationen und Initiativen des Energie AG-Konzerns, die auf die Befriedigung der
Bedürfnisse und Berücksichtigung der Interessen dieser wichtigen Stakeholdergruppe
abzielen, sind im Kapitel Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber › Seite 113
zusammengefasst.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
61
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Als Basis für die Umsetzung des Stakeholder-Managements dient der › Verhaltenskodex des
Energie AG-Konzerns mit dem Titel „ › So denken wir, so handeln wir“. Darin sind die
Grundsätze fairer, transparenter und nachhaltiger Geschäftspraktiken definiert, zu denen sich
jeder Mitarbeiter als Teil des Unternehmens bekennt bzw. verpflichtet:
Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit, Qualitätsbewusstsein, Nachhaltigkeit,
Transparenz, Integrität.
Medienanalyse
Die nichtfinanziellen Informationen der Energie AG werden durch Berichte über
Konzernthemen in relevanten oberösterreichischen und nationalen Medien ergänzt. Im
Berichtszeitraum haben Beiträge über das Engagement der Energie AG im Zusammenhang
mit Maßnahmen und Kooperationen in Bezug auf die Energiewende die Medienlandschaft
dominiert. So wurde u.a. über das Leitprojekt „Underground Sun Storage 2030“ berichtet,
das der Konzern als Partner unterstützt und das sich mit der unterirdischen Speicherung von
erneuerbarer Energie in Form von Wasserstoff befasst. Weiters berichtete die Presse über eine
neu geschlossene Partnerschaft mit einem Energiedienstleister mit dem Ziel, Wels durch
gemeinsame Projekte zur klimafreundlichsten Stadt Oberösterreichs zu machen. Die Stadt
Wels ist eine wichtige Entsorgungsdrehscheibe der Energie AG; in den Medien wurde das
Investitionsprojekt vorgestellt, mit dem die Konzentration der entsprechenden Aktivitäten an
diesem Standort erfolgen wird. Darüber hinaus wurde über den Start des Vorprojektes des
Pumpspeicher-Kraftwerkes Ebensee berichtet, mit welchem die im Hinblick auf die
Energiewende erforderlichen Strom-Speicherkapazitäten ausgebaut werden sollen.
Erwähnung in Presse bzw. TV fanden außerdem soziale Initiativen, die Kooperation der
Energie AG mit „Genussland Oberösterreich“, mit der die regionale Kreislaufwirtschaft
forciert werden soll, sowie die Digitalisierungsoffensive (Fortschritt Glasfaserausbau,
Erweiterung E-Ladeangebot sowie Vorstellung der innovativen › E-Fairteiler-App).
ENERGIE AG STRATEGIE 2030
GRI 102-14, 103-1, 203-1
Versorgungs- und Entsorgungssicherheit
Die COVID-19-Pandemie stellte auch die Energie AG vor enorme Herausforderungen
betreffend der Sicherstellung eines reibungslosen Betriebes der kritischen Infrastruktur
(Kraftwerke, Strom- und Gasnetz, Telekommunikation, Wasserver- und Abfallentsorgung).
Dank der konsequenten strategischen Ausrichtung der Energie AG und der effizienten, von
der intern etablierten Taskforce koordinierten Sicherheitsmaßnahmen blieb die hohe
Versorgungssicherheit und -qualität sowohl in der ersten COVID-19-Lockdown-Phase seit
März 2020 als auch während der zweiten Phase Ende 2020 / Anfang 2021 gewahrt.
Die Netz OÖ GmbH sichert mit einem modernen und zuverlässigen Strom- und Gasnetz die
Energieversorgung in Oberösterreich und ist österreichweit Vorreiter beim Ausbau der Smart
Meter-Technologie, der inzwischen abgeschlossen ist.
Neben einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur ist es im Hinblick auf die
Versorgungssicherheit erforderlich, gesicherte, flexible Leistung zur Verfügung zu stellen.
Hierbei spielt das Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam (GuD-Kraftwerk Timelkam) im
Rahmen des Engpassmanagements bzw. als Netzreserve für Übertragungsnetzbetreiber eine
wichtige Rolle. Eigene Gasspeicherrechte (oder Gasspeicherverträge) und -beteiligungen der
Energie AG unterstützen die hohe Flexibilität. Besondere Bedeutung kommt künftig auch der
Entwicklung und Anwendung neuer Technologien und intelligenter Systemlösungen für die
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
62
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Integration volatiler dezentraler Stromerzeugungsanlagen (Photovoltaik (PV), Wind) und
flexibler Verbrauchsanlagen (Batteriespeicher, E-Mobilität, Wärmespeicher) zu.
Das Segment Entsorgung › Seite 36 garantiert Lösungen für gefährliche und nicht
gefährliche Abfälle sowie Wertstoffe auf höchstem technologischen und ökologischen
Standard und leistet vor allem mit den beiden Verbrennungsanlagen in Wels und Lenzing
einen wesentlichen Beitrag zur Entsorgungssicherheit in Österreich.
Im Segment Tschechien › Seite 40 hat sich die Energie AG als verlässlicher Versorger mit
Trinkwasser, Entsorger von Abwasser und Bereitsteller von Raumwärme und Warmwasser
etabliert. Zielgerichtete Investitionen in die eigene Wasser-, Abwasser- und
Wärmeinfrastruktur und die ständige Modernisierung von Fuhrpark und Equipment vertiefen
die Partnerschaften mit den Kommunen und steigern die Effizienz der Unternehmen und
damit die Wettbewerbsfähigkeit.
Die Energie AG errichtet und betreibt in Oberösterreich eine moderne Telekommunikations-
infrastruktur und investiert bereits seit rund zwei Jahrzehnten in den Ausbau
zukunftsträchtiger Glasfasertechnologie, um die Digitalisierung voranzutreiben und die
Attraktivität des Wirtschafts- und Wohnstandortes Oberösterreich zu steigern. An das
konzerneigene Glasfasernetz sind bereits ein Großteil der öffentlichen oberösterreichischen
Gebäude sowie viele Unternehmen und Privathaushalte angeschlossen.
Der wesentliche Vorteil von Glasfaser besteht darin, dass kein Bandbreiten-Sharing wie bei
5G notwendig ist und Datenkapazitäten sowohl im Up- als auch im Download nahezu
unbegrenzt erweiterbar sind. Die 5G-Strategie des Energie AG-Konzerns sieht vor, anstelle
eigener Investitionen in die 5G-Technologie den Mobilfunkanbietern Infrastruktur zur
Verfügung zu stellen und mit diesen Senderanbindungen einen weiteren Beitrag zum
Breitbandausbau in Oberösterreich zu leisten.
Digitalisierung ist eine der größten Herausforderungen für die Energie AG. Einerseits
verändert sich das Wettbewerbsumfeld mit enormer Geschwindigkeit, andererseits stehen
nunmehr innovative digitale Ansätze zur Verfügung, die der Energie AG-Konzern sowohl für
effiziente Prozesse als auch für neue Geschäftsmodelle nutzen will. Unter dem Motto „sicher
digital umsorgt“ gestaltet die Energie AG gemeinsam mit ihren Kunden und Partnern die
digitale Zukunft Oberösterreichs aktiv mit. Diesbezüglich wurden Leitthemen und Ziele
erarbeitet sowie eine entsprechende Roadmap entwickelt und konsequent umgesetzt.
Energiewende und Kreislaufwirtschaft
Die nationalen Energie- und Klimaziele für 2030 sowie der angestrebte nationale
Dekarbonisierungspfad bis 2040 stellen einen sehr herausfordernden Schritt für die
zukünftige Energieversorgung in Österreich dar. Mittels Nutzung von Biomasse, Geothermie
und industrieller Abwärme verfolgt die Energie AG im Bereich der Wärmeversorgung bereits
seit Jahren eine Dekarbonisierungsstrategie und nimmt damit in ihren Marktgebieten eine
Vorreiterrolle als nachhaltiger Energieversorger ein. Wesentlich aus Sicht der Energie AG ist
dabei eine umfassende, integrierte Betrachtung des gesamten Energiesystems unter
Berücksichtigung der Bereiche Strom, Wärme und Mobilität („Sektorkopplung“).
Im Bereich der Stromaufbringung setzt die Energie AG mit 43 eigenen Wasserkraftwerken
und entsprechenden Bezugsrechten auf Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen.
Der Energie AG-Konzern betreibt darüber hinaus derzeit 75 PV-Anlagen und ist an vier
Windparks in Österreich beteiligt.
Die Energie AG unterstützt mit nachhaltigen strategischen Entscheidungen das aktuelle
Regierungsprogramm 2020–2024. Dazu ist die Umsetzung einer Reihe von
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
63
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Kraftwerksprojekten in den Bereichen Wasserkraft, PV und Windkraft in Planung, welche die
aus erneuerbaren Quellen erzeugte Strommenge um rund ein Fünftel pro Jahr bis 2030
steigern sollen. Die Energie AG leistet damit einen Beitrag zur Klima- und Energiepolitik der
österreichischen Bundesregierung, die das Ziel verfolgt, bis 2030 den gesamten Strombedarf
Österreichs zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen zu decken.
Das Pariser Klimaabkommen sieht die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf unter
mindestens zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau vor. Die
CO2-Emissionen müssen bis 2050 auf beinahe Null reduziert werden. Österreich hat sich das
Ziel Klimaneutralität bis 2040 gesetzt. Der dafür notwendige Transformationsprozess im
Energiesystem gilt als größte gesellschaftspolitische Herausforderung in diesem Jahrhundert.
Damit diese erfolgreich gemeistert werden kann und der Wohlfahrtsstaat nachhaltig gesichert
bleibt, müssen neben Maßnahmen hinsichtlich des Klimawandels die Wettbewerbsfähigkeit
der Wirtschaft und die Versorgungssicherheit im prioritären Fokus der politischen Handlungen
stehen.
Auf EU-Ebene dominieren die Überarbeitungen und Diskussionen zu bestehenden
Richtlinientexten, um das im Rahmen des Green Deals erhöhte CO2-Reduktionsziel von
mindestens –55 % gegenüber 1990 bis 2030 zu erreichen. In Österreich wurde das
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket im Parlament verhandelt und die Neufassung des
Energieeffizienzgesetzes ist in Ausarbeitung.
Nähere Angaben zu politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen sind dem
Konzernlagebericht, Energie- und klimapolitisches Umfeld › Seite 14 und Rechtliche und
regulatorische Rahmenbedingungen im Segment Netz › Seite 33 zu entnehmen.
Die Energie AG als Pionierin im Bereich einer nachhaltigen Energieversorgung und Partner
der Energiewende in Oberösterreich bekennt sich zu den energie- und klimapolitischen
Zielen und unterstützt diese durch konkrete Maßnahmen und Projekte: Kapitel Umwelt ›
Seite 78. Der Großteil der Projekte des Energie AG-Konzerns zielt darauf ab, einerseits
erneuerbare Energien zu forcieren und die Energieeffizienz zu verbessern, andererseits den
Ressourceneinsatz und die Abfallproduktion sowohl innerhalb des Konzerns als auch bei den
Kunden zu reduzieren.
Im Sinne einer nachhaltigen Abfall- und Kreislaufwirtschaft wird der Betrieb des Segments
Entsorgung durch bestmögliche Nutzung von Synergieeffekten, zusätzliche
Ressourcenschonung und höhere Effizienz von Recyclingprozessen optimiert, zum Beispiel
durch den Ausbau von Abwärmenutzung (Welser Abfallverwertungsanlage).
Zusätzliche erneuerbare Stromerzeugung bis 2030
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Kunde im Zentrum
Der Energie AG-Konzern steht für qualitativ hochwertige, zuverlässige Produkte und
Dienstleistungen, die laufend und konsequent an die Bedürfnisse der Kunden angepasst
werden. Neue innovative Lösungen sollen dem Konsumenten einen persönlichen Mehrwert
verschaffen, etwa durch spezielle Anreize für den Erwerb umweltschonender Produkte oder
durch digitale Unterstützung bei seinen Entscheidungsprozessen.
Zur Ermittlung der Kundenanliegen geht die Energie AG offensiv auf ihre Kunden zu,
bindet sie in Entscheidungsprozesse ein und schafft durch transparente, offene
Kommunikation die Basis für einen ebenso vertrauensvollen wie wertschätzenden Austausch.
Im Wettbewerbsumfeld steht die Energie AG für nachhaltige und faire Lösungen, die sie
auf Basis permanenter Prozessoptimierungen garantieren kann. Den Privat- und
Gewerbekunden konnten trotz steigender Großhandelspreise seit dem Jahr 2017 stabile
Preise für Strom-Standardprodukte garantiert werden. Die Kundenangebote für Gas-
Standardprodukte sind ebenfalls seit Jahren unverändert. Im Herbst 2020 wurde auch
erstmals eine Preisgarantie für Internet-Angebote ausgesprochen. Kurz vor Ende des
Geschäftsjahres 2020/2021 wurde für Bestandskunden die Preisgarantie für Strom, Gas und
Internet bis 01.01.2023 verlängert. Die Energie AG positioniert sich damit erneut als
verlässlicher und fairer Partner. Die Strom- und Gaspreise für Neukunden müssen aufgrund
der stark gestiegenen Beschaffungskosten an das Marktniveau angepasst werden.
Besonders hoch sind die Erwartungen der Kunden an den Energie AG-Konzern in Bezug
auf Umweltschutzmaßnahmen bzw. soziales Engagement. Ersterem trägt das Unternehmen
vor allem durch Forcierung und Investitionen in den Bereichen erneuerbare Energien sowie
nachhaltige Kreislaufwirtschaft Rechnung. Ihre Verantwortung für das Gemeinwohl nimmt
die Energie AG unter anderem durch andauernde Förderung von Gesundheit, Bildung, Sport,
Kunst und Kultur sowie karitativer bzw. gemeinnütziger Aktivitäten wahr. Deutliche Zeichen
der Solidarität setzte der Konzern durch aktive Unterstützung stark betroffener Kunden
anlässlich der COVID-19-Pandemie, beispielsweise mittels Kulanzregelungen.
Die Energie AG misst der Wahrung berechtigter Kundeninteressen hohe Bedeutung bei. Dies
gilt nicht nur im Hinblick auf den ethisch korrekten Umgang mit Kunden, der in einem
eigenen › Verhaltenskodex definiert ist, sondern auch für den Schutz personenbezogener
Daten. Interne Kontrollinstanzen wachen über die Einhaltung diesbezüglicher Regelungen.
Darüber hinaus werden die Mitarbeiter seit einer im Herbst 2019 gestarteten Awareness-
Kampagne u. a. für den sorgsamen Umgang mit Kundendaten sowie mögliche Gefahren
(Cyberkriminalität etc.) sensibilisiert.
Regionalität
Als oberösterreichischer Landesenergieversorger positioniert sich die Energie AG für ihre
Kunden als starker regionaler Partner und ist dabei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für
Oberösterreich. Hohe regionale Wertschöpfung wird unter anderem durch die heimische
Energieerzeugung, weitreichende Investitionen in Infrastrukturprojekte im ganzen Bundesland
(Ausbau von Stromerzeugungsanlagen, Glasfasernetz etc.) und die damit verbundene
Schaffung von Arbeitsplätzen erreicht.
Ein wichtiger Impuls auf regionaler Ebene ist die Digitalisierung. Die Energie AG forciert die
Entwicklung zukunftsweisender digitaler Technologien und nutzt diese, um die Lebensqualität
ihrer Kunden in deren unmittelbarem Umfeld zu steigern – beispielsweise durch die
Bereitstellung von Instrumenten für eine effizientere Energienutzung sowie den Ausbau des
Glasfasernetzes in Oberösterreich.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
65
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
In Tschechien ist die Wasser- und Wärmewirtschaft so wie in Österreich stark regional
geprägt. Sämtliche Services des Energie AG-Konzerns werden in Tschechien durch sieben
regionale bzw. lokal tätige Wassergesellschaften, fünf Wärmegesellschaften und eine
gemischte Wasser- und Wärmegesellschaft erbracht.
Finanzielle Stabilität
Das finanzwirtschaftliche Ziel der Energie AG ist es, attraktive Renditen zu erzielen, den Wert
des Energie AG-Konzerns nachhaltig zu sichern und auch in Zukunft für Eigentümer und
Kapitalgeber ein zuverlässiger und interessanter Wirtschaftspartner zu sein. Die finanzielle
Stabilität wird durch das ausgewogene Konzernportfolio aus liberalisierten und regulierten
Geschäftsmodellen unterstützt. Eine weitere Grundlage des Erfolgs ist das effiziente
Chancen- und Risikomanagement. Es ermöglicht der Konzernführung, Herausforderungen
frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen.
Auf dynamische Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie marktseitige
Herausforderungen aufgrund geänderter Kundenbedürfnisse oder branchenfremder
Mitbewerber wird frühzeitig reagiert.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ohne motivierte und engagierte Mitarbeiter sind die strategischen Ziele nicht erreichbar.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energie AG-Konzerns sind seine wichtigste
Ressource. Im Werben um Talente setzt die Energie AG auf ein strategisch koordiniertes
Recruiting- und Nachfolgemanagement im Konzern und hat zusätzlich Schritte zur
Weiterentwicklung der Arbeitgebermarke gesetzt.
Durch eine erfolgreiche Lehrlingsausbildung gewinnt die Energie AG die erforderlichen
Spezialisten für die einzelnen Konzernbereiche und setzt mit Diversitätsmaßnahmen ein
gesellschaftspolitisch wichtiges Signal.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
66
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
NACHHALTIGKEITSZIELE
GRI 102-14
WIRTSCHAFT
ARBEITNEHMER
Nachhaltige Sicherstellung der finanziellen
Weiterentwicklung von Employer Branding unter
besonderer Berücksichtigung der Förderung der
Diversität – Frauen in technischen Berufen
Stabilität
Sicherung des Unternehmenswertes
Personal- und Führungskräfteentwicklung sowie
Umsetzung von innovativen und zukunftsfähigen
hohe Qualität in der Lehrlingsausbildung
Geschäftsmodellen
Langfristige Sicherstellung der Arbeitskräfte-
Verfügbarkeit, im Besonderen über Positionierung
als familienfreundlicher Arbeitgeber
UMWELT
Ausbau erneuerbarer Energie: +630 GWh bis
2030; 40 % Umrüstung des firmeninternen PKW-
Fuhrparks bis 2024 auf Fahrzeuge mit
Elektroantrieb
COMPLIANCE
Sicherstellung einer wertebewussten Compliance-
Kultur
Ressourcenschonung
Vermeidung von Vermögensschäden und
Gewährleistung einer umweltgerechten und
Reputationsverlust
gesetzeskonformen Kreislaufwirtschaft
Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs durch die
Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften
SOZIALES
Versorgungs- und Entsorgungssicherheit
Positionierung als verantwortungsvolles
Unternehmen
Aufbau und Erhalt nachhaltiger
Kundenbeziehungen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
67
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
NACHHALTIGKEITSCHANCEN- UND RISIKOMANAGEMENT
GRI 102-11
Die Energie AG ist – wie die gesamte Branche – einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Aufgabe
des konzernweiten Risikomanagementsystems ist es, die entstehenden Risiken und
Chancen zu erfassen und aktiv zu steuern. Chancen und Risiken sind Ereignisse außerhalb der
„normalen“ Geschäftstätigkeit mit potenziell positiven/negativen Auswirkungen. Details zum
konzernweiten Risikomanagement sowie die Beschreibung der Chancen und Risiken, mit
denen die Energie AG konfrontiert ist, siehe Konzernlagebericht › Seite 22 und Anhang zum
Konzernabschluss, Chancen und Risikomanagement › Seite 221.
Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen für das
unternehmerische Handeln fließen auch Environmental-, Social- und Governance-(ESG)-
Aspekte verstärkt in die Risikosteuerung ein.
Mit den relevanten Geschäftsbereichen wurden in einem interaktiven Prozess auf Basis
internationaler Standards die wesentlichen Auswirkungen, die durch die Aktivitäten der
Energie AG Einfluss auf die Belange gemäß NaDiVeG haben könnten, evaluiert. Darauf
aufbauend wurden potenzielle Risiken und Chancen identifiziert und mit einem konzernweit
einheitlichen Bewertungsschema qualitativ bewertet. Entsprechende Maßnahmen werden
gesetzt und es erfolgte eine Nettobewertung der Risiken.
Im Zuge dieses Prozesses erfolgte auch eine „Outside-in“-Betrachtung der Themen, wobei
bisher noch nicht im Risikomanagement enthaltene Risiken/Chancen ins Risikoinventar des
Energie AG-Konzerns aufgenommen wurden. Sie werden entsprechend behandelt und
finden in der Konzernstrategie Berücksichtigung.
Die wesentlichsten Risiken/Chancen, die durch Aktivitäten der Energie AG auf die Belange
gemäß NaDiVeG entstehen können, sowie die zugehörigen Konzepte und Maßnahmen sind
in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
68
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
NACHHALTIGKEIT IM ÜBERBLICK
GRI 102-11, 102-15, 102-16, 103-1, 103-2, 103-3
Wesentliche Chancen (+) / Risiken (−)1), Konzepte, Maßnahmen
und SDGs
WIRTSCHAFT
UMWELT
PARTNER FÜR EIGEN- UND
KLIMASCHUTZ | RESSOURCENSCHONUNG
FREMDKAPITALGEBER | ZUKUNFTSFÄHIGE
GESCHÄFTSMODELLE – INNOVATION
Konzepte
Konsequentes QSU-Managementsystem
Konzepte
Strategische Ziele des Konzerns in Hinblick auf
Klimaschutz und Ressourcenschonung
Sicherung des Unternehmenswertes durch
Fortsetzung einer soliden Finanz- bzw.
Investitionspolitik
Zertifizierte Managementsysteme (EMAS, ISO)
Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle zur
Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit
Chancen und Risiken
Partnerschaften, Kooperationen
Chancen
Steigerung der Resilienz des Unternehmens
hinsichtlich Ausnahmeereignissen
(z.B. COVID-19-Pandemie)
effiziente und umweltschonende
Energieversorgung für Gesellschaft und
Wirtschaft
Forcierung des Einsatzes neuer Technologien
(Digitalisierung)
Ressourcenschonung durch den Einsatz moderner,
nachhaltiger Technologien
Beitrag zum Erreichen der Klimaneutralität
Risiken
Chancen und Risiken
regionale ökologische Auswirkungen durch die
Errichtung und den Betrieb von Anlagen auf
Lebensräume, Gewässermorphologie und
Biodiversität
siehe Anhang zum Konzernabschluss, Chancen
und Risikomanagement › Seite 221
Maßnahmen
lokale und globale ökologische Auswirkungen
durch erhöhte Emissionen (insbesondere
Treibhausgasemissionen)
siehe Konzernlagebericht › Seite 13
SDGs
Maßnahmen
SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und
Wirtschaftswachstum
Konzernrichtlinie „Qualitäts-, Sicherheits-, und
Umwelt-(QSU)-Management"
SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Konzernrichtlinie „Strategieentwicklungsprozess“
Konzernrichtlinie „Vergabe von Dienstfahrzeugen
und deren private Nutzung“
Ausbau erneuerbarer Energien
1)
Risiken/Chancen sind definiert als Ereignisse außerhalb der „normalen“ Geschäftstätigkeit mit potenziell negativen/positiven Auswirkungen
Bzgl. Risiken|Chancen, die sich durch die Belange gemäß NaDiVeG für die Energie AG ergeben, siehe „Wesentliche Chancen (+)/Risiken (-) und
Maßnahmen“ im Anhang zum Konzernabschluss, Chancen- und Risikomanagement › Seite 221
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
69
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Erhöhung der Energieeffizienz beim Kunden und
im Konzern
Chancen und Risiken
Umweltverträglichkeitsprüfungen und Gutachten
Chancen
geprüfte Umwelterklärungen, Zertifizierungen
und Audits
hohe Versorgungs- und Entsorgungssicherheit
regionale Wertschöpfung durch
Einsatz moderner, nachhaltiger Technologien
Rechtsmanagement-Datenbank
Bescheidverwaltung
Infrastrukturprojekte und -investitionen
gesellschaftliche, kulturelle und sportliche
Förderungen
Sicherstellung der gesetzlich geforderten
Beauftragten
neue innovative Produkte und Vertriebskanäle für
Kunden
Ideenmanagement
Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für
den umweltbewussten Umgang mit den
Ressourcen, Strom und Wasser bzw. die
ordnungsgemäße Entsorgung und Trennung von
Abfall
SDGs
SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion
SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz
SDG 14 Leben unter Wasser
Risiken
potenziell negative Auswirkungen auf
Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt durch den
Ausfall kritischer Infrastruktur (Kraftwerks-, Netz-,
Telekom-, Entsorgungs- und Wasser-/Abwasser-
Anlagen)
potenziell negative Auswirkungen durch den
Ausfall kritischer Infrastruktur auf
Informationssicherheit, Cyber-Security und
Datenschutz
SDG 15 Leben am Land
regionale Auswirkungen auf die lokale
Bevölkerung durch die Errichtung und den Betrieb
von Anlagen
SOZIALES
VERSORGUNGSSICHERHEIT UND -QUALITÄT |
KUNDENORIENTIERUNG UND -ZUFRIEDENHEIT |
REGIONALE VERANTWORTUNG |
Maßnahmen
GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT
Konzernrichtlinie „QSU-Management"
Konzernrichtlinie „Sponsoring und Spenden“
Investitionen in (Netz-)Infrastruktur
Konzepte
Konsequentes QSU-Managementsystem
Krisenmanagement
Revisions- und Wartungsarbeiten für die
(Versorgungs-) Sicherheit
Demokratiepolitische Grundsätze des Konzerns
Krisen- und Notfallpläne
Strategische Ziele des Konzerns in Hinblick auf
Versorgungssicherheit und -qualität,
Beschwerdemanagement
Kundenforum
Kundenzufriedenheit, regionale Verantwortung
proaktive Stakeholder-Einbindung
projektbezogene Stakeholder-Kommunikation
Wahrung der Interessen betroffener Bürger über
das gesetzliche Maß hinaus
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
70
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
„Leitfaden für Planungsprozesse zur
Trassenfestlegung bei neuen
Hochspannungsanlagen"
Langfristige Employability und Lebensqualität
durch Gesundheit der Mitarbeiter
Familienfreundlicher Arbeitgeber
gesellschaftliche, kulturelle und Sport-
Förderungen
Risiken
Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für eigene
Mitarbeiter und Leasing-Mitarbeiter
Bildungsprogramm „Energie AG macht Schule“
› www.wir-denken-an-morgen.at
siehe auch Maßnahmen unter Compliance
Maßnahmen
Konzernrichtlinien „Personalführungsmodell"
Konzernrichtlinie „Management by Objectives"
Konzernrichtlinie „Führungskräfte-Akademie"
Audit „berufundfamilie“
SDGs
SDG 1 keine Armut
SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
SDG 4 Hochwertige Bildung
Gütesiegel „Betriebliche Gesundheitsförderung
bis 2019“
SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
SDG 7 Bezahlbare und saubere Energie
SDG 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
SDG 10 weniger Ungleichheiten
Betriebliches Gesundheitsmanagement
energy@work
Lehrlings-|Traineeausbildung
SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
SDG 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Sicherheitsschulungen für interne und externe
Beschäftigte
Bewusstseinskampagne Arbeitssicherheit
Einführung Sabbatical
ARBEITNEHMER
SDGs
VERANTWORTUNGSVOLLER ARBEITGEBER |
GESUNDHEITSSCHUTZ UND SICHERHEIT AM
ARBEITSPLATZ
SDG 1 Keine Armut
SDG 3 Gesundheit und Wohlergehen
SDG 4 Hochwertige Bildung
SDG 5 Geschlechtergleichheit
Konzepte
Umfassendes Personalmanagement
SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und
Wirtschaftswachstum
Managementsysteme für Arbeitssicherheit und
Gesundheit am Arbeitsplatz
SDG 10 weniger Ungleichheiten
Strategische Ziele des Konzerns in Hinblick auf
Positionierung als verantwortungsvoller und
attraktiver Arbeitgeber sowie Gesundheit und
Sicherheit am Arbeitsplatz
COMPLIANCE
LEGAL COMPLIANCE UND
KORRUPTIONSPRÄVENTION
Chancen und Risiken
Chancen
Konzepte
Erhalt und Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze in
der Region
Implementiertes Compliance-Managementsystem
und -Beauftragter
Volkswirtschaftlicher Beitrag durch Aus- und
Weiterbildung
Informationsmanagementsystem
Datenschutzmanagementsystem
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
71
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Chancen und Risiken
ACHTUNG DER
MENSCHENRECHTE
Chancen
Faire und transparente Auftragsvergabe
Transparenz und Sicherheit für Kunden
LEGAL COMPLIANCE UND
KORRUPTIONSPRÄVENTION |
VERSORGUNGSSICHERHEIT UND -QUALITÄT |
REGIONALE VERANTWORTUNG |
Risiken
Gefährdung eines fairen Wettbewerbs durch
Korruption und Verstöße gegen das Kartellrecht
VERANTWORTUNGSVOLLER ARBEITGEBER |
KLIMASCHUTZ | RESSOURCENSCHONUNG
Gefährdung datenschutzrechtlicher Ansprüche
von Kunden und Mitarbeitern
Konzepte
Strategische Ziele des Konzerns in Hinblick auf
Klimaschutz und Ressourcenschonung,
Versorgungssicherheit und -qualität, regionale
Verantwortung, Positionierung als
Maßnahmen
Konzernrichtlinie
verantwortungsvoller Arbeitgeber
„Compliance Management System"
Implementiertes Compliance-Managementsystem
und -Beauftragter
Konzernrichtlinie „Antikorruption"
Konzernrichtlinie „Kapitalmarkt-Compliance“
Chancen und Risiken
Konzernrichtlinie „IKT-
Informationssicherheitsmanagement"
Chancen
Konzernrichtlinie „Datenschutz-
Managementsystem“
sichere und zuverlässige Versorgung und
Entsorgung zum Wohl der Menschen
Konzernrichtlinie „Datenschutz-Compliance-
Policy"
positive Effekte auf die Region durch regionale
Beschaffung
Konzernrichtlinie „Internes Kontrollsystem (IKS)“
Präsenzschulungen und E-Learnings
positiver Einfluss auf die Geschäftspartner und die
Mitarbeiter
Risiken
Risiken in der vorgelagerten Lieferkette können
nicht gänzlich ausgeschlossen werden
SDGs
SDG 5 Geschlechtergleichheit
individuelle Vorfälle von Diskriminierung
SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und
Wirtschaftswachstum
Maßnahmen
SDG 10 Weniger Ungleichheiten
Konzernrichtlinie „Compliance-Management-
System"
SDG 16 Frieden, Gerechtigkeit und starke
Institutionen
Betriebsrat
› Verhaltenskodex – Sanktionen bei Verstößen
gegen den Verhaltenskodex
definierte Mindestanforderungen an Lieferanten
Ausrichtung der Beschaffung nach
Nachhaltigkeitskriterien und -prinzipien
Schulungen
› www.wir-denken-an-morgen.at
SDGs
SDG 8 Menschenwürdige Arbeit und
Wirtschaftswachstum
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
72
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
QUALITÄTS-, SICHERHEITS- UND UMWELTMANAGEMENT
GRI 102-11, 102-16, 103-3, 403-1, 403-8
In die Steuerungssysteme des Energie AG-Konzerns ist ein integriertes Qualitäts-, Sicherheits-
und Umweltmanagementsystem (QSU) mit Fokus auf Nachhaltigkeit und größtmögliche
Effizienz eingebunden. Als Teil der Due-Diligence-Maßnahmen wird die Norm ISO
9001:2015 für Qualitätsmanagementsysteme als konzernweiter Standard angewendet,
um die betrieblichen Abläufe und Prozesse effektiv und effizient zu gestalten, laufend zu
verbessern und transparent darzustellen.
Das Governance-Risk-Compliance-(GRC)-Management-Tool ist nach der Implementierung
im Geschäftsjahr 2019/2020 nun im geplanten Umfang in Verwendung. Die Prozesse der
Konzerngesellschaften (mit Ausnahme des Segments Tschechien) inkl. Erfolgsfaktoren sind in
diesem GRC-Management-Tool abgebildet. Seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 werden
sowohl die internen als auch externen Audits mit der zugehörigen Maßnahmenverfolgung
über dieses bearbeitet.
Für alle im Anwendungsbereich befindlichen Konzerngesellschaften und Holdingeinheiten ist
mindestens ein QSU-Ansprechpartner nominiert, der für die operative Umsetzung des QSU-
Managementsystems zuständig ist.
Um die Einhaltung von relevanten Umwelt- und Arbeitssicherheitsanforderungen zu
gewährleisten, sind in den nicht nach ISO 14001:2015 und ISO 45001:2018 zertifizierten
Gesellschaften die Erfahrungswerte der Umweltmanagementnormen ISO 14001:2015 und
EMAS („Eco Management and Audit Scheme“) sowie Arbeitssicherheit- und
Gesundheitsschutz ISO 45001:2018 aus den bereits zertifizierten Gesellschaften hilfreich. Im
Energie AG-Konzern arbeiten 42,9 % der Mitarbeiter in nach ISO 45001:2018 zertifizierten
Bereichen.
Das integrierte QSU-Managementsystem sorgt durch aktives Einbeziehen von
Führungskräften, Mitarbeitern und Kunden zwecks kontinuierlicher Verbesserung der
Leistungen des Energie AG-Konzerns. Die regelmäßige Prüfung mittels interner Audits sowie
durch unabhängige externe, entsprechend akkreditierte Zertifizierungsorganisationen
gewährleistet beste Produkt- und Dienstleistungsqualität sowie optimale Abläufe für Kunden
und Partner. Das hohe Niveau des QSU-Managementsystems wurde durch ein
Überprüfungsaudit im Frühsommer 2021 durch den TÜV Süd bestätigt.
Jene Teilbereiche der Energie AG, die diese extern zertifizierten Qualitäts-, Sicherheits-,
Umwelt- sowie Gesundheitsmanagementsysteme installiert haben, verfügen über Prozesse, in
denen negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit der Mitarbeiter identifiziert und
in weiterer Folge entsprechend verhindert bzw. gemildert werden.
Alle Mitarbeiter in Österreich und Norditalien arbeiten in nach der Qualitätsmanagementnorm
ISO 9001:2015 zertifizierten Gesellschaften. 28,4 % der österreichischen und italienischen
Mitarbeiter sind in nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001:2015 zertifizierten
Gesellschaften beschäftigt. Außerdem arbeiten 29,8 % der österreichischen Mitarbeiter nach
dem betrieblichen Umweltmanagementsystem EMAS.
Das Segment Netz mit 553 Mitarbeitern (Vorjahr: 553) ist nach ÖVGW QS GNB 200
(Qualitätsanforderungen für Gasnetzbetreiber) zertifiziert. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde
die Netz OÖ GmbH erstmals nach TSM P100 (Technisches Sicherheitsmanagement) auditiert.
Dabei handelt es sich um branchenspezifische Anforderungen zur Überprüfung von Gas-
bzw. Stromnetzbetreibern hinsichtlich der Qualifikation und Organisation des technischen
Bereichs. Die Netz OÖ GmbH wurde als erstes Konzernunternehmen im
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
73
NFI-Bericht Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen
Geschäftsjahr 2020/2021 nach ONR 192500:2011 – Gesellschaftliche Verantwortung von
Organisationen (CSR) zertifiziert.
Das Segment Entsorgung ist zertifiziert im Bereich Qualität (ISO 9001:2015),
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ISO 45001:2018), Umwelt (ISO 14001:2015) sowie
als Entsorgungsfachbetrieb (RAEF). Bereits seit 2013 hat die Energie AG Oberösterreich
Umwelt Service GmbH (Umwelt Service GmbH) als erstes österreichweit tätiges
Entsorgungsunternehmen für alle Standorte die EMAS-Validierung (Verordnung [EG]
Nr. 1221/2009) in der geltenden Fassung umgesetzt.
Die tschechischen Gesellschaften mit 1.990 Mitarbeitern (Vorjahr: 1.944) befinden sich
außerhalb des Geltungsbereichs des Konzern-QSU-Managementsystems der Energie AG
Oberösterreich. Gemäß den Anforderungen der jeweiligen Beteiligungsgesellschaft im
Segment Tschechien sind zwei tschechische Gesellschaften nach den internationalen Normen
ISO 9001:2016, ISO 14001:2016 und ISO 45001:2018 zertifiziert. Damit arbeiten rund zwei
Drittel der tschechischen Mitarbeiter in nach Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheits-
Managementsystemnormen zertifizierten Gesellschaften.
Die Abteilung Konzern-IT-Services der Business Services GmbH und die Energie AG
Oberösterreich Telekom GmbH (Telekom GmbH) sind nach der Informationstechnologie–
Sicherheitstechniknorm ISO 27001:2015 zertifiziert.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
74
NFI-Bericht Wirtschaft
WIRTSCHAFT
GRI 103-1, 103-2, 103-3, 201-1 (Konzernlagebericht, Konzernabschluss), 203-2, EU DMA (vormals EU8)
Die wirtschaftlichen Ziele der Energie AG sind:
Nachhaltige Sicherstellung der finanziellen Stabilität
Sicherung des Unternehmenswertes
Umsetzung von innovativen und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen
PARTNER FÜR EIGEN- UND FREMDKAPITALGEBER
Die Fortsetzung der soliden Finanzpolitik zielt auf die nachhaltige Steigerung des
Unternehmenswertes und der Attraktivität des Energie AG-Konzerns für Eigen- und
Fremdkapitalgeber ab. Vorausschauende Initiativen wie proaktive Liquiditätssicherung
sollen Stabilität und Resilienz in Krisenzeiten sowie im Hinblick auf unsichere Entwicklungen
der österreichischen Gesamtwirtschaft gewährleisten.
Die Positionierung als verlässlicher und stabiler Partner für Eigen- und Fremdkapitalgeber
ist ein wesentliches Ziel der Energie AG, das konsequent und nachhaltig verfolgt wird.
Einerseits verfolgt der Energie AG-Konzern dabei eine stabile Dividendenpolitik gegenüber
seinen Aktionären, andererseits wird in der Finanzpolitik großes Augenmerk auf die
Aufrechterhaltung einer guten und nachhaltig soliden Kreditwürdigkeit gelegt. Diese
Stabilität in der Bonität versetzt den Energie AG-Konzern in die Lage, gegenüber
Fremdkapitalgebern (Kapitalmarkt, Banken) ein attraktiver Partner zu sein und die langfristige
Verschuldungsfähigkeit zu vorteilhaften Konditionen aufrechtzuerhalten.
Als aktuelle Zielgröße für die langfristige Bonität des Energie AG-Konzerns wurde ein Rating
im A-Bereich festgelegt. Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor’s hat die
Bonität der Energie AG erneut mit „A (mit stabilem Ausblick)" zertifiziert, wodurch die
Widerstandsfähigkeit in wirtschaftlich unruhigen Zeiten sowie die Stabilität des Konzerns
untermauert wird.
Zur langfristigen Unternehmensfinanzierung hat die Energie AG im Geschäftsjahr 2020/2021
erfolgreich Schuldverschreibungen bei institutionellen Investoren platziert. Dabei wurden
im Rahmen einer Privatplatzierung mehrere Finanzierungstranchen in einer Gesamthöhe von
EUR 75,0 Mio. mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren begeben. Die Platzierung mit einer sehr
langen Laufzeit von 30 Jahren stellt eine Besonderheit dar, unterstreicht die Reputation der
Energie AG im institutionellen Bereich im deutschsprachigen Raum und stellt einen
Vertrauensbeweis für die Stabilität, Resilienz und Krisensicherheit des Unternehmens und des
Geschäftsmodells dar.
Die Mittel dienen zur Finanzierung nachhaltiger Infrastrukturprojekte, hier vor allem für
Investitionen in den Ausbau und die Erneuerung von Wasserkraft und PV-Anlagen sowie den
Ausbau des Stromnetzes in Oberösterreich. Die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit
der Energieversorgung erfordert in den nächsten Jahren enorme Investitionsprogramme der
gesamten Branche. Die wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahre ermöglichen es der
Energie AG einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten und diese aktiv
mitzugestalten.
Den identifizierten Risiken aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die
Gesamtwirtschaft begegnet der Konzern mit effizienzsteigernden Maßnahmen,
wertbasiertem Investitionsmanagement und neuen Geschäftsmodellen zur Erschließung
zusätzlicher Ertragspotenziale.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
75
NFI-Bericht Wirtschaft
Das Ausmaß der Wertschöpfung für die Stakeholder wird durch eine Studie aus dem
Geschäftsjahr 2018/2019 deutlich, in der die Economica-Wirtschaftsforschung den
ökonomischen Fußabdruck der Energie AG ermittelt hat. Demzufolge hat der Konzern
mit einem totalen Wertschöpfungseffekt von EUR 1,1 Mrd. und der Sicherung von mehr als
10.000 Arbeitsplätzen österreichweite Relevanz. In Oberösterreich stehen 2,1 % des
Bruttoregionalproduktes sowie 1,3 % der Beschäftigung in unmittelbarer bzw. mittelbarer
Abhängigkeit zur Energie AG.
Informationen zur wirtschaftlichen Lage des Energie AG-Konzerns sowie zum wesentlichen
Thema Partner für Eigen- und Fremdkapitalgeber sind dem Konzernlagebericht › Seite 13,
insbesondere im Kapitel Geschäftsverlauf im Konzern › Seite 16 und dem
Konzernabschluss › Seite 134 zu entnehmen.
ZUKUNFTSFÄHIGE GESCHÄFTSMODELLE - INNOVATION
Forschung und Entwicklung innerhalb der Energie AG fokussieren auf Projekte, die dem stark
wachsenden Bedarf an Services in digitaler Form sowie der verstärkten Nutzung
erneuerbarer Energieträger Rechnung tragen. Die Praxistauglichkeit und Bedarfsorientierung
zukunftweisender Geschäftsmodelle gewährleistet die Energie AG durch Einbindung der
Stakeholder in einem möglichst frühen Entwicklungsstadium.
Innovative Lösungen im Hinblick auf die Energiewende entwickelt seit 01.10.2019 die
Konzerntochter Wertstatt 8 GmbH (Wertstatt 8) als eigene Innovationsgesellschaft, um das
Potenzial verschiedener Themen für zukünftige Geschäftsmodelle auszuloten bzw.
Innovationsaktivitäten noch fokussierter voranzutreiben. Die Innovationseinheit Wertstatt 8
entwickelt fortlaufend weitere neue, an Kundenbedürfnissen orientierte Lösungen. Dafür
wird in Themenfeldern wie Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft oder Kunden-Impact an
innovativen Konzepten durch schnelles Lernen und Erproben gearbeitet. Über den Open-
Innovation-Ansatz werden sowohl mit Kunden als auch mit externen Partnern (wie z.B.
IMM – Industry meets Makers, bizup, Energieinstitut der Johannes-Kepler-Universität Linz
oder Industriepartnern aus dem Netzwerk der Wertstatt 8 GmbH) nachhaltige Angebote
entwickelt.
Der › Online-Heizungsberater „HEINZI“ beispielsweise unterstützt Konsumenten bei der
Heizungssanierung. Die Kunden bekommen Heizungsempfehlungen für ihr individuelles
Objekt und entsprechend ihrer Bedürfnisse. HEINZI gibt zudem Auskunft über die CO2- und
Feinstaubemissionen der Heizungssysteme und versorgt die Nutzer mit Informationen zu
möglichen Bundes- und Landesförderungen für den Heizungstausch. Die Kunden erhalten
unverbindliche Kostenschätzungen und werden auf Wunsch mit regionalen Fachbetrieben
vernetzt, die sie bei der praktischen Umsetzung unterstützen können.
Beim Weg zur eigenen PV-Anlage unterstützt die Energie AG mit dem „ › PV-Kalkulator“,
mit dem Kunden die Wirtschaftlichkeit und Dimensionierung einer eigenen PV-Anlage
berechnen können. So ermöglicht die Energie AG ihren Kunden sich rasch einen Überblick zu
verschaffen und zu passenden Angeboten zu kommen.
Die von der Wertstatt 8 entwickelte App „ › E-Fairteiler“ (für Android und iOS) ermöglicht
seit Juli 2021 in Kombination mit einem eigenen neuen Tarifkonzept privaten Produzenten
und Konsumenten innerhalb von Gruppen die Verteilung von PV-Strom aus Eigenproduktion
(Peer-to-Peer-Handel). Voraussetzung dafür ist, dass ein Smart Meter vorhanden ist.
Überschüssiger Strom kann an eine bzw. mehrere bestimmte Gruppen von anderen Kunden
(ohne PV-Anlage) zu einem selbst gewählten Preis verkauft werden. Der Preis wird dabei vom
Gruppenersteller in der App festgelegt. Mit dem Zutritt zur Gruppe entscheidet der Kunde
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
76
NFI-Bericht Wirtschaft
selbst, ob er die festgelegten Bedingungen akzeptiert. Weitere Features in der „E-Fairteiler“-
App sind in Planung.
Auf der „Loominati"-Plattform werden Verbesserungsvorschläge aller Mitarbeiter
gesammelt – von der kleinen Einsparungsidee bis zum neuen Geschäftsmodell. Wichtigste
Ressource sind dabei innovative und motivierte Mitarbeiter, die mit ihren eingereichten Ideen
und ihrer Expertise zur Weiterentwicklung des Konzerns bzw. der Optimierung von
betrieblichen Prozessen beitragen.
Verbesserungsvorschläge
Einheit
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Eingereichte Ideen
Anzahl
101
121
173
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden 101 Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern aus allen
Bereichen des Energie AG-Konzerns eingereicht (Vorjahr: 121). Der Rückgang ist auf die
COVID-19- Beschränkungen zurückzuführen. Eine der Maßnahmen der digitalen Strategie der
Energie AG ist die regelmäßige Durchführung der Digitalisierungsoffensive „Neuland“.
Auch im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden wieder zukunftsweisende Ideen von Mitarbeitern
eingereicht und in einem pandemiebedingt weitgehend virtuellen Auswahlprozess und unter
Begleitung hausinterner Experten intensiv vorangetrieben. Die umgesetzten Projekte reichten
von automatisierten Prozessoptimierungen im Bereich Kundendaten über Tools für den
Eigenbau von Apps und digitalen Anwendungen bis hin zur innovativen digitalen
Unterstützung der Preisgestaltung im Entsorgungsbereich. Ein virtuelles Rahmenprogramm
mit gezielten Mitwirkungs- und Weiterbildungsangeboten für die Belegschaft ermöglichte
den Mitarbeitern die Steigerung ihres digitalen Know-hows ebenso wie eine verbesserte
Identifikation mit den Digitalisierungszielen. Aufgrund des hohen Zuspruchs wurde aus dieser
Initiative heraus inzwischen ein dauerhaftes Weiterbildungsangebot für die Belegschaft
etabliert.
Neue Technologien
Neue Technologien nutzt die Energie AG für die effizientere Gestaltung interner Prozesse
und neue Angebote für Kunden. Dazu zählen z. B. Algorithmen für ein intelligentes Peak-
Management und Omni-Channel-Lösungen im Kundenservice, das Automatisieren und
schnellere Abwickeln von Routinetätigkeiten durch Robotic-Process-Automation sowie eine
Internet-of-Things-(IoT)-Lösung für Wasserverbrauchsüberwachung. Data-Analytics und Data-
Science-Methoden kommen zum Einsatz, um datenbasierte Entscheidungen treffen zu
können. Mittels Low-code/No-code-Programmen können interne Prozesse über Apps effizient
digitalisiert und Workflows automatisiert werden. Matching-Algorithmen unterstützen
Kunden bei Entscheidungen bzw. bei der intelligenten Nutzung erneuerbarer Energie.
Die Energie AG beteiligt sich bereits jetzt an zukunftsträchtigen Forschungsprojekten, die vor
allem in der Herstellung von Wasserstoff mit dem Ziel der Sektorenkopplung und der
saisonalen Speicherung dienen. In der Umsetzungsphase befindet sich bereits das Projekt
Underground Sun Storage 2030 (USS 2030), mit welchem Lösungen für die Problematik der
Saisonschwankungen von erneuerbarer Energie gefunden werden sollen. In der
oberösterreichischen Gemeinde Gampern wird ein Elektrolyseur mit 2 MW Leistung errichtet.
Im Sommer wird Wasserstoff erzeugt und in einem aufgelassenen unterirdischen
Erdgasspeicher zwischengelagert. Die Saisonspeicherung von Energie erfolgt somit durch die
Einspeisung in das Erdgasnetz der Netz OÖ GmbH in der Wintersaison. Die Inbetriebnahme
der Elektrolyseanlage ist im Geschäftsjahr 2021/2022 vorgesehen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
77
NFI-Bericht Wirtschaft
Ein weiteres Projekt, welches eben eine Förderzusage erhalten hat, widmet sich der Carbon
Cycle Economy Demonstration, also der Umsetzung einer nachhaltigen
CO2-Kreislaufwirtschaft. Konkret werden verschiedene Möglichkeiten erforscht, in der
Atmosphäre vorhandenes oder bei Herstellungsprozessen anfallendes Kohlendioxid
abzuscheiden und unter Einsatz von Wasserstoff weiter energetisch zu verwerten.
Grüner Wasserstoff wird ein wichtiger Baustein für die anstehende Energiewende sein. Er ist
geeignet, fossile Brennstoffe zu ersetzen. Die Energie AG ist proaktiv am Beginn eines
spannenden Technologiewandels beteiligt.
Weitere Informationen sind im Konzernlagebericht › Seite 13, Forschung, Entwicklung und
Innovation › Seite 22 enthalten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
78
NFI-Bericht Umwelt
UMWELT
GRI 103-1, 103-2, 103-3
Die Umweltziele des Energie AG-Konzerns sind:
Ausbau erneuerbarer Energie: +630 GWh bis 2030; 40 % Umrüstung des
firmeninternen PKW-Fuhrparks bis 2024 auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb
Ressourcenschonung
Gewährleistung einer umweltgerechten und gesetzeskonformen Kreislaufwirtschaft
Die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen des Energie AG-Konzerns im Bereich Umwelt sind
Klimaschutz und der verantwortungsbewusste, schonende Umgang mit natürlichen
Energieressourcen. Sie sind im Kapitel Umwelt nach den Segmenten Energie › Seite 27,
Netz › Seite 33, Entsorgung › Seite 36, Tschechien › Seite 40, und Holding & Services › Seite
43 gegliedert.
Die Einhaltung der umweltrelevanten gesetzlichen Bestimmungen und die geforderte
Compliance werden durch Due-Diligence-Maßnahmen mit einer regelmäßigen internen und
externen Überprüfung sichergestellt. Sämtliche Prüfergebnisse sind den aktuellen
Umwelterklärungen der › Umwelt Service GmbH und der › Energie AG Oberösterreich
Erzeugung GmbH (Erzeugung GmbH) für den Standort Timelkam zu entnehmen.
KLIMASCHUTZ & RESSOURCENSCHONUNG
GRI 305-1, 305-2
Die Energie AG richtet ihre Aktivitäten darauf aus, die Ziele der österreichischen Klimapolitik
bestmöglich zu unterstützen. Dazu werden der Anteil von eigenen Anlagen, die Strom aus
erneuerbaren Quellen erzeugen, ausgebaut und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz
bestehender Anlagen gesetzt. Als Beitrag zur Dezentralisierung des Marktes werden
Projekte realisiert, die eine Basis für die Bildung und Funktionalität von Erneuerbare-
Energiegemeinschaften schaffen und eine sinnvolle, praxistaugliche Kooperation mit diesen
neuen Marktteilnehmern in der Zukunft ermöglichen.
Projekte zur Verringerung des eigenen Ressourcenverbrauchs, zur Kompensation von
ungünstigen Auswirkungen des eigenen Betriebs auf Klima und Umwelt sowie zur positiven
Entwicklung des ökologischen Fußabdrucks der Energie AG werden umgesetzt.
Die Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung in Bezug auf den
verantwortungsvollen Umgang mit Energieressourcen werden durch (digitale) Beratungs- und
Aufklärungsangebote sowie attraktive Fördermöglichkeiten ergänzt.
Emissionen
GRI 305-1, 305-2
Die Geschäftstätigkeit des Energie AG-Konzerns bedingt ein begründetes Maß an
treibhausgaswirksamen Emissionen. Zur Stromproduktion sind thermische Anlagen
unabdingbar, um die Versorgung und stabile Netze zu sichern. Den Emissionen setzt die
Energie AG erhebliche positive Umweltbeiträge durch effiziente CO2-arme Energie- bzw.
Wärmebereitstellung und den Nutzen aus Primärbrennstoff- bzw. Primärrohstoff-Substitution
entgegen. Zusätzlich trägt die Aufbereitung alter Kühlschränke durch das Segment
Entsorgung zur Einsparung von treibhausgaswirksamen Emissionen bei.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstanden 1.251 kt CO2-Emissionen betreffend direkte
CO2-Emissionen (Scope 1) (Vorjahr: 1.349 kt), davon sind 923 kt den fossilen Energieträgern
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
79
NFI-Bericht Umwelt
(Vorjahr: 1.036 kt) und 328 kt den biogenen Energieträgern (Vorjahr: 313 kt) zuzurechnen.
Der Energie AG-Konzern weist 36 kt indirekte marktbasierte CO2-Emissionen (Scope 2)
(Vorjahr: 81 kt) und 127 kt standortbasierte CO2-Emissionen (Vorjahr: 118 kt) auf.
Die Emissionen des Energie AG-Konzerns entstehen überwiegend durch den Betrieb von
thermischen Kraftwerken, Fernwärmeanlagen, Abfallverbrennungsanlagen,
Blockheizkraftwerken sowie durch Antriebsenergie, Netzverluste, Prozesswärme,
Gebäudeheizung und Fuhrpark.
Für die Berechnung der CO2-Emissionen wurden die „Greenhouse Gas (GHG) Protocol
Corporate Standards“ und die „Global Reporting Initiative (GRI 305) Standards“
berücksichtigt.
Unter Scope 1 fallen direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen stationärer Anlagen,
direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen mobiler Anlagen, direkte Emissionen
flüchtiger Gase und direkte Emissionen aus Prozessen (CO2 und CH4).
Direkte Treibhausgasemissionen entstehen durch die Umwandlung von Primärenergie in
den eigenen Anlagen, Fahrzeugen und durch Gebäudebeheizung (ohne Strom). Darunter
fallen sämtliche Brennstoffe und Treibstoffe wie Erdgas, Heizöl, Kohle, Diesel, Benzin,
Flüssiggas und biogene Brennstoffe. Die Energie AG erzeugt daraus Strom und Fernwärme
und betreibt damit den eigenen Fuhrpark.
Unter Scope 2 fallen indirekte Emissionen aus zugekauftem Strom sowie indirekte
Emissionen aus Fernwärme. Für die Konzernbereiche mit Standort in Österreich wird für die
Bemessung der CO2-Emissionen aus zugekauftem Strom der Erzeugungsmix der Energie AG
(0,00 g CO2/kWh) verwendet (Vorjahr: 141,57 g CO2/kWh). Das Segment Tschechien wird mit
dem durchschnittlichen jährlichen Erzeugungsmix für Tschechien laut „European Environment
Agency“ bewertet.
Indirekte Treibhausgasemissionen entstehen durch den Einsatz von Strom aus dem Netz
und Wärme aus Energie AG-fremden Anlagen. Darunter fallen der Betrieb von Anlagen ohne
eigene Stromerzeugung wie Stromversorgung von Energie AG-Gebäuden, Netzbezug bei
Anlagenstillstand/ -revision, Pumpstrom, Anlagen im Wassernetz und Anlagen im Gasnetz
(ohne Gas-Eigenbedarf).
CO2-Emissionen in Tonnen pro Jahr
Direkte CO2-Emissionen gesamt (Scope 1)
2020/2021
1.250.865
2019/2020
1.349.389
2018/2019
1.500.338
Gesamt
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
80
NFI-Bericht Umwelt
Direkte CO2-Emissionen fossil (Scope 1) 1)
Geschäftsbereich
2020/2021
390.503
468.552
33.561
2019/2020
491.328
483.828
32.062
2018/2019
639.406
485.526
35.254
Erzeugung GmbH
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Vertrieb GmbH
25.169
23.966
26.444
Netz OÖ GmbH
3.575
3.395
3.325
Business Services GmbH
Gesamt
1.794
1.714
1.986
923.155
1.036.292
1.191.942
1) Die Emissionsfaktoren betreffend fossiler Energieträger wurden gemäß den veröffentlichten Werten des Umweltbundesamtes aktualisiert. Werte für das Treibhauspotenzial
wurden gemäß „Fifth Assesment Report“ des „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC AR5) bezogen auf 100 Jahre berücksichtigt.
Direkte CO2-Emissionen biogen (Scope 1) 1)
Geschäftsbereich
Erzeugung GmbH
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Vertrieb GmbH
2020/2021
160.051
160.046
7.502
110
2019/2020
138.406
166.952
7.652
86
2018/2019
145.859
155.096
7.348
93
Netz OÖ GmbH
0
0
0
Business Services GmbH
Gesamt
0
0
0
327.709
313.097
308.396
1) Die Emissionsfaktoren betreffend Biomasse und Biogas wurden gemäß den veröffentlichten Werten des Umweltbundesamtes bzw. des deutschen Bundesamtes für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle aktualisiert.
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 2) marktbasiert 1)
Geschäftsbereich
Erzeugung GmbH
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Vertrieb GmbH
2020/2021
2019/2020
4.310
2018/2019
4.199
14
0
11.927
28.997
6.490
14.766
30.205
4.402
29.005
6.824
0
Netz OÖ GmbH
28.739
0
35.465
0
Business Services GmbH
Gesamt
0
35.842
80.463
89.038
Gesamt Scope 1 + 2 marktbasiert (in t CO2eq) 2)
1.286.707
1.429.852
1.589.376
1) Die Kalkulation im Geschäftsbereich Erzeugung und im Segment Tschechien wurde für die Vorjahre berichtigt. Die Berechnung der Scope 2-Emissionen erfolgte für alle
Geschäftsjahre nach dem markt- und standortbasierten Ansatz.
2) Die Werte für das Geschäftsjahr 2020/2021 stammen aus direkter Messung, aus den Umwelterklärungen bzw. werden mit Hilfe von Umrechnungsfaktoren berechnet (für
direkte CO2-Emissionsfaktoren siehe Umweltbundesamt), z.B. werden für den Einsatz/Verbrauch von Erdgas, Benzin, Diesel, Flüssiggas, Heizöl, Methan, Biomasse, Biogas und
Fernwärme Umrechnungsfaktoren verwendet. Für den marktbasierten Ansatz wurde der Erzeugungsmix der Energie AG bzw. der tschechische Erzeugungsmix verwendet. Im
standortbasierten Ansatz fand der österreichische bzw. tschechische Erzeugungsmix Anwendung. Die Emissionswerte der Verwertungslinien (Segment Entsorgung) beziehen
sich auf kontinuierliche Messungen. Methan ist in den direkten Emissionen fossil enthalten. Die Daten der Umwelt Service GmbH (Segment Entsorgung) sind für das
Kalenderjahr 2020 erhoben worden. Die Daten des Segments Tschechien stammen aus Verfügbarkeitsgründen aus dem Geschäftsjahr 2019/2020. Nicht berücksichtigt sind –
wegen Geringfügigkeit, gemessen an der Gesamtbilanz (<1 %) – die Bereiche Trading GmbH, Telekom GmbH, Servicebereiche (ausgenommen Business Services GmbH) und
Ennskraftwerke AG. Das GuD-Kraftwerk Timelkam steht zu 50 % im Eigentum der Energie AG und zu 50 % im Eigentum der Groupe e (CH). Die CO2-Emissionen werden nach
dem Ansatz der operativen Kontrolle mit 100 % eingerechnet.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
81
NFI-Bericht Umwelt
Indirekte CO2-Emissionen (Scope 2) standortbasiert
Geschäftsbereich
Erzeugung GmbH
Segment Entsorgung
Segment Tschechien
Vertrieb GmbH
2020/2021
7.233
2019/2020
7.841
2018/2019
6.118
21.814
29.005
7.784
21.737
28.997
6.925
21.540
30.205
4.710
Netz OÖ GmbH
61.404
0
52.374
0
51.738
0
Business Services GmbH
Gesamt
127.240
117.874
114.311
Gesamt Scope 1 + 2 standortbasiert (in t CO2eq) 1)
1.378.104
1.467.263
1.614.649
1) Die Werte für das Geschäftsjahr 2020/2021 stammen aus direkter Messung, aus den Umwelterklärungen bzw. werden mit Hilfe von Umrechnungsfaktoren berechnet (für
direkte CO2-Emissionsfaktoren siehe Umweltbundesamt), z.B. werden für den Einsatz/Verbrauch von Erdgas, Benzin, Diesel, Flüssiggas, Heizöl, Methan, Biomasse, Biogas und
Fernwärme Umrechnungsfaktoren verwendet. Für den marktbasierten Ansatz wurde der Erzeugungsmix der Energie AG bzw. der tschechische Erzeugungsmix verwendet. Im
standortbasierten Ansatz fand der österreichische bzw. tschechische Erzeugungsmix Anwendung. Die Emissionswerte der Verwertungslinien (Segment Entsorgung) beziehen
sich auf kontinuierliche Messungen. Methan ist in den direkten Emissionen fossil enthalten. Die Daten der Umwelt Service GmbH (Segment Entsorgung) sind für das
Kalenderjahr 2020 erhoben worden. Die Daten des Segments Tschechien stammen aus Verfügbarkeitsgründen aus dem Geschäftsjahr 2019/2020. Nicht berücksichtigt sind –
wegen Geringfügigkeit, gemessen an der Gesamtbilanz (<1 %) – die Bereiche Trading GmbH, Telekom GmbH, Servicebereiche (ausgenommen Business Services GmbH) und
Ennskraftwerke AG. Das GuD-Kraftwerk Timelkam steht zu 50 % im Eigentum der Energie AG und zu 50 % im Eigentum der Groupe e (CH). Die CO2-Emissionen werden nach
dem Ansatz der operativen Kontrolle mit 100 % eingerechnet.
CO2-Emissionen der Stromproduktion
Die CO2-Emissionen der Stromproduktion 1) konnten im Geschäftsjahr 2019/2020 durch
ausschließlichen Einsatz umweltfreundlicher Energieträger auf 0,00 g/kWh gesenkt werden
(Geschäftsjahr 2018/2019: 34,17 g/kWh). Dies bedeutet, dass die Energie AG Oberösterreich
Vertrieb GmbH (Vertrieb GmbH) komplett klimaneutral ist und keine CO2-Emissionen
verursacht.
Einheit
2019/2020
2018/2019
2017/2018
CO2-Emissionen der Stromproduktion
g/kWh
0,00
34,17
54,33
SEGMENT ENERGIE
GRI 203-1, EU1, EU2
Erzeugung
Der Erzeugungsbereich der Energie AG ist zuständig für die Entwicklung, die Errichtung,
den Betrieb und die Instandhaltung von Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen sowie
Anlagen zur Verteilung von Wärme.
Die Energie AG bekennt sich zur umweltfreundlichen Nutzung erneuerbarer Energien,
errichtet und betreibt Wasserkraftwerke sowie thermische Kraftwerke und
Wärmeversorgungsanlagen, unter anderem auch mit Einsatz von Biomassebrennstoffen. Sie
engagiert sich beim Ausbau von Windkraft- und PV-Anlagen. Darüber hinaus fördert sie die
Forschung im Bereich der alternativen Stromerzeugung.
1)
Stromkennzeichnung der Vertrieb GmbH exkl. Energie AG Oberösterreich Businesskunden GmbH und ENAMO Ökostrom GmbH; die CO2-Emissionen
der Stromproduktion im Geschäftsjahr 2020/2021 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes 2020/2021 noch nicht vor.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
82
NFI-Bericht Umwelt
Auswirkungen des Klimawandels auf das Geschäftsmodell
Veränderungen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels werden in der
Geschäftspolitik berücksichtigt. Unter anderem werden einschlägige Studien verfolgt, die
untersuchen, wie sich Niederschläge im Einzugsbereich der Energie AG-Wasserkraftwerke
verändern. Eine statistisch signifikante Änderung des Regelarbeitsvermögens der
Wasserkraftwerke (RAV) ist bis dato nicht erkennbar bzw. abschätzbar. Die aktuelle
Volatilität auf den Strommärkten (Preisvolatilität) übersteigt die wirtschaftliche
Unsicherheit aufgrund eventueller klimabedingter Änderungen des RAV bei weitem.
Überlagert werden die Effekte von der natürlichen Schwankung der Wasserführung und auch
von rechtlichen Unsicherheiten, die Einfluss auf die Stromerzeugung aus Wasserkraft haben.
Die Energie AG wirkt diesen Unsicherheiten entgegen, u.a. indem individuell je Kraftwerk
Maßnahmen zum Erhalt des besten Standes der Technik getroffen werden.
Hinsichtlich eines möglichen verstärkten Auftretens von Extremereignissen ist die
Energie AG auf Maximalereignisse, insbesondere Hochwasser, vorbereitet. Die Organisation
betrifft die Betriebsführung der Kraftwerke und vor allem die Wehrbetriebsordnung. Die
wesentlichen Maßnahmen und Konzepte sind mit den zuständigen Behörden abgestimmt
und werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.
In der Gesamtausrichtung der Geschäftsstrategie wird eine Steigerung des Anteils
erneuerbarer Energieträger an der Strom- und Wärmeerzeugung angestrebt. Neben dem
Ausbau von Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen wird auch die
Weiterentwicklung der Speicherung von erneuerbarer Energie angestrebt. Strom- und
Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis nicht erneuerbarer Energieträger werden insbesondere
zum Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit im dafür notwendigen Umfang betrieben
und weiterentwickelt.
Ausbau erneuerbarer Energie
Der weitere Ausbau des bestehenden Erzeugungsportfolios aus erneuerbaren Quellen,
insbesondere Wasserkraft, Windkraft und PV, ist ein Schwerpunkt der strategischen
Entwicklung. Nach technischer und wirtschaftlicher Potenzialabschätzung ist für den
Energie AG-Konzern die Erzeugung von 630 GWh erneuerbarem Strom durch neue
Anlagen (Wasserkraft, Windkraft und PV) und Effizienzsteigerungen bei bestehenden
Anlagen bis 2030 möglich. Der regionale Fokus liegt dabei vorwiegend auf Oberösterreich.
Die Energie AG wird damit alleine rund 2 Prozentpunkte zum nationalen 100-%-Ausbauziel
bis 2030 beitragen und die bestehende Erzeugung des Energie AG-Konzerns um ca. 22 %
auf rd. 3.150 GWh erneuerbarem Strom erhöhen.
Wasserkraft
Wasserkraft ist die wichtigste Säule der Stromversorgung in Österreich und soll laut
nationalen Zielen um weitere 5 TWh bis 2030 ausgebaut werden. Auch im
Kraftwerksportfolio der Energie AG kommt der Großteil der Stromaufbringung aus
Wasserkraft. In Oberösterreich ist bereits ein sehr hoher Ausbaugrad von über 90 % erreicht.
Mit dem Ersatzneubau des Kraftwerkes Dürnau, dem Kraftwerks-Projekt in Weißenbach und
dem geplanten Ersatzneubau des Kraftwerks Traunfall sowie weiteren Projekten soll bis 2030
die Nutzung des Potentials an sauberem Strom ausgebaut werden. Das Kraftwerk Dürnau
wurde bereits im Sommer 2021 offiziell in Betrieb genommen. Die Leistung der Anlage wurde
durch den Ersatzneubau auf 1,2 MW verdreifacht. Mit einer Jahreserzeugung von rund
5,8 GWh können rund 1.400 Normhaushalte versorgt werden. Das Projekt Weißenbach
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
83
NFI-Bericht Umwelt
liefert neben der klimafreundlichen Stromerzeugung auch einen wertvollen Beitrag zum
Hochwasserschutz in der Region.
Die Energie AG betreibt insgesamt 43 eigene Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung
von rund 280 MW und einem Regelarbeitsvermögen von rund 1.160 GWh (Vorjahr:
1.150 GWh) und hält Bezugsrechte an Wasserkraftwerken mit einer Leistung von ca.
380 MW und einem Regelarbeitsvermögen von rund 1.410 GWh (Vorjahr: 1.410 GWh).
Die Energie AG bewirtschaftet ihre Wasserkraftwerke auf dem Strommarkt und erbringt
darüber hinaus wichtige Netzdienstleistungen, dazu zählt insbesondere die Erbringung von
Regelenergie.
Mit einer Investition von rund EUR 20,0 Mio. saniert die Ennskraftwerke AG, eine 50-%-
Beteiligung der Energie AG, eine der leistungsstärksten Anlagen des Unternehmens – das
Kraftwerk St. Pantaleon. Die Generalsanierung des Kraftwerks trägt zu einer Steigerung
der Stromproduktion aus Wasserkraft bei, die dem Verbrauch von 1.800 Normhaushalten
entspricht.
Der im Jahr 2017 begonnene Ersatzneubau des Wasserkraftwerkes Traunleiten wurde im
Kalenderjahr 2020 abgeschlossen. Das Kraftwerk ist im Eigentum der Wels Strom GmbH,
einer 49-%-Beteiligung der Energie AG. Das Investitionsvolumen betrug EUR 48,0 Mio.. Das
am bestehenden Standort errichtete Kraftwerk wurde mit größter Sorgfalt und
Rücksichtnahme auf das angrenzende Natura-2000-Schutzgebiet gebaut.
Photovoltaik
Der PV-Ausbau soll einerseits durch PV-Eigenanlagen erfolgen, vorwiegend auf vorbelasteten
Flächen wie Deponien, Altlastenflächen sowie in stillgelegten Bergbaugebieten oder auf
bereits genutzten Freiflächen (z. B. SolarCampus in Eberstalzell), andererseits durch PV-
Contractinganlagen im Gebäudebereich. Die Energie AG geht im Einklang mit der „OÖ
Photovoltaik Strategie 2030“ vor, welche prioritär PV auf Gebäuden und minderwertigen
Freiflächen vorsieht.
Der Energie AG-Konzern betreibt 75 PV-Anlagen (Vorjahr: 71) mit einer Leistung von rund
14 MW (Vorjahr: 12 MW) und einem Regelarbeitsvermögen von 14 GWh (Vorjahr: 13 GWh).
Die betriebenen PV-Anlagen weisen eine Modulfläche von ca. 100.000 Quadratmeter auf und
die gewonnene Solarstrommenge entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 3.500
Einfamilienhäusern.
Österreichweit wurde der Ausbau von PV-Anlagen in den letzten Jahren sehr intensiv
vorangetrieben. Die Energie AG blickt dabei auf sehr lange Erfahrungen zurück, erste
Forschungs- und Demonstrationsanlagen wurden bereits vor mehreren Jahrzehnten errichtet.
Ein wichtiger Meilenstein war der 1-MW-Solarpark in Eberstalzell, der 2010 in Betrieb
genommen wurde.
Windkraft
Der Ausbau von Windenergie in Oberösterreich ist vor allem aufgrund der Topografie sehr
anspruchsvoll. Notwendig sind überarbeitete politische Rahmenbedingungen
(Oberösterreichischer Windmasterplan) und auch Projekte außerhalb Oberösterreichs, die
über Kooperationen und Partnerschaften abgewickelt werden sollen.
Windkraftanlagen werden in Österreich überwiegend in den windreichen Bundesländern
Niederösterreich und Burgenland errichtet. Die Energie AG beteiligt sich daher neben dem
Standort Munderfing in Oberösterreich auch an Windkraftanlagen in den
niederösterreichischen Gemeinden Trautmannsdorf und Scharndorf. Gemeinsam mit lokalen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
84
NFI-Bericht Umwelt
Partnern ist der Energie AG-Konzern über Beteiligungsgesellschaften an 13
Windkraftanlagen beteiligt und trägt damit aktiv zum Erreichen der Klimaziele bei. Die
Windkraftanlagen haben eine anteilige Leistung von rund 15 MW (Vorjahr: 15 MW) und ein
Regelarbeitsvermögen von rund 36 GWh (Vorjahr: 36 GWh).
Flexibilitätsbedarf in der Stromerzeugung
Neben einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur ist es im Hinblick auf die
Versorgungssicherheit erforderlich, gesicherte, flexible Leistung rasch zur Verfügung zu
stellen. Nach Erreichen des Ausbauziels "100 % Erneuerbare“ in der Stromerzeugung im Jahr
2030 ist in den Sommermonaten eine deutliche Überschuss-Produktion von PV-Strom zu
erwarten. Im Winter hingegen kann der höhere Energiebedarf durch die Leistung der PV- und
Windkraftanlagen nicht gedeckt werden. Prognosen gehen davon aus, dass die
Unterdeckung kurzfristig bis zu 9.500 MW betragen kann. Um die Systemstabilität auch
dann zu gewährleisten, sind „Backup-Kapazitäten“ durch flexible Gas- und Dampfkraftwerke
notwendig. Das GuD-Kraftwerk Timelkam spielt im Rahmen des Engpassmanagements
bzw. als Netzreserve eine entscheidende Rolle. In die Modernisierung und weitere
Effizienzsteigerung der Anlage wird der Energie AG-Konzern zusätzlich zu den üblichen
Instandhaltungsmaßnahmen in den Geschäftsjahren 2021/2022 und 2022/2023 rund
EUR 2,5 Mio. investieren.
Um kurzfristig flexible Kapazität bereitstellen zu können, was z. B. aufgrund unzuverlässiger
Prognosen zu Windaufkommen bzw. Sonneneinstrahlung erforderlich ist, geht die
Energie AG den nächsten Schritt in Richtung der Realisierung des bereits per
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) genehmigten Pumpspeicher-Kraftwerks in
Ebensee. Im Zuge des Vorprojektes wird auch die finale energiewirtschaftliche Bewertung
und die Wirtschaftlichkeitsrechnung vorbereitet. Am Ende des Vorprojektes soll der
Aufsichtsrat die finale Investitionsentscheidung über das Projekt fällen. Der Bedarf an
zusätzlichen Speicherkapazitäten bis 2030 ist zweifellos gegeben. Batteriespeicher,
E‑Mobilität und Steuerung des Verbrauchsverhaltens sind zwar aus heutiger Sicht eine
sinnvolle Ergänzung, können aber den gesamten zusätzlichen Flexibilitätsbedarf bei weitem
nicht decken. Zwecks Erhalt der Systemstabilität muss die volatile Erzeugung aus
erneuerbaren Quellen synchron und parallel durch flexible „Backup-Kapazitäten“ wie
Pumpspeicher-Kraftwerke gestützt werden. Für diese sehr kapitalintensiven Investitionen ist
die Schaffung entsprechender regulatorischer und förderrechtlicher Rahmenbedingungen
notwendig.
Thermische Kraftwerke & Fernwärme
Die Energie AG betreibt an sieben Standorten 1) thermische Kraftwerke mit einer Leistung
von rund 400 MWel und einem Regelarbeitsvermögen von bis zu 2.260 GWh 2). Das
leistungsstärkste Kraftwerk in Oberösterreich, das GuD-Kraftwerk Timelkam mit einer
Leistung von 405 MWel 3), gewährleistet die nötige Flexibilität und einen hocheffizienten
Teillastbetrieb, der die Stabilisierung des Stromnetzes im Zuge des Engpassmanagements
ermöglicht. Mit der für das Geschäftsjahr 2021/2022 geplanten Hauptrevision erfolgt eine
Anpassung an den letzten Stand der Technik und eine Leistungserhöhung auf ca. 414 MWel.
Mit zunehmendem Ausbau von erneuerbarer Energie kommt flexiblen Kraftwerkskapazitäten
eine erhöhte Bedeutung zu. Der Standort Timelkam ist für den österreichischen
Regelzonenführer von besonders hoher Relevanz für die Versorgungssicherheit.
Im Jahr 2016 wurde die letzte Kohle im Kraftwerk Riedersbach verfeuert. Seither werden an
den Standorten Riedersbach und Timelkam nur mehr Erdgas und Biomasse zur Erzeugung
1)
Riedersbach, Timelkam, Wels, Redlham, Kirchdorf, Steyr, Laakirchen
GuD-Kraftwerk Timelkam mit 70 % und Riedersbach nur als Standort berücksichtigt
GuD-Kraftwerk Timelkam 100 %
2)
3)
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
85
NFI-Bericht Umwelt
von Strom und Fernwärme eingesetzt. Das Biomasse-Kraftwerk Timelkam nutzt forstliche und
halmgutartige Biomasse zur Erzeugung von Ökostrom und Fernwärme mit einer Leistung von
9,5 MWel und 28 MWth.
In Österreich werden 12 Fernwärmeversorgungsnetze (Vorjahr: 12) betrieben und
607 Wärme-Contractinganlagen für Kunden betreut (Vorjahr: 598). Ein großer Teil der
Fernwärme wird mit hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen sowie mit
Biomasseanlagen erzeugt. Neben dem Betrieb von Geothermieanlagen gewinnt auch die
Nutzung von industrieller Abwärme an Bedeutung.
Alle thermischen Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen der Energie AG weisen einen sehr
hohen Brennstoffnutzungsgrad und daher sparsamen Ressourceneinsatz an Primärenergie
auf.
Ressourcenschonung steht nicht nur beim Betrieb dieser Anlagen im Fokus, sie beginnt
bereits bei der Errichtung von Infrastrukturanlagen und umfasst deren gesamte
Nutzungsdauer. Durch die enge Einbindung von betroffenen Stakeholdern und mit
Unterstützung von externen Experten werden die Umweltauswirkungen von neuen
Produktions- und Versorgungsanlagen so gering wie möglich gehalten. Eine
vorausschauende Instandhaltungsstrategie gewährleistet eine hohe Verfügbarkeit der
Anlagen und maximiert deren Lebensdauer.
Die Steigerung der Energieeffizienz bei der Strom- und Wärmeproduktion, in den
Verteilnetzen sowie beim Energie- und Wasserverbrauch durch die Kunden steht im Fokus des
permanenten Bemühens um Nachhaltigkeit.
Die gute Umweltverträglichkeit der thermischen Kraftwerke und der Wärmeerzeugung wird
durch den Einsatz des besten verfügbaren Standes der Technik sichergestellt, der auch bei
Bestandsanlagen regelmäßig intern wie extern überprüft wird. Ein wichtiges Element zur
Effizienzsteigerung ist die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der kombinierten
Erzeugung von Strom und Wärme. Die Nutzung der Wärme erfolgt durch Verwendung als
industrielle Prozesswärme oder durch Fernwärme für Industrie, Gewerbe und
Haushaltskunden. Effizienzsteigerungen werden durch interne Verbesserungsprozesse im
Zuge der laufenden Betriebsführung und Instandhaltung sowie durch die Umwelt- und
sonstigen Audits erreicht. Die Wärmenutzung wird laufend erweitert.
Die Energie AG hat gemeinsam mit dem Energieinstitut der Johannes-Kepler-Universität Linz
(JKU) und weiteren Forschungs- und Industriepartnern ein Forschungsprojekt gestartet, das
sich mit der Entwicklung von interregionalen Wärmeübertragungsnetzen, welche
mehrere industrielle Abwärme- und andere nachhaltige Quellen, Fernwärmenetze, industrielle
Prozesswärmesenken und Speicher miteinander verbinden sollen, auseinandersetzt, siehe
Konzernlagebericht › Seite 13, Forschung, Entwicklung und Innovation › Seite 22. Ein
weiteres Forschungsprojekt von Energie AG, Technischer Universität Wien, Energieinstitut
der JKU und weiteren Industriepartnern prüft eine Hochtemperaturauskopplung inkl.
Wärmetransport zu industriellen Abnehmern zur Bereitstellung von Prozessenergie.
Für größere Anlagen werden regelmäßig Gutachten zum Nachweis der hohen Effizienz
eingeholt.
Der thermische Kraftwerkspark der Energie AG spielt in der Energiewende und bei der
Umstellung auf erneuerbare Energien aus Versorgungssicherheitsgründen eine wichtige Rolle.
Er kann die volatile Einspeisung erneuerbarer Energie ausgleichen und fungiert als Reserve bei
Netzengpässen. Weiters liefern Biomasse-KWK-Anlagen einen wichtigen Anteil bei der
Nutzung erneuerbarer Energie.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
86
NFI-Bericht Umwelt
Dies kann neben verstärktem Biomasseeinsatz auch durch „Greening the Gas“, also
erneuerbare Anteile im Erdgas (z.B. Methanisierung oder Wasserstoff aus erneuerbarer
Energie), erreicht werden. Der Kraftwerkspark und die Fernwärmeerzeugungsanlagen der
Energie AG bieten eine gute Basis für Weiterentwicklungen in diesem Bereich.
Erneuerbare Wärme
Im Wärmebereich hat die Energie AG in den vergangenen Jahren bereits durch einige Projekte
die Umstellung auf erneuerbare Energien eingeleitet. Alle Maßnahmen führen bis 2030 zu
einem Anteil von über 80 % an nachhaltiger, CO2-neutraler Wärmeerzeugung durch
Biomasse mit über 260 GWh (Erzeugung GmbH, Fernwärmenetze Aschach, Freistadt,
Pregarten, Weichstetten, Bioenergie Steyr GmbH und Energie Contracting Steyr GmbH),
Geothermie mit ca. 45 GWh (GRB Geothermie Ried Bohrung GmbH und Geothermie-
Fördergesellschaft Simbach-Braunau mbH) oder industrielle Abwärmenutzung im Ausmaß
von rund 40 GWh (Kirchdorf und Gmunden). Durch die deutlich ausgebaute
Abwärmenutzung der Welser Abfallverwertungsanlage im Zuge des Projekts
„Zukunftsinitiative Strom- und Wärmeversorgung Wels“ kann die Wärmeauskopplung von
aktuell rund 180 GWh langfristig auf rund 390 GWh mehr als verdoppelt werden. Die
Strategie der Verdichtung und Optimierung der bestehenden Fernwärmenetze wird
fortgeführt. Bis 2030 werden weitere Abwärmequellen evaluiert und die so genutzte Wärme
umweltfreundlich in die Fernwärmenetze integriert.
