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Gemäß § 124 Börsegesetz  
Jahresfinanzbericht 2022  
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Frequentis-Gruppe  
55  
Geschäftsbericht 2022  
Jahresfinanzbericht 2022  
Konzernlagebericht  
3
Konzernabschluss  
27  
Lagebericht zum Einzelabschluss  
123  
Frequentis AG – Einzelabschluss  
149  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Wirtschaftliches Umfeld  
3
Konzernlagebericht  
zum 31.12.2022  
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Frequentis-Gruppe  
4
Wirtschaftliches Umfeld  
Konzernlagebericht 2022  
Wirtschaftliches Umfeld  
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-  
Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen  
Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen  
konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt  
sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche  
kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist  
jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht  
wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.  
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2023 das World Economic Outlook Update  
publiziert1. Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2022 ein Anstieg der globalen  
Wirtschaftsleistung um 3,4% erwartet, für das Jahr 2023 soll das Wachstum 2,9% betragen. Die  
Prognose für das Jahr 2023 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt,  
aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%. Die Anhebung der Zentralbank-  
zinsen zur Bekämpfung der Inflation und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten weiterhin die  
Wirtschaftstätigkeit.  
Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im Jahr 2022, aber die jüngste  
Wiedereröffnung hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Das Gleichgewicht  
der Risiken ist nach wie vor eher abwärts gerichtet, aber die negativen Risiken haben sich seit dem  
World Economic Outlook Update vom Oktober 2022 abgeschwächt. Die globale Inflation wird  
voraussichtlich von 8,8% im Jahr 2022 auf 6,6% im Jahr 2023 und 4,3% im Jahr 2024 sinken und  
damit immer noch über dem Niveau vor der Pandemie (2017-2019) von etwa 3,5% liegen.  
Für das Jahr 2022 wird für die USA ein Anstieg von 2,0% (2023: 1,4%) prognostiziert. Für die  
Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 3,5% im Jahr 2022 (2023: 0,7%).  
Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2022 und 2023  
unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2022 1,9% (2023: 0,1%) erwartet, für  
Frankreich 2,6% (2023: 0,7%), für Italien 3,9% (2023: 0,6%) und für Spanien 5,2% (2023: 1,1%). Die  
Prognose für Großbritannien liegt bei 4,1% für das Jahr 2022 (2023: -0,6%).  
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 4,3% im Jahr 2022  
(2023: 5,3%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2022 von einem Wachstum von  
3,9% (2023: 1,8%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 5,3% (2023:  
3,2%) prognostiziert.  
1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
5
Geschäftsentwicklung  
Das operative Geschäft war durch die COVID-19 Pandemie, welche im Laufe des Jahres 2022  
abflaute, nur mehr teilweise beeinträchtigt. Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine  
führte indirekt über die gestiegene Inflation (zuerst für Strom, Gas und Treibstoffe) zu Auswirkungen  
auf die Frequentis-Gruppe. Zug um Zug schlug sich die Inflation auch bei den Zukäufen von  
Lieferanten und bei den Lohnabschlüssen und damit im Ergebnis nieder.  
Der Umsatz stieg, auch aufgrund der von L3Harris Technologies im Laufe des Jahres 2021  
übernommenen und im Jahr 2022 ganzjährig inkludierten Unternehmen sowie der Akquisition der  
italienischen Regola im Jänner 2022. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von  
Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen  
Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.  
Bedeutende Ereignisse im Jahr 2022  
Übernahme von Regola  
Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien). Die  
innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis-  
Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstums-  
strategie in diesem Bereich.  
Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit  
von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich  
Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD-  
Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die  
Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.  
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio  
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.  
Beteiligung an Aviamaps  
Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in  
Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnenflug direkt  
im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das  
Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools.  
Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen  
Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon  
bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.  
75-jähriges Firmenjubiläum  
Im Jahr 2022 feierte Frequentis das 75. Jahr seines Bestehens. In dieser Zeitspanne erfolgte die  
Entwicklung vom Kleinst-Unternehmen – heute wohl ein „Start-Up“ – 1947 gegründet von zwei  
ambitionierten Ingenieuren im Nachkriegs-Wien, über einen mittelständischen österreichischen  
Betrieb hin zu einer weltweit erfolgreich tätigen Unternehmensgruppe.  
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Frequentis-Gruppe  
6
Geschäftsentwicklung  
Konzernlagebericht 2022  
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die spezielle Kultur im Umgang mit sicherheitskritischen  
Prozessen, die die Frequentis-Teams auszeichnet. 75 Jahre Erfahrung mit Projekten im  
sicherheitskritischen Umfeld haben einen umfassenden Know-how-Aufbau und ein tiefes Verständnis  
für Kundenbedürfnisse geschaffen. Dieses Wissen will Frequentis auch zukünftig auf den  
Weltmärkten einsetzen – überall dort, wo es darum geht, Menschen oder Güter vor Gefahren zu  
schützen.  
Auswirkungen der geopolitischen Lage  
Fast zeitgleich mit dem fortschreitenden Abklingen der COVID-19 Pandemie begann im Osten  
Europas der Krieg in der Ukraine. Dies führte neben dem unermesslichen Leid vor Ort zu zahlreichen  
Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis.  
Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die  
Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag. Indirekt  
führten die Auswirkungen des Kriegs zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und  
Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in  
Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der  
letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue  
Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen  
Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlagen sich Zug um Zug  
im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder.  
Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke  
Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den  
Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der  
Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den  
langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.  
Auswirkungen der COVID-19 Pandemie  
Bereits ab März 2020 war bei Frequentis ein interner Corona-Krisenstab im Einsatz, der sich aus  
einem interdisziplinären Team relevanter Fachabteilungen unter der Leitung des Vorstands-  
vorsitzenden zusammensetzte. Angepasst an die jeweilige Situation der Pandemie trat der Krisenstab  
in regelmäßigen Abständen zusammen, um die aktuelle Situation zu evaluieren und die weitere  
Vorgehensweise festzulegen.  
Parallel zur Entspannung der Pandemie-Situation beginnend mit Frühsommer 2022 wurden auch die  
Maßnahmen in den einzelnen Bereichen Schritt für Schritt zurückgenommen; allgemeine  
Vorsichtsmaßnahmen wie eine Testpflicht für TeilnehmerInnen an größeren Meetings wurden bis  
zum Jahresende weiter fortgeführt.  
Die Maßnahmen, die es Frequentis erlaubt haben, gut durch die COVID-19 Pandemie zu kommen,  
umfassten Aktivitäten vor allem in den Bereichen Health & Safety und Facility Management sowie im  
verstärkten Einsatz der digitalen Möglichkeiten, Frequentis-intern sowie mit Kunden und Partnern.  
Hier machte sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und auch  
ihrerseits mit viel Flexibilität und Kreativität dabei unterstützten, gute Lösungen zu finden. So  
konnten Projekte trotz anhaltender Reiserestriktionen virtuell (per Videokonferenzen) fortgesetzt und  
auch abgenommen werden.  
Die Frequentis-Firmenkultur ermöglichte schon vor der Pandemie mobiles Arbeiten (von zu Hause  
aus, vor Ort beim Kunden), sodass die weitreichende Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus  
von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhandenen IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt  
wurde.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
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Aus den Erfahrungen der Pandemie können einige wesentliche Learnings für die langfristige  
nachhaltige Weiterentwicklung von Frequentis gezogen werden. Diese Erkenntnisse und Erfahrungen  
beinhalten wichtige Impulse zur erweiternden Nutzung digitaler Möglichkeiten, wie die Umstellung  
von Prozessen und Tools für ein bestmögliches virtuelles Arbeiten aus der Ferne oder um das  
Vorantreiben von Produktinnovationen.  
Auftragseingang  
Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2022 bei EUR 404,8 Mio., eine Steigerung von  
21,5% oder EUR 71,6 Mio. gegenüber dem Jahr 2021 mit EUR 333,2 Mio.  
Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2022 wie folgt: Air Traffic  
Management mit 68% oder EUR 275,4 Mio. (2021: 69%, EUR 230,4 Mio.), Public Safety & Transport mit  
32% oder EUR 129,4 Mio. (2021: 31%, EUR 102,8 Mio.).  
Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management  
Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge quer über den Globus und  
die Produktpalette.  
Die Nachfrage nach Remote Digital Towern ist ungebrochen. Die französische Flugsicherung DSNA  
(Direction des Services de la Navigation Aérienne) hat Frequentis mit der Lieferung seiner  
hochmodernen Remote Digital Tower Lösung in Frankreich beauftragt.  
Im Bereich der Drohnen wählte die australische Flugsicherung Frequentis für die Teilnahme an  
einem Auswahlverfahren zur Erstellung des ersten australischen Fluginformationsmanagement-  
Systems (FIMS) aus. Das System wird die sichere Integration von Drohnen als neue Luftraumnutzer  
im bodennahen Luftraum von Australien unterstützen.  
Die österreichische Flugsicherung Austro Control und Frequentis starten mit dem Aufbau einer  
digitalen Verkehrsmanagement-Lösung zur sicheren Integration von Drohnen in den  
österreichischen Luftraum.  
Die Deutsche Bundeswehr hat Frequentis mit der IT-Ausstattung der Führungszentrale „Nationale  
Luftverteidigung“ beauftragt. Das Führungssystem von Frequentis unterstützt das „Nationale Lage-  
und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum“ bei der Sicherung des deutschen Luftraums.  
Insbesondere sicherheitskritische Szenarien wie unerlaubtes Eindringen in den Luftraum,  
Flugzeugentführungen und Terrorangriffe können, unterstützt durch das System, effizient und  
effektiv abgearbeitet werden.  
Die Königliche niederländische Luftwaffe entschied sich dazu, dass drei bestehende Sprach-  
kommunikationssysteme (VCS / Voice Communication System) durch ein System ersetzt werden.  
Frequentis entschied mit Secure VCS die internationale Ausschreibung als sicherste, am besten  
geeignete und wirtschaftlichste Lösung für sich.  
Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport  
Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende  
Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die  
Lieferung eines Systems für die Anschaltung von Rettung und Feuerwehr in den BOS-Digitalfunk in  
Nordrhein-Westfalen und eine integrierte Leitstellenlösung im Saarland weiter aus.  
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Frequentis-Gruppe  
8
Geschäftsentwicklung  
Konzernlagebericht 2022  
Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus  
Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge  
für Erweiterungs- und Wartungsverträge.  
Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen / ÖBB arbeitet Frequentis im Rahmen einer  
Innovationskooperation an hangarbasierten Drohneneinsätzen. Durch routinemäßige Wartungsflüge  
mit Drohnen sollen Schäden an der Infrastruktur oder Gefahren im Umfeld der Strecke schnell  
erkannt und frühzeitig behoben werden.  
Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Erneuerung der Leitstellen-  
kommunikation der Küstenüberwachung (Such- und Rettungsbereich) von Australien und Island  
sowie Aufträge aus der installierten Basis, unter anderem von der niederländischen Küstenwache.  
Auftragsstand  
Der Auftragsstand per 31. Dezember 2022 betrug EUR 522,0 Mio. (inkl. dem Auftragsstand des neu  
erworbenen Unternehmens Regola), eine Steigerung von 11,6% oder EUR 54,1 Mio. im Vergleich zu  
Ende Dezember 2021 mit EUR 467,9 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2021:  
64%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2021: 36%) dem Segment  
Public Safety & Transport zuzuordnen.  
Umsatz und Betriebsleistung  
Im Jahr 2022 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 15,7% oder EUR 52,4 Mio. auf EUR 386,0 Mio.  
erzielt werden (2021: EUR 333,5 Mio.). Das organische Wachstum betrug 12,7%, also ohne  
Berücksichtigung der Akquisition der italienischen Regola im Jahr 2022.  
Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 17,3% auf  
EUR 257,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 12,4% auf  
EUR 127,7 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2022 bei 67% : 33% für die beiden Segmente Air  
Traffic Management und Public Safety & Transport (2021: 66% : 34%).  
Nach Regionen entfielen im Jahr 2022 65% (2021: 68%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2021: 15%)  
auf Amerikas, 12% (2021: 9%) auf Asien, 5% (2021: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2021: 2%) auf  
Afrika, <1% (2021: 1%) waren nicht zugeordnet.  
Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei weniger als EUR 0,1  
Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR -0,2 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 2,6 Mio.  
(2021: EUR 0,1 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellte Sprachvermittlungs-  
systeme im Jahr 2022.  
Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 10,5 Mio. (2021: EUR 9,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen  
sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus  
Forschungsprämien.  
Im Jahr 2022 ergab sich kein Gewinn aus Unternehmenserwerben. Im Jahr 2021 ergab sich ein  
Gewinn aus Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. im Zuge der L3Harris-Transaktion.  
Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2022 um 15,7% auf EUR 399,1 Mio. (2021: EUR 344,8 Mio.).  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
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Ergebnis  
Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 31,1% auf  
EUR 99,2 Mio. (2021: EUR 75,7 Mio.), bedingt unter anderem durch die akquirierten Gesellschaften  
sowie Lieferkettenengpässe, die Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen haben – punktuell waren  
starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der  
Personalaufwand erhöhte sich um 11,9% auf EUR 203,9 Mio. (2021: EUR 182,1 Mio.). Dies ist  
begründet durch die im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften,  
Gehaltserhöhungen und den gestiegenen Personalstand.  
Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,3% auf EUR 50,3 Mio. (2021: EUR 40,5 Mio.), vor allem  
aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen sowie der im Laufe des Jahres 2021  
und 2022 neu erworbenen Gesellschaften. Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten  
Reisemöglichkeiten sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um  
EUR 5,3 Mio. auf EUR 10,7°Mio. im Jahr 2022 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem  
Niveau von 2019, also vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio.).  
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 45,6 Mio.  
im Jahr 2022 zurück (2021: EUR 46,5 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich  
auf 11,8% nach 13,9% im Jahr 2021.  
Die Abschreibungen erhöhten sich auf EUR 17,5 Mio. (2021: EUR 15,8 Mio.). Die Steigerung war vor  
allem auf den höheren Zugang bei den Sachanlagen zurückzuführen. Im Jahr 2022 ergab sich ein  
Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 1,7 Mio.), bedingt durch die Wertminderung für  
Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH.  
Das EBIT verringerte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 25,0 Mio. im  
Jahr 2022 (2021: EUR 29,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,5% nach  
8,7% im Jahr 2021.  
Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2022 bei EUR 24,7 Mio. (2021: EUR 27,9 Mio.). Der Aufwand für  
Ertragsteuern betrug EUR 5,9 Mio. (2021: EUR 7,2 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von  
23,7% (2021: 25,6%).  
Das Konzernergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 18,9 Mio. zurück (2021: EUR 20,8 Mio.). Das  
verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2022 EUR 1,41 (2021: EUR 1,50).  
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  
Durch die zunehmende Inanspruchnahme von Teilzeitmöglichkeiten wird der Personalstand seit dem  
Halbjahresfinanzbericht 2022 in Vollzeitkräften (full time equivalents, FTE) ausgewiesen. Dieser  
Trend entspricht auch der Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo Teilzeitstellen verstärkt nachgefragt  
werden.  
Der Personalstand erhöhte sich um 7,4% auf durchschnittlich 2.081 Vollzeitkräfte für das Jahr 2022  
(inklusive der zusätzlichen Personen aus der Akquisition von Regola). Der angepasste Personalstand  
für das Jahr 2021 betrug 1.937 Vollzeitkräfte.  
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Frequentis-Gruppe  
10  
Geschäftsentwicklung  
Konzernlagebericht 2022  
Vermögens- und Kapitalstruktur  
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,8% auf EUR 340,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende  
Dezember 2021: EUR 315,7 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus  
Verträgen mit Kunden. Die Eigenkapitalquote lag bei 43,3% (Ende Dezember 2021: 41,1%). Das  
Eigenkapital erhöhte sich um EUR 17,5 Mio. auf EUR 147,3 Mio. (Ende Dezember 2021:  
EUR 129,9 Mio.).  
Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich  
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2022 auf EUR 91,0 Mio.  
und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2021 mit EUR 101,1 Mio.  
Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2022 Sachanlagen in  
Höhe von EUR 53,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 47,7 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit  
EUR 14,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,7 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen  
Vermögens von in Summe EUR 80,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 72,6 Mio.).  
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 259,8 Mio. per Ende Dezember 2022  
(Ende Dezember 2021: EUR 243,1 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl.  
Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 91,4 Mio. (Ende Dezember 2021:  
EUR 106,0 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 77,0 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 69,4 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden  
mit EUR 50,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 38,4 Mio.) und die Vorräte mit EUR 21,7 Mio. (Ende  
Dezember 2021: EUR 17,1 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die  
Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen  
einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und  
Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.  
Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per  
Ende Dezember 2022 mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und  
Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien  
und den Amerikas.  
Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 147,3 Mio. per Ende  
Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.). Die zweitgrößte Position waren die  
kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 131,0 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021:  
EUR 125,2 Mio.), davon entfielen EUR 68,0 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit  
Kunden (Ende Dezember 2021: EUR 65,4 Mio.).  
Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 61,9 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 60,6 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit  
EUR 30,8 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 29,8 Mio.) am größten.  
Cash Flow  
Der Cash Flow aus dem Ergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 43,6 Mio. (2021: EUR 47,9 Mio.) zurück.  
Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2022 auf EUR 14,2 Mio. (2021:  
EUR 48,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsvermögenswerte und der  
sonstigen Forderungen.  
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2022 bei EUR -20,1 Mio. (2021: EUR -24,6  
Mio.). In dieser Summe sind auch die Aufwendungen für den Erwerb der italienischen Regola und der  
Beteiligung an der finnischen Aviamaps enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Entwicklung der Segmente  
11  
von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 10,1 Mio. über dem  
Niveau des Jahres 2021 mit EUR 6,3 Mio. Der Wert des Jahres 2022 war beeinflusst von aktivierten  
Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche im Jahr 2022 erstellt  
wurden.  
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2022 auf EUR -16,5 Mio. zurück (2021:  
EUR -12,6 Mio.), vor allem durch die Tilgung von Finanzkrediten.  
Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2022 in Summe auf EUR -22,4 Mio. (2021: EUR 11,5  
Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2022 auf EUR 81,4 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 103,8 Mio.).  
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und  
Personen  
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, Kapitel 37.  
Entwicklung der Segmente  
Air Traffic Management / ATM  
Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch  
AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem  
Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis  
zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt.  
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im  
Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und  
Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die  
Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO /  
International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar,  
Funk, Netzwerk ist ähnlich.  
Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen  
für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung  
sowie taktische Netzwerke und Führung- und Informationssysteme, auch für den behörden-  
übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions-  
kritische Anwendungen.  
Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2022 um 17,3% auf EUR 257,8 Mio.  
(2021: EUR 219,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,2 Mio. (2021: EUR 12,5 Mio.).  
Highlights im operativen Geschäft  
Quer über den Globus wurden im Jahr 2022 Abnahmen durchgeführt. Unter anderem erfolgten  
wichtige Fortschritte und Abnahmen in den Sprachkommunikationssystemen für die britische,  
französische, spanische und brasilianische Flugsicherung. Um das erhöhte Flugaufkommen während  
der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Qatar erfüllen zu können, wurde das bestehende  
Sprachkommunikationssystem erneuert und die Flugsicherung des Flughafen-Towers digitalisiert  
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Frequentis-Gruppe  
12  
Entwicklung der Segmente  
Konzernlagebericht 2022  
und modernisiert. In acht Staaten in Afrika sowie in Argentinien wurden hochmoderne Aviation  
Message Handling Systeme in Betrieb genommen.  
Ein im Rahmen des von der EU geförderten SESAR-Programms entwickelter Prototyp für sogenannte  
Multiple Remote Tower-Module wurde von Frequentis und dem Deutschen Zentrum für Luft- und  
Raumfahrt (DLR) für Validierungen in Deutschland aufgebaut und getestet. Diese Module befinden  
sich in einer vom Flughafen entfernten Tower-Zentrale und ermöglichen die Flugsicherung für  
mehrere Flughäfen von einem Standort aus. Dies unterstützt die Zentralisierung der  
Flugverkehrsdienste und die Bündelung von Ressourcen für eine gesteigerte Effizienz.  
Public Safety & Transport / PST  
Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport  
sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs-  
und Steuerungsaufgaben.  
Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den  
Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public  
Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und  
Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern.  
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen.  
Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz  
mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional  
unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.  
Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2022 um 12,4% auf  
EUR 127,7 Mio. (2021: EUR 113,6 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 14,9 Mio. (2021:  
EUR 16,6 Mio.).  
Highlights im operativen Geschäft  
Im Teilmarkt Public Safety ist der Rollout der Landeslösung für die Polizei in Nordrhein-Westfalen  
hervorzuheben. Für innovative Lösungen in Kontrollzentralen hat Frequentis den „International  
Critical Communications Award“ (ICCA) für die Integration und Verarbeitung von verschiedenen  
sicherheitskritischen Kommunikationstechnologien über die 3020 LifeX-Plattform erhalten.  
Auf der Fachmesse Critical Communications World, die im Berichtsjahr 2022 in Wien stattgefunden  
hat, wurde eine Innovation, die MissionX-Lösung, erstmals international präsentiert. MissionX ist eine  
integrierte Ende-zu-Ende (E2E) Systemlösung für die Bereitstellung einsatzkritischer  
Kommunikationsdienste über 4G/5G-Netzwerke.  
Im Jahr 2022 erfolgte der Abschluss der Pilotphase des Horizon2020 EU Projektes Broadway. Nach  
mehrjähriger Entwicklungsarbeit des von Frequentis geführten Konsortiums BroadPort konnte in  
einem abschließenden Test der praxistaugliche Nachweis eines europaweiten sicherheitskritischen  
Breitbandnetzes, basierend auf dem neuen internationalen 3GPP MCX Standard, erfolgreich erbracht  
werden. An dem Test nahmen über 40 Einsatzkräfte aus verschiedenen Blaulichtorganisationen aus  
ganz Europa und 8 lokalen spanischen Behörden teil.  
Im Teilmarkt Public Transport wurden wesentliche Meilensteine unter anderem bei europäischen  
Bahnprojekten realisiert. Wichtige Abnahmen erfolgten im Teilmarkt Maritime in Grönland und auf  
den Färöer Inseln.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Forschung & Entwicklung  
13  
Forschung & Entwicklung  
Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der  
Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im  
sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen  
weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen.  
Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst  
werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen  
notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die  
technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt  
ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger.  
Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis  
dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt  
rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice  
Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk  
erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise  
jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon  
frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.  
Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung  
aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus  
liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement  
sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein  
Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a  
Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen.  
Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-  
Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen  
Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer  
Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei  
Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.  
Nichtfinanzielle Informationen  
Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die  
gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.  
Konsolidierter Corporate Governance-  
Bericht  
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Corporate  
Governance verfügbar.  
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Frequentis-Gruppe  
14  
Chancen- & Risikomanagement  
Konzernlagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es,  
das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur  
Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu  
setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch  
ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der  
Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte  
Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.  
Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten  
Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen,  
der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu  
steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken  
frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte  
Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes  
Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes  
Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen.  
Um die Kommunikationswege zur Meldung von internen und externen Personen zu vereinfachen,  
führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System)  
ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über  
das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz  
von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt.  
Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in  
den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung  
dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend  
zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur  
Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und  
entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Vice  
President Finance verantwortlich.  
Projektmanagement als operatives Herzstück  
Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und  
operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des  
professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebens-  
zyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken  
identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.  
In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten  
Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäfts-  
typen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der  
Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.  
Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei  
werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert  
und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und  
Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch  
periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der  
Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
15  
Evaluierung des Risikomanagements  
Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktions-  
fähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen  
Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2023 im Zuge der  
Abschlussprüfung bestätigt.  
Risiken im Überblick  
Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig  
auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.  
Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus) oder andere Pandemien  
Die fortlaufende Entwicklung der COVID-19 Pandemie oder anderer Pandemien kann zu einer  
weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen  
und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können –  
wie im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der  
Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit  
verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren  
und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten  
Märkte haben.  
Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im  
Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten  
Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe  
in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner  
werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.  
Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen  
Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.  
Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe,  
hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung,  
die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung  
von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Opti-  
mierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.  
Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien.  
Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien,  
Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche  
Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu  
Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen  
von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine  
regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für  
die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden,  
kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat  
einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die  
Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.  
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Frequentis-Gruppe  
16  
Chancen- & Risikomanagement  
Konzernlagebericht 2022  
Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.  
Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese  
Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber  
Frequentis bevorzugen.  
Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der das  
Unternehmen tätig ist  
Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen  
sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage.  
Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen  
Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der  
Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und  
umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von  
staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen,  
budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis  
nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten  
Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt-  
abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von  
Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt  
ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise  
erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der  
Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und  
das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind  
Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss  
der jeweiligen Projekte abhängig.  
Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten.  
Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in  
den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden  
Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab,  
einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.  
Auswirkungen des Klimawandels.  
Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von  
Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen  
wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen  
die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen  
zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den  
Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region.  
Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt  
durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die  
Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von  
Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen  
Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels  
nicht beeinträchtigt.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
17  
Cyberangriffe.  
Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können  
ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von  
Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die  
Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der  
Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt  
zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur  
Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.  
Änderungen der technologischen Standards.  
Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der  
technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage  
können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen  
oder mehr Zeit und Kosten erfordern.  
Fortschreitende Kundenkonzentration.  
Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen  
Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei  
Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit  
jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner  
potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen  
Kunden.  
Kostenüberschreitungen.  
Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das  
finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten  
erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und  
Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden.  
Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden  
können.  
Verlust von bestehenden Kunden.  
Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von  
Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und  
Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben  
werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wett-  
bewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht  
vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen  
längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchs-  
materialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso  
folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.  
Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.  
Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale  
Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von  
Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher  
eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und  
finanzielle Engpässe zu umgehen.  
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Frequentis-Gruppe  
18  
Chancen- & Risikomanagement  
Konzernlagebericht 2022  
Langfristige Verpflichtungen.  
Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu  
15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar  
halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die  
Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Kompo-  
nenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten  
überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar  
unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu  
produzieren.  
Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.  
Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus  
finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt-  
durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren.  
Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine  
Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.  
Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass  
ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen.  
Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen  
Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder  
quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl  
von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.  
Wachstum durch Akquisitionen.  
Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist  
möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben  
und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die  
erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar  
unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar  
sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.  
Weitere Risiken aus diesem Bereich:  
–
Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.  
–
Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und  
insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.  
–
Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.  
–
Embargos und andere Handelsbeschränkungen.  
–
Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des  
Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.  
–
Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu  
gewinnen.  
–
Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.  
–
Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.  
–
Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen  
Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.  
–
Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.  
–
Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten  
–
Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt  
werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder  
Kapazitätsengpässe aufweisen.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
19  
Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken  
Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.  
Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die  
Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher  
mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:  
–
der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;  
–
solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle  
Ressourcen erfordern;  
–
öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen,  
die oft nicht individuell verhandelbar sind;  
–
staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis  
dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter  
bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;  
–
ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden  
kann.  
Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.  
Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability  
Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In  
solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage  
innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von  
lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt  
vornehmen.  
Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer).  
Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung  
in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.  
Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer.  
Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt,  
was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt-  
lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte  
Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen,  
so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter  
Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des  
Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer  
seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz-  
forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende  
Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.  
Weitere Risiken aus diesem Bereich:  
–
Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.  
–
Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und  
politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen,  
insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.  
–
Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr  
geistiges Eigentum zu verteidigen.  
–
Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen  
Vorschriften oder Illiquidität von Banken.  
–
Compliance bezogene Risiken.  
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Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den  
Frequentis-Gruppe  
20  
Rechnungslegungsprozess  
Konzernlagebericht 2022  
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick  
auf den Rechnungslegungsprozess  
Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den  
gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.  
Aufbau Rechnungswesen  
Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen  
Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger  
Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften  
erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen  
Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet.  
Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen  
SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern-  
rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern-  
abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.  
Konsolidierung  
Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt.  
Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-  
Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch  
beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich,  
werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben  
an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzern-  
rechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen,  
toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen  
Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung)  
zusammengearbeitet.  
Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt  
und der Gesamtabschluss plausibilisiert.  
Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungs-  
termin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Termin-  
vorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird.  
Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr  
ein Zwischenbericht veröffentlicht.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
21  
Kontrolle  
Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den  
Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und  
Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen  
Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren  
Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren  
Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.  
Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche  
Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision  
beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die  
Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie  
anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort  
oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im  
Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 13.280.000,00 und war  
auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie  
eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes  
Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt  
ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu  
entsenden.  
Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2022 insgesamt 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671% des  
Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte,  
insbesondere keine Stimmrechte, zu.  
2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des  
Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien  
betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung  
der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie  
Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group  
Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl  
einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.  
3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 50,0% an der  
Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG.  
Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 10,0% an der Frequentis  
AG beteiligt.  
4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2022 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind  
die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.  
5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.  
6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands  
werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.  
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Frequentis-Gruppe  
22  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
Konzernlagebericht 2022  
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung  
Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der  
Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und  
der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten  
Arbeitnehmervertreter.  
Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder  
(dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu  
entsenden.  
Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine  
kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung  
gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird  
das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines  
Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig.  
Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode  
von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der  
abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.  
Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf  
unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch  
andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach  
Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann  
durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.  
Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen  
auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende  
Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu  
richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig.  
Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so  
bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl  
durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl  
der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des  
ausgeschiedenen Mitglieds.  
Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme  
von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat  
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem  
genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen  
Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.  
7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019  
ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April  
2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis  
zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden  
Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege  
eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß  
§ 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des  
Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit  
Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag,  
Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen  
(genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die  
Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
23  
Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und  
Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis  
zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag  
der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu  
erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert  
nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn  
Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des  
Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren  
Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein  
Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines  
Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außer-  
börslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit  
der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem  
einzigen Aktionär.  
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne  
weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen  
der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.  
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine eigenen Aktien erworben.  
8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich  
Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.  
9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.  
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Frequentis-Gruppe  
24  
Ausblick  
Konzernlagebericht 2022  
Ausblick  
Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2022  
erreicht. Der Umsatz stieg um 15,7% auf EUR 386,0 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21,5%  
auf EUR 404,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 400 Mio. Das EBIT lag bei EUR  
25,0 Mio., die EBIT-Marge bei 6,5% und damit innerhalb der Zielbandbreite von 6-8%.  
Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte  
sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder.  
Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der  
Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.  
Akquisitionen  
Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety  
durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet  
innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der  
Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)-  
Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten.  
Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.  
Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in  
Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnen-Flug direkt  
im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das  
Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools.  
Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen  
Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon  
bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.  
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio  
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.  
Langfristige Vision  
Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits-  
kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die  
eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet,  
wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im  
Projektgeschäft gesehen.  
Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund  
der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese  
Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen  
beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum  
noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem  
Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und  
Wartungsverträgen besteht.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernlagebericht 2022  
Ausblick  
25  
Prognose für das Jahr 2023  
Die Unwägbarkeiten für das Jahr 2023 sind trotz der nunmehr überwundenen COVID-19 Pandemie  
nicht weniger geworden:  
•
der Krieg in der Ukraine geht in sein zweites Jahr,  
•
die Inflation ist weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als  
2% seit der Jahrtausendwende (Euroraum),  
•
die geopolitischen Spannungen zählen wieder zum normalen Alltag,  
•
die großen Volkswirtschaften wie die USA oder der Euroraum werden im Jahr 2023  
voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 1,4% sowie 0,7% aufweisen (IWF-Prognose).  
Auch wenn sich derzeit die Spannungen in Südost-Asien verringert haben, kann es bei Ausbruch,  
auch von nur begrenzten Konflikten, rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt  
kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und  
sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene  
Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Interdependenzen  
machen dies derzeit schwieriger.  
Die genauen Auswirkungen auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse,  
verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle  
Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.  
Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung werden im Jahr 2023 über dem  
Niveau des Jahres 2022 liegen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 8 Mio. betragen.  
Frequentis strebt danach, abhängig von den oben angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2023  
im Vergleich zum Jahr 2022 zu erreichen:  
•
Steigerung des Umsatzes,  
•
Steigerung des Auftragseingangs,  
•
EBIT-Marge von rund 6-8%.  
Wien, am 13. März 2023  
Norbert Haslacher e.h.  
Vorstandsvorsitzender  
Monika Haselbacher e.h.  
Hermann Mattanovich e.h.  
Peter Skerlan e.h.  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
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Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

 

27

 

Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

28

 

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

 

Erläute­rungen

2022
TEUR

2021
TEUR

Umsatzerlöse

(3) (4)

385.970

333.526

Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

(3)

22

-202

Aktivierte Eigenleistungen

(3) (5)

2.574

92

Sonstige Erträge

(3) (6)

10.514

9.451

Gewinne aus Unternehmenserwerben

 

0

1.951

Gesamterträge (Betriebsleistung)

 

399.080

344.818

Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen

(7)

-99.250

-75.696

Personalaufwand

(8)

-203.872

-182.137

Sonstige Aufwendungen

(9)

-50.326

-40.479

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Wertminderung (EBITDA)

 

45.632

46.506

Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

(10)

-17.535

-15.808

Wertminderungen

(3) (17) (18)

-3.106

-1.730

Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT)

(3)

24.991

28.968

Finanzerträge

(11)

209

79

Finanzierungsaufwendungen

(12)

-738

-607

Nettoveränderung der Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte

(13)

0

-857

Erträge aus assoziierten Unternehmen

(19)

275

342

Ergebnis vor Steuern

 

24.737

27.925

Ertragsteuern

(14)

-5.859

-7.158

Konzernergebnis

 

18.878

20.767

Zuordnung des Ergebnisses:

 

 

 

davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft

 

18.723

19.970

davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile

(29)

155

797

 

 

18.878

20.767

 

 

 

 

Unverwässertes Ergebnis je Aktie

(15)

1,41

1,50

Verwässertes Ergebnis je Aktie

(15)

1,41

1,50

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzerngesamtergebnisrechnung

 

29

 

Konzerngesamtergebnisrechnung

 

 

Erläute­rungen

2022
TEUR

2021
TEUR

Konzernergebnis

 

18.878

20.767

Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden

 

 

 

Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung

(27)

284

1.117

Bewertung von Cash Flow Hedges

(27) (35)

297

-298

Ertragsteuern betreffend Cash Flow Hedges

(27)

-76

74

Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung gegliedert werden

 

 

 

Neubewertung der Nettopensions- und Abfertigungsverpflichtung

(27) (30)

4.024

-169

Ertragsteuern im Zusammenhang mit Neubewertungen der Nettopensions- und Abfertigungsverpflichtung

(27)

-1.176

23

Sonstiges Ergebnis nach Steuern

 

3.353

747

Gesamtergebnis

 

22.232

21.515

Zuordnung des Gesamtergebnisses:

 

 

 

davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft

 

21.963

20.755

davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile

 

269

760

 

 

22.232

21.515


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzernbilanz

 

30

 

Konzernbilanz

 

 

AKTIVA

Erläute­rungen

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

 

Langfristige Vermögenswerte

 

 

 

 

Sachanlagen

(16)

53.298

47.717

 

Immaterielle Vermögenswerte

(17)

14.501

17.717

 

Geschäfts- oder Firmenwerte

(18)

5.834

3.433

 

Anteile an assoziierten Unternehmen

(19)

2.097

1.656

 

Anzahlungen langfristige Vermögenswerte

(19)

35

0

 

Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte

 

885

241

 

Latente Steueransprüche

(14)

3.785

1.849

 

 

 

80.435

72.613

 

Kurzfristige Vermögenswerte

 

 

 

 

Vorräte

(21)

21.726

17.077

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(22)

76.990

69.435

 

Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden

(23)

50.475

38.353

 

Vertragskosten

(24)

4.024

3.712

 

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

(25)

2.759

672

 

Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte

(25)

11.360

7.389

 

Forderungen aus Ertragsteuern

 

1.126

448

 

Termingelder

(20)

10.000

2.199

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

(20)

81.380

103.798

 

 

 

259.840

243.083

 

Summe Aktiva

 

340.275

315.696

 

 

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzernbilanz

 

31

 

PASSIVA

Erläute­rungen

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

 

 

Eigenkapital

 

 

 

 

 

Grundkapital

(26)

13.280

13.280

 

 

Kapitalrücklagen

(27)

21.138

21.138

 

 

Gewinnrücklagen

(27) (28)

110.494

92.274

 

 

Eigene Aktien

 

-221

-384

 

 

Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung

 

364

106

 

 

Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes Eigenkapital

 

145.055

126.414

 

 

Nicht beherrschende Anteile

(29)

2.224

3.436

 

 

Summe Eigenkapital

 

147.279

129.850

 

 

 

 

 

 

 

 

Langfristige Verbindlichkeiten

 

 

 

 

 

Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

218

3.820

 

 

Rückstellungen

(30)

17.263

19.992

 

 

Leasingverbindlichkeiten

(36)

30.763

29.785

 

 

Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

(32)

4.239

858

 

 

Latente Steuerschulden

(14)

9.441

6.166

 

 

 

 

61.924

60.621

 

 

Kurzfristige Verbindlichkeiten

 

 

 

 

 

Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

199

1.085

 

 

Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

(31)

68.035

65.388

 

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

16.258

13.422

 

 

Rückstellungen

(33)

14.914

17.415

 

 

Leasingverbindlichkeiten

(36)

8.422

7.794

 

 

Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

(32)

6.087

4.996

 

 

Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

(32)

10.261

10.133

 

 

Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten

 

6.896

4.992

 

 

 

 

131.072

125.225

 

 

Summe Passiva

 

340.275

315.696

 

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzernkapitalflussrechnung

 

32

 

Konzernkapitalflussrechnung

 

Erläute­rungen

2022
TEUR

2021
TEUR

Ergebnis vor Steuern

 

24.737

27.925

Zinsergebnis

 

529

529

Währungsdifferenzen

 

126

-91

Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des Investitionsbereichs

 

12

13

Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Wertminderungen

(13) (16) (17)

20.641

18.401

Erträge aus assoziierten Unternehmen

(19)

-275

-342

Veränderung der Rückstellungen

(30) (33)

-2.151

3.860

Gewinn aus Unternehmenserwerb

 

0

-1.951

Erträge aus der Veränderung von variablen Kaufpreiszahlungen

(32)

-402

-850

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge

 

389

363

Nettogeldfluss aus dem Ergebnis

 

43.606

47.857

Veränderung der Vorräte

(21)

-4.448

-2.902

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

(22)

-1.578

-6.139

Veränderung der Vertragsvermögenswerte

(23)

-12.122

8.565

Veränderung der Vertragskosten

(24)

-312

-550

Veränderung der Sonstigen Forderungen

(25)

-6.298

3.402

Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

2.868

1.340

Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten

(31)

-1.910

-1.388

Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten

(32)

239

2.482

Veränderung des Nettoumlaufvermögens

 

-23.561

4.810

Gezahlte Zinsen

 

-705

-608

Erhaltene Zinsen

 

169

83

Erhaltene Dividenden

 

114

195

Zahlungen bzw. Rückzahlungen für Ertragsteuern

(14)

-5.400

-3.584

Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit

 

14.223

48.753


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Konzernkapitalflussrechnung

 

33

 

 

Erläute­rungen

2022
TEUR

2021
TEUR

 

 

 

 

Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen Vermögenswerten

 

1

7

Einzahlungen aus dem Verkauf Sachanlagen

 

20

4

Einzahlungen aus Termingeldern

 

2.199

0

Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten

 

-946

-2.456

Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen

 

-9.160

-3.883

Auszahlungen für den Erwerb von Termingeldern

 

-10.000

-2.006

Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen

 

-160

0

Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen, abzüglich erworbener liquider Mittel

 

-2.097

-16.279

Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit

 

-20.143

-24.613

 

 

 

 

Gezahlte Dividenden an Eigentümer

(26)

-2.654

-1.990

Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner

(29)

-953

-603

Erwerb von eigenen Aktien

(26)

0

-384

Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen

 

398

0

Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen

 

-4.599

-1.400

Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten

(36)

-8.686

-8.228

Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit

 

-16.494

-12.605

Veränderung der liquiden Mittel:

 

 

 

Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit

 

14.223

48.753

Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit

 

-20.143

-24.613

Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit

 

-16.494

-12.605

Nettoveränderung der liquiden Mittel

 

-22.413

11.535

 

 

 

 

Anfangsbestand der liquiden Mittel

 

103.798

91.265

Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel

 

-22.413

11.535

Währungsdifferenzen

 

-5

992

Sonstige Wertberichtigungen

 

0

6

Endbestand der liquiden Mittel

 

81.380

103.798

Hinsichtlich näherer Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung siehe Kapitel 34.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

 

34

 

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

 

in TEUR

Grundkapital

Kapital-
rücklagen

Rücklage
IAS 19

Options-rücklage

Cash Flow Hedge Rücklage

Gewinn-rücklagen und einbehaltene Gewinne

Eigene
Aktien

Währungs­umrechnung

Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital

Nicht beherrschende Anteile

Summe Eigenkapital

Erläuterungen

(26)

(27)

(30)

(28)

(35)

(27)

(26)

 

 

(29)

 

Stand 01.01.2022

13.280

21.138

-6.284

602

-346

98.302

-384

106

126.414

3.436

129.850

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzernergebnis

 

 

 

 

 

18.723

 

 

18.723

155

18.878

Sonstiges Ergebnis

 

 

2.761

 

221

 

 

257

3.239

114

3.353

Gesamtergebnis

 

 

2.761

 

221

18.723

 

257

21.962

269

22.231

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dividenden

 

 

 

 

 

-2.654

 

 

-2.654

-953

-3.607

Veränderung eigene Aktien

 

 

 

 

 

-44

163

 

119

 

119

Erwerb nicht beherrschender Anteile

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.653

2.653

Veränderungen im Zusammenhang mit
Put Optionen

 

 

 

 

 

-832

 

 

-832

-3.181

-4.013

Übrige Veränderungen

 

 

 

137

 

-92

 

 

45

 

45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand 31.12.2022

13.280

21.138

-3.523

739

-125

113.403

-221

364

145.055

2.224

147.279

 

 

in TEUR

Grundkapital

Kapital-
rücklagen

Rücklage
IAS 19

Options-rücklage

Cash Flow

Hedge Rücklage

Gewinn- rücklagen und einbehaltene Gewinne

Eigene Aktien

Währungs-umrechnung

Auf Gesellschafter der Mutter-gesellschaft entfallendes Eigenkapital

Nicht
beherrschende Anteile

Summe Eigenkapital

Erläuterungen

(26)

(27)

(30)

(28)

(35)

(27)

(26)

 

 

(29)

 

Stand 01.01.2021

13.280

21.138

-6.133

232

-123

80.699

 

-1.053

108.041

3.382

111.423

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Konzernergebnis

 

 

 

 

 

19.970

 

 

19.970

797

20.767

Sonstiges Ergebnis

 

 

-151

 

-223

 

 

1.159

785

-37

747

Gesamtergebnis

 

 

-151

 

-223

19.970

 

1.159

20.754

760

21.515

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dividenden

 

 

 

 

 

-1.990

 

 

-1.990

-603

-2.593

Erwerb eigener Aktien

 

 

 

 

 

 

-384

 

-384

 

-384

Veränderungen im Zusammenhang mit
Put Optionen

 

 

 

 

 

-377

 

 

-377

-103

-480

Übrige Veränderungen

 

 

 

370

 

 

 

 

370

 

370

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand 31.12.2021

13.280

21.138

-6.284

602

-346

98.302

-384

106

126.414

3.436

129.850

 

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

35

 

Anhang zum Konzernabschluss

1.      Allgemeine Angaben

Berichterstattung

Der Konzernabschluss der Frequentis AG wurde nach den Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, für das Geschäfts­jahr 2022 erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2022 verpflichtend anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.

