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4Inhaltsverzeichnis
Im Lagebericht wurden unter Beachtung der rechtlichen Grundlagen der Geschäftsverlauf und die Lage des Unternehmens so dargestellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt wird. Dies wurde nach den Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie branchenspezifischer Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) und der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR – Capital Requirements Regulation) in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden Fassung vorgenommen.

LAGEBERICHT5
LAGEBERICHT

6Das Geschäftsjahr 2022 im Überblick
Das Geschäftsjahr 2022 im Überblick
Das wirtschaftliche Umfeld stellte sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:
  • 2022 war insbesondere durch den Krieg Russlands in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten über die weitere geopolitische und wirtschaftliche Entwicklung geprägt. Anhaltende Probleme in den Lieferketten, mögliche Energieengpässe sowie konstant hohe Inflationsraten bestimmten das wirtschaftliche Umfeld.
  • Der Anstieg der Inflationsrate im Euroraum hat sich im ersten Halbjahr 2022 deutlich beschleunigt und erreichte im Oktober mit 10,6% gegenüber dem Vorjahr ihren Höhepunkt. In Österreich betrug die Inflation infolge der Lieferketten- und Energiekrise im Jahresdurchschnitt 8,6%.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit kräftigen Zinserhöhungen auf die hohe Inflation reagiert und in insgesamt vier Zinsschritten im zweiten Halbjahr 2022 die Leitzinsen auf 2,50% erhöht.
  • Weiters beschloss der EZB-Rat, das seit 2014 laufende
    Anleihekaufprogramm Asset Purchase Programme (APP) mit 1. Juli 2022 einzustellen und im EZB Bestand befindliche Anleihen nicht mehr zur Gänze zu reinvestieren. Reinvestit-ionen aus dem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) sollen hingegen weiterhin bis mindestens Ende 2024 getätigt werden.
  • Das Wirtschaftswachstum in Österreichs lag mit prognostizierten 4,7% deutlich über dem BIP Wachstum der Eurozone mit 3,5%. Der Zuwachs resultierte v.a. durch Aufholeffekte im ersten Halbjahr 2022, nachdem die Einschränkungen aus der COVID-19-Pandemie nach weniger schweren Verläufen der Omikron Variante weitgehend aufgehoben wurden. Im zweiten Halbjahr prägten die hohen Unsicherheiten das
    Geschehen und führten zu nachlassender Nachfrage einer Abwärtstendenz der heimischen Konjunktur.
Folgende wesentliche Sachverhalte prägten das Jahr 2022 der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG (RLB NÖ-Wien):
Das Zinsergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr vor allem durch ein Wachstum im Kundengeschäft und durch das Verlassen des negativen Zinsumfeldes in der EURO-Zone von EUR 178,7 Mio. auf EUR 235,2  deutlich gesteigert werden.
Aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage wurde seitens der Raiffeisen Bank International AG (RBI)
beschlossen, die Ausschüttung im Jahr 2022 auszusetzen; im Vorjahr war eine Dividende von EUR 91,5 Mio. enthalten.
Das Provisionsergebnis lag leicht unter Vorjahresniveau.
In den Verwaltungsaufwendungen wirkten sich gestiegene Personal- und Sachaufwendungen sowie eine außerordentliche Abschreibung aufwandserhöhend aus.
Die Risikosituation des Kundenportfolios hat sich den Erwartungen entsprechend entwickelt. Im Jahr 2022 wurden adressierte Kreditvorsorgen i.H.v. netto EUR 32,3 Mio. dotiert. Im Geschäftsjahr 2022 wurde den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs und den daraus resultierenden Volatili-
täten auf den Energiemärken Rechnung getragen, indem ein
Management Overlay für Kunden mit sehr starker und starker Betroffenheit durch den Russland-Ukraine-Krieg und/oder der Energiekrise gebildet wurde. Der seit dem Jahr 2020 bestehende Management Overlay für COVID-19 wurde aufgelöst.
Das Betriebsergebnis lag trotz eines deutlich gestiegenen
Nettozinsertrages jedoch aufgrund der fehlenden Ausschüttung der RBI mit EUR 61,9 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von EUR 205,3 Mio. Das Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit (EGT) lag bei EUR 33,3 Mio. (VJ: 165,7 Mio.).
Die Kernkapitalquote der RLB NÖ-Wien betrug im Berichtsjahr 15,3% und die Eigenmittelquote 17,4%.
Das Geschäftsjahr 2022 im Überblick 7
Im Jahr 2022 wurden ausgehend von der Nachhaltigkeitsstrategie und entlang der Positionierung "Wir denken weiter - Banking für ein besseres Morgen" nicht nur die innerbetriebliche und öffentliche Wahrnehmung gestärkt, es wurden auch
Prozesse im Onboarding und Bestandsgeschäft durchleuchtet und bei Bedarf angepasst. Projekthaft wurden die Handlungsfelder in die bereits laufenden Programme integriert (ESG Faktoren, ESG Marktprogramm und Taxonomie). Der Beitritt der RLB NÖ-Wien zu den Principles for Carbon
Accounting Financials erfolgte im November 2022. Eine
initiale Portfolioanalyse zur Feststellung des Status Quo soll das Bemühen um Reduktion von Treibhausgasintensiven
Engagements im Portfolio unterstreichen und die Basis für die Definition von KPIs zur Dekarbonisierung des Portfolios im Jahr 2023 legen.

8Wirtschaftliches Umfeld
Wirtschaftliches Umfeld
Konjunktur international und in Europa
Kräftige Zinserhöhungen infolge der hartnäckig hohen Inflation und der Energiepreisschock, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, bremsten die Post-COVID-19-Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2022. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) kam es zu einem Wachstum der Weltwirtschaft im
vergangenen Jahr von 3,4% gegenüber dem Vorjahr.
Für die USA, die weltweit wichtigste Volkswirtschaft, ergibt sich gemäß einer ersten offiziellen Schätzung für das vierte Quartal 2022 eine auf das Jahr hochgerechnete Wachstumsrate von 2,9% gegenüber dem Vorquartal. Insgesamt nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 2,0% laut IWF zu. Trotz des vordergründig kräftigen Wachstums im Schlussquartal dürfte sich die US-Wirtschaft am Rande einer kurzen und milden Rezession befinden.
Die Null-COVID-19-Politik hat Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr schwer getroffen. Das Gesamtwachstum für 2022 betrug 3,0% und war damit das zweitlangsamste Expansionstempo seit den siebziger Jahren. Es lag weit unter dem Regierungsziel von rund 5,5% und erstmals seit Jahrzehnten sogar unter dem globalen Durchschnitt. Die schwächelnde Weltwirtschaft führte zu weniger Nachfrage nach chinesischen Gütern. Infolge von Lockdowns von Millionenstädten waren wichtige Industriezentren teils Wochen und Monate stillgelegt, und auch der Konsum der Menschen im Inland ging zurück. Besonders deutlich brach der Immobiliensektor ein, der sonst ein großer Treiber der chinesischen Wirtschaft war. 2022 wurden mehr als ein Drittel weniger neue Bauprojekte angefangen als im Jahr zuvor.
Auch wenn sich für die Eurzone für das Gesamtjahr 2022 ein überraschend hohes BIP-Plus von 3,5% gegenüber Vorjahr ergab, kam das Wachstum im Schlussquartal 2022 weitgehend zum Stillstand (0,1% gegenüber Vorquartal.). Das lag vor
allem am privaten Konsum, der unter der rekordhohen
Inflation litt. Deutschland hinkt mit einem BIP-Rückgang von 0,2% gegenüber Vorquartal von Oktober bis Dezember 2022 konjunkturell hinterher. Im Gesamtjahr 2022 legte die deutsche Wirtschaft um 1,9% zu.
Hauptsächlich aufgrund niedrigerer Energiepreise ging die
Inflationsrate in der Eurozone im Dezember 2022 den zweiten Monat in Folge zurück. Der harmonisierte Verbraucherpreis-index (HVPI) belief sich auf 9,2% gegenüber Vorjahr. Der Hochpunkt der Teuerung 2022 war im Oktober bei 10,6%
gegenüber Vorjahr erreicht worden.
Trotz der drohenden Konjunkturabkühlung hält sich der Jobmarkt in der Eurozone weiterhin gut. Im Dezember 2022 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum auf dem Rekordtief von 6,6%.
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Wirtschaftliches Umfeld 9
10Wirtschaftliches Umfeld

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Konjunktur in Österreich
Österreichs Wirtschaft zeigte sich im vergangenen Jahr angesichts der schweren Krisen erstaunlich resilient. Im gesamten Jahr 2022 belief sich das Wirtschaftswachstum auf 4,7%. Während das erste Halbjahr noch stark von COVID-19-
bedingten Aufholprozessen geprägt war, bremsten seit der
Jahresmitte die sehr stark gestiegenen Energiepreise, die hohe Unsicherheit und die nachlassende internationale Nachfrage die heimische Konjunktur.
Im Schlussquartal 2022 kam es gemäß Schnellschätzung des WIFO vom 31. Jänner 2023 zu einem überraschend starken Rückgang des BIP von 0,7% gegenüber Vorquartal. Damit war die Wirtschaftsleistung nach drei Quartalen positiven Wachstums erstmals rückläufig.
Obwohl die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2022 angesichts der höchsten Inflation seit 70 Jahren deutlich schrumpften, konnte der private Konsum im vergangenen Jahr zulegen, vor allem aufgrund der starken Erholung zu Jahresbeginn. Ab dem zweiten Quartal 2022 hemmten dann die gestiegene Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges, der starke Anstieg der Energiepreise und der zunehmende
Verbraucherpreisauftrieb die Erholung.
In der Industrie, wo sich die wirtschaftliche Lage seit dem Sommer 2022 deutlich eintrübte, stagnierte die Wertschöpfung im vierten Quartal 2022. Im Dezember zeigte der Industrie-Einkaufsmanagerindex (PMI) aber erstmals seit einem halben Jahr eine leichte Aufwärtstendenz und stieg um 0,7 Punkte auf 47,3 Zähler. Der Indikator signalisiert damit eine Verringerung des Abschwungtempos in der heimischen Industrie und sendet erste Anzeichen einer Stabilisierung der Industriekonjunktur. Der Anstieg reichte allerdings nicht aus, um die Wachstumsschwelle von 50 Punkten zu übertreffen.
Die Europäische Energiekrise trieb die heimische Inflation (VPI) im Jahresdurchschnitt 2022 auf 8,6% gegenüber Vorjahr.
Allein die Energie verteuerte sich im Berichtsjahr um 41%. Im Dezember 2022 fiel die Teuerung den vierten Monat in Folge zweistellig aus, sie bremste sich aber auf hohem Niveau bei 10,2% gegenüber Vorjahr. ein. Dies ist auf die seit Dezember wirkende Strompreisbremse und nachlassenden Preisdruck bei Treibstoffen zurückzuführen. Strom könnte sogar ein leichter Preisdämpfer gewesen sein.
Der österreichische Arbeitsmarkt entwickelte sich 2022 gut, wenn auch der Arbeitskräftemangel viele Betriebe verzweifeln ließ. Die Auswahl an Jobs war groß wie nie. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für 2022 liegt mit 6,3% auf dem
niedrigsten Stand seit 2008.
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Wirtschaftliches Umfeld 11
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Finanzmärkte im Überblick
2022 war ein schwieriges Jahr für die Finanzmärkte. Da die Inflationsraten in vielen Ländern auf einem Mehrjahreshoch lagen, schwenkten die Zentralbanken auf steigende Zinssätze um. Es ergab sich ein zunehmend synchronisierter geld-
politischer Zyklus auf der ganzen Welt, was die Aktien- und Anleihemärkte global belastete.
  • Die EZB beendete im Vorjahr ihre Politik der Negativzinsen. Sie hob die Leitzinsen von Juli bis Dezember 2022 um 250 BP an. Die Fed lieferte 2022 den schnellsten Zinserhöhungszyklus seit mehr als 40 Jahren. Die Leitzinsen in den USA wurden 2022 um 425 BP angehoben.
  • Aufgrund der steigenden Leitzinsen wiesen die Geldmarktsätze im Jahr 2022 einen starken Aufwärtstrend aus. Swapsätze und Staatsanleihen-Renditen erhöhten sich beiderseits des Atlantiks deutlich, wobei die Entwicklung ausgesprochen volatil verlief. Am Jahresende 2022 rentierten 10-jährige deutsche Bunds bei 2,562% und damit deutlich über dem Niveau zu Beginn des Jahres (-0,124%). Die
    Renditen 10-jähriger Anleihen in den USA kletterten auf ein Niveau, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde (von 1,63% am 3. Jänner 2022 auf 3,831% am 30. Dezember 2022).
  • Angesichts der Fed-Zinserhöhungen und der Flucht in den sicheren Anlagehafen in Krisenzeiten wertete der US-Dollar 2022 auf und erreichte langjährige Höchststände. Im Schlussquartal allerdings drehte sich das Blatt. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro und vielen anderen Währungen deutlich nach. EUR/USD begann das Jahr bei 1,1296 und schloss 2022 bei 1,0704 nach seinem 20-Jahres-Tief von 0,9594 am 27. September 2022.
  • Der Ukraine-Krieg, Inflation und steigende Zinsen bremsten die Aktienmärkte weltweit aus. Viele Aktiensektoren mussten im vergangenen Jahr heftige Verluste hinnehmen. So sackte etwa der Bereich Kommunikationsdienste um nahezu 38% ab, Technologieaktien verloren 31%. Einzig der
    Energiesektor vermochte sich dem allgemeinen Abwärtstrend zu entziehen. Er bescherte den Anlegern 2022 einen Kursgewinn von über 40%. Der ATX begann das Jahr 2022 mit einem Punktestand von 3.865,31 und schloss es bei 3.126,39 Zählern.
Zinsentwicklung
12Wirtschaftliches Umfeld
Der harte Kurs der US-Notenbank Fed war für die Finanzmärkte eine der größten Überraschungen des Jahres 2022. Die Fed hob ihre Leitzinsen seit Anfang 2022 in mehreren Schritten um 425 BP auf das höchste Zinsniveau seit 2007, eine Spanne von 4,25 bis 4,50%. Im Dezember 2022 wählte die Fed eine Anpassung um 50 BP, nach zuvor vier Erhöhungen um jeweils 75 BP. Da sich die Inflation abschwächt, hatte die Notenbank zuletzt signalisiert, das Tempo der geldpolitischen Straffung zu drosseln. Sie kündigte aber auch an, an höheren Zinsen für
längere Zeit festzuhalten. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsschritte erst mit Verzögerung auf die Wirtschaft wirken. Die Zinsstrukturkurve ist bereits seit Juli 2022 invers. Zehnjährige Treasuries bieten also eine geringere Rendite als zweijährige
Papiere. In der Vergangenheit kündigte eine solche Konstellation regelmäßig eine Rezession an. Um die finanziellen
Bedingungen weiter zu straffen, begann die Fed im Juni 2022, ihre Bilanzsumme zu reduzieren („Quantitative Tightening“). Seit dem Höchststand der Fed-Bestände im April 2022 mit USD 8.937 Mrd. gingen die Bestände zurück, zum Jahresende
beliefen sie sich auf USD 8.551 Mrd.
Die Euro-Währungshüter hatten die hohe Inflation lange als vorübergehend interpretiert und den geldpolitischen Kurswechsel erst später als die Fed eingeleitet. Bei der Sitzung am 21. Juli 2022 hob der EZB-Rat erstmals seit elf Jahren die
Zinsen im Euroraum wieder an. Auf der Dezember-Sitzung wurden nach der vierten Zinserhöhung in Folge weitere Zinsschritte für 2023 in Aussicht gestellt. Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der EZB leihen können, stieg auf
2,50% und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2007. Der Einlagensatz, den Kreditinstitute für bei der EZB geparkte Gelder erhalten, erhöhte sich auf 2,0%. Das Ende des Zins-zyklus dürfte deutlich im restriktiven Bereich liegen und dort für längere Zeit bleiben.
Auch abseits von Zinsanhebungen werden die Zügel fester angezogen: Der EZB-Rat beschloss im Dezember, den Bilanzabbau (QT=Quantitative Tightening) im März 2023 zu starten. Ab dann werden im EZB-Bestand befindliche abreifende
Anleihen nicht mehr zur Gänze reinvestiert. Konkret werden die Reinvestitionen des APP-Portfolios um rund EUR 15 Mrd./Monat zurückgefahren, wodurch das APP-
Gesamtvolumen bis Ende Juni um EUR 60 Mrd. auf ca. EUR 3.195 Mrd. sinken wird. Über das weitere Tempo wird später entschieden. Weiterhin gilt, dass die Rückzahlungen aus dem PEPP-Programm (Gesamtvolumen: EUR 1.850 Mrd.) bis mindestens Ende 2024 vollständig reinvestiert werden. Die
Bilanzsumme schrumpft nun aber auch deswegen, weil immer mehr Banken Gelder aus den langfristigen Refinanzierungs-operationen (TLTROs) von ursprünglich EUR 2,2 Bio. zurückführen.
2022 stiegen Bund- und (UST)-Renditen unter dem Eindruck der Notenbankentscheidungen/-rhetorik auf Mehrjahres-Hochs. Die Rendite 10-jähriger Bunds erreichte am
30. Dezember 2022 mit 2,571% den höchsten Stand seit
August 2011. Auf Jahressicht vollzogen 10-jährige deutsche Bunds einen Anstieg von 275 BP.
Geldmarktsätze stiegen im Vorjahr vor dem Hintergrund noch bevorstehender Leitzinserhöhungen. Der 3-M-Euribor lag am 3. Jänner 2022 bei 0,57%. Seit 14. Juli 2022, also bereits vor der ersten EZB-Zinsanhebung, notierte er im positiven Bereich und schloss am 30. Dezember 2022 bei 2,132%.
Im Jahr 2022 kam es angesichts der steigenden Zinsen und der herrschenden Unsicherheit zur Ausweitung der Financial
Credit Spreads. Am 3. Jänner 2022 notierte der iTraxx Senior Financals 5y bei 55,06 BP, am 30. Dezember 2022 bei
100,183 BP.
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Wirtschaftliches Umfeld 13
Währungen und Aktienmärkte
Das Jahr 2022 war ein US-Dollar-Jahr. Der US-Dollar wertete im Jahresverlauf 2022 um 6,2% gegenüber dem Euro auf. Im Zuge der sich zuspitzenden Energiekrise im Sommer fiel EUR/USD sogar unter die Parität und erreichte im September ein 20-Jahres-Tief von 0,9594. Die zwei wichtigsten Gründe für die EUR/USD-Entwicklung waren einerseits der frühere und zu Beginn deutlich raschere Zinserhöhungszyklus der
Federal Reserve im Vergleich zur EZB. Neben dem dynamischen Zinsanhebungszyklus der Fed ab März 2022 begann sie im Juni 2022 auch damit, die Notenbank-Bilanz zu reduzieren. Andererseits war Europa mit größeren Konjunkturrisiken im Zuge des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden Anstiege der Energiepreise konfrontiert. Die Stärke des US-Dollars war in den ersten drei Quartalen am stärksten ausgeprägt, als der US-Dollar gegenüber dem Euro um 16% zulegte. Im letzten Quartal 2022 erholte sich der Euro dann deutlich, was auf
einen nun optimistischeren US-Inflationsausblick, eine wohl nur milde Rezession in Europa sowie die Ankündigung einer restriktiveren Geldpolitik der EZB zurückzuführen ist.
Auch 2022 war der Schweizer Franken angesichts erhöhter
Unsicherheit (Energiekrise, Geldpolitik, Geopolitik, weiterer
COVID-19-Pandemie-Verlauf) von vielen Anlegern als sicherer Hafen gefragt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beendete im Juni 2022 eine Ära ihrer Geldpolitik, in der sie seit dem Jahr 2015 (Aufgabe des Mindestkurses gegenüber dem Euro) mit Negativzinsen und Devisenkäufen gegen den damals unerwünschten Aufwertungsdruck auf den Franken vorging. Im Dezember 2022 erhöhte die SNB den Leitzinssatz um 50 BP auf 1,00%. Die Neuausrichtung der SNB-Geldpolitik hat den EUR/CHF-Wechselkurs unter die Parität gedrückt. Die
Franken-Stärke kann auch auf den großen Inflationsunterschied zwischen Euroland und der Schweiz zurückgeführt
werden. Das Währungspaar schloss am 30. Dezember bei 0,9874.
14Wirtschaftliches Umfeld
EUR/GBP eröffnete den Handel am 3. Jänner 2022 bei 0,8384 und schloss am 30. Dezember 2022 bei 0,8847, was einer
Abwertung um 5% entspricht. Mit den Leitzinserhöhungen der EZB ab Juli nahm der Zinsvorsprung des britischen Pfund zum Euro ab. Die Bank of England (BoE), die die Leitzinswende
bereits im Dezember 2021 vollzogen hatte, erhöhte im Jahr 2022 die Leitzinsen insgesamt um 325 BP. Es war die stärkste Erhöhung seit 1990. Der Leitzins lag Ende Dezember bei 3,50%. Die Regierungskrise (Johnson-Truss-Sunak) im Herbst 2022 schadete sichtlich dem Vertrauen in die britische Wirtschaft. Die BoE sieht eine lange Wirtschaftskrise für das
Vereinigte Königreich.
Das Jahr 2022 war an den Aktienmärkten sowohl von der Geo- als auch Geldpolitik geprägt. Der Mix aus Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, Inflation und Zinsanhebungen diverser Notenbanken belastete die Börsen allesamt schwer, sodass die weltweit wichtigsten Leitindizes zwischenzeitlich markante Kursrückgänge verzeichneten. Nach den neuen Allzeithochs zum Jahreswechsel 2021/22 ging es im Zuge des Kriegsausbruchs und der folgenden Energie- und Inflationssorgen
sukzessive bergab. Die namhaftesten Börsenbarometer sackten rund um die Jahresmitte auf die tiefsten Stände seit ihren zuvor erklommenen Allzeithochs ab. Da die Berichtssaison des
zweiten Quartals 2022 sowohl in Europa als auch in den USA entgegen den Erwartungen gut ausfiel, kam es zu einer Sommer-Rallye bis Mitte August. Sämtliche Leitindizes konnten rund 15% an Boden gutmachen. Mit den überraschend hohen Inflationsraten für August und September sackten die Börsen erneut sukzessive nach unten ab und markierten rund um den Oktober die Jahrestiefs. Rezessions- und Zinsängste dominierten, bis es wieder zu einer geringen Erholungsbewegung an den weltweiten Aktienmärkten kam. Auslöser dieser Aufwärtsbewegung waren eine solide Berichtssaison in Europa und den USA, deutlich fallende US-Inflationsraten, Chinas Kehrtwende bezüglich ihrer Null-COVID-19-Politik sowie verbesserte
europäische Stimmungsumfragen. Gegen Jahresende belasteten die massive COVID-19-Welle in China im Zuge der
Lockerungen sowie Notenbankaussagen über eine Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik. Auch wenn der Frankfurter Leitindex DAX im vierten Quartal 2022 deutlich zulegen konnte, wies seine Wertentwicklung im Börsenjahr 2022 ein Minus von 12,35% auf.
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Wirtschaftliches Umfeld 15
Entwicklung des österreichischen Bankensektors
Der österreichische Finanzsektor konnte die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gut verkraften und gilt als robust aufgestellt. Die Bilanzsumme der heimischen Kreditinstitute kletterte weiter und hielt zum Ende des dritten Quartals 2022 (letztverfügbare Daten) bei EUR 1.068,6 Mrd. Sie lag damit 5,5% über dem Vorjahresniveau.
Die Kredite an Kunden (Nichtbanken) steigen seit Anfang 2018 kontinuierlich an. Im letzten Jahr nahm die Dynamik zu, im dritten Quartal 2022 wurden um 8,4% mehr Kredite vergeben als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Renditeanstiege bzw. Kursverluste am Rentenmarkt spiegelten sich auch in der
Entwicklung der Position „Schuldverschreibungen & festverzins-liche Wertpapiere“ wider: Viele Quartale in Folge lag das Volumen unter dem Vorjahresniveau, erst zur Jahresmitte 2022 gelang die Trendumkehr. Im dritten Quartal 2022 kam es zu einer Verbesserung um 18,2% gegenüber dem Vorjahr.
Auffällig war der von Beginn des Jahres 2020 bis Jahresende 2021 andauernde hohe Anstieg der „Sonstigen Aktivposten“: Hier schlug sich die Liquiditätsflut der EZB nieder, die zu
einem deutlichen Anstieg der Übernachteinlagen bei der
Notenbank geführt hatte. Mit 2022 begann die Korrektur: Im dritten Quartal 2022 belief sich der Rückgang auf 11,3%
gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auf der Passivseite sticht als Gegenpart zu den hohen Beträgen in der Einlagenfazilität der Anstieg der Position „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ hervor: Diese enthält die langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB und stieg in den beiden Vorjahren stark an. Im ersten Halbjahr 2022 fielen die Anstiege schwächer aus (+3,3% bzw. +8,6%), im dritten Quartal wurden jedoch wieder zweistellige Zuwächse erreicht (+10,4%). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Nichtbanken) nahmen im dritten Quartal 2022 um 5,0% zu.
Verbriefte Verbindlichkeiten legten in 2022 erstmals wieder zu, im dritten Quartal um beachtliche 10,4% (alle Werte gegenüber dem Vorjahr). Das ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2009.
Die Ertragslage der österreichischen Banken verbesserte sich in 2022 nur auf den ersten Blick: Die Betriebsergebnisse legten außerordentlich stark zu, während die Jahresüberschüsse deutlich zurückgingen.
Der Zuwachs des Nettozinsertrags fällt seit dem zweiten
Quartal 2021 in jedem Quartal höher aus – im dritten Quartal 2022 war er 8,5% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Betriebserträge legen seit damals ebenfalls stetig zu, zuletzt um 12,0% gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebs-
ergebnis konnte daher deutlich gesteigert werden: Es erreichte im dritten Quartal 2022 einen Wert von EUR 7.085,3 Mio., EUR 1.984,6 Mio. über dem Vorjahresniveau. Das entspricht einem Anstieg von beachtlichen 38,9%. Allerdings nahmen die Wertberichtigungen deutlich zu, und zwar sowohl jene auf Wertpapiere und Beteiligungen wie auch die Rückstellungen für eventuell eintretende Kreditrisiken. Das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag deswegen im dritten Quartal 17,0% unter dem Vorjahresniveau. Der Jahresüberschuss der österreichischen Kreditinstitute belief sich im dritten Quartal 2022 auf EUR 4.415,1 Mio., was einem Rückgang um 22,5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

16Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Ertragslage 2022 im Vorjahresvergleich
in TEUR
2022
2021
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Nettozinsertrag
235.174
178.735
56.440
31,6
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
8.538
155.544
-147.006
-94,5
Provisionsüberschuss
42.291
43.121
-830
-1,9
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
12.869
5.019
7.851
>100,0
Sonstige betriebliche Erträge
131.080
59.916
71.164
>100,0
Betriebserträge
429.953
442.334
-12.381
-2,8
Personalaufwand
-101.320
-93.620
-7.699
8,2
Sachaufwand
-118.076
-105.316
-12.760
12,1
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
-219.396
-198.936
-20.460
10,3
Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände
-21.950
-5.858
-16.092
>100,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-126.709
-32.229
-94.480
>100,0
Betriebsaufwendungen
-368.055
-237.024
-131.031
55,3
Betriebsergebnis
61.898
205.311
-143.412
-69,9
Der Nettozinsertrag lag im Jahr 2022 bei EUR 235,2 Mio. (VJ: 178,7 Mio.) und somit deutlich über dem Vorjahr. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war insbesondere auf folgende Faktoren zurückzuführen:
  • Das operative Kundenergebnis aus dem Aktivgeschäft konnte durch ein deutliches Wachstum (11,2% Ultimowachstum 2022) gesteigert werden.
  • Das Verlassen des negativen Zinsumfeldes in der EURO-Zone hatte deutliche positive Effekte auf den Nettozinsertrag.
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Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage17
Aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage wurde seitens der RBI beschlossen, die Ausschüttung im Jahr 2022 auszusetzen (VJ: 91,5 Mio.). Die Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG (R-IT) schüttete im Jahr 2022 EUR 1,2 Mio. an die RLB NÖ-Wien aus. Darüber hinaus kam es im Bewertungsergebnis zu einer Buchwertzuschreibung von EUR 2,0 Mio. Im Vorjahr wurden im Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile der SoftwareONE Holding AG EUR 56,0 Mio. ausgeschüttet, dagegen stand eine ausschüttungsbedingte außerplanmäßige Abschreibung i.H.v. EUR 26,3 Mio. In Summe betrugen die Erträge aus Wert-
papieren und Beteiligungen im Berichtsjahr EUR 8,5 Mio. (VJ: 155,5 Mio.).
Der Provisionsüberschuss lag 2022 mit EUR 42,3 Mio. um EUR 0,8 Mio. unter dem Wert des Vorjahres (EUR 43,1 Mio.). Zuwächsen im Zahlungsverkehr standen höhere Auf-
wendungen aus dem Kreditgeschäft bzw. geringere Erträge aus dem Wertpapiergeschäft gegenüber. Der Aufwand für
Kreditvermittler sank gegenüber dem Vorjahr deutlich.
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Das Ergebnis aus Finanzgeschäften lag mit EUR 12,9 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 5,0 Mio. Der
Anstieg resultiert vor allem aus Aktivitäten im Aktienhandel.
Bereinigt um die Erträge aus Derivaten (Close Outs, Prämien für Optionsgeschäfte, sonstige Erträge aus dem derivativen
Geschäft) i.H.v. EUR 87,7 Mio. (VJ: 18,6 Mio.) betrugen die sonstigen betrieblichen Erträge EUR 43,4 Mio. und lagen
geringfügig über Vorjahresniveau (VJ: 41,3 Mio.). Die Gründe dafür waren gestiegene Erträge aus der Verrechnung von Dienstleistungen.
Im Posten sonstige betriebliche Erträge werden die Erträge aus der Auflösung von Vorsorgen für das Zinsderivateportfolio, die Close Out-Erträge aus funktionalen Einheiten sowie Prämienerträge für Optionsgeschäfte, im Posten sonstige betriebliche Aufwendungen die Aufwendungen für die Bildung von
Vorsorgen für das Zinsderivateportfolio, die Close Out-Aufwendungen sowie Prämienaufwendungen für Optionsgeschäfte ausgewiesen. Im Jahr 2022 führten Derivate sowohl zu ertrags- als auch aufwandswirksamen Bewertungseffekten, die sich
saldiert mit EUR 12,7 Mio. (VJ: 10,4 Mio.) auf das Ergebnis auswirkten. Für das negative Ergebnis im aktuellen Jahr waren vorwiegend Aufwendungen aus Close-outs verantwortlich. Der positive Nettoergebnisbeitrag war im Vorjahr vor allem auf Zinssatzsteigerungen zurückzuführen. Da die Bruttodarstellung das Bild der Gewinn- und Verlustrechnung erheblich
verändern kann, wird bei der nachfolgenden Beurteilung der Ertragslage dieser Effekt außer Ansatz gelassen.
Vor allem aufgrund der niedrigeren Beteiligungsausschüttungen lagen die Betriebserträge (bereinigt um die im sonstigen
betrieblichen Ertrag enthaltenen Ergebnisse aus Derivaten) mit EUR 342,3 Mio. unter dem Vorjahreswert i.H.v. EUR 423,7 Mio.
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Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 101,3 Mio. um 8,2% über dem Vorjahreswert. Ohne
Berücksichtigung der Personalrückstellungen stieg der
Personalaufwand um rund 7% von EUR 99,5 Mio. auf EUR 106,5 Mio. Sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr war in der Position eine Auflösung bei Personalrückstellungen, welche im Wesentlichen aus der Änderung des Rechnungszinssatzes sowie aus der Abweichung des Ertrages aus dem Planvermögen resultierte, enthalten.
18Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der Sachaufwand belief sich im Jahr 2022 auf EUR 118,1 Mio. und lag damit um 12,1% über dem Vorjahresniveau (EUR 105,3 Mio.). Gezielte Investitionen in Zukunftsprojekte zogen höhere Aufwendungen für EDV und Beratung nach sich.
Die Position Wertberichtigungenauf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände enthält eine außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen i.H.v. EUR 15,4 Mio.
Bereinigt um die Aufwendungen für Derivate (Close Outs,
Prämien für Optionsgeschäfte, Zuweisung zur Rückstellung für Zinsderivate in funktionalen Einheiten und sonstige Aufwendungen aus dem derivativen Geschäft) i.H.v. EUR 100,4 Mio. (VJ: 8,2 Mio.) betrugen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen EUR 26,4 Mio. (VJ: 24,0 Mio.). Darin enthalten waren insbesondere die Aufwendungen für die Dotierung des Abwicklungs- sowie des Einlagen-sicherungsfonds i.H.v. insgesamt EUR 21,7 Mio. (VJ: 21,1 Mio.).
Die um die Aufwendungen aus Derivaten bereinigten Betriebsaufwendungen lagen im Geschäftsjahr 2022 aufgrund höherer Personal- und Sachaufwendungen sowie einer außer-
ordentlichen Abschreibung mit EUR 267,7 Mio. um EUR 38,9 Mio. über dem Vorjahr.
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Das Betriebsergebnis lag resultierend aus den bereits erwähnten Effekten und vor allem aufgrund der fehlenden RBI-Ausschüttung mit EUR 61,9 Mio. deutlich unter dem Vorjahresergebnis (VJ: 205,3 Mio.).
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Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage19
in TEUR
2022
2021
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Betriebsergebnis
61.898
205.311
-143.412
-69,9
Ergebnis aus Kreditrisikovorsorgen und
Wertpapieren Umlaufvermögen Bankbuch
-31.758
-13.771
-17.987
>100,0
Ergebnis aus Wertpapieren Anlagevermögen und Beteiligungen
3.139
-25.881
29.021
-
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
33.280
165.658
-132.378
-79,9
Außerordentliches Ergebnis
0
-30.000
30.000
-100,0
Steuern vom Einkommen und Ertrag
-4.553
-7.956
3.403
-42,8
Sonstige Steuern
-4.778
-4.015
-762
19,0
Jahresüberschuss
23.949
123.687
-99.738
-80,6
Rücklagenbewegung
-2.003
904
-2.907
-
Jahresgewinn
21.946
124.591
-102.645
-82,4
Gewinnvortrag
200.344
75.753
124.591
>100,0
Bilanzgewinn
222.290
200.344
21.946
11,0
Das Ergebnis aus Kreditrisikovorsorgen, Wertpapieren des Umlauf- und Anlagevermögens sowie Beteiligungen setzt sich wie folgt zusammen:
Im Jahr 2022 wurden adressierte Kreditrisikovorsorgen i.H.v. EUR 32,2 Mio. gebildet, im Vorjahr konnten in dieser Position EUR 1,6 Mio. aufgelöst werden. Die Pauschalwert-berichtigungen konnten mit EUR 11,8 Mio. (VJ: 5,6 Mio.) aufgelöst werden. Im Geschäftsjahr 2022 wurde den
Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs und den daraus resultierenden Volatilitäten auf den Energiemärken Rechnung getragen, indem ein Management Overlay für Kunden mit sehr starker und starker Betroffenheit durch den Russland-Ukraine-Krieg und/oder der Energiekrise gebildet wurde. Der seit dem Jahr 2020 bestehende Management Overlay für COVID-19 wurde aufgelöst. Die Vorsorgereservegemäß §57/1 BWG blieb im Jahr 2022 unverändert, im Jahr 2021 wurden EUR 20 Mio. dotiert.
Das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis von Wertpapieren im Bankbuch Umlaufvermögen betrug 2021 EUR 1,0 Mio. Im Bilanzjahr belief sich der Bewertungsaufwand aufgrund der gestiegenen Zinsen auf EUR 11,2 Mio.
Das Ergebnis aus der Bewertung und Veräußerung von Wertpapieren des Anlagevermögens belief sich im Berichtsjahr
auf EUR 0,7 Mio. (VJ: 0 Mio.).
Im Ergebnis aus der Bewertung und Veräußerung von
Beteiligungen war im Jahr 2021 hauptsächlich die ausschüttungsbedingte außerplanmäßige Abschreibung der R-IT i.H.v. EUR 26,3 Mio. enthalten. Im Berichtsjahr lag das Ergebnis in dieser Position bei EUR 3,9 Mio.
Das Ergebnis aus Kreditvorsorgen, Wertpapieren des Umlauf- und Anlagevermögens sowie Beteiligungen betrug im Jahr 2022 in Summe EUR -28,6 Mio. (VJ: -39,7 Mio.).
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20Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag aufgrund der oben erwähnten Faktoren mit EUR 33,3 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert i.H.v. EUR 165,7 Mio.
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Im außerordentlichen Ergebnis wurde im Jahr 2021 der Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß §57/3 BWG mit EUR 30 Mio. dotiert.
Der Jahresüberschuss i.H.v. EUR 23,9 Mio. berücksichtigt die Bankenabgabe i.H.v. EUR 4,7 Mio. (VJ: 4,1 Mio.) und das Steuerergebnis i.H.v. EUR -4,6 Mio. (VJ: -8,0 Mio.).
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In der Rücklagenbewegung wird der Beitrag an das
„Raiffeisen-IPS“ im Berichtsjahr mit EUR 2,0 Mio. (VJ: 0,9 Mio.) dargestellt. Nach Berücksichtigung der Rücklagenbewegung und des Gewinnvortrags i.H.v. EUR 200,3 Mio. betrug der Bilanzgewinn per 31. Dezember 2022 EUR 222,3 Mio.
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage21
Bilanzentwicklung 2022
Die Bilanzsumme der RLB NÖ-Wien ist gegenüber dem Vorjahr um 10,2% auf EUR 30,3 Mrd. gestiegen (VJ: 27,5 Mrd.). Aktivseitig lag das Kundenausleihungsvolumen mit EUR 15,1 Mrd. deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Wertpapiervolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um EUR 2,9 Mrd. Passivseitig wurden Interbankeneinlagen i.H.v. EUR 1,1 Mrd. rückgeführt (TLTRO). Dagegen stieg das Volumen der verbrieften Verbindlichkeiten um EUR 3,7 Mrd.
Aktiva
in EUR Mio.
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Forderungen an Kreditinstitute
6.445
5.564
881
15,8
Forderungen an Kunden
15.097
13.582
1.515
11,2
Festverz. u. nicht festverz. Wertpapiere
6.261
3.385
2.875
84,9
Beteiligungen
1.793
1.792
1
0,1
übrige Aktiva
674
3.156
-2.482
-78,6
Bilanzsumme
30.269
27.479
2.791
10,2
Die Forderungen an Kreditinstitute betrugen zum
31. Dezember 2022 EUR 6.444,9 Mio. und lagen damit um EUR 880,8 Mio. über dem Vorjahreswert.
Die Forderungen an Kunden lagen zum Bilanzstichtag bei EUR 15.097,0 Mio. und damit deutlich über Vorjahresniveau (EUR 13.581,7 Mio.). Die Steigerung ist vor allem auf die Vergabe von Unternehmenskrediten zurückzuführen. Das
Kreditvolumen bei Privaten wurde ebenfalls ausgeweitet.
Der Wertpapierbestand erhöhte sich im Jahr 2022 um EUR 2.875,1 Mio. auf EUR 6.260,5 Mio. Der deutliche
Volumenanstieg ist vor allem auf den Ankauf von Staats- und Bankenanleihen und auf eigene Covered Bonds, welche im Rahmen von Wertpapierleihegeschäften verwendet wurden, zurückzuführen. Weiters wurden Collateral-Täusche mit
Raiffeisenlandesbanken und der RBI zum Zwecke der Kennzahlenoptimierung durchgeführt.
Die Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen wiesen zum 31. Dezember 2022 einen Stand von EUR 1.793,0 Mio. aus und lagen damit auf Vorjahresniveau.
Das Volumen der übrigen Aktiva betrug EUR 673,8 Mio.
gegenüber EUR 3.155,8 Mio. zum 31. Dezember 2021. Das darin enthaltene Guthaben bei der OeNB betrug EUR 228,3 Mio. (VJ: 2.796,6 Mio.).
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22Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Passiva
in EUR Mio.
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung
absolut
Veränderung
in %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
9.407
10.476
-1.069
-10,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (ohne Spar)
7.712
7.664
47
0,6
Spareinlagen
1.175
1.310
-134
-10,3
Verbriefte Verbindlichkeiten i.w.S.
9.681
5.944
3.738
62,9
Rückstellungen
108
115
-8
-6,6
Eigenkapital
1.826
1.802
24
1,3
übrige Passiva
361
168
193
>100,0
Bilanzsumme
30.269
27.479
2.791
10,2
Das Volumen der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrug zum Bilanzstichtag 2022 EUR 9.406,9 Mio. gegenüber EUR 10.476,3 Mio. im Vorjahr. Der Volumenabbau begründet sich fast zur Gänze durch die Rückführung von TLTRO-
Volumina (EUR 1.030 Mio.).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden inklusive Spar-
einlagen beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 8.886,8 Mio. gegenüber EUR 8.973,8 Mio.
Die verbrieften Verbindlichkeiten i.w.S. (inklusive Ergänzungskapital) stiegen um EUR 3.737,5 Mio. auf EUR 9.681,1 Mio. Im Jahr 2022 konnten Neuemissionen i.H.v. EUR 1,7 Mrd. platziert werden. Weiters wurden Covered Bonds begeben,
welche im Rahmen von Wertpapierleihegeschäften verwendet wurden.
Die RLB NÖ-Wien konnte zum Bilanzstichtag 2022 ihr Eigenkapital um EUR 23,9 Mio. auf EUR 1.825,9 Mio. steigern. Der Vorjahreswert lag bei EUR 1.802,0 Mio.
Die Position übrige Passiva betrug per 31. Dezember 2022 EUR 360,7 Mio.
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Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage23
24Finanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
Erfolgskennzahlen
Die Cost/Income-Ratio – das sind die Betriebsaufwendungen abzüglich der Erträge aus Verrechnung an Dritte im Verhältnis zu den Betriebserträgen – lag im Geschäftsjahr 2022 bei 78,4%. Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr (47,7%) ist trotz eines deutlich gestiegenen Zinsergebnisses auf fehlende Beteiligungsausschüttungen im Jahr 2022 zurückzuführen. Die Aufwendungen aus Derivaten, welche in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten sind, werden im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Beurteilung und zur besseren Vergleichbarkeit bei dieser Berechnung aufgrund des ursächlichen Zusammenhangs mit dem Zinsergebnis in den Betriebserträgen saldiert. Die CIR für den RLB Bankbetrieb (exklusive Dividenden und Refinanzierungsaufwand aus RBI Beteiligung) belief sich auf 68,3% (VJ: 64,4%).
Der Return on Equity nach Steuern – die Eigenkapitalverzinsung bezogen auf das durchschnittliche Eigenkapital – lag im Jahr 2022 1,3% nach 7,2% im Vorjahr.
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Seit 1. Jänner 2014 sind die Bestimmungen gemäß CRR sowie die in das BWG übernommenen Bestimmungen der Capital Requirements Directive (CRD) IV für die Berechnung der Eigenmittel maßgeblich.
Eigenmittelausstattung
 
in EUR Mio.
2022
Hartes Kernkapital nach Abzugsposten (CET1)
1.750
Zusätzliches Kernkapital nach Abzugsposten (AT1)
76
Ergänzungskapital (T2)
242
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
2.068
Gesamtes Eigenmittelerfordernis
952,7
Eigenmittelüberschuss
1.115,0
Harte Kernkapitalquote (CET1 Ratio) in %
14,7
Kernkapitalquote (T1 Ratio) in %
15,3
Eigenmittelquote (Total Capital Ratio) in %
17,4
Überdeckungsquote in %
117,0
Eigenmittelausstattung
 
in EUR Mio.
2021
Hartes Kernkapital nach Abzugsposten (CET1)
1.616
Zusätzliches Kernkapital nach Abzugsposten (AT1)
0
Ergänzungskapital (T2)
256
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
1.872
Gesamtes Eigenmittelerfordernis
892
Eigenmittelüberschuss
980
Harte Kernkapitalquote (CET1 Ratio) in %
14,5
Kernkapitalquote (T1 Ratio) in %
14,5
Eigenmittelquote (Total Capital Ratio) in %
16,8
Überdeckungsquote in %
109,9
Finanzielle Leistungsindikatoren 25

Die anrechenbaren Eigenmittel der RLB NÖ-Wien erreichten zum 31. Dezember 2022 ein Volumen von EUR 2.067,7 Mio.
Die Common Equity Tier 1 (CET 1) Ratio (transitional) betrug per 31. Dezember 2022 14,7%, die Total Capital Ratio 17,4%. Beide Kennzahlen lagen damit deutlich über dem gesetzlichen Mindesterfordernis von 4,5% bzw. 8,0%. Die RLB NÖ-Wien verfügt demnach mit einer Überdeckungsquote i.H.v. 117,0% über eine solide Eigenmittelbasis.
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26Risikobericht
Risikobericht
Risikopolitik und -strategie
Die Bedeutung des Gesamtbankrisikomanagements, insbesondere die Fähigkeit eines Finanzinstitutes, sämtliche wesentliche Risiken zu erfassen, zu messen sowie zeitnah zu überwachen und zu steuern, steht angesichts des zunehmend volatilen wirtschaftlichen Umfelds im Fokus der Risikopolitik und -strategie. Risikomanagement wird bei der RLB NÖ-Wien daher als aktive unternehmerische Funktion und als integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung verstanden. Der Fokus liegt primär auf der Optimierung von Risiko und Ertrag (Rendite) im Sinne von „Management von Chancen und Risiken“.
Die RLB NÖ-Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Kreditinstitutsgruppe (KI-Gruppe) legen den Schwerpunkt der Risikosteuerung auf die Konzernperspektive. Dies ist durch eine Verschränkung der Risikomanagementprozesse beider Einzelinstitute zu einem integrierten Konzernrisikomanagement gewährleistet.
Die integrierte Risikomanagement-Organisation zeichnet sich durch die Personalunion des Risikovorstandes bzw.
-geschäftsleiters in beiden Bankunternehmen (RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) sowie durch unternehmensübergreifende Abteilungen aus. So existiert der Bereich Risikomanagement Konzern/Gesamtbank wie auch die darunter angesiedelte Abteilung Modelle & Analytik unternehmensübergreifend für die RLB NÖ-Wien bzw. der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Die Durchgängigkeit des Risikomanagements ist des Weiteren durch die zusammengelegte Gremialstruktur gewährleistet.
Die Risikomanagementeinheiten sind organisatorisch
einschließlich der Vorstandsebene von den Markteinheiten
getrennt, womit ein unabhängiges, effektives Risikomanagement sichergestellt ist. Die Basis für die integrierte Risikosteuerung in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe stellt die von der Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und dem Vorstand der RLB NÖ-Wien beschlossene Risikostrategie mit deren begleitenden Strategien dar.

Als Teil dieser Risikostrategie sind unter anderem anzusehen:
  • Grundsätze des Risikomanagements, der Risikostrategie sowie des Risikoappetits,
  • Risikosysteme und -modelle zur Identifizierung, Erfassung und Quantifizierung der Risiken,
  • Limits für alle relevanten Risiken,
  • Verfahren zur Überwachung der Risiken.
Risikomanagement
Der Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien werden bei der Erfüllung der risikorelevanten Aufgaben durch den unabhängigen Bereich Risikomanagement Konzern/Gesamtbank sowie mehrere Gremien unterstützt.
Das Gremium Gesamtbanksteuerung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe hat als Zielsetzung die optimale Steuerung des Konzerns, der Einzelinstitute RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien (hinsichtlich Liquidität). Erreicht wird dieses Ziel durch regelmäßige, institutionalisierte Analyse- und maßnahmenorientierte Auseinandersetzung mit Rentabilität, Kapital, Liquidität und Risiko. In diesem übergreifenden Gremium nehmen die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und der Vorstand der RLB NÖ-Wien teil. Bei Bedarf werden die Bereichsleiter Risikomanagement Konzern/Gesamtbank, Rechnungswesen und Treasury beigezogen. Das Gremium Gesamtbanksteuerung tagt einmal pro Quartal.
Neben dem Gremium Gesamtbanksteuerung ist in der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe eine ebenfalls gruppenübergreifende Risikorunde implementiert. In dieser Risikorunde werden die Risikosituation sowie die im Gremium
Gesamtbanksteuerung beschlossenen Entscheidungen an die Bereichsleiter der Marktabteilungen, der Sanierung sowie der Innen- und Konzernrevision kommuniziert. Des Weiteren liegt die Steuerung für das Risikomanagement in der Verantwortung dieser Risikorunde. Dieses Gremium ist damit ein wesentliches
Risikobericht27
Element der Gesamtbanksteuerung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Marktrisiko (inkl. Credit Spread-Risiko als Subrisiko des Marktrisikos) sowie Liquiditätsrisiko werden in einem eigenen Gremium der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe, dem Aktiv-Passiv-Komitee berichtet und gesteuert.
Den gesetzlichen Anforderungen des Bankwesengesetzes (BWG), den CRR-Vorschriften sowie der FMA-Kreditinstitut-Risikomanagement Verordnung (KI-RMV) entsprechend, hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien- Gruppe und damit die RLB NÖ-Wien durch effiziente Methoden auf dem Gebiet des Risikomanagements und controllings die Rentabilität und
Sicherheit der Bank im Interesse ihrer Kunden und Eigentümer zu gewährleisten.
Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe hat ein, auf ihr Geschäfts- und Risikoprofil abgestimmtes, zukunftsorientiertes Risikomanagementregelwerk im Einsatz. Dieses Regelwerk
besteht aus einer klar definierten Risikostrategie und dem
ICAAP-Handbuch (Internal Capital Adequacy Assessment Process).
Die Risikostrategie ist mit der Geschäftsstrategie der
KI-Gruppe konsistent und integriert die gesamte Risikoorganisation (siehe die organisatorische Aufstellung der Risikomanagementeinheiten) und berücksichtigt den erwarteten Einfluss externer Umweltfaktoren auf die geplanten Geschäfts- und
Risikoentwicklungen. Sie beschreibt das Risikoprofil der
Bankengruppe durch die klare Formulierung des Risiko-
appetits der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sowie der RLB NÖ-Wien und definiert die Risikomanagement Prinzipen, die strategischen Ziele sowie Initiativen für die materiell wichtigen Risikoarten.
Die Risikostrategie definiert die risikopolitischen Grundsätze und Prinzipien sowie das Risikospektrum der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. In der Bankengruppe werden sämtliche Risiken im Rahmen eines Risk Assessment-Prozesses auf ihre Relevanz hin analysiert, bewertet und in eine konzernweite Risikolandkarte übergeführt. Diese Risikolandkarte ist Teil der Risikostrategie.
Die Risikostrategie wird im Rahmen einer klar definierten Governance-Struktur umgesetzt. Diese dient zur Überwachung des Risikoappetits, ergänzender Limits als auch zur Eskalation von Limitüberschreitungen.
Im ICAAP-Handbuch (Internal Capital Adequacy Assessment Process) der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sind alle Aufgaben, organisatorische Einheiten, Gremien, Berichte, Verfahren und Methoden zur Identifizierung, Erfassung, Quantifizierung, Überwachung und Begrenzung der relevanten Risiken im Risikomanagementprozess definiert und detailliert beschrieben. Dieses wird, gemeinsam mit der Risikostrategie, jährlich aktualisiert und vom Vorstand der RLB NÖ-Wien und der
Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien beschlossen. Das ICAAP-Handbuch wird durch detaillierte Methodenhandbücher je Risikoart ergänzt.
Durch die Regelungen in Risikostrategie und ICAAP-Handbuch ist sichergestellt, dass innerhalb der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe ein abgestimmter Prozess zur Erfassung, Messung, Limitierung, Berichterstattung und Dokumentation der Risiken sowie ein durchgängiges Verständnis zur Risikosituation gegeben ist.
Makroökonomisches Umfeld und wirtschaftliche Lage – Russland-Ukraine-Krieg, Inflation und COVID-19-Pandemie
Die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte waren im Jahr 2022 von hoher Unsicherheit geprägt. Der Russland-Ukraine-Krieg, die damit im Zusammenhang stehende Energiekrise und die
damit verbundene stark gestiegene Inflation vor allem Mitte des Jahres 2022 waren Ursache und Auslöser für diese wirtschaftliche Unsicherheit. Des Weiteren kommt die COVID-19-Pandemie zwar langsam zum Erliegen, zeigt aber weiterhin Nachwirkungen. In diesem Entwicklungsumfeld fällt das Wirtschaftswachstum weltweit und in Europa im Speziellen geringer aus als prognostiziert.
Russland-Ukraine-Krieg
28Risikobericht
Durch den Einmarsch der russischen Truppen am
24. Februar 2022 in die Ukraine und den seither andauernden Kriegshandlungen hat die EU zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Diese wurden mit Gegensanktionen in Form von teilweisen Gas-Lieferstopps seitens Russlands beantwortet. Diese Gegensanktionen in Form von starken Kürzungen der Gas- und Öllieferungen führte zu einem starken Preisanstieg am Energiesektor bis in den Spätsommer 2022, weit über das Maß, das sich aus der Energietransformation und aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ergeben hätte, hinaus.
Obwohl gegen Ende des Jahres 2022 die Energiepreise und hier vor allem der Gaspreis eine rückläufige Entwicklung zeigte, blieben die Preise für Unternehmen und Konsumenten weiterhin auf hohem Niveau.
Inflation
Die Inflationsrate war angesichts der Unsicherheit infolge des Russland-Ukraine-Krieges in Österreich in den letzten
Monaten des Jahres 2022 mit 11,6% im Oktober 2022 auf
Rekordhoch gestiegen und ist dann mit Jahresende auf 10,5% gesunken. Damit ergibt sich für das Jahr 2022 eine Inflationsrate von 8,6%, die höchste Inflationsrate seit Beginn der Währungsunion. Die hohe Teuerungsrate in den letzten Monaten ist nicht mehr vorrangig auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Die Preisdynamik geht zunehmend von anderen Sektoren aus. Über ein Drittel ist auf den Preisanstieg bei
Industriegütern ohne Energie zurückzuführen, das letzte Drittel ist durch die Aufwärtstendenz bei Dienstleistungen und
Nahrungsmittel zu begründen. Die OeNB sieht den Preisdruck in der Landwirtschaft, in der Industrie sowie im Dienstleistungssektor angesichts steigender Produktionskosten in Folge des hohen Niveaus der Rohstoffpreise und des ausgeprägten Arbeitskräftemangels sowie hohen Auslastungen als weiter hoch an. Trotz hoher Inflationsrate im Jahr 2022 ist die
Inflationserwartung für das Jahr 2023 rückläufig (gemäß OeNB-Bericht „KONJUNKTUR AKTUELL Berichte und
Analysen zur wirtschaftlichen Lage – Jänner 2023“ S.16).
COVID-19-Pandemie
Die COVID-19-Pandemie sowie die Maßnahmen zur Eindämmung dieser haben an den Finanzmärkten zu schweren Verwerfungen und Unsicherheiten geführt und die Weltwirtschaft in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit gestürzt. Das konnten auch die umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Unterstützungspakete, die von Notenbanken und Regierungen weltweit zum Teil sehr rasch beschlossen wurden, nicht verhindern.
Mit dem flächendeckenden Impfprogramm, das derzeit bereits die vierte COVID-19-Impfung vorsieht, werden weitere Auswirkungen der Pandemie verhindert. Experten haben bereits im letzten Drittel des Jahres 2022 das Ende der COVID-19-
Pandemie und den Übergang zu einer Endemie erklärt. Diese Entwicklung führt zur Entspannung der Wirtschaftslage aus
COVID-19-Sicht.
Risikomanagement in der COVID-19-Krise –
Business Continuty Management (BCM)
Die COVID-19-Krise hat auch noch das erste Halbjahr 2022 dominiert. Dadurch ist auch weiterhin eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Management zur Bankensteuerung notwendig und damit sind entsprechende Regelungen und Vorkehrungen in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe im Einsatz.
Die COVID-19-Krise hat die RLB NÖ-Wien gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Raiffeisen-Holding
NÖ-Wien-Gruppe in der COVID-19-Pandemiezeit sowohl hinsichtlich des Gesundheitszustandes ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation vor besondere Herausforderungen gestellt.
Im Vergleich zum normalen Geschäfts- und Risikolauf wurden daher anlässlich der COVID-19-Krise zusätzliche, speziell mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie befasste Gremien installiert, wo Vorgaben und strategische Entscheidungen für den Geschäftsbetrieb, wie der Sicherheit inkl. IT-Sicherheit sowie zur Risikoabfederung, getroffen wurden.
Risikobericht29
Im Rahmen des Business Continuity Management (BCM) der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe haben der Vorstand der RLB NÖ-Wien und die Geschäftsleitung der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien das Gremium „Team Vorsorge Gesundheit“ als Krisenstab implementiert, welches regelmäßig tagt. Dieses Gremium ist auch noch im Jahr 2022 in ange-
passter Form aktiv. Dieser Krisenstab ist mit Mitgliedern aller relevanten Unternehmensbereiche besetzt, beginnend mit
Vorstand und Geschäftsleitung sowie Sicherheit, BCM- und IT-Verantwortlichen, Vertreter NÖ-Raiffeisenbanken, Vertreter aus dem Filialbereich Wien, Konzernkommunikation, Betriebsarzt und -Psychologen sowie Betriebsrat. Unter der
Leitung der Bereichsleiterin Personal hat dieses Gremium
folgende Ziele für die ordnungsgemäße Fortführung in dieser herausfordernden Situation festgelegt, welche bis heute so
gelebt werden:
  • Erhaltung der Gesundheit aller Mitarbeiterinnen und
    Mitarbeiter
  • Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Bereiche
  • Sicherheit der Infrastruktur
Anhand der bestehenden Business Impact Analyse (BIA) zur Definition der kritischen Prozesse und deren notwendigen
Ressourcen konnten Geschäftsprozesse seit dem Jahr 2020 in angepasster Form weitergeführt werden. Im Jahr 2022 sowie im Jahr 2023 werden diese Ressourcen und Prozesse weiter aufrechterhalten. Dabei handelt es sich um die Bereithaltung des Ersatzhandelsraums für das Treasury, die Möglichkeit der Aufteilung von Teams auf unterschiedliche Stockwerke bzw. Gebäude und Home-Office (mit vollumfänglicher technischer Ausstattung) für einen Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Home-Office ist entsprechend der allgemeinen
Entwicklung bereits State-of-the-Art im Arbeitsprozess der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und damit der RLB
NÖ-Wien. Damit war eine problemlose Unternehmensfortführung unter diesen erschwerten Bedingungen möglich und ist auch künftig im Bedarfsfall jederzeit einsatzbereit. Als Teil
eines systemrelevanten Sektors wird zu jeder Zeit auf die
flächendeckende Aufrechterhaltung des Filialbetriebs, sowie im Speziellen auf die durchgängige Erreichbarkeit des Kundenkontaktcenters geachtet. Auch weiterhin erfolgen laufend Adaptierungen von Geschäftsprozessen, Evaluierungen des Schutzempfindens der Kundeninnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Funktionalität der Provider. Damit wird auf die unterschiedlichen Phasen der Pandemie-Entwicklung laufend und zeitnahe reagiert und mögliche Notwendigkeiten antizipiert.