Dekarbonisierung der Raumwärme
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden 14.800 Haushalte in der Stadt Wels Großteils mit
Abwärme aus der Welser Abfallverwertungsanlage der Energie AG versorgt. Die vertiefte
Kooperation der eww ag als Fernwärmenetzbetreiber und der Energie AG als Wärmeerzeuger
umfasst den Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes, eine zweite große
Transportleitung im Norden der Stadt Wels sowie die Absicherung der Fernwärmeversorgung.
Durch die Verdoppelung der Wärmeauskopplung der Welser Abfallverwertungsanlage
werden andere Energiequellen substituiert. Im Bereich der Fernwärme werden durch diese
Projekte im Kalenderjahr 2021 rund EUR 26,0 Mio. investiert. Zur Sicherstellung einer
kontinuierlichen Versorgung kommen weiterhin Biomasse, Solarwärme und moderne
Heizkessel zum Einsatz. Der fossile Brennstoffeinsatz wird durch maximalen Wärmeeinsatz
aus der Abfallverbrennung reduziert. Im Endausbau können zwischen 80 % und 90 % aller
Welser Haushalte (rund 26.000) und zahlreiche Unternehmen mit umweltfreundlicher
Fernwärme aus der Welser Abfallverwertungsanlage versorgt werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Umwelt
Erzeugung Anlagen
Einheit
Anzahl
MW
2020/2021
43
2019/2020
43
2018/2019
43
Wasserkraftwerke
Gesamtleistung
280
280
280
Regelarbeitsvermögen
GWh
1.160
380
1.150
380
1.150
380
Bezugsrechte Wasserkraft
Bezugsrechte Wasserkraft Regelarbeitsvermögen
MW
GWh
1.410
1.410
1.390
Thermische Kraftwerke (Standorte)
Leistung elektrisch
Anzahl
MWel
GWh
7
400
7
400
7
400
Regelarbeitsvermögen
2.260
2.260
2.260
Fernwärmeversorgungsnetze Österreich
Wärme-Contractinganlagen
Anzahl
Anzahl
12
12
11
607
598
589
Windkraftanlagen
Leistung
Anzahl
MW
13
15
36
13
15
36
12
13
35
Regelarbeitsvermögen
GWh
PV-Anlagen
Anzahl
MW
75
14
14
71
12
13
58
10
11
Leistung
Regelarbeitsvermögen
GWh
Stromeigenaufbringung
2020/2021
2019/2020
2018/2019
GWh
GWh
465
%
14,7
3,7
GWh
688
%
19,9
3,7
%
26,2
3,0
Erdgas-Kraftwerke
1.001
114
Abfallverbrennung
118
128
Wasserkraft
2.381
157
75,1
5,0
2.433
156
70,4
4,5
2.518
139
66,0
3,6
Biomasse und biogene Abfälle
Windkraft
35
1,1
37
1,1
35
0,9
Photovoltaik
13
0,4
12
0,3
9
0,2
Summe Eigenaufbringung
Anteil erneuerbare Energien
3.169
3.454
3.816
81,6
76,4
70,8
Im Geschäftsjahr 2020/2021 entstammten 81,6 % der Stromeigenaufbringung der
Energie AG aus erneuerbaren Quellen (Vorjahr: 76,4 %), davon 75,1 % aus Wasserkraft
(Vorjahr: 70,4 %), der Rest aus PV, Windkraft, Biomasse und biogenen Abfällen.
Weitere Informationen zur Energieerzeugung sind im Konzernlagebericht › Seite 13,
Abschnitt Leistungswirtschaftliche Kennzahlen › Seite 25, sowie Segment Energie › Seite
81 enthalten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Umwelt
Biodiversität
Die Erhaltung von wertvollen Lebensräumen, Biodiversität und Gewässermorphologie sind
wesentliche Aspekte bei der Projektentwicklung der Energie AG. Umweltaspekte werden
vielseitig in den jeweiligen Genehmigungsverfahren zur Kraftwerkserrichtung behandelt.
Darüber hinaus setzt die Energie AG Maßnahmen zur Verbesserung der Ökologie und zur
Verringerung von Umweltauswirkungen, wie z.B. Fischwanderhilfen.
Bei den Laufkraft- und Speicherkraftwerken der Energie AG werden entsprechend der
geltenden Wasserrahmenrichtlinie Fischwanderhilfen errichtet.
Fischwanderhilfen
Einheit
Anzahl
Anzahl
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Wehranlagen mit Fischwanderhilfen
Wehranlagen ohne Fischwanderhilfen
26
19
25
20
24
21
Die Energie AG zählt mit über 20 Fischereirechten in Oberösterreich und Salzburg zu den
größten Fischereibewirtschaftern Oberösterreichs und unterstützt nicht nur die natürliche
Reproduktion der Fischbestände, sondern sichert mit ökologischen Aufzuchtprogrammen und
regelmäßigem Besatz mit heimischen Fischarten auch eine naturnahe Bestandsdichte.
Vertrieb
GRI EU DMA (vormals EU7)
Eine fundierte Energieberatung leistet durch die daraus resultierenden Energieeinsparungen
einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und zur Kostenreduktion. Energieeffizienz
und -beratung zählen seit vielen Jahren zu den Kernkompetenzen der Energie AG. Ihre
Kundenberater sind in Österreich zu einem großen Teil nach „European Energy Manager“
(EUREM) zertifiziert, um die Kunden vor Ort – beispielsweise bei Messen oder im
Businesskundenbereich – mit konkreten Analysen beraten zu können.
Als bei der nationalen Energieeffizienz-Monitoringstelle (NEEM) registrierter Anbieter von
Energieaudits gemäß Bundes-Energieeffizienzgesetz hat die Energie AG Oberösterreich
Vertrieb GmbH (Vertrieb GmbH) und deren 100-%-Tochter, das Ingenieurbüro IfEA Institut für
Energieausweis GmbH (IfEA), 12 gelistete Energieauditoren (Vorjahr: 10) und ist damit einer
der größten Anbieter für diese Dienstleistung in Österreich. Die IfEA bietet zahlreiche weitere
Energie-dienstleistungen für Privatpersonen und Unternehmen an. Ziel ist es, einen
nachhaltigen und bewussten Umgang mit Energie zu fördern und den Kunden einen
einfachen Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen zu ermöglichen. Generell werden
Energieausweise, Thermografie, Blower-Door-Tests und Heizungsmonitoring angeboten. Mit
Energieaudits, Energieberatung für kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU),
CO2-Fußabdruck, Lastganganalysen für Strom und Erdgas sowie Optimierungskonzepten
unterstützt die IfEA Unternehmen bei ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und
Ressourceneffizienz.
Die Vertrieb GmbH bietet ihren Kunden ein CO2-freies Strom-Labeling für Haushalts- und
Gewerbekunden. Der Versorgermix weist 0 Gramm CO2/kWh aus. Für die
Stromkennzeichnung werden 100 % erneuerbare Energieträger verwendet. Zusätzlich
werden Gemeinde- und Businesskunden in der Enamo Ökostrom GmbH mit Strom beliefert,
der mit dem österreichischen Umweltzeichen zertifiziert ist. Mit dem Umweltzeichen
werden Tarifmodelle bzw. Produkte von Ökostromhändlern ausgezeichnet, deren Strom zur
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
89
NFI-Bericht Umwelt
Gänze aus erneuerbaren Energieträgern stammt und klar definierten Bestimmungen und
transparenten Kriterien entspricht.
Die Vertrieb GmbH bietet auch ein CO2-reduziertes Gasprodukt an, dem Biogas aus der
eigenen Biogasanlage Engerwitzdorf beigemischt wird. Über die Biomethaneinspeiseanlage
Engerwitzdorf werden jährlich ca. 10,8 GWh erneuerbares Gas (Biomethan) in das Erdgasnetz
eingespeist.
Die Energie AG beliefert ihre Stromkunden zum größten Teil mit Strom aus
umweltfreundlicher Wasserkraft. Die nachstehenden Darstellungen des Versorgermix, des
Produktlabels „OÖ Wasserkraft“ und des Produktlabels „OÖ Ökostrom“ der Vertrieb GmbH
beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2019/2020 .
Stromkennzeichnung
Der Großteil der Privat- und Gewerbekunden der Energie AG nutzt den Produktmix „OÖ
Wasserkraft“:
OÖ Wasserkraft
Ökostrom Klassik, Ökostrom Smart Nachtaktiv & Ökostrom Wärme
Stand: 14.12.2020
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
90
NFI-Bericht Umwelt
Der Produktmix „OÖ Ökostrom“ sieht wie folgt aus:
OÖ Ökostrom
Ökostrom Plus
Stand: 14.12.2020
Energieeffizienzgesetz und dessen Umsetzung
Das Bundes-Energieeffizienzgesetz aus dem Jahr 2015 verlor mit Ende des Kalenderjahres
2020 größtenteils seine Wirksamkeit. Die Vertrieb GmbH konnte alle Verpflichtungen aus
dem Gesetz unter großen Bemühungen zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten erfüllen.
Das neue Energieeffizienzgesetz und die daraus resultierenden Vorgaben und Verpflichtungen
werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 veröffentlicht. Die Vertrieb GmbH wird wie
bisher gemeinsam mit ihren Kunden und Partnern den Weg in eine nachhaltigere Zukunft
fortsetzen.
Energieeffizienz bei den Kunden
Der Energie AG-Konzern setzt durch Förderungen und Kampagnen auf einen effizienten und
nachhaltigen Umgang mit Energie. Die folgenden Werte beziehen sich auf das zum Zeitpunkt
der Berichterstattung vorliegende letzte vollständige Kalenderjahr – im Geschäftsjahr
2020/2021 also auf das Kalenderjahr 2020. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit mit den
gesetzlichen Vorgaben aus dem Bundes-Energieeffizienzgesetz möglich, welches eine
Kalenderjahresbetrachtung vorsieht.
Bei den in der Tabelle angegebenen Werten handelt es sich um von der Vertrieb GmbH selbst
gesetzten oder von Kunden übertragenen Maßnahmen. Da die Vertrieb GmbH nach
Inkrafttreten des Bundes-Energieeffizienzgesetzes 2015 dank ihrer Vorreiterrolle ihre
Verpflichtungen schon mehrere Jahre im Voraus erfüllt hat, konnten bzw. können die
Maßnahmen in den darauffolgenden Jahren unter den Einsparungsverpflichtungen liegen.
Vorgeschriebene Einsparungsverpflichtung Vertrieb GmbH
Einheit
KJ 2020
KJ 2019
KJ 2018
Energieeinsparungen beim Endkunden gem. EEffG
MWh
64.674
59.874
63.003
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Umwelt
Gesetzte oder vom Kunden erhaltene Maßnahmen Vertrieb GmbH
Einheit
KJ 2020
KJ 2019
KJ 2018
Energieeinsparung durch von Kunden erhaltene Maßnahmen
MWh
13.264
11.185
20.329
Erdgasheizung
Anzahl
MWh
177 1)
3.011
254
259
Gesamtenergieeinsparung
3.102
3.716
Wärmepumpen
Anzahl
MWh
115
65
244
Gesamtenergieeinsparung
1.715
706
4.239
Sonstige Maßnahmen (z.B. Haushaltsgerätetausch, Hilfs-
Energiesparpaket, div. LED-Aktionen usw.)
MWh
456
2.383
5.115
Summe gemeldeter Maßnahmen
MWh
18.447
17.376
33.399
1) Der Wert der Erdgasheizungen des Kalenderjahres 2020 setzt sich aus 169 Anlagen bei Kunden und acht Contracting-Anlagen der Energie AG zusammen.
Mit ihren Produkten und Dienstleistungen will die Vertrieb GmbH erneuerbare Energien
forcieren und die Energieeffizienz beim Kunden verbessern. Deshalb wird das Portfolio
mit Förderprogrammen des Landes Oberösterreich gekoppelt und trendgemäß erweitert.
Die Energie AG bietet ihren Kunden zahlreiche Anreize für die effiziente Nutzung von
Energie. Im Kalenderjahr 2020 wurden im Zuge der Regionaltour rund 25.000 kostenlose
LED-Lampen an Kunden verteilt. Die Aktion Haushaltsgerätetausch mit ausgewählten
Marktpartnern wurde im Kalenderjahr 2020 von zahlreichen Kunden genutzt, wodurch
743 alte Haushaltsgeräte durch effiziente Neugeräte ersetzt wurden
(Kalenderjahr 2019: 310).
Bei der Aktion Energie-Hilfspaket stellt die Energie AG kostenlose Pakete mit
Energiesparprodukten (wie z.B. LED-Lampen) und Energiespartipps zur Verfügung, die
Hilfsorganisationen an Empfänger der Mindestsicherung und andere bedürftige Personen in
Oberösterreich verteilen.
Die Energie AG unterstützt im Rahmen verschiedenster Kampagnen bzw. Aktionen den
Austausch von alten Heizsystemen gegen moderne effiziente Heizungen – hier gibt es in
der Energie AG sowohl monetäre Förderungen als auch Energieberatungen und
Demonstrationsanlagen.
Bei der „Raus aus Öl“-Kampagne wird der Umstieg von alten Ölheizungen auf neue,
umweltschonende Heizungen beworben. Beim Austausch einer alten Heizung gegen eine
Wärmepumpe profitierten im Kalenderjahr 2020 115 Kunden von der Wärmepumpen-
Förderung der Energie AG (Kalenderjahr 2019: 65). Die Gesamtenergieeinsparung entspricht
ca. 1,7 GWh (Vorjahr: 0,7 GWh). Der Austausch eines bestehenden Heizsystems gegen ein
effizientes Erdgas-Brennwertgerät wurde im Kalenderjahr 2020 von der Energie AG bei
169 Kunden mit dem „Energie-Spar-Paket“ unterstützt (Kalenderjahr 2019: 254). Die
Gesamtenergieeinsparung entspricht ca. 2,2 GWh (Vorjahr: 3,1 GWh).
Darüber hinaus lag ein Schwerpunkt auf Wärme-Contracting-Lösungen für effiziente
Heizungsanlagen. Durch die verstärkte Nutzung von Biomasse, Geothermie und industrieller
Abwärme werden regionale und erneuerbare Energien bei der Wärmeproduktion besonders
gefördert.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Umwelt
Die Energie AG hat umfassende Expertise und Erfahrung im Bereich PV. Im Business- und
Industriebereich wird es den Kunden durch PV-Contracting-Lösungen ermöglicht, die
Vorteile der umweltfreundlichen Stromerzeugung mittels PV zu nutzen ohne den Bau der
Anlage finanzieren bzw. sich um deren Betrieb kümmern zu müssen. Insgesamt betreibt die
Vertrieb GmbH auf den Dächern oberösterreichischer Wirtschaftsbetriebe 50 PV-Contracting-
Kundenanlagen (Vorjahr: 51) mit rund 8,4 MWp Leistung (Vorjahr: 8,4 MWp), wobei im
Geschäftsjahr 2020/2021 Verträge für 20 neue PV-Anlagen mit 4,0 MWp abgeschlossen
wurden, die derzeit noch in Bau sind.
Zur Förderung des Ausbaus von PV-Anlagen auf Dächern bietet die Energie AG ihren
Privatkunden in Form des „ › PV-Superdeals“ eine derzeit einzigartige Möglichkeit ohne Ad-
hoc-Investitionsaufwand per Ratenkaufmodell zu einer leistungsfähigen, individualisierten
und qualitativ hochwertigen PV-Anlage zu kommen. Im Fokus stehen PV-Anlagen bis 5
kWp für den Eigenverbrauch, wobei der nicht verbrauchte PV-Strom zu attraktiven
Konditionen von der Energie AG abgenommen wird bzw. über eine App im Peer-to-Peer-
Bereich gehandelt werden kann. Für Gewerbe- und Landwirtschaftskunden wurde in
Anlehnung an den PV-Superdeal der „ › PV-Profideal“ entwickelt, bei dem PV-Anlagen bis
zu 40 kWp zur Auswahl stehen. Die „OÖ Photovoltaik Strategie 2030“ wird damit
maßgeblich unterstützt.
SEGMENT NETZ
GRI 203-1, EU3, EU12
Die Netz OÖ GmbH ist der Strom- und Gasnetzbetreiber in Oberösterreich sowie für Teile von
Salzburg, der Steiermark und Niederösterreich und stellt den Betrieb des Strom- und
Gasnetzes sicher. Jährlich werden in dessen Aus- und Umbau sowie die Wartung mehr als
EUR 100 Mio. investiert. Ziel dieser Investitionen ist es, für die mehr als 575.000 Strom- und
Gaskunden eine zuverlässige und leistungsfähige Energieversorgung sicherzustellen. Die Netz
OÖ GmbH versteht sich als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge in ihrem Versorgungsgebiet.
Die Netz OÖ GmbH bekennt sich zum nachhaltigen Umgang mit den zur Verfügung
stehenden Ressourcen. Das Unternehmen hat den Anspruch, gesellschaftliche Verantwortung
wahrzunehmen. Dazu gehört auch, den versorgten Lebensraum aktiv zu gestalten und die
Voraussetzungen für die notwendigen Maßnahmen der Energie- und Klimawende zu
schaffen. Deshalb wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 die Netz OÖ GmbH nach ONR
192500:2011 – Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen (CSR) zertifiziert.
Die CSR-Ziele sind eng mit dem QSU-Managementsystem der Netz OÖ GmbH verbunden.
Wie im QSU wird auch im CSR mittels regelmäßiger interner sowie externer Audits die
Einhaltung der Norm geprüft.
Die Netz OÖ GmbH veröffentlicht ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung auf ihrer
Homepage: › Nachhaltigkeitsberichterstattung Netz OÖ GmbH.
Der Umbau des Energiesystems in Richtung dezentrale Stromerzeugung aus erneuerbaren
Quellen bei gleichzeitig verlässlicher und sicherer Versorgung der Kunden bedingt in den
Jahren bis 2026 sehr hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur. In den kommenden fünf
Jahren wird rund eine halbe Milliarde Euro investiert. Aufgrund der lokalen Beschaffung wird
mehr als die Hälfte davon als zusätzliche Wertschöpfung in Oberösterreich generiert. Dies
sichert rund 2.700 Arbeitsplätze.
Wesentliche Teilprojekte entsprechend dem „Stromnetz-Masterplan Oberösterreich
2028“ stehen dabei bereits kurz vor der Finalisierung (Stromversorgung Alm- und Kremstal)
oder sind weit fortgeschritten (Stromversorgung Pramtal Süd). Zahlreiche weitere Vorhaben
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
93
NFI-Bericht Umwelt
sind in Planung. Alle Projekte haben das Ziel, die Stromversorgung für Oberösterreich auch in
Zukunft gewohnt sicher und zuverlässig zu ermöglichen.
Im Hinblick auf den zu erwartenden massiven Ausbau von dezentralen Anlagen zur
Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen und von Elektromobilität wird in den nächsten
Jahren auch das Nieder- und Mittelspannungsnetz zu erweitern sein. Die Netz OÖ GmbH
plant neue Netzkapazitäten mindestens in dem Ausmaß auszuweiten, dass die in das
Stromnetz integrierte Erzeugungsleistung aus erneuerbaren Energieträgern jährlich zumindest
um 10 % ansteigen kann.
In das zur Sektorkopplung und -integration benötigte Gasnetz werden rund EUR 57,0 Mio.
bis 2026 investiert. Investitionen in dieses Netz sind trotz des geplanten Ausstiegs aus fossilen
Energieträgern notwendig, weil auch grüne, klimaneutrale Gase wie natürlich oder künstlich
hergestelltes Biomethan oder Wasserstoff in diesen Netzen transportiert und verteilt werden
können.
Neben dem Schwerpunkt der Maßnahmen betreffend Versorgungssicherheit und -qualität
wird zukünftig der Verteilernetzbetreiber eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der
Erneuerbare-Energiegemeinschaften (Messung und Bereitstellung der Messwerte für die
Verrechnung des Verbrauchs innerhalb der Gemeinschaft bzw. ihrer Mitglieder etc.)
einnehmen.
Netzverluste
Einheit
2020/2021
238
2019/2020
203
2018/2019
209
Netzverluste Strom
GWh
%
Netzverluste Strom
2,8
2,6
2,5
Leitungsverluste Gasnetz
Leitungsverluste Gasnetz in CO2
m3
t
31.367
3.575
26.533
3.395
26.606
3.325
Netzverluste sind ein Indikator für die Effizienz von Energieversorgungsnetzen und damit für
die Ressourcenschonung beim Energietransport. Der Einsatz verlustarmer, hoch effizienter
Transformatoren bei der Netzerneuerung und die Verwendung energieeffizienter
Steuerungs-, Regelungs- und Übertragungstechnik tragen zur Reduktion der Netzverluste bei.
Die Verluste im Stromnetz lagen im Geschäftsjahr 2020/2021 bei 2,8 % bzw. 238 GWh
(Vorjahr: 2,6 %/203 GWh). Der GWh-Anstieg an Stromnetzverlusten im Geschäftsjahr
2020/2021 ist bedingt durch mehr abgegebene Energie als im Geschäftsjahr 2019/2020.
Prozentual gesehen liegt der Wert innerhalb einer natürlichen Schwankungsbreite. Die
Verluste im Gasnetz durch Ausblasen bei Reparatur- und Wartungsarbeiten betrugen im
Geschäftsjahr 2020/2021 31.367 m3 (Vorjahr: 26.533 m3). Die Leitungsverluste im Gasnetz
entsprechen 3.575 t CO2 (Vorjahr: 3.395 t CO2). Aufgrund der erforderlichen Projekte war
diese Ausblasemenge trotz Optimierung nicht zu vermeiden.
Inanspruchnahme von Grund und Boden
Strom und Gas sind leitungsgebundene Energieträger. Die Versorgung mit Strom und Gas
kann nur erfolgen, wenn die entsprechenden Leitungen und Anlagen für den Transport zu
den Verbrauchern zur Verfügung stehen. Als netzbetreibendes Unternehmen wird für Kabel-
und Freileitungen für das Stromnetz sowie Druckleitungen für das Gasnetz ein
Nutzungsrecht auf den entsprechenden Grundflächen benötigt. In erster Linie ist das
Unternehmen bestrebt, für die im öffentlichen Interesse stehende Energieversorgung über
diese Leitungen so oft wie möglich öffentliches Gut in Anspruch zu nehmen. Im Regelfall ist
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
94
NFI-Bericht Umwelt
das öffentliche Gut allerdings nicht im für Errichtung und Betrieb notwendigen Ausmaß
verfügbar. Deshalb muss darüber hinaus auch Grundeigentum von Dritten genutzt werden.
Hierzu ist ein Entgegenkommen der Grundstückseigentümer erforderlich.
Bereits im Rahmen der Planung nimmt das Unternehmen größtmögliche Rücksicht auf die
Siedlungsstruktur und Nachbarn. Die Netz OÖ GmbH versucht stets, die Betroffenheit so
gering wie möglich zu halten. Deshalb ist die Grundinanspruchnahme für die Errichtung der
notwendigen Anlagen zwecks Zu- und Ableitung von Energie in der Regel im Konsens
erreichbar. Abhängig ist das vor allem von der Spannungs- (Strom) bzw. der Druckebene
(Gas). Je höher die Spannung und der Druck sind (was zu größeren Leitungen und breiteren
Leitungstrassen führt), umso weniger sind im Nahbereich wohnende Personen bereit, eine
individuell subjektive Beeinträchtigung zu akzeptieren. Erst wenn kein gemeinsamer Konsens
erreicht werden kann, kann es zu einer zwangsweisen Einräumung einer Dienstbarkeit zur
Grundinanspruchnahme kommen, um die im öffentlichen Interesse stehende
Energieversorgung zu ermöglichen.
Zielsetzung, Maßnahmen und Handlungsfelder gesellschaftlicher
Verantwortung
Die Netz OÖ GmbH hat für die Bereiche Gas und Strom eine ESG-Risikoanalyse erstellt.
Diese Risikoanalyse betrachtet auf das Unternehmen bezogene Themen aus den Bereichen
Soziales, Umwelt, Arbeit und Kunden. Bewertet wurden diese Themen hinsichtlich der
entstehenden Chancen und Risiken für die Netz OÖ GmbH. Für alle wesentlichen CSR-
Kernthemen der Netz OÖ GmbH wurden Erfolgsfaktoren entwickelt, durch die strategische
Ziele sowie die Produkt- und Dienstleistungsqualität nachhaltig gesteigert und die
Unternehmensziele erreicht werden sollen. Die neuen Anforderungen wurden in das
Qualitätsmanagementsystem der Netz OÖ GmbH integriert und werden bei allen
Kerntätigkeiten miteinbezogen. Die Effektivität des Qualitätsmanagementsystems wird
jährlich durch interne und externe Audits geprüft.
Die Netz OÖ GmbH bekennt sich zu den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen des
Mutterkonzerns Energie AG. Zur spezifischeren Darstellung der Netz OÖ GmbH wurden
eigene Nachhaltigkeitsthemen erarbeitet. Auf Basis derer wurden die zu erhebenden
nachhaltigen quantitativen und qualitativen Leistungsindikatoren in Form von Erfolgsfaktoren
festgelegt. Eine positive Entwicklung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen der
Netz OÖ GmbH steht im Fokus der unternehmerischen Tätigkeiten und wird jährlich mittels
eigenen Erfolgsfaktoren überwacht. Folgende wesentliche Nachhaltigkeitsthemen wurden
erarbeitet: Versorgungssicherheit und Qualität, verantwortungsvoller Umgang mit fremden
Eigentumsrechten, Kundenorientierung und -zufriedenheit, innovative Dienstleistungen zur
Unterstützung gesellschaftlicher Entwicklungen, Gesundheitsschutz und Sicherheit am
Arbeitsplatz, Klimaschutz und Ressourcenschonung, Legal Compliance und
Korruptionsprävention, verantwortungsvoller Arbeitgeber, regionale Verantwortung und
Erhalt des Unternehmenswertes.
Die Netz OÖ GmbH hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Projekte umgesetzt, die
dem Grundsatz der Nachhaltigkeit und des sozial verantwortlichen Handelns entsprechen,
wie z. B. Speicherung von Sonnenstrom im Gasnetz, Schutz der Natur und Lebewesen
(Vogelschutzprojekt: Umspannwerk wird naturnaher Lebensraum für die Tierwelt). Die
gesamten Berichte dieser und der laufenden Projekte können auf der Homepage der Netz
OÖ GmbH ( › www.netzooe.at/nachhaltigkeit) nachgelesen werden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
95
NFI-Bericht Umwelt
SEGMENT ENTSORGUNG
GRI 306-1, 306-2, 306-3
Das Segment Entsorgung bewegt an 24 Standorten eine Gesamtabfallmenge von
ca. 1,7 Millionen Tonnen im Jahr (Vorjahr: 1,7 Mio. t). Dank der modernen Logistik und dem
umfangreichen Anlagenverbund werden diese Abfälle ökonomisch und ökologisch gemäß
modernstem Stand der Technik gesammelt, aufbereitet, verwertet oder entsorgt. Der
Entsorgungsmarkt ist aufgrund der permanenten Änderungen der Rahmenbedingungen
einem ständigen Wandel unterworfen.
Der schonende Umgang mit Ressourcen sowie die Vermeidung bzw. Verminderung von
Emissionen unter der aktiven Einbeziehung von Kunden, Mitarbeitern und Eigentümern sowie
die Zufriedenheit dieser Anspruchsgruppen sind wesentliche Voraussetzungen für den
langfristigen Unternehmenserfolg. Um Kundennähe und prompten Service zu garantieren,
betreibt das Segment Entsorgung Standorte in ganz Österreich. Die Zentrale des Segments
Entsorgung befindet sich in Hörsching und wird im Geschäftsjahr 2021/2022 nach Wels
verlegt.
Gesamtabfallmenge in Tonnen 1)
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Nach Fraktionen
Restmüll
1.293.132
203.249
42.804
1.258.058
204.433
46.168
1.294.464
211.340
54.686
Papier
Kunststoff & Verpackung
Glas
51.433
52.853
52.427
Biomüll
55.880
57.446
54.044
Metall
29.648
38.544
32.244
Nach Gefahrenstoffen
Gefährliche Abfälle
Nicht gefährliche Abfälle
Nach Entsorgungsmethoden
Recycling
110.444
92.622
94.456
1.565.701
1.564.880
1.604.747
1.261.963
1.277.011
1.294.614
Thermische Verwertung
hoch kalorisch
mittel kalorisch
niedrig kalorisch
Deponie
2.833
360.107
10.205
41.038
8.587
338.951
12.680
20.274
3.183
351.406
10.478
39.523
1) Die Entsorgungsmethode bezieht sich auf den ersten Verarbeitungsschritt nach der Abfallentstehung.
Beispiel 1: Haushalte sind der Entstehungsort für den sogenannten Restmüll. Der erste Verarbeitungsschritt erfolgt in der thermischen Verwertungsanlage in Wels. Bei der
thermischen Verwertung entsteht unter anderem Schlacke. Der Schlacke werden in einem weiteren Verarbeitungsschritt die Metalle entzogen (waschen, sieben). Die Metalle
werden Schmelzbetrieben zum Recycling übergeben. Die metallentfrachtete Schlacke wird auf einer Deponie abgelagert. Der erste Verarbeitungsschritt für den Restmüll ist die
thermische Verwertung und somit wird der Restmüll der Entsorgungsmethode thermische Verwertung zugeordnet. Die nachfolgenden Verarbeitungsschritte bleiben
unberücksichtigt.
Beispiel 2: Sogenannter Sperrmüll entsteht in Haushalten sowie in Gewerbebetrieben. Der erste Verarbeitungsschritt erfolgt in einer Recyclinganlage. Die Abfälle werden
zerkleinert und nachfolgend können diverse recyclingfähige Fraktionen abgetrennt werden (Metalle, Holz). Der zurückbleibende Abfall besteht weitestgehend aus
verunreinigten Kunststoffen und Papier, die nicht recycelt werden können. Die thermische Verwertung ist der nächste Verarbeitungsschritt. Bei der thermischen Verwertung
entsteht wiederum Schlacke, die, wie oben beschrieben, weiteren Verarbeitungsschritten unterzogen wird. Der erste Verarbeitungsschritt für den Sperrmüll ist somit das
Recycling durch die Gewinnung von Sekundärrohstoffen (Metalle). Die nachfolgenden Verarbeitungsschritte bleiben unberücksichtigt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
96
NFI-Bericht Umwelt
Der Großteil der Abfallmengen wird in eigenen Behandlungs- bzw. Verwertungsanlagen
aufbereitet, als Wertstoff dem Markt wieder zugeführt und zur Strom- oder
Wärmeerzeugung genützt.
Investitionen in höchste technische Standards und in den Umweltschutz sind eine der
Grundlagen des unternehmerischen Handelns des Segments Entsorgung. Der
Ressourcenschonung und der Substitution fossiler Brennstoffe kommt besondere
Bedeutung zu.
Die Umweltziele des Segments Entsorgung sind in der aktuellen › Umwelterklärung 2021
gemäß EMAS Verordnung ausgewiesen.
Interne Audits garantieren die Prozesskontrolle bezüglich Legal Compliance im Bereich der
umweltrelevanten gesetzlichen Bestimmungen. Die Schwerpunkte liegen hier auf den
Bereichen des Rechtsinformationssystems, der Auflagenkontrolle (Gesetze, Verordnungen,
Bescheide) in der Gutwin-Rechtsdatenbank sowie der rechtskonformen Abfallübernahme und
-zwischenlagerung. Zudem gewährleistet das extern zertifizierte Umweltmanagementsystem,
dass negative Auswirkungen von Prozessen auf die Umwelt identifiziert und in weiterer Folge
entsprechend verhindert bzw. gemildert werden.
Beim Erbringen der Entsorgungsdienstleistungen wird auf eine bestmögliche
Ressourcenschonung geachtet. Zentrale Anliegen sind dabei die Senkung der
CO2-Emissionen, eine moderne LKW-Flotte, der Einstieg ins E-Business (automatisierte
Geschäftsprozesse), die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Reduktion des
Gesamtenergieverbrauchs.
Am Standort Wels wird die nach der Abfallverbrennung verbleibende Schlacke
wiederaufbereitet. In einem mehrstufigen mechanischen Separationsverfahren werden Eisen-
und Nichteisenmetalle, die nach der Verbrennung in der Schlacke zurückbleiben,
abgeschieden. Diese Rohstoffe (Aluminium, Kupfer, Messing und Edelstahl) werden getrennt,
recycelt und in den Metallverarbeitungskreislauf zurückgeführt, was im Vergleich zu deren
Neugewinnung zusätzlich CO2-Emissionen einspart. Die Wiederverwertung der Metalle
reduziert zudem den Deponiebedarf in Wels, sodass ein Ausweichen auf andere Deponien
und damit zusätzliche LKW-Fahrten und Treibstoffverbrauch vermieden werden.
Mit der wissenschaftlich fundierten Kontrollmethode „Biomonitoring“ werden die
Schadstoffemissionen der Welser Abfallverwertungsanlage überwacht. An mehreren fixen
Plätzen in und um den Standort werden permanent die Auswirkungen des Betriebs der
thermischen Verwertungsanlage auf die Umwelt gemessen.
Im Segment Entsorgung liegt hinsichtlich Energieeffizienz verstärktes Augenmerk auf dem
energetischen Wirkungsgrad der Verbrennungsanlagen für Rost- und Wirbelschichtabfall.
Die Einhaltung der Effizienzkriterien wird gemäß Richtlinie 2008/98/EG jährlich beurteilt. Für
eine Erfüllung dieser Kriterien steht dabei eine effiziente Verstromung und/oder
Wärmeauskopplung im Vordergrund. Im Bereich der Produktionsanlagen wird Trinkwasser,
sofern technisch möglich, stets durch Prozess-, Regen- oder Sickerwasser ersetzt.
Um die Verbrennungsanlagen auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten und eine
durchgehende Entsorgungssicherheit zu gewährleisten, werden die Verbrennungsanlagen
regelmäßig einer Revision unterzogen, bei der der Tausch größerer Anlagenteile im
Vordergrund steht. Im Herbst 2020 wurde unter laufendem Betrieb der Tausch des
Müllkranes der Welser Abfallverwertungsanlage durchgeführt. Im Zuge dessen wurde ein
zweiter Müllkran installiert. Diese technische Erweiterung erhöht die Ausfallsicherheit der
Welser Abfallverwertung in erheblichem Maße.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
97
NFI-Bericht Umwelt
Ein vorrangiges Ziel des Segments Entsorgung ist, durch den Betrieb eigener Anlagen
verursachte Emissionen zu kompensieren und den Verbrauch von Ressourcen zu
reduzieren. Im Geschäftsjahr 2019/2020 wurde in Zusammenarbeit mit dem
Umweltbundesamt der CO2-Fußabdruck des Segments erhoben – als Basis für die
Klimaschutzstrategie, mit der die Entsorgungssparte CO2-Neutralität erreichen will. Laut
Umweltbundesamt betragen die direkten und indirekten Emissionen insgesamt rund
530.000 t CO2eq (resultierend aus dem Betrieb von Verwertungsanlagen, Logistik,
Stromverbrauch etc.). Rund 60 % dieser Emissionen werden durch die Dienstleistungen der
Umwelt Service GmbH bereits direkt kompensiert, beispielsweise durch die Produktion von
Ersatzbrennstoffen und die Aufbereitung von Altstoffen zu Sekundärrohstoffen. Darüber
hinaus generiert die Umwelt Service GmbH durch die Erzeugung von Strom und Fernwärme
in der Abfallverwertungsanlage in Wels ein theoretisches Vermeidungspotenzial von rund
250.000 t CO2eq.
Basierend auf den Erkenntnissen der Erhebung durch das Umweltbundesamt setzt die
Umwelt Service GmbH nun weitere Projekte innerhalb der Klimaschutzstrategie um, der
Fokus liegt dabei auf der Umstellung auf E-Fahrzeuge und der Eigenerzeugung von Strom
mittels PV. Nunmehr soll laufend erhoben werden, wie stark diese Projekte den
CO2-Fußabdruck des Betriebes positiv beeinflussen.
Wels ist mit den beiden Verbrennungsanlagen nicht nur das „Kernstück der
oberösterreichischen Mülllösung“, sondern auch die Drehscheibe für viele Abfallaktivitäten in
der Energie AG Umwelt Service GmbH. Im Sommer 2020 wurde in Wels ein Ausbauprojekt
gestartet, durch das der als Logistikstützpunkt adaptierte Standort in Hörsching integriert
wird. Die Konzentration an einem einzigen, zentralen Standort mit rund 100 Arbeitsplätzen
bringt Synergieeffekte mit kürzeren Wegen und daher mehr Klimafreundlichkeit sowie eine
erhöhte regionale Wertschöpfung für Wels.
Das Segment Entsorgung bietet auch Wasserver- und Abwasserentsorgungsleistungen
in Österreich an, mit denen Städte und Gemeinden serviciert werden. Bei den
Transportleitungen, welche im Eigentum des Segments stehen, entstehen keine
nennenswerten Wasserverluste, die Differenzen zwischen den Messpunkten an Brunnen und
den Behältern bzw. Übergabeschächten an die Kunden liegen im Bereich der Messtoleranzen
der Wasserzähler.
Die Wasserverluste in den Verteilnetzen der betreuten Gemeinden kann die Energie AG nur
bedingt beeinflussen, da den Gemeinden als Infrastruktureigentümer die
Entscheidungshoheit über etwaige Maßnahmen (Erneuerungen, Investitionen) obliegt. Die
Energie AG führt Beratungen, Überwachungen, Messungen und Grobanalysen durch und
leitet Maßnahmenvorschläge für die Entscheidungsträger ab, um eine Reduktion der
Wasserverluste zu erzielen.
Im Zuge eines Pilotprojektes wurde im Berichtszeitraum das von der ČEVAK a.s. entwickelte
Wasserverbrauchs-Überwachungstool „Wasser unter Kontrolle“ in mehreren
oberösterreichischen Gemeinden erfolgreich getestet und wurden weitere Schritte
vorbereitet.
SEGMENT TSCHECHIEN
Das Segment Tschechien versorgt knapp 1 Mio. Menschen mit ca. 48,2 Mio. m3 Trinkwasser
(Vorjahr: ca. 47,5 Mio. m3 Trinkwasser) und übernimmt für etwa 700.000 Menschen mit ca.
45,1 Mio. m3 Abwasser die Abwasserentsorgung (Vorjahr: ca. 44,3 Mio. m3 Abwasser). Da
die Verantwortung für die Erneuerung der Netze – mit Ausnahme einer Beteiligung
(VaK Beroun, a.s.) – bei den Infrastruktureigentümern, also den Kommunen, liegt, fokussieren
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
98
NFI-Bericht Umwelt
sich die Maßnahmen der Energie AG auf die Leckortung und -beseitigung. Das laufende
Monitoring, Reporting und Benchmarking erlaubt eine tiefgehende Analyse der komplexen
Entwicklungen in den Leitungsnetzen. In den vergangenen Jahren wurde umfassend in
moderne Hard- und Software zur hydraulischen Netzmodellierung, in die Ausweitung der
Messzonen, das Equipment und in die Ausbildung der Mitarbeiter investiert.
Das Benchmarking nach der international gängigen „Unit Water Leakage“-Methode zeigt in
52 Versorgungsgebieten mit jeweils mehr als 5.000 Einwohnern ein positives Gesamtbild. Im
Geschäftsjahr 2018/2019 waren 94 % der Netze in einem guten, 6 % in einem
durchschnittlichen und 0 % in schlechtem Zustand. Im Geschäftsjahr 2019/2020 haben sich
diese Werte auf 92 % in gutem, 6 % in durchschnittlichem und 2 % (dies entspricht einer
Gemeinde) in schlechtem Zustand verändert.
Das Geschäftsfeld „Wärme“ im Segment Tschechien versorgt über 50.000 Einwohner mit
Fernwärme und erbringt Installationsdienstleistungen für Kommunen und Haushaltskunden
mit Fokus auf Energieeffizienz und CO2-Reduktion. Die laufenden Investitionen in
Erzeugungsanlagen und Wärmeverteilungsnetze bringen eine bessere Versorgungssicherheit
und Energieeffizienz. Der Energie AG-Konzern betreibt in Tschechien Kesselhäuser mit einer
installierten thermischen Leistung zwischen 50 kW und 20 MW, bei welchen regelmäßig
Maßnahmen zur Wirkungsgradsteigerung und zur Verbesserung der CO2-Bilanz durchgeführt
werden.
Auswirkungen des Klimawandels auf das Geschäftsmodell
Bei den Auswirkungen des Klimawandels im Betriebsgebiet des Segments Tschechien sind
sowohl regionale Spezifika als auch die Geschäftsfelder Wasser/Abwasser und Wärme zu
unterscheiden. Bei der Trinkwasserlieferung ist regional und im Jahresverlauf mit quantitativen
Ressourcenproblemen zu rechnen. Großräumige Verteilsysteme werden weniger betroffen
sein. Im Falle langer Trockenperioden werden Spitzenabdeckungen durch zusätzliche Speicher
notwendig sein. Bei Abwasser ist zunehmend mit lokalen bis regionalen
Starkregenereignissen zu rechnen, die Kanalsysteme und Kläranlagen überlasten können.
Das Betreibermodell als in Tschechien überwiegendes Geschäftsmodell ist von den
beschriebenen Szenarien wenig betroffen, da das Infrastruktureigentum bei den Kommunen
liegt und diese damit das Anpassungsrisiko der Infrastruktur tragen. Chancen ergeben sich
aus dem zusätzlichen Finanzbedarf der Kommunen und damit verbundenen Public-Private-
Partnership-(PPP)-Möglichkeiten. In den wenigen Fällen, wo Energie AG-Gesellschaften
Infrastruktureigentümer sind, ist mit zusätzlichen Investitionen zur Erschließung neuer
Ressourcen, zur Abdeckung des Spitzenbedarfs bzw. zur Adaptierung des Niederschlags-
/Abflussmanagements zu rechnen.
Im Geschäftsfeld Wärme ist durch die milderen Kälteperioden mit dem Rückgang des
Wärmeabsatzes zu rechnen. Förderungen im Rahmen der EU-Klimainitiativen können den
Trend zu neuen, alternativen und dezentralen Möglichkeiten der Wärmeversorgung
verstärken und so mit zentralen Wärmenetzen konkurrieren. Gleichzeitig bieten diese neuen
Entwicklungen und der steigende Bedarf an Kälteversorgung die Chance auf Erschließung
zusätzlicher Geschäftsmodelle.
Weiterführende Informationen zu leistungswirtschaftlichen Daten und Kennzahlen sowie
Benchmarking und Umweltthemen sind auf › www.energieag-bohemia.at und
› www.energieag.cz sowie im Konzernlagebericht, Segment Tschechien › Seite 40 zu
finden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
99
NFI-Bericht Umwelt
SEGMENT HOLDING & SERVICES
Die Energie AG beteiligt sich mit anderen namhaften österreichischen Unternehmen und
Konzernen an einem Gebäude-Benchmarking, das auch im Geschäftsjahr 2020/2021
eindeutig dokumentiert, dass u. a. die daran beteiligten Gebäude in Sachen wirtschaftlicher
Betriebsführung und Effizienz richtungsweisend sind. Aufgrund der Tatsache, dass die
Konzernzentrale der Energie AG – der PowerTower – technologisch unverändert eine bauliche
Landmark darstellt, werden einige Bautechniken wie etwa die Fassade oder die
Bauteilaktivierung auch beim Zubau des PowerTowers übernommen.
Die Energie AG hat ihre Mitarbeiter bzw. deren Wohlbefinden am Arbeitsplatz im Fokus.
Daher werden neben der proaktiven Verfolgung der Betreiberverantwortung gemäß der
ÖNORM B1301 (Objekt- und Gebäudesicherheit) auch moderne Energiekonzepte für die
diversen Standorte geplant und realisiert.
Die Betriebsrestaurants bzw. -kantinen der Energie AG, die in Linz, Gmunden, Timelkam
und Riedersbach geführt werden, rücken den Einsatz regionaler, saisonaler, frischer
Lebensmittel noch stärker in den Vordergrund als in den vergangenen Jahren. Direkte
Partnerschaften mit regionalen Obst-, Gemüse und Fleischlieferanten werden verstärkt
gesucht und geschlossen. In den Betriebsrestaurants wurden im Geschäftsjahr
2020/2021 93.078 Mitarbeitermenüs frisch zubereitet (Vorjahr: 122.892). Der Rückgang ist
auf die durch die COVID-19-Pandemie bedingten Homeoffice-Tätigkeiten der Mitarbeiter
zurückzuführen. Bei der Erstellung des Speiseplans werden im Sinne einer ausgewogenen
Ernährung auch vegetarische Mahlzeiten miteinbezogen. Rund ein Viertel aller verkaufter
Mittagsmenüs ist vegetarisch.
Einheit
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Zubereitete Mitarbeitermenüs
Anzahl
93.078
122.892
146.936
Bei den Einkaufsprozessen sind umweltrelevante Kriterien zum Teil als zwingend im
Ausschreibungstext festgelegt. Die Lieferantenbewertung im Konzerneinkaufshandbuch
beinhaltet eine Umweltkomponente. Bei der Auftragsvergabe von Transportdienstleistungen
wird besonders auf einen niedrigen CO2-Ausstoß geachtet. Bei Reinigungsausschreibungen
wird z. B. besonderes Augenmerk auf biologische Abbaubarkeit der verwendeten
Reinigungsprodukte gelegt. Beschaffungen sind auf Langlebigkeit ausgerichtet, die
durchschnittliche Lebensdauer bei Transformatoren beträgt beispielsweise 45 Jahre.
Elektromobilität
Ihre Vorbild- und Vorreiterrolle hinsichtlich Ressourcenschonung unterstreicht die Energie AG
durch die Forcierung von Elektromobilität und alternativen Antriebsenergien.
Mit einem Anteil von rund 30 % der gesamten österreichischen CO2-Emissionen im Jahr
2019 und einem kontinuierlichen Anstieg von über 74 % seit 1990 ist der Verkehr ein
Schlüsselfaktor bei den Bemühungen, ein CO2-neutrales Gesellschaftssystem zu erreichen. Die
Elektromobilität gilt dabei als großer Hoffnungsträger.
Österreichweit betreibt die Energie AG 190 PKWs sowie 600 LKWs und Nutzfahrzeuge. Der
Anteil an firmeneigenen PKW-Elektrofahrzeugen im Energie AG-Konzern (exkl. Segment
Tschechien) wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 auf 39 Fahrzeuge erhöht und beträgt somit
21 %. Ziel ist es, den Anteil von E-PKWs in Österreich sukzessive auf rund 40 % im Jahr
2024 zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist zugleich ein massiver Ausbau der
unternehmensinternen Ladeinfrastruktur von derzeit 76 Ladepunkten (Vorjahr: 48) an
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
100
NFI-Bericht Umwelt
23 Standorten (Vorjahr: 14) auf 161 Ladepunkte an bestehenden und zahlreichen neuen
Standorten bis 2024 vorgesehen.
Damit unterstützt die Energie AG das österreichische Regierungsprogramm 2020–2024, das
die Umstellung auf Elektrofahrzeuge in staatlichen Unternehmen stark forciert. Durch das
Laden und den Betrieb der Fahrzeuge mit 100 % erneuerbarem Strom erzielt der
Konzern eine CO2-Reduktion und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Die Ladekarte der Energie AG ist der Schlüssel zu Österreichs größtem Ladenetz und zum
bequemen Laden von Elektroautos. Österreichweit stehen durch Kooperationen mehr als
7.200 Ladepunkte mit der Energie AG-Ladekarte zur Verfügung (Vorjahr: 4.500). In
Oberösterreich hat die Energie AG ein dichtes Ladenetz zum öffentlichen und schnellen
Laden von Elektroautos errichtet. Auch zukünftig sind weitere öffentliche Ladestationen der
Energie AG (zusammen mit Gemeinden und Standortpartnern) in unterschiedlichen
Leistungskategorien geplant. An allen von der Energie AG belieferten Ladestationen wird
100 % Strom aus Wasserkraft, Wind und Sonne geladen. Ebenso bietet die Energie AG
Ladelösungen im verdichteten Wohnbau und für Unternehmensfuhrparks an, die die lokalen
Ladebedürfnisse der Zielgruppen erfüllen.
Neben den Energie AG-Ladelösungen für den Privat- und Businessbereich will der Konzern
eine flächendeckende Kundenversorgung durch den gezielten Aufbau von öffentlichen
Ladestationen inkl. Betriebsführung und Dienstleistungspaketen mit Standortpartnern und
Gemeinden ermöglichen. Derzeit betreibt die Energie AG 128 öffentlich zugängliche
Ladestationen in Leistungsbereichen von 3,7 bis 150 kW inkl. Abrechnungssystem und
verwaltet in Summe 425 Ladepunkte. Derzeit sind an acht Standorten Schnellladestationen in
Betrieb, weitere sechs Schnellladestationen sind für das Geschäftsjahr 2021/2022 geplant.
Weitere Informationen im Konzernlagebericht, Abschnitt Elektromobilität › Seite 32.
Energieaudit
Im Energieaudit gemäß § 9 des Bundes-Energieeffizienzgesetzes 2015, das alle vier Jahre
durchgeführt wird, sind sämtliche österreichischen Standorte des Energie AG-Konzerns
erfasst. Das letzte Energieaudit wurde im November 2019 abgeschlossen. Mit dem
Energieaudit wird der wesentliche Energieverbrauchsbereich „Prozesse“ der relevanten
Standorte detailliert analysiert und auditiert. Der Bereich „Prozesse“ umfasst Betriebsabläufe
oder Anlagen in der Industrie, bspw. elektrische Antriebe und Anlagen, Warmwasser-Systeme
in der Industrie. Der Anteil des Bereichs „Prozesse“ am Gesamtenergieverbrauch der
Energie AG betrug im Geschäftsjahr 2017/2018 95,1 % (Geschäftsjahr 2014/2015: 92,0 %),
jener des Bereiches Transport 4,2 % (Geschäftsjahr 2014/2015 4,0 %) und des Bereichs
Gebäude 0,7 % (Geschäftsjahr 2014/2015 4,0 %).
Der effiziente Einsatz von Energie und Energieträgern hat einen hohen Stellenwert im
Konzern der Energie AG, wie schon die zahlreichen Förderungen und Kampagnen der
Vertrieb GmbH zeigen. Die im Herbst 2020 am Standort Ötztal installierte 400-kWp-PV-
Anlage ist ein Beispiel für die nachhaltige Verwendung von Energie. Die Anlage versorgt
neben dem Entsorgungsstandort auch eingemietete Firmen sowie Elektrofahrzeuge von
Kunden und Mitarbeitern mit Strom. Bei den stetigen Energieeffizienzsteigerungen in
Prozessen liegt ein Augenmerk auf dem energetischen Wirkungsgrad der Rost- und
Wirbelschichtabfallverbrennungsanlagen. Das nächste Energieaudit findet im Geschäftsjahr
2022/2023 statt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
101
NFI-Bericht Soziales
SOZIALES
GRI 103-1, 103-2, 103-3
Gemäß ihrem Leitmotiv „Wir denken an morgen“ bekennt sich die Energie AG zu ihrer
sozialen bzw. gesellschaftspolitischen Verantwortung. Aufbau, Schutz und Pflege sozial
nachhaltiger Werte für die Gesellschaft als Beitrag zu Verbesserung und Erhalt von
Lebensqualität sieht der Konzern als zentrales Anliegen. Folgende Arbeitsfelder wurden im
Bereich Soziales definiert:
Versorgungs- und Entsorgungssicherheit
Positionierung als verantwortungsvolles Unternehmen und Garant für die Werte
Stabilität und Zuverlässigkeit
Aufbau und Erhalt nachhaltiger Kundenbeziehungen
Bewusstseinsbildung im Hinblick auf den schonenden Umgang mit natürlichen
Energieressourcen und das Ziel einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft
VERSORGUNGSSICHERHEIT UND -QUALITÄT
GRI 103-1, 103-2, 103-3, EU DMA (vormals EU6), EU4
Die Planung und Realisierung von Projekten der Energie AG konzentriert sich darauf, die
Versorgung mit sämtlichen Dienstleistungen und Services gerade auch in Krisenzeiten und
trotz der derzeit schwer abschätzbaren Auswirkungen von neuen gesetzlichen
Rahmenbedingungen zuverlässig und unterbrechungsfrei sicherzustellen.
Der Ausbau und die Verstärkung der Netzinfrastruktur sowie die Erhöhung von
Energie-Speicherkapazitäten (z.B. Pumpspeicher-Kraftwerke) sollen als Vorsorge dienen,
um Bedarfsspitzen schnell und vollumfänglich abzufedern und das volatile Einspeisevolumen
dezentraler Erzeugungsanlagen, die Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren, zu
kompensieren.
Im Bereich Digitalisierung wird der Ausbau des Glasfasernetzes als Voraussetzung für eine
flächendeckende Versorgung sämtlicher Regionen Oberösterreichs mit lichtschnellem Internet
weiter vorangetrieben.
Als Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen, sicheren Versorgung mit Trinkwasser bzw.
Klärung von Abwasser baut die Energie AG Partnerschaften aus, um die
Trinkwasserversorgung von Regionen zu sichern, die insbesondere in Tschechien von
Wasserknappheit betroffen sind, und bringt im Bereich Abwasserklärung technologisches
Know-how zur Schaffung einer ausgereiften Infrastruktur ein (z.B. Leckage-Ortung).
Im Segment Entsorgung deckt die Energie AG die gesamte Wertschöpfungskette von der
Sammlung über die Sortierung bis zur (Wieder-)Verwertung von Abfällen auf höchstem
technischen Niveau ab und will ihre Attraktivität als Partner von Privaten, Gewerbe/Industrie
und Kommunen zusätzlich durch Angebote steigern, die sich hinsichtlich höherer Flexibilität
von und einfacherem Zugang zu Entsorgungsdienstleistungen noch gezielter am Bedarf der
Kunden ausrichten.
Eine unbedingte Gewährleistung der Versorgungssicherheit, auch unter
außergewöhnlichen Rahmenbedingungen (COVID-19-Pandemie), und die damit
einhergehende Stärkung der Resilienz des Unternehmens ist eine der obersten Prioritäten des
Energie AG-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2019/2020 wurde eine Taskforce gegründet, die sich
mit den laufenden Pandemie-Entwicklungen beschäftigt und Maßnahmen ableitet. Besondere
Vorkehrungen zur Gewährleistung des Betriebes von kritischer Infrastruktur wurden
getroffen, siehe auch Soziales Engagement während und nach COVID-19-Pandemie › Seite
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
102
NFI-Bericht Soziales
104. Die Versorgungssicherheit ist die Grundlage für allgemeines wirtschaftliches Wachstum,
die Schaffung von Arbeitsplätzen und Lebensqualität. Mit ihren Dienstleistungen ist die
Energie AG ein wesentlicher Treiber für die internationale Konkurrenzfähigkeit des
Wirtschaftsstandorts Oberösterreich.
Das Anlagenmanagement („Asset Management“) der Netz OÖ GmbH zielt auf
höchstmögliche Effizienz im Rahmen von Sicherheit, Qualität und Kosteneffizienz bei allen
Aktivitäten ab. Der primäre Fokus für Versorgungssicherheits- und Qualitätsmaßnahmen liegt
auf dem Mittel- und Niederspannungsnetz. Durch gezielte Verkabelungen bestehender
Freileitungen und die Erhöhung des Netzautomatisierungsgrads in der Mittelspannungsebene
wird die Netzqualität konsequent verbessert.
Für die Bewertung der Versorgungssicherheit und -qualität werden jährlich unter anderem
Kennwerte wie Netzzuverlässigkeit, Netzstörungen und deren Ursachen
(Unterbrechungsdauer >3 min) ermittelt und daraus Handlungsoptionen für Optimierungen
in Netzerhaltung und -ausbau abgeleitet.
Die Netz OÖ GmbH betreibt ein Stromnetz mit einer Leitungslänge von
insgesamt 33.185 km (Vorjahr: 32.873 km) und ein Gasnetz mit einer Leitungslänge von
insgesamt 5.624 km (Vorjahr: 5.603 km). Diese modernen und zuverlässigen Netze
gewährleisten die sichere Energieversorgung von mehr als 575.000 Netzkunden (Vorjahr:
560.000).
Leitungsnetze in km
2020/2021
33.185
5.624
2019/2020
2018/2019
32.648
5.585
Strom
Gas
32.873
5.603
6.600
Glasfaser
7.021
6.100
Die Versorgungszuverlässigkeit des Stromnetzes lag im Kalenderjahr 2020 – gemessen an
der leistungsbezogenen Nichtverfügbarkeit (ASIDI – „Average System Interruption Duration
Index“) – bei 50,82 min/a (2019: 31,62 min/a), wobei regional außergewöhnliche Ereignisse
in der Statistik nicht berücksichtigt werden. Die kundenbezogene Nichtverfügbarkeit (SAIDI –
„System Average Interruption Duration Index“) lag bei 53,58 min/a (2019: 34,47 min/a). Der
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr lässt sich durch mehrere Stürme im Februar 2020
begründen. Auch für das Kalenderjahr 2021 ist aufgrund einer auffälligen Gewitterhäufung
in den Sommermonaten Juli und August ein etwa gleichbleibender Nichtverfügbarkeitswert
zu erwarten. Die Verfügbarkeit des Gasnetzes lag im Kalenderjahr 2020 wie in den Vorjahren
bei 99,99 %. Dies ist ein typischer Wert für die Verfügbarkeit von Gasnetzen und ändert sich
jährlich nur marginal.
Versorgungszuverlässigkeit 1)
2020
53,58
50,82
2019
2018
37,26
38,02
SAIDI (min/a)
ASIDI (min/a)
34,47
31,62
1) Bei diesen Kennzahlen handelt es sich um statistische Systemkennzahlen für den nationalen und internationalen Vergleich, welche keine Aussagen über die jeweils lokal
vorherrschende Nichtverfügbarkeit zulassen.
Im Erzeugungsbereich erfolgt die Optimierung der technischen Verfügbarkeit durch
einen ganzheitlichen Ansatz, beginnend bei der Planung und Auslegung von Kraftwerken bis
zur systematischen Erarbeitung von Instandhaltungsstrategien als Teil der Due-Diligence-
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
103
NFI-Bericht Soziales
Maßnahmen. Die Überwachung und Umsetzung erfolgt mittels moderner, EDV-unterstützter
Betriebsführungssysteme.
Neben den ökologischen Maßnahmen im Zuge der Anlagenplanung ist auch die
Verbesserung des Hochwasserschutzes ein wesentlicher Aspekt bei der Errichtung der
Laufwasserkraftwerke der Energie AG. Die einzelnen Maßnahmen für den laufenden Betrieb
sind in der behördlich genehmigten Betriebsordnung festgelegt.
Die Versorgungszuverlässigkeit der Kundenverbindungen im Glasfasernetz wird über die
Auswertung der Entstörzeiten aus dem Troubleticketsystem ermittelt und betrug im
Berichtszeitraum 99,99 % (Vorjahr 99,99 %). Die Entstörzeit bezeichnet dabei die Zeitspanne
zwischen Eingang der Störungsmeldung und dem Störungsende. Das konzerneigene
Glasfasernetz umfasste mit Ende des Berichtszeitraums 7.021 km (Vorjahr 6.600 km).
Versorgungszuverlässigkeit
2020/2021
2019/2020
99,99
2018/2019
Versorgungszuverlässigkeit Kundenverbindungen (in %)
99,99
99,96
Die Berechnungsformel für die Versorgungszuverlässigkeit: Verfügbarkeit = Beobachtungszeitraum minus (-) Summe der Entstörzeiten durch (/) Beobachtungszeitraum mal (x)
100 %.
Die Verfügbarkeit der Wasserversorgung im Segment Tschechien liegt konstant bei 99,9 %
oder darüber. Die Netzqualität im Bereich Trinkwasser schwankt (überwiegend bedingt durch
winterliche Bedingungen bzw. Frost) von Jahr zu Jahr zwischen 0,2 bis 0,3 Schadensfällen pro
Kilometer und Jahr. Die Netzqualität im Bereich Abwasser liegt bei rund 0,1 Netzstörungen
pro Kilometer und Jahr.
In Regionen, die von durch den Klimawandel bedingter Trockenheit und zunehmender
Wasserknappheit betroffen sind, stellt die Energie AG über Beteiligungen die Versorgung
mittels Trinkwasserlieferung durch Tankwagen und mit Zisternen sicher. Eine Maßnahme zur
Verbesserung der Versorgungssicherheit ist der überregionale Zusammenschluss von
Wasserversorgungssystemen. So kann Trinkwasser aus Gebieten mit Wasserüberschuss in
Mangelgebiete gelangen. Die Vertragspartner der Energie AG-Beteiligungen werden auch bei
Projekten zur Ressourcensicherung mit umfassendem wasserwirtschaftlichen Know-how
unterstützt.
Um auch während der COVID-19-Pandemie die sichere und zuverlässige Abholung und
Verwertung sämtlicher Abfälle zu gewährleisten, wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 an den
Standorten der Umwelt Service GmbH, insbesondere in Wels, die betrieblichen Abläufe
regelmäßig angepasst.
KUNDENORIENTIERUNG UND ‑ZUFRIEDENHEIT
GRI 103-1, 103-2, 103-3, EU-DMA (vormals EU23)
Die Werte Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Transparenz sind
für die Kunden und alle anderen Stakeholder der Energie AG von großem Interesse und
daher untrennbarer Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die genannten Faktoren
gewinnen angesichts unwägbarer Krisenereignisse – wie der COVID-19-Pandemie – enorm an
Bedeutung.
Der Energie AG-Konzern strebt die Steigerung der regionalen Wertschöpfung und
Generierung zusätzlicher bedeutsamer Mehrwerte für die Stakeholder gemäß deren
Erwartungen und Interessen (u.a. durch digitale sowie leistbare und energieeffiziente
Produkte und Dienstleistungen) an.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
104
NFI-Bericht Soziales
Die Energie AG nimmt ihre Vorbildwirkung hinsichtlich sozialer Verantwortung sehr
ernst und setzt dies durch eigenverantwortliche Initiativen und Unterstützung karitativer
Organisationen um.
Die Bewusstseinsbildung im Hinblick auf den sinnvollen, schonenden Umgang mit
Energieressourcen und den Wert nachhaltiger Kreislaufwirtschaft erachtet die Energie AG
als eine ihrer vorrangigsten Aufgaben im sozialen Bereich. Das Bildungsprogramm
„Energie AG macht Schule“ soll bereits die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft behutsam
an eine ebenso konstruktive wie kritische Auseinandersetzung mit der Thematik heranführen.
Ihr fundiertes Know-how bringt die Energie AG im wissenschaftlichen Diskurs bei der
Mitgestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft sowie in Form praktikabler, leistbarer
Lösungsansätze ein, die einen Beitrag zur Energiewende 2030 leisten.
Soziales Engagement während und nach der COVID-19-Pandemie
Nicht nur während der COVID-19-Krise hat sich die Energie AG als starker, zuverlässiger
Partner an der Seite ihrer Stakeholder erwiesen. Auch im Geschäftsjahr 2020/2021 will der
Konzern den Konsumenten unter dem Kampagnenmotto „100 % für Oberösterreich“
Stabilität, Sicherheit und sein Engagement für regionale Wertschöpfung vermitteln. Zur
Aufklärung und Sensibilisierung der Mitarbeiter bezüglich der COVID-19-Impfung wurde im
Frühjahr 2021 eine virtuelle Diskussion mit einem führenden Mediziner des Kepler-
Universitätsklinikums Linz durchgeführt. Im Sommer 2021 wurden im Konzern eigene
Impfstraßen für die Mitarbeiter eingerichtet.
Um den Ver- und Entsorgungsauftrag weiterhin erfüllen zu können und gleichzeitig die
Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu schützen, hat die interne Taskforce mit
erfahrenen Mitgliedern des Krisen-Managements die aktuelle Lage laufend beobachtet, um
gegebenenfalls daraus resultierende Maßnahmen abzuleiten und deren Umsetzung
konzernweit in geregelten Abläufen zu koordinieren. Zum Wohl der Mitarbeiter wurde mit
Beginn der COVID-19-Pandemie für rund 1.450 Mitglieder der österreichischen Belegschaft
der Wechsel ins Homeoffice veranlasst. Für jene Mitarbeiter, die weiterhin notwendige Vor-
Ort-Einsätze auszuführen hatten, wurden aus Sicherheitsgründen spezielle Schicht- und
Arbeitszeitmodelle ausgearbeitet. Um auch während der COVID-19-Pandemie eine Aus- und
Weiterbildung zu gewährleisten, wurden neben virtuellen Seminaren teilweise auch
Präsenzseminare – unter Einhaltung der entsprechenden Sicherheits- und
Hygieneerfordernisse – abgehalten.
Für Teamarbeiten, die die Einhaltung des vorgeschriebenen Mindestabstands zwischen zwei
Personen nicht gestatten, wurde den betroffenen Mitarbeitern entsprechende
Schutzausrüstung bzw. -kleidung zur Verfügung gestellt.
Mit speziellen Konditionen unterstützte die Energie AG Kunden, die durch die Pandemie in
Not gerieten, zum Beispiel durch Verzicht auf Stromabschaltungen und Zahlungsstundungen.
In Tschechien erschwerten die Sicherheitsmaßnahmen rund um die COVID-19-Pandemie die
Arbeiten bei der Versorgung der Kunden im Wasser- und Wärmebereich. Einige Projekte
wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 wegen der COVID-19-Pandemie aufgeschoben.
Der gesamte Energie AG-Konzern traf rechtzeitig umfassende Vorkehrungen, um die
COVID-19-Pandemie gut bewältigen zu können.
Die weitere Intensivierung des Stakeholder-Dialogs, u.a. mittels direkter Einbindung von
Kunden in Strategie- und Entwicklungsprozesse, soll dazu beitragen, Produkte und
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
105
NFI-Bericht Soziales
Dienstleistungen noch stärker an den Interessen und Bedürfnissen der unterschiedlichen
Zielgruppen auszurichten.
Die Kundenzufriedenheit wird durch offene, transparente Kommunikation
(Bürgerbeteiligung), Initiativen mit dem Ziel der sauberen und „leistbaren Energie für alle“,
die weitere Vereinfachung der Abwicklung administrativer Prozesse, den komfortablen
Zugang zu Dienstleistungen in digitaler Form sowie unkomplizierte und prompte
Entstörungsservices gesteigert.
Die stetige Ausrichtung an den Wünschen und Bedürfnissen bestehender und
potenzieller Kunden sowie deren Zufriedenheit sind die Basis des strategischen Handelns
aller Konzerngesellschaften.
Eine zentrale Säule der Aktivitäten des Energie AG-Konzerns in Österreich ist ein intensiver
Kundendialog. Ein 2019 eingeführtes Kundenforum sorgt für besseres Verständnis der
Sichtweise der Kunden und deren Berücksichtigung bei der Entwicklung von Produkten und
Dienstleistungen. Bei den im Geschäftsjahr 2020/2021 virtuell durchgeführten Meetings
wurden die im Herbst 2020 lancierte, neue Online-Service-Plattform der Energie AG und neue
Produktmodelle („Smarte Tarife“) ausführlich mit den Kunden diskutiert. Neu eingeführt
wurde Ende 2020 auch der Kundenklub „Mein Bonus“. In diesem separaten
Mitgliederbereich haben die Kunden online Zugriff auf spezielle Dienstleistungen und
Produkte, die zum Teil ausschließlich bei der Energie AG verfügbar sind. Durch den externen
Input im Rahmen des Stakeholder-Dialogs konnten diese Online-Services mit weiteren
Funktionen ergänzt und die Kundenakzeptanz dadurch zusätzlich gesteigert werden.
Das Service-Portfolio der Energie AG im Digitalbereich wurde durch weitere innovative
Anwendungen, die Kunden den sparsamen Einsatz von Energie und den Zugang zu Strom
aus erneuerbaren Quellen erleichtern, ergänzt. Dazu zählen die › App E-Fairteiler zur
Verteilung von regional und privat erzeugtem Sonnenstrom sowie die Entwicklung eines
WLAN-Lesekopfes für das Smartphone, mit dem nicht energieeffiziente Haushaltsgeräte
aufgespürt werden können.
Bedingt durch den Ausfall der Energiesparmesse wurde im März 2021 erstmals eine digitale
Beratungswoche durchgeführt. Kunden hatten dabei u. a. die Möglichkeit, virtuell Experten
zu vielfältigen Energiefragen zu konsultieren. Insgesamt wurden 1.000 Beratungstermine
angeboten.
Der steigenden Nachfrage der Konsumenten nach Online-Dienstleistungen trägt die
Energie AG u. a. durch den zügigen Ausbau des Glasfasernetzes, auch im ländlichen
Raum, Rechnung. Mit 30.09.2021 nutzten bereits 13.166 Kunden aktiv das High-Speed-
Internet-Angebot der Energie AG.
Weitere Initiativen im Geschäftsjahr 2020/2021 verfolgten das Ziel, die Interaktion mit der
Energie AG für die Kunden weitestgehend zu vereinfachen. So wurden die (bisher
getrennten) Daten von Strom- und Gaskunden im neuen, gemeinsamen eService-Portal der
Netz OÖ GmbH zusammengeführt. Mehrwert für die Kunden durch vereinfachte Abläufe
verspricht außerdem die großangelegte Harmonisierung der internen EDV-
Systemlandschaft bei der Verarbeitung von Kundendaten über mehrere Produktsparten
hinweg. Die Integration der Gassparte im Frühjahr 2021 war dabei ein entscheidender Schritt.
Bei der laufenden Evaluierung der Kundenbedürfnisse wurde neben dem gestiegenen
Bedürfnis nach digitalen Kontaktmöglichkeiten und Angeboten auch eine erhöhte
Preissensibilität identifiziert. Dem Ziel der „leistbaren Energie für jedermann“ trägt die
Energie AG u. a. durch das Angebot von Produktkombinationen zu preislichen
Sonderkonditionen Rechnung.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
106
NFI-Bericht Soziales
Bei „Branchen-Monitor 2021“, eine der österreichweit größten Online-Umfragen zum
Thema Kundenzufriedenheit der Gesellschaft für Verbraucherstudien GmbH (ÖGSV),
wurde die Energie AG in der Kategorie Kundenservice zu einem der „Branchen-Champions
2021“ gekürt.
Generell sichern ein laufendes Monitoring und permanente Weiterentwicklungsmaßnahmen
die hohe Qualität der Kundenbetreuung – telefonisch, persönlich oder online.
Digitalisierung als starkes Standbein
Die Energie AG legt einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung von Services, Prozessen
und Kundeninteraktionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein Ziel der
Digitalisierungsmaßnahmen ist, den Kunden eine möglichst flexible, individuelle und
unkomplizierte Kontaktaufnahme zu ermöglichen.
Data-Analytics ermöglichen dabei – unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen
Rahmenbedingungen – schnellere und effizientere Entscheidungsprozesse. Mittels der
zusätzlichen Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Kunden werden Angebote individueller
entwickelt und gestaltet. Die Zusammenführung von Kundendaten aus den Sparten Strom,
Gas, Wärme und Telekom ermöglicht eine bessere Servicierung „aus einer Hand“.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden die › Kundenportale der Netz OÖ GmbH
zusammengeführt und funktionell harmonisiert. Im neuen, angepassten Kundenportal
können Netzkunden jetzt sowohl die Daten ihres Stromanschlusses als auch ihres
Gasanschlusses einsehen und verwalten.
Im Zuge der Digitalisierung realisierte das Segment Entsorgung bereits im Jahr 2012 den
ersten Entsorgungs-Onlineshop Österreichs (containerdienst24.at). Über dieses Internet-
Portal können Kunden Behälter für Entrümpelung, Grünschnitt oder zur Bauschuttentsorgung
österreichweit bestellen. Ein persönlicher regionaler Ansprechpartner steht für spezifische
Fragen und Abklärungen zur Verfügung. Dieses Angebot wurde 2016 für bestehende
Firmenkunden (Kundenportal für Großkunden) erweitert, die jederzeit
Entsorgungsdienstleistungen, Rechnungen, Wiege- und Begleitscheine sowie den Status
sämtlicher Aufträge abrufen können. Mittels individuell einstellbarer Berechtigungen können
Kunden für ihre Mitarbeiter Seiten- und Standortberechtigungen vergeben. Das Kundenportal
ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung der Entsorgungsprozesse und vereinfacht die
tägliche Zusammenarbeit.
Telefonisches Kundenservice
Ein wesentliches Kriterium für die Kundenzufriedenheit ist die prompte Erledigung
telefonischer Anfragen, die die Energie AG mithilfe topgeschulter, kommunikationsstarker
Kundenservice-Mitarbeiter sicherstellt. Unterstützend kommt künstliche Intelligenz zum
Einsatz, mit der einfache Anfragen automatisiert abgewickelt werden. Zusätzlich können mit
Hilfe eines intelligenten „Peak Managements“ Anrufe gezielt in eine weniger frequentierte
Zeitzone verschoben werden. Dadurch wird die Erreichbarkeit für die Kunden und damit
deren Zufriedenheit erhöht.
In Störungsfällen, die innerhalb kürzester Zeit zu einem massiven Anstieg von Anrufen
betroffener Kunden führen, sind rasche Annahmen und Abwicklungen der Gespräche
gefordert. Mit einem flexiblen Bereitschaftsdienst-Modell für die Kundenservice-
Mitarbeiter und geeigneter Infrastruktur (Homeoffice) ist auch die Bearbeitung
unvorhersehbarer bzw. hoher Anrufaufkommen möglich.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
107
NFI-Bericht Soziales
Zur Vereinfachung der Kundenservices wurde im Netzbereich nach der Harmonisierung und
Zusammenführung der Kundendaten auch der Kundenkontakt via Telefon vereinfacht.
Einführung und Nutzung neuer Technologien
Die Energie AG engagiert sich aktiv bei der Einführung und Nutzung neuer Technologien,
wobei der Kunde im Zentrum steht. So gehört die Netz OÖ GmbH zu den europäischen
Spitzenreitern beim flächendeckenden Smart Metering. Die intelligenten Stromzähler
ermöglichen den Kunden, ihren Energieverbrauch genau zu analysieren bzw. zu steuern. Ein
aktuell laufendes Upgrade-Projekt soll die Smart Meter mit weiteren nützlichen und
zukunftsweisenden Funktionen aufrüsten. Das praxisbewährte Gesamtsystem AMIS
verbessert mit verschiedenen Smart-Grid-Funktionen die Stromversorgungsqualität und
gewährleistet regelmäßig Verfügbarkeiten von mehr als 99 %. Nähere Informationen zum
Smart Metering sind im Konzernlagebericht, Segment Netz › Seite 33 enthalten.
Die Energie AG nutzt die Smart Meter-Technologie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
Der intelligente Stromzähler ist aus Sicht der Energie AG das zentrale Werkzeug für die
Umrüstung zum „Smart Home“ („intelligenter Haushalt“). Das Zusammenspiel von
Stromzähler und Home-Automation-Systemen ermöglicht die perfekte Nutzung von Energie,
die selbst erzeugt, zugekauft oder gespeichert wird. Dies führt zu einer Kostenersparnis,
einem geringeren Verbrauch und höherem Komfort für den Kunden. Smart Meter sind
Voraussetzung für die mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket eingeführten neuen
Marktmodelle bzw. Marktrollen. Sie ermöglichen z. B. die Abrechnung in den erneuerbaren
Energiegemeinschaften.
Die tschechischen Wasserbeteiligungen setzen bereits seit mehreren Jahren auf intelligente
digitale Wasserzähler. Die Digitalisierungsprojekte konzentrieren sich auf Smart Metering in
Beroun sowie Smart Metering und Netzdigitalisierung in Kolín. Weitere Studien laufen zum
Thema Digitalisierung von Leitstellen und Betrieb sowie die Entwicklung eines „digital Twins“
für eine Kläranlage. „Digital Twins“ sind Simulationsmodelle, wo z. B. der Betrieb einer
Kläranlage digital simuliert wird und Auswirkungen verschiedener Maßnahmen in dieser
Simulation getestet werden, bevor diese Maß im Realbetrieb umsetzt werden. Siehe auch
Konzernlagebericht, Segment Tschechien › Seite 40.
Kundenzufriedenheitsanalysen
Der Kontakt mit Kunden sowie Partnern dient der Energie AG dazu, deren Bedürfnisse,
Anliegen und Ideen zu erfahren und darauf basierend konkrete Problemlösungen und
Prozessoptimierungen zu erarbeiten. Ein zentrales Instrument ist dabei das
Beschwerdemanagement. Gemeinsam mit dem Kundenservice werden vierteljährlich die
Kontakte analysiert, die Themenbereiche evaluiert und daraus Handlungsoptionen abgeleitet.
Dazu zählen unter anderem die Zusammenarbeit mit sozialen Diensten zur
Schuldenprävention und Schuldenabfederung mittels dotiertem Energiesolidaritätstopf und
die Beratung zur Senkung von Energiekosten.
Regelmäßig werden über Meinungsforschungsinstitute Marktstudien und
Kundenumfragen als Due-Diligence-Maßnahme zur Sicherstellung der Kundenzufriedenheit
bei verschiedensten Zielgruppen durchgeführt. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden bei
Basisumfragen wertvolle Informationen für die regelmäßige Ermittlung der zentralen Key-
Performance-Werte und deren Entwicklung im Zeitablauf gesammelt. Laufend werden
aktuelle Schwerpunktthemen aufgegriffen und analysiert, um spezifische Angebote optimal
auszurichten – wie z. B. die Bewertung der Beratungsqualität im Rahmen der digitalen
Beratungswoche oder die Zufriedenheit und Erwartungen der Marktpartner der Energie AG.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
108
NFI-Bericht Soziales
Bei den Kunden der Vertrieb GmbH (Strom, Erdgas und Internet) ist eine überwiegend hohe
Loyalität zu beobachten: Beispielsweise sind 95,9 % der Kunden mit dem Vertrieb
grundsätzlich sehr oder eher zufrieden (Vorjahr: 96,5 %). Die laufende Messung der
Loyalitätswerte in festgelegten Kategorien (z.B. Produktangebot, Preiskommunikation,
Homepage, regionales Engagement etc.) bietet konkrete Ansatzpunkte zur weiteren
Verbesserung der Leistungen.
Die Kundenzufriedenheitsbefragung der Netz OÖ GmbH für Gasnetzbetreiber im Herbst
2020 erbrachte erneut ein sehr gutes Ergebnis. Die höchste Zufriedenheit zeigt sich wie auch
in den Vorjahren in Bezug auf die Verfügbarkeit der Gasversorgung, gefolgt von der
Zufriedenheit mit der technischen Kompetenz, der Termineinhaltung, der allgemeinen
Kompetenz sowie der Durchführung von Zählerablesungen und Arbeiten. Stark verbessert hat
sich im Vergleich zum Vorjahr die Zufriedenheit hinsichtlich Kundenorientierung, die beinahe
wieder auf dem hohen Niveau des Geschäftsjahres 2017/2018 liegt. Die Kunden der Netz
OÖ GmbH bewerten ihren Verteilnetzbetreiber in den Dimensionen Zuverlässigkeit (Note
1,15; Vorjahr: Note 1,13), Sicherheit (Note 1,24; Vorjahr: Note 1,32) und Qualität (Note 1,28;
Vorjahr: 1,32).
Auch an allen Standorten des Segments Entsorgung werden jährliche
Kundenzufriedenheitsumfragen durchgeführt. Die Bewertung erfolgt nach dem
Schulnotensystem und erreichte im Berichtszeitraum 2020/2021 die Note 1,36 (Vorjahr:
1,40).
Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsumfragen
Einheit
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Vertrieb GmbH
(Strom/gesamt)
sehr oder eher zufrieden
Netz OÖ GmbH
Zuverlässigkeit
Sicherheit
%
95,9
96,5
95,3
Note
Note
Note
Note
1,15
1,24
1,28
1,36
1,13
1,32
1,32
1,40
1,16
1,21
1,29
1,40
Qualität
Segment Entsorgung
Kommunikation im Online-Bereich
Die Energie AG stellt online über mehrere Kanäle zielgruppenspezifische Informationen bereit.
Dazu zählen die klassische Konzernwebsite › www.energieag.at, das Presseportal
› news.energieag.at, die Projektwebseiten › www.wir-denken-an-morgen.at für Kinder
und Jugendliche, › www.sportfamilie.at für Sportinteressierte, die Blogseiten
( › blog.energieag.at und › hochspannungsblog.at), die Facebookseite › Energie AG – Wir
denken an Morgen, der Instagram-Account › energie.ag und die Sportfamilien-Accounts
auf Instagram ( › energieagsportfamilie) und Facebook ( › Energie AG-Sportfamilie). Das
Angebot ergänzen noch weitere spezielle Produktwebsites der Energie AG.
Entsprechend der Kundenanforderungen und zur Optimierung der Kundenserviceprozesse
bietet die Energie AG vor allem in den Massenkundenbereichen funktionale Selfservice-
Portale an. Diese ermöglichen es den Kunden zahlreiche Aufgaben und Anliegen rund um
die Lieferverträge mit der Energie AG selbstständig und tageszeitunabhängig durchzuführen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
109
NFI-Bericht Soziales
REGIONALE VERANTWORTUNG UND GESELLSCHAFTLICHES
ENGAGEMENT
GRI 103-1, 103-2, 103-3, 102-9, 204-1
Die Energie AG will die regionale Wertschöpfung durch Realisierung von
Infrastrukturprojekten auf lokaler Ebene, Einbindung regionaler Anbieter in die
Beschaffungskette und engere Kooperation mit lokalen Fachbetrieben (Marktpartner) noch
weiter steigern. Das Unternehmen forciert Projekte, die Kunden den Konsum und Austausch
von dezentral erzeugter, erneuerbarer Energie ermöglichen.
Die positive wirtschaftliche Entwicklung der oberösterreichischen Regionen und die
Steigerung der Lebensqualität der Kunden wird außerdem durch den weiteren Ausbau
des Glasfasernetzes sowie die Entwicklung innovativer digitaler Dienstleistungen unterstützt.
Seine regionale Verantwortung nimmt der Energie AG-Konzern vor allem durch den
Betrieb von Wasserkraftwerken in ganz Oberösterreich wahr. Ausbildung von Fachkräften,
Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen und laufende Infrastruktur-Investitionen tragen
wesentlich zur Steigerung der Wertschöpfung in den Regionen bei.
