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TURNING
POINTS
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT 2022 2022
Integrierter Geschäftsbericht 2022
Wertpapierkennnummer (WKN) A00Y7
ISIN AT0000A00Y78
Tickersymbol O2C
Aktienklasse Inhaberaktien ohne Nennwert
Genehmigtes Kapital EUR 48.850.000
Aktienkapital EUR 48.850.000
Streubesitz 9,77 %
Stückzahl 48.850.000
Jahreshoch (7. Februar 2022) EUR 2,81
Jahrestief (25. April 2022) EUR 1,10
Schlusskurs (30. Dezember 2022) EUR 2,08
Handel Prime Standard
KONZERNKENNZAHLEN
KENNZAHLEN ZUR AKTIE
in MEUR 2022 2021 Δ in %
Brutto-Verkäufe an Kunden 235,1 237,0 (0,8)
Bruttoergebnis 35,7 35,0 2,0
EBIT (388,8) 7,3 >(100)
EBIT-Marge (165,4 %) 3,1 % -
EBITDA (361,5) 33,5 >(100)
EBITDA-Marge (153,8 %) 14,1 % -
Konzernergebnis (411,8) 2,9 >(100)
Ergebnis je Aktie (EUR) (8,43) 0,06 >(100)
Bilanzsumme
1
162,8 403,6 (59,7)
Eigenkapital
1
25,3 206,0 (87,7)
Eigenkapitalquote
1
15,5 % 51,0 % -
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 5,6 34,5 >(100)
Cashflow (verwendet für)/aus Investitionstätigkeit (142,5) 29,6 >(100)
Cashflow aus Investitionstätigkeiten (0,1) (0,2) (50,0)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
1
58,6 142,6 (58,9)
Liquiditätsposition
1
58,6 143,5 (59,2)
RUB/EUR-Wechselkurs am Ende der Berichtsperiode
2
RUB 60,58 RUB 84,07 (27,9)
Durchschnittlicher RUB/EUR-Wechselkurs
in der Berichtsperiode
2
RUB 77,54 RUB 87,19 (16,1)
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
1
114 3.319 >(100)
1
Jeweils per 31. Dezember
2
Aufgrund des Verkaufs der Aktivitäten in Russland per Ende August 2022 hat die
Gruppe den durchschnittlichen Wechselkurs und den Schlusskurs des russischen
Rubels für den entsprechenden Zeitraum des Jahres 2022 verwendet.
CHAPTER
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 1
TURNING
POINTS
2 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 3
4 UNTERNEHMEN
4 Ein Jahr der Herausforderung
Vorwort des Vorstands
6 Das Richtige tun
Vorwort des Aufsichtsrats
8 Fokus auf Kasachstan
Konzernstruktur
9 Schwieriges Marktumfeld
Die Aktie der Petro Welt Technologies AG
10 Wert erhalten
Mission
13 NICHTFINANZIELLER BERICHT
14 Das Geschäft verstehen
Geschäftsmodell
17 Über diesen nichtfinanziellen Bericht
17 Verantwortung übernehmen
Nachhaltigkeitsstrategie
18 Unser Beitrag zum Green Deal
EU-Taxonomie
28 Bewertung von ESG-Themen
Wesentlichkeitsanalyse
30 Transparenz und Kommunikation
Stakeholder-Einbindung
31 Risiken steuern
Nichtfinanzielles Risikomanagement
39 Faire Geschäftspraktiken
Compliance
45 Arbeitssicherheit und Motivation
Human Resources
49 Reduktion von Emissionen
und Energieverbrauch
Umwelt
54 Optimierung der betrieblichen Effizienz
Produkte und Produktion
59 CORPORATE-GOVERNANCE-
BERICHT
67 BERICHT DES AUFSICHTSRATS
FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022
69 KONZERNLAGEBERICHT
70 Wirtschaftliches Umfeld
80 Entwicklung der PeWeTe Gruppe
82 Konzernstruktur
83 Operative Entwicklung des Konzerns
90 Risikomanagementbericht
95 Aktionärsstruktur und Angaben
zum Kapital
96 Internes Kontrollsystem
98 Forschung und Entwicklung
99 Nichtfinanzieller Bericht
99 Wesentliche Ereignisse nach
dem Bilanzstichtag
100 Ausblick für 2022
102
KONZERNABSCHLUSS
180 FINANZKALENDER
182 IMPRESSUM
INHALT
4 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
UNTERNEHMEN
—
VORWORT DES VORSTANDS
Im Geschäftsjahr 2022
erlebte ich eine der ein-
schneidendsten Krisen
meiner Laufbahn als Mana-
ger, in der wir uns primär
darauf konzentrierten, die
negativen Auswirkungen
für unser Aktionärinnen
und Aktionäre sowie unser
Team zu minimieren.
Trotz Sanktionen und der
drastischen Einschränkung
grenzüberschreitender
Finanztransaktionen ist es
uns gelungen, unserer
Muttergesellschaft ein
Höchstmaß an Liquidität
zu sichern.
Denis Stankevich
—
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev
—
Chief Financial Officer
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 5
UNTERNEHMEN
—
VORWORT DES VORSTANDS
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
wie für viele andere in Russland operativ tätige Unter-
nehmen brachte 2022 auch für Petro Welt Technologies
(PeWeTe) noch nie dagewesene Herausforderungen. Nach-
dem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie der Jahre
2020 und 2021 überwunden werden konnten, starteten
wir mit einer hervorragenden Performance in das Ge-
schäftsjahr 2022. Dies schlug sich in einem Rekordergeb-
nis für die ersten drei Quartale des Jahres nieder.
Hintergrund waren vor allem der Anstieg der Ölproduktion
und der Erhöhung der Quoten im Rahmen des OPEC+-
Abkommens. Ungeachtet des Verkaufs der russischen
Geschäftseinheiten per Ende August 2022 blieb der
Umsatz der PeWeTe Gruppe für das Gesamtjahr dank
dieser positiven operativen Leistung nahezu stabil. Die
Segmente Well Services und Well Stimulation, die nur für
den Zeitraum Jänner bis August 2022 konsolidiert werden,
erzielten allein in diesem diesem Zeitraum einen leichten
Umsatzanstieg im Vergleich zum Gesamtjahr 2021. Der
Umsatz in den ersten acht Monaten des Jahres 2022 belief
sich auf 115,4 Mio. EUR (+16,4 % im Vergleich zum Gesamt-
jahr 2021).
Mit dem Inkrafttreten der Sanktionen der Europäischen
Union gegen die Russische Föderation, die dem Beginn
der militärischen Operation in der Ukraine gefolgt waren,
kehrte sich dieser positive Trend jedoch um und erhielt
eine völlig andere Ausrichtung, was letztlich auch den
Verkauf unserer russischen Geschäftseinheiten Ende
August 2022 notwendig machte.
Auch wenn der Umsatz der PeWeTe im Vergleich zu
2021 aufgrund der bereits oben beschriebenen positi-
ven operativen Entwicklung in den ersten acht Monaten
des Berichtsjahrs über das Gesamtjahr betrachtet mit
235,1 Mio. EUR bzw. einem Minus von nur 0,8 % stabil
blieb, schlug sich die Entkonsolidierung der russischen
Tochtergesellschaften mit einem massiven Verlust in
Höhe von 399,4 Mio. EUR auf unser Ergebnis nieder. Per
Saldo ergab sich daraus ein negatives Betriebsergebnis
(EBIT) von -388,8 Mio. EUR, gegenüber einem Wert von
7,3 Mio. EUR im Vorjahr.
Infolge der geopolitischen Entwicklungen und ihrer Auswir-
kungen auf die PeWeTe rückten in der zweiten Jahreshälfte
vor allem das Halten unserer finanziellen Vermögenswer-
te, die Sicherung der Liquidität unserer Muttergesellschaft
sowie ein geordneter Rückzug aus dem russischen Markt
in unseren Fokus. Alles das sollte mit minimalen Verlusten
für unsere Aktionärinnen und Aktionäre erfolgen. Zugleich
war uns der Erhalt von Arbeitsplätzen für unser russisches
Personal ein zentrales Anliegen.
In einem zweiten Schwerpunkt konzentrieren wir uns
2022 weiterhin auf die Steigerung unserer operative
Performance und auf die potenzielle Erschließung neuer
Märkte, um unsere vielfältigen Services in Zukunft neben
Kasachstan auch in anderen Ländern anbieten zu können.
EIN JAHR DER
HERAUSFORDERUNG
Denis Stankevich
—
Chief Executive Officer Kirill Bakhmetyev
—
Chief Financial Officer
6 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
UNTERNEHMEN
—
VORWORT DES AUFSICHTSRATS
Stephan Theusinger, Maurice Dijols, Remi Paul (v. l. n. r.)
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 7
Maurice Dijols
—
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
trotz aller Unwägbarkeiten des vergangenen Jahres gelang
es der PeWeTe, die Optimierung ihrer operativen Prozes-
se auch 2022 weiter fortzusetzen. Mit dem Rückzug aus
den nicht profitablen Märkten in Rumänien und im Oman
konnten darüber hinaus zwei wichtige strategische Wei-
chenstellungen abgeschlossen werden.
Daneben dominierten unsere Arbeit im Geschäftsjahr
2022 aber natürlich der Krieg in der Ukraine und die
daraus resultierenden Sanktionen gegen Russland, die
Trennung von den russischen Tochtergesellschaften sowie
das Verfahren zum Rückkauf der Aktien der Petro Welt
Technologies AG von unseren Streubesitzaktionärinnen
und -aktionären.
Beim Umgang mit diesen Themen standen für den Vor-
stand und für uns als Aufsichtsrat drei Prämissen im Fokus
unseres Handelns: Die lückenlose Einhaltung aller Vor-
schriften des Sanktionsregimes, auch wenn die Gesell-
schaft dadurch erhebliche Verluste hinnehmen musste. Die
Wahrung der Interessen unserer Minderheitsaktionärinnen
und -aktionäre, deren Aktien wir zu einem Preis zurückkau-
fen werden, der die Auswirkungen des Kriegs in der Ukrai-
ne und des Verkaufs der russischen Vermögenswerte nicht
reflektiert. Und drittens die Minimierung der negativen
Auswirkungen auf die Gesellschaft, die aus dem Rückzug
der PeWeTe aus dem russischen Markt resultierten.
Wir blicken auf ein Jahr mit tiefen Einschnitten in der Welt-
wirtschaft zurück, von der die PeWeTe besonders hart be-
troffen war und die unsere Handlungsspielräume enorm
eingeschränkten. In diesem Rahmen gelang es uns aber
gemeinsam mit dem Vorstand der Petro Welt Technolo-
gies, die richtigen Entscheidungen treffen.
DAS RICHTIGE TUN
Remi Paul
—
Mitglied des Aufsichtsrats Stephan Theusinger
—
Mitglied des Aufsichtsrats
UNTERNEHMEN
—
VORWORT DES AUFSICHTSRATS
8 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
UNTERNEHMEN
—
KONZERNSTRUKTUR
KONZERN-
STRUKTUR
Zu Beginn des Berichtszeitraums umfasste die Petro Welt
Technologies Gruppe die Petro Welt Technologies AG
(PeWeTe) – die österreichische Holding und Muttergesell-
schaft der drei hundertprozentigen operativen Tochter-
gesellschaften KATKoneft, KATOBNEFT und KAToil-Drilling
sowie weitere hundertprozentige Tochtergesellschaften,
die in Russland als Gesellschaften mit beschränkter
Haftung (LLCs) registriert sind. PeWeTe hielt außerdem
100 % der zypriotischen PEWETE EVOLUTION LIMITED
(ehemals Sonamax LIMITED) und 99,99 % der WellProp
Cyprus LIMITED, die ihrerseits 100 % der WELLPROP LLC
in Russland (ehemals CARBO Ceramics Eurasia) hielt.
Im August 2022 verkaufte die Gruppe ihre russischen
Tochtergesellschaften. Die Transaktion umfasste den
Verkauf sämtlicher Beteiligungen an den russischen
Tochtergesellschaften (direkt und indirekt) der Petro
Welt Technologies AG, nämlich 100 % der Anteile an
der OOO Petro Welt Technologies, der OOO KATKoneft,
der OOO KATOBNEFT, der OOO KAT-oil Drilling, der
OOO Trading House KAToil, der OOO KAToil Leasing und
der OOO Wellprop (die „Gesellschaften“) an drei russi-
sche Einzelpersonen (die „Investoren“), die verschiedene
Positionen in der Gruppe des Unternehmens innehaben:
(1) Denis Stankevich (CEO des Unternehmens); (2) Natalia
Kobets (Vorsitzende des Internen Revisionskomitees);
und (3) Irina Myryniuk (Direktorin der Innenrevision in
OOO Petro Welt Technologies). Die Transaktion wurde
am 16. August 2022 auf einer Hauptversammlung der
Aktionäre des Unternehmens genehmigt.
Die Transaktion wurde wie folgt strukturiert: (1) Die
Investoren erwarben von der Gesellschaft 100 % der
Anteile an der OOO Petro Welt Technologies („Schritt 1“)
für RUB 20,0 Mio. in folgender Aufteilung: 40 % wurden
von Denis Stankevich, 30 % von Natalia Kobets und 30 %
von Irina Myryniuk erworben. Gleichzeitig mit Schritt 1
erwarb OOO Petro Welt Technologies (i) 100 % der Anteile
an OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAT-oil
Drilling, OOO Trading House KAToil und OOO KAToil
Leasing von der Gesellschaft und (ii) 100 % der Anteile
an OOO Wellprop von WELLPROP CYPRUS LIMITED
(einer 100 %igen Tochtergesellschaft der Gesellschaft)
(„Schritt 2“) für RUB 7.422 Mio.
PeWeTe beschloss außerdem, die Geschäftstätigkeit des
Unternehmens im Rahmen des derzeitigen Joint Ven-
tures in Oman zu beenden. Im Zuge dessen wird die von
der Gruppe gehaltene Tochtergesellschaft PEWETE EVO
SERVICES LLC, die ihre Dienstleistungen im Rahmen des
Joint Ventures in Oman erbracht hatte, gerade liquidiert.
Der Großteil der Vermögenswerte in Oman wurde auf die
PeWeTe-Tochtergesellschaft in Kasachstan übertragen.
Diese ist damit zum Stichtag der einzige verbliebene ope-
rative Geschäftsbereich der PeWeTe Gruppe.
Die Management-Holding mit Sitz in Wien, Österreich –
PeWeTe – erbringt allgemeine und administrative Dienst-
leistungen für die Gruppe, einschließlich der Überwachung
und Kontrolle, der strategischen Planung, der wichtigsten
Finanzangelegenheiten des Unternehmens, der allgemei-
nen Marketingpolitik und des Risikomanagements.
Bitte beachten Sie auch die grafische Darstellung der
Konzer nstruktur auf Seite 82.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 9
DIE AKTIE DER
PETRO WELT
TECHNOLOGIES AG
Die Aktie der Petro Welt Technologies AG (PeWeTe), die
im Prime-Standard-Segment der Börse Frankfurt notiert,
startete das Börsejahr 2022 am 3. Jänner 2022 mit einem
Beginnkurs von EUR 2,34 und einem Schlusskurs von
EUR 2,35. Am 8. Februar erreichte die PeWeTe-Aktie mit
einem Wert von EUR 2,68 (Schlusskurs) ihr Jahreshoch,
das Jahrestief stellte sich am 25. April ein, als die Aktie
bei einem Wert von EUR 1,10 notierte. Am 30. Dezember
schloss die PeWeTe-Aktie das Jahr dann mit einem Wert
von EUR 2,08.
Die globalen Finanzmärkte und somit auch die Kurs-
dynamik der PeWeTe AG wurden im Jahr 2022 neben der
Coronapandemie vor allem durch den Krieg in der Ukraine
sowie die daraus folgenden geopolitischen und wirtschaft-
lichen Verwerfungen geprägt. Angesichts der allgemei-
nen Verunsicherung stiegen viele Anleger von Aktien auf
Staatsanleihen und Investments in Gold um, woraufhin
alle großen Aktienindizes nachgaben. So brach etwa der
DAX Ende Februar 2022 zu Beginn der militärischen Ak-
tionen in der Ostukraine schlagartig um rund 8 % ein. Die
Börse in Moskau setzte den kompletten Handel aus, und
einen Monat nach Kriegsbeginn fiel der russische Rubel
zeitweise auf unter RUB 145,83 je Euro.
Die großen Indizes beendeten das Börsenjahr allesamt
im Minus. 2022 war etwa für den DAX das schlechteste
Börse njahr seit vier Jahren. Nachdem der deutsche Leit-
index im Vorjahr noch um 15,8 % gestiegen war, verlor der
DAX im Verlauf des Jahres 2022 um 11,4 % an Wert. Selbst
im Corona-Krisenjahr 2020 war der DAX nur um 3,7 %
zurückgegangen. Auch der Technologieindex TECDAX
sank im Jahr 2022 um fast ein Viertel. Grund dafür waren
Sorgen über die weitere Geldpolitik der Zentralbanken,
das Risiko einer Rezession und die neue Covid-19-Welle
in China.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen war auch die
Performance der PeWeTe-Aktie äußerst volatil. Von Beginn
des Jahres bis Mitte Februar befand sich der Kurs noch im
Aufschwung. Wie erwähnt erreichte die Aktie am 8. Febru-
ar ihren Jahreshöchstwert von EUR 2,68 je Aktie (Schluss-
kurs). Unmittelbar nach Beginn der militärischen Aktionen
in der Ukraine geriet der der Kurs der PeWeTe-Aktie in eine
steile Abwärtsbewegung, bis er schließlich am 25. April
EUR 1,10 seinen Jahrestiefstand erreichte. Mit dem Anzie-
hen der Energiepreise ging es ab Anfang Mai auch für die
PeWeTe-Aktie wieder deutlich bergauf. So stieg der Kurs
innerhalb von nur einer Woche von EUR 1,21 (27. April) auf
EUR 1,97 (5. Mai). Die 2-Euro-Marke konnte die PeWeTe-
Aktie jedoch erst Anfang September wieder überschreiten.
Bis zum Ende des Börse jahres pendelte der Wert zwi-
schen EUR 2,04 und EUR 2,20, bis die PeWeTe-Aktie am
30. Dezember das Krisenjahr mit einem Preis von EUR 2,08
schloss. Im gesamten Verlauf des Jahres 2022 gab der Kurs
der Aktie somit um 11,5 % nach.
Im Jahr 2022 wurden insgesamt 186.165 Aktien der
PeWeTe gehandelt, das entspricht einem durchschnitt-
lichen Handelsvolumen von 724 Stück pro Tag. Damit lag
die Handelsaktivität in PeWeTe-Aktien auf etwa einem
Zehntel des Vorjahresniveaus (2021: 7.407 Stück pro Tag).
Während die PeWeTe-Aktie unter anderem aufgrund des
russischen Standorts Verluste hinnehmen musste, profi-
tierten ihre Peers durchwegs von den deutlich gestiege-
nen Energiepreisen. Den größten Zuwachs verzeichnete
im Berichtszeitraum die Halliburton-Aktie mit +80,7 %,
nach +30,2 % im Vorjahr. Doch auch die Aktie von Schlum-
berger und jene von Nabors konnten mit +78,1 % (2021:
+47,5 %) bzw. +76,9 % (2021: +46,4 %) beachtlich zulegen.
Die Calfrac-Aktie verzeichnete 2022 ebenfalls wieder ein
Plus von 43,8 % (2021: +18,5 %), und auch die Aktie von
Trican Well Service, die im Vorjahr mit einer Steigerung
um knapp 76,0 % den größten Zuwachs unter den Ölfeld-
dienstleistern erzielt hatte, nahm im Berichtszeitraum
erneut um 30,9 % zu. Die Aktie von Baker Hughes setzte
ihr Wachstum aus dem Vorjahr fort (2021: +25,4) und stieg
im Verlauf des Jahres 2022 um 28,5 %.
Quellen: https://finance.yahoo.com/, https://www.handelsblatt.com/
UNTERNEHMEN
—
DIE AKTIE DER PETRO WELT TECHNOLOGIES AG
10 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
UNTERNEHMEN
—
MISSION
MISSION
Über fast drei Jahrzehnte behauptete die PeWeTe- Gruppe
ihre führende Position als unabhängiger Anbieter von
Ölfeld-Dienstleistungen in Russland und Kasachstan.
Dank ihrer Marktvorteile wurde die Leistung der Gruppe
sowohl von Industrieunternehmen als auch von renom-
mierten Finanzinstituten geschätzt. Das Inkrafttreten der
Sanktionen der Europäischen Union gegen die Russische
Föderation, die auf den Beginn der Militäroperation in der
Ukraine folgten, erforderte jedoch die Veräußerung unse-
rer russischen Geschäftseinheiten per Ende August 2022.
In der zweiten Jahreshälfte konzentrierten wir uns da-
her vor allem auf das Halten unserer Finanzanlagen, die
Sicherung der Liquidität unserer Muttergesellschaft und
den geordneten Rückzug aus dem russischen Markt. All
dies sollte mit minimalen Verlusten für unsere Aktionäre
geschehen. Gleichzeitig war der Erhalt von Arbeitsplätzen
für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Russland
ein zentrales Anliegen.
KONZERNSTRATEGIE UND GESCHÄFTSMODELL
In Kasachstan ist die Petro Welt Technologies AG nach wie
vor eines der führenden Unternehmen im Bereich Oilfield
Services (OFS). Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt
und gilt als unangefochtener Marktführer in seinem
Segment. Wir sind eines der ersten westlichen Unterneh-
men, das die Öl- und Gasindustrie in Kasachstan unter-
stützt und betreut, und haben uns auf Dienstleistungen
spezialisiert, die die Produktivität neuer und bestehender
Öl- und Gasformationen erhöhen: Mit Hydraulic Fracturing
bietet die Petro Welt Technologies AG eine kostengünstige
Möglichkeit an, die Produktivität bestehender Bohrungen
zu erhöhen bzw. stillgelegte Bohrungen zu reaktivieren.
Die zentrale Geschäftsleitung hat ihren Sitz in Aktau
(Kasachstan).
Die Petro Welt Technologies AG strebt ein robustes
Wachstum des Shareholder Value an, indem sie ihre ope-
rativen Aktivitäten in Kasachstan profitabel ausweitet und
konzentriert, die Anzahl der Hydraulic-Fracturing-Flotten
erhöht, die Ausrüstung modernisiert, das Arbeitsvolumen
steigert und gleichzeitig das EBITDA-Margenniveau auf
über 40 % erhöht, die Rendite auf das investierte Kapital
maximiert und ihren Marktanteil in Kasachstan ausbaut.
Das Geschäftsmodell der Petro Welt Technologies AG
basiert auf modernsten Technologien und erstklassigem
Equipment. Hohe Engineering-Qualität und ein kompeten-
tes, erfahrenes und eingespieltes Mitarbeiterteam tragen
dazu bei, das Ziel eines überwiegend organischen Wachs-
tums zu erreichen.
Die strategisch durchdachte Diversifizierung und Straffung
des Leistungsportfolios sowie eine konservative Finanz-
politik haben eine solide Geschäftsgrundlage geschaffen.
Langjährige Kundenbeziehungen zu großen Ölproduzen-
ten in der Region stellen zudem einen wichtigen Wettbe-
werbsvorteil für die Petro Welt Technologies AG dar.
Angesichts der dramatischen Veränderungen in der Welt-
wirtschaft im Allgemeinen und im Ölsektor im Besonde-
ren beobachtet die Gruppe das schwierige Markt- und
Industrieumfeld, in dem sie tätig ist, genau und passt sich
gegebenenfalls an. Dennoch prüft das Unternehmen die
Möglichkeiten einer Präsenz in anderen Regionen, um
auch dort Dienstleistungen auf hohem Niveau anbieten
zu können.
Die Flexibilität des Managements, seine proaktiven Ent-
scheidungsprozesse und die rasche Reaktion auf außerge-
wöhnliche Hindernisse ermöglichen es uns, unser Ge-
schäft zu schützen und unsere Verpflichtungen gegenüber
Kunden und Belegschaft gleichermaßen zu erfüllen.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 11
UNTERNEHMEN
—
MISSION
LEITBILD
Wir wollen einen nachhaltigen Beitrag zur Deckung des
weltweiten Energiebedarfs leisten, indem wir die An-
forderungen der Unternehmen bei der Förderung von
Kohlenwasserstoffen Genüge tun und eine möglichst
effiziente Nutzung von Ölquellen ermöglichen. Wachsen-
de Unsicher heiten und zunehmende Spannungen in den
ölproduzierenden Ländern, vor allem in den Schwellen-
ländern der Welt, haben zur Verlagerung der Erdöl- und
Erdgasproduktion in sicherere Gebiete wie Kasachstan
beigetragen.
Mit einer weitsichtigen, profitablen Ausweitung unserer
Tätigkeiten in den Bereichen Fracturing, Sidetracking und
Drilling sowie durch weitere ergänzende Services wollen
wir den Shareholder-Value wahren und maximieren.
CHAPTER
12 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Nachhaltiges unternehmerisches
Handeln muss auch in schwierigen
Zeiten fortgeführt werden.
Zusätzlich zu allen strategischen
Entscheidungen, die PeWeTe
im Jahr 2022 treffen musste,
hat das Unternehmen
sein Bestes getan, um
seiner Verantwortung
gegenüber Kunden,
Mitarbeitern,
Gesellschaft und
Umwelt weiter-
hin zu ent-
sprechen.
NICHT-
FINANZIELLER
BERICHT
14 Das Geschäft verstehen
Geschäftsmodell
17 Über diesen nichtfinanziellen Bericht
17 Verantwortung übernehmen
Nachhaltigkeitsstrategie
18 Unser Beitrag zum Green Deal
EU-Taxonomie
28 Bewertung von ESG-Themen
Wesentlichkeitsanalyse
30 Transparenz und Kommunikation
Stakeholder-Einbindung
31 Risiken steuern
Nichtfinanzielles Risikomanagement
39 Faire Geschäftspraktiken
Compliance
45 Arbeitssicherheit und Motivation
Human Resources
49 Reduktion von Emissionen
und Energieverbrauch
Umwelt
54 Optimierung der betrieblichen Effizienz
Produkte und Produktion
14 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
GESCHÄFTS-
MODELL
Die PeWeTe-Gruppe ist eines der führenden Ölfeld-
Serviceunternehmen in Kasachstan. Bis August 2022 war
das Unternehmen auch in Russland tätig. In der außer-
ordentlichen Hauptversammlung am 16. August 2022
haben die Aktionäre der Petro Welt Technologies AG
(PeWeTe) beschlossen, die in Russland ansässigen Ge-
schäftseinheiten des Unternehmens, d. h. KATKoneft,
KATOBNEFT, KAToil-Drilling, Wellprop, KAT.oil Leasing,
Petro Welt Technologies und das Handelshaus KAToil,
zu verkaufen. Die Gruppe hat die Transaktion bis Ende
August 2022 abgeschlossen. PeWeTe hat außerdem be-
schlossen, ihre Geschäftsaktivitäten im Oman im Rahmen
des bestehenden Joint Ventures zu beenden.
Die Geschäftstätigkeit der PeWeTe Gruppe mit Hauptsitz
in Wien, Österreich, war 2022 in drei Geschäftsbereiche
aufgeteilt:
—
Well Services und Bohrlochstimulation
—
Drilling, Sidetracking und Integriertes Projekt-
management (IPM) (aufgegebener Geschäftsbereich
seit August 2022)
—
Proppant-Produktion (aufgegebener Geschäftsbereich
seit August 2022)
DAS SEGMENT WELL SERVICES UND BOHRLOCH-
STIMULATION
Das Segment Well Services und Bohrlochstimulation um-
fasst die Bereiche Hydraulic Fracturing, Cementing und
Coiled Tubing. Der Schwerpunkt liegt auf dem Hydraulic
Fracturing, einer hocheffizienten Methode der Bohr-
lochstimulation. Mit dieser Methode wird die Öl- und
Gasförderung signifikant angekurbelt: Flüssigkeiten und
Stabilisatoren (Gel und Proppant) werden unter hohem
Druck in das Bohrloch gepumpt, um die Struktur des
Ölspeichers aufzubrechen. Durch die entstehenden Risse
gelangen das eingelagerte Öl und Gas an die Oberfläche.
In Kasachstan ist die PeWeTe-Gruppe führend in der
Anwendung fortschrittlicher Pumptechnologien, ein-
schließlich des Acid Fracturing. Das Einpumpen großer
Voumina von Säure ermöglicht eine höhere Ölförderrate.
Sowohl die Exploration als auch die Erschließung eines
Feldes sind mit dieser Technik zu wesentlich geringe-
ren Kosten möglich. Das Sanierungszementieren oder
Squeeze Cementing, das als zusätzliche Dienstleistung
während des Hydraulic Fracturing angeboten wird, ist
eine Abdichtungsmethode, die dazu dient, die Migration
von Wasser innerhalb einer Verbindung zu verhindern, in-
dem die Ölzone von der Wasserzone isoliert wird, sodass
sie sich nicht mit Kohlenwasserstoffen vermischt. Die
Methode dient auch dazu, den direkten Kontakt anderer
unerwünschter Flüssigkeiten mit der Bohrlochverrohrung
zu vermeiden. Der russische Teil dieses Segments der
PeWeTe Gruppe wurde im August 2022 aufgegeben und
verkauft.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 15
DAS SEGMENT DRILLING, SIDETRACKING
UND IPM
Das Segment Drilling, Sidetracking und IPM umfasst
Conventional Drilling, Sidetracking und Integriertes Pro-
jektmanagement (IPM). Beim Conventional Drilling ent-
steht eine Erdöl- oder Erdgasbohrung durch das vertikale
oder horizontale Bohren mit einer Bohranlage, die mit der
notwendigen Technik ausgerüstet ist und die erforderliche
Energie für alle Operationen vor Ort erzeugt.
Beim Conventional Drilling werden spezielle Verfahren an-
gewandt, um sowohl die Menge als auch die potenziellen
Umweltauswirkungen von Flüssigkeiten, die während der
Bohrarbeiten anfallen, zu reduzieren. Es werden aus-
schließlich umweltfreundliche Bohrspülungen verwendet.
Nach Abschluss der Bohrarbeiten wird der Bohrplatz ge-
reinigt und rekultiviert.
Um Umweltschäden und Arbeitsunfälle zu vermeiden,
setzt die PeWeTe modernes Equipment der Firma Shaffer
Oil Tools, Kalifornien, USA, zur Verhinderung von Blowouts
ein. 2021 wurden keine Blowout-Vorfälle gemeldet.
Dieses Segment wurde im August 2022 aufgegeben und
verkauft.
DAS SEGMENT PROPPANT-PRODUKTION
Im Jahr 2017 übernahm die PeWeTe die Produktions-
stätte der CARBO Ceramics Eurasia und benannte sie
in Wellprop um. Das Unternehmen bietet Güter für die
Öl- und Gasindustrie an und produziert in Kopeisk, Russ-
land, verschiedene Arten von Stützmitteln (Proppants).
Die Anlage wurde mit den modernsten Technologien der
CARBO Ceramics errichtet und produziert Proppant, das
den höchsten internationalen Qualitätsstandards nach
HSE-Vorschriften entspricht und auf dem Weltmarkt
entsprechend bekannt ist. Das Produktportfolio des
Unternehmens, das entwickelt wurde, um die Flussraten
von Kohlenwasserstoffen zu maximieren und aufrecht-
zuerhalten, umfasst Micro-Proppant und keramisches
Proppant unterschiedlicher Dichte und Festigkeit sowie
harzbeschichtetes Proppant. Im Jahr 2020 führte Wellprop
ein neues Produkt ein, das ROSPROP HS RCP, und konnte
damit eine neue Nische auf dem Intensivierungsmarkt be-
setzen. Besonders im Nahen Osten stößt dieses Produkt
auf großes Interesse.
Wellprop hält etwa 5 % des russischen Proppant-Marktes.
Während die PeWeTe einen Teil des hergestellten Stützmit-
tels für eigene Zwecke verwendet, verkauft es derzeit den
größten Teil davon weltweit an Dritte, einschließlich der
GUS-Länder, Europa und Afrika.
Das Segment Proppant-Produktion wurde ebenfalls im
August 2022 aufgegeben und verkauft.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
16 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
GESCHÄFTSMODELL
Ausschreibung
Well Services und
Bohrlochsimulation
Hydraulic Fracturing:
effiziente Bohrloch-
stimulation
Allgemeiner
Markt
Kunden
Mineralöl- und
Erdgasunternehmen
in Kasachstan
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 17
ÜBER DIESEN
NICHTFINANZIEL-
LEN BERICHT
Der nichtfinanzielle Bericht der Petro Welt Technologies
AG für das Geschäftsjahr 2021 wurde gemäß den gesetz-
lichen Bestimmungen zur Veröffentlichung eines konso-
lidierten nichtfinanziellen Berichts (§ 267a UGB) erstellt.
Die Referenztabelle auf Seite 29 verweist zu wesentlichen
Themen und nichtfinanziellen Belangen gemäß § 267a
UGB auf die entsprechenden Kapitel in diesem Bericht.
Da die russischen Tochtergesellschaften zu zwei Dritteln
des Geschäftsjahres operativ und im Besitz der Petro
Welt Technologies AG waren, werden die relevanten
nichtfinanziellen Themen und Auswirkungen, die auch
diese Gesellschaften betreffen, im Bericht dargestellt. In
den jeweiligen Kapiteln wird angegeben, welche Kon-
zerngesellschaften bzw. Zeiträume für die KPI-Angaben
berücksichtigt wurden.
NACHHALTIG-
KEITSSTRATEGIE
Die PeWeTe ist sich der Tatsache bewusst, dass sie Teil
der Gesellschaft ist und daher auch Verantwortung für
ihre Tätigkeiten übernehmen muss. Ziel des Unterneh-
mens ist es, positive Impulse zu setzen und nachteilige
Auswirkungen weitestgehend zu vermeiden. Die Agenda
des Unternehmens in Bezug auf Nachhaltigkeit konzent-
riert sich auf die vier Bereiche, die sowohl für die Ge-
schäftstätigkeit als auch die Interessen der Stakeholder
von zentraler Bedeutung sind: „Sauberes Geld“, „Kein
Schaden für Menschen“, „Kein Schaden für die Umwelt“
sowie „Grünes Geld“.
—
Nachhaltigkeitsstrategie
Fokusbereich Sauberes Geld Kein Schaden für Menschen Kein Schaden für die Umwelt Grünes Geld
Beschreibung Die Einhaltung von Ge-
setzen ist für PeWeTe ein
Mindeststandard in der
Geschäftstätigkeit. Das
Unternehmen fördert die
Transparenz gegenüber
seinen Kunden, Auftrag-
nehmern und Aktionären
gleichermaßen. Der faire
Umgang mit allen Betei-
ligten und ein professio-
nelles Auftreten sind ein
wesentlicher Bestandteil
des täglichen Geschäfts.
Sowohl die Gesundheit
als auch die Sicherheit
der Menschen haben für
PeWeTe höchste Priorität.
Daher ist das Unterneh-
men bestrebt, ein hohes
Niveau an Sicherheits-
maßnahmen aufrecht-
zuerhalten, um jegliche
negative Auswirkung
auf die Gesundheit der
Menschen zu vermeiden.
Die Ausrüstung und die
neuen technologischen
Methoden, die ein inte-
graler Bestandteil der
betrieblichen Aktivitäten
sind, erfordern hochquali-
fiziertes Personal.
Im Sinne der Nachhal-
tigkeit ist für PeWeTe
die ökologische Ver-
antwortung von großer
Bedeutung, um den
wirtschaftlichen Erfolg
des Unternehmens durch
nachhaltiges unterneh-
merisches Handeln zu
sichern. Die kontinuier-
liche Verbesserung der
Umweltsituation an den
Standorten und in der
gesamten Wertschöp-
fungskette ist ein Haupt-
anliegen.
„Grünes Geld“ beschreibt
den finanziellen Erfolg
des Unternehmens,
der auf nachhaltigem
Wirtschaften aufbaut. Das
Unternehmen ist bestrebt,
grüne Betriebsabläufe
zu implementieren. Das
bedeutet, die betriebliche
Effizienz zu optimieren
und wettbewerbsfähige
Lösungen anzubieten,
ohne die Umwelt und
die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zu schädigen
sowie die Geschäftsethik
zu respektieren.
Berichtskapitel Compliance Human Resources;
Qualität, Gesundheit,
Sicherheit und Umwelt
(QHSE)
Umwelt, QHSE Produkte und Produktion
NICHT FINANZIELLER BERICHT
18 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Der Vorstandsvorsitzende ist für die Entwicklung der
mittel- und langfristigen Gesamtstrategie der PeWeTe
Gruppe verantwortlich. Der Finanzvorstand ist für die
nichtfinanzielle Berichterstattung und Datenerfassung
verantwortlich und arbeitet bei der Entwicklung der
Nachhaltigkeitsstrategie eng mit dem Vorstandsvor-
sitzenden zusammen. Beide werden von Management-
systembeauftragten und Experten auf der Ebene der
verschiedenen Konzerneinheiten unterstützt, die sich mit
den Themen des nichtfinanziellen Berichts befassen.
Bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie
strebt die PeWeTe Gruppe eine Ausweitung der Kon-
zernansätze auf ihre rumänischen und omanischen
Geschäftseinheiten an. Der Chief of Global Business
Development and Operations der PeWeTe ist für diese
Ausweitung verantwortlich. Außerdem beobachten wir
Best Practices von Öl- und Ölfeldunternehmen hin-
sichtlich der Umsetzung von Prinzipien einer „grünen
Wirtschaft“.
EU-TAXONOMIE
Gemäß der EU-Taxonomie-Verordnung (EU) 2020/852
ist die PeWeTe Gruppe verpflichtet, drei wesentliche
Leistungsindikatoren (Umsatz, CapEx und OpEx) im
Zusammenhang mit den förderfähigen wirtschaftlichen
Aktivitäten für die EU-Taxonomie offenzulegen. Die EU-
Taxonomie ist Teil der Bestrebungen der EU, die Ziele des
europäischen „Green Deal“ zu erreichen und Europa bis
2050 klimaneutral zu machen. Konkret handelt es sich
um ein Klassifizierungsinstrument, das Unternehmen
und Investoren bei ihren nachhaltigen Investitionsent-
scheidungen unterstützen soll.
Entsprechend der EU-Taxonomie und dem dazugehö-
rigen Delegierten Rechtsakt (EU) 2021/2139 ist eine
Investition nachhaltig, wenn sie einen wesentlichen
Beitrag zum Erreichen von zumindest einem Umweltziel
der EU leistet. Für das Geschäftsjahr 2021 sind Vorgaben
für die ersten beiden Umweltziele – Klimaschutz und
Anpassung an den Klimawandel – in Kraft. Die obligato-
rischen Angaben umfassen den Anteil der identifizierten
taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen und für
2022 erstmals auch der taxonomiekonformen wirtschaft-
lichen Tätigkeiten, gemessen an Umsatz, CapEx und
OpEx in Form standardisierter Tabellen.
Die Berichterstattung nach der Taxonomie-Verordnung
umfasst die PeWeTe Gruppe mit allen ihren Tochterge-
sellschaften zum 31. Dezember 2022. Da die veräußerten
bzw. in Liquidation befindlichen Einheiten in Russland
und im Oman im Abschluss enthalten sind, fallen Umsatz,
CapEx und OpEx dieser Einheiten unter die Definition der
Taxonomie-KPI und sind daher in den Offenlegungstabel-
len enthalten.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 19
UNSERE ROLLE IM RAHMEN DER EU-TAXONOMIE
Der Delegierte Rechtsakt zum Klimaschutz und zur
Klimaanpassung konzentriert sich im Wesentlichen auf
die Sektoren Energie, ausgewählte verarbeitende Indus-
trien, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfall-
entsorgung sowie Verkehr und Gebäude. Alle relevanten
Wirtschaftstätigkeiten sind im Delegierten Rechtsakt (EU)
2021/2139 aufgeführt, einschließlich der Anhänge I und
II. Nach der Prüfung sind wir zu dem Schluss gekommen,
dass unser Kerngeschäft als Dienstleister für Gas- und
Ölfördergeschäfte nicht unter den Delegierten Rechtsakt
fällt. Daher konzentrierte sich unsere Beurteilung der För-
derfähigkeit der Taxonomie auf wirtschaftliche Tätigkeiten,
die nicht direkt mit dem Kerngeschäft zusammenhängen,
sondern eher Nebentätigkeiten sind, und in deren Rah-
men Investitionen vorgenommen werden oder Betriebs-
kosten anfallen.
PROZESS ZUR IDENTIFIZIERUNG DER
WIRTSCHAFTLICHEN AKTIVITÄTEN
Um die Wirtschaftstätigkeiten zu erfassen, die gemäß
der EU-Taxonomie dargestellt werden sollen, wurden alle
Wirtschaftstätigkeiten gemäß dem Katalog des Delegier-
ten Rechtsakts zur Eindämmung des Klimawandels und
zur Anpassung an den Klimawandel überprüft. Anschlie-
ßend wurde eine Bewertung der für die PeWeTe Gruppe
relevanten Aktivitäten vorgenommen. Schließlich wurde
die Wirkungsanalyse in Abstimmung mit den jeweiligen
Experten aus den Tochtergesellschaften und externen Be-
ratungsunternehmen durchgeführt. Die relevanten Kenn-
zahlen wurden auf Basis der wesentlichen wirtschaftlichen
Aktivitäten erhoben.
Zur Ermittlung der nach der EU-Taxonomie darzustellen-
den Wirtschaftszweige wurde ein Projektteam gebildet.
Nach einem Einführungsworkshop, in dem die rechtlichen
Grundlagen und Anforderungen erörtert wurden, wurde
ein dreistufiger Prozess durchlaufen:
—
Schritt 1: Screening aller Wirtschaftstätigkeiten nach
dem Katalog des Delegierten Rechtsakts und Bewer-
tung der für PeWeTe relevanten Tätigkeiten
—
Schritt 2: Erhebung detaillierter Informationen bei
internen Abteilungen und Tochtergesellschaften zur
Validierung der identifizierten wirtschaftlichen Tätig-
keiten aus dem ersten Screening
—
Schritt 3: Mapping der wirtschaftlichen Tätigkeiten mit
den Finanzkennzahlen und Überprüfung durch das
Controlling, ob für die Tätigkeit in der Periode relevante
bzw. signifikante Investitionen erfolgten oder Kosten
angefallen sind
Die Systemgrenzen der Berichterstattung sind ident mit
denen des Einzelabschlusses der PeWeTe Gruppe. Im
Rahmen der Datenerhebung werden mehrere Kontroll-
schritte durchgeführt, um die Validität und Konsistenz
der Datenerhebung sicherzustellen.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Von der EU-Taxonomie erfasste wirtschaftliche Aktivitäten der PeWeTe Gruppe
Nr. der Tätigkeit Wirtschaftszweig Beschreibung 2022 2021
5.5. Sammlung und Beförderung von nicht
gefährlichen Abfällen in an der Anfall-
stelle getrennten Fraktionen
WellProp sammelt nicht-gefährliche
Abfälle für Recycling
6.5. Beförderung mit Motorrädern,
Personen kraftwagen und leichten
Nutzfahrzeugen
Kauf, Leasing und Nutzung von
Fahrzeugen der Klassen M, N1 oder N2
20 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KENNZAHLEN 2022
Die Kennzahlen (KPIs) sowie deren Darstellung basieren
auf den Anforderungen der Anhänge I „KPIs von nicht-
finanziellen Unternehmen“ und II „Berichtsformular für die
KPIs von nicht-finanziellen Unternehmen“ des Delegierten
Rechtsakts zur Offenlegung der EU-Taxonomie. Nach-
stehend findet sich ein Überblick über die Taxonomie-
KPIs und auf Seite 29 befinden sich die Tabellen mit den
obligatorischen Offenlegungsinformationen.
Eine Investition kann als steuerlich absetzbare
Investitions ausgabe ausgewiesen werden, wenn sie sich
auf Vermögenswerte oder Prozesse bezieht, die mit
steuerlich absetzbaren wirtschaftlichen Tätigkeiten ver-
bunden sind. Die Summe der CapEx entspricht der Sum-
me der Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und
Sachanlagen und Leasing, die in den Anhangangaben
Der taxonomiefähige Umsatz ist der gesamte Nettoum-
satz aus dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen,
der mit taxonomiefähigen wirtschaftlichen Tätigkeiten
verbunden ist. In der PeWeTe Gruppe gibt es keine
wesentlichen taxonomiefähigen Umsätze. Der Gesamt-
umsatz entspricht den in den Einzelabschlüssen ausgewie-
senen Umsatzerlösen aus Verträgen mit Kunden gemäß
IAS 1.82 (a). Siehe hierzu die Angaben in der Konzern-
Gewinn- und Verlustrechnung und Anhangangabe 15.
6, 7 und 8 zur Bilanz ausgewiesen sind. Die nach der
Taxonomie förderfähigen Investitionen beziehen sich
hauptsächlich auf Zugänge zu den Sachanlagen und den
Leasing verträgen (TEUR 33.588).
Der KPI CapEx für das Geschäftsjahr 2022 lautet wie
folgt:
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Kennzahlen Umsatz
TEUR in %
Umsatz aus taxonomiefähigen wirtschaftlichen Tätigkeiten - 0
Umsatz aus nicht taxonomiefähigen wirtschaftlichen Tätigkeiten 235.107 100
Gesamt 235.107 100
—
Kennzahlen CapEx
TEUR in %
Investitionen in taxonomiekonforme wirtschaftliche Tätigkeiten - 0
Investitionen in steuerlich förderfähige, aber nicht konforme wirtschaftliche Tätigkeiten 614 1,8
Investitionen in nicht steuerlich förderfähige wirtschaftliche Investitionen 32.974 98,2
Gesamt 33.588 100
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 21
AUSBLICK
Die Taxonomie-Anpassung der oben aufgeführten förder-
fähigen Aktivitäten unterliegt strengen Kriterien. Dies
kann zu einer Einstufung als nicht taxonomiefähige Tätig-
keiten führen.
Taxonomiefähige Betriebsausgaben sind Betriebskosten,
die sich auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen,
die mit taxonomiefähigen wirtschaftlichen Tätigkeiten
verbunden sind. In der EU-Taxonomie ist die Summe
der Betriebskosten nur ein ausgewählter Teil der be-
trieblichen Aufwendungen. Dazu gehören direkte, nicht
aktivierte Kosten im Zusammenhang mit Forschung und
Entwicklung, Gebäuderenovierung, Leasing und Wartung
Künftige Entwicklungen in der Gesetzgebung können
den Umfang der für die Taxonomie in Frage kommenden
Aktivitäten verändern. Sobald die zusätzlichen Kriterien
für die verbleibenden Umweltziele verabschiedet sind,
ist es möglich, dass weitere Teile unserer Geschäftstätig-
keiten als taxonomiefähig eingestuft werden können.
sowie Reparaturen von Sachanlagen. Der Großteil der
ausgewiesenen OpEx bezieht sich auf Aufwendungen für
Wartung und Instandhaltung (TEUR 4.430), die in den in
der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführten
Aufwendungen enthalten sind.
Der KPI OpEx für das Geschäftsjahr 2022 stellt sich wie
folgt dar:
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Kennzahlen OpEx
TEUR in %
Betriebsausgaben für taxonomiekonforme wirtschaftliche Tätigkeiten - 0
Betriebsausgaben für steuerlich förderfähige, aber nicht konforme
wirtschaftliche Tätigkeiten 3 0,1
Betriebsausgaben für nicht taxonomiefähige wirtschaftliche Tätigkeiten 4.427 99,9
Gesamt 4.430 100
22 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Umsatzerlöse
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Umsatz-
anteil (4)
Klima-
schutz (5)
Anpassung an
den Klima
-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über
gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % %
J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nicht ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) n/a 0 0
Gesamt (A.1 + A.2) n/a 0 0 0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 235.107 100
Gesamt (A + B) 235.107 100
EU-TAXONOMIE-TABELLEN
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 23
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Umsatzerlöse
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Um satz-
anteil(4)
Klima-
schutz(5)
Anpassung an
den Klima-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % % J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nichtökologisch nachhaltige
Tätig keiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) n/a 0 0
Gesamt (A.1 + A.2) n/a 0 0
0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 235.107 100
Gesamt (A + B) 235.107 100
24 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
CapEx
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Umsatz-
anteil (4)
Klima-
schutz (5)
Anpassung an
den Klima
-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über
gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % %
J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nicht ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Transporte per Motorrad,
Personenkraftwagen und
Nutzfahrzeug 6.5. 614 1,8
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) 614 1,8
Gesamt (A.1 + A.2) 614 1,8 0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 32.974 98,2
Gesamt (A + B) 33.588 100
EU-TAXONOMIE-TABELLEN
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 25
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
CapEx
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Um satz-
anteil(4)
Klima-
schutz(5)
Anpassung an
den Klima-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % % J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nichtökologisch nachhaltige
Tätig keiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Transporte per Motorrad,
Personenkraftwagen und
Nutzfahrzeug 6.5. 614 1,8
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) 614 1,8
Gesamt (A.1 + A.2) 614 1,8
0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 32.974 98,2
Gesamt (A + B) 33.588 100
26 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
OpEx
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Umsatz-
anteil (4)
Klima-
schutz (5)
Anpassung an
den Klima
-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über
gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % %
J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nicht ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Transporte per Motorrad,
Personenkraftwagen und
Nutzfahrzeug 6.5. 3 0,1
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) 3 0,1
Gesamt (A.1 + A.2) 3 0,1 0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 4.427 99,9
Gesamt (A + B) 4.430 100
EU-TAXONOMIE-TABELLEN
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 27
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
OpEx
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag DNSH-Kriterien („Keine erhebliche Beeinträchtigung“)
Wirtschaftstätigkeiten (1) Code(s) (2)
Absoluter
Umsatz (3)
Um satz-
anteil(4)
Klima-
schutz(5)
Anpassung an
den Klima-
wandel (6)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (7)
Kreislaufwirt-
schaft (8)
Umweltver-
schmutzung
(9)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(10)
Klimaschutz
(11)
Anpassung an
den Klima-
wandel (12)
Wasser und
Meeresres-
sourcen (13)
Kreislaufwirt-
schaft (14)
Umweltver-
schmutzung
(15)
Biologische
Vielfalt und
Ökosysteme
(16)
Mindestschutz
(17)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N (18)
Taxonomie-
konformer
Umsatzanteil,
Jahr
N-1 (19)
Kategorie (er-
möglichende
Tätigkeiten)
(20)
Kategorie
(Über gangs-
tätig keiten)
(21)
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Mio. EUR % % % % % % % J/N J/N J/N J/N J/N J/N J/N % % E T
A.1. Ökologisch nachhaltige
Tätigkeiten (taxonomie-
konform)
Umsatz ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (taxonomiekonform)
(A.1) n/a 0 0 0 0 0 0 0 0
0
A.2 Taxonomiefähige, aber
nichtökologisch nachhaltige
Tätig keiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten)
Transporte per Motorrad,
Personenkraftwagen und
Nutzfahrzeug 6.5. 3 0,1
Umsatz taxonomiefähiger, aber
nicht ökologisch nachhaltiger
Tätigkeiten (nicht taxonomie-
konforme Tätigkeiten) (A.2) 3 0,1
Gesamt (A.1 + A.2) 3 0,1
0 0 0
B. Nicht taxonomiefähige
Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger
Tätigkeiten (B) 4.427 99,9
Gesamt (A + B) 4.430 100
28 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
WESENTLICH-
KEITSANALYSE
Die wichtigsten ESG-Themen, über die das Unterneh-
men berichtet, wurden auf der Grundlage des Konzepts
der doppelten Wesentlichkeit bewertet. Diese Wesent-
lichkeitsbewertung wurde mit Unterstützung externer
Experten für den nichtfinanziellen Bericht 2021 durch-
geführt, die Ergebnisse der ersten Wesentlichkeits-
bewertung im Jahr 2017 wurden entsprechend aktuali-
siert. Durch die Einbeziehung verschiedener Vertreter
des Unternehmens sowie externer Stakeholder- Gruppen
wurde ein ausgewogenes Ergebnis der Bewertung
sichergestellt.
Der Prozess zur Identifizierung wesentlicher Themen im
Kontext der Nachhaltigkeit für die nichtfinanzielle Be-
richterstattung war in vier Schritte gegliedert:
—
Themenfindung
Auf der Grundlage einer Überprüfung der bestehen-
den nichtfinanziellen Berichterstattung, der Themen,
über die andere Unternehmen des Öl- und Gassektors
berichten, sowie einer Durchsicht der einschlägigen
Berichterstattungsstandards des Sektors und der
bestehenden und erwarteten Themen in der Gesetz-
gebung haben wir Anfang 2022 eine Liste potenziell
relevanter Themen erstellt. Zur Unterstützung bei
dieser Aufgabe zogen wir externe Experten im Bereich
der Nachhaltigkeit hinzu. In einer zweiten Bewertungs-
phase wurde ein Workshop mit internen Experten
abgehalten, um die Relevanz und den Grad der
Cluster bildung der relevanten Themen zu diskutieren.
Das Ergebnis war eine zusammengefasste Shortlist
mit 17 Themen.
—
Stakeholder-Umfrage
Von Jänner bis Februar 2022 wurden externe
Stakeholder mit Hilfe einer Online-Umfrage befragt.
Die Stakeholder wurden gebeten, die 17 ausgewählten
Themen nach ihrer Wichtigkeit zu bewerten.
—
Folgenabschätzung
Gleichzeitig bewerteten interne Experten im Rahmen
einer Umfrage die potenziellen Auswirkungen der aus-
gewählten Themen (auf einer Skala von eins bis fünf
je nach Bedeutung der Auswirkungen). Die internen
Experten wurden darauf hingewiesen, die doppelte
Wesentlichkeit der Auswirkungen zu berücksichtigen.
Dies bedeutet, dass der Begriff „Auswirkung“ in die-
sem Zusammenhang Effekte auf Wirtschaft, Umwelt,
Menschen und Gesellschaft und vice versa umfasst,
die PeWeTe durch ihre eigenen Geschäftsaktivitäten,
Geschäftsbeziehungen oder durch Produkte und
Dienstleistungen haben kann. Diese Auswirkungen
können positiv oder negativ, beabsichtigt oder unbe-
absichtigt, tatsächlich oder potenziell sein und direkt
oder indirekt mit der Geschäftstätigkeit zusammen-
hängen.
—
Konsolidierung und Genehmigung
In der letzten Phase des Prozesses wurden die
Ergebnisse der Stakeholder-Befragung und der Folgen-
abschätzung konsolidiert, bewertet und eine Schwelle
für die Wesentlichkeit festgelegt. Nach zusätzlichen
Expertenbeiträgen und der Überprüfung durch das
Management wurden die endgültigen wesentlichen
Themen genehmigt.
Zusätzlich zu der für die nichtfinanzielle Berichterstat-
tung 2021 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse
überwacht die PeWeTe ständig die nichtfinanziellen wirt-
schaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen
ihrer Aktivitäten. Da die verkauften Tochtergesellschaften
den Großteil des Geschäftsjahres operativ tätig waren,
spiegeln die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse aus
dem Vorjahr weiterhin die wesentlichen Themen und
Auswirkungen der PeWeTe-Gruppe wider. Daher werden
die wesentlichen Themen als angemessen erachtet und
in der Berichterstattung 2022 dargestellt.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 29
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Kapitel Wesentliches Thema Nichtfinanzielles Thema
Seite im
Bericht
Compliance
Anti-Korruption und Anti-Bestechung Anti-Korruption und Anti-Bestechung 40
Legal Compliance Anti-Korruption und Anti-Bestechung,
Achtung der Menschenrechte 41
IT-Strategie und Datenschutz Soziales 42
Menschenrechte Achtung der Menschenrechte,
Mitarbeiterbezogene Angelegenheiten 43
Personalwesen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mitarbeiterbezogene Themen, Soziales 45
Schulung und Ausbildung Mitarbeiterbezogene Themen, Soziales 46
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Mitarbeiterbezogene Themen, Soziales 47
Umwelt
Energie und Emissionen Umwelt 50
Ölaustritte und Bodenschutz Umwelt 52
Produkte und
Produktion
Lieferkette Umwelt, Soziales
55
Zusätzlich zu den lokalen Gesetzen hat das Unter-
nehmen Unternehmensregeln für die Sicherheit des
Betriebs, die Gesundheit, die Nachhaltigkeit und die
ökologischen Auswirkungen des Betriebs erlassen. Diese
Regeln werden ständig von spezifischen Mitarbeitern
überwacht, die dem Management der operativen Gesell-
schaften unterstellt sind. Die im nichtfinanziellen Bericht
dargestellten Kennzahlen und Inhalte zu den Themen-
feldern der PeWeTe basieren auf diesen Prozessen und
wurden vom Vorstand genehmigt.
Die folgende Tabelle verknüpft die wesentlichen Themen
und die nichtfinanziellen Belange gemäß § 267a UGB mit
den jeweiligen Kapiteln in diesem Bericht:
30 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Wir haben die Stakeholder-Gruppen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter; Auftraggeber, Kundinnen und Kunden;
Investoren, Aktionärinnen und Aktionäre sowie Lieferan-
ten und Geschäftspartner als die Gruppen identifiziert,
die den größten Einfluss auf das Geschäft von PeWeTe
haben oder von unseren Geschäftsentscheidungen
betroffen sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Auf-
traggeber, Kundinnen und Kunden sowie Lieferanten
und Geschäftspartner sind auch die Gruppen, die wir
in unserer Stakeholder-Umfrage kontaktiert haben.
Mitarbeiter-
innen und
Mitarbeiter
Investoren,
Aktionärinnen
und Aktionäre
Auftraggeber
und Kunden
Lieferanten
und Geschäfts-
partner
STAKEHOLDER -
EINBINDUNG
Die PeWeTe setzt sich für die Einbindung ihrer Stake-
holder ein und ist davon überzeugt, dass gegenseitiger
Respekt, transparentes Verhalten und ein offener Dialog
die beste Grundlage für eine gute Beziehung zu den
verschiedenen Stakeholdern sind, mit denen das Unter-
nehmen interagiert. Die Gruppe sucht und pflegt Bezie-
hungen zu Personen, Gruppen oder Organisationen, die
von ihren Aktivitäten betroffen sind oder einen Einfluss
auf ihr Geschäft haben könnten.
Darüber hinaus gibt es Stakeholder-Gruppen, die
vergleichsweise weniger Einfluss auf unser Geschäft
haben oder mit denen wir nur gelegentlich in Kontakt
stehen. Diese zusätzlichen Stakeholder-Gruppen sind
Regierungsbehörden, lokale Gemeinschaften, Branchen-
kollegen und -verbände, Nichtregierungsorganisationen,
Medien sowie akademische und wissenschaftliche Ein-
richtungen.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 31
NICHT FINANZIELLER BERICHT
NICHTFINAN-
ZIELLES RISIKO-
MANAGEMENT
Die PeWeTe bewertet, evaluiert und bekämpft systema-
tisch und regelmäßig die mit ihrer Geschäftstätigkeit
verbundenen Risiken für die Umwelt und die Gesellschaft
insgesamt sowie Risiken, die sich für das Unternehmen
durch Veränderungen des Wirtschaftsklimas und auf-
grund von gesellschaftlichen Anforderungen ergeben.
Dabei werden sowohl die möglichen Auswirkungen als
auch die Wahrscheinlichkeit der Risiken definiert.
Das gegenwärtige Risikomanagement des Unternehmens
umfasst ein breites Spektrum von Risiken, darunter
Finanz-, Vertriebs- und Marketingrisiken, Rechts- und
Lieferkettenrisiken, operationelle Risiken, Gesundheits-,
Sicherheits- und Umweltrisiken (HSE) sowie Manage-
menteffizienzrisiken.
Zu den Hauptrisiken im Zusammenhang mit Umweltaus-
wirkungen zählen die potenziellen Gefahren, die mit der
Onshore-Ölförderung einhergehen, wie etwa Blowouts
aus Bohrlöchern, Ölverschmutzungen sowie Verschmut-
zungen durch Produktionsflüssigkeiten und gefähr-
liche Abfälle während der Exploration und Produktion.
Derartige Ereignisse können sich auch auf die Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitnehmer vor Ort auswirken, etwa
in Form von Unfällen und chronischen Erkrankungen
(durch Belastung mit gesundheitsgefährdenden Stoffen).
Um all diese potenziellen QHSE-Auswirkungen, die mit
der Onshore-Ölförderung einhergehen können, zu
minimieren bzw. zu eliminieren, arbeitet die PeWeTe in
Sachen Vermeidung, Schulung und kontinuierliche Ver-
besserung eng mit ihren Kunden zusammen. Darüber
hinaus hat das Unternehmen auch präventive Maßnah-
men ergriffen.
Das Unternehmen bekämpft aktiv sowohl Korruption
als auch mögliche Menschenrechtsverletzungen – nicht
nur in den Ländern, in denen es tätig ist, sondern auch
in seinem Beschaffungs- und Lieferwesen. Dazu wurde
eine Reihe von Verfahren und Schutzmaßnahmen ent-
wickelt, um allen einschlägigen Anforderungen gerecht
zu werden.
Ein eher neues Risikopotenzial erwächst aus Fragen der
Datensicherheit. Die PeWeTe hat geeignete Maßnahmen
entwickelt, um diesem Risiko entgegenzuwirken. Das
Unternehmen hat auf die Bedrohungen und Heraus-
forderungen durch Computerviren auf globaler Ebene
reagiert, indem es seinen Virenschutz verbessert hat und
in Bezug auf Backups einen differenzierteren und regel-
mäßigeren Ansatz gewährleistet.
Darüber hinaus kann das Unternehmen mit Risiken
konfrontiert sein, wenn es neue Gebiete erschließt, ohne
dazu Vorerfahrungen, lokale Ressourcen oder Kennt-
nisse des jeweiligen örtlichen Marktes zu haben. Der
Ansatz des Unternehmens zum gezielten Umgang mit
derartigen Risiken umfasst direkte Berichtslinien, stufen-
weise Expansion und Ressourcennutzung, genau ver-
folgte Projekt- und Risikomanagementprozesse sowie die
projektweise Genehmigung von Investitionen. Sofern es
geeignete Übernahmeoptionen gibt, haben zudem Akqui-
sitionen lokaler Unternehmen Vorrang vor organischem
Wachstum.
32 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Zur Aufrechterhaltung seiner Wettbewerbsvorteile ent-
wickelt das Unternehmen sein Risikomanagementsystem
stetig weiter. Ziel ist es, die nichtfinanziellen Aspekte der
Geschäftstätigkeit zu optimieren. Dazu haben wir fünf
wesentliche Bereiche erfasst: Vertrieb und Marketing,
Recht und Lieferkette, Geschäftsentwicklung, HSE
(Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz), Management
und Effizienz. Nichtfinanzielle Risiken im Bereich Vertrieb
und Marketing betreffen Ausschreibungen, Vertragsab-
schlüsse und Marktanteile, während sich nichtfinanzielle
Rechts- und Lieferkettenrisiken auf Kunden, Behörden,
Lieferanten und Auftragnehmer beziehen. Die mit der
Geschäftsentwicklung des Unternehmens verbundenen
Risiken gehen sowohl mit Unter- und Übertageaktivitäten
sowie Produktionstätigkeiten als auch mit operativen
Bereichen einher. Nichtfinanzielle Risiken im Zusammen-
hang mit Gesundheit, Sicherheit und Umwelt beziehen
sich auf Menschen, Vermögenswerte und Anlagen sowie
auf den Ruf des Unternehmens. Management- und
Effizienzrisiken betreffen das Arbeits- und Geschäftsum-
feld, die Mitarbeiterfluktuation, KPIs und Ziele. Zur Min-
derung der einzelnen Risikoarten wenden wir die jeweils
am besten geeigneten Maßnahmen an.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 33
Wesentliche Themen Nichtfinanzielles Risiko
Beschreibung der
nichtfinanziellen Risiken
Maßnahmen zur Risikominderung
(oder Verweis auf Kapitel)
Anti-Korruption und
Anti-Bestechung
—
Vorfälle von Korruption
und Bestechung
—
Korruption kann zu Wett-
bewerbsverzerrungen
führen.
—
Schulungen zum Thema
Bestechungs- und Korrup-
tionsbekämpfung
—
Code of Conduct
—
Kodex für Zulieferer
—
Verträge mit Anti-Korruptions-
klauseln
—
Verantwortungsmatrix zur
Begrenzung der Anzahl der
Personen, die zur Ausführung
von Verträgen berechtigt sind
—
Regelmäßige interne Audits
des ISO-Systems zur Sicher-
stellung einer ausreichenden
Anzahl von internen Auditoren
—
Regelmäßige interne Audits
durch wirtschaftliche Sicher-
heitsabteilungen
—
Verpflichtende Due-Diligence-
Prüfung von potenziellen
Auftragnehmern
—
Stichprobenartige Über-
prüfung des Umfangs der
ausgeführten Arbeiten an
Dienstleistungen
—
Technisches Audit von
Herstellern von Ölfeld-
Servicegeräten einschließlich
physischer Anwesenheit in
den Produktionsstätten
—
Vertrauliche Hotline
(E-Mail, Telefon)
—
Audit des potenziellen Auf-
tragnehmers zur Identifizie-
rung politisch exponierter
Personen
—
Audit auf mögliche Interessen-
konflikte
—
Überprüfung von Stellenbe-
werbern
—
Jährliche Bescheinigung von
Managern über das Vor-
handensein oder Nichtvor-
handensein eines Interessen-
konflikts
Siehe Kapitel „Compliance“.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
34 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Wesentliche Themen Nichtfinanzielles Risiko
Beschreibung der
nichtfinanziellen Risiken
Maßnahmen zur Risikominderung
(oder Verweis auf Kapitel)
Legal Compliance
—
Nichteinhaltung von
Gesetzen
—
Non-Compliance-Vorfälle
haben möglicherweise
negative Auswirkungen
auf wirtschaftliche, soziale
oder ökologische Belange.
—
Schulung: Compliance-
Einführungskurs,
Sanktionsmöglichkeiten
—
Code of Conduct
—
Implementierung eines
Informationssicherheits-
Managementsystems
—
Laufende Aktualisierung
durch Rechtsberater
—
Teilnahme an externen
juristischen Seminaren
—
Praktischer Rechtsdienst
(Thomson Reuters)
Siehe Kapitel „Compliance“.
IT-Strategie und
Datenschutz
—
Verlust von persönlichen
Daten
—
Datenverlust
—
Das Durchsickern von
persönlichen Daten oder
Datenverluste im Allge-
meinen können negative
Auswirkungen auf Per-
sonen oder Partner und
das eigene Unternehmen
haben.
—
Abschluss der Projekte zur
Zentralisierung der IT-Infra-
struktur für alle Unterneh-
men der Gruppe
—
Vereinheitlichung der IT-
Geschäftsprozesse in einer
Gruppe von Unternehmen
—
Implementierung von Infor-
mationssicherheitsprozessen
in Übereinstimmung mit der
GDPR (ISO 27701) und Zerti-
fizierung nach ISO 27001
Siehe Kapitel „Compliance“.
Menschenrechte
—
Nichteinhaltung der Min-
destarbeitsanforderungen
für eigene Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter
—
Verletzung oder negative
Beeinflussung der Rechte
und Bedürfnisse der loka-
len Gemeinden
—
Die Nichteinhaltung
internationaler Standards
bezüglich der Menschen-
rechte kann negative Aus-
wirkungen auf Menschen
haben.
—
Verhaltenskodex
—
Richtlinien für das
Personalwesen (HR)
—
Beschwerdemanagement
—
Schulungen zu Grundsätzen
und Verfahren im Bereich der
Menschenrechte
Siehe Kapitel „Compliance“.
Aus- und Weiterbildung
—
Mangel an erfahrenem
Personal
—
Hohe Fluktuation
—
Möglichkeit zur Aus-
bildung und Gewinnung
von Fachkräften
—
Unzureichend geschultes
Personal kann zu einer Ver-
ringerung der Produktion,
mangelnder Motivation und
höherer Fluktuation führen.
—
Attraktive Schulungs-
programme können zu
positiven Auswirkungen
für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter und für
das Unternehmen führen.
—
Interne und externe
Schulungen
—
Ausweitung des Schulungs-
programms
Siehe Kapitel „Human
Resources“.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 35
Wesentliche Themen Nichtfinanzielles Risiko
Beschreibung der
nichtfinanziellen Risiken
Maßnahmen zur Risikominderung
(oder Verweis auf Kapitel)
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz
—
Verletzung (Mikrotrauma)
von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern
—
Verletzung von Mitarbei-
terinnen und Mitarbeitern
mit tödlichem Ausgang
—
Berufskrankheit von
Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern
—
Verkehrsunfälle
—
Prozesssicherheitsereig-
nisse (z. B. offene Bohr-
löcher)
—
Beschädigung von Fir-
meneigentum (Geräte,
Gebäude)
—
Risikotreiber wie unsiche-
re Arbeitsbedingungen,
Integritätsversagen,
externe Faktoren, falsche
Bedienung oder Nachläs-
sigkeit können zu Unfällen
von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern und Schäden
an Unternehmenswerten
führen.
—
Ungeschützter Kontakt
mit chemischen Substan-
zen kann zu chronischen
Krankheiten führen.
—
Implementiertes Kontroll-
system für Betriebs-, Arbeits-
und Umweltsicherheit
—
Richtlinie für wichtige
Sicherheitsanforderungen
—
Persönliche Schutzaus-
rüstung (PSA)
—
Regelmäßige medizinische
Vorsorgeuntersuchungen
—
Regelungen zu den Arbeits-
und Ruhezeiten der Fahrer
—
Strenge Einhaltung der
gesetzlichen Anforderungen
für bestimmte Mitarbeiter-
kategorien (z. B. schwangere
Mitarbeiterinnen, Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter mit
Behinderungen)
Siehe Kapitel „Human
Resources“.
Energie und Emissionen
—
Erhöhte Treibhausgas-
emissionen (THG)
—
Erhöhter Ausstoß von
Schadstoffen in die
atmosphärische Luft
—
Erhöhter Verbrauch von
fossilen Brennstoffen
—
Ungeplante Ereignisse
oder Zustände können zu
einem erhöhten oder nicht
effizienten Verbrauch von
fossilen Brennstoffen und
höheren Luftemissionen
führen.
—
Notfälle und Ausrüstungs-
störungen können zu
vermehrtem Abfackeln
und Ablassen von Kohlen-
wasserstoffen führen.
—
Unentdeckte Austritte von
Kohlenwasserstoffen kön-
nen die Luftqualität und
die globale Erwärmung
negativ beeinflussen.
—
Umsetzung von Energie-
effizienzmaßnahmen
—
Überwachung des Energie-
verbrauchs und der Luft-
emissionen
—
Periodische Gefahren-
erkennung und Bewertung
der Risiken negativer Aus-
wirkungen auf die Umwelt
Siehe Kapitel „Umwelt“.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
36 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Wesentliche Themen Nichtfinanzielles Risiko
Beschreibung der
nichtfinanziellen Risiken
Maßnahmen zur Risikominderung
(oder Verweis auf Kapitel)
Ölaustritte und
Bodenschutz
—
Einleitungen von Schad-
stoffen in Gewässer (auch
unterirdische)
—
Unsichere Entsorgung
von Produktions- und Ver-
brauchsabfällen
—
Verunreinigung des
Bodens
—
Notfälle und Fehlfunk-
tionen der Ausrüstung
können zu Ölaustritten,
Ausblasen während der
Produktionstätigkeiten
führen.
—
Ein unsicherer Umgang mit
Chemikalien und gefähr-
lichen Abfällen kann zu
negativen Auswirkungen
auf den Boden und die
Gewässer führen.
—
I mplementiertes System
der monatlichen Betriebs-,
Arbeits- und Umweltsicher-
heitskontrollen
—
Regelmäßige Audits der tech
-
nischen Ausrüstung durch
Rostechnadzor gemäß den
gesetzlichen Anforderungen
—
Verfahren zur Bohrloch-
isolierung und -integrität
zum Schutz des Grund-
wassers
—
Bandwände und sekundäre
Containments zur Verhinde-
rung von Ölaustritten
—
Maßnahmen zur Verhinde-
rung von Blowouts
Siehe Kapitel „Umwelt“.
Technologie
—
Schlechte Umwelttechno-
logiestandards
—
Möglichkeit des Einsatzes
umweltfreundlicher Tech-
nologien und Materialien
—
Alte oder ineffizien-
te Geräte können zu
erhöhtem Materialver-
brauch und höheren Aus-
wirkungen auf die Umwelt
oder die Unternehmens-
leistung führen.
—
Umweltfreundlichere
Stoffe können die
möglichen Auswirkungen
auf die Umwelt reduzieren.
—
Kontinuierliche Verbesserung
bestehender und Einführung
neuer, bester verfügbarer
und wirtschaftlich sinnvoller
Technologien
Siehe Kapitel „Produkte und
Produktion“.
Lieferkette
—
Nichteinhaltung von
Sozial- und Umwelt-
standards entlang der
Lieferkette
—
Schlechte Arbeitsstan-
dards, z. B. unzureichende
Sicherheitsanforderungen,
keine angemessenen
Löhne, können zu nega-
tiven Auswirkungen auf
Menschen führen (auch
im Zusammenhang mit
Menschenrechten).
—
Zulieferer ohne angemes-
senes Umweltmanage-
ment riskieren negative
Auswirkungen auf die
natürliche Umgebung.
—
Einführung eines Supply
Chain Services (SCS) Manage-
mentsystems
—
Verfolgung der Import-
substitutionsstrategie
Siehe Kapitel „Produkte und
Produktion“.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 37
Wesentliche Themen Nichtfinanzielles Risiko
Beschreibung der
nichtfinanziellen Risiken
Maßnahmen zur Risikominderung
(oder Verweis auf Kapitel)
Sicherheit (Zusatzthema)
—
Betrügerische Handlungen
—
Betrügerische Handlun-
gen können zu negativen
Auswirkungen auf die
Sicherheit der Anlagen
führen oder zu Schäden
an Firmenwerten führen.
—
Die wichtigsten Produktions-
anlagen sind mit modernen
Videosystemen ausgestattet.
—
Die Tiefe des Archivs und der
Erfassungsbereich ermög-
lichen eine effektive Kontrolle
der Bewegung von Anlagen
und Waren.
—
Die Verfolgung von Trans-
portfahrzeugen durch ein
Satellitenüberwachungssys-
tem und die Bestätigung der
Routen
—
Ein Managementsystem für
die Informationssicherheit ist
vorhanden.
—
Zugang zu den Einrichtungen
über ein Sicherheitssystem
—
Vor-Ort-Inspektionen zur
Gewährleistung der Sicher-
heit an den Arbeitsplätzen
Siehe Kapitel „Human
Resources“.
QHSE-MANAGEMENT
Durch die Einführung eines Managementsystems für
Qualitäts-, Gesundheits-, Sicherheits- und Umwelt belange
(Quality, Health, Safety & Environment, QHSE) hat die
PeWeTe einen systematischen Ansatz zur Schadensver-
hütung aufgebaut. Ziel ist es, Zwischenfälle und Risiken zu
erkennen und zu erfassen, Ursachenanalysen vorzuneh-
men und fortlaufend Verbesserungsmaßnahmen zur Ver-
hinderung von Schäden umzusetzen. Die Gewährleistung
der Sicherheit und des Umweltschutzes an ihren Stand-
orten ist der PeWeTe sehr wichtig. Zu allen relevanten
Vorgängen liegen Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicher-
heitszertifikate (BSI NEBOSH) vor. Alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter werden regelmäßig zu Arbeitssicherheit
und Umweltschutz geschult. Inspektoren und Experten
der Kunden sind ständig vor Ort, um kooperierend zur
Einhaltung der Sicherheitsstandards beizutragen und
eine schnelle Kommunikation zu gewährleisten.
Details zu den Due-Diligence-Prozessen in Bezug auf
wesentliche Themen finden Sie in der Tabelle:
NICHT FINANZIELLER BERICHT
38 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Due-Diligence-Prozess Beschreibung Wesentliches Thema
ISO 9001 Das Qualitätsmanagementsystem zielt auf die Standardisierung und Verbesserung
aller Prozesse im Unternehmen ab.
Alle
ISO 14001 Durch das Umweltmanagementsystem bei den Tochtergesellschaften KAToil-
Drilling, KATOBNEFT LLC und das integrierte Managementsystem inklusive
ISO 14001 bei WellProp stellt PeWeTe die kontinuierliche Reduzierung der Umwelt-
auswirkungen an den Drilling-Anlagen und der Proppant-Produktionsanlage sicher
und bewertet mögliche Umweltrisiken. Dies betrifft 55,0 % der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der PeWeTe Gruppe.
Energie und
Emissionen;