Gesamtbankrisikosteuerung – Risikotragfähigkeit und Stresstesting
Die zentrale Analyse der Gesamtbankrisikosituation unter Einbezug aller relevanten Risiken erfolgt anhand der Risikotrag-fähigkeitsanalyse (RTFA) und fällt in die Verantwortung der Abteilung Modelle & Analytik Gruppe ICAAP &Limitsteuerung. Die RTFA wird auf Basis von IFRS-Werten erstellt.
In der im Rahmen der Gesamtbankrisikosteuerung durchgeführten RTFA werden dem vorhandenen Risikodeckungspotenzial der Bank (Kapitalien, Risikovorsorgen und stille Reserven) alle maßgeblichen Risiken, die unter Einsatz adäquater und dem Proportionalitätsgedanken folgenden Methoden und Systeme ermittelt werden, gegenübergestellt. Die Risikotrag-
fähigkeit stellt dabei die Begrenzung für das aggregierte
Gesamtbankrisiko dar, wobei neben dem tatsächlich gemessenen Risiko auch die bestehenden Risikolimits und deren Auslastung berücksichtigt werden.
Sowohl das Deckungspotenzial als auch die Risiken werden in zwei Szenarien dargestellt. Hierbei handelt es sich einerseits um ein Going Concern-Szenario (Extremfall: 95% Konfidenz-
niveau), das den Fortbestand des Unternehmens garantieren soll, und andererseits um ein den aufsichtsrechtlichen
Vorgaben entsprechendes Gone Concern-Szenario (Liquidationsfall), das nach Abzug aller Risiken unter Anwendung eines Konfidenz-niveaus von 99,9% ausreichend Kapital zur
Erhaltung des Gläubigerschutzes garantiert. Dieses Szenario stellt das Steuerungsszenario in der RLB NÖ-Wien und der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe dar.
Die RTFA sowie die Auslastungsanalyse des an die RTFA
gekoppelten Limitsystems (Risikoappetit) sind zugleich Informations- und Entscheidungsgrundlage der Unternehmensführung betreffend die Steuerung der Risikoaktivitäten zur Fortbestandssicherung aber auch zur Ausschöpfung des
Ertragspotenzials. Damit ist die RTFA die quantitative Zusammenfassung des Risikoappetits, abgeleitet aus der Risiko-
strategie in Form der Limitierung der Risikoaktivitäten auf ein für die Bank angemessenes Niveau.
30Risikobericht
Zusätzlich zur RTFA stellen die Durchführung von Stresstests, Szenarioanalysen und die Eigenmittelplanung und -allokation zentrale Aktivitäten der Gesamtbankrisikosteuerung dar.
Im Rahmen des Stresstestprogramms führt die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe folgende Stresstests durch:
  • integrierten Gesamtbank-Stresstest,
  • Kreditrisikostresstest,
  • Marktrisikostresstest,
  • Liquiditätsrisikostresstest,
  • Reverse-Stresstest.
Das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) fordert von Finanzinstituten, einen Sanierungsplan zu erstellen und ihn regelmäßig zu aktualisieren. Diese Anforderung hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe durch einen umfangreichen Sanierungsplan, der im Rahmen des R-IPS (Institutional Protection Scheme)-
Sanierungsplans erfolgt, in welchen die KI-Gruppe als wesentliches Teilinstitut umfasst ist, erfüllt. Die Raiffeisen-Holding
NÖ-Wien-Gruppe erstellt daher keinen eigenen Sanierungsplan. Der Sanierungsplan stellt stets eine aktuelle
Entscheidungsgrundlage für das Management dar und gewährleistet in einem eventuellen Krisenfall die rasche Verfügbarkeit eines Aktionsplans.
Die im Sanierungsplan implementierten Frühwarn- und Sanierungsindikatoren haben zum Ziel, eine mögliche Krise früh-
zeitig zu identifizieren und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen einzuleiten (gemäß EBA GL 2021-11 Leitlinien zu
Sanierungsplanindikatoren). Der Sanierungsplan des R-IPS (Raiffeisen-Institutional Protection Scheme), und damit auch der KI-Gruppe als wesentliches Teilinstitut des R-IPS, umfasst ein umfangreiches Set an Maßnahmen, die ergriffen werden können, um die finanzielle Stabilität im Krisenfall wiederherzustellen.
Die Überwachung dieser Frühwarn- und Sanierungs-
indikatoren der KI-Gruppe, als Teil des R-IPS, erfolgt im Rahmen der Gesamtbanksteuerungsrunde der Raiffeisen-Holding
NÖ-Wien-Gruppe. Für das R-IPS gesamt werden diese Frühwarn- und Sanierungsindikatoren im SRK (Sektor-Risikokomitee im Rahmen des ÖRS) berichtet.
Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe durchlief auch im Jahr 2022 das „Supervisory Review and Evaluation
Process“ (SREP) Verfahren der EZB (gemäß EBA/GL/2018/03 „Guidelines on the revised common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process (SREP) and supervisory stress testing”) unter Federführung der OeNB. Neben der Überwachung von Schlüsselkennzahlen erfolgte eine Analyse des Geschäftsmodells sowie eine Bewertung der internen Governance (interne Unternehmensführung sowie das
Risikomanagement), der institutsweiten Kontrollen und der Kapital-, Liquiditäts-, operationellen- und Zinsänderungsrisiken im Bankbuch. Auch im Jahr 2022 war das Thema Auswirkungen und Maßnahmen der COVID-19-Pandemie auf die Bankengruppe im Überprüfungsverfahren von maßgeblicher Bedeutung. Zuletzt wurde der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe von der Finanzmarktaufsicht (FMA) mit Beschluss vom 22. November 2022 eine neue SREP-Gesamtkapitalanforderung vorgeschrieben. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe als beaufsichtigtes Unternehmen sowie die
RLB NÖ-Wien als Tochterunternehmen des beaufsichtigten Unternehmens unterstehen der direkten Aufsicht durch die FMA, und damit der nationalen Aufsicht.
Kreditrisiko
Die RLB NÖ-Wien versteht unter Kreditrisiko das Risiko, dass ein Kreditnehmer den vertragsgemäßen Zahlungen nicht oder nur teilweise nachkommt. Das Kreditrisiko aus Forderungen an Banken, Kommerzkunden, Länder sowie Privat- und
Gewerbekunden stellt die wesentliche Risikokomponente der RLB NÖ-Wien dar. Der Bereich Risikomanagement
Konzern/Gesamtbank inklusive ihrer Abteilungen ist gemeinsam mit dem Bereich Sanierung für das Management und
Controlling dieses Risikos verantwortlich. Diese vom Vertrieb getrennte Organisationseinheit bereitet die Analysen und
Risikobewertungen vor und trifft in allen Phasen des Kreditprozesses unabhängige Risikoentscheidungen.
Risikobericht31
Im Rahmen des Kreditrisikos wird neben dem traditionellen Kreditgeschäft (Verlust durch Kreditausfälle und die sich
daraus ergebende Gestionierung des Kreditengagements aufgrund einer Bonitätsverschlechterung) sowie dem Risiko aus dem Handel bzw. Abschluss von Marktrisikoinstrumenten (Ausfallsrisiko auf Seiten der Kontrahenten bei Derivaten) auch das inhärente Länder- bzw. Transferrisiko sowie das
Kontrahentenausfallsrisiko aus dem Derivategeschäft in der RTFA berücksichtigt. Durch den Einsatz von Netting
(Gegenverrechnung der Forderungen und der Verbindlich-keiten) und Anwendung von Collateralvereinbarungen (Austausch von Sicherheiten) wird das Kontrahentenausfallrisiko reduziert.
Das Kreditrisiko stellt die bedeutendste Risikoart der Bank dar. Neben der Gesamtbankrisikoanalyse und -steuerung wird im Risikomanagementprozess der RLB NÖ-Wien vor Kreditgewährung und während der Kreditlaufzeit ein begleitendes Risikomanagement des Bereichs Risikomanagement Gesamtbank sichergestellt. Verantwortlich dafür ist die
Abteilung Kreditrisikomanagement. Für Kunden mit Unterstützungsbedarf wird der Bereich Sanierung mit den
Abteilungen Sondergestion und Risikoabwicklung tätig. Als Hauptaufgaben des Risikomanagements wird die Unter-
stützung und Kontrolle bei der Messung und Steuerung des Kreditrisikos sowie die Sanierung und unter Umständen die Verwertung von Problemengagements wahrgenommen.
Das Kreditrisiko der RLB NÖ-Wien wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Basis für die Kreditrisikosteuerung und Kreditentscheidung sind die vom Vorstand der RLB NÖ-Wien genehmigten strategischen Grundsätze hinsichtlich Kreditprüfung, Betrachtung der Teilrisiken (Mitbetrachtung des Länderrisikos, Spezialbetrachtung des Bankenrisikos), Besicherung und Ertrags-/Risiko-Anforderungen.
Für Kontrahentenausfallrisiken aus Derivativgeschäften wird eine Wertanpassung (Credit Value Adjustment, CVA) basierend auf einem internen Modell durchgeführt, welche die Kosten
einer Absicherung dieses Risikos auf dem Markt darstellt.
Für das Kreditrisiko ist in der RLB NÖ-Wien ein umfassendes Limitsystem implementiert. Eine Limitierung erfolgt sowohl auf Einzel- bzw. Kundengruppenebene und auf Branchenebene, unter Berücksichtigung der Länderlimits, als auch auf Portfolioebene mittels Credit Value at Risk (Monte Carlo Simulation) im Zuge der RTFA auf Gesamtbankebene. Des Weiteren wird das Länderrisiko unter Berücksichtigung des Länderratings explizit quantifiziert und im Rahmen der RTFA gesondert
gesteuert. Das Einzelkundenlimitsystem bzw. Branchenlimit-
system wird direkt aus dem Portfoliomodell für Kreditrisiko abgeleitet. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe verwendet für das Kreditportfoliomodell institutseigene Risikoparameter, die jährlich validiert werden.
In der RLB NÖ-Wien sind angepasst an das Kundengeschäft bzw. die Kundenstruktur unterschiedliche Ratingmodelle im Einsatz. Grundsätzlich werden in der RLB NÖ-Wien alle
Ratingmodelle zumindest einmal jährlich validiert und auf
Basis dieser Validierungsergebnisse bei Bedarf weiter-
entwickelt.
Russland-Ukraine-Krieg
Mit Ausbruch des Russland-Ukraine Krieges wurde begonnen Betroffenheitsanalysen für das Kommerzkundengeschäft durchzuführen. Diese wurden laufend aktualisiert und um die Themen Volatilitäten auf den Energiemärkten und die angestiegene Inflation erweitert.
Bis auf wenige Einzelfälle war in der Betroffenheitsanalyse im Jahr 2022 keine verstärkte Bonitätsverschlechterung des Portfolios zu erkennen. Ähnlich verhält es sich mit der Frage zur verstärkten Beobachtung von Zahlungsschwierigkeiten. Auch hier ist bis dato keine Häufung im identifizierten potenziell
betroffenen Portfolio zu erkennen. Aus Sicht des Länderrisikos ist in der RLB NÖ-Wien hinsichtlich des Russland-Ukraine-
Krieges keine Betroffenheit gegeben. Die RLB NÖ-Wien hat kein Exposure in der Ukraine und nur ein sehr limitiertes
Exposure gegenüber russischen Kunden. Ein Exposure gegenüber dem russischen Sovereign sowie eine physische Präsenz in diesen beiden Ländern besteht nicht.
32Risikobericht
Inflation
Zusätzlich zu den oben erwähnten Analysen wurden weitere Analysen und Stresstests des Privatkundenportfolios durchgeführt, um die Auswirkung von inflationsbedingt höheren Ausgaben oder Ratenerhöhungen durch das steigende Zinsniveau abzubilden. Der aktuelle wirtschaftliche Ausblick (Energiepreisrisiko, steigende Inflation, steigendes Zinsniveau u.a.) ist in den Berechnungen der Kreditrisikovorsorge bereits berücksichtigt. Im Jahr 2022 können auf Grund der aktuellen makroökonomischen Situation keine Auswirkungen verzeichnet
werden.
COVID-19-Pandemie
Seit Frühling 2022 kommt es auf Grund der Omikron Variante zu einer deutlichen Entschärfung des Verlaufs der COVID-19-Pandemie, es kommt zu deutlich weniger schweren Verläufen, zusätzlich sinkt die Anzahl der Neuinfektionen. Die meisten Einschränkungen und Maßnahmen wurden aufgehoben bzw. ausgesetzt, aber auch die staatlichen Unterstützungsmaßnah-men wurden größtenteils zurückgenommen.
Aktuell gibt es nur noch wenige freiwillige COVID-19-
Stundungen im Portfolio. Auch das Volumen an Über-
brückungsfinanzierungen baut sich über die kommenden Jahre kontinuierlich ab.
Im Jahr 2022 wurden lediglich EUR 5 Mio. (18 Geschäftsfälle) an neuen COVID-19-Maßnahmen (Überbrückungsfinanzierungen oder freiwillige Stundungen) vergeben. Aus dem
Kreditportfolio der bisher ausgelaufenen Stundungen und Überbrückungsfinanzierungen entstand im Jahr 2022 kein
wesentlicher Auftrieb der Risikokosten.
Die Volumina der betroffenen Geschäfte können den Notes des Konzernabschlusses der RLB NÖ-Wien entnommen werden.
Nachhaltigkeit und ESG-Faktoren im Kreditrisiko
Die Bewertung der Risikopositionen hinsichtlich ESG-
Relevanz erfolgt in der RLB NÖ-Wien mittels eines externes Scoring Tools. Mit diesem Tool wird eine Klassifizierung jedes Geschäfts nach den Kriterien E (Environmental), S (Social) und

G (Governance) vorgenommen und im Rahmen eines ESG-
Scorings ein, dem Geschäft entsprechender Score, zugewiesen. Jeder dieser Scores wird entsprechend seiner Bedeutung im
jeweiligen Ratingschema gewichtet, um einen gesamthaften ESG-Score je Kredit/Wertpapier zu erhalten. Die Skala für die Einteilung dieser Scores ist von Stufe AAA, welche dem besten Score und somit einem sehr niedrigen ESG-Risiko entspricht, bis zur Stufe C, die die schlechtest mögliche Einstufung darstellt. Die Bewertung der ESG-Situation von Krediten und Wertpapieren wird im Rahmen der Kreditentscheidung sowie Wertpapierankaufsentscheidung miteinbezogen, derzeit noch in qualitativer Form und nach vollständiger Scoring-
systemumsetzung mittels ESG-Score. Nachhaltigkeitsrisiken sind für die RLB NÖ-Wien wesentlicher Risikobestandteil in der zentralen Banksteuerung, weswegen die Umsetzung entsprechender Einstufungs- und Analysemodelle und Prozesse mit Hochdruck verfolgt wird. In der Nachhaltigkeitsstrategie definierte Zielvorgaben tragen zu einer schrittweisen Transformation in Richtung eines nachhaltigen Kreditportfolios bei.
Unterstützt wird dieses Ziel durch die Entscheidung der RLB NÖ-Wien sich dem PCAF-Standard (Partnership for Carbon Accounting Financials) durch Unterzeichnung des Comitment Letter PCAF zu unterwerfen.
Marktrisiko inkl. Credit Spread Risiko
Als Marktrisiko (auch „Marktpreisrisiko“ oder „Marktpreisänderungsrisiko“) bezeichnet man das Risiko finanzieller Verluste aufgrund der Änderung von Marktpreisen und sonstigen preisbeeinflussenden Faktoren (Korrelationen, Volatilitäten).
In der RLB NÖ-Wien werden die folgenden Ausprägungen des Marktrisikos gemessen, analysiert und überwacht:
  • Zinsänderungsrisiko
  • Fremdwährungsrisiko
  • (Sonstiges) Preisrisiko
  • Credit Spread Risiko

Risikobericht33
Das Zinsänderungsrisiko ist die Gefahr, dass die RLB
NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Zinsänderungen erfährt. Dies beinhaltet auch das Volatilitätsrisiko aus Zinsoptionen.
Das Fremdwährungsrisiko ist die Gefahr, dass die RLB
NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Wechselkursänderrungen erfährt. Dabei werden Positionen in Gold oder gold-unterlegten Derivaten dem Fremdwährungsrisiko unterliegend, Positionen in anderen Edelmetallen wie Silber, Platin etc. dem Preisrisiko unterliegend behandelt. Das Volatilitätsrisiko aus Fremdwährungsoptionen ist in der Teilrisikoart Fremdwährungsrisiko ebenfalls enthalten.
Das (sonstige) Preisrisiko ist die Gefahr, dass die RLB
NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Kursänderungen von
Aktien, Rohstoffen etc. erfährt, unter Einschluss des
Volatilitätsrisikos aus Preisoptionen.
Das Credit Spread Risiko ist die Gefahr, dass sich marktspezifische Zinssätze wie etwa Bond- und Swap-Zinssätze bei gleichbleibendem Rating unterschiedlich entwickeln, sodass ein Ausgleich von Wertverlusten in Bonds durch entsprechende
Gewinne aus Hedge-Positionen in Zinsswaps nicht vollständig gegeben ist, bzw. dass sich Wertsteigerungen und
-minderungen von Bonds nicht (ausschließlich) durch Zinsbewegungen erklären lassen.
Die Quantifizierung des Marktrisikos und von dessen Teilrisikoarten erfolgt sowohl im Handels- wie im Bankbuch mittels der Kennzahl Value at Risk (VaR) sowie mittels mehrerer Sensitivitätskennzahlen, beispielsweise mittels der Kennzahl Basis Point Value (BPV) für Änderungen des Barwerts einer bestimmten Risikoposition, wenn sich das Zinsniveau um einen Basispunkt ändert, oder mittels Optionssensitivitätskennzahlen (Delta, Gamma, Theta, Vega) bei Risikopositionen mit Optionalitäten.
Der VaR bezeichnet ein Risikomaß, das angibt, welchen Wert der Verlust einer bestimmten Risikoposition mit einer
gegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines gegebenen Zeithorizonts nicht überschreitet. Die Berechnung des VaR erfolgt in der RLB NÖ-Wien mittels einer historischen Simulation mit gleichgewichteten Zeitreihen mit dem System „SAS Risk Management for Banking“.
Für die tägliche Steuerung (Limitierung) wird in der
RLB NÖ-Wien die Going Concern Betrachtung nach IFRS angewendet, wobei der Berechnung ein einseitiges Konfidenz-
niveau von 99% zugrunde gelegt wird. Handelsbuchportfolios werden für eine Haltedauer von einem Tag gerechnet,
Bankbuchportfolios für eine Haltedauer von einem Jahr (250 Handelstage). Die monatliche Steuerung (Limitierung) findet zusätzlich auf Basis einer Gone Concern-Betrachtung statt, bei der ein einseitiges Konfidenzniveau von 99,9% und allgemein eine Haltedauer von einem Jahr (250 Handelstage) angewendet wird.
Da der VaR den möglichen Verlust eines Portfolios nur unter üblichen Marktbedingungen quantifiziert, wird über Stresstests die Auswirkung extremer Marktbewegungen, die durch die VaR-Methodik nicht abgedeckt werden kann, ermittelt.
Die Zuverlässigkeit des auf historischen Daten basierenden VaR-Ansatzes wird durch ein Backtesting auf täglicher Basis überprüft. Dabei wird verglichen, wie oft die prognostizierte Verlustgrenze tatsächlich überschritten wurde. Bei einem Konfidenzniveau von 99% soll der tatsächlich an einem Tag aufgetretene Verlust statistisch gesehen nur zwei bis drei Mal pro Jahr (1% von ca. 250 Bankwerktagen) den VaR überschreiten.
Die operative Steuerung des Marktrisikos erfolgt zentral in den Abteilungen Fixed Income Management und Liquidity
Management des Bereichs Treasury, in welche zu diesem Zweck auch das Marktrisiko aus Kundengeschäften transferiert wird. Für diese Steuerung setzt der Bereich Treasury
derivative Finanzinstrumente – vor allem Zinsswaps, Futures, Zinsoptionen, Währungsswaps und Währungsoptionen – ein. Eine Übersicht über die Struktur dieser Derivatgeschäfte findet sich im Anhang zum Jahresabschluss unter C. Erläuterungen der Bilanzposten XII. Ergänzende Angaben 4. Anhangangaben zu Finanzinstrumenten gemäß § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG.
34Risikobericht
Den Rahmen für die operative Steuerung bildet ein umfang-reiches Limitsystem, dessen Basis die Budgetierung des Risikokapitals für das Markt- und Credit Spread Risiko anlässlich der RTFA ist. Die Verteilung des gesamten Risikokapitals für das Markt- und Credit Spread Risiko auf Handelsbuch, Bankbuch und deren Subportfolios in Form von operativen VaR-Sublimits erfolgt für die tägliche Steuerung mittels der vom Vorstand auf Vorschlag des Bereichs Risikomanagement beschlossenen Markt- und Credit Spread-Risiko-Limitstruktur. Neben der
Limitierung mittels VaR-Vorgaben wird das Marktrisiko pro Portfolio dort zusätzlich durch von VaR-Limits abgeleitete BPV-Limits sowie Stop/Loss- resp. Berichtslimits begrenzt. Für Portfolios, in denen Optionen eingesetzt werden können, sind in der Markt- und Credit Spread-Risiko-Limitstruktur Optionssensitivitätslimits gesetzt. Für die monatliche Steuerung wird das gesamte Risikokapital für das Markt- und Credit Spread Risiko in Form von operativen VaR-Sublimits auf die Teilrisikoarten heruntergebrochen. Diese VaR-Sublimits
werden durch das Aktiv-/Passiv-Komitee festgesetzt, an dessen
monatlich stattfindenden Sitzungen das Marktrisiko und dessen Teilrisiken berichtet und die Zinsmeinung sowie die Zinspositionierung der Bank beschlossen werden.
Neben den erwähnten VaR-, Sensitivitäts- und Stop/Loss- resp. Berichtslimits werden Risiken von Treasury-Geschäften zusätzlich über ein umfangreiches System von Positions-, Produkt- und kontrahentenbezogenen Limits (Zulässigkeitsprüfung für Händler, Märkte, Produkte, Währungen, Laufzeitbänder; Positionslimits; Kontrahentenlinien) begrenzt. Neue Produkte
werden in den Produktkatalog erst dann aufgenommen, wenn sie den Produkteinführungsprozess erfolgreich durchlaufen
haben und wenn die Abbildbarkeit in den Front-, Back-Office bzw. Risikomanagement-Systemen der Bank gewährleistet ist.
Die Limitüberwachungs- und Reportingfunktion des Marktrisikos und dessen Teilrisiken wird von der Abteilung
Modelle & Analytik Gruppe Marktrisikoanalyse wahrgenommen, wobei eine strikte Trennung zwischen Front-, Mid-, Backoffice und Risikomanagement eine umfassende, transparente und objektive Darstellung der Risiken gegenüber Gesamtvorstand, Aufsichtsrat und Aufsichtsbehörden gewährleistet.
Es werden die von den EBA Leitlinien zum IRRBB vorgeschriebenen sechs Szenarien monatlich berechnet und an die Risikogremien berichtet.
Die Inflation stellt bei der Berechnung des VaR keinen unmittelbaren Risikofaktor dar, wird im Modell jedoch durch daraus resultierende Änderungen des Zinsniveaus berücksichtigt.
Im Jahr 2022 kam es im Marktrisiko zu keinen weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise.
Per Ultimo Jänner 2022 wurden Anpassungen in die Marktrisikoberechnung übernommen (Aktivierung/Anpassung von Floors auf der Aktivseite, Floors auf der Passivseite, Modellierung von Einlagen mit unbestimmter Laufzeit), welche die Zinssensitivität und damit das Zinsrisiko derart erhöhten, dass das Zinsrisiko kurzfristig das Credit Spread Risiko als wichtigste Subrisikoart im RLB NÖ-Wien-Konzern ablöste. Das
anschließende Zinshedging und der durch die russische Invasion in der Ukraine mitverursachte Anstieg der Zinsen führten dann zu einem sehr starken Rückgang des Zinsrisiko Stand-alone-VaRs, von TEUR 668.673 per Ultimo Jänner 2022 auf TEUR 209.520 per Ultimo Dezember 2022. Der anteilsmäßige Credit Spread VaR im RLB NÖ-Wien-Konzern stieg zwar seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bis Ultimo Mai aufgrund eines generellen Anstiegs der Credit Spreads an,
signifikant bei fast gleichbleibendem Volumen mit einem Plus von 20,4% von Ultimo Februar (EUR 233Mio.) auf Ultimo März (EUR 280 Mio.). Dieser Effekt wurde im RLB NÖ-Wien-Konzern jedoch vom erwähnten, gleichzeitigen, starken Rückgang des Zinsrisiko VaRs derart überlagert, dass im Jahr 2022 der Monatsletzte mit dem höchsten gesamten Gone Concern-Marktrisiko mit Ultimo Jänner noch vor der russischen
Invasion in der Ukraine lag.
Im Handelsbuch ging das Marktrisiko aufgrund der Tatsache, dass sich das Anleihen-Volumen Ultimo März auf ca. ein
Drittel des Anleihen-Volumens von Ultimo Februar reduziert hatte, zunächst stark zurück. Ein signifikanter Anstieg des Marktrisikos im Handelsbuch erfolgte dann ab August 2022 wegen der Wiederaufnahme des Aktienhandels, womit auch ein Wechsel zum Preisrisiko als wichtigster Subrisikoart im Handelsbuch verbunden war.
Liquiditätsrisiko
Risikobericht35
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, dass die Bank ihre gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht erfüllen kann und dass im Falle
unzureichender Marktliquidität Geschäfte nicht abgeschlossen werden können oder zu ungünstigeren Konditionen abgeschlossen werden müssen.
Das Liquiditätsrisiko umfasst folgende Teilrisiken:
  • Zahlungsunfähigkeitsrisiko (Liquiditätsrisiko i.e.S.)
  • Liquiditätsfristentransformationsrisiko (Liquiditätsrisiko i.w.S.).
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko schließt das Terminrisiko (unplanmäßige Verlängerung der Kapitalbindungsdauer von
Aktivgeschäften) und Abrufrisiko (vorzeitiger Abzug von Einlagen, unerwartete Inanspruchnahme von zugesagten Kreditlinien) ein. Unter dem Liquiditätsfristentransformationsrisiko werden das Marktliquiditätsrisiko (Assets können nicht oder nur zu schlechteren Konditionen veräußert werden) und das Refinanzierungsrisiko (Anschlussfinanzierungen können nicht oder nur zu schlechteren Konditionen durchgeführt werden)
erfasst.
Die Liquiditätssteuerung inklusive Fundingplanung und Emissionstätigkeit erfolgt zentral durch den Bereich Treasury für die gesamte Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien. Die
Berechnung des Liquiditätsrisikos erfolgt in der Abteilung
Modelle & Analytik Gruppe Marktrisikoanalyse.
Die Liquiditätssituation in der Raiffeisen-Bankengruppe
NÖ-Wien wird sowohl auf Solo-Ebene der einzelnen Kreditinstitute (RLB NÖ-Wien, Raiffeisen-Holding NÖ-Wien,
Raiffeisenbanken) als auch über verschiedene Konsolidierungskreise betrachtet.
Im Rahmen von Artikel 8 CRR kann die FMA nachgeordnete Institute einer KI-Gruppe und Teilnehmer eines institutsbezogenen Sicherungssystems vollständig von der Anwendung des Teils 6 CRR (Liquidität) ausnehmen und diese wie eine einzige Liquiditätsuntergruppe überwachen, solange sämtliche der in Artikel 8 Abs. 1 CRR genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Per 30.06.2021 trat die Erweiterung des Liquiditäts-Waiver um die NSFR mittels FMA Bescheid in Kraft. Dadurch entfällt für alle Teilnehmer der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien die Einzelerfüllung der Kennzahlen NSFR und LCR. Die Liquiditätskennzahlen sind nunmehr auf Liquiditäts-Waiver-Ebene zu erfüllen. Die Kennzahlen müssen gemäß dem Sanierungsplan der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe unter der Einhaltung der Schwellenwerte LCR ≥ 102,5% und NSFR ≥ 102% auf Ebene der KI-Gruppe eingehalten werden. Für die Einhaltung der Limite zu den regulatorischen Kennzahlen LCR, NSFR und zu den internen Kennzahlen OLFT (operative
Liquiditätsfristentransformation), SLFT (strukturelle Liquiditätsfristentransformation) und GBS (Gap über Bilanzsumme) ist die konsolidierte Sicht des Liquiditätswaivers, unter der
Bedingung, dass auf Ebene der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe eine LCR  102,5% und eine NSFR 102% einzuhalten sind, relevant.
Für die Liquiditätsablaufbilanz werden unterschiedliche Szenarien unterstellt und zusätzlich zu den Gaps in den einzelnen Laufzeitbändern auch Limit-Kennzahlen berechnet. Dabei wird zwischen dem Normalfall, der Rufkrise, der Systemkrise und der kombinierten Krise unterschieden. Bei der Rufkrise wird angenommen, dass es zu einer Beschädigung des Namens Raiffeisen kommt (z.B. negative Berichterstattung in den
Medien). Die Systemkrise stellt auf den Fall einer generellen Krise ab, ohne dass Raiffeisen, isoliert betrachtet, selbst einer besonderen Krisensituation unterliegt. Die kombinierte Krise stellt eine Kombination aus Ruf- und Systemkrise dar. Allen Szenarien ist unterstellt, dass von der aktuellen Situation ausgehend kein Neugeschäft durchgeführt wird.
Auf Ebene der Raiffeisenbankengruppe (RBG) NÖ-Wien
(Liquiditäts-Waiver) wird die Limiteinhaltung monatlich im Aktiv-/Passiv-Komitee berichtet und überprüft. Die Kenn-
zahlen der RLB NÖ-Wien werden ebenfalls im Rahmen des Aktiv-/Passiv-Komitees berichtet. Weiters beschäftigt sich dieses Gremium auch mit Fundingstrategie, Liquiditätserträgen und -kosten und den Ergebnissen aus den Liquiditätsberichten. Daraus abgeleitet erfolgen Empfehlungen an den Vorstand. Für die RBG Niederösterreich wird ein regelmäßiger Liquiditäts-bericht erstellt und an das Liquiditätsmanagement-Gremium (LIMA-Gremium) berichtet. Zwischen Aktiv-/Passiv-Komitee und LIMA-Gremium besteht eine laufende Kommunikation und Abstimmung.
36Risikobericht
Auf Basis der Liquiditätsablaufbilanz wird das Liquiditätsrisiko zusätzlich mit dem entsprechenden Anteil im Rahmen der RTFA der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und der
RLB NÖ-Wien angesetzt.
Die RLB NÖ-Wien benötigt aber auch untertägige Liquidität zur Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen im Laufe eines Geschäftstages. Untertäige Liquidität bezeichnet hier im
Wesentlichen den Liquiditätsbestand zur Deckung von
Zahlungsverpflichtungen, die für die RLB NÖ-Wien im Rahmen der Abwicklung ihres täglichen Zahlungsverkehrs entstehen. Die wesentliche Eigenschaft dieses Liquiditätsbestands ist seine äußerst kurzfristige (untertägige) Verfügbarkeit. Der Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie die Geschäftsleitung der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien erhalten täglich Berichte über die Entwicklung der LCR.
Intraday Liquidity Risk (ILR) bezeichnet das Risiko des nicht-effektiven Managements der untertägigen Liquidität, z.B. mit der Folge des Nicht-Bestehens der Fähigkeit zur jederzeitigen Erfüllung untertägiger Zahlungsverpflichtungen. Intraday
Liquidity Management (ILM) hat demnach das effektive
Management der untertägigen Liquidität sowie die Überwachung und Steuerung des ILR zum Kerninhalt, insbesondere durch Aufstellung eines geeigneten Liquiditätspuffers zur
Deckung bevorstehender untertägiger Zahlungsausgänge unter normalen und gestressten Bedingungen. Nebenbedingung für das ILM sind neben der allgemeinen Geschäftstätigkeit der
RLB NÖ-Wien, insbesondere die verschiedenen Zahlungsverkehrssysteme, welche die Bank unmittelbar oder mittelbar über Korrespondenzbanken nutzt. Das ILR wird täglich berechnet und berichtet.
Ebenfalls auf täglicher Basis werden Frühwarnindikatoren
erstellt und an den Vorstand berichtet. Ebenso fließen Liquiditätsindikatoren in den R-IPS-Sanierungsplan ein und lösen beim Erreichen von Schwellwerten Informationsprozesse und Maßnahmen auf Ebene der Liquiditäts-Waiver-Gruppe
NÖ-Wien aus. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe ist Teil des R-IPS-Sanierungsplans. Bei Erreichen eines
definierten Schwellenwerts erfolgt eine Information an die ÖRS (Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen).
Für einen eventuellen Krisenfall wurde ein entsprechender Notfallplan festgelegt, dessen Ausführung vom LIMA-Gremium im Anlassfall umgesetzt wird. Die Risikorechnung erfolgt unter Berücksichtigung der Anforderungen der Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie (CRR/CRD IV), der Implementing Technical Standards der EBA und der Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung, die zur Umsetzung der CRD IV in
österreichisches Recht dient.
In Zusammenhang mit der COVID-19-Krise waren im Jahr 2022, wie auch bereits im Jahr 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 keine gesonderten Maßnahmen wie z.B. die Ausrufung der Problemstufe 1 oder die Einberufung eines gesonderten Steuerungsgremiums für das Liquiditätsrisiko notwendig.
Auf die Liquiditätslage (u.a. Pufferwerte, Zuflüsse, Abflüsse, etc.) waren keine signifikanten längerfristigen Auswirkungen durch die Marktsituation des Geschäftsjahres 2022 (Inflation, sowie Russland-Ukraine Krieg) zu beobachten.
Der Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs hat sich kurzfristig auf die Liquiditätslage einiger Raiffeisenbanken ausgewirkt. In einem sehr kurzen Zeitraum von ein paar Tagen war ein regional beschränkter Abfluss von Kundeneinlagen zu beobachten. Ein Liquiditätsabfluss bei den Raiffeisenbanken schlägt auch auf die RLB NÖ-Wien durch. Frühzeitig wurde daher die Task-Force Russland ins Leben gerufen, welche umfassend die
Gesamtsituation für die RLB NÖ-Wien AG betrachtet und an den Gesamtvorstand berichtet. Die Sonderberichterstattung fand das Jahr 2022 über einmal in der Woche statt. Nachdem sich die Situation auf den relevanten Märkten wieder beruhigt hatte, waren für das restliche Geschäftsjahr 2022 keine Auswirkungen mehr aus dem Russland-Ukraine-Krieg zu beobachten.
Für die Quantifizierung des Liquiditätsrisikos im Rahmen der RTFA (Refinanzierungsrisiko) wird der barwertige Refinanzierungsschaden über 12 Monate - sowohl im "Going-Concern-" als auch im "Gone-Concern-" Szenario - herangezogen.
Risikobericht37
Der EZB-Rat hat in seiner Sitzung am 7. März 2019 beschlossen, eine neue Reihe von gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (targeted longer-term refinancing operations - TLTRO III) durchzuführen, um günstige Kreditbedingungen zu schaffen. Die TLTRO III wurden seitdem mehrmals angepasst, um die Preisniveaustabilitätsziele des Eurosystems zu erreichen und die Kreditvergabe zu unterstützen. Die jüngsten Änderungen wurden am 27. Oktober 2022 beschlossen.
TLTRO III werden als spreadbasierte besicherte Tenderoperationen durchgeführt, die grundsätzlich auf den durchschnitt-
lichen Hauptrefinanzierungszinssatz während bestimmter Zeiträume des Geschäfts indexiert sind. Grundsätzlich wird für den Besonderen Verzinsungszeitraum vom 24. Juni 2020 bis 23. Juni 2021 sowie für den zusätzlichen besonderen Verzinsungszeitraum vom 24. Juni 2021 bis 23. Juni 2022 ein
Abschlag von 50 Basispunkten auf den durchschnittlichen Hauptrefinanzierungszinssatz während dieses Zeitraums vorgenommen.
Am 27. Oktober 2022 wurden zusätzliche, vorzeitige und
freiwillige Rückzahlungsmöglichkeiten der TLTRO III angekündigt. Somit können die TLTRO III bis einschließlich März 2023 in monatlichem und anschließend in vierteljährlichem Rhythmus freiwillig vorzeitig zurückgezahlt werden.
Per 31. Dezember 2022 beträgt das Refinanzierungsvolumen aus TLTRO Geschäften EUR 2,31 Mrd. aus insgesamt 5
Tranchen.
Beteiligungsrisiko
Die RLB NÖ-Wien hält aufgrund ihres Fokus als Universalbank ausschließlich strategische Beteiligungen innerhalb des
Raiffeisensektors sowie sonstige Beteiligungen, die das Bankgeschäft unterstützen. Die größte Beteiligung besteht an der RBI, dem Raiffeisen-Spitzeninstitut, wobei sowohl direkte als auch
indirekte Anteile gehalten werden.
Das Beteiligungsrisiko betrifft die RLB NÖ-Wien in Form
potenzieller Verluste durch die Reduktion von Verkehrswerten (Nutzungswerten) sowie aus gesetzlichen oder vertraglichen Nachschusspflichten.
Vierteljährlich finden die mittels eines Simulationsmodells zur Messung des Beteiligungsrisikos (im Extrem- und Liquidationsfall) ermittelten Risikopotenziale und die Risikodeckungs-massen aus Beteiligungsunternehmen Eingang in die periodisch auf Gesamtbankebene durchgeführten Risikotragfähigkeitsanalysen. Das Simulationsmodell (Monte-Carlo-Simulation) wurde im Jahr 2022 evaluiert und methodische Anpassungen vorgenommen. Eine Validierung des Modells wurde ebenfalls durchgeführt. Basierend auf historischen Volatilitäten der
Änderungen der Marktkapitalisierung von Peer-Unternehmen und des Basiszinssatzes wird der mögliche (Markt-) Wertverlust der simulierten Beteiligungen auf einem bestimmten
Konfidenzniveau (95% und 99,9%) im Sinne eines Value at Risk unter der Annahme einer Normalverteilung simuliert. Das
Beteiligungsrisikomodell sieht des Weiteren vor, dass ermittelte Risikoaufschläge anschließend auf Nutzungswerte der Beteiligungen übergeleitet werden. Das Risikopotenzial wird weiterhin auf Einzel- und Portfolio-Ebene betrachtet.
Durch die COVID-19-Pandemie sind im aktuellen Geschäftsjahr keine wesentlichen Auswirkungen zu verzeichnen. Es sind auch keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Geschäfts-
modell der RBI zu erwarten.
Die Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg betreffen die RBI aufgrund ihrer starken Positionierung in der Region Zentral- und Osteuropa hingegen stark. Die RLB NÖ-Wien hat entsprechend den unterjährigen Trendanalysen für diese Beteiligung Impairments im Konzernabschluss vorgenommen. Trotz eines sehr guten operativen Geschäftsverlaufs und positiver
Kapitaleffekte durch die Aufwertung des russischen Rubels war eine deutliche Abwertung des Beteiligungsbuchwertes der RBI im Konzernabschluss erforderlich. Die weitere Entwicklung wird vom Management der RBI laufend beobachtet, mögliche Szenarien werden analysiert sowie unterschiedliche strate-
gische Optionen in Bezug auf Russland und Belarus evaluiert.
38Risikobericht
Die gestiegene Inflation zeigt unmittelbar keine wesentlichen und anhaltenden Auswirkungen auf das Beteiligungsrisiko der RLB NÖ-Wien. Indirekt wirkt sich jedoch der daraus resultierende Anstieg des Zinsniveaus über stark gestiegene Kapitalkosten auf die Unternehmensbewertung und damit das Beteiligungsrisiko aus. Die Beteiligungsunternehmen tragen im
Rahmen ihrer Geschäftsgebarung Sorge für ein ihrem
Geschäftsgegenstand angemessenes Nachhaltigkeitsmanagement. Die Auswirkungen aus ESG-Aspekten fließen in die Bewertung der einzelnen Beteiligung und damit in die Risikoquantifizierung ein.
Non Financial Risk inkl. operationelles Risiko
Die RLB NÖ-Wien subsumiert im Jahr 2022 folgende Subrisikoarten unter der Risikoart Non Financial Risk:
  • Operationelles Risiko (inkl. IT-Risiko und Rechtsrisiko)
  • Outsourcingrisiko
  • Compliancerisiko
  • Modellrisiko
Unter operationellem Risiko versteht die RLB NÖ-Wien Verluste, die aufgrund von Fehlern in Systemen, Prozessen oder durch Mitarbeiter oder Externe entstehen. In dieser Definition sind die Rechtsrisiken und IT-Risiken eingeschlossen.
Die RLB NÖ-Wien verfügt über eine umfangreiche Schadensfalldatenbank. Der Vorstand der RLB NÖ-Wien wird quartalsweise über die Entwicklung aufgezeichneter Schadensfälle
informiert. Bei der Kategorisierung der operationellen Risiken werden sowohl bei der Risikoselbsteinschätzung als auch bei der Schadensfallsammlung die gesetzlichen Bestimmungen der CRR (Art. 312 bis 324) beachtet.
Um hohes Risikopotenzial mit geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten zu identifizieren, führt die RLB NÖ-Wien flächen-deckend Risikoselbsteinschätzungen (Risk Assessments) auf Bereichs- und Abteilungsebene im Rahmen von moderierten Workshops durch. Auswirkungen aktueller Entwicklungen (Russland-Ukraine-Krieg, Inflation und COVID-19) werden in den OpRisk-Instrumenten (Schadenfalldatenbank, Risiko-
assessments) entsprechend berücksichtigt.
Die RLB NÖ-Wien zieht für das operationelle Risiko den
Basisindikatoransatz gemäß Art. 315f CRR (zur Berechnung des Mindesteigenmittelerfordernisses) heran. Die regulatorischen Vorgaben zu ESG wurden in den internen Richtlinien und Systemen umgesetzt und werden laufend hinsichtlich
weiterer Verbesserungspotentiale evaluiert.
Um diese operationellen Risiken zu begrenzen, wurden bereits in der Vergangenheit zahlreiche Vorkehrungen getroffen, die an der Aufbau- und Ablauforganisation ansetzen. Die
RLB NÖ-Wien hat zur Vermeidung und Begrenzung der IT-Risiken entsprechende organisatorische Maßnahmen gesetzt, die auch detailliert in einem Information Security Governance Framework definiert und festgeschrieben sind. Ein eigens
definierter IT-Sicherheitsbeauftragter wacht über die Einhaltung der IT-Sicherheit.
Die RLB NÖ-Wien hat ein BCM-Management im Einsatz. Dieses kam auch im Jahr 2022 aufgrund der weiter andauernden Herausforderungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zum Einsatz und wurde angepasst und weiterent-
wickelt. Weitere Angaben dazu sind im Kapitel „Makroökonomisches Umfeld und wirtschaftliche Lage – Russland-Ukraine-Krieg, Inflation und COVID-19-Pandemie“ des Risikoberichts zu finden.
Darüber hinaus ist zur Vorbeugung gegen Geldwäsche und
Terrorismusfinanzierung in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe eine verantwortliche Person als Geldwäschebeauftragte ernannt. Zu Sicherstellung der Einhaltung der FATCA-Anforderung (Foreign Account Tax Compliance Act der US-Steuerbehörden) definiert das Institut den erforderlichen Responsible Officer. Des Weiteren ist ein Compliance Officer installiert, der dafür Sorge zu tragen hat, dass die im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften maßgeblichen Gesetze, Vorschriften sowie über- und innerbetrieblichen Regelwerke von den Mitarbeitern und Funktionären der RLB NÖ-Wien zu deren eigenem Schutz und zwecks Sicherung des Vertrauens-verhältnisses zum Markt und zu den Kunden der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe, eingehalten werden. Neben der Compliance-Funktion hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe auch eine institutsgruppenübergreifende Einheit „BWG-Compliance“ installiert. Diese BWG-Compliance-Funktion stellt mittels eines geeigneten Informations- und Überprüfungs-Prozesses innerhalb der Raiffeisen-Holding
NÖ-Wien-Gruppe die fristgerechte Umsetzung regulatorischer Neuerungen sicher.
Risikobericht39
Unter Compliance Risiko sind damit Risiken, die in den Tätigkeitsbereich der Funktionen des Wertpapier-Compliance-Officers, der BWG-Compliance und des Geldwäschebeauftragten (siehe Organigramme RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien) sowie des FATCA Responsible Officers
fallen und die Einhaltung der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen gewährleisten sollen, subsummiert.
Das Outsourcingrisiko betrachtet die Strategie, die Zielsetzung und den Prozess bei der Ausgliederung von Aufgaben bzw. Unternehmensteilen. Outsourcing wird in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe als Mittel zur Konzentration auf die Kernkompetenzen und als Möglichkeit der Effizienzsteigerung, insbesondere zur Hebung von Synergiepotenzial in einem dezentralen Bankenverbund gesehen und werden im Sinne des Paragraph 25 BWG sowie der EBA Guidelines on Outsourcing
Arrangements gemangt. Durch einen im Rahmen der gruppenweiten Unternehmensorganisation eigens definierten Outsourcingverantwortlichen ist die Risikooptimierung und -betrachtung stetig im Fokus. Die stark gestiegene Inflation hat aus Outsourcingsicht zur Folge, dass die Outsourcingverantwort-lichen sowie der Einkauf mit Preisänderungen konfrontiert werden, die zu Vertragsänderungen führen, welche von der Abteilung Datenschutz- und Outsourcingmanagement (DSO)
begleitet werden. Der Russland-Ukraine-Krieg und COVID-19 zeigen keine beobachtbaren Risikoauswirkungen im Zusammenhang mit Outsourcing. Die Abteilung DSO hat definierte Beurteilungsfragen nach ESG-Kriterien und -Standards für die Zusammenarbeit mit Auslagerungsdienstleistern im Einsatz. Für die Beschaffung von IT-Hardware ist ein Regelwerk zur Prüfung, ob diese im Einklang mit international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards stehen, im Einsatz.
Das Modellrisiko beleuchtet das Risiko eines möglichen
Verlusts aus den Konsequenzen von Entscheidungen, die auf den Ergebnissen von internen Modellansätzen basieren und die auf Fehler in der Entwicklung, Umsetzung und Anwendung solcher Ansätze zurückgehen.
Im Rahmen der RTFA berücksichtigt die RLB NÖ-Wien Non Financial Risk, sowohl im Extremfall als auch im Liquidationsfall. Der quantitative Ansatz inkludiert den Basisindikatoransatz des operationellen Risikos gemäß Art. 315f CRR sowie
20% des rechnerischen Werts der sonstigen Risiken.
Internes Kontrollsystem (IKS)
In der RLB NÖ-Wien ist ein effektives IKS im Einsatz. Es
besteht eine detaillierte Beschreibung der IKS-Vorgaben, anhand derer eine laufende Dokumentation der Prozesse der Bank und der dazugehörigen Kontrollmaßnahmen stattfindet. Die Verantwortlichkeiten und Rollen hinsichtlich IKS sowie die Kontrolltätigkeiten sind klar definiert. Es erfolgt eine regel-
mäßige Berichterstattung über die Ausgestaltung und die
Entwicklung des IKS in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Details zum IKS für den Rechnungslegungsprozess finden sich im nächsten Kapitel.
Makroökonomisches Risiko
Das makroökonomische Risiko wird in der RLB NÖ-Wien im Kreditrisikobereich berücksichtigt. Die Ermittlung dieser Risikoart erfolgt mittels eines statistischen/modellbasierten
Quantifizierungsansatzes. Die Risiken, die aus dem makroökonomischen Umfeld erwachsen, werden vierteljährlich im Rahmen der RTFA als eigene Risikoart angesetzt. Die Berücksichtigung der makroökonomischen Effekte im Beteiligungsgeschäft erfolgt, wie bei den sonstigen Risiken, im Zuge der
Beteiligungsrisikoermittlung.
Die COVID-19-Situation spielt makroökonomisch eine immer geringere Rolle. Stärkeren Einfluss auf das makroökonomische Risiko haben die aktuellen Entwicklungen der Inflation und der Zinslandschaft.
Sonstige Risiken
Die RLB NÖ-Wien führt eine eigene Risikoart „sonstige Risiken“ der nachstehende Subrisikoarten zugewiesen sind:
  • Strategisches Risiko
  • Reputationsrisiko
  • Ertrags- bzw. Geschäftsrisiko
  • Konzentrationsrisiken (Interrisikokonzentrationen)
  • Systemisches Risiko
40Risikobericht
Die RLB NÖ-Wien berücksichtigt im Rahmen der RTFA sowohl im Extremfall als auch im Liquidationsfall sonstige
Risiken als Approximation über einen Aufschlag von 5,0% der quantifizierten Risiken. Ausgenommen davon ist das Beteiligungsrisiko, da mögliche sonstige Risiken bereits in der Beteiligungsquantifizierung Eingang in die Risikobewertung finden. Von dem erwähnten Quantifizierungsansatz werden 20 Prozent für die Subrisikoarten Outsourcingrisiko, Compliance-
risiko und Modellrisiko gewidmet, die der Risikoart „Non
Financial Risk“ übertragen wurden.
Nachhaltigkeit und ESG-Risiken
Die Zukunft bringt auch eine verstärkte Beachtung und
Integration des Nachhaltigkeitsaspekts (ESG - Environment, Social, Governance) in den Geschäftsbereichen der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Die Funktion Nachhaltigkeit & CSR (Corporate Social Responsibility) ist in der
Organisation der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Teil der Konzernkommunikation implementiert. Gemeinsam mit der im November 2021 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der Geschäftsstrategie ist dieses Thema in der
KI-Gruppe, und damit auch in der RLB NÖ-Wien, verortet.
Speziell die Implementierung notwendiger Maßnahmen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsrisiken und ESG-Faktoren wurden im Berichtsjahr näherbetrachtet und analysiert. Die für ESG-Risiken anzuwendenden Methoden, Modelle und Strategien werden in den nächsten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und sollen dazu beitragen, inhärente ESG-Risiken
immer genauer zu messen. Abgeleitet von der Nachhaltigkeitsstrategie finden diese Themenstellungen auch Eingang in die Risikostrategie. ESG-Risiken beschreiben mögliche negative Folgen, die sich für Unternehmen aus Klima- und Umwelt-
effekten sowie aus negativen sozialen Aspekten und aus möglicherweise negativen Aspekten der Unternehmensführung ergeben können. Banken sind von Nachhaltigkeitsrisiken und ESG-Faktoren in vielerlei Hinsicht betroffen. ESG-Risiken wurden im Jahr 2022 anhand von ESG-Heatmaps analysiert. Die ESG-Heatmap ist ein Werkzeug zur Identifizierung,
Analyse und Wesentlichkeitsbeurteilung von ESG-Risiken bzw. deren Risikotreiber. ESG-Faktoren werden als Teilaspekte der laut Risikoinventur bereits betrachteten Risikoarten wie
Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und Non Financial Risk (und hier vor allem operationelles Risiko) sowie Reputationsrisiko mitberücksichtigt. Ziel ist somit die Berücksichtigung und Integration von ESG-Risiken in der gesamten Risikoorganisation.
Auswirkungen aus ESG-Faktoren können sich einerseits aus physischen Risiken ergeben, wie beispielsweise Folge-
wirkungen von Klimaereignissen. Diese können sich in Ausfällen von Kreditnehmern oder Wertminderungen von Kredit-
sicherheiten niederschlagen. Andererseits können Auswir-
kungen aus sogenannten Transitionsrisiken resultieren, die beispielsweise mit politischen oder technologischen Entwick-
lungen einhergehen. So können sich zur Erreichung bestimmter klimapolitischer Zielsetzungen beschlossene Lenkungsmaßnahmen stark nachteilig auf Branchen mit höherer Umweltbelastung auswirken. Banken mit Finanzierungen in diesen
Branchen sind somit davon in hohem Maße betroffen. Eine Analyse der einzelnen Branchen hinsichtlich ESG-Relevanz und daraus folgender Umgang mit diesen Branchen ist in der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe gerade im Laufen.
Neben den gesellschafts- und umweltpolitischen Motivationen zur Betrachtung von ESG-Faktoren stellen auch Gesetzgeber und Aufsicht hohe Anforderung hinsichtlich Nachhaltigkeitsrisiken und -berichterstattung an den Finanzsektor. Die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe – und damit auch die RLB NÖ-Wien - hat daher im Jahr 2022 mit der Implementierung von Projekten zu den Themen ESG-Faktoren/Risiken, ESG-Marktprogramm sowie ESG-Taxonomie zusätzliche Anstrengungen zur Umsetzung und Integration von Nachhaltigkeitsthemen in allen Bereichen der Bankengruppe gesetzt. Das bedeutet, beginnend bei der Governance der Bankengruppe, über Außenauftritt, Produktangebote, Kundenunterstützung und Risikomanagement sowie Risikomessung und Stresstests werden ESG-Themen, -Faktoren und -risiken einbezogen. An der Umsetzung eines ESG-Corporate-Ratings (ISS-Ratings) in der Banken-Gruppe wird ebenfalls mit hoher Priorität gearbeitet. Damit wird eine der wesentlichen Herausforderungen des ESG-Themas bewerkstelligt.
Risikobericht41
Zukünftige Entwicklung
Auch in Zukunft ist mit weiteren Verschärfungen der recht-
lichen Rahmenbedingungen zu rechnen. Damit gehen erhöhte Anforderungen und eine strengere Rechtsprechung der Verwaltungs- und Aufsichtsbehörden sowie der Gerichte einher. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die RLB NÖ-Wien auch in Zukunft in Gerichts- und Verwaltungsverfahren involviert sein wird und dass solche, etwaige zukünftige Verfahren bzw. deren allfälliger negativer Ausgang nachteilige Auswirkungen für die RLB NÖ-Wien haben können. Zum Stichtag sind alle derar-tigen erkennbaren Risiken bilanziell berücksichtigt.
Hinsichtlich des Russland-Ukraine-Krieges ist auch für das Jahr 2023 noch mit weiteren Anspannungen und Auswir-
kungen auf die RLB NÖ-Wien und ihre Risikolage zu rechnen. Soweit möglich wurden umfangreiche Vorsorgen in der RLB NÖ-Wien getroffen.
Institutsbezogene Sicherungssysteme
Im Berichtsjahr 2021 hat der Raiffeisensektor bei der FMA im Zuge des Antrags zur Errichtung einer sektoreigenen Einlagensicherung (siehe nachstehende Angaben zum Thema Einlagen-sicherung) auch den Antrag auf ein Raiffeisen-IPS (R-IPS:
Raiffeisen-Institutional Protection Scheme) im Sinne der Artikel 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR gestellt. Die EZB und die FMA haben ihre Bewilligungen für ein österreichweites Raiffeisen-IPS (R-IPS) mit Bescheid vom 12.05.2021 bzw. 18.05.2021 erteilt. Die RLB NÖ-Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien sind somit Mitglieder dieses R-IPS.
Das R-IPS ist das Sicherungssystem des Raffeisen-Geldsektors und dient der Erhaltung der Mitgliedsinstitute in einem nachhaltigen und wirtschaftlich gesunden Zustand, der Absicherung ihres Bestandes, Sicherung der Früherkennung und zur Vermeidung eines Konkurses sowie vor allem der Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität sowie der Zahlungsfähigkeit (Solvenz, Solvabilität und Mindestkapitalausstattung). Zur Sicherstellung der Solidarhaftung dieses Sicherungssystems erfolgen quartalsweise aggregierte Betrachtungen der Kapitaladäquanz auf R-IPS-Ebene. Diese Haftungsvereinbarung ermöglicht es den Instituten zum einen, Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Vertragspartner nicht von den eigenen Eigenmitteln abziehen zu müssen (Art. 49 Abs. 3 CRR). Zum anderen dürfen die Institute Risikopositionen gegenüber
anderen Vertragsparteien von der Anforderung der Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge ausnehmen (Art. 113 Abs. 7 CRR).
Europäischer Abwicklungsfonds
Die Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von Banken soll sicherstellen, dass im Krisenfall einer Bank in erster Linie Eigentümer und Gläubiger der notleidenden Bank die Kosten einer Sanierung oder Abwicklung tragen. Steuergelder sollen dagegen künftig nicht mehr für Bankenrettungen verwendet werden.
Kreditinstitute sind verpflichtet, Sanierungspläne zu erstellen. Bei Schieflage eines Instituts kann die Aufsicht bereits frühzeitig von ihren Eingriffsrechten Gebrauch machen. Sollte die seit 1. Jänner 2015 etablierte Abwicklungsbehörde der Auffassung sein, dass ein Kreditinstitut nicht länger lebensfähig ist, werden konkrete Abwicklungsmaßnahmen vorgesehen (siehe auch Angaben zu R-IPS Sanierungsplan).
Um Aufwendungen nicht durch öffentliche Mittel zu bedienen, wurde ein einheitlicher Abwicklungsfonds (SRF) gemäß SRM-Verordnung (EU Nr. 806/2014) auf europäischer Ebene errichtet, der durch risikogewichtete Beitragszahlungen aller Banken ex ante dotiert wird.
Der Fonds (SRF) wird seit 1. Jänner 2016 bis zum Ende einer Aufbauphase von acht Jahren mit einer Zielausstattung von ca. EUR 80,0 Mrd. aufgebaut.
Der Beitrag der RLB NÖ-Wien im Jahr 2022 betrug EUR 15,0 Mio.
Zu Details des Europäischen Abwicklungsfonds wird auf den Anhang C.XII. 5c verwiesen.
42Risikobericht
Kundengarantiegemeinschaft des Raiffeisensektors
Über die internen Maßnahmen zur Risikoerkennung,
-messung und -steuerung hinausgehend ist die RLB NÖ-Wien Mitglied der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft. Diese Gemeinschaft aus Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken und der RBI garantiert gegenseitig alle Kundeneinlagen und die eigenen Wertpapieremissionen (abhängig von den Emissionsbedingungen) bis zu 100 Prozent, die bis 30. September 2019 getätigt bzw. erworben wurden. Neues Einlagengeschäft ab dem 1. Oktober 2019 ist vom Schutz der Kundengarantiegemeinschaft nicht mehr umfasst. Auch die Aufstockung von vorhandenen Einlagen (im Rahmen eines bestehenden Kontos) ab 1. Oktober 2019 gilt als neues Einlagengeschäft und ist damit von der Sicherung der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft nicht mehr umfasst. Damit kommt es insgesamt zu einem
Abschmelzen des gesicherten Einlagenbestandes.
Die Kundengarantiegemeinschaft ist zweistufig organisiert.
Einerseits auf Landesebene, wobei beispielsweise Raiffeisenbanken aus Niederösterreich gegenseitig Kundeneinlagen
garantieren, und andererseits gibt es als zweite Sicherheitsstufe die Bundeskundengarantiegemeinschaft, die dann zum Tragen kommt, wenn die jeweilige Landessicherung nicht ausreicht. Somit stellt die Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken und der RBI ein doppeltes Netz für die Sicherheit der Kundeneinlagen dar.
Zu Details der Kundengarantiegemeinschaft wird auf den Anhang C.XII. 5b verwiesen.
Solidaritätsverein der Raiffeisen-Bankengruppe Niederösterreich-Wien
Die RLB NÖ-Wien hat gemeinsam mit den nö. Raiffeisen-
banken über die Einrichtung des Solidaritätsvereins sichergestellt, dass Mitglieder, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, durch geeignete Maßnahmen Hilfestellung erfahren. Der Solidaritätsverein stellt somit eine zusätzliche Sicherungseinrichtung zu der unten dargestellten Österreichischen
Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) vormals Sektor-Risiko eGen. dar.
Einlagensicherung
Mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-
gesetzes (ESAEG) vom 14. August 2015 (Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/49/EU) ist das System der Einlagensicherung mit der Zielsetzung Einlagen von Kunden im Insolvenzfall der Bank zu sichern, definiert.
Zu Details der Einlagensicherung wird auf den Anhang C.XII. 5a verwiesen.

Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess 43
Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Implementierung, Ausgestaltung und Aufrechterhaltung eines den Anforderungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontrollsystems (IKS), unter Berücksichtigung der Unternehmensstrategie, des Geschäftsumfanges sowie wirtschaftlicher und organisatorischer Aspekte. Der Vorstand hat ein IKS eingerichtet, dessen Wirksamkeit vom Prüfungsausschuss überwacht wird. Das IKS wird laufend den sich ändernden organisatorischen Gegebenheiten angepasst.
Kontrollumfeld
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKSRL) umfasst alle Abläufe – von der Entstehung eines Geschäftsfalls bis hin zur Erstellung des Jahresabschlusses. Es besteht aus definierten Grundsätzen sowie aufeinander abgestimmten Methoden und Maßnahmen, welche dazu dienen das Vermögen zu sichern, die Ordnungsmäßigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Abrechnungsdaten zu gewährleisten und die Einhaltung der festgelegten Geschäftspolitik zu unterstützen. Ziel des IKSRL ist es, durch entsprechende Prozessgestaltung und
Kontrollmaßnahmen die Risiken mit angemessener und hinreichender Sicherheit zu steuern und somit sicherzustellen, dass die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung eingehalten sowie ein wahrheitsgetreues Bild des Unternehmens durch den Jahresabschluss und den Lagebericht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen vermittelt wird. Für die
Implementierung der Anweisungen und internen Kontrollen ist das Management der jeweiligen Unternehmenseinheit verantwortlich. Die Überwachung der Einhaltung dieser Regelungen erfolgt durch die Revision.
Das interne Kontrollsystem umfasst Richtlinien und Prozesse, welche:
  • Die Aufbewahrung von Dokumenten regeln, sowie hinreichend detailliert, korrekt und angemessen Auskunft über
    Geschäftsentwicklungen und die Verwendung von Vermögenswerten geben,
  • sicherstellen, dass alle Transaktionen zur wahrheitsgemäßen Erstellung des Jahresabschlusses vollständig erfasst werden und dafür sorgen, dass nicht genehmigte Anschaffungen, Nutzungen oder Veräußerungen von Vermögenswerten, welche einen wesentlichen Einfluss auf den Jahresabschluss haben könnten, verhindert oder frühzeitig erkannt werden,
  • die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften gewährleisten sowie
  • eine ausreichende Berichterstattung an das Management, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss sicherstellen.
Risikobeurteilung
Wesentliche Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungs-
prozess werden durch den Vorstand evaluiert und überwacht um Fehler und Betrugsfälle im Jahresabschluss zu vermeiden. Erhöhte Fehlerrisiken bestehen vor allem bei komplexen
Bewertungs- und Bilanzierungsfragen.
Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses bergen insbesondere folgende Faktoren das Risiko wesentlicher Fehler:
  • Schätzungen bei der Bestimmung der Zeitwerte von
    Finanzinstrumenten bei Nichtvorliegen verlässlicher Marktwerte,
  • Schätzungen bei der Bilanzierung von Risikovorsorgen für Kredite und bei der Bildung von Rückstellungen,
  • komplexe Bilanzbewertungsgrundsätze im Rahmen des herausfordernden Geschäftsumfeldes.
Kontrollmaßnahmen
Der Rechnungslegungsprozess bis hin zum Jahresabschluss ist von effizienten im Prozess integrierten Kontrollen begleitet. An der Ausführung des IKSRL sind zahlreiche Mitarbeiter beteiligt, die im Bereich Rechnungswesen der RLB NÖ-Wien tätig sind. Die Abteilung Modelle & Analytik wird als IKS-Beauftragter unterstützend tätig. Buchungskontrollen werden einerseits durch automatisierte IT-Kontrollen und andererseits anlassbezogen und periodisch durch die beauftragenden Abteilungen durchgeführt. Die Risiken und Kontrollen werden im IKS-Tool (SAS EGRC) der RLB NÖ-Wien dokumentiert.
44Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess
Information und Kommunikation
Der Prozess der Jahresabschlusserstellung erfolgt mittels Checklisten, kontrolliert und verantwortet durch den Bereich Rechnungswesen der RLB NÖ-Wien. Die Aufbau- und Ablauforganisation ist den Mitarbeitern über IT-Systeme ersichtlich. Diese unterliegt einem laufenden Evaluierungsprozess.
Im jährlich erstellten Jahresabschluss und Lagebericht erfolgt die Erläuterung der Rechnungslegungsergebnisse entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.
Durch monatliche und quartalsweise Berichte an den Vorstand und den Aufsichtsrat sowie halbjährliche Berichte an den
Prüfungsausschuss sind die Finanzberichterstattung und die Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt.

Überwachung
Neben der generellen Verantwortung des Vorstandes sind für die laufende Überwachung entsprechend dem Aufgabenbereich die jeweiligen Bereichsleiter zuständig.
Die Innenrevision der RLB NÖ-Wien prüft, als integraler
Bestandteil des Risikocontrolling- und Risikomanagementsystems, ob die RLB NÖ-Wien über adäquate interne Kontrollsysteme verfügt. Die Hauptaufgabe der Revision in Bezug auf das IKSRL liegt in der Überprüfung und Beurteilung der Wirksamkeit von Arbeitsabläufen, Prozessen und internen Kontrollen. Die Innenrevision der RLB NÖ-Wien arbeitet weisungsfrei im Auftrag des Vorstandes der RLB NÖ-Wien.

Zweigniederlassungen45
Zweigniederlassungen
Die Filialstruktur der RLB NÖ-Wien wurde 2022 weiter
optimiert. Per 31. Dezember 2022 wurden die Privat- und
Geschäftskunden der RLB NÖ-Wien an 20 Wiener Standorten serviciert. Im Raiffeisenhaus Wien wurden im Berichtsjahr
zusätzlich auch Raiffeisen-Mitarbeiter und Mitarbeiter der Sektor-Unternehmen betreut, den Geschäftskunden standen fünf Berater-Teams zur Verfügung. Die Kommerzkunden
wurden 2022 am Standort Raiffeisenhaus Wien, Friedrich-
Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, betreut. Es bestehen keine Zweigniederlassungen im Ausland.
Forschung und Entwicklung
Bezüglich Forschung und Entwicklung bestehen aufgrund des Unternehmensgegenstandes keine relevanten Aktivitäten.
46Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die RLB NÖ-Wien ist von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung auf Grund § 243b Abs. 7 UGB
befreit, da sie in die konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung im Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien reg. Gen.m.b.H. (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) aufgenommen wurde. Dieser wurde nach den Anforderungen der Bilanz-Richtlinie erstellt und offengelegt. Der Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist am Sitz der Gesellschaft sowie beim Firmenbuch Wien erhältlich und auf der Website unter www.raiffeisenholding.com abrufbar.

Ausblick 202347
Ausblick 2023
Das wirtschaftliche Umfeld
Der Ausblick für die Weltwirtschaft hat sich zuletzt etwas aufgehellt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner Jänner-Prognose die Daten zum globalen Wirtschaftswachstums erstmals seit einem Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9% nach oben korrigiert. Im Vergleich mit den vergangenen zwei Jahrzehnten bleibt das Wachstum unter dem historischen Durchschnitt. Die Weltwirtschaft wird die Folgen des Krieges in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. Der IWF erwartet 2023 kein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession. Großbritannien dürfte im heurigen Jahr als einzige G7-Volkswirtschaft schrumpfen. Die Hälfte des erwarteten weltweiten Wachstums dürfte allein auf die beiden großen Schwellenländer Indien und China entfallen. Die USA und die Eurozone kämen nur auf ein Zehntel des gesamten Wachstums. Die globale Inflation dürfte im laufenden Jahr auf 6,6% nachlassen (nach
8,8% in 2022).
Für die weltgrößte Volkswirtschaft, die USA, prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum 2023 von 1,4% gegenüber Vorjahr. Die US-Notenbank Fed setzte am 1. Februar 2023 den Zinserhöhungskurs fort und erhöhte ihre „Federal Funds Rate“ erwartungsgemäß um 25 BP auf 4,5-4,75 %. Der achte Zinsschritt in Folge hebt den Leitzins auf das höchste Niveau seit Oktober 2007. Zugleich ist es die kleinste Erhöhung seit März 2022, dem Start der geldpolitischen Straffungsphase. Die Notenbank bleibt unverändert bei ihrer sogenannten „Guidance", wonach weitere Zinsanhebungen in den folgenden Monaten angemessen sein dürften, um die Inflation auf das Fed-Ziel von 2% zurückzuführen.
Die seit Juli 2022 inverse US-Zinsstrukturkurve signalisiert eine erhebliche Konjunkturabschwächung. Der Markt geht
aktuell von einem „Soft Landing“ der US-Wirtschaft, einer weiteren Zinserhöhung um 25 BP am 22. März sowie einer Zinswende im zweiten Halbjahr 2023 aus.
Für fast alle Länder dürfte das durchschnittliche Jahreswachstum 2023 weit hinter dem Vorjahr zurückbleiben, eine Ausnahme hievon bildet China. Der IWF erhöhte das
prognostizierte Wachstum für das Reich der Mitte von 4,4% auf 5,2% gegenüber Vorjahr. Die Dynamik dürfte vor allem vom Konsum ausgehen. Zudem wird sich die Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft nach der Abkehr von der Null-COVID-19-Politik als ein wesentlicher Haupttreiber für das
globale Nachfragewachstum erweisen, und eine wirtschaftliche Erholung in China wird auch die Ölnachfrage stimulieren. Dass Chinas Bevölkerung erstmals seit 1961 geschrumpft ist, belastet allerdings die weitere Entwicklung.
Für die Eurozone erwartet der IWF ein Wirtschaftswachstum von 0,7% gegenüber dem Vorjahr. Regional zeigt die Prognose deutliche Unterschiede. Deutschland dürfte mit einem Plus von 0,1% gegenüber dem Berichtsjahr schwach abschneiden.
In der Prognose vom 15. Dezember 2022 gingen die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS von einer Abkühlungsphase und nur mehr einem leicht positiven Wachstum im Jahr 2023 in Österreich aus (BIP-Plus von 0,3% laut WIFO bzw. 0,4% laut IHS, Werte gegenüber Vorjahr). Der private Konsum dürfte sich durch die hohen Energiepreise in den kommenden Monaten weiterhin verhalten entwickeln (für 2023
1,3% gegenüber Vorjahr laut WIFO-Prognose). Auch die
Erhöhung der Zinsen dämpft den Konsum und die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Positiv ist, dass bereits ab dem Frühling 2023 das Wachstum wieder zurückkommen soll, und Konsum und Außenhandel wieder etwas an Schwung
gewinnen dürften.
Die EZB beschloss am 2. Februar 2023 die fünfte Zinserhöhung in Folge. Sie erhöhte den Leitzinssatz erneut um 50 BP auf 3,0%. Für die nächste EZB-Sitzung am 16. März 2023 wurde ein weiterer Zinsschritt um 50 BP signalisiert. Auf
welchem Zinsniveau der Zinszyklus sein Ende finden soll, blieb weiterhin unklar. Die Leitzinsen sollen jedenfalls für längere Zeit auf einem restriktiven Niveau gehalten werden. Die Zinsstrukturkurve dürfte 2023 durchgängig invers bleiben.
Der EZB-Rat hält an dem Plan fest, die Wertpapierbestände beginnend mit März 2023 zu reduzieren. Fälligkeiten im
Rahmen des APP werden nicht mehr vollständig zur Wiederanlage gebracht. Zunächst bis Juni 2023 sollen die Bestände
monatlich um EUR 15 Mrd. schrumpfen. Das anschließende Tempo des Portfolioabbaus wird im Zeitverlauf festgelegt.
48Ausblick 2023
Nach der Fed-Entscheidung vom 1. Februar 2023 legte der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter zu und stieg über die Marke von 1,10 USD. Damit notiert EUR/USD so hoch wie seit April 2022 nicht mehr. Die Märkte bewerten das Risiko einer Energiekrise in Mitteleuropa und einer darauffolgenden Rezession aufgrund des milden Winters nun offensichtlich als
wesentlich geringer. Das Einstellen der pandemiebedingten Restriktionen in China verbessert zudem die Geschäftsaussichten vieler europäischer Exporteure. Weiters preisen die Märkte momentan ein, dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus früher beenden wird als die EZB und auch früher als diese beginnen wird, die Leitzinsen wieder zu senken. Die Euro-Stärke könnte in 2023 aufgrund einer „dovishen“ Fed und einer
„hawkishen“ EZB also anhalten.
Ausblick zur Unternehmensentwicklung
Mit der Bestellung von Mag. Michael Höllerer zum neuen Generaldirektor für die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und für die RLB NÖ-Wien wurde ein Generationenwechsel eingeleitet. Ab 1. März 2023 ziehen Mag. Dr. Claudia Süssenbacher und
Dr. Roland Mechtler neu in den Vorstand ein. Strategisch verfolgt Raiffeisen NÖ-Wien eine selektive Wachstums-
strategie über alle Geschäftsfelder. Weitere Schritte für eine
Fokussierung auf absolute Kundenzentrierung, Wachstum und Innovation werden gesetzt.
Der Ausbau im Bereich Nachhaltigkeit im Konzern wird auch im Hinblick auf die neuen Anforderungen betreffend der
gesetzlichen Berichterstattung laufend vorangetrieben.
Die RLB NÖ-Wien ist von den Auswirkungen der aktuellen Krisen in den Bereichen Inflation, Gas- und Energiepreise,
Lieferkettenengpässe sowie Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie sowohl direkt als auch indirekt über ihre Kunden sowie ihre Beteiligungen betroffen.
Bank:
Im Kampf gegen die zunehmende Teuerung in der Eurozone erfolgte im Juli 2022 die erste Anhebung des Leitzinssatzes durch die EZB, womit ihre Niedrigzinspolitik nach mehr als sechs Jahren beendet wurde. Es folgten weitere Anhebungen der Leitzinsen. Aufgrund der Rekordinflation erhöhte die EZB zuletzt im Februar 2023 erneut den Leitzinssatz auf 3,0%. Eine Inflationsrate von 2,0% wird von der EZB mittelfristig weiterhin angestrebt. Durch die Zinserhöhung werden bei der RLB NÖ-Wien wie bereits im Geschäftsjahr 2022 positive Effekte im Nettozinsergebnis erwartet.
Als starker Partner an der Seite der Kunden wird die RLB
NÖ-Wien im Firmenkunden- und Projektgeschäft den Wachstumskurs mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen sowohl durch Begleitung der bestehenden Kunden als auch durch Ansprache neuer Kundengruppen fortsetzen. Im Privatkundengeschäft wird der Schwerpunkt weiterhin auf dem Hypothekargeschäft liegen, ergänzt um die gesamte Service- und Produktpalette, die den Kunden über traditionelle sowie breitflächig online verfügbare Vertriebswege angeboten wird. Im gesamten Retail werden als regionaler Partner für den Kunden maßgeschneiderte Lösungen entwickelt. Durch den Wachstumskurs wird die Ertragslage der Bank weiter gestärkt.
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts, vor allem das Thema Veranlagung/Wertpapiere soll durch das Wertpapierkompetenzcenter der Stadtbank der RLB NÖ-Wien mit Fokus auf absolute Kundenzentrierung forciert werden. In Zukunft werden unter der Marke Raiffeisen im Zuge fokussierter Beyond Banking Angebote mehr als nur Bankprodukte angeboten. Das Ziel ist, dass Raiffeisen NÖ-Wien seine Kunden in vielen Lebenssituationen begleiten kann. Als regionaler Ansprechpartner werden
persönliche Betreuung für komplexe Finanzierungslösungen und digitale Angebote für maßgeschneiderte Lösungen Hand in Hand angeboten. Das Angebot wird laufend ausgebaut und weiterentwickelt.
Weiters steht die Fortsetzung der Implementierung des bereits erfolgreich gestarteten neuen Filialkonzeptes in Wien im Vordergrund. Ziel der Umsetzung ist ein zeitgemäßes und
tragfähiges Filialnetz zu etablieren, das an den geänderten Erwartungen und Bedürfnissen der Bankkunden ausgerichtet ist. Parallel stehen Privatkunden die Kanäle der digitalen Regionalbank zur Verfügung, um ihre Bankgeschäfte rasch und direkt abzuwickeln.
Ausblick 202349
Im Hinblick auf die gegenwärtigen Risikokostenniveaus sind genaue Prognosen zwar mit großer Unsicherheit behaftet. Angesichts der beschriebenen, stagnierenden Konjunkturaussichten werden in der RLB NÖ-Wien auf Basis der aktuellen Kenntnisse für das Geschäftsjahr 2023 leicht steigende Risikokosten erwartet. Dabei kann in der RLB NÖ-Wien auf das stabile Fundament einer vorausblickenden und umsichtigen Risikopolitik aufgebaut werden.
Die Inflation dürfte ihren Höhepunkt bereits überschritten haben. Nach einer durchschnittlichen Inflationsrate von 8,5% im Jahr 2022 wird die Inflationsrate lt. Prognosen der Institute im Jahr 2023 auf 6,5 bis 6,7% zurückgehen. Maßnahmen um die Kostensteigerungen abzufedern werden laufend evaluiert.
Als Verbundbank soll die Rolle des Synergiepartners für die niederösterreichischen Raiffeisenbanken weiter intensiv ausgebaut und die Zusammenarbeit gestärkt werden.
RBI:
Die RBI als größte Beteiligung der RLB NÖ-Wien ist aufgrund ihrer starken Positionierung in der Region Zentral- und Ost-
europa besonders von der aktuellen geopolitischen Situation rund um den Krieg in der Ukraine betroffen. Im Einzelabschluss 2022 der RLB NÖ-Wien wurde ein Werthaltigkeitstest des Beteiligungsansatzes an der RBI durchgeführt; ein Wertberichtigungserfordernis war auch unter Berücksichtigung der Risiken und Unsicherheiten des Russland-Ukraine Krieges nicht gegeben.

Die weitere Entwicklung wird vom Management der RBI laufend beobachtet, mögliche Szenarien werden analysiert sowie unterschiedliche strategische Optionen in Bezug auf Russland und Belarus evaluiert. Im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist auf Basis der aktuellen Informationen weiterhin von einem guten operativen Ergebnis im Zins- und Provisionsgeschäft auf normalisiertem Niveau auszugehen. Die Werthaltigkeit des
Beteiligungsansatzes an der RBI ist wesentlich vom weiteren Kriegsverlauf, der Ergebnis- und Rubelentwicklung abhängig.
Aufgrund der gegenwärtigen Unsicherheiten werden die Informationen und die strategischen Überlegungen durch den Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie durch die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien laufend evaluiert und bewertet. Die weitere Entwicklung der Situation bleibt dennoch abzuwarten.
Risikofaktoren für die Prognose des Geschäftsjahres 2023 inkludieren geopolitische und volkswirtschaftliche Entwicklungen, regulatorische Maßnahmen sowie globale Gesundheits-
risiken und Änderungen im Wettbewerbsumfeld. Finanz-
prognosen sind aufgrund deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin mit erhöhter Unsicherheit behaftet.

50
Wien, am 28. Februar 2023
Der Vorstand
Generaldirektor
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor-Stellvertreter
Mag. Reinhard KARL e.h.
Vorstandsdirektor
Mag. Andreas FLEISCHMANN, M.Sc. e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektor
Mag. Michael RAB e.h.

JAHRESABSCHLUSS NACH UGB 51
JAHRESABSCHLUSS NACH UGB
52Bilanz
Bilanz
in EUR
Aktiva
2022
2021
1.
Kassenbestand und Guthaben bei Zentralnotenbanken
 
283.785.019,74
2.847.109.584,21
2.
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank zugelassen sind
 
2.747.423.475,54
1.911.694.520,18
 
a) Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere
2.747.423.475,54
 
1.911.694.520,18
 
b) zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken
zugelassene Wechsel
0,00
 
0,00
3.
Forderungen an Kreditinstitute
 
6.444.863.821,78
5.564.108.671,52
 
a) täglich fällig
2.081.738.988,84
 
2.144.766.667,44
 
b) sonstige Forderungen
4.363.124.832,94
 
3.419.342.004,08
4.
Forderungen an Kunden
 
15.097.046.979,86
13.581.699.209,75
5.
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
 
3.462.361.967,15
1.473.533.263,57
 
a) von öffentlichen Emittenten
15.520.412,50
 
15.520.412,50
 
b) von anderen Emittenten
3.446.841.554,65
 
1.458.012.851,07
 
darunter: eigene Schuldverschreibungen
1.935.768.775,26
 
8.773.749,02
6.
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
 
50.714.870,28
150.134,43
7.
Beteiligungen
 
69.198.247,26
66.836.272,26
 
darunter: an Kreditinstituten
20.813.071,14
 
20.813.071,14
8.
Anteile an verbundenen Unternehmen
 
1.723.769.546,12
1.724.868.253,19
 
darunter: an Kreditinstituten
0,00
 
0,00
9.
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
 
6.816.062,11
19.922.410,18
10.
Sachanlagen
 
14.878.524,74
15.888.485,80
 
darunter: Grundstücke und Bauten, die vom Kreditinstitut
im Rahmen seiner eigenen Tätigkeit genutzt werden
5.696.725,72
 
6.069.810,71
11.
Anteile an einer herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Gesellschaft
 
276.603,00
276.603,00
 
darunter: Nennwert
18.900,00
 
18.900,00
12.
Sonstige Vermögensgegenstände
 
312.777.147,39
224.267.192,46
13.
Gezeichnetes Kapital, das eingefordert,
aber noch nicht eingezahlt ist
 
0,00
0,00
14.
Rechnungsabgrenzungsposten
 
42.100.778,20
27.447.594,08
15.
Aktive latente Steuern
 
13.210.820,00
20.908.023,00
 
Summe der Aktiva
 
30.269.223.863,17
27.478.710.217,63
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
in EUR
Posten unter der Bilanz
2022
2021
1.
Auslandsaktiva
 
5.276.665.918,53
4.561.192.200,49

Bilanz53
in EUR
Passiva
2022
2021
1.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
9.406.893.624,56
10.476.286.394,02
 
a) täglich fällig
4.215.202.408,75
 
4.415.142.384,16
 
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
5.191.691.215,81
 
6.061.144.009,86
2.
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
 
8.886.769.935,04
8.973.785.870,94
 
a) Spareinlagen
1.175.163.098,36
 
1.309.603.907,59
 
darunter:
aa)täglich fällig
0,00
 
0,00
 
bb)mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
1.175.163.098,36
 
1.309.603.907,59
 
b) sonstige Verbindlichkeiten
7.711.606.836,68
 
7.664.181.963,35
 
darunter:
aa)täglich fällig
6.636.528.219,10
 
7.094.500.500,74
 
bb)mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
1.075.078.617,58
 
569.681.462,61
3.
Verbriefte Verbindlichkeiten
 
9.087.475.195,11
5.425.775.637,45
 
a) begebene Schuldverschreibungen
8.372.680.288,45
 
4.627.696.648,95
 
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten
714.794.906,66
 
798.078.988,50
4.
Sonstige Verbindlichkeiten
 
301.857.732,52
109.920.024,48
5.
Rechnungsabgrenzungsposten
 
58.860.278,99
57.729.540,07
6.
Rückstellungen
 
107.834.683,84
115.466.243,66
 
a) Rückstellungen für Abfertigungen
20.681.920,27
 
20.567.065,81
 
b) Rückstellungen für Pensionen
24.995.915,69
 
30.168.355,21
 
c) Steuerrückstellungen
0,00
 
0,00
 
d) sonstige
62.156.847,88
 
64.730.822,64
6.A
Fonds für allgemeine Bankrisiken
 
103.500.000,00
103.500.000,00
7.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
 
517.633.000,00
517.796.437,97
8.
Zusätzliches Kernkapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 3 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
 
76.000.000,00
0,00
 
darunter:
 
 
 
 
Pflichtwandelschuldverschreibungen gem. § 26a BWG
0,00
 
0,00
8.B
Instrumente ohne Stimmrecht gemäß § 26a BWG
 
0,00
0,00
9.
Gezeichnetes Kapital
 
219.789.200,00
219.789.200,00
10.
Kapitalrücklagen
 
556.849.376,82
556.849.376,82
 
a) gebundene
533.098.378,82
 
533.098.378,82
 
b) nicht gebundene
23.750.998,00
 
23.750.998,00
11.
Gewinnrücklagen
 
508.170.481,66
506.167.424,94
 
a) gesetzliche Rücklage
21.452.010,00
 
21.452.010,00
 
b) satzungsmäßige Rücklagen
0,00
 
0,00
 
c) andere Rücklagen
486.718.471,66
 
484.715.414,94
12.
Haftrücklage gemäß 57 Abs. 5 BWG
 
215.300.000,00
215.300.000,00
13.
Bilanzgewinn
 
222.290.354,63
200.344.067,28
 
Summe der Passiva
 
30.269.223.863,17
27.478.710.217,63
54Bilanz
in EUR
Posten unter der Bilanz
2022
2021
1.
Eventualverbindlichkeiten
 
625.397.118,07
534.691.130,55
 
darunter:
a)Akzepte und Indossamentverbindlichkeiten
aus weitergegebenen Wechseln
0,00
 
0,00
 
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Haftung
aus der Bestellung von Sicherheiten
617.173.706,82
 
526.436.463,30
2.
Kreditrisiken gemäß § 51 Abs. 14 BWG
 
3.575.331.615,46
4.131.534.385,81
 
darunter:
Verbindlichkeiten aus Pensionsgeschäften
0,00
 
0,00
3.
Verbindlichkeiten aus Treuhandgeschäften
 
16.432.900,00
10.100.000,00
4.
Anrechenbare Eigenmittel gemäß Teil 2
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
 
2.067.734.924,43
1.871.522.390,52
 
darunter:
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
242.123.794,56
 
255.547.065,47
5.
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
 
11.908.936.282,98
11.145.623.211,58
 
darunter:
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. a
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(Harte Kernkapitalquote in %)
14,69
 
14,5
 
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. b
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(Kernkapitalquote in %)
15,33
 
14,5
 
Eigenmittelanforderungen gemäß Art. 92 Abs. 1 lit. c
der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
(Gesamtkapitalquote in %)
17,36
 
16,8
6.
Auslandspassiva
 
4.071.452.092,26
4.489.810.454,82
Gewinn- und Verlustrechnung55
Gewinn- und Verlustrechnung
in EUR
 
 
 
2022
 
2021
1.
Zinsen und ähnliche Erträge
 
 
373.296.345,12
 
293.248.016,94
 
darunter: aus festverzinslichen Wertpapieren*
31.001.527,06
 
 
 
19.582.486,89
2.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
 
 
-138.121.903,22
 
-114.513.394,48
I.
Nettozinsertrag
 
 
235.174.441,90
 
178.734.622,46
3.
Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen
 
 
8.537.951,61
 
155.544.063,96
 
a) Erträge aus Aktien, anderen Anteilsrechten
und nicht festverzinslichen Wertpapieren
470,14
 
 
 
276.198,33
 
b) Erträge aus Beteiligungen
2.466.819,66
 
 
 
58.721.785,17
 
c) Erträge aus Anteilen an
verbundenen Unternehmen
6.070.661,81
 
 
 
96.546.080,46
4.
Provisionserträge
 
 
79.981.774,58
 
77.055.178,75
5.
Provisionsaufwendungen
 
 
-37.690.606,99
 
-33.934.220,32
6.
Erträge/Aufwendungen aus Finanzgeschäften
 
 
12.869.442,66
 
5.018.539,75
7.
Sonstige betriebliche Erträge
 
 
131.080.185,11
 
59.916.173,75
II.
Betriebserträge
 
 
429.953.188,87
 
442.334.358,35
8.
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
 
 
-219.396.082,71
 
-198.936.471,56
 
a) Personalaufwand
-101.319.784,85
 
 
 
-93.620.386,86
 
darunter:
aa)Löhne und Gehälter
-78.015.985,19
 
 
 
-73.973.492,66
 
bb)Aufwand für gesetzlich vorgeschriebene
soziale Abgaben und vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
-19.310.729,59
 
 
 
-18.679.131,05
 
cc)sonstiger Sozialaufwand
-2.207.651,88
 
 
 
-2.449.775,39
 
dd)Aufwendungen für Altersversorgung
und Unterstützung
-3.789.260,91
 
 
 
-3.166.008,94
 
ee)Dotierung/Auflösung der Pensionsrückstellung
4.720.122,35
 
 
 
5.956.870,64
 
ff)Aufwendungen für Abfertigungen
und Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen
-2.716.279,63
 
 
 
-1.308.849,46
 
b) sonstige Verwaltungsaufwendungen
(Sachaufwand)
-118.076.297,86
 
 
 
-105.316.084,70
9.
Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände
 
 
-21.949.855,13
 
-5.858.117,11
10.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
 
 
-126.708.907,29
 
-32.229.225,55
III.
Betriebsaufwendungen
 
 
-368.054.845,13
 
-237.023.814,22
IV.
Betriebsergebnis
 
 
61.898.343,74
 
205.310.544,13
56Gewinn- und Verlustrechnung
in EUR
 
 
 
2022
 
2021
11./12.
Saldo aus Auflösungen/Zuweisungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen und zu Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken
 
 
-31.757.577,67
 
-13.770.971,43
13./14.
Saldo aus Auflösungen/Zuweisungen zu Wertberichtigungen auf Wertpapiere, die wie Finanzanlagen bewertet werden sowie auf Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen
 
 
3.139.108,40
 
-25.881.416,46
V.
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
 
 
33.279.874,47
 
165.658.156,24
15.
Außerordentliche Erträge
 
 
0,00
 
0,00
 
darunter:Entnahmen aus dem Fonds
für allgemeine Bankrisiken
0,00
 
 
 
0,00
16.
Außerordentliche Aufwendungen
 
 
0,00
 
-30.000.000,00
 
darunter:Zuweisungen zum Fonds
für allgemeine Bankrisiken
0,00
 
 
 
-30.000.000,00
17.
Außerordentliches Ergebnis
(Zwischensumme aus Posten 15 und 16)
 
 
0,00
 
-30.000.000,00
18.
Steuern vom Einkommen und Ertrag
 
 
-4.552.926,22
 
-7.955.643,20
 
darunter: Steuerlatenzen
-7.697.203,00
 
 
 
-4.151.502,00
19.
Sonstige Steuern, soweit nicht in Posten 18 auszuweisen
 
 
-4.777.604,18
 
-4.015.379,52
VI.
Jahresüberschuss
 
 
23.949.344,07
 
123.687.133,52
20.
Rücklagenbewegung
 
 
-2.003.056,72
 
903.913,23
 
darunter:Dotierung der Haftrücklage
0,00
 
 
 
0,00
 
Auflösung der Haftrücklage
0,00
 
 
 
0,00
VII.
Jahresgewinn
 
 
21.946.287,35
 
124.591.046,75
21.
Gewinnvortrag
 
 
200.344.067,28
 
75.753.020,53
VIII.
Bilanzgewinn
 
 
222.290.354,63
 
200.344.067,28
*Posten enthält seit dem Jahresabschluss 2022 Erträge aller festverzinslicher Wertpapiere. Bisher waren nur jene festverzinslichen Wertpapiere berücksichtigt, die zum Börsehandel zugelassen waren. Der Vorjahreswert wurde entsprechend angepasst.

Anhang57
Anhang
A. Allgemeine Erläuterungen
Der Jahresabschluss der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG (RLB NÖ-Wien) wurde unter Anwendung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung sowie unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln, aufgestellt. Die Bilanzierung, die Bewertung und der Ausweis der einzelnen Posten des Jahresabschlusses wurden nach den
Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuches (UGB), des Aktiengesetzes (AktG) sowie branchenspezifischer Vorschriften des Bankwesengesetzes (BWG) und der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR – Capital Requirements Regulation) in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden und anzuwendenden Fassung vorgenommen.
B. Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
  • I. Die Aktiva und Passiva in Fremdwährungen werden grundsätzlich mit den EZB Referenzkursen des Bilanzstichtages umgerechnet. Soweit Fremdwährungsbestände zu bewerten sind, für die keine EZB Referenzkurse vorliegen, werden Mittelkurse von Referenzbanken herangezogen.
  • II. Soweit Zinsswaps, Optionen und andere derivative Geschäfte des Bankbuches nicht als Sicherungsgeschäft einen Mikro- oder Makrohedge mit anderen Geschäften bilden, werden diese entweder einer Einzelbewertung unterzogen oder dienen im Rahmen von funktionalen Einheiten zur Steuerung des Zinsrisikos aus dem Bankbuch.
Bei der Einzelbewertung wird für Derivate mit negativem Marktwert in dessen Höhe eine Rückstellung gebildet. Derivate mit positivem Marktwert werden nicht aktiviert.
Die in funktionale Einheiten zusammengefassten Zinssteuerungsderivate werden i.S.d. Finanzmarktaufsicht (FMA)-Rundschreibens zu "Rechnungslegungsfragen bei Zinssteuerungsderivaten und zu Bewertungsanpassungen bei Derivaten gemäß § 57 BWG" bilanziert. Für jedes Einzelgeschäft einer funktionalen Einheit wird der aktuelle Marktwert zum Bilanzstichtag ermittelt. Die positiven und negativen Marktwerte werden saldiert. Ergibt sich in Summe ein negativer Marktwert, dann wird in Höhe des negativen Marktwertes der funktionalen Einheit eine Rückstellung in die Bilanz eingestellt. Ein positiver Marktwert wird nicht bilanziert.
Fix verzinste Vermögensgegenstände, Verbindlichkeiten und schwebende Geschäfte werden im Rahmen von Bewertungseinheiten (Mikrohedges) durch derivative Sicherungsgeschäfte gegen Zins- und Marktpreisrisiken abgesichert. Diese Risiken stammen aus den folgenden Grundgeschäften: Eigene Emissionen, Kredite, Einlagen, passive Schuldscheindarlehen und Anleihen im Anlage- und Umlaufvermögen. Die Derivativgeschäfte werden ab Designationszeitpunkt bis zur Endlaufzeit in die Sicherungsbeziehung einbezogen. Zur Effektivitätsmessung werden der Critical Term Match, die Dollar Offset Methode und die Sensitivitätsanalyse verwendet.
58Anhang
Zudem werden fix verzinste finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mittels Zinsswaps im Rahmen von Makrohedges gegen das Zinsänderungsrisiko abgesichert. In der RLB NÖ-Wien bestehen getrennte Makrohedges für finanzielle Vermögenswerte (Makrohedge Aktiv) und finanzielle Verbindlichkeiten (Makrohedge Passiv). Soweit Zinsswaps bereits einer funktionalen Einheit zugeordnet oder als Sicherungsinstrument im Rahmen eines Mikrohedges designiert sind, werden sie nicht als Sicherungsgeschäfte in einem Makrohedge designiert. Des Weiteren werden variable Finanzinstrumente mit eingebetteten Floors im Rahmen von Makrohedges, getrennt nach 3- und 6-Monats-EURIBOR, mittels verkaufter Floors gegen die enthaltenen Zins- und Volatilitätsrisiken abgesichert. Zum Nachweis der Effektivität der Makrohedges wird monatlich ein prospektiver Effektivitätstest durchgeführt. Dabei wird anhand geeigneter Szenarien nachgewiesen, dass sich die Wertänderungen der Grundgeschäfte und der Sicherungsgeschäfte kompensieren. Es werden drei Szenarien gerechnet: Parallel Shift +100 Basispunkte, mittlere Verflachung und mittlere Versteilerung. Ein Szenario wird als effektiv betrachtet, wenn die Barwertänderungen der Grundgeschäfte und Sicherungsgeschäfte gegenläufig sind und die Barwertänderung der Sicherungsgeschäfte kleiner als jene der Grundgeschäfte ist. Als Nachweis der prospektiven Effektivität müssen sämtliche Szenarien effektiv sein.
Die dem Handelsbuch gewidmeten derivativen Finanzinstrumente werden mit ihren Marktwerten bilanziert und in den Sonstigen Vermögensgegenständen bzw. in den Sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Darüber hinaus werden Devisen-Termingeschäfte am Bilanzstichtag zum Marktwert bilanziert.
Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes werden, sofern Börsenkurse vorhanden sind, diese zur Bewertung herangezogen (Refinitiv, Bloomberg). Soweit keine Börsenkurse vorhanden sind, kommen in der RLB NÖ-Wien für die Bewertung von Derivaten marktübliche, bekannte Bewertungsmethoden zur Anwendung, insbesondere die Barwertmethode und Optionspreismodelle. Over the Counter (OTC)-Derivate, beispielsweise Zinsswaps, Währungsswaps oder Zinstermingeschäfte, werden über das für diese Produkte marktübliche Discounted Cash Flow (DCF)-Modell bewertet. OTC-Optionen, z.B. Währungsoptionen oder Zinsoptionen, liegen Bewertungsmodelle zugrunde, die Marktstandard aufweisen. Dies sind unter anderem das Garman-Kohlhagen Modell, Bachelier sowie Black ´76. Sämtliche Bewertungsparameter (z.B. Zinssätze, Volatilitäten), die in die Bewertung einfließen, werden tourlich geprüft und von unabhängigen Marktdaten-Informationssystemen ermittelt.
Um das Kontrahentenausfallrisiko bei Over The Counter (OTC)-Derivaten zu berücksichtigen, wird eine Wertanpassung (Credit Value Adjustment, CVA) durchgeführt, welche die Kosten einer Absicherung dieses Risikos auf dem Markt darstellt. Das CVA berechnet sich als Produkt von erwartetem positivem Marktwert des Derivats (Expected Positive Exposure, EPE), der Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten (Probability of Default, PD) und der Verlustquote im Falle eines Defaults (Loss Given Default, LGD), wobei der EPE durch Simulation und LGD sowie PD über Marktdaten ermittelt werden. Das Debt Value Adjustment (DVA) stellt die Wertanpassung in Bezug auf die eigene Ausfallswahrscheinlichkeit dar. Die Berechnung erfolgt von der Methodik her analog zum CVA, wobei anstelle des erwarteten positiven Marktwerts der erwartete negative Marktwert (Expected Negative Exposure, ENE) verwendet wird.
  • III. Die Ein- und Ausbuchung von FX- und Money-Market-Geschäften des Treasury Bereiches erfolgt grundsätzlich am Valutatag bzw. Fälligkeitstag, einzig die Ein- und Ausbuchung von FX-Geschäften mit Kunden und Raiffeisenkassen erfolgt am Trade Date.
  • IV. Die dem Finanzanlagevermögen gewidmeten Wertpapiere werden nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.
Anhang59
Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes für den Anleihenbestand der RLB NÖ-Wien werden in erster Linie handelbare Marktpreise herangezogen. Sind keine Quotierungen vorhanden, so werden die Wertpapiere mittels DCF-Modells bewertet. Hier fließen als Bewertungsparameter die Zinskurve sowie eine adäquate Risikoprämie ein. Die Ermittlung dieser Risikoprämie erfolgt über am Markt vorhandene, vergleichbare Finanzinstrumente. Für einen geringen Teil des Portfolios wurde ein konservativer Ansatz gewählt und Ausfalls-Risikoprämien für die Bewertung verwendet. Weiters werden auch externe Bewertungen von Dritten berücksichtigt, die in allen Fällen indikativen Charakter aufweisen.
Bei dauerhaften Wertminderungen von Wertpapieren des Anlagevermögens sowie sonstigen Finanzinstrumenten des Anlagevermögens werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern keine Anhaltspunkte für eine dauerhafte Wertminderung gegeben sind, wird keine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Als Anhaltspunkte für eine nicht dauerhafte Wertminderung gelten insbesondere bei Wertpapieren, bei denen eine langfristige Behalteabsicht besteht, Wertschwankungen innerhalb der marktüblichen Volatilität sowie zinsbedingte Kursschwankungen.
Wird bei einem dem Finanzanlagevermögen gewidmeten Wertpapier eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen und stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so wird der Betrag der Abschreibung im Ausmaß der Werterhöhung zugeschrieben.
Wertpapiere, die dem Deckungsstock für Mündelgelder dienen, sind dem Anlagevermögen gewidmet und werden gemäß § 2 Abs. 3 der Mündelsicherheitsverordnung zum strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Bei über pari angeschafften Wertpapieren des Finanzanlagevermögens wird das Agio gemäß § 56 Abs. 2 BWG zeitanteilig nach der Effektivzinsmethode abgeschrieben.
Bei Wertpapieren des Finanzanlagevermögens, die unter pari angeschafft werden, erfolgt gemäß § 56 Abs. 3 BWG eine zeitanteilige Zuschreibung nach der Effektivzinsmethode.
  • V. Wertpapiere des Umlaufvermögens, die nicht zum Börsenhandel zugelassen sind, werden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Wertpapiere des Umlaufvermögens, die zum Börsenhandel zugelassen sind, werden mit ihren Marktwerten bilanziert.
  • VI. Forderungen an Kreditinstitute sowie an Kunden werden mit den Anschaffungskosten angesetzt. Für erkennbare Risiken bei Kreditnehmern werden Einzelwertberichtigungen gebildet.
Zu diesem Zweck werden sämtliche Kreditforderungen quartalsweise auf objektive Hinweise auf Wertminderung geprüft, die Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus der Forderung haben.
Für die Ermittlung von Wertminderungen bei ausgefallenen Vermögenswerten trifft die RLB NÖ-Wien eine Unterscheidung in signifikante und nicht signifikante Kunden. Dies wird folgenden Kriterien entsprechend vorgenommen: Kunden mit einer rechtlichen oder wirtschaftlichen Abhängigkeit zueinander werden zu einer "Gruppe verbundener Kunden" zusammengefasst. Ist das summierte Brutto-Obligo in dieser Gruppe zum Zeitpunkt der Berechnung der Risikovorsorge höher oder gleich EUR 1 Mio., so gilt jeder Kunde dieser Gruppe als signifikant. Kunden aus einer Gruppe mit einem Gesamtobligo unter EUR 1 Mio. gelten demnach als nicht-signifikant.
60Anhang
Alle ausgefallenen Kreditforderungen gegenüber signifikanten Kunden werden mittels Discounted Cash Flow-Methode bewertet. Die Höhe der Wertberichtigung ergibt sich aus der Differenz des Buchwerts und des Barwerts der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme, wobei abhängig von den erwarteten Zahlungsströmen ein oder mehrere Szenarien berechnet und gewichtet werden.
Ausgefallene Kreditforderungen gegenüber nicht signifikanten Kunden werden modellbasiert bewertet, wobei sich die Höhe der Wertberichtigung aus dem unbesicherten Exposure (EAD) und einer von der Ausfalldauer abhängigen Verlustquote (LGD) ergibt.
  • VII. Die Pauschalwertberichtigung wird für alle nicht ausgefallenen Forderungen auf Basis des Ein-Jahr-Expected-Loss-Ansatzes ermittelt. Dabei werden einzelne Kunden bzw. Forderungen zu homogenen Forderungspools zusammengefasst und auf Basis validierter Risikoparameter (PD, LGD, CCF) bewertet. Der der Kalkulation zugrundeliegende Horizont ist ein Jahr. Diese homogenen Forderungspools orientieren sich an den verwendeten Risiko-Messsystemen (Ratingmodellen). Diese Berechnungsmethode wird für den gesamten kreditrisikobehafteten Forderungsbestand bzw. für offene Rahmen und Haftungen angewendet. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2022 den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs und den daraus resultierenden Volatilitäten auf den Energiemärken Rechnung getragen, indem ein Management Overlay für Kunden mit sehr starker und starker Betroffenheit durch den Russland-Ukraine-Krieg und/oder der Energiekrise gebildet wurde. Der seit dem Jahr 2020 bestehende Management Overlay für Covid-19 wurde aufgelöst (vgl. dazu D.XI und D.XII).
  • VIII. Von der Bewertungsmethode gemäß § 57 Abs. 1 BWG wurde Gebrauch gemacht.
  • IX. Vertragsanpassungen liegen vor, wenn ein Vertrag geändert wird, ohne dass die Möglichkeit zur Anpassung ursprünglich im Vertrag vorgesehen war. Vertragsanpassungen werden nach qualitativen und quantitativen Kriterien beurteilt, um festzustellen, ob eine erhebliche oder unerhebliche Vertragsanpassung vorliegt. Erhebliche Vertragsanpassungen verändern den wirtschaftlichen Gehalt des Finanzinstruments wesentlich und führen zur Ausbuchung des alten und Einbuchung eines neuen Vermögensgegenstands.
Verändert eine Vertragsanpassung den wirtschaftlichen Gehalt des Vermögensgegenstands nicht wesentlich, liegt eine unerhebliche Vertragsanpassung vor. In diesem Fall kommt es zu keiner Ausbuchung des Vermögensgegenstands. Entsprechend dem imparitätischen Realisationsprinzip werden Verluste aus solchen unerheblichen Vertragsanpassungen im Zeitpunkt der Vertragsanpassung gebucht, Gewinne bleiben außer Ansatz.
Anhang61
  • X. Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sind zu Anschaffungskosten bewertet, sofern nicht eine Abwertung auf den niedrigeren Wert, der ihnen am Abschlusstag beizulegen ist, erforderlich ist. Solange sich Wertschwankungen im marktüblichen Bereich bewegen, ist dies kein Anzeichen für eine dauerhafte Wertminderung. Wird bei Beteiligungen eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen und stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so erfolgt eine Zuschreibung im Ausmaß der Werterhöhung.
  • XI. Die Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, Grundstücken und Gebäuden sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear vorgenommen. Die Abschreibungssätze bewegen sich bei den immateriellen Vermögensgegenständen von 10,0% bis 33,3%, bei den unbeweglichen Anlagen von 2,0% bis 20,0%, bei den beweglichen Anlagen von 5,0% bis 50,0%. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
  • XII. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Agios bzw. Disagios bei eigenen Emissionen werden unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen und über die Laufzeit der Verbindlichkeit nach der Effektivzinsmethode verteilt aufgelöst. Sonstige Emissionskosten werden sofort als Aufwand erfasst.
  • XIII. Nicht in Verkehr gebrachte eigene Emissionen (Retained Covered Bonds) sind nicht in der Bilanz ausgewiesen. Eigene Emissionen, die in Pension gegeben oder verliehen wurden, gelten als in Verkehr gebracht und sind in der Bilanz ausgewiesen.
  • XIV. Die Berechnung der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung erfolgt nach den versicherungsmathematischen Grundsätzen des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) gemäß IAS 19. Die Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens gemäß IAS 19 steht laut AFRAC Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) im Einklang mit den Vorschriften des UGB.
Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden für alle Sozialkapitalrückstellungen die "AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" in der Ausprägung für Angestellte herangezogen. Die Berechnung erfolgt unter Beachtung des gesetzlich frühestmöglichen Pensionsalters für Männer und Frauen.
Der Rechnungszins wird auf Grundlage der Renditen von erstrangigen, festverzinslichen Unternehmensanleihen zum Bewertungsstichtag ermittelt (iBoxx), wobei die Laufzeiten mit den zu erfüllenden Verpflichtungen übereinstimmen. Die Laufzeiten der Pensionen werden im Vergleich zu den Laufzeiten der übrigen personalbezogenen Rückstellungen (Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen) differenziert betrachtet.
Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wird außerdem eine Differenzierung der Parameter für Begünstigte mit STATUT- bzw. KV 6-Zusage auf der einen Seite und den übrigen Begünstigten auf der anderen Seite vorgenommen. Mit dieser Differenzierung wird dem Umstand Rechnung getragen, dass bei Pensionsantritt bei den beiden oben genannten Gruppen ein Transfer der vorhandenen Deckungsrückstellungen aus dem leistungsorientierten ins beitragsorientierte System erfolgt. Die sich daraus ergebenden unterschiedlichen Rechnungszinssätze werden im Folgenden dargestellt.
Laut AFRAC Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) ist der Wert einer Rückdeckungsversicherung von der
Gesamtpensionsverpflichtung abzuziehen, falls die Rückdeckungsversicherung ausschließlich der Deckung der konkreten Verpflichtung dient und der Anspruch aus der Rückdeckungsversicherung dem Zugriff des Unternehmens und der Gläubiger entzogen ist. Dementsprechend wird der Wert der Rückdeckungsversicherungen von der Gesamtpensionsverpflichtung in Abzug gebracht.