Durch Marktpartnerschaften mit einschlägigen Fachbetrieben in ganz Oberösterreich
sichert die Energie AG den Kunden in ihrem jeweiligen Heimatort kompetente Beratung und
Betreuung in Energiefragen und animiert sie durch gemeinsame Aktionen mit diesen lokalen
Unternehmen und attraktive Förderungen zum Energiesparen.
Bei der Regionaltour durch oberösterreichische Städte und Gemeinden wurden im Sommer
2021 beim Energie AG-Tourbus tausende energiesparende LED-Leuchten an Kunden verteilt.
Die leistungsstarken Glasfaser-Internetverbindungen der Energie AG eröffnen Bewohnern
strukturell benachteiligter Regionen die Möglichkeit zur Berufstätigkeit (Homeoffice).
Die im Herbst 2020 von der Energie AG abgeschlossene Kooperation mit Genussland
Oberösterreich brachte Neukunden, die sich für Kombi-Produkte mit Ökostrom oder Biogas
aus lokaler Erzeugung entschieden, Genussland-Gutscheine für den Einkauf bei regionalen
Mitgliedsbetrieben.
Weiters werden auf lokaler Ebene Institutionen und Projekte mit volkswirtschaftlicher
Bedeutung, karitative Aktivitäten sowie Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Kunst
und Bildung initiiert bzw. unterstützt.
Ein Beispiel für die Unterstützung gemeinnütziger Organisationen im regionalen wie
überregionalen Bereich ist die Online-Plattform › wasserkarte.info, die Feuerwehren bei
Einsätzen den schnellsten Weg zu Hydranten weist.
Die Energie AG engagiert sich für sozial benachteiligte Interessensgruppen mit der Aktion
Energiesparpaket, siehe Umwelt, Vertrieb › Seite 88.
Aus Gründen der Solidarität gewährte der Konzern durch die COVID-19-Pandemie
benachteiligten Kunden spezielle Konditionen zur finanziellen Entlastung.
Hinsichtlich Lieferketten strebt die Energie AG nach Möglichkeit die Beschaffung bei
Unternehmen mit regionalem Bezug an. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Aufträge in der
Höhe von EUR 208,2 Mio. an 2.303 Lieferanten erteilt (Vorjahr EUR 204,0 Mio. an
2.213 Lieferanten). 93,2 % davon hatten ihren Sitz in Österreich (Vorjahr 92,3 %), 6,7 % in
anderen europäischen Ländern (Vorjahr 7,6 %).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
110
NFI-Bericht Soziales
Regionale Beschaffung
Einheit
Anzahl
%
2020/2021
2.303
93,2
2019/2020
2.213
92,3
2018/2019
2.177
84,1
Beauftragte Lieferanten
davon Anteil in Österreich
davon Anteil im restlichen Europa
andere
%
6,7
7,6
15,8
%
0,1
0,1
0,1
Bestellvolumen
Mio. EUR
Anzahl
208,2
2.303
204,0
2.213
208,0
2.177
Gesamt
Aktivitäten in den Bereichen Kultur, Sport und Soziales
GRI 102-12
Die Energie AG fördert kulturelle und sportliche Aktivitäten auf regionaler Ebene, u. a.
durch Sponsoring lokaler Veranstaltungen, Sport-Förderprogramme („ › Energie AG-
Sportfamilie“) und Online-Angebote für Fitnesstraining.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 erhielten 14 Mitglieder der Energie AG-Sportfamilie (Vorjahr: 16)
neben finanzieller Unterstützung weitere für die Ausübung ihres Sports wichtige Leistungen
sowie ein Umfeld für individuelle sportliche und menschliche Weiterentwicklung. Das
Hauptaugenmerk liegt auf der nachhaltigen Förderung aufstrebender Talente.
Im Frühjahr 2021 ging erstmals ein „Energie AG-Sportfamilienteam“ beim Wings-for-Life-
World-Run an den Start. Durch diese Initiative sammelte das Team aus Spitzensportlern und
Mitarbeitern Spendengelder in Höhe von EUR 6.100 für die Rückenmarksforschung.
Im Bereich Kultur ist das Unternehmen seit Jahren Partner des Projektes Höhen- bzw.
Sinnesrausch in Linz, dazu finden regelmäßig Ausstellungen im PowerTower in Linz statt.
Weiters fördert der Energie AG-Konzern junge, talentierte Künstler mit dem Klemens-Brosch-
Preis in Kooperation mit der Landesgalerie Linz, dem „Talenteförderpreis“ in Zusammenarbeit
mit der Kunstuni Linz und mit dem „Traumstipendium“ in Kooperation mit den OK Friends.
Darüber hinaus ist das Unternehmen langjähriger Partner vieler kultureller Initiativen in
ganz Oberösterreich, wie der OÖ. Landesausstellung, der Salzkammergut-Festwochen, der St.
Florianer Sängerknaben, der Brucknertage etc.
Im Sommer 2021 hat die OÖ Landes-Kultur GmbH über Ersuchen der Energie AG einen
offenen Wettbewerb für die künstlerische Innengestaltung eines Teilbereiches des derzeit
im Bau befindlichen Zubaus zur Konzernzentrale ausgeschrieben.
Als Partner des Roten Kreuzes und der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt der
Energie AG-Konzern Rettungsorganisationen mit hohem ehrenamtlichen Engagement.
Anfang 2021 wurden 20.000 Doppelpackungen mit energiesparenden LED-Leuchten an das
Rote Kreuz übergeben, im Sommer 2021 wurden 17.000 Flaschen Mineralwasser für die
Feuerwehren zur Verfügung gestellt.
Sozialer Mehrwert wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 im Zuge des Bauprojektes bei der
Konzernzentrale in Linz geschaffen. Der Rückbau des bestehenden Gebäudekomplexes
wurde in Form eines Social-Urban-Mining-Projekts realisiert. Dabei waren mehrere
Projektpartner eingebunden, darunter zwei sozialwirtschaftliche Betriebe aus Oberösterreich,
die für die Entrümpelung, Verwertung bzw. Entsorgung der anfallenden Altbaustoffe sorgten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
111
NFI-Bericht Soziales
Erlebniswelt Energie Timelkam
Die Energie AG betreibt in Timelkam ein Informationszentrum zum Thema elektrische Energie
(„ › Erlebniswelt Timelkam“), das im Geschäftsjahr 2020/2021 knapp 400 Kinder und Eltern
besucht haben (Vorjahr: 1.000). In den Jahren zuvor (ohne COVID-19-Pandemie-
Beschränkungen) waren es jeweils an die 5.000 Besucher. Pandemie-bedingt fanden in den
letzten beiden Geschäftsjahren in bzw. bei der Erlebniswelt Timelkam weder Schulstartfest
noch Workshops für Schulen statt.
Bewusstseinsbildung
Die Bewusstseinsbildung in Sachen Nachhaltigkeit, Energie und Umwelt bereits in jungen
Jahren ist dem Energie AG-Konzern ein großes Anliegen. Daher werden immer wieder
Initiativen von Jugendorganisationen unterstützt. Der sorgsame Umgang mit Natur und
Umwelt ist einer von acht pädagogischen Schwerpunkten der weltweiten
Pfadfinderbewegung. Seit vielen Jahren führen die oberösterreichischen Pfadfinder mit
Unterstützung des Energie AG-Konzerns und des Landes Oberösterreich Umweltprojekte
durch. Beispielsweise werden mit dem Projektwettbewerb „UmWeltdenker“ jährlich kreative
Ideen in diesem Bereich gesucht und die besten davon umgesetzt.
Das Bildungsprogramm „Energie AG macht Schule“ bietet Kindergärten und Schulen
Unterlagen zu den Themen Energie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Für dieses
Bildungsprogramm und im Speziellen für dessen Erweiterung erhielt die Energie AG 2019 als
eines von nur acht Unternehmen Österreichs das Gütesiegel „Familie Digital Kompetent“
des Bundesministeriums für Frauen, Familien und Jugend.
Der Energie AG engagiert sich für die Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und
Jugendlichen zum Thema Digitalisierung und hat die Website › www.wir-denken-an-
morgen.at und die Schulunterlagen mit entsprechendem Material ergänzt, um dem
Nachwuchs den sinn- und verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien und
digitalen Medien nahezubringen. Ergänzend dazu bietet die Plattform interaktive
Wissensspiele, Videos und Anleitungen für praktische Übungen und Experimente, um die
Jugend auf spielerische Weise an das Thema Digitalisierung heranzuführen.
Darüber hinaus gibt es bereits für die Jüngsten Minibücher zu den Themen rund um Energie
und Nachhaltigkeit. Mittlerweile sind acht Bücher erschienen, die von Privatpersonen, Schulen
und Kindergärten kostenlos angefordert werden können. Insgesamt sind bereits mehr als
380.000 Minibücher im Umlauf (Vorjahr 330.000). Ergänzend dazu wurde im Geschäftsjahr
2020/2021 ein Workshop für Kindergärten entwickelt, der Kindern ab 4 Jahren
Nachhaltigkeitsthemen spielerisch näherbringt.
Seit 2014 begleitet die Energie AG ein Bildungsprogramm für tschechische Studenten
und Schüler der Grund- und Mittelschulen, dessen Ziel der Schutz von Natur und Wasser ist.
Mittels maßgeschneidertem Unterrichtsmaterial für Grundschulen sowie kreativen Projekten
für höhere Schulstufen wird eine Sensibilisierung für den korrekten Umgang mit Abfall
gefördert. Das Projekt wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 fortgeführt, allerdings
eingeschränkt durch die COVID-19-Pandemie-bedingten Schulschließungen.
Der sorgsame Umgang mit der Umwelt und ein Bekenntnis zum ökologischen und effizienten
Wirtschaften sind Leitlinien der Energie AG. Seit 22 Jahren unterstützt der Energie AG-
Konzern den Umweltpreis „Energy Globe“. Knapp 30.000 Projekte für den Umwelt- und
Klimaschutz wurden seit 1999 in den Bereichen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Jugend
eingereicht. Österreich liegt jährlich im Spitzenfeld, was die „Weltmeisterrolle" des Landes
betreffend Nachhaltigkeit unterstreicht.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
112
NFI-Bericht Soziales
Energieinstitut der Johannes-Kepler-Universität Linz
Wissenschaft und Forschung genießen in der Energie AG traditionell hohen Stellenwert. Dies
zeigt sich auch in der langjährigen Partnerschaft mit dem Energieinstitut der Johannes-Kepler-
Universität in Linz. Als Gründungsmitglied bringt sich das Unternehmen einerseits in die
Gestaltung und positive Weiterentwicklung des Instituts ein, andererseits wird die hohe
Kompetenz in energierelevanten Bereichen und die fachübergreifende Aufstellung genutzt:
Die Energie AG beauftragt das Institut immer wieder mit der Ausarbeitung von Studien und
pflegt eine enge Zusammenarbeit bei Forschungsprojekten. Exemplarisch können hier etwa
Untersuchungen angeführt werden, die sich mit der Auswirkung des Erneuerbaren-Ausbau-
Gesetzes auf Stromnetze beschäftigen („Projekt 567“) oder ein Projekt zur Entwicklung
geeigneter Architekturen für Local-Energy-Communities („ECOSINT“).
Mitgliedschaften in Vereinen, Verbänden und Organisationen
GRI 102-12, 102-13
Die Energie AG ist Mitglied in unterschiedlichen, für ihre operative Tätigkeit relevanten
Verbänden und Interessensvertretungen im In- und Ausland, in welchen Energie AG-
Mitarbeiter auch Funktionen und Aufgaben in diversen Organen, Gremien und
Arbeitsgruppen wahrnehmen. Von diesen Mitgliedschaften profitieren sämtliche Mitarbeiter
der Energie AG durch den Erhalt von Newslettern, die Teilnahme an Veranstaltungen und
Webinaren sowie durch Zugang zu Onlineportalen, Publikationen, Studien, Modellen und
Analysen etc. Die unten angeführten Mitgliedschaften sind besonders hervorzuheben.
Neben der langjährigen Mitgliedschaft beim › Verein Österreichs E-Wirtschaft, der
Interessenvertretung der österreichischen Energieversorgungsunternehmen, bei der
› Industriellenvereinigung (IV) und der › Wirtschaftskammer (WK) ist die Energie AG auch
Mitglied der › IWS (Initiative Wirtschaftsstandort Oberösterreich), welche den
Wirtschaftsstandort Oberösterreich mit Grundlagenforschung, Studien, Themen-Enqueten
und Medienarbeit fördert.
Weiters ist die Energie AG Mitglied der › Österreichischen Energieagentur (AEA – Austrian
Energy Agency GmbH), des nationalen Kompetenzzentrums für Energie sowie des deutschen
› Bundesverbandes der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW). Beide Verbände
beschäftigen sich mit für Energieversorgungsunternehmen relevanten Themenfeldern, wie
beispielsweise Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Sektorkopplung etc.
Der › Energiesparverband Oberösterreich, eine Einrichtung des Landes Oberösterreich, ist
seit 1991 die zentrale Anlaufstelle für produktunabhängige Energieinformation. Seit der
Gründung ist die Energie AG Mitglied des Verbandes und arbeitet mit ihm unter anderem in
den Themenbereichen Energieberatung und Förderungen eng zusammen.
Die Mitgliedschaft beim › Verein für Ökologie und Umweltforschung (VÖU) bietet der
Energie AG eine Plattform für den Interessensaustausch zwischen Energiewirtschaft und
Experten der angewandten Forschung im Bereich Ökologie und Ökonomie. Der Verein setzt
sich mit komplexen Energie- und Umweltthemen wie erneuerbare Energieträger,
Ressourcenschonung oder Genehmigungsfragen bei Energie-Infrastrukturprojekten
auseinander und fördert interdisziplinäre Lösungsansätze.
Die Energie AG ist seit 1998 Mitglied des › Energy Centre Budweis, einer vom Land
Oberösterreich und dem Kreis Südböhmen unterstützten Energieberatungsstelle in Budweis,
deren Schwerpunkte die Unterstützung der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen und
die Nutzung erneuerbarer Energieträger sind. Seit 2002 ist die Energie AG Mitglied der
Fachgruppe Energie, deren Ziel die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
113
NFI-Bericht Arbeitnehmer
Oberösterreich und Südböhmen im Energiebereich ist. In der Fachgruppe Energie werden
grenzüberschreitende Projekte unterstützt sowie Wissen und Erfahrungen ausgetauscht.
ARBEITNEHMER – VERANTWORTUNGSVOLLER
ARBEITGEBER
GRI 103-1, 103-2, 103-3, 102-7, 102-8, 102-41, 404-2
Die Ziele der Energie AG im Bereich Arbeitnehmer – verantwortungsvoller Arbeitgeber sind:
Weiterentwicklung Employer Branding unter besonderer Berücksichtigung der Förderung
der Diversität (z. B. Frauen in technischen Berufen)
Personal- und Führungskräfteentwicklung sowie hohe Qualität in der
Lehrlingsausbildung
Langfristige Sicherstellung der Arbeitskräfteverfügbarkeit, im Besonderen über die
Positionierung als familienfreundlicher Arbeitgeber
Die Energie AG will sich gerade angesichts der markanten Umbrüche in der Arbeits- und
Lebenswelt weiterhin als krisensicherer und verantwortungsvoller Arbeitgeber
positionieren. Diesen Herausforderungen wird durch Etablierung zusätzlicher, flexibler
Arbeitszeitmodelle, durch Schaffung der technischen Voraussetzungen für mobiles Arbeiten,
Homeoffice etc. sowie durch bedarfsorientierte Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder von
Mitarbeitern begegnet.
Die Zufriedenheit der Mitarbeiter bemisst sich auch an der Selbstwirksamkeit im
beruflichen Kontext. Interne Ideencontests sollen dieses Bestreben fördern und durch die
Umsetzung von wertvollen Verbesserungsvorschlägen von Mitarbeitern gleichzeitig zu einer
erhöhten Wertschöpfung innerhalb des Energie AG-Konzerns beitragen.
Die eigene Lehrlingsausbildung sichert Nachwuchskräften eine umfassende
praxisorientierte Ausbildung durch Rotation in verschiedenen Konzernbereichen mit
entsprechenden Aufstiegsmöglichkeiten und wirkt dem allgemeinen Fachkräftemangel
präventiv entgegen. Spezielle Traineeprogramme sollen externen Zielgruppen einen
exzellenten Start ihrer beruflichen Karriere im Energie AG-Konzern ermöglichen. Zur
Förderung von Diversität und Chancengleichheit tragen Stipendiatinnen- und weitere
Förderprogramme, die sich unter anderem explizit an Technikerinnen richten, bei.
Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bedarf es engagierter und zufriedener
Mitarbeiter. Als wichtiger Arbeitgeber in den versorgten Regionen bietet die Energie AG
attraktive und sichere Arbeitsplätze. Flexible Arbeitszeitmodelle, ein hoher Standard bei
Arbeitsmitteln sowie ein umfangreiches Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
führen zu einer erfolgreichen Bewältigung der täglichen Herausforderungen.
Zum Stichtag 30.09.2021 waren 4.611 Mitarbeiter (FTE) in drei Ländern (Vorjahr: drei) für den
Energie AG-Konzern tätig (Vorjahr: 4.571) und durchschnittlich 165 Leasingkräfte (FTE) für
zeitlich begrenzte Projekte und zum Ausgleich von Arbeitsspitzen im Geschäftsjahr
2020/2021 eingesetzt (Vorjahr: 179 FTE).
Personal
Einheit
FTE
2020/2021
4.611
165
2019/2020
4.571
179
2018/2019
4.599
295
Personalstand
Leasingkräfte
Nationalitäten
FTE
Anzahl
29
28
27
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
114
NFI-Bericht Arbeitnehmer
Die Arbeitsverträge der Mitarbeiter in Österreich und in Südtirol unterliegen zu 100 %
Kollektivvertrags- bzw. Betriebsvereinbarungen. In Tschechien sind die Mitarbeiter in
Gewerkschaften organisiert. Der Energie AG-Konzern beschäftigt Mitarbeiter aus
29 Nationalitäten (Vorjahr: 28).
PERSONALSTAND UND -STRUKTUR
Einheit
2020/2021
5.030
2019/2020
4.997
2018/2019
4.949
Belegschaft (Anzahl Mitarbeiter)
Arbeitsplätze
Personen
Vollzeitstellen (FTE) 1)
davon in Österreich
davon Frauen
Anzahl
4.593
2.843
541
4.560
2.847
535
4.506
2.832
535
davon Männer
2.302
1.715
410
2.312
1.678
400
2.297
1.616
399
davon in Tschechien
davon Frauen
davon Männer
1.305
35
1.278
35
1.217
58
davon in weiteren europäischen Ländern
davon Frauen
4
4
6
davon Männer
31
31
52
Teilzeit
Personen
477
69,0
31,0
520
10,3
5,9
475
68,0
32,0
562
11,2
6,3
480
65,8
34,2
584
11,8
8,8
davon Frauen
%
davon Männer
%
Personen
%
Neuaufnahmen
Neuaufnahmen
Fluktuationsrate ohne Pensionierungen
%
Demografie
Durchschnittsalter der Belegschaft
Jahre
44,2
44,4
43,7
1) Die angeführten Angaben zu Mitarbeitern beziehen sich auf Full-Time-Equivalent (FTE) im Jahresdurchschnitt der voll- und quotenkonsolidierten Gesellschaften.
ARBEITEN UND LEBEN IN DER ENERGIE AG OBERÖSTERREICH
Die Energie AG unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Unternehmen ist mit
Ausnahme der Segmente Entsorgung und Tschechien seit 2012 mit dem Audit
„berufundfamilie“ zertifiziert, um sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zu positionieren,
Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zu generieren sowie mit dem damit
verbundenen, umfangreichen Maßnahmenpaket für Führungskräfte und Mitarbeiter zu
einem positiven Betriebsklima beizutragen.
Das „aktive Karenzmanagement“ unterstützt österreichische Mitarbeiter bei der Planung
von Auszeiten. Eine Pflegeplattform bietet umfassende Informationen und Servicelinks für
Mitarbeiter, die Angehörige pflegen und betreuen. Zur Erleichterung der Ferienplanung
unterstützte die Energie AG ihre Mitarbeiter auch im Sommer 2021 mit einem
Betreuungsprogramm für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Die Kooperation mit dem
Salzkammergut-Klinikum Gmunden bietet für die Mitarbeiterkinder neben einer tageweise
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
115
NFI-Bericht Arbeitnehmer
buchbaren Sommerbetreuung seit Juli 2020 auch eine ganzjährige Kindertagesstätte. Im
Zubau der Konzernzentrale in Linz, der aktuell errichtet wird, nimmt das „Loomiland“, die
betriebliche Kinderbetreuungseinrichtung, bereits Gestalt an. Geplanter Start der
Betreuung ist Sommer 2022.
Seit Jahresbeginn 2021 können Mitarbeiter gemäß Betriebsvereinbarung nach Absprache mit
dem Dienstgeber ein Sabbatical im Ausmaß von bis zu drei Monaten in Anspruch nehmen,
das vor allem als Maßnahme zur Gesundheitspräventation bzw. zur Weiterbildung (nicht
Bildungskarenz) gedacht ist.
Arbeitsumfeld, das zur Innovation motiviert
Design-Thinking-Experten, die in mehreren Workshops für die Energie AG ausgebildet
wurden, haben sich im Geschäftsjahr 2020/2021 vernetzt und stehen nun allen Bereichen des
Konzerns zur Verfügung, um Innovationsprozesse mit modernen Methoden zu unterstützen.
PERSONAL- UND FÜHRUNGSKRÄFTEENTWICKLUNG
Ein wesentliches Ziel ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte mittels gezielter Angebote auf die
Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten. Das Bildungsprogramm, das
allen Mitarbeitern zur Verfügung steht, ist stark auf die Erweiterung der Methoden- und
Medienkompetenz fokussiert. Dies betrifft insbesondere die Zusammenarbeit und Interaktion
im Arbeitsalltag und den Umgang mit neuen digitalen Technologien. Siehe dazu auch
Arbeitnehmer, Neues Lernen, Neues Arbeiten › Seite 116.
Kompetenzentwicklung
Einheit
Stunden
%
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Weiterbildung pro Mitarbeiter
Mitarbeitergesprächsquote
Lehrlinge
8,6
69,3
76
8,8
74,2
73
12,9
72,8
72
Personen
Personen
Abgeschlossene Lehrausbildungen
26
16
16
Bedingt durch die COVID-19-Pandemie mussten auch im Geschäftsjahr 2020/2021 viele
Präsenz-Bildungsveranstaltungen abgesagt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben
werden, dadurch wurde die Kennzahl „Weiterbildung pro Mitarbeiter“ negativ beeinflusst.
Die Lernplattform EINSTEIN bietet einen ausführlichen und ansprechend dargestellten
Überblick über das Bildungsprogramm und alle Mitarbeiter können sich mit wenigen Klicks
benutzerfreundlich anmelden. Darüber hinaus ermöglicht EINSTEIN, dass sowohl Mitarbeiter
als auch Vorgesetzte jederzeit alle bisher absolvierten Bildungsveranstaltungen abrufen
können.
Das Konfliktmanagementsystem der Energie AG hat sich weiter etabliert. Eine begleitende
Seminarreihe für Gruppen- und Teamleiter soll das Bewusstsein für das Thema und das zur
Verfügung stehende Instrument stärken. Auch die Betriebsräte haben sich im Rahmen von
Seminaren intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Für Mitarbeiter wurden zur
Sensibilisierung entsprechende Informationsveranstaltungen angeboten.
Die Energie AG-Mitarbeiter wurden in der Phase der teilweise als sehr belastend erlebten
Situation der COVID-19-Pandemie mit einem Webinar zum Thema „Resilienz“ unterstützt.
Interessierte Mitarbeiter konnten darüber hinaus das in mehreren Modulen aufgebaute
Onlinetraining „Leistungsfähig und motiviert durch Krisenzeiten“ besuchen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
116
NFI-Bericht Arbeitnehmer
Um die Führungskräfte während der COVID-19-Pandemie bei ihren neuen
Herausforderungen (z. B. Führung auf Distanz) zu unterstützen, wurden eintägige virtuelle
Workshops zum Thema „Führen in schwierigen, herausfordernden Zeiten“ angeboten.
Die Workshops gaben Geschäftsführern, Abteilungsleitern sowie Team- und Gruppenleitern
die Möglichkeit zu reflektieren und sich, unterstützt durch eine externe Expertin, über
Problemlösungsstrategien auszutauschen.
Für Team- und Gruppenleiter wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 der „Erfahrungszirkel
Führung“ fortgesetzt. In diesem Rahmen treffen sich die Teilnehmer dreimal jährlich –
COVID-19-bedingt teilweise virtuell – in Kleingruppen, begleitet durch einen Coach, um sich
über Führungsthemen auszutauschen. Der Erfahrungszirkel soll dazu beitragen, im
Führungsalltag auftauchende Probleme zu lösen und sich gegenseitig im Führungskreis als
Sparring-Partner zur Verfügung zu stehen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde den
Teilnehmern – speziell auch in Hinblick auf die neu entstandenen Herausforderungen – ein
virtueller Key-Note-Vortrag eines Gehirnforschers zum Thema „Führen im Multitasking-
Modus“ mit anschließender Diskussions- und Austauschmöglichkeit angeboten.
Das Kompetenzmodell wird weiterhin als Grundlage für Feedbackgespräche zwischen
Vorstand/Geschäftsführer/Abteilungsleiter herangezogen.
Das „Energie AG Future Lab“ ist ein offenes und innovatives Format mit dem Ziel,
Führungskräfte gemeinsam methodisch und inhaltlich weiterzuentwickeln, und bietet
darüber hinaus einen Freiraum für die Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen. Neben
Geschäftsführern und Abteilungsleitern sind auch Nachwuchskräfte (PowerTalente) aus dem
Energie AG-Konzern in das Programm eingebunden. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie
musste der zunächst für Herbst 2020 geplante Durchlauf auf den Herbst 2021 vertagt
werden. Als Ersatz fanden zwei Brückenveranstaltungen statt, die einerseits ein Bindeglied
zum nächsten Durchlauf darstellen sollten und andererseits eine Auseinandersetzung mit den
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ermöglichten. In der ersten Brückenveranstaltung,
die virtuell abgehalten wurde, erfolgte ein Austausch mit dem Vorstand zu den bisher
gewonnenen Erkenntnissen zu Führung und Zusammenarbeit im Kontext der
COVID-19-Krise. In der zweiten Brückenveranstaltung wurde vom Vorstand und den
Führungskräften herausgearbeitet, welche Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie so viel
Potenzial haben, dass sie in Zukunft weiterverfolgt werden sollen.
Im Rahmen der für alle österreichischen Mitarbeiter über das System EINSTEIN zugänglichen
Personalentwicklungsprogrammes wurden zu den Themengebieten Medienkompetenz und
Methodenkompetenz eine Vielzahl an Ausbildungen angeboten, die einen wesentlichen
Beitrag dazu leisten, dass Mitarbeiter insbesondere im Bereich der digitalen Medien als auch
der Arbeitsmethoden am letzten Wissensstand und damit beschäftigungsfähig bleiben.
Neues Lernen, neues Arbeiten
Da die COVID-19-Pandemie auch im Geschäftsjahr 2020/2021 die Zusammenarbeit stark
beeinträchtigt hat, wurden die bereits gut etablierten virtuellen Seminarformate
Onlinetraining und Webinar bei vielen Themenstellungen weitergeführt. Darüber hinaus
wurde mit speziellen in Form von Kurzfilmen aufbereiteten Inputs zu Themen wie „Rituale
im Homeoffice“ oder „Gestaltung des Heim-Arbeitsplatzes“ die Arbeitsorganisation im
Homeoffice unterstützt.
Die in der Energie AG in Österreich durchgeführte Umfrage „Neues Arbeiten im Homeoffice“
führte aufgrund der positiven Rückmeldungen zur Ausweitung des bisherigen Homeoffice-
Modells. Eine dementsprechende Betriebsvereinbarung samt Leitfäden für IT-Sicherheit,
Datenschutz, Arbeitssicherheit (Ergonomie) und Schulung sind in Ausarbeitung.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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NFI-Bericht Arbeitnehmer
Employer-Branding
Die Altersstruktur der Mitarbeiter in den Konzerngesellschaften und die Herausforderung,
geeignete Fachkräfte zu rekrutieren, erfordern ein strategisch koordiniertes Recruiting- und
Nachfolgemanagement mit dem Ziel, potenzielle Mitarbeiter frühzeitig auf das Unternehmen
aufmerksam zu machen und ihnen Möglichkeiten der Bewerbung zu bieten. Neben der
Fortsetzung der allgemeinen Employer-Branding-Kampagne wurde im Geschäftsjahr
2020/2021 der Schwerpunkt auf Facharbeiter und Kraftfahrer (speziell für den Bereich
Umwelt Service GmbH) gelegt. Darüber hinaus wurde die Zielgruppe der Universitäts- und
FH-Absolventen mit unterschiedlichen Maßnahmen weiter im Fokus behalten. Für HTL-
Absolventen wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 erstmals ein HTL-Traineeprogramm
angeboten, bei dem mit einem flexiblen Einstieg bis zum 01.08.2021 fünf HTL-Trainees im
Konzern aufgenommen wurden. Sie rotieren über zwölf Monate hinweg in unterschiedlichen
Bereiche und besuchen ein begleitendes Seminarprogramm.
Förderung der Diversität – Frauen in technischen Berufen
Aufgrund des großen Erfolges in den Vorjahren wurde im Herbst 2020 ein Stipendium an
drei weitere Technikerinnen vergeben (Vorjahr: zwei). Die Stipendiatinnen erhalten nicht
nur finanzielle Unterstützung, sondern können auch Praktika im Unternehmen absolvieren
und ihre Masterarbeit mit Unternehmensbezug verfassen. So kann eine frühzeitige Bindung
an das Unternehmen erreicht werden.
Diversität
Einheit
2020/2021
23,5
2019/2020
23,1
2018/2019
22,6
Frauen
%
%
%
%
Männer
76,5
76,9
77,4
Frauen in Führungspositionen 1)
Männer in Führungspositionen
15,2
15,8
14,6
84,8
84,2
85,4
1) Definition Führungsposition: Geschäftsführer, Abteilungs-, Bereichs-, Betriebs-, Holding-, Stabstellen-, Team- und Gruppenleiter.
Im Hinblick auf die Bewältigung künftiger Anforderungen ist es für die Energie AG wichtig,
dass die Mitarbeiter mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sind und Diversität
nicht nur im Recruiting, sondern auch intern, beispielsweise bei der Besetzung von
Führungspositionen, gelebt wird.
Seit 2014 fördert die Energie AG mit dem START-Stipendienprogramm begabte und
gesellschaftlich engagierte Schüler mit Migrationshintergrund materiell und ideell, um
Voraussetzungen für eine akademische Laufbahn zu schaffen. Diese Patenschaft deckt Kosten
für eine (einmalige) PC-Ausstattung, Bildungsmittel, die Teilnahme an Seminaren,
Jahrestreffen und regionalen Veranstaltungen sowie Workshops ab.
ERHALT DER GUTEN QUALITÄT DER LEHRLINGSAUSBILDUNG
Die eigene Lehrlingsausbildung der Energie AG ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Seit
1943 wurden im Konzern 1.532 Lehrlinge erfolgreich zu Spitzenfachkräften ausgebildet.
Rund die Hälfte davon ist heute noch im Unternehmen tätig. Im September 2021 begannen
22 Jugendliche (Vorjahr: 21), darunter zwei junge Frauen, ihre Ausbildung als Lehrlinge bei
der Energie AG in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik. Im Sinne der Förderung der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
118
NFI-Bericht Arbeitnehmer
Diversität haben auch Lehrlinge mit Migrationshintergrund und Asylwerber ihren Platz im
Energie AG-Konzern.
Die Marketingaktivitäten werden in den Bezirken mit erhöhtem Facharbeiterbedarf (z.B.
Schärding, Ried, Braunau) in den nächsten Jahren erheblich verstärkt. Polytechnische Schulen
in diesen Bezirken werden persönlich von den Lehrlingsausbildnern besucht und die Schüler
über die Ausbildung informiert. Die Präsenz bei regionalen Berufsmessen wird ständig
verstärkt. Die Lehrlingsausbildung wird sich erstmals ab dem Geschäftsjahr 2021/2022 auf
den Messen in Braunau (Burgkirchen) und Mattighofen präsentieren.
Die Kooperation mit Pflichtschulen (Polykurs Elektrotechnik, PowerGirls, Girls-Day) sowie
Schnupperlehre-Angebote konnten im abgelaufenen Jahr aufgrund der
COVID-19-Pandemie nur in eingeschränkter Form stattfinden. Hier half der virtuelle
Rundgang durch die technisch modern ausgestattete Lehrwerkstätte der Energie AG in
Gmunden mittels 3D-Brille.
Das Thema Digitalisierung hat in der Lehrlingsausbildung besonderen Stellenwert. Von
Digitaltechnik-Basiswissen über CNC-(Computerized-Numerical-Control)-Technik, SPS-
(speicherprogrammierbare Steuerung)-Programmieren, Konstruktion mit 3D-Drucker bis zur
Loxone-Smart-Home-Digitalsteuerung am Tablet werden die Lehrlinge mit digitaler Technik
vertraut gemacht. Nach erfolgreich absolvierter Probezeit bekommt jeder Lehrling sein
persönliches Tablet zur firmeninternen sowie privaten Verwendung.
Die Themen Sicherheit und Gesundheit sind der Energie AG bei der Ausbildung der
Lehrlinge ein besonders großes Anliegen. Mit professionellen Workshops und Seminaren
bietet das Unternehmen den jungen Menschen Orientierung, beispielsweise bei Themen wie
Suchtprävention und sicherem Umgang mit dem Internet.
Der wichtigste Meilenstein ist für einen Lehrling die Facharbeiterprüfung in der
Wirtschaftskammer. Die Qualität der Ausbildung wurde dabei auch im Geschäftsjahr
2020/2021 mit einem hervorragenden Ergebnis dokumentiert. Die 18 aktuellen Absolventen
(Vorjahr: 16) erreichten 15 Auszeichnungen in der Berufsschule und 14-mal einen guten oder
ausgezeichneten Erfolg bei den Abschlussprüfungen. Dass die Energie AG das hohe
Ausbildungsniveau auch trotz COVID-19-bedingter Einschränkungen aufrechterhalten
konnte, wird durch einen herausragenden Erfolg beim Lehrlingswettbewerb der oö.
Industrie bestätigt: Ein Energietechniker im 2. Lehrjahr siegte dabei nicht nur in seiner
Kategorie, sondern dominierte auch den Gesamtbewerb und wurde folglich zum „besten
Lehrling Oberösterreichs 2021“ gekürt.
Die Kapazität der Lehrwerkstätte in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik wurde auf
das Maximum ausgebaut, daher konnten bereits im September 2021 22 Lehrlinge ihre
Karriere bei der Energie AG starten.
Die Modernisierung der Lehrwerkstätte wurde ebenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr
gestartet. So konnten die Elektrowerkstätte und das Labor bereits auf den „neuesten Stand
der Technik“ gebracht werden. In den nächsten Jahren wird dieses Projekt weitergeführt um
zu gewährleisten, dass die Lehrlingsausbildung der Energie AG auch in Zukunft zu den besten
Ausbildungsstätten Oberösterreichs gehört.
Der Recruiting-Prozess stellte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine große Herausforderung
dar. Durch ein an die geltenden COVID-19-Regeln im Energie AG-Konzern angepasstes
Aufnahmeverfahren ist es gelungen, alle freien Lehrstellen qualitativ hochwertig zu besetzen.
2018 wurde auf Initiative der Energie AG der › Verein ZLÖ (zukunft.lehre.österreich)
gegründet mit dem Ziel, das Image der Lehre in Österreich zu stärken. Die Präsidentschaft hat
derzeit der Initiator, Generaldirektor DDr. Werner Steinecker, MBA inne. Gemeinsam mit den
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
119
NFI-Bericht Arbeitnehmer
anderen Vereinsmitgliedern will die Energie AG der Lehre den Stellenwert zurückgeben, der
ihr als Fundament der Wirtschaft und damit der Gesellschaft und der Zukunft gebührt. Seit
2018 wurde intensiv an der Konzeptionierung und Ausschreibung einer österreichweiten
Lehrlingsplattform gearbeitet und eine zielgruppengerechte Imagekampagne für die Lehre
umgesetzt. Mit EUR 2.000 Förderung pro eingestelltem Lehrling wird ein Paket zur Rettung
von Lehrstellen umgesetzt.
GESUNDHEITSSCHUTZ UND SICHERHEIT AM ARBEITSPLATZ
GRI 403-1, 403-2, 403-3, 403-4, 403-5, 403-6, 403-7, 403-8
Die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer wird als wesentlicher Erfolgsfaktor
wahrgenommen und durch zielgerichtete Schwerpunktprogramme und interne Kampagnen
gefördert.
Nur gesunde und zufriedene Mitarbeiter können erfolgreich für ein Unternehmen tätig
sein. Die Energie AG fördert das Bewusstsein und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter
hinsichtlich Qualität und Arbeitssicherheit. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde dazu eine
interne Kampagne unter dem Titel „100 % sicher“ lanciert, die Mitarbeiter auf mögliche
Gefahren im Berufsumfeld hinweisen soll. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter im Rahmen dieser
Kampagne aufgerufen, eigene Ideen einzubringen, deren Umsetzung die Arbeitssicherheit
zusätzlich steigern kann.
Potenzielle Gefahren werden gemäß § 4 ArbeitnehmerInnenschutzgestz (ASchG) von den
jeweiligen Frührungskräften (bzw. verantwortlichen Beauftragten gemäß § 9
Verwaltungsstrafgesetz (VStG)) mit Unterstützung der jeweiligen Sicherheitsfachkraft und den
Arbeitsmedizinern ermittelt und beurteilt. Dies ist die Basis für die Festlegung von
Maßnahmen (die Arbeitsplatzevaluierung). Das „Handbuch Sicherheit“ von Österreichs
Energie stellt die Tätigkeitsevaluierung dar. Auftretende Missstände bei den laufenden
Begehungen gemäß § 77a ASchG werden ebenfalls nach einer Risikomatrix gemäß ISO
45001:2018 bei den österreichischen Gesellschaften (exkl. Segment Entsorgung) bewertet.
Die Mitarbeiter bewerten auch ihre Tätigkeiten nach einer Risikomatrix, die vom
Sicherheitsmanagement in Form von Unterweisungsvorlagen zur Verfügung gestellt wird.
Arbeitsunfälle oder Vorfälle, die beinahe zu einem Unfall geführt hätten, werden gemäß
ASchG vom Sicherheitsmanagement untersucht, sofern dies zur Verhütung weiterer
Unfälle nützlich erscheint. Daraus werden entsprechende Maßnahmen abgeleitet, wie
beispielsweise eine Änderung von Arbeitsstoffen, Arbeitsmitteln, Arbeitsverfahren,
persönliche Schutzausrüstung oder verstärkte Unterweisungen.
Gefahren oder Risiken werden dem unmittelbaren Vorgesetzten gemeldet. Je nach Bedarf
werden weitere Personen (Arbeitgeber, Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmediziner etc.)
eingebunden, um diese Gefahren zu erkennen und Risiken bestmöglich zu minimieren. Den
Mitarbeitern stehen alle Tätigkeiten eines Arbeitsmediziners gemäß § 82 ASchG zur
Verfügung.
Die Mitarbeiter werden gemäß ASchG durch die Einbindung von
Sicherheitsvertrauenspersonen oder der jeweiligen Belegschaftsvertretung in Themen der
Arbeitssicherheit eingebunden.
Die Kommunikation von sicherheitsrelevanten Themen an die Mitarbeiter erfolgt über
den Arbeitgeber hierarchisch gemäß der jeweiligen Organisationsstruktur unter Einbindung
der Sicherheitsvertrauensperson. Den österreichischen Mitarbeitern steht ein breites
Schulungsangebot zu Arbeitssicherheit zur Verfügung (beispielsweise E-learning-Module zu
vorbeugendem Brandschutz, Absturzsicherung, Arbeiten in Behältern;
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
120
NFI-Bericht Arbeitnehmer
Präsenzveranstaltungen: Baustellenabsicherung, Arbeiten unter Spannung, Arbeiten mit
Hubarbeitsbühnen).
Durch vorbeugende Maßnahmen und Information werden arbeitsbedingte Erkrankungen
vermieden und die Mitarbeiter im Rahmen des Gesundheitsprojektes „energy@work“ zu
einem bewussteren Umgang mit ihrer Gesundheit animiert. Sind bereits Erkrankungen
aufgetreten, setzt das Unternehmen Maßnahmen, um die Rehabilitation zu fördern. Das
betriebliche Gesundheitsmanagement der Energie AG ist mit dem Gütesiegel „Betriebliche
Gesundheitsförderung bis 2022“ ausgezeichnet (ausgenommen die Segmente Entsorgung
und Tschechien).
Zahlreiche Programme tragen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter bei
(beispielsweise Webinar „Gestärkt während COVID-19-Pandemie“, Erste-Hilfe-Kurse,
Nichtraucher-Seminar, Workshop „Schichtfit-Basis“).
In regelmäßigen Gesundheits-Jour-fixes werden unter Einbeziehung der
Arbeitnehmervertretung, der Arbeitsmedizin und des Sicherheitsmanagements aktuelle
Themen besprochen und Lösungen erarbeitet. Wöchentliche Bewegungsangebote in
mehreren Arbeitsstätten fördern das Gesundheitsbewusstsein. Das Betreuungsangebot der
Arbeitsmedizin umfasst ausführliche Beratungen in den Sprechstunden sowie Impfaktionen.
Bei persönlichen Problemen bzw. Konflikten steht als Unterstützung die
„Arbeitspsychologische Serviceline“ für alle österreichischen Mitarbeiter zur Verfügung. Im
Frühjahr 2021 wurde eine konzernweite MitarbeiterInnenbefragung durchgeführt. Mit
den Inhalten zu psychischen Belastungen und deren gesundheitlichen Auswirkungen wurde
diesmal für die österreichischen Unternehmen auch die gesetzlich geforderte „Evaluierung
psychischer Belastungen“ abgedeckt. Weiters wurden Fragen zur Erhebung des HWI
(„Human Work Index“) sowie spezifische Fragen zu Projekten und Themenschwerpunkten
gestellt.
Die Ergebnisse der Evaluierung psychischer Belastungen zeigen, dass alle österreichischen
Geschäfts- und Servicebereiche sowie die Holdingeinheiten und die ČEVAK a.s. aus dem
Segment Tschechien in allen vier Dimensionen besser als der Österreich-Benchmark liegen.
Beim HWI liegt die Energie AG (alle österreichischen Geschäfts- und Servicebereiche sowie die
Holdingeinheiten) genau im Österreich-Benchmark. Das größte Beteiligungsunternehmen in
Tschechien, die ČEVAK a.s., liegt in allen Kategorien über dem Benchmark. In einem nächsten
Schritt werden Maßnahmen abgeleitet und zur Umsetzung gebracht.
Arbeitssicherheit
Einheit
Anzahl
‰
2020/2021
70
2019/2020
2018/2019
101
Arbeitsunfälle
80
16,20
32,40
9,35
1
Unfallrate
14,80
29,20
9,70
20,63
24,37
11,85
0
Ausfalltage pro Arbeitsunfall
LTIF 1)
Anzahl
Todesfälle nach arbeitsbedingten Verletzungen
Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen 2)
Anzahl
Anzahl
0
169
52
85
1) Lost-Time-Injury-Frequency-Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden
2) Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen 2019/2020 und 2018/2019 exkl. Segment Entsorgung und Segment Tschechien, 2020/2021 exkl. Segment Tschechien
Die Energie AG sorgt dafür, dass das Arbeitnehmerschutzgesetz und die dazu erlassenen
Verordnungen konzernweit konsequent eingehalten und entsprechende
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
121
NFI-Bericht Compliance
Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Im Laufe des Geschäftsjahres 2020/2021 wurden
im Konzern (exkl. Segment Tschechien) als Teil der Due-Diligence-Maßnahmen 169
angekündigte und unangekündigte Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen durch
Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner gemeinsam mit den örtlichen Verantwortlichen
und/oder mit dem Management des Energie AG-Konzerns durchgeführt. Büroarbeitsplätze
wurden in Bezug auf ergonomische Gestaltung kontrolliert und nachjustiert, um
Erkrankungen des Bewegungsapparates der Mitarbeiter möglichst zu vermeiden.
Insgesamt wurden 70 meldepflichtige Arbeitsunfälle (Vorjahr: 80) registriert, dies entspricht
einer Unfallrate von 14,8 ‰ (Vorjahr: 16,20 ‰) (Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter) 1). Der Unfall-
Schweregrad lag bei 29,2 Ausfalltagen pro Arbeitsunfall (Vorjahr: 32,40). Auf eine
internationale Kenngröße umgelegt, bedeutet dies eine LTIF (LTIF – Lost-Time-Injury-Frequency
– Unfallhäufigkeitsrate pro 1.000.000 Arbeitsstunden) von 9,70 (Vorjahr: 9,35). Es ereignete
sich kein tödlicher Arbeitsunfall (Vorjahr: 1).
Bei näherer Betrachtung der Arbeitsunfälle ergibt sich ein differenziertes Bild nach
nationalen Gesichtspunkten und besonders nach den unterschiedlichen Tätigkeitsgebieten
des Energie AG-Konzerns. Das Segment Entsorgung weist eine deutlich höhere Unfallrate
und eine höhere Unfallschwere auf als die restlichen Segmente.
Im gesamten Energie AG-Konzern werden regelmäßig die gesetzlich erforderlichen
Unterweisungen zu Gefahren, Sicherheit und Gesundheit sowie zu Maßnahmen der
Gefahrenverhütung durchgeführt. Die Kurzunterweisungen wurden um mehrere Themen
erweitert und stehen für die Mitarbeiter online zur Verfügung.
Neben den Unterweisungen wurde im Berichtszeitraum als eine der Due-Diligence-
Maßnahmen eine Vielzahl an themenspezifischen Schulungen durchgeführt, die im
Bedarfsfall auch von Mitarbeitern externer Auftragnehmer im technischen und
elektrotechnischen Bereich besucht werden können. Neben Ausbildungen zum Thema
Arbeiten unter Spannung und Verfügungserlaubnisberechtigung wurden auch
Schulungsblöcke zur Schalt- und Schaltauftragsberechtigung in den Bereichen Nieder- und
Hochspannung sowie zu anderen sicherheitsrelevanten Themen, wie z. B. Arbeiten mit
Hubarbeitsbühnen, abgehalten.
Ziel der Sicherheitsfachkräfte in Bezug auf Unfallrate und Unfallschwere ist naturgemäß die
Zahl 0, wobei größtes Augenmerk auf mögliche Arbeitsunfälle mit hoher
Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schweregrad der möglichen Verletzung gelegt wird.
Um sich der gewünschten Zahl anzunähern, gilt es, die Mitarbeiter bestmöglich zu schulen
und die Verantwortlichen bei Unterweisungen optimal zu unterstützen. Ebenso sind
Arbeitsplätze und Tätigkeiten einer ständigen Evaluierung zu unterziehen und die
erforderlichen Maßnahmen entsprechend anzupassen.
COMPLIANCE
GRI 102-16, 103-1, 103-2, 103-3, 205-3
Die Ziele der Energie AG im Bereich Compliance sind:
Sicherstellung einer wertebewussten Compliance-Kultur
Vermeidung von Vermögensschäden und Reputationsverlust
Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs durch die Einhaltung von Gesetzen und
Vorschriften
Sicherstellung der Einhaltung aller konzernweiten Richtlinien und Vorgaben
Minimierung/Vermeidung von Haftungsrisiken und immateriellen Schäden
1)
Per Stichtag 30.09. inkl. teilkonsolidierte Unternehmen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
122
NFI-Bericht Compliance
Sensibilisierung der Mitarbeiter der Energie AG für die Einhaltung von Richtlinien und
des Verhaltenskodex
Implementierung effektiver Präventionsmaßnahmen
Erhöhung der Rechtssicherheit
Vermeidung von Verstößen gegen gesetzliche und interne Vorgaben
LEGAL COMPLIANCE UND KORRUPTIONSPRÄVENTION
Dem Schutz von Kundeninteressen wird besonderes Interesse gewidmet und durch den
konzernweit gültigen › Verhaltenskodex „So denken wir, so handeln wir“ sowie interne
Überwachungs-, Qualitätssicherungs- und Beschwerdemanagement-Systeme Rechnung
getragen.
› Compliance basiert in der Energie AG auf einem gemeinsamen Werteverständnis, das im
› Verhaltenskodex für alle Anspruchsgruppen, Personen in Führungspositionen und
Mitarbeiter nachvollziehbar veröffentlicht ist. Der Verhaltenskodex ist die Leitplanke für
gesetzes- und richtlinienkonformes Handeln. Er bildet die Grundlage für alle geschäftlichen
Aktivitäten und Entscheidungen im Energie AG-Konzern. Er ist die Basis für moralisch, ethisch
und rechtlich einwandfreie Verhaltensweisen aller Mitarbeiter des Konzerns. Der
Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiter verbindlich und enthält wesentliche Vorgaben für
respektvolles Verhalten sowie eine offene Kommunikation. Konzernweit wurden und werden
alle Führungskräfte und Mitarbeiter über den internen Verhaltenskodex informiert.
Interne und externe Überprüfungen haben insbesondere den Zweck,
Verbesserungspotenziale und Handlungsbedarf aufzuzeigen, sodass eine sukzessive
Weiterentwicklung der Managementsysteme sichergestellt werden kann. Audits nehmen in
diesem Zusammenhang und unter Beachtung der sich ändernden Rahmenbedingungen, vor
allem auch im Hinblick auf die Risiken der fortschreitenden Digitalisierung, einen speziellen
Stellenwert in der Energie AG ein.
Compliance-Management-System
Um Compliance wirksam im Unternehmen zu verankern, wurden in den vergangenen Jahren
ein Compliance-Management-System etabliert, entsprechende Regelwerke erarbeitet sowie
Schulungs- und Bewusstseins-Maßnahmen durchgeführt. Inhalte, Verantwortlichkeiten,
Kompetenzverteilungen, Dokumentations- und Berichtspflichten wurden festgelegt.
Informationen hinsichtlich Compliance werden den Mitarbeitern unter anderem via E-
Learning vermittelt. Sie können selbstständig entscheiden, wann sie dieses interaktive Tool
nutzen möchten und es somit optimal in ihren Berufsalltag integrieren.
Das Monitoring der relevanten nationalen und europäischen Gesetzesgrundlagen erfolgt
durch die Experten der Rechtskompetenzbereiche und gehört zu den Due-Diligence-
Maßnahmen des Energie AG-Konzerns. Bei konzernweit relevanten Themen ist die
Compliance-Organisation eingebunden.
Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wurde das Compliance-
Management-System 2021 einer externen Evaluierung unterzogen mit dem Ergebnis, dass
das System alle wesentlichen Elemente gemäß der internationalen Zertifizierungsnorm ISO
19600:2014 erfüllt.
Die Netz OÖ GmbH hat dem Verhalten ihrer Geschäftsführung und ihrer Mitarbeiter in
Zusammenhang mit Lobbying-Tätigkeiten einen eigenen › Verhaltenskodex gemäß
§ 7 LobbyG zugrunde gelegt. Aufgrund ihrer gesetzlichen Verpflichtung hat die Netz
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
123
NFI-Bericht Compliance
OÖ GmbH als Verteilernetzbetreiber für das Strom- und Gasnetz ein
Gleichbehandlungsprogramm erstellt und einen Gleichbehandlungsbeauftragten ernannt.
Anhand juristischer Datenbanken, diverser Gesetzeskommentare, Newsletter und
Rechtsregister externer Anbieter wird sichergestellt, dass in der operativen Tätigkeit der
Rechtsabteilung immer aktuelle Fassungen der jeweiligen Vorschriften verwendet werden. Die
Rechtsabteilung dient hierbei als einer von mehreren Multiplikatoren und informiert die
jeweiligen Fachbereiche und Gesellschaften über neue juristische Entwicklungen. Der Besuch
von Seminaren, Fachtagungen, die Mitwirkung in diversen Ausschüssen und die damit
verbundene Beachtung der aktuellen Rechtsentwicklungen/Gesetzesvorhaben sowie Besuche
der einzelnen Standorte vermitteln Rechtssicherheit und sorgen für die Einhaltung der
geltenden Vorschriften.
Informationen zum internen Kontrollsystem der Energie AG sind im Konzernlagebericht,
Internes Kontrollsystem › Seite 21 enthalten.
Antikorruption
Die Organe und Mitarbeiter der Energie AG sind dem Amtsträgerbegriff im Sinne des
Korruptionsstrafrechts unterstellt. Die umfassenden Compliance-Vorgaben des Energie AG-
Konzerns zur Korruptionsprävention werden durch laufende Schulungen als eine der Due-
Diligence-Maßnahmen konzernweit umgesetzt. Das in Österreich angebotene Lernmodul
„Antikorruption“ haben bisher 79,1 % der österreichischen Mitarbeiter absolviert (Vorjahr:
78,8 %).
Im Energie AG-Konzern gab es im Geschäftsjahr 2020/2021 sowie in den Vorjahren keine
Vorfälle von Korruption.
Kartellrechtliche Compliance
GRI 206-1
Die Energie AG bekennt sich vorbehaltlos zu einem fairen Wettbewerb mit ihren
Mitbewerbern, Geschäftspartnern und sonstigen Marktteilnehmern. Der
Kartellrechtsleitfaden richtet sich mit seinen Ausführungen zum gebotenen Marktverhalten
primär an die vertriebsorientierten Unternehmensbereiche und steht allen Mitarbeitern im
Energie AG-Konzern auch via Intranet zur Verfügung. Zum Thema Kartellrecht/
Wettbewerbsrecht besteht seit dem Geschäftsjahr 2018/2019 konzernweit ein Lernmodul,
um situationsbezogen allen (insbesondere den neu eingetretenen) Mitarbeitern das Thema in
einer gut aufbereiteten Form und nachweislich zugänglich zu machen. Die Zielgruppen für
die Absolvierung des Lernmoduls sind vorrangig alle Vertriebs- und vertriebsnahen
Unternehmensbereiche sowie der Beschaffungsbereich.
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt österreichweit in der
Abfallwirtschaftsbranche im Bereich Sammlung und Transport. Im Zuge dessen wurden im
März 2021 auch Räumlichkeiten der Umwelt Service GmbH am Standort Hörsching
durchsucht. Die Umwelt Service GmbH wirkt an der Aufklärung des Sachverhalts aktiv mit.
Abgesehen davon gab es keine weiteren kartellrechtlichen Vorkommnisse.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
124
NFI-Bericht Compliance
Datenschutz
GRI 418-1
Mit einem Datenschutz-Management-System stellt die Energie AG sicher, dass die Vorgaben
der seit Mai 2018 wirksamen Datenschutz-Grundverordnung (EU 2016/679, DSGVO) und des
neuen österreichischen Datenschutzgesetzes (DSG 2018) konzernweit umgesetzt und
eingehalten werden.
Die Datenschutzpolitik der Energie AG stellt den wesentlichen Handlungsrahmen des
Datenschutz-Management-Systems dar. Die Energie AG ist sich des Vertrauens bewusst, das
ihre Kunden in sie setzen. Deshalb ist der sichere, integre und vertrauensvolle Umgang mit
den personenbezogenen Daten oberste Prämisse ihres täglichen Handelns.
Mittels der implementierten Datenschutzprozesse werden begründete Beschwerden in Bezug
auf die Verletzung des Schutzes von Kundendaten erfasst, bearbeitet und gegebenenfalls
Korrekturmaßnahmen ergriffen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde keine melderelevante
Datenschutzverletzung gemäß Art. 33 DSGVO identifiziert (Vorjahr: ein eingestelltes
Verfahren).
Förderung des Bewusstseins für Compliance
Die Förderung des Bewusstseins für Compliance bei den Mitarbeitern liegt in der
Verantwortung der Führungskräfte. Die Energie AG stellt sicher, dass ihre Mitarbeiter die
Compliance sowie die Werte aus dem Verhaltenskodex kennen und leben. Der Vorstand hat
im Rahmen der jährlich zu definierenden Ziele die Möglichkeit, mit den Führungskräften
messbare und beeinflussbare Compliance-Ziele hinsichtlich Führungsperformance zu
vereinbaren. Darüber hinaus bestätigen die Führungskräfte die Einhaltung der gültigen und
verpflichtenden Compliance-Bestimmungen der Energie AG im Rahmen dieser individuellen
Zielvereinbarungen.
Compliance-Forum
Um eine nachvollziehbare Bearbeitung von Compliance-Anfragen sicherzustellen, wurde das
Compliance-Forum eingerichtet. Durch regelmäßige Treffen ist für den erforderlichen
Informationsaustausch gesorgt und eine konzernweit einheitliche Behandlung der
Compliance-relevanten Themen gewährleistet. Alle Konzernbereiche haben die Möglichkeit,
Compliance-Anfragen zu stellen und Compliance-Beratung in Anspruch zu nehmen.
Informationssicherheitsmanagement
Um die bedarfsgerechte, kontinuierliche Servicierung der Kunden und anderer Stakeholder
verlässlich gewährleisten zu können, betreibt die Energie AG seit Jahren ein konzernweites,
umfassendes Informationssicherheitsmanagement. Gerade im Zeitalter von Digitalisierung
und Cyber-Attacken hat die Erkennung und Abwehr derartiger Risiken und Angriffe hohe
Bedeutung. Zu diesem Zweck analysiert und bewertet die Energie AG ihre
Informationssicherheitsrisiken systematisch und periodisch, nimmt eine Risikopositionierung
vor und setzt effektive Maßnahmen zur Kontrolle bzw. Reduktion dieser Risiken.
Die im Geschäftsjahr 2018/2019 abgeschlossene Cyberrisiko- und
Vertrauensschadensversicherung ist in die Informationssicherheitsmanagement-
Risikobewertung 2020/2021 eingeflossen. Schlüsselbereiche sind nach ISO 27001:2015
zertifiziert und werden regelmäßig überprüft. Ein Überwachungsaudit gemäß ISO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
125
NFI-Bericht Compliance
27001:2015 fand im Geschäftsjahr 2020/2021 in der Business Services GmbH – Abteilung
Konzern-IT-Services statt. Die auf dem Bundesgesetz zur Gewährleistung eines hohen
Sicherheitsniveaus von Netz- und Informationssystemen (Netz- und
Informationssystemsicherheitsgesetz – NISG) beruhenden Vorgaben werden zeitgerecht und
schrittweise in den betroffenen Bereichen umgesetzt. Über die konzernweite
Awarenesskampagne „Schlaufuchs“ werden die Anwender regelmäßig proaktiv über
Gefahren und Risiken informiert sowie jährliche (elektronische) Schulungsprogramme
angeboten.
Ergänzend setzt die Energie AG zahlreiche technische Maßnahmen zur Etablierung und
Erhaltung eines adäquaten Sicherheitsniveaus um. Da es aber selbst bei höchsten
Anstrengungen keine absolute Sicherheit in der heutigen Informations- und
Kommunikationstechnologie gibt und somit immer ein gewisses Restrisiko bleibt, verfügt die
Energie AG über ein entsprechendes Notfall- und Krisenmanagement, um im Störungsfall
möglichst rasch wieder einen geordneten Betrieb und die Versorgung der Kunden
sicherstellen zu können.
Lieferkette
GRI 102-9, 102-10
Jeder Auftragnehmer der Energie AG muss sich verpflichten, dass er bei der Durchführung
des Auftrags in Österreich die in Österreich geltenden arbeits- und sozialrechtlichen
Vorschriften einhält: Einhaltung aller Arbeitnehmerschutzvorschriften, wie z. B.
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, Bauarbeiterschutzverordnung; Einhaltung des
Ausländerbeschäftigungsgesetzes, Verpflichtung zur vorschriftsmäßigen Entsorgung von
Abfällen, keine Verurteilungen hinsichtlich Lohn- und Sozialdumping. Zur regionalen
Beschaffung siehe Soziales, Regionale Verantwortung. › Seite 108
Die Beschaffung von Erdgas für die Kunden und für die Produktion von Strom und Wärme
erfolgt zum Großteil über Börsen und OTC-Handelsplätze in folgenden Märkten: TTF
(Niederlande), THE (Deutschland), VTPa (Österreich). Ein weiterer Teil der Beschaffung stützt
sich auf langfristige Verträge. Das in Mitteleuropa verteilte Erdgas stammt überwiegend aus
Russland, ein geringer untergeordneter Teil aus Inlandsproduktion.
ACHTUNG DER MENSCHENRECHTE
GRI 406-1
Das Wohl aller Menschen im Versorgungsgebiet ist dem Energie AG-Konzern wichtig. Das
Unternehmen handelt so, dass im Wirkungsbereich der sicheren und zuverlässigen
Versorgung die Grundlagen für dieses Wohlergehen, wirtschaftliches Handeln und die
Lebensqualität bereitgestellt werden können.
Die Achtung der Menschenrechte ist für den Energie AG-Konzern selbstverständlich. Die
Energie AG erwartet von ihren Geschäftspartnern, dass sie sich an die gesetzlichen
Rahmenbedingungen und an die geltenden Gesetze und Standards in Bezug auf
Menschenrechte halten. Hinsichtlich dieser werden für die Einhaltung der geltenden
Rechtsstandards in der Europäischen Union und in Europa keine wesentlichen Risiken
gesehen. Risiken in der vorgelagerten Lieferkette können nicht gänzlich ausgeschlossen
werden, weshalb in der Beschaffung mit gebührender Sorgfalt vorgegangen wird.
Die Gleichbehandlung wurde als Menschenrechtsthema im direkten Einflussbereich
identifiziert, wobei hier kein wesentliches Risiko besteht. Die Anlaufstellen für eine eventuelle
Diskriminierung sind wahlweise der Compliance-Beauftragte, der Betriebsrat oder der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
126
NFI-Bericht Compliance
jeweilige Vorgesetzte. Im Geschäftsjahr 2020/2021 sind, so wie in den Vorjahren, weder
Vorfälle der Diskriminierung gemeldet worden noch gerichtliche Verfahren anhängig.
Die Energie AG toleriert kein diskriminierendes Verhalten und keine ungleiche Behandlung,
weder aufgrund von nationaler oder ethnischer Herkunft, Religion, Alter, Geschlecht noch
anderer Merkmale. Die Vielfalt stellt für den Konzern als international tätiges Unternehmen
ein wertvolles Potenzial dar. Die Energie AG achtet die Individualität des Einzelnen und
verpflichtet sich zu einem toleranten und respektvollen Umgang sowie einer offenen
Kommunikation. Dies fördert auch ein Klima der Wertschätzung und des Respekts
untereinander und gilt sowohl für alle Mitarbeiter im Unternehmen als auch für die
Menschen im Versorgungsgebiet. Verhaltensweisen, die auf einen fairen und vertrauensvollen
Umgang miteinander abzielen, werden unterstützt.
Eine bewusste oder gezielte Falschinformation wird strikt abgelehnt. Gerade im Hinblick auf
Nachhaltigkeit und Verantwortung ist dem Unternehmen der offene und konstruktive
Dialog mit den europäischen, staatlichen, regionalen und kommunalen
Verantwortungsträgern, Interessensvertretungen, Non-Governmental Organisations (NGOs:
privat(rechtlich) organisierte bzw. Nicht-Regierungsorganisationen) und der direkt von den
Energie AG-Vorhaben berührten Bevölkerung wichtig.
Die Energie AG agiert stets im Sinne ihres Leitgedankens „Wir denken an morgen“ und
wird auch im Geschäftsjahr 2021/2022 ihr Nachhaltigkeitsengagement anhand von
ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Aspekten weiterentwickeln.
Linz, am 03. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
127
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
GRI-INHALTSINDEX 2020/2021
Der GRI-Inhaltsindex beschreibt in Übereinstimmung mit den GRI-Standards der „Global
Reporting Initiative“ (GRI), Option „Kern“, an welcher Stelle in dem Bericht über
nichtfinanzielle Informationen 2020/2021 die Standardangaben und die darüber
hinausgehenden Zusatzindikatoren zu finden sind.
Allgemeine Angaben
GRI
Standard
102-1
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
Name der Organisation
Über diesen Bericht › Seite 52
Geschäftsmodell › Seite 53
102-2
Aktivitäten, Marken,
Produkte und
Dienstleistungen
102-3
Hauptsitz der
Organisation
Geschäftsmodell › Seite 53
102-4
102-5
Betriebsstätten
Geschäftsmodell › Seite 53
Eigentümerstruktur › Seite 54
Eigentumsverhältnisse
und Rechtsform
102-6
102-7
Belieferte Märkte
Geschäftsmodell › Seite 53
Größe der Organisation
Eckdaten im Überblick › Seite 56
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
Konzernlagebericht › Seite 13
102-8
Informationen zu
Angestellten und
sonstigen Mitarbeitern
Die Aufteilung nach Arbeitsverträgen wird
ab dem Geschäftsjahr 2021/2022
vollständig berichtet.
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
102-9
Lieferkette
Regionale Verantwortung › Seite 108
Lieferkette › Seite 125
102-10
102-11
Signifikante Änderungen
in der Organisation und
ihrer Lieferkette
Vorsorgeansatz oder
Vorsorgeprinzip
Keine signifikanten Änderungen.
Lieferkette › Seite 125
Nachhaltigkeitschancen- und Risikomanagement ›
Seite 67
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
102-12
Externe Initiativen
Aktivitäten in den Bereichen Kultur, Sport und
Soziales › Seite 110
Mitgliedschaften in Vereinen, Verbänden und
Organisationen › Seite 112
102-13
102-14
Mitgliedschaft in
Verbänden und
Interessengruppen
Erklärung des höchsten
Entscheidungsträgers
Mitgliedschaften in Vereinen, Verbänden und
Organisationen › Seite 112
Vorwort des Vorstandes › Seite 50
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeitsziele › Seite 66
102-15
102-16
Wichtige Auswirkungen,
Risiken und Chancen
Werte, Grundsätze,
Standards und
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Stakeholderdialog › Seite 59
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Verhaltensnormen
Compliance › Seite 121
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
128
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
GRI
Standard
102-18
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
Führungsstruktur
Organe der Gesellschaft › Seite 54
Konzernstruktur › Seite 55
102-40
102-41
Liste der Stakeholder-
Gruppen
Tarifverträge
Stakeholderdialog › Seite 59
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
102-42
102-43
Ermittlung und Auswahl
der Stakeholder
Ansatz für die
Einbindung von
Stakeholdern
Stakeholderdialog › Seite 59
Stakeholderdialog › Seite 59
102-44
Wichtige Themen und
hervorgebrachte
Anliegen
Vorwort des Vorstandes › Seite 50
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Stakeholderdialog › Seite 59
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Zukunftsfähige Geschäfts-
modelle – Innovation › Seite 75
Kundenorientierung und -zufriedenheit › Seite 103
102-45
102-46
Im Konzernabschluss
enthaltene Entitäten
Anhang zum Konzernabschluss › Seite 142
Konsolidierungskreis › Seite 143
Vorgehen zur
Bestimmung des
Berichtsinhalts und der
Abgrenzung der Themen
Über diesen Bericht › Seite 52
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
102-47
102-48
Liste der wesentlichen
Themen
Neudarstellung von
Informationen
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Keine Neudarstellung von Informationen
durch die beschlossene Beendigung der
Strom- und Gasvertriebsaktivitäten in
Deutschland.
Geschäftsmodell › Seite 53
Gesellschaftsrechtliche Veränderungen › Seite 20
102-49
Änderungen bei der
Berichterstattung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
102-50
102-51
Berichtszeitraum
Über diesen Bericht › Seite 52
Über diesen Bericht › Seite 52
Datum des letzten
Berichts
Der Geschäftsbericht 2019/2020 wurde im
Dezember 2020 veröffentlicht.
102-52
102-53
Berichtszyklus
Über diesen Bericht › Seite 52
Über diesen Bericht › Seite 52
Ansprechpartner bei
Fragen zum Bericht
102-54
Erklärung zur
Über diesen Bericht › Seite 52
Berichterstattung in
Übereinstimmung mit
den GRI‑Standards
102-55
102-56
GRI-Inhaltsindex
GRI-Inhaltsindex 2020/2021 › Seite 127
Externe Prüfung
Der NFI-Bericht 2020/2021 wurde durch die
Konzernrevision der Energie AG im Auftrag
des Aufsichtsrats geprüft. Eine externe
Prüfung fand nicht statt.
Partner für Eigen- und Fremdkapitalgeber
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Wirtschaft › Seite 74
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
129
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
GRI
Standard
103-2
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Wirtschaft › Seite 74
103-3
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Wirtschaft › Seite 74
GRI 201: Wirtschaftliche Leistung 2016
201-1
Unmittelbar erzeugter
und ausgeschütteter
wirtschaftlicher Wert
Wirtschaft › Seite 74
Konzernlagebericht › Seite 13
Konzernabschluss › Seite 134
Zukunftsfähige Geschäftsmodelle & Innovation
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Wirtschaft › Seite 74
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Wirtschaft › Seite 74
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Wirtschaft › Seite 74
G4 EU Sector-Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche
EU DMA
(2013)
vormals EU8
Forschung und
Entwicklung
Zukunftsfähige Geschäfts-
modelle – Innovation › Seite 75
Konzernlagebericht › Seite 13
Forschung, Entwicklung und Innovation › Seite 22
Versorgungssicherheit und -qualität
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Versorgungssicherheit und -qualität › Seite 101
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Versorgungssicherheit und -qualität › Seite 101
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Versorgungssicherheit und -qualität › Seite 101
G4 EU Sector-Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
130
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
EU1 (2013)
Installierte Kapazitäten
nach Energieträgern
Segment Energie › Seite 81
Stromeigenaufbringung › Seite 87
EU2 (2013)
EU4 (2013)
Stromproduktion netto
Segment Energie › Seite 81
Stromeigenaufbringung › Seite 87
Länge des
Übertragungsnetzes
Versorgungssicherheit und -qualität › Seite 101
EU DMA
(2013)
Verfügbarkeit und
Verlässlichkeit
Versorgungssicherheit und -qualität › Seite 101
vormals EU6
Kundenorientierung und -zufriedenheit
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Kundenorientierung und -zufriedenheit › Seite 103
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Kundenorientierung und -zufriedenheit › Seite 103
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Kundenorientierung und -zufriedenheit › Seite 103
G4 EU Sector-Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche
EU3 (2013)
Anzahl der Endkunden
Segment Netz › Seite 92
Vertrieb › Seite 88
EU DMA
(2013)
Demand-Side-
Management
vormals EU7
EU DMA
(2013)
vormals
EU23
Programme, auch in
Partnerschaften mit der
Regierung zur
Stakeholderdialog › Seite 59
Kundenorientierung und -zufriedenheit › Seite 103
Verbesserung und
Aufrechterhaltung des
Zugangs zum Strom und
Kundendienstleistungen
Regionale Verantwortung & gesellschaftliches Engagement
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Regionale Verantwortung und gesellschaftliches
Engagement › Seite 108
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Regionale Verantwortung und gesellschaftliches
Engagement › Seite 108
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
131
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Regionale Verantwortung und gesellschaftliches
Engagement › Seite 108
GRI 203: Indirekte ökonomische Auswirkungen 2016
203-1
Infrastrukturinvestitionen
und geförderte
Dienstleistungen
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Segment Energie › Seite 81
Segment Netz › Seite 92
203-2
Erhebliche indirekte
ökonomische
Wirtschaft › Seite 74
Auswirkungen
GRI 204: Beschaffungspraktiken 2016
204-1
Anteil an Ausgaben für
lokale Lieferanten
Regionale Verantwortung › Seite 108
G4 EU Sector-Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche
EU DMA
(2013)
vormals
EU19
Stakeholderbeteiligung in
der
Entscheidungsfindung im
Zusammenhang mit der
Energieplanung und
Infrastrukturentwicklung
Stakeholderdialog › Seite 59
Klimaschutz & Ressourcenschonung
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Umwelt › Seite 78
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Umwelt › Seite 78
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Umwelt › Seite 78
GRI 305: Emissionen 2016
305-1
Direkte THG‑Emissionen
(Scope 1)
Indirekte energiebedingte
THG‑Emissionen (Scope
2)
Emissionen › Seite 78
Emissionen › Seite 78
305-2
GRI 306: Abfall 2020
306-1
Anfallender Abfall und
erhebliche
Segment Entsorgung › Seite 95
abfallbezogene
Auswirkungen
306-2
306-3
Management erheblicher
abfallbezogener
Auswirkungen
Segment Entsorgung › Seite 95
Segment Entsorgung › Seite 95
Angefallener Abfall
G4 EU Sector-Supplements für Unternehmen der Elektrizitätsbranche
EU12
(2013)
Verluste im
Übertragungs- und
Verteilnetz
Segment Netz › Seite 92
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
132
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
Verantwortungsvoller Arbeitgeber & Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Arbeitnehmer – Verantwortungsvoller Arbeitgeber ›
Seite 113
GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz 2018
403-1
Managementsystem für
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
403-2
Gefahrenidentifizierung,
Risikobewertung und
Untersuchung von
Vorfällen
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
403-3
403-4
Arbeitsmedizinische
Dienste
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
Mitarbeiterbeteiligung,
Konsultation und
Kommunikation zu
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
403-5
403-6
403-7
Mitarbeiterschulungen zu
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
Förderung der
Gesundheit der
Mitarbeiter
Vermeidung und
Minimierung von direkt
mit
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz ›
Seite 119
Nicht relevant
Geschäftsbeziehungen
verbundenen
Auswirkungen auf die
Arbeitssicherheit und den
Gesundheitsschutz
403-8
Mitarbeiter, die von
einem
Managementsystem für
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
abgedeckt sind
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
GRI 404: Aus- und Weiterbildung 2016
404-2
Programme zur
Programme zur Übergangshilfe, die den
Berufsausstieg aufgrund von Ruhestand
ermöglichen, wurden im Geschäftsjahr
2020/2021 nicht angeboten.
Personal- und Führungskräfteentwicklung › Seite 115
Achtung der Menschenrechte › Seite 125
Verbesserung der
Kompetenzen der
Angestellten und zur
Übergangshilfe
GRI 406: Nichtdiskriminierung 2016
406-1
Diskriminierungsvorfälle
und ergriffene
Abhilfemaßnahmen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
133
NFI-Bericht GRI-Inhaltsindex
Legal Compliance und Korruptionsprävention
GRI
Standard
Angabe
Verweis auf Online Information
Anmerkungen und Auslassungen
GRI 103: Managementansatz 2016
103-1
Erläuterung des
wesentlichen Themas
und seiner Abgrenzung
Wesentliche Nachhaltigkeitsthemen › Seite 57
Energie AG Strategie 2030 › Seite 61
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Compliance › Seite 121
103-2
103-3
Der Managementansatz
und seine Bestandteile
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Compliance › Seite 121
Beurteilung des
Managementansatzes
Nachhaltigkeit im Überblick › Seite 68
Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltmanagement ›
Seite 72
Compliance › Seite 121
GRI 205: Korruptionsbekämpfung 2016
205-3
Bestätigte
Korruptionsvorfälle und
ergriffene Maßnahmen
Compliance › Seite 121
GRI 206: Wettbewerbswidriges Verhalten 2016
206-1
Rechtsverfahren
aufgrund von
Kartellrechtliche Compliance › Seite 123
wettbewerbswidrigem
Verhalten, Kartell- und
Monopolbildung
GRI 418: Schutz der Kundendaten 2016
418-1
Begründete Beschwerden
in Bezug auf die
Datenschutz › Seite 124
Verletzung des Schutzes
und den Verlust von
Kundendaten
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
134
Konzernabschluss
Konzernabschluss 2020/2021
der Energie AG Oberösterreich
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
01.10.2020 BIS 30.09.2021
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
1. Umsatzerlöse
(6)
(6)
(6)
-118.964,6
-59.563,4
Bezugskosten für Strom- und Gashandel
Nettoumsatzerlöse
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
3. Andere aktivierte Eigenleistungen
4. Ergebnisanteil der at-equity einbezogenen Unternehmen
5. Sonstige betriebliche Erträge
Wertaufholungen
(3.1; 17)
(8)
(16.2)
(8)
–
Übrige
6. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
(9)
-1.292.784,5
-308.420,6
-1.102.204,8
-300.815,8
7. Personalaufwand
(10)
8. Abschreibungen(Davon Wertminderungen TEUR -723,0 (Vorjahr:
TEUR -14.311,6 ))
(11; 16)
(12)
-164.425,8
-179.894,7
-24.166,0
-172.628,6
-165.274,9
-22.746,6
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen
10. Operatives Ergebnis
11. Finanzierungsaufwendungen
12. Sonstiges Zinsergebnis
(13)
(13)
(14)
13. Sonstiges Finanzergebnis
14. Finanzergebnis
-20.134,2
-36.410,3
-20.669,6
-25.833,7
15. Ergebnis vor Steuern
16. Steuern vom Einkommen
(15)
17. Konzernergebnis
Davon nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen
Davon den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zuzurechnen
Konzernjahresüberschuss
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
135
Konzernabschluss Gesamtergebnisrechnung
GESAMTERGEBNISRECHNUNG
01.10.2020 BIS 30.09.2021
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
1. Konzernergebnis
2. Sonstiges Ergebnis
Posten, die nicht nachträglich in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgegliedert werden:
Neubewertung der leistungsorientierten Verpflichtung
Erfolgsneutrale Wertänderungen von Unternehmen at-equity
Wertänderungen von Beteiligungen und Wertpapieren FVOCI
Latente Steuern
(25)
-3.593,3
-7,8
(23)
(15)
-529,9
-2.180,8
Posten, die unter bestimmten Bedingungen nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden:
Hedge Accounting
(23; 24)
-22.447,3
Erfolgsneutrale Wertänderungen von Unternehmen at-equity
Währungsdifferenzen
(5.19)
(15)
-35.688,6
-4.541,5
Latente Steuern
Summe im sonstigen Ergebnis erfasste Aufwendungen und
Erträge
-14.580,7
3. Gesamtergebnis nach Steuern
4. davon Gesamtergebnis der nicht beherrschenden Anteile
5. davon Gesamtergebnis der Muttergesellschaft
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
136
Konzernabschluss Konzernbilanz
KONZERNBILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2021
30.09.2021
30.09.2020
AKTIVA
TEUR
TEUR
A. Langfristiges Vermögen
I. Immaterielle Vermögens- und Firmenwerte
II. Sachanlagen
(16)
(16)
III. Beteiligungen(davon Unternehmen at-equity: TEUR 233.868,9
(Vorjahr: 211.982,1 TEUR))
(17)
(18)
IV. Sonstige Finanzanlagen
V. Übriges langfristiges Vermögen
VI. Aktive latente Steuern
(19)
(15)
B. Kurzfristiges Vermögen
I. Vorräte
(20)
(21)
–
II. Forderungen und sonstige Vermögenswerte
III. Festgeldanlagen und kurzfristige Veranlagungen
IV. Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
V. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(5.10)
(32)
(22)
30.09.2021
30.09.2020
PASSIVA
TEUR
TEUR
A. Eigenkapital
I. Grundkapital
(23)
(23)
(23)
(23)
(23)
-50.640,0
II. Kapitalrücklagen
III. Gewinnrücklagen
IV. Sonstige Rücklagen
V. Nicht beherrschende Anteile
B. Langfristige Schulden
I. Finanzverbindlichkeiten
(24)
(25)
(15)
(26)
(27)
(28)
II. Langfristige Rückstellungen
III. Passive latente Steuern
IV. Baukostenzuschüsse
V. Erhaltene Anzahlungen
VI. Übrige langfristige Schulden
C. Kurzfristige Schulden
I. Finanzverbindlichkeiten
(24)
(29)
(30)
(24)
II. Kurzfristige Rückstellungen
III. Steuerrückstellungen
IV. Lieferantenverbindlichkeiten
V. Schulden im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten
(32)
(31)
–
VI. Übrige kurzfristige Schulden
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
137
Konzernabschluss Entwicklung des Konzerneigenkapitals
ENTWICKLUNG DES KONZERNEIGENKAPITALS
Rücklagen
IAS 19
Rücklagen
IFRS 9
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Stand 30.09.2020
-83.324,7
Posten, die nicht nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden:
Neubewertung der leistungsorientierten
Verpflichtung
–
–
–
–
–
–
-3.565,8
-7,8
–
–
Erfolgsneutrale Wertänderungen von
assoziierten Unternehmen at equity
Wertänderungen von Beteiligungen und
Wertpapieren FVOCI
–
–
–
–
–
–
–
Latente Steuern
-1.428,2
Posten, die unter bestimmten
Bedingungen nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden:
Hedge Accounting
–
–
–
–
–
–
Hedge Accounting Unternehmen at equity
Währungsdifferenzen
Latente Steuern
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
-35.687,4
Sonstiges Ergebnis
Konzernergebnis
–
–
–
-2.682,2
–
–
-53.192,3
-27,6
–
–
Gesamtertrag für die Periode
Dividendenausschüttung
Eigene Anteile
–
–
-2.682,2
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Sonstiges
-1,7
-1,7
Transaktionen mit Anteilseignern
-53.218,0
Stand 30.09.2021
-86.006,9
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
138
Konzernabschluss Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Sonstige Rücklagen
Eigenkapital der
Gesellschafter
des
Nicht
beherrschende
Anteile
Neubewertungs-
rücklage
Währungs-
differenzen
TEUR
Mutterunter-
nehmens
Eigene Anteile
Gesamt
Gesamt
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
-9.278,5
-50.640,0
–
–
–
–
–
–
-3.565,8
-7,8
-3.565,8
-7,8
-27,5
–
-3.593,3
-7,8
–
–
–
–
–
–
-536,8
-536,8
–
-529,9
(23)
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
(23)
–
–
–
-35.687,4
–
-1,2
(5.19)
–
-
-35.687,4
-53.192,3
-27,6
-35.688,6
-53.948,7
-27,6
–
-756,4
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
-27,6
–
-27,6
(23)
–
-1,9
–
-27,6
-27,6
-53.218,0
-758,3
-53.976,3
-9.306,1
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
139
Konzernabschluss Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Rücklagen
IAS 19
Rücklagen
IFRS 9
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Stand 30.09.2019
-86.005,2
Posten, die nicht nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden:
Neubewertung der leistungsorientierten
Verpflichtung
–
–
–
–
–
–
–
–
Erfolgsneutrale Wertänderungen von
assoziierten Unternehmen at equity
Wertänderungen von Beteiligungen und
Wertpapieren FVOCI
–
–
–
–
–
–
–
Latente Steuern
-888,9
-1.290,4
Posten, die unter bestimmten
Bedingungen nachträglich in die
Gewinn- und Verlustrechnung
umgegliedert werden:
Hedge Accounting
–
–
–
–
-22.511,3
Hedge Accounting Unternehmen at equity
Währungsdifferenzen
Latente Steuern
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Sonstiges Ergebnis
Konzernergebnis
–
–
–
-12.772,4
–
–
–
–
-53.193,3
-38,3
–
–
Gesamtertrag für die Periode
Dividendenausschüttung
Eigene Anteile
-12.772,4
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
-73,7
–
–
Sonstiges
Transaktionen mit Anteilseignern
-73,7
-53.216,3
Stand 30.09.2020
-83.324,7
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
140
Konzernabschluss Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Sonstige Rücklagen
Eigenkapital der
Gesellschafter
des
Nicht
beherrschende
Anteile
Neubewertungs-
rücklage
Währungs-
differenzen
TEUR
Mutterunter-
nehmens
Eigene Anteile
Gesamt
Gesamt
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
-9.240,2
-36.672,7
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
(23)
-2.179,3
-2.179,3
-1,5
-2.180,8
–
–
–
–
–
–
–
–
-22.511,3
-3.837,1
-13.929,0
–
-22.511,3
–
-22.447,3
(23)
-3.837,1
-3.837,1
-13.929,0
-53.193,3
-38,4
-704,4
-16,0
-651,7
-790,7
–
-4.541,5
(5.19)
–
–
–
–
–
–
–
–
-3.837,1
-14.580,7
-53.984,0
-38,4
–
–
–
-3.837,1
-13.929,0
–
–
–
–
–
–
-38,3
–
-38,3
(23)
–
-38,3
-38,3
-53.216,4
-783,4
-53.999,8
-9.278,5
-50.640,0
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
141
Konzernabschluss Kapitalflussrechnung
KAPITALFLUSSRECHNUNG
2020/2021
TEUR
2019/2020
TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern
(15)
(16)
Steuerzahlungen
Ergebnis nach Ertragsteuerzahlungen
-31.025,8
-35.507,7
Abschreibungen/Wertaufholungen auf das Anlagevermögen
Veränderung von langfristigen Rückstellungen
Veränderung des übrigen langfristigen Vermögens
Veränderung der übrigen langfristigen Schulden und erhaltenen Anzahlungen
Thesaurierte Ergebnisse der Equity-Unternehmen
-253,7
-26.435,9
-2.319,5
-21.775,0
-14.061,4
-12.623,8
-6.948,0
(26)
(26)
Erhaltene Baukostenbeiträge
Erträge aus der Auflösung von Baukostenzuschüssen
Verluste aus dem Abgang von Vermögenswerten
Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge
-28.092,9
-2.427,0
-2.142,9
-65.273,2
-26.854,9
-5.043,6
-1.717,1
Veränderung der kurzfristigen Vermögenswerte
(24.1)
Zahlungen aus Sicherungsgeschäften
Nicht zahlungswirksame Posten aus Derivaten
Sicherheitsleistungen für Derivate
Veränderungen der kurzfristigen Verbindlichkeiten
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen
CASH FLOW AUS DEM OPERATIVEN BEREICH
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
Auszahlungen für Zugänge zum Sachanlagevermögen und immateriellen
Vermögenswerten
-44.880,7
-50.881,8
-54.254,1
-47.989,5
-261,8
-35.989,3
-1.574,4
(16)
(3)
-198.072,5
-193.347,1
Einzahlungen aus Abgängen von Finanzanlagen
Veränderung des Konsolidierungskreises abzüglich übernommener Zahlungsmittel
Auszahlungen für Zugänge von Finanzanlagen und sonstigen Finanzinvestitionen
CASH FLOW AUS DEM INVESTITIONSBEREICH
–
-34.891,4
-215.190,7
-2.610,0
-22.731,0
-181.537,3
(34)
Dividendenausschüttung
Erwerb eigener Aktien und nicht beherrschender Anteile
-53.948,7
-27,6
-53.984,0
-39,9
(24.7)
(24.7)
(24.7)
(24.7)
Aufnahme Namensschuldverschreibungen
Tilgung Bankdarlehen 2010–2020
Tilgung Barvorlagen
-12.000,0
-6.000,0
–
–
Sonstige Veränderung von Finanzverbindlichkeiten
-11.795,1
-15.259,6
CASH FLOW AUS DEM FINANZIERUNGSBEREICH
CASH FLOW GESAMT
(22)
(22)
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode
Cashflow
Wechselkurseffekte
-488,1
Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Im Cashflow aus dem operativen Bereich sind enthalten:
Zinseinzahlungen
Zinsauszahlungen
(17)
Erhaltene Gewinnausschüttungen
Energie AG Oberösterreich – Geschäftsbericht 2020/2021
142
Konzernabschluss Anhang
ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS 2020/2021
DER ENERGIE AG OBERÖSTERREICH
ALLGEMEINE ERLÄUTERUNGEN
1.