Der vorgelegte Konzernabschluss inklusive Konzernlagebericht erfüllt die Voraussetzungen des § 245a UGB über Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen.

Informationen zum Unternehmen

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Frequentis AG mit Sitz in Innovationsstraße 1, 1100 Wien, Österreich , und deren Tochterunternehmen (nachfolgend als Frequentis-Gruppe, Frequentis oder Konzern bezeichnet).

Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen (rund 60% der Aktien der Frequentis AG) wird alle notwendigen Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayer­gasse 8/15, 1130 Wien, Österreich ) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997 m hinterlegen.

Die Frequentis AG wurde 1947 gegründet und ist seit 30. August 1948 im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115 b eingetragen.

Der Gegenstand des Unternehmens ist gemäß § 2 der Satzung die Entwicklung, die Herstellung, der Vertrieb und die Wartung von Systemen zur Steuerung, zur Informationsverarbeitung und –über­tragung sowie zur Kommunikation, insbesondere im Bereich der Flugsicherung, im Bereich des Straßen-, Schienen- und Wasserverkehrs sowie im Bereich öffentlicher Sicherheitsorganisationen.

Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember 2022.

Das Geschäftsjahr des Konzerns umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember 2022.

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

  • Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
  • Hermann Mattanovich
  • Peter Skerlan


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

36

 

Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:

  • Dipl.-Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
  • DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
  • Sylvia Bardach, Mitglied
  • Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
  • Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
  • Mag. Petra Preining, Mitglied
  • Dipl. Ing. Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG (seit 1. September 2022)
  • Dipl.-Ing. Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG (bis 31. August 2022)
  • Dipl.-Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
  • Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG

Die Freigabe des Konzernabschlusses erfolgt durch den Vorstand mit Unterschriftsdatum, vorbehaltlich der Genehmigung des Abschlusses durch den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung am 29. März 2023.

Konsolidierungskreis

Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 6 inländische (2021: 6) sowie 28 ausländische (2021: 26) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen Frequentis AG die Beherrschung ausübt.

Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochter ­ unternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.

7 (2021: 3) ausländische und 2 (2021: 2) inländische Unternehmen werden nach der Equity Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Der Bilanzstichtag ist bei allen einbezogenen Unternehmen der 31. Dezember.

a)        Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Österreich

  • BlueCall Systems GmbH, Wien (100%) (per 20. Februar 2023 in Frequentis Invest4Tech GmbH umbenannt)
  • CNS-Solutions & Support GmbH, Wien (100%)
  • Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien (70%)
  • PDTS GmbH, Wien (100%)
  • skyzr GmbH, Wien (100%)
  • team Technology Management GmbH, Wien (51%)

b)        Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Europa

  • ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg (51%)
  • ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen (51%)
  • Frequentis Comsoft GmbH, Karlsruhe (100%)
  • Frequentis Czech Republic s.r.o., Prag (100%)
  • Frequentis Deutschland GmbH, Langen (100%)
  • Frequentis France SARL, Toulouse (100%)
  • Frequentis Norway AS, Oslo (100%)
  • Frequentis Orthogon GmbH, Bremen (100%)
  • Frequentis Romania S.R.L., Cluj-Napoca (100%)
  • Frequentis Solutions & Services s.r.o., Bratislava (100%)
  • Frequentis UK Ltd., Twickenham (100%)
  • Regola S.r.l., Turin (51%)
  • Secure Service Provision GmbH, Leipzig (80%)
  • Systems Interface Ltd., Bordon (51%)
  • TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing (51% bzw. durchgerechnet 26%)

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

37

 

c)         Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Amerikas

  • Frequentis California Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis Canada ATM Ltd., Gatineau (100%)*)
  • Frequentis Canada Ltd., Ottawa (100%)
  • Frequentis Defense Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis do Brasil Assessoria, Serviços e Comércio de Sistemas de Informação e Comunicação Ltda., Sao Paulo (100%)
  • Frequentis USA Inc., Columbia (100%)
  • Frequentis USA Holdings, Inc., Columbia (100%)

d)        Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Asien

  • Frequentis Middle East Limited, Abu Dhabi (100%)
  • Frequentis (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai (100%)
  • Frequentis Singapore Pte. Ltd., Singapore (100%)

e)        Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Australien/Pazifik

  • C4i Pty Ltd, Melbourne (100%)
  • Frequentis Australia Holding Pty Ltd, Hendra (100%)
  • Frequentis Australasia Pty Ltd, Hendra (100%)

f)          Equity Methode

  • AIRlabs Austria GmbH, Graz (18%)
  • AIRNAV Technology Services Inc., Iloilo (40%)**)
  • AMANTEA Ltd., Zabbar (50% bzw. durchgerechnet 25,5%)
  • Aviamaps Oy, Valkeakoski (25%)
  • GroupEAD Europe S.L., Madrid (28%)
  • Lift S.r.l., Cagliari (24% bzw. durchgerechnet 12,24%)
  • Mission Embedded GmbH, Wien (20%)
  • Nowtech S.r.l., Sassari (20% bzw. durchgerechnet 10,2%)
  • Nemergent Solutions S.L., Bilbao (15%)

*)  per 1. Jänner 2023 wurde die Frequentis Canada ATM Ltd. in die Frequentis Canada Ltd. verschmolzen.

**) per 20. Februar 2023 wurden die Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. auf 65% erhöht.

Alle Angaben zum Konsolidierungskreis beziehen sich auf die Verhältnisse zum 31. Dezember 2022.

Änderung des Konsolidierungskreises

Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien) sowie ihre nach der Equity Methode bilanzierten Gesellschaften AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l.. Die innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis-Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstums-strategie in diesem Bereich.

Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD-Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung. Regola wurde dem Segment Public Safety & Transport (PST) zugeordnet.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

38

 

Der Kaufvertrag wurde am 22. Oktober 2021 unterzeichnet, das Closing erfolgte am 5. Jänner 2022.

Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzte sich aus den folgenden Komponenten zusammen:

 

Beizulegender Zeitwert

 per 05.01.2022

100%

TEUR

Beizulegender Zeitwert

 per 05.01.2022

51%

TEUR

Basiskaufpreis

4.020

2.050

Earn-Out Zahlungen

980

500

 

5.000

2.550

 

 

 

Regola NFP (Net Financial Position)

-130

-66

Target Regola NFP

0

0

 

-130

-66

 

 

 

Regola Working Capital

1.104

563

Target Regola Working Capital

560

286

 

544

277

 

 

 

Gesamtkaufpreis

5.414

2.761

Basierend auf dem lokalen Jahresabschluss per 31. Dezember 2021 der Regola wurde das entsprechende EBIT-Ziel für 2021 erreicht und die Earn-Out Verpflichtung in Höhe von TEUR 250 bereits im Geschäftsjahr 2022 ausbezahlt. Aufgrund des vorhandenen Jahresabschlusses 2022 ist auch das EBIT-Ziel für 2022 erreicht und es wird somit zu einer weiteren Earn-Out Zahlung in Höhe von TEUR 250 kommen.

Entsprechend dem Kaufvertrag wurden TEUR 2.050 mit dem Closing und TEUR 461 (TEUR 250 aus Earn-Out Verpflichtung und TEUR 211 aufgrund NFP und Working Capital Anpassungen) nach finaler Feststellung des lokalen Jahresabschlusses 2021 per 1. April 2022 bezahlt.

Zusätzlich wurde im Kaufvertrag eine Option der nicht beherrschenden Gesellschafter der Regola, die von ihnen gehaltenen Geschäftsanteile an Frequentis zu übertragen, vereinbart. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab 30. Juni 2027 ausgeübt werden. Die Put Option basiert auf dem Unternehmenswert, welcher im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt wird, abzüglich Nettofinanzverschuldung. Basis dieser Multiple-Bewertung ist das EBIT zum 31. Dezember 2027. Die entsprechende Verbindlichkeit aus dieser Put Option in Höhe von TEUR 2.375, welche bereits als sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten erfasst wurde, reduzierte die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sodass hier zum Erwerbszeitpunkt nur ein Betrag von TEUR 278 diesbezüglich ausgewiesen wurde. Zum 31. Dezember 2022 wurde die Put Option neu bewertet und wird mit einem Wert von TEUR 3.262 in den sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

39

 

Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten sich folgendermaßen zusammen:

 

Beizulegender Zeitwert

 per 05.01.2022

100%

TEUR

Beizulegender Zeitwert

 per 05.01.2022

51%

TEUR

Immaterielle Vermögenswerte

3.088

1.575

Sachanlagen

447

228

Anteile an assoziierten Unternehmen

152

77

Sonstige langfristige Forderungen

15

8

Geleistete Anzahlungen

201

103

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

5.977

3.048

Übrige Vermögenswerte

349

178

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

414

211

Passive latente Steuern

-771

-393

Langfristige Leasingverbindlichkeiten

-175

-89

Abfertigungsrückstellung

-816

-416

Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

-4.557

-2.324

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

-769

-392

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

-65

-33

Sonstige Verbindlichkeiten

-280

-143

Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten

-83

-42

Sonstige kurzfristigen Rückstellungen

-125

-64

Nettovermögen

3.002

1.532

 

 

 

Übertragene Gegenleistung

5.414

2.761

Geschäfts- oder Firmenwert

2.412

1.230

Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition wurde nach der Full Goodwill Methode erfasst und lässt sich insbesondere den erwarteten Synergien aus der Nutzung der neuen Technologien zurechnen. 

Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert entsprochen hat.

Seit dem Erwerb hat Regola Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.005 und ein EBIT von TEUR 953 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.

Sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis:

Im Februar 2022 kam es zur Gründung der Frequentis USA Holdings, Inc. (Sitz in Maryland, USA), bei welcher die Frequentis AG 100% der Anteile hält. Unter der Frequentis USA Holdings Inc. wurden die Konzernunternehmen in den USA zugeordnet.

Weiters wurden im Berichtsjahr 25% der Anteile an der Aviamaps Oy erworben. Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG). Details dazu werden im Kapitel 19. Anteile an assoziierten Unternehmen näher erläutert.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

40

 

2.      Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Prinzips der fortgeführten Anschaffungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, Eigenkapitalinstrumente und bedingte Kaufpreisverpflichtungen, welche zum beizulegenden Zeitwert und Personalrückstellungen, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC Methode) bewertet werden.

Die Abschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt. Bei den angewandten Bewertungsmethoden der nach der Equity Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen ergeben sich keine wesentlichen Abweichungen zu den Bewertungsgrundsätzen der Frequentis-Gruppe.

Beim Unternehmenserwerb werden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der erworbenen Tochterunternehmen nach IFRS 3 mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbs­zeitpunkt bewertet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der übertragenen Gegenleistung und der Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird der Unterschieds­betrag als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden nach nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Der Konzernabschluss der Frequentis AG wird in Euro (EUR) erstellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.

Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung eine andere als der Euro ist, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in die Berichtswährung (EUR) umgerechnet. Die Eigenkapitalposten werden mit historischen Kursen, die übrigen Bilanzposten mit dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt mit Jahresdurchschnittskursen. Die sich aus den unterschiedlichen Kursen ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur Veräußerung der Tochtergesellschaft als eigener Posten „Ausgleichsposten aus Währungs­umrechnung” im Eigenkapital ausgewiesen.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind folgende (Umrechnungskurse für 1 Euro):

Währung

 

Stichtagskurs 31.12.2022

Stichtagskurs

31.12.2021

Durchschnittskurs

31.12.2022

Durchschnittskurs

31.12.2021

AED

Dirham der Vereinigten Arabischen Emirate

3,92

4,16

3,86

4,34

AUD

Australischer Dollar

1,57

1,56

1,52

1,58

BRL

Brasilianischer Real

5,64

6,31

5,41

6,38

CAD

Kanadischer Dollar

1,44

1,44

1,37

1,48

CNY

Chinesischer Renminbi Yuan

7,36

7,19

7,07

7,61

CZK

Tschechische Krone

24,12

24,86

24,54

25,65

GBP

Britischer Pfund

0,89

0,84

0,85

0,86

NOK

Norwegische Krone

10,51

9,99

10,11

10,16

RON

Rumänischer Leu

4,95

4,95

4,93

4,93

SGD

Singapur Dollar

1,43

1,53

1,45

1,59

USD

Amerikanischer Dollar

1,07

1,13

1,05

1,18

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

41

 

Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen sowie aus dem konzerninternen Lieferungs- und Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern eliminiert.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen, soweit sie bis zum 31. Dezember 2022 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:

  • Sachanlagen – Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung (IAS 16)
  • Belastende Verträge – Kosten für die Erfüllung eines Vertrags (IAS 37)
  • Verweise auf das Rahmenkonzept (IFRS 3)

Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden Konzernabschluss umgesetzt. Die Auswirkungen auf den Abschluss aufgrund dieser Änderungen waren unwesentlich.

Darüber hinaus wurden folgende neue bzw. geänderte Standards teilweise bereits in EU-Recht übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2022 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Diese Standards wurden auch nicht freiwillig vorzeitig angewendet, selbst wenn jene bereits in EU-Recht übernommen waren:

 

Neue geänderte IFRS

Von der EU übernommen

Anzuwenden für Wirtschaftsjahre ab

Wesentliche Auswirkungen

IFRS 17

Versicherungsverträge

19.11.2021

2023

keine

IAS 1

Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig

offen

2024

keine

IAS 1

Angaben zu Rechnungslegungsmethoden

02.03.2022

2023

keine

IAS 8

Rechnungslegungsmethoden, Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler

02.03.2022

2023

keine

IAS 12

Latente Steuern auf Vermögenswerte und Schulden, die aus einer Transaktion resultieren

11.08.2022

2023

keine

IFRS 16

Leasingverbindlichkeiten bei Sale and Lease back Verträgen

offen

2024

keine

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Die Anschaffungskosten von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen umfassen den Kaufpreis einschließlich der Importzölle und nicht erstattungsfähiger Steuern und all jene direkt zurechen­baren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu bringen und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

42

 

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungs­kosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden linear über folgende Nutzungsdauern abgeschrieben und sind gegenüber dem Vorjahr unverändert:

Bauten auf fremden Grund

5 - 40 Jahre

Technische Anlagen und Maschinen

3 - 10 Jahre

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

2 - 20 Jahre

Software und Lizenzen

3 - 10 Jahre

Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz- sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs­kosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte, welche ausschließlich aus Unternehmenszusammenschlüssen resultieren, unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen, sondern werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Wertminderungen

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Test erfolgt unabhängig davon, ob konkrete Sachverhalte vorliegen, die auf einen Wertminderungsbedarf schließen lassen. Für den Werthaltigkeitstest der Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, denen der Nutzen aus dem Unternehmenserwerb zugutekommt.

Entsprechend den Regelungen des IAS 36 „Wertminderungen von Vermögenswerten“ wird eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts dann vorgenommen, wenn der Buchwert der zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt.

Geschäfts- oder Firmenwerte, Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen werden einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn es Hinweise gibt, dass Gründe für eine Wertminderung vorliegen könnten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie noch genutzt werden oder veräußert werden sollen. Vermögenswerte sind dann wertzumindern, wenn der Buchwert den höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt. Der Nutzungswert wird anhand der erwarteten zukünftigen Zahlungszuflüsse ermittelt, die der Vermögenswert bei fortgesetzter Verwendung über die Nutzungsperiode oder durch einen möglichen Verkauf wahrscheinlich generieren wird. Wenn der erzielbare Betrag für einzelne Vermögenswerte nicht bestimmbar ist, wird dieser für jene zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu welcher der Vermögenswert zugeordnet wurde, ermittelt. Wenn hinsichtlich der geschätzten künftigen Zahlungsströme wesentliche Unsicherheiten auftreten, werden mehrere risikogewichtete Cash Flow Szenarien der Ermittlung des Nutzungswerts zugrunde gelegt.

Ergibt sich bei diesem Test ein Wertminderungsbedarf, so wird der entsprechende Aufwand in der Position Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

43

 

Wenn Hinweise vorliegen, dass Gründe, die in der Vergangenheit zu einer Wertminderung von Sachanlagen oder Immateriellen Vermögenswerten (außer Geschäfts- oder Firmenwerten) geführt haben, nicht mehr bestehen, wird geprüft, ob eine Zuschreibung erfolgen muss.

Anteile an assoziierten Unternehmen

Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss, jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und Geschäfts­politik hat. Assoziierte Unternehmen werden im Konzernabschluss nach der Equity Methode bilanziert und erstmalig mit den Anschaffungskosten angesetzt. In Folgeperioden erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens.

Falls Indikatoren vorliegen, die auf eine Wertminderung der Beteiligung an dem nach der Equity Methode bilanzierten Unternehmen hindeuten, wird der Ansatz auf seine Werthaltigkeit überprüft. Es erfolgt keine separate Prüfung des anteiligen Geschäfts- oder Firmenwerts. Die Prüfung wird für den gesamten Beteiligungsbuchwert durchgeführt. Daher werden Wertminderungen nicht gesondert dem im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und können auch in Folgeperioden wieder vollständig wertaufgeholt werden.

Leasingverhältnisse

Frequentis als Leasingnehmer

Bei Vertragsbeginn beurteilt die Frequentis-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines bestimmten identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.

Am Bereitstellungstag oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt die Frequentis-Gruppe das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzel­veräußerungspreise auf. Nichtleasingkomponenten in Verträgen, wie zum Beispiel Elektrizität, Wartung etc., sind von der Berechnung der Nutzungsrechte ausgenommen. Am Bereitstellungstag erfasst die Frequentis-Gruppe einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um etwaige anfängliche direkte Kosten sowie Kosten der Wiederherstellung des zugrundeliegenden Vermögenswerts, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.

In Übereinstimmung mit IFRS 16 entspricht die Laufzeit des Leasingverhältnisses grundsätzlich der unkündbaren Grundlaufzeit des Vertrags. Zusätzlich werden Optionen zur Verlängerung oder Kündigung des Vertrags einbezogen.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem zugrundeliegenden Zinssatz des Leasing­verhältnisses, oder wenn sich dieser nicht ohne Weiteres ermitteln lässt, mit dem Grenzfremd­kapitalzinssatz der Frequentis-Gruppe, angesetzt. Normalerweise nutzt die Frequentis-Gruppe den Grenzfremdkapitalzinssatz.

Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet die Frequentis-Gruppe Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und adaptiert diese, um die Laufzeit des Vertrags zu berücksichtigen.

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

44

 

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen

  • feste Zahlungen, einschließlich de facto feste Zahlungen,
  • variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind,
  • Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind,
  • den Ausübungspreis einer Kaufoption oder die Leasingzahlungen einer Verlängerungsoption, wenn die Frequentis-Gruppe hinreichend sicher ist, diese auszuüben
  • sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung, es sei denn die Frequentis-Gruppe ist hinreichend sicher, diese nicht auszuüben.

Der Ausweis des Nutzungsrechts am jeweiligen Leasinggegenstand erfolgt unter demselben Posten im Sachanlagevermögen, unter dem der zugrunde liegende Vermögenswert im Falle eines Erwerbs ausgewiesen worden wäre.

Die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen werden linear über die betriebliche Nutzungsdauer der Vermögenswerte oder die kürzere Vertragslaufzeit einschließlich etwaiger Verlängerungsoptionen abgeschrieben. Der planmäßigen Abschreibung werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude

2 – 8 Jahre

Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung

2 – 6 Jahre

Die Nutzungsdauern sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Anwendung der Effektivzins-methode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn die Zahlung aus einer Restwertgarantie angepasst wird und wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert.

Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich die Laufzeit oder der Umfang des Leasingverhältnisses reduziert (unter Berücksichtigung der Reduktion der Leasingverbindlichkeit) oder sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat.

Die Frequentis-Gruppe hat entschieden, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasing­verhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Es wurde auch von der Möglichkeit Gebrauch gemacht immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen. Die Frequentis-Gruppe erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand.

Leasingzahlungen werden in Zahlungen für Zinsen und Tilgung getrennt und der Tilgungsanteil im Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit und die Zinszahlungen im Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen.

Frequentis als Leasinggeber

Die Frequentis-Gruppe schließt Leasingverträge als Leasinggeber im Rahmen eines unwesentlichen Untermietvertrags sowie für die Vermietung von Sprachvermittlungssystemen ab.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

45

 

Leasingverhältnisse, bei denen der Konzern Leasinggeber ist, sind entsprechend der Vorgaben des Standards als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse zu klassifizieren. Wenn die Bedingungen des Leasingverhältnisses im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen auf den Leasingnehmer übertragen, wird der Vertrag als Finanzierungsleasing klassifiziert. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert. In der Frequentis-Gruppe gibt es nur Operating-Leasingverhältnisse.

Vermögenswerte, welche im Rahmen eines Operating-Leasingverhältnisses vermietet werden, werden in den Sachanlagen erfasst und über die betriebsgewöhnliche Nutzugsdauer abgeschrieben. Mieterträge aus Operating-Leasingverhältnissen werden linear über die Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses erfasst. Enthält ein Vertrag sowohl Leasing- als auch Nicht-Leasing-komponenten, wendet der Konzern zur Verteilung der Vergütung auf die einzelnen Komponenten die entsprechenden Regelungen des IFRS 15 an.

Finanzinstrumente

Ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Davon ausgenommen sind finanzielle Vermögenswerte, die als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Die erstmalige Erfassung von originären Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag, die von derivativen Finanzinstrumenten am Handelstag. Gewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von Finanzinstrumenten werden ermittelt, indem der Buchwert mit dem Erlös aus dem Verkauf verglichen wird.

Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:

  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI)
  • Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis (FVTPL)

Die Festlegung der Einstufungskategorie erfolgt getrennt nach Art des Instruments: derivatives Finanzinstrument, Eigenkapitalinstrument und Fremdkapitalinstrument.

Für alle erfassten finanziellen Vermögenswerte erfolgt die Folgebewertung abhängig von der Einstufungskategorie.

Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird, wenn es sich um ein Schuldinstrument handelt, zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde:

  • Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

46

 

Im Konzern fallen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und sonstige Forderungen mit festen oder bestimmbaren Zahlungen in diese Kategorie. Diese Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertminderungs­aufwendungen vermindert. Zinserträge, Wechselkursgewinne und -verluste, Effekte aus der Ausbuchung sowie Wert­minderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde:

  • Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte und
  • seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 kein Instrument dieser Kategorie zugeordnet.

Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstrumentes, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Dieses Wahlrecht wird einzelfallbezogen für jedes Investment ausgeübt.

Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögens­werte, welche nicht in eine Cash Flow Hedge Sicherungsbeziehung designiert wurden. Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 kein finanzieller Vermögenswert gehalten, der zu FVTPL designiert wurde.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird oder ein Derivat ist.

Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungs­kosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen, Fremdwährungs­umrechnungs­differenzen sowie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften zur Absicherung von Währungsrisiken.

Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn die Derivate wurden in eine Sicherungsbeziehung designiert, welche als Cash Flow Hedge klassifiziert wird.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

47

 

Im Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme („Cash Flow Hedge“) aus einer erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig eintretenden Transaktion wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im sonstigen Ergebnis und der ineffektive Teil sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Beträge, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden, werden in die Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse, sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen) jener Periode transferiert, in der das gesicherte Grundgeschäft die Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst.

Zum Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern die Risiko­management­ziele und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Der Konzern dokumentiert des Weiteren die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungs­instrument und ob erwartet wird, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren. Ein Designieren von Sicherungsinstrumenten erfolgte nur für Absicherungen von Zahlungsströmen aus Projekten deren Ausführung vor dem 1. Jänner 2019 begonnen wurde.

Um eine quantitative Aussage über die kompensierende Wirkung des Sicherungsinstruments treffen zu können, wird bei Abschluss des Derivats ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Sofern die Voraussetzungen zur Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung erfüllt sind, wird das derivative Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert. Die Wirksamkeit der Absicherung wird jährlich durch einen retrospektiven Effektivitätstest auf Basis eines hypothetischen Derivats geprüft.

Nach IFRS 9 hat ein Unternehmen die Möglichkeit die Forward- und Spot-Komponenten eines Termin­geschäfts zu separieren und als Sicherungsinstrument nur die Veränderungen im Wert der Spot-Komponenten zu designieren. Dementsprechend hat die Frequentis-Gruppe dieses Wahlrecht in Anspruch genommen und das Forward-Element und das Kreditrisiko im Zusammenhang mit den Derivaten separiert und im Berichtsjahr erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Veränderung des designierten Teils (Spot-Komponente) wird im sonstigen Ergebnis erfasst.

Soweit eine solche dokumentierte Zuordnung für derivative Finanzinstrumente, die wirtschaftlich ein Fremdwährungsrisiko absichern, zu ausreichend konkretisierten zukünftigen Zahlungsströmen im Berichtsjahr nicht bestand, wurden die Auswirkungen aus der Bewertung erfolgswirksam erfasst.

Forderungen sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenmittelkurs bewertet.

Weist ein Vermögenswert beim Zugang noch keine Wertminderung auf, wird er bei der erstmaligen Beurteilung nach dem Konzept der 12-Monats-Kreditausfälle beurteilt. Diese Beurteilung wird grundsätzlich für folgende Bilanzstichtage beibehalten. Ist das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen, ist die Bewertung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste anzuwenden. Die Berechnung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ist bei Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Vertragsvermögenswerten ohne wesentlicher Finanzierungs ­ komponente immer anzuwenden

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

48

 

Bei der Feststellung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen Erfassung signifikant gestiegen ist und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt die Frequentis-Gruppe angemessene und unterstützbare Informationen, die mit wirtschaftlich vernünftigen Anstrengungen relevant und verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, basierend auf der historischen Erfahrung der Frequentis-Gruppe und in die Zukunft gerichteten Informationen sowie einer fundierten Bonitätsbeurteilung.

Vorräte

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert. Die Wiederbeschaffungswerte der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage für den Nettoveräußerungswert dar.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch bis zur Fertigstellung anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Für die Ermittlung der Herstellungs-kosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungs-gemeinkosten herangezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, da die Kriterien nach IAS 23 nicht erfüllt sind. Die Ermittlung des Wareneinsatzes einer Periode erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Die Frequentis-Gruppe bilanziert Kundenverträge gemäß IFRS 15 unter Anwendung des 5 Stufen­Modells. Zu Beginn des Modells steht die Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden, gefolgt von der Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen. Demnach sind eigenständig abgrenzbare Dienstleistungen sowie Bündel aus Gütern und Dienstleistungen zu separieren. Im dritten Schritt wird der Transaktionspreis bestimmt. Als Transaktionspreis gilt der Betrag der Gegenleistung, auf den das liefernde Unternehmen im Austausch gegen die gelieferten Güter oder Dienstleistungen erwartungsgemäß Anspruch hat. Anschließend wird der Transaktionspreis auf die identifizierten Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Im letzten Schritt ist die Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung festzustellen. Die Umsatzrealisierung findet entweder über einen bestimmten Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt statt.

Für die überwiegende Mehrheit der Verträge der Frequentis-Gruppe mit Kunden erfolgt die Umsatz­realisierung zeitraum­bezogen. Der zu realisierende Umsatz wird dabei aufgrund des Leistungs­fortschritts bei den einzelnen Projekten unter Verwendung der Cost-to-Cost Methode ermittelt. Bei dieser Methode werden Umsätze im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten Gesamtkosten erfasst. Auswirkungen aufgrund von Änderungen in den geschätzten Gesamtkosten werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst.

Bei gewissen Dienstleistungen (z.B. Beratungen oder Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen sowie bei Verkauf von Standard ­ produkten ohne kundenspezifischen Adaptierungen oder umfangreichen Arbeiten, um das Produkt beim Kunden in Betrieb nehmen zu können, wird eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Übergang der Verfügungsgewalt oder vollständiger Erbringung der Dienstleistung an den Kunden.

In den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden sind keine wesentlichen Finanzierungskomponenten enthalten.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

49

 

Bestimmte Kosten, die bei der Anbahnung und der Erfüllung eines Vertrags über die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen an Kunden entstehen, werden als Vertragskosten (hauptsächlich Vertragsprovisionen) aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.

Unter den Vertragsverbindlichkeiten werden sämtliche Verpflichtungen aus Kundenverträgen (Güter oder Dienstleistungen), für die die Frequentis-Gruppe bereits eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Anzahlungen von Kunden sowie noch zu erbringende Leistungen für bereits abgerechnete Projekte.

Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläen wurden gemäß IAS 19 „Employee Benefits“ aufgrund versicherungsmathematischer Gutachten nach dem laufenden Einmalprämien­verfahren („Projected Unit Credit Method”) bewertet.

Bei der Ermittlung der Abfertigungsverpflichtung wurde als Pensionsantrittsalter der frühest­mögliche Zeitpunkt für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2018 zugrunde gelegt.

Die Pensionsrückstellung wurde aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Aufgrund der Verpfändung der Pensionsversicherung an den Vorstand erfüllt diese die Definition von Planvermögen („Plan Assets“) und es wird eine Saldierung der Pensionsrückstellung mit dem Wert der bereits angesparten Pensionsversicherung gemäß IAS 19 durchgeführt.

Die Effekte aus der Neubewertung werden für Abfertigungen und Pensionen im sonstigen Ergebnis dargestellt. Ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird gemeinsam mit dem Dienstzeitaufwand im Personalaufwand erfasst.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat im Rahmen eines langfristigen Aktienprogramms eine anteilsbasierte Vergütung an einen Vorstand gewährt, deren Bilanzierung nach IFRS 2 (Share-based Payment) erfolgt. Die Zuteilung erfolgt ausschließlich in Aktien. Die Frequentis AG bewertet diese Instrumente daher mit dem beizulegenden Zeitwert der Aktien am Tag der Gewährung. Dabei werden die Ausübungsbedingungen, unter denen die Instrumente gewährt werden, berücksichtigt. Der Aufwand wird über die erforderliche Dienstzeit verteilt.

Rückstellungen

Rückstellungen werden dann gebildet, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst. Bei wesentlichen Zinseffekten werden langfristige Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung angesetzt.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

50

 

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungsprojekte beschäftigen sich mit eigenständiger, planmäßiger Forschung mit der Absicht neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu erlangen. Diese Projekte umfassen bei der Frequentis-Gruppe meist einen Zeithorizont von 3 bis 10 Jahren und haben ein ungewisses technisches und kommerzielles Ergebnis. Alle Forschungskosten werden als Aufwand erfasst (IAS 38.54).

Entwicklungsprojekte umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, theoretische Erkenntnisse technisch und kommerziell umzusetzen. Sofern die Voraussetzungen zur Aktivierung als immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38.21 erfüllt sind, werden die direkt zuordenbaren Entwicklungskosten aktiviert, ist dies nicht der Fall, werden auch Entwicklungskosten als laufender Aufwand erfasst. Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr, wie auch im Vorjahr, war die technische Machbarkeit der Hardware- und Softwareentwicklungsvorhaben einerseits noch nicht einschätzbar oder aufgrund der engen Verzahnung der Forschungs- und Entwicklungsphasen nicht eindeutig abgrenzbar und andererseits gelingt die Bestätigung der technologischen Realisierbarkeit und Verwertbarkeit generell erst kurz vor Marktreife in Projekten. Daher waren die Aktivierungs­voraussetzungen in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 nicht erfüllt.

Zuschüsse

Dem Konzern gewährte Aufwandszuschüsse werden bei Erfüllung der Ansatzvoraussetzungen sofort erfasst und entsprechend dem zeitlichen Anfall der Aufwendungen ergebniswirksam realisiert. Zuwendungen zu Vermögenswerten, das heißt Zuwendungen, die an die Hauptbedingung geknüpft sind, dass ein Unternehmen langfristige Vermögenswerte kauft, herstellt oder auf andere Weise erwirbt, werden vom jeweiligen Vermögenswert abgezogen und daher mit den bezuschussten Vermögenswerten saldiert dargestellt (Nettodarstellung).

Ertragsteuern

Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche und latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis erfassten Posten verbunden sind.

Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen, und zwar auf der Grundlage von Steuersätzen, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassungen der Steuerschuld für frühere Jahre.

Die im Geschäftsjahr bei den ausländischen Konzernunternehmen gültigen Ertragsteuersätze liegen zwischen 16% und 32% (2021: zwischen 16% und 33%).

In Übereinstimmung mit IAS 12 werden die temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den IFRS-Bilanzwerten in die latente Steuer­abgrenzung einbezogen.

 

 

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

51

 

Latente Steuern werden nicht erfasst für:

  • zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwerts,
  • temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,
  • temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern die Frequentis-Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbarer entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.

Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in jenen Perioden voraus, in denen die temporären Unterschiede abzugsfähig werden. Der Vorstand zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran.

Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Verbind­lich­keiten, die offengelegten Eventualvermögenswerte und -verbindlichkeiten am Bilanz­stichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw. Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und Überarbeitungen prospektiv erfasst.

Die Frequentis-Gruppe hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses folgende Ermessens-entscheidungen getroffen:

a)       Die Frequentis-Gruppe hält an zwei assoziierten Unternehmen weniger als 20% der Anteile und der Stimmrechte, hat jedoch ihren Einfluss aufgrund der Zugehörigkeit zur Geschäfts­leitung der Beteiligungsunternehmen als maßgeblich eingestuft (siehe Kapitel 19. Anteile an assoziierten Unternehmen).

 

b)       Bei der Beurteilung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen insbesondere im Immobilienbereich werden etwaige Verlängerungsoptionen oder Kündigungsoptionen berücksichtigt, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

52

 

Der Konzernabschluss beinhaltet folgende Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde­liegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:

a)       Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten: Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung, Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt.

 

b)       Geschätzte Wertminderungen des Firmenwerts: Die Frequentis-Gruppe untersucht jährlich, ob eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegt. Der erzielbare Betrag von zahlungs ­ mittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf der Berechnung des Nutzungswerts ermittelt. Diesen Wertermittlungen liegen entsprechende Planrechnungen zugrunde, welche naturgemäß auf Schätzungen und Annahmen aufbauen. Hinsichtlich der bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts angesetzten Prämissen und angestellten Sensitivitätsberechnungen wird auf die Ausführungen unter Kapitel 18. Geschäfts- oder Firmenwerte verwiesen.

 

c)       Die zeitraumbezogene Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt nach Leistungsfortschritt mithilfe der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode). Die Abrechnung zeitraumbezogen realisierter Aufträge basiert auf Einschätzungen von Auftragskosten, erzielbaren Auftragserlösen und Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig überprüft und angepasst. Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen möglich, welche sowohl den realisierten Umsatz als auch die Höhe der Vertragsvermögenswerte beeinflussen können.

Die Evaluierung ob zwei oder mehrere Verträge mit Kunden zu einer Leistungsverpflichtung zu kombinieren sind bzw. ob ein Vertrag mit einem Kunden in mehrere Leistungs-verpflichtungen aufgeteilt werden muss, erfordert Schätzungen, die sich auf die Realisierung der Umsatzerlöse bzw. auf den Gewinn auswirken können. Variable Gegen­leistungen werden auf den höchstwahrscheinlichen Betrag geschätzt, auf den Anspruch besteht. Die Schätzungen basieren dabei insbesondere auf Erwartungen sowie historischen, aktuellen und prognostizierten Informationen, die zum Bilanzstichtag verfügbar sind.

d)       Der Ansatz von Drohverlustrückstellungen unterliegt Einschätzungen in Bezug auf die zu erwartenden Auftragskosten und Auftragsergebnisse. Die Auftragsprognosen erfolgen hierbei unter Berücksichtigung historischer Erfahrungswerte und aktueller Informationen, die zum Bilanzstichtag vorlagen.

 

e)       Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses werden aufgrund diverser Parameter wie Abzinsungs ­ prozentsatz und Gehaltssteigerungen ermittelt. Die Änderungen dieser Parameter können zu einer Änderung der bilanzierten Verpflichtung führen. Die Sensitivitäten für Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des Dienstverhältnisses sind im Kapitel 30. Langfristige Rückstellungen angegeben.

 

f)         Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfordert, dass zukünftig hinreichend zu versteuerndes Einkommen generiert wird, welches gegen Steuergutschriften und Verlustvorträge verrechnet werden kann. Die Beurteilung der Aktivierbarkeit latenter Steuern unterliegt einer Schätzung diverser Faktoren. Steuersachverhalte unterliegen hinsichtlich ihrer Beurteilung durch die Steuerbehörden Unsicherheiten und es ist daher nicht auszuschließen, dass diese in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen als die Frequentis-Gruppe kommen.

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

53

 

g)       Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen an der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH wurde neben dem Basiskaufpreis auch eine Earn-Out Zahlung vereinbart, die vom Erreichen bestimmter Ergebnisziele, dem Stand des Working Capitals zum 31. Dezember 2024 sowie der Net Cash/Debt-Position zum 31. Dezember 2024 (alle Größen nach nationalen Rechnungslegungsstandards) abhängig ist und die in Form von Zu- und Abschlägen zum vereinbarten Target Value berücksichtigt werden. Im Zuge der Bewertung der Earn-Out Verbindlichkeit zum 31.   Dezember 2022 wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Sollte sich die tatsächliche Entwicklung wesentlich von den getroffenen Annahmen unterscheiden, können daraus Ergebniseffekte resultieren, da die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfolgt.