Ölaustritte und
Bodenschutz
ISO 45001 Arbeitsschutzmanagementsystem, das in einem kontinuierlichen Verbesserungs-
prozess Gefährdungen und mögliche negative Auswirkungen auf Arbeiter und
Angestellte evaluiert; besteht bei KAToil-Drilling, KATOBNEFT LLC, KATKoneft LLC
und dem integrierten Managementsystem einschließlich ISO 45001 bei WellProp.
Dieses deckt 90,0 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PeWeTe Gruppe ab.
Durch die Überwachung von Indikatoren wie der LTIFR (Lost Time Injury Frequency
Rate) oder der LTA (Lost Time Accident) und die Ableitung von Maßnahmen wird
eine kontinuierliche Verbesserung angestrebt.
Gesundheit und
Sicherheit am
Arbeitsplatz
Compliance
Management System
Das konzernweite Compliance-Management-System unter der Leitung des Chief
Compliance Office hat die Aufgabe, faire, transparente und nachhaltige Geschäfts-
praktiken sicherzustellen.
Anti-Korruption und
Anti-Bestechung;
Legal Compliance;
Menschenrechte
Informations-
sicherheits-
Management-System
(ISMS) ISO 27701
Das ISMS sorgt für die Einheitlichkeit der verwendeten Ansätze, ein messbares Maß
an Informationssicherheit und garantiert auch das notwendige Maß an Vertrauen.
Zum Schutz personenbezogener Daten und der Vertraulichkeit von Informationen
hält PeWeTe die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein.
Der Datenschutzbeauftragte ist verantwortlich für die Umsetzung der Datenschutz-
bestimmungen in der Praxis und für die Bearbeitung aller aufgeworfenen Fragen
und Anfragen.
IT-Strategie und
Datenschutz
Informationssicher-
heit
Verhaltenskodex und
Kodex für Lieferanten
Enthält ein Regelwerk zu Bestechung und Korruption, das von Lieferanten,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auftragnehmern und anderen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern unterzeichnet werden muss.
Anti-Korruption und
Anti-Bestechung;
Legal Compliance;
Menschenrechte;
Lieferkette
Prozess des
Gefahren- und
Wirkungs
-
managements
Der Prozess des Gefahren- und Belastungsmanagements setzt sich aus
Vorschriften und Schulungsprogrammen zusammen, die den Arbeitsprozess
auf allen Drilling- und Fracturing-Anlagen sicher machen sollen.
Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz;
Ölaustritte und
Bodenschutz
Analyse der
nichtfinanziellen
Risiken
PeWeTe analysiert regelmäßig die vom Unternehmen ausgehenden
nichtfinanziellen Risiken für die Belange nach dem Nachhaltigkeits- und
Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG). Diese Analyse wird durch
Maßnahmen zur Risikominderung ergänzt.
Alle
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 39
COMPLIANCE
MANAGEMENT-ANSATZ
Das Geschäftsmodell von PeWeTe basiert auf dem
Engagement für faire, transparente und nachhaltige
Geschäftspraktiken. Im Hinblick auf den CSR-Schwer-
punktbereich „Sauberes Geld“ ist es der PeWeTe ein
besonderes Anliegen, die Einhaltung von Gesetzen in allen
Geschäftsbereichen zu gewährleisten und die Transpa-
renz gegenüber Kunden, Auftragnehmern und Aktionären
gleichermaßen zu fördern. Der faire Umgang mit allen
Parteien und eine professionelle Einstellung sind ein
wesentlicher Bestandteil des täglichen Geschäfts. Da die
Branche zahlreichen (nachhaltigkeitsrelevanten) Vorschrif-
ten und einem sich oft schnell ändernden regulatorischen
Umfeld unterliegt, können Änderungen zu wesentlichen
Auswirkungen auf den Unternehmenswert führen. Die Ein-
haltung von Gesetzen und Vorschriften kann sich auf das
Ansehen von PeWeTe bei den Stakeholdern auswirken und
die Betriebserlaubnis des Unternehmens beeinträchtigen.
Die PeWeTe ist bestrebt, das Risiko von Korruption und
Bestechung bei der Zusammenarbeit mit Geschäfts-
partnern zu vermeiden. Dies liegt an der Bedeutung der
Fähigkeit, erfolgreich Geschäfte zu machen. Verstöße
gegen diese Gesetze können negative Auswirkungen auf
die gesellschaftliche Betriebslizenz haben und könnten zu
erheblichen einmaligen Kosten oder höheren laufenden
Compliance-Kosten führen. Die Einhaltung solcher Vor-
schriften könnte Chancen zur Risikominderung bieten und
dazu beitragen, nachteilige Folgen zu vermeiden. Darüber
hinaus verfolgt die PeWeTe stets das Ziel, die Arbeits-
gesetze und Menschenrechte in den Betriebsländern
vollständig einzuhalten. Das Unternehmen ist mit Risiken
konfrontiert, wenn es in Konfliktgebieten, Gebieten mit ge-
fährdeten Gemeinschaften und in Gebieten mit schwacher
Gesetzgebung zum Schutz der Menschenrechte tätig ist.
In der Werteordnung von PeWeTe hat die Vermeidung von
Menschenrechtsverletzungen in der Wertschöpfungskette
eindeutig oberste Priorität. Die Verletzung von Menschen-
rechten könnte auch zu Protesten, Unruhen oder der Aus-
setzung von Genehmigungen sowie zu erheblichen Kosten
im Zusammenhang mit Entschädigungen führen.
Speziell zur Einhaltung der für die gesamte PeWeTe
Gruppe geltenden gesetzlichen Vorschriften wurde ein
konzernweites Compliance-Management-System ein-
gerichtet. Das Managementsystem umfasst Richtlinien,
Audits und Schulungen und wird von der Compliance
Unit und dem Chief Compliance Officer geleitet. Um die
Sicherheit im Umgang mit Compliance-Themen weiter zu
stärken, wurden die Compliance-Vorschriften in einem
gezielten Schulungsprogramm konzernweit thematisiert.
Darüber hinaus aktualisiert PeWeTe regelmäßig den Code
of Conduct, der die wichtigsten für das Unternehmen
geltenden Grundsätze verkörpert. Der Code of Conduct
soll insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
in kritischen Situationen eine Orientierung geben.
Zusätzlich setzt die PeWeTe auch den Weg der Verbesse-
rung der Informationssicherheit und des Datenschutzes
fort, um das Risiko wirtschaftlicher Folgen und der Störung
von IT-Systemen, die zum irreparablen Verlust von Unter-
nehmensdaten führen, zu minimieren. Konzernweite Richt-
linien zur Informationssicherheit und zum Datenschutz
stellen sicher, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
über die Vorgehensweisen und Verfahren zu diesen The-
men informiert sind. Für einen Teil der Geschäftsprozesse
wurde ein Informationssicherheitsmanagementsystem
(ISMS) eingeführt.
COMPLIANCE-STRATEGIE
Präventive Maßnahmen stehen im Compliance-
Managementsystem der PeWeTe an vorderster Stelle.
Wichtige Schwerpunkte der Compliance-Arbeit im Jahr
2022 waren Schulungen und Präsentationen, zahlreiche
Einzel beratungen sowie Informationen zu spezifischen
Themen. Zur Erörterung von Belangen auf Konzernebene
stellte der Chief Compliance Officer persönlich und bzw.
oder telefonisch und per E-Mail Informationen zu an-
gemessenen bzw. unangemessenen Verhaltensweisen
bereit. Zu den häufigsten Themen in diesem Zusammen-
hang zählten Einladungen, Teilnahmen an Veranstaltun-
gen, Geschenke und andere Vorteile sowie Fragen zu
Interessen konflikten.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
40 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Um die Sicherheit im Umgang mit Compliance-Themen
weiter zu erhöhen, wurden die Compliance-Vorschrif-
ten in einem gezielten konzernweiten Schulungspro-
gramm behandelt. Im Jahr 2022 wurden insgesamt
69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesen Vorschrif-
ten geschult (2021: 69). Davon nahmen 33 an Schulungen
zum Thema Korruptionsbekämpfung teil und 36 besuch-
ten einen Compliance-Einführungskurs.
Neben dem allgemeinen Compliance-Training (insbeson-
dere für neue Führungskräfte und neue Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
von Tochtergesellschaften) wurden spezielle Workshops
zu Themen wie Einführung in die Compliance, Markt-
verhalten, Interessenkonflikte und Directors’ Dealings
durchgeführt. Eine wichtige Säule dieser Schulungsmaß-
nahmen ist das webbasierte E-Learning-Programm von
Thomson Reuters, das drei Compliance-Kurse zu Kor-
ruptionsbekämpfung und Marktverhalten umfasste. Alle
Führungskräfte sowie Innendienstmitarbeiterinnen und
-mitarbeiter des Konzerns, die in besonders betroffenen
Bereichen tätig sind (z. B. Beschaffungs- und Auftragsver-
gabeverantwortliche, Zeichnungsberechtigte, aber auch
neue und beförderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter),
müssen jedes Jahr die entsprechenden Online-Kurse
absolvieren und eine Abschlussprüfung ablegen.
BEKÄMPFUNG VON KORRUPTION UND
BESTECHUNG
Korruptionsprävention spielt im Compliance-Management
der PeWeTe eine wesentliche Rolle. Das Unternehmen
verfolgt das Ziel, keinerlei Fälle von Korruption oder Be-
stechung beklagen zu müssen. Im Jahr 2022 gab es dazu
umfangreiche interne Kommunikationsmaßnahmen und
eine ganze Reihe von Schulungen. Alle Innendienstmit-
arbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Führungskräfte
des Konzerns werden in regelmäßigen Abständen zum
Thema Korruptionsbekämpfung geschult. Auf Ebene des
internen Kontrollsystems (ICS) werden Überprüfungen
dahin gehend vorgenommen, ob die vorgeschriebenen
Wertgrenzen und Zustimmungserfordernisse eingehalten
werden. Im Jahr 2022 wurden keine Fälle von Korruption
oder Bestechung bekannt.
Die Bekämpfung von Bestechung und Korruption wird im
konzernweiten „Verhaltenskodex“ und „Lieferantenkodex“
speziell behandelt. Diese Dokumente, die für alle Beschäf-
tigten, Vertragspartner, Freiberufler und andere Mit-
arbeitende verbindlich sind, beschreiben die Regeln und
Vorschriften, die zur Verhinderung von Bestechung und
Korruption eingeführt wurden. Der Compliance Officer
unterstützt das Team und überwacht die Umsetzung.
Neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet die Pe-
WeTe Online-Schulungen an. Im Berichtszeitraum wurden
67 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema
Bekämpfung von Korruption und Bestechung geschult.
Mit Integritätsprüfungen werden relevante Informationen
systematisch und effektiv gesammelt. Die Ergebnisse der
Prüfungen ermöglichen eine umfassendere Einschätzung
der Geschäftspartner. Der Prozess der Integritätsprü-
fung von Geschäftspartnern wird ständig weiterentwi-
ckelt. Neben weiteren Maßnahmen zur Verbesserung
der Effizienz der Arbeitsabläufe führte die PeWeTe 2019
die Anwendung „World Check“ von Refinitiv ein – eine
Screening Plattform, die als unterstützendes Instrument
zur Erfüllung regulatorischer Verpflichtungen gedacht ist.
—
Anzahl der geschulten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Bereich Legal Compliance
2022 2021 Δ in %
Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Compliance-Vorschriften 69 69 0
davon Teilnehmer an den Anti-Korruptions-Schulungen 33 34 (3)
davon Teilnehmer an der Compliance-Einschulung 36 35 3
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 41
Diese Anwendung hilft uns dabei, potenzielle Risiken im
Zusammenhang mit der Beauftragung neuer Lieferanten,
politisch exponierter Personen (PEP), speziell benannter
Staatsangehöriger und gesperrter Personen (SDN- Liste)
sowie Unternehmen, die unter Sanktionen stehen, zu
identifizieren. Dazu wurde der Lieferantenkodex entwi-
ckelt und in die Betriebe des Konzerns eingeführt.
Zusätzlich ergreift die PeWeTe konsequent Maßnahmen,
um Bestechung und Korruption entgegenzuwirken:
—
Überprüfung von Stellenbewerbern auf das Vorhan-
densein von Schulden bei den Steuerbehörden, von
Zugehörigkeit zu Auftragnehmern und Kunden und das
Vorhandensein eines möglichen Interessenkonflikts
(Nutzung von SPARK, COUNTER-FOCUS, Suchmaschi-
nen der Gerichtsvollzieherbehörde, der Steuerbehörde
und anderer offener Informationsquellen)
—
Überprüfung der Auftragnehmer auf das Vorhanden-
sein von Verbindungen zu Mitarbeitern und Kunden des
Unternehmens, zu Behörden, auf das Vorhandensein
von Steuerforderungen und Berufserfahrung
—
Organisation einer freien und anonymen Kommunika-
tion zu Fragen der Bestechung und Korruption sowohl
mit Mitarbeitern des Unternehmens als auch mit Ver-
tretern der Auftragnehmer und des Kunden (Verfüg-
barkeit einer eigenen E-Mail-Adresse für Beschwerden
und telefonische Kommunikation über eine separate
Nummer mit der Funktion der Aufzeichnung von
Sprachbeschwerden)
—
Kontrolle der Verlässlichkeit des Umfangs der erbrach-
ten Leistungen durch objektive Kontrolle, um Abspra-
chen der Mitarbeiter des Unternehmens mit Vertretern
von Auftragnehmern zur Überschätzung des Umfangs
der erbrachten Leistungen auszuschließen
—
Durchführung von technischen Audits bei Auftrag-
nehmern zur Bestätigung der Produktionskapazitäten
und zum Ausschluss von skrupellosen Auftragnehmern
in der Lieferkette von Dienstleistungen
—
Vorhandensein von Vorschriften und Verfahren, die
den Prozess der Durchführung von Ausschreibungen
und der Auswahl eines Auftragnehmers regeln, so-
wie eines ständigen Ausschreibungsausschusses im
Unternehmen
—
Vorhandensein von Vorschriften und Verfahren, die den
Prozess der Übersendung und Prüfung von Forderun-
gen von Kunden und Auftragnehmern regeln; ständige
Kommission des Unternehmens für die Debitorenbuch-
haltung und die Bearbeitung von Forderungen
—
Festlegung der Grenze der finanziellen Verantwortung
zwischen den geschäftsführenden Direktoren, dem
Generaldirektor und dem Vorstand der PeWeTe AG
LEGAL COMPLIANCE
Die PeWeTe ist bestrebt, alle relevanten Regeln und Vor-
schriften in den Ländern, in denen das Unternehmen
tätig ist, vollständig einzuhalten. Informationen zu recht-
lichen Vorgaben und zu Schulungen werden vom Chief
Compliance Officer bereitgestellt, der das Thema betreut.
Die Aktualisierung und Verwaltung der relevanten Rechts-
informationen erfolgt sowohl durch externe Unter-
stützung und interne Rechtsexpertise als auch durch
Rechtsdatenbanken an den Standorten.
Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
Compliance-Themen werden regelmäßig als persönliche
oder Online-Schulungen abgehalten. Im Jahr 2022 nahmen
69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesen Schulun-
gen teil und legten Prüfungen ab.
Zusätzlich überwachte die PeWeTe weiterhin die beiden
im Jahr 2018 eingeführten Indikatoren:
Zum einen die Reduktion der Höhe der Bußgelder
von Kunden und Aufsichtsbehörden in den Bereichen
Service qualität, Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und
Umweltschutz. Die Beträge zeigen gegenüber einem sehr
geringen Niveau im Vorjahr einen Anstieg auf TEUR 11,1
(Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz) bzw.
auf TEUR 1.061,9 (Servicequalität) gegenüber dem Vor-
jahr im Bereich der Bußgelder von Kunden. Die Bußgelder
von Aufsichtsbehörden (Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit
und Umweltschutz) sanken im Vergleich zum Vorjahr
um 50 % (TEUR 3). Unser Ziel bleibt es, diese Bußgelder
zu reduzieren.
Zum anderen lag die Anzahl der Nachbestellungen von
staatlichen Regulierungsbehörden, die zu Sanktionen für
den Konzern führten, auch im Jahr 2021 bei null.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
42 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
IT-STRATEGIE UND DATENSCHUTZ
Die PeWeTe Gruppe arbeitet auch weiterhin an der Ver-
besserung der Informationssicherheit und des Daten-
schutzes, um das Risiko nachteiliger wirtschaftlicher
Folgen und Störungen der IT-Systeme, die zu einem unwie-
derbringlichen Verlust von Unternehmensdaten führen,
zu minimieren. Die IT-Infrastruktur wurde im Jahr 2020 mit
Hardware von weltweit führenden Herstellern der Bran-
che neu aufgebaut. Durch diese Lösung wurde es möglich,
eine sichere Speicherung und Verarbeitung sowie einen
sicheren Austausch von Daten zu etablieren und damit
Best Practices entsprechend der IT Infrastructure Library
(ITIL) des Unternehmens zu erreichen. Die wichtigsten
Prinzipien der Zentralisierung sind Kontinuität, Sicherheit
und Schutz sowie hohe Leistungsfähigkeit.
Um alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Ansät-
zen und Verfahren zu diesen Themen vertraut zu ma-
chen, wurden konzernweite Richtlinien zur Informations-
sicherheit und zum Datenschutz implementiert. Diese
Richtlinien bestimmen die Grundsätze und Ansätze zur
Gewährleistung der Sicherheit von Geschäftsprozessen
und Informationswerten des Unternehmens, legen Grund-
prinzipien in Bezug auf die Verarbeitung personenbezoge-
ner Daten fest und bestimmen Ansätze und Verfahren für
den Fall eines Informationssicherheitsvorfalls in Bezug auf
personenbezogene Daten.
Darüber hinaus wird das Management der Informations-
sicherheitsprozesse eines Teils der Geschäftsprozesse
durch ein Informationssicherheitsmanagementsystem
(ISMS) unterstützt, das die Einheitlichkeit der verwendeten
Ansätze und ein messbares Niveau der Informations-
sicherheit sicherstellt und auch das notwendige Maß
an Vertrauen seitens der staatlichen Organe, Aktionäre,
Kunden, Partner und Mitarbeiter gewährleistet. Hin-
sichtlich des Schutzes personenbezogener Daten und
der Vertraulichkeit von Informationen hält sich PeWeTe
an die geltende Gesetzgebung, insbesondere an die
Anforderungen der GDPR (Verordnung 2016/679 – General
Data Protection Regulation). Der Datenschutzbeauftragte
von PeWeTe ist verantwortlich für die Umsetzung dieser
Vorschriften und für die Bearbeitung aller Fragen und
Anfragen. Er wird von der Datenschutz kommission der
PeWeTe unterstützt.
Ein modernes, zentralisiertes Virtualisierungssystem
nutzt alle verfügbaren Kapazitäten, um Fehlertoleranz
und Hochverfügbarkeit der Informationssysteme zu
gewährleisten. Die wichtigsten IT-Systeme des Konzerns
wurden auf diese Ressourcen migriert, wodurch nicht nur
die Vereinheitlichung und Abgrenzung der Zugriffsregeln
möglich wurde, sondern auch der Übergang zu einem
Produktions managementsystem und Enterprise Resource
Planning (ERP) beschleunigt werden konnte.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Daten zur Legal Compliance
2022 2021 Δ in %
Anzahl von Rechtsstreitigkeiten 25 59 (58)
Bußgelder von Kunden aus den Bereichen Arbeitsschutz,
Arbeitssicherheit und Umweltschutz TEUR 11,1 0,5 2.313
Bußgelder von Kunden aus dem Bereich Servicequalität TEUR 1.061,9 602,4 76
Bußgelder von Aufsichtsbehörden aus den Bereichen Arbeits-
schutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz TEUR 2,1 4,2 (50)
Anzahl der Wiederholungsanordnungen von staatlichen Auf-
sichtsbehörden, die zu Sanktionen für den Konzern führten 0 0 -
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 43
Gemäß ISO 27001 und ISO 27701 erwarb die PeWeTe die
entsprechenden Zertifizierungen, die am 20. Dezember
2020 und 8. Februar 2021 ausgestellt wurden und drei
Jahre gültig sind. Der Geltungsbereich der Zertifizierung
umfasst sowohl zentrale IT-Dienstleistungen als auch
den technischen Support. Dank der Umsetzung der er-
wähnten Sicherheits- und Informationssicherheitsmaß-
nahmen wie auch der konsequenten Weiterverfolgung
der IT-Strategie der PeWeTe im Jahr 2021 konnte die
Anzahl der IT-Systemausfälle 2022 weiter gesenkt werden.
Es gab keine Verletzungen der Informationssicherheit,
die nachteilige wirtschaftliche Folgen (Verluste) und die
Störung von IT-Systemen mit dem daraus resultierenden
unwiederbringlichen Verlust von Unternehmensdaten
nach sich gezogen hätten, und es gab keinerlei Beschwer-
den in Bezug auf Informationssicherheit und Datenschutz.
Darüber hinaus schloss das Unternehmen eine wichtige
Umstellung auf eine neue Produktionssoftware ab, um
neue Ebenen der betrieblichen Effizienz zu erreichen.
Durch die Erhöhung des Sicherheitsniveaus der Vermö-
genswerte des Unternehmens und die Verbesserung der
Leistungsfähigkeit des Informationssicherheits-Manage-
mentsystems im Jahr 2021 konnte das Datenschutzniveau
im Unternehmen verbessert werden.
—
Daten zu IT-Strategie und Datenschutz
2022 2021 Δ
Anzahl der Verstöße gegen die Informationssicherheit mit hoher Konsequenz 0 0 -
Anzahl der Beschwerden bezüglich Informationssicherheit und Datenschutz 0 0
—
Schulungen zu Menschenrechtsgrundsätzen oder -verfahren
2022 2021 Δ in %
Anzahl der Schulungen zu Menschenrechtsrichtlinien oder -verfahren 1 2 n/a
Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu Menschenrechts -
richtlinien oder -verfahren geschult wurden 907 446 103,4
MENSCHENRECHTE
Die PeWeTe hält sich in vollem Umfang an die Arbeits-
gesetze der Länder, in denen sie tätig ist, und achtet die
Menschenrechte. Um die Achtung der Menschenrechte
auch entlang der Lieferkette sicherzustellen, hat die
PeWeTe ihre Verträge um eine Menschenrechtsklausel
erweitert. Insbesondere die russische Gesetzgebung
sieht strenge arbeitsrechtliche Vorschriften vor, die auch
den Schutz der Menschenrechte umfassen.
Um die Sensibilität für Menschenrechtsfragen bei allen
Mitarbeitern von PeWeTe weiter zu stärken, gibt es zwei
verpflichtende Schulungen für neue Mitarbeiter zu Richt-
linien und Verfahren im Bereich der Menschenrechte. Im
Jahr 2022 nahmen alle neu eingestellten Mitarbeiter an
solchen Schulungen teil.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
44 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Potenzielle Konflikte mit lokalen Gemeinden oder Behör-
den werden von den Kunden der PeWeTe verwaltet, da
sie die volle Verantwortung für alle Handlungen in ihren
lizenzierten Bereichen tragen. Lokale Gemeinden können
Beschwerden an die regionale Umweltstaatsanwaltschaft
schicken, die dann verpflichtet ist, eine Inspektion der
verantwortlichen Organisation einzuleiten. Die PeWeTe
legt Wert darauf, ihre Kunden beim Umgang mit diesen
Beschwerden bestmöglich zu unterstützen.
Die PeWeTe nimmt dieses Risiko ernst und ergreift vor-
beugende Maßnahmen zur Risikominderung. Zu diesen
Maßnahmen gehören die Förderung von Toleranz, das
Beobachten und Analysieren von Verhaltensweisen, aber
auch Feedback und die Einhaltung des Verhaltenskodex.
Umfassende Personalweisungen sind hierzu ebenfalls
vorhanden.
Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auf ihre
Eignung für die jeweilige Tätigkeit, auf ihre Gesundheit und
auf ihr ethisches Verhalten hin geprüft. Auch die Überprü-
fung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen erfolgt frühzeitig.
Ebenso sind zahlreiche Prozesse basierend auf einem
Qualitätsmanagementsystem (ISO) vorhanden. Wenn das
Unternehmen am Standort eines Kunden tätig wird, muss
es die Vorschriften dieses Kunden, die oft strenger sind als
das geltende Recht, in vollem Umfang einhalten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PeWeTe haben
verschiedene Möglichkeiten, Beschwerden zu arbeitsplatz-
relevanten Themen einzureichen. Dies kann per E-Mail,
über eine gesicherte Telefonverbindung oder durch Hin-
terlegen anonymer Karten in sogenannten „Green Boxes“
erfolgen. Wie in der Tabelle zu sehen ist, sind im Jahr 2022
keine Beschwerden eingegangen – weder per E-Mail noch
über die gesicherte Telefonverbindung.
—
Anzahl der Beschwerden über Probleme am Arbeitsplatz
2022 2021 Δ in %
Anzahl der Beschwerden über Arbeitsplatzthemen 0 0 -
davon per E-Mail 0 0 -
davon per Telefon 0 0 -
Beschreibung Ziel 2022 Leistung 2022 Status Ziel 2022 in %
Null Fälle von Korruption und Bestechung 0 0 0,0
Reduktion der Höhe von Bußgeldern von Kunden (10,0 %) 78 %
(10,0)
Anzahl der Fälle von Verstößen der Informationssicherheitsgruppe 0 0
0,0
Darüber hinaus wurde ein Spark-System zur Überprüfung
von Subunternehmern und Lieferanten implementiert.
Dieses System bietet Zugang zu Informationen über
Rechtsstreitigkeiten, in die potenzielle Lieferanten und
Vertragsnehmer involviert sind. Bei Bekanntwerden von
derartigen Sachverhalten ergreift das Unternehmen ent-
sprechende Maßnahmen. Schwere Menschenrechtsverlet-
zungen können auch zur Kündigung von Verträgen führen.
Das Informationssystem von Spark Interfax wird regel-
mäßig aktualisiert und stellt neue Informationen bereit,
sobald diese in offiziellen Quellen verfügbar sind.
AUSBLICK
Um längerfristig erfolgreich zu sein, werden die identi-
fizierten wesentlichen Themen der PeWeTe durch lang-
fristige Ziele und Maßnahmen unterstützt. Grundsätzlich
ist die PeWeTe bestrebt, Fälle von Compliance -Verstößen
insbesondere in den Bereichen Legal Compliance,
Korruption und Bestechung, Informations- und Daten-
sicherheit sowie Menschenrechte zu reduzieren.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 45
HUMAN
RESOURCES
MANAGEMENT-ANSATZ
Die Öl- und Gasindustrie befasst sich seit langem mit Ge-
sundheits-, Sicherheits- und Schutzrisiken. Da die Arbeit in
der Regel in rauen Umgebungen durchgeführt wird, sind
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Entflammbarkeit
und Toxizität von Kohlenwasserstoffen sowie langfristigen
Gesundheitsrisiken wie dem Einatmen von Staub ausge-
setzt. Trotz erheblicher Fortschritte in diesem Bereich, die
in der gesamten Branche erzielt wurden, kann es immer
noch zu Unfällen kommen.
Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter ist daher für die PeWeTe von größter Be-
deutung; sie ist der wichtigste Aspekt bei der Durchfüh-
rung aller Tätigkeiten des Unternehmens. Diese oberste
Priorität spiegelt sich im Fokusbereich „Kein Schaden für
Menschen“ unserer Nachhaltigkeitsstrategie wider. Daher
ist das Unternehmen darum bemüht, ein hohes Niveau an
Sicherheitsmaßnahmen aufrechtzuerhalten, um negative
Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen zu ver-
meiden. Die Ausrüstung und die neuen technologischen
Methoden, die ein integraler Bestandteil der betrieblichen
Aktivitäten sind, erfordern hochqualifiziertes Personal.
Um dieses Ziel zu unterstützen und eine kontinuierliche
Verbesserung in diesem Bereich zu gewährleisten, hat die
PeWeTe einen systematischen Ansatz für das Management
von HSE und sozialer Verantwortung etabliert. Zu den
Maßnahmen in diesem Bereich gehören unter anderem
ein integriertes Managementsystem sowie eine HSE-
Politik. Das Unternehmen verpflichtet sich zur:
—
Aufrechterhaltung und Verbesserung der Effektivität
des integrierten Managementsystems (IMS) in Überein-
stimmung mit den Anforderungen der ISO 45001 – dem
internationalen Standard für das Management von
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (HSE);
—
Vorbeugung von Verletzungen und Verschlechterung
der Gesundheit durch die Umsetzung weiterer Maßnah-
men, die darauf abzielen, sichere Arbeitsbedingungen
für das Personal des Unternehmens zu schaffen;
—
Aufrechterhaltung der Personalkompetenz durch die
Organisation regelmäßiger und kontinuierlicher Schu-
lungen von Managern, Fachkräften und Arbeitern, die
am Prozess der Leistungserbringung beteiligt sind.
Auftragnehmer und Subunternehmer sind ebenfalls
verpflichtet, HSE-Themen in Übereinstimmung mit der
HSE-Politik von PeWeTe zu managen.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Der Aufbau und der Erhalt eines talentierten und
qualifizierten Teams ist entscheidend für den Erfolg
unseres Unternehmens. Wir sind bestrebt, ein Umfeld
zu schaffen, in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
lernen, sich zu vernetzen, zusammenzuarbeiten sowie
ein sicheres und gesundes Leben zu führen.
Um die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
gewinnen und zu halten, hat das Unternehmen moder-
ne Personalentwicklungsprozesse eingeführt, bei denen
die Entwicklung spezifischer Schulungsprogramme, die
Stärkung der Beziehungen zu den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern sowie die Definition eines Stellenbewertungs-
systems im Mittelpunkt stehen. Eine der HR-Prioritäten
ist die Förderung von Teamarbeit und unternehmerischen
Kompetenzen, um die Agilität des Konzerns auf weniger
gut vorhersehbaren Märkten zu verbessern. Mit verbin-
denden Grundwerten zielen wir darauf ab, eine gemein-
same Identität zu schaffen und eine auf Gemeinsamkeit
beruhende Unternehmenskultur zu etablieren. Konflikt-
lösungsverfahren und Null-Toleranz-Politik haben die
Entscheidungsfindungsprozesse des Managements zum
Wohle des Unternehmens verbessert.
Im Berichtszeitraum waren die meisten Mitarbeiter von
PeWeTe für die drei Tochtergesellschaften der Gruppe
(KATKoneft, KATOBneft und KAToil-Drilling) tätig, die im
August 2022 verkauft wurden. Für die nichtfinanzielle
Berichterstattung gibt PeWeTe die Mitarbeiterdaten zum
31. Dezember 2022 an. Aufgrund der Einstellung des
Geschäftsbetriebs spiegelt sich ein starker Rückgang
in den KPIs wider. Zum Zeitpunkt des Verkaufs der in
Russland ansässigen Tochtergesellschaften betrug die
Zahl der Mitarbeiter der veräußerten Einheiten 3.655,
davon 204 weibliche.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
46 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
—
Angaben zu den Beschäftigten
31.12.2022 31.12.2021 Δ in %
Anzahl der Beschwerden über Arbeitsplatzthemen 114 3.319 (95)
davon unter 30 Jahre 15 645 (99)
davon 30 bis 50 Jahre 81 2.160 (95)
davon über 50 Jahre 18 514 (94)
NICHT FINANZIELLER BERICHT
1
PeWeTe AG und PeWeTe Kasachstan
Im Jahr 2022 stellte die PeWeTe 26 neue Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter ein, und acht Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter verließen das Unternehmen. Dies entspricht einer
Fluktuationsrate von 7 %.
Der Frauenanteil der Belegschaft lag Ende 2022 bei 15 %.
Auch die Schaffung von Chancengleichheit für Menschen
mit Behinderungen ist der PeWeTe ein wichtiges Anliegen.
Im Jahr 2022 fielen insgesamt vier Beschäftigte unter
diese Kategorie.
Unsere Gehaltspolitik – die auch die Festlegung ambi-
tionierter Leistungs-Zielvorgaben im Einklang mit der
Unternehmensstrategie und an die Erreichung der Ziele
geknüpfte variable Incentives umfasst – hat sich erneut
als richtig erwiesen: Wir haben die Ziele erreicht, die wir
uns für das Geschäftsjahr 2022 gesteckt hatten. Die Ein-
stellungsbedingungen, einschließlich aller Incentives und
Leistungen, sind in den kollektiven Vergütungsvereinba-
rungen zwischen den operativen Tochtergesellschaften
und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern festgelegt.
Wir möchten langfristig der Arbeitgeber der Wahl unserer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein.
AUS- UND WEITERBILDUNG
Angesichts der Bedeutung der Aus- und Weiterbildung
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Tätigkei-
ten der PeWeTe misst das Unternehmen diesem Thema
großen Wert bei. Das Schulungsbudget für 2022 betrug
TEUR 75,02.
Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern fortlaufende Schulungen zur Weiterentwicklung
ihrer Fähigkeiten und Kenntnisse anzubieten.
Für unternehmensinterne Auditoren bieten wir spezielle
Schulungsprogramme an. Damit stellen wir sicher, dass
sich unsere Organisation kontinuierlich verbessert. Das
Betriebspersonal durchläuft spezielle Schulungen in den
Bereichen Vermeidung des Festklemmens von Bohr-
rohren, Bohrlochkontrolle und -integrität, Bohrflüssig-
keiten, Hydraulic-Fracturing-Technologien sowie
Reparatur und Wartung der verwendeten Ausrüstung.
Im Jahr 2022 nahmen insgesamt 619 Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter an technischen Schulungen teil
(2021: 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter), wie etwa an
den Programmen JOIFF „Stuck Pipe“, IWCF „Well Control“
und „Preventive Maintenance System“ (PMS), bei denen
es um die Vermittlung sicherer und effizienter Arbeits-
methoden ging.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 47
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Schulungsdaten
2022 2021 Δ in %
Anzahl der Teilnahmen an externen Schulungen 619 390 59
Anzahl der Teilnahmen an Arbeitssicherheitsschulungen, Pflichtschulungen 3.355 1.111 202
Schulungsstunden (extern) 54.670 60.376 (10)
Schulungsstunden (Arbeitsschutz, Pflichtschulung) 56.562 47.990 14
Kosten für Schulungen (TEUR) 75.021 40.058 87
ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ
Das Unternehmen verfolgt sowohl in Bezug auf die
persönliche Sicherheit als auch zu Umweltthemen eine
Null-Schaden-Politik und entwickelte ein detailliertes
Programm zur Vermeidung von Arbeitsunfällen. Für die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Subunternehmer
der PeWeTe werden monatlich Sicherheitsschulungen
durchgeführt. Die Kosten für Arbeitssicherheitsmaß-
nahmen beliefen sich 2022 auf EUR 4,7 Mio. gegenüber
EUR 1,5 Mio. im Jahr 2021.
Die Richtlinie zu den wichtigsten Sicherheitsanforderun-
gen der PeWeTe enthält eine Liste von 13 Anforderungen
und Regeln, die dazu dienen, die Risiken identifizierter
Gefahren zu mindern, die wahrscheinlich zu Verletzun-
gen, Unfällen oder Emissionen gefährlicher Stoffe in die
Atmosphäre führen könnten. Diese Liste enthält neben
anderen Standardsicherheitsregeln wie der Verwendung
von Schutzausrüstung auch Anforderungen wie die
—
Erfordernis von Genehmigungen für die Durchführung
gefährlicher Tätigkeiten
—
Durchführung von Gas-Luft-Umgebungsanalysen
—
Überprüfung der Isolierung von Stromquellen
—
kontinuierliche Überwachung der Bohrlöcher während
des Drillings und der Wartungsarbeiten
Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen, baut das
Unternehmen auch auf das Bewusstsein seiner Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der PeWeTe müssen ein rigoroses Schulungs-
programm absolvieren, um über sämtliche Gefahren
im Zusammenhang mit ihrer Arbeit Bescheid zu wissen.
Unser Managementprozess für Gefahren und Auswirkun-
gen (Hazard and Effects Management Process) umfasst
Vorschriften und Trainingsprogramme für alle operativen
Segmente sowie Unterstützung bei der Implementierung
des Arbeitsprozesses für Gefahrenmanagement auf allen
Bohranlagen und Fracking-Flotten.
Zur Vermeidung aller Arten von Blowouts setzen wir
modernes Equipment ein, darunter Blowout-Preventer
von NL Shaffer und Integrated Type 13 Ram Preventer
sowie Steuerungen und Präventionspackages. Diese
Blowout-Präventionssysteme sind in allen unseren Betrie-
ben vorhanden und stets in einsatzbereitem Zustand. In
der Berichtsperiode kam es zu keinen Blowouts.
Um die Anzahl der Unfälle und Zwischenfälle vor Ort zu
überwachen, wird die Häufigkeit der Arbeitsunfälle mit
Ausfallzeiten (Lost Time Injury Frequency Rate, LTIFR)
regelmäßig anhand eines Vergleichs der Anzahl der Ver-
letzungsfälle mit der Anzahl der Arbeitsstunden ermittelt.
Die Quote der PeWeTe Gruppe lag 2022 bei 0,95 (2020:
0,98). Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2022 fünf Arbeits-
unfälle (2020: sieben).
Freigabe
48 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Besonderes Augenmerk wird in Ölfelddienstleistungs-
Clustern auf Sicherheitsregeln in Bezug auf Brandschutz,
Stromversorgung und Brunnensicherheit gelegt. Diese
Maßnahmen werden von einer vierstufigen Sicherheits-
kommission überwacht. Im Sinne des Grundsatzes der
kontinuierlichen Verbesserung bieten alle Betriebsgesell-
schaften regelmäßige Schulungen zu Servicequalität und
Arbeitssicherheit an.
Zu den ergriffenen Maßnahmen gehört die kontinuierliche
Überwachung des Einsatzes von Schutzausrüstung und
-geräten, wie z. B. die Messung von Emissionen, die Über-
prüfung der Wasserqualität oder der regelmäßige Wechsel
von Filtergeräten.
Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zeiten der
weltweiten Pandemie zu schützen und das Risiko einer
Ansteckung mit Covid-19 an ihrem Arbeitsplatz zu redu-
zieren, führte die PeWeTe Präventivmaßnahmen ein. Diese
Präventivmaßnahmen konnten im ersten Halbjahr groß-
teils zurückgenommen werden, weil sich die Pandemiesi-
tuation entspannte.
AUSBLICK
Um die Auswirkungen der Tätigkeiten innerhalb der Grup-
pe auf die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter zu minimieren, haben wir eine Reihe von
HSE-Zielen und Ambitionen zusammengestellt. Dazu ge-
hören die folgenden:
—
Keine Verletzungen durch Arbeiten ohne Schaden für
Menschen, Vermögenswerte, Ansehen und die Umwelt
—
Sicherstellung der ordnungsgemäßen Umsetzung aller
Sicherheitsregeln und -verfahren
—
Aufrechterhaltung eines Zustands der vollständigen
Einhaltung aller HSE-Gesetze und -Regeln
—
Reduzierung der wirtschaftlichen, sozialen und öko-
logischen Schäden durch potenzielle Unfälle in den
Produktionsanlagen auf das niedrigste vernünftiger-
weise praktikable Risikoniveau
Nachfolgend wird eine Übersicht über quantitative Ziele in
diesem Gebiet dargestellt.
—
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Zahlen
2022 2021 Δ in %
Arbeitsunfälle mit Ausfalltagen (Lost Time Accident, LTA) 5 5 0
Arbeitsstunden insgesamt 5.271.440 5.085.686 4
Lost Time Injury Frequency Rate (LTIFR), konzernweit 0,95 1,06 (11)
Wegeunfälle 6 13 (54)
Arbeitsbedingter Unfall mit medizinischer Behandlung
(kein verlorener Arbeitstag) 0 0 -
Arbeitsbedingter Unfall mit eingeschränkter Arbeit als Folge
(kein verlorener Arbeitstag) 0 0 -
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Beschreibung Ziel 2022 Leistung 2022 Status Ziel 2023
Anzahl der Verletzungen mit Ausfallzeiten pro Million Arbeitsstunden (LTIFR) 1,5 0,95
Unter 1,5
halten
Reduzierung der Anzahl von Unfällen, die von Betriebsgesellschaften
verursacht wurden 5 oder weniger 5
5 oder
weniger
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 49
NICHT FINANZIELLER BERICHT
UMWELT
MANAGEMENT-ANSATZ
Öl- und Gasförderaktivitäten können Auswirkungen auf
die Umwelt haben, und Umweltrisiken sind für eine wach-
sende Anzahl von Interessengruppen von immer größerer
Bedeutung. Daher ist die PeWeTe davon überzeugt, dass
ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt eine große
Rolle bei der Sicherung der Betriebsgenehmigung und
des finanziellen Erfolgs des Konzerns spielt. Dies wird
durch Praktiken erreicht, die darauf abzielen, die Auswir-
kungen der Geschäftstätigkeit der PeWeTe zu reduzieren.
Entsprechend dem Schwerpunktthema der Nachhaltig-
keitsstrategie „Kein Schaden für die Umwelt“ geht es vor
allem darum, die Umweltsituation an den Standorten und
in der gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich zu
verbessern. Als wesentliche Themen in diesem Fokusfeld
hat das Unternehmen insbesondere die Themen Energie,
Emissionen, Abwasser, Abfall und Bodenschutz identi-
fiziert.
Die Tochtergesellschaften von PeWeTe, KAToil-Drilling und
KATOBNEFT LLC, nutzten Umweltmanagementsysteme,
um die Umweltleistung des Unternehmens zu verbessern.
Beide Betriebe sind nach der Norm ISO 14001:2015 zerti-
fiziert. Außerdem hat Wellprop LLC im Jahr 2019 eine Zerti-
fizierung für ein integriertes Managementsystem bestan-
den, das Umweltmanagementsysteme umfasst, die den
Anforderungen der internationalen Norm ISO 14001:2015
entsprechen. Die Grundlage der Politik von PeWeTe ist
eine detaillierte Bewertung verschiedener Faktoren, die
sich auf die Umwelt der Produktionsprozesse auswirken,
und rechtzeitige Korrekturmaßnahmen. Bei der Durch-
führung von Produktionstätigkeiten werden periodische
Identifizierung von Gefahren und Bewertungen von Risi-
ken negativer Auswirkungen auf die Umwelt durchgeführt.
Es werden interne ökologische Audits und Inspektionen
vor Ort durchgeführt, um die Einhaltung aller Regeln und
Vorschriften – ob intern oder extern – sicherzustellen.
Um die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und den
rationellen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu
minimieren, verpflichtet sich die PeWeTe zur:
—
Verbesserung bestehender und Einführung neuer, am
besten verfügbarer und wirtschaftlich vertretbarer
Technologien, um Umweltverschmutzung zu vermeiden;
—
Einhaltung aller geltenden Gesetze und Anforderungen
im Bereich des Umweltschutzes;
—
kontinuierlichen Überwachung der Luftemissionen (mit
verstärkter Überwachung bei ungünstigen Witterungs-
verhältnissen);
—
rationellen Nutzung der natürlichen Ressourcen;
—
effektiven Abfallwirtschaft;
—
Durchführung von Managemententscheidungen unter
Berücksichtigung von Umweltaspekten.
50 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
ENERGIE UND EMISSIONEN
Sämtliche Kerngeschäftstätigkeiten der PeWeTe sind
mit energieintensiven Prozessen verbunden. Öl- und
Gasförderaktivitäten erzeugen erhebliche direkte Treib-
hausgasemissionen (THG) aus einer Vielzahl von Quellen.
Zu den Hauptquellen von Luftemissionen, die aus unseren
Aktivitäten resultieren, gehören zum einen Verbrennungs-
quellen aus der Strom- und Wärmeerzeugung, der Einsatz
von Turbinen, Kesseln, Kompressoren, Pumpen und ande-
ren Motoren. Zum anderen sind dies Emissionen aus dem
Abfackeln und Entlüften von Kohlenwasserstoffen sowie
diffuse Emissionen. Wir sind bestrebt, die Energieeffizienz
zu maximieren und alle Emissionen so gering wie möglich
zu halten.
Die Hauptenergiequellen sind Strom, Erdgas und Diesel,
an bestimmten Betriebsstandorten auch Heizenergie. In
einigen Fällen erzeugen wir die Energie selbst, in anderen
Fällen wird sie von Kunden mit autonomen Stromquellen
geliefert.
Im Jahr 2022 lag der Gesamtenergieverbrauch bei
573,581 MWh. Im Vergleich zu 578.766 MWh im Jahr 2021
war der Verbrauch stabil. Der Gesamtenergieverbrauch
setzt sich wie folgt zusammen:
—
Energieverbrauch (MWh)
2022 2021 Δ in %
Erdgas 180.407 170.867 6
Dieselkraftstoff 331.171 336.960 (2)
Elektrizität (zugekauft) 44.382 52.135 (15)
Heizung 17.621 18.804 (2)
Gesamt 573.581 578.766 (1)
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Obwohl ein Großteil der Tochtergesellschaften der
Gruppe im August 2022 verkauft wurde, blieb der Energie-
verbrauch während des gesamten Jahres im Vergleich
zu 2021 stabil. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die
Produktivität in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum
Vorjahr deutlich gestiegen ist, was zu einem höheren
Energieverbrauch in diesem Zeitraum führte.
Wie bereits erwähnt, sind die Abgasemissionen, die bei
der Verbrennung von Erdgas oder Dieselkraftstoffen in
Turbinen, Kesseln, Kompressoren, Pumpen und anderen
Motoren zur Stromerzeugung, Wassereinspritzung oder
Öl- und Gasförderung entstehen, eine bedeutende Quelle
für Luftemissionen. Neben der Verbrennung gibt es auch
Luftemissionen durch Entlüftung, Abfackeln und flüchtige
Emissionen.
Assoziiertes Gas, das bei der Ölförderung mit dem Rohöl
an die Oberfläche gelangt, wird manchmal durch Ent-
lüftung oder Abfackeln in die Atmosphäre entsorgt. Da
diese Praxis nicht nur eine Verschwendung einer wert-
vollen Ressource darstellt, sondern auch eine bedeutende
Quelle von THG-Emissionen ist, arbeitete die PeWeTe
daran, diese Praxis so weit wie möglich zu reduzieren.
Gleichzeitig sind das Abflammen oder Entlüften aber auch
wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die in Öl- und Gasanla-
gen eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass Gas und
andere Kohlenwasserstoffe im Falle eines Notfalls, eines
Strom- oder Geräteausfalls oder einer anderen Störung
der Anlage sicher entsorgt werden. Flüchtige Emissionen
können mit undichten Rohren und Schläuchen, Ventilen,
Flanschen, Pumpendichtungen oder Kompressordichtun-
gen in Verbindung gebracht werden.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 51
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
THG-Emissionen (t)
2022 2021 Δ in %
Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
CO
2
213.595 203.190 5
Kohlenwasserstoffe 590 614 (4)
Indirekte THG-Emissionen (Scope 2)
Aus eingekauftem Strom
1
14.282 16.370 (13)
Aus eingekaufter Wärme 2.918 3.114 (6)
1
Standortbezogener Ansatz
—
Sonstige Luftemissionen (t)
2022 2021 Δ in %
Stickstoffoxide (NO
X
) 250.270 255.003 (2)
Schwefeloxide (SO
X
) 55.000 55.150 (0,3)
Feststoffe (Feinstaub) 64.207 62.008 4
Mit der Verpflichtung zur kontinuierlichen Überwachung
der Luftemissionen überwacht die PeWeTe nicht nur
THG-Emissionen, sondern auch andere Luftemissionen,
die Auswirkungen auf die Luftqualität haben könnten.
52 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
2022 2021 Δ in %
Anzahl der Blowouts 0 0 -
Anzahl der Ölaustritte 0 0 -
Menge des ausgelaufenen Öls 0 0 -
ÖLAUSTRITTE UND BODENSCHUTZ
Ölverschmutzungen stellen die größten potenziellen
negativen Auswirkungen unserer Tätigkeit dar und können
durch Lecks, Geräteausfälle, Unfälle und menschliches
Versagen oder als Folge von Eingriffen Dritter auftreten.
Die PeWeTe hat eine Reihe von vorsorglichen Maßnah-
men zur Vermeidung von Ölunfällen definiert. Unter
anderem wurden die gesetzlich vorgeschriebenen, ver-
pflichtenden Schulungsprogramme implementiert, um
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das notwendige Know-
how zur Vermeidung von Ölaustritten zu vermitteln. Dar-
über hinaus werden im Ölfeld Blowout- Preventer (BoPs),
spezielle verstellbare Stopfen sowie Tanks eingesetzt.
In der Wellprop-Anlage sind alle Dieselöl-Schmierstoff-
Lagertanks mit Schutzplatten ausgestattet, um ein Aus-
laufen zu verhindern. Alle Schmierstoffabfälle werden in
speziellen Tanks gesammelt und an lizenzierte Unterneh-
men zur weiteren Verwertung geliefert.
Sollte es zu einem Ölaustritt kommen, wird dieser gemäß
unserem internen Standard zur Untersuchung, Klassifizie-
rung und Meldung von Vorfällen in den Bereichen Arbeits-
sicherheit, Arbeits- und Brandschutz sowie Umweltschutz
dokumentiert. Außerdem sind regelmäßig Kundenvertre-
ter vor Ort, um die Prozesse zu überprüfen. Im Jahr 2021
gab es, genauso wie im Jahr 2020, keine Ölverschmutzun-
gen in der lokalen Umwelt.
Der Bodenschutz liegt in der Regel in der Verantwortung
der Kunden der PeWeTe, die Schutzwälle um den Bohr-
platz herum errichten. Dadurch wird sichergestellt, dass
es keine nachteiligen Auswirkungen auf den Boden im
Bereich des Betriebs gibt. Alle Maßnahmen, die das
Unternehmen seinerseits zur Verhinderung von Öl
-
verschmutzungen ergreift, können auch als Aktivitäten
zum Schutz des Bodens eingestuft werden.
Beim Drilling, inklusive Sidetracking und Hydraulic
Fracturing, werden verschiedene Arten von Flüssigkeiten
zur Förderung eingesetzt. Die PeWeTe Gruppe hat sich
dazu verpflichtet, nur umweltfreundliche Drilling-Flüssig-
keiten zu verwenden. Beim Hydraulic Fracturing bestehen
die zur Stimulation von kohlenwasserstoffhaltigen Forma-
tionen verwendeten Flüssigkeiten hauptsächlich aus
Wasser, enthalten aber auch geringe Mengen verschiede-
ner Additive wie verdünnte Säuren, reibungsvermindere
Lösungen, Viskositätsregler, hemmende Chemikalien und
Stützmittel. Diese Zusatzstoffe dienen etwa dazu,
Mineralien aufzulösen und Risse (Frakturen) im Gestein
zu initiieren, so dass Fracturing-Flüssigkeiten und Stütz-
mittel mit höherer Rate und geringerem Druck als mit
reinem Wasser in die Zielzone gepumpt werden können.
Darüber hinaus verhindern die Additive Korrosion,
Kesselsteinbildung und mikrobielles Wachstum, das zu
Bio-Fouling führt, und sie machen das Pumpen unter
hohem Druck und den Fracturing-Prozess effizienter.
Da die Bedenken über die in Hydraulic-Fracturing-
Flüssigkeiten verwendeten Chemikalien zu einer erhöhten
Sensibilisierung der Stakeholder geführt haben, beschloss
die PeWeTe im Jahr 2020, die Offenlegung für Chemikalien,
die in Produktionsprozessen für Hydraulic-Fracturing,
Drilling und Sidetracking (IPM) verwendet werden, zu
erweitern. Da die im IPM-Segment (meist Sidetracking)
verwendeten Chemikalien fast vollständig extrahierbar
sind, legt das Unternehmen auch die Menge der zurück-
gewonnenen und sicher entsorgten Chemikalien offen.
Die überwiegende Anzahl der Feststoffe ist in Bohrschläm-
men enthalten.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 53
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Bei der Produktion verwendete Chemikalien
2022 2021 Δ in %
Hydraulisches Fracturing
Verwendete flüssige Chemikalien l 121.566.435 101.400.120 20
Feste Chemikalien kg 62.80.616 63.200.136 (0,6)
IPM
-Segment
Verwendete flüssige Chemikalien l 1.617.521 1.615.120 0,2
Feste Chemikalien kg 5.198.365 5.587.575 (7)
Entsorgte Chemikalien
Verwendete flüssige Chemikalien l 1.520.347 1.430.246 6
Feste Chemikalien kg 5.198.365 4.989.988 2
Um negative Auswirkungen auf die Umwelt über und
unter der Oberfläche zu reduzieren, richtet die PeWeTe
ihre Arbeiten gemäß dem Arbeitsplan des Kunden und in
Übereinstimmung mit den Sicherheitsstandards der
Branche ein.
Vor jedem Einsatz gibt es festgelegte Verfahren zur
Brunnenisolierung und -integrität, um Grundwasser und
Bohrungen an Ort und Stelle zu schützen. Gleichzeitig
werden zur Verbesserung des Fachwissens und der
Kenntnisse unserer Mitarbeiter regelmäßig spezielle
ökologische Sicherheitsschulungen für Führungskräfte
und Spezialisten, Seminare, Konferenzen sowie
geologische und technische Besprechungen über den
sicheren Betrieb von unterirdischen Ressourcen mit
Vertretern von Kunden und Forschungsinstituten durch-
geführt.
Darüber hinaus werden bei der Durchführung von
Produktionstätigkeiten eine periodische Identifizierung
von Gefahren und eine Bewertung der Risiken negativer
Auswirkungen auf die Umwelt durchgeführt. Die
Ergebnisse der Identifizierung von Gefahren und der
Bewertung von Risiken negativer Auswirkungen auf die
Umwelt werden von der Abteilung für Servicequalität,
Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Umweltschutz der
Betreibergesellschaft dokumentiert.
Das Unternehmen hat Richtlinien zum Abfallmanagement
eingeführt, um die negativen Auswirkungen auf die
Umwelt zu begrenzen. Unsere Ölfeld-Servicegesellschaf-
ten wenden Maßnahmen zur zusätzlichen Verwertung von
Abfällen an, und unsere Proppant-Produktionsanlage hat
Maßnahmen implementiert, um Abwasser in dafür
vorgesehenen Tanks zu sammeln, das dann an lizenzierte
Reinigungsanlagen geliefert wird.
Im Jahr 2022 produzierten unsere Betriebe 19.333 Ton-
nen Abfall, der Anteil des gefährlichen Abfalls daran
betrug 99,9 %. Alle Abfälle wurden entsorgt. Dies ent-
spricht einer Abnahme von 0,4 % des gesamten Abfall-
aufkommens. Der Hauptgrund dafür ist eine vertragliche
Vereinbarung für den Bohrbetrieb, in der die Verantwor-
tung für das Management von Bohrabfällen (Bohrklein,
Bohrschlamm, Bohrabwasser) an KAToil-Drilling LLC
übertragen wurde. Infolgedessen kam es zu einem
Anstieg der Abfallmengen sowie zu einer Erhöhung des
Anteils an gefährlichem Abfall.
54 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Das Unternehmen hielt sich konsequent an die gesetzli-
chen Vorgaben zur Abfallentsorgung und zu Emissionen.
Nach Abschluss der Feldarbeiten ist PeWeTe vertraglich
verpflichtet, das Tätigkeitsgebiet zu reinigen und zu
rekultivieren. Die Stilllegung von Betriebsanlagen umfasst
in der Regel die vollständige Entfernung der permanenten
Einrichtungen und die Aufgabe der Bohrungen, einschließ-
lich der zugehörigen Ausrüstung, des Materials und der
Abfallentsorgung. Die Brunnen werden in einem stabilen
und sicheren Zustand mit einem abgedichteten Brunnen-
loch zurückgelassen. Im Geschäftsjahr 2022 fanden keine
Reinigungs- und Rekultivierungsaktivitäten statt.
AUSBLICK
Insgesamt verpflichten wir uns, die Effektivität der inter-
nen Managementsysteme, einschließlich des Umwelt-
managements (ISO 14001), beizubehalten und zu verbes-
sern sowie die negativen Auswirkungen auf die Umwelt
zu reduzieren.
Beschreibung Ziel 2022 Leistung 2022 Status Ziel 2023
Anzahl von Ölunfällen mit Auswirkungen auf die Umwelt 0 0 0
PRODUKTE UND
PRODUKTION
MANAGEMENT-ANSATZ
Die PeWeTe ist dem Wachstum und der Diversifizierung
ihres Geschäfts verpflichtet. Die wirtschaftliche Lebens-
fähigkeit von Unternehmen in energieintensiven Branchen
ist beispielsweise stark mit kurz- und langfristigen Trends
in Bezug auf Maßnahmen zur Eindämmung des Klima-
wandels und klimarelevante regulatorische Maßnah-
men verbunden. Regulatorische Maßnahmen könnten
die Vermögenswerte, die Rentabilität und die Kredit-
würdigkeit von PeWeTe beeinträchtigen. Daher ist es das
Ziel des Unternehmens, in Übereinstimmung mit dem
Schwerpunktbereich „Grünes Geld“ in der Nachhaltigkeits-
strategie, die betriebliche Effizienz zu optimieren und wett-
bewerbsfähige Lösungen bereitzustellen, ohne dabei der
Umwelt und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Scha-
den zuzufügen und die Geschäftsethik zu respektieren.
Durch die Bereitstellung modernster Technologien trägt
die PeWeTe dazu bei, die negativen Auswirkungen ihrer
Tätigkeit auf die Umwelt und ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zu verringern. Durch den Einsatz modernster
und effizienter Managementmethoden maximiert das
Unternehmen den Nutzen jeder seiner Geschäftshand-
lungen und Managemententscheidungen. Ziel ist es,
finanzielle Gewinne für unsere Aktionäre und Investoren
zu garantieren. Die PeWeTe ist Vorreiter in der russi-
schen Multi-Stage-Fracturing-Technologie und strebt
danach, Technologieführer der Branche zu bleiben. Bei
dieser modernen Form des Fracturing werden längere,
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Abfall
2022 2021 Δ in %
Entsorgter Abfall t 19.333 16.203 19,0
Anteil an gefährlichem Abfall % 99,9 99,9 0,0
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 55
NICHT FINANZIELLER BERICHT
horizontale Bohrungen eingesetzt, um die Durchflussrate
der Ölförderung zu maximieren. Die erhöhte Durchfluss-
rate reduziert die Anzahl der für die Felderschließung
erforderlichen Bohrungen sowie die damit verbundenen
Erschließungskosten.
Ein weiteres wichtiges Element im Bereich Produkt und
Produktion ist ein erfolgreiches Supply Chain Services
(SCS)-Managementsystem, das darauf abzielt, die betrieb-
lichen Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen und
den externen Kunden bessere Dienstleistungen zu bieten.
Bei der PeWeTe sind alle Aktivitäten der Lieferkette mit
dem operativen Geschäft synchronisiert und werden in
Zusammenarbeit mit dem QHSE-Management und den
Finanzfunktionen des Unternehmens durchgeführt.
Ein effizientes Lieferkettenmanagement trägt dazu bei,
mögliche Umwelteinflüsse durch Beschaffung, Logistik und
Lagerung zu reduzieren. In Anbetracht des eher kompli-
zierten wirtschaftlichen Umfelds, der signifikanten Kosten-
steigerungen für Treibstoff, Materialien, Ausrüstung und Be-
triebsmittel und dem gleichzeitigen allumfassenden Fokus
auf Kostensenkungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung
der Qualität auf angemessenem Niveau, sind die heutigen
Lieferkettendienstleistungen eine Funktion, die die Kauf-
kraft des Unternehmens effektiv nutzt und dem Unterneh-
men erhebliche und messbare Einsparungen bringt.
LIEFERKETTE
Die Supply-Chain-Funktion der PeWeTe-Gruppe stand
2022 vor neuen Herausforderungen, nachdem in der
Ukraine eine spezielle Militäroperation begann und infol-
gedessen von den Vereinigten Staaten und europäischen
Ländern umfangreiche Sanktionen gegen Russland ver-
hängt wurden.
Ab Ende Februar 2022 wurden die meisten Lieferanten,
die importierte Produkte liefern, informiert, dass sie
bereits erteilte Aufträge aufgrund der Sanktionen, die
gegen viele Bereiche der russischen Wirtschaft, einschließ-
lich des Energiesektors, verhängt wurden, nicht erfüllen
können.
Auch die Lieferanten inländischer Produkte wurden darauf
hingewiesen, dass die Preise angesichts des starken Wech-
selkurses, des Leitzinses der Zentralbank und eines deutli-
chen Anstiegs der Inflation nicht gehalten werden können.
Die Gültigkeitsdauer der eingegangenen Handelsangebote
wurde auf einen Tag verkürzt.
Um Ausfälle von Vermögenswerten zu vermeiden und
unter den neuen Bedingungen schnell über Käufe ent-
scheiden zu können, wurden Managemententscheidungen
getroffen, die es ermöglichten, den Entscheidungszeit-
raum auf einen Tag zu verkürzen, sodass im zweiten
Quartal 2022 die erforderlichen Waren auf dem Markt
gefunden und Käufe getätigt werden konnten, auch für im-
portierte Nomenklatur, deren Aufträge wegen der Unmög-
lichkeit der Durchführung von Lieferungen aufgrund von
Sanktionsbeschränkungen gekündigt worden waren.
In Anbetracht des bestehenden Risikos, dass importierte
Produkte nicht geliefert werden, wurden die Ansätze für
die Zahlungsbedingungen für gekaufte Produkte über-
arbeitet, wobei Vorschüsse für importierte Nomenklatur
ausgeschlossen wurden.
Es ist anzumerken, dass die Lieferanten ab dem dritten
Quartal 2022 erfolgreich mit dem Wiederaufbau der Logis-
tikketten begonnen haben. Dies hat sich zweifellos sowohl
auf die Lieferfristen ausgewirkt, die sich um durchschnitt-
lich 60 Tage verlängert haben, als auch auf die Kosten der
eingekauften Waren im Vergleich zu früheren Einkäufen
der gleichen Nomenklatur.
56 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Trennung der jeweiligen Verantwortlichkeiten optimiert
werden können. Auf diese Weise werden auch potenzielle
Interessenkonflikte reduziert. Darüber hinaus betreibt das
Unternehmen eine eigene elektronische Handelsplatt-
form, über die sich die Geschäftspartner bei Beschwerden
und Einsprüchen an die Hotline für wirtschaftliche Sicher-
heit wenden können.
Die Einrichtung von Lieferkettendiensten bedeutet die
Zentralisierung aller Aktivitäten und die Vereinheitli-
chung und Standardisierung aller Systeme und Prozesse.
Die Zentralisierung der Supply-Chain-Aktivitäten bringt
deutliche Kosten- und Effizienzvorteile mit sich, da sie die
Einkaufsmacht erhöht, den Versand konsolidiert und die
Lagerorte minimiert. Darüber hinaus ist es wichtig, die
Geschäftsprozesse kontinuierlich zu optimieren, um die
Effizienz zu steigern.
Sowohl die bereits erfolgten als auch die für die nächste
Zeit bevorstehenden Änderungen werden für die PeWeTe
eine neue Ära einleiten, in der das Unternehmen seine
Präsenz auf dem Markt weiter stärken wird.
Als Maßnahme zur Beeinflussung der rechtzeitigen
Lieferung und zur Senkung der Einkaufspreise haben die
Spezialistinnen und Spezialisten der Unternehmen der
PeWeTe-Gruppe die Richtung der Importsubstitution und
der Auswahl kostengünstiger Analoga amerikanischer
und europäischer Produkte sowohl auf dem Territorium
der Russischen Föderation als auch auf dem Territorium
befreundeter Länder verstärkt. Abgesehen von den oben
erwähnten neuen Herausforderungen im Jahr 2022 kon-
zentrieren sich die SCS-Aktivitäten in erster Linie auf Be-
schaffung, Einkauf und Logistik sowie auf die Materialwirt-
schaft. Die Aufteilung des Beschaffungsprozesses in zwei
Teile – Beschaffung und Einkauf – ermöglicht es PeWeTe,
den Prozess transparenter zu gestalten und insgesamt die
gewünschte Kostenoptimierung zu erreichen. Mit dieser
organisatorischen Änderung konnte das Unternehmen
moderne Praktiken einführen, nach denen es sich um zwei
unterschiedliche Tätigkeitsbereiche handelt, die durch die
Ein weiterer Punkt in der Entwicklung der SCS ist die
Zentralisierung des Transport- und Logistik managements.
Dabei geht es um die Vereinheitlichung und Standardi-
sierung aller Systeme und Prozesse, was wiederum ein
adäquates Lieferantenmanagement, die Umsetzung
effektiver Verhandlungsstrategien sowie die Festlegung
von Standard-KPIs für betriebliche Kontrollzwecke ebenso
wie für Lieferanten erfordert. Durch Überprüfung von
Lieferanten, Optimierung von Verträgen, Marktbeobach-
tung und Automatisierung bestimmter Geschäftsprozesse
möchte die PeWeTe die Transportdienstleistungen verbes-
sern und die Logistikkosten senken.
NICHT FINANZIELLER BERICHT
—
Daten zur Lieferkette
2022 2021 Δ in %
Einsparungen bei der Beschaffung insgesamt TEUR 524 2.523 (79)
Einsparungen durch Importersatzinitiativen TEUR 632 791 (20)
Prozentsatz des Beschaffungsbudgets, der für
lokale (nationale) Lieferanten ausgegeben wird % 0,93 79 (99)
Anzahl der Verstöße gegen Ausschreibungs-
richtlinien und -verfahren für den Konzern 0 0 -
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 57
NICHT FINANZIELLER BERICHT
MATERIALWIRTSCHAFT
Im Rahmen der Einrichtung der Funktion Supply Chain
Services befasst sich die PeWeTe derzeit mit der Zent-
ralisierung ihrer Materialwirtschaft. Ziel ist es, die volle
Transparenz und Sichtbarkeit sämtlicher Bestände in allen
Lagern nahezu in Echtzeit zu erreichen. Auf diese Weise
lassen sich zu hohe bzw. überalterte Lagerbestände ver-
meiden und Aufstockungen in anderen Regionen vorneh-
men, falls dies im Notfall erforderlich oder aus wirtschaft-
lichen Gründen ratsam ist.
Die Implementierung einer ausgereiften Software, eines
Adressspeichersystems, das auf dem FIFO Prinzip (First In,
First Out) basiert, und die Automatisierung bestimmter
Lagerverwaltungsprozesse sollen wie erwartet zu einer
Rationalisierung der Bestandsführung, der Arbeitsabläufe
und der Bewirtschaftung in den Lagern des Unterneh-
mens führen.
Die digitalen Kennzahlen dieser Funktion werden auf
der Grundlage von Berichten aus dem automatisierten
1C-MTO-System berechnet. Dieses System ermöglicht es,
neue Lieferanten zu gewinnen und dadurch den Wett-
bewerb zu erhöhen und die besten Preisangebote zu
erhalten.
Mit einer korrekten Auftragsverwaltung, zeitgerechter
Planung von Mindest- und Höchstbeständen an Ersatz-
teilen und deren Einlagerung sowie der Erweiterung der
technischen Infrastruktur der Lager werden sich Still-
standszeiten in der Produktion verkürzen und Engpässe
bei Sachgütern verringern. Durch eine Reihe von Maßnah-
men zur Systematisierung, Regulierung und Verbuchung
von schwer absetzbaren und veralteten Beständen wird es
möglich sein, den Prozentsatz der illiquiden Vermögens-
bestände zu verringern. Dies wiederum bedeutet für das
Unternehmen, dass sich künftig zusätzliche wirtschaftliche
Vorteile erzielen lassen werden.
AUSBLICK
Wie bereits dargelegt, befindet sich die PeWeTe Gruppe
kontinuierlich im Prozess der Umstrukturierung und Ver-
besserung ihrer SCS-Aktivitäten.
Die Hauptziele lauten:
—
Identifizierung und Berichterstattung über sämtliche
Möglichkeiten für SCS-Verbesserungen
—
Identifizierung und systematische Analyse von SCS-
Risiken
—
Ermittlung der zugrunde liegenden Ursachen
—
Umsetzung von Korrekturmaßnahmen, um die SCS-
Risiken auf ein akzeptables Niveau zu reduzieren
—
Abschluss entsprechender Nachbesserungspläne, um
eine Wiederholung zu verhindern
—
Erreichen von SCS-Exzellenz durch kontinuierliche
Verbesserungen
—
Festlegung von Verantwortlichkeiten und Rechen-
schaftspflichten
—
Kommunikation des Zusammenhangs zwischen der
Erbringung von Dienstleistungen bzw. Lieferung von
Produkten an interne Kunden und der Erbringung von
Dienstleistungen bzw. Lieferung von Produkten an
externe Kunden
—
Festlegung von Zielen für Überprüfungen und
Entwicklung/Abschluss von Aktionsplänen, um eine
Wiederholung zu verhindern
—
Definition der Anforderungen für das Management
Review
—
Festlegung der Art und Weise, wie gewonnene Erkennt-
nisse in der gesamten Organisation kommuniziert
werden sollen
—
Vorgabe der Richtung für kontinuierliche Verbesse-
rungen bei der Erbringung von Dienstleistungen bzw.
Lieferung von Produkten an interne Kunden
—
Förderung von Qualitätsmanagementkonzepten
58 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
NICHT FINANZIELLER BERICHT
Eines der Hauptziele des SCS-Managements der PeWeTe
ist es, volle Transparenz und Kontrolle über Einkäufe zu
erlangen. Für das Unternehmen ist es entscheidend zu
wissen, woher die bezogenen Materialien und Leistungen
stammen, auf welche Art und Weise sie bezogen werden
und wie hoch die jeweiligen Aufwendungen sind.
Begleitet von den unten genannten quantitativen Zielen
und zusammen mit den Maßnahmen, die sich auf das
wesentliche Thema Technologie beziehen, sind dies
unsere Ambitionen im Fokusbereich Lieferkette.
Wien, am 27. April 2023
Denis Stankevich
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev
Chief Financial Officer
Beschreibung Ziel 2022 Leistung 2022 Status Ziel 2023
Anteil bestehender Gegenparteien, die den papierlosen
Belegfluss nutzen 75 % 55 % 75 %
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 59
CORPORATE-
GOVERNANCE-
BERICHT
Corporate Governance hat für die Petro Welt Technolo-
gies AG (PeWeTe) einen hohen Stellenwert und geht weit
über die bloße Erfüllung der Anforderungen geltender
Gesetze hinaus. Der Vorstand ist verpflichtet, die Unter-
nehmensführung unter der Aufsicht des Aufsichtsrats an
den geltenden nationalen und internationalen Maßstäben
auszurichten.
Um allen Kapitalmarktteilnehmern ein hohes Maß an
Transparenz und Offenheit zu gewähren, haben Vorstand
und Aufsichtsrat bereits 2006 beschlossen, den Deutschen
Corporate Governance Kodex („Kodex“) anzuwenden.
Grundlage für diesen Bericht ist der Kodex in der Fassung
vom 28. April 2022, die unter www.dcgk.de eingesehen
werden kann.
DIE GESELLSCHAFTSORGANE DER PEWETE
Die Aktionärinnen und Aktionäre können ihre Rechte bei
Nachweis des Besitzes der Wertpapiere (§ 10a österrei-
chisches Aktiengesetz (AktG) bzw. § 16 der Satzung der
Gesellschaft) in der Hauptversammlung wahrnehmen
und ihr Stimmrecht ausüben. Der Besitz einer Aktie der
Gesellschaft gewährt eine Stimme. Mehrfach-, Vorzugs
oder Höchststimmrechte gibt es nicht. Die Einladung zur
Hauptversammlung sowie die für die Beschlussfassungen
erforderlichen Berichte und Informationen werden ge-
mäß den geltenden Vorschriften des AktG veröffentlicht
und auf der Website der PeWeTe (www.PeWeTe.com) zur
Verfügung gestellt.
DIE ARBEITSWEISE VON AUFSICHTSRAT
UND VORSTAND
Nach geltendem Recht ist für die Führung der Gesell-
schaft ein duales System vorgeschrieben, das eine strikte
personelle Trennung zwischen Leitungs- und Überwa-
chungsorgan erfordert. Nach diesem System ist eine
gleichzeitige Mitgliedschaft in beiden Organen nicht
zulässig.
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
60 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
—
Maurice Gregoire Dijols,
Vorsitzender des Aufsichtsrats,
geboren am 1. August 1951
—
Remi Paul,
Mitglied des Aufsichtsrats,
geboren am 16. Februar 1966
—
Stephan Theusinger,
Mitglied des Aufsichtsrats
(seit 25. Jänner 2022) , gebo-
ren am 6. September 1977
DIE MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Maurice Gregoire Dijols
—
Alussa Energy Acquisition Corp, Kaimaninseln –
Non-Executive Director
Stephan Theusinger
—
C. + A. Board Management AG, Andermatt, Schweiz
—
C. + A. Management Services AG, Schattdorf, Schweiz
In seiner gegenwärtigen Zusammensetzung erfüllt der
Aufsichtsrat sämtliche Anforderungen der Unvoreinge-
nommenheit. Die folgenden Mitglieder des Aufsichtsrats
gelten als unabhängig:
—
Remi Paul
—
Ralf Wojtek (bis 25. Jänner 2022)
—
Stephan Theusinger (gewählt am 25. Jänner 2022)
—
Ralf Wojtek,
Mitglied des Aufsichtsrats,
geboren am 29. Mai 1945
Alle derzeitigen Mitglieder des Aufsichtsrats, sind bis
zum Abschluss der Hauptversammlung bestellt, der die
formelle Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrats
für das Geschäftsjahr 2026 obliegt.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats der Gesellschaft haben
folgende Mandate in inländischen oder ausländischen
Unternehmen inne:
Ralf Wojtek
—
GO! Holding AG, Berlin, Deutschland –
Mitglied des Aufsichtsrats
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 61
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
Maurice Gregoire Dijols ist der alleinige Eigentümer von
Joma Industrial Source Corp. (Joma) und kontrolliert
zum 31. Dezember 2021 mittelbar durch dieses Unter-
nehmen 87 % der Aktien der PeWeTe. Joma hat weitere
Anteile erworben, so dass Maurice Gregoire Dijols seit
dem 23. Februar 2022 90,23 % der gesamten Aktien der
PeWeTe kontrolliert.
Der Aufsichtsrat überwacht und berät den Vorstand bei
der Geschäftsführung der PeWeTe. Aufgaben und Zustän-
digkeiten sowie Einberufung, Vorbereitung und Leitung
der Sitzungen des Aufsichtsrats sind in der Satzung der
Gesellschaft geregelt. Zu den Aufgaben des Aufsichts-
rats gehören die Bestellung und Abberufung von Vor-
standsmitgliedern sowie die Festlegung der Vergütung
der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat hat einen
Prüfungsausschuss eingerichtet, der die ihm auf Veranlas-
sung des Aufsichtsrats übertragenen Prüfungsaufgaben