Allgemeine Angaben
Der Energie AG Oberösterreich Konzern ist ein moderner und leistungsfähiger Energie- und
Dienstleistungskonzern in den Segmenten Energie, Netz, Entsorgung, Tschechien und Holding
& Services.
Mutterunternehmen des Konzerns ist die
Energie AG Oberösterreich
, der Firmensitz befindet
sich in der Böhmerwaldstraße 3, Linz ,
Österreich
.
Der Konzernabschluss der Energie
AG
Oberösterreich für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurde
in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag verpflichtend anzuwendenden
International Financial Reporting Standards (IFRS), herausgegeben vom International
Accounting Standards Board (IASB), sowie den Interpretationen des International Financial
Reporting Committee (IFRIC), wie von der Europäischen Union übernommen, erstellt.
Der vorliegende Konzernabschluss nach IFRS befreit entsprechend § 245a UGB von der
Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernjahresabschlusses nach österreichischem UGB.
Sofern zusätzliche Angaben nach UGB erforderlich sind, werden diese bei den jeweiligen
Erläuterungen hinzugefügt.
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (TEUR) aufgestellt. Bei der Summierung gerundeter
Beträge und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen
Rundungsdifferenzen auftreten.
2.
Änderung von Rechnungslegungsmethoden
2.1.
Erstmalig angewendete bzw. geänderte und von der EU übernommene
Standards und Interpretationen
Neu anzuwendende, von der EU übernommene geänderte Standards mit Inkrafttreten am
1.1.2020 oder später:
Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS Standards
IAS 1, IAS 8 (Amendments: Definition of Material)
IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7 (Amendments: Interest Rate Benchmark Reform – Phase 1)
IFRS 3 (Amendments: Definition of a Business)
IFRS 16 (Amendments: Covid-19-Related Rent Concessions)
Die geänderten Standards haben keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
143
Konzernabschluss Anhang
2.2.
Nicht vorzeitig angewendete Standards und Interpretationen
Im Konzernabschluss 2020/2021 wurden folgende, von der EU übernommene Änderungen
nicht vorzeitig angewendet:
Inkrafttreten in der EU mit 1.1.2021 oder später:
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 and IFRS 16 (Amendments: Interest Rate Benchmark
Reform – Phase 2)
IFRS 4 (Amendments: Extension of the Temporary Exemption from Applying IFRS 9)
IFRS 16 (Amendments: Covid-19-Related Rent Concessions beyond 30 June 2021)
IFRS 3 (Amendments: Reference to the Conceptual Framework)
IAS 16 (Amendments: Property, Plant & Equipment: Proceeds before Intended Use)
IAS 37 (Amendments: Onerous Contracts – Costs of Fulfilling a Contract)
Annual Improvements to IFRS Standards 2018-2020 Cycle (Amendments to IFRS 1,
IFRS 9, IFRS 16 and IAS 41)
Folgende Standards und Interpretationen, Änderungen und Verbesserungen von Standards
treten mit 1.1.2023 oder später in Kraft, wobei eine Übernahme durch die Europäische Union
derzeit noch nicht erfolgt ist:
IFRS 17 (Insurance Contracts)
IAS 1 (Amendments: Classification of Liabilities as Current or Non-current)
IAS 1 (Amendments: Disclosure of Accounting Policies)
IAS 8 (Amendements: Definition of Accounting Estimates)
IAS 12 (Amendementes: Deferred Tax related to Assets and Liabilities arising from a
Single Transaction)
Diese Standards werden voraussichtlich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens angewendet
werden.
Folgender Standard ist mit 1.1.2016 in Kraft getreten, wurde von der EU aber nicht
übernommen:
IFRS 14 (Regulatory Deferral Accounts)
Bei folgendem Standard wurde das Inkrafttreten auf unbestimmte Zeit verschoben:
IFRS 10 und IAS 28 (Amendments: Sale or Contribution of Assets between an Investor
and its Associate or Joint Venture)
Aus der erstmaligen Anwendung dieser Standards werden keine wesentlichen Auswirkungen
auf den Konzernabschluss erwartet.
3.
Konsolidierungskreis
3.1.
Grundsätze
Tochterunternehmen
Alle wesentlichen Unternehmen, die von der Energie AG Oberösterreich direkt oder indirekt
beherrscht werden (Tochterunternehmen), werden nach IFRS 10 vollkonsolidiert in den
Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn der Investor schwankenden
Renditen aus dem Engagement in dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
144
Konzernabschluss Anhang
Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner
Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen zu beeinflussen. Die Beherrschung
resultiert in sämtlichen Fällen aus den gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten (Geschäftsanteile
bzw. Aktien).
Gemeinsame Vereinbarungen
IFRS 11 beschreibt die Bilanzierung durch Unternehmen, die gemeinsam eine Vereinbarung
kontrollieren. Gemeinsame Kontrolle beinhaltet die vertraglich vereinbarte Teilung der
Kontrolle. Besteht ein Anspruch auf das Nettovermögen der Vereinbarung
(Gemeinschaftsunternehmen) erfolgt die Bilanzierung nach der Equity-Methode. Bestehen
Rechte an den Vermögenswerten und Verpflichtungen für die Verbindlichkeiten der
Vereinbarung (Gemeinschaftliche Tätigkeiten), erfolgt eine anteilsmäßige Einbeziehung der
Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen.
Gemeinschaftliche Tätigkeiten
Die Ennskraftwerke Aktiengesellschaft produziert Strom aus Wasserkraftwerken. Die Gas-
und Dampfkraftwerk Timelkam GmbH liefert Strom aus dem Betrieb eines Gas- und
Dampfkraftwerkes.
Der Konzern hält sowohl an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft als auch an der Gas- und
Dampfkraftwerk Timelkam GmbH eine Beteiligung im Ausmaß von 50 %. Die Gesellschaften
werden von keinem Gesellschafter beherrscht.
Aufgrund bestehender Stromlieferverträge wird die von den Gesellschaften produzierte
elektrische Energie von den Gesellschaftern übernommen, wobei die Verrechnung zu
anteiligen Produktionskosten zuzüglich einer entsprechenden Gewinnmarge erfolgt. Durch
die Stromlieferverträge bestehen Rechte an den Vermögenswerten. Da die Schulden der
Vereinbarungen im Wesentlichen nur durch diese Zahlungsströme beglichen werden können,
liegen Verpflichtungen für die Schulden der gemeinsamen Vereinbarung vor. Die
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft sowie die Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam GmbH
werden daher als gemeinschaftliche Tätigkeit nach IFRS 11 eingestuft.
Der Anteil an den Vermögenswerten und Schulden sowie Erlösen und Aufwendungen wird
im Konzernabschluss ausgewiesen. Als Anteil für die anteilige Einbeziehung der
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft wird der durchschnittliche Anteil an den Stromlieferungen
(38 %) herangezogen. Als Quote für die Konsolidierung der Gas- und Dampfkraftwerk
Timelkam GmbH wird der Anteil am Strombezug in Höhe von 70 % verwendet.
Gemeinschaftsunternehmen
Aufgrund besonderer gesellschaftsrechtlicher Vereinbarungen liegt bei der „Papyrus“
Altpapierservice Handelsgesellschaft m.b.H. (Salzburg), der Papyrus Wertstoff Service GmbH
(Bad Reichenhall, Deutschland) sowie der Fernwärme Steyr GmbH trotz einer Mehrheit an
Stimmrechten keine Beherrschung vor. Diese Gesellschaften werden mit weiteren Investoren
gemeinschaftlich geführt und daher nach der Equity-Methode bewertet.
Assoziierte Unternehmen
Unternehmen, bei denen die Energie AG Oberösterreich über einen maßgeblichen Einfluss
verfügt (assoziierte Unternehmen) werden nach der Equity-Methode bewertet. Der
maßgebliche Einfluss besteht aufgrund von Anteilen am Gesellschaftskapital. Die Salzburg
AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ist ein Infrastrukturanbieter für Energie,
Verkehr und Telekommunikation. Die Wels Strom GmbH ist ein Energieversorgungs- und
Dienstleistungsunternehmen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
145
Konzernabschluss Anhang
Der Konsolidierungskreis entwickelte sich wie folgt:
Quoten-
Equity-
Vollkonsolidierung
konsolidierung
konsolidierung
30.09.2020
30.09.2021
49
49
2
2
11
11
Gemeinschaftsunternehmen
Die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der Gemeinschaftsunternehmen (100 %) stellt
sich wie folgt dar:
„Papyrus“ Altpapierservice
Handelsgesellschaft m.b.H.;
Papyrus
Sonstige Gemeinschafts-
unternehmen
Windpower EP GmbH
Wertstoffservice GmbH
30.09.2021
30.09.2020
30.09.2021
30.09.2020
30.09.2021
30.09.2020
Mio. EUR
Mio. EUR
31,1
4,0
Mio. EUR
Mio. EUR
6,5
Mio. EUR
Mio. EUR
Langfristiges Vermögen
Kurzfristiges Vermögen
28,6
6,4
7,8
5,4
44,7
19,4
64,1
20,6
15,7
27,8
64,1
46,6
19,2
65,8
19,2
43,8
2,8
3,4
35,0
4,8
35,1
3,5
13,2
6,9
9,9
Eigenkapital
6,1
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
29,4
0,8
31,3
0,3
1,1
1,1
5,2
2,7
35,0
35,1
13,2
9,9
65,8
Zahlungsmittel- und
Zahlungsmitteläquivalente
2,1
3,0
0,1
–
0,1
–
2,9
2,4
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
28,3
30,0
30,0
32,6
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
146
Konzernabschluss Anhang
„Papyrus“ Altpapierservice
Handelsgesellschaft m.b.H.;
Papyrus
Sonstige Gemeinschafts-
unternehmen
Windpower EP GmbH
Wertstoffservice GmbH
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
Mio. EUR
Mio. EUR
6,0
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Umsatzerlöse
Abschreibung
Zinserträge
5,8
-2,9
–
37,2
-0,9
–
25,2
-0,8
–
18,5
-2,7
0,2
18,1
-2,0
0,1
-2,8
–
Zinsaufwand
Steuern
-0,5
-0,4
1,1
-1,1
-0,1
0,7
-0,3
-0,3
0,9
-0,1
-0,1
0,4
-0,6
-0,6
2,4
-0,6
-0,7
3,5
Ergebnis nach Steuern
Anteil am Nettovermögen 01.10.
Jahresergebnis
1,7
0,6
–
1,2
0,5
–
3,4
0,5
–
3,1
0,3
–
7,5
1,2
-0,3
8,4
–
6,7
1,0
-0,2
7,5
–
Ausschüttungen
Anteil am Nettovermögen 30.09.
Firmenwert
2,3
–
1,7
–
3,9
0,7
4,6
3,4
0,5
3,9
Buchwert 30.09.
2,3
1,7
8,4
7,5
Salzburg AG für Energie,
Verkehr und
Sonstige Assoziierte
Unternehmen
Telekommunikation
Wels Strom GmbH
30.09.2021
30.09.2020
30.09.2021
30.09.2020
30.09.2021
30.09.2020
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
5,9
Mio. EUR
6,2
Langfristiges Vermögen
Kurzfristiges Vermögen
1.438,3
96,5
1.411,5
99,7
99,8
16,5
107,8
15,7
3,1
2,1
1.534,8
588,0
1.511,2
563,7
116,3
19,7
123,5
24,5
9,0
8,3
Eigenkapital
5,9
5,3
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
675,6
672,9
32,6
32,5
2,5
2,1
271,2
274,6
64,0
66,5
0,6
0,9
1.534,8
1.511,2
116,3
123,5
9,0
8,3
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
147
Konzernabschluss Anhang
Salzburg AG für Energie,
Verkehr und
Sonstige Assoziierte
Unternehmen
Telekommunikation
Wels Strom GmbH
2020/2021 2019/2020
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
119,0
-4,8
Mio. EUR
99,8
Mio. EUR
Mio. EUR
5,0
Umsatzerlöse
1.623,1
50,0
1.404,0
45,3
5,0
1,5
Ergebnis nach Steuern
Ausschüttungen
1,8
0,9
-6,7
-6,8
–
-0,3
-0,4
-0,4
Anteil am Nettovermögen 01.10.
Jahresergebnis
147,2
13,2
142,2
11,8
12,1
-2,5
–
11,5
0,9
2,2
0,6
-0,4
2,4
–
2,2
0,4
-0,4
2,2
–
Ausschüttungen
-6,7
-6,8
-0,3
12,1
17,7
29,8
Anteil am Nettovermögen 30.09.
Firmenwert
153,7
19,7
147,2
19,7
9,6
33,2
42,8
Buchwert 30.09.
173,4
166,9
2,4
2,2
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
148
Konzernabschluss Anhang
3.2.
Konzernunternehmen
Beteiligungsanteil
in %
Konsolidie-
rungsart
(Vorjahr)
Sitz
(Vorjahr)
Österreich
Energie AG Oberösterreich
Linz
Mutterunternehmen
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
99,00 (99,00)
Energie AG Group Treasury GmbH
Linz
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
GT (GT)
GT (GT)
GU (GU)
GU (GU)
GU (GU)
GU (GU)
GU (GU)
Energie AG Oberösterreich Businesskunden GmbH
Energie AG Oberösterreich Business Services GmbH
Energie AG Oberösterreich Bohemia GmbH
Energie AG Oberösterreich Customer Services GmbH
Energie AG Oberösterreich Erzeugung GmbH
Energie AG Oberösterreich Kraftwerk Ennshafen GmbH
Energie AG Oberösterreich Kommunalservice GmbH
Energie AG Oberösterreich Personalmanagement GmbH
Energie AG Oberösterreich Personal Power GmbH
Energie AG Oberösterreich Renewable Power GmbH
Energie AG Oberösterreich Service- und Beteiligungsverwaltungs-GmbH
Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH
Energie AG Oberösterreich Tech Services GmbH
Energie AG Oberösterreich Trading GmbH
Energie AG Oberösterreich Umwelt Holding GmbH
Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH
Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH
Energie-Contracting Steyr GmbH
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Hörsching
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Linz
Hörsching
Linz
Steyr
Hörsching
Hörsching
Linz
Abfall-Aufbereitungs-GmbH
ASPG Altlastensanierungsprojekte GmbH
Cogeneration-Kraftwerke Management Oberösterreich GmbH
ENAMO Ökostrom GmbH
Linz
IfEA Institut für Energieausweis GmbH
Netz Oberösterreich GmbH
Linz
Linz
Wertstatt 8 GmbH
Linz
MA Restabfallverwertung GmbH
Hörsching
Linz
WDL-WasserdienstleistungsGmbH
90,00 (90,00)
Market Calling Marketing GesmbH
Linz
60,00 (60,00)
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft
Steyr
Linz
50,00 (50,00)
Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam GmbH
"Papyrus" Altpapierservice Handelsgesellschaft m.b.H.
Fernwärme Steyr GmbH
50,00 (50,00)
Salzburg
Steyr
Linz
63,33 (63,33)
51,00 (51,00)
AMR Austrian Metal Recovery GmbH
Windpower EP GmbH
50,00 (50,00)
Parndorf
Behamberg
50,00 (50,00)
Bioenergie Steyr GmbH
49,00 (49,00)
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
149
Konzernabschluss Anhang
Beteiligungsanteil
in %
Konsolidie-
rungsart
(Vorjahr)
Sitz
(Vorjahr)
Energie Ried Wärme GmbH
Ried im Innkreis
Wels
40,00 (40,00)
49,00 (49,00)
40,00 (40,00)
26,13 (26,13)
100,00 (-)
GU (GU)
KE (KE)
KE (KE)
KE (KE)
KO (-)
Wels Strom GmbH
Geothermie-Wärmegesellschaft Braunau-Simbach mbH
Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation
OÖ Breitband Infrastruktur GmbH
mieX GmbH
Braunau
Salzburg
Linz
Peilstein
100,00 (100,00)
KO (KO)
Oberösterreichische Gemeinnützige Bau- und Wohngesellschaft mit beschränkter
Haftung
Linz
100,00 (100,00)
66,67 (66,67)
55,00 (55,00)
50,00 (50,00)
49,00 (49,00)
50,00 (50,00)
40,00 (40,00)
25,00 (25,00)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
Energy IT Service GmbH
Linz
BBI Breitbandinfrastruktur GmbH
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH
WDL Infrastruktur GmbH
OÖ Science-Center Wels Errichtungs-GmbH
GRB Geothermie Ried Bohrung GmbH
Recycling Innsbruck GmbH
Tschechien
Linz
Lenzing
Linz
Wels
Ried im Innkreis
Innsbruck
ČEVAK a.s.
České Budějovice
Praha
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
97,33 (97,30)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
ENERGIE AG BOHEMIA s.r.o.
Energie AG Teplo Vimperk s.r.o.
Energie AG Teplo Rokycany s.r.o.
Tepelné zásobování Rakovník spol. s r.o.
VAK Zápy s.r.o.
Vimperk
Rokycany
Rakovník
Zápy
VHOS a.s.
Moravská Třebová
Beroun
Vodárenská společnost Beroun s.r.o.
VODOS Velkoobchod s.r.o.
Energie AG Kolin a.s.
České Budějovice
Kolín
Vodárenská společnost Chrudim a.s.
SATEZA a.s.
Chrudim
95,00 (95,00)
Šumperk
91,67 (91,67)
Rychnov nad
Kněžnou
Aqua Servis a.s.
66,00 (66,00)
59,22 (59,20)
KV (KV)
KV (KV)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
KO (KO)
Vodovody a kanalizace Beroun a.s.
1. Jihočeská vodohospodářská spol. s r.o.
DÉMOS, spol. s r.o.
Beroun
České Budějovice
Ústí nad Orlicí
Ústí nad Orlicí
České Budějovice
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
DÉMOS - správa, s.r.o.
Vodovod Radyně a.s.
Italien
ECOFE S.R.L.
Meran
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
KV (KV)
KV (KV)
KV (KV)
Energie AG Südtirol Umwelt Service GmbH
Salvatonica Energia S.R.L.
Deutschland
Neumarkt
Meran
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
150
Konzernabschluss Anhang
Beteiligungsanteil
in %
Konsolidie-
rungsart
(Vorjahr)
Sitz
(Vorjahr)
Erdgas Oberösterreich Vertriebs GmbH
Papyrus Wertstoff Service GmbH
Geothermie-Fördergesellschaft Simbach-Braunau mbH
Polen
Tittling
100,00 (100,00)
63,33 (63,33)
40,00 (40,00)
KV (KV)
GU (GU)
KE (KE)
Bad Reichenhall
Simbach
Finadvice Fair Energy Wind Development sp. z o.o.
Finadvice Fair Energy Wind Development 5 Sp. z o.o.
Ungarn
Warszawa
Warszawa
100,00 (100,00)
100,00 (100,00)
KO (KO)
KO (KO)
Energie AG Heves Régió Környezetvédelmi és Hulladékgazdálkodási Korlátolt
Felelősségű Társaság
Miskolc
100,00 (100,00)
KV (KV)
KV vollkonsolidierte Gesellschaften
GU nach der Equity-Methode einbezogenes Gemeinschaftsunternehmen
GT Gemeinschaftliche Tätigkeit, anteilsmäßige Einbeziehung der Vermögenswerte und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge
KE nach der Equity-Methode assoziiertes Unternehmen
KO wegen Geringfügigkeit nicht einbezogene Gesellschaften
4.
Konsolidierungsmethoden
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung des
beizulegenden Zeitwertes der Gegenleistung für das erworbene Unternehmen mit dem
anteiligen, neubewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt ihres
Erwerbes. Die nicht beherrschenden Anteile werden mit dem beizulegenden Zeitwert der auf
sie entfallenden identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden des erworbenen
Unternehmens bewertet (Partial-Goodwill-Methode).
Firmenwerte aus Unternehmenszusammenschlüssen werden entsprechend IFRS 3 angesetzt.
Die erworbenen Firmenwerte basieren im Wesentlichen auf künftigen Ertragserwartungen
sowie Synergieeffekten. Die Werthaltigkeit wird mindestens einmal jährlich nach IAS 36
getestet. Passive Unterschiedsbeträge nach IFRS 3 werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss vollkonsolidiert bzw. anteilsmäßig einbezogenen
Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen
aufgestellt. Die Einzelabschlüsse der vollkonsolidiert einbezogenen Unternehmen, der
gemeinschaftlichen Tätigkeiten, der Gemeinschaftsunternehmen sowie der nach der Equity-
Methode bilanzierten Unternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt
bzw. werden Zwischenabschlüsse erstellt.
Konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und Erträge sowie
Zwischenergebnisse werden eliminiert.
5.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
5.1.
Covid-19-Pandemie
Die COVID-19-Pandemie wirkt sich unter anderem durch stark schwankende Preise auf den
Energiemärkten sowie einer höheren Planungsunsicherheit auf den Konzernabschluss zum
30.9.2021 aus. Es wird erwartet, dass in den Folgejahren eine weitest gehende
Normalisierung des wirtschaftlichen Umfeldes eintritt. Der Konzern weist auch im aktuell
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
151
Konzernabschluss Anhang
schwierigeren Marktumfeld eine stabile Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auf. Der
Abschluss wurde auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt.
Für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und Firmenwerte des Konzerns ergaben sich
neben den unter Punkt 16.2 erläuterten Effekten, keine zusätzlichen Anhaltspunkte für
Wertminderungen durch die Covid-19-Pandemie. Die Covid-19-Pandemie hat aufgrund der
Ergebnissituation des Konzerns keine Auswirkung auf die Werthaltigkeit von latenten
Steueransprüchen.
Um die österreichische Wirtschaft in der Corona-Krise zu unterstützen wurde seitens der
österreichischen Bundesregierung ein Programm zur Förderung von
Unternehmensinvestitionen geschaffen. Investitionen in das abnutzbare Anlagevermögen
werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 7 % bzw. 14 % der
Investitionssumme gefördert. Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist das Setzen einer
sogenannten „ersten Maßnahme“ (Bestellung, Abschluss eines Kaufvertrages, Anzahlung,
Baubeginn usw.) bis spätestens 31.5.2021. Die Inbetriebnahme und Bezahlung muss bis
spätestens 28.2.2023 erfolgen, unter bestimmten Voraussetzungen verlängert sich diese Frist
auf den 28.2.2025. Österreichische Konzerngesellschaften haben Anträge auf
Investitionsprämie gestellt, entsprechende Förderungszusagen liegen vor. Zum 30.9.2021
wurden für bereits vorgenommene Investitionen Forderungen für Zuschüsse in Höhe von
TEUR 2.219,5 bilanziert. Der korrespondierende Passivposten ist unter den übrigen
langfristigen Schulden ausgewiesen und wird nach Fertigstellung der Anlagen entsprechend
der Nutzungsdauer ergebniswirksam aufgelöst.
5.2.
Schätzungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses erforderte die Vornahme von Schätzungen, welche die
im Konzernabschluss ausgewiesenen Aktiva und Passiva, Erträge und Aufwendungen sowie
Anhangangaben beeinflussen.
Insbesondere bei der Ermittlung von Rückstellungen sowie bei der Überprüfung der
Werthaltigkeit von Vermögenswerten werden Einschätzungen und Annahmen getroffen.
Schätzungen und Annahmen betreffen im Bereich der Personalrückstellungen vor allem
Zinssätze, Lohn- und Gehaltstrends sowie Fluktuation.
Der zur Ermittlung der Personalrückstellungen herangezogene Gehaltstrend setzt sich aus
einer prognostizierten künftigen Erhöhung der kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter
(langfristiges Inflationsziel der EZB erhöht um einen Zuschlag) sowie durchschnittlichen
individuellen Lohn- und Gehaltssteigerungen zusammen.
Der Zinssatz zur Abzinsung der Personalrückstellungen wird von einem externen Dienstleister
auf Basis von „high quality corporate bonds“ ermittelt, wobei eine Anpassung an die
unternehmensinterne Duration erfolgt.
Als Zinssatz zur Abzinsung von sonstigen langfristigen Rückstellungen wird ein risikoloser
Zinssatz, ermittelt aus Staatsanleihen mit einem AAA-Rating, herangezogen.
Im Zuge der Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten sowie Geschäfts- und
Firmenwerten werden Schätzungen künftiger Cashflows sowie von Zinssätzen vorgenommen
(siehe hiezu Pkt. 5.5. › Seite 153ff).
Die vorgenommenen Einschätzungen können von den sich tatsächlich ergebenden Beträgen
abweichen und künftige Konzernabschlüsse beeinflussen. Hinsichtlich möglicher
Auswirkungen von Schätzungsänderungen verweisen wir in Bezug auf Impairment-Tests
sowie versicherungsmathematische Parameter auf die Sensitivitätsanalysen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
152
Konzernabschluss Anhang
Folgende Bilanzposten sind wesentlich von Schätzungen beeinflusst:
30.09.2021
30.09.2020
Buchwerte
TEUR
TEUR
Firmenwerte
87.316,9
1.949.379,3
264.704,9
293.810,9
45.661,3
86.217,2
1.980.631,5
240.570,4
290.470,2
20.684,1
Sachanlagen
Beteiligungen
Langfristige Rückstellungen
Kurzfristige Rückstellungen
5.3.
Immaterielle Vermögenswerte
Der aus dem Erwerb von Tochterunternehmen resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird
unter den immateriellen Vermögenswerten dargestellt. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird
mit den Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen
bewertet.
Sonstige Vermögenswerte, die vom Konzern erworben werden und begrenzte
Nutzungsdauern haben, werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich
kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Entwicklungskosten sind gemäß IAS 38 (Intangible Assets) unter bestimmten
Voraussetzungen als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und in der
Folge über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben.
Mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwertes werden immaterielle Vermögenswerte über
den Zeitraum folgender geschätzter Nutzungsdauern abgeschrieben:
Nutzungsdauer
in Jahren
Immaterielle Vermögenswerte
Strombezugsrechte
15–99
4–50
Andere Rechte
Kundenstock
10–25
Deponierungsrechte und Deponien
nutzungsbedingt
Ausgaben für Forschungstätigkeiten mit der Aussicht auf neue wissenschaftliche oder
technische Erkenntnisse werden als Aufwand erfasst.
5.4.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter
Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten Aufwendungen, die dem Erwerb des
Vermögenswerts direkt zurechenbar sind. Die Herstellungskosten für selbsterstellte
Vermögenswerte beinhalten:
die Materialkosten und Fertigungslöhne, einschließlich Material- und
Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung werden nicht
aktiviert
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
153
Konzernabschluss Anhang
alle anderen direkt zurechenbaren Kosten, die anfallen, um die Vermögenswerte in
einen betriebsbereiten Zustand für ihren beabsichtigten Zweck zu bringen
die geschätzten Kosten für den Abbruch und die Beseitigung der Gegenstände und die
Wiederherstellung des Standorts
aktivierte Fremdkapitalkosten
Nachträgliche Ausgaben werden nur aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der mit den
Ausgaben verbundene künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird.
Laufende Reparaturen und Instandhaltungen werden sofort als Aufwand erfasst.
Sachanlagen werden ab dem Zeitpunkt abgeschrieben, an dem sie zur Verfügung stehen
oder im Hinblick auf selbsterstellte Vermögenswerte ab dem Zeitpunkt, an dem der
Vermögenswert fertiggestellt und gebrauchsfertig ist.
Sofern für wesentliche Komponenten des Anlagevermögens unterschiedliche
Nutzungsdauern anzusetzen sind, werden diese im Sinne des Component-Approach
(IAS 16.43) berücksichtigt.
Die planmäßigen Abschreibungen werden bei den wesentlichen Sachanlagen nach folgenden
konzerneinheitlichen Nutzungsdauern bemessen:
Nutzungsdauer
in Jahren
Bauten
Gebäude
50
10–50
50–75
Sonstige Baulichkeiten
Wasserbauten
Technische Anlagen und Maschinen
Kraftwerke
10–50
15–40
6–20
7–20
3–10
Stromnetz
Entsorgungsanlagen
Telekomanlagen
Betriebs- und Geschäftsausstattung
5.5.
Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten
Im vierten Quartal eines jeden Geschäftsjahres bzw. bei Auftreten eines Indikators auf
Wertminderung auch unterjährig wird eine Überprüfung der Werthaltigkeit (Impairment-Test)
der Geschäfts- oder Firmenwerte durchgeführt, um einen etwaigen Wertminderungsbedarf
zu ermitteln. Dabei werden die Geschäfts- oder Firmenwerte den Einheiten zugeordnet, von
denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den künftigen Ertragserwartungen und
Synergien des Zusammenschlusses ziehen. Die Firmenwerte im Geschäftsbereich Vertrieb
werden entsprechend der Steuerung und Berichterstattung im Konzern der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Vertrieb“ zugeordnet. Im Segment Entsorgung werden
die Gesellschaften in Österreich aufgrund der gegebenen Führungs- und Reportingstruktur
länderweise zusammengefasst. Im Segment Tschechien entspricht die
zahlungsmittelgenerierende Einheit „CEVAK a.s.“ der Gesellschaft.
Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert einer
zahlungsmittelgenerierenden Einheit ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag
entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
154
Konzernabschluss Anhang
bzw. Nutzungswert. Der Nutzungswert wird durch Abzinsung künftiger Cashflows ermittelt,
die voraussichtlich von einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielt werden können. Der
beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird aus unternehmensexterner Sicht
ermittelt, der Nutzungswert wird aus unternehmensinterner Sicht bestimmt.
Die zur Ermittlung des Nutzungswertes herangezogenen Cashflows basieren auf der vom
Vorstand genehmigten fünfjährigen Mittelfristplanung. Die Planungsrechnungen basieren
sowohl auf Erfahrungen aus der Vergangenheit als auch auf externen Informationsquellen.
Die Annahmen über Cashflows nach Ende der Detailplanungsperiode basieren auf Analysen
der Vergangenheit sowie auf Zukunftsprognosen. Künftige Restrukturierungen und
Erweiterungsinvestitionen, für die noch keine Mittelabflüsse erfolgt sind bzw. noch keine
Verpflichtung besteht, werden nicht berücksichtigt. Nach dem Detailplanungszeitraum wird
eine Wachstumsrate von 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) angesetzt. Die Wachstumsrate wird unter
Berücksichtigung von Strompreisprognosen, Prognosen über das künftige BIP-Wachstum
sowie erwarteten Steigerungen von Aufwendungen festgelegt. Die Annahmen über das
künftige BIP-Wachstum stammen von Veröffentlichungen der Europäischen Kommission. Für
Zwecke der Überprüfung der Werthaltigkeit von Geschäfts- oder Firmenwerten wird der
Nutzungswert herangezogen.
Der Diskontierungszinssatz ist ein Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen
Markteinschätzungen und die spezifischen Risiken der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
widerspiegelt.
5.5.1.
Planannahmen Vertrieb
Die Planung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Vertrieb erfolgt nach den Sparten Strom
(Großkunden; Business-, Gewerbe- und Privatkunden), Gas, Wärme und Telekomvertrieb
sowie Kundenprojekte und Dienstleistungen.
Die Erlöse wurden in den einzelnen Sparten und Firmen detailliert nach Einzelkunden im
monatlich gemessenen und pauschal im nicht monatlich gemessenen Bereich geplant. Die
Umsatzerlöse für die Kundenprojekte und Dienstleistungen wurden gesondert betrachtet.
Die Bezugskosten für Strom und Gas basieren – soweit verfügbar – auf Marktdaten, sofern
keine Marktdaten verfügbar waren, wurden Schätzungen auf Basis von Marktstudien und
Annahmen vorgenommen.
Die Inflationsrate wird als Ansatz für die Fortschreibung der externen Kosten verwendet.
Bezüglich der Auswirkung der COVID-19-Pandemie verweisen wir auf Punkt 5.1 › Seite 150.
5.5.2.
Planannahmen Entsorgung
Die Planung im Segment Entsorgung berücksichtigt die auf Konzernebene fixierten zentralen
Planungsprämissen bezüglich Wirtschaftswachstum, Inflation, Zins- und
Wechselkursentwicklung im Planungszeitraum.
Die Umsatzplanung basiert auf einer Detailplanung der einzelnen Produkte und
Dienstleistungen je Standort. Im Bereich der Verbrennungsanlagen und der wesentlichen
Großkunden kamen hier auch Einzelkundenplanungen Bezug nehmend auf vertragliche
Rahmenparameter zum Einsatz. Für Alt- und Wertstoffe wurde eine zum Planungszeitpunkt
realistisch erscheinende Preisentwicklung für den Planungszeitraum angesetzt. Bei den
anderen Produkten und Leistungen wurde ein zu erwartender Geschäftsverlauf projiziert, die
Umsätze von Strom und Fernwärme wurden auf Basis von Verträgen bzw.
Zukunftsprognosen ermittelt.
Basierend auf den zu erwartenden Marktentwicklungen wurden für die wesentlichen
Entsorgungsanlagen die Verwertungs- bzw. Durchsatzmengen geplant. Wesentlich sind hier
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
155
Konzernabschluss Anhang
ein erwarteter Durchsatz von 305.000 Tonnen für die MVA Wels und 305.000 Tonnen für die
RVL in Lenzing.
Die wesentlichen Aufwandspositionen wie Personalaufwand, Fuhrparkkosten, Instandhaltung
und Abgaben wurden in Einklang mit der Umsatz- und Anlagenplanung geplant.
5.5.3.
Planannahmen Segment Tschechien
Die Planung für das Segment Tschechien berücksichtigt zentral vorgegebene,
länderspezifische Planungsparameter, wie die Entwicklung der Inflationsrate, des
Wirtschaftswachstums, der Zinsen sowie der Wechselkurse.
Die Umsatzplanung im Trink- und Abwasserbereich und im Wärmesektor in Tschechien, der
seit dem Geschäftsjahr 2018/2019 ebenfalls im Segment Tschechien erfasst wird, ist auf ein
Mengen-Preisgerüst gestützt, welches im Bereich der Absatzplanung auf historische
Verbrauchsdaten und einem unter Heranziehung der Planungsparameter abgeleitetem Trend
basiert. Die geplanten Trink- und Abwassergebühren und auch die Wärmepreise sind unter
Berücksichtigung der bestehenden Vertragsdaten, einer Einschätzung der künftigen
Entwicklung der Aufwendungen und unter Beachtung etwaig geltender, regulatorischer
Rahmenbedingungen von jeder Planungseinheit festgelegt worden.
Für die Planung wesentlicher Aufwandspositionen sind im Segment Tschechien
länderspezifische Planungsparameter unter Verwendung externer Analysteneinschätzungen
ermittelt worden. Davon umfasst sind insbesondere Preisentwicklungen von Rohwasser,
Chemikalien, Treibstoffen sowie Strom- und Gaspreisen.
Eine wesentliche Planungsprämisse betrifft die Aufrechterhaltung der bestehenden Trink- und
Abwasserverträge mit den Gemeinden und Verbänden im Planungszeitraum.
5.6.
Werthaltigkeit von sonstigen immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen
Nach IAS 36 (Impairment of Assets) sind immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
einem Impairment-Test (Prüfung auf Werthaltigkeit) zu unterziehen, sofern ein Anhaltspunkt
dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert bzw. eine zahlungsmittelgenerierende Einheit
wertgemindert sein könnte oder eine Wertaufholung erforderlich sein könnte. Eine
Wertminderung wird erfasst, wenn der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswerts
bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere
Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.
Der Nutzungswert wird durch Abzinsung künftiger Cashflows ermittelt, die voraussichtlich
von einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielt werden können. Die zur Ermittlung des
Nutzungswertes herangezogenen Cashflows basieren auf der vom Vorstand genehmigten
fünfjährigen Mittelfristplanung. Für den danach folgenden Zeitraum wird eine ewige Rente
oder eine Berechnung bis zum voraussichtlichen Ende der Nutzungsdauer der Anlage
berücksichtigt. Die Planungsrechnungen basieren sowohl auf Erfahrungen aus der
Vergangenheit als auch auf externen Informationsquellen. Künftige Restrukturierungen und
Erweiterungsinvestitionen werden nicht berücksichtigt. Der Diskontierungszinssatz ist ein
Nach-Steuer-Zinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die spezifischen
Risiken der zahlungsmittel-generierenden Einheit widerspiegelt.
Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten wird aus unternehmensexterner
Sicht ermittelt, der Nutzungswert wird aus unternehmensinterner Sicht bestimmt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
156
Konzernabschluss Anhang
5.7.
Beteiligungen
Der Beteiligungsansatz der nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen wird
entsprechend dem gehaltenen Kapitalanteil um die Eigenkapitalveränderungen und
Wertminderungen- bzw. Wertaufholungen erhöht bzw. vermindert. Die
Eigenkapitalveränderungen werden erfolgswirksam bzw. im sonstigen Ergebnis erfasst.
5.8.
Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten (gleitendes Durchschnittspreisverfahren) oder zum niedrigeren
Nettoveräußerungswert. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Kosten sowie
anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Wertminderungen aus reduzierter Verwertbarkeit wird durch Abwertung Rechnung getragen.
5.9.
Emissionszertifikate
Die gemäß Emissionszertifikategesetz gratis zugeteilten CO2-Emissionszertifikate werden bei
der Zuteilung mit dem Marktwert bewertet und unter den kurzfristigen Forderungen sowie
den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Schwankungen des Marktwertes werden in
der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Zuge des Verbrauches der Emissionszertifikate
werden entsprechende Rückstellungen gebildet, die Verbindlichkeit aus der Zuteilung wird
erfolgswirksam reduziert. Bei Abgabe der Emissionszertifikate an die Registerstelle wird die
Rückstellung mit dem Aktivposten saldiert.
Zugekaufte Zertifikate werden unter den kurzfristigen Forderungen ausgewiesen.
Schwankungen des Marktwertes werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im
Zuge des Verbrauches der Emissionszertifikate werden entsprechende Rückstellungen
gebildet. Bei Abgabe der Emissionszertifikate an die Registerstelle wird die Rückstellung mit
dem Aktivposten saldiert.
Darüber hinaus wurden Emissionszertifikate zur Veranlagung von liquiden Mitteln beschafft,
gleichzeitig wurden Termingeschäfte zum Verkauf nach dem Bilanzstichtag abgeschlossen.
Die Emissionszertifikate sind im Übrigen langfristigen Vermögen bzw. in den Forderungen
und Sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Die Emissionszertifikate sowie die
Termingeschäfte werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
5.10.
Festgeldanlagen und kurzfristige Veranlagungen
Der Posten Festgeldanlagen beinhaltet hoch liquide Festgelder mit einer originären Laufzeit
von länger als drei Monaten bis zu einem Jahr soweit sie keiner Verfügungsbeschränkung
unterliegen. Festgeldanlagen mit einer Laufzeit über einem Jahr werden in den „Sonstigen
Finanzanlagen“ ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten
unter der Kategorie „Financial Assets at Amortized Cost (AC)“. Darüber hinaus beinhaltet
dieser Posten Veranlagungen in Geldmarktfonds, eingestuft in die Kategorie „Financial Assets
at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)“.
5.11.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhaltet Kassenbestände,
erhaltene Schecks sowie Guthaben bei Finanzinstitutionen mit einer originären Laufzeit von
bis zu drei Monaten soweit sie keiner Verfügungsbeschränkung unterliegen. Die Bewertung
erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter der Kategorie „Financial Assets at
Amortized Cost (AC)“.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
157
Konzernabschluss Anhang
5.12.
Finanzinstrumente
Käufe und Verkäufe von originären Finanzinstrumenten werden zum Erfüllungstag angesetzt.
Käufe und Verkäufe von derivativen Finanzinstrumenten werden am Handelstag angesetzt.
Die Bewertung der Finanzinstrumente erfolgt im Zugangszeitpunkt grundsätzlich zum Fair
Value unter Berücksichtigung der Transaktionskosten (ausgenommen Finanzinstrumente der
Kategorie FVPL). Die Finanzinstrumente werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen
aus dem Investment erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im
Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen
hat.
5.12.1.
Originäre Finanzinstrumente
Im Energie AG Konzern werden die Kategorien „Financial Assets at Amortized Cost (AC)“,
„Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI)“, „Financial
Assets at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)“, „Financial Liabilities at Amortized Cost
(FLAC)“, „Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)“ verwendet.
Der Kategorie „Financial Assets at Amortized Cost (AC)“ werden finanzielle Vermögenswerte
zugeordnet, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung
darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen
Zahlungsströme zu halten und deren Vertragsbedingungen zu festgelegten Zeitpunkten zu
Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Die
Erstbewertung erfolgt zum Fair Value unter Einbeziehung von Transaktionskosten, die
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten (AC),
deren Ausfallsrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat sowie bei
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird eine Wertberichtigung in Höhe des über
die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes eingestellt. Hat sich das Ausfallsrisiko seit dem
erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht, wird eine Wertberichtigung in Höhe des
erwarteten 12-Monats-Kreditverlustes gebildet. Ist die Laufzeit niedriger als 12 Monate,
erfolgt die Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis der niedrigeren Laufzeit.
In die Kategorie „Financial Assets at Amortized Cost (AC)“ fallen im wesentlichen gegebene
Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen an gemeinsame
Vereinbarungen und assoziierte Unternehmen, Sonstige finanzielle Forderungen,
Festgeldanlagen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.
Für bestimmte Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumenten, die ansonsten erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet worden wären, wurde unwiderruflich die Wahl
getroffen, im Rahmen der Folgebewertung die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im
sonstigen Ergebnis zu erfassen („Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive
Income (FVOCI)“). In diese Kategorie fallen im wesentlichen Sonstige Beteiligungen sowie
Wertpapiere (Aktien). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt, soweit verfügbar,
durch Börsenkurse, andernfalls durch Bewertung anhand von intern bzw. extern verfügbarer
Bewertungsparameter.
Derivate ohne Hedge-Beziehung werden in den Kategorien „Financial Assets at Fair Value
through Profit or Loss (FVPL)“ bzw. „Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss
(FVPL)“ erfasst.
Bestimmte Wertpapiere (Anteile an Investmentfonds) sowie Geldmarktfonds im Bilanzposten
„Festgeldanlagen und kurzfristige Veranlagungen“ werden der Kategorie „Financial Assets at
Fair Value through Profit or Loss (FVPL)“ zugordnet. Der beizulegende Zeitwert wird aus
aktuellen Marktnotierungen abgeleitet.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
158
Konzernabschluss Anhang
Finanzverbindlichkeiten, sofern sie nicht aus Leasingverhältnissen stammen,
Lieferantenverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie
gemeinsamen Vereinbarungen und assoziierten Unternehmen und Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten werden der Kategorie „Financial Liabilities at Cost (FLAC)“ zugeordnet und
werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode
bewertet. Die Erstbewertung erfolgt zum Fair Value unter Einbeziehung von
Transaktionskosten. Ein Agio, Disagio sowie sonstige Begebungskosten werden über die
Laufzeit der Finanzierung verteilt und im Finanzergebnis ausgewiesen.
5.12.2.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte
Im Konzern werden derivative Finanzinstrumente insbesondere zur Absicherung von
Zinsänderungs-, Strompreis-, Gaspreis- und CO2-Preisrisiken eingesetzt.
Die Anforderungen gemäß IFRS 9 an das Hedge Accounting umfassen insbesondere die
Dokumentation der Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft, die
Sicherungsstrategie sowie die regelmäßige Effektivitätsmessung. Nach IFRS 9 ist die
Sicherungsbeziehung effektiv, wenn eine wirtschaftliche Beziehung zwischen Grund- und
Sicherungsgeschäft besteht, die Auswirkung des Ausfallrisikos keinen dominanten Einfluss
auf die Wertänderung hat, die sich aus der wirtschaftlichen Beziehung ergibt und die
Sicherungsquote aus dem Volumen des tatsächlich gesicherten Grundgeschäfts und dem
Volumen des Sicherungsgeschäfts, das zur Absicherung tatsächlich eingesetzt wird,
entspricht. Bei der Beurteilung der Effektivität werden sämtliche Bestandteile der
Marktwertänderung von Derivaten berücksichtigt.
Wird ein derivatives Finanzinstrument nach IFRS 9 als Sicherungsgeschäft in einem Cashflow
Hedge eingesetzt, wird der effektive Teil der Fair Value Veränderung des
Sicherungsinstruments im Eigenkapital als Bestandteil des sonstigen Ergebnisses ausgewiesen.
Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung wird in der Periode vorgenommen, in
der die Cashflows des Grundgeschäfts erfolgswirksam werden. Entfällt das gesicherte
Grundgeschäft, wird das Sicherungsergebnis erfolgswirksam in die Gewinn- und
Verlustrechnung umgebucht. Der ineffektive Anteil der Marktwertänderung eines
Sicherungsinstrumentes, für das ein Cashflow Hedge gebildet wurde, wird im erforderlichen
Umfang erfolgswirksam erfasst.
Im Rahmen von Fair Value Hedge Accounting wird neben der Marktwertänderung des
Derivats auch die gegenläufige Marktwertänderung des Grundgeschäfts, soweit sie auf das
gesicherte Risiko entfällt, erfolgswirksam erfasst.
Marktwertveränderungen von Derivaten ohne Hedge-Beziehung werden im operativen
Ergebnis ausgewiesen. Die Ergebnisse aus derivativen Energieinstrumenten werden saldiert
unter den Umsatzerlösen ausgewiesen.
Verträge, die für die Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nicht finanzieller Posten
gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- oder Nutzungsbedarf abgeschlossen und in
diesem Sinne gehalten werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente zum Fair Value
gemäß IFRS 9, sondern als schwebende Geschäfte gemäß den Regelungen des IAS 37
behandelt.
5.13.
Rückstellungen IAS 19
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen, Stufenpension/Vorruhestand und
Jubiläumsgelder werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-
Methode) gemäß IAS 19 (Employee Benefits) berechnet. Erwartete Steigerungen von Löhnen,
Gehältern und Pensionen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und
Verluste werden bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen im sonstigen Ergebnis, bei
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
159
Konzernabschluss Anhang
Rückstellungen für Jubiläumsgeld sowie Stufenpension/Vorruhestand erfolgswirksam erfasst.
Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis dargestellt.
5.14.
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen enthalten alle am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen,
die auf vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist.
Rückstellungen werden mit dem Betrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit
bewertet. Abgezinste Kosten für Verpflichtungen aus dem Abbruch bzw. der Beseitigung von
Vermögenswerten des Anlagevermögens sowie der Wiederherstellung von Standorten
werden geschätzt, im Zugangszeitpunkt der Anlage aktiviert und als Rückstellung erfasst.
5.15.
Latente Steuern
Latente Steuern werden für temporäre Abweichungen zwischen den Wertansätzen in der
Konzernbilanz und den Wertansätzen in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften gebildet.
Darüber hinaus werden zukünftige Steuerentlastungen aufgrund von steuerlichen
Verlustvorträgen berücksichtigt. Soweit mit einer Verrechnung nicht mit ausreichender
Wahrscheinlichkeit gerechnet werden kann, werden Wertberichtigungen vorgenommen.
5.16.
Baukostenzuschüsse
Inhalt dieser Position sind hauptsächlich von Strom-, Gas- und Fernwärmekunden
vereinnahmte Entgelte für die Herstsellung von Anschlüssen. Passivierte Baukostenzuschüsse
werden entsprechend dem Abschreibungsverlauf der korrespondierenden Anlagegüter
umsatzwirksam aufgelöst.
5.17.
Investitionszuschüsse
Zuwendungen der öffentlichen Hand für die Anschaffung von Vermögenswerten werden als
Investitionszuschüsse passiviert und entsprechend der Nutzungsdauer in den sonstigen
betrieblichen Erträgen aufgelöst.
5.18.
Haftungen
Unter den Haftungen sind mögliche oder bestehende Verpflichtungen – die auf vergangenen
Ereignissen beruhen – ausgewiesen, bei denen ein Abfluss von Ressourcen nicht
wahrscheinlich ist.
5.19.
Fremdwährungsumrechnung
Die Währungsumrechnung wird nach dem Konzept der funktionalen Währung
vorgenommen. Bei allen konsolidierten Gesellschaften ist die funktionale Währung die
jeweilige Landeswährung. Dementsprechend werden Posten der Bilanz mit dem
Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag, Posten der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem
Durchschnittskurs der Periode umgerechnet. Differenzen aus der Umrechnung des anteiligen
Eigenkapitals werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Auf Fremdanteile entfallende Differenzen
aus der Währungsumrechnung werden im Posten nicht beherrschende Anteile am
Eigenkapital ausgewiesen. Als Kurs für die tschechische Krone wurde zum 30.9.2021
25,42595 (Vorjahr: 27,13995), als Kurs für den ungarischen Forint 359,921 (Vorjahr:
364,4955) und für den US-Dollar 1,15896 (Vorjahr: 1,17247) herangezogen.
Währungsumrechnungsdifferenzen aus langfristigen konzerninternen Gesellschafterdarlehen,
deren Tilgung in absehbarer Zeit weder geplant noch wahrscheinlich ist werden
erfolgsneutral in den Währungsdifferenzen dargestellt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
160
Konzernabschluss Anhang
5.20.
Erlöse aus Kundenverträgen
Die Erfassung von Erlösen erfolgt, wenn ein Kunde die Verfügungsgewalt über Güter oder
Dienstleistungen erhält. Die Umsatzerlöse entsprechen dem in der Segmentberichterstattung
dargestellten Umsatz. Signifikante Rücknahme-, Erstattungsverpflichtungen, Garantien bzw.
Ermessensentscheidungen bestehen nicht.
Umsatzerlöse im Segment Energie und im Segment Netz
Mit Strom- und Gaskunden bzw. Stromnetz- und Gasnetzkunden liegen schriftliche Verträge
vor.
Der Konzern hat daraus insbesondere Leistungsverpflichtungen zur Lieferung von elektrischer
Energie und Erdgas sowie aus dem Betrieb des Strom- und Gasnetzes.
Die Leistungsverpflichtungen werden zeitraumbezogen erfüllt. Liegen bei Strom- und
Gaskunden bzw. Stromnetz und Gasnetzkunden monatlich gemessene Mengen vor, erfolgt
eine monatliche Abrechnung. Der Zahlungseingang erfolgt im Regelfall innerhalb eines
Monats ab Rechnungslegung. Liegen keine monatlich gemessenen Mengen vor, werden in
der Regel monatliche Teilzahlungen geleistet.
Die Bestimmung des Transaktionspreises erfolgt auf Basis der abgeschlossenen Strom- und
Gaslieferverträge bzw. der in der Periode der Netznutzung geltenden Netztarife. Bei
Mehrkomponentenverträgen erfolgt die Aufteilung der Gegenleistung auf die
Leistungsverpflichtungen auf Basis der vertraglich festgelegten Preise für die einzelnen
Leistungsverpflichtungen. Dies betrifft im Wesentlichen Energielieferungen, Ausgleichsenergie
sowie sonstige Dienstleistungen.
Umsatzerlöse werden in der Periode erfasst, in der die elektrische Energie oder das Erdgas
geliefert werden bzw. in der die Netznutzung erfolgt.
Die Umsatzerlöse beinhalten Erlöse aus dem Eigenhandel von Strom und Gas. Die
Nettoumsatzerlöse – nach Abzug der Bezugskosten für Strom- und Gaseigenhandel –
beinhalten die erzielte Marge. Die Bezugskosten für Strom- und Gaseigenhandel betreffen
Strom- und Gasmengen, die ausschließlich zum Zwecke des Weiterverkaufes auf
Großhandelsebene unter Erzielung einer entsprechenden Marge erworben wurden.
Umsatzerlöse im Segment Entsorgung
Die Erlöse aus der Sammlung von Abfällen betreffen die Abholung und Übernahme von Müll.
Die Leistungsverpflichtungen werden überwiegend zeitpunktbezogen erfüllt. Die Bestimmung
des Transaktionspreises erfolgt auf Basis der abgeschlossenen Verträge.
Mehrkomponentenverträge beinhalten im Regelfall eine Aufteilung der Gegenleistung auf die
Leistungsverpflichtungen.
Die Verwertung von Abfällen beinhaltet die thermische Entsorgung von Abfällen. Mit den
Abnehmern der erzeugten Wärme bzw. elektrischen Energie bestehen schriftliche Verträge.
Die Leistungsverpflichtung – die Lieferung der Wärme und der elektrischen Energie – wird
zeitraumbezogen erfüllt. Der Transaktionspreis ist vertraglich geregelt.
Darüber hinaus werden Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen (Kunststoffe, Metalle, Holz)
generiert. Die Erfüllung der Leistungsverpflichtung erfolgt zum Zeitpunkt der Übertragung
auf den Kunden.
Umsatzerlöse werden in der Periode erfasst, in der die Abholung bzw. Übernahme der
Abfälle erfolgt, in der die erzeugte Wärme oder elektrische Energie geliefert oder die
Wertstoffe geliefert werden. Im Segment Entsorgung beträgt das Zahlungsziel überwiegend
bis zu einem Monat ab Rechnungslegung.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
161
Konzernabschluss Anhang
Umsatzerlöse im Segment Tschechien
Die Umsatzerlöse im Segment Tschechien resultieren vor allem aus der Lieferung von Wasser,
Übernahme von Abwasser sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit Wasser/Abwasser
und die Lieferung von Wärme in Tschechien. Die Leistungsverpflichtungen werden
überwiegend zeitraumbezogen erfüllt. Der Transaktionspreis ist vertraglich geregelt.
Umsatzerlöse werden in der Periode erfasst, in der das Wasser geliefert, das Abwasser
übernommen, dem Kunden der Nutzen aus den Dienstleistungen zufließt bzw. die Wärme
geliefert wird.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
162
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
6.
Umsatzerlöse
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Segment Energie
Erlöse aus dem Verkauf von elektrischer Energie
Erlöse aus dem Verkauf von Erdgas
Erlöse aus dem Verkauf von Fernwärme
Sonstige
938.006,9
287.055,1
56.032,8
757.993,9
238.798,4
55.729,9
57.900,6
29.378,4
1.338.995,4
1.081.900,6
Segment Netz
Erlöse aus dem Strom- und Gasnetz
Erlöse aus der Auflösung von Baukostenzuschüssen
Sonstige
334.752,4
27.118,5
4.223,2
320.853,6
25.898,6
4.882,7
366.094,1
351.634,9
Segment Entsorgung
Erlöse aus der Sammlung von Abfällen
Erlöse aus der Verwertung von Abfällen
Erlöse aus der Aufbereitung von Abfällen
Sonstige
104.495,5
83.085,6
50.040,7
9.403,1
96.804,7
80.806,8
36.711,5
9.759,1
247.024,9
224.082,1
Segment Tschechien
Erlöse aus der Lieferung von Wasser
Erlöse aus der Übernahme von Abwasser
Erlöse aus dem Verkauf von Fernwärme
Sonstige
73.473,4
63.811,8
13.980,3
21.801,0
173.066,5
67.705,2
59.078,7
12.650,1
20.924,0
160.358,0
Segment Holding & Services
19.982,6
25.731,9
Umsatzerlöse
2.145.163,5
-118.964,6
1.843.707,5
-59.563,4
Bezugskosten für Strom- und Gashandel
Nettoumsatzerlöse
2.026.198,9
1.784.144,1
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
163
Konzernabschluss Anhang
7.
Segmentberichterstattung
Segmentberichterstattung nach Geschäftsbereichen
Im Energie AG Konzern erfolgt die Identifizierung der berichtspflichtigen Segmente
entsprechend IFRS 8 nach der internen Berichterstattung und internen Steuerung
(Management Approach).
Die Segmentberichterstattung umfasst die Segmente Energie, Netz, Entsorgung, Tschechien
sowie Holding & Services.
Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichteten Segmente sind dieselben wie
die des gesamten Konzerns. Das operative Ergebnis ist jenes Periodenergebnis, welches
regelmäßig von den Hauptentscheidungsträgern überwacht, zur Beurteilung des Erfolges
hauptsächlich herangezogen und der Allokation von Ressourcen zugrunde gelegt wird.
Die zwischen dem Segment Netz und den übrigen Segmenten getätigten Umsätze betreffen
überwiegend Netzdienstleistungen, die Verrechnungspreise basieren auf regulatorisch
festgelegten Preisen. Die innerkonzernalen Umsätze des Segments „Holding & Services“
betreffen überwiegend Umsätze aus Dienstleistungen und Materiallieferungen, welche zu
marktkonformen Preisen verrechnet werden sowie Umsätze aus Netzdienstleistungen
(Metering), welche zu regulatorisch festgelegten Preisen verrechnet werden. Das Capital
Employed ist jene Kennzahl bezüglich Vermögenswerten und Schulden im Konzern, welche
der verantwortlichen Unternehmensinstanz regelmäßig vorgelegt wird. Das Capital Employed
umfasst vor allem das Eigenkapital sowie das verzinsliche Fremdkapital einschließlich
Leasingverbindlichkeiten, abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente,
Festgeldanlagen sowie bestimmter finanzieller Vermögenswerte.
Energie
Das Segment Energie beinhaltet die Erzeugung, den Handel sowie den Vertrieb von
elektrischer Energie. Die Erzeugung von elektrischer Energie erfolgt im Wesentlichen mittels
hydraulischer und kalorischer Erzeugungsanlagen. Darüber hinaus wird elektrische Energie
über Bezugsrechte von fremden Kraftwerken sowie über den Strommarkt bezogen. Das
Segment Energie beinhaltet die Energie AG Oberösterreich Trading GmbH als zentrales
Strom- und Gashandelsunternehmen sowie den Gasspeicher 7-Fields. Dem Segment Energie
sind der Handel und Vertrieb von Erdgas, der Geschäftsbereich Wärme sowie die nach der
Equity-Methode bewertete Bioenergie Steyr GmbH, Fernwärme Steyr GmbH, Windpower EP
GmbH, Geothermie-Wärmegesellschaft Braunau-Simbach mbH, Geothermie-
Fördergesellschaft Simbach-Braunau mbH sowie die Energie Ried Wärme GmbH zugeordnet.
Netz
Das Segment Netz umfasst die Errichtung und den Betrieb des Strom-Verteilernetzes sowie
des Gasnetzes.
Entsorgung
Das Segment Entsorgung umfasst im Wesentlichen die Übernahme, Sortierung, Verbrennung
und Deponierung von Haus- und Gewerbeabfällen. Die at equity bewerteten „Papyrus“
Altpapierservice Handelsgesellschaft m.b.H., die Papyrus Wertstoff Service GmbH sowie die
AMR Austrian Metal Recovery GmbH sind dem Segment Entsorgung zugeordnet.
Tschechien
Das Segment Tschechien umfasst im Wesentlichen die Versorgung mit Trinkwasser sowie die
Entsorgung von Abwasser und die Wärme-Aktivitäten in Tschechien.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
164
Konzernabschluss Anhang
Holding & Services
Das Segment Holding & Services umfasst die Leitungs- und Steuerungsfunktionen,
kaufmännische und technische Dienstleistungen, Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH
(Telekom-Betrieb, Metering), sowie die at equity einbezogenen Beteiligungen Salzburg AG für
Energie, Verkehr und Telekommunikation und Wels Strom GmbH.
Die Segmentberichterstattung nach Geschäftsbereichen stellt sich wie folgt dar:
Über-
Ent-
sorgung
Mio. EUR
Holding &
Services
Mio. EUR
leitung/Elimi-
nierung
Energie
Netz
Tschechien
Konzern
2020/2021
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Außenumsatz
Innenumsätze
Gesamtumsatz
1.339,0
7,1
366,1
14,8
247,0
9,2
173,1
0,1
20,0
254,7
274,7
–
-285,9
-285,9
2.145,2
–
1.346,1
380,9
256,2
173,2
2.145,2
Ergebnis aus Beteiligungen an
Equity-Unternehmen
2,3
-27,1
-0,5
–
-74,5
–
0,7
-20,4
–
–
-7,7
–
26,2
-34,7
-0,2
–
–
–
–
29,2
-164,4
-0,7
Abschreibungen
Davon Wertminderungen
Operatives Ergebnis
82,4
37,2
29,6
11,1
28,1
188,4
Buchwert der Beteiligungen an
Equity-Unternehmen
12,7
21,1
–
–
5,0
–
216,2
0,1
–
–
233,9
87,3
Firmenwerte
45,3
20,8
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und
Sachanlagen
25,2
103,6
684,5
28,9
9,1
48,3
–
–
215,1
Capital Employed
473,3
213,3
93,4
335,4
1.799,9
Mio. EUR
1.799,9
652,3
Capital Employed
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes Vermögen
Unverzinsliche Schulden; Rückstellungen
1.423,2
3.875,4
Bilanzsumme
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
165
Konzernabschluss Anhang
Die Segmentinformation 2019/2020 nach Geschäftsbereichen stellt sich wie folgt dar:
Über-
leitung/Elimi-
nierung
Ent-
sorgung
Mio. EUR
Holding &
Energie
Netz
Tschechien
Services
Konzern
2019/2020
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Außenumsatz
Innenumsätze
Gesamtumsatz
1.081,9
5,9
351,6
15,0
224,1
8,6
160,4
0,1
25,7
234,2
259,9
–
-263,8
-263,8
1.843,7
–
1.087,8
366,6
232,7
160,5
1.843,7
Ergebnis aus Beteiligungen an
Equity-Unternehmen
1,7
-37,6
-10,9
59,5
–
-72,9
–
0,3
-21,6
-2,4
–
-6,9
–
12,7
-33,6
-1,0
–
–
–
–
14,7
-172,6
-14,3
Abschreibungen
Davon Wertminderungen
Operatives Ergebnis
36,9
27,1
9,8
14,4
147,7
Buchwert der Beteiligungen an
Equity-Unternehmen
10,9
21,1
–
–
4,3
–
196,8
0,1
–
–
212,0
86,2
Firmenwerte
45,3
19,7
Investitionen in immaterielle
Vermögenswerte und
Sachanlagen
22,0
94,6
16,1
9,5
55,0
–
–
197,2
Capital Employed
604,9
679,1
207,5
85,8
204,7
1.782,0
Mio. EUR
1.782,0
432,1
Capital Employed
Nicht im Prozess der Leistungserstellung und -verwertung eingesetztes Vermögen
Unverzinsliche Schulden; Rückstellungen
865,6
Bilanzsumme
3.079,7
Die Wertaufholungen betreffen mit EUR 7,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) das Segment
Energie und mit EUR 4,7 Mio. das Segment Entsorgung. Nicht zahlungswirksame Posten im
Zusammenhang mit Derivaten in Höhe von EUR 45,2 Mio. (Vorjahr: EUR -27,2 Mio.) betreffen
das Segment Energie. Die Erträge aus der Auflösung von Baukostenzuschüssen betreffen mit
EUR 27,1 Mio. (Vorjahr: EUR 25,9 Mio.) das Segment Netz. Nicht zahlungswirksame Erträge
aus at-equity bewerteten Unternehmen betreffen mit EUR 19,4 Mio. (Vorjahr: EUR 5,6 Mio.)
das Segment Holding und Services.
Segmentberichterstattung nach geographischen Segmenten
Der Energie AG Oberösterreich Konzern ist im Wesentlichen in den Regionen „Österreich“
und „Tschechien“ tätig. Die Geschäftstätigkeit in anderen Ländern (Italien, Deutschland,
Ungarn) wird im geographischen Segment „Übrige Länder“ zusammengefasst.
Österreich
Tschechien
Übrige Länder
Konzern
2020/2021
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Außenumsätze
Capital Employed
1.961,0
1.690,8
173,3
93,6
10,9
15,5
2.145,2
1.799,9
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
166
Konzernabschluss Anhang
Österreich
Tschechien
Übrige Länder
Konzern
2019/2020
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
Außenumsätze
Capital Employed
1.672,2
1.679,2
160,6
86,4
10,9
16,4
1.843,7
1.782,0
8.
Sonstige betriebliche Erträge
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Erträge aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
2.183,4
11.880,6
546,0
5.003,6
–
Wertaufholungen
Aktivierte Fertigungsleistungen
Miet- und Pachterlöse
547,0
2.917,5
3.350,3
2.654,5
1.101,9
8.476,0
33.110,2
2.753,5
3.585,0
13.355,2
16.145,7
6.328,1
47.718,1
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
Erträge aus CO2-Zertifikaten
Versicherungserlöse
Übrige Erträge
9.
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Fremdstrombezug
Gasbezug
736.239,9
312.222,0
45.322,7
557.716,1
253.611,7
46.876,1
Gaseinsatz
Aufwendungen für Systemnutzung
Sonstiger Materialeinsatz
Aufwand für bezogene Leistungen
95.575,7
92.463,0
84.913,3
78.545,7
137.475,5
1.411.749,1
-118.964,6
1.292.784,5
132.555,6
1.161.768,2
-59.563,4
Bezugskosten für Strom- und Gaseigenhandel
1.102.204,8
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
167
Konzernabschluss Anhang
10.
Personalaufwand
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Löhne und Gehälter
235.192,1
5.989,2
227.778,0
5.755,9
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
Aufwendungen für Altersversorgung
5.291,5
6.559,8
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge
59.921,8
2.026,0
58.118,9
2.603,2
Sonstige Sozialaufwendungen
308.420,6
300.815,8
Der Aufwand für beitragsorientierte Versorgungspläne beträgt TEUR 6.985,2 (Vorjahr:
TEUR 7.005,3). Die Aufwendungen für Abfertigungen betreffen mit TEUR 8,9 (Vorjahr:
TEUR 9,0) und die Aufwendungen für Altersversorgung mit TEUR 215,3 (Vorjahr:
TEUR 207,1) Mitglieder des Vorstands.
Die Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat der Energie AG Oberösterreich betragen:
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Vorstand
826,9
694,9
823,6
691,6
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene
Aufsichtsrat
93,5
92,4
1.615,3
1.607,6
Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 4.593 (Vorjahr: 4.560) Mitarbeiter beschäftigt.
Teilzeitbeschäftigte sind aliquot berücksichtigt.
11.
Abschreibungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
163.702,8
723,0
158.317,0
14.311,6
164.425,8
172.628,6
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
168
Konzernabschluss Anhang
12.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Steuern
7.862,9
51.510,5
7.693,9
8.281,3
49.175,3
8.091,5
Fremdleistungen
Reisespesen
Versicherungsprämien
7.278,5
5.993,3
Porto und Telekommunikation
5.995,0
5.613,0
Miet- und Pachtaufwand
1.683,1
3.561,0
Abschreibung von Forderungen
1.589,8
1.625,3
Zuweisung Wertberichtigung und erwartete Verluste zu Forderungen
737,0
1.169,5
KFZ-Aufwand
17.404,6
1.540,8
16.911,2
2.526,1
Verluste aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen
Reparaturen
29.798,4
46.800,2
179.894,7
30.133,8
32.193,6
165.274,9
Sonstige Aufwendungen
Die Steuern betreffen im Wesentlichen Grundsteuer, Standortabgabe, Elektrizitätsabgabe
sowie Altlastensanierungsbeitrag. Die Aufwendungen für den Konzernabschlussprüfer
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH (Vorjahr: KPMG Austria GmbH) für
Prüfungsleistungen und sonstige Bestätigungsleistungen für Gesellschaften des Energie AG
Oberösterreich-Konzerns betragen TEUR 519,8 (Vorjahr: TEUR 687,3). Weiters hat der
Konzernabschlussprüfer sonstige Beratungsleistungen im Wert von TEUR 19,0 (Vorjahr: TEUR
132,3) für den Energie AG Konzern erbracht.
Die Sonstigen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen Zuweisungen zu Rückstellungen,
Transaktionskosten, Aufwendungen für Marketing sowie Honorare.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
169
Konzernabschluss Anhang
13.
Zinsergebnis
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Finanzierungsaufwendungen
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Zinsaufwand Personalrückstellungen
Zinsaufwand Leasingverbindlichkeiten
Kursverluste
-21.180,1
-2.439,7
-516,9
-18.951,6
-2.401,8
-533,9
-29,3
-859,3
-24.166,0
-22.746,6
Sonstiges Zinsergebnis
Zinsen und ähnliche Erträge
Zinsertrag Leasingverbindlichkeiten
Kursgewinne
841,9
235,3
727,4
228,7
1,9
95,2
Bewertung Zinsderivate
-95,1
–
1.077,3
-23.088,7
958,0
-21.788,6
14.
Sonstiges Finanzergebnis
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Beteiligungsergebnis
Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen
Erträge aus Sonstigen Beteiligungen
100,0
1.824,3
1.924,3
124,3
1.382,5
1.506,8
Ergebnis Finanzinvestitionen
Verluste aus der Bewertung von Ausleihungen
Gewinne aus der Bewertung von Ausleihungen
Erträge aus Wertpapieren
-6,5
10,7
-11,9
68,0
367,0
–
163,6
-140,8
–
Abschreibung von Wertpapieren
Gewinne aus der Bewertung von Wertpapieren
Verluste aus dem Abgang von Wertpapieren
Gewinne aus dem Abgang von Wertpapieren
Verluste aus der Bewertung von Festgeldanlagen
Gewinne aus der Bewertung von Festgeldanlagen
Verluste aus der Bewertung von Fonds
Gewinne aus der Bewertung von Fonds
Ergebnis Sicherungsgeschäft Finanzinvestition
641,1
–
-296,6
–
243,6
-113,0
–
-195,9
88,2
-89,4
16,7
-254,2
191,8
–
-40,0
1.030,2
2.954,5
-387,8
1.119,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
170
Konzernabschluss Anhang
15.
Steuern vom Einkommen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Aufwand für laufende Ertragsteuern
Veränderung latenter Steuern
33.418,4
2.991,9
27.304,2
-1.470,5
25.833,7
36.410,3
Der Ertragsteueraufwand ist um TEUR 4.987,6 niedriger (Vorjahr: TEUR 5.331,0 niedriger) als
der rechnerische Ertragsteueraufwand, der sich bei Anwendung des jeweiligen Steuersatzes
auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ergibt. Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem
rechnerischen und dem ausgewiesenen Ertragsteueraufwand stellen sich wie folgt dar:
2020/2021
2019/2020
TEUR
168.269,2
41.397,9
TEUR
Gewinn vor Ertragsteuern
Rechnerischer Steueraufwand
Steuereffekte aus
127.045,0
31.164,7
Steuerfreien Ergebnissen aus at equity bewerteten Unternehmen sowie aus steuerfreien
Beteiligungserträgen
-4.410,9
-576,7
-4.069,3
-1.261,7
25.833,7
20,3
Sonstige Posten
Effektiver Steuerertrag/-aufwand
Effektiver Steuersatz in %
36.410,3
21,6
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
171
Konzernabschluss Anhang
Temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem jeweiligen
steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die ausgewiesene Steuerlatenz aus:
Vermögenswerte
Schulden
Netto
2021
2021
2020
2021
2020
2020
TEUR
TEUR
–
TEUR
TEUR
TEUR
-22.900,3
-30.489,1
-2.866,4
-19.375,4
41.825,8
-14.037,1
-1.878,9
22.042,2
-30.504,0
-771,4
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
–
9.650,5
3.830,5
–
-22.900,3
-40.139,6
-6.696,9
-19.375,4
-1.456,7
-14.037,1
-1.896,3
–
-22.942,7
-33.679,2
-6.644,6
-1.550,4
-3.354,8
-14.674,5
-2.364,4
–
-22.942,7
-23.530,4
-2.607,3
-1.550,4
33.818,1
-14.674,5
-132,0
10.148,8
4.037,3
–
Finanzanlagevermögen
Übriges langfristiges Vermögen
Rückstellungen
43.282,5
–
37.172,9
–
Unversteuerte Rücklagen
Baukostenzuschüsse
17,4
2.232,4
4.555,3
5.312,2
17.244,8
360,1
Übrige langfristige Schulden
Hedge Accounting
22.042,2
2.186,5
17.064,3
180,1
4.555,3
5.312,2
95,1
-32.690,5
-17.835,7
–
–
Leasing
-17.149,7
–
Offene Siebentelabschreibung
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige
180,1
360,1
1.087,8
64.353,9
1.326,0
165.021,7
1.661,1
5.844,0
435,0
-62.704,8
–
-5.525,5
-41,8
-61.617,0
64.353,9
67,0
-3.864,4
5.802,2
304,4
-1.259,0
-220.992,3
-130,6
Steueransprüche/-Schulden vor Verrechnung
89.003,9
-108.058,2
-55.970,6
-19.054,3
Ver-
äußerungs-
gruppe
IFRS 5
Währungs-
direkt im
erfasst im
Stand
ausgleichs-
posten
Eigenkapital
erfasst
Gewinn
oder Verlust
TEUR
Stand
01.10.2020
TEUR
30.09.2021
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
-22.900,3
-30.489,1
-2.866,4
-19.375,4
41.825,8
-14.037,1
-1.878,9
22.042,2
-30.504,0
-771,4
–
-68,6
–
111,0
-9.308,3
1.169,1
-17.825,0
7.047,9
637,4
-22.942,7
-23.530,4
-2.607,3
-1.550,4
33.818,1
-14.674,5
-132,0
2.634,2
-284,6
–
Finanzanlagevermögen
Übriges langfristiges Vermögen
Rückstellungen
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
-1.428,2
–
61,5
–
898,3
Unversteuerte Rücklagen
Baukostenzuschüsse
Übrige langfristige Schulden
Hedge Accounting
–
–
–
-1.746,9
17.486,9
-127,6
–
–
4.555,3
5.312,2
95,1
–
-35.688,6
Leasing
–
–
–
-866,5
Offene Siebentelabschreibung
180,1
–
-180,0
360,1
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
-61.617,0
64.353,9
67,0
–
–
–
–
–
-57.752,6
58.551,7
-189,0
-3.864,4
5.802,2
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige
–
–
-39,0
-9,4
304,4
-55.970,6
2.595,2
-301,1
-36.218,5
-2.991,9
-19.054,3
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
172
Konzernabschluss Anhang
Änderung
Konsoli-
dierungs-
kreis
Währungs-
ausgleichs-
posten
direkt im
Eigenkapital
erfasst
erfasst im
Gewinn
Stand
30.09.2020
TEUR
Stand
01.10.2019
TEUR
oder Verlust
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
-22.942,7
-23.530,4
-2.607,3
-1.550,4
33.818,1
-14.674,5
-132,0
-201,8
57,9
–
590,5
1.724,5
-738,4
-450,8
-889,9
585,1
-23.389,3
-25.474,0
-578,5
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
219,1
–
Finanzanlagevermögen
Übriges langfristiges Vermögen
Rückstellungen
–
-1.290,4
–
–
-1.099,6
35.635,7
-15.259,6
-534,5
-37,3
-890,4
Unversteuerte Rücklagen
Baukostenzuschüsse
Übrige langfristige Schulden
Hedge Accounting
–
-5,1
–
–
–
407,6
4.555,3
5.312,2
95,1
–
40,2
4.515,1
-427,8
–
5.611,8
128,2
Leasing
–
–
–
95,1
–
Offene Siebentelabschreibung
360,1
–
-1.271,3
1.631,4
Forderungen und sonstige
Vermögenswerte
-3.864,4
5.802,2
–
–
–
–
–
-1.489,4
2.795,9
-56,8
-2.375,0
3.006,3
Übrige kurzfristige Schulden
Übrige
–
–
304,4
24,8
4,6
331,8
-19.054,3
-177,0
239,2
3.431,0
1.470,5
-24.018,0
Für temporäre Differenzen im Zusammenhang mit vollkonsolidierten Tochterunternehmen,
gemeinsamen Vereinbarungen sowie assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 643.621,4
(Vorjahr: TEUR 505.607,9) wurden keine passiven latenten Steuern angesetzt.
