FOR A
SAFER
WORLD
Jahresfinanzbericht 2021
gemäß § 124 Börsegesetz
Jahresfinanzbericht 2021
Konzernlagebericht
Konzernabschluss
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25
Lagebericht
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Frequentis AG – Einzelabschluss
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
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Konzernlagebericht 2021
zum 31.12.2021
Frequentis-Gruppe
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Wirtschaftliches Umfeld
Konzernlagebericht 2021
Wirtschaftliches Umfeld
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-
Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen
Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen
konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt
sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche
kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist
jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht
wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2022 das World Economic Outlook Update
publiziert1. Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2021 ein Anstieg der globalen
Wirtschaftsleistung um 5,9% erwartet, für das Jahr 2022 soll das Wachstum 4,4% betragen.
Das Wachstum verlangsamt sich nach Meinung des IWF, da die Volkswirtschaften mit Heraus-
forderungen in der Lieferkette, höherer Inflation, Rekordschulden und anhaltender Unsicherheit zu
kämpfen haben. Die Herausforderungen in der Lieferkette und die daraus resultierenden
Versorgungsunterbrechungen belasten nach wie vor die Wirtschaftstätigkeit und tragen zu einer
höheren Inflation bei, die durch die starke Nachfrage und die gestiegenen Lebensmittel- und
Energiepreise noch verstärkt wird. Darüber hinaus schränken die Rekordverschuldung und die
steigende Inflation die Fähigkeit vieler Länder ein, erneute Störungen im Wirtschaftsablauf zu
bewältigen. Einige Herausforderungen könnten jedoch von kürzerer Dauer sein als andere. Die neue
COVID-19 Variante Omikron scheint mit weniger schweren Erkrankungen verbunden zu sein als die
Delta-Variante und der Rekordanstieg der Infektionen dürfte relativ schnell zurückgehen.
Nach Ansicht des IWF werden die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine dazu führen, dass die
Wachstumsprognosen für das Jahr 2022 wahrscheinlich nach unten korrigiert werden müssen2.
Für das Jahr 2021 wird für die USA ein Anstieg von 5,6% (2022: 4,0%) prognostiziert. Für die
Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 5,2% im Jahr 2021 (2022: 3,9%).
Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2021 und 2022
unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2021 2,7% (2022: 3,8%) erwartet, für
Frankreich 6,7% (2022: 3,5%), für Italien 6,2% (2022: 3,8%) und für Spanien 4,9% (2022: 5,8%). Die
Prognose für Großbritannien liegt bei 7,2% für das Jahr 2021 (2022: 4,7%).
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 7,2% im Jahr 2021
(2022: 5,9%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2021 von einem Wachstum
von 6,8% (2022: 2,4%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 4,2%
(2022: 4,3%) prognostiziert.
1 www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/01/25/world-economic-outlook-update-january-2022
2 www.imf.org/en/News/Articles/2022/03/10/tr031022-transcript-of-imf-media-roundtable-on-ukraine
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
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Geschäftsentwicklung
Das operative Geschäft war auch im Jahr 2021 durch die COVID-19 Pandemie beeinflusst. Dank dem
stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für
Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen. Durch die gute
Geschäftsentwicklung der von L3Harris Technologies übernommenen Unternehmen im Jahr 2021
und der profitablen Projektabwicklungen konnte trotz der Reisebeschränkungen der Wachstumspfad
fortgesetzt werden.
Bedeutende Ereignisse im Jahr 2021
Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris
Technologies, Inc.
Am 23. Februar 2021 hat Frequentis eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von zivilen und
militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und
Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris
Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Transaktion umfasste:
•
•
•
Den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland
(Closing 30. April 2021, nunmehr Frequentis Orthogon GmbH),
die Übernahme eines zwischen L3Harris und der britischen Flugsicherung NATS
bestehenden Kundenvertrags (Vertragsübergang am 28. Mai 2021),
den Erwerb der in Gatineau, Kanada, ansässigen Geschäftseinheit „Harris ATC Solutions“,
welche von der Harris Canada Systems, Inc. im Zuge der Transaktion in eine zuvor für
diesen Zweck neu gegründete Gesellschaft in Kanada eingebracht wurde, und deren
sämtliche Anteile sodann von Frequentis erworben wurden (Closing 28. Mai 2021, nunmehr
Frequentis Canada ATM Ltd) und
•
den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris C4i Pty. Ltd., Melbourne, Australien (Closing
30. Juli 2021, nunmehr C4i Pty Ltd.).
Die Transaktion erweitert das ATM-Produktportfolio von Frequentis. In Summe wurden für die
Transaktion, abzüglich erworbener liquider Mittel, EUR 16,3 Mio. aufgewendet. Die neuen Einheiten
haben im Jahr 2021 bereits rund EUR 19 Mio. zum Konzernumsatz beigetragen. Weitere
Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 1.
COVID-19 Pandemie
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale
Wirtschaftskrise aus. Frequentis konnte sich nicht vollständig von den konjunkturellen
Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese
Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.
Mit ein paar Ausnahmen konnte auch im Jahr 2021 das Geschäft trotz der Restriktionen unverändert
weitergeführt werden. Da die MitarbeiterInnen der Frequentis schon in der Vergangenheit zahlreiche
Tätigkeiten mobil ausgeführt haben, war der Umstieg auf ein komplett mobiles Arbeiten (z.B. von zu
Hause aus) ohne größere Schwierigkeiten möglich (mit Ausnahme manueller Arbeiten vor Ort in den
einzelnen Standorten oder vor Ort beim Kunden). Da Reisen außerhalb der Länder, in denen sich die
Standorte der Frequentis-Gruppe befinden, nur sehr eingeschränkt möglich waren, wurden
zahlreiche Projektabnahmen mit Kunden mit zusätzlicher technischer Unterstützung und
organisatorischen Begleitmaßnahmen mittels Videokonferenzen durchgeführt.
Frequentis-Gruppe
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Geschäftsentwicklung
Konzernlagebericht 2021
Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Aufwendungen
Wenn es dem Projektteam nicht möglich war, die Arbeiten aufgrund von Lockdown oder
Reiserestriktionen abzuschließen, wurden mit einigen Kunden die Verschiebungen von
Abnahmeterminen vereinbart. In manchen Fällen wurden auch längere Zahlungsziele verhandelt.
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen nicht
durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten zwar gegenüber 2020 erhöht haben,
aber noch auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zu Vorpandemiezeiten liegen.
Aufgrund der COVID-19 Pandemie hat die Frequentis-Gruppe beurteilt, ob ein Anhaltspunkt für eine
Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt. Es wurden bei einer Gesellschaft Anhaltspunkte für
eine COVID-19 Pandemie bezogene Wertminderung festgestellt und entsprechend berücksichtigt
(siehe ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 18).
Gesetzte Maßnahmen
Zur Evaluierung und Abfederung etwaiger Effekte auf Frequentis wurde der im Jahr 2020 unter der
Führung des Vorstandsvorsitzenden eingerichtete Krisenstab auch im Jahr 2021 weitergeführt. Der
Krisenstab hat verschiedene Maßnahmen erarbeitet, um den Betrieb möglichst ungestört aufrecht zu
erhalten. Work at home und andere Maßnahmen, um die Kundeprojekte voranzutreiben sowie zur
Aufrechterhaltung der Lieferketten, waren weiterhin erfolgreich.
Weitere Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 2.
Auftragseingang
Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2021 bei EUR 333,2 Mio., eine Steigerung von
5,9% gegenüber dem Jahr 2020 mit EUR 314,6 Mio. Im Jahr 2021 war der Auftragseingang, im
Gegensatz zum Jahr 2020, wie auch bisher durchwegs üblich im zweiten Halbjahr stärker als im
ersten Halbjahr 2021. Das Verhältnis zweites zu erstes Halbjahr 2021 lag bei 53% : 47% (2020:
45% : 55%).
Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2021 wie folgt: Air Traffic
Management 69% (2020: 64%), Public Safety & Transport 31% (2020: 36%).
Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management
Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge. Durch eine Vereinbarung
im Zuge der Transaktion mit L3Harris hat Frequentis den NATS-Vertrag (britische Flugsicherung) zur
Lieferung des Hauptsprachkommunikations- und des Anflugs-Management-Systems übernommen.
EUROCONTROL hat den Vertrag mit Frequentis für die Release-Entwicklung, das IT-Service-
Management und den Betrieb der europäischen Fluginformations-Datenbank (EAD) verlängert.
Zur Digitalisierung des integrierten Netzwerk-Managements von EUROCONTROL wurde Frequentis
Partner von Indra. Dabei werden alle derzeitigen operativen Systeme des Netzwerk-Managers durch
neue digitale Produkte ersetzt, die Big Data, künstliche Intelligenz / maschinelles Lernen und Cloud
Computing nutzen.
Weitere Aufträge waren unter anderem von der schweizerischen Flugsicherung skyguide, wo es zur
Erweiterung der Zusammenarbeit im Bereich der Virtual Center kommt. Bahrain beauftragte
Sprachkommunikationssysteme für die Modernisierung der Flugverkehrskontrollzentrale.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
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Frequentis erhielt in Dubai und Frankreich gemeinsam mit langjährigen Partnern in der Region
interessante Auftragseingänge. Für den Dubai International Airport und Dubai World Central werden
zwei D-ATIS-Systeme (digitaler automatischer Terminal-Informationsdienst) geliefert, für die
französische Flugsicherung DSNA auf Basis eines 20-Jahres-Vertrag ein IP-basiertes Funk-/Telefon-
Sprachkommunikationssystem für 14 Anflug- und Tower-Kontrollzentralen.
Im Teilmarkt Defence wurde Frequentis Canada vom Hauptauftragnehmer Thales Canada beauftragt,
für den Kunden Royal Canadian Airforce (kanadische Luftwaffe) einsatzkritische Kommunikations-
ausrüstung für das Tactical Control Radar zu liefern.
Positiv verläuft das Bestandskunden-Folgegeschäft („Installed Base Business“), insbesondere in
Europa: So konnte beispielsweise bei den polnischen Streitkräften der Auftrag für die Modernisierung
des Luftverteidigungszentrums gewonnen werden.
Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport
Im Segment Public Safety & Transport baut Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende
Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die
Lieferung eines Systems für die Polizeikommunikation im Saarland weiter aus. Auch die beiden
Hansestädte Lübeck und Rostock haben einen Auftrag zur Neubeschaffung des Notruf- und
Funkabfragesystems der Leitstellen platziert.
Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus
Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge
für Erweiterungs- und Wartungsverträge.
Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Leitstellenkommunikation der
Küstenüberwachung von New South Wales in Australien.
Auftragsstand
Der Auftragsstand per 31. Dezember 2021 betrug EUR 467,9 Mio., eine Steigerung von 9,4% oder
EUR 40,3 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2020 mit EUR 427,6 Mio. Rund 64% des Gesamt-
Auftragsstands (Dezember 2020: 58%) waren dem Segment Air Traffic Management und 36%
(Dezember 2020: 42%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.
Umsatz und Betriebsleistung
Im Jahr 2021 konnte trotz der weiterhin anhaltenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie eine
Steigerung des Umsatzes um 11,4% oder EUR 34,2 Mio. auf EUR 333,5 Mio. erzielt werden (2020:
EUR 299,4 Mio.). Von den EUR 34,2 Mio. Steigerung entfallen rund EUR 19 Mio. auf die Einheiten, die
im Zuge der L3Harris-Transaktion übernommen wurden.
Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 8,2% auf
EUR 219,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete ein Plus von 18,0% auf
EUR 113,6 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2021 bei 66% : 34% für die beiden Segmente Air
Traffic Management und Public Safety & Transport (2020: 68% : 32%).
Nach Regionen entfielen im Jahr 2021 68% (2020: 66%) des Umsatzes auf Europa, 15% (2020: 16%)
auf Amerikas, 9% (2020: 11%) auf Asien, 5% (2020: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2020: 1%) auf
Afrika, 1% (2020: 1%) waren nicht zugeordnet.
Frequentis-Gruppe
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Geschäftsentwicklung
Konzernlagebericht 2021
Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 9,5 Mio. (2020: EUR 8,6 Mio.). Die größten Einzelpositionen
sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus
Forschungsprämien.
Der Gewinn aus den Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. ergab sich aus der Übernahme der
Geschäftseinheit ATC Solutions der Harris Canada Systems Inc. und der Harris C4i Pty. Ltd. Siehe
dazu ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 1.
Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2021 um 12,0% auf EUR 344,8 Mio. (2020: EUR 307,9 Mio.).
Ergebnis
Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 0,9% auf
EUR 75,7 Mio. (2020: EUR 75,0 Mio.). Der Materialaufwand sank, weil die Projekte weniger
materialintensiv waren. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen. Der Personalaufwand
erhöhte sich um 15,3% auf EUR 182,1 Mio. (2020: EUR 157,9 Mio.). Dies war bedingt durch die
gestiegene Mitarbeiteranzahl (+13,1%, vor allem aufgrund der neuen Gesellschaften im
Konsolidierungskreis), der Erhöhung der Prämienrückstellung sowie Gehaltserhöhungen.
Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 22,6% auf EUR 40,5 Mio. (2020: EUR 33,0 Mio.). Für den
mehrjährigen Vergleich: Im Jahr 2019, also vor Ausbruch der COVID-19 Pandemie, lagen die
sonstigen Aufwendungen bei EUR 43,7 Mio., vor allem aufgrund höherer Reisekosten. Die
Reisekosten im Jahr 2021 betrugen EUR 5,4 Mio. (2020: EUR 4,1 Mio., 2019: EUR 11,9 Mio.).
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten im Jahr 2021, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen
nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten auf einem niedrigen Niveau
eingependelt haben. Hier gilt es festzuhalten, dass sich die Einsparungen in diesem Umfang nicht für
die Zukunft in voller Höhe fortsetzen lassen. Denn sowohl Vor-Ort-Abnahmen, Schulungen,
Fachmessen als auch Verkaufsaktivitäten können nicht vollständig digitalisiert werden. Vieles wird
davon abhängen, in welchem Umfang zukünftig die Projekte und Sales-Aktivitäten virtuell
abgewickelt werden können, oder ob mit der weiteren Eindämmung der Pandemie die Erwartungen
der Kunden, Lieferanten und Partner wieder in Richtung laufender Vor-Ort-Präsenz gehen werden.
Neben den steigenden Reisekosten erhöhten sich unter anderem die Wertänderungen der
beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften und der sonstige Beratungsaufwand. Die
Rechts- und Steuerberatungsaufwendungen sanken im Jahresvergleich, dies ist größtenteils auf die
eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg im Jahr 2020
zurückzuführen.
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) verbesserte sich um
EUR 4,6 Mio. auf EUR 46,5 Mio. im Jahr 2021 (2020: EUR 41,9 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf
den Umsatz) belief sich auf 13,9% nach 14,0% im Jahr 2020.
Die Abschreibungen erhöhten sich um EUR 1,8 Mio. auf EUR 15,8 Mio. (2020: EUR 14,0 Mio.), bedingt
vor allem durch die neu in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften. Im Jahr 2021
ergab sich ein Wertminderungsbedarf für den Firmenwert der ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH, Deutschland, von EUR 1,7 Mio. (2020: EUR 1,1 Mio. für Systems Interface Ltd., England).
Das EBIT stieg als Summe aller oben angeführten Veränderungen trotz der COVID-19 Pandemie um
EUR 2,2 Mio. auf EUR 29,0 Mio. im Jahr 2021 (2020: EUR 26,8 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den
Umsatz) belief sich auf 8,7% nach 9,0% im Jahr 2020.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
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Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2021 bei EUR 27,9 Mio. (2020: EUR -4,4 Mio.; dieser und die
folgenden Vergleichswerte für das Jahr 2020 waren beeinflusst durch die Wertminderung der
Einlagen nach der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg). Der Aufwand für Ertragsteuern lag
bei EUR 7,2 Mio., während im Jahr 2020 ein Ertrag aus Ertragsteuern von EUR 1,0 Mio. erfasst wurde.
Das Konzernergebnis verbesserte sich im Jahr 2021 auf EUR 20,8 Mio. nach EUR -3,4 Mio. im Jahr
2020. Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2021 EUR 1,50 (2020:
EUR -0,30).
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 13,1% auf durchschnittlich 2.157
(inklusive der zusätzlichen Personen aus der Transaktion mit L3Harris) für das Jahr 2021 (2020: 1.907
MitarbeiterInnen).
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 13,7% oder EUR 38,1 Mio. auf EUR 315,7 Mio. per Ende Dezember
2021 (Ende 2020: EUR 277,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag bei 41,1% (Ende 2020: 40,1%). Das
Eigenkapital stieg um 16,5% auf EUR 129,9 Mio. (Ende 2020: EUR 111,4 Mio., Wert 2020 angepasst).
Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2021 auf EUR 101,1 Mio.
und lag damit über dem Wert per Ende 2020 mit EUR 85,0 Mio.
Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2021 Sachanlagen in
Höhe von EUR 47,7 Mio. (Ende 2020: EUR 46,6 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit
EUR 17,7 Mio. (Ende 2020: EUR 9,0 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen Vermögens
von in Summe EUR 72,6 Mio. (Ende 2020: EUR 62,2 Mio.).
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 243,1 Mio. per Ende Dezember 2021
(Ende 2020: EUR 215,4 Mio.) sind die bedeutendste Position die Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, mit in Summe EUR 106,0 Mio. (Ende 2020:
EUR 91,3 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 69,4 Mio.
(Ende 2020: EUR 59,3 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit
EUR 38,4 Mio. (Ende 2020: EUR 38,4 Mio.). Von den gesamten Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2021 mehr als 75% auf
elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei
rund 20 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.
Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 129,9 Mio. per Ende
Dezember 2021 (Ende 2020: EUR 111,4 Mio., Wert 2020 angepasst). Die zweitgrößte Position waren
die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 125,2 Mio. per Ende Dezember 2021 (Ende 2020: EUR
107,2 Mio.). Hervorzuheben sind hier die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden von
EUR 65,4 Mio. (Ende 2020: EUR 62,8 Mio.).
Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) von EUR 60,6 Mio.
(Ende 2020: EUR 59,0 Mio., Wert 2020 angepasst) war die Position langfristige Leasingverbindlich-
keiten mit EUR 29,8 Mio. (Ende 2020: EUR 31,8 Mio.) am größten.
Frequentis-Gruppe
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Entwicklung der Segmente
Konzernlagebericht 2021
Cash Flow
Der Cash Flow aus dem Ergebnis stieg im Jahr 2021 auf EUR 47,9 Mio. (2020: EUR 42,4 Mio.).
Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2021 auf EUR 48,8 Mio. (2020:
EUR 54,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten,
Veränderung der Vertragsvermögenswerte sowie der Position Zahlungen für Ertragsteuern.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2021 bei EUR -24,6 Mio. (2020: EUR -7,0 Mio.),
vor allem bedingt durch die Transaktion mit L3Harris wofür, abzüglich erworbener liquider Mittel,
EUR 16,3 Mio. aufgewendet wurden. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / Capex) lagen mit EUR 6,3 Mio. über dem Niveau
des Jahres 2020 mit EUR 4,5 Mio.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2021 auf EUR -12,6 Mio. zurück (2020:
EUR -10,1 Mio.).
Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit in Summe der angeführten Veränderungen im Jahr 2021 auf
EUR 11,5 Mio. (2020: EUR 37,7 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende
Dezember 2021 auf EUR 103,8 Mio. (Ende Dezember 2020: EUR 91,3 Mio.).
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und
Personen
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 38.
Entwicklung der Segmente
Air Traffic Management / ATM
Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch
AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem
Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis
zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im
Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und
Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die
Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO /
International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar,
Funk, Netzwerk ist ähnlich.
Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2021 um 8,2% auf EUR 219,8 Mio.
(2020: EUR 203,1 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 12,5 Mio. (2020: EUR 14,6 Mio.).
Frequentis-Gruppe
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Entwicklung der Segmente
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Highlights im operativen Geschäft
Trotz erschwerter Pandemie-Bedingungen fanden eine Reihe wichtiger Abnahmen statt, wie beim für
das Flugverkehrsmanagement optimierten Netzwerk für die Flugsicherung in Kasachstan oder beim
Sprachkommunikations- und DIVOS-Recordingsystem für alle argentinischen Fluginformations-
regionen. Beim Digital Tower Projekt in Dänemark erfolgte die Freigabe des Konzepts durch die
dänische Flugsicherung Naviair. Beim ersten militärischen Remote Digital Tower in den USA konnten
die Betriebs- und Verifizierungstests erfolgreich abgeschlossen werden.
Für das Projekt GOF 2.0 im Rahmen des EU-Programms SESAR, das den Fokus auf Flugtests von
Drohnen und Lufttaxis im komplexen, urbanen Luftraum legt, erfolgte das Kick-off.
Public Safety & Transport / PST
Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport
sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs-
und Steuerungsaufgaben.
Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den
Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public
Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und
Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf der Küstenwache und Hafenbetreibern.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen.
Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz
mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional
unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.
Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport stieg vor dem Hintergrund erfolgreicher
Projektabnahmen im Jahr 2021 um 18,0% auf EUR 113,6 Mio. (2020: EUR 96,3 Mio.). Das EBIT
verbesserte sich auf EUR 16,6 Mio. (2020: EUR 12,3 Mio.), vor allem aufgrund margenstärkerer
Projekte.
Highlights im operativen Geschäft
Im Teilmarkt Public Safety ist der Abschluss des Roll-outs beim österreichischen Einsatzleit- und
Kommunikationssystem ELKOS für die Polizei in allen neun Bundesländern hervorzuheben. Beim
neuen Blaulicht-Kommunikationssystem Emergency Services Network (ESN) des britischen
Innenministeriums erfolgten wichtige Zertifizierungen und Zwischenabnahmen.
Wesentliche Meilensteine wurden auch bei Bahnprojekten im Teilmarkt Public Transport realisiert,
wie beispielsweise bei den Irischen Eisenbahnen. Wichtige Abnahmen erfolgten auch im Teilmarkt
Maritime.
Frequentis-Gruppe
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Forschung & Entwicklung
Konzernlagebericht 2021
Forschung & Entwicklung
Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der
Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im
sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen
weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen.
Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst
werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen
notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die
technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt
ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger.
Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis
dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt
rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice
Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk
erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise
jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon
frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.
Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung
aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt in der Abteilung New Business Development. Der aktuelle
Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnen-
management sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus
liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software
as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen.
Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-
Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen
Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer
Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei
Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.
Nichtfinanzielle Informationen
Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die
gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.
Konsolidierter Corporate Governance-
Bericht
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Investor
Relations > Corporate Governance verfügbar.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
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Chancen- & Risikomanagement
Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es,
das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur
Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu
setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch
ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der
Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte
Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.
Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten
Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichtes zusammen,
der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu
steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken
frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte
Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes
Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes
Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen. Um die Kommunikationswege zur Meldung von
internen und externen Personen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene ein
Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter
www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die
Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das
Unionsrecht melden, erfüllt.
Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in
den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung
dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend
zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur
Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und
entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Director
Corporate Finance verantwortlich.
Projektmanagement als operatives Herzstück
Wesentliche Bedeutung hat damit das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und
operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des
professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten
Lebenszyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken
identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.
In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten
Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäfts-
typen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der
Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.
Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei
werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert
und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und
Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch
periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der
Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.
Frequentis-Gruppe
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Chancen- & Risikomanagement
Konzernlagebericht 2021
Evaluierung des Risikomanagements
Die BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktions-
fähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen
Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2022 im Zuge der
Abschlussprüfung bestätigt.
Risiken im Überblick
Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig
auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.
Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus)
Die fortlaufende Entwicklung der Pandemie kann zu einer weiteren negativen wirtschaftlichen
Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des
Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können – wie im Zusammenhang mit der
Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote,
Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der
Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen
nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben.
Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im
Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten
Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe
in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner
werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.
Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen
Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe,
hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung,
die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung
von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und
Optimierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel
ab.
Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien.
Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien,
Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche
Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu
Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen
von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine
regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für
die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden,
kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat
einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die
Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
15
Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.
Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese
Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber
Frequentis bevorzugen.
Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der sie
tätig ist
Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen
sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage.
Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen
Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der
Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und
umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von
staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen,
budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis
nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten
Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt-
abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von
Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt
ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise
erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der
Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und
das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind
Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss
der jeweiligen Projekte abhängig.
Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten.
Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in
den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden
Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab,
einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.
Auswirkungen des Klimawandels.
Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von
Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen
wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen
die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen
zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den
Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region.
Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt
durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die
Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von
Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen
Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels
nicht beeinträchtigt.
Frequentis-Gruppe
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Chancen- & Risikomanagement
Konzernlagebericht 2021
Cyberangriffe.
Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können
ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von
Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die
Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der
Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt
zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur
Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.
Änderungen der technologischen Standards.
Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der
technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage
können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen
oder mehr Zeit und Kosten erfordern.
Fortschreitende Kundenkonzentration.
Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen
Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei
Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit
jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner
potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen
Kunden.
Kostenüberschreitungen.
Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das
finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten
erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und
Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden.
Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden
können.
Verlust von bestehenden Kunden.
Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von
Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und
Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben
werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wett-
bewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht
vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen
längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchs-
materialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso
folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.
Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.
Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale
Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von
Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher
eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und
finanzielle Engpässe zu umgehen.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
17
Langfristige Verpflichtungen.
Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu
15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar
halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die
Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Kompo-
nenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten
überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar
unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu
produzieren.
Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.
Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus
finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt-
durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren.
Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine
Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.
Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass
ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen.
Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen
Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder
quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl
von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.
Wachstum durch Akquisitionen.
Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist
möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben
und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die
erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar
unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar
sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.
Weitere Risiken aus diesem Bereich:
–
–
Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.
Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und
insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.
Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
Embargos und andere Handelsbeschränkungen.
Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des
Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
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Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu
gewinnen.
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Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen
Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt
werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder
Kapazitätsengpässe aufweisen.
–
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Frequentis-Gruppe
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Chancen- & Risikomanagement
Konzernlagebericht 2021
Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken
Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.
Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die
Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher
mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:
–
–
der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle
Ressourcen erfordern;
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–
öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen,
die oft nicht individuell verhandelbar sind;
staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis
dominieren) aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter
bestimmter anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden
kann.
–
Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.
Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability
Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In
solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage
innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von
lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt
vornehmen.
Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer).
Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung
in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.
Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer.
Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt,
was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt-
lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte
Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen,
so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter
Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des
Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer
seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz-
forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende
Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.
Weitere Risiken aus diesem Bereich:
–
–
Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.
Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und
politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen,
insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.
Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr
geistiges Eigentum zu verteidigen.
Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen
Vorschriften oder Illiquidität von Banken.
Compliance bezogene Risiken.
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Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
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Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick
auf den Rechnungslegungsprozess
Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind um gemäß den
gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.
Aufbau Rechnungswesen
Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen
Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung mehrerer
großer Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen
Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran
anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzern-
rechnungswesen in Wien gesendet.
Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen
SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern-
rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern-
abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.
Konsolidierung
Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt.
Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-
Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch
beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich,
werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben
an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzern-
rechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen,
toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen
Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung)
zusammengearbeitet.
Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt
und der Gesamtabschluss plausibilisiert.
Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungs-
termin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Termin-
vorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird.
Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr
ein Zwischenbericht veröffentlicht.
Frequentis-Gruppe
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Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
Konzernlagebericht 2021
Kontrolle
Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den
Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und
Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen
Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren
Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien für deren
Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.
Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CEO eingerichtet. Der jährliche
Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision
beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die
Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie
anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort
oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im
Prüfungsausschuss berichtet.
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2021 EUR 13.280.000,00 und war
auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie
eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes
Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt
ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu
entsenden.
Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2021 insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien bzw. 0,12% des
Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs 5 AktG keine Rechte,
insbesondere keine Stimmrechte, zu.
2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des
Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien
betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung
der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie
Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group
Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl
einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.
3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2021 mit mehr als 50,0% an der
Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG.
Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2021 mit mehr als 10,0% an der Frequentis
AG beteiligt.
4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2021 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind
die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.
5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands
werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
21
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung
Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der
Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und
der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten
Arbeitnehmervertreter.
Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder
(dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu
entsenden.
Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine
kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung
gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird
das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines
Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig.
Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode
von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der
abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.
Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf
unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch
andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach
Maßgabe von § 88 Abs 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch
die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen
auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende
Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu
richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig.
Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so
bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl
durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl
der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des
ausgeschiedenen Mitglieds.
Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme
von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem
genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen
Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.
7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019
ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April
2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis
zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden
Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege
eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß
§ 153 Abs 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats
das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des
Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der
Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes
Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von
Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.
Frequentis-Gruppe
22
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
Konzernlagebericht 2021
Der Vorstand wurde von der außerordentlichen Hauptversammlung am 20. September 2019 gemäß
§ 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der
Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer
Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschussfassung der Hauptversammlung sowohl
über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als
20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen
Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der
Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz
oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke
durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der
Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden.
Im Falle des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen
Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen
Aktionären oder einem einzigen Aktionär. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, das Grundkapital
durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der
Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien
ergeben, zu beschließen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden aufgrund der obengenannten Ermächtigung
15.500 Stück Aktien (0,12% des Grundkapitals) erworben.
8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich
Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.
9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.
Frequentis-Gruppe
Konzernlagebericht 2021
Ausblick
23
Ausblick
Auch im zweiten Jahr der Pandemie, 2021, konnte Frequentis seine vorhandenen Stärken in der
Digitalisierung ausspielen. Hier macht sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in
Frequentis haben und die Installationen und ein guter Teil der Projektabnahmen trotz der
Reiserestriktionen virtuell durchgeführt werden konnten. Die globale Präsenz mit eigenen
Standorten in mehreren Ländern half dabei.
Die von Frequentis gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht
verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und
betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von
Polizei, Rettung oder Feuerwehr. Das gilt auch weiterhin. Das Geschäftsmodell demonstrierte damit
erneut seine nachhaltige Robustheit.
Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden erreicht:
der Umsatz stieg um 11,4% auf EUR 333,5 Mio., der Auftragseingang um 5,9% auf EUR 333,2 Mio. Das
EBIT lag bei EUR 29,0 Mio., die EBIT-Marge bei 8,7%.
Akquisitionen
Mit der vollständigen Übernahme von zivilen und militärischen Produktlinien der ATM-Sprach-
kommunikationssysteme sowie der Software- und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung
(Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris Technologies, Inc. hat Frequentis sein
Produktportfolio im Segment Air Traffic Management ausgeweitet. Die Transaktion umfasste die
Übernahme von Einheiten in Australien, Deutschland und Kanada. Der Beitrag zum Konzernumsatz
lag im Jahr 2021 bereits bei rund EUR 19 Mio. Für das erste volle Jahr, also das Jahr 2022, wird ein
zusätzlicher Umsatzbeitrag von in Summe rund EUR 10 Mio. aus dieser Transaktion erwartet.
Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety
durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet
innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der
Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)-
Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten.
Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.
Langfristige Vision
Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits-
kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die
eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet,
wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im
Projektgeschäft gesehen.
Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund
der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese
Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet.
Frequentis-Gruppe
24
Ausblick
Konzernlagebericht 2021
Prognose für das Jahr 2022
Trotz der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und der guten Verfügbarkeit von
Impfstoffen gibt es für Frequentis Unwägbarkeiten im Jahr 2022. Die genauen Auswirkungen des
weiteren Pandemieverlaufs auf die Kosten (z. B. Reisekosten), den Umsatz (z. B. durch verschobene
Projektabnahmen), die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle
Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.
Frequentis ist in Russland, Weißrussland und der Ukraine minimal engagiert, der Konzernumsatz in
diesen Ländern liegt in Summe bei unter 1%. Eine potenzielle Ausweitung des Krieges in der Ukraine
sowie globale gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten aufgrund des Konflikts müssen ebenfalls
berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. die Verfügbarkeit von Energie, die Preisentwicklung von
Rohstoffen oder die allgemeine Inflation.
Frequentis strebt, abhängig von den angeführten Punkten, danach, Umsatz und Auftragseingang im
Jahr 2022 im Vergleich zum Jahr 2021 zu steigern. Ein Teil der Steigerung wird aus der L3Harris-
Transaktion kommen, da im Jahr 2022 die akquirierten Einheiten von Jahresbeginn an zum Umsatz
und Auftragseingang beitragen. Für Investitionen (Capex) sind rund EUR 7 Mio. veranschlagt.
Für das Gesamtjahr 2022 wird eine EBIT-Marge von rund 6-8% erwartet – abhängig von der weiteren
Pandemieentwicklung, dem gesamtwirtschaftlichen Gefüge sowie den teilweise noch ausstehenden
Post-Merger-Integrationskosten der L3Harris-Einheiten.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
25
Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2021
Frequentis-Gruppe
26
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Erläute-
rungen
2021
TEUR
2020
TEUR
Umsatzerlöse
(3) (4)
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen
Aktivierte Eigenleistungen
(3)
(3) (5)
(3) (6)
(1)
-202
-272
Sonstige Erträge
Gewinne aus Unternehmenserwerben
Gesamterträge (Betriebsleistung)
Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen
Personalaufwand
-75.696
-182.137
-40.479
-75.012
-157.932
-33.016
(7)
(8)
(9)
Sonstige Aufwendungen
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und
Wertminderung (EBITDA)
Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen
Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte
Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT)
Finanzerträge
(10)
(18)
(3)
(11)
(12)
-15.808
-1.730
-14.037
-1.072
Finanzierungsaufwendungen
-607
-615
Nettoveränderung der Wertminderungen auf finanzielle
Vermögenswerte
Erträge aus assoziierten Unternehmen
Ergebnis vor Steuern
(13)
(19)
-857
-7.158
-30.923
-4.422
-3.389
Ertragsteuern
(14)
Konzernergebnis
Zuordnung des Ergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile
-4.036
(30)
-3.389
Unverwässertes Ergebnis je Aktie
Verwässertes Ergebnis je Aktie
(15)
(15)
-0,30
-0,30
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Konzerngesamtergebnisrechnung
27
Konzerngesamtergebnisrechnung
Erläute-
rungen
2021
TEUR
2020
TEUR
Konzernergebnis
-3.389
Posten, die zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung
gegliedert werden
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Bewertung von Cash Flow Hedges
Ertragsteuern betreffend Cash Flow Hedges
(28)
(28) (36)
(28)
-298
-784
-184
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung
gegliedert werden
Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus
Leistungen an Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach
Beendigung des Dienstverhältnisses
Nach der Equity Methode bilanzierte Beteiligungen – Anteil
am sonstigen Ergebnis
(28) (31)
(28)
-169
-703
-1
Ertragsteuern im Zusammenhang mit Neubewertungen der
Nettoschuld (Vermögenswert) aus Leistungen an
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nach Beendigung des
Dienstverhältnisses
Sonstiges Ergebnis nach Steuern
Gesamtergebnis
(28)
-760
-4.149
Zuordnung des Gesamtergebnisses:
davon entfällt auf Anteilseigner der Gesellschaft
davon entfällt auf nicht beherrschende Anteile
-4.813
-4.149
Frequentis-Gruppe
28
Konzernbilanz
Konzernabschluss 2021
Konzernbilanz
Erläute-
rungen
31.12.2021
31.12.2020
TEUR
AKTIVA
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte
Anteile an assoziierten Unternehmen
Beteiligungen
(16)
(17)
(18)
(19)
(20)
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Latente Steueransprüche
(14)
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte
(22)
(23)
(24)
(25)
(26)
(26)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden
Vertragskosten
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Ertragsteuern
Termingelder
(21)
(21)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Summe Aktiva
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Konzernbilanz
29
Erläute-
rungen
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
PASSIVA
Eigenkapital
Grundkapital
(27)
(28)
(28) (29)
-384
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
Eigene Aktien
Ausgleichsposten aus Währungsumrechnung
-1.053
Auf Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallendes
Eigenkapital
Nicht beherrschende Anteile
(30)
Summe Eigenkapital
Langfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten
Rückstellungen
Leasingverbindlichkeiten
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Latente Steuerschulden
(31)
(37)
(33)
(14)
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Leasingverbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
Kurzfristige Steuerverbindlichkeiten
Rückstellungen
(32)
(37)
(33)
(33)
(34)
Summe Passiva
*)
angepasste Vergleichswerte, siehe Erläuterung 2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - Fehlerkorrekturen
Frequentis-Gruppe
30
Konzernkapitalflussrechnung
Konzernabschluss 2021
Konzernkapitalflussrechnung
Erläute-
rungen
2021
2020
TEUR
TEUR
Ergebnis vor Steuern
Zinsergebnis
-4.422
Währungsdifferenzen
-91
-222
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögenswerten des
Investitionsbereichs
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte sowie Wertminderung Geschäfts- oder
Firmenwerte und Beteiligungen
Erträge aus assoziierten Unternehmen
Veränderung der Rückstellungen
Wertminderung Termingelder Commerzialbank Mattersburg
Wertminderung täglich fälliges Bankguthaben
Commerzialbank Mattersburg
(13) (16)
(17)
(19)
(31) (34)
(13)
-342
-214
(13)
Wertminderung Zinsforderungen Commerzialbank
Mattersburg
Gewinn aus Unternehmenserwerb
(13)
(1)
-1.951
Erträge aus der Veränderung von variablen
Kaufpreiszahlungen
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge
Nettogeldfluss aus dem Ergebnis
(33)
-850
-2.902
Veränderung der Vorräte
(22)
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
(23)
(24)
(25)
(26)
-6.139
-550
-479
Veränderung der Vertragsvermögenswerte
Veränderung der Vertragskosten
Veränderung der Sonstigen Forderungen
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten
Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten
Veränderung des Nettoumlaufvermögens
Gezahlte Zinsen
-2.448
-1.388
-608
-1.258
-2.725
-618
(32)
(33)
Erhaltene Zinsen
Erhaltene Dividenden
Zahlungen bzw. Rückzahlungen für Ertragsteuern
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
(14)
-3.584
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Konzernkapitalflussrechnung
31
Erläute-
rungen
2021
TEUR
2020
TEUR
Einzahlungen aus dem Verkauf von immateriellen
Vermögenswerten
Einzahlungen aus dem Verkauf Sachanlagen
Einzahlungen aus dem Verkauf von Wertpapieren und
Beteiligungen
Auszahlungen für den Erwerb von immateriellen
Vermögenswerten
-2.456
-3.883
-2.006
-1.564
-2.970
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen
Auszahlungen für den Erwerb von Termingeldern
Auszahlungen für den Erwerb von assoziierten Unternehmen
Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen,
abzüglich erworbener liquider Mittel
-707
-16.279
-1.849
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit
-24.613
-7.013
Gezahlte Dividenden an Eigentümer
(27)
(30)
(27)
(27)
(27)
-1.990
-603
-384
-1.992
-427
-109
Gezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteilseigner
Einzahlungen aufgrund Kapitalerhöhung
Auszahlungen für Transaktionskosten Kapitalerhöhung
Erwerb von eigenen Aktien
Einzahlungen von Gesellschaftern nicht beherrschender
Anteile
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten und
sonstigen Finanzierungen
Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und
sonstigen Finanzierungen
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Veränderung der liquiden Mittel:
-1.400
-8.228
-12.605
-1.821
-7.633
-10.081
(37)
Nettogeldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
Nettoveränderung der liquiden Mittel
-24.613
-12.605
-7.013
-10.081
Anfangsbestand der liquiden Mittel
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel
Währungsdifferenzen
-556
Wertberichtigung täglich fälliges Bankguthaben
Commerzialbank Mattersburg
Sonstige Wertberichtigungen
-12.718
-1
Endbestand der liquiden Mittel
Hinsichtlich näherer Erläuterungen zur Konzernkapitalflussrechnung siehe Kapitel 35.
Frequentis-Gruppe
32
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Konzernabschluss 2021
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Cash Flow
Hedge
Rücklage
(abzüglich rücklagen und
Ertrag- einbehaltene
Auf
Gesellschafter
der Mutter-
Rücklage
IAS 19
(abzüglich
Ertrag-
Options-
rücklage
(abzüglich
Ertrag-
Gewinn-
gesellschaft
Währungs- entfallendes beherrschende
Nicht
Kapital-
Summe
in TEUR
Grundkapital
(27)
rücklagen
steuern)
steuern)
steuern)
Gewinne Eigene Aktien umrechnung Eigenkapital
Anteile Eigenkapital
Erläuterungen
Stand 01.01.2021
(28)
(31)
(29)
(36)
(28)
(27)
(30)
-6.133
-123
-1.053
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
-1.990
-37
-151
-151
-223
-223
Dividenden
-1.990
-384
-603
-2.593
-384
Erwerb eigener Aktien
-384
Veränderungen im
Zusammenhang mit
Put Optionen
-377
-377
-103
-480
Übrige Veränderungen
Stand 31.12.2021
-6.284
-346
-384
Auf
Gesellschafter
der Mutter-
gesellschaft
entfallendes beherrschende
Cash Flow
Hedge
Rücklage
Rücklage
IAS 19
(abzüglich
Ertrag-
Options-
Gewinn-
rücklagen
und
rücklage
(abzüglich
Ertrag-
Nicht
Kapital-
(abzüglich einbehaltene
Währungs-
Summe
in TEUR
Grundkapital
rücklagen
steuern)
steuern) Ertragsteuern)
Gewinne umrechnung
Eigenkapital
Anteile Eigenkapital
Erläuterungen
(27)
(28)
(31)
(29)
(36)
(28)
(30)
Stand 01.01.2020
-5.608
-675
-249
-249
Änderungen aufgrund von
Fehlerkorrekturen
-538
-538
-168
-706
Angepasster Stand 01.01.2020
Änderungen aus Akquisitionen
Kapitalerhöhung
-5.608
-675
-109
-109
Kosten der Kapitalerhöhung
-109
darauf entfallende
Ertragsteuern
Einzahlungen von
Gesellschaftern nicht
beherrschender Anteile
Konzernergebnis
-4.036
-4.036
-3.389
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
-525
-525
-804
-804
-777
-760
-4.036
-1.992
-4.813
-4.149
Dividenden
-1.992
-427
-201
-2.419
Veränderungen im
Zusammenhang mit Put
Optionen
-650
-650
-851
Übrige Veränderungen
Stand 31.12.2020
-6.133
-123
-1.053
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
33
Anhang zum Konzernabschluss
1. Allgemeine Angaben
Berichterstattung
Der Konzernabschluss der
Frequentis AG
wurde nach den Regelungen der International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, für das
Geschäftsjahr 2021 erstellt. Ebenso wurden sämtliche für 2021 verpflichtend anzuwendenden
Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) beachtet.
Der vorgelegte Konzernabschluss inklusive Konzernlagebericht erfüllt die Voraussetzungen des
§ 245a UGB über Konzernabschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen.
Informationen zum Unternehmen
Gegenstand des Konzernabschlusses sind die Frequentis
AG
mit Sitz in Innovationsstraße 1, 1100
oder Konzern bezeichnet).
Die
Frequentis Group Holding GmbH
als Mutterunternehmen (rund 60% der Aktien der Frequentis
AG) wird alle notwendigen Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft (Dommayergasse 8/15, 1130
Wien,
Österreich
) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997 m hinterlegen.
Die Frequentis AG wurde 1947 gegründet und ist seit 30. August 1948 im Firmenbuch beim
Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115 b eingetragen.
Der Gegenstand des Unternehmens ist gemäß § 2 der Satzung die Entwicklung, die Herstellung, der
Vertrieb und die Wartung von Systemen zur Steuerung, zur Informationsverarbeitung und –über-
tragung sowie zur Kommunikation, insbesondere im Bereich der Flugsicherung, im Bereich des
Straßen-, Schienen- und Wasserverkehrs sowie im Bereich öffentlicher Sicherheitsorganisationen.
Der Konzernabschlussstichtag ist der 31. Dezember 2021.
Das Geschäftsjahr des Konzerns umfasst den Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember 2021.
Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
•
•
•
•
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
Sylvia Bardach, bis 15. April 2021
Hermann Mattanovich
Peter Skerlan, ab 16. April 2021
Frequentis-Gruppe
34
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Dipl.-Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
Sylvia Bardach, Mitglied (seit 20. Mai 2021)
Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
Dipl.-Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
Mag. Petra Preining, Mitglied
Dipl.-Ing. Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Dipl.-Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Die Freigabe des Konzernabschlusses erfolgt durch den Vorstand mit Unterschriftsdatum,
vorbehaltlich der Genehmigung des Abschlusses durch den Aufsichtsrat in der Aufsichtsratssitzung
am 30. März 2022.
Konsolidierungskreis
Im Konzernabschluss der Frequentis AG sind – neben der Muttergesellschaft – 6 inländische (2020: 6)
sowie 26 ausländische (2020: 23) Tochterunternehmen einbezogen, bei denen Frequentis AG die
Beherrschung ausübt.
Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem
Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit
hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die
Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem
die Beherrschung beginnt, und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.
3 (2020: 3) ausländische und 2 (2020: 2) inländische Unternehmen werden nach der Equity Methode in
den Konzernabschluss einbezogen. Der Bilanzstichtag ist bei allen einbezogenen Unternehmen der
31. Dezember.
a) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Österreich
•
•
•
•
•
•
BlueCall Systems GmbH, Wien (100%)
CNS-Solutions & Support GmbH, Wien (100%)
Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien (70%)
PDTS GmbH, Wien (100%)
skyzr GmbH, Wien (100%)
team Technology Management GmbH, Wien (51%)
b) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Europa
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg (51%)
ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen (51%)
Frequentis Comsoft GmbH, Karlsruhe (100%)
Frequentis Czech Republic s.r.o., Prag (100%)
Frequentis Deutschland GmbH, Langen (100%)
Frequentis France SARL, Toulouse (100%)
Frequentis Norway AS, Oslo (100%)
Frequentis Orthogon GmbH, Bremen (100%)
Frequentis Romania S.R.L., Cluj-Napoca (100%)
Frequentis Solutions & Services s.r.o., Bratislava (100%)*)
Frequentis UK Ltd., Twickenham (100%)
Secure Service Provision GmbH, Leipzig (80%)
Systems Interface Ltd., Bordon (51%)
TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing (51% bzw. durchgerechnet 26%)
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
35
c) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Amerikas
•
•
•
•
•
Frequentis California Inc., Columbia (100%)
Frequentis Canada ATM Ltd., Gatineau (100%)
Frequentis Canada Ltd., Ottawa (100%)
Frequentis Defense Inc., Columbia (100%)
Frequentis do Brasil Assessoria, Serviços e Comércio de Sistemas de Informação e
Comunicação Ltda., Sao Paulo (100%)
•
Frequentis USA Inc., Columbia (100%)
d) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Asien
•
•
•
Frequentis Middle East Limited, Abu Dhabi (100%)
Frequentis (Shanghai) Co. Ltd., Shanghai (100%)
Frequentis Singapore Pte. Ltd., Singapore (100%)
e) Vollkonsolidierung – verbundene Unternehmen in Australien/Pazifik
•
•
•
C4i Pty Ltd, Melbourne (100%)
Frequentis Australia Holding Pty Ltd, Hendra (100%)
Frequentis Australasia Pty Ltd, Hendra (100%)
f)
Equity Methode
•
•
•
•
•
AIRlabs Austria GmbH, Graz (18%)
AIRNAV Technology Services Inc., Iloilo (40%)
GroupEAD Europe S.L., Madrid (28%)
Mission Embedded GmbH, Wien (20%)
Nemergent Solutions S.L., Bilbao (15%)
*) per 1. Jänner 2021 wurde die Frequentis Slovakia s.r.o. in die Frequentis Solutions s.r.o.
verschmolzen und die Frequentis Solutions s.r.o. in Frequentis Solutions & Services s.r.o.
umbenannt.
Alle Angaben zum Konsolidierungskreis beziehen sich auf die Verhältnisse zum 31. Dezember 2021.
Änderung des Konsolidierungskreises
Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris Technologies, Inc.
Am 23. Februar 2021 hat Frequentis eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von zivilen und
militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und
Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris
Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Transaktion, welche
unter dem Vorbehalt diverser kartell- bzw. aufsichtsrechtlicher Genehmigungen stand, umfasste:
•
•
•
Den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland
(Closing 30. April 2021, nunmehr Frequentis Orthogon GmbH),
die Übernahme eines zwischen L3Harris und der britischen Flugsicherung NATS
bestehenden Kundenvertrags (Vertragsübergang am 28. Mai 2021),
den Erwerb der in Gatineau, Kanada, ansässigen Geschäftseinheit „Harris ATC Solutions“,
welche von der Harris Canada Systems, Inc. im Zuge der Transaktion in eine zuvor für
diesen Zweck neu gegründete Gesellschaft in Kanada eingebracht wurde, und deren
sämtliche Anteile sodann von Frequentis erworben wurden (Closing 28. Mai 2021, nunmehr
Frequentis Canada ATM Ltd.) und
•
den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris C4i Pty. Ltd., Melbourne, Australien durch
die von Frequentis Australasia neu gegründete Tochtergesellschaft Frequentis Australia
Holding Pty Ltd. (Closing 30. Juli 2021, nunmehr C4i Pty Ltd.).
Frequentis-Gruppe
36
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Die Transaktionen erweitern das ATM-Produktportfolio von Frequentis. Obwohl über diese Erwerbe
nur ein Vertrag abgeschlossen wurde, werden die einzelnen Transaktionen separat bewertet, da die
Übernahmen der einzelnen Gesellschaften prinzipiell nicht voneinander abhängig waren und auch zu
unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgten. Zusätzlich handelte es sich um unterschiedliche Verkäufer
der einzelnen Gesellschaften innerhalb der L3Harris Gruppe.
Harris Orthogon GmbH
Am 30. April 2021 wurde mit dem Closing der Harris Orthogon Transaktion der Erwerb von 100% der
Anteile an der Harris Orthogon GmbH erfolgreich abgeschlossen. Das Unternehmen mit Sitz in
Bremen, Deutschland, das seit rund 30 Jahren erfolgreich in der Flugsicherung tätig ist, wurde
bereits auf Frequentis Orthogon GmbH (nachfolgend als Orthogon bezeichnet) umfirmiert. Es ist ein
innovativer Anbieter von Lösungen zur Luftverkehrssynchronisation in Flugsicherungszentralen für
Überflug, Ankunft, Abflug und am Flughafen selbst (Air Traffic Control En-Route-, Approach- und
Airport-Flugsicherungszentralen). Die Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung sind unter anderem
dafür geeignet, die Emissionen des Luftverkehrs zu reduzieren.