erfüllt, soweit dies gesetzlich zulässig ist. Die Bildung
dieses Ausschusses ist nach österreichischem Recht zwin-
gend vorgeschrieben.
DIE MITGLIEDER DES VORSTANDS
Die Mitglieder des Vorstands waren:
—
Yury Semenov (bis 19. Juli 2021)
—
Valeriy Inyushin (bis 27. September 2021)
—
Denis Stankevich (gewählt am 19. Juli 2021)
—
Kirill Bakhmetyev (gewählt am 4. Oktober 2021)
—
Denis Stankevich,
Vorsitzender des Vorstands, geboren am 10. Dezem-
ber 1974; verantwortlich für wichtige Unternehmens-
funktionen wie Geschäftsstrategie, Geschäftsentwick-
lung und Geschäftspolitik
—
Kirill Bakhmetyev,
Chief Financial Officer, geboren am 13. März 1969;
verantwortlich für zentrale Planung, Unternehmens-
finanzen, Rechnungswesen und Investitionspolitik,
internes Kontrollsystem und Investor Relations
62 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
RISIKOMANAGEMENT
Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäft-
lichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corpo-
rate Governance. Dem Vorstand der PeWeTe und dem
Management der PeWeTe Gruppe stehen umfassende,
konzern- und unternehmensspezifische Berichts- und
Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung,
Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen.
Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und
den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst.
Weiters werden diese Systeme im Rahmen des jährlichen
Audits im Hinblick auf ihre Effizienz und Funktionalität ge-
prüft. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmä-
ßig über die bestehenden Risiken und deren Entwicklung.
Einzelheiten zum Risikomanagement im Konzern sind im
Risikobericht dargestellt, der Teil des Geschäftsberichts
der PeWeTe ist. Hierin ist der verpflichtende Bericht zum
rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und
Risikomanagementsystem enthalten.
TRANSPARENZ
Die PeWeTe informiert die Teilnehmer auf dem Kapital-
markt und die interessierte Öffentlichkeit unverzüglich,
regelmäßig und zeitgleich über die aktuelle Finanzlage
des Konzerns. Der Lagebericht, der Halbjahresbericht so-
wie die Quartalsberichte werden im Rahmen der von der
Frankfurter Börse dafür vorgegebenen Fristen veröffent-
licht. Aktuelle Ereignisse und neue Entwicklungen gibt
die PeWeTe über Pressemeldungen und gegebenenfalls
Ad-hoc-Mitteilungen bekannt. Diese Informationen wer-
den in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung
gestellt. Die Website www.PeWeTe.com, bietet darüber
hinaus umfangreiche Informationen zur PeWeTe Gruppe
und zur Aktie der PeWeTe. Die PeWeTe organisiert für
das Management und Mitarbeiter der PeWeTe Gruppe
regelmäßige Compliance-Schulungen. Die Compliance-
Schulungen werden automatisch generiert und sind
zum Zeitpunkt der Einstellung des Personals rein online-
basiert.
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
Angelegenheiten von grundsätzlicher oder wesentlicher
Bedeutung bedürfen der Zustimmung des gesamten
Vorstands. Der Vorstand hält sich an die Satzung der
Gesellschaft und die vom Aufsichtsrat erlassenen Richt-
linien, die neben den Aufgaben und Verantwortlichkeiten
der Vorstandsmitglieder insbesondere die bei Beschluss-
fassungen zu beachtenden Verfahren regeln und Be-
stimmungen zur Vermeidung von Interessenkollisionen
enthalten.
Die PeWeTe hat für alle Mitglieder ihres Aufsichtsrats und
ihres Vorstands eine D&O-Versicherung ohne Selbstbe-
halt abgeschlossen.
DIE VERGÜTUNG VON AUFSICHTSRAT
UND VORSTAND
Die PeWeTe entspricht den Empfehlungen des Deutschen
Corporate Governance Kodex, wonach die Vergütung der
Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder individualisiert
offengelegt werden soll. Die Vergütungen werden im
Vergütungsbericht gemäß der Vergütungspolitik geson-
dert ausgewiesen.
Die Vergütung der Vorstandsmitglieder umfasst fixe
und variable Bestandteile. Die fixe Vergütung setzt sich
aus Grundgehalt und Zusatzleistungen zusammen und
entspricht der marktüblichen Praxis. Die variable Ver-
gütung fördert und prämiert herausragende Leistungen
auf der Basis von Festlegungen ehrgeiziger und hoch-
gesteckter Ziele.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 63
FINANZKALENDER
Der Finanzkalender des Unternehmens bietet eine über-
sichtliche Zusammenfassung aller geplanten Termine der
wesentlichen wiederkehrenden Ereignisse und Veröffent-
lichungen. Der Kalender wird veröffentlicht und auf der
Website der PeWeTe zur Verfügung gestellt.
DIRECTORS’ DEALINGS
Management der PeWeTe Gruppe 2022
Keiner der nachfolgend angeführten Vorstände der Gesell-
schaften hält Aktien am Unternehmen:
—
Denis Stankevich – Vorstandsvorsitzender der Petro Welt
Technologies AG
—
Kirill Bakhmetyev – Chief Financial Officer der Petro Welt
Technologies AG
—
Uzim Ilyasova – General Manager PeWeTe Kazakhstan LLP
—
Androulla Papadopoulou und Eliana Giannakou
Hadjisavva – Directors PEWETE Evolution LIMITED
—
Eliana Giannakou Hadjisavva – General Manager Well-
prop Cyprus LIMITED
—
Christian Jennevin – General Director PeWeTe EVO
EUROPE LLC, Romania
—
Christian Jennevin – Administrator PeWeTe EVO EUROPE
LLC, Romania, Company liquidated in December 2022
Directors der Unternehmen der PeWeTe Gruppe bis zum Verkauf
der russischen Tochtergesellschaften per 29. August 2022
Keiner der unten aufgeführten Directors hält Aktien
der Gesellschaft
—
Nikolay Mulko – General Manager Petro Welt Techno-
logies LLC (PeWeTe); Petro Welt Technologies LLC ist
eine Verwaltungsgesellschaft, die als alleiniges Exeku-
tivorgan von KAToil-Drilling LLC, KATOBNEFT LLC und
KATKoneft LLC dient
—
Olga Matsukevich – General Manager Trading House
KAToil LLC
—
Irina Belyaeva – General Manager KAT.oil Leasing LLC
—
Anna Nikitina – General Manager Wellprop LLC
Aufsichtsrat Petro Welt Technologies AG (PeWeTe)
—
Maurice Gregoire Dijols – Vorsitzender des Aufsichtsrats
—
Remi Paul – 0 Aktien
—
Ralf Wojtek – 0 Aktien (bis 25. Jänner 2022)
—
Stephan Theusinger – 0 Aktien (seit 25. Jänner 2022)
Im Jahr 2022 kündigte der Hauptaktionär Joma Industrial
Source Corp. seine Absicht an, alle Aktien der Petro Welt
Technologies AG, die von den verbleibenden Minderheits-
aktionären gehalten werden, im Wege eines Squeeze-outs
zu erwerben. Die Hauptversammlung, die über den Aus-
schluss der Minderheitsaktionäre beschließen soll, ist für
das Jahr 2023 geplant.
—
Aktionäre
Aktien in Stück Anteil
Petro Welt Holding Limited 23.300.000 47,70 %
Joma Industrial Source Corp. 19.228.711 (20.778.088 zum 23. Februar 2022) 39,36 % (42,53 % zum 23. Februar 2022)
Streubesitz 6.321.289 (4.771.912 zum 23. Februar 2022) 12,94 % (9,77 % zum 23. Februar 2022)
Gesamt 48.850.000 100,00 %
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
64 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
DIVERSITY MANAGEMENT
Die PeWeTe setzt sich für die Gleichbehandlung aller Men-
schen ein – unabhängig von Geschlecht, Alter, individuellen
Fähigkeiten, Religion, Kultur, Hautfarbe, Bildung, sozialem
Hintergrund, sexueller Orientierung oder Nationalität.
Das Unternehmen lehnt jede Form von Diskriminierung,
Mobbing und sexueller Belästigung entschieden ab. Bei der
Führungskräfteentwicklung wird auf die Vermittlung dieser
Führungswerte besonderes Augenmerk gelegt. Da das
Unternehmen in einer Branche mit starkem technischen
Fokus tätig ist, liegt eine besondere Herausforderung darin,
in allen Tätigkeitsbereichen ein zufriedenstellendes Ge-
schlechterverhältnis zu erreichen. Angesichts der mitunter
widrigen Arbeitsbedingungen hat die PeWeTe Gruppe eine
Politik zur Gewährung von Sonderurlaub über den Jahres-
urlaub hinaus eingeführt. Es wird daran gearbeitet, Gleich-
stellungsziele und -maßnahmen zu entwickeln und umzu-
setzen. Im Jahr 2022 wurden dem Management keine Fälle
von Diskriminierung gemeldet.
Strategisches Ziel ist es, eine größere personelle Vielfalt
und kulturelle Mischung unter den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern zu erreichen. Wir wollen den Frauenanteil
in Managementfunktionen erhöhen, besseren Zugang zu
Aus- und Weiterbildungsprogrammen in allen Regionen,
in denen wir tätig sind, bieten und junge Fach- und Nach-
wuchskräfte fördern.
Die PeWeTe überwacht kontinuierlich Geschlecht, Alter,
Herkunft, Dienstalter, relevante Kenntnisse und Erfah-
rungen sowie Lohngerechtigkeit, um auf allen Karriere-
stufen eine faire Behandlung und Chancengleichheit
zu gewährleisten. Das Unternehmen hat ein effektives
Whistleblowing- System eingerichtet.
DIVERSITÄTSSTRATEGIE FÜR AUFSICHTSRAT
UND VORSTAND
Die Hauptkriterien bei der Auswahl der Vorstands- und
Aufsichtsratsmitglieder sind relevante Kenntnisse zu
einem breiten Themenspektrum sowie persönliche Integ-
rität und Erfahrung in Führungspositionen. Auch Aspekte
der Diversität des Aufsichtsrats, insbesondere die Präsenz
beider Geschlechter und die Altersstruktur, finden Berück-
sichtigung.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Haupt-
versammlung gewählt. Weibliche Führungskräfte werden
gleichrangig mit männlichen Führungskräften bewertet,
und es werden weibliche Kandidaten mit den gleichen
fachlichen Qualifikationen wie männliche Kandidaten zur
Wahl in den Aufsichtsrat empfohlen. Die PeWeTe muss
keine Frauenquote nach dem österreichischen Gleichstel-
lungsgesetz von Frauen und Männern in Aufsichtsräten
(GFMA-G) erfüllen. Das Gesetz schreibt lediglich für Unter-
nehmen mit sechs oder mehr Aufsichtsratsmitgliedern
einen Frauenanteil von mindestens 30 % vor.
Bei der Auswahl der besten Kandidaten für den Vorstand
hat der Aufsichtsrat das Kriterium Diversität zu berück-
sichtigen. Unter Diversität versteht man insbesondere
unterschiedliche, sich ergänzende Fachprofile sowie beruf-
liche und allgemeine Erfahrungen, auch im internationa-
len Bereich, wobei beide Geschlechter in angemessener
Weise vertreten sein sollen.
Derzeit haben Aufsichtsrat und Vorstand des Unterneh-
mens keine weiblichen Mitglieder. Die Beförderung von
Frauen in Führungspositionen wird nicht beschränkt. Bis
zum Verkauf der russischen Tochtergesellschaften betrug
der Frauenanteil in Führungspositionen auf Konzern-
ebene 15 %. Wie weiter oben unter „Director‘s Dealings“
dargestellt, bekleiden vier Frauen innerhalb des Konzerns
Geschäftsführungspositionen. Bis zum Verkauf der rus-
sischen Tochtergesellschaften lag der Frauenanteil unter
den Mitarbeitenden konzernweit bei 11 %. Die Mitglieder
des Aufsichtsrats sind zwischen 46 und 71 Jahre alt, bei
einem Durchschnittsalter von 58 Jahren, während die Mit-
glieder des Vorstands zwischen 48 und 53 Jahre alt sind.
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 65
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
ENTSPRECHENSERKLÄRUNG
Die PeWeTe sieht sich den anerkannten Grundsätzen
guter Unternehmensführung (Corporate Governance)
verpflichtet. Als Emittent an der Frankfurter Börse mit Sitz
in Österreich hat sich die PeWeTe, in Übereinstimmung
mit dem Corporate Governance Kodex Österreichs, ent-
schlossen, den Deutschen Corporate Governance Kodex
anzuwenden. Eine grundlegende Voraussetzung dafür ist
die im deutschen Aktiengesetz vorgeschriebene jährliche
Entsprechenserklärung.
Die PeWeTe (die „Gesellschaft“) wurde nach österreichi-
schem Recht gegründet und unterliegt den österreichi-
schen Gesetzen, Regeln und Verordnungen. Insofern
hängt die Befolgung des Deutschen Corporate Governan-
ce Kodex durch die Gesellschaft stets davon ab, inwieweit
dessen Empfehlungen mit den für die Gesellschaft gelten-
den österreichischen Gesetzen, Regeln und Verordnun-
gen vereinbar sind. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesell-
schaft erklären hiermit, ohne dazu rechtlich verpflichtet
zu sein, dass mit Ausnahme der unten angegebenen
Empfehlungen sämtlichen Empfehlungen der Regierungs-
kommission Deutscher Corporate Governance Kodex, so
wie sie vom Bundesjustizministerium im Bundesanzeiger
in der Fassung vom 28. April 2022 bekannt gemacht wor-
den sind, entsprochen wurde und wird.
1. Empfehlungen A.2, B.1 und C.1
Der Kodex enthält Empfehlungen im Hinblick auf Diversi-
tät und Altersbeschränkungen für Vorstandsmitglieder
und Führungskräfte. Wahlvorschläge an die zuständigen
Gremien zur Nominierung in den Aufsichtsrat und in den
Vorstand tragen diesen Zielen Rechnung. Die vorerwähn-
ten Zielsetzungen und der Stand der Umsetzung, insbe-
sondere hinsichtlich der Einführung einer Frauenquote,
werden im Corporate-Governance-Bericht veröffentlicht.
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrats gewährleistet
eine effektive Beratung und Überwachung des Vorstands,
die am Interesse der Gesellschaft ausgerichtet ist und
österreichischem Recht entspricht. Um eine pflicht-
gemäße Wahrnehmung dieser gesetzlich vorgeschriebe-
nen Aufgaben sicherzustellen, lässt sich der Aufsichtsrat
bei seinen Wahlvorschlägen, die er der Hauptversamm-
lung unterbreitet, in erster Linie von den Kenntnissen,
Fähigkeiten und Erfahrungen der in Betracht kommenden
Kandidatinnen und Kandidaten leiten. Darüber hinaus
berücksichtigt der Aufsichtsrat in angemessener Weise
die internationale Tätigkeit der Gesellschaft, potenzielle
Interessenkonflikte sowie Kriterien der Vielfalt.
2. Empfehlung B.5
Aufgrund der Besonderheiten der Öldienstleis-
tungs-Branche gibt es nur eine begrenzte Anzahl von
Senior-Level-Experten mit internationaler Erfahrung.
3. Empfehlung C.2
Aufgrund der Besonderheiten der Öldienstleis-
tungs-Branche gibt es nur eine begrenzte Anzahl von
Senior-Level-Experten mit internationaler Erfahrung.
4. Empfehlungen C.10 und D.3 (letzter Satz)
Aufgrund der geringen Zahl der Aufsichtsratsmitglieder
wird von dieser Empfehlung abgewichen. Der Aufsichts-
ratsvorsitzende übernimmt daher auch den Vorsitz des
Prüfungsausschusses.
5. Empfehlung D.1
Der Aufsichtsrat ist in einer eigenen Geschäftsordnung
geregelt. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates ist
unveröffentlicht. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung
der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats auf der Internet-
seite der Gesellschaft besteht laut Deutschem Corporate
Governance Kodex (DCGK) nicht.
66 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
CORPORATE- GOVERNANCE- BERICHT
6. Empfehlungen D.2 und D.4
Die Gesellschaft und der Aufsichtsrat sind aufgrund der
geringen Zahl an Aufsichtsmitgliedern der Ansicht, dass
es nicht angemessen wäre und die Effizienz der Aufsichts-
ratsarbeit nicht steigern würde, neben dem gesetzlich
vorgeschriebenen Prüfungsausschuss noch weitere Aus-
schüsse einzurichten. Aus demselben Grund wurde auch
kein Nominierungsausschuss eingerichtet.
7. Empfehlung D.6
Aufgrund der geringen Größe des Aufsichtsrats würden
zusätzliche Aufsichtsratssitzungen allein die Effizienz der
Aufsichtsratsarbeit nicht erhöhen.
8. Empfehlung F.2
Der Konzernabschluss der Gesellschaft ist nicht binnen
90 Tagen nach Geschäftsjahresende und die Zwischen-
berichte sind nicht binnen 45 Tagen nach Ende des
Berichtszeitraums öffentlich zugänglich. Dies ist auf die
komplexen Anforderungen an die Berichterstattung in
Russland, Kasachstan und anderen Ländern, in denen das
Unternehmen tätig ist, zurückzuführen.
9. Empfehlungen G.1 bis G.16
Die Vergütungspolitik und der Vergütungsbericht der
Gesellschaft werden in Übereinstimmung mit den §§ 78a
ff. AktG und unter Einbeziehung der Aktionäre (basierend
auf der RICHTLINIE (EU) 2017/828 – Aktionärsrechterichtli-
nie) erstellt und umgesetzt.
Die Gesellschaft folgt gegenwärtig nicht der Empfehlung,
in Vorstandsanstellungsverträgen bei vorzeitiger Beendi-
gung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund einen
Abfindungs-Cap vorzusehen.
Die diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften in Deutsch-
land finden in Österreich keine Anwendung, weshalb die
Gesellschaft dieser Empfehlung nicht nachkommt.
Die monetären Elemente der den Mitgliedern des Vor-
stands der Gesellschaft gewährten Vergütung beinhalten
weder Aktienoptionen oder vergleichbare Gestaltungen
noch Versorgungszusagen für betriebliche Pensions-
rückstellungen oder Pensionsfonds. Dementsprechend
wurden Empfehlungen, die sich auf Aktienoptionspläne
oder vergleichbare Gestaltungen beziehen (z. B. Erforder-
nis der Einhaltung relevanter Vergleichsparameter, Aus-
schluss nachträglicher Änderungen von Erfolgszielen oder
Vergleichsparametern, Vereinbarung einer Begrenzungs-
möglichkeit (Cap) bei außerordentlichen, unvorhergesehe-
nen Entwicklungen), nicht umgesetzt. Folglich enthält der
Vergütungsbericht der Gesellschaft weder Angaben zum
Wert von Aktienoptionsplänen oder ähnlichen langfristi-
gen Anreizen und risikoreichen Komponenten der Vergü-
tung ihrer Vorstandsmitglieder noch Angaben zu Einzah-
lungen in Pensionsrückstellungen oder Pensionsfonds.
Ferner enthält der Corporate-Governance-Bericht der
Gesellschaft keine Angaben über Aktienoptionsprogram-
me oder ähnliche wertpapierorientierte Anreizsysteme.
Wenn für Vorstandsmitglieder künftig Aktienoptionspläne
oder -programme eingeführt werden, wird dies nach den
engen Maßstäben des Kodex erfolgen.
Wien, am 27. April 2023
Denis Stankevich
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev
Chief Financial Officer
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 67
BERICHT DES AUF-
SICHTSRATS FÜR
DAS GESCHÄFTS-
JAHR 2022
Der Aufsichtsrat hat während des gesamten Geschäfts-
jahres 2022 die Geschäftsführung der Petro Welt Techno-
logies AG (PeWeTe) durch den Vorstand sorgfältig über-
wacht und den Vorstand auf der Grundlage ausführlicher
mündlicher und schriftlicher Berichte sowie konstruktiver
Gespräche zwischen Aufsichtsrat und Vorstand bei der
Entscheidungsfindung beraten.
Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmä-
ßig, zeitnah und umfassend über den Geschäftsverlauf,
die gesamtwirtschaftliche Lage in den Kernmärkten der
Gesellschaft, das betriebliche Umfeld sowie die geschäft-
lichen Chancen und Risiken für PeWeTe und den Konzern
insgesamt. Der Aufsichtsrat hielt sechs und der Prüfungs-
ausschuss drei Sitzungen im Jahr 2022:
—
31. März 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats,
des Vorstands und des Prüfungsausschusses);
—
25. April 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats
und des Prüfungsausschusses; Wirtschaftsprüfer);
—
29. Juni 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats
und des Vorstands);
—
16. August 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats);
—
29. September 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats
und des Vorstands);
—
22. Dezember 2022 (alle Mitglieder des Aufsichtsrats
und des Prüfungsausschusses; Wirtschaftsprüfer)
Der Aufsichtsrat hat die Abschlüsse der Gesellschaft vor
der Veröffentlichung geprüft und wurde von den Wirt-
schaftsprüfern über alle Prüfungsaktivitäten und deren
Ergebnisse informiert.
Die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden vom Vorstand
umfassend über die laufenden Geschäfte und die wesent-
lichen Geschäftsvorfälle informiert.
Der Jahresabschluss von PeWeTe zum 31. Dezember 2022
und der Lagebericht 2022 einschließlich der nichtfinanziel-
len Teile wurden von der Mazars Austria GmbH geprüft.
Die Prüfung hat nach ihrem abschließenden Ergebnis
keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben, sodass für
das Geschäftsjahr 2022 ein uneingeschränkter Bestäti-
gungsvermerk erteilt werden konnte. Dasselbe gilt für den
Konzernabschluss 2022.
Der Aufsichtsrat hat sowohl den Einzel- als auch den
Konzernabschluss für das am 31. Dezember 2022 enden-
de Geschäftsjahr einschließlich des Lageberichts, des
Corporate Governance- und des Nachhaltigkeitsberichts
sowie des nichtfinanziellen Berichts für 2022 gebilligt. Der
Jahresabschluss 2022 der PeWeTe ist damit gemäß § 96
Abs. 4 AktG festgestellt. Weiters hat der Aufsichtsrat den
Konzernabschluss und den Konzernlagebericht für das
Jahr 2022 gebilligt.
Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag des Vorstands der
PeWeTe, für das Geschäftsjahr 2022 keine Dividende aus-
zuschütten, geprüft und gebilligt.
Weitere Informationen zur Zusammensetzung und zur
Arbeit des Aufsichtsrats sowie zu seiner Vergütung finden
Sie im Anhang, im Corporate-Governance-Bericht und im
Vergütungsbericht.
Abschließend danken wir dem Vorstand und allen Mitar-
beiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für ihren Ein-
satz und ihre Unterstützung im Geschäftsjahr 2022 sowie
allen Aktionären, Kunden und Partnern für ihr Vertrauen.
Wien, 27. April 2023
Maurice Gregoire Dijols
für den Aufsichtsrat
BERICHT DES AUFSICHTSRATS
CHAPTER
68 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Das Jahr 2022
brachte noch
nie dagewesene
Wendepunkte für die
weltweite Ölindustrie.
Vor diesem Hintergrund
musste PeWeTe harte
Entscheidungen treffen, um
die Zukunft des Unternehmens
zu sichern und damit die Interessen
ihrer Stakeholder zu wahren.
KONZERN-
LAGEBERICHT
70 Wirtschaftliches Umfeld
80 Entwicklung der PeWeTe Gruppe
82 Konzernstruktur
83 Operative Entwicklung des Konzerns
90 Risikomanagementbericht
95 Aktionärsstruktur und Angaben
zum Kapital
96 Internes Kontrollsystem
98 Forschung und Entwicklung
99 Nichtfinanzieller Bericht
99 Wesentliche Ereignisse nach
dem Bilanzstichtag
100 Ausblick für 2022
70 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNLAGE-
BERICHT
ANGABEN GEMÄSS § 267 UGB
WIRTSCHAFT-
LICHES UMFELD
2022 sah sich die Weltwirtschaft mit immensen Herausfor-
derungen konfrontiert. Die massiv gestiegene Inflation,
Lieferkettenunterbrechungen durch den Krieg Russlands
in der Ukraine und die Null-Covid-Strategie der
Volksrepublik China belasteten den globalen Handel
schwerwiegend. Immer mehr Volkswirtschaften verzeich-
nen ein verlangsamtes Wachstum oder sogar eine
Schrumpfung. Nach Angaben des Internationalen Wäh-
rungsfonds (IWF) wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2022
um 3,2 %, nach einem Anstieg um 6,0 % im Jahr 2021.
Die größten Volkswirtschaften der Welt zeigten sich
im Jahr 2022 abgeschlagen. Nach Angaben des IWF
schrumpfte das weltweite BIP im zweiten Quartal sogar,
wenn auch nur um 0,1 Prozentpunkte. Dies war vor allem
auf das in diesem Zeitraum negative Wirtschaftswachs-
tum in China, Russland und den USA sowie den osteuro-
päischen Ländern zurückzuführen, die unmittelbar vom
Krieg in der Ukraine und den nachfolgenden Sanktionen
betroffen waren.
Gleichzeitig wurde jedoch in den vom Tourismus abhän-
gigen südeuropäischen Volkswirtschaften ein Wachstum
verzeichnet, das in Europa insgesamt im Jahr 2022 eine
positive Entwicklung ermöglichte. Denn obwohl die Wirt-
schaftsleistung in Europa in der zweiten Jahreshälfte leicht
rückläufig war, nahm das BIP im Jahr 2022 insgesamt um
3,1 % zu (2021: +5,2 %). Neben den sich abschwächenden
Wirtschaftsindikatoren und der politisch unsicheren Situ-
ation hat Europa jedoch mit einer Verschärfung der Ener-
giekrise zu kämpfen, wodurch das Wachstum stark be-
einträchtigt und die Inflation weiter in die Höhe getrieben
wird. Für das Jahr 2023 rechnet der IWF in Europa daher
mit einem nur geringen Wirtschaftswachstum von 0,5 %.
Die USA erlebten einen besonders starken Rückgang der
Wirtschaftsleistung. Nachdem das BIP hier 2021 noch um
5,7 % angestiegen war, verlangsamte sich das Wachstum mit
1,6 % im Jahr 2022 deutlich. Hauptgründe dafür waren der
durch gesunkene Einkommen gebremste private Konsum
sowie geringere Ausgaben infolge höherer Zinssätze, insbe-
sondere für Immobilien-Investments. Das Wachstum der US-
Wirtschaft wird sich laut IWF voraussichtlich weiter verlangsa-
men und dürfte im Jahr 2023 nur mehr bei 1,0 % liegen.
Chinas BIP nahm im Jahr 2022 lediglich um 3,2 % zu
(2021: +8,1 %). Gebremst wurde das Wirtschaftswachstum
dabei vor allem durch erneute Covid-19-Ausbrüche und
Mobilitätsbeschränkungen als Teil der Null-Covid-Strategie
der chinesischen Regierung. Nicht nur im Inland führten
Lockdowns zu erheblichen Einschränkungen, auch die
bereits angespannten globalen Lieferketten wurden durch
die Beschränkungen weiter behindert. Zudem hat das
Land nach wie vor mit einer Immobilienkrise zu kämpfen,
die auch auf den heimischen Bankensektor übergreifen
könnte. Aufgrund dieser Entwicklungen dürfte die chinesi-
sche Wirtschaft laut Angaben des IWF mit einem erwarte-
ten BIP-Anstieg von 4,4 % auch im Jahr 2023 nur langsam
wachsen.
Indien zählte im Jahr 2022 mit einem BIP-Anstieg von 6,8 %
zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirt-
schaften, konnte jedoch sein Wachstumsniveau aus dem
Vorjahr auch nicht halten (2021: +8,7 %). Diese Verlangsa-
mung spiegelt die gedämpfte Nachfrage aus dem Ausland
und das gebremste Wachstum von Indiens Handelspart-
ner China wider. Im Jahr 2023 wird die indische Wirtschaft
laut IWF um 6,1 % zulegen.
Das Wachstum des Welthandels verlangsamte sich im
Berichtszeitraum erheblich. Bezogen auf das Handel-
svolumen entwickelte sich der Welthandel im Jahr 2022
zwar gut, angesichts des starken US-Dollars und des Rück-
gangs der Rohstoffpreise seit Mitte des Jahres wertmäßig
jedoch verhalten. Nach Angaben des IWF fiel das Wachs-
tum von 10,1 % im Jahr 2021 auf 4,3 % im Jahr 2022, für
das Jahr 2023 wird nur mehr ein Plus von 2,5 % erwartet.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 71
KONZERNLAGEBERICHT
Die globale Inflation stieg auf 8,8 % im Jahr 2022 an
(nach 4,7 % im Jahr 2021), dürfte laut IWF jedoch auf
6,5 % im Jahr 2023 und auf 4,1 % im Jahr 2024 zurück-
gehen. Allerdings könnten weitere Schocks bei den
Energie- und Lebensmittelpreisen die Abschwächung
der Inflation verzögern.
Für 2023 rechnet die OECD mit einem Anstieg der welt-
weiten Wirtschaftsleistung um 2,2 %. Eine Spur optimis-
tischer zeigt sich der IWF mit einer Prognose von +2,7 %.
Jedenfalls befindet sich das Wachstum damit auf dem
niedrigsten Niveau seit 2001 – mit Ausnahme der globalen
Finanzkrise und der akuten Phase der Covid-19-Pandemie.
DIE RUSSISCHE WIRTSCHAFT 2022
2022 war ein schwieriges Jahr für die russische Wirtschaft.
Der Ende Februar 2022 begonnene Krieg in der Ukraine
zog umfangreiche internationale Sanktionen nach sich
und machte Russland zu dem am stärksten sanktionier-
ten Land der Welt. Die restriktiven Maßnahmen zeigten
Wirkung und führten unter anderem zu einem Rückgang
des Handels und einer steigenden Inflation. Nach einem
Jahr negativer Wirtschaftsdynamik wird die russische Wirt-
schaft auch 2023 weiter schrumpfen.
Zu Beginn des Jahres 2022 verzeichnete Russlands Wirt-
schaft noch eine positive Entwicklung. Das Land befand
sich bis Mitte Februar 2022 in der Post-Covid-Erholungs-
phase und durchlief bis dato ein robustes Wirtschafts-
wachstum von 4,7 %, getrieben durch den hohen Rohstoff-
bedarf und rasant steigende Ölpreise. Der Covid-bedingte
Rückgang um 2,9 % aus dem Jahr 2020 konnte damit mehr
als kompensiert werden.
Durch den Kriegsbeginn in der Ukraine änderte sich die
Situation allerdings schlagartig. Von Ende Februar 2022
bis zum Jahresende wurden von der Europäischen Union
(EU) neun Sanktionspakete eingeführt, die insbesondere
auf die politische, militärische und wirtschaftliche Elite
abzielten, um die russische Wirtschaft zu schwächen und
die Kosten für die Kriegsführung zu erhöhen. Im Dezem-
ber 2022 verabschiedete das EU-Parlament zudem eine
Resolution, die Russland als Terrorsponsor brandmarkt.
Auch Kanada, Japan, die USA, das Vereinigte Königreich
und die Schweiz sowie die restliche westliche Welt führten
umfassende Sanktionen gegen Russland ein. Besonders
schwerwiegend waren neben dem weitgehenden interna-
tionalen Flugboykott die Finanzsanktionen gegen Russ-
land. Der Kreml führte unterdessen Devisen- und Kapital-
verkehrsbeschränkungen sowie Exportbeschränkungen
ein, so etwa für Holzwaren und agrarische Produkte wie
Zucker, Weizen, Mais.
Laut IWF ist das BIP in Russland im Jahr 2022 um 3,4 %
gesunken. Sowohl der IWF und die Weltbank als auch die
OECD prognostizieren für das Jahr 2023 einen weiteren
Rückgang. Während der IWF einen Verlust von 2,3 % er-
wartet, rechnet die Weltbank mit einem Minus von 3,6 %
und die OECD mit einem Minus von 5,6 %.
Der Purchasing Managers Index (PMI) für den russischen
Dienstleistungssektor sank im Dezember 2022 auf 45,9,
nach 48,3 im November. Sowohl die Produktion als auch
die Auftragseingänge gingen den dritten Monat in Fol-
ge zurück, da sich die Nachfrage in- und ausländischer
Kunden verschlechterte. Der PMI für das verarbeitende
Gewerbe lag im Dezember 2022 bei 53,0, nachdem er im
Monat zuvor mit 53,2 ein Sechs-Jahres-Hoch erreicht hat-
te. Während die Auftragseingänge aufgrund der Inlands-
nachfrage weiter anstiegen, schwächte sich das Produk-
tionswachstum ab. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung so
schnell wie seit über 21 Jahren nicht mehr.
Der russische Staatshaushalt verzeichnet trotz gestiege-
ner Aufträge und hoher Erlöse aus dem Rohstoffexport
seit Juni 2022 ein Defizit, vor allem aufgrund der hohen
Kriegskosten in Höhe von rund USD 82 Mrd. allein in den
ersten neun Monaten des Jahres 2022. Auch der russische
Waren- und Dienstleistungsverkehr ging im Jahr 2022
deutlich zurück. Das Öl-Embargo, auf das sich die EU An-
fang Juni 2022 einigte, zielt ebenso auf Russlands Staats-
einnahmen ab wie das Einfuhrverbot für russische Kohle,
das im August verhängt wurde. Im Jahr 2023 werden die
Exporte daher weiter sinken, während die Importe voraus-
sichtlich höher ausfallen werden als im Jahr 2022.
72 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
Einen Monat nach Kriegsbeginn war der Rubel zeitwei-
se auf unter RUB 145,83 je Euro gefallen. Die russische
Zentralbank reagierte auf diese Währungsverluste und
hob den Leitzins des Landes von 9,5 auf 20 % an. Ende
Dezember lag der Leitzins allerdings wieder bei 7,5 % und
somit auf Vorkriegsniveau, der Wert der russischen Wäh-
rung pendelte sich bis zum Ende des Jahres 2022 bei RUB
76,13 je Euro ein. Die Inflation betrug im Oktober 12,6 %.
150
30
45
60
75
90
105
120
135
RUB/EUR
RUB/USD
Brent (USD)
—
Wechselkurse und Ölpreisentwicklung
Apr Mai SepJun OktJul NovAug DezMärFebJän
600
525
550
575
400
475
500
450
425
Apr Mai SepJun OktJul NovAug DezMärFebJän
KZT/EUR
KZT/USD
DIE KASACHISCHE WIRTSCHAFT 2022
Die kasachische Wirtschaft setzte im Jahr 2022 ihren
Aufschwung aus dem Vorjahr fort. Neben der robusten
Entwicklung von Konsum und Investitionen profitierte das
Land vor allem von weltweit stark gestiegenen Energie- und
Rohölpreisen. Durch den Krieg in der Ukraine wurden je-
doch wichtige Lieferketten nachhaltig zerstört, zudem birgt
die enge politische und wirtschaftliche Nähe zu Russland
erhebliche Risiken.
Nach Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar 2022
verlangsamte sich das Wachstum der kasachischen Wirt-
schaft deutlich, und der schleichende Verlust an konjunk-
tureller Dynamik setzte sich im gesamten Jahresverlauf
fort. Laut Weltbank stieg das kasachische BIP im Jahr 2022
um 3,0 % (2021: +4,1 %). Gebremst wurde das wirtschaft-
liche Wachstum in Kasachstan nicht nur durch den Krieg
und die dadurch unterbrochenen Lieferketten, auch die
Sanktionen gegen Russland und der Rückzug zahlreicher
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 73
KONZERNLAGEBERICHT
internationaler Produzenten sowie technisch bedingte Aus-
fälle bei der Ölproduktion trugen zu dieser Entwicklung bei.
Getragen wurde das Wachstum durch höhere Erlöse aus
Rohstoffgeschäften. Die deutlich gestiegenen Preise für
Rohstoffe trieben auch die Investitionstätigkeit an (2022:
+3,3 %). Neben zahlreichen inländischen Unternehmen
trugen auch ausländische Investoren zum Wachstum
bei. Allein im ersten Halbjahr 2022 flossen ausländische
Direktinvestitionen in der Höhe von rund USD 2,8 Mrd.
nach Kasachstan – eine Verdoppelung gegenüber dem
Vorjahreszeitraum. Zurückzuführen ist dies unter anderem
darauf, dass zahlreiche internationale Unternehmen den
russischen Markt mieden und auf Kasachstan auswichen.
Der PMI im kasachischen Dienstleistungssektor lag bedingt
durch niedrige Nachfrage im Dezember 2022 bei 48,2, nach
49,1 im November. Dies war der zweite Monat in Folge mit
einem Rückgang in diesem Sektor und der stärkste Ein-
bruch seit Jänner. Die Zahl der Aufträge ging allerdings nur
geringfügig zurück. Im verarbeitenden Gewerbe fiel der PMI
im Dezember 2022 auf 50,8, da die Produktion trotz Ver-
besserungen im Neugeschäft rückläufig war. Die Auftrags-
lage entwickelte sich zwar positiv, die Produktion konnte
jedoch nicht Schritt halten, da die Unternehmen weiterhin
mit Verzögerungen – hauptsächlich aufgrund von unterbro-
chenen Lieferketten – zu kämpfen hatten.
Für das Jahr 2023 werden wieder etwas höhere Wachs-
tumsraten erwartet. Laut Weltbank wird das kasachische
BIP um 3,5 % steigen, der IWF rechnet sogar mit einem
Anstieg um 4,4 %.
Die Inflation lag in Kasachstan im Jahr 2022 mit 14,6 %
deutlich im zweistelligen Bereich. Im Dezember beschleu-
nigte sich die Teuerung sogar auf 20,3 % – den höchsten
Wert seit den 1990er Jahren. Dennoch wuchs der private
Konsum laut Weltbank im Jahr 2022 um 3,2 %. Auch im Jahr
2023 soll der private Konsum weiter ansteigen, was sich
positiv auf die Importe auswirken dürfte.
Im Jahr 2022 stiegen die Importe Kasachstans gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel. Wichtigste Ein-
fuhrgüter waren neben Transportmitteln, Maschinen und
Ausrüstungen chemische Erzeugnisse, Lebensmittel und
unedle Metalle. Obwohl viele Importe wegen des Kriegs in
der Ukraine und der daraus resultierenden Lieferketten-
schwierigkeiten stagnieren, bleibt Russland der Hauptliefe-
rant für den Markt in Kasachstan. Die kasachischen Exporte
werden 2023 nur gering zunehmen. Im Vorjahr waren
sie um beinahe 50 % gestiegen, was auf die gestiegenen
Energie- und Rohölpreise zurückzuführen war.
8
6
4
2
(2)
0
(4)
USAKasachstan RusslandEuropaWeltChinaIndien
—
BIP-Wachstum der größten Volkswirtschaften 2022 (%)
74 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
DER GLOBALE ÖLMARKT
NACHFRAGE
Gleich mehrere Risiken hatten im Berichtszeitraum erheb-
liche Auswirkungen auf die Nachfrage im globalen Ölmarkt.
Neben dem verlangsamten Wachstum der größten Volks-
wirtschaften und den Sorgen um eine weltweite Rezession
waren vor allem die Energiekrise in Europa, die zunehmen-
de Produktknappheit und die Covid-19-Beschränkungen in
China entscheidende Faktoren.
Die weltweite Ölnachfrage war im Jahr 2022 vor allem von
der anhaltend schwachen Konjunktur in China geprägt.
Durch die anhaltenden Lockdowns und restriktiven Maß-
nahmen wurden Lieferketten unterbrochen und die Nach-
frage gebremst. Da das Land die Covid-19-Beschränkungen
allmählich lockert, erholt sich die Nachfrage allerdings
zunehmend. Im Jahr 2023 dürfte wieder etwa die Hälfte des
weltweiten Wachstums im Ölverbrauch auf China entfallen.
Nach Angaben der Organisation erdölexportierender Län-
der (OPEC) lag die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2022 bei
99,6 Millionen Barrel pro Tag (mb/d), nach 99,0 mb/d im Jahr
2021. Das hier verzeichnete leichte Wachstum war vor allem
von der sich erholenden Nachfrage nach Benzin und Diesel
in den USA getrieben. In der EU sank die Nachfrage hinge-
gen geringfügig, zurückzuführen auf die steigende Inflation
sowie die nachlassende Wirtschafts- und Industrietätigkeit.
Laut OPEC wird die weltweite Nachfrage im Jahr 2023
voraussichtlich leicht steigen und 101,8 mb/d erreichen.
Für Indien und den Nahen Osten wird eine Erholung der
Wirtschaftstätigkeit prognostiziert, die zu einem stetigen
Anstieg der Kraftstoffnachfrage in der Industrie und im
Verkehrswesen führen dürfte. Die Aussicht auf eine globa-
le Rezession könnte den Ölverbrauch allerdings deutlich
dämpfen, ebenso wie weitere Covid-19-Einschränkungen,
insbesondere in China, oder anhaltende geopolitische
Spannungen.
ANGEBOT
Weltweit herrscht große Sorge um ein unzureichendes
Ölangebot, bedingt durch den Krieg in der Ukraine und
die Sanktionen gegen Russland. Weitere Unsicherheits-
faktoren sind die Förderkapazitäten der OPEC+, die
Ölpreisobergrenze der G7-Staaten, die Aussichten für
US-Schieferöl sowie die Verwendung und Aufstockung der
weltweiten Ölreserven. Dementsprechend volatil verhiel-
ten sich 2022 die Rohölpreise.
Die forcierte Reduktion der russischen Ölexporte trieb den
Weltmarktpreis für Öl in die Höhe. Am 30. Mai 2022 wurde
ein Rekordwert von USD 122,84 je Barrel für Rohöl der
Sorte Brent erreicht. Ende des Jahres 2022 lag der Preis für
Rohöl der Sorte Brent bei USD 85,91 je Barrel.
Die Preise für russisches Rohöl waren jedoch rückläufig. In
Nordwesteuropa fiel der Preis für Öl der Sorte Ural bis An-
fang Dezember 2022 um fast USD 30 je Barrel auf USD 43 je
Barrel. Ende Dezember 2022 pendelte sich der Preis bei USD
56,28 je Barrel ein. Damit lag russisches Rohöl deutlich unter
der von den G7, Australien und der EU vereinbarten Preis-
obergrenze von USD 60 je Barrel. Bei Kriegsbeginn hatten
sich die Preise für Ural und Brent noch auf einem ähnlich ho-
hen Niveau befunden: Am 24. Februar 2022 lag der Preis für
Rohöl der Sorte Ural bei USD 94,99 je Barrel, während Rohöl
der Sorte Brent bei USD 99,08 je Barrel gehandelt wurde.
Laut Prognosen des IWF werden die Ölpreise im Jahr 2023
deutlich ansteigen, und zwar um durchschnittlich 30 %. Erst
im Jahr 2024 wird wieder eine Abschwächung der Preise er-
wartet. Eine weltweite Anpassung von Angebot und Nachfra-
ge nach Öl wird laut IWF jedoch frühestens 2025 eintreten.
Das weltweite Angebot stieg im Jahr 2022 laut der IEA um
4,7 mb/d auf rund 101,7 mb/d. Im November drosselten
Saudi- Arabien und andere Golfstaaten ihre Fördermengen
im Einklang mit den niedrigeren Produktionszielen der
OPEC+, woraufhin das weltweite Ölangebot erstmals nach ei-
nem fünfmonatigen Aufwärtstrend zurückging. Im Jahr 2023
wird das Volumen voraussichtlich 100,8 mb/d erreichen.
Trotz der westlichen Sanktionen gegen die Öleinnahmen
Russlands und der von der EU festgelegten Preisobergrenze
von USD 60 je Barrel bestätigten die Mitglieder der OPEC+
Ende des Jahres 2022 ihr bisheriges Förderziel für die Ölpro-
duktion. Bis Ende 2023 soll die Ölproduktion um 2,0 mb/d
reduziert werden. Allerdings lag die tatsächliche Produktion
bereits im November 2022, also vor Senkung der Quote,
deutlich unter dem Ziel, da viele Mitglieder der OPEC+
aufgrund von betrieblichen Problemen und Kapazitätseng-
pässen ihre Fördermengen nicht erfüllen konnten. Selbst
nach Senkung der Quote lag die tatsächliche Produktion der
OPEC+ immer noch um 1,7 mb/d unter dem Zielwert.
KONZERNLAGEBERICHT
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 75
ÖL- UND GASFÖRDERUNG IN RUSSLAND,
KASACHSTAN UND IM OMAN
RUSSLAND
Vor Beginn des Kriegs in der Ukraine war Russland mit rund
8 mb/d Rohöl und Ölprodukten der zweitgrößte Ölexpor-
teur der Welt und wichtigster Gaslieferant der EU: Vor dem
24. Februar 2022 deckten die EU-Mitgliedsstaaten knapp
die Hälfte ihres Bedarfs mit Erdgas aus Russland. Ende
Oktober 2022 waren es nur noch rund 14 %. Bevor der
Kreml seine Gaslieferungen nach Osten umlenken kann,
wird der Export nach Europa zum Erliegen kommen.
Laut dem russischen Wirtschaftsministerium ging die
nationale Ölproduktion im Jahr 2022 um rund 17,0 % auf
10,74 mb/d zurück. Dies ist hauptsächlich auf die Sanktio-
nen westlicher Industriestaaten gegen Russland zurückzu-
führen. Nach Einschätzung der IEA wird die durchschnitt-
liche Fördermenge von russischem Öl im Jahr 2023 auf
etwa 9,6 mb/d sinken, da weitere Sanktionen die Ölpro-
duktion schwächen werden.
Im März 2022 verkündete die US-Regierung als Reaktion
auf den Krieg in der Ukraine ein Einfuhrverbot für Öl,
Flüssigerdgas und Kohle aus Russland. Anfang Juni 2022
einigte sich auch die EU auf ein Öl-Embargo, um den
Geldfluss europäischer Staaten nach Russland weiter
zu drosseln. Seit Dezember 2022 gilt damit ein Einfuhr-
verbot für russisches Öl in die EU – mit Ausnahme von
Ungarn, Tschechien und der Slowakei, die über die Pipe-
line Druschba weiter mit russischem Öl beliefert werden.
Seit Februar 2023 sind auch raffinierte Erdölprodukte wie
Diesel und Benzin vom Embargo betroffen.
Allerdings führten die Übergangsfristen von mehreren
Monaten dazu, dass in der EU vermehrt Öl angekauft
wurde, um Vorräte anzulegen. Dadurch erhielt Russland
aus den EU-Staaten kurzfristig sogar mehr Geld für Öl-
exporte.
KONZERNLAGEBERICHT
110
100
90
80
202220212020
—
Entwicklung Erdölangebot/-nachfrage, weltweit (2020-2022; mb/d)
Nachfrage Angebot
Quelle: U. S. Energy Information
150
60
75
90
105
120
135
Ural
Brent
—
Relative Preisentwicklung von Brent und Ural-Öl (USD pro Barrel)
Apr Mai SepJun OktJul NovAug DezMärFebJän
76 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
Stand seit April, getrieben durch deutlich erhöhte Diesel-
ausfuhren. Obwohl die Exporte in die EU auf 1,1 mb/d
gesunken waren, blieben die Ausfuhren im Dezember im
Vergleich zum Vormonat weitgehend unverändert. Dies
war auf die Exporte nach Indien zurückzuführen, die mit
1,3 mb/d einen neuen Höchststand erreichten.
In Zukunft dürfte es für Russland jedoch immer schwie-
riger werden, den Rückgang der EU-Importe von russi-
schem Öl zu kompensieren. Denn trotz erhöhter Ausfuhr-
mengen nach Indien, China, Ägypten und in die Türkei
gingen die russischen Exporterlöse vor allem aufgrund der
großen Preisnachlässe zurück.
Die Menge des über russische Pipelines nach Europa
gelieferten Erdgases sank insgesamt auf etwa 20 % des
Vorjahresniveaus, was wiederum zu einem steilen An-
stieg der Erdgaspreise führte. Russland begründete den
Versorgungsengpass mit Wartungsproblemen und der
Weigerung einiger Länder, das Gas in Rubeln zu bezahlen.
Es wird erwartet, dass die Gaspreise bis Ende 2023 auf
hohem Niveau bleiben werden.
KONZERNLAGEBERICHT
Laut IEA machten Einnahmen aus dem Öl- und Gasverkauf
im vergangenen Jahr bis zu 45 % des russischen Staats-
haushalts aus. Der Anteil von Öl an den Exporterlösen
des Staats lag dabei bei rund 37 %. Während die Erlöse
aus dem Geschäft mit westlichen Öl- und Gaskunden
zurückgingen, wurden die Exporteinnahmen durch neue
Abnehmer wie Indien oder China gesichert. Russland ge-
währte beiden Ländern erhebliche Preisnachlässe von bis
zu 30 %, woraufhin Indien seine Ölimporte aus Russland
nach Ausbruch des Kriegs verdreifachte. Am meisten Öl
aus Russland bezog allerdings China.
Nach Angaben des Centre for Research on Energy and
Clean Air (CREA) sind auch die Exporte nach Ägypten und
in die Vereinigten Arabischen Emirate gestiegen. Letzte-
re wiederum fungierten als Umschlagplätze. Einerseits
veredelten sie das Rohöl, andererseits exportierten sie
das russische Öl wieder oder verwendeten es für den
heimischen Markt, um mehr Öl aus eigener Produktion
zu exportieren.
Im Dezember stiegen die russischen Ölexporte nach An-
gaben der IEA auf 8,1 mb/d und damit auf den höchsten
Ölproduktion
Veränderung in %
—
Erdölfördermengen in Russland 2022 (Mio. Tonnen)
2018 2019 2020 20222021201720162015
500
510
520
530
540
550
560
570
(10 %)
(8 %)
(6 %)
(4 %)
(2 %)
0 %
4 %
2 %
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 77
KASACHSTAN
Kasachstan hat Russland im vergangenen Jahr als wichtigs-
ter Öllieferant der EU abgelöst, nachdem die russischen
Exporte aufgrund der westlichen Sanktionen auf ein
Rekordtief gesunken waren. Aufgrund der gestiegenen
Nachfrage aus der EU ging die kasachische Öl- und Gas-
produktion im Jahr 2022 trotz wiederholter Probleme mit
der Hauptexportroute zu den internationalen Märkten
gegenüber dem Vorjahr nur leicht zurück. Nach Angaben
des kasachischen Energieministeriums sank die Ölförder-
menge im Berichtszeitraum im Vergleich zu 2021 um rund
2 % auf 1,75 mb/d.
Kasachstan verzeichnete infolge des Kriegs in der Ukraine
und der Sanktionen gegen Russland eine gestiegene Nach-
frage nach Öl und Gas. Neben den deutlich gewachsenen
Importströmen in die EU entwickelten sich China und
Russland im Jahr 2022 zu den größten Importeuren von
kasachischem Öl und Gas.
Technisch bedingte Ausfälle stellten die kasachische Öl-
und Gasindustrie 2022 allerdings vor große Herausforde-
rungen. Fünf Monate lang war das Kashagan-Feld sowohl
durch geplante als auch durch ungeplante Wartungs-
arbeiten beeinträchtigt, und am Terminal des Kaspischen
Pipeline-Konsortiums an der russischen Schwarzmeer-
küste mussten Notreparaturen durchgeführt werden.
Erst ab November 2022 konnte das Kashagan-Feld wieder
allmählich in Betrieb genommen werden. Durch den
Abschluss der geplanten Wartungsarbeiten am Gasfeld
Karachaganak werden geringe Produktionszuwächse er-
wartet. Für das Jahr 2023 erwartet die OPEC daher einen
geringfügigen Anstieg der kasachischen Ölfördermenge
um 157 Tausend Barrel pro Tag (tb/d).
Da die wichtigste Ölexportroute des Landes durch Russ-
land führt, wurden Kasachstans Exporteinnahmen im
Jahr 2022 allerdings geschmälert. Nach Angaben des
Betreibers des Kaspischen Pipeline-Konsortiums musste
Kasachstan im vergangenen Jahr Einbußen in der Höhe
von 1,2 mb/d hinnehmen, ein Rückgang von rund 10 %
gegenüber den ursprünglich für 2022 erwarteten Mengen.
Kasachstans Exportwirtschaft sucht daher neue Wege,
um unabhängiger von den über Russland führenden
Transport routen zu werden. Dazu sollen die Transport-
infrastruktur modernisiert, Transitrouten digitalisiert
und die kasachische Eisenbahn in ein leistungsfähiges
Transport- und Logistikunternehmen umstrukturiert
werden. Als Resultat steht zu erwarten, dass die Pipe-
linekapazität in den kommenden Jahren steigen wird.
Zudem investiert Kasachstan in die Exploration neuer
und den Ausbau bereits existierender Öl- und Gasfelder,
um die steigende Nachfrage zu bedienen und die Öl- und
Gasförderung im Land anzukurbeln.
In Kasachstan sind zahlreiche Privatisierungen geplant, mit
dem Ziel, die Staatsquote in der Wirtschaft bis zum Jahr
2025 auf 14 % zu senken. Neben der Privatisierung der
Pipelinegesellschaft KazTransOil wurden bereits Anteile
des staatlichen Öl- und Gasproduzenten KazMunayGas
(KMG) veräußert. Zum Jahresende 2022 erfolgte der
Börsegang von KMG.
KONZERNLAGEBERICHT
78 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
ÖLFELD-SERVICES (OFS)
DER RUSSISCHE FRACTURING-MARKT
Vor dem Hintergrund einer monatlichen Erhöhung der
OPEC+-Quoten um 400.000 Barrel/Tag von August 2021
bis April 2022, einschließlich der russischen Quote, die um
105 Tausend Barrel/Tag stieg, war im Jahr 2022 ein deut-
licher Anstieg der Nachfrage nach Hydraulic-Fracturing-
Flotten auf dem russischen Markt zu verzeichnen.
Dabei gab es im Jahr 2022 keine wesentlichen Veränderun-
gen bei den Hydraulic-Fracturing-Flotten und den Regio-
nen, in denen sie eingesetzt waren. Der zunehmende
Mangel an verfügbaren Flotten führte bei Neuausschrei-
bungen zu einem Anstieg der Preise pro Auftrag. Einige
Ölfelddienstleister planen in diesem Umfeld, die Zahl ihrer
Flotten zu erhöhen.
Die Marktanteile im russischen Markt für Hydraulic
Fracturing haben sich im Jahr 2022 praktisch nicht ver-
ändert. Was die Anzahl der Flotten betrifft, sind weiterhin
folgende fünf Unternehmen führend: RN-GRP, MeKaMi,
Katkoneft, Schlumberger und Surgutneftegaz.
Bis 2030 wird dem Hydraulic-Fracturing-Markt in Russland
sowohl in physischer wie auch in monetärer Hinsicht eine
positive Wachstumsdynamik prognostiziert. Haupttreiber
werden dabei der zunehmende Einsatz von mehrstufigem
Hydraulic Fracturing in horizontalen Bohrlöchern sowie
die Erhöhung der durchschnittlichen Stufe des mehr-
stufigen Hydraulic Fracturing sein. Ein wichtiger Markt-
trend ist auch die Neuausrichtung der Kunden auf mehr-
stufiges Hydraulic Fracturing, das die effektivste Methode
zur Steigerung der Ölförderung darstellt.
KONZERNLAGEBERICHT
Surgutneftegas
10 %
RN-GRP
15 %
MeCaMi
15 %
PeWeTe
11 %
Weatherford
4 %
Packer
Services
9 %
New Teck
4 %
TAGRAS
5 %
Others
10 %
—
Russland Fracturing-Marktanteile
Alliance Services
3 %
CWS
4 %
Schlumberger
11 %
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 79
DER KASACHISCHE OFS-MARKT
Das Volumen der Öl- und Kondensatproduktion in
Kasachstan erreichte 2022 ein Volumen von 84,2 Mio.
Tonnen (2021: 85,7 Mio. Tonnen) und damit 101,6 % der
geplanten Menge. Davon wurden 29,2 Mio. Tonnen Öl
auf dem Tengiz-Feld (100 % des Plans), 12,7 Mio. Tonnen
(109,5 %) auf dem Kashagan-Feld und 11,3 Mio. Ton-
nen (103,8 %) auf dem Karachaganak-Feld gefördert. Für
die nächsten zwei Jahre schlug das Energieministerium
des Landes vor, die Ziele nach unten zu korrigieren (von
92,6 Mio. Tonnen auf 90,5 Millionen Tonnen für 2023 und
von 98,1 Mio. Tonnen auf 95,4 Mio. Tonnen für 2024).
Im Jahr 2022 exportierte Kasachstan um 3 % mehr Öl
als geplant, jedoch nahezu 5 % weniger als im Vorjahr
(64,3 Mio. Tonnen). Für 2023 ist eine Steigerung der Liefe-
rungen an die internationalen Märkte auf 71 Mio. Tonnen
geplant. Insbesondere will das Land mit Exporten nach
Deutschland beginnen. Im Jänner 2023 sollten bereits die
ersten 20.000 Tonnen Öl aus Karatschaganak ausgeliefert
werden, und in nur einem Jahr 1,5 Mio. Tonnen. In Zu-
kunft ist Kasachstan bereit, 6–7 Mio. Tonnen pro Jahr nach
Deutschland zu liefern.
KONZERNLAGEBERICHT
Im Jahr 2022 lieferten die größten Felder des Landes, Tengis,
Kashagan und Karachaganak, 29,2, 12,7 bzw. 11,3 Mio. Ton-
nen Öl an das CPC-Pipelinesystem. Im Jahr 2023 soll das Pro-
jekt zur Beseitigung von Engpässen auf dem kasachischen
Abschnitt der CPC abgeschlossen sein, wodurch die Durch-
satzkapazität der Pipeline von 53,7 auf 72,5 Mio. Tonnen pro
Jahr steigen wird.
Das kasachische Raffineriesegment hat 2022 mit einer
Produktion von Erdölprodukten von 13,7 Mio. Tonnen
gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % zugelegt. Für 2023 ist eine
Steigerung der Produktion in der Raffinerie Shymkent auf
9 Mio. Tonnen geplant.
Die Erdgasförderung Kasachstans betrug im Jahr 2022
53,3 Mrd. Kubikmeter und damit 103,1 % des Planwerts.
Die Produktion von kommerziellem Gas blieb mit 27,8 Mrd.
Kubikmetern um 6 % unter dem Planwert, bedingt durch
Beschränkungen bei der Anlieferung von Rohgas aus
Karatschaganak in die Orenburger Gasaufbereitungsan-
lage sowie durch außerplanmäßige Reparaturen auf den
Feldern Tengis und Kaschagan und in den Anlagen der
SNPS Aktobemunaigas). Ohne diese Faktoren könnte die
Gasproduktion bis 2023 um 3,5 % steigen. Die Gasexporte
erreichten 2022 mit 4,6 Mrd. Kubikmetern 85 % des Plan-
werts, womit der wachsende Inlandsbedarf besser gedeckt
werden konnte.
80 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
ENTWICKLUNG
DER PEWETE
GRUPPE
HIGHLIGHTS 2022
—
Verkauf der russischen Geschäftseinheiten mit
28. August 2022 und Liquidierung des Joint-Ventures
im Oman.
—
Hauptmarkt des Unternehmens ist damit nunmehr
Kasachstan.
—
Umsatz reduziert sich in EUR um 0,8 %, in RUB
um 11,8 %.
—
Ergebnis durch Verluste aus dem Verkauf der
Tochtergesellschaften deutlich negativ.
—
Eigenkapitalquote geht auf 15,5 % zurück.
—
Operativer Hauptumsatz- und Ergebnisträger ist das
Segment Well Services, gefolgt von Drilling, Sidetracking
und Integriertes Projektmanagement (IPM).
KONZENTRATION AUF DEN MARKT IN KASACHSTAN
Im Verlauf des Jahres 2022 geriet die Weltwirtschaft unter
noch nie dagewesenen Druck. Neben der Coronapandemie
und dem Krieg in der Ukraine stellte vor allem die hohe
Inflation eine große Herausforderung dar. Geopolitische
Konflikte verschärften die Energiekrise und trieben die Infla-
tionserwartungen noch mehr in die Höhe.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am
16. August 2022 beschlossen die Aktionäre der Petro Welt
Technologies AG den Verkauf der in Russland ansässigen
Geschäftseinheiten, vertreten durch die Tochtergesellschaf-
ten OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAToil-Drilling,
OOO Wellprop, OOO KAT.oil Leasing, OOO Petro Welt
Technologies und OOO Trading House KAToil. Die Grup-
pe schloss die Transaktion Ende August 2022 ab. Die von
diesen Tochtergesellschaften erwirtschafteten Gewinne
und Verluste werden als nicht fortgeführte Aktivitäten aus-
gewiesen.
Die PeWeTe beschloss außerdem, die Geschäftstätigkei-
ten des Unternehmens im Rahmen des derzeitigen Joint
Ventures im Oman zu beenden. Infolgedessen wird die
von der Gruppe gehaltene Tochtergesellschaft PEWETE
EVO SERVICES LLC, die ihre Dienstleistungen im Rahmen
des Joint Ventures im Oman erbringt, gerade liquidiert.
Daher wird PEWETE EVO SERVICES LLC als aufgegebener
Geschäftsbereich ausgewiesen. Der Großteil der Vermö-
genswerte im Oman wurde auf die Tochtergesellschaft der
PeWeTe in Kasachstan übertragen. Diese ist somit die ein-
zige verbleibende operative Geschäftseinheit der PeWeTe
Gruppe und wird unter fortgeführte Geschäftsbereiche
dargestellt.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 81
KONZERNLAGEBERICHT
ENTWICKLUNG IM ÜBERBLICK
Die Umsatzerlöse der PeWeTe Gruppe gemessen in RUB
sanken im Jahr 2022 um 11,8 % und gaben damit gegen-
über dem Niveau von 2021 spürbar nach. In EUR reduzierte
sich der Umsatz hingegen nur um 0,8 % auf EUR 235,1 Mio.
Die Umsatzkosten sanken im Jahr 2021 in RUB um
12,2 % und in EUR um 1,2 % auf EUR 199,4 Mio. (2021:
EUR 201,9 Mio.). Per Saldo fiel auch der Brutto gewinn
mit EUR 35,7 Mio. etwas höher aus als im Vorjahr (2021:
EUR 35,0 Mio.), entsprechend wuchs auch die Brutto-
gewinnmarge auf 15,2 % (2021: 14,8 %) an.
Das EBIT war hingegen durch den Verlust aus dem Verkauf
der Beteiligungen in Russland – er betrug EUR 399,4 Mio.
– massiv belastet und belief sich auf EUR –388,8 Mio. Ent-
sprechend negativ fiel auch die EBIT-Marge mit –165,4 %
aus. Auch das EBITDA reduzierte sich angesichts dieser
Entwicklung deutlich auf EUR –361,5 Mio. (2021: EUR
33,5 Mio.), die EBITDA-Marge sank auf –153,8 % (2021:
14,1 %). Das bereinigte EBIT ohne das Ergebnis der Ende
August 2022 veräußerten russischen Tochtergesellschaften
belief sich auf EUR 10,6 Mio. mit einer Marge von 4,5 %.
Das bereinigte EBITDA belief sich auf EUR 37,9 Mio. mit
einer Marge von 16,1 %.
Vor allem dank erheblicher Fremdwährungsverluste fiel
auch das Finanzergebnis mit EUR –15,8 Mio. negativ
aus. Das Ergebnis vor Steuern betrug auf Basis all dieser
Entwicklungen EUR –404,6 Mio., das Konzernergebnis
EUR –411,8 Mio.
Die Eigenkapitalquote nahm als Konsequenz des Verkaufs
der russischen Geschäftseinheiten und des dadurch er-
zielten Verlustes auf 15,5 % (2021: 51,0 %) ab. Weiterhin
verfügt PeWeTe jedoch über eine gemessen am deutlich
reduzierten Geschäftsvolumen komfortable Liquiditäts-
position von EUR 58,6 Mio.
—
Wechselkurse
Schlusskurs zum
31.12.2022
Schlusskurs zum
31.08.2022
Schlusskurs zum
31.12.2021
Durchschnittlicher
Kurs 2022
Average rate
01–08/2022
Durchschnittlicher
Kurs 2021
1 Euro (EUR)
= Russischer Rubel (RUB) 60,58 84,07 77,54 87,19
= Kasachischer Tenge (KZT) 492,86 487,79 485,28 504,04
1 US-Dollar (USD)
= Russischer Rubel (RUB) 60,37 74,29 71,95 73,65
= Kasachischer Tenge (KZT) 462,65 431,67 460,85 426,03
Aufgrund der Dekonsolidierung der russischen Aktivitäten per Ende August 2022 verwendete die Gruppe den
durchschnittlichen Wechselkurs und den Schlusskurs des russischen Rubels nur für den Zeitraum Jänner–August 2022.
82 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
KONZERNSTRUKTUR
Petro Welt Technologies LLC
1
Moskau, Russland
KATKoneft LLC
Kogalym, Russland
KATOBNEFT LLC
Nischnewartowsk, Russland
KAToil-Drilling LLC
Kogalym, Russland
KAT.oil Leasing LLC
Kogalym, Russland
Trading House KAToil LLC
Moskau, Russland
PeWeTe Kazakhstan LLP
Aqtau, Kasachstan
PEWETE EVO SERVICES LLC
Maskat, Oman
PEWETE EVO EUROPE S.R.L.
Bukarest, Rumänien
WELLPROP LLC
Kopeisk, Russland
Petro Welt Technologies AG
Wien, Österreich
100 %
100 %
100 %
100 %
100 %
100 %
100 %
PEWETE EVOLUTION LIMITED
Limassol, Zypern
100 %
70 %
99,99 % 0,01 % 99,99 %
WellProp Cyprus LIMITED 100 %
Limassol, Zypern 100 %
—
Struktur des Konzerns, per 28. August 2022:
1
Managementgesellschaft
PeWeTe Kazakhstan LLP
Aqtau, Kasachstan
PEWETE EVO SERVICES LLC
Maskat, Oman
PEWETE EVO EUROPE S.R.L.
1
Bukarest, Rumänien
Petro Welt Technologies AG
Vienna, Austria
100 %
PEWETE EVOLUTION LIMITED
Limassol, Zypern
100 %
70 %
99,99 % 0,01 % 99,99 %
WellProp Cyprus LIMITED 100 %
Limassol, Zypern
1
Die PeWeTe EVO EUROPE S.R.L. wurde im Dezember 2022 liqidiert.
—
Struktur des Konzerns, per 29. August 2022:
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 83
KONZERNLAGEBERICHT
OPERATIVE
ENTWICKLUNG
DES KONZERNS
Vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Ölproduktion und
der Erhöhung der Quoten im Rahmen des OPEC+-Abkom-
mens verzeichnete die PeWeTe Gruppe 2022 eine durch-
aus solide operative Entwicklung.
Ungeachtet des Verkaufs der russischen Geschäftsein-
heiten mit Ende August 2022 zeigt sich der Umsatz der
PeWeTe Gruppe für das Gesamtjahr dank dieser positiven
operativen Performance nahezu stabil. Das nur für den
Zeitraum Jänner bis August 2022 konsolidierte Segment
Well Services und Bohrlochstimulation erzielte allein in
diesem Zeitraum ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem
Gesamtjahr 2021. Der Umsatz in den ersten acht Monaten
des Jahres 2022 belief sich auf 115,4 Mio. EUR (+16,4 % im
Vergleich zum Gesamtjahr 2021).
UMSATZENTWICKLUNG
Insgesamt bestimmte auch 2022 die operative Leistung
weitgehend den Gesamtumsatz des Konzerns. Gemessen
in RUB ging der Konzernumsatz mit RUB 18,229 Mrd.
(2021: RUB 20,663 Mrd.) gegenüber dem Vorjahr um
11,8 % zurück. In die Berichtswährung EUR umgerech-
net betrug das Minus bedingt durch den höheren RUB-
Kurs während der Berichtsperiode jedoch nur 0,8 % auf
EUR 235,1 Mio. (2021: EUR 237,0 Mio.).
Im Jahr 2022 erwirtschaftete die PeWeTe Gruppe ihren
Umsatz großteils in zwei Währungen: russischen Rubeln
und kasachischen Tenge. Beide Währungen unterlagen
auch im Berichtsjahr hoher Volatilität. In den ersten
acht Monaten des Jahres 2022 lag der durchschnittliche
RUB/ EUR-Kurs bei RUB 77,54 pro Euro (2021 insgesamt:
87,19). Das bedeutet, dass der russische Rubel im Ver-
gleich zu 2021 im Durchschnitt um 11,1 % aufwertete.
Zum 31. August 2022 lag der RUB/ EUR-Wechselkurs bei
RUB 60,58 und damit um 27,9 % höher als zum 31. De-
zember 2021. In kasachischen Tenge erzielte der Konzern
im Berichtszeitraum 6,3 % seines Umsatzes. Der durch-
schnittliche Wechselkurs des kasachischen Tenge gegen-
über dem Euro sank 2022 im Jahresvergleich um 3,7 %.
Im Segment Well Services und Bohrlochstimulation ver-
zeichnete PeWeTe im Berichtszeitraum einen Umsatz-
anstieg um 16,4 % auf EUR 115,3 Mio. (2021: EUR 99,1 Mio.).
EUR 14,7 Mio. davon entfallen auf den fortgeführten
Bereich PeWeTe Kazakhstan LLP. Die Aktivitäten des Seg-
ments in Russland wurden mit Ende August 2022 verkauft
und entkonsolidiert.
Das Segment Drilling, Sidetracking und IPM verzeichnete
2022 einen Umsatzrückgang von 11,4 % auf EUR 110,6 Mio.
(2021: EUR 124,9 Mio.). Die Aktivitäten des Segments wur-
den mit Ende August 2022 zur Gänze verkauft und damit
entkonsolidiert.
84 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
ENTWICKLUNG DER UMSATZKOSTEN
Durch die laufende Optimierung ihrer Betriebseffizienz,
aber auch durch die Abgabe der russischen Geschäfts-
einheiten liegen die Umsatzkosten der PeWeTe Gruppe
einmal mehr unter dem Vorjahreswert. In Zahlen aus-
gedrückt, lagen die Umsatzkosten mit EUR 199,4 Mio. um
1,2 % unter dem Wert des Jahres 2021 (EUR 201.9 Mio.).
EUR 9,1 Mio. der gesamten Umsatzkosten entfallen auf
die fortgeführten Geschäftsbereiche.
Ähnlich verhält sich die Situation in RUB: Während die
Umsatzkosten in russischer Landeswährung um 12,2 %
abnahmen, reduzierten sich die Umsätze wie erwähnt
um 11,8 %.
Die Zahl der Beschäftigten lag zum 31. Dezember 2022
bei 114 und entfällt zur Gänze auf die fortgeführten Ge-
schäftsbereiche. Die Löhne und Gehälter in RUB erhöhten
sich gleichzeitig um 0,5 %.
Der Bruttogewinn des Konzerns stieg im Berichtszeitraum
um 2,0 % auf EUR 35,7 Mio. (2021: EUR 35,0 Mio.). Davon
entfallen EUR 5,6 Mio. auf fortgeführte Geschäftsbereiche.
Auch die Bruttogewinnmarge wuchs von 14,8 % im Vorjahr
auf 15,2 % im Jahr 2022.
ENTWICKLUNG DER ERTRÄGE
Im Jahr 2022 konnten die Verwaltungskosten der PeWeTe
Gruppe um insgesamt 18,0 % auf EUR 21,9 Mio. reduziert
werden (2021: 26,7 Mio.). Dies war hauptsächlich auf
den Verkauf der russischen Geschäftseinheiten zurück-
zuführen, die mit Ende August entkonsolidiert wurden.
Die Sozialversicherungsbeiträge reduzierten sich um
15,1 %, die Reise- und Bewirtungskosten verdreifachten
sich aufgrund der teilweisen Aufhebung der Pandemie-
beschränkungen nahezu auf TEUR 1.640. Während die
Prüfungskosten im Vergleich zum Vorjahr um 6,4 % gerin-
ger ausfielen, gingen die Beratungskosten im Berichtszeit-
raum um 46,0 % zurück.
Die Vertriebskosten (einschließlich Transportkosten) nah-
men nur leicht zu auf EUR 1,9 Mio. und entfielen zur Gänze
auf die abgegebenen russischen Geschäftseinheiten. Die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen auf mehr
als das Fünffache (+411,8 %), während die sonstigen be-
trieblichen Erträge um 208,3 % zunahmen.
Der schwerwiegendste Einfluss auf das EBIT ging jedoch
vom Verlust aus dem Verkauf von Tochtergesellschaf-
ten in Höhe von EUR 399,4 Mio. aus. Per Saldo führte
dies zu einem negativen Betriebsergebnis (EBIT) von
EUR –388,8 Mio., verglichen mit EUR 7,3 Mio. im Jahr
zuvor. Die EBIT-Marge fiel im Einklang damit auf –165,4 %,
verglichen mit 3,1 % im Vorjahr.
Einen massiven Rückgang zeigte angesichts dieser
Entwicklung auch das EBITDA: Es reduzierte sich auf
EUR –361,5 Mio., gegenüber EUR 33,5 Mio. im Jahr 2021.
Gleichzeitig reduzierte sich die EBITDA-Marge auf –153,8 %
(2021: 14,1 %). Das bereinigte EBIT ohne das Ergebnis der
Ende August 2022 veräußerten russischen Tochtergesell-
schaften belief sich auf EUR 10,6 Mio. mit einer Marge von
4,5 %. Das bereinigte EBITDA belief sich auf EUR 37,9 Mio.
mit einer Marge von 16,1 %.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 85
KONZERNLAGEBERICHT
Das Fremdwährungsergebnis drehte 2022 mit
EUR –22,4 Mio. deutlich ins Negative, während die Zins-
erträge um 106,0 % auf EUR 10,3 Mio. zunahmen. Auch
die Zinsaufwendungen waren mit EUR 3,7 Mio. um 5,7 %
höher als im Vorjahr. Per Saldo war das Finanzergeb-
nis mit EUR –15,8 Mio. deutlich negativ, verglichen mit
EUR 1,9 Mio. im Vorjahr. Das Finanzergebnis der fortge-
führten Geschäftsbereiche betrug dabei EUR –19,1 Mio.
Das Ergebnis vor Steuern (Profit before tax, PBT) der
PeWeTe Gruppe verzeichnete vor diesem Hintergrund
einen Einbruch auf EUR –404,6 Mio., ebenfalls hauptsäch-
lich getrieben durch den Rückzug aus dem russischen
Markt (2021: EUR 9,2 Mio.). Die PBT-Marge ging im Einklang
damit auf –172.1 % zurück (2021: 3,9 %).
Einen noch deutlicheren Rückgang verzeichnete im Be-
richtszeitraum – bei Steueraufwendungen, die sich auf
EUR 7,2 Mio. nahezu verdoppelten – das Konzernergebnis
mit EUR –411,8 Mio. (2021: EUR 2,9 Mio.). Das Ergebnis je
Aktie fiel ebenfalls negativ aus, nachdem es im Jahr zuvor
EUR 0,06 betragen hatte.
Negativ fiel auch die Ertragsentwicklung der fortgeführten
Geschäftsbereiche aus: Das Ergebnis vor Steuern betrug
EUR –24,4, das Nettoergebnis EUR –26,7 Mio.
—
Konzernkennzahlen EBITDA und EBIT
Wesentliche Kennzahlen 2022
davon
fortgeführt 2021 +/- +/- %
Umsatzerlöse EUR Mio. 235,1 14,7 237,0 (1,9) (0,8)
Bruttogewinn EUR Mio. 35,7 5,6 35,0 0,7 2,0
EBITDA EUR Mio. (361,5) (3,8) 33,5 (395,0) >(100)
EBIT EUR Mio. (388,8) (5,3) 7,3 (396,1) >(100)
Bruttogewinnmarge % 15,2 38,1 14,8
EBIT-Marge % (165,4) (36,1) 3,1
EBITDA-Marge % (153,8) (25,9) 14,1
Konzernergebnis EUR Mio. (411,8) (26,7) 2,9 (414,7) >(100)
Ergebnis je Aktie EUR (8,43) (0,55) 0,06 (8,49) >(100)
86 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Die operative Marge des Geschäftsfelds Well Services
und Bohrlochstimulation lag mit 3,0 % unter dem Wert
von 4,5 % im Jahr 2021. Das Segment Drilling, Sidetracking
und IPM erwirtschaftete eine Operating Margin 6,4 %, ver-
glichen mit 9,7 % im Jahr 2021.
WELL SERVICES UND BOHRLOCHSTIMULATION
Das Fracturing-Segment erwies sich 2022 als stärkster
Umsatz- und Ertragbringer der PeWeTe Gruppe. Auch
wenn die Zahl der Jobs im Jahresvergleich um 11,1 % auf
3.776 (2021: 4.249) sank, konnte der Umsatz um 16,4 % auf
EUR 115,4 Mio. gesteigert werden (2021: EUR 99,1 Mio.).
Treiber dieser positiven Entwicklung war eine Steigerung
des durchschnittlichen Umsatzes pro Job um 31,0 % auf
TEUR 30,6 (2021: TEUR 23,3) vor dem Hintergrund eines
anhaltenden Flottenmangels. In RUB stieg der Gesamtum-
satz des Segments im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 %, der
Umsatz pro Job um 20,0 %. 451 Jobs – und damit doppelt
so viele wie im Vorjahr – entfielen 2022 auf das kasa-
chische Tochterunternehmen PeWeTe Kazakhstan LLP,
dessen Geschäft weiterhin besteht und unter fortgeführ-
te Aktivitäten ausgewiesen wird. Im Übrigen werden die
Aktivitäten dieses Segments mit Abgabe der russischen
Geschäftseinheiten nicht fortgeführt.
In Summe steuerte das Segment Well Services und Bohr-
lochstimulation 2022 einen Anteil von 49,1 % zum Gesamt-
umsatz der Gruppe bei, verglichen mit 41,8 % im Jahr
zuvor.
Das Bruttoergebnis des Segments betrug ungeachtet des
anhaltend schwierigen Marktumfelds EUR 10,5 Mio., ver-
glichen mit EUR 9,8 Mio. im Jahr 2021. Das EBIT reduzierte
sich um 22,2 % auf EUR 3,5 Mio (2021: EUR 4,5 Mio.), die
EBIT- Marge lag bei 3,5 % (2021: 4,5 %).
Die von der Petro Welt Technologies Gruppe betriebe-
ne Ausrüstung bestand zum 31. Dezember 2022 aus
drei Fracturing-Flotten (2021: 18), die sich durchwegs in
Kasachstan im Einsatz befinden.
DRILLING, SIDETRACKING UND INTEGRIERTES
PROJEKTMANAGEMENT (IPM)
Auch im Bereich Drilling, Sidetracking und IPM stieg der
durchschnittliche Umsatz pro Job um 7,1 % auf TEUR 469,0
(2021: TEUR 437,9), auf Jahresbasis sank jedoch die Zahl
der Aufträge auf 236, verglichen mit 285 im Vorjahr. Per
Saldo ergab sich daraus ein Umsatzrückgang um 11,4 %
auf EUR 110,6 Mio. (2021: EUR 124,9 Mio.).
In RUB ging der Umsatz des Segments sogar um 21,1 %
zurück, und auch der Umsatz pro Auftrag reduzierte sich
in russischer Landeswährung um 4,7 %. Zurückzuführen
war dies auf zur Gänze auf die Abgabe der russischen Be-
teiligungen per Ende August 2022.
Mit einem Anteil von 47,0 % am Gesamtumsatz der
PeWeTe Gruppe im Jahr 2022 (2021: 52,7 %) lag das Seg-
ment im Berichtszeitraum an zweiter Stelle.
Das Bruttoergebnis des Segments lag trotz des an-
haltend schwierigen Marktumfelds bei EUR 19,9 Mio.
(2021: EUR 19,4 Mio.), das operative Ergebnis betrug
EUR 7,1 Mio., verglichen mit EUR 10,8 Mio. im Jahr 2020.
Mit Abgabe der russischen Geschäftseinheiten werden die
Aktivitäten dieses Segments nicht fortgeführt.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 87
KONZERNLAGEBERICHT
PROPPANT-PRODUKTION
Im Segment Proppant-Produktion, das ebenfalls nur bis
August 2022 konsolidiert wurde, reduzierte sich der Um-
satz 2022 um insgesamt 30,0 % auf EUR 9,1 Mio. (2021:
EUR 13,0 Mio.). Der Umsatzanteil nahm dadurch von 5,5 %
im Jahr 2021 auf 3,9 % ab. In RUB reduzierte sich der
Umsatz sogar um 36,4 % auf RUB 0,7 Mrd. Hauptgrund
für diese rückläufige Entwicklung war die Entkonsolidie-
rung des Proppant-Geschäfts mit Ende August 2022.
Das operative Ergebnis des Segments lag vor diesem
Hintergrund bei EUR 2,0 Mio. (2021: EUR 1,1 Mio.).
Mit Abgabe der russischen Geschäftseinheiten werden
die Aktivitäten dieses Segments nicht fortgeführt.
—