Auf erfolgsneutrale Wertänderungen von Beteiligungen und Wertpapieren FVOCI entfallen
latente Steuern in Höhe von TEUR -1.428,2 (Vorjahr: TEUR -1.290,4), auf erfolgsneutrale
Wertänderungen aus Hedge-Accounting TEUR -35.688,6 (Vorjahr: TEUR 5.611,8).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
173
Erläuterungen zur Bilanz
ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
16.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und Firmenwerte
Strom-
bezugs-
rechte
TEUR
Andere
Rechte
TEUR
Firmen-
werte
TEUR
Kunden-
stock
Anlagen
im Bau
TEUR
Summe
2020/2021
TEUR
TEUR
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
01.10.2020
251.950,2
116.571,4
275,1
97.240,1
84.862,0
156,4
8,7
550.780,1
3.153,1
5.985,6
-10.272,0
-598,1
Währungsdifferenzen
Zugänge
–
1.321,6
1.547,7
2.950,2
2.833,7
-1.204,0
-598,1
–
–
-8.841,0
–
201,7
-5,1
Abgänge
–
-221,9
Veräußerungsgruppe IFRS 5
Umbuchungen
30.09.2021
–
–
–
–
–
287,0
–
-287,0
74,7
–
254.900,4
118.165,1
98.339,8
77.568,7
549.048,7
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020
169.935,2
97.361,7
249,7
11.022,9
36.884,3
1.024,2
4.330,2
-8.841,0
–
–
–
–
–
–
–
315.204,1
1.273,9
Währungsdifferenzen
Abschreibungen
–
–
1.234,0
4.340,4
-1.187,6
-427,1
–
9.904,6
Abgänge
–
–
–
–
-10.028,6
-427,1
Veräußerungsgruppe IFRS 5
30.09.2021
171.169,2
100.337,1
11.022,9
33.397,7
315.926,9
Buchwert 01.10.2020
82.015,0
19.209,7
86.217,2
47.977,7
156,4
235.576,0
Buchwert 30.09.2021
83.731,2
17.828,0
87.316,9
44.171,0
74,7
233.121,8
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
174
Konzernabschluss Anhang
Strom-
bezugs-
rechte
TEUR
Andere
Rechte
TEUR
Firmen-
werte
TEUR
Kunden-
stock
Anlagen
im Bau
TEUR
Summe
2019/2020
TEUR
TEUR
Anschaffungs- und
Herstellungskosten
01.10.2019
249.681,9
117.190,3
2,8
97.208,6
84.959,0
58,1
–
549.097,9
2.278,2
-2.558,9
7.294,5
-5.331,6
–
Änderung Konsolidierungskreis
Währungsdifferenzen
Zugänge
–
–
1.111,9
1.163,5
-211,6
-1.080,4
-1.260,5
-6,4
2.589,4
-321,1
–
4.473,4
-5.010,5
127,0
–
–
231,7
–
Abgänge
–
–
–
–
Umbuchungen
30.09.2020
-127,0
156,4
251.950,2
116.571,4
97.240,1
84.862,0
550.780,1
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2019
168.778,6
–
91.090,0
-192,8
11.022,9
33.103,9
-777,2
4.557,6
–
–
–
–
–
–
–
303.995,4
-970,0
Währungsdifferenzen
Abschreibungen
Wertminderung
Abgänge
–
1.170,0
–
4.333,5
7.046,0
-4.915,0
97.361,7
–
10.061,1
7.046,0
–
–
-13,4
–
-4.928,4
315.204,1
30.09.2020
169.935,2
11.022,9
36.884,3
Buchwert 01.10.2019
80.903,3
26.100,3
86.185,7
51.855,1
58,1
245.102,5
Buchwert 30.09.2020
82.015,0
19.209,7
86.217,2
47.977,7
156,4
235.576,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
175
Konzernabschluss Anhang
Entwicklung des Sachanlagevermögens
Technische
Anlagen und
Maschinen
TEUR
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
TEUR
Grundstücke
Anlagen
im Bau
TEUR
und Bauten
Summe
2020/2021
TEUR
TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.10.2020
1.167.385,4
5.787,5
4.097.802,9
3.147,7
227.437,0
1.036,9
14.838,5
-11.462,3
–
88.327,7
341,9
5.580.953,0
10.314,0
209.111,2
-29.248,1
-111.661,6
–
Währungsdifferenzen
Zugänge
17.822,0
-3.660,7
–
103.860,3
-13.559,7
-104.627,3
28.968,5
72.590,4
-565,4
Abgänge
Veräußerungsgruppe IFRS 5
Umbuchungen
-7.034,3
-42.573,4
111.086,9
10.963,4
1.198.297,6
2.641,5
234.491,6
30.09.2021
4.115.592,4
5.659.468,5
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2020
650.398,0
2.609,7
21.525,7
723,0
2.761.577,8
2.103,6
184.360,8
3.984,9
3.600.321,5
5.462,1
Währungsdifferenzen
Abschreibungen
Wertminderung
755,6
-6,8
118.195,7
–
14.076,8
–
153.798,2
723,0
–
–
Wertaufholung
-4.111,1
-2.935,0
–
-3.454,9
-11.547,6
-12.661,7
6,3
–
-4.314,6
-11.880,6
-25.673,3
-12.661,7
–
Abgänge
-11.190,7
–
Veräußerungsgruppe IFRS 5
Umbuchungen
–
–
–
–
-6,3
30.09.2021
668.204,0
2.854.219,2
188.002,5
-336,5
3.710.089,2
Buchwert 01.10.2020
516.987,4
1.336.225,1
43.076,2
84.342,8
1.980.631,5
Buchwert 30.09.2021
530.093,6
1.261.373,2
46.489,1
111.423,4
1.949.379,3
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
176
Konzernabschluss Anhang
Technische
Anlagen und
Maschinen
TEUR
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
TEUR
Grundstücke
und Bauten
TEUR
Anlagen
im Bau
TEUR
Summe
2019/2020
TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.10.2019
1.073.147,0
3.982.602,5
216.353,9
84.116,4
5.356.219,8
Ersterfassung Nutzungsrecht aus der
erstmaligen Anwendung von IFRS 16
71.374,2
1.144.521,2
411,2
837,2
3.983.439,7
7,3
1.537,8
217.891,7
40,9
–
84.116,4
29,3
73.749,2
5.429.969,0
488,7
01.10.2019 angepasst
Änderung Konsolidierungskreis
Währungsdifferenzen
Zugänge
-4.413,3
-2.372,3
-785,3
-271,8
-7.842,7
189.952,3
-31.614,3
–
10.544,2
103.502,2
-19.644,5
32.870,5
14.290,8
-7.031,0
3.029,9
61.615,1
-293,3
Abgänge
-4.645,5
Umbuchungen
20.967,6
- 56.868,0
88.327,7
30.09.2020
1.167.385,4
4.097.802,9
227.437,0
5.580.953,0
Kumulierte Abschreibungen
01.10.2019
631.239,3
-1.997,8
21.474,4
1.807,0
-2.134,8
9,9
2.660.405,2
-1.562,8
178.444,4
-571,2
13.173,8
–
4.277,1
3.474.366,0
-4.126,5
148.255,9
7.265,6
Währungsdifferenzen
Abschreibungen
Wertminderung
Abgänge
5,3
113.607,7
5.458,6
–
–
-16.618,5
287,6
-6.686,2
–
–
-25.439,5
–
Umbuchungen
-297,5
3.984,9
30.09.2020
650.398,0
2.761.577,8
184.360,8
3.600.321,5
Buchwert 01.10.2019
441.907,7
1.322.197,3
37.909,5
79.839,3
1.881.853,8
Buchwert 30.09.2020
516.987,4
1.336.225,1
43.076,2
84.342,8
1.980.631,5
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
177
Konzernabschluss Anhang
16.1.
Werthaltigkeit von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Geschäfts- und
Firmenwerten
Für Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung werden die Geschäfts- oder Firmenwerte den
folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet und die Cashflows dieser
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit folgendem Diskontierungszinssatz abgezinst:
Firmenwerte
Abzinsungssatz
30.09.2021 30.09.2020
30.09.2021
30.09.2020
Mio. EUR
Mio. EUR
%
%
Segment Energie
Vertrieb
20,7
0,4
20,7
0,4
4,3
4,3
4,5
4,5
Andere
21,1
21,1
Segment Entsorgung
Entsorgung Österreich
Andere
43,1
2,2
43,1
2,2
4,5
5,4
4,9
5,8
45,3
45,3
Segment Tschechien
CEVAK a.s.
15,3
5,5
14,3
5,4
3,9
4,3
Andere
3,9-4,7
4,3-4,9
20,8
0,1
19,7
0,1
Andere
–
–
87,3
86,2
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Vertrieb“ übersteigt den
Buchwert um EUR 173,9 Mio. (Vorjahr: EUR 122,2 Mio.). Bei einem Rückgang der künftigen
Cashflows um 55,1 %(Vorjahr: 51,2 %) bzw. einer Erhöhung des Zinssatzes um 3,7 %
(Vorjahr: 2,7 %) entspricht der Buchwert dem Barwert der künftigen Cashflows.
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Entsorgung/Österreich“
übersteigt den Buchwert um EUR 79,8 Mio. (Vorjahr: EUR 26,3 Mio.), der erzielbare Betrag
der CEVAK a.s. übersteigt den Buchwert um EUR 146,1 Mio. (Vorjahr: EUR 123,4 Mio.). Bei
einem Rückgang der künftigen Cashflows um 28,2 % (Vorjahr: 11,8 %) bzw. einer Erhöhung
des Zinssatzes um 1,3 % (Vorjahr: 0,5 %) entspricht der Buchwert der
zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Segment Entsorgung/Österreich“ dem Barwert der
künftigen Cashflows. Ein Rückgang der künftigen Cashflows der CEVAK a.s. um 10 % hätte
keine Wertminderung zur Folge.
16.2.
Werthaltigkeit von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Geschäfts- und
Firmenwerten
Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam
Aufgrund der aktuellen Marktsituation wurde die Werthaltigkeit des Gas- und
Dampfkraftwerkes in Timelkam (Segment Energie) überprüft. Die installierte elektrische
Leistung beträgt maximal 422 MW, die maximale Fernwärmeauskopplung 100 MW. Der
Wirkungsgrad wurde mit 55,7 % angenommen. Die jährliche Stromerzeugung wurde mit bis
zu 2.227 GWh (Vorjahr: 1.423 GWh) pro Jahr angesetzt. Die Annahmen für den künftigen
Strom- und Gaspreis basieren – soweit verfügbar – auf Marktdaten, sofern keine Marktdaten
verfügbar waren, wurden Schätzungen auf Basis von Marktstudien vorgenommen. Der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
178
Konzernabschluss Anhang
geschätzte Strompreis beträgt EUR 65,92 bis EUR 82,61 /MWh (Vorjahr: EUR 47,24 bis
EUR 70,04 EUR/MWh). Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung wurden
entsprechend den Wartungsplänen- und Verträgen berücksichtigt. Die sonstigen
wesentlichen Aufwandspositionen wie insbesondere Personalkosten, Versicherung und
Infrastrukturkosten werden jährlich um eine geschätzte Steigerungsrate erhöht. Der
Abzinsungssatz beträgt 4,3 % (Vorjahr: 4,5 %). Der Planungszeitraum endet im
Geschäftsjahr 2037/2038. Insbesondere aufgrund der gestiegenen Markterwartungen, wurde
eine Werterhöhung in Höhe von EUR 2,8 Mio. (Vorjahr: Wertminderung in Höhe von
EUR 1,8 Mio.) vorgenommen. Der durch Anwendung der DCF-Methode ermittelte erzielbare
Betrag entspricht dem Nutzungswert in Höhe von EUR 45,3 Mio. (Vorjahr: EUR 45,8 Mio.).
Schwankungen der Cashflows um 20 % haben eine Veränderung des erzielbaren Betrages
um EUR 9,1 Mio. zur Folge. Eine Erhöhung des Zinssatzes um 0,5 % führt zu einer
Verringerung des erzielbaren Betrages um EUR 1,8 Mio..
Sonstige Wertaufholungen
Aufgrund geänderter Einschätzung über die Realisierbarkeit des Pumpspeicherkraftwerkes
Ebensee wurde im Segment Energie eine Wertaufholung in Höhe von EUR 4,4 Mio. erfasst.
Der erzielbare Betrag entspricht dem Buchwert von EUR 4,4 Mio. Im Segment Entsorgung
wurden, insbesondere aufgrund von höheren erwarteten Erlösen aus der Verwertung von
Fernwärme, Wertaufholungen für Müllverbrennungsanlagen in Höhe von EUR 4,7 Mio.
vorgenommen.
Wertminderungen des Vorjahres:
GASSPEICHER 7FIELDS
Im Vorjahr wurde für die zahlungsmittelgenerierende Einheit „Gasspeicher 7-Fields“ eine
Wertminderung in Höhe von EUR 7,0 Mio. erfasst. Die Wertminderung basierte auf einer
Neueinschätzung der langfristigen künftigen Gaspreisnotierungen am Handelsmarkt in den
Sommer- und Wintermonaten („Sommer-Winter-Spread“) sowie der langfristigen
Einsatzmöglichkeiten des Gasspeichers. Als Abzinsungssatz wurden 5,0 % herangezogen
(30.9.2019: 5,3 %). Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) betrug EUR 0,0 Mio..
SEGMENT ENTSORGUNG
Aufgrund eines Brandfalles in einer Abfallsortieranlage wurde eine Wertminderung im Posten
Grundstücke und Bauten in Höhe von EUR 1,8 Mio. sowie technische Anlagen und
Maschinen in Höhe von EUR 0,6 Mio. vorgenommen.
PREISBEHÖRDLICHER WÄRMEVERTRIEB
Darüber hinaus wurde die Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheit
„Preisbehördlicher Wärmevertrieb“ (Segment Energie) überprüft. Diese beinhaltet
Wärmeanlagen Timelkam/Vöcklabruck, Riedersbach und Kirchdorf, für welche die
Festsetzung der Absatzpreise gemeinsam durch eine Preisbehörde erfolgt. Die künftigen
Erlöse basieren auf einer jährlichen Abgabe von 236,4 GWh und wurden unter der Annahme
geplant, dass Kostenkomponenten mittelfristig durch erhöhte Wärmepreise ausgeglichen
werden können, wobei die in der Vergangenheit durch die Preisbehörde genehmigten Preise
diese Annahme unterstützen. Als Abzinsungssatz wurden 4,5 % herangezogen, der
erzielbare Betrag (Nutzungswert) wurde mit EUR 6,2 Mio. ermittelt. Die Wertminderung
betrug EUR 2,1 Mio.
16.3.
IFRS 16 (Leases)
Für geleaste Vermögenswerte wird ein Nutzungsrecht am dem Leasingverhältnis
zugrundeliegenden Vermögenswert aktiviert und gleichzeitig eine Leasingverbindlichkeit in
Höhe des Barwerts der Leasingzahlungen passiviert. Die Abzinsung erfolgt mit dem Zinssatz,
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
179
Konzernabschluss Anhang
der dem Leasingverhältnis zugrunde liegt. Sofern sich dieser nicht bestimmen lässt wird der
Grenzfremdkapitalzinssatz herangezogen. Als Grenzfremdkapitalzinssatz wurden im
Geschäftsjahr 2020/2021 laufzeitabhängig 0,99 % bzw. 1,85 % angenommen. Das
Nutzungsrecht wird in der Folge planmäßig amortisiert und die Leasingverbindlichkeit nach
der Effektivzinsmethode fortgeführt.
IFRS 16 wird nicht für kurzfristige Leasingverhältnisse sowie für Leasingverhältnisse
angewendet, bei denen der zugrundeliegende Vermögenswert von geringem Wert ist. Eine
freiwillige Anwendung auf immaterielle Vermögenswerte entsprechend IFRS 16.4 erfolgt
nicht.
Der Konzern hat die Liegenschaft Böhmerwaldstraße 3,
Linz
, auf der sich die Konzernzentrale
befindet, von der Power Tower GmbH seit dem Jahr 2008 geleast. Der Konzern hält einen
Geschäftsanteil im Ausmaß von 1 % an der Gesellschaft.
Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt nicht durch den Konzern. Der Leasingvertrag ist auf
unbestimmte Zeit abgeschlossen, eine Kündigung durch den Leasingnehmer ist erstmals 20
Jahre, unter bestimmten Voraussetzungen 23 Jahre nach Vertragsbeginn zulässig. Der
Konzern hat das einseitige Recht, aber keine Verpflichtung, die Power Tower GmbH 15 oder
20 Jahre nach Leasingbeginn zu erwerben. Die Leasingrate ist an die Zinsentwicklung
gekoppelt. Der Konzern ist verpflichtet, die laufende Instandhaltung der Liegenschaft
vorzunehmen und alle gesetzlichen Auflagen, die auch den Eigentümer betreffen können, zu
erfüllen. Darüber hinausgehende Risiken bestehen nicht. Die Power Tower GmbH ist als
strukturierte Gesellschaft nach IFRS 12 anzusehen, aber mangels Beherrschung nicht als
Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen. Zum 30.9.2021 werden ein
Nutzungsrecht in Höhe von EUR 37,4 Mio. sowie eine Leasingverbindlichkeit in Höhe von
EUR 37,6 Mio. entsprechend IFRS 16 angesetzt.
Im Segment Entsorgung wurden darüber hinaus im Geschäftsjahr 2007/2008
Vermögenswerte des Sachanlagevermögens verkauft und über einen Zeitraum von 15 Jahren
zurückgemietet („Sale-and-Leaseback“). Der Leasinggeber hat am Ende der Vertragslaufzeit
ein Andienungsrecht zum aushaftenden Darlehensbetrag. Während der Vertragslaufzeit ist
die Weitervermietung an Dritte nicht gestattet. Der Buchwert der Nutzungsrechte beträgt
zum 30.9.2021 EUR 12,8 Mio. (Vorjahr: 15,7), die korrespondierende Verbindlichkeit
EUR 40,4 Mio. (Vorjahr: EUR 43,4 Mio.).
Zum 30.9.2021 betragen die Leasingverbindlichkeiten EUR 114,7 Mio. (Vorjahr:
EUR 113,1 Mio.) (bis zu 1 Jahr: EUR 7,6 Mio.; 1-5 Jahre EUR 52,4 Mio., über 5 Jahre
EUR 54,8 Mio.) (Vorjahr: bis zu 1 Jahr: EUR 7,2 Mio., 1-5 Jahre EUR 55,3 Mio., über 5 Jahre
EUR 50,6 Mio.). Die Leasingverbindlichkeiten sind in der Bilanz unter den
Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen.
Für das Geschäftsjahr 2020/2021 betragen die Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse
TEUR 9.847,4 (Vorjahr TEUR 8.719,6). Der Aufwand für Leasingverhältnisse, welche nicht
nach IFRS 16 bilanziert werden, beträgt TEUR 1.683,1(davon: kurzfristige Miet- und
Pachaufwendungen: TEUR 615,1, davon geringfügige Miet- und Pachtaufwendungen: TEUR
227,7, davon Miet- und Pachtaufwendungen, die nicht unter IFRS 16 fallen: TEUR 840,3,
davon variable Miet- und Pachtaufwendungen: TEUR 0,0).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
180
Konzernabschluss Anhang
Im Posten Sachanlagen sind folgende Nutzungsrechte enthalten:
Technische
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
TEUR
Grundstücke
und Bauten
TEUR
Anlagen und
Maschinen
TEUR
Fahrzeuge
Summe
2020/2021
01.10.2020
Währungsdifferenzen
Zugänge
TEUR
TEUR
68.177,0
26,6
16.396,9
–
62,8
0,8
1.026,4
–
85.663,1
27,4
8.634,0
-92,4
52,7
235,9
-6,8
647,5
-154,2
-482,3
1.037,4
9.570,1
-264,1
Abgänge
-10,7
Abschreibungen
30.09.2021
-4.424,0
72.321,2
-3.025,7
13.413,2
-64,1
228,6
-7.996,1
87.000,4
Technische
Anlagen und
Maschinen
TEUR
Betriebs- und
Geschäfts-
ausstattung
TEUR
Grundstücke
und Bauten
TEUR
Fahrzeuge
Summe
2019/2020
TEUR
TEUR
Erstmalige Erfassung
Finanzierungsleasing
01.10.2020
71.374,2
–
837,2
19.303,7
20.140,9
–
84,1
–
1.453,7
–
73.749,2
19.303,7
93.052,9
2,1
71.374,2
2,1
84,1
–
1.453,7
–
Währungsdifferenzen
Zugänge
1.211,0
-233,0
-4.177,3
68.177,0
10,3
35,9
–
359,4
-295,4
-491,3
1.026,4
1.616,6
-1.141,6
-7.866,9
85.663,1
Abgänge
-613,2
Abschreibungen
30.09.2020
-3.141,1
16.396,9
-57,2
62,8
16.4.
Sonstige Angaben
Forschungskosten in Höhe von EUR 5,5 Mio. (Vorjahr: EUR 4,1 Mio.) werden als Aufwand
erfasst.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurden Fremdkapitalzinsen in Höhe von TEUR 212,0 (Vorjahr:
TEUR 567,3) aktiviert, als Zinssatz wurden 3,8 % (Vorjahr: 4,1 %) herangezogen.
Die Zugänge zu Anlagen in Bau führten zu Abflüssen von Zahlungsmitteln in Höhe von
TEUR 65.083,7 (Vorjahr: TEUR 52.280,6). Die Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen
betragen TEUR 47.892,0 (Vorjahr: TEUR 32.011,2).
17.
Beteiligungen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
1.580,7
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
Anteile an at equity bewerteten Unternehmen
Sonstige Beteiligungen
1.480,5
211.982,1
27.107,8
233.868,9
29.255,3
264.704,9
240.570,4
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
181
Konzernabschluss Anhang
In der Kapitalflussrechnung sind Ausschüttung von at equity konsolidierten Gesellschaften in
Höhe von TEUR 7.407,2 (Vorjahr: TEUR 7.775,9) enthalten.
Die künftig erwarteten Einzahlungsüberschüsse der Wels Strom GmbH erhöhen sich durch
zusätzlichen Bezug von Wärme aus einer Müllverbrennungsanlage, der Hebung von Synergie-
Effekten durch die Übertragung der Betriebsführung im Bereich Wasserkraft und Stromnetz
sowie Umstrukturierungsmaßnahmen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde eine
Wertaufholung in Höhe von TEUR 15.394,4 erfasst. Der Abzinsungssatz beträgt 4 %, der
beizulegende Zeitwert beträgt TEUR 42.815,7.
18.
Sonstige Finanzanlagen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
5.186,4
6.544,3
7.063,2
5.432,9
–
Sonstige Ausleihungen
Festgeldanlagen
24.847,2
12.631,5
31.109,0
80.318,4
Wertpapiere at Fair Value through Other Comprehensive Income
Wertpapiere at Fair Value through Profit or Loss
9.181,0
28.964,6
50.641,7
19.
Übriges langfristiges Vermögen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Marktwert Derivate
CO2-Zertifikate
84.465,5
24.301,9
8.102,8
4.534,1
–
Übriges Vermögen
5.985,9
10.520,0
116.870,2
20.
Vorräte
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Primärenergie
31.358,7
16.838,1
3.748,8
30.990,1
16.294,9
2.476,0
908,9
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Vertragsvermögenswerte
Fertige Erzeugnisse und Waren
1.377,0
53.322,6
50.669,9
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
182
Konzernabschluss Anhang
21.
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen an nicht konsolidierte verbundene Unternehmen
Forderungen an gemeinsame Vereinbarungen und assoziierte Unternehmen
Zinsabgrenzungen
259.880,2
252,4
256.054,4
532,7
5.076,8
5.299,4
1.957,3
2.054,8
Marktwert Derivate
287.236,5
74.620,2
42.422,0
52.403,1
723.848,5
18.809,0
15.664,0
19.543,2
29.250,4
347.207,9
Forderungen aus Sicherheitsleistungen für Derivate
CO2-Zertifikate
Übrige
Zum Bilanzstichtag noch nicht abgerechnete Forderungen aus Strom- und Wasserlieferungen
werden abgegrenzt und im Posten „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“
ausgewiesen.
22.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Kassenbestand
131,0
219.066,3
219.197,3
134,5
46.170,3
46.304,8
Guthaben bei Kreditinstituten
23.
Eigenkapital
Das Grundkapital der Energie AG Oberösterreich ist zerlegt in 88.653.782 (Vorjahr:
88.655.524) Stückaktien, davon 88.600.000 Stück (Vorjahr: 88.600.000) Stammaktien und
1.224 Stück (Vorjahr: 55.524) Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Das Grundkapital wurde voll
eingezahlt.
Die Kapitalrücklagen resultieren aus dem Agio aus der Kapitalerhöhung abzüglich unmittelbar
zuzurechnender Kosten der Eigenkapitalbeschaffung in Höhe von TEUR 1.771,9 sowie aus
der im Geschäftsjahr 2006/2007 erfolgten Einbringung von eigenen Aktien sowie aus der im
Geschäftsjahr 2012/2013 erfolgten Ausgabe von Aktien an Mitarbeiter.
Im Geschäftsjahr 2007/2008 wurden 390.000 Stück stimmrechtslose Vorzugsaktien in die
Energie AG Oberösterreich eingebracht. Diese Aktien wurden im Geschäftsjahr 2007/2008 an
Mitarbeiter des Konzerns zu vergünstigten Bedingungen abgegeben. Die Vergünstigung je
Mitarbeiter betrug höchstens den nach § 3 Abs 1 Z 15 lit b EStG steuerfreien Betrag.
Im Geschäftsjahr 2012/2013 wurden 87.750 Aktien an Mitarbeiter des Konzerns zu
vergünstigten Bedingungen abgegeben, die Kapitalerhöhung wurde mit Eintragung in das
Firmenbuch am 29.10.2013 wirksam.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
183
Konzernabschluss Anhang
Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde das Grundkapital durch Einziehung von 1.742 Stück
(Vorjahr: 73.682 Stück) eigenen Aktien (Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) herabgesetzt.
Die Gewinnrücklagen resultieren aus den im Konzern erwirtschafteten und nicht
ausgeschütteten Gewinnen.
Die Anderen Rücklagen beinhalten Rücklagen IFRS 9, Rücklagen IAS 19,
Neubewertungsrücklagen, Rücklagen für eigene Anteile sowie Rücklagen aus
Währungsdifferenzen.
Die Rücklagen IFRS 9 enthalten Marktwertänderungen von Beteiligungen und Wertpapieren,
die „At Fair Value through Other Comprehensive Income“ (FVOCI) bewertet werden,
Marktwertänderungen von Cashflow-Hedges sowie erfolgsneutrale
Eigenkapitalveränderungen von at equity bewerteten assoziierten Unternehmen.
Die Cashflow Hedge Rücklage beträgt per 30.09.2021 TEUR 122.015,9 (Vorjahr:
TEUR -20.738,4). Der effektive Anteil der Fair Value Veränderungen von Cashflow Hedges
wird im sonstigen Ergebnis in der Cashflow Hedge Rücklage erfasst. Der ineffektive Anteil der
Fair Value Veränderungen von Cashflow Hedges in Höhe von TEUR -85,4 (Vorjahr: TEUR 0,0)
wurde erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Marktwertänderungen in
der Höhe von TEUR 149.211,7 (Vorjahr: TEUR -35.612,4) wurden im sonstigen Ergebnis
erfasst. Im Geschäftsjahr wurden der Cashflow Hedge Rücklage TEUR -6.457,4 (Vorjahr: TEUR
13.165,1) entnommen und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam verbucht.
Davon wurden TEUR 2.748,6 (Vorjahr: TEUR 1.384,9) im Finanzergebnis und TEUR -9.206,0
(Vorjahr: TEUR 11.780,2) im operativen Ergebnis erfasst.
In der OCI-Rücklage, die in den Rücklagen IFRS 9 enthalten ist, werden die Wertänderungen
von Beteiligungen und Wertpapieren der Kategorie „At Fair Value through Other
Comprehensive Income“ (FVOCI) im sonstigen Ergebnis erfasst. Die OCI-Rücklage beträgt
zum 30.09.2021 TEUR 28.359,2 (Vorjahr: TEUR 22.829,7). Im Geschäftsjahr wurden
Marktwertänderungen in Höhe von TEUR 5.529,5 (Vorjahr: TEUR 5.161,7) erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Rücklagen IAS 19 resultieren aus im sonstigen Ergebnis erfassten
versicherungsmathematischen Ergebnissen aus Rückstellungen für Pensionen und
Abfertigungen.
Die Neubewertungsrücklage resultiert aus Erstkonsolidierungen in Vorjahren.
Zum 30.09.2021 wurden 1.224 (Vorjahr: 1.742) eigene Aktien gehalten.
Kapitalmanagement
Zielsetzung des Kapitalmanagements ist es, eine starke Kapitalbasis zu erhalten, damit
weiterhin eine der Risikosituation des Unternehmens entsprechende Rendite für die
Gesellschafter erzielt, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gefördert und auch für
andere Interessengruppen Nutzen gestiftet werden kann. Value Based Management ist in
Führungssystemen und Management-Prozessen verankert. Das Management betrachtet als
Kapital das buchmäßige Eigenkapital nach IFRS. Zum Bilanzstichtag betrug die
Eigenkapitalquote 39,6 % (Vorjahr: 43,6 %). Für Zwecke der internen Berichterstattung und
Steuerung wird darüber hinaus der auf dem Capital Employed basierende ROCE (Return on
Capital Employed) herangezogen. Das Capital Employed umfasst die einer Einheit
zurechenbaren Vermögenswerte, mit Ausnahme des nicht im Prozess der Leistungserstellung
und -verwertung eingesetzten Vermögens, abzüglich unverzinslicher Schulden und
bestimmter Rückstellungen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
184
Konzernabschluss Anhang
24.
Finanzinstrumente und Finanzrisikomanagement
24.1.
Derivative Finanzinstrumente und Hedging
Als Teil des Risikomanagements verwendet der Konzern derivative Finanzinstrumente im
Wesentlichen zur Absicherung von Preis- und Zinsrisiken. Für die Bilanzierung dieser
derivativen Finanzinstrumente wird, soweit es sich um Sicherungsgeschäfte handelt und die
Voraussetzungen erfüllt sind, Cash Flow Hedge und Fair Value Hedge Accounting
angewendet.
Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente ist im Konzern entsprechenden Bewilligungs- und
Kontrollverfahren unterworfen. Eigenhandel wird nur innerhalb von sehr engen Limiten
ausgeübt.
Zinsswaps werden zur Absicherung künftiger variabler Zinszahlungen aus Finanzierungen und
Leasingverträgen sowie künftiger hochwahrscheinlicher Finanzierungen eingesetzt. Der
Energie AG Konzern schließt zur Absicherung Zinsswaps ab, die hinsichtlich Basiszinssatz,
Zahlungsterminen, Zinsfeststellungsdatum, Nominale und Fälligkeit dem gesicherten
Grundgeschäft entsprechen. Da die wesentlichen Parameter von Grund- und
Sicherungsgeschäft übereinstimmen, besteht ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen
Grund- und Sicherungsgeschäft. Unwirksamkeiten der Absicherungen können aus
Änderungen des Kreditrisikos der Gegenpartei und von Energie AG resultieren sowie wenn
die bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft abweichen. Die
Effektivität wird qualitativ und quantitativ auf Basis der hypothetischen Derivatemethode
bestimmt.
Zur Absicherung von Preisrisiken aus Stromzukäufen und -verkäufen werden Futures und
Forwards abgeschlossen. Ziel des Energie AG Konzerns ist es das gesamte Preisrisiko mittels
derivativen und nicht-derivativen Instrumenten zu sichern und damit das Cashflowrisiko aus
dem Stromein- und -verkauf bzw Fair Value Risiko aus festen Verpflichtungen zu reduzieren.
Somit ist lediglich ein Teil des gesamten Volumens mit derivativen Instrumenten abgesichert.
Die Sicherung erfolgt rollierend. Es wird entweder das gesamte Preisrisiko oder nur eine
Komponente gesichert. Zur Sicherung von Komponenten kommt es, wenn das
Sicherungsinstrument eine andere Marktpreiszone aufweist wie das Grundgeschäft. Die
Differenz der Preise in unterschiedlichen Marktpreiszonen kann am Markt beobachtet werden
und betrug im Geschäftsjahr 2020/2021 durchschnittlich EUR 3,38/MWh (Vorjahr: EUR 2,62/
MWh). Der wirtschaftliche Zusammenhang ergibt sich entweder aus nahezu identen
Parametern von Grund- und Sicherungsgeschäft (insbesondere Basis Preis, Leistung, Laufzeit
und Preisbasis) bzw der hohen Korrelation der Preise in den unterschiedlichen
Marktpreiszonen, sofern nur eine Komponente gesichert ist. Ineffektivitäten können aus
zeitlichen Differenzen, Preisunterschieden, unterschiedlichen Marktpreiszonen sowie dem
Kreditrisiko der Gegenparteien resultieren. Die Effektivität wird qualitativ bzw. quantitativ auf
Basis der hypothetischen Derivatemethode bestimmt.
Zur Absicherung von Preisrisiken aus Gaszu- und -verkäufen werden Futures, Forwards und
Swaps abgeschlossen. Ziel der Sicherung ist, das Cashflowrisiko bzw das Fair Value Risiko aus
festen Verpflichtungen zu reduzieren. Das Sicherungsvolumen wird auf Basis der
Sicherungsstrategie bestimmt. Es ist lediglich ein Teil der Ein- und Verkäufe mit derivativen
Instrumenten gesichert. Der wirtschaftliche Zusammenhang ergibt sich aus nahezu identen
Parametern (insbesondere Menge, Preis und Laufzeit) sowie bei unterschiedlicher Preisbasis
von Grund- und Sicherungsgeschäft aufgrund der hohen Korrelation der Preise.
Ineffektivitäten können aus zeitlichen Differenzen, Preisunterschieden, unterschiedlichen
Marktpreiszonen sowie dem Kreditrisiko der Gegenparteien resultieren. Die Effektivität wird
qualitativ und quantitativ auf Basis der hypothetischen Derivatemethode bestimmt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
185
Konzernabschluss Anhang
Zur Absicherung von Ein- und Verkäufen von CO2-Zertifikaten werden Futures eingesetzt. Ziel
der Sicherung ist, das Cashflowrisiko zu reduzieren. Es wird lediglich ein Teil des gesamten
Volumens auf Basis der Sicherungsstrategie abgesichert. Der wirtschaftliche Zusammenhang
ergibt sich aus nahezu identen Parametern (insbesondere Menge, Preis und Laufzeit).
Ineffektivitäten können aus zeitlichen Differenzen sowie dem Kreditrisiko der Gegenparteien
resultieren. Die Effektivität wird qualitativ und quantitativ auf Basis der hypothetischen
Derivatemethode bestimmt.
Weiters werden zur Absicherung des Preisrisikos aus Treibstoffzukäufen Gas-Oil-Futures in US
Dollar und dazugehörige Devisentermingeschäfte sowie Gas-Oil-Swaps abgeschlossen. Ziel ist
es das Cashflowrisiko aus dem Einkauf von Treibstoff zu reduzieren. Das Volumen der
Sicherung ergibt sich aus der Absicherungsstrategie und betrifft lediglich einen Teil des
Treibstoffbezugs. Der wirtschaftliche Zusammenhang wird aufgrund der Parameter Menge,
Laufzeit sowie dem Nachweis der Korrelation der Preise von Grund- und Sicherungsgeschäft
nachgewiesen. Ineffektivitäten können aus zeitlichen Differenzen, Preisunterschieden sowie
dem Kreditrisiko der Gegenparteien resultieren. Die Effektivität wird qualitativ und quantitativ
auf Basis der hypothetischen Derivatemethode bestimmt.
Das Spark-Spread-Risiko aus der Gas- und Dampfkraftwerk Timelkam GmbH (GuD) und der
Cogeneration-Kraftwerke Management Oberösterreich GmbH (CMOÖ) wird mit Strom, Gas
und CO2-Zertifikaten abgesichert. Der wirtschaftliche Zusammenhang ergibt sich aus nahezu
identen Parametern (insbesondere Menge, Preis und Laufzeit). Eine dynamische
Sicherungsstrategie führt hier basierend auf den definierten Zielvorgaben und
Preisentwicklungen regelmäßig zur Beendigung und Neudesignation von
Sicherungsbeziehungen. Ineffektivitäten können aus zeitlichen Differenzen,
Preisunterschieden sowie dem Kreditrisiko der Gegenparteien resultieren. Die Effektivität wird
qualitativ und quantitativ auf Basis der hypothetischen Derivatemethode bestimmt.
Fair Value Hedges bestehen im Konzern für feste Verpflichtungen im Zusammenhang mit
Strom- und Gasbeschaffungs- und -liefergeschäften, sowie CO2-Liefergeschäften.
Cashflow Hedges werden zur Absicherung von künftigen Zahlungsströmen abgeschlossen. Im
Konzern werden Strom-/Gas-/CO2-/Gas-Oil-Futures sowie Gas- und Gas-Oil-Swaps zur
Absicherung von Preisrisiken eingesetzt, Zinsswaps zur Absicherung des Cashflow-Risikos der
variabel verzinsten Verbindlichkeiten und künftiger hochwahrscheinlicher Finanzierungen
sowie Devisentermingeschäfte zur Absicherung des US Dollars.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
186
Konzernabschluss Anhang
Die Buchwerte, Nominalbeträge sowie Änderungen der beizulegenden Zeitwerte, die für die
Erfassung einer Unwirksamkeit herangezogen wurden, stellen sich für Cashflow Hedges wie
folgt dar:
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
TEUR
Negative
Positive
Marktwerte
TEUR
Markt-
werte
TEUR
Nominal-
betrag
30.09.2021
Einheit
GWh
Stromfutures und -forwards – Absatz
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Gasfutures, -forwards und -swaps – Beschaffung
Gasoil-Swaps – Beschaffung
CO2-Futures – Absatz
101,3
219.773,8
34.405,9
1.238,7
–
-174.933,5
-497,1
3.980,9
3.912,0
-174.832,2
219.276,7
32.503,8
971,2
GWh
-1.902,1
-267,5
GWh
1.487,5
Tonnen
Tonnen
Tonnen
Mio. EUR
6.900,0
-655,7
27.000,0
1.024.000,0
172,0
-655,7
CO2-Futures – Beschaffung
Zinsswaps
8.413,8
2.443,2
266.376,7
-319,4
8.094,4
-11.113,1
-189.688,4
-8.669,9
76.688,3
Gesamt
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
TEUR
Negative
Markt-
werte
Positive
Marktwerte
TEUR
Nominal-
betrag
30.09.2020
TEUR
Einheit
GWh
Stromfutures und -forwards – Absatz
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Gasfutures, -forwards und -swaps – Beschaffung
Gasoil-Swaps – Beschaffung
CO2-Futures – Absatz
5.630,5
6.257,0
360,5
23,1
-4.204,5
-8.589,2
-2.940,0
-358,3
2.720,7
3.545,0
1.426,0
-2.332,2
-2.579,5
-335,2
GWh
GWh
1.313,6
Tonnen
Tonnen
Tonnen
Mio. EUR
6.000,0
16,7
-790,4
250.000,0
128.000,0
176,8
-773,7
CO2-Futures – Beschaffung
Zinsswaps
610,1
–
-2,6
607,5
-16.286,1
-33.171,1
-16.286,1
-20.273,2
Gesamt
12.897,9
Die positiven Marktwerte der Derivate, sofern noch nicht beglichen, werden im Übrigen
langfristigen Vermögen bzw. in den Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, und
negative Marktwerte, sofern noch nicht beglichen, in den Übrigen langfristigen und
kurzfristigen Schulden dargestellt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
187
Konzernabschluss Anhang
Die Nominalen und durchschnittlichen Sicherungskurse für Cashflow Hedges stellen sich wie
folgt dar:
30.09.2021
Einheit
2021
2022
2023
2024
> 2024
Stromfutures und -forwards – Absatz
Nominalbetrag
GWh
EUR
275,5
59,88
1.469,0
51,92
1.235,0
65,51
1.001,4
69,82
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag
GWh
EUR
742,6
1.843,1
65,92
566,8
54,71
417,9
57,26
341,6
62,18
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasfutures, -forwards und -swaps – Beschaffung
Nominalbetrag
102,96
GWh
EUR
157,3
19,01
328,6
20,03
252,5
17,78
637,9
19,71
111,2
20,02
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasoil-Swaps – Beschaffung
Nominalbetrag
Tonnen
EUR
900,0
3.000,0
379,51
2.100,0
417,66
900,0
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Absatz CO2-Zertifikate
Nominalbetrag
428,55
435,00
Tonnen
EUR
27.000,0
37,46
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Beschaffung CO2-Zertifikate
Nominalbetrag
Tonnen
EUR
919.000,0
55,06
60.000,0
38,00
30.000,0
44,28
15.000,0
66,95
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Zinsswaps
Nominalbetrag
Mio. EUR
%
170,5
3,17
167,3
3,22
131,6
4,62
131,6
4,62
131,6
1,33
Durchschnittlicher fixer Zinssatz
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
188
Konzernabschluss Anhang
30.09.2020
Einheit
2020
2021
2022
2023
> 2023
Stromfutures und -forwards – Absatz
Nominalbetrag
GWh
EUR
637,5
40,98
1.599,0
43,37
484,2
44,51
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag
GWh
EUR
718,2
43,43
1.656,3
43,72
708,1
44,90
427,3
44,79
35,1
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasfutures, -forwards und -swaps – Beschaffung
Nominalbetrag
48,24
GWh
EUR
301,8
15,64
630,8
15,50
221,7
17,92
71,4
87,9
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasoil-Swaps – Beschaffung
Nominalbetrag
18,04
15,26
Tonnen
EUR
900,0
2.700,0
339,19
1.800,0
387,29
600,0
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Absatz CO2-Zertifikate
Nominalbetrag
418,67
377,25
Tonnen
EUR
250.000,0
23,83
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Beschaffung CO2-Zertifikate
Nominalbetrag
Tonnen
EUR
128.000,0
22,18
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Zinsswaps
Nominalbetrag
Mio. EUR
%
175,4
3,14
170,5
3,17
167,3
3,22
131,6
4,62
131,6
4,62
Durchschnittlicher fixer Zinssatz
Bei den Derivaten erfolgt die obige Darstellung nach Kalenderjahren.
Die Buchwerte, Nominalbeträge sowie Änderungen der beizulegenden Zeitwerte, die für die
Erfassung einer Unwirksamkeit herangezogen wurden, stellen sich für Fair Value Hedges wie
folgt dar:
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
TEUR
Positive
Markt-
werte
TEUR
Negative
Markt-
werte
Nominal-
betrag
30.09.2021
TEUR
Einheit
GWh
Stromforwards – Absatz
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Gasfutures – Beschaffung
CO2-Futures – Absatz
Gesamt
–
150,6
-5.045,0
–
57,5
11,9
-5.045,0
150,6
GWh
4.190,7
343,9
-18,9
GWh
631,2
4.171,8
-2.342,3
-3.064,9
-2.686,2
-7.750,1
Tonnen
835.000,0
4.685,2
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
189
Konzernabschluss Anhang
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
TEUR
Positive
Markt-
werte
TEUR
Negative
Markt-
werte
Nominal-
betrag
30.09.2020
TEUR
Einheit
GWh
Stromforwards – Absatz
Stromfutures und-forwards – Beschaffung
Gasfutures – Beschaffung
CO2-Futures – Absatz
Gesamt
–
206,7
–
-313,9
-15,9
-201,1
–
22,0
48,1
43,8
–
-313,9
190,8
-201,1
–
GWh
GWh
–
Tonnen
206,7
-530,9
-324,2
Die Nominalen und durchschnittlichen Sicherungskurse für Fair Value Hedges stellen sich wie
folgt dar:
30.09.2021
Einheit
2021
2022
2023
2024
> 2024
Stromforwards – Absatz
Nominalbetrag
GWh
EUR
28,1
11,9
17,5
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag
44,73
46,58
77,53
GWh
EUR
3,2
–
–
8,7
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasfutures – Beschaffung
Nominalbetrag
207,50
76,50
GWh
EUR
–
–
52,6
43,8
166,9
18,65
367,9
18,32
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Absatz
23,08
24,86
Nominalbetrag
Tonnen
EUR
30.000,0
55,20
805.000,0
59,34
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
190
Konzernabschluss Anhang
30.09.2020
Einheit
2020
2021
2022
2023
> 2023
Stromforwards – Absatz
Nominalbetrag
GWh
EUR
22,0
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Stromfutures und -forwards – Beschaffung
Nominalbetrag
48,41
GWh
EUR
48,1
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Gasfutures – Beschaffung
Nominalbetrag
48,89
GWh
EUR
–
–
–
–
43,8
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
CO2-Futures – Absatz
19,18
Nominalbetrag
Tonnen
EUR
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Durchschnittlicher abgesicherter Preis
Bei den Energiederivaten erfolgt die obige Darstellung nach Kalenderjahren.
Die Buchwerte der Grundgeschäfte iZm Fair Value Hedges, die Rücklage für Cashflow Hedges
sowie die Änderung des beizulegenden Zeitwerts zur Bestimmung einer Ineffektivität für
Cashflow und Fair Value Hedges stellen sich wie folgt dar:
Änderung des
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
(Cash-Flow-
Hedges)
Stand der
Rücklage für
Bewertungen
von Cashflow
Hedges
Änderung des
beizulegenden
Stand der
Rücklage für
Bewertungen
von Cashflow
Hedges offene
Derivate
Buchwert des
Zeitwerts zur Grundgeschäftes
Buchwert des
Messung der
Ineffektivität
(Fair-Value-
Hedges)
von Fair Value Grundgeschäftes
Hedges
geschlossene
Derivate
von Fair Value
Hedges offene
Derivate
geschlossene
Derivate
30.09.2021
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Zukünftiger
Stromabsatz
-174.832,2
3.083,2
174.832,2
5.027,2
–
5.027,2
Zukünftiger
Strombezug
219.276,7
32.503,8
-48.400,0
8,0
-219.276,7
-32.503,8
-575,3
–
-575,3
Zukünftiger Gasbezug
-4.268,7
206,1
-4.268,7
Zukünftiger
Dieselbezug
971,2
-655,7
76,3
–
-971,2
655,7
–
–
–
–
–
–
Zukünftiger Absatz von
CO2-Zertifikaten
2.302,2
2.302,2
Zukünftiger Bezug von
CO2-Zertifikaten
8.094,4
-8.574,8
–
-8.094,4
8.574,8
–
–
–
–
Variabel verzinste
Finanzverbindlichkeiten
–
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
191
Konzernabschluss Anhang
Änderung des
Stand der
Rücklage für
Bewertungen
von Cashflow
Hedges
Änderung des
beizulegenden
beizulegenden
Zeitwerts zur
Messung der
Ineffektivität
(Cash-Flow-
Hedges)
Stand der
Rücklage für
Bewertungen
von Cashflow
Hedges offene
Derivate
Buchwert des
Zeitwerts zur Grundgeschäftes
Buchwert des
Messung der
Ineffektivität
(Fair-Value-
Hedges)
von Fair Value Grundgeschäftes
Hedges
geschlossene
Derivate
von Fair Value
Hedges offene
Derivate
geschlossene
Derivate
30.09.2020
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Zukünftiger
Stromabsatz
1.426,0
-107,3
-1.426,0
259,1
–
259,1
Zukünftiger
Strombezug
-2.332,2
-2.579,5
124,7
7,9
2.332,2
2.579,5
-224,4
203,9
-16,1
-20,4
-224,4
203,9
Zukünftiger Gasbezug
Zukünftiger
Dieselbezug
-335,2
-773,7
426,5
–
335,2
773,7
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
–
Zukünftiger Absatz von
CO2-Zertifikaten
Zukünftiger Bezug von
CO2-Zertifikaten
607,5
–
-607,5
Variabel verzinste
Finanzverbindlichkeiten
-16.286,1
13,4
16.286,1
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
192
Konzernabschluss Anhang
Die Rücklage für Cashflow Hedges hat sich wie folgt entwickelt:
Posten der
Im sonstigen
Gesamtergebnis-
Posten der
Ergebnis erfasste
Sicherungs-
gewinne (+)
/-verluste (-)
TEUR
Erfolgswirksam rechnung, in dem
Umgliederungen Gesamtergebnis-
erfasste
Unwirksamkeit
der Absicherung
TEUR
die Un- von der Rücklage rechnung, in dem
wirksamkeit in den Gewinn die Umgliederung
erfasst wurde
oder Verlust
erfasst wurde
2020/2021
TEUR
TEUR
TEUR
Stromfutures und -forwards – Absatz
-182.572,0
281.299,4
37.334,8
–
–
–
–
–
–
3.123,2
-11.165,8
2.251,7
Umsatzerlöse
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
Stromfutures und -forwards –
Beschaffung
leistungen
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
Gasfutures, -forwards und -swaps –
Beschaffung
leistungen
Gasoil-Futures und -Swaps –
Beschaffung
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
1.597,4
9,7
–
59,3
CO2-Futures – Absatz
-1.654,3
–
1.772,4
Umsatzerlöse
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
CO2-Futures – Beschaffung
8.230,2
–
–
-743,4
leistungen
Sonstiges
Finanzierungs-
aufwendungen
Zinsswaps
4.976,2
-95,1
Zinsergebnis
2.748,6
Gesamt
149.211,7
-85,4
-6.457,4
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
193
Konzernabschluss Anhang
Posten der
Gesamtergebnis-
Im sonstigen
Ergebnis erfasste
Sicherungs-
gewinne (+)
/-verluste (-)
TEUR
Posten der
Erfolgswirksam rechnung, in dem
Umgliederungen Gesamtergebnis-
erfasste
Unwirksamkeit
der Absicherung
TEUR
die Un- von der Rücklage rechnung, in dem
wirksamkeit in den Gewinn die Umgliederung
erfasst wurde
oder Verlust
erfasst wurde
2019/2020
TEUR
TEUR
TEUR
Stromfutures und -forwards – Absatz
2.127,6
-30.150,2
-7.386,1
–
–
–
–
–
–
-6.957,4
11.088,7
6.134,2
Umsatzerlöse
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
Stromfutures und -forwards –
Beschaffung
leistungen
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
Gasfutures, -forwards und -swaps –
Beschaffung
leistungen
Gasoil-Futures und Swaps –
Beschaffung
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
-1.234,2
884,7
–
–
–
–
474,6
–
CO2-Futures – Absatz
Umsatzerlöse
Aufwendungen für
Material und
sonstige bezogene
Herstellungs-
CO2-Futures – Beschaffung
2.185,6
–
–
–
-389,2
leistungen
Sonstige betriebliche
Aufwendungen,
Finanzierungs-
Zinsswaps
-2.039,8
–
2.814,2
aufwendungen
Gesamt
-35.612,4
–
13.165,1
Der EAG Konzern hält folgende Derivate, die nicht in einer Sicherungsbeziehung gewidmet
sind:
Nominalwert
Positive
Marktwerte
TEUR
Negative
Marktwerte
TEUR
30.09.2021
Kauf
Verkauf
Derivate ohne Hedge-Beziehung
Stromforwards
Stromfutures
146,7 Mio. EUR
2,0 Mio. EUR
0,3 Mio. EUR
5,2 Mio. EUR
12,0 Mio. EUR
5,6 Mio. EUR
145,5 Mio. EUR
1,0 Mio. EUR
0,2 Mio. EUR
7,9 Mio. EUR
0,0 Mio. EUR
19,3 Mio. EUR
151.708,7
245,4
-153.816,2
-807,6
Gasforwards
1.018,2
4.502,7
1.797,2
3.318,6
-106,4
Gasfutures
-5.326,7
-1,6
CO2-Forwards
CO2-Futures
-3.814,9
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
194
Konzernabschluss Anhang
Nominalwert
Kauf
Positive
Marktwerte
TEUR
Negative
Marktwerte
TEUR
30.09.2020
Verkauf
Derivate ohne Hedge-Beziehung
Stromforwards
Stromfutures
145,3 Mio. EUR
19,7 Mio. EUR
7,9 Mio. EUR
2,7 Mio. EUR
4,7 Mio. EUR
1,5 Mio. EUR
144,0 Mio. EUR
5,7 Mio. EUR
4,1 Mio. EUR
6,2 Mio. EUR
0,0 Mio. EUR
6,7 Mio. EUR
13.523,6
576,0
287,3
163,1
338,3
451,0
-13.331,2
-865,6
-1.984,4
-578,1
–
Gasforwards
Gasfutures
CO2-Forwards
CO2-Futures
-255,5
Im Cashflow aus dem operativen Bereich sind Zahlungseingänge aus Sicherungsgeschäften in
Höhe von EUR 320,8 Mio. (Vorjahr: Auszahlungen in Höhe von EUR 48,0 Mio.) enthalten.
Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Marginzahlungen aus Strom- und Gasfutures
sowie Zahlungseingänge aus Besicherungsanhängen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
195
Konzernabschluss Anhang
24.2.
Buchwerte nach IFRS 9
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Schulden setzen sich wie folgt nach Klassen
bzw. Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 bzw. IFRS 16 zusammen:
Buchwert
Buchwert
30.09.2020
TEUR
Kategorie nach
IFRS 9
30.09.2021
TEUR
Beteiligungen
Anteile an verbundenen Unternehmen
Sonstige Beteiligungen
30.836,0
1.580,7
29.255,3
28.588,3
1.480,5
27.107,8
FVOCI
FVOCI
Sonstige Finanzanlagen
80.318,4
50.641,7
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht
Sonstige Ausleihungen
Festgeldanlagen
Wertpapiere FVOCI
Wertpapiere FVPL
AC
AC
AC
FVOCI
FVPL
5.186,4
6.544,3
24.847,2
12.631,5
31.109,0
7.063,2
5.432,9
–
9.181,0
28.964,6
Forderungen und sonstige Vermögenswerte (lang- und
kurzfristig) lt. Bilanz
davon nicht-finanzielle Vermögenswerte
davon finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
840.718,7
91.764,0
748.954,7
259.902,2
252,4
357.727,9
28.486,9
329.241,0
256.209,1
532,7
AC
AC
Forderungen gegenüber gemeinsamen Vereinbarungen und assoziierten
Unternehmen
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash Flow Hedge)
Derivate ohne Hedge-Beziehung
AC
5.076,8
211.765,5
154.524,1
117.433,7
5.299,4
7.849,8
14.149,2
45.200,8
n/a
FVPL
AC
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Festgeldanlagen und kurzfristige Veranlagungen
Festgeldanlagen
kurzfristige Veranlagungen
105.775,3
85.816,1
19.959,2
109.808,3
89.776,3
20.032,0
AC
FVPL
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Summe finanzielle Vermögenswerte
AC
219.197,3
46.304,8
1.185.081,7
564.584,1
Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig)
Anleihen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Leasingverbindlichkeiten
670.096,9
301.231,8
6.530,5
114.748,8
247.585,8
597.586,2
301.548,0
9.319,8
113.090,4
173.628,0
FLAC
FLAC
IFRS 16
FLAC
Übrige Finanzverbindlichkeiten
Lieferantenverbindlichkeiten (kurzfristig)
FLAC
162.178,9
156.644,8
Übrige Schulden (lang- und kurzfristig) lt. Bilanz
davon nicht-finanzielle Schulden
davon finanzielle Schulden
748.801,9
160.346,0
588.455,9
9.292,5
337.621,2
254.050,9
83.570,3
7.201,1
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
FLAC
Verbindlichkeiten gegenüber gemeinsamen Vereinbarungen und
assoziierten Unternehmen
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash Flow Hedge)
Derivate ohne Hedge-Beziehung
FLAC
n/a
FVPL
FLAC
2.774,3
179.434,5
153.924,2
243.030,4
3.551,0
29.521,1
15.315,6
27.981,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig)
Summe finanzieller Schulden
1.420.731,7
837.801,3
Buchwerte nach Bewertungskategorien gemäß IFRS 9
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
196
Konzernabschluss Anhang
Buchwert
30.09.2021
TEUR
Buchwert
30.09.2020
TEUR
Kategorie nach
IFRS 9
Financial Assets at Amortized Costs (AC)
724.256,4
455.819,2
Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive Income
(FVOCI)
Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)
Financial Liabilities at Amortized Cost (FLAC)
43.467,5
205.592,3
972.624,2
153.924,2
37.769,3
63.145,8
679.874,2
15.315,6
Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)
Zum 30.09.2021 hält der EAG Konzern Anteile an verbundenen Unternehmen und Sonstige
Beteiligungen in Höhe von TEUR 30.836,0 (Vorjahr: TEUR 28.588,3) sowie Wertpapiere
(Aktien) in Höhe von TEUR 12.631,5 (Vorjahr: TEUR 9.181,0) der Kategorie „Financial Assets
Through Other Comprehensive Income (FVOCI)“. Diese Investments werden für langfristige,
strategische Zwecke gehalten. Die Ausschüttungen für die Wertpapiere betragen für 2020/
2021 TEUR 210,8 (Vorjahr: TEUR 64,6) und für die Beteiligungen TEUR 1.924,3 (Vorjahr:
TEUR 1.506,8).
Im Geschäftsjahr 2020/2021 sowie im Vorjahr wurden keine strategischen Investments
veräußert. Es wurden keine kumulierten Gewinne oder Verluste innerhalb des Eigenkapitals
umgegliedert.
24.3.
Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und Schulden
Die folgende Tabelle zeigt die Effekte aus Aufrechnungsvereinbarungen:
30.09.2021
30.09.2020
Effekt von
Bilanzierte
finanzielle
Effekt von
Aufrechnungs-
rahmen-
Bilanzierte
finanzielle
Aufrechnungs-
rahmen-
Vermögenswerte/
Verbindlichkeiten
TEUR
Vermögenswerte/
vereinbarungen
TEUR
Nettobeträge Verbindlichkeiten
vereinbarungen
TEUR
Nettobeträge
TEUR
TEUR
TEUR
Finanzielle
Vermögenswerte
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen
259.902,2
-13.478,0
246.424,2
256.209,1
-18.062,5
238.146,6
Positive Marktwerte
Derivate
366.289,6
-250.090,6
116.199,0
21.999,0
-16.972,2
5.026,8
Summe
626.191,8
-263.568,6
362.623,2
278.208,1
-35.034,7
243.173,4
Finanzielle
Schulden
Verbindlichkeiten
aus Lieferungen
und Leistungen
162.178,9
-13.478,0
148.700,9
156.644,8
-18.062,5
138.582,3
Negative
Marktwerte
Derivate
333.358,7
-250.090,6
83.268,1
44.836,7
-16.972,2
27.864,5
Summe
495.537,6
-263.568,6
231.969,0
201.481,5
-35.034,7
166.446,8
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
197
Konzernabschluss Anhang
Im Energie AG Konzern werden die oben dargestellten derivativen Finanzinstrumente bzw.
Forderungen/Verbindlichkeiten auf der Grundlage von Standardverträgen (zB ISDA, EFET,
Deutscher Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte) abgeschlossen, die im Fall einer
Insolvenz eines Geschäftspartners eine Aufrechnung der offenen Transaktionen zulassen. Die
Kriterien für eine Saldierung in der Bilanz sind nicht erfüllt, da entweder keine
Nettozahlungen erfolgen oder die rechtliche Durchsetzbarkeit der
Aufrechnungsvereinbarungen ungewiss ist.
24.4.
Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert
24.4.1.
Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die
regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
Gemäß IFRS 13 wird für Finanzinstrumente eine hierarchische Einstufung der beizulegenden
Zeitwerte vorgenommen. Dabei wird in Hinblick auf etwaige Schätzungsunsicherheiten der
beizulegenden Zeitwerte zwischen drei Stufen unterschieden:
Stufe 1: Bewertung zu auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder
Verbindlichkeiten notierten Preisen.
Stufe 2: Bewertung auf Basis von Inputfaktoren, die direkt oder indirekt am Markt
beobachtbar sind sowie Bewertungen auf Basis notierter Preise auf inaktiven Märkten.
Stufe 3: Bewertung auf Basis von Faktoren, die nicht am Markt beobachtbar sind.
Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder Schuld
verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair-Value-Hierarchie eingeordnet
werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der
Stufe der Fair-Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der
für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.
Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente werden den Stufen 1 bis 3
zugeordnet:
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
198
Konzernabschluss Anhang
Bewertung
anhand am
Markt
Sonstige
Bewertungs-
methoden
Stufe 3
Bewertung zu
Marktpreisen
Stufe 1
beobachtbarer
Inputfaktoren
Stufe 2
Summe beizu-
legender
Zeitwert
TEUR
Buchwert
30.09.2021
Aktiva
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
(FVOCI)
1.580,7
29.255,3
12.631,5
31.109,0
–
1.938,5
–
–
–
–
1.580,7
1.580,7
29.255,3
12.631,5
31.109,0
Sonstige Beteiligungen (FVOCI)
Wertpapiere (FVOCI)
27.316,8
12.631,5
31.109,0
–
–
Wertpapiere (FVPL)
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash
Flow Hedge)
211.765,5
154.524,1
19.959,2
–
–
211.765,5
154.524,1
–
–
211.765,5
154.524,1
19.959,2
Derivate ohne Hedge-Beziehung (FVPL)
Kurzfristige Veranlagungen (FVPL)
Summe
–
–
19.959,2
65.638,2
460.825,3
366.289,6
28.897,5
460.825,3
Passiva
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash
Flow Hedge)
179.434,5
153.924,2
333.358,7
–
–
–
179.434,5
153.924,2
333.358,7
–
–
–
179.434,5
153.924,2
333.358,7
Derivate ohne Hedge-Beziehung (FVPL)
Summe
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
199
Konzernabschluss Anhang
Bewertung
anhand am
Markt
Sonstige
Bewertungs-
methoden
Stufe 3
Bewertung zu
Marktpreisen
Stufe 1
beobachtbarer
Inputfaktoren
Stufe 2
Summe beizu-
legender
Zeitwert
TEUR
Buchwert
30.09.2020
Aktiva
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Anteile an verbundenen Unternehmen
(FVOCI)
1.480,5
27.107,8
9.181,0
–
1.020,2
9.181,0
28.964,6
–
–
–
–
1.480,5
1.480,5
27.107,8
9.181,0
Sonstige Beteiligungen (FVOCI)
Wertpapiere (FVOCI)
26.087,6
–
–
Wertpapiere (FVPL)
28.964,6
28.964,6
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash
Flow Hedge)
7.849,8
14.149,2
–
–
7.849,8
14.149,2
–
–
7.849,8
14.149,2
Derivate ohne Hedge-Beziehung (FVPL)
Kurzfristige Veranlagungen (FVPL)
Summe
–
–
20.032,0
20.032,0
59.197,8
20.032,0
108.764,9
21.999,0
27.568,1
108.764,9
Passiva
Derivate mit Hedge-Beziehung (Cash
Flow Hedge)
29.521,1
15.315,6
44.836,7
–
–
–
29.521,1
15.315,6
44.836,7
–
–
–
29.521,1
15.315,6
44.836,7
Derivate ohne Hedge-Beziehung (FVPL)
Summe
Die Finanzinstrumente der Stufe 3 haben sich wie folgt entwickelt:
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Buchwert 01.10.
27.568,1
1.160,6
35,0
22.210,9
5.300,6
3.185,3
-15,7
Gewinne (Verluste) – ergebnisneutral
Zugänge
Abgänge
–
Umgliederungen
–
-3.155,8
42,8
Währungsumrechnung
Buchwert 30.09.
133,8
28.897,5
27.568,1
Die Zuschreibung in Höhe von TEUR 1.923,7 (Vorjahr: TEUR 5.303,2) betrifft Sonstige
Beteiligungen (FVOCI). Der beizulegende Zeitwert dieser Sonstigen Beteiligungen wird mit
einem ertragswertorientierten Verfahren ermittelt. Wesentliche Inputfaktoren sind hierbei die
Annahmen über Cashflows aus Planungsrechnungen und der Abzinsungssatz. Dagegen läuft
die Abschreibung tschechischer Sonstiger Beteiligungen in Höhe von TEUR 763,1 (Vorjahr:
TEUR 2,6). Die in Summe erfolgsneutralen Gewinne in Höhe von TEUR 1.160,6 (Vorjahr:
5.300,6) wurden im sonstigen Ergebnis in der Zeile „Wertänderung von Beteiligungen und
Wertpapieren FVOCI“ erfasst.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
200
Konzernabschluss Anhang
Eine Erhöhung (Verminderung) der Annahmen der Cashflows um 25 % hätte eine Erhöhung
(Verminderung) des Sonstigen Ergebnisses in Höhe von TEUR 4.702,4 (TEUR -4.702,4)
(Vorjahr: TEUR 4.080,1 (TEUR -4.080,1)) ergeben. Eine Erhöhung (Verminderung) des
Abzinsungssatzes um 50 Basispunkte hätte eine Verminderung (Erhöhung) des Sonstigen
Ergebnisses in Höhe von TEUR -1.116,1 (TEUR 1.278,2) (Vorjahr: TEUR -1.030,3
(TEUR 1.179,2)) ergeben.
24.4.2. Bewertungsverfahren und Inputfaktoren bei der Ermittlung der beizulegenden
Zeitwerte
Die Fair Values der finanziellen Vermögenswerte und Schulden entsprechen in der Regel den
Marktpreisen zum Bilanzstichtag. Sofern Preise aktiver Märkte nicht unmittelbar verfügbar
sind, werden sie – wenn sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind – unter Anwendung
anerkannter finanzmathematischer Bewertungsmodelle und aktueller Marktparameter
(insbesondere Zinssätze, Wechselkurse und Bonität der Vertragspartner) berechnet. Dazu
werden die Cashflows der Finanzinstrumente auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Folgende Bewertungsparameter und Inputfaktoren wurden verwendet:
Finanzinstrumente
Stufe
Bewertungsverfahren
Inputfaktoren
Sonstige Beteiligungen
3
Kapitalwertorientiert
Annahmen über Cash Flows, Zinssätze, Planungsrechnungen
Börsennotierte Wertpapiere,
Publikumsfonds
1
1
Marktwertorientiert
Marktwertorientiert
Nominalwerte, Börsepreis, Net Asset Value
An der Börse festgestellter Abrechnungspreis
Börsennotierte
Energietermingeschäfte
Von Börsenkursen abgeleitete Forwardpreiskurve,
Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner auf
Nettobasis
Nicht börsenotierte
2
Kapitalwertorientiert
Energietermingeschäfte
bereits fixierte oder über Forward-Rates ermittelte Cashflows,
Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner
Zinsswaps
2
2
Kapitalwertorientiert
Kapitalwertorientiert
bereits fixierte oder über Forward-Preise ermittelte
Gas- und Gas-Oil-Swaps
Cashflows, Zinsstrukturkurve, Kreditrisiko der Vertragspartner
24.4.3.
Beizulegende Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Schulden, die
nicht regelmäßig zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, bei denen der
beizulegende Zeitwert aber anzugeben ist
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen an verbundene Unternehmen,
Forderungen an gemeinsame Vereinbarungen und assoziierte Unternehmen, übrige
finanzielle Vermögenswerte sowie Festgeldanlagen und kurzfristige Veranlagungen haben
überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Bilanzstichtag
näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte der langfristigen
Ausleihungen entsprechen, sofern wesentlich und fix verzinst, den Barwerten der mit den
Vermögenswerten verbundenen Zahlungen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen
Marktparameter (Zinssätze und Bonitätsaufschläge).
Lieferantenverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen,
Verbindlichkeiten gegenüber gemeinsamen Vereinbarungen und assoziierten Unternehmen
und übrige finanzielle Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die
bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar. Die
beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten werden, sofern wesentlich und fix
verzinst, als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung
der jeweils gültigen Marktparameter (Zinssätze und Bonitätsaufschläge) ermittelt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
201
Konzernabschluss Anhang
Folgende finanzielle Vermögenswerte und Schulden haben einen vom Buchwert
abweichenden Fair Value:
Buchwert
30.09.2021
TEUR
Fair Value
30.09.2021
TEUR
Buchwert
30.09.2020
TEUR
Fair Value
30.09.2020
TEUR
Kategorie
nach IFRS 9
Stufe
Aktiva
Sonstige Finanzanlagen
11.730,7
12.521,0
12.496,1
13.600,0
Ausleihungen an Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
AC
AC
5.186,4
6.544,3
5.847,9
6.673,1
7.063,2
5.432,9
8.041,0
5.559,0
Stufe 3
Stufe 3
Sonstige Ausleihungen
Passiva
Finanzverbindlichkeiten
Anleihen
548.817,6
301.231,8
247.585,8
607.949,5
344.823,0
263.126,5
475.176,0
301.548,0
173.628,0
538.280,0
355.557,0
182.723,0
FLAC
FLAC
Stufe 1
Stufe 3
Übrige Finanzverbindlichkeiten
Die beizulegenden Zeitwerte der oben angeführten finanziellen Vermögenswerte und
Schulden in der Stufe 3 wurden in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten
Bewertungsverfahren basierend auf Discounted-Cashflow-Analysen bestimmt. Wesentlicher
Eingangsparameter ist der Abzinsungssatz, der das Ausfallsrisiko der Gegenparteien
berücksichtigt.
24.5.
Nettoergebnis
Das Nettoergebnis von Finanzinstrumenten verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Kategorien
von Finanzinstrumenten:
Nettoergebnis
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Financial Assets at Amortized Cost
760,2
5.740,3
936,0
-1.325,0
5.226,3
Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive Income
Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss
Financial Assets/Liabilities at Fair Value through Profit or Loss
Financial Liabilities Measured at Amortized Cost
Nettoergebnis
-418,3
4.733,3
-18.273,6
-6.103,8
175,0
-16.961,4
-13.303,4
Zinserträge und -aufwendungen aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden:
Gesamtzinserträge
753,7
707,1
Gesamtzinsaufwendungen
-18.273,6
-16.961,4
Das Nettoergebnis der Kategorie Financial Assets at Amortized Cost (AC) umfasst im
Wesentlichen Zinserträge aus veranlagten Geldern sowie Ausleihungen und ist im
Finanzergebnis erfasst. Darüber hinaus enthält dieser Posten Erträge aus der Auflösung von
Wertberichtigungen und erwarteten Kreditverlusten sowie Erträge aus dem Eingang von
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
202
Konzernabschluss Anhang
abgeschriebenen Forderungen und Aufwendungen aus Wertminderungen und erwarteten
Kreditverlusten und Abschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
welche im operativen Ergebnis erfasst sind.
Das Nettoergebnis der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Other Comprehensive
Income (FVOCI) zeigt das Bewertungsergebnis der erfolgsneutral bewerteten Beteiligungen
und Wertpapiere. Beteiligungserträge und Ausschüttungen aus Wertpapieren werden im
sonstigen Finanzergebnis dargestellt.
Das Nettoergebnis der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)
umfasst im Wesentlichen Bewertungsergebnisse, Ergebnisse aus dem Abgang sowie
Ausschüttungen von Wertpapieren, Ergebnisse aus der Bewertung von Geldmarktfonds und
ist im sonstigen Finanzergebnis enthalten.
Das Nettoergebnis der Kategorie Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss (FVPL)
und Financial Liabilities at Fair Value through Profit or Loss (FVPL) resultiert im Wesentlichen
aus den in der Energie AG eingesetzten Derivaten. Das Bewertungsergebnis der Derivate des
Energiebereichs ist im operativen Ergebnis enthalten.
Das Nettoergebnis der Kategorie Financial Liabilities at Amortized Cost umfasst im
Wesentlichen Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten und ist Teil des
Finanzergebnisses.
24.6.
Finanzrisikomanagement
24.6.1.
Grundsätze des Finanzrisikomanagements
Der Energie AG Konzern unterliegt durch seine Geschäftstätigkeit und durch seine getätigten
Finanztransaktionen verschiedenen Finanzrisiken. Diese Risiken umfassen im Wesentlichen
das Währungs- und Zinsrisiko, Liquiditätsrisiko, Ausfallsrisiko, Kursrisiko aus Wertpapieren
und Preisrisiko des Commodity-Bereichs (Energiewirtschaftliche Preisrisiken).
Das Management von energiewirtschaftlichen Risiken erfolgt durch die Energie AG
Oberösterreich Trading GmbH und von finanzwirtschaftlichen Risiken im Rahmen des
zentralen Konzern-Treasury. Eine allfällige Absicherung erfolgt zentral für alle
Konzerngesellschaften. Die Absicherung energiewirtschaftlicher Risiken erfolgt auf Basis einer
internen Richtlinie zur Abwicklung von energiewirtschaftlichen Hedging-Geschäften. Als
Grundlage für das Management der Finanzrisiken dient eine Konzernfinanzrichtlinie (Treasury
Policy), in der die wesentlichen Ziele, Grundsätze und die Aufgabenverteilung im Konzern
geregelt sind.
Die Sicherung von energie- und finanzwirtschaftlichen Risiken erfolgt auch unter Einsatz von
derivativen Finanzinstrumenten. Derartige Transaktionen werden grundsätzlich nur mit
Kontrahenten sehr guter Bonität abgeschlossen, um das Risiko von Ausfällen zu minimieren.
24.6.2.
Währungsrisiko
Fremdwährungsrisiken resultieren im Energie AG Konzern aus Finanzierungen in
Fremdwährung und aus dem Translationsrisiko aus der Umrechnung ausländischer
Konzerngesellschaften in die Konzernwährung (Tschechien und Ungarn).
Für die Währungsrisiken von Finanzinstrumenten wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt,
die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen der Wechselkurse auf Ergebnis (nach
Steuern) und Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden die betroffenen Bestände zum
Bilanzstichtag herangezogen (CZK 7,4 Mio.; HUF 2,7 Mrd.), (Vorjahr: (CZK 75,2 Mio.;
HUF 2,7 Mrd.). Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen
das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als Steuersatz wurde der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
203
Konzernabschluss Anhang
Konzernsteuersatz in Höhe von 25 % verwendet. Außerdem wurde bei der Analyse
unterstellt, dass alle anderen Variablen, insbesondere Zinssätze, konstant bleiben. Bei der
Analyse wurden jene Währungsrisiken von Finanzinstrumenten, die in einer von der
funktionalen Währung abweichenden Währung denominiert und monetärer Art sind,
einbezogen. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die
Konzernwährung blieben unberücksichtigt.
Eine Aufwertung des Euro – nach den oben genannten Annahmen – um 10 % gegenüber
allen anderen Währungen zum Bilanzstichtag hätte eine Verminderung des Ergebnisses (nach
Steuern) um TEUR 530,3 (Vorjahr: TEUR 567,2) und des Eigenkapitals um TEUR 530,3
(Vorjahr: TEUR 692,8) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der
Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der währungsbezogenen
Umrechnungseffekte von net investments und Hedge Accounting in Höhe von TEUR 0,0
(Vorjahr: TEUR 125,6) beeinflusst.
Eine Abwertung des Euro – nach den oben genannten Annahmen – um 10 % gegenüber
allen anderen Währungen zum Bilanzstichtag hätte eine Erhöhung des Ergebnisses (nach
Steuern) um TEUR 648,1 (Vorjahr: TEUR 693,3) und des Eigenkapitals um TEUR 648,1
(Vorjahr: TEUR 846,8) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der
Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der währungsbezogenen
Umrechnungseffekte von net investments und Hedge Accounting in Höhe von TEUR 0,0
(Vorjahr: TEUR 153,5) beeinflusst.
24.6.3.
Zinsrisiko
Der Energie AG Konzern hält zinssensitive Finanzinstrumente, um den Erfordernissen der
operativen und strategischen Liquiditätssteuerung gerecht zu werden. Zinsänderungsrisiken
resultieren im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten (Cashflow-Risiko).
Zinsrisiken bestehen insbesondere aus:
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
219.197,3
2.595,4
TEUR
Guthaben bei Kreditinstituten
46.304,8
3.652,9
Variabel verzinste Ausleihungen
Variabel verzinste Kredite
-33.179,8
-78.370,6
110.242,3
72.028,0
-35.937,1
-82.525,7
-68.505,1
76.814,6
8.309,5
Variabel verzinste Leasingverbindlichkeiten
Nettorisiko vor Sicherungen
Hedge Accounting und Zinsderivate
Nettorisiko nach Hedge Accounting und Zinsderivate
182.270,3
Für die Zinsänderungsrisiken dieser Finanzinstrumente wurden Sensitivitätsanalysen
durchgeführt, die die Auswirkungen von hypothetischen Änderungen des Marktzinsniveaus
auf das Ergebnis (nach Steuern) und das Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden die
betroffenen Bestände zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde unterstellt, dass das
Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres
repräsentiert. Als Steuersatz wurde der Konzernsteuersatz in Höhe von 25 % verwendet.
Außerdem wurde bei der Analyse unterstellt, dass alle anderen Variablen, insbesondere
Wechselkurse, konstant bleiben.
Eine Erhöhung des Marktzinsniveaus – nach den oben genannten Annahmen – um 50
Basispunkte zum Bilanzstichtag hätte eine Erhöhung des Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR
683,5 (Vorjahr: TEUR 31,2) und eine Erhöhung des Eigenkapitals in Höhe von TEUR 5.327,4
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
204
Konzernabschluss Anhang
(Vorjahr: TEUR 5.348,5) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der
Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der zinsbezogenen Cashflow
Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 4.643,9 (Vorjahr: TEUR 5.317,3) beeinflusst.
Eine Verminderung des Marktzinsniveaus – nach den oben genannten Annahmen – um 50
Basispunkte zum Bilanzstichtag hätte eine Verminderung des Ergebnisses (nach Steuern) um
TEUR 683,5 (Vorjahr: TEUR 31,2) und eine Verminderung des Eigenkapitals in Höhe von TEUR
5.713,6 (Vorjahr: TEUR 5.820,3) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei –
neben der Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der zinsbezogenen
Cashflow Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 5.030,1 (Vorjahr: TEUR 5.789,1) beeinflusst.
24.6.4.
Commodity-Preisrisiko
Commodity-Preisrisiken entstehen im Wesentlichen durch die Beschaffung und Veräußerung
von Strom, Gas und CO2. Darüber hinaus entstehen Preisrisiken für die Energie AG durch das
Eingehen von spekulativen Positionen im Eigenhandel. Der Eigenhandel wird nur innerhalb
sehr engen Limits ausgeübt, das Risiko ist daher als unwesentlich einzustufen.
Zur Absicherung energiewirtschaftlicher Risiken werden Sicherungsinstrumente insbesondere
für elektrische Energie, Gas und CO2 eingesetzt.
Für das Commodity-Preisrisiko wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkung
von hypothetischen Änderungen des Marktpreisniveaus auf Ergebnis (nach Steuern) und
Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden die betreffenden derivativen Bestände aus dem
Energiebereich zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am
Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als
Steuersatz wurde der Konzernsteuersatz in Höhe von 25 % verwendet. Außerdem wurde bei
der Analyse unterstellt, dass alle anderen Variablen, insbesondere Wechselkurse, konstant
bleiben. Nicht in die Betrachtung einbezogen sind Verträge, die für Zwecke des Empfangs
oder der Lieferung nicht finanzieller Posten gemäß dem erwarteten Einkaufs-, Verkaufs- und
Nutzungsbedarfs des Unternehmens bestimmt sind (own use) und damit nach IFRS 9 mit
Ausnahme von belastenden Verträgen nicht zu bilanzieren sind.
Sensitivität der derivativen Verträge bezüglich des Strompreises:
Eine Erhöhung (Verminderung) des Marktpreisniveaus – nach den oben genannten
Annahmen – um 15 % zum Bilanzstichtag hätte eine Verminderung (Erhöhung) des
Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 55,4 (Vorjahr: Erhöhung (Verminderung) TEUR 1.706,5)
und eine Erhöhung (Verminderung) des Eigenkapitals um TEUR 8.380,9
(Vorjahr: TEUR 5.804,2) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der
Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der strompreisbezogenen
Cashflow Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 8.436,3 (Vorjahr: TEUR 4.097,7) beeinflusst.
Sensitivität der derivativen Verträge bezüglich des Gas- und Diesel- (Gas-Oil-) Preises:
Eine Erhöhung (Verminderung) des Marktpreisniveaus – nach den oben genannten
Annahmen – um 25 % zum Bilanzstichtag hätte eine Verminderung (Erhöhung) des
Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 466,8 (Vorjahr: TEUR 353,7) und eine Erhöhung
(Verminderung) des Eigenkapitals um TEUR 10.912,1 (Vorjahr: TEUR 3.505,5) ergeben. Die
Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der Sensitivität des Ergebnisses (nach
Steuern) – von der Sensitivität der gaspreisbezogenen Cashflow Hedge-Rücklage in Höhe von
TEUR 11.378,9 (Vorjahr: TEUR 3.859,2) beeinflusst.
Sensitivität der derivativen Verträge bezüglich des CO2-Preises:
Eine Erhöhung (Verminderung) des Marktpreisniveaus – nach den oben genannten
Annahmen – um 15 % zum Bilanzstichtag hätte eine Verminderung (Erhöhung) des
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
205
Konzernabschluss Anhang
Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 55,5 (Vorjahr: TEUR 0,0) und eine Erhöhung
(Verminderung) des Eigenkapitals um TEUR 6.823,7 (Vorjahr: Verminderung (Erhöhung) TEUR
369,6) ergeben. Die Sensitivität des Eigenkapitals wurde dabei – neben der Sensitivität des
Ergebnisses (nach Steuern) – von der Sensitivität der CO2-preisbezogenen Cashflow Hedge-
Rücklage in Höhe von TEUR 6.879,2 (Vorjahr: TEUR -369,6) beeinflusst.
24.6.5.
Marktpreisrisiko aus der Fair Value-Bewertung von Wertpapieren
Der Energie AG Konzern hält Wertpapiere und Fonds aus denen Preisänderungsrisiken für das
Unternehmen resultieren. Das Schwankungsrisiko der gehaltenen Wertpapiere wird durch
eine konservative Veranlagungspolitik und ein laufendes Monitoring sowie eine laufende
Quantifizierung des Risikopotenzials beschränkt.
Für das Kursrisiko wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, die die Auswirkung von
hypothetischen Änderungen des Markpreisniveaus auf Ergebnis (nach Steuern) und
Eigenkapital zeigen. Als Basis wurden die betreffenden Bestände der Finanzinstrumente „At
Fair Value through Other Comprehensive Income“ und „At Fair Value through Profit or Loss“
zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag
im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres repräsentiert. Als Steuersatz wurde
der Konzernsteuersatz in Höhe von 25 % verwendet. Außerdem wurde bei der Analyse
unterstellt, dass alle anderen Parameter, wie zum Beispiel die Währung, konstant bleiben.
Eine Erhöhung (Verminderung) des Marktpreisniveaus – nach den oben genannten
Annahmen – um 15 % zum Bilanzstichtag hätte eine Erhöhung (Verminderung) des
Ergebnisses (nach Steuern) in Höhe von TEUR 5.745,2 (Vorjahr: TEUR 5.512,1) und des
Eigenkapitals in Höhe von TEUR 7.384,3 (Vorjahr TEUR 6.659,7) ergeben. Die Sensitivität des
Eigenkapitals wurde dabei – neben der Sensitivität des Ergebnisses (nach Steuern) – von der
Sensitivität der kursbezogenen OCI-Rücklage in Höhe von TEUR 1.639,1 (Vorjahr:
TEUR 1.147,6) beeinflusst.
24.6.6.
Ausfallsrisiko
Kreditrisiken entstehen für den Energie AG Konzern durch die Nichterfüllung vertraglicher
Vereinbarungen durch den Kontrahenten.
Das Ausfallsrisiko wird durch regelmäßige Bonitätsanalyse des Kundenportfolios begrenzt. Im
Finanz- und Energiehandelsbereich werden Transaktionen nur mit Kontrahenten erstklassiger
Bonität durchgeführt. Risikobegrenzung erfolgt weiters durch Limit-Systeme und Monitoring.
