RISIKOBERICHT
DieösterreichischeWirtschaftverzeichneteseitdem
Frühjahr2021einendynamischenAufholprozess,
der bis ins dritte Kalenderquartal anhielt, nachdem die
WirtschaftsleistungimVorjahrum6,7 %corona-
bedingt einbrach. Außerdem bremsen nach wie vor
Lieferengpässeunddamitverbundenedeutliche
PreissteigerungendenwirtschaftlichenAufschwung.
DievierteCorona-Welle,dieinÖsterreicheinen
erneutenLockdownimNovemberundDezember2021
zur Folge hatte und das Auftreten der neuen Virus-
VarianteOmikronlasseneineVerlangsamungder
Erholungerwarten.DerwirtschaftlicheSchadenwird
aufgrund des Impffortschrittes und da viele Unterneh-
mensichaufeinenGeschäftsbetriebunterPandemie-
bedingungen eingestellt haben, deutlich geringer
erwartetalsnochimWinter2019/20.HöhereEnergie-
preiseundPreisverwerfungenaufgrundvonLiefer-
engpässen sowie nachfragebedingt durch die
einsetzendeErholunglassendieInflationsratesteigen.
DasInstitutfürhöhereStudien(IHS)rechnetfürÖster-
reichinseinerKonjunkturprognosevomDezember
2021dennochmiteinemvoraussichtlichenWachstum
von4,3 %für2021sowieeinemsolidenWachstums-
kursdesBIPvon4,2 %bzw. 2,6 %indenFolgejahren–
vorausgesetzt dass die Corona-Eindämmungs-
maßnahmen rasch auslaufen können und es zu keinen
weiterenLockdownskommt.
AuchinDeutschlandistdiewirtschaftlicheLagenach
wievorvonderCOVID-19-Pandemiegekennzeichnet.
NachdemneueInfektionswellenimWinter2020/21die
Erholung verzögerten, stieg das Bruttoinlandsprodukt
seit dem Abebben des Infektionsgeschehens im Frühjahr
zunächstwiederdeutlich.Diezunächsterwartete
kräftigeErholungderdeutschenWirtschaftfürdasJahr
2022 verschiebt sich nun aufgrund des mangelnden
Impffortschrittes und neuer Virus-Varianten sowie der
nachwievorbestehendenweltweitenProduktions-und
Lieferschwierigkeitenwiederweiternachhinten.In
ihrerKonjunkturprognoseWinter2021vomDezember
2021gehtdasifoInstitutdavonaus,dassdasBIP
in2021um2,5 %,in2022um3,7 %undin2023um2,9 %
zulegenwird.SteigendeKosten,diemitLieferengpässen
einhergehen, und auch die verzögerte Anpassung an
die gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise werden die
InflationsrateinDeutschlandauch2022nochweiterhin
ansteigen lassen.
DasglobaleRisikoumfeldwirdebensoweiterhin
vondenAuswirkungenderCOVID-19-Pandemiegeprägt.
NachdemsichderweltweiteWarenhandelzunächst
rascherholthat,haternunzunehmendanDynamik
verloren.GrunddafürsindAnspannungenimLogistik-
bereich, wo es zu wenig Kapazitäten im Seeverkehr
gibt, sowie der weltweite Mangel an Halbleitern, der
noch längere Zeit relevant sein dürfte und besonders die
Automobilindustriebetrifft.DiestarkeNachfrageließ
auch die Rohstoffpreise stark ansteigen – in Europa sind
vor allem die Strom- und Gaspreise stark betroffen –
waszueinerZunahmederInflationführt.
PrognosenzurWirtschaftsentwicklungbleibenweiter-
hinunsicher.SelbstwennsichinEuropadieLage
durch den Impffortschritt weitgehend entspannen sollte,
bleibt die Entwicklung in den Schwellenländern weiter-
hin unsicher. Sollte dort ein weitgehender Schutz
der Bevölkerung nicht zeitnah erreicht werden, besteht
einerseitsdasRisiko,dassaufflammendeInfektions-
herdedieinternationalenLieferkettenerneutbelasten
und zum anderen die Gefahr, dass sich neue Virus-
Mutationen herausbilden, gegen die die momentanen
Impfstoffe weniger gut wirken.
DiesbeeinträchtigtdieKernmärkte(Österreich,
Deutschland,Schweiz,USA,China)derUnternehmens
Invest AG und ihrer Beteiligungen.
LautdemdeutschenBranchenverbandfürMaschinen-
undAnlagenbauer(VDMA)behindernfehlende
Rohstoffe und Vorprodukte sowie Engpässe bei den
TransportkapazitätenhartnäckigdieProduktions-
prozesse in den Unternehmen und die konjunkturelle
Erholung wird dadurch zunehmend langsamer. Ein Ende
dervielfältigenLieferengpässeistschwerbisgar
nicht kalkulierbar. Für 2022 wird ein Umsatzwachstum
von4 %prognostiziert,solltedieCOVID-19-Pandemie
allerdings weiterhin andauern, würde der Zuwachs mit
2 %abernurhalbsohochausfallen.
In China hat sich das Geschäftsklima für die Maschinen-
und Anlagenbauer im zweiten Halbjahr 2021 zwar
verschlechtert, für das Gesamtjahr fällt die Bilanz aber
immer noch sehr positiv aus. Allerdings leidet auch
China – wie Europa – unter dem Mangel an Roh-
stoffen und Materialien.
DerMaschinen-undAnlagenbau–ebensowiedie
Automobilzulieferindustrie – sind stark exportabhängig
und ihre Entwicklung wird besonders von den welt-
29