EINFACH
DAS
WICHTIGE
TUN.
ÖSTERREICHISCHE POST
Jahresfinanzbericht 2021
Immer besser bleiben.
KONZERN-
GESCHÄFTSBERICHT
02
181
JAHRESABSCHLUSS
DER ÖSTERREICHISCHEN
POST AG
ERKLÄRUNG
DER GESETZLICHEN
VERTRETER
253
1
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
KONZERN-
GESCHÄFTS-
BERICHT
03 KONZERNLAGEBERICHT
38 KONZERNABSCHLUSS
174 BESTÄTIGUNGSVERMERK
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2
Konzern-
lagebericht
3
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
1. KONZERNÜBERBLICK UND
MARKTUMFELD
1.1 Geschäftstätigkeit und
Organisationsstruktur
Paketsendungen in Österreich wird in der internen Pro-
duktionseinheit Logistiknetzwerk gebündelt, welche ihre
Leistungen auf Kostenbasis an die operativen Divisionen
verrechnet.
Mit einem Jahresumsatz von 2,5 Mrd EUR und
mehr als 27.000 Mitarbeiter*innen ist die Österreichische
Post – im Folgenden Österreichischer Post-Konzern, Kon-
zern bzw. Post genannt – ein international tätiger Post-,
Logistik- und Dienstleistungskonzern mit herausragender
Bedeutung für Österreich. Das Unternehmen steht für
höchste Qualität und bietet ein umfassendes Produkt- und
Serviceportfolio, um aktuelle Kund*innenbedürfnisse bes-
tens abzudecken. Die COVID-19 Pandemie hat die Öster-
reichische Post sehr unterschiedlich getroffen. Das Brief-
und Werbegeschäft ist generell von der E-Substitution
betroffen. Durch COVID-19 und die spezifischen Lockdown-
Situationen bei verschiedenen Kund*innen und Branchen
kam es zu weiteren Mengenverlusten. Nach hohen Rück-
gängen im Vorjahr zeigte sich im Geschäftsjahr 2021 keine
Erholung. Das Paketgeschäft in Österreich hingegen profi-
tierte von den Lockdown-Situationen des stationären Han-
dels. In allen Paketmärkten der Österreichischen Post
war nach hohen Zuwächsen im Vorjahr ein abgeschwächtes
Wachstum zu bemerken.
Das Leistungsspektrum der Division Brief & Werbe-
post beinhaltet den Vertrieb, die Annahme, die Sortierung
und die Zustellung von Brief- und Dokumentensendungen,
adressierten und unadressierten Werbesendungen,
Zeitungen und Magazinen sowie Online-Services wie den
E-Brief und crossmediale Lösungen. Ergänzt wird das
Angebot durch physische und digitale Zusatzleistungen in
der Kund*innenkommunikation sowie die Optimierung in
der Dokumentenbearbeitung. Den Kund*innen der Öster-
reichischen Post stehen 1.757 Geschäftsstellen, darunter
395 eigenbetriebene Filialen und 1.362 Post Partner, zur
Verfügung. In 494 Abholstationen bietet die Österreichi-
sche Post 97.747 Fächer in ihren Selbstbedienungszonen an.
Im Jahr 2021 stellte die Post in Österreich 615 Mio Briefe,
399 Mio adressierte Werbesendungen, 2,8 Mrd unadres-
sierte Werbesendungen, 307 Mio Printmedien und 338 Mio
Regionalmedien zu.
Die Division Paket & Logistik bietet für den Versand
von Paketen sowie von Post Express-Sendungen Lösungen
aus einer Hand über die gesamte Wertschöpfungskette.
Im Heimmarkt transportierte die Österreichische Post 2021
184 Mio Pakete und Post Express-Sendungen. Damit ist
sie führende Dienstleisterin für die landesweite Ausliefe-
rung von Versandhandels- und Privatkund*innenpaketen
sowie von B2B-Sendungen mit einer flächendeckenden
Zustellung in höchster Qualität. Das Portfolio umfasst
neben den klassischen Paketprodukten, der Express- und
der Lebensmittelzustellung auch vielfältige Mehrwert-
dienstleistungen. So bietet das Unternehmen maßgeschnei-
derte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionie-
rung, Retouren-Management, Geld- und Werttransporte,
Webshop-Logistik sowie Webshop-Infrastruktur an. Inter-
national ist die Division Paket & Logistik über ihre Tochter-
unternehmen in acht weiteren Ländern vertreten. So beför-
derte die Österreichische Post weitere 269 Mio Pakete
und Dokumente in Südost- und Osteuropa sowie der Türkei.
Zusätzlich wird über das assoziierte Unternehmen AEP
stationäre Logistik im Zusammenhang mit Pharmaproduk-
ten in Deutschland angeboten.
Zum Kerngeschäft zählen insbesondere die Beför-
derung von klassischen Briefsendungen, Werbesendun-
gen, Paketen und Post Express-Sendungen. Geschäfts-
prozesslösungen, E-Commerce- & Logistik-Lösungen und
digitale Angebote wie etwa im Werbebereich ergänzen
das Serviceportfolio. Die Österreichische Post ist stets
bestrebt, ihre Leistungen sowohl physisch als auch hybrid
und digital anzubieten. Über ein flächendeckendes Filial-
netz in Österreich werden neben klassischen Services
auch Finanzdienstleistungen angeboten, die Kund*innen
genauso auch online zur Verfügung stehen. Der Fokus in
Zentral- und Osteuropa sowie in der Türkei liegt bei Paket-
und Logistikleistungen.
Die Österreichische Post bündelt ihre
Geschäftsaktivitäten in den drei operativen Divisionen
Brief & Werbepost, Paket & Logistik sowie Filiale & Bank.
Zusätzlich obliegen der Division Corporate vor allem
Dienstleistungen im Bereich der Konzernverwaltung und
die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Diese vier Divi-
sionen entsprechen der Berichterstattung an den Vorstand
gemäß den Regeln des IFRS 8. Die Logistik für Brief- und
4
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Division Filiale & Bank beinhaltet das Filial-
und Finanzdienstleistungsgeschäft des Post-Konzerns mit
einem Filialnetz von 1.757 Geschäftsstellen in Österreich.
Mit einer Frequenz von rund 65 Mio Kund*innenkontakten
pro Jahr zählt dieses zu den größten Privatkund*innen-
netzen des Landes. Das Angebot im Filialnetz umfasst,
neben Services zu Post, den Vertrieb von Telekommunika-
tionsprodukten und Handelswaren sowie die Erbringung
von Finanzdienstleistungen. Die Filiale als Multidienst-
leisterin vereint damit flächendeckende Services von A1,
bank99 und Post unter einem Dach. Darüber hinaus bietet
die Österreichische Post an zahlreichen Standorten Selbst-
bedienungslösungen wie Abhol- und Versandstationen an.
Diese sind 24/7 zugänglich und erfreuen sich einer hohen
Nutzung der Kund*innen. Durch einen kanalübergreifen-
den Ansatz wird der Bogen der Postdienstleistungen von
der Post App bis zur Filiale konstant gespannt. Die bank99
bietet seit der Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit am
1. April 2020 Finanzdienstleistungen in ganz Österreich
an. Die bank99 hat noch im Dezember 2021 das Privat-
kund*innengeschäft der ING in Österreich übernommen.
Nach dem Motto „filial & digital“ stellt diese Zusammen-
führung das Beste aus beiden Welten dar und legt den
weiteren Grundstein für ein zukunftsträchtiges Geschäfts-
modell der bank99.
1.2 Absatzmärkte und
Marktposition
Die Österreichische Post ist mit ihren Konzern-
unternehmen in zehn Ländern aktiv. 79ꢀ% des Umsatzes
wurden 2021 am Heimmarkt Österreich erwirtschaftet.
Hier nimmt die Österreichische Post sowohl in der Zustell-
ung von Briefen, Werbesendungen und Zeitungen als auch
von Paketen eine führende Marktstellung ein. Im umkämpf-
ten Paketmarkt konnte die Österreichische Post bei stei-
gendem Wettbewerbs- und Preisdruck das Paketvolumen
weiter erhöhen. Das Unternehmen hält am gesamten öster-
reichischen Paketvolumen 53ꢀ% Marktanteil, am Paket-
volumen im Bereich Privatkund*innen 62ꢀ% und im Bereich
Business-Pakete (B2B) liegt der Marktanteil am Paket-
volumen bei 29ꢀ% (Quelle: Branchenradar KEP-Dienste in
Österreich 2022).
Auch international verfügen die Konzernunter-
nehmen der Österreichischen Post über eine gute Markt-
position. Beim Paketversand ist die Österreichische Post
Top-Player in der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien,
Montenegro sowie in Bosnien und Herzegowina. Auch in
der Türkei gehört die Österreichische Post zu den Top-2-
Marktteilnehmer*innen.
1.3 Wirtschaftliches Umfeld
Nach dem Einbruch im Vorjahr konnte sich die
antizipierte Erholung des Weltwirtschaftsmarkts im Jahr
2021 einstellen. Dies zeigte sich in einem Zuwachs des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,9ꢀ%. Im Jahr davor war
die Weltwirtschaft durch die Auswirkungen der Pandemie
um 3,5ꢀ% eingebrochen. Eine vollständige Erholung gilt
jedoch als unsicher aufgrund der Verbreitung der Omik-
ron-Variante mit einhergehenden Beschränkungen. Stei-
gende Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe
führen zu erhöhter Inflation und Volatilität am Finanz-
markt.
Aufgrund dieser Hürden und bestehender
Unsicherheiten wird laut Expert*innen des Internationa-
len Währungsfonds (IWF) für 2022 und 2023 mit einem
gemäßigteren Zuwachs von 4,4ꢀ% bzw. 3,8ꢀ% gerechnet.
(IWF, Jänner 2022)
In der Eurozone wurde 2020 ein Rückgang des
BIP von 6,4ꢀ% verzeichnet. Dem gegenüber steht ein
Zuwachs von 5,2ꢀ% im Jahr 2021. Der IWF prognostiziert
für 2022 und 2023 wiederum eine Zunahme des BIP im
Ausmaß von 3,9ꢀ% bzw. 2,5ꢀ%. Zu den treibenden Fakto-
ren am europäischen Markt zählen die im Jahr 2021 fast
verdoppelten Preise für fossile Energie, welche die Ener-
giepreise angetrieben haben, und die steigende Inflation.
(IWF, Jänner 2022)
5
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
In Österreich konnte sich die Volkswirtschaft im
Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres gut von
den Auswirkungen der Pandemie erholen. Dieses Wachs-
tum wurde im zweiten Halbjahr jedoch durch erneute
Ausgangsbeschränkungen, Lieferengpässe und steigende
Energie- und Rohstoffpreise abgebremst. Zunehmender
Privatkonsum und steigende Investitionen nach dem Weg-
fallen von Beschränkungen und den damit verbundenen
Produktionshemmnissen sollen 2022 zu einem Konjunk-
turaufschwung führen. Nach der Erholung des österreichi-
schen BIP im Jahr 2021 um 4,1ꢀ% wird von einem weiteren
Aufwärtstrend ausgegangen. Im Jahr 2022 soll das BIP um
5,2ꢀ% und im Jahr 2023 um 2,5ꢀ% wachsen. (WIFO, Dezem-
ber 2022)
1.4 Branchenumfeld
Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Ge-
schäftsentwicklung der Österreichischen Post vor allem von
folgenden internationalen Trends beeinflusst, die Risiken,
aber auch Chancen mit sich bringen.
Die elektronische Substitution hält im Bereich
der adressierten Sendungen weiterhin an. Dieser globale
Trend betrifft alle Post-Gesellschaften und ist im Kern
wenig beeinflussbar. Insbesondere Kund*innen aus dem
öffentlichen Sektor versuchen ihr Sendungsvolumen zu
reduzieren, sodass die Österreichische Post weiterhin mit
kontinuierlichen Rückgängen rechnet. Speziell vor dem
Hintergrund neuer E-Government-Lösungen ist von stetig
rückläufigen Volumen auszugehen. Generell hängt das
Geschäft mit Werbesendungen stark von der konjunktu-
rellen Lage, der jeweiligen Branche und der Intensität der
Werbeaktivitäten von Unternehmen ab. Die COVID-19
Pandemie hat einerseits den Trend zur E-Substitution
beschleunigt und andererseits haben die pandemischen
Einschränkungen und Lockdown-Maßnahmen negative
wirtschaftliche Auswirkungen auf Volumen sowie auch auf
die Geschäftstätigkeit bedeutender Kund*innen.
Die Paketmengen im privaten Bereich steigen
Dieses Wachstum prägte im Jahr 2021 auch sons-
tige Märkte, in denen die Österreichische Post tätig ist. Für
Deutschland schätzt der IWF das Wirtschaftswachstum
2021 auf 2,7ꢀ% nach dem krisenbedingten Rückgang von
–4,6ꢀ% im vergangenen Jahr. Für 2022 und 2023 wird mit
einer Steigerung von 3,8ꢀ% bzw. 2,5ꢀ% gerechnet. Der IWF
berechnet für europäische Schwellenländer eine BIP-
Zunahme von 6,5ꢀ% im Jahr 2021 nach dem Rückgang von
–1,8ꢀ% im Vorjahr. Für 2022 und 2023 wird ein Anstieg von
3,5ꢀ% bzw. 2,9ꢀ% prognostiziert. (IWF, Jänner 2022)
Das Wirtschaftswachstum der Türkei war vor der
dank der zunehmenden Bedeutung des Online-Shoppings
weiter stark an. Die COVID-19 Pandemie führt zu außer-
ordentlichen Mehrmengen durch Lockdown-Situationen
des stationären Handels. In den Märkten des CEE-/SEE-
Raums sowie auch in der Türkei besteht Aufholbedarf
im E-Commerce, was zu einem tendenziell dynamischen
Marktumfeld führt.
Pandemie stark abhängig von extern finanzierten Krediten
und Nachfragestimulierung. Das schnelle Kreditwachs-
tum von staatlichen Banken, Dollarisation und steigende
Inflation führten zu Druck auf die türkische Lira, weshalb
die Wirtschaft verletzlich in die Pandemie ging und in der
ersten Hälfte des Jahres stark angeschlagen war. Durch
staatliche Intervention und administrative und regulato-
rische Maßnahmen konnte sie sich in der zweiten Jahres-
hälfte wieder erholen. (IWF, Juni 2021) Somit wurde ein
Wachstum von 1,8ꢀ% im Jahr 2020 verzeichnet, womit die
Türkei als Ausnahmefall mit einem höheren BIP als vor der
Pandemie ausstieg. Die Begleiterscheinung dieses Wachs-
tums zeigte sich in einer anhaltenden hohen Inflation. Laut
IWF kam es 2021 zu einer Zunahme des BIP in der Höhe
von 11,0ꢀ%. Für 2022 und 2023 wird vom IWF eine Steige-
rung des BIP in der Höhe von 3,3ꢀ% erwartet sowie auch
ein Abflachen der Inflation. (IWF, Jänner 2022)
Die Entwicklung des internationalen Paket- und
Frachtgeschäfts ist wiederum wesentlich von der Konjunk-
turentwicklung, den internationalen Handelsströmen und
der damit verbundenen Preisentwicklung abhängig. Wett-
bewerbsintensität und Preisdruck sind in diesem Bereich
weiterhin hoch. Die Handelsströme werden zunehmend
internationaler und mit ihnen die nachgefragten Logistik-
dienstleistungen.
Ein weiterer wichtiger Markttrend besteht in der
steigenden Bedeutung nichtfinanzieller Themen aus den
Bereichen Wirtschaft & Kund*in, Umwelt & Klima sowie
Mensch & Soziales. Damit einhergehend steigen die Trans-
parenzanforderungen der Unternehmen hinsichtlich
Nachhaltigkeit. Das steigende Nachhaltigkeitsbewusst-
sein führt auch zu einer vermehrten Nachfrage nach
ressourcenschonenden Gütertransporten. Die Österrei-
chische Post entspricht diesen Anforderungen seit zehn
Jahren durch das Angebot der CO2-neutralen Zustellung
und die stufenweise Dekarbonisierung der Logistik im
Heimatmarkt Österreich, mit welchen für sich und ihre
Kund*innen eine Verbesserung der Klimabilanz erreicht
werden soll.
Neben der Effizienzsteigerung und Kom-
6
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
pensation ist die Nutzung von alternativen Technologien
besonders wichtig für die Post. Das ehrgeizige Ziel lautet:
in ganz Österreich bis 2030 auf der „letzten Meile“ kom-
plett CO₂-frei zuzustellen. Das bedeutet, dass ausschließ-
lich Fahrzeuge mit alternativem Antrieb oder nichtmoto-
risierte Fahrzeuge eingesetzt werden.
1.5 Rechtliche Rahmen-
bedingungen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Ge-
schäftstätigkeit der Österreichischen Post basieren pri-
mär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das seit
1. Jänner 2011 in Kraft ist.
Die Österreichische Post ist seit der vollständigen
Marktöffnung Österreichs Universaldienstleisterin und
garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hochwer-
tigen Postdienstleistungen in ganz Österreich. Die Regu-
lierungsbehörde (Post-Control-Kommission) hat – wie
gesetzlich vorgesehen – letztmalig im Jahr 2021 unter-
sucht, ob auch andere Postdienst-Anbieter*innen in der
Lage sind, die in der gesetzlichen Universaldienstver-
pflichtung definierten Leistungen zu erbringen. Dies ist
nicht der Fall.
Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Post-
sendungen, die auf Basis der allgemeinen (nicht individuell
ausverhandelten) Geschäftsbedingungen an den gesetz-
lich definierten Zugangspunkten aufgegeben werden, also
z.ꢀB. Post-Geschäftsstellen oder Briefkästen. Damit soll
die Grundversorgung der österreichischen Bevölkerung
und Wirtschaft mit Postdienstleistungen gesichert wer-
den. Postdienste für Sendungen, die von Großkund*innen
in Logistikzentren eingeliefert werden, zählen – mit Aus-
nahme von Zeitungen – nicht zum Universaldienst.
Mit 27. November 2015 trat eine Änderung des Post-
marktgesetzes in Kraft, die es der Post ermöglicht, neben
Briefsendungen (mit strengen Laufzeitvorgaben) auch
sogenannte Non-Priority-Briefsendungen im Universal-
dienst anzubieten, deren Laufzeiten regelmäßig bis zu vier
Tage betragen dürfen. Seit 1. Juli 2018 bietet die Post den
ECO-Brief im Universaldienst an und hat ihre Produkt-
palette entsprechend erweitert. Im Universaldienst haben
Versender*innen somit die Wahl zwischen einer Laufzeit
von zwei bis drei Tagen für nicht zeitkritische Sendungen
und dem schnellen PRIO-Brief, der weiterhin am Tag nach
der Aufgabe zugestellt wird.
7
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2. GESCHÄFTSVERLAUF UND
WIRTSCHAFTLICHE LAGE
2.1 Änderungen im
Der Anteil der Division Brief & Werbepost am
Umsatz der Österreichischen Post reduzierte sich im
Berichtsjahr auf 48,1ꢀ% (2020: 55,5ꢀ%). Während im Vorjahr
– noch stark durch negative COVID-19 Effekte betrof-
fen – ein Umsatzrückgang von 7,4ꢀ% verzeichnet wurde,
zeigte sich im Berichtszeitraum 2021 ein leichter Anstieg
von 0,1ꢀ%. Es waren im aktuellen Geschäftsjahr auch posi-
tive COVID-19 Effekte durch Sonderaussendungen zu
verzeichnen. Die grundsätzliche Abnahme des klassischen
Briefes durch die E-Substitution schreitet jedoch weiter
voran. Im Werbegeschäft war eine volatile Entwicklung
feststellbar. Nach einem starken Rückgang im Vorjahr
war bei den Werbe- und Medienpostvolumen eine leichte
Erholung zu bemerken. Mit 1. April des Vorjahres erfolgte
eine Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost, welche
positive Effekte auf die Umsatzerlöse hatte.
Konsolidierungskreis
Mit 25. August 2020 erfolgte die Vollkonsolidie-
rung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo a.s. Dadurch
ist die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen vom Vor-
jahr nur eingeschränkt gegeben.
Mit 1. Dezember 2021 erfolgt das Closing zur Über-
nahme des Privatkund*innengeschäfts der ING in Öster-
reich durch die bank99. Die Österreichische Post hält nun
90ꢀ% der Anteile an der bank99.
Eine vollständige Darstellung aller Änderungen
im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2021 erfolgt im
Konzernanhang unter Punkt 4.2.
2.2 Ertragslage
Die Division Filiale & Bank erreichte im Geschäfts-
jahr 2021 einen Anteil am Umsatz von 2,9ꢀ% mit Umsatz-
erlösen von 74,7 Mio EUR (+10,8ꢀ%). Die bank99 ist mit
1. April 2020 im Markt gestartet. G 14 T 03
2.2.1 Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse des Österreichischen
Post-Konzerns steigerten sich 2021 um 14,9ꢀ% auf
2.519,6 Mio EUR, das organische Umsatzwachstum lag
bei 5,7ꢀ%. Im Geschäftsjahr 2021 zeigte die Division
Paket & Logistik ein Umsatzwachstum von 36,4ꢀ% (orga-
nisches Wachstum +14,2ꢀ%) und die Division Brief &
Werbepost Stabilität mit einem Anstieg von 0,1ꢀ%. Auch
die Division Filiale & Bank zeigte ein Umsatzplus von
10,8ꢀ% auf 74,7 Mio EUR in der Berichtsperiode. G 13
Das Jahr 2021 zeigte im Divisionsvergleich eine
G 13
Umsatzentwicklung
Mio EUR
2.519,6
2.192,0
2.021,6
1.958,5
1.938,9
große Veränderung mit der nunmehr gestiegenen Bedeu-
tung des Paketgeschäfts. Die Umsatzerlöse der Division
Paket & Logistik stiegen von 41,5ꢀ% im Jahr 2020 auf
nunmehr 49,0ꢀ% der gesamten Umsätze im Berichtszeit-
raum. Einerseits brachte die Vollkonsolidierung der tür-
kischen Gesellschaft Aras Kargo seit 25. August 2020
Umsatzwachstum, welches sich im Geschäftsjahr 2021
auf 290,7 Mio EUR belief. Andererseits war der Umsatz-
anstieg in der Division Paket & Logistik von 36,4ꢀ% im
Geschäftsjahr 2021 auch von einem organischen Wachs-
tum durch Online-Bestellungen und positiven Sonder-
effekten aus Logistikdienstleistungen getragen.
Umsatzerlöse
2017
2018
2019
2020¹
2021
1
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen,
siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
8
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 03
Umsatz nach Divisionen
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
20191
20202
%
Mio EUR
2021
UMSATZERLÖSE
Brief & Werbepost
Paket & Logistik
2.021,6
1.320,1
632,5
80,5
2.192,0
1.222,7
913,6
67,4
2.519,6
1.224,2
1.245,7
74,7
14,9ꢀ
0,1
327,6
1,5
36,4
10,8
<ꢀ–100
–
332,2
7,3
Filiale & Bank
Corporate/Konsolidierung
Werktage in Österreich
–11,5
251
–11,7
252
–25,0
252
–13,3
–
1
angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2020
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
2
In der regionalen Betrachtung der Umsatzerlöse
der Österreichischen Post wurden im Geschäftsjahr 2021
79,4ꢀ% in Österreich erwirtschaftet. International ist die
Österreichische Post im Jahr 2021 mit 20,6ꢀ% der
Umsatzerlöse vertreten. Davon entfielen auf die Türkei
11,5ꢀ%, auf den Raum Südost- und Osteuropa 6,5ꢀ% der
Umsatzerlöse. In Deutschland wurden 2,5ꢀ% der Umsatz-
erlöse generiert. G 15
G 14
G 15
Umsatz nach Divisionen
2021
Umsatz nach Regionen
2021
in %
in %
2,9
Filiale & Bank
20,6
International
49,0
48,1
Paket & Logistik
79,4
Brief & Werbepost
Österreich
9
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 04
Umsatzentwicklung Division Brief & Werbepost
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
20191
2020
%
Mio EUR
2021
UMSATZERLÖSE
1.320,1
816,0
372,0
132,1
2,9
1.222,7
781,8
320,9
120,0
3,1
1.224,2
771,6
329,3
123,4
3,0
0,1
–1,3
2,6
1,5
–10,3
8,4
Briefpost & Business Solutions
Werbepost
Medienpost
2,8
3,3
Interne Leistungsverrechnung
UMSATZERLÖSE GESAMT
davon Umsatzerlöse mit Dritten
–2,8
0,1
–0,1
1,4
1.323,0
1.316,9
1.225,8
1.216,7
1.227,2
1.214,6
–0,2
–2,0
1
Anpassung Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020
Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von
1.224,2 Mio EUR stammte im Jahr 2021 zu 63,0ꢀ% aus dem
Bereich Briefpost & Business Solutions, zu 26,9ꢀ% aus
Werbepost und zu 10,1ꢀ% aus Medienpost. G 17 T 04
Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der
Umsatz mit 771,6 Mio EUR im Geschäftsjahr 2021 um 1,3ꢀ%
unter dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufige Volumen-
entwicklung infolge der Substitution von Briefen durch elek-
tronische Kommunikationsformen setzte sich fort. Nach
einem turbulenten COVID-19 Jahr 2020 mit 7ꢀ% Briefvolu-
menrückgang aufgrund massiver Lockdown-Maßnahmen
zeigte der Volumenrückgang für die aktuelle Periode einen
Wert von 4ꢀ%. Die Entwicklung ist weiterhin geprägt von den
schwierigen Rahmenbedingungen. Positive Effekte auf die
Umsatzerlöse hatten Sonderaussendungen aufgrund von
COVID-19 Maßnahmen und die Produkt- und Tarifanpas-
sung der Briefpost mit 1. April 2020. Der Bereich Business
Solutions zeigte im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang.
Die Werbepost generierte im Berichtsjahr 2021
G 16
Briefumsatz nach Produktgruppen
Mio EUR
1.333,2
137,1
1.318,6
131,2
1.320,1
132,1
1.222,7
1.224,2
123,4
Medienpost
Werbepost
120,0
320,9
413,3
382,6
372,0
329,3
782,8
804,8
816,0
781,8
771,6
Briefpost und
Business Solutions
20171
20181
20191
2020
2021
1
Anpassung Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020
G 17
Briefumsatzanteil nach Produktgruppen
2021
in %
einen Umsatzanstieg von 2,6ꢀ% auf 329,3 Mio EUR. Im Ver-
gleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Rückgang
von 13,7ꢀ% verzeichnet worden. Im Werbegeschäft hatten
sich die COVID-19 bedingten behördlich angeordneten
Geschäftsschließungen besonders negativ ausgewirkt. Es
gibt aktuell eine erhöhte Volatilität, die Werbepost wird
weiter strukturell rückläufig bleiben.
10,1
Medienpost
63,0
Briefpost &
Business Solutions
26,9
Werbepost
Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung
von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Perioden-
vergleich um 2,8ꢀ% auf 123,4 Mio EUR. Dieser Anstieg ist
überwiegend auf die rückläufige Entwicklung im Vorjahr
zurückzuführen (–9,1ꢀ%). G 16
10
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 05
Umsatzentwicklung Division Paket & Logistik
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
20191
2020
%
Mio EUR
2021
UMSATZERLÖSE
632,5
352,9
217,5
62,1
913,6
568,0
274,0
71,5
1.245,7
822,2
313,2
110,3
0,9
36,4
44,8
14,3
54,2
–7,9
36,3
35,6
332,2
254,2
39,2
Paket Premium
Paket Standard
Paket Sonstige Leistungen
Interne Leistungsverrechnung
UMSATZERLÖSE GESAMT
davon Umsatzerlöse mit Dritten
38,7
0,7
1,0
–0,1
633,2
623,6
914,5
905,3
1.246,6
1.227,6
332,1
322,3
1
Anpassung Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020
Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte
sich 2021 um 36,4ꢀ% auf 1.245,7 Mio EUR, das organische
Wachstum betrug 14,2ꢀ%.
anstieg mit 16ꢀ% im Vergleich zum Vorjahr (2020: +27ꢀ%)
geringer aus. In der Türkei verzeichnete die Österreichi-
sche Post ein moderates Volumenplus im Paketgeschäft
von 5ꢀ% gegenüber dem starken Vorjahr (2020: +37ꢀ%). Die
gute Entwicklung in der Division Paket & Logistik basiert
unter anderem auf dem anhaltenden E-Commerce-Trend
in allen Märkten. Die COVID-19 Pandemie hat im Online-
Handel nachhaltige Effekte generiert. Die türkische Toch-
tergesellschaft Aras Kargo, welche seit 25. August 2020
als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzern-
abschluss miteinbezogen wird, trug mit 290,7 Mio EUR
ebenfalls positiv zur Umsatzentwicklung 2021 bei. Darüber
hinaus waren in der Berichtsperiode positive Sonder-
effekte aus Logistikdienstleistungen in Höhe von rund
30 Mio EUR enthalten. G 18 T 05
Das Paketvolumen in Österreich zeigte nach
hohen Zuwächsen im Vergleichszeitraum des Vorjahres
(2020: +30ꢀ%) ein abgeschwächtes Wachstum und lag im
Jahr 2021 mit 11ꢀ% am prognostizierten Wert. Auch im
südost- und osteuropäischen Markt fiel der Paketvolumen-
G 18
Umsatz Division Paket & Logistik
Mio EUR
1.245,7
913,6
Der Trend hin zu einer schnelleren Zustellung von
Paketen hält weiter an. Insgesamt entfielen in der Berichts-
periode 66,0ꢀ% des Divisionsumsatzes auf den Premium-
Bereich (Zustellung erfolgt am Werktag nach der Aufgabe).
Dies entspricht einem Anstieg von 44,8ꢀ% auf 822,2 Mio EUR
im Geschäftsjahr 2021.
632,5
552,4
495,6
Umsatzerlöse
Der Anteil des Bereichs Paket Standard am Divi-
sionsumsatz beträgt 25,1ꢀ%. Im Geschäftsjahr 2021 ver-
zeichnete dieser Bereich einen Zuwachs von 14,3ꢀ% auf
313,2 Mio EUR.
2017
2018
2019
2020
2021
Im Bereich Paket Sonstige Leistungen, der diverse
Logistik-Zusatzdienstleistungen beinhaltet und auf den
8,9ꢀ% des Divisionsumsatzes entfallen, wurden im Jahr 2021
Umsätze in Höhe von 110,3 Mio EUR generiert. Dies ent-
spricht einem Anstieg von 54,2ꢀ%, geprägt durch positive
Sondereffekte.
G 19
Paketumsatz nach Regionen
2021
in %
36,4
International
63,6
Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass
Österreich
2021 63,6ꢀ% der Divisionsumsätze in Österreich erzielt
wurden, mit einem Anstieg von 18,5ꢀ% gegenüber der
Vergleichsperiode des Vorjahres. 36,4ꢀ% der Divisions-
umsätze entfielen auf das internationale Geschäft der
11
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 06
Umsatzentwicklung Division Filiale & Bank
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
20191
20202
%
Mio EUR
2021
UMSATZERLÖSE
80,5
80,4
0,0
67,4
44,8
22,6
0,1
74,7
41,8
32,9
0,1
10,8
–6,8
45,8
0,9
7,3
–3,0
10,3
0,0
Filialdienstleistungen
Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
Andere
0,1
Interne Leistungsverrechnung
UMSATZERLÖSE GESAMT
davon Umsatzerlöse mit Dritten
182,3
262,8
80,5
183,4
250,8
67,3
186,3
261,0
74,4
1,6
2,9
4,1
10,2
7,1
10,5
1
Anpassung Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
2
Tochtergesellschaften, davon 23,3ꢀ% auf die Türkei und
13,1ꢀ% auf Südost- und Osteuropa. Das Umsatzplus im
wettbewerbsintensiven Raum Südost- und Osteuropa lag
2021 bei 13,6ꢀ%, getrieben durch gestiegene Paketmen-
gen aufgrund der COVID-19 Pandemie. G 19
Bankpartners, die im Vorjahr noch enthalten waren, sowie
geringerer Erlöse aus Handelswaren. Gegenläufig ent-
wickelten sich die Filialprodukte, die aufgrund zusätzlicher
Aufträge einen leichten Anstieg verzeichneten. Die Erträge
aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 32,9 Mio EUR
zeigten im Geschäftsjahr 2021 eine positive Entwicklung.
Die bank99 ist mit 1. April 2020 in den Markt gestartet, im
Dezember 2021 erfolgte das Closing zur Übernahme des
Privatkund*innengeschäfts der ING in Österreich. Somit
konnte die bank99 mit Ende des Jahres 2021 bereits über
200.000 Personen zu ihren Kund*innen zählen. G 20 T 06
Die Umsatzerlöse der Division Filiale & Bank
verbesserten sich im Geschäftsjahr 2021 um 10,8ꢀ% von
67,4 Mio EUR auf 74,7 Mio EUR. Die Filialdienstleistun-
gen reduzierten sich um 6,8ꢀ% von 44,8 Mio EUR auf
41,8 Mio EUR im aktuellen Berichtszeitraum aufgrund des
Wegfalls diverser Servicevergütungen des ehemaligen
G 20
Division Filiale & Bank
2021
in %
0,1
Andere
55,9
Filialdienstleistungen
44,0
Ergebnis aus
Finanzdienstleistungen
12
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 07
Konzern-Ertragslage
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
2019
20201
%
Mio EUR
2021
UMSATZERLÖSE
2.021,6
131,5
–495,7
–
2.192,0
64,1
2.519,6
95,2
14,9
48,5
327,6
31,1
Sonstige betriebliche Erträge
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Aufwand für Finanzdienstleistungen
Personalaufwand
–596,2
–2,8
–715,7
–5,4
–20,0
–96,4
–11,4
–15,7
–119,5
–2,7
–976,7
–361,3
–1.041,4
–314,4
–1.160,1
–363,8
–118,7
–49,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
–0,6
318,7
–116,3
–1,7
1,5
302,8
–139,8
–2,3
0,6
370,4
–159,6
–6,1
–58,6
22,3
–0,9
67,6
–19,7
–3,7
EBITDA
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
–14,1
<–100
27,5
EBIT
200,6
10,7
160,6
1,4
204,7
11,7
44,1
10,2
Finanzergebnis
>100
33,5
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN
Ertragsteuern
211,3
–66,8
144,5
162,1
–46,8
115,3
216,4
–58,0
158,4
54,4
–11,3
43,1
–24,1
37,4
PERIODENERGEBNIS
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens
Nicht beherrschende Anteile
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)2
1
146,4
–1,9
118,3
–3,0
152,3
6,1
28,7
>100
28,7
34,0
9,1
2,17
1,75
2,25
0,50
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
2
2.2.2 Ergebnisentwicklung
G 21
Aufwandsverteilung
2021
Die Aufwandsstruktur der Österreichischen Post
ist von einem hohen Anteil an Personalaufwendungen
geprägt. So entfielen im Jahr 2021 48,1ꢀ% der gesamten
betrieblichen Aufwendungen auf den Personalbereich.
Die zweitgrößte Aufwandsposition stellten mit 29,7ꢀ% der
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
dar, der zum Großteil extern vergebene Transportauf-
wendungen betrifft. Weiters entfielen 15,1ꢀ% auf sonstige
betriebliche Aufwendungen und 6,9ꢀ% auf Abschreibungen.
Die Position Aufwand für Finanzdienstleistungen macht
0,2ꢀ% der gesamten betrieblichen Aufwendungen aus. G 21
Die Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen der
Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Vorjahr ist durch
die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras
Kargo mit 25. August 2020 nur eingeschränkt möglich.
Der Personalaufwand belief sich im Geschäftsjahr
2021 auf 1.160,1 Mio EUR, was einem Anstieg von 11,4ꢀ% bzw.
118,7 Mio EUR entspricht. Auf vergleichbarer Basis, also
ohne Berücksichtigung der Aras Kargo, lag der Personal-
aufwand in Summe um 7,1ꢀ% bzw. 72,8 Mio EUR über dem
Niveau des Vorjahres.
in %
29,7
6,9
Materialaufwand/
Abschreibungen
bezogene Leistungen
15,1
0,2
Sonstige betriebliche
Aufwendungen
Aufwand für
Finanzdienstleistungen
48,1
Personalaufwand
Der operative Personalaufwand stieg im Vergleich
zur Vorjahresperiode aufgrund der Vollkonsolidierung
der türkischen Gesellschaft Aras Kargo sowie Mehrauf-
wendungen durch das gestiegene Paketgeschäft. Der
Österreichische Post-Konzern beschäftigte im Jahr 2021
durchschnittlich 27.275 Mitarbeiter*innen (Vollzeit-
kräfte), während in der Vorjahresperiode durchschnitt-
lich 22.966 Mitarbeiter*innen tätig waren (+18,8ꢀ%). Auch
hier beruht der Anstieg im Wesentlichen auf der Vollkon-
solidierung der Aras Kargo sowie auch auf dem erhöhten
13
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Mitarbeiter*innenbedarf in der Logistik. Ohne Berücksich-
tigung der Aras Kargo stieg die durchschnittliche Anzahl
der Mitarbeiter*innen im Jahr 2021 um 1,3ꢀ% bzw. 277 Voll-
zeitkräfte.
Das EBITDA lag mit 370,4 Mio EUR um 22,3ꢀ% über
dem Vorjahr von 302,8 Mio EUR, das entspricht einer
EBITDA-Marge von 14,7ꢀ%. Die Erhöhung des EBITDA ist ein
Resultat der hervorragenden Paket-Umsatzentwicklung in
allen Märkten.
Zusätzlich zu den operativen Personalaufwen-
dungen umfasst der Personalaufwand der Österreichi-
schen Post grundsätzlich auch diverse nicht-operative
Personalaufwendungen wie Abfertigungen und Rück-
stellungsveränderungen, die primär auf die spezifische
Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen
zurückzuführen sind. Der nicht-operative Personalauf-
wand hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht, haupt-
sächlich bedingt durch Personalrückstellungen für Unter-
auslastung.
In der Berichtsperiode fielen planmäßige
Abschreibungen von 159,6 Mio EUR nach 139,8 Mio EUR
im Jahr zuvor an. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf
erfolgte Investitionen in neue Standorte für die Paket-
Logistikinfrastruktur sowie auf die Vollkonsolidierung
der Aras Kargo zurückzuführen. Die Wertminderungen
lagen mit 6,1 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres von
2,3 Mio EUR.
Das EBIT in Höhe von 204,7 Mio EUR erhöhte sich
um 27,5ꢀ% gegenüber dem Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug
8,1ꢀ%. Damit konnte das EBIT vor der Pandemie 2019 über-
troffen werden. G 22
Der Materialaufwand und Aufwand für bezo-
gene Leistungen erhöhte sich um 20,0ꢀ% auf 715,7 Mio EUR,
auf vergleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung
der Aras Kargo, lag der Materialaufwand um 5,6ꢀ% bzw.
30,3 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung
ist überwiegend auf vermehrte Transportaufwendungen
durch die enormen Paketmengen sowie gestiegene Ver-
triebsprovisionen zurückzuführen.
Das Finanzergebnis des Konzerns in Höhe von
11,7 Mio EUR war um 10,2 Mio EUR über dem Niveau des
Jahres 2020 und betraf im Wesentlichen Fremdwährungs-
effekte. Somit ergab sich, nach Abzug der Ertragssteuern
von 58,0 Mio EUR, ein Periodenergebnis für das Geschäfts-
jahr von 158,4 Mio EUR (+37,4ꢀ%). Das unverwässerte
Ergebnis je Aktie betrug 2,25 EUR im Vergleich zu 1,75 EUR
in der Vorjahresperiode. G 23 T 07
Die Sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten
sich im Jahr 2021 um 48,5ꢀ% auf 95,2 Mio EUR, auf ver-
gleichbarer Basis, also ohne Berücksichtigung der Aras
Kargo, lagen die Sonstigen betrieblichen Erträge um 39,9ꢀ%
bzw. 23,5 Mio EUR über dem Niveau des Vorjahres und
inkludierten Effekte aus der Übernahme des Privatkund*in-
nengeschäfts der ING in Österreich. Auch die Sonstigen
betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 15,7ꢀ% auf
363,8 Mio EUR, auf vergleichbarer Basis, also ohne Berück-
sichtigung der Aras Kargo, lagen die Sonstigen betrieb-
lichen Aufwendungen um 11,2ꢀ% bzw. 34,1 Mio EUR über
dem Niveau des Vorjahres. In der Berichtsperiode waren
in dieser Position im Wesentlichen die Optionen auf den
Erwerb der restlichen 20ꢀ% der Anteile an der Aras Kargo
sowie Vorsorgen im Zusammenhang mit Datenschutzver-
fahren enthalten.
G 22
G 23
EBIT
Periodenergebnis
Mio EUR
Mio EUR
210,9
207,8
204,7
200,6
165,0
144,2
160,6
158,4
144,5
115,3
2017
2018
2019
2020
2021
2017
2018
2019
2020
2021
14
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 08
EBIT nach Divisionen
Veränderung 2020/2021
Mio EUR
20191
2020
%
Mio EUR
2021
Marge 2021²
EBIT
200,6
196,7
37,8
160,6
164,4
73,5
204,7
155,2
118,1
–39,2
–29,3
27,5
–5,6
60,6
10,4
12,7
44,1
–9,2
44,5
4,6
8,1ꢀ%
12,6ꢀ%
9,5ꢀ%
–
Brief & Werbepost
Paket & Logistik
Filiale & Bank
–4,6
–43,8
–33,5
Corporate/Konsolidierung3
–29,4
4,2
–
1
Anpassung Segmentberichterstattung ab 1. Jänner 2020
Margen der Divisionen bezogen auf Umsatzerlöse gesamt
umfasst auch das konzerninterne Umlageverfahren
2
3
Das Ergebnis (EBIT) des Geschäftsjahres 2021
Die Division Filiale & Bank verzeichnete ein
stieg von 160,6 Mio EUR auf 204,7 Mio EUR (+27,5ꢀ%) und
war im Wesentlichen geprägt von der Ergebnisverbesse-
rung in der Division Paket & Logistik. Sowohl das nationale
Geschäft mit höheren Paketmengen und positiven Sonder-
effekten als auch das internationale Paketgeschäft haben
sich sehr gut entwickelt. Die Vollkonsolidierung der türki-
schen Gesellschaft Aras Kargo trägt seit 25. August 2020
positiv zum Konzernergebnis bei.
EBIT von –39,2 Mio EUR im Jahr 2021 nach –43,8 Mio EUR
im Jahr zuvor. Der Hochlauf des Finanzdienstleistungsge-
schäfts wirkte positiv auf das Ergebnis, das sich um 10,4ꢀ%
bzw. 4,6 Mio EUR verbesserte. Darüber hinaus ist ein nega-
tiver Sondereffekt in Form einer Personalrückstellung,
welche vorwiegend im ersten Quartal 2021 erfasst wurde,
im Ergebnis 2021 inkludiert.
Das EBIT der Division Corporate (inklusive Konso-
lidierung und konzerninternes Umlageverfahren) verän-
derte sich von –33,5 Mio EUR auf –29,3 Mio EUR bedingt
durch positive Erträge aus dem Verkauf von Immobilien.
Die Division Corporate erbringt nicht-operative Dienstleis-
tungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Verwaltung
und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese
Tätigkeiten umfassen neben den klassischen Governance-
Aufgaben die Verwaltung und Entwicklung der nicht
betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung wesent-
licher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienst-
leistungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie
die Administration des Post-Arbeitsmarkts. T 08
Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die
Division Brief & Werbepost im Jahr 2021 ein EBIT von
155,2 Mio EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 5,6ꢀ%
bzw. 9,2 Mio EUR. Positiv wirkte in der aktuellen Berichts-
periode die Produkt- und Tarifanpassung der Briefpost mit
1. April 2020 sowie Sonderaussendungen im Zusammen-
hang mit der COVID-19 Pandemie, gegenläufig die hohe Fix-
kostenintensität des Briefgeschäfts sowie negative Effekte
in Form von Rückstellungen.
Die Division Paket & Logistik zeigte Umsatz-
wachstum bei hohem Wettbewerbsdruck und erwirtschaf-
tete ein EBIT von 118,1 Mio EUR im Jahr 2021. Das ent-
spricht einer Steigerung von 60,6ꢀ% bzw. 44,5 Mio EUR
gegenüber der Vorjahresperiode. Ein Ergebnisplus aufgrund
der hervorragenden Umsatzentwicklung war in allen Märk-
ten zu verzeichnen. Maßgeblich am Ergebnisplus wirkte
sich die Vollkonsolidierung der türkischen Gesellschaft
Aras Kargo aus, die durch den Druck auf die türkische Lira
in der zweiten Jahreshälfte negative Umrechnungseffekte
hinnehmen musste, operativ jedoch eine hervorragende
Entwicklung aufwies. Auch das Paketgeschäft in Österreich
hat sich auf Basis des Umsatzes gut entwickelt. Positive
Sondereffekte wurden durch pandemiebedingte Logistik-
dienstleistungen erzielt.
15
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2.3 Vermögens- und Finanzlage
T 09
Bilanz per 31. Dezember
Struktur
31.12.2021
Mio EUR
31.12.20191 31.12.2020
31.12.2021
AKTIVA
Sachanlagen
1.056,5
96,2
1.137,2
158,3
74,4
1.206,5
143,8
76,3
25,2ꢀ%
3,0ꢀ%
1,6ꢀ%
0,2ꢀ%
Immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte
Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien (Investment Property)
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
73,0
11,4
11,4
8,2
Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
Sonstiges
403,6
298,7
240,6
50,9
484,6
116,1
110,6
589,5
108,2
0,5
519,1
37,0
10,8ꢀ%
0,8ꢀ%
–
Andere finanzielle Vermögenswerte
davon Wertpapiere/Geldmarktveranlagungen
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
31,4
2.715,8
85,8
56,7ꢀ%
1,8ꢀ%
0,0ꢀ%
100ꢀ%
52,6
0,1
0,1
2.042,9
2.680,2
4.792,6
PASSIVA
Eigenkapital
700,7
617,4
309,5
415,3
0,0
655,0
632,5
672,2
687,9
14,0ꢀ%
14,4ꢀ%
8,4ꢀ%
Rückstellungen
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
351,6
404,4
508,2
484,6
10,1ꢀ%
53,1ꢀ%
100ꢀ%
532,9
2.543,5
4.792,6
2.042,9
2.680,2
1
Änderung der Darstellung von Fristigkeiten der Finanzdienstleistungen
2.3.1 Bilanzstruktur
Die Österreichische Post hielt zum Jahresende
Die Österreichische Post setzt auf eine solide
Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen, die in den
anderen finanziellen Vermögenswerten enthalten sind,
im Wert von 31,4 Mio EUR (exklusive bank99). Die von
der Österreichischen Post gehaltenen Wertpapiere sowie
auch die Geldmarktveranlagungen besitzen ein Invest-
ment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare Bonität, wes-
halb von einer kurzfristigen Liquidierbarkeit dieser Anteile
ausgegangen werden kann. Aus der Bilanz ist ersichtlich,
dass die Österreichische Post zum 31. Dezember 2021
über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in
Höhe von 85,8 Mio EUR verfügte. Der Finanzmittelbestand
inklusive der Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen
und exklusive Finanzmittelbestand der bank99 betrug zum
31. Dezember 2021 117,2 Mio EUR. Der Finanzmittelbestand
der bank99 betrug zum Jahresende 2021 1.218,2 Mio EUR.
Inklusive bank99 betrug der Finanzmittelbestand zum
31. Dezember 2021 1.335,4 Mio EUR.
Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor
allem am Liquiditätsüberschuss und der soliden Veranla-
gung von Zahlungsmitteln mit möglichst geringem Risiko.
Die Bilanzsumme der Österreichischen Post lag per
31. Dezember 2021 bei 4.792,6 Mio EUR. Aktivseitig bil-
deten Sachanlagen in Höhe von 1.206,5 Mio EUR eine der
größten Bilanzpositionen und inkludierten Nutzungsrechte
aus Leasingverhältnissen von 331,3 Mio EUR. Zudem
gab es immaterielle Vermögenswerte sowie Geschäfts-
oder Firmenwerte aus Unternehmenserwerben, die per
31. Dezember 2021 mit 143,8 Mio EUR ausgewiesen sind.
In der Bilanz sind Forderungen in Höhe von 391,0 Mio EUR
ausgewiesen, die kurzfristige Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen von 303,8 Mio EUR enthalten.
Andere finanzielle Vermögenswerte lagen zum 31. Dezem-
ber 2021 bei 37,0 Mio EUR. Finanzielle Vermögenswerte
aus Finanzdienstleistungen lagen per Ende des Jahres
2021 bei 2.715,8 Mio EUR und resultieren im Wesentlichen
aus der Geschäftstätigkeit der bank99.
Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigen-
kapital des Österreichischen Post-Konzerns zum 31. Dezem-
ber 2021 bei 672,2 Mio EUR (Eigenkapitalquote von 14,0ꢀ%).
16
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
G 24
G 25
31.12.2021
31.12.2021
Bilanzstruktur nach Positionen
Bilanzstruktur nach Fristigkeiten
Mio EUR
Mio EUR
4.792,6
4.792,6
4.792,6
4.792,6
117,2
Zahlungsmittel,
404,4
Geldmarkt-/Wertpapier-
veranlagungen
575,5
Andere finanzielle
Verbindlichkeiten
Kurzfristiges
Vermögen
852,4
90,1
Kurzfristige
Schulden
(inkl. IFRS 5)
Finanzielle
484,6
Vermögenswerte,
Investment Property
davon
Verbindlichkeiten,
Sonstiges
davon
Verbindlichkeiten
544,2
Zahlungsmittel/
und -äquivalente
85,8
2.715,8
Finanzielle
2.715,8
Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
Finanzielle
Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
2.543,5
2.543,5
Finanzielle
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
Finanzielle
Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
519,2
Forderungen,
Vorräte, Sonstiges
143,8
Immaterielle
724,5
Vermögenswerte
Langfristige
Schulden
687,9
Rückstellungen
1.501,3
davon
Rückstellungen
379,8
Langfristiges
Vermögen
1.206,5
Sachanlagen
davon
Sachanlagen
1.206,5
672,2
672,2
Eigenkapital
Eigenkapital
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
Weiter sind auf der Passivseite Rückstellungen von
687,9 Mio EUR per Ende Dezember 2021 ausgewiesen. Bei
rund 75ꢀ% der Rückstellungen handelte es sich um Perso-
nalrückstellungen. So entfielen 202,2 Mio EUR auf Rück-
stellungen für Unterauslastung. Weitere 200,4 Mio EUR
betrafen gesetzlich und vertraglich verpflichtende Sozial-
kapitalrückstellungen (Abfertigungen und Jubiläums-
gelder) sowie 102,7 Mio EUR sonstige Personalrück-
stellungen. Die sonstigen Rückstellungen beliefen sich
auf 182,6 Mio EUR und enthielten Verpflichtungen für
etwaige Ersatzleistungen in Zusammenhang mit gutge-
schriebenen Rückforderungsansprüchen aus in Vorpe-
rioden bezahlten Lohnnebenkosten. Insgesamt 45ꢀ% der
Rückstellungen der Österreichischen Post besitzen eine
Fristigkeit von über drei Jahren, 10ꢀ% von über einem Jahr.
45ꢀ% der Rückstellungen sind kurzfristig mit einer Lauf-
zeit von unter einem Jahr. Andere finanzielle Verbindlich-
keiten beliefen sich auf 404,4 Mio EUR und beinhalteten
langfristige Leasingverbindlichkeiten von 281,4 Mio EUR.
Zum 31. Dezember 2021 waren in dem Posten Verbind-
lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Sonstiges
von 484,6 Mio EUR kurzfristige Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen in Höhe von 237,2 Mio EUR
enthalten. Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienst-
leistungen in Höhe von 2.543,5 Mio EUR resultieren im
Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit der bank99 (Ein-
lagen- und Veranlagungsgeschäft der Kund*innen der
bank99). G 24 T 09
17
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Analyse der Bilanzstruktur nach Fristigkeiten
zeigt, dass 31ꢀ% der Bilanzsumme bzw. 1.501,3 Mio EUR
auf langfristiges Vermögen entfallen. Innerhalb des
langfristigen Vermögens nimmt die Position Sachanla-
gen mit 1.206,5 Mio EUR eine bedeutende Stellung ein.
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
machen 57ꢀ% der Bilanzsumme bzw. 2.715,8 Mio EUR aus.
Im Wesentlichen sind hier Zahlungsmittel und Guthaben
bei Zentralbanken sowie Forderungen gegenüber Kund*in-
nen enthalten. Zu den größten Posten des kurzfristigen
Vermögens (inklusive IFRS 5), das einen Anteil von 12ꢀ%
bzw. 575,5 Mio EUR ausmacht, gehören mit 376,7 Mio EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sons-
tige Forderungen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmit-
teläquivalente in Höhe von 85,8 Mio EUR.
2.3.2 Cashflow
Der Cashflow aus dem Ergebnis lag im Geschäfts-
jahr 2021 bei 442,4 Mio EUR nach 328,3 Mio EUR im
Jahr zuvor (+34,8ꢀ%). Der Cashflow aus Geschäftstätig-
keit erreichte in der Berichtsperiode 493,3 Mio EUR
nach 732,6 Mio EUR im Vorjahr. Hier sind als größte
Effekte die Veränderungen der Core Banking Assets der
bank99 (finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten
aus Finanzdienstleistungen) in Höhe von 193,2 Mio EUR
zu nennen, die im Vergleichszeitraum des Vorjah-
res 522,2 Mio EUR betrugen. Die Core Banking Assets
beinhalten die Veränderung der Bilanzposten Finanzielle
Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen und Finan-
zielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen exklu-
sive der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und
Guthaben bei Zentralbanken und fassen somit das Einla-
gen- und Veranlagungsgeschäft der bank99 zusammen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich
Passivseitig setzt sich die Bilanzsumme aus
Eigenkapital (14ꢀ%), langfristigen Schulden (15ꢀ%), finan-
ziellen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
(53ꢀ%) sowie kurzfristigen Schulden (18ꢀ%) zusammen.
Die langfristigen Schulden von insgesamt 724,5 Mio EUR
beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen in Höhe von
379,8 Mio EUR sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten
in Höhe von 281,4 Mio EUR. In den finanziellen Verbind-
lichkeiten aus Finanzdienstleistungen von 2.543,5 Mio EUR
sind Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen in Höhe von
2.532,9 Mio EUR enthalten. Bei den kurzfristigen Schul-
den in Höhe von 852,4 Mio EUR dominieren Verbindlich-
keiten mit 544,2 Mio EUR und Rückstellungen in Höhe von
308,2 Mio EUR. G 25
im Jahr 2021 auf 255,1 Mio EUR nach 7,0 Mio EUR im
Vorjahr. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der
Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING in
Österreich und den dabei übernommenen liquiden Mitteln.
Der Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranla-
gungen war im aktuellen Berichtsjahr geringer als im Vor-
jahr, da 2021 ein geringerer Rückfluss aus Termingeldern
erfolgte als in 2020.
T 10
Cashflow
Mio EUR
20191
20202
2021
Cashflow aus dem Ergebnis
333,7
327,4
0,0
328,3
732,6
522,2
7,0
442,4
493,3
193,2
255,1
–81,2
–80,1
337,4
80,0
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
davon Core Banking Assets
Cashflow aus Investitionstätigkeit
davon Maintenance CAPEX
–290,7
–71,5
–81,5
–6,8
–67,8
–75,5
37,0
davon Growth CAPEX
davon Cashflow aus Akquisitionen/Devestitionen
davon Erwerb/Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen
davon sonstiger Cashflow aus Investitionstätigkeit
Free Cashflow
–124,0
–6,8
130,2
–16,9
739,6
125,7
–153,1
–141,2
583,6
–1,0
36,7
748,4
217,9
–123,3
–120,0
617,0
OPERATIVER FREE CASHFLOW3
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
davon Ausschüttungen
150,5
–183,4
–141,0
–146,7
Veränderung des Finanzmittelbestands
1
Änderung der Darstellung von Frisitgkeiten der Finanzdienstleistungen
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX und Core Banking Assets; 2019: exkl. Einzahlungen aus dem Immobilienprojekt
Neutorgasse 32,8 Mio EUR und gutgeschriebenen Rückforderungsansprüchen von Lohnnebenkosten aus Vorperioden 65,7 Mio EUR
2
3
18
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Österreichische Post setzt auf die Kennzahl
des Operativen Free Cashflow, um damit die Finanzkraft
des operativen Geschäfts zu betrachten und daraus die
Dividende des Geschäftsjahres abzudecken. Der Ope-
rative Free Cashflow belief sich ohne Berücksichtigung
der Veränderung der Core Banking Assets in der aktu-
ellen Berichtsperiode auf 217,9 Mio EUR im Vergleich zu
125,7 Mio EUR im Jahr zuvor.
flow vollständig abgedeckt werden. Nach Berücksichti-
gung der Wachstumsinvestitionen (Growth CAPEX) in
Höhe von 80,1 Mio EUR sowie des Cashflows aus Finanz-
ierungstätigkeit und der Akquisitionen und Devestitionen
verblieb, nach Hinzurechnung der Core Banking Assets,
ein Finanzmittelbestand per 31. Dezember 2021 in Höhe
von 1.335,4 Mio EUR. Der Finanzmittelbestand inklusive
Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen exklusive der
Finanzmittel der bank99 betrug zum 31. Dezember 2021
117,2 Mio EUR. G 26
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit erreichte
im Geschäftsjahr 2021 –123,3 Mio EUR und enthielt haupt-
sächlich Ausschüttungen in Höhe von 120,0 Mio EUR. T 10
Die Analyse der Entwicklung der Zahlungsmittel,
2.3.3 Nettoliquidität/
Wertpapiere und Geldmarktveranlagungen im Jahr 2021
zeigt folgendes Bild: Per 1. Jänner 2021 lag der Finanz-
mittelbestand der Österreichischen Post bei 797,7 Mio EUR,
exklusive der Finanzmittel der bank99 lag der Bestand bei
Nettofinanzverschuldung
Der Österreichische Post-Konzern wies per
Ende 2021 eine Nettofinanzverschuldung in Höhe von
663,4 Mio EUR aus. Die Veränderung zum Vorjahr in Höhe
von 502,0 Mio EUR war bedingt durch eine Erhöhung des
verzinslichen Fremdkapitals und eine Verringerung der
verzinslichen Aktiva. Der Anstieg des verzinslichen Fremd-
kapitals ist im Wesentlichen zurückzuführen auf einen
Anstieg von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
sowie auf den Anstieg der Rückstellung für Unterauslas-
tung. Die Verringerung der verzinslichen Aktiva resultiert
aus dem Verkauf von Investmentfondsanteilen sowie aus
dem Rückgang von Termingeldern und Zahlungsmitteln
und Zahlungsmitteläquivalenten. T 11
218,9 Mio EUR.
Im Jahr 2021 wurde ein Cashflow
aus Geschäftstätigkeit von 493,3 Mio EUR erwirtschaf-
tet. Abzüglich der Core Banking Assets in Höhe von
193,2 Mio EUR sowie der Auszahlungen für Erhaltungs-
investitionen (Maintenance CAPEX) im Geschäftsjahr
2021 von 81,2 Mio EUR ergibt sich ein Operativer Free
Cashflow von 217,9 Mio EUR.
Die geplante Dividen-
denausschüttung für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe
von 128,4 Mio EUR (Vorschlag an die Hauptversammlung
am 21. April 2022) kann durch den Operativen Free Cash-
G 26
Entwicklung des Finanzmittelbestands
2021
Mio EUR
1.335,4
+ꢀ193,2
493,3
+ꢀ337,4
217,9
–193,2
–81,2
–1,0
812,9
–80,1
797,7
–123,3
218,92
117,22
1
Zahlungsmittel sowie Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen inkl. Finanzmittel der bank99
Zahlungsmittel sowie Geldmarkt- und Wertpapierveranlagungen exkl. Finanzmittel der bank99
2
19
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
T 11
Nettoliquidität/Nettofinanzverschuldung
Mio EUR
31.12.20191 31.12.2020
31.12.2021
+ Andere finanzielle Verbindlichkeiten
+ Verbindlichkeiten verzinslich
309,0
0,0
347,7
11,7
390,6
11,7
+ Rückstellungen verzinslich
369,2
678,2
–298,6
–1,0
377,6
737,0
–116,0
–1,6
404,4
806,6
–37,0
–5,9
VERZINSLICHES FREMDKAPITAL
− Andere finanzielle Vermögenswerte
− Forderungen verzinslich langfristig
– Forderungen verzinslich kurzfristig
− Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
VERZINSLICHE AKTIVA
0,0
–8,6
–14,5
–85,8
–143,2
–0,1
–55,5
–355,1
0,0
–108,2
–234,5
–0,5
− Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
NETTOFINANZVERSCHULDUNG2
NETTOFINANZVERSCHULDUNG/EBITDA2
323,1
0,99
502,0
1,52
663,4
1,71
1
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
Die Gesellschaft bank99 wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt, da diese Kennzahl inhaltlich nur für das Logistikgeschäft relevant ist.
2
Die Nettofinanzverschuldung/EBITDA zeigte einen
Verhältniswert von 1,71 nach 1,52 im Jahr zuvor.
Im Rahmen der Dividendenpolitik beabsichtigt die
Logistikzentren. Die immateriellen Vermögensgegen-
stände machten einen Anteil von 5,1ꢀ% aus. G 27
Der wesentliche Anteil der Investitionen wurde
Österreichische Post für die kommenden Jahre –
unter
im Rahmen des Kapazitätsprogramms zum Ausbau der
Logistikinfrastruktur im Paketbereich getätigt.
der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung
weiterhin erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnli-
chen Umstände auftreten – eine Ausschüttungsquote von
zumindest 75ꢀ% des auf die Aktionär*innen entfallenden
Nettoergebnisses.
Sowohl bei Neu- als auch bei Ersatzinvestitionen
erfolgt eine detaillierte Rentabilitätsbetrachtung der jewei-
ligen Maßnahme. Ersatzinvestitionen werden dann getätigt,
wenn entweder mit der neueren Technologie ein Produk-
tivitätsfortschritt erzielt werden kann, der die laufenden
Aufwendungen für Eigen- und Fremdpersonal oder den
Zukauf von Transportleistungen reduziert, oder wenn der
optimale Austauschzeitpunkt dadurch gegeben ist, dass die
Lebenszykluskosten (vor allem Instandhaltungskosten) die
Kosten eines neu beschafften Anlageguts überschreiten.
2.3.4 Investitionen und Akquisitionen
Die Investitionen des Österreichischen Post-
Konzerns beliefen sich im Geschäftsjahr 2021 in Summe
auf 274,8 Mio EUR. In der Berichtsperiode entfielen
260,8 Mio EUR auf Investitionen in Sachanlagen und als
Finanzanlagen gehaltene Immobilien sowie 14,1 Mio EUR
auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, wobei
92,0 Mio EUR Zugänge von Nutzungsrechten aufgrund
von IFRS 16 betrafen.
G 27
Investitionen nach Kategorien
2021
in %
21,1ꢀ% der Investitionen der Österreichischen Post
entfielen auf den Bereich Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung. Neben den laufenden Investitionen
im Bereich Fuhrpark wurde in diesem Bereich vor allem in
die Filialausstattung sowie in diverse Hardware investiert.
Auf den Bereich Grundstücke/Bauten und Investment
Property entfiel in der Berichtsperiode ein Anteil von 37,8ꢀ%,
während geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
26,8ꢀ% des Investitionsprogramms ausmachten, welche
vorwiegend für das Paketerweiterungsprogramm sowie
für Zustellfahrzeuge bestimmt waren. Zudem entfie-
len 9,2ꢀ% auf technische Anlagen und Maschinen in den
5,1
Immaterielle
Vermögensgegenstände
26,8
Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau
37,8
Grundstücke/
Bauten und
Investment Property
9,2
21,1
Technische Anlagen
und Maschinen
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
20
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Investitionen werden sowohl während diverser
Planungsphasen als auch im Zuge der Beschaffungsphase
durch ein Gremium genehmigt und freigegeben, das sich je
nach Investitionsvolumen aus Bereichsverantwortlichen,
einzelnen oder allen Vorständen bzw. dem Aufsichtsrat
der Österreichischen Post AG zusammensetzt. Neben
laufenden Plan/Ist-Vergleichen findet zum Abschluss der
Investitionsphase – insbesondere bei großen Projekten –
eine Investitionsnachschau statt.
2.4 Wertorientierte
Kennzahlen
2.4.1 Capital Employed
Das Capital Employed des Österreichischen Post-
Konzerns beträgt zum 31. Dezember 2021 1.126,9 Mio EUR
nach 1.053,1 Mio EUR im Vorjahr. Der Anstieg ist bedingt
durch Investitionen in Sachanlagen, auch war im Vergleich
zum Vorjahr die Erhöhung von Steuererstattungsansprü-
chen zu verzeichnen. Der Rückgang des unverzinslichen
Fremdkapitals ist im Wesentlichen verursacht durch den
Rückgang unverzinslicher Verbindlichkeiten (wie z.ꢀB. Ver-
bindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen). Gegen-
läufig wirkte die Erhöhung kurzfristiger unverzinslicher
sonstiger Rückstellungen. T 12
Neben dem Return on Investment (ROI) als wesent-
lichem Entscheidungsparameter für Investitionen und
Akquisitionen werden auch die Amortisationsdauer und
der Barwert des Investments betrachtet – sowohl in der
Planung als auch im Kennzahlen-Monitoring.
Für den Erwerb bzw. Verkauf von Tochterunter-
nehmen sowie von nach der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen erfolgte 2021 ein Zahlungsmittelzufluss
von 336,5 Mio EUR nach einem Abfluss von 1,1 Mio EUR
im Jahr 2020. Der wesentliche Anteil in der Berichts-
periode ist auf die Übernahme des Privatkund*innen-
geschäfts der ING in Österreich zurückzuführen. Generell
geht jeder Akquisition ein konzernweit einheitlicher Aus-
wahlprozess voran. Die Entscheidungsgrundlage bildet
eine Due-Diligence-Prüfung, auf die eine Bewertung mit-
tels Discounted-Cashflow-Methode und gegebenenfalls
eine Plausibilisierung der ermittelten Werte mittels Ver-
gleichswertverfahrens folgt.
Ziel der Österreichischen Post ist es, das Capital
Employed entsprechend den branchenspezifischen Gege-
benheiten zu optimieren. Vor diesem Hintergrund werden
Investitionen äußerst selektiv und gezielt getätigt,
um vor allem Produktivitätssteigerungen und profitables
Wachstum zu ermöglichen. Firmenwerte werden laufend
auf ihre Werthaltigkeit geprüft und bei Anzeichen von Wert-
minderungen entsprechend wertberichtigt.
Die wesentlichen Schwerpunkte im Forderungs-
management der Österreichischen Post liegen in der kon-
tinuierlichen Prüfung der überfälligen Forderungen. Das
Management wird regelmäßig über Außenstände infor-
miert, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können.
Im Risikofall erfolgt unverzüglich die Umstellung auf Vor-
aus- oder Barzahlung bzw. wird die Vorlage einer Bank-
garantie gefordert.
T 12
Capital Employed
Mio EUR
31.12.20191 31.12.2020
31.12.2021
+ Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Geschäfts- oder Firmenwerte
+ Als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien
+ Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
+ Vorräte
1.147,5
73,0
1.277,6
74,4
1.313,5
76,3
11,4
11,4
8,2
14,3
15,5
16,5
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
sonstige Forderungen sowie finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen und Steuererstattungsansprüche2
319,2
–649,7
915,7
415,2
–741,0
1.053,1
432,8
–720,4
1.126,9
− Unverzinsliches Fremdkapital
CAPITAL EMPLOYED3
1
Änderung der Darstellung von Finanzdienstleistungen, siehe Konzernanhang Kapitel 3.2
abzüglich verzinsliche Forderungen
Die Gesellschaft bank99 wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt, da diese Kennzahl inhaltlich nur für das Logistikgeschäft relevant ist.
2
3
21
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2.4.2 Ratios
Geschäftsjahr 2021. Der Return on Capital Employed ver-
besserte sich von 19,4ꢀ% im Vorjahr auf 21,0ꢀ% im Geschäfts-
jahr 2021. Durch das im Vergleich zum Vorjahr bessere
Ergebnis (EBIT) konnte der Anstieg des durchschnittlichen
Capital Employed mehr als kompensiert werden. T 13
Die EBITDA-Marge der Österreichischen Post
erhöhte sich von 13,8ꢀ% im Jahr 2020 auf 14,7ꢀ% im Jahr
2021. Die EBIT-Marge betrug im Jahr 2020 7,3ꢀ%, im
Jahr 2021 stieg die Marge auf einen Wert von 8,1ꢀ%. Der
Return on Equity veränderte sich von 20,6ꢀ% auf 29,5ꢀ% im
T 13
Ratios
in %
2019
2020
2021
EBITDA-Marge1
EBIT-Marge2
ROE3
15,8
9,9
13,8
7,3
14,7
8,1
25,9
27,4
20,6
19,4
29,5
21,0
ROCE4
1
EBITDA-Marge = EBITDA/Umsatzerlöse
EBIT-Marge = EBIT/Umsatzerlöse
Return on Equity = Periodenergebnis (Eigenkapital zum 1. Jänner abzüglich Dividendenausschüttung)
Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed; die Gesellschaft bank99 wurde in der Berechnung nicht berücksichtigt,
da diese Kennzahl inhaltlich nur für das Logistikgeschäft relevant ist
2
3
4
2.5 Mitarbeiter*innen
um 4.309 Vollzeitkräfte, wobei der Großteil auf die Voll-
konsolidierung der türkischen Gesellschaft Aras Kargo
zurückzuführen ist (+4.032 Vollzeitkräfte). Die Mehrheit
der Konzernmitarbeiter*innen ist in der Österreichischen
Post AG beschäftigt (insgesamt 17.654 Vollzeitkräfte). T 14
Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter*innen
der Österreichischen Post lag im Jahr 2021 bei 27.275 Voll-
zeitkräften. Dies entspricht einem Anstieg des Personal-
stands gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres
T 14
Periodendurchschnitt in Vollzeitkräften
2020
Anteil 2021
2021
Brief & Werbepost
Paket & Logistik
Filiale & Bank
865
4.829
886
9.003
3,2ꢀ%
33,0ꢀ%
7,2ꢀ%
2.077
1.970
1.724
2.012
7,4ꢀ%
Corporate
9.494
13.472
22.966
13.872
13.404
27.275
50,9ꢀ%
49,1ꢀ%
100ꢀ%
OPERATIVE DIVISIONEN
Logistiknetzwerk
KONZERN
22
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3. FORSCHUNG UND
ENTWICKLUNG/INNOVATIONS-
MANAGEMENT
Ein wesentlicher Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg
in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung und
Markteinführung innovativer Produkte und Geschäftsmo-
delle sowie in der Erweiterung der bestehenden Produkt-
Darüber hinaus kooperieren die Österreichische
Post seit langem mit namhaften österreichischen Univer-
sitäten, Fachhochschulen und anderen Forschungseinrich-
tungen. Wichtige Partner*innen sind dabei die Österreichi-
sche Forschungsförderungsgesellschaft, der Klima- und
Energiefonds sowie die Schieneninfrastruktur-Dienst-
leistungsgesellschaft. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den
Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der
Entwicklung von Produkten und Services auf wissenschaft-
lich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können. Beim
Thema Innovationen sind Investitionen in State-of-the-Art-
Technologien sowie die laufende Verbesserung und der
Ausbau der Infrastruktur ein wesentlicher Faktor. Ein wich-
tiges Kooperationsprojekt ist demnach auch die Initiative
„Forschung trifft Praxis“. In Zusammenarbeit mit Bildungs-
einrichtungen und Businesspartner*innen wird im Rahmen
dieser Initiative zu aktuellen Marketing- oder Wirtschafts-
Trendthemen geforscht. Ziel dieser Initiative ist es, wissen-
schaftliche Ergebnisse basierend auf einer Forschungsfrage
zu erzielen, die sowohl für den*die Businesspartner*in als
auch die Österreichische Post AG einen Mehrwert bieten.
Weiters möchte die Post ihren Kund*innen dadurch neue
Einblicke gewähren, die eine partnerschaftliche Zusammen-
arbeit verstärken.
palette aus dem Kerngeschäft heraus.
Besonders die
Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie sich verändernde
Lebensgewohnheiten machen ein ständiges Hinterfragen
und Verbessern der eigenen Prozesse und Dienstleistun-
gen erforderlich. Daher arbeitet die Österreichische
Post stets an der Ergänzung und Verbesserung ihrer Pro-
dukte und Services, an der Optimierung der bestehenden
Prozesse und Abläufe und an der Erschließung gänzlich
neuer Geschäftsfelder auf Basis von innerbetrieblichen
Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Die Investi-
tionen und Innovationen umfassen nicht nur den Ausbau
und die Verbesserung der Services, sondern auch des
logistischen Backbones aus Standorten und Fahrzeugen.
Dabei werden
unternehmensintern oder gemeinsam
mit Kooperationspartner*innen auch innovative Lösun-
gen erforscht und entwickelt, die in vielen Fällen zu neuen
Marktstandards für die gesamte Logistikbranche führen.
Zwei weitere Lockdowns aufgrund der COVID-19 Pande-
mie im Jahr 2021 haben Marktdynamiken nachhaltig ver-
stärkt. Die Auswirkungen des Trends zum Online-Handel
beschäftigten die Österreichische Post auch in diesem Jahr.
Das Zusammenwirken aus zentraler Steuerung
Zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen
im Kerngeschäft führten im Geschäftsjahr 2021 zu neuen
Angeboten und Verbesserungen der User Experience für
die Kund*innen der Österreichischen Post. Als Beispiele
können das Abholservice für Business-Kund*innen als
eine bequeme Lösung für den Paketversand beim belieb-
ten Marktplatz willhaben oder das Konzept einer moder-
nen Selbstbedienungsfiliale – der Filiale der Zukunft –
genannt werden.
der Innovationstätigkeit und der Arbeit in dezentralen
Innovationsteams der Geschäftsbereiche der Österreichi-
schen Post bleibt weiterhin ein Erfolgsrezept. Das zentrale
Innovationsmanagement fördert die Innovationsarbeit
der Geschäftsbereiche durch regelmäßiges Vernetzen in
Veranstaltungen sowie internen und externen Program-
men – als Beispiele wären hier die Partnerschaft mit dem
VERBUND Accelerator Programm 2021 oder dem Sustain-
ability Data Science Hackathon der Österreichischen Betei-
ligungs AG zu nennen. Marktbedürfnisse und Zukunfts-
trends werden rechtzeitig erkannt und entsprechende
Initiativen getriggert. Dabei ist es wichtig, stets den rele-
vanten Start-up- und Entrepreneur-Markt für Innovation
im Auge zu behalten, um mögliche externe Chancen wie
z.ꢀB. Partnerschaften zu identifizieren. So sichert die Post
ihre Wettbewerbsposition nachhaltig und treibt die Bran-
chenentwicklung voran.
Während eine Reihe an Projekten in den Produkt-
managementteams der Divisionen initiiert und abgewickelt
werden, erfolgt zur Sicherung der Service-Führerschaft eine
zentrale Weiterentwicklung der Endkund*innenservices
mit dem Anspruch, neueste Technologien zur Verbesserung
der Kernservices sowie der Schaffung und Erforschung
neuer Geschäftsmodelle auf der Endkund*innenseite
einzusetzen. Die Online-Lösungen der Post zeichnen sich
dabei durch ein hohes Maß an Sicherheit, Flexibilität, Effi-
zienz und Vertrauenswürdigkeit aus.
23
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Zuge des Pilotprojekts „Vorzimmerzustel-
lung“ wird ein neuer und innovativer Zustellweg getestet,
bei dem die Zusteller*innen die Pakete gleich direkt hin-
ter der Wohnungstür der Kund*innen platzieren. Dieses
Service ist nicht nur bequem für die Kund*innen, sondern
hat auch zum Ziel, dass sich die Erstzustellquote erhöht
und somit Fahrten zum Postamt reduziert werden. Für
den Testbetrieb dieses Vorhabens, der zu einem großen
Andrang von Bewerber*innen führte, konnte eine Förde-
rung der Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesell-
schaft gesichert werden.
Organisation aller Geschäftskund*innen-Themen noch
direkter, einfacher und flexibler möglich. So können Auf-
träge, Rechnungen und Verträge verwaltet, Anfragen und
Reklamationen zielgerichtet abgesetzt, Zeitungszulas-
sungen rasch beantragt und eine Vielzahl an Online-Ser-
vices genutzt werden.
Das Geschäftsfeld Business Solutions ist führender
Anbieter für innovative, physische und digitale Geschäfts-
prozesslösungen. Der Fokus liegt auf effizienten Business-
lösungen in den Bereichen Business Process Outsourcing,
Input- und Outputmanagement, Dokumentenlogistik-
services und digitaler Informationsprozessautomatisierung.
Mit Robotic Process Automation (RPA) konnte im
vergangenen Jahr für Geschäftskund*innen ein weiterer
Lösungsbaustein geschaffen werden, mit dem Informations-
prozesse äußerst effizient automatisiert werden können.
Durch fortlaufende Innovation in den Bereichen künst-
liche Intelligenz, Dokumentenmanagement-Lösungen und
hybride Zustellungsangebote ermöglicht das Geschäfts-
feld gerade in Zeiten großer Veränderung einen reibungs-
losen und State-of-the-Art-Betriebsablauf für Österreichs
führende Unternehmen.
Für Aufmerksamkeit im Umfeld Philatelie sorgte
2021 erneut die Crypto-Stamp, die erstmals dank NFC-
Chip und Crypto-Technologie ein völlig neues Sicherheits-
merkmal bietet. Mit neuen – in der Blockchain-Community
beliebten – Motiven wie dem Wal, der Katze und dem Rhino
wurden Sammler*innen weitere begehrte Objekte geboten.
Aber auch die Sammler*innen traditioneller Briefmarken
kamen z.ꢀB. mit einer duftenden Sonderbriefmarke oder der
Briefmarke im Design von und gefertigt aus FFP2-Masken
auf ihre Rechnung. Im Post KartenStudio können nicht
nur wie bisher Postkarten mit individuellen Fotos gestaltet
und verschickt werden, sondern auch Grußkarten für die
unterschiedlichsten Anlässe gestaltet werden.
Im Bereich Logistics Solutions entwickelt die
Österreichische Post laufend maßgeschneiderte Kund*in-
nenlösungen für Warehousing und Fulfillment sowie
diverse „Value Added Services“ – wie beispielsweise das
2-Mann Handling, eine zeitdefinierte Zustellung (z.ꢀB.
Same Day Delivery) oder nachhaltige Verpackungslösun-
gen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 konnte der
Bereich Logistics Solutions seine Lösungskompetenz auf
beeindruckende Art und Weise unter Beweis stellen. Die
für die Bekämpfung der Pandemie so wichtigen PCR-Tests
verdanken in Wien und weiteren Regionen ihren interna-
tional beachteten Erfolg dem logistischen Backbone der
Österreichischen Post.
Die Division Brief & Werbepost der Österreichi-
schen Post konnte auch dieses Jahr ihren konsequenten
Innovationskurs fortsetzen. Ein besonderes Highlight
war eine unternehmensweit durchgeführte Idea Challenge,
bei der 68 qualifizierte Ideen von Innovator*innen aus
allen Unternehmensbereichen eingebracht wurden. Aus-
gewählte Ideen wurden bereits im laufenden Geschäfts-
jahr umgesetzt – z.ꢀB. eine Lösung für die nachhaltige
Durchführung von Sportevents. Ein Schwerpunkt lag im
vergangenen Jahr auf dem Themenfeld Werbung, bei dem
sich verändernde Bedürfnisse und digitale Möglichkei-
ten berücksichtigt und kreative Marktkonzepte erarbei-
tet wurden. So konnte das Post-eigene Vergleichsportal
daskuvert.at mit über 50 Mio Online-Angeboten gelauncht
werden. Mit Digital Out of Home (DOOH)-Werbefenstern
wurde das digitale Werbeportfolio weiter ausgebaut. Das
physische Werbeangebot wird stetig durch digitale Werbe-
kanäle ergänzt und die Bereitstellung eines digitalen
Zugangs zu den Kernprodukten am Brief- und Werbemarkt
wird forciert. Um Kund*innen den digitalen Zugang zu
Werbeprodukten zu ermöglichen, wurden einige Initiativen
gestartet – ein Beispiel ist das Produkt „Einfach Werben“,
ein Self-Service Tool zum Gestalten, Drucken und Versen-
den von Werbesendungen. Besonders zu erwähnen ist die
Bereitschaft, Konzepte mutig zu testen und bei positiver
Resonanz mit Konsequenz umzusetzen.
Gemeinsam mit der ACL advanced commerce labs
wird Kund*innen eine perfekte Partnerschaft zum Ausbau
und zur Erweiterung ihrer logistischen Wertschöpfungs-
kette geboten. So kann Logistics Solutions und somit die
Österreichische Post den Kund*innen vom Online-Shop
bis zum Customer Service, vom Frontend bis zum Backend,
alles aus einer Hand, anbieten. Der Fokus der Innovations-
arbeit auf die Themen Automatisierung und Predictive
Analytics unterstützt das gesteigerte Bedürfnis der Kun-
d*innen nach Effizienz, Flexibilität und Resilienz. Damit
ist die Österreichische Post in der Lage, den Kund*innen
maßgeschneiderte Lösungen vom Online-Shop, speziellen
IT-Lösungen, dem Warehousing, Fulfillment und der End-
kund*innenbelieferung bis hin zu Lösungen der Bargeld-
bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus ging im April mit ELLA das neue
Im Bereich Prozesse und Abläufe liegt ein
Online-Geschäftskund*innenportal der Österreichischen
Post live. In diesem modernen Self-Service Tool ist die
wesentlicher Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt
auf der Stärkung der Nachhaltigkeit. Dabei investiert die
24
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Österreichische Post laufend in Maßnahmen zur Verbes-
serung der CO2-neutralen und schadstofffreien Zustel-
lung. Ein besonderes Highlight stellt die Inbetriebnahme
des ersten LNG-Lkw (Liquefied Natural Gas) auf der
Basis von verflüssigtem Erdgas dar. Diese Lkw sollen eine
CO2-freundliche Überbrückungslösung schaffen, bis neue
Technologien wie E-Lkw und Wasserstoff-Lkw einsatzbe-
reit sind. Ein ambitioniertes Außen- und Grünraumkonzept
beim Ausbau des Logistikzentrums Vorarlberg in Wolfurt
ist beispielhaft für die Berücksichtigung von Nachhaltig-
keitsaspekten bei Kapazitätserweiterungen.
nach wie vor eine große Rolle. Dabei konnte die Österrei-
chische Post konzernübergreifend viele Investitionen
einreichen und Förderzusagen vor allem für Investitionen
mit hoher Förderintensität im Bereich Ökologisierung und
Digitalisierung sichern, die dem wirtschaftspolitischen
Ziel dieses Instruments, der Stützung der heimischen Wirt-
schaft durch eine Steigerung der Investitionsneigung, auf
nachhaltige Weise zugutekommen.
Die Forschungsaktivitäten der Österreichi-
schen Post werden durch weitere Förderzusagen seitens
der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft
honoriert. So werden etwa im Sondierungsprojekt „Green
Diversity Linz“ mit verschiedenen Partner*innen inno-
vative Begrünungstechnologien für das Bauprojekt der
Österreichischen Post in der Nähe des Hauptbahnhofs
erarbeitet, die eine nachhaltige Energieversorgung unter-
stützen und einer Überhitzung des Büro- und Wohnvier-
tels im Sommer entgegenwirken. Außerdem wird in einem
Projekt gemeinsam mit der Technischen Universität Graz
das Verhalten von Kleinsendungen im Sortierprozess
untersucht, um daraus einen Simulationsansatz zu ent-
wickeln, mit dem man eine Optimierung in der Entwick-
lung von entsprechenden Maschinen erreichen kann. Ein
weiteres förderungswürdiges Unterfangen, bei dem die
Österreichische Post als Konsortialpartnerin in Zusam-
menarbeit unter anderem mit dem Fraunhofer Institut
auftritt, ist das Projekt „Öffi-Packerl“, in dem ab dem Jahr
2022 der Transport von Paketen zwischen Abholstatio-
nen im öffentlichen Nahverkehr durch Öffi-Nutzer*innen
getestet wird.
In dem bereits im Jahr 2020 gestarteten Projekt
„Grüne Verpackung“ forscht die Österreichische Post
zusammen mit der FH Oberösterreich an nachhaltigen und
wiederverwendbaren Verpackungslösungen. Dabei konnte
der Schulterschluss mit einigen der größten Marken-
artikel-Versender*innen Österreichs für eine gemeinsame
Projektumsetzung im Frühjahr 2022 geschafft werden.
Ein besonders aus der Nachhaltigkeitspers-
pektive richtungsweisendes Projekt stellt die emissions-
freie Zustellung in Österreichs zweitgrößter Stadt Graz
dar. Sämtliche Briefe, Pakete, Printmedien und Werbe-
post werden dank der rein elektrischen Zustellflotte aus
E-Fahrzeugen, E-Fahrrädern und E-Bikes ohne CO2-Emis-
sionen in bewährter Qualität den Grazer*innen zugestellt.
Hinter den Kulissen waren dabei die Bereitstellung der
effizienten Ladeinfrastruktur und die Errichtung eines
City Hubs wichtige Bausteine, die dank der konsequenten
Forschungsarbeit zusammen mit Universitäten möglich
wurden. Bereits im Jahr 2030 soll das Modell der emis-
sionsfreien Zustellung auf das gesamte Bundesgebiet
ausgerollt werden.
Es handelt sich hierbei um eine exemplarische,
nicht vollständige Darstellung ausgewählter Forschungs-
projekte.
Zudem wurde das Programm „City Logistik“
weitergeführt. Die Zustellung zu Fuß mit Deichselgeräten
wurde über dezentral gelegene Mikro-Logistikzentren (City
Hubs) in den Regelbetrieb übergeführt. Die für die Paket-
zustellung erprobten E-Bikes wurden auch in der Brief-
zustellung getestet.
Durch dieses neuartige Konzept
kann die Österreichische Post einen wesentlichen Beitrag
zur Reduktion von CO2- und Lärmemissionen in Ballungs-
zentren leisten.
Die Österreichische Post sucht für Innovationen
und Investitionen konsequent nach Fördermöglichkeiten.
Das Fördermanagement, welches in der Abteilung CSR &
Umweltmanagement (CSR = Corporate Social Respon-
sibility) beheimatet ist, berät und unterstützt hier alle
betroffenen Bereiche und koordiniert auch die steuerliche
Forschungsprämie.
Auch in diesem Bereich wirkte sich die COVID-19
Pandemie aus, da rasch hohe Fördermittel des Finanz-
ministeriums zur wirtschaftlichen Bekämpfung der Aus-
wirkungen der staatlich angeordneten Lockdowns bereit-
gestellt wurden. Hier spielt die COVID-19 Investitionsprämie
25
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4. CHANCEN UND
RISIKEN
4.1 Risikomanagement-
system
Die Österreichische Post betreibt ein umfang-
reiches Risikomanagement, in das alle Unternehmens-
einheiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind.
Dieses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO-Stan-
dard „Enterprise Risk Management – Integrated Frame-
work“ von Juni 2017. Das Ziel des Risikomanagements ist
es, die Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren, zu
bewerten und durch geeignete Maßnahmen das Erreichen
der Unternehmensziele zu unterstützen. Risiken werden
nach einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusam-
menhang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem
unternehmensweiten Risikomanagementsystem doku-
mentiert. Der Konzernvorstand definiert die Risikostrate-
gie und -politik des Unternehmens und legt die Rahmen-
bedingungen des Risikomanagementsystems fest. G 28
G 28
Governancestruktur des Risikomanagements
Aufsichtsrat
Vorstand
Prüfungsausschuss
Risikogremium
Risikomanagement
Risikoverantwortliche
Die Risikopolitik der Österreichischen Post
ist auf Bestandssicherung und nachhaltige Steigerung
des Unternehmenswerts ausgerichtet und fügt sich in
die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie ein. Die
Österreichische Post ist zahlreichen Risiken ausgesetzt.
Daher ist die Österreichische Post bereit, Risiken
einzugehen, sofern das resultierende Chancen- und Risi-
kenportfolio ein ausgewogenes Verhältnis aufweist und
sie sich im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten und
ethischen Grundwerte des Unternehmens bewegen. Die
Ziele der Bestandssicherung und Ermöglichung einer
nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts dürfen
nicht gefährdet werden.
Für Risiken, die unvermeidbar sind, werden Steue-
rungsmaßnahmen ergriffen, die der Bestandssicherung
und nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts
dienen.
26
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
G 29
Risikomanagementprozess
Identifizierung
& Bewertung
Aggregation
& Reporting
Maßnahmen-
gestaltung
Überwachung
& Kontrolle
Identifizierung
Analyse
Bewertung
Prüfung & Plausibilisierung
Aggregation
Reporting
Planung
Umsetzung
Überwachung
Evaluierung durch externe
Auditor*innen
Self-Assessments
Die wichtigsten Schritte des Risikomanagement-
prozesses sind:
3
Maßnahmengestaltung Die Risikosteuerung erfolgt
durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit dem
Ziel, Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf Dritte
zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen hierzu
die infrage kommenden Maßnahmen mittels Kosten-
Nutzen-Analysen und implementieren diese anschlie-
ßend. Die Maßnahmen werden im Zuge der halbjährlichen
Analyse überwacht und angepasst. Zur systematischen
Bewältigung versicherbarer Risiken betreibt der Öster-
reichische Post-Konzern ein internes Versicherungs-
management. Dessen Hauptaufgaben bestehen in der
laufenden Optimierung der Versicherungssituation sowie
der Prozesse in der Schadenabwicklung.
1
Identifizierung und Bewertung Risiken sind definiert
als potenzielle Abweichungen von Unternehmenszielen. Für
jedes identifizierte Risiko wird festgelegt, wer die Bewer-
tung, Steuerung und Überwachung verantwortet. Halb-
jährlich unterstützen die Risikomanagement-Beauftragten
der jeweiligen Unternehmensbereiche bei der Analyse und
Aktualisierung der Risikosituation. Im Zuge der Analyse und
Bewertung werden die Risiken in Szenarien beschrieben
und anschließend so weit wie möglich gemäß den Dimen-
sionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit quan-
tifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden anhand
definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätzlich unter-
stützt das zentrale Risikomanagement zyklisch die einzel-
nen Unternehmensbereiche in Form proaktiver Risiko-
Assessments und Workshops hinsichtlich ihrer Risiken. Die
Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung werden in
einer eigenen Risikomanagement-Software dokumentiert.
4
Überwachung und Kontrolle In Anlehnung an den
Österreichischen Corporate Governance Kodex wird
die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems
jährlich durch Wirtschaftsprüfer*innen beurteilt. Des
Weiteren werden die Konzeption, Angemessenheit und
Wirksamkeit des Risikomanagementsystems regelmäßig
evaluiert, überwacht und kontrolliert. G 29
2
Aggregation und Reporting Das zentrale Risiko-
management sammelt und überprüft die identifizierten
und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher
Überschneidungen werden im Rahmen der Aggregation
berücksichtigt. Unter Einsatz statistischer Methoden wird
die Gesamtrisikoposition des Post-Konzerns ermittelt.
Darüber hinaus wird das Risikoportfolio in einem Risiko-
gremium analysiert und plausibilisiert. Das Risikogremium
setzt sich aus Vertreter*innen von Governance-Funktio-
nen, einschließlich Corporate Social Responsibility, und
operativen Funktionen zusammen. Die Ergebnisse des
Risikogremiums fließen in den halbjährlichen Bericht des
zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren
Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende
Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berich-
tet. Zum Status des Risikomanagements werden der Auf-
sichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmäßig
informiert.
27
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.2 Bedeutende Risiken
Die Risiken und Chancen der Post leiten sich aus
dem Risikoumfeld bzw. den Trends und Veränderungen ab,
denen das Unternehmen ausgesetzt bzw. mit denen das
Unternehmen konfrontiert ist.
4.2.2 Brief- und Werbepostmarkt
Klassische Briefsendungen werden zunehmend
durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elektro-
nischen Substitution von Briefen, insbesondere zur elek-
tronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbestehen.
Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert wird,
kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen und
damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rückgang
des Umsatzes der Österreichischen Post im Bereich Brief-
post von einem Prozentpunkt führt zu einem negativen
Umsatzeffekt von rund 6 Mio EUR pro Jahr, der aufgrund
der Fixkostenstruktur des Unternehmens kurz- bis mittel-
fristig großteils ergebnismindernd wirken würde. Es kann
nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Änderun-
gen der gesetzlichen Zustellvorschriften für behördliche
Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sendungen nicht
mehr über die Österreichische Post zugestellt wird. Eine
zusätzliche Beschleunigung der Substitution von Briefsen-
dungen durch elektronische Medien ist durch das Inkraft-
treten des E-Government-Gesetzes sowie durch weitere
Digitalisierungsmaßnahmen des Bundes zu erwarten.
Dem Mengenrückgang infolge dieser Substitution wird mit
neuen Produkten und Dienstleistungen entgegengewirkt.
Die Diversifikation trägt dazu bei, Risiken einzelner Bran-
chen weit zu streuen bzw. gering zu halten.
4.2.1 Umwelt-, Sozial- und
Governance-Risiken (Environmental,
Social, Governance – ESG)
Die Österreichische Post AG verfolgt seit über zehn
Jahren Nachhaltigkeitsziele. Dies spiegelt sich in der inte-
grierten Konzern- & Nachhaltigkeitsstrategie wider. ESG-
Themen haben einen hohen Stellenwert, die Initiative CO2
NEUTRAL ZUGESTELLT sei hier beispielhaft genannt. Dem-
gemäß begrüßt und unterstützt die Österreichische Post
Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Durch bestimmte
Umweltschutzbestrebungen könnte jedoch der regulato-
rische Druck auf unadressierte Produkte erhöht werden
oder sich der Trend zur Digitalisierung verstärken. Beides
könnte zu Rückgängen in der Brief- und Werbepost füh-
ren. Die Österreichische Post versucht daher im Dialog mit
Stakeholdern Aufklärungsarbeit hinsichtlich der tatsächli-
chen Umweltauswirkung von Printprodukten zu betreiben,
aber auch den CO2-Fußabdruck digitaler Lösungen anzu-
sprechen. Es werden daher Ökobilanzen von physischen
Produkten und Produktgruppen, aber auch von digitalen
Angeboten errechnet.
Das Geschäft mit Werbesendungen wird von der
konjunkturellen Entwicklung beeinflusst und hängt stark
von der Intensität der Werbeaktivitäten von Unterneh-
men ab. Gerade der stationäre Handel – als wichtigste
Werbepost-Kund*innengruppe – ist weiterhin mit folgen-
den strukturellen Trends konfrontiert: Einerseits ist eine
zunehmende Marktkonzentration spürbar und anderer-
seits leidet der stationäre Handel unter dem starken
Wachstum des E-Commerce-Markts. Infolgedessen kann
es zu einer Reduktion bei Werbemitteln und -mengen und
damit auch zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses
kommen. Darüber hinaus kann digitale Werbung oder Ver-
unsicherung rund um die Datenschutz-Grundverordnung
zur Reduktion physischer Sendungen führen.
ESG-Bestrebungen und Klimawandel könnten sich
auf Personal und Arbeitsprozesse auswirken und zu Kos-
tensteigerungen führen.
Ein erhöhtes Bewusstsein für die Verantwortung
der Lieferkette bewirkt gesteigerte Sorgfaltsmaßnahmen,
es besteht dennoch die Gefahr, dass etwaige Verfehlun-
gen in der Lieferkette zu Reputationsverlusten führen
könnten.
Für eine detaillierte Aufstellung zu weiteren ESG-
Risiken und risikoreduzierenden Maßnahmen wird auf den
Nachhaltigkeitsbericht verwiesen.
Neben genannten Faktoren könnte auch ein stär-
kerer Wettbewerb einen negativen Einfluss auf die Men-
genentwicklung der Brief- und Werbepost nehmen.
28
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.2.3 Türkeiꢀ/ꢀAras Kargo
4.2.5 Personalkosten und Struktur der
Dienstverhältnisse
Die Österreichische Post ist zu 80ꢀ% am türkischen
Paketdienstleister Aras Kargo a.s. beteiligt. Aufgrund der
derzeit schwierigen Situation in der Türkei besteht das
Risiko, dass sich insbesondere volkswirtschaftliche Rah-
mengrößen sowie die nationale Gesetzgebung zum Nachteil
der Post entwickeln. Als wesentliche volkswirtschaftliche
Größen wären hier der Wechselkurs sowie die Inflationsent-
wicklung zu nennen. Während sich der Wechselkurs durch
die Umrechnung im Post-Ergebnis bemerkbar macht, kön-
nen Inflationsentwicklungen das Geschäft vor Ort beein-
flussen. Ein weiteres Risiko besteht in der Entwicklung der
Personalkosten. Wie auch das Kerngeschäft in Österreich
ist das Geschäft der Aras Kargo personalintensiv. Eine
nachteilige Entwicklung der Personalkosten könnte sich
daher negativ im Ergebnis auswirken. Es besteht zudem
das Risiko, dass sich der Trend eines verstärkten Wettbe-
werbs oder einer forcierten Eigenzustellung durch große
Versandhändler fortsetzt.
Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post ist
von einer hohen Personalkostentangente geprägt. Eine
Planabweichung im Bereich Löhne und Gehälter von einem
Prozentpunkt entspricht dabei durchschnittlich 9 Mio EUR
pro Jahr und etwaigen Rückstellungserfordernissen.
Weiters steht ein Teil der Mitarbeiter*innen des Österrei-
chischen Post-Konzerns in einem öffentlich-rechtlichen
Dienstverhältnis und unterliegt den Bestimmungen des
Beamt*innendienstrechts, dessen Änderung zusätzliche
Belastungen ergeben könnte. Daraus ergeben sich
Besonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrecht-
lichen Verwendung. Bei einem Teil der Belegschaft kann
es durch die bestehenden rechtlichen Bedingungen im
Fall von Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung
kommen, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus
an eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das
Beamt*innendienstrecht führt damit insgesamt zu gerin-
ger Kostenflexibilität. Der Österreichische Post-Konzern ist
im Hinblick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit
den Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglich-
keiten für die ihm zugewiesenen Beamt*innen konfrontiert.
Durch die Entwicklungen in der COVID-19 Pande-
mie besteht das Risiko, dass es zu erhöhten Personalaus-
fällen kommen kann, sodass der reibungslose Geschäfts-
betrieb gestört werden könnte. Die Österreichische Post
versucht durch eine Vielzahl an Maßnahmen, dieses Risiko
zu minimieren.
4.2.4 Paketmarkt
Ähnliche Trends sind auch am österreichischen
Paketmarkt spürbar. Durch das weiterhin dynamische
Wachstum des Paketmarkts infolge des anhaltenden
E-Commerce-Booms bleibt der Wettbewerb intensiv.
Dadurch entstehen Preis- und Mengenrisiken und es kann
zu Marktanteilsverschiebungen kommen. Zudem ist das
starke Paketwachstum von großen Online-Versender*in-
nen getrieben, die weiterhin überproportional zum Markt
wachsen. Durch die bereits etablierte Eigenzustellung
eines Großkunden und damit verbundenen möglichen
weiteren Steigerungen der Eigenleistung kann es zu
spürbaren Mengenverlusten und damit einhergehenden
Umsatz- und Ergebniseffekten kommen.
4.2.6 Logistik- und Infrastrukturkosten
Die Verschiebungen der Sendungsmengen von
Brief zu Paket bewirken Anpassungen im Logistikprozess.
Es besteht das Risiko, dass sich die forcierten Effizienz-
bzw. Produktivitätssteigerungen verzögern. Darüber hinaus
wird in der Paketzustellung neben Eigenzustellung auch
mit Frachtunternehmen zusammengearbeitet. Aufgrund der
Zunahme der Paketmengen und der damit verbundenen
steigenden Nachfrage nach Frachtdienstleistungen besteht
das Risiko von Kostenerhöhungen.
29
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.2.7 bank99
4.2.9 Technische und Cyberrisiken
Die bank99 ist nun seit fast zwei Jahren am
Der Österreichische Post-Konzern ist in hohem
Markt. Ziel ist es, im Jahr 2023 eine weitgehende Break-
even-Situation zu erreichen, mit der Übernahme des
Privatkund*innengeschäfts der ING in Österreich ist dies-
bezüglich ein großer Schritt gelungen.
Maß auf die Verwendung von komplexen technischen
Systemen angewiesen und setzt bei der Erbringung seiner
Dienstleistungen maßgeblich auf den Einsatz von Daten-
verarbeitungssystemen, modernen Kommunikationsme-
dien und anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem
Hintergrund hat der Österreichische Post-Konzern in den
vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen vorge-
nommen, um sein Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren.
Die Leistungserbringung des Unternehmens hängt dabei
von der Funktionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte
ab. Sollten technische Systeme vorübergehend oder dauer-
haft ausfallen oder sollte es zu unberechtigten Daten-
zugriffen und Datenmanipulationen beispielsweise durch
Cyberkriminalität kommen, könnte dies zu Störungen des
Geschäftsablaufs und zum Verlust von Reputation und
Kund*innen führen sowie zusätzliche Kosten verursachen.
Zur Reduktion von technischen und Cyberrisiken wurden
Sicherheitsmaßnahmen und Regeln festgelegt, die einen
reibungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Im Betrieb von
Rechenzentren verfolgt der Österreichische Post-Konzern
eine Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Ver-
tragsgestaltung und gezieltes Servicelevel-Management
wird die Verfügbarkeit aller ausgegliederten Tätigkeiten
abgesichert. Die Vertragspartner*innen sind verpflichtet,
einschlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der bank99
ist hinkünftig von zwei wesentlichen Faktoren abhängig,
der Entwicklung des Kundengeschäfts sowie der Ent-
wicklung des Zinsumfelds. Es besteht hinsichtlich der
Entwicklung des Kund*innengeschäfts das Risiko, dass
die angebotene Produktpalette nicht im erwarteten Aus-
maß von den Kund*innen angenommen wird. Eine nach-
teilige Entwicklung des Zinsumfelds könnte sich ebenfalls
negativ auf die Ertragslage auswirken. Alle genannten
Risikoaspekte können dazu führen, dass das Ergebnis der
bank99 sich nicht entsprechend den Erwartungen der
Post entwickelt.
Die Post hat zur Absicherung der Kapitalisierung
der bank99 eine Patronatserklärung abgegeben. Es besteht
das Risiko, dass die Post im Krisenfall zur Wiederherstel-
lung der Gesamtkapitalquote eine Nachkapitalisierung
leisten muss.
4.2.8 Finanzrisiken
Eine detaillierte Darstellung der Finanzinstru-
mente und der damit verbundenen finanziellen Risiken
findet sich im Konzernanhang in Kapitel 10.
4.2.10 Regulatorische und rechtliche
Risiken
Der Österreichische Post-Konzern operiert mit
vielen Produkten und Dienstleistungen in einem höchst
komplexen rechtlichen bzw. regulatorischen Umfeld,
welches geprägt ist von z.ꢀB. dem Postmarktgesetz,
Datenschutzbestimmungen, steuerlichen Vorschriften,
Kapitalmarkt- und Wettbewerbsrecht.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass
trotz größtmöglicher Sorgfalt seitens der Post sons-
tige Behörden, z.ꢀB. Finanzämter, Aufsichtsbehörden oder
Gerichte, eine abweichende Rechtsansicht vertreten und
dies zu Nachzahlungen, Strafen oder Schadenersatzleistun-
gen führen könnte.
30
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.3 Bedeutende Chancen
Im zweiten strategischen Eckpunkt – Profitables
Wachstum in nahen Märkten – ergeben sich Chancen
vor allem durch das Beteiligungsportfolio der Post. Die
ausländischen Beteiligungsunternehmen sind primär im
Paketsektor angesiedelt und profitieren ebenfalls vom
Anstieg des Online-Handels. Das Tochterunternehmen
Aras Kargo bietet ein besonders großes Chancenpoten-
zial aufgrund der Größe und des Entwicklungspotenzials
des türkischen Markts.
Das Risikomanagementsystem hat zum Ziel, neben
Risiken auch Chancen frühzeitig zu erkennen, zu analy-
sieren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen das
entsprechende Chancen-Potenzial zu verwirklichen. Die
Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting
erfolgen gemäß dem zuvor dargestellten Prozess. Nach-
folgend werden die bedeutenden Chancen dargestellt.
Die Zuordnung orientiert sich an der im Jahr 2020 aktua-
lisierten neuen integrierten Unternehmens- und Nach-
haltigkeitsstrategie. Sie setzt sich aus drei Eckpunkten
zusammen: „Verteidigung der Marktführerschaft und
Profitabilität im Kerngeschäft“, „Profitables Wachstum in
nahen Märkten“ und „Ausbau des Filial- und Digitalange-
bots für Privatkund*innen und KMU“. Das Herzstück der
neuen integrierten Unternehmens- und Nachhaltigkeits-
strategie, die Nachhaltigkeit, befindet sich umrahmt von
den drei genannten Eckpunkten in dessen Zentrum.
Im ersten strategischen Eckpunkt – Verteidigung
Für den dritten strategischen Eckpunkt – Ausbau
des Filial- und Digitalangebots für Privatkund*innen und
KMU – ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den
Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie
durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce,
insbesondere kann über die Tochtergesellschaft Post
E-Commerce an der Online-Handel-Dynamik partizipiert
werden. Darüber hinaus bietet auch die bank99 Chancen,
insbesondere durch die Übernahme des Privatkund*innen-
geschäfts der ING in Österreich. Das sich abzeichnende
steigende Zinsniveau könnte in den nächsten Jahren zur
positiven Entwicklung der Bank beitragen.
der Marktführerschaft und Profitabilität im Kern-
geschäft – wird die Erweiterung und Adaptierung des
Produktportfolios im Segment Brief & Werbepost sowie
Paket gemäß den Anforderungen der Kund*innen als
Chance betrachtet. So wird das Leistungsangebot lau-
fend durch diverse Zusatzleistungen im physischen und
elektronischen Bereich erweitert. Eine kontinuierliche
E-Substitution von Briefen wird in der Planung der Öster-
reichischen Post bereits berücksichtigt, womit ein im Ver-
gleich zu den ursprünglichen Annahmen langsameres
Voranschreiten des Rückgangs als Chance zu bewerten
ist. Chancen ergeben sich vor allem durch den wachsen-
den Online-Handel. Hier punktet die Post durch neue,
schnelle und schlanke Lösungen für Online-Bestellungen.
Die Österreichische Post hat klare Wettbewerbsvorteile
hinsichtlich Qualität und Kostenstruktur. Weiters können
durch Maßnahmen zur Personal- und Logistikkostenopti-
mierung positive Impulse gesetzt werden.
Für Chancen zu ESG-Themen sei auch an dieser
Stelle auf den Nichtfinanziellen Bericht verwiesen.
4.4 Gesamtaussage zur
Risiko- und Chancensituation
des Konzerns
Die vorstehend beschriebenen Risiken und Chan-
cen des Unternehmens werden stetig beobachtet und
entsprechende Maßnahmen gesetzt bzw. Initiativen ergrif-
fen. Gesamthaft betrachtet ist zu erwarten, dass sich die
durch die Pandemie ausgelöste Instabilität erhöht, dies
gilt sowohl im positiven wie im negativen Sinne. Ein Blick
auf die bedeutenden Chancen und Risiken des Unterneh-
mens zeigt, dass es zwar Änderungen bzw. Verschiebungen
bei den Themen gibt, mit denen die Post konfrontiert ist,
die Stabilität bei den Chancen und Risiken aber überwiegt.
Dementsprechend ist aus heutiger Sicht der Bestand
des Unternehmens nicht gefährdet.
31
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
5. WEITERE RECHTLICHE
ANGABEN
5.1 Internes Kontrollsystem
und Risikomanagement im
Hinblick auf den Rechnungs-
legungsprozess
5.1.1 Kontrollumfeld
Die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewer-
tungsmethoden sind im Konzernhandbuch zusammenge-
fasst. IFRS-Neuerungen werden vom Konzern-Rechnungs-
wesen laufend überwacht und regelmäßig konzernweit
veröffentlicht. Zusätzlich zum Konzernhandbuch bestehen
Richtlinien und Fachkonzepte zu ausgewählten Konzernpro-
zessen, insbesondere zu Konsolidierungskreisänderungen.
Die Konzernunternehmen erstellen auf Gesell-
Der Österreichische Post-Konzern ist – als inter-
national tätiges Logistik- und Dienstleistungsunterneh-
men – im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit operativen
Risiken ausgesetzt, mit denen sich das Unternehmen
bewusst auseinandersetzt. Durch die Konzentration auf
das Kerngeschäft sowie die jahrzehntelange Erfahrung
in diesem Geschäft ist es dem Österreichischen Post-
Konzern möglich, diese Risiken frühzeitig zu identifizieren
und zu bewerten sowie rasch geeignete Vorsorgemaß-
nahmen zur Sicherung zu setzen. Auch im Bereich der
Finanzdienstleistungen besteht jahrelange Erfahrung als
Vertragspartner einer Bank und seit 2020 mit einer eige-
nen Bank, was auch die Einhaltung der besonders stren-
gen Vorgaben im Bereich Risikomanagement und internes
Kontrollsystem für Banken umfasst. Für den gesamten
Österreichischen Post-Konzern besteht ein einheitliches
Risikomanagement, das alle Organisationseinheiten und
wesentlichen Konzernunternehmen sowie ein Internes
Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse einschließt.
Für den speziellen Bereich der Bank sind Internes Kont-
rollsystem und Risikomanagement entsprechend den für
Banken bestehenden besonderen Anforderungen noch-
mals erweitert bzw. angepasst. Das Interne Kontrollsystem
als Teil des Risikomanagementsystems ist risikoorientiert
aufgebaut und in die Betriebsabläufe integriert. Auch
§ 82 AktG enthält die Verpflichtung zur Einrichtung eines
den Anforderungen des Unternehmens entsprechenden
Rechnungswesens und Internen Kontrollsystems. Berück-
sichtigt werden insbesondere die Rechnungslegung, die
Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie deren
vorgelagerte Unternehmensprozesse. Für die Durchfüh-
rung der Kontrollen ist die jeweilige Unternehmenseinheit
verantwortlich.
schaftsebene zeitgerecht vollständige und richtige IFRS-
Reporting-Packages gemäß den konzerneinheitlichen
Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften. Die IFRS-
Reporting-Packages sind die Ausgangsbasis für die Wei-
terverarbeitung im Zuge der systemgestützten Konzern-
konsolidierung. Die Erstellung des Konzernabschlusses
obliegt dem Konzern-Rechnungswesen, dessen Aufgaben-
und Verantwortungsbereiche im Wesentlichen die Betreu-
ung der Meldedatenübernahme der Konzernunternehmen,
die Durchführung der Konsolidierungs- und Eliminie-
rungsmaßnahmen sowie die analytische Aufbereitung der
Konzernabschlussdaten und die entsprechende Erstellung
von internen und externen Finanzberichten umfassen.
Die Ablauforganisation für die Erstellung des Konzernab-
schlusses folgt einem strikten Terminplan.
5.1.2 Risikobeurteilung
Das Interne Kontrollsystem ist risikoorientiert
aufgebaut. Die bestehende Schnittstelle zwischen dem
Internen Kontrollsystem und dem Compliance- und Risi-
komanagementsystem führt zu einer koordinierten Vor-
gehensweise der Bereiche.
Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Überprüfung
der Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems durch die
Konzernrevision.
5.1.3 Kontrollmaßnahmen
Der Konzernabschluss der Österreichischen Post
wird auf Grundlage von SAP SEM-BCS monatlich in Form
einer Simultankonsolidierung erstellt. Die Erfassung der
Anhangangaben sowie die Ermittlung der latenten Steuern
erfolgen ebenfalls über SAP SEM-BCS. Im Bereich der
Stammdaten (z.ꢀB. SAP SEM-Positionen, SAP-Konzern-
kontenplan, Kund*innendaten) sind zentrale Anlage-/
Änderungsprozesse definiert worden. Die monatlichen
32
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Abschlüsse werden überwiegend mittels SAP R/3 erstellt.
Die IFRS-Überleitung erfolgt im Zuge der parallelen (dua-
len) SAP-Rechnungslegung. Die Übernahme der Melde-
daten in SAP SEM-BCS erfolgt durch einen automatisier-
ten Upload. Zu Zwecken der Überwachung und Kontrolle
wird der Konzernabschluss durch eine EBIT-Überleitung
überprüft. Dabei wird eine Überleitung der Einzelab-
schlüsse auf den Konzernabschluss unter Berücksich-
tigung der im Konzern durchgeführten Buchungen und
Eliminierungen vorgenommen.
Österreichischen Post AG erfolgt in Übereinstimmung mit
dem Österreichischen Corporate Governance Kodex sowohl
über die Investor-Relations-Website (post.at/ir) als auch
über direkte Gespräche mit den Investor*innen. Die ver-
öffentlichten Informationen werden allen Investor*innen
zeitgleich zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu den Publi-
kationen stehen den Investor*innen auf der Investor-Rela-
tions-Website zahlreiche weitere Informationen – unter
anderem Investoren-Präsentationen, Informationen rund
um die Aktie, veröffentlichte Insiderinformationen oder der
Finanzkalender – zur Verfügung.
Zur Vermeidung von wesentlichen Fehldarstel-
lungen bei der Abbildung von Transaktionen wurden
mehrstufig aufgebaute Qualitätssicherungsmaßnahmen
mit der Zielsetzung implementiert, die IFRS-Reporting-
Packages für die Zwecke der Konsolidierung richtig zu
erfassen. Ausgehend von den Abschlüssen der Konzern-
unternehmen führt das Konzern-Rechnungswesen in
mehreren Stufen umfangreiche Plausibilitäts- und Daten-
qualitätschecks durch. Erst nach Durchführung der Qua-
litätskontrollen auf allen Stufen erfolgt die Freigabe des
Konzernabschlusses.
5.1.5 Überwachung
Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist
die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von
wesentlichen Risiken aus dem Kerngeschäft. Dieser Pro-
zess wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getra-
gen. Der Österreichische Post-Konzern gliedert sich in
die auf dem Markt tätigen Divisionen Brief & Werbepost,
Paket & Logistik und Filiale & Bank sowie in die Division
Corporate, die zusätzlich vor allem Dienstleistungen im
Bereich der Konzernverwaltung erbringt. Die Konzernun-
ternehmen des Österreichischen Post-Konzerns werden
dabei im Wesentlichen je nach Tätigkeitsschwerpunkt den
einzelnen Divisionen zugeordnet. Die in den jeweiligen Ein-
heiten bestehenden wesentlichen Geschäftsrisiken wer-
den identifiziert und laufend beobachtet. Auf dieser Basis
werden angemessene Risiko- und Kontrollmaßnahmen
festgelegt. Weitere zentrale Instrumente der Risikoüber-
wachung und -kontrolle sind die konzernweiten Richtli-
nien zum Risikomanagement und zum Internen Kontroll-
system über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der
Planungs- und der Controlling-Prozess sowie die laufende
Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispiels-
weise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Katego-
rien und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller
Risiken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prin-
zips. Zusätzlich erfolgen auch für den Bereich Rechnungs-
legungsprozess und Berichterstattung regelmäßige Über-
prüfungen der Zuverlässigkeit, Ordnungsmäßigkeit sowie
Gesetzmäßigkeit durch die Konzernrevision. Der Planungs-
und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem und als
Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der eingeleite-
ten Steuerungsmaßnahmen. Dabei folgen auf den Bericht
an den Gesamtvorstand zu Spitzenkennzahlen monatli-
che Performance-Reviews zu den auf dem Markt tätigen
Einheiten, die gemäß dem integrierten Planungs- und
Berichtswesen stufenweise fortgesetzt werden.
5.1.4 Information und Kommunikation
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kon-
trollfunktionen werden wesentlichen Führungsebenen
vorläufige Konzernabschlussdaten zur Verfügung gestellt.
Im Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses werden
folgende Berichte erstellt: Aufsichtsratsbericht, Monats-
bericht, Beteiligungsbericht, Datenanalyse und -auswer-
tung. Adressaten des vierteljährlich erstellten Aufsichts-
ratsberichts sind in erster Linie der Vorstand und der
Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG. Neben dem
Aufsichtsratsbericht und dem gesetzlich vorgeschrie-
benen Jahresfinanz- und Geschäftsbericht sowie den
Zwischenberichten und der nichtfinanziellen Bericht-
erstattung werden unterjährig weitere interne Berichte,
die weiterführende Erläuterungen zu ausgewählten
Positionen, Ergebnisüberleitungen und Kennzahlen ent-
halten, erstellt und den relevanten Führungsebenen zur
Verfügung gestellt, damit diese neben der strategischen
und operativen Steuerung auch ihre Überwachungs- und
Kontrollfunktionen, insbesondere auch in Hinblick auf
eine ordnungsgemäße Rechnungslegung und Bericht-
erstattung, wahrnehmen können. Der Monatsbericht fasst
die wesentlichen Finanz- und Leistungskennzahlen des
Unternehmens – auch auf Segmentebene – zusammen.
Vom Konzern-Controlling wird monatlich ein Beteiligungs-
bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung
der Konzernunternehmen enthält. Zusätzlich zur Bericht-
erstattung über Finanzkennzahlen wird dem Prüfungs-
ausschuss halbjährlich über den aktuellen Status des
Internen Kontrollsystems sowie über erfolgte Prüfungen
berichtet. Die Berichterstattung an die Aktionär*innen der
33
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
5.2 Informationen gemäß
§ 243a UGB
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG
beträgt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück
auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem Nominalwert
von jeweils 5 EUR. Es liegen keine Stimmrechtsbeschrän-
kungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesell-
schaft bekannt sind.
außerbörslich, und zwar auch nur von einzelnen Aktio-
när*innen oder einem*r einzigen Aktionär*in, insbesondere
der ÖBAG, zu einem niedrigsten Gegenwert von 20 EUR je
Aktie und einem höchsten Gegenwert von 60 EUR je Aktie
zu erwerben.
Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des
Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz oder
teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in Ver-
folgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft,
durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Absatz 3 UGB) oder
für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt wer-
den. Der Erwerb durch den Vorstand kann insbesondere
vorgenommen werden, wenn die Aktien Arbeitnehmer*in-
nen, leitenden Angestellten und/oder Mitgliedern des Vor-
stands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft
verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbei-
ter*innenbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptions-
programms und/oder einer Privatstiftung, deren primärer
Zweck das Halten und Verwalten der Aktien für eine oder
mehrere der genannten Personen ist (wie etwa einer Mit-
arbeiter*innenbeteiligungsstiftung gemäß § 4d Abs. 4 EStG),
übertragen werden sollen.
Die Republik Österreich hält über die Österreichi-
sche Beteiligungs AG (ÖBAG) 52,8ꢀ% der Anteile an der
Österreichischen Post AG (auf Basis der in Umlauf befind-
lichen 67.552.638 Stück Aktien). Der Gesellschaft sind
keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10ꢀ% der
Anteile halten.
Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine
Inhaber*innen von Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Mitarbeiter*innen, die auch Aktionär*innen der Österreichi-
sche Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell aus.
Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz
ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abbe-
rufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
Den Erwerb über die Börse kann der Vorstand der
Österreichischen Post AG beschließen, doch muss der Auf-
sichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kennt-
nis gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt
der vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Falle
des außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Aus-
schluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts durch-
geführt werden (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss).
Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren
Genehmigtes Kapital Gemäß § 5a der Satzung
der Österreichischen Post AG wurde der Vorstand gemäß
§ 169 AktG ermächtigt, das Grundkapital mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats bis 16. Juni 2025 um bis zu
16.888.160 EUR, durch Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück
neue, auf Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien)
gegen Bar- und/oder Sacheinlagen, in bestimmten Fällen
auch unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktio-
när*innen, zu erhöhen. Die Satzungsänderung wurde am
6. August 2020 in das Firmenbuch eingetragen.
ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs. 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne neuerliche
Beschlussfassung der Hauptversammlung für die Veräu-
ßerung bzw. Verwendung eigener Aktien eine andere Art
der Veräußerung als über die Börse oder durch ein öffent-
liches Angebot, unter sinngemäßer Anwendung der Rege-
lungen über den Bezugsrechtsausschluss der Aktionär*in-
nen, insbesondere wenn die Aktien Arbeitnehmer*innen,
leitenden Angestellten und/oder Mitgliedern des Vor-
stands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft
verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbei-
ter*innenbeteiligungsprogramms oder eines Aktienoptions-
programms und/oder einer Privatstiftung, deren primärer
Zweck das Halten und Verwalten der Aktien für eine
oder mehrere der genannten Personen ist (wie etwa einer
Mitarbeiter*innenbeteiligungsstiftung gemäß § 4d Abs. 4
EStG), übertragen werden sollen, zu beschließen und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächti-
gung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teil-
beträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke
durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen
Bedingtes Kapital Gemäß § 5b der Satzung der
Österreichischen Post AG wurde das Grundkapital gemäß
§ 159 AktG um bis zu 16.888.160 EUR durch Ausgabe von
bis zu 3.377.632 Stückaktien erhöht. Die Kapitalerhöhung
darf nur zum Zweck der Gewährung von Umtausch- und
Bezugsrechten an Gläubiger*innen von Finanzinstrumen-
ten im Sinne von § 174 AktG durchgeführt werden. Der Vor-
stand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats,
die weiteren Einzelheiten der Durchführung der bedingten
Kapitalerhöhung festzusetzen. Die Satzungsänderung
wurde am 6. August 2020 in das Firmenbuch eingetragen.
Aktienrückerwerb Die ordentliche Hauptver-
sammlung vom 11. April 2019 hat den Vorstand gemäß
§ 65 Abs. 1 Z 4 und 8 sowie Abs. 1a und 1b AktG ermäch-
tigt, auf den*die Inhaber*in oder auf Namen lautende
Stückaktien der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10ꢀ%
des Grundkapitals der Gesellschaft während einer Gel-
tungsdauer von 30 Monaten ab dem 11. April 2019, sohin
bis zum 10. Oktober 2021 sowohl über die Börse als auch
34
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
(§ 228 Abs. 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft
durch Dritte ausgeübt werden.
5.3 Nichtfinanzielle Informa-
tionen
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt, mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundkapi-
tal durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weiteren
Hauptversammlungsbeschluss gemäß § 65 Abs. 1 Z 8 letzter
Satz in Verbindung mit. § 122 AktG herabzusetzen. Der Auf-
sichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich
durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
Finanzinstrumente im Sinne des § 174 AktG Weiters
wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrats bis 16. Juni 2025 Finanzinstrumente im Sinne
des § 174 AktG – insbesondere Wandelschuldverschreibun-
gen, Gewinnschuldverschreibungen und Genussrechte, mit
einem Gesamtnennbetrag von bis zu 250.000.000 EUR, die
auch das Umtausch- und/oder Bezugsrecht auf den Erwerb
von insgesamt bis zu 3.377.632 Aktien der Gesellschaft ein-
räumen können und/oder auch so ausgestaltet sind, dass
ihr Ausweis als Eigenkapital erfolgen kann – auch in mehre-
ren Tranchen und in unterschiedlicher Kombination aus-
zugeben, und zwar auch mittelbar im Wege der Garantie für
die Emission von Finanzinstrumenten durch ein verbun-
denes Unternehmen der Gesellschaft mit Umtausch- und/
oder Bezugsrechten auf Aktien der Gesellschaft.
Nachhaltigkeit, Diversität und Kund*innenorientie-
rung sind zentrale Elemente der Strategie der Österreichi-
schen Post. Jede strategische Maßnahme, jedes Projekt
muss auf den Beitrag zur Nachhaltigkeit, Diversität und
Kund*innenorientierung überprüft werden. Dies ist gepaart
mit einem umfassenden Masterplan zur Nachhaltigkeit in
der Post, welcher über die nächsten zehn Jahre weiterent-
wickelt werden soll.
Die Österreichische Post ist nach den Anforderun-
gen des NaDiVeG (Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbes-
serungsgesetz) gemäß §§ 267a und 243b UGB zur Veröf-
fentlichung einer Nichtfinanziellen Erklärung verpflichtet.
Und dieser Verpflichtung kommt die Österreichische Post
mit der Veröffentlichung als gesonderter Nichtfinanziel-
ler Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) nach. Der Nachhaltig-
keitsbericht wird nach den Standards der Global Reporting
Initiative (GRI) in der „Option Kern“ erstellt und enthält
zusätzlich die gesetzlich verschriebenen Angaben gemäß
Artikel 8 der EU-Taxonomie VO (EU 2020/852). Der Nach-
haltigkeitsbericht der Österreichischen Post wird von unab-
hängiger dritter Stelle geprüft.
Für die Bedienung der Umtausch- und/oder Bezugs-
rechte kann der Vorstand das bedingte Kapital oder eigene
Aktien oder eine Kombination aus bedingtem Kapital und
eigenen Aktien verwenden.
post.at/ir/c/corporate-sustainability
ꢀ
5.4 Ereignisse nach dem
Abschlussstichtag
Die ökosoziale Steuerreform wurde am 20. Jän-
ner 2022 in dritter Lesung im Plenum des Nationalrats
beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise
Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25ꢀ% auf 23ꢀ%
vor (2023: 24ꢀ%, 2024: 23ꢀ%). Die Auswirkungen auf die
latenten Steuern werden im Konzernanhang unter Punkt 16
erläutert.
Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen der
Finanzinstrumente sind vom Vorstand mit Zustimmung des
Aufsichtsrats festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag
nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Metho-
den sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem
anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln ist.
Der Vorstand ist berechtigt, das Bezugsrecht
der Aktionär*innen auf die Finanzinstrumente im Sinne
des § 174 AktG mit Zustimmung des Aufsichtsrats aus-
zuschließen.
Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für
die Bewertung am Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 von
Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schaden-
ersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder
Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, wurden
im Konzernabschluss berücksichtigt.
Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an
denen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontroll-
wechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmean-
gebots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwi-
schen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichts-
ratsmitgliedern oder Arbeitnehmer*innen für den Fall eines
öffentlichen Übernahmeangebots.
35
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
6. AUSBLICK 2022
Die Auswirkungen der COVID-19 Pandemie haben
sich in der zweiten Jahreshälfte 2021 auch in einigen wirt-
schaftlichen Indikatoren gezeigt. Es kam zu Lieferengpäs-
sen und Verzögerungen in der globalen Wertschöpfungs-
kette, aber auch zu steigenden Inflationszahlen. Es ist zu
erwarten, dass sich diese Trends weiter fortsetzen und
negativ auf die Handels- und Warenströme des Brief- und
Paketgeschäfts auswirken werden. Positive Sondereffekte
aus Logistikdienstleistungen sollten im Laufe des Jahres
2022 abnehmen. Am österreichischen Markt ist aktuell
ein zurückhaltendes Konsumverhalten festzustellen und
auch am für die Österreichische Post wichtigen türkischen
Markt zeichnet sich durch den Druck auf Inflation und
Währung kein einfaches Umfeld ab. Darüber hinaus ist
davon auszugehen, dass es zu einer Verfestigung der Infla-
tion in Folge der Kriegshandlungen in der Ukraine kommen
Pandemie brachte 2021 Impulse im E-Commerce auf
breiter Basis und auch verstärkten Wettbewerb. Im lau-
fenden Jahr wird die Eigenzustellung eines Großkunden
in Österreich weiter ansteigen und die positiven Effekte
aus pandemiebedingten Logistikdienstleistungen werden
abnehmen. Auch am türkischen Markt ist zu erwarten,
dass sich das wirtschaftliche Umfeld im laufenden Jahr
herausfordernd gestaltet.
Die Umsatzentwicklung der Division Filiale & Bank
mit der im April 2020 gestarteten bank99 wird sich hin-
gegen im Geschäftsjahr 2022 verbessern. Im Dezember
2021 erfolgte das Closing der Übernahme des Privat-
kund*innengeschäfts der ING in Österreich, womit eine
solide Basis für Integration und Wachstum gelegt ist.
Konzernergebnis 2022
wird.
Somit ist mit sehr herausfordernden wirtschaft-
Die Ergebnisprognose der Österreichischen Post
für 2022 gestaltet sich aufgrund des aktuellen Umfelds
schwierig. Es ist zu befürchten, dass sich inflationäre
Tendenzen nunmehr nicht nur kurzfristig, sondern länger-
fristig einstellen. Dies könnte nicht nur Auswirkungen
auf die Kostensituation, sondern auch auf Kaufkraft und
Kaufverhalten der Konsumenten haben. Nach dem außer-
ordentlichen Rückenwind im Paketgeschäft der letzten
Jahre sollte somit nun eine Konsolidierung eintreten und
positive Sondereffekte abnehmen.
lichen Rahmenbedingungen für 2022 zu rechnen.
Umsatz 2022 stabil
Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden
wirtschaftlichen Herausforderungen
peilt die Öster-
reichische Post für das Gesamtjahr 2022 eine möglichst
stabile Umsatzentwicklung an. Voraussetzung dafür ist
eine kontinuierliche Normalisierung des ökonomischen
Umfelds und der Konsumneigung, aber auch eine Beruhi-
gung des Währungsdrucks auf die türkische Lira.
Trotz des sich abzeichnenden negativen Umfelds
peilt die Österreichische Post ein Konzernergebnis (EBIT)
an, das wieder möglichst nahe an das Niveau des Vorjahres
heranreicht (Basis EBIT 2021: 205 Mio EUR). Es wird
dabei angenommen, dass weitere Lockdown-Situationen
im Einzelhandel vermieden und eine effiziente Brief- und
Paketlogistik aufrechterhalten werden kann.
In der Division Brief & Werbepost ist für 2022
ein leicht rückläufiges Geschäft zu erwarten. Die volatile
Entwicklung der letzten Jahre – bedingt durch diverse
pandemiebedingte Einschränkungen – wird sich in Summe
verringern. Die Menge an klassischen Briefen sollte auch
in den nächsten Quartalen in der Größenordnung von
ca. 5ꢀ% p.ꢀa. strukturell rückläufig bleiben. Inflationäre Kos-
tensteigerungen erhöhen die Notwendigkeit entsprechen-
der Produkt- und Preisanpassungen. Leicht negative
Trends sind aufgrund eines zurückhaltenden Werbever-
haltens auch in der Werbe- und Medienpost zu erwarten.
Der Umsatz der Division Paket & Logistik hat
Stetiges Investitionsprogramm
Das Paketwachstum der letzten Jahre zeigt, wie
wichtig es ist, die notwendigen Logistikkapazitäten rasch
zu erhöhen. Planungsparameter des Ausbauprogramms
sind die absehbaren jährlichen Mengensteigerungen in
den jeweiligen Regionen und die vorgesehenen Schritte in
sich in den letzten beiden Jahren verdoppelt. Dies sowohl
durch organisches als auch anorganisches Wachstum.
Für 2022 wird mit einer volatilen Entwicklung im Quar-
talsverlauf gerechnet und in Summe wieder das Niveau
des Vorjahres angepeilt. Speziell im ersten Halbjahr wird es
jedoch schwierig, die durch Sondereffekte entstandenen
Spitzenwerte des Vorjahres wieder zu erreichen. Die
eine CO2-freie Zustellung.
Das Investitionsprogramm
der Österreichischen Post bleibt daher auch weiter intakt,
um die Qualität der Leistungserbringung hinsichtlich Effi-
zienz und Geschwindigkeit sicherzustellen. Basis der Maß-
nahmen sind die Instandhaltungsinvestitionen (Mainte-
nance CAPEX) in Österreich, Südost- und Osteuropa sowie
36
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
der Türkei in der Größenordnung von ca. 100 Mio EUR für
das Geschäftsjahr 2022. Darüber hinaus sind auch wieder
Wachstumsinvestitionen von etwa 80 Mio EUR in Öster-
reich (Growth CAPEX) vorgesehen. Der Umbau der Logistik
in eine klimaneutrale Zustellung spielt bei allen Investi-
tionsvorhaben eine gewichtige Rolle.
die notwendigen Basisinvestitionen sowie eine attraktive
Dividendenpolitik gewährleisten.
Der Vorstand wird der Hauptversammlung
am 21. April 2022 die Ausschüttung einer Dividende von
1,90 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unter-
nehmen auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur
und der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive
Dividendenpolitik fort: Die Österreichische Post verfolgt
weiterhin das Ziel, zumindest 75ꢀ% des Nettoergebnisses
an die Aktionär*innen auszuschütten.
Ziel der Österreichischen Post ist es weiterhin,
Wachstum und Dividendenstärke zu vereinen. Die sich
bietenden Wachstumschancen werden durch entspre-
chende Strukturinvestitionen abgesichert. Darüber hinaus
soll der operativ erwirtschaftete Cashflow auch weiterhin
Wien, am 25. Februar 2022
Der Vorstand
DI DR. GEORG PÖLZL
Generaldirektor
Vorstandsvorsitzender
DI PETER UMUNDUM
Mitglied des Vorstands
Vorstand Paket & Logistik
DI WALTER OBLIN
Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstand Brief & Finanzen
37
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Konzern-
abschluss
38
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
01
Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr 2021
2020
angepasst1
2021
Mio EUR
Anhang
Umsatzerlöse
(9.)
davon Erträge aus Finanzdienstleistungen
davon Erträge aus Effektivverzinsung
Sonstige betriebliche Erträge
(10.)
(13.)
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Aufwand für Finanzdienstleistungen
Personalaufwand
–596,2
–2,8
–715,7
–5,4
(11.)
(10.)
(12.)
–1.041,4
–142,2
–314,4
–2,0
–1.160,1
–165,6
–363,8
–6,9
Abschreibungen
(17., 18., 19., 20.)
(13.)
Sonstige betriebliche Aufwendungen
davon Wertberichtigungen gemäß IFRS 9
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
ERGEBNIS VOR FINANZERGEBNIS UND ERTRAGSTEUERN (EBIT)
Finanzerträge
–2.097,0
–2.410,7
(21.)
Finanzaufwendungen
–9,5
–16,3
FINANZERGEBNIS
(14.)
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN
Ertragsteuern
–46,8
–58,0
(16.)
PERIODENERGEBNIS
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens
Nicht beherrschende Anteile
(26.)
(26.)
–3,0
ERGEBNIS JE AKTIE (EUR)
UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE
(15.)
(15.)
1 Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
02
Konzerngesamtergebnis-
rechnung
für das Geschäftsjahr 2021
2021
Mio EUR
Anhang
2020
PERIODENERGEBNIS
POSTEN, DIE NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN:
Währungsumrechnungsdifferenzen – ausländische Geschäftsbetriebe
(26.)
–3,9
–32,0
SUMME DER POSTEN, DIE UMGEGLIEDERT WERDEN KÖNNEN
–3,9
–32,0
POSTEN, DIE NICHT NACHTRÄGLICH IN DIE GEWINN- UND
VERLUSTRECHNUNG UMGEGLIEDERT WERDEN:
Zeitwertänderungen FVOCI – Eigenkapitalinstrumente
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen
Steuereffekt auf Neubewertung
(30.)
(27.)
(16.)
–1,0
–2,8
–6,3
SUMME DER POSTEN, DIE NICHT UMGEGLIEDERT WERDEN
SONSTIGES ERGEBNIS
–3,4
–7,2
–4,6
–36,6
GESAMTPERIODENERGEBNIS
ZUZURECHNEN AN:
Aktionär*innen des Mutterunternehmens
Nicht beherrschende Anteile
(26.)
(26.)
–3,5
–0,4
Geschäftsbericht 2021 _____ Österreichische Post
03
Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2021
31.12.2020
angepasst1
31.12.2021
Mio EUR
Anhang
AKTIVA
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Geschäfts- oder Firmenwerte
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
(17.)
(18.)
(19.)
(20.)
(21.)
(24.)
(23.)
(16.)
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
Andere finanzielle Vermögenswerte
Sonstige Forderungen
Latente Steueransprüche
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
(24.)
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken
Forderungen an Kund*innen
Finanzanlagen
Sonstige
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Andere finanzielle Vermögenswerte
Vorräte
(24.)
(22.)
(9.)
Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Steuererstattungsansprüche
(23.)
(16.)
(25.)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte
1Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
Konzerngesamtergebnisrechnung/Konzernbilanz
04
Konzernbilanz
zum 31. Dezember 2021
Anhang
31.12.2021
Mio EUR
31.12.2020
PASSIVA
EIGENKAPITAL
(26.)
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Gewinnrücklagen
–32,8
–62,6
Andere Rücklagen
EIGENKAPITAL DER AKTIONÄR*INNEN DES MUTTERUNTERNEHMENS
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
LANGFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen
(27.)
(29.)
(28.)
(9.)
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Sonstige Verbindlichkeiten
Vertragsverbindlichkeiten
Latente Steuerschulden
(16.)
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige
(29.)
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen
(27.)
(16.)
(29.)
(28.)
(9.)
Steuerschulden
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Vertragsverbindlichkeiten
Geschäftsbericht 2021 _____ Österreichische Post
05
Konzern-Cashflow-Statement
für das Geschäftsjahr 2021
Anhang
2020
angepasst1
2021
Mio EUR
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern
–1,5
–0,6
–7,0
Abschreibungen
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
Rückstellungen unbar
(21.2)
(31.1)
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Vorräte
–35,8
–20,6
–1,1
Vertragsvermögenswerte
Rückstellungen
–33,2
–18,5
–23,7
–1,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Vertragsverbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Erhaltene Zinsen aus Finanzdienstleistungen
Gezahlte Zinsen aus Finanzdienstleistungen
Gezahlte Steuern
(31.1)
–1,2
–3,4
–77,6
–63,7
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
–24,5
–143,3
–14,9
–161,2
Erwerb von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
Verkauf von Sachanlagen/als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
Erwerb von Tochterunternehmen/nicht beherrschenden Anteilen/Geschäftseinheiten
Erwerb von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
Verkauf von sonstigen Finanzinstrumenten
(4.2)
–0,3
–0,8
–90,0
(24.2)
Erwerb von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen
Verkauf von Wertpapieren/Geldmarktveranlagungen
Gewährte Darlehen
–10,0
–0,1
(31.1)
(21.1)
Erhaltene Ausschüttungen von nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge
CASHFLOW AUS INVESTITIONSTÄTIGKEIT
FREE CASHFLOW
1Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
Konzernbilanz/Konzern-Cashflow-Statement
06
Konzern-Cashflow-Statement
für das Geschäftsjahr 2021
Anhang
2020
angepasst1
2021
Mio EUR
FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Tilgung langfristiger finanzieller Verbindlichkeiten (einschließlich kurzfristig gewordener Anteile)
Veränderung von kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten
Ausschüttungen
–41,0
–50,9
(31.1)
–141,2
–5,1
–120,0
–5,2
Gezahlte Zinsen
Einzahlungen von nicht beherrschenden Anteilen
CASHFLOW AUS FINANZIERUNGSTÄTIGKEIT
Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS
Finanzmittelbestand am 1. Jänner
–153,1
–2,9
–123,3
–8,1
FINANZMITTELBESTAND AM 31. DEZEMBER
(31.1)
1Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
Geschäftsbericht 2021 _____ Österreichische Post
07
Entwicklung des
Konzern-Eigenkapitals
für das Geschäftsjahr 2020
Andere Rücklagen
Eigen-
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter-
Währungs-
um-
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI rechnungs-
unter-
Eigen-
kapital
Mio EUR
Rücklage
rücklage
nehmens
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Periodenergebnis
–25,6
–14,2
–2,1
–6,8
–3,0
–0,5
–3,5
–0,7
Sonstiges Ergebnis
–2,4
–2,4
–1,0
–1,0
–3,3
–3,3
–7,2
GESAMTPERIODENERGEBNIS
Ausschüttung
–140,5
–141,2
–140,5
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
–0,2
Verpflichtung zum Erwerb von nicht
beherrschenden Anteilen
–32,6
–32,6
–32,6
Einzahlungen an
Tochterunternehmen mit nicht
beherrschenden Anteilen
–2,0
–2,0
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
–174,4
–174,4
–168,3
Sukzessiver Erwerb eines
Tochterunternehmens
–15,9
–15,9
Abgang finanzielle Vermögenswerte
ANDERE VERÄNDERUNGEN
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
–28,0
–5,4
Konzernanhang
08
Entwicklung des
Konzern-Eigenkapitals
für das Geschäftsjahr 2021
Andere Rücklagen
Eigen-
kapital der
Aktionär*
innen des
Mutter-
Währungs-
um-
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigen-
kapital
Grund-
kapital
Kapital-
rücklagen
Gewinn-
rücklagen
IAS 19
Rücklage
FVOCI rechnungs-
unter-
Mio EUR
Rücklage
rücklage
nehmens
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Periodenergebnis
–28,0
–5,4
–30,1
–108,1
–36,6
Sonstiges Ergebnis
–4,6
–4,6
–25,6
–25,6
–6,5
–0,4
–10,7
GESAMTPERIODENERGEBNIS
Ausschüttung
–108,1
–118,8
Erwerb von nicht beherrschenden
Anteilen
–2,9
Einzahlungen an
Tochterunternehmen mit nicht
beherrschenden Anteilen
TRANSAKTIONEN MIT
EIGENTÜMER*INNEN
–105,2
–0,2
–105,2
–104,5
Abgang finanzielle Vermögenswerte
ANDERE VERÄNDERUNGEN
–0,2
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
–32,6
–31,0
Geschäftsbericht 2021 _____ Österreichische Post
KONZERNANHANG FÜR
DAS GESCHÄFTSJAHR 2021
1. Berichtendes Unternehmen
Der Hauptsitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien ,
Österreich
. Die
Anschrift lautet Österreichische Post AG ,
Rochusplatz 1, 1030 Wien
. Die Gesellschaft ist in das
Firmenbuch beim Handelsgericht
Wien
zu FN 180219d eingetragen.
2. Grundlagen der Rechnungslegung
Die Erstellung des Konzernabschlusses der
Österreichischen Post AG
für das Geschäfts-
jahr 2021 erfolgte in Übereinstimmung mit den bis zum 31. Dezember 2021 vom International
Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards
(IFRS), wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind, und den zusätzlichen
Anforderungen des § 245a Unternehmensgesetzbuch (UGB).
Der Konzernabschluss der Österreichischen Post
AG
besteht aus der Konzern-Gewinn
und -Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz, dem Konzern-
Cashflow-Statement, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und dem Konzernanhang.
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes
angeführt ist, in Millionen Euro (Mio EUR) angegeben. Bei der Summierung gerundeter Beträge
und Prozentangaben können durch die Verwendung automatisierter Rechenhilfen Rundungs-
differenzen auftreten.
47
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3. Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
und Anpassung der Vorjahreszahlen
3.1 Neuerungen in den International Financial Reporting Standards
3.1.1 VERPFLICHTEND UND VORZEITIG ANGEWANDTE NEUE UND GEÄNDERTE IFRS
Im Geschäftsjahr 2021 waren keine neuen Standards erstmals verpflichtend anzu-
wenden. Die folgenden geänderten Standards wurden erstmals verpflichtend zur Anwendung
gebracht:
Inkrafttreten EU1
Verpflichtend angewandte geänderte Standards
IFRS 16
COVID-19 bezogene Mietkonzessionen
01.06.2020
IFRS 9ꢀ/ꢀIAS 39ꢀ/ꢀIFRS 7ꢀ/
IFRS 4ꢀ/ꢀIFRS 16
Reform der Referenzzinssätze – Phase 2
01.01.2021
01.01.2021
IFRS 4
Versicherungsverträge – Aufschub von IFRS 9
anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen
1
Folgende Standards sind durch die Europäische Union anerkannt worden. Eine verpflich-
tende Anwendung ist jedoch erst für die Zukunft vorgesehen. Der Österreichische Post-Konzern
wendet sie aber bereits vorzeitig an.
Endorsement EU
Inkrafttreten EU1
Vorzeitig angewandte geänderte Standards
IFRS 16
COVID-19 bezogene Mietkonzessionen nach dem 30. Juni 2021
30.08.2021
01.04.2021
anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen
1
Aus der Anwendung der geänderten Standards ergaben sich keine wesentlichen Auswir-
kungen auf den Österreichischen Post-Konzern.
Auch aus der Reform der Referenzzinssätze – Phase 2 ergeben sich keine wesentlichen
Auswirkungen für den Österreichischen Post-Konzern. Das liegt daran, dass im Konzern keine
Fremdwährungszinssätze zur Anwendung kommen, für die bereits Nachfolgezinssätze festgelegt
wurden, deren Ablöseprozess im Rahmen der weltweiten IBOR-Reformen bereits weitgehend
fortgeschritten ist. Im Bereich der Finanzdienstleistungen kommen Fremdwährungen nicht zur
Anwendung. Für das in Euro denominierte Geschäft kommt als Referenzzinssatz der EURIBOR
zur Anwendung, welcher bereits der Benchmark-Verordnung entspricht. Die Entwicklung der
Reformen wird laufend beobachtet, Auswirkungen und Änderungen im Risikomanagement erga-
ben sich bisher aufgrund der Unwesentlichkeit nicht.
48
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3.1.2 VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWANDTE STANDARDS UND IN DER EU
NOCH NICHT IN KRAFT GETRETENE STANDARDS
Folgende Standards und Interpretationen sind durch die Europäische Union anerkannt
worden bzw. befinden sich im Anerkennungsprozess. Eine verpflichtende Anwendung ist jedoch
erst für die Zukunft vorgesehen. Eine vorzeitige Anwendung folgender Standards ist mit Aus-
nahme der Änderung an IAS 12 nicht geplant.
Endorsement EU
Inkrafttreten EU1
Noch nicht angewandte neue Standards
IFRS 17
Versicherungsverträge (inkl. Änderungen des IFRS 17)
19.11.2021
01.01.2023
Endorsement EU
Inkrafttreten EU1
Noch nicht angewandte geänderte Standards
IAS 1
Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig
offen
geplant 01.01.2023
IAS 1ꢀ/ꢀIFRS-Leitlinien-
dokument 2
Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
Unternehmenszusammenschlüsse
offen
offen
geplant 01.01.2023
geplant 01.01.2023
01.01.2022
IAS 8
IFRS 3
IAS 16
IAS 37
Diverse
28.06.2021
28.06.2021
28.06.2021
28.06.2021
Sachanlagen
01.01.2022
Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen
Verbesserungen an den IFRS, Zyklus 2018–2020
01.01.2022
01.01.2022
Latente Steuern in Bezug auf Vermögenswerte und Schulden
aus einer einzelnen Transaktion
IAS 12
offen
offen
geplant 01.01.2023
geplant 01.01.2023
IFRS 17
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 – Vergleichsinformationen
anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem angegebenen Datum beginnen
1
Die noch nicht angewandten neuen und geänderten Standards haben voraussichtlich
keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG. Die
Änderung an IAS 12, die in der EU noch nicht in Kraft getreten ist, wird im Rahmen der Ausle-
gung bereits seit Einführung des IFRS 16 Leasingverhältnisse zum 1. Jänner 2019 entsprechend
angewandt.
3.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der
Vorjahreszahlen
Im Sinne einer möglichst transparenten Darstellung der Erbringung von Finanzdienst-
leistungen innerhalb des Österreichischen Post-Konzerns wurde die Darstellung im Geschäfts-
jahr 2021 geändert und die Vorjahresangaben wurden entsprechend angepasst.
In der Konzernbilanz werden Forderungen an Kreditinstitute aus Finanzdienstleistungen,
welche den Zahlungsverkehr betreffen und eine Ursprungslaufzeit von bis zu drei Monaten
haben, nunmehr den Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Guthaben bei Zentral-
banken aus Finanzdienstleistungen zugeordnet.
In der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung werden die Erträge aus Finanzdienstleis-
tungen und der Aufwand für Finanzdienstleistungen nunmehr getrennt dargestellt.
49
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Konzern-Cashflow-Statement werden die Zinsen aus Finanzdienstleistungen nun
separat als Teil des Cashflows aus Geschäftstätigkeit ausgewiesen.
Die Auswirkung dieser Änderungen auf die angepasste Konzernbilanz zum 31. Dezember
2020, die Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 und das Konzern-
Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2020 stellt sich wie folgt dar:
Anpassung Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020
31.12.2020
Mio EUR
Anpassung
31.12.2020
angepasst
AKTIVA
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS
FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei
Zentralbanken
568,1
10,8
1,7
10,8
–10,8
0,0
578,9
0,0
Forderungen an Kreditinstitute
Forderungen an Kund*innen
Finanzanlagen
1,7
0,3
0,0
0,3
Sonstige
8,7
0,0
8,7
589,5
0,0
589,5
Anpassung Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020
2020
Mio EUR
Anpassung
2020
angepasst
Umsatzerlöse
2.189,2
19,7
2,8
–19,7
22,5
0,0
2.192,0
0,0
davon Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
davon Erträge aus Finanzdienstleistungen
Sonstige betriebliche Erträge
0,0
22,5
64,1
64,1
GESAMTE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Aufwand für Finanzdienstleistungen
Personalaufwand
2.253,3
–596,2
0,0
2,8
2.256,1
–596,2
–2,8
0,0
–2,8
0,0
–1.041,4
–142,2
–314,4
–2.094,2
–1.041,4
–142,2
–314,4
–2.097,0
Abschreibungen
0,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen
GESAMTE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
0,0
–2,8
50
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Anpassung Konzern-Cashflow-Statement für das Geschäftsjahr 2020
2020
Mio EUR
Anpassung
2020
angepasst
GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
Ergebnis vor Ertragsteuern
162,1
142,2
–1,5
0,0
0,0
0,0
0,0
1,1
1,1
162,1
142,2
–1,5
Abschreibungen
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
Rückstellungen unbar
24,5
24,5
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
0,0
1,1
327,1
328,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
–35,8
0,3
0,0
0,0
0,0
0,0
–35,8
0,3
Vorräte
Vertragsvermögenswerte
Rückstellungen
2,8
2,8
–33,2
–33,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
11,7
1,2
0,0
0,0
11,7
1,2
Vertragsverbindlichkeiten
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten
aus Finanzdienstleistungen
522,2
0,0
0,0
–1,2
0,0
522,2
–1,2
Gezahlte Zinsen aus Finanzdienstleistungen
Gezahlte Steuern
–63,7
732,6
–63,7
732,6
CASHFLOW AUS GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
0,0
51
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4. Konsolidierungskreis
4.1 Konsolidierungsgrundsätze
In den Konzernabschluss werden alle Unternehmen, die unter der Beherrschung der
Österreichischen Post AG stehen (Tochterunternehmen), im Wege der Vollkonsolidierung einbe-
zogen. Die Einbeziehung beginnt mit dem Zeitpunkt des Erlangens der Beherrschung und endet
mit deren Wegfall. Die erstmalige Einbeziehung in den Konzernabschluss erfolgt unter Anwen-
dung der Erwerbsmethode nach IFRS 3. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem
beizulegenden Zeitwert der übertragenen Gegenleistung (insbesondere Zahlungsmittel, sonstige
hingegebene Vermögenswerte und bedingte Gegenleistungen). Die erworbenen identifizierbaren
Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden zum beizulegenden Zeitwert im Erwerbs-
zeitpunkt übernommen. Bei einem sukzessiven Erwerb erfolgt zum Erwerbszeitpunkt eine Neu-
bewertung des zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils zum beizulegenden Zeitwert und der daraus
resultierende Gewinn oder Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nicht
beherrschende Anteile werden zum Erwerbszeitpunkt zunächst mit ihrem entsprechenden Anteil
am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens angesetzt. Änderungen
des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherr-
schung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Positive Unterschiedsbeträge
aus der erstmaligen Einbeziehung werden als Geschäfts- oder Firmenwerte und negative Unter-
schiedsbeträge sofort ergebniswirksam erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden nicht ange-
setzt, sondern in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Gemeinschaftsunternehmen nach IFRS 11 sowie Unternehmen, auf die ein maßgeblicher
Einfluss ausgeübt wird (assoziierte Unternehmen nach IAS 28), werden nach der Equity-Methode
in den Konzernabschluss einbezogen. Bei der Equity-Methode werden die Anteile zunächst mit
den Anschaffungskosten angesetzt und in der Folge um die anteiligen Eigenkapitalverände-
rungen der Unternehmen erhöht bzw. vermindert. Negative Eigenkapitalveränderungen werden
über die fortgeschriebenen Anschaffungskosten hinaus gegen langfristige sonstige Anteile
(z.ꢀB. Darlehen) erfasst, sofern diese nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt Teil der Nettoinvestition
in das assoziierte Unternehmen oder in Gemeinschaftsunternehmen sind.
Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden und Eigenkapital sowie Erträge, Auf-
wendungen und Zwischengewinne im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Tochter-
unternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.
4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss sind neben der Österreichischen Post AG 28 inländische
(31. Dezember 2020: 27) und 13 ausländische (31. Dezember 2020: 15) Tochterunternehmen
einbezogen. Weiters werden ein inländisches (31. Dezember 2020: zwei) und ein ausländisches
(31. Dezember 2020: ein) Unternehmen nach der Equity-Methode bilanziert.
52
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Geschäftsjahr 2021 haben folgende Konsolidierungskreisänderungen und Trans-
aktionen mit nicht beherrschenden Anteilen stattgefunden:
Anteil am Kapital
von
auf Transaktionszeitpunkt
Erläuterung
Name der Gesellschaft
BRIEF & WERBEPOST
D2D – direct to document GmbH, Wien
70,00ꢀ%
100,00ꢀ%
100,00ꢀ%
100,00ꢀ%
26.02.2021
30.11.2021
30.11.2021
Sukzessiver Erwerb
Entkonsolidierung
Entkonsolidierung
adverServe digital advertising Services
Deutschland GmbH, Hamburg
0,00ꢀ%
0,00ꢀ%
adverServe digital advertising Services
Schweiz GmbH, Zürich
FILIALE & BANK
bank99 AG, Wien
80,00ꢀ%
0,00ꢀ%
90,00ꢀ%
15.11.2021
01.12.2021
Kapitalerhöhung
Akquisition
ING SPV bank99 AG & Co. KG, Frankfurt
100,00ꢀ%
ING SPV bank99 AG & Co. KG, Frankfurt
(bank99 AG, Wien)¹
100,00ꢀ%
0,00ꢀ%
01.12.2021
Anwachsung
Das erstgenannte Tochterunternehmen ist auf das in Klammer angeführte Tochterunternehmen angewachsen und ist somit nicht mehr im Konsolidierungskreis vorhanden.
1
BRIEF & WERBEPOST
D2D – direct to document GmbH Mit Closing der Transaktion über den Erwerb der
restlichen 30ꢀ% der Anteile am 26. Februar 2021 hält der Österreichische Post-Konzern nun-
mehr 100ꢀ% der Anteile und hat damit die Beherrschung über die D2D – direct to document
GmbH erlangt. Die Gesellschaft wird seit diesem Zeitpunkt im Wege der Vollkonsolidierung in
den Konzernabschluss der Österreichischen Post einbezogen. Zuvor wurde die Gesellschaft
als assoziiertes Unternehmen im Sinne des IAS 28 eingestuft und unter Anwendung der Equity-
Methode bilanziert, da der Österreichische Post-Konzern aufgrund der bei der Gesellschaft
bestandenen Corporate Governance keine Beherrschung, sondern ausschließlich maßgeblichen
Einfluss hatte. Bei der D2D – direct to document GmbH handelt es sich um eine Digital- und
Transaktionsdruckerei in Österreich. Durch den Erwerb eröffnen sich dem Österreichischen
Post-Konzern zahlreiche Chancen, sich weiterhin als Full-Service-Provider im Druckoutsourcing
zu etablieren.
Die wesentlichen identifizierbaren Vermögenswerte im Zeitpunkt der Erlangung der
Beherrschung waren Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte nach IFRS 16) in Höhe von 2,9 Mio EUR
und kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen in
Höhe von 2,5 Mio EUR. Darüber hinaus wurden im Zuge der Kaufpreisallokation Kund*innen-
beziehungen von 0,9 Mio EUR angesetzt. Die wesentlichen übernommenen Schulden waren
kurzfristige andere finanzielle Verbindlichkeiten (ohne Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16)
in Höhe von 2,0 Mio EUR und kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Mio EUR. In den kurzfristigen Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie den kurzfristigen Verbindlich-
keiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten sind Forderungen bzw.
Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften enthalten. Nutzungsrechte und Leasing-
verbindlichkeiten aus konzernexternen Leasingverträgen waren in Höhe von 2,1 Mio EUR anzu-
setzen. Der Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden belief
sich somit im Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung auf 2,6 Mio EUR.
Der Kaufpreis für den Erwerb der übrigen 30ꢀ% der Anteile belief sich auf 1,1 Mio EUR.
Im Zuge des sukzessiven Erwerbs wurde der beizulegende Wert des gesamten vom Österreichi-
schen Post-Konzern gehaltenen Anteils ermittelt. Dieser entsprach im Wesentlichen dem zuvor
nach der Equity-Methode bilanzierten Anteil. Aus dem Erwerb ergab sich ein Firmenwert von
53
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2,3 Mio EUR, der aus den mit der Gesellschaft verbundenen Ertragserwartungen im Zusammen-
hang mit dem Brief & Werbepost-Geschäft der Österreichischen Post resultiert.
Mio EUR
Beizulegende Zeitwerte
ERMITTLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTS
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung
1,1
3,8
2,6
2,3
Beizulegender Zeitwert des zuvor gehaltenen Anteils
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden
GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT
AUFGLIEDERUNG DES ZAHLUNGSMITTELAB-/-ZUFLUSSES
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung in bar
TATSÄCHLICHER ZAHLUNGSMITTELABFLUSS
1,1
1,1
Seit Einbeziehung der D2D – direct to document GmbH in den Konzernabschluss der
Österreichischen Post wurden Umsatzerlöse der Gesellschaft von 3,6 Mio EUR erfasst. Wäre
die Gesellschaft bereits seit Anfang des Jahres ein Tochterunternehmen gewesen, würden die
Umsatzerlöse des Konzerns 2.520,7 Mio EUR betragen. Das Periodenergebnis der Gesellschaft
war im Geschäftsjahr 2021 von untergeordneter Bedeutung.
AdverServe digital advertising Services Deutschland GmbH und adverServe digital
advertising Services Schweiz GmbH Die beiden in Liquidation befindlichen unwesentlichen
Gesellschaften wurden entkonsolidiert.
FILIALE & BANK
bank99 AG Aufgrund des geplanten Erwerbs des Privatkund*innengeschäfts der öster-
reichischen Zweigniederlassung der ING-DiBa AG entstand Kapitalbedarf bei der bank99 AG. In
der außerordentlichen Hauptversammlung vom 15. November 2021 wurde von den beiden Aktio-
närinnen Österreichische Post AG und Schelhammer Capital Bank AG eine nicht verhältnis-
wahrende Kapitalerhöhung beschlossen. Diese führte zu einer Erhöhung der Anteile der Öster-
reichischen Post AG an der bank99 AG von 80ꢀ% auf 90ꢀ%.
ING SPV bank99 AG & Co. KG Die bank99 AG hat am 12. Juli 2021 den Kaufvertrag über
den Erwerb des Privatkund*innengeschäfts der österreichischen Zweigniederlassung der
ING DiBa AG, Frankfurt, unterzeichnet. In diesem Vertrag wurde vereinbart, dass der zu übertra-
gende Teilbetrieb von der ING-DiBa AG in eine neu gegründete deutsche Kommanditgesellschaft,
die ING SPV bank99 AG & Co. KG, Frankfurt, mit der bank99 AG als Komplementär, abgespalten
wird. Mit Closing der Transaktion am 1. Dezember 2021 erfolgte der Erwerb des Kommanditan-
teils durch die bank99 AG. Somit kam es zu einer Anteilsvereinigung auf nur einen Gesellschaf-
ter und in weiterer Folge zu einer Anwachsung des Geschäftsbetriebs auf die bank99 AG.
Mit der Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING-DiBa Österreich ergänzt
die bank99 AG ihr bestehendes Kund*innenangebot um aktivseitige Kredit- und Veranlagungs-
produkte. Beide Banken hatten vor dem Zusammenschluss ihren Fokus auf sich ergänzende
Kund*innen- sowie Produktgruppen. Durch den Zusammenschluss mit der ING-DiBa kann die
bank99 AG nunmehr Filial- und digital affinen Kund*innen in ganz Österreich eine ausge-
wogene und attraktive Produktpalette auf der Aktiv- sowie auf der Passivseite anbieten und
somit ihren Wachstumskurs verstärkt verfolgen.
Die Übernahme des Geschäftsbetriebs umfasste im Wesentlichen Forderungen an
Kund*innen, Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen, Mitarbeiter*innen sowie die für den
Betrieb notwendige Software.
Darüber hinaus wurde das „Transitional Services Agreement“ abgeschlossen, eine Ver-
einbarung, in der sich die Verkäuferin verpflichtet für einen bestimmten Zeitraum Leistungen
54
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
zu erbringen, die notwendig sind, um den Bankbetrieb in der Übergangsphase weiterführen zu
können (IT-Services, Data Center etc.). Dafür erhielt die ING-DiBa AG im Rahmen des Kaufpreises
einen Betrag in Höhe von 2,7 Mio EUR.
Der Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden im
Zeitpunkt der Erlangung der Beherrschung sowie der Gewinn aus dem Erwerb ermittelt sich
wie folgend dargestellt:
Mio EUR
Beizulegende Zeitwerte
LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte
6,2
2,0
Sachanlagen
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken
Forderungen an Kund*innen
364,2
1.388,1
14,4
Sonstige
KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
LANGFRISTIGE SCHULDEN
1,5
Rückstellungen
–0,9
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige
–1.718,5
–7,6
KURZFRISTIGE SCHULDEN
Rückstellungen
–3,9
–4,8
40,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
SALDO DER IDENTIFIZIERBAREN VERMÖGENSWERTE UND ÜBERNOMMENEN SCHULDEN
ERMITTLUNG DES GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERTS
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung
Saldo der identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden
BADWILL
26,6
40,7
–14,1
AUFGLIEDERUNG DES ZAHLUNGSMITTELAB-/-ZUFLUSSES
Gesamtbetrag der übertragenen Gegenleistung
Erworbene Zahlungsmittel
26,6
364,2
337,6
TATSÄCHLICHER ZAHLUNGSMITTELZUFLUSS
Im Zuge der vorläufigen Kaufpreisallokation wurden Kund*innenbeziehungen in Höhe von
1,8 Mio EUR sowie Software in Höhe von 4,4 Mio EUR angesetzt.
Die erworbenen Forderungen gegenüber Kund*innen in Höhe von 1.388,1 Mio EUR ent-
sprechen den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag. Zusätzlich wurden Zahlungsmittel,
Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken in Höhe von 364,2 Mio EUR erwor-
ben. Die Bruttobeträge der Forderungen gegenüber Kund*innen betrugen 1.414,6 Mio EUR und die
vertraglichen Cashflows, die voraussichtlich uneinbringlich sind, beliefen sich auf 11,3 Mio EUR.
Außerbilanzielle Posten in Form von Bürgschaften in Höhe von 0,1 Mio EUR und unwider-
ruflichen Kreditzusagen in Höhe von 41,6 Mio EUR wurden ebenfalls übernommen.
55
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der im sonstigen betrieblichen Ertrag erfasste passive Unterschiedsbetrag („Badwill“)
reflektiert den Umstand, dass die ING-DiBa AG den österreichischen Markt bis Jahresende 2021
verlassen wollte. Weiters sind die notwendigen Restrukturierungsaufwendungen von der
bank99 AG zu tragen und werden aufgrund der Bestimmungen des IFRS 3 nicht im Rahmen der
PPA berücksichtigt.
Aufgrund der zeitlichen Nähe des Closings zum Bilanzstichtag sowie der Tatsache, dass
die endgültige Closing-Bilanz erst nach der im Kaufvertrag vereinbarten „Dispute Period“ in 2022
feststehen wird, handelt es sich bei den für die identifizierbaren Vermögenswerte und über-
nommenen Schulden angegebenen Beträgen um vorläufige Beträge.
Seit dem Erwerbszeitpunkt bis zum 31. Dezember 2021 erzielte der Geschäftsbetrieb
Erträge aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 2,6 Mio EUR. Der Beitrag zum Ergebnis kann
nicht ermittelt werden, da die Verwaltungsaufwendungen nicht getrennt erfasst oder berich-
tet werden. Wäre der Geschäftsbetrieb bereits seit Anfang des Jahres Teil des Konzerns
gewesen, würden die Umsatzerlöse des Konzerns 2.551,5 Mio EUR und das Periodenergebnis
119,4 Mio EUR betragen.
Kosten in Höhe von 4,8 Mio EUR im Zusammenhang mit der Transaktion wurden in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
4.3 Nicht beherrschende Anteile
Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen umfassen die folgenden
Gesellschaften:
Nicht beherrschende Anteile
Anteil in %
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2020
31.12.2021
31.12.2021
Aras Kargo Yurtiçi ve Yurtdişi Taşimacilik A.Ş., Istanbul
bank99 AG
16,6
9,3
10,5
15,9
1,4
20,00
20,00
30,00
49,00
24,00
20,00
10,00
30,00
49,00
24,00
ACL advanced commerce labs GmbH, Graz
sendhybrid ÖPBD GmbH, Graz
M&BM Express OOD
1,3
0,7
0,8
–0,3
27,6
–0,6
27,9
NICHT BEHERRSCHENDE ANTEILE
Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine nicht verhältniswahrende Kapitalerhöhung der
bank99 AG durchgeführt. Der Anteil der nicht beherrschenden Anteile verringerte sich von 20ꢀ%
auf 10ꢀ%. Demzufolge wurden 2,9 Mio EUR von den nicht beherrschenden Anteilen in das
Eigenkapital der Aktionär*innen des Mutterunternehmens umgegliedert. Im Geschäftsjahr 2021
wurden insgesamt 14,3 Mio EUR vom Minderheitsaktionär in die bank99 AG einbezahlt.
56
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die nachstehende Tabelle zeigt Informationen zu Tochtergesellschaften mit wesentli-
chen, nicht beherrschenden Anteilen vor konzerninternen Eliminierungen:
Geschäftsjahr 2020
angepasstꢀ¹
Mio EUR
Aras Kargo a.s.
bank99 AG1
PROZENTSATZ NICHT BEHERRSCHENDER ANTEILE
Langfristige Vermögenswerte
20,0ꢀ%
93,1
0,0
20,0ꢀ%
20,5
580,9
9,5
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Kurzfristige Vermögenswerte
94,4
28,4
0,0
Langfristige Schulden
11,1
521,2
31,9
46,7
9,3
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Kurzfristige Schulden
76,2
82,9
16,6
NETTOVERMÖGEN
Nettovermögen der nicht beherrschenden Anteile
Umsatzerlöse/Ergebnis aus Finanzdienstleistungen1
Periodenergebnis
101,5
12,6
0,5
22,6
–29,9
0,0
Sonstiges Ergebnis
GESAMTERGEBNIS
13,1
2,5
–29,9
–6,0
0,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordneter Gewinn
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sonstiges Ergebnis
0,1
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit
20,5
–0,5
–2,5
–2,9
14,5
504,9
–11,1
34,2
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS
0,0
528,0
siehe Punkt 3.2 Änderung von Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
1
Die Angaben betreffend Umsatzerlöse und Ergebnisse der Aras Kargo a.s. betreffen
den Zeitraum seit Einbeziehung in den Konzernabschluss mit 25. August 2020.
57
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsjahr 2021
Mio EUR
Aras Kargo a.s.
bank99 AG
PROZENTSATZ NICHT BEHERRSCHENDER ANTEILE
Langfristige Vermögenswerte
20,0ꢀ%
61,5
0,0
10,0ꢀ%
39,7
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Kurzfristige Vermögenswerte
2.707,8
13,9
60,5
–17,1
0,0
Langfristige Schulden
–18,8
–2.541,5
–42,1
159,0
15,9
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Kurzfristige Schulden
–52,5
52,3
10,5
NETTOVERMÖGEN
Nettovermögen der nicht beherrschenden Anteile
Umsatzerlöse/Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
Periodenergebnis
290,7
51,6
–32,7
50,8
10,3
–6,5
32,9
–24,6
0,0
Sonstiges Ergebnis
GESAMTERGEBNIS
–24,6
–4,9
0,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordneter Gewinn
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sonstiges Ergebnis
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit
55,7
–5,7
172,0
331,6
135,7
0,0
Cashflow aus Investitionstätigkeit
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
–59,7
–8,1
Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand
VERÄNDERUNG DES FINANZMITTELBESTANDS
–17,7
639,4
Den nicht beherrschenden Anteilen an der Aras Kargo a.s. wurden im Geschäftsjahr 2021
Dividenden in Höhe von 9,9 Mio EUR (2020: 0,0 Mio EUR) zugewiesen.
58
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
5. Währungsumrechnung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Österreichischen
Post AG, aufgestellt. Die funktionale Währung bestimmt sich nach dem primären wirtschaft-
lichen Umfeld, in dem die Unternehmen hauptsächlich Zahlungsmittel erwirtschaften und
verwenden. Die funktionale Währung für Konzernunternehmen in Österreich und aus Ländern
der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ist der Euro. Für die übrigen Unternehmen
ist die funktionale Währung die jeweilige lokale Währung.
Fremdwährungstransaktionen in der funktionalen Währung Die Konzernunternehmen
erfassen in ihren Abschlüssen Geschäftsfälle in der funktionalen Währung mit dem Kurs zum
Transaktionszeitpunkt. Die Folgebewertung monetärer Posten erfolgt mit dem zum Bilanzstich-
tag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen Zentralbank. Kursgewinne und -verluste
werden ergebniswirksam erfasst.
Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebs Für die Umrechnung der
Abschlüsse von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, wird die
modifizierte Stichtagskursmethode angewendet. Dabei werden die Bilanzposten mit Ausnahme
des Eigenkapitals mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenreferenzkurs der Europäischen
Zentralbank und die Eigenkapitalposten mit dem historischen Anschaffungs- oder Entstehungs-
kurs umgerechnet. Aufwendungen und Erträge wurden bis inklusive des Geschäftsjahres 2020
mit dem durchschnittlichen Devisenreferenzkurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Ab dem
Geschäftsjahr 2021 werden die Aufwendungen und Erträge mit dem durchschnittlichen Devisen-
referenzkurs des jeweiligen Monats umgerechnet, um IAS 21 auch bei stärkeren Währungs-
schwankungen, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der türkischen Lira, zu entsprechen.
Die hieraus entstehenden Währungsumrechnungsdifferenzen werden ergebnisneutral direkt
im Eigenkapital erfasst.
Die der Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich im Verhält-
nis zum Euro wie folgt verändert:
Devisenreferenzkurs am Bilanzstichtag
Jahresdurchschnittskurs
1 EUR
31.12.2020
2020
31.12.2021
2021
Bosnische konvertible Mark
Bulgarischer Lew
Kroatische Kuna
1,9558
1,9558
1,9558
1,9558
1,9558
1,9558
1,9558–1,9558
1,9558–1,9558
7,5519
7,5156
7,5384
7,4924–7,5783
Serbischer Dinar
117,5802
9,1131
117,5821
15,2335
369,1900
117,5797
9,2761
117,5601–117,5835
8,5785–15,4045
349,9373–367,4991
Türkische Lira1
Ungarischer Forint
363,8900
351,2494
Bei der türkischen Lira bezieht sich der Durchschnittskurs 2020 auf den Zeitraum 1. September 2020 bis 31. Dezember 2020.
1
59
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen
liegen einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (zusammen die Rechnungslegungs-
methoden) zugrunde. In der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden hat der Vorstand
Ermessensentscheidungen zu treffen. Die zusammenfassende Darstellung der wesentlichen
Rechnungslegungsmethoden enthält dazu Angaben über die Anwendung und Auswirkungen der
getroffenen Ermessensentscheidungen.
6.1 Darstellung der Erbringung von Finanzdienstleistungen innerhalb
des Konzernabschlusses
Im Sinne einer transparenten Darstellung des Konzernabschlusses werden die spezifi-
schen Posten aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft gesondert in der Konzern-Gewinn und
-Verlustrechnung, der Konzernbilanz sowie dem Konzern-Cashflow-Statement dargestellt.
6.1.1 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN AUS
FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Unter den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleis-
tungen werden in der Konzernbilanz insbesondere jene Posten ausgewiesen, die unmittelbar
aus dem Einlagen-, Kredit- und Veranlagungsgeschäft der bank99 AG resultieren bzw. sich aus
der Abwicklung der sogenannten P.S.K.-Anweisungen (Auszahlung von z.ꢀB. Pensionen, Arbeits-
losengeldern und ähnlichen Leistungen im fremden Namen und auf fremde Rechnung) ergeben.
Ebenso werden in diesen Posten die Zahlungsmittel, Sichteinlagen bei Banken und Guthaben
bei Zentralbanken der bank99 AG ausgewiesen. Die Darstellung der Posten erfolgt gereiht nach
ihrer Liquidität.
Vermögenswerte und Schulden außerhalb des Einlagen-, Kredit- und Veranlagungs-
geschäfts werden, gemäß ihrer Fristigkeit, unter den sonstigen lang- und kurzfristigen Vermö-
genswerten und Schulden ausgewiesen (z.ꢀB. immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
sowie Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten).
6.1.2 ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen setzt sich aus den:
Erträgen aus Finanzdienstleistungen
Aufwendungen für Finanzdienstleistungen
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9
dem Bewertungs- und Abgangsergebnis
zusammen.
Die Erträge aus Finanzdienstleistungen sind Teil der Umsatzerlöse und enthalten
sämtliche Zins- und Provisionserträge aus der Erbringung von Finanzdienstleistungen. In der
Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung wird der Ertrag im Sinne einer möglichst transparenten
Darstellung mit einem „davon“-Vermerk gesondert ausgewiesen.
Zinsertrag Im Zinsertrag werden sämtliche Zinserträge aus dem Kredit- und Veranla-
gungsgeschäft ausgewiesen. Zinserträge von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten und erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzins-
methode erfasst. Die Zinserträge enthalten ebenfalls Provisionserträge, welche als integraler
Bestandteil der Effektivzinsmethode in den Anwendungsbereich des IFRS 9 fallen. Der nach der
Effektivzinsmethode ermittelte Zinsertrag wird in der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung
mit einem „davon“-Vermerk gesondert ausgewiesen.
60
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Provisionsertrag Im Provisionsertrag werden Gebühren und Provisionseinkommen
aus den angebotenen Finanzdienstleistungen ausgewiesen. Dies betrifft aktuell im Wesentli-
chen Provisionen aus dem Girokontengeschäft, dem Zahlungsverkehr, dem Kreditgeschäft, der
Wertpapierverwaltung, der Versicherungsvermittlung sowie der Auszahlung von sogenannten
P.S.K.-Anweisungen. Soweit Gebühren und Provisionen aus einem Vertrag gemäß IFRS 9 fallen,
wird IFRS 9 zur Separierung der Vertragsbestandteile angewendet. Gebühren und Provisionen
im Anwendungsbereich des IFRS 15 aus transaktionsbasierten Leistungen werden zeitpunkt-
bezogen bzw. zeitraumbezogen realisiert. Gebühren und Provisionen aus zeitraumbezogenen
Leistungen werden über den entsprechenden Zeitraum abgegrenzt. Dies betrifft unter anderem
pauschale Einmalvergütungen aus Kooperationsvereinbarungen mit Drittanbietern.
Aufwand für Finanzdienstleistungen Der Aufwand für Finanzdienstleistungen beinhal-
tet den Zinsaufwand und den Provisionsaufwand aus der Erbringung von Finanzdienstleistun-
gen und wird in der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung als eigener Posten dargestellt.
Zinsaufwand Im Zinsaufwand werden sämtliche Zinsaufwendungen aus dem Einlagen-
geschäft sowie die Negativzinsen aus dem Veranlagungsgeschäft ausgewiesen. Zinsaufwen-
dungen von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen
Vermögenswerten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst.
Provisionsaufwand Im Provisionsaufwand werden Gebühren und Provisionsaufwen-
dungen im Zusammenhang mit den angebotenen Finanzdienstleistungen erfasst. Dies betrifft
aktuell im Wesentlichen Provisionen aus dem Girokontengeschäft, dem Zahlungsverkehr, dem
Kreditgeschäft und der Wertpapierverwaltung.
Die Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 werden in den sonstigen betrieblichen Aufwen-
dungen und das Bewertungs- und Abgangsergebnis in den sonstigen betrieblichen Erträgen
bzw. in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
6.1.3 DARSTELLUNG DER FINANZDIENSTLEISTUNGEN IM CASHFLOW
Im Konzern-Cashflow-Statement werden die aus dem Einlagen-, Kredit- und Veranla-
gungsgeschäft resultierenden Zahlungsströme innerhalb des Cashflows aus Geschäftstätig-
keit in den Posten finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen,
Erhaltene Zinsen aus Finanzdienstleistungen und Gezahlte Zinsen aus Finanzdienstleistungen
ausgewiesen.
Der Posten Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten Finanzdienstleistungen
zeigt die Veränderung der finanziellen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen und der
finanziellen Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen mit Ausnahme der Zahlungsmit-
tel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken. Diese Posten umfassen im
Wesentlichen alle Ein- und Auszahlungen von Kund*inneneinlagen, Hypothekar-, Konsum- und
Kontokorrentkrediten, die Wertpapier- und Geldmarktveranlagung des Finanzdienstleistungs-
bereichs sowie die Veränderung der aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs resultierenden
sonstigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Zahlungsmittel, Zahlungsmit-
teläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken zählen zum Finanzmittelbestand (siehe auch
Punkt 31.1).
Die Posten Erhaltene Zinsen aus Finanzdienstleistungen und Gezahlte Zinsen aus
Finanzdienstleistungen umfassen ausschließlich die aus dem Einlagen-, Kredit- und Veranla-
gungsgeschäft resultierenden Zinszahlungsströme.
Zahlungsströme außerhalb des Einlagen-, Kredit- und Veranlagungsgeschäfts, dazu
zählen unter anderem auch die Ein- und Auszahlungen von Provisionen und Gebühren sowie
die Auszahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen, werden in den
übrigen Posten entsprechend ihrer Zugehörigkeit abgebildet.
61
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
6.2 Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen
Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen werden realisiert, wenn der*die Kund*in die Ver-
fügungsmacht über die Güter bzw. Dienstleistungen erhält. Nachfolgend werden Informationen
über die Art, die Höhe, den Zeitpunkt und die Unsicherheit von Erlösen und Zahlungsströmen
für die wesentlichen Produktgruppen des Österreichischen Post-Konzerns dargestellt.
BRIEFPOST, WERBEPOST & MEDIENPOST
Der Österreichische Post-Konzern erbringt die Annahme, Sortierung und Zustellung von
diversen Briefsendungen, Werbesendungen und Printmedien. Unter IFRS 15 sind derartige Leis-
tungsverpflichtungen als über einen Zeitraum erfüllt anzusehen. Insgesamt zeichnen sich die
bestehenden Verträge bzw. die zu erbringenden Dienstleistungen in diesem Geschäftsbereich
durch einen sehr hohen Grad an Uniformität und sehr kurze Durchlaufzeiten in der Leistungs-
erbringung aus. Als Universaldienstleister ist die Österreichische Post AG grundsätzlich zur
Annahme und Zustellung jeder Sendung verpflichtet. Zusatzleistungen (wie z.ꢀB. Einschreiben)
werden in der Regel als im Vertragskontext nicht eigenständig abgrenzbare Leistung eingestuft
und somit gebündelt mit der Postsendung als einzige Leistungsverpflichtung bilanziert. Bei
Auslandssendungen erfolgt im Regelfall die Zustellung an den*die Empfänger*in im Ausland in
Zusammenarbeit mit internationalen Postbetreiber*innen.
Zur Messung des Leistungsfortschritts werden statistische Erfahrungswerte unter
anderem aus regelmäßig durchgeführten Laufzeitmessungen herangezogen. Die Höhe der zu
realisierenden Umsatzerlöse wird auf Basis der Relation von bisher angefallenen zu den gesam-
ten Kosten der Zustellung von Briefsendungen, Werbesendungen und Printmedien (Cost-to-
cost Method) bestimmt.
Die Annahme einer Sendung in einer Post-Aufgabestelle (d.ꢀh. zu Beginn der Leistungs-
verpflichtung) löst die Fakturierung und damit verbunden die Realisation von Umsatzerlösen
sowie den Ansatz einer Forderung aus. Nach IFRS 15 ist eine Forderung einzustellen, sobald ein
unbedingter Anspruch auf den Erhalt einer Zahlung besteht. Mit Annahme der Sendung in einer
Post-Aufgabestelle verpflichtet sich die Österreichische Post AG, innerhalb kurzer Zeit eine
Leistung zu erbringen, und hat gleichzeitig einen Anspruch auf Inrechnungstellung und Erhalt
einer Zahlung vom*von der Kund*in. Für den noch nicht erbrachten Teil der Leistungsverpflich-
tung wird eine Erlösabgrenzung vorgenommen und eine Vertragsverbindlichkeit erfasst.
Die Bezahlung des Transaktionspreises erfolgt entweder über Vorauszahlung der beauf-
tragten Beförderungsleistung (Verkauf von Briefmarken bzw. Barfreimachung in der Filiale)
bzw. bei Geschäftskund*innen im Nachhinein bei einem durchschnittlichen Zahlungsziel von
einem bis zwei Monaten. Entsprechend enthalten Forderungen in der Österreichischen Post im
Regelfall keine signifikante Finanzierungskomponente.
Für erhaltene Vorauszahlungen im Zusammenhang mit Postwertzeichen und Erlösen aus
Absender-Freistempelmaschinen wird die noch ausstehende Leistung der Österreichischen Post
als Abgrenzung in den Vertragsverbindlichkeiten erfasst. Die Ermittlung der ausstehenden Leis-
tung erfolgt auf Basis von Erfahrungswerten (im Fall von Wertzeichen) bzw. durch Übermittlung
historischer Daten im Zuge des Ladeprozesses (im Fall von Absender-Freistempelmaschinen).
Für den Verkauf der Produkte von Briefsendungen, Werbesendungen und Printmedien
an Geschäftskund*innen werden oftmals Volumenrabatte basierend auf den Umsätzen eines
Geschäftsjahres vereinbart, die als variable Gegenleistungen im Sinne des IFRS 15 zu klassi-
fizieren sind. Die Erlöse aus diesen Verkäufen werden in Höhe des im Vertrag festgelegten
Preises – abzüglich der geschätzten Volumenrabatte – erfasst. Die Schätzung der erwarteten
Volumina basiert auf Erfahrungswerten und wird zu jedem Stichtag aktualisiert. Notwendige
Anpassungen erfolgen kumuliert in der Periode der Schätzungsänderung.
62
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
BUSINESS SOLUTIONS
Leistungen im Bereich Business Solutions umfassen die elektronische Zustellung von
Sendungen, das Datenmanagement, Dokumenten-Scanning, Online-Services sowie Poststellen-
management.
Diese Leistungsverpflichtungen werden überwiegend über einen Zeitraum erfüllt, wobei
die Umsatzerlösrealisierung nach Zeitablauf erfolgt. Der Zeitraum der Leistungserstellung liegt
grundsätzlich unter einem Monat. Die Bezahlung erfolgt im Regelfall im Nachhinein bei einem
durchschnittlichen Zahlungsziel von einem bis zwei Monaten.
PAKET & LOGISTIK
Der Österreichische Post-Konzern erbringt die Abholung, Annahme, Sortierung und
Zustellung von diversen Paket- und Post Express-Sendungen. Unter IFRS 15 sind derartige
Leistungsverpflichtungen als über einen Zeitraum erfüllt anzusehen. Ein hoher Grad an Stan-
dardisierung, Sendungsverfolgung und sehr kurze Durchlaufzeiten charakterisieren die Leis-
tungserbringung dieses Geschäftsbereichs. Zusatzleistungen (wie z.ꢀB. Cash on Delivery) werden
in der Regel als im Vertragskontext nicht eigenständig abgrenzbare Leistung eingestuft und
somit gebündelt mit der Paketsendung als einzige Leistungsverpflichtung bilanziert. Im Innen-
verhältnis bedient sich die Österreichische Post AG diverser Subunternehmen und Frächter*in-
nen, die Teile des Zustellprozesses übernehmen. Bei Auslandssendungen erfolgt im Regelfall
die Zustellung an den*die Empfänger*in im Ausland in Zusammenarbeit mit internationalen
Postbetreiber*innen bzw. Paketdienstleister*innen.