In der Energie AG Oberösterreich entspricht das maximale Ausfallsrisiko dem Buchwert der
bilanzierten finanziellen Vermögenswerte.
Für Derivate und andere zum Fair Value bilanzierte Instrumente wird das Kreditrisiko als
gering erachtet. Das Ausfallrisiko bei Derivaten wird durch Nettingvereinbarungen reduziert.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
206
Konzernabschluss Anhang
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
davon: zum
Abschluss-
stichtag
davon: nicht wertgemindert und in folgenden
Zeitbändern überfällig
davon: zum
Abschluss-
stichtag
wert-
weder wert-
gemindert
Zwischen 30 Zwischen 60
Buchwert
30.09.2021
TEUR
noch Weniger als
und
60 Tagen
TEUR
und
90 Tagen
TEUR
Mehr als
90 Tage
TEUR
überfällig
30 Tage
gemindert
TEUR
TEUR
TEUR
Forderungen und sonstige
finanzielle Vermögenswerte
(lang- und kurzfristig)
382.412,7
366.297,5
9.734,4
852,2
526,8
640,3
4.361,5
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
259.902,2
247.042,5
9.709,6
674,3
526,6
606,3
1.342,9
Forderungen an gemeinsame
Vereinbarungen und
assoziierten Unternehmen
5.076,8
5.069,0
7,8
–
–
–
–
Übrige finanzielle Vermögens-
werte
117.433,7
114.186,0
17,0
177,9
0,2
34,0
3.018,6
Summe
382.412,7
366.297,5
9.734,4
852,2
526,8
640,3
4.361,5
davon: zum
Abschluss-
stichtag
davon: nicht wertgemindert und in folgenden
Zeitbändern überfällig
davon: zum
Abschluss-
stichtag
wert-
weder wert-
gemindert
Zwischen 30 Zwischen 60
Buchwert
30.09.2020
TEUR
noch Weniger als
und
60 Tagen
TEUR
und
90 Tagen
TEUR
Mehr als
90 Tage
TEUR
überfällig
30 Tage
gemindert
TEUR
TEUR
TEUR
Forderungen und sonstige
finanzielle Vermögenswerte
(lang- und kurzfristig)
306.709,3
289.601,4
8.966,5
1.964,7
574,0
815,7
4.787,0
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
256.209,1
242.209,6
8.941,1
1.877,6
573,8
771,3
1.835,7
Forderungen an gemeinsame
Vereinbarungen und
assoziierten Unternehmen
5.299,4
5.276,5
22,9
–
–
–
–
Übrige finanzielle Vermögens-
werte
45.200,8
42.115,3
2,5
87,1
0,2
44,4
2.951,3
Summe
306.709,3
289.601,4
8.966,5
1.964,7
574,0
815,7
4.787,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
207
Konzernabschluss Anhang
Die Wertberichtigungen von finanziellen Vermögenswerten haben sich wie folgt entwickelt:
Änderung
Stand Konsolidie-
Währungs-
Stand
01.10.2020 rungskreis Zuführung Verbrauch Auflösung umrechnung 30.09.2021
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Forderungen und sonstige finanzielle
Vermögenswerte (lang- und kurzfristig)
9.051,9
–
713,4
-77,6
-1.203,1
71,7
8.556,3
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
8.973,1
78,8
–
–
–
713,4
–
-77,6
–
-1.203,1
–
66,4
5,3
8.472,2
84,1
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Summe
9.051,9
713,4
-77,6
-1.203,1
71,7
8.556,3
Änderung
Stand Konsolidie-
Währungs-
Stand
01.10.2019 rungskreis Zuführung Verbrauch Auflösung umrechnung 30.09.2020
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Forderungen und sonstige finanzielle
Vermögenswerte (lang- und kurzfristig)
9.315,6
142,6
427,5
-11,9
-765,5
-56,4
9.051,9
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
9.232,6
83,0
142,4
0,2
427,5
–
-11,9
–
-765,3
-0,2
-52,2
-4,2
8.973,1
78,8
Übrige finanzielle Vermögenswerte
Summe
9.315,6
142,6
427,5
-11,9
-765,5
-56,4
9.051,9
Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen betragen
TEUR 1.589,8 (Vorjahr: TEUR 1.625,3). Die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten
Forderungen betragen TEUR 590,2 (Vorjahr: TEUR 34,0). Im Geschäftsjahr betragen die
Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen TEUR 489,7 (Vorjahr: TEUR 338,0) für
finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Financial Assets at Amortized Cost (AC)“.
Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Bestands der
finanziellen Liefer- und sonstigen Forderungen deuten zum Abschlussstichtag keine
Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen
werden. Für die in den obigen Tabellen nicht ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte
liegen zum Bilanzstichtag keine wesentlichen Überfälligkeiten und Wertberichtigungen vor
und es bestehen keine Anzeichen dafür, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen
nicht nachkommen werden.
Die Einzelwertberichtigungen setzen sich aus zahlreichen Einzelpositionen zusammen, von
denen keine alleine betrachtet wesentlich ist. Daneben werden nach Risikogruppen
abgestufte Wertberichtigungen zur Berücksichtigung allgemeiner Kreditrisiken
vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Überfälligkeit von
mehr als 180 Tagen werden im Regelfall zu 50% wertberichtigt.
Ein finanzieller Vermögenswert wird als ausgefallen betrachtet, wenn es unwahrscheinlich ist,
dass der Schuldner seine Verpflichtungen erfüllen kann. Dies wird insbesondere bei Eröffnung
von Insolvenzverfahren bzw. langer Überfälligkeit angenommen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
208
Konzernabschluss Anhang
Gemäß IFRS 9 sind nach dem Expected-Credit-Loss Modell auch erwartete Kreditverluste für
finanzielle Vermögenswerte „At Amortized Cost“ (AC) zu erfassen. Die erwarteten
Kreditverluste haben sich wie folgt entwickelt:
Änderung
Konsoli-
dierungs-
Währungs-
umrechnung
TEUR
Stand
30.09.2021
TEUR
01.10.2020
kreis
Zuführung
Auflösung
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Sonstige Finanzanlagen
57,3
–
159,3
-10,7
0,9
206,8
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
24,0
33,3
–
–
–
–
–
6,5
-5,3
-5,4
–
–
0,9
–
18,7
35,3
Sonstige Ausleihungen
Festgeldanlagen
152,8
152,8
Forderungen und sonstige finanzielle
Vermögenswerte (lang- und kurzfristig)
1.123,1
–
23,6
-649,0
3,3
501,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
1.123,1
–
23,6
-649,0
3,3
501,0
Festgeldanlagen und kurzfristige
Veranlagungen
223,7
223,7
–
–
–
–
–
-39,8
-39,8
–
–
183,9
183,9
891,7
Festgeldanlagen
Summe
1.404,1
182,9
-699,5
4,2
Änderung
Konsoli-
dierungs-
kreis
Währungs-
umrechnung
TEUR
Stand
30.09.2020
TEUR
01.10.2019
Zuführung
Auflösung
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Sonstige Finanzanlagen
90,3
-16,5
11,9
-27,9
-0,5
57,3
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
67,1
23,2
–
-16,5
–
11,9
–
-26,6
-1,3
–
–
-0,5
–
24,0
33,3
–
Sonstige Ausleihungen
Festgeldanlagen
–
–
Forderungen und sonstige finanzielle
Vermögenswerte (lang- und kurzfristig)
399,0
–
742,1
-14,7
-3,3
1.123,1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
399,0
–
742,1
-14,7
-3,3
1.123,1
Festgeldanlagen und kurzfristige
Veranlagungen
116,2
116,2
605,5
–
–
195,7
195,7
949,7
-88,2
-88,2
–
–
223,7
223,7
Festgeldanlagen
Summe
-16,5
-130,8
-3,8
1.404,1
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
209
Konzernabschluss Anhang
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegenüber
Beteiligungsunternehmen, die sich im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen zusammensetzen, werden die über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste unter
Verwendung einer Wertberichtigungsmatrix bemessen. Für Ausleihungen, Festgeldanlagen,
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird der erwartete Kreditverlust innerhalb von
12 Monaten berechnet, da sich das Kreditrisiko seit Zugang nicht signifikant verändert hat
bzw. aufgrund des aktuellen Ratings des Kontrahenten von einem geringen Ausfallrisiko
ausgegangen wird. Die Änderung des Kreditrisikos wird durch Nachverfolgung des Ratings
überwacht. Im erwarteten Verlust wird die Ausfallverlustquote (LGD) berücksichtigt, um eine
angenommene Realisierungsquote (recovery rate) widerzuspiegeln, es sei denn, das
Instrument ist in der Bonität beeinträchtigt. In diesem Fall wird der geschätzte Verlust auf
Basis der geschätzten erwarteten Cashflows und dem ursprünglichen Effektivzinssatzes
ermittelt.
Bei einer langfristigen Geldveranlagung bei einem österreichischen Finanzinstitut hat sich das
Rating auf einen „Non Investment Grade“ gemäß IFRS 9B.5.5.23 verschlechtert. Somit hat
sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht. Der erwartete Verlust
wird daher über die restliche Laufzeit bemessen, beträgt für diese langfristige Festgeldanlage
unter den Sonstigen Finanzanlagen TEUR 107,8 und ist in der Zuführung von TEUR 152,8
enthalten.
24.6.7.
Liquiditätsrisiko
Ein Liquiditätsrisiko würde dann bestehen, wenn Liquiditätsreserven bzw. die
Verschuldungsfähigkeit nicht ausreichen, um finanzielle Verpflichtungen fristgerecht zu
erfüllen. Durch vorausschauende Planung der Liquidität und Halten von Liquiditätsreserven
wird das Risiko für den Energie AG Konzern als sehr gering eingeschätzt. Darüber hinaus
kann auf offene Banklinien und auf den Kapitalmarkt als Finanzierungsquellen
zurückgegriffen werden. In diesem Zusammenhang wird auf eine angemessene
Kapitalstruktur und ein konservatives Finanzprofil geachtet, um ein „A“ Rating halten zu
können.
Einbezogen werden alle Finanzinstrumente, die am Bilanzstichtag im Bestand sind und für die
bereits Zahlungen vertraglich vereinbart sind. Planzahlen für zukünftige neue finanzielle
Verbindlichkeiten gehen nicht ein. Bei den laufenden Betriebsmittelkrediten wird eine
durchschnittliche Restlaufzeit von 12 Monaten unterstellt; diese Kredite werden aber
regelmäßig prolongiert und stehen – wirtschaftlich betrachtet – länger zur Verfügung.
Fremdwährungsbeträge werden jeweils mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die
variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten werden unter Zugrundelegung der
zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle
Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Laufzeitband zugeordnet.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
210
Konzernabschluss Anhang
Cash Flows
2021/2022
Cash Flows
Cash Flows
2022/2023 bis 2025/2026
ab 2026/2027
Buchwert
30.09.2021
TEUR
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Finanzverbindlichkeiten (lang-
und kurzfristig)
670.096,9
18.319,7
21.127,2
59.446,1
376.518,1
51.566,7
273.897,2
Anleihen
301.231,8
13.500,0
–
40.500,0
301.842,2
–
–
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
6.530,5
114.748,8
247.585,8
123,4
231,4
382,7
7.555,4
442,5
1.317,9
2.111,4
52.396,2
20.168,3
644,7
2.707,6
4.036,4
54.797,2
215.063,6
Leasingverbindlichkeiten
Übrige Finanzverbindlichkeiten
4.464,9
13.189,1
17.185,7
48.214,4
Lieferantenverbindlichkeiten
(kurzfristig)
162.178,9
748.801,9
–
162.178,9
–
–
–
–
Übrige Schulden (lang- und
kurzfristig) lt. Bilanz
davon nicht-finanzielle
Schulden
160.346,0
588.455,9
davon finanzielle Schulden
2.665,2
499.517,4
6.734,4
77.450,7
1.094,6
374,6
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
9.292,5
–
9.292,5
–
–
–
–
Verbindlichkeiten gegenüber
gemeinsamen Vereinbarungen
und assoziierten Unternehmen
2.774,3
179.434,5
153.924,2
–
2.665,2
–
2.774,3
117.063,1
131.353,6
–
6.734,4
–
–
51.258,2
22.570,6
–
1.094,6
–
–
–
–
Derivate mit Hedge-Beziehung
(Cashflow Hedge)
Derivate ohne Hedge-
Beziehung
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten (lang- und
kurzfristig)
243.030,4
–
239.033,9
–
3.621,9
–
374,6
Summe
1.420.731,7
20.984,9
682.823,5
66.180,5
453.968,8
52.661,3
274.271,8
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
211
Konzernabschluss Anhang
Cash Flows
2020/2021
Cash Flows
Cash Flows
2021/2022 bis 2024/2025
ab 2025/2026
Buchwert
30.09.2020
TEUR
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
Zinsen
Tilgung
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Finanzverbindlichkeiten (lang-
und kurzfristig)
597.586,2
17.301,9
10.769,0
61.032,1
392.765,9
29.216,2
195.621,3
Anleihen
301.548,0
13.500,0
0,1
46.125,5
302.336,7
–
–
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
9.319,8
113.090,4
173.628,0
127,8
268,4
2.811,6
7.277,7
679,6
468,9
969,3
1.975,8
55.251,5
33.201,9
767,4
1.395,9
4.532,4
50.561,2
140.527,7
Leasingverbindlichkeiten
Übrige Finanzverbindlichkeiten
3.405,7
13.468,4
27.052,9
Lieferantenverbindlichkeiten
(kurzfristig)
156.644,8
337.621,2
–
156.644,8
–
–
–
–
Übrige Schulden (lang- und
kurzfristig) lt. Bilanz
davon nicht-finanzielle
Schulden
254.050,9
83.570,3
davon finanzielle Schulden
2.613,0
56.894,3
7.435,4
9.852,4
4.791,1
537,4
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
7.201,1
–
7.201,1
–
–
–
–
Verbindlichkeiten gegenüber
gemeinsamen Vereinbarungen
und assoziierten Unternehmen
3.551,0
29.521,1
15.315,6
–
2.613,0
–
3.551,0
10.183,2
13.329,2
–
7.435,4
–
–
3.051,7
1.986,4
–
4.791,1
–
–
–
–
Derivate mit Hedge-Beziehung
(Cashflow Hedge)
Derivate ohne Hedge-
Beziehung
Sonstige finanzielle
Verbindlichkeiten (lang- und
kurzfristig)
27.981,5
–
22.629,8
–
4.814,3
–
537,4
Summe
837.801,3
19.914,9
224.308,1
68.467,5
402.618,3
34.007,3
196.158,7
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
212
Konzernabschluss Anhang
24.7.
Entwicklung und Konditionen der wesentlichsten Finanzverbindlichkeiten
TEUR
Finanzverbindlichkeiten 30.09.2020
Langfristig
Kurzfristig
586.817,2
10.769,0
597.586,2
Namensschuldverschreibung 2021–2051
Sonstige Namenssschuldverschreibungen
Sonstige Veränderungen der Finanzverbindlichkeiten
65.000,0
10.000,0
-2.489,3
Finanzverbindlichkeiten 30.09.2021
Langfristig
Kurzfristig
648.969,7
21.127,2
670.096,9
Folgende wesentliche Finanzierungen wurden im Konzern begeben:
Energie AG Oberösterreich:
4,5 % Energie AG OOe. Anleihe 2005-25 ISIN: XS0213737702 Volumen: EUR 300.000.000
Kupon: 4. März.
Namensschuldverschreibung 2010-2030, 4,75 %, Volumen: EUR 40.000.000
Namensschuldverschreibung 2020-2040, 1,25 %, Volumen: EUR 100.000.000
Namensschuldverschreibung 2021-2051, 1,386 %, Volumen: EUR 65.000.000
25.
Langfristige Rückstellungen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Pensionsrückstellungen
113.863,5
95.855,4
22.982,4
13.680,0
47.429,6
293.810,9
117.048,8
95.623,6
22.448,2
21.572,2
33.777,4
290.470,2
Abfertigungsrückstellungen
Jubiläumsgeldrückstellungen
Rückstellung für Vorruhestand und Stufenpension
Übrige Rückstellungen
Die Pensionsrückstellungen, Abfertigungsrückstellungen und Jubiläumsgeldrückstellungen
haben eine Fälligkeit von überwiegend mehr als fünf Jahren. Die Rückstellung für
Vorruhestand und Stufenpension wird im Wesentlichen innerhalb der nächsten fünf
Geschäftsjahre zu Zahlungsmittelabflüssen führen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
213
Konzernabschluss Anhang
Der Berechnung der Personalrückstellungen wurden folgende Parameter zugrunde gelegt:
2020/2021
2019/2020
%
0,8
2,9
2,0
0,8
%
Rechnungszinssatz
Gehaltstrend
1,0
2,9
2,0
1,0
Pensionstrend
Erwartete Erträge aus Planvermögen
Als biometrische Rechnungsgrundlagen kamen die AVÖ 2018 P Rechnungsgrundlagen für die
Pensionsversicherung zur Anwendung. Es wurde das gesetzliche Pensionsalter herangezogen.
Gestaffelt nach der Betriebszugehörigkeit wird eine Fluktuation im Ausmaß von 0,0 % bis
12,12 % (Vorjahr: 0,00 % bis 12,02 %) angenommen.
25.1.
Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Rückstellungen
Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und einzelvertraglichen Zusagen besteht die
Verpflichtung, für bestimmte Mitarbeiter, die vor dem 30.9.1996 eingetreten sind und keine
Abfindung ihrer Ansprüche auf Direktzahlungen angenommen haben, nach Eintreten in den
Ruhestand Pensionszahlungen zu leisten. Darüber hinaus besteht die Verpflichtung, für
bestimmte Mitarbeiter, die vor den 1.7.1998 in den Ruhestand getreten sind,
Pensionszahlungen zu leisten.
Für diesen Personenkreis wurde gemäß IAS 19 (Employee Benefits) nach der
versicherungsmathematischen Bewertungsmethode – projected-unit-credit-method
(Anwartschaftsbarwertverfahren) – eine Pensionsrückstellung gebildet.
Für die an die Pensionskasse des Konzerns übertragenen leistungsbezogenen
Pensionsverpflichtungen besteht eine Nachschussverpflichtung.
2020/2021
2019/2020
TEUR
130.659,1
498,9
TEUR
Barwert der Pensionsverpflichtung (DBO) zum 01.10.
+ Laufender Dienstzeitaufwand
137.567,4
640,3
+ Zinsaufwand
1.250,5
1.213,2
-7.285,8
- Pensionszahlungen
-7.217,8
(-)/+ Neubewertungen – versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste:
aus erfahrungsbedingten Anpassungen
aus Änderungen der demografischen Annahmen
aus Änderungen der finanziellen Annahmen
Barwert der Pensionsverpflichtung (DBO) zum 30.09.
- Zeitwert des Fondsvermögens
-572,7
1,0
-249,8
-6,3
3.207,1
-1.219,9
130.659,1
-13.610,3
117.048,8
127.826,1
-13.962,6
113.863,5
Bilanzierte Pensionsrückstellung zum 30.09.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
214
Konzernabschluss Anhang
Entwicklung des Fondsvermögens
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Planvermögen zum 01.10.
13.610,3
122,7
14.258,8
129,9
+/(-) Zinsertrag /(-aufwand) des Planvermögens
+ Fonds Beitragszahlungen
182,1
–
- Fonds Auszahlungen
-1.145,4
1.192,9
13.962,6
-1.131,4
353,0
+/(-) Vermögensgewinn/(-verlust)
Planvermögen zum 30.09.
13.610,3
Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen TEUR 1.008,8 (Vorjahr: TEUR
-76,8).
Das Fondsvermögen setzt sich wie folgt zusammen:
30.09.2021
30.09.2020
%
39,3
39,9
7,5
%
Aktien
35,1
44,7
4,9
Anleihen
Geldmarkt
Sonstige Investments
Gesamt
13,3
100,0
15,3
100,0
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Dienstzeitaufwand
498,9
1.127,8
1.626,7
1.442,5
3.069,2
640,3
1.083,3
1.723,6
-1.829,0
-105,4
Nettozinsaufwand
Pensionsaufwand (im Periodenergebnis erfasst)
Neubewertungen der Pensionsverpflichtung
Pensionsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst)
Der Barwert der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung verteilt sich wie folgt auf die
einzelnen Gruppen von Versorgungsberechtigten:
30.09.2021
30.09.2020
%
16,5
%
Aktive
19,2
1,5
Unverfallbare
Pensionierte
1,3
82,2
79,3
100,0
100,0
Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft
sich zum 30.09.2021 auf 12,0 Jahre (Vorjahr: 11,0 Jahre).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
215
Konzernabschluss Anhang
Die Pensionszahlungen für das Geschäftsjahr 2021/2022 betragen voraussichtlich
TEUR 7.224,3.
Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen
Annahmen hätte auf den Barwert der Pensionsverpflichtung folgende Auswirkungen:
Sensitivitätsanalysen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Restlebenserwartung
Veränderung um +1 Jahr
Veränderung um -1 Jahr
Rechnungszins
9.272,0
9.399,9
-9.760,3
-9.917,9
Veränderung um +0,5 %
Veränderung um -0,5 %
Steigerungssatz für künftige Pensionen
Veränderung um +0,5 %
Veränderung um -0,5 %
-7.709,2
8.617,8
-7.865,5
8.790,2
8.134,8
8.309,7
-7.409,3
-7.570,7
25.2.
Rückstellungen für Abfertigungen
Abfertigungszahlungen werden aufgrund österreichischer gesetzlicher und
kollektivvertraglicher Verpflichtungen an MitarbeiterInnen geleistet, deren Dienstverhältnis bis
zum 31.12.2002 begann. Die im Pensionierungszeitpunkt bzw. bei Kündigung anfallenden
Leistungen werden auf Basis des letzten Bezuges sowie der Anzahl der Dienstjahre ermittelt.
Aufgrund dieser arbeitsrechtlichen und kollektivvertraglichen Vorschriften wird eine
Rückstellung gebildet, welche nach der projected-unit-credit-method berechnet wird.
2020/2021
2019/2020
TEUR
95.623,6
3.092,3
–
TEUR
Barwert der Abfertigungsverpflichtung (DBO) zum 01.10.
+ Laufender Dienstzeitaufwand
99.111,2
3.460,8
-578,2
+/(-) (Gewinn)/Verlust aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
+ Zinsaufwand
915,1
884,0
- Abfertigungszahlungen
-5.927,4
-5.521,6
(-)/+ Neubewertungen – versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste:
aus erfahrungsbedingten Anpassungen
505,3
-40,5
-45,6
-7,5
aus Änderungen der demografischen Annahmen
aus Änderungen der finanziellen Annahmen
1.687,0
-1.679,5
Barwert der Abfertigungsverpflichtung (DBO) zum 30.09. = Bilanzierte
Abfertigungsrückstellung zum 30.09.
95.855,4
95.623,6
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
216
Konzernabschluss Anhang
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Dienstzeitaufwand
3.092,3
915,1
2.882,6
884,0
Nettozinsaufwand
Abfertigungsaufwand (im Periodenergebnis erfasst)
Neubewertungen der Abfertigungsverpflichtung
Abfertigungsaufwand (im Gesamtperiodenergebnis erfasst)
4.007,4
2.151,8
6.159,2
3.766,6
-1.732,6
2.034,0
Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung beläuft
sich zum 30.09.2021 auf 8,2 Jahre (Vorjahr: 8,5 Jahre).
Die Abfertigungszahlungen für das Geschäftsjahr 2021/2022 betragen voraussichtlich
TEUR 9.310,1.
Ein Anstieg beziehungsweise Rückgang der wesentlichen versicherungsmathematischen
Annahmen hätte auf den Barwert der Abfertigungsverpflichtung folgende Auswirkungen:
Sensitivitätsanalysen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Rechnungszins
Veränderung um +0,5 %
Veränderung um -0,5 %
Steigerungssatz für künftige Gehälter
Veränderung um +0,5 %
Veränderung um -0,5 %
-4.067,0
-4.377,7
-4.184,2
-4.531,1
4.332,4
4.490,6
-4.057,1
-4.198,5
Für ab dem 1.1.2003 in Österreich beginnende Dienstverhältnisse sind vom Dienstgeber
1,53 % des Bruttogehalts an eine Mitarbeitervorsorgekasse zu entrichten. Diese Form der
Abfertigungsleistung wird als beitragsorientierter Plan nach IAS 19 (Employee Benefits)
behandelt.
25.3.
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
Aufgrund kollektivvertraglicher Vorschriften wird eine Rückstellung für Jubiläumsgelder
gebildet, welche nach der projected-unit-credit-method berechnet wird.
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtung (DBO) zum 01.10.
+ Laufender Dienstzeitaufwand
22.448,2
1.323,9
223,1
23.592,6
1.332,7
210,2
+ Zinsaufwand
- Jubiläumsgeldzahlungen
-1.677,5
664,7
-1.794,5
-892,8
(-)/+ Neubewertungen – versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtung (DBO) zum 30.09. = Bilanzierte
Jubiläumsgeldrückstellung zum 30.09.
22.982,4
22.448,2
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
217
Konzernabschluss Anhang
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Dienstzeitaufwand
1.323,9
223,1
1.332,7
210,2
Nettozinsaufwand
Neubewertungen
664,7
-892,8
650,1
Aufwand für Jubiläumsgelder (im Periodenergebnis erfasst)
2.211,7
25.4.
Rückstellung für Vorruhestand und Stufenpension
Mit bestimmten MitarbeiterInnen wurde ein Stufenpensionsmodell (Vorruhestandsmodell)
vereinbart. Dabei handelt es sich um ein Überbrückungsentgelt für den Zeitraum zwischen
der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses und dem Zeitpunkt des Anspruches auf
eine gesetzliche Pensionsversorgung. Das Überbrückungsentgelt für diesen Zeitraum
entspricht einem zuvor festgesetzten Prozentsatz des bisherigen Bezuges.
Für die daraus resultierenden Verpflichtungen wurde gemäß IAS 19 (Employee Benefits) eine
Vorsorge in Form einer Rückstellung getroffen.
2020/2021
2019/2020
TEUR
21.572,2
173,9
573,5
-7.358,5
–
TEUR
Barwert der Vorruhestandsverpflichtung (DBO) zum 01.10.
+ Zinsaufwand
30.020,5
224,5
+ Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
- Vorruhestandszahlungen
2.312,5
-8.996,9
-218,4
-/(+) Gewinn/(Verlust) aufgrund von Abgeltungen
- Zahlungen aufgrund von Abgeltungen
–
-88,8
(-)/+ Neubewertungen – versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste
-1.281,1
-1.681,2
Barwert der Vorruhestandsverpflichtung (DBO) zum 30.09. = Bilanzierte
Vorruhestandsrückstellung zum 30.09.
13.680,0
21.572,2
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand
573,5
173,9
2.312,5
224,5
Nettozinsaufwand
Neubewertungen
-1.281,1
-533,7
-1.681,2
855,8
Aufwand für Vorruhestand und Stufenpension (im Periodenergebnis erfasst)
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
218
Konzernabschluss Anhang
25.5.
Übrige langfristige Rückstellungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Buchwert 01.10.
Verbrauch
33.777,4
-63,6
32.060,2
-538,3
Auflösung
-137,3
-16,3
Zuweisung
13.818,0
35,1
2.293,6
-21,8
Währungsdifferenzen
47.429,6
33.777,4
Der Posten beinhaltet vor allem Rückstellungen für Deponien.
Aufgrund neuer gesetzlicher Vorschriften im Zusammenhang mit dem Einsatz von
Gasturbinen für Engpassmanagement wird mit geringeren künftigen Erlösen des
Gasspeichers 7Fields gerechnet. Ein kostendeckender Betrieb des Speichers ist aus derzeitiger
Sicht nicht möglich. Für nicht durch Erlöse abgedeckte vertragliche Verpflichtungen bis zum
Geschäftsjahr 2049/2050 wurde eine Rückstellung in Höhe von EUR 6,7 Mio. (30.9.2020:
EUR 0,0 Mio.) gebildet, wobei ein Abzinsungssatz von 0,1 % angewendet wurde.
26.
Baukostenzuschüsse
Inhalt dieser Position sind hauptsächlich von Strom-, Gas- und Fernwärmekunden
vereinnahmte Finanzierungsbeiträge. Sie werden über die jeweils durchschnittliche
Abschreibungsdauer der betroffenen Anlagen (bis zu 40 Jahren) erfolgswirksam aufgelöst.
Wertminderungen bzw. Wertaufholungen von diesen Anlagen werden aliquot bei den
Baukostenzuschüssen berücksichtigt.
27.
Erhaltene Anzahlungen
Dieser Posten beinhaltet im Wesentlichen Abgrenzungsposten aus dem Verkauf von
Ansprüchen aus Mindestabfallmengen. Aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung ist der
Konzern verpflichtet, bestimmte Abfallmengen zu übernehmen. Dem Konzern steht dabei –
unabhängig von der tatsächlich angelieferten Menge – das Entgelt für eine im Voraus
bestimmte Mindestabfallmenge zu. Die Ansprüche aus diesen Mindestabfallmengen bis
30.9.2021 wurden veräußert, wobei mit dem Vertragspartner ein über die gesamte Laufzeit
fixer Zinssatz in Höhe von 4,2868 % vereinbart wurde. Der Betrag wurde als erhaltene
Anzahlung passiviert.
28.
Übrige langfristige Schulden
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Investitionszuschüsse
Marktwert Derivate
27.302,4
88.405,5
34.262,0
21.393,1
21.802,1
77.457,2
Sonstige Verbindlichkeiten
21.247,1
136.955,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
219
Konzernabschluss Anhang
29.
Kurzfristige Rückstellungen
Die kurzfristigen Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Buchwert 01.10.
Änderung Konsolidierungskreis
Verbrauch
20.684,1
–
22.244,5
14,1
-7.359,2
-723,8
32.996,0
64,2
-9.215,6
-364,8
Auflösung
Zuweisung
8.051,2
-45,3
Währungsdifferenz
45.661,3
20.684,1
Der Posten beinhaltet vor allem Rückstellungen für die künftige Erfüllung von Strom- und
Gaslieferverträgen, Rückstellungen für die Verpflichtung von Emissionszertifikaten sowie
Entsorgungskosten.
30.
Steuerrückstellungen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Körperschaftsteuer für das Geschäftsjahr
109,2
142,3
31.
Übrige kurzfristige Schulden
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen
Verbindlichkeiten gegenüber gemeinsamen Vereinbarungen und assoziierten Unternehmen
Verbindlichkeiten aus Steuern
9.288,1
2.774,3
7.202,2
3.551,0
14.710,7
7.082,4
58.935,0
7.412,7
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
Erhaltene Anzahlungen
13.526,3
254.939,5
57.430,1
174.039,3
78.056,2
611.846,9
69.260,1
24.485,4
53.939,4
1.053,1
Marktwert Derivate
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern
Erhaltene Marginzahlungen
Sonstige Verbindlichkeiten
34.325,1
260.164,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
220
Konzernabschluss Anhang
32.
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
Die Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH (Segment Holding und Services) beinhaltet
unter anderem den Teilbetrieb „Fibre-to-the-home“ (FTTH). Die Geschäftstätigkeit besteht im
wesentlichen aus der Datenübertragung zu Kunden mittels Glasfaser-Leitungen. Es ist
beabsichtigt, diesen Teilbetrieb im Geschäftsjahr 2021/2022 mittels Spaltung in ein
Unternehmen zu übertragen, welches künftig vom Konzern als Gemeinschaftsunternehmen
eingestuft werden wird. Der Geschäftsanteil an der neu gegründeten Gesellschaft soll 50 %
betragen.
Zum 30.9.2021 wird der Teilbetrieb als Veräußerungsgruppe nach IFRS 5 eingestuft und
umfasst folgende Vermögenswerte und Schulden:
30.09.2021
TEUR
AKTIVA
Langfristiges Vermögen
Immaterielles Anlagevermögen
Sachanlagen
171,0
99.000,0
Übriges langfristiges Vermögen
23.001,2
122.172,2
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen
47,9
122.220,1
PASSIVA
Langfristige Schulden
Passive latente Steuer
Baukostenzuschüsse
Übrige langfristige Schulden
2.595,2
603,1
39.193,1
42.391,4
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
445,5
42.836,9
Die Aktiva umfassen im wesentlichen Glasfaser-Infrastruktur sowie Ansprüche auf
Förderungen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Übrigen
langfristigen Schulden bestehen aus passivierten Förderungen für Glasfaser-Infrastruktur.
Darüber hinaus ist geplant, dem Teilbetrieb innerkonzernale Verbindlichkeiten in Höhe von
EUR 75,4 Mio. zuzuordnen. Im Konzernabschluss 2020/2021 ist weder ein Gewinn noch ein
Verlust aus dem Abgang enthalten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
221
Sonstige Erläuterungen
SONSTIGE ERLÄUTERUNGEN
33.
Sonstige Angaben
Aufgrund eines zwischen Energie AG Oberösterreich Trading GmbH und der VERBUND AG
abgeschlossenen Energieliefervertrages bezieht der Konzern jährlich eine bestimmte
Strommenge auf Basis marktüblicher Produkte. Das Entgelt für diese Stromlieferungen ist
unter Materialaufwand dargestellt.
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt österreichweit in der
Abfallwirtschaftsbranche im Bereich Sammlung und Transport. Im Zuge dessen wurden am
16.03.2021 auch Räumlichkeiten der Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH am
Standort Hörsching durchsucht. Die Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH wirkt
an der Aufklärung aktiv mit und hat gegenüber der BWB volle Kooperationsbereitschaft
zugesichert. Aus derzeitiger Sicht wird nicht mit negativen Folgen aus diesem Vorgang
gerechnet.
34.
Gewinnverwendungsvorschlag
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich schlägt der Hauptversammlung vor, eine
Dividende in Höhe von EUR 0,75 (Vorjahr: EUR 0,60) je Stückaktie, insgesamt somit
TEUR 66.489,4 (Vorjahr: TEUR 53.192,3) auszuschütten.
35.
Chancen- und Risikomanagement
35.1.
Risikomanagement-Prozess
Vor dem Hintergrund der aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den
damit verbundenen volatilen Preisentwicklungen bestehen für die Branche und die
Energie AG zahlreiche Unsicherheiten.
Das Risikomanagementsystem der Energie AG dient dazu Chancen und Risiken, die sich
daraus ergeben, frühzeitig zu identifizieren, Risiken mit geeigneten Maßnahmen zu
begegnen und Chancen zu realisieren. Die Risikobewertungen fließen als etablierter Teil des
Führungs- und Steuerungssystems in strategische und operative Entscheidungen ein und
unterstützen das Management.
Das Risikomanagement der Energie AG orientiert sich an dem etablierten COSO-II-
Rahmenwerk als Standard für unternehmensweites Risikomanagement. Von den
verantwortlichen Geschäftsbereichen werden in einem vierteljährlichen, strukturieren Prozess
die Risiken/Chancen und Maßnahmen identifiziert, bewertet und in einem zentralen
Managementsystem erfasst. Im Anschluss werden die dezentralen Daten auf Konzernebene
analysiert und zur Gesamt-Risikoposition des Konzerns aggregiert.
Quartalsweise erfolgt das Reporting an den Konzernvorstand und bei Bedarf ad hoc. Der
Risikomanagement-Bericht ist integrierter Bestandteil der Aufsichtsrats-Berichterstattung und
wird gemäß URÄG im Hinblick auf Wirksamkeit und Validität der Prozesse auch dem
Prüfungsausschuss berichtet. Die ordnungsgemäße Dokumentation und Prüfbarkeit ist durch
das zentrale Managementsystem sichergestellt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
222
Konzernabschluss Anhang
35.2.
Wesentliche Chancen (+) | Risiken (−)1)und Maßnahmen
STRATEGISCHE CHANCEN | RISIKEN
PROJEKT-CHANCEN | RISIKEN
hohe, langfristige Investitionskosten, Projekte mit
hoher Komplexität
+|− Strategische Chancen | Risiken durch
Änderungen der klimatischen
Unter- und Überschreitungen von den geplanten
Werten betreffend Zeitplan, Projekt-Kosten und
-Qualität
Rahmenbedingungen
Extrem-Ereignisse und deren Folgen (Hitze-
|Trockenperioden, Überschwemmungen,
Stürme, Hagel, Waldbrände, Lawinen)
langfristige Veränderungen klimatischer und
ökologischer Bedingungen
(energie-)politische Unsicherheit
Maßnahmen:
Projektmanagement
(Niederschlagshäufigkeit /-mengen, Anstieg der
Durchschnittstemperaturen)
Risikomanagement-Methoden im gesamten
Projektzyklus
Veränderungen der energiepolitischen und
energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Änderungen in den technologischen
Entwicklungen, im Marktumfeld, in den
Kundenbedürfnissen …
optimierte Vertragsgestaltung
NACHHALTIGKEITS-CHANCEN | RISIKEN
Mittelfristig – in unserem 5-Jahres Planungshorizont
– gehen wir davon aus, dass klimabezogene
Chancen | Risiken innerhalb der statistischen
Bandbreite der vergangenen Jahre bleiben, diese
werden auch so in unseren Szenarien (Chancen |
Risiken) berücksichtigt.
Maßnahmen:
kontinuierliche intensive Beobachtung von
energiepolitischen-|wirtschaftlichen
Entwicklungen, Märkten, Wettbewerbern,
Kunden, Klima und Technologien
Mögliche darüberhinausgehende langfristige
klimabedingte Risiken und Chancen werden in der
strategischen Entscheidungsfindung berücksichtigt.
Teilnahme an Forschungsprojekten, …
frühzeitiges und intensives Monitoring von
strategischen Chancen | Risiken
Chancen | Risiken die durch die Geschäftstätigkeit
der Energie AG auf die Nachhaltigkeitsbelange
entstehen können, siehe Nachhaltigkeits-Chancen
und -Risiken › Seite 67
WERTHALTIGKEITS-CHANCEN | RISIKEN
Zu- und Abschreibungen bei Anlagen,
Bezugsrechten, Beteiligungen
Wertberichtigung von Forderungen
Bildung von Drohverlustrückstellungen
Maßnahmen:
laufendes Monitoring, Sensitivitätsanalysen
langfristige Verträge
Kontrahenten-Risikomanagement
1)
Risiko|Chancen-Definition:
- ein Risiko ist die Möglichkeit, dass ein Ereignis eintritt, das sich negativ auf die Zielgröße (EBT, EBIT, cashflow) auswirkt
- eine Chance ist die Möglichkeit, dass ein Ereignis eintritt, das sich positiv auf die Zielgröße (EBT, EBIT, cashflow) auswirkt
Für weiterführende Informationen bzgl. Risiken | Chancen die Aktivitäten der Energie AG auf die Belange gemäß Nachhaltigkeits- und
Diversitätsgesetz (NaDiVeG) haben können siehe Nachhaltigkeitschancen- und Risikomanagement › Seite 67
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
223
Konzernabschluss Anhang
MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN
+|− Marktpreisänderungen
+|− Marktpreis- und Mengen-Änderungen in der
Entsorgung
(Strom-, Gas- Biomasse- und Zertifikat-Preise)
Wertstoffe, Gewerbemüll, Hausmüll, Anlieferpreise
Thermik, …
Maßnahmen:
gebündeltes Management der Commodity
Preisrisiken durch die Energie AG Oberösterreich
Trading GmbH
verstärkter Wettbewerb mit
Vorbehandlungsanlagen und industriellen
Mitverbrennern
auf das Marktumfeld abgestimmte
Risikostrategien
verstärkte Rekommunalisierungsbestrebungen
kommunaler Abfallwirtschaftsverbände
Nutzung konzerninterner Synergien
Maßnahmen:
langfristige Lieferverträge mit festgelegten
Mengen und Preisen
+|− Stromerzeugungsmenge aus Wasserkraft
beeinflusst durch die Wetter-/Klima-Entwicklung
fokussierte Marktaktivitäten
Maßnahmen:
intensivierte Zusammenarbeit mit dem
öffentlichen Sektor
Optimierte Bewirtschaftung des
Erzeugungsportfolios
Weiterentwicklung von Digitalisierungsprojekten
+|− Vertragsverluste|-gewinne sowie
Vertragsveränderungen im Wasser-
|Abwasserbereich
+|− Stromproduktion aus thermischen Kraftwerken
Maßnahmen:
gebündeltes Management der Commodity
Preisrisiken durch die Energie AG Trading
langfristige Verträge
Maßnahmen:
Synergieprojekte
laufende Beteiligung an (Konzessions-)
Ausschreibungen
Nutzung konzerninterner Synergien
auf das Marktumfeld abgestimmte
Risikostrategien
+|− Absatzmengen von Strom, Gas, Wärme und
Telekommunikations-dienstleistungen
beeinflusst durch Wetter-/Klima-Entwicklung,
Wettbewerb, Konjunktur, Politik, …
Maßnahmen:
Bündelung der Vertriebe
Preisgarantie
Service- und Förderangebote
Fokus auf Digitalisierung
Positionierung als Energiedienstleister
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
224
Konzernabschluss Anhang
CHANCEN | RISIKEN AUS DER OPERATIVEN
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
− Anlagenrisiken
− Risiken aus Informationssicherheit, Cyber
Security und Datenschutz
Beeinträchtigung der Verfügbarkeit von Anlagen
durch
Maßnahmen:
optimierte Versicherungsstrategie
umfassende technische Maßnahmen
Managementsystemen für Informationssicherheit
und Datenschutz
technische Störungen, Sabotage, …
Naturkatastrophen wie Stürme, Hochwasser, …
Maßnahmen:
Wartungs- und Qualitätskontrollen
optimierte Instandhaltungsstrategie
bauliche (Hochwasser)-Schutzmaßnahmen
Strategieprogramme „Verkabelung von
störungsanfälligen Mittelspannungsleitungen“,
„Niederspannungsverkabelung“, konsequente
Erweiterung der Netz-Automatisierung
Krisen- und Notfallmanagement
− Personalrisiken
Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für eigene
Mitarbeiter und Leasing-Mitarbeiter
Verlust von Kompetenz und Know-how
Maßnahmen:
Sicherheitsschulungen für Beschäftigte
Betriebliches Gesundheitsmanagement
energy@work
Versicherungen
Lehrlings-|Traineeausbildung
+|− physische Wetterrisiken
Konzernrichtlinien „Personalführungsmodell“,
„Management by Objectives“, „Führungskräfte-
Akademie“
wie Hitze-|Trockenperioden, Überschwemmungen,
Stürme, Hagel, Waldbrände, Lawinen und deren
Auswirkungen auf Dritte
Maßnahmen:
bauliche (Hochwasser)-Schutzmaßnahmen
Strategieprogramme „Verkabelung von
störungsanfälligen Mittelspannungsleitungen“,
„Niederspannungsverkabelung“, konsequente
Erweiterung der Netz-Automatisierung
Krisen- und Notfallmanagement
Versicherungen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
225
Konzernabschluss Anhang
POLITISCHE, REGULATORISCHE UND RECHTLICHE CHANCEN |
RISIKEN
+|− Änderungen der regulatorischen
Rahmenbedingungen
+|− politische und rechtliche Rahmenbedingungen
klimapolitische EU-Vorgaben bzw. deren
Umsetzung in Österreich
für Strom- und Gasnetz
rechtlichen Rahmen-Bedingungen für die
Projektentwicklung und -umsetzung
Änderungen des Förderregimes
Maßnahmen:
intensiver und konstruktiver Dialog mit der
Regulierungsbehörde
Maßnahmen:
Zusammenarbeit in Interessensvertretungen
intensiver und konstruktiver Dialog mit Behörden
und Politik
+|− rechtliche Risiken
Zusammenarbeit in Interessensvertretungen
aus offenen Rechtsstreitigkeiten
Maßnahmen:
juristische Unterstützung
bilanzielle Rückstellungen
außergerichtliche Vergleiche
COMPLIANCE-RISIKEN UND DATENSCHUTZVERLETZUNGEN
− Compliance-Risiken
− Datenschutzverletzungen
Kartell- und Korruptionsrisiken
Finanzmarkt-Compliance
unbeabsichtigte oder unrechtmäßige
Datenvernichtung, -verlust, -veränderung oder
-offenlegung
Maßnahmen:
Hackerangriff
Konzernrichtlinien „Compliance Management
System“, „Antikorruption“, „Umgang mit Insider-
Informationen“, „IKT-Informationssicherheits-
management“
Maßnahmen:
Konzernrichtlinien „Datenschutz-
Managementsystem“ und „Datenschutz-
Compliance-Policy“
Präsenzschulungen und E-Learnings
Präsenzschulungen und E-Learnings
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
226
Konzernabschluss Anhang
FINANZRISIKEN
+|− Zinssatz-Änderungen
Maßnahmen:
+|− Chancen | Risiken aus Beteiligungen
Schwankungen der Beteiligungserträge
Schwankungen bei Dividenden-
|Gewinnausschüttungen
Langfristige Fixzinsvereinbarungen
Maßnahmen:
+|− Fremdwährungsrisiko
laufendes Monitoring
vorwiegend aus den Transaktions- und
Translationsrisiken der tschechischen
Konzerngesellschaften
Vertretung in den Gremien der Beteiligungen
+|− Änderungen des Diskontierungszinses für
Rückstellungen
Maßnahmen:
laufendes Monitoring
der Barwert von Rückstellungen sinkt bei einem
höheren Diskontierungszinssatz und steigt bei einem
geringeren Diskontierungszinssatz
im Bedarfsfall Währungsabsicherungen
+|− Preisänderungen bei Finanzanlagen
(Wertpapiere, Fonds)
Maßnahmen:
laufendes Monitoring
resultierend aus Marktwertschwankungen an den
Kapitalmärkten
− Kontrahenten-Risiken
Maßnahmen:
vollständiger bzw. teilweiser Ausfall von
Kontrahenten
konservative Veranlagungspolitik (Investment
Policy)
konsequentes Monitoring
Maßnahmen:
laufende Quantifizierung der Kursrisiken
laufendes Monitoring
Kredit-Limitsysteme
+|− Rating-Veränderung
Absicherungsinstrumente
gezielte Strategie der Diversifizierung der
Geschäftspartner
bedeutet geringere|höhere Refinanzierungskosten
Maßnahmen:
das Management der Energie AG strebt
unverändert die langfristige Aufrechterhaltung
der Single-A-Bonität an
− Liquiditätsrisiko
Maßnahmen:
zentrale, vorausschauende Liquiditätsplanung
ausreichende Liquiditätsreserven
Sicherstellung der Einhaltung der dafür
notwendigen Finanzkennzahlen
offene, teilweise kommittierte Kreditlinien
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
227
Konzernabschluss Anhang
36.
Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen zählt die OÖ Landesholding GmbH als
Mehrheitseigentümer sowie ihre Tochterunternehmen, das Land Oberösterreich als alleiniger
Gesellschafter der OÖ Landesholding GmbH, die Gemeinschaftsunternehmen, die
assoziierten Unternehmen sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der
Energie AG Oberösterreich und deren nahe Angehörigen.
Verbind-
lichkeiten
TEUR
Erlöse
Aufwendungen
Forderungen
TEUR
TEUR
TEUR
Land Oberösterreich
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
2020/2021
2019/2020
1.445,4
1.345,6
520,4
502,6
164,5
283,1
2.395,5
2.972,5
9.251,7
7.103,8
219,1
OÖ Landesholding und Tochterunternehmen
Assoziierte Unternehmen
12.278,8
10.618,6
54.173,9
54.595,1
5.415,4
2.719,7
243,0
1.518,1
904,5
237,3
14.683,6
14.019,2
1.978,0
2.369,3
3.646,6
3.661,8
1.012,8
550,1
17,2
Gemeinschaftsunternehmen
1.786,4
17,6
Land Oberösterreich
Das Land Oberösterreich ist alleiniger Gesellschafter der OÖ Landesholding GmbH. Die OÖ
Landesholding GmbH ist Mehrheitsaktionärin der Energie AG Oberösterreich.
OÖ Landesholding GmbH
Die Energie AG Oberösterreich sowie ausgewählte Konzerngesellschaften sind
Gruppenmitglieder der steuerlichen Unternehmensgruppe der OÖ Landesholding GmbH. Die
Bestimmungen des Gruppenvertrages der OÖ Landesholding GmbH gelten im Verhältnis der
Energie AG Oberösterreich zum Gruppenträger, wobei die Energie AG Oberösterreich ihr
steuerliches Einkommen unter Berücksichtigung der steuerlichen Ergebnisse der
untergeordneten Konzerngesellschaften ermittelt. Im Falle positiver steuerlicher Einkünfte ist
die Verrechnung von positiven Steuerumlagen mit dem geltenden Steuersatz von 25 %
vorgesehen. Negative steuerliche Ergebnisse werden vorgetragen. Die Steuerumlagen
betragen TEUR 28.081,0(Vorjahr: TEUR 32.520,3). Weiters bestehen Forderungen in Höhe
von TEUR 1.518,1 (Vorjahr: TEUR 904,5) und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 9.251,7
(Vorjahr: TEUR 7.103,8).
Assoziierte Unternehmen
Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation
Zwischen dem Konzern und der Salzburg AG finden Strom- und Gaslieferungen zu
marktüblichen Bedingungen statt. Die Umsätze betragen TEUR 5.951,8 (Vorjahr:
TEUR 10.898,4), die Aufwendungen TEUR 3.814,9 (Vorjahr: TEUR 6.017,1).
Wels Strom GmbH
Zwischen dem Konzern und der Wels Strom GmbH finden Wärme- und Stromlieferungen zu
marktüblichen Bedingungen statt, weiters werden Netzdienstleistungen erbracht. Die
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
228
Konzernabschluss Anhang
Umsätze betragen TEUR 44.227,7 (Vorjahr: TEUR 40.364,6), die Aufwendungen TEUR
10.356,7 (Vorjahr: TEUR 7.575,0).
Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
Als Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen werden die Vorstände und
Aufsichtsräte der Energie AG Oberösterreich sowie die Geschäftsführung und die
Aufsichtsräte der OÖ Landesholding GmbH betrachtet. Hinsichtlich der Bezüge des Vorstands
und Aufsichtsrats der Energie AG Oberösterreich verweisen wir auf Pkt. 10 › Seite 166.
Darüber hinaus bestehen Umsätze, die TEUR 13,1 (Vorjahr: TEUR 12,4) betragen und
Leistungen in Höhe von TEUR 116,6 (Vorjahr: TEUR 4,3). Weiters bestehen Forderungen in
Höhe von TEUR 1,4 (Vorjahr: TEUR 0,7)
37.
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Kurz nach Ende des Berichtszeitraums wurden am 03.10.2021 seitens der österreichischen
Bundesregierung die Eckpunkte der ökosozialen Steuerreform vorgestellt, die ab dem Jahr
2022 schrittweise in Kraft treten soll. Neben Steuerentlastungen wird damit eine
Ökologisierung des Steuersystems in Form von CO2-Bepreisungen für Energieanwendungen
bei Gebäuden und Verkehr sowie Unternehmen außerhalb des Emissionshandels ab Mitte
2022 einhergehen.
Am 11.12.2020 einigte sich der Europäische Rat auf die von der Europäischen Kommission
vorgeschlagene Anhebung des Treibhausgasreduktionsziels der EU für 2030 von -55 % im
Vergleich zu 1990. Das erhöhte Klimaziel, welches als Zwischenschritt zur Klimaneutralität in
Bezug auf die Realisierung des Green Deal bis 2050 zu verstehen ist, wurde am 21.04.2021
im Europäischen Klimagesetz verankert. Damit konnte das Klimagesetz noch per Ende Juni
2021 vor den ersten konkreten Legislativvorschlägen im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets in
Kraft treten. Die Bewertung der Nachhaltigkeit von Erdgas wurde bisher von der
Europäischen Kommission bei der Verabschiedung der delegierten Rechtsakte zu Klimaschutz
und Klimawandelanpassung ausgeklammert und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Die Werthaltigkeit der thermischen Erzeugungsanlagen ist, unter anderem aufgrund der
flexiblen Einsatzmöglichkeiten, aus derzeitiger Sicht gewährleistet. Eine Anpassung der
Restnutzungsdauer erscheint aufgrund des Alters der Anlagen nicht erforderlich. Das Gasnetz
ist vor dem Hintergrund der noch ausstehenden finalen Gesetzgebung in Bezug auf Erdgas,
dem langfristig möglichen Ersatz von Erdgas durch klimafreundliche Alternativen wie zum
Beispiel Grünes Gas sowie dem derzeitigen regulatorischen Umfeld werthaltig. Eine
Anpassung der Nutzungsdauern erscheint aus aktueller Sicht ebenfalls nicht erforderlich.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
229
Konzernabschluss Anhang
38.
Angaben zu den Organen der Konzernleitung
Als Vorstandsmitglieder der Energie AG Oberösterreich waren im Geschäftsjahr bestellt:
KommR Prof. Ing. DDr. Werner Steinecker MBA (Generaldirektor, Kirchschlag); KommR Mag.
Dr. Andreas Kolar (Vorstandsdirektor, Steyr); Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
(Vorstandsdirektor, Linz).
Der Aufsichtsrat der Energie AG Oberösterreich bestand im Geschäftsjahr 2020/21 aus
folgenden Mitgliedern:
Landesrat Markus Achleitner (Vorsitzender); Mag. Stefan Lang LL.M (1. Stellvertreter des
Vorsitzenden); Dr. Heinrich Schaller (2. Stellvertreter des Vorsitzenden); Dr. Miriam Eder MBA;
Mag. Dr. Erich Entstrasser; Mag. Dr. Christiane Frauscher; Mag. Florian Hagenauer MBA;
Dipl.-Ing. Erich Haider MBA; Mag. Anna Maria Hochhauser; Thomas Peter Stadlbauer MSc
MBA MPA; Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner; Mag. Kathrin Renate Kühtreiber-Leitner
MBA; Ing. Herwig Mahr; Josef Walch.
Vom Betriebsrat entsandt: Ing. Mag. Leopold Hofinger; Mag. Dr. Regina Krenn; Ing. Peter
Neißl MBA MSc; Ing. Bernhard Steiner; Christian Strobl; Gerhard Störinger; Andreas Walzer.
Linz, am 3. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl. Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
230
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Energie AG Oberösterreich, Linz, und ihrer
Tochterunternehmen (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 30.
September 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der
Konzerngesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und der
Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr sowie dem
Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum
30. September 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an
diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial
Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a UGB und dem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz
2010 sowie dem Gaswirtschaftsgesetz 2011.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/
2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der
International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen
Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend
beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben
unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Folgende Sachverhalte waren am bedeutsamsten für unsere Prüfung:
1. Bewertung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
Sachverhalt und Problemstellung
Die immateriellen Vermögenswerte (ohne Firmenwerte) und das Sachanlagevermögen stellen
mit einem Buchwert von insgesamt rd. EUR 2.095,2 Mio. 54,1 % der Konzernbilanzsumme
zum Bilanzstichtag dar. Im gegenständlichen Geschäftsjahr wurden bei den immateriellen
Vermögenswerten keine Wertminderungen oder -aufholungen erfasst. Beim
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
231
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
Sachanlagemögen wurden Wertminderungen in Höhe von EUR 0,7 Mio. und
Wertaufholungen in Höhe von EUR 11,9 Mio. erfasst.
Die Energie AG Oberösterreich analysiert im Zuge der Konzernabschlussaufstellung für
sämtliche wesentlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, ob Anhaltspunkte für einen
wesentlichen Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf vorliegen. Liegen solche
Anhaltspunkte vor, wird für die entsprechende zahlungsmittelgenerierende Einheit der
erzielbare Betrag ermittelt und der Buchwert auf diesen zu- bzw. abgeschrieben.
Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit entspricht dem höheren
Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert;
der Nutzungswert wird mittels Discounted Cashflow-Verfahren ermittelt. Die Ermittlung des
erzielbaren Betrages erfordert verschiedene Ermessensentscheidungen und unterliegt
wesentlichen Schätzungskomponenten, wie beispielsweise die Wahl einer angemessenen
Methode, die Schätzung zukünftiger Zahlungsflüsse und die Festlegung eines angemessenen
Diskontierungssatzes. Es besteht daher das Risiko, dass unangemessene Schätzungen bzw.
Ermessensentscheidungen eine wesentliche Auswirkung auf das Ergebnis der Ermittlung des
erzielbaren Betrages und in weiterer Folge auf den Wertansatz der immateriellen
Vermögenswerte bzw. das Sachanlagevermögen in der Konzernbilanz sowie auf das
operative Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben können.
Details zur Bewertung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sind im Konzernanhang,
insbesondere unter Punkt 5.6. und Punkt 16.2., dargestellt.
Prüferisches Vorgehen
Wir sind in unserer Prüfung der Bewertung der immateriellen Vermögenswerte und des
Sachanlagevermögens wie folgt vorgegangen:
Wir haben den Prozess zur Bewertung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
anhand der beim Konzern vorliegenden Dokumentationen und erhaltenen Auskünfte
analysiert und kritisch hinterfragt, ob der Prozess geeignet ist, für eine angemessene
Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zu sorgen.
Wir haben die vom Konzern erstellten Analysen dahingehend, ob Anhaltspunkte für
einen wesentlichen Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf vorliegen, kritisch
hinterfragt und unter Berücksichtigung unserer Erkenntnisse aus der
Konzernabschlussprüfung beurteilt.
Lagen solche Anhaltspunkte vor, haben wir die von der Gesellschaft durchgeführte
Ermittlung des erzielbaren Betrages mit besonderem Augenmerk auf die Ausübung von
Ermessensentscheidungen und Schätzungen wie folgt geprüft:
Wir haben die Wahl des Bewertungsmodells, die Planungsannahmen und die
Bewertungsparameter überprüft.
Die bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes zugrundegelegten
Annahmen wurden durch unsere Bewertungsspezialisten durch Abgleich mit markt-
und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt.
Wir haben die formelle und materielle Plausibilität der internen
Planungsrechnungen, die den Annahmen zu erwarteten Zahlungsflüssen
zugrundeliegen, beurteilt.
Wir haben die Ergebnisse der durchgeführten Ermittlungen erzielbarer Beträge den
Buchwerten der betreffenden immateriellen Vermögenswerte bzw. des
betreffenden Sachanlagevermögens gegenübergestellt und einen allfälligen
wesentlichen Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf beurteilt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
232
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
2. Werthaltigkeit der Firmenwerte
Sachverhalt und Problemstellung
In der Konzernbilanz der Energie AG Oberösterreich zum Bilanzstichtag sind Firmenwerte mit
einem Buchwert rd. EUR 87,3 Mio. ausgewiesen. Diese sind im Wesentlichen den
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Vertrieb“, „Entsorgung“ und „Tschechien“
zugeordnet. Im gegenständlichen Geschäftsjahr wurden bei Firmenwerten keine
Wertminderungen erfasst.
Die Energie AG Oberösterreich analysiert im vierten Quartal jeden Geschäftsjahres bzw. bei
Auftreten von Anhaltspunkten für einen wesentlichen Wertminderungsbedarf auch
unterjährig die Werthaltigkeit der Firmenwerte. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst,
wenn der Buchwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der ein Firmenwert
zugeordnet ist, ihren erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag entspricht dem
höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bzw.
Nutzungswert; der Nutzungswert wird mittels Discounted Cashflow-Verfahren ermittelt.
Die Ermittlung des erzielbaren Betrages erfordert verschiedene Ermessensentscheidungen und
unterliegt wesentlichen Schätzungskomponenten, wie beispielsweise die Wahl einer
angemessenen Methode, die Schätzung zukünftiger Zahlungsflüsse und die Festlegung eines
angemessenen Diskontierungssatzes. Es besteht daher das Risiko, dass unangemessene
Schätzungen bzw. Ermessensentscheidungen eine wesentliche Auswirkung auf das Ergebnis
der Ermittlung des erzielbaren Betrages und in weiterer Folge auf den Wertansatz der
immateriellen Vermögenswerte (Firmenwerte) in der Konzernbilanz sowie auf das operative
Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben können.
Details zur Bewertung von Firmenwerten sind im Konzernanhang, insbesondere unter
Punkt 5.5. und Punkt 16.1., dargestellt.
Prüferisches Vorgehen
Die Werthaltigkeit von Firmenwerten ist – unabhängig vom Vorliegen von Anhaltspunkten für
einen Wertminderungsbedarf – jährlich zu überprüfen. Wir haben daher überprüft, ob für
sämtliche wesentlichen Firmenwerte ein Werthaltigkeitstest durchgeführt wurde.
Abgesehen von diesem Umstand sind wir in unserer Prüfung der Bewertung der Firmenwerte
grundsätzlich ident zur Prüfung der Bewertung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
vorgegangen. Unsere Ausführungen zum prüferischen Vorgehen bei diesem besonders
wichtigen Prüfungssachverhalt gelten daher sinngemäß.
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt – Vorjahreskonzernabschluss
Der Konzernabschluss zum 30. September 2020 des Konzerns wurde von einem anderen
Abschlussprüfer geprüft, der am 2. Dezember 2020 einen uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk zu diesem Konzernabschluss erteilt hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen
Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den
Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Den Bericht über
nichtfinanzielle Informationen haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten,
die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur
Verfügung gestellt werden.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen
Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
233
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
Informationen im Konzernlagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum
Konzernlagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses ist es unsere Verantwortung,
die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche
Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Konzernabschlussprüfung
erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum des
Bestätigungsvermerks erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur
Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt
sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für
den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und
dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den
zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB und dem Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetz 2010 sowie dem Gaswirtschaftsgesetz 2011 ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die
Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür
verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu
beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit –
sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als
Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses
Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
234
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der
ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass
eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam
zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des
Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die
zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein
möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen
der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil
zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung,
Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die
Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang
und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
235
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten
beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen
uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und –
sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss
ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des
Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem
Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass
ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren
Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er
nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des
Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des
Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Konzernlagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach
§ 243a UGB und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche
fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Dezember 2020 als Abschluss- und
Konzernabschlussprüfer für das am 30. September 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und
am 6. April 2021 vom Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt.
Wir sind in dem am 30. September 2021 endenden Geschäftsjahr erstmals Abschlussprüfer
des Konzerns.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere
Unabhängigkeit von dem Konzern gewahrt haben.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
236
Konzernabschluss Bestätigungsvermerk
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard
Marterbauer.
Wien
3. Dezember 2021
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Gerhard Marterbauer
Wirtschaftsprüfer
Mag. Christof Wolf
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von
uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen
und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des
§ 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
237
Konzernabschluss Erklärung des Vorstandes
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEM. § 124 ABS. 1 Z 3 BÖRSEG
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich bestätigt nach bestem Wissen, dass der im
Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss
der Energie AG Oberösterreich ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf,
das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der
Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der
Konzern ausgesetzt ist.
Linz, am 3. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
Einzelabschluss
2020/2021
der Energie AG Oberösterreich
Inhalt
240 EINZELABSCHLUSS 2020/2021
240 Lagebericht des Unternehmens
272 Geprüfter Einzelabschluss
272
273
275
295
295
296
300
300
303
305
306
Gewinn- und Verlustrechnung
Bilanz
Anhang zum Jahresabschluss
Beilagen zum Anhang
Organe der Gesellschaft
Entwicklung des Anlagevermögens
Entwicklung der Investitionszuschüsse
Geldflussrechnung 2020/2021
Bilanz der Energie AG Oberösterreich
Gewinn- und Verlustrechnung der Energie AG Oberösterreich
Bericht gem. ElWOG / GWG
313 Erklärung des Vorstandes
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
240
Einzelabschluss 2020/2021
Einzelabschluss 2020/2021
der Energie AG Oberösterreich
LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020/
2021
Die Energie AG Oberösterreich (Energie AG) ist die Holding des Energie AG Konzerns. Der
Energie AG-Konzern ist ein führender österreichischer Infrastrukturkonzern mit den
Segmenten Energie, Netz, Entsorgung, Tschechien und Holding und Services. Die Energie AG
nimmt die Holdingfunktion wahr und hält in ihrem Anlagevermögen den überwiegenden Teil
der Assets des Strom- und Gasgeschäftes und der konzerninternen Servicegesellschaften.
Durch die enge Verknüpfung der Gesellschaft mit dem Gesamtkonzern wird im Folgenden
primär die Konzernsicht berücksichtigt.
RAHMENBEDINGUNGEN
Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen 1)
Das Geschäftsjahr 2020/2021 (01.10.2020 bis 30.09.2021) der Energie AG Oberösterreich
(Energie AG) war zwar nach wie vor von der COVID-19-Pandemie geprägt, ging aber
insbesondere ab dem zweiten Quartal des Kalenderjahres 2021 mit einer guten
konjunkturellen Erholung einher.
Die Weltwirtschaft zeigte trotz weiterhin hoher COVID-Infektionszahlen in vielen Ländern
eine positive Entwicklung, wenn auch auf regional sehr unterschiedlichem Niveau.
Wirtschaftswachstum und Inflation
Veränderung zum Vorjahr; real in %
Quellen: IHS, IWF, WIFO
1)
Quellen: IHS (Institut für Höhere Studien): Herbst-Prognose der österreichischen Wirtschaft 2021 – 2022, 08.10.2021. IWF (Internationaler
Währungsfonds): › World Economic Outlook Database: October 2021, 21.10.2021. WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung):
Prognose für 2021 und 2022, 13.10.2021.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Nach dem markanten wirtschaftlichen Einbruch im Jahr 2020 erwarten das Institut für Höhere
Studien (IHS), das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Internationale
Währungsfonds (IWF) für den Euroraum im Jahr 2021 ein Wirtschaftswachstum in der
Bandbreite zwischen +4,3 % und +5,0 % und korrigierten damit ihre Vorhersagen nach
oben. Für das Jahr 2022 werden Werte zwischen +4,3 % und +4,5 % prognostiziert.
Auch für die österreichische Wirtschaft war im Berichtszeitraum ein dynamisches Wachstum
zu verzeichnen, sodass die heimischen Institute für 2021 von einem BIP-Wachstum zwischen
+4,4 % und +4,5 % ausgehen. Der IWF zeigt sich mit +3,9 % Wachstum etwas weniger
optimistisch. Für 2022 ist ein Wirtschaftswachstum in einer Bandbreite zwischen +4,5 % und
+4,8 % zu erwarten. Begleitet wird diese Erholung von einer deutlich steigenden
Inflationsrate im erwarteten Bereich von +2,6 % bis +2,8 % für das Jahr 2021.
Für den für die Energie AG relevanten Markt Tschechien wird für das Kalenderjahr 2021 ein
Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in der Größenordnung von +3,3 % bis +3,8 % erwartet.
Das Jahr 2022 sollte in Tschechien eine positive Wirtschaftsdynamik in der Bandbreite von
+4,4 % bis +4,8 % mit sich bringen.
Der globale Konjunkturaufschwung geht zum Teil mit Lieferkettenproblemen und
Preissteigerungen, insbesondere im Rohstoffbereich, einher. Die erhöhten Inflationsraten
spiegeln diese Entwicklung wider und erlauben – ebenso wie die weiterhin anhaltende
COVID-19-Pandemie – nur begrenzt belastbare Prognosen über die zukünftige Entwicklung
der wirtschaftlichen Lage.
Energie- und Klimapolitisches Umfeld
Am 11.12.2020 einigte sich der Europäische Rat auf die von der Europäischen Kommission
vorgeschlagene Anhebung des Treibhausgasreduktionsziels der EU für 2030 von -55 % im
Vergleich zu 1990. Das erhöhte Klimaziel, welches als Zwischenschritt zur Klimaneutralität in
Bezug auf die Realisierung des Green Deal bis 2050 zu verstehen ist, wurde am 21.04.2021
in den Europäischen Klimavorgaben verankert. Damit konnte das Klimagesetz noch per Ende
Juni 2021 vor den ersten konkreten Legislativvorschlägen im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets
in Kraft treten.
Im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets hat die Europäische Kommission am 14.07.2021
insgesamt zwölf Legislativvorschläge vorgelegt, die den klima- und energiepolitischen EU-
Rechtsrahmen bis 2030 grundlegend überarbeiten und an den neuen Klimazielen ausrichten
sollen. Zentrale und für die Energiewirtschaft höchst relevante Vorhaben sind die
Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems und die Lastenteilungs-Verordnung für die
nicht vom Emissionshandel erfassten Sektoren. Zusätzlich ist geplant, ein zweites, separates
Handelssystem für Gebäude und Verkehr einzuführen, welches ab 2025 in zwei Schritten
gestartet werden soll. Weitere relevante Vorschläge betreffen Maßnahmen zur Erhöhung des
Anteils erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Energieeffizienz. In diesem Kontext
ist mit einer signifikanten Erhöhung der jeweiligen Ziele und des Ambitionsniveaus in den
überarbeiteten Richtlinien zu rechnen, welche schlussendlich den CO2-Preis erhöhen und die
Investitionen in die Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien intensivieren
werden. Das Paket wird daher nicht nur für die europäische, sondern auch für die nationale
Energiepolitik die zentralen Weichen für die kommenden Jahre stellen. Mit einem Abschluss
der Gesetzgebungsverfahren für die einzelnen Rechtsakte des Pakets ist frühestens ab der
zweiten Jahreshälfte 2022 zu rechnen.
Die Europäische Kommission hat am 11.01.2021 eine öffentliche Konsultation zur
Entwicklung rechtsverbindlicher EU-Ziele für die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt
und des Artenschutzes gestartet. Ein Verordnungsvorschlag zur Umsetzung der
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Biodiversitätsziele wird voraussichtlich im letzten Quartal 2021 durch die Europäische
Kommission vorgelegt.
Am 21.04.2021 und 06.07.2021 veröffentlichte die Europäische Kommission delegierte
Rechtsakte zur Taxonomie-Verordnung mit den technischen Bewertungskriterien für die
Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“ bzw. mit detaillierten
Vorgaben zu den finanziellen Berichtspflichten für Unternehmen. Sie werden künftig
ausschlaggebend dafür sein, welche Kriterien bestimmte Wirtschaftsaktivitäten erfüllen
müssen, um als ökologisch nachhaltig zu gelten.
Gemäß einer politischen Einigung zwischen Rat der EU und Europäischem Parlament am
12.07.2021 sollen künftig durch eine Anpassung der Aarhus-Verordnung die Klagerechte der
Zivilgesellschaft in Bezug auf das EU-Umweltrecht deutlich gestärkt und auf Einzelpersonen
ausgeweitet werden.
Per 01.01.2021 trat in Deutschland das Brennstoffemissionshandelsgesetz in Kraft. Laut
diesem Gesetz liegt der Preis für Lieferanten von Diesel, Benzin, Heizöl oder Erdgas bei EUR
25 pro Tonne CO2, die von diesen Energieträgern emittiert wird. Bis 2025 wird dieser Preis
stufenweise auf EUR 55/t CO2 angehoben. Für das Jahr 2026 soll dann ein Preiskorridor von
mindestens EUR 55/t CO2 und höchstens EUR 65/t CO2 gelten.
Wegen des dringenden Handlungsbedarfs zur Thematik „Strom-Netzreserve“ wurde in
Österreich ein gesonderter, vorgezogener nationaler Gesetzesbeschluss zum Erneuerbaren-
Ausbau-Gesetzespaket auf den Weg gebracht. Die entsprechenden Regelungen, welche die
Planungssicherheit für Betreiber thermischer Kraftwerke verbessern und zur Gewährleistung
des sicheren Netzbetriebs und einer ausreichenden Stromversorgung in Österreich beitragen,
wurden am 07.01.2021 im Bundesgesetzblatt kundgemacht und am 28.06.2021 von der
Europäischen Kommission formal nach den EU-Beihilfevorschriften genehmigt.
Das österreichische Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket (EAG-Paket) ist in weiten Teilen seit
28.07.2021 in Kraft. Eine der wesentlichsten Bestimmungen, die Neuregelung der
Ökostromförderung mit Marktprämien, bedarf jedoch noch der beihilfenrechtlichen
Genehmigung durch die Europäische Kommission, welche nach Abschluss des
Berichtszeitraums erfolgen soll. Das EAG-Paket umfasst neben dem Erneuerbaren-Ausbau-
Gesetz als zentrale Elemente eine Überarbeitung des Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetzes (ElWOG) 2010, des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG) 2011, sowie des
Wärme- und Kälteleitungsausbaugesetzes und des Starkstromwegegesetzes. Schon aus dieser
Aufzählung der berührten Materien wird ersichtlich, dass das EAG-Paket weitreichende
Auswirkungen auf die Energiebranche in Österreich haben wird. Neben den
Förderbestimmungen für Anlagen, die Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen, werden
auch die strukturellen Änderungen des Energiemarkts durch die Teilnahmemöglichkeit für
neue Akteure (Energiegemeinschaften) wesentliche Bedeutung haben. Mit dem EAG-Paket
wurde ein erster Meilenstein bei der Umsetzung des „Clean-Energy-Pakets“ der EU erreicht.
Viele weitere Punkte des „Clean-Energy-Pakets“ bedürfen jedoch noch der innerstaatlichen
Umsetzung. Es laufen daher bereits Vorbereitungen zur Neuregelung des Bundes-
Energieeffizienzgesetzes und hinsichtlich eines überarbeiteten Strommarktdesigns in einer
grundlegenden Adaption des ElWOG.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen
Preisentwicklung auf internationalen Energiemärkten
Quellen: EEX, Refinitiv
Die Terminmarktpreise für Strom zur Lieferung im Jahr 2022 in Österreich zeigten im
Geschäftsjahr 2020/2021 einen klaren Aufwärtstrend. Wesentliche Einflussfaktoren dafür
waren die Preise für Kohle, Gas und CO2-Zertifikate sowie die konjunkturelle Entwicklung.
Nach einem Tiefststand im November 2020 mit einer Notierung von EUR 43,2/MWh
bewegten sich die Preise insbesondere ab dem Sommer 2021 steil nach oben. Den höchsten
Wert erreichte der Strompreis für den Jahresbase 2022 in der Preiszone Österreich am
30.09.2021 mit EUR 132,9/MWh. Der Durchschnitt lag im Geschäftsjahr 2020/2021 bei
EUR 63,9/MWh. Auf dem Spotmarkt stiegen die Preise gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres um rund 95 %. Der European-Power-Exchange-(EPEX)-Spotpreis Base zur
Lieferung in Österreich lag im Berichtszeitraum bei durchschnittlich EUR 64,9/MWh mit einer
volatilen Entwicklung und stark steigenden Preisen seit dem Sommer.
Der Ölpreis für eine Lieferung im Dezember 2021 stieg von einem Tiefststand von USD 41,4/
Barrel Rohöl der Sorte Brent am 29.10.2020 auf einen Höchststand von USD 78,7/Barrel am
27.09.2021. Der Anstieg ist unter anderem durch den weltweiten Wirtschaftsaufschwung
nach dem Einbruch durch die COVID-19-Pandemie zu erklären.
Eine Angebotsverknappung bei Lieferungen aus Russland, ein vermehrter LNG-(Liquified-
Natural-Gas)-Abfluss nach Asien und vergleichsweise geringe Speicherstände führten zu
einem kräftigen Anstieg der Preise für Erdgas in der zweiten Hälfte des Berichtszeitraums,
was insgesamt zu einer höheren Risikoposition für den Konzern führte. Der NetConnect-
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Germany-(NCG)-Gaspreis für das Frontjahr 2022 stieg im Geschäftsjahr 2020/2021 von
EUR 14,7/MWh Anfang Oktober 2020 auf EUR 57,4/MWh Ende September 2021. Die
Steinkohlepreise zeigten sich über den Berichtszeitraum hinweg ebenfalls stark steigend.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 schwankten die Preise für CO2-Zertifikate zwischen EUR 23,2/t
und zuletzt EUR 64,4/t. Ausgelöst wurde dieser seit Oktober 2020 andauernde Anstieg im
Wesentlichen durch die Beschlüsse zu einer Verschärfung der EU-Klimaziele.
Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen im Segment Netz
Das am 27.07.2021 kundgemachte Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespaket brachte auch für
das Segment Netz zahlreiche Neuerungen mit sich. Die nötigen Anpassungen von Prozessen
und Werkzeugen wurden daher noch im Berichtszeitraum gestartet.
Als Betreiberin wesentlicher Dienste laut Netz- und Informationssystemsicherheits-(NIS)-
Gesetz muss die Netz OÖ GmbH erhöhte Anforderungen an die Informationssicherheit von
IKT-Services (Netz- und Informationssystemen) erfüllen und diese auch nachweisen. Die
Umsetzungsmaßnahmen im Konzern umfassen die Einführung eines Informationssicherheits-
Managementsystems gemäß ISO/IEC unter Berücksichtigung der ISO 27019, der NIS-
Factsheets und des EVU-Mindeststandards der Branche Elektrizität. Die Vorbereitungen für
eine Zertifizierung der Netz OÖ GmbH nach ISO 27001 laufen. Im Berichtszeitraum wurde
dafür bei der Netz OÖ GmbH die Position des Chief-Information-Security-Officers (CISO)
bestellt.
Die Netznutzungsentgelte der Sparte Strom stiegen per 01.01.2021 zwischen 0,2 % und
1,7 %. Dieser Anstieg ist eine Folge der notwendigen Investitionstätigkeit in die Netze
aufgrund steigender Anforderungen. Die festgelegten Regulierungsparameter blieben in der
4. Regulierungsperiode stabil.
Im Bereich Gas sanken per 01.01.2021 die Netznutzungsentgelte für Endverbraucher der
Netzebene 3 um 4,3 %, während jene für Endverbraucher der Netzebene 2 um 2,9 %
anstiegen.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gas sind in der 3. Regulierungsperiode seit
01.01.2018 definiert, die Wirtschaftskammer Österreich und die Bundesarbeitskammer
haben jedoch die seitens der Regulierungsbehörde getroffenen Festlegungen beeinsprucht.
Die Entscheidung für das Jahr 2020 steht weiterhin aus. Für die Jahre 2018 und 2019 ist im
Vorjahr eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ergangen. Darin wurden
regulatorische Rahmenbedingungen festgelegt, die für die Branche eine Verschlechterung
gegenüber dem ursprünglichen Bescheid bedeuten. Auf dieser reduzierten Basis bleiben die
Parameter der 3. Regulierungsperiode stabil. Die Aufrollung der Geschäftsjahre 2018 und
2019 erfolgte in den Tarifen für das Jahr 2021.
Entsorgungswirtschaftliche Rahmenbedingungen
Im Geschäftsjahr 2020/2021 herrschten entgegen der zunächst ungünstigen Prognosen
aufgrund der vorausgegangenen COVID-19-Lockdowns sehr gute wirtschaftliche
Rahmenbedingungen.
National wie international steht nach wie vor das Thema Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt.
Um die Lücke zwischen Abfallwirtschaft und Produktion zu schließen, sind seitens des
Gesetzgebers verpflichtende Vorgaben im Sinne eines wiederverwendbaren bzw.
recyclingfähigen Produktdesigns inklusive des Einsatzes von Sekundärrohstoffen in Planung.
Entsprechende Zielvorgaben, die auf europäischer Ebene in Form des
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Kreislaufwirtschaftspakets formuliert wurden, stellen die beteiligten Akteure vor große
Herausforderungen, beispielsweise bei der Schaffung neuer Sammel- und Sortierwege.
Insbesondere Kunststoffverpackungen stehen dabei im Fokus: Um das EU-Ziel einer
Recyclingquote von 50 % im Jahr 2025 zu erreichen, muss das Recycling in den kommenden
fünf Jahren von 75.000 Tonnen auf 150.000 Tonnen verdoppelt werden. Zusätzlich ist
erstmals ab dem Jahr 2025 eine eigene Quote für die getrennte Sammlung der PET-
Getränkeflaschen vorgeschrieben. Um die hohen Vorgaben erreichen zu können, sieht der
aktuelle Entwurf zur Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes neben einer obligatorischen,
gestaffelten Einführung von Mehrwegquoten im Lebensmittelhandel auch eine Verpflichtung
für die Getränkeindustrie vor, ab 01.01.2025 Einwegpfand auf PET- und Aluminiumgebinde
einzuheben.
Weiterhin starken Einfluss auf den gesamten Entsorgungssektor hat der seit 01.01.2018
seitens des chinesischen Umweltministeriums und im Anschluss von weiteren asiatischen
Ländern ausgerufene Importstopp diverser Wertstofffraktionen mit der Folge, dass sich die
globalen Mengenströme insgesamt verschoben haben. Die dadurch verursachten hohen
Mengen an Kunststoffabfällen geringerer Qualitäten sicherten allen thermischen
Verwertungsanlagen europaweit im Berichtszeitraum weiterhin eine hohe Auslastung. Aus
heutiger Sicht kann diese Entwicklung als nachhaltig betrachtet werden, da umgekehrt die
gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Export dieser Abfallfraktionen ins Ausland
verschärft worden sind.
Bei den Wertstoffen fand im Gegensatz zum Vorjahr eine deutliche Trendumkehr statt. Die
zuvor aufgrund der Marktübersättigung niedrigen Papierpreise – unter anderem aufgrund der
erläuterten Importrestriktionen – haben zu einer Ausdünnung der Verpackungsbranche
geführt. Pandemiebedingt ist die Nachfrage nach Versandartikeln stark angestiegen, sodass
wichtige Produktionskapazitäten nunmehr fehlten und daraus ein deutlicher Preisanstieg
resultierte, der durch das steigende Wirtschaftswachstum verstärkt wurde. Stand der
Wiesbadener Index für Verpackungen aus Papier und Karton zum Ende des Geschäftsjahres
2019/2020 noch bei 66,2, stieg er bis Ende September 2021 kontinuierlich bis auf 195,5 an.
Ähnlich dynamisch zeigte sich auch die Entwicklung der Preise für Altmetalle, welche infolge
der globalen Verknappung von Industrie- und Edelmetallen seit Beginn des Berichtszeitraums
kontinuierlich und zum Teil sprunghaft angestiegen sind. Die Ursache dafür ist die aktuell
hohe Produktivität der Bauwirtschaft, für die im abgelaufenen Geschäftsjahr zahlreiche
Konjunkturimpulse von öffentlicher Hand gesetzt worden sind.