 

h)       Der Ansatz der Verbindlichkeiten Put Option Nicht beherrschender Anteile entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l.. Der Unternehmenswert der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l. wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt und basiert bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH auf den durchschnittlichen Umsatz- und EBIT Werten der letzten zwei Jahresabschlüsse und bei der Regola S.r.l. dem EBIT der letzten 12 Monate, welche der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen sind. Im Zuge der Bewertung wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt. Wesentliche Änderungen zu den getroffenen Annahmen haben keinen Ergebniseffekt, da die Veränderung ergebnisneutral im Eigenkapital bilanziert wird.

 

i)         Wertminderung Einlagen Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG: Seit dem 31.12.2020 sind alle Ansprüche gegenüber der Commerzialbank Mattersburg zu 100% wertberichtigt, da auf Basis der Informationen zum Insolvenzverfahren nicht von einer wirtschaftlich relevanten Quote ausgegangen werden kann. Die von Frequentis im Jahr 2020 eingebrachten Klagen befinden sich aufgrund des komplexen Sachverhalts in einem Stadium, das derzeit keinen bilanzierungsfähigen Anspruch rechtfertigt. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Verfahren können sich allenfalls positive Ergebniseffekte ergeben, wenn Frequentis eine Quote zufließen sollte oder in den anhängigen Verfahren ein Schadenersatz zuerkannt wird.

 

j)         Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von Veränderungen führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extrem ­ wetter ­ ereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in diesen Regionen.

 

Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungs­markt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- & Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt – mittelfristig können die Auswirkungen noch nicht abgeschätzt werden. Auf den Konzernabschluss 2022 hatte der Klimawandel keine signifikanten Auswirkungen.

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Anhang zum Konzernabschluss

 

54

 

k)       Der Krieg in der Ukraine führte indirekt zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehalts-vereinbarungen schlagen sich Zug um Zug im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder. Die für die Zukunft erwarteten Auswirkungen wurden bei der Bewertung der Projekte sowie bei der Bewertung lang ­ fristiger Personalverpflichtungen berücksichtigt und sind in den Positionen Vertrags ­ vermögenswerte, Vertragsverbindlichkeiten sowie in den langfristigen Rückstellungen entsprechend enthalten.

 

Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.

 

Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag und diese Forderungen auch zur Gänze bereits abgeschrieben oder vor Beginn des Krieges bereits beglichen wurden.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

55

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

3.      Segmentberichterstattung

Operative Segmente

  • Segment Air Traffic Management
  • Segment Public Safety & Transport

Das Segment Air Traffic Management (ATM) bedient in erster Linie die Kundengruppe der zivilen Flugsicherungen sowie militärischen Flugsicherungen und Homeland Security Organisationen. Die Frequentis-Gruppe unterstützt ihre Kunden bei ihrer Hauptaufgabe, der Sicherung des Luftraums und der effizienten und sicheren Kontrolle und Steuerung der Luftfahrzeuge. Die Produktlösungen für die Control Center Lösung im ATM Segment reichen von Voice Communication, Networks, (Remote) Digital Tower, ATC Tower, Surveillance, AIM (Aeronautical Information Management), AMHS (Aeronautical Message Handling Systems) bis ATM/UTM Integration (Unmanned Traffic Management). Für die militärische Anwendung wird das Portfolio mit Anwendungen zu Secure Communications und Situational Awareness ergänzt.

Das Segment Public Safety & Transport (PST) besteht aus dem Public Safety Bereich (Polizei, Feuerwehr und Rettungsorganisationen), Public Transport (Eisenbahnkunden) und Maritime (Küstenwache, Hafenbetreiber und Organisationen zur Überwachung der Binnenschifffahrt). Im PST Segment liefert die Frequentis-Gruppe Lösungen für Kontrollzentralen der Blaulichtorganisationen sowie Search & Rescue, Coastal Surveillance, Operations Communications und Incident & Crisis Management. Aus dem Unternehmenserwerb 2022, welcher dem PST Segment zugeordnet wurde, resultieren seit dem Erwerb Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.005 sowie ein EBIT von TEUR 953.

Angaben zu den operativen Segmenten

Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für beide Segmente getätigt wurden.

 

Air Traffic Management
2022
TEUR

Public Safety

& Transport
2022
TEUR

Überleitung/

Konsolidierungen
2022
TEUR

Summe
2022
TEUR

Umsatzerlöse

257.772

127.675

523

385.970

Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

-318

84

256

22

Aktivierte Eigenleistungen

2.268

0

306

2.574

Sonstige betriebliche Erträge

8.470

1.355

689

10.514

Gesamterträge (Betriebsleistung)

268.192

129.114

1.774

399.080

EBIT

10.214

14.919

-142

24.991

Wertminderungen

-3.106

0

0

-3.106

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

56

 

 

Air Traffic Management
2021
TEUR

Public Safety

& Transport
2021
TEUR

Überleitung/

Konsolidierungen
2021
TEUR

Summe
2021
TEUR

Umsatzerlöse

219.756

113.639

131

333.526

Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

-316

67

48

-202

Aktivierte Eigenleistungen

38

0

53

92

Sonstige betriebliche Erträge

7.211

1.253

987

9.451

Gewinn aus Unternehmenserwerb

1.951

0

0

1.951

Gesamterträge (Betriebsleistung)

228.640

114.960

1.219

344.818

EBIT

12.464

16.635

-131

28.968

Wertminderungen

-1.730

0

0

-1.730

Das Segmentvermögen und die Segmentschulden werden hier nicht angegeben, weil das interne Berichtswesen keine Unterteilung des Vermögens auf die beiden Segmente enthält.

Angaben zu unternehmensweiten Daten

Die Frequentis-Gruppe hatte weder 2022 noch 2021 mit einem einzelnen Kunden einen Umsatz von mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt.

Hinsichtlich der Umsatzkategorien wurden 41% (2021: 44%) des Konzernumsatzes vor allem mit neuen Produkten bei Bestandskunden und bestehenden Produkten bei neuen Kunden erzielt, 56% (2021: 53%) mit IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft zu installierten Systemen und Lösungen) und 3% (2021: 3%) mit Sonstigem Umsatz (großteils Consulting). Rund die Hälfte des Installed Base Business wurde mit Wartungsaufträgen erzielt.

In der regionalen Verteilung der Auftragseingänge nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

 

2022

2021

Europa

63,3%

69,6%

Asien

18,0%

12,3%

Amerikas

11,6%

13,7%

Australien/Pazifik

6,3%

3,3%

Afrika

0,7%

1,1%

Der Auftragsstand per 31.12.2022 in Höhe von TEUR 522.033 (2021: TEUR 467.930) verteilt sich mit TEUR 329.709 (2021: TEUR 297.567) auf das Segment ATM und mit TEUR 192.323 (2021: TEUR 170.363) auf das Segment PST.

Regionale Verteilung des langfristigen Vermögens

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Österreich

37.253

38.689

Europa (ohne Österreich)

23.730

20.502

Australien/Pazifik

7.916

6.977

Amerikas

6.391

3.873

Asien

440

481

 

75.730

70.522

Das langfristige Vermögen besteht aus den Sachanlagen, Immateriellen Vermögenswerten, den Geschäfts- oder Firmenwerten sowie den Anteilen an assoziierten Unternehmen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

57

 

4.      Umsatzerlöse

Die nachfolgenden Ausführungen gelten für beide Segmente, da in beiden Segmenten nahezu ausschließlich Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen und aus Wartungs­verträgen erzielt werden. Nur vereinzelt werden Produkte, welche nicht kundenspezifisch angepasst werden, verkauft.

Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Erfüllung der vertraglich vereinbarten Meilensteinen. Noch nicht verrechnete Beträge für welche die Leistung bereits erbracht wurde, werden als Vertragsvermögens­werte bilanziert. Rechnungen haben grundsätzlich eine Fälligkeit von dreißig Tagen.

Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sowie Mehrkomponentenverträge erfüllen die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung nach Leistungs­fortschritt aufgrund der Tatsache, dass einerseits keine alternative Nutzungsmöglichkeit für den erstellten Vermögenswert besteht und andererseits, dass die Frequentis-Gruppe einen Anspruch auf die Bezahlung der erbrachten Leistungen (Kosten zuzüglich angemessener Marge) hat.

Die Umsatzrealisierung wird auf Basis der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode) ermittelt. Vertragsvermögenswerte werden erst angesetzt, wenn diese die dazugehörigen Anzahlungen von Kunden übersteigen. Im Berichtsjahr kam es zu einer Erhöhung der Vertrags­vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden in Höhe von TEUR 12.122 (2021: Reduktion TEUR 67). Die Erhöhung resultiert aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten Projekten.

In Zusammenhang mit Wartungsverträgen wird die Leistungsverpflichtung grundsätzlich bei gleichzeitiger Nutzung durch den Kunden erbracht. Die Umsatzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen. Ausgenommen davon sind gewisse Dienstleistungen (z.B. Beratungen und Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen, bei welchen eine zeitpunkt­bezogene Umsatzrealisierung durchgeführt wird. Die Umsatzerlöse für diese Aufträge betrugen im Berichtsjahr TEUR 18.377 (2021: TEUR 14.612).

Die Gesellschaft bewertet erhaltene und geleistete Anzahlungen in fremder Währung gemäß IFRIC 22 nicht mit dem Stichtagskurs sondern mit dem Transaktionskurs.

Sämtliche nachfolgend dargestellten Umsatzerlöse sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß
IFRS 15.

Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des Umsatzes:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft

157.693

145.126

IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft
zu installierten Systemen und Lösungen)

217.628

177.370

Sonstiger Umsatz

10.649

11.031

 

385.970

333.526


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

58

 

In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Europa

252.747

226.207

Amerikas

60.691

49.840

Asien

45.034

31.489

Australien/Pazifik

19.418

15.142

Afrika

6.393

8.295

Kleinaufträge (nicht aufgeteilt)

1.687

2.554

 

385.970

333.526

Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht den einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.

Der Transaktionspreis, der auf nicht erfüllte oder nicht zur Gänze erfüllte Leistungsverpflichtungen entfällt, beträgt EUR 522,0 Mio. (31.Dezember 2021: EUR 467,9   Mio.) und entspricht dem Auftragsstand der Frequentis-Gruppe zum Bilanzstichtag. Diese werden voraussichtlich im Ausmaß von rund EUR   275,7 Mio. im Jahr 2023 als Umsatzerlöse realisiert bzw. im Jahr 2024 und in den Folgejahren mit EUR   246,3 Mio. erlöswirksam werden. Der erwartete Zeitpunkt der Umsatzerlös-realisierung basiert auf den erwarteten Leistungsfortschritten .

5.      Aktivierte Eigenleistungen

Die im Jahr 2022 aktivierten Aufwendungen betreffen mit TEUR 2.261 (2021: TEUR 0) die selbst erstellten Anlagen im Zusammenhang mit dem Operating Leasing (siehe Kapitel 36. Leasing) und mit TEUR 313 (2021: TEUR 92) unter anderem konzerninterne selbst erstellte Demo- und Testanlagen.

6.      Sonstige Erträge

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten

4.238

3.872

Erlöse Forschungsprämien

2.618

1.862

Kurs- und Währungsdifferenzen

1.339

1.374

Veränderung Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung

402

850

Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften

216

0

Erlöse aus Operating Leasing Verträgen

182

26

Erträge aus Anlagenverkauf

19

3

Übrige sonstige betriebliche Erträge

1.500

1.464

 

10.514

9.451

Fördererlöse und Forschungsprämien werden dann ergebniswirksam erfasst, wenn die Förder­bedingungen erfüllt sind und die Prämien entweder bereits bezahlt sind oder aber eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung gewährt wird.

Bei der Verbindlichkeit im Zusammenhang mit der Earn-Out Zahlung für den Erwerb der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH im Jahr 2020 kam es zu einer Reduktion in Höhe von TEUR 402 (2021: TEUR 850). Nähere Erläuterungen siehe Kapitel 32. Sonstige Verbindlichkeiten.

Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen hauptsächlich Versicherungsentschädigungen sowie Erlöse aus der Auflösung von Wertberichtigungen oder Rückstellungen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

59

 

7.      Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen


 

2022
TEUR

2021
TEUR

Materialaufwand

41.338

28.905

Aufwendungen für bezogene Leistungen

57.912

46.791

 

99.250

75.696

Die Erhöhung des Materialaufwands ist mit TEUR 7.778 und die Erhöhung der Aufwendungen für bezogene Leistungen ist mit TEUR 1.759 auf die 2022 und 2021 unterjährig dazugekommenen neuen Gesellschaften im Konsolidierungskreis zurückzuführen.

8.      Personalaufwand


 

2022
TEUR

2021
TEUR

Gehälter

162.237

145.364

Aufwendungen für Abfertigungen

2.215

2.808

Aufwendungen für Altersvorsorge

2.471

1.676

Sozialabgaben

31.547

28.520

Sonstige freiwillige Sozialaufwendungen

5.402

3.769

 

203.872

182.137

Der Personalstand zum Ende des Geschäftsjahres betrug 2.116 (2021: 2.043) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (FTE – Full Time Equivalent). Der Durchschnitt lag bei 2.081 (2021: 1.937) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (FTE). Die Berechnung des Personalstands wurde im Berichtsjahr von Headcount auf FTE umgestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Der Anstieg des Personalaufwands ist mit TEUR 8.775 auf die im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften zurückzuführen. Der restliche Anstieg ist hauptsächlich auf individuelle und kollektivvertragliche Gehaltserhöhungen, die Erhöhung der Abgrenzung für noch nicht konsumierte Urlaube sowie dem Anstieg der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

60

 

9.      Sonstige Aufwendungen

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Reisekosten

10.687

5.377

Sonstiger Beratungsaufwand

5.775

4.449

Fremdpersonal

4.514

3.103

Werbekosten

3.849

2.131

Lizenzaufwand (Laufzeit bis 1 Jahr)

2.907

1.395

Kurs- und Währungsdifferenzen

2.694

1.455

Versicherungsaufwand

2.527

2.327

Rechts- und Steuerberatungsaufwand

2.526

3.605

Instandhaltung

2.290

2.212

Energieaufwand

2.014

1.172

Transportkosten

1.891

1.232

Betriebsaufwand (Gebäude)

1.472

1.201

Telefon- und Kommunikationsaufwand

1.264

1.102

KFZ-Kosten

1.159

916

Personalbeschaffungskosten

1.072

920

Reinigungsaufwand

1.015

863

Sonstige Steuern und Abgaben

736

755

Kurzfristiger Mietaufwand und Mietaufwand geringwertiger Vermögenswerte

677

573

Wertberichtigung von Forderungen und Vertragsvermögenswerte

313

908

Übersetzungskosten

202

244

Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften

94

1.955

Verluste aus dem Abgang von Anlagen

30

16

Übrige

618

2.568

 

50.326

40.479

Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten Reisemöglichkeiten sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 5.310 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem Niveau von 2019 (TEUR 11.861).

Der Anstieg der sonstigen Aufwendungen ist mit TEUR 4.091 auf die im Laufe der Jahre 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften zurückzuführen.

In den Wertberichtigungen sind TEUR 292 (2021: TEUR 916) für Forderungen und TEUR 5  (2021: TEUR -8) für Vertragsvermögenswerte enthalten. Aufgrund des unwesentlichen Betrags wird auf einen gesonderten Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

61

 

10. Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Abschreibungen Nutzungsrechte

9.066

8.231

Abschreibungen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

7.632

7.042

Abschreibung geringwertige Wirtschaftsgüter

837

535

 

17.535

15.808

Vermögenswerte mit Anschaffungs- oder Herstellkosten von bis zu EUR 800 (Höhe länderspezifisch unterschiedlich) werden als geringwertige Wirtschaftsgüter eingestuft und aufgrund untergeordneter Bedeutung im Jahr der Anschaffung ergebniswirksam erfasst.

11. Finanzerträge

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Zinsen und ähnliche Erträge

209

79

 

 209

  79

Die Zinsen und ähnliche Erträge betreffen ausschließlich Zinsen aus Vermögenswerten, welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Zinserträge werden nach der Effektivzins­methode erfasst.

12. Finanzierungsaufwendungen

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

738

607

 

 738

 607

In den Zinsen sind Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 412 (2021: TEUR 215) im Zusammenhang mit IFRS 16 enthalten. Alle Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

62

 

13. Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Wertminderung Beteiligung Altitude Angel Ltd.

0

-863

Sonstiges

0

6

 

   0

- 857

Bei der 4,56% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading (Großbritannien) kam es im Vorjahr aufgrund der für Frequentis nicht nachweisbaren Werthaltigkeit zu einer Wertminderung von TEUR 863.

14. Ertragsteuern

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Laufende Ertragsteuern

6.396

6.608

Periodenfremde Steuern

75

-33

Nicht anrechenbare Quellensteuern

62

67

Veränderung Latente Steueransprüche/-schulden

-674

516

 

5.859

7.158

Folgende Tabelle stellt die Überleitung vom erwarteten auf den effektiven Steuersatz dar:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Ergebnis vor Steuern

24.737

27.925

Theoretischer Steuerertrag/-aufwand auf Basis eines Steuersatzes von 25%

6.184

6.981

Steuersatzdifferenzen

-171

317

Steuerliche Hinzurechnungen

444

379

Steuerliche Kürzungen

-777

-451

Steuersatzänderungen

-485

-158

Steuerfreie Ergebnisse von assoziierten Unternehmen

-69

-86

Wertminderung Firmenwert

0

433

Gewinne aus Unternehmenserwerben

0

-488

Steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde

699

207

Verwertete steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde

-103

-10

Periodenfremde Steuern

75

-33

Nicht anrechenbare Quellensteuern

62

67

Ist-Gesamtsteueraufwand

5.859

7.158

Effektiver Steuersatz

23,7%

25,6%

In den steuerlichen Hinzurechnungen sind nicht abzugsfähige Aufwendungen wie z.B. Repräsentationskosten enthalten. Die steuerlichen Kürzungen umfassen vor allem die Forschungsförderungsprämie.

Der Effekt der Steuersatzänderung ist 2022 auf die Herabsetzung des in Österreich geltenden Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 24% für das Jahr 2023 und auf 23% für die Jahre ab 2024 zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2022 wurden die latenten Steuern mit 23% beziehungsweise mit 24% berechnet, je nach dem, wann sich die wesentlichen temporären Differenzen voraussichtlich umkehren werden.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

63

 

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:

 

Aktivwert
2022
TEUR

Passivwert
2022
TEUR

Aktivwert
2021
TEUR

Passivwert
2021
TEUR

Sachanlagen

116

-10.605

13

-9.750

Immaterielle Vermögenswerte

202

-3.563

97

-4.108

Geschäfts- oder Firmenwerte

17

 

55

 

Finanzanlagevermögen

173

-4

221

 

Vorräte

81

-570

55

-477

Vertragsvermögenswerte aus Verträgen
mit Kunden

94

-6.800

209

-4.118

Vertragskosten

 

-72

 

-170

Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Vermögenswerte

93

-3.606

88

-1.633

Rückstellungen

2.276

-897

3.837

-1.807

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

10.129

-139

10.080

-137

Vertragsverbindlichkeiten aus
Verträgen mit Kunden

4.331

-204

1.881

-3

Latente Steuer aus Währungsdifferenzen Schuldenkonsolidierung

112

-112

96

-95

Steuerliche Verlustvorträge

3.293

 

1.349

 

Summe

20.916

-26.572

17.981

-22.298

Saldierung

-17.131

17.131

-16.132

16.132

Latente Steuern

3.785

-9.441

1.849

-6.166

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden nicht angesetzt, wenn der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von der Frequentis-Gruppe bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden. Die Summe derartiger temporärer Differenzen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert werden, beträgt TEUR 3.768 (2021: TEUR 3.914).

Zum Bilanzstichtag bestehen in der Frequentis-Gruppe Verlustvorträge in Höhe von TEUR 16.379 (2021: TEUR 6.869). Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 12.539 (2021: TEUR 4.694) wurden latente Steuern angesetzt, da es hier wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die Frequentis-Gruppe die latenten Steueransprüche verwenden kann. Für einen Verlustvortrag in Höhe von TEUR 1.408 (2021: TEUR 1.256) besteht eine zeitliche Beschränkung der Nutzbarkeit von 20 Jahren. Bezüglich den restlichen Verlustvorträgen bestehen keine zeitlichen Beschränkungen der Nutzbarkeit.

Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentel­abschreibungen beläuft sich auf TEUR 632 (2021: TEUR 787). Es wurden für diesen Betrag aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 147 (2021: TEUR 197) angesetzt.

Es bestehen zum 31. Dezember 2022 keine wesentlichen ertragsteuerlichen Unsicherheiten.

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

 

64

 

15. Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien. Im Geschäftsjahr lag die durchschnittliche gewichtete Anzahl bei 13.268.833 (2021: 13.269.358).

Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien jeweils angepasst um den verwässernden Effekt der anteilsbasierten Vergütung in Höhe von 51.370 Aktien. Die durchschnittliche gewichtete Anzahl der Aktien und Optionen lag bei 13.317.764 (2021: 13.307.220).


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

65

 

Erläuterungen zur Bilanz

16. Sachanlagen

in TEUR

Grundstücke und Gebäude sowie Bauten auf fremden Grund

Technische Anlagen und Maschinen

Technische Anlagen, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts­ausstattung

Anzahlungen und
Anlagen
in Bau

Anzahlungen und Anlagen in Bau, die Gegenstand eines Operating-Leasing-verhältnisses sind

Summe

Buchwert zum 31.12.2020

38.976

904

0

6.498

227

0

46.605

Währungsumrechnungsdifferenz

314

0

0

41

9

0

364

Umgliederungen

113

0

0

123

-236

0

0

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

1.748

68

0

581

0

0

2.397

Zugang

5.364

32

0

4.576

383

0

10.355

Abgang

0

0

0

-44

0

0

-44

Planmäßige Abschreibungen

-7.851

-218

0

-3.891

0

0

-11.960

Buchwert zum 31.12.2021

38.664

786

0

7.884

383

0

47.717

Anschaffungs-/Herstellungskosten

65.526

4.405

0

32.249

383

0

102.563

Kumulierte Wertberichtigungen

-26.862

-3.619

0

-24.365

0

0

-54.846

Buchwert zum 31.12.2021

38.664

786

0

7.884

383

0

47.717

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchwert zum 31.12.2021

38.664

786

0

7.884

383

0

47.717

Währungsumrechnungsdifferenz

205

0

0

43

18

0

266

Umgliederungen

42

0

0

256

-298

0

0

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

382

0

0

64

0

0

446

Zugang

9.614

142

1.420

5.787

884

801

18.648

Abgang

-117

0

0

-32

0

0

-149

Planmäßige Abschreibungen

-8.752

-207

-20

-4.651

0

0

-13.630

Buchwert zum 31.12.2022

40.038

721

1.400

9.351

987

801

53.298

Anschaffungs-/Herstellungskosten

75.207

4.537

1.420

36.599

987

801

119.551

Kumulierte Wertberichtigungen

-35.169

-3.816

-20

-27.248

0

0

-66.253

Buchwert zum 31.12.2022

40.038

721

1.400

9.351

987

801

53.298

Im Laufe des Jahres 2022 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von Sachanlagen, die im Jahr 2023 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 673 (2021: TEUR 740) geschlossen.

Hinsichtlich der aktivierten Nutzungsrechte, welche aus der Anwendung des IFRS 16 resultieren und in obiger Tabelle enthalten sind, wird auf Kapitel 36. Leasing verwiesen.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

66

 

17. Immaterielle Vermögenswerte

in TEUR

Software und Lizenzen

Anzahlungen

Summe

Buchwert zum 31.12.2020

9.009

11

9.020

Währungsumrechnungsdifferenz

200

0

200

Umgliederung von Anzahlungen

5

-5

0

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

10.909

0

10.909

Zugänge

1.418

23

1.441

Abgänge

-2

-4

-6

Planmäßige Abschreibungen

-3.847

0

-3.847

Buchwert zum 31.12.2021

17.692

25

17.717

Anschaffungs-/Herstellungskosten

35.406

25

35.431

Kumulierte Wertberichtigungen

-17.714

0

-17.714

Buchwert zum 31.12.2021

17.692

25

17.717

 

 

 

 

Buchwert zum 31.12.2021

17.692

25

17.717

Währungsumrechnungsdifferenz

-6

0

-6

Umgliederung von Anzahlungen

0

0

0

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

3.088

0

3.088

Zugänge

620

94

715

Abgänge

-1

0

-1

Planmäßige Abschreibungen

-3.905

0

-3.905

Erfolgswirksam erfasste Wertminderungen

-3.106

0

-3.106

Buchwert zum 31.12.2022

14.382

119

14.501

Anschaffungs-/Herstellungskosten

39.031

119

39.151

Kumulierte Wertberichtigungen

-24.649

0

-24.649

Buchwert zum 31.12.2022

14.382

119

14.501

Nach dem aufgrund der COVID-19 Pandemie bedingten Fokus auf Softwareentwicklung für Kundenaufträge und temporären Einsparungen bei Entwicklungsvorhaben in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 wendete die Frequentis-Gruppe für eigene, nicht von Kunden beauftragte, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten EUR 26,8 Mio. (2021: EUR 15,0 Mio.) auf, welche aufwandswirksam erfasst wurden.

Im Laufe des Jahres 2022 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von immateriellen Vermögenswerten, die im Jahr 2023 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 12
(2021: TEUR 14) geschlossen.

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte waren Wertminderungen in Höhe von TEUR 3.106 enthalten. Die Wertminderungen betrafen erforderliche Wertanpassungen von im Zuge der Kaufpreisallokation aktivierten Produkt- und Schutzrechte für vier Produktfamilien bei zwei Unternehmen (ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und Frequentis Comsoft GmbH). Dies war erforderlich aufgrund der negativen Entwicklungen in diesen Produkt­sparten. Die Produktrechte wurden in beiden Fällten auf EUR 0 abgeschrieben.

Zum Bilanzstichtag kann von keinen Szenarien ausgegangen werden, die eine geringere Wertminderung bedingt hätten.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

67

 

18. Geschäfts- oder Firmenwerte

in TEUR

Geschäfts- oder Firmenwerte

Buchwert zum 31.12.2020

2.886

Währungsumrechnungsdifferenz

14

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

2.263

Zugänge

0

Abgänge

0

Wertminderungen

-1.730

Buchwert zum 31.12.2021

3.433

Anschaffungs-/Herstellungskosten

6.235

Kumulierte Wertminderungen

-2.802

Buchwert zum 31.12.2021

3.433

 

 

Buchwert zum 31.12.2021

3.433

Währungsumrechnungsdifferenz

-11

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

2.412

Zugänge

0

Abgänge

0

Wertminderungen

0

Buchwert zum 31.12.2022

5.834

Anschaffungs-/Herstellungskosten

8.636

Kumulierte Wertminderungen

-2.802

Buchwert zum 31.12.2022

5.834

Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGU) des Konzerns ein Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH

0

0

Frequentis Comsoft GmbH

909

909

Frequentis Orthogon GmbH

2.263

2.263

Regola S.r.l.

2.412

0

Systems Interface Ltd.

197

208

team Technology Management GmbH

53

53

 

5.834

3.433

Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wurde im Rahmen der Bilanzierung überprüft, indem der erzielbare Betrag aus den entsprechenden Gesellschaften durch diskontierte Cash Flows auf Basis eines dreijährigen Detailplanungszeitraums und einer daraus abgeleiteten ewigen Rente geschätzt wurde.

Dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 liegen detaillierte Ergebnis-, Bilanz- und Investitions­planungen für die nächsten drei Jahre für alle Konzerneinheiten zugrunde, die im Rahmen des unternehmensweiten Budgetplanungsprozesses jährlich unter Berücksichtigung der aktuellen Geschäftslage erstellt werden. Für über die Budgetplanung hinausgehende Zeiträume wird eine langfristige Wachstumsrate von 1% (2021: 1%) bestimmt und zur Prognose der künftigen Cash Flows angewendet.

Für die Abzinsung der zukünftig prognostizierten Cash Flows wurden Diskontierungssätze unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken angewendet.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

68

 

Wertminderungstest 2022

ATRiCS
Advanced Traffic Solutions GmbH

Frequentis Comsoft GmbH

Frequentis Orthogon GmbH

Regola
S.r.l.

Systems Interface Ltd.

team Technology Management GmbH

Zinssatz
(WACC vor Steuern)

13,91%

12,4%

13,70%

16,63%

10,27%

11,44%

Erzielbarer Betrag in TEUR

negativ

9.221

10.862

8.501

644

7.966

Buchwert CGU einschließlich Firmenwert in TEUR

2.213

8.874

8.533

6.244

-63

2.007

 

Wertminderungstest 2021

ATRiCS
Advanced Traffic Solutions GmbH

Frequentis
Comsoft
GmbH

Frequentis Orthogon GmbH

Systems
Interface Ltd.

team
Technology Management  GmbH

Zinssatz
(WACC vor Steuern)

10,85%

11,70%

10,72%

11,13%

9,16%

Erzielbarer Betrag in TEUR

3.706

31.107

10.599

340

23.655

Buchwert CGU einschließlich Firmenwert in TEUR

7.098

16.075

10.093

-482

1.816

Bei der Systems Interface Ltd. wurde im Geschäftsjahr 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts durchgeführt. Da sich die Geschäftstätigkeit 2022 stabilisiert hat und auch die zukünftigen Cash Flows eine stabile Entwicklung aufweisen, war im Geschäftsjahr 2022 keine zusätzliche Wertminderung erforderlich. Aufgrund des negativen Working Capitals ergibt sich bei der Systems Interface Ltd. ein negativer Buchwert der CGU iHv TEUR -63.

Im Geschäftsjahr 2021 ergab der Wertminderungstest der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH einen Wertminderungsbedarf. Die schwierige Auftragssituation, die sich bereits 2021 abzeichnete und durch die COVID-19 Pandemie in 2022 noch zusätzlich verstärkt wurde, erforderte eine Reduzierung der prognostizierten Cash Flows.

Der Wertminderungstest ergab bei der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH im Geschäftsjahr 2021 einen Wertminderungsbedarf des Firmenwerts in Höhe von TEUR 1.730. Aufgrund der anhaltenden schwierigen Situation des Airportgeschäfts musste im Geschäftsjahr 2022 die Wert­minderung auf die im Zuge der Kaufpreisallokation aktivierten Produktrechte ausgedehnt werden (siehe Erläuterung 17. Immaterielle Vermögenswerte).

Die Regola S.r.l wurde mit dem Closing im Jänner 2022 in den Konzernabschluss der Frequentis einbezogen. Im Zuge dessen wurde eine Kaufpreisallokation durchgeführt, bis zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen Veränderungen der Planannahmen. Zum Bilanzstichtag würde bei der Regola S.r.l. eine Senkung der Zahlungsströme von 24,9% bzw. einer Erhöhung der Abzinsungssätze um 4,2% der Buchwert der CGU einschließlich Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Bei Frequentis Comsoft GmbH würde bei einer Senkung der Zahlungsströme von 3,1% bzw. einer Erhöhung der Abzinsungssätze um 0,3% der Buchwert der CGU einschließlich Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Bei Frequentis Orthogon GmbH würde bei einer Reduzierung der Zahlungsströme um 19,6% bzw einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um 2,39% der Buchwert der CGU inklusive Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

69

 

Aus Sicht des Vorstands liegen für die team Technology Management GmbH keine realistischen Szenarien zum Bilanzstichtag vor, bei denen sich ein Wertminderungsbedarf für die aktivierten Firmenwerte ergeben würde.

Diskontsatz: Der verwendete Diskontsatz ist der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz (WACC). Der Diskontsatz spiegelt nicht die Risiken wider, für die die geschätzten Cash Flows angepasst wurden. Der Diskontsatz ist ein Zinssatz nach Steuern, der auf dem Zinssatz von 30-jährigen Staatsanleihen basiert, unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken. Dieser wurde in einem WACC vor Steuern umgerechnet.

19. Anteile an assoziierten Unternehmen

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Anteile an assoziierten Unternehmen

2.097

1.656

 

Name des assoziierten Unternehmen

Sitz

Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2022

Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2021

Aviamaps Oy

Valkeakoski

25%

 

GroupEAD Europe S.L.

Madrid

28%

28%

Mission Embedded GmbH

Wien

20%

20%

Nemergent Solutions S.L.

Bilbao

15%

15%

AIRNAV Technology Services Inc.

Iloilo

40%

40%

AIRlabs Austria GmbH

Graz

18%

18%

Im Rahmen des Erwerbs der 51% Anteile der Regola S.r.l. wurden auch folgende Anteile an assoziierten Unternehmen erworben:

Name des assoziierten Unternehmen

Sitz

Stimmrechts- und Kapitalanteil 31.12.2022

Anteil an assoziierten Unternehmen per Übernahmedatum 05.01.2022

TEUR

AMANTEA Ltd.

Zabbar

50%

2

Lift S.r.l.

Cagliari

24%

0

Nowtech S.r.l.

Sassari

20%

150

Alle assoziierten Gesellschaften haben als Bilanzstichtag den 31. Dezember und werden nach der Equity Methode bilanziert. Es liegen weder nicht realisierte Verluste vor noch maßgebliche Beschränkungen für die Rückzahlung von Krediten. Nur bei der AIRlabs Austria GmbH gibt es eine gesellschaftsvertragliche Gewinnausschüttungssperre.

Am 1. September 2022 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 25% an der Aviamaps Oy mit Firmensitz in Valkeakoski (Finnland). Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG).

Aviamaps ist ein Software-Hersteller im Bereich Drohnen Flugplanungs- und Luftraummanagement und bietet eine Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform für Drohnenflüge an. Die Frequentis-Gruppe hatte schon bisher mit Aviamaps bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet und im Laufe des Jahres 2023 wird die Software von Aviamaps als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

70

 

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

September 2022

Zahlung Kaufpreis

125

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

15

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung Aviamaps Oy

 140

Im Rahmen der Erstkonsolidierung ist ein Firmenwert in Höhe von TEUR 124 entstanden, welcher unter den Anteilen aus assoziierten Unternehmen ausgewiesen wird.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022) sowie dem anteiligen Ergebnis seit Erwerb (September bis Dezember 2022):

Aviamaps Oy

31.12.2022
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

5

Kurzfristige Vermögenswerte

87

Langfristige Schulden

0

Kurzfristige Schulden

27

Nettovermögen (100%)

65

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (25%)

16

Firmenwert

124

Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen

140

Umsatzerlöse

89

Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)

61

Sonstiges Ergebnis (100%)

0

Gesamtergebnis (100%)

61

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (25%)

15

Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (25%)

0

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (25%)

15

Der Konzern hält 28% der Anteile und der Stimmrechte an der GroupEAD Europe S.L., Madrid. Der Buchwert der Beteiligung stellt sich wie folgt dar (auf Basis des letztverfügbaren Jahresabschlusses 2021 und den bereits erhaltenen Dividenden für 2022):

 

 

2022

TEUR

2021

TEUR

31.12. Vorjahr

Beteiligung GroupEAD Europe S.L.

491

491

 

Anteiliger Gewinn Vorjahr

58

124

 

abzüglich ausgeschüttete Dividende für das Vorjahr

-58

-124

 

Vorläufiger anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

56

56

 

abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres

-56

-56

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung GroupEAD Europe S.L.

 491

491

Die GroupEAD Europe S.L. agiert im Auftrag der EUROCONTROL als operativer Betreiber des von der Frequentis-Gruppe entwickelten EAD Systems. Der technische Betrieb des Systems wird durch die Frequentis-Gruppe besorgt. Die enge Beziehung zwischen dem technischen und dem operativen Betreiber wirkt sich positiv auf die Servicequalität und auf die Kundenbeziehung aus. Daneben stehen die Erfahrungen und die operationelle Expertise der GroupEAD Europe S.L. auch der Frequentis-Gruppe zur Verfügung und können sowohl für die Weiterentwicklung des EAD Systems als auch für die Entwicklung anderer AIM-Systeme für den internationalen Markt genutzt werden.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

71

 

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2021):

GroupEAD Europe S.L.

31.12.2021
TEUR

31.12.2020
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

301

264

Kurzfristige Vermögenswerte

2.779

2.870

Langfristige Schulden

0

0

Kurzfristige Schulden

1.119

940

Nettovermögen (100%)

1.961

2.194

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (28%)

549

614

Im Folgejahr ausgeschüttete Dividende

-58

-124

Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen

491

491

Umsatzerlöse

7.127

7.159

Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)

409

642

Sonstiges Ergebnis (100%)

0

0

Gesamtergebnis (100%)

409

642

Gesamtergebnis (28%)

114

180

Im Vorjahr berücksichtigtes Ergebnis (28%)

-56

-56

Vorab berücksichtigter Anteil des Ergebnisses des Folgejahres
aufgrund erhaltener Dividende (28%)

56

56

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis

114

180

Der Konzern hält 20% der Anteile und der Stimmrechte an der Mission Embedded GmbH, Wien, und die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

2021

TEUR

31.12. Vorjahr

Beteiligung Mission Embedded GmbH

362

246

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

116

116

 

Versicherungsmathematische Verluste gem. IAS 19

4

0

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung Mission Embedded GmbH

 482

362

Die Mission Embedded GmbH entstand aus der Ausgliederung der Abteilung „Mission Embedded“ im Jahr 2014, um durch mehr Eigenständigkeit die positive Entwicklung der Frequentis-Expertise im Bereich Hardware und hardwarenaher Software für sicherheitskritische Anwendungen voranzutreiben.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022):

Mission Embedded GmbH

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

412

307

Kurzfristige Vermögenswerte

6.577

4.820

Langfristige Schulden

275

256

Kurzfristige Schulden

4.302

3.061

Nettovermögen (100%)

2.412

1.809

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (20%)

482

362

Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen

482

362

Umsatzerlöse

8.766

8.354

Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)

580

581

Sonstiges Ergebnis (100%)

22

0

Gesamtergebnis (100%)

602

581

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (20%)

116

116

Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (20%)

4

0

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (20%)

120

116

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

72

 

Im Jahr 2020 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 15% an der Nemergent Solutions S.L. mit Firmensitz in Bilbao, Spanien. Die Beteiligung erfolgte über die BlueCall Systems GmbH (eine 100% Tochter der Frequentis AG).

Nemergent Solutions S.L. ist im Bereich Mission Critical Services (3GPP), etwa MCPTT (Mission Critical Push-To-Talk) über LTE aktiv. Die Frequentis-Gruppe hatte bereits davor gemeinsame Projekte im Bereich Public Transport und Public Safety, wo Nemergent Solutions mit Technologie für Application Services und mobile Endgeräte für Einsatzkräfte mitgewirkt hat. Diese Zusammenarbeit wurde weiter ausgebaut und vertieft, da der Mobilfunkstandard LTE neue Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation bringt.

Der Konzern hat seinen Einfluss trotz der 15%igen Beteiligung aufgrund der bedeutsamen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens als maßgeblichen Einfluss eingestuft.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

2021

TEUR

31.12. Vorjahr

Beteiligung Nemergent Solutions S.L

731

707

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

16

39

 

abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres

0

-15

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung Nemergent Solutions S.L.

 747

 731

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022):

Nemergent Solutions S.L.

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

1.359

521

Kurzfristige Vermögenswerte

1.034

1.606

Langfristige Schulden

543

450

Kurzfristige Schulden

249

182

Nettovermögen (100%)

1.601

1.495

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (15%)

240

224

Firmenwert

507

507

Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen

747

731

Umsatzerlöse

1.036

1.226

Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)

106

265

Sonstiges Ergebnis (100%)

0

0

Gesamtergebnis (100%)

106

265

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (15%)

16

39

Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (15%)

0

0

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (15%)

16

39

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

73

 

Der Konzern hält 40% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRNAV Technology Services Inc. mit Sitz auf den Philippinen (Iloilo). Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

2021

TEUR

31.12. Vorjahr

Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc.

49

40

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

2

9

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc.

  51

49

Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und ist im Bereich ATM für Test-, Installations- und Wartungsleistungen sowie Trainings vor Ort (vor allem im asiatischen und arabischen Markt) bei internationalen Kundenprojekten tätig.