62Anhang
Parameter für die Berechnung der Pensionsrückstellung:
2022
Rechnungs-zinssatz in der Anwartschafts-phase
Rechnungs-zinssatz in der Leistungsphase
Gehalts-steigerung für aktive Dienst-nehmer*
Zukünftige Pensions-erhöhungen
Fluktuations-abschläge
Begünstigte mit STATUT- bzw.
KV6-Zusage
3,7%
4,0%
0,5% - 9,5%*
0,0%
0,0%
Übrige Begünstigte
3,7%
3,7%
0,5% - 9,5%*
0,5% - 8,0%**
0,0%
* 9,5%/7,5%/5,5%/4,0% p.a. für kollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter, 8,0%/6,0%/4,0%/2,5% p.a. für Mitarbeiter außerhalb des Kollektivvertragsschemas und ausbiennierte Mitarbeiter, jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr, 0,5% für Begünstigte mit Rückdeckungsversicherungen
** 0,5% für Begünstigte mit Rückdeckungsversicherungen, 8,0%/6,0%/4,0%/2,5% p.a. jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr für restliche Begünstigte
2021
Rechnungs-zinssatz in der Anwartschafts-phase
Rechnungs-zinssatz in der Leistungsphase
Gehalts-steigerung für aktive Dienst-nehmer
Zukünftige Pensions-erhöhungen
Fluktuations-abschläge
Begünstigte mit STATUT- bzw.
KV6-Zusage
0,7%
4,0%
2,0% - 2,5%
0,0%
0,0%
Übrige Begünstigte
0,7%
0,7%
2,0% - 2,5%
0,5% - 2,0%
0,0%
Der Berechnung der Abfertigungsrückstellung für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter und der Jubiläumsgeldrückstellung werden folgende Parameter zugrunde gelegt:
2022
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerungen
Fluktuationsabschläge
Vorstände
3,6%
4,0%
0% - 11,7%
kollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter
3,6%
4,0% - 9,5%*
0% - 11,7%
außerkollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter und ausbiennierte Mitarbeiter
3,6%
2,5% - 8,0%**
0% - 11,7%
* 9,5%/7,5%/5,5%/4,0% p.a. jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr
** 8,0%/6,0%/4,0%/2,5% p.a. jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr
2021
Rechnungszinssatz
Gehaltssteigerungen
Fluktuationsabschläge
kollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter
0,4%
4,0%
0% - 11,6%
außerkollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter
0,4%
2,5%
0% - 11,6%
ausbiennnierte Mitarbeiter
0,4%
1,5%
0% - 11,6%
Bei der Jubiläumsgeldrückstellung werden die Lohnnebenkosten in einer Bandbreite von 7,3% bis 29,46% (VJ: 7,3% bis 29,56%) angesetzt.
Anhang63
In den übrigen Rückstellungen sind unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung
der Höhe und/oder dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit einem Durchschnittszinssatz abgezinst, soweit die Differenz zwischen dem Erfüllungsbetrag und dem Barwert eine Bagatellgrenze überschreitet.
  • XV. Kunden angelastete Gebühren, die nach der Höhe der Kreditforderung berechnet werden, werden über die Laufzeit des jeweiligen Kredits realisiert.
  • XVI. Die abzugrenzenden Zinsen werden im jeweiligen zinstragenden Bilanzposten ausgewiesen. Zinsabgrenzungen aus dem Programm "Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte III" (targeted longer-term refinancing operations – TLTRO III) sind im Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute dargestellt.
  • XVII. Zinsen aus Derivaten werden netto dargestellt. Zinsen aus Derivaten, die in einer Sicherungsbeziehung stehen, werden in jenem Posten ausgewiesen, in dem auch die Zinsen aus dem Grundgeschäft ausgewiesen werden.
  • XVIII. Negative Zinsen aus finanziellen Vermögensgegenständen werden im Posten Zinsen und ähnliche Erträge bzw. positive Zinsen für finanzielle Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen ausgewiesen.
  • XIX. Bei Derivaten des Handelsbestandes werden die erhaltenen bzw. geleisteten Ausgleichszahlungen aufgrund der Umstellung der Referenzzinssätze im Zusammenhang mit der IBOR-Reform sofort im GuV-Posten 6 erfolgswirksam erfasst.
Bei Derivaten des Bankbuchs werden die erhaltenen bzw. geleisteten Ausgleichszahlungen aufgrund der Umstellung der
Referenzzinssätze im Zusammenhang mit der IBOR-Reform ebenfalls sofort erfolgswirksam erfasst (GuV-Posten 7 bzw. 10). Die für das Bankbuch gewählte Bilanzierungsmethode wurde einheitlich auf alle betroffenen Derivate angewendet.
  • XX. Die RLB NÖ-Wien ist Gruppenmitglied der steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der RAIFFEISEN-
    HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) als Gruppenträger und hat mit dem Gruppenträger Raiffeisen-Holding NÖ-Wien eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen. Die RLB NÖ-Wien wird mit einer an die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien zu leistenden Steuerumlage auf zugewiesene Gewinne sowie anteilig mit der auf Gruppenträgerebene entstehenden Körperschaftsteuer – mit einem Höchstsatz von 25% - belastet. Steuerliche Verluste werden von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit einer Steuerumlage in Höhe von 12,5% abgegolten.
Der Anspruch auf Abgeltung entstehender steuerlicher Verluste der RLB NÖ-Wien als Gruppenmitglied gegenüber dem Gruppenträger besteht, solange die Steuerumlagevereinbarung aufrecht ist. Da nicht beabsichtigt ist, die Steuerumlagevereinbarung zu kündigen, werden latente Steuern, die sich aus einem Überhang der aktiven temporären Differenzen über die passiven temporären Differenzen ergeben, unabhängig von der zukünftigen Steuerplanung angesetzt.
Im Jänner 2022 wurde das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 durch den Nationalrat beschlossen. Der in Österreich geltende Körperschaftsteuersatz wird von 25% auf zunächst 24% im Kalenderjahr 2023 und auf 23% ab dem Kalenderjahr 2024 reduziert. Gemäß der Steuerumlagevereinbarung führen Änderungen des Körperschaftsteuersatzes zu einer verhältnismäßigen Anpassung der Steuerumlagensätze.
64Anhang
Ergibt sich aus temporären Differenzen zwischen den unternehmensrechtlichen und den steuerrechtlichen Ansätzen insgesamt eine Steuerbelastung für die Folgejahre, so wird eine Rückstellung für passive latente Steuern gebildet. Sollte sich eine Steuerentlastung ergeben, so wird eine aktive latente Steuer ausgewiesen.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt im UGB mit dem Umlagesatz, der sich aus dem Überhang der temporären
Differenzen auf Basis der Gesamtdifferenzenbetrachtung ergibt.
  • Für Überhänge der zu versteuernden temporären Differenzen wird für die Bewertung aller temporären Differenzen der für an den Gruppenträger zu leistenden Umlagen vorgesehene Höchstsatz von zukünftig 23% (VJ: 25%) herangezogen.
  • Ergibt sich ein Überschuss der abzugsfähigen über die zu versteuernden temporären Differenzen, ist für die Bewertung aller temporären Differenzen der Umlagesatz für vom Gruppenträger an die Gesellschaft zu leistende Umlagen in Höhe von zukünftig 11,5% (VJ: 12,5%) heranzuziehen.
Anhang65
C. Erläuterungen der Bilanzposten
I. Darstellung der Fristigkeiten
  • 1. Gliederung der nicht täglich fälligen Forderungen und Guthaben gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken gemäß § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG:
in TEUR
Kreditinstitute
Nichtbanken
 
 
2022
2021
2022
2021
a)
bis 3 Monate
3.021.268
1.956.260
845.764
619.036
b)
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr
158.780
452.305
1.478.269
1.336.128
c)
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre
560.084
778.574
5.263.017
4.970.893
d)
mehr als 5 Jahre
573.127
196.771
6.804.358
6.002.595
  • 2. Gliederung der nicht täglich fälligen Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten und Nichtbanken gemäß § 64 Abs. 1 Z. 4 BWG:
in TEUR
Kreditinstitute
Nichtbanken
 
 
2022
2021
2022
2021
a)
bis 3 Monate
4.997.745
6.056.775
1.767.463
1.614.982
b)
mehr als 3 Monate bis 1 Jahr
0
0
298.862
88.742
c)
mehr als 1 Jahr bis 5 Jahre
186.252
0
32.864
28.260
d)
mehr als 5 Jahre
0
0
98.437
101.996
  • 3. Im Jahr nach dem Bilanzstichtag fällige Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere bzw. begebene Schuldverschreibungen nach § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG:
in TEUR
2022
2021
a)
Forderungen aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren
130.543
226.984
b)
Verbindlichkeiten aus begebenen Schuldverschreibungen
534.145
688.038

66Anhang
II. Wertpapiere
  • 1. Aufgliederung der zum Börsenhandel zugelassenen Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 10 BWG:
 
 
börsennotiert
nicht börsennotiert
in TEUR
2022
2021
2022
2021
a)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
3.420.845
1.460.174
28.131
1.370
b)
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
50.715
143
0
0
  • 2. Finanzanlagen nach § 64 Abs. 1 Z. 11 BWG:
Aufgliederung der in den Aktivposten "Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere" sowie "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" enthaltenen Wertpapiere, die zum Börsenhandel zugelassen sind und dem Anlagevermögen dienen:
in TEUR
2022
2021
a)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
1.457.600
1.308.152
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich entsprechend der Veranlagungsstrategie. Besteht sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit, einen Vermögensgegenstand bis zur Endfälligkeit zu halten, so ist dieser dem Anlagevermögen zugeordnet.
  • 3. Unterschiedsbetrag gemäß § 56 Abs. 2 BWG:
Der Unterschiedsbetrag zwischen den höheren Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag von Wertpapieren, die die Eigenschaft von Finanzanlagen haben, beträgt TEUR 52.883  (VJ: 50.123).
  • 4. Unterschiedsbetrag gemäß § 56 Abs. 3 BWG:
Der Unterschiedsbetrag zwischen den niedrigeren Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag von Wertpapieren, die die Eigenschaft von Finanzanlagen haben, beträgt TEUR 27.161 (VJ: 36.348).
  • 5. Unterschiedsbetrag gemäß § 56 Abs. 4 BWG:
Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert von zum Handel an einer
anerkannten Börse zugelassenen Wertpapieren, die zu Anschaffungskosten bewertet werden und nicht die Eigenschaft von Finanzanlagevermögen haben, beträgt TEUR 0 (VJ: 31).
Anhang67
  • 6. Unterschiedsbetrag gemäß § 56 Abs. 5 BWG:
Der Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten und dem höheren Marktwert der zum Handel an einer anerkannten Börse zugelassenen Wertpapiere, die nicht die Eigenschaft von Finanzanlagen haben, beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 8.474 (VJ: 1.461).
  • 7. Umwidmungen:
Im Jahr 2022 wurden rückgekaufte eigene Emissionen mit einem Umwidmungswert von TEUR 758 und Schuldverschreibungen mit einem Umwidmungswert von TEUR 73.578 unter Buchwertfortführung aufgrund fehlender Marktliquidität vom Handelsbuch in das Bankbuch übertragen.
  • 8. Angaben zu Wertpapieren am inaktiven Markt:
Börsenkurse oder Marktpreise in einem aktiven Markt sind i.S.d. § 189a Z. 4 UGB bei der Feststellung von Marktwerten heranzuziehen. Für Börsenkurse oder Marktpreise in inaktiven Märkten gilt dies nicht. Für einen inaktiven Markt können folgende Indikatoren sprechen: ein wesentlicher Einbruch des Handelsvolumens oder der Handelsaktivitäten; verfügbare Börsenkurse oder Marktpreise variieren wesentlich im Zeitablauf oder zwischen Marktteilnehmern; die Börsenkurse oder Marktpreise sind nicht aktuell oder ein wesentlicher Anstieg der Bid/Ask-Spreads. Diese Indikatoren müssen für sich genommen allerdings nicht notwendigerweise bedeuten, dass ein Markt inaktiv ist.
Für die Beurteilung des Wertpapier-Nostrobestandes der RLB NÖ-Wien nach dem Kriterium des inaktiven Marktes wurde folgende Vorgehensweise gewählt:
Im Zuge des Beurteilungsprozesses werden Wertpapiere, bei denen laut Einschätzung der RLB NÖ-Wien Indizien für
einen inaktiven Markt vorliegen, einzeln überprüft. Die Wertpapiere, für welche laut Beurteilung der RLB NÖ-Wien kein aktiver Markt besteht, beinhalten nicht handelbare sowie bereits abgewertete Titel. In die Bewertung fließen als Parameter die Zinskurve sowie eine adäquate Risikoprämie ein. Die Ermittlung dieser Risikoprämie erfolgt über am Markt vorhandene, vergleichbare Finanzinstrumente. Für einen geringen Teil des Portfolios wurde ein konservativer Ansatz gewählt und Ausfalls-Risikoprämien für die Bewertung verwendet.
Weiters werden auch externe Bewertungen von Dritten berücksichtigt, die in allen Fällen indikativen Charakter aufweisen.
Der Unterschiedsbetrag zwischen dem ermittelten beizulegenden Zeitwert und dem Buchwert beträgt
TEUR -3.744 (VJ: 5.047).

68Anhang
III. Beteiligungen
  • 1. Rechtliche und geschäftliche Beziehungen mit verbundenen Unternehmen bestehen in folgender Weise:
  • Die RLB NÖ-Wien ist ab dem Veranlagungsjahr 2005 nach § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) Gruppenmitglied einer steuerlichen Unternehmensgruppe mit dem Gruppenträger RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN
    registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien). Sie hat mit dem Gruppenträger eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen.
Die steuerliche Unternehmensgruppe mit dem Gruppenträger Raiffeisen-Holding NÖ-Wien umfasst im Veranlagungsjahr 2022 neben dem Gruppenmitglied RLB NÖ-Wien 45 (VJ: 42) weitere Gruppenmitglieder. Die Steuerbemessungsgrundlage für die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte des Gruppenträgers sowie der zugerechneten steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Berücksichtigung der steuerlichen Verlustvorträge des Gruppenträgers im gesetzlichen Ausmaß. Die RLB NÖ-Wien wird anteilig mit Gruppenkörperschaftsteuer, die auf Ebene des Gruppenträgers Raiffeisen-Holding NÖ-Wien vorgeschrieben wird, belastet. Der entsteuerbare Teil des steuerlichen Gewinns wird seitens des Gruppenträgers Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit der vertraglich vereinbarten Steuerumlage belastet. Im Falle eines steuerlichen Verlustes der RLB NÖ-Wien wird eine negative Steuerumlage verrechnet.
  • Die Liquiditätsmanagementvereinbarung, abgeschlossen zwischen RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, regelt das Verhältnis zwischen beiden Parteien in Bezug auf Liquiditätsversorgung, -messung und -monitoring. Die Liquiditätsmanagementvereinbarung ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann durch beide Parteien gekündigt werden.
  • Zwischen RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien besteht ein Geschäftsbesorgungsvertrag. Das Ziel ist eine
    synergetische und kompetente Leistungserbringung zentraler Funktionen im Konzern.
  • Es besteht jeweils eine umsatzsteuerliche Organschaft zwischen der RLB NÖ-Wien und den im folgenden aufgezählten
    Gesellschaften:
  • RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
  • "AKTUELL" Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H.
  • MODAL-Gesellschaft für betriebsorientierte Bildung und Management GmbH
  • Raiffeisen Beratung direkt GmbH
  • RBE Raiffeisen Beratungs- und Entwicklungs GmbH
  • Raiffeisen Versicherungs- und Bauspar-Agentur GmbH
  • Veritas Treuhandgesellschaft für Versicherungsüberprüfung und -vermittlung m.b.H.
  • Raiffeisen Analytik GmbH
  • Die RLB NÖ-Wien hat für ihre Organe und leitenden Angestellten sowie für alle Organe der verbundenen Unternehmen eine "Directors and Officers (D&O)"-Versicherung und Vertrauensschadenversicherung abgeschlossen und trägt die damit verbundenen Kosten.
Anhang69
  • Die RLB NÖ-Wien hat mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, der Raiffeisen Bank International AG (RBI), sämtlichen anderen Raiffeisenlandesbanken, nahezu sämtlichen österreichischen Raiffeisenbanken und -kassen, der Posojilnica Bank eGen sowie weiteren Vertragspartnern eine Vereinbarung über die Errichtung eines “Institutsbezogenen Sicherungssystems“ abgeschlossen (RBG-IPS-Vertrag bzw. R-IPS-Vertrag). Mit dem RBG-IPS-Vertrag wird ein institutsbezogenes Sicherungssystem (RBG-IPS) errichtet, in dem die Vertragsparteien die in den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen des IPS Rechtsrahmens und die zu deren Umsetzung im RBG-IPS-Vertrag geregelten Rechte und Pflichten übernehmen. Darüber hinaus besteht zwischen den Vertragsparteien des RBG-IPS-Vertrages und der Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) eine Treuhandvereinbarung im RBG-IPS, gemäß der die ÖRS als Treuhänderin für Zahlungen im Rahmen des RBG-IPS fungiert.
  • 2. Angaben zu direkten und/oder indirekten Beteiligungsbeziehungen bzw. direkte bankgeschäftliche Beziehungen mit verbundenen Unternehmen sowie zu direkten Beteiligungen i.S.d. § 238 Abs 1. Z. 4 UGB:
Die Angaben sind in Anlage 2 und Anlage 3 dargestellt.
  • 3. Erläuterungen zu Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen:
Angaben zu Beteiligungen und Anteilen an verbundenen Unternehmen sind im Anlagenspiegel dargestellt (Anlage 1).
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Beteiligungserträge und Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen i.H.v. TEUR 8.537 (VJ: 155.268) vereinnahmt. Aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage wurde seitens RBI beschlossen, die Ausschüttung im Jahr 2022 auszusetzen. Im Vorjahr war eine Ausschüttung aus der RLB NÖ-Wien Sektorbeteiligungs GmbH in Höhe von TEUR 89.900 enthalten (2022: 0), die aus der regulären Dividende sowie einer Sonder-dividende der RBI stammte.
Der Ertrag aus der Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG beläuft sich auf TEUR 1.185 (VJ: 55.997).
Die RLB NÖ-Wien hat im Geschäftsjahr Veräußerungserlöse in Höhe von TEUR 1.300 (VJ: 0) erzielt.
  • 4. Werthaltigkeit der Beteiligung an der RBI
Die RLB NÖ-Wien hält direkt und indirekt über die RLB NÖ-Wien Sektorbeteiligungs-GmbH zum 31. Dezember 2022 ihre 22,66%-Beteiligung an der RBI. Zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 lagen unter Gesamtwürdigung aller Ereignisse – insbesondere aufgrund der erwarteten wirtschaftlichen Folgen des Russland-Ukraine-Krieges und der Entwicklung des Börsenkurses – objektive Indikatoren vor, die auf einen gesunkenen beizulegenden Wert schließen ließen. Der Beteiligungsansatz an der RBI wurde deshalb per 31. Dezember 2022 einem Werthaltigkeitstest unterzogen.
Gemäß AFRAC 24 Rz. 9 wurde als beizulegendem Wert der RBI ein subjektiver Unternehmenswert gemäß KFS/BW1 auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cash Flows (Dividend Discount Modell) ermittelt. Die Cash Flows wurden auf Grundlage der zum Zeitpunkt der Durchführung des Werthaltigkeitstests gültigen und vom Management der RBI genehmigten Fünf-Jahresplanung abgeleitet, und im Zuge der Plausibilisierung für die Wertermittlung geringfügig durch das
Management der RLB NÖ-Wien angepasst.
Um die aktuell unsichere wirtschaftliche Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland entsprechend abzubilden, wurde gemäß des Dual Steering Approaches der RBI die Beteiligung an der
Raiffeisenbank Russland separat vom Rest der RBI bewertet. Diesbezüglich wurden die aktuell vorliegenden Ausschüttungsbeschränkungen sowie auch das höhere Risiko der russischen Beteiligung entsprechend berücksichtigt.
70Anhang
Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cash Flows erfolgt mit Hilfe eines durchschnittlichen, risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes i.H.v. 18,6% für Russland bzw. 11,6% für die übrigen Ländermärkte (VJ: 12,3%). Es wurde eine nachhaltige Wachstumsrate von 2,0% (VJ: 2,0%) bei der Ermittlung des Nutzungswertes der RBI angesetzt, was dem kommunizierten Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) entspricht. Bei der Ermittlung des Diskontierungszinssatzes nach Capital Asset Pricing Model (CAPM) wurde der Beta-Faktor aus der Peer Group herangezogen.
Der ermittelte subjektive Unternehmenswert gemäß KFS/BW1 der RBI lag zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 über dem Buchwert in der RLB NÖ-Wien i.H.v. TEUR 1.723.898, demzufolge war kein Wertberichtigungserfordernis gegeben.
  • 5. Wechselseitige Beziehungen:
Eine wechselseitige Beteiligung besteht mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Die RLB NÖ-Wien hält 189 Stück Core Equity Tier-1-Instrumente (CET-1-Instrumente, vormals Partizipationsscheine) an der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit einem Buchwert in Höhe von EUR 276.603. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hält 2.197.892 Aktien (100,00%) an der RLB NÖ-Wien. Darüber hinaus hält die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Instrumente des zusätzlichen Kernkapitals (Additional Tier 1) im Gesamtnominale von EUR 76 Mio. sowie Instrumente des Ergänzungskapitals (Tier 2) im Gesamtnominale von EUR 76 Mio., die von der RLB NÖ-Wien im Dezember 2022 begeben und zur Gänze von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien gezeichnet wurden.
  • 6. Aufgliederung der in den Aktivposten 2 bis 5 enthaltenen verbrieften und unverbrieften Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:
in TEUR
Verbundene Unternehmen
Beteiligungsunternehmen
 
 
gemäß § 45 Abs. 1 Z. 1 BWG
gemäß § 45 Abs. 1 Z. 2 BWG
 
 
2022
2021
2022
2021
a)
Forderungen an Kreditinstitute
1.140.000
1.183.000
2.053.786
2.129.713
 
davon nachrangig
0
0
0
0
b)
Forderungen an Kunden
254.491
227.379
17.143
7.775
 
davon nachrangig
0
0
0
0
c)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
0
0
201.482
72.734
 
davon nachrangig
0
0
0
0

Anhang71
  • 7. Aufgliederung der in den Passivposten 1, 2, 3 und 7 enthaltenen verbrieften und unverbrieften Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht:
in TEUR
Verbundene Unternehmen
Beteiligungsunternehmen
 
 
gemäß § 45 Abs. 1 Z. 3 BWG
gemäß § 45 Abs. 1 Z. 4 BWG
 
 
2022
2021
2022
2021
a)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
45.866
246.612
24.562
78.218
b)
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
94.984
224.037
36.270
24.301
c)
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013
76.000
0
0
0
IV. Anlagevermögen
  • 1. Hinsichtlich der Entwicklung des Anlagevermögens und der Aufgliederung der Jahresabschreibungen wird auf den
    Anlagenspiegel verwiesen (Anlage 1).
  • 2. Von verbundenen Unternehmen der RLB NÖ-Wien wurden im Geschäftsjahr 2022 keine in der Bilanz ausgewiesenen immateriellen Vermögensgegenstände angeschafft (VJ: EUR 0,0).
  • 3. Die Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen betragen im folgenden Geschäftsjahr TEUR 12.334 (VJ: 12.537); davon entfallen auf Verpflichtungen an verbundene Unternehmen TEUR 11.457 (VJ: 11.775); der Gesamtbetrag der Verpflichtungen in den folgenden fünf Jahren beträgt TEUR 61.367 (VJ: 61.073); davon entfallen auf Verpflichtungen an verbundene Unternehmen TEUR 57.287 (VJ: 57.890).
  • 4. Angaben gemäß § 238 Abs. 1 Z. 2 UGB zu Finanzinstrumenten des Finanzanlagevermögens, deren beizulegender Zeitwert niedriger ist als der Buchwert:
in TEUR
2022
Anschaffungs-
wert
Buchwert
31.12.2022
beizulegender
Zeitwert
31.12.2022
Differenz zwischen Buchwert und Zeitwert
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank
zugelassen sind
2.599.570
2.588.236
2.338.956
249.280
Forderungen an Kreditinstitute
112.826
115.116
109.838
5.279
Forderungen an Kunden
14.456
14.691
11.017
3.673
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
1.372.620
1.368.187
1.250.796
117.391
72Anhang
in TEUR
2021
Anschaffungs-
wert
Buchwert
31.12.2021
beizulegender
Zeitwert
31.12.2021
Differenz zwischen Buchwert und Zeitwert
Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Zentralnotenbank
zugelassen sind
271.082
271.060
266.245
4.814
Forderungen an Kunden
10.000
10.000
9.800
200
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
143.215
142.677
141.748
929
Es handelt sich hierbei um keine dauerhaften Wertminderungen.
V. Sonstige Vermögensgegenstände
In diesem Posten sind Zinserträge i.H.v. TEUR 80.618 (VJ: 79.082) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag
zahlungswirksam werden sowie ein IPS-Sondervermögen i.H.v. TEUR 44.646 (VJ: 42.643). Bei den Zinserträgen handelt es sich ausschließlich um Zinsabgrenzungen, die sich im Zuge von derivativen Geschäften ergeben. Das IPS-Sondervermögen spiegelt den Anteil der RLB NÖ-Wien an den Fondsmittel des RBG-IPS wider. Des Weiteren enthält dieser Posten
Forderungen aus Optionsprämien zu Caps und Floors i.H.v. TEUR 56.076 (VJ: 15).
VI. Angabe der in den einzelnen Bilanzposten enthaltenen nachrangigen Vermögensgegenstände
Nachrangige Vermögensgegenstände i.S.d. § 45 Abs. 4 BWG sind in folgenden Aktivposten enthalten:
in TEUR
2022
2021
Aktiva 3 b
 
 
Sonstige Forderungen an Kreditinstitute
7.380
7.380

Anhang73
VII. Eigenkapital und eigenkapitalnahe Verbindlichkeiten
  • 1. Das gezeichnete Kapital setzt sich ausschließlich aus 2.197.892 (VJ: 2.197.892) auf Namen lautende Stückaktien im
    Nominale von TEUR 219.789 (VJ: 219.789) zusammen.
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis 19. April 2026 um höchstens TEUR 40.023 durch Ausgabe von bis zu 400.226 neuen, auf Namen lautende Stückaktien mit oder ohne Stimmrecht gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals zu erhöhen.
Bei den im Bilanzposten Aktiva 11 ausgewiesenen Anteilen handelt es sich um Partizipationsscheine, die vom übergeordneten Konzernmutterunternehmen, der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, emittiert wurden.
  • 2. Aufgliederung des Kernkapitals und der ergänzenden Eigenmittel gemäß § 64 Abs. 1 Z. 16 BWG:
in TEUR
2022
2021
Eingezahltes Kapital
776.362
776.362
Einbehaltene Gewinne*
982.669
858.078
Hartes Kernkapital vor Abzugsposten
1.759.031
1.634.440
Immaterielle Vermögensgegenstände inkl. Firmenwerte
-3.790
-16.950
(-) Unzureichende Deckung notleidender Risikopositionen
-2.915
-662
Korrekturposten bonitätsbedingte Wertänderung Derivate
-590
-656
Wertanpassung aufgrund der Anforderung für eine vorsichtige Bewertung
-2.125
-197
Hartes Kernkapital nach Abzugsposten (CET1)
1.749.611
1.615.975
Zusätzliches Kernkapital
76.000
0
Zusätzliches Kernkapital nach Abzugsposten (AT1)
76.000
0
Kernkapital nach Abzugsposten (T1)
1.825.611
1.615.975
Ergänzungskapital
193.124
206.547
Allgemeine Kreditrisikoanpassungen nach Standardansatz
49.000
49.000
Ergänzende Eigenmittel nach Abzugsposten (T2)
242.124
255.547
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
2.067.735
1.871.522
Gesamtes Eigenmittelerfordernis
952.715
891.650
Eigenmittelüberschuss
1.115.020
979.872
Überdeckungsquote in %
117,0
109,9
Harte Kernkapitalquote in % (CET1 Ratio)
14,7
14,5
Kernkapitalquote in % (Tier 1 Ratio)
15,3
14,5
Eigenmittelquote in % (Total capital Ratio)
17,4
16,8
* vorbehaltlich des Beschlusses über die Gewinnverwendung durch die Hauptversammlung

74Anhang
  • 3. Zusätzliches Kernkapital
Im Dezember 2022 wurde ein Additional Tier 1 (AT 1) Kapitalinstrument mit einer Nominale von insgesamt
EUR 76.000.000 im Rahmen einer Privatplatzierung emittiert. Das AT 1 Kapitalinstrument hat eine unbefristete Laufzeit und kann durch die Emittentin frühestens nach 5 Jahren gekündigt werden. Die Verzinsung bis zum 20. Dezember 2027 (Ende der ersten Laufzeitperiode) beträgt 10,672%. Die AT 1 Anleihe erfüllt die Bedingungen für zusätzliches Kernkapital nach Art. 52 CRR.
 
Währung
Betrag in TEUR
Zinssatz zum 31.12.2022
fällig am
a.o. Kündigungsrecht
Additional Tier 1 Kapitalinstrumente mit fester zu fester Reset-Ausschüttung 2022 ohne Endfälligkeit/PP
EUR
76.000
10,672%
unbefristet
ja
  • 4. Angaben gemäß § 64 Abs. 1 Z. 5 und 6 BWG:
Insgesamt beträgt der zum 31. Dezember 2022 ausgewiesene Bestand an nachrangigen Verbindlichkeiten TEUR 523.597 (VJ: 524.511) einschließlich Zinsabgrenzung. Der Bestand setzt sich aus 8 Anleihen (davon 8 Ergänzungskapitaltitel gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der CRR) und 7 nachrangigen Schuldscheindarlehen zusammen, die in Euro ausgegeben sind. Die Laufzeiten der Anleihen bewegen sich zwischen 10 und 12 Jahren, die Laufzeiten der Schuldscheindarlehen zwischen 10 und 20 Jahren. Im Bestand befinden sich folgende Anleihen, welche 10,0% des Gesamtbetrags des oben genannten Ergänzungskapitals übersteigen:
 
Währung
Betrag in TEUR
Zinssatz zum 31.12.2022
fällig am
a.o. Kündigungsrecht
Nachrangige Schuldverschreibungen 2013-2023 der RLB NÖ-Wien
EUR
266.800
5,875%
27.11.2023
nein
Nachrangige kündbare fest zu fest verzinsliche Anleihe 2022-2032
EUR
76.000
7,422%
21.12.2032
ja
  • 5. Angaben gemäß § 64 Abs. 1 Z. 17 BWG:
Hinsichtlich der Aufstellung über die Konsolidierung der Eigenmittel wird auf den IFRS-Konzernabschluss der
RLB NÖ-Wien verwiesen.
Anhang75
VIII. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
In diesem Posten sind Verbindlichkeiten aus dem Programm "Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte III" (targeted longer-term refinancing operations – TLTRO III) der EZB mit einem Nominale von TEUR 2.310.000 (VJ: 3.340.000) enthalten. Unter Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen beträgt der Buchwert dieser Geschäfte TEUR 2.279.838 (VJ: 3.301.576). Im Geschäftsjahr 2022 wurden TEUR 1.030.000 zurückgezahlt. Davon entfielen TEUR 1.000.000 auf vorzeitige Tilgungen. Per 31.12.2022 geht die RLB NÖ-Wien von keinen weiteren vorzeitigen Rückzahlungen aus.
IX. Sonstige Verbindlichkeiten
In diesem Posten sind Zinsaufwendungen i.H.v. TEUR 41.035 (VJ: 52.947) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden sowie Verbindlichkeiten aus erhaltenen Optionsprämien zu Caps und Floors i.H.v. TEUR 209.950 (VJ: 1).
X. Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen gliedern sich im Geschäftsjahr im Wesentlichen wie folgt:
in TEUR
2022
2021
Rückstellung für Haftungen und Kreditzusagen
11.470
12.342
Rückstellung für nicht konsumierte Urlaube
3.312
3.495
Jubiläumsgeldrückstellung
4.255
4.854
Rückstellung für Schadenersatz und Schadensfälle
25.847
25.802
Rückstellung für derivative Geschäfte
4.356
7.397
davon Rückstellung für Zinssteuerungsderivate
8
4.402
Übrige
12.918
10.841
Summe
62.157
64.731
In den Rückstellungen für Schadenersatz und Schadensfälle sind Rückstellungen für negative Indikatorwerte in Höhe von TEUR 20.773 (VJ: 20.490) enthalten.
In den Rückstellungen für Haftungen und Kreditzusagen sind Rückstellungen für Pauschalwertberichtigungen für
Haftungen und offene Kreditrahmen i.H.v. TEUR 6.315 (VJ: 6.731) enthalten. Zudem ist in den übrigen Rückstellungen eine Rückstellung für die Umsetzung des 2018 beschlossenen Filialkonzepts i.H.v. TEUR 2.351 (VJ: 4.357) enthalten.

76Anhang
XI. Gewinnrücklagen
Im Bilanzposten "Gewinnrücklagen" werden unter "andere Rücklagen" u.a. Rücklagen i.S.d. § 225 Abs. 5 UGB i.H.v. TEUR 277 (VJ: 277) sowie IPS-Rücklagen i.H.v. TEUR 44.646 (VJ: 42.643) ausgewiesen.
XII. Ergänzende Angaben
  • 1. Gesamtbetrag der Aktiva und Passiva in Fremdwährung:
in TEUR
2022
2021
Aktiva
621.114
768.528
Passiva
399.316
466.667
  • 2. Die Gesamtkapitalrentabilität i.S.d. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG beträgt zum Stichtag 0,1% (VJ: 0,5%).
  • 3. Wertpapier-Handelsbuch:
Die RLB NÖ-Wien führt ein Wertpapier-Handelsbuch i.S.d. Art. 4 Abs. 1 Z. 86 i.V.m. Art. 102ff der CRR.
Die Positionen des Wertpapier-Handelsbuches bestehen aus Wertpapieren und sonstigen Finanzinstrumenten. Das
(Nominal-)Volumen der im Wertpapier-Handelsbuch zum Bilanzstichtag enthaltenen Wertpapiere beläuft sich auf TEUR 85.514 (VJ: 83.473).
Die sonstigen Finanzgeschäfte des Handelsbuches sind in den Angaben gemäß § 238 Abs. 1 Z 1. UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG offengelegt.
  • 4. Anhangsangaben zu Finanzinstrumenten gemäß § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG:
    • a. Art und Umfang der derivativen Finanzinstrumente:
Die Nominalwerte der am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten Termingeschäfte sowie die beizulegenden Zeitwerte sind in nachstehender Tabelle offengelegt:
Anhang77
2022
Nominalbeträge
Marktwerte
in TEUR
Bankbuch
Handelsbuch
Gesamt
positive
negative
Gesamtsumme aller offenen Termingeschäfte
29.398.996
148.078
29.547.074
1.080.122
-1.164.840
a) Zinsverträge
28.871.825
84.857
28.956.682
1.078.975
-1.159.541
Börsenkontrakte
 
 
 
 
 
Zinsterminkontrakte (Futures)
0
26.500
26.500
81
0
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
Zinsswaps
21.859.767
39.223
21.898.990
1.026.368
-1.035.666
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
1.247.602
4.908
1.252.510
52.526
0
Zinsoptionen - Verkaufskontrakte
5.764.456
14.226
5.778.682
0
-123.875
b) Wechselkursverträge
527.171
63.221
590.392
1.147
-5.299
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
Devisentermingeschäfte
0
59.295
59.295
856
-797
Währungs-Swaps und Zins-Währungs-Swaps
527.171
0
527.171
264
-4.475
Währungsoptionen - Kaufkontrakte
0
1.963
1.963
27
0
Währungsoptionen - Verkaufskontrakte
0
1.963
1.963
0
-27
2021
Nominalbeträge
Marktwerte
in TEUR
Bankbuch
Handelsbuch
Gesamt
positive
negative
Gesamtsumme aller offenen Termingeschäfte
18.065.083
300.590
18.365.673
625.013
-662.444
a) Zinsverträge
17.337.438
173.927
17.511.365
623.076
-658.409
Börsenkontrakte
 
 
 
 
 
Zinsterminkontrakte (Futures)
0
53.200
53.200
493
0
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
Zinsswaps
16.520.941
98.500
16.619.441
609.866
-655.339
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
569.467
5.347
574.814
12.717
0
Zinsoptionen - Verkaufskontrakte
247.030
16.880
263.910
0
-3.070
b) Wechselkursverträge
501.560
126.663
628.223
1.937
-4.035
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
Devisentermingeschäfte
0
126.663
126.663
1.758
-1.656
Währungs-Swaps und Zins-Währungs-Swaps
501.560
0
501.560
179
-2.379
c) Wertpapierbezogene Geschäfte
226.085
0
226.085
0
0
OTC-Produkte
 
 
 
 
 
Aktien-/Index-Optionen - Kaufkontrakte
112.835
0
112.835
0
0
Aktien-/Index-Optionen - Verkaufskontrakte
113.250
0
113.250
0
0
78Anhang
Die Nominal- bzw. Marktwerte ergeben sich aus den unsaldierten Summen aller Kauf- und Verkaufsverträge. Für die
Berechnung des Dirty Prices (Marktwert inkl. Zinsabgrenzungen) wird der Clean Price zuzüglich gebuchter Zins-
abgrenzungen nach Berücksichtigung des Kontrahentenausfallsrisikos angegeben.
Bei den derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich sowohl um Sicherungsgeschäfte als auch um Derivate, die zu
Handelszwecken gehalten werden, sowie um sonstige Derivate.
Derivative Zinsverträge sowie derivative wertpapierbezogene Geschäfte werden schwerpunktmäßig im Eigenhandel,
derivative Wechselkursverträge sowohl im Eigen- als auch im Kundengeschäft eingesetzt.
  • b. Die derivativen Finanzinstrumente sind in den nachstehenden Bilanzposten mit folgenden Buchwerten ausgewiesen:
2022
in TEUR
sonstige Vermögensgegenstände
sonstige
Verbindlichkeiten
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuches
 
 
a) Zinssatzbezogene Verträge
2.301
1.701
b) Wechselkursbezogene Verträge
884
825
Buchwerte von Derivaten des Bankbuches
 
 
a) Zinssatzbezogene Verträge
550
0
b) Wechselkursbezogene Verträge
61
0
2021
in TEUR
sonstige Vermögensgegenstände
sonstige
Verbindlichkeiten
Buchwerte von Derivaten des Handelsbuches
 
 
a) Zinssatzbezogene Verträge
1.686
1.338
b) Wechselkursbezogene Verträge
1.758
1.656
Buchwerte von Derivaten des Bankbuches
 
 
a) Zinssatzbezogene Verträge
0
23
b) Wechselkursbezogene Verträge
31
0
Die Buchwerte der derivativen Finanzinstrumente des Handelsbuchs werden mit dem Dirty Price ausgewiesen. In den Buchwerten der Derivate des Handelsbuchs sind per 31. Dezember 2022 passive Zinsabgrenzungen i.H.v. TEUR 61 (VJ: aktive Zinsabgrenzung i.H.v. TEUR 30, sonstige Vermögensgegenstände) bzw. aktive Zinsabgrenzungen i.H.v. TEUR 85 (VJ: 
passive Zinsabgrenzung i.H.v. TEUR 6, sonstige Verbindlichkeiten) enthalten. Derivate des Bankbuchs sind zu Marktwerten mit ihrem Clean Price (Marktwert ohne Zinsabgrenzungen) ausgewiesen.
Zum 31. Dezember 2022 wurden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden derivativen Geschäften, vor allem für Derivate im Hedge Accounting, insgesamt i.H.v. TEUR 4.356 (VJ: 7.397) ausgewiesen.
Anhang79
  • c. Angabe der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Sicherungsgeschäfte in Mikrohedge-Beziehungen:
2022
in TEUR
positive Marktwerte
negative Marktwerte
a) Zinssatzbezogene Verträge
198.811
-514.415
b) Wechselkursbezogene Verträge
0
0
c) Wertpapierbezogene Geschäfte
0
0
d) Kreditderivate
0
0
2021
in TEUR
positive Marktwerte
negative Marktwerte
a) Zinssatzbezogene Verträge
263.739
-345.974
b) Wechselkursbezogene Verträge
0
0
c) Wertpapierbezogene Geschäfte
0
0
d) Kreditderivate
0
0
Im Geschäftsjahr zählen ausschließlich Zinsswaps zu den derivativen Sicherungsgeschäften.
  • d. Angabe zu derivativen Sicherungsgeschäften in Makrohedge-Beziehungen:
Im Rahmen der Makrohedges werden Zinsderivate eingesetzt mit dem Ziel, das Fixzinsrisiko von risikotragenden Finanzinstrumenten im Bankbuch zu reduzieren. Finanzielle Vermögenswerte werden dem Makrohedge aktiv zugeordnet, finanzielle Verbindlichkeiten dem Makrohedge passiv. Darüber hinaus werden zur Reduktion des Zins- und Volatilitätsrisikos in
variablen Finanzinstrumenten mit eingebetteten Floors geschriebene Floors eingegangen, wodurch gegenläufige Ertrags-
effekte erzielt werden. Die Absicherung erfolgt in zwei Makrohedges getrennt nach 3- und 6-Monats-EURIBOR.
Zum Abschlussstichtag sind Makrohedge-Beziehungen mit einem Zeitraum bis 31.12.2055 vorhanden.
2022
in TEUR
Währung
Volumen
positive Marktwerte
negative Marktwerte
Makrohedge aktiv
EUR
2.513.746
451.878
-1.434
Makrohedge passiv
EUR
2.153.500
264
-200.162
Makrohedge Floor 3-Monats-EURIBOR
EUR
2.270.400
0
-8.990
Makrohedge Floor 6-Monats-EURIBOR
EUR
3.450.800
37.411
-98.742
80Anhang
2021
in TEUR
Währung
Volumen
positive Marktwerte
negative Marktwerte
Makrohedge aktiv
EUR
1.807.187
51.763
0
Makrohedge passiv
EUR
keine Designation
 
 
Aufgrund der im Laufe des Jahres 2022 stark angestiegenen Zinsen hat sich der Marktwert der Zinsderivate im Makrohedge aktiv signifikant erhöht. Je nach Laufzeitenbereich sind die EUR-Zinsen zwischen 2% im 30-jährigen und über 3% im
2-jährigen Laufzeitsegment gestiegen. Für die Zinsderivate im Makrohedge passiv ergibt sich durch den Zinsanstieg eine gegenläufige Entwicklung.
Der deutlich höhere Basis Point Value der Zinsderivate im Makrohedge aktiv ist verantwortlich für die höhere positive Ergebnisauswirkung im Vergleich mit den Derivaten im Makrohedge passiv. Die Positionen im Makrohedge Floor haben sich aus den gestiegenen Zinsen positiv entwickelt, während der Anstieg der impliziten Volatilität eine – wenn auch geringere – gegenteilige Wirkung hatte.
Im Gegensatz zum Makrohedge aktiv wurden die Portfolien im Makrohedge passiv sowie im Makrohedge Floor erst im Jahr 2022 etabliert.
  • e. Angaben zu Zinssteuerungsderivaten:
Im Bankbuch werden Zinsderivate u.a. zur Steuerung des Zinsrisikos eingesetzt. Die Zinssteuerungsderivate werden aufgrund einheitlicher strategischer Ausrichtung und gleichartiger Risikostruktur, je Währung und je klar abgegrenztem Verantwortungsbereich zu funktionalen Einheiten zusammengefasst.
Angabe der Summe der negativen und positiven beizulegenden Zeitwerte der Zinssteuerungsderivate:
2022
in TEUR
Währung
Volumen
positive Marktwerte
negative Marktwerte
Funktionale Einheit Zinsderivate
EUR
8.863.336
504.674
-494.494
Funktionale Einheit Zinsderivate
USD
82.271
8.037
-7.921
Funktionale Einheit Zinsderivate
CHF
61.743
3.373
-3.381
Anhang81
2021
in TEUR
Währung
Volumen
positive Marktwerte
negative Marktwerte
Funktionale Einheit Zinsderivate
EUR
9.309.587
130.771
-135.173
Funktionale Einheit Zinsderivate
USD
77.477
2.341
-2.286
Funktionale Einheit Zinsderivate
CHF
60.811
584
-582
 
 
 
 
 
Angabe des ergebnisrelevanten Effekts aus Zinssteuerungsderivaten in funktionalen Einheiten:
in TEUR
Währung
2022
2021
kumuliertes Ergebnis seit Beginn
Funktionale Einheit Zinsderivate
EUR
-11.700
6.098
10.177
Funktionale Einheit Zinsderivate
USD
0
649
116
Funktionale Einheit Zinsderivate
CHF
-8
5
-8
Der Bereich Treasury der RLB NÖ-Wien koordiniert die aktive Steuerung des Zinsrisikos über Zinsderivate, Festgelder sowie Veranlagungen in festverzinsliche Wertpapiere. Auf Basis dieser Strategie wurde auch in der Vergangenheit ein Strukturbeitrag erwirtschaftet. Der Bewertungseffekt sowie die Schließungsergebnisse aus Zinsstrukturderivaten werden in den GuV-Posten 7 und 10 ausgewiesen.
Im Rahmen der Bankbuchsteuerung wurden in den vergangenen Jahren hauptsächlich Zinsswaps mit dem Ausblick eines stärkeren Anstiegs der EUR-Zinskurve abgeschlossen.
Mit der Einführung des Makrohedge aktiv im Geschäftsjahr 2019 wurde die Positionierung in der funktionalen Einheit deutlich reduziert. Die Gesamtposition in der funktionalen Einheit reagiert nur noch marginal auf Bewegungen der Zinskurve (Sensitivität bei Änderung von einem Basispunkt zum 31.12.2022 TEUR 22). Die Bewertungsschwankungen haben keinen wesentlichen Einfluss mehr auf das Ergebnis der RLB NÖ-Wien. Im Jahr 2022 wurden weitere Derivate der funktionalen Einheit "EUR" vorzeitig geschlossen; daraus entstand ein negativer Ergebniseffekt von TEUR -16.102. Negative Auflösungswerte wurden sofort in der GuV realisiert, positive Auflösungswerte werden über die Laufzeit verteilt. Die
verbliebenen Positionen bilden nun eine stille Reserve.
  • 5. Die zusätzliche Haftungssumme bei Genossenschaften beträgt TEUR 8.223 (VJ: 8.255). Davon entfallen TEUR 10 (VJ: 41) auf verbundene Unternehmen.
Weiters bestehen Nachschussverpflichtungen in Höhe von TEUR 841 (VJ: 841). Davon entfallen TEUR 150 (VJ: 150) auf verbundene Unternehmen und TEUR 691 auf Beteiligungen.
Die ausstehenden Einlagen blieben zum Vorjahr unverändert i.H.v. TEUR 21 (VJ: 21) bestehen. Davon entfallen TEUR 18 (VJ: 18) auf verbundene Unternehmen.
82Anhang
  • a. Institutsbezogenes Sicherungssystem und Einlagensicherung:
Im Sinne der Art. 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR hat die RLB NÖ-Wien gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, allen anderen Raiffeisenlandesbanken, der RBI und ausgewählten Tochtergesellschaften der RBI sowie nahezu allen österreichischen Raiffeisenbanken einen Vertrag zur Errichtung einer eigenen Raiffeisen-Einlagensicherung und eines damit
notwendigerweise verbundenen neuen österreichweiten Raiffeisen institutsbezogenen Sicherungssystems (RBG-IPS)
abgeschlossen.
Vertragliche bzw. satzungsmäßige Haftungsvereinbarungen wurden geschlossen, die die teilnehmenden Institute gegenseitig absichern und bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellen.
Das österreichweite RBG-IPS wurde von der EZB und FMA als Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungssystem
gemäß ESAEG anerkannt. Die daran teilnehmenden Institute der Raiffeisen Bankengruppe sind dadurch gemäß den Bestimmungen des ESAEG per 29.11.2021 aus der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. ausgeschieden. Die bisherigen
institutsbezogenen Sicherungssysteme auf Bundes- und Landesebene (B-IPS, L-IPS) wurden in Erfüllung der Genehmigungsbescheide für das RBG-IPS im Juni 2021 aufgelöst und deren Sondervermögen wurde dem RBG-IPS gewidmet.
Die Österreichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) verwaltet sowohl die Fondsmittel für das RBG-IPS als Treuhänderin ihrer Mitglieder, als auch den Fonds für die gesetzliche Einlagensicherung, übernimmt das Berichtswesen sowie die Risikofrüherkennung. Ein Gesamtrisikorat zur Steuerung des RBG-IPS setzt sich aus Vertretern der am RBG-IPS teilnehmenden Raiffeisenbanken, der Raiffeisenlandesbanken sowie der RBI zusammen. Der Anteil der RLB NÖ-Wien an den Fondsmittel des RBG-IPS beträgt per 31. Dezember 2022 TEUR 44.646 (VJ: 42.643).
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante dotierten Fonds hat die RLB NÖ-Wien jährlich Beiträge zu entrichten (§ 21 ESAEG). Der Beitrag für 2022 beträgt TEUR 6.650 (VJ: 7.682) und wird im Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.
Im Falle der Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen (Anlegerentschädigung) kann
einem Einzelinstitut im Geschäftsjahr eine Beitragsleistung bis zu maximal 1,5% der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a der CRR zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 der CRR vorgeschrieben werden (§ 49 ESAEG), somit für die RLB NÖ-Wien maximal TEUR 166.165 (VJ: 154.248).
  • b. Kundengarantiegemeinschaft:
Anhang83
Die RLB NÖ-Wien ist Mitglied des Vereins "Raiffeisen Kundengarantiegemeinschaft Niederösterreich-Wien". Nach den Bestimmungen der Vereinssatzung übernehmen die Vereinsmitglieder eine vertragliche Haftungsverpflichtung, durch die sie solidarisch die Erfüllung der (i) vor dem 1. Oktober 2019 begründeten Kundeneinlagen sowie (ii) der vor dem 1. Jänner 2019 begebenen nicht-nachrangigen Eigenemissionen jedes insolventen Vereinsmitgliedes bis zur Grenze garantieren, die sich aus der Summe der individuellen Tragfähigkeit der anderen Vereinsmitglieder ergibt. Die individuelle Tragfähigkeit eines Vereinsmitgliedes bestimmt sich nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen des BWG und der CRR. Ab 1. Jänner 2019 sind neu begebene Eigenemissionen vom Kundenschutz ausgenommen. Zudem sind ab dem 1. Oktober 2019 neu begründete Kundeneinlagen (inklusive Prolongationen und Aufstockungen bestehender Geschäfte) nicht vom Kundenschutz umfasst. Zu den geschützten Kundeneinlagen gibt es Übergangsregelungen, die dazu führen, dass sich das potenzielle Haftungsvolumen fortlaufend reduziert im Sinn eines Abschmelzens der Haftungen.
Die "Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft NÖ-Wien" ist ihrerseits Mitglied des Vereins "Raiffeisen Kundengarantiegemeinschaft Österreich", dessen Mitglieder die Raiffeisen Bank International AG (RBI) und andere Raiffeisen Landeskundengarantiegemeinschaften sind. Der Vereinszweck entspricht im Wesentlichen dem der "Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft NÖ-Wien" bezogen auf die RBI und die Mitglieder der beigetretenen Raiffeisen Landeskundengarantiegemeinschaften.
Dem Ausweis der Garantieverpflichtung wurde durch Einstellen eines Merkpostens von EUR 1,00 unter der Bilanz entsprochen, da es nicht möglich ist, die potenzielle Haftung der RLB NÖ-Wien aus der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft betraglich festzulegen.
  • c. Einheitlicher Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund, SRF):
Die Richtlinie 2014/59/EU (BRRD) und die Verordnung (EU) Nr. 806/2014 (SRM-VO) bilden als gemeinsames Regime für die Sanierung und Abwicklung von Banken die sog. "zweite Säule" der europäischen Bankenunion und schließen an die Regelungen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus für Banken (SSM), die sog. "erste Säule", an. In Österreich wurde die BRRD durch das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) umgesetzt, das mit 1.1.2015 in Kraft getreten ist. Als nationale Abwicklungsbehörde fungiert die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA).
Eine wesentliche Säule des gemeinsamen Abwicklungsregimes bildet die Schaffung eines Finanzierungsmechanismus für die Abwicklung von Kreditinstituten, den Einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund, SRF). Das geplante Ziel-volumen des SRF, das bis Ende 2023 möglichst gleichmäßig aufzubauen ist, beträgt mindestens 1% der gesicherten Einlagen innerhalb der Europäischen Bankenunion. Alle in Österreich zugelassenen CRR-Kreditinstitute sind zur Leistung von Beiträgen zum SRF verpflichtet, die den österreichischen Kreditinstituten von der FMA per Bescheid vorgeschrieben werden. Der Beitrag der RLB NÖ-Wien für 2022 beträgt TEUR 15.009 (VJ: 13.438) und wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
  • 6. Zum Bilanzstichtag waren Mündelgeldspareinlagen i.H.v. TEUR 8.847 (VJ: 9.983) im Posten "Verbindlichkeiten gegenüber Kunden" enthalten.

84Anhang
  • 7. Als Sicherheit gestellte Vermögensgegenstände gemäß § 64 Abs. 1 Z. 8 BWG:
in TEUR
2022
2021
Hypothekarisch besicherte Forderungen im Deckungsstock für fundierte Bankschuldverschreibungen
4.442.553
3.981.404
Forderungen zur Sicherstellung von fundierten Bankschuldverschreibungen
2.111.108
2.009.307
Wertpapiere im Deckungsstock für begebene fundierte Schuldverschreibungen
50.261
49.994
Als Sicherheit bei der OeNB hinterlegte Wertpapiere
1.694.188
2.510.404
Abgetretene Forderungen zugunsten der OeNB (Credit Claims)
150.805
592.593
Abgetretene Forderungen zugunsten der Österr. Kontrollbank AG
591.993
605.833
Abgetretene Forderungen zugunsten der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt/Main
4.750
5.000
Abgetretene Forderungen zugunsten der Europäischen Investitionsbank
286.497
306.972
Wertpapierpfand für Darlehen der Europäischen Investitionsbank
21.570
86.178
Sicherstellung für derivative Geschäfte
399.915
406.737
Deckungsstock für Mündelgeldspareinlagen
14.257
29.733
Sonstige
24.797
25.607
Summe
9.792.694
10.609.762
Zudem wurden nicht in der Bilanz ausgewiesene von der RLB NÖ-Wien begebene Retained Covered Bonds mit einem Kurswert von TEUR 1.633.999 (VJ: 2.297.178) sowie geliehene Wertpapiere mit einem Kurswert von TEUR 2.034.311 (VJ: 540.603) als Sicherheit bei der OeNB hinterlegt.
Zusätzlich wurden gemäß § 1 Abs. 6 FBSchVG (Gesetz vom 27. Dezember 1905 betreffend fundierte Bankschuldverschreibungen, BGBl 1905/213 in der geltenden Fassung) Forderungen anderer Kreditinstitute i.H.v. TEUR 333.393 (VJ: 344.539) sowie hypothekarisch besicherte Forderungen anderer Kreditinstitute i.H.v. TEUR 4.857.960 (VJ: 3.703.249) in den
jeweiligen Deckungsstock der RLB NÖ-Wien zur Sicherung der Ansprüche aus den fundierten Bankschuldverschreibungen aufgenommen.
  • 8. Außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 238 Abs. 1. Z. 10 UGB:
Die erhaltenen Sicherheiten zur Absicherung von Kreditgeschäften i.H.v. TEUR 11.287.746 (VJ: 10.051.278) stellen
wesentliche Vorteile aus vertraglichen Haftungsverhältnissen dar.

Anhang85
Die folgende Darstellung zeigt die Sicherheitenstruktur der RLB NÖ-Wien zum Bilanzstichtag:
Sicherheitenkategorie
2022
2021
 
in TEUR
in %
in TEUR
in %
Grundbücherliche Sicherstellung
7.740.609
68,58
6.838.875
68,04
Wertpapiere
39.779
0,35
59.476
0,59
Spar/Giro/Einlagen/Konten
59.458
0,53
121.567
1,21
Versicherungen
65.319
0,58
76.347
0,76
Sonstige Rechte/Forderungen
437.124
3,87
466.647
4,64
Haftungen
2.945.457
26,09
2.488.366
24,76
Gesamt
11.287.746
100,00
10.051.278
100,0
  • 9. Angabe zu echten Pensionsgeschäften i.S.d. § 50 Abs. 4 BWG:
Der Buchwert der in Pension gegebenen Vermögensgegenstände beträgt TEUR 186.252 (VJ: 0).
  • 10. Art und Höhe der Kreditrisiken gemäß § 51 Abs. 14 BWG:
Bei diesen Kreditrisiken handelt es sich um nicht ausgenützte Kreditrahmen i.H.v. TEUR 3.575.332 (VJ: 4.131.534).
  • 11. Angabe gemäß § 238 Abs. 1 Z. 7 UGB
Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit Sitz in Wien, stellt als Mutterunternehmen der RLB NÖ-Wien den Konzernabschluss für den größten Kreis von in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen auf. Der Konzernabschluss für den
kleinsten Kreis von Unternehmen wird von der RLB NÖ-Wien aufgestellt. Die Konzernabschlüsse der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und der RLB NÖ-Wien sind am Firmensitz, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien, erhältlich sowie im Firmenbuch unter FN 203160s bzw. FN 95970h hinterlegt.

86Anhang
D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
  • I. Unter Zinsen und ähnliche Erträge sind Zinsaufwendungen aus Derivaten, die in einer Sicherungsbeziehung stehen, in Höhe von TEUR 35.953 (VJ: 49.443) ausgewiesen. In Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind Zinserträge aus Derivaten in Sicherungsbeziehungen in Höhe von TEUR 65.333 (VJ: 69.027) enthalten.
  • II. Im Posten Zinsen und ähnliche Erträge sind Negativzinsen aus finanziellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 21.410 (VJ: 36.671) ausgewiesen. Im Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind Negativzinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 37.506 (VJ: 53.075) enthalten.
  • III. Die Raiffeisenbankengruppe NÖ-Wien hat die Kreditvergabeziele für das Programm "Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte III" (targeted longer-term refinancing operations – TLTRO III) der EZB erreicht.
Im Oktober 2022 hat die EZB die Modalitäten für die Zinssatz-Ermittlung für Zeiträume ab 23. November 2022 geändert. Aufgrund dieser Änderung sind für Zeiträume ab 23. November bis zum Laufzeitende bzw. dem Datum einer etwaigen vorzeitigen Tilgung die jeweils für diese Zeiträume gültigen durchschnittlichen Leitzinssätze der EZB anzuwenden. Die Zinssatz-Ermittlung für Zeiträume bis 22. November 2022 bleibt von dieser Änderung unberührt. Für die von der RLB NÖ-Wien aus diesem Programm aufgenommenen Gelder wurde im Geschäftsjahr 2022 ein Ertrag in Höhe von TEUR 15.749 (VJ: 26.673) realisiert. Dem steht ein Aufwand für die an niederösterreichische Raiffeisenbanken weitergeleiteten Gelder in Höhe von TEUR 2.554 (VJ: 5.150) gegenüber.
  • IV. Aufwendungen i.S.d. § 64 Abs. 1 Z. 13 BWG für Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der CRR sowie für nachrangige Verbindlichkeiten sind i.H.v. TEUR 25.274 (VJ: 30.761) angefallen.
  • V. In den "Sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen" sind gemäß § 64 Abs. 1 Z. 12 BWG nachstehende wesentliche sonstige Erträge und Aufwendungen enthalten:
Wesentliche sonstige betriebliche Erträge
in TEUR
2022
2021
Leistungsverrechnung Raiffeisenkassen
26.510
22.143
Close Out von Derivaten
80.494
10.240
Wesentliche sonstige betriebliche Aufwendungen
in TEUR
2022
2021
Close Out von Derivaten
97.868
8.060
Gesetzliche Einlagensicherung
6.650
7.682
Einheitlicher Abwicklungsfonds SRF
15.009
13.438

Anhang87
Im GuV-Posten 8.a) aa) Löhne und Gehälter sind folgende Aufwendungen für Jubiläumsgelder enthalten:
in TEUR
2022
2021
Jubiläumsgeldzahlungen
263
165
Dotierung/Auflösung Jubiläumsgeldrückstellung
-460
71
Summe
-197
236
Die im GuV-Posten 8.a) dd) und ee) ausgewiesenen Aufwendungen gliedern sich wie folgt:
in TEUR
2022
2021
Auflösung/Dotierung der Pensionsrückstellung
-4.720
-5.957
Pensionszahlungen
1.690
1.685
Rückdeckungsversicherung
-72
-62
Beiträge zu Pensionskassen
2.171
1.543
Summe
-931
-2.791
Die im GuV-Posten 8.a) ff) ausgewiesenen Aufwendungen für Abfertigungen gliedern sich wie folgt:
in TEUR
2022
2021
Auflösung/Dotierung der Abfertigungsrückstellung
115
28
Aufwand für Abfertigungszahlungen
1.761
498
Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen
841
783
Summe
2.717
1.309
  • VI. Die Angabe der auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer gemäß § 238 Abs. 1 Z. 18 UGB wurde unterlassen, da eine derartige Information im IFRS-Konzernabschluss der RLB NÖ-Wien enthalten ist.
  • VII. Im GuV-Posten 10 sind gemäß AFRAC Stellungnahme 14 Bilanzierung von nicht-derivativen Finanzinstrumenten (UGB) Verluste aus Vertragsanpassungen in Höhe von TEUR 3.428 (VJ: 1.121) ausgewiesen.
  • VIII. Die Posten Wertberichtigungen auf die in den Aktivposten 9 und 10 enthaltenen Vermögensgegenstände enthält eine
    außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von EUR 15,4 Mio.