Entwicklung der Umsatzerlöse 2022 je Quartal und Segment
in EUR Mio. Q1 Q2 Q3 Q4 2022
Petro Welt Technologies (konsolidiert) 62,4 89,8 77,6 5,3 235,1
Well Services und Bohrlochstimulation 29,2 43,9 37,0 5,3 115,4
Drilling, Sidetracking und IPM 31,2 42,0 37,4 – 110,6
Proppant-Produktion 2,0 3,9 3,2 – 9,1
—
Externe Umsätze
Wesentliche Kennzahlen 2022 2021 +/- +/- %
Well Services und Bohrlochstimulation EUR Mio. 115,4 99,1 16,3 16,4
Jobs Anzahl 3,776 4,249 (473) (11,1)
Durchschnittlicher Umsatz pro Job TEUR 30,6 23,3 7,2 31,0
Anteil am Umsatz in % 49,1 41,8
Drilling, Sidetracking und IPM EUR Mio. 110,6 124,9 (14,3) (11,4)
Jobs Anzahl 236 285 (49) (17,2)
Durchschnittlicher Umsatz pro Job TEUR 469,0 437,9 31,1 7,1
Anteil am Umsatz in % 47,0 52,7
Summe EUR Mio. 226,0 224,0 2,0 0,9
Proppant-Produktion EUR Mio. 9,1 13,0 (3,9) (30,0)
Anteil am Umsatz EUR Mio. 3,9 5,5
EUR Mio. 235,1 237,0 (1,9) (0,8)
88 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
ENTWICKLUNG VON BILANZSTRUKTUR UND
EIGENKAPITAL
Im Vergleich zum Jahresende 2021 reduzierte sich
die Bilanzsumme der PeWeTe Gruppe um 59,7 %
auf EUR 162,8 Mio. zum 31. Dezember 2022 (2021:
EUR 403,6 Mio.). Dies ist vor allem auf die Abgabe der
russischen Geschäftseinheiten zurückzuführen, die bei
einem Großteil der Bilanzpositionen zu teils deutlichen
Rückgängen führte. Ausnahmen bildeten – neben dem
Grundkapital und der Kapitalrücklage, die beide unver-
ändert blieben – die Forderungen aus dem Verkauf der
Geschäftseinheiten in Russland, die EUR 75,7 Mio. betru-
gen. Die Gewinn rücklagen wiederum reduzierten sich von
zuvor EUR 278,2 Mio. auf EUR –133,6 Mio.
Die Liquiditätsposition, berechnet aus der Summe der
liquiden Mittel und Bankguthaben, lag zum Ende des
Berichtszeitraums bei EUR 58,6 Mio. und war somit
um 59,2 % geringer als zum Ende des Vorjahres (2021:
EUR 143,5 Mio.). Der Verschuldungsgrad betrug zum
Bilanzstichtag 300,3 % (2021: 11,7 %). Hintergrund dieser
bedeutenden Veränderung war die Entkonsolidierung von
Tochtergesellschaften, die einen erheblichen Anteil an den
liquiden Mitteln und Bankguthaben hielten.
—
Quartalsentwicklung nach Anzahl der Aufträge
1,266 1,580 800 130 84 84 68
Q4
Q1 Q2
Q3
Well Services und Bohrlochstimulation Drilling, Sidetracking und IPM
2022: 3.776
2022: 236
—
Konzernbilanzstruktur
Bilanzpositionen
31.12.2022
EUR Mio.
31.12.2022
Anteil in %
31.12.2021
EUR Mio.
31.12.2021
Anteil in %
Umlaufvermögen 100,9 62,0 273,0 67,6
Langfristige Vermögenswerte 61,9 38,0 130,6 32,4
Aktiva 162,8 100,0 403,6 100,0
Kurzfristige Verbindlichkeiten 7,3 4,5 65,5 16,2
Langfristige Verbindlichkeiten 130,3 80,0 132,1 32,7
Eigenkapital 25,3 15,5 206,0 51,0
Verbindlichkeiten und Eigenkapital 162,8 100,0 403,6 100,0
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 89
KONZERNLAGEBERICHT
CASHFLOW
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit wurde stark
vom Ergebnis vor Steuern (einschließlich aufgegebener
Geschäftsbereiche) beeinflusst, das 2022 – getrieben
durch den Verkauf der russischen Geschäftseinheiten – auf
EUR –404,6 Mio. eingebrochen war. Der Cashflow aus der
betrieblichen Tätigkeit sank – ebenfalls geprägt durch den
Verkkauf der Beteiligungen in Russland – im Berichtszeit-
raum um 83,8 % auf EUR 5,6 Mio. (2021: EUR 34,5 Mio.).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeiten reduzierte
sich 2022 dramatisch auf rund EUR 142,5 Mio. (2021:
EUR 29,6 Mio.). Der Verkauf der russischen Geschäftsein-
heiten, abzüglich der übertragenen Barmittel, schlug hier
mit EUR 122,6 Mio. deutlich zu Buche. Die Investitionen in
Sachanlagen stiegen von zuvor EUR 20,6 Mio. auf nahe-
zu EUR 33,2 Mio..
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben
sich im Berichtszeitraum auf EUR 58,6 Mio. zum 31. Dezem-
ber 2022 deutlich reduziert (2021: EUR 142,6 Mio.). Auch
diese Entwicklung stand im Zusammenhang mit dem Rück-
zug aus dem russischen Markt.
—
Entwicklung Verschuldung und Verschuldungsgrad
Kennzahlen 31.12.2022 31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber Petro Welt Holding Limited (Zypern) EUR Mio. 129,9 126,3
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen EUR Mio. 1,8 35,6
Sonstige Verbindlichkeiten mit Ausnahme der abgegrenzten
Verbindlichkeiten EUR Mio. 2,7 5,6
Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente EUR Mio. (58,6) (142,6)
Abzüglich: Bankeinlagen EUR Mio. – (0,9)
Nettofinanzverschuldung EUR Mio. 75,8 24,0
Eigenkapital gesamt EUR Mio. 25,3 206,0
Verschuldungsgrad 300,3 % 11,7 %
90 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
FINANZIELLES PROFIL
Durch die deutliche Abnahme der Zahlungsmittel und Zah-
lungsmitteläquivalente im Zusammenhang mit dem Verkauf
der russischen Geschäftseinheiten hat die Nettoverschul-
dung der PeWeTe Gruppe im vergangenen Jahr maßgeblich
zugenommen: Nachdem diese Kennzahl Ende 2021 noch
bei EUR 24,0 Mio. gelegen war, stieg sie im Verlauf des Jahres
2022 auf EUR 75,8 Mio. an.
Während die liquiden Mittel der Gesellschaft zu einem
großen Teil in US-Dollar und Euro ausgewiesen werden,
gibt das Unternehmen die Verbindlichkeiten gegenüber der
Petro Welt Holding Limited (Zypern) in Euro an. 2022 verlor
der Euro beiden Währungen gegenüber insgesamt etwas
an Wert.
Der Netto-Verschuldungsgrad der PeWeTe Gruppe ver-
schlechterte sich von 11,7 % am 31. Dezember 2021 auf
300,3 % am 31. Dezember 2022 deutlich.
Mit einer Eigenkapitalquote von 15,5 % (2021: 51,0 %) verfügt
die PeWeTe Gruppe angesichts des im Jahresverlauf deutlich
reduzierten Geschäftsvolumens weiterhin über die Fähigkeit,
sich selbst zu finanzieren. Das finanzielle Profil des Unterneh-
mens kann daher als zuverlässig eingeschätzt werden.
150
100
50
0
202220212020
—
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (EUR Mio.)
RISIKOMANAGE-
MENTBERICHT
Die wesentlichen nichtfinanziellen Risiken des Konzerns
sind im Kapitel „Nichtfinanzieller Bericht“ beschrieben.
Die Petro Welt Technologies AG (PeWeTe) unterhält ein
konzernweites Chancen- und Risikomanagementsystem,
das seit 2005 in einem entsprechenden Risikomanage-
menthandbuch des Konzerns dokumentiert wird. Dieses
System bildet einen wesentlichen Teil der Geschäftspla-
nung und der Controlling-Prozesse des Konzerns.
Seit dem 4. Oktober 2021 ist der Finanzvorstand Kirill
Bakhmetiev vom Vorstand als konzernweiter Chief Risk
Manager (CRM) ermächtigt. Er ist für das laufende und
anlassbezogene Risikoreporting des Konzerns zuständig.
Dadurch hat der Vorstand jederzeit Zugang zu allen risiko-
relevanten Informationen, damit er die unterschiedlichen
Risikoereignisse erkennen und entsprechend bewerten,
die jeweils geeigneten Maßnahmen ergreifen sowie auf
verschiedene Entwicklungen und Szenarien reagieren
kann.
Weitere Informationen sind der Anhangsangabe 27
„Ziele und Richtlinien des finanziellen Risikomanagements“
im Anhang zum Konzernabschluss für das am 31. Dezem-
ber 2021 abgelaufene Geschäftsjahr zu entnehmen.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 91
KONZERNLAGEBERICHT
RISIKOFAKTOREN UND RISIKOMESSUNG
Das Risikomanagement- und interne Kontrollsystem des
Unternehmens ist wesentliches Element der Corporate
Governance.
Die Organisation und Funktionsweise des Systems soll
unter instabilen Bedingungen das Vertrauen in das Errei-
chen folgender Ziele gewährleisten:
—
Strategische und operative Ziele der Gesellschaft
—
Ziele zur Gewährleistung der Sicherheit der Vermö-
genswerte
—
Ziele zur Gewährleistung der Übereinstimmung aller
Formen der Berichterstattung mit den festgelegten
Anforderungen
—
Ziele zur Einhaltung der geltenden rechtlichen Anforde-
rungen sowie der rechtlichen Dokumente der Gesell-
schaften der Gruppe
Risiken ergeben sich aus den Konzerngesellschaften, mit
denen die PeWeTe in Russland, Kasachstan und im Oman
tätig ist. Wesentliche Risiken für die Vermögens-, Finanz
und Ertragslage des Konzerns stellen etwaige geld- und
wirtschaftspolitische Maßnahmen der Regierungen in
Russland und Kasachstan dar. Maßnahmen, die durch die
russische Regierung in verschiedenen Bereichen wie etwa
Steuern, Technologie und Umweltpolitik zur Verbesserung
der Parameter des Haushalts der Föderation getroffen
werden und eine geschützte und sichere Öl- und Erdgas-
förderung gewährleisten, können direkte Auswirkungen
auf die Dienstleister in der Region haben.
Im Jahr 2021 begannen alle Staaten, auch Russland, mit
der Ausarbeitung spezifischer Quarantänegesetze und
-regeln, die auch die Logistik in der Ölindustrie betrafen.
Weitere Risiken für die Geschäfts-, Ertrags- und Finanz-
lage der PeWeTe Gruppe könnten durch die anhaltende
Verschlechterung der politischen Beziehungen zwischen
Russland und der Europäischen Union, den Vereinigten
Staaten von Amerika und dem Vereinigten Königreich ent-
stehen.
Ein gewisses Absatzrisiko ist fester Bestandteil der
üblichen Geschäftstätigkeit und kann aufgrund der
aktuellen Veränderungen im Segment der Ölfelddienstleis-
tungen entstehen. Die Gruppe ist von einer begrenzten
Anzahl von Schlüsselkunden abhängig, bei denen es sich
zumeist um große Ölgesellschaften und/oder staatlich
kontrollierte Unternehmen handelt. Ein Nichterreichen der
operativen Ziele könnte zum Verlust von Schlüsselkunden
und damit zu einem erheblichen Umsatzrückgang führen.
Um diesen Risiken zu begegnen, setzt die PeWeTe Gruppe
auf innovative, auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene
Dienstleistungen, Technologien und Prozesse. Unser stra-
tegisch breit gefächertes Leistungsspektrum sowie unsere
exzellenten Markt- und Produktionskenntnisse sollen uns
helfen, in unseren Märkten unabhängig zu bleiben. Dar-
über hinaus erweitern wir unser Leistungsspektrum und
unsere Märkte in attraktive Nischen, in denen innovative
Lösungen und hohe Qualität gefragt sind.
Die Gruppe arbeitet ständig an der Verbesserung ihres
Risikomanagementsystems, das es ermöglicht, rechtzeitig
auf sich anbahnende Veränderungen zu reagieren (sowohl
extern als auch intern). So kann die Leistungsfähigkeit des
Systems aufrechterhalten und die Effizienz auch in einem
von Risiken und Unsicherheit geprägten Umfeld gestei-
gert werden.
Im Jahr 2021 wurden folgende Maßnahmen ergriffen:
—
Überprüfung und Ausarbeitung von Unterlagen zu
großen, prioritären Projekten, Erstellung von Empfeh-
lungen und Vorschlägen zur Steigerung der Rentabilität
und zur Verringerung der Risiken
—
Aktualisierung und Weiterentwicklung lokaler Vorschriften
92 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
Zu den vorrangigen Bereichen der Entwicklung und Ver-
besserung des Risikomanagementsystems gehören die
folgenden Aufgaben:
—
Verbesserung des rechtlichen und methodischen
Rahmens unter Berücksichtigung der Änderungen der
gesetzlichen Anforderungen und der Entwicklung der
weltweiten Best Practices
—
Integration des Risikomanagementprozesses in Schlüs-
selbereiche: Festlegung von Entwicklungsstrategie,
Investitionsplanung, Budgetierung sowie Risikoma-
nagement auf Ebene der operativen und finanziellen
Aktivitäten
—
Verbesserung der Qualität von Risikoinformationen
durch die Vereinheitlichung der Typisierung und die
Entwicklung von Empfehlungen für die Beschreibung
typischer Risiken
—
Verbesserung der Effizienz des Informationsaustauschs
Der Vorstand legt großen Wert auf das Risikomanage-
ment, um zu gewährleisten, dass die gesetzten Ziele unter
den Bedingungen von Unsicherheiten und negativen Ein-
flussfaktoren mit hinreichender Sicherheit erreicht werden
können. Die Risiken werden laufend ermittelt, beschrie-
ben, bewertet und überwacht, und es werden Maßnah-
men entwickelt, um ihre negativen Auswirkungen auf die
Tätigkeiten der PeWeTe zu verringern.
Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für die
Einrichtung und Überwachung des Risikomanagementrah-
mens der Gruppe. Die Gründung der Verwaltungsgesell-
schaft Petro Welt Technologies LLC in Russland dient der
konsequenten Umsetzung der Risikomanagementpolitik
der Gruppe in allen Tochtergesellschaften der Gruppe
sowie der regelmäßigen Überwachung.
Die Risikomanagementpolitik der Gruppe dient der
Identifikation und Analyse der Risiken, denen die Gruppe
ausgesetzt ist, der Festlegung angemessener Risikolimits
und -kontrollen sowie der Überwachung der Risiken und
der Einhaltung der Limits. Die Grundsätze und Systeme
des Risikomanagements werden regelmäßig überprüft,
um Veränderungen der Marktbedingungen und der
Aktivitäten der Gruppe zu berücksichtigen. Die Gruppe
ist bestrebt, durch ihre Schulungs- und Managementstan-
dards und -verfahren ein diszipliniertes und konstruktives
Kontrollumfeld zu schaffen, in dem alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter ihre Aufgaben und Pflichten verstehen.
Die Abteilung für interne Kontrolle der Gruppe kontrolliert,
wie das Management die Einhaltung der Risikomanage-
mentrichtlinien und -verfahren der Gruppe überwacht,
und überprüft die Angemessenheit des Risikomanage-
mentrahmens in Bezug auf die Risiken der Gruppe.
Die interne Revision führt sowohl regelmäßige als auch
Ad-hoc-Prüfungen der Risikomanagementkontrollen und
-verfahren durch, deren Ergebnisse dem Prüfungsaus-
schuss vorgelegt werden.
LIQUIDITÄTS- UND BONITÄTSRISIKEN
Im Jahr 2021 verbesserte die PeWeTe Gruppe ihre
Liquiditäts managementpolitik weiter, um einen stabilen
und reibungslosen Betrieb aller operativen Gesellschaften
der PeWeTe Gruppe zu gewährleisten.
Zur Optimierung des Betriebskapitalmanagements der
Gruppe entwickelte und implementierte das Unterneh-
men eine konzerninterne Finanzierungspolitik. Alle inter-
nen Finanzierungsvereinbarungen müssen vom Vorstand
der PeWeTe Gruppe geprüft und genehmigt werden.
Darüber hinaus entwickelte das Finanzmanagement der
Gruppe im Jahr 2021 zusammen mit einer Partnerbank ein
Factoring-Programm für Lieferanten und Auftragnehmer,
um die Zahlungsfristen für Verbindlichkeiten aus Lieferun-
gen und Leistungen der Konzernunternehmen zu verlän-
gern und das Liquiditätsrisiko zu verringern.
Zur Reduktion des Kreditrisikos setzte das Unternehmen
seine Kreditpolitik fort und stärkte unter anderem seine
Position im Hinblick auf die Einholung von Garantien von
Geschäftspartnern für gewährte Kredite.
Ein hohes Maß an qualitativer und zeitnaher Analyse der
geplanten Cashflows der Konzerngesellschaften bildet
weiterhin die Grundlage für die Steuerung des Liquiditäts-
risikos der PeWeTe. Bei der Erstellung des Cashflow-
Budgets und des Zahlungsplans werden die Daten über den
Zeitpunkt und die Höhe der Mittelzu- und -abflüsse unter
Berücksichtigung der identifizierten Risiken angepasst. Die
kontinuierliche Verbesserung von PeWeTe‘s Finanzautoma-
tisierung und der damit verbundenen Geschäftsprozesse
spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 93
KONZERNLAGEBERICHT
Im Jahr 2021 führte die PeWeTe Gruppe eine Verordnung
über die Platzierung von Bankeinlagen ein, die sowohl die
Vorgehensweise bei der Platzierung verfügbarer Mittel
in Bankeinlagen näher beschreibt, die Anforderungen an
Kredit institute, bei denen Unternehmen der PeWeTe Grup-
pe Bankeinlagen platzieren können, verschärft als auch
einen Ansatz zur Risikodiversifizierung beschreibt. Der
neue Ansatz ermöglichte es, das Kreditrisiko zu reduzie-
ren und gleichzeitig die Rentabilität der Bankeinlagen auf
einem hohen Niveau zu halten.
WESENTLICHE RISIKEN DES KONZERNS
MARKTRISIKEN
Die Entwicklung der Ölfelddienstleistungen hängt direkt
vom Ölmarkt ab. Vom Rückgang um 25 % im vergangenen
Jahr war der größte Teil (15 %) auf die Verringerung der
Investitionsausgaben der Ölindustrie zurückzuführen, die
durch den Einbruch der weltweiten Ölnachfrage im Zuge
der Pandemie und die Maßnahmen der OPEC+-Mitglieder
zur Reduktion der Ölproduktion verursacht wurde. Der
verbleibende Teil des Rückgangs – 10 % des Volumens der
Ölfelddienstleistungen – ist auf die Abschwächung des
Rubels zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund hat sich
der Preiswettbewerb unter den Auftragnehmern ver-
schärft, und die Anforderungen an die Qualität der Arbeit
und die betriebliche Effizienz sind gestiegen.
Die Erholung des Markts für Ölfelddienstleistungen ver-
läuft nicht so schnell wie erhofft. Das OPEC+-Abkommen,
das im Frühjahr 2020 geschlossen wurde, sah ursprünglich
eine Produktionskürzung um 19 % von Mai bis Juli 2020
vor. Seit 1. August 2021 erhöhten die erdölexportierenden
Länder allmählich ihre Produktion, doch das Wachstum
blieb weiterhin gedämpft.
Laut CDU TEK stieg das Volumen der Öl- und Gaskonden-
satproduktion in Russland von Jänner bis November 2021
um 1,6 % auf 477,86 Mio. Tonnen, verglichen mit dem-
selben Zeitraum im Jahr 2020. Schätzungen von Deloitte
zufolge wuchs der Markt für Ölfelddienstleistungen im
Jahr 2021 um 9 %, aber seine Erholung wird sich in den
kommenden Jahren nicht so schnell fortsetzen. Trotz des
deutlichen Ölpreisanstiegs aufgrund der Ukraine-Krise
sowie der Forderungen der Vereinigten Staaten und ande-
rer Verbraucher nach einer höheren Fördermenge dürfte
die OPEC+ an ihren Plänen für eine moderate Erhöhung
der Ölproduktion festhalten. Ab dem 1. Mai 2022 wird die
monatliche angestrebte Fördermenge der OPEC+ immer-
hin leicht angehoben, und zwar auf 432 Tausend Barrel
pro Tag (kb/d).
Der Rückzug einiger der größten internationalen Unter-
nehmen aus bestimmten Schwellenländern und Markt-
nischen, der Konkurs lokaler Unternehmen sowie
anhaltende Fusions- und Übernahmeaktivitäten in der
gesamten Branche bestätigen die anhaltende Volatilität
des internationalen Markts für Ölfelddienstleistungen.
Beispiel für diese Entwicklungen ist der GE-Deal mit der
Übernahme von Baker Hughes. Inzwischen denken einige
Ölgesellschaften sogar über eine langfristige Begrenzung
der Ölförderung nach, wobei sie nicht nur den globalen
Lockdown von 2020 berücksichtigen, sondern auch den
Aufbau einer grünen Wirtschaft auf der Grundlage des
Konzepts der nachhaltigen Entwicklung. Eines der reprä-
sentativsten Beispiele hierfür stellt die neue Strategie von
Shell dar.
Die gesamte Branche steht vor großen Herausforde-
rungen, die sich aus dem niedrigen Preisniveau für
Ölfelddienstleistungen ergeben. Die Explorations- und
Produktionsunternehmen (E&P) haben die Lieferkette zu
aggressiven Kostensenkungen gedrängt, was sich wiede-
rum auf die Gewinnspannen auswirkt. Zu den daraus re-
sultierenden Folgen für den Dienstleistungssektor zählen
eine geringere Kapazitätsauslastung und niedrigere Raten,
wodurch die Dienstleistungsunternehmen zu Personalab-
bau gezwungen sind.
94 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
Aus diesen Gründen ist die Nachfrage nach den Dienst-
leistungen der Gruppe insbesondere eng mit dem Niveau
der Aktivitäten in den Bereichen Exploration, Entwicklung
und Produktion und allgemein mit der Investitionstätigkeit
der Öl- und Gasunternehmen verbunden. Ein Rückgang
der Upstream-Aktivitäten der Kunden des Konzerns kann
dazu führen, dass die operativen Tochtergesellschaften
der PeWeTe Gruppe zunehmend höheren Downstream-
Risiken hinsichtlich ihrer Dienstleistungsaufträge und Prei-
se ausgesetzt sind. In weiterer Folge können sich sowohl
der Konzernumsatz als auch das Ergebnis verschlechtern.
Gegenwärtig ist die Gruppe hauptsächlich in Russland
und Kasachstan tätig und erbringt Dienstleistungen für
alle großen Erdöl- und Erdgasunternehmen in dieser
Region. Die Kohlenwasserstoff-Fördermengen werden
häufig durch die langfristigen strategischen Pläne der
Produzenten und manchmal durch internationale Verträge
festgelegt. In naher Zukunft wird die bedeutende Beteili-
gung der PeWeTe Gruppe an nationalen Ölgesellschaften
wie beispielsweise Rosneft, deren Upstream-Aktivitäten
und Budgets sich als widerstandsfähiger gegenüber dem
Rückgang der Energiepreise erwiesen haben, ein wichtiger
Faktor für die Fähigkeit der Gruppe sein, Marktrisiken
abzufedern. Die Gruppe hat begonnen, in Osteuropa und
im Nahen Osten zu investieren, um von den Markttrends
in diesen Regionen zu profitieren.
Der künftige Erfolg der PeWeTe Gruppe hängt in erster
Linie von ihrer Fähigkeit ab, ein effizientes Vertragsportfo-
lio zu schaffen. Manchmal ist es schwierig vorherzusagen,
wann ein Auftrag auf ein von einer Tochtergesellschaft
eingereichtes Angebot hin vergeben wird. Die Auftrags-
vergabe kann durch Ereignisse beeinflusst werden, die
außerhalb des Einflussbereichs der Gruppe liegen, wie
etwa Energiepreise, das globale politische und wirtschaft-
liche Umfeld, die Fähigkeit der Kunden, die erforderlichen
Genehmigungen und Lizenzen zu erhalten, und die Ver-
fügbarkeit von Finanzmitteln zu angemessenen Kosten. In
solchen Fällen kann sich die Auftragsvergabe verzögern,
und einige Kunden der Gruppe können sogar beschließen,
Ausschreibungen zu stornieren.
Durch ein hohes Maß an unternehmerischer Kompetenz
und operativer Flexibilität in Verbindung mit der Fähigkeit,
das eigene Geschäftsmodell an die neuen Gegebenheiten
anzupassen, können diese großen Herausforderungen
gemeistert werden.
FREMDWÄHRUNGSRISIKEN
Da eine Diskrepanz zwischen den Währungen, auf die
Verkäufe, Käufe und Kreditaufnahmen lauten, und den
jeweiligen funktionalen Währungen der Konzernunterneh-
men besteht, ist die Gruppe einem Fremdwährungsrisiko
ausgesetzt. Die funktionalen Währungen der Konzerngesell-
schaften sind hauptsächlich der russische Rubel (RUB) und
der kasachische Tenge (KZT). Die Währung, auf die die ge-
nannten Transaktionen hauptsächlich lauten, ist der Euro.
Die Berichtswährung des Konzerns ist der Euro. Nahe-
zu sämtliche Umsätze und Aufwendungen des Konzerns
werden in russischen Rubeln und zum Teil in kasachischen
Tenge ausgewiesen. Kursschwankungen zwischen dem
Euro, dem Rubel und dem Tenge beeinflussen folglich die
Umrechnung der finanziellen Ergebnisse des Konzerns in
Euro. Außerdem können instabile Wechselkurse zwischen
dem US-Dollar, dem Euro und dem russischen Rubel
Auswirkungen auf die Beschaffungskosten des Konzerns,
insbesondere für Betriebsanlagen und Maschinen, haben.
Wechselkursschwankungen können auch die Konzernbi-
lanz belasten.
Das Risikomanagement der Gruppe ist in erster Linie
darauf ausgerichtet, die Auswirkungen von Währungsrisi-
kofaktoren auf die PeWeTe Gruppe zu reduzieren. Dabei
verfolgt das Unternehmen den Grundsatz, Einnahmen
und Verbindlichkeiten in jeder Währung auszugleichen.
Die russischen Gesellschaften haben durch regelmäßige
Beobachtung von Devisenmärkten und aktuellen Progno-
sen ihre Fremdwährungsreserven aufgestockt. Dadurch
sind sie in der Lage, weiterhin Ausrüstungen und Kom-
ponenten aus dem Ausland zu beziehen und ihre Divi-
denden auf das für die Muttergesellschaft übliche Niveau
anzuheben.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 95
KONZERNLAGEBERICHT
Eine der zuverlässigsten Maßnahmen zum Schutz vor
Wechselkursrisiken ist die Umstellung der Versorgung auf
lokale Anbieter. Diese Maßnahme kann gegen das direkte
Risiko instabiler Wechselkurse schützen. Im Rahmen ihrer
Importsubstitutionsstrategie hat die Gruppe erreicht, dass
bis zu 80 % des Beschaffungsbudgets für lokale (nationale)
Lieferanten ausgegeben werden.
In Bezug auf andere auf Fremdwährungen lautende
monetäre Aktiva und Passiva ist die Gruppe bestrebt, ihr
Nettoengagement auf einem akzeptablen Niveau zu hal-
ten, indem sie bei Bedarf Fremdwährungen zu Kassakur-
sen kauft oder verkauft, um kurzfristige Ungleichgewichte
auszugleichen.
RECHTLICHE RISIKEN
In der Klage der Gesellschaft gegen die ehemaligen
Vorstandsmitglieder Manfred Kastner, Ronald Harder
und Leonid Mirzoyan (Handelsgericht Wien, Geschäfts-
zahl 43 Cg 40/17f) auf Rückzahlung von insgesamt
EUR 1.589.603,50 wurde ein rechtskräftiges Zwischenurteil
zu Gunsten der Gesellschaft erwirkt, das die Rechtswidrig-
keit der Auszahlung der genannten Mittel an die Beklag-
ten feststellt. Im Februar 2020 brachte die Gesellschaft
eine weitere Klage gegen ihre ehemaligen Vorstands-
mitglieder Manfred Kastner, Ronald Harder und Leonid
Mirzoyan (Handelsgericht Wien, Geschäftszahl 43 Cg
7/21h) auf Zahlung von Steuerschadenersatz in Höhe von
EUR 1.237.616,86 aufgrund der rechtswidrigen Auszahlung
ihrer Abfertigungen ein.
Diese Klagen wurden mit dem ersten Verfahren gegen die
ehemaligen Vorstandsmitglieder zusammengelegt und
werden gemeinsam entschieden. Im Februar 2021 sind die
ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder Gerhard Strate, Mirco
Schroeter und Walter Höft beiden Verfahren als Streithel-
fer auf Beklagtenseite beigetreten. Nach dem Zwischen-
urteil werden sich die verbundenen Verfahren mit den
Gegenforderungen der Beklagten, die die Gesellschaft
sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach bestreitet,
sowie mit dem Anspruch der Gesellschaft auf Zahlung
von Steuerschadenersatz befassen. Das Beweisverfahren
könnte im dritten Quartal 2022 abgeschlossen werden.
AKTIONÄRS-
STRUKTUR UND
ANGABEN ZUM
KAPITAL
ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB
Das Grundkapital der Petro Welt Technologies AG beträgt
zum 31. Dezember 2022 EUR 48.850.00 (31. Dezember
2021: EUR 48.850.000). Es ist eingeteilt in 48.850.000
ausstehende nennwertlose Stückaktien. Die Aktien sind
im amtlichen Markt des Prime Standard der Frankfurter
Wertpapierbörse notiert. Alle Aktien sind zum amtlichen
Handel zugelassen. Es sind keine Vorzugsaktien ausge-
geben worden. Es bestehen keine Beschränkungen der
Stimm- oder Übertragungsrechte. Zum Bilanzstichtag 31.
Dezember 2021 hat die Petro Welt Technologies AG keine
eigenen Aktien zurückgekauft.
Seit dem erfolgreichen Börsengang im Jahr 2006 hat sich
die Petro Welt Technologies AG zur freiwilligen Einhaltung
des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex)
verpflichtet. Bis auf wenige Ausnahmen, die in der Entspre-
chenserklärung der Gesellschaft offengelegt werden, hat
die Gesellschaft den Empfehlungen des Kodex vollständig
entsprochen.
Am 7. September 2022 beantragte die Joma Industrial
Source Corp. die Einleitung des Verfahrens zum Aus-
schluss von Minderheitsaktionären (Squeeze-out). Die
Joma Industrial Source Corp. beabsichtigt, alle Aktien
der Petro Welt Technologies AG, die nicht von ihr oder
ihrer mittelbaren Tochtergesellschaft Petro Welt Holding
Limited gehalten werden, gegen Zahlung eines Bar-
abfindungspreises von EUR 2,20 je Aktie einschließlich
Dividendenansprüchen zu erwerben. An dieser Stelle wird
auf die Pflichtveröffentlichungen rund um den geplanten
Squeeze- Out unter https://www.pewete.com/de/news/
ad-hoc verwiesen. Die Hauptversammlung, die über den
Squeeze-out entscheidet, soll im Jahr 2023 stattfinden.
96 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
INTERNES
KONTROLLSYSTEM
ANGABEN GEMÄSS § 243A ABS. 2 UGB
Die grundlegenden Merkmale des internen Kontroll-
systems (IKS) und des Risikomanagementsystems (RMS)
der Petro Welt Technologies AG werden auf der Grundlage
der fünf Komponenten des Rahmenwerks des Committee
of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission
(COSO-Rahmenwerk) beschrieben.
Das IKS bezieht sich auf organisatorische Strukturen mit
Grundsätzen, Methoden und Verfahren des Controllings,
die für die Entscheidungen des Konzernvorstands, des
Prüfungsausschusses und des Moskauer Executive Board
of Directors sowie der Geschäftsführungen der Konzern-
gesellschaften, deren Rechnungsprüfungsausschüsse,
deren internen Prüfungsabteilungen und leitenden
Angestellten maßgebend sind.
Das IKS und die internen Geschäftsprozesse unterliegen
zunehmender Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden
(FMA, BAFIN etc.) sowohl in Bezug auf das Management als
auch auf die Finanzbuchhaltung und das Reporting. Zur
Unterstützung der Umsetzung wurden deshalb Verfah-
renshandbücher in Form von Richtlinien für den Konzern
und seine Einzelgesellschaften erstellt. Dazu gehören ein
Handbuch für das Rechnungswesen der Konzernunter-
nehmen nach den russischen Grundsätzen der ord-
nungsgemäßen Rechnungslegung („russische GAAP“), die
IFRS-Bilanzierungsmethode, ein Konzernbudgethandbuch
und der Konzernbudgetkalender sowie eine Konzern-
inventarvorschrift, ein Handbuch über den Umlauf von
Dokumenten, ein Handbuch zu Gesundheitsschutz,
Arbeitsschutz und Umweltmanagement sowie weitere
Handbücher und Betriebsanweisungen.
Schlüsselkomponenten des internen Kontrollsystems der
Gruppe sind Controlling-Umfeld, Risikobewertung und
Risikomanagement, Controlling-Aktivitäten, Datenver-
arbeitung und Informationsaustausch, Monitoring und
Kontrolle. Zum Controlling-Umfeld gehören für ihren Teil
Geschäftsgrundsätze, ethische Werte und Kompetenzen
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Zuweisung von
Verantwortungsbereichen, die Aufbauorganisation sowie
Leitung und Führung.
Beteiligte sind Vorstand, Prüfungsausschuss sowie auf der
Ebene der Konzerngesellschaften Geschäftsführungen,
Rechnungsprüfungsausschüsse, interne Auditabteilun-
gen und befugte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Tochter unternehmen der PeWeTe Gruppe.
Das IKS betrifft die Budgets und Finanzergebnisse der
Konzerngesellschaften sowie das konsolidierte Budget
und das Finanzergebnis des Konzerns. Die für das Rech-
nungs- und Berichtswesen zuständigen Bereiche in den
Konzerngesellschaften erstatten dem Executive Board
of Directors der Moskauer Managementgesellschaft
direkt und regelmäßig Bericht. Diese berichtet ihrerseits
wiederum regelmäßig an den Konzernvorstand über die
Geschäftsentwicklungen bei der PeWeTe Gruppe. Die
Abteilungen der Tochtergesellschaften beobachten und
berichten über die Prozesse der Planung, Budgetierung
und Berichterstattung sowie über Abweichungsanalysen
und die Zielerreichung. Sie liefern monatlich, vierteljährlich
und jährlich Finanzberichte entsprechend den russischen
GAAP- und IFRS-Anforderungen.
Das quartalsweise Berichtswesen an den Aufsichtsrat
bezieht sich auf den Rechnungslegungsprozess, der dem
Kern der internen Quartalsberichterstattung entspricht,
jedoch auch einen allgemeinen Bericht über das wirt-
schaftliche Umfeld des Öl- und Gasfelddienstleistungs-
sektors enthält. Weitere Berichte an den Aufsichtsrat sind
der Jahresbericht und der Bericht des Vorstands über das
Jahresbudget, zu dem auch der Finanz-, der Liquiditäts-
und der Investitionsplan gehören.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 97
KONZERNLAGEBERICHT
FINANZBUCHHALTUNG
Die Finanzbuchhaltung in Russland erfolgt mit dem so
genannten „Programm 1C“. Die Bestandsverwaltung und
Veräußerung von Vermögenswerten liegen in der Ver-
antwortung der lokalen Inventarmanager auf der Ebene
der jeweiligen Tochtergesellschaft. Ihre Rolle ist in der
Inventarvorschrift für Konzernunternehmen festgelegt.
Zugänge zu den langfristigen Vermögenswerten werden
in 1C eingegeben und monatlich anhand der genehmigten
Investitionspläne überprüft. Planmäßige und außerplan-
mäßige Abschreibungen sowie Wertminderungen der
langfristigen Vermögenswerte werden automatisch in
1C verbucht.
Die Kreditorenbuchhaltung verwendet die Hauptein-
gabefunktion von 1C für die Eingabe und Prüfung der
Kreditoren rechnungen sowie für die Vorbereitung der
Zahlungsanweisungen. Besondere Bedeutung kommt der
Kontrolle der rechtlichen Anforderungen, Verkaufs- und
Unternehmenssteuerdaten und der konzerninternen
Regelungen zu, wie z. B. die Anweisungen für die Zeich-
nungsberechtigung und Wertgrenzen (Kompetenzen).
Die Bilanzierung der Tochtergesellschaften erfolgt nach
russischen GAAP durch die jeweilige Buchhaltung in enger
Zusammenarbeit mit dem Konzernrechnungswesen.
Vierteljährlich führen die Finanzbuchhaltungsabteilungen
der Konzernunternehmen Anpassungsverfahren für ihre
russischen GAAP-Finanzdaten durch und erstellen die
IFRS-Packages. Sobald diese finalisiert sind, werden sie
zur Kontrolle an die IFRS-Reportingabteilung des Konzerns
weitergeleitet. Nach der Genehmigung durch diese Abtei-
lung werden sie zur Konsolidierung weitergereicht.
Im dritten Quartal 2020 startete der Konzern das Projekt
der Umstellung von 1C UPP auf 1C ERP im Bereich der
Ölfeld-Services mit dem Ziel, alle Buchhaltungsregeln zwi-
schen den Geschäftseinheiten zu vereinheitlichen sowie
Buchhaltung und Lieferkette in ein IT-System zu integrie-
ren. Zu diesem Zweck erarbeitete die Gruppe eine neue
Corporate Accounting Policy für russische lokale GAAP, die
im ersten Quartal 2021 eingeführt wurde.
DATENVERARBEITUNGSSYSTEME
Wie oben angegeben, wird das System 1C für die Finanz-
buchhaltung eingesetzt. Darüber hinaus verwendet
die Gruppe das Planungssystem „Oracle Hyperion“ für
Budgetierung, Controlling und Berichtswesen.
SICHERHEITSMASSNAHMEN UND ÜBERWACHUNG
DER BETRIEBSQUALITÄT IM JAHR 2022
Die Qualität der Dienstleistungen und Sicherheitsmaßnah-
men sind seit 2017 ebenfalls zentrale Werte der Petro Welt
Technologies AG und werden auch in Zukunft eine Priorität
bleiben. Um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter der PeWeTe im Außendienst zu gewährleisten und
die hohe Qualität unserer Arbeit zu gewährleisten, werden
weiterhin Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter vor verschiedensten möglichen Gefahren
und zur Kontrolle von Risiken ergriffen.
Eine Ursachenanalyse einiger der schwerwiegendsten
Vorfälle, die sich 2021 ereigneten, zeigte neue Gefahren
und Risiken auf. Dabei wurden neue hohe Risiken für die
bestehenden Sicherheits- und Qualitätssicherungsprozesse
aufgedeckt. Um diese zu beseitigen, entwickelte die Gruppe
ein strategisches Programm, das darauf abzielt, die Risiken
zu minimieren und die Qualität der Betriebsprozesse zu ver-
bessern. Dafür wurden vier Schlüsselphasen definiert.
98 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
FORSCHUNG UND
ENTWICKLUNG
ANGABEN GEMÄSS § 243 ABS. 3 UGB
Im Jahr 2022 setzte die Petro Welt Technologies AG ihre
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) fort, die
sich auf neue Arten von Proppants und neue Fracturing-
Technologien konzentrierten.
WellProp und KATKoneft setzten gemeinsam die Förde-
rung einer Technologie mit einem synthetischen Geliermit-
tel fort. Das synthetische Geliermittel (WP-SG), das unter
der Marke WellProp hergestellt wird, gehört aufgrund
seiner hohen Restleitfähigkeit (bis zu 98 %) zu den so
genannten „Neat Fluids“ und führt zu einer deutlichen Ver-
ringerung der Kolatation des Stützmittels und des Poren-
volumens der Lagerstätte.
Im Juli 2022 wurde ein Patent für ein neuartiges High-Tech-
Proppant (selbstfließendes Proppant) erteilt. WellProp
begann mit der Entwicklung der technischen Grundlagen
für die Herstellung von selbstgelierenden Proppants. Die
Patentanmeldung für wasserfeste Proppants ist in Arbeit.
Im Jahr 2022 wurde ein Produktionsversuch durchgeführt,
der bestätigte, dass die Herstellung von wasserdichtem
Proppant in den bestehenden Anlagen möglich ist. Die
beiden Produkte haben ein großes Potenzial.
Das Unternehmen hat auch die Arbeit an harzbeschich-
teten Stützmitteln abgeschlossen. Das Investitionsprojekt
zum Bau von Produktionsanlagen wurde im Jahr 2022
gestartet.
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wurden nach
dem Verkauf der russischen Beteiligungen eingestellt.
Phase 1: Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
(QHSE). In dieser Phase lag der Schwerpunkt auf der Ver-
besserung der Sicherheitsstandards. 2021 wurde in allen
operativen Segmenten das Online-Schulungsprogramm
OLIMP eingeführt. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 97 Sicher-
heitsschulungen durchgeführt.
Phase 2: Hazard and Effects Management Process (HEMP).
Der Standard für Auftragssicherheitsanalysen (JSA) wurde
bei KATOBNEFT und KAToil-Drilling eingeführt. Im Jahr 2022
soll der JSA-Standard in der Betriebsgesellschaft KATKoneft
eingeführt werden.
Phase 3: Der HSE-Kulturstandard wurde 2021 in den Unter-
nehmen KATOBNEFT und KAToil-Drilling eingeführt.
Phase 4: Sicherheitsmanagement im Straßenverkehr. Fahr-
zeugbasierte Überwachungssysteme (IVMS), sprich Ortungs-
systeme, wurden in 100 % aller schweren Fahrzeuge instal-
liert. Alle für den Personentransport eingesetzten Fahrzeuge
sind mit einem Videoüberwachungssystem ausgestattet.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 99
NICHTFINANZIEL-
LER BERICHT
Der im Einklang mit § 267a UGB erstellte Nichtfinanzielle
Bericht für das Jahr 2022 beginnt auf Seite 12 dieses Be-
richts.
WESENTLICHE
EREIGNISSE NACH
DEM BILANZ-
STICHTAG
Am 7. September 2022 beantragte die Joma Industrial
Source Corp. die Einleitung des Verfahrens zum Ausschluss
der Minderheitsaktionäre (Squeeze-out). Die Joma Industrial
Source Corp. beabsichtigt, alle Aktien der Petro Welt Tech-
nologies AG, die nicht von ihr oder ihrer mittelbaren Toch-
tergesellschaft Petro Welt Holding Limited gehalten werden,
gegen Zahlung einer Barabfindung in Höhe von EUR 2,20 je
Aktie einschließlich Dividendenansprüchen zu erwerben. An
dieser Stelle wird auf die Pflichtveröffentlichungen rund um
den geplanten Squeeze-out unter https:// www . pewete . com/
de/news/ad-hoc verwiesen. Die Hauptversammlung, die
über den Squeeze-out entscheidet, soll im Jahr 2023 statt-
finden.
KONZERNLAGEBERICHT
100 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNLAGEBERICHT
Die weltweite Ölnachfrage wird laut OPEC im Jahr 2023
voraussichtlich leicht steigen und 101,8 mb/d erreichen.
So dürfte die erwartete Erholung der Wirtschaftstätigkeit
in Indien und dem Nahen Osten zu einem Anstieg der
Kraftstoffnachfrage in der Industrie und im Verkehrswesen
führen. Die Aussicht auf eine globale Rezession könnte
den Ölverbrauch allerdings deutlich dämpfen, ebenso
wie anhaltende geopolitische Spannungen oder weitere
Covid-19-Einschränkungen, insbesondere in China, auf das
im Jahr 2023 wieder etwa die Hälfte des weltweiten Wachs-
tums im Ölverbrauch entfallen dürfte.
ENTWICKLUNG DER PEWETE GRUPPEE
Das Management rechnet für 2023 mit einem Umsatz
von rund KZT 8,8 Mrd. bis KZT 9,8 Mrd. Umgerechnet in
die Berichtswährung Euro könnte der Umsatz bei einem
Wechselkurs von KZT 475 bis KZT 500 je Euro in einer
Spanne von EUR 17,6 Mio. bis EUR 20,6 Mio. liegen. Das
EBITDA wird derzeit mit KZT 3,7 Mrd. prognostiziert, was
bei einem Wechselkurs je Euro in der genannten Spann-
breite einem Betrag von EUR 6,6 Mio. bis EUR 7,7 Mio.
entspricht. Diese Erwartung basiert auf der Lage zum Zeit-
punkt der Veröffentlichung dieses Berichts und schließt
gravierende negative Effekte, insbesondere eine weitere
Eskalation der angespannten geopolitischen und wirt-
schaftlichen Lage, nicht ein.
AUSBLICK FÜR 2023
ALLGEMEINES UMFELD
Das globale Wachstum wird nach Einschätzung des Inter-
nationalen Währungsfonds von 3,4 % im Jahr 2022 voraus-
sichtlich auf 2,9 % im Jahr 2023 fallen und dann auf 3,1 %
im Jahr 2024 ansteigen. Die Anhebung der Zentralbankzin-
sen zur Inflationsbekämpfung und der Krieg in der Ukraine
belasten weiterhin die Wirtschaftstätigkeit. Die rasche Aus-
breitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im
Jahr 2022, doch die jüngste Wiedereröffnung hat den Weg
für eine schnellere Erholung geebnet als erwartet. Nach
aktueller Einschätzung wird die globale Inflation von 8,8 %
im Jahr 2022 auf 6,6 % im Jahr 2023 und 4,3 % im Jahr 2024
zurückgehen, was jedoch immer noch über dem Niveau
von etwa 3,5 % vor der Pandemie (2017–19) liegt.
Auch wenn die BIP-Wachstumsrate gegenüber 2021 spür-
bar nachgelassen hat, wirkte sich der Krieg in der Ukraine
auf Kasachstan nur bedingt aus. Das Land ist aber von
hoher Inflation geplagt, die 2022 weiter auf etwa 19 %
zugenommen hat. Hauptfaktoren dafür waren neben der
globalen Inflation die Abwertung des Tenge und das rasche
Lohn- und Kreditwachstum. Die hohen Rohstoffpreise
haben Kasachstans große fiskalische und außenwirtschaft-
liche Puffer gestärkt, 2022 konnte zudem ein Leistungs-
bilanzüberschuss erwirtschaftet werden. Das kasachische
Bankensystem ist widerstandsfähig und hat die Auswirkun-
gen des Krieges gut verkraftet. Kasachstans Konjunktur-
aussichten sind aber nach wie vor mit großer Unsicherheit
behaftet. Der Krieg in der Ukraine birgt Abwärtsrisiken, ins-
besondere in Bezug auf die Ölexporte des Landes via Russ-
land, während der Inflationsdruck die sozialen Spannungen
wieder anheizen könnte. Positiv fällt ins Gewicht, dass die
hohen Rohstoffpreise die Puffer weiter stärken könnten
und Kasachstan von der Verlagerung ausländischer Unter-
nehmen profitieren könnte.
Wien, am 27. April 2023
Denis Stankevich
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev
Chief Financial Officer
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 101
KONZERNLAGEBERICHT
CHAPTER
102 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERN-
ABSCHLUSS
104 Bestätigungsvermerk
110 Konzern-Bilanz
111 Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
112 Konzern-Gesamtergebnis rechnung
113 Konzern-Eigenkapital-
veränderungsrechnung
114 Konzern-Kapitalflussrechnung
115 Anhang zum Konzern abschluss
179 Erklärung aller gesetzlichen
Vertreter
104 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK
BESTÄTIGUNGS-
VERMERK
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der
Petro Welt Technologies AG, Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend
aus der Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Kon-
zern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamt-
ergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungs-
rechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das an
diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang
zum Konzernabschluss, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Kon-
zernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt
ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage
des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage
und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit
den International Financial Reporting Standards, wie sie in
der EU anzuwenden sind (IFRS), und den zusätzlichen An-
forderungen des § 245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung
mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO)
und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmä-
ßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze
erfordern die Anwendung der International Standards on
Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen
Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwort-
lichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzern-
abschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend
beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Überein-
stimmung mit den österreichischen unternehmensrecht-
lichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben
unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung,
dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sach-
verhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am
bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses
des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im
Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlus-
ses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils
hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prü-
fungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Wir haben den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt wie
folgt strukturiert:
—
Beschreibung und Sachverhalt
—
Prüfungsansatz und wesentliche Feststellungen
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 105
BESTÄTIGUNGSVERMERK
VERÄUSSERUNG DER RUSSISCHEN GESELLSCHAFTEN
Beschreibung und Sachverhalt
Auf Grund der international gegen Russland verhäng-
ten Sanktionen beschloss der Vorstand der Petro Welt
Technologies AG (im Folgenden „PeWeTe“) im abgelaufen
Geschäftsjahr2022, sämtliche russischen Konzern-Gesell-
schaften zu veräußern. Der Verkauf wurde in der außeror-
dentlichen Hauptversammlung der PeWeTe vom 16. August
2022 von den Aktionären beschlossen bzw. genehmigt.
Im August 2022 verkaufte die PeWTe alle ihre direkt und
indirekt gehaltenen russischen Gesellschaften an drei
natürliche Personen, die verschiedene Positionen im
PeWeTe-Konzern inne hatten. Die Transaktionen wurden
in drei Schritte strukturiert, die im Konzernabschluss unter
Punkt 5. „Tochtergesellschaften“ – Unterpunkt „Verkauf der
russischen Tochtergesellschaften“ erläutert sind.
Aus Rechnungslegungssicht ist zu beurteilen, ob es sich bei
diesen Verkäufen tatsächlich um einen Verlust der Kontrol-
le gem. IFRS 10 handelte, der zu einer Entkonsolidierung
der genannten Gesellschaften führte. Desweiteren ist zu
beurteilen, ob die Gesellschaften zum richtigen Zeitpunkt
entkonsolidiert wurden.
Zu Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräumen führt
die Bewertung der Kaufpreisforderungen, da die Kaufpreise
in Tranchen zu zahlen sind und Zahlungsfristen von bis zu
36 Monaten vereinbart wurden. Die Abzinsung der Kauf-
preisforderungen hängt wesentlich vom zugrunde gelegten
Zinssatz sowie von zukünftigen Wechselkursentwicklungen
ab. Zu wesentlichen Schätzunsicherheiten führt ebenso
die zukünftige Entwicklung der russischen Gesetzgebung
betreffend Veräußerungen von Beteiligungen an russischen
juristischen Personen, die ständigen Änderungen unter-
liegt und die Unsicherheit in Bezug auf die Rückzahlung der
Forderungen aus dem Verkauf erhöht.
In diesem Zusammenhang ist ebenso die Ermittlung der
laufenden und latenten Steuern in Zusammenhang mit
dem Veräußerungsvorgang der russischen Konzern-Ge-
sellschaften zu beurteilen, die im Anhang unter Punkt 22.
„Ertragsteuern“ beschrieben wird.
Da die Entkonsolidierung wesentlicher Gesellschaften auf-
grund von Verlust der Kontrolle des Konzerns und auch die
Bewertung der Kaufpreisforderungen einen wesentlichen
Effekt auf den Konzernabschluss haben und die daraus
resultierenden steuerlichen Implikationen, haben wir die
Veräußerung der russischen Konzern-Gesellschaften auf-
grund der impliziten Schätzunsicherheiten und Annahmen
als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt identifiziert.
Prüfungsansatz und wesentliche Feststellungen
Wir haben die Veräußerung der russischen Konzern-Gesell-
schaften wir folgt beurteilt bzw. geprüft:
—
Beurteilung der von Petro Welt Technologies angewand-
ten Kriterien zur Feststellung des Verlustes der Kontrolle
—
Konsultation unserer Mazars IFRS - Spezialisten zur Dis-
kussion unserer Schlussfolgerungen
—
Befragungen des Vorstands
—
Kritische Durchsicht des Gutachtens von B1 – Consult
LLC, Moskau, Russland, betreffend der Wertermittlung
der veräußerten russischen Konzern-Gesellschaften
—
Beurteilung – der Schlussfolgerungen des Prüfungs-
teams durch Diskussion mit Bewertungsspezialisten
- der von der Gesellschaft verwendeten Wechselkurse
und Abzinsungssätze für die Bewertung der Kaufpreis-
forderungen
—
Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Ermitt-
lung des beizulegenden Zeitwertes der Kaufpreisforde-
rungen
—
Befragung der steuerlichen Vertretung der Petro Welt
Technologies AG betreffend die getroffenen Annahmen
und zur Berechnung der erfassten Steuerverbindlichkeit
—
Diskussion der steuerlichen Schlussfolgerungen und
Ansätze des Prüfungsteams mit unseren Mazars Steuer-
experten
—
Kritische Durchsicht der Steuerberechnung
—
Überprüfung der rechnerischen Richtigkeit der Steuer-
berechnung
—
Beurteilung der Angemessenheit der Anhangsangaben
im Konzernabschluss.
Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlun-
gen haben wir festgestellt, dass die seitens des Konzerns
getroffenen Annahmen teilweise einer hohen Schätz-
unsicherheit unterliegen aber aufgrund der verfügbaren
Informationen angemessen sind und durch die verfügbaren
Nachweise gestützt werden.
106 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informatio-
nen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen
alle Informationen im Geschäftsbericht und Jahresfinanzbe-
richt, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzern-
lagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernab-
schlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen
Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die
sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum
Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprü-
fung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem
Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten
den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Dar-
stellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir
verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in
diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN
VERTRETER UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES
FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Auf-
stellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzu-
wenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§ 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind
die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstel-
lung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig
- anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es
sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder
den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit
einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwa-
chung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 107
BESTÄTIGUNGSVERMERK
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSS-
PRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERN-
ABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlan-
gen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentli-
chen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlun-
gen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu
erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende
Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garan-
tie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und
mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern,
durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Fal-
sche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage
dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Ent-
scheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der
ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschluss-
prüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
—
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher
falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen
als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und er-
langen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu die-
nen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultie-
rende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes,
da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irrefüh-
rende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
—
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschluss-
prüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prü-
fungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontroll-
systems des Konzerns abzugeben.
—
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetz-
lichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-
thoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rech-
nungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
—
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit
der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetz-
lichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit
im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenhei-
ten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des
Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen,
dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir ver-
pflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazu-
gehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind,
unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnach-
weise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können
jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
—
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und
den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise
wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
—
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnach-
weise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein
Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen
die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
108 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter ande-
rem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche
Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderun-
gen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen
uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sach-
verhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen
werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und -
sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaß-
nahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des
Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher
die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir
beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsver-
merk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften
schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder
wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachver-
halt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden
sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die nega-
tiven Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das
öffentliche Interesse übersteigen würden.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE
ANFORDERUNGEN
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen,
ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob
er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen auf-
gestellt wurde. Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen
konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Ver-
antwortung zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen
und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen
wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder
zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen
aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstel-
lung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den
Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach
den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wor-
den, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB und
steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses ge-
wonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnis-
ses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche
fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 109
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 29. Juli 2023 als
Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 9. September 2022
vom Aufsichtsrat beauftragt.
Wir sind seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember
2021 Abschlussprüfer
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht
zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den
Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang
steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleis-
tungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht haben und dass
wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Un-
abhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirt-
schaftsprüfer ist Dr. Peter Wundsam.
Wien, am 27. April 2023
Mazars Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Dr. Peter Wundsam e. h.
Wirtschaftsprüfer
ppa Mag. Bettina Maria Szaurer e. h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem
Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen.
Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutsch-
sprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht.
Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu
beachten.
110 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNABSCHLUSS
KONZERN-BILANZ ZUM 31. DEZEMBER 2022
TEUR
Anhang
31.12.2022
31.12.2021
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte
61.860
130.623
Sachanlagen
6
13.745
125.941
Immaterielle Vermögenswerte
7
18
2.122
Nutzungsrechte
8
178
719
Langfristige Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
5
39.433
-
Langfristige Darlehen an verbundene Unternehmen
29
8.486
-
Sonstige Vermögenswerte
-
107
Latente Steueransprüche
22
-
1.734
Kurzfristige Vermögenswerte
100.928
273.024
Kurzfristige Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
5
36.246
-
Vorräte
9
2.636
36.570
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
10
953
69.971
Vertragsvermögenswerte
10
-
13.755
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
5, 6
-
2.919
Bankeinlagen
12
-
926
Sonstige Vermögenswerte
11
2.208
5.415
Ertragsteuerforderungen
295
871
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
12
58.590
142.597
Bilanzsumme
162.788
403.647
Passiva
Eigenkapital
25.253
206.002
Grundkapital
13
48.850
48.850
Kapitalrücklage
13
111.987
111.987
Gewinnrücklage
13
(133.612)
278.199
Neubewertung von leistungsorientierten Versorgungsplänen
23
-
444
Währungsumrechnungsrücklage
13
(1.972)
(233.478)
Langfristige Verbindlichkeiten
130.252
132.118
Langfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
14
129.888
126.310
Langfristige Leasing-Verbindlichkeiten
122
639
Latente Steuerschulden
22
242
4.973
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
23
-
196
Kurzfristige Verbindlichkeiten
7.283
65.527
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
14
1.819
35.581
Sonstige Verbindlichkeiten
14
3.540
28.347
Kurzfristige Leasing-Verbindlichkeiten
56
110
Erhaltene Anzahlungen
14
-
330
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern
14
1.868
1.159
Bilanzsumme
162.788
403.647
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 111
KONZERNABSCHLUSS
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR ZUM 31. DEZEMBER 2022
1
Angepasst infolge einer Klassifizierung von PEWETE EVO EUROPE S.R.L., PEWETE EVO SERVICES LLC, OOO KATKoneft,
OOO KATOBNEFT, OOO Trading House KAToil, OOO KAToil Leasing, OOO KAT-oil Drilling, OOO Petro Welt Technologies
und OOO Wellprop in einen aufgegebenen Geschäftsbereich. Infolgedessen wurde die konsolidierte Gewinn- und
Verlustrechnung für das Jahr bis zum 31. Dezember 2021 angepasst. Siehe Anhang 5.
UR
Anhang
2022
2021
2021 (geprüft)
Umsatzerlöse
15
14.722
7.680
236.973
Umsatzkosten
16
(9.127)
(5.420)
(201.938)
Bruttogewinn
5.595
2.260
35.035
Verwaltungsaufwendungen
17
(9.832)
(11.965)
(26.691)
Vertriebsaufwendungen
18
-
-
(1.840)
Sonstige betriebliche Erträge
19
5.455
265
2.447
Sonstige betriebliche Aufwendungen
20
(6.523)
(490)
(1.656)
Betriebsergebnis
(5.305)
(9.930)
7.295
Finanzerträge
21
4.244
593
5.375
Finanzierungsaufwendungen
21
(23.345)
(3.409)
(3.470)
Finanzergebnis, netto
(19.101)
(2.816)
1.905
(Verlust)/Gewinn vor Steuern
(24.406)
(12.746)
9.200
Ertragsteueraufwendungen
22
(2.323)
(1.904)
(4.465)
(Verlust)/Gewinn aus fortgeführten
Geschäftsbereichen
(26.729)
(14.650)
4.735
(Verlust)/Gewinn aus aufgegebenen
Geschäftsbereichen (nach Ertragsteuern)
5
(385.082)
17.575
(1.810)
(Verlust)/Gewinn
(411.811)
2.925
2.925
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in EUR
24
(8,43)
0,06
0,06
Verwässertes Ergebnis je Aktie in EUR
24
(8,43)
0,06
0,06
1
112 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNABSCHLUSS
KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR ZUM 31. DEZEMBER 2022
TEUR
Anhang
2022
2021
(Verlust)/Gewinn
(411.811)
2.925
Sonstiges Ergebnis
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden können:
Währungsumrechnungsdifferenzen aus:
Übertragung eines ausländischen Geschäftsbetriebs
13
101.984
13.995
Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe
13
1.190
7.677
Ertragsteuerliche Auswirkungen von Währungsumrechnungsdifferenzen
22
(303)
(1.729)
Verkauf von Tochtergesellschaften
22
128.635
-
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden:
Nettogewinne aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen
23
-
116
Ertragsteuerliche Auswirkungen von der Neubewertung von
-
(23)
leistungsorientierten Versorgungsplänen
22
Verkauf von Tochtergesellschaften
22
(444)
-
Sonstiges Ergebnis
231.062
20.036
Gesamtergebnis
(180.749)
22.961
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 113
KONZERNABSCHLUSS
KONZERN- EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR ZUM
31. DEZEMBER 2022
TEUR Grundkapital Kapital rücklage
Gewinn-
rücklage
Neubewertung
von leistungs-
orientierten
Versorgungs-
plänen
Währungsumrechnungsrücklage
Umrech-Netto-
nung eines investitionen in
ausländischen ausländische
Geschäfts-Geschäfts-
betriebs betriebeEigenkapital
Zum 1. JännerJänner 2021
48.850
111.987
275.274
351
(131.237)
(122.184)
183.041
Gewinn
-
-
2.925
-
-
-
2.925
Währungsumrechnungs-
differenzen
-
-
-
-
13.995
5.948
19.943
Nettogewinne aus der
Neu bewertung von leistungs-
orientierten Versorgungsplänen
-
-
-
93
-
-
93
Gesamtergebnis
-
-
2.925
93
13.995
5.948
22.961
Zum 31. Dezember 2021
48.850
111.987
278.199
444
(117.242)
(116.236)
206.002
Zum 1. Jänner 2022
48.850
111.987
278.199
444
(117.242)
(116.236)
206.002
Verlust
-
-
(411.811)
(444)
13.286
115.349
(283.620)
Währungsumrechnungs-
differenzen
-
-
-
-
101.984
887
102.871
Gesamtergebnis
-
-
(411.811)
(444)
115.270
116.236
(180.749)
Zum 31. Dezember 2022
48.850
111.987
(133.612)
-
(1.972)
-
25.253
114 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNABSCHLUSS
KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR ZUM 31. DEZEMBER 2022
TEUR
Anhang
2022
2021
(Verlust)/Gewinn vor Steuern
(404.574)
7.390
Anpassungen für:
Verlust aus der Veräußerung von Beteiligungen in Russland
5
399.381
-
Abschreibung, Amortisation
6, 7, 8
23.291
28.699
Wertminderung / (Wertaufholung) von Sachanlagen und zur Veräußerung
gehaltenen Vermögenswerten
5, 6
3.964
(1.794)
Nettoergebnis aus der Veräußerung von Sachanlagen
19, 20
2.075
(351)
Fremdwährungsergebnis
21
22.458
(396)
Finanzergebnis, netto
21
(6.646)
(1.509)
Gezahlte Ertragsteuer
(5.456)
(4.523)
Veränderungen Working Capital
(29.118)
6.944
Veränderung der Vorräte
(13.221)
1.815
Veränderungen der Vertragsvermögenswerten
(25.540)
(3.429)
Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen und sonstigen Forderungen
(3.082)
5.018
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten
12.924
3.540
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
5.574
34.460
Erwerb von Sachanlagen
(33.169)
(20.551)
Erlöse aus dem Verkauf von Sachanlagen
5.681
716
Zugang zu Bankeinlagen
-
(9.936)
Abgang aus Bankeinlagen
1.113
54.956
Erhaltene Zinsen
6.050
4.368
Mittelzufluss aus der Rückzahlung von Darlehen
422
-
Verkauf von Tochtergesellschaften, abzüglich übertragener Barmittel
5
(122.553)
-
Cashflow (für die)/aus der Investitionstätigkeit
(142.456)
29.553
Zahlungen von Leasingverbindlichkeiten
(127)
(200)
Cashflow für die Finanzierungstätigkeit
(127)
(200)
Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente
53.002
7.097
Nettoveränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(84.007)
70.910
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Jänner
142.597
71.687
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember
58.590
142.597
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 179
KONZERNABSCHLUSS
ERKLÄRUNG ALLER
GESETZLICHEN
VERTRETER
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang
mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Kon-
zerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Ge-
schäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des
Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesent-
lichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der
Konzern ausgesetzt ist.
Wien, am 27. April 2023
Denis Stankevich e. h.
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev e. h.
Chief Financial Officer
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang
mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lage-
bericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und
die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein mög-
lichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen
Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unter-
nehmen ausgesetzt ist.
KONZERNABSCHLUSSKONZERNABSCHLUSS
180 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
FINANZ-
KALENDER 2023
—
27. April 2023
Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2022
—
15. Mai 2023
Analysten- und Investorenkonferenz
—
25. Mai 2023
Veröffentlichung des Berichts über das 1. Quartal 2023
—
27. Juni 2023
18. ordentliche Hauptversammlung
—
23. August 2023
Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2023
—
22. November 2023
Veröffentlichung des Berichts über das dritte Quartal 2023
FINANZ KALENDER
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 181
182 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNABSCHLUSS IMPRESSUM
IMPRESSUM
MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER
Petro Welt Technologies AG
Kärntner Ring 11–13
1010 Wien
Telefon: +43 1 535 23 20-0
Fax: +43 1 535 23 20-20
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Internet: www.pewete.com
CONSULTING, KONZEPT UND DESIGN
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DISCLAIMER
Dieses Dokument enthält gewisse Aussagen, bei denen es sich weder
um tatsächliche Ereignisse noch um sonstige feststehende histori-
sche Tat sachen handelt. Diese zukunftsgerichteten Aussagen unter-
liegen Risiken und Ungewissheiten, die dazu führen können, dass die
tatsächlichen Ergebnisse erheblich von jenen abweichen, die in den
zukunftsgerichteten Aussagen dargestellt sind. Viele dieser Risiken
und Ungewissheiten hängen mit Faktoren zusammen, die die Petro
Welt Technologies AG weder kontrollieren, noch genau einschät-
zen kann, wie z. B. zukünftige Markt- und Konjunktur bedingungen,
das Verhalten anderer Markteilnehmer, die Fähigkeit, erworbene
Unternehmen erfolgreich zu integrieren und erwartete Synergien
zu realisieren sowie Maßnahmen staatlicher Regierungs stellen. Den
Lesern wird empfohlen, kein unangemessenes Vertrauen in diese zu-
kunftsgerichteten Aussagen zu setzen, die nur zum Zeitpunkt dieser
Darstellung Gültigkeit haben. Die Petro Welt Techno logies AG ver-
pflichtet sich nicht dazu, Aktualisierungen dieser zukunftsgerichteten
Aussagen unter Berücksichtigung von Ereignissen oder Umständen
nach dem Veröffent lichungsdatum dieses Dokuments
zu veröffentlichen.
Dieses Dokument stellt weder ein Angebot zum Verkauf oder eine
Aufforderung zu einem Angebot zur Zeichnung oder zum Kauf eines
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Wertpapiere in einer gemäß dem geltenden Recht nicht zulässigen
Gerichtsbarkeit verkauft, begeben oder übertragen. Kopien dieses
Dokuments werden und dürfen weder direkt noch indirekt in, nach
oder aus Australien, Kanada, Japan oder eine(r) andere(n) Gerichts-
barkeit, in der dies ungesetzlich wäre, per Post verschickt oder auf
sonstige Weise weitergeleitet, verteilt oder versandt werden. Dieses
Dokument stellt die Einschätzung der Gesellschaft zum Datum seiner
Veröffentlichung dar.
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022 183
KONZERNABSCHLUSSCONSOLIDATED FINANCIAL STATEMENTS
184 PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2022
KONZERNABSCHLUSS CONSOLIDATED FINANCIAL STATEMENTS
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | GESCHÄFTSBERICHT 2019 6
KONZERNABSCHLUSS
ww w.pewete.com
PETRO WELT TECHNOLOGIES AG | INTEGRIERTER GESCHÄFTSBERICHT 2022 2022

ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS
1. Geschäftstätigkeit
Die Petro Welt Technologies AG (im Folgenden auch „Gesellschaft“ oder „Unternehmen“ genannt) ist eine Gesellschaft nach österreichischem Recht (FN 69011 m) mit Sitz in 1010 Wien, Kärntner Ring 11–13, deren Aktien im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden.
Der Konzernabschluss umfasst das Unternehmen und dessen Tochterunternehmen, die unter Anhang 5 aufgelistet werden (zusammen mit dem Unternehmen im Folgenden „Konzern“ genannt).
Der Konzern beschäftigt sich in erster Linie mit der Beistellung von Technologien sowie dem integrierten Projektmanagement für die Öl- und Gasförderindustrie. Die Hauptaktivitäten des Konzerns umfassen Hydraulic Fracturing, Sidetrack-Bohrungen, Bohr-, Reparatur- sowie Zusatzdienstleistungen.
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns ist in Kasachstan angesiedelt. Bis zum Verkauf des russischen Geschäftsbereichs im dritten Quartal 2022 war der größte Teil der Geschäftstätigkeit in der Russischen Föderation angesiedelt. Weitere Einzelheiten finden Sie in Anhang 5.
Die Zahl der Mitarbeiter betrug 114 zum 31. Dezember 2022, darunter 10 Mitarbeiter der Geschäftsleitung und des Verwaltungspersonals (2021: 3.319 darunter 374 Mitarbeiter der Geschäftsleitung und des Verwaltungspersonals).
Der wirtschaftlich berechtigte Eigentümer des Konzerns ist Herr Maurice Dijols. Direkte Muttergesellschaften des Unternehmens sind Petro Welt Holding Limited (Cyprus) und Joma Industrial Source Corp.
Der Konzernabschluss wird in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. Maßgebend ist der Konzernabschluss in deutscher Sprache.
2. Geschäftsumfeld
Geschäftsumfeld in Russland
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns war bis zum Verkauf des russischen Geschäftsbereichs (die „Transaktion”) im dritten Quartal 2022 hauptsächlich in der Russischen Föderation angesiedelt. Weitere Einzelheiten finden Sie in Anhang 5.
Im Jahr 2022 befand sich der Konzern auf den Wirtschafts- und Finanzmärkten der Russischen Föderation, die die Merkmale eines Schwellenmarktes aufweisen. Die rechtlichen, steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter, unterliegen jedoch unterschiedlichen Auslegungen und häufigen Änderungen, die zusammen mit anderen rechtlichen und steuerlichen Hindernissen zu den Herausforderungen zählen, denen sich die in der Russischen Föderation tätigen Unternehmen gegenübersehen.
Ab 2014 haben die Vereinigten Staaten von Amerika, die Europäische Union und einige andere Länder Wirtschaftssanktionen gegen eine Reihe von russischen natürlichen und juristischen Personen verhängt und schrittweise ausgeweitet. Seit Februar 2022, nach dem Beginn einer speziellen Militäroperation der Russischen Föderation in der Ukraine, haben die oben genannten Länder zusätzliche harte Sanktionen gegen die Regierung der Russischen Föderation sowie gegen große Finanzinstitute, juristische und natürliche Personen in Russland verhängt. Darüber hinaus wurden Beschränkungen für die Lieferung verschiedener Waren und Dienstleistungen an russische Unternehmen eingeführt. Im Zusammenhang mit den verhängten Sanktionen haben auch eine Reihe großer internationaler Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und anderen Ländern ihre eigenen Aktivitäten in der Russischen Föderation sowie ihre Geschäfte mit russischen Staatsbürgern und juristischen Personen eingestellt, erheblich reduziert oder ausgesetzt.
Die Verhängung und anschließende Verschärfung der Sanktionen hat zu erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheit geführt, darunter verringerte Liquidität und hohe Volatilität auf den Kapitalmärkten, Volatilität des Rubel-Wechselkurses und des Leitzinssatzes, ein Rückgang ausländischer und inländischer Direktinvestitionen, Zahlungsschwierigkeiten russischer Eurobond-Emittenten und auch eine erhebliche Verringerung der Verfügbarkeit von Fremdfinanzierungsquellen.
Darüber hinaus haben russische Unternehmen praktisch keinen Zugang zum internationalen Aktienmarkt, zum Fremdkapitalmarkt und zu anderen Entwicklungsmöglichkeiten, was zu einer stärkeren Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung führen kann. Die russische Wirtschaft befindet sich in einem Anpassungsprozess, der mit der Ablösung wegfallender Exportmärkte, einem Wandel der Beschaffungsmärkte und -technologien sowie mit Veränderungen in der Logistik, den Liefer- und Produktionsketten einhergeht.
Es ist schwierig, die langfristigen Folgen der verhängten und möglichen weiteren Sanktionen abzuschätzen, aber diese Ereignisse können erhebliche negative Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben.
Geschäftsumfeld in Kasachstan
Die geschäftlichen Aktivitäten des Konzerns in Kasachstan sind den Wirtschafts- und Finanzmärkten Kasachstans ausgesetzt, welche die Charakteristika eines Schwellenmarktes aufweisen. Die rechtlichen, steuerlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter, unterliegen jedoch unterschiedlichen Auslegungen und häufigen Änderungen, die zusammen mit anderen rechtlichen und steuerlichen Hindernissen zu den Herausforderungen zählen, denen sich die in Kasachstan tätigen Unternehmen gegenübersehen. Die spezielle Militäroperation in der Ukraine und die Pandemie des Coronavirus COVID-19 führen zu einer Ausweitung der Volatilität des weltweiten Ölpreises und der Wechselkurse, was sich negativ auf die Zugänglichkeit von Waren und Dienstleistungen auswirken kann und die Unsicherheit im Geschäftsumfeld erhöht.
Der Konzernabschluss spiegelt die Einschätzung der Geschäftsleitung hinsichtlich der Auswirkungen des kasachischen Geschäftsumfelds auf die Geschäftstätigkeit und die Finanzlage des Konzerns wider. Das zukünftige Geschäftsumfeld kann von der Einschätzung der Geschäftsleitung abweichen.
3. Grundlagen der Abschlusserstellung
(a) Entsprechenserklärung
Dieser Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards („IFRS“), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB erstellt. Petro Welt Technologies AG und ihre Tochterunternehmen führen ihre Buchhaltung nach den Regeln der Länder, in denen sie registriert sind. Der vorliegende Konzernabschluss basiert auf diesen Finanzbüchern und -aufzeichnungen, die so angepasst wurden, dass sie den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, entsprechen.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze, die bei der Erstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, findet sich in Anhang 4. Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden diese Methoden einheitlich auf alle dargestellten Perioden angewendet.
(b) Unternehmensfortführung
Der erhöhte Sanktionsdruck auf die russische Wirtschaft sowie die Beschränkungen bei der Lieferung verschiedener Waren und Dienstleistungen an russische Unternehmen haben sich negativ auf die finanzielle Leistung des Konzerns im Berichtszeitraum und auch auf seine Liquiditätslage ausgewirkt. Unter diesen Umständen war der Konzern gezwungen, seine Aktivitäten in der Russischen Föderation einzustellen, was sich nachteilig auf die Finanzergebnisse der Aktivitäten des Konzerns sowie auf seine Liquidität ausgewirkt hat.
Für das am 31. Dezember 2022 endende Jahr wies der Konzern einen Nettoverlust in Höhe von 411.811 TEUR aus. Dieser Verlust stand hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Verkauf des russischen Geschäftsbetriebs. Das Nettoumlaufvermögen des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2022 auf 93.645 TEUR. Zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses Jahresabschlusses verfügt der Konzern über Mittel in Höhe von 58.590 TEUR, die aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehen.
Ausgehend von der Liquiditätslage des Konzerns zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses Konzernabschlusses geht die Geschäftsleitung davon aus, dass der Konzern selbst im ungünstigsten Fall keine zusätzlichen Finanzmittel benötigt, um seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Die Geschäftsleitung hat weiterhin die begründete Erwartung, dass der Konzern über ausreichende Ressourcen verfügt, um seine Geschäftstätigkeit mindestens in den nächsten 12 Monaten fortzusetzen, und dass die Grundlage der Rechnungslegung für die Unternehmensfortführung weiterhin angemessen ist.
(c) Funktionale und Berichtswährung
Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung der Muttergesellschaft, dargestellt. Die funktionalen Währungen der ausländischen Tochterunternehmen sind wie folgt:
  • Russische Tochtergesellschaften – russischer Rubel („RUB”);
  • Petro Welt Technologies Kazakhstan LLP – kasachischer Tenge („KZT”);
  • PeWeTe EVO EUROPE S.R.L. – rumänischer Leu („RON”);
  • PeWeTe EVO SERVICES LLC – omanischer Rial („OMR”).
Alle in Euro dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, auf tausend gerundet.
(d) Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen
Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit IFRS wie sie in der EU anzuwenden sind, verlangt von der Geschäftsleitung Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die die Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Schätzungen und zugrundeliegende Annahmen werden laufend überprüft. Anpassungen von Schätzungen werden in der Periode erfasst, in der die Schätzungen angepasst wurden, sowie in den jeweiligen betroffenen zukünftigen Perioden.
Informationen über kritische Ermessensentscheidungen bei der Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze, die den größten Einfluss auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge haben, sind in den nachstehenden Anhängen enthalten:
  • Anhang 4 – Nutzungsdauern von Sachanlagen;
  • Anhang 5 – Bewertung der Forderung aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften;
  • Anhang 6 – Wertminderungstest: wesentliche Annahmen, die der Ermittlung des erzielbaren Betrages zugrunde liegen;
  • Anhang 13 – Eigenkapital: konzerninterne Darlehen als Teil der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe;
  • Anhang 4, 15 – Umsatzerlöse; Schätzung der erwarteten Renditen;
  • Anhang 22 – Ansatz aktiver latenter Steuern: Verfügbarkeit künftiger zu versteuernder Ergebnisse, gegen die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können;
  • Anhang 22 – Schätzung des steuerpflichtigen Gewinns, steuerliche Neutralisierung von Veräußerungsverlusten und Wegzugsbesteuerung
4. Wesentliche Rechnungslegungsgrundsätze
Umsatzerlöse
Umsatzerlöse werden in Höhe der Gegenleistung erfasst, die ein Unternehmen im Austausch für die Übertragung von Waren oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Die bei der Anbahnung eines Vertrags mit einem Kunden anfallenden zusätzlichen Kosten sind als Vermögenswert zu aktivieren und planmäßig in Abhängigkeit davon abzuschreiben, wie die Waren oder Dienstleistungen, auf die sich die Kosten beziehen, auf den Kunden übertragen werden.
Der Konzern erbringt Ölfeld-Serviceleistungen, die die Produktivität von neuen und bestehenden Ölquellen erhöhen. Die wesentlichen Aktivitäten des Konzerns umfassen hydraulisches Fracturing, Sidetrack Bohrungen, konventionelle Bohrungen, Sanierungs- und Hilfsdienstleistungen, sowie die Erzeugung von Proppant.
(i)Verkauf von Proppant
Der Verkauf von Proppant stellt gewöhnlich eine einheitliche Leistungsverpflichtung dar. Die Umsatzerlöse werden zu jenem Zeitpunkt erfasst, an dem die Verfügungsgewalt über das Proppant auf den Kunden übertragen wird, in der Regel bei Lieferung der Waren (d. h. bei Übertragung im Wesentlichen aller mit den Waren verbundenen Risiken und Chancen auf den Kunden).
(ii)Erbringung von Ölfeld-Serviceleistungen
Im Konzernsegment Ölfeld-Serviceleistungen und Bohrlochstimulation bietet der Konzern Dienstleistungen wie hydraulisches Fracturing, Sidetrack Bohrungen, konventionelle Bohrungen, sowie Sanierungs- und Hilfsdienstleistungen an.
Der Konzern kam zu dem Schluss, dass Sidetrack Bohrungen sowie andere Bohrdienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum erbracht werden, da bei der Erfüllung der Leistungsverpflichtung durch den Konzern ein Vermögenswert erstellt oder verbessert wird, der sich in der Verfügungsgewalt des Kunden befindet. Die Bohrung in Bezug auf eine bestimmte Ölquelle stellt jeweils eine einzelne einheitliche Leistungsverpflichtung dar. Der Konzern realisiert die Umsatzerlöse aus Sidetrack Bohrungen und konventionellen Bohrungen gemäß dem Fertigstellungsgrad, der auf Basis der physisch erbrachten Leistung ermittelt wird.
Der Konzern realisiert die Umsatzerlöse aus hydraulischem Fracturing sowie anderen Leistungen zum Zeitpunkt des Abschlusses der Leistung, da der Zeitraum der Leistungserbringung kurz ist (gewöhnlich 1 Tag oder kürzer).
In bestimmten Verträgen erwirbt der Konzern Materialien des Kunden, um die Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus separaten Verträgen mit den gleichen Kunden zu erleichtern. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung erwirbt der Konzern über dieses Material keine Verfügungsgewalt und die damit zusammenhängenden Kosten werden daher weder in den Umsatzerlösen noch in den Umsatzkosten ausgewiesen.
Finanzinstrumente
  • (i) Erfassung und erstmalige Bewertung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrer Entstehung erfasst. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten werden erstmalig erfasst, wenn der Konzern Vertragspartei des Instruments wird.
Ein finanzieller Vermögenswert (es sei denn, es handelt sich um eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne wesentliche Finanzierungskomponente) oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird erstmalig zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich, für ein Instrument, das nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert wurde, der Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb oder der Ausgabe zuzurechnen sind, bewertet. Eine Forderung ohne wesentliche Finanzierungskomponente wird erstmalig zum Transaktionspreis bewertet.
  • (ii) Klassifizierung – finanzielle Vermögenswerte
Der Konzern unterteilt finanzielle Vermögenswerte in drei Kategorien, soweit anwendbar: bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert.
Ein finanzieller Vermögenswert ist zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten, wenn beide folgenden Bedingungen erfüllt sind:
  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Ein finanzieller Vermögenswert ist erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis zu bewerten, wenn beide folgenden Bedingungen erfüllt sind:
  • Der finanzielle Vermögenswert wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl in der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch in dem Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht, und
  • die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswertes führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.
Ein finanzieller Vermögenswert, ist erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, sofern er nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wird. Allerdings kann das Unternehmen beim erstmaligen Ansatz bestimmter Eigenkapitalinstrumente, die ansonsten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet worden wären, unwiderruflich die Wahl treffen, im Rahmen der Folgebewertung die Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis zu erfassen. Der Konzern verfügt über keine finanziellen Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder sonstige Gesamtergebnisse.
Die fortgeführten Anschaffungskosten werden um Wertminderungsverluste reduziert. Zinserträge, Wechselkursgewinne und -verluste sowie Wertminderungsverluste werden erfolgswirksam erfasst.
  • (iii) Nichtderivative Finanzverbindlichkeiten
Der Konzern klassifiziert nichtderivative Finanzverbindlichkeiten als sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Solche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich direkt zurechenbaren Transaktionskosten bewertet.
Nach dem erstmaligen Ansatz werden diese finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten umfassen Kredite und Ausleihungen, Banküberziehungen sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.
  • (iv) Wertminderung – finanzielle Vermögenswerte, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen
Der Konzern erfasst Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste („ECLs“) auf:
  • finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden;
  • Vertragsvermögenswerte;
  • Leasingforderungen, die als Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen werden.
Wertberichtigungen werden auf der Grundlage der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste bewertet, mit Ausnahme von Bankguthaben, bei denen das Kreditrisiko seit der erstmaligen Erfassung nicht wesentlich gestiegen ist, die auf der Grundlage des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts, oder einer kürzeren Periode, wenn die erwartete Laufzeit des Instrumentes kürzer als 12 Monate ist, bewertet werden.
Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste sind Kreditverluste, die sich aus allen möglichen Ausfallereignissen während der erwarteten Laufzeit eines Finanzinstruments ergeben. Erwartete 12-Monats-Kreditverluste sind jener Teil der erwarteten Kreditverluste, der aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb der 12 Monate nach dem Berichtsdatum möglich sind (oder einer kürzeren Periode, wenn die erwartete Laufzeit des Instruments kürzer als 12 Monate ist). Der maximale Zeitraum, der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt wird, ist der maximale Vertragszeitraum, über den der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist.
Bei der Feststellung, ob das Kreditrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit dem erstmaligen Ansatz erheblich gestiegen ist und bei der Einschätzung der erwarteten Kreditverluste, berücksichtigt der Konzern angemessene und belastbare Informationen, die relevant sind und ohne übermäßige Kosten und Bemühung verfügbar sind. Dies schließt, sofern verfügbar, die von internationalen Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch) bereitgestellten Ratings ein.
Erwartete Kreditverluste sind eine wahrscheinlichkeitsgewichtete Schätzung von Kreditverlusten. Kreditverluste werden als Barwert aller Zahlungsausfälle bemessen, d. h. die Differenz zwischen den Zahlungen, die dem Unternehmen vertragsgemäß geschuldet werden, und den Zahlungen, die der Konzern voraussichtlich einnimmt.
Die erwarteten Kreditverluste werden auf Basis der geschätzten Exposition zum Zeitpunkt des Ausfalls, die in der Regel dem Bruttobuchwert zum Bilanzstichtag entspricht, der geschätzten Ausfallswahrscheinlichkeit und der geschätzten Verluste beim Ausfall, ermittelt.
Die Ausfallswahrscheinlichkeit wird anhand von Informationen von internationalen Ratingagenturen bestimmt. Die Ratingkategorie für jeden Schuldner wird auf der Grundlage des niedrigsten Ratings, das ein Schuldner von drei internationalen Ratingagenturen erhalten hat, ermittelt. Beim Fehlen eines externen Ratings wird die Pre-Default-Kategorie verwendet.
Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert, einen Vertragsvermögenswert oder eine Leasingforderung als mit einem geringen Kreditrisiko behaftet, wenn das Kreditrisikorating der Gegenpartei der global verstandenen Definition von „Investment Grade” entspricht. Der Konzern betrachtet dies als Baa3 oder höher gemäß Moody's.
Der Konzern geht davon aus, dass das Kreditrisiko bei einem finanziellen Vermögenswert erheblich gestiegen ist, wenn dieser mehr als 90 Tage überfällig ist oder wenn das Kreditrisikorating der Gegenpartei unter „Investment Grade” herabgestuft wurde.
An jedem Berichtsdatum evaluiert der Konzern, ob bei finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, die Bonität beeinträchtigt ist. Die Bonität eines finanziellen Vermögenswertes ist „beeinträchtigt”, wenn ein oder mehrere Ereignisse eingetreten sind, die eine nachteilige Auswirkung auf die geschätzten zukünftigen Cashflows des finanziellen Vermögenswertes haben.
Nachweise, dass die Bonität eines finanziellen Vermögenswertes beeinträchtigt ist, umfassen die folgenden beobachtbaren Daten:
  • erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners;
  • ein Vertragsbruch wie ein Zahlungsverzug;
  • die Restrukturierung eines Darlehens oder Vorschusses durch den Konzern zu Bedingungen; die der Konzern sonst nicht in Betracht ziehen würde;
  • es ist wahrscheinlich, dass der Schuldner in Konkurs geht oder andere finanzielle Umstrukturierung vornimmt.
Der Konzern geht davon aus, dass ein finanzieller Vermögenswert dann in Verzug ist, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seinen Kreditverpflichtungen gegenüber dem Konzern vollständig nachkommen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls solche gehalten werden) zurückgreift.
Wertberichtigungen für finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden vom Bruttowert der Vermögenswerte abgezogen.
Der Bruttowert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn der Konzern keine vernünftigen Erwartungen hat, einen finanziellen Vermögenswert ganz oder teilweise zurückzuerhalten. Bei Einzelkunden hat der Konzern basierend auf historischen Erfahrungen mit der Einbringlichkeit ähnlicher Vermögenswerte die Politik, den Bruttowert abzuschreiben, wenn der finanzielle Vermögenswert 365 Tage überfällig ist. Bei Firmenkunden nimmt der Konzern individuell eine Bewertung hinsichtlich des Zeitpunkts und des Betrags der Abschreibung vor, je nachdem, ob eine angemessene Erwartung der Einbringlichkeit vorliegt. Der Konzern erwartet keine signifikante Einziehung des abgeschriebenen Betrags. Abgeschriebene finanzielle Vermögenswerte können jedoch weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen unterliegen, um in Einklang mit der Konzernrichtlinie zu handeln.
Für weitere Informationen betreffend die Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen wird auf Anhang 10, für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und Bankeinlagen auf Anhang 12 und für Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften auf Anhang 5 verwiesen.
  • (v) Ausbuchung
Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er die Rechte auf den Erhalt der vertraglichen Cashflows in einer Transaktion überträgt, bei der im Wesentlichen alle Risiken und Chancen des Eigentums an dem finanziellen Vermögenswert übertragen werden oder bei der der Konzern im Wesentlichen alle Risiken und Chancen des Eigentums weder überträgt noch behält und der Konzern die Beherrschung über den finanziellen Vermögenswert nicht behält.
Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt oder aufgehoben werden oder auslaufen. Der Konzern bucht auch eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn ihre Bedingungen geändert werden und die Cashflows der geänderten Verbindlichkeit wesentlich anders sind, wobei in diesem Fall eine neue finanzielle Verbindlichkeit auf der Grundlage der geänderten Bedingungen zum beizulegenden Zeitwert erfasst wird.
Bei der Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit wird die Differenz zwischen dem getilgten Buchwert und dem gezahlten Entgelt (einschließlich aller übertragenen unbaren Vermögenswerte oder übernommenen Verbindlichkeiten) in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.
  • (vi) Aufrechnung
Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden aufgerechnet und der Nettobetrag in der Bilanz ausgewiesen, wenn der Konzern gegenwärtig ein rechtlich durchsetzbares Recht zur Aufrechnung der Beträge hat und beabsichtigt, diese entweder auf Nettobasis zu begleichen oder den Vermögenswert zu realisieren und gleichzeitig die Verbindlichkeit zu begleichen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Sichteinlagen. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige hochliquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.
Tochterunternehmen
Tochterunternehmen sind vom Konzern beherrschte Unternehmen. Der Konzern beherrscht ein Unternehmen, wenn er schwankenden Renditen aus seinem Engagement bei dem Unternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über das Unternehmen zu beeinflussen. Die Abschlüsse von Tochterunternehmen sind im Konzernabschluss ab dem Zeitpunkt enthalten, an dem die Beherrschung beginnt und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet.
Alle konzerninternen Salden und Transaktionen, einschließlich Erträge, Aufwendungen, Dividenden und unrealisierte Gewinne aus Transaktionen zwischen den Konzernmitgliedern werden vollständig eliminiert. Um im Konzern einheitliche Rechnungslegungsgrundsätze anzuwenden, wurden die Rechnungslegungsgrundsätze der Tochterunternehmen bei Bedarf angepasst.
Unternehmenszusammenschlüsse
Unternehmenszusammenschlüsse werden zum Erwerbszeitpunkt nach der Erwerbsmethode bilanziert. Der Erwerbszeitpunkt ist jener Zeitpunkt, an dem die Beherrschung an den Konzern übertragen wird. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird zunächst zu Anschaffungskosten, auf Grundlage des Überhangs der Summe der übertragenen Gegenleistungen, der jeweiligen nichtbeherrschten Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem Marktwert der vom Erwerber zum Erwerbszeitpunkt gehaltenen Eigenkapitalanteile über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt identifizierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ermittelt. Falls die Summe der übertragenen Gegenleistungen, der jeweiligen nichtbeherrschten Anteile am erworbenen Unternehmen sowie des Marktwertes der vom Erwerber zum Erwerbszeitpunkt gehaltenen Eigenkapitalanteile niedriger ist als der beizulegende Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird die Differenz in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu den Anschaffungskosten abzüglich aller kumulierten Wertminderungen bewertet.
Aufgegebene Geschäftsbereiche
Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Teil des Geschäfts des Konzerns, dessen Geschäftstätigkeiten und Cashflows klar vom Rest des Konzerns unterschieden werden können und der:
  • einen separaten Hauptgeschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt;
  • Teil eines einzigen koordinierten Plans zur Veräußerung eines gesonderten größeren Geschäftszweigs oder geografischen Geschäftsbereichs ist; oder
  • ein Tochterunternehmen ist, das ausschließlich zum Zwecke der Weiterveräußerung erworben wurde.
Die Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich erfolgt bei Veräußerung oder wenn der Geschäftsbereich die Kriterien für eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, falls dies früher der Fall ist.
Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft wird, wird die vergleichende Gesamtergebnisrechnung so dargestellt, als ob der Geschäftsbereich vom Beginn der Vergleichsperiode an aufgegeben worden wäre.
Umsatzsteuer
Umsatzsteuern sind an die Steuerbehörden zum früheren der nachfolgenden Ereignisse abzuführen, wenn die Forderungen von den Kunden bezahlt werden oder der Verkauf von Waren oder die Erbringung der Dienstleistungen an Kunden erfolgt ist. Vorsteuerabzug wird üblicherweise gegen Umsatzsteuer nach Erhalt der MwSt.-Rechnung erstattet. Die Steuerbehörden lassen üblicherweise eine Verrechnung von Umsatzsteuern auf Nettobasis zu. Umsatzsteuern aus Verkäufen und Käufen, werden im Konzernabschluss auf Bruttobasis erfasst und als separater Vermögenswert und Verbindlichkeit dargestellt. Falls eine Wertberichtigung für Forderungen notwendig ist, wird der Wertminderungsaufwand auf Basis des Bruttowertes, einschließlich der Umsatzsteuer erfasst.
Vorräte
Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- und Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bilanziert. Die Bewertung der Vorräte erfolgt auf Basis des gewichteten Durchschnittspreises. Die Kosten fertiger und unfertiger Erzeugnisse beinhalten Material, direkte Arbeitskosten und zugehörige indirekte Produktionsgemeinkosten (auf der Grundlage normaler Betriebskapazitäten). Veraltete Vorräte sowie Bestände mit geringer Umschlagshäufigkeit unterliegen einer Wertberichtigung unter Einbeziehung ihres zu erwartendem Nutzen und des realisierbaren künftigen Wertes. Der realisierbare Nettoerlös entspricht dem geschätzten Verkaufswert bei normalem Geschäftsgang abzüglich der geschätzten Fertigstellungskosten und der Verkaufskosten.
Sachanlagen
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertberichtigungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungskosten schließen jene Aufwendungen ein, die direkt der Anschaffung des Vermögenswertes zurechenbar sind. Herstellungskosten von selbst erstellten Anlagen umfassen Material- und Fertigungskosten, sowie Kosten um den Vermögenswert in den beabsichtigten, betriebsbereiten Zustand zu bringen, Kosten des Abbaus und Abtransports der Vermögenswerte an ihrem Standort, einschließlich aktivierter Fremdkapitalkosten.
Ein Gewinn oder Verlust aus der Veräußerung von Sachanlagen ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Buchwert der Sachanlage und wird netto in den sonstigen Erträgen/ Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.
In Bau befindliche Anlagen werden mit den angefallenen Kosten, abzüglich Wertminderungen, erfasst. Nach Fertigstellung werden die Vermögenswerte zum Buchwert in die entsprechende Anlagenklasse übertragen. In Bau befindliche Anlagen unterliegen bis zur Betriebsbereitschaft keiner Abschreibung.
Geringfügige Reparatur- und Wartungskosten werden im Zeitpunkt ihres Anfalls, aufwandswirksam in der Konzern Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Die Kosten für den Austausch von wesentlichen Anlageteilen oder Komponenten werden aktiviert, und die ausgetauschten Teile werden ausgebucht.
Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode berechnet, um die Kosten über die geschätzte Nutzungsdauer auf den Restwert zu verteilen:
Jahre
Gebäude
5 - 33 Jahre
Maschinen
2 - 15 Jahre
Büro- und Geschäftsausstattung, EDV
2 - 15 Jahre
Fahrzeuge
2 - 7 Jahre
Wenn wesentliche Teile einer Sachanlage unterschiedliche Nutzungsdauern haben, werden sie als separate Posten (Hauptkomponenten) der Sachanlage ausgewiesen.
Der Restwert eines Vermögenswertes ist der geschätzte Betrag, den der Konzern derzeit bei Abgang des Vermögenswertes nach Abzug der bei Abgang voraussichtlich anfallenden Ausgaben erhalten würde, wenn der Vermögenswert alters- und zustandsgemäß schon am Ende seiner Nutzungsdauer angelangt wäre. Der Restwert eines Vermögenswertes ist Null, wenn der Konzern vorhat, ihn bis zum Ende seiner Nutzungsdauer zu nutzen. Der Restwert und die Nutzungsdauer der Vermögenswerte werden jeweils am Abschlussstichtag überprüft und, falls erforderlich, angepasst. Gewinne oder Verluste aus dem Abgang oder Verkauf von Sachanlagen werden sofort erfolgswirksam erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte betreffen Software und Softwarelizenzen. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten und Kosten, um den Vermögenswert in einen betriebsbereiten Zustand zu bringen, aktiviert. Immaterielle Vermögenswerte werden linear abgeschrieben.
Vom Konzern erworbene Patente mit bestimmten Nutzungsdauern werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwertes, erfolgt grundsätzlich linear über die erwartete Nutzungsdauer ab dem Zeitpunkt zu dem der Vermögenswert zur Nutzung bereitsteht, da diese Methode den erwarteten Verlauf des Verbrauchs des künftigen wirtschaftlichen Nutzens des Vermögenswertes am genauesten widerspiegelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die laufende sowie die Vergleichsperiode sind wie folgt:
•Patente 10-20 Jahre;
•Software3-10 Jahre.
Wertminderung von nicht-finanziellen Vermögenswerten
An jedem Abschlussstichtag ermittelt der Konzern, ob ein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, oder eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswertes auf Wertminderung erforderlich ist (Geschäfts- oder Firmenwert), hat der Konzern den für diesen Vermögenswert erzielbaren Betrag zu schätzen. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit („ZGE“) ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für einen einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, dieser Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Wenn der Buchwert eines Vermögenswertes oder einer ZGE ihren erzielbaren Wert übersteigt, wird der Vermögenswert als wertgemindert eingestuft und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.
Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten zukünftigen Zahlungsströme mit einem Diskontierungssatz, der die aktuelle Markteinschätzung des Zeitwertes des Geldes und spezifische Risiken des Vermögenswertes reflektiert, auf den Barwert abgezinst. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Kosten der Veräußerung werden aktuelle Markttransaktionen berücksichtigt. Wenn keine derartigen Transaktionen identifiziert werden können, wird ein geeignetes Bewertungsmodell verwendet. Diese Berechnungen werden untermauert durch Bewertungsmultiplikatoren, notierte Aktienkurse für börsennotierte Unternehmen oder andere verfügbare Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.
Der Konzern stützt seine Werthaltigkeitsberechnungen auf detaillierte Planungsrechnungen. Diese Planungsrechnungen decken im Allgemeinen einen Zeitraum von fünf Jahren ab.
Wertminderungsaufwendungen in Bezug auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten vermindern zuerst den Buchwert jeglichen Geschäfts- oder Firmenwertes, der der ZGE (Gruppe von ZGE) zugeordnet ist, und dann anteilig die Buchwerte der anderen Vermögenswerte der ZGE (Gruppe von ZGE).
Wertminderungsverluste werden in der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung erfasst.
Bei Vermögenswerten, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwertes, erfolgt zu jedem Abschlussstichtag eine Einschätzung, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass zuvor erfasste Wertminderungen gegebenenfalls nicht länger bestehen oder sich verringert haben. Beim Vorliegen derartiger Anhaltspunkte nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die zur Bestimmung des erzielbaren Betrags des Vermögenswertes verwendet wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswertes weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert überstiegen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Ein Wertminderungsverlust im Zusammenhang mit einem Geschäfts- oder Firmenwert kann nicht rückgängig gemacht.
Pensionen und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Leistungsorientierte Pensionspläne schätzen die künftigen Pensionsleistungen, die ein Mitarbeiter im Ruhestand erhält. Sie sind üblicherweise von Faktoren wie Alter, Dienstjahre und Entlohnung, abhängig.
Die in der Konzernbilanz erfasste Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionspläne des Konzerns setzt sich aus dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung abzüglich des beizulegenden Zeitwertes des Planvermögens zusammen.
Die Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtungen erfolgt durch einen unabhängigen Versicherungsmathematiker. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen wird durch Abzinsung der geschätzten künftigen Mittelabflüsse unter Verwendung von Zinssätzen erstrangiger Staatsanleihen, die auf die Währung lauten, in der die Leistungen gezahlt werden, und deren Laufzeiten ungefähr jenen der entsprechenden Pensionsverbindlichkeiten entsprechen, ermittelt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung von leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung in den betrieblichen Aufwendungen erfasst.
Sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Der Konzern gewährt einmalige finanzielle Unterstützungen in Verbindung mit Mitarbeiterjubiläen, Pensionierung oder Arbeitsunfähigkeit, Verlegung von Mitarbeitern aus dem hohen Norden etc. Die Höhe derartiger Unterstützungen ist in der Regel von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstjahre und Mindestlöhnen der Konzernunternehmen, abgängig.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Anpassungen und Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen werden in der Periode, in der sie entstehen, ergebniswirksam erfasst.
Ertragsteuern
Ertragsteuern werden im Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den Rechtsvorschriften der Russischen Föderation, sowie jener Rechtsordnungen von anderen Rechtssystemen, in denen der Konzern im Geschäftsjahr geschäftlich tätig war, erfasst. Der Steueraufwand umfasst tatsächliche und latente Steuern und wird mit Ausnahme von Transaktionen, die in der gleichen oder unterschiedlichen Periode im sonstigen Ergebnis (Erfassung Steueraufwand im sonstigen Ergebnis) erfasst wurden, im Gewinn oder Verlust ausgewiesen.
Laufende Steuern sind die Beträge, die voraussichtlich an die Steuerbehörden zu zahlen sind oder von diesen erstattet werden, und zwar in Bezug auf steuerpflichtige Gewinne und Verluste für den laufenden Zeitraum oder frühere Zeiträume.
Latente Ertragsteuern werden für steuerliche Verlustvorträge und temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen Wert der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und den im Konzernabschluss bilanzierten Buchwert erfasst. Gemäß der Erstanwendungsausnahme, werden keine latenten Steuern für temporäre Differenzen beim erstmaligen Ansatz des Geschäfts- oder Firmenwertes oder beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, bei dem die Transaktion, weder das bilanzielle Ergebnis vor Steuern noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, erfasst.
Latente Steuern werden auf Grundlage der Steuersätze ermittelt, die am Abschlussstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, und von denen erwartet wird, dass diese für jene Perioden in denen sich die temporären Differenzen umkehren oder die Verlustvorträge verwendet werden, anzuwenden sind. Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden nur auf Ebene der Einzelgesellschaften des Konzerns saldiert.
Aktive latente Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge werden in der Bilanz nur in dem Umfang ausgewiesen, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, mit dem die Abzüge verrechnet werden können.
Die zukünftig zu versteuernden Gewinne und die Höhe des erwarteten zukünftigen Steuervorteils, beruhen auf den Erwartungen der Geschäftsleitung, die unter den gegebenen Umständen als wahrscheinlich erachtet werden.
Transaktionen in Fremdwährung
Transaktionen in Fremdwährung werden zum Wechselkurs am Tag der Transaktion in die entsprechende funktionale Währung der Konzernunternehmen umgerechnet.
Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die am Abschlussstichtag auf eine Fremdwährung lauten, werden zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus monetären Posten entstehen aus der Differenz der fortgeführten Anschaffungskosten in der funktionalen Währung zu Beginn der Periode, angepasst um Effektivzinsen und Auszahlungen während der Periode, sowie den fortgeführten Anschaffungskosten in Fremdwährung, umgerechnet mit dem Wechselkurs am Ende der Berichtsperiode.
Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Wechselkurs am Tag der Transaktion umgerechnet. Nicht-monetäre Posten, die mit dem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden zu dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des Zeitwertes gültig ist.
Fremdwährungsdifferenzen aus der Umrechnung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Aufgrund des Verkaufs des russischen Geschäftsbereichs bis Ende August 2022 hat der Konzern den durchschnittlichen Wechselkurs und den Schlusskurs des russischen Rubels für den entsprechenden Zeitraum verwendet.
Die relevanten Wechselkurse, die für die Umrechnung von Währungen in Bezug auf den russischen Rubel und den kasachischen Tenge verwendet wurden, sind wie folgt:
Währung (1 USD =)
Stichtags-kurs 31. Dezember 2021
Stichtags-kurs 31. August 2022
Stichtags-kurs 31. Dezember 2021
Durch-schnitts-kurs
2022
Durch-schnitts-kurs
8 Monate 2022
Durch-schnitts-kurs
2021
Russischer Rubel (RUB)
-
60,37
74,29
-
71,95
73,65
Kasachischer Tenge (KZT)
462,65
-
431,67
460,85
-
426,03
Währung (1 EUR =)
Russischer Rubel (RUB)
-
60,58
84,07
-
77,54
87,19
Kasachischer Tenge (KZT)
492,86
-
487,79
485,28
-
504,04
Ausländische Geschäftsbetriebe
Die Ergebnisse und finanziellen Posten der Tochterunternehmen des Unternehmens, deren funktionale Währung nicht der Berichtswährung entspricht, werden in die Berichtswährung nach folgender Vorgehensweise umgerechnet:
  • - Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die in der Bilanz dargestellt werden, werden zum jeweiligen Abschlussstichtagskurs umgerechnet,
  • - Erträge und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Ergebnis werden zu Durchschnittskursen umgerechnet (es sei denn, dieser Durchschnitt führt nicht zu einer angemessenen Annäherung an die kumulativen Effekte, die sich bei Umrechnung zu den in den Transaktionszeitpunkten geltenden Kursen ergeben hätten. In diesem Fall werden Erträge und Aufwendungen zu ihren Transaktionskursen umgerechnet);
  • - Alle sich ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden als separater Posten im sonstigen Ergebnis zu erfasst; und
  • - In der Konzern-Kapitalflussrechnung werden Zahlungsmittel zu Beginn und Ende der Berichtsperiode mit dem Wechselkurs zum jeweiligen Stichtag umgerechnet. Sämtliche Cashflows werden mit dem durchschnittlichen Wechselkurs für die betreffende Berichtsperiode umgerechnet, ausgenommen für jene Perioden, in denen die Wechselkurse wesentlichen Schwankungen ausgesetzt waren; für diese Perioden werden die Wechselkurse am Tag der jeweiligen Transaktion herangezogen. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen sind in der Konzern-Kapitalflussrechnung unter dem Posten Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen.
Die Jahresabschlüsse der russischen Gesellschaften werden in die Berichtswährung (EUR) unter Anwendung der offiziellen Wechselkurse der Russischen Föderation umgerechnet. Der Konzern verwendete den durchschnittlichen Wechselkurs für 8 Monate 2022 und den Stichtagskurs des russischen Rubels zum 31. August 2022 aufgrund des Verkaufs des russischen Geschäftsbereichs bis Ende August 2022.
Die relevanten Wechselkurse, die für die Umrechnung von Währungen in Bezug auf den Euro verwendet wurden, sind wie folgt:
Währung (1 EUR =)
Stichtags-kurs 31. Dezember 2021
Stichtags-kurs 31. August 2022
Stichtags-kurs 31. Dezember 2021
Durch-schnitts-kurs
2022
Durch-schnitts-kurs
8 Monate 2022
Durch-schnitts-kurs
2021
Russischer Rubel (RUB)
-
60,37
84,07
-
71,54
87,19
Kasachischer Tenge (KZT)
492,86
-
487,79
504,04
-
504,04
Omanischer Rial (OMR)
0,4
-
0,44
0,4
-
0,46
Rumänischer Leu (RON)
4,95
-
4,95
4,93
-
4,92
Die Fremdwährungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Währungsumrechnungsrücklage im Eigenkapital dargestellt.
Wenn ein ausländischer Geschäftsbetrieb veräußert wird und dabei die Beherrschung, maßgeblicher Einfluss oder gemeinsame Beherrschung verloren gehen, so wird der mit diesem ausländischen Geschäftsbetrieb verbundene kumulierte Betrag in der Währungsumrechnungsrücklage als Teil des Veräußerungsgewinns in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wenn der Konzern unter Beibehaltung der Beherrschung nur einen Anteil an einem Tochterunternehmen, zu dem ein ausländischer Geschäftsbetrieb gehört veräußert, so wird das entsprechende Verhältnis des kumulierten Betrags in den nicht beherrschenden Anteilen erfasst.
Wenn die Begleichung eines monetären Postens mit einem ausländischen Geschäftsbetrieb weder geplant noch in absehbarer Zeit wahrscheinlich ist, so werden die daraus entstehenden Fremdwährungsgewinne und -verluste als Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis in der Währungsumrechnungsrücklage erfasst.
Umrechnungsdifferenzen und die damit verbundenen Ertragsteuerauswirkungen, die aus konzerninternen Darlehen von Petro Welt Technologies AG an OOO KAT.oil Leasing resultieren, die ein Teil der Nettoinvestitionen in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die Rückzahlung eines konzerninternen Darlehens, das als Teil der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bilanziert wird, gilt nicht als Veräußerung der Beherrschung über den ausländischen Geschäftsbetrieb und führt nicht zu einer erfolgswirksamen Umgliederung der Umrechnungsrücklage in Bezug auf diesen ausländischen Geschäftsbetrieb.
Rückstellungen
Rückstellungen werden erfasst, wenn der Konzern eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung hat, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultiert, ein Abfluss von Ressourcen für die Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich ist und die Höhe der Verpflichtung ausreichend verlässlich geschätzt werden kann.
Belastende Verträge
Eine Rückstellung für belastende Verträge wird gebildet, wenn der erwartete Nutzen des Konzerns aus einem Vertrag geringer ist als die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung seiner vertraglichen Verpflichtungen. Die Rückstellung wird mit dem Barwert des niedrigeren Betrags aus den erwarteten Kosten für die Beendigung des Vertrags und den erwarteten Nettokosten für die Fortsetzung des Vertrags bewertet. Der Konzern berücksichtigt die vertragsbedingten Mehrkosten und die Zuweisung anderer direkter Kosten.
Segmentberichterstattung
Ein Geschäftssegment ist ein Bestandteil des Konzerns, der Geschäftstätigkeiten betreibt, mit denen Umsatzerlöse erwirtschaftet werden und für die Aufwendungen anfallen, einschließlich Umsatzerlöse und Aufwendungen im Zusammenhang mit Transaktionen mit anderen Konzernunternehmen. Die Betriebsergebnisse der Geschäftssegmente werden regelmäßig von der Geschäftsleitung im Hinblick auf Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen zum Segment und die Bewertung der Ertragskraft überprüft.
Segmentergebnisse, die an die Geschäftsleitung berichtet werden, beinhalten sowohl die dem Segment direkt zurechenbaren Posten, sowie jene, die auf Grundlage von vertretbaren Schätzungen zugerechnet werden können. Nicht zugeordnete Posten bestehen im Wesentlichen aus gemeinschaftlichen Vermögenswerten (im Wesentlichen der Konzernzentrale), allgemeine Verwaltungsaufwendungen der Konzernleitung sowie Ertragsteuerforderungen und -verbindlichkeiten.
Segmentinvestitionen beinhalten die Gesamtkosten des Jahres für den Erwerb von Sachanlagevermögen und immateriellen Vermögenswerten mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwert.
Dividenden
Dividenden werden im Zeitpunkt ihrer Beschlussfassung im Eigenkapital erfasst. Dividenden, die nach dem Bilanzstichtag, aber vor der Genehmigung zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses beschlossen werden, werden unter dem Anhang „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ angeführt.
Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie errechnet sich, indem der den Stammaktionären der Gesellschaft zustehende Gewinn oder Verlust durch die gewichtete durchschnittliche Zahl der innerhalb der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Stammaktien dividiert wird.
Leasingverhältnisse
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren.
(i) Als Leasingnehmer
Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Für Immobilien-Leasingverträge hat der Konzern jedoch beschlossen, von einer Trennung der Nichtleasingkomponenten abzusehen und stattdessen Leasing- und Nichtleasingkomponenten als eine einzige Leasingkomponente zu bilanzieren.
Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrundeliegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrundeliegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.
Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben, es sei denn, das Eigentum an dem zugrundeliegenden Vermögenswert geht zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern über oder in den Kosten des Nutzungsrechtes ist berücksichtigt, dass der Konzern eine Kaufoption wahrnehmen wird. In diesem Fall wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrundeliegenden Vermögenswertes abgeschrieben, welche nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.
Die Leasingverbindlichkeit wird anfänglich zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Zinssatz, der dem Leasingverhältnis zugrundeliegt oder, wenn sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns, bewertet. Normalerweise nutzt der Konzern seinen Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz.
Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von verschiedenen externen Finanzquellen und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu berücksichtigen.
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
  • feste Zahlungen, einschließlich de-facto feste Zahlungen;
  • variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes
  • Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind; und
  • den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasingzahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinreichend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen.
Die Leasingverbindlichkeit wird zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.
Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat.
Der Konzern hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert (z. B. PC) zugrundeliegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses (d. h. Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder kürzer) linear als Aufwand.
(ii) Als Leasinggeber
Der Konzern vermietet seine Bohr-, Sidetracking- und einen Teil seiner Fracking-Anlagen.
Wenn der Konzern als Leasinggeber auftritt, stuft er bei Vertragsbeginn jedes Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein.
Zur Einstufung jedes Leasingverhältnisses hat der Konzern eine Gesamteinschätzung vorgenommen, ob das Leasingverhältnis im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum an dem zugrundeliegenden Vermögenswert verbunden sind, überträgt. Wenn dies der Fall ist, wird das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing eingestuft; wenn nicht, ist es ein Operating-Leasingverhältnis. Im Rahmen dieser Beurteilung berücksichtigt der Konzern bestimmte Indikatoren, wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzungsdauer des Vermögenswertes umfasst. Der Konzern hat diese Leasingverhältnisse als Operating-Leasingverhältnisse eingestuft.
Wenn eine Vereinbarung Leasing- und Nichtleasingkomponenten enthält, wendet der Konzern IFRS 15 zur Aufteilung des vertraglich vereinbarten Entgeltes an.
Leasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen werden vom Konzern über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Ertrag in den Umsatzerlösen erfasst.
Neue, noch nicht angewendete Standards und Interpretationen
Eine Reihe neuer Standards gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Jänner 2022 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Der Konzern hat jedoch die neuen oder geänderten Standards bei der Aufstellung dieses Konzernabschlusses nicht vorzeitig übernommen.
  • (a) Reform der Benchmark-Zinssätze - Phase 2 (Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16). Für die Anwendung in der EU übernommen.
Die Änderungen betreffen Fragen, die sich auf die Finanzberichterstattung infolge der Reform der Zinsbenchmark auswirken könnten, einschließlich der Auswirkungen von Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme oder Sicherungsbeziehungen, die sich aus der Ersetzung eines Referenzzinssatzes durch einen alternativen Referenzzinssatz ergeben. Die Änderungen sehen in Bezug auf folgende Punkte praktische Erleichterungen von bestimmten Anforderungen von IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 vor:
  • Änderungen der Basis für die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme aus finanziellen Vermögenswerten, finanziellen Verbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten; und
  • Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen.
Die Änderungen erfordern, dass ein Unternehmen den Wechsel der Grundlage für die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit berücksichtigt, der durch die Reform des Referenzzinssatz erforderlich ist, indem der effektive Zinssatz des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit aktualisiert wird.
Zum 31. Dezember 2022 verfügt der Konzern über ein ungesichertes Darlehen in Höhe von 129.888 TEUR, dessen Zinssatz auf dem EURIBOR basiert und das der IBOR-Reform unterliegen könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt ist von einem Fortbestand des reformierten EURIBOR bis Ende 2025 auszugehen. Daher wurden auf der Grundlage des derzeitigen Kenntnisstandes keine wesentlichen Risiken identifiziert.
Der Konzern wendet keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an und erwartet daher keine diesbezüglichen Auswirkungen aus der IBOR-Umstellung.
Die Änderungen werden den Konzern dazu verpflichten, zusätzliche Informationen über die Risiken, denen das Unternehmen aufgrund der Reform der Benchmark-Zinssätze ausgesetzt ist, und die damit verbundenen Risikomanagementaktivitäten, offenzulegen.
Die Änderungen in Bezug auf langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants werden sich nicht auf den Konzernabschluss des Konzerns auswirken, da es zum Zeitpunkt der Genehmigung dieses Abschlusses keine derartigen Instrumente gibt.
Der EURIBOR wurde bereits im Jahr 2019 reformiert, jedoch nur mit einer vorläufigen Gültigkeit bis zum 31. Dezember 2025. Daher ist seine weitere Zukunftsfähigkeit derzeit ungewiss, was bedeutet, dass in Zukunft eine Reform hin zu einem alternativen Referenzzinssatz erforderlich werden könnte. Der Konzern überwacht die Entwicklungen in diesem Bereich und ist im Falle wahrscheinlicher Änderungen aufgerufen, den tatsächlichen Ansatz für den Übergang und die möglichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss festzulegen.
  • (b) Latente Steuern im Zusammenhang mit Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die aus einer einzigen Transaktion stammen (Änderungen an IAS 12). Für die Anwendung in der EU übernommen.
Die Änderungen schränken den Anwendungsbereich der Ausnahmeregelung für den erstmaligen Ansatz ein und schließen Transaktionen aus, die zu gleichen und gegenläufigen temporären Differenzen führen - z. B. Leasingverhältnisse und Stilllegungsverbindlichkeiten. Die Änderungen gelten für jährliche Berichtszeiträume, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen. Bei Leasingverhältnissen und Stilllegungsverbindlichkeiten sind die damit verbundenen latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten ab dem Beginn des frühesten dargestellten Vergleichszeitraums zu erfassen, wobei alle kumulativen Auswirkungen als Anpassung der Gewinnrücklagen oder anderer Bestandteile des Eigenkapitals zu diesem Zeitpunkt erfasst werden. Für alle anderen Transaktionen gelten die Änderungen für Transaktionen, die nach dem Beginn der frühesten dargestellten Periode auftreten.
Der Konzern bilanziert latente Steuern auf Leasingverhältnisse und Stilllegungsverpflichtungen nach dem „integral verbunden“-Ansatz, was zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Änderungen führt, mit der Ausnahme, dass die Auswirkungen der latenten Steuern in der Bilanz netto ausgewiesen werden. Gemäß den Änderungen wird der Konzern einen separaten latenten Steueranspruch und eine latente Steuerschuld ausweisen. Gemäß den Änderungen wird der Konzern eine separate latente Steuerschuld und einen latenten Steueranspruch angeben. Die Anwendung der Änderungen wird keine Auswirkungen auf die Gewinnrücklagen haben.
  • (c) Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig (Änderungen an IAS 1). Für die Anwendung in der EU übernommen.
Die im Jahr 2020 veröffentlichten Änderungen zielen darauf ab, die Anforderungen an die Bestimmung, ob eine Verbindlichkeit kurz- oder langfristig ist, klarzustellen, und gelten für jährliche Berichtszeiträume, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen. Der IASB hat jedoch in der Folge weitere Änderungen an IAS 1 und die Verschiebung des Inkrafttretens der Änderungen von 2020 auf frühestens 1. Jänner 2024 vorgeschlagen. Aufgrund dieser laufenden Entwicklungen ist der Konzern nicht in der Lage, die Auswirkungen dieser Änderungen auf den Konzernabschluss in der Periode der erstmaligen Anwendung zu bestimmen. Der Konzern verfolgt die Entwicklungen aufmerksam.
Sonstige Standards
Die folgenden neuen und geänderten Standards werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben.
  • Offenlegung von Rechnungslegungsgrundsätzen (Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2). Für die Anwendung in der EU übernommen;
  • Definition von Bilanzierungsschätzungen (Änderungen an IAS 8). Für die Anwendung in der EU übernommen;
  • Leasingverbindlichkeit bei Sale-and-Leaseback (Änderungen an IFRS 16). Nicht für die Anwendung in der EU übernommen;
  • Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants (Änderungen an IAS 1). Für die Anwendung in der EU übernommen.
5. Tochterunternehmen
Nachstehend sind die Tochterunternehmen des Konzerns angeführt:
Name
Staat der Gründung/Sitz
31. Dezember 2022
% Anteil
31. Dezember 2021
% Anteil
Geschäftsfeld
OOO KATKoneft
Kogalym, Russland
-
100
Ölfeld-Serviceleistungen
OOO KATOBNEFT
Nizhnevartovsk, Russland
-
100
Ölfeld-Serviceleistungen
OOO Trading House KAToil
Moskau, Russland
-
100
Keine operative Tätigkeit
OOO KAToil Leasing
Kogalym, Russland
-
100
Vermietung von Produktionsausrüstung an operative Konzernunternehmen
OOO KAT-oil Drilling
Kogalym, Russland
-
100
Ölfeld-Serviceleistungen
TOO Petro Welt Technologies Kazakhstan
Aqtau, Kasachstan
100
100
Ölfeld-Serviceleistungen
OOO Petro Welt Technologies
Moskau, Russland
-
100
Beratungs- und Managementdienstleistungen für Konzernunternehmen
OOO Wellprop
Kopeisk, Russland
-
100
Herstellung von Proppant
PEWETE EVO EUROPE S.R.L.
Bukarest, Rumänien
-
100
Ölfeld-Serviceleistungen
PEWETE EVO SERVICES LLC
Maskat, Oman
100
100
Ölfeld-Serviceleistungen
PEWETE Evolution LIMITED
Limassol, Zypern
100
100
Managementleistungen
Wellprop Cyprus LIMITED
Limassol, Zypern
100
100
Holding-Gesellschaft
Verkauf der russischen Tochtergesellschaften
Im August 2022 verkaufte der Konzern seine russischen Tochtergesellschaften. Im Rahmen der Transaktion veräußerte die Petro Welt Technologies AG alle ihre Beteiligungen an den russischen Tochtergesellschaften (direkte und indirekte Beteiligungen, d. h. 100 % der Anteile (Beteiligungen) an OOO Petro Welt Technologies, OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAT-oil Drilling, OOO Trading House KAToil, OOO KAToil Leasing und OOO Wellprop (die „Gesellschaften“) an drei russische Einzelpersonen (die „Investoren“), die verschiedene Positionen im Konzern des Unternehmens bekleiden: (1) Denis Stankevich (CEO des Unternehmens); (2) Natalia Kobets (Vorsitzende der Kommission für Innenrevision) und (3) Irina Myryniuk (Direktorin der Innenrevision bei OOO Petro Welt Technologies). Die Transaktion wurde von der Hauptversammlung des Unternehmens am 16. August 2022 genehmigt.
Die Transaktion wurde wie folgt strukturiert: (1) Die Investoren erwarben vom Unternehmen 100% der Anteile (Beteiligungen) an OOO Petro Welt Technologies („Schritt 1“) für 20 Mio. RUB in folgenden Teilen: − 40 % erworben durch Denis Stankevich; − 30 % erworben durch Natalia Kobets und – 30 % erworben durch Irina Myryniuk. Zeitgleich mit Schritt 1 erwarb OOO Petro Welt Technologies vom Unternehmen (i) 100 % der Anteile (Beteiligungen) an OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAT-oil Drilling, OOO Trading House KAToil, OOO KAToil Leasing und von WELLPROP CYPRUS LIMITED (einer 100%igen Tochtergesellschaft des Unternehmens) (ii) 100 % der Anteile (Beteiligungen) an OOO Wellprop („Schritt 2“) für 7.422 Mio. RUB.
Der gesamte Bruttokaufpreis (einschließlich aller anwendbaren Steuern und Abgaben), der für alle (100 %) Anteile an allen Gesellschaften zu zahlen ist, beträgt 7.442 Mio. RUB (der „Kaufpreis“).Der Kaufpreis berücksichtigt unter anderem den Wert aller verkauften Gesellschaften, die vorgeschlagene Zahlungsfrist von 36 Monaten sowie bestimmte Währungsrisiken.Der Konzern ermittelte den beizulegenden Zeitwert des Kaufpreises in Höhe von 6.006 Mio. RUB bzw. 100.303TEUR zum Zeitpunkt der Transaktion unter Verwendung eines Abzinsungssatzes von 13,66 % für die zu erhaltenden Zahlungen.
Die Geschäfte mit den Gesellschaften werden als Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen klassifiziert.
Die Veräußerung der Tochtergesellschaft hatte die folgenden Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Gruppe zum Zeitpunkt der Veräußerung:
TEUR
Anh.
Buchwert zum Zeitpunkt der Veräußerung
 