Per 20. Februar 2023 wurden die Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. von 40% auf 65% erhöht und somit Kontrolle erworben. Eine diesbezüglich im Berichtsjahr bereits geleistete Zahlung in Höhe von TEUR 35 wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Der Konzern hält 18% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRlabs Austria GmbH, Graz. Aufgrund der bedeutsamen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens hat die Frequentis-Gruppe dies als maßgeblichen Einfluss eingestuft.

Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

2021

TEUR

31.12. Vorjahr

Beteiligung AIRlabs Austria GmbH

24

26

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

-2

-2

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung AIRlabs Austria GmbH

  22

  24

Im Sommer 2019 erteilte das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie dem Konsortium AIRlabs rund um die FH JOANNEUM in Graz, Österreich, den Zuschlag für das Innovationslabor AIRlabs Austria GmbH, welches im Dezember 2019 gegründet und im Jänner 2020 in das Firmenbuch eingetragen wurde. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Aufbau und Betrieb von Testgebieten und Testinfrastrukturen für Drohnen in Österreich und die damit zusammenhängende Forschung, Entwicklung und Zulassung.

Da es sich bei der AIRNAV Technology Services Inc. und der AIRlabs Austria GmbH um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

147

108

Kurzfristige Vermögenswerte

1.037

923

Langfristige Schulden

78

73

Kurzfristige Schulden

860

705

Nettovermögen (100%)

246

253

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen

72

73

Umsatzerlöse

1.081

928

Jahresergebnis

-4

9

Anteil der Frequentis-Gruppe am Jahresergebnis

0

7

Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis

0

0

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis

0

7

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

74

 

Die Entwicklung der im Rahmen des Erwerbs der Regola S.r.l. übernommenen Beteiligungen an AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und an Nowtech S.r.l. stellt sich wie folgt dar:

 

 

2022

TEUR

05.01.

Erwerb Regola S.r.l.

152

 

Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres

13

31.12. Berichtsjahr

Beteiligung AMANTEA Ltd., Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l.

 165

Da es sich bei diesen Gesellschaften um nicht wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften Lift S.r.l. und Nowtech S.r.l. zum letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2022). Aufgrund zeitlich nicht verfügbarer Finanzinformationen der AMANTEA Ltd. zum 31. Dezember 2022 sind diesbezüglich keine Daten in der nachstehenden Tabelle enthalten:

 

31.12.2022
TEUR

Langfristige Vermögenswerte

327

Kurzfristige Vermögenswerte

532

Langfristige Schulden

203

Kurzfristige Schulden

410

Nettovermögen (100%)

246

Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen

49

Umsatzerlöse

432

Jahresergebnis

54

Anteil der Frequentis-Gruppe am Jahresergebnis

13

Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis

0

Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis

13

Insgesamt wurden von den Jahresergebnissen der nach der Equity Methode bilanzierten Anteile ein anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 275 (2021: TEUR 342) erfasst. Es gab weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr nicht erfasste Verluste.

20. Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Langfristige Termingelder

10.000

10.000

Wertberichtigungen

-10.000

-10.000

 

0

   0

 

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Kurzfristige Termingelder

18.000

10.199

Wertberichtigungen

-8.000

-8.000

 

10.000

2.199

 

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

75

 

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

94.198

116.616

Wertberichtigungen

-12.818

-12.818

 

81.380

103.798

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Veranlagungen und Guthaben bei Kreditinstituten, die alle kurzfristig sind und eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Sämtliche Bestandteile der liquiden Mittel stehen zur freien Verfügung des Konzerns.

Die Wertberichtigungen betreffen zur Gänze Termingelder und ein täglich fälliges Guthaben bei der Commerzialbank Mattersburg, welche 2020 bis auf den von der gesetzlichen Einlagensicherung erfassten und bezahlten Betrag von TEUR 100 wertberichtigt werden mussten.

Gemäß IFRS 9 und basierend auf einem Expected-Credit-Loss-Modell (ECL-Modell) wurde eine Risiko­vorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Erwartungen potenzieller Ausfälle bei der Veranlagung berechnet. Bei einem anderen Kreditinstitut wurde aufgrund eines schlechteren Ratings und einem höheren Saldo zum 31. Dezember 2022 eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,04% berechnet und eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 9 berechnet. Aufgrund des unwesentlichen Betrages wurde auf eine entsprechende Erfassung im Berichtsjahr verzichtet.

Für die restlichen Bankguthaben ergab sich aufgrund des guten Ratings und der Kurzfristigkeit der Guthaben (täglich fällig) kein Wertminderungsbedarf.

Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive Termingelder von TEUR 91.380 zum 31. Dezember 2022 waren mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.

21. Vorräte

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

15.407

9.264

Unfertige Erzeugnisse

948

672

Fertige Erzeugnisse

2.277

2.411

Waren

2.370

2.801

Geleistete Anzahlungen

724

1.929

 

21.726

17.077

Der Anstieg der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei elektronischen Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs-verpflichtungen nachkommen zu können.

Die unfertigen Erzeugnisse betreffen hauptsächlich zum Stichtag noch in Bearbeitung befindliche Baugruppen.

Bei den fertigen Erzeugnissen handelt es sich um Baugruppen, welche Bestandteile von Gesamt­lösungen für Kunden sind und nur in Ausnahmefällen als einziger Bestandteil eines Vertrags mit einem Kunden fakturiert werden. Der Bestand resultiert aus der Optimierung von Fertigungs­losen (günstigere Stückkosten aufgrund eines großen Fertigungsloses) und Einkaufslosen sowie der Führung eines Sicherheitsbestands für Wartungsverpflichtungen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

76

 

Unter den Waren sind materielle Vermögenswerte ausgewiesen, welche überwiegend in zukünftigen Kundenprojekten verwendet werden.

Die Wertminderung der Vorräte betrug im Geschäftsjahr TEUR 346 (2021: TEUR 299). Wertauf­holungen wurden in Höhe von TEUR 445 (2021: TEUR 55) vorgenommen.

22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto

78.322

70.981

Einzelwertberichtigungen

-931

-1.144

Wertberichtigungen gemäß IFRS 9

-403

-404

Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen

2

2

Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto

76.990

69.435

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2022 betreffen TEUR 1.707 die neu erworbene Gesellschaft.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind langfristige Posten in Höhe von TEUR 729 (31.12.2021: TEUR 789) enthalten, welche aber aufgrund der Regelung des IAS 1.68 als kurzfristig auszuweisen sind.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 Tagen.

Da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe großteils um Behörden, staatsnahe Betriebe und bei den Generalunternehmern meist um internationale Großunternehmen handelt, ist das Forderungs­ausfalls­risiko als gering einzustufen. Ein Teil des Risikomanagements bei der Frequentis-Gruppe ist es, Geschäftsbeziehungen nur mit als kreditwürdig eingestuften Dritten einzugehen. Kunden werden systematisch hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit bewertet und nur bei Vorliegen entsprechender Bonität beliefert bzw. werden identifizierte Risiken mit adäquaten Maßnahmen adressiert.

Wird im Zuge der Angebotslegung doch ein höheres Risiko identifiziert, so dienen Kredit­versicherungen, Anzahlungen des Kunden oder Absicherungen mittels Akkreditiv zur Reduzierung des Ausfallsrisikos.

Allen erkennbaren und erwarteten Risiken wird durch angemessene Wertberichtigung der Forderungen Rechnung getragen. Bei konkreten Ausfällen werden die Forderungen ausgebucht.

Die Frequentis-Gruppe verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die ECLs von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu bewerten. Die Verlustquoten werden anhand einer „Roll-Rate"-Methode berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung die aufeinander­folgenden Stufen der Überfälligkeit bis zur Ausbuchung durchläuft. Die Rollraten werden für alle Forderungen insgesamt durchgeführt. Die Verlustquoten basieren auf den tatsächlichen Zahlungs- und Kreditausfallserfahrungen der letzten zehn Jahre.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

77

 

Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich wie folgt dar:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Stand 31. Dezember des Vorjahres

1.548

738

Währungsdifferenzen

-14

23

Veränderung Wertberichtigung gemäß IFRS 9

-1

109

Zuführung

293

806

Verbrauch

-195

0

Auflösung

-297

-128

Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres

1.334

1.548

Zum 31. Dezember 2022 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen folgendermaßen dar:

 

Gewichtete durchschnittliche Loss Rate

2022

Gewichtete durchschnittliche Loss Rate

2021

2022
TEUR

2021

TEUR

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto

 

 

76.988

69.422

Davon: weder überfällig noch wertgemindert

0,05%

0,04%

54.574

55.099

Davon: überfällig, aber nicht wertgemindert:

 

 

 

 

bis zu 30 Tage

0,16%

0,15%

17.170

9.491

30 bis 60 Tage

0,70%

0,64%

2.187

1.603

60 bis 90 Tage

0,61%

1,60%

999

298

90 bis 180 Tage

4,29%

1,79%

827

1.729

180 bis 210 Tage

7,24%

8,64%

93

7

> 210 Tage

19,33%

20,69%

1.138

1.195

Aus Wesentlichkeitsgründen werden die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 2 (2021 Forderungen verbundene und beteiligte Unternehmen: TEUR 13) bei der Berechnung der Altersstruktur nicht berücksichtigt.

Aus den Erfahrungen des Konzerns mit öffentlichen Auftraggebern sind Abweichungen im Zahlungs­verhalten vom Fälligkeitsdatum häufig zu beobachten und regelmäßig auf behördeninterne Freigabe­prozesse bzw. behördeninterne Budgetzuweisungen (vor allem um den Jahreswechsel) zurück­zuführen. Die Vergangenheit zeigt, dass derartige Zahlungsverzögerungen allein noch keinen Hinweis auf erhöhtes Ausfallsrisiko liefern.

Da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor oder internationalen Großkonzernen angehören, kam es durch die COVID-19 Pandemie sowie aufgrund des Ukraine Kriegs zu keinen wesentlichen Forderungsausfällen im Berichtsjahr. Trotz der Vereinbarung von längeren Zahlungszielen mit manchen Kunden geht die Frequentis-Gruppe aufgrund der Kundenstruktur von keinem erhöhten Forderungsausfallsrisiko aus. Da aber im Jahr 2023 und den Folgejahren mit erhöhten Insolvenzen zu rechnen ist, hat die Frequentis-Gruppe einen Skalarfaktor von 1,5 festgelegt und bei der Berechnung der Wertberichtigung nach IFRS 9 berücksichtigt. Dieser spiegelt die tatsächlichen und prognostizierten Insolvenzquoten aufgrund der COVID-19 Pandemie und des Ukraine Kriegs wider. Wenn einem Kunden eine vorübergehende Nachfrist (die bis zu 60 Tage betragen kann) gewährt wurde, gilt das Engagement weiterhin als überfällig, basierend auf dem ursprünglichen Fälligkeitsdatum.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

78

 

23. Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden, brutto

85.364

70.658

Wertberichtigungen gemäß IFRS 9

-19

-15

Summe Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden

85.345

70.643

 

 

 

Erhaltene Anzahlungen

-34.870

-32.290

 

50.475

38.353

Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet.

Von den zum 01.01. erfassten Vertragsvermögenswerten in Höhe von TEUR 38.353 (2021: TEUR 38.420) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 32.055 (2021: TEUR 30.731) in der Berichtsperiode zur Abrechnung gelangt.

Von den Vertragsvermögenswerten zum 31.12. in Höhe von TEUR 50.475 (2021: TEUR 38.353) wird auf Basis der erwarteten Projektfortschritte und vertraglichen Regelungen plangemäß ein Anteil von TEUR 41.161 (2021: TEUR 36.492) im Folgejahr zur Verrechnung an die Kunden gelangen. Vertrags­vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 9.314 (2021: TEUR 1.861) werden voraussichtlich erst danach zur Abrechnung gelangen. Da die Realisierung der Vertrags­vermögens­werte innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

Hinsichtlich der aktivierten Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden wird von keinen relevanten Ausfallsrisiken ausgegangen. Die Wertberichtigung der Vertragsvermögenswerte betrug im Berichtsjahr TEUR   19 (2021: TEUR 15). Gerade bei Aufträgen, bei denen der Konzern in Vorleistung geht, wird die Bonität der Vertragspartner sorgsam überprüft. Diese Aufträge betreffen vor allem Leistungen für Behörden bzw. internationale Großunternehmen.

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der noch anfallenden Auftragskosten um -10% eine Erhöhung der Vertragsvermögenswerte um TEUR 6.516 (2021: TEUR 5.986) und bei einer Veränderung der noch anfallenden Auftragskosten um +10% eine Reduktion der Vertrags­vermögens­werte um TEUR 5.966 (2021: TEUR 5.521) ergeben .

24. Vertragskosten

Bei der Frequentis-Gruppe betrafen die Vertragskosten vor allem Verkaufsprovisionen. Diese Vertragskosten wurden aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

79

 

Die aktivierten Vertragskosten entwickelten sich wie folgt:

 

2022
TEUR

2021

TEUR

Stand 01.01.

3.711

3.028

Zugang Konsolidierungskreis

0

133

im Berichtsjahr aktivierte Vertragskosten

3.480

2.446

im Berichtsjahr erfolgswirksam erfasste Amortisation

-3.146

-1.896

erfasste Wertminderungen

-21

0

Stand 31.12.

4.024

3.711

Es wird erwartet, dass von den Vertragskosten TEUR 3.148 (2021: TEUR 2.501) innerhalb der nächsten 12 Monate amortisiert werden. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

Der Konzern wendet den praktischen Behelf an, Vertragskosten nicht zu aktivieren, wenn der Abschreibungszeitraum kürzer als ein Jahr ist.

Der Aufwand aus der Amortisation der aktivierten Vertragskosten ist in der Position Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten.

25. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Forderungen aus Fördererlösen

1.860

435

Positive Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung

661

92

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

238

145

Finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte

2.759

 672

 

 

 

Rechnungsabgrenzungen

5.869

4.462

Forderungen gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern)

1.508

1.281

Forderungen aufgrund Forschungsprämien

3.569

1.167

Forderungen aufgrund Investitionsprämie

152

247

Sonstige Vermögenswerte

262

232

Nicht finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte

11.360

7.389

26. Grundkapital und einbehaltene Gewinne

In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabe­bedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

80

 

Kapitalerhöhung 2021

Die am 2. März 2021 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 27. März 2021 beschlossene Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wurde im Mai 2021 erfolgreich abgeschlossen. Die Frequentis AG erhöhte dadurch ihr Grundkapital von TEUR 13.200 um TEUR 80 auf TEUR 13.280 durch Ausgabe von 80.000 neuen Inhaberstückaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des Bezugs­rechts der derzeitigen Aktionäre. Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien per 31. Dezember 2021 betrug 13.280.000 Aktien.

Eigene Aktien

In der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 65 Abs. 1 Ziffer 4 und 8 AktG sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals, auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der AktionärInnen, die mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, ermächtigt. Des Weiteren wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungs-beschluss herabzusetzen.

Ebenfalls in der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der Vorstand gemäß § 65 Abs. 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung, sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien

a)       zur Ausgabe an ArbeitnehmerInnen, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens, einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,

b)       zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,

c)       als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und

d)       zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden,

und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der AktionärInnen auszuschließen, wobei die Ermächtigung ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt werden kann.

Im Mai 2021 hat die Frequentis AG insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der AktionärInnen der Gesellschaft auszuschließen. Mit 31. Dezember 2022 verfügt die Frequentis AG über 8.910 (31. Dezember 2021: 15.500) eigene Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital.

Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (2021: 13.280.000).

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

81

 

Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende 2022 war wie folgt:

Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den Streubesitz. Diese Aktionärsstruktur ist gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert.

Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals entnommen werden.

Dividende

Der im Einzelabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2022 bzw. 2021 ausgewiesene Jahresüberschuss beträgt TEUR 18.953 (31.12.2021: TEUR 13.628); der Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 62.361 (31.12.2021: TEUR 46.062).

In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 2. Juni 2022 wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von EUR 0,20 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die Auszahlung der Dividende erfolgte abzüglich der gesetzlichen Kapitalertragsteuer von 27,5% im Juni 2022.

Im Jahr 2022 wurde für das Geschäftsjahr 2021 auf die ausgegebenen Aktien eine Dividende in Höhe von TEUR 2.654 (oder 0,20 je Aktie) ausgezahlt (2021 für das Jahr 2020: TEUR 1.990 oder 0,15 je Aktie).

27. Rücklagen

In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende Steuerbelastung der im sonstigen Ergebnis erfassten Posten dargestellt:

Position

Wert vor Ertragsteuern 2022

TEUR

Ertragsteuern 2022

TEUR

Wert nach Ertragsteuern 2022

TEUR

Wert vor Ertragsteuern 2021

TEUR

Ertragsteuern 2021

TEUR

Wert nach Ertragsteuern 2021

TEUR

Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung

284

0

284

1.117

0

1.117

Bewertung von Cash Flow Hedges

297

-76

221

-298

74

-224

Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus Leistungen an Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach Beendigung des Dienstverhältnisses

4.020

-1.176

2.844

-169

23

-146

Nach der Equity Methode bilanzierte Beteiligungen –
Anteil am sonstigen Ergebnis

4

0

4

0

0

0

 

 

 

3.353

 

 

 747

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

82

 

28. Aktienbasierte Vergütung

Die Frequentis AG hat 2019, 2020, 2021 und 2022 jeweils einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019, LTIP 2020, LTIP 2021 und LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher abgeschlossen.

Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütungen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da in den Verträgen festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen.

Der Teilnehmer des Plans muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter den LTIPs erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im Rahmen der bestehenden LTIPs bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Plänen erworbenen Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 Stück unter einem Long Term Incentive Plan erworbene Aktien der Gesellschaft hält („Mindestbestand").

Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt. Die Zielwerte für die Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 14.000 Aktien für den LTIP 2019 bzw. jeweils 17.000 Aktien für den LTIP 2020 und LTIP 2021 und maximal 18.000 Aktien für den LTIP 2022 (brutto – vor Abzug von Steuern und Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Brutto­grund­gehalts in Form von Aktien zugeteilt. Die Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das entsprechende Wertpapierdepot.

Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein Ziel­erreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.

Für die Zuteilung von Aktien der Gesellschaft sind Ziele zu erfüllen, wobei die Zielerreichung für alle gewährten LTIPs über den Leistungszeitraum von drei Jahren gemessen wird.

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der im laufenden Geschäftsjahr gewährten anteilsbasierten Vergütungen zusammen (LTIP 2019 wurde im Berichtsjahr beendet):

 

LTIP 2022

LTIP 2021

LTIP 2020

LTIP 2019

Programmbeginn

01.01.2022

01.01.2021

01.01.2020

01.01.2019

Zeitpunkt Genehmigung Hauptversammlung

02.06.2022

20.05.2021

14.05.2020

20.09.2019

Zeitpunkt der Gewährung

02.06.2022

15.06.2021

14.05.2020

30.09.2019

Ende Erdienungszeitraum

31.12.2024

31.12.2023

31.12.2022

31.12.2021

Anspruchstag

30.04.2025

30.04.2024

30.04.2023

30.04.2022

Erwartete Zielerreichung

97%

126%

130%

103%

Erwartete Aktien

17.370

17.000

17.000

14.000

Maximale Aktien

18.000

17.000

17.000

14.000

Zugeteilte Bonusaktien

keine

keine

keine

keine

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

83

 

Die vereinbarten Ziele werden an folgenden Kennzahlen gemessen:

LTIP 2022

LTIP 2021

LTIP 2020

LTIP 2019

Total Shareholder Return (TSR)

Total Shareholder Return (TSR)

Total Shareholder Return (TSR)

Total Shareholder Return (TSR)

Umsatzwachstum

Betriebsleistungssteigerung durch Key Accounts

Auftragsstand

organisches Betriebsleistungswachstum

Ertragssteigerung

Wachstum über New Business Development

Wachstum in den Regionen

EBIT-Marge

Mitarbeiterzufriedenheit

 

Wachstum über Akquisitionen

Ertrags-Marge

 

 

 

Entwicklung von Key Accounts

 

 

 

nicht refinanzierter F&E-Aufwand in Prozent zur Gesamtleistung

 

 

 

Mitarbeiterzufriedenheit

 

 

 

Kundenzufriedenheit

Im Mai 2022 wurden die Ziele unter dem LTIP 2019 über den Leistungszeitraum vom 1. Jänner 2019 bis 31. Dezember 2021 evaluiert und festgestellt, dass diese zu 100% erreicht sind und dem Vorstandsvorsitzenden daher 14.000 Stück (Brutto Stückzahl vor Steuern) an eigenen Aktien der Gesellschaft zu übertragen sind. Unter Berücksichtigung der einzubehaltenden Steuer kam es in diesem Zusammenhang zu einer Übertragung von 6.590 Stück eigene Aktien.

Für den zukünftig erwarteten Aufwand der LTIPs besteht zum Bilanzstichtag für den bereits erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus den LTIP-Verpflichtungen errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden im Berichtsjahr für die LTIPs TEUR 427 (2021: TEUR 399) inklusive Lohnnebenkosten im Personalaufwand und im Eigenkapital erfasst.

Für die LTIPs wurde davon ausgegangen, dass sowohl die marktorientierten Ziele als auch die nicht marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im Rahmen der Ermittlung des Erwartungswerts des Zielerreichungsgrads und nicht im Zeitwert der Aktien zu berücksichtigen ist.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

84

 

29. Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile betreffen folgende Tochtergesellschaften:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg

132

1.725

ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen

0

0

Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien

135

95

Regola S.r.l., Turin

0

0

Secure Service Provision GmbH, Leipzig

472

407

Systems Interface Ltd., Bordon

-432

-603

team Technology Management GmbH, Wien

1.766

1.793

TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing

151

19

 

2.224

3.436

Aufgrund einer vorhandenen Put Option für die nicht beherrschenden Gesellschafter der ELARA Leitstellentechnik sowie der Regola wird der entsprechende Anteil in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Auch bei der Systems Interface Ltd. besteht eine Put Option für die nicht beherrschenden Gesellschafter. Diese ist aber aufgrund der vertraglichen Regelungen nicht ausübbar und die Ausübbarkeit wird auch künftig nicht erwartet.

Bei der team Technology Management GmbH kam es im Berichtsjahr zu einer anteiligen Ausschüttung von TEUR 588 an die Gesellschafter von nicht beherrschenden Anteilen, bei der Secure Service Provision GmbH betrug diese TEUR 57 und bei der ELARA Leitstellentechnik betrug diese TEUR 308.

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Bilanz vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie den Buchwert der wesentlichen nicht beherrschenden Anteile (Werte vor konzerninternen Eliminierungen in TEUR):

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2022

Langfristige Vermögens­werte*)

Kurzfristige Vermögens­werte

Langfristige Schulden

Kurzfristige

Schulden

Netto-­
vermögen

Buchwert nicht beherrschende Anteile

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH

385

 

1.106

179

 

1.043

269

 

132

ELARA Leitstellentechnik GmbH

393

1.410

142

498

1.163

0

Frequentis DFS Aerosense GmbH

4

3.628

2

3.181

449

135

Regola S.r.l.

3.344

3.853

1.484

1.837

3.876

0

Secure Service Provision GmbH

194

2.407

85

155

2.361

472

Systems Interface Ltd.

34

1.835

1.317

1.434

-882

-432

team Technology Management GmbH

979

5.033

728

1.576

3.707

1.766

TEAM Technology Management GmbH

12

491

1

298

204

151

 

 

 

 

 

 

2.224

*)  exklusive Geschäfts- und Firmenwerte

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

85

 

Angaben zur Bilanz zum 31.12.2021

Langfristige Vermögens­werte*)

Kurzfristige Vermögens­werte

Langfristige Schulden

Kurzfristige

Schulden

Netto-­
vermögen

Buchwert nicht beherrschende Anteile

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH

3.017

 

2.026

 

936

 

586

3.521

 

1.725

ELARA Leitstellentechnik GmbH

468

1.295

242

560

961

0

Frequentis DFS Aerosense GmbH

30

1.463

0

1.177

316

95

Secure Service Provision GmbH

154

2.227

38

311

2.032

407

Systems Interface Ltd.

41

2.611

1.417

2.465

-1.230

-603

team Technology Management GmbH

1.089

5.410

841

1.897

3.761

1.793

TEAM Technology Management GmbH

31

132

5

132

26

19

 

 

 

 

 

 

3.436

*)  exklusive Geschäfts- und Firmenwerte

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Gesamtergebnis­rechnung vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen (in TEUR):

 

Werte vor konzerninternen Eliminierungen

den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Ergebnisbeiträge

2022

Betriebs­‑

leistung

Perioden-

ergebnis

Sonstiges

Ergebnis

Gesamt­ergebnis

Perioden­ergebnis

Sonstiges

Ergebnis

Gesamt­ergebnis

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH

1.265

-3.253

0

-3.253

-1.594

0

-1.594

ELARA Leitstellentechnik GmbH

4.274

831

0

831

407

0

407

Frequentis DFS Aerosense GmbH

5.737

133

0

133

40

0

40

Regola S.r.l.

10.115

712

162

874

349

79

428

Secure Service Provision GmbH

3.362

614

0

614

123

0

123

Systems Interface Ltd.

4.207

295

0

295

144

27

171

team Technology Management GmbH

9.924

1.130

16

1.146

554

8

562

TEAM Technology Management GmbH

1.148

178

0

178

132

0

132

Gesamt

 

 

 

 

 155

 113

 269

 

 

Werte vor konzerninternen Eliminierungen

den nicht beherrschenden Anteilen zugewiesene Ergebnisbeiträge

2021

Betriebs-

leistung

Perioden-

ergebnis

Sonstiges

Ergebnis

Gesamt­ergebnis

Perioden­ergebnis

Sonstiges

Ergebnis

Gesamt­ergebnis

ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH

1.885

-951

0

-951

-466

0

-466

ELARA Leitstellentechnik GmbH

3.308

631

0

631

309

0

309

Frequentis DFS Aerosense GmbH

1.192

17

0

17

5

0

5

Secure Service Provision GmbH

3.234

571

0

571

114

0

114

Systems Interface Ltd.

3.680

111

0

111

54

-41

13

team Technology Management GmbH

10.427

1.773

9

1.782

869

4

873

TEAM Technology Management GmbH

278

-119

0

-119

-88

0

-88

Gesamt

 

 

 

 

 797

-  37

 760

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

86

 

30. Langfristige Rückstellungen

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

Rückstellungen für Abfertigungen

14.529

16.110

 

 

 

Rückstellungen für Pensionen

4.356

6.046

Aufrechnung Deckungskapital Pensionsversicherung

-2.365

-3.427

 

1.991

2.619

 

 

 

Rückstellungen für Jubiläumsgeld

302

389

Sonstige Rückstellungen

441

874

Summe langfristige Rückstellungen

17.263

19.992

Aufgrund der Verpfändung der Lebensversicherungen zur Deckung der Pensionsrückstellungen wurden die entsprechenden Deckungskapitalien mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.

Rückstellungen für Abfertigungen

Diese Position umfasst hauptsächlich gesetzliche und kollektivvertragliche Ansprüche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich auf einmalige Abfertigungszahlungen. Diese können aufgrund Arbeitgeber­kündigung, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses sowie Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Die Höhe der Abfertigung bemisst sich nach der Anzahl der im Unternehmen geleisteten Dienstjahre und des zum Zeitpunkt des Ausscheidens gültigen Bezuges.

Die entsprechenden Abfertigungszahlungen werden in den Jahren 2023 bis 2047 schlagend werden.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Abfertigungen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

 

2022

2021

Zinssatz

4,14%

1,0%

Lohn- und Gehaltstrend

4,6%

3,3%

Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung

9,88 Jahre

11,2 Jahre

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand der Abfertigungsverpflichtungen:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Barwert der Abfertigungsverpflichtungen
(DBO) am 01.01. = Rückstellung 01.01.

16.110

15.395

Währungsdifferenzen

3

2

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

816

0

Dienstzeitaufwand (CSC)

839

704

Zinsaufwand (IC)

173

152

Tatsächliche Auszahlungen

-659

-425

Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-)

-2.753

282

Barwert der Abfertigungsverpflichtungen
(DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12.

14.529

16.110

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

87

 

Die Abfertigungsrückstellung betrifft hauptsächlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, da mit 1. Jänner 2003 aufgrund einer Gesetzesänderung generell in Österreich von einer leistungs-orientierten Abfertigung auf eine beitragsorientierte Abfertigung umgestellt wurde. Diese neue Regelung gilt somit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach dem 31. Dezember 2002 ein neues Dienstverhältnis begonnen haben. Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird vom Unternehmen ein monatlicher Betrag an eine externe Mitarbeitervorsorgekasse geleistet, welche die Auszahlung der Abfertigung zu gewährleisten hat, sodass seitens des Konzerns keine Abfertigungs­verpflichtungen entstehen. Die diesbezüglichen Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 1.018 (2021: TEUR 934).

Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen Abfertigungen in Höhe von TEUR 185 (2021: TEUR 1.015).

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste von Abfertigungsrückstellungen gliedern sich wie folgt auf:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Änderungen von demografischen Annahmen

0

0

Änderungen von finanziellen Annahmen

-2.990

500

Sonstige Änderungen

237

-218

Gesamt

-2.753

282

Bei den Abfertigungsansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation und den Gehaltssteigerungen.

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz

Gehaltssteigerung

DBO 31.12.2022

 TEUR

4,14%

5,1%

15.195

3,99%

4,6%

14.734

4,14%

4,6%

14.529

4,29%

4,6%

14.328

4,14%

4,1%

13.901

 

Zinssatz

Gehaltssteigerung

DBO 31.12.2021

 TEUR

1,0%

3,8%

16.990

0,85%

3,3%

16.376

1,0%

3,3%

16.110

1,15%

3,3%

15.851

1,0%

2,8%

15.287


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

88

 

Rückstellungen für Pensionen

Grundsätzlich werden Pensionsleistungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die staatlichen Sozialversicherungs­träger erbracht. Der Konzern ist gesetzlich verpflichtet, Beiträge für Pensionen und Gesundheits­vorsorge für aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leisten. Zusätzlich bestehen die nachfolgend erläuterten leistungsorientierten Verpflichtungen.

Bei den Pensionsverpflichtungen handelt es sich um leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern und zwei ehemaligen Mitgliedern des Vorstands der Frequentis AG. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange monatliche Alterspension bzw. Hinterbliebenenpension, die aus den Beiträgen in eine Rückdeckungsversicherung resultieren.

Zusätzlich gibt es bei der Frequentis Orthogon GmbH leistungsorientierte Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange fixe Alterspension, welche nur zu einem Teil durch eine Rückdeckungsversicherung gedeckt ist.

Das angesetzte Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen der Frequentis AG, die an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind. Da die Rückdeckungsversicherungen der Frequentis Orthogon GmbH nicht an die anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind, wird diese als sonstiger langfristige finanzielle Vermögenswert in der Bilanz ausgewiesen.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Pensionen wurde unter Anwendung nachfolgender Faktoren vorgenommen:

 

2022

2021

Zinssatz

4,2%

1,3%

Pensionsalter

60/65 Jahre

60/65 Jahre

Durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung

11,75 Jahre

14,17 Jahre

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

89

 

Entwicklung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 01.01.

6.046

3.260

Planvermögen zu Marktwerten

-3.427

-2.696

+ Rückstellung/-Guthaben 01.01.

2.619

 564

 

 

 

Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.01.

6.046

3.260

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

0

2.720

Dienstzeitaufwand

228

204

Zinsaufwand

78

47

Pensionszahlungen

-137

-109

Erfasste versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (-)

-1.859

-76

Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 31.12.

4.356

6.046

 

 

 

Planvermögen zu Marktwerten 01.01.

3.427

2.696

Umgliederung

-573

0

Zugang aus Erwerb von Unternehmen

0

537

Ertrag Planvermögen

37

41

Geleistete Zahlungen

175

222

Erhaltene Zahlungen aus dem Planvermögen

-108

-88

Erfasste versicherungsmathematische Verluste (-)/Gewinne (+)

43

19

Anpassungen für Beschränkungen auf dem Nettovermögenswert

-636

0

Planvermögen zu Marktwerten 31.12.

2.365

3.427

 

 

 

Rückstellung am 31.12.

 

 

Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO)

4.356

6.046

Planvermögen zu Marktwerten

-2.365

-3.427

+ Rückstellung/-Guthaben 31.12.

1.991

2.619

Im Jahr 2022 erfolgte die Umgliederung von TEUR 573 aus dem Planvermögen zu den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerten und betraf die Frequentis Orthogon GmbH.

Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen und gesetzlichen beitragsorientierten Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.218 (2021: TEUR 1.453).

Es wird erwartet, dass im Jahr 2023 TEUR 221 (2022: TEUR 222) in die Pensionsversicherung einbezahlt werden.

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste gliedern sich im Berichtsjahr wie folgt:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Änderungen von demografischen Annahmen

0

0

Änderungen von finanziellen Annahmen

-1.858

-112

Sonstige Änderungen

-1

36

Sonstige Änderungen Planvermögen

-43

-19

Gesamt

-1.902

-95

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

90

 

Für die Frequentis-Gruppe liegt das Risiko bei den Pensionsansprüchen im Wesentlichen in der Entwicklung der Lebenserwartung und Inflation, da es sich bei den Leistungen aus Pensionen um lebenslange Rentenleistungen handelt. Das bei der Frequentis-Gruppe verbleibendende Risiko liegt darin, dass die Entwicklung des Planvermögens nicht die geplante Mindestverzinsung oder den Kapitalerhalt abdeckt.

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz

DBO 31.12.2022

TEUR

4,05%

4.445

4,20%

4.356

4,35%

4.269

 

Zinssatz

DBO 31.12.2021

TEUR

1,15%

6.196

1,30%

6.046

1,45%

5.901

Rückstellungen für Jubiläumsgeld

Die Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen betrifft langfristige Ansprüche von Dienst­nehmerinnen und Dienstnehmern der Frequentis Comsoft GmbH aufgrund von betrieblicher Übung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird bei Erreichen einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeit eine einmalige Prämie zwischen TEUR 1 und TEUR 3 gewährt.

Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Jubiläumsgeld wurde unter Anwendung eines Zinssatzes von 4,14% (2021: 1,0%) und einer durchschnittlichen Laufzeit von 7,2 Jahren (2021: 7,1 Jahren) vorgenommen.

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO)
entspricht der Rückstellung 01.01.

389

369

Dienstzeitaufwand (CSC)

41

42

Zinsenaufwand (IC)

4

4

Tatsächliche Auszahlungen

-47

-23

Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-)

-85

-3

Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO)
am 31.12. = Rückstellung 31.12.

 302

 389

Bei den Jubiläumsgeldansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

91

 

In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.

Zinssatz

DBO 31.12.2022

TEUR

3,99%

305

4,14%

302

4,29%

300

 

Zinssatz

DBO 31.12.2021

TEUR

0,85%

393

1,00%

389

1,15%

385

Sonstige langfristige Rückstellungen

Die sonstigen langfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

 

Stand 31.12.2021
TEUR

Währungs-differenz

TEUR

Aufzinsung TEUR

Verbrauch
TEUR

Auflösung
TEUR

Dotierung
TEUR

Umgliederung

Verbindlichkeiten

TEUR

Stand 31.12.2022
TEUR

Vorsorgen für dienstzeitabhängige Urlaubs­rückstellungen

99

-1

8

-11

-38

47

-1

103

Rückstellung für Projekte

529

0

0

-318

0

0

0

211

Sonstige

246

-1

1

-172

0

53

0

127

 

 874

-2

9

-501

-38

100

-1

441

Für zwei im Ausland ansässige Tochtergesellschaften wird eine langfristige Urlaubsrückstellung aufgrund eines zusätzlichen Urlaubsanspruchs abhängig von der Dienstzugehörigkeit gebildet. Die Abgrenzungen der kurzfristigen Urlaubsansprüche werden in den sonstigen Verbindlichkeiten erfasst.

Die Rückstellung für Projekte enthält Vorsorgen, die aufgrund des Übersteigens der künftigen Aufwendungen über die künftigen Erträge, zu bilden sind. Mit einer Inanspruchnahme in den nächsten zwölf Monaten ist nicht zu rechnen.

Die Zinsen für die Vorsorgen für die dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellung werden im Personalaufwand ausgewiesen wohingegen, die Zinsen für die Rückstellung für Projekte sowie die Sonstigen Rückstellungen im Zinsaufwand verbucht wurden.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

92

 

31. Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden erhaltene Gegenleistungen ausgewiesen, wenn die Verpflichtungen Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen noch nicht erfüllt waren. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels Anzahlungsgarantie besichert sind. Zusätzlich werden Leistungen teilweise durch Bankgarantien abgesichert. Dingliche Besicherungen bestanden sowohl zu den Stichtagen als auch im Jahresverlauf nicht.

Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021

TEUR

Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten

80.029

83.106

Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden

-32.048

-29.075

 

47.981

54.031

Sonstige Vertragsverbindlichkeiten

13.382

6.332

Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden

-2.822

-3.215

 

10.560

3.117

Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge

8.798

7.500

Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (kurzfristig)

691

708

Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete Kundenaufträge (langfristig)

5

32

 

 

 

Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden

68.035

65.388

In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten.

Von den Vertragsverbindlichkeiten haben TEUR 3.018 (2021: TEUR 908) eine Laufzeit von mehr als 12 Monaten. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

93

 

32. Sonstige Verbindlichkeiten

Die Sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

 

Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile  

3.262

0

 

Darlehen von anderen Gesellschaftern

426

449

 

Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung

0

402

 

Darlehen FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft)

284

0

 

Sonstige Verbindlichkeiten

267

7

 

Summe langfristige finanzielle Verbindlichkeiten

4.239

 858

 

 

 

 

 

Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile  

2.786

2.036

 

Negative Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung

1.591

1.562

 

Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung

250

0

 

Darlehen von anderen Gesellschaftern

30

30

 

Sonstige Verbindlichkeiten

1.430

1.368

 

Summe kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten

6.087

4.996

 

 

 

 

 

Abgrenzungen für noch nicht konsumierte Urlaube

4.642

3.919

 

Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen Einkommensteuern)

1.968

2.694

 

Erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit Förderungen

762

1.065

 

Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen

702

370

 

Abgrenzungen für Überstunden

635

710

 

Abgrenzungen für Beratungskosten

595

702

 

Sonstige Verbindlichkeiten

957

673

 

Summe kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

10.261

10.133

 

Die langfristige finanzielle Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung ist eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises der 2020 erworbenen ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und basiert auf den jeweiligen Jahresabschlüssen gemäß dHGB und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles sowie des Net Cash/Debt zum 31.Dezember 2024 und der Abweichung vom Target Working Capital zum 31. Dezember 2024.

Zum Stichtag erfolgte eine neue Bewertung der Verpflichtung. Aufgrund der schwierigen Auftragssituation, die sich bereits 2021 abzeichnete und durch die COVID-19 Pandemie in 2022 noch zusätzlich verstärkt wurde, kam es zu einer Reduktion der Verbindlichkeit auf null. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-Out Zahlung, welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde, stellt sich wie folgt dar:

Earn-Out

Einschätzung 31.12.2022

TEUR

Einschätzung
31.12.2021

TEUR

Target Value

3.570

3.570

+/- erfolgsabhängige Anpassung (Erreichen eines EBIT-Zieles)

-3.570

-3.570

+/- Net Cash/Debt zum 31.12.2024

0

402

+/- Abweichungen vom Target Working Capital zum 31.12.2024

0

0

Earn-Out Anspruch

   0

 402

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Erläuterungen zur Bilanz

 

94

 

Im Zusammenhang mit dieser Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung kam es im Berichtsjahr zu einer Reduktion des beizulegenden Zeitwerts in Höhe von TEUR 402 (2021: TEUR 850), welche in der Position Sonstige Erträge ausgewiesen wird.

Die kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung ist eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises der 2022 erworbenen Regola S.r.l. und basiert auf dem lokalen Jahresabschluss und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles zum 31.Dezember 2022.