Die Lösungen von Orthogon erweitern die Frequentis Angebotspalette in Bezug auf integrierte
Gesamtlösungen im Bereich Air Traffic Management. Dadurch kann ein noch umfassenderes
Produktportfolio mit höherer Leistungsfähigkeit und verstärktem Digitalisierungsanteil angeboten
werden.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzte sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
Beizulegender Beizulegender
Zeitwert
Zeitwert
per 30.04.2021 per 30.04.2021
TUSD
TEUR
Basiskaufpreis
8.000
6.625
Orthogon Net Cash
Target Orthogon Net Cash
2.056
0
1.703
0
2.056
1.703
Orthogon Working Capital
Target Orthogon Working Capital
2.891
3.591
-700
2.395
2.975
-580
Zahlungen aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags
463
383
Gesamtkaufpreis
9.818
8.131
Der Basiskaufpreis betrug laut Kaufvertrag TUSD 8.000.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target Net Cash betrug USD 0. Die in der Gesellschaft verbliebenen
liquiden Mittel in Höhe von TUSD 2.056 wirkten daher kaufpreiserhöhend.
Das Target Orthogon Working Capital wurde im Kaufvertrag mit TUSD 3.591 vereinbart.
Orthogon hatte mit einer Konzerngesellschaft der L3Harris einen Ergebnisabführungsvertrag
abgeschlossen. Für den Zeitraum 1. Jänner 2021 bis 30. April 2021 waren demnach von L3Harris in
diesem Zeitraum erwirtschaftete Verluste von Orthogon nach deutschem HGB abzudecken.
Gleichzeitig erhöhte diese Abdeckung den von Frequentis zu bezahlenden Kaufpreis in dieser Höhe.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
37
Entsprechend dem Kaufvertrag wurden TUSD 5.609 mit dem Closing per 30. April 2021, TUSD 4.000
mit dem Closing des Erwerbs der Harris C4i pty. Ltd. per 30. Juli 2021 und TUSD 209 nach finaler
Abstimmung per 29. Dezember 2021 bezahlt.
Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten
sich folgendermaßen zusammen:
Beizulegender
Zeitwert
per 30.04.2021
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Vertragsvermögenswerte
4.858
1.406
1.687
2.667
133
Vertragskosten
Forderung aufgrund Gewinnabführungsvertrag
Übrige Vermögenswerte
383
68
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Passive latente Steuern
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
Pensionsrückstellung
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristigen Rückstellungen
Nettovermögen
1.702
-2.015
-89
-2.183
-1.754
-267
-69
-543
-116
5.868
Konzernanteil
Geschäfts- oder Firmenwert
Übertragene Gegenleistung
5.868
2.263
8.131
Der Geschäfts- oder Firmenwert aus dieser Akquisition lässt sich insbesondere den erwarteten
Synergien aus der Nutzung des weltweiten Vertriebsnetzes des Konzerns und den neuen
Technologien zurechnen.
Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als
laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine
Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem
beizulegenden Zeitwert entsprochen hat.
Seit dem Erwerb hat Orthogon Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 6.411 und ein EBIT von TEUR 692 zu
den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des
Geschäftsjahres 2021 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 8.487 und ein EBIT
von TEUR -502 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.
Frequentis-Gruppe
38
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Geschäftseinheit Harris ATC Solutions der Harris Canada Systems Inc.
Am 28. Mai 2021 erfolgte das Closing bezüglich der Übernahme des Geschäftsbereichs Harris ATC
Solutions von L3Harris. Der Geschäftsbereich stellte bis dahin einen Teilbereich der Harris Canada
Systems Inc. dar und wurde im Hinblick auf die Transaktion von dieser in eine eigens zu diesem
Zweck neu gegründete Gesellschaft eingebracht. Frequentis erwarb zum Closing sodann 100% der
Anteile an dieser neuen Gesellschaft, welche bereits in Frequentis Canada ATM Ltd. umfirmiert
wurde.
Die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Bereich Entwicklung und Business
Development tätig.
Die Übernahme des ATC Geschäftsbereichs war vor allem auf die Erfüllung des NATS-Vertrags
zurückzuführen.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzte sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
Beizulegender Beizulegender
Zeitwert
Zeitwert
per 28.05.2021 per 28.05.2021
TUSD
TEUR
Basiskaufpreis
100
82
Harris ATC Solutions Net Cash
Target Harris ATC Solutions Net Cash
1.262
0
1.036
0
1.262
1.036
Harris ATC Solutions Working Capital
Target Harris ATC Solutions Working Capital
2.391
3.653
1.958
2.994
-1.262
-1.036
Gesamtkaufpreis
100
82
Der Basiskaufpreis in Höhe von TUSD 100 war an keine weiteren Bedingungen geknüpft und wurde
2021 überwiesen.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target Harris ATC Solutions Net Cash betrug TUSD 0. Die in der
Gesellschaft verbliebenen liquiden Mittel in Höhe von TUSD 1.262 wirkten kaufpreiserhöhend.
Im Zuge der Aufstellung der Closing Bilanz haben sich Auffassungsunterschiede, insbesondere
hinsichtlich der Bewertung von Vorräten ergeben. Letztlich erfolgte aus diesem Grund keine
Erhöhung des Kaufpreises für die ATC Solutions. Das dargestellte ATC Solutions Working Capital
beinhaltet eine Rückrechnung auf Basis des bezahlten Kaufpreises.
Zusätzlich wurde im Kaufvertrag vereinbart, dass Frequentis Canada ATM Ltd. die Büroräum-
lichkeiten bis Ende Mai 2022 kostenfrei nutzen kann.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
39
Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten
sich folgendermaßen zusammen:
Beizulegender
Zeitwert
per 28.05.2021
TEUR
Sachanlagen
Nutzungsrecht Büroräumlichkeiten
Vorräte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Vertragsvermögenswerte
133
319
773
899
40
Übrige Vermögenswerte
9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Passive latente Steuern
1.036
-96
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Verbindlichkeiten
-459
-55
-571
2.028
Nettovermögen
Konzernanteil
Gewinn aus Unternehmenserwerb
Übertragene Gegenleistung
2.028
-1.946
82
Der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens überstieg den Wert der über-
tragenen Gegenleistung, da für die Geschäftsjahre 2021 und 2022 mit Verlusten aus der operativen
Tätigkeit gerechnet wird. Der entstandene Gewinn aus Unternehmenserwerb wurde sofort ergebnis-
wirksam erfasst.
Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als
laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine
Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem
beizulegenden Zeitwert entsprochen hat.
Seit dem Erwerb hat Frequentis Canada ATM Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 2.349 und ein EBIT von
TEUR -1.413 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Die Umsatzerlöse und das
EBIT, welche zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen hätten, hätte die Akquisition
zu Beginn des Geschäftsjahres 2021 stattgefunden, können nicht ermittelt werden, da diese
Geschäftseinheit erst zum Closing Stichtag in eine neue Gesellschaft übertragen wurde und bis dahin
einen rechtlich nicht selbständigen Teilbereich innerhalb der L3Harris Gruppe bildete.
Übernahme NATS-Vertrag
Harris hat mit NATS (britische Flugsicherung / Air Navigation Service Provider) am 29. Jänner 2016
einen Vertrag abgeschlossen, der die Lieferung einer Gesamtlösung für ein Voice Communication
System mit anschließender Wartung beinhaltet.
Die zu liefernde Gesamtlösung für mehrere Standorte und mehrere hundert Controller-Arbeitsplätze
umfasst Hardware und Software mit kundenindividuellen Anpassungen.
Mit Deed of Novation and Amendment vom 23. Februar 2021 wurde eine Vereinbarung zwischen NATS
(En Route) plc, L3Harris Technologies, Inc. und Frequentis AG zur Übernahme des Vertrags durch die
Frequentis abgeschlossen. Der Übergang des Vertrags fand mit dem Closing des ATC Solutions
Business in Kanada am 28. Mai 2021 statt.
Frequentis-Gruppe
40
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Ein Kaufpreis für den NATS-Vertrag wurde nicht vereinbart. Das wesentliche Motiv der Frequentis AG
den Vertrag zu übernehmen, war die Rückgewinnung des Kunden NATS, um die eigene Markt-
positionierung zu stärken. Aufgrund der Risiken im Zusammenhang mit der Vertragsübernahme und
der Abwicklung des Projektes ergab sich kein Ansatz eines zum beizulegenden Zeitwert bewerteten
Vermögenswerts.
Harris C4i Pty. Ltd.
Harris C4i mit Sitz in Melbourne, Australien, entwickelt, fertigt und integriert maßgeschneiderte,
einsatzkritische Kommunikationslösungen für das Verteidigungswesen und wird die Frequentis-
Leistungspalette in den Märkten Australien und USA für cybersichere Verteidigungskommunikation
im verschlüsselten und nicht verschlüsselten Bereich verstärken.
In Kombination der missionskritischen Kommunikationsplattformen von Frequentis und C4i ist es
möglich marktführende Technologie und Lösungen anzubieten, die auf umfassenden Sicherheits-,
Compliance- und Exportabwicklungsprozessen basieren. Frequentis ist Marktführer bei
Kommunikationssystemen für die militärische Flugsicherung und durch diese Akquisition wird
eine weltweit dominierende Position im Defence Command & Control Markt gesichert.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzte sich aus den folgenden Komponenten zusammen:
Beizulegender Beizulegender
Zeitwert
Zeitwert
per 30.07.2021 per 30.07.2021
TUSD
TEUR
Basiskaufpreis
12.000
10.005
C4i Net Cash
Target C4i Net Cash
1.357
0
1.141
0
1.357
1.141
C4i Working Capital
Target C4i Working Capital
5.514
4.216
1.298
4.638
3.546
1.092
Zahlungen aufgrund Gruppenbesteuerung
-348
-293
Gesamtkaufpreis
14.307
11.945
Der Basiskaufpreis in Höhe von TUSD 12.000 war an keine weiteren Bedingungen geknüpft und
wurde am 30. Juli 2021 mit der ersten Teilzahlung des Gesamtkaufpreises in Höhe von TUSD 13.016
bezahlt.
Das im Kaufvertrag vereinbarte Target C4i Net Cash betrug USD 0. Die in der Gesellschaft
verbliebenen liquiden Mittel in Höhe von TUSD 1.357 wirkten daher kaufpreiserhöhend.
Das Target C4i Working Capital wurde im Kaufvertrag mit TUSD 4.216 vereinbart.
Aufgrund einer Gruppenbesteuerung bestand noch eine offene Steuerverbindlichkeit zwischen Harris
C4i und L3Harris. Diese Verbindlichkeit in Höhe von TUSD 348 reduzierte den Kaufpreis.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
41
Im Zuge der Aufstellung der Closing Bilanz haben sich Auffassungsunterschiede, insbesondere
hinsichtlich der Bewertung von Vorräten und Projekten ergeben. Letztlich erfolgte aus diesem Grund
eine Restzahlung des Kaufpreises in Höhe von TUSD 1.291 für die Harris C4i, welche am
29. Dezember 2021 von Frequentis bezahlt wurde. Das dargestellte C4i Working Capital beinhaltet
eine Rückrechnung auf Basis des bezahlten Kaufpreises.
Die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden setzten
sich folgendermaßen zusammen:
Beizulegender
Zeitwert
per 30.07.2021
TEUR
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
6.052
538
Vorräte
772
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Vertragsvermögenswerte
Übrige Vermögenswerte
1.392
5.791
747
Termingelder
193
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Passive latente Steuern
1.141
-1.034
-54
-1.713
-231
-389
-1.021
-234
11.950
Langfristige Rückstellungen
Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
Sonstige kurzfristige Rückstellungen
Nettovermögen
Konzernanteil
Gewinn aus Unternehmenserwerb
Übertragene Gegenleistung
11.950
-5
11.945
Der beizulegende Zeitwert des übernommenen Nettovermögens überstieg den Wert der über-
tragenen Gegenleistung mit TEUR 5. Der entstandene Gewinn aus Unternehmenserwerb wurde
sofort ergebniswirksam erfasst.
Direkt mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten wurden als
laufender Aufwand in der Periode berücksichtigt. In den übernommenen Forderungen waren keine
Forderungen enthalten, die voraussichtlich uneinbringlich sind, weshalb der Buchwert dem
beizulegenden Zeitwert entsprochen hat.
Seit dem Erwerb hat C4i Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 10.091 und ein EBIT von TEUR 1.528 zu den
Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen. Hätte die Akquisition zu Beginn des
Geschäftsjahres 2021 stattgefunden, hätten sie Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 22.338 und ein EBIT
von TEUR 1.950 zu den Konzernwerten der Frequentis-Gruppe beigetragen.
Sonstige Änderungen im Konsolidierungskreis
Per 20. Mai 2021 wurde die TEAM Communication Technology Management GmbH in team
Technology Management GmbH umfirmiert.
Im Mai 2021 erfolgte die Gründung der Frequentis Australia Holding Pty Ltd (Sitz in Hendra,
Australien), bei welcher die Frequentis Australasia Pty Ltd 100% der Anteile hält.
Frequentis-Gruppe
42
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Prinzips der
fortgeführten Anschaffungskosten. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente,
Eigenkapitalinstrumente und bedingte Kaufpreisverpflichtungen, welche zum beizulegenden Zeitwert
und Personalrückstellungen, die nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (PUC Methode) bewertet
werden.
Die Abschlüsse aller vollkonsolidierten Unternehmen sind auf Basis konzerneinheitlicher
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erstellt. Bei den angewandten Bewertungsmethoden der
nach der Equity Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen ergeben sich keine wesentlichen
Abweichungen zu den Bewertungsgrundsätzen der Frequentis-Gruppe.
Beim Unternehmenserwerb werden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden der
erworbenen Tochterunternehmen nach IFRS 3 mit ihren beizulegenden Zeitwerten zum
Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigt der beizulegende Zeitwert der übertragenen Gegenleistung
und der Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen die
beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden, so wird
der Unterschiedsbetrag als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden nach
nochmaliger Überprüfung der Wertansätze sofort erfolgswirksam in der Gewinn- und
Verlustrechnung erfasst.
Der Konzernabschluss der Frequentis AG wird in Euro (EUR) erstellt. Alle Beträge sind, sofern nichts
anderes angeführt ist, in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge
können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen auftreten.
Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, deren funktionale Währung eine andere als der
Euro ist, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode in die Berichtswährung (EUR)
umgerechnet. Die Eigenkapitalposten werden mit historischen Kursen, die übrigen Bilanzposten mit
dem Devisenmittelkurs des Bilanzstichtags bewertet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und
Verlustrechnung erfolgt mit Jahresdurchschnittskursen. Die sich aus den unterschiedlichen Kursen
ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst und bis zur
Veräußerung der Tochtergesellschaft als eigener Posten „Ausgleichsposten aus Währungs-
umrechnung” im Eigenkapital ausgewiesen.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen sind
folgende (Umrechnungskurse für 1 Euro):
Stichtagskurs
31.12.2021
Stichtagskurs Durchschnittskurs Durchschnittskurs
Währung
AED
31.12.2020
4,51
31.12.2021
4,34
31.12.2020
4,21
Dirham der Vereinigten
Arabischen Emirate
4,16
AUD
BRL
CAD
CNY
CZK
GBP
NOK
SGD
RON
USD
Australischer Dollar
Brasilianischer Real
Kanadischer Dollar
Chinesischer Renminbi Yuan
Tschechische Krone
Britischer Pfund
Norwegische Krone
Singapur Dollar
Rumänischer Leu
1,56
6,31
1,44
7,19
24,86
0,84
9,99
1,53
4,95
1,13
1,59
6,37
1,56
8,02
26,24
0,90
10,47
1,62
4,87
1,23
1,58
6,38
1,48
7,61
25,65
0,86
10,16
1,59
4,93
1,18
1,66
6,00
1,54
7,90
26,50
0,89
10,78
1,58
4,84
1,15
Amerikanischer Dollar
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
43
Umsatzerlöse, Erträge und Aufwendungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus der
Verrechnung zwischen konsolidierten Unternehmen sowie aus dem konzerninternen Lieferungs- und
Leistungsverkehr resultierende Zwischenergebnisse werden unter Berücksichtigung von latenten
Steuern eliminiert.
Neue und geänderte Standards und Interpretationen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses wurden folgende Änderungen bestehender IAS, IFRS
Standards bzw. Interpretationen sowie die neu herausgegebenen Standards und Interpretationen,
soweit sie bis zum 31. Dezember 2021 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurden
und bis zu diesem Zeitpunkt in Kraft getreten sind, beachtet:
•
•
COVID-19 bedingte Änderungen (Mieterleichterungen) (IFRS 16)
Zinssatz-Richtgrößen-Reform – Phase 2 (Änderungen IFRS 9, IAS 39, IFRS 7 und IFRS 16)
Soweit im Einzelnen anwendbar, wurden die angeführten Bestimmungen im vorliegenden
Konzernabschluss umgesetzt. Die Auswirkungen auf den Abschluss aufgrund dieser Änderungen
waren unwesentlich. COVID-19 bedingte Änderungen (Mieterleichterungen) des IFRS 16 wurden nicht
in Anspruch genommen, da keine Mieterleichterungen vorlagen.
Darüber hinaus wurden folgende neue bzw. geänderte Standards teilweise bereits in EU-Recht
übernommen, welche jedoch für das Geschäftsjahr 2021 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren.
Diese Standards wurden auch nicht freiwillig vorzeitig angewendet, selbst wenn jene bereits in EU-
Recht übernommen waren:
Von der EU
Anzuwenden für
Wesentliche
Neue geänderte IFRS
übernommen Wirtschaftsjahre ab
Auswirkungen
IAS 16
IAS 37
Sachanlagen – Einnahmen vor der
beabsichtigten Nutzung
Belastende Verträge – Kosten für
die Erfüllung eines Vertrags
Verweise auf das Rahmenkonzept
Versicherungsverträge
Klassifizierung von Schulden als
kurz- oder langfristig
Angaben zu
28.06.2021
2022
keine
28.06.2021
28.06.2021
19.11.2021
2022
2022
2023
keine
keine
keine
IFRS 3
IFRS 17
IAS 1
offen
2023
2023
keine
keine
IAS 1
IAS 8
Rechnungslegungsmethoden
Rechnungslegungsmethoden,
Änderung von
02.03.2022
rechnungslegungsbezogenen
Schätzungen und Fehler
02.03.2022
2023
keine
IAS 12
Latente Steuern auf
Vermögenswerte und Schulden,
die aus einer Transaktion
resultieren
Jährliche Verbesserungen der
IFRS (Zyklus 2018 – 2020)
offen
2023
2022
keine
keine
28.06.2021
Frequentis-Gruppe
44
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Fehlerkorrekturen
Im Berichtsjahr kam es zu einer Fehlerkorrektur im Zusammenhang mit dem Ausweis einer Option
des nicht beherrschenden Gesellschafters der ELARA Leitstellentechnik GmbH, seinen von ihm
gehaltenen Geschäftsanteil auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall
unwiderruflich verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab
14. November 2022 ausgeübt werden.
Bisher wurde die Verpflichtung aus der Option nicht bilanziert. Bei der Put Option handelt es sich
gemäß IAS 32 um ein Schuldinstrument, welches als finanzielle Verbindlichkeit zum beizulegenden
Zeitwert in der Bilanz auszuweisen ist. In den Folgeperioden werden in Übereinstimmung mit IFRS 10
Anpassungen der Verpflichtung auf den beizulegenden Zeitwert direkt im Eigenkapital erfasst.
Der relevante Eigenkapitalwert entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanz-
verschuldung der ELARA Leitstellentechnik GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer
Multiple-Bewertung bestimmt. Basis dieser Multiple-Bewertung sind die durchschnittlichen Umsatz-
und EBIT Werte aus den Jahresabschlüssen für die letzten zwei der Optionsausübung unmittelbar
vorausgegangenen Geschäftsjahre.
Der Fehler wurde korrigiert, indem die betroffenen Posten des Abschlusses für die Vorjahre
entsprechend angepasst wurden.
Die nachstehende Tabelle fasst die Auswirkungen auf den Konzernabschluss zusammen.
01.01.2020
berichtet Anpassungen
01.01.2020
angepasst
TEUR
TEUR
81.691
1.568
TEUR
-538
-168
Gewinnrücklagen
81.153
1.400
Nicht beherrschende Anteile
Sonstige langfristige finanzielle
Verbindlichkeiten
663
706
1.369
31.12.2020
berichtet Anpassungen
31.12.2020
angepasst
TEUR
TEUR
75.863
3.751
TEUR
-1.187
-369
Gewinnrücklagen
Nicht beherrschende Anteile
74.676
3.382
Sonstige langfristige finanzielle
Verbindlichkeiten
1.722
1.556
3.278
Auswirkungen der COVID-19 Pandemie
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale
Wirtschaftskrise aus. Frequentis konnte sich nicht vollständig von den konjunkturellen
Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese
Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden. Die COVID-19
Pandemie hatte folgende Auswirkungen auf das Berichtsjahr:
•
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen
nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten zwar gegenüber
2020 erhöht haben, aber noch auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zu Vorpandemie-
zeiten liegen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
45
•
In der Berichtsperiode kam es zu keinen COVID-19 Pandemie bedingten Forderungs-
ausfällen, da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor angehören. Bei den
Wertberichtigungen gem. IFRS 9 wurde unverändert zum Jahr 2020 ein Skalarfaktor von 1,5
berücksichtigt (siehe Kapitel 23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen), da
unverändert mit höheren Insolvenzen in Folgejahren gerechnet wird.
•
•
Aufgrund der COVID-19 Pandemie hat die Frequentis-Gruppe beurteilt, ob ein Anhaltspunkt
für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt. Es wurden bei einer Gesellschaft
Anhaltspunkte für eine COVID-19 Pandemie bezogene Wertminderung festgestellt und
entsprechend berücksichtigt (siehe Kapitel 17. Immaterielle Vermögenswerte).
Vereinzelt wurden auf Kundenwunsch aufgrund der COVID-19 Pandemie Verschiebungen
von Projektmeilensteinen verhandelt, wodurch es zu Umsatzverschiebungen und späteren
Zahlungsmeilensteinen gekommen ist.
In Anbetracht der laufenden Mutationen des Corona-Virus ist die Dauer der Corona-Krise nicht
zuverlässig abschätzbar. Es ist nicht auszuschließen, dass im Jahr 2022 aufgrund neu auftretender
Virusvarianten nochmals Lockdowns in den einzelnen Ländern erforderlich sein könnten, und daher
doch bestimmte Unsicherheiten im Hinblick auf die künftigen Unternehmensergebnisse bestehen. Da
das Unternehmen bereits 2020 und 2021 diesbezüglich Erfahrungen gesammelt und ausreichende
Ressourcen hat, um die Geschäftstätigkeit weiterzuführen, bestehen keine Unsicherheiten bezüglich
des Fortbestands des Unternehmens. Der Konzernabschluss wurde daher unter der Prämisse der
Unternehmensfortführung erstellt.
Die Frequentis-Gruppe hat im Berichtsjahr unterschiedliche staatliche Unterstützungen von in
Summe TEUR 428 (2020: TEUR 815) erhalten. Der größte Teil davon (TEUR 247) ist auf die
Inanspruchnahme der Investitionsprämie in Österreich zurückzuführen, davon entfällt auf die
Frequentis AG ein Betrag von TEUR 186 (2020: TEUR 13).
Der im Jahr 2020 gewährte Kredit bei einer Tochtergesellschaft in Großbritannien in Höhe von
TEUR 56 mit einer staatlichen Garantie und 0% Zinsen im ersten Jahr und keiner Rückzahlung für die
ersten 18 Monate wies per 31. Dezember 2021 einen aushaftenden Betrag von TEUR 54 aus.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungen ausgewiesen. Die
Anschaffungskosten von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen umfassen den Kaufpreis
einschließlich der Importzölle und nicht erstattungsfähiger Steuern und all jene direkt zurechen-
baren Kosten, die entstehen, um den Vermögenswert an den zur Nutzung vorgesehenen Ort zu
bringen und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten selbst erstellter
Sachanlagen umfassen neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene
Material- und Fertigungsgemeinkosten.
Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten
Vermögenswerts zugeordnet werden können, werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungs-
kosten dieses Vermögenswerts aktiviert. Andere Fremdkapitalkosten werden als Aufwand erfasst.
Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden linear über folgende Nutzungsdauern
abgeschrieben und sind gegenüber dem Vorjahr unverändert:
Bauten auf fremden Grund
5 - 40 Jahre
3 - 10 Jahre
2 - 20 Jahre
3 - 10 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Software und Lizenzen
Frequentis-Gruppe
46
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Instandhaltung und Reparaturen werden im Jahr des Anfalls als laufender Aufwand gebucht, Ersatz-
sowie wertsteigernde Investitionen werden aktiviert. Bei Anlagenabgängen werden die Anschaffungs-
kosten und die kumulierten Abschreibungen in den Büchern als Abgang erfasst, wobei die Differenz
zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen
Erträgen oder Aufwendungen erfasst wird.
Geschäfts- oder Firmenwerte
Geschäfts- oder Firmenwerte, welche ausschließlich aus Unternehmenszusammenschlüssen
resultieren, unterliegen keinen planmäßigen Abschreibungen, sondern werden mindestens einmal
jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
Wertminderungen
Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sowie
immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens jährlich einem
Werthaltigkeitstest unterzogen. Der Test erfolgt unabhängig davon, ob konkrete Sachverhalte
vorliegen, die auf einen Wertminderungsbedarf schließen lassen. Für den Werthaltigkeitstest der
Geschäfts- oder Firmenwerte werden diese den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet,
denen der Nutzen aus dem Unternehmenserwerb zugutekommt.
Entsprechend den Regelungen des IAS 36 „Wertminderungen von Vermögenswerten“ wird eine
Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts dann vorgenommen, wenn der Buchwert der
zugehörigen zahlungsmittelgenerierenden Einheit den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert
abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt.
Geschäfts- oder Firmenwerte, Immaterielle Vermögenswerte sowie Sachanlagen werden einem
Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn es Hinweise gibt, dass Gründe für eine Wertminderung
vorliegen könnten. Dies gilt unabhängig davon, ob sie noch genutzt werden oder veräußert werden
sollen. Vermögenswerte sind dann wertzumindern, wenn der Buchwert den höheren Betrag aus
beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert übersteigt. Der
Nutzungswert wird anhand der erwarteten zukünftigen Zahlungszuflüsse ermittelt, die der
Vermögenswert bei fortgesetzter Verwendung über die Nutzungsperiode oder durch einen möglichen
Verkauf wahrscheinlich generieren wird. Wenn der erzielbare Betrag für einzelne Vermögenswerte
nicht bestimmbar ist, wird dieser für jene zahlungsmittelgenerierende Einheit, zu welcher der
Vermögenswert zugeordnet wurde, ermittelt. Wenn hinsichtlich der geschätzten künftigen
Zahlungsströme wesentliche Unsicherheiten auftreten, werden mehrere risikogewichtete Cash Flow
Szenarien der Ermittlung des Nutzungswerts zugrunde gelegt.
Ergibt sich bei diesem Test ein Wertminderungsbedarf, so wird der entsprechende Aufwand in der
Position Wertminderung Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen.
Wenn Hinweise vorliegen, dass Gründe, die in der Vergangenheit zu einer Wertminderung von
Sachanlagen oder Immateriellen Vermögenswerten (außer Geschäfts- oder Firmenwerten) geführt
haben, nicht mehr bestehen, wird geprüft, ob eine Zuschreibung erfolgen muss.
Anteile an assoziierten Unternehmen
Assoziierte Unternehmen sind Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss,
jedoch keine Beherrschung oder gemeinschaftliche Führung in Bezug auf die Finanz- und
Geschäftspolitik hat. Assoziierte Unternehmen werden im Konzernabschluss nach der Equity
Methode bilanziert und erstmalig mit den Anschaffungskosten angesetzt. In Folgeperioden erhöht
oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil der Frequentis-Gruppe am
Gewinn oder Verlust des Beteiligungsunternehmens.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
47
Falls Indikatoren vorliegen, die auf eine Wertminderung der Beteiligung an dem nach der Equity
Methode bilanzierten Unternehmen hindeuten, wird der Ansatz auf seine Werthaltigkeit überprüft. Es
erfolgt keine separate Prüfung des anteiligen Geschäfts- oder Firmenwerts. Die Prüfung wird für den
gesamten Beteiligungsbuchwert durchgeführt. Daher werden Wertminderungen nicht gesondert dem
im Beteiligungsbuchwert enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet und können auch in
Folgeperioden wieder vollständig wertaufgeholt werden.
Leasingverhältnisse
Da die Frequentis-Gruppe nur unwesentliche Verträge abgeschlossen hat, in denen sie als
Leasinggeber fungiert, werden nachfolgend nur die Regelungen für den Leasingnehmer dargestellt.
Bei Vertragsbeginn beurteilt die Frequentis-Gruppe, ob ein Vertrag ein Leasingverhältnis begründet
oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines bestimmten
identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu
kontrollieren.
Am Bereitstellungstag oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt
die Frequentis-Gruppe das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzel-
veräußerungspreise auf. Nichtleasingkomponenten in Verträgen, wie zum Beispiel Elektrizität,
Wartung etc., sind von der Berechnung der Nutzungsrechte ausgenommen. Am Bereitstellungstag
erfasst die Frequentis-Gruppe einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine
Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der
erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um etwaige anfängliche
direkte Kosten sowie Kosten der Wiederherstellung des zugrundeliegenden Vermögenswerts,
abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.
In Übereinstimmung mit IFRS 16 entspricht die Laufzeit des Leasingverhältnisses grundsätzlich der
unkündbaren Grundlaufzeit des Vertrags. Zusätzlich werden Optionen zur Verlängerung oder
Kündigung des Vertrags einbezogen.
Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht
geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem zugrundeliegenden Zinssatz des
Leasingverhältnisses, oder wenn sich dieser nicht ohne Weiteres ermitteln lässt, mit dem
Grenzfremdkapitalzinssatz der Frequentis-Gruppe, angesetzt. Normalerweise nutzt die Frequentis-
Gruppe den Grenzfremdkapitalzinssatz.
Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet die Frequentis-Gruppe Zinssätze von
verschiedenen externen Finanzquellen und adaptiert diese, um die Laufzeit des Vertrags zu
berücksichtigen.
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen
•
•
•
•
feste Zahlungen, einschließlich de facto feste Zahlungen,
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind,
Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind,
den Ausübungspreis einer Kaufoption oder die Leasingzahlungen einer
Verlängerungsoption, wenn die Frequentis-Gruppe hinreichend sicher ist, diese auszuüben
sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung, es sei denn die Frequentis-Gruppe ist
hinreichend sicher, diese nicht auszuüben.
•
Der Ausweis des Nutzungsrechts am jeweiligen Leasinggegenstand erfolgt unter demselben Posten
im Sachanlagevermögen, unter dem der zugrunde liegende Vermögenswert im Falle eines Erwerbs
ausgewiesen worden wäre.
Frequentis-Gruppe
48
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Die Nutzungsrechte aus Leasingverträgen werden linear über die betriebliche Nutzungsdauer der
Vermögenswerte oder die kürzere Vertragslaufzeit einschließlich etwaiger Verlängerungsoptionen
abgeschrieben. Der planmäßigen Abschreibung werden folgende Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Nutzungsrechte Grundstücke und Gebäude
Nutzungsrechte andere Anlagen und Betriebs- und
Geschäftsausstattung
2 - 8 Jahre
2 - 6 Jahre
Die Nutzungsdauern sind gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Anwendung der Effektivzins-
methode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer
Index- oder (Zins- )Satzänderung verändern, wenn die Zahlung aus einer Restwertgarantie angepasst
wird und wenn sich die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder
Kündigungsoption ändert.
Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des
Buchwerts des Nutzungsrechts vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn
sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat.
Die Frequentis-Gruppe hat entschieden, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für
Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für
kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Es wurde auch von der Möglichkeit Gebrauch
gemacht immaterielle Vermögenswerte vom Anwendungsbereich von IFRS 16 auszunehmen. Die
Frequentis-Gruppe erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden
Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand.
Leasingzahlungen werden in Zahlungen für Zinsen und Tilgung getrennt und der Tilgungsanteil im
Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit und die Zinszahlungen im Geldfluss aus der betrieblichen
Tätigkeit ausgewiesen.
Finanzinstrumente
Ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit werden beim erstmaligen Ansatz
zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten bewertet. Davon ausgenommen sind
finanzielle Vermögenswerte, die als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ bewertet
kategorisiert wurden. Hier erfolgt der Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert ohne Berücksichtigung
von Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche
Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zum Transaktionspreis bewertet. Die
erstmalige Erfassung von originären Finanzinstrumenten erfolgt am Erfüllungstag, die von
derivativen Finanzinstrumenten am Handelstag. Gewinne bzw. Verluste aus dem Abgang von
Finanzinstrumenten werden ermittelt, indem der Buchwert mit dem Erlös aus dem Verkauf
verglichen wird.
Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:
•
•
•
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI)
Zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Periodenergebnis (FVTPL)
Die Festlegung der Einstufungskategorie erfolgt getrennt nach Art des Instruments: derivatives
Finanzinstrument, Eigenkapitalinstrument und Fremdkapitalinstrument.
Für alle erfassten finanziellen Vermögenswerte erfolgt die Folgebewertung abhängig von der
Einstufungskategorie.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
49
Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei
denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In
diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode
reklassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.
Ein finanzieller Vermögenswert wird, wenn es sich um ein Schuldinstrument handelt, zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und
er nicht als FVTPL designiert wurde:
•
•
Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht,
finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu
halten; und
die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten
Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den
ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Im Konzern fallen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Kredite und sonstige Forderungen
mit festen oder bestimmbaren Zahlungen in diese Kategorie. Diese Vermögenswerte werden zu
fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Die
fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertminderungsaufwendungen vermindert.
Zinserträge, Wechselkursgewinne und -verluste, Effekte aus der Ausbuchung sowie Wert-
minderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst.
Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind
und es nicht als FVTPL designiert wurde:
•
•
Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl darin
besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme
zu halten als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte; und
seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die
ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Im Konzern wird in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 kein Instrument dieser Kategorie zugeordnet.
Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstrumentes, das nicht zu Handelszwecken gehalten
wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des
Investments im sonstigen Ergebnis zu zeigen. Dieses Wahlrecht wird einzelfallbezogen für jedes
Investment ausgeübt.
Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI
bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Dies umfasst alle derivativen finanziellen Vermögens-
werte, welche nicht in eine Cash Flow Hedge Sicherungsbeziehung designiert wurden. Im Konzern
wird in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 kein finanzieller Vermögenswert gehalten, der zu FVTPL
designiert wurde.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert (FVTPL) eingestuft und bewertet. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu
FVTPL eingestuft, wenn sie als zu Handelszwecken gehalten eingestuft wird, ein Derivat ist oder beim
Erstansatz des Derivats als Sicherungsinstrument designiert wird.
Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und
Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust
erfasst.
Frequentis-Gruppe
50
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungs-
kosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Zinsaufwendungen, Fremdwährungsumrechnungs-
differenzen sowie Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden im Gewinn oder Verlust
erfasst.
Der Konzern hält derivative Finanzinstrumente in Form von Devisentermingeschäften zur
Absicherung von Währungsrisiken.
Derivate werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen der
Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende
Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn die Derivate wurden in
eine Sicherungsbeziehung designiert, welche als Cash Flow Hedge klassifiziert wird.
Im Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme („Cash Flow Hedge“) aus einer
erfassten Forderung oder Verbindlichkeit oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig
eintretenden Transaktion wird der effektive Teil der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte im
sonstigen Ergebnis und der ineffektive Teil sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die
Beträge, die im sonstigen Ergebnis abgegrenzt wurden, werden in die Gewinn- und Verlustrechnung
(Umsatzerlöse, sonstige Erträge bzw. sonstige Aufwendungen) jener Periode transferiert, in der das
gesicherte Grundgeschäft die Ergebnisrechnung beeinflusst.
Zum Beginn der designierten Sicherungsbeziehungen dokumentiert der Konzern die Risiko-
managementziele und -strategien, die er im Hinblick auf die Absicherung verfolgt. Der Konzern
dokumentiert des Weiteren die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft
und dem Sicherungsinstrument und ob erwartet wird, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme
des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren. Ein Designieren von
Sicherungsinstrumenten erfolgte nur für Absicherungen von Zahlungsströmen aus Projekten deren
Ausführung vor dem 01. Jänner 2019 begonnen wurde.
Um eine quantitative Aussage über die kompensierende Wirkung des Sicherungsinstruments treffen
zu können, wird bei Abschluss des Derivats ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Sofern die
Voraussetzungen zur Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung erfüllt sind, wird das derivative
Finanzinstrument als Sicherungsinstrument designiert. Die Wirksamkeit der Absicherung wird
jährlich durch einen retrospektiven Effektivitätstest auf Basis eines hypothetischen Derivats geprüft.
Nach IFRS 9 hat ein Unternehmen die Möglichkeit die Forward- und Spot-Komponenten eines
Termingeschäfts zu separieren und als Sicherungsinstrument nur die Veränderungen im Wert der
Spot-Komponenten zu designieren. Dementsprechend hat die Frequentis-Gruppe dieses Wahlrecht
in Anspruch genommen und das Forward-Element und das Kreditrisiko im Zusammenhang mit den
Derivaten separiert und im Berichtsjahr erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Veränderung des designierten Teils (Spot-Komponente) wird erfolgsneutral im sonstigen
Ergebnis dargestellt.
Soweit eine solche dokumentierte Zuordnung für derivative Finanzinstrumente, die wirtschaftlich ein
Fremdwährungsrisiko absichern, zu ausreichend konkretisierten zukünftigen Zahlungsströmen im
Berichtsjahr nicht bestand, wurden die Auswirkungen aus der Bewertung erfolgswirksam erfasst.
Forderungen sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit
dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenmittelkurs bewertet.
Weist ein Vermögenswert beim Zugang noch keine Wertminderung auf, wird er bei der erstmaligen
Beurteilung nach dem Konzept der 12-Monats-Kreditausfälle beurteilt. Diese Beurteilung wird
grundsätzlich für folgende Bilanzstichtage beibehalten. Ist das Kreditrisiko eines finanziellen
Vermögenswerts am Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz signifikant gestiegen, ist die
Bewertung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste anzuwenden. Die
Berechnung nach dem Konzept der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste ist bei Forderungen
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
51
aus Lieferung und Leistung sowie Vertragsvermögenswerten ohne wesentlicher Finanzierungs-
komponente immer anzuwenden.
Bei der Feststellung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswerts seit der erstmaligen
Erfassung signifikant gestiegen ist und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten
berücksichtigt die Frequentis-Gruppe angemessene und unterstützbare Informationen, die mit
wirtschaftlich vernünftigen Anstrengungen relevant und verfügbar sind. Dies umfasst sowohl
quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, basierend auf der historischen
Erfahrung der Frequentis-Gruppe und in die Zukunft gerichteten Informationen sowie einer
fundierten Bonitätsbeurteilung.
Vorräte
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten
oder zum Nettoveräußerungswert. Die Wiederbeschaffungswerte der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
stellen die beste verfügbare Bewertungsgrundlage für den Nettoveräußerungswert dar.
Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum
niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der im
gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Verkaufspreis, abzüglich der noch bis zur Fertigstellung
anfallenden Kosten sowie der notwendigen Vertriebskosten. Für die Ermittlung der Herstellungs-
kosten werden direkt zurechenbare Kosten sowie fixe und variable Material- und Fertigungs-
gemeinkosten herangezogen. Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert, da die Kriterien nach IAS 23
nicht erfüllt sind. Die Ermittlung des Wareneinsatzes einer Periode erfolgt nach dem gleitenden
Durchschnittspreisverfahren.
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden
Die Frequentis-Gruppe bilanziert Kundenverträge gemäß IFRS 15 unter Anwendung des 5 Stufen-
Modells. Zu Beginn des Modells steht die Identifizierung des Vertrags mit dem Kunden, gefolgt von
der Identifizierung der separaten Leistungsverpflichtungen. Demnach sind eigenständig abgrenzbare
Dienstleistungen sowie Bündel aus Gütern und Dienstleistungen zu separieren. Im dritten Schritt
wird der Transaktionspreis bestimmt. Als Transaktionspreis gilt der Betrag der Gegenleistung, auf
den das liefernde Unternehmen im Austausch gegen die gelieferten Güter oder Dienstleistungen
erwartungsgemäß Anspruch hat. Anschließend wird der Transaktionspreis auf die identifizierten
Leistungsverpflichtungen aufgeteilt. Im letzten Schritt ist die Umsatzrealisierung bei Erfüllung der
Leistungsverpflichtung festzustellen. Die Umsatzrealisierung findet entweder über einen bestimmten
Zeitraum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt statt.
Für die überwiegende Mehrheit der Verträge mit Kunden erfolgt die Umsatzrealisierung zeitraum-
bezogen. Der zu realisierende Umsatz wird dabei aufgrund des Leistungsfortschritts bei den
einzelnen Projekten unter Verwendung der Cost-to-Cost Methode ermittelt. Bei dieser Methode
werden Umsätze im Verhältnis der tatsächlich angefallenen Herstellungskosten zu den erwarteten
Gesamtkosten erfasst. Auswirkungen aufgrund von Änderungen in den geschätzten Gesamtkosten
werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst.
Bei gewissen Dienstleistungen (z.B. Beratungen oder Reparaturen) mit kurzer Durchlauf- bzw.
Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen sowie bei Verkauf von
Standardprodukten ohne kundenspezifischen Adaptierungen oder umfangreichen Arbeiten, um das
Produkt beim Kunden in Betrieb nehmen zu können, wird eine zeitpunktbezogene
Umsatzrealisierung durchgeführt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei Übergang der
Verfügungsgewalt oder vollständiger Erbringung der Dienstleistung an den Kunden.
In den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden sind keine wesentlichen
Finanzierungskomponenten enthalten.
Frequentis-Gruppe
52
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
Bestimmte Kosten, die bei der Anbahnung und der Erfüllung eines Vertrags über die Lieferung von
Gütern und Dienstleistungen an Kunden entstehen, werden als Vertragskosten (hauptsächlich
Vertragsprovisionen) aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und
Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.
Unter den Vertragsverbindlichkeiten werden sämtliche Verpflichtungen aus Kundenverträgen (Güter
oder Dienstleistungen), für die die Frequentis-Gruppe bereits eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch
zu erhalten) hat, ausgewiesen. Dies betrifft vor allem Anzahlungen von Kunden sowie noch zu
erbringende Leistungen für bereits abgerechnete Projekte.
Leistungen an Arbeitnehmer
Die Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläen wurden gemäß IAS 19 („Employee
Benefits“) aufgrund versicherungsmathematischer Gutachten nach dem laufenden Einmalprämien-
verfahren („Projected Unit Credit Method”) bewertet.
Bei der Ermittlung der Abfertigungsverpflichtung wurde als Pensionsantrittsalter der frühest-
mögliche Zeitpunkt für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2018 zugrunde gelegt.
Die Pensionsrückstellung wurde aufgrund eines versicherungsmathematischen Gutachtens
ermittelt. Aufgrund der Verpfändung der Pensionsversicherung an den Vorstand erfüllt diese die
Definition von Planvermögen („Plan Assets“) und es wird eine Saldierung der Pensionsrückstellung
mit dem Wert der bereits angesparten Pensionsversicherung gemäß IAS 19 durchgeführt.
Die Effekte aus der Neubewertung werden für Abfertigungen und Pensionen im sonstigen Ergebnis
dargestellt. Ein etwaiger nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam
ausgewiesen. Der Zinsaufwand wird gemeinsam mit dem Dienstzeitaufwand im Personalaufwand
erfasst.
Anteilsbasierte Vergütung
Die Frequentis AG hat im Rahmen eines langfristigen Aktienprogramms eine anteilsbasierte
Vergütung an einen Vorstand gewährt, deren Bilanzierung nach IFRS 2 (Share-based Payment)
erfolgt. Die Zuteilung erfolgt ausschließlich in Aktien. Die Frequentis AG bewertet diese Instrumente
daher mit dem beizulegenden Zeitwert der Aktien am Tag der Gewährung. Dabei werden die
Ausübungsbedingungen, unter denen die Instrumente gewährt werden, berücksichtigt. Der Aufwand
wird über die erforderliche Dienstzeit verteilt.
Rückstellungen
Rückstellungen werden dann gebildet, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige
Verpflichtung (rechtlich oder faktisch) entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit
wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine zuverlässige
Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt zum
voraussichtlichen Erfüllungsbetrag. Die Rückstellungen werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft
und der jeweiligen Neueinschätzung angepasst. Bei wesentlichen Zinseffekten werden langfristige
Rückstellungen mit dem Barwert der erwarteten Ausgaben zur Erfüllung der Verpflichtung
angesetzt.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
53
Forschungs- und Entwicklungskosten
Forschungsprojekte beschäftigen sich mit eigenständiger, planmäßiger Forschung mit der Absicht
neue wissenschaftliche oder technische Erkenntnisse zu erlangen. Diese Projekte umfassen bei der
Frequentis-Gruppe meist einen Zeithorizont von 3 bis 10 Jahren und haben ein ungewisses
technisches und kommerzielles Ergebnis. Alle Forschungskosten werden als Aufwand erfasst
(IAS 38.54).
Entwicklungsprojekte umfassen Aufwendungen, die dazu dienen, theoretische Erkenntnisse
technisch und kommerziell umzusetzen. Sofern die Voraussetzungen zur Aktivierung als
immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38.21 erfüllt sind, werden die direkt zuordenbaren
Entwicklungskosten aktiviert, ist dies nicht der Fall, werden auch Entwicklungskosten als laufender
Aufwand erfasst. Im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr, wie auch im Vorjahr, war die technische
Machbarkeit der Hardware- und Softwareentwicklungsvorhaben einerseits noch nicht einschätzbar
oder aufgrund der engen Verzahnung der Forschungs- und Entwicklungsphasen nicht eindeutig
abgrenzbar und andererseits gelingt die Bestätigung der technologischen Realisierbarkeit und
Verwertbarkeit generell erst kurz vor Marktreife in Projekten. Daher waren die Aktivierungs-
voraussetzungen in den Geschäftsjahren 2021 und 2020 nicht erfüllt.
Zuschüsse
Dem Konzern gewährte Aufwandszuschüsse werden bei Erfüllung der Ansatzvoraussetzungen sofort
erfasst und entsprechend dem zeitlichen Anfall der Aufwendungen ergebniswirksam realisiert.
Zuwendungen zu Vermögenswerten, das heißt Zuwendungen, die an die Hauptbedingung geknüpft
sind, dass ein Unternehmen langfristige Vermögenswerte kauft, herstellt oder auf andere Weise
erwirbt, werden vom jeweiligen Vermögenswert abgezogen und daher mit den bezuschussten
Vermögenswerten saldiert dargestellt (Nettodarstellung).
Ertragsteuern
Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern. Tatsächliche und latente Steuern
werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ausgenommen in dem Umfang, in dem sie mit einem
Unternehmenszusammenschluss oder mit einem direkt im Eigenkapital oder im sonstigen Ergebnis
erfassten Posten verbunden sind.
Tatsächliche Steuern sind die erwartete Steuerschuld oder Steuerforderung auf das für das
Geschäftsjahr zu versteuernde Einkommen, und zwar auf der Grundlage von Steuersätzen, die am
Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, sowie alle Anpassungen der Steuerschuld für
frühere Jahre.
Die im Geschäftsjahr bei den ausländischen Konzernunternehmen gültigen Ertragsteuersätze liegen
zwischen 16% und 33% (2020: zwischen 7% und 36%).
In Übereinstimmung mit IAS 12 werden die temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen
zwischen den steuerlichen Wertansätzen und den IFRS-Bilanzwerten in die latente Steuer-
abgrenzung einbezogen.
Latente Steuern werden nicht erfasst für:
•
•
zu versteuernde temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder
Firmenwerts,
temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Schulden bei
einem Geschäftsvorfall, bei dem es sich nicht um einen Unternehmenszusammenschluss
handelt und der weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde
Ergebnis beeinflusst,
Frequentis-Gruppe
54
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
•
temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, assoziierten
Unternehmen und gemeinschaftlich geführten Unternehmen, sofern die Frequentis-Gruppe
in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenzen zu steuern
und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht auflösen werden.
Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbarer
entsprechender Rechtsanspruch auf Aufrechnung besteht und wenn die latenten Steuerforderungen
und -verbindlichkeiten sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde für
dasselbe Steuersubjekt erhoben werden.
Bei der Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern trifft der Vorstand eine Einschätzung
hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass diese Posten in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die
Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern setzt ausreichend steuerpflichtiges Einkommen in
jenen Perioden voraus, in denen die temporären Unterschiede abzugsfähig werden. Der Vorstand
zieht die geplante Auflösung von passiven latenten Steuern und das geschätzte künftige
steuerpflichtige Einkommen für diese Beurteilung heran.
Wesentliche Schätzungen und Ermessensausübungen
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach IFRS werden Einschätzungen vorgenommen und
Annahmen getroffen, welche die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten, die offengelegten Eventualvermögenswerte und -verbindlichkeiten am
Bilanzstichtag sowie die bilanzierten Erträge und Aufwendungen während der Berichtsperiode
beeinflussen. Die tatsächlichen Werte können letztendlich von diesen Einschätzungen bzw.
Annahmen abweichen. Schätzungen und Annahmen werden laufend überprüft und Überarbeitungen
prospektiv erfasst.