88Anhang
  • IX. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte keine Veränderung der pauschalen Vorsorgereserve gemäß § 57 Abs. 1 BWG
    (VJ: Dotierung TEUR 20.000).
  • X. Die RLB NÖ-Wien ist Gruppenmitglied der steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Gruppenträger. Die RLB NÖ-Wien hat als Gruppenmitglied gemäß Steuerumlagevereinbarung eine Steuerumlage auf den zugewiesenen steuerlichen Gewinn sowie anteilig die auf Gruppenträgerebene entstehende Körperschaftsteuer zu leisten. Im Fall eines Verlustes wird der RLB NÖ-Wien eine Steuerumlagegutschrift, bemessen vom zugewiesenen steuerlichen Verlust, erteilt. Der daraus resultierende Steueraufwand bzw. -ertrag ist im GuV-Posten 18 "Steuern vom Einkommen und Ertrag" ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind fast ausschließlich dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zuzuordnen.
Die Steuerabgrenzung für aktive latente Steuern resultiert aus Differenzen bei:
  • Rückstellungen für Sozialkapital
  • Sonstige Rückstellungen
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
  • Unterbewertung gem. § 57 BWG
  • Forderungen an Kunden bzw. Kreditinstitute auf Grund von Pauschalwertberichtigungen
  • Sonstige Vermögensgegenstände auf Grund von Wertanpassungen bei Kontrahentenausfallsrisiken aus Derivativ-
    geschäften (Credit Value Adjustment)
  • steuerlich noch nicht geltend gemachte Siebentelabschreibungen iSd § 12 Abs 3 Z. 2 KStG
  • Agio Abschreibungen von Wertpapieren des Anlagevermögens
Die Steuerabgrenzung für passive latente Steuern resultiert aus Differenzen bei:
  • Wertpapieren auf Grund unterschiedlicher Bewertungsansätze zwischen UGB/BWG und Steuerrecht
  • Beteiligungen
  • Sonstige Verbindlichkeiten auf Grund von Wertanpassung der eigenen Ausfallswahrscheinlichkeit (Debt Value
    Adjustment)
Die Gesamtdifferenzenbetrachtung ergab einen Überhang aktiver latenter Steuern. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt zum Steuerumlagesatz in Höhe von 11,5% (VJ: 12,5%). Die latenten Steuern betragen zum Stichtag 31.12.2022 TEUR 13.211
(VJ: 20.908).

Anhang89
Die im GuV-Posten 18 ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und Ertrag gliedern sich wie folgt:
in TEUR
2022
2021
Ertrag aus Steuerumlagen
3.097
0
Aufwand aus Steuerumlagen
0
-4.087
Ertrag aus Steuerumlagen aus Vorperioden
54
285
Aufwand aus Steuerumlagen aus Vorperioden
0
-2
Aufwand aus weiterverrechneter Körperschaftsteuer
-5
0
Aufwand aus aktiven latenten Steuern
-7.697
-4.152
Ausländische Quellensteuern
-1
0
Summe
-4.552
-7.956
  • XI. Durch den 2022 beginnenden Russland-Ukraine-Krieg ist die Schätzung der Risikovorsorgen mit ähnlichen Unsicherheiten wie bei der Covid-19 Pandemie behaftet. Der Krieg hat zum Teil direkte Auswirkungen auf einzelne Kunden (Produktionsstandorte, Lieferketten, Absatzmarkt, Sanktionen usw.) aber auch indirekte Risiken auf Grund der aktuellen Volatilitäten auf den Energiemärkten und der nach wie vor bestehenden Unsicherheit bezüglich Energieversorgungssicherheit.
Von den indirekten Risiken sind besonders energieintensive Unternehmen/Branchen betroffen. Unternehmen in diesen Branchen können auf Grund von Preisschwankungen und Lieferproblemen hohen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt sein. Diese Risiken sind in der Einzelfall Bonitätsbeurteilung dieser Kunden nicht eindeutig feststellbar bzw. verarbeitbar. Daher wird folgende Maßnahme für den Jahresabschluss getroffen:
  • Für die direkt vom Russland-Ukraine Krieg betroffenen Kunden gibt es eine Einschätzung auf Einzelkundenebene.
  • Zusätzlich wird das Kreditportfolio abhängig von der Branche eines Kunden über eine Energieintensitäts-Heatmap (Statistik Austria) in Risikoklassen eingeteilt. Die Heatmap Einteilung ergibt sich aus der Kennzahl intermediärer Energieverbrauch in Terajoule/Bruttowertschöpfung in Mio. EUR einer Branche (ermittelt aus öffentlichen Daten per 2019). Zusätzlich wurde eine Kontodatenanalyse aller Firmenkunden in Bezug auf tatsächliche Energiezahlungen (Strom, Gas, Öl usw.) vorgenommen. Auf Basis dieser Ergebnisse wurde ebenfalls eine Risikoklassifizierung vorgenommen. Für Kunden mit „großem Betroffenheitsgrad“ wurde eine Ratingverschlechterung von zwei Ratingstufen angenommen. Für Kunden mit „mittlerem Betroffenheitsgrad“ wurde eine Ratingverschlechterung von einer Ratingstufen angenommen. Daraus ergibt sich in diesem Szenario ein Anstieg der Pauschalwertberichtigung um TEUR 6.732. Dieser
    Management Overlay wird auf die nach der regulären Methodik berechneten Pauschalwertberichtigung aufgeschlagen.
  • XII. Seit Frühling 2022 kommt es auf Grund der Omikron Variante zu einer deutlichen Entschärfung des Verlaufs der Covid-19 Pandemie, zusätzlich sinkt die Anzahl der Neuinfektionen. Die meisten Einschränkungen und Maßnahmen wurden aufgehoben bzw. ausgesetzt, aber auch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wurden größtenteils zurückgenommen. Im Jahre 2022 können die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und die Wirkung der staatlichen Gegensteuerungsmaßnahmen besser eingeschätzt werden. Damit ist ein Eingriff auf Grund der Covid-Krise bei der Berechnung der Risikovorsorgen nicht mehr notwendig. Der verbleibende Teil des Management Overlays im UGB auf Grund der Covid-19 Krise in Höhe von TEUR 14.000 wurde daher vollständig aufgelöst.
90Anhang
E. Sonstige Angaben
  • I. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Zu der im Geschäftsbericht 2022 der RBI ausführlich erläuterten Thematik von Rechtsfällen in Polen im Zusammenhang mit Hypothekarkrediten an Konsumenten, die in Fremdwährungen denominiert oder an eine Fremdwährung gekoppelt sind, gab der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs am 16. Februar 2023 eine (nicht bindende) Äußerung im Fall gegen eine polnische Bank ab. Dieser Äußerung zufolge könnten betroffene Kunden nach der Aufhebung eines Kreditvertrags aufgrund missbräuchlicher Klauseln Forderungen geltend machen, welche über die Erstattung der geleisteten Zahlungen hinausgehen. Die RBI sieht auf Basis ihrer rechtlichen Einschätzung keinen materiellen Einfluss dieser Äußerung auf die rechtliche Stellung, welcher über die bereits für Fremdwährungsdarlehen in Polen gebildete Rückstellung quantifizierbar wäre.
  • II. Nichtfinanzielle Erklärung
Die RLB NÖ-Wien ist gemäß § 243b Abs. 7 UGB von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung befreit, da sie in den Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien aufgenommen wurde. Dieser wurde nach den Anforderungen der Bilanz-Richtlinie erstellt und offengelegt. Der Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist am Sitz der Gesellschaft sowie beim Firmenbuch Wien erhältlich und auf der Website unter www.raiffeisenholding.com abrufbar..
  • III. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (exklusive Vorstandsmitglieder), berechnet nach Vollzeitäquivalenten, betrug:
 
2022
2021
Angestellte
1.032
1.012
  • IV. Kredite an Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates:
Zum Bilanzstichtag hafteten an die Mitglieder des Vorstandes sowie an die Mitglieder des Aufsichtsrates eingeräumte
Kredite und Vorschüsse i.H.v. TEUR 461 (VJ: 539) bzw. i.H.v. TEUR 146 (VJ: 114) aus. Es bestanden keine Haftungen für diesen Personenkreis. Bei den Ausleihungen an den Aufsichtsrat sind ausschließlich Kredite und Vorschüsse an die Arbeitnehmer erfasst, die vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert sind. Laufzeit und Verzinsung der Kredite entsprechen den banküblichen Usancen. Während des Geschäftsjahres wurden von den Vorstandsmitgliedern TEUR 79 (VJ: 249) und von den Aufsichtsratsmitgliedern TEUR 27 (VJ: 18) zurückgezahlt.

Anhang91
  • V. Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen:
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen betreffen die in der Gewinn- und Verlustrechnung angeführten Posten für Rückstellungen aus Abfertigungen und Pensionen, Aufwendungen für Abfertigungs- und Pensionszahlungen sowie laufende Beitragszahlungen aus dem Titel der betrieblichen Mitarbeitervorsorge (Abfertigung neu) und Pensionskassenbeiträge. Die Erträge für Abfertigungen und Pensionen für Vorstände und leitende Angestellte unter Berücksichtigung der Rückstellungsauflösung betrugen TEUR 353 (VJ: 1.516), die Aufwendungen für die anderen Mitarbeiter belaufen sich auf TEUR 2.211 (VJ: 96). Der Kreis der leitenden Angestellten richtet sich nach § 80 Abs. 1 AktG.
  • VI. Organbezüge:
Die Bezüge der Vorstandsmitglieder im abgelaufenen Geschäftsjahr belaufen sich auf TEUR 3.534 (VJ: 3.145). Die Angabe der darin enthaltenen Bezüge von verbundenen Unternehmen wurde unter Anwendung der Schutzklausel des § 64 Abs. 6 BWG i.V.m. § 242 Abs. 4 UGB unterlassen.
An die Mitglieder des Aufsichtsrates wurden TEUR 124 (VJ: 85) ausbezahlt. Die Gesamtbezüge früherer Vorstände bzw. Geschäftsleiter und deren Hinterbliebenen (einschließlich der vormaligen Raiffeisenlandesbank reg. Gen.m.b.H.) belaufen sich auf TEUR 990 (VJ: 962).
  • VII. Vorschlag über die Verwendung des Ergebnisses
Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des Jahresabschlusses durch den Vorstand geht dieser davon aus, dass er der Hauptversammlung vorschlagen wird, den Bilanzgewinn in Höhe von EUR 222.290.354,63 auf neue Rechnung vorzutragen.
  • VIII. Die Veröffentlichung der Informationen gemäß Art. 431 bis 455 CRR (Offenlegung) erfolgt durch das übergeordnete
    Kreditinstitut, die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, auf der Website www.raiffeisenholding.com.
  • IX. Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates siehe nächste Seite.
92Organe
Organe
Vorstand:
Vorsitzender:
Generaldirektor Mag. Michael HÖLLERER (seit 30.03.2022)
Generaldirektor Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA (bis 30.03.2022)
Stellvertreter des Vorsitzenden:
Generaldirektor-Stv. KR Mag. Reinhard KARL
Vorstände:
Vorstandsdirektor Mag. Andreas FLEISCHMANN, M.Sc.
Vorstandsdirektor Dr. Martin HAUER
Vorstandsdirektor Mag. Michael RAB

Aufsichtsrat:
Vorsitzender:
Präs. Mag. Erwin HAMESEDER
Stellvertreter des Vorsitzenden:
Dir. KR Mag. Alfons NEUMAYER
Mitglieder:
Ök. Rat DI Anton BODENSTEIN
Dir. Hermine DANGL, M.Sc.
Dir. Reinhard KERBL, CSE (bis 06.05.2022)
Dir. Hermine HUMMEL, MBA, CSE (seit 06.05.2022)
Mag. Andrea LÖFFLER (seit 06.05.2022)
Mag. Veronika MICKEL-GÖTTFERT
Dir. Johann POLLAK (bis 06.05.2022)
KR Mag. Gerhard PREISS
StR. Ing. Christian RESCH (bis 06.05.2022)
Brigitte SOMMERBAUER
Dir. Otto WEICHSELBAUM (seit 06.05.2022)
Vom Betriebsrat delegiert:
HBV Wolfgang EINSPIELER
Abt.Dir. Prok. Anton HECHTL
Prok. Michael HOFER, CPB
HBV Christian JENKNER
HBV Eva TATSCHL
Staatskommissäre:
Staatskommissär MR Mag. Alfred LEJSEK
Staatskommissär-Stv. Markus STEINER, B.A.
Anlagen zum Anhang93
Anlagen zum Anhang
Anlage 1 zum Anhang: Anlagenspiegel 2022
Posten des Anlagevermögens
AHK
01.01.2022
nachtr.
Änd. AHK
Zugänge
GJ
Abgänge
GJ
Umbuch-
ungen GJ
AHK
31.12.2022
Wertpapiere
 
 
 
 
 
 
Aktiva 2a
Schuldtitel öffentlicher Stellen und ähnliche Wertpapiere
1.914.211.634,64
0,00
1.176.917.582,69
-341.492.506,76
0,00
2.749.636.710,57
Aktiva 3b
Sonstige Forderungen an Kreditinstitute
162.970.491,81
0,00
9.941.400,00
-70.347.452,67
10.261.830,00
112.826.269,14
Aktiva 4
Forderungen an Kunden
24.540.506,66
0,00
0,00
0,00
0,00
24.540.506,66
Aktiva 5
Schuldverschreibungen und andere festverzinsl. Wertpapiere
 
 
 
 
 
 
 
a) von öffentlichen Emittenten
15.000.000,00
0,00
0,00
0,00
0,00
15.000.000,00
 
b) von anderen Emittenten
1.299.964.879,23
0,00
365.958.174,12
-207.039.224,24
-10.261.830,00
1.448.621.999,11
Zwischensumme Wertpapiere
3.416.687.512,34
0,00
1.552.817.156,81
-618.879.183,67
0,00
4.350.625.485,48
Beteiligungen
 
 
 
 
 
 
Aktiva 7
Beteiligungen
98.484.171,98
0,00
181.050,00
0,00
8.925,00
98.674.146,98
 
davon an Kreditinstituten
25.688.020,49
0,00
0,00
0,00
0,00
25.688.020,49
Aktiva 8
Anteile an verb. Unternehmen
1.725.800.010,15
0,00
811.572,93
-2.454.219,96
-8.925,00
1.724.148.438,12
Aktiva 11
Anteile an einer herrschenden oder mit Mehrheit beteiligten Gesellschaft
276.603,00
0,00
0,00
0,00
0,00
276.603,00
Zwischensumme Beteiligungen
1.824.560.785,13
0,00
992.622,93
-2.454.219,96
0,00
1.823.099.188,10
Vermögensgegenstände
 
 
 
 
 
 
Aktiva 9
Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
78.843.311,41
-71.879,21
6.016.809,15
-35.917,36
0,00
84.752.323,99
Aktiva 10
Sachanlagen
39.270.936,21
0,00
2.039.767,10
-2.693.643,48
0,00
38.617.059,83
 
davon Grundstücke und Bauten
7.068.567,95
0,00
16.081,70
0,00
0,00
7.084.649,65
Zwischensumme Vermögensgegenstände
118.114.247,62
-71.879,21
8.056.576,25
-2.729.560,84
0,00
123.369.383,82
Gesamtsumme
5.359.362.545,09
-71.879,21
1.561.866.355,99
-624.062.964,47
0,00
6.297.094.057,40

94Anlagen zum Anhang
kum. Abschr.
01.01.2022
Abschr.
GJ
Zuschr.
GJ
Abgänge
GJ
Umbuch-
ungen GJ
kum. Abschr.
31.12.2022
kum. Amor-
tisation
Buchwert
31.12.2022
Buchwert
31.12.2021
 
 
 
 
 
 
 
 
 
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
-16.348.969,46
2.733.287.741,11
1.897.023.450,61
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
2.289.907,53
115.116.176,67
160.184.237,46
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
530.111,06
25.070.617,72
24.264.086,41
 
 
 
 
 
 
 
 
 
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
15.000.000,00
15.000.000,00
-288.300,87
-3.390.770,96
0,00
0,00
0,00
-3.679.071,83
-2.342.928,33
1.442.599.998,95
1.293.152.431,83
-288.300,87
-3.390.770,96
0,00
0,00
0,00
-3.679.071,83
-15.871.879,20
4.331.074.534,45
3.389.624.206,31
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-31.647.899,72
0,00
2.172.000,00
0,00
0,00
-29.475.899,72
0,00
69.198.247,26
66.836.272,26
-4.874.949,35
0,00
0,00
0,00
0,00
-4.874.949,35
0,00
20.813.071,14
20.813.071,14
-931.756,96
-35.000,00
423.720,00
164.144,96
0,00
-378.892,00
0,00
1.723.769.546,12
1.724.868.253,19
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
276.603,00
276.603,00
-32.579.656,68
-35.000,00
2.595.720,00
164.144,96
0,00
-29.854.791,72
0,00
1.793.244.396,38
1.791.981.128,45
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-58.920.901,23
-19.058.111,35
6.833,34
35.917,36
0,00
-77.936.261,88
0,00
6.816.062,11
19.922.410,18
-23.382.450,41
-2.898.577,13
0,00
2.542.492,45
0,00
-23.738.535,09
0,00
14.878.524,74
15.888.485,80
-998.757,24
-389.166,69
0,00
0,00
0,00
-1.387.923,93
0,00
5.696.725,72
6.069.810,71
-82.303.351,64
-21.956.688,48
6.833,34
2.578.409,81
0,00
-101.674.796,97
0,00
21.694.586,85
35.810.895,98
-115.171.309,19
-25.382.459,44
2.602.553,34
2.742.554,77
0,00
-135.208.660,52
-15.871.879,20
6.146.013.517,68
5.217.416.230,74

Anlagen zum Anhang95
Anlage 2 zum Anhang: Beteiligungsspiegel 2022 in EUR
Im Geschäftsjahr bestanden i.S.d. § 238 Z. Abs. 1 Z. 4 UGB an folgenden Unternehmen direkte Beteiligungen:
Name und Sitz
Ausmaß der Beteiligung gesamt in %
davon mittel-bar
in %
Eigenkapital
Ergebnis des letzten Geschäftsjahres, für das ein Jahresabschluss vorliegt
Jahres-abschluss
verbundenes Unternehmen
I. Banken
 
 
 
 
 
 
Raiffeisen Bank International AG, Wien
22,66
22,26
9.033.897.551,60
303.563.779,43
31.12.2021
 
II. Nichtbanken
 
 
 
 
 
 
"AKTUELL" Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H., Wien
100,00
 
6.606.958,26
4.706.225,87
31.12.2022
x
"BARIBAL" Holding GmbH, Wien
100,00
 
8.127.099,23
7.167.748,75
31.12.2022
x
"CALADIA" Beteiligungs GmbH, Wien
100,00
 
498.798,36
-7.329,29
31.12.2022
x
"HELIX" Beteiligungs GmbH*
100,00
 
-
-
-
x
Central Danube Region Marketing & Development GmbH, Wien
50,00
 
611.752,16
-192.137,39
31.12.2021
 
Die Niederösterreichische Leasing Gesellschaft m.b.H., Wien
40,00
 
43.000,63
320,10
31.12.2021
 
Die Niederösterreichische Leasing Ges.m.b.H. & Co KG, Wien
60,00
 
855.399,81
782.726,98
31.12.2021
 
MODAL-Gesellschaft für betriebsorientierte Bildung und Management GmbH, Wien
75,00
 
1.049.079,13
186.226,34
31.12.2021
x
NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH, Wien
20,14
 
23.180.756,31
415.633,78
31.12.2021
 
NÖ Raiffeisen Kommunalservice Holding GmbH, Wien
100,00
 
45.018,51
-8.704,69
31.12.2022
x
Raiffeisen Analytik GmbH, Wien
99,60
 
1.416.071,15
667.628,48
31.12.2022
x
Raiffeisen Beratung direkt GmbH, Wien
100,00
 
199.940,33
9.816,68
31.12.2021
x
Raiffeisen Digital GmbH, Wien
25,50
 
621.606,82
1.817,23
31.12.2021
 
Raiffeisen e-Service GmbH, Wien
25,50
 
-262.457,50
-297.457,50
31.12.2021
 
Raiffeisen Informatik Geschäftsführungs GmbH, Wien
47,35
 
74.660,41
6.284,37
31.12.2021
 
Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG, Wien
47,35
 
80.802.437,39
-3.347.729,90
31.12.2022
 
Raiffeisen NÖ-Wien Tradition & Innovation eingetragene Genossenschaft*
50,00
 
-
-
-
x
Raiffeisen Software GmbH, Linz
25,50
 
7.094.772,89
786.148,57
31.12.2021
 
Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH, Wien
100,00
 
2.197.229,04
165.090,87
31.12.2022
x
Raiffeisen Wien Mezzaninkapital GmbH*
100,00
 
-
-
-
x
RBE Raiffeisen Beratungs- und Entwicklungs GmbH, Wien
100,00
 
202.229,46
193.457,28
31.12.2022
x
RLB Businessconsulting GmbH, Wien
100,00
 
4.265.833,19
3.396,26
31.12.2022
x
RLB NÖ-Wien Sektorbeteiligungs GmbH, Wien
100,00
 
1.206.566.372,83
-33.210,19
31.12.2022
x
RLB NÖ-Wien Leasingbeteiligungs GmbH, Wien
100,00
 
7.117.589,58
1.056.606,29
31.12.2022
x
RSC Raiffeisen Service Center GmbH, Wien
46,20
 
2.603.405,20
53.882,64
31.12.2021
 
96Anlagen zum Anhang
* Diese Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2022 neu gegründet. Daher liegt zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses der RLB NÖ-Wien noch kein Jahresabschluss vor.

Anlagen zum Anhang97
Anlage 3 zum Anhang: direkte und/oder indirekte Beteiligungsbeziehungen, direkte bankgeschäftliche Beziehungen
Mit nachstehenden verbundenen Unternehmen bestehen direkte und/oder indirekte Beteiligungsbeziehungen, direkte bankgeschäftliche Beziehungen:
Unternehmen
Ort
Land
Direkte bank-geschäftliche Beziehungen
"AKTUELL" Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
"ALMARA" Holding GmbH
Wien
Österreich
x
"BARIBAL" Holding GmbH
Wien
Österreich
x
"BENEFICIO" Holding GmbH
Wien
Österreich
x
„BROMIA“ Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
„CALADIA“ Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"CLEMENTIA" Holding GmbH
Wien
Österreich
x
"HELANE" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"HELIX" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"LAREDO" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"LOMBA" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"PRUBOS" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"RASKIA" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"SEPTO" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"SERET" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"SOMOS" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"TOJON" Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
"URUBU" Holding GmbH
Wien
Österreich
x
AURORA MÜHLEN GMBH
Hamburg
Deutschland
 
BENIGNITAS GmbH
Wien
Österreich
x
BLR-Baubeteiligungs GmbH.
Wien
Österreich
x
Botrus Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
cafe+co Delikomat Sp. z.o.o.
Bielsko-Biala
Polen
 
Cafe+co Deutschland GmbH
Regensburg
Deutschland
 
cafe+co International Holding GmbH
Wien
Österreich
x
café+co Ital- és Ételautomata Kft.
Alsónémedi
Ungarn
 
cafe+co Österreich Automaten-Catering und Betriebsverpflegung Ges.m.b.H.
Wien
Österreich
x
CAFE+CO Timisoara S.R.L
Timisoara
Rumänien
 
Castellmühle Krefeld GmbH
Hamburg
Deutschland
 
DELIKOMAT d.o.o.
Beograd
Serbien
 
DELIKOMAT d.o.o.
Marburg
Slowenien
 
Delikomat s.r.o.
Modrice
Tschechien
 
Delikomat Slovensko spol. s.r.o.
Bratislava
Slowakei
 
DZR Immobilien und Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
Farina Marketing d.o.o.
Laibach
Slowenien
 
Frischlogistik und Handel GmbH
Baden bei Wien
Österreich
x
GoodMills Bulgaria EOOD
Sofia
Bulgarien
 
GoodMills Česko s.r.o.
Prag
Tschechien
 
GoodMills Deutschland GmbH
Hamburg
Deutschland
 
GoodMills Group GmbH
Wien
Österreich
x
GoodMills Innovation GmbH
Hamburg
Deutschland
 
GoodMills Magyarország Kft.
Komárom
Ungarn
 
GoodMills Österreich GmbH
Wien
Österreich
x
GoodMills Polska Kutno sp. z.o.o.
Kutno
Polen
 
GoodMills Polska sp. z.o.o.
Stradunia
Polen
 
GoodMills Romania S.A.
Pantelimon
Rumänien
x
nöm Gast Lebensmittel GmbH
Baden bei Wien
Österreich
x
GoodMills Innovation Polska Sp.z.o.o.
Poznan
Polen
 
Immonow Services GmbH
Wien
Österreich
x
jelo GmbH
Wien
Österreich
x
KURIER Beteiligungs-Aktiengesellschaft
Wien
Österreich
x
La Cultura del Caffe Gesellschaft m.b.H.
Krems an der Donau
Österreich
 
Latteria NÖM s.r.l.
Bozen
Italien
 
LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft
Wien
Österreich
x
Liegenschaftsbesitz Obere Donaustraße 91-95 GmbH
Wien
Österreich
x
Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
Medicur - Holding Gesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
Medicur Sendeanlagen GmbH
Wien
Österreich
x
MODAL-Gesellschaft für betriebsorientierte Bildung und Management GmbH
Wien
Österreich
x
Müfa Mehl und Backbedarf Handelsgesellschaft mbH
Hamburg
Deutschland
 
Müller´s Mühle GmbH
Gelsenkirchen
Deutschland
 
Naber Kaffee Manufaktur GmbH
Wien
Österreich
x
NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH
Zwettl
Österreich
x
NAWARO Erneuerbare Energien GmbH
Zwettl
Österreich
x
Neuß & Wilke GmbH
Gelsenkirchen
Deutschland
 
Niederösterreichische Milch Holding GmbH
Wien
Österreich
x
NÖ Raiffeisen Kommunalservice Holding GmbH
Wien
Österreich
x
NÖM AG
Baden bei Wien
Österreich
x
PBS Immobilienprojektentwicklungs GmbH
Wien
Österreich
x
Printmedien Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Agrar Holding GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Analytik GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Beratung direkt GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Energy Ventures GmbH (voramls "PANTHEON" Beteiligungs GmbH)
Wien
Österreich
x
RAIFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H.
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Immobilien Treuhand GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Liegenschafts- und Projektentwicklungs GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Versicherungs- und Bauspar-Agentur GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH
Wien
Österreich
x
RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
Wien
Österreich
x
RAIFFEISEN-HOLDING NÖ-Wien Beteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
Raiffeisen NÖ-Wien Tradition & Innovation eingetragene Genossenschaft
Wien
Österreich
x
Raiffeisen Wien Mezzaninkapital GmbH
Wien
Österreich
x
RBE Raiffeisen Beratungs- und Entwicklungs GmbH
Wien
Österreich
x
RH Finanzberatung und Treuhandverwaltung Gesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
RH Finanzbeteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
RHG Holding GmbH
Wien
Österreich
x
RHU Beteiligungsverwaltung GmbH & Co OG
Wien
Österreich
x
RLB Businessconsulting GmbH
Wien
Österreich
x
RLB NÖ-Wien Leasingbeteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
RLB NÖ-Wien Sektorbeteiligungs GmbH
Wien
Österreich
x
ROLLEGG Liegenschaftsverwaltungs GmbH
Wien
Österreich
x
Rosenmühle GmbH
Hamburg
Deutschland
 
St. Leopold Liegenschaftsverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
Techno-Park Tulln GmbH
Wiener Neudorf
Österreich
x
THE AUTHENTIC ETHNIC FOOD COMPANY GmbH
Gelsenkirchen
Deutschland
 
TIONE Altbau-Entwicklung GmbH
Wien
Österreich
x
Veritas Treuhandgesellschaft für Versicherungsüberprüfung und -vermittlung m.b.H.
Raaba
Österreich
x
VK Grundbesitz GmbH
Hamburg
Deutschland
 
VÖS167 Liegenschaft GmbH
Wien
Österreich
x
Waldviertel Immobilien-Vermittlung GmbH
Zwettl
Österreich
 
ZEG Immobilien- und Beteiligungs registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
Wien
Österreich
x
Zucker Invest GmbH
Wien
Österreich
x
Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H.
Wien
Österreich
x
98Anlagen zum Anhang
Anlagen zum Anhang99
Wien, am 28. Februar 2023
Der Vorstand
Generaldirektor
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor-Stellvertreter
Mag. Reinhard KARL e.h.
Vorstandsdirektor
Mag. Andreas FLEISCHMANN, M.Sc. e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektor
Mag. Michael RAB e.h.

100
Erklärung des Vorstandes
Der Vorstand der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG hat den vorliegenden Jahresabschluss und Lagebericht nach den zum
Bilanzstichtag geltenden Bestimmungen des UGB, AktG und den branchenspezifischen Vorschriften des BWG am
28. Februar 2023 aufgestellt.
„Wir bestätigen gemäß § 124 Abs. 1 Z. 3 BörseG nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.“
Der Vorstand
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Generaldirektion
Mag. Reinhard KARL e.h.
Generaldirektor Stv.
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Kommerzkunden
Mag. Andreas FLEISCHMANN, M.Sc. e.h.
Vorstandsdirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Finanzmärkte/Organisation
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Retail/Verbundservices
Mag. Michael RAB e.h.
Vorstandsdirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Risikomanagement/Rechnungswesen
Der Vorstand hat den Jahresabschluss am 28. Februar 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Bestätigungsvermerk101
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Jahresabschluss der
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den
sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

102Bestätigungsvermerk
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
1. Werthaltigkeit der direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der RLB NÖ-W AG zum 31. Dezember 2022 werden die direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der
Raiffeisen Bank International AG (RBI), die auch das Zentralinstitut der RLB NÖ-W AG ist, unter den Bilanzposten
„Beteiligungen“ und „Anteile an verbundenen Unternehmen“ in Höhe von insgesamt 1.723.898 TEUR ausgewiesen. Die Bewertung der Anteile an der RBI erfolgt gemäß dem gemilderten Niederstwertprinzip unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips. Wenn daher der beizulegende Wert voraussichtlich dauernd unter dem Beteiligungsbuchwert liegt, wird eine Abschreibung vorgenommen. Stellt sich in einem späteren Geschäftsjahr heraus, dass die Gründe dafür nicht mehr bestehen, so ist der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung des Anschaffungskostenprinzips zuzuschreiben.
Der Vorstand beschreibt die Bewertung im Anhang im Abschnitt B. „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, Punkt X. sowie im Abschnitt C. „Erläuterungen der Bilanzposten“, Punkt III. 3. Auf den Russland-Ukraine-Krieg und die daraus resultierenden Annahmen und Unsicherheiten sowie deren finanzielle Auswirkungen auf die Bewertung der Anteile an der RBI wird zusätzlich im Anhang im Abschnitt C.
„Erläuterungen der Bilanzposten“, Punkt III. 4 zur Werthaltigkeit der Beteiligung an der RBI eingegangen.
Die Ermittlung des beizulegenden Wertes erfolgte auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens. Die Bewertung durch die Bank auf der Grundlage eines externen Gutachtens zeigte, dass der ermittelte beizulegende Wert den Buchwert der Beteiligung übersteigt.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass das Ergebnis dieser Bewertung in hohem Maße von der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter sowie des verwendeten Diskontierungszinssatzes abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit verbunden ist.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von Wertminderungsindikatoren beurteilt und die Bewertung der Anteile an der RBI basierend auf einem externen Gutachten überprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens, insbesondere das Bewertungsmodell auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die darin verwendeten Parameter wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmensspezifischer Informationen und Markterwartungen geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten, zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Konzernplanung abgeglichen und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen analysiert und beurteilt.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Anteile an der RBI im Anhang angemessen sind und inwiefern eine adäquate Darstellung der Auswirkungen des Russland-Ukraine- Krieges auf die Bewertung der Anteile an der RBI erfolgte.
Bestätigungsvermerk103
2. Bewertung der Forderungen an Kunden
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der RLB NÖ-W AG zum 31. Dezember 2022 werden die Forderungen an Kunden unter Berücksichtigung von Risikovorsorgen und einer Wertberichtigung gemäß § 57 Abs. 1 BWG mit einem Betrag von 15.097.047 TEUR ausgewiesen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen im Anhang im Abschnitt B. „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ VI. bis VIII. und im Lagebericht im Abschnitt „Risikobericht“.
Die Bank überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob eine Ausfallgefährdung vorliegt und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe und ohne Verwertung von Sicherheiten leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells berechnet.
Für alle nicht ausgefallenen Kredite wird von der Bank eine ratingabhängige Pauschalwertberichtigung auf Basis eines statistischen Bewertungsmodells gebildet.
In diese Modelle fließen Kundenobligo und Sicherheiten ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote der Sicherheiten.
Aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und der Auswirkungen auf die Energiepreise hat die Bank die Implikationen auf die Kreditnehmer im Rahmen der Ratingeinstufung und der Schätzung der Zahlungsmittelrückflüsse analysiert und beurteilt. Um die daraus resultierenden Unsicherheiten in Bezug auf einzelne Kreditnehmer nach UGB abzubilden, wurde ein Management Overlay zusätzlich zur standardisiert ermittelten Pauschalwertberichtung im Jahresabschluss berücksichtigt. Je nach Betroffenheit des Kreditnehmers in Bezug auf Branche und Energieintensität des Geschäftsmodells wurde eine Verschlechterung der Bonität simuliert und für die Ermittlung des Management Overlays herangezogen. Der im Vorjahr iZm der COVID-19-Pandemie berücksichtigte Management Overlay wurde im Geschäftsjahr 2022 zur Gänze nicht mehr berücksichtigt, da die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 im regulären Rating berücksichtigt wurden.
Weiters wurde aus Gründen der Vorsicht in Anbetracht der besonderen bankgeschäftlichen Risiken die Wertberichtung gemäß § 57 Abs. 1 BWG unverändert gegenüber dem Vorjahr beibehalten.
104Bestätigungsvermerk
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass der Identifikation von drohenden Kreditausfällen und der Ermittlung der Kreditrisikovorsorgen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten hinsichtlich des makroökonomischen Umfelds, der Auswirkungen des Russland-Ukraine Krieges, der Ratingeinstufung und der Höhe der Kreditrisikovorsorge ergeben.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Vergabe und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, drohende Kreditausfälle zu identifizieren und die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Ich habe darüber hinaus die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen erhoben und die Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges bzw. den Änderungen des makroökonomischen Umfelds betroffen sind. Bei Feststellung von Indikatoren für Kreditausfälle wurden die von der Bank getroffenen Annahmen in Bezug auf Zeitpunkt und Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Hinsichtlich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Bei der Prüfung der Pauschalwertberichtigungen habe ich das Modell und die darin verwendeten Parameter – unter Berücksichtigung der Ergebnisse des von der Bank durchgeführten Backtestings und der Anpassungen der Parameter im Rahmen des Management Overlays aufgrund der Unsicherheiten des Russland-Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden steigenden Energie-preise – dahingehend beurteilt, ob die Annahmen in Bezug auf das Kundenportfolio angemessen sind und diese geeignet sind, die Vorsorgen einschließlich des Management Overlays in angemessener Höhe zu ermitteln.
Ergänzend wurden die Ratingnoten für den Kundengesamtbestand unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz verplausibilisiert.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Anhang angemessen sind.

Bestätigungsvermerk105
3. Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Jahresabschluss der RLB NÖ-W AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt. Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen sowie funktionalen Einheiten eingesetzt.
Der Vorstand beschreibt die Vorgangsweise bei der Bewertung und Zuordnung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, der Bildung von Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten im Anhang im Abschnitt B „Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ II. bis V. und im Abschnitt C „Erläuterungen der Bilanzposten“, Punkt II., IV. 4. sowie XI. 3 bis XI. 4.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parametern ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungsbeziehung sowie der Effektivität derselben zu erfüllen. Bei Vorliegen einer entsprechend dokumentierten Strategie können derivative Finanzinstrumente zur Steuerung des Zinsrisikos in funktionale Einheiten zusammengefasst werden.
Das Risiko für den Jahresabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung und Zuordnung der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien der Bank entspricht. Die von der Bank durchgeführten Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei funktionalen Einheiten von derivativen Finanzinstrumenten zur Steuerung des Zinsrisikos habe ich das Vorliegen und die Einhaltung der dafür erforderlichen Strategien anhand der vorliegenden Dokumentation überprüft und beurteilt, ob diese Dokumentation und das Risikomanagement den Anforderungen zur Bildung von funktionalen Einheiten entsprechen.
106Bestätigungsvermerk
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Anhang betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen und funktionalen Einheiten angemessen und vollständig sind.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EUVO und den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Bestätigungsvermerk107
  • Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

108Bestätigungsvermerk
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach meiner Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Jahresabschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zum Bankprüfer für das Geschäftsjahr 2022 bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Jahresabschlusses 2022 Bankprüfer der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.

Bestätigungsvermerk109
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Andreas Gilly.
Wien, 28. Februar 2023
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Mag. Andreas Gilly e.h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.
110Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, Wien,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende
Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 ("WTBG 2017") samt einschlägigen Verordnungen und Richtlinien ("Richtlinien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhandberufe") und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungsleistungen ("fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommen die gesetzlichen Haftungsbestimmungen gemäß
§ 62a BWG in Verbindung mit § 275 Abs 2 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers111
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
  • Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden
  • Werthaltigkeit der direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden werden in der Bilanz nach Abzug von Wertberichtigungen mit einem Betrag von 15.097 Mio EUR ausgewiesen.
Die Bank beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Wertberichtigungen im Anhang zum Jahresabschluss im Abschnitt B.VI-VII im Kapitel "Angaben zu den in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", sowie im Abschnitt D.XI-XII im Kapitel "Erläuterungen zu Gewinn- und Verlustrechnung".
Im Rahmen der Überwachung der Forderungen an Kunden wird überprüft, ob Wertberichtigungen für Forderungsausfälle zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Einzelwertberichtigungen für ausgefallene, individuell bedeutsame Forderungen an Kunden basiert auf der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der erwarteten und aus Szenarien abgeleiteten Rückflüsse.
Für ausgefallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen an Kunden und alle nicht ausgefallene Forderungen an Kunden führt die Bank eine Berechnung der Wertberichtigungen (pauschale Einzelwertberichtigung und Pauschalwertberichtigung) auf Basis statistisch ermittelter Risikomerkmale wie Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten durch. Die Bank hat eine Betroffenheitsanalyse zur angemessenen Berücksichtigung der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen auf die zukünftige Geschäftstätigkeit der Kreditnehmer durchgeführt. Auf Basis dieser Analyse wurde für ausgewählte Kreditnehmer eine individuelle Anpassung ("Management Overlay") der Ausfallswahrscheinlichkeiten durchgeführt, indem die Ratingverschlechterung simuliert wurde.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung der Wertberichtigungen in bedeutendem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen basiert, aus denen sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der Wertberichtigungen ergeben.

112Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Wir haben die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Überwachung und Bildung von Wertberichtigungen für Forderungen an Kunden analysiert und beurteilt, ob die darin beschriebenen Vorgehensweisen geeignet sind, Ausfälle zu identifizieren und die Wert-berichtigungen für Forderungen an Kunden angemessen zu ermitteln. Darüber hinaus haben wir ausgewählte Schlüsselkontrollen, die für uns im Rahmen der Abschlussprüfung relevant sind, erhoben und deren Ausgestaltung und Implementierung beurteilt. Weiters haben wir diese Kontrollen in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
  • Wir haben auf Basis einer Stichprobe von Forderungen an Kunden untersucht, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte sowohl zufallsorientiert als auch risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen und Ratingveränderungen.
  • Bei Ausfällen von individuell bedeutsamen Forderungen an Kunden wurde in Stichproben beurteilt, ob die getroffenen Einschätzungen hinsichtlich des Zeitpunktes und der Höhe der angenommenen zukünftigen Zahlungsströme angemessen sind.
  • Bei individuell nicht bedeutsamen ausgefallenen und nicht ausgefallenen Forderungen an Kunden, bei denen die Wertberichtigung statistisch ermittelt wurde, haben wir die Methodendokumentation der Bank kritisch gewürdigt. Weiters haben wir unter Berücksichtigung bankinterner Validierungen die Modelle und deren mathematische Funktionsweisen sowie die darin verwendeten Parameter dahingehend überprüft, ob diese geeignet sind, Wertberichtigungen in angemessener Höhe zu ermitteln.
  • Wir haben auf Grundlage der von der Bank durchgeführten Betroffenheitsanalyse die Herleitung und die Begründung für den durchgeführten Management Overlay nachvollzogen.
  • Die rechnerische Richtigkeit der Wertberichtigungen haben wir mittels einer Näherungsrechnung in Testfällen nachvollzogen.
  • Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir unsere Finanzmathematiker als Spezialisten eingebunden.
Werthaltigkeit der direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Bank zum 31. Dezember 2022 werden die direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI) unter den Bilanzposten "Beteiligungen" und "Anteile an verbundenen Unternehmen" in Höhe von insgesamt 1,7 Mrd EUR ausgewiesen und zu Anschaffungskosten unter Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzip bewertet.
Die Bank beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von RBI im Anhang zum Jahresabschluss im Abschnitt C.III.4 im Kapitel "Erläuterungen der Bilanzposten".
Die Bank überprüft, ob Anhaltspunkte für eine dauernde Wertminderung vorliegen. Soweit diese bestehen, wird zur Feststellung eines etwaigen Abwertungsbedarfs auf Grundlage eines externen Gutachtes unter Verwendung eines Discounted Cash Flow Verfahrens der beizu-legende Wert ermittelt. Die Ermittlung des Unternehmenswertes beruht primär auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung und der daraus ableitbaren Rückflüsse an die Eigentümer unter Berücksichtigung von gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Ausschüttungsbeschränkungen. Den verwendeten Diskontierungsfaktoren liegen beobachtbare Parameter aus den Finanz- und Kapitalmärkten zugrunde.
Die Bewertung ist ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit ein mögliches Risiko einer Fehldarstellung im Abschluss.
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers113
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der direkt und indirekt gehaltenen Anteile an der RBI haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Wir haben das Bewertungsmodell, die Planungsannahmen und die Parameter unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten überprüft. Dabei haben wir die Planungsrechnung hinsichtlich der Angemessenheit der Annahmen gewürdigt. Das angewendete Bewertungsmodell haben wir nachvollzogen und beurteilt, ob es geeignet ist, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln.
  • Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter, insbesondere der Diskontierungszins, wurden unter Einbeziehung unseres Bewertungsspezialisten evaluiert. Die bei der Bestimmung des Zinssatzes herangezogenen Annahmen wurden durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt.
  • Weiters haben wir überprüft, ob die Auswirkung der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen in den Planungsrechnungen entsprechend berücksichtigt wurden.
  • Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung der Unternehmenswerte nachvollzogen. Die Höhe des Unternehmenswertes wurde mit Marktdaten und öffentlich verfügbaren Informationen verglichen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers. Der Jahresfinanzbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers zur Verfügung gestellt.
Den Lagebericht haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des
Jahresfinanzberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben dazu keine Art der
Zusicherung ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

114Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers115
  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerk des Abschlussprüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus-getauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

116Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Georg Blazek.
Wien, 28. Februar 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Georg Blazek e.h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Vermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten
KONZERNLAGEBERICHT117
KONZERNLAGEBERICHT
118Das Geschäftsjahr 2022 im Überblick
Das Geschäftsjahr 2022 im Überblick
Das wirtschaftliche Umfeld stellte sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:
  • 2022 war insbesondere durch den Krieg Russlands in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Unsicherheiten über die weitere geopolitische und wirtschaftliche Entwicklung geprägt. Anhaltende Probleme in den Lieferketten, mögliche Energieengpässe sowie konstant hohe Inflationsraten bestimmten das wirtschaftliche Umfeld.
  • Der Anstieg der Inflationsrate im Euroraum hat sich im
    ersten Halbjahr 2022 deutlich beschleunigt und erreichte im Oktober mit 10,6% gegenüber dem Vorjahr ihren Höhepunkt. In Österreich betrug die Inflation infolge der Lieferketten- und Energiekrise im Jahresdurchschnitt 8,6%.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit kräftigen Zinserhöhungen auf die hohe Inflation reagiert und in insgesamt vier Zinsschritten im zweiten Halbjahr 2022 die Leitzinsen auf 2,50% erhöht.
  • Weiters beschloss der EZB-Rat, das seit 2014 laufende
    Anleihekaufprogramm Asset Purchase Programme (APP) mit 1. Juli 2022 einzustellen und im EZB Bestand befindliche Anleihen nicht mehr zur Gänze zu reinvestieren. Reinvestitionen aus dem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) sollen hingegen weiterhin bis mindestens Ende 2024 getätigt werden.
  • Das Wirtschaftswachstum in Österreichs lag mit prognostizierten 4,7% deutlich über dem BIP Wachstum der Eurozone mit 3,5%. Der Zuwachs resultierte v.a. durch Aufholeffekte im ersten Halbjahr 2022, nachdem die Einschränkungen aus der COVID-19-Pandemie nach weniger schweren Verläufen der Omikron Variante weitgehend aufgehoben wurden. Im zweiten Halbjahr prägten die hohen Unsicherheiten das
    Geschehen und führten zu nachlassender Nachfrage einer Abwärtstendenz der heimischen Konjunktur.

Folgende wesentliche Sachverhalte prägten das Geschäftsjahr 2022 der RAIFFEISENLANDESBANK NIEDER-ÖSTERREICH-WIEN AG (RLB NÖ-Wien):
Das Kundengeschäft wurde im Berichtsjahr 2022 deutlich ausgeweitet, wobei der Fokus vor allem auf gezieltem Neugeschäft bei bestehenden Kunden und im privaten Wohnbau lag. Dies führte neben positiven Effekten aus dem deutlichen Anstieg der Marktzinssätze auf das Einlagen-geschäft zu einer Erhöhung des Zinsüberschusses um 36,8% auf EUR 239,3 Mio. Der Provisionsüberschuss lag um 7,5% unter dem Vorjahresniveau.
In den Verwaltungsaufwendungen wirkten sich insb. Investitionen in Zukunftsprojekte aufwandserhöhend aus.
Das Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen belief sich im Jahr 2022 auf EUR -75,5 Mio. (VJ: 7,6 Mio.) und stammt im Wesentlichen aus der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International (RBI). Die RBI konnte ihre Ergebnisse im Geschäftsjahr 2022 deutlich steigern und zeigt ein Konzern-
ergebnis von EUR 3,6 Mrd. nach EUR 1,4 Mrd. im Vorjahr. Der anteilige Ergebnisbeitrag der RLB NÖ-Wien betrug EUR 800,9 Mio. (VJ: 290,0 Mio.). Aufgrund der Unsicher-
heiten infolge des Russland-Ukraine-Kriegs war zum
31. Dezember 2022 ein Impairment des Beteiligungsansatzes von EUR 879,0 Mio (VJ: 285,0 Mio.) erforderlich; die
Nettoauswirkung durch die at Equity-bewertete RBI betrug
somit EUR 78,1 Mio. (VJ: 5,0 Mio.).
Das Ergebnis nach Steuern betrug 2022 EUR 22,4 Mio. (VJ: 55,1 Mio.); ohne Impairment der RBI wäre das Ergebnis deutlich positiv.

Wirtschaftliches Umfeld 119
Wirtschaftliches Umfeld
Konjunktur international und in Europa
Kräftige Zinserhöhungen infolge der hartnäckig hohen
Inflation und der Energiepreisschock, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, bremsten die Post-COVID-19-Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2022. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) kam es zu einem Wachstum der Weltwirtschaft im vergangenen Jahr von 3,4% gegenüber dem Vorjahr.
Für die USA, die weltweit wichtigste Volkswirtschaft, ergibt sich gemäß einer ersten offiziellen Schätzung für das vierte Quartal 2022 eine auf das Jahr hochgerechnete Wachstumsrate von 2,9% gegenüber dem Vorquartal. Insgesamt nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 2,0% laut IWF zu. Trotz des vordergründig kräftigen Wachstums im Schlussquartal dürfte sich die US-Wirtschaft am Rande einer kurzen und milden Rezession befinden.
Die Null-COVID-19-Politik hat Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr schwer getroffen. Das Gesamtwachstum für 2022 betrug 3,0% und war damit das zweitlangsamste Expansionstempo seit den siebziger Jahren. Es lag weit unter dem Regierungsziel von rund 5,5% und erstmals seit Jahrzehnten sogar unter dem globalen Durchschnitt. Die schwächelnde Weltwirtschaft führte zu weniger Nachfrage nach chinesischen Gütern. Infolge von Lockdowns von Millionenstädten waren wichtige Industriezentren teils Wochen und Monate stillgelegt, und auch der Konsum der Menschen im Inland ging zurück. Besonders deutlich brach der Immobiliensektor ein, der sonst ein großer Treiber der chinesischen Wirtschaft war. 2022 wurden mehr als ein Drittel weniger neue Bauprojekte angefangen als im Jahr zuvor.
Auch wenn sich für die Eurzone für das Gesamtjahr 2022 ein überraschend hohes BIP-Plus von 3,5% gegenüber Vorjahr ergab, kam das Wachstum im Schlussquartal 2022 weitgehend zum Stillstand (0,1% gegenüber Vorquartal.). Das lag vor
allem am privaten Konsum, der unter der rekordhohen
Inflation litt. Deutschland hinkt mit einem BIP-Rückgang von 0,2% gegenüber Vorquartal von Oktober bis Dezember 2022 konjunkturell hinterher. Im Gesamtjahr 2022 legte die deutsche Wirtschaft um 1,9% zu.
Hauptsächlich aufgrund niedrigerer Energiepreise ging die
Inflationsrate in der Eurozone im Dezember 2022 den zweiten Monat in Folge zurück. Der harmonisierte Verbraucherpreis-index (HVPI) belief sich auf 9,2% gegenüber Vorjahr. Der Hochpunkt der Teuerung 2022 war im Oktober bei 10,6%
gegenüber Vorjahr erreicht worden.
Trotz der drohenden Konjunkturabkühlung hält sich der Jobmarkt in der Eurozone weiterhin gut. Im Dezember 2022 lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euroraum auf dem Rekordtief von 6,6%.
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120Wirtschaftliches Umfeld
Wirtschaftliches Umfeld 121