Bei der langfristigen Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um eine Option der Minderheitengesellschafter der Regola S.r.l. ihren von ihnen gehaltenen Geschäftsanteilen auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab 30. Juni 2027 ausgeübt werden.

Bei der kurzfristigen Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um eine Option des Minderheitengesellschafters der ELARA Leitstellentechnik GmbH seinen von ihm gehaltenen Geschäftsanteil auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option konnte ab 14. November 2022 ausgeübt werden.

Die relevanten Eigenkapitalwerte entsprechen dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanz-verschuldung der Regola S.r.l. sowie der ELARA Leitstellentechnik GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt. Basis dieser Multiple-Bewertung ist das EBIT für die letzten 12 der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen Monate (für Regola S.r.l.) sowie die durchschnittlichen Umsatz- und EBIT-Werte aus den Jahresabschlüssen für die letzten zwei der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen Geschäftsjahre (für ELARA Leitstellentechnik GmbH).

33. Sonstige kurzfristige Rückstellungen

Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

 

Stand 31.12.2021
TEUR

Währungs­differenz
TEUR

Zugang aus Erwerb von Unternehmen
TEUR

Verbrauch
TEUR

Auflösung
TEUR

Dotierung
TEUR

Stand 31.12.2022
TEUR

Prämien

11.221

13

91

-11.326

0

11.207

11.207

Rückstellung für Projekte

2.977

91

0

-3.068

0

1.220

1.220

Prozesskosten

1.744

0

0

-119

-598

0

1.027

Sonstige

1.473

0

34

-955

-303

1.211

1.460

 

17.415

 104

 125

-15.468

- 901

13.638

14.914

Die Prämienrückstellung enthält die noch anfallenden Auszahlungen von Prämien und variablen Gehältern an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind.

Die Prozesskostenrückstellung betrifft die eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg.

Es wird damit gerechnet, dass die kurzfristigen Rückstellungen auch tatsächlich im Geschäftsjahr 2023 zur Auszahlung kommen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

95

 

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der Restkosten um
-10% eine Reduktion der Rückstellung für Projekte um TEUR 543 (2021: TEUR 1.104) und bei einer Veränderung der Restkosten um +10% eine Erhöhung der Rückstellung für Projekte um TEUR 582 (2021: TEUR 1.469) ergeben
.

Sonstige Angaben

34. Konzernkapitalflussrechnung

In der Konzerngeldflussrechnung („Cash Flow-Statement“) werden die Zahlungsströme getrennt nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitions- und aus der Finanzierungstätigkeit erläutert. Der operative Cash Flow wird nach der indirekten Methode ermittelt. Das Ergebnis vor Steuern wird daher um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (vor allem Abschreibungen) und Erträge erhöht beziehungsweise vermindert. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Nettoumlaufvermögens ergibt sich der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit. Zahlungsströme aus Devisentermingeschäften werden im Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit ausgewiesen.

Die Reduktion des Cash Flows aus betrieblicher Tätigkeit von TEUR 48.753 auf TEUR 14.112 resultiert hauptsächlich aus dem Anstieg der Vertragsvermögenswerte in Höhe von TEUR 12.122 im Vergleich zur Reduktion der Vertragsvermögenswerte im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 8.565 sowie der Veränderung der Sonstigen Forderungen (Anstieg 2022 in Höhe von TEUR 6.298 im Vergleich zur Reduktion im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 3.402).

Die Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Ein- und Auszahlungen für immaterielle Vermögens­werte und Sachanlagen sowie Auszahlungen für Unternehmenserwerbe.

In der Finanzierungstätigkeit sind Dividendenzahlungen, Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten und Leasingverbindlichkeiten enthalten.

Die Veränderung von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, stellt sich wie folgt dar:

 

Buchwert 01.01.2022

TEUR

Zugang Konsolidierungs-

kreis

TEUR

Wechselkurs­änderung

TEUR

Zahlungs-wirksamer Cash Flow

TEUR

Zugang

IFRS 16

TEUR

Abgang

IFRS 16

TEUR

Umgliederung Fristigkeiten

TEUR

Buchwert 31.12.2022

TEUR

Langfristige Schulden

4.269

0

-26

-3.228

0

0

-87

928

Langfristige Leasingverbindlichkeiten

29.785

175

80

0

5.834

0

-5.111

30.763

Kurzfristige Schulden

1.085

0

0

-973

0

0

87

199

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

7.794

65

31

-8.686

4.224

-117

5.111

8.422

Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit

42.933

240

85

-12.887

10.058

-117

0

40.312

 


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

96

 

 

Buchwert 01.01.2021

TEUR

Zugang Konsolidierungs-

kreis

TEUR

Wechselkurs­änderung

TEUR

Zahlungs-wirksamer Cash Flow

TEUR

Zugang

IFRS 16

TEUR

Abgang

IFRS 16

TEUR

Umgliederung Fristigkeiten

TEUR

Buchwert 31.12.2021

TEUR

Langfristige Schulden

5.387

0

37

-70

0

0

-1.085

4.269

Langfristige Leasingverbindlichkeiten

31.811

90

242

0

4.996

0

-7.354

29.785

Kurzfristige Schulden

1.315

0

14

-1.329

0

0

1.085

1.085

Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten

7.292

457

90

-8.228

857

-28

7.354

7.794

Summe der Schulden aus Finanzierungstätigkeit

45.805

547

383

-9.627

5.853

-28

0

42.933

Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stimmt mit dem Finanzmittelfonds gemäß Geldflussrechnung überein. Es handelt sich hierbei um Kassenbestände, Schecks und täglich fällige Bankguthaben, welche eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben.

35. Finanzinstrumente

Überblick

Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanter Transaktionen diversen Marktrisiken, die das Zins- und Währungsumrechnungsrisiko und das Kredit- und Liquiditätsrisiko beinhalten. Die Gesellschaft setzt derivative Sicherungsinstrumente im Währungsbereich ein. Risiken aus Währungsschwankungen werden dadurch begrenzt, dass Valuten in den benötigten Fremdwährungen und in der erforderlichen Menge in Abhängigkeit vom geplanten künftigen Bedarf in Form von Devisentermingeschäften gekauft werden. Diese Grundsätze sind in den Treasury-Richtlinien festgehalten und wurden vom Management genehmigt.

Der Vorstand der Frequentis AG hat die Verantwortung für die Einrichtung des Risikomanagements der Gesellschaft sowie für die Aufsicht über das Risikomanagement. Er ist auch für die Entwicklung und laufende Kontrolle der Richtlinien zur Begrenzung von Risiken verantwortlich.

Diese Richtlinien dienen der Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gesellschaft unterliegt, der Setzung von angemessenen Risikogrenzen und Einführung von Kontrollen sowie der laufenden Überwachung der Risiken und Einhaltung der Grenzen. Die Richtlinien und Abläufe des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und Änderungen in den Aktivitäten der Gesellschaft abbilden zu können. Die Gesellschaft ist bestrebt, ein sowohl konstruktives als auch diszipliniertes Kontrollumfeld zu schaffen, in dem sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind.

Gemäß IFRS 9 weist die Frequentis-Gruppe alle Finanzaktiva und –passiva sowie Derivate in der Bilanz als Vermögenswerte und Schuldposten aus und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

97

 

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen zur Fälligkeit nicht erfüllen oder ihre Investitionen nicht realisieren kann. Die Zielsetzung des Risiko­managements der Gesellschaft ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen wie auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Des Weiteren sollen alle laut Liquiditätsplan notwendigen Maßnahmen zur Sicherung dieses Liquiditätsstands getroffen werden. Das Liquiditätsrisiko wird durch die monatlich und jährlich kumulierte Differenz zwischen Ein- und Auszahlungen (dynamisches Liquiditätsrisiko) sowie durch die Struktur der Bilanz (strukturelles Liquiditätsrisiko) ausgedrückt.

Mittels Liquiditätsplanung wird die Analyse des dynamischen Liquiditätsrisikos durchgeführt. Das monatliche Liquiditätserfordernis auf Basis der Liquiditätsplanung wird der vorhandenen Finanzierung oder den verfügbaren liquiden finanziellen Vermögenswerten gegenübergestellt. Die Differenz ist entweder fehlende Liquidität, welche noch finanziert werden muss, oder überschüssige Liquidität, welche gegebenenfalls investiert werden muss. Die Liquiditätsplanung bildet die Grundlage für Entscheidungen betreffend Strategie und Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität. Der Liquiditätsplan wird regelmäßig überprüft und entsprechende Veranlagungen werden in Auftrag gegeben.

Die Treasury Abteilung der Gesellschaft agiert als ein internes Finanzdienstleistungszentrum, indem es mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal nutzt. Das vorrangige Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung (Bereitstellung) von Liquidität. Dadurch wird die Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und einem minimalen Verwaltungsaufwand gewährleistet. Der operative Cash Flow schafft grundsätzlich die notwendige Liquidität. Die externen Quellen für etwaige notwendige Finanzierungen sind der Kapital- und Kreditmarkt. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Frequentis-Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Kreditlinien vorgehalten.

Sowohl für die Frequentis-Gruppe als auch für ihre Kunden ist ein funktionierendes Bankwesen von elementarer Bedeutung. Die Frequentis-Gruppe benötigt den Zugang zu Fremdkapital, um ihre Projektvorleistungen bis zur Abrechnung vorfinanzieren zu können. Die Finanz- und Liquiditäts­position wird daher laufend überwacht, kontrolliert und bewertet, um Liquiditätsrisiken entsprechend zu reduzieren. Die Frequentis-Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch sorgfältige Steuerung und Planung des Liquiditätsbedarfs. Auf Basis von Cash Flow Prognosen werden adäquate Maßnahmen definiert und das Halten von angemessenen finanziellen Rücklagen für den Betriebsbedarf sichergestellt sowie Kreditlinien überprüft.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

98

 

Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanz-instrumente ersichtlich. Die variablen Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2022 bzw. zum 31. Dezember 2021 gültigen Zinssätze ermittelt. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Es wird nicht erwartet, dass die Cash Flows der in der Fälligkeits-analyse enthaltenen Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.

2022

in TEUR

Buchwert

Vertragliche Zahlungsströme

 

 

 

unter 1 Jahr

zwischen 1 und 5 Jahren

über 5 Jahre

 

Gesamt

Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten

417

216

212

0

428

Leasingverbindlichkeiten

39.185

9.063

22.914

9.971

41.948

Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen

16.258

16.258

0

0

16.258

Sonstige Verbindlichkeiten

8.735

4.496

4.241

0

8.738

Nicht derivative Schulden

64.595

30.033

27.367

9.971

67.372

 

 

 

 

 

 

Derivative Finanzinstrumente

1.591

21.305

0

0

21.305

Derivative finanzielle Schulden

1.591

21.305

0

0

21.305

Gesamt

66.186

51.338

27.367

9.971

88.676

 

2021

in TEUR

Buchwert

Vertragliche Zahlungsströme

 

 

 

unter 1 Jahr

zwischen 1 und 5 Jahren

über 5 Jahre

 

Gesamt

Bank und sonstige Finanzverbindlichkeiten

4.905

1.145

3.880

0

5.025

Leasingverbindlichkeiten

37.579

8.072

20.296

10.109

38.477

Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen

13.422

13.238

184

0

13.422

Sonstige Verbindlichkeiten

4.292

1.878

2.414

0

4.292

Nicht derivative Schulden

60.198

24.333

26.774

10.109

61.216

 

 

 

 

 

 

Derivative Finanzinstrumente

1.562

34.812

0

0

34.812

Derivative finanzielle Schulden

1.562

34.812

0

0

34.812

Gesamt

61.760

59.145

26.774

10.109

96.028

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, wenn ein Kunde oder Vertragspartner eines Finanzinstruments seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Kreditrisiken bestehen hauptsächlich für Kundenforderungen (2022: TEUR 76.990; 2021: TEUR 69.435) , Vertragsvermögens­werte (2022: TEUR 50.475; 2021: TEUR 38.353), sonstige finanzielle Vermögenswerte (2022: TEUR 2.759; 2021: TEUR 672), Termingelder (2022: TEUR 10.000; 2021: TEUR 2.199) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (2022: TEUR 81.380; 2021: TEUR 103.798).

Die Kreditrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden Überwachung der Risiken und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im Geschäftsjahr unverändert.

Im Angebotsprozess ist festgelegt, dass jeder neue Kunde einzeln auf seine Kreditwürdigkeit hin analysiert wird, bevor die Standardzahlungs- und -lieferbedingungen des Konzerns angeboten werden. Die Prüfung umfasst externe Ratings, sofern vorhanden, Jahresabschlüsse und Informationen von Auskunfteien.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

99

 

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit mussten aufgrund der COVID-19 Pandemie nicht verschärft werden.

Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden wird durch verpflichtende Bonitätsprüfungen und durch Maßnahmen zur Besicherung von Zahlungen reduziert. Hinsichtlich der Ermittlung etwaiger Wertminderungen auf Basis des Expected Credit Loss Modells wird auf Kapitel 22. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Kapitel 23 Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden verwiesen.

Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegelt die Laufzeiten wider. Die Frequentis-Gruppe nimmt an, dass ihre Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen.

Es besteht mit Ausnahme von Veranlagungen bzw. Guthaben bei einer Bank in Höhe von TEUR 14.769 (31.12.2021: TEUR 15.499) weder bei einzelnen Kreditunternehmen, Kunden, Vertragspartnern noch bei einzelnen Finanzinstrumenten eine wesentliche Konzentration oder ein wesentliches Kreditrisiko. Der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg im Geschäftsjahr 2020 wurde insofern Rechnung getragen, als das Kontrahentenrisikomanagement weiter ausgebaut wurde indem Kernbanken definiert wurden. Jede Kernbank muss systemrelevant sein und für jede Bank wurde basierend auf dem Bankenrating ein Bankenlimit für das Gesamtengagement festgelegt.

Zinsrisiko

Die Gesellschaft trägt ein Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen der Zinssätze auf dem Kapital­markt. Dementsprechend können Änderungen der Zinssätze zu Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts oder der künftigen Zahlungsströmen von finanziellen Vermögenswerten und Finanz­verbindlichkeiten führen.

Die in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 81.380 (31.12.2021: TEUR 103.798) sind zur Gänze variabel beziehungsweise nicht verzinst. Eine Reduktion der Zinssätze würde zu keiner wesentlichen Veränderung führen, da für den größten Teil der Guthaben bei Kreditinstituten keine Zinsen gutgeschrieben wurden und eine Reduktion nicht zu Negativzinsen führen würde. Im Berichtsjahr wurden Negativ­zinsen in Höhe von TEUR 147 (2021: TEUR 155) bezahlt, welche in den Sonstigen Aufwendungen ausgewiesen werden. Eine Erhöhung der Zinssätze um einen Prozentpunkt würde zu einem Anstieg der Zinserträge in Höhe von TEUR 814 (2021: TEUR 1.038) führen.

Von den finanziellen Verbindlichkeiten sind die Bank- und sonstigen Finanz­verbind­lichkeiten sowie die Leasingverbindlichkeiten wie im Vorjahr zur Gänze fix verzinst.

Aufgrund des unwesentlichen Zinsrisikos wurde auf eine tabellarische Darstellung des Zinsrisikos verzichtet.

Wechselkursrisiko

Aus dem operativen Geschäft der Unternehmen der Frequentis-Gruppe entstehen Ein- und Aus­zahlungen in Fremdwährung, denen nicht immer Zahlungen in der selben Währung mit gleichem Betrag und gleicher Fristigkeit gegenüberstehen. Insofern unterliegen die Konzernunternehmungen Wechselkursrisiken.

Hinsichtlich der Absicherung der Wechselkursrisiken wird auf den nachfolgenden Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente“ verwiesen.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

100

 

Zusammenhang zwischen Bilanzpositionen, Kategorien von Finanzinstrumenten, Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten

Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt (Werte in TEUR):

2022

Zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Buchwert

Gesamt

 

Hedge Accounting

Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Eigenkapitalinstrumente – Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

 

Finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

Beteiligungen

 

 

0

 

 

0

Termingelder

 

 

 

10.000

 

10.000

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

 

 

76.990

 

76.990

Derivative Finanzinstrumente

3

658

 

 

 

661

Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte

 

 

 

2.983

 

2.983

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

 

 

81.380

 

81.380

Summe

3

658

 

171.353

 

172.014

Finanzielle Verbindlichkeiten

 

 

 

 

 

 

Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

 

 

 

417

417

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

 

 

 

16.258

16.258

Leasingverbindlichkeiten

 

 

 

 

39.185

39.185

Derivative Finanzinstrumente

273

1.318

 

 

 

1.591

Sonstige Verbindlichkeiten

 

6.298

 

 

2.437

8.735

Summe

273

7.616

 

 

58.297

66.186

 

2021

Zum beizulegenden Zeitwert bewertet

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet

Buchwert

Gesamt

 

Hedge Accounting

Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Eigenkapitalinstrumente – Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

Finanzielle Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

 

Finanzielle Vermögenswerte

 

 

 

 

 

 

Beteiligungen

 

 

0

 

 

0

Termingelder

 

 

 

2.199

 

2.199

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

 

 

69.435

 

69.435

Derivative Finanzinstrumente

 

92

 

 

 

92

Sonstige kurz- und langfristige Vermögenswerte

 

 

 

821

 

821

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

 

 

103.798

 

103.798

Summe

 

92

0

176.253

 

176.345

Finanzielle Verbindlichkeiten

 

 

 

 

 

 

Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten

 

 

 

 

4.905

4.905

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

 

 

 

13.422

13.422

Leasingverbindlichkeiten

 

 

 

 

37.579

37.579

Derivative Finanzinstrumente

716

846

 

 

 

1.562

Sonstige Verbindlichkeiten

 

2.438

 

 

1.854

4.292

Summe

716

3.284

 

 

57.760

61.760

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

101

 

Beizulegende Zeitwerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen, Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet.

Für die vorhandene Beteiligung Altitude Angel Ltd. liegt kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vor. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Die Bewertung erfolgt unter Anwendung der Discounted Cash Flow Methode oder aufgrund von aktuellen Eigenkapitaltransaktionen um den Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert wird der Hierarchiestufe drei zugeordnet. Eine Veräußerung der Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen.

Die Earn-Out Verbindlichkeiten aus dem Unternehmenserwerben der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Regola S.r.l. sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst und der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet.

Die Verbindlichkeiten aus den Put Optionen der nicht beherrschenden Gesellschafter bei der ELARA Leitstellentechnik GmbH sowie der Regola S.r.l. sind zum beizulegenden Zeitwert erfasst, deren Veränderung wird in Übereinstimmung mit IFRS 10 ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Der beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet. Da diesbezüglich keine Kategorie besteht, wurde der Betrag unter den Sonstigen Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in obiger Tabelle ausgewiesen.

Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden Zeitwerte basieren auf dem Barwert der künftigen zu erwartenden Zahlungsströme, abgezinst mit dem vom Konzern geschätzten Zinssatz, zu dem vergleichbare Finanzinstrumente abgeschlossen werden können und werden der Hierarchiestufe 2 zugeordnet.

Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP) welcher als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert bewertet welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde.

Um sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer Bewertungs­­methode zuzuordnen, wurden folgende Hierarchiestufen verwendet:

Hierarchiestufe

Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert

Level 2:

Bewertung anhand von Marktpreisen für
ähnliche Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente

Level 3:

Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind

Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeit, Verbindlichkeit Put Option

Es wird zwischen originären und derivativen Finanzinstrumenten unterschieden. Zu den derivativen Instrumenten zählen vorwiegend Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Währungs­kurs­änderungen.

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

102

 

 

 

 

Die Nettogewinne und -verluste stellen sich wie folgt dar (Werte in TEUR):

2022

Derivative Finanz-instrumente

weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden

Zinsergebnis

 

 

 

209

-738

Bewertung

122

 

 

 

 

Wertberichtigung gem. IFRS 9

 

 

 

-313

 

Währungsgewinne/
-verluste

 

 

 

-950

-187

Veräußerungsgewinne
und -verluste

 

 

 

 

 

Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/
-verluste

122

0

0

-1.054

-925

Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/
‑verluste

297

 

 

 

 

Nettogewinne/
-verluste

419

0

0

-1.054

-925

 

2021

Derivative Finanz-instrumente

weitere erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Schulden

Zinsergebnis

 

 

 

79

-607

Bewertung

-1.955

-13

 

6

 

Wertberichtigung gem. IFRS 9

 

 

 

-908

 

Währungsgewinne/
-verluste

 

 

 

-264

-220

Veräußerungsgewinne
und -verluste

 

 

 

 

 

Im Konzernergebnis erfasste Nettogewinne/
-verluste

-1.955

-13

0

-1.087

-827

Im sonstigen Ergebnis erfasste Nettogewinne/
‑verluste

-298

 

 

 

 

Nettogewinne/
-verluste

-2.253

-13

0

-1.087

-827

Die Wertberichtigungen und Währungsgewinne/-verluste werden in den Sonstigen Aufwendungen bzw. Sonstigen Erträgen ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente

Im internationalen Geschäft ist der Abschluss von Verträgen in Fremdwährungen nötig. Das Fremd­währungsrisiko im Konzern resultiert im Wesentlichen aus zukünftigen Geschäftstransaktionen, wenn diese in einer Währung durchgeführt werden, die nicht mit der funktionalen Währung der Muttergesellschaft bzw. des jeweiligen Tochterunternehmens übereinstimmt.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

103

 

Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z.B. mittels Zulieferaufträgen in der gleichen Fremd­währung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen durch Kundenaufträge in AUD, CAD, CHF, GBP, HUF, QAR, SGD und USD.

Es werden zwecks wirtschaftlicher Absicherung des Kursänderungsrisikos Devisentermingeschäfte abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken werden nicht vereinbart.

Die Frequentis-Gruppe hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko für zukünftige Zahlungen aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern (Cash Flow Hedge). Das Sicherungsgeschäft (Forwards, Swaps) wird für ein Jahr abgeschlossen und jährlich in der Höhe der noch zu erwartenden Cash Flows verlängert (historische Prolongation). Zahlungen aus den abgesicherten Zahlungs­strömen werden voraussichtlich in den Jahren 2023 bis 2027 eintreten.

Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert sind, werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Weder aufgrund der COVID-19 Pandemie noch aufgrund des Ukraine Krieges kam es in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 zu Ausfällen von geplanten Grundgeschäften.

Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem aktuellen Marktwert, wobei der Marktwert durch den aktuellen Stichtagskurs der Fremdwährung zum 31. Dezember 2022 bestimmt und durch entsprechende Bankbestätigungen nachgewiesen wurde.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:

2022

Derivat

 

Cash Flow Hedge

Für MTM Bewertung

Summe

Verkaufs-währung

Verkaufs­
betrag

Kaufbetrag
TEUR

Durch­schnittlicher Sicherungs-kurs

FW-Betrag

Marktwert
TEUR

FW-Betrag

Marktwert
TEUR

Marktwert
TEUR

AUD

-7.456

4.751

1,57

0

0

-7.456

72

72

CHF

-104

107

0,98

0

0

-104

0

0

GBP

-3.465

3.954

0,88

-264

3

-3.201

94

97

SGD

-227

157

1,44

0

0

-227

0

0

USD

-25.810

24.022

1,07

0

0

-25.810

491

491

 

 

32.991

 

 

   3

 

 657

661

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AUD

-533

323

1,65

0

0

-533

-12

-12

CAD

-1.820

1.173

1,55

0

0

-1.820

-60

-60

GBP

-6.668

7.101

0,94

-5.672

-273

-996

-59

-332

HUF

-10.029

22

452,83

0

0

-10.029

0

0

QAR

-5.174

1.301

3,98

0

0

-5.174

-24

-24

SGD

-1.300

815

1,60

0

0

-1.300

-83

-83

USD

-12.656

10.570

1,20

0

0

-12.656

-1.080

-1.080

 

 

21.305

 

 

- 273

 

-1.318

-1.591

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

104

 

2021

Derivat

 

Cash Flow Hedge

Für MTM Bewertung

Summe

Verkaufs­währung

Verkaufs­betrag

Kaufbetrag
TEUR

Durch-schnittlicher Sicherungs-
kurs

FW-Betrag

Marktwert
TEUR

FW-Betrag

Marktwert
TEUR

Marktwert
TEUR

GBP

349

-401

0,87

0

0

349

8

8

SGD

427

-265

1,61

0

0

427

12

12

USD

-10.860

9.502

1,14

0

0

-10.860

72

72

 

 

8.836

 

 

   0

 

  92

92

 

 

 

 

 

 

 

 

 

AUD

-2.351

1.439

1,63

0

0

-2.351

-49

-49

CAD

-2.600

1.703

1,53

0

0

-2.600

-28

-28

CHF

-345

318

1,09

0

0

-345

-17

-17

GBP

-15.045

16.706

0,90

-7.572

-695

-7.474

-274

-969

HKD

-700

77

9,11

0

0

-700

-2

-2

NOK

-1.672

152

11,01

0

0

-1.672

-13

-13

SGD

-5.030

3.120

1,61

0

0

-5.030

-128

-128

USD

-13.385

11.296

1,18

-327

-21

-13.058

-335

-356

 

 

34.811

 

 

- 716

 

- 846

-1.562

Der Buchwert des Cash Flow Hedges sowie der Buchwert der MTM Bewertung sind im Geschäftsjahr 2022 mit einem positiven Marktwert von TEUR 661 (2021: TEUR 92) in den sonstigen Forderungen und mit einem negativen Marktwert von TEUR 1.591 (2021: TEUR 1.562) in den sonstigen Verbind­lichkeiten ausgewiesen. Wenn das gesicherte Grundgeschäft (Umsatz) realisiert wird, wird der im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag aus dem Sicherungsgeschäft in den Umsatz umgebucht. Der Betrag, der in die Umsatzerlöse umgebucht wird, ist aus der nachfolgenden Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve ersichtlich.

Grundsätzlich erfolgt im Rahmen der Widmung eines Derivates als Sicherungsinstrument eine prospektive Effektivitätsmessung sowie zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung und die Ermittlung einer möglichen Ineffektivität. Die Messung der Ineffektivität erfolgt durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der designierten Sicherungsinstrumente seit Designation der Sicherungsbeziehung und der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das gesicherte Risiko. Zur Ermittlung der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das Risiko der Kursänderung wird ein hypothetisches Derivat gebildet.

Ineffektivitäten können auftreten, wenn das Kreditrisiko des Handelspartners stark von jenem der Frequentis-Gruppe abweicht. Darüber hinaus kann es aufgrund von Verringerungen der gesicherten Umsätze zu einer kurzfristigen Übersicherung kommen, welche zu Ineffektivitäten führen können. 2022 und 2021 sind keine Ineffektivtäten aufgetreten.

Die Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve stellt sich wie folgt dar:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Stand 31. Dezember des Vorjahres

-346

-123

Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwerts

194

-300

darauf entfallende latente Steuern

-46

75

Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung

103

3

darauf entfallende latente Steuern

-25

-1

Anpassungen aufgrund Steuersatzänderungen

-5

0

Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres

-125

-346

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

105

 

Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Erhöhung der Fremdwährungskurse zum Stichtag von +10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von TEUR 599 und des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR 4.384 und bei einem Rückgang der Fremdwährungs ­ kurse zum Stichtag von -10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von
TEUR   -738 und des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR -5.443 ergeben
.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

106

 

36. Leasing

Verhältnisse als Leasingnehmer

Die Frequentis-Gruppe hat mit einigen Vertragspartnern Leasingverträge insbesondere über die Anmietung von Gebäuden, Maschinen, Kraftfahrzeugen und IT Equipment abgeschlossen.

Die Mietverträge für Gebäude werden entweder als befristete Verträge oder als unbefristete Verträge mit kurzen Kündigungsmöglichkeiten für den Leasingnehmer und den Leasinggeber abgeschlossen. Insoweit es sich um Büros von kleineren Gesellschaften handelt, werden die Verträge als kurzfristige Verträge eingestuft, da die Beendigung dieser Verträge zu keinen Pönalen führt und neue Räumlichkeiten leicht verfügbar sind. Hinsichtlich des gemieteten Bürogebäudes am Firmensitz besteht ein Kündigungsverzicht bis 2026. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Laufzeit bis 2029 angenommen und zum 31. Dezember 2022 wurde diese neu eingeschätzt und die Laufzeit bis 2030 angepasst. Dies führte zu einer Erhöhung des Nutzungsrechts um TEUR 1.763.

Im Jahr 2020 wurde ein Leasingvertrag für eine Bestückungsmaschine mit unbestimmter Laufzeit abgeschlossen. Aufgrund des Kündigungsverzichts von 72 Monaten wurde das Nutzungsrecht entsprechend dieser Laufzeit angesetzt.

Die Mietverträge über Kraftfahrzeuge haben eine Laufzeit von rund 3 bis 6 Jahren, während IT Equipment meistens für fünf Jahre gemietet wird. Diesbezüglich bestehen weder Kündigungs- noch Verlängerungsoptionen beziehungsweise werden deren Ausübung nicht als so gut wie sicher eingestuft und daher bei der Ermittlung des Nutzungsrechts nicht berücksichtigt.

Die Frequentis-Gruppe mietet auch IT Equipment und sonstiges Equipment. Diese Leasingverträge werden als kurzfristige Mietverträge oder Mietverträge über geringwertige Vermögenswerte klassifiziert, für welche die Ausnahmebestimmung in Anspruch genommen wird und welche daher im Konzernabschluss weder als Vermögenswert noch als Verbindlichkeit erfasst werden.


Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

107

 

Die folgende Tabelle zeigt Details zu den bilanzierten Nutzungsrechten, welche in den Sachanlagen ausgewiesen werden:

2022

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude

TEUR

 

Nutzungsrechte Maschinen

TEUR

Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung

TEUR

Gesamt

TEUR

Anschaffungskosten

 

 

 

 

Stand 01.01.2022

57.028

587

3.444

61.059

Währungsumrechnung

164

0

1

 165

Zugang Konsolidierungskreis

347

0

35

 382

Zugänge

8.835

0

1.240

10.075

Abgänge

-551

0

-294

- 845

Stand 31.12.2022

65.823

 587

4.426

70.836

 

 

 

 

 

Kumulierte Wertberichtigungen

 

 

 

 

Stand 01.01.2022

-21.839

-115

-1.735

-23.689

Währungsumrechnung

-2

0

2

0

Zugang Konsolidierungskreis

-123

0

-22

-145

Zugänge

-8.082

-96

-888

-9.066

Abgänge

446

0

265

711

Stand 31.12.2022

-29.600

- 211

-2.378

-32.189

 

 

 

 

 

Buchwert

 

 

 

 

Stand 31.12.2022

36.223

376

2.048

38.647

 

2021

Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude

TEUR

Nutzungsrechte Maschinen

TEUR

Nutzungsrechte andere

Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung

TEUR

Gesamt

TEUR

Anschaffungskosten

 

 

 

 

Stand 01.01.2021

49.363

587

2.707

52.657

Währungsumrechnung

499

0

10

 509

Zugang Konsolidierungskreis

2.670

0

198

2.868

Zugänge

5.003

0

850

5.853

Abgänge

-507

0

-321

- 828

Stand 31.12.2021

57.028

 587

3.444

61.059

 

 

 

 

 

Kumulierte Wertberichtigungen

 

 

 

 

Stand 01.01.2021

-12.775

-19

-1.112

-13.906

Währungsumrechnung

-231

0

-5

-236

Zugang Konsolidierungskreis

-2.004

0

-113

-2.117

Zugänge

-7.336

-96

-799

-8.231

Abgänge

507

0

294

 801

Stand 31.12.2021

-21.839

- 115

-1.735

-23.689

 

 

 

 

 

Buchwert

 

 

 

 

Stand 31.12.2021

35.189

472

1.709

37.370

Neben neuen Verträgen beinhalten die Zugänge zu Nutzungsrechten auch Anpassungen aufgrund von Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen, Neueinschätzungen von Vertragslaufzeiten sowie Indexanpassungen.

Die Leasingverbindlichkeiten veränderten sich von TEUR 37.579 (davon TEUR 29.785 langfristig und TEUR 7.794 kurzfristig) zum 1. Jänner 2022 auf TEUR 39.185 (davon TEUR 30.763 langfristig und TEUR 8.422 kurzfristig) zum 31. Dezember 2022.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

108

 

Folgende Aufwendungen aus Leasingverträgen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Abschreibung der Nutzungsrechte

9.066

8.231

Zinsaufwand aus Leasingverpflichtungen

412

215

Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse

614

540

Mietzahlungen für geringwertige Vermögenswerte

64

33

Gesamt

10.156

9.019

In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Tilgung Leasingverbindlichkeiten

8.686

8.228

Bezahlte Zinsen für Leasingverhältnisse

412

215

Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige Vermögenswerte

678

573

 

9.776

9.016

Die bezahlten Zinsen für Leasingverhältnisse sowie die Mietzahlungen für kurzfristige Leasing­verhältnisse und geringwertige Vermögenswerte werden im Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit ausgewiesen wohingegen die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten im Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt werden.

Im Laufe des Jahres 2022 hat die Frequentis-Gruppe mehrere Verträge über Leasingverhältnisse, die in 2023 beginnen, abgeschlossen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um unwesentliche KFZ- oder Mietverträge.

Verhältnisse als Leasinggeber

Die Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen, in denen die Frequentis-Gruppe als Leasinggeber agiert, beziehen sich einerseits auf unwesentliche Untermietverträge sowie auf Operating-Leasing über die Nutzung von Sprachvermittlungssystemen. Die Laufzeiten der jeweiligen Leasingverhältnisse betragen zwischen 1 und 4 Jahren. Es bestehen weder Verlängerungsoptionen noch Optionen, den Vermögenswert nach Ablauf der Leasingdauer zu kaufen.

Fälligkeiten der zukünftigen Zahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen:

 

31.12.2022
TEUR

31.12.2021
TEUR

In einem Jahr fällig

1.731

9

In zwei Jahren fällig

1.457

0

In drei Jahren fällig

11

0

In vier Jahren fällig

0

0

In fünf Jahren fällig

0

0

In mehr als fünf Jahren fällig

0

0

 

3.199

   9

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

109

 

In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden TEUR 182 (2021: TEUR 50) als Sonstige betriebliche Erträge erfasst.

37. Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Mutterunternehmen

Die Frequentis Group Holding GmbH hält mit rund 60% die Mehrheit der Aktien der Frequentis AG.

Mit der Frequentis Group Holding GmbH wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

 

2022

TEUR

2021
TEUR

Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge

19

24

Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen (Beratungsleistungen)

590

558

Offene Forderungen zum 31. Dezember

2

1

Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember

0

0

Alle Transaktionen werden zu fremdüblichen Konditionen getätigt.

Assoziierte Unternehmen

Die Frequentis-Gruppe unterhält mit den assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft die Frequentis-Gruppe die Dienst­leistungen zu üblichen Marktbedingungen.

Mit den assoziierten Unternehmen wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:

 

2022

TEUR

2021
TEUR

Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge

1.084

453

Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen

2.813

2.305

Offene Forderungen zum 31. Dezember

192

11

Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember

419

38

Erhaltene Anzahlungen zum 31. Dezember

588

0

Nahestehende Unternehmen

Eine Reihe von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder ihnen nahestehende Unternehmen und Personen nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer sie die Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen haben.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

110

 

Folgende Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Berichtsjahr zu üblichen Marktbedingungen durchgeführt:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Aufwendungen aus Beratungsleistungen

283

488

Aufwendungen aus Projektunterstützungsleistungen

220

338

Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering

1.856

464

Zahlungen für Miete (Tilgung und Zinsen) und Betriebskosten

3.954

3.801

Zinsaufwand für erhaltene Darlehen

1

 

Umsatzerlöse

1.897

18

 

 

 

Forderungen zum 31.12.

1.068

0

Verbindlichkeiten zum 31.12.

105

104

Erhaltene Darlehen zum 31.12.

30

30

Bei den Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering sind zusätzlich noch Unternehmen, die nicht nach IAS 24 nahestehende Personen oder Unternehmen wären, in Höhe von TEUR 467 enthalten. Die diesbezüglichen Verbindlichkeiten betragen TEUR 46.

Die Zahlungen für Miete betreffen hauptsächlich die Miete für das Bürogebäude am Firmensitz in Wien.

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG): Johannes Bardach ist Aufsichtsrats-mitglied in der FFG. Das Kerngeschäft der FFG besteht in der Vergabe von Förderungen und Darlehen für Forschungszwecke. Um die nötige strategische Ausrichtung des Aufsichtsrats zu gewährleisten, werden entsprechend dem FFG-Gesetz auch Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, die Förderungen der FFG erhalten, als Aufsichtsräte nominiert.

Im Berichtsjahr wurden Anzahlungen für zukünftige Fördererlöse in Höhe von TEUR 188 (2021: TEUR 144) von der FFG ausbezahlt. Die von der FFG erhaltenen Fördererlöse des Berichtsjahres betrugen TEUR 502 (2021: 237), wobei hier ein Anteil in Höhe von TEUR 210 (2021: TEUR 63) als Sonstige Forderung ausgewiesen ist. Zusätzlich wurde im Berichtsjahr ein Darlehen im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt in Höhe von TEUR 284 und einer Laufzeit von 5 Jahren von der FFG ausbezahlt.

Da der Aufsichtsrat der FFG nicht in die Vergabe von Förderungen eingebunden ist, entstehen durch diese Praxis keine Interessenkonflikte.

Nahestehende Personen

Vorstand

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:

  • Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
  • Hermann Mattanovich
  • Peter Skerlan

Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr TEUR 2.368 (TEUR 2.737). Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe (Jahresgrundgehalt, Prämien Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) und variable Bestandteile (bestehend aus kurzfristig variablen Bestandteilen und langfristig variablen Bestandteilen (LTIP)). Die kurzfristig variablen Bestandteile sind erfolgsabhängig an das Erreichen von finanziellen Unternehmenszielen und von individuellen Zielen geknüpft.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

111

 

Die Frequentis AG hat 2019, 2020, 2021 und 2022 einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019 bzw. LTIP 2020, LTIP 2021 und LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Diesbezüglich wird auf Kapitel 28. Aktienbasierte Vergütung verwiesen.

Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese beinhalten neben einer Alterspension auch Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach Ableben der Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt beendet ist. Für die Vorstands­mitglieder wurden im Geschäftsjahr TEUR 383 (2021: TEUR 391) in Form von Beiträgen zu Pensionsversicherungen und der Bildung von Pensionsrückstellungen aufgewendet. In diesem Betrag ist ein Dienstzeitaufwand in Höhe von TEUR 167 (2021: TEUR 159), ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 42 (2021: TEUR 32) sowie ein Aufwand für Pensionsversicherung in Höhe von TEUR 175 (2021: TEUR 200) enthalten.

Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses bestehen Abfertigungsansprüche gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in Österreich sowie aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen. Die Auflösung der entsprechenden Rückstellung für Abfertigungsansprüche betrug im Berichtsjahr TEUR 62 (2021: Dotierung TEUR 259).

An Mitglieder des Vorstands der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Frequentis AG besteht aus sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertretern sowie aus drei Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern.

Die Aufsichtsratvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 167 (2021: TEUR 148).

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Johannes Bardach werden für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender ein Büro und Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen die nicht für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von Frequentis erbracht wurden, wurde ein Betrag von brutto TEUR 73 (2021: TEUR 52) in Rechnung gestellt. Per 31. Dezember 2022 bestand hier eine diesbezügliche offene Forderung in Höhe von TEUR 0,3 (2021: TEUR 4).

An Mitglieder des Aufsichtsrats der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.

38. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag

Per 1. Jänner 2023 wurde Monika Haselbacher als weiteres Mitglied in den Vorstand berufen. Sie verstärkt seitdem den Vorstand der Frequentis AG in der Funktion als Chief Operating Officer (COO) und wurde für die Dauer von 5 Jahren (1. Jänner 2023 bis 31. Dezember 2027) bestellt.

Der Vorstand setzt sich ab 1. Jänner 2023 wie folgt zusammen:

  • Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
  • Monika Haselbacher
  • Hermann Mattanovich
  • Peter Skerlan

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

112

 

Per 20. Februar 2023 kam es zu einer Erhöhung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc. mit Sitz in Iloilo, Philippinen, von 40% auf 65%. Der diesbezügliche Kaufpreis in Höhe von TEUR 35 wurde schon im Jahr 2022 geleistet und wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

Am 20. Februar 2023 wurde der Kauf von 76,67% der Anteile an der FRAFOS GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland unterzeichnet. Die Anteile werden von der BlueCall Systems GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Frequentis AG, erworben. Das Closing ist abhängig von einer Genehmigung durch das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und wird mit April 2023 erwartet.