Langfristige Vermögenswerte
160.460
Sachanlagen
6
156.027
Immaterielle Vermögenswerte
7
1.754
Nutzungsrechte
8
306
Latente Steueransprüche
22
2.373
Umlaufvermögen
305.656
Vorräte
50.824
Forderungen aus Ertragsteuern
336
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
82.621
Vertragsvermögenswerte
40.454
Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente
131.421
Langfristige Verbindlichkeiten
(15.880)
Kreditverbindlichkeiten
(10.287)
Latente Steuerverbindlichkeiten
22
(5.593)
Kurzfristige Verbindlichkeiten
(78.743)
Kreditverbindlichkeiten
(119)
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
14
(317)
Verbindlichkeiten aus Ertragsteuern
(551)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(77,756)
Identifizierbare Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, netto
371.493
Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebs
115.349
Umrechnung eines ausländischen Geschäftsbetriebs
13.286
Neubewertung von Vergütungsplänen
(444)
Posten, die aufgrund der Veräußerung von Tochtergesellschaften vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
128.191
Zeitwert des Kaufpreises
(100.303)
Verlust aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
399.381
Der kumulierte Betrag der Währungsumrechnungsrücklage in Bezug auf ausländische Geschäftsbetriebe russischer Tochtergesellschaften in Höhe von 128.191 TEUR wurde als Teil des Verlusts aus dem Verkauf der Gesellschaften in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.
Die Änderungen des Kaufpreises und der aufgeschobenen Gegenleistung stellen sich wie folgt dar:
TEUR
Summe
Kaufpreis
123.958
Auswirkung der Abzinsung des Kaufpreises
(23.655)
Zeitwert des Kaufpreises zum Zeitpunkt der Transaktion
100.303
Erhaltene Zahlung
(8.868)
Aufzinsung
3.893
Verlust aus Wechselkursdifferenzen
(19,649)
Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022
75.679
Langfristige Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
39.433
Kurzfristige Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
36.246
Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften zum 31. Dezember 2022
75.679
Zum 31. Dezember 2022 sank die noch ausstehende Gegenleistung aufgrund des stärkeren Wechselkurses des RUB gegenüber dem EUR auf 75.679 TEUR. Die noch ausstehenden Forderungen umfassen einen kurzfristigen Teil in Höhe von 36.246 TEUR, der im Laufe des Jahres 2022 um die eingegangenen Barmittel in Höhe von 8.868 TEUR verringert wurde. Der Verkauf von Tochterunternehmen, abzüglich übertragener Barmittel in Höhe von minus 122.553 TEUR, umfasste die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der verkauften russischen Tochtergesellschaften (131.421 TEUR) saldiert mit der erhaltenen Bargegenleistung (8.868 TEUR). Die noch ausstehende Gegenleistung umfasst die Aufzinsung seit dem Erwerb. Nach der Transaktion wurde in der Russischen Föderation eine neue Gesetzgebung eingeführt, die bestimmte Verfahren für Unternehmen mit Sitz in der EU vorschreibt, um Beteiligungen an russischen juristischen Personen zu veräußern, einschließlich der Anforderung einer Genehmigung durch die russische Regierungskommission. Die Gesetzgebung gilt nicht rückwirkend, unterliegt jedoch häufigen Änderungen und unterschiedlichen Auslegungen, die die Unsicherheit in Bezug auf die Rückzahlung von Forderungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen erhöhen.
Aufgegebener Geschäftsbereich im Oman
Das Unternehmen beschloss, seine Geschäftstätigkeiten im Oman im Rahmen des bestehenden Joint Ventures einzustellen. Infolgedessen wird die Tochtergesellschaft PEWETE EVO SERVICES LLC, die der Konzernzur Erbringung ihrer Dienstleistungen im Rahmen dieses Joint Ventures gegründet hat, liquidiert. PEWETE EVO SERVICES LLC wird daher als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen. Der Großteil der Vermögenswerte des Konzerns im Oman wurde auf die Aktivitäten in Kasachstan übertragen und an Dritte verkauft. Der Wertminderungsaufwand, der den Sachanlagen von PEWETE EVO SERVICES LLC im Jahr 2022 zugeordnet wurde, belief sich auf 1.045 TEUR.
Aufgegebene Geschäftsbereiche in Rumänien
Aufgrund unvorhergesehener Verzögerungen und Hindernisse, die durch die im Zusammenhang mit Covid-19 auferlegten Beschränkungen verursacht wurden, hat das Unternehmen beschlossen, seine Geschäftsexpansionspläne nach Rumänien zu stoppen. PEWETE EVO EUROPE S.R.L. erhielt die Bescheinigung über die Abmeldung vom Handelsregister am 08. November 2022. PEWETE EVO EUROPE S.R.L. wird daher als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen.
Der Konzern verkaufte 2021 mehr als die Hälfte der zuvor von der PEWETE EVO EUROPE S.R.L. erworbenen und genutzten Vermögenswerte an die Tochtergesellschaft OOO KATOBNEFT. Der verbleibende Teil dieser Vermögenswerte wurde in der Bilanz zum 31. Dezember 2021 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte in Höhe von 2.919 TEUR einschließlich des diesem Teil der Vermögenswerte zugeordneten Wertminderungsaufwands in Höhe von 1.342 TEUR erfasst.Der Konzern bot diese Vermögenswerte zum Verkauf an, jedoch ohne Ergebnis, da die Nachfrage zurückging. Der Wertminderungsaufwand, der diesen Vermögenswerten von PEWETE EVO EUROPE S.R.L. im Jahr 2022 zugewiesen wurde, belief sich auf 2.919 TEUR.
Ergebnisse der aufgegebenen Geschäftsbereiche
Die Umsatzerlöse und Aufwendungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen, die separat ausgewiesen wurden, stellen sich wie folgt dar:
TEUR
Anh.
2022
2021
 