Die Frequentis-Gruppe hat bei der Aufstellung des Konzernabschlusses folgende
Ermessensentscheidungen getroffen:
a) Die Frequentis-Gruppe hält an zwei assoziierten Unternehmen weniger als 20% der Anteile
und der Stimmrechte, hat jedoch ihren Einfluss aufgrund der Zugehörigkeit zur Geschäfts-
leitung der Beteiligungsunternehmen als maßgeblich eingestuft (siehe Kapitel 19. Anteile
an assoziierten Unternehmen).
b) Bei der Beurteilung der Laufzeiten von Leasingverhältnissen insbesondere im
Immobilienbereich werden etwaige Verlängerungsoptionen oder Kündigungsoptionen
berücksichtigt, wenn deren Ausübung hinreichend sicher ist.
Der Konzernabschluss beinhaltet folgende Posten, deren Wertansatz maßgeblich von den zugrunde-
liegenden Annahmen und Einschätzungen abhängig ist:
a) Nutzungsdauer von langfristigen Vermögenswerten: Sachanlagen und entgeltlich
erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear über die jeweilige Nutzungsdauer
abgeschrieben. Bei der Ermittlung der Nutzungsdauer werden Faktoren wie Abnutzung,
Alterung, technische Standards und Vertragsdauer berücksichtigt.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Anhang zum Konzernabschluss
55
b) Geschätzte Wertminderungen des Firmenwerts: Die Frequentis-Gruppe untersucht jährlich,
ob eine Wertminderung des Firmenwerts vorliegt. Der erzielbare Betrag von
zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird basierend auf der Berechnung des
Nutzungswerts ermittelt. Diesen Wertermittlungen liegen entsprechende Planrechnungen
zugrunde, welche naturgemäß auf Schätzungen und Annahmen aufbauen. Hinsichtlich der
bei der Überprüfung der Werthaltigkeit des Firmenwerts angesetzten Prämissen und
angestellten Sensitivitätsberechnungen wird auf die Ausführungen unter Kapitel 18.
Geschäfts- oder Firmenwerte verwiesen.
c) Die zeitraumbezogene Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt nach Leistungsfortschritt
mithilfe der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode). Die Abrechnung
zeitraumbezogen realisierter Aufträge basiert auf Einschätzungen von Auftragskosten,
erzielbaren Auftragserlösen und Auftragsrisiken. Diese Schätzungen werden regelmäßig
überprüft und angepasst. Obwohl die Einschätzungen unter Einbeziehung aller
Informationen zum Bilanzstichtag getroffen werden, sind Änderungen möglich, welche
sowohl den realisierten Umsatz als auch die Höhe der Vertragsvermögenswerte
beeinflussen können.
Die Evaluierung ob zwei oder mehrere Verträge mit Kunden zu einer Leistungsverpflichtung
zu kombinieren sind bzw. ob ein Vertrag mit einem Kunden in mehrere
Leistungsverpflichtungen aufgeteilt werden muss, erfordert Schätzungen, die sich auf die
Realisierung der Umsatzerlöse bzw. auf den Gewinn auswirken können. Variable
Gegenleistungen werden auf den höchstwahrscheinlichen Betrag geschätzt, auf den
Anspruch besteht. Die Schätzungen basieren dabei insbesondere auf Erwartungen sowie
historischen, aktuellen und prognostizierten Informationen, die zum Bilanzstichtag
verfügbar sind.
d) Der Ansatz von Drohverlustrückstellungen unterliegt Einschätzungen in Bezug auf die zu
erwartenden Auftragskosten und Auftragsergebnisse. Die Auftragsprognosen erfolgen
hierbei unter Berücksichtigung historischer Erfahrungswerte und aktueller Informationen,
die zum Bilanzstichtag vorlagen.
e) Verpflichtungen aus Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung
des Dienstverhältnisses werden aufgrund diverser Parameter wie Abzinsungsprozentsatz
und Gehaltssteigerungen ermittelt. Die Änderungen dieser Parameter können zu einer
Änderung der bilanzierten Verpflichtung führen. Die Sensitivitäten für Verpflichtungen aus
Leistungen an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Beendigung des
Dienstverhältnisses sind im Kapitel 31. Langfristige Rückstellungen angegeben.
f) Der Ansatz aktiver latenter Steuern erfordert, dass zukünftig hinreichend zu versteuerndes
Einkommen generiert wird, welches gegen Steuergutschriften und Verlustvorträge
verrechnet werden kann. Die Beurteilung der Aktivierbarkeit latenter Steuern unterliegt
einer Schätzung diverser Faktoren. Steuersachverhalte unterliegen hinsichtlich ihrer
Beurteilung durch die Steuerbehörden Unsicherheiten und es ist daher nicht
auszuschließen, dass diese in Einzelfällen zu anderen Ergebnissen als die Frequentis-
Gruppe kommen.
Frequentis-Gruppe
56
Anhang zum Konzernabschluss
Konzernabschluss 2021
g) Im Zusammenhang mit dem Erwerb von Anteilen an der ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH wurde neben dem Basiskaufpreis auch eine Earn-Out Zahlung vereinbart, die vom
Erreichen bestimmter Ergebnisziele, dem Stand des Working Capitals zum 31. Dezember
2024 sowie der Net Cash/Debt-Position zum 31. Dezember 2024 (alle Größen nach
nationalen Rechnungslegungsstandards) abhängig ist und die in Form von Zu- und
Abschlägen zum vereinbarten Target Value berücksichtigt werden. Im Zuge der Bewertung
der Earn-Out Verbindlichkeit zum 31. Dezember 2021 wurden Annahmen über die
Entwicklung dieser Positionen getroffen. Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 33. Sonstige
Verbindlichkeiten angeführt. Sollte sich die tatsächliche Entwicklung wesentlich von den
getroffenen Annahmen unterscheiden, können daraus Ergebniseffekte resultieren, da die
Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert
erfolgt.
h) Der Ansatz der Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile entspricht dem
Unternehmenswert abzüglich Nettofinanzverschuldung der ELARA Leitstellentechnik
GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer Multiple-Bewertung bestimmt und
basiert auf den durchschnittlichen Umsatz- und EBIT Werten der letzten zwei
Jahresabschlüsse, welche der Optionsausübung unmittelbar vorausgegangenen sind. Im
Zuge der Bewertung wurden Annahmen über die Entwicklung dieser Positionen getroffen.
Nähere Erläuterungen sind im Kapitel 33. Sonstige Verbindlichkeiten angeführt.
Wesentliche Änderungen zu den getroffenen Annahmen haben keinen Ergebniseffekt, da die
Veränderung ergebnisneutral im Eigenkapital bilanziert wird.
i) Wertminderung Einlagen Commerzialbank Mattersburg im Burgenland AG: Zum
31. Dezember 2020 und zum 31. Dezember 2021 sind alle Ansprüche gegenüber der
Commerzialbank Mattersburg zu 100% wertberichtigt, da auf Basis der Informationen zum
Insolvenzverfahren nicht von einer wirtschaftlich relevanten Quote ausgegangen werden
kann. Die von Frequentis im Jahr 2020 eingebrachten Klagen befinden sich aufgrund des
komplexen Sachverhalts in einem Stadium, das derzeit keinen bilanzierungsfähigen
Anspruch rechtfertigt. In Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Verfahren können sich
allenfalls positive Ergebniseffekte ergeben, wenn Frequentis eine Quote zufließen sollte
oder in den anhängigen Verfahren ein Schadenersatz zuerkannt wird.
j) Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe
von Veränderungen führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von
Extremwetterereignissen wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre-
und Hitzeperioden beeinträchtigen die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende
Meeresspiegel sind die Küstenregionen zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und
Südostasien sowie Australien liegen direkt an den Küsten. Frequentis hat einige
Gesellschaften in diesen Regionen.
Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am
Beschaffungsmarkt durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im
Absatzbereich durch die Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen
Konflikten. Als Anbieter von Kommunikations- & Informationssystemen für
Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger
Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels nicht beeinträchtigt – mittelfristig können
die Auswirkungen noch nicht abgeschätzt werden. Auf den Jahresabschluss 2021 hatte der
Klimawandel keine signifikanten Auswirkungen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
57
Erläuterungen zur Gewinn-
und Verlustrechnung
3. Segmentberichterstattung
Operative Segmente
•
•
Segment Air Traffic Management
Segment Public Safety & Transport
Das Segment Air Traffic Management (ATM) bedient in erster Linie die Kundengruppe der zivilen
Flugsicherungen sowie militärischen Flugsicherungen und Homeland Security Organisationen. Die
Frequentis-Gruppe unterstützt ihre Kunden bei ihrer Hauptaufgabe, der Sicherung des Luftraums
und der effizienten und sicheren Kontrolle und Steuerung der Luftfahrzeuge. Die Produktlösungen
für die Control Center Lösung im ATM Segment reichen von Voice Communication, Networks,
(Remote) Digital Tower, ATC Tower, Surveillance, AIM (Aeronautical Information Management), AMHS
(Aeronautical Message Handling Systems) bis ATM/UTM Integration (Unmanned Traffic
Management). Für die militärische Anwendung wird das Portfolio mit Anwendungen zu Secure
Communications und Situational Awareness ergänzt. Aus den Unternehmenserwerben 2021, welche
dem ATM Segment zugeordnet wurden, resultieren Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 18.851 sowie ein
EBIT von TEUR 807.
Das Segment Public Safety & Transport (PST) besteht aus dem Public Safety Bereich (Polizei,
Feuerwehr und Rettungsorganisationen), Public Transport (Eisenbahnkunden) und Maritime
(Küstenwache, Hafenbetreiber und Organisationen zur Überwachung der Binnenschifffahrt). Im PST
Segment liefert die Frequentis-Gruppe Lösungen für Kontrollzentralen der Blaulichtorganisationen
sowie Search & Rescue, Coastal Surveillance, Operations Communications und Incident & Crisis
Management.
Angaben zu den operativen Segmenten
Die verantwortliche Unternehmensinstanz der Frequentis-Gruppe ist der Konzernvorstand. Die
Bilanzierungsgrundsätze der einzelnen Segmente entsprechen jenen der Frequentis-Gruppe. Für die
interne Berichterstattung wird das IFRS Betriebsergebnis (EBIT) herangezogen und entspricht auch
dem Segmentergebnis im Sinne von IFRS 8.23. Innenumsätze zwischen den Segmenten liegen nicht
vor. Bei den Beträgen in der Spalte Überleitung/Konsolidierungen werden überwiegend
Transaktionen erfasst, die nicht eindeutig einem Segment zugeordnet werden können, sondern für
beide Segmente getätigt wurden.
Public Safety
& Transport Konsolidierungen
Überleitung/
Air Traffic
Management
2021
Summe
2021
2021
2021
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Umsatzerlöse
219.756
113.639
131
333.526
Veränderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen
Aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche Erträge
Gewinn aus Unternehmenserwerb
Gesamterträge (Betriebsleistung)
EBIT
-316
38
7.211
1.951
228.640
12.464
67
0
1.253
0
114.960
16.635
48
53
987
0
1.219
-131
-202
92
9.451
1.951
344.818
28.968
Wertminderung Geschäfts- oder
Firmenwerte
-1.730
0
0
-1.730
Frequentis-Gruppe
58
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
Public Safety
& Transport Konsolidierungen
Überleitung/
Air Traffic
Management
2020
Summe
2020
2020
2020
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Umsatzerlöse
203.138
96.265
-29
299.374
Veränderung des Bestands an fertigen
und unfertigen Erzeugnissen
Aktivierte Eigenleistungen
Sonstige betriebliche Erträge
Gesamterträge (Betriebsleistung)
EBIT
-1
142
6.040
209.319
14.634
-271
0
1.597
97.591
12.255
0
74
922
967
-81
-272
216
8.559
307.877
26.808
Wertminderung Geschäfts- oder
Firmenwerte
-1.072
0
0
-1.072
Das Segmentvermögen und die Segmentschulden werden hier nicht angegeben, weil das interne
Berichtswesen keine Unterteilung des Vermögens auf die beiden Segmente enthält.
Angaben zu unternehmensweiten Daten
Die Frequentis-Gruppe hat weder 2021 noch 2020 mit einem einzelnen Kunden einen Umsatz von
mehr als 10% des Gesamtumsatzes erzielt.
Hinsichtlich der Umsatzkategorien wurden 44% (2020: 41%) des Konzernumsatzes vor allem mit
neuen Produkten bei Bestandskunden und bestehenden Produkten bei neuen Kunden erzielt, 53%
(2020: 56%) mit IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft zu installierten Systemen und
Lösungen) und 3% (2020: 2%) mit Sonstigem Umsatz (großteils Consulting). Rund die Hälfte des
Installed Base Business wurde mit Wartungsaufträgen erzielt.
In der regionalen Verteilung der Auftragseingänge nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:
2021
69,6%
13,7%
12,3%
3,3%
2020
73,7%
11,0%
10,2%
2,8%
Europa
Amerikas
Asien
Australien/Pazifik
Afrika
1,1%
2,3%
Der Auftragsstand per 31.12.2021 in Höhe von TEUR 467.930 (2020: TEUR 427.609) verteilt sich mit
TEUR 297.567 (2020: TEUR 247.243) auf das Segment ATM und mit TEUR 170.363
(2020: TEUR 180.366) auf das Segment PST.
Regionale Verteilung des langfristigen Vermögens
2021
2020
TEUR
TEUR
Österreich
38.689
20.502
6.977
3.873
481
38.401
16.885
700
3.444
589
Europa (ohne Österreich)
Australien/Pazifik
Amerikas
Asien
70.522
60.019
Das langfristige Vermögen besteht aus den Sachanlagen, Immateriellen Vermögenswerten, den
Geschäfts- oder Firmenwerten sowie den Anteilen an assoziierten Unternehmen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
59
4. Umsatzerlöse
Die nachfolgenden Ausführungen gelten für beide Segmente, da in beiden Segmenten nahezu
ausschließlich Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen und aus Wartungs-
verträgen erzielt werden. Nur vereinzelt werden Produkte, welche nicht kundenspezifisch angepasst
werden, verkauft.
Die Umsatzrealisierung erfolgt nach Erfüllung der vertraglich vereinbarten Meilensteinen. Noch nicht
verrechnete Beträge für welche die Leistung bereits erbracht wurde, werden als Vertragsvermögens-
werte bilanziert. Rechnungen haben grundsätzlich eine Fälligkeit von dreißig Tagen.
Umsatzerlöse aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen sowie Mehrkomponentenverträge
erfüllen die Voraussetzungen für eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung nach Leistungs-
fortschritt aufgrund der Tatsache, dass einerseits keine alternative Nutzungsmöglichkeit für den
erstellten Vermögenswert besteht und andererseits, dass die Frequentis-Gruppe einen Anspruch auf
die Bezahlung der erbrachten Leistungen (Kosten zuzüglich angemessener Marge) hat.
Die Umsatzrealisierung wird auf Basis der inputorientierten Methode (Cost-to-Cost Methode)
ermittelt. Vertragsvermögenswerte werden erst angesetzt, wenn diese die dazugehörigen
Anzahlungen von Kunden übersteigen. Im Berichtsjahr kam es zu einer Reduktion der Vertrags-
vermögenswerte aus Verträgen mit Kunden in Höhe von TEUR 67 (2020: Erhöhung TEUR 66). Aus dem
Unternehmenserwerb kam es bei den Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit den Kunden zu
Zugängen in Höhe von TEUR 8.498 (siehe Kapitel 1. Allgemeine Angaben – Änderung des
Konsolidierungskreises). Die Reduktion der restlichen Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit
Kunden resultiert aus dem Saldo von einer Vielzahl an neu angearbeiteten und abgerechneten
Projekten.
In Zusammenhang mit Wartungsverträgen wird die Leistungsverpflichtung grundsätzlich bei
gleichzeitiger Nutzung durch den Kunden erbracht. Die Umsatzrealisierung erfolgt zeitraumbezogen.
Ausgenommen davon sind gewisse Dienstleistungen (z.B. Beratungen und Reparaturen) mit kurzer
Durchlauf- bzw. Ausführungszeit oder bei Ersatzteil- und Kleinmaterialbestellungen, bei welchen
eine zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung durchgeführt wird. Die Umsatzerlöse für diese Aufträge
betrugen im Berichtsjahr TEUR 14.612 (2020: TEUR 11.185).
Die Gesellschaft bewertet erhaltene und geleistete Anzahlungen in fremder Währung gemäß IFRIC 22
nicht mit dem Stichtagskurs sondern mit dem Transaktionskurs.
Sämtliche nachfolgend dargestellten Umsatzerlöse sind Erlöse aus Verträgen mit Kunden gemäß
IFRS 15.
Hinsichtlich der Umsatzkategorien kam es im Berichtszeitraum zu folgender Verteilung des
Umsatzes:
2021
2020
TEUR
TEUR
Neuprodukt- und/oder Neukundengeschäft
145.126
123.716
IBB (Installed Base Business – Folgegeschäft
zu installierten Systemen und Lösungen)
Sonstiger Umsatz
177.370
11.031
168.208
7.450
333.526
299.374
Frequentis-Gruppe
60
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
In der regionalen Verteilung der Umsätze nach Endnutzern zeigt sich folgendes Bild:
2021
2020
TEUR
TEUR
Europa
Amerikas
Asien
Australien/Pazifik
Afrika
226.207
49.840
31.489
15.142
8.295
197.900
48.935
33.947
13.964
2.669
Kleinaufträge (nicht aufgeteilt)
2.554
1.959
333.526
299.374
Der Posten Kleinaufträge betrifft Umsatzerlöse aus Kundenverträgen, welche aber nicht auf die
einzelnen Kategorien in der oben dargestellten Tabelle zugeordnet wurden.
Der Transaktionspreis, der auf nicht erfüllte oder nicht zur Gänze erfüllte Leistungsverpflichtungen
entfällt, beträgt EUR 467,9 Mio. (31.12.2020: EUR 427,6 Mio.) und entspricht dem Auftragsstand der
Frequentis-Gruppe zum Bilanzstichtag. Diese werden voraussichtlich im Ausmaß von rund EUR 261,8
Mio. im Jahr 2022 als Umsatzerlöse realisiert bzw. im Jahr 2023 und in den Folgejahren mit
EUR 206,1 Mio. erlöswirksam werden. Der erwartete Zeitpunkt der Umsatzerlösrealisierung basiert
auf den erwarteten Leistungsfortschritten.
5. Aktivierte Eigenleistungen
Die im Jahr 2021 aktivierten Aufwendungen betreffen mit TEUR 92 (2020: TEUR 216) unter anderem
konzerninterne selbst erstellte Demo- und Testanlagen.
6. Sonstige Erträge
2021
2020
TEUR
TEUR
Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten
Erlöse Forschungsprämien
Kurs- und Währungsdifferenzen
3.872
1.862
1.374
850
3.341
1.965
240
0
Veränderung Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von
Devisentermingeschäften
COVID-19 Pandemie Zuschüsse
Erträge aus Anlagenverkauf
0
0
3
1.625
25
3
Übrige sonstige betriebliche Erträge
1.490
9.451
1.360
8.559
Fördererlöse und Forschungsprämien werden dann ergebniswirksam erfasst, wenn die Förder-
bedingungen erfüllt sind und die Prämien entweder bereits bezahlt sind oder aber eine angemessene
Sicherheit darüber besteht, dass die Zuwendung gewährt wird.
Bei der Verbindlichkeit im Zusammenhang mit der Earn-Out Zahlung für den Erwerb der ATRiCS
Advanced Traffic Solutions GmbH im Jahr 2020 kam es zu einer Reduktion in Höhe von TEUR 850.
Nähere Erläuterungen siehe Kapitel 33. Sonstige Verbindlichkeiten.
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen hauptsächlich Versicherungsentschädigungen,
Erlöse aus Vermietung sowie Erlöse aus der Auflösung von Wertberichtigungen oder Rückstellungen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
61
7. Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen
2021
2020
TEUR
TEUR
Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen
28.905
46.791
75.696
32.621
42.391
75.012
Die Reduktion des Materialaufwands in Höhe von TEUR 3.716 ist auf eine Reduktion der
Materialintensität der abgewickelten Projekte zurückzuführen, die Aufwendungen für bezogene
Leistungen stiegen im gleichen Verhältnis wie die Umsatzerlöse.
8. Personalaufwand
2021
2020
TEUR
TEUR
Gehälter
145.364
2.808
1.676
28.520
3.769
125.563
1.823
1.162
26.362
3.022
Aufwendungen für Abfertigungen
Aufwendungen für Altersvorsorge
Sozialabgaben
Sonstige freiwillige Sozialaufwendungen
182.137
157.932
Der Personalstand zum Ende des Geschäftsjahres betrug 2.175 (2020: 1.923) Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer. Der Durchschnitt lag bei 2.157 (2020: 1.907) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Der Anstieg des Personalaufwands betrifft mit TEUR 11.088 die neuen Gesellschaften im
Konsolidierungskreis. Der restliche Anstieg ist hauptsächlich auf die Erhöhung der Prämien-
rückstellung und Abgrenzung für noch nicht konsumierte Urlaube sowie den individuellen und
kollektivvertraglichen Gehaltserhöhungen und dem Anstieg der Anzahl der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zurückzuführen.
Im Personalaufwand werden im Berichtsjahr Förderungen aufgrund der COVID-19 Pandemie in Höhe
von TEUR 116 (2020: TEUR 762) saldiert ausgewiesen.
Frequentis-Gruppe
62
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
9. Sonstige Aufwendungen
2021
2020
TEUR
5.377
4.449
3.605
3.103
2.327
2.212
2.131
TEUR
Reisekosten
4.076
3.429
5.086
3.021
2.121
1.835
1.538
Sonstiger Beratungsaufwand
Rechts- und Steuerberatungsaufwand
Fremdpersonal
Versicherungsaufwand
Instandhaltung
Werbekosten
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte von
Devisentermingeschäften
Kurs- und Währungsdifferenzen
Lizenzaufwand (Laufzeit bis 1 Jahr)
Transportkosten
Betriebsaufwand (Gebäude)
Energieaufwand
Telefon- und Kommunikationsaufwand
Personalbeschaffungskosten
KFZ-Kosten
1.955
1.455
1.395
1.232
1.201
1.172
1.102
920
0
1.103
903
980
1.157
1.088
1.042
651
916
894
Wertberichtigung von Forderungen und Vertragsvermögenswerte
Reinigungsaufwand
908
863
378
829
Bankspesen und Bankgarantiespesen
Sonstige Steuern und Abgaben
787
755
633
653
Kurzfristiger Mietaufwand und Mietaufwand geringwertiger
Vermögenswerte
Übersetzungskosten
Verluste aus dem Abgang von Anlagen
Schadensfälle
573
244
16
552
256
32
0
2
Übrige
1.781
40.479
757
33.016
Bei einigen Aufwandskategorien wie z.B. Reisekosten und Werbekosten ist es aufgrund der COVID-19
Pandemie im Jahr 2020 zu einer unüblichen Reduktion gekommen. Im Berichtsjahr haben sich diese
Kosten zwar erhöht, befinden sich aber noch immer erheblich unter den Werten vor der COVID-19
Pandemie.
Die Reduktion des Rechts- und Steuerberatungsaufwands ist größtenteils auf die höheren Kosten
2020 durch die eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg
zurückzuführen.
In den Wertberichtigungen sind TEUR 916 (2020: TEUR 382) für Forderungen und TEUR -8 (2020:
TEUR -4) für Vertragsvermögenswerte enthalten. Aufgrund des unwesentlichen Betrags wird auf
einen eigenen Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung verzichtet.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
63
10.Abschreibungen von immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen
2021
2020
TEUR
TEUR
Abschreibungen Nutzungsrechte
Abschreibungen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Abschreibung geringwertige Wirtschaftsgüter
8.231
7.042
535
7.690
5.953
394
15.808
14.037
Vermögenswerte mit Anschaffungs- oder Herstellkosten von bis zu EUR 800 (Höhe länderspezifisch
unterschiedlich) werden als geringwertige Wirtschaftsgüter eingestuft und aufgrund untergeordneter
Bedeutung im Jahr der Anschaffung ergebniswirksam erfasst.
11.Finanzerträge
2021
2020
TEUR
TEUR
Zinsen und ähnliche Erträge
79
94
79
94
Die Zinsen und ähnliche Erträge betreffen ausschließlich Zinsen aus Vermögenswerten, welche zu
fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden. Zinserträge werden nach der Effektivzins-
methode erfasst.
12.Finanzierungsaufwendungen
2021
2020
TEUR
TEUR
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
607
615
607
615
In den Zinsen sind Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 215 (2020: TEUR 242) im Zusammenhang mit
IFRS 16 enthalten. Alle Zinsaufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode erfasst.
Frequentis-Gruppe
64
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
13.Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle
Vermögenswerte
2021
2020
TEUR
TEUR
Wertminderung Beteiligung Altitude Angel Ltd.
-863
0
Wertminderungen im Zusammenhang mit der Commerzialbank
Mattersburg
Sonstiges
0
6
-30.918
-5
- 857
-30.923
Bei der 4,56% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading
(Großbritannien) kam es im Berichtsjahr aufgrund der für Frequentis nicht nachweisbaren
Werthaltigkeit zu einer Wertminderung von TEUR 863.
Bei der im Vorjahr ausgewiesenen Wertminderung handelt es sich um die durchgeführte
Wertminderung im Zusammenhang mit der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg. Als Folge
der Insolvenz wurde eine Wertminderung des täglich fälligen Bankguthabens sowie der Termingelder
der Frequentis AG bei der Commerzialbank Mattersburg von TEUR 30.918 durchgeführt.
14.Ertragsteuern
2021
2020
TEUR
TEUR
Laufende Ertragsteuern
Periodenfremde Steuern
6.608
-33
1.628
-514
Nicht anrechenbare Quellensteuern
Veränderung Latente Steueransprüche/-schulden
67
516
7.158
76
-2.222
-1.032
Folgende Tabelle stellt die Überleitung vom erwarteten auf den effektiven Steuersatz dar:
2021
2020
TEUR
TEUR
Ergebnis vor Steuern
Theoretischer Steuerertrag/-aufwand auf Basis eines Steuersatzes von 25%
Steuersatzdifferenzen
Steuerliche Hinzurechnungen
Steuerliche Kürzungen
Steuersatzänderungen
Wertminderung Firmenwert
Gewinne aus Unternehmenserwerben
Steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde
27.925
6.981
317
-4.422
-1.106
274
168
-503
29
268
0
275
379
-537
-158
433
-488
207
Verwertete steuerliche Verluste, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt
wurde
Periodenfremde Steuern
-10
-33
0
-514
Nicht anrechenbare Quellensteuern
Ist-Gesamtsteuerertrag/-aufwand
Effektiver Steuersatz
67
7.158
25,6%
76
-1.033
-23,4%
In den steuerlichen Hinzurechnungen sind nicht abzugsfähige Aufwendungen wie z.B.
Repräsentationskosten enthalten. Die steuerlichen Kürzungen umfassen vor allem die
Forschungsförderungsprämie.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
65
Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern betreffen folgende Bilanzposten:
Aktivwert
2021
Passivwert
2021
Aktivwert
2020
Passivwert
2020
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Sachanlagen
13
97
55
221
55
-9.750
-4.108
147
88
106
50
-9.446
-1.047
Immaterielle Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte
Finanzanlagevermögen
Vorräte
-477
21
-87
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen
mit Kunden
Vertragskosten
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Vermögenswerte
209
88
-4.118
-170
416
-4.796
-772
-1.633
94
27
-2.183
Kapitalrücklage
Rückstellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Vertragsverbindlichkeiten aus
Verträgen mit Kunden
Latente Steuer aus Währungsdifferenzen
Schuldenkonsolidierung
Steuerliche Verlustvorträge
Summe
Saldierung
3.837
10.080
1.881
-1.807
-137
-3
2.540
-1.192
-83
9.331
2.679
-427
-107
96
1.349
17.981
-16.132
1.849
-95
108
3.794
19.401
-18.309
1.092
-22.298
16.132
-6.166
-20.140
18.309
-1.831
Latente Steuern
Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit
Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden nicht angesetzt, wenn der Zeitpunkt der
Umkehrung der temporären Differenzen von der Frequentis-Gruppe bestimmt werden kann und es
wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses
Einflusses nicht umkehren werden. Die Summe derartiger temporärer Differenzen, für die keine
latenten Steuerschulden bilanziert werden, beträgt TEUR 3.914 (2020: TEUR 2.674).
Zum Bilanzstichtag bestehen in der Frequentis-Gruppe Verlustvorträge in Höhe von TEUR 6.869
(2020: TEUR 16.603). Für Verlustvorträge in Höhe von TEUR 4.694 (2020: TEUR 15.154) wurden latente
Steuern angesetzt, da es hier wahrscheinlich ist, dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur
Verfügung stehen wird, gegen das die Frequentis-Gruppe die latenten Steueransprüche verwenden
kann. Für einen Verlustvortrag in Höhe von TEUR 1.256 besteht eine zeitliche Beschränkung der
Nutzbarkeit von 20 Jahren. Bezüglich den restlichen Verlustvorträgen bestehen keine zeitlichen
Beschränkungen der Nutzbarkeit.
Der Betrag der nach österreichischem Steuerrecht abzugsfähigen temporären Siebentel-
abschreibungen beläuft sich auf TEUR 787 (2020: TEUR 94). Es wurden für diesen Betrag aktive
latente Steuern in Höhe von TEUR 197 (2020: TEUR 23) angesetzt.
Es bestehen zum 31. Dezember 2021 keine wesentlichen ertragsteuerlichen Unsicherheiten.
Frequentis-Gruppe
66
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernabschluss 2021
15.Ergebnis je Aktie
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der
Frequentis AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl
der im Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien. Im Geschäftsjahr lag die durchschnittliche
gewichtete Anzahl bei 13.269.358 (2020: 13.252.240).
Das verwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division des den Aktionären der Frequentis
AG zurechenbaren Periodenergebnisses durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der im
Berichtszeitraum im Umlauf gewesenen Aktien jeweils angepasst um den verwässernden Effekt der
anteilsbasierten Vergütung in Höhe von 31.000 Aktien. Die durchschnittliche gewichtete Anzahl der
Aktien und Optionen lag bei 13.307.220 (2020: 13.273.701).
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
67
Erläuterungen zur Bilanz
16.Sachanlagen
Grundstücke
und Gebäude
Andere
Anlagen,
sowie Bauten Technische Betriebs- und Anzahlungen
auf fremden Anlagen und
Geschäfts- und Anlagen
in Bau
in TEUR
Grund
40.880
-321
Maschinen ausstattung
Summe
48.244
-374
0
149
9.949
-94
Buchwert zum 31.12.2019
Währungsumrechnungsdifferenz
Umgliederungen
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugang
501
0
6.777
-53
86
0
0
83
5.691
-38
-54
0
596
-1
132
66
3.443
-55
-78
0
219
0
Abgang
Planmäßige Abschreibungen
Buchwert zum 31.12.2020
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibung
Buchwert zum 31.12.2020
-7.319
38.976
54.953
-15.977
38.976
-138
904
4.225
-3.321
904
-3.812
6.498
27.708
-21.210
6.498
0
-11.269
46.605
87.113
-40.508
46.605
227
227
0
227
Buchwert zum 31.12.2020
Währungsumrechnungsdifferenz
Umgliederungen
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugang
38.976
314
904
0
0
68
32
6.498
41
123
581
4.576
-44
227
9
-236
0
383
0
46.605
364
113
0
1.748
5.364
0
2.397
10.355
-44
Abgang
0
Planmäßige Abschreibungen
Buchwert zum 31.12.2021
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibung
Buchwert zum 31.12.2021
-7.851
38.664
65.526
-26.862
38.664
-218
786
4.405
-3.619
786
-3.891
7.884
32.249
-24.365
7.884
0
-11.960
47.717
102.563
-54.846
47.717
383
383
0
383
Im Laufe des Jahres 2021 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von Sachanlagen, die im
Jahr 2022 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 740 (2020: TEUR 251) geschlossen.
Im Berichtsjahr wurde eine Investitionsprämie in Höhe von TEUR 247 (2020: TEUR 13) in Anspruch
genommen, welche die Anschaffungskosten der zugehörigen Sachanlagen entsprechend vermindert
hat.
Hinsichtlich der aktivierten Nutzungsrechte, welche aus der Anwendung des IFRS 16 resultieren, und
in obiger Tabelle enthalten sind, wird auf Kapitel 37. Leasing verwiesen.
Frequentis-Gruppe
68
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
17.Immaterielle Vermögenswerte
Software und
in TEUR
Lizenzen Anzahlungen
Summe
7.572
0
Buchwert zum 31.12.2019
Währungsumrechnungsdifferenz
Umgliederung von Anzahlungen
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugänge
7.311
0
261
0
273
3.208
991
-273
0
23
0
0
3.208
1014
-6
Abgänge
-6
Planmäßige Abschreibungen
Buchwert zum 31.12.2020
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibung
Buchwert zum 31.12.2020
-2.768
9.009
23.176
-14.167
9.009
0
-2.768
9.020
23.187
-14.167
9.020
11
11
0
11
Buchwert zum 31.12.2020
Währungsumrechnungsdifferenz
Umgliederung von Anzahlungen
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugänge
9.009
200
11
0
-5
0
23
-4
0
25
25
0
9.020
200
5
0
10.909
1.418
-2
-3.847
17.692
35.406
-17.714
17.692
10.909
1.441
-6
-3.847
17.717
35.431
-17.714
17.717
Abgänge
Planmäßige Abschreibungen
Buchwert zum 31.12.2021
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibung
Buchwert zum 31.12.2021
25
Im Berichtsjahr wendete die Frequentis-Gruppe für eigene, nicht von Kunden beauftragte,
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten EUR 15,0 Mio. (2020: EUR 12,8 Mio.) auf, welche
aufwandswirksam erfasst wurden.
Im Laufe des Jahres 2021 hat die Frequentis-Gruppe Verträge über den Kauf von immateriellen
Vermögenswerten, die im Jahr 2022 geliefert und fakturiert werden, im Wert von TEUR 14 (2020:
TEUR 221) geschlossen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
69
18.Geschäfts- oder Firmenwerte
Geschäfts-
oder
in TEUR
Firmenwerte
Buchwert zum 31.12.2019
Währungsumrechnungsdifferenz
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugänge
2.228
0
1.730
0
Abgänge
Wertminderungen
-1.072
0
Buchwert zum 31.12.2020
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Wertminderungen
Buchwert zum 31.12.2020
2.886
3.958
-1.072
2.886
Buchwert zum 31.12.2020
Währungsumrechnungsdifferenz
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Zugänge
2.886
14
2.263
0
Abgänge
0
Wertminderungen
-1.730
3.433
6.235
-2.802
3.433
Buchwert zum 31.12.2021
Anschaffungs-/Herstellungskosten
Kumulierte Wertminderungen
Buchwert zum 31.12.2021
Zum Zweck der Überprüfung auf Wertminderung ist den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten
(CGU) des Konzerns ein Firmenwert wie folgt zugeordnet worden:
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
1.730
909
-
194
53
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH
Frequentis Comsoft GmbH
Frequentis Orthogon GmbH
Systems Interface Ltd.
team Technology Management GmbH
0
909
2.263
208
53
3.433
2.886
Die Werthaltigkeit der Firmenwerte wurde im Rahmen der Bilanzierung überprüft, indem der
erzielbare Betrag aus den entsprechenden Gesellschaften durch diskontierte Cash Flows auf Basis
eines dreijährigen Detailplanungszeitraums und einer daraus abgeleiteten ewigen Rente geschätzt
wurde.
Dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 liegen detaillierte Ergebnis-, Bilanz- und Investitions-
planungen für die nächsten drei Jahre für alle Konzerneinheiten zugrunde, die im Rahmen des
unternehmensweiten Budgetplanungsprozesses jährlich unter Berücksichtigung der aktuellen
Geschäftslage erstellt werden. Für über die Budgetplanung hinausgehende Zeiträume wird eine
langfristige Wachstumsrate von 1% (2020: 1%) bestimmt und zur Prognose der künftigen Cash Flows
angewendet.
Für die Abzinsung der zukünftig prognostizierten Cash Flows wurden Diskontierungssätze unter
Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen Risiken angewendet.
Frequentis-Gruppe
70
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
ATRiCS
Advanced
Traffic
team
Technology
Systems Management
Frequentis
Orthogon
Solutions
Frequentis
Wertminderungstest 2021
Zinssatz (WACC vor Steuern)
Erzielbarer Betrag in TEUR
GmbH Comsoft GmbH
GmbH Interface Ltd.
GmbH
9,16%
23.655
10,85%
3.706
11,70%
31.107
10,72%
10.599
11,13%
340
Buchwert CGU einschließlich
Firmenwert in TEUR
7.098
16.075
10.093
-482
1.816
team
Technology
Management
GmbH
ATRiCS
Advanced Traffic
Solutions GmbH
Frequentis
Comsoft GmbH
Systems
Interface Ltd.
Wertminderungstest 2020
Zinssatz (WACC vor Steuern)
Erzielbarer Betrag in TEUR
9,52%
9.029
10,75%
30.466
9,98%
812
9,01%
14.518
Buchwert CGU einschließlich
Firmenwert in TEUR
8.537
8.554
2.914
236
Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse für die Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten,
denen wesentliche Geschäfts- oder Firmenwerte zugeordnet worden sind, wurde eine Senkung der
künftigen Zahlungsströme um 10% oder eine Erhöhung der Abzinsungssätze um einen Prozentpunkt
angenommen.
Aus Sicht des Vorstands liegen für Frequentis Comsoft GmbH und team Technology Management
GmbH keine realistischen Szenarien zum Bilanzstichtag vor, bei denen sich ein Wertminderungs-
bedarf für die aktivierten Firmenwerte ergeben würde.
Bei Frequentis Orthogon GmbH würde bei einer Senkung der Zahlungsströme von 4,2% bzw. einer
geringfügigen Erhöhung der Abzinsungssätze um 0,4% der Buchwert der CGU einschließlich
Firmenwert dem erzielbaren Betrag entsprechen. Die Frequentis Orthogon GmbH wurde mit dem
Closing im April 2021 in den Konzernabschluss der Frequentis einbezogen. Im Zuge dessen wurde
eine Kaufpreisallokation durchgeführt, bis zum Bilanzstichtag gab es keine wesentlichen
Veränderungen der Planannahmen.
Bei der Systems Interface Ltd. wurde im Jahr 2020 eine Wertminderung durchgeführt.
Im Geschäftsjahr 2021 ergab der Wertminderungstest der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH
einen Wertminderungsbedarf. Die schwierige Auftragssituation, die sich bereits 2020 abzeichnete
und durch die COVID-19 Pandemie in 2021 noch zusätzlich verstärkt wurde, erforderte eine
Reduzierung der prognostizierten Cash Flows. Der Wertminderungstest ergab bei der ATRiCS
Advanced Traffic Solutions GmbH einen Wertminderungsbedarf des Firmenwerts in Höhe von
TEUR 1.730.
Bei der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH würde bei einer Senkung der Zahlungsströme von
10% der Wertminderungsbedarf um TEUR 220 bzw. bei einer Erhöhung des Abzinsungssatzes um
einen Prozentpunkt um TEUR 256 steigen. Eine Erhöhung der Zahlungsströme von 10% würde eine
Reduktion der Wertminderung um TEUR 216 und eine Senkung des Abzinsungssatzes um einen
Prozentpunkt eine Reduktion um TEUR 336 bedeuten.
Diskontsatz: Der verwendete Diskontsatz ist der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz
(WACC). Der Diskontsatz spiegelt nicht die Risiken wider, für die die geschätzten Cash Flows
angepasst wurden. Der Diskontsatz ist ein Zinssatz nach Steuern, der auf dem Zinssatz von 30-
jährigen Staatsanleihen basiert, unter Berücksichtigung der marktüblichen und länderspezifischen
Risiken. Dieser wurde in einem WACC vor Steuern umgerechnet.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
71
19.Anteile an assoziierten Unternehmen
31.12.2021
31.12.2020
TEUR
TEUR
Anteile an assoziierten Unternehmen
1.656
1.509
Stimmrechts- und Stimmrechts- und
Kapitalanteil
31.12.2021
Kapitalanteil
31.12.2020
Name des assoziierten Unternehmen
GroupEAD Europe S.L.
Mission Embedded GmbH
Nemergent Solutions S.L.
AIRNAV Technology Services Inc.
AIRlabs Austria GmbH
Sitz
Madrid
Wien
Bilbao
Iloilo
Graz
28%
20%
15%
40%
18%
28%
20%
15%
40%
18%
Alle assoziierten Gesellschaften haben als Bilanzstichtag den 31. Dezember und werden nach der
Equity Methode bilanziert. Es liegen weder nicht realisierte Verluste vor noch maßgebliche
Beschränkungen für die Rückzahlung von Krediten. Nur bei der AIRlabs Austria GmbH gibt es eine
gesellschaftsvertragliche Gewinnausschüttungssperre.
Der Konzern hält 28% der Anteile und der Stimmrechte an der GroupEAD Europe S.L., Madrid. Der
Buchwert der Beteiligung stellt sich wie folgt dar (auf Basis des letztverfügbaren Jahresabschlusses
2020 und den bereits erhaltenen Dividenden für 2021):
2021
TEUR
491
2020
TEUR
491
88
31.12. Vorjahr
Beteiligung GroupEAD Europe S.L.
Anteiliger Gewinn Vorjahr
124
abzüglich ausgeschüttete Dividende für das Vorjahr
Vorläufiger anteiliger Gewinn des Berichtsjahres
abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres
-124
56
-56
-88
56
-56
491
31.12. Berichtsjahr Beteiligung GroupEAD Europe S.L.
491
Die GroupEAD Europe S.L. agiert im Auftrag der EUROCONTROL als operativer Betreiber des von der
Frequentis-Gruppe entwickelten EAD Systems. Der technische Betrieb des Systems wird durch die
Frequentis-Gruppe besorgt. Die enge Beziehung zwischen dem technischen und dem operativen
Betreiber wirkt sich positiv auf die Servicequalität und auf die Kundenbeziehung aus. Daneben stehen
die Erfahrungen und die operationelle Expertise der GroupEAD Europe S.L. auch der Frequentis-
Gruppe zur Verfügung und können sowohl für die Weiterentwicklung des EAD Systems als auch für
die Entwicklung anderer AIM-Systeme für den internationalen Markt genutzt werden.
Frequentis-Gruppe
72
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum
letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2020):
31.12.2020
TEUR
31.12.2019
GroupEAD Europe S.L.
TEUR
285
3.043
0
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Langfristige Schulden
264
2.870
0
Kurzfristige Schulden
Nettovermögen (100%)
940
2.194
614
-124
491
7.159
642
0
1.260
2.068
579
-88
491
7.546
516
0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (28%)
Im Folgejahr ausgeschüttete Dividende
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen
Umsatzerlöse
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)
Sonstiges Ergebnis (100%)
Gesamtergebnis (100%)
Gesamtergebnis (28%)
Im Vorjahr berücksichtigtes Ergebnis (28%)
642
180
-56
516
144
-56
Vorab berücksichtigter Anteil des Ergebnisses des Folgejahres
aufgrund erhaltener Dividende (28%)
56
56
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis
180
144
Der Konzern hält 20% der Anteile und der Stimmrechte an der Mission Embedded GmbH, Wien, und
die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:
2021
TEUR
246
116
0
2020
TEUR
178
69
31.12. Vorjahr
Beteiligung Mission Embedded GmbH
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres
Versicherungsmathematische Verluste gem. IAS 19
-1
31.12. Berichtsjahr Beteiligung Mission Embedded GmbH
362
246
Die Mission Embedded GmbH entstand aus der Ausgliederung der Abteilung „Mission Embedded“ im
Jahr 2014, um durch mehr Eigenständigkeit die positive Entwicklung der Frequentis-Expertise im
Bereich Hardware und hardwarenaher Software für sicherheitskritische Anwendungen
voranzutreiben.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum
letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2021):
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Mission Embedded GmbH
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Langfristige Schulden
307
4.820
256
230
2.167
172
Kurzfristige Schulden
Nettovermögen (100%)
3.061
1.809
362
362
8.354
581
994
1.231
246
246
4.975
342
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (20%)
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen
Umsatzerlöse
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)
Sonstiges Ergebnis (100%)
0
-4
Gesamtergebnis (100%)
581
338
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden
Geschäftsbereichen (20%)
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (20%)
116
0
116
68
-1
67
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (20%)
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
73
Im Jahr 2020 beteiligte sich die Frequentis-Gruppe mit 15% an der Nemergent Solutions S.L. mit
Firmensitz in Bilbao. Die Beteiligung erfolgte über die 100% Tochter BlueCall GmbH.
Nemergent Solutions S.L. ist im Bereich Mission Critical Services (3GPP), etwa MCPTT (Mission
Critical Push-To-Talk) über LTE aktiv. Die Frequentis-Gruppe hatte bereits davor gemeinsame
Projekte im Bereich Public Transport und Public Safety, wo Nemergent Solutions mit Technologie für
Application Services und End-Devices, also mobile Endgeräte für Einsatzkräfte, mitgewirkt hat. Diese
Zusammenarbeit wurde weiter ausgebaut und vertieft, da der Mobilfunkstandard LTE neue
Möglichkeiten in sicherheitskritischer Breitbandkommunikation bringt.
Der Konzern hat seinen Einfluss trotz der 15%igen Beteiligung aufgrund der bedeutsamen
Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens als maßgeblichen Einfluss
eingestuft.
Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:
2021
TEUR
707
0
39
-15
731
2020
TEUR
0
707
0
31.12. Vorjahr
Beteiligung Nemergent Solutions S.L
Zahlung Kaufpreis
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres
abzüglich ausgeschüttete Dividende des Berichtsjahres
0
707
31.12. Berichtsjahr Beteiligung Nemergent Solutions S.L.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen der Gesellschaft zum
letzten Bilanzstichtag (31. Dezember 2021):
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
Nemergent Solutions S.L.
TEUR
253
1.489
252
157
1.333
200
507
707
723
143
0
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Nettovermögen (100%)
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen (15%)
Firmenwert
Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen
Umsatzerlöse
Gewinn aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen (100%)
Sonstiges Ergebnis (100%)
521
1.606
450
182
1.495
224
507
731
1.226
265
0
Gesamtergebnis (100%)
265
143
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gewinn aus den fortzuführenden
Geschäftsbereichen (15%)
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis (15%)
39
0
39
0
0
0
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis (15%)
Frequentis-Gruppe
74
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Der Konzern hält 40% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRNAV Technology Services Inc. mit
Sitz auf den Philippinen (Iloilo). Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:
2021
TEUR
40
2020
TEUR
37
31.12. Vorjahr
Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc.
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres
9
3
31.12. Berichtsjahr Beteiligung AIRNAV Technology Services Inc.
49
40
Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und ist im Bereich ATM für Test-, Installations- und
Wartungsleistungen sowie Trainings vor Ort (vor allem im asiatischen und arabischen Markt) bei
internationalen Kundenprojekten tätig.
Der Konzern hält 18% der Anteile und der Stimmrechte an der AIRlabs Austria GmbH, Graz.
Aufgrund der bedeutsamen Zugehörigkeit zur Geschäftsleitung des assoziierten Unternehmens hat
die Frequentis-Gruppe dies als maßgeblichen Einfluss eingestuft.
Die Entwicklung der Beteiligung stellt sich wie folgt dar:
2021
TEUR
26
2020
TEUR
27
31.12. Vorjahr
Beteiligung AIRlabs Austria GmbH
Anteiliger Gewinn des Berichtsjahres
-2
-1
31.12. Berichtsjahr Beteiligung AIRlabs Austria GmbH
24
26
Im Sommer 2019 erteilte das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie dem
Konsortium AIRlabs rund um die FH JOANNEUM in Graz, Österreich, den Zuschlag für das
Innovationslabor AIRlabs Austria GmbH, welches im Dezember 2019 gegründet und im Jänner 2020
in das Firmenbuch eingetragen wurde. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem Aufbau und
Betrieb von Testgebieten und Testinfrastrukturen für Drohnen in Österreich und die damit
zusammenhängende Forschung, Entwicklung und Zulassung.
Da es sich bei der AIRNAV Technology Services Inc. und der AIRlabs Austria GmbH um nicht
wesentliche assoziierte Unternehmen handelt, zeigt die nachstehende Tabelle in aggregierter Form
die wesentlichen Finanzinformationen der Gesellschaften:
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Kurzfristige Vermögenswerte
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Nettovermögen (100%)
Anteil der Frequentis-Gruppe am Nettovermögen
Umsatzerlöse
Jahresergebnis
108
923
73
705
253
73
928
9
48
1.405
18
1.194
241
65
925
-2
Anteil der Frequentis-Gruppe am Jahresergebnis
Anteil der Frequentis-Gruppe am Sonstigen Ergebnis
Anteil der Frequentis-Gruppe am Gesamtergebnis
7
0
7
1
0
1
Insgesamt wurden von den Jahresergebnissen der nach der Equity Methode bilanzierten Anteile ein
anteiliges Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 342 (2020: TEUR 214) erfasst.
Es gab weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr nicht erfasste Verluste.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
75
20.Beteiligungen
Die im Berichtsjahr vorhandenen Beteiligungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Altitude Angel Ltd.
0
863
0
863
Bei der 4,56% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading,
Großbritannien, kam es im Berichtsjahr aufgrund der für Frequentis nicht nachweisbaren
Werthaltigkeit zu einer Wertminderung von TEUR 863.
21.Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Langfristige Termingelder
Wertberichtigungen
10.000
-10.000
0
10.000
-10.000
0
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Kurzfristige Termingelder
Wertberichtigungen
10.199
-8.000
2.199
8.000
-8.000
0
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Wertberichtigungen
116.616
-12.818
103.798
103.989
-12.724
91.265
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Veranlagungen und Guthaben bei
Kreditinstituten, die alle kurzfristig sind und eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten
haben. Der Buchwert dieser Vermögenswerte entspricht ihrem beizulegenden Zeitwert. Sämtliche
Bestandteile der liquiden Mittel stehen zur freien Verfügung des Konzerns.