Der Kaufpreis für die Geschäftsanteile setzt sich aus einem Basiskaufpreis in Höhe von TEUR 2.300, einer möglichen Nachbesserung in Höhe von TEUR 465 (abhängig vom Eingang gewisser offener Forderungen) und einer variablen erfolgsabhängigen Kaufpreiskomponente (Earn Out) zusammen.

39. Zusatzangaben

Die Frequentis-Gruppe beschäftigte 2022 durchschnittlich 2.081 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (2021: 1.937  arbeitnehmerinnen und arbeitnehmer.. Alle Angaben sind erstmals in Vollzeitkräften und die Werte für das Jahr 2021 wurden entsprechend angepasst.

Aufwendungen für Abschlussprüfer

Für den Abschlussprüfer wurde im Berichtsjahr ein Betrag von TEUR 133 (2021: TEUR 127) für die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie TEUR 71 (2021: TEUR 45) für sonstige Bestätigungsleistungen und TEUR 23 (2021: TEUR 17) für sonstige Leistungen aufgewendet.

40. Kapitalmanagement

Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Frequentis-Gruppe zielt, außer auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts, auf die Einhaltung einer angemessenen Kapitalstruktur ab. Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt vor allem auf Basis der Kennzahlen EBIT-Marge, Eigenkapital-Quote und Nettoverschuldung. Da die Frequentis-Gruppe derzeit über einen Überschuss an liquiden Mitteln verfügt, wird von einem Nettoguthaben und keiner Nettoverschuldung gesprochen. Dieses Nettoguthaben setzt sich aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zuzüglich Termingelder abzüglich der Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten zusammen. In der Berichtsperiode entwickelten sich die Kennzahlen wie folgt:

 

2022

2021

 

EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz)

6,5%

8,7%

 

Eigenkapitalquote

43,3%

41,1%

 

Nettoguthaben in TEUR

90.963

101.093

 

 

 

 

 

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

113

 

Die Berechnung des EBIT erfolgt in der Frequentis-Gruppe wie folgt:

 

2022
TEUR

2021
TEUR

Ergebnis vor Steuern

24.737

27.925

Finanzerträge

-209

-79

Finanzierungsaufwendungen

738

607

Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte

0

857

Erträge aus assoziierten Unternehmen

-275

-342

EBIT

24.991

28.968

Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapitalanforderungen. Das gemanagte Kapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital.

Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2022

 

Sonstige Angaben

 

114

 

41. Risikomanagement

In der Frequentis-Gruppe ist ein Internes Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess eingerichtet. Die Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems wird durch die Interne Revision geprüft. Die Frequentis-Gruppe hat auf Basis von Best-Practice Standards mehrere Prozesse initiiert, um ihr Risikomanagement effektiv zu gestalten. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Das Risikobewusstsein, die Wachsamkeit innerhalb der Belegschaft sowie das frühzeitige Erkennen von geschäftlichen Risiken sind durch eine fundierte Risk Management Policy gut ausgeprägt und verankert.

Die Risiken werden im Konzernlagebericht im Kapitel Chancen- & Risikomanagement näher erläutert.

 

Wien, am 13. März 2023

 

 

 

 

 

 

Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monika Haselbacher e.h.
Mitglied des Vorstands

 

Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands

 

Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands

 