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Konjunktur in Österreich
Österreichs Wirtschaft zeigte sich im vergangenen Jahr angesichts der schweren Krisen erstaunlich resilient. Im gesamten Jahr 2022 belief sich das Wirtschaftswachstum auf 4,7%. Während das erste Halbjahr noch stark von COVID-19-
bedingten Aufholprozessen geprägt war, bremsten seit der
Jahresmitte die sehr stark gestiegenen Energiepreise, die hohe Unsicherheit und die nachlassende internationale Nachfrage die heimische Konjunktur.
Im Schlussquartal 2022 kam es gemäß Schnellschätzung des WIFO vom 31. Jänner 2023 zu einem überraschend starken Rückgang des BIP von 0,7% gegenüber Vorquartal. Damit war die Wirtschaftsleistung nach drei Quartalen positiven Wachstums erstmals rückläufig.
Obwohl die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2022 angesichts der höchsten Inflation seit 70 Jahren deutlich schrumpften, konnte der private Konsum im vergangenen Jahr zulegen, vor allem aufgrund der starken Erholung zu Jahresbeginn. Ab dem zweiten Quartal 2022 hemmten dann die gestiegene Unsicherheit infolge des Ukraine-Krieges, der starke Anstieg der Energiepreise und der zunehmende Verbraucherpreisauftrieb die Erholung.
In der Industrie, wo sich die wirtschaftliche Lage seit dem Sommer 2022 deutlich eintrübte, stagnierte die Wertschöpfung im vierten Quartal 2022. Im Dezember zeigte der Industrie-Einkaufsmanagerindex (PMI) aber erstmals seit einem halben Jahr eine leichte Aufwärtstendenz und stieg um 0,7 Punkte auf 47,3 Zähler. Der Indikator signalisiert damit eine Verringerung des Abschwungtempos in der heimischen Industrie und sendet erste Anzeichen einer Stabilisierung der Industriekonjunktur. Der Anstieg reichte allerdings nicht aus, um die Wachstumsschwelle von 50 Punkten zu übertreffen.
Die Europäische Energiekrise trieb die heimische Inflation (VPI) im Jahresdurchschnitt 2022 auf 8,6% gegenüber Vorjahr.
Allein die Energie verteuerte sich im Berichtsjahr um 41%. Im Dezember 2022 fiel die Teuerung den vierten Monat in Folge zweistellig aus, sie bremste sich aber auf hohem Niveau bei 10,2% gegenüber Vorjahr. ein. Dies ist auf die seit Dezember wirkende Strompreisbremse und nachlassenden Preisdruck bei Treibstoffen zurückzuführen. Strom könnte sogar ein leichter Preisdämpfer gewesen sein.
Der österreichische Arbeitsmarkt entwickelte sich 2022 gut, wenn auch der Arbeitskräftemangel viele Betriebe verzweifeln ließ. Die Auswahl an Jobs war groß wie nie. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für 2022 liegt mit 6,3% auf dem niedrigsten Stand seit 2008.
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122Wirtschaftliches Umfeld
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Finanzmärkte im Überblick
2022 war ein schwieriges Jahr für die Finanzmärkte. Da die Inflationsraten in vielen Ländern auf einem Mehrjahreshoch lagen, schwenkten die Zentralbanken auf steigende Zinssätze um. Es ergab sich ein zunehmend synchronisierter geldpolitischer Zyklus auf der ganzen Welt, was die Aktien- und Anleihemärkte global belastete.
  • Die EZB beendete im Vorjahr ihre Politik der Negativzinsen. Sie hob die Leitzinsen von Juli bis Dezember 2022 um 250 BP an. Die Fed lieferte 2022 den schnellsten Zinserhöhungszyklus seit mehr als 40 Jahren. Die Leitzinsen in den USA wurden 2022 um 425 BP angehoben.
  • Aufgrund der steigenden Leitzinsen wiesen die Geldmarktsätze im Jahr 2022 einen starken Aufwärtstrend aus. Swapsätze und Staatsanleihen-Renditen erhöhten sich beiderseits des Atlantiks deutlich, wobei die Entwicklung ausgesprochen volatil verlief. Am Jahresende 2022 rentierten 10-jährige deutsche Bunds bei 2,562% und damit deutlich über dem Niveau zu Beginn des Jahres (-0,124%). Die Renditen 10-jähriger Anleihen in den USA kletterten auf ein
    Niveau, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde (von 1,63% am 3. Jänner 2022 auf 3,831% am 30. Dezember 2022).
  • Angesichts der Fed-Zinserhöhungen und der Flucht in den sicheren Anlagehafen in Krisenzeiten wertete der US-Dollar 2022 auf und erreichte langjährige Höchststände. Im Schlussquartal allerdings drehte sich das Blatt. Der
    US-Dollar gab gegenüber dem Euro und vielen anderen Währungen deutlich nach. EUR/USD begann das Jahr bei 1,1296 und schloss 2022 bei 1,0704 nach seinem 20-Jahres-Tief von 0,9594 am 27. September 2022.
  • Der Ukraine-Krieg, Inflation und steigende Zinsen bremsten die Aktienmärkte weltweit aus. Viele Aktiensektoren
    mussten im vergangenen Jahr heftige Verluste hinnehmen. So sackte etwa der Bereich Kommunikationsdienste um nahezu 38% ab, Technologieaktien verloren 31%. Einzig der
    Energiesektor vermochte sich dem allgemeinen Abwärtstrend zu entziehen. Er bescherte den Anlegern 2022 einen Kursgewinn von über 40%. Der ATX begann das Jahr 2022 mit einem Punktestand von 3.865,31 und schloss es bei 3.126,39 Zählern.
Zinsentwicklung
Wirtschaftliches Umfeld 123
Der harte Kurs der US-Notenbank Fed war für die Finanzmärkte eine der größten Überraschungen des Jahres 2022. Die Fed hob ihre Leitzinsen seit Anfang 2022 in mehreren Schritten um 425 BP auf das höchste Zinsniveau seit 2007, eine Spanne von 4,25 bis 4,50%. Im Dezember 2022 wählte die Fed eine Anpassung um 50 BP, nach zuvor vier Erhöhungen um jeweils 75 BP. Da sich die Inflation abschwächt, hatte die Notenbank zuletzt signalisiert, das Tempo der geldpolitischen Straffung zu drosseln. Sie kündigte aber auch an, an höheren Zinsen für
längere Zeit festzuhalten. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsschritte erst mit Verzögerung auf die Wirtschaft wirken. Die Zinsstrukturkurve ist bereits seit Juli 2022 invers. Zehnjährige Treasuries bieten also eine geringere Rendite als zweijährige
Papiere. In der Vergangenheit kündigte eine solche Konstel-
lation regelmäßig eine Rezession an. Um die finanziellen Bedingungen weiter zu straffen, begann die Fed im Juni 2022, ihre Bilanzsumme zu reduzieren („Quantitative Tightening“). Seit dem Höchststand der Fed-Bestände im April 2022 mit USD 8.937 Mrd. gingen die Bestände zurück, zum Jahresende beliefen sie sich auf USD 8.551 Mrd.
Die Euro-Währungshüter hatten die hohe Inflation lange als vorübergehend interpretiert und den geldpolitischen Kurswechsel erst später als die Fed eingeleitet. Bei der Sitzung am 21. Juli 2022 hob der EZB-Rat erstmals seit elf Jahren die
Zinsen im Euroraum wieder an. Auf der Dezember-Sitzung wurden nach der vierten Zinserhöhung in Folge weitere Zinsschritte für 2023 in Aussicht gestellt. Der Leitzins, zu dem sich Banken frisches Geld bei der EZB leihen können, stieg auf
2,50% und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2007. Der Einlagensatz, den Kreditinstitute für bei der EZB geparkte Gelder erhalten, erhöhte sich auf 2,0%. Das Ende des Zins-zyklus dürfte deutlich im restriktiven Bereich liegen und dort für längere Zeit bleiben.
Auch abseits von Zinsanhebungen werden die Zügel fester
angezogen: Der EZB-Rat beschloss im Dezember, den Bilanzabbau (QT=Quantitative Tightening) im März 2023 zu starten. Ab dann werden im EZB-Bestand befindliche abreifende Anleihen nicht mehr zur Gänze reinvestiert. Konkret werden die Reinvestitionen des APP-Portfolios um rund EUR 15 Mrd./Monat zurückgefahren, wodurch das APP-Gesamtvolumen bis Ende Juni um EUR 60 Mrd. auf ca. EUR 3.195 Mrd. sinken wird. Über das weitere Tempo wird später entschieden. Weiterhin gilt, dass die Rückzahlungen aus dem PEPP-
Programm (Gesamtvolumen: EUR 1.850 Mrd.) bis mindestens Ende 2024 vollständig reinvestiert werden. Die Bilanzsumme schrumpft nun aber auch deswegen, weil immer mehr Banken Gelder aus den langfristigen Refinanzierungsoperationen (TLTROs) von ursprünglich EUR 2,2 Bio. zurückführen.
2022 stiegen Bund- und (United States Treasury)-Renditen
unter dem Eindruck der Notenbankentscheidungen/-rhetorik auf Mehrjahres-Hochs. Die Rendite 10-jähriger Bunds
erreichte am 30. Dezember 2022 mit 2,571% den höchsten Stand seit August 2011. Auf Jahressicht vollzogen 10-jährige deutsche Bunds einen Anstieg von 275 BP.
Geldmarktsätze stiegen im Vorjahr vor dem Hintergrund noch bevorstehender Leitzinserhöhungen. Der 3-M-Euribor lag am 3. Jänner 2022 bei 0,57%. Seit 14. Juli 2022, also bereits vor der ersten EZB-Zinsanhebung, notierte er im positiven Bereich und schloss am 30. Dezember 2022 bei 2,132%.
Im Jahr 2022 kam es angesichts der steigenden Zinsen und der herrschenden Unsicherheit zur Ausweitung der Financial
Credit Spreads. Am 3. Jänner 2022 notierte der iTraxx Senior Financals 5y bei 55,06 BP, am 30. Dezember 2022 bei
100,183 BP.
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124Wirtschaftliches Umfeld
Währungen und Aktienmärkte
Das Jahr 2022 war ein US-Dollar-Jahr. Der US-Dollar wertete im Jahresverlauf 2022 um 6,2% gegenüber dem Euro auf. Im Zuge der sich zuspitzenden Energiekrise im Sommer fiel EUR/USD sogar unter die Parität und erreichte im September ein 20-Jahres-Tief von 0,9594. Die zwei wichtigsten Gründe für die EUR/USD-Entwicklung waren einerseits der frühere und zu Beginn deutlich raschere Zinserhöhungszyklus der
Federal Reserve im Vergleich zur EZB. Neben dem dynamischen Zinsanhebungszyklus der Fed ab März 2022 begann sie im Juni 2022 auch damit, die Notenbank-Bilanz zu reduzieren. Andererseits war Europa mit größeren Konjunkturrisiken im Zuge des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden Anstiege der Energiepreise konfrontiert. Die Stärke des US-Dollars war in den ersten drei Quartalen am stärksten ausgeprägt, als der US-Dollar gegenüber dem Euro um 16% zulegte. Im letzten Quartal 2022 erholte sich der Euro dann deutlich, was auf einen nun optimistischeren US-Inflationsausblick, eine wohl nur milde Rezession in Europa sowie die Ankündigung einer restriktiveren Geldpolitik der EZB zurückzuführen ist.
Auch 2022 war der Schweizer Franken angesichts erhöhter
Unsicherheit (Energiekrise, Geldpolitik, Geopolitik, weiterer COVID-19-Pandemie-Verlauf) von vielen Anlegern als sicherer Hafen gefragt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beendete im Juni 2022 eine Ära ihrer Geldpolitik, in der sie seit dem Jahr 2015 (Aufgabe des Mindestkurses gegenüber dem Euro) mit Negativzinsen und Devisenkäufen gegen den damals unerwünschten Aufwertungsdruck auf den Franken vorging. Im Dezember 2022 erhöhte die SNB den Leitzinssatz um 50 BP auf 1,00%. Die Neuausrichtung der SNB-Geldpolitik hat den EUR/CHF-Wechselkurs unter die Parität gedrückt. Die
Franken-Stärke kann auch auf den großen Inflationsunterschied zwischen Euroland und der Schweiz zurückgeführt
werden. Das Währungspaar schloss am 30. Dezember bei 0,9874.
Wirtschaftliches Umfeld 125
EUR/GBP eröffnete den Handel am 3. Jänner 2022 bei 0,8384 und schloss am 30. Dezember 2022 bei 0,8847, was einer
Abwertung um 5% entspricht. Mit den Leitzinserhöhungen der EZB ab Juli nahm der Zinsvorsprung des britischen Pfund zum Euro ab. Die Bank of England (BoE), die die Leitzinswende
bereits im Dezember 2021 vollzogen hatte, erhöhte im Jahr 2022 die Leitzinsen insgesamt um 325 BP. Es war die stärkste Erhöhung seit 1990. Der Leitzins lag Ende Dezember bei 3,50%. Die Regierungskrise (Johnson-Truss-Sunak) im Herbst 2022 schadete sichtlich dem Vertrauen in die britische Wirtschaft. Die BoE sieht eine lange Wirtschaftskrise für das
Vereinigte Königreich.
Das Jahr 2022 war an den Aktienmärkten sowohl von der Geo- als auch Geldpolitik geprägt. Der Mix aus Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, Inflation und Zinsanhebungen diverser Notenbanken belastete die Börsen allesamt schwer, sodass die weltweit wichtigsten Leitindizes zwischenzeitlich markante Kursrückgänge verzeichneten. Nach den neuen Allzeithochs zum Jahreswechsel 2021/22 ging es im Zuge des Kriegsausbruchs und der folgenden Energie- und Inflationssorgen
sukzessive bergab. Die namhaftesten Börsenbarometer sackten rund um die Jahresmitte auf die tiefsten Stände seit ihren zuvor erklommenen Allzeithochs ab. Da die Berichtssaison des
zweiten Quartals 2022 sowohl in Europa als auch in den USA entgegen den Erwartungen gut ausfiel, kam es zu einer
Sommer-Rallye bis Mitte August. Sämtliche Leitindizes konnten rund 15% an Boden gutmachen. Mit den überraschend hohen Inflationsraten für August und September sackten die Börsen erneut sukzessive nach unten ab und markierten rund um den Oktober die Jahrestiefs. Rezessions- und Zinsängste dominierten, bis es wieder zu einer geringen Erholungsbewegung an den weltweiten Aktienmärkten kam. Auslöser dieser Aufwärtsbewegung waren eine solide Berichtssaison in Europa und den USA, deutlich fallende US-Inflationsraten, Chinas Kehrtwende bezüglich ihrer Null-COVID-19-Politik sowie verbesserte
europäische Stimmungsumfragen. Gegen Jahresende belasteten die massive COVID-19-Welle in China im Zuge der
Lockerungen sowie Notenbankaussagen über eine Fortsetzung der restriktiven Geldpolitik. Auch wenn der Frankfurter Leitindex DAX im vierten Quartal 2022 deutlich zulegen konnte, wies seine Wertentwicklung im Börsenjahr 2022 ein Minus von 12,35% auf.
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126Wirtschaftliches Umfeld
Entwicklung des österreichischen Bankensektors
Der österreichische Finanzsektor konnte die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gut verkraften und gilt als robust aufgestellt. Die Bilanzsumme der heimischen Kreditinstitute kletterte weiter und hielt zum Ende des dritten Quartals 2022 (letztverfügbare Daten) bei EUR 1.068,6 Mrd. Sie lag damit 5,5% über dem Vorjahresniveau.
Die Kredite an Kunden (Nichtbanken) steigen seit Anfang 2018 kontinuierlich an. Im letzten Jahr nahm die Dynamik zu, im dritten Quartal 2022 wurden um 8,4% mehr Kredite vergeben als im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Renditeanstiege bzw. Kursverluste am Rentenmarkt spiegelten sich auch in der Entwicklung der Position „Schuldverschreibungen & festver-
zinsliche Wertpapiere“ wider: Viele Quartale in Folge lag das Volumen unter dem Vorjahresniveau, erst zur Jahresmitte 2022 gelang die Trendumkehr. Im dritten Quartal 2022 kam es zu einer Verbesserung um 18,2% gegenüber dem Vorjahr.
Auffällig war der von Beginn des Jahres 2020 bis Jahresende 2021 andauernde hohe Anstieg der „Sonstigen Aktivposten“: Hier schlug sich die Liquiditätsflut der EZB nieder, die zu
einem deutlichen Anstieg der Übernachteinlagen bei der
Notenbank geführt hatte. Mit 2022 begann die Korrektur: Im dritten Quartal 2022 belief sich der Rückgang auf 11,3%
gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auf der Passivseite sticht als Gegenpart zu den hohen Beträgen in der Einlagenfazilität der Anstieg der Position „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten“ hervor: Diese enthält die langfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB und stieg in den beiden Vorjahren stark an. Im ersten Halbjahr 2022 fielen die Anstiege schwächer aus (+3,3% bzw. +8,6%), im dritten Quartal wurden jedoch wieder zweistellige Zuwächse erreicht (+10,4%). Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Nichtbanken) nahmen im dritten Quartal 2022 um 5,0% zu.
Verbriefte Verbindlichkeiten legten in 2022 erstmals wieder zu, im dritten Quartal um beachtliche 10,4% (alle Werte gegenüber dem Vorjahr). Das ist der höchste Wert seit dem zweiten Quartal 2009.
Die Ertragslage der österreichischen Banken verbesserte sich in 2022 nur auf den ersten Blick: Die Betriebsergebnisse legten außerordentlich stark zu, während die Jahresüberschüsse deutlich zurückgingen.
Der Zuwachs des Nettozinsertrags fällt seit dem zweiten Quartal 2021 in jedem Quartal höher aus – im dritten Quartal 2022 war er 8,5% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Betriebserträge legen seit damals ebenfalls stetig zu, zuletzt um 12,0% gegenüber dem Vorjahr. Das Betriebsergebnis konnte daher deutlich gesteigert werden: Es erreichte im dritten
Quartal 2022 einen Wert von EUR 7.085,3 Mio., EUR 1.984,6 Mio. über dem Vorjahresniveau. Das entspricht einem Anstieg von beachtlichen 38,9%. Allerdings nahmen die Wertberichtigungen deutlich zu, und zwar sowohl jene auf Wertpapiere und Beteiligungen wie auch die Rückstellungen für eventuell eintretende Kreditrisiken. Das Ergebnis der
gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag deswegen im dritten Quartal 17,0% unter dem Vorjahresniveau. Der Jahresüberschuss der österreichischen Kreditinstitute belief sich im dritten Quartal 2022 auf EUR 4.415,1 Mio., was einem Rückgang um 22,5% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage127
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Die nachstehend angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.
Der Konzernabschluss der RLB NÖ-Wien wird gemäß
EU-Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 der Kommission vom
11. September 2002 i.V.m. § 245a Unternehmensgesetzbuch (UGB) und § 59a Bankwesengesetz (BWG) auf Basis der
International Financial Reporting Standards (IFRS) und
IFRIC-Interpretationen, wie sie von der EU übernommen
wurden, erstellt. Dies wurde nach den gesetzlichen Bestim-mungen in der jeweils zum 31. Dezember 2022 geltenden und anzuwendenden Fassung vorgenommen. Die RLB NÖ-Wien erstellt zudem einen Einzelabschluss nach dem BWG i.V.m. dem UGB. Der Konzernlagebericht steht im Einklang mit dem Konzernabschluss und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.
Konzernertragslage 2022 im Vorjahresvergleich
in TEUR
2022
2021
Veränderung absolut
Veränderung in %
Zinsüberschuss
239.301
174.964
64.336
36,8
Provisionsüberschuss
51.922
56.106
-4.184
-7,5
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
-75.527
7.569
-83.096
-
Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und finanziellen/nicht finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
9.887
9.736
152
1,6
Sonstiges
40.360
29.485
10.875
36,9
Betriebserträge
265.943
277.860
-11.917
-4,3
Personalaufwand
-123.809
-114.254
-9.556
8,4
Sachaufwand
-112.526
-98.053
-14.473
14,8
Abschreibungen
-15.753
-14.712
-1.041
7,1
Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
-252.088
-227.019
-25.069
11,0
Konzernbetriebsergebnis
13.855
50.841
-36.986
-72,7
Der Zinsüberschuss lag im Jahr 2022 bei EUR 239,3 Mio. und damit um 36,8% über dem Vorjahreswert. Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr war auf folgende Faktoren zurückzuführen:
  • Das operative Kundenergebnis aus dem Aktivgeschäft konnte durch ein deutliches Wachstum (Kredite und Darlehen an Kunden +10,3% in 2022) gesteigert werden.
  • Das Verlassen des negativen Zinsumfeldes in der EURO-Zone hatte deutliche positive Effekte auf den Nettozinsertrag, insbesondere im zuvor stark vom Niedrigzinsumfeld
    belasteten Einlagengeschäft.
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Der Provisionsüberschuss lag 2022 mit EUR 51,9 Mio. um
7,5% unter dem Vorjahresniveau (EUR 56,1 Mio.). Zuwächsen der Provisionserträge aus Zahlungsverkehrsdienstleistungen und Vermittlungsprovisionen standen höhere Provisionsaufwendungen insb. im Deckungsstockmanagement gegenüber.
128Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Das Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen belief sich im Jahr 2022 auf EUR -75,5 Mio. (VJ:  7,6 Mio.). Das
anteilige Ergebnis der RBI betrug EUR 800,9 Mio. (VJ: 290,0 Mio.). Aufgrund der Unsicherheiten aus dem Russland-Ukraine-Krieg war ein Impairment des Beteiligungs-
ansatzes an der RBI von EUR 879,0 Mio (VJ: 285,0 Mio.)
erforderlich. Der Ergebnisbeitrag der Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG (R-IT) betrug im Betrachtungszeitraum EUR 6,1 Mio. (VJ: 2,5 Mio.). Darüber hinaus wurde der Buchwert der R-IT um EUR 3,5 Mio. abgeschrieben.
Die Position Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und finanziellen/nicht finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wies 2022 ein Ergebnis von EUR 9,9 Mio. (VJ: 9,7 Mio.) aus. Neben einem deutlich besseren Ergebnis aus der Bewertung und Realisierung von Finanzinstrumenten (Steigerung um EUR 6,1 Mio.) und einem positiven Entkonsolidierungs-
ergebnis von EUR 9,8 Mio. aus dem Verkauf von zwei
Tochterunternehmen war in dieser Position eine außerplan-
mäßige Abschreibung von immateriellen Vermögensgegen-ständen i.H.v. EUR 15,4 Mio. enthalten.
Die Position Sonstiges verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 10,9 Mio. auf EUR 40,4 Mio. Die Steigerung ist überwiegend auf einen höheren Überschuss aus Immobilienbeteiligungen sowie Dienstleistungen zurückzu-führen. Die Dotierung des Abwicklungsfonds und der Einlagensicherung ist mit EUR 21,7 Mio. (VJ: 21,1 Mio.) enthalten.
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Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2022 mit EUR 123,8 Mio. um EUR 9,6 Mio. über dem Vorjahreswert (EUR 114,3 Mio.).
Der Sachaufwand stieg im Jahr 2022 von EUR 98,1 Mio. auf EUR 112,5 Mio. v.a. durch gezielte Investitionen in Zukunfts-projekte in den Bereichen IT und Beratung. Die Abschreibungen lagen mit EUR 15,8 Mio. um EUR 1,0 Mio. über dem Vorjahreswert.
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Der Rückgang des Konzernbetriebsergebnisses im RLB NÖ-Wien-Konzern um EUR 37,0 Mio. auf EUR 13,9 Mio. war trotz eines besseren Ergebnisses aus dem Bankbetrieb auf die Entwicklung der RBI und das damit verbundene geringere at Equity-Ergebnis (inkl. Impairment) zurückzuführen.
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage129
in TEUR
2022
2021
Veränderung absolut
Veränderung in %
Konzernbetriebsergebnis
13.855
50.841
-36.986
-72,7
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
-26.869
11.393
-38.262
-
Ergebnis vor Steuern
-13.014
62.234
-75.248
-
Steuern vom Einkommen
-9.339
-7.161
-2.178
30,4
Periodenergebnis
-22.353
55.073
-77.426
-
Der Posten Wertminderung/Wertaufholung für finanzielle Vermögenswerte lag im Jahr 2022 bei EUR -26,9 Mio.,
(VJ: 11,4 Mio.). Im Bilanzjahr wurden per Saldo adressierte Kreditvorsorgen i.H.v. EUR 35,0 Mio. dotiert, im Vorjahr konnten EUR 0,1 Mio. aufgelöst werden. Im Geschäftsjahr 2022 wurden die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges und die daraus resultierenden Volatilitäten auf den Energiemärkten auf die finanzielle Situation der Kunden regelmäßig überwacht. Für Kunden mit sehr starker und starker Betroffenheit durch den Russland-Ukraine-Krieg und/oder der Energiekrise wurden individuelle Bonitätsanpassungen berücksichtigt.
Das Ergebnis vor Steuern lag bei EUR -13,0 Mio.
(VJ: 62,2 Mio.). Nach Berücksichtigung der Steuern vom Einkommen und Ertrag betrug das Ergebnis nach Steuern
EUR -22,4 Mio. (VJ: 55,1 Mio.).
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Das Sonstige Ergebnis i.H.v. EUR 69,3 Mio. (VJ: 33,1 Mio.) leitet zum Konzerngesamtergebnis über. Das negative sonstige Ergebnis im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus dem negativen sonstigen Ergebnis der RBI, welches im Rahmen der at Equity-Bilanzierung anteilig übernommen wurde. Das Gesamtergebnis für 2022 belief sich auf EUR 91,7 Mio. (VJ: 88,2 Mio.).
Segmentberichterstattung
Als Basis der Segmentberichterstattung nach IFRS 8 dient das interne Managementberichtswesen des RLB NÖ-Wien-Konzerns.
  • Retail/Verbundservices
  • Kommerzkunden
  • Finanzmärkte
  • Raiffeisen Bank International
  • Verbund
  • Sonstige Beteiligungen
  • Sonstiges
Die Segmente umfassen wie bisher Retail/Verbundservices, Kommerzkunden, Finanzmärkte, RBI, Verbund und sonstige Beteiligungen. Das Segment RBI umfasst die Ergebnisbeiträge der RBI, inklusive der zugeordneten Refinanzierungs- und Verwaltungsaufwände. Im Segment Verbund werden die Dienstleistungen, die von der RLB NÖ-Wien AG an den Verbund (Raiffeisenbanken) erbracht werden abgebildet. Im Segment Sonstiges werden nur noch die wenigen nicht zuordenbaren Aufwände ausgewiesen wie zum Beispiel die Sonderzahlung für die Stabilitätsabgabe.
130Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Das Segment Retail/Verbundservices beinhaltet das Retailgeschäft der Wiener Filialen. In diesem werden Privatpersonen, Gewerbekunden und selbstständig Erwerbstätige betreut. In der Geschäftsgruppe erfolgt die Versorgung der Kunden mit Bankdienstleistungen, insbesondere die Beratung in Fragen der Veranlagung und Finanzierung. Die Private-Banking-Teams servicieren mit ihrer professionellen Beratung die vermögenden Privatkunden in Wien. Die Geschäftskunden-Teams unterstützen die Wiener Klein- und Mittelbetriebe. Das Ergebnis vor Steuern der Geschäftsgruppe betrug 2022 EUR 15,8 Mio. nach EUR 2,6 Mio. im Vorjahr. Das durchschnittliche Kreditvolumen konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,0% auf EUR 4,0 Mrd. deutlich gesteigert werden, dies führte auch zu einem Anstieg im Zinsergebnis. Beim Einlagengeschäft wirkte sich das steigende Zinsniveau positiv auf das Zinsergebnis aus. Insgesamt verbesserte sich der Zinsüberschuss um EUR 33,1 Mio. auf EUR 78,8 Mio. 2022 (VJ: 45,7 Mio.). Der Aufwand aus der Position Abschreibung, Personal- und Sachaufwand lag mit EUR 137,4 Mio. um EUR 11,9 Mio. über dem Vorjahreswert. Risikovorsorgen wurden 2022 i.H.v. EUR -3,4 Mio. dotiert. Im Vergleich dazu wurden im Vorjahr 2021 EUR 6,2 Mio. an Risikovorsogen aufgelöst.
Das Segment Kommerzkunden erreichte im Jahr 2022 ein
Ergebnis vor Steuern i.H.v. EUR 51,2 Mio. nach EUR 96,1 Mio. im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der
Anstieg des durchschnittlichen Kreditvolumens gegenüber 2021 (4,2% bzw. EUR 460 Mio.) und die Verbesserung beim
Einlagengeschäft durch das steigende Zinsniveau konnten die geringeren Aktivmargen kompensieren. Der Zinsüberschuss verbesserte sich leicht auf EUR 132,8 Mio. (VJ: 132,5 Mio.). Negative Bewertungseffekte aus Fair Value bewerteten
Krediten i.H.v. EUR 11,9 Mio. (aufgrund der starken Zins-erhöhungen 2022) führten zu einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses. Die Dotierung der Risikovorsorgen betrug 2022 EUR 24,1 Mio. (2021: Auflösung EUR 5,7 Mio.).
Das Segment Finanzmärkte erreichte im Jahr 2022 in Summe ein Ergebnis vor Steuern i.H.v. EUR 47,5 Mio. (VJ: 15,2 Mio.). Der Zinsüberschuss verbesserte sich um EUR 27,1 Mio. auf EUR 70,0 Mio. (VJ: 42,9 Mio.). Die 2022 stark gestiegenen Zinsen bewirken bei den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten einen positiven Bewertungseffekt von EUR 17,1 Mio. (VJ: 7,7 Mio.). Das at Equity bewertete Unternehmen R-IT ist der Geschäftsgruppe Finanzmärkte zugeordnet und weist ein Ergebnis 2022 i.H.v. EUR 2,6 Mio. (VJ: 2,5 Mio.) aus.
Die RBI als wesentliche Beteiligung der RLB NÖ-Wien erzielte 2022 nach Berücksichtigung der Refinanzierungs- und Verwaltungskosten ein Ergebnis vor Steuern i.H.v. EUR 123,9 Mio. (VJ: 43,5 Mio.). 2022 wurde ein Impairment i.H.v. EUR 879,0 Mio. (VJ: -285,0 Mio.) erfasst.
Das Segmentergebnis Verbund betrug 2022 vor Steuern EUR 0,5 Mio. (VJ: -0,7 Mio.).
Das Segmentergebnis Sonstige Beteiligungen erreichte 2022 ein Ergebnis vor Steuern von EUR 0,5 Mio. (VJ: 0,7 Mio.).
Im Segment Sonstiges wird v.a. der Sonderaufwand für die Nachdotierung der Einlagensicherung ausgewiesen und
erreichte 2022 insgesamt ein Ergebnis vor Steuern von EUR 3,7 Mio. (VJ: 2,9 Mio.).

Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage131
Konzernbilanzentwicklung 2022
Die Konzernbilanzsumme des RLB NÖ-Wien-Konzerns
erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 100,7 Mio. auf EUR 28.693,0 Mio. Höheren Interbank- und Kunden-
volumina auf der Aktivseite standen insbesondere geringere Guthaben bei Zentralnotenbanken gegenüber. Auf der Passivseite standen geringeren Interbank- und Kundeneinlagen ein deutlich gestiegenes Emissionsvolumen gegenüber.
Aktiva
in EUR Mio.
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung absolut
Veränderung in %
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
23.030
20.138
2.892
14,4
davon Kredite und Darlehen an Kunden
14.891
13.504
1.387
10,3
davon Schuldverschreibungen
4.118
3.636
482
13,3
davon Kredite und Darlehen an Kreditinstitute
4.009
2.987
1.022
34,2
davon sonstige finanzielle Vermögenswerte
13
12
1
5,5
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
802
673
129
19,2
davon Handelsbestand
674
542
132
24,3
davon Beteiligungen, unwes. Anteile an verbundenen und assoziierten Unternehmen
14
9
5
48,3
davon Schuldverschreibungen nicht zu Handelszwecken gehalten
1
1
0
-15,6
davon Kredite und Darlehen an Kunden nicht zu Handelszwecken gehalten
113
120
-7
-6,0
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
-527
-52
-475
>100,0
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
19
20
0
-2,4
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
1.867
2.029
-161
-8,0
Übrige Aktiva
3.502
5.785
-2.283
-39,5
Bilanzsumme Aktiva
28.693
28.592
101
0,4
Die Kredite und Darlehen an Kunden konnten im abgelaufenen Wirtschaftsjahr v.a. bei Unternehmen und Privaten um EUR 1.387,0 Mio. auf EUR 14.890,6 Mio gesteigert werden.
Die Kredite und Darlehen an Kreditinstitute betrugen zum 31. Dezember 2022 EUR 4.008,7 Mio. nach einem Vorjahreswert von EUR 2.986,5 Mio. was vorwiegend auf Volumensausweitungen im Raiffeisensektor zurückzuführen war.
132Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Der Bilanzposten der at Equity-bilanzierten Unternehmen sank im Berichtsjahr v.a. aufgrund des RBI-Impairments von EUR 2.028,6 Mio. auf EUR 1.867,2 Mio.
Das Volumen der übrigen Aktiva betrug EUR 3.501,6 Mio.
gegenüber EUR 5.784,6 Mio. zum 31. Dezember 2021. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war zum Großteil auf einen deutlich geringeren Guthabenstand bei Zentralnotenbanken (Rückgang 2022: EUR 2.567,8 Mio.) zurückzuführen.
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Passiva
in EUR Mio.
31.12.2022
31.12.2021
Veränderung absolut
Veränderung in %
Fin. Verb. zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
25.468
25.624
-155
-0,6
davon Einlagen von Kreditinstituten
9.387
10.449
-1.062
-10,2
davon Einlagen von Kunden
8.896
9.088
-192
-2,1
davon Verbriefte Verbindlichkeiten (inkl. Ergänzungskapital)
7.084
5.986
1.097
18,3
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
101
101
0
0,5
Fin. Verb. erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet
343
322
21
6,6
Gesamtes Eigenkapital
2.098
2.117
-20
-0,9
Übrige Passiva
784
529
255
48,1
Bilanzsumme Passiva
28.693
28.592
101
0,4
Die Einlagen von Kreditinstituten betrugen zum Bilanzstich-tag EUR 9.387,3 Mio. Der Rückgang um EUR 1.061,7 Mio. oder 10,2% gegenüber dem Vorjahreswert i.H.v. EUR 10.449,0 Mio. ist zu einem großen Teil auf den gesunkenen Einlagenstand der OeNB zurückzuführen. Im Jahr 2022 wurde ein TLTRO-Volumen i.H.v. EUR 1.030 Mio. rückgeführt.
Erläuterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage133
Die Einlagen von Kunden inklusive Spareinlagen lagen mit EUR 8.896,2 Mio. geringfügig unter dem Vorjahreswert.
Das Gesamtvolumen der Verbrieften Verbindlichkeiten inkl. Ergänzungskapital lag bei EUR 7.083,7 Mio. und damit aufgrund von Neuemissionen und dem Ersatz von abgelaufenen Papieren um EUR 1.097,4 Mio. über dem Vorjahr.
Das Eigenkapital lag per 31. Dezember 2022 bei EUR 2.097,8 Mio. (VJ: 2.117,4 Mio.).
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134Finanzielle Leistungsindikatoren
Finanzielle Leistungsindikatoren
Erfolgskennzahlen
Die Konzern Cost Income Ratio (CIR) – das sind die Betriebsaufwendungen abzüglich der Erträge aus Verrechnung an Dritte im Verhältnis zu den Betriebserträgen (inkl. assoziierten Unternehmen exkl. Impairments) – lag im Jahr 2022 bei 18,4% (VJ: 35,2%). Die CIR für den RLB Bankbetrieb (exklusive Dividenden und Refinanzierungsaufwand aus RBI Beteiligung) belief sich auf 59,8% (VJ: 66,3%).
Der Konzern Return on Equity nach Steuern – die Eigenkapitalverzinsung bezogen auf das durchschnittlich eingesetzte Eigenkapital – lag im Geschäftsjahr 2022 aufgrund des negativen laufenden Ergebnisses bei -1,1% (VJ: 2,7%).
Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Die RLB NÖ-Wien bildet keine eigene Kreditinstitutsgruppe (KI-Gruppe) im Sinne der regulatorischen Bestimmungen und unterliegt als Konzern selbst nicht den aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Bankengruppen, da sie Teil der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe ist. Die nachstehend erörterten Kennzahlen wurden nach den Bestimmungen der Capital
Requirements Regulation (CRR) sowie des BWG für die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe ermittelt.
In der Folge werden die konsolidierten bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittel der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe dargestellt:
Die Eigenmittel gemäß Art. 72 i.V.m. Art 18 CRR betragen EUR 2.671,9 Mio. (VJ: 2.884,7 Mio.). Mit 20,0% (VJ: 22,2%) liegt die Eigenmittelquote für das Gesamtrisiko deutlich über der SREP-Gesamtkapitalanforderung inkl. Puffer in Höhe von 16,36%. Diese umfasst eine Mindesteigenmittelanforderung von 8,00% gemäß Art. 92 CRR sowie eine zusätzliche Eigenmittelanforderung von 4,80% aufgrund des aufsichtsrechtlichen Überprüfungs- und Evaluierungsprozesses (SREP - Supervisory Review and Evaluation Process, SREP). Die Kapitalpufferanforderungen setzten sich aus dem Systemrisikopuffer von 0,50%, dem O-SII Puffer von 0,50%, dem
antizyklischen Kapitalpuffer von 0,06% und dem Kapitalerhaltungspuffer von 2,50% zusammen.
Die Eigenmittel setzen sich wie folgt zusammen: Zum harten Kernkapital zählen das gezeichnete Kapital des übergeordneten Kreditinstitutes von EUR 124,6 Mio., die gebundenen Kapitalrücklagen von EUR 907,7 Mio., die Gewinnrücklagen von EUR 1.684,1 Mio., diverse aufsichtsrechtliche Korrektur-
posten von EUR -129,5 Mio. sowie die Anwendung der IFRS 9-Übergangsvorschriften von EUR 26,8 Mio. Abzüglich der Abzugsposten von EUR -203,4 Mio. ergibt sich ein hartes Kernkapital von EUR 2.410,4 Mio. Das zusätzliche Kern-
kapital besteht aus einem AT 1-Kapitalinstrument von EUR 95,0 Mio. Somit ergibt sich ein Kernkapital nach Abzugsposten von EUR 2.505,4 Mio. (VJ: 2.672,6 Mio.).
Das Ergänzungskapital von EUR 166,4 Mio. (VJ: 212,1 Mio.) resultiert zur Gänze aus anrechenbaren Tier-2-Instrumenten.
Der Anteil des Kernkapitals an den Eigenmitteln beträgt 93,8% (VJ: 92,6%).
Die Quote für das harte Kernkapital (CET1 Ratio) beträgt per 31. Dezember 2022 18,1% (VJ: 19,9%), die Kernkapital-quote (T1 Ratio) für das Gesamtrisiko der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe liegt bei 18,8% (VJ: 20,6%).
Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess 135
Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Implementierung, Ausgestaltung und Aufrechterhaltung eines den Anforde-
rungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontrollsystems (IKS), unter Berücksichtigung der Unternehmens-
strategie, des Geschäftsumfanges sowie wirtschaftlicher und organisatorischer Aspekte. Der Vorstand hat ein IKS
einge-richtet, dessen Wirksamkeit vom Prüfungsausschuss überwacht wird. Das IKS wird laufend den sich ändernden
organisatorischen Gegebenheiten angepasst.
Kontrollumfeld
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem (IKSRL) umfasst alle Abläufe – von der Entstehung eines Geschäftsfalls bis hin zur Erstellung des Jahresabschlusses. Es besteht aus
definierten Grundsätzen sowie aufeinander abgestimmten
Methoden und Maßnahmen, welche dazu dienen das
Vermögen zu sichern, die Ordnungsmäßigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Abrechnungsdaten zu gewährleisten und die Einhaltung der festgelegten Geschäftspolitik zu unterstützen. Ziel des IKSRL ist es, durch entsprechende Prozess-gestaltung und Kontrollmaßnahmen die Risiken mit angemessener und hinreichender Sicherheit zu steuern und somit sicherzustellen, dass die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung eingehalten sowie ein wahrheitsgetreues Bild des Unternehmens durch den Jahresabschluss und den Lagebericht in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen vermittelt wird. Für die Implementierung der Anweisungen und internen Kontrollen ist das Management der jeweiligen Unternehmenseinheit verantwortlich. Die Überwachung der Einhaltung
dieser Regelungen erfolgt durch die Revision.
Das interne Kontrollsystem umfasst Richtlinien und Prozesse, welche:
  • Die Aufbewahrung von Dokumenten regeln, sowie hinreichend detailliert, korrekt und angemessen Auskunft über
    Geschäftsentwicklungen und die Verwendung von Vermögenswerten geben,
  • sicherstellen, dass alle Transaktionen zur wahrheitsgemäßen Erstellung des Jahresabschlusses vollständig erfasst werden und dafür sorgen, dass nicht genehmigte Anschaffungen, Nutzungen oder Veräußerungen von Vermögenswerten, welche einen wesentlichen Einfluss auf den Jahresabschluss haben könnten, verhindert oder frühzeitig erkannt werden,
  • die Einhaltung der maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften gewährleisten sowie
  • eine ausreichende Berichterstattung an das Management, den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss sicherstellen.
Risikobeurteilung
Wesentliche Risiken in Bezug auf den Rechnungslegungs-
prozess werden durch den Vorstand evaluiert und überwacht um Fehler und Betrugsfälle im Jahresabschluss zu vermeiden. Erhöhte Fehlerrisiken bestehen vor allem bei komplexen
Bewertungs- und Bilanzierungsfragen.
Im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses bergen insbesondere folgende Faktoren das Risiko wesentlicher Fehler:
  • Schätzungen bei der Bestimmung der Zeitwerte von Finanz-instrumenten bei Nichtvorliegen verlässlicher Marktwerte,
  • Schätzungen bei der Bilanzierung von Risikovorsorgen für Kredite und bei der Bildung von Rückstellungen,
  • komplexe Bilanzbewertungsgrundsätze im Rahmen des herausfordernden Geschäftsumfeldes.
Kontrollmaßnahmen
Der Rechnungslegungsprozess bis hin zum Jahresabschluss ist von effizienten im Prozess integrierten Kontrollen begleitet. An der Ausführung des IKSRL sind zahlreiche Mitarbeiter beteiligt, die im Bereich Rechnungswesen der RLB NÖ-Wien tätig sind. Die Abteilung Modelle & Analytik wird als IKS-Beauftragter unterstützend tätig. Buchungskontrollen werden einerseits durch automatisierte IT-Kontrollen und andererseits anlassbezogen und periodisch durch die beauftragenden Abteilungen durchgeführt. Die Risiken und Kontrollen werden im IKS-Tool (SAS EGRC) der RLB NÖ-Wien dokumentiert.
136Das interne Kontrollsystem für den Rechnungslegungsprozess
Information und Kommunikation
Der Prozess der Jahresabschlusserstellung erfolgt mittels Checklisten, kontrolliert und verantwortet durch den Bereich Rechnungswesen der RLB NÖ-Wien. Die Aufbau- und Ablauf-organisation ist den Mitarbeitern über IT-Systeme ersichtlich. Diese unterliegt einem laufenden Evaluierungsprozess.
Im jährlich erstellten Jahresabschluss und Lagebericht erfolgt die Erläuterung der Rechnungslegungsergebnisse entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.
Durch monatliche und quartalsweise Berichte an den Vorstand und den Aufsichtsrat sowie halbjährliche Berichte an den
Prüfungsausschuss sind die Finanzberichterstattung und die Überwachung des internen Kontrollsystems sichergestellt.
Überwachung
Neben der generellen Verantwortung des Vorstandes sind für die laufende Überwachung entsprechend dem Aufgabenbereich die jeweiligen Bereichsleiter zuständig.
Die Innenrevision der RLB NÖ-Wien prüft, als integraler
Bestandteil des Risikocontrolling- und Risikomanagement-
systems, ob die RLB NÖ-Wien über adäquate interne Kontrollsysteme verfügt. Die Hauptaufgabe der Revision in Bezug auf das IKSRL liegt in der Überprüfung und Beurteilung der Wirksamkeit von Arbeitsabläufen, Prozessen und internen Kontrollen. Die Innenrevision der RLB NÖ-Wien arbeitet weisungsfrei im Auftrag des Vorstandes der RLB NÖ-Wien.
Risikobericht
Hinsichtlich der Erläuterungen der Finanzrisiken im RLB NÖ-Wien-Konzern sowie zu den Zielen und Methoden im Risikomanagement wird auf den ausführlichen Risikobericht im Anhang (Note (32) Risiken von Finanzinstrumenten)
verwiesen.

Zweigniederlassungen137
Zweigniederlassungen
Die Filialstruktur der RLB NÖ-Wien wurde 2022 weiter
optimiert. Per 31. Dezember 2022 wurden die Privat- und
Geschäftskunden der RLB NÖ-Wien an 20 Wiener Standorten serviciert. Im Raiffeisenhaus Wien wurden im Berichtsjahr
zusätzlich auch Raiffeisen-Mitarbeiter und Mitarbeiter der Sektor-Unternehmen betreut, den Geschäftskunden standen fünf Berater-Teams zur Verfügung. Die Kommerzkunden
wurden 2022 am Standort Raiffeisenhaus Wien, Friedrich-
Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, betreut. Es bestehen keine Zweigniederlassungen im Ausland.
Forschung und Entwicklung
Bezüglich Forschung und Entwicklung bestehen aufgrund des Unternehmensgegenstandes keine relevanten Aktivitäten.
138Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die RLB NÖ-Wien ist von der Pflicht zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung auf Grund § 267a Abs. 7 UGB
befreit, da sie in die konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung im Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien reg. Gen.m.b.H. (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) aufgenommen wurde. Dieser wurde nach den Anforderungen der Bilanz-Richtlinie erstellt und offengelegt. Der Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist am Sitz der Gesellschaft sowie beim Firmenbuch Wien erhältlich und auf der Website unter www.raiffeisenholding.com abrufbar.
Besondere Vorgänge nach dem Bilanzstichtag
Die Vorgänge nach dem Bilanzstichtag werden in den Notes erläutert.
Ausblick 2023139
Ausblick 2023
Das wirtschaftliche Umfeld
Der Ausblick für die Weltwirtschaft hat sich zuletzt etwas aufgehellt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seiner Jänner-Prognose die Daten zum globalen Wirtschaftswachstums erstmals seit einem Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 2,9% nach oben korrigiert. Im Vergleich mit den vergangenen zwei Jahrzehnten bleibt das Wachstum unter dem historischen Durchschnitt. Die Weltwirtschaft wird die Folgen des Krieges in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. Der IWF erwartet 2023 kein Abrutschen der Weltwirtschaft in eine Rezession. Großbritannien dürfte im heurigen Jahr als einzige G7-Volkswirtschaft schrumpfen. Die Hälfte des erwarteten weltweiten Wachstums dürfte allein auf die beiden großen Schwellenländer Indien und China entfallen. Die USA und die Eurozone kämen nur auf ein Zehntel des gesamten Wachstums. Die globale
Inflation dürfte im laufenden Jahr auf 6,6% nachlassen (nach 8,8% in 2022).
Für die weltgrößte Volkswirtschaft, die USA, prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum 2023 von 1,4% gegenüber Vorjahr. Die US-Notenbank Fed setzte am 1. Februar 2023 den Zinserhöhungskurs fort und erhöhte ihre „Federal Funds Rate“
erwartungsgemäß um 25 BP auf 4,5-4,75 %. Der achte Zinsschritt in Folge hebt den Leitzins auf das höchste Niveau seit Oktober 2007. Zugleich ist es die kleinste Erhöhung seit März 2022, dem Start der geldpolitischen Straffungsphase. Die
Notenbank bleibt unverändert bei ihrer sogenannten „Guidance", wonach weitere Zinsanhebungen in den
folgenden Monaten angemessen sein dürften, um die Inflation auf das Fed-Ziel von 2% zurückzuführen.
Die seit Juli 2022 inverse US-Zinsstrukturkurve signalisiert eine erhebliche Konjunkturabschwächung. Der Markt geht
aktuell von einem „Soft Landing“ der US-Wirtschaft, einer weiteren Zinserhöhung um 25 BP am 22. März sowie einer Zinswende im zweiten Halbjahr 2023 aus.
Für fast alle Länder dürfte das durchschnittliche Jahres-
wachstum 2023 weit hinter dem Vorjahr zurückbleiben, eine Ausnahme hievon bildet China. Der IWF erhöhte das prognostizierte Wachstum für das Reich der Mitte von 4,4% auf 5,2% gegenüber Vorjahr. Die Dynamik dürfte vor allem vom
Konsum ausgehen. Zudem wird sich die Wiederöffnung der chinesischen Wirtschaft nach der Abkehr von der Null-
COVID-19-Politik als ein wesentlicher Haupttreiber für das globale Nachfragewachstum erweisen, und eine wirtschaftliche Erholung in China wird auch die Ölnachfrage stimulieren. Dass Chinas Bevölkerung erstmals seit 1961 geschrumpft ist, belastet allerdings die weitere Entwicklung.
Für die Eurozone erwartet der IWF ein Wirtschaftswachstum von 0,7% gegenüber dem Vorjahr. Regional zeigt die Prognose deutliche Unterschiede. Deutschland dürfte mit einem Plus von 0,1% gegenüber dem Berichtsjahr schwach abschneiden.
In der Prognose vom 15. Dezember 2022 gingen die heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS von einer
Abkühlungsphase und nur mehr einem leicht positiven Wachstum im Jahr 2023 in Österreich aus (BIP-Plus von 0,3% laut WIFO bzw. 0,4% laut IHS, Werte gegenüber Vorjahr). Der
private Konsum dürfte sich durch die hohen Energiepreise in den kommenden Monaten weiterhin verhalten entwickeln (für 2023 1,3% gegenüber Vorjahr laut WIFO-Prognose). Auch die Erhöhung der Zinsen dämpft den Konsum und die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Positiv ist, dass bereits ab dem Frühling 2023 das Wachstum wieder zurückkommen soll, und Konsum und Außenhandel wieder etwas an Schwung gewinnen dürften.
Die EZB beschloss am 2. Februar 2023 die fünfte Zinserhöhung in Folge. Sie erhöhte den Leitzinssatz erneut um 50 BP auf 3,0%. Für die nächste EZB-Sitzung am 16. März 2023 wurde ein weiterer Zinsschritt um 50 BP signalisiert. Auf
welchem Zinsniveau der Zinszyklus sein Ende finden soll, blieb weiterhin unklar. Die Leitzinsen sollen jedenfalls für längere Zeit auf einem restriktiven Niveau gehalten werden. Die Zinsstrukturkurve dürfte 2023 durchgängig invers bleiben.
Der EZB-Rat hält an dem Plan fest, die Wertpapierbestände beginnend mit März 2023 zu reduzieren. Fälligkeiten im
Rahmen des APP werden nicht mehr vollständig zur Wiederanlage gebracht. Zunächst bis Juni 2023 sollen die Bestände
monatlich um EUR 15 Mrd. schrumpfen. Das anschließende Tempo des Portfolioabbaus wird im Zeitverlauf festgelegt.
140Ausblick 2023
Nach der Fed-Entscheidung vom 1. Februar 2023 legte der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter zu und stieg über die Marke von 1,10 USD. Damit notiert EUR/USD so hoch wie seit April 2022 nicht mehr. Die Märkte bewerten das Risiko einer Energiekrise in Mitteleuropa und einer darauffolgenden Rezession aufgrund des milden Winters nun offensichtlich als
wesentlich geringer. Das Einstellen der pandemiebedingten Restriktionen in China verbessert zudem die Geschäftsaus-sichten vieler europäischer Exporteure. Weiters preisen die Märkte momentan ein, dass die Fed ihren Zinserhöhungs-
zyklus früher beenden wird als die EZB und auch früher als diese beginnen wird, die Leitzinsen wieder zu senken. Die Euro-Stärke könnte in 2023 aufgrund einer „dovishen“ Fed und
einer „hawkishen“ EZB also anhalten.
Ausblick zur Unternehmensentwicklung
Mit der Bestellung von Mag. Michael Höllerer zum neuen
Generaldirektor für die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und für die RLB NÖ-Wien wurde ein Generationenwechsel eingeleitet. Mit 1. März 2023 zogen Dr. Claudia Süssenbacher, M.B.L. und Dr. Roland Mechtler neu in den Vorstand ein. Strategisch
verfolgt Raiffeisen NÖ-Wien eine selektive Wachstumsstrategie über alle Geschäftsfelder. Weitere Schritte für eine
Fokussierung auf absolute Kundenzentrierung, Wachstum und Innovation werden gesetzt.
Der Ausbau im Bereich Nachhaltigkeit im Konzern wird auch im Hinblick auf die neuen Anforderungen betreffend der
gesetzlichen Berichterstattung laufend vorangetrieben.
Die RLB NÖ-Wien ist von den Auswirkungen der aktuellen Krisen in den Bereichen Inflation, Gas- und Energiepreise,
Lieferkettenengpässe sowie Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie sowohl direkt als auch indirekt über ihre Kunden
sowie ihre Beteiligungen betroffen.
Bank:
Im Kampf gegen die zunehmende Teuerung in der Eurozone erfolgte im Juli 2022 die erste Anhebung des Leitzinssatzes durch die EZB, womit ihre Niedrigzinspolitik nach mehr als sechs Jahren beendet wurde. Es folgten weitere Anhebungen der Leitzinsen. Aufgrund der Rekordinflation erhöhte die EZB zuletzt im Februar 2023 erneut den Leitzinssatz auf 3,0%. Eine Inflationsrate von 2,0% wird von der EZB mittelfristig weiterhin angestrebt. Durch die Zinserhöhung werden bei der RLB NÖ-Wien wie bereits im Geschäftsjahr 2022 positive Effekte im Nettozinsergebnis erwartet.
Als starker Partner an der Seite der Kunden wird die RLB NÖ-Wien im Firmenkundengeschäft den Wachstumskurs sowohl durch Begleitung der bestehenden Kunden als auch durch
Ansprache neuer Kundengruppen fortsetzen. Im Privatkundengeschäft wird der Schwerpunkt weiterhin auf dem Hypothekargeschäft liegen, ergänzt um die gesamte Service- und Produktpalette, die den Kunden über traditionelle sowie breitflächig online verfügbare Vertriebswege angeboten wird. Im gesamten Retail werden als regionaler Partner für den Kunden maßgeschneiderte Lösungen entwickelt. Durch den Wachstumskurs wird die Ertragslage der Bank weiter gestärkt.
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist der Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts. In Zukunft werden unter der Marke Raiffeisen im Zuge fokussierter Beyond Banking Angebote mehr als nur Bankprodukte angeboten. Das Ziel ist, dass
Raiffeisen NÖ-Wien seine Kunden in vielen Lebenssituationen begleiten kann. Als regionaler Ansprechpartner werden
persönliche Betreuung für komplexe Finanzierungslösungen und digitale Angebote für maßgeschneiderte Lösungen Hand in Hand angeboten. Das Angebot wird laufend ausgebaut und weiterentwickelt.
Ausblick 2023141
Weiters steht die Fortsetzung der Implementierung des bereits erfolgreich gestarteten neuen Filialkonzeptes in Wien im
Vordergrund. Ziel der Umsetzung ist ein zeitgemäßes und trag-
fähiges Filialnetz zu etablieren, das an den geänderten Erwartungen und Bedürfnissen der Bankkunden ausgerichtet ist. Parallel stehen Privatkunden die Kanäle der digitalen Regionalbank zur Verfügung, um ihre Bankgeschäfte rasch und direkt abzuwickeln.
Im Hinblick auf die gegenwärtigen Risikokostenniveaus sind genaue Prognosen zwar mit großer Unsicherheit behaftet. Angesichts der beschriebenen, stagnierenden Konjunkturaussichten werden in der RLB NÖ-Wien auf Basis der aktuellen Kenntnisse für das Geschäftsjahr 2023 leicht steigende Risikokosten erwartet. Dabei kann in der RLB NÖ-Wien auf das stabile Fundament einer vorausblickenden und umsichtigen
Risikopolitik aufgebaut werden.
Die Inflation dürfte ihren Höhepunkt bereits überschritten
haben. Nach einer durchschnittlichen Inflationsrate von 8,5% im Jahr 2022 wird die Inflationsrate lt. Prognosen der Institute im Jahr 2023 auf 6,5 bis 6,7% zurückgehen. Maßnahmen um die Kostensteigerungen abzufedern werden laufend evaluiert.
Als Verbundbank soll die Rolle des Synergiepartners für die niederösterreichischen Raiffeisenbanken weiter intensiv ausgebaut und die Zusammenarbeit gestärkt werden.
RBI:
Die RBI als größte Beteiligung der RLB NÖ-Wien ist aufgrund ihrer starken Positionierung in der Region Zentral- und Ost-europa besonders von der aktuellen geopolitischen Situation rund um den Krieg in der Ukraine betroffen. Im Konzernabschluss 2022 der RLB NÖ-Wien sind wesentliche Aus-
wirkungen des Krieges in Bezug auf die Entwicklung des
Unternehmenswertes der RBI abgebildet. Trotz eines sehr guten operativen Geschäftsverlaufs war eine deutliche Abwertung des Beteiligungsbuchwertes an der RBI erforderlich.
Die weitere Entwicklung wird vom Management der RBI laufend beobachtet, mögliche Szenarien werden analysiert sowie unterschiedliche strategische Optionen in Bezug auf Russland und Belarus evaluiert. Im Hinblick auf das Geschäftsjahr 2023 ist auf Basis der aktuellen Informationen weiterhin von einem guten operativen Ergebnis bei Zins- und Provisionsergebnissen auf normalisiertem Niveau auszugehen. Die Höhe eines möglichen weiteren Abwertungserfordernisses ist wesentlich von der weiteren Entwicklung der Situation und zudem von der Ergebnisentwicklung und der weiteren Entwicklung des russischen Rubels abhängig.
Aufgrund der gegenwärtigen Unsicherheiten werden die
Informationen und die strategischen Überlegungen durch den Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie durch die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien laufend evaluiert und bewertet. Die weitere Entwicklung der Situation bleibt dennoch abzuwarten.
Risikofaktoren für die Prognose des Geschäftsjahres 2023
inkludieren geopolitische und volkswirtschaftliche Entwicklungen, regulatorische Maßnahmen sowie globale Gesundheitsrisiken und Änderungen im Wettbewerbsumfeld. Finanzprognosen sind aufgrund deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin mit erhöhter Unsicherheit behaftet.