Die Wertberichtigungen betreffen zur Gänze Termingelder und ein täglich fälliges Guthaben bei der
Commerzialbank Mattersburg, welche 2020 bis auf den von der gesetzlichen Einlagensicherung
erfassten und bezahlten Betrag von TEUR 100 wertberichtigt werden mussten.
Gemäß IFRS 9 und basierend auf einem Expected-Credit-Loss-Modell (ECL-Modell) wurde eine
Risikovorsorge auf Basis der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Erwartungen potenzieller Ausfälle bei
der Veranlagung berechnet. Bei einem anderen Kreditinstitut wurde aufgrund eines schlechteren
Ratings und einem höheren Saldo zum 31. Dezember 2021 eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,04%
berechnet und eine Wertberichtigung in Höhe von TEUR 9 berechnet. Aufgrund des unwesentlichen
Betrages wurde auf eine entsprechende Verbuchung im Berichtsjahr verzichtet und die
Wertberichtigung des Vorjahres (TEUR 6) aufgelöst.
Für die restlichen Bankguthaben ergab sich aufgrund des guten Ratings und der Kurzfristigkeit der
Guthaben (täglich fällig) kein Wertminderungsbedarf.
Frequentis-Gruppe
76
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Von den Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive Termingelder von TEUR 105.997
zum 31. Dezember 2021 waren mehr als 75% auf elf systemrelevante Großbanken in Österreich und
Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei rund 20 anderen Banken in Europa, Australien, Asien
und den Amerikas.
22.Vorräte
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Unfertige Erzeugnisse
Fertige Erzeugnisse
Waren
9.264
672
2.411
2.801
1.929
17.077
6.567
411
2.700
1.594
1.356
12.628
Geleistete Anzahlungen
Der Anstieg der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe basiert vor allem auf einer Aufstockung der
Allzeitbedarfe im elektronischen Bauteilebereich, um langfristige Kundenverträge warten zu können.
Die unfertigen Erzeugnisse betreffen hauptsächlich zum Stichtag noch in Bearbeitung befindliche
Baugruppen.
Bei den fertigen Erzeugnissen handelt es sich um Baugruppen, welche Bestandteile von Gesamt-
lösungen für Kunden sind und nur in Ausnahmefällen als einziger Bestandteil eines Vertrags mit
einem Kunden fakturiert werden. Der Bestand resultiert aufgrund der Optimierung von Fertigungs-
losen (günstigere Stückkosten aufgrund eines großen Fertigungsloses) und Einkaufslosen, der
Führung eines Sicherheitsbestands für Wartungsverpflichtungen sowie der Bestand für einen
größeren Vertrag mit einem Kunden, wo die Lieferung und in diesem Fall auch zeitpunktbezogene
Fakturierung erst im Jahr 2022 erfolgt.
Unter den Waren sind materielle Vermögenswerte ausgewiesen, welche überwiegend zukünftige
Bestandteile von Kundenprojekten darstellen.
Im Berichtsjahr kam es zu einer Umgliederung zwischen Fertige Erzeugnisse und Waren bei einer
Tochtergesellschaft. Aus diesem Grund wurden die Vorjahreswerte der Fertigen Erzeugnisse und der
Waren um TEUR 619 angepasst.
Die Wertminderung der Vorräte betrug im Geschäftsjahr TEUR 299 (2020: TEUR 509). Wertauf-
holungen wurden in Höhe von TEUR 55 (2020: TEUR 54) vorgenommen.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
77
23.Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2021
2020
TEUR
70.970
-1.144
-404
13
69.435
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto
Einzelwertberichtigungen
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9
Forderungen gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
60.039
-443
-295
17
59.318
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2021 betreffen TEUR 7.194
die erworbenen Gesellschaften.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind langfristige Posten in Höhe von TEUR 789
(31.12.2020: TEUR 915) enthalten, welche aber aufgrund der Regelung des IAS 1.68 als kurzfristig
auszuweisen sind.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine
Fälligkeit von 30 Tagen.
Da es sich bei den Kunden der Frequentis-Gruppe großteils um Behörden, staatsnahe Betriebe und
bei den Generalunternehmern meist um internationale Großunternehmen handelt, ist das
Forderungsausfallsrisiko als gering einzustufen. Ein Teil des Risikomanagements bei der Frequentis-
Gruppe ist es, Geschäftsbeziehungen nur mit als kreditwürdig eingestuften Dritten einzugehen.
Kunden werden systematisch hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit bewertet und nur bei Vorliegen
entsprechender Bonität beliefert bzw. werden identifizierte Risiken mit adäquaten Maßnahmen
adressiert.
Wird im Zuge der Angebotslegung doch ein höheres Risiko identifiziert, so dienen Kredit-
versicherungen, Anzahlungen des Kunden oder Absicherungen mittels Akkreditiv zur Reduzierung
des Ausfallsrisikos.
Allen erkennbaren und erwarteten Risiken wird durch angemessene Wertberichtigung der
Forderungen Rechnung getragen. Bei konkreten Ausfällen werden die Forderungen ausgebucht.
Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallsrisiko.
Die Frequentis-Gruppe verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die ECLs von Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen zu bewerten. Die Verlustquoten werden anhand einer „Roll-Rate"-
Methode berechnet, die auf der Wahrscheinlichkeit basiert, dass eine Forderung die aufeinander-
folgenden Stufen der Überfälligkeit bis zur Ausbuchung durchläuft. Die Rollraten werden für alle
Forderungen insgesamt durchgeführt. Die Verlustquoten basieren auf den tatsächlichen Zahlungs-
und Kreditausfallserfahrungen der letzten zehn Jahre.
Frequentis-Gruppe
78
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Die Entwicklung der Wertberichtigungen zu Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stellt sich
wie folgt dar:
2021
2020
TEUR
TEUR
661
2
Stand 31. Dezember des Vorjahres
Währungsdifferenzen
738
23
Veränderung Wertberichtigung gemäß IFRS 9
Zuführung
Verbrauch
109
806
0
-128
1.548
72
310
-94
-213
738
Auflösung
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres
Zum 31. Dezember 2021 stellt sich die Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen folgendermaßen dar:
Gewichtete
Gewichtete
durchschnittliche durchschnittliche
Loss Rate
2021
Loss Rate
2020
2020
TEUR
2021
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto
Davon: weder überfällig noch wertgemindert
Davon: überfällig, aber nicht wertgemindert:
bis zu 30 Tage
30 bis 60 Tage
60 bis 90 Tage
90 bis 180 Tage
180 bis 210 Tage
> 210 Tage
69.422
55.099
59.301
48.860
0,04%
0,06%
0,15%
0,64%
1,60%
1,79%
8,64%
20,69%
0,26%
0,56%
1,61%
2,63%
11,12%
16,35%
9.491
1.603
298
1.729
7
6.346
870
913
1.065
248
1.000
1.195
Aus Wesentlichkeitsgründen werden die Forderungen gegenüber verbundenen und assoziierten
Unternehmen in Höhe von TEUR 13 (2020: TEUR 17) bei der Berechnung der Altersstruktur nicht
berücksichtigt.
Aus den Erfahrungen des Konzerns mit öffentlichen Auftraggebern sind Abweichungen im Zahlungs-
verhalten vom Fälligkeitsdatum häufig zu beobachten und regelmäßig auf behördeninterne Freigabe-
prozesse bzw. behördeninterne Budgetzuweisungen (vor allem um den Jahreswechsel) zurück-
zuführen. Die Vergangenheit zeigt, dass derartige Zahlungsverzögerungen allein noch keinen Hinweis
auf erhöhtes Ausfallsrisiko liefern.
Da die Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor und internationale Großkonzernen
angehören, kam es durch die COVID-19 Pandemie zu keinen Forderungsausfällen im Berichtsjahr.
Trotz der Vereinbarung von längeren Zahlungszielen mit manchen Kunden geht die Frequentis-
Gruppe aufgrund der Kundenstruktur von keinem erhöhten Forderungsausfallsrisiko aus. Da aber im
Jahr 2022 und den Folgejahren mit erhöhten Insolvenzen zu rechnen ist, hat die Frequentis-Gruppe
einen Skalarfaktor von 1,5 festgelegt und bei der Berechnung der Wertberichtigung nach IFRS 9
berücksichtigt. Dieser spiegelt die tatsächlichen und prognostizierten Insolvenzquoten aufgrund der
COVID-19 Pandemie wider. Wenn einem Kunden aufgrund der COVID-19 Pandemie eine
vorübergehende Nachfrist (die bis zu 60 Tage betragen kann) gewährt wurde, gilt das Engagement
weiterhin als überfällig, basierend auf dem ursprünglichen Fälligkeitsdatum.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
79
24.Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden
Erhaltene Anzahlungen
70.643
-32.290
38.353
53.591
-15.171
38.420
Die Vertragsvermögenswerte resultieren im Wesentlichen aus bereits vom Unternehmen erbrachten
aber noch nicht abgerechneten Leistungen. Die Vertragsvermögenswerte werden zu Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen umgegliedert, wenn der Zahlungsanspruch unbedingt ist. Dies ist im
Wesentlichen dann der Fall, wenn der Konzern die Leistungen erbracht hat und diese verrechnet.
Der Anstieg der Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden ist mit TEUR 21.972 und der
Anstieg der erhaltenen Anzahlungen ist mit TEUR 14.075 auf die neu erworbenen Gesellschaften
zurückzuführen.
Von den zum 01.01. erfassten Vertragsvermögenswerten in Höhe von TEUR 38.420 (2020:
TEUR 38.354) ist ein Betrag in Höhe von TEUR 30.731 (2020: TEUR 26.784) in der Berichtsperiode zur
Abrechnung gelangt.
Von den Vertragsvermögenswerten zum 31.12. in Höhe von TEUR 38.353 (2020: TEUR 38.420) wird auf
Basis der erwarteten Projektfortschritte und vertraglichen Regelungen plangemäß ein Anteil von
TEUR 36.492 (2020: TEUR 33.004) im Folgejahr zur Verrechnung an die Kunden gelangen. Vertrags-
vermögenswerte mit einem Buchwert von TEUR 1.861 (2020: TEUR 5.416) werden voraussichtlich erst
danach zur Abrechnung gelangen. Da die Realisierung der Vertragsvermögenswerte innerhalb eines
normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.
Hinsichtlich der aktivierten Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden wird von keinen
relevanten Ausfallsrisiken ausgegangen. Die Wertberichtigung der Vertragsvermögenswerte betrug
im Berichtsjahr TEUR 15 (2020: TEUR 23). Gerade bei Aufträgen, bei denen der Konzern in Vorleistung
geht, wird die Bonität der Vertragspartner sorgsam überprüft. Diese Aufträge betreffen vor allem
Leistungen für Behörden bzw. internationale Großunternehmen.
Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der noch anfallenden
Auftragskosten um -10% eine Erhöhung der Vertragsvermögenswerte um TEUR 5.986
(2020: TEUR 5.239) und eine Veränderung der noch anfallenden Auftragskosten um 10% eine
Reduktion der Vertragsvermögenswerte um TEUR 5.521 (2020: TEUR 4.770) ergeben.
Frequentis-Gruppe
80
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
25.Vertragskosten
Bei der Frequentis-Gruppe betrafen die Vertragskosten vor allem Verkaufsprovisionen. Diese
Vertragskosten wurden aktiviert und analog zum Übergang der Verfügungsgewalt von Gütern und
Dienstleistungen auf den Kunden amortisiert.
Die aktivierten Vertragskosten entwickelten sich wie folgt:
2020
2021
TEUR
TEUR
2.549
0
Stand 01.01.
3.028
133
Zugang Konsolidierungskreis
im Berichtsjahr aktivierte Vertragskosten
im Berichtsjahr erfolgswirksam erfasste Amortisation
erfasste Wertminderungen
Stand 31.12.
2.446
-1.896
0
2.770
-2.291
0
3.711
3.028
Es wird erwartet, dass von den Vertragskosten TEUR 2.501 (2020: TEUR 1.831) innerhalb der
nächsten 12 Monate amortisiert werden. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines
normalen Geschäftszyklus erwartet wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.
Der Konzern wendet den praktischen Behelf an, Vertragskosten nicht zu aktivieren, wenn der
Abschreibungszeitraum kürzer als ein Jahr ist.
Der Aufwand aus der Amortisation der aktivierten Vertragskosten ist in der Position Materialaufwand
und Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
81
26. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
31.12.2021
31.12.2020
TEUR
TEUR
435
92
145
672
Forderungen aus Fördererlösen
Positive Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
1.297
1.305
148
Finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte
2.750
Rechnungsabgrenzungen
4.462
3.666
Forderungen gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen
Einkommensteuern)
Forderungen aufgrund Forschungsprämien
Forderungen aufgrund Investitionsprämie
Sonstige Vermögenswerte
1.281
1.167
247
943
2.788
12
232
115
Nicht finanzielle sonstige kurzfristige Vermögenswerte
7.389
7.524
27.Grundkapital und einbehaltene Gewinne
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu
EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen
Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde
zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz
oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren Ausgabe-
bedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte,
Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital).
Börsengang 2019
Im Zuge des Börsengangs (Initial Public Offering – IPO) wurden 13.199.999 Inhaberstückaktien mit
Zulassungsbescheid der Wiener Börse AG vom 6. Mai 2019 zum Amtlichen Handel an der Wiener
Börse als Wertpapierbörse und mit Zulassungsbeschluss der Frankfurter Wertpapierbörse vom
13. Mai 2019 zum Handel am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen. In
Summe wurden im IPO 2.873.975 Aktien zum Preis von EUR 18,00 am Kapitalmarkt platziert. Davon
sind 1.200.000 Aktien neu ausgegeben worden, 1.673.975 bestehende Aktien wurden von Herrn
Johannes Bardach verkauft. Neben den Inhaberaktien besteht noch eine vinkulierte Namensaktie, die
von Herrn Johannes Bardach gehalten wird. Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien per 31.
Dezember 2019 betrug 13.200.000 Aktien.
Kapitalerhöhung 2020
Die am 2. März 2020 vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 27. März 2020
beschlossene Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre im
Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms wurde im Mai 2020 erfolgreich abgeschlossen. Die
Frequentis AG erhöhte dadurch ihr Grundkapital von TEUR 13.200 um TEUR 80 auf TEUR 13.280
durch Ausgabe von 80.000 neuen Inhaberstückaktien gegen Bareinlage unter Ausschluss des
Bezugsrechts der derzeitigen Aktionäre. Die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien per 31. Dezember
2020 betrug 13.280.000 Aktien.
Frequentis-Gruppe
82
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Eigene Aktien
In der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019 wurde der
Vorstand während einer Geltungsdauer von 30 Monaten zum Erwerb eigener Aktien gemäß § 65
Absatz 1 Ziffer 4 und 8 AktG sowohl über die Börse als auch außerbörslich im Ausmaß von bis zu 10%
des Grundkapitals, auch unter Ausschluss der allgemeinen Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre,
die mit einem solchen Erwerb einhergehen kann, ermächtigt. Des Weiteren wurde der Vorstand
ermächtigt, das Grundkapital durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungs-
beschluss herabzusetzen.
Ebenfalls in der außerordentlichen Hauptversammlung der Frequentis AG am 20. September 2019
wurde der Vorstand gemäß § 65 Absatz 1b AktG für die Dauer von fünf Jahren ab Beschlussfassung,
sohin bis einschließlich 19. September 2024, ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne
weiteren Beschluss der Hauptversammlung eigene Aktien nach erfolgtem Rückerwerb auch auf eine
andere Art und Weise als durch Veräußerung über die Börse oder durch ein öffentliches Angebot zu
veräußern oder zu verwenden, insbesondere eigene Aktien
a) zur Ausgabe an Arbeitnehmer, leitende Angestellte und/oder Mitglieder des Vorstands/der
Geschäftsführung der Gesellschaft oder eines mit ihr verbundenen Unternehmens,
einschließlich zur Bedienung von Aktienübertragungsprogrammen, insbesondere von
Aktienoptionen, Long Term Incentive Plänen oder sonstigen Beteiligungsprogrammen,
b) zur Bedienung von allenfalls ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen,
c) als Gegenleistung beim Erwerb von Unternehmen, Betrieben, Teilbetrieben oder Anteilen an
einer oder mehreren Gesellschaften im In- oder Ausland, und
d) zu jedem sonstigen gesetzlich zulässigen Zweck zu verwenden,
und hierbei die allgemeine Kaufmöglichkeit der Aktionäre auszuschließen, wobei die Ermächtigung
ganz oder teilweise und auch in mehreren Teilen und zur Verfolgung mehrerer Zwecke ausgeübt
werden kann.
Im Berichtsjahr hat die Frequentis AG insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit einem Gesamtwert
von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai 2021 beendet.
Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dar:
2021
13.280.000
0
-15.500
13.264.500
2020
13.200.000
80.000
Stand 01.01.
Neu ausgegebene Aktien aufgrund Kapitalerhöhung
Erwerb von eigenen Aktien
Stand 31.12.
0
13.280.000
Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende 2021 war wie folgt:
Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group
Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den
Streubesitz. Diese Aktionärsstruktur ist gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert.
Die Veränderung des Eigenkapitals kann aus der Aufstellung der Entwicklung des Konzern-
Eigenkapitals entnommen werden.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
83
Dividende
Der im Einzelabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2021 bzw. 2020 ausgewiesene
Jahresüberschuss beträgt TEUR 13.628 (31.12.2020: Jahresfehlbetrag TEUR -10.542 ); der
Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 46.062 (31.12.2020: TEUR 34.808).
In der Hauptversammlung der Frequentis AG vom 20. Mai 2021 wurde beschlossen, für das
Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von EUR 0,15 je gewinnberechtigter Stückaktie auszuschütten. Die
Auszahlung der Dividende erfolgte abzüglich der gesetzlichen Kapitalertragsteuer von 27,5% im
Mai 2021.
Im Jahr 2021 wurde für das Geschäftsjahr 2020 auf die ausgegebenen Aktien eine Dividende in Höhe
von TEUR 1.990 ausgezahlt (2020 für das Jahr 2019: TEUR 1.992). Dies entspricht einer Auszahlung
von EUR 0,15 je Aktie im Jahr 2021 (2020: EUR 0,15 je Aktie).
28.Rücklagen
31.12.2021
TEUR
31.12.2020
TEUR
Kapitalrücklagen
21.138
21.138
Rücklage IAS 19
Optionsrücklage IFRS 2
-6.284
602
-6.133
232
Rücklage Cash Flow Hedge
Gewinnrücklagen und einbehaltene Gewinne
Gewinnrücklagen
-346
98.302
92.274
-123
80.700
74.676
Frequentis-Gruppe
84
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende
Steuerbelastung der im sonstigen Ergebnis erfassten Posten dargestellt:
Wert vor
Wert nach
Wert vor
Wert nach
Ertragsteuern Ertragsteuern Ertragsteuern Ertragsteuern Ertragsteuern Ertragsteuern
2021
2021
2021
2020
2020
2020
Position
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Unterschiedsbetrag aus der
Währungsumrechnung
Bewertung von Cash Flow Hedges
1.117
-298
0
74
1.117
-224
-784
736
0
-184
-784
552
Neubewertung der Nettoschuld
(Vermögenswert) aus Leistungen an
Arbeitnehmer und
Arbeitnehmerinnen nach
Beendigung des
Dienstverhältnisses
-169
0
23
0
-146
-703
-1
176
0
-527
Nach der Equity Methode
bilanzierte Beteiligungen –
Anteil am sonstigen Ergebnis
0
-1
747
-760
29.Aktienbasierte Vergütung
Die Frequentis AG hat 2019, 2020 und 2021 jeweils einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019, LTIP
2020 und LTIP 2021) mit dem Vorstandsvorsitzenden Norbert Haslacher abgeschlossen.
Die Bewertung dieser anteilsbasierten Vergütungen erfolgt gemäß IFRS 2 mit dem beizulegenden
Zeitwert am Tag der Gewährung. Der Aufwand wird über die erforderliche Reifefrist verteilt. Da in
den Verträgen festgelegt ist, dass die im Rahmen des LTIP zugeteilten Aktien nicht in bar abgegolten
werden, sind die anteilsbasierten Vergütungen im Eigenkapital in einem Sonderposten ausgewiesen.
Der Teilnehmer des Plans muss kein Eigeninvestment in Frequentis-Aktien tätigen. Ab dem Tag der
Zuteilung kann der Begünstigte pro Kalenderjahr maximal ein Drittel der unter den LTIPs
erworbenen Aktien veräußern. In jedem Fall aber wird der Begünstigte nur eine solche Anzahl der im
Rahmen der bestehenden LTIPs bzw. allfälliger späterer Long Term Incentive Plänen erworbenen
Aktien veräußern, dass er zu jeder Zeit mindestens 7.000 unter einem Long Term Incentive Plan
erworbene Aktien der Gesellschaft hält („Mindestbestand").
Als Leistungszeitraum für das Erreichen der Ziele wurden drei Jahre festgelegt. Die Zielwerte für die
Schlüsselindikatoren wurden vom Aufsichtsrat festgelegt. Am Anspruchstag (frühestens drei Jahre
nach der Gewährung) werden bei voller Zielerreichung maximal 14.000 Aktien für den LTIP 2019 bzw.
jeweils 17.000 Aktien für den LTIP 2020 und LTIP 2021 (brutto – vor Abzug von Steuern und
Gebühren), maximal aber 200% des jährlichen Bruttogrundgehalts in Form von Aktien zugeteilt. Die
Abgeltung erfolgt durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des Nettobetrags in das
entsprechende Wertpapierdepot. Abhängig von der Zustimmung des Aufsichtsrats ist der
Anspruchstag der 30. April 2022 für den LTIP 2019 bzw. der 30. April 2023 für den LTIP 2020 und der
30. April 2024 für den LTIP 2021.
Der Anspruch auf die maximale Anzahl von Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von 100%.
Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein
Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
85
Am 20. September 2019 wurde der LTIP 2019 von der Hauptversammlung genehmigt. Die
Vereinbarung mit dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 30. September 2019 unterschrieben. Die
vereinbarten Ziele werden am Total Shareholder Return (TSR), am organischen Betriebsleistungs-
wachstum, an der EBIT-Marge und der Ertrags-Marge sowie der Entwicklung von Key Accounts, nicht
refinanzierter F&E-Aufwand in Prozent zur Gesamtleistung, Mitarbeiterzufriedenheit und Kunden-
zufriedenheit gemessen.
Am 14. Mai 2020 wurde der LTIP 2020 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit
dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 15. Mai 2020 unterschrieben. Die vereinbarten Ziele werden
am Total Shareholder Return (TSR), am Auftragsstand, dem Wachstum in den Regionen und dem
Wachstum über Akquisitionen gemessen.
Am 20. Mai 2021 wurde der LTIP 2021 von der Hauptversammlung genehmigt. Die Vereinbarung mit
dem Vorstandsvorsitzenden wurde am 15. Juni 2021 unterschrieben. Die vereinbarten Ziele werden
am Total Shareholder Return (TSR), an der Betriebsleistungssteigerung durch Key Accounts und dem
Wachstum über New Business Development gemessen.
Das Vorstandsmitglied muss – von der Zielerreichung abgesehen – keine Gegenleistung für den
Erwerb der Aktien der Gesellschaft erbringen.
Für die Zuteilung von Aktien der Gesellschaft sind Ziele zu erfüllen, wobei die Zielerreichung für alle
gewährten LTIPs über den Leistungszeitraum von drei Jahren gemessen wird.
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Bedingungen der im laufenden Geschäftsjahr gewährten
anteilsbasierten Vergütungen zusammen:
LTIP 2021
01.01.2021
15.06.2021
31.12.2023
30.04.2024
126%
LTIP 2020
01.01.2020
14.05.2020
31.12.2022
30.04.2023
130%
LTIP 2019
01.01.2019
30.09.2019
31.12.2021
30.04.2022
103%
Programmbeginn
Zeitpunkt der Gewährung
Ende Erdienungszeitraum
Anspruchstag
Erwartete Zielerreichung
Erwartete Aktien
17.000
17.000
14.000
Maximale Aktien
17.000
17.000
14.000
Zugeteilte Bonusaktien
keine
keine
keine
Für den zukünftig erwarteten Aufwand der LTIPs besteht zum Bilanzstichtag für den bereits
erdienten Anteil eine Erfassung im Eigenkapital, welche auf Basis von beizulegenden Zeitwerten am
Gewährungstag errechnet wurde. Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus den LTIP-
Verpflichtungen errechnet sich nach dem Zeitwert der Aktien zum Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt
der Vereinbarung multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten
Zielerreichungsgrad. In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung wurden im Berichtsjahr für die
LTIPs TEUR 399 (2020: TEUR 184) inklusive Lohnnebenkosten im Personalaufwand und im
Eigenkapital erfasst.
Für die LTIPs wurde davon ausgegangen, dass sowohl die marktorientierten Ziele als auch die nicht
marktorientierten Ziele erfüllt sein werden, weshalb der Effekt der marktorientierten Ziele im
Rahmen der Ermittlung des Erwartungswerts des Zielerreichungsgrads und nicht im Zeitwert der
Aktien zu berücksichtigen ist.
Frequentis-Gruppe
86
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
30.Nicht beherrschende Anteile
Die nicht beherrschenden Anteile betreffen folgende Tochtergesellschaften:
31.12.2020
TEUR
31.12.2021
TEUR
1.725
0
95
407
-603
1.793
19
(nach Anpassungen)
ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH, Freiburg
ELARA Leitstellentechnik GmbH, Aachen*)
Frequentis DFS Aerosense GmbH, Wien
Secure Service Provision GmbH, Leipzig
Systems Interface Ltd., Bordon
2.191
0
90
346
-615
1.263
107
team Technology Management GmbH, Wien
TEAM Technology Management GmbH, Gräfelfing
3.436
3.382
*) Im Berichtsjahr kam es zu einer Fehlerkorrektur bezüglich der nicht beherrschenden Anteile der
ELARA Leitstellentechnik GmbH in Höhe von TEUR 369. Dieser Betrag wurde aufgrund einer
vorhandenen Put Option für den nicht beherrschenden Gesellschafter nicht mehr als nicht
beherrschender Anteil ausgewiesen sondern in die finanzielle Verbindlichkeit umgegliedert.
Auch bei der Systems Interface Ltd. besteht eine Put Option für die nicht beherrschenden
Gesellschafter. Diese ist aber aufgrund der vertraglichen Regelungen nicht ausübbar und die
Ausübbarkeit wird auch künftig nicht erwartet.
Bei der team Technology Management GmbH kam es im Berichtsjahr zu einer anteiligen
Ausschüttung von TEUR 343 an die Gesellschafter von nicht beherrschenden Anteilen, bei der Secure
Service Provision GmbH betrug diese TEUR 54 und bei der ELARA Leitstellentechnik betrug diese
TEUR 206.
Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Bilanz vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit
wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen sowie den Buchwert der wesentlichen nicht
beherrschenden Anteile (Werte vor konzerninternen Eliminierungen in TEUR):
Langfristige
Vermögens-
werte*)
Kurzfristige
Vermögens-
werte
Buchwert nicht
Netto beherrschende
Kurzfristige
Schulden
Langfristige
Schulden
Angaben zur Bilanz zum 31.12.2021
vermögen
Anteile
ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH
3.017
468
30
154
41
2.026
1.295
1.463
2.227
2.611
5.410
132
936
242
0
586
560
1.177
311
2.465
1.897
132
3.521
961
316
2.032
-1.230
3.761
26
1.725
0
ELARA Leitstellentechnik GmbH
Frequentis DFS Aerosense GmbH
Secure Service Provision GmbH
Systems Interface Ltd.
team Technology Management GmbH
TEAM Technology Management GmbH
95
38
407
-603
1.793
19
1.417
841
5
1.089
31
3.436
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
87
Langfristige
Vermögens-
werte*)
Kurzfristige
Vermögens-
werte
Buchwert nicht
beherrschende
Anteile
Kurzfristige
Schulden Nettovermögen
Langfristige
Schulden
Angaben zur Bilanz zum 31.12.2020
ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH
ELARA Leitstellentechnik GmbH
Frequentis DFS Aerosense GmbH
Secure Service Provision GmbH
Systems Interface Ltd.
3.347
581
43
171
45
3.104
947
1.145
1.699
2.304
1.041
331
0
26
1.485
938
444
889
113
2.119
4.472
752
299
1.731
-1.256
2.191
0
90
346
-615
team Technology Management GmbH
235
75
4.281
102
259
14
1.579
18
2.679
145
1.263
107
TEAM Technology Management GmbH
3.382
*) exklusive Geschäfts- und Firmenwerte
Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Gesamtergebnis-
rechnung vollkonsolidierter Tochterunternehmen mit wesentlichen nicht beherrschenden Anteilen
(in TEUR):
den nicht beherrschenden
Anteilen zugewiesene
Werte vor konzerninternen Eliminierungen
Ergebnisbeiträge
Betriebs- Perioden- Sonstiges Gesamt- Perioden- Sonstiges Gesamt-
ergebnis ergebnis
ergebnis
2021
leistung ergebnis Ergebnis
Ergebnis
ATRiCS Advanced Traffic
Solutions GmbH
ELARA Leitstellentechnik GmbH
1.885
3.308
-951
631
0
0
-951
631
-466
309
0
0
-466
309
Frequentis DFS Aerosense
GmbH
Secure Service Provision GmbH
Systems Interface Ltd.
1.192
3.234
3.680
17
571
111
0
0
0
17
571
111
5
114
54
0
0
-41
5
114
13
team Technology Management
GmbH
TEAM Technology Management
GmbH
10.427
278
1.773
-119
9
0
1.782
-119
869
4
873
-88
0
-88
Gesamt
797
-37
760
den nicht beherrschenden
Anteilen zugewiesene
Ergebnisbeiträge
Werte vor konzerninternen Eliminierungen
Betriebs- Perioden- Sonstiges Gesamt- Perioden- Sonstiges Gesamt-
ergebnis ergebnis
ergebnis
2020
leistung ergebnis Ergebnis
Ergebnis
ATRiCS Advanced Traffic
Solutions GmbH
ELARA Leitstellentechnik GmbH
4.518
2.788
720
410
0
0
720
410
368
201
0
0
368
201
Frequentis DFS Aerosense
GmbH
Secure Service Provision GmbH
Systems Interface Ltd.
1.533
2.971
3.116
-16
540
-1.116
0
0
0
-16
540
-1.116
-5
108
-547
0
0
20
-5
108
-527
team Technology Management
GmbH
TEAM Technology Management
8.542
53
1.149
-55
-6
0
1.143
-55
563
-3
560
GmbH
-41
0
-41
Gesamt
647
17
664
Frequentis-Gruppe
88
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
31.Langfristige Rückstellungen
31.12.2021
31.12.2020
TEUR
TEUR
Rückstellungen für Abfertigungen
16.110
15.395
Rückstellungen für Pensionen
Aufrechnung Deckungskapital Pensionsversicherung
6.046
-3.427
2.619
3.260
-2.696
564
Rückstellungen für Jubiläumsgeld
Sonstige Rückstellungen
389
874
369
884
Summe langfristige Rückstellungen
19.992
17.212
Aufgrund der Verpfändung der Lebensversicherungen zur Deckung der Pensionsrückstellungen
wurden die entsprechenden Deckungskapitalien mit den Pensionsrückstellungen verrechnet.
Rückstellungen für Abfertigungen
Diese Position umfasst hauptsächlich gesetzliche und kollektivvertragliche Ansprüche von
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich auf einmalige Abfertigungszahlungen. Diese können
aufgrund Arbeitgeberkündigung, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses sowie
Pensionierung oder Tod des Arbeitnehmers entstehen. Die Höhe der Abfertigung bemisst sich nach
der Anzahl der im Unternehmen geleisteten Dienstjahre und des zum Zeitpunkt des Ausscheidens
gültigen Bezuges.
Die entsprechenden Abfertigungszahlungen werden in den Jahren 2022 bis 2047 schlagend werden.
Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Abfertigungen wurde unter Anwendung
nachfolgender Faktoren vorgenommen:
2021
1,0%
3,3%
2020
Zinssatz
Lohn- und Gehaltstrend
1,0%
3,0%
Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung
11,2 Jahre
11,6 Jahre
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand der
Abfertigungsverpflichtungen:
2021
2020
TEUR
TEUR
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen
(DBO) am 01.01. = Rückstellung 01.01.
Währungsdifferenzen
15.395
2
14.475
0
Dienstzeitaufwand (CSC)
Zinsaufwand (IC)
Tatsächliche Auszahlungen
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-)
Barwert der Abfertigungsverpflichtungen
(DBO) am 31.12. = Rückstellung 31.12.
704
152
-425
282
691
186
-521
564
16.110
15.395
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
89
Die Abfertigungsrückstellung betrifft hauptsächlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
österreichischer Konzerngesellschaften, die vor dem 31. Dezember 2002 eingetreten sind, da mit 1.
Jänner 2003 aufgrund einer Gesetzesänderung generell in Österreich von einer leistungsorientierten
Abfertigung auf eine beitragsorientierte Abfertigung umgestellt wurde. Diese neue Regelung gilt
somit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach dem 31. Dezember 2002 ein neues
Dienstverhältnis begonnen haben. Für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird vom Unternehmen
ein monatlicher Betrag an eine externe Mitarbeitervorsorgekasse geleistet, welche die Auszahlung
der Abfertigung zu gewährleisten hat, sodass seitens des Konzerns keine Abfertigungs-
verpflichtungen entstehen. Die diesbezüglichen Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 934
(2020: TEUR 902).
Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen Abfertigungen in Höhe von TEUR 1.015 (2020:
TEUR 43).
Die erfassten versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste von Abfertigungsrückstellungen
gliedern sich wie folgt auf:
2021
2020
TEUR
TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen
Änderungen von finanziellen Annahmen
Sonstige Änderungen
0
500
-218
282
0
507
57
Gesamt
564
Bei den Abfertigungsansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation
und den Gehaltssteigerungen.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen
resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren
verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.
Zinssatz
Gehaltssteigerung
DBO 31.12.2021
TEUR
1,0%
0,85%
1,0%
1,15%
1,0%
3,8%
3,3%
3,3%
3,3%
2,8%
16.990
16.376
16.110
15.851
15.287
Zinssatz
Gehaltssteigerung
DBO 31.12.2020
TEUR
1,0%
0,85%
1,0%
1,15%
1,0%
3,5%
3,0%
3,0%
3,0%
2,5%
16.269
15.658
15.395
15.139
14.579
Frequentis-Gruppe
90
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Rückstellungen für Pensionen
Grundsätzlich werden Pensionsleistungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die staatlichen
Sozialversicherungsträger erbracht. Der Konzern ist gesetzlich verpflichtet, Beiträge für Pensionen
und Gesundheitsvorsorge für aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leisten. Zusätzlich bestehen
die nachfolgend erläuterten leistungsorientierten Verpflichtungen.
Bei den Pensionsverpflichtungen handelt es sich um leistungsorientierte Ansprüche aus
Einzelzusagen gegenüber den aktiven Vorstandsmitgliedern und zwei ehemaligen Mitgliedern des
Vorstands der Frequentis AG. Die Begünstigten erhalten eine lebenslange monatliche Alterspension
bzw. Hinterbliebenenpension, die aus den Beiträgen in eine Rückdeckungsversicherung resultieren.
Im Berichtsjahr kam es bei der Pensionsrückstellung aufgrund des Erwerbs der Frequentis Orthogon
GmbH zu einem Zugang in Höhe von TEUR 2.183. Hier handelt es sich um leistungs-orientierte
Ansprüche aus Einzelzusagen gegenüber 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Begünstigten
erhalten eine lebenslange fixe Alterspension, welche nur zu einem Teil durch eine
Rückdeckungsversicherung gedeckt ist.
Das angesetzte Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen, die an die
anspruchsberechtigten Personen verpfändet sind.
Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Pensionen wurde unter Anwendung
nachfolgender Faktoren vorgenommen:
2021
1,3%
2020
1,0%
Zinssatz
Pensionsalter
60/65 Jahre
14,17 Jahre
60/65 Jahre
14,73 Jahre
Durchschnittliche Laufzeit der Leistungsorientierten Verpflichtung
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
91
Entwicklung der Pensionsrückstellung und des Planvermögens:
2021
2020
TEUR
TEUR
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) am 01.01.
Planvermögen zu Marktwerten
3.260
-2.696
564
3.035
-2.573
462
+ Rückstellung/-Guthaben 01.01.
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 01.01.
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Dienstzeitaufwand
3.260
2.720
204
3.035
0
109
39
Zinsaufwand
47
Pensionszahlungen
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (+)/Gewinne (-)
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) 31.12.
-109
-76
6.046
-89
166
3.260
Planvermögen zu Marktwerten 01.01.
Zugang aus Erwerb von Unternehmen
Ertrag Planvermögen
2.696
537
41
2.573
0
34
Geleistete Zahlungen
222
-88
19
150
-89
28
Erhaltene Zahlungen aus dem Planvermögen
Erfasste versicherungsmathematische Verluste (-)/Gewinne (+)
Planvermögen zu Marktwerten 31.12.
3.427
2.696
Rückstellung am 31.12.
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO)
Planvermögen zu Marktwerten
+ Rückstellung/-Guthaben 31.12.
6.046
-3.427
2.619
3.260
-2.696
564
Zusätzlich kam es im Berichtsjahr zu freiwilligen und gesetzlichen beitragsorientierten
Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.453 (2020: TEUR 1.049).
Es wird erwartet, dass im Jahr 2022 TEUR 222 (2021: TEUR 150) in die Pensionsversicherung
einbezahlt werden.
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste wurden im Berichtsjahr im sonstigen
Ergebnis erfasst und gliedern sich wie folgt:
2021
2020
TEUR
TEUR
Änderungen von demografischen Annahmen
Änderungen von finanziellen Annahmen
Sonstige Änderungen
0
-112
36
0
138
28
Sonstige Änderungen Planvermögen
Gesamt
-19
-95
-28
138
Frequentis-Gruppe
92
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Für die Frequentis-Gruppe liegt das Risiko bei den Pensionsansprüchen im Wesentlichen in der
Entwicklung der Lebenserwartung und Inflation, da es sich bei den Leistungen aus Pensionen um
lebenslange Rentenleistungen handelt. Das bei der Frequentis-Gruppe verbleibendende Risiko liegt
darin, dass die Entwicklung des Planvermögens nicht die geplante Mindestverzinsung oder den
Kapitalerhalt abdeckt.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen
resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Einflussfaktoren
verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.
Zinssatz
DBO 31.12.2021
TEUR
1,15%
1,30%
1,45%
6.196
6.046
5.901
Zinssatz
DBO 31.12.2020
TEUR
0,85%
1,00%
1,15%
3.333
3.260
3.190
Rückstellungen für Jubiläumsgeld
Die Rückstellung für Jubiläumsgeldverpflichtungen betrifft langfristige Ansprüche von Dienst-
nehmerinnen und Dienstnehmern der Frequentis Comsoft GmbH aufgrund von betrieblicher Übung.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird bei Erreichen einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeit
eine einmalige Prämie zwischen TEUR 1 und TEUR 3 gewährt.
Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Jubiläumsgeld wurde unter Anwendung eines
Zinssatzes von 1,0% (2020: 1,0%) und einer durchschnittlichen Laufzeit von 7,1 Jahren
(2020: 7,4 Jahren) vorgenommen.
2021
2020
TEUR
TEUR
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO)
entspricht der Rückstellung 01.01.
Dienstzeitaufwand (CSC)
369
42
4
343
38
4
Zinsenaufwand (IC)
Tatsächliche Auszahlungen
Erfasster versicherungsmathematischer Verlust (+)/Gewinn (-)
-23
-3
-18
2
Barwert der Jubiläumsgeldverpflichtungen (DBO)
am 31.12. = Rückstellung 31.12.
389
369
Bei den Jubiläumsgeldansprüchen liegt das Risiko im Wesentlichen in der Entwicklung der Inflation.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
93
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Jubiläumsgeldverpflichtungen wurden die
Auswirkungen resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer
Einflussfaktoren verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten wurden.
Zinssatz
DBO 31.12.2021
TEUR
393
389
0,85%
1,00%
1,15%
385
Zinssatz
DBO 31.12.2020
TEUR
373
369
0,85%
1,00%
1,15%
365
Sonstige langfristige Rückstellungen
Die sonstigen langfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Zugang aus
Erwerb von
Umgliederung
Verbindlichkeiten
TEUR
Währungs-
differenz
TEUR
Stand
31.12.2020
TEUR
Stand
31.12.2021
TEUR
Unternehmen Aufzinsung Verbrauch Auflösung Dotierung
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
TEUR
Vorsorgen für
dienstzeitabhängige
Urlaubs-
rückstellungen
59
1
54
1
-16
0
0
0
99
Rückstellung für
Projekte
Sonstige
764
61
884
0
2
3
0
0
54
3
0
4
-238
0
-254
0
0
0
0
183
183
0
0
0
529
246
874
Für zwei im Ausland ansässige Tochtergesellschaften wird eine langfristige Urlaubsrückstellung
aufgrund eines zusätzlichen Urlaubsanspruchs abhängig von der Dienstzugehörigkeit gebildet. Die
Abgrenzungen der kurzfristigen Urlaubsansprüche werden in den sonstigen Verbindlichkeiten
erfasst.
Die Rückstellung für Projekte enthält Vorsorgen, die aufgrund des Übersteigens der künftigen
Aufwendungen über die künftigen Erträge, zu bilden sind. Mit einer Inanspruchnahme in den
nächsten zwölf Monaten ist nicht zu rechnen.
Die Zinsen für die Vorsorgen für die dienstzeitabhängige Urlaubsrückstellung werden im
Personalaufwand ausgewiesen wohingegen, die Zinsen für die Rückstellung für Projekte im
Zinsaufwand verbucht wurden.
Frequentis-Gruppe
94
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
32.Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
In den Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden werden erhaltene Gegenleistungen
ausgewiesen, wenn die Verpflichtungen Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu übertragen
noch nicht erfüllt waren. Dies betrifft vor allem Vorauszahlungen, welche teilweise mittels
Anzahlungsgarantie besichert sind. Zusätzlich werden Leistungen teilweise durch Bankgarantien
abgesichert. Dingliche Besicherungen bestanden sowohl zu den Stichtagen als auch im Jahresverlauf
nicht.
Die Aufgliederung der Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden stellt sich wie folgt dar:
31.12.2020
TEUR
31.12.2021
TEUR
Erhaltene Anzahlungen aus Kundenprojekten
83.106
62.490
Erhaltene Anzahlungen, welche mit Vertragsvermögenswerte aus
Verträgen mit Kunden saldiert wurden
-29.075
54.031
6.332
-12.249
50.241
6.546
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten
Sonstige Vertragsverbindlichkeiten, welche mit
Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden saldiert wurden
-3.215
3.117
7.500
-2.922
3.624
8.828
Erlösabgrenzungen für Wartungsverträge
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete
Kundenaufträge (kurzfristig)
Verbindlichkeiten für noch anfallende Leistungen für endabgerechnete
Kundenaufträge (langfristig)
708
32
142
13
Summe Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden
65.388
62.848
Der Anstieg der erhaltenen Anzahlungen aus Kundenprojekten sowie die Saldierung mit
Vertragsvermögenswerten aus Verträgen mit Kunden sind hauptsächlich auf die neu erworbenen
Gesellschaften zurückzuführen.
In den Sonstigen Vertragsverbindlichkeiten sind vertragliche Ansprüche auf Anzahlungen enthalten.
Von den Vertragsverbindlichkeiten haben TEUR 908 (2020: TEUR 836) eine Laufzeit von mehr als 12
Monaten. Da die Realisierung der Vertragskosten innerhalb eines normalen Geschäftszyklus erwartet
wird, sind diese insgesamt als kurzfristig eingestuft.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Erläuterungen zur Bilanz
95
33.Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2021
31.12.2020
TEUR
TEUR
449
402
0
Darlehen von anderen Gesellschaftern
Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung
480
1.238
1.556 *)
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile
Sonstige Verbindlichkeiten
7
4
Summe langfristige finanzielle Verbindlichkeiten
858
3.278
Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschende Anteile
Negative Marktwerte der Cash Flow Hedges und MTM Bewertung
Sonstige Verbindlichkeiten
2.036
1.562
1.398
4.996
0
398
1.202
1.600
Summe kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
Abgrenzungen für noch nicht konsumierte Urlaube
3.919
2.282
Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt (ausgenommen
Einkommensteuern)
Abgrenzungen für Beratungskosten
2.694
702
1.614
656
Erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit Förderungen
Abgrenzungen für Überstunden
1.065
710
619
466
Sonstige Verbindlichkeiten
Summe kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
1.043
10.133
980
6.617
*) angepasster Vergleichswert
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind hauptsächlich Verbindlichkeiten gegenüber den lokalen
Sozialversicherungsgesellschaften sowie Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern enthalten.
Die Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung ist eine Komponente des vertraglich vereinbarten Kaufpreises
der 2020 erworbenen ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH und basiert auf den jeweiligen
Jahresabschlüssen gemäß dHGB und ist abhängig vom Erreichen eines EBIT-Zieles sowie des Net
Cash/Debt zum 31.Dezember 2024 und der Abweichung vom Target Working Capital zum
31. Dezember 2024.
Zum Stichtag erfolgte eine neue Bewertung der Verpflichtung. Aufgrund der Reduktion der Ist- und
auch Planwerte, welche größtenteils auf die COVID-19 Pandemie zurückzuführen ist, kam es zu einer
Reduktion der Verbindlichkeit. Die Entwicklung des beizulegenden Zeitwertes der Earn-Out Zahlung,
welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde, stellt sich wie folgt dar:
Einschätzung
Einschätzung
31.12.2021
TEUR
zum Erwerbs-
zeitpunkt
TEUR
Earn-Out
Target Value
3.570
-3.570
402
3.570
-2.758
458
+/- erfolgsabhängige Anpassung (Erreichen eines EBIT-Zieles)
+/- Net Cash/Debt zum 31.12.2024
+/- Abweichungen vom Target Working Capital zum 31.12.2024
Earn-Out Anspruch
0
402
-43
1.227
Frequentis-Gruppe
96
Erläuterungen zur Bilanz
Konzernabschluss 2021
Im Zusammenhang mit dieser Verbindlichkeit Earn-Out Zahlung kam es im Berichtsjahr zu einer
Aufzinsung von TEUR 15 (2020: TEUR 11) und einer Reduktion des beizulegenden Zeitwertes in Höhe
von TEUR 850 (2020: TEUR 0), welche in der Position Sonstige Erträge ausgewiesen wird.
Bei der Verbindlichkeit Put Option Nicht beherrschender Anteile handelt es sich um eine Option des
Minderheitengesellschafters der ELARA Leitstellentechnik GmbH seinen von ihm gehaltenen
Geschäftsanteil auf Frequentis zu übertragen. Frequentis ist in diesem Fall unwiderruflich
verpflichtet, den Geschäftsanteil zu übernehmen. Die Put Option kann frühestens ab 14. November
2022 ausgeübt werden.
Der relevante Eigenkapitalwert entspricht dem Unternehmenswert abzüglich Nettofinanz-
verschuldung der ELARA Leitstellentechnik GmbH. Der Unternehmenswert wird im Wege einer
Multiple-Bewertung bestimmt. Basis dieser Multiple-Bewertung sind die durchschnittlichen Umsatz-
und EBIT Werte aus den Jahresabschlüssen für die letzten zwei der Optionsausübung unmittelbar
vorausgegangenen Geschäftsjahre.
34.Sonstige kurzfristige Rückstellungen
Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:
Zugang aus
Stand Währungs- Erwerb von
Stand
31.12.2020
TEUR
differenzUnternehmen Verbrauch Auflösung Dotierung 31.12.2021
TEUR
109
TEUR
350
TEUR
TEUR
0
TEUR
TEUR
Prämien
7.525
-7.634
10.871
11.221
Rückstellung für
Projekte
Prozesskosten
Sonstige
2.919
1.686
1.449
128
0
0
0
0
0
-3.047
-716
-927
0
-46
-293
- 339
2.977
820
1.243
15.911
2.977
1.744
1.473
13.579
237
350
-12.324
17.415
Die Prämienrückstellung enthält die noch anfallenden Auszahlungen von Prämien und variablen
Gehältern an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Rückstellung für Projekte enthält Projektkosten, für die aufgrund des Überschusses künftiger
Aufwendungen über künftige Erträge, Vorsorgen zu bilden sind.
Die Prozesskostenrückstellung betrifft die eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der
Commerzialbank Mattersburg.
Es wird damit gerechnet, dass die kurzfristigen Rückstellungen auch tatsächlich im Geschäftsjahr
2022 zur Auszahlung kommen.
Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Veränderung der Restkosten um
- 10% eine Reduktion der Rückstellung für Projekte um TEUR 1.104 (2020: TEUR 1.414) und eine
Veränderung der Restkosten um +10% eine Erhöhung der Rückstellung für Projekte um TEUR 1.469
(2020: TEUR 1.414) ergeben.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
97
Sonstige Angaben
35.Konzernkapitalflussrechnung
In der Konzerngeldflussrechnung („Cash Flow-Statement“) werden die Zahlungsströme getrennt
nach Mittelzuflüssen und Mittelabflüssen aus der operativen Tätigkeit, aus der Investitions- und aus
der Finanzierungstätigkeit erläutert. Der operative Cash Flow wird nach der indirekten Methode
ermittelt. Das Ergebnis vor Steuern wird daher um die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (vor
allem Abschreibungen) und Erträge erhöht beziehungsweise vermindert. Unter Berücksichtigung der
Veränderungen des Nettoumlaufvermögens ergibt sich der Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit.
Zahlungsströme aus Devisentermingeschäften werden im Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit
ausgewiesen.