Zur Messung des Leistungsfortschritts werden die Daten aus der Sendungsverfolgung
je Paket herangezogen. Die Höhe der zu realisierenden Umsatzerlöse wird auf Basis der
Relation von bisher angefallenen zu den gesamten Kosten der Paketzustellung (Cost-to-cost
Method) bestimmt.
Die Annahme einer Sendung in einer Post-Aufgabestelle (d.ꢀh. zu Beginn der Leistungs-
verpflichtung) löst die Fakturierung und damit verbunden die Realisation von Umsatzerlösen
sowie den Ansatz einer Forderung aus. Nach IFRS 15 ist eine Forderung einzustellen, sobald
ein unbedingter Anspruch auf den Erhalt einer Zahlung besteht. Mit Annahme der Sendung in
einer Post-Aufgabestelle verpflichtet sich die Österreichische Post AG, innerhalb kurzer Zeit
eine Leistung zu erbringen, und hat gleichzeitig einen Anspruch auf Inrechnungstellung und
Erhalt einer Zahlung vom*von der Kund*in. Für den noch nicht erbrachten Teil der Leistungs-
verpflichtung wird eine Erlösabgrenzung vorgenommen und eine Vertragsverbindlichkeit erfasst.
Für den Verkauf von Paketen an Geschäftskund*innen werden oftmals Volumenrabatte
basierend auf den Umsätzen eines Geschäftsjahres vereinbart, die als variable Gegenleistungen
im Sinne des IFRS 15 zu klassifizieren sind. Die Erlöse aus diesen Verkäufen werden in Höhe
des im Vertrag festgelegten Preises – abzüglich der geschätzten Volumenrabatte – erfasst. Die
Schätzung der erwarteten Volumina basiert auf Erfahrungswerten und wird zu jedem Stichtag
aktualisiert. Die Anpassung erfolgt in der Periode der Schätzungsänderung.
FILIALDIENSTLEISTUNGEN
Die vom Filialnetz erbrachten Leistungen umfassen den Verkauf bzw. die Vermittlung
diverser Handelswaren und Post- und Telekomprodukte.
Die Erlöse aus dem Verkauf von Handelswaren werden zeitpunktbezogen mit Übergabe
der Ware an den*die Kund*in erfasst. Die Zahlung des Transaktionspreises ist sofort fällig, sobald
ein*e Kund*in eine Handelsware erwirbt.
Des Weiteren erbringt die Österreichische Post AG Vermittlungsleistungen, insbesondere
bei Telekomverträgen und -produkten für den Partner A1 Telekom Austria AG. Entsprechend wer-
den diese Umsatzerlöse zum Zeitpunkt der Erbringung der Vermittlungsleistung (z.ꢀB. bei Unter-
zeichnung eines Telekomvertrags durch A1-Kund*innen bzw. der Übergabe eines Mobiltelefons
an den*die A1-Kund*in) in Höhe der erhaltenen Provisionen (Nettomethode) erfasst. Im Zusam-
menhang mit der Vermittlung dieser Produkte sind vertraglich Vorauszahlungen zu leisten, die
als geleistete Anzahlungen unter den sonstigen Forderungen ausgewiesen werden.
63
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Zu den Erlösen aus Finanzdienstleistungen verweisen wir auf Punkt 6.1.2 Ergebnis aus
Finanzdienstleistungen.
6.3 Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden in Höhe ihres beizulegenden Zeitwerts
erfasst, wenn hinreichende Sicherheit darüber besteht, dass sie gewährt werden und die Vor-
aussetzungen für die Zuwendung erfüllt sind. Die Erfassung der Zuwendungen erfolgt in der
Gewinn- und Verlustrechnung unter den sonstigen betrieblichen Erträgen in den Perioden, in
welchen die nach dem Zuwendungszweck zu kompensierenden Aufwendungen anfallen. Sind die
erfassten Zuwendungen über mehrere Perioden zu verteilen, erfolgt der Ansatz eines passiven
Abgrenzungspostens unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen
Verbindlichkeiten. Erfolgt die Zuwendung für die Anschaffung oder Herstellung von Vermögens-
werten, werden die Zuwendungen ebenfalls passivisch abgegrenzt (Bruttomethode) und perio-
denübergreifend über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts erfasst.
6.4 Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der auf die Aktionär*innen der Österreichi-
schen Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis durch den gewichteten Durchschnitt
der im Geschäftsjahr im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Während einer Periode neu
ausgegebene oder zurückgekaufte Aktien werden zeitanteilig für den Zeitraum, in dem sie sich
im Umlauf befinden, berücksichtigt. Für die Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie
wird die durchschnittliche Aktienanzahl sowie der auf die Aktionär*innen der Österreichischen
Post AG entfallende Anteil am Periodenergebnis um verwässernde Effekte bereinigt.
Eine Verwässerung des Ergebnisses je Aktie kann sich derzeit potenziell aufgrund des
aktienbasierten Vergütungsprogramms der Österreichischen Post AG ergeben. Nachdem jedoch
gegenwärtig keine Verpflichtung zum Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten besteht, erge-
ben sich aus den derzeit laufenden Programmen keine Verwässerungseffekte. Siehe dazu unter
Punkt 27.1 Aktienbasierte Vergütungen.
6.5 Ertragsteuern
Angaben zu Steuergruppen Der Österreichische Post-Konzern hat die in Österreich
eingeräumte Möglichkeit zur Bildung steuerlicher Unternehmensgruppen zwecks gemeinsamer
Besteuerung in Anspruch genommen; es bestehen zwei Unternehmensgruppen mit den Grup-
penträgern Österreichische Post AG sowie Post 001 Finanzierungs GmbH. Sämtliche Gruppen-
mitglieder haben den Sitz im Inland.
In den steuerlichen Unternehmensgruppen werden grundsätzlich die Gruppenmitglieder
vom Gruppenträger mit den auf sie entfallenden Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuer-
umlagen be- oder entlastet. Dabei erfolgt die Verrechnung positiver und negativer Steuerumlagen
in Höhe von 25ꢀ% des steuerlichen Ergebnisses (Stand-alone-Methode).
Die Systematik der Gruppenbesteuerung führt zu einer gemeinsamen Veranlagung der
tatsächlichen Ertragsteuern und zu einer Saldierung von latenten Steueransprüchen und laten-
ten Steuerschulden innerhalb der Unternehmensgruppen gemäß IAS 12.74. Der Steuervorteil
aus der Firmenwertabschreibung (§ 9 Abs. 7 KStG) wird als temporäre Differenz beim Firmenwert
behandelt (IAS 12.32a).
Angaben zu Ertragsteuern Die Ertragsteuern beinhalten laufende und latente Steuern.
Diese werden stets in der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung ausgewiesen, ausgenommen in
dem Umfang, in dem die Steuern aus Sachverhalten herrühren, die im sonstigen Ergebnis (OCI)
oder im Eigenkapital angesetzt wurden bzw. aus einem Unternehmenszusammenschluss stammen.
64
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der Österreichische Post-Konzern ist der Auffassung, dass mögliche Zinsaufwendun-
gen und Strafzahlungen im Zusammenhang mit Ertragsteuerzahlungen nicht die Definition von
Ertragsteuern nach IAS 12 erfüllen. Etwaige Beträge werden somit allgemein nach den Bestim-
mungen des IAS 37 bilanziert.
Ermittlung der laufenden Steuern Laufende Steuern beinhalten die erwarteten Steuer-
zahlungen oder -gutschriften des laufenden Jahres sowie die im laufenden Jahr erfolgten
Anpassungen der erwarteten Steuernachzahlungen oder -gutschriften der Vorjahre. Der aus-
gewiesene Betrag stellt die bestmögliche Schätzung dar und beinhaltet auch Quellensteuern
aus Ausschüttungen.
Tatsächliche Steuerforderungen und -verbindlichkeiten können unter gewissen Umstän-
den saldiert ausgewiesen werden. Dies ist im Österreichischen Post-Konzern dann der Fall,
wenn sich die Steuern auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben
werden, und das Unternehmen ein einklagbares Recht zur gegenseitigen Aufrechnung von
Steuerforderungen und -verbindlichkeiten hat.
Ermittlung der latenten Steuern Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der
Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Differenzen zwischen dem Buchwert laut
IFRS-Konzernabschluss und den korrespondierenden steuerlichen Werten. Vom Ansatz von
latenten Steuern wird jedoch in folgenden Fällen Abstand genommen:
Temporäre Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts
oder einer Schuld entstehen, dem kein Unternehmenszusammenschluss zugrunde
liegt und zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das bilanzielle Ergebnis vor
Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis (den steuerlichen Verlust) beeinflussen
werden („Initial Recognition Exemption – IRE“), wobei als Ausnahme die in der EU
voraussichtlich zum 1. Jänner 2023 in Kraft tretende Änderung an IAS 12 (zu laten-
ten Steuern in Bezug auf Vermögenswerte und Schulden aus einer einzelnen Trans-
aktion) im Rahmen der Auslegung bereits seit Einführung des IFRS 16 Leasingver-
hältnisse zum 1. Jänner 2019 entsprechend angewendet wurde
Temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweig-
niederlassungen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an gemeinsamen Verein-
barungen, sofern das Mutterunternehmen in der Lage ist, den Verlauf der Auflösung
der temporären Differenzen zu steuern, und es wahrscheinlich ist, dass sich die
temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird
Zu versteuernde Differenzen in Zusammenhang mit dem erstmaligen Ansatz eines
Geschäfts- oder Firmenwerts
Der Ansatz von aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen aus Bilanzpos-
ten sowie aus Verlustvorträgen erfolgt in dem Umfang, in dem a) ausreichend passive latente
Steuern vorhanden sind oder es b) bei einer Gewinnhistorie wahrscheinlich ist, dass in abseh-
barer Zeit steuerpflichtiges Einkommen zur Verfügung steht und der Steueraufwand somit
künftig realisierbar ist. Erzielt ein Unternehmen in jüngster Vergangenheit (in einem der letzten
zwei Jahre) steuerpflichtige Verluste, so wird im letzteren Fall von der Aktivierung von latenten
Steuern Abstand genommen.
Dabei werden zu jedem Bilanzstichtag die nicht angesetzten latenten Steuern neu
bewertet und gegebenenfalls angesetzt, sofern die Auffassung vertretbar ist, dass der Steuer-
vorteil realisiert werden kann.
Aktive und passive latente Steuern können unter gewissen Umständen saldiert ausge-
wiesen werden. Die obigen Angaben unter „Ermittlung der laufenden Steuern“ gelten analog bei
den latenten Steuern.
Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzel-
nen Ländern zum Bilanzstichtag gelten oder für den Zeitpunkt bereits beschlossen sind,
in dem die latenten Steueransprüche und -schulden realisiert werden. Für österreichische
65
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Tochterunternehmen wurde zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen ein Körperschaftsteuer-
satz von 25ꢀ% angewendet.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die für ausländische Gesellschaften bei der Berechnung
der latenten Ertragsteuern angewendeten Steuersätze:
2020
Land
2021
Bosnien und Herzegowina
Bulgarien
10ꢀ%
10ꢀ%
33ꢀ%
18ꢀ%
9ꢀ%
10ꢀ%
10ꢀ%
Deutschland
Kroatien
33ꢀ%
10ꢀ%ꢀ–18ꢀ%
9ꢀ%ꢀ–12ꢀ%
15ꢀ%
Montenegro
Serbien
15ꢀ%
21ꢀ%
9ꢀ%
Slowakei
21ꢀ%
Ungarn
9ꢀ%
Türkei
20ꢀ%
20ꢀ%–23ꢀ%
6.6 Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts nach IFRS 13
Die Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten erfolgt im Österreichischen Post-Konzern
nach den Grundsätzen des IFRS 13. Nach diesem Standard wird der beizulegende Zeitwert als der
Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen den Marktteilnehmer*innen
am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts bzw. für die Übertragung einer
Schuld gezahlt werden würde. In diesem Zusammenhang werden unter anderem die folgenden
Punkte festgelegt: die Vermögenswerte bzw. Schulden, die Gegenstand der Bewertung sind;
die Bewertungsprämisse für nichtfinanzielle Vermögenswerte (Annahme der höchsten und bes-
ten Verwendung); der für den Vermögenswert oder die Schuld vorrangige (oder vorteilhafteste)
Markt; die sachgerechte Bewertungstechnik (abhängig von den zur Verfügung stehenden Daten);
die Stufe in der Bemessungshierarchie, der diese Daten (Inputfaktoren) zugewiesen wurden.
Die Inputfaktoren werden in der Bemessungshierarchie wie folgt eingeteilt:
Stufe 1: in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden notierte
Preise;
Stufe 2: Marktpreisnotierungen, die für Vermögenswerte oder Schulden unmittelbar
oder mittelbar beobachtbar sind;
Stufe 3: auf dem Markt nicht beobachtbare Inputfaktoren.
Abhängig vom Vermögenswert und von den zur Verfügung stehenden Inputdaten
kommen im Österreichischen Post-Konzern sowohl marktbasierte als auch kosten- und ein-
kommensbasierte Ansätze zur Anwendung. Dabei wird der Verwendung beobachtbarer Input-
faktoren höchste Priorität eingeräumt.
6.7 Wertminderung IAS 36
Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung der
Buchwerte von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehal-
tenen Immobilien vorliegen. Liegen derartige Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest
durchgeführt. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie bei
Geschäfts- oder Firmenwerten wird zusätzlich und unabhängig davon, ob derartige Hinweise
vorliegen, einmal jährlich ein Wertminderungstest durchgeführt.
66
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bei Geschäfts- oder Firmenwerten sowie einzelnen Vermögenswerten, für die der erziel-
bare Betrag nicht gesondert ermittelt werden kann, erfolgt der Wertminderungstest auf Ebene
der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE). Geschäfts- oder Firmenwerte, die ursprüng-
lich unter Verwendung der sogenannten Partial-Goodwill-Methode ermittelt wurden, werden für
Zwecke des Wertminderungstests unter Anwendung der aktuellen Beteiligungsquote auf 100ꢀ%
hochgerechnet.
Im Rahmen der Werthaltigkeitstests wird der erzielbare Betrag des einzelnen Vermö-
genswerts oder der ZGE ermittelt und mit dem jeweiligen Buchwert verglichen. Der erzielbare
Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten
und Nutzungswert. Werden die erzielbaren Beträge unter Verwendung kapitalwertorientierter
Verfahren ermittelt, werden als Abzinsungssatz die gewichteten durchschnittlichen Kapital-
kosten (Weighted Average Cost of Capital) unter Anwendung des Capital Asset Pricing Model
(CAPM) verwendet. Zur Abbildung von Länder-, Währungs- und Preisrisiken werden entspre-
chende Zuschläge im Abzinsungssatz berücksichtigt. Sofern die Mittelzuflüsse in Fremdwäh-
rung erfolgen, wird der erzielbare Betrag in Fremdwährung ermittelt und anschließend mit dem
Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Ist der Buchwert höher als der erzielbare Betrag, erfolgt
eine Wertminderung.
Corporate Assets nach IAS 36.100f werden im Rahmen der Werthaltigkeitstests ver-
ursachungsgerecht bei den betreffenden ZGE berücksichtigt. Im Österreichischen Post Konzern
liegen Corporate Assets im Wesentlichen in Form der Unternehmenszentrale vor. Auch die Pro-
duktionseinheit Logistiknetzwerk sowie das Filialnetz enthalten Corporate Assets.
Bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt, ausgenommen bei Geschäfts-
oder Firmenwerten, eine Wertaufholung. Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert
darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten. Die
Wertminderungen und Wertaufholungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter
den Abschreibungen bzw. sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
6.8 Geschäfts- oder Firmenwerte und Allokation auf zahlungsmittel-
generierende Einheiten (ZGE)
Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter
Wertminderungen bewertet. Geschäfts- oder Firmenwerte aus dem Erwerb eines ausländischen
Geschäftsbetriebs werden in dessen funktionaler Währung geführt und zum Stichtagskurs
umgerechnet. Wertminderungen werden nach den unter Punkt 6.7 Wertminderungen IAS 36
beschriebenen Grundsätzen vorgenommen. Wertaufholungen sind unzulässig. Geschäfts- oder
Firmenwerte sind jeweils zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) zugeordnet. ZGE werden
durch die Zusammenfassung von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene gebildet, auf der
unabhängig von anderen Vermögenswerten Cashflows erzielt werden.
6.9 Immaterielle Vermögenswerte
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungs-
kosten angesetzt und entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer oder Vertragsdauer
von drei bis zehn Jahren linear abgeschrieben. Kund*innenbeziehungen werden entsprechend
ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer von fünf bis sieben Jahren linear abgeschrieben. Bei
Markenrechten wird grundsätzlich von einer unbestimmten Nutzungsdauer ausgegangen, da
ein Ende der wirtschaftlichen Nutzung nicht abzusehen ist. Immaterielle Vermögenswerte mit
unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem
Wertminderungstest unterzogen.
Der Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten erfolgt, sofern
die allgemeinen Ansatzkriterien sowie die besonderen Anwendungsleitlinien des IAS 38 erfüllt
sind. Dazu wird der Erstellungsprozess in eine Forschungs- und eine Entwicklungsphase unter-
teilt. Der erstmalige Ansatz erfolgt in Höhe der direkt zurechenbaren Herstellungskosten ab
67
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
dem Zeitpunkt, zu dem der selbst geschaffene immaterielle Vermögenswert die Ansatzkriterien
des IAS 38 erfüllt. Im Österreichischen Post-Konzern betrifft dies in erster Linie selbstgeschaf-
fene Software.
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden immaterielle Vermögens-
werte gemäß den in Punkt 6.7 Wertminderung IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltig-
keit geprüft.
6.10 Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermin-
dert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibungssätze richten sich nach der
erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauer. Die wirtschaftlichen Nutzungsdauern bleiben zu
den Einschätzungen des Vorjahres unverändert.
Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender kon-
zerneinheitlicher Nutzungsdauern berechnet:
Jahre
Nutzungsdauer
Gebäude
10–50
5–15
5–10
Gebäude – Nutzungsrechte
Technische Anlagen und Maschinen
Technische Anlagen und Maschinen – Nutzungsrechte
Fuhrpark
2–4
2–8
IT- und technische Ausstattung
3–6
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
5–20
In Einzelfällen liegen auch Nutzungsrechte vor, bei denen die Nutzungsdauern die in der
Tabelle angegebenen (für die große Mehrheit der Vertragsverhältnisse relevanten) Bandbreiten
übersteigen.
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor, werden Sachanlagen gemäß den
unter Punkt 6.7 Wertminderungen IAS 36 angeführten Grundsätzen auf Werthaltigkeit geprüft.
Liegen Anhaltspunkte dafür vor, dass eine erfasste Wertminderung nicht mehr vorliegt, wird
der erzielbare Betrag erneut geschätzt und gegebenenfalls eine Zuschreibung vorgenommen.
Der infolge der Zuschreibung erhöhte Buchwert darf dabei die fortgeführten Anschaffungs- und
Herstellungskosten nicht überschreiten.
LEASINGVERHÄLTNISSE
Leasingverhältnisse als Leasingnehmer*innen Für die bilanzielle Erfassung eines
Leasingverhältnisses ist im Wesentlichen entscheidend, ob es sich bei dem geleasten Objekt
um einen identifizierbaren Vermögenswert handelt, der*die Leasingnehmer*in die Nutzung
bestimmen kann und ihm*ihr die wirtschaftlichen Vorteile aus dem Vermögenswert zustehen.
Für Leasingverhältnisse werden Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen zu Anschaf-
fungskosten aktiviert und Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen
zu Barwerten passiviert.
68
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der Barwert der Leasingverbindlichkeiten beinhaltet folgende Leasingzahlungen:
Feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize
Variable Zahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind
Erwartete Restwertzahlungen aus Restwertgarantien des*der Leasingnehmers*in
Ausübungspreise von Kaufoptionen, wenn die Ausübung durch den*die Leasing-
nehmer*in hinreichend sicher ist sowie
Strafzahlungen für die Kündigung von Leasingverhältnissen, wenn in der Laufzeit
berücksichtigt ist, dass der*die Leasingnehmer*in eine Kündigungsoption wahr-
nehmen wird
Die Abzinsung der Leasingzahlungen erfolgt mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz.
Die Anschaffungskosten von Nutzungsrechten setzen sich wie folgt zusammen:
Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit
Bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich erhaltener
Leasinganreize
Alle dem*der Leasingnehmer*in entstandenen anfänglichen direkten Kosten sowie
Geschätzte Kosten für Rückbauverpflichtungen
Die Folgebewertung von Nutzungsrechten wird zu fortgeführten Anschaffungskosten vor-
genommen. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsver-
hältnisses vorgenommen. Wenn das Eigentum zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses
auf den*die Leasingnehmer*in übergeht oder berücksichtigt ist, dass der*die Leasingnehmer*in
wahrscheinlich eine Kaufoption wahrnehmen wird, dann wird die Abschreibung bis zum Ende der
wirtschaftlichen Nutzungsdauer vorgenommen. Beim Vorliegen von Indikationen für einen außer-
planmäßigen Abschreibungsbedarf, wird je nachdem, ob dem Nutzungsrecht direkt Cashflows
zuzurechnen sind, eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert
vorgenommen bzw. falls die Einzelzuordnung der Cashflows nicht möglich ist, die zahlungsmittel-
generierende Einheit (ZGE), in der sich das Nutzungsrecht befindet, auf Wertminderung getestet
und gegebenenfalls eine Wertminderung auf Ebene dieser ZGE berücksichtigt.
Insbesondere Leasingverträge über Immobilien enthalten Verlängerungs- und Kündi-
gungsoptionen. Diese Konditionen bieten dem Österreichischen Post-Konzern größtmögliche
Flexibilität. Bei der Festlegung der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden sämtliche Tat-
sachen und Umstände berücksichtigt, die zur Ausübung von Verlängerungsoptionen oder Nicht-
Ausübung von Kündigungsoptionen führen. Im Zusammenhang mit der Festlegung der Laufzeit
des Leasingverhältnisses werden die Immobilienleasingverträge konzernintern festgelegten
Laufzeitkategorien zugeordnet.
Zahlungen für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) und Leasing-
verhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, werden linear als Auf-
wand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
Die Vorschriften des IFRS 16 werden nicht auf Leasingverhältnisse über immaterielle
Vermögenswerte angewendet.
Nicht erstattungsfähige Umsatzsteuerbeträge, die sich aus Verbindlichkeiten im Zusam-
menhang mit Leasingverhältnissen ergeben, sind nicht Bestandteil der Leasingzahlungen und
werden im Aufwand erfasst.
Auf temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Nutzungsrechten und Leasingverbind-
lichkeiten werden latente Steuern gebildet.
69
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Leasingverhältnisse als Leasinggeber Der Österreichische Post-Konzern ist in einer
Vielzahl von Bestandsverhältnissen betreffend Immobilien Leasinggeberin. Als Leasinggeberin
bei einem Operating-Leasing-Verhältnis werden die Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaf-
fungskosten in den Sachanlagen ausgewiesen. Die Erfassung der Erträge aus Mieten und
Pachten erfolgt zeitraumbezogen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Als Leasing-
geberin bei einem Finanzierungsleasing-Verhältnis wird der Vermögenswert unter den Forde-
rungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen in Höhe des Nettoinves-
titionswerts erfasst.
6.11 Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(Investment Property)
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen jene Immobilien, die zur Erzielung
von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck von Wertsteigerungen gehalten werden und gesondert
veräußert werden könnten. Bei einem betrieblich genutzten Anteil erfolgt die Aufteilung auf Basis
der jeweils genutzten Fläche. Der Ansatz und die Bewertung der als Finanzinvestition gehaltenen
Immobilien erfolgen nach der Anschaffungskostenmethode. Die planmäßigen Abschreibungen
werden linear unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen.
Die im Anhang angegebenen beizulegenden Zeitwerte der als Finanzinvestition gehal-
tenen Immobilien wurden von Expert*innen der Österreichischen Post AG sowie von externen
Sachverständigen nach den Vorgaben des IFRS 13 ermittelt. Die Bewertung erfolgt vorrangig auf
Basis von einkommensbasierten Ansätzen (insbesondere Barwerttechniken). Im Regelfall wird
das Ertragswertverfahren und bei komplexeren Objekten das Discounted-Cashflow-Verfahren
angewendet. Dabei handelt es sich um Stufe-3-Bewertungen im Sinne von IFRS 13 (Fair-Value-
Hierarchie). Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere objektbezogene Daten, wie
vermietbare Fläche, Leerstand, Mieterträge und Kapitalisierungszinssätze. Die verwendeten
Jahresmieterträge im Verhältnis zum Marktwert (Bruttoanfangsrendite) belaufen sich auf 3,4ꢀ%
bis 13,0ꢀ% (2020: 3,7ꢀ% bis 12,2ꢀ%) und die verwendeten Kapitalisierungszinssätze bzw. der Liegen-
schaftszinssatz auf 3,4ꢀ% bis 7,2ꢀ% (2020: 3,5ꢀ% bis 7ꢀ%).
Für unbebaute und in Entwicklung befindliche Grundstücke werden auch marktbasierte
Ansätze (insbesondere Vergleichswertverfahren) herangezogen. Dabei handelt es sich um Stufe-
2-Bewertungen im Sinne von IFRS 13. Die verwendeten Inputfaktoren umfassen insbesondere
Preisinformationen aus Vergleichstransaktionen in aktiven Märkten.
6.12 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
Die Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen erfolgt nach der Equity-Methode, wenn
aufgrund vertraglicher Rechte oder der faktischen Gegebenheiten maßgeblicher Einfluss auf
die Unternehmen besteht. Die Beurteilung des Vorliegens von maßgeblichem Einfluss erfolgt
anhand der Kriterien des IAS 28.5 ff.
In Fällen, in denen das Vorliegen von maßgeblichem Einfluss nicht eindeutig zu bestim-
men ist, hat der Vorstand Ermessensentscheidungen zu treffen. Hierbei wird nicht vordringlich
auf formale Kriterien abgestellt, sondern darauf, ob tatsächlich die Möglichkeit besteht, an den
finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen mitzuwirken.
Zu jedem Bilanzstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung für
Nettoinvestitionen in assoziierte Unternehmen im Sinne des IFRS 9 vorliegen. Liegen derartige
Anhaltspunkte vor, wird ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Liegt der Buchwert der Nettoin-
vestition über dem erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung erfasst. Steigt der erzielbare
Betrag in Folge wieder an, erfolgt eine Wertaufholung bis maximal in Höhe der ursprünglichen
Wertminderung. Der auf den Buchwert der Anteile entfallende Teil der Wertminderung wird im
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen ausgewiesen. Der Ausweis
von Wertminderungen von Buchwerten anderer Elemente der Nettoinvestition ist abhängig von
der Art dieser Elemente.
70
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
6.13 Vorräte
Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- oder
Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag. Wertminderungen aufgrund
von Veralterung oder mangelnder Gängigkeit werden bei Ermittlung des Nettoveräußerungs-
werts berücksichtigt. Die Bestandswertermittlung wird nach dem gleitenden Durchschnittspreis-
verfahren durchgeführt.
6.14 Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn
der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortge-
setzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt angesehen, wenn die
Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der langfristige Vermögenswert in seiner jetzigen
Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist. Eine Veräußerung ist dann höchstwahr-
scheinlich, wenn die zuständige Managementebene einen Plan für den Verkauf des Vermögens-
werts beschlossen hat und mit der Suche nach einem*einer Käufer*in und der Durchführung
des Plans aktiv begonnen wurde und zudem davon ausgegangen werden kann, dass der Veräu-
ßerungsvorgang innerhalb eines Jahres nach einer solchen Klassifizierung abgeschlossen wird.
Langfristige Vermögenswerte, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden
mit dem niedrigeren Betrag aus ihrem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich
Veräußerungskosten bewertet.
6.15 Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Rückstellungen für Abfertigungen Die Abfertigungsverpflichtungen des Österrei-
chischen Post-Konzerns umfassen sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte
Versorgungssysteme.
Rückstellungen für leistungsorientierte Verpflichtungen werden für gesetzliche Ansprüche
von Angestellten gebildet. Beamt*innen haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Abfertigungs-
zahlungen. Abfertigungsansprüche im Österreichischen Post-Konzern haben im Wesentlichen
nur Mitarbeiter*innen österreichischer Tochterunternehmen bei Erreichen des Pensionsantritts-
alters sowie bei der Beendigung des Dienstverhältnisses durch den Dienstgeber. Die Höhe der
Ansprüche ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen
Bezug abhängig. Die Berechnung erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach
der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method).
Beitragsorientierte Verpflichtungen bestehen für Angestellte in österreichischen Toch-
terunternehmen, deren Dienstverhältnis erst nach dem 31. Dezember 2002 begonnen hat. Diese
Abfertigungsverpflichtungen werden durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge
an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten. Darüber hinaus besteht für den Österreichischen
Post-Konzern keine weitere Verpflichtung, sodass der Ansatz einer Rückstellung nicht erfor-
derlich ist.
Rückstellungen für Jubiläumsgelder Im Österreichischen Post-Konzern bestehen
zum Teil Verpflichtungen gegenüber Mitarbeiter*innen, bei Erreichen einer bestimmten Dienst-
zugehörigkeit Jubiläumsgelder auszuzahlen.
Die Verpflichtungen bestehen insbesondere gegenüber Mitarbeiter*innen der Öster-
reichischen Post AG. Jubiläumsgelder gebühren den Beamt*innen und den Angestellten nach
Dienstordnung der Österreichischen Post AG nach 25 Dienstjahren in Höhe eines zweifachen
Monatsgehalts und nach 40 Dienstjahren in Höhe eines vierfachen Monatsgehalts. Eine Jubi-
läumszuwendung in Höhe des vierfachen Monatsgehalts kann gewährt werden, wenn der*die
Beamt*in nach einer Dienstzeit von 35 Jahren aus dem Dienststand ausscheidet und spätes-
tens am Tag des Ausscheidens das 65. Lebensjahr vollendet. Die Angestellten im Kollektivver-
trag Teil 1 erhalten Jubiläumsgelder nach 20 Dienstjahren in Höhe eines Monatsbezugs, nach
71
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
25 Dienstjahren in Höhe eines 1,5-fachen Monatsgehalts, nach 35 Dienstjahren in Höhe eines
2,5-fachen Monatsgehalts und nach 40 Dienstjahren in Höhe eines 3,5-fachen Monatsgehalts.
Jubiläumsgeldrückstellungen werden analog zu den Rückstellungen für Abfertigungen
nach der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt.
Versicherungsmathematische Parameter Im Zuge der regelmäßigen Überprüfung und
zur Gewährleistung der bestmöglichen Schätzung der versicherungsmathematischen Parameter
für die Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen hat der Österreichische Post-Konzern
für die Berechnung dieser Rückstellungen unternehmensspezifische Parameter zugrunde gelegt,
die nach einheitlichen Konzernvorgaben ermittelt wurden.
Folgende durchschnittlich gewichtete Parameter sind in die Berechnung der Abferti-
gungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen eingeflossen:
Abfertigungen
Jubiläumsgelder
2020
2020
2021
2021
Rechnungszinssatz
1,78ꢀ%
3,61ꢀ%
1,44ꢀ%
2,29ꢀ%
4,70ꢀ%
0,89ꢀ%
0,75ꢀ%
2,74ꢀ%–3,23ꢀ%
2,71ꢀ%–21,50ꢀ%
1,00ꢀ%
3,48ꢀ%–3,97ꢀ%
0,93ꢀ%–18,07ꢀ%
Gehaltssteigerung/Rentendynamik
Fluktuationsrate
Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den
jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen des betreffenden Landes:
2020
Pensionsantrittsalter
2021
Weibliche Angestellte
Männliche Angestellte
Beamt*innen
58–65
60–65
65
58–65
60–65
65
Die durchschnittlich gewichtete Laufzeit der definierten Leistungsverpflichtung (Dura-
tion) beträgt für Abfertigungen zwölf Jahre (2020: 14 Jahre) und für Jubiläumsgelder zehn Jahre
(2020: elf Jahre).
Zur Ermittlung des für die Abzinsung anzuwendenden Zinssatzes wird von einem Index
für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen (Mercer Pension Discount Yield Curve)
ausgegangen und daraus der relevante Zinssatz gemäß der Fristigkeit (Duration) der einzelnen
Verpflichtungen abgeleitet.
Die in der versicherungsmathematischen Berechnung berücksichtigten biometrischen
Annahmen beruhen für die österreichischen Konzerngesellschaften auf den von der Aktuar-
vereinigung Österreichs herausgegebenen Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung
(„Sterbetafeln“). Für die Berechnung wurden die veröffentlichten Rechnungsgrundlagen für die
Pensionsversicherung (Pensionstafeln AVÖ 2018-P) herangezogen. In anderen Ländern werden
ähnliche versicherungsmathematische Berechnungsgrundlagen verwendet.
Die zur Anwendung kommenden Gehaltssteigerungen erfolgen aus der Ableitung von
zukünftig erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen. Diese basieren auf der Durchschnitts-
betrachtung der vergangenen Jahre sowie auf den zukünftig erwarteten Gehaltssteigerungen.
Die Ermittlung erfolgte für jede Rückstellung individuell unter Beachtung der gesetzlichen und
kollektivvertraglichen Vorgaben, wie z.ꢀB. der Biennalsprünge bei Beamt*innen.
Die angesetzten Fluktuationsraten wurden abhängig vom Dienstalter basierend auf den
Erfahrungswerten der vergangenen Jahre ermittelt.
72
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Auswirkungen von geänderten versicherungsmathematischen Parametern führen
zu versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, die für Abfertigungsrückstellungen
im sonstigen Ergebnis und für Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand ausgewiesen
werden. Die Effekte aus den Änderungen des Zinssatzes sowie den zukünftigen Gehaltssteige-
rungen sind in den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus der Veränderung
finanzieller Annahmen enthalten. Die Überleitung der Barwerte der einzelnen Verpflichtungen ist
unter Punkt 27.2 Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder dargestellt.
Der Zinsaufwand aus den Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Finanz-
ergebnis gezeigt. Alle übrigen Veränderungen werden im Personalaufwand erfasst.
Versorgungsverpflichtungen Die Versorgungsverpflichtungen des Österreichischen
Post-Konzerns umfassen ausschließlich beitragsorientierte Versorgungssysteme. Im Österrei-
chischen Post-Konzern liegen keine Ansprüche aus leistungsorientierten Verpflichtungen vor.
Beitragsorientierte Verpflichtungen bestehen gegenüber Mitgliedern des Vorstands.
Die Verpflichtungen werden durch die laufende Entrichtung entsprechender Beiträge an eine
Pensionskasse erfüllt.
Gegenüber Beamt*innen und Angestellten bestehen keine Pensionszusagen. Pensions-
leistungen für Beamt*innen und Angestellte werden grundsätzlich durch die Republik Öster-
reich erbracht. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist der Österreichische Post-Konzern ver-
pflichtet, Pensionsdeckungsbeiträge an die Republik Österreich zu entrichten. Die Beiträge für
Beamt*innen betragen (einschließlich der von den Beamt*innen selbst zu tragenden Beiträge)
seit dem 1. Jänner 2017 je nach Alter und Beitragsgrundlage bis maximal 25,10ꢀ% der Vergütungen
an aktive Beamt*innen und werden im Personalaufwand ausgewiesen. Für Angestellte ergeben
sich die Beiträge aus den aktuellen Bestimmungen des ASVG.
6.16 Rückstellungen für Unterauslastung
Unter der Rückstellung für Unterauslastung werden Vorsorgen im Zusammenhang mit
Mitarbeiter*innen subsumiert, die im Unternehmen ihren Arbeitsplatz verlieren bzw. ihre bis-
herige Tätigkeit nicht mehr ausüben können und anderweitig nicht mehr eingesetzt werden
können. Dabei handelt es sich um Vorsorgen für Mitarbeiter*innen, die der Organisationseinheit
Post-Arbeitsmarkt zugeordnet wurden und deren Dienstverhältnis als belastender Vertrag im
Sinne des IAS 37 eingestuft wurde. Weiters handelt es sich um Rückstellungen für beamtete
Mitarbeiter*innen, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienst-
unfähigkeit befinden, um Vorsorgen für unkündbare Mitarbeiter*innen, die unternehmensintern
nach fremdüblichen Gesichtspunkten – jedoch nicht kostendeckend – dauerhaft zur Verfügung
gestellt werden, sowie um Vorsorgen für Mitarbeiter*innen, die sich im Programm zum möglichen
Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden.
Die Rückstellung für den Post-Arbeitsmarkt wird für künftige Personalaufwendungen
von unkündbaren Mitarbeiter*innen (vor allem beamtete Mitarbeiter*innen) gebildet, die im
Rahmen des laufenden postinternen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändern-
den Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur
mehr in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können.
Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei
denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind
als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als
Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeiter*innen anfallenden Aufwendungen
unter Ansatz eines durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie unter Berücksichtigung
eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeiter*innen mangels Einsatzmöglichkeit
im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen sowohl unternehmensintern als auch
an externe Unternehmen verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz
der prozentuellen Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an
sich ändernde Verhältnisse angepasst.
73
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Für beamtete Mitarbeiter*innen, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den
Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vor-
sorgen gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden
Leistungen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.
Die Rückstellung für Personalkostenunterdeckungen wird für künftige Personalaufwen-
dungen von unkündbaren Mitarbeiter*innen (vor allem beamtete Mitarbeiter*innen) gebildet,
die unternehmensintern nach fremdüblichen Gesichtspunkten dauerhaft – nicht kosten-
deckend – zur Verfügung gestellt werden. Bei diesen Dienstverhältnissen handelt es sich um
belastende Verträge im Sinne des IAS 37, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung
der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen. Die
Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung anfallen-
den Kostenunterdeckung der jeweiligen Mitarbeiter*innen. Sämtliche Parameter werden lau-
fend evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.
Die Rückstellung für Mitarbeiter*innen, die sich im Programm zum möglichen Ressort-
wechsel in verschiedene Bundesministerien befinden, basiert auf einer im Oktober 2013 mit
dem Bund abgeschlossenen Rahmenvereinbarung zum möglichen Ressortwechsel von Post-
Mitarbeiter*innen in verschiedene Bundesministerien. Dabei werden Ansprüche für Mitar-
beiter*innen, die einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten
Zeitraum übernommen und entsprechend rückgestellt.
Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssat-
zes, der erwarteten Gehaltssteigerung sowie eines Fluktuationsabschlages ermittelt. Die
Berechnung dieser Parameter erfolgt entsprechend der unter Punkt 6.15 Rückstellungen für
Abfertigungen und Jubiläumsgelder beschriebenen Vorgangsweise. Der Zinsaufwand wird im
Personalaufwand erfasst.
Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen für den Post-
Arbeitsmarkt zugrunde gelegt und deren Veränderung führte – ceteris paribus – jeweils zu
folgenden Änderungen der Rückstellung für den Post-Arbeitsmarkt:
Änderung
Mio EUR
2020
Post-Arbeitsmarkt
2021
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerung
0,25ꢀ%
2,75ꢀ%
0,75ꢀ%
3,25ꢀ%
–4,5
4,6
Fluktuationsabschlag
Unterauslastungsgrad
14,00ꢀ%
75,70ꢀ%
10,30ꢀ%
72,70ꢀ%
7,1
–6,5
Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen für Mitarbeiter*in-
nen, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand bzw. im Programm zum mög-
lichen Ressortwechsel befinden, sowie bei der Rückstellung für Personalzurverfügungsstellung
zugrunde gelegt:
2020
Sonstige Unterauslastung
2021
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerung
0,00ꢀ%–0,50ꢀ%
2,75ꢀ%
0,00ꢀ%–1,00ꢀ%
2,75ꢀ%–3,25ꢀ%
74
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
6.17 Sonstige Rückstellungen
Unter den sonstigen Rückstellungen werden gemäß IAS 37 rechtliche oder faktische
Verpflichtungen gegenüber Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Ereignissen beruhen,
bei denen es wahrscheinlich ist, dass sie zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden, und
bei denen eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Die Rückstellun-
gen werden mit jenen Werten angesetzt, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlus-
ses nach bester Schätzung ermittelt werden können. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags
nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstellung. Unterscheidet sich der auf Basis eines
marktüblichen Zinssatzes ermittelte Barwert der Rückstellung wesentlich vom geschätzten Zah-
lungsbetrag, wird der Barwert der Verpflichtung angesetzt.
Rückstellungen für belastende Verträge werden berücksichtigt, wenn die unvermeidbaren
Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtung höher sind als der erwartete wirtschaft-
liche Nutzen.
Restrukturierungsrückstellungen werden gemäß IAS 37 angesetzt, wenn ein ausreichend
detaillierter, formaler Plan vorliegt und mit den Restrukturierungsmaßnahmen bereits begonnen
oder der Plan bereits vor dem Bilanzstichtag kommuniziert wurde.
6.18 Finanzinstrumente
6.18.1 DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Derivative Finanzinstrumente werden zur Begrenzung und Steuerung von Währungs-
risiken eingesetzt. Derivative Finanzinstrumente werden zwingend ergebniswirksam zum
beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertet. Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstru-
menten werden unter anderen finanziellen Vermögenswerten dargestellt. Negative Marktwerte
aus derivativen Finanzinstrumenten werden unter anderen finanziellen Verbindlichkeiten aus-
gewiesen. Bei den derivativen Geschäften erfolgt die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts
zum jeweiligen Bilanzstichtag im Rahmen einer Bewertung nach der „Mark to Market“-Methode.
Dabei wird jener Wert ermittelt, der erzielt werden würde, wenn das Sicherungsgeschäft glatt-
gestellt wird. Basis für die Berechnung sind dabei am Markt beobachtbare Marktparameter wie
z.ꢀB. Währungsterminkurse.
6.18.2 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
Die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden gemäß den Bestimmun-
gen des IFRS 7 unter Punkt 30.1.1 den entsprechenden Bewertungskategorien zugeordnet.
KLASSIFIZIERUNG
Im Österreichischen Post-Konzern werden finanzielle Vermögenswerte in folgende
Bewertungskategorien eingestuft:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost)
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) –
Fremdkapitalinstrumente
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) –
Eigenkapitalinstrumente
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL)
Die Einstufung im Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung ist abhängig vom Geschäfts-
modell zur Steuerung des finanziellen Vermögenswerts sowie von den Eigenschaften des ver-
traglichen Zahlungsstroms.
Guthaben bei Zentralbanken, Forderungen an Kund*innen – Forderungen aus Girokon-
ten, Hypothekardarlehen, Konsumkredite –, Forderungen an Kreditinstitute sowie sonstige
Finanzanlagen aus Finanzdienstleistungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und
75
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
sonstige Forderungen, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Geldmarktveranlagungen werden
in der Österreichischen Post im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung
in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme besteht. Das Zahlungsstromkriterium
ist bei diesen Vermögenswerten erfüllt und dementsprechend werden sie als zu fortgeführten
Anschaffungskosten (at amortised cost) bewertet klassifiziert.
Schuldverschreibungen, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden,
dessen Zielsetzung in der Vereinnahmung der Zahlungsströme besteht, und die das Zahlungs-
stromkriterium erfüllen, werden der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
(at amortised cost) zugeordnet. Schuldverschreibungen, die im Rahmen eines Geschäftsmodells
gehalten werden, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungs-
ströme als auch im Verkauf der finanziellen Vermögenswerte besteht, finden sich in der Kate-
gorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) wieder, sofern das Zahlungsstromkrite-
rium erfüllt ist. Wertpapiere, die das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen, sind der Kategorie
erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) zugeordnet. Das Zahlungsstrom-
kriterium ist erfüllt, sofern Zahlungsströme generiert werden, die ausschließlich Tilgungs- und
Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente (die nicht zu Handelszwecken gehalten
werden) ist die Einstufung davon abhängig, ob sich der Österreichische Post-Konzern zum
Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung unwiderruflich für die Bilanzierung als erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert (FVOCI) entschieden hat. Wird die sogenannte FVOCI-Option gemäß
IFRS 9.4.1.4 nicht ausgeübt, sind die Instrumente der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegen-
den Zeitwert bewertet (FVTPL) zuzuordnen.
Derivative finanzielle Vermögenswerte sind zwingend der Kategorie erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet (FVTPL) zuzuordnen.
Gemäß IFRS 9 sind finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten zu
bewerten, sofern sie nicht in die Ausnahmeregelung des IFRS 9.4.2.1 fallen. Im Österreichischen
Post-Konzern werden alle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die
im Österreichischen Post-Konzern gehaltenen Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen
von nicht beherrschenden Anteilen fallen nicht unter die Ausnahmeregelung des IFRS 9.4.2.1 und
sind somit der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet zuzuordnen.
BEWERTUNG BEIM ERSTMALIGEN ANSATZ
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden im Regelfall zum Erfüllungs-
tag, als dem Zeitpunkt, zu dem der finanzielle Vermögenswert übertragen wird, erstmalig erfasst.
Zu diesem Zeitpunkt bewertet der Österreichische Post-Konzern einen finanziellen Vermögens-
wert oder eine finanzielle Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert, der im Regelfall mit dem
Transaktionspreis übereinstimmt. Bei einem zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgs-
neutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewerteten finanziellen Vermögenswert bzw. einer
finanziellen Verbindlichkeit erfolgt zusätzlich der Ansatz der direkt auf den Erwerb dieses Ver-
mögenswerts bzw. dieser Verbindlichkeit entfallenden Transaktionskosten. Der Ansatz von For-
derungen aus Lieferungen und Leistungen richtet sich nach den Vorgaben zur Umsatzrealisation
gemäß IFRS 15.
FOLGEBEWERTUNG UND DARSTELLUNG
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzinstrumente werden unter
Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang werden
ebenso wie laufende Erträge und Wertberichtigungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlust-
rechnung erfasst. Das Ergebnis aus der Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus den Erwerbs-
verpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen wird in der Konzern-Gewinn und -Verlust-
rechnung erfasst, wobei die Aufwendungen/Erträge aus Schätzungsänderungen der zukünftigen
Ergebnisse unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen/Erträgen erfasst werden. Aufwen-
dungen/Erträge aus der Fremdwährungsbewertung sowie außergewöhnliche Inflationsanpassun-
gen und der Aufwand aus der Aufzinsung der Verbindlichkeit sind im Finanzergebnis ausgewiesen.
76
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertete Fremdkapitalinstrumente
werden jeweils zum Stichtag mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Veränderungen
des beizulegenden Zeitwerts werden dabei erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis (OCI) bzw. in
der FVOCI-Rücklage erfasst. Eine Ausnahme hiervon bildet die Fremdwährungsbewertung, wel-
che in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet wird. Ebenso werden laufende Erträge und
Wertberichtigungen unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Beim Abgang der
zu FVOCI bewerteten Fremdkapitalinstrumente erfolgt eine Umgliederung der erfolgsneutral
erfassten Beträge in die Gewinn- und Verlustrechnung.
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertete Eigenkapitalinstrumente
werden jeweils zum Stichtag mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Veränderungen des
beizulegenden Zeitwerts, ebenso wie die Fremdwährungsbewertung, werden erfolgsneutral im
sonstigen Ergebnis (OCI) bzw. in der FVOCI-Rücklage erfasst. Beim Abgang der zu FVOCI bewer-
teten Eigenkapitalinstrumente erfolgt keine Umgliederung der erfolgsneutral erfassten Beträge
in die Gewinn- und Verlustrechnung, jedoch eine Umgliederung von der FVOCI-Rücklage in die
Gewinnrücklagen. Laufende Erträge werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung im
Finanzergebnis erfasst.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) bewertete Finanzinstrumente
werden zum Stichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Sämtliche Ände-
rungen des Buchwerts sowie laufende Erträge werden unmittelbar in der Gewinn- und Ver-
lustrechnung im Finanzergebnis für den Logistikbereich und in den sonstigen betrieblichen
Erträgen für den Finanzdienstleistungsbereich erfasst.
Die Darstellung der Buchwerte der den einzelnen Kategorien zugeordneten Finanzinstru-
mente erfolgt in Punkt 30.1 Finanzinstrumente. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von For-
derungen der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sowie Wertberichtigun-
gen nach IFRS 9 sind nach IAS 1.82 als gesonderte Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
angegeben. Mangels Wesentlichkeit werden die im Finanzergebnis erfassten Wertberichtigungs-
aufwendungen gemäß IFRS 9, welche Guthaben bei Kreditinstituten, Geldmarktveranlagungen
sowie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertete Schuldverschreibungen aus
dem Logistikbereich betreffen, nicht als gesonderter Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung
ausgewiesen. Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Forderungen der Kategorie zu fortge-
führten Anschaffungskosten bewertet werden mangels Wesentlichkeit ebenfalls nicht separat in
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
WERTMINDERUNGEN
Innerhalb des Österreichischen Post-Konzerns werden Wertminderungen in Höhe der
erwarteten Kreditverluste gemäß IFRS 9 gebildet. Die konkrete Wertminderungsmethode
ist hierbei abhängig von der Art des finanziellen Vermögenswerts sowie vom Vorliegen einer
signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos.
Fremdkapitalinstrumente der folgenden Bewertungskategorien unterliegen dem Wert-
minderungsmodell des IFRS 9:
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet (FVOCI) –
Fremdkapitalinstrumente
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Ebenso fallen die nach IFRS 15 zu bildenden Vertragsvermögenswerte in den Anwendungs-
bereich des Wertminderungsmodells nach IFRS 9.
77
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Innerhalb des Österreichischen Post-Konzerns sind damit folgende finanzielle Vermögens-
werte bzw. Vertragsvermögenswerte nach dem Modell der erwarteten Kreditverluste gemäß
IFRS 9 zu bewerten:
Guthaben bei Zentralbanken aus Finanzdienstleistungen
Forderung gegenüber Kund*innen aus Finanzdienstleistungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Wertpapiere der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Wertpapiere der Kategorie FVOCI-bewertet
Geldmarktveranlagungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Andere sonstige Forderungen inklusive Leasingforderungen
Guthaben bei Kreditinstituten
Vertragsvermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Bei Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen werden Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kredit-
verluste gebildet. Methodisch wendet der Österreichische Post-Konzern den gemäß IFRS 9
zulässigen vereinfachten Ansatz zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste in Form einer
Wertminderungsmatrix an. Mittels dieser Matrix werden gestaffelt nach (Über-)Fälligkeiten
Wertminderungen auf Basis historisch beobachteter Ausfallraten gebildet. Zusätzlich werden
zukunftsgerichtete Informationen evaluiert und falls notwendig die verwendeten Ausfallraten
angepasst. Forderungen mit einem Buchwert von mehr als 0,1 Mio EUR werden darüber hin-
aus einer individuellen Betrachtung unterzogen und auf die Erfassung weiterer über die Lauf-
zeit erwarteter Kreditverluste geprüft. Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erfolgt
getrennt für in- und ausländische Kund*innen sowie für Forderungen gegenüber internationa-
len Postbetreiber*innen.
Übrige Fremdkapitalinstrumente Für übrige Fremdkapitalinstrumente, die dem Wert-
minderungsmodell unterliegen, werden Wertberichtigungen in Höhe der erwarteten zwölf-
Monats-Kreditverluste gebildet (Stufe 1). Sollte allerdings eine signifikante Erhöhung des Kre-
ditrisikos vorliegen, werden Wertberichtigungen in Höhe der über die Laufzeit erwarteten Kre-
ditverluste erfasst (Stufe 2). Zur Überprüfung der signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos
werden qualitative Kriterien (z.ꢀB. Mahnstufen) und quantitative Kriterien (Verschlechterung
in der internen Ratingskala) herangezogen. Im Österreichischen Post-Konzern wird von einer
signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos ausgegangen, wenn eine Forderung mehr als 30 Tage
überfällig ist. Bei Forderungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und
deren Bonität beeinträchtigt ist, ist der Effektivzinssatz anstelle des Bruttobuchwerts auf die
fortgeführten Anschaffungskosten (sprich nach Abzug von Wertberichtigungen) anzuwenden
(Stufe 3). Im Österreichischen Post-Konzern wird die Bonität eines *einer Schuldner*in insbe-
sondere bei Vorliegen der folgenden Faktoren als beeinträchtigt angesehen:
Die einzelne Forderung ist überfällig >90 Tage
Einleitung eines Insolvenzverfahrens
Methodisch erfolgt die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste bei den Wertpapieren,
bei Guthaben bei Kreditinstituten sowie Geldmarktveranlagungen nach dem sogenannten
Loan-Loss-Provisioning-Modell. Ausgehend von der Probability of Default (PD) und dem Loss
Given Default (LGD) wird der erwartete Kreditverlust somit als wahrscheinlichkeitsgewichte-
ter Wert ermittelt. Zur Ermittlung der PD wird in erster Linie auf emittentenspezifische Daten
von Bloomberg zurückgegriffen. Vereinfachend wird auch auf globalere Ausfallraten – wie
von Standard & Poor’s oder Moody’s veröffentlicht – zurückgegriffen.
78
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Für sonstige Forderungen hat sich der Österreichische Post-Konzern aufgrund der Art
und des Umfangs der Forderungen dazu entschieden, praktische Erleichterungen im Sinne des
IFRS 9.B5.5.35 anzuwenden und analog zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
die Wertberichtigung methodisch unter Ansatz einer Wertminderungsmatrix zu ermitteln. Die
Ableitung der Verlustraten erfolgt zum Teil aufgrund historischer Erfahrungswerte und zum
Teil auf Basis angemessener Schätzungen. Zusätzlich werden zukunftsgerichtet Informationen
evaluiert und falls notwendig die verwendeten Ausfallraten angepasst. Forderungen mit einem
Buchwert von mehr als 0,1 Mio EUR werden darüber hinaus einer individuellen Betrachtung
unterzogen und auf die Erfassung weiterer über die Laufzeit erwarteter Kreditverluste geprüft.
Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erfolgt getrennt für Schadensersatzansprüche
einerseits und sonstige übrige Forderungen andererseits.
Wertberichtigungen für Leasingforderungen werden in Höhe des über die Laufzeit zu
erwartenden Kreditverlusts bewertet. Methodisch wendet der Österreichische Post-Konzern
den gemäß IFRS 9 zulässigen vereinfachten Ansatz an. Für Leasingforderungen mit geringem
Ausfallrisiko wird eine externe Krediteinschätzung (Rating) als Investment Grade angesehen.
Für Forderungen an Kund*innen werden die für die Ermittlung der erwarteten Kredit-
verluste notwendigen Ausfallwahrscheinlichkeiten mittels interner Ratingmodelle berechnet.
Die notwendigen Inputparameter basieren im Wesentlichen auf historischen Erfahrungswerten
vergleichbarer Geschäftsmodelle, die extern bezogen werden.
Modifizierte finanzielle Vermögenswerte Werden die vertraglich vereinbarten Zahlungs-
ströme eines finanziellen Vermögenswerts neu verhandelt bzw. modifiziert, wird überprüft,
ob der bestehende finanzielle Vermögenswert auszubuchen ist. Führt die Neuverhandlung bzw.
Modifizierung zu keiner Ausbuchung, wird der Bruttobuchwert unter Berücksichtigung der
modifizierten Zahlungsströme neu berechnet. Ebenso wird sowohl zum Zeitpunkt der Modifizie-
rung als auch in den folgenden Bilanzstichtagen beurteilt, ob sich das Kreditrisiko des Finanz-
instruments signifikant erhöht hat. Die Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Kredit-
risikos erfolgt durch Vergleich des Ausfallrisikos zum jeweiligen Bilanzstichtag mit jenem zum
Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung. Eine Umstellung der Wertberichtigung im Ausmaß der
über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste auf die Höhe der erwarteten Zwölf-Monats-Kredit-
verluste erfolgt, wenn der*die Schuldner*in eine wesentlich bessere Performance sowie posi-
tive wirtschaftliche Aussichten aufweist.
79
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
7. Zukunftsbezogene Annahmen und Schätzungsunsicherheiten
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert
vom Vorstand die Festlegung von Annahmen über zukünftige Entwicklungen, die den Ansatz und
den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen zum
Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres wesent-
lich beeinflussen. Insbesondere bei folgenden zukunftsbezogenen Annahmen und Schätzungen
besteht ein Risiko, dass es in zukünftigen Geschäftsjahren zu einer Anpassung von Vermögens-
werten und Schulden kommen kann.
7.1 Auswirkungen des Klimawandels
Zum 31. Dezember 2021 ergaben sich aus dem Klimawandel keine wesentlichen Auswir-
kungen auf den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG.
Zur effektiveren Steuerung der klimabezogenen Risiken und Verwirklichung des klima-
bezogenen Chancenpotenzials hat die Post eine integrierte Unternehmens- und Nachhaltig-
keitsstrategie entwickelt.
Auswirkungen des Klimawandels betreffen primär Zustellprozesse und Gebäudestan-
dards (Infrastruktur) und könnten in Zukunft Kostensteigerungen bewirken.
Klimabezogene Themen und Risiken fließen über die Maßnahmenumsetzung zur Mini-
mierung der klimabezogenen Risiken entsprechend ihrer Priorisierung in die Finanzplanung
(Mittelfristplanung = vier Jahre) der Österreichischen Post und sukzessive auch in den Tochter-
gesellschaften mit ein. Relevante klimabezogene Maßnahmen haben in der Finanzplanung bei
der Österreichischen Post vorwiegend Auswirkungen auf die Investitionsausgaben, da darunter
beispielsweise die Anschaffung von E-Fahrzeugen und Photovoltaikanlagen fällt (i.ꢀe. Klima-
schutzmaßnahmen).
Es bestehen aus derzeitiger Sicht keine wesentlichen oder sogar im Eintrittsfall nicht
durch Versicherungen – darunter fallen Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen, deren
Beiträge allerdings in Zukunft einer Steigerung durch Verschärfung des Klimawandels unter-
liegen könnten – abgedeckten Risiken aus den Auswirkungen des Klimawandels in Zusammen-
hang mit der Infrastruktur des Konzerns.
Daher ist nach derzeitiger Einschätzung mit keinen wesentlichen nachteiligen Effekten
auf die Fortführung der Geschäftstätigkeit als solche zu rechnen, auch wenn mit höheren
Kosten z.ꢀB. aus nationalen CO₂-Steuern und Abgaben kurz- und mittelfristig bzw. langfristig
aus zusätzlichen Maßnahmen bei Gebäudestandards und Zustellprozessen zur Verbesserung
der Arbeitsbedingungen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels zu rechnen ist.
Da die weitere Entwicklung der Auswirkungen des Klimawandels mit Unsicherheiten
behaftet ist, werden die Auswirkungen des Klimawandels laufend überwacht und finden auch
im Risikomanagementsystem des Konzerns Berücksichtigung, das ständig bestehende Chancen
und Risiken analysiert und aktualisiert, bewertet und steuert.
7.2 Auswirkung der COVID-19 Pandemie
Aufgrund der anhaltenden COVID-19 Pandemie wurden die möglichen Auswirkungen im
Zuge der Erstellung des Konzernabschlusses gesondert bzw. vertiefend untersucht. Dies betraf
insbesondere die Überprüfung der Werthaltigkeit von Vermögenswerten nach IAS 36 bzw.
IFRS 9, die Vollständigkeit des Ansatzes und die Bewertung von Schulden, die Bilanzierung nach
IFRS 16 sowie den Ansatz laufender und latenter Steuern.
Die durch COVID-19 hervorgerufenen Unsicherheiten und reduzierten Erwartungen an
die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie auch die zu beobachtenden branchenspezifischen
Trends wurden in den Planungsrechnungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten bzw.
der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien berücksichtigt und somit als Anhaltspunkt für
eine Wertminderung nach IAS 36 herangezogen. Insgesamt ergaben sich daraus kein Bedarf
80
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
für eine Wertminderung bzw. keine wesentlichen Auswirkungen auf den beizulegenden Zeitwert
der Immobilien. Eine Ausnahme stellen die Nutzungsrechte von Bankomaten der bank99 AG
dar, deren Erlöserwartungen aufgrund der aktuellen und COVID-19 Pandemie-induzierten Ent-
wicklung im Bargeldverkehr geschmälert wurden und daher einer außerplanmäßigen Abschrei-
bung unterworfen wurden (Details in Punkt 19. Sachanlagen).
Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wur-
den etwaige branchenspezifische Ausfälle im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie mit
einem Zuschlagsfaktor in den erwarteten Verlustraten berücksichtigt. Die Auswirkungen daraus
waren betraglich unwesentlich bzw. waren bislang auch keine wesentlichen Zahlungsausfälle
zu beobachten.
Im Bereich der Finanzdienstleistungen erhöht der aus der COVID-19 Pandemie sowie den
damit einhergehenden Einschränkungen resultierende wirtschaftliche Abschwung das Risiko
für Kreditausfälle sowie Bonitätsverschlechterungen im Kreditportfolio. Da der Kund*innenbe-
stand der bank99 AG erst im letzten Jahr aufgebaut wurde, sind diese erhöhten Risiken bereits
bei der Vergabe und bei der Bemessung der Ausfallrisiken berücksichtigt. Bei der Festlegung
der Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeiten in den verschiedenen Ratingklassen sind die zukünf-
tigen Erwartungen inklusive der erhöhten Risiken aus der Pandemie bereits eingepreist. Die
Berechnung der Risikovorsorge beruht auf denselben Parametern wie für das Altportfolio der
bank99 AG. Zum 31. Dezember 2021 konnte beim Altportfolio keine wesentliche Verschlechte-
rung im kausalen Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie beobachtet werden.
Der Österreichische Post-Konzern musste als Vermieterin keine wesentlichen Zugeständ-
nisse im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie einräumen bzw. kam es auch zu keinen
wesentlichen Mietausfällen. Darüber hinaus gab es als Mieterin keine wesentlichen Anwendungs-
fälle der Änderung des IFRS 16 „Auf die Coronavirus-Pandemie bezogene Mietkonzessionen“
im Konzern.
Aufgrund der weltweit bestehenden, durch COVID-19 bedingten Lieferengpässe bei
bestimmten Rohstoffen und Produkten kann es künftig möglicherweise neben Preissteigerun-
gen (welche teilweise auch schon eingetreten sind) auch zu Verzögerungen, beispielsweise bei
Infrastruktur-Projekten oder der Lieferung von Fahrzeugen, kommen. Die Auswirkungen auf das
Geschäft und die Ertragslage des Konzerns werden derzeit noch nicht als wesentlich angese-
hen, jedoch laufend überwacht.
Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2020 eingeführten COVID-19 Investitionsprämie für
Unternehmen rechnet der Österreichische Post-Konzern mit Investitionsförderungen in Höhe
von 6,8 Mio EUR für ein Investitionsvolumen von 49,6 Mio EUR. Die Erfassung der Investitions-
förderung erfolgt erst bei der Erfüllung der Voraussetzungen für die Zuwendung sowie bei
hinreichender Sicherheit der Auszahlung oder nach Erhalt der Förderung, was voraussichtlich
im Geschäftsjahr 2022 (Zwischenabrechnung) bzw. 2025 (Endabrechnung) der Fall sein wird.
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sind 3,3 Mio EUR Forderungen berücksichtigt,
mit deren Auszahlung bereits 2022 im Rahmen der ersten Teilabrechnung gerechnet wird.
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind für Mitarbeiter*innen aus COVID-19 Risiko-
gruppen, die unter Fortzahlung des Entgelts freizustellen waren, bzw. für Mitarbeiter*innen,
denen Sonderbetreuungszeiten zu gewähren waren, Ersatzzahlungen vonseiten der Sozialver-
sicherungsträgerin in Höhe von 4,2 Mio EUR (2020: 2,9 Mio EUR) enthalten.
7.3 Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang
mit Unternehmenszusammenschlüssen
Im Rahmen von Unternehmenserwerben sind Schätzungen im Zusammenhang mit der
Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und übernom-
menen Schulden sowie möglicher bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten erforderlich.
Für die erstmalige Bilanzierung von identifizierbaren Vermögenswerten und übernom-
menen Schulden werden alle verfügbaren Informationen über die Umstände zum Erwerbszeit-
punkt herangezogen. Sofern die Informationen noch nicht vollständig vorliegen, werden vorläufige
81
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Beträge angegeben. Zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbs-
zeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewertungszeitraums (maximal ein Jahr) bekannt
werden, führen zu einer rückwirkenden Berichtigung der vorläufig angesetzten Beträge. Ände-
rungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt führen nicht zu einer Berichtigung
innerhalb des Bewertungszeitraums.
Immaterielle Vermögenswerte werden je nach Art des Vermögenswerts und der Verfügbar-
keit der Informationen anhand einer geeigneten Bewertungsmethode ermittelt. Für Kund*innen-
beziehungen und Markenrechte erfolgt dies im Regelfall auf Basis von ertragswertorientierten
Verfahren (Income Approach). Beizulegende Zeitwerte von Grundstücken und Gebäuden werden
in der Regel durch externe Expert*innen oder Expert*innen im Konzern ermittelt. Diese Bewer-
tungen werden neben den Annahmen über die künftige Entwicklung der geschätzten Cashflows
auch wesentlich von den verwendeten Abzinsungssätzen beeinflusst.
Analog zu den erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden auch
für die erstmalige Bilanzierung bedingter Kaufpreisverbindlichkeiten alle verfügbaren Informa-
tionen über die Umstände zum Erwerbszeitpunkt herangezogen. Zusätzliche Informationen über
Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden haben und innerhalb des Bewer-
tungszeitraums bekannt werden, führen ebenfalls zu einer rückwirkenden Berichtigung der vor-
läufig angesetzten Beträge. Änderungen aufgrund von Ereignissen nach dem Erwerbszeitpunkt
(wie die Erreichung eines angestrebten Ergebnisziels) werden nicht als Berichtigung innerhalb
des Bewertungszeitraums behandelt, sondern führen zu einer ergebniswirksamen Anpassung
der Kaufpreisverbindlichkeit.
7.4 Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten,
Geschäfts- oder Firmenwerten, Sachanlagen und als Finanz-
investitionen gehaltenen Immobilien
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Geschäfts-
oder Firmenwerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien basiert auf
zukunftsbezogenen Annahmen. Die verwendeten Annahmen, die den Wertminderungstests
von Firmenwerten zugrunde gelegt wurden, sowie die sich daraus ergebenden Sensitivitäten
werden unter Punkt 17 Geschäfts- oder Firmenwerte erläutert.
7.5 Leasingverhältnisse
Die Bestimmung der Laufzeit des Leasingverhältnisses birgt Schätzunsicherheiten, da zur
Ermittlung der unter den Sachanlagen aktivierten Nutzungsrechte Annahmen über die Ausübung
von Verlängerungsoptionen oder Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen des jeweiligen Nut-
zungsrechts zu treffen sind.
Eine Änderung der Laufzeit des Leasingverhältnisses um jeweils +/–ꢀ1 Jahr hätte bei
Gleichbleiben aller anderen Faktoren folgende Auswirkungen auf die Höhe der erfassten Nut-
zungsrechte bzw. Leasingverbindlichkeiten:
Laufzeit
Mio EUR
+1 Jahr
−1 Jahr
Nutzungsrechte/Leasingverbindlichkeiten
45,7
–50,1
82
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
7.6 Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Zur Bewertung der bestehenden Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen liegen
Annahmen zum Rechnungszinssatz, zum Pensionsantrittsalter, zur Lebenserwartung, zur Fluk-
tuationsrate und zu künftigen Gehaltserhöhungen zugrunde.
Eine Änderung des Rechnungszinssatzes um +/–ꢀ1 Prozentpunkt, eine Änderung der
Gehaltssteigerung um +/–ꢀ1 Prozentpunkt sowie eine Änderung der Fluktuationsraten um
+/–ꢀ1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkungen auf
die Höhe der in der Tabelle angeführten Rückstellungen:
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerung
Fluktuationsrate
Mio EUR
−1ꢀ%-Punkt
+1ꢀ%-Punkt
−1ꢀ%-Punkt
+1ꢀ%-Punkt
−1ꢀ%-Punkt
+1ꢀ%-Punkt
Abfertigungen
17,3
–14,7
–14,0
16,0
0,1
–0,5
Jubiläumsgelder
4,9
–4,3
–3,6
4,0
4,9
–4,6
7.7 Rückstellung für Unterauslastung
Zur Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung werden Annahmen zum Unter-
auslastungsgrad, zum Rechnungszinssatz, zu Gehaltssteigerungen und zum Fluktuationsab-
schlag der unkündbaren Mitarbeiter*innen getroffen.
Eine Änderung des durchschnittlichen Unterauslastungsgrades und Fluktuationsab-
schlags um jeweils +/–ꢀ10 Prozentpunkte bzw. eine Änderung des Rechnungszinssatzes oder der
Gehaltssteigerungen um jeweils +/–ꢀ1 Prozentpunkt hätte bei Gleichbleiben aller anderen Para-
meter folgende Auswirkungen auf die Höhe der Rückstellungen:
Unterauslastungsgrad
Fluktuationsabschlag
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerungen
Mio EUR
−10ꢀ%-Punkte +10ꢀ%-Punkte −10ꢀ%-Punkte +10ꢀ%-Punkte
−1ꢀ%-Punkt
+1ꢀ%-Punkt
−1ꢀ%-Punkt
+1ꢀ%-Punkt
Unterauslastung
–31,0
30,9
18,9
–18,9
11,9
–10,8
–11,1
11,9
7.8 Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals)
bundesbedienstete Mitarbeiter*innen
Mit Entscheid vom 11. November 2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach
Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im
Jahr 2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im
Gehaltssystem der bundesbediensteten Personen dem Unionsrecht widerspricht. Nachdem
die Thematik der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der Österreichischen Post AG
zugeteilten Beamt*innen, sondern alle Beamt*innen des Bundes betraf, hat der österreichi-
sche Nationalrat reagiert und bereits mit 21. Jänner 2015 eine umfassende Reform des Besol-
dungssystems des Bundes vorgenommen. Mit dieser Reform wurde der Hauptkritikpunkt des
EuGHs aufgegriffen und umfassend beseitigt. Diese Besoldungsreform wurde selbstverständ-
lich auch für die bei der Österreichischen Post AG beschäftigten Beamt*innen umgesetzt.
In einem neuerlichen Vorabentscheidungsverfahren vor dem Europäischen Gerichts-
hof zur Anrechnung von Vordienstzeiten im Bundesdienst erging am 8. Mai 2019 eine Ent-
scheidung durch den EuGH, wonach die Besoldungsreform 2015 ungenügend war. Als Folge
daraus wurde eine weitere Novellierung des Beamt*innendienstrechts seitens der Bundes-
regierung vorgenommen, nach der für jede*n (ehemals) bundesbedienstete*n Mitarbeiter*in
83
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
die Frage der Anrechnung der Vordienstzeiten vor dem 18. Lebensjahr auf Einzelfallbasis neu
zu beurteilen ist. Die dafür nötigen Dienstrechtsverfahren sind aufwendig und zeitintensiv. Die
Österreichische Post AG hat mit der Umsetzung der Novelle zwischenzeitlich begonnen und im
Wege einer bestmöglichen Schätzung zum 31. Dezember 2021 eine Rückstellung in Höhe von
13,3 Mio EUR (31.12.2020: 16,9 Mio EUR) für die aus der Neuermittlung des Besoldungsdienst-
alters resultierenden Nachzahlungen gebildet.
7.9 Rückforderungen von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung
der Beamt*innen
Die Österreichische Post AG bzw. ihre Rechtsvorgängerin haben im Zeitraum vom
1. Mai 1996 bis zum 31. Mai 2008 für die ihnen zugewiesenen Beamt*innen Beiträge aus der
Gehaltsabrechnung abgeführt. Aufgrund eines VwGH-Erkenntnisses des Jahres 2015 bestand
dafür jedoch keine gesetzliche Verpflichtung.
Daraus resultierend wurden der Österreichischen Post AG von 2015 bis 2019 Beiträge
in Höhe von insgesamt 141,1 Mio EUR vom Bundesfinanzgericht (BFG) zugesprochen. Im Gegen-
zug für die bislang insgesamt zugesprochenen Beiträge bestehen für die Österreichische Post AG
allerdings Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen, die auf Basis einer Zahlungsauffor-
derung des Bundeskanzleramts per 31. Dezember 2021 in Höhe von 99,6 Mio EUR (31.12.2020:
99,6 Mio EUR) rückgestellt wurden. Die Höhe der Ersatzleistungen ist mit erheblichen Unsicher-
heiten behaftet, da aufgrund der Unsicherheiten in der Datenlage Auffassungsunterschiede
zwischen dem Bundeskanzleramt und der Österreichischen Post AG bestehen.
7.10 Datenschutz
Die Datenschutzbehörde (DSB) hat in den letzten Geschäftsjahren seit 2019 Verwaltungs-
strafverfahren gegen die Österreichische Post AG wegen der Rechtswidrigkeit der Verarbeitung
von (als personenbezogen qualifizierten) Daten und der Verletzung von Betroffenenrechten im
Sinne der DSGVO eingeleitet. Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses kamen
diese Verfahren noch zu keinem finalen Abschluss.
Zusätzlich ist die Österreichische Post AG beklagte Partei in einer Reihe von zivilrechtli-
chen Schadenersatzverfahren. In keinem dieser Verfahren ist es bislang zu einem rechtsgültigen
Urteil gegen die Post gekommen.
Für mögliche Risiken aus den Verwaltungsstrafverfahren sowie den zivilrechtlichen Scha-
denersatzverfahren wurden im Wege einer bestmöglichen Schätzung Rückstellungen erfasst, die
mit erheblichen Schätzunsicherheiten behaftet sind.
Auf weitere Angaben im Zusammenhang mit diesen Rückstellungen wurde in Einklang
mit IAS 37.92 verzichtet, da diese Informationen Auswirkungen auf den Ausgang der laufenden
Verfahren haben können oder mögliche weitere Verfahren beeinflussen können.
84
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
7.11 Finanzinstrumente
Die Bewertung von Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherr-
schenden Anteilen, deren Erfüllungsbetrag von zukünftigen Ergebnissen der jeweils erworbenen
Unternehmen abhängig ist, ist mit einer gewissen Schätzunsicherheit behaftet. Die Verbindlich-
keiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen resultieren im Wesent-
lichen aus Optionen auf den Erwerb der restlichen 20ꢀ% der Anteile an der Aras Kargo a.s.,
wobei der zukünftige Kaufpreis vom Unternehmenserfolg abhängt. Die Folgebewertung erfolgt
auf Basis der erwarteten zukünftigen Ergebnisse laut Unternehmensplanung, der Anwendung
des aktuellen EUR/TRY-Wechselkurses und wird unter Anwendung der Effektivzinsmethode
abgezinst, woraus sich zum 31. Dezember 2021 eine Verbindlichkeit in Höhe von 45,8 Mio EUR
(31. Dezember 2020: 32,6 Mio EUR) ergibt.
Bei Variation dieser Inputfaktoren sowie des Umrechnungskurses ergeben sich zum
Stichtag folgende Sensitivitäten:
EBITDA
+10ꢀ%
Stichtagskurs EURꢀ/ꢀTRY
Mio EUR
–10ꢀ%
–10ꢀ%
+10ꢀ%
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen
von nicht beherrschenden Anteilen
–4,7
4,7
5,1
–4,2
7.12 Ertragsteuern
Ansatz und Folgebewertung der tatsächlichen wie der latenten Steuern unterliegen
Unsicherheiten aufgrund komplexer steuerlicher Vorschriften in unterschiedlichen nationalen
Jurisdiktionen, die zudem laufenden Änderungen unterworfen sind. Das Management geht
davon aus, eine vernünftige Einschätzung der steuerlichen Unsicherheiten getroffen zu haben.
Aufgrund der bestehenden steuerlichen Unsicherheiten besteht jedoch das Risiko, dass Abwei-
chungen zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen zu Auswir-
kungen auf die angesetzten Steuerschulden und latenten Steuern führen.
Latente Steueransprüche für bestehende steuerliche Verlustvorträge werden im Ausmaß
der erwarteten tatsächlichen Nutzbarkeit angesetzt. Dem Ansatz liegen Planungsrechnungen
des Managements über die Höhe des zu versteuernden Ergebnisses und der tatsächlichen Ver-
wertungsmöglichkeit zugrunde, die Ermessensentscheidungen erfordern.
85
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
8. Segmentberichterstattung
Allgemeine Informationen Die Segmentberichterstattung erfolgt, analog zu der divisio-
nalen Struktur des Österreichischen Post-Konzerns, nach den Berichtssegmenten Brief &
Werbepost, Paket & Logistik, Filiale & Bank sowie Corporate und entspricht der Berichterstat-
tung an den Vorstand (als Chief Operating Decision Maker nach IFRS 8). Die Identifikation der
berichtspflichtigen Segmente erfolgt auf der Grundlage der Unterschiede zwischen den Produk-
ten und Dienstleistungen. Im Rahmen der Identifikation der Berichtssegmente wurden keine
operativen Segmente zusammengefasst. Die Logistik für Brief und Paket in Österreich ist in der
internen Produktionseinheit Logistiknetzwerk gebündelt, welche ihre Leistungen auf Kostenba-
sis an die operativen Divisionen verrechnet.
Brief & Werbepost Das Produkt- und Dienstleistungsportfolio der Division Brief & Werbe-
post umfasst Brief- und Dokumentensendungen, adressierte und unadressierte Werbesendungen
und Zeitungen sowie Online-Services wie den E-Brief und Geschäftsprozesse wie Inputmanage-
ment, Dokumentenlogistik und Outputmanagement. Zudem wird das Produktportfolio um cross-
mediale Lösungen und digitale Werbelösungen ergänzt. Vervollständigt wird das Angebot durch
physische und digitale Zusatzleistungen in der Kund*innenkommunikation sowie die Optimierung
in der Dokumentenbearbeitung. Der Division kommt für ihr Produkt- und Dienstleistungsport-
folio Ergebnisverantwortung über die gesamte Leistungserstellung, inklusive Vertrieb, Annahme,
Sortierung und Zustellung, zu.
Die Division Brief & Werbepost trägt zudem Mehraufwendungen, die sich aus den beson-
deren laufenden gesetzlichen Verpflichtungen der Österreichischen Post ergeben (insbesondere
aus den Verpflichtungen als Universaldienstbetreiber in Österreich sowie aus der spezifischen
Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen).
Paket & Logistik Die Division Paket & Logistik bietet für den Versand von Paketen
sowie von Post Express-Sendungen (ehemals EMS) Lösungen aus einer Hand über die gesamte
Wertschöpfungskette an. Die Division trägt für den gesamten Prozess der Leistungserstellung,
inklusive der konzernintern wie extern zugekauften Logistikleistungen, die Ergebnisverantwor-
tung. Das Portfolio in Österreich umfasst neben den klassischen Paketprodukten, der Express-
und der Lebensmittelzustellung auch vielfältige Mehrwertdienstleistungen. Hier werden maß-
geschneiderte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionierung, Retouren-Management,
Geld- und Werttransporte, Webshop-Logistik sowie Webshop-Infrastruktur angeboten. Inter-
national ist die Division Paket & Logistik über ihre Tochterunternehmen in CEE und der Türkei
vertreten. Über das assoziierte Unternehmen AEP wird zudem stationäre Logistik im Zusam-
menhang mit Pharmaprodukten in Deutschland angeboten.
Filiale & Bank Die Division Filiale & Bank umfasst neben dem Filialgeschäft die
bank99 AG – die Bank der Post –, mit welcher seit dem 1. April 2020 Finanzdienstleistungen in
ganz Österreich angeboten werden. Das Geschäftsmodell der bank99 AG beruht dabei insbe-
sondere auf der Nutzung der Postfilialen. Das Produktangebot der Division umfasst Post- und
Telekomprodukte, Handelswaren sowie Finanzdienstleistungen einer Retail-Bank und Dienst-
leistungen im Bereich des Zahlungsverkehrs.
Corporate Der Division Corporate obliegen vor allem Dienstleistungen im Bereich der
Konzernverwaltung, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Vermietung nicht betriebsnot-
wendiger Immobilien sowie die Entwicklung von Immobilienprojekten. Nicht-operative Dienst-
leistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der Konzernverwaltung und Steuerung eines
Konzerns erbracht werden, umfassen unter anderem die Verwaltung der Konzernimmobilien, die
Erbringung von IT-Dienstleistungen sowie die Administration des Post-Arbeitsmarkts.
Überleitung Konzern In der Spalte Überleitung Konzern wird die Eliminierung der Bezie-
hungen zwischen den Segmenten vorgenommen. Weiters dient die Spalte der Überleitung von
Segmentgrößen auf Konzerngrößen. Die in dieser Spalte gezeigten Abschreibungen und Segment-
investitionen beziehen sich im Wesentlichen auf die interne Produktionseinheit Logistiknetzwerk.
86
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
INFORMATIONEN ÜBER DEN GEWINN ODER VERLUST
Geschäftsjahr 2020
angepasst1
Brief &
Werbepost
Paket &
Logistik
Filiale &
Bank
Überleitung
Konzern
Mio EUR
Corporate
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente)
1.222,7
3,1
913,6
1,0
67,4
183,4
250,8
67,3
2,8
0,0
2,8
2,7
0,0
–14,6
–187,5
–202,0
0,0
2.192,0
0,0
Interne Leistungsverrechnung
UMSATZERLÖSE GESAMT
1.225,8
1.216,7
0,0
914,5
905,3
0,0
2.192,0
2.192,0
22,5
davon Umsatzerlöse mit Dritten
davon Erträge aus Finanzdienstleistungen
22,6
–0,1
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
0,1
–4,4
1,4
–19,2
–1,0
0,0
–8,4
0,0
–20,1
0,0
0,0
–90,0
–1,3
0,0
1,5
–142,2
–2,3
Abschreibungen
davon Wertminderungen erfolgswirksam
EBIT
0,0
0,0
164,4
73,5
–43,8
–33,6
160,6
1,4
Finanzergebnis
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN
Segmentinvestitionen
162,1
200,0
2,9
21,9
22,6
24,0
128,6
siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
1
Geschäftsjahr 2021
Brief &
Werbepost
Paket &
Logistik
Filiale &
Bank
Überleitung
Konzern
Mio EUR
Corporate
Konzern
Umsatzerlöse (Segmente)
1.224,2
3,0
1.245,7
0,9
74,7
186,3
261,0
74,4
3,1
0,0
3,1
3,0
0,0
–28,1
–190,2
–218,3
0,0
2.519,6
0,0
Interne Leistungsverrechnung
UMSATZERLÖSE GESAMT
1.227,2
1.214,6
0,0
1.246,6
1.227,6
0,0
2.519,6
2.519,6
32,6
davon Umsatzerlöse mit Dritten
davon Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
32,9
–0,3
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
0,3
–5,3
0,4
–31,6
–1,7
0,0
–12,8
–3,1
0,0
–26,4
–1,2
0,0
–89,5
0,0
0,6
–165,6
–6,1
Abschreibungen
davon Wertminderungen erfolgswirksam
EBIT
0,0
155,2
118,1
–39,2
–29,2
0,0
204,7
11,7
Finanzergebnis
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN
Segmentinvestitionen
216,4
274,8
3,1
37,5
22,6
21,7
189,9
Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgen zu marktorientierten Preisen bzw.
an den Kosten orientiert. Die Abgeltung von Mehraufwendungen, die sich aus den besonde-
ren gesetzlichen Verpflichtungen der Österreichischen Post ergeben, erfolgt kostenorientiert.
Die Bilanzierung von Transaktionen zwischen den Segmenten erfolgt nicht vollständig nach
den Rechnungslegungsgrundsätzen, die im Österreichischen Post-Konzern Anwendung finden.
So werden insbesondere die Grundsätze zur Umsatzrealisierung nach IFRS 15 vereinfacht ange-
wandt und Inner-Konzern-Leasingtransaktionen nicht vollständig nach IFRS 16 abgebildet.
87
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAFISCHE GEBIETE
Die Umsatzerlöse werden nach dem Standort der leistungserbringenden Gesellschaft
gezeigt und betreffen ausschließlich Umsatzerlöse mit Unternehmen außerhalb des Österrei-
chischen Post-Konzerns:
Geschäftsjahr 2020
angepasst¹
Andere
Länder
Mio EUR
Österreich
Türkei Deutschland
Konzern
Umsatzerlöse
1.885,0
1.230,1
61,7
1,1
101,5
93,1
143,7
55,9
2.192,0
Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen
Finanzinstrumente und latente Steueransprüche
1.380,2
siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
1
Geschäftsjahr 2021
Andere
Länder
Mio EUR
Österreich
Türkei Deutschland
Konzern
Umsatzerlöse
2.001,6
1.312,0
64,1
1,0
290,7
59,4
163,2
61,0
2.519,6
Langfristige Vermögenswerte, ausgenommen
Finanzinstrumente und latente Steueransprüche
1.433,5
88
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
9. Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen
9.1 Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen
In der folgenden Tabelle sind die Erlöse aus Verträgen mit Kund*innen nach berichts-
pflichtigen Segmenten und Produktgruppen (Bereiche dieser Segmente) aufgeschlüsselt:
Mio EUR
2020
2021
Briefpost
732,1
44,3
722,5
40,4
Business Solutions
Werbepost
320,3
120,0
1.216,7
567,8
271,7
65,8
328,3
123,4
1.214,6
822,0
310,6
94,9
Medienpost
BRIEF & WERBEPOST
Paket Premium
Paket Standard
Paket Sonstige Leistungen
PAKET & LOGISTIK
905,3
44,8
1.227,6
41,8
Filialdienstleistungen
Provisionsertrag aus Finanzdienstleistungen1
Andere
22,4
30,7
0,1
0,1
FILIALE & BANK
67,3
72,6
Erlöse Immobilienprojekt Neutorgasse 7
Umsatzerlöse Sonstige
2,6
0,0
2,7
3,0
CORPORATE
5,3
3,0
ERLÖSE AUS VERTRÄGEN MIT KUND*INNEN
davon ausgewiesen unter den Umsatzerlösen
davon ausgewiesen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen
2.194,6
2.191,9
2,6
2.517,8
2.517,8
0,0
1
siehe dazu im Detail Punkt 10 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
Die in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesenen Erlöse aus Verträgen mit
Kund*innen des Immobilienprojekts Neutorgasse 7 belaufen sich im Geschäftsjahr 2021 auf
0,0 Mio EUR (2020: 2,6 Mio EUR).
9.2 Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Verträgen
mit Kund*innen
Die folgende Tabelle enthält den Stand der Forderungen aus Lieferungen und Leistun-
gen sowie der Vertragsvermögenswerte und -verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kund*innen
gemäß IFRS 15 zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2021.
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Vertragsvermögenswerte
314,2
4,4
303,8
3,1
Vertragsverbindlichkeiten
34,7
32,4
Die zum 31. Dezember 2021 erfassten Vertragsverbindlichkeiten betreffen erhaltene
Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen im Zusammenhang mit der Brief- und
89
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Paketzustellung, mit Postwertzeichen und Absender-Freistempelmaschinen sowie mit dem
Finanzdienstleistungsgeschäft.
Von den zum 1. Jänner 2021 ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten wurden
28,7 Mio EUR (2020: 29,8 Mio EUR) in den Umsatzerlösen erfasst.
Es werden die Erleichterungsvorschriften nach IFRS 15.121a angewandt, wonach keine
weiteren Angaben zur Gesamthöhe des Transaktionspreises der zum 31. Dezember 2021 noch
nicht erbrachten Leistungsverpflichtungen, welche eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von
einem Jahr oder weniger haben, erfolgen.
10. Ergebnis aus Finanzdienstleistungen
In der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung werden die Erträge aus Finanzdienst-
leistungen als Teil der Umsatzerlöse und der Aufwand für Finanzdienstleistungen als separate
Position ausgewiesen:
Mio EUR
2020
2021
Zinsertrag
0,0
22,4
22,5
1,8
30,7
32,6
Provisionsertrag
ERTRÄGE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Mio EUR
2020
2021
Zinsaufwand
–1,2
–1,6
–2,8
–3,3
–2,1
–5,4
Provisionsaufwand
AUFWAND FÜR FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9, welche die finanziellen Vermögenswerte aus Finanz-
dienstleistungen betreffen, werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Negativzinsen sind in Höhe von 2,8 Mio EUR (2020: 1,0 Mio EUR) im Zinsaufwand erfasst.
Das Ergebnis aus Finanzdienstleistungen stellt sich wie folgt dar:
Mio EUR
2020
2021
Zinsertrag
davon Erträge aus Effektivverzinsung
0,0
0,0
1,8
1,8
Zinsaufwand
–1,2
–1,1
–3,3
–1,5
30,7
–2,1
28,6
27,1
–5,8
21,3
ZINSERGEBNIS
Provisionsertrag
22,4
–1,6
20,8
19,7
0,0
Provisionsaufwand
PROVISIONSERGEBNIS
ZINS- UND PROVISIONSERGEBNIS
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9
ERGEBNIS AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
19,7
Der Zinsertrag resultiert im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber Kund*innen. Der
Provisionsertrag betrifft in Höhe von 12,6 Mio EUR (2020: 7,4 Mio EUR) das Girogeschäft und
den Zahlungsverkehr und in Höhe von 17,7 Mio EUR (2020: 15,0 Mio EUR) das sonstige Dienst-
leistungsgeschäft.
90
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
11. Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen
Mio EUR
2020
2021
MATERIAL
Treib- und Brennstoffe
Handelswaren
18,4
7,2
23,7
8,4
Betriebsmittel, Bekleidung, Wertzeichen
Andere
22,4
3,5
27,7
3,6
51,4
63,4
BEZOGENE LEISTUNGEN
Internationale Postbetreiber*innen
Verteiler unadressiert
Verteiler adressiert
Energie
53,5
11,6
53,7
8,8
6,8
8,0
14,5
16,3
Transporte
316,6
32,3
374,9
37,6
Fremdpersonal und Zeitarbeitskräfte
Andere
109,4
544,8
596,2
153,1
652,3
715,7
Im Materialaufwand sind Wertminderungen aufgrund einer Abwertung auf den Nettover-
äußerungswert in Höhe von 0,4 Mio EUR (2020: 0,4 Mio EUR) enthalten.
12. Personalaufwand
Mio EUR
2020
2021
Löhne und Gehälter
826,2
8,5
901,6
14,0
Abfertigungen
Altersversorgung
0,2
0,2
Gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge
Andere Personalaufwendungen
203,3
3,3
216,3
27,9
1.041,4
1.160,1
Die Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:
Mio EUR
2020
2021
Vorstände
0,1
0,4
8,0
8,5
0,1
1,1
Leitende Angestellte
Andere Arbeitnehmer*innen
12,8
14,0
Im Geschäftsjahr 2021 wurden aufwandswirksame Beiträge an die Mitarbeitervor-
sorgekasse (MVK) betreffend beitragsorientierte Abfertigungsverpflichtungen in Höhe von
6,1 Mio EUR (2020: 5,9 Mio EUR) erfasst.
91
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer*innen betrug im Geschäftsjahr:
2020
2021
Arbeiter*innen
Angestellte
3.555
16.113
4.935
137
6.838
17.725
4.626
Beamt*innen
Lehrlinge
142
ANZAHL NACH KÖPFEN
24.739
29.331
27.275
ENTSPRECHENDE VOLLZEITKRAFTÄQUIVALENTE
22.966
13. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
13.1 Sonstige betriebliche Erträge
Mio EUR
2020
2021
Mieten und Pachten
27,9
7,4
31,0
5,1
Aktivierte Eigenleistungen
Weiterverrechnete Aufwendungen
Abgeltungen von Schadensfällen
Abgang von Sachanlagen
5,6
7,2
3,8
4,2
2,5
7,2
Erlösrealisierung Immobilienprojekt Neutorgasse 7
Personalbereitstellung und -verwaltung
Andere
2,6
0,0
1,1
1,4
13,3
64,1
39,1
95,2
Die sonstigen betrieblichen Erträge aus Mieten und Pachten betreffen zum Teil oder zur
Gänze vermietete Vermögenswerte (Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immo-
bilien). Bei den zugrunde liegenden Mietverhältnissen handelt es sich überwiegend um kündbare
Operating-Leasingverhältnisse mit Indexierung der Mieten und um Sub-Leasingverhältnisse
als Operating Leasing, die bezogen sind auf angemietete Gebäude, die zu gleichen Konditionen
an Subunternehmen weitervermietet werden und in der Laufzeit an den neben dem Mietvertrag
mit dem Subunternehmen zusätzlich bestehenden Subunternehmervertrag gekoppelt sind
bzw. weitere Kündigungsmöglichkeiten beinhalten.
Die aktivierten Eigenleistungen stehen überwiegend in Zusammenhang mit der Aktivie-
rung von selbst geschaffener Software.