Rahmenbedingungen in Tschechien
Im Geschäftsjahr 2020/2021 konnte trotz der angespannten COVID-19-Situation in
Tschechien eine positive Wirtschaftsentwicklung im Segment verzeichnet werden. Die
Maßnahmen, welche die tschechische Regierung aufgrund der im Vergleich zu anderen
Mitgliedsstaaten der Europäischen Union überdurchschnittlich hohen COVID-19-Fallzahlen
verordnete, führten insbesondere im ersten Halbjahr des Berichtszeitraums zu drastischen
Einschränkungen für die Bevölkerung im täglichen Leben und brachten auch für die
Unternehmen signifikante Auswirkungen mit sich.
Im Zuge der seit März 2020 herrschenden COVID-19-Pandemie wurde die Energie AG in
Tschechien als stabiler und zunehmend attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, da trotz der
allgemein wirtschaftlich herausfordernden Zeit der Betrieb in vollem Umfang aufrechterhalten
werden konnte und ein stabiler Ergebnisbeitrag erwirtschaftet wurde. Die hohe
Arbeitsplatzsicherheit im Infrastrukturgeschäft trug zur weiteren Stärkung der Position auf
dem bis zur COVID-19-Pandemie aus Arbeitgebersicht sehr angespannten Arbeitsmarkt bei.
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Die dynamischen Entwicklungen auf den europäischen Energiemärkten führten gegen Ende
des Geschäftsjahres 2020/2021 auch in Tschechien zu massiven Preiserhöhungen bei Strom
und Gas. Dies betrifft im Gasbereich insbesondere in den Wintermonaten die
Wärmegesellschaften. Hier wird überwiegend mit Gaskessel und Gas-Kraft-Wärme-
Kopplungen regional Wärme und Warmwasser erzeugt. Bei der Wasserver- und
Abwasserentsorgung spielt der Strombedarf für die Aufbereitung und Verteilung die
dominierende Rolle. Aufgrund der stark steigenden Marktpreise kündigte der Lieferant für die
Medien Gas und Strom Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der bestellten Energiemengen
zu den vereinbarten Preisen an. In der Folge wurden seitens der Energie AG
schadensmindernde Maßnahmen in Form alternativer Bezugsmöglichkeiten und einer
Schadensregulierung mit dem bisherigen Lieferanten getroffen.
Nach einer volatilen Entwicklung verbesserte sich die Tschechische Krone wertmäßig
gegenüber dem Euro und lag im Durchschnitt bei einem Wechselkursverhältnis von rund EUR/
CZK 25,9.
Gesellschaftsrechtliche Veränderungen
Zur abschließenden Umsetzung der neuen Vertriebsstruktur wurde rückwirkend zum
31.03.2021 der Teilbetrieb ENAMO Ökostrom Basis aus der ENAMO Ökostrom GmbH in die
Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH (Vertrieb GmbH) abgespalten.
Zudem wurde in Vorbereitung der Bündelung der oberösterreichischen Breitbandaktivitäten
mit 16.09.2021 die OÖ Breitband Infrastruktur GmbH gegründet.
ARBEITNEHMER
Entwicklung Personalstand
Der durchschnittliche konsolidierte Personalstand im Konzern betrug im Geschäftsjahr 2020/
2021 4.593 Full Time Equivalent (FTE) und ist im Vergleich zum Durchschnitt des
Geschäftsjahres 2019/2020 (4.560 FTE) um 0,7 % höher.
Zum Stichtag 30.09.2021 waren 4.611 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (FTE) in drei Ländern
(Vorjahr: drei) für den Energie AG-Konzern tätig (Vorjahr: 4.571).
Die Konzernmutter Energie AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2020/2021 durchschnittlich 70
Mitarbeiter (FTE), Vorjahr 73 Mitarbeiter (FTE).
Arbeiten und Leben in der Energie AG
Die Energie AG unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Unternehmen ist mit
Ausnahme der Segmente Entsorgung und Tschechien seit 2012 mit dem Audit
„berufundfamilie“ zertifiziert, um sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zu positionieren,
Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zu generieren sowie mit dem damit
verbundenen, umfangreichen Maßnahmenpaket für Führungskräfte und Mitarbeiter zu
einem positiven Betriebsklima beizutragen.
Das „aktive Karenzmanagement“ unterstützt österreichische Mitarbeiter bei der Planung von
Auszeiten. Eine Pflegeplattform bietet umfassende Informationen und Servicelinks für
Mitarbeiter, die Angehörige pflegen und betreuen. Zur Erleichterung der Ferienplanung
unterstützte die Energie AG ihre Mitarbeiter auch im Sommer 2021 mit einem
Betreuungsprogramm für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Die Kooperation mit dem
Salzkammergut-Klinikum Gmunden bietet für die Mitarbeiterkinder neben einer tageweise
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buchbaren Sommerbetreuung seit Juli 2020 auch eine ganzjährige Kindertagesstätte. Im
Zubau der Konzernzentrale in Linz, der aktuell errichtet wird, nimmt das „Loomiland“, die
betriebliche Kinderbetreuungseinrichtung, bereits Gestalt an. Geplanter Start der Betreuung
ist Sommer 2022.
Seit Jahresbeginn 2021 können Mitarbeiter gemäß Betriebsvereinbarung nach Absprache mit
dem Dienstgeber ein Sabbatical im Ausmaß von bis zu drei Monaten in Anspruch nehmen,
das vor allem als Maßnahme zur Gesundheitspräventation bzw. zur Weiterbildung (nicht
Bildungskarenz) gedacht ist.
Arbeitsumfeld, das zur Innovation motiviert
Design-Thinking-Experten, die in mehreren Workshops für die Energie AG ausgebildet
wurden, haben sich im Geschäftsjahr 2020/2021 vernetzt und stehen nun allen Bereichen des
Konzerns zur Verfügung, um Innovationsprozesse mit modernen Methoden zu unterstützen.
Personal- und Führungskräfteentwicklung
Ein wesentliches Ziel ist es, Mitarbeiter und Führungskräfte mittels gezielter Angebote auf die
Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten. Das Bildungsprogramm, das
allen Mitarbeitern zur Verfügung steht, ist stark auf die Erweiterung der Methoden- und
Medienkompetenz fokussiert. Dies betrifft insbesondere die Zusammenarbeit und Interaktion
im Arbeitsalltag und den Umgang mit neuen digitalen Technologien.
Kompetenzentwicklung
Einheit
Stunden
%
2020/2021
2019/2020
2018/2019
Weiterbildung pro Mitarbeiter
Mitarbeitergesprächsquote
Lehrlinge
8,6
69,3
76
8,8
74,2
73
12,9
72,8
72
Personen
Personen
Abgeschlossene Lehrausbildungen
26
16
16
Bedingt durch die COVID-19-Pandemie mussten auch im Geschäftsjahr 2020/2021 viele
Präsenz-Bildungsveranstaltungen abgesagt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben
werden, dadurch wurde die Kennzahl „Weiterbildung pro Mitarbeiter“ negativ beeinflusst.
Die Lernplattform EINSTEIN bietet einen ausführlichen und ansprechend dargestellten
Überblick über das Bildungsprogramm und alle Mitarbeiter können sich mit wenigen Klicks
benutzerfreundlich anmelden. Darüber hinaus ermöglicht EINSTEIN, dass sowohl Mitarbeiter
als auch Vorgesetzte jederzeit alle bisher absolvierten Bildungsveranstaltungen abrufen
können.
Das Konfliktmanagementsystem der Energie AG hat sich weiter etabliert. Eine begleitende
Seminarreihe für Gruppen- und Teamleiter soll das Bewusstsein für das Thema und das zur
Verfügung stehende Instrument stärken. Auch die Betriebsräte haben sich im Rahmen von
Seminaren intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Für Mitarbeiter wurden zur
Sensibilisierung entsprechende Informationsveranstaltungen angeboten.
Die Energie AG-Mitarbeiter wurden in der Phase der teilweise als sehr belastend erlebten
Situation der COVID-19-Pandemie mit einem Webinar zum Thema „Resilienz“ unterstützt.
Interessierte Mitarbeiter konnten darüber hinaus das in mehreren Modulen aufgebaute
Onlinetraining „Leistungsfähig und motiviert durch Krisenzeiten“ besuchen.
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Um die Führungskräfte während der COVID-19-Pandemie bei ihren neuen
Herausforderungen (z.B. Führung auf Distanz) zu unterstützen, wurden eintägige virtuelle
Workshops zum Thema „Führen in schwierigen, herausfordernden Zeiten“ angeboten. Die
Workshops gaben Geschäftsführern, Abteilungsleitern sowie Team- und Gruppenleitern die
Möglichkeit zu reflektieren und sich, unterstützt durch eine externe Expertin, über
Problemlösungsstrategien auszutauschen.
Für Team- und Gruppenleiter wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 der „Erfahrungszirkel
Führung“ fortgesetzt. In diesem Rahmen treffen sich die Teilnehmer dreimal jährlich –
COVID-19-bedingt teilweise virtuell – in Kleingruppen, begleitet durch einen Coach, um sich
über Führungsthemen auszutauschen. Der Erfahrungszirkel soll dazu beitragen, im
Führungsalltag auftauchende Probleme zu lösen und sich gegenseitig im Führungskreis als
Sparring-Partner zur Verfügung zu stehen. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde den
Teilnehmern – speziell auch in Hinblick auf die neu entstandenen Herausforderungen – ein
virtueller Key-Note-Vortrag eines Gehirnforschers zum Thema „Führen im Multitasking-
Modus“ mit anschließender Diskussions- und Austauschmöglichkeit angeboten.
Das Kompetenzmodell wird weiterhin als Grundlage für Feedbackgespräche zwischen
Vorstand/Geschäftsführer/Abteilungsleiter herangezogen.
Das „Energie AG Future Lab“ ist ein offenes und innovatives Format mit dem Ziel,
Führungskräfte gemeinsam methodisch und inhaltlich weiterzuentwickeln, und bietet
darüber hinaus einen Freiraum für die Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen. Neben
Geschäftsführern und Abteilungsleitern sind auch Nachwuchskräfte (PowerTalente) aus dem
Energie AG-Konzern in das Programm eingebunden. Bedingt durch die COVID-19-Pandemie
musste der zunächst für Herbst 2020 geplante Durchlauf auf den Herbst 2021 vertagt
werden. Als Ersatz fanden zwei Brückenveranstaltungen statt, die einerseits ein Bindeglied
zum nächsten Durchlauf darstellen sollten und andererseits eine Auseinandersetzung mit den
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie ermöglichten. In der ersten Brückenveranstaltung, die
virtuell abgehalten wurde, erfolgte ein Austausch mit dem Vorstand zu den bisher
gewonnenen Erkenntnissen zu Führung und Zusammenarbeit im Kontext der
COVID-19-Krise. In der zweiten Brückenveranstaltung wurde vom Vorstand und den
Führungskräften herausgearbeitet, welche Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie so viel
Potenzial haben, dass sie in Zukunft weiterverfolgt werden sollen.
Im Rahmen der für alle österreichischen Mitarbeiter über das System EINSTEIN zugänglichen
Personalentwicklungsprogrammes wurden zu den Themengebieten Medienkompetenz und
Methodenkompetenz eine Vielzahl an Ausbildungen angeboten, die einen wesentlichen
Beitrag dazu leisten, dass Mitarbeiter insbesondere im Bereich der digitalen Medien als auch
der Arbeitsmethoden am letzten Wissensstand und damit beschäftigungsfähig bleiben.
Neues Lernen, neues Arbeiten
Da die COVID-19-Pandemie auch im Geschäftsjahr 2020/2021 die Zusammenarbeit stark
beeinträchtigt hat, wurden die bereits gut etablierten virtuellen Seminarformate
Onlinetraining und Webinar bei vielen Themenstellungen weitergeführt. Darüber hinaus
wurde mit speziellen in Form von Kurzfilmen aufbereiteten Inputs zu Themen wie „Rituale im
Homeoffice“ oder „Gestaltung des Heim-Arbeitsplatzes“ die Arbeitsorganisation im
Homeoffice unterstützt.
Die in der Energie AG in Österreich durchgeführte Umfrage „Neues Arbeiten im Homeoffice“
führte aufgrund der positiven Rückmeldungen zur Ausweitung des bisherigen Homeoffice-
Modells. Eine dementsprechende Betriebsvereinbarung samt Leitfäden für IT-Sicherheit,
Datenschutz, Arbeitssicherheit (Ergonomie) und Schulung sind in Ausarbeitung.
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Erhalt der guten Qualität der Lehrlingsausbildung
Die eigene Lehrlingsausbildung der Energie AG ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Seit
1943 wurden im Konzern 1.532 Lehrlinge erfolgreich zu Spitzenfachkräften ausgebildet.
Rund die Hälfte davon ist heute noch im Unternehmen tätig. Im September 2021 begannen
22 Jugendliche (Vorjahr: 21), darunter zwei junge Frauen, ihre Ausbildung als Lehrlinge bei
der Energie AG in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik. Im Sinne der Förderung der
Diversität haben auch Lehrlinge mit Migrationshintergrund und Asylwerber ihren Platz im
Energie AG-Konzern.
Die Marketingaktivitäten werden in den Bezirken mit erhöhtem Facharbeiterbedarf (z.B.
Schärding, Ried, Braunau) in den nächsten Jahren erheblich verstärkt. Polytechnische Schulen
in diesen Bezirken werden persönlich von den Lehrlingsausbildnern besucht und die Schüler
über die Ausbildung informiert. Die Präsenz bei regionalen Berufsmessen wird ständig
verstärkt. Die Lehrlingsausbildung wird sich erstmals ab dem Geschäftsjahr 2021/2022 auf
den Messen in Braunau (Burgkirchen) und Mattighofen präsentieren.
Die Kooperation mit Pflichtschulen (Polykurs Elektrotechnik, PowerGirls, Girls-Day) sowie
Schnupperlehre-Angebote konnten im abgelaufenen Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie
nur in eingeschränkter Form stattfinden. Hier half der virtuelle Rundgang durch die technisch
modern ausgestattete Lehrwerkstätte der Energie AG in Gmunden mittels 3D-Brille.
Das Thema Digitalisierung hat in der Lehrlingsausbildung besonderen Stellenwert. Von
Digitaltechnik-Basiswissen über CNC-( › Computerized-Numerical-Control)-Technik, SPS-
(speicherprogrammierbare Steuerung)-Programmieren, Konstruktion mit 3D-Drucker bis zur
Loxone-Smart-Home-Digitalsteuerung am Tablet werden die Lehrlinge mit digitaler Technik
vertraut gemacht. Nach erfolgreich absolvierter Probezeit bekommt jeder Lehrling sein
persönliches Tablet zur firmeninternen sowie privaten Verwendung.
Die Themen Sicherheit und Gesundheit sind der Energie AG bei der Ausbildung der Lehrlinge
ein besonders großes Anliegen. Mit professionellen Workshops und Seminaren bietet das
Unternehmen den jungen Menschen Orientierung, beispielsweise bei Themen wie
Suchtprävention und sicherem Umgang mit dem Internet.
Der wichtigste Meilenstein ist für einen Lehrling die Facharbeiterprüfung in der
Wirtschaftskammer. Die Qualität der Ausbildung wurde dabei auch im Geschäftsjahr 2020/
2021 mit einem hervorragenden Ergebnis dokumentiert. Die 18 aktuellen Absolventen
(Vorjahr: 16) erreichten 15 Auszeichnungen in der Berufsschule und 14-mal einen guten oder
ausgezeichneten Erfolg bei den Abschlussprüfungen. Dass die Energie AG das hohe
Ausbildungsniveau auch trotz COVID-19-bedingter Einschränkungen aufrechterhalten
konnte, wird durch einen herausragenden Erfolg beim Lehrlingswettbewerb der oö. Industrie
bestätigt: Ein Energietechniker im 2. Lehrjahr siegte dabei nicht nur in seiner Kategorie,
sondern dominierte auch den Gesamtbewerb und wurde folglich zum „besten Lehrling
Oberösterreichs 2021“ gekürt.
Die Kapazität der Lehrwerkstätte in den Bereichen Elektro- und Metalltechnik wurde auf das
Maximum ausgebaut, daher konnten bereits im September 2021 22 Lehrlinge ihre Karriere
bei der Energie AG starten.
Die Modernisierung der Lehrwerkstätte wurde ebenfalls im abgelaufenen Geschäftsjahr
gestartet. So konnten die Elektrowerkstätte und das Labor bereits auf den „neuesten Stand
der Technik“ gebracht werden. In den nächsten Jahren wird dieses Projekt weitergeführt um
zu gewährleisten, dass die Lehrlingsausbildung der Energie AG auch in Zukunft zu den besten
Ausbildungsstätten Oberösterreichs gehört.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
250
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Der Recruiting-Prozess stellte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine große Herausforderung dar.
Durch ein an die geltenden COVID-19-Regeln im Energie AG-Konzern angepasstes
Aufnahmeverfahren ist es gelungen, alle freien Lehrstellen qualitativ hochwertig zu besetzen.
2018 wurde auf Initiative der Energie AG der › Verein ZLÖ (zukunft.lehre.österreich)
gegründet mit dem Ziel, das Image der Lehre in Österreich zu stärken. Die Präsidentschaft hat
derzeit der Initiator, Generaldirektor Prof. KR Ing. DDr. Werner Steinecker, MBA inne.
Gemeinsam mit den anderen Vereinsmitgliedern will die Energie AG der Lehre den
Stellenwert zurückgeben, der ihr als Fundament der Wirtschaft und damit der Gesellschaft
und der Zukunft gebührt. Seit 2018 wurde intensiv an der Konzeptionierung und
Ausschreibung einer österreichweiten Lehrlingsplattform gearbeitet und eine
zielgruppengerechte Imagekampagne für die Lehre umgesetzt. Mit EUR 2.000 Förderung pro
eingestelltem Lehrling wird ein Paket zur Rettung von Lehrstellen umgesetzt.
Employer Branding
Die Altersstruktur der Mitarbeiter in den Konzerngesellschaften und die Herausforderung,
geeignete Fachkräfte zu rekrutieren, erfordern ein strategisch koordiniertes Recruiting- und
Nachfolgemanagement mit dem Ziel, potenzielle Mitarbeiter frühzeitig auf das Unternehmen
aufmerksam zu machen und ihnen Möglichkeiten der Bewerbung zu bieten. Neben der
Fortsetzung der allgemeinen Employer-Branding-Kampagne wurde im Geschäftsjahr 2020/
2021 der Schwerpunkt auf Facharbeiter und Kraftfahrer (speziell für den Bereich Umwelt
Service GmbH) gelegt. Darüber hinaus wurde die Zielgruppe der Universitäts- und FH-
Absolventen mit unterschiedlichen Maßnahmen weiter im Fokus behalten. Für HTL-
Absolventen wurde im Geschäftsjahr 2020/2021 erstmals ein HTL-Traineeprogramm
angeboten, bei dem mit einem flexiblen Einstieg bis zum 01.08.2021 fünf HTL-Trainees im
Konzern aufgenommen wurden. Sie rotieren über zwölf Monate hinweg in unterschiedlichen
Bereiche und besuchen ein begleitendes Seminarprogramm.
Förderung der Diversität – Frauen in technischen Berufen
Aufgrund des großen Erfolges in den Vorjahren wurde im Herbst 2020 ein Stipendium an drei
weitere Technikerinnen vergeben (Vorjahr: zwei). Die Stipendiatinnen erhalten nicht nur
finanzielle Unterstützung, sondern können auch Praktika im Unternehmen absolvieren und
ihre Masterarbeit mit Unternehmensbezug verfassen. So kann eine frühzeitige Bindung an
das Unternehmen erreicht werden.
Diversität
Einheit
2020/2021
23,5
2019/2020
23,1
2018/2019
22,6
Frauen
%
%
%
%
Männer
76,5
76,9
77,4
Frauen in Führungspositionen 1)
Männer in Führungspositionen
15,2
15,8
14,6
84,8
84,2
85,4
1) Definition Führungsposition: Geschäftsführer, Abteilungs-, Bereichs-, Betriebs-, Holding-, Stabstellen-, Team- und Gruppenleiter.
Im Hinblick auf die Bewältigung künftiger Anforderungen ist es für die Energie AG wichtig,
dass die Mitarbeiter mit den entsprechenden Kompetenzen ausgestattet sind und Diversität
nicht nur im Recruiting, sondern auch intern, beispielsweise bei der Besetzung von
Führungspositionen, gelebt wird.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
251
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Seit 2014 fördert die Energie AG mit dem START-Stipendienprogramm begabte und
gesellschaftlich engagierte Schüler mit Migrationshintergrund materiell und ideell, um
Voraussetzungen für eine akademische Laufbahn zu schaffen. Diese Patenschaft deckt Kosten
für eine (einmalige) PC-Ausstattung, Bildungsmittel, die Teilnahme an Seminaren,
Jahrestreffen und regionalen Veranstaltungen sowie Workshops ab.
Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer wird als wesentlicher Erfolgsfaktor
wahrgenommen und durch zielgerichtete Schwerpunktprogramme und interne Kampagnen
gefördert.
Nur gesunde und zufriedene Mitarbeiter können erfolgreich für ein Unternehmen tätig sein.
Die Energie AG fördert das Bewusstsein und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter
hinsichtlich Qualität und Arbeitssicherheit. Im Geschäftsjahr 2020/2021 wurde dazu eine
interne Kampagne unter dem Titel „100 % sicher“ lanciert, die Mitarbeiter auf mögliche
Gefahren im Berufsumfeld hinweisen soll. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter im Rahmen dieser
Kampagne aufgerufen, eigene Ideen einzubringen, deren Umsetzung die Arbeitssicherheit
zusätzlich steigern kann.
Potenzielle Gefahren werden gemäß § 4 ArbeitnehmerInnenschutzgestz (ASchG) von den
jeweiligen Frührungskräften (bzw. verantwortlichen Beauftragten gemäß § 9
Verwaltungsstrafgesetz (VStG)) mit Unterstützung der jeweiligen Sicherheitsfachkraft und den
Arbeitsmedizinern ermittelt und beurteilt. Dies ist die Basis für die Festlegung von
Maßnahmen (die Arbeitsplatzevaluierung). Das „Handbuch Sicherheit“ von Österreichs
Energie stellt die Tätigkeitsevaluierung dar. Auftretende Missstände bei den laufenden
Begehungen gemäß § 77a ASchG werden ebenfalls nach einer Risikomatrix gemäß ISO
45001:2018 bei den österreichischen Gesellschaften (exkl. Segment Entsorgung) bewertet.
Die Mitarbeiter bewerten auch ihre Tätigkeiten nach einer Risikomatrix, die vom
Sicherheitsmanagement in Form von Unterweisungsvorlagen zur Verfügung gestellt wird.
Arbeitsunfälle oder Vorfälle, die beinahe zu einem Unfall geführt hätten, werden gemäß
ASchG vom Sicherheitsmanagement untersucht, sofern dies zur Verhütung weiterer Unfälle
nützlich erscheint. Daraus werden entsprechende Maßnahmen abgeleitet, wie beispielsweise
eine Änderung von Arbeitsstoffen, Arbeitsmitteln, Arbeitsverfahren, persönliche
Schutzausrüstung oder verstärkte Unterweisungen.
Gefahren oder Risiken werden dem unmittelbaren Vorgesetzten gemeldet. Je nach Bedarf
werden weitere Personen (Arbeitgeber, Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmediziner etc.)
eingebunden, um diese Gefahren zu erkennen und Risiken bestmöglich zu minimieren. Den
Mitarbeitern stehen alle Tätigkeiten eines Arbeitsmediziners gemäß § 82 ASchG zur
Verfügung.
Die Mitarbeiter werden gemäß ASchG durch die Einbindung von
Sicherheitsvertrauenspersonen oder der jeweiligen Belegschaftsvertretung in Themen der
Arbeitssicherheit eingebunden.
Die Kommunikation von sicherheitsrelevanten Themen an die Mitarbeiter erfolgt über den
Arbeitgeber hierarchisch gemäß der jeweiligen Organisationsstruktur unter Einbindung der
Sicherheitsvertrauensperson. Den österreichischen Mitarbeitern steht ein breites
Schulungsangebot zu Arbeitssicherheit zur Verfügung (beispielsweise E-learning-Module zu
vorbeugendem Brandschutz, Absturzsicherung, Arbeiten in Behältern;
Präsenzveranstaltungen: Baustellenabsicherung, Arbeiten unter Spannung, Arbeiten mit
Hubarbeitsbühnen).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
252
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Durch vorbeugende Maßnahmen und Information werden arbeitsbedingte Erkrankungen
vermieden und die Mitarbeiter im Rahmen des Gesundheitsprojektes „energy@work“ zu
einem bewussteren Umgang mit ihrer Gesundheit animiert. Sind bereits Erkrankungen
aufgetreten, setzt das Unternehmen Maßnahmen, um die Rehabilitation zu fördern. Das
betriebliche Gesundheitsmanagement der Energie AG ist mit dem Gütesiegel „Betriebliche
Gesundheitsförderung bis 2022“ ausgezeichnet (ausgenommen die Segmente Entsorgung
und Tschechien).
Zahlreiche Programme tragen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter bei
(beispielsweise Webinar „Gestärkt während COVID-19-Pandemie“, Erste-Hilfe-Kurse,
Nichtraucher-Seminar, Workshop „Schichtfit-Basis“).
In regelmäßigen Gesundheits-Jour-fixes werden unter Einbeziehung der
Arbeitnehmervertretung, der Arbeitsmedizin und des Sicherheitsmanagements aktuelle
Themen besprochen und Lösungen erarbeitet. Wöchentliche Bewegungsangebote in
mehreren Arbeitsstätten fördern das Gesundheitsbewusstsein. Das Betreuungsangebot der
Arbeitsmedizin umfasst ausführliche Beratungen in den Sprechstunden sowie Impfaktionen.
Bei persönlichen Problemen bzw. Konflikten steht als Unterstützung die
„Arbeitspsychologische Serviceline“ für alle österreichischen Mitarbeiter zur Verfügung. Im
Frühjahr 2021 wurde eine konzernweite MitarbeiterInnenbefragung durchgeführt. Mit den
Inhalten zu psychischen Belastungen und deren gesundheitlichen Auswirkungen wurde
diesmal für die österreichischen Unternehmen auch die gesetzlich geforderte „Evaluierung
psychischer Belastungen“ abgedeckt. Weiters wurden Fragen zur Erhebung des HWI
(„Human Work Index“) sowie spezifische Fragen zu Projekten und Themenschwerpunkten
gestellt.
Die Ergebnisse der Evaluierung psychischer Belastungen zeigen, dass alle österreichischen
Geschäfts- und Servicebereiche sowie die Holdingeinheiten und die ČEVAK a.s. aus dem
Segment Tschechien in allen vier Dimensionen besser als der Österreich-Benchmark liegen.
Beim HWI liegt die Energie AG (alle österreichischen Geschäfts- und Servicebereiche sowie die
Holdingeinheiten) genau im Österreich-Benchmark. Das größte Beteiligungsunternehmen in
Tschechien, die ČEVAK a.s., liegt in allen Kategorien über dem Benchmark. In einem nächsten
Schritt werden Maßnahmen abgeleitet und zur Umsetzung gebracht.
Arbeitssicherheit
Einheit
Anzahl
‰
2020/2021
70
2019/2020
2018/2019
101
Arbeitsunfälle
80
16,20
32,40
9,35
1
Unfallrate
14,80
29,20
9,70
20,63
24,37
11,85
0
Ausfalltage pro Arbeitsunfall
LTIF 1)
Anzahl
Todesfälle nach arbeitsbedingten Verletzungen
Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen 2)
Anzahl
Anzahl
0
169
52
85
1) Lost-Time-Injury-Frequency-Index – Häufigkeit von Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden
2) Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen 2019/2020 und 2018/2019 exkl. Segment Entsorgung und Segment Tschechien, 2020/2021 exkl. Segment Tschechien
Die Energie AG sorgt dafür, dass das Arbeitnehmerschutzgesetz und die dazu erlassenen
Verordnungen konzernweit konsequent eingehalten und entsprechende
Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Im Laufe des Geschäftsjahres 2020/2021 wurden
im Konzern (exkl. Segment Tschechien) als Teil der Due-Diligence-Maßnahmen 169
angekündigte und unangekündigte Arbeitsstätten- und Baustellenbegehungen durch
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner gemeinsam mit den örtlichen Verantwortlichen
und/oder mit dem Management des Energie AG-Konzerns durchgeführt. Büroarbeitsplätze
wurden in Bezug auf ergonomische Gestaltung kontrolliert und nachjustiert, um
Erkrankungen des Bewegungsapparates der Mitarbeiter möglichst zu vermeiden.
Insgesamt wurden 70 meldepflichtige Arbeitsunfälle (Vorjahr: 80) registriert, dies entspricht
einer Unfallrate von 14,8 ‰ (Vorjahr: 16,20 ‰) (Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter) 1). Der Unfall-
Schweregrad lag bei 29,2 Ausfalltagen pro Arbeitsunfall (Vorjahr: 32,40). Auf eine
internationale Kenngröße umgelegt, bedeutet dies eine LTIF (LTIF – Lost-Time-Injury-Frequency
– Unfallhäufigkeitsrate pro 1.000.000 Arbeitsstunden) von 9,70 (Vorjahr: 9,35). Es ereignete
sich kein tödlicher Arbeitsunfall (Vorjahr: 1).
Bei näherer Betrachtung der Arbeitsunfälle ergibt sich ein differenziertes Bild nach nationalen
Gesichtspunkten und besonders nach den unterschiedlichen Tätigkeitsgebieten des
Energie AG-Konzerns. Das Segment Entsorgung weist eine deutlich höhere Unfallrate und
eine höhere Unfallschwere auf als die restlichen Segmente.
Im gesamten Energie AG-Konzern werden regelmäßig die gesetzlich erforderlichen
Unterweisungen zu Gefahren, Sicherheit und Gesundheit sowie zu Maßnahmen der
Gefahrenverhütung durchgeführt. Die Kurzunterweisungen wurden um mehrere Themen
erweitert und stehen für die Mitarbeiter online zur Verfügung.
Neben den Unterweisungen wurde im Berichtszeitraum als eine der Due-Diligence-
Maßnahmen eine Vielzahl an themenspezifischen Schulungen durchgeführt, die im
Bedarfsfall auch von Mitarbeitern externer Auftragnehmer im technischen und
elektrotechnischen Bereich besucht werden können. Neben Ausbildungen zum Thema
Arbeiten unter Spannung und Verfügungserlaubnisberechtigung wurden auch
Schulungsblöcke zur Schalt- und Schaltauftragsberechtigung in den Bereichen Nieder- und
Hochspannung sowie zu anderen sicherheitsrelevanten Themen, wie z. B. Arbeiten mit
Hubarbeitsbühnen, abgehalten.
Ziel der Sicherheitsfachkräfte in Bezug auf Unfallrate und Unfallschwere ist naturgemäß die
Zahl 0, wobei größtes Augenmerk auf mögliche Arbeitsunfälle mit hoher
Eintrittswahrscheinlichkeit und hohem Schweregrad der möglichen Verletzung gelegt wird.
Um sich der gewünschten Zahl anzunähern, gilt es, die Mitarbeiter bestmöglich zu schulen
und die Verantwortlichen bei Unterweisungen optimal zu unterstützen. Ebenso sind
Arbeitsplätze und Tätigkeiten einer ständigen Evaluierung zu unterziehen und die
erforderlichen Maßnahmen entsprechend anzupassen.
Zweigniederlassungen
Es bestehen keine Zweigniederlassungen der Energie AG.
1)
Per Stichtag 30.09. inkl. teilkonsolidierte Unternehmen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
VERMÖGENS-, FINANZ- UND ERTRAGSLAGE
(DES UGB-JAHRESABSCHLUSSES)
Einheit
2020/2021
409,5
59,9
2019/2020
369,3
63,4
Entwicklung
10,9 %
-5,5 %
Umsatzerlöse
Mio. EUR
Mio. EUR
%
Betriebsergebnis (EBIT)
EBIT-Marge
14,6
17,2
-14,8 %
-19,2 %
10,7 %
1,2 %
Ergebnis vor Steuern
Bilanzsumme
Mio. EUR
Mio. EUR
Mio. EUR
%
65,0
80,4
2.724,0
843,5
31,1
2.461,7
833,3
34,0
Eigenkapital
Eigenkapitalquote
Cash flow aus dem operativen Bereich
-8,5 %
Mio. EUR
175,0
162,4
7,8 %
Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr (EUR 369,3 Mio) um EUR 40,2 Mio
auf EUR 409,5 Mio.
Der Umsatzvergleich zum Vorjahr zeigt um EUR 24,0 Mio höhere konzerninterne Gaserlöse.
Dies ist vor allem auf die erhöhte Umschlagshäufigkeit beim Gasspeicher 7Fields
zurückzuführen. Die Stromerlöse erhöhten sich um EUR 4,2 Mio und die konzerninternen
Pachtverrechnungen um EUR 7,8 Mio.
Das EBIT verminderte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 3,5 Mio. auf EUR 59,9 Mio. Dies
ist neben den Abweichungen bei den Umsatzerlösen auf folgende Abweichungen
zurückzuführen:
Die sonstigen betrieblichen Erträge verminderten sich um EUR 3,3 Mio. gegenüber dem
Vorjahr, vor allem aufgrund rückläufiger Immobilienverkäufe.
Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen erhöhten sich um EUR 36,9 Mio.
Den erhöhten Gasumsatzerlösen stand im Materialaufwand ein höherer Gasbezug vom
Gasspeicher 7Fields von EUR 14,5 Mio und die Dotierung einer Drohverlustrückstellung von
EUR 12,9 Mio gegenüber.
Der Personalaufwand erhöhte sich um EUR 1,4 Mio gegenüber dem Vorjahr. Im Vorjahr
führte die Veränderung versicherungsmathematischer Parameter bei der Berechnung der
Sozialkapitalrückstellungen zu höheren Erträgen von EUR 1,2 Mio, im Berichtsjahr führten
diese Veränderungen zu Aufwendungen von EUR 0,1 Mio. Im Geschäftsjahr 2020/2021
wurde eine Vorruhestandsrückstellung von EUR 0,2 Mio dotiert (Vorjahr EUR 0,2 Mio).
Die planmäßigen Abschreibungen erhöhten sich um EUR 3,3 Mio. Die außerplanmäßigen
Abschreibungen verminderten sich um EUR 8,4 Mio und betrafen im Berichtsjahr
Baulichkeiten und im Geschäftsjahr 2019/2020 das Recht am Gasspeicher 7Fields.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um EUR 7,3 Mio. Dies ist im
Wesentlichen auf die Dotierung einer Rückstellung für drohende Verluste beim Gasspeicher
7Fields in Höhe von EUR 6,7 Mio zurückzuführen.
Das Finanzergebnis beträgt EUR 5,1 Mio und hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR
12,0 Mio vermindert. Die Veränderung resultierte insbesondere aus geringeren
Beteiligungserträgen von EUR 13,6 Mio, aus geringeren Aufwendungen aus
Verlustübernahmevereinbarungen von EUR 4,1 Mio und aus höheren Zinsaufwendungen.
Somit liegt das Ergebnis vor Steuern bei EUR 65,0 Mio (Vorjahr EUR 80,4 Mio).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Die Bilanzsumme beträgt im Geschäftsjahr EUR 2.724,0 Mio (Vorjahr EUR 2.461,7 Mio) und
hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 262,3 Mio (plus 10,7 %) erhöht.
In den Aktiva erhöhten sich die Sachanlagen um EUR 40,3 Mio. Der größte Anteil bei den
Investitionen in das Sachanlagevermögen entfiel auf Umspann- und Verteilungsanlagen und
den Ausbau des Lichtwellenleiternetzes.
Die Finanzanlagen verminderten sich um EUR 8,0 Mio, vor allem durch Tilgungen von
Ausleihungen an verbundenen Unternehmen.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich um EUR 64,0 Mio.
Eine wesentliche Position betrifft ein CO2-Kommissionsgeschäft mit Forderungen in Höhe von
49,2 Mio.
Die Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich um EUR 167,8 Mio.
In den Passiva erhöhte sich das Eigenkapital um EUR 10,2 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf
die Ausschüttung einer Dividende von EUR 53,2 Mio und den Jahresüberschuss von EUR
63,5 Mio zurückzuführen.
Die Investitionszuschüsse enthalten die COVID-19 Investitionsprämie von EUR 0,9 Mio.
Die Rückstellungen erhöhten sich um EUR 18,4 Mio. Die Erhöhungen der
Drohverlustrückstellungen für den Gasspeicher 7Fields betragen in Summe EUR 19,6 Mio.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um EUR 74,9 Mio., bedingt
durch die Aufnahme einer langfristigen Finanzierung von EUR 75,0 Mio.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um EUR
210,6 Mio gegenüber dem Vorjahr, vor allem durch höhere Netting- und
Poolingverbindlichkeiten gegenüber der Energie AG Group Treasury GmbH von EUR
114,2 Mio und durch eine konzerninterne Kreditaufnahme von EUR 67,5 Mio.
Die sonstigen Verbindlichkeiten verminderten sich um EUR 29,6 Mio. Darin enthalten sind
verminderte Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 45,1 Mio. Demgegenüber
erhöhten sich die Verbindlichkeiten aus Besicherungsanhängen iZm Sicherungsgeschäften um
EUR 16,9 Mio.
Die Baukostenzuschüsse verminderten sich um EUR 6,6 Mio.
Die in den passiven Rechnungsabgrenzungen enthaltenen latenten Steuern aus Anteilen an
verbundenen Unternehmen wurden gemäß § 906 Abs 34 UGB letztmalig mit EUR 8,0 Mio
aufgelöst.
Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um 1,2 %, die
Eigenkapitalquote (bezogen auf Gesamtkapital abzüglich Investitionszuschüsse und
Sonderposten für Emissionszertifikate) verminderte sich um 8,5 % auf 31,1 %.
Der Cash flow aus dem operativen Bereich liegt bei EUR 175,0 Mio und erhöhte sich um
7,8 % gegenüber dem Vorjahr. Während sich der Cash flow aus dem Ergebnis um EUR
19,8 Mio erhöhte, beträgt die Veränderung des Working Capital im Vergleich zum Vorjahr
EUR -7,2 Mio.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
FINANZIERUNGS- UND VERANLAGUNGSSTRATEGIE
Im Geschäftsjahr 2020/2021 dominierte die COVID-19-Pandemie weiterhin das Geschehen
an den Finanz- und Kapitalmärkten. Der einsetzende globale Konjunkturaufschwung ab
Jahresmitte führte teilweise zu massiven Lieferengpässen und Preissteigerungen bei
Rohstoffen aller Art. Die erhöhten Inflationsraten in den USA und der Eurozone spiegeln diese
Entwicklung wider. Die Reaktion der Notenbanken und Marktakteure wird davon abhängen,
wie nachhaltig die Teuerungsraten in den kommenden Monaten ausfallen. Die konservative
Ausrichtung der Finanzierungs- und Veranlagungspolitik der Energie AG hat sich auch im
abgelaufenen Geschäftsjahr bewährt.
Externes Rating bestätigt Krisenresilienz
Die internationale Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) hat im März 2021 die
Kreditwürdigkeit des Energie AG-Konzerns erneut mit der ausgezeichneten Rating-Einstufung
„A mit stabilem Ausblick“ bestätigt. Bereits seit über 20 Jahren verfügt das Unternehmen
über eine Bonitätsbeurteilung durch externe Experten und nimmt dabei eine absolute
Spitzenposition unter den österreichischen Energieversorgern, aber auch im internationalen
Vergleich ein. Die Rating-Auszeichnung unterstreicht die hohe Leistungsfähigkeit und
Krisenresilienz während der COVID-19-Pandemie. Dadurch sichert sich die Energie AG
weiterhin einen ungehinderten und kostenoptimalen Zugang zu den Finanz- und
Kapitalmärkten.
Nachhaltige Sicherstellung hoher finanzieller Flexibilität
Zur langfristigen Unternehmensfinanzierung hat die Energie AG im Mai 2021
Schuldverschreibungen bei institutionellen Investoren erfolgreich platziert. Insgesamt wurde
ein Volumen von EUR 75,0 Mio. in mehreren Tranchen mit Laufzeiten von 20, 25 und
30 Jahren zu sehr attraktiven Konditionen begeben. Die Mittel dienen zur Finanzierung
nachhaltiger Infrastrukturprojekte, insbesondere für den Ausbau und die Erneuerung von
Wasserkraft und Photovoltaik-Anlagen und den Ausbau des Stromnetzes in Oberösterreich.
Die Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich aufgrund der Begebung der
Namensschuldverschreibungen von EUR 597,6 Mio. per 30.09.2020 auf EUR 670,1 Mio. per
30.09.2021. Das Tilgungsprofil des Konzerns ist geprägt von endfälligen Finanzmitteln. Zum
Bilanzstichtag verfügte die Energie AG über hohe Liquiditätsreserven. Diese resultieren vor
allem aus der sehr guten operativen Performance im abgelaufenen Geschäftsjahr und aus
hohen Liquiditätszugängen (Margin-Zahlungen) im Zusammenhang mit
Absicherungsgeschäften im Commodity-Bereich. Per 30.09.2021 standen liquide Mittel in
Form von Kontoguthaben, Termineinlagen und kurzfristigen Veranlagungen von insgesamt
EUR 325,0 Mio. (Vorjahr: EUR 156,1 Mio.) zur Verfügung.
Durch die soliden Liquiditätsreserven und die sehr gute Kreditwürdigkeit bleibt die hohe
finanzielle Flexibilität des Energie AG-Konzerns nachhaltig gewährleistet.
Zentrale konzerninterne Finanzsteuerung
Die konzerninterne Finanzierung wird zentral über die Energie AG Group Treasury GmbH
gesteuert. Im Rahmen eines konzernweiten Cash-Poolings erfolgte im abgelaufenen
Geschäftsjahr der kurzfristige Liquiditätsausgleich zwischen den 27 österreichischen
Konzerngesellschaften (Stand 30.09.2021).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
WERTORIENTIERTE UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND
KAPITALKOSTEN
Das Wertmanagementkonzept der Energie AG ist ein Instrument zur Messung und Steuerung
des wirtschaftlichen Erfolges der Geschäftstätigkeit des Konzerns. Es dient der Beurteilung
der Attraktivität von Investitionstätigkeiten und sichert den Unternehmenswert sowie die
Generierung einer kapitalmarktorientierten Verzinsung für die Eigentümer. Von zentraler
Bedeutung sind neben dem operativen Ergebnis die Kapitalkosten (Weighted-Average-Cost-
of-Capital/WACC). Der WACC-Wert dient als Basis für die Festlegung der
Mindestrenditevorgaben der Konzernsteuerung und wird folglich als Messlatte für die
Wertschaffung des Unternehmens herangezogen.
Die Energie AG ermittelt die Kapitalkosten als gewichteten Durchschnitt der Eigen- und
Fremdkapitalkosten. Die Eigenkapitalkosten werden anhand des Capital-Asset-Pricing-Modells
(CAPM) ermittelt. Bei der Berechnung werden der risikolose Zinssatz, eine Länder- sowie eine
Marktrisikoprämie und ein Betafaktor berücksichtigt. Die Fremdkapitalkosten setzen sich aus
dem risikolosen Zinssatz, einer Länderrisikoprämie sowie den Credit-Spreads der Peer-Group
zusammen. Für die regulierten Geschäftsbereiche werden die von der Regulierungsbehörde
vorgegebenen Parameter verwendet. Die Kapitalkosten der auf dem freien Markt agierenden
Geschäftsbereiche werden nach dem Stichtagsprinzip marktorientiert ermittelt und in
weiterer Folge unter Verwendung des Bottom-Up-Verfahrens zu Segment- und
Konzernkapitalkosten hochgewichtet.
Die WACC-Berechnung unterliegt einer laufenden Evaluierung unter Berücksichtigung
aktueller Fachpublikationen und Fachgutachten. Bei Bedarf werden Adaptierungen
vorgenommen. Des Weiteren wird vor dem Hintergrund des volatilen Finanzmarktumfelds die
Entwicklung der Kapitalkosten laufend verfolgt. Der Konzern-WACC-Wert für das
Geschäftsjahr 2020/2021 betrug 4,0 % (Vorjahr: 4,2 %).
Eine zentrale Kennzahl für die unterjährige operative Konzernsteuerung ist neben dem
operativen Ergebnis der ROCE (Return-on-Capital-Employed), welcher anzeigt, wie effizient
und profitabel mit dem zur Verfügung stehenden Kapital umgegangen wird. Der ROCE
berechnet sich als Quotient aus Net-Operating-Profit-After-Tax (NOPAT) und dem
durchschnittlich gebundenen Kapital (ø Capital Employed).
Die Kennzahl NOPAT bezeichnet den versteuerten Gewinn aus der operativen
Geschäftstätigkeit ohne at equity-Ergebnis der assoziierten Unternehmen. Einmaleffekte wie
beispielsweise Impairments und Marktbewertungen werden berücksichtigt und sind im
NOPAT enthalten. Bei der Berechnung der Steuern werden in der Steuerbasis alle at equity-
Erträge herausgerechnet, da diese bereits um die Steuern bereinigt sind.
Das betriebsnotwendige Vermögen (Capital Employed) entspricht dem durchschnittlichen
Gesamtvermögen abzüglich der Vermögenswerte, welche nicht zur Leistungserbringung und
-verwertung beitragen, und abzüglich unverzinslicher Schulden. Es spiegelt das im
Unternehmen gebündelte verzinsliche Kapital wider. Das durchschnittliche Capital Employed
(ø CE) berechnet sich als Durchschnitt des gesamten Capital Employed der letzten zwei
Geschäftsjahre. Im Capital Employed werden die Buchwerte der at equity-Beteiligungen
exklusive der assoziierten strategischen Beteiligungen berücksichtigt.
Ziel des Energie AG-Konzerns ist es, durch konsequente wertorientierte
Unternehmensführung und -steuerung einen ROCE über WACC zu erwirtschaften. Der ROCE
abzüglich WACC ergibt den relativen Wertbeitrag. Durch Multiplikation mit dem eingesetzten
betrieblichen Vermögen errechnet sich der absolute Wertbeitrag. Je höher dieser ausfällt,
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
desto wirtschaftlich erfolgreicher ist die jeweilige Aktivität. Der Wertbeitrag wird durch
verschiedene Größen beeinflusst. Neben der operativen Ergebnisentwicklung ist die Höhe des
ROCE und des Wertbeitrags insbesondere vom eingesetzten Kapital abhängig. Die Kennzahl
NOPAT entspricht dem EBIT abzüglich darauf entfallender Steuern in Höhe von EUR 39,8 Mio.
sowie sonstiger Posten in Höhe von EUR 26,1 Mio..
Im Energie AG-Konzern erfolgt die Ressourcenallokation für zukünftige Investitionen und
Akquisitionen neben strategischen Gesichtspunkten ausschließlich nach den vorgestellten
wertorientierten Kriterien und Methoden.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 lag der ROCE des Energie AG-Konzerns mit 6,8 % um
0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres (5,9 %).
BESTAND AN EIGENEN ANTEILEN
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 16.12.2020 wurde das Grundkapital der Energie AG
Oberösterreich mittels einer vereinfachten Kapitalherabsetzung von EUR 88.655.524,00 um
EUR 1.742,00 auf EUR 88.653.782,00 durch Einziehung von 1.742 Stück eigenen, auf
Namen lautenden Stückaktien in Form von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht herabgesetzt.
Aufgrund dessen wurde auch die Satzung der Gesellschaft in § 4 entsprechend angepasst.
Das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm der Energie AG Oberösterreich sieht in bestimmten
Fällen das Recht bzw. die Pflicht vor, dass die Energie AG Mitarbeiteraktien erwirbt. Im
Geschäftsjahr 2020/2021 haben sich aus diesem Titel folgende Bewegungen bei den eigenen
Aktien ergeben:
Anteil am
Grundkapital
Anteil am
Grundkapital
TEUR
Eigene Anteile
Stück
%
0,002
Bestand an eigenen Anteilen per 30.09.2020
Abgänge 2020/2021
1.742
-1.742
+1.224
1.224
1,7
-1,7
+1,2
1,2
-0,002
+0,001
0,001
Zugänge 2020/2021
Bestand an eigenen Anteilen per 30.09.2021
INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein in die Arbeits- und Betriebsabläufe des Energie AG-
Konzerns eingebetteter Prozess, der von den Führungskräften und Mitarbeitern durchgeführt
wird, um bestehende Risiken zu erfassen und zu steuern sowie mit ausreichender Gewähr
sicherstellen zu können, dass im Rahmen der Erfüllung der Aufgabenstellungen im Konzern
die folgenden allgemeinen Ziele erreicht werden:
Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit
Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Berichterstattung
Einhaltung der für das Unternehmen geltenden internen Regelungen sowie der
maßgeblichen rechtlichen Vorschriften, insbesondere für den Rechnungslegungsprozess
Im Energie AG-Konzern sind die Holdingfunktionen „Konzern-Treasury“, „Konzern-
Accounting“ und „Controlling und Risikomanagement“ etabliert. Die Abteilung
„Rechnungswesen“ fungiert als Dienstleister für den gesamten Konzern und ist in der
Energie AG Oberösterreich Business Services GmbH (Business Services GmbH) eingerichtet.
Ein stark IT-gestützter Prozess und ein hoher Standardisierungsgrad bei der Datenerfassung
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
259
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
und Aufbereitung, beginnend bei den kaufmännischen Diensten über die Erstellung der
Einzelabschlüsse der Gesellschaften bis hin zur Konsolidierung im Konzernabschluss, stellen
die Basis für eine valide Finanzberichterstattung dar. Die oben genannten Bereiche bilden
somit den Kern des IKS-Kontrollumfelds im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess.
Die Kernprozesse aus den oben genannten Bereichen sind ebenso wie die prozessinhärenten
wesentlichen Risiken samt entsprechenden Kontrollen in einem eigenen IT-Tool erfasst. Dieses
IT-Tool vernetzt seit dem Geschäftsjahr 2020/2021 die Bereiche IKS, Qualitätssicherung- und
Umweltschutz (QSU), Datenschutz, Risikomanagement sowie Informations- und
Kommunikationstechnik-(IKT)-Risiken und hat sich als wertvolles Informationssystem für
Führungskräfte und Mitarbeiter etabliert.
Die Kontrollen werden in ihrer konkreten Ausgestaltung den individuellen und
risikoadäquaten Erfordernissen angepasst und können sowohl manuelle als auch
automatisierte Komponenten umfassen. Das Vier-Augen-Prinzip wird für Freigabeprozesse
stringent angewandt und Funktionstrennungskonflikte werden vermieden respektive durch
kompensierende Kontrollen überwacht.
Kontinuierliches Monitoring sowie zyklische Prüfungen durch die Konzernrevision hinsichtlich
Kontrolldesign und Effektivität der Kontrollen bilden die Basis der Qualitätssicherung und
Überwachung der Systeme im gesamten Konzern.
Ein strukturiertes, standardisiertes Reporting an Vorstand und Aufsichtsgremien stellt die
Wahrnehmung der gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungsaufgaben sicher.
Das Kontrollbewusstsein ist in den operativen Einheiten gut verankert und wird in den
Geschäftsprozessen nachhaltig umgesetzt. Darüber hinaus ist die Wahrung und Stärkung der
Risiko-Awareness und des Bewusstseins der Bedeutung der ethischen Werte, die in Vision
und Leitbild festgeschrieben sind, ein wichtiger Baustein der Corporate-Governance-Kultur.
Die gesetzliche Verpflichtung zur Gleichbehandlung gemäß ElWOG und GWG ist mit
entsprechenden IKS-Kontrollen abgesichert und wird durch ein Monitoring durch den
Gleichbehandlungsbeauftragten gewährleistet.
Das IKS entsprach somit im abgelaufenen Geschäftsjahr den gesetzlichen Anforderungen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
260
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
CHANCEN- UND RISIKOLAGE
Die Risiko- und Chancenlage der Energie AG wird stark durch die herausfordernden
energiewirtschaftlichen und -politischen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen
volatilen Preisentwicklungen beeinflusst. Zudem haben regulatorische Veränderungen, die
klimatischen/klimapolitischen Bedingungen und mögliche weitere Folgen der COVID-19
Pandemie erhebliche Auswirkung auf die Energie AG.
Höchste Priorität hat die Wahrnehmung aller systemrelevanten Aufgaben, insbesondere die
zuverlässige Versorgung mit Strom, Gas, Wärme, Telekommunikationsdienstleistungen und
Wasser ebenso wie die Entsorgung von Abfällen und Abwasser.
Um die finanzielle Stabilität zu erhalten, setzt die Energie AG auf gezielte strategische und
operative Maßnahmen. Dazu zählen ein wertbasiertes Investitionsmanagement, Maßnahmen
zur Steigerung der Effizienz sowie neue Geschäftsmodelle und Innovationen zur Erschließung
neuer Ertragspotenziale.
Mittel- und langfristige Prognosen sind vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden
COVID-19-Pandemie und zahlreicher energiepolitischer Unabwägbarkeiten derzeit nur
begrenzt belastbar. Die Geschäftstätigkeit der Energie AG ist weiterhin mit Risiken behaftet,
es wurden jedoch im Geschäftsjahr 2020/2021 keine Risiken identifiziert, die einzeln oder in
ihrer aggregierten Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
261
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Wesentliche Chancen (+) | Risiken (-) 1) und Maßnahmen
STRATEGISCHE CHANCEN | RISIKEN
PROJEKT-CHANCEN | RISIKEN
+|− Strategische Chancen | Risiken durch
hohe, langfristige Investitionskosten, Projekte mit
hoher Komplexität
Änderungen der klimatischen
Rahmenbedingungen
Unter- und Überschreitungen von den geplanten
Werten betreffend Zeitplan, Projekt-Kosten und
-Qualität
Extrem-Ereignisse und deren Folgen (Hitze-
|Trockenperioden, Überschwemmungen,
Stürme, Hagel, Waldbrände, Lawinen)
langfristige Veränderungen klimatischer und
ökologischer Bedingungen
(energie-)politische Unsicherheit
Maßnahmen:
Projektmanagement
(Niederschlagshäufigkeit /-mengen, Anstieg der
Durchschnittstemperaturen)
Risikomanagement-Methoden im gesamten
Projektzyklus
Veränderungen der energiepolitischen und
energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Änderungen in den technologischen
Entwicklungen, im Marktumfeld, in den
Kundenbedürfnissen …
optimierte Vertragsgestaltung
NACHHALTIGKEITS-CHANCEN | RISIKEN
Mittelfristig – in unserem 5-Jahres Planungshorizont
– gehen wir davon aus, dass klimabezogene
Chancen | Risiken innerhalb der statistischen
Bandbreite der vergangenen Jahre bleiben, diese
werden auch so in unseren Szenarien (Chancen |
Risiken) berücksichtigt.
Maßnahmen:
kontinuierliche intensive Beobachtung von
energiepolitischen-|wirtschaftlichen
Entwicklungen, Märkten, Wettbewerbern,
Kunden, Klima und Technologien
Teilnahme an Forschungsprojekten, …
frühzeitiges und intensives Monitoring von
strategischen Chancen | Risiken
Mögliche darüberhinausgehende langfristige
klimabedingte Risiken und Chancen werden in der
strategischen Entscheidungsfindung berücksichtigt.
Chancen | Risiken die durch die Geschäftstätigkeit
der Energie AG auf die Nachhaltigkeitsbelange
entstehen können.
WERTHALTIGKEITS-CHANCEN | RISIKEN
Zu- und Abschreibungen bei Anlagen,
Bezugsrechten, Beteiligungen
Wertberichtigung von Forderungen
Bildung von Drohverlustrückstellungen
Maßnahmen:
laufendes Monitoring, Sensitivitätsanalysen
langfristige Verträge
Kontrahenten-Risikomanagement
1)
Risiko|Chancen-Definition:
- ein Risiko ist die Möglichkeit, dass ein Ereignis eintritt, das sich negativ auf die Zielgröße (EBT, EBIT, cashflow) auswirkt
- eine Chance ist die Möglichkeit, dass ein Ereignis eintritt, das sich positiv auf die Zielgröße (EBT, EBIT, cashflow) auswirkt
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
262
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
MARKT- UND WETTBEWERBSRISIKEN
+|− Marktpreisänderungen
+|− Marktpreis- und Mengen-Änderungen in der
Entsorgung
(Strom-, Gas- Biomasse- und Zertifikat-Preise)
Wertstoffe, Gewerbemüll, Hausmüll, Anlieferpreise
Thermik, …
Maßnahmen:
gebündeltes Management der Commodity
Preisrisiken durch die Energie AG Oberösterreich
Trading GmbH
verstärkter Wettbewerb mit
Vorbehandlungsanlagen und industriellen
Mitverbrennern
auf das Marktumfeld abgestimmte
Risikostrategien
verstärkte Rekommunalisierungsbestrebungen
kommunaler Abfallwirtschaftsverbände
Nutzung konzerninterner Synergien
Maßnahmen:
langfristige Lieferverträge mit festgelegten
Mengen und Preisen
+|− Stromerzeugungsmenge aus Wasserkraft
beeinflusst durch die Wetter-/Klima-Entwicklung
fokussierte Marktaktivitäten
Maßnahmen:
intensivierte Zusammenarbeit mit dem
öffentlichen Sektor
Optimierte Bewirtschaftung des
Erzeugungsportfolios
Weiterentwicklung von Digitalisierungsprojekten
+|− Vertragsverluste|-gewinne sowie
Vertragsveränderungen im Wasser-
|Abwasserbereich
+|− Stromproduktion aus thermischen Kraftwerken
Maßnahmen:
gebündeltes Management der Commodity
Preisrisiken durch die Energie AG Trading
langfristige Verträge
Maßnahmen:
Synergieprojekte
laufende Beteiligung an (Konzessions-)
Ausschreibungen
Nutzung konzerninterner Synergien
auf das Marktumfeld abgestimmte
Risikostrategien
+|− Absatzmengen von Strom, Gas, Wärme und
Telekommunikationsdienstleistungen
beeinflusst durch Wetter-/Klima-Entwicklung,
Wettbewerb, Konjunktur, Politik, …
Maßnahmen:
Bündelung der Vertriebe
Preisgarantie
Service- und Förderangebote
Fokus auf Digitalisierung
Positionierung als Energiedienstleister
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
263
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
CHANCEN/RISIKEN AUS DER OPERATIVEN GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
− Anlagenrisiken
− Risiken aus Informationssicherheit, Cyber
Security und Datenschutz
Beeinträchtigung der Verfügbarkeit von Anlagen
durch
Maßnahmen:
optimierte Versicherungsstrategie
umfassende technische Maßnahmen
Managementsystemen für Informationssicherheit
und Datenschutz
technische Störungen, Sabotage, …
Naturkatastrophen wie Stürme, Hochwasser, …
Maßnahmen:
Wartungs- und Qualitätskontrollen
optimierte Instandhaltungsstrategie
bauliche (Hochwasser)-Schutzmaßnahmen
Strategieprogramme „Verkabelung von
störungsanfälligen Mittelspannungsleitungen“,
„Niederspannungsverkabelung“, konsequente
Erweiterung der Netz-Automatisierung
Krisen- und Notfallmanagement
− Personalrisiken
Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für eigene
Mitarbeiter und Leasing-Mitarbeiter
Verlust von Kompetenz und Know-how
Maßnahmen:
Sicherheitsschulungen für Beschäftigte
Betriebliches Gesundheitsmanagement
energy@work
Versicherungen
Lehrlings-|Traineeausbildung
+|− physische Wetterrisiken
Konzernrichtlinien „Personalführungsmodell“,
„Management by Objectives“, „Führungskräfte-
Akademie“
wie Hitze-|Trockenperioden, Überschwemmungen,
Stürme, Hagel, Waldbrände, Lawinen und deren
Auswirkungen auf Dritte
Maßnahmen:
bauliche (Hochwasser)-Schutzmaßnahmen
Strategieprogramme „Verkabelung von
störungsanfälligen Mittelspannungsleitungen“,
„Niederspannungsverkabelung“, konsequente
Erweiterung der Netz-Automatisierung
Krisen- und Notfallmanagement
Versicherungen
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
264
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
POLITISCHE, REGULATORISCHE UND RECHTLICHE CHANCEN/
RISIKEN
+|− Änderungen der regulatorischen
Rahmenbedingungen
+|− politische und rechtliche Rahmenbedingungen
klimapolitische EU-Vorgaben bzw. deren
Umsetzung in Österreich
für Strom- und Gasnetz
rechtlichen Rahmen-Bedingungen für die
Projektentwicklung und -umsetzung
Änderungen des Förderregimes
Maßnahmen:
intensiver und konstruktiver Dialog mit der
Regulierungsbehörde
Maßnahmen:
Zusammenarbeit in Interessensvertretungen
intensiver und konstruktiver Dialog mit Behörden
und Politik
+|− rechtliche Risiken
Zusammenarbeit in Interessensvertretungen
aus offenen Rechtsstreitigkeiten
Maßnahmen:
juristische Unterstützung
bilanzielle Rückstellungen
außergerichtliche Vergleiche
COMPLIANCE-RISIKEN UND DATENSCHUTZVERLETZUNGEN
− Compliance-Risiken
− Datenschutzverletzungen
Kartell- und Korruptionsrisiken
Finanzmarkt-Compliance
unbeabsichtigte oder unrechtmäßige
Datenvernichtung, -verlust, -veränderung oder
-offenlegung
Maßnahmen:
Hackerangriff
Konzernrichtlinien „Compliance Management
System“, „Antikorruption“, „Umgang mit Insider-
Informationen“, „IKT-
Maßnahmen:
Konzernrichtlinien "Datenschutz-
Managementsystem" und "Datenschutz-
Compliance-Policy"
Informationssicherheitsmanagement“
Präsenzschulungen und E-Learnings
Präsenzschulungen und E-Learnings
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
265
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
FINANZRISIKEN
+|− Zinssatz-Änderungen
Maßnahmen:
+|− Chancen | Risiken aus Beteiligungen
Schwankungen der Beteiligungserträge
Schwankungen bei Dividenden-|
Gewinnausschüttungen
Langfristige Fixzinsvereinbarungen
Maßnahmen:
+|− Fremdwährungsrisiko
laufendes Monitoring
vorwiegend aus den Transaktions- und
Translationsrisiken der tschechischen
Konzerngesellschaften
Vertretung in den Gremien der Beteiligungen
+|− Änderungen des Diskontierungszinses für
Rückstellungen
Maßnahmen:
laufendes Monitoring
der Barwert von Rückstellungen sinkt bei einem
höheren Diskontierungszinssatz und steigt bei einem
geringeren Diskontierungszinssatz
im Bedarfsfall Währungsabsicherungen
+|− Preisänderungen bei Finanzanlagen
(Wertpapiere, Fonds)
Maßnahmen:
laufendes Monitoring
resultierend aus Marktwertschwankungen an den
Kapitalmärkten
− Kontrahenten-Risiken
Maßnahmen:
vollständiger bzw. teilweiser Ausfall von
Kontrahenten
konservative Veranlagungspolitik (Investment
Policy)
konsequentes Monitoring
Maßnahmen:
laufende Quantifizierung der Kursrisiken
laufendes Monitoring
Kreditlimitsysteme
+|− Rating-Veränderung
Absicherungsinstrumente
gezielte Strategie der Diversifizierung der
Geschäftspartner
bedeutet geringere| höhere Refinanzierungskosten
Maßnahmen:
COVID-19-Kontrahenten-Taskforce
das Management der Energie AG strebt
unverändert die langfristige Aufrechterhaltung
der Single-A-Bonität an
− Liquiditätsrisiko
Maßnahmen:
Sicherstellung der Einhaltung der dafür
notwendigen Finanzkennzahlen
zentrale, vorausschauende Liquiditätsplanung
ausreichende Liquiditätsreserven
offene, teilweise kommittierte Kreditlinien
Risikomanagement-Prozess
Vor dem Hintergrund der aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den
damit verbundenen volatilen Preisentwicklungen bestehen für die Branche und die
Energie AG zahlreiche Unsicherheiten.
Das Risikomanagementsystem der Energie AG dient dazu Chancen und Risiken, die sich
daraus ergeben, frühzeitig zu identifizieren, Risiken mit geeigneten Maßnahmen zu
begegnen und Chancen zu realisieren. Die Risikobewertungen fließen als etablierter Teil des
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
266
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Führungs- und Steuerungssystems in strategische und operative Entscheidungen ein und
unterstützen das Management.
Das Risikomanagement der Energie AG orientiert sich an dem etablierten COSO-II-
Rahmenwerk als Standard für unternehmensweites Risikomanagement. Von den
verantwortlichen Geschäftsbereichen werden in einem vierteljährlichen, strukturierten Prozess
die Risiken/Chancen und Maßnahmen identifiziert, bewertet und in einem zentralen
Managementsystem erfasst. Im Anschluss werden die dezentralen Daten auf Konzernebene
analysiert und zur Gesamt-Risikoposition des Konzerns aggregiert.
Quartalsweise erfolgt das Reporting an den Konzernvorstand und bei Bedarf ad hoc. Der
Risikomanagement-Bericht ist integrierter Bestandteil der Aufsichtsrats-Berichterstattung und
wird gemäß URÄG im Hinblick auf Wirksamkeit und Validität der Prozesse auch dem
Prüfungsausschuss berichtet. Die ordnungsgemäße Dokumentation und Prüfbarkeit ist durch
das zentrale Managementsystem sichergestellt.
FORSCHUNG, ENTWICKLUNG UND INNOVATION
Für die Energie AG ist Forschung, Entwicklung und Innovation eine wesentliche Komponente,
um zukünftigen Herausforderungen gut vorbereitet zu begegnen. Trotz der veränderten
Rahmenbedingungen durch die COVID-19-Pandemie wurde auch im Berichtszeitraum an
zahlreichen Projekten erfolgreich gearbeitet.
Die europäischen und österreichischen Zielsetzungen bezüglich Klimaziele münden in
zunehmend konkreteren Ableitungen und Regelungen, wodurch sich neue Projekte und
Forschungsfelder ergeben. So wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 Projekte zur
Wasserstofftechnologie im Rahmen der „Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power &
Gas“ (WIVA P&G) vorbereitet und gestartet. Dem Energieträger Wasserstoff wird eine
zentrale Rolle bei der Verlagerung von Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen vom
Sommer in den Winter sowie zur industriellen Dekarbonisierung zugeschrieben.
Darüber hinaus setzt sich die Energie AG im Bewusstsein um die gesellschaftliche
Verantwortung für die zukünftigen Generationen und die Verantwortung für die sichere
Versorgung Oberösterreichs in allen Konzernbereichen proaktiv und mit hohem Engagement
unter anderem mit Fragestellungen bezüglich der Elektrifizierung, Dekarbonisierung und
Ökologisierung von Sektoren, der Steigerung der Energieproduktion aus erneuerbaren
Quellen und deren Integration in das bestehende Energiesystem auseinander. Der
Digitalisierung und Automatisierung kommt dabei eine zentrale Rolle für Entwicklungen und
Innovationen zu.
Seit dem Geschäftsjahr 2019/2020 wird das Zukunftsthema „Innovation“ in der mit
01.10.2019 gegründeten Wertstatt 8 GmbH aktiv vorangetrieben. Die 100 %-Tochter
fokussiert ihre Aktivitäten auf die Entwicklung digitaler Lösungen und innovativer
Geschäftsmodelle rund um die Themen Energie und Umwelt.
Darüber hinaus legt die Energie AG Wert auf eine gute Vernetzung und intensive
Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Diese
garantieren einen erfolgreichen Austausch mit wertvollem gegenseitigen Nutzen.
Einheit
Anzahl
FTE
2020/2021
128
2019/2020
Veränderung
+30,6 %
Anzahl der F&E&I-Projekte im Konzern
Mitarbeiter in F&E&I-Projekten
98
51,4
4,1
58,9
+14,6 %
F&E&I-Aufwendungen im Konzern
Mio. EUR
5,5
+34,1 %
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
267
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Im Geschäftsjahr 2020/2021 fand Forschung, Entwicklung und Innovation unter anderem in
folgenden Projekten statt (Auszug):
„Underground Sun Storage 2030“
Im Zuge der WIVA P&G wird im Projekt „Underground Sun Storage 2030“ gemeinsam mit elf
Konsortialpartnern die großvolumige Speicherung von Wasserstoff in ausgeförderten
Erdgaslagerstätten erforscht. Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energieträgern werden
dabei mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und in dieser Form gespeichert,
wodurch dieser als Energieträger für eine Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar ist.
Dies ist für das zukünftige Energiesystem von größter Bedeutung, da vor allem durch den
starken Photovoltaikausbau zukünftig in den Sommermonaten überschüssiger Strom zur
Verfügung stehen wird, im Winter jedoch ein Defizit bestehen wird. Die Energie AG ist an
Arbeitspaketen zur Erzeugung des grünen Wasserstoffs aus erneuerbarem Strom mittels
Elektrolyse sowie an der Einspeisung des ausgespeicherten grünen Wasserstoffs in das
bestehende Gasnetz der Netz Oberösterreich GmbH (Netz OÖ GmbH) beteiligt.
„HeatHighway“
Im Projekt „HeatHighway“ im Rahmen der Vorzeigeregion NEFI („ › New Energy for
Industry“) werden zwei 100 km lange Fernwärmenetze in Oberösterreich und der Steiermark
geplant und bestmöglich Teilabschnitte zur praktischen Umsetzung gebracht. Untersucht
werden interregionale Wärmeübertragungsnetze, die mehrere industrielle Abwärme- und
andere nachhaltige Wärmequellen sowie mehrere Fernwärmenetze, industrielle
Prozesswärmesenken und Speicher miteinander verbinden. Im Fokus steht neben der
Entwicklung einer interdisziplinären Toolbox für die Implementierung interregionaler
Wärmeübertragungsnetze die mittelfristige Nutzung von Abwärme aus innovativen Prozessen
zu antizipieren, ein kostengünstiges Rohrsystem zu entwickeln und anschließend einen
„Lean-Pipe-Prototypen“ zu konstruieren. Weiters soll die technische Beherrschbarkeit eines
solchen Systems mittels eines „virtuellen Wärmeübertragungsnetz-Demonstrators“, welcher
auf 3D-Simulationen basiert, gezeigt werden.
Peer2Peer-Stromtausch-App „E-Fairteiler“
Die Wertstatt 8 GmbH hat gemeinsam mit der Vertrieb GmbH mit dem E-Fairteiler in einem
zutiefst kundenzentrierten Innovationsprozess eine App entwickelt, welche es den Kunden
ermöglicht, selbst produzierten Strom untereinander zu tauschen, zu verkaufen, zu
verschenken oder zu spenden. Der E-Fairteiler erlaubt es Besitzern von Photovoltaik-(PV)-
Anlagen, an Kunden ohne PV-Anlagen regional erzeugten Sonnenstrom zu liefern. Jeder
Kunde kann damit lokalen erneuerbaren Strom beziehen, seine lokalen Lieferanten nach
seinen individuellen Bedürfnissen priorisieren und Preisvereinbarungen mit diesen treffen. In
die Entwicklung wurden Kunden der Energie AG aktiv eingebunden, und der Prototyp wurde
in einer Pilotregion erfolgreich erprobt. Das nun erhältliche Stromprodukt „Ökostrom E-
Fairteiler“ kommt ohne zusätzliche Hardware aus, da die Daten der Smart-Meter-Stromzähler
verwendet werden.
Ökologische Beforschung von Fließgewässern mit
Wasserkraftnutzung
In einem Forschungsschwerpunkt zur Wasserökologie wird in Teilprojekten mit verschiedenen
Partnern unter anderem zu den Themen Sedimentmanagement in Gewässern mit
Wasserkraftnutzung, flussabwärts gerichtete Fischwanderung und ökologisches Potenzial
hochalpiner Restwasserstrecken schwallbelasteter Gewässer geforscht.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
268
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
ECOSINT – Energy-Community-System-INTegration
Gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen der Energiewirtschaft, Automatisierungstechnik
und Energieinformatik sowie Vertretern der Regulierungsbehörde und anderen
Netzbetreibern wird eine geeignete Architektur für Local-Energy-Communities entwickelt.
Diese soll für Gemeinschaftsanlagen, Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften oder
Bürgerenergiegemeinschaften zum Einsatz kommen und die Nutzung von Flexibilitäten
ermöglichen, sodass Local-Energy-Communities netzdienlich und förderlich für das
Gesamtsystem in dieses eingebunden werden können.
Digitalisierungs- und Automatisierungsinitiativen
Die Energie AG setzt ihre Digitalisierungs- und Automatisierungsinitiative konsequent fort.
Dabei entsteht auf der einen Seite direkter Nutzen für interne Prozesse, wie durch Projekte
der Kraftwerksinstandhaltung, wo ein Konzept für Predictive Maintenance bei Kraftwerken
gestartet, ein digitales Dammüberwachungssystem entwickelt sowie ein „digital twin“ einer
Talsperre erstellt wurden.
Im Entsorgungsbereich wird für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Handling
(Beprobung, Entleerung, Umverpackung) von gefährlichen flüssigen Stoffen durch
automatisierte Bearbeitung und Industrieroboter erleichtert und sicherer gemacht.
Auch die Kunden profitieren unmittelbar durch die Initiativen der Energie AG, wie z.B. durch
das Pilotprojekt „Wasser unter Kontrolle“, bei dem in zwei oberösterreichischen Gemeinden
intelligente Wasserzähler getestet wurden. Diese bieten den Kunden zusätzliche Features, wie
eine Übersicht über die Verbrauchsentwicklung sowie Alarmierungen bei ungewöhnlichen
Verbrauchsentwicklungen, beispielsweise Leckagen im Gebäude. Gemeinden wird eine
vereinfachte Ablesung der Zählerstände und die bessere Planung von Poolbefüllungen
ermöglicht.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
269
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
AUSBLICK
Kurz nach Ende des Berichtszeitraums wurden am 03.10.2021 seitens der österreichischen
Bundesregierung die Eckpunkte der ökosozialen Steuerreform vorgestellt, die ab dem Jahr
2022 schrittweise in Kraft treten soll. Neben Steuerentlastungen wird damit eine
Ökologisierung des Steuersystems in Form von CO2-Bepreisungen für Energieanwendungen
bei Gebäuden und Verkehr sowie Unternehmen außerhalb des Emissionshandels ab Mitte
2022 einhergehen, was zu Verteuerungen beispielsweise der eigenen Logistik und auch des
Gaspreises führen wird.
Vor dem Hintergrund der weiterhin anhaltenden COVID-19-Pandemie und
Unabwägbarkeiten wie beispielsweise Lieferkettenproblemen sind Prognosen zur
konjunkturellen Entwicklung für das Geschäftsjahr 2021/2022 derzeit nur begrenzt belastbar.
Experten erwarten jedoch für den Euroraum eine weiterhin dynamische konjunkturelle
Entwicklung bei gleichzeitig deutlich höheren Inflationsraten als in der Vergangenheit.
Zu Ende des Geschäftsjahres 2020/2021 zeigten die Preise auf den internationalen
Energiemärkten massive Anstiege mit beinahe täglich überbotenen Rekordmarken. Nachdem
die Notierungen Anfang Oktober ihre bisherigen Höchststände erreichten, folgte eine noch
immer andauernde Phase mit hohen Volatilitäten und sprunghaften Preisänderungen. Für das
Winterhalbjahr ist mit einer weiterhin sehr volatilen Seitwärtsbewegung der
Großhandelspreise zu rechnen. In der Folge kann parallel mit einer Angebotserweiterung
oder Nachfragereduktion bei Gas und Kohle eine Entspannung der Situation erwartet
werden. Von einer Rückkehr zu günstigen Energiepreisen wie unmittelbar nach Beginn der
COVID-19-Pandemie ist nicht auszugehen. Die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten stellt
eine wesentliche Grundlage für die Preisbildung im Strom- und Gasbereich dar. Bei langfristig
anhaltendem hohen Niveau steigt für die Energie AG das Risiko auf der Beschaffungsseite.
Neben der anspruchsvollen Situation auf den Beschaffungsmärkten werden im Geschäftsjahr
2021/2022 auch die energiepolitischen Rahmenbedingungen – insbesondere die
ambitionierten Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien bzw. bei der CO2-Reduktion –
eine große Herausforderung für die Energie AG darstellen.
Die Vertrieb GmbH beabsichtigt, für bestehende Privat- und Gewerbekunden die Preise für
Strom- und Gas-Standardprodukte (ausgenommen Privat-/Gewerbestrom Float) sowie für
Glasfaser-Internet bis zumindest 01.01.2023 konstant zu halten. Aufgrund der eklatant
gestiegenen Beschaffungskosten mussten die Preise für Neukunden im Bereich Strom und
Gas per 16.11.2021 an das Marktniveau angepasst werden.
Das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Ebensee wird im kommenden Geschäftsjahr intensiv
vorangetrieben werden. Im Fokus des laufenden Vorprojekts wird die Detail- und
Ausschreibungsplanung stehen. Die thermischen Stromerzeugungskapazitäten der
Energie AG haben für die Bereitstellung als Netzreserve weiterhin hohe Bedeutung. Auch für
das Geschäftsjahr 2021/2022 steht das GuD-Kraftwerk Timelkam dem
Übertragungsnetzbetreiber zur Engpassvorhaltung zur Verfügung.
Im Zuge des umfangreichen Strategieprojekts mit der eww ag wird die Wärmeversorgung für
Haushalte sowie Unternehmen im Raum Wels ab dem Jahr 2021 deutlich erweitert und
verdichtet. Darüber hinaus werden in den Jahren 2021 und 2022 eine zweite große
Transportleitung im Norden der Stadt gebaut und zur Absicherung der Fernwärmeversorgung
zwei hochmoderne Heißwasserkessel errichtet. Die Wärmeauskopplung der Welser
Abfallverwertung wird dadurch signifikant steigen. Die Umwelt Service GmbH wird ab 2022
die Wärmelieferung an die eww ag übernehmen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
270
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Darüber hinaus übernimmt die Energie AG ab 2022 die Betriebsführung des neuen
Wasserkraftwerkes Traunleiten sowie weiterer kleiner Kraftwerke. Somit steuert die
Energie AG künftig die gesamte Kraftwerkskette Traun, wodurch das Zusammenspiel der
Erzeugungsanlagen weiter optimiert werden kann und dies zu einer deutlichen Steigerung
der Effizienz bei der Produktion von grünem Strom führen wird.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen des Segments Netz sind in der Sparte Strom für das
laufende Geschäftsjahr weiterhin als stabil einzuschätzen. Bei den wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen für Gas steht die Entscheidung für das Jahr 2020 aktuell noch aus, es
ist jedoch davon auszugehen, dass die Parameter auf Basis der für die Jahre 2018 und 2019
getroffenen Entscheidungen für die gesamte dritte Regulierungsperiode angewendet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt wird das Kostenermittlungsverfahren Gas für die vierte
Regulierungsperiode (voraussichtlich ab 01.01.2023) sein, welches im September 2021
eingeleitet wurde. Weitere wesentliche Schwerpunkte werden neben aktuellen Projekten im
Gas- und Stromnetz die Umsetzung der Anforderungen des am 27.07.2021 kundgemachten
Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzespakets sowie die Vorbereitung auf die Zertifizierung nach EN
ISO 27001 sein.
Im Segment Entsorgung wird nach dem starken Anstieg im Berichtszeitraum für das
Geschäftsjahr 2021/2022 eine Abflachung der Wertstoffpreise für Papier und Metalle
erwartet. Neben den Kooperationen mit externen Partnern im Zusammenhang mit dem
Recycling von Altkunststoffen werden weitere Überlegungen zum Wiederaufbau der
Kunststoff-Sortierung angestellt.
In der Tschechischen Republik birgt die bevorstehende Energiewende mit dem Ausstieg aus
der Energieerzeugung auf Kohlebasis und einer neu gestalteten Klimapolitik zahlreiche
Chancen für das Segment Tschechien der Energie AG. Hier gilt es, EU-Förderprogramme im
Bereich Energieeffizienz zu prüfen und Projekte für die Wärme-, Wasserver- und
Abwasserentsorgung zu entwickeln. Die kostenseitig sehr einschneidenden aktuellen
Entwicklungen auf dem Strom- und Gaspreismarkt werden genauestens beobachtet, zumal
die drastischen Preissteigerungen Lieferanten, Betreiber und Kunden massiv unter Druck
bringen und Folgeauswirkungen nicht abschätzbar sind. Bei den für Gemeinden und Städten
erbrachten Dienstleistungen gibt es bisher keine Anzeichen einer Eintrübung beim
Auftragsvolumen.
Im neuen Geschäftsjahr ist geplant, die Kräfte der Energie AG im FTTH-Ausbau mit jenen des
Landes Oberösterreich zu bündeln. Damit sollen optimale Bedingungen für den
flächendeckenden Glasfaserausbau in Oberösterreich geschaffen werden. Im Zuge dessen soll
auch das FTTH-Glasfasernetz der Energie AG in eine gemeinsame Gesellschaft abgespalten
werden. Der Fokus für das Geschäftsjahr 2021/2022 liegt im Glasfaserbereich deshalb auf der
operativen Umsetzung der Abspaltung und der organisatorischen und prozessualen
Neuaufstellung der verbleibenden Bereiche. Insbesondere im verbleibenden Glasfaser-
Businesskundenbereich gilt es, die Erträge in einem immer kompetitiveren Umfeld
abzusichern.
Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit im Geschäftsjahr 2021/2022 wird in der Energie AG
weiterhin die zuverlässige Wahrnehmung aller systemrelevanten Aufgaben, insbesondere der
Versorgungssicherheit der Kunden, liegen. Als wichtige strategische Zielsetzungen bleiben
neben der permanenten Ausrichtung aller Leistungen an den Bedürfnissen der Kunden die
Themen Digitalisierung, Innovation, Regionalität und finanzielle Stabilität weiterhin im Fokus.
Die Themen Energiewende und Kreislaufwirtschaft, aber auch der Wandel in der Mobilität
fordern in den nächsten Jahren einerseits die entsprechende Verantwortlichkeit der Branche,
bieten andererseits aber auch neue Chancen, die die Energie AG proaktiv nutzen möchte.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
271
Einzelabschluss 2020/2021 Lagebericht des Unternehmens
Vor dem Hintergrund der derzeit sehr volatilen Preisentwicklungen auf den internationalen
Energiemärkten wird unter der Annahme einer fortgesetzten Konjunkturerholung für das
Geschäftsjahr 2021/2022 eine zwar unter dem sehr guten Ergebnis des Berichtszeitraums
liegende, aber dennoch zufriedenstellende Ergebnisentwicklung erwartet.