Die Reduktion des Cash Flows aus betrieblicher Tätigkeit von TEUR 54.752 auf TEUR 48.753 resultiert
hauptsächlich aus der Erstattung von Steuerguthaben im Jahr 2020 in Höhe von TEUR 3.556 im
Vergleich zu Zahlungen für Ertragsteuern im Jahr 2021 in Höhe von TEUR 3.584.
Die Investitionstätigkeit umfasst hauptsächlich Ein- und Auszahlungen für immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen sowie Auszahlungen für Unternehmenserwerbe.
In der Finanzierungstätigkeit sind neben Dividendenzahlungen, Auszahlungen aus der Tilgung von
Finanzkrediten und Leasingverbindlichkeiten der Erwerb der eigenen Aktien enthalten.
Die Veränderung von Finanzverbindlichkeiten, deren Ein- und Auszahlungen in der
Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt werden, stellt sich wie
folgt dar:
Zugang
Konsolidierungs-
kreis
Zahlungs-
Wechselkurs- wirksamer
Zugang
IFRS 16
TEUR
0
Abgang
Umgliederung Buchwert
IFRS 16 Fristigkeiten 31.12.2021
Buchwert
01.01.2021
TEUR
änderung
TEUR
37
Cash Flow
TEUR
TEUR
TEUR
0
TEUR
TEUR
4.269
Langfristige Schulden
Langfristige
5.387
0
-70
-1.085
Leasingverbindlichkeiten
Kurzfristige Schulden
31.811
1.315
90
0
242
14
0
4.996
0
0
0
-7.354
1.085
29.785
1.085
-1.329
Kurzfristige
Leasingverbindlichkeiten
7.292
457
90
-8.228
857
-28
7.354
7.794
Summe der Schulden aus
Finanzierungstätigkeit
45.805
547
383
-9.627
5.853
-28
0
42.933
Frequentis-Gruppe
98
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Zugang
Konsolidierungs-
kreis
Zahlungs-
wirksamer
Cash Flow
TEUR
Zugang
IFRS 16
TEUR
0
Buchwert
01.01.2020
TEUR
Wechselkurs-
änderung
TEUR
Umgliederung
Fristigkeiten 31.12.2020
Buchwert
TEUR
TEUR
TEUR
5.387
Langfristige Schulden
Langfristige
6.030
0
-28
434
-1.049
Leasingverbindlichkeiten
Kurzfristige Schulden
32.788
1.609
1
472
-257
-15
0
6.980
0
-7.701
1.049
31.811
1.315
-1.800
Kurzfristige
Leasingverbindlichkeiten
7.289
3
-67
-7.634
0
7.701
7.292
Summe der Schulden aus
Finanzierungstätigkeit
47.716
476
-367
-9.000
6.980
0
45.805
Die Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stimmt mit dem Finanzmittelfonds
gemäß Geldflussrechnung überein. Es handelt sich hierbei um Kassenbestände, Schecks und täglich
fällige Bankguthaben, welche eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten haben.
36.Finanzinstrumente
Überblick
Die Gesellschaft unterliegt hinsichtlich ihrer finanziellen Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und
geplanter Transaktionen diversen Marktrisiken, die das Zins- und Währungsumrechnungsrisiko und
das Kredit- und Liquiditätsrisiko beinhalten. Die Gesellschaft setzt derivative Sicherungsinstrumente
im Währungsbereich ein. Risiken aus Währungsschwankungen werden dadurch begrenzt, dass
Valuten in den benötigten Fremdwährungen und in der erforderlichen Menge in Abhängigkeit vom
geplanten künftigen Bedarf in Form von Devisentermingeschäften gekauft werden. Diese Grundsätze
sind in den Treasury-Richtlinien festgehalten und wurden vom Management genehmigt.
Der Vorstand der Frequentis AG hat die Verantwortung für die Einrichtung des Risikomanagements
der Gesellschaft sowie für die Aufsicht über das Risikomanagement. Er ist auch für die Entwicklung
und laufende Kontrolle der Richtlinien zur Begrenzung von Risiken verantwortlich.
Diese Richtlinien dienen der Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gesellschaft unterliegt,
der Setzung von angemessenen Risikogrenzen und Einführung von Kontrollen sowie der laufenden
Überwachung der Risiken und Einhaltung der Grenzen. Die Richtlinien und Abläufe des
Risikomanagements werden regelmäßig überprüft, um Änderungen der Marktbedingungen und
Änderungen in den Aktivitäten der Gesellschaft abbilden zu können. Die Gesellschaft ist bestrebt, ein
sowohl konstruktives als auch diszipliniertes Kontrollumfeld zu schaffen, in dem sich alle
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihrer Rolle und Verantwortung bewusst sind.
Gemäß IFRS 9 weist die Frequentis-Gruppe alle Finanzaktiva und –passiva sowie Derivate in der
Bilanz als Vermögenswerte und Schuldposten aus und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert oder
zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
99
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass die Gesellschaft ihre finanziellen Verpflichtungen zur
Fälligkeit nicht erfüllen oder ihre Investitionen nicht realisieren kann. Die Zielsetzung des
Risikomanagements der Gesellschaft ist, ausreichend Liquidität zu schaffen, um unter normalen wie
auch angespannten Bedingungen fällige Verbindlichkeiten begleichen zu können. Des Weiteren
sollen alle laut Liquiditätsplan notwendigen Maßnahmen zur Sicherung dieses Liquiditätsstands
getroffen werden. Das Liquiditätsrisiko wird durch die monatlich und jährlich kumulierte Differenz
zwischen Ein- und Auszahlungen (dynamisches Liquiditätsrisiko) sowie durch die Struktur der Bilanz
(strukturelles Liquiditätsrisiko) ausgedrückt.
Mittels Liquiditätsplanung wird die Analyse des dynamischen Liquiditätsrisikos durchgeführt. Das
monatliche Liquiditätserfordernis auf Basis der Liquiditätsplanung wird der vorhandenen
Finanzierung oder den verfügbaren liquiden finanziellen Vermögenswerten gegenübergestellt. Die
Differenz ist entweder fehlende Liquidität, welche noch finanziert werden muss, oder überschüssige
Liquidität, welche gegebenenfalls investiert werden muss. Die Liquiditätsplanung bildet die
Grundlage für Entscheidungen betreffend Strategie und Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität.
Der Liquiditätsplan wird regelmäßig überprüft und entsprechende Veranlagungen werden in Auftrag
gegeben.
Die Treasury Abteilung der Gesellschaft agiert als ein internes Finanzdienstleistungszentrum, indem
es mögliche Synergien bei der Finanzierung der Tochtergesellschaften optimal nutzt. Das vorrangige
Ziel dabei ist die kostengünstige Sicherstellung (Bereitstellung) von Liquidität. Dadurch wird die
Steuerung kurzfristiger Finanzinvestitionen und Kredite zu optimalen Zinssätzen und einem
minimalen Verwaltungsaufwand gewährleistet. Der operative Cash Flow schafft grundsätzlich die
notwendige Liquidität. Die externen Quellen für etwaige notwendige Finanzierungen sind der Kapital-
und Kreditmarkt. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der Frequentis-
Gruppe sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten sowie Kreditlinien vorgehalten.
Sowohl für die Frequentis-Gruppe als auch für ihre Kunden ist ein funktionierendes Bankwesen von
elementarer Bedeutung. Die Frequentis-Gruppe benötigt den Zugang zu Fremdkapital, um ihre
Projektvorleistungen bis zur Abrechnung vorfinanzieren zu können. Die Finanz- und Liquiditäts-
position wird daher laufend überwacht, kontrolliert und bewertet, um Liquiditätsrisiken entsprechend
zu reduzieren. Die Frequentis-Gruppe steuert Liquiditätsrisiken durch sorgfältige Steuerung und
Planung des Liquiditätsbedarfs. Auf Basis von Cash Flow Prognosen werden adäquate Maßnahmen
definiert und das Halten von angemessenen finanziellen Rücklagen für den Betriebsbedarf
sichergestellt sowie Kreditlinien überprüft.
Frequentis-Gruppe
100
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und
Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich. Die variablen
Zinszahlungen aus Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem
31. Dezember 2021 bzw. zum 31. Dezember 2020 gültigen Zinssätze ermittelt.
Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Es
wird nicht erwartet, dass die Cash Flows der in der Fälligkeitsanalyse enthaltenen
Finanzverbindlichkeiten wesentlich früher oder zu wesentlich anderen Beträgen anfallen könnten.
2021
in TEUR
Buchwert
Vertragliche Zahlungsströme
zwischen 1 und 5
unter 1 Jahr
Jahren
über 5 Jahre
Gesamt
Bank und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
4.905
1.145
8.072
3.880
0
5.025
Leasingverbindlichkeiten
37.579
20.296
10.109
38.477
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
13.422
4.292
13.238
1.878
184
2.414
0
0
13.422
4.292
Sonstige Verbindlichkeiten
Nicht derivative Schulden
60.198
24.333
26.774
10.109
61.216
Derivative Finanzinstrumente
Derivative finanzielle Schulden
GESAMT
1.562
1.562
61.760
43.647
43.647
67.980
0
0
0
0
43.647
43.647
104.863
26.774
10.109
2020
in TEUR
Buchwert
Vertragliche Zahlungsströme
zwischen 1 und 5
unter 1 Jahr
Jahren
über 5 Jahre
Gesamt
Bank und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
6.222
1.391
7.751
4.515
511
6.417
Leasingverbindlichkeiten
39.103
22.051
10.124
39.926
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
11.923
4.480
11.410
1.202
513
3.278
0
0
11.923
4.480
Sonstige Verbindlichkeiten
Nicht derivative Schulden
61.728
21.754
30.357
10.635
62.746
Derivative Finanzinstrumente
Derivative finanzielle Schulden
GESAMT
398
398
62.126
42.671
42.671
64.425
0
0
0
0
42.670
42.670
105.416
30.357
10.635
Kreditrisiko
Das Kreditrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts, wenn ein Kunde oder Vertragspartner
eines Finanzinstruments seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Kreditrisiken bestehen
hauptsächlich für Kundenforderungen (2021: TEUR 69.435; 2020: TEUR 59.318) , Vertragsvermögens-
werte (2021: TEUR 38.353; 2020: TEUR 38.420), sonstige finanzielle Vermögenswerte (2021:
TEUR 672; 2020: TEUR 2.750), Termingelder (2021: TEUR 2.199, 2020: TEUR 0) sowie Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente (2021: TEUR 103.798; 2020: TEUR 91.265).
Die Kreditrisiken, ihre Entstehung sowie die Zielsetzungen, Richtlinien und Abläufe zur laufenden
Überwachung der Risiken und auch die Methoden zur Bewertung der Kreditrisiken blieben im
Geschäftsjahr unverändert.
Im Angebotsprozess ist festgelegt, dass jeder neue Kunde einzeln auf seine Kreditwürdigkeit hin
analysiert wird, bevor die Standardzahlungs- und -lieferbedingungen des Konzerns angeboten
werden. Die Prüfung umfasst externe Ratings, sofern vorhanden, Jahresabschlüsse und
Informationen von Auskunfteien.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
101
Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit mussten aufgrund der
COVID-19 Pandemie nicht verschärft werden.
Das Zahlungsausfallrisiko von Kunden wird durch verpflichtende Bonitätsprüfungen und durch
Maßnahmen zur Besicherung von Zahlungen reduziert. Hinsichtlich der Ermittlung etwaiger
Wertminderungen auf Basis des Expected Credit Loss Modells wird auf Kapitel 23. Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen verwiesen.
Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf
Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegelt die Laufzeiten
wider. Die Frequentis-Gruppe nimmt an, dass ihre Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf
Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen.
Es besteht mit Ausnahme von Veranlagungen bzw. Guthaben bei einer Bank in Höhe von TEUR 15.499
(31.12.2020: TEUR 12.741) weder bei einzelnen Kreditunternehmen, Kunden, Vertragspartnern noch
bei einzelnen Finanzinstrumenten eine wesentliche Konzentration oder ein wesentliches Kreditrisiko.
Der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg im Geschäftsjahr 2020 wurde insofern Rechnung
getragen, als das Kontrahentenrisikomanagement weiter ausgebaut wurde indem Kernbanken
definiert wurden. Jede Kernbank muss systemrelevant sein und für jede Bank wurde basierend auf
dem Bankenrating ein Bankenlimit für das Gesamtengagement festgelegt.
Zinsrisiko
Die Gesellschaft trägt ein Zinsrisiko aufgrund von Schwankungen der Zinssätze auf dem Kapital-
markt. Dementsprechend können Änderungen der Zinssätze zu Schwankungen des beizulegenden
Zeitwertes oder der künftigen Zahlungsströmen von finanziellen Vermögenswerten und Finanz-
verbindlichkeiten führen.
Die in den Zahlungsmitteln ausgewiesenen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 103.798
(31.12.2020: TEUR 91.265) sind zur Gänze variabel beziehungsweise nicht verzinst. Eine Reduktion der
Zinssätze würde zu einer Erhöhung der Negativzinsen führen. Diese sind aber aufgrund der
Verteilung der Zahlungsmittel auf mehrere Banken unwesentlich. Im Berichtsjahr wurden Negativ-
zinsen in Höhe von TEUR 155 (2020: TEUR 14) bezahlt, welche in den Sonstigen Aufwendungen
ausgewiesen werden. Eine Erhöhung der Zinssätze um einen Prozentpunkt würde zu einem Anstieg
der Zinserträge in Höhe von TEUR 1.038 (2020: TEUR 913) führen.
Von den finanziellen Verbindlichkeiten sind die Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten sowie
die Leasingverbindlichkeiten zur Gänze fix verzinst (2020: TEUR 266 von den kurzfristigen Bank- und
sonstigen Finanzverbindlichkeiten variabel verzinst).
Aufgrund des unwesentlichen Zinsrisikos wurde auf eine tabellarische Darstellung des Zinsrisikos
verzichtet.
Wechselkursrisiko
Aus dem operativen Geschäft der Unternehmen der Frequentis-Gruppe entstehen Ein- und Aus-
zahlungen in Fremdwährung, denen nicht immer Zahlungen in derselben Währung mit gleichem
Betrag und gleicher Fristigkeit gegenüberstehen. Insofern unterliegen die Konzernunternehmungen
Wechselkursrisiken.
Hinsichtlich der Absicherung der Wechselkursrisiken wird auf den nachfolgenden Abschnitt
„Derivative Finanzinstrumente“ verwiesen.
Frequentis-Gruppe
102
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Zusammenhang zwischen Bilanzpositionen, Kategorien von Finanzinstrumenten,
Buchwerten und beizulegenden Zeitwerten
Die nachstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller
Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Zuordnung in die jeweilige
Kategorie. Sie enthalten keine Informationen zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle
Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden,
wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt
(Werte in TEUR):
Buchwert
Zu fortgeführten
2021
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Verpflichtend Eigenkapitalinstrumente
erfolgswirksam zum – Erfolgswirksam zum
Anschaffungskosten bewertet
Gesamt
Sonstige
finanzielle
Hedge
Finanzielle
Accounting beizulegenden Zeitwert beizulegenden Zeitwert Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen
0
0
Termingelder
2.199
2.199
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
69.435
69.435
92
Derivative Finanzinstrumente
92
Sonstige kurz- und langfristige
Vermögenswerte
821
821
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
103.798
103.798
Summe
92
0
176.253
176.345
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
4.905
4.905
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
13.422
37.579
13.422
37.579
1.562
Leasingverbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente
Sonstige Verbindlichkeiten
Summe
716
846
2.438
3.284
1.854
4.292
716
57.760
61.760
Buchwert
Gesamt
Zu fortgeführten
2020
Zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Anschaffungskosten bewertet
Sonstige
finanzielle
Verpflichtend Eigenkapitalinstrumente
Hedge
erfolgswirksam zum – Erfolgswirksam zum
Finanzielle
Accounting beizulegenden Zeitwert beizulegenden Zeitwert Vermögenswerte Verbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte
Beteiligungen
863
863
Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen
59.318
59.318
1.305
Derivative Finanzinstrumente
12
1.293
Sonstige kurz- und langfristige
Vermögenswerte
1.673
1.673
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
91.265
91.265
Summe
12
1.293
863
152.256
154.424
Finanzielle Verbindlichkeiten
Bank- und sonstige
Finanzverbindlichkeiten
6.222
6.222
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
11.923
39.103
11.923
39.103
398
Leasingverbindlichkeiten
Derivative Finanzinstrumente
Sonstige Verbindlichkeiten
Summe
267
131
2.901
3.032
1.579
4.480
62.126
267
58.827
Bei den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.901, welche verpflichtend erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, handelt es sich – aufgrund einer Fehleranpassung -
um angepasste Vergleichswerte. Details siehe Kapitel 33. Sonstige Verbindlichkeiten.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
103
Beizulegende Zeitwerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte, sonstige Forderungen,
Termingelder, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen, Vertragsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten werden
aufgrund der im Wesentlichen kurzen Restlaufzeit zum Buchwert, der einen angemessenen
Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt, bewertet.
Für die vorhandene Beteiligung liegt kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vor. Aus diesem
Grund erfolgt die Bewertung über nicht am Markt beobachtbare Bewertungsparameter. Die
Bewertung erfolgt unter Anwendung der Discounted Cash Flow Methode oder aufgrund von aktuellen
Eigenkapitaltransaktionen um den Bilanzstichtag. Der beizulegende Zeitwert wird der
Hierarchiestufe drei zugeordnet. Eine Veräußerung der Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen.
Die Earn-Out Verbindlichkeit aus dem Unternehmenserwerb der ATRiCS ist zum beizulegenden
Zeitwert erfasst und der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zugeordnet. Der
beizulegende Zeitwert wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet.
Die Verbindlichkeit aus der Put Option des nicht beherrschenden Gesellschafters bei der ELARA
Leitstellentechnik GmbH ist zum beizulegenden Zeitwert erfasst, deren Veränderung wird in
Übereinstimmung mit IFRS 10 ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Der beizulegende Zeitwert
wurde der Hierarchiestufe 3 zugeordnet.
Der Buchwert der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entspricht den
beizulegenden Zeitwerten. Die Derivate, welche nicht in eine Sicherungsbeziehung designiert
wurden, dienen wirtschaftlich dennoch der Absicherung von Kursschwankungen. Die beizulegenden
Zeitwerte basieren auf dem Barwert der künftigen zu erwartenden Zahlungsströme, abgezinst mit
dem vom Konzern geschätzten Zinssatz, zu dem vergleichbare Finanzinstrumente abgeschlossen
werden können und werden der Hierarchiestufe 2 zugeordnet.
Die Bewertung des Long Term Incentive Plans (LTIP) welcher als anteilsbasierte Vergütung mit
Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft wird, wurde zum beizulegenden Zeitwert
bewertet welcher der Hierarchiestufe 3 zugeordnet wurde.
Um sämtliche Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, einer
Bewertungsmethode zuzuordnen, wurden folgende Hierarchiestufen verwendet:
Hierarchiestufe
Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert
Level 2:
Bewertung anhand von Marktpreisen für
ähnliche Vermögenswerte
Derivative Finanzinstrumente
Level 3:
Bewertung anhand von Modellen mit signifikanten
Beteiligungen, Earn-Out Verbindlichkeit,
Bewertungsparametern, die nicht am Markt beobachtbar sind Verbindlichkeit Put-Option
Bei der 4,56% Beteiligung an dem Start-Up Unternehmen Altitude Angel Ltd. mit Sitz in Reading
(Großbritannien) kam es im Berichtsjahr aufgrund der nicht vorhandenen Werthaltigkeit zu einer
Wertminderung von TEUR 863.
Es wird zwischen originären und derivativen Finanzinstrumenten unterschieden. Zu den derivativen
Instrumenten zählen vorwiegend Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Währungskurs-
änderungen.
Frequentis-Gruppe
104
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Die Nettogewinne und -verluste stellen sich wie folgt dar (Werte in TEUR):
weitere erfolgswirksam erfolgsneutral zum
zum beizulegenden
beizulegenden
zu fortgeführten
zu fortgeführten
Derivative
Finanz-
Zeitwert bewertete Zeitwert bewertete Anschaffungskosten Anschaffungskosten
finanzielle
finanzielle bewertete finanzielle bewertete finanzielle
2021
instrumente
Vermögenswerte
Vermögenswerte
Vermögenswerte
Schulden
Zinsergebnis
Bewertung
79
6
-607
-1.955
-13
Wertberichtigung gem.
IFRS 9
-908
-264
Währungsgewinne/
-verluste
-220
Veräußerungsgewinne
und -verluste
Im Konzernergebnis
erfasste Nettogewinne/
-verluste
Im sonstigen Ergebnis
erfasste Nettogewinne/
-verluste
-1.955
-13
-13
0
0
-1.087
-827
-298
Nettogewinne/
-verluste
-2.253
-1.087
-827
weitere erfolgswirksam erfolgsneutral zum
zum beizulegenden beizulegenden
zu fortgeführten
zu fortgeführten
Derivative
Finanz-
Zeitwert bewertete Zeitwert bewertete Anschaffungskosten Anschaffungskosten
finanzielle
finanzielle bewertete finanzielle bewertete finanzielle
2020
instrumente
Vermögenswerte
Vermögenswerte
Vermögenswerte
Schulden
Zinsergebnis
Bewertung
94
-615
1.625
-30.918
Wertberichtigung gem.
IFRS 9
-378
Währungsgewinne/
-verluste
-1.524
22
-593
-593
Veräußerungsgewinne
und -verluste
-5
Im Konzernergebnis
erfasste Nettogewinne/
-verluste
Im sonstigen Ergebnis
erfasste Nettogewinne/
-verluste
1.625
-5
0
0
-32.726
-32.726
736
Nettogewinne/
-verluste
2.361
-5
Die Wertberichtigungen und Währungsgewinne/-verluste werden in den Sonstigen Aufwendungen
bzw. Sonstigen Erträgen ausgewiesen.
Derivative Finanzinstrumente
Im internationalen Geschäft ist der Abschluss von Verträgen in Fremdwährungen nötig. Das Fremd-
währungsrisiko im Konzern resultiert im Wesentlichen aus zukünftigen Geschäftstransaktionen,
wenn diese in einer Währung durchgeführt werden, die nicht mit der funktionalen Währung der
Muttergesellschaft bzw. des jeweiligen Tochterunternehmens übereinstimmt.
Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern
nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z.B. mittels
Zulieferaufträgen in der gleichen Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen
durch Kundenaufträge in AUD, CAD, CHF, GBP, HKD, NOK, SGD und USD.
Es werden zwecks wirtschaftlicher Absicherung des Kursänderungsrisikos Devisentermingeschäfte
abgeschlossen. Derivative Finanzinstrumente zu spekulativen Zwecken werden nicht vereinbart.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
105
Die Frequentis-Gruppe hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko für zukünftige
Zahlungen aus Kundenaufträgen zum Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte
Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte rollierend abzusichern und mittels laufendem
Währungsmanagement zu überwachen und zu steuern (Cash Flow Hedge). Das Sicherungsgeschäft
(Forwards, Swaps) wird für ein Jahr abgeschlossen und jährlich in der Höhe der noch zu erwartenden
Cash Flows verlängert (historische Prolongation). Zahlungen aus den abgesicherten Zahlungs-
strömen werden voraussichtlich in den Jahren 2022 bis 2026 eintreten.
Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte, welche nicht in eine
Sicherungsbeziehung designiert sind, werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen
betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Aufgrund der COVID-19 Pandemie kam es weder im Geschäftsjahr 2020 noch 2021 zu Ausfällen von
geplanten Grundgeschäften.
Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem aktuellen Marktwert, wobei der
Marktwert durch den aktuellen Stichtagskurs der Fremdwährung zum 31. Dezember 2021 bestimmt
und durch entsprechende Bankbestätigungen nachgewiesen wurde.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der derivativen Finanzinstrumente:
2021
Derivat
Cash Flow Hedge
Für MTM Bewertung
Summe
Durch-
schnittlicher
Verkaufs-
währung
Verkaufs
betrag
Kaufbetrag Sicherungs-
Marktwert
Marktwert Marktwert
TEUR
kurs FW-Betrag
TEUR
FW-Betrag
349
TEUR
TEUR
GBP
SGD
USD
349
427
-401
0,87
1,61
1,14
0
0
0
0
0
0
0
8
8
-265
427
12
12
-10.860
9.502
8.836
-10.860
72
72
92
92
AUD
CAD
CHF
GBP
HKD
NOK
SGD
USD
-2.351
-2.600
-345
1.439
1.703
318
1,63
1,53
1,09
0,90
9,11
11,01
1,61
1,18
0
0
-2.351
-2.600
-345
-49
-28
-49
-28
0
0
0
0
-17
-17
-15.045
-700
16.706
77
-7.572
-695
0
-7.474
-700
-274
-2
-969
-2
0
0
-1.672
-5.030
-13.385
152
0
-1.672
-5.030
-13.058
-13
-13
3.120
11.296
34.811
0
0
-128
-335
- 846
-128
-356
-1.562
-327
-21
- 716
2020
Derivat
Cash Flow Hedge
Für MTM Bewertung
Summe
Durch-
schnittlicher
Sicherungs-
Verkaufs-
währung
Verkaufs- Kaufbetrag
Marktwert
Marktwert Marktwert
betrag
TEUR
kurs FW-Betrag
TEUR
FW-Betrag
3.700
TEUR
TEUR
CZK
GBP
HKD
SGD
USD
3.700
-344
10,76
0,88
9,01
1,59
1,17
0
-26
0
0
6
6
-5.377
-2.000
-4.183
-21.677
6.114
222
-5.351
168
14
168
14
0
0
-2.000
2.628
18.591
27.211
0
0
-4.183
66
66
-1.329
11
11
20.348
1.040
1.294
1.051
1.305
AUD
CHF
GBP
JPY
-6.355
-627
3.900
577
1,63
1,09
-397
-7
0
-5.958
-627
-68
-5
-75
-5
0
-8.733
-7.092
-3.500
427
9.482
55
0,92
-7.828
-173
0
-906
-4
-177
-1
128,95
10,80
1,59
0
-7.092
-3.500
427
-1
NOK
SGD
USD
324
0
0
0
-8
-8
-268
1.390
15.460
0
-7
-7
-1.874
1,35
-2.071
-88
- 268
197
-38
- 131
-126
- 399
Frequentis-Gruppe
106
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Der Buchwert des Cash Flow Hedges sowie der Buchwert der MTM Bewertung sind im Geschäftsjahr
2021 mit einem positiven Marktwert von TEUR 92 (2020: TEUR 1.305) in den sonstigen Forderungen
und mit einem negativen Marktwert von TEUR 1.562 (2020: TEUR 399) in den sonstigen Verbind-
lichkeiten ausgewiesen. Wenn das gesicherte Grundgeschäft (Umsatz) realisiert wird, wird der im
sonstigen Ergebnis erfasste Betrag aus dem Sicherungsgeschäft in den Umsatz umgebucht. Der
Betrag, der in die Umsatzerlöse umgebucht wird, ist aus der nachfolgenden Entwicklung der Cash
Flow Hedge Reserve ersichtlich.
Grundsätzlich erfolgt im Rahmen der Widmung eines Derivates als Sicherungsinstrument eine
prospektive Effektivitätsmessung sowie zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung der Wirksamkeit
der Sicherungsbeziehung und die Ermittlung einer möglichen Ineffektivität. Die Messung der
Ineffektivität erfolgt durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der
designierten Sicherungsinstrumente seit Designation der Sicherungsbeziehung und der kumulierten
Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das
gesicherte Risiko. Zur Ermittlung der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes des
gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das Risiko der Kursänderung wird ein hypothetisches
Derivat gebildet.
Ineffektivitäten können auftreten, wenn das Kreditrisiko des Handelspartners stark von jenem der
Frequentis-Gruppe abweicht. Darüber hinaus kann es aufgrund von Verringerungen der gesicherten
Umsätze zu einer kurzfristigen Übersicherung kommen, welche zu Ineffektivitäten führen können.
2021 und 2020 sind keine Ineffektivtäten aufgetreten.
Die Entwicklung der Cash Flow Hedge Reserve stellt sich wie folgt dar:
2021
2020
TEUR
TEUR
Stand 31. Dezember des Vorjahres
Ergebnis aus der Änderung des beizulegenden Zeitwertes
darauf entfallende latente Steuern
-123
-300
75
-675
256
-64
Übertragung in die Gewinn- und Verlustrechnung
darauf entfallende latente Steuern
Stand 31. Dezember des Geschäftsjahres
3
-1
-346
480
-120
-123
Aufgrund der erfolgten Sensitivitätsanalyse würde sich bei einer Erhöhung der Fremdwährungskurse
zum Stichtag von +10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von TEUR 835 und
des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR 3.257 und bei einem Rückgang der Fremdwährungs-
kurse zum Stichtag von -10% eine Veränderung des Marktwerts des Cash Flow Hedges von
TEUR -1.020 und des Marktwerts der MTM Bewertung von TEUR -3.981 ergeben.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
107
37.Leasing
Verhältnisse als Leasingnehmer
Die Frequentis-Gruppe hat mit einigen Vertragspartnern Leasingverträge insbesondere über die
Anmietung von Gebäuden, Maschinen, Kraftfahrzeugen und IT Equipment abgeschlossen.
Die Mietverträge für Gebäude werden entweder als befristete Verträge oder als unbefristete Verträge
mit kurzen Kündigungsmöglichkeiten für den Leasingnehmer und den Leasinggeber abgeschlossen.
Insoweit es sich um Büros von kleineren Gesellschaften handelt, werden die Verträge als kurzfristige
Verträge eingestuft, da die Beendigung dieser Verträge zu keinen Pönalen führt und neue
Räumlichkeiten leicht verfügbar sind. Hinsichtlich des gemieteten Bürogebäudes am Firmensitz
besteht ein Kündigungsverzicht bis 2026. Zum 31. Dezember 2020 wurde die Laufzeit bis 2028
angenommen und zum 31. Dezember 2021 wurde diese neu eingeschätzt und die Laufzeit bis 2029
angepasst. Dies führte zu einer Erhöhung des Nutzungsrechts um TEUR 3.062.
Im Jahr 2020 wurde ein Leasingvertrag für eine Bestückungsmaschine mit unbestimmter Laufzeit
abgeschlossen. Aufgrund des Kündigungsverzichts von 72 Monaten wurde das Nutzungsrecht
entsprechend dieser Laufzeit angesetzt.
Die Mietverträge über Kraftfahrzeuge haben eine Laufzeit von rund 3 bis 6 Jahren, während IT
Equipment meistens für fünf Jahre gemietet wird. Diesbezüglich bestehen weder Kündigungs- noch
Verlängerungsoptionen beziehungsweise werden deren Ausübung nicht als so gut wie sicher
eingestuft und daher bei der Ermittlung des Nutzungsrechts nicht berücksichtigt.
Die Frequentis-Gruppe mietet auch IT Equipment und sonstiges Equipment. Diese Leasingverträge
werden als kurzfristige Mietverträge oder Mietverträge über geringwertige Vermögenswerte
klassifiziert, für welche die Ausnahmebestimmung in Anspruch genommen wird und welche daher im
Konzernabschluss weder als Vermögenswert noch als Verbindlichkeit erfasst werden.
Frequentis-Gruppe
108
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Die folgende Tabelle zeigt Details zu den bilanzierten Nutzungsrechten, welche in den Sachanlagen
ausgewiesen werden:
Nutzungsrechte
Nutzungsrechte andere
Grundstücke und Nutzungsrechte Anlagen und Betriebs- und
Gebäude
TEUR
Maschinen
TEUR
Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
2021
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2021
Währungsumrechnung
Zugang Konsolidierungskreis
Zugänge
49.363
499
2.670
5.003
-507
587
0
0
0
0
2.707
10
198
850
-321
3.444
52.657
509
2.868
5.853
- 828
61.059
Abgänge
Stand 31.12.2021
57.028
587
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2021
Währungsumrechnung
Zugang Konsolidierungskreis
Zugänge
-12.775
-231
-2.004
-7.336
507
-19
0
0
-96
0
-1.112
-5
-113
-799
294
-13.906
-236
-2.117
-8.231
801
Abgänge
Stand 31.12.2021
-21.839
- 115
-1.735
-23.689
Buchwert
Stand 31.12.2021
35.189
472
1.709
37.370
Nutzungsrechte andere
Nutzungsrechte
Grundstücke und Nutzungsrechte Anlagen und Betriebs- und
Gebäude
Maschinen
Geschäftsausstattung
Gesamt
TEUR
2020
TEUR
TEUR
TEUR
Anschaffungskosten
Stand 01.01.2020
Währungsumrechnung
Zugang Konsolidierungskreis
Zugänge
44.777
-374
0
5.582
-622
49.363
0
0
0
587
0
587
2.058
-10
9
811
-161
2.707
46.835
- 384
9
6.980
- 783
52.657
Abgänge
Stand 31.12.2020
Kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020
Währungsumrechnung
Zugang Konsolidierungskreis
Zugänge
-6.535
96
0
0
0
-19
0
-502
2
-4
-746
138
-7.037
98
-4
-7.690
727
0
-6.925
589
Abgänge
Stand 31.12.2020
-12.775
- 19
-1.112
-13.906
Buchwert
Stand 31.12.2020
36.588
568
1.595
38.751
Neben neuen Verträgen beinhalten die Zugänge zu Nutzungsrechten auch Anpassungen aufgrund
von Vertragsänderungen, Vertragsverlängerungen, Neueinschätzungen von Vertragslaufzeiten sowie
Indexanpassungen.
Die Leasingverbindlichkeiten veränderten sich von TEUR 39.103 (davon TEUR 31.811 langfristig und
TEUR 7.292 kurzfristig) zum 01. Jänner 2021 auf TEUR 37.579 (davon TEUR 29.785 langfristig und
TEUR 7.794 kurzfristig) zum 31. Dezember 2021.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
109
Folgende Aufwendungen aus Leasingverträgen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung
ausgewiesen:
2021
2020
TEUR
TEUR
Abschreibung der Nutzungsrechte
Zinsaufwand aus Leasingverpflichtungen
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse
Mietzahlungen für geringwertige Vermögenswerte
Gesamt
8.231
215
540
33
9.019
7.690
242
527
25
8.484
In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge aus Leasingverhältnissen:
2021
2020
TEUR
TEUR
Tilgung Leasingverbindlichkeiten
Bezahlte Zinsen für Leasingverhältnisse
8.228
215
7.633
242
Mietzahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und geringwertige
Vermögenswerte
573
552
9.016
8.427
Die bezahlten Zinsen für Leasingverhältnisse sowie die Mietzahlungen für kurzfristige Leasing-
verhältnisse und geringwertige Vermögenswerte werden im Nettogeldfluss aus der betrieblichen
Tätigkeit ausgewiesen wohingegen die Tilgung der Leasingverbindlichkeiten im Nettogeldfluss aus
der Finanzierungstätigkeit berücksichtigt werden.
Im Laufe des Jahres 2021 hat die Frequentis-Gruppe mehrere Verträge über Leasingverhältnisse, die
in 2022 beginnen, abgeschlossen. Hierbei handelt es sich allerdings nur um unwesentliche KFZ- oder
Mietverträge.
Verhältnisse als Leasinggeber
Bezüglich den Leasingverträgen, wo die Frequentis-Gruppe der Leasinggeber ist, kam es im
Berichtsjahr zu Erlösen in Höhe von TEUR 50 (2020: TEUR 42) und diese werden im Jahr 2022 TEUR 9
betragen. Zum Bilanzstichtag sind keine weiteren Leasingverträge vorhanden, die einen längeren
Zeitrahmen als bis 2022 vorweisen. Diese Verträge sind als Operating Leasingverträge eingestuft.
Frequentis-Gruppe
110
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
38.Angaben über Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden
Unternehmen und Personen
Mutterunternehmen
Die Frequentis Group Holding GmbH hält mit rund 60% die Mehrheit der Aktien der Frequentis AG.
Mit der Frequentis Group Holding GmbH wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:
2021
TEUR
24
2020
TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge
31
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige
Aufwendungen
Offene Forderungen zum 31. Dezember
558
1
549
5
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
0
0
Alle Transaktionen werden zu fremdüblichen Konditionen getätigt.
Assoziierte Unternehmen
Die Frequentis-Gruppe unterhält mit den assoziierten Unternehmen Beziehungen im Rahmen der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Dabei kauft und verkauft die Frequentis-Gruppe die Dienst-
leistungen zu üblichen Marktbedingungen.
Mit den assoziierten Unternehmen wurden im Berichtsjahr folgende Umsätze getätigt:
2021
TEUR
453
2020
TEUR
Erbrachte Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Erträge
167
Empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige
Aufwendungen
Offene Forderungen zum 31. Dezember
2.305
11
2.308
12
Offene Verbindlichkeiten zum 31. Dezember
38
71
Nahestehende Unternehmen
Eine Reihe von Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen oder ihnen nahestehende
Unternehmen und Personen nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer sie die
Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik dieser Unternehmen
haben.
Folgende Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wurden im Berichtsjahr zu
üblichen Marktbedingungen durchgeführt:
2021
2020
TEUR
TEUR
Aufwendungen aus Beratungsleistungen
488
338
464
3.801
18
303
223
613
3.776
162
Aufwendungen aus Projektunterstützungsleistungen
Aufwendungen aus Software Entwicklung und Engineering
Zahlungen für Miete (Tilgung und Zinsen) und Betriebskosten
Umsatzerlöse
Forderungen zum 31.12.
0
0
Verbindlichkeiten zum 31.12.
104
31
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
111
Die Zahlungen für Miete betreffen hauptsächlich die Miete für das Bürogebäude am Firmensitz in
Wien.
Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG): Johannes Bardach ist Aufsichtsrats-
mitglied in der FFG. Das Kerngeschäft der FFG besteht in der Vergabe von Förderungen und
Darlehen für Forschungszwecke. Um die nötige strategische Ausrichtung des Aufsichtsrats zu
gewährleisten, werden entsprechend dem FFG-Gesetz auch Vertreter und Vertreterinnen von
Unternehmen, die Förderungen der FFG erhalten, als Aufsichtsräte nominiert.
Im Berichtsjahr wurden Anzahlungen für zukünftige Fördererlöse in Höhe von TEUR 144
(2020: TEUR 122) von der FFG ausbezahlt. Die von der FFG erhaltenen Fördererlöse des
Berichtsjahres betrugen TEUR 237 (2020: 893).
Da der Aufsichtsrat der FFG nicht in die Vergabe von Förderungen eingebunden ist, entstehen durch
diese Praxis keine Interessenkonflikte.
Nahestehende Personen
Vorstand
Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
•
•
•
•
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
Sylvia Bardach, bis 15. April 2021
Hermann Mattanovich
Peter Skerlan, ab 16. April 2021
Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr
TEUR 2.737 (TEUR 1.271). Die Vergütung des Vorstands umfasst fixe (Jahresgrundgehalt, Prämien
Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) und variable Bestandteile (bestehend aus
kurzfristig variablen Bestandteilen und langfristig variablen Bestandteilen (LTIP)). Die kurzfristig
variablen Bestandteile sind erfolgsabhängig an das Erreichen von finanziellen Unternehmenszielen
und von individuellen Zielen geknüpft.
Die Frequentis AG hat 2019, 2020 und 2021 einen Long Term Incentive Plan (LTIP 2019 bzw. LTIP 2020
und LTIP 2021) mit dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen.
Diesbezüglich wird auf Punt 29. Aktienbasierte Vergütung verwiesen.
Den Mitgliedern des Vorstands wurden Ansprüche auf Versorgungsleistungen gewährt. Diese
beinhalten neben einer Alterspension auch Pensionsleistungen für Hinterbliebene nach Ableben der
Berechtigten. Die Alterspension wird in der Regel ab Erreichung eines bestimmten Lebensalters
ausbezahlt, sofern das Arbeitsverhältnis zu diesem Zeitpunkt beendet ist. Für die Vorstands-
mitglieder wurden im Geschäftsjahr TEUR 391 (2020: TEUR 298) in Form von Beiträgen zu
Pensionsversicherungen und der Bildung von Pensionsrückstellungen aufgewendet. In diesem
Betrag ist ein Dienstzeitaufwand in Höhe von TEUR 159 (2020: TEUR 109), ein Zinsaufwand in Höhe
von TEUR 32 (2020: TEUR 39) sowie ein Aufwand für Pensionsversicherung in Höhe von TEUR 200
(2020: TEUR 150) enthalten.
Im Falle der Beendigung des Dienstverhältnisses bestehen Abfertigungsansprüche gemäß den
gesetzlichen Bestimmungen in Österreich sowie aufgrund von vertraglichen Vereinbarungen. Die
Dotierung der entsprechenden Rückstellung für Abfertigungsansprüche betrug im Berichtsjahr
TEUR 259 (2020: TEUR 33).
An Mitglieder des Vorstands der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
Frequentis-Gruppe
112
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der Frequentis AG besteht aus sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertretern
sowie aus drei Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertretern.
Die Aufsichtsratvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 148 (2020: TEUR 145).
Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Johannes Bardach werden für die Ausübung seiner Tätigkeit
als Aufsichtsratsvorsitzender ein Büro und Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen
kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für Sekretariats- und Assistentenunterstützungsleistungen die
nicht für die Ausübung seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender von Frequentis erbracht
wurden, wurde ein Betrag von brutto TEUR 52 (2020: TEUR 4) in Rechnung gestellt. Per 31. Dezember
2021 bestand hier eine diesbezügliche offene Forderung in Höhe von TEUR 4 (2020: TEUR 4).
An Mitglieder des Aufsichtsrats der Frequentis AG wurden keine Vorschüsse oder Kredite gewährt.
39.Ereignisse von besonderer Bedeutung
nach dem Bilanzstichtag
Mit der Übernahme von 51% der Anteile der in Italien ansässigen Regola S.r.l. am 03. Jänner 2022
wurde die Wachstumsstrategie weiter fortgesetzt. Mit seinen CAD (Computer aided Dispatching)
Software-Lösungen ergänzt Regola das Frequentis-Portfolio im Segment Public Safety & Transport.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus einem Basiskaufpreis in Höhe von TEUR 2.050,
welcher bereits am 03. Jänner 2022 bezahlt wurde, sowie Anpassungen im Zusammenhang mit der
Net Financial Position und dem Working Capital zum Übernahmezeitpunkt zusammen. Zusätzlich
besteht eine Earn-Out Verbindlichkeit in Höhe von maximal TEUR 500, welche noch nicht final
bewertet wurde. Eine finale Kaufpreisallokation liegt zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung noch nicht
vor. Im Jahr 2021 erwirtschaftete Regola S.r.l. einen Umsatz von TEUR 4.686 und ein EBIT von TEUR
98.
Im Zuge der ökosozialen Steuerreform 2022 wurde in Österreich beschlossen, den Körperschafts-
steuersatz im Jahr 2023 auf 24% und im Jahr 2024 auf 23% zu senken. Dies wurde am 14. Februar
2022 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat aktuell keine wesentlichen wirtschaftliche
Auswirkungen auf Frequentis. Der Umsatz in Russland, Weißrussland und der Ukraine lag im
Berichtsjahr bei weniger als 1% des Konzernumsatzes.
40.Zusatzangaben
Die Frequentis-Gruppe beschäftigte 2021 durchschnittlich 2.157 Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer (2020: 1.907 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer).
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Sonstige Angaben
113
Aufwendungen für Abschlussprüfer
Für den Abschlussprüfer wurde im Berichtsjahr ein Betrag von TEUR 127 (2020: TEUR 122) für die
Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses sowie TEUR 45 (2020: TEUR 49) für sonstige
Bestätigungsleistungen und TEUR 17 (2020: TEUR 16) für sonstige Leistungen aufgewendet.
41.Kapitalmanagement
Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Frequentis-Gruppe zielt, außer auf die nachhaltige
Steigerung des Unternehmenswerts, auf die Einhaltung einer angemessenen Kapitalstruktur ab. Die
Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt vor allem auf Basis der Kennzahlen EBIT-Marge, Eigenkapital-
Quote und Nettoverschuldung. Da die Frequentis-Gruppe derzeit über einen Überschuss an liquiden
Mitteln verfügt, wird von einem Nettoguthaben und keiner Nettoverschuldung gesprochen. Dieses
Nettoguthaben setzt sich aus den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zuzüglich
Termingelder abzüglich der Bank- und sonstigen Finanzverbindlichkeiten zusammen. In der
Berichtsperiode entwickelten sich die Kennzahlen wie folgt:
2021
8,7%
41,1%
101.093
2020
9,0%
40,1% *)
85.043
EBIT-Marge (bezogen auf den Umsatz)
Eigenkapitalquote
Nettoguthaben in TEUR
*) angepasste Vergleichswerte siehe Kapitel 33. Sonstige Verbindlichkeiten
Die Berechnung des EBIT erfolgt in der Frequentis-Gruppe wie folgt:
2021
2020
TEUR
TEUR
Ergebnis vor Steuern
Finanzerträge
27.925
-79
-4.422
-94
Finanzierungsaufwendungen
607
615
Nettoveränderung der Wertminderung auf finanzielle Vermögenswerte
Erträge aus assoziierten Unternehmen
Gesamt
857
-342
28.968
30.923
-214
26.808
Die Gesellschaft erfüllt die gesetzlichen und satzungsmäßigen Mindestkapitalanforderungen. Das
gemanagte Kapital entspricht dem in der Konzernbilanz ausgewiesenen Eigenkapital.
Frequentis-Gruppe
114
Sonstige Angaben
Konzernabschluss 2021
42.Risikomanagement
In der Frequentis-Gruppe ist ein Internes Kontrollsystem (IKS) für den Rechnungslegungsprozess
eingerichtet. Die Zuverlässigkeit des internen Kontrollsystems wird durch die Interne Revision
geprüft. Die Frequentis-Gruppe hat auf Basis von Best-Practice Standards mehrere Prozesse
initiiert, um ihr Risikomanagement effektiv zu gestalten. Dieses verfolgt als grundsätzliches Ziel, das
Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Erhaltung
der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestandes der Unternehmensgruppe zu setzen. Das
Risikobewusstsein, die Wachsamkeit innerhalb der Belegschaft sowie das frühzeitige Erkennen von
geschäftlichen Risiken sind durch eine fundierte Risk Management Policy gut ausgeprägt und
verankert.
Die Risiken werden im Konzernlagebericht im Kapitel Chancen- & Risikomanagement näher
erläutert.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
115
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, und ihrer Tochtergesellschaften (der
Konzern) bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Darstellung der Komponenten des
Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag
endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften
und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021
sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in
der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im
Folgenden EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt
„Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein-
stimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften
und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des
Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-
gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäfts-
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzern-
abschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir
geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
•
•
1. Bilanzierung des Projektgeschäftes
2. Bilanzierung der Akquisition von L3Harris Produktlinien im Air Traffic Management
(L3Harris Transaktion)
Frequentis-Gruppe
116
Bestätigungsvermerk
Konzernabschluss 2021
Bilanzierung des Projektgeschäfts
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:
Der weitaus überwiegende Anteil der aus gewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt-
geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um
eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit
unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei Wartungs-
projekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der Umsatz-
erlöse aus Lieferprojekten erfolgt bei Erfüllung der Voraussetzungen gemäß IFRS 15 zeitraum-
bezogen in Abhängigkeit des Projektfortschritts, der nach der Cost-to-Cost Methode ermittelt wird.
Vertragliche Ansprüche aus den Projekten werden als Vertragsvermögenswerte und offene
Leistungsverpflichtungen als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Insoweit bei den noch nicht
abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, wird dieser sofort in der Gewinn-
und Verlustrechnung erfasst. Dies gilt in gleicherweise auch für verlustbringende Wartungsprojekte.
Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen
mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen Ver-
pflichtungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse
ergeben. Die Bewertung des Leistungsfortschritts, der noch anfallenden Projektkosten und der
projektbezogenen Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und
zukunftsbezogene Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung können sich durch die
COVID-19 bedingten Einschränkungen, insbesondere Reisebeschränkungen, für die Projekt-
abnahmen und folglich Projektkosten ergeben. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des
Projektgeschäftes ergibt sich daraus das Risiko einer falschen Darstellung des Umsatzes aus
Projekten, der damit verbundenen Kosten sowie der projektbezogenen Bilanzpositionen.
Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Konzernanhang unter
Punkt 2 bei den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden insbesondere bei den Unterpunkten
„Auswirkungen von COVID-19“, „IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ sowie „Wesentliche
Schätzungen und Ermessensausübungen“ beschrieben. Weitere Angaben finden sich unter den
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung bei Punkt 4 „Umsatzerlöse“ wie auch bei den
Erläuterungen zur Bilanz unter Punkt 24 „Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden“ und
Punkt 32 „Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden“.
Prüferisches Vorgehen:
Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten
Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen
überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge,
die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und
Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.
Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer
tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der
Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe
erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit.
Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich
zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe
berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden
Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projekt-
verantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen von
COVID-19. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die
Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und
anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Weiters haben wir uns mit der Erfassung der Kosten
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
117
auf den einzelnen Aufträgen sowie der darauf aufbauenden Ermittlung des Projektfortschrittes
auseinandergesetzt. Schließlich haben wir überprüft, ob die Darstellung des Projektgeschäftes im
Konzernabschluss und in den Angaben im Anhang in Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 15
erfolgt sind.
Bilanzierung der Akquisition von L3Harris Produktlinien im Air Traffic Management
(L3Harris Transaktion)
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:
Am 23. Februar 2021 hat die Frequentis-Gruppe eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von
zivilen und militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software-
und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns
L3Harris Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Übernahme
umfasste 100% der Anteile an den folgenden Gesellschaften:
•
•
Harris Orthogon GmbH, Deutschland
1297741 B.C. Ltd., Canada (übertragener Geschäftsbereich Harris ATC Solutions der Harris
Canada Systems Inc.)
•
Harris C4i Pty. Ltd., Australien
Die Gesellschaft hat den Erwerb der einzelnen Gesellschaften als jeweils separate Unternehmens-
erwerbe bilanziert, wodurch sich unterschiedliche Erwerbszeitpunkte ergeben haben.