In den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen ist auch der erfolgswirksam erfasste
Unterschiedsbetrag aus der PPA für den Erwerb des Privatkund*innengeschäfts der ING-DiBa
in Österreich mit einem Betrag von 14,2 Mio EUR enthalten.
Weiters sind in den anderen sonstigen betrieblichen Erträgen Ersatzzahlungen im Zusam-
menhang mit COVID-19 enthalten. Dazu verweisen wir auf Punkt 7.2 Auswirkung der COVID-19
Pandemie. Darüber hinaus beinhalten die anderen sonstigen betrieblichen Erträge eine Vielzahl
an unwesentlichen Beträgen.
92
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Operating-Leasingverhältnisse Die unter Mieten und Pachten ausgewiesenen Erträge
aus Operating-Leasingverhältnissen betragen 24,3 Mio EUR (2020: 21,4 Mio EUR). Die jährlich
fälligen nicht diskontierten Leasingzahlungen stellen sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Bis zu einem Jahr
20,9
17,8
16,4
11,1
8,7
23,6
20,2
16,4
12,8
10,0
36,6
119,6
Länger als ein Jahr und bis zu zwei Jahren
Länger als zwei Jahre und bis zu drei Jahren
Länger als drei Jahre und bis zu vier Jahren
Länger als vier Jahre und bis zu fünf Jahren
Länger als fünf Jahre
29,3
104,2
Für befristete Leasingverträge wurden die Leasingzahlungen entsprechend der jeweiligen
Vertragslaufzeit ermittelt. Bei unbefristeten Leasingverträgen wurde eine Abwanderungsrate
anhand historischer Daten berechnet und auf die zukünftigen Leasingzahlungen angewendet.
Die Anschaffungskosten und Buchwerte von Grundstücken und Bauten, die unter den
Sachanlagen ausgewiesen werden und für die ein Operating-Leasingverhältnis besteht, betra-
gen zum 31. Dezember 2021 81,3 Mio EUR (31. Dezember 2020: 84,9 Mio EUR) bzw. 18,7 Mio EUR
(31. Dezember 2020: 18,7 Mio EUR). Die kumulierten Abschreibungen betragen im Geschäftsjahr
2021 62,6 Mio EUR (2020: 66,2 Mio EUR).
13.2 Sonstige betriebliche Aufwendungen
Mio EUR
2020
2021
IT-Dienstleistungen
67,0
60,4
26,2
25,8
24,4
19,0
16,4
14,1
13,7
7,3
70,0
67,5
27,4
19,6
28,1
19,1
16,5
15,4
17,6
9,7
Instandhaltung
Reise- und Fahrtaufwendungen
Schadensfälle
Kommunikation und Werbung
Beratung
Entsorgung und Reinigung
Leasing, Miet- und Pachtzinsen
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag)
Versicherungen
Telefon
4,5
5,1
Aufwendungen Callcenter
Fremdpersonal und Leasingkräfte
Aus- und Fortbildung
0,0
1,4
3,8
3,9
2,0
3,3
Wertberichtigungen gemäß IFRS 9
Verlust Abgang Sachanlagen
Andere
2,0
6,9
1,4
1,7
26,4
314,4
50,7
363,8
Der Posten Wertberichtigungen gemäß IFRS 9 betrifft die Finanzdienstleistungen in
Höhe von 5,8 Mio EUR (2020: 0,0 Mio EUR) und in Höhe von 1,1 Mio EUR (2020: 2,0 Mio EUR)
den Logistikbereich.
Die anderen sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen die Aufwendun-
gen aus der Folgebewertung der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht
93
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
beherrschenden Anteilen in Höhe von 16,8 Mio EUR (2020: 0,0 Mio EUR) (siehe dazu unter
Punkt 28 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten)
sowie eine Vielzahl an einzelnen unwesentlichen Beträgen.
14. Finanzergebnis
Mio EUR
Anhang
2020
2021
FINANZERTRÄGE
Zinserträge
1,5
0,5
3,4
0,8
Wertpapiererträge
Erträge aus der Bewertung von Finanzanlagen (inkl. Derivate)
Finanzergebnis aus realisierten Derivaten
Erträge aus der Fremdwährungsbewertung
8,9
1,1
0,0
0,9
0,0
21,7
28,0
10,9
FINANZAUFWENDUNGEN
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten
Zinsaufwendungen für andere finanzielle Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen für andere sonstige Verbindlichkeiten
Zinsaufwendungen für Rückstellungen
–4,8
–0,3
0,0
–4,9
–0,3
–7,7
–2,9
–0,5
0,0
(27.2)
–2,6
–0,1
–1,7
–9,5
1,4
Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzanlagen
Aufwendungen aus der Fremdwährungsbewertung
–16,3
11,7
Die Wertpapiererträge enthalten im Wesentlichen die Dividende aus der Beteiligung an
der Wiener Börse (FVOCI) in Höhe von 0,5 Mio EUR (2020: 0,3 Mio EUR).
Die Erträge aus der Bewertung von Finanzanlagen und Derivaten enthielten im Geschäfts-
jahr 2020 Aufwertungen der Anteile an der flatex AG in Höhe von 8,7 Mio EUR und im Geschäfts-
jahr 2021 Erträge aus Devisentermingeschäften in Höhe von 1,0 Mio EUR (siehe dazu Punkt 24.2
Andere finanzielle Vermögenswerte).
Die Erträge aus der Fremdwährungsbewertung in Höhe von 21,7 Mio EUR betreffen im
laufenden Geschäftsjahr einerseits die Erträge aus der Fremdwährungsbewertung und den
Inflationseffekten der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden
Anteilen und andererseits Fremdwährungsgewinne von Finanzmittelbeständen.
Die Zinsaufwendungen für andere sonstige Verbindlichkeiten betreffen den Aufwand
aus der Aufzinsung der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschen-
den Anteilen in Höhe von 7,7 Mio EUR.
Die Wertberichtungen gemäß IFRS 9 auf Fremdkapitalinstrumente, welche der Kategorie
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet oder der Kategorie erfolgsneutral zum bei-
zulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet zugeordnet werden, sind in den Aufwendungen aus der
Bewertung von Finanzanlagen ausgewiesen. Aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeiten
erfolgt für diese Beträge keine Angabe nach IAS 1.82 als gesonderter Posten in der Gewinn- und
Verlustrechnung.
94
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
15. Ergebnis je Aktie
2020
2021
Aktionär*innen des Mutterunternehmens zurechenbares Periodenergebnis
(Mio EUR)
118,3
118,3
152,3
152,3
Bereinigtes Periodenergebnis zur Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Aktie (Mio EUR)
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung
des unverwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück)
67.552.638
67.552.638
Gewichtete durchschnittliche Anzahl von für die Berechnung
des verwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Stammaktien
(Stück)
(EUR)
67.552.638
1,75
67.552.638
2,25
UNVERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE
VERWÄSSERTES ERGEBNIS JE AKTIE
(EUR)
1,75
2,25
16. Ertragsteuern
Mio EUR
2020
2021
Laufender Steueraufwand
30,6
0,1
58,4
0,2
Steuergutschriften/-nachzahlungen für Vorjahre
Latenter Steueraufwand/-ertrag
16,1
46,8
–0,6
58,0
Die Verwendung bisher nicht aktivierter Verlustvorträge in Höhe von 0,2 Mio EUR bzw.
die erstmalige Aktivierung latenter Steuern in Höhe von 1,3 Mio EUR aufgrund der verbesserten
Ergebnissituation bei in- und ausländischen Tochtergesellschaften im Paketbereich reduzierte
den Ertragsteueraufwand um 1,5 Mio EUR.
Steuerüberleitungsrechnung Die Konzernsteuerquote ist als das Verhältnis von erfass-
tem Ertragsteueraufwand zum Ergebnis vor Ertragsteuern definiert und beträgt im Geschäfts-
jahr 2021 26,8ꢀ% (2020: 28,9ꢀ%).
Die Steuerüberleitungsrechnung im Österreichischen Post-Konzern basiert auf dem
gesetzlich geltenden Steuersatz des Mutterunternehmens in Österreich in Höhe von 25ꢀ%.
Abweichungen der gesetzlichen Steuersätze bei Tochterunternehmen werden in einer eigenen
Überleitungsposition dargestellt.
95
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Überleitung der rechnerischen Ertragsteuern zum erfassten Ertragsteueraufwand
stellt sich wie folgt dar:
Mio EUR
2020
2021
ERGEBNIS VOR ERTRAGSTEUERN
162,1
40,5
216,4
54,1
RECHNERISCHE ERTRAGSTEUER
STEUERMINDERUNG AUFGRUND VON
Teilwertabschreibung Tochterunternehmen
Anpassung an ausländische Steuersätze
Nicht steuerwirksam übernommene Gewinne (nach der Equity-Methode)
Nicht angesetzte latente Steuern auf Anteile an Tochterunternehmen
Negativer Firmenwert1
0,0
–1,3
–0,4
–0,2
0,0
–1,9
–0,7
–0,2
0,0
–3,5
–2,8
–2,3
–11,4
Steuerliche Neubewertung Sachanlagevermögen2
Übrige steuermindernde Posten
0,0
–1,2
–3,2
STEUERMEHRUNG AUFGRUND VON
Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwert
Zuschreibung Tochterunternehmen
Nicht steuerwirksame Strafen
0,3
5,4
0,4
5,0
1,1
1,5
Anpassung Earn-Out-Bewertung3
Übrige steuermehrende Posten
0,0
3,3
2,8
4,6
9,6
14,8
57,4
2,0
ERTRAGSTEUERAUFWAND DER PERIODE
Anpassung Quellensteuer
46,9
0,0
Anpassung tatsächlicher Ertragsteuern aus Vorjahren
Anpassung latenter Steueraufwand/-ertrag aus Vorjahren
Veränderung nicht gebildeter aktiver latenter Steuern
ERFASSTER ERTRAGSTEUERAUFWAND
0,1
0,2
–0,1
–0,2
46,8
–0,1
–1,5
58,0
1
siehe Punkt 4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis
in der Türkei
siehe Punkt 28 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
2
3
96
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
ANGABEN ZU LATENTEN STEUERANSPRÜCHEN UND LATENTEN STEUERSCHULDEN
Temporäre Unterschiede zwischen den Wertansätzen im Konzernabschluss und dem
jeweiligen steuerlichen Wertansatz wirken sich wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen
latenten Steuern aus:
Aktive latente Steuern
Passive latente Steuern
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2020
31.12.2021
31.12.2021
Geschäfts- oder Firmenwerte
Kund*innenbeziehungen
0,2
0,7
0,2
0,6
–0,3
–3,3
–4,8
–4,2
–0,6
–72,6
0,0
–0,3
–1,9
–2,9
–3,7
–1,1
–77,1
0,0
Markenrechte
0,1
0,1
Andere immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
0,0
0,3
5,5
6,6
Nutzungsrechte
0,0
0,0
Finanzanlagen (Steuerliche Teilwertabschreibungen)
Andere Finanzanlagen
11,2
0,1
3,9
0,0
–0,3
–0,1
–0,2
0,0
–0,3
0,0
Vorräte
0,0
0,0
Forderungen
3,1
1,1
–0,6
0,0
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Vertragsvermögenswerte
0,0
0,1
0,0
0,0
–1,0
0,0
–0,1
0,0
Rückstellungen
36,9
2,5
41,3
2,5
Verbindlichkeiten und Vertragsverbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Leasingverbindlichkeiten
–0,6
0,0
–0,6
0,0
0,4
0,0
71,9
0,1
78,6
0,5
–0,1
0,0
–0,3
0,0
Steuerliche Verlustvorträge
132,7
–0,8
–84,0
48,0
135,6
–0,1
–88,9
46,6
–88,0
0,0
–89,0
0,0
Abwertung auf aktive latente Steuern und Verlustvorträge
Saldierung
84,0
–4,1
88,9
–0,1
LATENTE STEUERN – BILANZANSATZ
Die Entwicklung der latenten Steuern und die Aufteilung der Veränderungen in ergeb-
niswirksame und ergebnisneutrale Komponenten werden in folgender Tabelle dargestellt:
Mio EUR
2020
2021
AKTIVE (+)/PASSIVE (–) LATENTE STEUERN ZUM 1. JÄNNER
Latente Steueraufwendungen (–)/-erträge (+) erfolgswirksam
65,0
43,9
0,6
–16,1
Veränderung erfolgsneutral erfasster latenter Steuern
davon im Zusammenhang mit Zeitwertänderungen FVOCI – Eigen- und Fremdkapitalinstrumente
davon im Zusammenhang mit Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen
davon im Zusammenhang mit Akquisitionen/Desinvestitionen
0,0
0,4
–0,1
1,5
–5,0
–0,7
0,2
–0,2
0,0
Auflösung von laufenden Siebtelabschreibungen auf Eigenkapitalinstrumente
Wechselkurseffekte und sonstige Änderungen
0,8
AKTIVE (+)/PASSIVE (–) LATENTE STEUERN ZUM 31. DEZEMBER
43,9
46,5
97
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Folgende temporäre Differenzen wurden nicht erfasst, da es nicht wahrscheinlich ist,
dass künftig ein zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird. Die zeitliche Verteilung
der Vortragsfähigkeit stellt sich wie folgt dar:
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
NICHT ERFASSTE TEMPORÄRE DIFFERENZEN AUS:
VERLUSTVORTRÄGEN
56,3
0,0
52,7
0,2
davon Restlaufzeit <2 Jahre
davon Restlaufzeit 3–4 Jahre
3,7
0,0
davon Restlaufzeit 5–6 Jahre
0,0
0,7
davon Restlaufzeit >6 Jahre
0,0
0,0
davon Restlaufzeit unbegrenzt
SONSTIGEN TEMPORÄREN DIFFERENZEN
52,6
4,6
51,8
0,8
60,9
53,5
Im April 2021 wurde eine temporäre Erhöhung der Körperschaftsteuer in der Türkei für
die Jahre 2021 und 2022 beschlossen (25ꢀ% in 2021, 23ꢀ% in 2022, ab 2023 wieder der Normal-
steuersatz in Höhe von 20ꢀ%). Dies führte zu einer entsprechenden Neubewertung der latenten
Steuersalden. Die Auswirkungen auf die latenten Steuern waren betraglich unwesentlich, wes-
halb auf gesonderte Anhangsangaben verzichtet wurde.
Die ökosoziale Steuerreform wurde am 20. Jänner 2022 in dritter Lesung im Plenum des
Nationalrats beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körper-
schaftsteuersatzes von 25ꢀ% auf 23ꢀ% vor (2023: 24ꢀ%, 2024: 23ꢀ%). Dies hat zur Folge, dass sich
die aktiven latenten Steuern im Jahr 2022 insoweit um rund 2,9 Mio EUR verringern werden.
Temporäre Differenzen in Höhe von 62,0 Mio EUR (31. Dezember 2020: 41,8 Mio EUR),
die im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen (sogenannte „Outside-Basis-
Differences“) stehen, wurden nicht angesetzt, da sich diese temporären Differenzen in abseh-
barer Zeit wahrscheinlich nicht umkehren werden.
98
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
17. Geschäfts- oder Firmenwerte
Mio EUR
2020
2021
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER
73,3
1,7
74,6
2,3
Zugang aus Unternehmenserwerben
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER
–0,4
74,6
0,0
76,9
WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER
Zugänge
12,2
1,0
13,1
1,7
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER
BUCHWERT AM 1. JÄNNER
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER
–0,1
13,1
61,1
61,4
0,0
14,9
61,4
62,0
Der Zugang aus Unternehmenserwerben betrifft den Unternehmenszusammenschluss
mit der D2D – direct to document GmbH. Siehe dazu im Einzelnen unter Punkt 4.2 Änderungen
im Konsolidierungskreis.
Die folgende Tabelle zeigt die Geschäfts- oder Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
BRIEF & WERBEPOST
Brief & Werbepost
36,8
36,8
39,2
39,2
PAKET & LOGISTIK
Paketlogistik Österreich
Sonstige
11,7
12,9
24,6
61,4
11,7
11,2
22,9
62,0
Die verpflichtend durchzuführenden Werthaltigkeitstests (Impairment Test gemäß IAS 36)
erfolgen in der Österreichischen Post nach dem Value-in-Use-Konzept. Dabei wird der erzielbare
Betrag der ZGE auf Basis des Nutzungswerts ermittelt.
Für die Ermittlung des Nutzungswerts im Bereich Logistik (Divisionen Brief & Werbepost,
Paket & Logistik, Corporate) werden die erwarteten künftigen Cashflows mithilfe der Discounted-
Cashflow-Methode unter Verwendung der durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten
(Weighted Average Cost of Capital) nach Steuern auf ihren Barwert abgezinst. Für die Ableitung
eines marktüblichen Kapitalkostensatzes im Bereich Logistik wird unter anderem auf Markt-
daten von Vergleichsunternehmen (Peer Group) zurückgegriffen.
Die Cashflow-Prognosen im Detailplanungszeitraum basieren auf der vom Management
genehmigten Geschäftsjahresplanung für das Jahr 2022 und der Mittelfristplanung für einen
Zeitraum von weiteren drei Jahren (2023–2025). Den Cashflow-Prognosen liegen sowohl die
unternehmensinternen Erfahrungen aus der Vergangenheit als auch die unternehmensextern
99
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
erhobenen volkswirtschaftlichen bzw., soweit verfügbar, branchenbezogenen Rahmendaten
zugrunde. Der Wertbeitrag nach dem Detailplanungszeitraum wird durch den Ansatz einer ewi-
gen Rente berücksichtigt. Als Obergrenze für die in der ewigen Rente angesetzte Wachstums-
rate werden die langfristigen Wachstums- und Inflationserwartungen der Länder bzw. Bran-
chen, in denen die jeweiligen ZGE ihre Cashflows erzielen, berücksichtigt. Im Regelfall wird eine
Wachstumsrate von 1,0ꢀ% (2020: 1,0ꢀ%) angesetzt, wobei notwendige Thesaurierungen berück-
sichtigt werden. Die wesentlichen Bewertungsannahmen, die grundsätzlich der Ermittlung des
erzielbaren Betrags zugrunde liegen, sind Annahmen des Managements über die erwartete kurz-
und langfristige Geschäftsentwicklung, der verwendete Abzinsungssatz und die langfristig
erwartete Wachstumsrate.
Die Ermittlung des Nutzungswerts für die ZGE Finanzdienstleistungen (Division Filiale &
Bank) erfolgt grundsätzlich unter Anwendung eines Ertragswertverfahrens in Form des
Dividend-Discount-Modells. Dabei werden die den Eigentümer*innen zufließenden zukünftigen
Ausschüttungen unter Verwendung eines Eigenkapitalkostensatzes auf ihren Barwert abge-
zinst. Für die Ableitung eines marktüblichen Eigenkapitalkostensatzes wird unter anderem auf
Marktdaten von Vergleichsunternehmen (Peer Group) zurückgegriffen. Der so ermittelte erziel-
bare Betrag wird in Folge dem Nettovermögen der ZGE gegenübergestellt. Die erwarteten
zukünftigen Ausschüttungen im Detailplanungszeitraum basieren wie auch im Bereich Logistik
auf der vom Management genehmigten Planungsrechnung. Den Ausschüttungsprognosen liegen
sowohl die unternehmensinternen Annahmen aus dem Business-Modell als auch die unterneh-
mensextern erhobenen branchenspezifischen, volkswirtschaftlichen und regulatorischen Rah-
mendaten zugrunde. Der Wertbeitrag nach dem Detailplanungszeitraum wird durch den Ansatz
einer ewigen Rente berücksichtigt, wobei eine Wachstumsrate von 1,0ꢀ% angesetzt wird und
notwendige Thesaurierungen Berücksichtigung finden. Die wesentlichen Bewertungsannahmen,
die grundsätzlich der Ermittlung des erzielbaren Betrags zugrunde liegen, sind Annahmen des
Managements über die erwartete kurz- und langfristige Geschäftsentwicklung, der verwendete
Abzinsungssatz und die langfristig erwartete Wachstumsrate.
Die folgende Tabelle zeigt die für die einzelnen wesentlichen ZGE angesetzten
Abzinsungssätze:
WACC nach Steuern
2020
2021
BRIEF & WERBEPOST
Brief & Werbepost
6,1ꢀ%
6,4ꢀ%
PAKET & LOGISTIK
Paketlogistik Österreich
Sonstige
6,5ꢀ%
6,4ꢀ%
7,2ꢀ%–24,6ꢀ%
6,8ꢀ%–23,3ꢀ%
Die folgende Tabelle zeigt die Zugänge zu den Wertminderungen der Geschäfts- oder
Firmenwerte nach Segmenten und ZGE:
Mio EUR
2020
2021
PAKET & LOGISTIK
M&BM Express OOD
1,0
1,0
1,0
1,7
1,7
1,7
100
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Geschäftsjahr 2021 kam es bei dem Firmenwert der ZGE M&BM Express OOD, Bul-
garien (Division Paket & Logistik), zu einer Wertminderung, die unter den Abschreibungen in
der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird. Hintergrund der erfassten Wertminderung
waren ein weiterhin schwieriges Marktumfeld und insgesamt reduzierte Ertragsaussichten.
Zusätzlich zum Werthaltigkeitstest wurden für wesentliche ZGE Sensitivitätsanalysen
bezüglich der wesentlichen Bewertungsannahmen durchgeführt. Dabei wurde in der ersten
Sensitivitätsanalyse die Umsatzerwartung um einen Prozentpunkt reduziert und in der zweiten
Sensitivitätsanalyse der Abzinsungssatz um einen Prozentpunkt angehoben.
Aus der Veränderung dieser Parameter würden sich ceteris paribus bei den folgenden
ZGE für 2021 zusätzliche Wertminderungen ergeben:
Umsatzerwartung
–1ꢀ%-Punkt
WACC
+1ꢀ%-Punkt
Mio EUR
2020
2020
2021
2021
M&BM Express OOD
1,8
1,1
1,4
0,5
18. Immaterielle Vermögenswerte
Geschäftsjahr 2020
Sonstige
immaterielle
Vermögens-
werte
Kund*innen-
Anhang beziehungen
Marken-
rechte
Mio EUR
Gesamt
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Zugang aus Unternehmenserwerben
Zugänge
17,4
16,9
0,0
3,9
24,5
0,0
80,6
10,1
101,8
51,5
(4.)
23,2
23,2
Abgänge
0,0
0,0
–2,5
–2,5
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
–0,7
33,5
–1,0
27,4
–0,5
–2,2
111,0
171,9
ABSCHREIBUNGEN/WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
15,4
1,6
3,5
0,0
47,8
9,1
66,7
10,7
0,0
0,0
0,0
0,0
Abgänge
0,0
0,0
–2,4
54,4
32,8
56,6
–2,4
74,9
35,1
96,9
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2020
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2020
17,0
1,9
3,5
0,4
16,5
23,9
101
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsjahr 2021
Sonstige
immaterielle
Vermögens-
werte
Kund*innen-
Anhang beziehungen
Marken-
rechte
Mio EUR
Gesamt
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Zugang aus Unternehmenserwerben
Zugänge
33,5
27,4
0,0
111,0
4,5
171,9
7,2
(4.)
2,7
0,1
0,0
14,0
0,0
14,1
Abgänge
–3,9
–6,5
26,0
0,0
–3,9
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
–9,4
18,0
–4,1
125,3
–20,1
169,2
ABSCHREIBUNGEN/WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
17,0
2,5
3,5
0,0
54,4
14,8
1,2
74,9
17,3
1,2
0,0
0,0
Abgänge
–3,9
–1,0
14,7
16,5
11,3
0,0
0,0
–3,9
–2,1
87,4
96,9
81,8
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2021
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2021
0,0
–1,2
69,2
56,6
56,1
3,5
23,9
14,4
In den immateriellen Vermögenswerten sind Markenrechte mit unbegrenzter Nutzungs-
dauer mit einem Buchwert in Höhe von 14,4 Mio EUR (31. Dezember 2020: 23,9 Mio EUR) ent-
halten.
Die Zugänge aus Unternehmenserwerben betreffen die Erstkonsolidierung der D2D –
direct to document GmbH sowie die Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING-DiBa
in der bank99 AG.
Bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten wurden im Geschäftsjahr 2021 Wert-
minderungen in Höhe von 1,2 Mio EUR erfasst. Diese Wertminderungen betreffen eine Soft-
ware, deren strategische Ausrichtung im Geschäftsjahr 2021 einem Review unterzogen und
im Anschluss neu bewertet wurde. Der Ausweis erfolgt unter der Position Abschreibungen in
der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung und betrifft das Segment Brief & Werbepost. Die
Berechnung erfolgte auf Basis der vom Management erwarteten Cashflows für die erwartete
Restnutzungsdauer (bis 2025) unter Anwendung eines WACC (Weighted Average Cost of Capital)
in Höhe von 6,4ꢀ%.
Die Zugänge bei den sonstigen immateriellen Vermögenswerten enthalten Zugänge aus
selbst geschaffener Software in Höhe von 2,8 Mio EUR (2020: 5,9 Mio EUR).
Die dargestellten Währungsumrechnungsdifferenzen betreffen im Wesentlichen die
Wertschwankungen im Zusammenhang mit der türkischen Lira.
102
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
19. Sachanlagen
Geschäftsjahr 2020
Andere
Anlagen,
Geleistete
Technische Betriebs- und Anzahlungen
Grundstücke Anlagen und
Geschäfts-
ausstattung
und Anlagen
in Bau
Mio EUR
Anhang
und Bauten
Maschinen
Gesamt
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Zugang aus Unternehmenserwerben
Zugänge
1.170,1
31,3
190,4
4,7
380,4
4,1
66,0
3,1
1.806,8
43,1
(4.)
42,6
28,2
–0,1
17,5
0,0
48,5
–30,3
13,1
0,0
55,7
0,0
174,9
–33,6
0,0
Abgänge
–3,1
Umbuchungen
38,7
–69,3
0,0
Umgliederung Investment Property
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
(20.)
–0,4
–0,4
–2,7
0,0
0,0
0,0
–2,7
–2,1
–0,3
240,2
–0,5
415,2
–0,1
55,3
–3,1
1.274,5
1.985,2
ABSCHREIBUNGEN/WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Planmäßige Abschreibungen
436,6
62,5
116,6
17,5
0,0
197,2
47,1
0,0
0,0
0,0
750,4
127,2
1,3
Wertminderungen
1,3
0,0
Abgänge
–1,4
–0,1
0,0
–26,1
0,0
0,0
–27,6
–0,4
Umgliederungen Investment Property
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2020
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2020
(20.)
–0,4
0,0
–2,5
0,0
0,0
0,0
–2,5
–0,2
0,0
–0,2
218,0
183,1
197,2
0,0
–0,4
496,0
733,6
778,5
134,0
73,8
106,2
0,0
848,0
1.056,5
1.137,2
66,0
55,3
103
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsjahr 2021
Andere
Anlagen,
Geleistete
Technische Betriebs- und Anzahlungen
Grundstücke Anlagen und
Geschäfts-
ausstattung
und Anlagen
in Bau
Mio EUR
Anhang
und Bauten
Maschinen
Gesamt
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Zugang aus Unternehmenserwerben
Zugänge
1.274,5
1,6
240,2
3,8
415,2
2,2
55,3
0,0
1.985,2
7,7
(4.)
99,4
25,3
–3,5
8,7
58,0
–25,7
7,3
73,5
0,0
256,2
–68,1
0,0
Abgänge
–38,9
42,6
Umbuchungen
–58,5
0,0
Umgliederung Investment Property
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
(20.)
–2,6
0,0
0,0
–2,6
–16,3
1.360,3
–3,7
270,7
–2,9
454,1
–1,1
69,2
–24,1
2.154,4
ABSCHREIBUNGEN/WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
496,0
69,5
0,0
134,0
18,9
3,1
218,0
52,1
0,0
0,0
0,0
848,0
140,5
3,1
0,0
Wertaufholungen
0,0
0,0
–0,1
–23,3
0,4
0,0
–0,1
Abgänge
–10,3
0,0
–3,3
–0,4
0,0
0,0
–36,9
0,0
Umbuchungen
0,0
Umgliederungen Investment Property
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2021
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2021
(20.)
–2,2
–2,9
550,0
778,5
810,3
0,0
0,0
–2,2
–0,4
152,0
106,2
118,8
–1,2
245,9
197,2
208,2
0,0
–4,5
0,0
55,3
69,2
947,9
1.137,2
1.206,5
Die Zugänge aus Unternehmenserwerben betreffen die Erstkonsolidierung der D2D –
direct to document GmbH sowie die Übernahme des Privatkund*innengeschäfts der ING-DiBa
in der bank99 AG.
Im laufenden Geschäftsjahr wurden wie im Vorjahr keine Fremdkapitalkosten aktiviert.
Ebenso gab es zum 31. Dezember 2021 wie im Vorjahr keine Sachanlagen, die als Sicherheit
verpfändet wurden.
Die dargestellten Währungsumrechnungsdifferenzen betreffen im Wesentlichen die
Wertschwankungen im Zusammenhang mit der türkischen Lira.
104
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
LEASING
Nutzungsrechte sind in der Bilanz den gleichen Bilanzposten zugeordnet, denen auch die
den Leasingverhältnissen zugrunde liegenden Vermögenswerte zugeordnet werden würden.
In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung der Nutzungsrechte nach Klassen zugrunde
liegender Vermögenswerte dargestellt.
Nutzungsrechte Geschäftsjahr 2020
Andere
Anlagen,
Technische Betriebs- und
Grundstücke Anlagen und
Geschäfts-
ausstattung
Mio EUR
und Bauten
Maschinen
Gesamt
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2020
Zugänge
311,0
31,4
0,8
5,0
4,8
3,3
316,5
39,7
Zugang aus Unternehmenserwerben
Abgänge
18,3
0,0
0,7
19,0
–1,6
0,0
–0,9
–2,4
0,0
–2,6
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
–40,4
–1,3
–0,6
0,0
–43,5
–1,3
Währungsumrechnungsdifferenzen
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2020
–1,3
0,0
0,0
–1,3
316,1
5,1
5,4
326,6
Nutzungsrechte Geschäftsjahr 2021
Andere
Anlagen,
Technische Betriebs- und
Grundstücke Anlagen und
Geschäfts-
ausstattung
Mio EUR
und Bauten
Maschinen
Gesamt
BUCHWERT AM 1. JÄNNER 2021
Zugänge
316,1
89,0
0,6
5,1
0,3
5,4
2,8
326,6
92,0
2,1
Zugang aus Unternehmenserwerben
Abgänge
1,4
0,0
–27,3
–46,5
0,0
0,0
0,0
–27,3
–50,6
–3,1
0,1
Planmäßige Abschreibungen
Wertminderungen
–0,9
–3,1
0,0
–3,2
0,0
Wertaufholungen
0,0
0,1
Währungsumrechnungsdifferenzen
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER 2021
–8,1
323,8
0,0
–0,3
4,7
–8,4
331,3
2,8
Die Zugänge an Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten während des
Geschäftsjahres 2021 betreffen im Wesentlichen neu angemietete Gebäude in der Österreichi-
schen Post AG.
Bei den technischen Anlagen und Maschinen waren im Geschäftsjahr 2021 Wertmin-
derungen in Höhe von 3,1 Mio EUR (2020: 0,0 Mio EUR) zu erfassen. Diese Wertminderungen
betreffen Nutzungsrechte von Bankomaten, deren Erlöserwartungen aufgrund der aktuellen
Entwicklung im Bargeldverkehr geschmälert wurden. Der Ausweis erfolgt unter der Position
Abschreibungen in der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung und betrifft das Segment Filiale &
Bank. Ihre Berechnung erfolgte auf Basis der vom Management erwarteten Cashflows für die
Restlaufzeit der Nutzungsrechte (bis 2026) unter Anwendung eines WACC (Weighted Average
Cost of Capital) in Höhe von 2,2ꢀ%.
105
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bei den Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten kam es im Geschäftsjahr 2021
zu Abgängen in Höhe von 27,3 Mio EUR. Davon betreffen 12,8 Mio EUR die Neueinschätzung der
Restlaufzeiten von Nutzungsrechten von Grundstücken und Bauten mit unbestimmter Leasing-
dauer aufgrund von an die veränderte Geschäftsentwicklung angepassten Immobilienprojekten.
Ein Abgang von 7,2 Mio EUR betrifft eine angemietete, nicht mehr benötigte Immobilie, die nun-
mehr im Rahmen eines Finanzierungsleasings untervermietet wird und 3,9 Mio EUR betreffen
eine vorzeitige Vertragsbeendigung.
Korrespondierend zu den oberhalb dargestellten Sachverhalten reduzierten sich die
Leasingverbindlichkeiten für die Neueinschätzung der Restlaufzeiten um 12,9 Mio EUR und für
die vorzeitige Vertragsbeendigung um 4,0 Mio EUR. Die Leasingverbindlichkeiten werden in der
Konzernbilanz als Teil der anderen finanziellen Verbindlichkeiten (siehe Punkt 29.2) ausgewiesen.
Zur Angabe der Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten auf Basis der verbleiben-
den Restlaufzeiten siehe Punkt 30.2.1 Darstellung der Risikoarten.
In der Gewinn- und Verlustrechnung sind folgende Beträge in Verbindung mit IFRS 16
erfasst:
Mio EUR
2020
2021
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen über geringwertige Vermögenswerte
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen
0,2
1,1
1,3
0,3
1,6
1,9
SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
Planmäßige Abschreibungen auf Nutzungsrechte
Wertminderungen auf Nutzungsrechte
ABSCHREIBUNGEN
43,3
1,3
50,6
3,1
44,6
53,7
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
4,8
4,9
FINANZAUFWENDUNGEN
4,8
4,9
Im Konzern-Cashflow-Statement sind Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse
in Höhe von insgesamt 57,7 Mio EUR (31. Dezember 2020: 46,9 Mio EUR) enthalten.
106
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
20. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(Investment Property)
Mio EUR
Anhang
2020
2021
ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN
STAND AM 1. JÄNNER
257,6
2,1
259,0
0,0
Zugang aus Unternehmenserwerben
Zugänge
(4.)
1,9
4,5
Abgänge
–1,3
0,4
–2,5
2,6
Umgliederung Sachanlagen
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
Währungsumrechnungsdifferenzen
STAND AM 31. DEZEMBER
(19.)
–1,5
–0,1
259,0
–1,5
–0,8
261,4
ABSCHREIBUNGEN/WERTMINDERUNGEN
STAND AM 1. JÄNNER
184,6
2,0
184,6
1,8
Abschreibungen
Wertaufholungen
0,0
–0,5
–1,7
2,2
Abgänge
–1,2
0,4
Umgliederung Sachanlagen
Umgliederung als zur Veräußerung gehalten
STAND AM 31. DEZEMBER
BUCHWERT AM 1. JÄNNER
BUCHWERT AM 31. DEZEMBER
(19.)
–1,3
184,6
73,0
74,4
–1,4
185,0
74,4
76,3
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Beizulegender Zeitwert
273,9
15,9
5,2
285,2
17,0
4,1
Mieteinnahmen
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien
0,6
0,9
Die Wertaufholungen im Geschäftsjahr 2021 betreffen ein Grundstück in der Slowaki-
schen Republik, welches im Geschäftsjahr 2017 wertgemindert wurde.
Die dargestellten Währungsumrechnungsdifferenzen betreffen im Wesentlichen die
Wertschwankungen im Zusammenhang mit der türkischen Lira.
107
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
21. Assoziierte Unternehmen
21.1 Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen
Zusammensetzung der Buchwerte
Anteil
in %
Anteil
in %
Mio EUR
2020
2021
ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
ADELHEID GmbH, Alzenau
D2D – direct to document GmbH, Wien1
PHS Logistiktechnik GmbH, Graz
NETTOBUCHWERT ZUM 31. DEZEMBER
1
51,5
70,0
48,4
7,1
3,6
51,5
–1
7,5
0,0
0,7
8,2
0,7
48,4
11,4
Beendigung der Bilanzierung nach der Equity-Methode im Geschäftsjahr 2021, siehe dazu Punkt 4.2 Änderung im Konsolidierungskreis
ADELHEID GmbH Die ADELHEID GmbH ist 100-%-Gesellschafterin der AEP GmbH,
Alzenau, Deutschland, die Apotheken in Deutschland mit Pharmaprodukten beliefert. Obwohl
die Anteile an der ADELHEID GmbH, Alzenau, 51,5ꢀ% betragen, liegt keine Beherrschung im
Sinne des IFRS 10 vor. Die notwendigen Stimmrechtsmehrheiten in den zur Beherrschung rele-
vanten Gremien liegen auf Basis der bestehenden Corporate Governance bei 66,6ꢀ%.
D2D – direct to document GmbH Bei der D2D – direct to document GmbH wurde mit
26. Februar 2021 die Bilanzierung nach der Equity-Methode beendet. Die Gesellschaft wird ab
diesem Zeitpunkt im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Siehe
dazu unter 4.2 Änderungen im Konsolidierungskreis.
Sämtliche Anteile an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode gemäß
IAS 28 in den Konzernabschluss der Österreichischen Post AG einbezogen.
Nach Einschätzung der Österreichischen Post liegen keine wesentlichen assoziierten
Unternehmen vor.
Überleitung der Buchwerte
Mio EUR
2020
2021
NETTOBUCHWERT ZUM 1. JÄNNER
Zugang aus Kapitalerhöhungen
Zugang aus Methodenwechsel
Anteiliges Jahresergebnis laufend
Ausschüttungen
11,4
0,3
11,4
0,0
22,2
1,5
0,0
0,6
–0,8
–2,6
3,2
0,0
Währungsumrechnungsdifferenzen
Neubewertung
0,0
0,0
Abgang aus Methodenwechsel
NETTOBUCHWERT ZUM 31. DEZEMBER
–23,9
11,4
–3,8
8,2
108
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
21.2 Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
Die nachstehende Tabelle gliedert in aggregierter Form den Anteil am Gesamtergebnis
und sonstigen Ergebnis von einzeln betrachtet unwesentlichen assoziierten Unternehmen
auf. Die Tabelle zeigt auch die Überleitung zur Summe des Ergebnisses aus nach der Equity-
Methode bilanzierten Finanzanlagen:
Ergebnis aus nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
Mio EUR
2020
2021
UNWESENTLICHE ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Anteil am Periodenergebnis
1,5
1,5
0,0
1,5
0,6
0,6
0,0
0,6
ERGEBNIS AUS NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERTEN FINANZANLAGEN
Anteil am sonstigen Ergebnis
ANTEIL AM GESAMTERGEBNIS
22. Vorräte
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Hilfs- und Betriebsstoffe
Handelswaren
11,6
3,8
12,8
3,6
Anzahlungen Vorräte
0,1
0,0
15,5
16,5
23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Forderungen
31.12.2020
31.12.2021
Restlauf- Restlauf-
Restlauf- Restlauf-
zeit
zeit
zeit
zeit
Mio EUR
<1 Jahr
>1 Jahr
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
314,2
0,0
314,2
303,8
0,0
303,8
Forderungen gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,4
53,4
0,4
10,2
10,6
1,9
63,6
1,4
71,5
0,4
13,9
14,3
1,8
85,4
Andere sonstige Forderungen
369,1
379,7
376,7
391,0
In den Forderungen gegenüber nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen
sind nachrangige Gesellschafterdarlehen inklusive aufgelaufener Zinsen gegenüber der AEP
GmbH, Deutschland, in Höhe von 1,8 Mio EUR (31. Dezember 2020: 1,7 Mio EUR) enthalten.
109
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Finanzierungsleasing Seit März 2021 wird eine bis zu diesem Zeitpunkt genutzte
angemietete Immobilie nicht mehr benötigt. Aufgrund der Unkündbarkeit des Vertrags wird die
Immobilie nunmehr untervermietet. Die Untervermietung erstreckt sich über die gesamte Rest-
mietdauer und ist als Finanzierungs-Leasingverhältnis einzustufen. Mit Beginn der Unterver-
mietung wurde das Nutzungsrecht in Höhe von 6,3 Mio EUR gegen eine Forderung ausgebucht.
Daraus ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn und Verlust-
rechnung. Zum 31. Dezember 2021 werden unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstigen Forderungen vor Berücksichtigung von Wertminderungen Leasingforderungen
in Höhe von insgesamt 6,5 Mio EUR (31. Dezember 2020: 0,7 Mio EUR) ausgewiesen, wovon
5,2 Mio EUR (2020: 0,4 Mio EUR) eine Laufzeit von mehr als einem Jahr haben. Die Wertmin-
derungen in Höhe der erwarteten Kreditverluste betragen zum 31. Dezember 2021 0,2 Mio EUR
(31. Dezember 2020: 0,0 Mio EUR).
Fälligkeitsanalyse
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Bis zu einem Jahr
0,4
0,3
0,0
0,0
0,0
0,7
0,7
1,3
1,4
1,4
1,4
1,0
6,5
6,5
Länger als ein Jahr und bis zu zwei Jahren
Länger als zwei Jahre und bis zu drei Jahren
Länger als drei Jahre und bis zu vier Jahren
Länger als vier Jahre und bis zu fünf Jahren
GESAMTBETRAG DER NICHT DISKONTIERTEN LEASINGFORDERUNGEN
NETTOINVESTITION IN DAS LEASINGVERHÄLTNIS
Zur Darstellung der Wertminderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
und sonstigen Forderungen verweisen wir auf Punkt 30.2 Finanzinstrumente und damit verbun-
dene Risiken und Risikomanagement – Logistik.
110
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
24. Finanzielle Vermögenswerte
24.1 Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Vermö-
genswerte aus Finanzdienstleistungen:
31. Dezember 2020
Restlaufzeit <1 Jahr
Restlauf-
Restlaufzeit >1 Jahr
Restlauf-
täglich >3 Monate
zeit
>1 Jahr
zeit
Mio EUR
fällig
<1 Jahr
<1 Jahr
<5 Jahre
>1 Jahr
Gesamt
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente
und Guthaben bei Zentralbanken
578,9
114,7
453,4
10,8
1,7
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,2
0,0
0,2
578,9
114,7
453,4
10,8
1,7
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,1
0,0
0,1
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,1
0,0
0,1
578,9
114,7
453,4
10,8
1,7
Kassenbestand
Zentralbanken
Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
Girokonten
1,7
1,7
1,7
Finanzanlagen
0,0
0,2
0,3
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
GESAMT
8,7
8,7
8,7
589,2
589,4
589,5
31. Dezember 2021
Restlaufzeit <1 Jahr
Restlaufzeit >1 Jahr
Restlauf-
zeit
>1 Jahr
täglich
fällig <3 Monate
>3 Monate Restlaufzeit
>1 Jahr
<5 Jahre
Mio EUR
<1 Jahr
<1 Jahr
>5 Jahre
Gesamt
Zahlungsmittel, Zahlungsmittel-
äquivalente und Guthaben
bei Zentralbanken
1.218,2
135,4
1.070,0
12,7
6,8
0,0
0,0
0,0
0,0
0,4
0,0
0,4
0,0
0,1
0,0
0,0
0,0
0,0
5,0
0,0
5,0
0,0
0,0
1.218,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1.218,2
135,4
1.070,0
12,7
Kassenbestand
Zentralbanken
135,4
1.070,0
12,7
12,3
0,0
0,0
Sichteinlagen
0,0
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
Konsumkredite
132,5
0,4
1.257,5 1.390,0
1.010,3 1.010,7
1.402,3
1.010,7
385,4
6,2
0,0
0,6
6,1
132,1
0,0
247,2
0,0
379,3
0,0
Girokonten
6,2
6,2
Finanzanlagen
0,0
0,1
0,0
73,4
73,4
73,5
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
21,9
0,0
0,5
0,0
5,0
21,9
0,0
0,0
0,0
21,9
GESAMT
1.246,9
1.252,4
132,5
1.330,9 1.463,4
2.715,8
111
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
24.2 Andere finanzielle Vermögenswerte
31.12.2020
31.12.2021
Restlauf- Restlauf-
Restlauf- Restlauf-
zeit
zeit
zeit
zeit
Mio EUR
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
Wertpapiere
40,7
70,0
0,0
0,0
0,0
5,4
0,0
5,4
40,7
70,0
5,4
20,4
10,0
0,0
0,0
0,0
5,6
0,0
5,6
20,4
10,0
5,6
Geldmarktveranlagungen
Andere Anteile
Derivative finanzielle Vermögenswerte
GESAMT
0,0
0,0
1,0
1,0
110,6
116,1
31,4
37,0
Wertpapiere In den Wertpapieren sind im Wesentlichen Investmentfonds und Anleihen
enthalten. Die vom Österreichischen Post-Konzern gehaltenen Wertpapiere besitzen ein Invest-
ment-Grade-Rating bzw. eine vergleichbare erstklassige Bonität. Investmentfonds werden nur
bei international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften gehalten.
Die Investmentfondsanteile (Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
(FVTPL)) mit einem Buchwert von 20,3 Mio EUR zum 31. Dezember 2020 wurden im Geschäfts-
jahr 2021 vollständig veräußert.
Geldmarktveranlagungen Geldmarktveranlagungen enthalten ausschließlich Termin-
gelder bei österreichischen Bankinstituten.
In den anderen Anteilen sind zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen Anteile von 1,7ꢀ%
an der Wiener Börse AG (vormals CEESEG AG) enthalten, welche die Österreichische Post AG
aufgrund ihrer Notierung an der Wiener Börse hält.
Der Anteil wird als finanzieller Vermögenswert nach IFRS 9 erfasst und ist der Kategorie
erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) zugeordnet. Der beizulegende Zeitwert der
Anteile zum Stichtag beträgt 5,5 Mio EUR.
Derivative finanzielle Vermögenswerte enthalten zur Absicherung zukünftiger,
noch nicht beschlossener Dividendenausschüttungen Devisentermingeschäfte in türkischer
Lira. Diese Derivate wurden aufgrund noch nicht abgeschlossener Grundgeschäfte nicht als
Sicherungsinstrument designiert und sind der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert (FVTPL) zugeordnet.
Angaben zur Ermittlung der Marktwerte erfolgen unter Punkt 30.1 Finanzinstrumente.
25. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Guthaben bei Kreditinstituten
Kassenbestand
104,3
4,0
82,3
3,6
Wertminderungen
0,0
–0,1
85,8
108,2
112
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
26. Eigenkapital
Eigenkapitalbestandteile Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt
337,8 Mio EUR und ist zur Gänze eingezahlt. Das Grundkapital ist in 67.552.638 auf Inhaber lau-
tende Stückaktien mit einem Nominalwert von jeweils 5 EUR unterteilt.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Juni 2020 wurde der Vorstand der Österrei-
chischen Post AG zur Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals ermächtigt und die Satzung
der Österreichischen Post AG wurde entsprechend angepasst. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats
kann das Grundkapital somit während einer Geltungsdauer von fünf Jahren bis 16. Juni 2025
im Ausmaß von bis zu 16.888.160,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück neuen auf
Inhaber lautenden Stammaktien (Stückaktien), in bestimmten Fällen auch unter Ausschluss des
Bezugsrechtes der Aktionär*innen, erhöht werden. Weiters wurde in der Hauptversammlung
die bedingte Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um bis zu 16.888.160,00 EUR zur Aus-
gabe von bis zu 3.377.632 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien zum Zwecke der Gewährung
von Umtausch- und Bezugsrechten an Gläubiger*innen von Finanzinstrumenten beschlossen.
Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung ermächtigt, eigene Aktien im
Ausmaß von bis zu 10ꢀ% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung wurde
in der ordentlichen Hauptversammlung vom 11. April 2019 bis zum 10. Oktober 2021 verlängert.
Die Anzahl der im Umlauf befindlichen dividendenberechtigten Aktien hat sich im
Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Stück
Stand am 1. Jänner 2021
67.552.638
67.552.638
Stand am 31. Dezember 2021
Gewichteter Durchschnitt der Aktien im Geschäftsjahr 2021
67.552.638
Hauptaktionärin der Österreichischen Post AG auf Basis der im Umlauf befindlichen
Aktien ist mit einem Anteil von 52,8ꢀ% die
Österreichische Beteiligungs AG
(ÖBAG), Wien.
Die Kapitalrücklagen resultieren aus Einzahlungen und Einlagen durch die Aktionär*in-
nen. Die in der Entwicklung des Eigenkapitals des Österreichischen Post-Konzerns dargestellten
Kapitalrücklagen entsprechen jenen des Einzelabschlusses der Österreichischen Post AG.
Die anderen Rücklagen beinhalten die IAS 19 Rücklage, die Rücklage aus der Markt-
bewertung von Finanzinstrumenten (FVOCI-Rücklage) sowie die Währungsumrechnungsrück-
lage. Die IAS 19 Rücklage stammt aus Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathe-
matischen Annahmen, deren Effekte im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Die Rücklage aus
der Marktbewertung von Finanzinstrumenten umfasst Zeitwertänderungen von erfolgsneutral
zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewerteten Finanzinstrumenten. Gewinne und Verluste
aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergebnisneutral und nach Steuern in der
Rücklage erfasst. Die Währungsumrechnungsrücklagen enthalten alle Kursdifferenzen, die aus
der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse von Tochter-
unternehmen entstanden sind. Die Veränderung der Währungsumrechnungsrücklage des lau-
fenden Geschäftsjahres resultiert im Wesentlichen aus der Umrechnung des in türkischer Lira
aufgestellten Jahresabschlusses der Aras Kargo.
Die Einzahlungen an Tochterunternehmen mit nicht beherrschenden Anteilen betrafen
im Vorjahr in Höhe von 2 Mio EUR einen asymmetrischen Gesellschafter*innenzuschuss an die
bank99 AG.
Zu den nicht beherrschenden Anteilen verweisen wir auf Punkt 4.3. Nicht beherr-
schende Anteile.
Das Periodenergebnis des Geschäftsjahres 2021 beträgt 158,4 Mio EUR (2020:
115,3 Mio EUR). Das den Aktionär*innen des Mutterunternehmens zurechenbare Perioden-
ergebnis beträgt 152,3 Mio EUR (2020: 118,3 Mio EUR). Die Basis für die Gewinnverteilung ist
113
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
entsprechend dem österreichischen Aktiengesetz der Jahresabschluss der Österreichischen
Post AG zum 31. Dezember 2021. Der darin ausgewiesene ausschüttungsfähige Bilanzgewinn
beträgt 266,7 Mio EUR (2020: 233,3 Mio EUR).
Für das Geschäftsjahr 2021 ist gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands
eine Ausschüttung von insgesamt 128,4 Mio EUR (Basisdividende von 1,90 EUR je Aktie) (2020:
108,1 Mio EUR, Basisdividende von 1,60 EUR je Aktie) vorgesehen.
Die folgenden Tabellen zeigen die Zusammensetzung des sonstigen Ergebnisses für die
Geschäftsjahre 2020 und 2021:
Geschäftsjahr 2020
Andere Rücklagen
Eigenkapital
Währungs-
der Aktio-
Nicht
beherr-
schende
Anteile
umrech- när*innen des
nungs- Mutterunter-
IAS 19
FVOCI-
Rücklage Rücklage
Mio EUR
rücklage
nehmens
Eigenkapital
Währungsumrechnungsdifferenzen –
ausländische Geschäftsbetriebe
0,0
0,0
–3,3
–3,3
–0,6
–3,9
Zeitwertänderungen
FVOCI – Eigenkapitalinstrumente
0,0
–2,9
0,5
–1,0
0,0
0,0
0,0
–1,0
–2,9
0,5
0,0
0,1
–1,0
–2,8
0,4
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen
Steuereffekt
0,0
0,0
0,0
SONSTIGES ERGEBNIS
–2,4
–1,0
–3,3
–6,8
–0,5
–7,2
Geschäftsjahr 2021
Andere Rücklagen
Währungs-
Eigenkapital
der Aktio-
Nicht
beherr-
schende
Anteile
umrech- när*innen des
nungs- Mutterunter-
IAS 19
FVOCI-
Mio EUR
Rücklage Rücklage
rücklage
nehmens
Eigenkapital
Währungsumrechnungsdifferenzen –
ausländische Geschäftsbetriebe
0,0
0,0
–25,6
–25,6
–6,4
–32,0
Zeitwertänderungen
FVOCI – Eigenkapitalinstrumente
0,0
–6,1
1,5
0,1
0,0
0,0
0,1
0,0
0,0
0,1
–6,1
0,0
–0,2
0,0
0,1
–6,3
Neubewertung von leistungsorientierten Verpflichtungen
Steuereffekt
0,0
1,5
1,5
SONSTIGES ERGEBNIS
–4,6
–25,6
–30,1
–6,5
–36,6
Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement des Österreichischen Post-Konzerns zielt
auf eine für die Einhaltung der Wachstums- und Akquisitionsziele sowie für die nachhaltige
Steigerung des Unternehmenswerts angemessene Kapitalstruktur ab.
Im Rahmen seiner Dividendenpolitik beabsichtigt der Österreichische Post-Konzern für
die kommenden Jahre unter der Voraussetzung, dass sich die Geschäftsentwicklung weiterhin
erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände auftreten, zumindest 75ꢀ% des
Nettoergebnisses an die Aktionär*innen auszuschütten. Auf Basis der laufend aktualisierten
Ergebnisplanung werden sowohl die gesellschaftsrechtlichen Mindestkapitalisierungsvoraus-
setzungen, die geplante Ausschüttung leisten zu können, als auch die dafür nötige Liquidität
überwacht und erforderlichenfalls zusätzliche Maßnahmen getroffen.
114
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bei einer Bilanzsumme von 4.792,6 Mio EUR zum 31. Dezember 2021 (31. Dezember 2020:
2.680,2 Mio EUR) beträgt die Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2021 14,0ꢀ% (31. Dezem-
ber 2020: 24,4ꢀ%).
Mindestkapitalanforderungen bank99 AG Die Österreichische Post AG hat sich gegen-
über der bank99 AG mittels einer Patronatserklärung verpflichtet, die Gesellschaft bei Eintreten
bestimmter Voraussetzungen bis Ende 2026 mit Eigenmitteln von bis zu 88,1 Mio EUR auszu-
statten (31. Dezember 2020: bis zu 61,3 Mio EUR).
Die bank99 AG unterliegt den regulatorischen Eigenmittelvorschriften der Bankaufsicht
auf Basis der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Capital Requirements Regulation – CRR) unter
Berücksichtigung mehrerer Novellierungen. Die Kapitalquoten lagen das gesamte Geschäftsjahr
deutlich über den gesetzlich geforderten. Der Anstieg im Kernkapital ist bedingt durch die im
Geschäftsjahr 2022 durchgeführte Kapitalerhöhung. Durch die Übernahme des ING-Portfolios
erhöhte sich der Gesamtrisikobetrag.
Die gemäß CRR errechneten Eigenmittel zeigen folgende Zusammensetzung:
Anrechenbare Eigenmittel bank99 AG nach UGB
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Eingezahltes Kapital
30,0
71,7
100,9
137,7
–56,0
–17,5
–15,0
150,1
0,0
Offene Rücklagen
Einbehaltene Gewinne
Jahresverlust
–25,3
–30,7
–10,9
34,8
0,0
Abzüglich Kürzungsposten
KERNKAPITAL
Anrechenbares Ergänzungskapital
ANRECHENBARE EIGENMITTEL
34,8
150,1
Eigenmittelanforderungen bank99 AG nach UGB
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
Kreditrisiko
15,0
9,6
719,3
19,4
Operationelles Risiko
GESAMTRISIKOBETRAG (BEMESSUNGSGRUNDLAGE)
Kernkapitalquote (hart) bezogen auf das Gesamtrisiko
Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko
24,6
738,7
20,3ꢀ%
20,3ꢀ%
141,3ꢀ%
141,3ꢀ%
115
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
27. Rückstellungen
31.12.2020
31.12.2021
Restlauf- Restlauf-
Restlauf- Restlauf-
zeit
zeit
zeit
zeit
Mio EUR
<1 Jahr
>1 Jahr
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
Gesamt
Rückstellungen für Abfertigungen
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
Andere Rückstellungen für Mitarbeiter*innen
Sonstige Rückstellungen
3,4
5,3
122,7
62,5
126,0
67,8
4,0
7,1
125,7
63,6
129,7
70,7
103,8
159,7
272,1
171,7
3,4
275,5
163,1
632,5
117,2
179,9
308,2
187,6
2,8
304,9
182,6
687,9
360,4
379,8
27.1 Aktienbasierte Vergütungen
Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines
aktienbasierten Vergütungsprogramms genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2021
wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungs-
kräfte realisiert (Long-Term-Incentive-Programme). Bei diesen Programmen handelt es sich
um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen Tranchen
sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und welches ein ein-
maliges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsieht. Der Performance-
zeitraum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche
bis zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.
Zum 31. Dezember 2021 nehmen die Vorstandsmitglieder DI Dr. Georg Pölzl, DI Peter
Umundum und DI Walter Oblin an den Vergütungsprogrammen zehn bis zwölf teil.
Die für das Eigeninvestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei
Programmbeginn ergibt sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des
Bruttofixgehalts, dividiert durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres.
Das Eigeninvestment der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie
gemäß Teilnahmebedingungen. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme
nötigen Eigeninvestments betragen zum 31. Dezember 2021 für die Mitglieder des Vorstands
insgesamt 41.904 Aktien, für die teilnehmenden Führungskräfte 203.930 Aktien. Das Eigen-
investment ist jeweils bis zum Ende des nächstfolgenden Jahres nach Ablauf des Performance-
zeitraums ununterbrochen zu halten.
Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe
und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance-Indikatoren (Earnings
per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance-
Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen
Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performance-
zeitraum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus
obigen Parametern, der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG und ab LTIP
2019ꢀ–ꢀ2021 (Tranche 10) zuzüglich der während der dreijährigen Laufzeit gezahlten Dividen-
den. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Führungs-
kräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 200ꢀ% jener Bonifikation, die bei
100ꢀ% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Darüber hinaus hat der Vergütungsausschuss
Obergrenzen für den maximalen Vorstandsbezug mit den Vorstandsmitgliedern vereinbart.
Führungskräfte haben je nach Tranche eine Obergrenze zwischen 130ꢀ% und 137ꢀ% bei maxi-
maler Zielerreichung.
116
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich zu den
jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:
Anzahl Bonusaktien je Tranche
31.12.2020
31.12.2021
Tranche 8
Tranche 9
Tranche 10
Tranche 11
Tranche 12
12.941
171.929
251.170
300.047
0
0
0
239.466
280.662
269.632
789.760
736.087
Die Auszahlung der Bonusaktien kann entweder in Form von Aktien der Österreichi-
schen Post AG oder in bar erfolgen. Die Entscheidung über die Form der Auszahlung der Bonus-
aktien für das Programm für den Vorstand liegt in der Diskretion des Vergütungsausschusses
des Aufsichtsrats, die für das Programm für die Führungskräfte liegt in der Diskretion des Vor-
stands. Nach der vergangenen betrieblichen Praxis ist jedoch von einer Auszahlung in bar aus-
zugehen, weshalb die Bilanzierung als anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich erfolgt.
Die erworbenen Dienstleistungen und die entstandene Schuld werden, aliquot zum Aus-
maß der bisherigen Leistungserbringung, mit dem beizulegenden Zeitwert der Schuld erfasst.
Bis zur Begleichung der Schuld ist der beizulegende Zeitwert zu jedem Berichtsstichtag und am
Erfüllungstag neu zu bestimmen. Alle Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden ergeb-
niswirksam unter den Personalaufwendungen erfasst. Der beizulegende Zeitwert der Schuld
wurde mittels eines Modells ermittelt, in dem die Performance-Indikatoren und der Umfang der
bisher von den Mitarbeiter*innen erbrachten Leistungen berücksichtigt werden. Im Sinne des
IFRS 13 handelt es sich hierbei um einen einkommensbasierten Ansatz (Barwerttechnik), bei dem
die erwartete Zielerreichung (Basis Unternehmensplanung), die Mitarbeiter*innenfluktuation
und eine Abschätzung des zukünftigen Aktienkurses Verwendung finden. Im Sinne der Fair-Value-
Hierarchie sind die verwendeten Daten als Stufe-3-Inputfaktoren einzustufen.
Der beizulegende Zeitwert der Schuld wird unter den Rückstellungen ausgewiesen und
verteilt sich zu den jeweiligen Stichtagen auf die einzelnen Tranchen wie folgt:
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
BUCHWERT DER RÜCKSTELLUNG
Tranche 8
0,1
6,6
0,0
0,0
Tranche 9
Tranche 10
7,1
9,7
Tranche 11
3,6
6,8
Tranche 12
0,0
3,3
17,4
19,9
Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte die Auszahlung für die Tranche acht in Höhe von
0,2 Mio EUR und der Tranche neun in Höhe von 7,0 Mio EUR zur Gänze in bar. Für aus dem Unter-
nehmen ausgeschiedene Mitarbeitende erfolgte die Auszahlung der Tranche acht in drei Raten,
die letzte davon im Jänner 2021.
117
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Ver-
gütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:
Mio EUR
31.12.2020
31.12.2021
GESAMTAUFWAND
Tranche 8
0,0
0,7
3,7
3,6
0,0
8,0
0,1
0,3
2,6
3,2
3,3
9,5
Tranche 9
Tranche 10
Tranche 11
Tranche 12
27.2 Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder
Geschäftsjahr 2020
Mio EUR
Abfertigungen Jubiläumsgelder
Gesamt
BARWERT DER VERPFLICHTUNG AM 1. JÄNNER 2020
Zugang aus Unternehmenserwerben
Dienstzeitaufwand
113,8
8,9
80,3
0,0
194,1
8,9
5,1
3,6
8,8
Zinsaufwand
1,8
0,7
2,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demographischer Annahmen
0,1
–12,0
–11,9
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
3,1
–0,4
1,0
–1,3
–4,6
0,0
4,1
–1,7
Erfahrungsbedingte Berichtigungen
Tatsächliche Zahlungen
–6,1
–10,6
–0,4
Währungsumrechnungsdifferenzen
–0,4
BARWERT DER VERPFLICHTUNG AM 31. DEZEMBER 2020
126,0
67,8
193,9
118
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsjahr 2021
Mio EUR
Abfertigungen Jubiläumsgelder
Gesamt
BARWERT DER VERPFLICHTUNG AM 1. JÄNNER 2021
Zugang aus Unternehmenserwerben
Dienstzeitaufwand
126,0
0,8
67,8
0,4
193,9
1,3
5,7
2,4
8,1
Zinsaufwand
2,4
0,5
2,9
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung demographischer Annahmen
0,0
2,6
2,6
Versicherungsmathematische Gewinne (–) und Verluste (+)
aus der Veränderung finanzieller Annahmen
6,7
–0,4
1,6
–0,2
–4,6
0,0
8,4
–0,6
Erfahrungsbedingte Berichtigungen
Tatsächliche Zahlungen
–7,7
–12,2
–3,9
Währungsumrechnungsdifferenzen
–3,9
BARWERT DER VERPFLICHTUNG AM 31. DEZEMBER 2021
129,7
70,7
200,4
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste sind aus den unter Punkt 6.15
Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder beschriebenen Parameteranpassungen
von Rechnungszinssatz, Gehaltssteigerung und Fluktuationsraten entstanden. Versicherungs-
mathematische Gewinne und Verluste sowie erfahrungsbedingte Berichtigungen für Abfertigun-
gen werden im sonstigen Ergebnis, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie
erfahrungsbedingte Berichtigungen für Jubiläumsgelder im Personalaufwand ausgewiesen.
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltene Aufwand für Abfertigungen und
Jubiläumsgelder wird bis auf den Zinsaufwand, der im Finanzergebnis dargestellt wird, im Per-
sonalaufwand ausgewiesen.
27.3 Andere Rückstellungen für Mitarbeiter*innen
Geschäftsjahr 2020
Sonstige
personalbezogene
Rückstellungen
Mio EUR
Unterauslastung
Gesamt
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Umgliederung
173,6
–1,9
111,2
0,0
284,8
–1,9
Neubildung
29,2
–16,7
–2,3
55,0
–51,4
–21,4
0,0
84,2
Verwendung
–68,2
–23,8
0,4
Auflösung
Aufzinsung
0,4
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
182,2
93,3
275,5
119
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Geschäftsjahr 2021
Sonstige
personalbezogene
Rückstellungen
Mio EUR
Unterauslastung
Gesamt
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Veränderung Konsolidierungskreis
Umgliederung
182,2
0,0
93,3
4,2
275,5
4,2
–4,0
47,5
–18,5
–5,5
0,4
0,0
–4,0
Neubildung
68,0
–38,3
–23,4
0,0
115,6
–56,8
–28,9
0,4
Verwendung
Auflösung
Aufzinsung
Währungsumrechnung
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
0,0
–1,1
102,7
–1,1
202,2
304,9
Rückstellungen für Unterauslastung Zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
der Rückstellung für Unterauslastung verweisen wir auf Punkt 6.16 Rückstellungen für Unter-
auslastung.
Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Neubildung in Höhe von 47,5 Mio EUR vorgenommen.
Diese ergab sich im Wesentlichen aufgrund von Neueintritten in den Post-Arbeitsmarkt, auf-
grund zukünftiger Personalaufwendungen für Kostenunterdeckungen, aufgrund von Anträgen
von Beamt*innen auf ein Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit
sowie aufgrund von Aufnahmen in das Programm zum möglichen Ressortwechsel.
Die Verwendung betrifft die laufenden Zahlungen an die rückgestellten Mitarbeiter*in-
nen und lag etwas über dem Niveau des Vorjahres. Die Umgliederung in Höhe von –4,0 Mio EUR
betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel. Nach der endgültigen Übernahme von Mitarbei-
ter*innen durch ein Bundesministerium sind die gebildeten Vorsorgen in die Verbindlichkeiten
umzugliedern. Die Auflösung betrifft im Wesentlichen die Rückstellung für die Versetzung in
den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit von Beamt*innen.
Sonstige personalbezogene Rückstellungen Die sonstigen personalbezogenen Rückstel-
lungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien,
Vorsorgen für die Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals) bundesbedienstete Mitarbei-
ter*innen (siehe dazu auch Punkt 7.8) sowie Rückstellungen für Restrukturierungen.
Die Neubildung in Höhe von 68,0 Mio EUR (2020: 55,0 Mio EUR) betrifft überwiegend
die Dotierung für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien (2021: 58,6 Mio EUR; 2020:
49,9 Mio EUR) sowie die Restrukturierungsrückstellung im Zusammenhang mit dem übernom-
menen Geschäftsbetrieb der ING-DiBa.
Die Verwendung in Höhe von 38,3 Mio EUR betrifft Auszahlungen von Erfolgsbeteiligun-
gen und Leistungsprämien (2021: 34,2 Mio EUR; 2020: 46,1 Mio EUR), Auszahlungen aus Program-
men mit freiwilligen Abfertigungsangeboten sowie Rückstellungen für Restrukturierung.
Die Auflösungen in Höhe von 24,3 Mio EUR betreffen überwiegend mit 15,9 Mio EUR
(2020: 9,9 Mio EUR) Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien, die
Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals) bundesbedienstete Mitarbeiter*innen in Höhe
von 3,7 Mio EUR sowie nicht benötigte Vorsorgen für Rückstellungen für Restrukturierungen.
120
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
27.4 Sonstige Rückstellungen
Geschäftsjahr 2020
Mio EUR
STAND AM 1. JÄNNER 2020
Veränderung Konsolidierungskreis
Neubildung
138,5
8,1
21,8
–3,3
–2,0
0,4
Verwendung
Auflösung
Aufzinsung
Währungsumrechnung
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
–0,4
163,1
Geschäftsjahr 2021
Mio EUR
STAND AM 1. JÄNNER 2021
Umgliederung
163,1
4,8
Neubildung
33,3
–4,8
Verwendung
Auflösung
–10,0
–3,7
Währungsumrechnung
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
182,6
Die sonstigen Rückstellungen enthalten, neben Vorsorgen für Prozesskosten, Rechts-,
Prüfungs- und Beratungsaufwand sowie für Schadensfälle, Aufwendungen für etwaige Ersatz-
leistungen in Höhe von 99,6 Mio EUR (2020: 99,6 Mio EUR). Weiterführende Informationen
dazu sind unter Punkt 7.9 Rückforderungen von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der
Beamt*innen sowie Punkt 7.10 Datenschutz enthalten.
121
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
28. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und sonstige Verbindlichkeiten
31.12.2020
31.12.2021
Restlauf- Restlauf-
Restlauf- Restlauf-
zeit
zeit
zeit
zeit
Mio EUR
<1 Jahr
>1 Jahr
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
Gesamt
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
249,2
0,0
249,2
237,2
0,0
237,2
Verbindlichkeiten gegenüber nach
der Equity-Methode bilanzierten
Finanzanlagen
1,0
166,3
416,4
0,0
50,4
50,4
1,0
216,7
466,9
0,0
148,9
386,1
0,0
59,4
59,4
0,0
208,3
445,5
Andere sonstige Verbindlichkeiten
Die anderen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Erwerbs-
verpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen in Höhe von 45,9 Mio EUR (2020:
32,7 Mio EUR), welche im Wesentlichen aus Optionen auf den Erwerb der restlichen 20ꢀ% der
Anteile an der Aras Kargo a.s. resultieren. Der zukünftige Kaufpreis hängt vom Unternehmens-
erfolg ab, wobei die Folgebewertung auf Basis der erwarteten zukünftigen Ergebnisse laut
Unternehmensplanung un der Anwendung des aktuellen EUR/TRY-Wechselkurses erfolgt sowie
unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst wird. Das Ergebnis aus der Folgebewer-
tung der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen
beläuft sich im Geschäftsjahr 2021 auf –13,2 Mio EUR und wird in der Konzern-Gewinn und
-Verlustrechnung erfasst, wobei die Aufwendungen aus der Schätzungsänderung der zukünf-
tigen Ergebnisse in Höhe von 16,8 Mio EUR in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen
erfasst werden.
Außerdem enthält dieser Posten neben Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden
und Sozialversicherungsträger*innen in Höhe von 31,5 Mio EUR (31. Dezember 2020:
49,6 Mio EUR) auch Verbindlichkeiten für nicht konsumierte Urlaube in Höhe von 41,5 Mio EUR
(31. Dezember 2020: 39,0 Mio EUR) sowie erhaltene Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte
Leistungen und passivisch abgegrenzte Zuwendungen in Höhe von 5,9 Mio EUR (31. Dezember
2020: 2,3 Mio EUR).
Die in den anderen sonstigen Verbindlichkeiten enthaltenen Zuwendungen der öffentli-
chen Hand umfassen zum Großteil die COVID–19 Investitionsprämien. Zum 31. Dezember 2021
sind COVID-19 Investitionsprämien in Höhe von 3,0 Mio EUR (31. Dezember 2020: 0,0 Mio EUR)
erfasst, die über die erwartete Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts linear
erfolgswirksam unter den sonstigen betrieblichen Erträgen aufgelöst werden. Weiters bestehen
zum 31. Dezember 2021 Zuschüsse für Sachanlagevermögen in Höhe von 0,9 Mio EUR (31. Dezem-
ber 2020: 1,2 Mio EUR), welche im Wesentlichen Zuschüsse des Bundes für E-Fahrzeuge und bau-
liche Investitionen betreffen und analog zu den COVID-19 Investitionsprämien aufgelöst werden.
122
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
29. Finanzielle Verbindlichkeiten
29.1 Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Ver-
bindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen:
31. Dezember 2020
Restlaufzeit <1 Jahr
Restlauf-
täglich
fällig
zeit
<1 Jahr
Mio EUR
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen
GESAMT
11,8
519,5
1,5
11,8
519,5
1,5
11,8
519,5
1,5
532,9
532,9
532,9
31. Dezember 2021
Restlaufzeit <1 Jahr
täglich
fällig <3 Monate
>3 Monate Restlaufzeit
Mio EUR
<1 Jahr
<1 Jahr
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen
GESAMT
2,3
2.525,4
8,3
0,0
5,2
0,0
5,2
0,0
2,2
0,0
2,2
2,3
2,3
2.532,9
8,3
2.532,9
8,3
2.536,1
2.543,5
2.543,5
Zum 31. Dezember 2021 bestehen unwiderrufliche Kreditzusagen gegenüber Kund*innen
in Höhe von 48,7 Mio EUR (2020: 0,00 Mio EUR) sowie Haftungszusagen gegenüber Kreditkarten-
betreibern in Höhe von 2,1 Mio EUR (2020: 0,00 Mio EUR).
29.2 Andere finanzielle Verbindlichkeiten
31.12.2020
31.12.2021
Restlauf- Restlauf-
Restlauf- Restlauf-
zeit
zeit
zeit
zeit
Mio EUR
<1 Jahr
>1 Jahr
<1 Jahr
>1 Jahr
Gesamt
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
30,1
47,4
77,6
0,0
274,1
274,1
30,1
321,5
351,6
70,7
52,3
0,0
281,4
281,4
70,7
333,7
404,4
Leasingverbindlichkeiten
123,0
123
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
30. Finanzinstrumente
30.1 Finanzinstrumente
30.1.1 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
Die folgenden Tabellen zeigen die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten nach den Bewertungskategorien des IFRS 9 zum 31. Dezember 2020 und
31. Dezember 2021:
31. Dezember 2020
Zu fort-
geführten
Anschaffungs-
kosten
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVTPL)
Summe
zum beizu-
legenden
Zeitwert
bewertet
(at amortised
Mio EUR
cost) mit Recycling ohne Recycling verpflichtend
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
589,3
0,2
0,0
0,0
0,2
589,5
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquiva-
lente und Guthaben bei Zentralbanken¹
578,9
1,7
0,0
0,0
0,0
0,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,2
578,9
1,7
Forderungen an Kund*innen
Girokonten
1,7
1,7
Finanzanlagen
0,1
0,3
Sonstige Forderungen aus
Verrechnungen
8,7
70,0
0,0
0,0
0,4
0,4
0,0
0,0
0,0
5,4
0,0
0,0
5,4
0,0
40,3
40,3
0,0
0,0
46,1
40,7
0,0
8,7
116,1
40,7
70,0
5,4
Andere finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
Geldmarktveranlagungen
Andere Anteile
70,0
0,0
0,0
5,4
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen
340,0
314,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
340,0
314,2
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Forderungen gegenüber nach der Equity-
Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,9
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1,9
Andere sonstige Forderungen
23,9
23,9
²
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
108,2
0,0
0,6
0,0
0,0
0,0
108,2
1.107,5
5,4
40,3
46,3
1.153,8
1
Anpassung siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethode und Anpassung der Vorjahreszahlen
Exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen
2
124
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31. Dezember 2020
Zu fort-
geführten
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVTPL)
Anschaffungs-
kosten
Summe
zum beizu-
legenden
Zeitwert
bewertet
(at amortised
Mio EUR
cost) mit Recycling ohne Recycling verpflichtend
Gesamt
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
532,9
0,0
0,0
0,0
0,0
532,9
Verbindlichkeiten gegenüber Kredit-
instituten
11,8
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
11,8
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
519,5
519,5
Sonstige Verbindlichkeiten
aus Verrechnungen
1,5
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1,5
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
351,6
351,6
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
30,1
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
30,1
Leasingverbindlichkeiten
321,5
321,5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
372,9
249,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
372,9
249,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber nach der
Equity-Methode bilanzierten Finanz-
anlagen
1,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1,0
Verbindlichkeiten aus Erwerbsver-
pflichtungen von nicht beherrschenden
Anteilen³
32,7
90,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
32,7
90,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten4
SUMME
1.257,3
1.257,3
3
bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt. Die Verbindlichkei-
ten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.
exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen sowie nicht konsumierter Urlaube
4
125
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31. Dezember 2021
Zu fort-
geführten
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVOCI)
Erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeitwert
(FVTPL)
Anschaffungs-
kosten
Summe
zum beizu-
legenden
Zeitwert
bewertet
(at amortised
Mio EUR
cost) mit Recycling ohne Recycling verpflichtend
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen
2.715,7
0,1
0,0
0,0
0,1
2.715,8
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquiva-
lente und Guthaben bei Zentralbanken
1.218,2
1.402,3
1.010,7
385,4
6,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,1
0,0
0,4
0,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
5,6
0,0
0,0
5,6
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1.218,2
1.402,3
1.010,7
385,4
6,2
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredit
0,0
0,0
Konsumkredite
0,0
0,0
Girokonten
0,0
0,0
Finanzanlagen
73,4
0,0
0,1
73,5
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
Andere finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
21,9
0,0
0,0
21,9
10,0
20,9
19,9
0,0
27,0
20,4
0,0
37,0
0,0
20,4
Geldmarktveranlagungen
Andere Anteile
10,0
10,0
0,0
0,0
5,6
5,6
Derivative finanzielle Vermögenswerte
0,0
1,0
1,0
1,0
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Forderungen
340,6
303,8
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
340,6
303,8
Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
Forderungen gegenüber nach der Equity-
Methode bilanzierten Finanzanlagen
1,8
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1,8
Andere sonstige Forderungen1
34,9
34,9
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
85,8
0,0
0,5
0,0
0,0
0,0
85,8
SUMME
3.152,1
5,6
20,9
27,1
3.179,2
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen
2.543,5
2,3
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
2.543,5
2,3
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber
Kund*innen
2.532,9
2.532,9
Sonstige Verbindlichkeiten aus
Verrechnungen
8,3
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
8,3
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
404,4
404,4
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
70,7
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
70,7
Leasingverbindlichkeiten
333,7
333,7
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
362,7
237,2
0,0
0,0
0,0
0,0
32,7
0,0
32,7
0,0
362,7
237,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen
Verbindlichkeiten aus Erwerbsver-
pflichtungen von nicht beherrschenden
Anteilen
45,9
79,6
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
45,9
79,6
Andere sonstige Verbindlichkeiten2
SUMME
3.310,6
3.310,6
1
exklusive geleisteter Vorauszahlungen und Forderungen gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen
exklusive erhaltener Vorauszahlungen und Verbindlichkeiten gegenüber Steuerbehörden und Sozialversicherungsträger*innen sowie nicht konsumierter Urlaube
2
126
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
30.1.2 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN, DIE ZUM
BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTET WERDEN
Die folgenden Tabellen zeigen die zum 31. Dezember 2020 und 31. Dezember 2021 zum
beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte nach den Stufen der Fair-Value-
Hierarchie des IFRS 13:
31. Dezember 2020
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 3¹
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Finanzanlagen
0,2
0,2
0,0
0,0
5,4
0,0
5,4
5,4
0,2
0,2
Andere finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
40,7
40,7
0,0
46,1
40,7
5,4
Andere Anteile
SUMME
40,9
46,3
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt. Die Verbindlich-
keiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.
¹
31. Dezember 2021
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Finanzanlagen
0,1
0,1
0,0
0,0
6,5
0,0
5,5
1,0
6,5
0,0
0,0
0,1
0,0
0,1
0,0
0,1
0,1
0,1
Andere finanzielle Vermögenswerte
Wertpapiere
20,4
20,4
0,0
27,0
20,4
5,6
Andere Anteile
Derivative finanzielle Vermögenswerte
SUMME
0,0
1,0
20,5
27,1
30.1.3 ANGABEN ZUR ERMITTLUNG DER BEIZULEGENDEN ZEITWERTE
Der beizulegende Zeitwert der Stufe 2 betrifft beim Posten Andere Anteile die Anteile
an der Wiener Börse. Die Bewertung dieser Anteile erfolgt unter Zugrundelegung des Exit-
Preises auf Basis des bestehenden Syndikatsvertrags sowie regelmäßiger indexbasierter Wert-
anpassungen.
Die Bewertung des Devisentermingeschäfts erfolgte auf Basis von am Markt beobacht-
baren Devisenterminkursen, auf Basis derer der Marktpreis abgeleitet ist.
Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair-Value-
Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Im laufenden
Geschäftsjahr wurden die Anteile an der Wiener Börse aufgrund einer Neubeurteilung von Stufe 3
zu Stufe 2 transferiert.
127
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Stufe-3-Bewertungen zum beizulegenden
Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten für die Perioden vom 1. Jänner
bis 31. Dezember 2020 sowie vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2021.
Finanzielle Vermögenswerte
Mio EUR
2020
2021
ANFANGSBESTAND 1. JÄNNER
Gesamte Gewinne und Verluste erfolgsneutral
Im Posten Zeitwertänderung FVOCI – Eigenkapitalinstrumente erfasst
Abgang aus Methodenwechsel
28,7
–1,0
–1,0
–22,2
0,0
5,4
0,0
0,0
0,0
Umwidmung von Stufe 3
–5,3
0,0
Andere Abgänge
–0,1
5,4
ENDBESTAND 31. DEZEMBER
0,1
Der Abgang aus Methodenwechsel betraf im Geschäftsjahr 2020 die Aras Kargo a.s.
Bedingte Restkaufpreisverbindlichkeiten wurden zur Klarstellung in Verbindlichkeiten
aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen umbenannt. Die Verbindlich-
keiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen werden nunmehr der
Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet (at amortised cost) zugeordnet.
30.1.4 FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN, DIE NICHT ZUM
BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTET WERDEN
Der beizulegende Zeitwert folgender finanzieller Vermögenswerte stellt sich unter
Berücksichtigung der Stufen der Fair-Value-Hierarchie des IFRS 13 für das Geschäftsjahr 2021
wie folgt dar:
Beizulegender
Mio EUR
Buchwert
Zeitwert
Stufe 1
Stufe 3
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredit
1.010,7
385,4
73,4
1.003,3
389,8
72,2
0,0
0,0
1.003,3
389,8
0,0
Konsumkredite
Finanzanlagen
72,2
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen
von nicht beherrschenden Anteilen
45,9
37,2
0,0
37,2
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der in dieser Tabelle aufgeführten finanziel-
len Vermögenswerte erfolgt mittels des Barwertverfahrens unter Berücksichtigung der Bonitäts-
risken sowie aktuell beobachtbarer Marktdaten von Zinssätzen.
Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflich-
tungen von nicht beherrschenden Anteilen erfolgt auf Basis von aktuellen Ergebnisplanungen,
des aktuellen Währungskurses und einem aktualisierten WACC als Diskontierungszinssatz.
Bei allen anderen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum
beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird aufgrund der überwiegenden Kurzfristigkeit die-
ser Posten unterstellt, dass die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten entsprechen.
128
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
30.1.5 SALDIERTE FINANZINSTRUMENTE
Aufrechnungen im Sinne des IAS 32 finden im Österreichischen Post-Konzern im
Wesentlichen nur mit internationalen Postbetreiber*innen statt, wobei die aufrechenbaren und
entsprechend saldiert ausgewiesenen Beträge unwesentlich sind.
30.1.6 ANGABEN ZUR GESAMTERGEBNISRECHNUNG
Die folgende Tabelle zeigt die in der Gesamtergebnisrechnung enthaltenen Netto-
gewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten exklusive Zinsen und Dividenden für die
Geschäftsjahre 2020 und 2021:
2020
2021
Gewinn-
Gewinn-
und
und
Verlust- Sonstiges
rechnung
Verlust- Sonstiges
rechnung
Mio EUR
Ergebnis
Ergebnis
Gesamt
Gesamt
ERFOLGSWIRKSAM ZUM BEIZULEGENDEN
ZEITWERT (FVTPL) VERPFLICHTEND
Ergebnis aus der Folgebewertung
8,8
0,0
0,0
8,8
1,6
1,6
0,0
0,0
1,6
1,6
8,8
8,8
ERFOLGSNEUTRAL ZUM
BEIZULEGENDEN ZEITWERT (FVOCI)
EIGENKAPITALINSTRUMENTE
Ergebnis aus der Folgebewertung
0,0
0,0
–1,0
–1,0
–1,0
–1,0
0,0
0,0
0,1
0,1
0,1
0,1
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
ZU FORTGEFÜHRTEN
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Ergebnis aus dem Abgang
0,0
–3,8
–3,8
0,0
0,0
0,0
0,0
–3,8
–3,8
–0,1
3,7
0,0
0,0
0,0
–0,1
3,7
Ergebnis aus der Folgebewertung
3,6
3,6
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
ZU FORTGEFÜHRTEN
ANSCHAFFUNGSKOSTEN
Ergebnis aus der Folgebewertung
0,0
0,0
5,0
0,0
0,0
0,0
0,0
4,0
–13,2
–13,2
–8,1
0,0
0,0
0,1
–13,2
–13,2
–7,9
–1,0
129
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die nach der Effektivzinsmethode berechneten Zinserträge und -aufwendungen für
finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, mit Ausnahme der erfolgswirksam zum bei-
zulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente, stellen sich wie folgt dar:
Mio EUR
2020
2021
ZINSERTRÄGE
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Andere finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,4
1,1
1,5
1,8
0,2
3,2
5,2
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
ZINSAUFWENDUNGEN
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
–1,2
–5,1
0,0
–3,3
–5,2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
–7,7
–6,3
–16,2
30.2 Mit den Finanzinstrumenten verbundene Risiken und
Risikomanagement – Logistik
Aufgrund der Unterschiedlichkeit in den Geschäftsmodellen erfolgt die Berichterstattung
über das finanzielle Risikomanagement getrennt nach den Teilen Logistik und Finanzdienstleis-
tungen. Der Bereich Logistik umfasst die gesamte Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post
ohne den Bereich Finanzdienstleistungen.
30.2.1 DARSTELLUNG DER RISIKOARTEN
Aus den im Österreichischen Post-Konzern eingesetzten Finanzinstrumenten ergeben
sich folgende Risiken:
Ausfallrisiken
Liquiditätsrisiken
Marktrisiken
AUSFALLRISIKEN
Ein Ausfallrisiko besteht für den Österreichischen Post-Konzern darin, dass Vertrags-
partner*innen ihren Verpflichtungen aus operativer Geschäftstätigkeit und aus Finanztransak-
tionen nicht nachkommen. Die in der Aufstellung der finanziellen Vermögenswerte dargestellten
Beträge stellen gleichzeitig das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko dar. Soweit bei den finan-
ziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertbe-
richtigungen erfasst. Siehe dazu Punkt 6.18 Finanzinstrumente.
Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als gering eingeschätzt werden, da die Mehr-
zahl der Kund*innen einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in risikobehafteten Fäl-
len Bankgarantien hinterlegt oder Vorauszahlungen geleistet werden. Ferner besteht ein Großteil
der offenen Forderungen gegenüber Vertragspartner*innen bester Bonität.
130
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Zur Begrenzung des Ausfallrisikos bei Wertpapieren werden nur Papiere von Emitten-
ten mit einem Investment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft bzw. gehalten.
Anteile an Investmentfonds werden nur bei international anerkannten Kapitalanlagegesell-
schaften gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität und der Abwicklungssicher-
heit der abgeschlossenen Finanzprodukte. Für Geldmarkttransaktionen bestehen festgelegte
Handelslimits.
In den folgenden Darstellungen bezieht sich die Bezeichnung Stufe 1 auf finanzielle
Vermögenswerte, deren Ausfallrisiko mit dem erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlust erfasst
wurde. Stufe 2 und Stufe 3 bezieht sich auf finanzielle Vermögenswerte, bei denen der über
die gesamte Laufzeit erwartete Kreditverlust als Ausfallrisiko angesetzt wird. Bei Stufe 2
besteht ein signifikant erhöhtes Kreditrisiko im Vergleich zur Ersterfassung, der Vermögens-
wert ist jedoch noch nicht leistungsgestört. Stufe 3 bezieht sich auf bereits wertgeminderte
finanzielle Vermögenswerte.
Auf dieser Grundlage stellen sich die Bruttobuchwerte der wesentlichen Ausfallrisiko-
klassen innerhalb des Österreichischen Post-Konzerns per 31. Dezember 2020 sowie 31. Dezem-
ber 2021 wie folgt dar:
Bruttobuchwerte zum 31. Dezember 2020
Allgemeiner Ansatz
Vereinfachter Ansatz
Bruttobuchwert
Mio EUR
gesamt
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Stufe 2
Stufe 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen
318,9
24,9
–
–
–
313,2
5,8
22,9
0,2
1,9
–
–
Bruttobuchwerte zum 31. Dezember 2021
Allgemeiner Ansatz
Vereinfachter Ansatz
Bruttobuchwert
gesamt
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Stufe 2
Stufe 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige Forderungen
307,6
36,1
–
–
–
303,9
6,5
3,8
27,7
0,3
1,6
–
Das Ausfallrisiko bei sämtlichen im Bestand befindlichen Wertpapieren der Kategorie
FVOCI, Guthaben bei Kreditinstituten sowie Geldmarktveranlagungen wird als niedrig einge-
stuft und aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeit nicht angegeben.
131
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zum 31. Dezember 2020 sowie zum
31. Dezember 2021 ergibt sich folgende Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen:
31. Dezember 2020
Überfällig
Mio EUR
Nicht überfällig
1–30 Tage
31–90 Tage
>90 Tage
Gesamt
Bruttobuchwert
275,0
0,2ꢀ%
0,5
33,8
0,6ꢀ%
0,2
4,4
11,1ꢀ%
0,5
5,8
60,5ꢀ%
3,5
318,9
1,5ꢀ%
4,7
Erwartete Verlustrate in %
WERTBERICHTIGUNG
31. Dezember 2021
Überfällig
Mio EUR
Nicht überfällig
1–30 Tage
31–90 Tage
>90 Tage
Gesamt
Bruttobuchwert
247,0
0,1ꢀ%
0,3
53,2
0,5ꢀ%
0,3
3,6
5,8ꢀ%
0,2
3,8
79,9ꢀ%
3,0
307,6
1,2ꢀ%
3,8
Erwartete Verlustrate in %
WERTBERICHTIGUNG
Sonstige Forderungen Zum 31. Dezember 2021 ergeben sich Wertberichtigungen für
sonstige Forderungen in Höhe von 1,1 Mio EUR (31. Dezember 2020: 1,0 Mio EUR). Die erwar-
teten Kreditverluste für Leasingforderungen sind aufgrund der betraglichen Unwesentlichkeit
nicht in folgenden Tabellen gesondert angegeben. Des Weiteren erfolgte im Berichtsjahr sowie
im Vorjahr keine Ausbuchung von sonstigen Forderungen, welche noch Vollstreckungsmaßnah-
men unterliegen.
132
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Für die wesentlichen Ausfallrisikoklassen ergibt sich daraus folgende Entwicklung der
Wertberichtigungen:
Sonstige Forderungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 3
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
Gesamt
STAND ZUM
1. JÄNNER 2020
0,1
0,0
0,0
0,1
0,7
0,0
0,0
0,1
0,9
0,0
0,0
0,2
0,6
0,0
0,0
0,2
2,4
0,9
3,0
1,0
Zugang aus Unternehmenserwerben
Ausbuchungen
–0,1
0,5
–0,1
0,8
Neubewertung
STAND ZUM
31. DEZEMBER 2020
0,3
0,8
1,0
Sonstige Forderungen
Gesamt
0,8
3,8
4,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
STAND ZUM
1. JÄNNER 2021
0,3
0,0
0,0
0,0
0,0
0,2
0,8
–0,1
0,1
1,0
–0,1
0,2
0,8
0,0
3,8
–1,1
0,3
4,7
–1,1
0,3
Ausbuchungen
Nettoneubewertung
–0,1
STAND ZUM
31. DEZEMBER 2021
0,2
0,2
0,7
1,1
0,8
3,0
3,8
Wertpapiere der Kategorie FVOCI Bei sämtlichen im Bestand befindlichen Wertpapie-
ren der Kategorie FVOCI besteht ein niedriges Ausfallrisiko, weshalb eine Wertberichtigung
in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts gebildet wurde. Solange bei Wertpapie-
ren ein Investment-Grade-Rating vorliegt wird von einem niedrigen Ausfallrisiko ausgegangen-
Die auf dieser Basis erfassten Wertberichtigungen zum 31. Dezember 2021 waren betraglich
unwesentlich.
Geldmarktveranlagungen Geldmarktveranlagungen enthalten ausschließlich Termin-
gelder bei österreichischen Bankinstituten. Geldmarktveranlagungen unterliegen dem allge-
meinen Ansatz des IFRS 9. Aufgrund des niedrigen Ausfallrisikos wurde eine Wertberichtigung
in Höhe des erwarteten Zwölf-Monats-Kreditverlusts gebildet. Die zum 31. Dezember 2021
erfasste Wertberichtigung war betraglich unwesentlich.
Guthaben bei Kreditinstituten Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste erfolgt
nach dem allgemeinen Ansatz des IFRS 9 in Höhe des erwarteten Kreditverlusts abgestimmt
auf die tatsächliche Restlaufzeit der Forderungen. Die zum 31. Dezember 2021 gebildeten Wert-
berichtigungen waren betraglich unwesentlich.