Linz, am 3. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
272
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
GEPRÜFTER EINZELABSCHLUSS
GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG 2020/2021
2020/2021
2019/2020
EUR
TEUR
1. Umsatzerlöse
409.488.989,87
47,10
369.261
7
2. Aktivierte Eigenleistung
3. Sonstige betriebliche Erträge
4. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
5. Personalaufwand
3.985.041,84
-191.427.509,51
-11.604.769,85
7.328
-154.563
-10.229
6. Abschreibungen (davon aus außerplanmäßigen Abschreibungen EUR 240.777,16;
Vorjahr TEUR 8.686)
-123.108.242,82
-27.446.293,32
59.887.263,31
-128.246
-20.146
63.412
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Zwischensumme aus 1 – 7 (Betriebsergebnis)
8.
9.
Erträge aus Beteiligungen (davon aus verbundenen Unternehmen EUR 28.000.000,00;
Vorjahr TEUR 42.024)
29.585.110,10
771.907,12
450.651,77
43.183
601
10. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens (davon
aus verbundenen Unternehmen EUR 365.653,29; Vorjahr TEUR 537)
11. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00;
Vorjahr TEUR 0)
89
12. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und Wertpapieren
des Umlaufvermögens (davon aus verbundenen Unternehmen EUR 22.025,82; Vorjahr
TEUR 41)
22.025,82
200
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens (davon
aus verbundenen Unternehmen EUR 1.523.295,10; Vorjahr TEUR 5.671; davon aus
Abschreibungen EUR 43.952,78; Vorjahr TEUR 272)
-1.567.247,88
-5.943
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (davon aus verbundenen Unternehmen
EUR 3.254.840,87; Vorjahr TEUR 2.904)
-24.188.179,54
5.074.267,39
64.961.530,70
-21.100
17.030
80.442
Zwischensumme aus 9 – 14 (Finanzergebnis)
Ergebnis vor Steuern
15.
16.
17.
Steuern vom Einkommen (davon latente Steuern: 6.702.600,07 EUR; Vorjahr
8.963 TEUR)
-1.503.801,58
63.457.729,12
3.034.540,08
66.492.269,20
7.730,80
-2.640
77.803
-24.709
53.093
107
Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss
Auflösung von/Zuweisung zu Gewinnrücklagen
Jahresgewinn
18.
19.
20.
21.
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
22. Bilanzgewinn
66.500.000,00
53.200
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
273
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
BILANZ ZUM 30. SEPTEMBER 2021
30.09.2021
30.09.2020
AKTIVA
EUR
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
II. Sachanlagen
60.483.652,41
1.480.976.842,62
772.053.801,61
59.792
1.440.700
780.024
III.
Finanzanlagen
2.313.514.296,64
2.280.517
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
27.658.273,74
30.420
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (davon mit einer Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr: 4.936,00 EUR, Vorjahr 6 TEUR)
III. Wertpapiere
IV.
96.724.026,29
19.949.773,82
32.679
19.959
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
262.376.756,42
406.708.830,27
3.765.281,99
94.582
177.640
3.545
Rechnungsabgrenzungsposten
C.
2.723.988.408,90
2.461.701
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
274
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
30.09.2021
30.09.2020
PASSIVA
EUR
TEUR
A. Eigenkapital
I. Eingefordertes und einbezahltes Grundkapital (davon übernommenes Grundkapital
EUR 88.653.782,00; Vorjahr TEUR 88.656)
88.653.782,00
-1.224,00
88.656
-2
abzüglich Nennbetrag eigener Anteile
88.652.558,00
209.136.318,00
88.654
209.135
II. Gebundene Kapitalrücklagen
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage
2. freie Rücklagen
8.000.000,00
471.213.308,11
1.224,00
8.000
474.275
2
3. Rücklage für eigene Anteile
479.214.532,11
66.500.000,00
843.503.408,11
11.382.455,11
1.259.806,55
71.710.467,48
482.277
53.200
833.266
11.865
1.260
IV. Bilanzgewinn (davon Gewinnvortrag EUR 7.730,80; Vorjahr TEUR 107)
B. Investitionszuschüsse
C. Sonderposten für unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate
D. Rückstellungen
53.261
E. Verbindlichkeiten (davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr:
915.231.074,83 EUR, Vorjahr 818.435 TEUR; davon mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr: 830.072.977,21 EUR, Vorjahr 678.699 TEUR)
1.745.304.052,04
48.599.206,29
2.229.013,32
1.497.134
55.199
F. Baukostenzuschüsse
G. Rechnungsabgrenzungsposten
9.718
2.723.988.408,90
2.461.701
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
275
Anhang zum Jahresabschluss
ANHANG ZUM JAHRESABSCHLUSS 2020/2021
1. Allgemeine Erläuterungen
Der vorliegende Abschluss für das Geschäftsjahr 2020/2021 wurde unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, nach den
Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) aufgestellt.
Die Gesellschaft ist als große Kapitalgesellschaft gemäß § 221 UGB einzustufen.
Im Interesse einer klaren Darstellung wurden in der Bilanz und in der Gewinn- und
Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert
ausgewiesen.
Bei Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten, die unter mehrere Posten der Bilanz
fallen, wurde die Zugehörigkeit zu anderen Posten im Anhang angegeben.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren
aufgestellt.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden
Jahresabschlusses beibehalten.
Die Energie AG Oberösterreich trat gemeinsam mit einzelnen Konzerngesellschaften ab dem
Veranlagungsjahr 2010 als Gruppenmitglied in die Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG
der OÖ Landesholding GmbH (Gruppenträgerin) ein. Ein entsprechender Beitritt zur Gruppen-
und Steuerumlagevereinbarung der OÖ Landesholding GmbH wurde abgeschlossen.
Die Bestimmungen des Gruppenvertrages der OÖ Landesholding GmbH gelten im Verhältnis
der Energie AG Oberösterreich zum Gruppenträger, wobei die Energie AG Oberösterreich ihr
steuerliches Einkommen unter Berücksichtigung der steuerlichen Ergebnisse der
untergeordneten Konzerngesellschaften ermittelt (Periodenabgrenzungsmethode):
Der Gruppenvertrag sieht vor, dass positive Steuerumlagen von Gruppenmitgliedern im
Ausmaß von 25 % des zugerechneten positiven Einkommens angesetzt werden. Die dem
Gruppenträger zugerechneten steuerlichen Verluste kürzen in den folgenden Geschäftsjahren
die Basis der an den Gruppenträger zu vergütenden positiven Steuerumlage. Der
Gruppenträger kann das zugewiesene negative Ergebnis jedoch endgültig dadurch
übernehmen, indem eine negative Steuerumlage an die Konzerngesellschaft in Höhe von
97 % des Steueranteils des übernommenen negativen Einkommens bezahlt wird.
Von der in der Beitrittsvereinbarung zum Gruppenvertrag vorgesehenen Möglichkeit einer
abweichenden Steuerumlagevereinbarung zwischen Energie AG Oberösterreich und ihren
Konzerngesellschaften wurde Gebrauch gemacht und eine der obigen
Verrechnungssystematik analoge Verrechnung auf Ebene der Energie AG Oberösterreich und
der ihr untergeordneten Gruppenmitglieder geschlossen.
Die Energie AG Oberösterreich hat mit 01.10.2004 ein effektives Cash-Pooling eingeführt,
um die Disposition der Bankkonten im Konzern, den konzernweiten Liquiditätsausgleich und
die Durchführung des Zahlungsverkehrs im Konzern zu optimieren.
Die Energie AG Oberösterreich hat sich für 2 Poolingkreise entschieden und seit 01.10.2006
fungiert die Energie AG Group Treasury GmbH als Pool-Leitführer.
Per 30.09.2021 sind insgesamt 27 (Vorjahr 26) Gesellschaften in das Pooling eingebunden.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
276
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Die Energie AG Oberösterreich ist oberstes Mutterunternehmen des Energie AG-Konzerns
und stellt den verpflichtenden Konzernabschluss iSd § 245a Abs. 1 UGB auf. Dieser
Konzernabschluss ist beim Landes- als Handelsgericht Linz hinterlegt.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
Allgemeine Grundlagen
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten.
Bei den Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung
angewandt.
Das Unternehmen hat dem Vorsichtsgrundsatz Rechnung getragen, indem insbesondere nur
die am Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren
Risiken und drohenden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wurden
berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch ermittelbare
Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese
bei Schätzungen berücksichtigt.
Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände werden, soweit gegen Entgelt erworben, zu
Anschaffungskosten bewertet und mit einer Nutzungsdauer von 5 bis 20 Jahren linear
abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, abzüglich planmäßiger
Abschreibungen, bewertet. Bauwerke werden unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer
von 15 bis 40 Jahren, technische Anlagen und Maschinen sowie andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 4 bis 25 Jahren
abgeschrieben.
Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn Wertminderungen
voraussichtlich von Dauer sind.
Anteile an verbundenen Unternehmen sowie sonstige Beteiligungen sind mit den
Anschaffungskosten bzw. den ihnen beizulegenden niedrigeren Werten angesetzt.
Für die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wird für den
Jahresabschluss beurteilt, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich geänderten beizulegenden
Wert vorliegen. Dabei wird überprüft, ob externe oder interne Einflussfaktoren vorliegen, die
eine erhebliche Wertveränderung auslösen können. Im Anlassfall wird eine Bewertung auf
Basis von diskontierten Netto-Zahlungsmittelzuflüssen ermittelt. Basis dafür bildet die
5-jährige Mittelfristplanung bzw. extern verfügbare Planungsdaten. Basis für die ewige Rente
bilden im Regelfall die Zahlungsmittelzuflüsse der Mittelfristplanung. Die Annahmen zur
Wertsteigerung in der ewigen Rente werden unternehmensspezifisch festgelegt. Der
Diskontierungszinssatz wird unternehmensbereichsspezifisch aus den aktuellen Marktdaten
abgeleitet. Als Untergrenze für die Beteiligungsbewertung wird das anteilige Eigenkapital
herangezogen.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
277
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskursen oder
bei Vorliegen dauernder Wertminderung zum niedrigeren Börsenkurs bewertet.
Unverzinsliche bzw. niedrig verzinsliche Ausleihungen sind mit dem Barwert ausgewiesen.
Zuschreibungen werden nunmehr generell bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige
Abschreibung bzw. bei einer Werterhöhung vorgenommen. Gemäß § 124b Z 270 EStG
wurde bei den Wertpapieren des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2016/2017 für die bis
zum 30. September 2016 unterlassenen Zuschreibungen eine steuerliche
Zuschreibungsrücklage gebildet, die gemäß § 906 Abs 32 UGB als passiver
Rechnungsabgrenzungsposten erfasst und entsprechend diesen steuerlichen Bestimmungen
aufgelöst wird.
Umlaufvermögen
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu durchschnittlichen Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten (gleitendes Durchschnittspreisverfahren), zu niedrigeren Tageswerten
oder zu Festwerten.
Noch nicht abrechenbare Leistungen sind zu Herstellungskosten bewertet.
Forderungen werden zum Nennwert unter Berücksichtigung ihrer Einbringlichkeit bewertet.
Bei zweifelhaften Forderungen erfolgt eine entsprechende Wertberichtigung.
Fremdwährungsforderungen werden entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip
bewertet.
Latente Steuern
Latente Steuerabgrenzungen werden grundsätzlich für sämtliche temporäre Differenzen
zwischen den steuerlichen Werten der Vermögensgegenstände, Rückstellungen bzw.
Verbindlichkeiten und den unternehmensrechtlichen Buchwerten bilanziert. Gemäß § 198
Abs 10 Z 3 UGB werden für Steuerlatenzen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen keine
Steuerabgrenzungen gebildet, wenn deren Umkehr planbar und aus aktueller Sicht diese
nicht absehbar ist.
Soweit in Folgejahren Steuerbelastungen zu erwarten sind, wird ein Abgrenzungsposten für
latente Steuern auf der Passivseite der Bilanz gebildet. Die Berechnung basiert auf einem
Steuersatz von 25 % (Vorjahr 25 %).
Rückstellungen
Die Ermittlung der Rückstellungen für Abfertigungen erfolgt nach
versicherungsmathematischen Grundsätzen unter der Anwendung der „Projected-Unit-
Credit“-Methode gemäß IAS 19. Die Berechnung erfolgt auf Basis eines Pensionseintrittsalters
von 62 Jahren für Frauen und Männer unter Beachtung der gesetzlichen
Übergangsbestimmungen bzw. eines individuell früheren Pensionsalters, eines
Rechnungszinssatzes von 0,80 % (Vorjahr 1,00 %), geplanten Gehaltserhöhungen von
2,90 % (Vorjahr 2,90 %) sowie einem Fluktuationsabschlag nach Wahrscheinlichkeiten in
Abhängigkeit von Dienstjahren von 1,82 % bei 0 Dienstjahren (Vorjahr 2,03 % bei 0
Dienstjahren) bis 0,00 % ab 42 Dienstjahren (Vorjahr 0,0 % ab 42 Dienstjahren).
Die Berechnung der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgt ebenfalls unter der Anwendung
der „Projected-Unit-Credit“-Methode gemäß IAS 19 unter Anwendung der für die
Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen verwendeten Parameter. Bei der
Berechnung der Rückstellungen für Jubiläumsgelder wurde ein Fluktuationsabschlag nach
Wahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit von Dienstjahren von 1,82 % bei 0 Dienstjahren
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
278
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
(Vorjahr 2,03 % bei 0 Dienstjahren) bis 0,00 % ab 46 Dienstjahren (Vorjahr 0,00 % ab 46
Dienstjahren) berücksichtigt.
Die Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen, Stufenpension und Vorruhestand erfolgt
nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter der Anwendung der „Projected-Unit-
Credit“-Methode gemäß IAS 19. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Pensionstafeln AVÖ
2018-P, eines Rechnungszinssatzes von 0,80 % (Vorjahr 1,00 %) und eines Pensionstrends
von 2,00 % (Vorjahr 2,00 %).
Sonstige Rückstellungen werden dem Vorsichtsprinzip entsprechend gebildet.
Bei der Bemessung sonstiger Rückstellungen wurden entsprechend den gesetzlichen
Erfordernissen alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste berücksichtigt. Langfristige
Rückstellungen wurden mit einem Zinssatz von 0,00 % (Vorjahr 0,00 %) abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz
der Vorsicht ermittelt. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden entsprechend dem
Höchstwertprinzip bewertet.
Emissionszertifikate
Seit dem Geschäftsjahr 2009/2010 wird die Bilanzierung von Emissionszertifikaten laut
AFRAC-Stellungnahme in der Weise vorgenommen, dass unentgeltlich erhaltene
Emissionszertifikate im Zeitpunkt ihres Erwerbes aktiviert und mit dem Marktwert zum
Verfügungszeitpunkt bewertet werden. In gleicher Höhe wird ein passivischer Sonderposten
angesetzt, der gemäß dem tatsächlichen CO2-Ausstoß aufgelöst wird. Entgeltlich erworbene
Emissionszertifikate werden zum Erwerbszeitpunkt zu Anschaffungskosten aktiviert. Die
Bewertung der aktivierten Emissionszertifikate unterliegt dem strengen Niederstwertprinzip.
Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten wird nach Maßgabe des
tatsächlichen CO2-Ausstoßes eine Rückstellung gebildet.
Ab dem Kalenderjahr 2013 ist für die Stromerzeugung keine kostenlose Zuteilung
vorgesehen, für die Wärmeerzeugung erfolgte letztmalig im Kalenderjahr 2020 eine
Gratiszuteilung an die Energie AG.
Baukostenzuschüsse
Inhalt dieser Position sind hauptsächlich von Strom- und Gaskunden vereinnahmte
Finanzierungsbeiträge. Sie werden über einen Zeitraum von 15 bis 40 Jahren ertragswirksam
aufgelöst. Seit den Geschäftsjahren 2005/2006 und 2015/2016 erfolgt die Vereinnahmung
von Baukostenzuschüssen im Zuge von neuen Strom- und Gasanschlüssen durch die Netz
Oberösterreich GmbH.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
279
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
3. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Strom
68.292
102.425
238.772
409.489
64.118
78.443
Gas
Sonstige Umsatzerlöse
226.700
369.261
Die Strom- und Gaserlöse ergeben sich aus der Verrechnung von Strombezugsverträgen und
Verrechnungen des Gasspeichers 7Fields an die Energie AG Oberösterreich Trading GmbH.
Die sonstigen Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von
Baukostenzuschüssen, Erträge aus Lagerabfassungen von Konzernunternehmen,
Pachtverrechnungen von Anlagevermögen sowie Mietverrechnungen an
Konzernunternehmen.
Sonstige betriebliche Erträge
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen
1.519
2.466
3.985
3.845
3.482
7.328
Übrige
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus dem
Verbrauch von Investitionszuschüssen, Erträge aus Versicherungsentschädigungen, Erträge
aus aktivierten Fertigungsleistungen sowie Erträge aus Weiterverrechnungen.
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Materialaufwand
154.401
37.027
119.465
35.097
Aufwendungen für bezogene Leistungen
191.428
154.563
Bedeutendste Anteile der Position „Materialaufwand“ sind der Stromzukauf aus in der
Energie AG Oberösterreich verbliebenen Stromlieferverträgen, der Gaseinsatz, der
Materialeinsatz für Lagerabfassungen von Konzernunternehmen sowie Fremdmaterial.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
280
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Personalaufwand
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Löhne
1
8.224
3.379
503
5
8.573
1.651
36
Gehälter
Soziale Aufwendungen
davon Aufwendungen für Altersversorgung
davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
1.038
302
davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
1.682
1.710
11.605
10.229
In der Position Gehälter sind TEUR 52 (Vorjahr TEUR 5) aus der Veränderung der Rückstellung
für Jubiläumsgelder enthalten.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen und die Aufwendungen für Altersversorgung beinhalten die
versicherungsmathematischen Verluste aus 2020/2021 in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr
TEUR 513 versicherungsmathematische Gewinne).
Der Zinsaufwand aus den Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen, Jubiläumsgeldern,
Stufenpensionen und Vorruhestand wird im Finanzergebnis unter den Zinsen und ähnlichen
Aufwendungen ausgewiesen.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen beinhalten Aufwendungen für Vorstandsmitglieder und leitende
Angestellte in Höhe von TEUR 39 (Vorjahr TEUR 39).
In den Aufwendungen für Altersversorgung sind Aufwendungen für Vorstandsmitglieder und
leitende Angestellte in Höhe von TEUR 344 (Vorjahr TEUR 342) enthalten.
Die Aufwendungen für Altersversorgung betreffen in Höhe von TEUR 387 (Vorjahr TEUR 398)
beitragsorientierte Zusagen.
Die Position „Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen“ beinhaltet Aufwendungen an Vorsorgekassen in Höhe von
TEUR 81 (Vorjahr TEUR 86).
Abschreibungen
Die ordentlichen Abschreibungen betreffen zur Gänze Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen und sind im Anlagenspiegel
dargestellt. Im Berichtsjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von
TEUR 241 auf bauliche Anlagen vorgenommen. Im Vorjahr betraf die außerplanmäßige
Abschreibung in Höhe von TEUR 8.686 den Gasspeicher 7-Fields.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
281
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Sonstige betriebliche Aufwendungen
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen fallen
Übrige
198
27.249
27.446
200
19.946
20.146
In den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen für Verwaltung,
Aufwandsentschädigungen, Versicherungsprämien, Mietaufwendungen, Beratungsaufwand,
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen sowie Marketingaufwand enthalten.
Die Verluste aus dem Abgang vom Anlagevermögen belaufen sich auf TEUR 1.286 (Vorjahr
TEUR 1.435) und betreffen im Wesentlichen Umverteilungsanlagen, Kraftwerksanlagen und
Kommunikationssysteme.
Da der Abschlussprüfer der Gesellschaft auch Abschlussprüfer des Konzernabschlusses der
Energie AG Oberösterreich, Linz, ist, in den die Gesellschaft (als vollkonsolidiertes
Unternehmen) einbezogen wird, wird hinsichtlich der auf das Geschäftsjahr 2020/2021
entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer auf die entsprechenden Angaben im
Konzernanhang dieser Gesellschaft verwiesen.
Erträge aus Beteiligungen
Erträge aus Beteiligungen betreffen in Höhe von TEUR 28.000 (Vorjahr TEUR 42.000)
phasenkongruente Gewinnausschüttungen.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
2020/2021
2019/2020
TEUR
451
TEUR
Zinsen
89
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen und
Wertpapieren des Umlaufvermögens
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen
Zuschreibungen zu Finanzanlagen
22
0
41
159
200
22
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
282
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens
2020/2021
2019/2020
TEUR
44
TEUR
Abschreibungen
272
5.671
5.943
Verlustübernahme
1.523
1.567
Die Abschreibungen betreffen mit TEUR 10 (Vorjahr TEUR 238) Wertpapiere des
Umlaufvermögens und mit TEUR 34 (Vorjahr TEUR 35) Wertpapiere des Anlagevermögens.
Die Aufwendungen aufgrund von Verlustübernahmevereinbarungen belaufen sich auf
TEUR 1.523 (Vorjahr TEUR 5.671).
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Position beinhaltet den Zinsaufwand aus den Rückstellungen für Abfertigungen,
Pensionen, Jubiläumsgeldern, Stufenpensionen und Vorruhestand in Höhe von TEUR 308
(Vorjahr TEUR 296) und die Zinserträge aus dem Planvermögen in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr
TEUR 74).
Steuern vom Einkommen
2020/2021
2019/2020
TEUR
31.218
200
TEUR
Laufender Steueraufwand
Steueraufwand auf Grund Betriebsprüfung
Positive Steuerumlagen
24.061
-45
-25.299
2.088
-15.446
3.033
-8.963
2.640
Negative Steuerumlagen
Latenter Steueraufwand
-6.703
1.504
Gemäß Steuerumlagevertrag wurde von der Möglichkeit der Abfindung von Verlustvorträgen
Gebrauch gemacht und Verluste in Höhe von TEUR 1.215 (Vorjahr TEUR 2.057) der
Energie AG Oberösterreich Umwelt Holding GmbH abgelöst.
In den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind
gegenüber den Gruppenmitgliedern offene Steuerumlagenrückzahlungen in Höhe von
TEUR 1.825 (Vorjahr: TEUR 2.570) sowie Steuerumlagennachforderungen in Höhe von
TEUR 13.301 (Vorjahr TEUR 6.907) enthalten. Die gegenüber dem Gruppenträger, OÖ
Landesholding GmbH, ausgewiesene Steuerumlagennachzahlung beträgt TEUR 9.223
(Vorjahr TEUR 7.075).
Die Abweichung der Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen und dem
Steueraufwand bzw. -ertrag daraus ergibt sich aufgrund von unterjährig geleisteten
Vorauszahlungen der Gesellschaften.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
283
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Ertrags- oder Aufwandsposten von außerordentlicher Größenordnung oder
Bedeutung
In den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind keine Aufwendungen oder
Erträge von außerordentlicher Größenordnung oder Bedeutung gemäß § 237 Abs 1 Z 4 UGB
mit Ausnahme der oben beschriebenen außerplanmäßigen Abschreibungen von Sachanlagen
und der Zuschreibung zu Finanzanlagen enthalten.
4. Erläuterung zur Bilanz
Anlagevermögen
Die „Entwicklung des Anlagevermögens“ (Beilage 2 zum Anhang) zeigt neben der gesetzlich
gebotenen Gliederung und der Jahresentwicklung auch die unternehmensspezifische
Zusammensetzung des Anlagevermögens.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Die immateriellen Vermögensgegenstände umfassen neben Strombezugsrechten
verschiedene EDV-Software, Benützungsrechte an diversen Anlagen, Mietrechte, u.a.
Sachanlagen
Geringwertige Vermögensgegenstände wurden im Jahr des Zugangs mit TEUR 1.293 (Vorjahr
TEUR 1.052) voll abgeschrieben.
In der Position „Grundstücke und Bauten“ sind Grundwerte im Ausmaß von TEUR 33.160
(Vorjahr TEUR 32.431) enthalten.
Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen bestehen aufgrund von
langfristigen Miet-, Pacht- und Leasingverträgen für das folgende Geschäftsjahr
Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.924 (Vorjahr TEUR 3.410). Die Verpflichtungen für die
nächsten fünf Jahre belaufen sich auf TEUR 9.286 (Vorjahr TEUR 16.284).
Finanzanlagen
Eine Übersicht gibt Auskunft über die relevanten Daten zum 30.09.2021 jener Beteiligungen,
deren Ausmaß mindestens 20 % beträgt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
284
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Eigenkapital
der Gesell-
schaft
Jahresüber-
schuss/
Gesellschafts-
kapital
Anteil an der Gesellschaft
-fehlbetrag
TEUR
%
TEUR
TEUR
TEUR
Verbundene Unternehmen
Oberösterreichische Gemeinnützige Bau-
und Wohngesellschaft mit beschränkter
Haftung, Linz 1)
730
35
100
100
730
35
12.193
1.158
Energie AG Oberösterreich Service- und
Beteiligungsverwaltungs-GmbH, Linz
329.113
18.433
Energie AG Oberösterreich Umwelt
Holding GmbH, Linz
150
35
100
100
150
35
96.792
31.024
11.419
3.147
Energie AG Group Treasury GmbH, Linz
Energie AG Oberösterreich Bohemia GmbH,
Linz
500
100
100
500
33.435
3.858
3.469
Netz Oberösterreich GmbH, Linz
5.000
5.000
110.078
Energie AG Oberösterreich Trading GmbH,
Linz
150
150
150
35
100
100
100
100
100
100
150
150
150
35
40.289
85.383
11.616
5.458
2.005
17.356
3.591
1.922
283
Energie AG Oberösterreich
Erzeugung GmbH, Linz
Energie AG Oberösterreich Tech
Services GmbH, Linz
Energie AG Oberösterreich Business
Services GmbH, Linz
Energie AG Oberösterreich Customer
Services GmbH, Linz
35
35
2.738
Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH,
Linz 3)
150
150
6.245
-1.000
Energie AG Oberösterreich Personal-
management GmbH, Linz
35
45
100
35
15
1.268
139
137
5
Energy IT Service GmbH, Linz
33,3
Cogeneration-Kraftwerke Management
Oberösterreich GmbH, Linz
2)
2)
100
35
99,9
100
100
35
–
–
Wertstatt 8 GmbH, Linz 3)
1.082
-524
Energie AG Oberösterreich Vertrieb GmbH,
Linz
35
100
35
117.201
16.464
Sonstige Beteiligungen
Ennskraftwerke Aktiengesellschaft, Steyr 1)
3.400
50
1.700
27.464
397
1) Werte per 31.12.2020
2) Anwendung der Schutzklausel § 242 Abs. 2 Z 2 UGB
3) Jahresfehlbetrag wird auf Grund der Verlustabdeckungszusage von der Energie AG Oberösterreich ausgeglichen
Von den Ausleihungen ist ein Betrag von TEUR 3.650 innerhalb des nächsten Jahres fällig.
Die unterlassenen Zuschreibungen bei Wertpapieren des Anlagevermögens des
Geschäftsjahres 2015/2016 wurden per 1.10.2016 steuerrechtlich in eine
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
285
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Zuschreibungsrücklage gemäß § 124b Z 270 lit a EStG überführt und gemäß § 906 Abs 32
UGB unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert.
Umlaufvermögen
Vorräte
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
27.658
30.420
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
davon
Restlaufzeit
> 1 Jahr
Bilanzwert
30.09.2021
TEUR
davon wechsel-
mäßig verbrieft
TEUR
aktivierte
Antizipationen
TEUR
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
42
15
5
6
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
Vorjahr
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Vorjahr
40.086
28.445
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
309
64
0
0
0
0
5
6
0
0
0
0
0
0
0
0
Vorjahr
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
Vorjahr
56.286
4.155
2.327
2.162
2.327
2.162
96.724
32.679
Vorjahr
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 40.086 (Vorjahr
TEUR 28.445) betreffen mit TEUR 10.057 (Vorjahr TEUR 211) Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen, mit TEUR 314 (Vorjahr TEUR 299) Finanzforderungen, mit TEUR 39.179
(Vorjahr TEUR 28.496) sonstige Forderungen (darin enthalten TEUR 10.981 (Vorjahr
TEUR 5.909) Forderungen aus der positiven Steuerumlage und aus zeitgleichen
Ausschüttungen TEUR 28.000 (Vorjahr TEUR 22.000)), mit TEUR 9.432 (Vorjahr TEUR 536)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und mit TEUR 32 (Vorjahr TEUR 25)
sonstige Verbindlichkeiten aus Steuerumlagen.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgte der Zukauf von Emissionszertifikaten im Wert von
TEUR 49.201 zu Veranlagungszwecken. Der Buchwert der zugeteilten CO2-Gratiszertifikate
beläuft sich zum 30.09.2021 auf TEUR 1.260. Der Buchwert der erworbenen CO2-Zertifikate
beläuft sich zum 30.09.2021 auf TEUR 49.213. Zum Bilanzstichtag betrug der Kurswert der
CO2-Zertifikate EUR 61,74, somit war keine Abschreibung der CO2-Zertifikate notwendig.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
286
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Rechnungsabgrenzungsposten
Das als Geldbeschaffungskosten aktivierte Disagio und die Begebungskostenanteile für
Anleihen und Kredite werden entsprechend der Laufzeit dieser Anleihen abgeschrieben.
Eigenkapital
Eingefordertes und einbezahltes Grundkapital
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 16.12.2020 wurde das Grundkapital der Energie AG
mittels einer vereinfachten Kapitalherabsetzung von EUR 88.655.524,00 um EUR 1.742,00
auf EUR 88.653.782,00 durch Einziehung von 1.742 Stück eigenen auf Namen lautenden
Stückaktien in Form von Vorzugsaktien ohne Stimmrecht herabgesetzt.
Das Grundkapital ist zerlegt in 88.653.782 Stückaktien (davon 88.600.000 Stück
Stammaktien und 53.782 Stück Vorzugsaktien ohne Stimmrecht) mit einem Nennbetrag von
je EUR 1,00. Sämtliche Stammaktien und Vorzugsaktien ohne Stimmrecht lauten auf Namen.
Gebundene Rücklagen sind im gesetzlich vorgesehenen Ausmaß vorhanden.
Kapitalrücklagen
Bei der Rücklage handelt es sich um eine gebundene Kapitalrücklage.
Die gebundene Kapitalrücklage deckt im Ausmaß von EUR 865.378,20 die notwendige
gesetzliche Rücklage.
Gewinnrücklagen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
8.000
TEUR
Gesetzliche Rücklage
8.000
474.275
2
Andere Rücklagen (freie Rücklagen)
Rücklage für eigene Anteile
471.213
1
479.215
482.277
Freie Rücklagen wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 in Höhe von TEUR 1 (Vorjahr TEUR 2)
auf die Rücklage für eigene Anteile übertragen.
Die freien Rücklagen verringerten sich durch den Erwerb der eigenen Anteile in Höhe von
TEUR 28.
Im Geschäftsjahr erfolgte die Auflösung einer freien Gewinnrücklage in Höhe von TEUR 3.035
(Vorjahr Dotierung in Höhe von TEUR 24.709).
Die unentgeltlich vom Land Oberösterreich als Gesellschafterzuschuss im Geschäftsjahr 2006/
2007 übertragenen Aktien wurden im Ausmaß von TEUR 7.879 im Rahmen der Einführung
eines Mitarbeiterbeteiligungsmodells von einem definierten Mitarbeiterkreis des Energie AG
Oberösterreich-Konzerns begünstigt erworben. Im Berichtsjahr erfolgte die Einziehung von
1.742 Stück eigene Aktien mit Nominale TEUR 2 und Anschaffungskosten in Höhe von
TEUR 38. Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft eigene Aktien mit Nominale TEUR 1
(Vorjahr TEUR 2), mit Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 28 (Vorjahr TEUR 38) von
ausgeschiedenen Mitarbeitern, sowie von Mitarbeitern, die nach Ablauf der fünfjährigen
Behaltefrist von der Möglichkeit der Veräußerung der Mitarbeiteraktien Gebrauch machten.
Im Geschäftsjahr 2020/2021 erfolgte ein Rückkauf dieser Aktien von 1.224 Stück.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
287
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Investitionszuschüsse
Die „Entwicklung der Investitionszuschüsse“ (Beilage 3 zum Anhang) zeigt die
Zusammensetzung und Jahresbewegung.
Rückstellungen
30.09.2021
30.09.2020
TEUR
TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen
2.398
18.272
13.827
37.213
71.710
2.234
18.704
14.212
18.111
53.261
Rückstellungen für Pensionen
Steuerrückstellungen (davon latente Steuern TEUR 1.477; Vorjahr TEUR 176)
Sonstige Rückstellungen
Steuerrückstellungen
Der Ermittlung der latenten Steuerrückstellungen liegt der zum Bilanzstichtag geltende
Steuersatz von 25 % zugrunde. Unterschiedsbeträge zwischen Wertansätzen in der
Steuerbilanz und der Unternehmensbilanz enthalten nur dann latente Steuern, wenn sie
zeitlich begrenzt sind. Für Unterschiedsbeträge die bestehen bleiben, wird von einer gültigen
Steuerrelevanz ausgegangen. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden
gegeneinander aufgerechnet.
Für beim Gruppenträger bereits verwertete steuerliche Verluste von Gruppenmitgliedern
besteht eine Rückstellung für Nachversteuerung in Höhe von TEUR 12.350 (Vorjahr
TEUR 14.036).
Die Rückstellungen für latente Steuern in Höhe von TEUR 1.477 (Vorjahr TEUR 176) sind
langfristig.
Der Abgrenzungsposten für latente Steuern resultiert aus Unterschieden zwischen der
Unternehmens- und Steuerbilanz bei Posten, deren Aufwandsbelastung erst in Zukunft
steuerlich verrechenbar sein wird. Der Posten umfasst den Saldo aus aktivischen und
passivischen latenten Steuern soweit die Saldierungsvoraussetzungen für aktive und passive
latente Steuern erfüllt sind. Die aus der Differenz zwischen handelsrechtlichen und
steuerrechtlichen Wertansätzen resultierende latente Steuer stellt sich im Detail
unternehmensrechtlich wie folgt dar:
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
288
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Unternehmens-
bilanz
Unterschieds-
betrag
Bewegung
Steuerlatenz
2020/2021
TEUR
Steuerbilanz
30.09.2021
TEUR
30.09.2021
TEUR
2020/2021
TEUR
Aktive Steuerlatenz:
Sachanlagen
1.480.977
0
1.475.344
1.604
594
-5.632
1.604
594
-26.789
145
Lagerbewertung
Geldbeschaffungskosten
Abfertigungsrückstellung
Pensionsrückstellung
Vorruhestandsrückstellung
Stufenpensionsrückstellung
Jubiläumsgeldrückstellung
Stromdeputate
0
49
2.398
18.272
1.593
305
1.387
6.106
1.356
291
1.012
12.166
236
82
-421
-71
14
-27
778
436
342
46
5.004
269
623
4.380
140
58
Gasdeputate
129
-58
Kurzfristige Rückstellungen
28.888
0
28.888
43.744
19.578
-7.408
Permanente Differenzen aus Sachanlagen
0
-1
Passive Steuerlatenz:
Forderungsbewertung
Unversteuerte Rücklagen
-2
0
-15
-13
-49.641
-49.654
-13
2.217
2.204
49.641
Saldo aus aktiven und passiven Steuerlatenzen
Daraus resultierende passive latente Steuer (25 %)
Summe passive latente Steuer
5.910
1.477
1.477
5.205
1.301
1.301
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen bestehen im Wesentlichen aus Verpflichtungen gegenüber der
Belegschaft (Stufenpension, Jubiläumsgeld, Vorruhestand, Personalstrom bzw. -gas), aus
ungewissen Verbindlichkeiten wie u.a. Schließungskosten des Kohlekraftwerkes Riedersbach,
einer Umweltrückstellung, einer Drohverlustrückstellung aus dem Gasspeicher 7Fields und aus
Verpflichtungen aus den abzugebenden Emissionszertifikaten.
Verpflichtungen aus ausstehenden Lieferantenrechnungen werden in den Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, bestimmte Verpflichtungen gegenüber der
Belegschaft (nicht verbrauchte Urlaube, Abgrenzung Weihnachtsremuneration und
Urlaubszuschuss, Prämien u.a.) sind in den sonstigen Verbindlichkeiten dargestellt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
289
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Verbindlichkeiten
davon
passivierte
Antizi-
davon Rest- davon Rest- davon Rest-
Bilanzwert
30.09.2021
TEUR
laufzeit
< 1 Jahr
TEUR
laufzeit
1-5 Jahre
TEUR
laufzeit
> 5 Jahre
TEUR
dinglich
gesichert
TEUR
Art der
pationen
TEUR
Sicherung
Anleihen
Vorjahr
300.000
300.000
0
0
300.000
300.000
0
0
0
0
–
–
0
0
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
222.532
147.605
5.108
92
369
217.055
142.152
0
0
–
–
0
0
Vorjahr
5.361
Erhaltene Anzahlungen auf
Bestellungen
154
0
154
0
0
0
0
0
0
0
–
–
0
0
Vorjahr
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
9.383
9.383
0
6
0
0
0
0
–
–
0
0
Vorjahr
12.067
12.061
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
1.167.104
956.467
857.300
728.930
67.500
0
242.304
227.537
0
0
–
–
0
0
Vorjahr
Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
0
5.293
0
5.293
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
–
–
–
–
–
–
0
0
Vorjahr
Sonstige Verbindlichkeiten
Vorjahr
46.131
43.286
2.480
364
18.326
18.889
18.326
18.889
75.702
72.060
2.834
808
1.745.304
1.497.134
915.231
818.435
370.349
308.201
459.724
370.497
Vorjahr
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 1.167.104
(Vorjahr TEUR 956.467) betreffen mit TEUR 1.540 (Vorjahr TEUR 3.375) Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen, mit TEUR 913.077 (Vorjahr TEUR 731.371)
Finanzverbindlichkeiten, mit TEUR 242.304 (Vorjahr TEUR 227.537) die Sicherheitsleistung
gegenüber der Netz Oberösterreich GmbH, mit TEUR 12.539 (Vorjahr TEUR 15.316) sonstige
Verbindlichkeiten, mit TEUR 36 (Vorjahr TEUR 133) Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und mit TEUR 2.320 (Vorjahr TEUR 20.999) sonstige Forderungen (darin enthalten
TEUR 2.320 (Vorjahr TEUR 999) Forderungen aus der positiven Steuerumlage und aus
zeitgleichen Ausschüttungen TEUR 0 (Vorjahr TEUR 20.000)).
In den sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von
TEUR 12.539 sind TEUR 1.523 aus der Verlustübernahme von der Energie AG Oberösterreich
Telekom GmbH und der Wertstatt 8 GmbH sowie Steuerumlagenrückzahlungen an
Konzerngesellschaften in Höhe von TEUR 1.793 enthalten.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, im Gesamtausmaß von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 5.293) betreffen TEUR 0 (Vorjahr
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
290
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
TEUR 5.520) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und TEUR 0 (Vorjahr
TEUR 227) Forderungen aus Steuerumlagen.
Die wesentlichsten Teile der sonstigen Verbindlichkeiten betreffen Steuerverbindlichkeiten mit
TEUR 8.211 (Vorjahr TEUR 53.329), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit mit
TEUR 689 (Vorjahr TEUR 1.213), ausstehende Zinsenbelastungen mit TEUR 13.216 (Vorjahr
TEUR 12.805) sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Sicherungsgeschäften mit
TEUR 16.900 (Vorjahr TEUR 0).
Angabe zu Finanzinstrumenten
Die derivativen Finanzinstrumente setzen sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:
Zeitwert
positiv
negativ
Buchwert
Kontraktwert
75 Mio. EUR
75 Mio. EUR
40 Mio. EUR
32 Mio. EUR
100 Mio. EUR
172 Mio. EUR
178 Mio. EUR
Laufzeit
2025
TEUR
TEUR
TEUR
Bilanzposten
Zinsswaps Anleihe (Fixzinsempfänger)
Vorjahr
1.244
1.611
0
0
0
0
0
0
0
0
0
0
–
–
–
–
–
2025
Zinsswaps Darlehen (Fixzinszahler)
2023
1.345
9.769
2028
0
2035
2.443
2.443
0
11.114
16.288
Vorjahr
Für die teilweise Absicherung, der bei den Anleihen und Darlehen bestehenden
Zinsänderungsrisiken, werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt, die im Falle einer
Sicherungsbeziehung nicht bilanziert sind. Sofern keine Sicherungsbeziehung besteht und der
Zeitwert negativ ist, wird eine Rückstellung gebildet. Negative Marktwerte für Derivate in
Sicherungsbeziehungen in Höhe von TEUR 11.114 wurden nicht bilanziert.
Die Bewertung der Swaps ist das Resultat der Diskontierung der zukünftigen Cash flows
(Barwertmethode) unter Zugrundelegung einer erwarteten Zinskurve vom 30.09.2021. Die
Bereitstellung der Zinskurve erfolgt durch eine vom Handel des jeweiligen Finanzinstrumentes
unabhängige Abteilung.
Die zur Absicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente werden regelmäßig einem
Effektivitätstest unterzogen, um Aussagen über die kompensierende Wirkung und damit die
Effektivität der Sicherungsbeziehungen zu erhalten.
Baukostenzuschüsse
Inhalt dieser Position sind hauptsächlich von Strom- und Gaskunden vereinnahmte
Finanzierungsbeiträge. Sie werden über einen Zeitraum von 15 bis 40 Jahren ertragswirksam
aufgelöst. Seit den Geschäftsjahren 2005/2006 und 2015/2016 erfolgt die Vereinnahmung
von Baukostenzuschüssen im Zuge von neuen Strom- und Gasanschlüssen durch die Netz
Oberösterreich GmbH.
Rechnungsabgrenzungsposten
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten das auf die Laufzeit begebener
Anleihen verteilte Aufgeld sowie Ertragsabgrenzungen vereinnahmter Beträge.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
291
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Die für die Wertpapiere des Anlagevermögens unterlassenen Zuschreibungen des
Geschäftsjahres 2015/2016 in Höhe von TEUR 310 wurden per 1.10.2016 steuerrechtlich in
eine Zuschreibungsrücklage gemäß § 124b Z 270 lit a EStG überführt und gemäß § 906 Abs
32 UGB unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert.
Aufgrund des RÄG 2014 wurden im Geschäftsjahr 2016/2017 latente Steuern in Höhe von
TEUR 32.016 in die passiven Rechnungsabgrenzungen übertragen. Diese stammen aus
Anteilen an verbundenen Unternehmen und werden gemäß § 906 Abs 34 UGB über vier
Jahre verteilt aufgelöst, im Berichtsjahr erfolgte die letztmalige Auflösung.
Haftungsverhältnisse
davon
gegenüber
davon
gegenüber
verbundenen
und assoziierten
verbundenen
und assoziierten
Unternehmen
TEUR
30.09.2021
Unternehmen
30.09.2020
TEUR
TEUR
TEUR
Garantien aus Cash-Pooling
Garantien im Rahmen des Energiehandels
Sonstige Garantien
800.587
57.905
800.587
57.905
598.895
23.939
598.895
23.939
58.509
58.509
76.241
76.241
Summe Garantien
917.001
2.000
917.001
2.000
699.076
2.000
699.076
2.000
Haftungen aus Wechsel
919.001
919.001
701.076
701.076
Die Energie AG Oberösterreich verpflichtete sich in Form einer Garantieerklärung zur
Sicherstellung der im Rahmen des Cash-Poolings entstehenden Forderungen der
Vertragsparteien. Diese Forderungen beliefen sich per 30.09.2021 auf EUR 801 Mio. Unter
Berücksichtigung der eigenen Pooling-Verbindlichkeit der Energie AG beträgt die
wirtschaftliche Netto-Garantie-Position EUR 111 Mio. Für Energiehandelsgeschäfte der
Energie AG Oberösterreich Trading GmbH wurden gegenüber den Handelspartnern Garantie-
und Patronatserklärungen abgegeben. Die sonstigen Garantien betreffen
Haftungsübernahmen für Kredite, die verbundenen Unternehmen der Energie AG von
verschiedenen Kreditinstituten eingeräumt wurden.
5. Sonstige Angaben
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Mit Verlustabdeckungsvereinbarungen hat sich die Energie AG Oberösterreich verpflichtet,
die Jahresverluste der Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH sowie der Wertstatt
8 GmbH für das Geschäftsjahr 2020/2021 im Ausmaß von 100 % einmalig abzudecken. Der
übernommene Verlust dieser Gesellschaften beträgt TEUR 1.523.
Am 28.10.2021 hat die Energie AG Oberösterreich für die Energie AG Oberösterreich
Business Services GmbH, die Energie AG Oberösterreich Telekom GmbH, die Energie AG
Oberösterreich Tech Services GmbH und die Wertstatt 8 GmbH bereits eine
Verlustabdeckungszusage für das Geschäftsjahr 2021/2022 sowie eine von der Energie AG
Oberösterreich erst nach Ablauf von 24 Monaten ab Unterzeichnung kündbare weiche
Patronatserklärung abgegeben, die im vorliegenden Abschluss zum 30.09.2021 noch nicht
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
292
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
bilanziell erfasst sind, aus denen sich aber im Geschäftsjahr 2021/2022 finanzielle
Verpflichtungen für die Energie AG Oberösterreich ergeben können.
Organe, Arbeitnehmer
Die Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat betragen:
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Vorstand
827
695
94
824
692
92
Frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene
Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich (in FTE) tätig:
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Angestellte
70
73
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sind in einer gesonderten Aufstellung
angegeben (Beilage 1 zum Anhang).
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
293
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Unbundling
Die Energie AG Oberösterreich hat neben dem bereits bestehenden funktionalen und
buchhalterischen Unbundling im Geschäftsjahr 2006/2007 durch die Errichtung von rechtlich
selbständigen Gesellschaften das Erfordernis der gesellschaftsrechtlichen Entflechtung
(rechtliches Unbundling) umgesetzt.
Gemäß § 8 Abs 3 ElWOG und § 8 Abs 3 GWG werden folgende ausweispflichtige Geschäfte
mit verbundenen Unternehmen getätigt:
Bewirtschaftung Strom- und Gas Assets,
Handelsdienstleistungen
Energie AG OÖ Trading GmbH,
Strombezug, Energiedienstleistungen,
technische Dienstleistungen,
Wärmelieferungen
Energie AG OÖ Vertrieb GmbH
Netzdienstleistungen
Netz OÖ GmbH
Brennstoffbezug
Energie AG OÖ Umwelt Service GmbH
Energie AG OÖ Telekom GmbH
Energie AG OÖ Business Services GmbH
Energie AG OÖ Personalmanagement GmbH
Energie AG OÖ Personal Power GmbH
Energie AG Group Treasury GmbH
Wertstatt 8 GmbH
Daten/Telekommunikation
Wirtschaftliche/rechtliche Dienstleistungen
Personalwirtschaftliche Dienstleistungen
Personalleasing
Cash Pooling, Finanzierung
Personalbereitstellung
Assets, Holdingdienstleistungen
Energie AG OÖ Vertrieb GmbH,
Netz OÖ GmbH,
Energie AG OÖ Erzeugung GmbH,
Energie AG OÖ Telekom GmbH,
Energie AG OÖ Trading GmbH,
Energie AG OÖ Business Services GmbH,
Energie AG OÖ Tech Services GmbH,
Cogeneration-Kraftwerke Management
OÖ GmbH,
Energie AG OÖ Umwelt Holding GmbH
Die Aufteilung der Bilanz zum 30.09.2021 und Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr 2020/2021 auf die Bereiche Stromerzeugung und Stromhandel, Strom- und
Gasnetzbereich und sonstige Tätigkeiten (Beilage 5 und 6 zum Anhang) entsprechend den in
Beilage 7 zum Anhang beschriebenen Aufteilungsgrundsätzen, dient dem Nachweis der
Kapitalstruktur im Rahmen der Kostenprüfung der Energie-Control Austria für die
Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
294
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, im Sinne des § 238 Abs 1
Z 11 UGB eingetreten.
Gewinnverwendungsvorschlag
Der Vorstand schlägt vor, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von 66.500.000,00 Euro eine
Dividende von 0,75 Euro pro Stückaktie auszuschütten und die Differenz auf neue Rechnung
vorzutragen.
Linz, am 3. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
295
Beilagen zum Anhang
BEILAGEN ZUM ANHANG
Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Markus Achleitner
Landesrat, Vorsitzender
Rechtsanwalt, 1. Stellvertreter des
Vorsitzenden
Mag. Stefan Lang, LL.M.
Dr. Heinrich Schaller
Generaldirektor, 2. Stellvertreter des
Vorsitzenden
Dr. Miriam Eder, MBA
Stabstellenleiterin
Mag. Dr. Erich Entstrasser
Vorstandsvorsitzender
Direktorin
Mag. Dr. Christine Frauscher
Mag. Florian Hagenauer, MBA
Dipl.-Ing. Erich Haider, MBA
Mag. Anna Maria Hochhauser
Thomas Peter Stadlbauer MSc MBA MPA
Kommerzialrätin Mag. Michaela Keplinger-
Mitterlehner
Vorstandsdirektor
Generaldirektor
Generalsekretärin a. D.
Generaldirektor-Stellvertreterin
Klubobmann
LAbg. Ing. Herwig Mahr
Mag. Kathrin Renate Kühtreiber-Leitner, MBA Vorstandsdirektorin
Walch Josef
Beeideter Wirtschaftsprüfer und
Steuerberater
Vom Betriebsrat entsandt:
Ing. Mag. Leopold Hofinger
Mag. Dr. Regina Krenn
Ing. Peter Neißl, MBA MSc
Christian Strobl
Betriebsratsvorsitzender
Betriebsratsvorsitzende
Betriebsratsvorsitzender
Betriebsratsvorsitzender
Andreas Walzer
Betriebsratsvorsitzender
Ing. Bernhard Steiner
Gerhard Störinger
Vorsitzender der Konzernvertretung
Zentralbetriebsratsvorsitzender
Vorstand
KommR Ing. DDr. Werner Steinecker, MBA
KommR Mag. Dr. Andreas Kolar
Generaldirektor, Vorsitzender des Vorstands
Vorstandsdirektor
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger, MBA
Vorstandsdirektor
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
296
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Entwicklung des Anlagevermögens
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand
01.10.2020
EUR
Stand
Zugänge
Abgänge Umbuchungen
30.09.2021
EUR
EUR
EUR
EUR
I.
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Strombezugsrechte
2. Andere Rechte
224.355.537,38
103.447.392,18
2.950.238,00
2.652.639,03
0,00
0,00
0,00
227.305.775,38
104.868.547,10
1.231.484,11
Summe immaterielle
Vermögensgegenstände
327.802.929,56
5.602.877,03
1.231.484,11
0,00
332.174.322,48
II.
Sachanlagen
1. Elektrizitätsanlagen
1. 1 Kraftwerksanlagen Grundstücke
und Bauten
466.980.006,02
591.698.816,05
2.444.154,11
2.682.739,62
710.301,16
5.832.812,74
2.352.054,21
-8.163.687,64
474.546.671,71
595.681.028,98
8.361.980,04
Technische Anlagen und
Maschinen
1.052.580,90
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
12.783.815,54
3.897.731,43
155.879,29
Summe Kraftwerksanlagen
1.071.462.637,61
9.024.625,16
1.918.761,35
21.179,31 1.078.589.680,73
1. 2 Umspann- und
Verteilungsanlagen
Grundstücke und Bauten
148.467.568,17
4.595.754,78
444.653,71
413.285,38
153.031.954,62
Technische Anlagen und
Maschinen
605.386.066,20
11.150.535,17
46.674.029,34
5.959.887,26
5.370.673,00
3.630.154,98
2.316.450,52
614.206.869,09
Leitungen
1.363.294.310,52
1.406.914.117,38
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
38.231.753,18
32.072.851,59
31.295,07
-6.380.538,46
63.892.771,24
Summe Umspann- und
Verteilungsanlagen
2.155.379.698,07
94.493.170,88
11.806.509,04
-20.647,58
2.238.045.712,33
Summe Elektrizitätsanlagen
3.226.842.335,68 103.517.796,04 13.725.270,39
531,73 3.316.635.393,06
2. Gasversorgungsanlagen
Grundstücke und Bauten
Leitungen
12.139.632,75
644.116.600,72
34.113,13
140.150,03
137.700,00
0,00
12.033.595,85
649.941.521,60
5.515.817,85
446.803,03
Gasstationen und
Messeinrichtungen
63.338.722,29
3.072.200,71
208.224,07
48.139,98
66.250.838,91
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
1.657.626,96
1.328.760,22
165.068,04
-494.943,01
2.326.376,13
Summe Verteilungsanlagen
721.252.582,72
9.950.891,91
651.142,14
0,00
730.552.332,49
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
297
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
kumulierte Abschreibung
Buchwerte
Buchwert
Stand
Stand
30.09.2021
EUR
Buchwert
30.09.2021
EUR
01.10.2020
Zugänge Zuschreibungen
Abgänge Umbuchungen
30.09.2020
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
180.562.599,64
87.448.005,54
1.169.297,54
3.728.188,90
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
181.731.897,18
89.958.772,89
43.792.937,74
15.999.386,64
45.573.878,20
14.909.774,21
1.217.421,55
268.010.605,18
4.897.486,44
0,00
1.217.421,55
0,00
271.690.670,07
59.792.324,38
60.483.652,41
365.827.940,59
548.339.410,63
0,00
6.852.527,22
4.551.572,18
0,00
0,00
0,00
364.152,90
0,00
372.316.314,91
551.908.674,50
0,00
101.152.065,43
43.359.405,42
12.783.815,54
102.230.356,80
43.772.354,48
8.361.980,04
1.002.955,89
-20.647,58
0,00
0,00
0,00
914.167.351,22 11.404.099,40
0,00
1.367.108,79
-20.647,58
924.224.989,41 157.295.286,39 154.364.691,32
112.461.270,88
2.272.219,94
0,00
413.981,42
0,00
114.319.509,40
36.006.297,29
38.712.445,22
417.034.981,97
913.812.616,39
21.221.820,85
39.500.487,34
0,00
0,00
5.332.400,37
4.834.458,34
20.647,58
0,00
432.903.754,87
948.478.645,39
188.351.084,23
449.481.694,13
181.303.114,22
458.435.471,99
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
38.231.753,18
63.892.771,24
1.443.308.869,24
62.994.528,13
0,00
10.580.840,13
20.647,58
1.495.701.909,66
712.070.828,83
742.343.802,67
2.357.476.220,46 74.398.627,53
0,00 11.947.948,92
0,00 2.419.926.899,07 869.366.115,22 896.708.493,99
5.969.445,36
215.432,73
0,00
0,00
115.011,92
132.626,99
0,00
0,00
6.069.866,17
6.170.187,39
5.963.729,68
379.707.475,36
12.109.181,32
391.684.029,69
264.409.125,36
258.257.491,91
38.008.559,95
2.147.546,95
0,00
199.215,80
0,00
39.956.891,10
25.330.162,34
26.293.947,81
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
1.657.626,96
2.326.376,13
423.685.480,67 14.472.161,00
0,00
446.854,71
0,00
437.710.786,96 297.567.102,05 292.841.545,53
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
298
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand
01.10.2020
EUR
Stand
Zugänge
Abgänge Umbuchungen
30.09.2021
EUR
EUR
EUR
EUR
3. Fernwärmeanlagen
Grundstücke und Bauten
4.963.779,52
0,00
0,00
0,00
4.963.779,52
Technische Anlagen und
Maschinen
30.133.978,57
95.950.795,62
186.682,00
736.018,39
6.778,44
0,00
0,00
30.313.882,13
97.370.941,12
Leitungen
684.127,11
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
1.167.412,72
626.414,87
539,51
-684.127,11
1.109.160,97
Summe Fernwärmeanlagen
132.215.966,43
1.549.115,26
7.317,95
0,00
133.757.763,74
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Grundstücke und Bauten
90.877.998,91
388.540.450,97
81.952.011,28
11.833.132,23
107.345,23
29.073.620,20
4.549.601,38
12.489.149,80
213.513,11
1.774.359,11
7.285.282,91
188.963,75
97.376,01
9.667.415,08
193.516,70
90.869.207,04
425.507.127,14
79.409.846,45
14.174.478,76
Technische Anlagen und
Maschinen
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau
-9.958.839,52
Summe Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung
573.203.593,39
46.219.716,61
9.462.118,88
-531,73
609.960.659,39
Summe Sachanlagen
4.653.514.478,22 161.237.519,82 23.845.849,36
0,00 4.790.906.148,68
III.
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
738.554.589,86
35.000,00
0,00
0,00
738.589.589,86
2. Ausleihungen an verbundene
Unternehmen
26.802.711,26
23.293.508,40
157.269,79
0,00
8.262.816,13
0,00
0,00
0,00
18.697.164,92
23.293.508,40
3. Beteiligungen
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
8.846.662,90
0,00
0,00
0,00
8.846.662,90
Summe Finanzanlagen
797.497.472,42
192.269,79
8.262.816,13
0,00
789.426.926,08
Summe Anlagevermögen
5.778.814.880,20 167.032.666,64 33.340.149,60
0,00 5.912.507.397,24
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
299
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
kumulierte Abschreibung
Buchwerte
Buchwert
Stand
01.10.2020
EUR
Stand
30.09.2021
EUR
Buchwert
30.09.2021
EUR
Zugänge Zuschreibungen
Abgänge Umbuchungen
30.09.2020
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
4.118.585,07
45.166,66
0,00
0,00
0,00
4.163.751,73
845.194,45
800.027,79
24.253.266,92
81.633.896,24
969.405,66
0,00
0,00
6.617,48
0,00
0,00
0,00
25.216.055,10
83.043.054,92
5.880.711,65
14.316.899,38
5.097.827,03
14.327.886,20
1.409.158,68
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
1.167.412,72
1.109.160,97
110.005.748,23
2.423.731,00
0,00
6.617,48
0,00
112.422.861,75
22.210.218,20
21.334.901,99
52.207.348,99
198.804.531,87
70.635.003,30
0,00
1.752.205,19
20.982.437,22
4.181.594,44
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
72.378,23
1.338.587,89
7.283.396,61
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
53.887.175,95
218.448.381,20
67.533.201,13
0,00
38.670.649,92
189.735.919,10
11.317.007,98
11.833.132,23
36.982.031,09
207.058.745,94
11.876.645,32
14.174.478,76
321.646.884,16
26.916.236,85
0,00
8.694.362,73
0,00
339.868.758,28
251.556.709,23
270.091.901,11
3.212.814.333,52 118.210.756,38
0,00 21.095.783,84
0,00 3.309.929.306,06 1.440.700.144,70 1.480.976.842,62
16.862.221,98
0,00
0,00
0,00
0,00
16.862.221,98
721.692.367,88
721.727.367,88
134.622,98
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
134.622,98
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
26.668.088,28
23.293.508,40
18.697.164,92
23.293.508,40
476.484,60
34.417,89
0,00
0,00
0,00
510.902,49
8.370.178,30
8.335.760,41
17.473.329,56
34.417,89
0,00
134.622,98
0,00
17.373.124,47
780.024.142,86
772.053.801,61
3.498.298.268,26 123.142.660,71
0,00 22.447.828,37
0,00 3.598.993.100,60 2.280.516.611,94 2.313.514.296,64
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
300
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Entwicklung der Investitionszuschüsse
Auflösung/
Verbrauch
2020/2021
EUR
Stand
01.10.2020
EUR
Zuweisung
2020/2021
EUR
Stand
30.09.2021
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Andere Rechte
1.651.893,12
67.499,43
351.616,05
1.367.776,50
Summe immaterielle Vermögensgegenstände
II. Sachanlagen
1.651.893,12
67.499,43
351.616,05
1.367.776,50
1. Elektrizitätsanlagen
1. 1. Kraftwerksanlagen Grundstücke und
Bauten
8.408.177,70
720.037,31
446.234,61
51.543,23
850.159,76
114.849,11
8.004.252,55
656.731,43
Technische Anlagen und Maschinen
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in
Bau
0,00
275.014,35
0,00
275.014,35
Summe Kraftwerksanlagen
1. 2. Umspann- und Verteilungsanlagen
Leitungen
9.128.215,01
772.792,19
965.008,87
8.935.998,33
97.500,00
0,00
13.000,00
84.500,00
Summe Umspann- und
Verteilungsanlagen
97.500,00
0,00
13.000,00
84.500,00
Summe Elektrizitätsanlagen
2. Fernwärmeanlagen
9.225.715,01
772.792,19
978.008,87
9.020.498,33
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Leitungen
68.781,36
285.627,66
24.857,25
0,00
0,00
0,00
0,00
2.345,31
71.406,92
1.657,15
66.436,05
214.220,74
23.200,10
Summe Fernwärmeanlagen
379.266,27
75.409,38
303.856,89
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
3.
Grundstücke und Bauten
216.171,35
64.371,67
0,00
0,00
317.970,88
120.511,76
10.643,78
30.429,03
51.028,01
205.527,57
351.913,52
69.483,75
Technische Anlagen und Maschinen
Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in
Bau
0,00
63.398,55
0,00
63.398,55
Summe Andere Anlagen, Betriebs-und
Geschäftsausstattung
280.543,02
501.881,19
92.100,82
690.323,39
Summe Sachanlagen
9.885.524,30
1.274.673,38
1.145.519,07
10.014.678,61
Summe Investitionszuschüsse (davon Zuweisung
Covidprämie EUR 994.708,53)
11.537.417,42
1.342.172,81
1.497.135,12
11.382.455,11
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
301
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Geldflussrechnung 2020/2021
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit:
Jahresüberschuss
63.458
-1.541
-1.497
-6.636
0
77.802
-3.886
-2.038
-7.516
0
Gewinne aus Anlagenabgängen
Auflösung Investitionszuschüsse
Auflösung Baukostenzuschüsse
Zuschreibungen zu Finanzanlagen
Zuschreibungen zu Wertpapieren des Umlaufvermögens
0
-159
Erträge aus Beteiligungen, Wertpapieren und Ausleihungen sowie Zinsen und ähnliche
Aufwendungen
-6.620 1)
1.287
123.108
-771 2)
6.678
1.301 3)
34
-22.773 1) 5)
1.435
128.246
-2.144
131
Verluste aus Anlagenabgängen
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände
Veränderung des Sozialkapitals
Veränderung der sonstigen langfristigen Rückstellungen
Veränderung der langfristigen Rückstellungen für latente Steuern
Abschreibungen auf Finanzanlagen
-10.336 3)
35
Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Cashflow aus dem Ergebnis
10
238
178.811
2.762
159.036
15
Veränderung der Vorräte
Veränderung der sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände,
Rechnungsabgrenzungsposten (ohne Finanzforderungen)
12.950 4)
11.229
154
40.324 4)
Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen
Veränderung der erhaltenen Anzahlungen
92
0
Veränderung der kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten (ohne
Finanzverbindlichkeiten)
-29.897
-36.340
Veränderung der langfristigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten (ohne
Finanzverbindlichkeiten)
-976
-738
Operativer Cashflow
175.033
162.390
1) inklusive phasenkongruente Ausschüttungen in Höhe von TEUR 28.000 (Vorjahr: TEUR 42.000)
2) exklusive erfolgsneutrale Personalübertragung
3) zuzüglich Veränderung des passiven Rechnungsabgrenzungsposten für die Auflösung latenter Steuern
4) abzüglich phasenkongruente Ausschüttungen in Höhe von TEUR 28.000 (Vorjahr: TEUR 42.000)
5) Vorjahreswerte adaptiert bzw. umgegliedert
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
302
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
2020/2021
2019/2020
TEUR
TEUR
Cashflow aus der Investitionstätigkeit:
Investitionen in das Anlagevermögen
Erlöse aus dem Abgang vom Anlagevermögen
Erhaltene Beteiligungs-, Wertpapier- und Zinserträge
Erhaltene Investitionszuschüsse
-167.033
11.147
2.808
-163.643
18.735
1.873 1)
0
1.015
Erhaltene Baukostenzuschüsse
37
33
-152.026
-143.004
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit:
Veränderung von Anleihen und Bankverbindlichkeiten
Veränderung der eigenen Anteile
74.927
-28
81.659
-39
Ausschüttung an die Gesellschafter
-53.193
-24.188
-53.193
-21.100 1)
Geleistete Zinszahlungen und ähnliche Aufwendungen
Veränderung der Finanzforderungen und Finanzverbindlichkeiten
im Konzern
147.258
144.776
175.033
-152.026
144.776
167.783
94.582
-24.006
-16.679
162.390
-143.004
-16.679
2.707
Operativer Cashflow
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Veränderung des Finanzmittelbestandes
Anfangsbestand der Finanzmittelbestandes
Übertragung Personalrückstellungen von bzw an Konzernunternehmen
Endbestand des Finanzmittelbestandes
91.875
0
12
262.377
94.582
1) Vorjahreswerte adaptiert bzw. umgegliedert
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
303
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Bilanz der Energie AG Oberösterreich zum 30. September 2021 gemäß
§ 8 ElWOG und § 8 GWG
Strom-
erzeugung/
Gesamt-
Stromhandel
Stromnetz
Gasnetz
Sonstiges unternehmen
AKTIVA
D.3.1.
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Summe Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
350.511,4
49.382,0
851.223,0
8.809,6
299.835,3
196,0
811.944,6
2.095,0
2.313.514,3
60.483,7
D.3.1.1.
D.3.1.2.
D.3.1.3.
D.3.2.
176.353,0
124.776,4
128.842,8
15.821,0
820.656,0
21.757,4
99.856,4
7.476,2
299.026,0
612,3
184.941,8
624.907,7
141.627,2
623,0
1.480.976,8
772.053,8
406.708,8
27.658,3
Finanzanlagen
Summe Umlaufvermögen
Vorräte
36.382,4
3.738,1
D.3.2.1.
D.3.2.2.
Summe Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
66.834,9
-1,6
741,5
38,6
0,0
249,0
0,0
28.898,6
5,4
96.724,0
42,4
D.3.2.2.1.
D.3.2.2.2.
D.3.2.2.3.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
13.168,1
0,0
26.918,3
40.086,4
Ford. geg. Unt., mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
69,1
53.599,3
0,0
0,0
702,9
0,0
0,0
249,0
0,0
239,7
1.735,2
308,8
56.286,4
19.949,8
D.3.2.2.4.
D.3.2.3.
D.3.2.4.
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
Wertpapiere
19.949,8
Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei
Kreditinstituten
46.186,9
156,9
91.638,7
311,3
32.395,4
110,1
92.155,8
3.187,0
262.376,8
3.765,3
D.3.3.
Rechnungsabgrenzungsposten
Summe Aktiva
479.511,1
951.390,8
336.327,8
956.758,8
2.723.988,4
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
304
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Strom-
erzeugung/
Stromhandel
TEUR
Gesamt-
Stromnetz
Gasnetz
Sonstiges unternehmen
PASSIVA
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
D.3.4.
Eigenkapital
130.334,9
9.732,2
25.322,0
0,0
338.776,7
86,9
85.257,4
842,0
744,7
0,0
289.134,4
721,3
843.503,4
11.382,5
72.970,3
2.398,2
D.3.6.
Investitionszuschüsse
Summe Rückstellungen
Abfertigung
D.3.7.
7.407,3
0,0
39.496,2
2.398,2
D.3.7.1.
D.3.7.2.
D.3.7.3.
D.3.7.4.
D.3.8.
Pension
0,0
0,0
0,0
18.272,3
2.676,0
18.272,3
2.676,0
Sonstige verzinsliche Rückstellungen
Sonstige Rückstellung
0,0
0,0
0,0
25.322,0
308.651,6
-8.595,8
7.407,3
599.206,5
3.800,3
744,7
210.917,6
740,4
16.149,7
626.528,3
13.592,3
49.623,7
1.745.304,1
9.537,1
Summe Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
D.3.8.1.1.
D.3.8.1.2.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
203.055,7
404.057,1
142.663,8
417.327,6
1.167.104,3
D.3.8.1.3.
Verbindlichkeiten geg. Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
0,0
114.191,7
3.973,6
0,0
191.349,1
5.913,3
0,0
0,0
67.513,4
38.566,1
0,0
0,0
195.608,4
146,3
0,0
568.662,6
48.599,2
D.3.8.1.4.
D.3.9.
Sonstige Verbindlichkeiten
Baukostenzuschüsse
Rechnungsabgrenzungsposten
Summe Passiva
D.3.10.
1.496,8
732,3
2.229,0
479.511,1
951.390,8
336.327,8
956.758,8
2.723.988,4
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
305
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung der Energie AG Oberösterreich für das
Geschäftsjahr 2020/2021 gemäß § 8 ElWOG und § 8 GWG
Strom-
erzeugung/
Gesamt-
Stromhandel
Stromnetz
Gasnetz
Sonstiges unternehmen
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
79.657,8
0,0
TEUR
409.489,1
0,0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
Umsatzerlöse
196.575,1
0,0
105.523,1
0,0
27.733,1
0,0
Bestandsveränderung
Aktivierte Eigenleistung
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Sonstige betriebliche Erträge
Aufwendungen für Material und sonstige Leistungen
Personalaufwand
1.215,5
-133.283,3
0,0
222,1
-8,2
35,6
2.511,8
-58.136,1
-11.604,8
-16.630,5
-3.659,9
-7.861,5
21.113,2
3.985,0
0,0
-191.427,5
-11.604,8
-123.108,2
-27.446,3
59.887,3
29.585,1
0,0
0,0
Abschreibungen
-15.443,5
-21.892,1
27.171,7
8.458,5
-75.890,2
-1.666,5
28.180,3
4,8
-15.144,1
-227,8
12.396,8
8,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Betriebsergebnis (Z 1 bis 8)
Erträge aus Beteiligungen
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
11.
12.
32,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
739,5
450,7
771,9
450,7
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermoegens
13.
0,0
0,0
0,0
22,0
22,0
Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren
des Umlaufvermoegens
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
0,0
-4.217,2
4.273,8
31.445,5
-727,9
0,0
-8.367,2
-8.362,5
19.817,8
-458,8
0,0
-2.957,9
-2.949,3
9.447,5
-218,7
-1.567,2
-8.645,9
12.112,2
4.250,7
-98,4
-1.567,2
-24.188,2
5.074,3
64.961,5
-1.503,8
63.457,7
3.034,5
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Finanzergebnis (Z 10 bis 15)
Ergebnis vor Steuern
Steuern vom Einkommen
Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss
Zuweisung zu/Auflösung von Gewinnrücklagen
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
Bilanzgewinn
30.717,5
1.468,9
0,0
19.359,1
925,7
9.228,8
441,3
4.152,3
198,6
0,0
0,0
7,7
7,7
32.186,4
20.284,8
9.670,2
4.358,6
66.500,0
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
306
Einzelabschluss 2020/2021 Geprüfter Einzelabschluss
Berichterstattung gemäß ElWOG 2010 idgF und § 8 GWG 2011
Die UNBUNDLING-Konzeption basiert auf der Nutzung von SAP-R/3 mit den
Standardfunktionen „Kostenstellen“ und „Profit-Center“ aus dem Finanzwesen mit
Unterstützung der Anlagenbuchhaltung und Kostenrechnung.
Dem Erzeugungsbereich wurden die gesamten eigenen Kraftwerksanlagen, die Bezugsrechte
sowie der Gasspeicher 7-Fields zugeordnet.
Im Bereich Netz sind das 110 kV-Netz, die Umspannanlagen, das Mittel- und
Niederspannungsnetz, die Trafostationen, das Erdgashoch- und Niederdruckleitungsnetz, die
Gasdruckregel- und Messstationen sowie die Infrastruktur des automatisierten Zählerwesens
enthalten. Im Zuge der Einbringung des Teilbetriebes „Netz“ in die Netz
Oberösterreich GmbH im Geschäftsjahr 2014/2015 wurde der Betrieb des Verteilernetzes von
der Energie AG Oberösterreich verpachtet.
Im Regelfall erfolgte in der Bilanz eine direkte Zuordnung des Vermögens und direkt
zurechenbare Kapital auf die einzelnen Bereiche. In jenen Fällen, in denen nur ein mittelbarer
Sachbezug zu den einzelnen Aktivitäten vorlag bzw. eine weitere Aufteilung nur mit
unvertretbar hohem Aufwand verbunden wäre, wurde die Zuordnung durch Schlüsselung auf
Basis sach- und verursachungsgerechter Bezugsgrößen vorgenommen.
Die Kapitalzuordnung wurde nach der statischen Methode vorgenommen. Das verzinsliche
Fremdkapital wurde anhand des direkt zurechenbaren Nettovermögens (Gesamtvermögen
abzüglich Kassa / Guthaben bei KI) entsprechend den Gesamtverhältnissen im Unternehmen
zugeordnet. Die Differenz aus ermitteltem Vermögen und direkt/indirekt zugeordnetem
Kapital wurde anschließend durch das Eigenkapital aufgefüllt.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
307
Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der Energie AG Oberösterreich, Linz, bestehend aus der Bilanz
zum 30. September 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr sowie dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen
Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum
30. September 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften und dem Elektrizitätswirtschafts- und
-organisationsgesetz 2010 sowie dem Gaswirtschaftsgesetz 2011.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/
2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der
International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen
Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen
beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil
zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung
des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
1. Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen
Sachverhalt und Problemstellung
Die Anteile an verbundenen Unternehmen stellen mit einem Buchwert von rd.
EUR 721,7 Mio. 26,5 % der Bilanzsumme zum Bilanzstichtag dar. Im gegenständlichen
Geschäftsjahr wurden rd. EUR 1,5 Mio. Aufwendungen aus
Verlustübernahmevereinbarungen erfasst. Es wurden keine Abschreibungen an Anteilen an
verbundenen Unternehmen vorgenommen.
Die Energie AG Oberösterreich analysiert im Zuge der Jahresabschlussaufstellung für
sämtliche wesentliche Anteile an verbundenen Unternehmen, ob Anhaltspunkte für eine
wesentliche Wertminderung vorliegen. Für in Vorjahren wertgeminderte Anteile an
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
verbundenen Unternehmen wird überprüft, ob die Gründe für eine Abschreibung
weggefallen sind und somit eine Zuschreibung vorzunehmen ist. Liegen solche Anhaltspunkte
vor, wird für das entsprechende verbundene Unternehmen eine Unternehmensbewertung
vorgenommen und der Buchwert auf das Ergebnis der Unternehmensbewertung zu- bzw.
abgeschrieben.
Die Durchführung einer Unternehmensbewertung erfordert verschiedene
Ermessensentscheidungen und unterliegt wesentlichen Schätzungskomponenten, wie
beispielsweise die Wahl einer angemessenen Unternehmensbewertungsmethode, die
Schätzung zukünftiger Zahlungsflüsse und die Festlegung eines angemessenen
Diskontierungssatzes. Es besteht daher das Risiko, dass unangemessene Schätzungen bzw.
Ermessensentscheidungen eine wesentliche Auswirkung auf das Ergebnis der
Unternehmensbewertung und in weiterer Folge auf den Wertansatz der Anteile an
verbundenen Unternehmen in der Bilanz und auf das Finanzergebnis in der Gewinn- und
Verlustrechnung haben können.
Details zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen sind im Anhang, Abschnitt
„II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, Unterabschnitt „Anlagevermögen“,
dargestellt.
Prüferisches Vorgehen
Wir sind in unserer Prüfung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen wie
folgt vorgegangen:
Wir haben den Prozess zur Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen
anhand der beim Unternehmen vorliegenden Dokumentationen und erhaltenen
Auskünfte analysiert und kritisch hinterfragt, ob der Prozess geeignet ist, für eine
angemessene Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen zu sorgen.
Wir haben die vom Unternehmen erstellten Analysen dahingehend, ob Anhaltspunkte
für einen wesentlichen Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf vorliegen, kritisch
hinterfragt und unter Berücksichtigung unserer Erkenntnisse aus der
Jahresabschlussprüfung beurteilt.
Lagen solche Anhaltspunkte vor, haben wir die von der Gesellschaft durchgeführte
Unternehmensbewertung mit besonderem Augenmerk auf die Ausübung von
Ermessensentscheidungen und Schätzungen wie folgt geprüft:
Wir haben die Wahl des Bewertungsmodells, die Planungsannahmen und die
Bewertungsparameter überprüft.
Die bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes zugrundegelegten
Annahmen wurden durch unsere Bewertungsspezialisten durch Abgleich mit markt-
und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt.
Wir haben die formelle und materielle Plausibilität der internen
Planungsrechnungen, die den Annahmen zu erwarteten Zahlungsflüssen
zugrundeliegen, beurteilt.
Wir haben die Ergebnisse der durchgeführten Unternehmensbewertungen den
Buchwerten der betreffenden Anteile an verbundenen Unternehmen
gegenübergestellt und einen allfälligen wesentlichen Wertminderungs- oder
Wertaufholungsbedarf beurteilt.
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Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
Hinweis auf einen sonstigen Sachverhalt – Vorjahresabschluss
Der Jahresabschluss zum 30. September 2020 der Gesellschaft wurde von einem anderen
Abschlussprüfer geprüft, der am 2. Dezember 2020 einen uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk zu diesem Jahresabschluss erteilt hat.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen
Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den
Jahres- und Konzernabschluss, den Lage- und Konzernlagebericht und die beiden
zugehörigen Bestätigungsvermerke. Den Bericht über nichtfinanzielle Informationen haben
wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erhalten, die übrigen Teile des
Jahresfinanzberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt
werden.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen
Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf ab. Bezüglich der
Informationen im Lagebericht verweisen wir auf den Abschnitt „Bericht zum Lagebericht“.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses ist es unsere Verantwortung,
die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob sie wesentliche
Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten
Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der Arbeiten, die wir zu den vor dem Datum der
Bestätigungsvermerke erhaltenen sonstigen Informationen durchgeführt haben, zur
Schlussfolgerung gelangen, dass diese sonstigen Informationen wesentlich falsch dargestellt
sind, müssen wir dies berichten. Wir haben diesbezüglich nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und
dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften und dem Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz 2010 sowie dem
Gaswirtschaftsgesetz 2011 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich,
die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen,
Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern
einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen,
entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des
Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als
Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets
aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der
ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen
aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus
Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur
Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob
eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten
besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass
eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam
zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
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Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang
und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten
beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen
uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und –
sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss
ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des
Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem
Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass
ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil
vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren
Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des
Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des
Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der beigefügte Lagebericht nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt worden und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche
fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Dezember 2020 als Abschlussprüfer für das
am 30. September 2021 endende Geschäftsjahr gewählt und am 6. April 2021 vom
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Bestätigungsvermerk
Aufsichtsrat mit der Durchführung der Abschlussprüfung beauftragt. Wir sind in dem am 30.
September 2021 endenden Geschäftsjahr erstmals Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Art 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art 5 Abs 1 der EU-VO
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere
Unabhängigkeit von der Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Mag. Gerhard
Marterbauer.
Wien
3. Dezember 2021
Deloitte Audit Wirtschaftsprüfungs GmbH
Mag. Gerhard Marterbauer
Wirtschaftsprüfer
Mag. Christof Wolf
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns
bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und
vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB
zu beachten.
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
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Einzelabschluss 2020/2021 Erklärung des Vorstandes
ERKLÄRUNG DES VORSTANDES
GEMÄSS § 124 ABS. 1 Z 3 BÖRSEG
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich bestätigt nach bestem Wissen, dass der im
Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der
Energie AG Oberösterreich ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt und, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das
Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die
wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Linz, am 3. Dezember 2021
Der Vorstand der Energie AG Oberösterreich
Generaldirektor
DDr. Werner Steinecker MBA
Vorsitzender des Vorstands
CEO
Dr. Andreas Kolar
Mitglied des Vorstands
CFO
Dipl.-Ing. Stefan Stallinger MBA
Mitglied des Vorstands
COO
Energie AG Oberösterreich – Jahresfinanzbericht 2020/2021
DISCLAIMER
Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aus Gründen der leichteren Lesbarkeit im Text
größtenteils auf die allgemein übliche – von uns jedoch absolut geschlechtsneutral
verstandene – männliche Form für Personenbezeichnungen beschränken.
Ist im Geschäftsbericht von der „Energie AG“ die Rede, so ist damit die „Energie AG
Oberösterreich“ gemeint.
Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die Risiken und
Unsicherheitsfaktoren darstellen, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen
können. Die Begriffe „davon ausgehen“, „annehmen“, „einschätzen“, „erwarten“,
„beabsichtigen“, „können“, „planen“, „projizieren“, „sollte“ und vergleichbare Ausdrücke
dienen dazu, zukunftsbezogene Aussagen zu kennzeichnen. Für den tatsächlichen Eintritt
von Prognosen und Planungswerten über wirtschaftliche, währungsbezogene, technische,
wettbewerbsbezogene und einige sonstige wichtige Faktoren, die dazu führen könnten,
dass die tatsächlichen Ergebnisse von denjenigen abweichen, von denen in den
zukunftsbezogenen Aussagen ausgegangen wurde, kann keine Gewähr geleistet werden.
Die Energie AG hat nicht die Absicht, solche vorausschauenden Aussagen zu aktualisieren
und lehnt jede Verantwortung für derartige Aktualisierungen ab. Wir haben diesen
Geschäftsbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft.
Der Geschäftsbericht in englischer Sprache ist eine Übersetzung des deutschen Berichts.
Allein die deutsche Version ist die authentische Fassung.
IMPRESSUM
Medieninhaber, Verleger und Herausgeber:
Energie AG Oberösterreich, Böhmerwaldstraße 3, 4020 Linz
Redaktion:
Michael Frostel MSc, Mag. Margit Lang, Mag. Iveta Strnadova MBA, Mag. Gerald Seyr,
Mag. Klaus Oberparleiter
Konzeption und Umsetzung: nexxar GmbH, Wien
Gestaltung des Covers: upart Werbung & Kommunikation GmbH, Linz
Fotos: Energie AG Oberösterreich, Wolfgang Zopf, Hermann Wakolbinger
Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.
Linz, im Dezember 2021
Energie AG Oberösterreich
Böhmerwaldstraße 3
4020 Linz, Austria
www.energieag.at