Gemäß IFRS 3 ist eine Gesellschaft verpflichtet die erworbenen Vermögenswerte und
übernommenen Schulden mit den beilzulegenden Zeitwerten im Erwerbszeitpunkt anzusetzen.
Bei der Ermittlung der Wertansätze für erworbene Vermögenswerte und übernommene Schulden
waren umfangreiche Schätzungen und Ermessensentscheidungen zu treffen. Das Risiko Im Rahmen
der Kaufpreisallokation liegt in der vollständigen Erfassung und In der Bewertung der identifizierten
Vermögenswerte und Schulden, insbesondere immaterieller Vermögenswerte.
Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung der Akquisition sind im Konzernanhang unter Punkt 1.
Allgemeinen Angaben im Unterpunkt „Änderungen des Konsolidierungskreises“ enthalten.
Prüferisches Vorgehen:
Um ein Verständnis über die getroffenen Vereinbarungen, wesentliche Bedingungen und Konditionen
zu erlangen, haben wir im Rahmen unserer Prüfung eine Durchsicht des Kaufvertrages
vorgenommen und beurteilt, ob die bilanzielle Behandlung in Bezug auf die Erstkonsolidierungs-
zeitpunkte, den Kaufpreisbestimmungen und sonstigen Bedingungen in Übereinstimmung mit den
Bestimmungen des IFRS 3 erfolgten. In diesem Zusammenhang haben wir auch überprüft, ob trotz
Vorliegens eines Gesamtvertrages die Einstufung als separate Unternehmenserwerbe für
Bilanzierungszwecke gerechtfertigt ist. Zur Beurteilung der Angemessenheit von Annahmen und
Schätzungen zur Kaufpreisallokation auf die erworbenen Einheiten sowie Vermögenswerte und
Schulden, führten wir Gespräche und Befragungen des Managements und involvierter
Sachverständiger durch.
Wir haben uns von der vollständigen Identifizierung von Vermögenswerten und Schulden, der
Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der rechnerischen
Richtigkeit der Kaufpreisaufteilung in den jeweiligen gutachterlichen Stellungsnahmen überzeugt
und haben darüber hinaus Prüfungshandlungen vorgenommen, welche insbesondere stich-
probenartige Überprüfungen der Projektbilanzierung nach IFRS 15, Ansatz von immateriellen
Vermögenswerten nach IAS 38 sowie Ansatz von finanziellen Schulden und Rückstellungen zum
Erwerbszeitpunkt umfassten. In Bezug auf den Ansatz von immateriellen Vermögenswerten
Frequentis-Gruppe
118
Bestätigungsvermerk
Konzernabschluss 2021
(Softwareprodukte) wurden die erwarteten Zahlungsflüsse von uns anhand von Planungsrechnungen
und weiterführenden Unterlagen gewürdigt, sowie die Angemessenheit der angesetzten
Diskontierungssätze überprüft.
Weiters haben wir überprüft, ob die Darstellung der Unternehmenserwerbe im Konzernabschluss
und in den Angaben im Anhang in Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 3 erfolgt sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen
Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzern-
abschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Den Nichtfinanziellen Bericht, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht haben
wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts
werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen,
und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit,
diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche
Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten
Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des
Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen,
dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir
verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu
berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür,
dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den
zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für
die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernab-
schlusses zu ermöglichen, der frei von falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder den Konzern zu
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative
dazu.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
119
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses
des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die
Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
•
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als
Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das
Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
•
•
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende
Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes, der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht,
die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmens-
tätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch
die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
•
Frequentis-Gruppe
120
Bestätigungsvermerk
Konzernabschluss 2021
•
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der
Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum
Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser
Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen
Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE
ANFORDERUNGEN
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des
Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in Einklang mit dem
Konzernabschluss.
Frequentis-Gruppe
Konzernabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
121
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte
Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden
am 17. August 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr
2018 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO)
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard
Posautz.
Wien, am 14. März 2022
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer
Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer
Frequentis-Gruppe
122
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Konzernabschluss 2021
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs-
standards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das
Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die
wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
Frequentis AG
Lagebericht 2021
123
Lagebericht zum
Einzelabschluss
zum 31.12.2021
Frequentis AG
124
Einleitung
Lagebericht 2021
Einleitung
Der Einzelabschluss (Jahresabschluss) der Frequentis AG wurde nach den Vorschriften des
Unternehmensgesetzbuches in der geltenden Fassung unter Beachtung der Grundsätze
ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB),
aufgestellt.
Die hier angeführten Kennzahlen der Frequentis AG ergeben, in Kombination mit dem Lagebericht
der Frequentis-Gruppe (siehe Kapitel Lagebericht Konzernabschluss), ein umfassenderes Bild als es
der Lagebericht der Frequentis AG allein zu vermögen gibt.
Ausgewählte finanzielle Kennzahlen
Die nachfolgenden Kennzahlen werden unter Angabe der verwendeten Berechnungsformel
dargestellt. Bei den nachstehenden Beträgen handelt es sich, sofern nicht anders angegeben, um
Werte in TEUR.
Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur
2021
46,8%
53,2%
113,7% 125,6%
-58.568 -51.113
2020
44,3%
55,7%
Eigenkapitalquote
Fremdkapitalquote
Verschuldungsgrad
Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital
Fremdkapital x 100 / Gesamtkapital
Fremdkapital x 100 / Eigenkapital
Bankverbindlichkeiten – liquide Mittel
Nettoguthaben (-) /
Nettoverschuldung (+)
Kennzahlen der Liquidität
2021
2020
Working Capital
Working Capital Ratio
Kurzfristige Aktiva – kurzfristige Passiva
Kurzfristige Aktiva / kurzfristige Passiva x 100
56.711
178,7% 192,6%
62.531
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Ausgewählte finanzielle Kennzahlen
125
Kennzahlen zur Rentabilität
2021
16,5%
21,2%
20201)
2020
Eigenkapitalrentabilität Jahresergebnis x 100 / Eigenkapital
Eigenkapitalrentabilität (Jahresergebnis + Ertragsteuern) x 100 / Eigenkapital
vor Steuern
13,4% -14,8%
16,7% -21,3%
Umsatzrentabilität
Return on Sales (ROS) Betriebsergebnis x 100 / Umsatz
Jahresergebnis x 100 / Umsatz
5,7%
7,1%
5,6%
6,1%
-4,6%
6,1%
Return on Equity (ROE) Ergebnis vor Steuern x 100 / Ø Eigenkapital
22,8%
10,4%
17,9% -19,7%
9,2% -9,4%
Return on Investment
(Ergebnis vor Steuern + Zinsaufwand) x 100 / Ø
Gesamtkapital
(ROI)
EBIT
EBITDA
Betriebsergebnis
Betriebsergebnis + Abschreibung immaterielles
Anlagevermögen und Sachanlagevermögen
16.828 13.764 13.764
20.703 17.746 17.746
1) Kennzahlen ohne Berücksichtigung der Auswirkungen der Wertminderung der Einlagen bei der
Commerzialbank Mattersburg.
Geldflussrechnung
2021
2020
Ergebnis vor Steuern
17.552 -15.133
+/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereichs
-/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgegenständen des Investitionsbereichs
+ Abschreibungen Commerzialbank Mattersburg
-/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Liefer- und Leistungsforderungen sowie anderer
Aktiva
5.733
5.459
-5
30.926
1.667
7
0
10.872
+/- Zunahme/Abnahme der Rückstellungen
+/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie
anderer Passiva
6.270
-346
-3.046
15.409
= Netto-Geldfluss aus dem Ergebnis vor Steuern
40.087
-66
35.277
4.337
39.614
9
1.428
-2.557
-8.144
-/+ Zahlungen für Ertragsteuern
= Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen)
+ Einzahlung aus Rückzahlung von Ausleihungen an verbundene Unternehmen
- Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen)
- Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und für sonstige Finanzinvestitionen und
Investitionszuschuss
40.021
2
0
-3.731
-26.464
= Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
+ Einzahlungen von Eigenkapital
-30.192
0
-9.265
1.324
- Dividende
-1.990
-384
-1.992
- Auszahlungen aus dem Erwerb eigener Aktien
- Auszahlungen für die Tilgung von Finanzkrediten und sonstigen Finanzierungen
= Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
= zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes
+ Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
- Abwertung
-1.000
-3.374
6.455
56.613
0
-1.000
-1.668
28.681
58.654
-30.722
56.613
= Finanzmittelbestand am Ende der Periode
63.068
Frequentis AG
126
Nichtfinanzielle Kennzahlen
Lagebericht 2021
Börsenkennzahlen (Wiener Börse)
2021
2020
18,10
13,47
Schlusskurs zum 31.12.
in EUR
26,70
17,90
Tiefstkurs (Schlusskurs)
in EUR
Höchstkurs (Schlusskurs)
in EUR
28,60
21,40
Anzahl der ausstehenden Aktien zum 31.12.
Marktkapitalisierung zum 31.12.
in Stück
in EUR Mio.
13.280.000
354,6
13.280.000
240,4
Dividende
Die Hauptversammlung am 20. Mai 2021 hat die Ausschüttung einer Dividende von EUR 0,15 je Aktie
für das Jahr 2020 (für 2019: EUR 0,15 je Aktie) beschlossen. Damit gelangten TEUR 1.990 zur
Ausschüttung – an die eigenen Aktien wurde keine Dividende ausgeschüttet.
Aktienrückerwerb 2021
Der Vorstand der Frequentis AG hat am 8. April 2021 beschlossen, ein Aktienrückerwerbsprogramm
gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung
vom 20. September 2019 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien mit
einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai 2021
beendet. Weitere Details finden sich unter www.frequentis.com > Investor Relations > Aktie >
Aktienrückerwerb 2021.
Eigene Aktien
Der Bestand an eigenen Aktien beträgt – nach dem getätigten Aktienrückerwerb im Jahr 2021 – zum
31. Dezember 2021 15.500 Stück. Dies entspricht einem Anteil von rund 0,12% am Grundkapital.
Nichtfinanzielle Kennzahlen
Für die Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Umweltbelange, Menschenrechte, Compliance, Anti-
Korruption und Safety, Security & Datenschutz wird auf den von Frequentis gesondert erstellten
konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a
UGB erfüllt, verwiesen.
Lagebericht Konzernabschluss
Zur besseren Einsicht in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage basiert der folgende Lagebericht
auf dem Konzernabschluss der Frequentis AG, welcher nach den Regelungen der International
Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, erstellt
wurde.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Wirtschaftliches Umfeld
127
Wirtschaftliches Umfeld
Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren unterliegen die Sektoren, in denen die Frequentis-
Gruppe tätig ist (Informations- und Kommunikationssysteme im Bereich der zivilen und militärischen
Flugsicherung, der Blaulichtorganisationen und des Schienen- und Wasserverkehrs) relativ geringen
konjunkturellen Schwankungen. Die Geschäftsentwicklung von Frequentis würde dann beeinträchtigt
sein, wenn es zu einem signifikanten globalen Rückgang in einem der fünf angeführten Bereiche
kommt. Frequentis kann sich nicht vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist
jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur kann nicht
wegrationalisiert werden und muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im Jänner 2022 das World Economic Outlook Update
publiziert1. Trotz der Pandemie wird für das abgelaufene Jahr 2021 ein Anstieg der globalen
Wirtschaftsleistung um 5,9% erwartet, für das Jahr 2022 soll das Wachstum 4,4% betragen.
Das Wachstum verlangsamt sich nach Meinung des IWF, da die Volkswirtschaften mit Heraus-
forderungen in der Lieferkette, höherer Inflation, Rekordschulden und anhaltender Unsicherheit zu
kämpfen haben. Die Herausforderungen in der Lieferkette und die daraus resultierenden
Versorgungsunterbrechungen belasten nach wie vor die Wirtschaftstätigkeit und tragen zu einer
höheren Inflation bei, die durch die starke Nachfrage und die gestiegenen Lebensmittel- und
Energiepreise noch verstärkt wird. Darüber hinaus schränken die Rekordverschuldung und die
steigende Inflation die Fähigkeit vieler Länder ein, erneute Störungen im Wirtschaftsablauf zu
bewältigen. Einige Herausforderungen könnten jedoch von kürzerer Dauer sein als andere. Die neue
COVID-19 Variante Omikron scheint mit weniger schweren Erkrankungen verbunden zu sein als die
Delta-Variante und der Rekordanstieg der Infektionen dürfte relativ schnell zurückgehen.
Nach Ansicht des IWF werden die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine dazu führen, dass die
Wachstumsprognosen für das Jahr 2022 wahrscheinlich nach unten korrigiert werden müssen2.
Für das Jahr 2021 wird für die USA ein Anstieg von 5,6% (2022: 4,0%) prognostiziert. Für die
Wirtschaft des Euroraums erwartet der IWF eine Wachstumsrate von 5,2% im Jahr 2021 (2022: 3,9%).
Für die großen Volkswirtschaften im Euroraum ist der Wachstumspfad in den Jahren 2021 und 2022
unterschiedlich hoch: für Deutschland werden im Jahr 2021 2,7% (2022: 3,8%) erwartet, für
Frankreich 6,7% (2022: 3,5%), für Italien 6,2% (2022: 3,8%) und für Spanien 4,9% (2022: 5,8%). Die
Prognose für Großbritannien liegt bei 7,2% für das Jahr 2021 (2022: 4,7%).
Für die Schwellen- und Entwicklungsländer in Asien wird mit einem Anstieg von 7,2% im Jahr 2021
(2022: 5,9%) gerechnet. Für Lateinamerika geht der IWF für das Jahr 2021 von einem Wachstum
von 6,8% (2022: 2,4%) aus. Für den Nahen Osten und Zentralasien wird ein Wachstum von 4,2%
(2022: 4,3%) prognostiziert.
1 www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2022/01/25/world-economic-outlook-update-january-2022
2 www.imf.org/en/News/Articles/2022/03/10/tr031022-transcript-of-imf-media-roundtable-on-ukraine
Frequentis AG
128
Geschäftsentwicklung
Lagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
Das operative Geschäft war auch im Jahr 2021 durch die COVID-19 Pandemie beeinflusst. Dank dem
stabilen Geschäftsmodell als Anbieter von Kommunikations- und Informationslösungen für
Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben ist die Nachfrage ungebrochen. Durch die gute
Geschäftsentwicklung der von L3Harris Technologies übernommenen Unternehmen im Jahr 2021
und der profitablen Projektabwicklungen konnte trotz der Reisebeschränkungen der Wachstumspfad
fortgesetzt werden.
Bedeutende Ereignisse im Jahr 2021
Übernahme von Produktlinien im Air Traffic Management (ATM) von L3Harris
Technologies, Inc.
Am 23. Februar 2021 hat Frequentis eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von zivilen und
militärischen Produktlinien der ATM-Sprachkommunikationssysteme sowie der Software- und
Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung (Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris
Technologies, Inc. (nachfolgend als L3Harris bezeichnet) unterzeichnet. Die Transaktion umfasste:
•
•
•
Den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris Orthogon GmbH, Bremen, Deutschland
(Closing 30. April 2021, nunmehr Frequentis Orthogon GmbH),
die Übernahme eines zwischen L3Harris und der britischen Flugsicherung NATS
bestehenden Kundenvertrags (Vertragsübergang am 28. Mai 2021),
den Erwerb der in Gatineau, Kanada, ansässigen Geschäftseinheit „Harris ATC Solutions“,
welche von der Harris Canada Systems, Inc. im Zuge der Transaktion in eine zuvor für
diesen Zweck neu gegründete Gesellschaft in Kanada eingebracht wurde, und deren
sämtliche Anteile sodann von Frequentis erworben wurden (Closing 28. Mai 2021, nunmehr
Frequentis Canada ATM Ltd) und
•
den Erwerb von 100% der Anteile an der Harris C4i Pty. Ltd., Melbourne, Australien (Closing
30. Juli 2021, nunmehr C4i Pty Ltd.).
Die Transaktion erweitert das ATM-Produktportfolio von Frequentis. In Summe wurden für die
Transaktion, abzüglich erworbener liquider Mittel, EUR 16,3 Mio. aufgewendet. Die neuen Einheiten
haben im Jahr 2021 bereits rund EUR 19 Mio. zum Konzernumsatz beigetragen. Weitere
Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 1.
COVID-19 Pandemie
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale
Wirtschaftskrise aus. Frequentis konnte sich nicht vollständig von den konjunkturellen
Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese
Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten und gewartet werden.
Mit ein paar Ausnahmen konnte auch im Jahr 2021 das Geschäft trotz der Restriktionen unverändert
weitergeführt werden. Da die MitarbeiterInnen der Frequentis schon in der Vergangenheit zahlreiche
Tätigkeiten mobil ausgeführt haben, war der Umstieg auf ein komplett mobiles Arbeiten (z.B. von zu
Hause aus) ohne größere Schwierigkeiten möglich (mit Ausnahme manueller Arbeiten vor Ort in den
einzelnen Standorten oder vor Ort beim Kunden). Da Reisen außerhalb der Länder, in denen sich die
Standorte der Frequentis-Gruppe befinden, nur sehr eingeschränkt möglich waren, wurden
zahlreiche Projektabnahmen mit Kunden mit zusätzlicher technischer Unterstützung und
organisatorischen Begleitmaßnahmen mittels Videokonferenzen durchgeführt.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
129
Auswirkungen auf Umsatzerlöse und Aufwendungen
Wenn es dem Projektteam nicht möglich war, die Arbeiten aufgrund von Lockdown oder
Reiserestriktionen abzuschließen, wurden mit einigen Kunden die Verschiebungen von
Abnahmeterminen vereinbart. In manchen Fällen wurden auch längere Zahlungsziele verhandelt.
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen nicht
durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten zwar gegenüber 2020 erhöht haben,
aber noch auf einem niedrigen Niveau im Vergleich zu Vorpandemiezeiten liegen.
Aufgrund der COVID-19 Pandemie hat die Frequentis-Gruppe beurteilt, ob ein Anhaltspunkt für eine
Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegt. Es wurden bei einer Gesellschaft Anhaltspunkte für
eine COVID-19 Pandemie bezogene Wertminderung festgestellt und entsprechend berücksichtigt
(siehe ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 18).
Gesetzte Maßnahmen
Zur Evaluierung und Abfederung etwaiger Effekte auf Frequentis wurde der im Jahr 2020 unter der
Führung des Vorstandsvorsitzenden eingerichtete Krisenstab auch im Jahr 2021 weitergeführt. Der
Krisenstab hat verschiedene Maßnahmen erarbeitet, um den Betrieb möglichst ungestört aufrecht zu
erhalten. Work at home und andere Maßnahmen, um die Kundeprojekte voranzutreiben sowie zur
Aufrechterhaltung der Lieferketten, waren weiterhin erfolgreich.
Weitere Informationen dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 2.
Auftragseingang
Der Auftragseingang der Frequentis-Gruppe lag im Jahr 2021 bei EUR 333,2 Mio., eine Steigerung von
5,9% gegenüber dem Jahr 2020 mit EUR 314,6 Mio. Im Jahr 2021 war der Auftragseingang, im
Gegensatz zum Jahr 2020, wie auch bisher durchwegs üblich im zweiten Halbjahr stärker als im
ersten Halbjahr 2021. Das Verhältnis zweites zu erstes Halbjahr 2021 lag bei 53% : 47% (2020:
45% : 55%).
Die Verteilung des Auftragseingangs auf die beiden Segmente war im Jahr 2021 wie folgt: Air Traffic
Management 69% (2020: 64%), Public Safety & Transport 31% (2020: 36%).
Highlights des Auftragseingangs im Segment Air Traffic Management
Im Segment Air Traffic Management erhielt Frequentis vielfältige Aufträge. Durch eine Vereinbarung
im Zuge der Transaktion mit L3Harris hat Frequentis den NATS-Vertrag (britische Flugsicherung) zur
Lieferung des Hauptsprachkommunikations- und des Anflugs-Management-Systems übernommen.
EUROCONTROL hat den Vertrag mit Frequentis für die Release-Entwicklung, das IT-Service-
Management und den Betrieb der europäischen Fluginformations-Datenbank (EAD) verlängert.
Zur Digitalisierung des integrierten Netzwerk-Managements von EUROCONTROL wurde Frequentis
Partner von Indra. Dabei werden alle derzeitigen operativen Systeme des Netzwerk-Managers durch
neue digitale Produkte ersetzt, die Big Data, künstliche Intelligenz / maschinelles Lernen und Cloud
Computing nutzen.
Weitere Aufträge waren unter anderem von der schweizerischen Flugsicherung skyguide, wo es zur
Erweiterung der Zusammenarbeit im Bereich der Virtual Center kommt. Bahrain beauftragte
Sprachkommunikationssysteme für die Modernisierung der Flugverkehrskontrollzentrale.
Frequentis AG
130
Geschäftsentwicklung
Lagebericht 2021
Frequentis erhielt in Dubai und Frankreich gemeinsam mit langjährigen Partnern in der Region
interessante Auftragseingänge. Für den Dubai International Airport und Dubai World Central werden
zwei D-ATIS-Systeme (digitaler automatischer Terminal-Informationsdienst) geliefert, für die
französische Flugsicherung DSNA auf Basis eines 20-Jahres-Vertrag ein IP-basiertes Funk-/Telefon-
Sprachkommunikationssystem für 14 Anflug- und Tower-Kontrollzentralen.
Im Teilmarkt Defence wurde Frequentis Canada vom Hauptauftragnehmer Thales Canada beauftragt,
für den Kunden Royal Canadian Airforce (kanadische Luftwaffe) einsatzkritische Kommunikations-
ausrüstung für das Tactical Control Radar zu liefern.
Positiv verläuft das Bestandskunden-Folgegeschäft („Installed Base Business“), insbesondere in
Europa: So konnte beispielsweise bei den polnischen Streitkräften der Auftrag für die Modernisierung
des Luftverteidigungszentrums gewonnen werden.
Highlights des Auftragseingangs im Segment Public Safety & Transport
Im Segment Public Safety & Transport baut Frequentis im Teilmarkt Public Safety seine führende
Marktposition in Deutschland im Bereich der Blaulicht-Organisationen mit dem Auftrag für die
Lieferung eines Systems für die Polizeikommunikation im Saarland weiter aus. Auch die beiden
Hansestädte Lübeck und Rostock haben einen Auftrag zur Neubeschaffung des Notruf- und
Funkabfragesystems der Leitstellen platziert.
Im Teilmarkt Public Transport wurden vor allem Aufträge aus der installierten Basis, vorwiegend aus
Europa, gewonnen. Diese umfassten sowohl Aufträge für Releases und Upgrades, als auch Aufträge
für Erweiterungs- und Wartungsverträge.
Im Teilmarkt Maritime erhielt Frequentis den Auftrag für die Leitstellenkommunikation der
Küstenüberwachung von New South Wales in Australien.
Auftragsstand
Der Auftragsstand per 31. Dezember 2021 betrug EUR 467,9 Mio., eine Steigerung von 9,4% oder
EUR 40,3 Mio. im Vergleich zum Jahresende 2020 mit EUR 427,6 Mio. Rund 64% des Gesamt-
Auftragsstands (Dezember 2020: 58%) waren dem Segment Air Traffic Management und 36%
(Dezember 2020: 42%) dem Segment Public Safety & Transport zuzuordnen.
Umsatz und Betriebsleistung
Im Jahr 2021 konnte trotz der weiterhin anhaltenden Auswirkungen der COVID-19 Pandemie eine
Steigerung des Umsatzes um 11,4% oder EUR 34,2 Mio. auf EUR 333,5 Mio. erzielt werden (2020:
EUR 299,4 Mio.). Von den EUR 34,2 Mio. Steigerung entfallen rund EUR 19 Mio. auf die Einheiten, die
im Zuge der L3Harris-Transaktion übernommen wurden.
Das Segment Air Traffic Management verzeichnete eine Steigerung des Umsatzes um 8,2% auf
EUR 219,8 Mio., das Segment Public Safety & Transport verzeichnete ein Plus von 18,0% auf
EUR 113,6 Mio. Die Umsatz-Verteilung lag im Jahr 2021 bei 66% : 34% für die beiden Segmente Air
Traffic Management und Public Safety & Transport (2020: 68% : 32%).
Nach Regionen entfielen im Jahr 2021 68% (2020: 66%) des Umsatzes auf Europa, 15% (2020: 16%)
auf Amerikas, 9% (2020: 11%) auf Asien, 5% (2020: 5%) auf Australien / Pazifik, 2% (2020: 1%) auf
Afrika, 1% (2020: 1%) waren nicht zugeordnet.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Geschäftsentwicklung
131
Die sonstigen Erträge stiegen auf EUR 9,5 Mio. (2020: EUR 8,6 Mio.). Die größten Einzelpositionen
sind hier die Fördererlöse für Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Erlöse aus
Forschungsprämien.
Der Gewinn aus den Unternehmenserwerben von EUR 2,0 Mio. ergab sich aus der Übernahme der
Geschäftseinheit ATC Solutions der Harris Canada Systems Inc. und der Harris C4i Pty. Ltd. Siehe
dazu ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 1.
Die Betriebsleistung erhöhte sich im Jahr 2021 um 12,0% auf EUR 344,8 Mio. (2020: EUR 307,9 Mio.).
Ergebnis
Der Materialaufwand und der Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um 0,9% auf
EUR 75,7 Mio. (2020: EUR 75,0 Mio.). Der Materialaufwand sank, weil die Projekte weniger
materialintensiv waren. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen. Der Personalaufwand
erhöhte sich um 15,3% auf EUR 182,1 Mio. (2020: EUR 157,9 Mio.). Dies war bedingt durch die
gestiegene Mitarbeiteranzahl (+13,1%, vor allem aufgrund der neuen Gesellschaften im
Konsolidierungskreis), der Erhöhung der Prämienrückstellung sowie Gehaltserhöhungen.
Die sonstigen Aufwendungen stiegen um 22,6% auf EUR 40,5 Mio. (2020: EUR 33,0 Mio.). Für den
mehrjährigen Vergleich: Im Jahr 2019, also vor Ausbruch der COVID-19 Pandemie, lagen die
sonstigen Aufwendungen bei EUR 43,7 Mio., vor allem aufgrund höherer Reisekosten. Die
Reisekosten im Jahr 2021 betrugen EUR 5,4 Mio. (2020: EUR 4,1 Mio., 2019: EUR 11,9 Mio.).
Aufgrund der Reiserestriktionen konnten im Jahr 2021, genauso wie im Jahr 2020, viele Dienstreisen
nicht durchgeführt werden, was dazu führte, dass sich die Reisekosten auf einem niedrigen Niveau
eingependelt haben. Hier gilt es festzuhalten, dass sich die Einsparungen in diesem Umfang nicht für
die Zukunft in voller Höhe fortsetzen lassen. Denn sowohl Vor-Ort-Abnahmen, Schulungen,
Fachmessen als auch Verkaufsaktivitäten können nicht vollständig digitalisiert werden. Vieles wird
davon abhängen, in welchem Umfang zukünftig die Projekte und Sales-Aktivitäten virtuell
abgewickelt werden können, oder ob mit der weiteren Eindämmung der Pandemie die Erwartungen
der Kunden, Lieferanten und Partner wieder in Richtung laufender Vor-Ort-Präsenz gehen werden.
Neben den steigenden Reisekosten erhöhten sich unter anderem die Wertänderungen der
beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften und der sonstige Beratungsaufwand. Die
Rechts- und Steuerberatungsaufwendungen sanken im Jahresvergleich, dies ist größtenteils auf die
eingebrachten Klagen im Zusammenhang mit der Commerzialbank Mattersburg im Jahr 2020
zurückzuführen.
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Wertminderung) verbesserte sich um
EUR 4,6 Mio. auf EUR 46,5 Mio. im Jahr 2021 (2020: EUR 41,9 Mio.). Die EBITDA-Marge (bezogen auf
den Umsatz) belief sich auf 13,9% nach 14,0% im Jahr 2020.
Die Abschreibungen erhöhten sich um EUR 1,8 Mio. auf EUR 15,8 Mio. (2020: EUR 14,0 Mio.), bedingt
vor allem durch die neu in den Konsolidierungskreis einbezogenen Gesellschaften. Im Jahr 2021
ergab sich ein Wertminderungsbedarf für den Firmenwert der ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH, Deutschland, von EUR 1,7 Mio. (2020: EUR 1,1 Mio. für Systems Interface Ltd., England).
Das EBIT stieg als Summe aller oben angeführten Veränderungen trotz der COVID-19 Pandemie um
EUR 2,2 Mio. auf EUR 29,0 Mio. im Jahr 2021 (2020: EUR 26,8 Mio.). Die EBIT-Marge (bezogen auf den
Umsatz) belief sich auf 8,7% nach 9,0% im Jahr 2020.
Frequentis AG
132
Geschäftsentwicklung
Lagebericht 2021
Das Ergebnis vor Steuern lag im Jahr 2021 bei EUR 27,9 Mio. (2020: EUR -4,4 Mio.; dieser und die
folgenden Vergleichswerte für das Jahr 2020 waren beeinflusst durch die Wertminderung der
Einlagen nach der Insolvenz der Commerzialbank Mattersburg). Der Aufwand für Ertragsteuern lag
bei EUR 7,2 Mio., während im Jahr 2020 ein Ertrag aus Ertragsteuern von EUR 1,0 Mio. erfasst wurde.
Das Konzernergebnis verbesserte sich im Jahr 2021 auf EUR 20,8 Mio. nach EUR -3,4 Mio. im Jahr
2020. Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug im Jahr 2021 EUR 1,50 (2020:
EUR -0,30).
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöhte sich um 13,1% auf durchschnittlich 2.157
(inklusive der zusätzlichen Personen aus der Transaktion mit L3Harris) für das Jahr 2021 (2020:
1.907 MitarbeiterInnen).
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 13,7% oder EUR 38,1 Mio. auf EUR 315,7 Mio. per Ende Dezember
2021 (Ende 2020: EUR 277,6 Mio.). Die Eigenkapitalquote lag bei 41,1% (Ende 2020: 40,1%). Das
Eigenkapital stieg um 16,5% auf EUR 129,9 Mio. (Ende 2020: EUR 111,4 Mio., Wert 2020 angepasst).
Das Nettoguthaben (Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Termingelder abzüglich
Bank- und sonstige Finanzverbindlichkeiten) belief sich per Ende Dezember 2021 auf EUR 101,1 Mio.
und lag damit über dem Wert per Ende 2020 mit EUR 85,0 Mio.
Auf der Aktivseite (langfristige Vermögenswerte) waren per Ende Dezember 2021 Sachanlagen in
Höhe von EUR 47,7 Mio. (Ende 2020: EUR 46,6 Mio.) und immaterielle Vermögenswerte mit
EUR 17,7 Mio. (Ende 2020: EUR 9,0 Mio.) die beiden größten Positionen des langfristigen Vermögens
von in Summe EUR 72,6 Mio. (Ende 2020: EUR 62,2 Mio.).
Bei den kurzfristigen Vermögenswerten von in Summe EUR 243,1 Mio. per Ende Dezember 2021
(Ende 2020: EUR 215,4 Mio.) sind die bedeutendste Position die Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente, inkl. Termingelder, mit in Summe EUR 106,0 Mio. (Ende 2020:
EUR 91,3 Mio.). Darauf folgen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von EUR 69,4 Mio.
(Ende 2020: EUR 59,3 Mio.) sowie die Vertragsvermögenswerte aus Verträgen mit Kunden mit
EUR 38,4 Mio. (Ende 2020: EUR 38,4 Mio.). Von den gesamten Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten sowie Termingeldern waren per Ende Dezember 2021 mehr als 75% auf
elf systemrelevante Großbanken in Österreich und Deutschland verteilt. Weniger als 25% lagen bei
rund 20 anderen Banken in Europa, Australien, Asien und den Amerikas.
Auf der Passivseite der Bilanz war die größte Position das Eigenkapital mit EUR 129,9 Mio. per Ende
Dezember 2021 (Ende 2020: EUR 111,4 Mio., Wert 2020 angepasst). Die zweitgrößte Position waren
die kurzfristigen Verbindlichkeiten mit EUR 125,2 Mio. per Ende Dezember 2021 (Ende 2020: EUR
107,2 Mio.). Hervorzuheben sind hier die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden von
EUR 65,4 Mio. (Ende 2020: EUR 62,8 Mio.).
Unter den langfristigen Verbindlichkeiten (drittgrößte Position der Passivseite) von EUR 60,6 Mio.
(Ende 2020: EUR 59,0 Mio., Wert 2020 angepasst) war die Position langfristige Leasingverbindlich-
keiten mit EUR 29,8 Mio. (Ende 2020: EUR 31,8 Mio.) am größten.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Entwicklung der Segmente
133
Cash Flow
Der Cash Flow aus dem Ergebnis stieg im Jahr 2021 auf EUR 47,9 Mio. (2020: EUR 42,4 Mio.).
Der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit verringerte sich im Jahr 2021 auf EUR 48,8 Mio. (2020:
EUR 54,8 Mio.), vor allem beeinflusst von der Veränderung der Vertragsverbindlichkeiten,
Veränderung der Vertragsvermögenswerte sowie der Position Zahlungen für Ertragsteuern.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit lag im Jahr 2021 bei EUR -24,6 Mio. (2020: EUR -7,0 Mio.),
vor allem bedingt durch die Transaktion mit L3Harris wofür, abzüglich erworbener liquider Mittel,
EUR 16,3 Mio. aufgewendet wurden. Die Investitionen (Auszahlungen für den Erwerb von
immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen / Capex) lagen mit EUR 6,3 Mio. über dem Niveau
des Jahres 2020 mit EUR 4,5 Mio.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ging im Jahr 2021 auf EUR -12,6 Mio. zurück (2020:
EUR -10,1 Mio.).
Der Gesamt-Cash Flow belief sich damit in Summe der angeführten Veränderungen im Jahr 2021 auf
EUR 11,5 Mio. (2020: EUR 37,7 Mio.). Der Finanzmittelbestand ohne Termingelder belief sich Ende
Dezember 2021 auf EUR 103,8 Mio. (Ende Dezember 2020: EUR 91,3 Mio.).
Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen und
Personen
Die Angaben dazu finden sich im ↗ Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021, Kapitel 38.
Entwicklung der Segmente
Air Traffic Management / ATM
Das Segment Air Traffic Management / ATM umfasst die Teilmärkte ATM Civil (in diesem ist auch
AIM / Aeronautical Information Management inkludiert) sowie ATM Defence. Der Fokus in diesem
Segment liegt auf den zivilen und militärischen Flugsicherungen und damit in der Regel auf ein bis
zwei Kunden pro Land. Die Markteintrittsbarrieren werden als relativ hoch eingeschätzt.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen. Im
Defence-Bereich werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Die Safety- und
Qualitätsmanagement-Anforderungen sind gleich, es gelten die internationalen Richtlinien für die
Standardisierung des Luftverkehrs durch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO /
International Civil Aviation Organization). Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Radar,
Funk, Netzwerk ist ähnlich.
Der Umsatz im Segment Air Traffic Management stieg im Jahr 2021 um 8,2% auf EUR 219,8 Mio.
(2020: EUR 203,1 Mio.). Das EBIT verringerte sich auf EUR 12,5 Mio. (2020: EUR 14,6 Mio.).
Frequentis AG
134
Entwicklung der Segmente
Lagebericht 2021
Highlights im operativen Geschäft
Trotz erschwerter Pandemie-Bedingungen fanden eine Reihe wichtiger Abnahmen statt, wie beim für
das Flugverkehrsmanagement optimierten Netzwerk für die Flugsicherung in Kasachstan oder beim
Sprachkommunikations- und DIVOS-Recordingsystem für alle argentinischen Fluginformations-
regionen. Beim Digital Tower Projekt in Dänemark erfolgte die Freigabe des Konzepts durch die
dänische Flugsicherung Naviair. Beim ersten militärischen Remote Digital Tower in den USA konnten
die Betriebs- und Verifizierungstests erfolgreich abgeschlossen werden.
Für das Projekt GOF 2.0 im Rahmen des EU-Programms SESAR, das den Fokus auf Flugtests von
Drohnen und Lufttaxis im komplexen, urbanen Luftraum legt, erfolgte das Kick-off.
Public Safety & Transport / PST
Das Segment Public Safety & Transport beinhaltet die Teilmärkte Public Safety, Public Transport
sowie Maritime. Die Kunden sind Behörden oder behördennahe Organisationen mit Überwachungs-
und Steuerungsaufgaben.
Für den Teilmarkt Public Safety zählen die Polizei, Feuerwehren und Rettungsorganisationen zu den
Kunden. Seitens der Polizei werden noch Zusatzlösungen für die Verschlüsselung nachgefragt. Public
Transport bedient neben der klassischen Bahn auch Kunden aus dem öffentlichen Personen- und
Nahverkehr. Im Teilmarkt Maritime liegt der Fokus auf der Küstenwache und Hafenbetreibern.
Die Teilmärkte verfügen über ähnliche Produkte, die auf der gleichen Produktplattform aufsetzen.
Die bei den Kunden anzubindende Infrastruktur wie Telefon, Funk, Netzwerk ist ähnlich. Trotz
mehrerer internationaler Standardisierungsbestrebungen gelten nach wie vor national und regional
unterschiedliche Anforderungen und Regelungen.
Der Umsatz im Segment Public Safety & Transport stieg vor dem Hintergrund erfolgreicher
Projektabnahmen im Jahr 2021 um 18,0% auf EUR 113,6 Mio. (2020: EUR 96,3 Mio.). Das EBIT
verbesserte sich auf EUR 16,6 Mio. (2020: EUR 12,3 Mio.), vor allem aufgrund margenstärkerer
Projekte.
Highlights im operativen Geschäft
Im Teilmarkt Public Safety ist der Abschluss des Roll-outs beim österreichischen Einsatzleit- und
Kommunikationssystem ELKOS für die Polizei in allen neun Bundesländern hervorzuheben. Beim
neuen Blaulicht-Kommunikationssystem Emergency Services Network (ESN) des britischen
Innenministeriums erfolgten wichtige Zertifizierungen und Zwischenabnahmen.
Wesentliche Meilensteine wurden auch bei Bahnprojekten im Teilmarkt Public Transport realisiert,
wie beispielsweise bei den Irischen Eisenbahnen. Wichtige Abnahmen erfolgten auch im Teilmarkt
Maritime.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Forschung & Entwicklung
135
Forschung & Entwicklung
Steigender Kostendruck und laufende Änderungen im operativen Umfeld, zuletzt auch aufgrund der
Auswirkungen der Pandemie, sind aktuell die größten Herausforderungen für die Kunden, die im
sicherheitskritischen Bereich agieren. Um den hier geforderten hohen Sicherheitsanforderungen
weiterhin gerecht zu werden, benötigen die Anwender flexiblere Systeme und Software-Lösungen.
Damit können Einsatzmittel und Einsatzorte mit einfachen Mitteln an aktuelle Bedürfnisse angepasst
werden. Dafür sind flexible Kommunikationsmittel und integrierte Control-Room Lösungen
notwendig. Die Migration der Daten- und Sprachkommunikation auf gemeinsame IP-Netze schafft die
technische Voraussetzung für mehr Flexibilität, wie sie beispielsweise bei Remote-Aufgaben gefragt
ist. Durch die steigende Vernetzung wird gleichzeitig das Thema Cyber Security immer wichtiger.
Als anerkannter Innovationsführer in den vom Unternehmen adressierten Märkten trägt Frequentis
dieser Entwicklung durch die Bereitstellung IP-basierter Systeme Rechnung. Im nächsten Schritt
rücken die Netzwerke ins Zentrum der Kommunikationslösungen. Die traditionellen Voice
Communication Systeme werden durch Voice and Data Communication Services im Netzwerk
erweitert. Der enge Austausch mit den Kunden, mit denen zumeist eine langjährige, teilweise
jahrzehntelange, Partnerschaft besteht, erlaubt es dabei, neue technologische Entwicklungen schon
frühzeitig zu erkennen und in die eigenen Produkte und Lösungen zu integrieren.
Innovationen sind ein wichtiger Bestandteil der Frequentis-Unternehmensstrategie. Die Steuerung
aller diesbezüglichen Aktivitäten erfolgt in der Abteilung New Business Development. Der aktuelle
Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Digital (Remote) Tower-Technologie, dem Drohnen-
management sowie der Nutzung von 5G/LTE für den sicherheitskritischen Bereich. Darüber hinaus
liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung und Vermarktung neuer Geschäftsmodelle wie Software
as a Service (SaaS) oder Cloud-Lösungen.
Zukunftsaspekte sind die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz oder der Blockchain-
Technologie im Hinblick auf mögliche Anwendungen im sicherheitskritischen Bereich. Bei solchen
Themen aus dem sicherheitskritischen Umfeld setzt auch das Engagement von Frequentis bei einer
Reihe an nationalen und EU-geförderten Innovationsprojekten an. Innovationen werden bei
Frequentis nach Möglichkeit durch Patente geschützt.
Nichtfinanzielle Informationen
Die Frequentis AG erstellt einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die
gesetzlichen Anforderungen der §§ 243b und 267a UGB erfüllt.
Konsolidierter Corporate Governance-
Bericht
Der konsolidierte Corporate Governance-Bericht ist unter http://www.frequentis.com/ir > Investor
Relations > Corporate Governance verfügbar.
Frequentis AG
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Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
Frequentis hat konzernweit ein aktives Risikomanagement implementiert. Grundsätzliches Ziel ist es,
das Chancen- und Risikopotenzial ehestmöglich zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur
Erhaltung der Ertragskraft sowie zur Sicherung des Fortbestands der Unternehmensgruppe zu
setzen. Ein zentrales Risiko liegt in variablen Auslastungsszenarien, denen das Unternehmen durch
ein umfassendes Szenarien-Management begegnet. Dies zusammen mit dem Risikobewusstsein der
Belegschaft ermöglicht ein rechtzeitiges Erkennen und Gegensteuern über die gesamte
Unternehmensgruppe, auch bei Wirtschaftssituationen, die sich ungeplant entwickeln.
Die Frequentis-Gruppe führt regelmäßig eine umfassende interne Evaluierung aller relevanten
Risiken und Chancen durch und fasst diese in Form eines konzernweiten Risikoberichtes zusammen,
der in erweiterter Managementrunde diskutiert wird. Mit dem Ziel, den Unternehmenswert zu
steigern, werden nicht nur Chancen wahrgenommen, sondern auch Risiken eingegangen. Um Risiken
frühzeitig zu erkennen und proaktiv zu steuern, verfügt die Frequentis-Gruppe über eine fundierte
Risk Management Policy, ein konzernweites Risikomanagement, ein umfassendes Internes
Kontrollsystem (IKS) sowie eine Interne Revision. Compliance-Verstöße können für jedes
Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen. Um die Kommunikationswege zur Meldung von
internen und externen Personen zu vereinfachen, führte Frequentis auf Gruppenebene ein
Whistleblowing-System (Hinweisgeber-System) ein, welches sowohl über die Website unter
www.frequentis.com/de/whistleblowing als auch über das Intranet erreichbar ist. Damit werden die
Anforderungen der EU-Richtlinie 2019/1937 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das
Unionsrecht melden, erfüllt.
Im Wesentlichen werden die Strategie, das herrschende Wettbewerbsumfeld, die politische Lage in
den Ländern mit dem größten Projekt-Exposure, die Organisation zur professionellen Abwicklung
dieser Projekte sowie das Liquiditätsmanagement systematisch evaluiert und entsprechend
zusammengefasst. Die sich daraus ergebenden Maßnahmen zur Nutzung von Chancen und auch zur
Reduzierung der aufgezeigten Risiken werden in erweiterter Managementrunde diskutiert und
entsprechende Aktionspunkte zur Umsetzung beschlossen. Für den Prozess zeichnet der Director
Corporate Finance verantwortlich.
Projektmanagement als operatives Herzstück
Wesentliche Bedeutung hat damit das Risikomanagement in den Projekten, die das Kerngeschäft und
operative Herzstück von Frequentis darstellen. Eine tiefgreifende Risikoanalyse als Bestandteil des
professionellen und wirkungsvollen Projektmanagements berücksichtigt den gesamten
Lebenszyklus der Projekte. Im Sinne einer klaren Risiko- und Ergebnissteuerung werden so Risiken
identifiziert, verfolgt, entschärft bzw. bereinigt.
In einem periodisch stattfindenden Projektmanagement-Board erfolgen die Steuerung des gesamten
Projekt-Portfolios sowie das Review und die Zuordnung von Projekten zu den jeweiligen Geschäfts-
typen. Darüber hinaus treibt das Projektmanagement-Board die kontinuierliche Verbesserung der
Projektmethoden und der Projektmanagement-Prozesse voran.
Weiters finden mehrmals jährlich Projektbewertungen in erweiterter Managementrunde statt. Dabei
werden alle wesentlichen Projekte präsentiert, Risikoeinschätzungen und Abweichungen diskutiert
und entsprechende Maßnahmen beschlossen. Die Leistungserbringung, Abrechnungen und
Zahlungseingänge werden so laufend überwacht. Ergänzt werden diese Projektbewertungen durch
periodisch stattfindende Statusmeetings in den einzelnen Einheiten, in denen die Steuerung der
Betriebsleistung sowie des Deckungsbeitrags im Hinblick auf das Gruppen-Ergebnis erfolgt.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
137
Evaluierung des Risikomanagements
Die BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat die Funktions-
fähigkeit des Risikomanagementsystems von Frequentis gemäß C-Regel 83 des Österreichischen
Corporate Governance Kodex geprüft und dessen Angemessenheit im März 2022 im Zuge der
Abschlussprüfung bestätigt.
Risiken im Überblick
Sollte sich eines der in diesem Kapitel angeführten Risiken verwirklichen, könnte sich dies nachteilig
auf die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage von Frequentis auswirken.
Risiken in Bezug auf die COVID-19 Pandemie (Coronavirus)
Die fortlaufende Entwicklung der Pandemie kann zu einer weiteren negativen wirtschaftlichen
Entwicklung in den Märkten, in denen Frequentis aktiv ist, führen und die Geschäftsentwicklung des
Unternehmens nachteilig beeinflussen. Unter anderem können – wie im Zusammenhang mit der
Ausbreitung des Coronavirus zu beobachten – die Einschränkung der Reisefreiheit, Einreiseverbote,
Quarantäneauflagen, Ausdünnung der Flugpläne und die damit verbundene Verringerung der
Flugbewegungen sowie Einschränkungen der Produktion von Waren und Dienstleistungen einen
nachteiligen Einfluss auf die Entwicklung der von Frequentis bedienten Märkte haben.
Die angeführten Punkte können unter anderem dazu führen, dass sich die Abnahme von Projekten im
Werk oder die Abnahmen vor Ort beim Kunden verzögern oder für einen noch unbestimmten
Zeitraum unmöglich werden. Es können sich auch Logistik- und Lieferprobleme und damit Engpässe
in der Lieferkette ergeben. Die für Investitionen vorhandenen Budgets der Kunden können kleiner
werden, die Entscheidungsfreudigkeit der Kunden kann angesichts der Unsicherheiten abnehmen.
Risiken in Bezug auf die (makro)ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen
Abhängigkeit von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Möglichkeit von Frequentis, sich Aufträge zu sichern, sowie deren Inhalt, Umfang und Größe,
hängt unter anderem vom Verkehrsaufkommen des Luft-, Schiff- und Bahnverkehrs, der Bedeutung,
die dem Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit beigemessen wird und den für die Beschaffung
von Leitstellenlösungen, Systemen und Produkten sowie den für die Wartung, Ausbau und
Optimierung bereits bestehender Lösungen, Systeme und Produkte zur Verfügung stehenden Mittel
ab.
Berechtigte / unberechtigte Inanspruchnahme oder Nichtverfügbarkeit von Bankgarantien.
Frequentis gewährt regelmäßig Bankgarantien (Bietungsgarantien, Anzahlungsgarantien,
Erfüllungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften) an Kunden als Sicherheit für deren vertragliche
Ansprüche. Berechtigte oder unberechtigte Inanspruchnahme dieser Bankgarantien können zu
Liquiditätsproblemen führen. Ebenso war und ist es möglicherweise schwierig, bei Ausschreibungen
von Waren- und Dienstleistungsverträgen, in Ländern, in denen Hausbanken von Frequentis keine
regelmäßigen Geschäftsbeziehungen unterhalten, (rechtzeitig) entsprechend geeignete Banken für
die Ausstellung solcher Bankgarantien zu finden. Sollte keine entsprechende Bank gefunden werden,
kann Frequentis an Ausschreibungen in solchen Ländern nicht teilnehmen. Die Frequentis AG hat
einige Patronatserklärungen für ihre Tochtergesellschaften abgegeben. Damit übernimmt die
Frequentis AG das Risiko der Vertragserfüllung dieser Tochtergesellschaften.
Frequentis AG
138
Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2021
Ausübung von politischem Einfluss sowie Protektionismus.
Staatliche und teilstaatliche Organisationen dominieren die Kundenstruktur von Frequentis. Diese
Kunden könnten aus verschiedenen Gründen Anbieter aus bestimmten Ländern gegenüber
Frequentis bevorzugen.
Risiken in Bezug auf die Geschäftstätigkeit von Frequentis und der Branche, in der sie
tätig ist
Unvorhersehbare Ereignisse, die typisch im Zusammenhang mit Verträgen aus Ausschreibungen
sind, sowie saisonale und jährliche Fluktuation der Auftragslage.