LIQUIDITÄTSRISIKEN
Die Aufgabe der Liquiditätssicherung ist es, die Zahlungsfähigkeit des Österreichischen
Post-Konzerns jederzeit zu gewährleisten. Basis des Liquiditätsmanagements ist ein Liquiditäts-
plan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive
Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.
133
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgenden Tabellen zeigen die Fälligkeitsanalyse der finanziellen Verbindlichkeiten
auf Basis der verbleibenden Restlaufzeiten:
Bruttobuchwerte zum 31. Dezember 2020
Restlaufzeiten
Brutto-
Cashflow
Mio EUR
Buchwert
<1 Jahr
1–5 Jahre
>5 Jahre
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
davon Leasingverbindlichkeiten
351,6
321,5
249,2
370,2
340,1
249,5
82,2
52,0
174,2
174,2
0,0
113,9
113,9
0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
249,5
Verbindlichkeiten gegenüber nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen
1,0
122,7
724,5
1,0
162,1
782,8
1,0
78,4
0,0
83,7
0,0
0,0
Andere sonstige Verbindlichkeiten
411,0
257,9
113,9
Bruttobuchwerte zum 31. Dezember 2021
Restlaufzeiten
Brutto-
Cashflow
Mio EUR
Buchwert
<1 Jahr
1–5 Jahre
>5 Jahre
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Andere finanzielle Verbindlichkeiten
davon Leasingverbindlichkeiten
404,4
333,7
237,2
125,5
767,1
419,7
349,0
237,4
163,5
820,6
124,8
54,1
180,0
180,0
0,0
115,0
115,0
0,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Andere sonstige Verbindlichkeiten
237,4
70,2
93,3
0,0
432,3
273,3
115,0
MARKTRISIKEN
Marktrisiken umfassen die bestehenden Risiken aus der Änderung von Marktpreisen.
Im Österreichischen Post-Konzern bestehen im Wesentlichen Risiken aus der Veränderung von
Zinsen und Währungskursen, die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
haben können:
Zinsänderungsrisiko Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der
Wertänderung von Finanzinstrumenten oder zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von
Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwert-
risiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten
Bilanzposten. Ein Zinsänderungsrisiko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten
mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Solche längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich
nicht von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finanzinvestitionen in Wertpapiere sowie
bei Finanzverbindlichkeiten eine Rolle.
134
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbereich orientiert sich am Portfolio-
Ansatz. Gesteuert werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern das gesamte Finanz-
portfolio berücksichtigt die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck werden selektiv auch
derivative Instrumente wie Zins-Swaps und Zins-Caps eingesetzt. Das Finanzportfolio wird täg-
lich der vorgegebenen Benchmark gegenübergestellt.
Eine Änderung des Marktzinssatzes um +/–1 Prozentpunkt hätte auf Basis der Port-
folio-Zusammensetzung bei Gleichbleiben aller übrigen Parameter folgende Auswirkung auf
die Höhe der in folgender Tabelle angeführten Posten:
Geschäftsjahr 2020
Geschäftsjahr 2021
Marktzinssatz
−1ꢀ%-Punkt
Marktzinssatz
−1ꢀ%-Punkt
Mio EUR
+1ꢀ%-Punkt
Mio EUR
+1ꢀ%-Punkt
Finanzergebnis
1,2
–0,2
Finanzergebnis
1,0
–0,2
Währungsänderungsrisiko Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Verlust aus
Marktveränderungen durch schwankende Wechselkurse angesehen.
Auf der Aktivseite ergeben sich nur eingeschränkt Risiken aus Währungsänderungen,
nachdem Lieferungen weitestgehend auf Euro-Währungsbasis abgewickelt werden und auch die
Veranlagung in Wertpapiere und Termingelder überwiegend in Euro erfolgt. Zum Teil ergeben
sich Währungsrisiken aus Leistungsbeziehungen mit internationalen Postbetreiber*innen, die
auf Basis einer künstlichen Währung („Sonderziehungsrechte“ bzw. „SZR“) abgerechnet werden.
Der Kurs der Sonderziehungsrechte wird durch den IMF als gewichteter Durchschnitt der fünf
wichtigsten Weltwährungen ermittelt. Die Schwankung des SZR-Kurses gegenüber dem EURO
über die letzten drei Jahre lag innerhalb einer Bandbreite von +/–5ꢀ%. Eine Änderung des SZR/
EUR-Kurses um +/–1ꢀ% gegenüber dem Stichtagskurs zum 31. Dezember 2021 würde zu einem
Bewertungsergebnis von +/–4,2 Mio EUR führen.
Aus dem zukünftigen Erhalt der geplanten Dividende in der Währung türkische Lira
der Aras Kargo a.s. besteht das Risiko, dass die Währung türkische Lira gegen den Euro an
Wert verliert. Zur Absicherung gegen den potenziellen Wertverlust der Dividendenzahlung in
türkischer Lira werden je nach Markterwartungen Devisentermingeschäfte abgeschlossen.
Zum 31. Dezember 2021 besteht ein Devisentermingeschäft mit einem Nominalvolumen in
Höhe von 100,0 Mio TRY und einer vertraglichen Restlaufzeit kleiner drei Monaten. Der positive
Marktwert zum 31. Dezember 2021 beläuft sich auf 1,0 Mio EUR (siehe dazu Punkt 24.2 Andere
finanzielle Vermögenswerte). Eine Änderung des EUR/TRY-Kurses um +/–ꢀ10ꢀ% gegenüber dem
Stichtagskurs zum 31. Dezember 2021 würde zu einer Veränderung des Bewertungsergebnisses
von circa +/–ꢀ0,7 Mio EUR führen.
30.2.2 RISIKOMANAGEMENT
Ziel des Finanz- und Risikomanagements des Österreichischen Post-Konzerns ist die
Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grundsätzlich wird
beim Management der Finanzpositionen ein strategischer Portfolio-Ansatz verfolgt, der eine
konservative Risikopolitik berücksichtigt.
Im Österreichischen Post-Konzern erfolgt eine laufende Überwachung eventuell auftre-
tender Risikokonzentrationen. Diese können bei Finanzinstrumenten mit ähnlichen Merkmalen
und ähnlichen Bedingungen auftreten, z.ꢀB. in Bezug auf Fristigkeiten und Kontrahenten-Struktur
oder hinsichtlich der Umsetzung der Veranlagungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter
anderem durch die Veranlagung von Termingeldern bei verschiedenen Banken, Diversifikation
der Emittenten im Wertpapierportfolio oder Streuung der Fälligkeitsprofile vermieden.
135
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird laufend in einem standardisierten
Berichtswesen dargelegt. Weiters bestehen im Österreichischen Post-Konzern klare, schriftlich
festgelegte Strategien und operative Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.
Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vorstand beschlossenen Regelwerk, das
Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus formuliert dieses Regel-
werk standardisierte Abläufe, um Revisionssicherheit zu gewährleisten.
Zudem werden durch die Organisation der Tätigkeitsabläufe (wie z.ꢀB. Trennung von
Handel und Buchführung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektronischen Daten) orga-
nisatorische Risiken im Finanzbereich so weit wie möglich ausgeschaltet.
30.3 Mit den Finanzinstrumenten verbundene Risiken und Risiko-
management – Finanzdienstleistungen
Die Erbringung der Finanzdienstleistungen erfolgt im Wesentlichen durch die bank99 AG
und umfasst primär Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs, die Entgegennahme von Kund*in-
nengeldern, Kontodienstleistungen und den Vertrieb von eigenen und fremden Kredit-, Versi-
cherungs- und Anlageprodukten. Mit Dezember 2021 wurde das Privatkund*innengeschäft der
ING Österreich übernommen. Dadurch erweiterte sich die Geschäftstätigkeit um die Vergabe
von Konsum- und Hypothekarkrediten sowie Wertpapierveranlagungen. Bei den Krediten werden
sowohl Fixzinskredite als auch variabel verzinste Kredite vergeben. Es werden keine Fremd-
währungskredite angeboten. Die Wertpapierveranlagung erfolgt ausschließlich in Eigenverant-
wortung der*die Kund*in, Bankmitarbeiter*innen führen dabei keinerlei Beratung durch.
Aufgrund der bankbetrieblichen Geschäftstätigkeit unterliegt die bank99 AG zusätzlichen
Anforderungen an das Risikomanagement.
30.3.1 RISIKOMANAGEMENT
Das bewusste und selektive Eingehen von Risiken und deren professionelle Steuerung
stellt die Kernkompetenz jeder Bank dar. Eine angemessene Risikopolitik und -strategie ist eine
essenzielle Grundlage für die Bewahrung der finanziellen Stabilität der bank99 AG und stellt die
Rahmenbedingungen für den operativen Erfolg dar.
Folgende Risiken werden in der bank99 AG als wesentlich erachtet:
Kreditrisiko
Liquiditätsrisiko
Marktrisiko
Operationelles Risiko
Makroökonomisches Risiko
(inklusive Environmental, Social and Governance (ESG)-Risiken)
Die Beurteilung der Wesentlichkeit erfolgt anhand quantitativer und qualitativer
Beurteilungskriterien. Als wesentlich wird ein Risiko dann beurteilt, wenn sowohl dessen Ein-
trittswahrscheinlichkeit als auch das Verlustpotenzial aus diesem Risiko als hinreichend groß
betrachtet werden. Die Einschätzung der Wesentlichkeit erfolgt bei quantifizierbaren Risiken
anhand von Kennzahlen (in Kombination mit vordefinierten Schwellenwerten) und bei nicht
(einfach) quantifizierbaren Risiken anhand von Expert*innenschätzungen basierend auf quali-
tativen Einschätzungen.
RISIKOPOLITIK UND -STRATEGIE
Die Risikostrategie der bank99 AG definiert die elementaren risikopolitischen Grund-
sätze, deren Ziele die Schaffung eines konsistenten Risikoprofils und die Erhaltung einer
adäquaten Kapitalausstattung sind. Sie wurde auf Basis der vom Vorstand formulierten und
136
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
verabschiedeten Geschäftsstrategie erstellt und bedingt alle risikoseitigen Elemente und Aus-
führungen zur Operationalisierung derselben.
Die risikopolitischen Grundsätze der Risikostrategie bilden die Basis für ein einheitliches
Verständnis der Risiken innerhalb der bank99 AG, welches sich wiederum in dem ausgeprägten
Risikobewusstsein aller Mitarbeiter*innen widerspiegelt. Diese werden durch klar definierte
Risikomanagementprozesse sowie die entsprechenden Organisationsstrukturen dabei unter-
stützt. Die wesentlichen allgemeinen risikopolitischen Grundsätze der bank99 AG lassen sich
in folgende Kernaussagen zusammenfassen:
Bewusste Risikoübernahme
Einbindung des Vorstands in das Tagesgeschäft
Gewährleistung der Risikotransparenz
Vermeidung von Interessenkonflikten
Risikomanagement als Frühwarnsystem
Operative Einbindung des Risikomanagements
Gewährleistung der Risikotragfähigkeit
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
Angemessene Risikokultur
Eigenverantwortung der Mitarbeiter*innen
Die Erzielung von wirtschaftlichen Erfolgen impliziert zwingenderweise auch das Ein-
gehen von Risiken. Risiken müssen für die Bank beherrschbar bleiben, daher bedient die Bank
nur Geschäftsfelder, in denen sie über adäquate Systeme und Kenntnisse zur Beurteilung der
spezifischen Risiken verfügt. Produkte, System oder Prozesse, deren Risiken nicht erfasst, ana-
lysiert, bewertet, begrenzt, überwacht oder gesteuert werden können, dürfen nicht angeschafft
oder ausgeführt werden. Der Aufnahme neuer Geschäftsfelder oder Produkte geht eine einge-
hende, adäquate Analyse der geschäftsspezifischen Risiken voraus.
Die Risikostrategie umfasst zudem die Ziele der Risikosteuerung für alle wesentlichen
Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Sie trifft allgemeine
Aussagen über die Prozesse zur Identifizierung, Beurteilung, Limitierung, Steuerung, Über-
wachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken. Der umfassende Risikomanagement-
prozess beinhaltet die Bausteine:
Strategie & Risikoappetit
Risikoidentifikation
Risikoquantifizierung
Risikotragfähigkeit & Risikoaggregation
Kapitalallokation
Risikoüberwachung & Reporting
Im Rahmen der Risikostrategie werden die folgenden Prämissen als Leitlinien formuliert:
Die Definition und Festlegung der Risikostrategie liegt in der Kollektivverantwortung
des Gesamtvorstands
Es gibt eine strenge Funktionstrennung im Einklang mit den regulatorischen
Anforderungen sowie eine risikobezogene Organisationsstruktur und klar definierte
Risikoprozesse
Definierte Risiko-Limite sind eng mit der ökonomischen Kapitalallokation verknüpft
und leiten sich aus den Risikodeckungspotenzialen ab
Es gibt klar definierte Reporting-Prozesse für die Risikokommunikation mit regel-
mäßigen Risiko-Reports an den Vorstand und übergeordneten Funktionsträger*innen
Die Elemente der Risikosteuerung, ihre Methoden und Annahmen werden zumindest
jährlich auf ihre Angemessenheit hin überprüft
137
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Das Ziel der Risikostrategie ist es, einen mit der Business-Strategie konsistenten Umgang
zu entwickeln, um risikopolitische Zielsetzungen umsetzen und Risiken bewusst eingehen zu
können. Mit dieser Maßgabe wird das Chance-Risiko-Profil der Bank definiert und der Risiko-
appetit abgeleitet. Zudem sollen für die aus der Risikoinventur gewonnenen Einschätzungen des
Risikoprofils angemessene Handlungsstrategien bzw. Risikosteuerungsinstrumente installiert
bzw. vorgehalten werden. Die bank99 AG hat entsprechende allgemeine risikopolitische Grund-
sätze definiert, auf deren Basis der Vorstand und alle Mitarbeiter*innen handeln und ihre Ent-
scheidungen treffen.
Mit ihrer Risikostrategie verfolgt die bank99 AG das Ziel, die sich aus dem Bankbetrieb
ergebenden Risiken frühzeitig zu erkennen, aktiv zu managen und vor allem auch zu begren-
zen. Im Rahmen der Gesamtbanksteuerung strebt die bank99 AG ein ausgewogenes Verhältnis
zwischen Risiko und Rendite an, um eine anhaltende adäquate Eigenkapitalverzinsung sowie
einen Beitrag zum Konzernergebnis zu erwirtschaften. Diese Zielsetzung bedingt ein effizien-
tes Risikomanagementsystem, das auf Basis der risikopolitischen Grundsätze und der in der
Risikostrategie festgelegten Zielrisikostruktur die Identifikation, Quantifizierung, Aggregation,
Überwachung und Steuerung der Risiken umfasst. Eine wesentliche Ergänzung des laufenden
Risikomanagements stellen die Gesamtbankstresstests dar, die die institutsspezifischen Ver-
wundbarkeiten aufzeigen und wesentliche Implikationen zur Begrenzung und Steuerung der für
die bank99 AG maßgeblichen Risiken liefern.
Die Risikostrategie der Bank ist geprägt von einem konservativen Umgang mit den
bankbetrieblichen Risiken und spiegelt das Grundverständnis der Bank als österreichische Regio-
nalbank mit Konzentration auf Retailkund*innen wider. Die Risikostrategie definiert jene
Prinzipien, deren Ziele die Schaffung eines konsistenten Risikoprofils und die Erhaltung einer
adäquaten Kapital- und Liquiditätsausstattung sind.
Die Einbindung des Risikomanagements in die operative Banksteuerung führt zu einer
aktiven Risikobewältigung. In der bank99 AG erfolgt die Einbindung unter anderem durch die
institutionalisierte Analyse der Risikoentwicklung im Rahmen der Sitzungen des Risikokomitees.
Es erfolgt kein Geschäftsabschluss ohne ausreichendes Limit und es gibt kein Limit ohne ent-
sprechendes Limit-System mit dahinterliegenden klar definierten Eskalationsprozessen. Bei
der Limitierung werden zudem die Grundsätze beachtet, dass das Limit den Risikogehalt des
Geschäfts und des Portfolios widerspiegeln soll und die Limit-Vorgaben in Konsistenz zur Risiko-
tragfähigkeit ausgestaltet werden.
Sowohl bei der Ersterstellung der Risikostrategie als auch bei deren turnusmäßiger Wie-
dervorlage an den Vorstand und den Aufsichtsrat der bank99 AG wird auf eine Übereinstimmung
der Risikostrategie mit und eine Einbettung in die Risikostrategie des Gesamtkonzerns geachtet.
ORGANISATION DES RISIKOMANAGEMENTS
Das Risikomanagement stellt in der Bank keine singuläre Aufgabe, sondern einen mehr-
stufigen Prozess dar, in den unterschiedliche Organisationseinheiten eingebunden werden. Hier-
bei wird auf eine aufbau- und ablauforganisatorische Trennung von miteinander unvereinbaren
Funktionen (Funktionstrennung) geachtet. Die klare Trennung zwischen Markt und Marktfolge
ist bis auf Vorstandsebene sichergestellt.
Zentrale Funktionen innerhalb des gesamten Risikomanagements übernehmen der
Bankvorstand, verschiedene Gremien (ALCO-Komitee, Risikokomitee, Non-Financial Risk
Komitee) und der Bereich Risikomanagement, der sich in die Abteilung Strategisches Risiko-
management und die Abteilung Operatives Risikomanagement untergliedert.
Im Rahmen seiner Gesamtverantwortung definiert der Vorstand der bank99 AG die
Unternehmensziele sowie die Geschäfts- und Risikostrategie, legt die risikopolitischen Grund-
sätze und die Rahmenbedingungen des Risikomanagements fest und stellt die angemessenen
Risikomanagementprozesse, Verfahren und Dokumentationen sicher.
Das strategische Risikomanagement identifiziert die Risiken in der bank99 AG, beur-
teilt deren Wesentlichkeit, erstellt die Risikotragfähigkeitsrechnung, legt die Limite fest und
überwacht diese, führt Stresstests durch und validiert tourlich die Parameter und Modelle.
138
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Das operative Risikomanagement überwacht die operativen Limite sowie das Retail-
Kreditrisiko, wirkt am Kreditgenehmigungsprozess mit und führt die Einstufung in die Bonitäts-
klassen durch.
Der Zuständigkeitsbereich des Risikokomitees bezieht sich in allgemeiner Hinsicht
auf die Überwachung und die Steuerung der bankspezifischen Risiken der bank99 AG. In den
monatlichen Sitzungen des Risikokomitees werden Beschlüsse über Limite und deren Höhe,
Pouvoir-Regelungen sowie Sanierungsindikatoren gefasst. Weiters überwacht das Komitee die
Limit-Ausnutzungen, die Top-Exposures, die Liquiditätsrisikolage, das Kund*innengeschäft und
beurteilt die Informationen, die im Gesamtrisikobericht dargestellt werden.
Die wesentlichen Aufgaben des ALCO-Komitees sind die Beschlussfassung der strate-
gischen Ausrichtung und Steuerung des Treasury, die Beschlussfassung der Steuerungsphi-
losophie, die Beschlussfassung der Marktprognosen sowie die Beratung zu den Markt- und
Liquiditätsrisiken.
INTERNES KAPITALADÄQUANZVERFAHREN
Auf Grundlage der geschäftsspezifischen Ziele sowie der Ergebnisse der Risikoinventur
erstellt der Vorstand eine Geschäftsplanung sowie die Risikostrategie. Innerhalb der Risiko-
strategie wird das Risk Appetite Statement (RAS) verfasst. Im Rahmen des RAS und der Risiko-
strategien werden gemeinsam die allgemeinen und risikoartenspezifischen Limite festgelegt.
Der Risikoappetit und die Risikostrategie werden dabei mit dem Aufsichtsrat erörtert und von
diesem genehmigt. Außerdem determinieren die geschäfts- und risikostrategischen Aspekte
die vom Bereich Risiko anzuwendenden Methoden zur Risikoquantifizierung.
Diese Komponenten ergeben auch die Basis für die Festlegung von Szenarien im Rahmen
der Stresstests, die vom Bereich Risiko zu verantworten sind. Die enge Verzahnung der Szenario-
ableitung mit den dargestellten Komponenten ermöglicht eine auf die Spezifika und geschäfts-
modelltypischen Aspekte ausgerichtete Szenarioableitung.
Die folgenden Komponenten sind wichtige Bestandteile für eine effektive Steuerung der
Risiken und notwendig für ein umfassendes Steuerungssystem.
Risikoappetit
Portfolio- und Risikoanalyse (Risikoinventur)
Risikotragfähigkeitsrechnung
Risikoplanung
Stresstesting
Risikoappetit Einen wesentlichen Teil der Risikostrategie bildet der Risikoappetit
oder das Risk Appetite Statement (RAS). Der Vorstand und der Aufsichtsrat der bank99 AG
legen dabei fest, in welchem Umfang Risiken eingegangen werden sollen. Insbesondere erfolgt
dies, indem im Rahmen des RAS unmittelbar die Höhe bestimmter strategischer Limite zur
Risikobegrenzung und -steuerung festgelegt werden. Das auf Teilrisikoarten heruntergebro-
chene Limit-System sowie das RAS geben den Rahmen für jenes maximale Risiko vor, das die
bank99 AG bereit ist, für die Erreichung der strategischen Ziele einzugehen. Für die Limite
werden Schwellenwerte (Vorwarnstufe – gelb, Warnstufe – rot) sowie die Frequenz der Über-
wachung festgelegt.
Das Kennzahlenset des RAS beinhaltet folgende Kennzahlen:
Kapital – CET1 Quote, Eigenmittelquote, Verschuldungsquote RTF
Liquiditätsrisiko – Time-to-Wall, LCR, NSFR
Kreditrisiko – durchschnittliche PD, NPL Ratio, Coverage Ratio
Treasury Portfolio – Credit-Spread-Sensitivität
Zinsrisiko – Outlier Ratio, NII-Sensitivität
Operationelles Risiko – annualisierte OpRisk-Verluste im Vergleich zum Basis-
indikatoransatz (BIA)
139
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsrechnung findet der Risikoappetit unter anderem
seinen Ausdruck in einem prozentuellen Abschlag auf die Risikodeckungsmasse in der Gone-
Concern Perspektive. Für die Unterlegung der Risiken (Risikopotenziale) und die Kapitalalloka-
tion steht damit nicht die gesamte, sondern eine dem Risikoappetit entsprechend reduzierte
Risikodeckungsmasse zur Verfügung.
Portfolio- und Risikoanalyse Die Risikoidentifikation erfolgt in der bank99 AG mithilfe
einer Risikoinventur. Das Ziel der Risikoinventur ist die Identifizierung wesentlicher Risiken
für das Institut, die die Solvenz der Bank nachhaltig gefährden können. Die Risiken entstehen
hauptsächlich aus der geschäftspolitischen Ausrichtung und den damit einhergehend einge-
gangenen Geschäften. Zudem können aufsichtsrechtliche Vorgaben die Auseinandersetzung
mit Risiken und ihrer Steuerung maßgeblich beeinflussen. Alle als wesentlich identifizierten
Risiken werden im Rahmen der Risikotaxonomie des ICAAP berücksichtigt.
Das Strategische Risikomanagement beurteilt in enger Zusammenarbeit mit den jewei-
ligen Fachabteilungen die vorhandenen Risiken auf ihre Wesentlichkeit. Als wesentlich wird
ein Risiko dann beurteilt, wenn sowohl dessen Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das Verlust-
potenzial aus diesem Risiko als hinreichend groß betrachtet werden. Die Einschätzung der
Wesentlichkeit erfolgt bei quantifizierbaren Risiken anhand von Kennzahlen (in Kombination
mit vordefinierten Schwellenwerten) und bei nicht (einfach) quantifizierbaren Risiken anhand
von Expert*innenschätzungen basierend auf qualitativen Einschätzungen.
Bei der Bestimmung der Risikolandschaft sind sowohl Risiken der Überschuldung als
auch der Illiquidität aus der Gone- und Going-Concern-Perspektive zu betrachten. Das Strate-
gische Risikomanagement recherchiert eine Risikolandschaft aus denkbaren Einflussfaktoren
auf die Vermögens-, Finanz-, Ertrags- oder Liquiditätslage der bank99 und dokumentiert diese
Liste als Risikolandschaft. Die Risikolandschaft orientiert sich dabei insbesondere am Risiko-
katalog des § 39 Abs. 2b BWG und folgt den Definitionen der Kreditinstitute-Risikomanagement-
verordnung (KI-RMV). Darüber hinaus werden Publikationen wie die EZB Risk Map und Implika-
tionen aus der Risikostrategie berücksichtigt und mithilfe von Expert*innenschätzungen
bewertet.
Risikotragfähigkeitsrechnung Die Risikotragfähigkeitsrechnung wird quartalsweise
vom strategischen Risikomanagement durchgeführt.
Voraussetzung für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit ist die Quantifizierung und in
weiterer Folge der Abgleich der folgenden beiden Größen:
Quantifizierung des Verlustpotenzials aus dem Eintritt von wesentlichen Risiken
Quantifizierung der zur Abdeckung des Verlustpotenzials zur Verfügung stehenden
Risikodeckungsmassen
Die Quantifizierung des Verlustpotenzials erfolgt auf Gesamtbankebene, indem pro
Einzelrisiko ein Risikomesswert ermittelt wird und im Anschluss die Einzelrisikomesswerte zu
einem Gesamtbankrisikopotenzial aggregiert werden. Die bank99 AG als kleineres Institut (less
significant institutions, LSI) ist nicht verpflichtet in der Darstellung der RTF auf die ökonomische
und normative Sichtweise gemäß dem EZB-Leitfaden umzustellen. Dennoch berücksichtigt die
Bank bei der Entwicklung der Methoden, Verfahren, Prozesse und Ansätze auch jetzt schon
zusätzlich die Anforderungen der normativen und ökonomischen Perspektive, um einen Umstieg
auf diese Methoden ohne umfangreichen Implementierungsaufwand zu gewährleisten.
Die Risikotragfähigkeitsrechnung wird daher weiterhin für zwei Risikoperspektiven bzw.
Absicherungsstufen durchgeführt, die unterschiedliche Absicherungsziele widerspiegeln:
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Going-Concern-Perspektive – Unternehmensfortbestand
Gone-Concern (Liquidations-)Perspektive – Unternehmensliquidation
Die Going-Concern-Perspektive zielt darauf ab, den Fortbestand der geordneten ope-
rativen Geschäftstätigkeit der Bank sicherzustellen. Die Absicherungszielsetzung besteht
somit darin, einen negativen Belastungsfall zu kompensieren und die geordnete Geschäftstätig-
keit gemäß Geschäftsstrategie fortsetzen zu können. Gemäß dieser Zielsetzung richtet sich die
Going-Concern-Perspektive primär an die Eigenkapitalgeber*innen der Bank und Bank-interne
Adressat*innen (Management, Controlling & Risikomanagement, operative Stellen).
In der Going-Concern-Sicht geht die Bank von einem Verlustfall aus, der einmal in
20 Jahren auftritt. Dies entspricht einem Konfidenzintervall von 95ꢀ%. Die Höhe der Risiken wird
basierend auf diesem Konfidenzniveau quantifiziert.
Die Gone-Concern Perspektive richtet sich primär an externe Adressat*innen (Fremd-
kapitalgeber*innen, Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen etc.) und dient insbesondere der Siche-
rung der wirtschaftlichen Substanz der bank99 AG. Die Perspektive zielt unter der Annahme
einer Liquidation des Instituts auf den Schutz der Ansprüche der Fremdkapitalgeber*innen der
Bank und damit auf den Gläubigerschutz ab. Fremdkapitalgeber*innen stellen Kapital zur Ver-
fügung, das anders als Eigenkapital (Risikokapital) nicht zur Verlustabdeckung herangezogen
werden darf. Die Gone-Concern Perspektive stellt ein Risikoszenario dar, das zum Verlust des
Eigenkapitals und eigenkapitalähnlicher Positionen und damit zur Liquidation des Unterneh-
mens führt, bei dem jedoch die Fremdkapitalgeber*innen nicht in ihren finanziellen Ansprüchen
geschädigt werden. Absicherungszielsetzung ist die vollständige Bedienung des Fremdkapitals.
Daher steht für die Verlustabdeckung die Gesamtheit der vorhandenen Risikodeckungsmassen
zur Verfügung. Eine angemessene Risikotragfähigkeit ist dann gewährleistet, wenn alle im Rah-
men der Risikoinventur identifizierten wesentlichen Risiken fortlaufend durch internes Kapital
abgedeckt sind.
In der Gone-Concern Sicht wird die ökonomische Perspektive des ICAAP dargestellt.
Somit basiert diese Perspektive nicht primär auf Rechnungslegungsvorschriften oder aufsichts-
rechtlichen Anforderungen, sondern stattdessen auf wirtschaftlichen Werten. Es wird ein Risiko-
szenario beschrieben, welches mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit eintritt. Die Bank geht
daher von einem Verlustfall aus, der einmal in 1.000 Jahren und somit mit einer Wahrscheinlich-
keit von 0,1ꢀ% eintritt. Dies entspricht einem Konfidenzintervall von 99,9ꢀ%. Die Höhe der Risiken
wird basierend auf diesem Konfidenzniveau quantifiziert.
In der Steuerung der bank99 AG nimmt die Gone-Concern Perspektive die führende
Rolle ein. Nach den Ergebnissen dieser Perspektive erfolgt die Steuerung. Die Going-Concern-
Perspektive gilt hierbei als harte Nebenbedingung, die jederzeit zu erfüllen ist.
Risikoplan Einmal jährlich wird eine Risikotragfähigkeitsrechnung für die nächsten fünf
Jahre basierend auf den Planungsannahmen des Mittelfristbudgets erstellt. Die Berechnung
erfolgt jeweils für das Planungsszenario sowie für ein adverses Szenario. Hierdurch ist nicht
nur sichergestellt, dass der unerwartete Verlust innerhalb des nächsten Jahres ausreichend
mit Risikodeckungsmasse unterlegt werden kann, sondern darüber hinaus können adverse Ent-
wicklungen (insbesondere unzureichende Risikodeckungsmassen) frühzeitig erkannt und bei
Bedarf entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Stresstesting Ein Stresstest zeigt die Auswirkungen von Ereignissen, die im Rah-
men der normalen Risikomessung (z.ꢀB.: über VaR-Verfahren) nicht oder nicht ausreichend
berücksichtigt werden können. Für derartige Situationen werden die Annahmen der normalen
Bewertungsverfahren als nicht angemessen erachtet. Dies kann sich in deutlichen Risikounter-
schätzungen auswirken, weshalb für eine angemessene Erfassung, Beurteilung, Steuerung und
Überwachung der bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken die Implementierung eines
umfassenden Stresstest-Programms erforderlich ist. Die Stresstests sind so konzipiert, dass
sie extreme, aber plausible Ereignisse abbilden und so die Beurteilung der Angemessenheit der
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Eigenkapitalausstattung in Krisenfällen ermöglichen. Da die Gone-Concern Sicht der führende
Steuerungskreis der bank99 AG ist, nehmen die Stresstests ebenfalls diese Perspektive ein.
Folgende Stresstests werden durch die bank99 AG genutzt:
Gesamtbankstresstest
ICAAP-Stresstest
ILAAP-Stresstest
Inverser Stresstest
Der makroökonomische Stresstest hat eine Sonderstellung unter den Stresstests, da
dieser zur Quantifizierung des makroökonomischen Risikos in der Risikotragfähigkeitsrechnung
herangezogen wird.
ICAAP-Stresstest – Der zeitpunktbezogene ICAAP-Kreditrisikostresstest basiert grund-
sätzlich auf dem aktuellen Status der Bank. Ausgehend von diesem Status werden unter Verwen-
dung der jeweils definierten Stressparameter quartalsweise ein gestresstes Going- und Gone-
Concern-Szenario simuliert.
ILAAP-Stresstest – Im Rahmen des ILAAP-Stresstests werden vier Szenarien verwen-
det. Neben der Simulation eines Normalfalls werden noch ein Institutsspezifisches Szenario,
ein Marktweites Szenario sowie ein Kombiniertes Szenario auf monatlicher Basis simuliert.
Inverser Stresstest – Bei einem inversen Stresstest werden ausgehend von einem zuvor
definierten Ergebnis im Anschluss Szenarien und Umstände untersucht, die zu diesem Ergeb-
nis führen könnten. Die bank99 AG führt inverse Stresstests für das Kreditrisiko, das Zinsände-
rungsrisiko und das Credit-Spread-Risiko durch.
SANIERUNGS- UND ABWICKLUNGSPLÄNE
Gemäß Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) ist die
Bank zur Erstellung eines Sanierungsplans verpflichtet. Im Sanierungsplan ist darzulegen, mit
welchen Maßnahmen das Institut bzw. die Gruppe die finanzielle Stabilität wiederherstellen
kann, wenn eine erhebliche Verschlechterung der Finanzlage eintritt.
Der Sanierungsplan der bank99 AG dient zur Vorbereitung für die Bewältigung von
Krisensituationen und verfolgt das Ziel, geeignete Handlungsoptionen in Form von Sanierungs-
maßnahmen zu identifizieren und zu prüfen, um die Widerstandsfähigkeit der Bank gegenüber
systemischen und institutsspezifischen Risiken zu stärken.
Die umfassende und effektive Implementierung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen
an die Sanierungsplanung wird innerhalb der bank99 AG als wichtige Ergänzung zum existieren-
den Risikomanagement-Framework wahrgenommen. Um Redundanzen zu vermeiden, wurden
die spezifischen Inhalte des Sanierungsplans möglichst konsistent in die bestehende organisa-
torische und prozessuale Struktur der Risikosteuerung integriert. Der Sanierungsplan wird
zumindest einmal jährlich aktualisiert und durch den Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen.
Der aktuell gültige Sanierungsplan wurde an die Finanzmarktaufsicht (FMA) übermittelt. Der
Sanierungsplan wird nach Übernahme der Portfolios der ING Österreich entsprechend zeitnah
angepasst.
Um die frühzeitige Identifikation von möglichen Sanierungssituationen sicherzustellen,
hat die bank99 AG einen auf der bestehenden Governance aufgebauten Monitoring-Prozess
implementiert. Das Monitoring bezieht sich auf die Sanierungsindikatoren der bank99 AG und
wird nach dem Ausmaß der Krisensituation gegliedert. Dabei werden Schwellenwerte sowie die
Berichterstattungsfrequenz bei deren Überschreitung festgelegt. Die Eskalationsmechanismen
des Sanierungsplans stellen sicher, dass die zuständigen Stellen zeitnah von einem Krisen-
fall in Kenntnis gesetzt werden und geeignete und wirksame Gegenmaßnahmen unverzüglich
ergriffen werden können.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
30.3.2 KREDITRISIKO
Unter Kreditrisiko wird das Risiko verstanden, das in der Gefahr eines teilweisen oder
vollständigen Ausfalls vertraglich vereinbarter Zahlungen unabhängig von der jeweiligen Gegen-
partei besteht. Das Risiko des vollständigen oder teilweisen Verlustes aufgrund eines Ausfalls
oder einer Bonitätsverschlechterung der Gegenpartei bei Kreditgeschäften wird als Adress-
risiko bezeichnet und stellt in der bank99 AG ein wesentliches Risiko dar. Unter den Kredit-
geschäften werden sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Geschäfte zugeordnet. Auf-
grund der Übernahme des ING-Retailportfolios hat sich das bisherige Portfolio der bank99 AG
bestehend aus Einkaufsreserve und Rahmen für Kreditkarten um Konsum- und Hypothekarkre-
dite erweitert.
Weiters wird auch das Emittentenrisiko, das analog dazu das Risiko des vollständigen
oder teilweisen Verlustes aufgrund eines Ausfalls der Gegenpartei bei Emittenten von Wertpapie-
ren beschreibt, als wesentlich eingestuft. In der bank99 AG erfolgt die Abwicklung ausschließlich
unter Vereinbarung von safe settlement conditions, insbesondere DVP (Delivery versus Payment,
Lieferung gegen Zahlung), weshalb grundsätzlich kein Settlement-Risiko vorliegt.
Auch das Konzentrationsrisiko wird im Rahmen der Kreditrisiken als relevant betrachtet.
Darunter versteht man das Risiko möglicher nachteiliger Folgen, die sich aus Konzentrationen
oder Wechselwirkungen gleichartiger und verschiedenartiger Risikofaktoren oder Risikoarten
ergeben könnten, wie beispielsweise das Risiko, das aus Krediten an dieselben Kund*innen, an
eine Gruppe verbundener Kund*innen, an Kund*innen aus derselben Region oder Branche, an
Kund*innen mit denselben Leistungen und Waren sowie aus dem Gebrauch von kreditrisikomin-
dernden Techniken und insbesondere aus indirekten Großkrediten erwächst.
Grundsätzlich erhöht der aus der COVID-19 Pandemie sowie den damit einhergehenden
Einschränkungen resultierende wirtschaftliche Abschwung das Risiko für Kreditausfälle sowie
Bonitätsverschlechterungen im Kreditportfolio einer Bank. Da der Kund*innenbestand der
bank99 AG erst im letzten Jahr aufgebaut wurde, sind diese erhöhten Risiken bereits bei der
Vergabe und bei der Bemessung der Ausfallrisiken berücksichtigt. Die Implementierung der
Probability of Default (PD)-Masterskala erfolgte nach Beginn der Pandemie. Daher sind bei
der Festlegung der Höhe der Ausfallwahrscheinlichkeiten in den verschiedenen Ratingklassen
die zukünftigen Erwartungen inklusive der erhöhten Risiken aus der Pandemie bereits einge-
preist. Die Berechnung der Risikovorsorge beruht auf denselben Parametern wie für das Alt-
portfolio der bank99 AG. Zum 31. Dezember 2021 konnte beim Altportfolio keine Verschlech-
terung beobachtet werden.
ORGANISATION DES KREDITRISIKOMANAGEMENTS
Die Überwachung und Steuerung der Kreditrisiken aus dem Kund*innengeschäft wird
im Operativen Kreditrisikomanagement vorgenommen. Dessen Aufgabe umfasst sämtliche
Aktivitäten zur Prüfung, Überwachung und Steuerung von Risiken aus bilanziellen und außer-
bilanziellen Geschäften im Zusammenhang mit Forderungen auf Einzelkund*innenebene. Den
Schwerpunkt der Tätigkeit bilden die formale und materielle Prüfung der Kreditanträge und
die Abgabe des Zweitvotums sowie die Ratingbestätigungen. Eine weitere Tätigkeit ist die Über-
prüfung von Frühwarnindikatoren, um potenzielle Problemkund*innen möglichst frühzeitig
zu erkennen und aktive Gegensteuerungsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
Die Vergabe von Krediten, die Bewertung von Sicherheiten sowie die Bonitätsbeurtei-
lung und Sicherheiteneinstufung sind organisatorischen und inhaltlichen Regelungen unterwor-
fen. Grundlegend ist dieses Regelwerk in den verschiedenen Risiko-Richtlinien der bank99 AG
verankert. Weiters zählen dazu insbesondere Pouvoir-Ordnungen, Vorgaben zur Bonitäts- und
Sicherheiteneinstufung sowie Richtlinien zur Bewertung von Forderungen, Ausfalldefinition,
Wiedergesundung sowie Forbearance-Maßnahmen.
143
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
OPERATIVES KREDITRISIKOMANAGEMENT
Vergabeprozess Das Produktangebot konzentriert sich auf wenige standardisierte
Kreditprodukte, die einheitliche und skalierbare Prozesse ermöglichen. Das von der ING über-
nommene Kreditportfolio wird aktuell nur über Online-Kanäle vergeben. Dabei wird im Zuge
der Kund*innenanlage eine Reihe von Kriterien geprüft, die ausschlaggebend für die Aufnahme
als potenzielle Kund*in sind. Konsumkredite werden mit einer Laufzeit zwischen zwölf und
120 Monaten bis zu einem Höchstbetrag von 50 TEUR vergeben und sind unbesichert. Bei den
Hypothekenkrediten ist immer eine hypothekarische Besicherung erforderlich. Die Vergabe
erfolgt für Laufzeiten zwischen fünf und 35 Jahren und einen Höchstbetrag von 1 Mio EUR.
Sowohl der Konsum- als auch der Hypothekarkredit werden mit variablen oder fixen Zinsen ver-
geben.
Bei der Vergabe von Einkaufsreserven wird im Rahmen einer Knock-out-Prüfung unter
anderem kontrolliert, ob der Kunde in der KSV-Warnliste oder auf der Embargoliste eingetra-
gen ist. Die Einkaufsreserve beträgt bei Abschluss des Vertrags 1 TEUR und kann binnen sechs
Monaten nach Abschluss auf maximal 8 TEUR erhöht werden. Die Einkaufsreserve kann jeder-
zeit widerrufen oder reduziert werden.
Zusätzlich zu einer etwaigen internen Bonitätsprüfung erfolgt sowohl für Kredit- als auch
für Girokonten eine Bonitätsprüfung von externen Dienstleister*innen sowie bei den Hypotheken-
krediten eine externe Beurteilung der Sicherheitenwerte.
Ratingeinstufung Eine Ratingeinstufung wird für alle Kund*innen mit Produkten
mit einer potenziellen Einkaufsreserve vorgenommen. Aus der externen Einstufung und der
internen Beurteilung wird jeweils eine PD für die Kund*in ermittelt und aufgrund der höhe-
ren dieser beiden PD wird aus der PD-Masterskala das anwendbare Rating abgeleitet. Dieses
Antragsrating wird kontinuierlich in ein Verhaltensrating übergeleitet. Das Verhaltensrating
wird automatisiert aus den in der bank99 AG verfügbaren Daten (insbesondere Zahlungsver-
halten) periodisch (monatlich) generiert. Bei der Ratingeinstufung durch das Verhaltensrating
werden auch Warnsignale wie Überfälligkeiten und Forbearance-Kennzeichen mitberück-
sichtigt.
In der Antragsstrecke des von der ING übernommenen Portfolios wird ebenfalls aus
externen Einstufungen und intern entwickelten Scorecards ein Antragsrating abgeleitet. Die Um-
stellung auf ein Verhaltensrating erfolgt spätestens 180 Tage nach Beginn der Kreditlaufzeit.
Im Geschäftsjahr 2022 sollen die beiden Systeme in ein System zusammengeführt werden.
Früherkennung Für die Früherkennung von Ausfällen wurden Indikatoren implementiert,
die auf eine potenzielle und wesentliche Verschlechterung der Kreditwürdigkeit und mögliche
Zahlungsschwierigkeiten eines*einer Kreditnehmer*in hinweisen. Diese Indikatoren wurden auf
Portfolioebene festgelegt und werden monatlich überwacht. Sie basieren einerseits auf Zah-
lungsrückständen und andererseits auf Ratingverschlechterungen.
Die Zahlungsrückstände werden mithilfe von Migrationsmatrizen überwacht und dabei
in Überfälligkeitssegmente eingeteilt. Als Frühwarnindikatoren wurden jeweils die prozentuellen
Veränderungen zwischen den einzelnen Überfälligkeitssegmenten definiert.
Der Indikator bei den Ratingverschlechterungen zeigt die Veränderung der gewichteten
durchschnittlichen Ausfallwahrscheinlichkeit des Portfolios im Vergleich zum Vormonat. Ergibt
sich eine Verschlechterung des Ratings um zwei Notches auf der Masterskala, wird er ausge-
löst. Zusätzlich wird eine kumulative Änderung der Ratingklassen seit den letzten drei Monaten
gerechnet. Der Indikator wird ausgelöst, wenn sich eine Verschlechterung des Ratings um vier
Notches der Masterskala ergibt.
Weiters erhält das Operative Risikomanagement täglich eine Liste aller überfälligen
Forderungen.
Mahnprozess Der Mahnprozess ist automatisiert aufgesetzt und wird ausgelöst, wenn
eine Überfälligkeit von neun Tagen für einen definierten Mindestbetrag vorliegt. Der Mahn-
prozess erfolgt über drei Stufen und kann jederzeit vom operativen Risikomanagement
gestoppt werden. Erfolgt nach der dritten Mahnung keine Begleichung, kann das operative
Risikomanagement die gesamten aushaftenden Forderungen fällig stellen. Kommt es zu keiner
144
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Rückzahlungsvereinbarung mit der Kund*in, wird diese zur Betreibung der offenen Forderungen
an die Rechtsabteilung bzw. an ein Inkassobüro weitergeleitet.
Forbearance-Maßnahmen Vorrangiges Ziel der Gewährung von Forbearance-Maß-
nahmen ist es, Kreditnehmer*innen mit dem Status notleidend den Weg aus diesem Status zu
ebnen bzw. zu vermeiden, dass andere Kreditnehmer*innen in den Status notleidend abrut-
schen. Forbearance-Maßnahmen sollten stets darauf ausgerichtet sein, die Schuldner*innen in
die Lage zu versetzen, ihren Kredit langfristig zurückzuzahlen. Mit Forbearance soll die Quali-
tät der Kredite im Hinblick auf die drohenden Ausfälle erkannt werden.
Forbearance Exposures sind Engagements, bei denen Zugeständnisse gegenüber Schuld-
ner*innen gemacht wurden, die Gefahr laufen, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nach-
kommen zu können. Unter diese Engagements fallen nicht nur Kredite, sondern auch Schuld-
verschreibungen und widerrufbare sowie unwiderrufliche Kreditzusagen. Ausgenommen sind
Exposures, die im Handelsbestand gehalten werden. Ein Forbearance Exposure kann sowohl
Performing als auch Non-performing sein.
Als Forborne sind grundsätzlich die Engagements einzustufen, gegenüber denen die
entsprechenden Forbearance-Maßnahmen eingeleitet wurden. Eine Forderung gilt als Forborne,
wenn die bank99 AG durch bestimmte Transaktionen Erleichterungen bei Schuldner*innen, die
aktuell oder in absehbarer Zeit Schwierigkeiten haben, ihren finanziellen Verpflichtungen gegen-
über der Bank nachzukommen (wirtschaftliche Schwierigkeiten), sich also entweder bereits im
Ausfall oder kurz vor einem Ausfall befinden (Ausfallnähe), gewährt. Der Forbearance-Status wird
auf Kontoebene geführt.
Alle als Forbearance eingestuften Maßnahmen müssen mindestens zwei Jahre im For-
bearance-Bestand geführt werden. Nach Ende dieser Bewährungsphase kann eine Deklassifi-
zierung erfolgen.
Bei jedem Neu- oder Änderungsantrag ist zu prüfen, ob es sich dabei um eine For-
bearance-Maßnahme handelt. Dafür müssen alle der drei folgenden Kriterien zutreffen:
Liegt eine Transaktion vor, die objektiv geeignet ist, eine Erleichterung der Rück-
zahlungsbedingungen zu begründen
Stellt die Transaktion für die Schuldner*innen eine subjektive Erleichterung dar, die
anderen Schuldner*innen mit vergleichbarer Bonität und Besicherung von der Bank
nicht gewährt worden wäre
Stand die Erleichterung im Zusammenhang mit einem bereits eingetretenen Ausfall
oder diente der Vermeidung eines drohenden Ausfalls
Somit sind nur bestimmte Transaktionen objektiv geeignet. Darunter fallen unter ande-
rem Vertragsänderungen wie z.ꢀB.: Stundungen, Laufzeitverlängerungen, Zinssatzreduktion oder
Forderungsverzicht sowie interne Umschuldungen.
Ausfallerkennung Beim Kreditportfolio wird zwischen gesundem Portfolio und not-
leidendem Portfolio unterschieden. Als gesundes Portfolio (Performing Loan Exposure) werden
alle Geschäfte mit einem Rating in der Klasse 1–4 definiert, wobei Geschäfte in der Rating-
klasse 4 als anmerkungsbedürftiges Portfolio (Watch-Loan-Portfolio) bezeichnet werden.
Geschäfte in den Ratingklassen 1–3 mit einem Forbearance-Kennzeichen werden ebenfalls als
anmerkungsbedürftig klassifiziert. Alle Geschäfte in der Ratingklasse 5 sind notleidend (Non-
performing Loans, NPL).
Ein Schuldnerausfall wird in der bank99 AG gemäß der allgemein gültigen Ausfalldefini-
tion laut Art. 178 CRR (Capital Requirements Regulation) definiert. Laut CRR gilt ein*e Schuld-
ner*in als ausgefallen, wenn:
das Institut es als unwahrscheinlich ansieht, dass die Schuldner*in ihre Verbindlich-
keiten in voller Höhe begleichen kann, ohne dabei auf die vorhandenen Sicherheiten
zurückzugreifen (Unlikely to pay, UTP) oder
eine wesentliche Verbindlichkeit gegenüber dem Institut mehr als 90 Tage über-
fällig ist.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Darüber hinaus gilt zusätzlich zu den CRR-Bestimmungen ein Schuldner*innenausfall
eines*einer Einzelkreditnehmer*in als gegeben, wenn im Rahmen von Forbearance-Maßnahmen
folgende Tatbestände auftreten:
30 Tage Zahlungsverzug im Rahmen einer Forbearance-Maßnahme unter Beobach-
tung oder
Erreichung des Status Reforbearance bei einem*einer Einzelkreditnehmer*in unter
Beobachtung
In der bank99 AG wird ein Ausfall immer auf Schuldner*innenebene gesetzt, sodass
im Falle eines Ausfalls sämtliche Forderungen eines*r Schuldner*in gleichzeitig in den Ausfall
geschickt werden. Für den Ausfall eines Gemeinschaftsprodukts müssen alle Einzelschuld-
ner*innen oder das gemeinsame Produkt selbst ausfallen.
Weitere Ausfallkriterien sind der Verzicht auf laufende Zinsen, Veräußerungen von
Sicherheiten, Restrukturierung und Insolvenz.
Automatisiert gesetzte Ausfallkennzeichen (Überfälligkeit) werden durch das operative
Risikomanagement überprüft und bestätigt. Dabei wird auch das Rating angepasst. Für das
Mengengeschäft erfolgt das automatisch.
Alle Ausfälle werden in einer Ausfalldatenbank dokumentiert und laufend überwacht.
Ein Ausfall wird durch die Gesundung oder durch die endgültige Abwicklung beendet. Eine
Gesundung tritt ein, wenn kein zuvor gesetztes Ausfallkennzeichen mehr gültig ist. Im Einklang
mit den Vorgaben der EZB wendet die bank99 AG eine Wohlverhaltensperiode an, die automa-
tisch ab dem Zeitpunkt startet, in dem kein Ausfallkennzeichen mehr gültig ist. Bei 90 Tagen in
Verzug beträgt die Wohlverhaltensperiode 90 Tage, in allen anderen Fällen wird eine Wohl-
verhaltensperiode von 180 Tagen definiert. Sollte bei einem*r Schuldner*in eine krisenbedingte
Restrukturierung vorliegen, kann die Wohlverhaltensperiode auf bis zu ein Jahr ausgedehnt
werden. Eine Rückgliederung vom notleidenden Portfolio in das gesunde Portfolio kann erst
nach einer Wohlverhaltensphase von zwölf Monaten aufgrund der regulatorischen Anforderun-
gen im Zusammenhang mit Forbearance erfolgen.
Management von Non-performing Loans Im Rahmen des Forderungsmanagements wer-
den sowohl Forderungen im Mahnprozess als auch bereits ausgefallene Forderungen bearbei-
tet. Begonnen wird ab der ersten Mahnstufe mit einem Early-Collection-Prozess, wo bereits mit
dem*der Kund*in Ratenvereinbarungen oder Stundungen abgeschlossen werden können. In
weiterer Folge können im Zuge des Late-Collection-Prozesses auch Laufzeitverlängerungen um
bis zu fünf Jahre oder geänderte Rückzahlungsvereinbarungen vereinbart werden. Sollten die
beiden vorgelagerten Prozesse zu keinem Ergebnis führen, wird die Betreibung der Forderung
an ein Inkassobüro übergeben.
Abschreibungen Forderungen und Wertpapiere, deren Einbringlichkeit mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben ist, sind teilweise oder gänzlich auszubuchen. Eine
uneinbringliche Forderung liegt unter anderem vor, wenn zumindest zwei Exekutionsläufe
erfolglos waren, nachhaltig kein aufrechter Wohnsitz des*der Kund*in ermittelt werden kann
oder der*die Kund*in über kein nachhaltig pfändbares Einkommen verfügen oder derartig hohe
weitere Verbindlichkeiten vorhanden sind, sodass die Einbringlichkeit der Forderung aussichts-
los erscheint. Des Weiteren sind Forderungen und Wertpapiere teilweise oder gänzlich auszu-
buchen, wenn auf einen Anteil oder auf den gesamten ausstehenden Betrag verzichtet worden
ist. Dies kann zutreffen bei Vorliegen eines Sanierungs- oder Zahlungsplans sowie bei einem
Abschöpfungsverfahren im Rahmen einer Insolvenz, bei einem außergerichtlichen Vergleich
oder bei einer Abschlagszahlungsregelung.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
QUANTITATIVES KREDITRISIKOMANAGEMENT
Zur Messung und Steuerung des Kreditrisikos ist auch die Entwicklung von ausgereif-
ten Modellen sowie von Systemen und Prozessen, die auf das bankindividuelle Portfolio zuge-
schnitten sind, notwendig. Die bank99 AG greift dabei teilweise auf die in der GRAWE Banken-
gruppe entwickelten Modelle und Systeme zurück, weil diese passend für das bank99-Portfolio
sind. Mit fortschreitender Erweiterung des Produktportfolios sowie der Datenhistorie werden
diese laufend erweitert und überarbeitet. Auf jährlicher Basis werden die verwendeten Parame-
ter validiert. Steht keine ausreichende Historie zur Verfügung, wird auf Expert*innenschätzungen
zurückgegriffen.
Ratingsysteme Zur Bonitätsbestimmung und zur Bestimmung der Verlusthöhe im Aus-
fall werden standardisierte Modelle angewandt. Für das übernommene ING-Portfolio wird das
in der ING bestehende Ratingsystem weiterverwendet. Für Treasury-Produkte wird auf externe
Ratings zurückgegriffen.
Die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit jedes*r Kund*in wird über die Ratingkategorie
geschätzt. Die angewendete Masterskala umfasst 25 Ratingstufen. Die Ratingstufe 5 umfasst
alle Kredite, die im Ausfall befindlich sind. Die Ratingsysteme der ING werden mit einer Verein-
heitlichungslogik auf die Systeme der bank99 AG gemappt.
Die den Ratingsystemen zugrunde liegenden Ausfallwahrscheinlichkeiten (Probability
of Default, PD) wurden auf ihre makroökonomische Abhängigkeit untersucht. Die Schätzun-
gen haben keine signifikante Abhängigkeit von der makroökonomischen Lage ergeben. Auch
in der ING Österreich wurden keine makroökonomischen Schwankungen detektiert. Es erfolgt
eine jährliche Anpassung der PD aufgrund der Änderung bei der Schätzung der Through-the-
Cycle PD (TTC).
Das Rating erfolgt immer auf Kund*innenebene, wobei für Privatkund*innen das
Rating 3A das beste Kund*innenrating darstellt. Die PD werden für die Positionen der nicht
ausgefallenen Forderungen verwendet. Bei ausgefallenen Forderungen wird eine PD von
eins verwendet.
Verlustquote (Loss given default, LGD) Die aktuelle Produktlandschaft der bank99 AG
beinhaltet für Hypothekenkredite auch Sicherheiten, daher wird in den Risikomodellen der
bank99 AG eine Unterscheidung in Blanko-LGD und besicherten LGD berücksichtigt. Aktuell liegt
nicht für alle Produkte eine entsprechende Historie zur LGD-Modellierung und -Validierung vor.
Dadurch ergeben sich unterschiedliche Ansätze für den LGD je nach Produktgruppe.
Für die Girokonten und die Konsumkredite wird ein LGD in Höhe von 72,0ꢀ% angenommen,
die aus historischen Datenbeständen abgeleitet wurde.
Für die Hypothekarkredite wird der LGD in einen besicherten und einen unbesicherten
Teil getrennt. Aufgrund der guten Vergleichbarkeit werden die LGD-Daten der GRAWE Banken-
gruppe herangezogen. Diese betragen 8,4ꢀ% für den besicherten und 42,0ꢀ% für den unbesi-
cherten Teil der Finanzierung. Da ein LGD unter 10,0ꢀ% nicht verwendet werden kann, wird der
besicherte Teil mit einem LGD von 10,0ꢀ% angesetzt.
Ausfallsaldo (Exposure at default, EAD) Zur Bildung der EAD-Verläufe werden Tilgungs-
cashflows und Buchwerte zur Bestimmung der Höhe des aktuellen Saldos benötigt. Der EAD
kann sich dabei aus einem bilanziellen und einem außerbilanziellen Teil zusammensetzen.
Giroprodukte und Kreditkarten verfügen über keine vordefinierte Laufzeit, daher wird
hier auf die modellierten Laufzeiten aus der Liquiditätsablaufbilanz zurückgegriffen. Bei den
Kreditprodukten werden die Tilgungspläne und die vertragliche Laufzeit verwendet.
Bei außerbilanziellen Geschäften wird zusätzlich ein Kreditumrechnungsfaktor (Credit
Conversion Factor, CCF) verwendet. Dieser wird je nach Produktart individuell festgelegt.
Grundsätzlich werden die Rahmen von Konten bei Setzung des ersten Ausfallkennzeichens
gestrichen.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Stufenverschlechterung Die bank99 AG wendet zur Bestimmung der signifikanten Erhö-
hung des Kreditrisikos und somit der Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit und des
damit verbundenen Stufentransfers von Stufe 1 in Stufe 2 folgende Kriterien an:
Low Credit Risk Exemption für den Investment-Grade-Bereich
Verschlechterung der Ausfallwahrscheinlichkeit bzw. Rating Migration
Überprüfung qualitativer Faktoren
Verwendung des Backstop-Kriteriums der 30 Tage Überfälligkeit
Die Kriterien werden dabei der Reihe nach überprüft. Kann die Low Credit Risk Exemp-
tion angewendet werden, verbleibt das Einzelgeschäft in Stufe 1. Kommt es zu einer Rating
Migration, so erfolgt ein Transfer der*des gesamten Kund*in in Stufe 2. Bei Zutreffen der
beiden letzten Kriterien erfolgt der Transfer der*des Einzelgeschäfts in Stufe 2, da sowohl die
qualitativen Faktoren (mit Ausnahme der Verlassenschaft, hier wird der*die gesamte Kund*in
transferiert) als auch der Überfälligkeitszähler auf Kontoebene gesetzt werden.
Low Credit Risk Exemption Eine Ratingverschlechterung bis zur Ratingklasse 3A mit
einer maximalen PD von 0,54ꢀ% stellt in der bank99 AG keine signifikante Verschlechterung des
Kreditrisikos dar. Somit erfolgt für diese*n Kund*in kein Stufentransfer in Stufe 2.
Rating Migration Für die Feststellung einer Rating Migration wird der zum Zugangs-
zeitpunkt ermittelte Lifetime-PD mit der aktuellen Lifetime-PD verglichen. Überschreitet die
relative Änderung zwischen diesen beiden PDs den vorab definierten Schwellenwert, ist eine
Ausfallverschlechterung gegeben. Die Schwellenwerte leiten sich aus der Ratingklasse in Ver-
bindung mit der Restlaufzeit ab. Eine Verschlechterung ist dann gegeben, wenn der Lifetime-PD
seit Zugang um zwei Notches auf der Masterskala gesunken ist. Da die Schwellenwerte auch
von der Restlaufzeit und der ursprünglichen Laufzeit abhängen, bewegen sich die PD-Schwellen-
werte zwischen 130,0ꢀ% und 225,0ꢀ%.
Qualitative Faktoren Diese werden zusätzlich auf Konto- und Kund*innenebene über-
prüft. Das Setzen des Forbearance-Kennzeichens, die Aufnahme in den Mahnprozess sowie die
Zuordnung als Verlassenschaft werden dafür herangezogen.
30 Tage überfällig Wenn die Forderungen des*der Kund*in mehr als 30 Tage überfällig
sind, werden alle Geschäfte dieses*r Kund*in in Stufe 2 transferiert.
Der Transfer in Stufe 3 erfolgt bei Setzung des Ausfallkennzeichens für die gesamten
Kund*innenforderungen, bei einem Rating in der Klasse 5 sowie bei einem Zahlungsverzug von
mehr als 90 Tagen.
Bewertung von Sicherheiten Bei Hypothekarkrediten sind hypothekarische Sicherhei-
ten hinterlegt. Bei Antragstellung werden diese Immobilien durch ein entsprechend geeignetes
Tool bewertet. Bei Krediten über 250 TEUR wird auch eine Außenbesichtigung durchgeführt.
Als Pfandrecht werden 120ꢀ% des Kreditbetrags eingetragen. Somit muss dieser Wert durch
die Immobilie gedeckt sein. Nach spätestens drei Jahren hat eine neuerliche Bewertung zu erfol-
gen. Aktuell betrifft das nur wenige Kredite, da Hypothekarkredite erst seit November 2018 ver-
geben wurden. Diese wurden mit dem Antragstool neu bewertet.
Für die Berechnung der Wertberichtigung wird der EAD des besicherten Teils maximal mit
dem Belehnwert abzüglich Vorlasten, dem Nominalwert des Pfandrechts oder dem EAD angesetzt.
Berechnung der Wertberichtigung Für das Lebendportfolio (Stufe 1 und Stufe 2) basiert
die Messung auf den Modellparametern Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), aushaftende Forderung
(EAD) und dem Verlust bei Ausfall (LGD).
Für das Portfolio in Stufe 1 bemisst sich die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten
Zwölf-Monats-Kreditverlusts. Für die Stufe 2 wird auf den über die gesamte Laufzeit erwarte-
ten Kreditverlust abgestellt.
Bei ausgefallenen Kund*innen (Stufe 3) hängt die Messung von der Signifikanz der
Forderung ab. Bei einem aushaftenden Betrag von unter 100 TEUR wird die Wertberichtigung
unter Anwendung von Modellparametern vorgenommen, wobei die PD mit 1 festgesetzt wird.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Für signifikante Forderungen über 100 TEUR wird der Risikobedarf mit einem individu-
ellen Verfahren berechnet. Die Höhe der Wertberichtigung ergibt sich dabei aus dem Unter-
schied zwischen dem aktuellen Buchwert und den zu erwartenden zukünftigen Cashflows. Die
Cashflows werden auf Einzelinstrumentenbasis unter Berücksichtigung folgender Szenarien
geschätzt und entsprechend ihrer potenziellen Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet:
Vertragliche Cashflows
Going-Concern
Gone-Concern
Im Szenario vertragliche Cashflows wird davon ausgegangen, dass der*die Kund*in für
ihre Finanzinstrumente alle vertraglichen Vereinbarungen erfüllen. Daher werden in diesem Sze-
nario alle vertraglichen Cashflows bis Ende der Laufzeit des*der Kund*in angesetzt.
Das Szenario Going-Concern baut auf dem Szenario vertragliche Cashflows auf, wobei
die einzelnen angesetzten Cashflows selbst angepasst werden können.
Im Gone-Concern-Szenario wird davon ausgegangen, dass keine weiteren Zahlungen
des*der Kund*in zu erwarten sind und somit zur Abdeckung der offenen Forderungen außer
eventueller Sicherheitenerlöse bzw. Verkaufs- oder Ausgleichserlöse bei Treasury-Produkten
keine weiteren Einkünfte erwartet werden.
Die Recovery Cashflows sowie die Wahrscheinlichkeit der drei Szenarien werden auf
Einzelinstrumentenbasis unter Beachtung von dokumentierten Benchmarks und Richtlinien
geschätzt. Die Wertberichtigung wird als Differenz aus dem Buchwert der Finanzinstrumente
und dem wahrscheinlichkeitsgewichteten durchschnittlichen Barwert der Rückflüsse der drei
Szenarien errechnet. Die Diskontierung erfolgt mit dem Effektivzinssatz des Instruments.
Für die Kredite aus der Übernahme des ING-Portfolios, die zum Zeitpunkt der Übernahme
ausgefallen waren (Purchased or originated credit impaired, POCI), wird die Wertberichtigung
auf Basis der erwarteten Cashflows gerechnet, wobei die Diskontierung mit dem risikoadäquaten
Zinssatz erfolgt.
Die Berechnung der individuellen Wertberichtigung erfolgt im Vier-Augen-Prinzip und
wird regelmäßig, mindestens vierteljährlich, auf Änderungen bei den Geschäftsfällen überprüft.
Kreditrisikoberichte Über die Zusammensetzung des Kund*innenportfolios und weitere
relevante Kennzahlen im Zusammenhang mit dem Kund*innenportfolio wird dem Risikokomitee
im Rahmen des monatlichen Gesamtbankrisikoberichts berichtet. Diese umfassen insbesondere:
NPL- und Wertberichtigungsquoten
Überfälligkeitsanalysen
Ratingverteilung
Engagements auf der Watchlist
Produktportfolio
Neugeschäftsentwicklung
149
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
KREDITRISIKOVOLUMEN
Beschreibung kreditrisikorelevantes Portfolio Im kreditrisikorelevanten Portfolio wer-
den alle Positionen zusammengefasst, die ein Kreditrisiko im engeren Sinn beinhalten. Das sind
sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Positionen.
Darstellung kreditrisikorelevantes Portfolio zum 31. Dezember 2020
Mio EUR
Kreditrisikovolumen
Nettobuchwert
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
464,2
1,7
464,2
1,7
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO BANK99 AG
0,1
0,2
0,1
0,2
466,2
466,2
Darstellung kreditrisikorelevantes Portfolio zum 31. Dezember 2021
Mio EUR
Kreditrisikovolumen
Wertberichtigung
Nettobuchwert
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
1.082,8
0,0
1.082,8
Hypothekarkredite
1.011,4
390,0
6,5
–0,7
–4,6
–0,3
1.010,7
385,4
6,2
Konsumkredite
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
73,4
0,1
0,0
0,0
73,4
0,1
13,9
0,0
13,9
2.578,1
–5,7
2.572,4
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen
ZWISCHENSUMME
2,1
48,7
0,0
0,0
2,1
48,7
50,8
0,0
50,8
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO BANK99 AG
2.628,9
–5,7
2.623,2
Aufgrund der Übernahme des ING-Portfolios zeigt sich ein großer Anstieg bei den For-
derungen an Kund*innen. Die Finanzanlagen dienen in erster Linie zur Steuerung der Liquidität
und setzen sich aus österreichischen und europäischen Schuldverschreibungen der öffentlichen
Hand und Anleihen von Unternehmen im Investment-Grade-Bereich zusammen. Die außerbilan-
ziellen Risikopositionen beinhalten im Wesentlichen die Kreditzusagen für Hypothekarkredite.
150
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Das kreditrisikorelevante Portfolio nach Kund*innensegmenten stellt sich wie folgt dar:
Kreditrisikovolumen nach Kund*innensegmenten zum 31. Dezember 2020
Retail-
kund*innen
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
Unternehmen Kreditinstitute
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
0,0
1,7
0,0
0,0
464,2
0,0
464,2
1,7
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
GESAMT
0,0
0,0
1,7
0,1
0,0
0,1
0,0
0,2
0,1
0,2
464,4
466,2
Kreditrisikovolumen nach Kund*innensegmenten zum 31. Dezember 2021
Retail-
Öffentlicher
Sektor
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
kund*innen Kreditinstitute
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
0,0
1.082,8
0,0
1.082,8
Hypothekarkredite
1.011,4
390,0
6,5
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1.011,4
390,0
6,5
Konsumkredite
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
0,0
0,0
0,0
0,1
73,4
0,0
73,4
0,1
0,1
13,7
0,0
13,9
1.408,1
1.096,6
73,4
2.578,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen
2,1
0,0
0,0
2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen
Kreditzusagen
48,7
50,8
0,0
0,0
0,0
0,0
48,7
50,8
ZWISCHENSUMME
GESAMT
1.458,9
1.097,2
73,4
2.628,9
In der bank99 AG ist ein automatisierter Mahnprozess aufgesetzt. Am ersten Tag nach
der Fälligkeit beginnt ein Überfälligkeitszähler zu laufen. Die Prozessbeschreibung erfolgt in
Punkt operatives Kreditrisikomanagement.
151
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Kreditrisikovolumen nach Überfälligkeiten zum 31. Dezember 2020
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
nicht überfällig
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
464,2
1,6
464,2
1,7
Forderungen an Kund*innen
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
0,1
0,1
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
(FVOCI)
0,2
0,2
GESAMT
466,2
466,2
Kreditrisikovolumen nach Überfälligkeiten zum 31. Dezember 2021
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
nicht überfällig
1–30 Tage
31–90 Tage
>ꢀ90 Tage
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
1.082,8
0,0
0,0
0,0
1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
1.011,4
382,7
5,7
0,0
2,4
0,3
0,0
2,1
0,2
0,0
2,8
0,4
1.011,4
390,0
6,5
Konsumkredite
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
73,4
0,0
0,0
0,0
73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
(FVOCI)
0,1
13,9
0,0
0,0
2,7
0,0
0,0
2,3
0,0
0,0
3,2
0,1
13,9
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
2.569,9
2.578,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
2,1
0,0
0,0
0,0
2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
48,7
50,8
0,0
0,0
2,7
0,0
0,0
2,3
0,0
0,0
3,2
48,7
50,8
ZWISCHENSUMME
GESAMT
2.620,7
2.628,9
Das Kund*innenrating besteht aus fünf Ratingklassen 1ꢀ–ꢀ5, die in den nachfolgenden
Tabellen dargestellt sind. Die fünf Ratingklassen werden weiter in fünf Subkategorien Aꢀ–ꢀE unter-
teilt. Somit werden die Kund*innen in 25 Ratingkategorien zugeordnet. Alle Geschäfte in der
Ratingklasse 5 sind notleidende Geschäfte. Das Watch-Loan-Portfolio ist der Klasse 4 zugeordnet.
152
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien zum 31. Dezember 2020
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
Rating 1
Rating 2
Rating 3
Rating 4 Kein Rating
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichtein-
lagen
453,4
0,0
10,8
0,0
0,0
1,4
0,0
0,2
0,0
0,0
464,2
1,7
Forderungen an Kund*innen
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
GESAMT
0,0
0,0
0,1
0,2
0,0
0,0
1,4
0,0
0,0
0,2
0,0
0,0
0,1
0,1
0,2
453,4
11,1
466,2
Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien zum 31. Dezember 2021
Kreditrisikovolumen
Gesamt
Mio EUR
Rating 1
Rating 2
Rating 3
Rating 4
Rating 5 Kein Rating
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und
sonstige Sichteinlagen
1.070,0
12,8
0,0
0,0
0,0
0,0
1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
Konsumkredite
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
1.007,5
363,0
4,9
3,3
22,3
1,1
0,5
4,6
0,5
0,0
0,0
0,1
1.011,4
390,0
6,5
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertet
73,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden
Zeitwert (FVOCI)
0,0
0,0
0,1
13,4
26,2
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
5,6
0,0
0,5
0,6
0,1
13,9
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
1.143,4
1.375,5
26,8
2.578,1
AUSSERBILANZIELLE
RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
0,0
0,0
1,3
0,8
0,0
0,1
2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
0,0
0,0
0,0
0,0
48,0
49,3
0,7
1,4
0,0
0,0
5,6
0,0
0,1
0,6
48,7
50,8
ZWISCHENSUMME
GESAMT
1.143,4
26,2
1.424,8
28,2
2.628,9
Die Bildung der Risikovorsorge und die Herleitung der dafür verwendeten Parameter wird
im Kapitel Quantitatives Kreditrisikomanagement näher beschrieben.
153
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Kreditrisikovolumen nach IFRS 9 Stufenzuordnung zum 31. Dezember 2020
Bruttobuchwert
Gesamt
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige Sichteinlagen
Forderungen an Kund*innen
Girokonten
464,2
1,6
0,0
0,1
464,2
1,7
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI)
GESAMT
0,1
0,2
0,0
0,0
0,1
0,1
0,2
466,1
466,2
Kreditrisikovolumen nach IFRS 9 Stufenzuordnung zum 31. Dezember 2021
Bruttobuchwert
Gesamt
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
POCI
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
1.082,8
0,0
0,0
0,0
1.082,8
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
1.009,6
381,2
5,0
1,3
4,2
1,1
0,0
0,6
0,2
0,5
4,0
0,2
1.011,4
390,0
6,5
Konsumkredite
Girokonten
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
73,4
0,0
0,0
0,0
73,4
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
(FVOCI)
0,1
13,9
0,0
0,0
6,6
0,0
0,0
0,9
0,0
0,0
4,8
0,1
13,9
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
2.565,9
2.578,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
2,1
0,1
0,0
0,0
2,1
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
48,2
50,3
0,4
0,5
7,1
0,0
0,0
0,9
0,0
0,0
4,8
48,7
50,8
ZWISCHENSUMME
GESAMT
2.616,2
2.628,9
154
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Das kreditrisikorelevante Portfolio nach Ratingkategorien und Ausfallrisikoklassen
stellt sich wie folgt dar:
Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien und Ausfallrisikoklassen zum 31. Dezember 2020
Bruttobuchwert
Gesamt
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Rating 1
453,4
11,1
1,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,1
453,4
11,1
1,4
Rating 2
Rating 3
Rating 4
Kein Rating
GESAMT
0,2
0,2
0,1
0,1
466,1
466,2
Kreditrisikovolumen nach Ratingkategorien und Ausfallrisikoklassen zum 31. Dezember 2021
Bruttobuchwert
Gesamt
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
POCI
KREDITRELEVANTES PORTFOLIO
Rating 1
1.143,4
26,2
0,0
0,0
2,6
4,3
0,0
0,1
7,1
0,0
0,0
0,0
0,0
0,9
0,0
0,9
0,0
0,0
0,0
0,0
4,8
0,0
4,8
1.143,4
26,2
Rating 2
Rating 3
Rating 4
Rating 5
Kein Rating
GESAMT
1.422,2
23,9
1.424,8
28,2
0,0
5,6
0,5
0,6
2.616,2
2.628,9
VERTRAGSANPASSUNGEN
Wesentliche Effekte aus Vertragsänderungen von finanziellen Vermögenswerten gab es
im Berichtszeitraum nicht.
Werden bei einem finanziellen Vermögenswert die vertraglichen Cashflows neu verhan-
delt oder anderweitig angepasst, dann gilt dieser Vermögenswert als modifiziert. Die dadurch
entstehende Barwertveränderung kann zu einer Ausbuchung und Wiedererfassung des Ver-
mögenswerts oder zu einer erfolgswirksamen Anpassung führen. Für die Beurteilung werden
qualitative und quantitative Kriterien herangezogen. Im Geschäftsjahr 2021 kam es zu keinen
wesentlichen Vertragsanpassungen, da bis zur Übernahme des ING-Portfolios nur Girokonten
ohne bestimmte Laufzeit sowie Finanzinstrumente im Investment-Grade-Bereich erfasst waren.
Im Dezember 2021 wurden für Kredite aus dem ING-Portfolio Stundungen und Vertragsverlän-
gerungen gewährt. Die Barwertänderungen daraus waren unwesentlich.
Im notleidenden Portfolio werden alle als ausgefallen kategorisierten Forderungen
zusammengefasst. Die Definition und der Prozess sind im Punkt operatives Kreditrisiko-
management beschrieben. Die Non-performing Exposure (NPE)-Quote stellt den Anteil des
notleidenden Kreditrisikovolumens am gesamten Kreditrisikovolumen dar und beträgt zum
31. Dezember 2021 0,2ꢀ%. Da es zum 31. Dezember 2020 kein notleidendes Portfolio gab, wird
die Vergleichszahl nicht dargestellt.
155
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die NPE-Deckungsquote, die die Wertberichtigungen für das notleidende Kreditrisiko-
volumen in Prozent des notleidenden Kreditrisikovolumens zeigt, beträgt zum 31. Dezem-
ber 2021 8,7ꢀ%. Die NPE-Besicherungsquote (Sicherheiten für notleidende Kredite in Prozent
der notleidenden Kredite) beträgt zum 31. Dezember 2021 8,8ꢀ%.
Notleidendes kreditrisikorelevantes Portfolio zum 31. Dezember 2021
Kredit-
Risiko-
NPE-
NPE-
risikovolumen
vorsorge Sicherheiten
NPE-
Quote
Deckungs- Besicherungs-
Mio EUR
Gesamt
NPL
NPL
NPL
quote
quote
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Guthaben bei Zentralbanken und sonstige
Sichteinlagen
1.082,8
0,0
0,0
0,0
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
1.011,4
390,0
6,5
0,5
4,6
0,5
0,0
0,3
0,2
0,5
0,0
0,0
0,1ꢀ%
1,2ꢀ%
6,9ꢀ%
0,0ꢀ%
6,4ꢀ%
94,9ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
Konsumkredite
Girokonten
42,7ꢀ%
Finanzanlagen
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
73,4
0,0
0,0
0,0
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert
(FVOCI)
0,1
13,9
0,0
0,0
5,6
0,0
0,0
0,5
0,0
0,0
0,5
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
0,2ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
8,7ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
8,8ꢀ%
Sonstige Forderungen aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
2.578,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und
Haftungen
2,1
0,0
0,0
0,0
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch
genommenen Kreditzusagen
48,7
50,8
0,0
0,0
5,6
0,0
0,0
0,5
0,0
0,0
0,5
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
0,2ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
8,7ꢀ%
0,0ꢀ%
0,0ꢀ%
8,8ꢀ%
ZWISCHENSUMME
GESAMT
2.628,9
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des notleidenden kreditrisikorelevanten Port-
folios im Kalenderjahr 2021:
Entwicklung des notleidenden kreditrelevanten Portfolios
Mio EUR
NPL
0,0
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2020
Zugang wegen Neuklassifizierung
0,1
0,4
0,5
Nettorückzahlung und sonstige Veränderung
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2021
Die Prozessbeschreibung von Ausbuchungen finanzieller Vermögenswerte ist im Punkt
operatives Kreditrisikomanagement enthalten. Zum 31. Dezember 2021 waren keine bereits aus-
gebuchten Forderungen Gegenstand von Vollstreckungstätigkeiten.
Sicherheiten werden nur bei Hypothekarkrediten in Form von Hypotheken berücksichtigt.
Alle anderen Kredite sind unbesichert. Die Berücksichtigung von Sicherheiten und deren Bewer-
tung ist unter dem Punkt Quantitatives Kreditrisikomanagement beschrieben.
156
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
In der Bemessung des Kreditrisikos wurden folgende Sicherheiten berücksichtigt
(für den Vergleichszeitraum 2020 unterbleibt die Darstellung mangels Wesentlichkeit):
Sicherheiten zum 31. Dezember 2021
Mio EUR
Hypotheken
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
989,7
989,7
ZWISCHENSUMME
989,7
989,7
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen
ZWISCHENSUMME
47,9
47,9
47,9
47,9
GESAMT
1.037,6
1.037,6
Die folgende Tabelle zeigt das notleidende kreditrisikorelevante Portfolio sowie die
dafür anrechenbaren Sicherheiten und Wertberichtigungen (für den Vergleichszeitraum 2020
unterbleibt die Darstellung mangels Wesentlichkeit):
Kreditrisikorelevantes Portfolio und Sicherheiten zum 31. Dezember 2021
Sicherheiten
für NPL
Einzelwert-
berichtigung
Mio EUR
Kreditrisikovolumen
Sicherheiten
NPL
ZU FORTGEFÜHRTEN
ANSCHAFFUNGSKOSTEN BEWERTET
Nicht überfällig
Überfällig
2.569,8
989,7
1,9
0,5
0,0
1
–
30 Tage
2,7
2,3
0,0
0,0
0,2
0,3
3,2
5,6
0,0
0,0
0,0
0,5
0,0
0,1
0,4
0,5
31 90 Tage
–
>ꢀ90 Tage
3,2
0,0
ZWISCHENSUMME
ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT
Nicht überfällig
2.578,0
989,7
0,1
0,1
0,0
0,0
0,0
0,0
5,6
0,0
0,0
0,5
0,0
0,0
0,5
ZWISCHENSUMME
GESAMT
2.578,1
989,7
157
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Risikovorsorgen des kreditrisikorelevan-
ten Portfolios.
Entwicklung der Risikovorsorgen bezogen auf das kreditrisikorelevante Portfolio
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
POCI
Gesamt
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2020
Umgliederung
0,0
–0,5
4,4
0,0
0,4
0,0
1,1
1,5
0,0
0,1
0,0
0,6
0,7
0,0
0,0
0,0
0,0
4,4
1,2
5,7
Zuführung aufgrund Neuerwerb
Neubewertung
0,0
–0,3
3,7
–0,2
–0,2
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2021
Für die finanziellen Vermögenswerte, die bereits bei Erwerb eine beeinträchtigte Boni-
tät aufweisen (Purchased or originated credit impaired, POCI), werden die über die Laufzeit
erwarteten Kreditverluste zunächst im bonitätsangepassten Effektivzinssatz berücksichtigt.
Daher wird zu Beginn keine Wertberichtigung gebildet. In der Folge werden die Veränderun-
gen der erwarteten Kreditverluste basierend auf laufenden Cashflow-Schätzungen negativ
oder positiv in der Risikovorsorge erfolgswirksam berücksichtigt. Der undiskontierte erwar-
tete Kreditverlust der in der Berichtsperiode erstmalig erfassten finanziellen Vermögens-
werte mit bereits bei Erwerb beeinträchtigter Bonität beträgt zum Zeitpunkt der Ersterfassung
11,9 Mio EUR.
Die Entwicklung der Risikovorsorgen bezogen auf die einzelnen Klassen von Finanz-
instrumenten stellt sich wie folgt dar (eine Darstellung der Entwicklung unterbleibt für jene
Klassen, für die keine wesentlichen Risikovorsorgen bestehen):
Entwicklung der Risikovorsorgen – Konsumkredite
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
POCI
Gesamt
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2020
Umgliederung
0,0
–0,5
3,7
0,0
0,4
0,0
1,0
1,4
0,0
0,1
0,0
0,5
0,5
0,0
0,0
0,0
0,0
3,7
0,9
4,6
Zuführung aufgrund Neuerwerb
Neubewertung
0,0
–0,3
2,9
–0,2
–0,2
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2021
Entwicklung der Risikovorsorgen – Girokonten
Mio EUR
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Gesamt
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2020
Zuführung aufgrund Neuerwerb
Neubewertung
0,0
0,1
0,0
0,1
0,0
0,0
0,1
0,1
0,0
0,0
0,2
0,2
0,0
0,1
0,3
0,3
STAND ZUM 31. DEZEMBER 2021
158
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der erfolgswirksamen Positionen in der Ent-
wicklung der Risikovorsorgen und Rückstellungen auf die GuV-Positionen (für den Vergleichs-
zeitraum 2020 unterbleibt die Darstellung mangels Wesentlichkeit):
Erträge aus Risikovorsorgen und Rückstellungen im Geschäftsjahr 2021
Mio EUR
Neubewertung
Sonstige
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Forderungen an Kund*innen
Konsumkredite
0,2
0,0
0,3
0,0
0,1
0,1
0,3
0,1
0,4
Girokonten
GESAMT
In der Spalte Sonstige werden die Erträge aus dem Eingang von bereits abgeschriebe-
nen Forderungen ausgewiesen.
Aufwendungen aus Risikovorsorgen und Rückstellungen im Geschäftsjahr 2021
Zuführung auf-
grund Neuerwerb
Mio EUR
Neubewertung
Sonstige
Gesamt
KREDITRISIKORELEVANTES PORTFOLIO
Forderungen an Kund*innen
Hypothekarkredite
0,6
3,7
0,1
4,4
0,1
1,1
0,3
1,5
0,0
0,0
0,2
0,2
0,7
4,9
0,5
6,1
Konsumkredite
Girokonten
GESAMT
In der Spalte Sonstige werden die Direktabschreibungen von finanziellen Vermögens-
werten erfasst.
Der saldierte Betrag aus Erträgen und Aufwendungen aus Risikovorsorgen und Rück-
stellungen in Höhe von 5,7 Mio EUR ist in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten
(siehe Punkt 10 Ergebnis aus Finanzdienstleistungen).
30.3.3 LIQUIDITÄTSRISIKO
Unter dem Liquiditätsrisiko versteht die Bank die Gefahr, dass das Kreditinstitut den
gegenwärtigen oder zukünftigen finanziellen Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht mehr
vollständig oder nicht fristgerecht nachkommen kann, ohne dass erhebliche wirtschaftliche
Verluste entstehen.
Die Durchführung des Liquiditätsmanagements liegt in der Verantwortung des Bereichs
Treasury, wohingegen die Überwachung und Begrenzung des Liquiditätsrisikos durch das
strategische Risikomanagement erfolgt. Dem Bereich Risiko obliegt neben dem Vorschlag von
Limiten in Bezug auf liquiditätsbezogene Risiken die Überprüfung von deren Einhaltung. Zen-
trales Gremium für die Liquiditätssteuerung und das damit zusammenhängende strategische
Risikomanagement ist das ALCO. Im Rahmen dessen werden die aktuellen Ausprägungen der
Liquiditätsrisikokategorien, im Speziellen das Zahlungsunfähigkeitsrisiko und das Marktliquidi-
tätsrisiko, einem Review unterzogen.
Der Internal Liquidity Adequacy Assessment Process (ILAAP) beschreibt den insti-
tutsinternen Prozess zur Identifizierung, Messung, Steuerung und Überwachung sämtlicher
Liquiditätsrisiken.
159
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die aus dem Einlagenüberhang resultierende Liquidität soll in möglichst liquiden Pro-
dukten am Markt veranlagt werden, wobei Konzentrationen weitestgehend zu vermeiden sind.
Die Veranlagung in liquiden Wertpapieren folgt durch die zeitnahe Veräußerbarkeit in erster
Linie der Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dies stellt im Gegensatz zu allfälli-
gen Ertragsgesichtspunkten den primären Veranlagungszweck dar.
Aus einer risikostrategischen Betrachtung heraus ist eine enge Verzahnung zwischen
den Bereichen Treasury und Risikomanagement unverzichtbar, einerseits um operative Leer-
läufe zu vermeiden und andererseits um bei Warnsignalen aus dem Liquiditätsrisiko heraus
über Treasury möglichst schnell am Markt reagieren und Gegensteuerungsmaßnahmen setzen
zu können.
Die Einhaltung der Strategie und eines vertretbaren Risikoausmaßes wird durch einen
Katalog an Limiten und Vorgaben gewährleistet, diese sind z.ꢀB.:
Vorgaben an die Liquidität und das Ausfallrisiko der Instrumente des Treasury-
Portfolios
Einhaltung von Vorgaben zu Time-to-Wall und Survival-Horizon-Werten im
Liquiditätsstressfall
Regulatorische Liquiditätskennzahlen
Limite und Vorgaben werden durch die Abteilung strategisches Risikomanagement nach
einer Genehmigung im Risikokomitee festgeschrieben und deren Einhaltung laufend überwacht.
Bei Überschreitung eines Limits sind Eskalationsprozesse implementiert, die eine Information
des Strategischen Risikomanagements und in weiterer Folge des Bankvorstands und gegebenen-
falls des Aufsichtsrats sicherstellen. Hierfür sind keine Risikoberichte standardisierten Inhalts
vorgesehen, sondern die Art des jeweiligen Berichts hängt von der Art des überschrittenen
Limits ab.
Die Sicherstellung des Fortbestands des Instituts wird in der bank99 AG mithilfe einer
ökonomischen und einer normativen Perspektive gewährleistet. Die ökonomische Perspektive
wird mithilfe einer Liquiditätsablaufbilanz dargestellt und mit der Kennzahl Time-to-Wall
gemessen. Die normative Perspektive betrachtet die aufsichtsrechtlichen Kennzahlen Liquidity
Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR).
Der im EZB-Leitfaden definierte Management-Puffer wird in der bank99 AG durch die
über die aufsichtrechtlichen Mindestwerte hinausgehenden Vorgaben im Survival Horizon ent-
sprechend abgebildet. Zudem wird durch Treasury ein Notfallplan definiert, der die regelmäßige
Überwachung, Erkennung von Auslöseindikatoren, die Ableitung von Maßnahmen und die Kom-
munikationswege der Beteiligten definiert.
Die bank99 AG teilt die Produkte anhand ihrer Liquidität von den höchstliquiden und zu
weniger liquiden Produkten ein. Zur Berechnung der Counterbalancing Capacity (CBC) werden
zusätzlich zur bereits vorhandenen Liquidität weitere mögliche Liquiditätsquellen (z.ꢀB. zuge-
sagte (Bank-)Linien) berücksichtigt. Neben diesen bankinternen Liquiditätskategorien erfolgt
eine Klassifikation der vorhandenen Liquidität auch nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben (z.ꢀB.
hinsichtlich High Quality Liquid Assets (HQLA) für die Berechnung der LCR). Für unterschied-
liche Steuerungszwecke wird daher der jeweils angemessene Liquiditätspuffer (nach Abschlag
der jeweiligen Konservativitäts-Haircuts) herangezogen.
Gemäß aktuellen Planungsannahmen werden die lukrierten Kund*inneneinlagen aktiv-
seitig (außer in Konsumkrediten und Überschreitungen) ausschließlich in Investment-Grade-,
Staats- oder (in beträchtlich geringerem Ausmaß) Unternehmensanleihen, Bankanleihen
(Financials) und gedeckte Schuldverschreibungen investiert. Diese werden gemäß den oben
dargestellten Kriterien der jeweiligen Liquiditätskategorie zugeteilt.
Die Liquiditätsversorgung der bank99 AG erfolgt ausschließlich über eng mit dem
Geschäftsmodell einer Retailbank abgestimmte Refinanzierungsinstrumente. Das sind im
Wesentlichen täglich fällige Einlagen bestehend aus Giro- und Sparkonten. In Krisensituationen
besteht zusätzlich die Möglichkeit, auf die OeNB-Fazilitäten zurückzugreifen.
160
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die LCR wird auf täglicher Basis überwacht. Im Liquiditätsmonitoring auf monatlicher
Basis werden die NSFR und die Kennzahl Time-to-Wall überwacht.
Liquiditätsdeckungsquote
Mio EUR
2020
2021
Liquiditätspuffer
563,7
41,7
1.279,7
142,0
Netto-Liquiditätsabfluss
LIQUIDITÄTSDECKUNGSQUOTE
1.351,4ꢀ%
901,4ꢀ%
Zusammensetzung des Liquiditätspuffers
Mio EUR
2020
2021
Guthaben bei Zentralbanken abzüglich Mindestreserve
Zahlungsmittel
448,9
114,7
0,1
1.062,3
145,0
Anrechenbare Finanzanlagen
LIQUIDITÄTSPUFFER
72,5
563,6
1.279,7
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die verbleibenden vertraglichen Restlaufzeiten
der finanziellen Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen und der außerbilanziellen Risiko-
positionen:
Fälligkeitsanalyse auf Basis der verbleibenden Restlaufzeiten zum 31. Dezember 2020
Brutto-
Cashflow täglich fällig
Mio EUR
Buchwert
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen
GESAMT
0,2
519,5
1,5
0,2
519,5
1,5
0,2
519,5
1,5
521,2
521,2
521,2
161
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Fälligkeitsanalyse auf Basis der verbleibenden Restlaufzeiten zum 31. Dezember 2021
mehr als
3 Monate
bis 1 Jahr
Brutto-
Cashflow täglich fällig
bis
3 Monate
Mio EUR
Buchwert
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS
FINANZDIENSTLEISTUNGEN
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige Verbindlichkeiten aus Verrechnungen
ZWISCHENSUMME
0,3
2.532,9
8,3
0,3
2.532,9
8,3
0,3
2.525,4
8,3
0,0
5,2
0,0
5,2
0,0
2,2
0,0
2,2
2.541,5
2.541,5
2.534,1
AUSSERBILANZIELLE RISIKOPOSITIONEN
Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen
Kreditrisiken aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen
ZWISCHENSUMME
2,1
48,7
2,1
48,7
0,0
0,0
2,1
48,7
50,8
56,0
0,0
0,0
0,0
2,2
50,8
50,8
0,0
GESAMT
2.592,3
2.592,3
2.534,1
Die Berechnung der Brutto-Cashflows erfolgt bei den nicht derivativen finanziellen Ver-
bindlichkeiten inklusive der geschätzten Zinszahlungen.
Bei den Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftungen sowie bei den Kreditrisiken
aus noch nicht in Anspruch genommenen Kreditzusagen wird bei der Darstellung der Laufzeit auf
den ersten möglichen Zeitpunkt der Inanspruchnahme abgestellt.