 
Umsatzerlöse
15
220.385
229.899
Umsatzkosten
16
(190.234)
(198.162)
Bruttogewinn
30.151
31.737
 
Verwaltungsaufwendungen
17
(12.040)
(15.303)
Vertriebskosten
18
(1.876)
(1.840)
Sonstige betriebliche Erträge
19
1.895
2.182
Sonstige betriebliche Aufwendungen
20
(2.206)
(1.361)
Betriebsergebnis
15.924
15.415
 
Finanzerträge
21
6.013
4.921
Finanzierungsaufwendungen
21
(2.724)
(200)
Finanzergebnis, netto
3.289
4.721
 
Gewinn vor Ertragsteuer
19.213
20.136
 
Ertragsteueraufwand
22
(4.914)
(2.561)
Gewinn
14.299
17.575
Verlust aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
(399.381)
-
(Verlust) / Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
(385.082)
17.575
Der Gewinn aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 14.299 TEUR ist vollständig den Eigentümern des Unternehmens zuzurechnen.
Die Cashflows aus aufgegebenen Geschäftsbereichen, die separat ausgewiesen werden, stellen sich wie folgt dar:
TEUR
2022
2021
Cashflows aus betrieblichen Tätigkeiten
11.232
44.347
Cashflows aus Investitionstätigkeiten
(15.888)
33.306
Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten
(100)
(56)
Die Gesellschaften und PEWETE EVO SERVICES LLC wurden zuvor nicht als zur Veräußerung gehalten oder als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft.
Der Konzern hat die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2021 aufgrund des separaten Ausweises der Umsatzerlöse und Aufwendungen aus aufgegebenen Geschäftsbereichen entsprechend angepasst.
Einseitige ergebniswirksame Buchungen werden ergebniswirksam ausgebucht und die darauf entfallenden latenten Steuern werden angesetzt.
6. Sachanlagen
Die Buchwerte der Sachanlagen entwickelten sich wie folgt:
TEUR
Grund-stücke und Gebäude
Fahr-zeuge
Maschinen,
Betriebs- und
Geschäfts-ausstattung
Anlagen
Elektro-nische
Datenver-arbeitung
Geleistete Anzahlun-gen
Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1. Jänner 2021
16.753
15.822
344.520
2.247
1.529
380.871
Zugänge
1.134
841
18.120
370
3.631
24.096
Umbuchungen
63
-
1.493
-
(1.556)
-
Abgänge
(308)
(251)
(7.295)
(433)
-
(8.287)
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte
-
-
(4.323)
-
-
(4.323)
Umrechnungsdifferenzen
1.279
715
24.727
166
162
27.049
31. Dezember 2021
18.921
17.127
377.242
2.350
3.766
419.406
Zugänge
2.863
1.634
24.269
47
4.597
33.410
Umbuchungen
-
-
1.765
-
(1.765)
-
Abgänge
(618)
(197)
(12.632)
(61)
(241)
(13.749)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(28.632)
(21.148)
(507.865)
(3.009)
(8.432)
(569.086)
Umrechnungsdifferenzen
7.617
3.894
137.101
855
2.142
151.609
31. Dezember 2022
151
1.310
19.880
182
67
21.590
Abschreibungen und Wertminderungen
1. Jänner 2021
9.056
13.050
233.940
1.199
-
257.245
Abschreibungen
725
867
26.120
388
-
28.100
Wertminderungen
-
-
(1.794)
-
-
(1.794)
Abgänge
(293)
(245)
(6.973)
(411)
-
(7.922)
Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Vermögenswerte
-
-
(1.404)
-
-
(1.404)
Umrechnungsdifferenzen
674
507
17.972
87
-
19.240
31. Dezember 2021
10.162
14.179
267.861
1.263
-
293.465
Abschreibungen
668
759
21.102
282
-
22.811
Wertminderungen
-
-
1.045
-
-
1.045
Abgänge
(151)
(197)
(5.234)
(49)
-
(5.631)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(14.454)
(17.094)
(379.652)
(1.859)
-
(413.059)
Umrechnungsdifferenzen
3.803
2.836
102.056
519
-
109.214
31. Dezember 2022
28
483
7.178
156
-
7.845
Buchwerte, netto
 
Stand am 1. Jänner 2021
7.697
2.772
110.580
1.048
1.529
123.626
Stand am 31. Dezember 2021
8.759
2.948
109.381
1.087
3.766
125.941
Stand am 31. Dezember 2022
123
827
12.702
26
67
13.745
Der Abschreibungsaufwand für 2022 in Höhe von TEUR 22.811 (2021: TEUR 28.100) wurde in den Umsatzkosten aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR 1.335 und in den Umsatzkosten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR 21.198 (2021: TEUR 634 bzw. TEUR 27.042), in den Verwaltungskosten aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR 30 und in den Verwaltungskosten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von TEUR 248 (2021: TEUR 32 bzw. TEUR 392) berücksichtigt.
Für die omanische Tochtergesellschaft wurde ein Wertminderungsaufwand für das Jahr 2022 in Höhe von 1.045 TEUR (2021: Null TEUR) erfasst (siehe Anhang 5). Die Wertaufholung für das Jahr 2021 in Höhe von 1.794 TEUR wurde zu den Umsatzkosten aus aufgegebenen Geschäftsbereichen verbucht. Diese Wertaufholung ist auf den Teil der Ausrüstung zurückzuführen, der zuvor von PEWETE EVO EUROPE S.R.L. genutzt wurde und an eine andere Tochtergesellschaft des Konzerns verkauft wurde, die eine stärkere Auslastung der Vermögenswerte ermöglichen kann.
Die Sachanlagen, für die Betriebsmieteinnahmen erfasst wurden, wurden als Teil des russischen Geschäftsbereichs verkauft.Ihr Nettobuchwert beläuft sich zum Zeitpunkt der Transaktion auf 90.076 TEUR, was Anschaffungskosten in Höhe von 350.651 TEUR und kumulierten Abschreibungen in Höhe von 260.575 TEUR entspricht (31. Dezember 2021: 61.346 TEUR, was Anschaffungskosten in Höhe von 239.135 und kumulierten Abschreibungen in Höhe von 177.789 entspricht). Bei den Sachanlagen handelt es sich im Wesentlichen um Maschinen, Anlagen und Ausrüstung.
Abschreibungsmethoden, Restwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag beurteilt und bei Bedarf angepasst.
Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten
Als Ergebnis einer Analyse der auslösenden Ereignisse zum 31. Dezember 2022 wurden bestimmte Indikatoren für eine Wertminderung identifiziert (spezielle Militäroperation in der Ukraine, erhöhte geopolitische Spannungen, Schwankungen des Ölpreises und Volatilität der Finanzmärkte, instabile Wirtschaftsleistung während des Jahres, Covid-19-Pandemie). Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurden berechnet.
Nach Einschätzung der Geschäftsleitung stellen die folgenden Tochtergesellschaften des Konzerns jeweils separate zahlungsmittelgenerierende Einheiten dar:
  • - OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAT-oil Drilling, OOO Wellprop zum 31. Dezember 2021;
  • - LLP Petro Welt Technologies Kazakhstan zum 31. Dezember 2021 und 31. Dezember 2022.
Die ZGE PEWETE EVO EUROPE S.R.L., als Vertretung der rumänischen Tochtergesellschaft des Unternehmens PEWETE EVO EUROPE S.R.L., hat seine operative Tätigkeit zum Stichtag 31. Dezember 2021 eingestellt. Mehr als die Hälfte der von dieser Einheit genutzten Ausrüstung wurde an OOO KATOBNEFT verkauft und zum Stichtag in die ZGE KATOBNEFT einbezogen. Siehe Anhang 5 dieses Jahresabschlusses. Der in Rumänien verbleibende Teil wurde im Jahr 2022 vollständig wertberichtigt.Siehe Anhangangabe 5 des vorliegenden Jahresabschlusses.
Während des Berichtszeitraums stellte der Konzern seine Geschäftstätigkeit im Oman ein. Der Großteil der Ausrüstung wurde an die kasachische Tochtergesellschaft TOO PWT Kazakhstan sowie an Dritte übertragen, die verbleibende Ausrüstung in Höhe von 1.045 TEUR wurde im Jahr 2022 vollständig abgeschrieben.
Die Cashflows werden aus dem Budget des nächsten Jahres und der Prognose für die verbleibenden vier Jahre abgeleitet. Das Budget und die Geschäftspläne werden aktualisiert, um die neuesten Entwicklungen zum Aufstellungsdatum dieses Konzernabschlusses zu berücksichtigen. Restrukturierungsaktivitäten oder maßgebliche zukünftige Investitionen, die die Ertragskraft der getesteten ZGE erhöhen, werden in die Berechnungen nicht einbezogen.
Folgende Annahmen wurden für den Wertminderungstest herangezogen:
Wesentliche Annahmen, die dem Wertminderungstest zugrunde liegen
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Verwendete Informationen
Tatsächliche operative Ergebnisse für das Jahr 2022 und Geschäftspläne für 2023–2027
Tatsächliche operative Ergebnisse für das Jahr 2021 und Geschäftspläne für 2022–2026
Prognosezeitraum
5 Jahre (2023-2027)
5 Jahre (2022-2026)
Konsolidierte Prognose des Umfangs der Hydraulic-Fracturing- und der Bohraktivitäten
Auf der Grundlage von Prognosen der Geschäftsleitung über künftige Trends und Entwicklungen des Geschäfts, die von der Führungsebene genehmigt wurden
Rohstoff- und Produktionsdienstleistungpreise
Konsensschätzungen werden aus veröffentlichten Prognosen gewonnen
Prognose des Investitionsvolumens
Basierend auf den Prognosen der Geschäftsleitung hinsichtlich Modernisierungsinvestitionen und Aufbauprogrammen
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (Diskontierungszinssatz)
3,0 %
4,0 % – 5,2 %
Durchschnittlicher Erzeugerpreisindex im Terminal Value Zeitraum
Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten (Diskontierungszinssatz)
16,1 % – ZGE TOO Petro Welt Technologies Kazakhstan
15,0 % – ZGE OOO KATKoneft, OOO KATOBNEFT, OOO KAT-oil Drilling
15,2 % – ZGE OOO Wellprop
15,7 % – ZGE TOO Petro Welt Technologies Kazakhstan
Gegenwärtige Markteinschätzungen hinsichtlich der spezifischen Risiken einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes und individueller Risiken der zugrundeliegenden Vermögenswerte, die nicht in den Cashflow-Prognosen berücksichtigt wurden. Die Berechnung des Diskontierungszinssatzes basiert auf den spezifischen Verhältnissen des Konzerns sowie der Geschäftssegmente und wird aus dem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (WACC) abgeleitet. Dieser basiert auf dem risikofreien Zinssatz, der Risikoprämie, der Size Premium und dem Beta Faktor. Der WACC berücksichtigt sowohl Eigen- als auch Fremdkapital. Die Eigenkapitalkosten leiten sich aus der erwarteten Rendite der Eigenkapitalgeber ab. Die Eigenkapitalrisikoprämie von 6,0 % ist eine Expertenschätzung, die aufgrund der Erwartung einer anhaltenden Geschäftsbelebung gegenüber der im vorangegangenen Berichtszeitraum verwendeten Prämie von 6,0 % nicht verändert wurde. Die Fremdkapitalkosten beruhen auf den Marktzinsen für verzinsliche langfristige Kredite. Die ZGE-spezifischen Risiken werden durch die Anwendung individueller Beta-Faktoren berücksichtigt. Diese Faktoren werden jährlich auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Marktdaten bewertet.

Als Ergebnis der Wertminderungstests zum 31. Dezember 2022 gab es keine Fälle, in denen der Buchwert den Nutzungswert der getesteten ZGE überstieg. Darüber hinaus wurde der Teil der Wertminderung, der zuvor für ZGE PEWETE EVO EUROPE SRL erfasst worden war, in Höhe von 1.794 TEUR im Jahr 2021 rückgängig gemacht, da die entsprechenden Anlagen zum 31. Dezember 2021 auf ZGE KATOBNEFT übertragen und getestet wurden.
Sensitivität bezüglich Änderungen der getroffenen wesentlichen Annahmen
Die Berechnung der Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird maßgeblich von den folgenden Annahmen beeinflusst:
  • Konsolidierte Prognose des Verkaufspreises des Hydraulic Fracturings,
  • Diskontierungszinssatz;
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Bei einer Reduktion der Umsatzerlöse der ZGE Kasachstan um 6,1% in jedem Jahr der Prognoseperiode würde der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen.
Bei einer Reduktion der Umsatzerlöse der ZGE KATOBNEFT um 3,1 % in jedem Jahr der Prognoseperiode, der ZGE KAToil-Drilling um 6,0 %, der ZGE Katkoneft um 4,7 %, der ZGE PWT Kasachstan um 14,4 % und der ZGE Wellprop um 2,2% würde der Nutzungswert dem Buchwert entsprechen.
Bei einem Anstieg des Diskontierungszinssatzes auf 24,8% für die ZGE PWT Kasachstan würde der Nutzungswert jeweils dem Buchwert entsprechen.
Bei einem Anstieg des Diskontierungszinssatzes auf 20,5 %, 19,6 %, und 24,8 % für die ZGE KAToil-Drilling, die ZGE KATOBNEFT und die ZGE PWT Kasachstan würde der Nutzungswert jeweils dem Buchwert entsprechen. Bei einem Anstieg des Diskontierungszinssatzes auf 22,4 % bei der ZGE KATKoneft und auf 16,4% bei der ZGE Wellprop würde sich eine Wertminderung ergeben.
7. Immaterielle Vermögenswerte
TEUR
Rechte zur Nutzung der Produktions- technologien
Software und sonstige immaterielle Vermögenswerte
Gesamt
Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand am 1. Jänner 2021
2.264
1.047
3.311
Zugänge
3
313
316
Umrechnungsdifferenzen
-
37
37
Stand am 31. Dezember 2021
2.267
1.397
3.664
Abgänge
(3)
(94)
(97)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(2.264)
(925)
(3.189)
Umrechnungsdifferenzen
-
260
260
Stand am 31. Dezember 2022
-
638
638
Abschreibungen und Wertminderungen
Stand am 1. Jänner 2021
481
641
1.122
Abschreibungen
149
234
383
Umrechnungsdifferenzen
-
37
37
Stand am 31. Dezember 2021
630
912
1.542
Abschreibungen
147
224
371
Abgänge
-
(37)
(37)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(777)-
(658)
(1.435)
Umrechnungsdifferenzen
-
179
179
Stand am 31. Dezember 2022
-
620
620
Buchwerte, netto
 
Stand am 1. Jänner 2021
1.783
406
2.189
Stand am 31. Dezember 2021
1.637
485
2.122
Stand am 31. Dezember 2022
-
18
18
Es werden keine intern erstellten immateriellen Vermögenswerte aktiviert.
8. Leasing
Die Veränderungen der Nutzungsrechte zwischen dem 1. Jänner und dem 31. Dezembersind wie folgt:
 
Nutzungs-
recht:
Grund und Boden
Nutzungs-
recht:
Gebäude
Nutzungs-
recht:
Transportfahrzeuge
Gesamt
TEUR
Anschaffungskosten
Stand am 1. Jänner 2021
392
626
58
1.076
Zugänge
-
276
16
292
Abgänge
-
(402)
(74)
(476)
Währungsumrechnung
30
12
-
42
Stand am 31. Dezember 2021
422
512
-
934
Zugänge
-
178
-
178
Abgänge
(491)
(225)
-
(716)
Verkauf von Tochtergesellschaften
-
(397)
(397)
Umrechnungsdifferenzen
69
110
-
179
Stand am 31. Dezember 2022
-
178
-
178
Kumulierte Abschreibung
Stand am 1. Jänner 2021
3
235
16
254
Abschreibung
14
187
15
216
Abgänge
-
(227)
(31)
(258)
Währungsumrechnung
-
3
3
Stand am 31. Dezember 2021
17
198
-
215
Abschreibung
12
97
-
109
Abgänge
(33)
(225)
-
(258)
Verkauf von Tochtergesellschaften
-
(91)
-
(91)
Umrechnungsdifferenzen
4
21
-
25
Stand am 31. Dezember 2022
-
-
-
-
Buchwert, netto
Stand am 1. Jänner 2021
389
391
42
822
Stand am 31. Dezember 2021
405
314
-
719
Stand am 31. Dezember 2022
-
178
-
178
9. Vorräte
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Ersatzteile und andere Materialien
1.468
25.028
Rohstoffe
1.162
7.150
Kraftstoffe und Schmiermittel
6
2.375
Fertigerzeugnisse und Handelswaren
-
2.017
Gesamt
2.636
36.570
Zum 31. Dezember 2022 waren keine Vorräte als Sicherheiten für Kredite verpfändet (31. Dezember 2021: null).
10. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und Leasingforderungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen die Forderungen aus Verträgen mit Kunden mit unbedingtem Zahlungsanspruch in Höhe von 953 TEUR (31. Dezember 2021: 69.971 TEUR). Für weitere Informationen siehe Anhang 15, Umsatzerlöse.
Der größte Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns besteht gegenüber den kasachischen Ölgesellschaften wie Kazmunaygaz, die basierend auf den neuesten verfügbaren Ratings von Fitch mit BBB- bewertet wurde.
Bei der Bestimmung der erwarteten Kreditverluste werden die aktuellsten verfügbaren Ratings verwendet, die den langfristigen Ausblick externer Ratingagenturen darstellen. Auch gibt es keine Anzeichen für eine Wertminderung des Portfolios in Form von Zahlungsverzögerungen oder einer Verschlechterung der Ratings der Gegenparteien.
Die geschätzten erwarteten Kreditverluste wurden auf der Grundlage der über die Laufzeit erwarteten Verluste berechnet und spiegeln die kurzen Laufzeiten der Risikopositionen wider.
Für die Bewertung der erwarteten Kreditverluste wurden Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD) und Verluste bei Ausfall (LGD) verwendet. Die Ausfallwahrscheinlichkeit entspricht der langfristigen durchschnittlichen Ausfallrate für jede Ratingkategorie und wurde gemäß der Studie „2021 Annual Global Default Study and Rating Transitions“ von Standard and Poor's geschätzt. Die Ratingkategorie wurde auf Basis der Mindestratings von drei internationalen Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch) bestimmt. Die Parameter für die Verlustquote bei Ausfall von Forderungen spiegeln im Allgemeinen eine angenommene Erlösquote wider, die gemäß „Basel II: International Convergence of Capital Measurement and Capital Standards“ für Unternehmenskreditnehmer auf einem konstanten Niveau von 45% geschätzt wird (2021: 45%). Die PD-Lebensdauer wird basierend auf der 1-Jahres-PD-Interpolation für die Restlaufzeit bewertet. Der Konzern verfügt über keine finanziellen Vermögenswerte mit einer Laufzeit von mehr als 1 Jahr. Weitere Informationen zu den für erwartete Kreditverluste verbuchten Beträgen finden Sie in Anhang 28, Ziele und Richtlinien des finanziellen Risikomanagements.
Vertragsvermögenswerte
Die Vertragsvermögenswerte stellen sich wie folgt dar:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Vertragsvermögenswerte
-
13.755
Gesamt
-
13.755
Die Vertragsvermögenswerte betreffen im Wesentlichen die Rechte des Konzerns auf Gegenleistung für erbrachte, aber zum Bilanzstichtag noch nicht fakturierbare Arbeiten im Zusammenhang mit Bohr- und Frackingverträgen. Die Vertragsvermögenswerte werden mit Unbedingtheit der Rechte bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verbucht. Im Laufe des Jahres wurden die Vertragsvermögenswerte zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen übertragen oder von den Kunden bezahlt. Dies geschieht in der Regel, wenn der Konzern dem Kunden eine vertragsgemäße Rechnung ausstellt.
Die Höhe der Vertragsvermögenswerte zum 31. Dezember 2021 wurde durch einen Wertminderungsaufwand in Höhe von 3 TEUR beeinflusst.
Die noch nicht erbrachten Leistungsverpflichtungen stehen im Zusammenhang mit Verträgen mit Kunden, deren Laufzeit weniger als zwölf Monate beträgt.
11. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
Sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte beinhalten:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Forderungen an verbundene Unternehmen
362
362
Umsatzsteuer
320
468
Anzahlungen
103
1.522
Rechnungsabgrenzungsposten
64
22
Sonstige Forderungen
1.359
3.041
Gesamt
2.208
5.415
Der beizulegende Zeitwert der finanziellen kurzfristigen entspricht in etwa deren Buchwert zum 31. Dezember 2022.
12. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Bankeinlagen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen die folgenden Posten:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Bankguthaben
9.720
15.322
Kurzfristige Einlagen
48.870
127.275
Gesamt
58.590
142.597
Zum 31. Dezember 2022 betrugen die Guthaben auf Girokonten in Euro 1.762 TEUR, in US-Dollar 7.712 TEUR, in russischen Rubel 134 TEUR, in omanischen Rial 4 TEUR, in rumänischen Leu TEUR 94, in Schweizer Franken 14 TEUR (31. Dezember 2021: in Euro TEUR 6.815, in US-Dollar TEUR 1.160, in russischen Rubeln TEUR 6.610, in kasachischen Tenge TEUR 499, in omanischen Rial TEUR 61, in rumänischen Leu TEUR 177).
Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die Einlagen mit Laufzeiten von bis zu drei Monaten in russischen Rubel auf Null, in kasachischen Tenge auf 1.113 TEUR, in US-Dollar auf 47.412 TEUR und in Euro auf 345 TEUR (31. Dezember 2021 in russischen Rubeln TEUR 102.206, in kasachischen Tenge TEUR 1.396, in US-Dollar TEUR 23.673) und werden mit 4,05 % – 14,75 % (31. Dezember 2021: 0,1 % – 9,15 %) verzinst.
Zum 31. Dezember 2022 hält der Konzern keine Bankeinlagen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten (31. Dezember 2021: in US-Dollar – 406 TEUR, in russischen Rubeln – 520 TEUR, Zinsen – 0,3 % – 6,96 %).
Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 bestanden keine wesentlichen Verfügungsbeschränkungen in Bezug auf Zahlungsmittel.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden bei Banken und Finanzinstituten gehalten, die auf Basis der aktuellsten verfügbaren Ratings von Moody’s zum 31. Dezember 2022 ein Rating von Aa2 bis B3 (31. Dezember 2021: A1 bis B3) aufweisen. Der Konzern überwacht Änderungen des Kreditrisikos, indem er sich hinsichtlich veröffentlichter externer Kreditratings und des jeweiligen Lizenzstatus der Finanzinstitute auf dem Laufenden hält.
Die geschätzte Wertminderung von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wird auf der Basis eines 12-Monats-Werts für erwartete Kreditverluste oder eines niedrigeren Werts berechnet, wenn die Laufzeit des Finanzinstruments weniger als 12 Monate beträgt. Der Konzern ist der Ansicht, dass seine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente basierend auf den externen Kreditratings der Gegenparteien und der Gültigkeit der Lizenzen der betreffenden Finanzinstitute ein geringes Kreditrisiko aufweisen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit entspricht der langfristigen durchschnittlichen Ausfallsrate für jede Ratingkategorie und wurde gemäß der Studie „2021 Annual Global Default Study and Rating Transitions“ von Standard and Poor's geschätzt. Die Ratingkategorie wurde auf Basis des Mindestratings von drei internationalen Ratingagenturen (Moody’s, S&P und Fitch) bestimmt. Der Parameter der Ausfallsverlustquote wird basierend auf der Ratinganalyse von Fitch auf ein konstantes Niveau von 80 % veranschlagt.
Die nach IFRS 9 aufgelaufenen Wertminderungsverluste für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen 0 TEUR (31. Dezember 2021: 53 TEUR).
Das Zinsrisiko des Konzerns und eine Sensitivitätsanalyse für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind in Anhang 28 angegeben.
13. Eigenkapital
Der Buchwert und der Nominalwert des Grundkapitals (begeben und vollständig eingezahlt) setzen sich wie folgt zusammen:
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Anzahl der Aktien
Buchwert
Anzahl der Aktien
Buchwert
48.850.000
48.850
48.850.000
48.850
Das gezeichnete Kapital des Unternehmens beträgt 48.850 TEUR (31. Dezember 2021: 48.850 TEUR) und besteht aus 48.850.000 voll eingezahlten nennwertlosen Stückaktien. Die Aktien sind im Prime Standard, Amtlicher Handel, an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Alle Aktien sind zum Handel zugelassen. Es wurden keine Vorzugsaktien ausgegeben. Es bestehen keine Beschränkungen in Bezug auf Stimm- oder Übertragungsrechte der Aktien. Das Unternehmen hat bisher keine ihrer eigenen Aktien erworben.
Die Aktionäre sind berechtigt, ihre Rechte, insbesondere ihr Stimmrecht, in der Jahreshauptversammlung auszuüben. Jede Aktie berechtigt den Aktionär zu einer Stimme. Es bestehen keine Mehr- oder Vorzugsstimmrechte und es wurde keine Begrenzung der Zahl der Stimmrechte festgelegt.
Am 7. September 2022 beantragte Joma Industrial Source Corp. die Einleitung des Verfahrens zum Ausschluss von Minderheitsaktionären (Squeeze-Out). Joma Industrial Source Corp. beabsichtigt, alle Aktien der Petro Welt Technologies AG, die nicht von ihr oder ihrer indirekten Tochtergesellschaft Petro Welt Holding Limited gehalten werden, gegen Zahlung eines Barabfindungspreises von 2,20 Euro je Aktie einschließlich Dividendenansprüchen zu erwerben. An dieser Stelle wird auf die Pflichtveröffentlichungen rund um das geplante Squeeze-Out auf https://www.pewete.com/de/news/ad-hoc/expelled verwiesen. Die Jahreshauptversammlung, die über den Squeeze-out entscheidet, soll 2023 stattfinden.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage umfasst das Agio aus der Ausgabe von Aktien und beträgt 111.987 TEUR (31. Dezember 2021: 111.987 TEUR).
Währungsumrechnungsrücklage
Die Währungsumrechnungsrücklage umfasst die folgenden Posten:
TEUR
2022
2021
Währungsumrechnungsrücklage zum 1. Jänner
233.478
253.421
Nettoinvestitionen
(887)
(5.948)
Währungsumrechnungsdifferenzen
(101.984)
(13.995)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(128.635)
-
Währungsumrechnungsrücklage zum 31. Dezember
1.972
233.478
Die Währungsumrechnungsrücklage umfasst alle Fremdwährungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Geschäftsbetriebe ergeben.
Umrechnungsdifferenzen und damit verbundene ertragsteuerliche Effekte, die sich aus konzerninternen Darlehen ergeben, die von dem Unternehmen ausgegeben wurden und Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb sind, werden nach Steuern im sonstigen Ergebnis erfasst.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten die für Konsolidierungszwecke bereinigten Jahresüberschüsse und -verluste der konsolidierten Tochtergesellschaften und betragen minus 133.612 TEUR (31. Dezember 2021: plus 278.199 TEUR).
14. Kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten
Am 3. Dezember 2021 unterzeichnete das Unternehmen eine Änderungsvereinbarung betreffend ein Darlehen in Höhe von 116.303 TEUR, die einen Zinssatz von 2,5 % über dem 6-Monats-EURIBOR vorsieht; die Laufzeit des Darlehens und damit das Anfallen von Zinsen wurde bis zum 31. Dezember 2029 verlängert, wobei die während der verbleibenden Laufzeit des Darlehens anfallenden Zinsen bei Fälligkeit des Darlehens zahlbar sind.
Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Petro Welt Holding (Cyprus) Ltd. auf 129.888 TEUR, einschließlich angefallener, aber noch nicht bezahlter Zinsen in Höhe von 13.585 TEUR (31. Dezember 2021: 126.310 TEUR, einschließlich angefallener, aber nicht bezahlter Zinsen in Höhe von 10.007 TEUR).
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich aus den folgenden Posten zusammen:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.819
35.581
Sonstige Verbindlichkeiten
3.540
28.347
Vertragsverbindlichkeiten
56
440
Steuerschulden
1.868
1.159
Gesamt
7.283
65.527
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten umsfassen die folgenden Posten:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Umsatzsteuerverbindlichkeiten
-
8.748
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten
481
2.342
Nicht konsumierte Urlaubsansprüche
249
9.047
Sozialversicherungsbeiträge
48
1.141
Sonstige Steuerverbindlichkeiten
39
560
Grundsteuer
-
25
Rückstellungen für erwartete Verluste
-
841
Übrige Verbindlichkeiten
2.723
5.643
Gesamt
3.540
28.347
Rückstellungen für belastende Verträge
Die Geschäftsleitung analysiert zu jedem Bilanzstichtag unfertige Bohrlöcher hinsichtlich des Überschusses der Gesamteinnahmen über die angefallenen Kosten. Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Gesamtkosten die Gesamteinnahmen übersteigen werden, wird der erwartete Verlust sofort als Aufwand erfasst. Die Kosten umfassen sowohl inkrementelle Kosten (z. B. Personal- und Materialkosten) als auch die Zuweisung anderer direkter Kosten (einschließlich Abschreibungen). Verluste für solche unrentablen, noch nicht fertiggestellten Bohrlöcher, werden zum Berichtsstichtag jener Periode, in der die Geschäftsleitung davon Kenntnis erlangt, unter den Umsatzkosten (siehe Anhang 16) verbucht und in der Konzernbilanz als Rückstellung für belastende Verträge kumuliert.
Die Rückstellung für belastende Verträge im Zusammenhang mit unfertigen Bohrlöchern betrug null TEUR (31. Dezember 2021: 841 TEUR).
Überleitung der Veränderungen von finanziellen Verbindlichkeiten zu Zahlungsströmen aus Finanzierungstätigkeit
Verbindlichkeiten
Gesamt
TEUR
Leasing-verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Saldo zum 1. Jänner 2022
749
126.310
127.059
Veränderungen aus Cashflows der Finanzierungstätigkeit
Zahlung der Leasingverbindlichkeiten
(127)
-
(127)
Gesamtveränderung aus Cashflows der Finanzierungstätigkeit
(127)
-
(127)
Sonstige Veränderungen
Neue Leasingverträge
178
-
178
Abgegrenzter Zinsaufwand
33
3.578
3.611
Zinszahlung
(33)
-
(33)
Abgänge
(494)
-
(494)
Verkauf von Tochtergesellschaften
(317)
-
(317)
Umrechnungsdifferenzen
189
-
189
Gesamt sonstige Veränderungen
(444)
3.578
3.134
Saldo zum 31. Dezember 2022
178
129.888
130.066
Verbindlichkeiten
Gesamt
TEUR
Leasing-verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
Saldo zum 1. Jänner 2021
819
122.905
123.724
Veränderungen aus Cashflows der Finanzierungstätigkeit
Zahlung der Leasingverbindlichkeiten
(200)
-
(200)
Gesamtveränderungen aus Cashflows der Finanzierungstätigkeit
(200)
-
(200)
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
-
-
-
Sonstige Veränderungen
Neue Leasingverträge
292
-
292
Abgegrenzter Zinsaufwand
42
3.405
3.447
Zinszahlung
(25)
-
(25)
Abgänge
(222)
-
(222)
Umrechnungsdifferenzen
43
-
43
Gesamt sonstige Veränderungen
130
3.405
3.535
Saldo zum 31. Dezember 2021
749
126.310
127.059
15. Umsatzerlöse
In der folgenden Tabelle sind die Umsatzerlöse nach primärem geografischem Markt, Hauptprodukten, Dienstleistungen und Zeitpunkt der Erfassung der Erlöse aufgeschlüsselt. Die Tabelle enthält auch eine Abstimmung der aufgeschlüsselten Erlöse zu den berichtspflichtigen Segmenten des Konzerns (siehe Anhang 25).
Zahlungen aus Leasingverhältnissen sind meist variabel. Die Verträge werden für 1 bis 3 Jahre abgeschlossen und die Zahlungen sind meist variabel und sind nicht an einen Index oder Kurs gebunden.
Aufschlüsselung Umsatzerlöse 2022:
Bohrlochdienstleistungen und Stimulation
Bohrun-gen,
Side-tracking
und IPM (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Her-stellung von Proppant (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Segmente gesamt
Über-leitung
Konzern
TEUR
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufge-gebene Ge-schäfts-bereiche
Außenumsatz
14.722
100.707
110.557
9.121
235.107
-
235.107
Konzernumsatz
-
492
86
4.657
5.235
(5.235)
-
Gesamtumsatz
14.722
101.199
110.643
13.778
240.342
(5.235)
235.107
Primäre geo-graphische
Märkte
Russland
100.622
110.643
11.179
222.444
(4.149)
218.295
Kasachstan
14.722
-
-
1.292
16.014
(1.086)
14.928
GUS und Ukraine
-
-
-
1.085
1.085
-
1.085
Europäische und zentralafrikanische Länder und Naher Osten
-
577
-
222
799
-
799
Gesamtumsatz
14.722
101.199
110.643
13.778
240.342
(5.235)
235.107
Wesentliche Produkte/
Dienstleistungen
Hydraulisches Fracturing
14.722
98.360
-
-
113.082
(492)
112.590
Sidetrack-Bohrung
-
-
55.254
-
55.254
(45)
55.209
Konventionelle Bohrung
-
-
38.575
-
38.575
(41)
38.534
Zementieren
-
2.808
-
-
2.808
-
2.808
Mieterträge (IFRS 16)
-
-
16.794
-
16.794
-
16.794
Verkauf von Proppant
-
-
-
9.618
9.618
(4.657)
4.961
Sonstige Dienstleistungen
-
31
20
4.160
4.211
-
4.211
Gesamtumsatz
14.722
101.199
110.643
13.778
240.342
(5.235)
235.107
Zeitpunkt der Erfassung der Erlöse
Güter und Leistungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden
-
-
-
13.778
13.778
(4.657)
9.121
Kurzfristige Leistungen
14.722
101.199
-
-
115.921
(492)
115.429
Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden
-
-
93.849
-
93.849
(86)
93.763
Mieterträge (IFRS 16)
-
-
16.794
-
16.794
-
16.794
Gesamtumsatz
14.722
101.199
110.643
13.778
240.342
(5.235)
235.107
Aufschlüsselung Umsatzerlöse 2021:
Bohrlochdienstleistungen und Stimulation
Bohrun-gen,
Side-tracking
und IPM (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Her-stellung von Proppant (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Segmente gesamt
Über-leitung
Konzern
TEUR
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufge-gebene Ge-schäfts-bereiche
Außenumsatz
7.680
91.467
125.472
12.960
237.579
-
237.579
Konzernumsatz
-
482
111
1.662
2.255
(2.255)
-
Gesamtumsatz
7.680
91.949
125.583
14.622
239.834
(2.255)
237.579
Primäre geo-graphische
Märkte
Russland
-
91.627
124.977
13.044
229.648
(1.409)
228.239
Kasachstan
7.680
-
-
846
8.526
(846)
7.680
GUS und Ukraine
-
-
-
270
270
-
270
Europäische und zentralafrikanische Länder und Naher Osten
-
322
606
462
1.390
-
1.390
Gesamtumsatz
7.680
91.949
125.583
14.622
239.834
(2.255)
237.579
Wesentliche Produkte/
Dienstleistungen
Hydraulisches Fracturing
7.680
89.836
-
-
97.516
(482)
97.034
Sidetrack-Bohrung
-
-
54.366
-
54.366
(66)
54.300
Konventionelle Bohrung
-
-
49.695
-
49.695
(45)
49.650
Zementieren
-
2.077
-
-
2.077
-
2.077
Mieterträge (IFRS 16)
-
-
21.497
-
21.497
-
21.497
Verkauf von Proppant
-
-
-
11.348
11.348
(1.662)
9.686
Sonstige Dienstleistungen
-
36
25
3.274
3.335
-
3.335
Gesamtumsatz
7.680
91.949
125.583
14.622
239.834
(2.255)
237.579
Zeitpunkt der Erfassung der Erlöse
Güter und Leistungen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt werden
-
-
-
14.622
14.622
(1.662)
12.960
Kurzfristige Leistungen
7.680
91.949
-
-
99.629
(482)
99.147
Leistungen, die über einen bestimmten Zeitraum erfüllt werden
-
-
104.086
-
104.086
(111)
103.975
Mieterträge (IFRS 16)
-
-
21.497
-
21.497
-
21.497
Gesamtumsatz
7.680
91.949
125.583
14.622
239.834
(2.255)
237.579
Die Umsatzerlöse aus fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen aus Verträgen mit Kunden betrugen 218.313 TEUR (2021: 216.082 TEUR).
Die folgenden wesentlichen Annahmen wurden bei der Bestimmung des Leistungsfortschritts von noch nicht fertiggestellten Bohrlöchern für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 angewendet:
Geschäftsbereich
Sidetrack-Bohrung
Konventionelle Bohrung
Bohrungen, Sidetracking und IPM
Der Leistungsfortschritt wird auf Basis des
Bohrfortschritts oder der Anzahl der Tage,
die am Bohrloch bis zum Bilanzstichtag
geleistet wurden ermittelt.
Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der
am Bohrloch gearbeiteten Arbeitstage am
Bilanzstichtag ermittelt
Das Konzernergebnis unterliegt keinen wesentlichen saisonalen Schwankungen.
16. Umsatzkosten
TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Rohstoffeinsatz
2.552
59.689
1.464
56.598
Direkte Kosten
2.107
47.051
448
53.595
Abschreibungen
1.496
21.435
2.162
25.785
Wertminderungsaufwand
-
3.964
-
-
Wertaufholung
-
-
(1.794)
-
Löhne und Gehälter
1.810
40.902
1.810
41.128
Vorsorge- und soziale Aufwendungen
247
12.285
64
12.611
Sonstige Kosten
915
4.908
1.266
8.445
Gesamt
9.127
190.234
5.420
198.162
Die direkten Kosten von fortgeführten und aufgegebenen Geschäftsbereichen in Höhe von 49.158 TEUR (2021: 54.043 TEUR) umfassen Produktionsleistungen, Transport-, Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen.
17. Verwaltungsaufwendungen
TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Löhne und Gehälter (einschließlich Vorstandsbezüge)
2.500
7.481
1.995
9.470
Beratungskosten
4.175
386
8.019
426
Steueraufwand
25
63
13
71
Sozialsteuer
266
1.843
293
2.192
Mietaufwand für ein Operating-Leasingverhältnis
142
232
52
318
Reise- und Repräsentationsaufwendungen
1.361
279
83
516
Abschreibung und Amortisation
86
274
253
499
Kauf von sonstigen Materialien
15
216
9
322
Erbrachte Dienstleistungen
492
649
583
984
Bankgebühren
66
53
39
70
Fortbildungskosten
4
28
8
41
Prüfungshonorare
500
16
516
35
Versicherungen
82
43
67
20
Instandhaltungskosten
12
202
11
268
Sonstige Verwaltungsaufwendungen
169
212
24
71
Gesamt
9.832
12.040
11.965
15.303
Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers
Dem Konzernabschlussprüfer stand folgende leistungsabhängige Vergütung zu:
2022
2021
Prüfungskosten (Konzernprüfung und Jahresabschlussprüfung)
350
446
Prüfungshonorare für die Vorjahre
112
74
Gesamt
462
520
18. Vertriebskosten
TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Transportkosten
-
1.489
-
1.338
Löhne und Gehälter
-
221
-
270
Sozialsteuer
-
60
-
58
Sonstige Vertriebskosten
-
106
-
174
Gesamt
-
1.876
-
1.840
19. Sonstige betriebliche Erträge
TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen
5.001
409
37
612
Erträge aus Wertaufholungen von wertgeminderten Vorräten
3
2
61
91
Erträge aus Vorperioden
-
-
-
7
Erträge aus Forderungseingängen wertberichtigter Forderungen
7
464
32
237
Erträge aus Vertragsstrafen
-
121
12
375
Sonstige Erträge
444
899
123
860
Gesamt
5.455
1.895
265
2.182
20. Sonstige betriebliche Aufwendungen
TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Aufwendungen aus der Veräußerung von Sachanlagen
6.510
975
11
287
Abschreibung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2
120
-
13
Verlust aus der Abschreibung von Vorräten und Rückstellung für Veralterung
-
496
-
25
Sonstige Aufwendungen
11
615
479
1.036
Gesamt
6.523
2.206
490
1.361
21. Finanzergebnis
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TEUR
2022
2021 angepasst
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebene Geschäfts-bereiche
Zinserträge
4.244
6.013
58
4.921
Gewinne aus Wechselkursdifferenzen
-
-
535
-
Gesamt Finanzertrag
4.244
6.013
593
4.921
Zinsaufwendungen
(3.579)
(32)
(3.409)
(61)
Verluste aus Wechselkursdifferenzen
(19.766)
(2.692)
-
(139)
Gesamt Finanzaufwand
(23.345)
(2.724)
(3.409)
(200)
Gesamt Finanzergebnis
(19.101)
3.289
(2.816)
4.721
Die Zinserträge des Konzerns bestehen im Wesentlichen aus den Zinsen auf Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Bankeinlagen. Die Zinsaufwendungen beziehen sich hauptsächlich auf langfristige Finanzverbindlichkeiten gegenüber Petro Welt Holding (Cyprus) Ltd. Für weitere Einzelheiten siehe Anhang 14, Kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten.
22. Ertragsteuern
Der Steuersatz für die österreichische Gesellschaft betrug im Jahr 2022 25 % (2021: 25 %), für die russischen Tochterunternehmen – 20 % (2021: 20 %) und für steuerpflichtige Erträge nach kasachischem Recht – 20 % (2021: 20 %).
Ertragsteueraufwendungen, die im Gewinn oder Verlust erfasst wurden, setzen sich wie folgt zusammen:
TEUR
2022
2021
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Aufgegebener Geschäfts-bereich
Laufender Steueraufwand
3.117
4.784
623
4.316
Latenter Steuerertrag/(-aufwand) aus dem Entstehen und der Auflösung von temporären Differenzen
(972)
69
475
(2.229)
Quellensteuer
48
335
Ertragsteuern aus Vorjahren
130
61
471
474
Laufender und latenter Steueraufwand
2.323
4.914
1,904
2,561
Das für das Geschäftsjahr 2022 berechnete steuerpflichtige Ergebnis der Gesellschaft beinhaltet eine Schätzung der Wegzugsbesteuerung im Zuge der Veräußerung aller russischen Tochtergesellschaften. Die Erstellung der Steuererklärung erfordert eine detaillierte Analyse und Bewertung der übertragenen Funktionen unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Betriebsprüfung. Bei der Berechnung der Rückstellung für das Berichtsjahr wurde ein vereinfachtes Verfahren unter Zugrundelegung einer ewigen Rente angewendet.
Im Jahr 2022 enthält die Ertragsteuer Quellensteuern in Höhe von 48 TEUR (2021: 335 TEUR), die aus konzerninternen Zinsen resultieren. Der Quellensteuersatz auf Dividenden in Russland beträgt unverändert 5 %.
Die folgenden Beträge wurden im sonstigen Ergebnis erfasst:
TEUR
2022
2021
 