Ein wichtiger Teil des Geschäfts besteht darin, im Rahmen von nach oftmals langwierigen
Ausschreibungsprozessen erhaltenen Aufträgen Produkte und Dienstleistungen bereitzustellen. Der
Wettbewerb ist intensiv, und Ausschreibungsverfahren sind typischerweise langwierig und
umfangreich und erfordern erhebliche personelle sowie finanzielle Ressourcen. Projekte von
staatlichen und teilstaatlichen Organisationen sind abhängig von regulatorischen Entscheidungen,
budgetären Aspekten und internen Genehmigungs- und Freigabeverfahren. Gelingt es Frequentis
nicht, in Ausschreibungsprozessen erfolgreich zu sein, sind alle für ein solches Projekt eingesetzten
Mittel und Ressourcen verloren. Verzögerungen im Ausschreibungsprozess und bei der Projekt-
abwicklung können sich nachteilig auf die Auftragseingänge und die operative Leistung von
Frequentis auswirken, wobei die Auswirkungen umso gravierender sein können, je größer ein Projekt
ist. Auftragseingänge, operative Leistung und Ertrag von Frequentis unterliegen typischerweise
erheblichen saisonalen Schwankungen. In der Regel generiert Frequentis den größten Teil der
Auftragseingänge, operativen Leistung und des Ertrags im vierten Quartal eines Geschäftsjahres und
das Ergebnis des ersten Halbjahres eines Geschäftsjahres ist in der Regel negativ. Zudem sind
Zahlungen in den meisten Fällen vom Erreichen von Meilensteinen und dem erfolgreichen Abschluss
der jeweiligen Projekte abhängig.
Ertragsschwankungen aufgrund der Auswirkungen von Großprojekten.
Der Umsatz von Frequentis kann aufgrund der spezifischen Zahlungszeitpunkte für Großprojekte in
den einzelnen Perioden erheblich schwanken. Solche Verträge generieren in dem betreffenden
Geschäftsjahr, im Vergleich zu jenen Geschäftsjahren, in denen es keine solchen Großaufträge gab,
einen bedeutsamen Beitrag zum Umsatz.
Auswirkungen des Klimawandels.
Der Klimawandel und die damit in Zusammenhang stehende Erwärmung wird zu einer Reihe von
Veränderung führen. Die weltweite Zunahme der Temperaturen und von Extremwetterereignissen
wie Stürmen, Starkregen inkl. Überschwemmungen oder Dürre- und Hitzeperioden beeinträchtigen
die Lebensgrundlage vieler Menschen. Durch steigende Meeresspiegel sind die Küstenregionen
zusätzlich gefährdet. Zahlreiche Städte in Süd- und Südostasien sowie Australien liegen direkt an den
Küsten. Frequentis hat einige Gesellschaften in dieser Region.
Frequentis könnte durch den Klimawandel indirekt beeinflusst werden – am Beschaffungsmarkt
durch die Unterbrechung oder Verzögerung von Lieferketten und im Absatzbereich durch die
Beeinträchtigung aufgrund der Zunahme von sozialen und zivilen Konflikten. Als Anbieter von
Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen
Aufgaben ist das Geschäftsmodell aus heutiger Sicht durch die Auswirkungen des Klimawandels
nicht beeinträchtigt.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
139
Cyberangriffe.
Die Geschäftstätigkeit von Frequentis ist stark von der IT-Sicherheit abhängig. Cyberangriffe können
ein erhebliches Risiko für die Geschäftstätigkeit von Frequentis darstellen, insbesondere, weil die von
Frequentis angebotenen technischen Lösungen sicherheitskritische Aufgaben erfüllen. Ist die
Infrastruktur eines Kunden von einem Cyberangriff betroffen und wird die Schwachstelle der
Infrastruktur durch ein Produkt von Frequentis verursacht oder einem solchen Produkt
zugeschrieben, kann dies zu Schadenersatzforderungen, dem Verlust von Kunden und zur
Beeinträchtigung der Wahrnehmung der Zuverlässigkeit von Produkten von Frequentis führen.
Änderungen der technologischen Standards.
Die Entwicklung von Produkten könnte misslingen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen, als der
technologische Fortschritt zulässt; Entwicklungskosten für Produkte mit unzureichender Nachfrage
können zu verlorenen Kosten führen; die Umsetzung von Änderungsprogrammen könnte misslingen
oder mehr Zeit und Kosten erfordern.
Fortschreitende Kundenkonzentration.
Ein Trend zu Zusammenschlüssen im öffentlichen Sektor und Privatisierungen von staatlichen
Organisationen in einigen Geschäftsbereichen von Frequentis kann zu Verzögerungen bei
Investitions- und Beschaffungsentscheidungen oder zu einer geringeren Anzahl von Kunden mit
jeweils größerer Markt- und Verhandlungsmacht führen. Stehen nur wenige oder nur ein einzelner
potenzieller Kunde pro Land zur Verfügung, erhöht sich die Abhängigkeit von Frequentis von solchen
Kunden.
Kostenüberschreitungen.
Kosten- und Produktionsveränderungen bei Projekten auf Basis von Festpreisverträgen können das
finanzielle Ergebnis des jeweiligen Projektes beeinflussen. Die für die Durchführung von Projekten
erforderlichen Aufwendungen (insbesondere, wenn ein Projekt mit erheblichen Forschungs- und
Entwicklungskosten oder Engineering-Arbeiten verbunden ist) könnten zu niedrig angesetzt werden.
Dies kann dazu führen, dass bestimmte Projekte unprofitabel oder sogar verlustbringend werden
können.
Verlust von bestehenden Kunden.
Das Geschäft mit Services, Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen, die Bereitstellung von
Dienstleistungen, Updates, Upgrades oder Erweiterungen im Zusammenhang mit Produkten und
Systemen, die an bestehende Kunden von Frequentis geliefert wurden und von diesen betrieben
werden, liefert, nach Einschätzung von Frequentis, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Wett-
bewerbern, die mit den von diesen Kunden bereits betriebenen Produkten von Frequentis nicht
vertraut sind. Da die Kunden die Produkte und Dienstleistungen von Frequentis oft über einen
längeren Zeitraum hinweg in Anspruch nehmen, bieten die Umsätze mit Services, Verbrauchs-
materialien und Ersatzteilen eine relativ konstante Einnahmequelle für Frequentis. Umso
folgenreicher ist daher ein Verlust von Bestandskunden.
Verteidigung der Marktpositionierung gegenüber Mitbewerbern.
Frequentis ist in wettbewerbsintensiven Märkten tätig, in denen wenige große internationale
Unternehmen mit einer Vielzahl von kleineren Unternehmen konkurrieren. Einige Mitbewerber von
Frequentis verfügen über eine höhere Marktkapitalisierung und stärkere Finanzkraft und sind daher
eher in der Lage, sich an Marktveränderungen anzupassen, neue Technologien zu finanzieren und
finanzielle Engpässe zu umgehen.
Frequentis AG
140
Chancen- & Risikomanagement
Lagebericht 2021
Langfristige Verpflichtungen.
Frequentis ist bei bestimmten Projekten verpflichtet, Systemteile zu ersetzen oder Ersatzteile bis zu
15 Jahre oder länger zu liefern und muss die entsprechenden Produkte und das Know-how verfügbar
halten; solche Verpflichtungen könnten zu unvorhergesehenen erhöhten Lagerkosten führen, die die
Mittel von Frequentis binden, oder Komplikationen verursachen, wenn Lieferanten diese Kompo-
nenten nicht in der erforderlichen Menge und Qualität liefern oder die Lieferung dieser Komponenten
überhaupt einstellen. In einer solchen Situation könnte es für Frequentis kostspielig oder sogar
unmöglich sein, solche Komponenten von anderen Lieferanten zu beziehen oder selbst zu
produzieren.
Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen von Kunden.
Eine solche Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen, insbesondere bei Großprojekten, könnte aus
finanziellen Schwierigkeiten oder der Insolvenz des Kunden, aus Verzögerungen bei der Projekt-
durchführung, aus Spannungen in der Zusammenarbeit oder aus anderen Gründen resultieren.
Zahlungsverzögerungen bei staatlichen oder teilstaatlichen Einrichtungen könnten auch durch eine
Verzögerung bei Budgetverhandlungen oder durch politische Unsicherheiten verursacht werden.
Sollte Frequentis quantitative Voraussetzungen nicht erfüllen können, besteht die Möglichkeit, dass
ihr Know-how allein nicht ausreicht, um neue Kunden zu gewinnen.
Die Ausschreibungen der Kunden enthalten oft quantitative Anforderungen für ihre jeweiligen
Projekte, z.B. Referenzen früherer Kunden und Projekte, einen Mindestjahresumsatz oder
quantitative Anforderungen hinsichtlich der MitarbeiterInnen von Frequentis, z.B. eine Mindestanzahl
von SystemexpertInnen im jeweiligen Land des Kunden.
Wachstum durch Akquisitionen.
Akquisitionen sind mit einem allgemeinen unternehmerischen Risiko verbunden. Frequentis ist
möglicherweise nicht in der Lage, geeignete Akquisitionsobjekte zu identifizieren und zu erwerben
und verfügt möglicherweise nicht über ausreichende Mittel für eine mögliche Akquisition. Die
erfolgreiche Integration eines erworbenen Unternehmens könnte sich als schwierig oder sogar
unmöglich erweisen, die erwarteten Ziele und Synergien könnten möglicherweise nicht realisierbar
sein oder Frequentis könnte neuen, im Voraus nicht erkannten, Risiken ausgesetzt sein.
Weitere Risiken aus diesem Bereich:
Unsichere, verzögerte oder aufgeschobene Aufträge.
Nicht verhandelbare Vertragsklauseln in Vergabeverfahren der öffentlichen Hand und
insbesondere durch unbegrenzte Haftungsklauseln in ihren Verträgen.
Fehlfunktionen von Produkten und Produktmängel.
Embargos und andere Handelsbeschränkungen.
Generierung von ungenügendem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit zur Finanzierung des
Liquiditäts- und Nettoumlaufvermögensbedarfs.
Verlust von Schlüsselpersonal und das Versäumnis, qualifizierte MitarbeiterInnen zu gewinnen.
Preisfluktuationen von Rohmaterial und Energie sowie von Lohnkosten.
Steigender Kostendruck, ausgelöst insbesondere durch Mitbewerber in Niedriglohnländern.
Wegfall von Zulieferern sowie Lieferunterbrechungen und -engpässe der angebotenen
Dienstleistungen, Software, Bauteile oder des Rohmaterials.
Wechselkursschwankungen und steigende Zinssätze.
Herausforderungen des (organischen) Wachstums, wenn diese nicht erfolgreich bewältigt
werden und die Organisationseinheiten von Frequentis Überkapazitäten oder
Kapazitätsengpässe aufweisen.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Chancen- & Risikomanagement
141
Regulatorische, rechtliche und steuerrechtliche Risiken
Rechtliche Risiken in Bezug auf Verträge aus Vergabeverfahren der öffentlichen Hand.
Ein wichtiger Aspekt der Geschäftstätigkeit von Frequentis ist die Lieferung von Produkten und die
Erbringung von Dienstleistungen, die Gegenstand öffentlicher Ausschreibungen sind und daher
mehrere spezifische Risiken mit sich bringen. Dabei gilt es zu beachten, dass:
der Wettbewerb bei Ausschreibungen typischerweise sehr intensiv ist;
solche Verfahren über einen längeren Zeitraum erhebliche personelle und finanzielle
Ressourcen erfordern;
öffentliche Ausschreibungen teilweise deutlich nachteilige Vertragsbedingungen aufweisen, die
oft nicht individuell verhandelbar sind;
staatliche und teilstaatliche Organisationen (die die Kundenstruktur von Frequentis dominieren)
aus Gründen des Protektionismus oder der politischen Einflussnahme Anbieter bestimmter
anderer Länder gegenüber Frequentis bevorzugen können;
ein an Frequentis vergebener Auftrag von erfolglosen Mitbewerbern angefochten werden kann.
Gesetzliche Vorgaben, die einen lokalen Wertschöpfungsanteil vorschreiben.
Einige Länder, z.B. die USA (Buy American Act) oder Australien (Australian Industry Capability
Program), schreiben gesetzlich direkt oder indirekt einen lokalen Wertschöpfungsanteil vor. In
solchen Fällen muss Frequentis – unabhängig vom jeweiligen Preisniveau und der Kapazitätslage
innerhalb von Frequentis und einer daraus resultierenden Unterbeschäftigung – Leistungen von
lokalen Anbietern beziehen oder Akquisitionen oder Direktinvestitionen in dem jeweiligen Markt
vornehmen.
Mangelhafte Leistungen im Rahmen der Verträge von Frequentis (auch als Subunternehmer).
Dazu zählen unter anderem eine vollständige Nichterfüllung, Mindererfüllung oder Schlechterfüllung
in Bezug auf Qualität, Zeit oder Kosten.
Mangelhafte Vertragserfüllung der Subunternehmer.
Wenn Frequentis die Position eines Hauptauftragnehmers und/oder Systemintegrators einnimmt,
was in immer mehr Situationen der Fall ist, übernimmt sie auch die Verantwortung für Dritt-
lieferanten, was zusätzliche Risiken mit sich bringt. Stellt ein Subunternehmer bestimmte
Komponenten bereit, die vom Hauptauftragnehmer in eine Gesamtlösung integriert werden müssen,
so ist dieser mit technologischen und finanziellen Integrationsrisiken konfrontiert: Es ist unter
Umständen nicht möglich, den Untervertrag zu Bedingungen abzuschließen, die jenen des
Hauptvertrages mit dem Kunden im Wesentlichen gleichwertig sind. Kommt ein Subunternehmer
seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht nach, kann Frequentis mit Schadenersatz-
forderungen oder Vertragsstrafen konfrontiert werden oder gezwungen sein, die ausstehende
Leistung an einen Dritten abzutreten oder die restliche Leistung selbst zu erbringen.
Weitere Risiken aus diesem Bereich:
Schäden an Vermögensgegenständen der Kunden während Arbeiten vor Ort.
Nachteilige Beeinflussung der Geschäftstätigkeit durch Änderungen der rechtlichen und
politischen Rahmenbedingungen oder durch die Anwendung oder Auslegung von Gesetzen,
insbesondere im Regulierungs-, Handels-, Finanz- und Steuerrecht.
Versäumnis, Technologien und Know-how erfolgreich urheberrechtlich zu schützen oder ihr
geistiges Eigentum zu verteidigen.
Zugriff auf Bankguthaben oder andere finanzielle Vermögenswerte aufgrund von rechtlichen
Vorschriften oder Illiquidität von Banken.
Compliance bezogene Risiken.
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Frequentis AG
Lagebericht 2021
142
Internes Kontrollsystem (IKS) im Hinblick
auf den Rechnungslegungsprozess
Das Konzernrechnungswesen umfasst jene Tätigkeiten, die notwendig sind um gemäß den
gesetzlichen sowie IFRS-Bestimmungen den Jahres- und Konzernabschluss zu erstellen.
Aufbau Rechnungswesen
Das Rechnungswesen der Frequentis-Gruppe setzt sich aus dem Rechnungswesen bei den lokalen
Gesellschaften sowie dem Konzernrechnungswesen in Wien zusammen. Die Buchhaltung mehrerer
großer Tochtergesellschaften ist direkt im Headquarter in Wien angesiedelt. Die lokalen
Gesellschaften erstellen einen Abschluss gemäß den lokalen Abschlussvorschriften und daran
anschließend einen Abschluss gemäß IFRS. Beide Abschlüsse werden an das Konzern-
rechnungswesen in Wien gesendet.
Die Buchhaltung der meisten, vor allem der größeren, Gesellschaften erfolgt in einem einheitlichen
SAP-System. Für einige lokale Gesellschaften mit anderen ERP-Systemen führt das Konzern-
rechnungswesen in Wien den Upload in das SAP-System durch. Die Konsolidierung des Konzern-
abschlusses erfolgt durch das Konzernrechnungswesen.
Konsolidierung
Die IFRS-Abschlüsse werden gemäß der IFRS-Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften erstellt.
Die für das lokale Rechnungswesen verantwortlichen Personen berücksichtigen die IFRS-
Vorschriften. Die für den Konzernabschluss relevanten IFRS-Vorschriften sind im Konzernhandbuch
beschrieben, welches den Tochtergesellschaften zur Verfügung gestellt wurde. Falls erforderlich,
werden vor jedem Jahresabschluss zusätzliche Informationen zu konzernweiten Reportingvorgaben
an die Tochtergesellschaften übermittelt. Die lokalen Abschlussdaten werden durch das Konzern-
rechnungswesen manuell überprüft (vor allem Plausibilitäts-Checks) und auch automatischen,
toolunterstützten Prüfroutinen unterzogen. Im Rahmen des Abschlusses wird auch eng mit anderen
Abteilungen, insbesondere dem Controlling (z.B. für Soll-Ist-Vergleiche, Segmentberichterstattung)
zusammengearbeitet.
Im Zuge der Gesamtkonsolidierung wird die Durchgängigkeit der übermittelten Daten abgestimmt
und der Gesamtabschluss plausibilisiert.
Um eine korrekte und zeitgerechte Fertigstellung des Geschäftsberichts zum Veröffentlichungs-
termin zu garantieren, liegen sowohl den Halbjahres- als auch den Jahresabschlüssen Termin-
vorgaben zugrunde, über welche das gesamte Rechnungswesen zeitgerecht informiert wird.
Zusätzlich zum Geschäftsbericht am Ende jedes Geschäftsjahres wird nach IAS 34 zu jedem Halbjahr
ein Zwischenbericht veröffentlicht.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
143
Kontrolle
Das gesamte Konzernrechnungswesen ist dem CFO unterstellt. In quartalsweisen Berichten an den
Vorstand und den Aufsichtsrat wird über Auftragseingang, Umsatzentwicklung, Gewinn- und
Verlustrechnung, Chancen und Risiken berichtet. Damit ist eine laufende Überwachung des internen
Kontrollsystems sichergestellt. Die bestehenden und potenziellen Risiken werden von mehreren
Gremien laufend beobachtet. Grundlage dafür sind einheitliche Risikorichtlinien für deren
Implementierung und Einhaltung das Management der lokalen Gesellschaften zuständig ist.
Die Interne Revision ist in der Frequentis-Gruppe als Stabstelle des CEO eingerichtet. Der jährliche
Prüfplan wird vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf Vorschlag der Internen Revision
beschlossen. Schwerpunkte sind die Kontrolle der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems, die
Einhaltung der einschlägigen Konzernrichtlinien in den einzelnen Gesellschaften sowie
anlassbezogene Sonderprüfungen. Die Prüfungshandlungen werden je nach Gegebenheit vor Ort
oder im Headquarter durchgeführt. Über die Ergebnisse der Prüfungen wird einmal jährlich im
Prüfungsausschuss berichtet.
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
1. Das Grundkapital der Frequentis AG betrug zum 31. Dezember 2021 EUR 13.280.000,00 und war
auf 13.279.999 Stück nennbetragslose, in jeder Hinsicht gleichberechtigte Inhaberstückaktien sowie
eine vinkulierte Namensaktie („Aktie Nr. 1“) aufgeteilt. Der Inhaber der Aktie Nr. 1, Johannes
Bardach, ist gemäß § 5.1.2 der Satzung berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder (das heißt
ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu
entsenden.
Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2021 insgesamt 15.500 Stück eigene Aktien bzw. 0,12% des
Grundkapitals. Aus eigenen Aktien stehen der Gesellschaft gemäß § 65 Abs 5 AktG keine Rechte,
insbesondere keine Stimmrechte, zu.
2. Mit nachstehenden Ausnahmen gibt es keine über die allgemeinen Bestimmungen des
Aktienrechts hinausgehenden Beschränkungen der Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien
betreffend. Die auf Namen lautende Aktie Nr. 1 kann gemäß § 3.3 der Satzung nur mit Zustimmung
der Gesellschaft übertragen werden (Vinkulierung). Hinsichtlich der Stimmrechte verfügt die Aktie
Nr. 1 über die gleichen Stimmrechte wie die Inhaberstückaktien. Zwischen der Frequentis Group
Holding GmbH und der B&C Holding Österreich GmbH besteht eine Vereinbarung betreffend die Wahl
einer von B&C Holding Österreich GmbH nominierten Person in den Aufsichtsrat der Frequentis AG.
3. Die Frequentis Group Holding GmbH war per 31. Dezember 2021 mit mehr als 50,0% an der
Frequentis AG beteiligt und war damit der unmittelbare Mehrheitsgesellschafter der Frequentis AG.
Die B&C Holding Österreich GmbH war per 31. Dezember 2021 mit mehr als 10,0% an der Frequentis
AG beteiligt.
4. Der Inhaber der Aktie Nr. 1 war zum 31. Dezember 2021 Johannes Bardach. Mit dieser Aktie sind
die oben unter 1. angegebenen Rechte verbunden.
5. Arbeitnehmer, die in Besitz von Aktien sind, üben ihr Stimmrecht bei der Hauptversammlung aus.
6. Der Vorstand besteht aus einer, zwei, drei oder vier Personen. Die Mitglieder des Vorstands
werden vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung ist zulässig.
Frequentis AG
144
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
Lagebericht 2021
Hinsichtlich der Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Aufsichtsrats gilt gemäß Satzung
Folgendes: Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei, höchstens sechs von der
Hauptversammlung gewählten bzw. von Aktionären entsendeten Mitgliedern (Kapitalvertreter) und
der entsprechenden Anzahl der gemäß § 110 Arbeitsverfassungsgesetz entsandten
Arbeitnehmervertreter.
Der jeweilige Aktionär der Namensaktie Nr. 1 ist berechtigt, ein Drittel aller Aufsichtsratsmitglieder
(dh ein Drittel der Höchstzahl der Kapitalvertreter gemäß § 5.1.1 der Satzung) in den Aufsichtsrat zu
entsenden.
Die von der Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder werden, falls sie nicht für eine
kürzere Funktionsperiode gewählt werden, für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung
gewählt, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach der Wahl beschließt. Hierbei wird
das Geschäftsjahr, in welchem gewählt wird, nicht mitgerechnet. Die Wiederwahl eines
Aufsichtsratsmitglieds ist zulässig.
Die Bestellung eines gewählten Mitglieds des Aufsichtsrates kann vor Ablauf der Funktionsperiode
von der Hauptversammlung widerrufen werden. Der Beschluss bedarf der einfachen Mehrheit der
abgegebenen, gültigen Stimmen. Stimmenthaltungen zählen nicht als Stimmabgabe.
Die von Aktionären entsendeten Mitglieder des Aufsichtsrates gehören dem Aufsichtsrat auf
unbestimmte Dauer an. Sie können von den Entsendungsberechtigten jederzeit abberufen und durch
andere ersetzt werden. Im Übrigen können entsendete Mitglieder des Aufsichtsrates nur nach
Maßgabe von § 88 Abs 4, letzter Satz AktG abberufen werden. Ein so abberufenes Mitglied kann durch
die Entsendungsberechtigten ersetzt werden.
Jedes Mitglied des Aufsichtsrates kann seine Funktion unter Einhaltung einer Frist von vier Wochen
auch ohne wichtigen Grund durch schriftliche, an den Vorsitzenden des Aufsichtsrates zu richtende
Erklärung niederlegen. Der Vorsitzende hat seine Rücktrittserklärung an seinen Stellvertreter zu
richten. Die Wiederwahl ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder ist zulässig.
Scheiden gewählte Mitglieder vor dem Ablauf der Funktionsperiode aus dem Aufsichtsrat aus, so
bedarf es der Ersatzwahl erst in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung. Eine Ersatzwahl
durch eine außerordentliche Hauptversammlung ist jedoch ungesäumt vorzunehmen, wenn die Zahl
der Kapitalvertreter unter drei sinkt. Ersatzwahlen erfolgen auf den Rest der Funktionsperiode des
ausgeschiedenen Mitglieds.
Hinsichtlich Satzungsänderungen gilt gemäß Satzung Folgendes: Der Aufsichtsrat ist zur Vornahme
von Satzungsänderungen ermächtigt, die nur die Fassung betreffen. Ferner ist der Aufsichtsrat
ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich ausschließlich aus der Ausgabe neuer Aktien aus dem
genehmigten und/oder bedingten Kapital gemäß § 3 der Satzung oder aus anderen
Kapitalmaßnahmen ergeben, zu beschließen.
7. Der Vorstand ist durch Beschluss der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019
ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April
2024 um bis zu EUR 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) durch Ausgabe von bis
zu 4.720.000 (vier Millionen siebenhundertzwanzigtausend) neuen, auf den Inhaber lautenden
Stückaktien, gegen Bareinlage oder Sacheinlage, einmal oder in mehreren Tranchen, auch im Wege
eines mittelbaren Bezugsangebots nach Übernahme durch ein oder mehrere Kreditinstitute gemäß
§ 153 Abs 6 AktG, zu erhöhen. Der Vorstand ist ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats
das Bezugsrecht der Aktionäre ganz oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des
Aufsichtsrats die näheren Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der
Sacheinlage, Inhalt der Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes
Kapital). Der Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ausgabe von
Aktien aus dem genehmigten Kapital ergeben, zu beschließen.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Informationen gemäß § 243a Abs 1 UGB
145
Der Vorstand wurde von der außerordentlichen Hauptversammlung am 20. September 2019 gemäß
§ 65 Absatz 1 Ziffer 4 und Ziffer 8 AktG ermächtigt, auf den Inhaber lautende Stückaktien der
Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft während einer
Geltungsdauer von 30 Monaten ab dem Tag der Beschussfassung der Hauptversammlung sowohl
über die Börse als auch außerbörslich zu erwerben, wobei der niedrigste Gegenwert nicht mehr als
20% unter und der höchste Gegenwert nicht mehr als 10% über dem durchschnittlichen
Börsenschlusskurs der vorangegangenen zehn Handelstage vor Erwerb der Aktien liegen darf. Der
Handel in eigenen Aktien ist als Zweck des Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz
oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke
durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 189a Ziffer 7 UGB) oder für Rechnung der
Gesellschaft oder eines Tochterunternehmens (§ 189a Ziffer 7 UGB) durch Dritte ausgeübt werden.
Im Falle des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Ausschluss der allgemeinen
Veräußerungsmöglichkeit der Aktionäre durchgeführt werden, und zwar auch nur von einzelnen
Aktionären oder einem einzigen Aktionär. Der Vorstand wird ferner ermächtigt, das Grundkapital
durch Einziehung eigener Aktien ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss herabzusetzen. Der
Aufsichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich durch die Einziehung von Aktien
ergeben, zu beschließen. Im Geschäftsjahr 2021 wurden aufgrund der obengenannten Ermächtigung
15.500 Stück Aktien (0,12% des Grundkapitals) erworben.
8. Einzelne Finanzierungs- und Kundenverträge enthalten branchenübliche Regelungen hinsichtlich
Kontrollwechsel im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 8 UGB.
9. Entschädigungsvereinbarungen im Sinne des § 243a Abs. 1 Z. 9 UGB bestehen nicht.
Frequentis AG
146
Ausblick
Lagebericht 2021
Ausblick
Auch im zweiten Jahr der Pandemie, 2021, konnte Frequentis seine vorhandenen Stärken in der
Digitalisierung ausspielen. Hier macht sich bezahlt, dass die Kunden ein hohes Vertrauen in
Frequentis haben und die Installationen und ein guter Teil der Projektabnahmen trotz der
Reiserestriktionen virtuell durchgeführt werden konnten. Die globale Präsenz mit eigenen
Standorten in mehreren Ländern half dabei.
Die von Frequentis gelieferten Produkte sind Teil der sicherheitskritischen und damit nicht
verzichtbaren Infrastruktur der jeweiligen Länder. Die Infrastruktur muss immer vorhanden und
betriebsbereit sein – unabhängig von der Anzahl der Flüge / Überflüge oder der Zahl der Einsätze von
Polizei, Rettung oder Feuerwehr. Das gilt auch weiterhin. Das Geschäftsmodell demonstrierte damit
erneut seine nachhaltige Robustheit.
Die gesetzten Ziele einer Steigerung des Umsatzes und des Auftragseingangs wurden erreicht:
der Umsatz stieg um 11,4% auf EUR 333,5 Mio., der Auftragseingang um 5,9% auf EUR 333,2 Mio. Das
EBIT lag bei EUR 29,0 Mio., die EBIT-Marge bei 8,7%.
Akquisitionen
Mit der vollständigen Übernahme von zivilen und militärischen Produktlinien der ATM-Sprach-
kommunikationssysteme sowie der Software- und Cloud-Lösungen zur Luftverkehrsoptimierung
(Verkehrssynchronisation) des US-Konzerns L3Harris Technologies, Inc. hat Frequentis sein
Produktportfolio im Segment Air Traffic Management ausgeweitet. Die Transaktion umfasste die
Übernahme von Einheiten in Australien, Deutschland und Kanada. Der Beitrag zum Konzernumsatz
lag im Jahr 2021 bereits bei rund EUR 19 Mio. Für das erste volle Jahr, also das Jahr 2022, wird ein
zusätzlicher Umsatzbeitrag von in Summe rund EUR 10 Mio. aus dieser Transaktion erwartet.
Zu Beginn des Jahres 2022 setzte Frequentis seine Wachstumsstrategie im Bereich Public Safety
durch die Übernahme von 51% an der italienischen Regola fort. Das Portfolio von Regola bietet
innovative Software-Lösungen wie die integrierte Control-Room-Solution zur Verbesserung der
Reaktionsfähigkeit der Einsatzkräfte der öffentlichen Sicherheit. Die Command and Control (CAD)-
Lösungen von Regola ergänzen das Portfolio im Bereich Public Safety und in angrenzenden Märkten.
Die Zielsetzung ist die stärkere internationale Vermarktung.
Die proaktive Suche nach interessanten M&A-Möglichkeiten, die das Frequentis-Produktportfolio
erweitern oder den Zugang zu neuen Märkten ermöglichen, ist Teil der Frequentis-Strategie.
Langfristige Vision
Frequentis will langfristig die globale Nr. 1 bei Lösungen für Kontrollzentralen mit sicherheits-
kritischen Aufgaben werden. Als Systemintegrator, der die eigene Software und teilweise auch die
eigene Hardware in die bestehenden Software- und Hardware-Umgebungen der Kunden einbindet,
wird die langfristige Profitabilität auf dem Niveau der etablierten IT-Systemintegratoren im
Projektgeschäft gesehen.
Die Transformation hin zu einem softwarezentrierten Geschäft ist im Laufen, wird jedoch aufgrund
der Kundenstruktur mehrere Jahre, in manchen Teilmärkten länger, in Anspruch nehmen. Auf diese
Transformation werden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausgerichtet.
Frequentis AG
Lagebericht 2021
Ausblick
147
Prognose für das Jahr 2022
Trotz der weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und der guten Verfügbarkeit von
Impfstoffen gibt es für Frequentis Unwägbarkeiten im Jahr 2022. Die genauen Auswirkungen des
weiteren Pandemieverlaufs auf die Kosten (z. B. Reisekosten), den Umsatz (z. B. durch verschobene
Projektabnahmen), die Lieferketten, die zur Verfügung stehenden Budgets und die potenzielle
Verschiebung von Investitionen lassen sich nicht verlässlich prognostizieren.
Frequentis ist in Russland, Weißrussland und der Ukraine minimal engagiert, der Konzernumsatz in
diesen Ländern liegt in Summe bei unter 1%. Eine potenzielle Ausweitung des Krieges in der Ukraine
sowie globale gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten aufgrund des Konflikts müssen ebenfalls
berücksichtigt werden. Dazu zählen u.a. die Verfügbarkeit von Energie, die Preisentwicklung von
Rohstoffen oder die allgemeine Inflation.
Frequentis strebt, abhängig von den angeführten Punkten, danach, Umsatz und Auftragseingang im
Jahr 2022 im Vergleich zum Jahr 2021 zu steigern. Ein Teil der Steigerung wird aus der L3Harris-
Transaktion kommen, da im Jahr 2022 die akquirierten Einheiten von Jahresbeginn an zum Umsatz
und Auftragseingang beitragen. Für Investitionen (Capex) sind rund EUR 7 Mio. veranschlagt.
Für das Gesamtjahr 2022 wird eine EBIT-Marge von rund 6-8% erwartet – abhängig von der weiteren
Pandemieentwicklung, dem gesamtwirtschaftlichen Gefüge sowie den teilweise noch ausstehenden
Post-Merger-Integrationskosten der L3Harris-Einheiten.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
149
Frequentis AG –
Einzelabschluss 2021
Frequentis AG
150
Einzelabschluss 2021
Bilanz
1. Bilanz zum 31. Dezember 2021
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
AKTIVA
A. Anlagevermögen
45.518.703,18 24.912.498,73
1.530.387,38 2.215.348,65
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und
Vorteile, sowie daraus abgeleitete Lizenzen
2. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
1.505.892,00
24.495,38
2.203.616,00
11.732,65
II.
5.145.909,35 4.614.240,76
1. Bauten auf fremden Grund
1.333.837,00
223.186,00
3.499.977,00
88.909,35
1.517.091,00
302.145,00
2.674.341,00
120.663,76
2. Technische Anlagen und Maschinen
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
4. Anlagen in Bau
III.
Finanzanlagen
38.842.406,45 18.082.909,32
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Wertpapiere des Anlagevermögens
5. Anzahlungen für Finanzanlagevermögen
28.366.428,68 13.474.601,72
10.061.584,37
345.181,19
0,00
3.415.423,20
329.741,44
863.142,96
0,00
69.212,21
B. Umlaufvermögen
126.001.342,81 128.001.736,87
26.778.027,21 34.880.338,52
I.
Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
2. Unfertige Erzeugnisse
8.195.931,63
560.468,66
6.367.050,58
411.343,00
3. Fertige Erzeugnisse und Waren
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen
abzüglich erhaltene Anzahlungen von Kundinnen und Kunden
5. Geleistete Anzahlungen
1.601.735,27
26.467.970,95 30.923.381,14
-10.706.010,40 -5.894.555,85
1.441.501,06
657.931,10
1.631.618,59
II.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
36.155.609,64 36.508.313,01
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
19.731.421,96 22.436.406,49
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
536.680,43
662.601,18
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
14.421.906,76 10.792.734,68
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
3. Forderungen gegenüber Unternehmen.
9.535,38
0,00
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
0,00
0,00
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
1.992.745,54
3.279.171,84
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
2.783,38
5.008,45
III.
Kassenbestand, Schecks, Guthaben bei Kreditinstituten
63.067.705,96 56.613.085,34
3.304.368,12 2.728.637,64
2.227.682,64 4.986.876,53
177.052.096,75 160.629.749,77
C. Rechnungsabgrenzungsposten
D. Aktive latente Steuer
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
151
31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
PASSIVA
A. Eigenkapital
82.832.644,98
13.264.500,00
13.280.000,00
-15.500,00
71.209.046,37
13.280.000,00
13.280.000,00
0,00
I.
Nennkapital
1. Grundkapital
2. Eigene Anteile
II.
Kapitalrücklage
1. Gebundene Kapitalrücklage
Optionsrücklage
Gewinnrücklagen
1. Gesetzliche Rücklage
2. Rücklage wegen eigener Anteile
21.888.898,00
21.888.898,00
602.154,00
1.015.500,00
1.000.000,00
15.500,00
21.888.898,00
21.888.898,00
232.470,00
1.000.000,00
1.000.000,00
0,00
III.
IV.
V.
Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag
46.061.592,98
34.807.678,37
32.818.003,36
45.349.236,37
B. Rückstellungen
37.291.395,73
13.847.031,00
402.199,45
1.098.651,11
21.943.514,17
53.321.450,93
29.926.077,06
13.203.674,00
563.757,72
2.889,11
16.155.756,23
1. Rückstellungen für Abfertigungen
2. Rückstellungen für Pensionen
3. Steuerrückstellungen
4. Sonstige Rückstellungen
C. Verbindlichkeiten
53.471.951,84
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
49.234.911,06
47.221.065,41
6.250.886,43
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4.086.539,87
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
4.500.000,00
1.000.000,00
5.500.000,00
1.000.000,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
3.500.000,00
4.500.000,00
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
35.794.188,82
35.376.801,49
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
8.893.194,72
8.708.842,34
184.352,38
8.948.649,06
8.435.829,13
512.819,93
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
2.147.531,45
2.147.531,45
0,00
948.238,59
948.238,59
0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
0,00
4.630,06
Beteiligungsverhältnis besteht
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
0,00
0,00
4.630,06
0,00
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
6. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern
1.986.535,94
233.080,84
2.693.632,64
169.408,88
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
8.414,02
11.158,75
1.584.348,45
402.187,49
1.455.566,14
1.238.066,50
D. Rechnungsabgrenzungsposten
3.606.605,11
6.022.674,50
177.052.096,75
160.629.749,77
Frequentis AG
152
Einzelabschluss 2021
Gewinn- und Verlustrechnung
2021
EUR
2020
EUR
1. Umsatzerlöse
238.586.977,47 227.397.553,16
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
sowie an noch nicht abrechenbaren Leistungen
-4.183.340,86 -5.048.893,13
3. Sonstige betriebliche Erträge
2.089.780,99
2.795.442,12
a. Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen
b. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
c. Übrige
456,66
464.466,00
1.624.858,33
6.004,36
728.822,71
2.060.615,05
4. Betriebsleistung
236.493.417,60 225.144.102,15
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
a. Materialaufwand
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen
6. Rohertrag
-89.341.826,68 -89.161.465,50
-19.794.369,60 -22.663.168,59
-69.547.457,08 -66.498.296,91
147.151.590,92 135.982.636,65
-95.224.958,83 -88.555.953,70
-73.396.439,22 -67.398.235,12
-21.828.519,61 -21.157.718,58
7. Personalaufwand
a. Gehälter
b. soziale Aufwendungen
davon Aufwendungen für Altersversorgung
-38.431,73
-252.256,20
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
-2.180.265,80 -2.119.510,50
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
-18.030.786,28 -17.320.812,25
8. Abschreibungen
-3.875.343,14 -3.982.308,30
a. auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen
-3.875.343,14 -3.982.308,30
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a. Steuern, soweit sie nicht unter Steuern vom Einkommen und Ertrag
fallen
-31.223.675,78 -29.680.762,44
-160.259,12
-153.633,90
b. Übrige
10. Betriebsergebnis
11. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen
-31.063.416,66 -29.527.128,54
16.827.613,17 13.763.612,21
2.587.016,85 3.599.237,92
2.407.362,39
3.454.840,53
12. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
davon aus verbundenen Unternehmen
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen
14. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
155.578,52
155.578,52
172.740,77
133.062,07
0,00
99.863,34
99.863,34
167.503,02
101.234,04
0,00
15. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des
Umlaufvermögens
-1.857.742,51 -32.402.707,72
-863.142,96 -30.926.494,62
-994.599,55 -1.476.213,10
davon Abschreibungen
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
153
2021
EUR
2020
EUR
16. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-332.719,83
-66.473,99
-266.245,84
724.873,80 -28.896.282,11
17.552.486,97 -15.132.669,90
-3.924.845,08 4.591.111,90
-360.178,67
-97.192,47
-262.986,20
a. Zinsaufwand
b. ähnliche Aufwendungen
17. Finanzergebnis
18. Ergebnis vor Steuern
19. Steuern vom Einkommen und Ertrag
a. Körperschaftsteuer
-1.165.651,19
-2.759.193,89
520.803,59
4.070.308,31
b. latente Steuer
20. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
21. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
22. Gewinnvortrag
13.627.641,89 -10.541.558,00
384.052,27 0,00
32.818.003,36 45.349.236,37
46.061.592,98 34.807.678,37
23. Bilanzgewinn
Frequentis AG
154
Einzelabschluss 2021
Anhang
2. Allgemeine Grundlagen
Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Unternehmensgesetzbuches in der geltenden
Fassung unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie unter Beachtung
der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Unternehmens zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung
wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
Der von der Frequentis AG aufgestellte Konzernabschluss nach IFRS, wie in der EU anzuwenden,
wird am Firmensitz der Gesellschaft (Innovationsstraße 1, 1100 Wien) hinterlegt und beim
Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 72115b offengelegt.
Die Frequentis Group Holding GmbH als Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den
größten Kreis der Unternehmen aufstellt, hinterlegt alle Abschlüsse am Firmensitz der Gesellschaft
(Dommayergasse 8/15, 1130 Wien) sowie beim Handelsgericht Wien unter der Nummer FN 477997m.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die Grundsätze der Vollständigkeit und der
ordnungsmäßigen Bilanzierung eingehalten. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des
Unternehmens ausgegangen. Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde der Grundsatz der
Einzelbewertung angewendet.
Die in Klammer angeführten Zahlen beziehen sich auf den Jahresabschluss des Vorjahres.
Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am
Abschlussstichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und
drohenden Verluste, die im Geschäftsjahr oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind,
wurden berücksichtigt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten bewertet, die – soweit abnutzbar – um die planmäßigen Abschreibungen
vermindert wurden. Die geringwertigen Vermögensgegenstände wurden im Zugangsjahr voll
abgeschrieben. Die planmäßige Abschreibung wurde linear vorgenommen. Folgende
Nutzungsdauern liegen dabei, unverändert zum Vorjahr, zugrunde:
Bauten auf fremden Grund
bis zu 40 Jahren
bis zu 10 Jahren
bis zu 20 Jahren
bis zu 10 Jahren
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Lizenzen und Rechte
Das Finanzanlagevermögen wurde zu Anschaffungskosten bewertet. Soweit Wertminderungen
eingetreten sind, wurde der zum Abschlussstichtag beizulegende niedrigere Wert angesetzt.
Wertpapiere des Anlagevermögens wurden zu den Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren
Börsenkursen bewertet. Soweit eine Zuschreibung auf einen höheren Kurs bis zu den ursprünglichen
Anschaffungskosten möglich war, wurde diese auch zum Bilanzstichtag durchgeführt.
Soweit Anlagegegenständen am Bilanzstichtag auf Dauer ein niedrigerer Wert beizulegen war,
wurden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
155
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren
bewertet.
Die fertigen Erzeugnisse, die unfertigen Erzeugnisse und die noch nicht abrechenbaren Leistungen
wurden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen:
•
•
•
•
•
•
•
•
Fertigungsmaterialeinzelkosten
Fertigungslöhne
Sonderkosten der Fertigung
Variable Materialgemeinkosten
Angemessene Teile der fixen Materialgemeinkosten
Variable Fertigungsgemeinkosten
Angemessene Teile der fixen Fertigungsgemeinkosten
Aufwendungen für Sozialeinrichtungen, für freiwillige Sozialleistungen, für betriebliche
Altersversorgung, etc.
Das Niederstwertprinzip wurde angemessen berücksichtigt.
Aufgrund des hohen Anteils von langfristigen Fertigungsaufträgen an der gesamten Betriebsleistung
wird nur durch die Aktivierung von angemessenen Teilen der Verwaltungs- und
Vertriebsgemeinkosten die Darstellung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage erreicht. Daher wurden gemäß § 206 Abs. 3 UGB bei Aufträgen, deren Ausführung
sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt, angemessene Teile der
Verwaltungs- und Vertriebskosten angesetzt. Die Herstellungskosten wurden insoweit reduziert, als
dies für eine verlustfreie Bewertung notwendig ist.
Die Forderungen wurden mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen wurden mit
dem Entstehungskurs oder dem allenfalls niedrigeren Mittelkurs bewertet. Bei der Bewertung von
Forderungen wurden erkennbare Risiken durch individuelle Abwertungen berücksichtigt.
Kassenbestand, Schecks und Guthaben bei Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag
ausgewiesen.
Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite weisen gemäß § 198 Abs. 5 UGB Ausgaben vor dem
Abschlussstichtag aus, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag sind.
Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen
gemäß der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC (Austrian Financial
Reporting and Auditing Comittee) Stellungnahme „Personalrückstellungen (UGB)“ ermittelt. In
Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme wurde die Rückstellung für Abfertigungen
nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Dabei kam ein Rechnungszinssatz von 1,0% p.a. (1,0%) und
eine Steigerung der Gehälter von 3,3% p.a. (3,0%) zur Anwendung. Als Pensionsantrittsalter wurde
das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gem. Pensionsreform 2004
zugrunde gelegt. Die Bildung beginnt jeweils mit dem erstmaligen Entstehen eines fiktiven
Abfertigungsanspruches.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen gemäß
der im Dezember 2020 veröffentlichten aktuellen Fassung der AFRAC Stellungnahme
„Personalrückstellungen (UGB)“ gebildet. In Übereinstimmung mit oben erwähnter Stellungnahme
wurde die Rückstellung für Pensionen nach den Regeln des IAS 19 berechnet. Es wurden die
„Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ AVÖ 2018-P in der Ausprägung für Angestellte
verwendet. Das Pensionsantrittsalter wurde mit 60 bzw. 65 Jahren angenommen und der
Rechnungszinssatz beträgt 1,3% p.a. (1,0%). Dabei wurden die Pensionsanwartschaften nach dem
laufenden Einmalprämienverfahren angesammelt.
Frequentis AG
156
Einzelabschluss 2021
Die Verteilung des Unterschiedsbetrages aus der Erstanwendung der neuen Sterbetafeln über einen
Zeitraum von bis zu fünf Jahren wurde nicht in Anspruch genommen.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken. In den
übrigen Rückstellungen wurden, unter Beachtung des Vorsichtsprinzips, alle zum Zeitpunkt der
Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie die der Höhe und dem Grunde nach ungewissen
Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger unternehmerischer
Beurteilung erforderlich sind. Die sonstigen Rückstellungen wurden entsprechend § 211 UGB
ermittelt. Soweit erforderlich, werden sie im Abschnitt „Erläuterungen zur Bilanz“ dargestellt.
Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grundsatz der
Vorsicht ermittelt (§ 211 Abs. 1 UGB). Die Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag,
Fremdwährungsverbindlichkeiten mit dem Entstehungskurs bzw. mit dem höheren Mittelkurs
angesetzt. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden mit dem Nennbetrag einschließlich
der angelasteten Zinsen angegeben. Soweit Zinstermine vom Bilanzstichtag abweichen, wurden
vorausbezahlte Zinsen unter dem Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite ausgewiesen,
noch nicht belastete Zinsen unter den sonstigen Verbindlichkeiten.
Die Mitzugehörigkeit von Vermögensgegenständen oder Verbindlichkeiten zu anderen
Bilanzpositionen ist, soweit erforderlich, bei den jeweiligen Posten angegeben.
3. Auswirkungen von COVID-19
Der Ausbruch der COVID-19 Pandemie am Beginn des Geschäftsjahres 2020 löste eine globale
Wirtschaftskrise aus – dies gilt auch für das Geschäftsjahr 2021. Frequentis konnte sich nicht
vollständig von den konjunkturellen Entwicklungen abkoppeln, ist jedoch Lieferant von
sicherheitskritischer Infrastruktur. Diese Infrastruktur muss auch in Krisenzeiten aufrechterhalten
und gewartet werden.
Umsatzerlöse und Aufwendungen
Wenn es dem Projektteam nicht möglich war, die Arbeiten aufgrund von Lockdowns oder
Reiserestriktionen abzuschließen, wurden mit einigen Kundinnen und Kunden die Verschiebungen
von Abnahmeterminen vereinbart. In manchen Fällen wurden auch längere Zahlungsziele verhandelt.
Trotz der Reiserestriktionen konnte ein guter Teil der Projektabnahmen virtuell durchgeführt
werden. Bestimmte Tätigkeiten wie die Installation und Inbetriebnahme neuer Systeme waren und
sind weiterhin nur in jenen Ländern möglich, wo Frequentis über eigene Standorte oder technisch
versierte Partner und Partnerinnen verfügt oder in welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Frequentis reisen konnten und durften, oder wo die Kunden selbst mit remoter Unterstützung die
Arbeiten durchführen können. Dies bedeutet, dass manche Systeme nicht oder noch nicht vollständig
installiert und von Kunden abgenommen werden konnten, was zu vorübergehenden Umsatz-
verschiebungen führte.
Forderungsabschreibung
Da die Kundinnen und Kunden im Wesentlichen dem öffentlichen Sektor angehören, kam es durch
die COVID-19 Pandemie zu keinen Forderungsausfällen.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
157
Staatliche Unterstützungsmaßnahmen
Es wurde im laufenden Geschäftsjahr die Investitionsprämie in Höhe von TEUR 186 (TEUR 12) in
Anspruch genommen. Vergütungen aufgrund des Epidemiegesetzes betrugen im Jahr 2021 TEUR 31
(TEUR 0).
4. Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens wird im beiliegenden Anlagenspiegel
(Beilage 1 zum Anhang) dargestellt.
Immaterielle Vermögensgegenstände
Die Zugänge betrugen TEUR 977 für zugekaufte Software und Lizenzen.
Sachanlagen
Die Zugänge bei den Sachanlagen betrugen TEUR 2.754. Test- und Demosysteme in Höhe von
TEUR 406 wurden im Jahr 2021 als Betriebs- und Geschäftsausstattung aktiviert.
Die angeschafften geringwertigen Vermögensgegenstände (bis zu EUR 800) wurden im Berichtsjahr
zur Gänze abgeschrieben.
Anlagen in Bau
Die Anlagen in Bau betreffen mit TEUR 89 Test- und Demosysteme, welche noch nicht vollständig
fertiggestellt wurden.
Finanzanlagen
Die Erhöhung der Anteile an verbundenen Unternehmen ist auf die Akquisitionen der Frequentis
Orthogon GmbH in Höhe von TEUR 8.369 und der Frequentis Canada ATM Ltd. in Höhe von TEUR 205
zurückzuführen. Des Weiteren gab es Gesellschafterzuschüsse von TEUR 1.100 an die Bluecall
Systems GmbH und TEUR 7.064 an die Frequentis Australasia Pty Ltd. im Zusammenhang mit dem
Erwerb der C4i Ltd. Im Berichtsjahr kam es zu einer Abschreibung der Beteiligung an der ATRiCS
Advanced Traffic Solutions GmbH in Höhe von TEUR 995.
Der dargestellte Abgang der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH ist auf Anpassungen von
variablen Kaufpreisvergütungen zurückzuführen.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen erhöhten sich im Berichtsjahr aufgrund des
langfristigen Darlehens der Frequentis Australasia Pty Ltd. um TEUR 5.465, sowie des Darlehens an
die Frequentis Canada ATM Ltd. in Höhe von EUR 1.181.