30.3.4 MARKTRISIKO
Marktrisiko ist die Gefahr eines Verlustes, der aufgrund nachteiliger Veränderungen von
Marktpreisen und von diesen abgeleiteten Parametern eintreten kann. Diese Marktwertverän-
derungen können in der Gewinn- und Verlustrechnung, im sonstigen Ergebnis oder in den stillen
Reserven aufscheinen. In der bank99 AG wird das Marktrisiko in das Zinsänderungsrisiko und
das Credit-Spread-Risiko unterteilt. Fremdwährungsrisiken oder ein Marktrisiko aus Handels-
positionen sind aufgrund des Geschäftsmodells der bank99 AG nicht vorhanden.
ZINSÄNDERUNGSRISIKO IM BANKBUCH
Eine Messung des Zinsänderungsrisikos im Bankbuch erfolgt sowohl hinsichtlich mögli-
cher Änderungen des wirtschaftlichen Werts (Economic Value of Equity, EVE) als auch hinsichtlich
von Änderungen der Nettozinserträge (Net Interest Income, NII).
Sämtliche Positionen (sowohl Kund*innengeschäft als auch das Treasury Portfolio und
sonstige Positionen) werden im Bankbuch gehalten und werden, sofern aus den jeweiligen
Positionen ein Zinsänderungsrisiko (EVE, NII) erwächst, bei der Steuerung und Begrenzung des
Zinsänderungsrisikos berücksichtigt. In der barwertigen Sicht (EVE) werden daher alle zinssen-
sitiven Positionen (einschließlich zinssensitiver Rückstellungen) berücksichtigt. In der NII-Per-
spektive werden alle zinstragenden Positionen berücksichtigt.
Verantwortlich für die operative Steuerung des Zinsänderungsrisikos ist die Abteilung
Treasury. Die Überwachung und Begrenzung des Zinsänderungsrisikos liegt im Verantwortungs-
bereich des strategischen Risikomanagements.
162
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Rahmen der barwertigen Steuerung des Zinsänderungsrisikos (EVE-Perspektive)
erfolgt die Begrenzung dieses Risikos mittels:
Überwachung und Begrenzung des barwertigen Value at Risk (VaR) zum Konfidenz-
niveau von 99,9ꢀ% im Rahmen des Gone-Concern-Ansatzes der Risikotragfähigkeit
Überwachung und Begrenzung der Änderung des wirtschaftlichen Eigenkapitals
(EVE) unter Anwendung von definierten EBA-Zinsschocks (Szenarien gemäß EBA/
GL/2018/02)
Zur Quantifizierung des Zinsänderungsrisikos werden Zins-Gap-Analysen aufgrund von
Zinsbindungsbilanzen erstellt, die sämtliche Positionen (Aktiva und außerbilanzmäßige
Geschäfte) umfassen. Positionen mit unkonkreten Zinsbindungen werden anhand von statisti-
schen Modellen sowie von Expert*innenschätzungen abgebildet und regelmäßig überprüft.
Die Risikoquantifizierung basiert auf einem VaR-Ansatz (historische Simulation). Die Bar-
wertveränderung wird auf Grundlage der sechs EBA-Szenarien ermittelt, wobei die Szenarien
für die Going-Concern-Sicht mit einen Konfidenzniveau von 95ꢀ% und einer Haltedauer von einem
Jahr und für die Gone-Concern-Sicht mit einem Konfidenzniveau von 99,9ꢀ% skaliert werden.
Das Zinsänderungsrisiko ist eine ertragsbasierte Messgröße und quantifiziert das Risiko
einer Änderung des budgetierten Nettozinsertrages bei einer Veränderung der Zinsstruktur-
kurve. Die Berechnung erfolgt für die sechs EBA-Szenarien sowie für eine Parallelverschiebung
der Zinsstrukturkurve um 100 Basispunkte (bp) hinauf und hinunter.
Auf Basis der OeNB-Zinsrisikostatistik liegt das Zinsrisiko, verglichen mit aufsichtsrecht-
lichen Grenzen (20ꢀ% der anrechenbaren Eigenmittel), weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Value at Risk – EVE
Mio EUR
2020
2021
VaR EVE
–1,6
–19,5
Die Ergebnisse der Berechnung unter den EBA-Szenarien sind in der folgenden Tabelle
dargestellt:
NPV
2021
NII
2021
Shift
2020
21,60ꢀ%
–4,20ꢀ%
–4,20ꢀ%
12,40ꢀ%
18,10ꢀ%
4,20ꢀ%
2020
9,00ꢀ%
Parallel up
Parallel down
Steepener
Flattener
19,50ꢀ%
4,30ꢀ%
9,20ꢀ%
–1,84ꢀ%
–1,84ꢀ%
9,26ꢀ%
–2,00ꢀ%
–2,00ꢀ%
9,10ꢀ%
–8,70ꢀ%
15,30ꢀ%
17,50ꢀ%
–12,20ꢀ%
Short Rate up
Short Rate down
11,30ꢀ%
–2,00ꢀ%
11,51ꢀ%
–1,84ꢀ%
Die Veränderung des Zinsrisikos in den einzelnen Szenarien im Vergleich zum Vorjahr ist
durch die Übernahme des ING-Portfolios bedingt. Aufgrund von Analysen wurde zur Reduktion
des Zinsrisikos der Kauf von Anleihen der Republik Österreich und Frankreich vorgenommen.
163
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
CREDIT-SPREAD-RISIKO
Das Credit-Spread-Risiko ist das Risiko der negativen Veränderung des Marktwerts
von Finanzinstrumenten aufgrund von Verschlechterungen der Bonität des Emittenten, die am
Markt wahrgenommen wird.
Für die Ermittlung des Credit-Spread-Risikos werden für den Going-Concern-Ansatz
historische Änderungen von Benchmark Credit Default Swap (CDS) Spreads von Peer Groups
herangezogen. Die historische Änderung (fünfjährige Time Series) der CDS-Spreads wird auf
die Modified-Duration der jeweiligen Anleihen angewendet, um eine Barwertverteilung zu
bilden. Die Summe der Wertänderungen über alle Anleihen im Portfolio ergibt eine allgemeine
Barwertverteilung. Das Ergebnis für das 95-%-Konfidenzniveau wird als jeweiliges Quantil
(95ꢀ% VaR) genommen. Das derart quantifizierte Risiko entspricht dem Risiko einer bilanziellen
Abwertung zum Konfidenzniveau von 95ꢀ%.
Die Berechnungslogik im Gone-Concern-Ansatz entspricht dem Going-Concern Ansatz,
wird aber abweichend davon für ein Konfidenzniveau von 99,9ꢀ% berechnet.
Credit-Spread-Risiko
Mio EUR
2020
2021
Credit-Spread-Risiko
0,0
–0,7
30.3.5 OPERATIONELLES RISIKO
Unter operationelles Risiko wird die Gefahr von Verlusten infolge der Unangemessenheit
oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen, Systemen oder externen Ereignissen
sowie die damit in Verbindung stehenden Rechtsrisiken verstanden. Das OpRisk-Management-
Rahmenwerk umfasst eine Vielzahl relevanter Aktivitäten, Prozesse und Systeme. Umfasst sind
beispielsweise willentliches und fahrlässiges Fehlverhalten, Interessenkonflikte, Verluste als Folge
unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Cyberattacken, Systemausfälle etc.
Zudem weist der Geschäftsbetrieb der Bank eine Reihe von Auslagerungen von Tätigkeiten auf
und das sich daraus ergebende Risiko wird ebenso unter dem operationellen Risiko subsumiert.
Die operationellen Risiken können mittels eines adäquat ausgestalteten und den Markt-
standards entsprechenden internen Kontrollsystems (IKS) zwar minimiert, jedoch nicht gänzlich
ausgeschlossen werden. Darüber hinaus stellt die Auslagerung bestimmter Tätigkeiten an das
ARZ, die Bank Burgenland sowie das Mutterunternehmen Österreichische Post AG besondere
Anforderungen an das IKS der Bank und führt zu zusätzlichem operationellen Risiko. Entspre-
chend den vorgenannten Umständen wird das operationelle Risiko der bank99 AG im Rahmen
der Risikomaterialitätsbeurteilung für die Erstellung des Risikoprofils als wesentlich bewertet
und durch das Non-Financial Risk Management in enger Abstimmung mit dem strategischen
Risikomanagement und dem*der Auslagerungsbeauftragten überwacht und gesteuert.
Die bank99 AG steuert ihre operationellen Risiken nach den Prinzipien Prevent – Detect –
Mitigate. Die bank99 AG setzt diese Prinzipien insbesondere dadurch um, dass der Vorstand
der Bank, die Führungskräfte und alle anderen Mitarbeiter*innen der Bank, insbesondere das
Non-Financial Risk Management, bei allen ihren Tätigkeiten mögliche operationelle Risiken
berücksichtigen und, soweit möglich, vermeiden, diese so früh als möglich erkennen und mes-
sen sowie gezielt steuern und mindern.
Die bank99 AG setzt unter anderem folgende Werkzeuge zur Identifikation potenziel-
ler operationeller Risiken ein.
164
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Risikomaterialitätsbeurteilung Zumindest jährlich bzw. anlassbezogen erhebt das
strategische Risikomanagement in enger Zusammenarbeit mit dem Non-Financial Risk
Management und den jeweiligen Fachabteilungen die potenziell vorhandenen Risiken und
beurteilt deren Wesentlichkeit. Als wesentlich wird ein Risiko dann beurteilt, wenn sowohl des-
sen Eintrittswahrscheinlichkeit als auch das Verlustpotenzial aus diesem Risiko als hinreichend
groß betrachtet werden.
Risk and Control Self Assessment Zumindest jährlich bzw. anlassbezogen aktualisiert
das Non-Financial Risk Management Prozessrisiken und Kontrollen in den jeweiligen Fachabtei-
lungen. Ziel ist es, das Bewusstsein für operationelle Risiken in den Abteilungen zu verbessern
und eine systematische Bestandsaufnahme möglicher oder vorhandener Risiken zur Prozess-
verbesserung zu schaffen und die Effektivität der Kontrollen zu bewerten. Das Self Assessment
wird in Form eines Excel-Fragebogens (Risikokontrollmatrix) durchgeführt.
Key-Risk-Indikatoren Key-Risk-Indikatoren stellen Frühwarnsysteme dar, welche früh-
zeitig auf latente operationelle Risiken hinweisen. Hierbei werden unterschiedliche Bereiche mit
einem hohen Potenzial an möglichen OpRisk-Schäden durch definierte Kennzahlen regelmäßig
überwacht.
Auch die Auswertung der Verlusthistorie aus der Schadensfalldatenbank durch das
Non-Financial Risk Management liefert Hinweise zur Identifikation potenziell neuer operatio-
neller Risiken.
Zur Quantifizierung des unerwarteten Verlustes aus operationellem Risiko verwendet
die Bank den Basisindikatoransatz nach Art. 315 CRR. Die Daten für die Auswertung der Risiko-
indikatoren werden von verschiedenen Organisationseinheiten angeliefert und vom strategi-
schen Risikomanagement ausgewertet und anschließend in die tourliche Non-Financial-Risk-
Berichterstattung integriert.
30.3.6 SONSTIGE RISIKEN
Zu den sonstigen Risiken, die die bank99 AG als relevant eingestuft hat, gehören das
Makroökonomische Risiko – Verlustpotenziale, die durch das Exposure gegen-
über makroökonomischen Risikofaktoren bedingt sind wie z.ꢀB. Veränderung reale
BIP-Wachstumsrate, Anstieg der Arbeitslosigkeit, signifikante Veränderung der
Inflationsrate etc.
Risiko von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung – Risiko des Kreditinstituts,
für Zwecke der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden
Geschäftsrisiko – negative Effekte auf das Eigenkapital und die Erträge, die aus
geschäftspolitischen Entscheidungen, Veränderungen, fehlerhaftem unternehmeri-
schen Agieren im wirtschaftlichen Umfeld und mangelnder Entscheidungsfindung
resultieren
Reputationsrisiko – potenzieller nachteiliger Effekt, der durch eine negative Meinung
oder Reputation über die Bank in Hinblick auf Kompetenz, Vertrauen, Integrität etc.
entsteht
Risiko einer übermäßigen Verschuldung – Leverage Risk – Risiko, das aus einer fakti-
schen oder möglichen Verschuldung des eigenen Instituts für dessen Stabilität entsteht
Modellrisiko – mögliche Verluste aus den Konsequenzen von Entscheidungen, die
auf den Ergebnissen von internen Ansätzen basieren und die auf Fehler in der Ent-
wicklung, Umsetzung und Anwendung solcher Ansätze zurückgehen
Zur Steuerung der sonstigen Risiken sind vor allem organisatorische und prozessuale
Maßnahmen implementiert. Im Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse wird für diese Risiken
ein konservativer Puffer vorgesehen.
165
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31. Sonstige Angaben
31.1 Erläuterungen zum Konzern-Cashflow-Statement
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen gemäß IAS 7 Barmittel,
Sichteinlagen und kurzfristige, liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungs-
mittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unter-
liegen. Finanzinvestitionen mit einer Restlaufzeit von nicht mehr als drei Monaten – gerechnet
vom Erwerbszeitpunkt – sind in der Regel als Zahlungsmitteläquivalente einzustufen.
Währungsdifferenzen Im Rahmen der Erstellung des Konzern-Cashflow-Statements
wird der Cashflow von Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, ver-
einfachend direkt in Euro ermittelt. Währungseffekte im Zusammenhang mit den Cashflows der
türkischen Tochtergesellschaft Aras Kargo a.s., deren funktionale Währung die türkische Lira ist,
werden allerdings gesondert ermittelt und auf Ebene der einzelnen Posten angepasst. Die Auswir-
kungen auf den Finanzmittelbestand der Gesellschaft werden im Konzern-Cashflow-Statement in
der Position Währungsdifferenzen im Finanzmittelbestand dargestellt. Mögliche Währungseffekte
der verbleibenden Nicht-Euro-Tochtergesellschaften werden als unwesentlich eingestuft.
Aus-/Einzahlungen aus dem Erwerb und der Veräußerung von Tochterunternehmen
Der Cashflow aus dem Erwerb und der Veräußerung von Tochterunternehmen setzt sich wie
folgt zusammen:
Mio EUR
2020
2021
AUSZAHLUNGEN FÜR UNTERNEHMENSERWERBE
Erwerbszeitpunkt aktuelles Geschäftsjahr (Kaufpreise)
Offene Kaufpreisverbindlichkeiten
–35,3
0,2
–27,7
0,0
Erwerbszeitpunkt Vorjahre (Restkaufpreisverbindlichkeiten)
ÜBERNOMMENE ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
–1,6
36,4
–0,3
0,0
364,2
336,5
Sonstige zahlungsunwirksame Vorgänge Die im Cashflow aus dem Ergebnis neutrali-
sierten sonstigen zahlungsunwirksamen Vorgänge setzen sich wie folgt zusammen:
2020
Mio EUR
angepasst1
2021
Ergebnis aus Anlagenverkäufen
–1,0
–8,9
4,3
–5,5
–1,4
2,5
Erfolgswirksame Bewertung von Wertpapieren und Anteilen zum beizulegenden Zeitwert
Zinsergebnis
Forderungsbewertungen
2,0
6,7
Erfolgsneutrale Veränderungen (IAS 19)
Erfolgswirksam erfasste Währungsdifferenzen
Erwerb Privatkund*innengeschäft ING-DiBa AG – Badwill
Verbindlichkeiten aus Erwerbsverpflichtungen von nicht beherrschenden Anteilen
Andere
–2,8
1,7
–6,3
–10,4
–14,1
13,2
8,4
0,0
0,0
5,7
1,1
–7,0
1
Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
166
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Finanzielle Vermögenswerte/Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen Die
zahlungswirksame Veränderung der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus
Finanzdienstleistungen stellt sich im Detail wie folgt dar:
Mio EUR
2020
2021
Forderungen an Kund*innen
–1,7
–0,3
–19,5
–73,1
1,2
Finanzanlagen
Sonstige
–8,7
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
–10,7
–91,4
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber Kund*innen
Sonstige
11,8
519,5
1,5
–9,6
295,0
–0,8
FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
532,9
284,6
FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE/VERBINDLICHKEITEN AUS FINANZDIENSTLEISTUNGEN
522,2
193,2
Gewährte Darlehen Im Geschäftsjahr 2021 enthielt der Posten Gewährte Darlehen wie
in der Vorperiode Ein- bzw. Auszahlungen von jeweils unter 1,0 Mio EUR.
Veränderung der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten Der Posten Veränderung
der kurzfristigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhaltet Ein- und Auszahlungen aus kurzfristig
revolvierenden Posten, die gemäß IAS 7.22 (a) saldiert ausgewiesen werden, sowie Ein- und Aus-
zahlungen aus kurzfristigen Barvorlagen, die gemäß IAS 7.22 (b) saldiert ausgewiesen werden.
Überleitung der anderen finanziellen Verbindlichkeiten Die Überleitung vom 1. Jänner
auf den 31. Dezember unter Berücksichtigung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit stellt
sich wie folgt dar:
Geschäftsjahr 2020
Verbindlichkeiten
gegenüber
Leasing-
Andere finanzielle
Verbindlichkeiten gesamt
Mio EUR
Kreditinstituten verbindlichkeiten
STAND AM 1. JÄNNER 2020
1,1
29,0
0,0
308,4
–40,8
19,0
309,5
–11,8
19,0
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Erwerb von Tochterunternehmen
Sonstige unbare Zu- und Abgänge
STAND AM 31. DEZEMBER 2020
0,0
35,0
35,0
30,1
321,5
351,6
Geschäftsjahr 2021
Verbindlichkeiten
gegenüber
Leasing-
Andere finanzielle
Verbindlichkeiten gesamt
Mio EUR
Kreditinstituten verbindlichkeiten
STAND AM 1. JÄNNER 2021
30,1
38,5
2,0
321,5
–50,9
2,8
351,6
–12,4
4,8
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
Erwerb von Tochterunternehmen
Sonstige unbare Zu- und Abgänge
STAND AM 31. DEZEMBER 2021
0,0
60,4
60,4
70,7
333,7
404,4
167
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der Finanzmittelbestand, wie er im Konzern-Cashflow-Statement dargestellt wird,
kann auf den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz wie
folgt übergeleitet werden:
31.12.2020
Mio EUR
angepasst1
31.12.2021
FINANZMITTELBESTAND
687,1
578,9
578,9
0,0
1.304,1
1.218,2
1.218,2
0,1
Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen
Zahlungsmittel und Guthaben bei Zentralbanken
Wertminderungen von Forderungen gegenüber Banken
ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
108,2
85,8
1
Anpassungen siehe Punkt 3.2 Änderung der Bilanzierungsmethoden und Anpassung der Vorjahreszahlen
31.2 Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Unternehmen
und Personen
Die Republik Österreich hält über die Österreichische Beteiligungs AG (kurz ÖBAG)
52,8ꢀ% der Aktien der Österreichischen Post AG. Damit zählen die Republik Österreich und
die unter ihrem beherrschenden oder maßgeblichen Einfluss stehenden Unternehmen zu den
nahestehenden Unternehmen und Personen des Österreichischen Post-Konzerns. Weiters
gehören alle Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen
zu den nahestehenden Unternehmen der Österreichischen Post AG. Die nahestehenden Personen
umfassen die Mitglieder der Leitungsorgane Aufsichtsrat und Vorstand der Österreichischen
Post AG sowie deren nahe Familienangehörige.
Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Österreichischen Post AG und ihren Tochter-
unternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. Die zum
Bilanzstichtag mit den konzernfremden nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen-
den offenen Posten werden in den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen ausgewiesen.
Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen bestehen nur inner-
halb des Leistungsspektrums des Österreichischen Post-Konzerns und werden zu fremdüblichen
Konditionen erbracht bzw. bezogen.
168
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt den Umfang der Geschäftsvorfälle mit Gemeinschaftsunter-
nehmen, assoziierten Unternehmen und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen:
Geschäftsjahr 2020
Andere
nahestehende
Unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Mio EUR
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge
1,8
8,5
193,1
31,4
194,8
39,9
Gesamte betriebliche Aufwendungen
Ausstehende Forderungen
1,9
1,7
31,6
2,8
33,4
4,5
Ausstehende Verbindlichkeiten
Geschäftsjahr 2021
Andere
nahestehende
Unternehmen
Assoziierte
Unternehmen
Mio EUR
Gesamt
Gesamte betriebliche Erträge
0,2
1,5
201,3
26,5
201,5
28,0
Gesamte betriebliche Aufwendungen
Ausstehende Forderungen
1,8
0,0
30,3
3,3
32,1
3,3
Ausstehende Verbindlichkeiten
Die betrieblichen Erträge betreffen in den Jahren 2020 und 2021 im Wesentlichen
Leistungen der BBG Bundesbeschaffung GmbH. Hier besteht eine Vereinbarung im Namen und
auf Rechnung des Bundes zur Auslieferung von Postsendungen von Bundeseinrichtungen. Im
Geschäftsjahr 2021 wurden Dienstleistungen in Höhe von 144 Mio EUR (2020: 129,8 Mio EUR)
für die vertraglich festgelegten Bundeseinrichtungen erbracht.
Bei den betrieblichen Aufwendungen handelt es sich überwiegend um IT- und Telefonie-
Dienstleistungen der A1 Telekom Austria AG in Höhe von 7,9 Mio EUR (2020: 11,7 Mio EUR) sowie
um bezogene Energie vom OMV-Konzern in Höhe von 2,2 Mio EUR (2020: 2,3 Mio EUR).
169
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die folgende Tabelle zeigt die Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rück-
stellungen für Vergütungen, die an Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands gewährt wurden:
Geschäftsjahr 2020
Mio EUR
Aufsichtsrat
Vorstand
Gesamt
Kurzfristig fällige Leistungen
0,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,4
4,3
0,3
0,0
0,0
2,2
6,8
4,7
0,3
0,0
0,0
2,2
7,2
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Dotierung für aktienbasiertes Vergütungsprogramm
Geschäftsjahr 2021
Mio EUR
Aufsichtsrat
Vorstand
Gesamt
Kurzfristig fällige Leistungen
0,4
0,0
0,0
0,0
0,0
0,4
4,4
0,3
0,0
0,0
1,3
6,0
4,8
0,3
0,0
0,0
1,3
6,4
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Dotierung für aktienbasiertes Vergütungsprogramm
170
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31.3 Aufwendungen für Abschlussprüfer
In den Geschäftsjahren 2020 und 2021 stellte sich das Honorar für den Abschlussprüfer
BDO Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wie folgt dar:
Leistungen Wirtschaftsprüfer
in TEUR
2020
2021
Konzern- und Jahresabschlussprüfungen zum 31.12.
Sonstige Leistungen
0,0
30,0
30,0
484,7
84,6
569,3
Das Honorar für den Abschlussprüfer des Vorjahres betrug im Geschäftsjahr 2020
301,3 TEUR für Konzern- und Jahresabschlussprüfungen zum 31. Dezember, 24,8 TEUR für
andere Bestätigungsleistungen und 128,0 TEUR für sonstige Leistungen.
31.4 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die ökosoziale Steuerreform wurde am 20. Jänner 2022 in dritter Lesung im Plenum
des Nationalrates beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körper-
schaftsteuersatzes von 25ꢀ% auf 23ꢀ% vor (2023: 24ꢀ%, 2024: 23ꢀ%). Die Auswirkungen auf die
latenten Steuern wurden im Punkt 16 Ertragsteuern erläutert.
Ereignisse nach dem Abschlussstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag
31. Dezember 2021 von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen
sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gemäß IAS 10 zu erfassen sind, wurden im
Konzernabschluss berücksichtigt. Andere berichtspflichtige Ereignisse nach dem Bilanzstich-
tag sind nicht eingetreten.
171
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31.5 Konzernunternehmen
31.12.2020
31.12.2021
Anteil in %
Einbezug1
Anteil in %
Einbezug1
Name und Sitz des Unternehmens
ACL advanced commerce labs GmbH, Graz
adverserve
70,00
VK
70,00
VK
adverserve Holding GmbH, Wien
100,00
100,00
75,00
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
EQ
100,00
100,00
75,00
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
adverserve digital advertising Services Gesellschaft m.b.H., Wien
adverserve digital advertising Services d.o.o., Zagreb
adverserve digital advertising Services Schweiz GmbH, Zürich
adverserve digital advertising Services Deutschland GmbH, Hamburg
Aras Kargo Yurtiçi ve Yurtdişi Taşimacilik A.Ş., Istanbul
Austrian Post International Deutschland GmbH, Bonn
bank99 AG, Wien
100,00
100,00
80,00
100,00
100,00
80,00
100,00
80,00
100,00
90,00
City Express d.o.o., Belgrad
100,00
70,00
100,00
100,00
D2D – direct to document GmbH, Wien
EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H.,
Haid bei Ansfelden
100,00
100,00
100,00
VK
VK
VK
100,00
100,00
100,00
VK
VK
VK
Express One d.o.o., Sarajevo
Express One Hungary Kft., Budapest
Express One Montenegro d.o.o. (vormals City Express Montenegro d.o.o.),
Podgorica
100,00
100,00
100,00
76,00
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
100,00
100,00
100,00
76,00
Express One Slovakia s.r.o. (vormals IN TIME s.r.o.), Ivanka pri Dunaji
feibra GmbH, Wien
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
VK
M&BM Express OOD, Sofia
Medien.Zustell GmbH, Wien
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
51,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
100,00
51,00
Overseas Trade Co Ltd d.o.o., Hrvatski Leskovac
Post 001 Finanzierungs GmbH, Wien
Post 002 Finanzierungs GmbH, Wien
Post 102 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 104 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 106 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 107 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 108 Beteiligungs- und Dienstleistungs GmbH, Wien
Post 202 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 206 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 207 Beteiligungs GmbH, Wien
Post 301 Beteiligungs GmbH, Wien
Post E-Commerce GmbH, Wien
Post Immobilien GmbH, Wien
Post IT Services GmbH, Wien
Post Systemlogistik GmbH, Wien
Post & Co Vermietungs OG, Wien
Post Wertlogistik GmbH, Wien
PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung GmbH, Wien
Scanpoint GmbH, Wien
Scanpoint Slovakia s.r.o., Nitra
sendhybrid ÖPBD GmbH, Graz
Slovak Parcel Service s.r.o., Ivanka pri Dunaji
100,00
100,00
172
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
31.12.2020
Einbezug1
31.12.2021
Anteil in %
Anteil in %
Einbezug1
Name und Sitz des Unternehmens
trans-o-flex Gruppe
trans-o-flex Logistics Group GmbH, Weinheim
Weber Escal d.o.o., Hrvatski Leskovac
ADELHEID/AEP
100,00
100,00
NK
VK
0,00
n. a.
VK
100,00
ADELHEID GmbH, Berlin2, 3
AEP GmbH, Alzenau2, 3
51,52
51,52
48,36
EQ
EQ
EQ
51,52
51,52
48,36
EQ
EQ
EQ
PHS Logistiktechnik GmbH, Graz
1
VK – Vollkonsolidierung, NK – Tochterunternehmen aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidiert, EQ – Equity-Bilanzierung
2
3
Das Ergebnis der nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen entspricht dem anteiligen Jahresergebnis der jeweiligen Unternehmensgruppe.
kein beherrschender Einfluss aufgrund vertraglicher Gestaltung bzw. rechtlicher Umstände
SONSTIGE BETEILIGUNGEN
Eigenkapital
Periodenergebnis
Mio EUR
Anteil in %
Mio EUR
Name und Sitz des Unternehmens
EURODIS GmbH, Weinheim
37,60
0,6
0,1
Der Vorstand der Österreichischen Post AG hat den Konzernabschluss zum 31. Dezem-
ber 2021 am 22. Februar 2022 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichts-
rat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu klären, ob er den Konzernab-
schluss billigt.
Wien, am 25. Februar 2022
Der Vorstand
DI DR. GEORG PÖLZL
Generaldirektor
Vorstandsvorsitzender
DI PETER UMUNDUM
Mitglied des Vorstands
Vorstand Paket & Logistik
DI WALTER OBLIN
Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstand Brief & Finanzen
173
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bestätigungs-
vermerk
174
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Österreichische Post Aktiengesellschaft,
Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) bestehend aus der Konzernbilanz zum
31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn und -Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnis-
rechnung, der Darstellung der Komponenten des Eigenkapitals und ihrer Entwicklung und der
Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Kon-
zernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzli-
chen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage
zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das
an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial
Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen Anforde-
rungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung
Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International
Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Stan-
dards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Kon-
zernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des Bestätigungsvermerks ausreichend und geeig-
net sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Sonstiger Sachverhalt
Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde von einem anderen Abschlussprü-
fer geprüft und am 1. März 2021 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem
pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des
175
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berück-
sichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachver-
halte dar:
1. Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung
2. Erstkonsolidierung des von der ING-DiBa erworbenen Privatkundengeschäfts
in Österreich
1. BEWERTUNG DER RÜCKSTELLUNGEN FÜR UNTERAUSLASTUNG
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen
Die in der Konzernbilanz enthaltenen Rückstellungen für Unterauslastung betragen
zum 31.12.2021 rd. 202,2 Mio EUR.
In die Bewertung dieser Rückstellungen gehen zukunftsbezogene Schätzungen und
Annahmen der gesetzlichen Vertreter über den Grad der Unterauslastung der jeweiligen Mit-
arbeiter, über künftige Gehaltssteigerungen und Fluktuationsabschläge sowie den ange-
messenen Diskontierungszinssatz ein. Die Bewertung ist daher mit Unsicherheiten behaftet,
zumal Änderungen der genannten Parameter wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der
Rückstellungen und das Jahresergebnis haben.
Für den Konzernabschluss besteht das Risiko einer unrichtigen Bewertung der Rück-
stellungen für Unterauslastung.
Verweis auf weitergehende Informationen
Nähere Informationen finden sich in den Abschnitten 6.16., 7.7. und 27.3. im Konzern-
anhang.
Prüferisches Vorgehen
Im Zuge unserer Prüfungshandlungen haben wir uns ein Verständnis darüber verschafft,
welche Prozesse und Kontrollen die Gesellschaft eingerichtet hat, die eine angemessene Bewer-
tung der Rückstellungen für Unterauslastung sicherstellen. Wir haben diese Prozesse nachvoll-
zogen und ausgewählte Kontrollen auf deren Ausgestaltung, Implementierung und Effektivität
evaluiert. Die der Bewertung zugrunde liegenden Parameter und Annahmen haben wir mit den
für die Bewertung zuständigen Mitarbeitern besprochen, kritisch gewürdigt und deren Ange-
messenheit beurteilt. Im Rahmen einer Stichprobe von Mitarbeitern haben wir untersucht, ob
der für die Bewertung herangezogene Unterauslastungsgrad nachvollziehbar festgelegt wurde.
Wesentliche Veränderungen bei einzelnen Mitarbeitern haben wir analysiert und die Gründe
für die geänderte Bewertung hinterfragt. Bei neu in die Rückstellungen aufgenommenen Mit-
arbeitern bzw. bei nicht mehr in den Rückstellungen enthaltenen Mitarbeitern haben wir die
Ursachen dafür hinterfragt und die genannten Begründungen gewürdigt. Darüber hinaus haben
wir die in den Angaben zum Konzernabschluss dargestellten Sensitivitätsberechnungen nach-
vollzogen. Schließlich haben wir uns davon überzeugt, dass die Ergebnisse der Bewertungen
ordnungsgemäß verbucht wurden.
2. ERSTKONSOLIDIERUNG DES VON DER ING-DIBA ERWORBENEN PRIVATKUNDEN-
GESCHÄFTS IN ÖSTERREICH
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen
Mit dem Closing am 1.12.2021 hat der Konzern die Kontrolle über das Privatkundenge-
schäft der österreichischen Zweigniederlassung der ING-DiBA AG erlangt. Der Gesamtbetrag
der übertragenen Gegenleistung beträgt 26,6 Mio EUR. Gemäß den Bestimmungen des IFRS 3
sind die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten erworbenen Vermögenswerte und
übernommenen Schulden mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt anzusetzen.
176
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der erstmalige Ansatz basiert auf den vom Management getroffenen Annahmen sowie den
angewendeten Bewertungsmodellen. Bei der Ermittlung der Wertansätze waren insbesondere
für die Bewertung der Forderungen gegenüber Kunden umfangreiche Schätzungen bzw. Ermes-
sensentscheidungen zu treffen. Da das erworbene Nettovermögen (Wert der identifizierten
Vermögenswerte abzüglich der übernommenen Schulden) den Gesamtbetrag der Gegenleistung
übersteigt, ergibt sich ein in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgswirksam erfasster
passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von 14,2 Mio EUR.
Aufgrund der im Rahmen der Kaufpreisallokation zu treffenden Annahmen und Schät-
zungen bzw. der damit verbundenen Unsicherheiten ergibt sich für den Konzernabschluss das
Risiko einer fehlerhaften Bewertung der übernommenen Vermögenswerte bzw. Schulden.
Verweis auf weitergehende Informationen
Nähere Informationen finden sich im Abschnitt 4.2. des Konzernanhangs bei den Aus-
führungen zu den Änderungen im Konsolidierungskreis.
Prüferisches Vorgehen
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die vertraglichen Grundlagen und sonstigen
relevanten Unterlagen gelesen, um ein Verständnis über die wesentlichen Rahmenbedingungen
und Konditionen zu gewinnen. Auf dieser Basis haben wir beurteilt, ob der Erwerbszeitpunkt
zutreffend bestimmt worden ist.
Weiters haben wir überprüft, ob die angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden im Einklang mit den Bestimmungen des IFRS 3 stehen.
Bei der Überprüfung der zugrunde liegenden Annahmen und Schätzungen der beizule-
genden Zeitwerte für die Forderungen gegenüber Kunden haben wir hausinterne Bewertungs-
spezialisten beigezogen. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Forderungen
gegenüber Kunden sind umfangreiche Annahmen hinsichtlich der anzuwendenden Inputpara-
meter zu treffen. In diesem Zusammenhang haben wir eine Würdigung vorgenommen, ob die
angewendeten Inputparameter konsistent sind und der Kapitalisierungszinssatz in einer ange-
messenen Bandbreite zu öffentlich verfügbaren Informationen und Marktdaten steht.
Weiters haben wir beurteilt, ob die angesetzten immateriellen Vermögenswerte, die
bisher beim erworbenen Unternehmen nicht bilanziert waren, zutreffend identifiziert und bewer-
tet wurden.
Die Übernahme der Vermögenswerte und Schulden in die Konzernbuchhaltung haben wir
auf Basis der Closing-Accounts und der Buchungsbelege im SAP-System des Konzerns überprüft.
Abschließend haben wir uns davon überzeugt, dass der Geschäftsfall im Konzernanhang
angemessen dargestellt ist.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die
sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den
Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Den Corporate Governance-Bericht, den konsolidierten Nichtfinanziellen Bericht und
die Erklärung der gesetzlichen Vertreter haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks
erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem
Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen
Informationen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben.
In Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verant-
wortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und zu würdigen, ob die sonstigen Informa-
tionen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschluss-
prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
177
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsver-
merks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den
Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vor-
liegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammen-
hang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des
Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlus-
ses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Ver-
mögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertre-
ter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstel-
lung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür ver-
antwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurtei-
len, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern
einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigten,
entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben
keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungs-
prozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss
als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine
in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine
wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angese-
hen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie
die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und den österreichi-
schen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren
eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungs-
handlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungs-
nachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungs-
urteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche
falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern
resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen,
178
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraft-
setzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten inter-
nen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirk-
samkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewand-
ten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch
die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnach-
weise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schluss-
folgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet,
in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernab-
schluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungs-
nachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr
des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernab-
schlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein
möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen
der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungs-
urteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung,
Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Allein-
verantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten
Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsys-
tem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten
beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns
mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise
angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss
ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Kon-
zernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssach-
verhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus
oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestä-
tigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die nega-
tiven Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen
würden.
179
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen
Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlagebe-
richts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung
des Konzernlageberichts durchgeführt.
URTEIL
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und steht in
Einklang mit dem Konzernabschluss.
ERKLÄRUNG
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und
des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehler-
hafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 15. April 2021 als Abschlussprüfer gewählt.
Wir wurden am 14. Mai 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir wurden für das Geschäftsjahr 2021
erstmalig mit der Prüfung des Konzernabschlusses beauftragt.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit
dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der
EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unab-
hängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist
Herr Mag. Gerhard Posautz.
Wien, 25. Februar 2022
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerhard Posautz e.ꢀh.
Mag. Peter Bartos e.h.
Wirtschaftsprüfer
Wirtschaftsprüfer
180
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
JAHRESABSCHLUSS
DER ÖSTER-
REICHISCHEN
POST AG
182 JAHRESABSCHLUSS
217 LAGEBERICHT
243 BESTÄTIGUNGSVERMERK
181
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Jahres-
abschluss
182
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Jahresabschluss 2021
Österreichische Post AG
Einzelabschluss nach österreichischem UGB
183
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Anlagenverzeichnis
Bilanz zum 31. Dezember 2021
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2021
184
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bilanz zum 31. Dezember 2021
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
EUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
TEUR
Aktiva
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
ꢀ. Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
ꢅ. Firmenwert
ꢀꢁ.ꢂꢃꢂ
ꢅ
ꢀꢄ.ꢂꢁꢅ.ꢆꢅꢄ
ꢀ.ꢇꢈꢀ
ꢄ. geleistete Anzahlungen
ꢀ.ꢆꢂꢉ
ꢁꢄ.ꢄꢅꢁ
ꢄꢄꢆ.ꢀꢂꢅ
ꢁꢆ.ꢀꢃꢂ.ꢆꢄꢇ
II. SACHANLAGEN
ꢀ. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
ꢅ. technische Anlagen und Maschinen
ꢄꢀꢈ.ꢀꢆꢂ
ꢆꢀ.ꢃꢃꢂ
ꢄꢄꢁ.ꢄꢀꢁ.ꢆꢈꢀ
ꢂꢇ.ꢁꢆꢉ.ꢆꢉꢅ
ꢀꢁꢂ.ꢄꢁꢄ.ꢁꢉꢃ
ꢃꢇ.ꢂꢅꢆ.ꢇꢂꢄ
ꢇꢅꢅ.ꢂꢄꢉ.ꢈꢈꢃ
ꢄ. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
ꢇ. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
ꢀꢃꢂ.ꢅꢅꢈ
ꢃꢇ.ꢆꢉꢉ
ꢇꢁꢂ.ꢈꢈꢇ
III. FINANZANLAGEN
ꢀ. Anteile an verbundenen Unternehmen
ꢅ. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
ꢄ. Beteiligungen
ꢃꢆꢆ.ꢀꢇꢈ
ꢀ.ꢉꢇꢈ
ꢁꢇꢃ.ꢈꢅꢉ.ꢀꢀꢄ
ꢁꢄꢃ.ꢇꢇꢈ
ꢆ.ꢇꢉꢉ
ꢆ.ꢇꢉꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢅꢇ.ꢁꢇꢆ.ꢅꢈꢅ
ꢇꢇꢁ.ꢄꢆꢅ
ꢇ. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
ꢃ. Sonstige Ausleihungen
ꢇꢇ.ꢁꢇꢆ
ꢇꢁꢇ
ꢇꢆꢂ.ꢈꢃꢇ
ꢁ.ꢂꢈꢆ.ꢀꢀꢀ
ꢇꢈꢉ.ꢄꢅꢃ.ꢂꢁꢅ
ꢁ.ꢀꢆꢉ.ꢆꢆꢂ.ꢆꢈꢂ
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. VORRÄTE
ꢀ. Hilfs- und Betriebsstoffe
ꢅ. Waren
ꢀꢉ.ꢄꢈꢅ
ꢇ.ꢂꢂꢇ
ꢀꢉ.ꢃꢁꢄ.ꢂꢉꢈ
ꢇ.ꢂꢈꢄ.ꢁꢁꢇ
ꢁꢅ.ꢅꢀꢈ.ꢅꢈꢁ
ꢁꢅ.ꢀꢇꢇ
II. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
ꢀ. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢅꢄꢁ.ꢆꢇꢆ
ꢇꢃ.ꢆꢅꢁ
ꢀꢉꢁ
ꢅꢇꢀ.ꢀꢆꢉ.ꢃꢉꢃ
ꢂꢇ.ꢂꢄꢃ.ꢆꢃꢉ
ꢉ
ꢅ. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢄ. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢇ. sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢃ.ꢃꢅꢀ.ꢆꢆꢀ; Vorjahr TEUR ꢈ.ꢅꢂꢇ
ꢀꢄꢀ.ꢆꢁꢆ
ꢆꢁꢆ.ꢇꢆꢄ
ꢁꢂ.ꢆꢈꢄ
ꢂꢁ.ꢇꢀꢇ.ꢇꢃꢆ
ꢆꢀꢂ.ꢅꢀꢃ.ꢄꢁꢆ
ꢁꢅ.ꢈꢄꢃ.ꢇꢀꢉ
III. KASSENBESTAND, GUTHABEN BEI KREDITINSTITUTEN
ꢆꢆꢂ.ꢆꢉꢁ
ꢀꢂ.ꢉꢄꢄ
ꢆꢇꢀ.ꢄꢆꢉ.ꢃꢂꢆ
ꢆꢁ.ꢉꢇꢃ.ꢃꢄꢁ
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
D. AKTIVE LATENTE STEUERN
ꢆꢉ.ꢄꢁꢆ
ꢆꢅ.ꢀꢃꢂ.ꢈꢈꢅ
ꢁ.ꢈꢉꢉ.ꢇꢂꢇ
ꢁ.ꢉꢃꢃ.ꢅꢅꢆ.ꢀꢅꢂ
185
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
EUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
TEUR
Passiva
A. EIGENKAPITAL
I. EINGEFORDERTES UND EINBEZAHLTES GRUNDKAPITAL
gezeichnetes Grundkapital
ꢄꢄꢈ.ꢈꢁꢄ
ꢄꢄꢈ.ꢈꢁꢄ.ꢀꢂꢉ
ꢀꢀꢈ.ꢈꢇꢀ
ꢀꢀꢈ.ꢈꢇꢀ.ꢁꢉꢃ
II. KAPITALRÜCKLAGEN
ꢀ. gebundene
ꢀꢅ.ꢅꢄꢈ
ꢈꢆ.ꢈꢁꢄ
ꢉꢁ.ꢃꢃꢃ
ꢀꢅ.ꢅꢄꢁ.ꢆꢀꢉ
ꢈꢆ.ꢈꢁꢄ.ꢀꢂꢉ
ꢉꢁ.ꢃꢃꢃ.ꢃꢃꢃ
ꢅ. nicht gebundene
III. GEWINNRÜCKLAGEN
ꢀ. gesetzliche Rücklage
ꢄꢃ.ꢉꢉꢉ
ꢀꢉ.ꢂꢀꢈ
ꢄꢃ.ꢉꢉꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢀꢉ.ꢂꢀꢁ.ꢂꢆꢃ
ꢆꢅ.ꢉꢁꢇ.ꢉꢄꢅ
ꢂꢇꢇ.ꢈꢂꢀ.ꢁꢄꢀ
ꢅ. andere Rücklagen (freie Rücklagen)
ꢆꢅ.ꢉꢁꢈ
IV. BILANZGEWINN
ꢂꢀꢀ.ꢂꢇꢅ
davon Gewinnvortrag: EUR ꢀꢅꢃ.ꢀꢆꢉ.ꢁꢂꢀ; Vorjahr: TEUR ꢀꢅꢀ.ꢉꢀꢃ
ꢈꢃꢈ.ꢉꢆꢅ
ꢁ.ꢁꢇꢄ
ꢈꢆꢁ.ꢆꢃꢀ.ꢀꢅꢄ
ꢀ.ꢉꢃꢅ.ꢄꢃꢉ
B. INVESTITIONSZUSCHÜSSE
C. RÜCKSTELLUNGEN
ꢀ. Rückstellungen für Abfertigungen
ꢅ. Steuerrückstellungen
ꢀꢀꢇ.ꢂꢇꢉ
ꢀꢂꢈ
ꢀꢅꢉ.ꢉꢉꢀ.ꢅꢇꢇ
ꢀꢁꢇ.ꢀꢉꢉ
ꢄ. sonstige Rückstellungen
ꢃꢁꢀ.ꢄꢂꢅ
ꢇꢈꢇ.ꢅꢂꢄ
ꢃꢂꢈ.ꢆꢇꢃ.ꢈꢂꢇ
ꢈꢁꢄ.ꢃꢁꢁ.ꢁꢀꢄ
D. VERBINDLICHKEITEN
ꢀ. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢈꢉ.ꢉꢉꢉ.ꢉꢉꢉ; Vorjahr: TEUR ꢄꢉ.ꢉꢉꢉ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢄꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢃꢆ
ꢈꢉ.ꢉꢉꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢄ.ꢆꢂꢃ.ꢀꢄꢂ
ꢀꢄꢂ.ꢁꢈꢇ.ꢇꢇꢉ
ꢀꢅꢁ.ꢈꢂꢆ.ꢇꢈꢆ
ꢉ
ꢅ. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢄ.ꢆꢂꢃ.ꢀꢄꢂ; Vorjahr: TEUR ꢃꢆ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢄ. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢀꢄꢂ.ꢁꢈꢇ.ꢇꢇꢉ; Vorjahr: TEUR ꢀꢇꢉ.ꢉꢂꢂ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢀꢇꢉ.ꢉꢂꢂ
ꢀꢀꢃ.ꢉꢆꢂ
ꢂꢃꢆ
ꢇ. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢀꢅꢁ.ꢈꢂꢆ.ꢇꢈꢆ; Vorjahr: TEUR ꢀꢀꢃ.ꢉꢆꢂ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢃ. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢂꢃꢆ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢉ; Vorjahr: TEUR ꢉ
ꢁ. sonstige Verbindlichkeiten
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢃꢃ.ꢆꢉꢀ.ꢆꢀꢃ; Vorjahr TEUR ꢆꢀ.ꢂꢀꢃ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢀꢅ.ꢅꢄꢅ.ꢄꢈꢉ; Vorjahr: TEUR ꢀꢁ.ꢀꢆꢁ
ꢂꢆ.ꢀꢉꢀ
ꢁꢆ.ꢉꢄꢇ.ꢀꢆꢃ
davon aus Steuern: EUR ꢂ.ꢆꢈꢁ.ꢄꢉꢁ; Vorjahr: TEUR ꢂ.ꢄꢆꢁ
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR ꢀꢉ.ꢅꢁꢆ.ꢂꢅꢆ; Vorjahr: TEUR ꢅꢃ.ꢇꢆꢇ
davon Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR ꢄꢂꢁ.ꢀꢁꢂ.ꢆꢈꢀ; Vorjahr: TEUR ꢄꢁꢆ.ꢀꢅꢉ
davon Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR ꢀꢅ.ꢅꢄꢅ.ꢄꢈꢉ; Vorjahr: TEUR ꢀꢁ.ꢀꢆꢁ
ꢀꢄꢆ.ꢀꢃꢅ
ꢂꢉ.ꢇꢄꢃ
ꢆꢃꢄ.ꢆꢃꢂ.ꢂꢆꢁ
ꢂꢄ.ꢄꢀꢁ.ꢄꢃꢈ
E. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
ꢁ.ꢈꢉꢉ.ꢇꢂꢇ
ꢁ.ꢉꢃꢃ.ꢅꢅꢆ.ꢀꢅꢂ
186
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Gewinn und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021
ꢀꢁꢀꢂ
EUR
ꢀꢁꢀꢁ
TEUR
ꢀ.ꢂꢆꢆ.ꢇꢈꢀ.ꢀꢀꢆ
ꢀ. Umsatzerlöse
ꢀ.ꢁꢂꢃ.ꢄꢅꢂ
ꢆꢆꢂ
ꢈ. aktivierte Eigenleistungen
ꢃꢁꢂ.ꢆꢇꢀ
ꢅꢇ.ꢃꢁꢃ.ꢅꢄꢁ
ꢆ.ꢇꢄꢉ.ꢈꢂꢀ
ꢅ. sonstige betriebliche Erträge
ꢈꢂ.ꢆꢁꢆ
a) Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen
ꢈ.ꢆꢃꢃ
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
ꢀꢄ.ꢈꢈꢂ
ꢃ.ꢆꢀꢇ.ꢄꢄꢅ
c) übrige
ꢀꢀ.ꢆꢂꢅ
ꢀꢃ.ꢂꢈꢀ.ꢄꢀꢉ
ꢉ. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
–ꢉꢃꢉ.ꢃꢄꢈ
–ꢉꢄ.ꢅꢃꢃ
–ꢉꢀꢂ.ꢈꢁꢃ
–ꢂꢅꢁ.ꢄꢁꢅ
–ꢆꢅꢆ.ꢅꢀꢇ
–ꢈꢇꢀ.ꢈꢆꢅ
–ꢀꢃꢁ
–ꢉꢂꢀ.ꢉꢇꢈ.ꢄꢇꢄ
–ꢉꢁ.ꢄꢂꢃ.ꢃꢆꢁ
–ꢉꢉꢈ.ꢁꢇꢄ.ꢁꢈꢆ
–ꢂꢁꢄ.ꢀꢉꢇ.ꢀꢇꢃ
–ꢆꢃꢁ.ꢃꢁꢃ.ꢆꢉꢀ
–ꢈꢀꢃ.ꢉꢄꢅ.ꢅꢃꢉ
–ꢀꢆꢈ.ꢆꢁꢃ
a) Materialaufwand
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
ꢄ. Personalaufwand
a) Gehälter
b) soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersversorgung
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
–ꢀꢇ.ꢉꢀꢁ
–ꢀꢆ.ꢆꢄꢁ.ꢁꢂꢉ
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
–ꢀꢁꢈ.ꢃꢀꢂ
–ꢁ.ꢇꢃꢁ
–ꢀꢁꢆ.ꢀꢉꢁ.ꢈꢃꢅ
–ꢀꢀ.ꢅꢆꢅ.ꢉꢈꢈ
–ꢁꢇ.ꢄꢄꢃ.ꢅꢀꢁ
dd) Sonstige Sozialaufwendungen
ꢃ. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
davon außerplanmäßige Abschreibungen: EUR ꢀ.ꢇꢃꢀ.ꢃꢅꢁ; Vorjahr: TEUR ꢇ
ꢆ. sonstige betriebliche Aufwendungen
–ꢆꢄ.ꢇꢀꢈ
–ꢈꢂꢄ.ꢆꢆꢀ
–ꢂ.ꢃꢈꢈ
–ꢅꢀꢉ.ꢉꢈꢅ.ꢅꢆꢈ
–ꢂ.ꢂꢄꢁ.ꢁꢆꢆ
a) Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag
b) übrige
–ꢈꢁꢃ.ꢀꢉꢂ
ꢂꢃꢄ.ꢁꢅꢅ
ꢀꢂ.ꢄꢁꢂ
–ꢅꢇꢉ.ꢉꢃꢉ.ꢉꢂꢃ
ꢂꢄꢆ.ꢅꢇꢈ.ꢅꢇꢆ
ꢀꢉꢁ.ꢂꢃꢂ.ꢆꢀꢄ
ꢃ. ZWISCHENSUMME AUS Z ꢂ BIS ꢄ (BETRIEBSERGEBNIS)
ꢂ. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR ꢀꢉꢁ.ꢂꢃꢂ.ꢆꢀꢄ; Vorjahr: TEUR ꢀꢂ.ꢄꢁꢂ
ꢀꢇ. Erträge aus anderen Wertpapieren des Finanzanlagevermögens
ꢀꢀ. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
ꢉꢄꢁ
ꢈꢁꢂ
ꢁꢅꢃ.ꢁꢉꢁ
ꢈꢅꢇ.ꢁꢉꢅ
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR ꢀꢃꢀ.ꢃꢁꢉ; Vorjahr: TEUR ꢀꢃꢈ
ꢀꢈ. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen
ꢀꢅ. Aufwendungen aus Finanzanlagen
ꢅꢈ.ꢀꢂꢉ
ꢀꢈ.ꢆꢇꢁ.ꢆꢄꢈ
–ꢉꢉ.ꢆꢇꢆ
–ꢀꢀꢃ.ꢆꢆꢀ.ꢅꢉꢇ
davon Abschreibungen: EUR ꢀꢀꢃ.ꢆꢅꢀ.ꢅꢉꢇ; Vorjahr: TEUR ꢉꢉ.ꢆꢇꢆ
davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen: EUR ꢀꢀꢃ.ꢆꢅꢀ.ꢅꢉꢇ; Vorjahr: TEUR ꢉꢉ.ꢆꢇꢉ
ꢀꢉ. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–ꢈ.ꢅꢃꢄ
ꢃ.ꢈꢃꢉ
–ꢀ.ꢁꢆꢀ.ꢈꢅꢁ
ꢈꢈ.ꢂꢁꢄ.ꢃꢅꢁ
ꢁ
ꢂꢅ. ZWISCHENSUMME AUS Z ꢆ BIS ꢂꢇ (FINANZERGEBNIS)
ꢂꢈ. UMGRÜNDUNGSGEWINN
ꢉꢆꢁ
ꢂꢄ. ERGEBNIS VOR STEUERN
ꢂꢃꢉ.ꢃꢁꢆ
–ꢉꢆ.ꢈꢄꢃ
–ꢅꢀ.ꢁꢃꢀ
–ꢀꢄ.ꢅꢂꢃ
ꢂꢂꢀ.ꢀꢃꢁ
ꢂꢂꢀ.ꢀꢃꢁ
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ꢀꢁ. Steuern vom Einkommen und Ertrag
a) laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag
b) latente Steuern vom Einkommen und Ertrag
ꢂꢆ. ERGEBNIS NACH STEUERN
ꢀꢁ. JAHRESÜBERSCHUSS
ꢈꢀ. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
ꢀꢀ. BILANZGEWINN
187
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Anhang für das Geschäftsjahr 2021
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ............................................................................................................................................................................................................. 188
1. Allgemeine Angaben......................................................................................................................................................................................................... 189
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden .................................................................................................................................................................189
2.1 Allgemeine Angaben.................................................................................................................................................................................................. 189
2.2 Klimawandel................................................................................................................................................................................................................ 189
2.3 COVID-19 Pandemie.................................................................................................................................................................................................. 190
2.4 Anlagevermögen......................................................................................................................................................................................................... 191
2.5 Umlaufvermögen........................................................................................................................................................................................................ 191
2.6 Latente Steuern...........................................................................................................................................................................................................192
2.7 Investitionszuschüsse................................................................................................................................................................................................192
2.8 Rückstellungen ............................................................................................................................................................................................................192
2.9 Verbindlichkeiten ........................................................................................................................................................................................................195
2.10 Umsatzsteuer .............................................................................................................................................................................................................195
2.11 Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals) bundesbedienstete Mitarbeitende .............................................................................196
2.12 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der Beamt*innen.........................................................................................196
2.13 Datenschutz................................................................................................................................................................................................................197
3. Erläuterungen zur Bilanz..................................................................................................................................................................................................198
3.1 Anlagevermögen..........................................................................................................................................................................................................198
3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.........................................................................................................................................200
3.3 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten..................................................................................................................................................201
3.4 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten...................................................................................................................................................................201
3.5 Aktive latente Steuern...............................................................................................................................................................................................201
3.6 Eigenkapital..................................................................................................................................................................................................................201
3.7 Investitionszuschüsse................................................................................................................................................................................................202
3.8 Rückstellungen ............................................................................................................................................................................................................203
3.9 Verbindlichkeiten ........................................................................................................................................................................................................204
3.10 Passive Rechnungsabgrenzungsposten..............................................................................................................................................................205
3.11 Haftungsverhältnisse ..............................................................................................................................................................................................205
3.12 Sonstige finanzielle Verpflichtungen..................................................................................................................................................................205
3.13 Aktienbasierte Vergütungsprogramme..............................................................................................................................................................205
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung.....................................................................................................................................................209
4.1 Umsatzerlöse ...............................................................................................................................................................................................................209
4.2 Aktivierte Eigenleistungen.......................................................................................................................................................................................209
4.3 Sonstige betriebliche Erträge .................................................................................................................................................................................209
4.4 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen ..................................................................................................................209
4.5 Personalaufwand.........................................................................................................................................................................................................210
4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen ...................................................................................................................................................................211
4.7 Erträge aus Beteiligungen........................................................................................................................................................................................211
4.8 Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen......................................................................................................212
4.9 Aufwendungen aus Finanzanlagen ........................................................................................................................................................................212
4.10 Zinsen und ähnliche Aufwendungen...................................................................................................................................................................212
4.11 Umgründungsgewinn ..............................................................................................................................................................................................213
4.12 Steuern vom Einkommen und Ertrag..................................................................................................................................................................213
5. Sonstige Angaben .............................................................................................................................................................................................................214
5.1 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen..............................................................................................................................214
5.2 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag..............................................................................................................................................214
5.3 Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats...............................................................................................................................................214
188
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
1. Allgemeine Angaben
Die Österreichische Post AG ist die landesweit führende Logistik- und Postdienstleiste-
rin. Zu den Hauptgeschäftsbereichen zählen die Beförderung von Briefen, Werbesendungen,
Printmedien und Paketen. Das Filialnetz der Österreichischen Post AG zählt zu den größten Pri-
vatkund*innennetzen des Landes und bietet seinen Kunden*innen in ganz Österreich hochwer-
tige Produkte und Services in den Bereichen Post, Bank und Telekommunikation.
Durch die flächendeckende und zuverlässige Versorgung der österreichischen Bevölke-
rung und Wirtschaft mit Postdienstleistungen liefert das Unternehmen einen wichtigen Beitrag
zur Aufrechterhaltung und Absicherung der Kommunikations- und Logistikinfrastruktur des
Landes.
Der Sitz der Österreichischen Post AG befindet sich in Wien, Österreich. Die Anschrift
lautet Rochusplatz 1, 1030 Wien. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Handelsgericht
Wien zu FN 180219d eingetragen. Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapital-
gesellschaft im Sinne des § 221 UGB.
Die Österreichische Post AG ist ein konsolidierungspflichtiges Mutterunternehmen im
Sinne des § 244 UGB und stellt gemäß § 245a Abs. 1 UGB ihren Konzernabschluss nach den
International Financial Reporting Standards (IFRS) auf.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
2.1 Allgemeine Angaben
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde nach den Rechnungslegungsvor-
schriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der geltenden Fassung,
unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie der Generalnorm, ein
möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermit-
teln, erstellt.
Für die Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit ein-
gehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der
Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt.
Dem Vorsichtsprinzip wurde Rechnung getragen, indem nur die am Abschlussstichtag
verwirklichten Gewinne ausgewiesen wurden. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste
wurden berücksichtigt.
Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenver-
fahren. Der Jahresabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge, sofern nicht anders ange-
führt, sind in tausend Euro (TEUR) angegeben. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und
Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte
Rechendifferenzen auftreten. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmetho-
den wurden beibehalten.
2.2 Klimawandel
Zum 31.12.2021 ergaben sich aus dem Klimawandel keine wesentlichen Auswirkungen
auf den Jahresabschluss der Österreichischen Post AG.
Zur effektiveren Aussteuerung der klimabezogenen Risiken und Verwirklichung des kli-
mabezogenen Chancenpotenzials hat die Österreichische Post AG eine integrierte Unterneh-
mens- und Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.
Auswirkungen des Klimawandels betreffen primär Zustellprozesse und Gebäudestan-
dards (Infrastruktur) und könnten in Zukunft Kostensteigerungen bewirken.
189
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Klimabezogene Themen und Risiken fließen über die Maßnahmenumsetzung zur Mini-
mierung der klimabezogenen Risiken entsprechend ihrer Priorisierung in die Finanzplanung
(Mittelfristplanung = vier Jahre) der Österreichischen Post AG. Relevante klimabezogene Maß-
nahmen haben in der Finanzplanung bei der Österreichischen Post AG vorwiegend Auswirkun-
gen auf die Investitionsausgaben, da darunter beispielsweise die Anschaffung von E-Fahrzeu-
gen und Photovoltaikanlagen fällt (i.e. Klimaschutzmaßnahmen).
Es bestehen aus derzeitiger Sicht keine wesentlichen oder sogar im Eintrittsfall nicht
durch Versicherungen - darunter fallen Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherungen, de-
ren Beiträge allerdings in Zukunft einer Steigerung durch Verschärfung des Klimawandels un-
terliegen könnten - abgedeckten Risiken aus den Auswirkungen des Klimawandels in Zusam-
menhang mit der Infrastruktur.
Daher sind nach derzeitiger Einschätzung keine wesentlichen nachteiligen Effekte auf
die Fortführung der Geschäftstätigkeit als solche zu erwarten, auch wenn mit höheren Kosten
z.B. aus nationalen CO2-Steuern und Abgaben kurz- und mittelfristig bzw. langfristig aus zu-
sätzlichen Maßnahmen bei Gebäudestandards und Zustellprozessen zur Verbesserung der Ar-
beitsbedingungen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels zu rechnen ist.
Da die weitere Entwicklung der Auswirkungen des Klimawandels mit Unsicherheiten be-
haftet ist, werden die Indikatoren des Klimawandels laufend überwacht. Die gewonnenen Er-
kenntnisse finden im Risikomanagementsystem der Österreichischen Post AG Berücksichti-
gung, das ständig bestehende Chancen und Risiken analysiert und aktualisiert, bewertet und
steuert.
2.3 COVID-19 Pandemie
Aufgrund der außergewöhnlichen Situation in der aktuellen COVID-19 Pandemie wurden
die möglichen Auswirkungen auf Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zuge der Erstellung
des Jahresabschlusses gesondert bzw. vertiefend untersucht.
In die Planungsrechnungen für die Unternehmensbewertungen der Anteile an verbunde-
nen Unternehmen sowie für die Bewertung der Immobilien wurden die rückläufigen Erwartun-
gen an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aufgrund der bestehenden Unsicherheiten durch
die COVID-19 Pandemie berücksichtigt. Insgesamt ergab sich daraus kein Bedarf für eine au-
ßerplanmäßige Abschreibung bzw. keine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Wert
der Immobilien.
Im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderun-
gen wurden die erwarteten Ausfallswahrscheinlichkeiten angepasst. Die Auswirkungen daraus
waren betraglich unwesentlich bzw. waren bislang auch keine wesentlichen Zahlungsausfälle zu
beobachten.
Die Österreichische Post AG musste als Vermieterin keine wesentlichen Zugeständnisse
im Zusammenhang mit der COVID-19 Pandemie einräumen bzw. kam es auch zu keinen wesent-
lichen Mietausfällen.
Aufgrund der weltweit bestehenden, durch COVID-19 bedingten Lieferengpässe bei be-
stimmten Rohstoffen und Produkten kann es künftig möglicherweise neben Preissteigerungen
(welche teilweise auch schon eingetreten sind) auch zu Verzögerungen, beispielsweise bei Infra-
struktur-Projekten oder Lieferung von Fahrzeugen kommen. Die Auswirkungen auf das Ge-
schäft und die Ertragslage werden derzeit noch nicht als wesentlich angesehen, jedoch laufend
überwacht.
Somit ergeben sich daraus keine Auswirkungen für den Jahresabschluss zum 31. De-
zember 2021.
Es wurden keine Kurzarbeit und auch sonst keine staatlichen Beihilfen (wie zB Fixkos-
tenzuschuss) in Anspruch genommen.
190
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2.4 Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden mit den Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Außerplanmä-
ßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung durchgeführt. Zu-
schreibungen werden bei Wegfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung bzw. bei
einer Wertaufholung maximal auf die fortgeschriebenen Anschaffungs- und Herstellungskosten
vorgenommen.
Die planmäßigen Abschreibungen werden linear unter Zugrundelegung folgender Nut-
zungsdauern und Abschreibungssätze berechnet:
Nutzungsdauer
in Jahren
Abschreibungssatz
in %
Immaterielle Vermögensgegenstände
Gebäude
ꢄ – ꢀꢉ
ꢀꢉ – ꢃꢉ
ꢆ – ꢀꢉ
ꢇ – ꢆ
ꢀꢉ,ꢉꢉ – ꢄꢄ,ꢄꢄ
ꢅ,ꢉꢉ – ꢀꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉ,ꢉꢉ – ꢀꢅ,ꢃꢉ
ꢀꢅ,ꢃꢉ – ꢅꢃ,ꢉꢉ
ꢀꢁ,ꢁꢈ – ꢄꢄ,ꢄꢄ
ꢃ,ꢉꢉ – ꢅꢉ,ꢉꢉ
Technische Anlagen und Maschinen
Fuhrpark
EDV- und technische Ausstattung
Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung
ꢄ – ꢁ
ꢃ – ꢅꢉ
Für Zugänge des 1. Halbjahres wird die volle Jahresabschreibung, für Zugänge des
2. Halbjahres die halbe Jahresabschreibung angesetzt.
Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten kleiner als EUR 800
werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. In der Entwicklung des Anlagevermögens werden sie
als Zu- und Abgang sowie Abschreibung des Geschäftsjahres ausgewiesen.
Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschrei-
bungen werden vorgenommen, wenn der beizulegende Zeitwert zum Abschlussstichtag niedri-
ger ist und die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind. Bei Anteilen an verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen wird der beizulegende Wert auf Basis einer Unternehmensbe-
wertung ermittelt. Es werden hierfür die erwarteten künftigen Cashflows mithilfe der Discoun-
ted-Cashflow-Methode unter Verwendung eines durchschnittlichen Kapitalkostensatzes
(Weighted Average Cost of Capital) auf ihren Barwert abgezinst. Die Ermittlung des beizulegen-
den Wertes für die bank99 AG erfolgt aufgrund der spezifischen Charakteristika von Finanzin-
stituten unter Anwendung eines Ertragswertverfahrens in Form des Dividend Discount Modells.
Dabei werden die den Eigentümer*innen zufließenden zukünftigen Ausschüttungen unter Ver-
wendung eines Eigenkapitalkostensatzes auf ihren Barwert abgezinst.
2.5 Umlaufvermögen
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Be-
achtung des Niederstwertprinzips. Die Bestandswertermittlung wird in einem ersten Schritt
nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren durchgeführt. Der zweite Schritt der Bewer-
tung umfasst eine gegebenenfalls erforderliche Abwertung auf einen zum Bilanzstichtag unter
dem Durchschnittspreis liegenden niedrigeren Einkaufspreis. Der letzte Bewertungsschritt be-
rücksichtigt die Gängigkeit der Vorräte. Nach Maßgabe der Umschlaghäufigkeit werden, wenn
nötig, vom Bestandswert entsprechende Abschläge (bis zu 100%) vorgenommen.
191
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Forderungen werden zum Nennwert angesetzt und zum Abschlussstichtag auf den
niedrigeren beizulegenden Wert abgewertet. Der niedrigere beizulegende Wert wird anhand von
statistisch ableitbaren Erfahrungswerten aus gleich gelagerten Sachverhalten ermittelt. Zu-
sätzlich werden erkennbare Einzelrisiken bei wesentlichen Forderungen berücksichtigt. Soweit
erforderlich, wird eine spätere Fälligkeit von Forderungen durch Abzinsung berücksichtigt.
Sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bewertet, soweit nicht im
Fall erkennbarer Einzelrisiken der niedrigere beizulegende Wert angesetzt wird.
Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.
Fremdwährungsforderungen werden mit dem Entstehungskurs oder mit dem niedrige-
ren Devisengeldkurs des Bilanzstichtages angesetzt. Die Forderungen aus dem internationalen
Postgeschäft werden großteils in Euro bzw. Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Bewer-
tung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Referenzkurs des International Monetary Fund
zum Bilanzstichtag.
2.6 Latente Steuern
Für Unterschiede zwischen unternehmensrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansät-
zen bei Vermögensgegenständen, Rückstellungen sowie Verbindlichkeiten, die sich in späteren
Geschäftsjahren voraussichtlich ausgleichen, werden latente Steuern angesetzt. Führen diese
Unterschiede in Zukunft zu einer Steuerentlastung, werden aktive latente Steuern in der Bilanz
ausgewiesen. Ergibt sich aus den Unterschieden insgesamt eine Steuerbelastung, wird eine
Rückstellung für passive latente Steuern gebildet.
2.7 Investitionszuschüsse
Investitionszuschüsse werden nach der Bruttomethode erfolgsneutral in einem geson-
derten Passivposten ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der betroffenen Anlage ertrags-
wirksam aufgelöst.
2.8 Rückstellungen
Rückstellungen für Abfertigungen werden für gesetzliche und vertragliche Ansprüche
von Angestellten gebildet. Die Rückstellung wird nach versicherungsmathematischen Grunds-
ätzen unter Zugrundelegung der Vorschriften der International Financial Reporting Standards
(IAS 19) berechnet. Die Bewertung erfolgt nach der Methode der laufenden Einmalprämien
(Projected Unit Credit Method) unter Zugrundelegung eines gesetzlichen Pensionsantrittsalters
von 60 bis 65 Jahren für weibliche und von 65 Jahren für männliche Angestellte unter Berück-
sichtigung der Übergangsbestimmungen gemäß Pensionsharmonisierungsgesetz 2003 und der
schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen. Beamt*innen haben grundsätzlich
keinen Anspruch auf Abfertigungszahlungen. Der sich aus der Aufzinsung der Rückstellung für
Abfertigungen ergebende Zinsaufwand wird im Finanzergebnis erfasst. Die sich aus der Ände-
rung der Parameter ergebenden Effekte werden im Personalaufwand ausgewiesen.
Die in der versicherungsmathematischen Berechnung berücksichtigten biometrischen
Annahmen beruhen auf den von der Aktuarvereinigung Österreichs herausgegebenen Rech-
nungsgrundlagen für die Pensionsversicherung („Sterbetafeln“). Für die Berechnung wurden die
veröffentlichten Rechtsgrundlagen für die Pensionsversicherung (Pensionstafeln AVÖ 2018-P)
herangezogen.
192
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:
ꢂꢃꢂꢁ
ꢂꢃꢂꢃ
Rechnungszinssatz
ꢀ,ꢉꢉ%
ꢄ,ꢅꢃ%
ꢉ,ꢉꢉ%
ꢀ,ꢅꢃ%
ꢇ,ꢉꢉ%
ꢉ,ꢉꢉ%
Gehaltssteigerung
Fluktuationswahrscheinlichkeit (gestaffelt)
Für Dienstnehmer*innen, deren Dienstverhältnis nach dem 31. Dezember 2002 begon-
nen hat, werden die Abfertigungsverpflichtungen durch die laufende Entrichtung entsprechen-
der Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse abgegolten.
Die sonstigen Rückstellungen werden in Höhe des bestmöglich geschätzten Erfüllungs-
betrages gebildet und berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und der Höhe nach noch nicht
feststehenden Verbindlichkeiten. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
Jahr werden mit einem marktüblichen Zinssatz (0,00% – 1,25%) abgezinst. Sie umfassen im
Wesentlichen Vorsorgen für Personal, für Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern,
für noch nicht konsumierte Urlaube, Unterauslastungen, Verpflichtungen für Personalanpas-
sungsmaßnahmen und sonstige ungewisse Verbindlichkeiten.
Für Verpflichtungen zur Zahlung von Jubiläumsgeldern wird eine Rückstellung gebildet.
In der Österreichischen Post AG bestehen zum Teil Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitenden,
bei Erreichen einer bestimmten Dienstzugehörigkeit Jubiläumsgelder auszuzahlen. Jubiläums-
gelder gebühren den Beamt*innen und den Angestellten nach Dienstordnung der Österreichi-
schen Post AG nach 25 Dienstjahren in Höhe eines 2-fachen Monatsgehaltes und nach 40
Dienstjahren in Höhe eines 4-fachen Monatsgehaltes. Eine Jubiläumszuwendung in Höhe des
4-fachen Monatsgehaltes kann gewährt werden, wenn der*die Beamt*in nach einer Dienstzeit
von 35 Jahren aus dem Dienststand ausscheidet und spätestens am Tag des Ausscheidens das
65. Lebensjahr vollendet. Die Angestellten im Kollektivvertrag Teil 1 erhalten Jubiläumsgelder
nach 20 Dienstjahren in Höhe eines Monatsbezuges, nach 25 Dienstjahren in Höhe eines
1,5-fachen Monatsgehaltes, nach 35 Dienstjahren in Höhe eines 2,5-fachen Monatsgehaltes
und nach 40 Dienstjahren in Höhe eines 3,5-fachen Monatsgehaltes.
Die Berechnung erfolgt analog dem Verfahren für die Abfertigungsrückstellung nach der
Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method). Ebenso erfolgt die Be-
rücksichtigung biometrischer Annahmen in der Berechnung analog zu dem unter den Rückstel-
lungen für Abfertigungen beschriebenen Vorgehen.
Der sich aus der Aufzinsung der Rückstellungen für Jubiläumsgelder ergebende Zinsauf-
wand wird im Finanzergebnis erfasst. Die sich aus der Änderung der Parameter ergebenden Ef-
fekte werden im Personalaufwand ausgewiesen.
Folgende Parameter wurden der Berechnung zu Grunde gelegt:
ꢂꢃꢂꢁ
ꢂꢃꢂꢃ
Rechnungszinssatz
ꢉ,ꢈꢃ%
ꢅ,ꢈꢃ% – ꢄ,ꢅꢃ %
ꢅ,ꢈꢉ% – ꢅꢀ,ꢃꢉ%
ꢀ,ꢉꢉ%
ꢄ,ꢃꢉ% – ꢇ,ꢉꢉ%
ꢉ,ꢂꢉ% – ꢀꢆ,ꢀꢉ%
Gehaltssteigerung
Fluktuationswahrscheinlichkeit (gestaffelt)
Unter der Rückstellung für Unterauslastung werden Vorsorgen im Zusammenhang mit
Mitarbeitenden subsumiert, die im Unternehmen ihren Arbeitsplatz verlieren bzw. ihre bishe-
rige Tätigkeit nicht mehr ausüben können und anderweitig nicht mehr eingesetzt werden kön-
nen. Dabei handelt es sich um Vorsorgen für Mitarbeitende, die der Organisationseinheit Post-
193
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Arbeitsmarkt zugeordnet wurden und deren Dienstverhältnisse zu drohenden Verlusten aus
schwebenden Geschäften führen. Weiters handelt es sich um Rückstellungen für beamtete Mit-
arbeitende, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähig-
keit befinden, um Vorsorgen für unkündbare Mitarbeitende, die unternehmensintern nach
fremdüblichen Gesichtspunkten – jedoch nicht kostendeckend – dauerhaft zur Verfügung ge-
stellt werden, sowie um Vorsorgen für Mitarbeitende, die sich im Programm zum möglichen
Ressortwechsel in verschiedene Bundesministerien befinden.
Die Rückstellung für den Post-Arbeitsmarkt wird für künftige Personalaufwendungen
von unkündbaren Mitarbeitenden (vor allem beamtete Mitarbeitenden) gebildet, die im Rahmen
des laufenden post-internen Organisationsprozesses zur Anpassung an die sich ändernden
Marktbedingungen ihren Arbeitsplatz verlieren und im Unternehmen nicht mehr oder nur mehr
in einem untergeordneten Ausmaß zur Leistungserbringung eingesetzt werden können. Diese
Dienstverhältnisse führen zu drohenden Verlusten aus schwebenden Geschäften, da bei diesen
keine Ausgewogenheit der Leistungsbeziehung besteht. Die Berechnung des Rückstellungsbe-
trags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung der jeweiligen Mitarbeitenden anfallenden
Aufwendungen unter Ansatz eines durchschnittlichen Unterauslastungsgrades sowie unter Be-
rücksichtigung eines Fluktuationsabschlags. Sofern unkündbare Mitarbeitende mangels Ein-
satzmöglichkeit im Unternehmen zu nicht kostendeckenden Konditionen an externe Unterneh-
men verleast werden, erfolgt die Ermittlung der Rückstellung unter Ansatz der prozentuellen
Kostenunterdeckung. Sämtliche Parameter werden laufend evaluiert und an sich ändernde Ver-
hältnisse angepasst.
Für beamtete Mitarbeitende, die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhe-
stand wegen Dienstunfähigkeit befinden, werden für noch zu erbringende Leistungen Vorsorgen
gebildet. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt als Barwert der noch zu erbringenden Leistun-
gen für den Zeitraum der erwarteten durchschnittlichen Verfahrensdauern.
Die Rückstellung für Personalkostenunterdeckungen wird für künftige Personalaufwen-
dungen von unkündbaren Mitarbeitenden (vor allem beamtete Mitarbeitende) gebildet, die un-
ternehmensintern nach fremdüblichen Gesichtspunkten dauerhaft – nicht kostendeckend – zur
Verfügung gestellt werden. Diese Dienstverhältnisse führen zu drohenden Verlusten aus schwe-
benden Geschäften, da bei diesen keine Ausgewogenheit der Leistungsbeziehung besteht. Die
Berechnung des Rückstellungsbetrags erfolgt als Barwert der bis zur Pensionierung anfallen-
den Kostenunterdeckung der jeweiligen Mitarbeitenden. Sämtliche Parameter werden laufend
evaluiert und an sich ändernde Verhältnisse angepasst.
Die Rückstellung für Mitarbeitende, die sich im Programm zum möglichen Ressortwech-
sel in verschiedene Bundesministerien befinden, basiert auf einer im Oktober 2013 mit dem
Bund abgeschlossenen Rahmenvereinbarung zum möglichen Ressortwechsel von Post- Mitar-
beitenden in verschiedene Bundesministerien. Dabei werden Ansprüche für Mitarbeitende, die
einem Wechsel bereits zugestimmt haben, für einen bestimmten festgelegten Zeitraum über-
nommen und entsprechend rückgestellt.
Der Barwert der einzelnen Rückstellungen wird unter Ansatz eines Abzinsungssatzes,
der erwarteten Gehaltssteigerung sowie eines Fluktuationsabschlages ermittelt.
Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen für den Post-Ar-
beitsmarkt zugrunde gelegt und deren Veränderung führte – ceteris paribus – jeweils zu folgen-
den Änderungen der Rückstellung für den Post-Arbeitsmarkt:
194
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
ꢂꢃꢂꢁ
Post Arbeitsmarkt
ꢂꢃꢂꢃ
Änderung in TEUR
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerung
ꢉ,ꢅꢃ%
ꢅ,ꢈꢃ%
ꢉ,ꢈꢃ%
ꢄ,ꢅꢃ%
–ꢇ.ꢇꢂꢁ
ꢇ.ꢃꢁꢉ
ꢈ.ꢉꢆꢄ
Fluktuationsabschlag
Unterauslastungsgrad
ꢀꢇ,ꢉꢉ%
ꢈꢃ,ꢈꢉ %
ꢀꢉ,ꢄꢉ%
ꢈꢅ,ꢈꢉ %
–ꢁ.ꢃꢅꢃ
Abweichend von der Einzelbetrachtung der Parameter führte dies gesamt zu einer Erhö-
hung der Rückstellung für den Post-Arbeitsmarkt in Höhe von TEUR 167 (2020: TEUR 153).
Folgende Parameter wurden bei der Berechnung der Rückstellungen für Mitarbeitende,
die sich in einem Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand bzw. im Programm zum möglichen
Ressortwechsel befinden, zugrunde gelegt:
ꢂꢃꢂꢁ
Sonstige Unterauslastung
ꢂꢃꢂꢃ
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerung
ꢉ,ꢉꢉ% – ꢉ,ꢃꢉ%
ꢅ,ꢈꢃ%
ꢉ,ꢉꢉ% – ꢀ,ꢉꢉ%
ꢅ,ꢈꢃ% – ꢄ,ꢅꢃ %
2.9 Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag unter Bedachtnahme auf den Grund-
satz der Vorsicht angesetzt.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem hö-
heren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Verbindlichkeiten aus dem internationa-
len Postverkehr werden großteils in Euro bzw. in Sonderziehungsrechten abgerechnet. Die Be-
wertung der Sonderziehungsrechte erfolgt zum Bilanzstichtag mit dem Referenzkurs des
International Monetary Fund.
2.10 Umsatzsteuer
UMFANG DER UMSATZSTEUERBEFREIUNG
In der Europäischen Union stellen die Postdienste ein wesentliches Instrument für Kom-
munikation und Informationsaustausch dar und spielen eine grundlegende Rolle im Rahmen der
Zielsetzungen des sozialen, wirtschaftlichen und territorialen Zusammenhalts in der Union. Um
diese Zielsetzung zu erreichen, werden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, einen Universaldienst
sicherzustellen, der ständig flächendeckend postalische Dienstleistungen einer bestimmten
Qualität zu tragbaren Preisen für alle Nutzer*innen bietet. Aus diesem Grund sind gemäß Arti-
kel 132 der EU-Richtlinie über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (2006/112/EG) dem
Gemeinwohl dienende Tätigkeiten (und somit auch von öffentlichen Posteinrichtungen ausge-
führten Dienstleistungen) steuerfrei. Das Urteil des EuGHs (C-357/07) konkretisiert den Begriff
„öffentliche Posteinrichtungen“ und schränkt die Umsatzsteuerbefreiung auf Leistungen ein,
die ein*e Betreiber*in von Universaldienstleistungen als solcher ausführt.
Durch die Verpflichtung, diese Regelungen in die nationale Rechtslage zu übernehmen,
wurde im österreichischen Umsatzsteuergesetz mit Wirkung 1. Jänner 2011 festgeschrieben,
dass nur mehr Universaldienstleistungen (v.a. Briefe bis 2 kg und Pakete bis 10 kg) eines Uni-
versaldienstbetreibers umsatzsteuerfrei sind (§ 6 Abs 1 Z 10 lit b UStG). Vom Universaldienst
ausdrücklich ausgenommen und daher auch von der oben genannten Umsatzsteuerbefreiung
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
sind jedoch Postsendungen, die bei Verteilzentren ausgeliefert werden. Dies gilt auch für Leis-
tungen, deren Bedingungen individuell ausgehandelt worden sind.
PRO-RATA-SATZ
Der Leistungsumfang der Österreichischen Post AG umfasst Produkte und Dienstleis-
tungen, die gemäß Umsatzsteuergesetz (UStG) sowohl steuerfrei (v.a. Universaldienstleistungen
sowie die Vermittlung von Bankdienstleistungen) als auch steuerpflichtig (restliche Produkte)
behandelt werden. Können Aufwendungen nicht exakt einem Umsatz zugeordnet werden, so
kommt beim Vorsteuerabzug der sogenannte Pro-rata-Satz zur Anwendung. Dieser stellt die
Relation der steuerpflichtigen Umsätze zu den gesamten Umsätzen dar und betrug im Ge-
schäftsjahr 2021: 61,69% (2020: 59,96%).
2.11 Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals)
bundesbedienstete Mitarbeitende
Mit Entscheid vom 11.ꢀNovemberꢀ2014 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nach
Vorlage durch den österreichischen Verwaltungsgerichtshof (VwGH) festgestellt, dass die im
Jahrꢀ2010 gesetzlich festgelegte Methodik zur Beseitigung der Altersdiskriminierungen im Ge-
haltssystem der Bundesbediensteten dem Unionsrecht widerspricht. Nachdem die Thematik
der Anrechnung von Vordienstzeiten nicht nur die der ÖsterreichischenꢀPostꢀAG zugeteilten Be-
amt*innen, sondern alle Beamt*innen des Bundes betraf, hat der österreichische Nationalrat
reagiert und bereits mit 21.ꢀJännerꢀ2015 eine umfassende Reform des Besoldungssystems des
Bundes vorgenommen. Mit dieser Reform wurde der Hauptkritikpunkt des EuGHs aufgegriffen
und umfassend beseitigt. Diese Besoldungsreform wurde selbstverständlich auch für die bei
der ÖsterreichischenꢀPostꢀAG beschäftigten Beamt*innen umgesetzt.
In einem neuerlichen Vorabentscheidungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof
zur Anrechnung von Vordienstzeiten im Bundesdienst erging am 8. Mai 2019 eine Entscheidung
durch den EuGH, wonach die Besoldungsreform 2015 ungenügend war. Als Folge daraus wurde
eine weitere Novellierung des Beamtendienstrechts seitens der Bundesregierung vorgenom-
men, nach der für jeden (ehemals) bundesbediensteten Mitarbeitenden die Frage der Anrech-
nung der Vordienstzeiten vor dem 18. Lebensjahr auf Einzelfallbasis neu zu beurteilen ist. Die
Österreichische Post AG hat mit der Umsetzung der Novelle zwischenzeitlich begonnen und im
Wege einer bestmöglichen Schätzung zum 31. Dezember 2021 eine Rückstellung in Höhe von
TEUR 13.334 (31.12.2020: TEUR 16.903) für die aus der Neuermittlung des Besoldungsdienst-
alters resultierenden Nachzahlungen gebildet.
2.12 Rückforderung von Beiträgen aus der Gehaltsabrechnung der
Beamt*innen
Die Österreichische Post AG bzw. ihre Rechtsvorgängerin haben im Zeitraum vom
1. Mai 1996 bis zum 31. Mai 2008 für die ihnen zugewiesenen Beamt*innen Beiträge aus der
Gehaltsabrechnung abgeführt. Aufgrund eines VwGH-Erkenntnisses des Jahres 2015 bestand
dafür jedoch keine gesetzliche Verpflichtung.
Daraus resultierend wurden der Österreichischen Post AG von 2015 bis 2019 Beiträge
in Höhe von insgesamt TEUR 141.115 vom Bundesfinanzgericht (BFG) zugesprochen. Im Gegen-
zug für die bislang insgesamt zugesprochenen Beiträge bestehen für die Österreichi-
sche Post AG allerdings Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen, die auf Basis einer Zah-
lungsaufforderung des Bundeskanzleramts per 31. Dezember 2021 in Höhe von TEUR 99.567
(31.12.2020: TEUR 99.567) rückgestellt wurden. Die Höhe der Ersatzleistungen ist mit erhebli-
chen Unsicherheiten behaftet, da aufgrund der Unsicherheiten in der Datenlage Auffassungs-
unterschiede zwischen dem Bundeskanzleramt und der Österreichischen Post AG bestehen.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2.13 Datenschutz
Die Datenschutzbehörde (DSB) hat in den letzten Geschäftsjahren 2019 und 2020 Ver-
waltungsstrafverfahren gegen die Österreichische Post AG wegen der Rechtswidrigkeit der Ver-
arbeitung von (als personenbezogen qualifizierten) Daten und der Verletzung von Betroffenen-
rechten im Sinne der DSGVO eingeleitet. Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des
Jahresabschlusses kamen diese Verfahren noch zu keinem finalen Abschluss.
Zusätzlich ist die Österreichische Post AG beklagte Partei in einer Reihe von zivilrechtli-
chen Schadenersatzverfahren.
In keinem dieser Verfahren ist es bislang zu einem rechtsgültigen Urteil gegen die Ös-
terreichische Post AG gekommen.
Für mögliche Risiken aus den Verwaltungsstrafverfahren sowie den zivilrechtlichen
Schadenersatzverfahren wurden im Wege einer bestmöglichen Schätzung Rückstellungen er-
fasst, die mit erheblichen Schätzunsicherheiten behaftet sind.
Auf weitere Angaben im Zusammenhang mit diesen Rückstellungen wurde verzichtet, da
diese Informationen Auswirkungen auf den Ausgang der laufenden Verfahren haben können
oder mögliche weitere Verfahren beeinflussen können.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3. Erläuterungen zur Bilanz
3.1 Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens und die Aufgliederung der
Abschreibung des Geschäftsjahres sind im Anlagenspiegel (Anlage 1) dargestellt.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine immateriellen Vermögensgegenstände von einem
verbundenen Unternehmen erworben (2020: TEUR 258).
In den Sachanlagen ist bei den Grundstücken der Österreichischen Post AG ein Grund-
wert von TEUR 103.324 (2020: TEUR 88.899) enthalten.
Die außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von TEUR 1.062 (2020: TEUR 0) betrifft
eine Software, deren strategische Ausrichtung im Geschäftsjahr 2021 einem Review unterzo-
gen und im Anschluss korrespondierend neu bewertet wurde.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden in Höhe von TEUR 116.589
(2020: TEUR 44.562) außerplanmäßig abgeschrieben:
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Post ꢉꢉꢀ Finanzierungs GmbH
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ꢃ.ꢈꢈꢀ
bankꢂꢂ AG
Post ꢀꢉꢇ Beteiligungs GmbH
Post ꢄꢉꢀ Beteiligungs GmbH
EMD - Elektronische- u. Mikrofilm- Dokumentationssysteme Ges.m.b.H.
ꢉ
ꢁꢉꢀ
ꢆꢆ.ꢅꢇꢂ
ꢁꢁꢇ.ꢅꢄꢉ
Bei der außerplanmäßigen Abschreibung der Post 001 Finanzierungs GmbH in Höhe von
TEUR 74.527 (2020: TEUR 0) handelt es sich im Wesentlichen um eine Anpassung des Wertes
aufgrund einer im Geschäftsjahr 2021 erfolgten Ausschüttung. Die außerplanmäßige Abschrei-
bung der bank99 AG in Höhe von TEUR 28.283 (2020: TEUR 40.356) wurde aufgrund von An-
laufverlusten in der Aufbauphase und der Ertragsaussichten der Zukunft vorgenommen.
Der Buchwert und der beizulegende Zeitwert der Wertpapiere des Anlagevermögens be-
tragen zu den Stichtagen:
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Buchwert
ꢇꢉ.ꢇꢄꢈ
ꢇꢉ.ꢁꢂꢀ
ꢅꢉ.ꢇꢄꢈ
ꢅꢉ.ꢄꢈꢉ
Beizulegender Zeitwert
Der Buchwert der Wertpapiere liegt im Geschäftsjahr über ihrem beizulegenden Wert.
Aufgrund der lediglich geringen Wertschwankung, die sich voraussichtlich über den Zeitverlauf
wieder ausgleichen wird, wurde auf die Vornahme einer außerplanmäßigen Abschreibung ver-
zichtet.
198
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Zuschreibungen der Anteile an verbundenen Unterneh-
men in Höhe von TEUR 12.709 vorgenommen (2020: TEUR 23.370):
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Post ꢅꢉꢁ Beteiligungs GmbH
Post ꢅꢉꢅ Beteiligungs GmbH
sendhybrid ÖPBD GmbH
ꢀꢆ.ꢅꢃꢇ
ꢉ
ꢀꢅ.ꢇꢆꢅ
ꢀꢅꢃ
ꢉ
ꢀꢉꢅ
ꢉ
Post ꢀꢉꢇ Beteiligungs GmbH
Post & Co Vermietungs OG
ꢄ.ꢅꢂꢄ
ꢀ.ꢆꢅꢄ
ꢂꢀ.ꢀꢈꢃ
ꢉ
ꢁꢂ.ꢈꢃꢉ
Zum 31. Dezember 2021 bestehen keine Ausleihungen des Finanzanlagevermögens mit
einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr (2020: TEUR 0).