142
Wien, am 20. März 2023
Der Vorstand
Generaldirektor
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor-Stellvertreter
KR Mag. Reinhard KARL e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Roland Mechtler, CPA e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektorin
Dr. Claudia SÜSSENBACHER, M.B.L. e.h.
KONZERNABSCHLUSS NACH IFRS 2022143
KONZERNABSCHLUSS NACH IFRS 2022
144Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR
Notes
01.01.- 31.12.2022
01.01.- 31.12.2021
Zinsüberschuss
(1)
239.301
174.964
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet
 
380.668
288.682
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet
 
63.275
87.792
Zinsaufwendungen nach der Effektivzinsmethode berechnet
 
-150.671
-119.129
Zinsaufwendungen nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet
 
-53.971
-82.380
Provisionsüberschuss
(2)
51.922
56.106
Provisionserträge
 
92.240
91.334
Provisionsaufwendungen
 
-40.318
-35.228
Dividendenerträge
(3)
1.974
1.569
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
(4)
-75.527
7.569
Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
(5)
-252.088
-227.019
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
(6)
15.086
9.026
davon Gewinne/Verluste aus der Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
 
224
104
Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten
(7)
-5.199
710
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
(8)
-26.869
11.393
Sonstiges betriebliches Ergebnis
(9)
38.386
27.917
Sonstige betriebliche Erträge
 
69.053
47.707
Sonstige betriebliche Aufwendungen
 
-38.408
-30.593
Zuführungen oder Auflösungen von Rückstellungen
 
7.741
10.802
Ergebnis vor Steuern
 
-13.014
62.234
Steuern vom Einkommen
(10)
-9.339
-7.161
Ergebnis nach Steuern
 
-22.353
55.073
Nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis
 
3
8
Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Periodenergebnis
 
-22.357
55.065

Konzerngesamtergebnisrechnung145
Überleitung zum Konzerngesamtergebnis
in TEUR
Notes
01.01.- 31.12.2022
01.01.- 31.12.2021
Ergebnis nach Steuern
 
-22.353
55.073
Posten, die nicht in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
 
17.864
9.570
Neubewertung aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
(28)
5.375
5.244
Fair Value-Änderungen von Eigenkapitalinstrumenten (erfolgsneutral)
(31)
-660
91
Latente Steuern auf Posten, die nicht umgegliedert werden
(22)
-389
-656
Anteiliges sonstiges Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
(31)
13.538
4.890
Posten, die möglicherweise in den Gewinn oder Verlust umgegliedert werden
 
-87.212
23.530
Anteiliges sonstiges Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
(31)
-87.212
23.530
Sonstiges Ergebnis
 
-69.349
33.100
Gesamtergebnis
 
-91.702
88.173
Nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Periodenergebnis
 
3
8
Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Periodenergebnis
 
-91.705
88.166

146Konzernbilanz
Konzernbilanz
Aktiva
in TEUR
Notes
31.12.2022
31.12.2021
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
(11)
2.504.570
5.188.041
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
(12)
674.177
542.368
Derivate
 
400.943
309.519
Sonstige Handelsaktiva
 
273.234
232.849
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
(13)
127.782
130.502
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
(14)
19.110
19.577
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
(15) (16)
23.030.143
20.138.284
Schuldverschreibungen
 
4.118.147
3.636.067
Kredite und Darlehen an Kreditinstitute
 
4.008.682
2.986.534
Kredite und Darlehen an Kunden
 
14.890.552
13.503.583
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
 
12.762
12.100
Derivate - Hedge Accounting
(17)
679.100
315.002
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
(18)
-526.983
-51.651
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
(19)
1.867.191
2.028.649
Sachanlagen
(20)
134.575
117.075
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(20)
1.370
1.529
Immaterielle Vermögenswerte
(21)
6.910
20.155
Steueransprüche
(22)
10.372
19.210
Steuerforderungen
 
5.553
2.427
Latente Steuerforderungen
 
4.819
16.783
Sonstige Aktiva
(23)
164.659
123.555
Gesamt
 
28.692.978
28.592.295
Konzernbilanz147
Passiva
in TEUR
Notes
31.12.2022
31.12.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten - Derivate
(24)
342.783
321.626
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
(25)
25.468.297
25.623.761
Einlagen von Kreditinstituten
 
9.387.312
10.449.047
Einlagen von Kunden
 
8.896.230
9.087.847
Verbriefte Verbindlichkeiten
 
7.083.708
5.986.274
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
 
101.048
100.594
Derivate - Hedge Accounting
(26)
821.183
340.817
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
(27)
-201.925
0
Rückstellungen
(28)
101.626
110.212
Steuerschulden
(29)
18.682
22.822
Sonstige Passiva
(30)
44.546
55.612
Gesamtes Eigenkapital
(31)
2.097.785
2.117.445
Nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital
 
37
52
Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Eigenkapital
 
2.097.748
2.117.394
Gesamt
 
28.692.978
28.592.295
148Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung
 
Anteile der Gesellschafter des Mutterunternehmens
in TEUR
Gezeich-
netes Kapital
Kapital-rück-lagen
Gewinn-rücklagen inkl. G/V
Übriges Eigen-kapital (AT1)
Sonstiges Perioden-ergebnis (OCI)
Eigen-kapital dem MU zuzu-rechnen
Nicht beherr-schende Anteile
Gesamt
Eigenkapital 01.01.2021
219.789
556.849
1.758.085
0
-508.012
2.026.712
46
2.026.758
Gesamtergebnis
0
0
55.065
0
33.100
88.165
8
88.173
Periodenergebnis
0
0
55.065
0
0
55.065
8
55.073
Sonstiges Ergebnis
0
0
0
0
33.100
33.100
0
33.100
Ausschüttungen
0
0
0
0
0
0
-10
-10
Anteilige sonstige Eigenkapitalver-änderungen der at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
2.516
0
0
2.516
0
2.516
Sonstige Veränderungen
0
0
0
0
0
0
8
8
Eigenkapital 31.12.2021
219.789
556.849
1.815.667
0
-474.912
2.117.394
52
2.117.445
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eigenkapital 01.01.2022
219.789
556.849
1.815.667
0
-474.912
2.117.394
52
2.117.445
Gesamtergebnis
0
0
-22.357
0
-69.349
-91.705
3
-91.702
Periodenergebnis
0
0
-22.357
0
0
-22.357
3
-22.353
Sonstiges Ergebnis
0
0
0
0
-69.349
-69.349
0
-69.349
Einzahlungen
0
0
0
76.000
0
76.000
0
76.000
Ausschüttungen
0
0
0
0
0
0
-10
-10
Anteilige sonstige Eigenkapitalver-änderungen der at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
-4.077
0
0
-4.077
0
-4.077
Konzernkreisver-änderungen
0
0
0
0
136
136
-8
128
Eigenkapital 31.12.2022
219.789
556.849
1.789.233
76.000
-544.125
2.097.748
37
2.097.785
Konzernkapitalflussrechnung149
Konzernkapitalflussrechnung
in TEUR
Notes
01.01.- 31.12.2022
01.01.- 31.12.2021
Jahresüberschuss nach Steuern
 
-22.353
55.073
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (-) auf Sachanlagen sowie Bewertungen von Finanzanlagen und Unternehmensanteilen
 
431.931
135.247
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
(4)
75.527
-7.569
Auflösung/Dotierung von Rückstellungen und Risikovorsorgen
 
16.693
-23.760
Gewinn (-)/Verlust (+) aus der Veräußerung von Sach- und Finanzanlagen
 
3.214
1.118
Umgliederung Zinsüberschuss, Dividenden und Steuern vom Einkommen
 
-241.693
-169.372
Sonstige Anpassungen (per Saldo)
 
-3.987
-8.935
Zwischensumme vor Veränderung Vermögenswerten/Verbindlichkeiten (operativ)
 
259.331
-18.198
Sonstige Sichteinlagen
 
120.733
-74.677
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
 
-169.280
259.597
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum Fair Value bewertet
 
7.154
9.880
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
 
-2.393.606
-233.212
Derivate - Hedge Accounting
 
357.523
4.411
Sonstige Aktiva
 
-41.199
-10.366
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten - Derivate
 
47.838
-162.308
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
 
-179.611
272.468
Sonstige Rückstellungen
 
-8.082
-18.557
Sonstige Passiva
 
-9.643
4.624
Erhaltene Zinsen
 
488.145
406.857
Erhaltene Dividenden
 
10.315
213.814
Gezahlte Zinsen
 
-210.927
-216.828
Ertragsteuerzahlungen
 
-4.750
5.028
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
 
-1.726.058
442.532
Einzahlungen aus der Veräußerung von Finanzanlagen
 
596.704
201.697
Einzahlungen aus der Veräußerung von Unternehmensanteilen
 
0
3
Einzahlungen aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
 
434
444
Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen abzügl. liquider Mittel
 
10.203
0
Auszahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen
 
-1.477.305
-368.047
Auszahlungen für den Erwerb von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten
 
-30.916
-16.388
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
 
-900.880
-182.290
Einzahlungen aus Kapitalzufuhr
 
76.000
0
Einzahlungen aus Ergänzungskapital
(25)
77.159
2.012
Auszahlungen aus Ergänzungskapital
(25)
-78.971
-70.275
Rückzahlungen aus Leasingverbindlichkeiten
(25)
-10.545
-9.461
Ausschüttungen
 
-10
-10
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
 
63.632
-77.734
150Konzernkapitalflussrechnung
in TEUR
Notes
01.01.- 31.12.2022
01.01.- 31.12.2021
Zahlungsmittelstand zum Ende der Vorperiode
(11)
2.847.153
2.664.614
Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit
 
-1.726.058
442.532
Cash Flow aus Investitionstätigkeit
 
-900.880
-182.290
Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
 
63.632
-77.734
Effekte aus Wechselkursänderungen und sonstiges
 
11
31
Zahlungsmittelstand zum Ende der Periode
(11)
283.858
2.847.153
Notes151
Notes
Unternehmen
Die RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG (RLB NÖ-Wien) ist das regionale Zentralinstitut der Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) NÖ-Wien und ist beim Handelsgericht Wien beim Firmenbuch unter FN 203160s
registriert. Die Firmenanschrift lautet Friedrich-Wilhelm-
Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien
.
Die RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
(Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) hält 100% (VJ: 100%) an der RLB NÖ-Wien. Der Konzernabschluss der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien wird gemäß den österreichischen Veröffentlichungsregelungen im Firmenbuch, unter Firmenbuchnummer FN 95970h, hinterlegt und in der Raiffeisenzeitung veröffentlicht.
Die RLB NÖ-Wien ist eine moderne Regional- und
Kommerzbank im Osten Österreichs und das Spitzeninstitut der 44 niederösterreichischen Raiffeisenbanken. Während sich die RLB NÖ-Wien traditionell vor allem als „Raiffeisen in Wien. Meine Stadtbank.“ auf die Bundeshauptstadt
konzentriert, sind die lokal tätigen selbstständigen Raiffeisenbanken die führende Bankengruppe in Niederösterreich.
Die RLB NÖ-Wien ist zu 22,6% an der Raiffeisen Bank International AG (RBI) beteiligt. Diese betrachtet Österreich, wo sie als eine führende Kommerz- und Investmentbank tätig ist, sowie Zentral- und Osteuropa (CEE) als ihren Heimmarkt. Darüber hinaus umfasst der RBI-Konzern zahlreiche andere
Finanzdienstleistungsunternehmen beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und M&A.
Grundlagen der Konzernrechnungslegung
nach IFRS
Grundsätze
Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 mit den Vorjahreszahlen 2021 wurde gemäß EU-Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 der Kommission vom 11. September 2002
i.V.m. § 245a Unternehmensgesetzbuch (UGB) und § 59a Bankwesengesetz (BWG) in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden Fassung erstellt. Dabei wurden alle für den Konzernabschluss verpflichtend anzuwendenden International
Financial Reporting Standards (IFRS) und IFRIC-Interpretationen, wie sie von der EU übernommen wurden, berücksichtigt.
Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis konzerneinheitlicher Standards und nach den IFRS-Bestimmungen erstellten Einzelabschlüsse aller vollkonsolidierten
Unternehmen (siehe Abschnitt „Konsolidierungskreis“). Kriterien für die Einbeziehung waren i.S.d. Rahmenkonzeptes QC11 vor allem die Wesentlichkeit hinsichtlich der Bilanzsumme, der Ergebnisbeiträge zum Konzernjahresüberschuss sowie weitere qualitative Kriterien.
Der Einfluss der nicht konsolidierten Tochterunternehmen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns war von untergeordneter Bedeutung.
Konzernbilanzstichtag ist der 31. Dezember. Die Zahlenangaben erfolgen in Tausend Euro (TEUR), sofern im jeweiligen Posten nicht ausdrücklich eine andere Einheit ausgewiesen wird. In den Tabellen und Grafiken können sich Rundungsdifferenzen ergeben. Die Veränderungswerte in den Tabellen basieren auf nicht gerundeten Ausgangswerten.
Konsolidierungskreis
Im Vollkonsolidierungskreis des RLB NÖ-Wien-Konzerns sind alle wesentlichen Tochterunternehmen enthalten, auf die die RLB NÖ-Wien unmittelbar oder mittelbar Beherrschung ausübt. Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, das sind Unternehmen, bei denen die RLB NÖ-Wien unmittelbar oder mittelbar über maßgeblichen Einfluss verfügt, werden at Equity bilanziert.
Zum Bilanzstichtag umfasst der Konsolidierungskreis exklusive der RLB NÖ-Wien als Muttergesellschaft 10 (VJ: 12) vollkonsolidierte und zwei nach der Equity-Methode konsolidierte Unternehmen. Alle Konzerneinheiten haben ihren Sitz in Österreich.
152Notes
Mit Kaufvertrag vom 12. Dezember 2022 wurden die Anteile an der RAIFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H und Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH von der RLB NÖ-Wien in Form eines Share Deals zu einem Kaufpreis in Höhe von TEUR 10.206 an die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien veräußert. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurden beide Gesellschaften im RLB NÖ-Wien-Konzern entkonsolidiert. Aus den Veräußerungstransaktionen ergibt sich ein Entkonsolidierungsergebnis in Höhe von TEUR 9.758, welches unter dem Posten „Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten“ ausgewiesen ist (siehe Note (7)).
Abschlussstichtag für die im Konzernabschluss vollkonsoli-dierten und at Equity-bilanzierten Unternehmen ist der
31. Dezember 2022, mit Ausnahme des Tochterunternehmens NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH. Diese weist den Bilanzstichtag 31. März auf, wird jedoch ebenfalls zum Stichtag 31. Dezember in den Konzern einbezogen.
Es waren keine in Fremdwährung aufgestellten Jahresabschlüsse in den Vollkonsolidierungskreis einzubeziehen.
Eine Aufstellung über die vollkonsolidierten Unternehmen, at Equity-bilanzierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen sind der Beteiligungsübersicht in Note (57) bis Note (60) zu entnehmen.
Konsolidierungsmethoden
Entsprechend IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse wird die Kapitalkonsolidierung für Unternehmenserwerbe nach der Erwerbsmethode durchgeführt.
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden zum anteiligen Eigen-
kapital bilanziert und im Bilanzposten Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Anteilige Jahres-
ergebnisse werden im Ergebnis aus at Equity-bilanzierten
Unternehmen dargestellt, das anteilige sonstige Ergebnis der
assoziierten Unternehmen wird im sonstigen Ergebnis auf
Konzernebene erfasst. Sonstige Eigenkapitalveränderungen werden in der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung im Posten „Anteilige sonstige Eigenkapitalveränderungen der at Equity-bilanzierten Unternehmen“ ausgewiesen. Als Basis für die at Equity-Bilanzierung dienen die jeweiligen Konzernabschlüsse der assoziierten Unternehmen. Wenn at Equity-bilanzierte Unternehmen bei ähnlichen Geschäftsvorfällen und
Ereignissen wesentlich von den konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungs-methoden abweichen, werden sachgerechte Berichtigungen vorgenommen.
Wertminderungen auf Anteile aus at Equity-bilanzierten
Unternehmen werden nach IAS 36 ermittelt und im Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung gegeben ist, wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Wenn in der folgenden Berichtsperiode ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist die Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36 geboten. Die
Wertaufholung erfolgt bis zum Buchwert, der bestimmt
worden wäre (abzüglich der Amortisationen oder Abschreibungen), wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.
Notes153

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstrumentes führt. Gemäß IFRS 9 sind alle Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen und zu ihrem Zugangszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert (Fair Value) zu bewerten. Bei Finanzinstrumenten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden, erfolgt dies zuzüglich oder abzüglich von direkt dem Erwerb oder der Ausgabe zuzurechnenden Transaktionskosten. Der beizulegende Zeitwert ist jener Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde (IFRS 13). Der beizulegende Zeitwert stellt eine marktbasierte Bewertung dar, bei börsennotierten Finanzinstrumenten entspricht der beizulegende Zeitwert dem Kurswert. Besteht kein aktiver Markt, erfolgt die Bewertung anhand anerkannter marktüblicher Bewertungsmethoden auf Basis beobachtbarer Daten. Für die Ermittlung des beizu-legenden Zeitwertes werden bei börsennotierten Produkten Börsenkurse bzw. bei nicht börsennotierten Produkten marktnahe Bewertungskurse (Bloomberg, Reuters) herangezogen. Stehen beobachtbare Inputfaktoren nicht zur Verfügung, wird der beizulegende Zeitwert anhand der Annahmen bemessen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für das Finanzinstrument anwenden würden, inklusive Annahmen über Risiken. Bei der Ermittlung werden zukünftige Cash Flows eines Finanzinstrumentes mit der jeweiligen Zinskurve auf den Bewertungsstichtag mittels finanzmathematischer Methoden diskontiert. Nähere Details zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte finden sich unter Note (35) Fair Value von Finanzinstrumenten.
Ein finanzieller Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit wird dann in der Bilanz erfasst, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei der vertraglichen Regelungen des Finanzinstruments wird und infolgedessen das Recht auf Empfang oder die rechtliche Verpflichtung zur Zahlung von flüssigen Mitteln hat. Der erstmalige Ansatz in der Bilanz, die Bewertung in der Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanzierung des Abgangs eines Finanzinstruments orientiert sich am Handelsdatum (Trade Date). Die Ein- und Ausbuchung von FX- und Geldmarkt-Geschäften erfolgt am Valuta- bzw. Fälligkeitstag.
Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt im Zeitpunkt des Verlustes über die Verfügungsmacht bzw. über die vertraglichen Rechte an dem Vermögenswert.
Notleidende Problemkredite (Non Performing Loans, NPLs) werden ausgebucht, sobald nach realistischer Einschätzung keine Aussicht auf eine Rückzahlung der Kreditforderung besteht und soweit entweder keine werthaltigen Sicherheiten für diese Forderung bestehen oder diese bereits verwertet wurden. Die RLB NÖ-Wien identifiziert folgende Indikatoren für diese Beurteilung:
  • fehlende Einbringlichkeit auf Grund von Insolvenzver-fahren, erfolglose Betreibungsmaßnahmen
  • rechtlich wirksame Forderungsverzichtsvereinbarungen
  • sonstige Wertlosigkeit der Forderung, da diese entweder faktisch nicht durchsetzbar oder auf Grund einer negativen Erfolgsprognose (wirtschaftlich, rechtlich) als uneinbringlich anzusehen ist.
Wird im Falle eines Insolvenzverfahrens bzw. Forderungs-verzichts nur mehr ein bestimmter Teil der Kreditforderung als realisierbar angesehen, wird der nicht einbringliche Restbetrag abgeschrieben. Vollständige oder teilweise Abschreibungen stellen keinen Verlust des rechtlichen Anspruchs hinsichtlich der Einbringlichkeit des Kredits dar.
Beim erstmaligen Ansatz klassifiziert die RLB NÖ-Wien ein Finanzinstrument nach den Vorschriften des IFRS 9. Finanzielle Vermögenswerte werden für die Folgebewertung als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Finanzielle Verbindlichkeiten werden von der RLB NÖ-Wien als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet klassifiziert.
154Notes
Finanzielle Vermögenswerte werden in Abhängigkeit von Geschäftsmodell und der Eigenschaft der vertraglichen Zahlungsströme klassifiziert. Folgende Geschäftsmodelle stehen zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte zur Verfügung:
  • „Hold to Collect“ mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme über die Kreditlaufzeit
  • „Hold to Collect and Sell“ mit dem Ziel der Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme sowie dem Verkauf der Finanzinstrumente (in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 von der RLB NÖ-Wien nicht genutzt)
  • „Other“, mit dem Ziel der Realisierung der beizulegenden Zeitwerte.
Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn er dem Geschäftsmodell „Hold to Collect“ zugehörig ist und seine Zahlungsströme ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen bestehen.
Entstehen Inkongruenzen bzw. Rechnungslegungsanomalien bei der Bewertung oder beim Ansatz finanzieller Vermögens-werte oder Verbindlichkeiten aufgrund von unterschiedlichen Bewertungsgrundlagen, können diese darüber hinaus durch eine beim erstmaligen Ansatz gewählte Designation als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert beseitigt oder verringert werden.
Unter Berücksichtigung dieser Bestimmungen werden die gemäß IFRS 9 kategorisierten Finanzinstrumente gemäß ihrer Bewertungskategorien in folgende Bilanzposten zusammengefasst:
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten sind Eigen- oder Fremdkapitalinstrumente, für die eine kurzfristige Wiederveräußerungsabsicht besteht oder die Teil eines Portfolios eindeutig identifizierter und gemeinsam verwalteter Finanzinstrumente sind, für die in der jüngeren Vergangenheit Hinweise auf kurzfristige Gewinnmitnahmen bestehen. Darüber hinaus sind in diesem Bilanzposten auch Derivate, die nicht Teil designierter Sicherungsbeziehungen darstellen, ausgewiesen.
Die Zugangs- und Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Das diesen Finanzinstrumenten zuzuordnende Zinsergebnis wird unter Zinsüberschuss ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
Dieser Posten umfasst Eigenkapitalinstrumente, für welche zum Zugangszeitpunkt nicht die unwiderrufliche Wahl getroffen wurde, Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis zu erfassen und Schuldverschreibungen sowie Kredite und Darlehen, welche das Zahlungsstromkriterium nicht erfüllen, d.h. die Zahlungsströme nicht nur aus Zins- und Tilgungskomponenten bestehen. Die Zugangs- und Folgebewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Das diesen Finanzinstrumenten zuzuordnende Zinsergebnis wird im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum Fair Value bewertet
Diesem Bilanzposten sind gemäß IFRS 9 Vermögenswerte zuzuordnen, welche aufgrund einer Designation als erfolgs-wirksam zum beizulegenden Zeitwert Rechnungslegungsanomalien vermeiden oder signifikant reduzieren.
Die RLB NÖ-Wien wendete diese Klassifizierungsmöglichkeit in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 nicht an.
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet sind gemäß IFRS 9 einerseits Schuldinstrumente oder Kredite und Darlehen, die dem Geschäftsmodell „Hold to Collect and Sell“ zuzuordnen sind, andererseits Eigenkapitalinstrumente, die beim erstmaligen Ansatz unwiderruflich dieser Kategorie zugeordnet wurden.
Notes155
Die RLB NÖ-Wien wendete das Geschäftsmodell „Hold to Collect and Sell“ in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 nicht an und weist in diesem Bilanzposten somit ausschließlich Eigenkapitalinstrumente aus. Die Zugangs- und Folge-
bewertung dieser erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, wobei Wertänderungen im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden.
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Dieser Bilanzposten umfasst Schuldverschreibungen von Kreditinstituten und Kunden, Kredite und Darlehen an Kunden sowie Kredite und Darlehen an Kreditinstitute des Geschäfts-modells „Hold to Collect“, die das Zahlungsstromkriterium erfüllen. Zusätzlich ist diesem Posten auch die zugehörige Wertminderung (siehe folgender Abschnitt „Risikovorsorgen“) zugeordnet. Das diesen Finanzinstrumenten zuzuordnende Zinsergebnis wird im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Abgegrenzte Zinsen werden im jeweiligen Bestandsposten ausgewiesen. Unterschiedsbeträge werden effektivzinskonstant auf die Laufzeit verteilt abgegrenzt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.
Modifikationen vertraglicher Zahlungsströme von Finanzinstrumenten
Modifikationen stellen vertragliche Änderungen von ursprünglich vereinbarten Zahlungen dar und sind durch markt- oder bonitätsinduzierte Faktoren begründet. Unterschieden wird zwischen substanziellen und nicht substanziellen Vertragsmodifikationen. Die Änderungen der vertraglichen Zahlungsströme werden sowohl nach qualitativen als auch nach quantitativen Kriterien – mittels eines Barwertvergleichs – untersucht, um festzustellen, ob es sich um substanzielle oder nicht substanzielle Modifikationen handelt. Die RLB NÖ-Wien legt als quantitatives Kriterium für den Barwertvergleich eine 10%-Schranke fest. Substanzielle Modifikationen führen zu einem Abgang und bilanziellen Neuzugang des angepassten Finanzinstruments. Bei nicht substanziellen Modifikationen kommt es zu keiner Ausbuchung, es wird der Buchwert des Finanzinstruments an die geänderten vertraglichen Zahlungsströme angepasst. Die Barwertänderung ist ergebniswirksam in den Gewinnen/Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gesondert ausgewiesen (siehe Note (6)). In Folge wird die Differenz zum rückzahlbaren Betrag im Zuge der Effektivverzinsung über die Restlaufzeit des Finanzinstruments im Zinsergebnis verteilt.
Risikovorsorgen
Risiken des Kreditgeschäftes werden durch die Bildung von Wertberichtigungen berücksichtigt.
Für die bei Kunden- und Bankforderungen erkennbaren Bonitätsrisiken werden nach einheitlichen Maßstäben Vorsorgen in Höhe des erwarteten Ausfalls gebildet, aufgelöst, soweit das Kreditrisiko entfallen ist, oder verbraucht, wenn die Kreditforderung als uneinbringlich eingestuft und ausgebucht wurde.
Entsprechend IFRS 9 Appendix A „credit impaired financial assets“ werden alle Forderungen quartalsweise auf objektive Hinweise auf Wertminderung geprüft, die Auswirkungen auf die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme aus dem Finanz-instrument haben.
Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte gilt als wertgemindert und ein Wertminderungsverlust als entstanden, wenn:
•Objektive Hinweise auf eine Wertminderung infolge eines Verlustereignisses vorliegen, das nach der erstmaligen Erfassung des Finanzinstruments und bis zum Bilanzstichtag eingetreten ist,
• das Verlustereignis einen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cash Flows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe finanzieller Vermögenswerte hatte.
Die bilanzielle Ausfallsdefinition (Stage 3) stimmt dabei in der RLB NÖ-Wien mit der regulatorischen nach CRR Artikel 178 überein.
156Notes
Für die Ermittlung von Wertminderungen bei ausgefallenen Vermögenswerten trifft die RLB NÖ-Wien eine Unterscheidung in signifikante und nicht signifikante Kunden. Dies wird folgenden Kriterien entsprechend vorgenommen: Kunden mit einer rechtlichen oder wirtschaftlichen Abhängigkeit zueinander werden zu einer "Gruppe verbundener Kunden" zusammengefasst. Ist das summierte Brutto-Obligo in dieser Gruppe zum Zeitpunkt der Berechnung der Risikovorsorge höher oder gleich EUR 1 Mio., so gilt jeder Kunde dieser Gruppe als signifikant. Kunden aus einer Gruppe mit einem Gesamtobligo
unter EUR 1 Mio. gelten demnach als nicht-signifikant.
Den Anforderungen des IFRS 9 zu den Wertminderungen wird durch interne Prozesse und Vorgaben Rechnung getragen. Der Risikogehalt der Engagements wird über ein umfassendes
Ratingsystem erfasst, das je nach Anforderung der Kundensegmente verschiedene Modellvarianten aufweist. Für die Risikomessung werden alle Kunden über diese Rating- und
Scoringmodelle in jeweils neun lebende Bonitätsklassen eingeteilt. Die Klassifizierung der Ausfälle folgt den Bestimmungen der CRR und teilt diese in drei Ausfallsklassen ein. In die
Ratingsysteme fließen sowohl quantitative Faktoren aus den Bilanzen als auch qualitative Faktoren (Soft Facts) ein. Ergänzt werden einige Rating/Scoringsysteme durch eine automatisierte Verhaltenskomponente.
Für die Dokumentation von Ausfällen bzw. die laufende
Gestion wird in der RLB NÖ-Wien eine Ausfallsdatenbank
verwendet. In dieser Ausfallsdatenbank werden alle Ausfälle
dokumentiert bzw. alle Kosten und Rückflüsse erfasst.
Gemäß IFRS 9.5.5.1 werden für alle finanziellen Vermögenswerte, die als zu fortgeführten Anschaffungskosten gemäß IFRS 9.4.1.2 oder als erfolgsneutral zum Fair Value gemäß IFRS 9.4.1.2A kategorisiert sind, Risikovorsorgen berechnet. Darunter sind sowohl On- als auch Off-Balance-Positionen zu verstehen. Die Höhe der Wertminderung wird gemäß IFRS 9.5.5.1. mittels Expected Credit Loss (ECL) Ansatz berechnet und ergibt sich für ausgefallene Positionen (Stage 3) nach IFRS 9 B5.5.33 aus der Differenz des Buchwerts und des Barwerts der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme. Alle ausfallgefährdeten Kreditforderungen gegenüber signifikanten Kunden werden auf Einzel-Finanzinstrumentebene mittels Discounted Cash Flow-Methode bewertet. Ausfallgefährdete Kreditforderungen gegenüber nicht signifikanten Kunden werden modellbasiert bewertet, wobei sich die Höhe der Wertberichtigung aus dem unbesicherten Exposure (EAD, Exposure at Default) und einer von der Ausfalldauer abhängigen Verlustquote (LGD, Loss given Default) ergibt. Wertminderungen für nicht im Ausfall befindliche Finanzinstrumente werden mittels ECL für Stage 1 (keine signifikante Erhöhung des Ausfallsrisikos seit dem erstmaligen Ansatz) bzw. Lifetime ECL für Stage 2 (signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit dem erstmaligen
Ansatz) berechnet. Die dabei eingesetzten Point in Time (PiT)-Modelle verwenden sowohl historische Informationen als auch zukunftsgerichtete Informationen. Sämtliche Modelle werden laufend überwacht und jährlich validiert. Die Erkenntnisse aus den Validierungen werden in einen Aktionsplan übersetzt, welcher vom Management genehmigt und entsprechend abgearbeitet wird. Hierdurch können sich Anpassungen der Modelle im Rahmen der bestehenden Modellierungslogik ergeben.
Derivate werden nicht in die Berechnung von Wert-
minderungen nach IFRS 9 mit einbezogen. Das Kreditrisiko bei diesen Geschäften wird über Credit Value Adjustment (CVA) bewertet.
Der Gesamtbetrag der Risikovorsorge, der sich auf bilanzielle Forderungen bezieht, wird dem jeweiligen Bilanzposten des zugrundeliegenden Finanzinstruments zugewiesen. Die Risikovorsorge für außerbilanzielle Geschäfte wird als Rückstellung bilanziert. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden Änderungen von Risikovorsorgen in den Wertminderungen/
Wertaufholungen finanzieller Vermögenswerte (Note (8)) bzw. im sonstigen betrieblichen Ergebnis (Note (9)) unter „Zuführungen oder Auflösungen von Rückstellungen“, im Fall von Off-Balance-Positionen, ausgewiesen. Direktabschreibungen erfolgen in der Regel nur dann, wenn mit einem Kreditnehmer ein Forderungsverzicht vereinbart wurde bzw. ein unerwarteter Verlust eingetreten ist.
Notes157
Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität zum Abschlussstichtag, sind solche finanziellen Vermögenswerte, die bereits beim erstmaligen Ansatz wertgemindert waren (Purchased or Originated Credit Impaired; POCI). Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer Risikovorsorge. Risikovorsorgen für POCI-Vermögenswerte werden gebildet, wenn sich in der Folgeperiode der über die Laufzeit erwartete Kreditverlust erhöht, günstige Entwicklungen erhöhen den Buchwert. Änderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte“ ausgewiesen (Note (8)). Auch im Fall einer Gesundung bleibt diese Vorgangweise der Maßstab für die Bewertung und Bilanzierung.
Derivate und Hedge Accounting
Finanzderivate, die nicht im Rahmen einer designierten Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) verwendet werden, werden zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz angesetzt und unter den Bilanzposten finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten, ausgewiesen. Dabei werden Wertänderungen erfolgswirksam unter „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten“ (Note (6)) erfasst.
Derivate, die zu Sicherungszwecken im Bereich des Mikro- bzw. Portfolio-Hedge Accountings gehalten werden, sind in der RLB NÖ-Wien im Bilanzposten „Derivate - Hedge Accounting“
aktiv- oder passivseitig zu ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Portfolios von finanziellen Vermögenswerten gegen das Zinsänderungsrisiko werden die Vorschriften des IAS 39 (AG114-AG132), im Mikro-Hedge Accounting werden die Vorschriften des IFRS 9.6.5.2 zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen angewendet.
Infolge der unterschiedlichen Abbildung von Sicherungszusammenhängen zwischen Grund- und Sicherungsgeschäften wird in folgende Kategorien eingeteilt:
  • Absicherung des beizulegenden Zeitwertes auf Mikro-Hedge-Basis (Mikro-Fair Value Hedge):
Bei dem in der RLB NÖ-Wien angewendeten Mikro-Fair
Value Hedge wird ein bestehender Vermögenswert oder eine bestehende Verpflichtung (Grundgeschäft) der Kategorie
finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, gegen Änderungen des beizulegenden Zeitwertes abgesichert, die aus einem
bestimmten Risiko resultieren und erfolgswirksam sein werden. Das als Sicherungsinstrument eingesetzte Derivat wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Wertänderungen erfolgswirksam erfasst werden. Die Buchwerte des Grundgeschäftes werden erfolgswirksam um die Bewertungsergebnisse angepasst, welche sich auf das abgesicherte Risiko zurückführen lassen (Basis Adjustment). Die Sicherungsbeziehungen werden formal dokumentiert, zum Stichtag beurteilt und als hoch wirksam eingestuft. Das bedeutet, dass über die gesamte Laufzeit des Sicherungsgeschäfts davon ausgegangen werden kann, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines gesicherten Grundgeschäfts nahezu vollständig durch eine Änderung des beizulegenden Zeitwerts des
Sicherungsinstruments kompensiert werden. Die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften wird nur dann prospektiv
beendet, wenn die Anforderungen an die Wirksamkeit der Absicherung auch nach einer etwaigen Rekalibrierung nicht mehr erfüllt sind.
Der Konzern setzt Mikro-Fair Value Hedges ein, um sich
gegen Marktwert- bzw. Zinsänderungsrisiken abzusichern.
  • Absicherung des beizulegenden Zeitwertes auf Portfolio-Hedge-Basis (Portfolio-Fair Value Hedge):
Das in der RLB NÖ-Wien angewendete Portfolio-Fair Value Hedge Accounting dient der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Portfolios an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten gegen das Zinsänderungsrisiko.
Dabei wird aus der Grundgesamtheit an fix verzinsten, nicht auf Mikro-Basis abgesicherten Grundgeschäften, ein synthetisches Grundgeschäft modelliert und den entsprechenden
Sicherungsderivaten gegenübergestellt. Als Sicherungsinstrumente werden Interest Rate Swaps eingesetzt.
Zudem weisen auch variable Finanzinstrumente mit eingebetteten Floors Festzinsrisiken auf. Diese Festzinsrisken
werden schlagend, sobald die festgelegten Zinsschranken über- bzw unterschritten werden. Als Sicherungsinstrumente werden in diesen Fällen verkaufte Floors designiert.
158Notes
Die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführende Fair
Value-Änderung der synthetischen Grundgeschäfte wird in den Bilanzposten „Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken“ ausgewiesen. Die als Sicherungsinstrumente verwendeten Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Wertänderungen von Sicherungs- und Grundgeschäft sind in der Gewinn- und
Verlustrechnung kompensierend in den Gewinnen/Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (Note (6)) ausgewiesen. Der Nachweis des effektiven Sicherungszusammenhangs wird anhand von prospektiven und retrospektiven Effektivitätstests in regelmäßigen Abständen erbracht. Die Sicherungsbeziehungen werden im Rahmen des angewendeten Portfolio-Hedge-Prozesses auf Monats-basis beendet und neu begonnen. Die Amortisation der Basis Adjustments aus der monatlichen Auflösung sowie Wert-
änderungen aufgrund von Restlaufzeitverkürzungen werden im Zinsüberschuss erfasst.
  • Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge):
Durch Cash Flow Hedges wird das Risiko volatiler Cash Flows abgesichert, die aus einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Verbindlichkeit oder einer vorgesehenen Transaktion resultieren und erfolgswirksam sein werden. Der Konzern hat Cash Flow Hedges zur Absicherung künftiger Zinszahlungsströme verwendet. Zukünftige variable Zinszahlungen für zinsvariable Forderungen und Verbindlich-
keiten wurden dabei vorwiegend mittels Zinsswaps in feste Zahlungen getauscht.
Der effektive Teil der Wertänderung der dafür eingesetzten Derivate wurde im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem
gesonderten Posten im Eigenkapital (Cash Flow Hedge-Rücklage) ausgewiesen.
In der RLB NÖ-Wien bestanden in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 keine aktiven Cash Flow Hedges. Die Cash Flow Hedge-Rücklagen aus beendeten Sicherungsgeschäften dieser Art von Sicherungsbeziehung wird über die Restlaufzeit der abgesicherten zinsvariablen Forderungen und
Verbindlichkeiten erfolgswirksam aufgeteilt. So wird sie in jenen Perioden erfolgswirksam aufgelöst, in denen die Cash Flows der gesicherten Grundgeschäfte das Periodenergebnis beeinflussen (IFRS 9.6.5.12). Sämtliche Cash Flow Hedge-Rücklagen aus in der Vergangenheit beendeten Sicherungsbeziehungen dieser Art wurden im Vorjahr zur Gänze amortisiert.
Ineffektivitäten von Sicherungsbeziehungen entstehen vorrangig durch die Verwendung unterschiedlicher Zinskurven für die Diskontierung sowie Kreditriskoanpassungen (CVA, DVA) der Sicherungsderivate. Ineffektivitäten sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten“ ausgewiesen (siehe Note (6)).
Die Möglichkeit einer Absicherung einer Nettoinvestition in
einen ausländischen Geschäftsbetrieb hat für die RLB NÖ-Wien keine Relevanz.
Nähere Details zu Risikomanagementstrategie sowie Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen finden sich unter Note (32) Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht), Note (33) Hedge Accounting sowie Note (34) Interest Rate Benchmark Reform.
Klassen der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7
Gemäß den Erfordernissen der Einordnung von Finanzinstrumenten in Klassen (IFRS 7.6), um angemessene Informationen den Eigenschaften dieser Finanzinstrumente entsprechend darzustellen, werden auf der Aktivseite folgende Klassen von
Finanzinstrumenten unterschieden:
Notes159
  • Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
  • Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
    • Derivate
    • Sonstige Handelsaktiva - Eigenkapitalinstrumente
    • Sonstige Handelsaktiva - Fremdkapitalinstrumente (Schuldverschreibungen)
  • Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken, verpflichtend zum Fair Value gehalten
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum Fair Value bewertet (zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr nicht genutzt)
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
  • Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
    • Fremdkapitalinstrumente (Schuldverschreibungen)
    • Kredite und Darlehen
  • Derivate - Hedge Accounting
Der bilanzielle Ansatz der auf der Aktivseite gewählten Klassen erfolgt – mit Ausnahme von Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen sowie Finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet – zum beizulegenden Zeitwert.
Auf der Passivseite werden folgende Klassen unterschieden:
  • Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
    • Derivate
    • sonstige Handelspassiva (zum Bilanzstichtag
      31. Dezember 2022 wie im Vorjahr nicht genutzt)
  • Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zu Fair Value bewertet (zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr nicht genutzt)
  • Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
    • Einlagen
    • Verbriefte Verbindlichkeiten
  • Derivate - Hedge Accounting
Der bilanzielle Ansatz der auf der Passivseite gewählten Klassen erfolgt somit zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 – mit Ausnahme von Derivaten – zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Außerbilanziell werden Eventualverbindlichkeiten sowie Kreditrisiken in Form von Kreditzusagen dargestellt.
Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bilanziert.
Liegt ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vor, so ist diese vorzunehmen, falls der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt. Wenn in der folgenden Berichtsperiode ein Anhaltspunkt vorliegt, dass die Wertminderung nicht mehr besteht, ist die Wertaufholung auf den erzielbaren Betrag gemäß IAS 36
geboten. Die Wertaufholung ist begrenzt auf die fortgeführten Anschaffungskosten.
Der Posten Immaterielle Vermögenswerte umfasst im Wesentlichen Software. Im Konzern bestehen weder Firmenwerte noch selbst erstellte immateriellen Vermögenswerte. Darüber hinaus sind Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude sowie für PKWs und sonstige Sachanlagen unter diesem Posten angeführt. Die Nutzungsdauern stellen sich wie folgt dar:
Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
Jahre
in %
Immaterielle Vermögenswerte
2 - 15
6,7 - 50,0
Gebäude
1,5 - 50
2,0 - 66,7
Technische Anlagen und Maschinen
2 - 20
5,0 - 50,0
Betriebs- und Geschäftsausstattung
1,5 - 13
7,7 - 66,7
Nutzungsrechte
1 - 36,5
2,7 - 100,0
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
15 - 67
1,5 - 6,7
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
160Notes
Die als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücke und
Gebäude (Investment Property) werden entsprechend der nach IAS 40 zulässigen Anschaffungskostenmethode mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bewertet und wegen untergeordneter Bedeutung in den Sachanlagen getrennt ausgewiesen. Gemäß IAS 23 werden Fremdkapitalkosten als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines qualifizierten Vermögenswertes aktiviert. Den linearen Abschreibungen werden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt (siehe Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). Die
Ergebnisse werden in der Erfolgsrechnung unter dem Posten „Sonstiges betriebliches Ergebnis“ bzw. die aus diesen
Immobilien resultierenden Abschreibungen unter dem Posten „Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen“ dargestellt.
Sonstige Aktiva
Im Posten sonstige Aktiva werden nicht aus originär bankgeschäftlichen Beziehungen resultierende Forderungen sowie Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben, Münzen und Vorräte ausgewiesen. Weiters sind in diesem Posten offene Verrechnungen aus dem operativen Geschäftsbetrieb dargestellt, welche zu einem Zeitpunkt nach dem Abschlussstichtag ausgeglichen wurden.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im gewöhnlichen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden – mit Ausnahme von Verbindlichkeiten im Bilanzposten „Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten“ – zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Unter „Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten“ werden zum Bilanzstichtag
31. Dezember 2022 ausschließlich negative Marktwerte von Derivaten außerhalb von Sicherungsbeziehungen ausgewiesen.
Abgegrenzte Zinsen sind dem jeweiligen Bestandsposten zugewiesen. Unterschiedsbeträge werden auf die Laufzeit verteilt effektivzinskonstant im Zinsüberschuss abgegrenzt.
Einlagen
Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III), wie sie als Form einer besicherten Refinanzierungsquelle Kreditinstituten auf dem Markt zur Verfügung stehen, sind im Posten Einlagen von Kreditinstituten ausgewiesen und werden von der RLB NÖ-Wien als Finanzinstrumente
gemäß IFRS 9 abgebildet. Die Bank ist der Auffassung, dass die Konditionen des TLTRO-III-Programms für sie keine wesentlichen Vorteile auf dem Markt bieten, da diese Refinanzierungsinstrumente als separater Markt im Rahmen der EZB-Geldpolitik betrachtet werden.
Beim TLTRO III handelt es sich um variabel verzinste Verbindlichkeiten. Im Falle von Zinsänderungen durch die EZB passt die RLB NÖ-Wien den Effektivzinssatz an (IFRS 9.B5.4.5).
Für übrige Schätzungsänderungen (z.B. hinsichtlich der Laufzeit) kommt IFRS 9.B5.4.6 zur Anwendung. In diesem Fall wird der Buchwert an die aktuellen Einschätzungen angepasst. Der Effektivzinssatz bleibt in solchen Fällen unverändert.
Verbriefte Verbindlichkeiten
Der Ausweis der verbrieften Verbindlichkeiten erfolgt nach Abzug der rückgekauften eigenen Emissionen. Sofern das Zinsänderungsrisiko der Verbindlichkeiten im Rahmen eines Mikro-Fair Value Hedges abgesichert ist, werden die Buchwerte um die Wertänderungen, die aus dem Zinsrisiko resultieren, angepasst. Details dazu finden sich im Kapitel „Derivate und Hedge-Accounting“.
Ergänzungskapital gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Regulation, CRR) sowie Ergänzungskapital- und Nachranganleihen, die nach den Regelungen der CRR nicht originär als Ergänzungskapital anerkannt werden, werden im Bilanzposten „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“, ausgewiesen. Der bilanzierte Wert ist um die rückgekauften eigenen Emissionen gekürzt. Sofern das Zinsänderungsrisiko der Emissionen im Rahmen eines Fair Value Hedge abgesichert ist, wurden die Buchwerte um die Wertänderungen, die aus dem Zinsrisiko resultieren, angepasst (Basis Adjustment). Zugehörige abgegrenzte Zinsen werden ebenfalls in diesem Bestandsposten ausgewiesen.
Von der Klassifizierungsmöglichkeit in die Kategorie
Finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zu Fair Value
bewertet, machte die RLB NÖ-Wien im Geschäftsjahr 2022 unverändert keinen Gebrauch.
Notes161
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Der Bilanzposten Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten inkludiert Leasingverbindlichkeiten, die im Wesentlichen aus der Aktivierung von Nutzungsrechten für KFZ- und Immobilien-Leasing resultieren.
Sonstige Passiva
Im Posten sonstige Passiva werden Verbindlichkeiten, die nicht aus originär bankgeschäftlichen Beziehungen resultieren sowie Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben, Rechnungsabgrenzungsposten sowie sonstige Verbindlichkeiten ausgewiesen. Weiters sind in diesem Posten offene Verrechnungen aus dem operativen Geschäftsbetrieb dargestellt, welche zu einem Zeitpunkt nach dem Abschlussstichtag ausgeglichen wurden.
Rückstellungen
Rückstellungen werden gebildet, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die aus vergangenen Ereignissen abzuleiten ist und deren Erfüllung wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen wird. Wesentlich dafür ist auch eine zuverlässige Schätzung zur Höhe der Verpflichtung. Sofern dies nicht möglich ist, wird keine Rückstellung gebildet. Die Höhe der bilanzierten Verpflichtung basiert auf einer bestmöglichen Schätzung der Höhe der zukünftigen Ressourcenabflüsse. Die Ressourcenabflüsse werden aus einem Spektrum möglicher Ereignisse für die Erfüllung der Verpflichtung unter einer möglichst objektivierten Betrachtungsweise abgeleitet. Das Eintreten der Verpflichtung muss mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eingeschätzt werden als ihr Nicht-Eintreten, damit eine Rück-
stellung bilanziell erfasst wird. Da die Verwendung von Schätzungen ein Bestandteil bei der Erstellung von Jahresabschlüssen – insbesondere bei der Beurteilung von Rückstellungen – ist, sind Rückstellungen vom Grundsatz her in hohem Maße unsicher. Folglich können daher die tatsächlichen Aufwände von den angesetzten Rückstellungen abweichen. Langfristige Rückstellungen werden nur diskontiert, wenn der Barwert wesentlich vom Nominalwert abweicht und wenn die Schätzung der für die Berechnung notwendigen Grundlagen verlässlich ist.
Sämtliche Sozialkapitalrückstellungen (Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeld) werden gemäß IAS 19 - Leistungen an Arbeitnehmer, nach der Projected Unit Credit-Methode
(Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt.
Bei den Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird zwischen zwei Arten von Altersversorgungsplänen unterschieden:
  • Beitragsorientierte Pläne (Defined Contribution Plans):
Für eine Gruppe von Mitarbeitern werden Beiträge an eine Pensionskasse geleistet, welche die Mittel verwaltet und die Pensionszahlungen durchführt. Darüber hinaus bestehen für das Unternehmen keine weiteren Verpflichtungen, daher wird auch keine Rückstellung angesetzt. Der Arbeitnehmer trägt das Erfolgsrisiko der Veranlagung durch die Pensionskasse. Den Mitarbeitern wird damit vom Unternehmen lediglich die Beitragsleistung an die Pensionskasse, nicht aber die Höhe der späteren Pension zugesagt. Bei diesen Plänen stellen die Zahlungen an die Pensionskasse laufenden Aufwand dar.
  • Leistungsorientierte Pläne (Defined Benefit Plans):
162Notes
Der RLB NÖ-Wien-Konzern hat einer Gruppe von Mitarbeitern leistungsorientierte Pläne (Pensionsstatute, Sonderverträge) rechtsverbindlich und unwiderruflich über die Höhe der späteren Pension zugesagt. Diese Pläne sind teilweise unfunded, d.h. die zur Bedeckung benötigten Mittel verbleiben im Unter
nehmen, und teilweise funded, d.h. die Mittel werden über die Pensionskasse oder Versicherungen angespart. Statuarische
Pensionszusagen wurden an Mitarbeiter der ehemaligen
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung letztmalig am 30. Juni 1990 und an Mitarbeiter der ehemaligen RAIFFEISENBANK WIEN AG letztmalig am 31. Jänner 1996 vergeben. Bei den Versorgungsleistungen aus den Pensionsstatuten, die über die Pensionskasse finanziert werden, wird der Anspruch zum Zeitpunkt der Pensionierung einmalig festgestellt und sodann in einen beitragsorientierten Plan übergeleitet. Danach sind keine weiteren Beiträge für diese Begünstigten zu leisten. Dieses Ausscheiden aus den versicherungsmathematischen Berechnungen wird in den Darstellungen separat ausgewiesen. Für die restlichen Begünstigten mit Pensionskassenzusage besteht eine unbeschränkte Nachschusspflicht, d.h. hier sind im Falle einer Unterdeckung auch in der Leistungsphase Beiträge zu leisten.
Bei der Pensionsrückstellung werden keine Fluktuationsraten angesetzt, da die Vereinbarungen auf einzelvertraglichen, individuellen und in Bezug auf die Pension unwiderruflichen Zusagen beruhen.
Abfertigungsverpflichtungen bestehen für bis einschließlich 2002 eingetretene Mitarbeiter. Es bestehen Abfertigungs-
ansprüche gemäß Kollektivvertrag für die Angestellten der
Revisionsverbände und Landesbanken der Raiffeisenorganisation sowie gemäß einzelvertraglicher Zusagen. Für alle Mitarbeiter, die ab dem 1. Jänner 2003 eingetreten sind, werden die Abfertigungsverpflichtungen von einer Mitarbeitervorsorgekasse übernommen; in diesem Bereich besteht ein beitragsorientiertes System. Das Unternehmen zahlt aufgrund gesetzlicher Bestimmungen Beiträge an eine Mitarbeitervorsorgekasse.
Neben der Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen.
Neben den Invalidisierungs- und Sterberaten sowie den Faktoren, die sich aus der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters ergeben, werden zur
Berücksichtigung des Risikos vorzeitiger Abfertigungszahlungen jährliche dienstzeitabhängige Fluktuationsraten angesetzt, die auf internen Statistiken für vorzeitige Beendigungen der Dienstverhältnisse basieren. Um dem Risiko der Langlebigkeit entgegenzuwirken, werden sowohl in der Pensionskasse als auch bei der Rückstellungsberechnung die aktuellsten Berechnungsgrundlagen verwendet.
Gleiches gilt sinngemäß für die Jubiläumsgeldrückstellung. Die Mitarbeiter haben gemäß Kollektivvertrag für die Angestellten der Revisionsverbände und Landesbanken der Raiffeisen-
organisation bzw. gemäß Betriebsvereinbarung einen Anspruch auf Jubiläumsgeld bei Erreichen des 25. bzw. 35. Dienst-
jubiläums.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden – mit Ausnahme von Jubiläumsgeldrückstellungen und Altersteilzeitrückstellungen – im sonstigen Ergebnis erfasst. Der Nettozinsaufwand wird ebenso wie der Dienstzeitaufwand in der GuV im Posten Verwaltungsaufwand ausgewiesen.
Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden für alle Sozialkapitalrückstellungen die „AVÖ 2018-P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung“ in der Ausprägung für
Angestellte herangezogen. Die Berechnung erfolgt unter
Beachtung des gesetzlich frühestmöglichen Pensionsalters für Männer und Frauen.
Die versicherungsmathematischen Parameter zur Berechnung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen werden in Note (28) Rückstellungen näher erläutert.
Ertragsteuern
Die Bilanzierung und Berechnung von Ertragsteuern erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode. Auf temporäre Differenzen, die sich aus dem Vergleich zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten ergeben und sich in den Folgeperioden wieder ausgleichen, werden latente Steuern ermittelt. Eine Saldierung von latenten Steueransprüchen und latenten Steuerverpflichtungen wird je Steuersubjekt vorgenommen. Aus steuerlichen Vorgruppenverlustvorträgen resultierende Steuerlatenzen werden dann angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft mit steuerbaren Gewinnen in entsprechender Höhe bei demselben Steuersubjekt zu rechnen ist.
Die RLB NÖ-Wien sowie ihre vollkonsolidierten Tochterunternehmen sind Gruppenmitglieder der steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß §9 KStG mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Gruppenträger und haben mit dem Gruppenträger Raiffeisen-Holding NÖ-Wien eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen. Die Gruppenmitglieder werden demzufolge mit einer positiven Steuerumlage auf zugewiesene Gewinne sowie anteilig mit der auf Gruppenträgerebene entstehenden Körperschaftsteuer – mit einem Höchstsatz von 25% – belastet.
Steuerliche Verluste werden mit einer negativen Steuerumlage i.H.v. 12,5% abgegolten. Für die Bilanzierung der latenten Steuern gilt die AFRAC-Stellungnahme 13 zu Fragen der IFRS-Bilanzierung und -Berichterstattung i.Z.m. der Gruppenbe-steuerung.
Notes163
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt anhand der Steuer-sätze, die im Zeitpunkt der Umkehr der temporären Differenzen gelten werden. Das Gruppenmitglied hat für die Schätzung des erwarteten Umlagesatzes eine nach den Kriterien des IAS 8.10ff entsprechende Rechnungslegungsmethode zu entwickeln. Die RLB NÖ-Wien wendet eine der in der AFRAC-
Stellungnahme vorgeschlagenen Rechnungslegungsmethoden an. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt bei dieser
Methode mit dem Umlagesatz, der sich aus dem Überhang der temporären Differenzen in den einzelnen Jahren ergibt.
Im Jänner 2022 wurde das Ökosoziale Steuerreformgesetz 2022 durch den Nationalrat beschlossen. Der in Österreich
geltende Körperschaftsteuersatz wird von derzeit 25% auf
zunächst 24% im Kalenderjahr 2023 und auf 23% ab dem
Kalenderjahr 2024 reduziert. Gemäß der Steuerumlagevereinbarung führen Änderungen des Körperschaftsteuersatzes zu
einer verhältnismäßigen Anpassung der positiven und negativen Steuerumlage. Die Senkung der Steuersätze ab 2023 wurde bei der Ermittlung der latenten Steuern zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt.
Für Überhänge der zu versteuernden temporären Differenzen wird für die Bewertung des jeweiligen Jahres der für positive Umlagen vorgesehene Höchstsatz von 24% im Jahr 2023 bzw. 23% ab dem Jahr 2024 herangezogen. Ergibt sich ein Überschuss der abzugsfähigen über die zu versteuernden temporären Differenzen, ist für die Bewertung aller temporären Differenzen des Jahres 2023 der Umlagesatz für negative Umlagen i.H.v. 12% und ab dem Jahr 2024 der Umlagesatz i.H.v. 11,5% heranzuziehen.
Für die Einschätzung der Umkehr der zu versteuernden und abzugsfähigen temporären Differenzen wurde, wenn der genaue Zeitpunkt der Umkehr nicht festgestellt werden konnte, eine sachgerechte Schätzung vorgenommen.
Die im Eigenkapital enthaltenen Bewertungsrücklagen (Fair Value OCI-Rücklage, und Rücklage nach IAS 19) werden um die anteilige Steuerlatenz bereinigt (siehe dazu auch Note (31) Eigenkapital). Latente Steueransprüche und -verpflichtungen werden in den Posten latente Steuerforderungen bzw. latente Steuerverpflichtungen ausgewiesen. Ertragsabhängige laufende wie auch latente Steuern werden im Posten Steuern vom Einkommen und Ertrag, nicht ertragsabhängige Steuern im Posten sonstiges betriebliches Ergebnis bilanziert. Abzinsungen für
latente Steuern werden nicht vorgenommen.
Pensionsgeschäfte
Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der RLB NÖ-Wien-Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs
zurückzukaufen. Die Vermögenswerte verbleiben in der Bilanz des Konzerns und werden nach den Regeln der jeweiligen Bewertungskategorie bewertet. Zugleich wird eine Verpflichtung in Höhe der erhaltenen Zahlungen passiviert.
Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs gegen Entgelt erworben. Der Ausweis erfolgt im Bilanzposten
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden über die Laufzeit abgegrenzt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.
164Notes
Bei unechten Pensionsgeschäften ist der Pensionsgeber zwar verpflichtet den Pensionsgegenstand zurückzunehmen, er hat jedoch nicht das Recht diesen zurückzufordern. Über die Rückübertragung entscheidet ausschließlich der Pensionsnehmer. Das Recht, den Vermögenswert zurückzuübertragen, stellt eine Verkaufsoption für den Pensionsnehmer dar, bei der der Pensionsgeber die Stillhalterposition einnimmt. Ist die Verkaufsoption weit im Geld (deeply in-the-money), erfolgt beim Pensionsgeber keine Ausbuchung der Wertpapiere, da die damit verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden. Ist die Verkaufsoption weit aus dem Geld (deeply out-of-the-money), dann ist der Rückerwerb sehr unwahrscheinlich, und das in Pension gegebene Wertpapier ist auszubuchen. Wenn die
Verkaufsoption weder weit aus dem Geld noch weit im Geld ist, dann ist zu überprüfen, ob das übertragende Unternehmen (Pensionsgeber) weiterhin die Verfügungsmacht über den
Vermögenswert hat. Wird das Wertpapier auf einem aktiven Markt gehandelt, kann von einem Übergang der Verfügungsmacht ausgegangen werden, und das in Pension gegebene Wertpapier wird ausgebucht. Bei einem nicht marktgängigen finanziellen Vermögenswert sind die in Pension gegebenen Wertpapiere weiterhin in der Bilanz des Pensionsgebers auszuweisen. Details dazu finden sich in Note (42).
Wertpapierleihgeschäfte
Bei der Wertpapierleihe werden Wertpapiere vom Verleiher an einen Entleiher mit der Verpflichtung übertragen, nach Ablauf der Leihfrist oder bei Kündigung Wertpapiere gleicher Art, Güte und Menge zurückzuübertragen. Die Grundsätze für echte Pensionsgeschäfte sind für Wertpapierleihgeschäfte entsprechend anzuwenden. Die verliehenen Wertpapiere verbleiben in der Bilanz des Verleihers und werden nach den Regeln des IFRS 9 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden weder
bilanziert noch bewertet. Details dazu finden sich in Note (42).
Treuhandgeschäfte
Geschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden nicht in der Bilanz ausgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften werden im Provisionsüberschuss ausgewiesen. Details dazu finden sich in Note (44).
Leasinggeschäfte
Die RLB NÖ-Wien-Gruppe ist nicht als Leasinggeber aktiv. Leasingverhältnisse bestehen nur dahingehend, dass der Konzern als Leasingnehmer auftritt. Die für den Konzern relevanten Leasingvereinbarungen, das sind im Wesentlichen das Kfz-, Immobilien- oder Mobilien-Leasing, sind im Rahmen der Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 im Konzern berücksichtigt. Beim Immobilienleasing handelt es sich hauptsächlich um den Standort Raiffeisenhaus Wien,
Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1 sowie die Filial-Standorte. Diese Immobilien werden zum Großteil von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien gemietet und an die RLB NÖ-Wien weitervermietet. IFRS 16 verpflichtet den Leasingnehmer seine Leasingverhältnisse in der Bilanz zu erfassen. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Im RLB NÖ-Wien-Konzern wurde das Wahlrecht zur Verwendung eines einheitlichen Diskontierungszinssatzes für gleichartige Leasingvertragsportfolios sowie zur Nichtaktivierung von kurzfristigen und geringwertigen Leasingverträgen angewendet.
Der RLB NÖ-Wien-Konzern weist Nutzungsrechte als Teil des Bilanzpostens „Sachanlagen“ und die Leasingverbindlichkeiten als Teil des Bilanzpostens „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ aus. Abschreibungen von Nutzungsrechten werden im Posten „Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen“, Aufwendungen aus der Verzinsung der Leasingverbindlichkeiten im Posten „Zinsüberschuss“, ausgewiesen.
Kapitalflussrechnung
Die RLB NÖ-Wien ist das regionale Zentralinstitut der
Raiffeisen-Bankengruppe (RBG) NÖ-Wien. Aus diesem Grund werden im Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit,
welcher nach der indirekten Methode ermittelt wird, die Zahlungszu- und -abflüsse aus folgenden Posten zugeordnet:
  • Sonstige Sichteinlagen
  • Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
  • Kredite und Darlehen der Bilanzkategorie „Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ sowie der Bilanzkategorie „Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet“
  • Verbindlichkeiten der Bilanzkategorie „Finanzielle
    Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (exklusive Ergänzungskapital)
  • Sonstige Aktiva
  • Sonstige Passiva
  • Derivate - Hedge Accounting
Die aus dem operativen Geschäft resultierenden Zins- und Dividendenzahlungen sowie Ertragssteuerzahlungen sind ebenso im Cash Flow aus operativer Geschäftstätigkeit dargestellt.
Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit zeigt die Ein- und Auszahlungen für den Erwerb bzw. die Veräußerung von
Finanzanlagen (im Wesentlichen Schuldverschreibungen der Bilanzkategorie „Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“) und sämtliche Beteiligungen. Zudem werden hier Zahlungszu- und -abflüsse für Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen.
Notes165
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit betrifft Ein- und Auszahlungen aus Kapitalzufuhr, aus zusätzlichen Eigenkapitalinstrumenten, Partizipationskapital, Ergänzungskapital, Rückzahlungen aus Leasingverbindlichkeiten sowie die Auszahlungen aufgrund von Ausschüttungen.
Details zur Überleitung des Zahlungsmittelfonds auf den Bilanzposten „Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Sichteinlagen“ finden sich in Note (11), Details zur Überleitung des Ergänzungskapitals sowie der Leasingverbindlichkeiten von 31. Dezember 2021 auf 31. Dezember 2022
getrennt nach zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen sind in Note (25) ersichtlich.
Währungsumrechnung
Die Währungsumrechnung erfolgt nach den Vorschriften des IAS 21. Danach werden nicht auf Euro lautende monetäre Vermögenswerte und Schulden mit den marktkonformen Kursen (in der Regel EZB-Referenzkurse) zum Bilanzstichtag umgerechnet. Jene nicht monetären Vermögenswerte und Schulden, die nicht zu Zeitwerten bewertet werden, werden mit dem Kurs zum ursprünglichen Anschaffungszeitpunkt bilanziert. Nicht monetäre Vermögenswerte und Schulden, die zu Zeitwerten bewertet werden, werden mit den marktkonformen Kursen (in der Regel EZB-Referenzkurse) zum Bilanzstichtag bilanziert.
Posten der GuV werden zum jeweiligen Zeitpunkt ihres Entstehens mit den aktuellen Stichtagskursen sofort in die Bilanz-währung umgerechnet.
Ermessensausübung und Schätzungen
Im Konzernabschluss werden Ermessensspielräume bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ausgeübt und in angemessenem Ausmaß vorgenommen. Darüber hinaus werden Annahmen getroffen, die die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angabe von Eventualverbindlichkeiten am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen.
Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erfolgt die Ermessensausübung des Managements, unter Beachtung der Zielsetzung des Konzernabschlusses, nämlich aussagekräftige Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Veränderungen in der Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens bereitzustellen.
Hauptanwendungsbereiche für Annahmen und Schätzungen liegen in der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes bei
Finanzinstrumenten sowie des Nutzungswertes von assoziierten Unternehmen, der Bilanzierung von Risikovorsorgen für künftige Kreditausfälle sowie der Bildung von Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und ähnlichen Verpflichtungen und sonstigen Rückstellungen. Sie kommen auch zur Anwendung bei der Berechnung der aktiven latenten Steuern, der
Ermittlung abgezinster Cash Flows im Rahmen von Wertminderungstests, der Festlegung der Nutzungsdauer von Vermögenswerten des Anlagevermögens sowie bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
Marktwerte von Finanzinstrumenten
Ist der Markt für ein Finanzinstrument nicht aktiv, wird der beizulegende Zeitwert anhand einer Bewertungsmethode oder eines Preismodells ermittelt. Generell werden für Bewertungsmethoden und -modelle Schätzungen herangezogen, deren Ausmaß von der Komplexität des Instruments und der Verfügbarkeit marktbasierter Daten abhängt. Die Bewertungskategorien und -modelle sind in vorhergehendem Abschnitt
Finanzinstrumente erläutert. Weitere Angaben sind in Note (35) Fair Value von Finanzinstrumenten ausgewiesen.
Risikovorsorgen für künftige Kreditausfälle und Zinsnachlässe
Zu jedem Bilanzstichtag werden die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte auf Werthaltigkeit überprüft, um festzustellen, ob Wertminderungen
erfolgswirksam zu erfassen sind. Insbesondere wird beurteilt, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung aufgrund eines nach dem erstmaligen Ansatz eingetretenen Verlustereignisses bestehen. Darüber hinaus ist es im Rahmen der Bestimmung des Wertminderungsaufwands erforderlich, Höhe und Zeitpunkt zukünftiger Zahlungsströme zu schätzen. Eine ausführlichere Beschreibung und Entwicklung der Risikovorsorgen ist in den Notes (8) Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte, (16) Risikovorsorgen und (32) Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht) zu finden.
166Notes
Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen und ähnliche Verpflichtungen
Die Kosten der leistungsorientierten Pläne werden mittels versicherungsmathematischer Verfahren bewertet. Die versicherungsmathematische Bewertung basiert auf Annahmen zu Diskontierungszinssätzen, künftigen Gehaltsentwicklungen, dem kalkulatorischen Pensionsalter, Sterblichkeit und künftigen Pensionssteigerungen. Annahmen und Schätzungen, die für die Berechnung der langfristigen Personalverpflichtungen herangezogen werden, sind im Abschnitt Rückstellungen erläutert. Quantitative Angaben sind in Note (28) Rückstellungen zu finden.
Nicht finanzielle Vermögenswerte
Nicht finanzielle Vermögenswerte, wie Anteile an at Equity-
bilanzierten Unternehmen, Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen, sofern ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt. Dies ist insbesondere der Fall, wenn Ereignisse oder veränderte Rahmenbedingungen – etwa eine Verschlechterung des Wirtschaftsklimas – darauf hindeuten, dass bei den Vermögenswerten eine Wertminderung vorliegen könnte. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung erfordert Schätzungen und Beurteilungen von Seiten des Managements. Durch Änderungen der zugrunde liegenden Bedingungen und Annahmen können erhebliche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten.
Im RLB NÖ-Wien-Konzern gibt es keine Firmenwerte oder immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer, die einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterliegen.
Aktive latente Steuern
Hinsichtlich der Bewertung der latenten Steuern bei Gruppenmitgliedern sieht die AFRAC-Stellungnahme 13 i.Z.m. Gruppenbesteuerung verschiedene Methoden vor. Jene Methode der Schätzung, wonach die Steuersätze sich anhand der Überhänge der temporären Differenzen in den einzelnen Jahren ergeben, ist für die RLB NÖ-Wien die sachgerechteste Methode. Dafür ist die Bestimmung des Zeitpunktes der Umkehr der temporären Differenzen maßgeblich. Wenn der genaue Zeitpunkt der Umkehr nicht festgestellt werden konnte, wurde für die Einschätzung der Umkehr der zu versteuernden und abzugsfähigen temporären Differenzen, eine sachgerechte Schätzung vorgenommen. Bei „Finanziellen Vermögenswerten zu Handelszwecken gehaltenen“ wird von einer Umkehr in der nächsten Periode ausgegangen. Bei den übrigen Differenzen wird die Umkehr anhand der durchschnittlichen Restlaufzeiten beurteilt.
Der Ausweis der latenten Steuern wird in der Erfolgsrechnung nicht gesondert vorgenommen. Details sind in den Notes (10) Steuern vom Einkommen und Ertrag, (22) Steueransprüche und (29) Steuerschulden und unter Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