Der angeschlossene Beteiligungsspiegel (Beilage 2 zum Anhang) enthält weitere Angaben zu den
einzelnen Beteiligungsunternehmen.
Frequentis AG
158
Einzelabschluss 2021
Vorräte
Die Vorräte umfassen (Werte in TEUR):
31.12.2021
8.196
31.12.2020
6.367
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
Unfertige Erzeugnisse
Fertige Erzeugnisse
560
1.602
411
1.441
Noch nicht abrechenbare Leistungen
Kundenaufträge
15.762
26.467
25.029
30.923
erhaltene Anzahlungen
-10.706
-5.894
Geleistete Anzahlungen
658
1.632
26.778
34.880
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgte nach dem gleitenden
Durchschnittspreisverfahren. Bei den übrigen Vorräten dienten die Anschaffungs- oder
Herstellungskosten bzw. jene niedrigeren Werte, die aufgrund der retrograden Bewertung von den
bereits vereinbarten Lieferpreisen ermittelt wurden, als Basis für die Bewertung.
Bei Aufträgen, deren Ausführung sich über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten erstreckt,
angemessene Teile der Verwaltungs- und Vertriebskosten in Höhe von TEUR 2.869 (TEUR 3.539)
berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen mit TEUR 6.913 (TEUR 6.384)
Lieferungen und Leistungen sowie mit TEUR 7.509 (TEUR 4.408) Darlehen sowie sonstige
Finanzierungen.
Der Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände beinhaltet mit TEUR 1.035 die
Forschungsprämie für 2021.
Im Posten sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände sind Erträge in der Höhe von
TEUR 1.233 (TEUR 2.808) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
Von diesem Posten entfallen TEUR 7 (TEUR 9) auf Kassenbestände und der Rest auf Guthaben bei
Kreditinstituten.
Rechnungsabgrenzungsposten
Dieser Posten setzt sich vor allem aus vorab geleisteten Zahlungen für die Miete Jänner 2022
(TEUR 300) und aus sonstigen Abgrenzungen (z.B. für Wartung, Mitglieds- und Versicherungsbeiträge
2022) zusammen.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
159
Latente Steuern
Die aktive latente Steuerabgrenzung resultiert aus folgenden zeitlich begrenzten Bewertungs- und
Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des UGB-Abschlusses und den
entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen (Werte in TEUR):
Aktivwert 2021 Passivwert 2021 Aktivwert 2020 Passivwert 2020
Abfertigungsrückstellung
Beteiligungsabschreibung und Veräußerung
(steuerliche 1/7 Regelung)
Pensionsrückstellung
6.593
6.293
787
1.330
987
106
1.426
310
Prämienrückstellung
Nutzungsdauer Betriebs- und
Geschäftsausstattung
232
275
Aktivposten Leasing
-104
-72
Zinsen verb. Unternehmen
Langfristige Rückstellungen
Steuerlicher Verlustvortrag
Aktivierbare Verwaltungs- und Vertriebskosten
Summe
95
177
1.682
95
83
14.969
-2.869
-2.973
-3.538
-3.610
11.883
8.910
2.227
23.557
19.947
4.987
Saldierter Wert
25% latente Steuer
Eigenkapital
In der ordentlichen Hauptversammlung vom 8. April 2019 wurde der Vorstand ermächtigt, mit
Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 7. April 2024 um bis zu
EUR 6 Mio. durch Ausgabe von bis zu 6 Mio. neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien, gegen
Bareinlage oder Sacheinlage, einmalig oder in mehreren Tranchen zu erhöhen. Der Vorstand wurde
zudem ermächtigt, hierbei mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre ganz
oder teilweise auszuschließen, sowie mit Zustimmung des Aufsichtsrats die näheren
Ausgabebedingungen (insbesondere Ausgabebetrag, Gegenstand der Sacheinlage, Inhalt der
Aktienrechte, Ausschluss der Bezugsrechte etc.) festzulegen (genehmigtes Kapital). Vom
genehmigten Kapital in Höhe von EUR 6 Mio. wurden im Jahr 2019 bereits EUR 1,2 Mio. (damit 1,2
Mio. Aktien) im Rahmen des Börsengangs und im Jahr 2020 TEUR 80 (damit 80.000 Aktien) im
Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms in Anspruch genommen.
Der Vorstand der Frequentis AG hat am 8. April 2021 beschlossen, ein Aktienrückerwerbsprogramm
gemäß § 65 Abs 1 Z 4 und 8 AktG auf Basis der bestehenden Ermächtigung der Hauptversammlung
vom 20. September 2019 durchzuführen. Daraufhin wurden insgesamt 15.500 Stück eigene Anteile
mit einem Gesamtwert von TEUR 384 zurückgekauft. Das Rückerwerbsprogramm wurde am 6. Mai
2021 beendet.
Der Bestand an eigenen Aktien beträgt – nach dem getätigten Aktienrückerwerb im Jahr 2021 – zum
31. Dezember 2021 15.500 Stück. Das entspricht einem Anteil von rund 0,12% am Grundkapital.
Folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl der Aktien dar:
2021
13.280.000
0
2020
13.200.000
80.000
Stand 01.01.
Neu ausgegebene Aktien aufgrund Kapitalerhöhung
Eigene Anteile
-15.500
0
Stand 31.12.
13.264.500
13.280.000
Die Aktionärsstruktur der Frequentis AG per Ende 2021 war wie folgt:
Frequentis AG
160
Einzelabschluss 2021
Johannes Bardach hält rund 68% (rund 8% direkt und rund 60% indirekt über die Frequentis Group
Holding GmbH), die B&C Holding Österreich GmbH hält mehr als 10%, rund 22% entfallen auf den
Streubesitz.
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen
Für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 1,0% p.a. (1,0%)
und eine Steigerung der Gehälter von 3,3% p.a. (3,0%) bei einem frühest möglichen Pensionsantritt
nach der Pensionsreform 2004 ASVG angenommen.
Für die Berechnung der Pensionsrückstellung wurde ein Rechnungszinssatz von 1,3% p.a. (1,0%)
verwendet (Werte in TEUR).
2021
3.257
2.854
403
2020
3.260
2.696
564
Pensionsrückstellung
Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen umfassen mit TEUR 7.265 (TEUR 4.559) Personalrückstellungen
(hauptsächlich variable Gehälter, noch nicht konsumierte Urlaubstage, Prämien), mit TEUR 119
(TEUR 148) Rückstellungen für offene Fremdleistungen, mit TEUR 357 (TEUR 472) Rückstellungen für
Rechts- und Beratungskosten, mit TEUR 1.744 (TEUR 1.641) Rückstellungen für Prozesskosten, mit
TEUR 10.819 (TEUR 8.255) Rückstellungen für Projekte (Gewährleistung und Restkosten sowie
drohende Verluste) und mit TEUR 727 (TEUR 129) eine Rückstellung für derivative Finanzinstrumente.
Verbindlichkeiten
Es gibt im Geschäftsjahr 2021 keine Verbindlichkeiten mit einer Fristigkeit von mehr als 5 Jahren.
Für die aushaftenden Verbindlichkeiten wurden keine dinglichen (hypothekarischen) Besicherungen
abgegeben.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr zur Gänze die
laufende Verrechnung.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 282 (TEUR 664) enthalten,
die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 402 betreffen die vertraglich
vereinbarte Earn-Out-Zahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb der ATRiCS Advanced Traffic
Solutions GmbH.
Rechnungsabgrenzungsposten
Im Wesentlichen beinhaltet dieser Posten die Abgrenzung von im Voraus erhaltenen Zahlungen aus
Wartungsverträgen.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
161
Verpflichtungen aus der Nutzung von Sachanlagen
Der Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen gem. § 238 Abs. 1 Z 14 UGB aus der
Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen beträgt im folgenden Geschäftsjahr
2022 TEUR 4.497 (TEUR 4.567) und in den folgenden fünf Jahren TEUR 19.495 (TEUR 20.741).
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für ein größeres Kundenprojekt an die Frequentis
Deutschland GmbH hat die Frequentis AG eine Patronatserklärung für diese Tochtergesellschaft
ausgestellt. Die quantitativ nicht determinierte Patronatserklärung ist auf Vertragserfüllung
gerichtet, wobei der überwiegende Teil der Leistungen für die betroffenen Projekte durch die
Frequentis AG selbst erbracht wird und per 31.12.2021 auch bereits zum größten Teil erbracht wurde.
Im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für größere Kundenprojekte der Frequentis Australasia
Pty. Ltd., der Frequentis Comsoft GmbH, der Frequentis UK Ltd. sowie der Systems Interface Ltd. hat
die Frequentis AG quantitativ nicht determinierte Patronatserklärungen, welche auf
Vertragserfüllung gerichtet sind, ausgestellt.
Für die Systems Interface Ltd. wurde eine Bestätigung bezüglich der weiteren finanziellen
Unterstützung abgegeben.
Die Frequentis AG hat für verbundene Unternehmen Bankgarantien (größtenteils als Bidbonds,
Performancebonds und Gewährleistungsbonds für Kundenprojekte) per 31.12.2021 iHv TEUR 22.476
(TEUR 15.047) abgegeben. Sie betreffen überwiegend Frequentis Deutschland GmbH, Frequentis
Australasia Pty. Ltd., Frequentis Comsoft GmbH, Systems Interface Ltd., Frequentis Orthogon GmbH,
sowie die Frequentis DFS Aerosense GmbH.
5. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Aufgliederung der Betriebsleistung nach Tätigkeitsbereichen (Werte in TEUR):
Air Traffic Public Safety
Nicht
2021
Management
146.414
-1.260
& Transport
89.227
-2.924
aufteilbar
Gesamt
238.587
-4.184
Umsatzerlöse
2.946
0
537
Bestandsveränderung
Sonstige betriebliche Erträge
Betriebsleistung
989
564
2.090
146.143
86.867
3.483
236.493
Air Traffic Public Safety
Nicht
2020
Management
143.253
-1.900
& Transport
81.238
-3.148
aufteilbar
Gesamt
227.398
-5.049
Umsatzerlöse
2.906
0
621
Bestandsveränderung
Sonstige betriebliche Erträge
Betriebsleistung
1.421
753
2.795
142.774
78.843
3.527
225.144
Aufgliederung der Umsatzerlöse nach geografisch bestimmten Märkten (Werte in TEUR):
Frequentis AG
162
Einzelabschluss 2021
2021
9.608
2020
12.835
Inland
EU (inkl. Großbritannien)
Drittländer
105.369
123.610
238.587
121.290
93.273
227.398
Sonstige betriebliche Erträge
(Werte in TEUR)
2021
0
2020
6
Abgang von Sachanlagen
Auflösung von Rückstellungen
Übrige betriebliche Erträge
465
1.625
2.090
729
2.061
2.796
In den übrigen betrieblichen Erträgen sind Erlöse aus der Forschungsprämie 2021 und 2020 in Höhe
von TEUR 1.580 (Forschungsprämie 2020 und 2019: TEUR 1.759) enthalten.
Personalaufwand
Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfertigungen in Höhe von TEUR 1.343 (TEUR 1.321) und
Zahlungen an die Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von TEUR 837 (TEUR 798) enthalten.
Weiters sind im Personalaufwand TEUR 200 (TEUR 150) Zahlungen für die Pensionsversicherung,
TEUR 89 (TEUR 89) Zahlungen an Bezugsberechtigte und ein Ertrag iHv TEUR 4 (Dotierung TEUR 225)
aus der Auflösung der Pensionsrückstellung enthalten. Die Veränderung des Deckungskapitals der
für die Deckung der Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen beträgt
TEUR 247 (TEUR 211) und wird mit den Pensionsaufwendungen saldiert im Personalaufwand
ausgewiesen.
Aus der Erhöhung des Zinssatzes (von 1,0% auf 1,3%) bei der Berechnung der Pensionsrückstellung
resultieren Erträge in Höhe von TEUR 141 (Aufwand TEUR 138).
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
Die Aufteilung der planmäßigen Abschreibungen auf die einzelnen Posten des Anlagevermögens wird
im beiliegenden Anlagenspiegel (Beilage 1) dargestellt.
Auf die Sofortabschreibung von geringwertigen Vermögensgegenständen/Wirtschaftsgütern gem.
§ 13 EStG 1988 entfallen TEUR 252 (TEUR 196).
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
163
Sonstige betriebliche Aufwendungen
(Werte in TEUR)
2021
160
31.064
31.224
2020
154
29.527
29.681
Steuern
Übrige
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen (Werte in TEUR):
2021
2020
7.736
4.281
2.746
1.162
1.926
1.716
Beratungsaufwand
Raummiete
5.778
4.282
3.401
2.741
2.052
1.582
Reisekosten
Dotierung Projektrückstellung
Versicherungen
Honorare an freie Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, sowie Leihpersonal
Instandhaltung
Werbeaufwand
1.522
1.327
952
673
666
1.349
1.047
656
657
682
534
0
Lizenzaufwand (bis 1 Jahr)
Strom, Gas, Wasser, Abwasser
Ausgangsfrachten
Bankspesen
Dotierung Rückstellung derivative
Finanzinstrumente
651
598
Gebühren und Beiträge
Reinigung
541
488
538
508
Telefon- und Internetgebühren
Wertberichtigung Forderungen
Leasinggebühren
484
422
391
497
0
387
Bewirtungsaufwand
Personalbeschaffungskosten
Büroaufwand
269
244
176
189
132
198
Diverse
1.824
31.064
2.586
29.527
Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis wird mit TEUR 16.828 (TEUR 13.764) ausgewiesen.
Erträge aus Beteiligungen
Im Berichtsjahr wurden Gewinnausschüttungen aus einem Beteiligungsunternehmen in Höhe von
TEUR 180 (TEUR 144) vereinnahmt. Zusätzlich kam es noch zu Ausschüttungen in Höhe von
TEUR 2.407 (TEUR 3.455) von fünf (neun) verbundenen Unternehmen.
Frequentis AG
164
Einzelabschluss 2021
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sowie
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Im Berichtsjahr wurden Zinsen aufgrund der Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen in Höhe
von TEUR 156 (TEUR 100) ausgewiesen.
Aufwendungen aus Finanzanlagen
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von TEUR 863 betreffen die Abwertung der Beteiligung
der Altitude Angel (Wertpapiere des Anlagevermögens) und in Höhe von TEUR 995 die Abwertung der
Beteiligung der ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH. Im Vorjahr betrugen die Aufwendungen
aus Finanzanlagen TEUR 32.403 (Systems Interface Ltd. und Commerzialbank Mattersburg).
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Diese Aufwendungen beinhalten mit TEUR 52 (TEUR 63) den Aufwand für Bankzinsen und mit
TEUR 241 (TEUR 237) Bankbereitstellungsgebühren.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Im laufenden Geschäftsjahr kam es zu einem Aufwand für die österreichische Körperschaftsteuer in
Höhe von TEUR 1.107.
Ausländische Quellensteuern in Höhe von TEUR 55 (TEUR 75) wurden aufwandswirksam erfasst.
Die Gesellschaft ist für die Zeiträume bis einschließlich 2016 vom Finanzamt geprüft.
Derivative Finanzinstrumente
Fremdwährungsrisiken wird mit dem Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten begegnet, sofern
nicht eine natürliche Absicherung (Natural Hedge) vorgenommen werden kann (z. B. mittels
Zulieferaufträgen in derselben Fremdwährung). Die größten Fremdwährungspositionen entstehen
durch Exportumsätze in AUD, CAD, CHF, GBP, NOK, SGD und USD.
Frequentis AG hat die Zielsetzung, das jeweilige Fremdwährungsrisiko aus Kundenaufträgen zum
Zeitpunkt des Auftragseingangs über die gesamte Projektlaufzeit durch Devisentermingeschäfte
rollierend abzusichern und mittels laufendem Währungsmanagement zu überwachen und zu
steuern. Das Sicherungsgeschäft (Forwards) wird für ein Jahr abgeschlossen und jährlich in der
Höhe der noch zu erwarteten Cash-Flows verlängert (historische Prolongation).
Die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung erfolgt gemäß der AFRAC Stellungnahme „Die
unternehmensrechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsinstrumenten“ aus September
2017. Für abgesicherte Bilanzpositionen und zukünftige vertraglich vereinbarte Zahlungsströme
wurde eine Bewertungseinheit von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument gebildet.
Bei Abschluss des Sicherungsgeschäfts wird ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Zu
jedem Bilanzstichtag wird ein retrospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Bei nicht effektiven
Sicherungsbeziehungen werden betreffende Bewertungseinheiten aufgelöst und Derivat und
Grundgeschäft getrennt voneinander bewertet.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
165
Die nachfolgenden Tabellen zeigen den Bestand und den beizulegenden Zeitwert (Marktwert) der
derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag:
2021
Typ
Kaufwährung
Kaufbetrag
Verkaufs-
währung
Verkaufsbetrag
Marktwert zum
Stichtagskurs
DT
DT
DT
EUR
EUR
EUR
-401.220,35
-264.738,57
9.501.853,71
GBP
SGD
USD
348.500,00
426.838,00
-10.859.515,00
8.165,79
11.890,07
72.078,27
92.134,14
DT
DT
DT
DT
DT
DT
DT
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
1.439.153,48
1.702.817,41
317.923,35
16.706.426,39
151.946,13
AUD
CAD
CHF
GBP
NOK
SGD
USD
-2.350.675,00
-2.600.000,00
-345.074,00
-15.045.184,00
-1.672.471,00
-868.954,00
-49.324,67
-28.182,50
-16.677,64
-969.190,58
-12.756,32
-32.370,19
-334.583,68
-1.443.085,59
-1.350.951,45
530.788,59
10.924.272,11
-12.934.051,00
Summe DT
40.609.222,25
2020
Typ
Kaufwährung
Kaufbetrag
Verkaufs-
währung
Verkaufsbetrag
Marktwert zum
Stichtagskurs
DT
DT
DT
EUR
EUR
EUR
6.114.279,67
270.895,28
18.395.659,65
GBP
SGD
USD
-5.376.765,00
-433.297,00
-21.438.696,00
168.043,64
5.541,00
1.048.746,03
1.222.330,68
-74.826,78
-4.981,54
-176.768,59
-7.632,86
-6.580,92
DT
DT
DT
DT
DT
DT
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
3.899.600,98
577.215,94
9.481.706,58
323.624,60
-267.979,66
1.361.386,44
AUD
CHF
GBP
NOK
SGD
USD
-6.355.110,00
-627.376,00
-8.733.483,00
-3.500.000,00
426.838,00
-.1.837.896,00
-125.077,53
-395.868,22
826.462,46
Summe DT
40.156.389,47
Für die Bewertung der Devisenterminkontrakte wurden die jeweiligen Stichtagskurse herangezogen.
Zum 31.12.2021 bestehende negative Marktwerte in Höhe von TEUR -716 (TEUR -267) und positive
Marktwerte in Höhe von TEUR 0 (TEUR 12) wurden aufgrund bestehender Zuordnung zu
Grundgeschäften und gegebener Effektivität der Sicherungsbeziehungen bilanziell nicht
berücksichtigt.
Im Bilanzposten Drohverlustrückstellung wurden verbleibende negative Marktwerte in Höhe von
TEUR 727 (TEUR 129) berücksichtigt.
Frequentis AG
166
Einzelabschluss 2021
6. Organisation
FREQUENTIS AG
100% CNS-Solutions & Support GmbH
100% PDTS GmbH
51% team Technology Management GmbH
51% TEAM Technology Management GmbH Deutschland
100% BlueCall Systems GmbH
100% skyzr GmbH
15% Nemergent Solutions, Sociedad Limitada
2% Frequentis Middle East Limited
1% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS
DE INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
98% Frequentis Middle East Limited
99% FREQUENTIS DO BRASIL ASSESSORIA, SERVICOS E COMERCIO DE SISTEMAS DE
INFORMACAO E COMMUNICACAO LTDA
100% FREQUENTIS Deutschland GmbH
51% ELARA Leitstellentechnik GmbH
100% FREQUENTIS COMSOFT GmbH
100% Frequentis Orthogon GmbH
100% FREQUENTIS Czech Republic s.r.o.
100% FREQUENTIS ROMANIA S.R.L
100% FREQUENTIS Solutions & Services s.r.o.
100% FREQUENTIS France SARL
100% FREQUENTIS NORWAY AS
100% FREQUENTIS (UK) LIMITED
100% FREQUENTIS USA, Inc.
100% FREQUENTIS DEFENSE, Inc.
100% FREQUENTIS CALIFORNIA, INC.
100% FREQUENTIS (CANADA) LIMITED
100% Frequentis Canada ATM Ltd.
100% FREQUENTIS Australasia Pty Ltd.
100% FREQUENTIS AUSTRALIA HOLDING PTY LTD
100% C4i Pty Ltd.
100% FREQUENTIS (Shanghai) Co., Ltd.
100% FREQUENTIS SINGAPORE PTE. LTD.
80% Secure Service Provision GmbH
70% FREQUENTIS DFS AEROSENSE GmbH
51% ATRiCS Advanced Traffic Solutions GmbH
51% SYSTEMS INTERFACE LIMITED
40% AIRNAV TECHNOLOGY SERVICES INC.
28% GroupEAD Europe S.L.
20% Mission Embedded GmbH
18% AIRlabs Austria GmbH
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
167
7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Mit der Übernahme von 51% der Anteile der in Italien ansässigen Regola S.r.l. am 03. Jänner 2022
wurde die Wachstumsstrategie weiter fortgesetzt. Mit seinen CAD (Computer aided Dispatching)
Software-Lösungen ergänzt Regola das Frequentis-Portfolio im Segment Public Safety & Transport.
Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis setzt sich aus einem Basiskaufpreis in Höhe von TEUR 2.050,
welcher bereits am 03. Jänner 2022 bezahlt wurde, sowie Anpassungen im Zusammenhang mit der
Net Financial Position und dem Working Capital zum Übernahmezeitpunkt zusammen. Zusätzlich
besteht eine Earn-Out Verbindlichkeit in Höhe von maximal TEUR 500, welche noch nicht final
bewertet wurde.
Im Zuge der ökosozialen Steuerreform 2022 wurde in Österreich beschlossen, den Körperschafts-
steuersatz im Jahr 2023 auf 24% und im Jahr 2024 auf 23% zu senken. Dies wurde am 14. Februar
2022 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat aktuell keine wesentlichen wirtschaftliche
Auswirkungen auf Frequentis. Der Umsatz in Russland, Weißrussland und der Ukraine lag im
Berichtsjahr bei weniger als 1% des Umsatzes.
Frequentis AG
168
Einzelabschluss 2021
8. Angaben über Organe und Arbeitnehmer
Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
•
•
•
•
Norbert Haslacher, Vorstandsvorsitzender
Sylvia Bardach, bis 15. April 2021
Peter Skerlan, ab 16. April 2021
Hermann Mattanovich
Bezüge der Mitglieder des Vorstands
Die Gesamtvergütungen (exkl. Lohnnebenkosten) der Vorstände betrugen im Berichtsjahr
TEUR 2.737 (TEUR 1.271). Diese Vergütungen beinhalten feste Vergütungen (Jahresgrundgehalt,
Prämien Pensionsrückdeckungsversicherung und Sachbezüge) sowie variable Vergütungen (inkl.
LTIP).
Optionen für Mitglieder des Vorstands
Im Berichtsjahr wurde ein Long Term Incentive Plan (LTIP 2021) mit dem Vorstandsvorsitzenden
Herrn Norbert Haslacher abgeschlossen. Der Leistungszeitraum umfasst drei Jahre (1.1.2021 bis
31.12.2023) und der Anspruch beträgt maximal 17.000 Aktien (brutto – vor Abzug von Steuern und
Gebühren), wobei seine Abgeltung durch Übertragung der entsprechenden Aktienzahl des
Nettobetrags in das Wertpapierdepot des Vorstands erfolgt. Abhängig von der Zustimmung des
Aufsichtsrats ist der Anspruchstag der 30. April 2024.
Der Anspruch auf die maximale Anzahl von 17.000 Aktien entsteht bei einem Zielerreichungsgrad von
100%. Geringere Zielerreichungsgrade führen zu einer aliquoten Kürzung des Anspruchs. Ein
Zielerreichungsgrad von weniger als 50% führt zu keiner Zuteilung von Aktien.
Ab dem Tag der Auszahlung kann ein Drittel der unter dem LTIP 2021 erworbenen Aktien veräußert
werden. In jedem Fall darf aber nur eine solche Anzahl der im Rahmen dieses LTIP erworbenen
Aktien veräußert werden, dass zu jeder Zeit ein Mindestbestand von 7.000 unter einem Long Term
Incentive Plan erworbenen Aktien der Gesellschaft gehalten wird. Die Rechte aus diesem LTIP sind
nicht übertragbar.
Die Ermittlung des insgesamt erwarteten Aufwands aus der LTIP-Verpflichtung errechnet sich nach
dem Zeitwert der Aktien zum 15.6.2021 (Kurswert der Aktie zum Zeitpunkt der Vereinbarung) in Höhe
von EUR 25,7 multipliziert mit der Anzahl der ausgelobten Aktien und dem erwarteten
Zielerreichungsgrad.
Im Berichtsjahr wird für den LTIP 2019, den LTIP 2020 und den LTIP 2021 eine Optionsrücklage in
Höhe von TEUR 602 (TEUR 232) ausgewiesen.
Kredite an Mitglieder des Vorstands
Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem
Mitglied des Vorstands.
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
169
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen, unter Berücksichtigung der Veränderung der
Rückstellungen sowie der Erträge des Deckungskapitals der für die Deckung der
Pensionsverpflichtungen abgeschlossenen Lebensversicherungen, verteilen sich wie folgt (Werte in
TEUR):
Abfertigungen Abfertigungen
Pensionen
2021
Pensionen
2020
2021
2020
Vorstand
Leitende Angestellte
Andere Arbeitnehmer
271
76
1.833
2.180
47
86
1.986
2.119
38
0
0
252
0
0
38
252
Bei den Aufwendungen für Pensionen sind auch Aufwendungen für ein ehemaliges Vorstandsmitglied
enthalten.
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr wie folgt zusammen:
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Dipl. Ing. Johannes Bardach, Vorsitzender
DDr. Karl Michael Millauer, Stellvertreter des Vorsitzenden
Sylvia Bardach, Mitglied (seit 20. Mai 2021)
Mag. Reinhold Daxecker, Mitglied
Dipl. Ing. Dr. Boris Nemsic, Mitglied
Mag. Petra Preining, Mitglied
Dipl. Ing. Siegfried Meisel, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Dipl. Ing. Gabriele Schedl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Ing. Reinhard Steidl, Mitglied gem. § 110 ArbVG
Die Aufsichtsratvergütungen betrugen im Berichtsjahr TEUR 148 (TEUR 145).
Im Berichtsjahr gab es weder Kredite, Vorschüsse noch Haftungen im Zusammenhang mit einem
Mitglied des Aufsichtsrats.
Durchschnittliche Zahl der ArbeitnehmerInnen
Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich beschäftigten Dienstnehmerinnen und
Dienstnehmer der Frequentis AG im Sinne der Bestimmungen des § 239 Abs. 1 Z 1 UGB betrug 1.003
(984) Angestellte.
9. Sonstige Angaben
Abschlussprüfer
Die Angabe der Aufwendungen für den Abschlussprüfer unterbleibt, da von der
Erleichterungsbestimmung gemäß § 238 Abs. 1 Z 18 UGB Gebrauch gemacht wird.
Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft keine wesentlichen und marktunüblichen Geschäfte mit
nahestehenden Unternehmen und Personen abgeschlossen.
Frequentis AG
170
Einzelabschluss 2021
Ergebnisverwendungsvorschlag
Der im Jahresabschluss der Frequentis AG zum 31. Dezember 2021 ausgewiesene Jahresgewinn
beträgt EUR 13.627.641,89. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf EUR 46.061.592,98.
Es besteht eine Ausschüttungssperre in Höhe der aktiven latenten Steuern (TEUR 2.228).
Der Vorstand der Frequentis AG schlägt der Hauptversammlung am 02. Juni 2022 die Ausschüttung
einer Dividende von EUR 0,20 je Aktie vor.
Der verbleibende Restbetrag soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
Beilage zum Anhang
171
Anlagenspiegel
Entwicklung des Anlagevermögens 2021
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibung
Zugang
Buchwert
Buchwert Abschreibung Zuschreibung
01.01.2021
12.228.909
Zugang AbgangUmbuchung 31.12.2021 01.01.2021
Abgang 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021 Geschäftsjahr Geschäftsjahr
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen,
gewerbliche
954.274
368.176
5.052 12.820.059 10.025.294 1.657.050
368.176 11.314.167
2.203.616
1.505.892
1.657.050
-
Schutzrechte und
ähnliche Rechte und
Vorteile, sowie daraus
abgeleitete Lizenzen
2. Anzahlungen für
immaterielle
11.733
22.515
4.700
-5.052
24.495
-
-
-
-
11.733
24.495
-
-
Vermögensgegenstände
Summe Immaterielle
12.240.642
976.789
372.876
-
12.844.554 10.025.294 1.657.050
368.176 11.314.167
2.215.349
1.530.387
1.657.050
-
Vermögensgegenstände
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden
Grund
3.768.914
3.504.458
18.037.231
4.851
26.600
1.100
9.309
-
3.772.666
3.521.749
2.251.824
3.202.313
188.105
105.559
1.100
9.309
2.438.828
3.298.563
1.517.091
302.145
1.333.837
223.186
188.105
105.559
-
-
-
2. Technische Anlagen und
Maschinen
-
3. Andere Anlagen,
Betriebs- und
2.633.645
1.479.108
120.631 19.312.399 15.362.890 1.924.629 1.475.097 15.812.422
2.674.341
3.499.977
1.924.629
Geschäftsausstattung
4. Anlagen im Bau
Summe Sachanlagen
III. Finanzanlagen
120.664
88.876
-
-120.631
88.909
-
-
-
-
120.664
88.909
-
-
25.431.267 2.753.972 1.489.517
-
26.695.723 20.817.027 2.218.293 1.485.506 21.549.813
4.614.241
5.145.909
2.218.293
-
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
14.793.315 16.736.915
850.488
-
-
-
30.679.741
10.335.584
1.318.713
274.000
994.600
-
-
-
2.313.312 13.474.602 28.366.429
994.600
-
-
-
2. Ausleihungen an
verbundene
3.689.423
6.646.161
274.000
3.415.423 10.061.584
Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Wertpapiere
329.741
863.143
-
15.440
-
-
-
-
-
-
-
345.181
863.143
69.212
-
-
-
-
-
-
-
-
329.741
863.143
-
345.181
-
-
863.143
-
-
-
-
863.143
-
863.143
-
5. Anzahlungen
Finanzanlagen
69.212
69.212
Summe Finanzanlagen
Gesamt
19.675.622 23.467.728
850.488
-
-
42.292.862
1.592.713 1.857.743
-
3.450.456 18.082.909 38.842.406
1.857.743
5.733.086
-
-
57.347.531 27.198.489 2.712.881
81.833.140 32.435.034 5.733.086 1.853.682 36.314.436 24.912.499 45.518.703
Frequentis AG
172
Beilage zum Anhang
Einzelabschluss 2021
Beteiligungsspiegel 2021
Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB
Anteil
amStammkapital
Jahresüber-
schuss/
Stamm-
Buchwert
Jahres-
Bezeichnung
Sitz
kapital
%
Betrag
31.12.2021
Eigenkapital
Fehlbetrag abschluss
1. Verbundene Unternehmen
ATRiCS Advanced Traffic
Solutions GmbH
Freiburg EUR
75.000 51,0 EUR
38.250 EUR 1.729.673,67 EUR 1.659.628 EUR
35.000 EUR 1.912.500,00 EUR 1.885.838 EUR
-487.561 31.12.2021
BlueCall Systems GmbH
Wien EUR
Wien EUR
35.000 100,0 EUR
35.000 100,0 EUR
-14.685 31.12.2021
267.452 31.12.2021
CNS-Solutions & Support
GmbH
35.000 EUR
235.000,00 EUR 1.730.247 EUR
FREQUENTIS Australasia
Pty. Ltd.
Banyo AUD
5.000 100,0 AUD
5.000 EUR 7.066.698,05 AUD 13.336.622 AUD
493.218 31.12.2021
137.818 31.12.2021
572.417 31.12.2021
FREQUENTIS
CALIFORNIA, INC.
Monterey USD 305.000 100,0 USD
Ottawa CAD 10.000 100,0 CAD
305.000 EUR
10.000 EUR
120.730 EUR
224.760,50 USD 1.250.782 USD
6.435,18 CAD 3.660.252 CAD
FREQUENTIS (CANADA)
Ltd.
Frequentis Canada ATM
Ltd.
Gatineau CAD 120.730 100,0 CAD
Karlsruhe EUR 3.000.000 100,0 EUR
Prag CZK 200.000 100,0 CZK
204.669,16 CAD 1.440.225 CAD -1.544.691 31.12.2021
FREQUENTIS Comsoft
GmbH
3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR 5.789.670 EUR 1.610.415 31.12.2021
FREQUENTIS Czech
Republic s.r.o.
200.000 EUR
26.000 EUR
24.500 EUR
7.782,10 CZK 14.109.015 CZK 9.565.357 31.12.2021
721.512,41 EUR 5.333.353 EUR 2.658.818 31.12.2021
FREQUENTIS Deutschland
GmbH
Langen EUR
Wien EUR
26.000 100,0 EUR
35.000 70,0 EUR
FREQUENTIS DFS
AEROSENSE GmbH
264.600,00 EUR
294.980 EUR
22.865 31.12.2021
FREQUENTIS do Brasil
Assessoria, Servicos e
comercio de sistemas de
informacao e comunicacao
Ltda.
Sao Paulo BRL 500.000 99,0 BRL
Toulouse EUR 30.000,00 100,0 EUR
495.000 EUR
30.000 EUR
49.000 EUR
95.064,84 BRL 2.219.002 BRL
30.000,00 EUR 175.078 EUR
139.173 31.12.2021
34.141 31.12.2021
151.949 31.12.2021
FREQUENTIS France SARL
Frequentis Middle East
Ltd.
Abu Dhabi AED
50.000 98,0 AED
184.561,40 AED 1.140.689 AED
FREQUENTIS Norway AS
Oslo NOK 300.000 100,0 NOK
300.000 EUR
36.174,53 NOK 1.726.322 NOK
266.334 31.12.2021
Frequentis Orthogon
GmbH
Bremen EUR 500.000 100,0 EUR
500.000 EUR 8.368.672,41 EUR 2.716.112 EUR 1.513.815 31.12.2021
FREQUENTIS ROMANIA
SRL
Cluj-Napoca RON
42.723 100,0 RON
42.723 EUR
1.895.249 EUR
25.000 EUR
5.000 EUR
10.000,00 RON 6.190.595 RON 1.697.874 31.12.2021
200.000,00 CNY 13.207.307 CNY 10.364.434 31.12.2021
FREQUENTIS (Shanghai)
Co., Ltd.
Shanghai CNY 1.895.249 100,0 CNY
FREQUENTIS SINGAPORE
PTE. LTD.
Singapur SGD
Bratislava EUR
25.000 100,0 SGD
5.000 100,0 EUR
10.000 100,0 GBP
14.534,88 SGD
22.863,48 EUR 1.855.787 EUR
11.262,84 GBP 875.592 GBP
859.973 SGD
95.298 31.12.2021
360.959 31.12.2021
210.336 31.12.2021
FREQUENTIS Solutions &
Services s.r.o
FREQUENTIS (UK) Ltd.
FREQUENTIS USA, Inc.
PDTS GmbH
Twickenham GBP
10.000 EUR
Columbia USD 2.001.000 100,0 USD
Wien EUR 1.036.336 100,0 EUR
2.001.000 EUR 1.353.286,21 USD 3.529.884 USD -1.191.635 31.12.2021
1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR 1.819.216 EUR
310.328 31.12.2021
570.329 31.12.2021
Secure Service Provision
GmbH
Leipzig EUR
25.000 80,0 EUR
20.000 EUR
20.000,00 EUR 2.031.492 EUR
SYSTEMS INTERFACE Ltd.
Surrey GBP
10.000 51,0 GBP
5.100 EUR
- GBP -1.034.008 GBP
94.990 31.12.2021
team Technology
Wien EUR 250.000 51,0 EUR
127.500 EUR
220.050,28 EUR 3.725.671 EUR 1.785.001 31.12.2021
Management GmbH
EUR 28.366.428,68
Anteil am Stammkapital
Stamm-
Jahresüber-
schuss/
Buchwert
Jahres-
Bezeichnung
Sitz
kapital
%
Betrag
31.12.2021
Eigenkapital
128.789 EUR
Fehlbetrag abschluss
2. Assoziierte Unternehmen
AIRlabs GmbH
Graz EUR
150.000 18,0 EUR
Iloilo PHP 1.100.000 40,0 PHP
Madrid EUR 1.000.000 28,0 EUR
27.000 EUR
440.000 EUR
280.000 EUR
7.000 EUR
EUR
27.488,82 EUR
30.692,37 PHP
280.000,00 EUR
7.000,00 EUR
345.181,19
-13.243 31.12.2021
1.308.055 31.12.2021
641.623 31.12.2020
423.585 31.12.2021
AIRNAV Technology Services Inc.
Group EAD Europe S.L.
7.171.425 PHP
2.193.986 EUR
1.523.380 EUR
Mission Embedded GmbH
Wien EUR
35.000 20,0 EUR
EUR 28.711.609,87
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
Beilage zum Anhang
173
Beteiligungsspiegel 2020
Angabe über Beteiligungen gem. § 238 Abs. 1 Z 4 UGB
Anteil am
Stammkapital
Jahresüber-
schuss/
Buchwert
Jahres-
Bezeichnung
Sitz
Stammkapital
%
Betrag
31.12.2020
Eigenkapital
Fehlbetrag abschluss
1. Verbundene Unternehmen
Frequentis Slovakia s.r.o.
Frequentis UK Ltd.
Bratislava EUR
Twickenham GBP
Ottawa CAD
8.299 100,0 EUR
10.000 100,0 GBP
10.000 100,0 CAD
250.000 51,0 EUR
8.299 EUR
17.863,48 EUR
11.262,84 GBP
6.435,18 CAD
220.050,28 EUR
1.024.819 EUR
665.256 GBP
3.087.836 CAD
213.822 31.12.2020
1.129 31.12.2020
372.110 31.12.2020
10.000 EUR
10.000 EUR
127.500 EUR
Frequentis Canada Ltd.
TEAM Communication Technology
Management GmbH
Wien EUR
2.640.670 EUR 1.137.862 31.12.2020
Frequentis USA Inc.
Columbia USD
Langen EUR
Singapur SGD
Banyo AUD
2.001.000 100,0 USD
26.000 100,0 EUR
25.000 100,0 SGD
5.000 100,0 AUD
35.000 100,0 EUR
35.000 100,0 EUR
42.723 100,0 RON
25.000 80,0 EUR
1.036.336 100,0 EUR
305.000 100,0 USD
200.000 100,0 CZK
2.001.000 EUR 1.353.286,21 USD
4.721.520 USD 1.466.114 31.12.2020
Frequentis Deutschland GmbH
Frequentis Singapore Pte. Ltd.
Frequentis Australasia Pty. Ltd.
CNS-Solutions & Support GmbH
BlueCall Systems GmbH
Frequentis Romania SRL
Secure Service Provision GmbH
PDTS GmbH
26.000 EUR
25.000 EUR
5.000 EUR
35.000 EUR
35.000 EUR
42.723 EUR
20.000 EUR
721.512,41 EUR
14.534,88 SGD
3.125,00 AUD
235.000,00 EUR
812.500,00 EUR
10.000,00 RON
20.000,00 EUR
3.693.248 EUR
764.675 SGD
2.392.481 AUD
1.462.796 EUR
800.522 EUR
804.012 31.12.2020
110.840 31.12.2020
746.507 31.12.2020
302.555 31.12.2020
-2.991 31.12.2020
Wien EUR
Wien EUR
Cluj-Napoca RON
Leipzig EUR
Wien EUR
4.492.721 RON 1.139.251 31.12.2020
1.731.273 EUR
1.508.888 EUR
1.112.964 USD
540.220 31.12.2020
271.021 31.12.2020
147.940 31.12.2020
1.036.336 EUR 1.423.826,74 EUR
Frequentis California Inc.
Frequentis Czech Republic s.r.o.
Monterey USD
Prag CZK
305.000 EUR
200.000 EUR
224.760,50 USD
7.782,10 CZK
4.543.658 CZK 3.420.245 31.12.2020
Frequentis do Brasil Assessoria,
Servicos e comercio de sistemas de
informacao e comunicacao Ltda.
Sao Paulo BRL
Shanghai CNY
Bratislava EUR
Surrey GBP
500.000 99,0 BRL
1.895.249 100,0 CNY
5.000 100,0 EUR
495.000 EUR
1.895.249 EUR
5.000 EUR
95.064,84 BRL
200.000,00 CNY
5.000,00 EUR
2.079.830 BRL
163.406 31.12.2020
Frequentis (Shanghai) Co. Ltd.
Frequentis Solutions s.r.o
Systems Interface Ltd.
8.244.734 CNY 1.924.516 31.12.2020
470.009 EUR
-1.128.998 GBP
1.459.988 NOK
140.938 EUR
4.286.772 EUR
988.740 AED
272.115 EUR
2.147.189 EUR
164.362 31.12.2020
-995.235 31.12.2020
258.054 31.12.2020
22.013 31.12.2020
268.793 31.12.2020
90.698 31.12.2020
-21.907 31.12.2020
290.201 31.12.2020
10.000 51,0 GBP
300.000 100,0 NOK
30.000,00 100,0 EUR
3.000.000 100,0 EUR
50.000 98,0 AED
35.000 70,0 EUR
75.000 51,0 EUR
5.100 EUR
-
GBP
Frequentis Norway AS
Oslo NOK
300.000 EUR
30.000 EUR
36.174,53 NOK
30.000,00 EUR
Frequentis France SARL
Frequentis Comsoft GmbH
Frequentis Middle East Ltd.
Frequentis DFS Aerosense GmbH
Toulouse EUR
Karlsruhe EUR
Abu Dhabi AED
Wien EUR
3.000.000 EUR 4.002.500,00 EUR
49.000 EUR
24.500 EUR
184.561,40 AED
264.600 EUR
ATRiCS Advanced Traffic Solutions
GmbH
Freiburg EUR
38.250 EUR 3.574.761,33 EUR
EUR 13.474.601,72
2. Assoziierte Unternehmen
Group EAD Europe S.L.
Mission Embedded GmbH
AIRNAV Technology Services Inc.
AIRlabs GmbH
Madrid EUR
Wien EUR
Iloilo PHP
Graz EUR
1.000.000 28,0 EUR
35.000 20,0 EUR
1.100.000 40,0 PHP
150.000 18,0 EUR
280.000 EUR
7.000 EUR
440.000 EUR
27.000 EUR
EUR
280.000,00 EUR
7.000,00 EUR
15.252,62 PHP
27.488,82 EUR
329.741,44
2.068.067 EUR
1.099.794 EUR
5.864.009 PHP
142.031 EUR
515.705 31.12.2019
268.985 31.12.2020
360.667 31.12.2020
-8.181 31.12.2020
EUR 13.804.343,16
Frequentis AG
174
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der FREQUENTIS AG, Wien, bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften
und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021
sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im
Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing
(ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt
„Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis
zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des
Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt,
und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
•
Bilanzierung des Projektgeschäftes
Bilanzierung des Projektgeschäftes
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen:
Der weitaus überwiegende Anteil der ausgewiesenen Umsatzerlöse stammt aus dem Projekt-
geschäft, welches im Wesentlichen Liefer- und Wartungsprojekte umfasst. Es handelt sich dabei um
eine große Anzahl von Projekten, die sich in Projektvolumen, technischer Komplexität und Laufzeit
unterscheiden, wobei einige Projekte eine Laufzeit von mehreren Jahren aufweisen. Bei
Frequentis AG
Jahresabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
175
Wartungsprojekten erfolgt die Umsatzrealisierung in der Regel zeitraumbezogen. Die Erfassung der
Umsatzerlöse aus Lieferprojekten erfolgt mit der Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistung
bzw. Abnahme durch den Kunden.
Projekte, die noch nicht abgeschlossen sind, werden unter den noch nicht abrechenbaren Leistungen
in Höhe ihrer bis zum Bilanzstichtag angefallenen Herstellungskosten ausgewiesen. Insoweit bei den
noch nicht abgeschlossenen Projekten voraussichtlich ein Verlust entsteht, kommt es zu einer
Verminderung des Bilanzansatzes der noch nicht abrechenbaren Leistungen. Falls der Buchwert der
noch nicht abrechenbaren Leistungen durch diese Wertberichtigung gänzlich reduziert wird, erfolgt
darüber hinaus der Ansatz einer Rückstellung für drohende Verluste. Dies gilt in gleicherweise auch
für verlustbringende Wartungsprojekte.
Bei einigen laufenden oder abgeschlossenen Projekten kann es zu unterschiedlichen Auffassungen
mit Kunden über Art und Umfang der Leistungen bzw. die Erfüllung der vertraglichen
Verpflichtungen kommen, woraus sich Auswirkungen auf die Projektkosten und Projektergebnisse
ergeben. Die Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und der projektbezogenen
Rückstellungen erfordern daher in erheblichem Umfang Annahmen und zukunftsbezogene
Schätzungen. Zusätzliche Anforderungen bei der Schätzung können sich durch die COVID-19
bedingten Einschränkungen, insbesondere Reisebeschränkungen, für die Projektabnahmen und
folglich Projektkosten ergeben. Aufgrund des wesentlichen Umfangs des Projektgeschäftes ergibt
sich daraus das Risiko einer unrichtigen Bewertung der noch nicht abrechenbaren Leistungen und
projektbezogenen Rückstellungen sowie der damit unmittelbar zusammenhängenden Positionen der
Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Angaben der Gesellschaft zur Bilanzierung des Projektgeschäfts sind im Anhang unter den
Gliederungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen, Auswirkungen COVID-19, den
Erläuterungen zur Bilanz (Vorräte bzw. Sonstige Rückstellungen) sowie in den Erläuterungen zur
Gewinn- und Verlustrechnung (Umsatzerlöse) enthalten.
Prüferisches Vorgehen:
Im Zuge unserer Prüfung haben wir ein Verständnis über die für die Projektbilanzierung relevanten
Prozesse und internen Kontrollen erlangt und die Wirksamkeit ausgewählter interner Kontrollen
überprüft. Dies betraf vor allem die Freigabe der Projektkalkulation beim Abschluss neuer Verträge,
die Erfassung und Zuordnung von Fremdleistungen als Projektkosten sowie die Überwachung und
Überprüfung laufender Projekte und Kalkulationen bis zum Projektabschluss.
Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfung haben wir auf Stichprobenbasis einzelne Projekte einer
tiefergehenden Prüfung unterzogen und für diese Projekte insbesondere die im Rahmen der
Bewertung vorgenommenen Ermessensentscheidungen beurteilt. Die Auswahl der Stichprobe
erfolgte nach risikoorientierten Kriterien wie Projektgröße, Projektmarge, Projektart oder Laufzeit.
Sofern sich bei mehrjährigen Projekten wesentliche Anpassungen der Einschätzungen im Vergleich
zum Vorjahr ergeben haben, wurde dieser Umstand ebenfalls bei der Auswahl der Stichprobe
berücksichtigt. Die Prüfungshandlungen umfassten vor allem die Durchsicht der zugrundliegenden
Verträge und Vereinbarungen, die Befragung von kaufmännischen und operativen Projekt-
verantwortlichen zur Plausibilität der getroffenen Schätzungen, Annahmen und Auswirkungen von
COVID-19. Darüber hinaus haben wir eine Analyse aktueller Projektinformationen sowie die
Abstimmung der Annahmen und in die Schätzung eingeflossenen Werte mit Vertragsdokumenten und
anderen relevanten Unterlagen vorgenommen. Hinsichtlich der bei den noch nicht abgeschlossenen
Projekten erfassten Herstellungskosten haben wir die Kostenstruktur (erfasste Projektstunden und
deren Bewertung, zugekaufte Fremdleistungen) analysiert und Auffälligkeiten hinterfragt. Im
Hinblick auf die Umsatzrealisierung haben wir für die im Geschäftsjahr vorgenommenen Projekt-
abrechnungen stichprobenartig überprüft, ob entsprechende Abnahmeprotokolle der jeweiligen
Auftraggeber vorhanden sind.
Frequentis AG
176
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss 2021
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür,
dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig
erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im
Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder die Gesellschaft zu
liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative
dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die
Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen
Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen
einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
•
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als
Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das
Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen
Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
•
Frequentis AG
Jahresabschluss 2021
Bestätigungsvermerk
177
•
•
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende
Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht,
die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
•
•
Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der
Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses
einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues
Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die
geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen
Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle
Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden
kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende
Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht
haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des
Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere
Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in
äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt
werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen
Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE
ANFORDERUNGEN
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt wurde.
Frequentis AG
178
Bestätigungsvermerk
Jahresabschluss 2021
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des
Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt worden und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des
gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte
Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 20. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden
am 17. August 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit 2018 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO)
erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von
der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard
Posautz.
Wien, am 14. März 2022
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerhard Posautz
Wirtschaftsprüfer
Mag. Gerhard Fremgen
Wirtschaftsprüfer
Frequentis AG
Einzelabschluss 2021
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
179
Erklärung aller gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungs-
standards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den
Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst
getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die
wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 14. März 2022
Norbert Haslacher e.h.
Vorstandsvorsitzender
Peter Skerlan e.h.
Mitglied des Vorstands
Hermann Mattanovich e.h.
Mitglied des Vorstands
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In dieser Publikation ist mit „Frequentis“ oder „Frequentis-Gruppe“ der Konzern gemeint, mit „Frequentis
AG“ wird die Muttergesellschaft (Einzelgesellschaft) bezeichnet.
Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und Prozentangaben in dieser Publikation kann es zu
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dem Wissensstand und der Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft
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