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen der Österreichischen Post AG
Anteil zum
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
Eigenkapital zum
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
Jahresergebnis
ꢂꢃꢂꢁ
Name und Sitz der Gesellschaft
%
TEUR
TEUR
ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Medien.Zustell GmbH, Wien*)
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢉꢉ,ꢉꢉ
ꢂꢂ,ꢆꢉ
ꢄ.ꢀꢁꢉ
ꢁꢀꢉ
ꢀ.ꢁꢇꢁ
ꢅꢀꢂ
Post IT Services GmbH, Wien*)
Post & Co Vermietungs OG, Wien**)
Post ꢉꢉꢀ Finanzierungs GmbH, Wien
Post ꢀꢉꢅ Beteiligungs GmbH, Wien*)
Post ꢀꢉꢇ Beteiligungs GmbH, Wien
Post ꢀꢉꢁ Beteiligungs GmbH, Wien*)
Post ꢀꢉꢈ Beteiligungs GmbH, Wien*)
Post ꢅꢉꢅ Beteiligungs GmbH, Wien
Post ꢅꢉꢁ Beteiligungs GmbH, Wien
Post ꢅꢉꢈ Beteiligungs GmbH, Wien*)
Post ꢄꢉꢀ Beteiligungs GmbH, Wien*)
Post Immobilien GmbH, Wien*)
ꢅꢀꢂ.ꢁꢃꢅ
ꢂ.ꢉꢂꢃ
ꢀꢀ.ꢁꢀꢅ
ꢈ.ꢃꢆꢈ
ꢂꢃ
ꢈ.ꢂꢅꢃ
–ꢀ.ꢆꢉꢇ
–ꢇ
–ꢅ.ꢁꢈꢄ
–ꢀꢇ
ꢁ.ꢁꢆꢅ
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ꢃ.ꢉꢆꢁ
–ꢅꢇ
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ꢃꢈ.ꢃꢇꢂ
ꢀꢉ.ꢇꢅꢇ
ꢀ.ꢉꢁꢆ
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ꢀ.ꢇꢉꢇ
ꢅꢅ.ꢇꢅꢁ
ꢆ.ꢁꢅꢉ
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ꢇꢅ.ꢅꢂꢄ
ꢀꢆ.ꢆꢁꢃ
–ꢃ.ꢄꢆꢇ
ꢄꢃꢀ
Post Wertlogistik GmbH, Wien*)
–ꢇꢇꢉ
ꢅꢇ
EMD - Elektronische- u. Mikrofilm- Dokumentationssysteme Ges.m.b.H., Ansfelden*)
Post Systemlogistik GmbH, Wien*)
feibra GmbH, Wien*)
ꢀꢄ.ꢂꢇꢅ
ꢁ.ꢃꢈꢆ
ꢀ
adverserve Holding GmbH, Wien*)
Post ꢀꢉꢆ Beteiligungs- und Dienstleistungs GmbH, Wien*)
bankꢂꢂ AG, Wien*)
ꢅꢉꢆ
ꢂꢉ,ꢉꢉ
ꢀꢁꢃ.ꢀꢄꢉ
ꢇ.ꢅꢂꢅ
–ꢇꢂꢄ
–ꢀꢈ.ꢇꢆꢀ
ꢄ.ꢇꢆꢅ
–ꢀꢂꢈ
ACL advanced commerce labs GmbH, Graz
sendhybrid ÖPBD GmbH, Graz*), ***)
ꢈꢉ,ꢉꢉ
ꢃꢀ,ꢉꢉ
BETEILIGUNGEN
PHS Logistiktechnik GmbH, Graz
ADELHEID GmbH, Berlin
ꢇꢆ,ꢄꢁ
ꢅꢄ,ꢃꢆ
ꢀꢉꢆ
–ꢂꢅ
–ꢀꢅ
ꢄꢉ.ꢃꢁꢇ
*) Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG
**) Österreichische Post AG als unbeschränkt haftende Gesellschafterin beteiligt
***) Jahresabschluss 2020
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
In der außerordentlichen Hauptversammlung vom 15. November 2021 der bank99 AG
wurde von den beiden Aktionären Österreichische Post AG und Schelhammer Capital Bank AG
eine nicht verhältniswahrende Kapitalerhöhung beschlossen. Diese führte zu einer Erhöhung
der Anteile der Österreichischen Post AG an der bank99 AG von 80% auf 90% und einer Erhö-
hung der Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 86.600.
Die Österreichische Post AG hat über die Post 102 Beteiligungs GmbH 30% der Anteile
an der D2D-direct to Document GmbH um TEUR 1.138 erworben und hält nunmehr 100% der
Anteile.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Gesellschafterzuschüsse in Höhe von TEUR 73.716
(2020: TEUR 84.478) gewährt:
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
VERBUNDENE UNTERNEHMEN
bankꢂꢂ AG
ꢄꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢅ.ꢂꢉꢉ
ꢃ.ꢉꢉꢉ
ꢅꢃꢉ
ꢄꢁ.ꢉꢉꢉ
ꢄꢉ.ꢉꢉꢉ
ꢇ.ꢃꢉꢉ
ꢅ.ꢇꢃꢉ
ꢃꢉꢉ
ꢅꢁꢁ
Post & Co Vermietungs OG
Post ꢄꢉꢀ Beteiligungs GmbH
Post ꢀꢉꢅ Beteiligungs GmbH
adverserve Holding GmbH
Post ꢀꢉꢇ Beteiligungs GmbH
Post ꢅꢉꢁ Beteiligungs GmbH
Post Systemlogistik GmbH
Post ꢉꢉꢀ Finanzierungs GmbH
Post Wertlogistik GmbH
ꢉ
ꢉ
ꢄꢁ.ꢈꢆꢆ
ꢇ.ꢆꢃꢉ
ꢄ.ꢅꢂꢉ
ꢀ.ꢇꢉꢉ
ꢄꢆ.ꢆꢈꢄ
ꢉ
ꢉ
ꢉ
ꢉ
ꢈꢀ.ꢈꢁꢇ
3.2 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
ꢅꢄꢁ.ꢆꢇꢆ
ꢅꢇꢀ.ꢀꢆꢀ
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
ꢇꢃ.ꢆꢅꢁ
ꢀꢉꢁ
ꢂꢇ.ꢂꢄꢁ
ꢉ
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
ꢀꢄꢀ.ꢆꢁꢆ
ꢆꢁꢆ.ꢇꢆꢄ
ꢂꢁ.ꢇꢀꢇ
ꢆꢀꢂ.ꢅꢀꢁ
Die anhand von statistisch ermittelten Erfahrungswerten erfassten Wertberichtigungen
für Forderungen betragen TEUR 1.689 (2020: TEUR 1.760).
In den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen in Höhe von TEUR 10.867 (2020: TEUR 11.161) und sonstige Forderun-
gen in Höhe von TEUR 84.068 (2020: TEUR 34.665) enthalten. Die sonstigen Forderungen ge-
genüber verbundenen Unternehmen entfallen mit TEUR 3.611 (2020: TEUR 278) auf
Steuerumlagen, mit TEUR 4.638 (2020: TEUR 15.460) auf sonstige Verrechnungen und Finan-
zierungen sowie mit TEUR 75.819 (2020: TEUR 18.926) aus phasenkongruenten Dividendenak-
tivierungen und Ergebnisüberrechnungen von Personengesellschaften.
200
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
In den Sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind kurzfristige Veranla-
gungen (Termingelder) in Höhe von TEUR 10.000 (2020: TEUR 70.000) enthalten, weil diese
nicht zur Tilgung kurzfristiger Zahlungsverpflichtungen herangezogen werden.
Die sonstigen Forderungen beinhalten Erträge in Höhe von TEUR 2.039
(2020: TEUR 2.739), die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
3.3 Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Guthaben bei Kreditinstituten
Kassenbestände
ꢀꢀ.ꢂꢃꢃ
ꢃꢅꢄ
ꢀꢃ.ꢁꢄꢂ
ꢀꢇꢅ
ꢁꢂ.ꢆꢈꢄ
ꢁꢅ.ꢈꢄꢁ
3.4 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Aktive Rechnungsabgrenzung Personal
Mietzinsvorauszahlungen
ꢀꢀ.ꢀꢄꢀ
ꢀ.ꢀꢈꢅ
ꢀꢉ.ꢃꢂꢆ
ꢀ.ꢉꢈꢆ
Sonstige Vorauszahlungen
ꢅꢉ.ꢁꢆꢁ
ꢀꢂ.ꢉꢄꢄ
ꢄꢉ.ꢅꢆꢃ
ꢆꢁ.ꢉꢇꢃ
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen für Personal betreffen vorausbezahlte Bezüge an
beamtete Mitarbeitende. In den sonstigen Vorauszahlungen sind TEUR 9.981
(2020: TEUR 6.821) auf vorausbezahlte Versicherungsprämien enthalten.
3.5 Aktive latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten
Konzept und ohne Abzinsung auf Basis des Körperschaftsteuersatzes von 25% gebildet. Die la-
tenten Steuern stammen aus Bewertungsunterschieden in der Österreichischen Post AG und in
der Post & Co Vermietungs OG.
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢃꢁ.ꢃꢁ.ꢂꢃꢂꢁ
Veränderung
AKTIVE LATENTE STEUERN INSGESAMT
davon aus steuerlichen Teilwertabschreibungen
davon aus Rückstellungen
ꢆꢉ.ꢄꢁꢆ
ꢀꢉ.ꢉꢆꢃ
ꢄꢇ.ꢁꢁꢁ
ꢃ.ꢉꢁꢄ
ꢆꢅ.ꢀꢃꢀ
ꢄ.ꢈꢈꢆ
–ꢆ.ꢅꢁꢁ
–ꢁ.ꢄꢉꢈ
ꢄ.ꢁꢀꢇ
ꢄꢆ.ꢅꢆꢉ
ꢄ.ꢅꢇꢃ
davon aus sonstigen temporären Differenzen
–ꢀ.ꢆꢀꢆ
3.6 Eigenkapital
Das Grundkapital der Österreichischen Post AG beträgt TEUR 337.763 (2020: TEUR
337.763). Das Grundkapital ist in 67.552.638 auf Inhaber lautende Stückaktien unterteilt.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 17. Juni 2020 wurde der Vorstand der Österrei-
chischen Post AG zur Schaffung eines neuen genehmigten Kapitals ermächtigt und die Satzung
der Österreichischen Post AG wurde entsprechend angepasst. Mit Zustimmung des Aufsichts-
rates kann das Grundkapital somit während einer Geltungsdauer von fünf Jahren bis
201
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
16. Juni 2025 im Ausmaß von bis zu 16.888.160,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 3.377.632
Stück neuer auf Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) erhöht werden. Weiters wurde in
der Hauptversammlung die bedingte Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft um bis zu
16.888.160,00 EUR zur Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück auf Inhaber lautende Stückaktien
an Gläubiger von Finanzinstrumenten beschlossen.
Der Vorstand wurde durch Beschluss der Hauptversammlung ermächtigt, eigene Aktien
im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Die Ermächtigung
wurde in der ordentlichen Hauptversammlung vom 11. April 2019 bis zum 10. Oktober 2021
verlängert.
Für das Geschäftsjahr 2021 ist gemäß Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands
eine Ausschüttung von insgesamt TEUR 128.350 (Basisdividende von EUR 1,90 je Aktie)
(2020: TEUR 108.084, Basisdividende von EUR 1,60 je Aktie) vorgesehen. Der ausschüttungsfä-
hige Bilanzgewinn beträgt TEUR 266.723 (2020: TEUR 233.265).
3.7 Investitionszuschüsse
ꢀꢁ.ꢁꢂ.
TEUR
ꢃꢁ.ꢃꢁ.
Verbrauch
Auflösung
Zuweisung
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Investitionsprämie
ꢃꢀꢅ
ꢅ
ꢄ
ꢃꢄ
ꢅꢇꢈ
ꢅꢄꢆ
ꢅꢀꢄ
ꢃ
ꢇꢁꢅ
ꢇꢉꢁ
ꢁꢃꢁ
ꢄ.ꢅꢈꢁ
ꢄ.ꢉꢄꢈ
ꢀ.ꢉꢃꢇ
SUMME
ꢁ.ꢁꢇꢄ
ꢅ
ꢀ.ꢂꢄꢁ
Die Investitionszuschüsse betreffen im Wesentlichen die COVID-19 Investitionsprämie
sowie Zuschüsse des Bundes für E-Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Photovoltaikanlagen.
Im Rahmen der im Geschäftsjahr 2020 eingeführten COVID-19 Investitionsprämie für
Unternehmen hat die Österreichische Post AG Investitionsförderungen in Höhe von TEUR 5.672
für ein Investitionsvolumen von TEUR 41.605 beantragt. Die Erfassung der Investitionsförde-
rung erfolgt erst bei der Erfüllung der Voraussetzungen für die Zuwendung sowie bei hinrei-
chender Sicherheit der Auszahlung oder nach Erhalt der Förderung, was voraussichtlich im Ge-
schäftsjahr 2022 (Zwischenabrechnung) bzw. 2025 (Endabrechnung) der Fall sein wird. Im
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 sind Forderungen in Höhe von TEUR 3.276 berück-
sichtigt, mit deren Auszahlung bereits 2022 im Rahmen der ersten Teilabrechnung gerechnet
wird.
202
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3.8 Rückstellungen
ꢀꢁ.ꢁꢂ.
TEUR
ꢃꢁ.ꢃꢁ.
Umgliederung
Verbrauch
Auflösung
Zuweisung
ABFERTIGUNGEN
STEUERN
ꢁꢁꢆ.ꢉꢆꢃ
ꢁꢉꢈ
ꢃ
ꢃ
ꢃ
ꢇ.ꢁꢂꢉ
ꢁꢁꢇ
ꢆ.ꢂꢂꢅ
ꢃ
ꢁꢅ.ꢆꢁꢅ
ꢄꢆ
ꢁꢂꢃ.ꢃꢃꢁ
ꢁꢇꢆ
JUBILÄUMSGELDER
ꢇꢇ.ꢄꢉꢁ
ꢆ.ꢅꢁꢈ
ꢁ.ꢂꢀꢃ
ꢄ.ꢁꢃꢄ
ꢇꢉ.ꢂꢅꢁ
NOCH NICHT KONSUMIERTE
URLAUBE
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UNTERAUSLASTUNG
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SONSTIGE
PERSONALRÜCKSTELLUNGEN
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AUSSTEHENDE
EINGANGSRECHNUNGEN
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ÜBRIGE SONSTIGE
SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
RÜCKSTELLUNGEN GESAMT
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Der Parameter Gehaltssteigerung führte im Geschäftsjahr 2021 zu einer Erhöhung der
Rückstellung für Abfertigung in Höhe von TEUR 9.544 (2020: TEUR 0) sowie zu einer Erhöhung
der Rückstellung für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 2.737 (2020: TEUR 0). Die Anpassung
des Rechnungszinssatzes reduzierte die Rückstellung für Abfertigungen um TEUR 3.821 (2020:
Erhöhung um TEUR 3.603). Bei der Rückstellung für Jubiläumsgelder führte die Änderung des
Rechnungszinssatzes zu einer Reduzierung der Rückstellung um TEUR 1.132 (2020: Erhöhung
um TEUR 1.062).
Insgesamt ergab sich im aktuellen Geschäftsjahr bei den Rückstellungen für Unteraus-
lastung eine Zuweisung in Höhe von TEUR 47.915 (2020: TEUR 29.578). Die Zuweisung ergab
sich im Wesentlichen aufgrund von Neueintritten in den Post-Arbeitsmarkt, aufgrund zukünfti-
ger Personalaufwendungen für Kostenunterdeckungen , aufgrund von Anträgen von Beamt*in-
nen auf ein Verfahren zur Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit sowie auf-
grund von Aufnahmen in das Programm zum möglichen Ressortwechsel. Der Verbrauch betrifft
die laufenden Zahlungen an die rückgestellten Mitarbeitenden und lag etwas über dem Niveau
des Vorjahres. Darüber hinaus sind Aufzinsung sowie eine Anpassung der Rückstellung auf-
grund der gegenüber dem Vorjahr veränderten Parameter enthalten. Die Umgliederung in Höhe
von TEUR -3.979 (2020: TEUR -1.929) betrifft die Rückstellung für Ressortwechsel. Nach der
endgültigen Übernahme von Mitarbeitenden durch ein Bundesministerium sind die gebildeten
Vorsorgen in die Verbindlichkeiten umzugliedern. Die Auflösung betrifft im Wesentlichen nicht
mehr benötigte Rückstellungen für die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit
von Beamt*innen.
Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsor-
gen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien, Vorsorgen für Leistungen an Mitarbeitende,
die das Unternehmen verlassen (Programme mit freiwilligen Abfertigungsangeboten), Rückstel-
lungen in Zusammenhang mit der Anrechnung von Vordienstzeiten für (ehemals) bundesbe-
dienstete Mitarbeitende (siehe Kapitel 2.11) sowie Rückstellungen für Restrukturierungen.
Die Zuweisung in Höhe von TEUR 58.354 (2020: TEUR 56.442) betrifft überwiegend die
Dotierung für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien in Höhe von TEUR 50.103
(2020: TEUR 46.380), die Rückstellung für Zeitguthaben in Höhe von TEUR 6.405
(2020: TEUR 5.551), sowie die Rückstellung in Zusammenhang mit der Anrechnung von Vor-
dienstzeiten für (ehemals) bundesbedienstete Mitarbeitende in Höhe von TEUR 1.346
(2020: TEUR 3.465).
Die Verwendung in Höhe von TEUR 41.032 (2020: TEUR 52.129) betrifft zum größten
Teil Auszahlungen von Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien in Höhe von TEUR 31.618
203
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
(2020: TEUR 43.055), den Verbrauch von Zeitguthaben in Höhe von TEUR 5.551 (2020:
TEUR 4.780) sowie Auszahlungen für Restrukturierungen in Höhe von TEUR 2.536
(2020: TEUR 2.332).
Die Auflösungen in Höhe von TEUR 22.694 (2020: TEUR 20.943) betreffen im Wesentli-
chen Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen und Leistungsprämien in Höhe von TEUR 15.250
(2020: TEUR 9.564), die Rückstellung in Zusammenhang mit der Anrechnung von Vordienstzei-
ten für (ehemals) bundesbedienstete Mitarbeitende in Höhe von TEUR 4.159 (2020: TEUR 769)
sowie Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von TEUR 3.285 (2020: 4.831).
Die übrigen sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Vorsorgen für etwa-
ige Ersatzleistungen (siehe Kapitel 2.12) in Höhe von TEUR 99.567 (2020: TEUR 99.567). Dar-
über hinaus sind Vorsorgen für Prozess- und Prüfungskosten sowie für Schadenfälle enthalten.
Die besonderen Herausforderungen in der Verteilung und Zustellung von Sendungen im
Zuge der COVID-19 Pandemie (insbesondere aufgrund der Mehrmengen und Engpässe in den
Verteilzentren) führten in höherem Ausmaß zu Beschädigungen und Verzögerungen von Sen-
dungen, wofür im Wege einer bestmöglichen Schätzung entsprechende Vorsorgen gebildet wur-
den.
Von den Auflösungen der Rückstellungen wurden TEUR 33.733 (2020: TEUR 25.078) im
Personalaufwand erfasst.
3.9 Verbindlichkeiten
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
über
ꢅ Jahre
über
ꢅ Jahre
mit einer Restlaufzeit von
Gesamt
Gesamt
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
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ꢉ
ꢉ
ꢄꢉ.ꢉꢉꢉ
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Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
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Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
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ꢉ
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Sonstige Verbindlichkeiten
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Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferun-
gen und Leistungen in Höhe von TEUR 8.498 (2020: TEUR 8.418) und mit TEUR 118.300
(2020: TEUR 106.671) aus sonstigen Verrechnungen und Finanzierungen.
Die sonstigen Verbindlichkeiten umfassen Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von
TEUR 9.876 (2020: TEUR 9.386), Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe
von TEUR 10.269 (2020: TEUR 25.484) sowie übrige Verbindlichkeiten in Höhe von
TEUR 47.889 (2020: TEUR 63.231). Die übrigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitenden in Höhe von TEUR 22.722 (2020: TEUR 20.104),
Verbindlichkeiten für Altersteilzeitmodelle in Höhe von TEUR 12.513 (2020: TEUR 15.777) so-
wie Verbindlichkeiten für Abgaben und Beiträge gegenüber dem Bund in Höhe von TEUR 1.414
(2020: TEUR 5.510).
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Personalaufwendungen in Höhe von
TEUR 31.816 (2020: TEUR 40.532) und sonstige Aufwendungen in Höhe von TEUR 91
(2020: TEUR 174) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
204
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
3.10 Passive Rechnungsabgrenzungsposten
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TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Erhaltene Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Zustellleistungen
Werktagsabgrenzung
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Sonstige erhaltene Vorauszahlungen
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ꢂꢄ.ꢄꢀꢂ
3.11 Haftungsverhältnisse
Die Österreichische Post AG hat Haftungen aus Patronatserklärungen in Höhe von
TEUR 100.458 (2020: TEUR 72.287) übernommen. Die Österreichische Post AG hat sich gegen-
über der bank99 AG mittels einer Patronatserklärung verpflichtet, die Gesellschaft bei Eintritt be-
stimmter Voraussetzungen bis Ende 2026 mit Eigenmitteln von bis zu TEUR 88.100 auszustatten
(2020: TEUR 61.306).
3.12 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen
im folgenden Geschäftsjahr
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ꢃꢄ.ꢇꢅꢁ
ꢀꢅ.ꢂꢃꢂ
davon gegenüber verbundenen Unternehmen
in den folgenden fünf Jahren
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ꢃꢁ.ꢁꢄꢁ
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ꢁꢇ.ꢈꢂꢇ
davon gegenüber verbundenen Unternehmen
3.13 Aktienbasierte Vergütungsprogramme
Im Jahr 2009 hat der Aufsichtsrat der Österreichischen Post AG die Einführung eines
aktienbasierten Vergütungsprogrammes genehmigt. In den Geschäftsjahren 2010 bis 2021
wurden jeweils entsprechende Vergütungsprogramme für Vorstandsmitglieder und Führungs-
kräfte realisiert (sogenannte Long-Term-Incentive-Programme). Bei diesen Programmen han-
delt es sich um ein aktienbasiertes und performanceorientiertes Entlohnungsmodell, dessen
Tranchen sich über eine dreijährige Laufzeit (Performancezeitraum) erstrecken und ein einmali-
ges Eigeninvestment als grundsätzliche Teilnahmebedingung vorsehen. Der Performancezeit-
raum erstreckt sich jeweils vom 1. Jänner des Jahres der Auflage der jeweiligen Tranche bis
zum 31. Dezember des drittfolgenden Jahres.
Zum 31. Dezember 2021 nehmen die Vorstandsmitglieder DI Dr. Georg Pölzl, DI Peter U-
mundum und DI Walter Oblin an den Vergütungsprogrammen 10 bis 12 teil. Die für das Eigenin-
vestment nötige Anzahl an Aktien der Österreichischen Post AG bei Programmbeginn ergibt
sich für die Mitglieder des Vorstands als definierter Prozentsatz des Bruttofixgehaltes dividiert
durch den Referenzkurs des vierten Quartals des jeweiligen Vorjahres. Das Eigeninvestment
der Führungskräfte orientiert sich an der gewählten Investmentkategorie gemäß Teilnahmebe-
dingungen.
205
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Zum 31. Dezember 2021 sind für die Teilnahme am aktienbasierten Vergütungspro-
gramm von den Mitgliedern des Vorstands und den leitenden Angestellten folgende Eigenin-
vestments zu halten. Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen
Eigeninvestments sind in Höhe des Maximalwerts der für die einzelnen Tranchen notwendigen
Eigeninvestments zu halten.
Eigeninvestment
Tranche ꢁꢃ
(LTIP ꢂꢃꢁꢉ – ꢂꢃꢂꢁ)
Eigeninvestment
Tranche ꢁꢁ
(LTIP ꢂꢃꢂꢃ – ꢂꢃꢂꢂ)
Eigeninvestment
Tranche ꢁꢂ
(LTIP ꢂꢃꢂꢁ – ꢂꢃꢂꢀ)
in Stück Aktien
Georg Pölzl
ꢀꢇ.ꢆꢂꢃ
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ꢀꢁ.ꢂꢉꢇ
ꢀꢉ.ꢇꢃꢂ
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ꢀꢂ.ꢇꢂꢂ
ꢀꢅ.ꢁꢈꢃ
Walter Oblin
Peter Umundum
leitende Angestellte
ꢈ.ꢁꢆꢁ
ꢂ.ꢈꢄꢉ
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ꢀꢃꢂ.ꢁꢁꢄ
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206
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die für die bestehenden aktienbasierten Vergütungsprogramme nötigen Eigeninvest-
ments zum 31. Dezember 2021 betragen für die Mitglieder des Vorstands insgesamt
41.904 Aktien (2020: 43.952). Für die teilnehmenden Führungskräfte betragen diese
185.430 Aktien (2020: 192.955). Das Eigeninvestment ist jeweils bis zum Ende des nächstfol-
genden Jahres nach Ablauf des Performancezeitraums ununterbrochen zu halten.
Die Entlohnung erfolgt auf Basis von sogenannten Bonusaktien als rechnerische Größe
und hängt vom Ausmaß der Zielerreichung der definierten Performance Indikatoren (Earnings
per Share, Free Cashflow und Total Shareholder Return) ab. Die Zielgrößen für die Performance
Indikatoren werden jeweils zu Beginn der einzelnen Tranchen festgelegt, wobei die einzelnen
Teilziele gleich gewichtet sind. Die Zielerreichung wird über einen dreijährigen Performancezeit-
raum ermittelt. Die Gesamtbonifikation richtet sich nach der Gesamtzielerreichung aus obigen
Parametern, der Kursentwicklung der Aktie der Österreichischen Post AG und ab
LTIP 2019 – 2021 (Tranche 10) zuzüglich der während der dreijährigen Laufzeit gezahlten Divi-
denden. Die Gesamtbonifikation der Mitglieder des Vorstands sowie der teilnehmenden Füh-
rungskräfte ist begrenzt. Vorstände haben eine Obergrenze von 200% jener Bonifikation, die
bei 100% Gesamtzielerreichung vorgesehen ist. Darüber hinaus hat der Vergütungsausschuss
Obergrenzen für den maximalen Vorstandsbezug mit den Vorstandsmitgliedern vereinbart.
Führungskräfte haben je nach Tranche eine Obergrenze zwischen 130% und 137% bei maxima-
ler Zielerreichung.
Die aktuell erwartete Anzahl der Bonusaktien (rechnerische Größe) verteilt sich auf die
einzelnen Tranchen wie folgt:
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
Anzahl Bonusaktien je Tranche
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Tranche ꢆ
Tranche ꢂ
Tranche ꢀꢉ
Tranche ꢀꢀ
Tranche ꢀꢅ
ꢀꢅ.ꢂꢇꢀ
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ꢅꢃꢉ.ꢄꢂꢅ
ꢈꢂꢈ.ꢄꢂꢈ
ꢇꢄꢈ.ꢉꢀꢂ
Die Auszahlung der Bonusaktien kann entweder in Form von Aktien der Österreichi-
schen Post AG oder in bar erfolgen. Die Entscheidung über die Form der Auszahlung der Bonus-
aktien für das Programm für den Vorstand liegt in der Diskretion des Vergütungsausschusses
des Aufsichtsrats, die für das Programm für die Führungskräfte in der Diskretion des Vor-
stands. Nach der vergangenen betrieblichen Praxis ist jedoch von einer Auszahlung in bar aus-
zugehen, weshalb die Bilanzierung als anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich erfolgt.
Die erwarteten Aufwendungen aus dem aktienbasierten Vergütungsprogramm sind über
den Performancezeitraum in Form einer Rückstellung zu verteilen. Die Höhe der Rückstellung
wird zu jedem Bilanzstichtag mittels eines Modells ermittelt, in welchem die Performance Indi-
katoren und der bisherige Anteil des Performancezeitraums berücksichtigt werden. Sämtliche
Änderungen der Rückstellung werden ergebniswirksam im Personalaufwand erfasst.
207
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Der Stand der Rückstellung verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:
Stand der Rückstellung
TEUR
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢁ
ꢀꢁ.ꢁꢂ.ꢂꢃꢂꢃ
Tranche ꢆ
Tranche ꢂ
Tranche ꢀꢉ
Tranche ꢀꢀ
Tranche ꢀꢅ
ꢈꢈ
ꢁ.ꢅꢂꢅ
ꢁ.ꢁꢇꢂ
ꢄ.ꢇꢉꢁ
ꢉ
ꢉ
ꢉ
ꢆ.ꢂꢃꢉ
ꢁ.ꢄꢅꢅ
ꢄ.ꢀꢄꢉ
ꢁꢄ.ꢆꢃꢂ
ꢁꢇ.ꢆꢂꢅ
Der in der jeweiligen Berichtsperiode erfasste Gesamtaufwand für anteilsbasierte Ver-
gütungen verteilt sich auf die einzelnen Tranchen wie folgt:
Gesamtaufwand
TEUR
ꢂꢃꢂꢁ
ꢂꢃꢂꢃ
Tranche ꢆ
Tranche ꢂ
Tranche ꢀꢉ
Tranche ꢀꢀ
Tranche ꢀꢅ
ꢉ
ꢈꢉꢀ
ꢆꢂ
ꢇꢂꢆ
ꢄ.ꢇꢃꢂ
ꢄ.ꢇꢉꢁ
ꢉ
ꢅ.ꢄꢉꢀ
ꢅ.ꢂꢀꢁ
ꢄ.ꢀꢄꢉ
ꢄ.ꢉꢀꢆ
ꢈ.ꢅꢇꢇ
Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte die Auszahlung der Tranche 8 in Höhe von TEUR 166
und der Tranche 9 in Höhe von TEUR 6.790 zur Gänze in bar. Für aus dem Unternehmen ausge-
schiedene Mitarbeitende erfolgte die Auszahlung der Tranche 8 in drei Raten, die letzte davon
im Jänner 2021.
Die für die Auszahlung notwendigen Eigeninvestments betragen:
Eigeninvestment
Tranche ꢄ
(LTIP ꢂꢃꢁꢅ –
ꢂꢃꢂꢃ)
in Stück Aktien
Georg Pölzl
ꢀꢅ.ꢃꢇꢁ
ꢈ.ꢄꢈꢀ
Walter Oblin
Walter Hitziger
Peter Umundum
leitende Angestellte
ꢂ.ꢀꢇꢆ
ꢁ.ꢅꢈꢄ
ꢀꢃꢆ.ꢉꢇꢀ
208
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
4.1 Umsatzerlöse
Die divisionale Organisationsstruktur der Österreichischen Post AG unterscheidet zwi-
schen den Divisionen „Brief & Werbepost“, „Paket & Logistik“, „Filiale & Bank“ sowie „Corporate“.
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Brief & Werbepost
Paket & Logistik
Filiale & Bank
Corporate
ꢀ.ꢀꢁꢉ.ꢉꢅꢃ
ꢁꢄꢀ.ꢂꢂꢃ
ꢁꢄ.ꢆꢁꢈ
ꢀ.ꢀꢃꢄ.ꢆꢆꢄ
ꢈꢀꢃ.ꢂꢆꢄ
ꢁꢄ.ꢅꢈꢈ
ꢇꢉ.ꢁꢃꢅ
ꢇꢄ.ꢆꢈꢂ
ꢁ.ꢄꢉꢇ.ꢅꢀꢉ
ꢁ.ꢉꢈꢈ.ꢃꢂꢁ
4.2 Aktivierte Eigenleistungen
Die aktivierten Eigenleistungen betreffen im Wesentlichen diverse Hochbauarbeiten.
4.3 Sonstige betriebliche Erträge
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Weiterverrechnete Aufwendungen
ꢃ.ꢁꢆꢄ
ꢅ.ꢈꢁꢁ
ꢈ.ꢅꢆꢆ
ꢈ.ꢉꢃꢇ
ꢁ.ꢈꢀꢀ
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
Abgeltungen von Schadensfällen
ꢀꢃ.ꢅꢅꢂ
ꢀ.ꢂꢇꢈ
ꢄ.ꢇꢃꢈ
ꢁ.ꢀꢈꢁ
Übrige
ꢇ.ꢀꢁꢅ
ꢂꢉ.ꢈꢄꢈ
ꢀꢃ.ꢇꢄꢇ
In den übrigen Erträgen sind für Mitarbeitende aus COVID-19-Risikogruppen, die unter
Fortzahlung des Entgelts freizustellen waren bzw. für Mitarbeitende, denen Sonderbetreuungs-
zeiten zu gewähren waren, Ersatzzahlungen von Seiten der Krankenversicherungsträger in
Höhe von TEUR 3.842 (2020: TEUR 2.005) enthalten.
Im Vorjahr wurden unter dem Posten Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen die
Umstellung von Fluktuationsabschlägen auf Fluktuationswahrscheinlichkeiten bei den Rück-
stellungen für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 11.777 ausgewiesen.
4.4 Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Materialaufwand
ꢇꢃ.ꢄꢁꢁ
ꢇꢀꢂ.ꢅꢆꢁ
ꢆꢇꢆ.ꢇꢅꢂ
ꢇꢆ.ꢃꢂꢈ
ꢇꢇꢅ.ꢆꢉꢁ
ꢆꢉꢁ.ꢆꢃꢀ
Aufwendungen für bezogene Leistungen
209
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.5 Personalaufwand
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
a) Gehälter
ꢈꢄꢈ.ꢄꢀꢉ
ꢈꢁꢆ.ꢁꢆꢈ
b) soziale Aufwendungen
aa) Aufwendungen für Altersversorgung
ꢀꢁꢆ
ꢀꢈꢄ
bb) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
ꢀꢉ.ꢇꢀꢆ
ꢀꢈ.ꢈꢃꢂ
cc) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
ꢀꢆꢅ.ꢁꢀꢂ
ꢆ.ꢉꢁꢆ
ꢀꢆꢈ.ꢀꢇꢆ
ꢀꢀ.ꢄꢈꢄ
dd) Sonstige Sozialaufwendungen
ꢉꢀꢄ.ꢅꢄꢀ
ꢉꢄꢅ.ꢁꢆꢃ
Im Geschäftsjahr 2021 sind im Posten Gehälter Erträge aus Auflösungen von Rückstel-
lungen für Jubiläumsgelder in Höhe von TEUR 98 (2020: TEUR 1.205) enthalten.
In den Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervor-
sorgekassen sind im Geschäftsjahr 2021 Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen in Höhe von
TEUR 5.293 (2020: TEUR 4.890) enthalten.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung setzen sich wie folgt zu-
sammen:
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Vorstände
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Leitende Angestellte
Andere Arbeitnehmer*innen
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ꢁꢃ.ꢅꢄꢇ
ꢀꢈ.ꢃꢉꢇ
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An die Vorstandsmitglieder wurden folgende Bezüge gewährt:
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TEUR
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Bezüge aktive Vorstandsmitglieder
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ꢃ.ꢁꢃꢆ
ꢃꢇꢄ
Bezüge ehemalige Vorstandsmitglieder
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ꢇ.ꢂꢃꢃ
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten Vergütungen in Höhe von TEUR 358
(2020: TEUR 354).
Die durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer betrug im Geschäftsjahr:
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ꢂꢃꢂꢃ
Beamt*innen
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ꢁꢄ.ꢄꢆꢁ
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ꢇ.ꢁꢉꢅ
ꢀꢇ.ꢃꢉꢅ
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ꢀꢈ.ꢃꢇꢃ
Angestellte
SUMME
Entsprechende Vollzeitäquivalente
210
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.6 Sonstige betriebliche Aufwendungen
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Steuern, soweit nicht vom Einkommen und Ertrag
Übrige
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ꢂꢉꢅ.ꢈꢈꢁ
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ꢄꢉꢇ.ꢇꢁꢇ
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Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
EDV-Dienstleistungsaufwand
Miet- und Pachtaufwendungen
Instandhaltung und Immobilienverwaltung
Reiseaufwand
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ꢃꢁ.ꢅꢄꢅ
ꢃꢇ.ꢅꢉꢇ
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ꢀꢇ.ꢆꢂꢉ
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ꢀꢃ.ꢄꢇꢅ
ꢀꢉ.ꢄꢇꢅ
ꢃ.ꢃꢅꢁ
ꢁꢄ.ꢆꢇꢅ
ꢁꢉ.ꢂꢈꢇ
ꢃꢈ.ꢅꢆꢃ
ꢅꢃ.ꢆꢄꢈ
ꢀꢂ.ꢃꢇꢀ
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ꢀꢃ.ꢄꢅꢉ
ꢂ.ꢆꢉꢁ
ꢈ.ꢆꢉꢃ
ꢀ.ꢆꢂꢃ
Kommunikation und Werbung
Schadensfälle
Entsorgung und Reinigung
Beratungsaufwand
Versicherungsaufwand
Spesen und Kursverluste
Personalbereitstellung
Aus- und Fortbildung
ꢅ.ꢆꢇꢉ
ꢅ.ꢂꢈꢃ
ꢅ.ꢆꢆꢇ
ꢅ.ꢈꢀꢁ
ꢀ.ꢈꢈꢀ
Telefonaufwand
ꢅ.ꢇꢀꢄ
ꢅ.ꢃꢇꢁ
ꢅ.ꢀꢁꢃ
Mitgliedsbeiträge
ꢅ.ꢀꢅꢅ
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen
Zuweisung zu Wertberichtigungen
Andere
ꢆꢃꢅ
ꢃꢃꢃ
ꢀ.ꢅꢃꢇ
ꢀꢃ
ꢀꢉ.ꢅꢅꢈ
ꢂꢄꢇ.ꢁꢆꢉ
ꢀꢀ.ꢈꢀꢆ
ꢀꢃꢆ.ꢆꢇꢆ
Die Erläuterungen zu den Aufwendungen für Leistungen an den Abschlussprüfer sind im
Konzernabschluss dargestellt.
4.7 Erträge aus Beteiligungen
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Gewinnausschüttungen und phasenkongruente Dividendenaktivierungen
Ergebnisüberrechnung Personengesellschaften
ꢀꢃ.ꢃꢆꢂ
ꢇ.ꢉꢉꢉ
ꢁꢉ.ꢅꢄꢉ
ꢀꢇꢇ.ꢂꢈꢉ
ꢇ.ꢉꢉꢉ
ꢁꢆꢄ.ꢉꢈꢃ
Im Geschäftsjahr 2021 erfolgten sowohl phasenkongruente Dividendenaktivierungen in
Höhe von TEUR 71.819 (2020: TEUR 14.926) als auch Gewinnausschüttungen in Höhe von
TEUR 73.150 (2020: TEUR 663).
211
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.8 Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu
Finanzanlagen
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Zuschreibung zu Anteilen an verbundenen Unternehmen und Wertpapieren
Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen und Wertpapieren
ꢅꢄ.ꢄꢈꢉ
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ꢀꢅ.ꢈꢉꢂ
ꢉ
ꢀꢂ.ꢁꢉꢆ
ꢁꢂ.ꢈꢃꢉ
Für Details zu den Erträgen aus der Zuschreibung zu Anteilen an verbundenen Unter-
nehmen siehe Kapitel 3.1. Die Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen und Wertpapieren
des Vorjahres betreffen im Wesentlichen die Wertpapiere der flatex AG mit TEUR 8.668.
4.9 Aufwendungen aus Finanzanlagen
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
Abschreibung auf Anteile an verbundenen Unternehmen
Abschreibung auf Wertpapiere des Umlaufvermögens
Verluste aus dem Abgang von Finanzanlagen
ꢇꢇ.ꢃꢁꢅ
ꢄ
ꢀꢀꢁ.ꢃꢆꢂ
ꢉ
ꢉ
ꢇꢉ
Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen
ꢀꢇꢄ
ꢀꢇꢅ
ꢆꢆ.ꢈꢃꢈ
ꢁꢁꢇ.ꢈꢈꢁ
Für Details zu den Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen siehe Ka-
pitel 3.1.
4.10 Zinsen und ähnliche Aufwendungen
In der Position Zinsen und ähnliche Aufwendungen ist der Zinsaufwand aus der Aufzin-
sung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung in Höhe von TEUR 1.764
(2020: TEUR 2.189) enthalten.
212
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.11 Umgründungsgewinn
Der Umgründungsgewinn des Vorjahres in Höhe von TEUR 960 betrifft die Anwachsung
der Neutorgasse 7 Projektentwicklungs AG & CO OG an die Österreichische Post AG.
4.12 Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die Österreichische Post AG als Gruppenträgerin bildet mit mehreren Tochtergesell-
schaften eine Unternehmensgruppe i.S.d. § 9 KStG. Das Vorliegen einer Unternehmensgruppe
bewirkt, dass die steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder der Österreichischen Post AG
zugerechnet werden. Eine unternehmensrechtliche Zurechnung der Ergebnisse erfolgt nicht.
Innerhalb der Unternehmensgruppe erfolgt ein Ausgleich der steuerlichen Mehr- oder
Minderbelastung der Gruppenträgerin durch die Verrechnung positiver und negativer Steuer-
umlagen in Höhe von 25 % des steuerlichen Ergebnisses (Stand-alone-Methode).
ꢂꢃꢂꢁ
TEUR
ꢂꢃꢂꢃ
KÖRPERSCHAFTSSTEUERAUFWAND UNTERNEHMENSGRUPPE GESAMT
davon Österreichische Post AG als Gruppenträgerin
ꢁꢉ.ꢇꢂꢂ
ꢄꢀ.ꢈꢈꢈ
ꢀꢂ.ꢃꢅꢀ
ꢄꢇ.ꢁꢈꢈ
–ꢅ.ꢁꢅꢇ
davon Gruppenmitglieder (Saldo der Steuerumlagen)
–ꢀꢅ.ꢀꢃꢃ
213
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
5. Sonstige Angaben
5.1 Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Wesentliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen fanden im Ge-
schäftsjahr nur zu fremdüblichen Bedingungen statt.
5.2 Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag, die für die Bewertung am Bilanzstichtag von Be-
deutung sind, sind im vorliegenden Jahresabschluss berücksichtigt. Andere berichtspflichtige
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag sind nicht eingetreten.
5.3 Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats
VORSTAND
GD DI Dr. Georg Pölzl
DI Walter Oblin
Vorsitzender des Vorstands
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
DI Peter Umundum
AUFSICHTSRAT
Dr. Edith Hlawati
Vorsitzende des Aufsichtsrats
Stellvertreter der Vorsitzenden
des Aufsichtsrats
Dr. Maximilian Schnödl, MBA
Mag. Huberta Gheneff
Dr. Ing. Peter E. Kruse
Chris E. Muntwyler
Mag. Stefan Szyszkowitz, MBA
Felicia Kölliker, MA, EMBA
Univ.-Prof. Dr. Sigrid Stagl
Vom Betriebsrat entsandt:
Maria Klima
Richard Köhler (seit 01.09.2021)
Helmut Köstinger
Martin Palensky (bis 31.08.2021)
Manfred Wiedner
214
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Wien, am 25. Februar 2022
Der Vorstand
DI Dr. GEORG PÖLZL
DI WALTER OBLIN
DI PETER UMUNDUM
Mitglied des Vorstands
Vorstand Paket & Logistik
Generaldirektor
Vorstandsvorsitzender
Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstand Brief & Finanzen
215
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2021
TEUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibungen
Zuschrei-
Nettobuchwerte
Stand
ꢀꢁ.ꢁꢂ.
Stand
ꢀꢁ.ꢁꢂ.
Buchwert
ꢀꢁ.ꢁꢂ.
Stand
ꢃꢁ.ꢃꢁ.
Umbu-
Stand
ꢃꢁ.ꢃꢁ.
Buchwert
ꢃꢁ.ꢃꢁ.
Zugänge
chungen
Abgänge
Zugänge
bungen
Abgänge
I. IMMATERIELLE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
ꢀ. Konzessionen, gew. Schutzrechte und ähnliche Rechte
ꢅ. Firmenwert
ꢃꢁ.ꢀꢂꢅ
ꢀꢈ
ꢅ.ꢈꢆꢃ
ꢉ
ꢀ.ꢃꢇꢃ
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ꢁꢉ.ꢃꢅꢅ
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–ꢀꢃ
–ꢈ.ꢄꢅꢈ
ꢉ
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ꢉ
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ꢉ
ꢉ
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–ꢇꢁ.ꢃꢃꢂ
–ꢀꢁ
ꢀꢁ.ꢂꢃꢂ
ꢅ
ꢀꢄ.ꢂꢁꢄ
ꢀ
ꢉ
ꢉ
ꢄ. geleistete Anzahlungen
ꢀ.ꢆꢂꢉ
ꢅꢄ.ꢃꢉꢉ
ꢉ
–ꢀ.ꢃꢇꢃ
ꢃ
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ꢄꢄꢆ
ꢉ
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ꢀ.ꢆꢂꢉ
ꢁꢄ.ꢄꢅꢁ
ꢄꢄꢆ
ꢂ.ꢈꢄꢅ
ꢇꢃ.ꢄꢈꢄ
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–ꢈ.ꢀꢂꢈ
–ꢆꢇ.ꢅꢈꢅ
ꢁꢆ.ꢀꢃꢂ
II. SACHANLAGEN
ꢀ. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
ꢅ. technische Anlagen und Maschinen
ꢆꢅꢉ.ꢀꢃꢇ
ꢅꢉꢃ.ꢅꢈꢇ
ꢄꢇꢂ.ꢉꢅꢅ
ꢃꢇ.ꢆꢉꢉ
ꢆ.ꢈꢉꢃ
ꢀꢂ.ꢃꢃꢆ
ꢇꢆ.ꢄꢅꢂ
ꢇꢅ.ꢈꢂꢅ
ꢁꢁꢉ.ꢀꢄꢅ
ꢅꢈ.ꢀꢅꢂ
ꢂ.ꢉꢇꢂ
ꢁ.ꢇꢆꢁ
–ꢇꢅ.ꢁꢁꢇ
ꢃ
–ꢆ.ꢁꢇꢉ
–ꢄ.ꢇꢀꢇ
–ꢅꢀ.ꢁꢅꢇ
ꢉ
ꢆꢇꢈ.ꢄꢇꢆ
ꢅꢄꢉ.ꢇꢁꢈ
ꢄꢆꢅ.ꢅꢀꢄ
ꢃꢇ.ꢂꢅꢆ
–ꢃꢉꢅ.ꢂꢁꢇ
–ꢀꢅꢄ.ꢈꢀꢃ
–ꢀꢆꢂ.ꢈꢂꢃ
ꢉ
–ꢀꢇ.ꢈꢂꢄ
–ꢀꢃ.ꢄꢂꢅ
–ꢇꢄ.ꢉꢇꢇ
ꢉ
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ꢉ
ꢉ
ꢉ
ꢃ
ꢁ.ꢈꢅꢁ
ꢄ.ꢄꢅꢀ
–ꢃꢀꢀ.ꢉꢄꢀ
–ꢀꢄꢃ.ꢈꢆꢁ
ꢄꢀꢈ.ꢀꢆꢂ
ꢆꢀ.ꢃꢃꢂ
ꢄꢄꢁ.ꢄꢀꢈ
ꢂꢇ.ꢁꢆꢀ
ꢄ. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
ꢇ. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
ꢀꢂ.ꢂꢂꢉ –ꢅꢀꢅ.ꢆꢃꢉ
ꢀꢃꢂ.ꢅꢅꢈ
ꢃꢇ.ꢆꢉꢉ
ꢇꢁꢂ.ꢈꢈꢇ
ꢀꢁꢂ.ꢄꢁꢇ
ꢃꢇ.ꢂꢅꢆ
ꢉ
ꢉ
ꢁ.ꢆꢂꢉ.ꢂꢅꢃ
–ꢀꢀ.ꢇꢈꢄ ꢁ.ꢅꢁꢆ.ꢉꢅꢈ
–ꢄꢁꢇ.ꢆꢈꢆ
–ꢈꢀ.ꢂꢂꢉ
ꢀꢃ.ꢃꢀꢈ –ꢄꢅꢉ.ꢇꢇꢈ
ꢇꢅꢅ.ꢂꢉꢃ
III. FINANZANLAGEN
ꢀ. Anteile an verbundenen Unternehmen
ꢅ. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
ꢄ. Beteiligungen
ꢀ.ꢈꢃꢁ.ꢃꢄꢆ
ꢇ.ꢀꢁꢇ
ꢀꢁꢀ.ꢇꢃꢇ
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ꢉ
–ꢇꢀꢅ
ꢀ.ꢂꢀꢈ.ꢂꢂꢅ
ꢄ.ꢆꢂꢇ
ꢀꢇ.ꢀꢁꢀ
ꢅꢇ.ꢁꢇꢆ
ꢇꢇꢁ
–ꢀ.ꢀꢁꢆ.ꢄꢂꢅ
–ꢄ.ꢀꢀꢈ
–ꢃ.ꢈꢁꢀ
ꢉ
–ꢀꢀꢁ.ꢃꢆꢂ
ꢀꢅ.ꢈꢉꢂ
ꢉ
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ꢉ
ꢉ
ꢉ
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–ꢀ.ꢅꢈꢅ.ꢅꢈꢅ
ꢃꢆꢆ.ꢀꢇꢈ
ꢀ.ꢉꢇꢈ
ꢁꢇꢃ.ꢈꢅꢉ
ꢁꢄꢃ
ꢀꢇꢄ
–ꢀꢇꢅ
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–ꢄ.ꢅꢃꢂ
ꢀꢇ.ꢀꢁꢀ
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ꢆ.ꢇꢉꢉ
ꢇꢇ.ꢁꢇꢆ
ꢇꢁꢇ
ꢆ.ꢇꢉꢉ
ꢅꢇ.ꢁꢇꢆ
ꢇꢇꢁ
ꢇ. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
ꢃ. Sonstige Ausleihungen
ꢇꢇ.ꢁꢇꢆ
ꢇꢁꢇ
ꢉ
ꢁ
–ꢅꢉ.ꢉꢉꢉ
–ꢅꢇ
ꢉ
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ꢉ
ꢉ
ꢉ
ꢉ
–ꢁ.ꢂꢄꢁ.ꢂꢉꢂ
–
ꢁ.ꢄꢁꢉ.ꢉꢈꢅ
ꢁꢇꢁ.ꢇꢃꢀ
–ꢂꢃ.ꢆꢀꢇ ꢁ.ꢉꢇꢁ.ꢁꢆꢂ
–ꢁ.ꢁꢈꢈ.ꢂꢇꢉ
–ꢁꢁꢇ.ꢈꢀꢁ
ꢁꢂ.ꢈꢃꢉ
ꢇꢆꢂ.ꢈꢃꢇ
ꢇꢈꢉ.ꢄꢅꢃ
GESAMT
ꢀ.ꢀꢃꢈ.ꢀꢂꢆ
ꢂꢄꢀ.ꢈꢈꢂ
ꢃ
–ꢅꢆ.ꢁꢂꢃ ꢀ.ꢅꢀꢇ.ꢉꢈꢇ
–ꢂ.ꢃꢀꢂ.ꢉꢉꢂ
–ꢁꢉꢈ.ꢂꢄꢄ
ꢁꢂ.ꢈꢃꢉ
ꢀꢃ.ꢃꢀꢈ ꢂ.ꢁꢄꢈ.ꢅꢀꢆ
ꢁ.ꢂꢈꢆ.ꢀꢀꢀ ꢁ.ꢀꢆꢉ.ꢆꢆꢂ
216
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Lagebericht
217
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Lagebericht 2021
der Österreichischen Post AG
nach § 243 UGB
1. Umfeld und Rahmenbedingungen......................................................................................................................................................219
1.1 Geschäftstätigkeit und Organisationsstruktur.......................................................................................................................219
1.2 Wirtschaftliches Umfeld................................................................................................................................................................220
1.3 Branchenumfeld..............................................................................................................................................................................220
1.4 Rechtliche Rahmenbedingungen.................................................................................................................................................221
2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage.....................................................................................................................................221
2.1 Umsatzentwicklung..........................................................................................................................................................................221
2.2 Ergebnisentwicklung.......................................................................................................................................................................224
2.3 Vermögens- und Finanzlage .........................................................................................................................................................225
2.4 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen..............................................................................................................................227
2.5 Nichtfinanzielle Informationen gemäß NaDiVeG....................................................................................................................227
3. Forschung und Entwicklung/Innovationsmanagement ...............................................................................................................228
4. Chancen und Risiken.............................................................................................................................................................................231
4.1 Risikomanagementsystem bei allgemeinen Risiken.............................................................................................................231
4.2 Risikomanagementsystem bei finanziellen Risiken..............................................................................................................232
4.3 Bedeutende Risiken.......................................................................................................................................................................233
4.4 Finanzielle Risiken .........................................................................................................................................................................235
4.5 Bedeutende Chancen....................................................................................................................................................................236
4.6 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation ..............................................................................................................236
5. Weitere rechtliche Angaben ................................................................................................................................................................237
5.1 Internes Kontrollsystem und Risikomanagement im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ........................237
5.2 Informationen gemäß § 243a UGB ............................................................................................................................................238
6. Ausblick 2022 .........................................................................................................................................................................................240
218
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
1. Umfeld und
Services wie den E-Brief und crossmediale Lösungen. Er-
gänzt wird das Angebot durch physische und digitale Zu-
satzleistungen in der Kund*innenkommunikation sowie
die Optimierung in der Dokumentenbearbeitung. Den
Kund*innen der Österreichischen Post AG stehen 1.757
Geschäftsstellen, darunter 395 eigenbetriebene Filialen
und 1.362 Post Partner, zur Verfügung. In 494 Abholstati-
onen bietet die Österreichische Post 97.747 Fächer in ih-
ren Selbstbedienungszonen an. Im Jahr 2021 stellte die
Österreichische Post AG in Österreich 616 Mio Briefe, 399
Mio adressierte Werbesendungen, 2,8 Mrd unadressierte
Werbesendungen, 307 Mio Printmedien und 338 Mio Re-
gionalmedien zu.
Rahmenbedingungen
1.1 Geschäftstätigkeit und
Organisationsstruktur
Mit einem Jahresumsatz von rund 2,0 Mrd EUR ist
die Österreichische Post AG ein Post-, Logistik- und
Dienstleistungsunternehmen mit herausragender Bedeu-
tung für Österreich. Das Unternehmen steht für höchste
Qualität und bietet ein umfassendes Produkt- und Ser-
viceportfolio, um aktuelle Kund*innenbedürfnisse bestens
abzudecken. Die COVID-19 Pandemie hat die Österreichi-
sche Post AG sehr unterschiedlich getroffen. Das Brief-
und Werbegeschäft ist generell von der E-Substitution be-
troffen. Durch COVID-19 und die spezifischen Lockdown
Situationen bei verschiedenen Kund*innen und Branchen
kam es zu weiteren Mengenverlusten. Nach hohen Rück-
gängen im Vorjahr zeigte sich im Geschäftsjahr 2021
keine Erholung. Das Paketgeschäft in Österreich hingegen
profitierte von den Lockdown Situationen des stationären
Handels. In allen Paketmärkten der Österreichischen Post
AG war nach hohen Zuwächsen im Vorjahr ein abge-
schwächtes Wachstum zu bemerken.
Die Division Paket & Logistik bietet für den Ver-
sand von Paketen sowie von Post Express-Sendungen Lö-
sungen aus einer Hand über die gesamte Wertschöpfungs-
kette. Im Heimmarkt transportierte die Österreichische
Post 2021 184 Mio Pakete und Post Express-Sendungen.
Damit ist sie führende Dienstleisterin für die landesweite
Auslieferung von Versandhandels- und Privatkund*innen-
paketen sowie von B2B-Sendungen mit einer flächende-
ckenden Zustellung in höchster Qualität. Das Portfolio
umfasst neben den klassischen Paketprodukten, der Ex-
press- und der Lebensmittelzustellung auch vielfältige
Mehrwertdienstleistungen. So bietet das Unternehmen
gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen maßgeschnei-
derte Fulfillment-Lösungen wie Lagerung, Kommissionie-
rung, Retouren-Management, Geld- und Werttransporte,
Webshop-Logistik sowie Webshop-Infrastruktur an.
Die Division Filiale & Bank beinhaltet das Filial-
Zum Kerngeschäft zählen insbesondere die Beför-
derung von klassischen Briefsendungen, Werbesendun-
gen, Paketen und Post Express-Sendungen. Geschäftspro-
zesslösungen, E-Commerce- & Logistik-Lösungen und
digitale Angebote wie etwa im Werbebereich ergänzen das
Serviceportfolio. Die Österreichische Post AG ist stets be-
strebt, ihre Leistungen sowohl physisch als auch hybrid
und digital anzubieten. Über ein flächendeckendes Filial-
netz in Österreich werden neben klassischen Services
auch Finanzdienstleistungen angeboten, die Kund*innen
genauso auch online zur Verfügung stehen.
und Finanzdienstleistungsgeschäft der Österreichischen
Post AG mit einem Filialnetz von 1.757 Geschäftsstellen in
Österreich. Mit einer Frequenz von rund 65 Mio Kund*in-
nenkontakten pro Jahr zählt dieses zu den größten Privat-
kund*innennetzen des Landes. Das Angebot im Filialnetz
umfasst neben Services zu Post, den Vertrieb von Tele-
kommunikation-Produkten und Handelswaren sowie die
Erbringung von Finanzdienstleistungen. Die Filiale als
Multidienstleisterin vereint damit flächendeckende Ser-
vices von A1, bank99 und Post unter einem Dach. Darüber
hinaus bietet die Österreichische Post AG an zahlreichen
Standorten Selbstbedienungslösungen wie Abhol- und
Versandstationen an. Diese sind 24/7 zugänglich und er-
freuen sich einer hohen Nutzung der Kund*innen. Durch
einen übergreifenden Ansatz wird der Bogen der Post-
dienstleistungen von der Post App bis zur Filiale konstant
gespannt. Die bank99 bietet seit der Aufnahme ihrer Ge-
schäftstätigkeit am 1. April 2020 Finanzdienstleistungen
in ganz Österreich an. Die bank99 hat noch im Dezember
2021 das Privatkund*innengeschäft der ING in Österreich
übernommen. Nach dem Motto „filial & digital“ stellt diese
Zusammenführung das Beste aus beiden Welten dar und
Die Österreichische Post AG bündelt ihre Ge-
schäftsaktivitäten in den drei operativen Divisionen Brief
& Werbepost, Paket & Logistik sowie Filiale & Bank. Zu-
sätzlich obliegen der Division Corporate vor allem Dienst-
leistungen im Bereich der Verwaltung und die Entwicklung
neuer Geschäftsmodelle. Die Logistik für Brief- und Paket-
sendungen in Österreich wird in der internen Produktions-
einheit Logistiknetzwerk gebündelt, welche ihre Leistun-
gen auf Kostenbasis an die operativen Divisionen
verrechnet.
Das Leistungsspektrum der Division Brief & Wer-
bepost beinhaltet den Vertrieb, die Annahme, die Sortie-
rung und die Zustellung von Brief- und Dokumentensen-
dungen, adressierten und unadressierten
Werbesendungen, Zeitungen und Magazinen sowie Online-
219
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
legt den weiteren Grundstein für ein zukunftsträchtiges
Geschäftsmodell der bank99.
Insbesondere Kund*innen aus dem öffentlichen Sektor
versuchen ihr Sendungsvolumen zu reduzieren, sodass die
Österreichische Post AG weiterhin mit kontinuierlichen
Rückgängen rechnet. Speziell vor dem Hintergrund neuer
E-Government Lösungen ist von stetig rückläufigen Volu-
men auszugehen. Generell hängt das Geschäft mit Werbe-
sendungen stark von der konjunkturellen Lage, der jeweili-
gen Branche und der Intensität der Werbeaktivitäten von
Unternehmen ab. Die COVID-19 Pandemie hat einerseits
den Trend zur E-Substitution beschleunigt, und anderer-
seits haben die pandemischen Einschränkungen und Lock-
down Maßnahmen negative wirtschaftliche Auswirkungen
auf Volumen sowie auch auf die Geschäftstätigkeit bedeu-
tender Kund*innen. Die Paketmengen im privaten Bereich
steigen dank der zunehmenden Bedeutung des Online-
Shoppings weiter stark an. Die COVID-19 Pandemie führt
zu außerordentlichen Mehrmengen durch Lockdown Situ-
ationen des stationären Handels. Die Entwicklung des in-
ternationalen Paket- und Frachtgeschäfts ist wiederum
wesentlich von der Konjunkturentwicklung, den internati-
onalen Handelsströmen und der damit verbundenen
Preisentwicklung abhängig. Wettbewerbsintensität und
Preisdruck sind in diesem Bereich weiterhin hoch. Die
Handelsströme werden zunehmend internationaler und
mit ihnen die nachgefragten Logistikdienstleistungen. Ein
weiterer wichtiger Markttrend besteht in der steigenden
Bedeutung nichtfinanzieller Themen aus den Bereichen
Wirtschaft & Kund*in, Umwelt & Klima sowie Mensch &
Soziales. Damit einhergehend steigen die Transparenzan-
forderungen der Unternehmen hinsichtlich Nachhaltigkeit.
Das steigende Nachhaltigkeitsbewusstsein führt auch zu
einer vermehrten Nachfrage nach ressourcenschonenden
Gütertransporten. Die Österreichische Post AG entspricht
diesen Anforderungen seit 10 Jahren durch das Angebot
der CO2-neutralen Zustellung und der stufenweisen De-
karbonisierung der Logistik im Heimatmarkt Österreich,
mit welchen für sich und ihre Kund*innen eine Verbesse-
rung der Klimabilanz erreicht werden soll. Neben der Effi-
zienzsteigerung und Kompensation ist die Nutzung von al-
ternativen Technologien besonders wichtig für die
1.2 Wirtschaftliches Umfeld
Nach dem Einbruch im Vorjahr konnte sich die an-
tizipierte Erholung des Weltwirtschaftsmarkts im Jahr
2021 einstellen. Dies zeigte sich in einem Zuwachs des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 5,9%. Im Jahr davor war
die Weltwirtschaft durch die Auswirkungen der Pandemie
um 3,5% eingebrochen. Eine vollständige Erholung gilt je-
doch als unsicher aufgrund der Verbreitung der Omikron-
Variante mit einhergehenden Beschränkungen. Steigende
Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferengpässe führen
zu erhöhter Inflation und Volatilität am Finanzmarkt. Auf-
grund dieser Hürden und bestehenden Unsicherheiten
wird laut Expert*innen des Internationalen Währungs-
fonds (IWF) für 2022 und 2023 mit einem gemäßigteren
Zuwachs von 4,4% bzw. 3,8% gerechnet (IWF, Jänner
2022). In der Eurozone wurde 2020 ein Rückgang des BIP
von 6,4% verzeichnet. Demgegenüber steht ein Zuwachs
von 5,2% im Jahr 2021. Der IWF prognostiziert für 2022
und 2023 wiederum eine Zunahme des BIP im Ausmaß von
3,9% bzw. 2,5%. Zu den treibenden Faktoren am europäi-
schen Markt zählen die im Jahr 2021 fast verdoppelten
Preise für fossile Energie, welche die Energiepreise ange-
trieben haben, und die steigende Inflation (IWF, Jänner
2022).
In Österreich konnte sich die Volkswirtschaft im
Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres gut von
den Auswirkungen der Pandemie erholen. Dieses Wachs-
tum wurde im zweiten Halbjahr jedoch durch erneute Aus-
gangsbeschränkungen, Lieferengpässe und steigende
Energie- und Rohstoffpreise abgebremst. Zunehmender
Privatkonsum und steigende Investitionen nach dem Weg-
fallen von Beschränkungen und den damit verbundenen
Produktionshemmnissen sollen 2022 zu einem Konjunk-
turaufschwung führen. Nach der Erholung des österreichi-
schen BIP im Jahr 2021 um 4,1% wird von einem weiteren
Aufwärtstrend ausgegangen. Im Jahr 2022 soll das BIP um
5,2% und im Jahr 2023 um 2,5% wachsen (WIFO, Dezem-
ber 2022).
Österreichische Post AG. Das ehrgeizige Ziel lautet: in
ganz Österreich bis 2030 auf der „letzten Meile“ komplett
CO2-frei zuzustellen. Das bedeutet, dass ausschließlich
Fahrzeuge mit alternativem Antrieb oder nicht-motori-
sierte Fahrzeuge eingesetzt werden.
1.3 Branchenumfeld
Neben dem konjunkturellen Umfeld wird die Ge-
schäftsentwicklung der Österreichischen Post AG vor al-
lem von folgenden internationalen Trends beeinflusst, die
Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen. Die elektro-
nische Substitution hält im Bereich der adressierten Sen-
dungen weiterhin an. Dieser globale Trend betrifft alle
Post-Gesellschaften und ist im Kern wenig beeinflussbar.
220
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
_
1.4 Rechtliche Rahmenbedingungen
Mit 27. November 2015 trat eine Änderung des Post-
marktgesetzes in Kraft, die es der Österreichischen
Post AG ermöglicht, neben Briefsendungen (mit stren-
gen Laufzeitvorgaben) auch sogenannte Non-Priority-
Briefsendungen im Universaldienst anzubieten, deren
Laufzeiten regelmäßig bis zu vier Tage betragen dür-
fen. Seit 1. Juli 2018 bietet die Österreichische Post
AG den ECO-Brief im Universaldienst an und hat ihre
Produktpalette entsprechend erweitert. Im Universal-
dienst haben Versender*innen somit die Wahl zwi-
schen einer Laufzeit von zwei bis drei Tagen für nicht
zeitkritische Sendungen und dem schnellen PRIO-
Brief, der weiterhin am Tag nach der Aufgabe zuge-
stellt wird.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Ge-
schäftstätigkeit der Österreichischen Post AG basieren
primär auf dem Österreichischen Postmarktgesetz, das
seit 1. Jänner 2011 in Kraft ist.
_
Die Österreichische Post AG ist seit der vollständigen
Marktöffnung Österreichs Universaldienstleisterin und
garantiert damit die Versorgung mit qualitativ hoch-
wertigen Postdienstleistungen in ganz Österreich. Die
Regulierungsbehörde (Post-Control-Kommission) hat –
wie gesetzlich vorgesehen – letztmalig im Jahr 2021
untersucht, ob auch andere Postdienst-Anbieter*innen
in der Lage sind, die in der gesetzlichen Universal-
dienstverpflichtung definierten Leistungen zu erbrin-
gen. Dies ist nicht der Fall.
2. Geschäftsverlauf und
wirtschaftliche Lage1
_
Der Universaldienst beschränkt sich primär auf Post-
sendungen, die auf Basis der allgemeinen (nicht indivi-
duell ausverhandelten) Geschäftsbedingungen an den
gesetzlich definierten Zugangspunkten aufgegeben
werden, also z.B. Post-Geschäftsstellen oder Briefkäs-
ten. Damit soll die Grundversorgung der österreichi-
schen Bevölkerung und Wirtschaft mit Postdienstleis-
tungen gesichert werden. Postdienste für Sendungen,
die von Großkund*innen in Logistikzentren eingeliefert
werden, zählen – mit Ausnahme von Zeitungen – nicht
zum Universaldienst.
2.1 Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse der Österreichischen Post AG
steigerten sich 2021 um 4,2% auf 1.977,0 Mio EUR. Das
Wachstum im Paketgeschäft brachte einen Umsatzanstieg
von 13,3%, die Umsatzerlöse in den Divisionen Brief &
Werbepost und Filiale & Bank zeigten Stabilität.
Umsatz nach Divisionen
Veränderung
Struktur
ꢀꢁꢀꢁ
Struktur
ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
ꢀꢁꢀꢂ
UMSATZ GESAMT
Brief & Werbepost
Paket & Logistik
Filiale & Bank
ꢂ.ꢃꢄꢅ,ꢆ
ꢀ.ꢀꢁꢂ,ꢂ
ꢁꢄꢆ,ꢂ
ꢁꢄ,ꢅ
ꢂ.ꢄꢇꢇ,ꢁ
ꢈ,ꢀ%
–ꢂ,ꢃ%
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–ꢂ,ꢅ%
ꢉ,ꢅ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢁꢀ,ꢆ%
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ꢄ,ꢈ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢃꢇ,ꢈ%
ꢄꢁ,ꢆ%
ꢄ,ꢆ%
ꢀ.ꢀꢃꢄ,ꢅ
ꢉꢀꢁ,ꢂ
ꢁꢄ,ꢄ
Corporate
ꢈꢂ,ꢉ
ꢈꢄ,ꢅ
ꢆ,ꢀ%
ꢆ,ꢆ%
Der Anteil der Division Brief & Werbepost am Ge-
samtumsatz der Österreichischen Post AG betrug 58,4%.
Während im Vorjahr – noch stark durch negative COVID-
19 Effekte betroffen – ein Umsatzrückgang von minus 7,4
% verzeichnet wurde, zeigte sich im Berichtszeitraum
2021 Stabilität mit einem leichten Rückgang von minus
0,5%. Es waren im aktuellen Geschäftsjahr auch positive
COVID-19 Effekte durch Sonderaussendungen zu ver-
zeichnen. Die grundsätzliche Abnahme des klassischen
Briefes durch die E-Substitution schreitet weiter voran.
Andererseits war auch ein volatiles Werbegeschäft fest-
stellbar. Nach einem starken Rückgang im Vorjahr war bei
1 Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Ver-
wendung automatisierter Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftre-
ten.
221
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
den Werbe- und Medienpostvolumen eine leichte Erholung
zu bemerken.
durch Online-Bestellungen und positiven Sondereffekten
aus Logistikdienstleistungen.
Die Division Paket & Logistik erwirtschaftete im
Berichtszeitraum einen Anteil von 36,2% am Gesamtum-
satz. Das Umsatzwachstum von 13,3% im Jahr 2021 war
getragen von einem positiven organischen Wachstum
Die Division Filiale & Bank erreichte in der Be-
richtsperiode 2021 einen Anteil am Gesamtumsatz von
3,2% mit einem leichten Umsatzrückgang von minus 0,9%.
Umsatz Division Brief & Werbepost
Veränderung
Struktur
ꢀꢁꢀꢁ
Struktur
ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
ꢀꢁꢀꢂ
UMSATZ GESAMT
Briefpost & Business Solutions
Werbepost
ꢂ.ꢂꢅꢁ,ꢁ
ꢉꢈꢉ,ꢅ
ꢆꢅꢆ,ꢉ
ꢀꢀꢅ,ꢈ
ꢂ.ꢂꢆꢉ,ꢄ
–ꢁ,ꢆ%
–ꢀ,ꢁ%
ꢂ,ꢅ%
ꢆ,ꢃ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢁꢈ,ꢃ%
ꢆꢃ,ꢆ%
ꢀꢂ,ꢄ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢁꢄ,ꢇ%
ꢆꢃ,ꢁ%
ꢀꢂ,ꢁ%
ꢉꢄꢁ,ꢆ
ꢆꢅꢃ,ꢆ
ꢀꢆꢆ,ꢈ
Medienpost
Der Umsatz der Division Brief & Werbepost von
1.153,9 Mio EUR stammte zu 63,8% aus dem Bereich
Briefpost & Business Solutions, zu 25,6% aus Werbepost
und zu 10,6% aus Medienpost.
noch ein Rückgang von minus 12,1% verzeichnet worden.
Im Werbegeschäft hatten sich die COVID-19 bedingten
behördlich angeordneten Geschäftsschließungen beson-
ders negativ ausgewirkt. Es gibt aktuell eine erhöhte Vola-
tilität, die Werbepost wird weiter strukturell rückläufig
bleiben.
Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der
Umsatz mit 736,2 Mio EUR im Jahr 2021 um minus 1,6%
unter dem Niveau des Vorjahres. Die rückläufige Volumen-
entwicklung infolge der Substitution von Briefen durch
elektronische Kommunikationsformen setzte sich fort.
Nach einem turbulenten COVID-19 Jahr 2020 mit einem
wesentlichen Briefvolumenrückgang aufgrund massiver
Lockdown Maßnahmen war der Volumenrückgang für die
aktuelle Periode geringer. Die Entwicklung ist weiterhin
geprägt von den schwierigen Rahmenbedingungen.
Der Bereich Werbepost verzeichnete im Geschäfts-
jahr 2021 einen Umsatzzuwachs von 0,9% auf
Der Umsatz mit Medienpost, also der Zustellung
von Zeitungen und Magazinen, erhöhte sich im Perioden-
vergleich um 2,5% auf 122,4 Mio EUR. Dieser Anstieg ist
vor dem Hintergrund der pandemiebedingt stark rückläu-
figen Entwicklung des Vorjahres zu sehen (minus 9,0%).
Insgesamt sank der Umsatz der Division Brief &
Werbepost im Vergleich zum Vorjahr um minus
6,1 Mio EUR, prozentuell betrachtet entspricht dies einer
Veränderung von minus 0,5%.
295,2 Mio EUR. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres war
222
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Umsatz Division Paket & Logistik
Veränderung
Struktur
ꢀꢁꢀꢁ
Struktur
ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
ꢀꢁꢀꢂ
UMSATZ GESAMT
Paket Premium
ꢅꢉꢀ,ꢁ
ꢄꢄꢁ,ꢁ
ꢆꢉꢄ,ꢄ
ꢆꢆ,ꢀ
ꢇꢂꢅ,ꢁ
ꢄꢉꢀ,ꢇ
ꢄꢀꢄ,ꢄ
ꢄꢂ,ꢅ
ꢂꢉ,ꢉ%
ꢀꢂ,ꢃ%
ꢀꢈ,ꢁ%
ꢈꢂ,ꢆ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢃꢄ,ꢄ%
ꢈꢄ,ꢆ%
ꢄ,ꢃ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢃꢀ,ꢅ%
ꢈꢄ,ꢇ%
ꢈ,ꢄ%
Paket Standard
Paket Sonstige Leistungen
Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte
sich im Geschäftsjahr 2021 um 13,3% von 632,0 Mio EUR
auf 716,0 Mio EUR. Das Paketvolumen in Österreich zeigte
nach hohen Zuwächsen im Vergleichszeitraum des Vorjah-
res ein abgeschwächtes Wachstum und lag im Jahr 2021
am prognostizierten Wert. Die gute Entwicklung in der Di-
vision Paket & Logistik basiert unter anderem auf dem an-
haltenden E-Commerce-Trend in allen Märkten. Die CO-
VID-19 Pandemie hat im Online-Handel nachhaltige
Effekte generiert.
51,9% des Divisionsumsatzes auf den Premium-Bereich
(Zustellung erfolgt am Werktag nach der Aufgabe), der
371,8 Mio EUR ausmachte. Der Anteil des Bereichs Paket
Standard am Divisionsumsatz beträgt 43,8%. Im
Jahr 2021 verzeichnete dieser Bereich einen Zuwachs von
14,6% auf 313,3 Mio EUR. Im Bereich Paket Sonstige Leis-
tungen, der diverse Logistik-Zusatzdienstleistungen bein-
haltet und auf den 4,3% des Divisionsumsatzes entfallen,
wurden in der Berichtsperiode Umsätze in Höhe von
30,9 Mio EUR generiert.
Der Trend hin zu einer schnelleren Zustellung von Paketen
hält weiter an. Insgesamt entfielen im Geschäftsjahr 2021
Umsatz Filiale & Bank
Veränderung
Struktur
ꢀꢁꢀꢁ
Struktur
ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
ꢀꢁꢀꢂ
UMSATZ GESAMT
ꢅꢉ,ꢄ
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ꢀꢈ,ꢈ
ꢅꢉ,ꢉ
ꢈꢇ,ꢁ
ꢀꢈ,ꢉ
–ꢁ,ꢄ%
–ꢀ,ꢉ%
ꢀ,ꢁ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢉꢉ,ꢈ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢉꢁ,ꢇ%
ꢆꢄ,ꢆ%
Filialdienstleistungen
Finanzdienstleistungen
ꢆꢆ,ꢁ%
Der Umsatz der Division Filiale & Bank erreichte im
Geschäftsjahr 2021 63,3 Mio EUR nach 63,9 Mio EUR im
Jahr zuvor.
Der Umsatz aus Finanzdienstleistungen des Jah-
res 2021 in Höhe von 14,7 Mio EUR zeigte im Geschäfts-
jahr 2021 eine positive Entwicklung. Die bank99 ist mit 1.
April 2020 in den Markt gestartet, im Dezember 2021 er-
folgte das Closing zur Übernahme des Privatkund*innen-
geschäfts der ING in Österreich.
Die Filialdienstleistungen reduzierten sich um mi-
nus 1,7% von 49,4 Mio EUR auf 48,6 Mio EUR im aktuellen
Berichtszeitraum aufgrund des Wegfalls diverser Ser-
vicevergütungen des ehemaligen Bankpartners, die im
Vorjahr noch enthalten waren, sowie geringeren Erlösen
aus Handelswaren. Gegenläufig entwickelten sich die Fili-
alprodukte, die aufgrund zusätzlicher Aufträge einen An-
stieg verzeichneten.
223
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2.2 Ergebnisentwicklung
Die Ertragslage der Österreichischen Post AG zeigt
folgendes Bild:
Ertragslage
Veränderung
ꢀꢁꢀꢁ/ꢀꢁꢀꢂ
Struktur
in %
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
ꢀꢁꢀꢂ
UMSATZERLÖSE
ꢂ.ꢃꢄꢅ,ꢆ
ꢄꢂ,ꢁ
ꢂ.ꢄꢇꢇ,ꢁ
ꢈ,ꢀ%
ꢆ,ꢉ%
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢀ,ꢁ%
Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen
Personalaufwand
ꢄꢀ,ꢈ
–ꢈꢅꢀ,ꢈ
–ꢅꢇꢃ,ꢀ
–ꢇꢂ,ꢁ
–ꢄꢀꢈ,ꢈ
ꢈꢃ,ꢀ
–ꢈꢁꢈ,ꢉ
–ꢅꢄꢇ,ꢁ
–ꢉꢃ,ꢂ
–ꢆꢅꢃ,ꢇ
–ꢀ,ꢁ
–ꢃ,ꢇ%
–ꢃ,ꢂ%
–ꢉ,ꢈ%
–ꢁ,ꢄ%
ꢆꢅꢀꢄ,ꢉ%
ꢀꢁ,ꢂ %
–ꢀꢀꢆ,ꢄ%
ꢂꢉ,ꢆ%
ꢀꢁ,ꢃ%
–ꢆꢈ,ꢅ%
–ꢈꢅ,ꢇ%
–ꢈ,ꢀ%
–ꢀꢃ,ꢅ%
ꢆ,ꢄ%
Abschreibungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Beteiligungsergebnis
EBITꢂ)
ꢂꢆꢂ,ꢆ
ꢇ,ꢂ
ꢂꢃꢀ,ꢁ
–ꢀ,ꢂ
ꢄ,ꢀ%
Sonstiges Finanzergebnis und Umgründungsgewinn
ERGEBNIS VOR STEUERN
ꢂ,ꢂ%
ꢂꢆꢄ,ꢆ
–ꢈꢉ,ꢄ
ꢂꢂꢀ,ꢉ
ꢂꢃꢂ,ꢁ
–ꢄꢅ,ꢈ
ꢂꢈꢂ,ꢆ
ꢄ,ꢀ%
Steuern vom Einkommen und Ertrag
JAHRESÜBERSCHUSS
–ꢆ,ꢂ%
ꢇ,ꢀ%
ꢀꢅ,ꢂ %
1) EBIT = Ergebnis vor Sonstiges Finanzergebnis und Umgründungsgewinn sowie Steuern
Die Aufwandsstruktur der Österreichischen Post
ist von einem hohen Anteil an Personalaufwendungen ge-
prägt. So entfielen im Jahr 2021 52,6% (2020: 52,9%) der
gesamten betrieblichen Aufwendungen auf den Personal-
bereich. Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr
985,1 Mio EUR (2020: 938,6 Mio EUR). Die Österreichi-
sche Post AG beschäftigte im Jahr 2021 durchschnittlich
17.545 Mitarbeitende (Vollzeitkräfte), während in der Vor-
jahresperiode durchschnittlich 17.363 Mitarbeitende tätig
waren (+1,0%).
durch die enormen Paketmengen sowie gestiegene Ver-
triebsprovisionen zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind
mit 16,8% (2020: 16,7%) der gesamten betrieblichen Auf-
wendungen als drittgrößte betriebliche Aufwandsposition.
Sie stiegen um 6,3% auf 314,4 Mio EUR (2020: 295,8 Mio
EUR). In der Berichtsperiode waren in diesem Posten unter
anderem Vorsorgen im Zusammenhang mit Datenschutz-
verfahren enthalten.
Weiters fielen in der Berichtsperiode Abschreibun-
gen in Höhe von 80,6 Mio EUR nach 75,0 Mio EUR im Vor-
jahr 2020 an. Dabei erhöhten sich die planmäßigen Ab-
schreibungen vorwiegend aufgrund der Inbetriebnahme
von neuen Standorten für die Paket-Logistikinfrastruktur.
Die sonstigen betrieblichen Erträge und aktivier-
ten Eigenleistungen stiegen im Jahr 2021 um 2,7% auf
31,4 Mio EUR (2020: 30,6 Mio EUR).
Zusätzlich zu den operativen Personalaufwendun-
gen umfasst der Personalaufwand der Österreichischen
Post AG grundsätzlich auch diverse nicht-operative Perso-
nalaufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungs-
veränderungen, die primär auf die spezifische Beschäfti-
gungssituation beamteter Mitarbeiter*innen
zurückzuführen sind. Der nicht-operative Personalauf-
wand hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht, haupt-
sächlich bedingt durch Personalrückstellungen.
Das Beteiligungsergebnis 2021 fiel mit 45,1 Mio
EUR im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher aus, nach-
dem in der Vorperiode eine außerplanmäßige Abschrei-
bung der bank99 AG in Höhe von 40,4 Mio EUR durchge-
führt wurde.
Die zweitgrößte Aufwandsposition stellte mit 491,4
Mio EUR (2020: 464,7 Mio EUR) Materialaufwand und
Aufwand für bezogene Leistungen dar. Dies entspricht
26,3% (2020: 26,2%) der gesamten betrieblichen Aufwen-
dungen. Diese Position stieg um 5,8%. Die Erhöhung ist
überwiegend auf vermehrte Transportaufwendungen
Das ausgewiesene EBIT erhöhte sich im Geschäfts-
jahr 2021 auf 182,0 Mio (2020: 151,5 Mio EUR). Das Er-
gebnis konnte somit um 30,5 Mio EUR gesteigert werden.
224
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Das Sonstige Finanzergebnis und Umgründungsge-
winn der Österreichischen Post AG in Höhe von
minus 1,0 Mio EUR lag um 9,0 Mio EUR unter dem Niveau
des Jahres 2020. Der im Vergleich zum Vorjahr niedrigere
Wert der Position erschließt sich aus einmaligen Effekten
des Vorjahres: 2020 wurden wesentliche Erträge aus dem
Abgang von Wertpapieren wie auch ein Umgründungsge-
winn erfasst.
Somit wurde, nach Abzug der Ertragssteuern von
39,4 Mio EUR, ein im Vergleich zum Vorjahr um 26,1% hö-
heres Periodenergebnis in Höhe von 141,5 Mio EUR
(2020: 112,3 Mio EUR) erwirtschaftet.
2.3 Vermögens- und Finanzlage
Bilanz per 31. Dezember
Veränderung
Mio EUR
Struktur
ꢉꢂ.ꢂꢀ.ꢀꢁꢀꢁ
Struktur
ꢉꢂ.ꢂꢀ.ꢀꢁꢀꢂ
ꢃꢂ.ꢂꢀ.ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢉꢂ.ꢂꢀ.ꢀꢁꢀꢁ
AKTIVA
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände
ꢁꢄꢀ,ꢁ
ꢁꢈꢆ,ꢉ
ꢁꢁꢅ,ꢁ
ꢁꢉꢅ,ꢅ
ꢄꢇ,ꢂ
ꢄꢉ,ꢀ
ꢄꢃ,ꢀ%
ꢄꢃ,ꢉ%
ꢄꢃ,ꢆ%
ꢄꢃ,ꢇ%
Finanzanlagen
Vorräte, Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
ꢈꢄꢂ,ꢂ
ꢀꢆ,ꢃ
ꢈꢈꢇ,ꢀ
ꢀꢃ,ꢇ
ꢀꢇ,ꢀ
ꢄ,ꢄ
ꢆꢄ,ꢅ%
ꢂ,ꢉ%
ꢆꢄ,ꢁ%
ꢂ,ꢇ%
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten
Aktive latente Steuern
ꢄꢄ,ꢂ
ꢈꢆ,ꢂ
ꢅ,ꢂ
ꢀ,ꢇ%
ꢆ,ꢆ%
ꢈꢅ,ꢇ
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PASSIVA
Eigenkapital
ꢉꢂꢉ,ꢅ
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Investitionszuschüsse
Rückstellungen
ꢁꢉꢁ,ꢃ
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Verbindlichkeiten
ꢆꢈ,ꢀ
Passive Rechnungsabgrenzungsposten
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ꢂꢁꢁ,ꢁ %
ꢂꢁꢁ,ꢁ %
2.3.1 BILANZSTRUKTUR
Die Sachanlagen und immateriellen Vermögensge-
genstände beliefen sich auf 669,6 Mio EUR (2020:
631,6 Mio EUR). Die größten Posten des Sachanlagever-
mögens sind Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund mit
einem Buchwert von 336,3 Mio EUR (2020:
Die Österreichische Post AG setzt auf eine solide
Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich vor al-
lem an der soliden Veranlagung von Zahlungsmitteln mit
möglichst geringem Risiko.
Die Bilanzsumme der Österreichischen Post AG lag
am 31. Dezember 2021 bei 1.900,6 Mio EUR (2020:
1.799,6 Mio EUR). Aktivseitig bilden Finanzanlagen in
Höhe von 679,9 Mio EUR wie im Vorjahr die größte Bilanz-
position (2020: 642,7 Mio EUR). Im Wesentlichen sind da-
rin Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von
645,7 Mio EUR (2020: 588,1 Mio EUR), Wertpapiere des
Anlagevermögens in Höhe von 24,6 Mio EUR (2020:
44,6 Mio EUR), Beteiligungen in Höhe von 8,4 Mio EUR
(2020: 8,4 Mio EUR) sowie Ausleihungen an verbundene
Unternehmen in Höhe von 0,6 Mio EUR (2020:
1,0 Mio EUR) enthalten.
317,2 Mio EUR), Andere Anlagen, Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung mit einem Buchwert von
169,4 Mio EUR (2020: 159,2 Mio EUR) sowie geleistete
Anzahlungen und Anlagen in Bau mit einem Buchwert von
54,9 Mio EUR (2020: 54,8 Mio EUR). Die immateriellen
Vermögensgegenstände beliefen sich auf 14,3 Mio EUR
(2020: 18,9 Mio EUR) und bestehen im Wesentlichen aus
Konzessionen und Rechten.
Die Position Vorräte, Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände lag zum 31. Dezember 2021 bei
448,1 Mio EUR (2020: 430,0 Mio EUR). Mit 432,5 Mio EUR
225
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
(2020: 414,6 Mio EUR) bilden Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände den größten Anteil dieser Posi-
tion, wobei davon 5,5 Mio EUR (2020: 7,3 Mio EUR) eine
Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aufweisen. Der Pos-
ten Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände be-
steht in Höhe von 241,2 Mio EUR (2020: 236,8 Mio EUR)
aus kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen, in Höhe von 96,4 Mio EUR (2020: 131,9 Mio EUR)
aus sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen
und in Höhe von 94,9 Mio EUR (2020: 45,8 Mio EUR) aus
kurzfristigen Forderungen gegenüber verbundenen Unter-
nehmen.
beinhalten primär Personalrückstellungen, die vor allem
auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter
Mitarbeiter*innen der Österreichischen Post AG zurück-
zuführen sind. Bei rund 85% der Rückstellungen handelt
es sich um Personalrückstellungen. So entfielen 202,2 Mio
EUR (2020: 182,2 Mio EUR) auf Rückstellungen für Unter-
auslastungen. Weitere 189,3 Mio EUR (2020: 181,8 Mio
EUR) betrafen gesetzlich und vertraglich verpflichtende
Sozialkapitalrückstellungen (Abfertigungen und Jubilä-
umsgelder). Die sonstigen Rückstellungen enthielten we-
sentliche Verpflichtungen für etwaige Ersatzleistungen in
Zusammenhang mit gutgeschriebenen Rückforderungsan-
sprüchen aus in Vorperioden bezahlten Lohnnebenkosten.
Die Verbindlichkeiten der Österreichischen
Die Bilanzposition Kassenbestand und Guthaben
bei Kreditinstituten ist im Vergleich zum Vorjahr um
3,3 Mio EUR leicht gestiegen und wies zum Bilanzstichtag
einen Wert von 15,8 Mio EUR (2020: 12,5 Mio EUR) auf.
Die Passivseite der Bilanz ist von einem hohen An-
teil an Eigenkapital geprägt. Zum Bilanzstichtag lag das
Eigenkapital bei 741,4 Mio EUR (2020: 707,9 Mio EUR).
Die Eigenkapitalquote beläuft sich auf 39,0% per 31. De-
zember 2021 (2020: 39,3%).
Post AG betragen zum Bilanzstichtag 408,4 Mio EUR
(2020: 384,3 Mio EUR). Sie beinhalten Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von
139,7 Mio EUR (2020: 140,1 Mio EUR), Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von
126,8 Mio EUR (2020: 115,1 Mio EUR), Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 70,0 Mio EUR
(2020: 30,0 Mio EUR) sowie Sonstige Verbindlichkeiten in
Höhe von 68,0 Mio EUR (2020: 98,1 Mio EUR).
Die Rückstellungen in Höhe von 718,0 Mio EUR
(2020: 676,5 Mio EUR) sind größtenteils langfristig und
2.3.2 CASHFLOW
Cashflow
ꢀꢁꢀꢂ
Mio EUR
ꢀꢁꢀꢁ
CASHFLOW AUS DEM ERGEBNIS
+/- Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
- gezahlte Steuern
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–ꢀꢀꢄ,ꢂ
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= CASHFLOW AUS DER BETRIEBLICHEN TÄTIGKEIT
+/- Cashflow aus Investitionstätigkeit
= FREE CASHFLOW
–ꢉꢂ,ꢆ
ꢂ,ꢁ
+/- Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
= NETTOVERÄNDERUNG LIQUIDER MITTEL
Liquide Mittel am ꢀ. Jänner
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Änderung Umfang Liquide Mittel
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ꢂ,ꢂ
LIQUIDE MITTEL AM ꢃꢂ. DEZEMBER
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ꢂꢆ,ꢃ
Der Cashflow aus dem Ergebnis lag im aktuellen
Geschäftsjahr bei 241,5 Mio EUR nach 222,4 Mio EUR im
Jahr zuvor (+8,6%). Der Cashflow aus der betrieblichen Tä-
tigkeit lag mit 164,3 Mio EUR im Geschäftsjahr 2021 um
93,1 Mio EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres, der
71,2 Mio EUR betrug (+130,7%). Ausgangspunkt ist das
über dem Vorjahresniveau liegende Ergebnis vor Steuer.
Als wesentliche Effekte für die Veränderung des Nettoum-
laufvermögens sind die Veränderung der Verbindlichkei-
ten in Höhe von minus 25,4 Mio EUR sowie die Verände-
rung von Rückstellungen in Höhe von 16,4 Mio EUR zu
nennen.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit erreichte im
Jahr 2021 einen Wert von minus 113,0 Mio EUR im Ver-
gleich zu minus 70,2 Mio EUR im Vorjahr. Der Geldfluss
226
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
stammt vorwiegend aus Veränderungen im Bereich der Fi-
nanzanlagen, die sich in der Berichtsperiode in Summe mit
Auszahlungen in Höhe von 171,3 Mio EUR im Cashflow
auswirkten. Die Auszahlungen für Sachanlagen und imma-
terielle Vermögensgegenstände beliefen sich auf
124,3 Mio EUR. Demgegenüber stehen Einzahlungen aus
Finanzanlagen und Beteiligungserträgen in Höhe von
112,3 Mio EUR. Der Free Cashflow erreichte im Ge-
schäftsjahr 51,3 Mio EUR nach 1,0 Mio EUR im Vorjahr.
Der negative Cashflow aus der Finanzierungstätig-
keit in Höhe von minus 48,0 Mio EUR ist im Wesentlichen
durch die Dividendenausschüttung in Höhe von
2.3.3 WESENTLICHE INVESTITIONEN
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände der Österreichischen Post AG be-
liefen sich im Geschäftsjahr 2021 in Summe auf
122,2 Mio EUR und lagen damit um 2,7 Mio EUR über dem
Niveau des Vorjahres. Davon entfielen 119,4 Mio EUR auf
Investitionen in Sachanlagen und 2,8 Mio EUR auf Investi-
tionen in immaterielle Vermögensgegenstände.
Einer der Schwerpunkte des Investitionspro-
gramms der Österreichischen Post AG lag in der Berichts-
periode erneut im Bereich der Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung. Neben den laufenden Investitionen im
Bereich Fuhrpark wurde in diesem Bereich vor allem in die
Filialausstattung sowie in diverse Hardware investiert. Der
wesentliche Anteil der Investitionen wurde im Rahmen des
Kapazitätsprogramms zum Ausbau der Logistikinfrastruk-
tur im Paketbereich getätigt.
108,1 Mio EUR sowie durch die Aufnahme von Finanzie-
rungen in Höhe von 60,1 Mio EUR beeinflusst.
Die Änderung des Umfangs der liquiden Mittel im
vorangegangenen Geschäftsjahr in Höhe von 33,1 Mio
EUR war auf die Anwachsung der Neutorgasse 7 Projekt-
entwicklungs AG & Co OG, Wien, zurückzuführen.