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Frequentis-Gruppe  
Konzernabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
115  
Bestätigungsvermerk  
Bericht zum Konzernabschluss  
Prüfungsurteil  
Wir haben den Konzernabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der  
Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und  
Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Darstellung der Komponenten des  
Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag  
endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.  
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften  
und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022  
sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende  
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in  
der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.  
Grundlage für das Prüfungsurteil  
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im  
Folgenden EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung  
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing  
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt  
„Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres  
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein-  
stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften  
und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen  
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des  
Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu  
diesem Datum zu dienen.  
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte  
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-  
gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des  
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des  
Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt,  
und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.  
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:  
•
Bilanzierung des Projektgeschäftes  
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Frequentis-Gruppe  
116  
Bestätigungsvermerk  
Konzernabschluss 2021  
Bilanzierung des Projektgeschäfts  
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:  
Der weitaus überwiegende Anteil der aus- gewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt-  
geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um  
eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit  
unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei Wartungs-  
projekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der Umsatz-  
erlöse aus Lieferprojekten erfolgt bei Erfüllung der Voraussetzungen gemäß IFRS 15 zeitraum-  
bezogen in Abhängigkeit des Projektfortschritts, der nach der Cost-to-Cost Methode ermittelt wird.  
Vertragliche Ansprüche aus den Projekten werden als Vertragsvermögenswerte und offene  
Leistungsverpflichtungen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht  
abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, wird dieser sofort in der Gewinn-  
und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte.  
Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen  
mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflich-  
tungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben.  
Die Bewertung des Leistungsfortschritts, der noch anfallenden Projektkosten und der projekt-  
bezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunfts-  
bezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die  
inflationsbedingten Einflüsse für die noch zu erwarteten Projektkosten. Aufgrund des wesentlichen  
Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer falschen Darstellung des  
Umsatzes aus Projekten, der damit verbundenen Kosten sowie der projektbezogenen Bilanz-  
positionen.  
Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Konzernanhang unter  
Punkt 2 bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden insbesondere bei den Unterpunkten „IFRS  
15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ sowie „Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen“  
beschrieben. Weitere Angaben finden sich unter den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlust-  
rechnung bei Punkt 4 „Umsatzerlöse“ wie auch bei den Erläuterungen zur Bilanz unter Punkt 23  
„Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden“ und Punkt 31 „Vertragsverbindlichkeiten aus  
Verträgen mit Kunden“.  
Prüferisches Vorgehen:  
Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten  
Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen  
überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge,  
die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und  
Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.  
Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer  
tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der  
Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe  
erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit.  
Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich  
zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe  
berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden  
Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projekt-  
verantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der  
inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller  
Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen  
Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Weiters haben  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
117  
wir uns mit der Erfassung der Kosten auf den einzelnen Aufträgen sowie der darauf aufbauenden  
Ermittlung des Projektfortschrittes auseinandergesetzt. Schließlich haben wir überprüft, ob die  
Darstellung des Projektgeschäftes im Konzernabschluss und in den Angaben im Anhang in Einklang  
mit den Bestimmungen des IFRS 15 erfolgt sind  
Sonstige Informationen  
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen  
Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzern-  
abschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.  
Den Nichtfinanziellen Bericht, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht haben  
wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts  
werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.  
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen,  
und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.  
In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit,  
diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche  
Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten  
Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.  
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des  
Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen,  
dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir  
verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu  
berichten.  
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den  
Konzernabschluss  
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür,  
dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den  
zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-  
und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für  
die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzern-  
abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen  
Handlungen oder Irrtümern ist.  
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die  
Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im  
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,  
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit  
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder den Konzern zu  
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative  
dazu.  
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses  
des Konzerns.  
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Frequentis-Gruppe  
118  
Bestätigungsvermerk  
Konzernabschluss 2021  
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses  
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes  
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist  
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende  
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung  
mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die  
Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche  
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen  
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen  
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage  
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.  
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen  
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir  
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine  
kritische Grundhaltung.  
Darüber hinaus gilt:  
•
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund  
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als  
Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die  
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das  
Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht  
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen  
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende  
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.  
•
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen  
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen  
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des  
internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.  
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten  
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern  
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende  
Angaben.  
•
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs-  
legungsgrundsatzes, der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen  
Ver-treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche  
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die  
erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmens-  
tätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche  
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die  
dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese  
Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere  
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks  
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch  
die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.  
•
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses  
einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden  
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues  
Bild erreicht wird.  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
119  
•
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der  
Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum  
Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und  
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser  
Prüfungsurteil.  
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die  
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,  
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer  
Abschlussprüfung erkennen, aus.  
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen  
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle  
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden  
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende  
Schutzmaßnahmen auswirken.  
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht  
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des  
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir  
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere  
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in  
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt  
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen  
Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.  
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE  
ANFORDERUNGEN  
Bericht zum Konzernlagebericht  
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften  
darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden  
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.  
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in  
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.  
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des  
Konzernlageberichts durchgeführt.  
Urteil  
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen  
aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem  
Konzernabschluss.  
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Frequentis-Gruppe  
120  
Bestätigungsvermerk  
Konzernabschluss 2021  
Erklärung  
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des  
gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte  
Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.  
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO  
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden  
am 19. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem  
Geschäftsjahr 2018 Abschlussprüfer.  
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem  
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.  
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO)  
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von  
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.  
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer  
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard  
Posautz.  
Wien, am 13. März 2023  
BDO Assurance GmbH  
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft  
(als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft)  
Mag. Gerhard Posautz  
Mag. Gerhard Fremgen  
Wirtschaftsprüfer  
Wirtschaftsprüfer  
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Frequentis-Gruppe  
Konzernabschluss 2022  
Erklärung aller gesetzlichen VertreterInnen  
121  
Erklärung aller gesetzlichen  
VertreterInnen  
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs-  
standards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und  
Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das  
Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der  
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die  
wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.  
Wien, am 13. März 2023  
Norbert Haslacher e.h.  
Vorstandsvorsitzender  
Monika Haselbacher e.h.  
Hermann Mattanovich e.h.  
Peter Skerlan e.h.  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
123  
Lagebericht zum  
Jahresabschluss der  
Frequentis AG zum 31.12.2022  
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Frequentis AG  
124  
Einleitung  
Lagebericht 2022  
Einleitung  
Der Einzelabschluss (Jahresabschluss) der Frequentis AG wurde nach den Vorschriften des  
Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze  
ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues  
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB),  
aufgestellt.  
Die hier angeführten Kennzahlen der Frequentis AG ergeben, in Kombination mit dem Lagebericht  
der Frequentis-Gruppe (siehe Kapitel Lagebericht Konzernabschluss), ein umfassenderes Bild als es  
der Lagebericht der Frequentis AG allein zu vermögen gibt.  
Ausgewählte finanzielle Kennzahlen  
Die nachfolgenden Kennzahlen werden unter Angabe der verwendeten Berechnungsformel  
dargestellt. Bei den nachstehenden Beträgen handelt es sich, sofern nicht anders angegeben, um  
Werte in TEUR.  
Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur  
2022  
2021  
Eigenkapitalquote  
Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital  
56,7%  
46,8%  
Fremdkapitalquote  
Fremdkapital x 100 / Gesamtkapital  
43,3%  
53,2%  
Verschuldungsgrad  
Fremdkapital x 100 / Eigenkapital  
76,3% 113,7%  
Nettoguthaben (-) /  
Bankverbindlichkeiten – liquide Mittel  
-48.101 -58.568  
Nettoverschuldung (+)  
Kennzahlen der Liquidität  
2022  
2021  
Working Capital  
Kurzfristige Aktiva – kurzfristige Passiva  
59.772  
56.711  
Working Capital Ratio  
Kurzfristige Aktiva / kurzfristige Passiva x 100  
196,7% 178,7%  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Ausgewählte finanzielle Kennzahlen  
125  
Kennzahlen zur Rentabilität  
2022  
2021  
Eigenkapitalrentabilität  
Jahresergebnis x 100 / Eigenkapital  
19,1%  
16,5%  
Eigenkapitalrentabilität vor (Jahresergebnis + Ertragsteuern) x 100 / Eigenkapital  
24,2%  
21,2%  
Steuern  
Umsatzrentabilität  
Jahresergebnis x 100 / Umsatz  
7,9%  
5,7%  
Return on Sales (ROS)  
Betriebsergebnis x 100 / Umsatz  
8,7%  
7,1%  
Return on Equity (ROE)  
Ergebnis vor Steuern x 100 / Ø Eigenkapital  
26,4%  
22,8%  
Return on Investment (ROI) (Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) x 100 / Ø Gesamtkapital  
13,6%  
10,4%  
EBIT  
Betriebsergebnis  
20.647  
16.828  
EBITDA  
Betriebsergebnis + Abschreibung immaterielles  
24.060  
20.703  
Anlagevermögen und Sachanlagevermögen  
Geldflussrechnung  
2022  
2021  
Ergebnis vor Steuern  
23.996  
17.552  
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs  
4.744  
5.733  
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investitionsbereichs  
1
7
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Liefer- und Leistungsforderungen sowie anderer  
-13.301  
10.872  
Aktiva  
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen  
-8.054  
6.270  
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie  
-7.468  
-346  
anderer Passiva  
= Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern  
-82  
40.087  
-/+ Zahlungen für Ertragsteuern  
-1.182  
-66  
= Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit  
-1.264  
40.021  
+ Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen)  
0
2
- Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen)  
-3.946  
-3.731  
- Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und für sonstige Finanzinvestitionen und  
-2.602 -26.464  
Investitionszuschuss  
= Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit  
-6.548 -30.192  
- Dividende  
-2.654  
-1.990  
- Auszahlungen aus dem Erwerb eigener Aktien  
0
-384  
- Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen  
-4.500  
-1.000  
= Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit  
-7.154  
-3.374  
= zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes  
-14.966  
6.455  
+ Finanzmittelbestand am Beginn der Periode  
63.068  
56.613  
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode  
48.101  
63.068  
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Frequentis AG  
126  
Nichtfinanzielle Kennzahlen  
Lagebericht 2022  
Börsenkennzahlen (Wiener Börse)  
2022  
2021  
Schlusskurs zum 31.12.  
in EUR  
28,50  
26,70  
Tiefstkurs (Schlusskurs)  
in EUR  
23,50  
17,90  
Höchstkurs (Schlusskurs)  
in EUR  
33,40  
28,60  
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.12.  
in Stück  
13.280.000  
13.280.000  
Marktkapitalisierung zum 31.12.  
in EUR Mio.  
378,5  
354,6  
Dividende  
Die Hauptversammlung am 2. Juni 2022 hat die Ausschüttung einer um ein Drittel höheren Dividende  
von EUR 0,20 je Aktie für das Jahr 2021 (für 2020: EUR 0,15 je Aktie) beschlossen. Damit gelangten  
TEUR 2.654 zur Ausschüttung. An die eigenen Aktien wurde keine Dividende ausgeschüttet.  
Eigene Aktien  
Der Bestand an eigenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2021 15.500 Stück. Nach der Übertragung  
von 6.590 Aktien im Mai 2022 im Rahmen des Long Term Incentive Plans 2019 (LTIP 2019) an den  
Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft beträgt der Bestand an eigenen Aktien per Ende Dezember  
2022 damit 8.910 Stück. Dies entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital.  
Nichtfinanzielle Kennzahlen  
Für die Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Umweltbelange, Menschenrechte, Compliance, Anti-  
Korruption und Safety, Security & Datenschutz wird auf den von Frequentis gesondert erstellten  
konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a  
UGB erfüllt, verwiesen.  
Lagebericht Konzernabschluss  
Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht  
auf dem Konzernabschluss der Frequentis AG, welcher nach den Regelungen der International  
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt  
wurde.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Wirtschaftliches Umfeld  
127  
Wirtschaftliches Umfeld  
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-  
Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen  
Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen  
konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt  
sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche  
kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist  
jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht  
wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.  
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2023 das World Economic Outlook Update  
publiziert1. Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2022 ein Anstieg der globalen  
Wirtschaftsleistung um 3,4% erwartet, für das Jahr 2023 soll das Wachstum 2,9% betragen. Die  
Prognose für das Jahr 2023 liegt um 0,2 Prozentpunkte höher als im Oktober 2022 vorausgesagt,  
aber unter dem historischen Durchschnitt (2000-2019) von 3,8%. Die Anhebung der Zentralbank-  
zinsen zur Bekämpfung der Inflation und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten weiterhin die  
Wirtschaftstätigkeit.  
Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im Jahr 2022, aber die jüngste  
Wiedereröffnung hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Das Gleichgewicht  
der Risiken ist nach wie vor eher abwärts gerichtet, aber die negativen Risiken haben sich seit dem  
World Economic Outlook Update vom Oktober 2022 abgeschwächt. Die globale Inflation wird  
voraussichtlich von 8,8% im Jahr 2022 auf 6,6% im Jahr 2023 und 4,3% im Jahr 2024 sinken und  
damit immer noch über dem Niveau vor der Pandemie (2017-2019) von etwa 3,5% liegen.  
Für das Jahr 2022 wird für die USA ein Anstieg von 2,0% (2023: 1,4%) prognostiziert. Für die  
Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 3,5% im Jahr 2022 (2023: 0,7%).  
Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2022 und 2023  
unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2022 1,9% (2023: 0,1%) erwartet, für  
Frankreich 2,6% (2023: 0,7%), für Italien 3,9% (2023: 0,6%) und für Spanien 5,2% (2023: 1,1%). Die  
Prognose für Großbritannien liegt bei 4,1% für das Jahr 2022 (2023: -0,6%).  
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 4,3% im Jahr 2022  
(2023: 5,3%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2022 von einem Wachstum von  
3,9% (2023: 1,8%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 5,3% (2023:  
3,2%) prognostiziert.  
1 https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2023/01/31/world-economic-outlook-update-january-2023  
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Frequentis AG  
128  
Geschäftsentwicklung  
Lagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
Das operative Geschäft war durch die COVID-19 Pandemie, welche im Laufe des Jahres 2022  
abflaute, nur mehr teilweise beeinträchtigt. Der im Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine  
führte indirekt über die gestiegene Inflation (zuerst für Strom, Gas und Treibstoffe) zu Auswirkungen  
auf die Frequentis-Gruppe. Zug um Zug schlug sich die Inflation auch bei den Zukäufen von  
Lieferanten und bei den Lohnabschlüssen und damit im Ergebnis nieder.  
Der Umsatz stieg, auch aufgrund der von L3Harris Technologies im Laufe des Jahres 2021  
übernommenen und im Jahr 2022 ganzjährig inkludierten Unternehmen sowie der Akquisition der  
italienischen Regola im Jänner 2022. Dank dem stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von  
Kommunikations- und Informationslösungen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen  
Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen, wie der gestiegene Auftragseingang zeigt.  
Bedeutende Ereignisse im Jahr 2022  
Übernahme von Regola  
Mit 5. Jänner 2022 übernahm Frequentis 51% der Anteile der Regola S.r.l. (Sitz in Turin, Italien). Die  
innovativen Softwarelösungen des italienischen Unternehmens ergänzen das Frequentis-  
Produktportfolio für die öffentliche Sicherheit und unterstützen damit die langfristige Wachstums-  
strategie in diesem Bereich.  
Frequentis und Regola verbessern mit der integrierten Control-Room-Solution die Reaktionsfähigkeit  
von Einsatzkräften. Mit den Command and Control (CAD)-Lösungen wird das Portfolio im Bereich  
Public Safety und in angrenzenden Märkten ergänzt. Hauptprodukt von Regola ist die UNIQUE CAD-  
Produktfamilie, ergänzt durch Produkte, die als Software as a Service angeboten werden. Die  
Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.  
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio  
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.  
Beteiligung an Aviamaps  
Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in  
Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnenflug direkt  
im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das  
Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools.  
Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen  
Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon  
bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.  
75-jähriges Firmenjubiläum  
Im Jahr 2022 feierte Frequentis das 75. Jahr seines Bestehens. In dieser Zeitspanne erfolgte die  
Entwicklung vom Kleinst-Unternehmen – heute wohl ein „Start-Up“ – 1947 gegründet von zwei  
ambitionierten Ingenieuren im Nachkriegs-Wien, über einen mittelständischen österreichischen  
Betrieb hin zu einer weltweit erfolgreich tätigen Unternehmensgruppe.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
129  
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die spezielle Kultur im Umgang mit sicherheitskritischen  
Prozessen, die die Frequentis-Teams auszeichnet. 75 Jahre Erfahrung mit Projekten im  
sicherheitskritischen Umfeld haben einen umfassenden Know-how-Aufbau und ein tiefes Verständnis  
für Kundenbedürfnisse geschaffen. Dieses Wissen will Frequentis auch zukünftig auf den  
Weltmärkten einsetzen – überall dort, wo es darum geht, Menschen oder Güter vor Gefahren zu  
schützen.  
Auswirkungen der geopolitischen Lage  
Fast zeitgleich mit dem fortschreitenden Abklingen der COVID-19 Pandemie begann im Osten  
Europas der Krieg in der Ukraine. Dies führte neben dem unermesslichen Leid vor Ort zu zahlreichen  
Auswirkungen auf interne und externe Stakeholder von Frequentis.  
Die Auswirkungen auf den Umsatz von Frequentis waren nicht relevant, da der Umsatz für die  
Ukraine, Russland und Weißrussland in Summe im Jahr 2022 bei weniger als TEUR 100 lag. Indirekt  
führten die Auswirkungen des Kriegs zu gestiegenen Preisen, vor allem für Strom, Gas und  
Treibstoffe. Als Folge stiegen auch die Preise für andere Produkte des täglichen Bedarfs, sodass in  
Summe die Inflation weltweit in fast allen Ländern stark anzog und weit über dem Durchschnitt der  
letzten Jahre lag. Dies führte zu notwendigen Preisanpassungen für bestehende und neue  
Kundenprojekte. Der Inflationsausgleich für die MitarbeiterInnen im Zuge der jährlichen  
Anpassungen der Kollektivverträge oder anderer Gehaltsvereinbarungen schlagen sich Zug um Zug  
im Jahr 2022 und auch im Jahr 2023 in den Personalkosten der Frequentis-Gruppe nieder.  
Die Lieferkettenengpässe haben Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen, punktuell waren starke  
Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der Anstieg bei den  
Vorräten erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der  
Produzenten oder Lieferengpässen einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den  
langjährigen Liefer- und Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.  
Auswirkungen der COVID-19 Pandemie  
Bereits ab März 2020 war bei Frequentis ein interner Corona-Krisenstab im Einsatz, der sich aus  
einem interdisziplinären Team relevanter Fachabteilungen unter der Leitung des Vorstands-  
vorsitzenden zusammensetzte. Angepasst an die jeweilige Situation der Pandemie trat der Krisenstab  
in regelmäßigen Abständen zusammen, um die aktuelle Situation zu evaluieren und die weitere  
Vorgehensweise festzulegen.  
Parallel zur Entspannung der Pandemie-Situation beginnend mit Frühsommer 2022 wurden auch die  
Maßnahmen in den einzelnen Bereichen Schritt für Schritt zurückgenommen; allgemeine  
Vorsichtsmaßnahmen wie eine Testpflicht für TeilnehmerInnen an größeren Meetings wurden bis  
zum Jahresende weiter fortgeführt.  
Die Maßnahmen, die es Frequentis erlaubt haben, gut durch die COVID-19 Pandemie zu kommen,  
umfassten Aktivitäten vor allem in den Bereichen Health & Safety und Facility Management sowie im  
verstärkten Einsatz der digitalen Möglichkeiten, Frequentis-intern sowie mit Kunden und Partnern.  
Hier machte sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in Frequentis haben und auch  
ihrerseits mit viel Flexibilität und Kreativität dabei unterstützten, gute Lösungen zu finden. So  
konnten Projekte trotz anhaltender Reiserestriktionen virtuell (per Videokonferenzen) fortgesetzt und  
auch abgenommen werden.  
Die Frequentis-Firmenkultur ermöglichte schon vor der Pandemie mobiles Arbeiten (von zu Hause  
aus, vor Ort beim Kunden), sodass die weitreichende Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus  
von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der vorhandenen IT-Infrastruktur sehr gut bewältigt  
wurde.  
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Frequentis AG  
130  
Geschäftsentwicklung  
Lagebericht 2022  
Aus den Erfahrungen der Pandemie können einige wesentliche Learnings für die langfristige  
nachhaltige Weiterentwicklung von Frequentis gezogen werden. Diese Erkenntnisse und Erfahrungen  
beinhalten wichtige Impulse zur erweiternden Nutzung digitaler Möglichkeiten, wie die Umstellung  
von Prozessen und Tools für ein bestmögliches virtuelles Arbeiten aus der Ferne oder um das  
Vorantreiben von Produktinnovationen.  
Auftragseingang  
Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2022 bei EUR 404,8 Mio., eine Steigerung von  
21,5% oder EUR 71,6 Mio. gegenüber dem Jahr 2021 mit EUR 333,2 Mio.  
Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2022 wie folgt: Air Traffic  
Management mit 68% oder EUR 275,4 Mio. (2021: 69%, EUR 230,4 Mio.), Public Safety & Transport mit  
32% oder EUR 129,4 Mio. (2021: 31%, EUR 102,8 Mio.).  
Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management  
Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge quer über den Globus und  
die Produktpalette.  
Die Nachfrage nach Remote Digital Towern ist ungebrochen. Die französische Flugsicherung DSNA  
(Direction des Services de la Navigation Aérienne) hat Frequentis mit der Lieferung seiner  
hochmodernen Remote Digital Tower Lösung in Frankreich beauftragt.  
Im Bereich der Drohnen wählte die australische Flugsicherung Frequentis für die Teilnahme an  
einem Auswahlverfahren zur Erstellung des ersten australischen Fluginformationsmanagement-  
Systems (FIMS) aus. Das System wird die sichere Integration von Drohnen als neue Luftraumnutzer  
im bodennahen Luftraum von Australien unterstützen.  
Die österreichische Flugsicherung Austro Control und Frequentis starten mit dem Aufbau einer  
digitalen Verkehrsmanagement-Lösung zur sicheren Integration von Drohnen in den  
österreichischen Luftraum.  
Die Deutsche Bundeswehr hat Frequentis mit der IT-Ausstattung der Führungszentrale „Nationale  
Luftverteidigung“ beauftragt. Das Führungssystem von Frequentis unterstützt das „Nationale Lage-  
und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum“ bei der Sicherung des deutschen Luftraums.  
Insbesondere sicherheitskritische Szenarien wie unerlaubtes Eindringen in den Luftraum,  
Flugzeugentführungen und Terrorangriffe können, unterstützt durch das System, effizient und  
effektiv abgearbeitet werden.  
Die Königliche niederländische Luftwaffe entschied sich dazu, dass drei bestehende Sprach-  
kommunikationssysteme (VCS / Voice Communication System) durch ein System ersetzt werden.  
Frequentis entschied mit Secure VCS die internationale Ausschreibung als sicherste, am besten  
geeignete und wirtschaftlichste Lösung für sich.  
Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport  
Im Segment Public Safety & Transport baute Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende  
Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die  
Lieferung eines Systems für die Anschaltung von Rettung und Feuerwehr in den BOS-Digitalfunk in  
Nordrhein-Westfalen und eine integrierte Leitstellenlösung im Saarland weiter aus.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
131  
Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus  
Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge  
für Erweiterungs- und Wartungsverträge.  
Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen / ÖBB arbeitet Frequentis im Rahmen einer  
Innovationskooperation an hangarbasierten Drohneneinsätzen. Durch routinemäßige Wartungsflüge  
mit Drohnen sollen Schäden an der Infrastruktur oder Gefahren im Umfeld der Strecke schnell  
erkannt und frühzeitig behoben werden.  
Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Erneuerung der Leitstellen-  
kommunikation der Küstenüberwachung (Such- und Rettungsbereich) von Australien und Island  
sowie Aufträge aus der installierten Basis, unter anderem von der niederländischen Küstenwache.  
Auftragsstand  
Der Auftragsstand per 31. Dezember 2022 betrug EUR 522,0 Mio. (inkl. dem Auftragsstand des neu  
erworbenen Unternehmens Regola), eine Steigerung von 11,6% oder EUR 54,1 Mio. im Vergleich zu  
Ende Dezember 2021 mit EUR 467,9 Mio. Rund 63% des Gesamt-Auftragsstands (Dezember 2021:  
64%) waren dem Segment Air Traffic Management und 37% (Dezember 2021: 36%) dem Segment  
Public Safety & Transport zuzuordnen.  
Umsatz und Betriebsleistung  
Im Jahr 2022 konnte eine Steigerung des Umsatzes um 15,7% oder EUR 52,4 Mio. auf EUR 386,0 Mio.  
erzielt werden (2021: EUR 333,5 Mio.). Das organische Wachstum betrug 12,7%, also ohne  
Berücksichtigung der Akquisition der italienischen Regola im Jahr 2022.  
Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 17,3% auf  
EUR 257,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete einen Anstieg von 12,4% auf  
EUR 127,7 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2022 bei 67% : 33% für die beiden Segmente Air  
Traffic Management und Public Safety & Transport (2021: 66% : 34%).  
Nach Regionen entfielen im Jahr 2022 65% (2021: 68%) des Umsatzes auf Europa, 16% (2021: 15%)  
auf Amerikas, 12% (2021: 9%) auf Asien, 5% (2021: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2021: 2%) auf  
Afrika, <1% (2021: 1%) waren nicht zugeordnet.  
Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen lag bei weniger als EUR 0,1  
Mio. im Jahr 2022 (2021: EUR -0,2 Mio.). Die aktivierten Eigenleistungen stiegen auf EUR 2,6 Mio.  
(2021: EUR 0,1 Mio.), vor allem bedingt durch für die Vermietung hergestellte Sprachvermittlungs-  
systeme im Jahr 2022.  
Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 10,5 Mio. (2021: EUR 9,5 Mio.). Die größten Einzelpositionen  
sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus  
Forschungsprämien.  
Im Jahr 2022 ergab sich kein Gewinn aus Unternehmenserwerben. Im Jahr 2021 ergab sich ein  
Gewinn aus Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. im Zuge der L3Harris-Transaktion.  
Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2022 um 15,7% auf EUR 399,1 Mio. (2021: EUR 344,8 Mio.).  
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Frequentis AG  
132  
Geschäftsentwicklung  
Lagebericht 2022  
Ergebnis  
Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhten sich um 31,1% auf  
EUR 99,2 Mio. (2021: EUR 75,7 Mio.), bedingt unter anderem durch die akquirierten Gesellschaften  
sowie Lieferkettenengpässe, die Frequentis in gewissem Ausmaß getroffen haben – punktuell waren  
starke Preiserhöhungen und Lieferverzögerungen bei Zukäufen zu verzeichnen. Der  
Personalaufwand erhöhte sich um 11,9% auf EUR 203,9 Mio. (2021: EUR 182,1 Mio.). Dies ist  
begründet durch die im Laufe des Jahres 2021 und 2022 neu erworbenen Gesellschaften,  
Gehaltserhöhungen und den gestiegenen Personalstand.  
Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 24,3% auf EUR 50,3 Mio. (2021: EUR 40,5 Mio.), vor allem  
aufgrund höherer Reise- und Werbekosten, u. a. für Fachmessen sowie der im Laufe des Jahres 2021  
und 2022 neu erworbenen Gesellschaften. Aufgrund der mittlerweile uneingeschränkten  
Reisemöglichkeiten sowie gestiegener Flugpreise sind die Reisekosten im Vergleich zum Vorjahr um  
EUR 5,3 Mio. auf EUR 10,7°Mio. im Jahr 2022 gestiegen. Sie befinden sich aber weiterhin unter dem  
Niveau von 2019, also vor Beginn der COVID-19 Pandemie (2019: EUR 11,9 Mio.).  
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) ging auf EUR 45,6 Mio.  
im Jahr 2022 zurück (2021: EUR 46,5 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich  
auf 11,8% nach 13,9% im Jahr 2021.  
Die Abschreibungen erhöhten sich auf EUR 17,5 Mio. (2021: EUR 15,8 Mio.). Die Steigerung war vor  
allem auf den höheren Zugang bei den Sachanlagen zurückzuführen. Im Jahr 2022 ergab sich ein  
Wertminderungsbedarf von EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 1,7 Mio.), bedingt durch die Wertminderung für  
Produktrechte der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und der Frequentis Comsoft GmbH.  
Das EBIT verringerte sich als Summe aller oben angeführten Veränderungen auf EUR 25,0 Mio. im  
Jahr 2022 (2021: EUR 29,0 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz) belief sich auf 6,5% nach  
8,7% im Jahr 2021.  
Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2022 bei EUR 24,7 Mio. (2021: EUR 27,9 Mio.). Der Aufwand für  
Ertragsteuern betrug EUR 5,9 Mio. (2021: EUR 7,2 Mio.). Daraus errechnet sich ein Steuersatz von  
23,7% (2021: 25,6%).  
Das Konzernergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 18,9 Mio. zurück (2021: EUR 20,8 Mio.). Das  
verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2022 EUR 1,41 (2021: EUR 1,50).  
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  
Durch die zunehmende Inanspruchnahme von Teilzeitmöglichkeiten wird der Personalstand seit dem  
Halbjahresfinanzbericht 2022 in Vollzeitkräften (full time equivalents, FTE) ausgewiesen. Dieser  
Trend entspricht auch der Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo Teilzeitstellen verstärkt nachgefragt  
werden.  
Der Personalstand erhöhte sich um 7,4% auf durchschnittlich 2.081 Vollzeitkräfte für das Jahr 2022  
(inklusive der zusätzlichen Personen aus der Akquisition von Regola). Der angepasste Personalstand  
für das Jahr 2021 betrug 1.937 Vollzeitkräfte.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Geschäftsentwicklung  
133  
Vermögens- und Kapitalstruktur  
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 7,8% auf EUR 340,3 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende  
Dezember 2021: EUR 315,7 Mio.), unter anderem durch höhere Vertragsvermögenswerte aus  
Verträgen mit Kunden. Die Eigenkapitalquote lag bei 43,3% (Ende Dezember 2021: 41,1%). Das  
Eigenkapital erhöhte sich um EUR 17,5 Mio. auf EUR 147,3 Mio. (Ende Dezember 2021:  
EUR 129,9 Mio.).  
Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich  
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2022 auf EUR 91,0 Mio.  
und lag damit unter dem Wert per Ende Dezember 2021 mit EUR 101,1 Mio.  
Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2022 Sachanlagen in  
Höhe von EUR 53,3 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 47,7 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit  
EUR 14,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 17,7 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen  
Vermögens von in Summe EUR 80,4 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 72,6 Mio.).  
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 259,8 Mio. per Ende Dezember 2022  
(Ende Dezember 2021: EUR 243,1 Mio.) sind die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, inkl.  
Termingelder, die bedeutendste Position mit in Summe EUR 91,4 Mio. (Ende Dezember 2021:  
EUR 106,0 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit EUR 77,0 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 69,4 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden  
mit EUR 50,5 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 38,4 Mio.) und die Vorräte mit EUR 21,7 Mio. (Ende  
Dezember 2021: EUR 17,1 Mio.). Der Anstieg bei den Vorräten erfolgte vor allem durch die  
Aufstockung bei Bauteilen, um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen  
einen ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben, um den langjährigen Liefer- und  
Wartungsverpflichtungen nachkommen zu können.  
Von den gesamten Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per  
Ende Dezember 2022 mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und  
Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 25 anderen Banken in Europa, Australien, Asien  
und den Amerikas.  
Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 147,3 Mio. per Ende  
Dezember 2022 (Ende Dezember 2021: EUR 129,9 Mio.). Die zweitgrößte Position waren die  
kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 131,0 Mio. per Ende Dezember 2022 (Ende Dezember 2021:  
EUR 125,2 Mio.), davon entfielen EUR 68,0 Mio. auf Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit  
Kunden (Ende Dezember 2021: EUR 65,4 Mio.).  
Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) mit EUR 61,9 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 60,6 Mio.) war die Position langfristige Leasingverbindlichkeiten mit  
EUR 30,8 Mio. (Ende Dezember 2021: EUR 29,8 Mio.) am größten.  
Cash Flow  
Der Cash Flow aus dem Ergebnis ging im Jahr 2022 auf EUR 43,6 Mio. (2021: EUR 47,9 Mio.) zurück.  
Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2022 auf EUR 14,2 Mio. (2021:  
EUR 48,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsvermögenswerte und der  
sonstigen Forderungen.  
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2022 bei EUR -20,1 Mio. (2021: EUR -24,6  
Mio.). In dieser Summe sind auch die Aufwendungen für den Erwerb der italienischen Regola und der  
Beteiligung an der finnischen Aviamaps enthalten. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb  
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Frequentis AG  
134  
Entwicklung der Segmente  
Lagebericht 2022  
von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / CapEx) lagen mit EUR 10,1 Mio. über dem  
Niveau des Jahres 2021 mit EUR 6,3 Mio. Der Wert des Jahres 2022 war beeinflusst von aktivierten  
Eigenleistungen, vor allem bedingt durch Sprachvermittlungssysteme, welche im Jahr 2022 erstellt  
wurden.  
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2022 auf EUR -16,5 Mio. zurück (2021:  
EUR -12,6 Mio.), vor allem durch die Tilgung von Finanzkrediten.  
Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit im Jahr 2022 in Summe auf EUR -22,4 Mio. (2021: EUR 11,5  
Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende Dezember 2022 auf EUR 81,4 Mio.  
(Ende Dezember 2021: EUR 103,8 Mio.).  
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und  
Personen  
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022, Kapitel 37.  
Entwicklung der Segmente  
Air Traffic Management / ATM  
Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch  
AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem  
Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis  
zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt.  
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im  
Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und  
Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die  
Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO /  
International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar,  
Funk, Netzwerk ist ähnlich.  
Das militärische ATM-Portfolio von Frequentis umfasst Kommunikations- und Informationslösungen  
für die Luftverteidigung und militärische Flugsicherung, Systeme zur vernetzten Operationsführung  
sowie taktische Netzwerke und Führung- und Informationssysteme, auch für den behörden-  
übergreifenden Einsatz, sowie verschlüsselte, interoperable Kommunikationslösungen für missions-  
kritische Anwendungen.  
Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2022 um 17,3% auf EUR 257,8 Mio.  
(2021: EUR 219,8 Mio.). Das EBIT lag bei EUR 10,2 Mio. (2021: EUR 12,5 Mio.).  
Highlights im operativen Geschäft  
Quer über den Globus wurden im Jahr 2022 Abnahmen durchgeführt. Unter anderem erfolgten  
wichtige Fortschritte und Abnahmen in den Sprachkommunikationssystemen für die britische,  
französische, spanische und brasilianische Flugsicherung. Um das erhöhte Flugaufkommen während  
der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Qatar erfüllen zu können, wurde das bestehende  
Sprachkommunikationssystem erneuert und die Flugsicherung des Flughafen-Towers digitalisiert  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Entwicklung der Segmente  
135  
und modernisiert. In acht Staaten in Afrika sowie in Argentinien wurden hochmoderne Aviation  
Message Handling Systeme in Betrieb genommen.  
Ein im Rahmen des von der EU geförderten SESAR-Programms entwickelter Prototyp für sogenannte  
Multiple Remote Tower-Module wurde von Frequentis und dem Deutschen Zentrum für Luft- und  
Raumfahrt (DLR) für Validierungen in Deutschland aufgebaut und getestet. Diese Module befinden  
sich in einer vom Flughafen entfernten Tower-Zentrale und ermöglichen die Flugsicherung für  
mehrere Flughäfen von einem Standort aus. Dies unterstützt die Zentralisierung der  
Flugverkehrsdienste und die Bündelung von Ressourcen für eine gesteigerte Effizienz.  
Public Safety & Transport / PST  
Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport  
sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs-  
und Steuerungsaufgaben.  
Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den  
Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public  
Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und  
Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf Küstenwachen und Hafenbetreibern.  
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen.  
Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz  
mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional  
unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.  
Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport erhöhte sich im Jahr 2022 um 12,4% auf  
EUR 127,7 Mio. (2021: EUR 113,6 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 14,9 Mio. (2021:  
EUR 16,6 Mio.).  
Highlights im operativen Geschäft  
Im Teilmarkt Public Safety ist der Rollout der Landeslösung für die Polizei in Nordrhein-Westfalen  
hervorzuheben. Für innovative Lösungen in Kontrollzentralen hat Frequentis den „International  
Critical Communications Award“ (ICCA) für die Integration und Verarbeitung von verschiedenen  
sicherheitskritischen Kommunikationstechnologien über die 3020 LifeX-Plattform erhalten.  
Auf der Fachmesse Critical Communications World, die im Berichtsjahr 2022 in Wien stattgefunden  
hat, wurde eine Innovation, die MissionX-Lösung, erstmals international präsentiert. MissionX ist eine  
integrierte Ende-zu-Ende (E2E) Systemlösung für die Bereitstellung einsatzkritischer  
Kommunikationsdienste über 4G/5G-Netzwerke.  
Im Jahr 2022 erfolgte der Abschluss der Pilotphase des Horizon2020 EU Projektes Broadway. Nach  
mehrjähriger Entwicklungsarbeit des von Frequentis geführten Konsortiums BroadPort konnte in  
einem abschließenden Test der praxistaugliche Nachweis eines europaweiten sicherheitskritischen  
Breitbandnetzes, basierend auf dem neuen internationalen 3GPP MCX Standard, erfolgreich erbracht  
werden. An dem Test nahmen über 40 Einsatzkräfte aus verschiedenen Blaulichtorganisationen aus  
ganz Europa und 8 lokalen spanischen Behörden teil.  
Im Teilmarkt Public Transport wurden wesentliche Meilensteine unter anderem bei europäischen  
Bahnprojekten realisiert. Wichtige Abnahmen erfolgten im Teilmarkt Maritime in Grönland und auf  
den Färöer Inseln.  
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Frequentis AG  
136  
Forschung & Entwicklung  
Lagebericht 2022  
Forschung & Entwicklung  
Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der  
Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im  
sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen  
weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen.  
Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst  
werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen  
notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die  
technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt  
ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger.  
Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis  
dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt  
rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice  
Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk  
erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise  
jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon  
frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.  
Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung  
aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt im Bereich New Business Development. Der aktuelle Fokus  
liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnenmanagement  
sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus liegt ein  
Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software as a  
Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen.  
Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-  
Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen  
Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer  
Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei  
Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.  
Nichtfinanzielle Informationen  
Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht, der die  
gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.  
Konsolidierter Corporate Governance-  
Bericht  
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Corporate  
Governance verfügbar.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
137  
Chancen- & Risikomanagement  
Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es,  
das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur  
Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu  
setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch  
ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der  
Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte  
Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.  
Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten  
Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichts zusammen,  
der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu  
steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken  
frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte  
Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes  
Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes  
Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen.  
Um die Kommunikationswege zur Meldung von internen und externen Personen zu vereinfachen,  
führte Frequentis auf Gruppenebene Ende 2021 ein Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System)  
ein, welches sowohl über die Website unter www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über  
das Intranet erreichbar ist. Damit werden die Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz  
von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden, erfüllt.  
Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in  
den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung  
dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend  
zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur  
Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und  
entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Vice  
President Finance verantwortlich.  
Projektmanagement als operatives Herzstück  
Wesentliche Bedeutung hat das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und  
operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des  
professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten Lebens-  
zyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken  
identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.  
In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten  
Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäfts-  
typen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der  
Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.  
Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei  
werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert  
und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und  
Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch  
periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der  
Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.  
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Frequentis AG  
138  
Chancen- & Risikomanagement  
Lagebericht 2022  
Evaluierung des Risikomanagements  
Die BDO Assurance GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktions-  
fähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen  
Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2023 im Zuge der  
Abschlussprüfung bestätigt.  
Risiken im Überblick  
Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig  
auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.  
Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus) oder andere Pandemien  
Die fortlaufende Entwicklung der COVID-19 Pandemie oder anderer Pandemien kann zu einer  
weiteren negativen wirtschaftlichen Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen  
und die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können –  
wie im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der  
Reisefreiheit, Einreiseverbote, Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit  
verbundene Verringerung der Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren  
und Dienstleistungen einen nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten  
Märkte haben.  
Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im  
Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten  
Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe  
in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner  
werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.  
Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen  
Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.  
Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe,  
hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung,  
die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung  
von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und Opti-  
mierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel ab.  
Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien.  
Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien,  
Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche  
Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu  
Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen  
von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine  
regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für  
die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden,  
kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat  
einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die  
Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
139  
Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.  
Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese  
Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber  
Frequentis bevorzugen.  
Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der das  
Unternehmen tätig ist  
Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen  
sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage.  
Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen  
Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der  
Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und  
umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von  
staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen,  
budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis  
nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten  
Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt-  
abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von  
Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt  
ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise  
erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der  
Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und  
das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind  
Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss  
der jeweiligen Projekte abhängig.  
Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten.  
Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in  
den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden  
Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab,  
einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.  
Auswirkungen des Klimawandels.  
Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von  
Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen  
wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen  
die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen  
zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den  
Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region.  
Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt  
durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die  
Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von  
Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen  
Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels  
nicht beeinträchtigt.  
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Frequentis AG  
140  
Chancen- & Risikomanagement  
Lagebericht 2022  
Cyberangriffe.  
Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können  
ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von  
Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die  
Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der  
Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt  
zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur  
Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.  
Änderungen der technologischen Standards.  
Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der  
technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage  
können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen  
oder mehr Zeit und Kosten erfordern.  
Fortschreitende Kundenkonzentration.  
Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen  
Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei  
Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit  
jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner  
potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen  
Kunden.  
Kostenüberschreitungen.  
Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das  
finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten  
erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und  
Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden.  
Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden  
können.  
Verlust von bestehenden Kunden.  
Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von  
Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und  
Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben  
werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wett-  
bewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht  
vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen  
längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchs-  
materialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso  
folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.  
Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.  
Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale  
Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von  
Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher  
eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und  
finanzielle Engpässe zu umgehen.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Chancen- & Risikomanagement  
141  
Langfristige Verpflichtungen.  
Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu  
15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar  
halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die  
Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Kompo-  
nenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten  
überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar  
unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu  
produzieren.  
Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.  
Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus  
finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt-  
durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren.  
Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine  
Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.  
Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass  
ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen.  
Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen  
Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder  
quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl  
von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.  
Wachstum durch Akquisitionen.  
Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist  
möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben  
und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die  
erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar  
unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar  
sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.  
Weitere Risiken aus diesem Bereich:  
Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.  
Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und  
insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.  
Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.  
Embargos und andere Handelsbeschränkungen.  
Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des  
Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.  
Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu gewinnen.  
Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.  
Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.  
Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen  
Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.  
Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.  
Hohe bzw. über dem langjährigen Durchschnitt liegende Inflationsraten  
Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt  
werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder  
Kapazitätsengpässe aufweisen.  
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Frequentis AG  
142  
Chancen- & Risikomanagement  
Lagebericht 2022  
Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken  
Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.  
Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die  
Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher  
mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:  
der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;  
solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle  
Ressourcen erfordern;  
öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die  
oft nicht individuell verhandelbar sind;  
staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren)  
aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter  
anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;  
ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.  
Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.  
Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability  
Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In  
solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage  
innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von  
lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt  
vornehmen.  
Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer).  
Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung  
in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.  
Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer.  
Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt,  
was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt-  
lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte  
Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen,  
so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter  
Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des  
Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer  
seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz-  
forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende  
Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.  
Weitere Risiken aus diesem Bereich:  
Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.  
Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und  
politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen,  
insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.  
Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr  
geistiges Eigentum zu verteidigen.  
Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen  
Vorschriften oder Illiquidität von Banken.  
Compliance bezogene Risiken.  
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Frequentis AG  
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den  
Lagebericht 2022  
Rechnungslegungsprozess  
143  
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick  
auf den Rechnungslegungsprozess  
Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind, um gemäß den  
gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.  
Aufbau Rechnungswesen  
Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen  
Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung einiger  
Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen Gesellschaften  
erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran anschließend einen  
Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzernrechnungswesen in Wien gesendet.  
Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen  
SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern-  
rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern-  
abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.  
Konsolidierung  
Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt.  
Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-  
Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch  
beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich,  
werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben  
an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzern-  
rechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen,  
toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen  
Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung)  
zusammengearbeitet.  
Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt  
und der Gesamtabschluss plausibilisiert.  
Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungs-  
termin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Termin-  
vorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird.  
Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr  
ein Zwischenbericht veröffentlicht.  
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Frequentis AG  
144  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
Lagebericht 2022  
Kontrolle  
Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den  
Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und  
Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen  
Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren  
Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien, für deren  
Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.  
Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CFO eingerichtet. Der jährliche  
Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision  
beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die  
Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie  
anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort  
oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im  
Prüfungsausschuss berichtet sowie zweimal pro Jahr an den Gesamtvorstand.  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2022 EUR 13.280.000,00 und war  
auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie  
eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes  
Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt  
ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu  
entsenden.  
Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2022 insgesamt 8.910 Stück eigene Aktien bzw. 0,0671% des  
Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs. 5 AktG keine Rechte,  
insbesondere keine Stimmrechte, zu.  
2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des  
Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien  
betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung  
der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie  
Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group  
Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl  
einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.  
3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 50,0% an der  
Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG.  
Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2022 mit mehr als 10,0% an der Frequentis  
AG beteiligt.  
4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2022 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind  
die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.  
5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.  
6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands  
werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
145  
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung  
Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der  
Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und  
der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten  
Arbeitnehmervertreter.  
Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder  
(dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu  
entsenden.  
Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine  
kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung  
gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird  
das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines  
Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig.  
Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode  
von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der  
abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.  
Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf  
unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch  
andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach  
Maßgabe von § 88 Abs. 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann  
durch die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.  
Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen  
auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende  
Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu  
richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig.  
Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so  
bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl  
durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl  
der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des  
ausgeschiedenen Mitglieds.  
Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme  
von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat  
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem  
genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen  
Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.  
7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019  
ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April  
2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis  
zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden  
Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege  
eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß  
§ 153 Abs. 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des  
Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit  
Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag,  
Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen  
(genehmigtes Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die  
Ausgabe von Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.  
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Frequentis AG  
146  
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB  
Lagebericht 2022  
Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 gemäß § 65 Absatz 1 Ziffer 4 und  
Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis  
zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag  
der Beschlussfassung der Hauptversammlung sowohl über die Börse als auch außerbörslich zu  
erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als 20% unter und der höchste Gegenwert  
nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn  
Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des  
Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren  
Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft, durch ein  
Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft oder eines  
Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden. Im Falle des außer-  
börslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit  
der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen Aktionären oder einem  
einzigen Aktionär.  
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne  
weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen  
der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.  
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine eigenen Aktien erworben.  
8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich  
Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.  
9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.  
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Frequentis AG  
Lagebericht 2022  
Ausblick  
147  
Ausblick  
Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden im Jahr 2022  
erreicht. Der Umsatz stieg um 15,7% auf EUR 386,0 Mio. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21,5%  
auf EUR 404,8 Mio. und lag damit erstmals über der Schwelle von EUR 400 Mio. Das EBIT lag bei EUR  
25,0 Mio., die EBIT-Marge bei 6,5% und damit innerhalb der Zielbandbreite von 6-8%.  
Das Geschäftsmodell von Frequentis verdeutlicht damit seine Robustheit. Die gelieferten Produkte  
sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder.  
Die Infrastruktur muss immer vorhanden und betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der  
Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von Polizei, Rettung oder Feuerwehr.  
Akquisitionen  
Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety  
durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet  
innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der  
Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)-  
Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten.  
Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.  
Im September 2022 beteiligte sich Frequentis mit 25% an dem Software-Hersteller Aviamaps Oy in  
Finnland. Deren Software ermöglicht es, dass die Benutzer der Plattform einen Drohnen-Flug direkt  
im Internet mit Klick auf die Landkarte (Echtzeit-Luftfahrtkartenplattform) buchen können. Das  
Produkt bietet den Nutzern benutzerfreundliche Flugplanungs- und Luftraummanagement-Tools.  
Die Software wird im Laufe des Jahres 2023 als Teil der Frequentis-Lösung zur automatischen  
Freigabe von Drohnenflügen in Österreich verwendet. Mit diesem Unternehmen wurde bisher schon  
bei Drohnen-Forschungsprojekten zusammen gearbeitet.  
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio  
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.  
Langfristige Vision  
Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits-  
kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die  
eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet,  
wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im  
Projektgeschäft gesehen.  
Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund  
der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese  
Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet. So fragen  
beispielsweise die Kunden des Segments Public Safety & Transport zu einem sehr hohen Anteil kaum  
noch Hardware nach, sodass die Angebote von Frequentis für diese Kundengruppe aus dem  
Projektmanagement, dem Training, der Software, Services innerhalb des Projektes und  
Wartungsverträgen besteht.  
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Frequentis AG  
148  
Ausblick  
Lagebericht 2022  
Prognose für das Jahr 2023  
Die Unwägbarkeiten für das Jahr 2023 sind trotz der nunmehr überwundenen COVID-19 Pandemie  
nicht weniger geworden:  
•
der Krieg in der Ukraine geht in sein zweites Jahr,  
•
die Inflation ist weit entfernt von den gewohnten Werten von im Durchschnitt weniger als  
2% seit der Jahrtausendwende (Euroraum),  
•
die geopolitischen Spannungen zählen wieder zum normalen Alltag,  
•
die großen Volkswirtschaften wie die USA oder der Euroraum werden im Jahr 2023  
voraussichtlich ein Wachstum von lediglich 1,4% sowie 0,7% aufweisen (IWF-Prognose).  
Auch wenn sich derzeit die Spannungen in Südost-Asien verringert haben, kann es bei Ausbruch,  
auch von nur begrenzten Konflikten, rasch zu Verwerfungen am weltweiten IT-Hardware-Markt  
kommen. Frequentis ist von jeher im Projektgeschäft mit umfangreichen Herausforderungen und  
sich dynamisch ändernden externen Einflüssen vertraut und passt sich laufend an das gegebene  
Umfeld an. Die Vielzahl an Unsicherheiten und die sich daraus ergebenden Interdependenzen  
machen dies derzeit schwieriger.  
Die genauen Auswirkungen auf die Kosten, also u.a. Reisekosten, höhere Gehaltsabschlüsse,  
verzögerte Weitergabe der inflationsbedingten Preissteigerungen an die Kunden sowie potenzielle  
Lieferkettenengpässe und Lieferverzögerungen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.  
Die Aufwendungen für eigenbetriebene Forschung & Entwicklung werden im Jahr 2023 über dem  
Niveau des Jahres 2022 liegen. Die Investitionen (CapEx) werden rund EUR 8 Mio. betragen.  
Frequentis strebt danach, abhängig von den oben angeführten Punkten, folgende Ziele im Jahr 2023  
im Vergleich zum Jahr 2022 zu erreichen:  
•
Steigerung des Umsatzes,  
•
Steigerung des Auftragseingangs,  
•
EBIT-Marge von rund 6-8%.  
Wien, am 13. März 2023  
Norbert Haslacher e.h.  
Vorstandsvorsitzender  
Monika Haselbacher e.h.  
Hermann Mattanovich e.h.  
Peter Skerlan e.h.  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
149  
Frequentis AG –  
Jahresabschluss 2022  
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Frequentis AG  
150  
Jahresabschluss 2022  
Bilanz  
1. Bilanz zum 31. Dezember 2022  
31.12.2022  
31.12.2021  
AKTIVA  
EUR  
EUR  
A. Anlagevermögen  
47.823.275,85 45.518.703,18  
I.  
Immaterielle Vermögensgegenstände  
1.366.843,50 1.530.387,38  
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und  
Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen  
1.247.435,00  
1.505.892,00  
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände  
119.408,50  
24.495,38  
II.  
Sachanlagen  
5.841.711,96 5.145.909,35  
1. Bauten auf fremden Grund  
1.388.918,00  
1.333.837,00  
2. Technische Anlagen und Maschinen  
284.214,00  
223.186,00  
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung  
3.690.118,00  
3.499.977,00  
4. Anlagen in Bau  
478.461,96  
88.909,35  
III.  
Finanzanlagen  
40.614.720,39 38.842.406,45  
1. Anteile an verbundenen Unternehmen  
30.176.635,12 28.366.428,68  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen  
10.057.904,08 10.061.584,37  
3. Beteiligungen  
345.181,19  
345.181,19  
4. Wertpapiere des Anlagevermögens  
0,00  
0,00  
5. Anzahlungen für Finanzanlagevermögen  
35.000,00  
69.212,21  
B. Umlaufvermögen  
122.158.808,28 126.001.342,81  
I.  
Vorräte  
33.289.986,23 26.778.027,21  
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe  
13.774.690,39  
8.195.931,63  
2. Unfertige Erzeugnisse  
768.749,57  
560.468,66  
3. Fertige Erzeugnisse und Waren  
1.841.494,82  
1.601.735,27  
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen  
34.360.436,32 26.467.970,95  
abzüglich erhaltene Anzahlungen von Kundinnen und Kunden  
-17.924.645,16 -10.706.010,40  
5. Geleistete Anzahlungen  
469.260,29  
657.931,10  
II.  
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  
40.767.558,57 36.155.609,64  
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  
25.020.455,58 19.731.421,96  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
477.055,14  
536.680,43  
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen  
11.654.835,31 14.421.906,76  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
4.640.695,91  
0,00  
3. Forderungen gegenüber Unternehmen.  
52.445,94  
9.535,38  
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
0,00  
0,00  
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände  
4.039.821,74  
1.992.745,54  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
4.791,91  
2.783,38  
III.  
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten  
48.101.263,48 63.067.705,96  
C. Rechnungsabgrenzungsposten  
4.578.253,75 3.304.368,12  
D. Aktive latente Steuer  
441.416,28 2.227.682,64  
175.001.754,16 177.052.096,75  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
151  
31.12.2022  
31.12.2021  
PASSIVA  
EUR  
EUR  
A. Eigenkapital  
99.269.167,47  
82.832.644,98  
I.  
Nennkapital  
13.271.090,00  
13.264.500,00  
1. Grundkapital  
13.280.000,00  
13.280.000,00  
2. Eigene Anteile  
-8.910,00  
-15.500,00  
II.  
Kapitalrücklage  
21.888.898,00  
21.888.898,00  
1. Gebundene Kapitalrücklage  
21.888.898,00  
21.888.898,00  
III.  
Optionsrücklage  
739.102,70  
602.154,00  
IV.  
Gewinnrücklagen  
1.008.910,00  
1.015.500,00  
1. Gesetzliche Rücklage  
1.000.000,00  
1.000.000,00  
2. Rücklage wegen eigener Anteile  
8.910,00  
15.500,00  
V.  
Bilanzgewinn  
46.061.592,  
62.361.166,77  
98  
davon Gewinnvortrag  
43.407.374,98  
32.818.003,36  
B. Rückstellungen  
31.339.214,36  
37.291.395,73  
1. Rückstellungen für Abfertigungen  
11.928.105,00  
13.847.031,00  
2. Rückstellungen für Pensionen  
0,00  
402.199,45  
3. Steuerrückstellungen  
3.200.038,93  
1.098.651,11  
4. Sonstige Rückstellungen  
16.211.070,43  
21.943.514,17  
C. Verbindlichkeiten  
40.899.298,18  
53.321.450,93  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
40.615.452,18  
49.234.911,06  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
283.846,00  
4.086.539,87  
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten  
0,00  
4.500.000,00  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
0,00  
1.000.000,00  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
0,00  
3.500.000,00  
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen  
25.929.420,13  
35.794.188,82  
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen  
11.698.962,92  
8.893.194,72  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
11.698.962,92  
8.708.842,34  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
0,00  
184.352,38  
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen  
1.157.218,22  
2.147.531,45  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
1.157.218,22  
2.147.531,45  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
0,00  
0,00  
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein  
208.285,90  
0,00  
Beteiligungsverhältnis besteht  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
208.285,90  
0,00  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
0,00  
0,00  
6. Sonstige Verbindlichkeiten  
1.905.411,01  
1.986.535,94  
davon aus Steuern  
181.998,09  
233.080,84  
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit  
5.341,28  
8.414,02  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
1.621.565,01  
1.584.348,45  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
283.846,00  
402.187,49  
D. Rechnungsabgrenzungsposten  
3.494.074,15  
3.606.605,11  
175.001.754,16  
177.052.096,75  
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Frequentis AG  
152  
Jahresabschluss 2022  
Gewinn- und Verlustrechnung  
2022  
2021  
EUR  
EUR  
1. Umsatzerlöse  
238.243.529,13 238.586.977,47  
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen  
sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen  
8.434.996,70 -4.183.340,86  
3. Sonstige betriebliche Erträge  
10.166.278,33  
2.089.780,99  
a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der  
Finanzanlagen  
0,00  
456,66  
b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen  
7.875.882,16  
464.466,00  
c. Übrige  
2.290.396,17  
1.624.858,33  
4. Betriebsleistung  
256.844.804,16 236.493.417,60  
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene  
Herstellungsleistungen  
-100.506.234,75 -89.341.826,68  
a. Materialaufwand  
-22.659.444,06 -19.794.369,60  
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen  
-77.846.790,69 -69.547.457,08  
6. Rohertrag  
156.338.569,41 147.151.590,92  
7. Personalaufwand  
-97.603.464,31 -95.224.958,83  
-75.774.070,40 -73.396.439,22  
a. Gehälter  
b. soziale Aufwendungen  
-21.829.393,91 -21.828.519,61  
davon Aufwendungen für Altersversorgung  
0,00  
-38.431,73  
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche  
Mitarbeitervorsorgekassen  
-908.382,82 -2.180.265,80  
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben  
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge  
-18.873.203,41 -18.030.786,28  
8. Abschreibungen  
-3.412.995,87 -3.875.343,14  
a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und  
Sachanlagen  
-3.412.995,87 -3.875.343,14  
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen  
-34.675.147,80 -31.223.675,78  
a. Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und Ertrag  
fallen  
-170.308,56  
-160.259,12  
b. Übrige  
-34.504.839,24 -31.063.416,66  
10. Betriebsergebnis  
20.646.961,43 16.827.613,17  
11. Erträge aus Beteiligungen  
4.452.949,34 2.587.016,85  
davon aus verbundenen Unternehmen  
4.338.564,91  
2.407.362,39  
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des  
Finanzanlagevermögens  
371.819,40  
155.578,52  
davon aus verbundenen Unternehmen  
371.819,40  
155.578,52  
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge  
335.573,16  
172.740,77  
davon aus verbundenen Unternehmen  
247.020,14  
133.062,07  
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des  
Umlaufvermögens  
-1.531.166,47 -1.857.742,51  
davon Abschreibungen  
0,00  
-863.142,96  
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen  
-1.531.166,47  
-994.599,55  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
153  
2022  
2021  
EUR  
EUR  
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen  
-280.233,02  
-332.719,83  
a. Zinsaufwand  
-16.955,17  
-66.473,99  
b. ähnliche Aufwendungen  
-263.277,85  
-266.245,84  
16. Finanzergebnis  
3.348.942,41  
724.873,80  
17. Ergebnis vor Steuern  
23.995.903,84 17.552.486,97  
18. Steuern vom Einkommen und Ertrag  
-5.069.568,56 -3.924.845,08  
a. Körperschaftsteuer  
-3.283.302,20 -1.165.651,19  
b. latente Steuer  
-1.786.266,36 -2.759.193,89  
19. Jahresüberschuss  
18.926.335,28 13.627.641,89  
20. Auflösung von Gewinnrücklagen  
27.456,51  
0,00  
21. Zuweisung zu Gewinnrücklagen  
0,00  
-384.052,27  
22. Gewinnvortrag  
43.407.374,98 32.818.003,36  
23. Bilanzgewinn  
62.361.166,77 46.061.592,98  
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Frequentis AG  
154  
Jahresabschluss 2022  
Anhang  
2. Allgemeine Grundlagen  
Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze  
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden  
Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung  
der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des  
Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung  
wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.  
Der von der Frequentis AG aufgestellte Konzernabschluss nach IFRS, wie in der EU anzuwenden,  
wird am Firmensitz der Gesellschaft (Innovationsstraße 1, 1100 Wien) hinterlegt und beim  
Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115b offengelegt.  
Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den  
größten Kreis der Unternehmen aufstellt, hinterlegt alle Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft  
(Dommayergasse 8/15, 1130 Wien) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997m.  
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die Grundsätze der Vollständigkeit und der  
ordnungsmäßigen Bilanzierung eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des  
Unternehmens ausgegangen. Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der  
Einzelbewertung angewendet.  
Die in Klammer angeführten Zahlen beziehen sich auf den Jahresabschluss des Vorjahres.  
Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschluss-  
stichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden  
Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden  
berücksichtigt.  
Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs-  
bzw. Herstellungskosten bewertet, die – soweit abnutzbar – um die planmäßigen Abschreibungen  
vermindert wurden. Die geringwertigen Vermögensgegenstände wurden im Zugangsjahr voll  
abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wurde linear vorgenommen. Folgende  
Nutzungsdauern liegen dabei, unverändert zum Vorjahr, zugrunde:  
Bauten auf fremden Grund  
bis zu 40 Jahren  
Technische Anlagen und Maschinen  
bis zu 10 Jahren  
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung  
bis zu 20 Jahren  
Lizenzen und Rechte  
bis zu 10 Jahren  
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit Wertminderungen  
eingetreten sind, wurde der zum Abschlussstichtag beizulegende niedrigere Wert angesetzt.  
Wertpapiere des Anlagevermögens wurden zu den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren  
Börsenkursen bewertet. Soweit eine Zuschreibung auf einen höheren Kurs bis zu den ursprünglichen  
Anschaffungskosten möglich war, wurde diese auch zum Bilanzstichtag durchgeführt.  
Soweit Anlagegegenständen am Bilanzstichtag auf Dauer ein niedrigerer Wert beizulegen war,  
wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
155  
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren  
bewertet.  
Die fertigen Erzeugnisse, die unfertigen Erzeugnisse und die noch nicht abrechenbaren Leistungen  
wurden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen:  
•
Fertigungsmaterialeinzelkosten  
•
Fertigungslöhne  
•
Sonderkosten der Fertigung  
•
Variable Materialgemeinkosten  
•
Angemessene Teile der fixen Materialgemeinkosten  
•
Variable Fertigungsgemeinkosten  
•
Angemessene Teile der fixen Fertigungsgemeinkosten  
•
Aufwendungen für Sozialeinrichtungen, für freiwillige Sozialleistungen, für betriebliche  
Altersversorgung, etc.  
Das Niederstwertprinzip wurde angemessen berücksichtigt.  
Aufgrund des hohen Anteils von langfristigen Fertigungsaufträgen an der gesamten Betriebsleistung  
wird nur durch die Aktivierung von angemessenen Teilen der Verwaltungs- und  
Vertriebsgemeinkosten die Darstellung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz-  
und Ertragslage erreicht. Daher wurden gemäß § 206 Abs. 3 UGB bei Aufträgen, deren Ausführung  
sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, angemessene Teile der  
Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt. Die Herstellungskosten wurden insoweit reduziert, als  
dies für eine verlustfreie Bewertung notwendig ist.  
Die Forderungen wurden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen wurden mit  
dem Entstehungskurs oder dem allenfalls niedrigeren Mittelkurs bewertet. Bei der Bewertung von  
Forderungen wurden erkennbare Risiken durch individuelle Abwertungen berücksichtigt.  
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag ausgewiesen.  
Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite weisen gemäß § 198 Abs. 5 UGB Ausgaben vor dem  
Abschlussstichtag aus, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag sind.  
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen  
gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC (Austrian Financial  
Reporting and Auditing Comittee) Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ ermittelt. In  
Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Abfertigungen  
nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Dabei kam ein Rechnungszinssatz von 4,14% p.a. (1,0%) und  
eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (3,3%) zur Anwendung. Als Pensionsantrittsalter wurde  
das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gem. Pensionsreform 2004  
zugrunde gelegt. Die Bildung beginnt jeweils mit dem erstmaligen Entstehen eines fiktiven  
Abfertigungsanspruches.  
Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß  
der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC Stellungnahme  
„Personalrückstellungen (UGB)“ gebildet. In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme  
wurde die Rückstellung für Pensionen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Es wurden die  
„Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ AVÖ 2018-P in der Ausprägung für Angestellte  
verwendet. Das Pensionsantrittsalter wurde mit 60 bzw. 65 Jahren angenommen und der  
Rechnungszinssatz beträgt 4,20% p.a. (1,3%). Dabei wurden die Pensionsanwartschaften nach dem  
laufenden Einmalprämienverfahren angesammelt.  
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Frequentis AG  
156  
Jahresabschluss 2022  
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken. In den  
übrigen Rückstellungen wurden, unter Beachtung des Vorsichtsprinzips, alle zum Zeitpunkt der  
Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie die der Höhe und dem Grunde nach ungewissen  
Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer  
Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden entsprechend § 211 UGB  
ermittelt. Soweit erforderlich, werden sie im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“ dargestellt.  
Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der  
Vorsicht ermittelt (§ 211 Abs. 1 UGB). Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag,  
Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Entstehungskurs bzw. mit dem höheren Mittelkurs  
angesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag einschließlich  
der angelasteten Zinsen angegeben. Soweit Zinstermine vom Bilanzstichtag abweichen, wurden  
vorausbezahlte Zinsen unter dem Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite ausgewiesen,  
noch nicht belastete Zinsen unter den sonstigen Verbindlichkeiten.  
Die Mitzugehörigkeit von Vermögensgegenständen oder Verbindlichkeiten zu anderen  
Bilanzpositionen ist, soweit erforderlich, bei den jeweiligen Posten angegeben.  
3. Erläuterungen zur Bilanz  
Anlagevermögen  
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel  
(Beilage 1 zum Anhang) dargestellt.  
Immaterielle Vermögensgegenstände  
Die Zugänge betrugen TEUR 644 für zugekaufte Software und Lizenzen.  
Sachanlagen  
Die Zugänge bei den Sachanlagen betrugen TEUR 3.302. Test- und Demosysteme in Höhe von  
TEUR 132 wurden im Jahr 2022 als Betriebs- und Geschäftsausstattung aktiviert.  
Die angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände (bis zu EUR 800,00) wurden im  
Berichtsjahr zur Gänze abgeschrieben.  
Anlagen in Bau  
Die Anlagen in Bau betreffen mit TEUR 131 Test- und Demosysteme, welche noch nicht vollständig  
fertiggestellt wurden.  
Finanzanlagen  
Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf die Akquisitionen der Regola S.r.l. in  
Höhe von TEUR 2.889 zurückzuführen. Des Weiteren gab es Gesellschafterzuschüsse von TEUR 650  
an die Bluecall Systems GmbH. Im Berichtsjahr kam es zu einer Abschreibung der Beteiligung an der  
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH in Höhe von TEUR 1.327.  
Der dargestellte Abgang der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH ist in Höhe von TEUR 402 auf  
Anpassungen von variablen Kaufpreisvergütungen zurückzuführen.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
157  
Der angeschlossene Beteiligungsspiegel (Beilage 2 zum Anhang) enthält weitere Angaben zu den  
einzelnen Beteiligungsunternehmen.  
Vorräte  
Die Vorräte umfassen (Werte in TEUR):  
31.12.2022  
31.12.2021  
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe  
13.775  
8.196  
Unfertige Erzeugnisse  
769  
560  
Fertige Erzeugnisse  
1.841  
1.602  
Noch nicht abrechenbare Leistungen  
16.436  
15.762  
Kundenaufträge  
34.360  
26.467  
erhaltene Anzahlungen  
-17.924  
-10.706  
Geleistete Anzahlungen  
469  
658  
33.290  
26.778  
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte nach dem gleitenden Durchschnitts-  
preisverfahren. Bei den übrigen Vorräten dienten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw.  
jene niedrigeren Werte, die aufgrund der retrograden Bewertung von den bereits vereinbarten  
Lieferpreisen ermittelt wurden, als Basis für die Bewertung.  
Der Anstieg bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgte vor allem durch die Aufstockung bei  
Bauteilen um trotz Abkündigungen seitens der Produzenten oder Lieferengpässen einen  
ausreichenden Sicherheitsbestand zu haben um den langjährigen Liefer- und Wartungs-  
verpflichtungen nachkommen zu können.  
Bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt,  
wurden angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Höhe von TEUR 3.881  
(TEUR 2.869) berücksichtigt.  
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 5.049 (TEUR 6.913)  
Lieferungen und Leistungen sowie mit TEUR 6.605 (TEUR 7.509) Darlehen sowie sonstige  
Finanzierungen.  
Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände beinhaltet mit TEUR 3.320 die  
Forschungsprämie für 2022 und 2021.  
Im Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sind Erträge in der Höhe von  
TEUR 3.505 (TEUR 1.233) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.  
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten  
Von diesem Posten entfallen TEUR 4 (TEUR 7) auf Kassenbestände und der Rest auf Guthaben bei  
Kreditinstituten.  
Rechnungsabgrenzungsposten  
Dieser Posten setzt sich vor allem aus vorab geleisteten Zahlungen für die Miete Jänner 2023 in Höhe  
von TEUR 300 und aus sonstigen Abgrenzungen (z.B. für Softwarelizenzen, Wartung, Mitglieds- und  
Versicherungsbeiträge 2023) zusammen.  
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Frequentis AG  
158  
Jahresabschluss 2022  
Latente Steuern  
Die aktive latente Steuerabgrenzung resultiert aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und  
Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des UGB-Abschlusses und den  
entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen (Werte in TEUR):  
Aktivwert 2022 Passivwert 2022 Aktivwert 2021 Passivwert 2021  
Abfertigungsrückstellung  
4.198  
6.593  
Beteiligungsabschreibung und Veräußerung  
(steuerliche 1/7 Regelung)  
632  
787  
Pensionsrückstellung  
413  
1.330  
Prämienrückstellung  
300  
987  
Nutzungsdauer Betriebs- und  
Geschäftsausstattung  
190  
232  
Aktivposten Leasing  
-1  
-104  
Zinsen verb. Unternehmen  
95  
95  
Langfristige Rückstellungen  
86  
177  
Steuerlicher Verlustvortrag  
0
1.682  
Aktivierbare Verwaltungs- und Vertriebskosten  
-3.882  
-2.869  
Summe  
5.913  
-3.882  
11.883  
-2.973  
Saldierter Wert  
2.031  
8.910  
23% latente Steuer  
4.595  
24% latente Steuer  
-2.564  
25% latente Steuer  
0
2.227  
Eigenkapital  
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit  
Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu  
EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen  
Bareinlage oder Sacheinlage, einmalig oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde  
zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz  
oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren  
Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der  
Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Vom  
genehmigten Kapital in Höhe von EUR 6 Mio. wurden im Jahr 2019 bereits EUR 1,2 Mio. (damit 1,2  
Mio. Aktien) im Rahmen des Börsengangs und im Jahr 2020 TEUR 80 (damit 80.000 Aktien) im  
Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms in Anspruch genommen.  
Der Vorstand der Frequentis AG hat am 8. April 2021 beschlossen, ein Aktienrückerwerbsprogramm  
gemäß § 65 Abs. 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung  
vom 20. September 2019 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 15.500 Stück eigene Anteile  
mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai  
2021 beendet.  
Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem  
Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der  
Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft  
auszuschließen.  
Mit 31. Dezember 2022 verfügt die Frequentis AG über 8.910 (31. Dezember 2021: 15.500) eigene  
Anteile. Das entspricht einem Anteil von 0,0671% am Grundkapital.  
Die Anzahl der insgesamt ausgegebenen Aktien betrug 13.280.000 (13.280.000).  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
159  
Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group  
Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den  
Streubesitz.  
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen  
Für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 4,14% p.a.  
(1,0%) und eine Steigerung der Gehälter von 4,60% p.a. (3,3%) bei einem frühest möglichen  
Pensionsantritt nach der Pensionsreform 2004 ASVG angenommen.  
Für die Berechnung der Pensionsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 4,2% p.a. (1,3%)  
verwendet (Werte in TEUR).  
2022  
2021  
Pensionsrückstellung  
2.365  
3.257  
Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung  
2.365  
2.854  
0
403  
Sonstige Rückstellungen  
Die sonstigen Rückstellungen umfassen mit TEUR 7.390 (TEUR 7.265) Personalrückstellungen  
(hauptsächlich variable Gehälter, noch nicht konsumierte Urlaubstage, Prämien), mit TEUR 220  
(TEUR 119) Rückstellungen für offene Fremdleistungen, mit TEUR 160 (TEUR 357) Rückstellungen für  
Rechts- und Beratungskosten, mit TEUR 1.027 (TEUR 1.744) Rückstellungen für Prozesskosten, mit  
TEUR 5.374 (TEUR 10.819) Rückstellungen für Projekte (Gewährleistung und Restkosten sowie  
drohende Verluste) und mit TEUR 1.133 (TEUR 727) eine Rückstellung für derivative  
Finanzinstrumente.  
Verbindlichkeiten  
Für die aushaftenden Verbindlichkeiten wurden keine dinglichen (hypothekarischen) Besicherungen  
abgegeben.  
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr zur Gänze die  
laufende Verrechnung.  
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 896 (TEUR 282) enthalten,  
die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.  
Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 284 betreffen ein Darlehen der  
österreichischen FFG (Forschungsförderungsgesellschaft).  
Rechnungsabgrenzungsposten  
Im Wesentlichen beinhaltet dieser Posten die Abgrenzung von im Voraus erhaltenen Zahlungen aus  
Wartungsverträgen.  
Verpflichtungen aus der Nutzung von Sachanlagen  
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gem. § 238 Abs. 1 Z 14 UGB aus der  
Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen beträgt im folgenden Geschäftsjahr  
2023 TEUR 4.562 (TEUR 4.497) und in den folgenden fünf Jahren TEUR 19.487 (TEUR 19.495).  
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Frequentis AG  
160  
Jahresabschluss 2022  
Sonstige finanzielle Verpflichtungen  
Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für ein größeres Kundenprojekt an die Frequentis  
Deutschland GmbH hat die Frequentis AG eine Patronatserklärung für diese Tochtergesellschaft  
ausgestellt. Die quantitativ nicht determinierte Patronatserklärung ist auf Vertragserfüllung  
gerichtet, wobei der überwiegende Teil der Leistungen für die betroffenen Projekte durch die  
Frequentis AG selbst erbracht wird und per 31.12.2022 auch bereits zum größten Teil erbracht wurde.  
Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für größere Kundenprojekte der Frequentis Australasia  
Pty. Ltd., der Frequentis Comsoft GmbH, der Frequentis UK Ltd. sowie der Systems Interface Ltd. hat  
die Frequentis AG quantitativ nicht determinierte Patronatserklärungen, welche auf  
Vertragserfüllung gerichtet sind, ausgestellt.  
Für die Systems Interface Ltd. sowie für die Frequentis Romania SRL wurde eine Bestätigung  
bezüglich der weiteren finanziellen Unterstützung abgegeben.  
Die Frequentis AG hat für verbundene Unternehmen Bankgarantien (größtenteils als Bidbonds,  
Performancebonds und Gewährleistungsbonds für Kundenprojekte) per 31.12.2022 iHv TEUR 23.557  
(TEUR 22.476) abgegeben. Sie betreffen überwiegend Frequentis Deutschland GmbH, Frequentis  
Australasia Pty. Ltd., Frequentis Comsoft GmbH, Systems Interface Ltd., Frequentis Orthogon GmbH,  
sowie die Frequentis DFS Aerosense GmbH.  
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung  
Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und Sonstige betriebliche Erträge  
Aufgliederung der Betriebsleistung nach Tätigkeitsbereichen (Werte in TEUR):  
Air Traffic Public Safety  
Nicht  
2022  
Management  
& Transport  
aufteilbar  
Gesamt  
Umsatzerlöse  
144.433  
90.096  
3.714  
238.244  
Bestandsveränderung  
11.735  
-3.423  
0
8.312  
Sonstige betriebliche Erträge  
6.269  
1.545  
2.303  
10.116  
Betriebsleistung  
162.437  
88.217  
6.017  
256.672  
Air Traffic Public Safety  
Nicht  
2021  
Management  
& Transport  
aufteilbar  
Gesamt  
Umsatzerlöse  
146.414  
89.227  
2.946  
238.587  
Bestandsveränderung  
-1.260  
-2.924  
0
-4.184  
Sonstige betriebliche Erträge  
989  
564  
537  
2.090  
Betriebsleistung  
146.143  
86.867  
3.483  
236.493  
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten (Werte in TEUR):  
2022  
2021  
Österreich  
17.261  
9.608  
EU (ohne Österreich)  
109.896  
105.369  
Drittländer  
111.087  
123.610  
238.244  
238.587  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
161  
Sonstige betriebliche Erträge  
(Werte in TEUR)  
2022  
2021  
Abgang von Sachanlagen  
0
0
Auflösung von Rückstellungen  
7.826  
465  
Übrige betriebliche Erträge  
2.290  
1.625  
10.116  
2.090  
Die Auflösungen von Rückstellungen beinhalten mit TEUR 1.359 Erträge aus der Auflösung der  
Abfertigungsrückstellung und mit TEUR 230 Erträge aus der Auflösung der Pensionsrückstellung.  
In den übrigen betrieblichen Erträgen sind Erlöse aus der Forschungsprämie 2022 und 2021 in Höhe  
von TEUR 2.285 (Forschungsprämie 2020 und 2019: TEUR 1.580) enthalten.  
Personalaufwand  
Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von TEUR 560 (TEUR 1.343) und  
Zahlungen an die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von TEUR 908 (TEUR 837) enthalten.  
Weiters sind im Personalaufwand TEUR 175 (TEUR 200) Zahlungen für die Pensionsversicherung und  
TEUR 106 (TEUR 89) Zahlungen an Bezugsberechtigte enthalten. Die Veränderung des  
Deckungskapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen  
Lebensversicherungen beträgt TEUR 255 (TEUR 247) und wird mit den Pensionsaufwendungen  
saldiert im Personalaufwand ausgewiesen.  
Erträge aus der Veränderung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen wurden soweit zulässig  
mit dem Aufwand saldiert. Der übersteigende Betrag wurde als Auflösung von Rückstellungen in den  
sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.  
Aus der Erhöhung des Zinssatzes (von 1,0% auf 4,20%) bei der Berechnung der Pensionsrückstellung  
resultieren Erträge in Höhe von TEUR 1.001 (TEUR 141). Die Zinsaufwendungen bzw. Zinserträge  
wurden im Betriebsergebnis erfasst.  
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen  
Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens wird  
im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1) dargestellt.  
Auf die Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen/Wirtschaftsgütern gem.  
§ 13 EstG 1988 entfallen TEUR 520 (TEUR 252).  
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Frequentis AG  
162  
Jahresabschluss 2022  
Sonstige betriebliche Aufwendungen  
(Werte in TEUR)  
2022  
2021  
Steuern  
170  
160  
Übrige  
34.505  
31.064  
34.675  
31.224  
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen (Werte in TEUR):  
2022  
2021  
Reisekosten  
6.667  
3.401  
Beratungsaufwand  
5.183  
5.778  
Raummiete  
4.279  
4.282  
Werbeaufwand  
2.264  
1.327  
Versicherungen  
2.202  
2.052  
Lizenzaufwand (bis 1 Jahr)  
1.949  
952  
Honorare an freie Mitarbeiterinnen und  
1.522  
1.582  
Mitarbeiter, sowie Leihpersonal  
Dotierung Projektrückstellung  
0
2.741  
Instandhaltung  
1.489  
1.522  
IT-Dienstleistungen  
1.271  
1.049  
Strom, Gas, Wasser, Abwasser  
1.207  
673  
Bankspesen  
713  
651  
Ausgangsfrachten  
642  
666  
Bewirtungsaufwand  
612  
269  
Reinigung  
534  
488  
Gebühren und Beiträge  
505  
541  
Telefon- und Internetgebühren  
450  
484  
Leasinggebühren  
431  
391  
Dotierung Rückstellung derivative  
407  
598  
Finanzinstrumente  
Personalbeschaffungskosten  
309  
244  
Wertberichtigung Forderungen  
255  
422  
Büroaufwand  
188  
176  
Diverse  
1.425  
775  
34.504  
31.064  
Betriebsergebnis  
Das Betriebsergebnis wird mit TEUR 20.647 (TEUR 16.828) ausgewiesen.  
Erträge aus Beteiligungen  
Im Berichtsjahr wurden Gewinnausschüttungen aus einem Beteiligungsunternehmen in Höhe von  
TEUR 114 (TEUR 180) vereinnahmt. Zusätzlich kam es noch zu Ausschüttungen in Höhe von  
TEUR 4.339 (TEUR 2.407) von sieben (fünf) verbundenen Unternehmen.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
163  
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie  
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge  
Im Berichtsjahr wurden Zinsen aufgrund Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von  
TEUR 372 (TEUR 156) ausgewiesen.  
Aufwendungen aus Finanzanlagen  
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von TEUR 200 betreffen die Abschreibung des  
Darlehens der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und in Höhe von TEUR 1.327 die Abwertung  
der Beteiligung der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH. Im Vorjahr betrugen die Aufwendungen  
aus Finanzanlagen TEUR 1.858 (ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und Altitude Angel).  
Zinsen und ähnliche Aufwendungen  
Diese Aufwendungen beinhalten mit TEUR 10 (TEUR 52) den Aufwand für Bankzinsen und mit  
TEUR 222 (TEUR 241) Gebühren für die Bereitstellung von Kreditrahmen.  
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag  
Im laufenden Geschäftsjahr kam es zu einem Aufwand für die österreichische Körperschaftsteuer in  
Höhe von TEUR 3.225.  
Ausländische Quellensteuern in Höhe von TEUR 57 (TEUR 55) wurden aufwandswirksam erfasst.  
Die Gesellschaft ist für die Zeiträume bis einschließlich 2016 vom Finanzamt geprüft. Im August 2022  
wurde vom Finanzamt für Großbetriebe eine Außenprüfung für die Jahre 2017 bis einschließlich 2021  
begonnen. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen.  
Derivative Finanzinstrumente  
Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern  
nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z. B. mittels  
Zulieferaufträgen in derselben Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen  
durch Exportumsätze in AUD, CAD, CHF, GBP, HUF, SGD und USD.  
Frequentis AG hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko aus Kundenaufträgen zum  
Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte  
rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu  
steuern. Das Sicherungsgeschäft (Forwards) wird maximal für die Dauer der geplanten  
Projektlaufzeit abgeschlossen und gegebenenfalls in der Höhe der noch zu erwarteten Cash Flows  
verlängert (historische Prolongation).  
Die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung erfolgt gemäß der AFRAC Stellungnahme „Die  
unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“ aus September  
2017. Für abgesicherte Bilanzpositionen und zukünftige vertraglich vereinbarte Zahlungsströme  
wurde eine Bewertungseinheit von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gebildet.  
Bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts wird ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Zu  
jedem Bilanzstichtag wird ein retrospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Bei nicht effektiven  
Sicherungsbeziehungen werden betreffende Bewertungseinheiten aufgelöst und Derivat und  
Grundgeschäft getrennt voneinander bewertet.  
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Frequentis AG  
164  
Jahresabschluss 2022  
Die nachfolgenden Tabellen zeigen den Bestand und den beizulegenden Zeitwert (Marktwert) der  
derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag:  
2022  
Typ  
Kaufwährung  
Kaufbetrag  
Verkaufs-  
Verkaufsbetrag  
Marktwert zum  
währung  
Stichtagskurs  
DT  
EUR  
4.751.413,68  
AUD  
-7.455.856,00  
72.010,16  
DT  
EUR  
106.459,91  
CHF  
-104.000,00  
23,00  
DT  
EUR  
3.760.563,74  
GBP  
-3.297.890,00  
89.712,77  
DT  
EUR  
157.438,58  
SGD  
-227.280,29  
38,58  
DT  
EUR  
24.022.438,61  
USD  
-25.810.000,00  
491.378,14  
653.162,65  
DT  
EUR  
323.076,87  
AUD  
-532.854,00  
-11.680,87  
DT  
EUR  
1.172.604,58  
CAD  
-1.819.815,00  
-60.143,04  
DT  
EUR  
7.100.667,39  
GBP  
-6.667.589,19  
-331.931,86  
DT  
EUR  
22.148,27  
HUF  
-10.029.399,00  
-283,94  
DT  
EUR  
9.664.556,77  
USD  
-11.584.804,61  
-1.002.478,68  
-1.406.518,39  
Summe DT  
51.081.368,40  
-753.355,74  
2021  
Typ  
Kaufwährung  
Kaufbetrag  
Verkaufs-  
Verkaufsbetrag  
Marktwert zum  
währung  
Stichtagskurs  
DT  
EUR  
-401.220,35  
GBP  
348.500,00  
8.165,79  
DT  
EUR  
-264.738,57  
SGD  
426.838,00  
11.890,07  
DT  
EUR  
9.501.853,71  
USD  
-10.859.515,00  
72.078,27  
92.134,14  
DT  
EUR  
1.439.153,48  
AUD  
-2.350.675,00  
-49.324,67  
DT  
EUR  
1.702.817,41  
CAD  
-2.600.000,00  
-28.182,50  
DT  
EUR  
317.923,35  
CHF  
-345.074,00  
-16.677,64  
DT  
EUR  
16.706.426,39  
GBP  
-15.045.184,00  
-969.190,58  
DT  
EUR  
151.946,13  
NOK  
-1.672.471,00  
-12.756,32  
DT  
EUR  
530.788,59  
SGD  
-868.954,00  
-32.370,19  
DT  
EUR  
10.924.272,11  
USD  
-12.934.051,00  
-334.583,68  
-1.443.085,59  
Summe DT  
40.609.222,25  
-1.350.951,45  
Für die Bewertung der Devisenterminkontrakte wurden die jeweiligen Stichtagskurse herangezogen.  
Zum 31.12.2022 bestehende negative Marktwerte in Höhe von TEUR -273 (TEUR -716) und positive  
Marktwerte in Höhe von TEUR 3 (TEUR 0) wurden aufgrund bestehender Zuordnung zu  
Grundgeschäften und gegebener Effektivität der Sicherungsbeziehungen bilanziell nicht  
berücksichtigt.  
Im Bilanzposten Drohverlustrückstellung wurden verbleibende negative Marktwerte in Höhe von  
TEUR 1.133 (TEUR 727) berücksichtigt.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
165  
5. Organisation  
FREQUENTIS AG  
51% ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH  
100% BlueCall Systems GmbH (ab 20. Februar 2023 Frequentis Invest4Tech GmbH)  
25% Aviamaps Oy  
1% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE  
SISTEMAS DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA  
2% Frequentis Middle East Limited  
15% Nemergent Solutions, Sociedad Limitada  
100% skyzr GmbH  
100% CNS-Solutions & Support GmbH  
100% FREQUENTIS Australasia Pty Ltd.  
100% FREQUENTIS AUSTRALIA HOLDING PTY LTD  
100% C4i Pty Ltd.  
100% FREQUENTIS (CANADA) LIMITED  
100% Frequentis Canada ATM Ltd  
100% FREQUENTIS COMSOFT GmbH  
100% FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.  
100% FREQUENTIS Deutschland GmbH  
51% ELARA Leitstellentechnik GmbH  
70% FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH  
99% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE  
INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA  
100% FREQUENTIS France SARL  
98% Frequentis Middle East Limited  
100% FREQUENTIS NORWAY AS  
100% Frequentis Orthogon GmbH  
100% FREQUENTIS ROMANIA S.R.L  
100% FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.  
100% FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.  
100% FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o.  
100% FREQUENTIS (UK) LIMITED  
100% FREQUENTIS USA Holdings, Inc.  
100% FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.  
100% FREQUENTIS DEFENSE, Inc.  
100% FREQUENTIS USA, Inc.  
100% PDTS GmbH  
51% Regola S.r.l.  
50% AMANTEA Ltd.  
24% Lift S.r.l.  
20% Nowtech S.r.l.  
80% Secure Service Provision GmbH  
51% SYSTEMS INTERFACE LIMITED  
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Frequentis AG  
166  
Jahresabschluss 2022  
51% team Technology Management GmbH  
51% TEAM Technology Management GmbH Deutschland  
18% AIRlabs Austria GmbH  
40% AIRNAV TECHNOLOGY SERVICES INC.  
28% GroupEAD Europe S.L.  
20% Mission Embedded GmbH  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
167  
6. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag  
Per 20. Februar 2023 kam es zu einer Erhöhung der Anteile an der AIRNAV Technology Services Inc.  
Philippinen von 40% auf 65%. Der diesbezügliche Kaufpreis in Höhe von TEUR 35 wurde schon im  
Jahr 2022 geleistet und wird in der Position Anzahlungen langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.  
7. Angaben über Organe und Arbeitnehmer  
Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:  
•
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender  
•
Hermann Mattanovich  
•
Peter Skerlan  
Monika Haselbacher wurde vom Aufsichtsrat der Gesellschaft einstimmig per 1. Jänner 2023 als  
weiteres Mitglied in den Vorstand berufen, und verstärkt seitdem den Vorstand der Frequentis AG in  
der Funktion als Chief Operating Officer (COO). Sie wurde für die Dauer von 5 Jahren bestellt. Ihre  
Funktionsperiode läuft sohin vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2027.  
Der Vorstand setzt sich ab 1. Jänner 2023 wie folgt zusammen:  
•
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender  
•
Monika Haselbacher  
•
Hermann Mattanovich  
•
Peter Skerlan  
Bezüge der Mitglieder des Vorstands  
Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr  
TEUR 2.368 (TEUR 2.737). Diese Vergütungen beinhalten feste Vergütungen (Jahresgrundgehalt,  
Prämien, Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) sowie variable Vergütungen (inkl.  
LTIP).  
Optionen für Mitglieder des Vorstands  
Im Berichtsjahr wurde ein Long Term Incentive Plan (LTIP 2022) mit dem Vorstandsvorsitzenden  
Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Der Leistungszeitraum umfasst drei Jahre (1. Jänner 2022  
bis 31. Dezember 2024) und der Anspruch beträgt maximal 18.000 Aktien (brutto – vor Abzug von  
Steuern und Gebühren), wobei seine Abgeltung durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl  
des Nettobetrags in das Wertpapierdepot des Vorstands erfolgt. Abhängig von der Zustimmung des  
Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2025.  
Der Anspruch auf die maximale Anzahl von 18.000 Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von  
100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein  
Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.  
Ab dem Tag der Auszahlung kann ein Drittel, der unter dem LTIP 2022 erworbenen Aktien, veräußert  
werden. In jedem Fall darf aber nur eine solche Anzahl der im Rahmen dieses LTIP erworbenen  
Aktien veräußert werden, dass zu jeder Zeit ein Mindestbestand von 7.000 unter einem Long Term  
Incentive Plan erworbenen Aktien der Gesellschaft gehalten wird. Die Rechte aus diesem LTIP sind  
nicht übertragbar.  
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Frequentis AG  
168  
Jahresabschluss 2022  
Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-Verpflichtung errechnet sich nach  
dem Zeitwert der Aktien zum 2.6.2022 (Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung) in Höhe  
von EUR 30,1 multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten  
Zielerreichungsgrad.  
Im Berichtsjahr wird für den LTIP 2020, den LTIP 2021 und den LTIP 2022 eine Optionsrücklage in  
Höhe von TEUR 739 (TEUR 602) ausgewiesen.  
Im Mai 2022 wurde nach Zustimmung des Aufsichtsrats durch den Vorstand beschlossen, dem  
Vorstandsvorsitzenden für die Erreichung der LTIP 2019 Ziele 6.590 Stück an eigenen Aktien der  
Gesellschaft zu übertragen und dabei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre der Gesellschaft  
auszuschließen.  
Kredite an Mitglieder des Vorstands  
Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem  
Mitglied des Vorstands.  
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen (inkl. der Auflösung in den sonstigen  
betrieblichen Erträgen)  
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen, unter Berücksichtigung der Veränderung der  
Rückstellungen (inkl. der Auflösungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen) sowie der Erträge des  
Deckungskapitals der für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen  
Lebensversicherungen, verteilen sich wie folgt (Werte in TEUR):  
Abfertigungen Abfertigungen  
Pensionen  
Pensionen  
2022  
2021  
2022  
2021  
Vorstand  
-37  
271  
-230  
38  
Leitende Angestellte  
-15  
76  
0
0
Andere Arbeitnehmer  
-398  
1.833  
0
0
-450  
2.180  
-230  
38  
Bei den Aufwendungen für Pensionen sind auch Aufwendungen für ein ehemaliges Vorstandsmitglied  
enthalten.  
Aufsichtsrat  
Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:  
•
Dipl. Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender  
•
DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden  
•
Sylvia Bardach, Mitglied  
•
Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied  
•
Dipl. Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied  
•
Mag. Petra Preining, Mitglied  
•
DI Stefan Hackethal, Mitglied gem. § 110 ArbVG (ab 1. September 2022)  
•
Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG (bis 31. August 2022)  
•
Dipl. Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG  
•
Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG  
Die Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 167 (TEUR 148).  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
169  
Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem  
Mitglied des Aufsichtsrats.  
Durchschnittliche Zahl der ArbeitnehmerInnen  
Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich beschäftigten Dienstnehmerinnen und  
Dienstnehmer der Frequentis AG im Sinne der Bestimmungen des § 239 Abs. 1 Z 1 UGB betrug 1.000  
(1.003) Angestellte.  
8. Sonstige Angaben  
Abschlussprüfer  
Die Angabe der Aufwendungen für den Abschlussprüfer unterbleibt, da von der  
Erleichterungsbestimmung gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB Gebrauch gemacht wird.  
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen  
Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft keine wesentlichen und marktunüblichen Geschäfte mit  
nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen.  
Ergebnisverwendungsvorschlag  
Der im Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2022 ausgewiesene Jahresgewinn  
beträgt EUR 18.952.956,96. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf EUR 62.361.166,77.  
Es besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe der aktiven latenten Steuern (TEUR 441).  
Der Vorstand der Frequentis AG schlägt der Hauptversammlung am 01. Juni 2023 die Ausschüttung  
einer Dividende von EUR 0,22 je Aktie vor.  
Der verbleibende Restbetrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.  
Wien, am 13. März 2023  
Norbert Haslacher e.h.  
Vorstandsvorsitzender  
Monika Haselbacher e.h.  
Hermann Mattanovich e.h.  
Peter Skerlan e.h.  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
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Frequentis AG  
Beilage zum Anhang  
170  
Jahresabschluss 2022  
Anlagenspiegel  
Entwicklung des Anlagevermögens 2022  
Anschaffungs- und Herstellungskosten  
Kumulierte Abschreibung  
Buchwert  
Buchwert Abschreibung Zuschreibung  
01.01.2022  
Zugang AbgangUmbuchung 31.12.2022 01.01.2022  
Zugang  
Abgang 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022 Geschäftsjahr Geschäftsjahr  
I. Immaterielle  
Vermögensgegenstände  
1. Konzessionen,  
12.820.059  
544.465  
16.790  
4.495 13.352.229 11.314.167  
807.417  
16.790 12.104.794  
1.505.892  
1.247.435  
807.417  
-
gewerbliche  
Schutzrechte und  
ähnliche Rechte und  
Vorteile, sowie daraus  
abgeleitete Lizenzen  
2. Anzahlungen für  
24.495  
99.408  
-
-4.495  
119.408  
-
-
-
-
24.495  
119.408  
-
-
immaterielle  
Vermögensgegenstände  
Summe Immaterielle  
12.844.554  
643.873  
16.790  
-
13.471.638 11.314.167  
807.417  
16.790 12.104.794  
1.530.387  
1.366.843  
807.417  
-
Vermögensgegenstände  
II. Sachanlagen  
1. Bauten auf fremden  
3.772.666  
211.659  
-
42.026  
4.026.350  
2.438.828  
198.603  
-
2.637.432  
1.333.837  
1.388.918  
198.603  
-
Grund  
2. Technische Anlagen und  
3.521.749  
142.526  
4.029  
-
3.660.246  
3.298.563  
81.498  
4.029  
3.376.032  
223.186  
284.214  
81.498  
-
Maschinen  
3. Andere Anlagen,  
19.312.399  
2.418.284  
1.287.207  
97.883 20.541.359 15.812.422 2.325.477 1.286.658 16.851.241  
3.499.977  
3.690.118  
2.325.477  
-
Betriebs- und  
Geschäftsausstattung  
4. Anlagen im Bau  
88.909  
529.462  
-
-139.909  
478.462  
-
-
-
-
88.909  
478.462  
-
-
Summe Sachanlagen  
26.695.723 3.301.930 1.291.236  
-
28.706.417 21.549.813 2.605.579 1.290.687 22.864.705  
5.145.909  
5.841.712  
2.605.579  
-
III. Finanzanlagen  
1. Anteile an verbundenen  
30.679.741  
3.470.668  
402.187  
69.212 33.817.434  
2.313.313 1.327.486  
-
3.640.799 28.366.429 30.176.635  
1.327.486  
-
Unternehmen  
2. Ausleihungen an  
10.335.584  
-
-
-
10.335.584  
274.000  
3.680  
-
277.680 10.061.584 10.057.904  
3.680  
-
verbundene  
Unternehmen  
3. Beteiligungen  
345.181  
-
-
-
345.181  
-
-
-
-
345.181  
345.181  
-
-
4. Wertpapiere  
863.143  
-
-
-
863.143  
863.143  
-
-
863.143  
-
-
-
-
5. Anzahlungen  
69.212  
35.000  
-
-69.212  
35.000  
-
-
-
-
69.212  
35.000  
-
-
Finanzanlagen  
Summe Finanzanlagen  
42.292.862 3.505.668  
402.187  
-
45.396.342  
3.450.456 1.331.166  
-
4.781.622 38.842.406 40.614.720  
1.331.166  
-
Gesamt  
81.833.140 7.451.471 1.710.214  
-
87.574.397 36.314.436 4.744.162 1.307.478 39.751.121 45.518.703 47.823.276  
4.744.162  
-
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
Beilage zum Anhang  
171  
Beteiligungsspiegel 2022  
Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB  
Anteil amStammkapital  
Jahresüber-  
Stamm-  
Buchwert  
schuss/  
Jahres-  
Bezeichnung  
Sitz  
kapital  
%
Betrag  
31.12.2022  
Eigenkapital  
Fehlbetrag abschluss  
1. Verbundene Unternehmen  
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH  
Freiburg EUR  
75.000 51,0 EUR  
38.250 EUR  
-
EUR  
311.133 EUR -1.348.495 31.12.2022  
BlueCall Systems GmbH  
Wien EUR  
35.000 100,0 EUR  
35.000 EUR 2.562.500,00 EUR 2.571.813 EUR  
6.606 31.12.2022  
CNS-Solutions & Support GmbH  
Wien EUR  
35.000 100,0 EUR  
35.000 EUR 235.000,00 EUR 1.698.310 EUR  
-31.937 31.12.2022  
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd.  
Banyo AUD  
5.000 100,0 AUD  
5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 14.154.005 AUD  
817.383 31.12.2022  
FREQUENTIS (CANADA) Ltd.  
Ottawa CAD  
10.000 100,0 CAD  
10.000 EUR  
6.435,18 CAD 3.477.518 CAD  
389.266 31.12.2022  
Frequentis Canada ATM Ltd.  
Gatineau CAD  
120.730 100,0 CAD  
120.730 EUR  
204.669,16 CAD 916.619 CAD  
-523.605 31.12.2022  
FREQUENTIS Comsoft GmbH  
Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR  
3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 4.355.754 EUR -1.433.915 31.12.2022  
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.  
Prag CZK  
200.000 100,0 CZK  
200.000 EUR  
7.782,10 CZK 19.343.021 CZK 5.234.006 31.12.2022  
FREQUENTIS Deutschland GmbH  
Langen EUR  
26.000 100,0 EUR  
26.000 EUR  
721.512,41 EUR 4.942.894 EUR 1.372.630 31.12.2022  
FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH  
Wien EUR  
35.000 70,0 EUR  
24.500 EUR  
264.600,00 EUR  
443.861 EUR  
148.881 31.12.2022  
FREQUENTIS do Brasil Assessoria,  
Servicos e comercio de sistemas de  
informacao e comunicacao Ltda.  
Sao Paulo BRL  
500.000 99,0 BRL  
495.000 EUR  
95.064,84 BRL 2.386.366 BRL  
167.364 31.12.2022  
FREQUENTIS France SARL  
Toulouse EUR  
30.000 100,0 EUR  
30.000 EUR  
30.000,00 EUR 201.868 EUR  
26.790 31.12.2022  
Frequentis Middle East Ltd.  
Abu Dhabi AED  
50.000 98,0 AED  
49.000 EUR  
184.561,40 AED 1.266.010 AED  
125.321 31.12.2022  
FREQUENTIS Norway AS  
Oslo NOK  
300.000 100,0 NOK  
300.000 EUR  
36.174,53 NOK 2.032.730 NOK  
306.408 31.12.2022  
Frequentis Orthogon GmbH  
Bremen EUR  
500.000 100,0 EUR  
500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 1.222.130 EUR  
-886.308 31.12.2022  
FREQUENTIS ROMANIA SRL  
Cluj-Napoca RON  
42.723 100,0 RON  
42.723 EUR  
10.000,00 RON 4.959.996 RON -1.230.598 31.12.2022  
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.  
Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY  
1.895.249 EUR  
200.000,00 CNY 19.202.748 CNY 9.495.441 31.12.2022  
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.  
Singapur SGD  
25.000 100,0 SGD  
25.000 EUR  
14.534,88 SGD  
970.877 SGD  
110.904 31.12.2022  
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o  
Bratislava EUR  
5.000 100,0 EUR  
5.000 EUR  
22.863,48 EUR 2.016.064 EUR  
204.556 31.12.2022  
FREQUENTIS (UK) Ltd.  
Twickenham GBP  
10.000 100,0 GBP  
10.000 EUR  
11.262,84 GBP 979.692 GBP  
104.100 31.12.2022  
FREQUENTIS USA Holdings, Inc.  
Columbia USD  
500 100,0 USD  
500 EUR 1.578.483,97 USD 1.761.008 USD  
40 31.12.2022  
PDTS GmbH  
Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR  
1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.873.413 EUR  
364.525 31.12.2022  
Regola S.r.l.  
Turin EUR  
25.000 51,0 EUR  
12.750 EUR 2.889.442,85 EUR 1.877.150 EUR  
719.815 31.12.2022  
Secure Service Provision GmbH  
Leipzig EUR  
25.000 80,0 EUR  
20.000 EUR  
20.000,00 EUR 2.360.204 EUR  
613.877 31.12.2022  
SYSTEMS INTERFACE Ltd.  
Surrey GBP  
10.000 51,0 GBP  
5.100 EUR  
-
GBP -781.838 GBP  
252.170 31.12.2022  
team Technology Management GmbH  
Wien EUR  
250.000 51,0 EUR  
127.500 EUR  
220.050,28 EUR 3.664.598 EUR 1.138.927 31.12.2022  
EUR 30.176.635,12  
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Frequentis AG  
Beilage zum Anhang  
172  
Jahresabschluss 2022  
Anteil am Stammkapital  
Jahresüber-  
schuss/  
Stamm-  
Buchwert  
Jahres-  
Bezeichnung  
Sitz  
kapital  
%
Betrag  
31.12.2022  
Eigenkapital  
Fehlbetrag abschluss  
2. Assoziierte Unternehmen  
AIRlabs GmbH  
Graz EUR  
150.000 18,0 EUR  
27.000 EUR  
27.488,82 EUR  
120.104 EUR  
-8.685 31.12.2022  
AIRNAV Technology Services Inc.  
Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP  
440.000 EUR  
30.692,37 PHP  
7.432.542 PHP  
261.117 31.12.2022  
Group EAD Europe S.L.  
Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR  
280.000 EUR  
280.000,00 EUR  
1.960.878 EUR  
408.516 31.12.2021  
Mission Embedded GmbH  
Wien EUR  
35.000 20,0 EUR  
7.000 EUR  
7.000,00 EUR  
2.012.639 EUR  
489.259 31.12.2022  
EUR  
345.181,19  
EUR 30.521.816,31  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
Beilage zum Anhang  
173  
Beteiligungsspiegel 2021  
Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB  
Anteil amStammkapital  
Jahresüber-  
schuss/  
Stamm-  
Buchwert  
Jahres-  
Bezeichnung  
Sitz  
kapital  
%
Betrag  
31.12.2021  
Eigenkapital  
Fehlbetrag abschluss  
1. Verbundene Unternehmen  
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH  
Freiburg EUR  
75.000 51,0 EUR  
38.250 EUR 1.729.673,67 EUR 1.659.628 EUR  
-487.561 31.12.2021  
BlueCall Systems GmbH  
Wien EUR  
35.000 100,0 EUR  
35.000 EUR 1.912.500,00 EUR 1.885.838 EUR  
-14.685 31.12.2021  
CNS-Solutions & Support GmbH  
Wien EUR  
35.000 100,0 EUR  
35.000 EUR  
235.000,00 EUR 1.730.247 EUR  
267.452 31.12.2021  
FREQUENTIS Australasia Pty. Ltd.  
Banyo AUD  
5.000 100,0 AUD  
5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 13.336.622 AUD  
493.218 31.12.2021  
FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.  
Monterey USD  
305.000 100,0 USD  
305.000 EUR  
224.760,50 USD 1.250.782 USD  
137.818 31.12.2021  
FREQUENTIS (CANADA) Ltd.  
Ottawa CAD  
10.000 100,0 CAD  
10.000 EUR  
6.435,18 CAD 3.660.252 CAD  
572.417 31.12.2021  
Frequentis Canada ATM Ltd.  
Gatineau CAD  
120.730 100,0 CAD  
120.730 EUR  
204.669,16 CAD 1.440.225 CAD -1.544.691 31.12.2021  
FREQUENTIS Comsoft GmbH  
Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR  
3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 5.789.670 EUR 1.610.415 31.12.2021  
FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.  
Prag CZK  
200.000 100,0 CZK  
200.000 EUR  
7.782,10 CZK 14.109.015 CZK 9.565.357 31.12.2021  
FREQUENTIS Deutschland GmbH  
Langen EUR  
26.000 100,0 EUR  
26.000 EUR  
721.512,41 EUR 5.333.353 EUR 2.658.818 31.12.2021  
FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH  
Wien EUR  
35.000 70,0 EUR  
24.500 EUR  
264.600,00 EUR  
294.980 EUR  
22.865 31.12.2021  
FREQUENTIS do Brasil Assessoria,  
Servicos e comercio de sistemas de  
informacao e comunicacao Ltda.  
Sao Paulo BRL  
500.000 99,0 BRL  
495.000 EUR  
95.064,84 BRL 2.219.002 BRL  
139.173 31.12.2021  
FREQUENTIS France SARL  
Toulouse EUR  
30.000 100,0 EUR  
30.000 EUR  
30.000,00 EUR 175.078 EUR  
34.141 31.12.2021  
Frequentis Middle East Ltd.  
Abu Dhabi AED  
50.000 98,0 AED  
49.000 EUR  
184.561,40 AED 1.140.689 AED  
151.949 31.12.2021  
FREQUENTIS Norway AS  
Oslo NOK  
300.000 100,0 NOK  
300.000 EUR  
36.174,53 NOK 1.726.322 NOK  
266.334 31.12.2021  
Frequentis Orthogon GmbH  
Bremen EUR  
500.000 100,0 EUR  
500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 2.716.112 EUR 1.513.815 31.12.2021  
FREQUENTIS ROMANIA SRL  
Cluj-Napoca RON  
42.723 100,0 RON  
42.723 EUR  
10.000,00 RON 6.190.595 RON 1.697.874 31.12.2021  
FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.  
Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY  
1.895.249 EUR  
200.000,00 CNY 13.207.307 CNY 10.364.434 31.12.2021  
FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.  
Singapur SGD  
25.000 100,0 SGD  
25.000 EUR  
14.534,88 SGD  
859.973 SGD  
95.298 31.12.2021  
FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o  
Bratislava EUR  
5.000 100,0 EUR  
5.000 EUR  
22.863,48 EUR 1.855.787 EUR  
360.959 31.12.2021  
FREQUENTIS (UK) Ltd.  
Twickenham GBP  
10.000 100,0 GBP  
10.000 EUR  
11.262,84 GBP 875.592 GBP  
210.336 31.12.2021  
FREQUENTIS USA, Inc.  
Columbia USD 2.001.000 100,0 USD  
2.001.000 EUR 1.353.286,21 USD 3.529.884 USD -1.191.635 31.12.2021  
PDTS GmbH  
Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR  
1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.819.216 EUR  
310.328 31.12.2021  
Secure Service Provision GmbH  
Leipzig EUR  
25.000 80,0 EUR  
20.000 EUR  
20.000,00 EUR 2.031.492 EUR  
570.329 31.12.2021  
SYSTEMS INTERFACE Ltd.  
Surrey GBP  
10.000 51,0 GBP  
5.100 EUR  
-
GBP -1.034.008 GBP  
94.990 31.12.2021  
team Technology Management GmbH  
Wien EUR  
250.000 51,0 EUR  
127.500 EUR  
220.050,28 EUR 3.725.671 EUR 1.785.001 31.12.2021  
EUR 28.366.428,68  
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Frequentis AG  
Beilage zum Anhang  
174  
Jahresabschluss 2022  
Anteil am Stammkapital  
Jahresüber-  
schuss/  
Stamm-  
Buchwert  
Jahres-  
Bezeichnung  
Sitz  
kapital  
%
Betrag  
31.12.2021  
Eigenkapital  
Fehlbetrag abschluss  
2. Assoziierte Unternehmen  
AIRlabs GmbH  
Graz EUR  
150.000 18,0 EUR  
27.000 EUR  
27.488,82 EUR  
128.789 EUR  
-13.243 31.12.2021  
AIRNAV Technology Services Inc.  
Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP  
440.000 EUR  
30.692,37 PHP  
7.171.425 PHP  
1.308.055 31.12.2021  
Group EAD Europe S.L.  
Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR  
280.000 EUR  
280.000,00 EUR  
2.193.986 EUR  
641.623 31.12.2020  
Mission Embedded GmbH  
Wien EUR  
35.000 20,0 EUR  
7.000 EUR  
7.000,00 EUR  
1.523.380 EUR  
423.585 31.12.2021  
EUR  
345.181,19  
EUR 28.711.609,87  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
175  
Bestätigungsvermerk  
Bericht zum Jahresabschluss  
Prüfungsurteil  
Wir haben den Jahresabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum  
31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende  
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.  
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften  
und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022  
sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in  
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.  
Grundlage für das Prüfungsurteil  
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im  
Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung  
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing  
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt  
„Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres  
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in  
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen  
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen  
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis  
zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser  
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.  
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte  
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-  
gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäfts-  
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahres-  
abschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir  
geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.  
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:  
•
Bilanzierung des Projektgeschäftes  
Bilanzierung des Projektgeschäftes  
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:  
Der weitaus überwiegende Anteil der ausgewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt-  
geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um  
eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit  
unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei  
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Frequentis AG  
176  
Bestätigungsvermerk  
Jahresabschluss 2022  
Wartungsprojekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der  
Umsatzerlöse aus Lieferprojekten erfolgt mit der Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistung  
bzw. Abnahme durch den Kunden.  
Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, werden unter den noch nicht abrechenbaren Leistungen  
in Höhe ihrer bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten ausgewiesen. Insoweit bei den  
noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, kommt es zu einer  
Verminderung des Bilanzansatzes der noch nicht abrechenbaren Leistungen. Falls der Buchwert der  
noch nicht abrechenbaren Leistungen durch diese Wertberichtigung gänzlich reduziert wird, erfolgt  
darüber hinaus der Ansatz einer Rückstellung für drohende Verluste. Dies gilt in gleicherweise auch  
für verlustbringende Wartungsprojekte.  
Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen  
mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Verpflich-  
tungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse ergeben.  
Die Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und der projektbezogenen Rückstellungen  
erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunftsbezogene Schätzungen. Zusätzliche  
Anforderungen bei der Schätzung ergeben sich durch die inflationsbedingten Einflüsse für die noch  
zu erwarteten Projektkosten. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt sich  
daraus das Risiko einer unrichtigen Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und  
projektbezogenen Rückstellungen sowie der damit unmittelbar zusammenhängenden Positionen der  
Gewinn- und Verlustrechnung.  
Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Anhang unter den  
Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungs-grundsätzen, den Erläuterungen zur Bilanz (Vorräte  
bzw. Sonstige Rückstellungen) sowie in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung  
(Umsatzerlöse) enthalten.  
Prüferisches Vorgehen:  
Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten  
Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen  
überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge,  
die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und  
Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.  
Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer  
tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der  
Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe  
erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit.  
Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich  
zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe  
berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden  
Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projektver-  
antwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen der  
inflationsbedingten wirtschaftlichen Effekte. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller  
Projektinformationen sowie die Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen  
Werte mit Vertragsdokumenten und anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Hinsichtlich der  
bei den noch nicht abgeschlossenen Projekten erfassten Herstellungskosten haben wir die Kosten-  
struktur (erfasste Projektstunden und deren Bewertung, zugekaufte Fremdleistungen) analysiert und  
Auffälligkeiten hinterfragt. Im Hinblick auf die Umsatzrealisierung haben wir für die im Geschäftsjahr  
vorgenommenen Projektabrechnungen stichprobenartig überprüft, ob entsprechende  
Abnahmeprotokolle der jeweiligen Auftraggeber vorhanden sind.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
177  
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den  
Jahresabschluss  
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür,  
dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein  
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner  
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig  
erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen  
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.  
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die  
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im  
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,  
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzu-  
wenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder die Gesellschaft zu  
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative  
dazu.  
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der  
Gesellschaft.  
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses  
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes  
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist  
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende  
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung  
mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die  
Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche  
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen  
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen  
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage  
dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.  
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen  
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir  
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine  
kritische Grundhaltung.  
Darüber hinaus gilt:  
•
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund  
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als  
Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die  
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das  
Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht  
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen  
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende  
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.  
•
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen  
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen  
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des  
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.  
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Frequentis AG  
178  
Bestätigungsvermerk  
Jahresabschluss 2022  
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten  
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern  
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende  
Angaben.  
•
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs-  
legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen  
Ver-treter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche  
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die  
erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmens-  
tätigkeit aufwerfen können.  
•
Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir  
verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahres-  
abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser  
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage  
der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.  
Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von  
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.  
•
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses  
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden  
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues  
Bild erreicht wird.  
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die  
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,  
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer  
Abschlussprüfung erkennen, aus.  
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen  
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle  
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden  
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende  
Schutzmaßnahmen auswirken.  
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht  
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des  
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir  
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere  
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in  
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt  
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen  
Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.  
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE  
ANFORDERUNGEN  
Bericht zum Lagebericht  
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu  
prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen  
Anforderungen aufgestellt wurde.  
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Frequentis AG  
Jahresabschluss 2022  
Bestätigungsvermerk  
179  
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in  
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.  
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des  
Lageberichts durchgeführt.  
Urteil  
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen  
aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem  
Jahresabschluss.  
Erklärung  
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des  
gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte  
Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.  
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO  
Wir wurden von der Hauptversammlung am 2. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden  
am 19. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2018  
Abschlussprüfer.  
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem  
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.  
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO)  
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von  
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.  
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer  
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard  
Posautz.  
Wien, am 13. März 2023  
BDO Assurance GmbH  
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft  
(als Gesamtrechtsnachfolgerin der BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft)  
Mag. Gerhard Posautz  
Mag. Gerhard Fremgen  
Wirtschaftsprüfer  
Wirtschaftsprüfer  
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Frequentis AG  
180  
Erklärung aller gesetzlichen VertreterInnen  
Jahresabschluss 2022  
Erklärung aller gesetzlichen  
VertreterInnen  
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs-  
standards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der  
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäfts-  
verlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues  
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken  
und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.  
Wien, am 13. März 2023  
Norbert Haslacher e.h.  
Vorstandsvorsitzender  
Monika Haselbacher e.h.  
Hermann Mattanovich e.h.  
Peter Skerlan e.h.  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Mitglied des Vorstands  
Hinweis / Disclaimer  
In dieser Publikation ist mit „Frequentis“ oder „Frequentis-Gruppe“ der Konzern gemeint, mit „Frequentis  
AG“ wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet.  
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Publikation kann es zu  
geringfügigen Rechendifferenzen kommen.  
Die in dieser Publikation enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf  
dem Wissensstand und der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft  
unterliegen sie Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen  
können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten  
Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden.  
Die Informationen in dieser Publikation sind nur für allgemeine Informationszwecke. Es kann keine Garantie  
für die Vollständigkeit der Inhalte gegeben werden. Irrtümer und Druckfehler vorbehalten.  
Personenbezogene Formulierungen sind geschlechtsneutral zu verstehen.  
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die deutschsprachige Version. Alle Rechte vorbehalten.  
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