Vor Steuern
Steuern
Nach Steuern
Vor Steuern
Steuern
Nach Steuern
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb
1.190
(303)
887
7.677
(1.729)
5.948
Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
-
-
-
116
(23)
93
Der Steuereffekt im Zusammenhang mit der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb besteht aus einem latenten Ertragsteuergewinn in Höhe von 303 TEUR (2021: 1.729) sowie einem laufenden Ertragsteuergewinn in Höhe von 0 TEUR (2021: 201 TEUR).
Überleitung des effektiven Steuersatzes:
TEUR
2022
2021
Ergebnis vor Ertragsteuern
(404.574)
7.390
Steuern auf der Grundlage des russischen Steuersatzes (20 %)
(80.915)
1.478
Steuersatzeffekte ausländischer Steuerrechtskreise
505
(211)
Steuerfreie Erträge und nicht abzugsfähige Aufwendungen
90.466
2.705
Veränderung der nicht angesetzten latenten Steuern
(2.689)
(217)
Quellensteuer auf Dividenden und Zinsen
48
335
Steueraufwand/-ertrag Vorperioden
191
942
Sonstige Auswirkungen
(369)
(567)
Laufender und latenter Steueraufwand
7.237
4.465
Laufender und latenter Steueraufwand gemäß Gewinn- und Verlustrechnung
7.237
4.465
Steuerquote
1,79%
60,42 %
Die Veränderung des effektiven Steuersatzes ist auf Folgendes zurückzuführen:
Im Berichtsjahr wurden alle russischen Tochtergesellschaften verkauft. Diese Tochterunternehmen unterliegen dem Auslandsbeteiligungsfreibetrag, da in den jeweiligen Jahren kein Wahlrecht zur Besteuerung ausgeübt wurde. Folglich müssen der aus dem Verkauf resultierende Verlust und die damit verbundenen Währungsverluste steuerlich neutralisiert werden. Der Verkauf wurde den Finanzbehörden im Rahmen des MDR-Regimes gemeldet und löst eine Wegzugsbesteuerung in Bezug auf die bisher ausgeübten Funktionen aus. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge, die in der Vergangenheit mangels steuerlicher Planung nicht in großem Umfang aktiviert werden konnten, werden voraussichtlich zur Gänze mit dem für das Geschäftsjahr 2022 ermittelten steuerpflichtigen Gewinn verrechnet. Die Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich auf 23 % ab dem Jahr 2024 wirkte sich auch auf die effektive Steuerquote aus.
Die latenten Steuern ergeben sich aus den einzelnen Bilanzposten wie folgt:
31. Dezember 2022
Veränderung der
latenten Steuern
1. Jänner 2022
TEUR
Latente Steueran-sprüche
Latente Steuer- schulden
Im Gewinn oder
Verlust erfasst
Im sonstigen Ergebnis erfasst
Effekte aus
Fremd-währungskurs-kursänderungen
Abgang aufgrund des Verkaufs der russischen Tochtergesellschaften
Latente Steuer-an-sprüche
Latente Steuer-schulden
 
Steuerlicher Verlustvortrag
-
-
(1.538)
-
371
(900)
2.067
-
Abgegrenzte Aufwendungen/
Verbindlichkeiten
87
-
917
-
1.177
(4.457)
2.455
(5)
Anlagevermögen/ Abschreibungen
-
(80)
1.788
-
(2.513)
8.789
-
(8.144)
Sonstiges
-
(249)
(264)
(303)
142
(212)
1.345
(957)
Saldierung
(87)
87
-
-
-
-
(4.133)
4.133
Gesamt
-
(242)
903
(303)
(823)
3.220
1.734
(4.973)
31. Dezember 2021
Veränderung der
latenten Steuern
1. Jänner 2021
TEUR
Latente Steuer-an-sprüche
Latente Steuer- schulden
im Gewinn oder
Verlust erfasst
Im sonstigen Ergebnis erfasst
Effekte aus
Fremdwährungskurs-kursänderungen
Latente Steuer-an-sprüche
Latente Steuer- schulden
 
Steuerlicher Verlustvortrag
2.067
-
(574)
-
173
2.468
-
Abgegrenzte Aufwendungen/
Verbindlichkeiten
2.455
(5)
637
-
150
1.663
-
Anlagevermögen/ Abschreibungen
-
(8.144)
(413)
-
(569)
-
(7.162)
Sonstiges
1.345
(957)
2.104
(1.528)
9
473
(670)
Saldierung
(4.133)
4.133
-
-
-
(3.623)
3.623
Gesamt
1.734
(4.973)
1.754
(1.528)
(237)
981
(4.209)
In Übereinstimmung mit der russischen Steuergesetzgebung verfallen steuerliche Verluste nicht, können jedoch nur mit 50 % des steuerpflichtigen Gewinns für ein bestimmtes Steuerjahr aufgerechnet werden. Der steuerliche Verlustvortrag zum 31. Dezember 2022 belief sich aufgrund des Verkaufs von russischen Tochtergesellschaften auf Null (31. Dezember 2021: 47.546 TEUR).Dementsprechend waren die latenten Steueransprüche zum Bilanzstichtag aufgrund des Verkaufs der russischen Tochtergesellschaften gleich Null. Latente Steueransprüche zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 9.509 TEUR wurden in Bezug auf diese Verluste nicht angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig ausreichende steuerbare Gewinne erzielt werden, die es dem Konzern ermöglichen würden, die sich daraus ergebenden Vorteile zu nutzen.
In Österreich können steuerliche Verluste zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden (kein Ablauf). Steuerliche Verlustvorträge können jedoch grundsätzlich nur bis zu einem Betrag von höchstens 75 % der steuerpflichtigen Erträge des jeweiligen Jahres mit steuerpflichtigen Erträgen verrechnet werden (Aufrechnungsbegrenzung).Im Berichtszeitraum 2022 ist die Nutzung aller steuerlichen Verlustvorträge zu berücksichtigen. Der steuerliche Verlustvortrag zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 31.665 TEUR wird in Zukunft voraussichtlich nicht genutzt werden. Latente Steueransprüche in Höhe von 6.015 TEUR wurden in Bezug auf diese Verluste nicht angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass künftig zu versteuernde Gewinne verfügbar sein werden, aufgrund derer der Konzern die Vorteile daraus nutzen könnte. Aufgrund der im Jahr 2022 durchgeführten Transaktionen ist nun eine Inanspruchnahme zu erwarten.
Der Betrag der zu versteuernden temporären Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, für die keine latente Steuerschuld angesetzt wurde, beträgt 2.705 TEUR (2021: 67.610 TEUR), da es bei der Muttergesellschaft liegt, zu entscheiden, wann eine Auflösung der temporären Differenz erfolgen soll.
23. Pensionen und Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
Der Konzern gewährt die Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (wie z. B. Abfindungen bei Pensionsantritt oder Invalidität, Abfindungszahlungen aufgrund der Verlegung eines Mitarbeiters aus den Regionen des Hohen Nordens an einen neuen Wohnort nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Zahlungen im Falle des Todes eines Mitarbeiters und Zahlungen an ehemalige Mitarbeiter, die aufgrund von Invalidität in den Ruhestand versetzt wurden) sowie andere langfristige Leistungen (wie z. B. Zahlungen anlässlich von Mitarbeiterjubiläen).
Die Höhe der Leistungen ist feststehend und vom Gehalt unabhängig. Da die zukünftigen Zahlungen indexgebunden sind, unterliegt der Plan den Inflations- und Lebenshaltungskostenrisiken. Der Plan ist auch dem Risiko von Änderungen in der Lebenserwartung der Mitarbeiter ausgesetzt. Daher legt der Konzern die konservative Annahme bezüglich der erwarteten Wachstumsrate fester Zahlungen fest und verwendet Sterbetafeln, die angepasst werden, um die künftig erwartete Zunahme der Lebenserwartung widerzuspiegeln.
Die folgende Tabelle stellt die im Jahr 2021 erfassten Nettoaufwendungen für Leistungen. Im Jahr 2022 veräußerte die Gruppe Leistungen nach Beendigung von Arbeitsverhältnissen aufgrund des Verkaufs von russischen Tochtergesellschaften, denen diese Leistungen zuzurechnen waren.
Veränderung der Nettoschuld (des Nettovermögenswertes) aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des Anfangsbestands auf den Endbestand für die Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen und deren Bestandteile:
2022
2021
TEUR
 
Leistungen nach Beendigung des Arbeits-verhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeit-nehmer
Gesamt
Leistungen nach Beendigung des Arbeits-verhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeit-nehmer
Gesamt
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 1. Jänner
115
81
196
198
116
314
Erfasst im Gewinn oder Verlust:
Laufender Dienstzeitaufwand
-
-
-
23
18
41
Zinsaufwand
-
-
-
13
10
23
Geleistete Zahlungen
-
-
-
(15)
(9)
(24)
Erfasst im sonstigen Ergebnis:
Versicherungs-mathematische (Gewinne)/Verluste, einschließlich:
Finanzielle Annahmen
-
-
-
(73)
(43)
(116)
Erfahrungsbedingte Berichtigungen
-
-
-
-
-
-
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen
-
-
-
(31)
(11)
(42)
Abgang aufgrund des Verkaufs von russischen Tochtergesellschaften
(115)
(81)
(196)
Leistungsorientierte Verpflichtung zum 31. Dezember
-
-
-
115
81
196
Versicherungsmathematische Annahmen
Die wichtigsten versicherungsmathematischen Annahmen zum Bilanzstichtag waren:
Annahmen
2021
Abzinsungszinssatz
8,40 %
Gehaltssteigerung
4,47 %
Steuersatz
Variiert je nach Unternehmen zwischen
21 % und 26 %
Mitarbeiterfluktuation
Abnehmend von 36 % bis 0 % pro Jahr, je nach Dienstjahr und Geschlecht
Sterblichkeit
Sterbetafel der Russischen Föderation für das Jahr 2019, angepasst um 77 %
Die folgende Tabelle zeigt die Dauer der Verbindlichkeit des leistungsorientierten Plans zum 31. Dezember 2021:
Jahre 
Leistungen nach Beendigung des Arbeits-verhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer
Gesamt
Laufzeit
15,58
12,34
14,31
Sensitivitätsanalyse
Nach vernünftigem Ermessen mögliche Änderungen einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen zum 31. Dezember 2021 hätten sich bei Konstanthaltung der anderen Annahmen wie nachstehend dargestellt auf die leistungsorientierte Verpflichtung ausgewirkt.
Annahmen
Leistungen nach Beendigung des Arbeits-verhältnisses
Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer
Gesamt
Anstieg Abzinsungssatz um 1 %
(10,1 %)
(7,5 %)
(9,1 %)
Rückgang Abzinsungssatz um 1 %
12,3 %
9,9 %
11,3 %
Anstieg fixe Leistungen um 1 %
10,8 %
8,8 %
10,0 %
Rückgang fixe Leistungen um 1 %
(9,8 %)
(7,3 %)
(8,8 %)
Anstieg Sterblichkeit um 10 %
0,6 %
(0,2 %)
0,3 %
Rückgang Sterblichkeit um 10 %
1,0 %
1,3 %
1,1 %
Anstieg Mitarbeiterfluktuation um 1 %
(8,1 %)
(7,8 %)
(8,0 %)
Rückgang Mitarbeiterfluktuation um 1 %
2,5 %
4,5 %
3,3 %
24. Ergebnis je Aktie
Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021 erfolgte auf Basis des den Stammaktionären zuzurechnenden (Verlusts)/Gewinns und einer gewichteten durchschnittlichen Anzahl von Stammaktien.
TEUR
 
2022
2021
Stammaktien
Tausend
48.850
48.850
(Verlust)/Gewinn
TEUR
(411.811)
2.925
Ergebnis je Aktie
EUR
(8,43)
0,06
Das Unternehmen hat keine potenziell verwässernden Stammaktien.
25. Geschäftssegmente
Für Managementzwecke ist der Konzern auf der Grundlage der jeweiligen Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert und umfasst die folgenden berichtspflichtigen Geschäftssegmente:
  • - Bohrlochdienstleistungen und Stimulation – Leistungen für Hydraulic Fracturing (betrieben von TOO PWT Kazakhstan. OOO KATKoneft und PEWETE EVO SERVICES LLC werden als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert);
  • - Bohrungen, Sidetracking und integriertes Projektmanagement (IPM) – Leistungen für konventionellen Bohrungen, Sidetrack-Bohrungen (betrieben von OOO KAT-oil Drilling und OOO KATOBNEFT). Das Segment wird als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert.
  • - Herstellung von Proppant (betrieben von OOO Wellprop). Das Segment wird als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert.
Die Geschäftsleitung überwacht die Betriebsergebnisse ihrer Geschäftseinheiten zwecks Entscheidungsfindung und Leistungsbeurteilung separat. Die Leistungsfähigkeit jedes Segments wird auf der Grundlage von Finanzinformationen bewertet, die in Übereinstimmung mit dem Management Accounting erstellt werden, das den IFRS sehr nahe kommt.
Transaktionen zwischen den Geschäftssegmenten werden zu handelsüblichen Konditionen abgewickelt. Die Überleitung umfasst Beträge im Zusammenhang mit Unternehmensaktivitäten, die nicht den Geschäftssegmenten zugeordnet sind, und die Überleitung der gesamten berichtspflichtigen Segmentbeträge zum Jahresabschluss.
Segmentinformationen für die am 31. Dezember 2022 bzw. am 31. Dezember 2021 endenden Geschäftsjahre sind nachstehend aufgeführt.
Ergebnisse berichtspflichtige Segmente: 2022
TEUR
Bohrlochdienstleistungen und Stimulation
Bohrungen,
Sidetracking
und IPM (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Herstellung von Proppant
Segmente gesamt
Über-leitung
Konzern
Fortgeführter Geschäfts-bereich
Aufge-gebene Ge-schäfts-bereiche
(aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Außenumsätze
14.722
100.707
110.557
9.121
235.107
-
235.107
Konzerninterne Umsätze
-
492
86
4.657
5.235
(5.235)
-
Gesamt-umsatz
14.722
101.199
110.643
13.778
240.342
(5.235)
235.107
Umsatzkosten
(10.054)
(95.326)
(90.703)
(9.056)
(205.139)
5.778
(199.361)
Verwaltungs-aufwendungen
(905)
(4.059)
(7.386)
(872)
(13.222)
(8.650)
(21.872)
Vertriebs-aufwendungen
-
-
-
(1.876)
(1.876)
-
(1.876)
Sonstige betriebliche Erträge / Aufwendungen
(2.192)
114
(5.418)
37
(7.459)
6.080
(1.379)
Verkauf von Tochter-gesellschaften
-
-
-
-
-
(399.381)
(399.381)
Operatives Ergebnis
1.571
1.928
7.136
2.011
12.646
(401.408)
(388.762)
Finanzierungs-erträge
6.646
Finanzierungs-aufwendungen
(22.458)
Verlust vor Ertragsteuer
(404.574)
Ertragsteuer-aufwendungen
(7.237)
Verlust nach Steuer
(411.811)
Segment Ab-schreibungen und Wert-minderungs-aufwand
1.556
8.476
16.301
400
26.733
521
27.254
Segment-vermögen
19.734
286
.
.
20.020
142.768
162.788
Segment-schulden
11.584
6.072
.
..
17.656
119.879
137.535
Segment-investitionen
4.057
11.862
16.863
503
33.357
53
33.410
Ergebnisse berichtspflichtige Segmente: 2021
TEUR
Bohrlochdienstleistungen und Stimulation
Bohrungen,
Sidetracking
und IPM (aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Herstellung von Proppant
Segmente gesamt
Über-leitung
Konzern
Fortgeführte Geschäfts-bereiche
Fortgeführter Geschäfts-bereich
Aufge-gebene Ge-schäfts-bereiche
(aufge-gebener Ge-schäfts-bereich)
Außen-umsätze
7.680
91.467
125.472
12.960
237.579
-
237.579
Konzern-interne Umsätze
-
482
111
1.662
2.255
(2.255)
-
Gesamt-umsatz
7.680
91.949
125.583
14.622
239.834
(2.255)
237.579
Umsatzkosten
(3.856)
(86.019)
(106.160)
(10.590)
(206.625)
3.043
(203.582)
Verwaltungs-aufwendungen
(610)
(5.194)
(9.137)
(1.112)
(16.053)
(11.215)
(27.268)
Vertriebs-aufwendungen
-
-
-
(1.840)
(1.840)
-
(1.840)
Sonstige betriebliche Erträge/ Aufwendungen
119
415
531
60
1.125
(529)
596
Operatives Ergebnis
1.151
3.333
10.817
1.140
16.441
(10.956)
5.485
Finanzierungs-erträge
5.375
Finanzierungs-aufwendungen
(3.470)
Gewinn vor Ertragsteuer
7.390
Ertragsteuer-aufwendungen
(4.465)
Gewinn nach Steuern
2.925
Segment Ab-schreibungen und Wert-minderungs-aufwand
647
8.471
16.711
523
26.352
553
26.905
Segment-vermögen
8.456
150.727
173.292
22.371
354.846
48.801
403.647
Segment-schulden
921
28.378
52.213
2.912
84.424
113.221
197.645
Segment-investitionen
2.413
2.501
18.470
451
23.835
261
24.096
Die Überleitung des Segmentvermögens umfasst hauptsächlich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente anderer Unternehmen (Unternehmensaktivitäten); die Überleitung der Segmentverbindlichkeiten umfasst das von der Petro Welt Holding Limited (Cyprus) gewährte Darlehen sowie die konzerninterne Eliminierung zwischen den Segmenten. Umsätze zwischen den Segmenten werden bei der Konsolidierung eliminiert.
Der Großteil der langfristigen Vermögenswerte des Konzerns befindet sich in Kasachstan (31. Dezember 2021: primär – Russische Föderation und etwa 14%, null bzw. 3 % befinden sich im Oman, in Rumänien und in Kasachstan).
Die Aufschlüsselung der Umsatzerlöse nach geografischen Gebieten und Hauptkunden ist nachstehend dargestellt:
TEUR
2022
%
2021
%
Kasachstan
 
 
 
 
Kazmunaygaz
12.067
81,97
6.199
80,72
Ken-Sary
1.456
9,89
800
10,41
Andere Kunden
1.199
8,14
681
8,87
 
Gesamtumsatzerlöse aus fortgeführten Aktivitäten
14.722
100,00
7.680
100,00
26. Eventualverbindlichkeiten
  • (a) Rechtsstreit
Im Verlauf des von der Gesellschaft gegen die ehemaligen Vorstände Manfred Kastner, Ronald Harder und Leonid Mirzoyan angestrengten Verfahrens (Handelsgericht Wien Aktenzeichen: 43 Cg 40/17f) auf Rückzahlung von insgesamt 1.589.603,50 EUR ist mittlerweile ein rechtskräftiges Zwischenurteil zugunsten der Gesellschaft ergangen, in dem feststellt wird, dass die Ausschüttung dieses Betrags an die Beklagten rechtswidrig war. Die Gesellschaft hat im Februar 2020 eine weitere Klage gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder Manfred Kastner, Ronald Harder und Leonid Mirzoyan (Handelsgericht Wien Az.: 43 Cg 7/21h) auf Ersatz des durch die rechtswidrige Zahlung ihrer Abfindungen verursachten und daher zurückzuführenden Steuerschadens in Höhe von 1.237.616,86 EUR eingebracht.
Dieses Verfahren wurde mit dem ersten Verfahren gegen die ehemaligen Vorstandsmitglieder zusammengelegt und die Verfahren werden gemeinsam entschieden. Beiden Verfahren sind im Februar 2021 die ehemaligen Aufsichtsratsmitglieder Gerhard Strate, Mirco Schroeter und Walter Höft als Nebenintervenienten auf Seiten der Beschwerdegegner beigetreten. Im Anschluss an das Zwischenurteil geht es im verbundenen Verfahren um (i) die von den Beklagten geltend gemachten Gegenforderungen, die die Gesellschaft sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach bestreitet, und (ii) um den Ersatz des steuerlichen Schadens. Am 21. April 2023 hat das Handelsgericht Wien den Klagen der Gesellschaft gegen die früheren Vorstandsmitglieder Hardner, Kastner und Mirzoyan in beiden Verfahren vollinhaltlich stattgegeben (d.h. Rückzahlung von insgesamt 1.589.603,50 EUR und Steuerschadenersatz). Das Gericht wies die Widerklagen der Gegner ab. Die Beklagten und Nebenintervenienten sind jedoch berechtigt, Berufung einzulegen. Die Frist dafür endet am 22. Mai 2023.
  • (b) Steuerliche Eventualverbindlichkeiten
Steuerliche Eventualverbindlichkeiten in der Russischen Föderation
Das Steuersystem in der Russischen Föderation befindet sich in ständiger Entwicklung und ist von häufigen Gesetzesänderungen, offiziellen Verlautbarungen und Gerichtsentscheidungen gekennzeichnet, die manchmal widersprüchlich sind und unterschiedlichen Auslegungen durch verschiedene Steuerbehörden unterliegen.
Die Steuerbehörden sind befugt, Bußgelder und Strafen für Steuerrückstände zu verhängen. Ein Steuerjahr kann in der Regel in den drei darauffolgenden Kalenderjahren durch die Steuerbehörden geprüft werden. Derzeit verfolgen die Steuerbehörden bei der Auslegung und Durchsetzung der Steuergesetzgebung einen selbstbewussteren und stärker substanzbasierten Ansatz.
Die aktuelle russische Verrechnungspreisgesetzgebung erfordert eine Verrechnungspreisanalyse für die meisten grenzüberschreitenden konzerninternen und großen inländischen konzerninternen Transaktionen. Die Verrechnungspreiskontrolle wird in der Regel nur dann auf inländische Transaktionen angewendet, wenn beide Kriterien erfüllt sind: die Parteien wenden unterschiedliche Steuersätze an und der Jahresumsatz der Transaktionen zwischen ihnen übersteigt 1 Mrd. RUB.
Die russischen Verrechnungspreisregeln sind den OECD-Richtlinien sehr ähnlich, weisen jedoch gewisse Unterschiede auf, die unter bestimmten Umständen zu Unsicherheiten bei der praktischen Anwendung der Steuergesetzgebung führen können. Eine sehr begrenzte Anzahl öffentlich zugänglicher Gerichtsverfahren zu Verrechnungspreisen in Russland bietet nicht genügend Gewissheit hinsichtlich des Ansatzes zur Anwendung von Verrechnungspreisregeln in Russland. Die Auswirkungen einer Verrechnungspreisbewertung können für den Abschluss des Konzerns von wesentlicher Bedeutung sein, die Wahrscheinlichkeit solcher Auswirkungen kann jedoch nicht zuverlässig eingeschätzt werden.
Russische Steuerbehörden können zusätzlich zu Verrechnungspreisprüfungen Preise überprüfen, die bei konzerninternen Transaktionen verwendet werden. Sie können zusätzliche Steuern festsetzen, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass Steuerzahler aufgrund dieser Transaktionen ungerechtfertigte Steuervorteile erhalten haben.
Russische Steuerbehörden tauschen laufend Verrechnungspreise sowie andere steuerbezogene Informationen mit Steuerbehörden anderer Länder aus. Diese Informationen können von den Steuerbehörden verwendet werden, um Transaktionen für zusätzliche eingehende Analysen zu identifizieren.
Darüber hinaus wurden Änderungen eingeführt, die darauf abzielen, die steuerlichen Folgen von Transaktionen mit ausländischen Unternehmen zu regeln, wie z. B. Konzept des wirtschaftlichen Eigentums am Einkommen, Besteuerung kontrollierter ausländischer Unternehmen, Steueransässigkeitsregeln etc. Diese Änderungen können sich potenziell auf die steuerliche Position des Konzerns auswirken und zusätzliche steuerliche Risiken schaffen.
All diese Umstände können in der Russischen Föderation zu Steuerrisiken führen, die wesentlich weiterreichende Auswirkungen haben können als in anderen Ländern. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass es auf der Grundlage ihrer Auslegung der geltenden russischen Steuergesetzgebung, offiziellen Verlautbarungen und Gerichtsentscheidungen angemessen für Steuerverbindlichkeiten vorgesorgt hat. Die Auslegungen der Steuerbehörden und Gerichte, insbesondere aufgrund der Reform der obersten Gerichte, die Steuerstreitigkeiten beilegen, können jedoch abweichend sein, und die Auswirkungen auf diesen Konzernabschluss könnten signifikant ausfallen, wenn die Behörden ihre Auslegungen erfolgreich durchsetzen; nach Ansicht der Geschäftsleitung werden sie jedoch für die Kunden nicht mehr als bis zu rund 0 % (31.Dezember 2021: 5,2 %) des Umsatzes ausmachen. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Neubewertung der Risikolage zurückzuführen. Für die oben beschriebenen Risiken hat der Konzern zum 31. Dezember 2022 bzw. 31. Dezember 2021 keine Rückstellungen gebildet.
Steuerliche Eventualverbindlichkeiten in Kasachstan
Das Steuersystem in Kasachstan ist relativ neu und zeichnet sich durch häufige Änderungen der Gesetze, amtlichen Verlautbarungen und Gerichtsentscheidungen aus, die oft unklar und widersprüchlich sind und von verschiedenen Steuerbehörden unterschiedlich ausgelegt werden. Steuern unterliegen der Überprüfung und Untersuchung durch Behörden verschiedener Ebenen, die befugt sind, hohe Bußgelder und Zinsgebühren zu verhängen. Ein Steuerjahr kann im Allgemeinen in den fünf darauffolgenden Kalenderjahren durch die Steuerbehörden überprüft werden; unter bestimmten Umständen kann eine solche Überprüfung auch noch nach Ablauf dieser Frist erfolgen.
Diese Umstände können in Kasachstan steuerliche Risiken schaffen, die größer sind als in anderen Ländern. Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass es auf der Grundlage seiner Auslegungen der geltenden Steuergesetze, offiziellen Verlautbarungen und Gerichtsentscheidungen angemessen für Steuerverbindlichkeiten vorgesorgt hat. Die Auslegungen der zuständigen Behörden können jedoch abweichend sein, und die Auswirkungen auf diesen Konzernabschluss könnten signifikant ausfallen, wenn die Behörden ihre Auslegungen erfolgreich durchsetzen.
27. Angaben und Informationen zu Finanzinstrumenten
Darstellung von Finanzinstrumenten
Die nachfolgende Tabelle enthält eine Übersicht über die Buchwerte der einzelnen Finanzinstrumente und Überleitungen der entsprechenden Bilanzposten:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetes Finanzielle Vermögenswerte
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
58.590
142.597
Forderungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen
75.679
-
Bankeinlagen
926
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
953
69.971
Ausleihungen und Forderungen an nahestehende Unternehmen und Personen
9.013
362
Sonstige Forderungen
842
2.795
Gesamt
145.077
216.651
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
129.888
126.310
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.819
35.581
Leistungen Leasingverbindlichkeiten (kurzfristig, langfristig)
178
749
Sonstige Verbindlichkeiten
2.723
5.642
Gesamt
134.608
168.282
Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Ausleihungen an verbundene Unternehmen, der Forderungen an verbundene Unternehmen und Personen sowie der sonstigen Forderungen entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert der Forderung aus dem Verkauf von Tochterunternehmen beträgt 80.640 TEUR Die Buchwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, der kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten sowie der sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten entsprechen den beizulegenden Zeitwerten. Finanzinstrumente wurden sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr nicht als Sicherheit abgetreten.
28. Ziele und Richtlinien des finanziellen Risikomanagements
Die Risikomanagementrichtlinien des Konzerns dienen der Identifizierung, Analyse und Überwachung der Risiken, denen der Konzern ausgesetzt ist, darunter Marktrisiko, Währungsrisiko, Zinsänderungsrisiko, Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko und das mit dem Kapitalmanagement verbundene Risiko.
Ausfallrisiko
Unter Ausfallrisiko ist das Risiko eines finanziellen Verlusts für den Konzern in Fällen zu verstehen, in denen der Kunde oder die Vertragspartei eines Finanzinstruments seinen bzw. ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt; es ergibt sich hauptsächlich aus den folgenden finanziellen Vermögenswerten:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
58.590
142.597
Bankeinlagen
-
926
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
953
69.971
Vertragsvermögenswerte
-
13.755
Sonstige Forderungen
842
2.688
Sonstige langfristige Vermögenswerte
-
107
Forderung aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
75.679
-
Ausleihungen und Forderungen an nahestehende Unternehmen und Personen
9.013
-
Gesamt
145.077
230.044
Die Geschäftsleitung schätzt das Ausfallrisiko von Forderungen in Russland als am niedrigsten und in Kasachstan als mittelhoch ein. Der in Kasachstan erzielte Umsatz beträgt ca. 6 % des Gesamtumsatzes des Konzerns (2021:3 %). In Übereinstimmung mit den internen Vorschriften zum Liquiditätsmanagement analysiert das Unternehmen wöchentlich das Register der überfälligen, aber nicht zweifelhaften Forderungen und ergreift alle Maßnahmen, um die Vertragsbedingungen der Kunden einzuhalten.
Das Management des Ausfallrisikos des Konzerns umfasst folgende Aktivitäten:
  • (a) Umsetzung einer Kreditpolitik, bei der die Kreditwürdigkeit jedes neuen Kunden individuell analysiert wird, bevor ihm Standardzahlungsbedingungen des Unternehmens angeboten werden. Die Unternehmensbewertung umfasst externe Ratings (falls vorhanden) und in einigen Fällen Empfehlungen von Banken. Bei der Überwachung des Ausfallrisikos von Kunden werden Kunden nach ihren Kreditmerkmalen gruppiert, einschließlich ihrer Zugehörigkeit zu einer juristischen Person, ihres territorialen Standorts, der Altersstruktur der Forderungen nach Anzahl der Tage des Zahlungsverzugs sowie steuerlicher Probleme in der Vergangenheit.
  • (b) Regelmäßige Überwachung der Kreditrisikoindikatoren. Kreditrisikoindikatoren ermöglichen eine frühzeitige Erkennung im Falle einer Erhöhung des Ausfallrisikos eines einzelnen Vertragspartners (bzw. Gruppe von Vertragspartnern). Dadurch wird dem Konzern ermöglicht, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um im Falle eines Ausfalls der Vertragspartner finanzielle Verluste verhindern zu können.
  • (c) Regelmäßige Berichterstattung über das Ausfallrisiko. Die regelmäßige Berichterstattung ist eine wesentliche Komponente, die den Interessengruppen die Überwachung der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Risikominderung und der Dynamik der Risikobewertung ermöglicht. Die Berichterstattung erfolgt an die Geschäftsleitung des Konzerns sowie an den Vorstand.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Das maximale Ausfallrisiko für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen zum Bilanzstichtag nach geografischer Region stellt sich wie folgt dar:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Russland
-
70.567
Kasachstan
1.337
790
Gesamt
1.337
71.357
Der Konzern verfügt über keinerlei Sicherheiten und andere Kreditverbesserungen in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen.
Die Altersstruktur der finanziellen Vermögenswerte stellt sich wie folgt dar:
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Nicht überfällig
145,077
229.896
für 0- 30 Tage überfällig
-
89
für 31-90 Tage überfällig
-
10
Überfällig für 91-180 Tage
-
3
Überfällig mehr als 180 Tage
-
46
Gesamt
145,077
230.044
Die Geschäftsleitung ist überzeugt, dass die ausgewiesenen Beträge, die mehr als 30 Tage überfällig sind, in Höhe des jeweils ausgewiesenen Betrags einbringlich sind, basierend auf dem historischen Zahlungsverhalten und einer umfassenden Analyse des Kundenkreditrisikos, einschließlich der zugrundeliegenden Kreditratings der Kunden, sofern verfügbar.
Die folgende Tabelle gibt Auskunft über das geschätzte Kreditrisiko für Vertragsvermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Bankeinlagen sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2022:
Äquivalent zu externem Kreditrating von Moody’s oder Fitch
Buchwert, TEUR
Geschätzte gewichtete durchschnittliche Ausfallsrate, %
Erwartete Kreditverluste, TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Baa2
515
-
-
Kein Rating
1.280
0,232
3
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
1.795
0,172
3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Aa2
23.246
-
-
A1
35
-
-
A3
108
-
-
Baa1
33.254
-
-
Baa2
1.113
-
-
Baa3
134
-
-
Ba3
171
-
-
B3
529
-
-
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
58.590
-
-
Gesamt
60.385
0,005
3
Zum 31. Dezember 2021:
Äquivalent zu externem Kreditrating von Moody’s oder Fitch
Buchwert, TEUR
Geschätzte gewichtete durchschnittliche Ausfallrate, %
Erwartete Kreditverluste, TEUR
Vertragsvermögenswerte
Baa2
6.088
0,02
1
Baa3
7.667
0,03
2
Summe Vertragsvermögenswerte
13.755
0,02
3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
Baa1
618
-
-
Baa2
28.289
0,036
10
Baa3
24.189
0,024
6
B3
402
1,742
7
Caa2
9.054
3,41
309
Ohne Rating
10.214
1,147
117
Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen
72.766
0,617
449
Bankeinlagen
Baa1
23
-
-
Baa3
383
0,2
1
Ba1
520
-
-
Summe Bankeinlagen
926
0,1
1
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
A1
153
-
-
A3
4
-
-
Baa1
6.296
-
-
Baa2
1.396
-
-
Baa3
9.207
-
-
Ba1
75.825
0,037
28
Ba2
12.827
0,015
2
Ba3
36.377
0,06
22
B3
512
-
-
Summe Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
142.597
0,0367
52
Gesamt
230.044
0,219
505
Im Folgenden wird die Entwicklung der Wertberichtigung für Finanzinstrumente gezeigt, für die sich das Kreditrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht wesentlich erhöht hat.
TEUR
2022
2021
Stand Wertberichtigungen 1. Jänner
505
265
Zugänge nach IFRS 9
62
330
Auflösung/Verbrauch
(465)
(117)
Forderungen aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften
(182)
-
Währungsumrechnungsdifferenzen
82
27
Stand Wertberichtigungen 31. Dezember
3
505
Der Konzern hat Einzelwertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen aufgrund der Verschlechterung der finanziellen Situation einer Reihe von Kunden in Höhe von 122 TEUR (2021 13 TEUR) gebildet.
Die Geschäftsleitung ist der Ansicht, dass die Kreditqualität der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen ausreichend ist, da die Mehrheit der Vertragspartner eine lange Handelsbeziehung mit dem Konzern hat.
Der Konzern hielt zum 31. Dezember 2022 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 58.590 TEUR (31. Dezember 2021 142.597 TEUR), was sein maximales Kreditrisiko aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten darstellt.
Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 werden Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bei verschiedenen Banken gehalten, um eine Konzentration des Kreditrisikos für den Konzern zu vermeiden. Zu den größten Partnerbanken zählen die UniCredit Bank Austria und Liechtensteinische Landesbank (31. Dezember 2021: Gazprombank, Moscow Credit Bank, Sovcombank). Die Platzierung von freien Barmitteln bei den oben genannten Banken umfasste 57 % bei der UniCredit Bank Austria, 40 % bei der Liechtensteinische Landesbank (2021: 34 % der Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Bankeinlagen bei Gazprombank, 25 % bei Moscow Credit Bank und 12 % bei Sovcombank).
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern Schwierigkeiten haben könnte, Verpflichtungen im Zusammenhang mit finanziellen Verbindlichkeiten zu erfüllen, die durch Lieferung von Barmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten beglichen werden. Der Ansatz des Konzerns zur Steuerung der Liquidität besteht darin, so weit wie möglich sicherzustellen, dass er immer über ausreichend Liquidität verfügt, um seine Verbindlichkeiten bei Fälligkeit sowohl unter normalen als auch unter angespannten Bedingungen zu erfüllen, ohne unannehmbare Verluste zu erleiden oder den Ruf des Konzerns zu schädigen.
Das Unternehmen überwacht auch die Höhe der erwarteten Cashflows aus der Rückzahlung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie die erwarteten Abflüsse im Zusammenhang mit der Rückzahlung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten.
Exposition hinsichtlich des Liquiditätsrisikos
Nachfolgend sind die vertraglichen Restlaufzeiten der finanziellen Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag aufgeführt. Die Beträge sind undiskontiert, enthalten geschätzte Zinszahlungen und schließen die Auswirkungen von Aufrechnungsvereinbarungen aus.
2022
 
Vertragliche Zahlungsströme
TEUR
Buchwert
Gesamt-betrag
der Zahlungs-ströme
< 6 Monate
6 bis 12 Monate
1 bis 5 Jahre
> 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Petro Welt Holding Limited (Zypern)
129.888
173.163
-
-
-
173.163
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.819
1.819
1.819
-
-
-
Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig)
178
193
32
32
129
-
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
2.723
2.723
2.723
-
-
-
2021
 
Vertragliche Zahlungsströme
TEUR
Buchwert
Gesamt-betrag
der Zahlungs-ströme
< 6 Monate
6 bis 12 Monate
1 bis 5 Jahre
> 5 Jahre
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten:
Verbindlichkeiten gegenüber Petro Welt Holding Limited (Zypern)
126.310
145.236
-
-
-
145.236
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
35.581
35.581
35.581
-
-
-
Leasingverbindlichkeiten (kurz- und langfristig)
749
1.299
74
74
330
821
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
5.642
5.642
5.642
-
-
-
Es ist nicht zu erwarten, dass die in der Fälligkeitsanalyse berücksichtigten Zahlungsströme wesentlich früher eintreten oder deren beizulegender Zeitwert erheblich abweichen wird.
Marktrisiko
Das Marktrisiko ist das Risiko, dass Änderungen der Marktpreise, wie z. B. Wechselkurse, Zinssätze und Aktienkurse, die Erträge des Konzerns oder den Wert seiner Bestände an Finanzinstrumenten beeinflussen. Ziel des Marktrisikomanagements ist es, Marktrisiken innerhalb akzeptabler Parameter zu steuern und zu kontrollieren und gleichzeitig die Rendite zu optimieren.
Währungsrisiko
Der Konzern ist einem Währungsrisiko ausgesetzt, soweit Diskrepanzen zwischen den Währungen, in denen die Verkäufe und Käufe durchgeführt werden, und den jeweiligen funktionalen Währungen der Konzernunternehmen bestehen. Bei den funktionalen Währungen der Konzerngesellschaften handelt es sich hauptsächlich um den russischen Rubel (RUB) und kasachische Tenge. Es werden keine Währungssicherungsgeschäfte getätigt.
Der Konzern unterliegt einem Währungsrisiko aus dem Sachverhalt, dass Ausgaben und Kreditaufnahmen in einer anderen Währung denominiert sind als dem russischen Rubel. Grundsätzlich entsteht das Währungsrisiko aus Transaktionen in Euro und US-Dollar. Der Konzern führt regelmäßige Analysen von Wechselkurstrends durch. Das Fremdwährungsrisiko des Konzerns aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die auf eine andere Währung als die funktionale Währung lauten, stellt sich wie folgt dar (ohne konzerninterne Salden):
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Euro
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
56
2,683
US-Dollar
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
48.102
25,238
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-
583
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten
Kredite an verbundene Unternehmen und Personen
-
4.493
(1.059)
Kasachischer Tenge
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
-
499
Russischer Rubel
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
134
239
Kredite an verbundene Unternehmen und Personen
4.158
-
Forderungen aus dem Verkauf von Tochterunternehmen
75.769
-
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
(961)
(544)
Rumänischer Leu
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
94
4
Schweizer Franken
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie Bankeinlagen
14
Darüber hinaus unterliegt der Konzern einem Fremdwährungsrisiko in Bezug auf die konzerninterne Finanzierung durch auf EUR, USD und RUB lautende Darlehen an Tochtergesellschaften (Nettoinvestition in ausländische Geschäftsbetriebe – siehe Anhang 4).
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkungen von Währungsdifferenzen auf das Ergebnis vor Steuern und das Eigenkapital vor Steuern bei einer angenommenen Wertschwankung der Fremdwährung von 10 % gegenüber der jeweiligen funktionalen Währung:
Effekt auf Gewinn vor Steuern
Effekt auf Eigenkapital vor Steuern
TEUR
2022
2021
2022
2021
Euro
6
207
3.088
US-Dollar
5.260
2.476
-
-
Kasachischer Tenge
50
-
-
Russischer Rubel
7.910
31
1.818
Rumänischer Leu
Schweizer Franken
9
1
113
-
-
In der Analyse wird unterstellt, dass alle anderen Variablen, vor allem die Zinssätze, konstant bleiben. Die Einflüsse der prognostizierten Verkaufs- und Erwerbsgeschäfte werden außer Acht gelassen.
Zinsänderungsrisiko
Zinsänderungen haben überwiegend Auswirkungen auf Darlehen mit variabler Verzinsung (siehe Anhang 14), durch Veränderung der zukünftigen Zahlungsströme. Eine Änderung der Zinssätze von möglichen 10 Basispunkten am Bilanzstichtag würde das Eigenkapital sowie Gewinn oder Verlust vor Steuern wie folgt erhöhen (+) / vermindern (–):
TEUR
2022
2021
Langfristige Verbindlichkeiten
+/- 116
+/- 116
Diese Analyse geht davon aus, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Wechselkurse, konstant bleiben.
Im Berichtszeitraum wurden keine Zinssicherungsgeschäfte getätigt.
Für die Frage, welcher Anteil des Engagements des Konzerns in festen oder variablen Zinssätzen bestehen sollte, hat die Geschäftsleitung keine formalen Richtlinien festgelegt. Zum Zeitpunkt der Aufnahme neuer Kredite hat die Geschäftsleitung jedoch nach eigenem Ermessen zu entscheiden, ob ihrer Ansicht nach für den Konzern ein fester oder ein variabler Zinssatz über den erwarteten Zeitraum bis zur Fälligkeit günstiger wäre.
Master-Nettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen
Der Konzern kann im normalen Geschäftsverlauf Verkaufs- und Beschaffungsverträge mit derselben Gegenpartei abschließen. Die zugehörigen Forderungen und Verbindlichkeiten erfüllen nicht immer die Kriterien für eine Aufrechnung in der Bilanz. Dies liegt daran, dass der Konzern derzeit möglicherweise kein rechtlich durchsetzbares Recht zur Aufrechnung erfasster Beträge hat, da das Recht auf Aufrechnung möglicherweise erst beim Eintritt zukünftiger Ereignisse durchsetzbar wird. Insbesondere kann eine Verpflichtung, gemäß dem russischen Zivilrecht, durch Verrechnung gegen gleichartige Ansprüche erfüllt werden, wenn sie bereits fällig ist, keinen Rückzahlungstermin hat oder auf Verlangen zahlbar ist. Zum 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021 bestanden keine wesentlichen bilanzierten Finanzinstrumente, die den oben genannten Vereinbarungen unterliegen.
Sonstige Marktrisiken
Russland und Kasachstan
Die Geschäftstätigkeit des Konzerns und eine Konzentration dieser Aktivitäten auf Russland und Kasachstan bergen erhebliche finanzielle Risiken, insbesondere während der Finanzmarktkrise. Bei diesen Risiken handelt es sich im Wesentlichen um Zins- und Liquiditätsrisiken, Fremdwährungsrisiken und das Risiko einer Veränderung im Rating des Konzerns. Ein besonderes Risiko ergibt sich aus Veränderungen der politischen Lage in Russland und Kasachstan. Das konzernweite Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risiken und ihre jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten für den Konzern auch im Bereich der Finanzrisiken zu identifizieren, zu bewerten und zu analysieren sowie Maßnahmen zu ergreifen, die bei Eintritt solcher Risikosituationen eine Schadensbegrenzung und Gewinnsicherung sicherstellen können. Durch die Konzentration der Geschäftstätigkeit auf Russland und Kasachstan ist der Konzern in besonderem Maße von spezifischen Situationen und Entwicklungen innerhalb dieser Länder und den damit einhergehenden Risiken abhängig. Insbesondere kann die von der russischen Regierung betriebene Geld- und Wirtschaftspolitik einen erheblichen Einfluss auf die Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Maßnahmen zur Stabilisierung und Stärkung der Wirtschaftskraft der Rohstoffindustrie haben indirekte Folgen für die Dienstleistungsunternehmen in diesem Bereich. Mögliche Abwertungstendenzen des russischen Rubels gegenüber dem Euro, der Berichtswährung des Konzerns, könnten ebenfalls direkte Auswirkungen auf den Konzern haben.
Die Rentabilität der Branche bleibt aufgrund des strengen Finanz- und Investitionsverhaltens der Ölunternehmen und der Volatilität der Ölpreise, die beide unvermindert anhalten, weiterhin unter Druck. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Erhöhung der Kosten, die dadurch entsteht, dass große Ölkonzerne in schwierigere und politisch riskantere Teile der Welt ziehen müssen. Höhere Personalkosten, die zunehmende Komplexität von Projekten und zunehmende regulatorische Anforderungen tragen maßgeblich zum Anstieg der Gesamtkosten bei. Dies könnte einen erheblichen Einfluss auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns haben.
Kapitalmanagement
Der Konzern hat keine formellen Richtlinien für das Kapitalmanagement erstellt, die Geschäftsleitung ist jedoch bestrebt, eine ausreichende Kapitalbasis aufrechtzuerhalten, um die operativen und strategischen Bedürfnisse des Konzerns erfüllen zu können und das Vertrauen der Marktteilnehmer aufrechtzuerhalten. Dies wird durch ein effizientes Liquiditätsmanagement, eine ständige Überwachung der Umsätze und Gewinne des Konzerns und langfristige Investitionspläne erreicht, die hauptsächlich aus dem operativen Cashflow des Konzerns finanziert werden. Mit diesen Maßnahmen strebt der Konzern ein stetiges Ergebniswachstum an.
Das Hauptziel des Kapitalmanagements des Konzerns besteht darin, sicherzustellen, dass ein hohes Bonitätsrating und eine gesunde Kapitalstruktur aufrechterhalten werden, um die Geschäftstätigkeit zu unterstützen und den Nutzen für die Aktionäre zu maximieren.
Der Konzern verwaltet sein Kapital mit dem Ziel, in absehbarer Zukunft den Betrieb weiterzuführen und gleichzeitig durch Optimierung des Verhältnisses von Verschuldung zu Eigenkapital im Konzern die Rendite ihrer Aktionäre zu maximieren.
Das Kapitalmanagement orientiert sich dabei am Vergleich mit den Mitbewerbern im Ölfeld-Servicesektor auf Basis der Kennzahl der Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA.
Die Nettoverschuldung wird als Differenz zwischen der Gesamtverschuldung abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und den kurzfristigen Investitionen berechnet. Die Gesamtverschuldung umfasst kurz- und langfristige (einschließlich des kurzfristigen Anteils) Darlehen und Kredite sowie Verpflichtungen aus dem leistungsorientierten Pensionsplan. Das Gesamteigenkapital ist der Kapitalbetrag, der im Eigentum der Anteilseigner des Konzerns steht. Zum 31. Dezember 2022 betrug das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital 300,3 % (31. Dezember 2021: 11,7 %).
TEUR
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Verbindlichkeiten gegenüber Petro Welt Holding Limited (Cyprus)
129.888
126.310
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
1.819
35.581
Sonstige Verbindlichkeiten, mit Ausnahme von abgegrenzten Schulden
2.723
5.642
Abzüglich: Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(58.590)
(142.597)
Bankeinlagen
-
(926)
Nettoschulden
75.840
24.010
Eigenkapital gesamt
25,253
206.002
Nettoschulden im Verhältnis zum Eigenkapital zum 31. Dezember
300,3 %
11,7 %
Der Konzern verwaltet seine Kapitalstruktur und passt sie an veränderte wirtschaftliche Bedingungen an. In den Jahren 2022 und 2021 wurden keine Änderungen hinsichtlich der Ziele, Richtlinien oder Prozesse vorgenommen.
29. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Mutterunternehmen und oberste beherrschende Partei
Die unmittelbaren Muttergesellschaften der Gesellschaft sind die Petro Welt Holding Limited (Cyprus) und die Joma Industrial Source Corp. Der tatsächliche wirtschaftliche Eigentümer des Konzerns ist Herr Maurice Dijols. Für weitere Informationen zu Transaktionen mit der Petro Welt Holding Limited (Cyprus) siehe Anhangangabe 14, Kurzfristige und langfristige Verbindlichkeiten, und Anhangangabe 11, Sonstige kurzfristige Vermögenswerte.
Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen erhielten im Laufe des Jahres die folgende Vergütung, die den Personalkosten zugerechnet wird (siehe Anhangangabe 17, Verwaltungsaufwendungen).
Zusammenfassung der Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen:
TEUR
2022
2021
Gehalt und Kompen-sationen
Bonus
Gehalt und Kompen-sationen
Bonus
Denis Stankevich, Vorstand
568
423
248
203
Kirill Bakhmetyeh, Vorstand
328
197
80
63
Yury Semenov, Vorstand
811
156
Valeriy Inyushin, Vorstand
-
462
-
Maurice Gregoire Dijols, Aufsichtsrat
35
-
35
-
Ralf Wojtek, Aufsichtsrat bis 25. Jänner 2022
Stephan Theusinger, Member of the Supervisory Board from 25 Jännery 2022
3
32
-
35
-
Remi Paul, Aufsichtsrat
35
-
50
-
Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats haben im Jahr 2022 keine Darlehen oder Vorschüsse erhalten (2021: null).
An die Vorstandsmitglieder wurden für das Jahr 2021 im Jahr 2022 die folgenden Boni ausgezahlt:
TEUR
2022
2021
Denis Stankevich, Vorstand
203
-
Kirill Bakhmetyev, Vorstand
63
-
Yury Semenov, Vorstand
-
480
Valeriy Inyushin, Vorstand
-
146
Dem Vorstand gehören folgende Mitglieder an:
  • Denis Stankevich – Vorsitzender des Vorstands seit 19. Juli 2021;
  • Yury Semenov – Vorsitzender des Vorstands bis 19. Juli 2021;
  • Kirill Bakhmetyev – stellvertretender Vorsitzender des Vorstands seit 04. Oktober 2021;
  • Valeriy Inyushin, Ph.D. – stellvertretender Vorsitzender des Vorstands bis 27. September 2021.
Der Aufsichtsrat besteht aus den folgenden Mitgliedern:
  • Maurice Gregoire Dijols – Vorsitzender des Aufsichtsrats;
  • Remi Paul – Mitglied des Aufsichtsrats;
  • Ralf Wojtek – Mitglied des Aufsichtsrats bis 25. Jänner 2022;
  • Stephan Theusinger – Mitglied des Aufsichtsrats seit 25. Jänner 2022.
Die Vergütung der Mitglieder der zweiten Führungsebene stellt sich wie folgt dar:
TEUR
2022
2021
Vergütung zweite Führungsebene
1.109
1.600
Andere Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Andere Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:
Transaktionswert
Offene Salden
Beschrei-bung der Transaktion
TEUR
2022
2021
31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
 
Fairtune East Ltd., Moscow
95
122
-
13
Miete
OOO KAToil Leasing
247
-
8.651
-
gewährte Darlehen
OOO Wellprop
1.065
-
632
-
Verkauf von Proppant
OOO Petro Welt Technologies
Petro Welt Holding (Cyprus) Ltd.
81
-
-
-
28
362
-
362
Beratungskosten
Sonstige Forderungen
OOO Petro Welt Technologies
8.868
-
75.679
-
Verkauf der russischen Tochter-gesellschaften
30. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten.
Wien, am 27. April 2023
Denis Stankevich
Chief Executive Officer
Kirill Bakhmetyev
Chief Financial Officer