2.4 Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen
Ergebnis- und wertorientierte Kennzahlen
ꢀꢁꢀꢂ
ꢀꢁꢀꢁ
EBIT-Margeꢀ)
ROEꢆ)
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ꢅ,ꢆ%
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ROCEꢄ)
ꢀꢈ,ꢆ%
ꢀꢃ,ꢁ%
Ø Capital Employedꢈ)
ꢀ.ꢂꢁꢄ,ꢃ Mio EUR
ꢀ.ꢀꢉꢂ,ꢂ Mio EUR
1) EBIT-Marge = EBIT/Umsatz
2) Return on Equity = Jahresüberschuss/Eigenkapital abzüglich im Geschäftsjahr geflossener Dividende
3) Return on Capital Employed = EBIT/durchschnittliches Capital Employed
4) Capital Employed = Immaterielle Vermögensgegenstände + Sachanlagen + Anteile an verbundenen Unternehmen + Beteiligungen + Vorräte + Forderungen (abzüglich verzinslicher
Forderungen) + Aktive Rechnungsabgrenzungsposten – unverzinsliches Fremdkapital
Die EBIT-Marge der Österreichischen Post AG er-
höhte sich von 8,0% im Jahr 2020 auf 9,2% im Jahr 2021.
Der Return on Equity veränderte sich aufgrund des gestie-
genen Ergebnisses von 18,8% auf 23,6% im Geschäfts-
jahr 2021. Der Return on Capital Employed erhöhte sich
von 14,2% im Vorjahr auf 15,6% im aktuellen Geschäfts-
jahr.
2.5 Nichtfinanzielle Informationen gemäß
NaDiVeG
Nachhaltigkeit, Diversität und Kund*innenorientie-
rung sind zentrale Elemente der Strategie der Österreichi-
schen Post AG. Jede strategische Maßnahme, jedes Pro-
jekt muss auf den Beitrag zur Nachhaltigkeit, Diversität
und Kund*innenorientierung überprüft werden. Dies ist
gepaart mit einem umfassenden Masterplan zur Nachhal-
tigkeit in der Österreichischen Post AG, welcher über die
nächsten zehn Jahre weiterentwickelt werden soll.
Die Österreichische Post AG ist nach den Anforde-
rungen des NaDiVeG (Nachhaltigkeits- und Diversitätsver-
227
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
besserungsgesetz) gemäß §§ 267a und 243b UGB zur Ver-
öffentlichung einer Nichtfinanziellen Erklärung verpflich-
tet. Dieser Verpflichtung kommt die Österreichische Post
AG mit der Veröffentlichung als gesonderter Nichtfinanzi-
eller Bericht (Nachhaltigkeitsbericht) nach. Der Nachhal-
tigkeitsbericht wird nach den Standards der Global Repor-
ting Initiative (GRI) in der „Option Kern“ erstellt und
enthält zusätzlich die gesetzlich verschriebenen Angaben
gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie VO (EU 2020/852). Der
Nachhaltigkeitsbericht der Österreichischen Post AG wird
von unabhängiger dritter Stelle geprüft.
VERBUND Accelerator Programm 2021 oder dem
Sustainability Data Science Hackathon der Österreichi-
sche Beteiligungs AG zu nennen. Marktbedürfnisse und
Zukunftstrends werden rechtzeitig erkannt und entspre-
chende Initiativen getriggert. Dabei ist es wichtig, stets
den relevanten Startup- und Entrepreneur-Markt für In-
novation im Auge zu behalten, um mögliche externe Chan-
cen wie zum Beispiel Partnerschaften zu identifizieren. So
sichert die Österreichische Post AG ihre Wettbewerbspo-
sition nachhaltig und treibt die Branchenentwicklung vo-
ran.
Darüber hinaus kooperiert die Österreichische
Post AG seit langem mit namhaften österreichischen Uni-
versitäten, Fachhochschulen und anderen Forschungsein-
richtungen. Wichtige Partner*innen sind dabei die Öster-
reichische Forschungsförderungsgesellschaft, der Klima-
und Energiefonds sowie die Schieneninfrastruktur-Dienst-
leistungsgesellschaft. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den
Fokus auf Innovationen weiter zu verstärken und in der
Entwicklung von Produkten und Services auf wissen-
schaftlich fundierte Ergebnisse zurückgreifen zu können.
Beim Thema Innovationen sind Investitionen in state-of-
the-art Technologien sowie die laufende Verbesserung
und der Ausbau der Infrastruktur ein wesentlicher Faktor.
Ein wichtiges Kooperationsprojekt ist demnach auch die
Initiative „Forschung trifft Praxis“. In Zusammenarbeit mit
Bildungseinrichtungen und Businesspartner*innen wird
im Rahmen dieser Initiative zu aktuellen Marketing- oder
Wirtschafts-Trendthemen geforscht. Ziel dieser Initiative
ist es, wissenschaftliche Ergebnisse basierend auf einer
Forschungsfrage zu erzielen, die sowohl für den*die Busi-
nesspartner*in sowie für die Österreichische Post AG ei-
nen Mehrwert bieten. Weiters möchte die Österreichische
Post AG ihren Kund*innen dadurch neue Einblick gewäh-
ren, die eine partnerschaftliche Zusammenarbeit verstär-
ken.
3. Forschung und
Entwicklung/Innovations-
management
Ein wesentlicher Schlüssel zum nachhaltigen Er-
folg in sich verändernden Märkten liegt in der Entwicklung
und Markteinführung innovativer Produkte und Ge-
schäftsmodelle sowie in der Erweiterung der bestehenden
Produktpalette aus dem Kerngeschäft heraus. Besonders
die Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie sich verän-
dernde Lebensgewohnheiten machen ein ständiges Hin-
terfragen und Verbessern der eigenen Prozesse und
Dienstleistungen erforderlich. Daher arbeitet die Österrei-
chische Post AG stets an der Ergänzung und Verbesserung
ihrer Produkte und Services, an der Optimierung der be-
stehenden Prozesse und Abläufe und an der Erschließung
gänzlich neuer Geschäftsfelder auf Basis von innerbe-
trieblichen Forschungs- und Entwicklungs-Maßnahmen.
Die Investitionen und Innovationen umfassen nicht nur
den Ausbau und die Verbesserung der Services, sondern
auch des logistischen Operationsnetzwerks aus Standor-
ten und Fahrzeugen. Dabei werden unternehmensintern
oder gemeinsam mit Kooperationspartner*innen auch in-
novative Lösungen erforscht und entwickelt, die in vielen
Fällen zu neuen Marktstandards für die gesamte Logistik-
branche führen. Zwei weitere Lockdowns aufgrund der CO-
VID-19 Pandemie im Jahr 2021 haben Marktdynamiken
nachhaltig verstärkt. Die Auswirkungen des Trends zum
Online-Handel beschäftigten die Österreichische Post AG
auch in diesem Jahr.
Zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen im
Kerngeschäft führten im Geschäftsjahr 2021 zu neuen
Angeboten und Verbesserungen der User Experience für
die Kund*innen der Österreichischen Post AG. Als Bei-
spiele können das Abholservice für Business-Kund*innen
als eine bequeme Lösung für den Paketversand beim be-
liebten Marktplatz willhaben oder das Konzept einer mo-
dernen Selbstbedienungsfiliale – der Filiale der Zukunft –
genannt werden.
Das Zusammenwirken aus zentraler Steuerung der
Innovationstätigkeit und der Arbeit in dezentralen Innova-
tionsteams der Geschäftsbereiche der Österreichischen
Post AG bleibt weiterhin ein Erfolgsrezept. Das zentrale
Innovationsmanagement fördert die Innovations-Arbeit
der Geschäftsbereiche durch regelmäßiges Vernetzen in
Veranstaltungen sowie internen und externen Program-
men – als Beispiele wären hier die Partnerschaft mit dem
Während eine Reihe an Projekten in den Produkt-
managementteams der Divisionen initiiert und abgewi-
ckelt werden, erfolgt zur Sicherung der Service-Führer-
schaft eine zentrale Weiterentwicklung der
Endkundenservices mit dem Anspruch, neueste Technolo-
gien zur Verbesserung der Kernservices sowie der Schaf-
fung und Erforschung neuer Geschäftsmodelle auf der
228
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Endkund*innenseite einzusetzen. Die Online-Lösungen
der Österreichischen Post AG zeichnen sich dabei durch
ein hohes Maß an Sicherheit, Flexibilität, Effizienz und
Vertrauenswürdigkeit aus.
Versenden von Werbesendungen. Besonders zu erwähnen
ist die Bereitschaft, Konzepte mutig zu testen und bei po-
sitiver Resonanz mit Konsequenz umzusetzen.
Darüber hinaus ging im April mit ELLA das neue
Im Zuge des Pilotprojektes „Vorzimmerzustellung“
wird ein neuer und innovativer Zustellweg getestet, bei
dem die Zusteller*innen die Pakete gleich direkt hinter
der Wohnungstür der Kund*innen platzieren. Dieses Ser-
vice ist nicht nur bequem für die Kund*innen sondern hat
auch zum Ziel, dass sich die Erstzustellquote erhöht und
somit Fahrten zum Postamt reduziert werden. Für den
Testbetrieb dieses Vorhabens, der zu einem großen An-
drang von Bewerber*innen führte, konnte eine Förderung
Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft gesi-
chert werden.
Online-Geschäftskund*innenportal der Österreichischen
Post AG live. In diesem modernen Selfservicetool ist die
Organisation aller Geschäftskund*innen-Themen noch di-
rekter, einfacher und flexibler möglich. So können Auf-
träge, Rechnungen und Verträge verwaltet, Anfragen und
Reklamationen zielgerichtet abgesetzt, Zeitungszulassun-
gen rasch beantragt und eine Vielzahl an Online-Services
genutzt werden.
Das Geschäftsfeld Business Solutions ist führen-
der Anbieter für innovative, physische und digitale Ge-
schäftsprozesslösungen. Der Fokus liegt auf effizienten
Businesslösungen in den Bereichen Business Process
Outsourcing, Input- und Outputmanagement, Dokumen-
tenlogistikservices und digitaler Informationsprozessau-
tomatisierung.
Für Aufmerksamkeit im Umfeld Philatelie sorgte
2021 erneut die Crypto stamp, die erstmals Dank NFC-
Chip und Crypto-Technologie ein völlig neues Sicherheits-
merkmal bietet. Mit neuen – in der Blockchain-Community
beliebten – Motiven wie dem Wal, der Katze und dem
Rhino wurden Sammlern weitere begehrte Objekte gebo-
ten. Aber auch die Sammler traditioneller Briefmarken ka-
men zum Beispiel mit einer duftenden Sonderbriefmarke
oder der Briefmarke im Design von und gefertigt aus
FFP2-Masken auf ihre Rechnung. Im Post KartenStudio
können nicht nur wie bisher Postkarten mit individuellen
Fotos gestaltet und verschickt werden, sondern auch
Grußkarten für die unterschiedlichsten Anlässe gestaltet
werden.
Mit Robotic Process Automation (RPA) konnte im
vergangenen Jahr für Geschäftskund*innen ein weiterer
Lösungsbaustein geschaffen werden, mit dem Informati-
onsprozesse äußerst effizient automatisiert werden kön-
nen. Durch fortlaufende Innovation in den Bereichen
künstliche Intelligenz, Dokumentenmanagement-Lösungen
und hybrider Zustellungsangebote ermöglicht das Ge-
schäftsfeld gerade in Zeiten großer Veränderung einen
reibungslosen und state-of-the-art Betriebsablauf für Ös-
terreichs führende Unternehmen.
Die Division Brief & Werbepost der Österreichi-
Im Bereich Logistics Solutions entwickelt die Ös-
terreichische Post AG laufend maßgeschneiderte
Kund*innenlösungen für Warehousing und Fulfillment so-
wie diverse „Value Added Services“ – wie beispielsweise
das 2-Mann Handling, eine zeitdefinierte Zustellung (z. B.
Same Day Delivery) oder nachhaltige Verpackungslösun-
gen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 konnte der Be-
reich Logistics Solutions seine Lösungskompetenz auf be-
eindruckende Art und Weise unter Beweis stellen. Die für
die Bekämpfung der Pandemie so wichtigen PCR-Tests
verdanken in Wien und weiteren Regionen ihren internati-
onal beachteten Erfolg dem logistischen Operationsnetz-
werk der Österreichischen Post AG.
schen Post AG konnte auch dieses Jahr seinen konse-
quenten Innovationskurs fortsetzen. Ein besonderes High-
light war eine unternehmensweit durchgeführte Idea
Challenge, bei der 68 qualifizierte Ideen von Innovator*in-
nen aus allen Unternehmensbereichen eingebracht wur-
den. Ausgewählte Ideen wurden bereits im laufenden Ge-
schäftsjahr umgesetzt – zum Beispiel eine Lösung für die
nachhaltige Durchführung von Sportevents. Ein Schwer-
punkt lag im vergangenen Jahr auf dem Themenfeld Wer-
bung, bei dem verändernde Bedürfnisse und digitale Mög-
lichkeiten berücksichtigt und kreative Marktkonzepte
erarbeitet wurden. So konnte das Post-eigene Vergleich-
sportal daskuvert.at mit über 50 Mio Online-Angeboten
gelauncht werden. Mit Digital Out of Home (DOOH)
Werbe-fenstern wurde das digitale Werbeportfolio weiter
ausge-baut. Das physische Werbeangebot wird stetig
durch digi-tale Werbekanäle ergänzt und die
Gemeinsam mit der ACL advanced commerce labs
wird Kund*innen eine perfekte Partnerschaft zum Ausbau
und zur Erweiterung ihrer logistischen Wertschöpfungs-
kette geboten. So kann Logistics Solutions und somit die
Österreichische Post AG den Kund*innen vom Online-
Shop bis zum Customer Service, vom Frontend bis zum
Backend, alles aus einer Hand, anbieten. Der Fokus der In-
novationsarbeit auf die Themen Automatisierung und Pre-
dictive Analytics unterstützt das gesteigerte Bedürfnis
der Kund*innen nach Effizienz und Flexibilität. Damit ist
Bereitstellung eines digitalen Zugangs zu den
Kernprodukten am Brief- und Werbemarkt wird forciert.
Um Kund*innen den digitalen Zugang zu Werbeprodukten
zu ermöglichen, wurden einige Initiativen gestartet – ein
Beispiel ist das Produkt „Einfach Werben“, ein Self-
Service Tool zum Gestalten, Drucken und
229
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
die Österreichische Post AG in der Lage, den Kund*innen
maßgeschneiderte Lösungen vom Online-Shop, speziellen
IT-Lösungen, dem Warehousing, Fulfillment und der End-
kund*innenbelieferung, bis hin zu Lösungen der Bargeld-
bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen.
Reduktion von CO2- und Lärmemissionen in Ballungszen-
tren leisten.
Die Österreichische Post AG sucht für Innovatio-
nen und Investitionen konsequent nach Fördermöglichkei-
ten. Das Fördermanagement, welches in der Abteilung
CSR & Umweltmanagement (CSR = Corporate Social
Responsibility) beheimatet ist, berät und unterstützt hier
alle betroffenen Bereiche und koordiniert auch die steuer-
liche Forschungsprämie.
Im Bereich Prozesse und Abläufe liegt ein wesent-
licher Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt auf der
Stärkung der Nachhaltigkeit. Dabei investiert die Österrei-
chische Post AG laufend in Maßnahmen zur Verbesserung
der CO2-neutralen und schadstofffreien Zustellung. Ein
besonderes Highlight stellt die Inbetriebnahme des ersten
LNG-LKW (Liquefied Natural Gas) auf der Basis von ver-
flüssigtem Erdgas dar. Diese LKW sollen eine CO2-freund-
liche Überbrückungslösung schaffen, bis neue Technolo-
gien wie E-LKW und Wasserstoff-LKW einsatzbereit sind.
Ein ambitioniertes Außen- und Grünraumkonzept beim
Ausbau des Logistikzentrums Vorarlberg in Wolfurt sind
beispielhaft für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-
aspekten bei Kapazitätserweiterungen.
Auch in diesem Bereich wirkte sich die COVID-19
Pandemie aus, da rasch hohe Fördermittel des Finanzmi-
nisteriums zur wirtschaftlichen Bekämpfung der Auswir-
kungen der staatlich angeordneten Lockdowns bereitge-
stellt wurden. Hier spielt die COVID-19 Investitionsprämie
nach wie vor eine große Rolle. Dabei konnte die Österrei-
chische Post viele Investitionen einreichen und Förderzu-
sagen vor allem für Investitionen mit hoher Förderintensi-
tät im Bereich Ökologisierung und Digitalisierung sichern,
die dem wirtschaftspolitischen Ziel dieses Instruments,
der Stützung der heimischen Wirtschaft durch eine Stei-
gerung der Investitionsneigung, auf nachhaltige Weise zu-
gutekommen.
In dem bereits im Jahr 2020 gestarteten Projekt
„Grüne Verpackung“ forscht die Österreichische Post AG
zusammen mit der FH Oberösterreich an nachhaltigen und
wiederverwendbaren Verpackungslösungen. Dabei konnte
der Schulterschluss mit einigen der größten Markenarti-
kel-Versendern Österreichs für eine gemeinsame Projek-
tumsetzung im Frühjahr 2022 geschafft werden.
Die Forschungsaktivitäten der Österreichischen
Post AG werden durch weitere Förderzusagen seitens der
Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft ho-
noriert. So werden etwa im Sondierungsprojekt „Green
Diversity Linz“ mit verschiedenen Partner*innen innova-
tive Begrünungstechnologien für das Bauprojekt der Ös-
terreichischen Post AG in der Nähe des Hauptbahnhofs
erarbeitet, die eine nachhaltige Energieversorgung unter-
stützen und einer Überhitzung des Büro- und Wohnvier-
tels im Sommer entgegenwirken. Außerdem wird in einem
Projekt gemeinsam mit der Technischen Universität Graz
das Verhalten von Kleinsendungen im Sortierprozess un-
tersucht, um daraus einen Simulationsansatz zu entwi-
ckeln, mit dem man eine Optimierung in der Entwicklung
von entsprechenden Maschinen erreichen kann. Ein weite-
res förderungswürdiges Unterfangen, bei dem die Öster-
reichische Post AG als Konsortialpartnerin in Zusammen-
arbeit unter anderem mit dem Fraunhofer Institut auftritt,
ist das Projekt „Öffi-Packerl“, in dem ab dem Jahr 2022
der Transport von Paketen zwischen Abholstationen im öf-
fentlichen Nahverkehr durch Öffi-Nutzer*innen getestet
wird.
Ein besonders aus der Nachhaltigkeitsperspektive
richtungsweisendes Projekt stellt die emissionsfreie Zu-
stellung in Österreichs zweitgrößten Stadt Graz dar. Sämt-
liche Briefe, Pakete, Printmedien und Werbepost werden
Dank der rein elektrischen Zustellflotte aus E-Fahrzeugen,
E-Fahrrädern und E-Bikes ohne CO2-Emissionen in be-
währter Qualität den Grazer*innen zugestellt. Hinter den
Kulissen waren dabei die Bereitstellung der effizienten
Ladeinfrastruktur und die Errichtung eines City Hubs
wichtige Bausteine, die Dank der konsequenten For-
schungsarbeit zusammen mit Universitäten möglich wur-
den. Bereits im Jahr 2030 soll das Modell der emissions-
freien Zustellung auf das gesamte Bundesgebiet
ausgerollt werden.
Zudem wurde das Programm „City Logistik“ weiter-
geführt. Die Zustellung zu Fuß mit Deichselgeräten wurde
über dezentral gelegene Mikro-Logistikzentren (City Hubs)
in den Regelbetrieb übergeführt. Die für die Paket-Zustel-
lung erprobten E-Bikes wurden auch in der Brief-Zustel-
lung getestet. Durch dieses neuartige Konzept kann die
Österreichische Post AG einen wesentlichen Beitrag zur
Es handelt sich hierbei um eine exemplarische,
nicht vollständige Darstellung ausgewählter Forschungs-
projekte.
230
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4. Chancen und Risiken
von Juni 2017. Das Ziel des Risikomanagements ist es, die
Risiken frühzeitig zu erkennen, zu analysieren, zu bewer-
ten und durch geeignete Maßnahmen das Erreichen der
Unternehmensziele zu unterstützen. Risiken werden nach
einheitlichen Grundsätzen in ihrem Gesamtzusammen-
hang identifiziert, bewertet, überwacht und in einem un-
ternehmensweiten Risikomanagementsystem dokumen-
tiert. Der Konzernvorstand definiert die Risikostrategie
und -politik des Unternehmens und legt die Rahmenbe-
dingungen des Risikomanagementsystems fest.
4.1 Risikomanagementsystem bei
allgemeinen Risiken
Die Österreichische Post AG betreibt ein umfang-
reiches Risikomanagement, in das alle Unternehmensein-
heiten sowie Konzerngesellschaften einbezogen sind. Die-
ses richtet sich grundsätzlich nach dem COSO-Standard
„Enterprise Risk Management – Integrated Framework“
Die Risikopolitik der Österreichischen Post AG ist
auf Bestandssicherung und nachhaltige Steigerung des
Unternehmenswerts ausgerichtet und fügt sich in die Un-
ternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie ein. Die Öster-
reichische Post AG ist zahlreichen Risiken ausgesetzt.
Daher ist die Österreichische Post AG bereit, Risi-
nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts dürfen
nicht gefährdet werden.
Für Risiken, die unvermeidbar sind, werden Steue-
rungsmaßnahmen ergriffen, die der Bestandssicherung
und nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts die-
nen.
ken einzugehen, sofern das resultierende Chancen- und
Risikenportfolio ein ausgewogenes Verhältnis aufweist
und sie sich im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten
und ethischen Grundwerte des Unternehmens bewegen.
Die Ziele der Bestandssicherung und Ermöglichung einer
Die wichtigsten Schritte des Risikomanagement-
prozesses sind:
231
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
1. Identifizierung und Bewertung Risiken sind de-
finiert als potenzielle Abweichungen von Unternehmens-
zielen. Für jedes identifizierte Risiko wird festgelegt, wer
die Bewertung, Steuerung und Überwachung verantwor-
tet. Dimensionen Auswirkung und Eintrittswahrscheinlich-
keit quantifiziert. Nicht quantifizierbare Risiken werden
anhand definierter qualitativer Klassen bewertet. Zusätz-
lich unterstützt das zentrale Risikomanagement zyklisch
die einzelnen Unternehmensbereiche in Form proaktiver
Risiko-Assessments und Workshops hinsichtlich ihrer Ri-
siken. Die Ergebnisse der Identifizierung und Bewertung
werden in einer eigenen Risikomanagement-Software do-
kumentiert.
4. Überwachung und Kontrolle In Anlehnung an
den Österreichischen Corporate Governance Kodex wird
die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems
jährlich durch Wirtschaftsprüfer*innen beurteilt. Des Wei-
teren werden die Konzeption, Angemessenheit und Wirk-
samkeit des Risikomanagementsystems regelmäßig evalu-
iert, überwacht und kontrolliert.
4.2 Risikomanagementsystem bei
finanziellen Risiken
Ziel des Finanz- und Risikomanagements der Ös-
terreichischen Post AG ist die Sicherung des Unterneh-
menserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Grund-
sätzlich wird beim Management der Finanzpositionen ein
strategischer Portfolio-Ansatz unter Bedachtnahme auf
eine konservative Risikopolitik verfolgt.
2. Aggregation und Reporting Das zentrale Risiko-
management sammelt und überprüft die identifizierten
und bewerteten Risiken. Die finanziellen Effekte möglicher
Überschneidungen werden im Rahmen der Aggregation
berücksichtigt. Unter Einsatz statistischer Methoden wird
die Gesamtrisikoposition der Österreichischen Post AG er-
mittelt. Darüber hinaus wird das Risikoportfolio in einem
Risikogremium analysiert und plausibilisiert. Das Risiko-
gremium setzt sich aus Vertreter*innen von Governance-
Funktionen, einschließlich Corporate Social Responsibility,
und operativen Funktionen zusammen. Die Ergebnisse des
Risikogremiums fließen in den halbjährlichen Bericht des
zentralen Risikomanagements über die Risiken und deren
Entwicklung an den Vorstand ein. Unerwartet auftretende
Risiken werden dem Vorstand unmittelbar (ad hoc) berich-
tet. Zum Status des Risikomanagements werden der Auf-
sichtsrat und der Prüfungsausschuss ebenfalls regelmä-
ßig informiert.
In der Österreichischen Post AG erfolgt eine lau-
fende Überwachung eventuell auftretender Risikokon-
zentrationen. Diese können bei Finanzinstrumenten mit
ähnlichen Merkmalen und ähnlichen Bedingungen auftre-
ten, z.B. in Bezug auf Fristigkeiten und Kontrahenten-
Struktur oder hinsichtlich der Umsetzung der Veranla-
gungsstrategie. Konzentrationsrisiken werden unter ande-
rem durch die Veranlagung von Termingeldern bei ver-
schiedenen Banken, Diversifikation der Emittenten im
Wertpapierportfolio oder Streuung der Fälligkeitsprofile
vermieden.
Die aktuelle Risikosituation im Finanzbereich wird
laufend in einem standardisierten Berichtswesen darge-
legt. Weiters bestehen in der Österreichischen Post AG
klare, schriftlich festgelegte Strategien und operative
Richtlinien für die Behandlung aller finanziellen Risiken.
Das Risikomanagement unterliegt einem vom Vor-
stand beschlossenen Regelwerk, das Ziele, Grundsätze,
Aufgaben und Kompetenzen festlegt. Darüber hinaus for-
muliert dieses Regelwerk standardisierte Abläufe, um Re-
visionssicherheit zu gewährleisten.
3. Maßnahmengestaltung Die Risikosteuerung er-
folgt durch die Festlegung geeigneter Maßnahmen mit
dem Ziel, Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder auf
Dritte zu übertragen. Die Unternehmensbereiche prüfen
hierzu die infrage kommenden Maßnahmen mittels Kos-
ten-Nutzen-Analysen und implementieren diese anschlie-
ßend. Die Maßnahmen werden im Zuge der halbjährlichen
Analyse überwacht und angepasst. Zur systematischen
Bewältigung versicherbarer Risiken betreibt die Österrei-
chische Post AG ein internes Versicherungsmanagement.
Dessen Hauptaufgaben bestehen in der laufenden Opti-
mierung der Versicherungssituation sowie der Prozesse in
der Schadenabwicklung.
Zudem werden durch die Organisation der Tätig-
keitsabläufe (wie z.B. Trennung von Handel und Buchfüh-
rung von Finanztransaktionen, Sicherung von elektroni-
schen Daten) organisatorische Risiken im Finanzbereich
so weit wie möglich ausgeschaltet.
232
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.3 Bedeutende Risiken
würde. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass infolge
von Änderungen der gesetzlichen Zustellvorschriften für
behördliche Sendungen in Österreich ein Teil dieser Sen-
dungen nicht mehr über die Österreichische Post AG zuge-
stellt wird. Eine zusätzliche Beschleunigung der Substitu-
tion von Briefsendungen durch elektronische Medien ist
durch das Inkrafttreten des E-Government-Gesetzes so-
wie durch weitere Digitalisierungsmaßnahmen des Bundes
zu erwarten. Dem Mengenrückgang infolge dieser Substi-
tution wird mit neuen Produkten und Dienstleistungen
entgegengewirkt. Die Diversifikation trägt dazu bei, Risi-
ken einzelner Branchen weit zu streuen bzw. gering zu hal-
ten.
Die Risiken und Chancen der Österreichischen
Post AG leiten sich aus dem Risikoumfeld bzw. den Trends
und Veränderungen ab, denen das Unternehmen ausge-
setzt bzw. mit denen das Unternehmen konfrontiert ist.
4.3.1 UMWELT-, SOZIAL- UND GOVERNANCE-RISIKEN
(ENVIRONMENTAL, SOCIAL, GOVERNANCE – ESG)
Die Österreichische Post AG verfolgt seit über 10
Jahren Nachhaltigkeitsziele. Dies spiegelt sich in der inte-
grierten Konzern- & Nachhaltigkeitsstrategie wider. En-
vironmental Social Governance (ESG)-Themen haben ei-
nen hohen Stellenwert, die Initiative CO2 NEUTRAL
ZUGESTELLT sei hier beispielhaft genannt. Demgemäß be-
grüßt und unterstützt die Österreichische Post AG Klima-
und Umweltschutzmaßnahmen. Durch bestimmte Umwelt-
schutzbestrebungen könnte jedoch der regulatorische
Druck auf unadressierte Produkte erhöht werden oder
sich der Trend zur Digitalisierung verstärken. Beides
könnte zu Rückgängen in der Brief- und Werbepost füh-
ren. Die Österreichische Post AG versucht daher im Dialog
mit Stakeholdern Aufklärungsarbeit hinsichtlich der tat-
sächlichen Umweltauswirkung von Printprodukten zu be-
treiben, aber auch den CO2-Fußabdruck digitaler Lösun-
gen anzusprechen. Es werden daher Ökobilanzen von
physischen Produkten und Produktgruppen, aber auch von
digitalen Angeboten errechnet.
Das Geschäft mit Werbesendungen wird von der
konjunkturellen Entwicklung beeinflusst und hängt stark
von der Intensität der Werbeaktivitäten von Unternehmen
ab. Gerade der stationäre Handel – als wichtigste Werbe-
post-Kund*innengruppe – ist weiterhin mit folgenden
strukturellen Trends konfrontiert: Einerseits ist eine zu-
nehmende Marktkonzentration spürbar und andererseits
leidet der stationäre Handel unter dem starken Wachstum
des E-Commerce-Marktes. Infolgedessen kann es zu einer
Reduktion bei Werbemitteln und -mengen und damit auch
zu einer Beeinträchtigung des Ergebnisses kommen. Dar-
über hinaus kann digitale Werbung oder Verunsicherung
rund um die Datenschutz-Grundverordnung zur Reduktion
physischer Sendungen führen.
Neben genannten Faktoren könnte auch ein stär-
kerer Wettbewerb einen negativen Einfluss auf die Men-
genentwicklung der Brief- und Werbepost nehmen.
ESG-Bestrebungen und Klimawandel könnten sich
auf Personal und Arbeitsprozesse auswirken und zu Kos-
ten-steigerungen führen.
Ein erhöhtes Bewusstsein für die Verantwortung
der Lieferkette bewirkt gesteigerte Sorgfaltsmaßnahmen,
es besteht dennoch die Gefahr, dass etwaige Verfehlungen
in der Lieferkette zu Reputationsverlusten führen könn-
ten.
4.3.3 BETEILIGUNGEN
Ein Bestandteil der Strategie der Österreichischen
Post AG ist das Wachstum durch selektive Akquisitionen
und Kooperationen überwiegend im Kerngeschäft der Lo-
gistik. Dabei ist es wichtig, passende Akquisitionsziele zu
finden und erworbene Unternehmen erfolgreich zu integ-
rieren. Die Chancen und Risiken von Beteiligungen sind in
hohem Maß von politischen, wirtschaftlichen und gesetzli-
chen Rahmenbedingungen abhängig.
Für eine detaillierte Aufstellung zu weiteren ESG-
Risiken und risikoreduzierenden Maßnahmen wird auf den
Nachhaltigkeitsbericht verwiesen.
4.3.2 BRIEF- UND WERBEPOSTMARKT
Die Österreichische Post ist zu 80 % am türkischen
Paketdienstleister Aras Kargo a.s. beteiligt. Aufgrund der
derzeit schwierigen Situation in der Türkei besteht das Ri-
siko, dass sich insbesondere volkswirtschaftliche Rah-
mengrößen sowie die nationale Gesetzgebung zum Nach-
teil der Post entwickeln. Als wesentliche
Klassische Briefsendungen werden zunehmend
durch elektronische Medien ersetzt. Der Trend zur elekt-
ronischen Substitution von Briefen, insbesondere zur
elektronischen Zustellung, wird auch weiterhin fortbeste-
hen. Diese Entwicklung, die vom Gesetzgeber gefördert
wird, kann zu nicht unerheblichen Volumenrückgängen
und damit Ergebnisbeeinträchtigungen führen. Ein Rück-
gang des Umsatzes der Österreichischen Post AG im Be-
reich Briefpost führt zu einem negativen Umsatzeffekt,
der aufgrund der Fixkostenstruktur des Unternehmens
kurz- bis mittelfristig großteils ergebnismindernd wirken
volkswirtschaftliche Größen wären hier der Wechselkurs
sowie die Inflationsentwicklung zu nennen. Während sich
der Wechselkurs durch die Umrechnung im Post-Ergebnis
bemerkbar macht, können Inflationsentwicklungen das
Geschäft vor Ort beeinflussen.
233
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Die Österreichische Post AG ist weiters an der
bank99 AG beteiligt. Das Finanzinstitut ist nun seit fast
zwei Jahren am Markt. Ziel ist es, im Jahr 2023 eine weit-
gehende Break-even-Situation zu erreichen, mit der Über-
nahme des Privatkundengeschäfts der ING in Österreich
ist diesbezüglich ein großer Schritt gelungen.
eventuell ungünstigere Marktkonditionen möglich. Das
Beamtendienstrecht führt damit insgesamt zu geringer
Kostenflexibilität. Die Österreichische Post AG ist im Hin-
blick auf den liberalisierten Markt zunehmend mit den
Grenzen der dienstrechtlichen Verwendungsmöglichkeiten
für die ihm zugewiesenen Beamt*innen konfrontiert.
Durch die Entwicklungen in der COVID-19 Pande-
mie besteht das Risiko, dass es zu erhöhten Personalaus-
fällen kommen kann, sodass der reibungslose Geschäfts-
betrieb gestört werden könnte. Die Österreichische Post
AG versucht durch eine Vielzahl an Maßnahmen dieses Ri-
siko zu minimieren.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der bank99
ist hinkünftig von zwei wesentlichen Faktoren abhängig,
der Entwicklung des Kundengeschäfts sowie der Entwick-
lung des Zinsumfelds. Es besteht hinsichtlich der Entwick-
lung des Kund*innengeschäfts das Risiko, dass die ange-
botene Produktpalette nicht im erwarteten Ausmaß von
den Kund*innen angenommen wird. Eine nachteilige Ent-
wicklung des Zinsumfelds könnte sich ebenfalls negativ
auf die Ertragslage auswirken. Alle genannten Risikoas-
pekte können dazu führen, dass das Ergebnis der bank99
sich nicht entsprechend den Erwartungen der Post entwi-
ckelt.
4.3.6 LOGISTIK- UND INFRASTRUKTURKOSTEN
Die Verschiebungen der Sendungsmengen von
Brief zu Paket bewirken Anpassungen im Logistikprozess.
Es besteht das Risiko, dass sich die forcierten Effizienz-
bzw. Produktivitätssteigerungen verzögern. Darüber hin-
aus wird in der Paketzustellung neben Eigenzustellung
auch mit Frachtunternehmen zusammengearbeitet. Auf-
grund der Zunahme der Paketmengen und der damit ver-
bundenen steigenden Nachfrage nach Frachtdienstleis-
tungen besteht das Risiko von Kostenerhöhungen.
Die Post hat zur Absicherung der Kapitalisierung
der bank99 eine Patronatserklärung abgegeben. Es be-
steht das Risiko, dass die Post im Krisenfall zur Wieder-
herstellung der Gesamtkapitalquote eine Nachkapitalisie-
rung leisten muss.
4.3.4 PAKETMARKT
4.3.7 TECHNISCHE UND CYBERRISIKEN
Durch das weiterhin dynamische Wachstum des
Paketmarkts infolge des anhaltenden E-Commerce-
Booms bleibt der Wettbewerb intensiv. Dadurch entstehen
Preis- und Mengenrisiken und es kann zu Marktanteils-
verschiebungen kommen. Zudem ist das starke Paket-
wachstum von großen Online-Versender*innen getrieben,
die weiterhin überproportional zum Markt wachsen. Durch
die bereits etablierte Eigenzustellung eines Großkunden
und damit verbundenen möglichen weiteren Steigerungen
der Eigenleistung kann es zu spürbaren Mengenverlusten
und damit einhergehenden Umsatz- und Ergebniseffekten
kommen.
Die Österreichische Post AG ist in hohem Maß auf
die Verwendung von komplexen technischen Systemen an-
gewiesen und setzt bei der Erbringung seiner Dienstleis-
tungen maßgeblich auf den Einsatz von Datenverarbei-
tungssystemen, modernen Kommunikationsmedien und
anderen technischen Einrichtungen. Vor diesem Hinter-
grund hat die Österreichische Post AG in den vergangenen
Jahren umfangreiche Investitionen vorgenommen, um ihr
Verteil- und Zustellnetz zu modernisieren. Die Leistungs-
erbringung des Unternehmens hängt dabei von der Funk-
tionsfähigkeit weniger wichtiger Standorte ab. Sollten
technische Systeme vorübergehend oder dauerhaft aus-
fallen oder sollte es zu unberechtigten Datenzugriffen und
Datenmanipulationen beispielsweise durch Cyberkrimina-
lität kommen, könnte dies zu Störungen des Geschäftsab-
laufs und zum Verlust von Reputation und Kund*innen
führen sowie zusätzliche Kosten verursachen. Zur Reduk-
tion von technischen und Cyberrisiken wurden Sicher-
heitsmaßnahmen und Regeln festgelegt, die einen rei-
bungslosen Ablauf sicherstellen sollen. Im Betrieb von
Rechenzentren verfolgt die Österreichische Post AG eine
Outsourcing-Strategie. Durch entsprechende Vertragsge-
staltung und gezieltes Servicelevel-Management wird die
Verfügbarkeit aller ausgegliederten Tätigkeiten abgesi-
chert. Die Vertragspartner*innen sind verpflichtet, ein-
schlägige gültige Zertifizierungen vorzuweisen.
4.3.5 PERSONALKOSTEN UND STRUKTUR DER
DIENSTVERHÄLTNISSE
Das Geschäftsmodell der Österreichischen Post
AG ist von einer hohen Personalkostentangente geprägt.
Weiters steht ein Teil der Mitarbeiter*innen der Österrei-
chischen Post AG in einem öffentlich-rechtlichen Dienst-
verhältnis und unterliegt den Bestimmungen des Beam-
tendienstrechts, dessen Änderung zusätzliche
Belastungen ergeben könnten. Daraus ergeben sich Be-
sonderheiten im Zusammenhang mit der dienstrechtlichen
Verwendung. Bei einem Teil der Belegschaft kann es durch
die bestehenden rechtlichen Bedingungen im Fall von
Mengenverlusten zu keiner Kapazitätsanpassung kom-
men, ebenso ist keine Anpassung des Gehaltsniveaus an
234
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4.3.8 REGULATORISCHE UND RECHTLICHE RISIKEN
Die österreichische Post AG operiert mit vielen
Produkten und Dienstleistungen in einem hochkomplexen
rechtlich bzw. regulatorischen Umfeld, welches geprägt ist
von z.B. dem Postmarktgesetz, Datenschutzbestimmun-
gen, steuerliche Vorschriften, Kapitalmarkt- und Wettbe-
werbsrecht.
4.4.2 LIQUIDITÄTSRISIKEN
Die Aufgabe der Liquiditätssicherung ist es, die
Zahlungsfähigkeit der Österreichischen Post AG jederzeit
zu gewährleisten. Basis des Liquiditätsmanagements ist
ein Liquiditätsplan, der laufend Soll-Ist-Analysen unterzo-
gen und bei Bedarf angepasst wird. Durch die aktive Steu-
erung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert.
Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass
trotz größtmöglicher Sorgfalt seitens der Österreichischen
Post AG sonstige Behörden, z.B. Finanzämter, Aufsichts-
behörden oder Gerichte eine abweichende Rechtsansicht
vertreten und dies zu Nachzahlungen, Strafen oder Scha-
denersatzleistungen führen könnte
4.4.3 MARKTRISIKEN
Marktrisiken umfassen die bestehenden Risiken
aus der Änderung von Marktpreisen. In der Österreichi-
schen Post AG bestehen im Wesentlichen Risiken aus der
Veränderung von Zinsen und Währungskursen, die Auswir-
kungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ha-
ben können:
ESG-Bestrebungen und Klimawandel könnten sich
auf Personal und Arbeitsprozesse auswirken und zu Kos-
tensteigerungen führen.
_
Zinsänderungsrisiko
Ein erhöhtes Bewusstsein für die Verantwortung
der Lieferkette bewirkt gesteigerte Sorgfaltsmaßnahmen,
es besteht dennoch die Gefahr, dass etwaige Verfehlungen
in der Lieferkette zu Reputationsverlusten führen könn-
ten.
Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich
aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten oder
zinsbedingten Zahlungsströmen infolge von Schwan-
kungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsände-
rungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest ver-
zinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei
variabel verzinsten Bilanzposten. Ein Zinsänderungsri-
siko liegt vor allem bei Forderungen und Verbindlich-
keiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor. Solche
längeren Laufzeiten sind im operativen Bereich nicht
von materieller Bedeutung, spielen jedoch bei Finan-
zinvestitionen in Wertpapiere sowie bei Finanzverbind-
lichkeiten eine Rolle.
Für eine detaillierte Aufstellung zu weiteren ESG-
Risiken und risikoreduzierenden Maßnahmen wird auf den
Nachhaltigkeitsbericht verwiesen.
4.4 Finanzielle Risiken
Für die Österreichischen Post AG ergeben sich fol-
gende finanzielle Risiken:
Die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Finanzbe-
reich orientiert sich am Portfolio-Ansatz. Gesteuert
werden grundsätzlich nicht Einzelpositionen, sondern
das gesamte Finanzportfolio unter Bedachtnahme auf
die jeweilige Grundtransaktion. Zu diesem Zweck wer-
den selektiv auch derivative Instrumente wie Zins-
Swaps und Zins-Caps eingesetzt. Zum Berichtszeit-
punkt bestehen keine derivativen Finanzpositionen.
Das Finanzportfolio wird täglich der vorgegebenen
Benchmark gegenübergestellt.
_
Ausfallrisiken
_
Liquiditätsrisiken
Marktrisiken
_
4.4.1 AUSFALLRISIKEN
Das Risiko bei Forderungen kann insgesamt als ge-
ring eingeschätzt werden, da die Mehrzahl der Kund*in-
nen einem Bankeinzugsverfahren zugestimmt hat bzw. in
risikobehafteten Fällen Bankgarantien hinterlegt oder Vo-
rauszahlungen geleistet werden. Ferner besteht ein Groß-
teil der offenen Forderungen gegenüber Vertrags-
partner*innen bester Bonität.
_
Währungsänderungsrisiko
Als Währungsänderungsrisiko wird der mögliche Ver-
lust aus Marktveränderungen durch schwankende
Wechselkurse angesehen.
Zur Begrenzung des Ausfallrisikos bei Wertpapie-
ren werden nur Papiere von Emittenten mit einem Invest-
ment-Grade-Rating oder vergleichbarer Bonität angekauft
bzw. gehalten. Anteile an Investmentfonds werden nur bei
international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften
gehalten. Besonderes Augenmerk gilt auch der Liquidität
und der Abwicklungssicherheit der abgeschlossenen Fi-
nanzprodukte. Für Geldmarkttransaktionen bestehen
festgelegte Handelslimits.
Auf der Aktivseite ergeben sich keine wesentlichen Ri-
siken aus Währungsänderungen, da Lieferungen na-
hezu zur Gänze auf Euro-Währungsbasis abgewickelt
werden und auch die Veranlagung in Wertpapiere und
Termingelder überwiegend in Euro erfolgt. Zum Teil er-
geben sich Währungsrisiken aus Leistungsbeziehungen
mit internationalen Postbetreibern, die auf Basis einer
235
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
künstlichen Währung („Sonderziehungsrechte“ bzw.
„SZR“) abgerechnet werden. Der Kurs der Sonderzie-
hungsrechte wird durch den IMF als gewichteter
Durchschnitt der fünf wichtigsten Weltwährungen er-
mittelt. Die Schwankung des SZR Kurses gegenüber
dem EURO über die letzten drei Jahre lag innerhalb ei-
ner Bandbreite von +/- 5%. Eine Änderung des
AG hat klare Wettbewerbsvorteile hinsichtlich Qualität
und Kostenstruktur. Weiters können durch Maßnahmen
zur Personal- und Logistikkostenoptimierung positive Im-
pulse gesetzt werden
Im zweiten strategischen Eckpunkt – Profitables
Wachstum in nahen Märkten – ergeben sich Chancen vor
allem durch das Beteiligungsportfolio der Österreichi-
schen Post AG. Die ausländischen Beteiligungsunterneh-
men sind primär im Paketsektor angesiedelt und profitie-
ren ebenfalls vom Anstieg des Online-Handels. Das
Tochterunternehmen Aras Kargo bietet ein besonders
großes Chancenpotenzial aufgrund der Größe und des
Entwicklungspotenzials des türkischen Marktes.
Für den dritten strategischen Eckpunkt – Ausbau
des Filial- und Digitalangebots für Privatkund*innen und
KMU – ergeben sich beispielsweise Potenziale durch den
Ausbau des Online- und Selbstbedienungsangebots sowie
durch neue Geschäftsmodelle im Bereich E-Commerce,
insbesondere kann über die Tochtergesellschaft Post E-
Commerce an der Online-Handel-Dynamik partizipiert
werden. Darüber hinaus bietet auch die bank99 Chancen,
insbesondere durch die Übernahme des Privatkund*in-
nengeschäfts der ING in Österreich. Das sich abzeich-
nende steigende Zinsniveau könnte in den nächsten Jah-
ren zur positiven Entwicklung der Bank beitragen.
Für Chancen zu ESG-Themen sei auch an dieser
SZR/EUR Kurses um +/- 1% gegenüber dem Stichtags-
kurs zum 31. Dezember 2021 würde zu einem Bewer-
tungsergebnis von +/- 4,2 Mio EUR führen.
Aus dem zukünftigen Erhalt der geplanten Dividende
in der Währung TRY der Aras Kargo a.s. besteht das Ri-
siko, dass die Währung TRY gegen den EUR an Wert
verliert. Zur Absicherung gegen den potenziellen Wert-
verlust der erwarteten TRY-Dividendenzahlung wurde
ein Devisentermingeschäft EUR/TRY mit einem Nomi-
nalvolumen in Höhe von 100,0 Mio TRY abgeschlossen.
4.5 Bedeutende Chancen
Das Risikomanagementsystem hat zum Ziel neben
Risiken auch Chancen frühzeitig zu erkennen, zu analysie-
ren, zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen das
entsprechende Chancen-Potenzial zu verwirklichen. Die
Identifizierung, Bewertung, Steuerung und das Reporting
erfolgen gemäß dem zuvor dargestellten Prozess. Nachfol-
gend werden die bedeutenden Chancen dargestellt. Die
Zuordnung orientiert sich an der im Jahr 2020 aktualisier-
ten neuen integrierten Unternehmens- und Nachhaltig-
keitsstrategie. Sie setzt sich aus drei Eckpunkten zusam-
men: „Verteidigung der Marktführerschaft und
Stelle auf den Nichtfinanziellen Bericht verwiesen.
4.6 Gesamtaussage zur Risiko- und
Chancensituation
Profitabilität im Kerngeschäft“, „Profitables Wachstum in
nahen Märkten“ und „Ausbau des Filial- und Digitalange-
bots für Privatkund*innen und KMU“. Das Herzstück der
neuen integrierten Unternehmens- und Nachhaltigkeits-
strategie, die Nachhaltigkeit, befindet sich umrahmt von
den drei genannten Eckpunkten in dessen Zentrum.
Im ersten strategischen Eckpunkt – Verteidigung
Die vorstehend beschriebenen Risiken und Chan-
cen des Unternehmens werden stetig beobachtet und ent-
sprechende Maßnahmen gesetzt bzw. Initiativen ergriffen.
Gesamthaft betrachtet ist zu erwarten, dass sich die
durch die Pandemie ausgelöste Instabilität erhöht, dies
gilt sowohl im positiven wie im negativen Sinne. Ein Blick
auf die bedeutenden Chancen und Risiken des Unterneh-
mens zeigt, dass es zwar Änderungen bzw. Verschiebun-
gen bei den Themen gibt, mit denen die Österreichische
Post AG konfrontiert ist, die Stabilität bei den Chancen
und Risiken aber überwiegt. Dies untermauert die An-
nahme, dass das Unternehmen am Markt fortbestehen
wird.
der Marktführerschaft und Profitabilität im Kernge-
schäft – wird die Erweiterung und Adaptierung des Pro-
duktportfolios im Segment Brief & Werbepost sowie Paket
gemäß den Anforderungen der Kund*innen als Chance be-
trachtet. So wird das Leistungsangebot laufend durch di-
verse Zusatzleistungen im physischen und elektronischen
Bereich erweitert. Eine kontinuierliche E-Substitution von
Briefen wird in der Planung der Österreichischen Post AG
bereits berücksichtigt, womit ein im Vergleich zu den ur-
sprünglichen Annahmen langsameres Voranschreiten des
Rückgangs als Chance zu bewerten ist. Chancen ergeben
sich vor allem durch den wachsenden Online-Handel. Hier
punktet die Post durch neue, schnelle und schlanke Lö-
sungen für Online-Bestellungen. Die Österreichische Post
236
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
5. Weitere rechtliche
Angaben
kommuniziert. Zur vollständigen und richtigen Abbildung
aller bilanzierungsrelevanten Sachverhalte erfolgt eine
enge Abstimmung zwischen dem Rechnungswesen und
den Fachbereichen der Österreichischen Post AG. Diese
Abstimmung erfolgt im Rahmen von strukturierten Bilan-
zierungsgesprächen und dem laufenden Informationsaus-
tausch zu neuen Geschäftsentwicklungen, strukturellen
und strategischen Veränderungen sowie zu Rechtsstreitig-
keiten und Unsicherheiten.
5.1 Internes Kontrollsystem und
Risikomanagement im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess
Die Österreichische Post AG ist im Rahmen ihrer
Geschäftstätigkeit operativen Risiken ausgesetzt, mit de-
nen sich das Unternehmen bewusst auseinandersetzt.
Durch die Konzentration auf das Kerngeschäft sowie die
jahrzehntelange Erfahrung in diesem Geschäft ist es der
Österreichischen Post AG möglich, diese Risiken frühzeitig
zu identifizieren und zu bewerten sowie rasch geeignete
Vorsorgemaßnahmen zur Sicherung zu setzen. Für die Ös-
terreichische Post AG besteht ein einheitliches Risikoma-
nagement, das alle Organisationseinheiten sowie ein Inter-
nes Kontrollsystem für alle wesentlichen Prozesse
einschließt. Das Interne Kontrollsystem als Teil des Risiko-
managementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in
die Betriebsabläufe integriert. Auch § 82 AktG enthält die
Verpflichtung eines den Anforderungen des Unterneh-
mens entsprechenden Rechnungswesens und Internen
Kontrollsystems. Berücksichtigt werden die Rechnungsle-
gung, die Finanzberichterstattung sowie deren vorgela-
gerte Unternehmensprozesse. Für die Durchführung der
Kontrollen ist die jeweilige Unternehmenseinheit verant-
wortlich.
5.1.2 RISIKOBEURTEILUNG
Die Risiken im Bereich Rechnungslegung umfassen
die nicht vollständige Erfassung von bilanzierungsrelevan-
ten Sachverhalten, Fehler in der Belegerfassung, Bewer-
tungsfehler durch falsche Einschätzung von mit Unsicher-
heit behafteten Ereignissen bzw. fehlerhafte
Berechnungen, unrichtigen Ausweis sowie verspätete Bi-
lanzerstellung und Datenzugriff von unberechtigten Per-
sonen bzw. Datenmanipulation, Ausfall von IT-Systemen
und Datenverlust.
5.1.3 KONTROLLMASSNAHMEN
Zur Gewährleistung einer vollständigen, zeitge-
rechten und richtigen Bilanzerstellung wurden in allen am
Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen Quali-
tätssicherungsmaßnahmen implementiert. Die Anwendung
unternehmensinterner Richtlinien (wie z.B. Bilanzierungs-
handbuch, Bilanzierungsrichtlinien) führt zu einer einheit-
lichen Behandlung der Geschäftsfälle und einer einheitli-
chen Bilanzierung, Bewertung und Berichterstattung.
Diese Richtlinien und Anweisungen werden laufend aktua-
lisiert.
5.1.1 KONTROLLUMFELD
Die Funktionen der Bereiche Treasury, Rechnungs-
wesen und Controlling sind klar getrennt und die Aufga-
ben und Verantwortungen geteilt. Im Bereich Rechnungs-
wesen setzt sich die Aufbauorganisation aus dem
Rechnungswesen am Sitz der Gesellschaft sowie prozess-
orientierter dezentraler Teams zusammen.
Zusätzlich bestehen Richtlinien und Fachkonzepte
zu ausgewählten Kernprozessen, insbesondere zu Beteili-
gungserwerben und -veräußerungen. Im Bereich der
Stammdaten (z.B. SAP-Kontenplan, Kund*innendaten)
sind zentrale Anlage-/Änderungsprozesse definiert wor-
den.
Die Aufgabe des Rechnungswesens besteht in der
zeitgerechten, vollständigen und ordnungsgemäßen Erfas-
sung von Geschäftsfällen und deren Darstellung in Mo-
nats-, Quartals- und Jahresabschlüssen der Österreichi-
schen Post AG.
Die Abschlüsse werden in SAP R/3 als führendem
System erstellt. Alle für die Rechnungslegung und Be-
richterstattung relevanten SAP Module kommen zum Ein-
satz. Die Systeme sind durch entsprechende Einrichtun-
gen im EDV-Bereich gegen unbefugte Zugriffe geschützt.
Durch die eingesetzte Software finden automati-
sierte Prüfungen statt. Neben den automatisierten Kon-
trollen (wie Funktionstrennung, Rechnungsfreigabe, Rech-
nungsprüfung) existieren manuelle Kontrollen (z.B. durch
Stichproben). Bei allen rechnungslegungsrelevanten Pro-
zessen wird das Vier-Augen-Prinzip angewendet. Die
Schlüsselprozesse wurden dokumentiert, standardisiert
und mit Kontrollpunkten versehen. Diese klar definierten
Überprüfungsmechanismen ermöglichen eine frühzeitige
Sämtliche Belege werden elektronisch erfasst und
dokumentiert weiterverarbeitet. Eingangsrechnungen wer-
den in einer zentralen Scanstelle elektronisch erfasst, die
Belege in der Buchhaltung gebucht und zur Freigabe
elektronisch weitergeleitet. Die Freigabe der Belege durch
die jeweiligen Sachbearbeiter erfolgt im System. Dadurch
ist eine elektronische Dokumentation der Freigabe der Be-
lege gewährleistet.
Die Ablauforganisation der monatlichen Bilanzie-
rung folgt einem strikten Terminplan. Die Termine werden
für ein Geschäftsjahr erstellt und unternehmensintern
237
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Risikoerkennung. Zusätzlich wird sichergestellt, dass die
Rechnungslegung im Einklang mit den gesetzlichen Vor-
schriften, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchfüh-
rung und internationalen Rechnungslegungsvorschriften
steht.
Zusätzlich erfolgen auch für den Bereich Rechnungsle-
gungsprozess und Berichterstattung regelmäßige Über-
prüfungen der Zuverlässigkeit, Ordnungsmäßigkeit sowie
Gesetzmäßigkeit durch die Revision.
Diese Richtlinien sind Teil des internen Kontroll-
systems und stellen unter anderem die ordnungsgemäße
interne und externe Finanzberichterstattung sicher. Der
Planungs- und Berichtsprozess dient als Frühwarnsystem
und als Basis für die Beurteilung der Wirksamkeit der ein-
geleiteten Steuerungsmaßnahmen. Dabei folgen auf den
Bericht an den Gesamtvorstand zu Spitzenkennzahlen
monatliche Performance Reviews zu den auf dem Markt
tätigen Einheiten, die gemäß dem integrierten Planungs-
und Berichtswesen stufenweise fortgesetzt werden. We-
sentliches Merkmal des Planungs- und Berichtswesens ist
neben der vertikalen Integration die Konvergenz zwischen
internem und externem Berichtswesen. Zudem werden
Chancen und Risiken bereits in der Planungsphase be-
rücksichtigt, um Planungsziele zu plausibilisieren.
5.1.4 INFORMATION UND KOMMUNIKATION
Zur Wahrnehmung der Überwachungs- und Kon-
trollfunktionen werden die Abschlüsse wesentlichen Füh-
rungsebenen der Österreichischen Post AG zur Verfügung
gestellt.
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Abschlüs-
sen werden interne Berichte, die weiterführende Erläute-
rungen zu ausgewählten Positionen und Kennzahlen ent-
halten, erstellt. Wesentlicher Bestandteil der internen
Berichterstattung der Österreichischen Post AG ist die
Datenanalyse und deren Auswertung. Diese beinhaltet un-
ter anderem die Berechnung von Cashflows sowie dazuge-
hörige detaillierte Erläuterungen.
Vom Controlling wird monatlich ein Beteiligungs-
bericht erstellt, der Informationen über die Entwicklung
der Tochterunternehmen enthält.
Das interne Kontrollsystem als Teil des Risikoma-
nagementsystems ist risikoorientiert aufgebaut und in die
Betriebsabläufe integriert. Das bedeutet, dass Maßnah-
men arbeitsbegleitend erfolgen oder dem Arbeitsvollzug
unmittelbar vor- oder nachgelagert sind. Das interne Kon-
trollsystem basiert auf genauen Informationen über die
Prozesse für die Rechnungslegung und Finanzberichter-
stattung und schließt auch deren vorgelagerte Unterneh-
mensprozesse mit ein. Die Wirksamkeit des internen Kon-
trollsystems wird regelmäßig von der Revision überprüft.
Die Berichterstattung an die Aktionär*innen der
Österreichischen Post AG erfolgt durch Investor-Relations
in Übereinstimmung mit dem Österreichischen Corporate
Governance Kodex sowohl über die Investor-Relations-
Website (www.post.at/ir) als auch über direkte Gespräche
mit den Investoren. Die veröffentlichten Informationen
werden allen Investoren*innen zeitgleich zur Verfügung
gestellt. Zusätzlich zu den Publikationen stehen den In-
vestoren auf der Investor-Relations-Website zahlreiche
weitere Informationen zur Verfügung.
5.2 Informationen gemäß § 243a UGB
Das Grundkapital der Österreichische Post AG be-
trägt 337.763.190 EUR und ist geteilt in 67.552.638 Stück
auf Inhaber lautende Stückaktien mit einem Nominalwert
von jeweils 5 EUR. Es liegen keine Stimmrechtsbeschrän-
kungen oder Syndikatsvereinbarungen vor, die der Gesell-
schaft bekannt sind.
5.1.5 ÜBERWACHUNG
Kernpunkt des operativen Risikomanagements ist
die Identifizierung, Evaluierung und Beherrschung von we-
sentlichen Risiken aus dem Kerngeschäft. Dieser Prozess
wird von Schlüsselpersonen in den Divisionen getragen.
Die Österreichische Post AG gliedert sich in die auf dem
Markt tätigen Divisionen Brief & Werbepost, Paket & Lo-
gistik und Filiale & Bank sowie in die Division Corporate,
die zusätzlich vor allem Dienstleistungen im Bereich der
Verwaltung erbringt.
Die Republik Österreich hält über die Österreichi-
sche Beteiligungs AG (ÖBAG) 52,8% der Anteile an der Ös-
terreichische Post AG (auf Basis der in Umlauf befindli-
chen 67.552.638 Stück Aktien). Der Gesellschaft sind
keine anderen Aktionäre bekannt, die mehr als 10% der
Anteile halten.
Weitere zentrale Instrumente der Risikoüberwa-
chung und -kontrolle sind die unternehmensweiten Richt-
linien über den Umgang mit wesentlichen Risiken, der Pla-
nungs- und der Controlling-Prozess sowie die laufende
Berichterstattung. Die Richtlinien umfassen beispiels-
weise die Festsetzung und Kontrolle von Limit-Kategorien
und Handlungsabläufen zur Begrenzung finanzieller Risi-
ken sowie die strikte Vorgabe des Vier-Augen-Prinzips.
Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine
Inhaber*innen von Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Mitarbeiter*innen, die auch Aktionär*innen der Österrei-
chische Post AG sind, üben ihre Stimmrechte individuell
aus. Es existieren keine sich nicht unmittelbar aus dem
Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung
und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des
238
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der
Gesellschaft.
(wie etwa einer Mitarbeiter*innenbeteiligungsstiftung ge-
mäß § 4d Abs 4 EStG) übertragen werden sollen.
Genehmigtes Kapital Gemäß § 5a der Satzung der
Österreichische Post AG wurde der Vorstand gemäß § 169
AktG ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des
Aufsichtsrats bis 16. Juni 2025 um bis zu 16.888.160
EUR, durch Ausgabe von bis zu 3.377.632 Stück neue, auf
Inhaber lautende Stammaktien (Stückaktien) gegen Bar-
und/oder Sacheinlagen, in bestimmten Fällen auch unter
Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionär*innen, zu er-
höhen. Die Satzungsänderung wurde am 6. August 2020 in
das Firmenbuch eingetragen.
Den Erwerb über die Börse kann der Vorstand der
Österreichische Post AG beschließen, doch muss der Auf-
sichtsrat im Nachhinein von diesem Beschluss in Kenntnis
gesetzt werden. Der außerbörsliche Erwerb unterliegt der
vorherigen Zustimmung des Aufsichtsrats. Im Falle des
außerbörslichen Erwerbs kann dieser auch unter Aus-
schluss des quotenmäßigen Veräußerungsrechts durchge-
führt werden (umgekehrter Bezugsrechtsausschluss).
Der Vorstand wurde für die Dauer von fünf Jahren
ab Beschlussfassung gemäß § 65 Abs 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats und ohne neuerliche
Beschlussfassung der Hauptversammlung für die Veräu-
ßerung beziehungsweise Verwendung eigener Aktien eine
andere Art der Veräußerung als über die Börse oder durch
ein öffentliches Angebot, unter sinngemäßer Anwendung
der Regelungen über den Bezugsrechtsausschluss der Ak-
tionäre, insbesondere wenn die Aktien Arbeitnehmer*in-
nen, leitenden Angestellten und/oder Mitgliedern des Vor-
stands der Gesellschaft oder eines mit der Gesellschaft
verbundenen Unternehmens im Rahmen eines Mitarbei-
ter*innenbeteiligungsprogramms oder eines Aktienopti-
onsprogramms und/oder einer Privatstiftung, deren pri-
märer Zweck das Halten und Verwalten der Aktien für eine
oder mehrere der genannten Personen ist (wie etwa einer
Mitarbeiter*innenbeteiligungsstiftung gemäß § 4d Abs 4
EStG) übertragen werden sollen, zu beschließen und die
Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Die Ermächti-
gung kann ganz oder teilweise oder auch in mehreren Teil-
beträgen und in Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke
durch die Gesellschaft, durch ein Tochterunternehmen (§
228 Abs 3 UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch
Dritte ausgeübt werden.
Bedingtes Kapital Gemäß § 5b der Satzung der
Österreichische Post AG wurde das Grundkapital gemäß §
159 AktG um bis zu 16.888.160 EUR durch Ausgabe von
bis zu 3.377.632 Stückaktien erhöht. Die Kapitalerhöhung
darf nur zum Zweck der Gewährung von Umtausch- und
Bezugsrechten an Gläubiger*innen von Finanzinstrumen-
ten im Sinne von § 174 AktG durchgeführt werden. Der
Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichts-
rats, die weiteren Einzelheiten der Durchführung der be-
dingten Kapitalerhöhung festzusetzen. Die Satzungsände-
rung wurde am 6. August 2020 in das Firmenbuch
eingetragen.
Aktienrückerwerb Die ordentliche Hauptversamm-
lung vom 11. April 2019 hat den Vorstand gemäß § 65 Abs
1 Z 4 und 8 sowie Abs 1a und 1b AktG ermächtigt, auf
den*die Inhaber*in oder auf Namen lautende Stückaktien
der Gesellschaft im Ausmaß von bis zu 10% des Grundka-
pitals der Gesellschaft während einer Geltungsdauer von
30 Monaten ab dem 11. April 2019, sohin bis zum 10. Ok-
tober 2021 sowohl über die Börse als auch außerbörslich
und zwar auch nur von einzelnen Aktionär*innen oder ei-
nem*r einzigen Aktionär*in, insbesondere der ÖBAG, zu
einem niedrigsten Gegenwert von 20 EUR je Aktie und ei-
nem höchsten Gegenwert von 60 EUR je Aktie zu erwer-
ben.
Der Vorstand wurde ferner ermächtigt mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats erforderlichenfalls das Grundka-
pital durch Einziehung dieser eigenen Aktien ohne weite-
ren Hauptversammlungsbeschluss gemäß § 65 Abs 1 Z 8
letzter Satz i. V. m. § 122 AktG herabzusetzen. Der Auf-
sichtsrat ist ermächtigt, Änderungen der Satzung, die sich
durch die Einziehung von Aktien ergeben, zu beschließen.
Finanzinstrumente im Sinne des § 174 AktG
Der Handel mit eigenen Aktien ist als Zweck des
Erwerbs ausgeschlossen. Die Ermächtigung kann ganz
oder teilweise oder auch in mehreren Teilbeträgen und in
Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesell-
schaft, durch ein Tochterunternehmen (§ 228 Absatz 3
UGB) oder für Rechnung der Gesellschaft durch Dritte
ausgeübt werden. Der Erwerb durch den Vorstand kann
insbesondere vorgenommen werden, wenn die Aktien Ar-
beitnehmer*innen, leitenden Angestellten und/oder Mit-
gliedern des Vorstands der Gesellschaft oder eines mit
der Gesellschaft verbundenen Unternehmens im Rahmen
eines Mitarbeiter*innenbeteiligungsprogramms oder eines
Aktienoptionsprogramms und/oder einer Privatstiftung,
deren primärer Zweck das Halten und Verwalten der Ak-
tien für eine oder mehrere der genannten Personen ist
Weiters wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zu-
stimmung des Aufsichtsrats bis 16. Juni 2025 Finanzin-
strumente im Sinne des § 174 AktG – insbesondere Wan-
delschuldverschreibungen, Gewinnschuldverschreibungen
und Genussrechte, mit einem Gesamtnennbetrag von bis
zu 250.000.000 EUR, die auch das Umtausch- und/oder
Bezugsrecht auf den Erwerb von insgesamt bis zu
3.377.632 Aktien der Gesellschaft einräumen können
und/oder auch so ausgestaltet sind, dass ihr Ausweis als
Eigenkapital erfolgen kann – auch in mehreren Tranchen
239
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
und in unterschiedlicher Kombination auszugeben, und
zwar auch mittelbar im Wege der Garantie für die Emission
von Finanzinstrumenten durch ein verbundenes Unter-
nehmen der Gesellschaft mit Umtausch- und/oder Be-
zugsrechten auf Aktien der Gesellschaft.
UMSATZ 2022 STABIL
Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden wirt-
schaftlichen Herausforderungen peilt die Österreichische
Post AG für das Gesamtjahr 2022 eine möglichst stabile
Umsatzentwicklung an. Voraussetzung dafür ist eine kon-
tinuierliche Normalisierung des ökonomischen Umfeldes
und der Konsumneigung, aber auch eine Beruhigung des
Währungsdruckes auf die türkische Lira.
Für die Bedienung der Umtausch- und/oder Be-
zugsrechte kann der Vorstand das bedingte Kapital oder
eigene Aktien oder eine Kombination aus bedingtem Kapi-
tal und eigenen Aktien verwenden.
In der Division Brief & Werbepost ist für 2022 ein
Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen der Fi-
nanzinstrumente sind vom Vorstand mit Zustimmung des
Aufsichtsrates festzusetzen, wobei der Ausgabebetrag
nach Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Me-
thoden sowie des Kurses der Aktien der Gesellschaft in ei-
nem anerkannten Preisfindungsverfahren zu ermitteln ist.
Der Vorstand ist berechtigt, das Bezugsrecht der
Aktionär*innen auf die Finanzinstrumente im Sinne des §
174 AktG mit Zustimmung des Aufsichtsrats auszuschlie-
ßen.
leicht rückläufiges Geschäft zu erwarten. Die volatile Ent-
wicklung der letzten Jahre – bedingt durch diverse pande-
miebedingte Einschränkungen – wird sich in Summe ver-
ringern. Die Menge an klassischen Briefen sollte auch in
den nächsten Quartalen in der Größenordnung von ca. 5%
p.a. strukturell rückläufig bleiben. Inflationäre Kostenstei-
gerungen erhöhen die Notwendigkeit entsprechender Pro-
dukt- und Preisanpassungen. Leicht negative Trends sind
aufgrund eines zurückhaltenden Werbeverhaltens auch in
der Werbe- und Medienpost zu erwarten.
Es gibt keine bedeutsamen Vereinbarungen, an de-
nen die Gesellschaft beteiligt ist, die bei einem Kontroll-
wechsel in der Gesellschaft infolge eines Übernahmeange-
bots wirksam werden, sich wesentlich ändern oder enden.
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwi-
schen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Auf-
sichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmer*innen für den
Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
In der Division Paket & Logistik wird für 2022 mit
einer volatilen Entwicklung im Quartalsverlauf gerechnet
und in Summe wieder das Niveau des Vorjahres angepeilt.
Speziell im ersten Halbjahr wird es jedoch schwierig, die
durch Sondereffekte entstandenen Spitzenwerte des Vor-
jahres wieder zu erreichen. Die Pandemie brachte 2021
Impulse im E-Commerce auf breiter Basis und auch ver-
stärkten Wettbewerb. Im laufenden Jahr wird die Eigenzu-
stellung eines Großkunden in Österreich weiter ansteigen
und die positiven Effekte aus pandemiebedingtenLogistik-
dienstleistungen werden abnehmen. Auch am türkischen
Markt ist zu erwarten, dass sich das wirtschaftliche Um-
feld im laufenden Jahr herausfordernd gestaltet.
6. Ausblick 2022
Die Auswirkung der COVID-19 Pandemie haben
sich in der zweiten Jahreshälfte 2021 auch in einigen wirt-
schaftlichen Indikatoren gezeigt. Es kam zu Lieferengpäs-
sen und Verzögerungen in der globalen Wertschöpfungs-
kette, aber auch zu steigenden Inflationszahlen. Es ist zu
erwarten, dass sich diese Trends weiter fortsetzen und ne-
gativ auf die Handels- und Warenströme des Brief- und
Paketgeschäfts auswirken werden. Positive Sondereffekte
aus Logistikdienstleistungen sollten im Laufe des Jahres
2022 abnehmen. Am österreichischen Markt ist aktuell
ein zurückhaltendes Konsumverhalten festzustellen und
auch am für die Österreichische Post AG wichtigen türki-
schen Markt zeichnet sich durch den Druck auf Inflation
und Währung kein einfaches Umfeld ab. Darüber hinaus ist
davon auszugehen, dass es zu einer Verfestigung der In-
flation in Folge der Kriegshandlungen in der Ukraine kom-
men wird. Somit ist mit sehr herausfordernden wirtschaft-
lichen Rahmenbedingungen für 2022 zu rechnen.
Die Umsatzentwicklung der Division Filiale & Bank
mit der im April 2020 gestarteten bank99 wird sich hinge-
gen im Geschäftsjahr 2022 verbessern. Im Dezember 2021
erfolgte das Closing der Übernahme des Privatkund*in-
nengeschäfts der ING in Österreich, womit eine solide Ba-
sis für Integration und Wachstum gelegt ist.
ERGEBNIS 2022
Die Ergebnisprognose der Österreichischen Post
AG für 2022 gestaltet sich aufgrund des aktuellen Um-
felds schwierig. Es ist möglich, dass sich inflationäre Ten-
denzen nunmehr nicht nur kurzfristig, sondern längerfris-
tig einstellen. Dies könnte nicht nur Auswirkungen auf die
Kostensituation, sondern auch auf Kaufkraft und Kaufver-
halten der Konsumenten haben. Nach dem außerordentli-
chen Rückenwind im Paketgeschäft der letzten Jahre
sollte somit nun eine Konsolidierung eintreten und posi-
tive Sondereffekte abnehmen.
240
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Trotz des sich abzeichnenden negativen Umfeldes
peilt die Österreichische Post AG ein stabiles Ergebnis (E-
BIT) an, das wieder möglichst nahe an das Niveau des Vor-
jahres heranreicht (Basis EBIT 2021: 182 Mio EUR). Es
wird dabei angenommen, dass weitere Lockdown Situatio-
nen im Einzelhandel vermieden und eine effiziente Brief-
und Paketlogistik aufrechterhalten werden kann.
sind auch wieder Wachstumsinvestitionen von etwa 80
Mio EUR (Growth CAPEX) vorgesehen.
Ziel der Österreichischen Post AG ist es weiterhin
Wachstum und Dividendenstärke zu vereinen. Die sich bie-
tenden Wachstumschancen werden durch entsprechende
Strukturinvestitionen abgesichert. Darüber hinaus soll der
operativ erwirtschaftete Cashflow auch weiterhin die not-
wendigen Basisinvestitionen als auch eine attraktive Divi-
dendenpolitik gewährleisten.
STETIGES INVESTITIONSPROGRAMM
Das Paketwachstum der letzten Jahre zeigt, wie
wichtig es ist, die notwendigen Logistikkapazitäten rasch
zu erhöhen. Planungsparameter des Ausbauprogrammes
sind die absehbaren jährlichen Mengensteigerungen in
den jeweiligen Regionen und die vorgesehenen Schritte in
eine CO2-freie Zustellung. Das Investitionsprogramm der
Österreichischen Post AG bleibt daher auch weiter intakt,
um die Qualität der Leistungserbringung hinsichtlich Effi-
zienz und Geschwindigkeit sicherzustellen. Darüber hinaus
AUSSCHÜTTUNG
Der Vorstand wird der Hauptversammlung am
21. April 2022 die Ausschüttung einer Dividende von
1,90 EUR je Aktie vorschlagen. Damit setzt das Unterneh-
men auf der Grundlage seiner soliden Bilanzstruktur und
der erwirtschafteten Cashflows seine attraktive Dividen-
denpolitik fort: Die Österreichische Post AG verfolgt wei-
terhin das Ziel, zumindest 75% des Nettoergebnisses an
die Aktionär*innen auszuschütten.
241
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Wien, am 25. Februar 2022
Der Vorstand
DI Dr. GEORG PÖLZL
DI WALTER OBLIN
DI PETER UMUNDUM
Mitglied des Vorstands
Vorstand Paket & Logistik
Generaldirektor
Vorstandsvorsitzender
Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstand Brief & Finanzen
242
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Bestätigungs-
vermerk
243
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
An die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats der
Österreichische Post Aktiengesellschaft,
Wien
Wir haben die Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 der
Österreichische Post Aktiengesellschaft,
Wien,
(im Folgenden auch kurz "Gesellschaft" genannt)
abgeschlossen und erstatten über das Ergebnis dieser Prüfung den folgenden Bericht:
1. PRÜFUNGSVERTRAG UND AUFTRAGSDURCHFÜHRUNG
In der ordentlichen Hauptversammlung
vom
Weiters ist festzustellen, ob die Gesellschaft gemäß § 78c AktG
einen Vergütungsbericht aufgestellt und der Vorstand die
geforderten Informationen zur Verfügung gestellt hat.
15. April 2021 der Österreichische Post Aktiengesellschaft, Wien,
wurden wir zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2021
gewählt. Die Gesellschaft, vertreten durch den Aufsichtsrat,
schloss mit uns einen Prüfungsvertrag, den Jahresabschluss zum
31. Dezember 2021 unter Einbeziehung der Buchführung und
Für die Berichterstattung zu Artikel 11 der Verordnung (EU)
537/2014 (EU-VO) wird auf den gesonderten Bericht an den
Aufsichtsrat verwiesen; die Berichterstattung zu Artikel 11 der
genannten Verordnung ist nicht Gegenstand dieses Berichts.
den Lagebericht gemäß §§ 269ff UGB zu prüfen.1
Bei der geprüften Gesellschaft handelt es sich um ein
Unternehmen von öffentlichem Interesse gemäß § 189a UGB;
dieses gilt daher als große Kapitalgesellschaft im Sinn des
§ 221 UGB.
Die Prüfung zum 31. Dezember 2020 erfolgte durch einen
anderen Abschlussprüfer.
Bei unserer Prüfung beachteten wir die in Österreich geltenden
gesetzlichen Vorschriften und die berufsüblichen Grundsätze
ordnungsgemäßer Durchführung von Abschlussprüfungen.
Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen
Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Wir
weisen darauf hin, dass die Abschlussprüfung mit hinreichender
Sicherheit die Richtigkeit des Abschlusses gewährleisten soll.
Eine absolute Sicherheit lässt sich nicht erreichen, weil jedem
internen Kontrollsystem die Möglichkeit von Fehlern immanent
ist und auf Grund der stichprobengestützten Prüfung ein
unvermeidbares Risiko besteht, dass wesentliche falsche
Darstellungen im Jahresabschluss unentdeckt bleiben.
Bei der gegenständlichen Prüfung handelt es sich um eine
Pflichtprüfung.
Diese Prüfung erstreckt sich darauf, ob bei der Erstellung des
Jahresabschlusses und der Buchführung die gesetzlichen
Vorschriften beachtet wurden. Der Lagebericht ist darauf zu
prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob
er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
wurde, sowie ob er zutreffende Angaben nach § 243a UGB
enthält.
Die Prüfung erstreckte sich nicht auf Bereiche, die üblicherweise
den Gegenstand von Sonderprüfungen bilden.
Es ist auch festzustellen, ob als Bestandteil des Lageberichtes
eine nichtfinanzielle Erklärung oder ein nichtfinanzieller Bericht
(§ 243b UGB) erstellt worden ist.
Wir führten die Prüfung mit Unterbrechungen im Zeitraum von
Juni bis November 2021 (Vorprüfung) sowie von Jänner bis
Februar 2022 (Hauptprüfung) überwiegend in Wien durch. Die
Prüfung wurde mit dem Datum dieses Berichtes materiell
abgeschlossen.
Weiters ist festzustellen, ob ein Corporate Governance-Bericht
(§ 243c UGB) aufgestellt wurde.
1
Über die ebenfalls vereinbarte Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2021
berichten wir mittels gesonderten Berichtes.
244
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Für die ordnungsgemäße Durchführung des Auftrages ist Herr
Mag. Gerhard Posautz, Wirtschaftsprüfer, verantwortlich.
2. der Rahmenvereinbarung) keine abweichende Regelung
getroffen wurde, einen integrierten Bestandteil bilden. Diese
Auftragsbedingungen gelten nicht nur zwischen der
Gesellschaft und dem Abschlussprüfer, sondern auch gegenüber
Dritten. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als
Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber
Dritten kommt § 275 UGB analog zur Anwendung und gilt
anstatt Punkt 7. der AAB 2018.
Grundlage für unsere Prüfung ist der mit der Gesellschaft
abgeschlossene Prüfungsvertrag, bei dem die von der Kammer
der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer herausgegebenen
"Allgemeinen Auftragsbedingungen für
Wirtschaftstreuhandberufe" (Beilage III) subsidär, für den Fall,
dass in den vorrangigen Vereinbarungsgrundlagen (siehe Punkt
2. AUFGLIEDERUNG UND ERLÄUTERUNG VON WESENTLICHEN POSTEN DES JAHRESABSCHLUSSES
Alle erforderlichen Aufgliederungen und Erläuterungen von
wesentlichen Posten des Jahresabschlusses sind im Anhang des
Jahresabschlusses und im Lagebericht enthalten. Wir verweisen
daher auf die entsprechenden Angaben des Vorstandes im
Anhang des Jahresabschlusses und im Lagebericht.
3. ZUSAMMENFASSUNG DES PRÜFUNGSERGEBNISSES
FESTSTELLUNGEN ZUR GESETZMÄßIGKEIT VON BUCHFÜHRUNG,
JAHRESABSCHLUSS UND LAGEBERICHT SOWIE ZUM NICHTFINAN-
ZIELLEN BERICHT, ZUM VERGÜTUNGSBERICHT UND ZUM
CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT
gesetzlich vorgesehenen Frist nachzukommen. Eine materielle
Prüfung des Vergütungsberichts ist nicht Gegenstand der
Abschlussprüfung
Die im Zusammenhang mit den Vergütungsberichten zu den
letzten Geschäftsjahren geforderten Informationen sind auf der
im Firmenbuch eingetragenen Internetseite der Gesellschaft
öffentlich zugänglich gemacht.
Bei unseren Prüfungshandlungen stellten wir die Einhaltung
der gesetzlichen Vorschriften und der Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung fest.
Im Rahmen unseres risiko- und kontrollorientierten
Prüfungsansatzes haben wir – soweit wir dies für unsere
Prüfungsaussage für notwendig erachteten – die internen
Kontrollen in Teilbereichen des Rechnungslegungsprozesses in
die Prüfung einbezogen.
Hinsichtlich der Gesetzmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichtes verweisen wir auf unsere Ausführungen im
Bestätigungsvermerk.
Die Gesellschaft hat einen nichtfinanziellen Bericht gemäß
§ 243b UGB für das Geschäftsjahr 2021 aufgestellt. Eine
materielle Prüfung des nichtfinanziellen Berichts war nicht
Gegenstand der Abschlussprüfung.
Die Gesellschaft hat einen Corporate Governance-Bericht gemäß
§ 243c UGB aufgestellt. Eine materielle Prüfung dieses Berichtes
war nicht Gegenstand der Abschlussprüfung.
Für das Geschäftsjahr 2021 hat die Gesellschaft bis zum
Abschluss unserer Prüfung noch keinen Vergütungsbericht
gemäß § 78c AktG aufgestellt. Die gesetzlichen Vertreter haben
uns gegenüber erklärt, dieser Verpflichtung innerhalb der
245
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
ERTEILTE AUSKÜNFTE
STELLUNGNAHME ZU TATSACHEN NACH § 273 ABS. 2 UND ABS. 3
UGB (AUSÜBUNG DER REDEPFLICHT)
Die gesetzlichen Vertreter erteilten die von uns verlangten
Aufklärungen und Nachweise. Eine von den gesetzlichen
Vertretern unterfertigte Vollständigkeitserklärung haben wir zu
unseren Akten genommen.
Bei Wahrnehmung unserer Aufgaben als Abschlussprüfer haben
wir keine Tatsachen festgestellt, die den Bestand der geprüften
Gesellschaft gefährden oder ihre Entwicklung wesentlich
beeinträchtigen können oder die schwerwiegende Verstöße der
gesetzlichen Vertreter oder von Arbeitnehmern gegen Gesetz
oder Satzung erkennen lassen. Wesentliche Schwächen bei der
internen Kontrolle des Rechnungslegungsprozesses sind uns
nicht zur Kenntnis gelangt. Die Voraussetzungen für die
Vermutung eines Reorganisationsbedarfs (§ 22 Abs. 1 Z 1 URG)
sind nicht gegeben.
Wir erhielten vom Abschlussprüfer des Vorjahres Zugang zu den
relevanten Informationen der geprüften Gesellschaft und über
die zuletzt durchgeführte Abschlussprüfung.
246
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
4. BESTÄTIGUNGSVERMERK
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Bestätigungsvermerks ausreichend und geeignet sind, um als
Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Wir haben den Jahresabschluss der Österreichische Post
Aktiengesellschaft, Wien, bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an
diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang,
geprüft.
SONSTIGER SACHVERHALT
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 wurde von einem
anderen Abschlussprüfer geprüft und am 1. März 2021 mit
einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte
Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum
31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für
das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche
Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des
Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als
Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu
berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil
zu diesen Sachverhalten ab.
Übereinstimmung
mit
den
österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit
der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit
den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die
Anwendung der International Standards on Auditing (ISA).
Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und
Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des
Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von
der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
1. Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen
Unternehmen
2. Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung
österreichischen
unternehmensrechtlichen
und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen
beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum des
247
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
1. WERTHALTIGKEIT DER ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen
Prüferisches Vorgehen
In den Finanzanlagen der Österreichische Post
Aktiengesellschaft sind Anteile an verbundenen Unternehmen
mit einem Buchwert von 645,7 Mio. EUR enthalten. Diese
Positionen repräsentieren rd. 34,0% der Bilanzsumme zum
31.12.2021.
Im Zuge unserer Prüfungshandlungen haben wir uns ein
Verständnis darüber verschafft, wie die Gesellschaft das
Vorliegen von Anzeichen einer dauernden Wertminderung bzw.
Wertaufholung überwacht. Dabei haben wir die
implementierten Prozesse und Kontrollen dahingehend kritisch
hinterfragt, ob diese geeignet sind, die Anteile an verbundenen
Unternehmen angemessen zu bewerten.
Die Rechnungslegungsvorschriften erfordern eine regelmäßige
Überprüfung der Wertansätze. Bei Vorliegen von
voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen sind
außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen. Bei Wegfall
der Gründe für die Wertminderungen sind Zuschreibungen bis
maximal zu den Anschaffungskosten erforderlich.
Die der Bewertung zugrunde liegenden Planungsrechnungen
und Annahmen haben wir mit den für die Planung zuständigen
Mitarbeitern besprochen, kritisch gewürdigt und deren
Angemessenheit anhand aktueller und erwarteter
Entwicklungen sowie sonstiger Nachweise beurteilt. Die zur
Festlegung des Diskontierungszinssatzes herangezogenen
Annahmen, die Eignung der Bewertungsmodelle und die
rechnerische Richtigkeit der Bewertungen haben wir unter
Einbeziehung von internen Bewertungsspezialisten überprüft.
Zur Beurteilung der Planungstreue haben wir die tatsächlichen
Zahlungsmittelströme mit den in Vorperioden angenommenen
Planzahlen verglichen und Abweichungen mit den für die
Planung verantwortlichen Mitarbeitern besprochen. Schließlich
haben wir uns davon überzeugt, dass die Ergebnisse der
Bewertungen ordnungsgemäß verbucht wurden.
Die gesetzlichen Vertreter nehmen regelmäßig eine
Überprüfung der Wertansätze der Anteile an verbundenen
Unternehmen vor. Hierbei beurteilt die Gesellschaft, ob
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen
beizulegenden Wert und damit für außerplanmäßige
Abschreibungen vorliegen. Für jene Anteile, die in den
Vorjahren außerplanmäßig abgeschrieben wurden, wird
überprüft, ob die Gründe für die Abschreibung weggefallen
sind und dadurch eine Zuschreibung vorzunehmen ist. Bei
Vorliegen von Hinweisen auf Wertminderungen oder auf
Zuschreibungserfordernisse
wird
eine
Unternehmensbewertung vorgenommen.
Im Rahmen der Bewertung müssen Einschätzungen zur
Entwicklung der Erlöse und Aufwendungen und den daraus
resultierenden
Zahlungsmittelüberschüssen
der
(verbundenen) Unternehmen sowie Annahmen zur Festlegung
des verwendeten Diskontierungszinssatzes getroffen werden.
Die Bewertung ist daher mit Unsicherheiten behaftet. Für den
Abschluss besteht das Risiko einer unrichtigen Bewertung der
Anteile an verbundenen Unternehmen.
Verweis auf weitergehende Informationen
Nähere Informationen finden sich im Anhang im Kapitel 2.4. bei
den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für das
Anlagevermögen, im Kapital 3.1. bei den Erläuterungen zu den
Finanzanlagen sowie in den Kapiteln 4.8. bzw. 4.9. bei den
Erläuterungen zu den Erträgen aus der Zuschreibung zu
Finanzanlagen bzw. den Aufwendungen aus Finanzanlagen.
248
Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
2. BEWERTUNG DER RÜCKSTELLUNGEN FÜR UNTERAUSLASTUNG
Sachverhalt und Verweis auf weitergehende Informationen
In den sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für
Prüferisches Vorgehen
Im Zuge unserer Prüfungshandlungen haben wir uns ein
Verständnis darüber verschafft, welche Prozesse und Kontrollen
die Gesellschaft eingerichtet hat, die eine angemessene
Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung
sicherstellen.
Unterauslastung
mit
einem
Buchwert
von
202,2 Mio. EUR enthalten.
In die Bewertung dieser Rückstellungen gehen
zukunftsbezogene Schätzungen und Annahmen der
gesetzlichen Vertreter über den Grad der Unterauslastung der
jeweiligen Mitarbeiter, über künftige Gehaltssteigerungen und
Wir haben diese Prozesse nachvollzogen und ausgewählte
Kontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung
evaluiert.
Fluktuationsabschläge
sowie
den
angemessenen
Diskontierungszinssatz ein. Die Bewertung ist daher mit
Unsicherheiten behaftet, zumal Änderungen der genannten
Parameter wesentliche Auswirkungen auf die Höhe der
Rückstellungen und den Jahresüberschuss haben.
Die der Bewertung zugrunde liegenden Parameter und
Annahmen haben wir mit den für die Bewertung zuständigen
Mitarbeitern besprochen, kritisch gewürdigt und deren
Angemessenheit beurteilt. Im Rahmen einer Stichprobe von
Mitarbeitern haben wir untersucht, ob der für die Bewertung
Für den Jahresabschluss besteht das Risiko einer unrichtigen
Bewertung der Rückstellungen für Unterauslastung.
herangezogene
Unterauslastungsgrad
nachvollziehbar
festgelegt wurde. Wesentliche Veränderungen bei einzelnen
Mitarbeitern haben wir analysiert und die Gründe für die
geänderte Bewertung hinterfragt. Bei neu in die Rückstellungen
aufgenommenen Mitarbeitern bzw. bei nicht mehr in den
Rückstellungen enthaltenen Mitarbeitern haben wir die
Ursachen dafür hinterfragt und die genannten Begründungen
gewürdigt. Auf Basis der von der Gesellschaft vorgenommenen
Sensitivitätsberechnungen haben wir die Auswirkungen
allfälliger Änderungen bzw. Abweichungen bei den relevanten
Parametern analysiert. Schließlich haben wir uns davon
überzeugt, dass die Ergebnisse der Bewertungen
ordnungsgemäß verbucht wurden.
Verweis auf weitergehende Informationen
Nähere Informationen finden sich im Anhang im Kapitel 2.8. bei
den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die
Rückstellungen sowie im Kapital 3.8. bei den Erläuterungen zu
den Rückstellungen.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND
DES AUFSICHTSRATES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS
gesetzlichen Vertreter beabsichtigten, entweder die
Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Übereinstimmung
mit
den
österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich
für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um
die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei
von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE
PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen
falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist
ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass
eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und den
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen
Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft
zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen,
Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben,
sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung
der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die
österreichischen
Grundsätzen
ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf
der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.
Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch
die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von
ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet
werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses
getroffenen
wirtschaftlichen
Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-
VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben
wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Darüber hinaus gilt:
Wir tauschen uns mit dem Aufsichtsrat unter anderem über den
geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und
erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil
zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen
resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht
aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern
resultierendes, da dolose Handlungen kollusives
Abschlussprüfung
sowie
über
bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Zusammenwirken,
Fälschungen,
beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die
Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem,
um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den
gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht
mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des
internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den
gesetzlichen
Vertretern
angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit
der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die
gesetzlichen Ver-treter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die
Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Wir geben dem Aufsichtsrat auch eine Erklärung ab, dass wir die
relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur
Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm
über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von
denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen
Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte
in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder
andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des
Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen,
dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk
mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird,
dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren
Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Aufsichtsrat ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte,
die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Erklärung
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er
mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses
gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses
über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche
fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die
Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 DER EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 15. April 2021 als
Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 8. Juni 2021 vom
Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind im Geschäftsjahr 2021
erstmalig als Jahresabschlussprüfer beauftragt worden.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den
Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum
Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den
geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben und steht in
Einklang mit dem Jahresabschluss.
Wir
erklären,
dass
wir
keine
verbotenen
Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht
haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung
unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt
haben.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerhard Posautz
Wien, am 25. Februar 2022
BDO Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerhard Posautz e.h.
Wirtschaftsprüfer
Mag. Peter Bartos e.h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung
erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt
Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
Erklärung
der gesetzlichen
Vertreter
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
ERKLÄRUNG DER GESETZLICHEN
VERTRETER GEMÄSS §124 ABS1 Z.3
BÖRSEGESETZ
Als gesetzliche Vertreter der Österreichischen Post AG bestätigen wir nach bestem
Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr 2021 den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns
so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewisshei-
ten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungsle-
gungsstandards aufgestellte Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 des Mutterunterneh-
mens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens
vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage entsteht und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Wien, am 25. Februar 2022
Der Vorstand
DI DR. GEORG PÖLZL
Generaldirektor
Vorstandsvorsitzender
DI PETER UMUNDUM
Mitglied des Vorstands
Vorstand Paket & Logistik
DI WALTER OBLIN
Generaldirektor-Stellvertreter
Vorstand Brief & Finanzen
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Österreichische Post AG | Jahresfinanzbericht 2021
IMMER
BESSER
BLEIBEN.
post.at/ir