Notes167
Neue Standards und Interpretationen
Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen sind für Geschäftsjahre, die mit 1. Jänner 2022 beginnen, verpflichtend anzuwenden und werden im vorliegenden Konzernabschluss erstmalig angewendet:
Neue Regelungen
 
in der EU verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre ab
Änderungen von Standards
 
IAS 16
Sachanlagen
01.01.2022
IAS 37
Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen
01.01.2022
IFRS 3
Unternehmenszusammenschlüsse
01.01.2022
Diverse
Verbesserung der internationalen Financial Reporting Standards Zyklus 2018-2020 (IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16, IAS 41)
01.01.2022
Verbesserung der internationalen Financial Reporting Standards Zyklus 2018-2020 (IFRS 9)
Die Änderung stellt klar, welche Gebühren ein Unternehmen einbezieht, wenn es den „10%“-Test in Textziffer B3.3.6. von IFRS 9 bei der Beurteilung, ob eine finanzielle Verbindlichkeit ausgebucht werden soll, anwendet. Ein Unternehmen
berücksichtigt nur Gebühren, die zwischen dem Unternehmen (dem Kreditnehmer) und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden, einschließlich Gebühren, die entweder von dem Unternehmen oder dem Kreditgeber im Namen des anderen gezahlt oder erhalten wurden.
Weitere geänderte Standards und Interpretationen
Die Änderungen der übrigen, in obiger Tabelle gelisteten Rechnungslegungsvorschriften wurden mit dem Ergebnis analysiert, dass sie keine materiellen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des RLB NÖ-Wien-Konzerns haben.
Folgende neue bzw. geänderte Standards und Interpretationen sind vom IASB bzw. IFRIC bereits verabschiedet, in der EU zum Teil noch nicht in Kraft getreten und werden vom Konzern auch nicht vorzeitig angewendet. Im Detail beschrieben werden im Folgenden nur Standards, die für den RLB NÖ-Wien-
Konzern als wesentlich identifiziert wurden.
168Notes
Neue Regelungen
laut IASB verpflichtend anzuwenden für Geschäfts-jahre ab*
EU Endorsement
Auswirkungen auf den Konzern-abschluss
Neue Standards und Interpretationen
 
 
 
IFRS 17
Versicherungsverträge
01.01.2023
19.11.2021
Nein
Änderungen von Standards
 
 
 
IAS 1
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig
01.01.2024
offen
Nein
IAS 1
Darstellung des Abschlusses
01.01.2023
02.03.2022
Nein
IAS 1
Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig - Nebenbedingungen
01.01.2024
offen
Nein
IAS 8
Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen
01.01.2023
02.03.2022
Nein
IAS 12
Ertragsteuern
01.01.2023
11.08.2022
Nein
IFRS 16
Leasingverhältnisse
01.01.2024
offen
Nein
IFRS 17
Versicherungsverträge
01.01.2023
08.09.2022
Nein
* Dies kann sich durch die EU Übernahme (EU Endorsement) noch verändern
IFRS 17 (Versicherungsverträge)
IFRS 17 regelt die Grundsätze in Bezug auf den Ansatz, die Bewertung, den Ausweis sowie die Angaben für Versicherungsverträge innerhalb des Anwendungsbereichs des Standards. Die Zielsetzung von IFRS 17 besteht in der Bereitstellung relevanter Informationen durch die bilanzierenden Unternehmen und soll so zu einer glaubwürdigen Darstellung der Versicherungs-verträge führen. Diese Informationen dienen als Grundlage für die Abschlussadressaten, um die Auswirkungen von Versicherungsverträgen auf die Vermögens- Finanz- und Ertragslage sowie die Zahlungsströme eines Unternehmens beurteilen zu
können. Im Konzern der RLB NÖ-Wien hat dieser Standard keine Auswirkungen.
Notes169
Segmentberichterstattung
Basis für die Segmentberichterstattung ist die interne Management-Erfolgsrechnung. Dabei handelt es sich um eine stufenweise Deckungsbeitragsrechnung. Erträge und Aufwendungen werden verursachungsgerecht zugeordnet. Ertragsposten sind der Zinsüberschuss, der Provisionsüberschuss, das Handelsergebnis sowie der sonstige betriebliche Erfolg. Der Zinsüberschuss wird dabei auf Basis der Marktzinsmethode kalkuliert. Der Zinsnutzen aus dem Eigenkapital auf Basis des kalkulatorischen Zinssatzes wird entsprechend der aufsichtsrechtlichen Kapitalerfordernisse den Segmenten zugeordnet und im Nettozinsertrag dargestellt. Die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft beinhalten Nettoneubildungen von Wertberichtigungen für
Bonitätsrisiken und Direktabschreibungen, aber auch Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen. Der Verwaltungsaufwand beinhaltet direkte und indirekte Kosten. Die direkten Kosten (Personal- und Sachkosten) werden von den Segmenten verantwortet, die indirekten Kosten werden ihnen auf Basis von festgelegten Schlüsseln zugeordnet.
Die Geschäftsgruppen werden wie selbständige Unternehmen mit eigener Kapitalausstattung und Ergebnisverantwortung dargestellt. Das Kriterium für die Abgrenzung der Geschäftsgruppen ist die Betreuungszuständigkeit für die Kunden der RLB NÖ-Wien.
Die Segmentdarstellung gemäß IFRS 8 ist wie folgt untergliedert:
• Das Segment Retail- und Verbundservice enthält das
Wiener Retailgeschäft.
Zur Zielgruppe gehören alle Privatpersonen, Klein- und Mittelbetriebe sowie selbständig Erwerbstätige. Im
Segment Retail/Verbundservice werden weitestgehend standardisierte Produkte wie Sparbücher bzw. Spareinlagen, Termineinlagen, Giro- bzw. Gehaltskonten, Konsumentenkredite, Überziehungsrahmen, Hypothekarkredite und andere zweckgebundene Kredite angeboten.
• Das Segment Kommerzkunden umfasst das Firmenkundengeschäft, das Sonder- und Projektgeschäft sowie das Transaction Banking.
Dieses Segment beinhaltet das klassische Kreditgeschäft für Kommerzkunden, Corporate Finance (Projekt- und Investitionsfinanzierung, Akquisitions- und Immobilienfinanzierung), Handels- und Exportfinanzierung, Dokumentengeschäft sowie die Finanzierung von Gebietskörperschaften und Finanzinstituten.
Das klassische Kreditgeschäft umfasst Betriebsmittel-, Investitions- und Handelsfinanzierungen, wobei die unterschiedlichsten Finanzierungsinstrumente zur Anwendung kommen (z.B. Kontokorrentkredite, Barvorlagen, Direktkredite, Forderungsankäufe, Risikobeteiligungen).
Der Bereich Transaction Banking und Vertriebsmanagement verantwortet die Bearbeitung von Exportfinanzierungen und Auslandsinvestitionen (z.B. Exportfinanzierungen über Exportfonds und OeKB sowie OeKB Beteiligungsfinanzierungen) sowie die Strukturierung und Abwicklung von Akkreditiven, Inkassi und Garantien für österreichische und internationale Kunden. Darüber hinaus fallen in ihren Aufgabenbereich auch die Beziehungen zu Korrespondenzbanken (Financial Institutions) sowie internationalen Firmenkunden.
Corporate Finance umfasst Projekt- und Investitionsfinanzierungen (maßgeschneiderte Finanzierungen von abgegrenzten wirtschaftlichen Vorhaben) im Kernmarkt sowie alle geförderten Kreditprodukte. Darüber hinaus werden Finanzierungen gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt.
• Das Segment Finanzmärkte umfasst die Treasury-Aktivitäten des Konzerns, insbesondere das Ergebnis aus der Steuerung des Bankbuches (Strukturbeitrag), das Ergebnis des Handelsbuches und das Ergebnis aus der Steuerung der
Liquidität.
170Notes
Treasury umfasst die Eigenpositionierung mit bilanzmäßigen (z.B. Geldmarktdepots) und außerbilanzmäßigen Zins- bzw. Kursprodukten (Termingeschäfte, Optionen). Darunter fallen Zinsgeschäfte, Währungsgeschäfte, Liquiditätsmanagement und das Aktiv/Passiv-Management (Fristentransformation). Dazu kommen das Portfoliomanagement von Renten, Fonds sowie kurz- und langfristige alternative Investments (Kombination von Wertpapier-Produkten mit derivativen Produkten).
Der Handel mit Finanzinstrumenten erfolgt zentral und unterliegt streng kontrollierten Limiten. Während die Eigengeschäfte vollständig unter diesem Segment ausgewiesen sind, werden Beiträge aus kundenbezogenen Treasury-Transaktionen anderen Segmenten zugeordnet. Jener Teil des Ergebnisbeitrags, der über den im Markt erzielbaren Preisen liegt, wird den Kundenbereichen zugeordnet.
• Das Segment Raiffeisen Bank International umfasst die Ergebnisbeiträge der RBI, inkl. der zugeordneten Refinanzierungs- und Verwaltungsaufwände. Enthalten ist der Anteil am RBI-Konzern, der at Equity bilanziert wird, mit allen Aktivitäten in den mittel- und osteuropäischen Ländern.
• Im Segment Verbund werden die Dienstleistungen, die von der RLB NÖ-Wien an den Verbund (Raiffeisenbanken) erbracht werden abgebildet.
• Das Segment Sonstige Beteiligungen beinhaltet ein bank- bzw. finanzinstitutsorientierte Beteiligungsportfolio. Zugeordnet sind hier die Dividendenerträge, die Refinanzierungskosten und anteilige Verwaltungsaufwendungen.
• Im Segment Sonstiges werden nur noch die wenigen nicht zuordenbaren Aufwände ausgewiesen.
Im RLB NÖ-Wien-Konzern werden zwei zentrale Steuerungsgrößen eingesetzt:
Der Return on Equity drückt das Verhältnis des unversteuerten bzw. des versteuerten Gewinns zum durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital und damit die Verzinsung des im Geschäftsbereich eingesetzten Kapitals aus.
Die Cost Income Ratio stellt die Kosteneffizienz der Geschäftsbereiche dar. Diese errechnet sich als Quotient aus den Verwaltungsaufwendungen und den Betriebserträgen (inkl. Ergebnis aus Finanzinstrumenten und assoziierten Unternehmen und exkl. Impairments und Risikovorsorgen).
Konsolidierungseffekte zwischen Segmenten bzw. einzelnen Posten finden in keinem wesentlichen Ausmaß statt.
Notes171
01.01.-31.12.2022 in TEUR
Retail- und Verbund-service
Kommerz-kunden
Finanz-märkte
RBI
Verbund
Sonst.
Beteiligungen
Sonstiges
GESAMT
Zinsüberschuss
78.800
132.808
69.979
-41.978
-141
-166
0
239.301
Provisionsüberschuss
54.798
14.183
-20.602
0
3.543
0
0
51.922
Dividendenerträge
684
450
0
0
0
840
0
1.974
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
2.623
-78.150
0
0
0
-75.527
Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
-137.351
-61.053
-21.277
-2.653
-29.361
-393
0
-252.088
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
2.143
-12.355
23.584
0
1.714
0
0
15.086
Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten
1.747
-3.589
-1.397
-174
-1.928
141
0
-5.199
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
-3.396
-24.115
642
0
0
0
0
-26.869
Sonstiges betriebliches Ergebnis
18.410
4.914
-6.053
-927
25.645
59
-3.662
38.386
Ergebnis vor Steuern
15.835
51.243
47.499
-123.882
-528
481
-3.662
-13.014
Steuern vom Einkommen
-836
-236
0
3
0
-20
-8.250
-9.339
Ergebnis nach Steuern
14.999
51.007
47.499
-123.879
-528
461
-11.912
-22.353
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Durchschn. zugeordnetes Eigenkapital (in EUR Mio.)
273
770
586
464
0
15
0
2.108
Return on Equity vor Steuern
5,8%
6,7%
8,1%
-
-
3,2%
-
-
Return on Equity nach Steuern
5,5%
6,6%
8,1%
-
-
3,1%
-
-
Cost Income Ratio (inkl. at Equity)
86,0%
45,5%
29,8%
0,3%
> 100%
37,5%
-
18,4%

172Notes
Die Vergleichsinformationen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
01.01.-31.12.2021 in TEUR
Retail- und Verbund-service
Kommerz-kunden
Finanz-märkte
RBI
Verbund
Sonst.
Beteiligungen
Sonstiges
GESAMT
Zinsüberschuss
45.714
132.547
42.905
-45.770
-147
-285
0
174.964
Provisionsüberschuss
55.996
13.047
-16.632
0
3.695
0
0
56.106
Dividendenerträge
50
636
0
0
0
883
0
1.569
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
2.540
5.029
0
0
0
7.569
Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
-125.438
-52.190
-18.290
-2.760
-27.770
-571
0
-227.019
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
809
-1.616
8.429
0
1.404
0
0
9.026
Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten
270
113
42
6
63
216
0
710
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
6.237
5.706
-550
0
0
0
0
11.393
Sonstiges betriebliches Ergebnis
13.800
-2.190
-3.233
-48
22.020
444
-2.877
27.917
Ergebnis vor Steuern
-2.562
96.053
15.211
-43.543
-735
687
-2.877
62.234
Steuern vom Einkommen
-938
264
0
9
0
-48
-6.448
-7.161
Ergebnis nach Steuern
-3.500
96.317
15.211
-43.534
-735
639
-9.325
55.073
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Durchschn. zugeordnetes Eigenkapital (in EUR Mio.)
257
730
598
472
0
15
0
2.072
Return on Equity vor Steuern
-
13,2%
2,5%
-
-
4,6%
-
3,0%
Return on Equity nach Steuern
-
13,2%
2,5%
-
-
4,2%
-
2,7%
Cost Income Ratio (inkl. at Equity)
> 100%
37,9%
53,9%
1,1%
> 100%
45,4%
-
40,7%

Notes173
Details zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
(1) Zinsüberschuss
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Zinserträge
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
60.217
84.904
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
3.058
2.888
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
313.602
239.462
davon Derivate - Hedge Accounting, Zinsrisiken
-42.161
-55.569
Sonstige Vermögenswerte
35.984
2.994
Negativzinsen aus Verbindlichkeiten
31.083
46.225
Summe Zinserträge
443.943
376.474
Zinsaufwendungen
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten - Derivate
-53.971
-82.380
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
-106.829
-73.481
davon Derivate - Hedge Accounting, Zinsrisiken
66.197
69.041
Sonstige Verbindlichkeiten
-23.612
-10.042
Negativzinsen aus finanziellen Vermögenswerten
-20.230
-35.606
Summe Zinsaufwendungen
-204.642
-201.509
Zinsüberschuss
239.301
174.964
Im Zinsüberschuss werden neben Zinserträgen und
-aufwendungen auch alle laufenden und einmaligen zinsähnlichen Erträge und Aufwendungen ausgewiesen. Die Zins- und zinsähnlichen Erträge bzw. Aufwendungen werden nach der Effektivzinsmethode berechnet und periodengerecht abgegrenzt. Negativzinsen aus Forderungen an Kunden bzw.
Kreditinstitute sind im Posten Zinsaufwendungen und
Negativzinsen aus nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten aus dem Bankgeschäft im Posten Zinserträge enthalten, und auch im Zinsüberschuss angegeben. Zinserträge und Zinsaufwendungen von Derivaten im Hedge Accounting werden dem jeweilig zugehörigem Grundgeschäft zugeordnet, um den wirtschaftlichen Zusammenhang entsprechend darzustellen. Die Zinserträge beinhalten Zinserträge von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute in Stage 3 i.H.v. TEUR 7.148 (VJ: 5.450). Der Posten Zinsaufwendungen -
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungs-kosten bewertet inkludiert Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten in Höhe von TEUR -1.205 (VJ: -1.222).
Im Zinsüberschuss ist für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt ein Zinsertrag i.H.v. TEUR 9.367 (VJ: 22.442) aus der Teilnahme am TLTRO III-Programm ausgewiesen. Im Oktober 2022 hat die EZB die Modalitäten für die Zinssatz-Ermittlung für Zeiträume ab 23. November 2022 geändert. Aufgrund dieser Änderung sind für Zeiträume ab 23. November bis zum Laufzeitende bzw. dem Datum einer etwaigen vorzeitigen Tilgung die jeweils für diese Zeiträume gültigen durchschnittlichen Leitzinssätze der EZB anzuwenden. Die Zinssatz-Ermittlung für Zeiträume bis 22. November 2022 bleibt von dieser Änderung unberührt. Die beschriebene Änderung der Zinssatzermittlung führte zu einer Anpassung des Effektivzinssatzes (IFRS 9.B5.4.5).
174Notes
Die RLB NÖ-Wien ermittelt quartalsweise je Tranche den aktuellen Effektivzinssatz. Per 31. Dezember 2022 liegen die Effektivzinssätze in Abhängigkeit von der Tranche zwischen 1,1% und 1,7%.
(2) Provisionsüberschuss
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Wertpapiere
8.448
10.303
Depotgeschäft
9.873
10.180
Zahlungsverkehrsdienstleistungen
32.379
29.657
Vermittlungsprovisionen
18.232
17.646
Versicherungsmakler
14.390
15.130
Kreditgeschäft
5.749
5.279
Sonstige Provisionserträge
3.168
3.140
Provisionserträge
92.240
91.334
Wertpapiere
-3.362
-4.176
Depotgeschäft
-1.270
-1.138
Zahlungsverkehrsdienstleistungen
-6.589
-4.732
Versicherungsmakler
-2.677
-2.299
Kreditgeschäft
-21.678
-18.340
Sonstige Provisionsaufwendungen
-4.741
-4.544
Provisionsaufwendungen
-40.318
-35.228
Provisionsüberschuss
51.922
56.106
Der Provisionsüberschuss umfasst alle Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Erbringung von Dienstleistungen rechtsverbindlich entstanden sind. Provisionserträge aus dem Kreditgeschäft beinhalten im Wesentlichen Haftungsentgelte, Provisionserträge aus dem Wertpapierbereich mehrheitlich Vermittlungsgebühren.
Provisionsaufwendungen aus dem Kreditgeschäft zeigen im Wesentlichen Haftungsentgelte im Zusammenhang mit
Deckungsstockbesicherungen. Gebühren aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und Teil der Effektivverzinsung sind, werden entsprechend über die Laufzeit im Zinsergebnis vereinnahmt.

Notes175
(3) Dividendenerträge
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
0
272
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet
956
652
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
1.018
645
Dividendenerträge
1.974
1.569
In diesem Posten finden sich Dividendenerträge aus Wertpapieren sowie aus nicht konsolidierten Unternehmensanteilen und Beteiligungen. Dividendenerträge werden gemäß IFRS 9.5.7.1A erfolgswirksam erfasst, wenn Rechtsanspruch auf Zahlung besteht. Sämtliche Dividendenerträge aus finanziellen Vermögenswerten erfolgsneutral zum Fair Value bewertet,
resultieren aus Finanzinstrumenten, die sich zum Abschlussstichtag im Bestand befinden
.
(4) Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Periodenergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
806.973
292.569
Bewertungsergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
-882.500
-285.000
Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen
-75.527
7.569
Das negative Bewertungsergebnis von TEUR 882.500 (VJ: 285.000) ist vor allem auf ein Impairment des at Equity-Beteiligungsansatzes an der RBI zurückzuführen.
Zum Berichtsstichtag 31. Dezember 2022 lagen unter Gesamtwürdigung aller Ereignisse – insbesondere aufgrund der Entwicklung des Börsenkurses, sowie aufgrund des Russland-
Ukraine-Krieges – objektive Indikatoren gemäß IAS 28.41A – 28.41C vor, die auf einen gesunkenen beizulegenden Zeitwert schließen ließen. Die at Equity-Beteiligung an der RBI wurde deshalb per 31. Dezember 2022 einem Impairment-Test unterzogen. Maßgeblich für die Wertminderung war gemäß IAS 36.114 i.V.m. IAS 36.18 der erzielbare Betrag als höherer Wert aus Nutzungswert und beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten, der dem at Equity-Buchwert an der RBI
gegenübergestellt wurde. Der Börsenkurs der RBI lag am Abschlussstichtag bei 15,35 EUR/Aktie (VJ: 25,88 EUR/Aktie). Als erzielbarer Betrag wurde ein Nutzungswert auf Basis des Barwertes der zu erwartenden Cash Flows (Dividend Discount Modell) ermittelt. Die Cash Flows wurden auf Grundlage der zum Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen und vom Aufsichtsrat der RBI genehmigten Fünf-Jahresplanung abgeleitet.
176Notes
Um die aktuell unsichere wirtschaftliche Lage aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland entsprechend abzubilden, wurde gemäß des Dual Steering Aproaches der RBI die Beteiligung an der Raiffeisenbank Russland separat vom Rest der RBI bewertet. Diesbezüglich wurden die aktuell vorliegenden Ausschüttungsbeschränkungen sowie auch das höhere Risiko der russischen Beteiligung (hoher Diskontierungszinssatz, reduziertes Geschäftswachstum, höhere Risikokosten) entsprechend
berücksichtigt. Aktuell werden alle strategischen Optionen für die Zukunft der Raiffeisenbank Russland bis hin zu einem sorgfältig gesteuerten Ausstieg aus der Raiffeisenbank in Russland geprüft. Diese Optionen wurden auf Basis der aktuellen Beschlusslage entsprechend den Rechnungslegungsvorschriften nicht in der Nutzungswertermittlung berücksichtigt.
Bei der Ermittlung des Nutzungswertes wurden ein Low-/Mid- und High-Case Szenario für Russland bzw. die übrigen Ländermärkte ermittelt, dabei wurden vor allem Sensitivitäten bzgl. der Entwicklung der Risikokosten in den nächsten Jahren, der nachhaltigen CIR, des Zins- und Provisionsergebnisses und des Return on Equity berücksichtigt. Die jeweiligen Sensitivitäten wurden vom Management der RLB NÖ-Wien analysiert und kritisch gewürdigt. Die Sensitivitäten wurden für die Nutzungswertermittlung teilweise übernommen.
Das Management der RLB NÖ-Wien hat sich intensiv mit den Planungsannahmen auseinandergesetzt. Aufgrund der zum Stichtag 31. Dezember 2022 bestehenden Unsicherheiten in Zusammenhang mit den Auswirkungen des Krieges sowie der damit verbundenen Sanktionen gegenüber Russland und in
Bewertungsstetigkeit zu den vergangenen Stichtagen wurden neben den Sensitivitäten die Annahmen zu den Risikokosten im Vergleich zu jenen des Managements der RBI konservativer
getroffen.
Die Diskontierung der mit dem Bewertungsobjekt erzielbaren Cash Flows erfolgt mit Hilfe eines durchschnittlichen, risikoadäquaten Kapitalisierungszinssatzes i.H.v. 18,6% für Russland bzw. 11,6% für die übrigen Ländermärkte (VJ: RBI
Gesamtkonzern inkl. Russland: 12,3%). Es wurde eine nachhaltige Wachstumsrate von 2,0% (VJ: 2,0%) bei der Ermittlung des Nutzungswertes der RBI angesetzt, was dem kommunizierten Inflationsziel der EZB entspricht. In den Vorjahren wurde die RBI auf Basis der konsolidierten Unternehmensplanung des Konzerns bewertet. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation i.Z.m. den Auswirkungen des Russland-
Ukraine-Krieges und des vom Management beschlossenen dualen Steuerungsansatzes waren in der Bewertung 31. Dezember 2022 Adaptierungen notwendig. Aufgrund dieses Ansatzes wurde im Vergleich zum Vorjahr die Peer Group für das Kerngeschäft auf Banken mit dem Geschäftsfokus auf Mittel- und Osteuropa fokussiert. Das Russland Geschäft war für die Auswahl dieser Peer Group nicht von Relevanz. Der so ermittelte Beta Faktor für den Geschäftsanteil ohne Russland beträgt 1,44 bzw. 2,45 für Russland. Per 31. Dezember 2021 wurde für die Bewertung einheitlich ein Beta Faktor i.H.v. 1,60 herangezogen.
Auf Basis des ermittelten Nutzungswertes ergab sich bei Gegenüberstellung mit dem Buchwert ein Impairment an der at Equity-Beteiligung der RBI in Höhe von TEUR -879.000
(VJ: -285.000). Ausschlaggebend für das Impairment war vor allem der Russland-Ukraine-Krieg. Der anteilige Ergebnisbeitrag der RBI betrug 2022 rd. TEUR 800.850 (VJ: 290.029). Abzüglich des Impairments verbleibt ein Nettoergebnisbeitrag der RBI von TEUR -78.150 (VJ: 5.029).
Im Backtesting des Geschäftsjahres 2022 weist das Budget eine positive Planungsabweichung aus. Das aktuelle Geschäftsjahr ist erwartungsgemäß stark vom Russland-Ukraine-Krieg
geprägt. Einerseits erfuhren die Leitzinsen i.Z.m. den
Inflationsauswirkungen einen deutlichen Auftrieb und darüber hinaus waren deutliche Einmaleffekte im Geschäftsjahr 2022 zu verzeichnen (Verkauf Bulgarien, Zins- und Provisionseffekte in Russland). Andererseits waren im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzung auch höhere Risikovorsorgen zu bilden.
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 lag eine deutliche
Abweichung zwischen Börsenkurs und Nutzungswert vor. Die Abweichung des Nutzungswertes zum Börsenkurs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die RBI stark im russischen Markt vertreten ist, sodass es aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges zu teilweisen Rückzügen von Investoren gekommen ist. Diese Rückzüge spiegeln jedoch nicht die tatsächliche Ertragskraft der RBI wider. In der Börsenkursentwicklung der RBI werden nach Einschätzung der RLB NÖ-Wien Faktoren eingepreist, welche über die Fähigkeit des Unternehmens Zahlungsströme zu erwirtschaften, hinausgehen. Die aktuell eingepreisten Abschläge, stehen nach Einschätzung der RLB NÖ-Wien somit nicht im Verhältnis zur nachhaltigen Ertragskraft der RBI.
Notes177
Mögliche Bewertungsunsicherheiten wesentlicher Planungsannahmen sowie Bewertungsparameter wurden bestmöglich vom Management mittels Sensitivitäten analysiert und soweit möglich mit externen verfügbaren Marktdaten plausibilisiert. Der Nutzungswert wurde einer Sensitivitätsanalyse unterzogen, welcher die Parameter Veränderung der bewertungsrelevanten Cash Flows, Eigenkapitalrendite in der ewigen Rente (RoE TV) und Änderung des Zinssatzes (Marktrendite) unterlegt wurden. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Auswirkungen wesentlicher Bewertungsparameter auf den Nutzungswert. Jede Sensitivität und deren Auswirkung wurde separat für sich selbst, unter Annahme unveränderter übriger Prämissen, untersucht.
 
 
2022
2021
 
Veränderung Parameter um
Erhöhung
Verminderung
Auswirkung in EUR Mio.
Erhöhung
Verminderung
Auswirkung in EUR Mio.
Cash Flow
10%
9,8%
-9,8%
+180 / -180
9,7%
-9,7%
+200 / -200
RoE TV
100 Basispunkte
10,7%
-10,6%
+200 / -200
10,1%
-10,1%
+200 / -200
Marktrendite
50 Basispunkte
-8,7%
10,0%
-160 / +180
-8,5%
9,7%
-170 / +200

178Notes
(5) Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Personalaufwand
-123.809
-114.254
Laufende Bezüge
-92.059
-86.049
Gesetzlicher Sozialaufwand
-22.585
-21.613
Sonstiger Sozialaufwand
-2.299
-2.557
Langfristige Personalverpflichtungen
-6.866
-4.035
Sachaufwand
-112.526
-98.053
IT-Aufwand
-43.647
-38.075
Rechts- und Beratungskosten
-23.124
-20.920
Werbung, Marketing, Veranstaltungen
-11.797
-7.805
Raumaufwand
-5.860
-5.826
Aufwand Bürobetrieb
-4.844
-5.138
Personalabhängiger Sachaufwand
-835
-516
Sonstiger Sachaufwand
-22.419
-19.772
Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
-15.753
-14.712
Grundstücke, Anlagen und Gebäude
-3.427
-3.285
Abschreibung Nutzungsrechte
-8.545
-8.382
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
-20
-22
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
-3.760
-3.022
Personal- und Sachaufwand, Abschreibungen
-252.088
-227.019
Im Sachaufwand sind Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse i.H.v. TEUR 255 (VJ: 228) inkludiert. Der Posten Sonstiger Sachaufwand enthält zu einem wesentlichen Teil Aufwendungen für Fremdleistungen i.H.v. TEUR 16.889 (VJ: 16.103) sowie Versicherungsprämien i.H.v. TEUR 2.151 (VJ: 1.795).

Notes179
Die im Sachaufwand enthaltenen Honorare für die Wirtschaftsprüfer der Konzerngesellschaften teilen sich wie folgt auf:
2022 in TEUR
KPMG Austria GmbH
ÖSTERREICHISCHER RAIFFEISENVERBAND*
Aufwendungen für die Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses
277
869
andere Bestätigungsleistungen
0
86
sonstige Leistungen
50
0
Gesamt
328
955
*Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen des Österreichischen Raiffeisenverbandes beziehen sich auf die Leistungen des vom ÖRV bestellten Revisors.
2021 in TEUR
KPMG Austria GmbH
ÖSTERREICHISCHER RAIFFEISENVERBAND*
Aufwendungen für die Prüfung der Jahresabschlüsse und des Konzernabschlusses
264
859
andere Bestätigungsleistungen
0
72
sonstige Leistungen
312
0
Gesamt
576
931
*Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen des Österreichischen Raiffeisenverbandes beziehen sich auf die Leistungen des vom ÖRV bestellten Revisors.

180Notes
(6) Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
874
-198
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
224
104
Schuldverschreibungen
263
0
Kredite und Darlehen
-39
104
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
650
-302
Verbriefte Verbindlichkeiten
650
-302
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
30.812
9.990
Derivate
46.856
15.328
Eigenkapitalinstrumente
9.279
0
Schuldverschreibungen
-25.323
-5.338
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
-8.326
-3.579
Eigenkapitalinstrumente
3.925
407
Schuldverschreibungen
-105
20
Kredite und Darlehen
-12.145
-4.006
Gewinne/Verluste aus Modifikationen
130
-83
Gewinne/Verluste aus Hedge Accounting
-15.912
-2.639
Devisentransaktionen
7.508
5.534
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
15.086
9.026
Unter „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten“ werden alle realisierten Ergebnisse sowie Bewertungsergebnisse aus Finanzinstrumenten bilanziert.
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, zeigen in der Berichtsperiode im Wesentlichen
realisierte Ergebnisse aus unwesentlichen Verkäufen von Schuldverschreibungen im Geschäftsmodell Hold to Collect i.H.v. TEUR 263 (VJ: 0) sowie Ergebnisse aus Rückkäufen bzw. vorzeitigen Tilgungen von eigenen Emissionen in Höhe von TEUR 650 (VJ: -302). Verkäufe von Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert sind, stehen im Einklang mit dem in der RLB NÖ-Wien zur Anwendung kommenden Geschäftsmodell „Hold to Collect“. Diese werden in Bezug auf die Häufigkeit und die Wesentlichkeit auf Basis der intern festgelegten Aufgriffsgrenzen für Volumen pro Portfolio und erzieltem Ergebnis überwacht. Positive und negative
Ergebnisse werden dabei nicht saldiert, sondern transaktionsbezogen betrachtet.
Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum Fair Value bilanziert werden
Notes181
Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten, die zu Handelszwecken gehalten werden, beträgt im Geschäftsjahr 2022 TEUR 30.812 (VJ: 9.990). Das Ergebnis aus Zinsderivaten setzt sich aus deutlich besser bewerteten Zinsswaps, sowie positiven Ergebnisbeiträgen aus dem 2022 aufgesetzten Floor Portfolio zusammen. Während die abgeschlossenen Zinsderivate sich aufgrund der im Berichtsjahr stark gestiegenen Zinsen positiv entwickelt haben, belastete diese Marktentwicklung das Bewertungsergebnis der Wertpapiere. Das positive Ergebnis aus Eigenkapitalinstrumenten resultiert aus der Realisierung und Bewertung von selektiv erworbenen Aktienpositionen im Handelsbestand.
Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten, die verpflichtend zum Fair Value bewertet sind, beträgt im Geschäftsjahr 2022
TEUR -8.326 (VJ: -3.579) und ist im Wesentlichen von Bewertungsergebnissen Fair Value-bewerteter Kredite und Darlehen geprägt. Grund für den Fair Value-Rückgang der Kredite und Darlehen ist im Wesentlichen das gestiegene Zinsniveau und die damit einhergehenden gesunkenen Diskontierungsfaktoren. Nähere Details zur Ermittlung dieser Bewertungsergebnisse finden sich unter Note (35) Fair Value von Finanzinstrumenten.
Gewinne/Verluste aus Modifikationen
Gewinne/Verluste aus Modifikationen weisen Ergebnisse aus, welche sich aus der Anpassung vertraglicher Zahlungsströme ergaben. Im Geschäftsjahr 2022 belief sich das Ergebnis aus Modifikationen auf TEUR 130 (VJ: -83). Folgende Tabelle stellt die fortgeführten Anschaffungskosten vor der Änderung der modifizierten Finanzinstrumente dar, die gemäß qualitativ und quantitativ geprüfter Kriterien nicht zu einer Ausbuchung führten (siehe dazu auch Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ bzw. Posten „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“). Modifizierte Finanzinstrumente mit einem Buchwert vor Modifikation in Höhe von TEUR 71.810 (VJ: 5.528) und einem Modifikationseffekt in Höhe von TEUR 30 (VJ: -22), die in Stage 2 oder 3 ausgewiesen waren, sind nunmehr der Stage 1 zuzuordnen.
Die Modifikationsergebnisse in der Berichtsperiode 2022 bzw. Buchwerte zum Stichtag 31. Dezember 2022 stellen sich wie unten ersichtlich dar.
in TEUR
Stage 1
Stage 2-3
Gesamt
Modifikationseffekt aus finanziellen Vermögenswerten
-1.077
1.207
130
Buchwert vor Modifikation von finanziellen Vermögenswerten
474.874
603.208
1.078.082
Die Vergleichsdaten aus dem Vorjahr sind in unten angeführter Tabelle ersichtlich.
in TEUR
Stage 1
Stage 2-3
Gesamt
Modifikationseffekt aus finanziellen Vermögenswerten
-697
614
-83
Buchwert vor Modifikation von finanziellen Vermögenswerten
272.115
473.827
745.942

182Notes
Gewinne/Verluste aus Hedge Accounting
Gewinne/Verluste aus Hedge Accounting zeigen Ineffektivitäten der von der RLB NÖ-Wien bilanzierten Sicherungsbeziehungen in Höhe von TEUR -15.912 (VJ: -2.639). Diese setzen sich zu TEUR 39.132 (VJ: 55.992) aus der Bewertung von
Sicherungsderivaten und zu TEUR -55.044 (VJ: -58.630) aus den im Rahmen des Hedge Accountings ermittelten Buchwertveränderungen des Basisinstruments zusammen. Nähere Details zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen finden sich auch unter Note (33) Hedge Accounting.
(7) Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Gewinne/Verluste aus der Ausbuchung von verbundenen Unternehmen
9.758
0
Gewinne/Verluste aus dem Abgang/Rückkauf von vollkonsolidierten Unternehmen
9.758
0
Gewinne/Verluste aus der Ausbuchung von nicht finanziellen Vermögenswerten
95
72
Gewinne/Verluste aus Grundstücken, Anlagen und Gebäuden
-144
-275
Gewinne/Verluste aus immateriellen Vermögenswerten
0
14
Gewinne/Verluste aus als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
161
216
Gewinne/Verluste aus sonstigen Vermögenswerten
47
7
Gewinne/Verluste aus Nutzungsrechten
30
110
Wertberichtigung oder Zuschreibung bei nicht finanziellen Vermögenswerten
-15.051
638
Sonstige immaterielle Vermögenswerte
-15.408
0
Nutzungsrechte
356
638
Gewinne/Verluste aus Beteiligungen und nicht finanziellen Vermögenswerten
-5.199
710
Der Posten Gewinne/Verluste aus der Ausbuchung von verbundenen Unternehmen beinhaltet das Ergebnis aus den Entkonsolidierungen der RAIFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H und Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH in Höhe von TEUR 9.758.
Unter Wertberichtigung oder Zuschreibung bei nicht finanziellen Vermögenswerten ist eine außerplanmäßige Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen eines
nicht zur Umsetzung gebrachten Softwareprojektes i.H.v. TEUR 15.408 enthalten.
Zudem finden sich in diesem Posten Gewinne/Verluste aus der Ausbuchung nicht finanzieller Vermögenswerte bzw. im Fall von Nutzungsrechten aus der Beendigung bzw. Modifikationen von Miet- bzw. Operating Lease-Verhältnissen.

Notes183
(8) Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
-26.869
11.393
Schuldverschreibungen
1.409
23
Kredite und Forderungen
-27.374
11.594
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-904
-224
Wertminderung/Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte
-26.869
11.393
In diesem Posten werden alle Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit der Wertberichtigung von Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet sind, dargestellt. Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit sonstigen Kreditrisiken, für die durch Rückstellungen vorgesorgt wird, sind im sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt. Weitere Detailangaben zur Risikovorsorge finden sich unter Note (16).
(9) Sonstiges betriebliches Ergebnis
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Sonstige betriebliche Erträge
69.053
47.707
Umsatzerlöse aus Immobilienbeteiligungen sowie Dienstleistungen
28.955
13.225
Dienstleistungserträge aus Verbundleistungen
25.693
21.440
Sonstige Erträge
14.405
13.043
Sonstige betriebliche Aufwendungen
-38.408
-30.593
Sektoreinrichtungen
-6.650
-7.682
Bankenabgabe
-4.695
-4.078
Abwicklungsfonds
-15.009
-13.438
Materialaufwand und bezogene Leistungen aus Dienstleistungs- und Immobilientochterunternehmen
-643
-747
Sonstige Aufwendungen
-11.412
-4.647
Zuführungen oder Auflösungen von Rückstellungen
7.741
10.802
Zuführungen oder Auflösungen von Rückstellungen für Kreditzusagen und Finanzgarantien
4.308
4.721
Auflösung sonstiger Rückstellungen
3.433
6.081
Sonstiges betriebliches Ergebnis
38.386
27.917
184Notes
Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind neben dem Ergebnis aus Dienstleistungs- und Immobilienbeteiligungen u.a. Erträge und Aufwendungen aus bankfremden Tätigkeiten enthalten. Weiters sind in diesem Posten neben dem Jahresbeitrag zum Abwicklungsfonds und Aufwendungen für die Bankenabgabe, auch Aufwendungen aus Schadensfällen und eingetretenen bzw. ungewissen Verpflichtungen aus potenziellen Schadenersätzen, die aufgrund von Kundeneinwänden entstehen könnten, ausgewiesen.
Die unter Sonstige betriebliche Aufwendungen – Sektoreinrichtungen ausgewiesenen Beträge zeigen im Wesentlichen die Beiträge zur Einlagensicherung. Weitere Details in diesem Zusammenhang sowie zur Raiffeisen-Einlagensicherung und dem damit verbundenen österreichweiten Raiffeisen instituts-bezogenen Sicherungssystem finden sich unter Note (51) Sonstige Vereinbarungen.
Das Ergebnis aus Zuführungen bzw. Auflösung von Rückstellungen inkludiert die Veränderung aus Rückstellungen für Kreditzusagen und Finanzgarantien. Weitere Detailangaben dazu finden sich unter Note (16).
(10) Steuern vom Einkommen und Ertrag
Die RLB NÖ-Wien sowie ihre vollkonsolidierten Tochterunternehmen sind Gruppenmitglieder einer steuerlichen Unternehmensgruppe nach § 9 KStG mit dem Gruppenträger Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Sie haben mit dem Gruppenträger eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen. Die steuerliche Unternehmensgruppe mit dem Gruppenträger Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien umfasst im Veranlagungsjahr 2022 neben dem Gruppenmitglied RLB NÖ-Wien 45 (VJ: 42) weitere Gruppenmitglieder. Die Steuerbemessungsgrundlage für die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte des Gruppenträgers sowie der zugerechneten steuerlichen
Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Berücksichtigung der steuerlichen Verlustvorträge des Gruppenträgers im gesetzlichen Ausmaß. Die RLB NÖ-Wien wird anteilig mit Gruppenkörperschaftsteuer, die auf Ebene des Gruppenträgers
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien vorgeschrieben wird, belastet. Im Falle eines steuerlichen Verlustes der RLB NÖ-Wien wird eine negative Steuerumlage verrechnet.
in TEUR
01.01.-31.12.2022
01.01.-31.12.2021
Laufende Steuern
2.055
-4.518
Latente Steuern
-11.394
-2.643
Steuern vom Einkommen
-9.339
-7.161
Das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ergebnis aus latenten Steuern i.H.v. TEUR -11.394 (VJ: -2.643)
resultiert aus der Veränderung der latenten Steuern aus temporären Differenzen i.H.v. TEUR -11.111 (VJ: -2.643) sowie aus der Bewertung der latenten Steuern mit den geänderten
Steuersätzen (siehe Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Ertragsteuern) i.H.v. TEUR -283 (VJ: 0). Eine Abwertung von aktiven latenten Steuern wurde nicht vorgenommen.
Eine detaillierte Darstellung der latenten Steuern erfolgt unter Note (22) Steueransprüche. Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Jahresergebnis und effektiver Steuerbe- bzw. -entlastung:
Notes185
in TEUR
2022
2021
Ergebnis vor Steuern
-13.014
62.234
Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr zum inländischen Ertragsteuersatz von 25%
3.254
-15.559
Auswirkung aufgrund des geringeren Steuerumlagesatzes*
5.102
7.324
Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungs- und steuerbefreiten sonstigen Erträgen
1.475
397
Steuermehrungen aufgrund von nicht abzugsfähigen Aufwendungen
-2.099
-1.397
Auswirkungen von nach der at Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen
-19.365
1.492
Veränderung der Wertberichtigung latenter Steuern und Verbrauch Verlustvorträge
1.651
0
Sonstiges
643
582
Effektive Steuerbe- bzw. -entlastung (-/+)
-9.339
-7.161
* Die im Rahmen der Gruppenbesteuerung vereinbarten Steuerumlagesätze sind geringer als der inländische Körperschaftsteuersatz. Diese Zeile stellt die daraus resultierende Auswirkung auf die tatsächlichen und latenten Ertragsteuern dar.

186Notes
Details zur Konzernbilanz
(11) Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Kassenbestand
55.504
50.995
Guthaben bei Zentralbanken
228.317
2.796.078
Sonstige Sichteinlagen
2.220.749
2.340.968
Gesamt
2.504.570
5.188.041
Der Posten Sonstige Sichteinlagen inkludiert die gesetzlich zu haltende Mindestreserve in Höhe von TEUR 326.812
(VJ: 318.667).
In diesem Bilanzposten sind Wertminderungen der Stage 1 in Höhe von TEUR 1.118 (VJ: 1.799) enthalten.
Folgende Tabelle leitet den Zahlungsmittelfonds auf den Bilanzposten „Kassenbestand, Guthaben bei Zentralnotenbanken und Sichteinlagen“ über (siehe Konzernkapitalflussrechnung).
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Kassenbestand
55.504
50.995
Guthaben bei Zentralbanken
228.317
2.796.078
Sonstige Sichteinlagen Nichtbankbereich
37
80
Zahlungsmittelfonds (siehe Konzernkapitalflussrechnung)
283.858
2.847.153
Sonstige Sichteinlagen Bankbereich
2.220.712
2.340.888
Gesamt Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
2.504.570
5.188.041

Notes187
(12) Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Derivate
400.943
309.519
Eigenkapitalinstrumente
50.715
0
Schuldverschreibungen
222.519
232.849
Schuldverschreibungen von Kreditinstituten
155.702
139.618
Schuldverschreibungen von Kunden
66.817
93.231
Gesamt
674.177
542.368
Diesem Bilanzposten sind Derivate, die nicht als Sicherungsinstrumente in Hedge-Beziehungen dienen, zugeordnet.
Unter Eigenkapitalinstrumente sind zu Handelszwecken gehaltene Aktien enthalten. Darunter entfallen Aktien mit einem Buchwert von TEUR 50.391 auf ein assoziiertes Unternehmen, für welche der Ausnahmetatbestand des IAS 28.19 anzuwenden ist.
Weiters werden Schuldverschreibungen gezeigt, mit welchen gemäß Geschäftsmodellfestlegung nicht das Ziel verfolgt wird, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, sondern die beizulegenden Zeitwerte zu realisieren.
(13) Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapitalinstrumente
14.086
9.497
Schuldverschreibungen
834
989
Kredite und Darlehen von Kunden
112.862
120.016
Gesamt
127.782
130.502
Eigenkapitalinstrumente dieser Bewertungskategorie inkludieren zur Gänze Beteiligungen, welche der strategischen Ausrichtung folgend nicht der Kategorie „Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet“ zugeordnet wurden (siehe dazu auch Note (14)). Schuldverschreibungen sowie Kredite und Darlehen von Kunden dieser Bewertungskategorie weisen vertragliche Zahlungsströme aus, bei denen es sich nicht ausschließlich um Zins- und Tilgungszahlungen handelt und deshalb zum Fair Value zu bewerten sind. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Finanzinstrumente, die nur beschränkte Rückgriffsrechte auf das Vermögen des Schuldners gewähren oder mit inkongruenten Zinskomponenten ausgestattet sind.
188Notes
(14) Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Eigenkapitalinstrumente
19.110
19.577
Gesamt
19.110
19.577
Die angeführten Eigenkapitalinstrumente betreffen im Wesentlichen Investitionen in Unternehmen, welche als Anbieter von Nebendienstleistungen für den Bankbetrieb dienen bzw. Finanzinstitute darstellen. Die optionale Darstellung der Fair Value-Änderungen dieser Instrumente wurde aufgrund der strategischen Ausrichtung vorgenommen. Langfristig sind keine Verkäufe von Eigenkapitalinstrumenten in diesem Portfolio
geplant. Dividenden in der Höhe von TEUR 1.018 (VJ: 645) wurden im Zusammenhang mit diesen Eigenkapitalinstrumenten erfasst (siehe Note (3)). Es fanden keine Verkäufe aus dieser Bestandskategorie im Geschäftsjahr 2022 statt.
Im Detail setzt sich dieser Posten wie in folgender Tabelle dargestellt zusammen:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH, Wien (A)
4.669
4.585
EMCOM Beteiligungs GmbH, Wien (A)
3.872
5.184
WKBG Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG, Wien (A)
3.734
3.734
Raiffeisen Software GmbH, Linz (A)
1.845
1.822
RSC Raiffeisen Service Center GmbH, Wien (A)
1.047
1.047
CEESEG Aktiengesellschaft, Wien (A)
955
931
Sonstige
2.988
2.274
Gesamt
19.110
19.577

Notes189
(15) Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Schuldverschreibungen
4.118.147
3.636.067
Schuldverschreibungen von Kreditinstituten
1.326.662
1.156.551
Schuldverschreibungen von Kunden
2.791.485
2.479.515
Kredite und Darlehen
18.899.234
16.490.117
Kredite und Darlehen an Kreditinstitute
4.008.682
2.986.534
Kredite und Darlehen an Kunden
14.890.552
13.503.583
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
12.762
12.100
Gesamt
23.030.143
20.138.284
Diesem Bilanzposten sind Fremdkapitalinstrumente des Geschäftsmodells „Hold to Collect“ zugewiesen, die das Zahlungsstromkriterium erfüllen. Weiters sind in den dargstellten Buchwerten dieser Finanzinstrumente zugehörige Risikovorsorgen inkludiert. Details dazu werden ausführlich im folgenden Kapitel (16) Risikovorsorgen dargelegt.
(16) Risikovorsorgen
Nachfolgende Tabellen stellen die Bruttobuchwerte der Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag sowie die Entwicklung der Risikovorsorgen im Geschäftsjahr 2022 dar.
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit
 
 
 
 
performing
impaired
 
 
Risikovorsorgen - On-Balance
21.143
31.635
147.041
2.816
202.634
Kredite und Darlehen an Kreditinstitute
4.912
0
670
0
5.582
Kredite und Darlehen an Kunden
14.806
31.616
146.371
2.816
195.608
Schuldverschreibungen an Kreditinstitute
743
19
0
0
762
Schuldverschreibungen an Kunden
683
0
0
0
683
Risikovorsorgen - Off-Balance
4.027
6.604
5.098
0
15.729
Rückstellungen für erteilte Kreditzusagen und Finanzgarantien
4.027
6.604
5.098
0
15.729
Risikovorsorgen - Gesamt 31.12.2022
25.171
38.238
152.139
2.816
218.363
190Notes
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit
 
 
 
 
performing
impaired
 
 
Risikovorsorgen - On-Balance
26.045
34.727
133.089
2.913
196.774
Kredite und Darlehen an Kreditinstitute
4.305
0
670
0
4.975
Kredite und Darlehen an Kunden
18.912
34.703
132.419
2.913
188.947
Schuldverschreibungen an Kreditinstitute
679
24
0
0
703
Schuldverschreibungen an Kunden
2.149
0
0
0
2.149
Risikovorsorgen - Off-Balance
5.203
9.185
5.625
0
20.013
Rückstellungen für erteilte Kreditzusagen und Finanzgarantien
5.203
9.185
5.625
0
20.013
Risikovorsorgen - Gesamt 31.12.2021
31.248
43.912
138.714
2.913
216.787
Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen für Kredite und Darlehen an Kreditinstitute - zu fortgeführten Anschaffungskosten sowie Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2022
8.127.805
0
670
0
0
8.128.475
Bruttobuchwerte 31.12.2022
6.462.623
0
670
0
0
6.463.293
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2022
4.305
0
670
0
0
4.975
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
8.159
0
0
0
0
8.159
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-7.659
0
0
0
0
-7.659
Änderungen im Kreditrisiko
136
0
0
0
0
136
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
-30
0
0
0
0
-30
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2022
4.912
0
670
0
0
5.582

Notes191
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2021
7.456.373
0
670
0
0
7.457.043
Bruttobuchwerte 31.12.2021
8.127.805
0
670
0
0
8.128.475
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2021
3.688
0
670
0
0
4.358
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
1.165
0
0
0
0
1.165
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-227
0
0
0
0
-227
Änderungen im Kreditrisiko
-307
0
0
0
0
-307
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
-15
0
0
0
0
-15
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2021
4.305
0
670
0
0
4.975
Zum 31. Dezember 2022 gab es keine Kredite und Darlehen an Kreditinstitute zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigte Bonität aufwiesen (POCI).

192Notes
Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen für Kredite und Darlehen an Kunden - zu fortgeführten Anschaffungskosten:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2022
10.723.334
2.717.083
122.637
88.716
40.760
13.692.530
Bruttobuchwerte 31.12.2022
12.014.842
2.768.902
177.643
82.195
42.578
15.086.160
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2022
18.912
34.703
74.815
57.604
2.913
188.947
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
17.199
872
2
56
0
18.129
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-1.288
-1.155
-179
-2.072
0
-4.695
Änderungen aufgrund von Wanderungen zwischen Stages
5.488
-14.752
9.654
-390
0
0
Transfer Stage 1
-7.750
7.682
46
22
0
0
Transfer Stage 2
13.131
-23.837
9.949
756
0
0
Transfer Stage 3
107
1.403
-342
-1.168
0
0
Änderungen im Kreditrisiko
-25.597
11.860
23.738
6.286
-97
16.188
Änderungen aufgrund Modifikationen ohne Abgang
0
0
-4
-6
0
-10
Rückgänge aufgrund Verbrauch von Wertberichtigungen
0
0
-7.042
-16.212
0
-23.253
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
92
88
20
101
0
301
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2022
14.806
31.616
101.003
45.367
2.816
195.608
Direktabschreibungen auf Kreditforderungen belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR -3.836 (VJ: -2.244). Eingänge aus abgeschriebenen Kreditforderungen, betragen im
Geschäftsjahr 2022 TEUR 1.401 (VJ: 1.447). Weder Direktabschreibungen noch Eingänge abgeschriebener Forderungen
beeinflussen die Veränderung der Risikovorsorgen.
Zum 31. Dezember 2022 belief sich der Buchwert von Krediten und Darlehen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität (POCI) auf TEUR 39.762 (VJ: 37.724). Der
Anstieg in 2022 resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Rückflusserwartungen bei einem wesentlichen Kunden. Im
Geschäftsjahr 2022 gab es keine Neuzugänge von Vermögenswerten, die der Kategorie POCI zuzuordnen waren.

Notes193
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2021
10.939.924
2.667.911
163.413
92.859
9.523
13.873.630
Bruttobuchwerte 31.12.2021
10.723.334
2.717.083
122.637
88.716
40.760
13.692.530
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2021
29.089
36.328
85.788
60.978
3.010
215.193
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
14.437
1.406
4
123
0
15.970
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-2.159
-4.465
-12.056
-2.709
-11
-21.399
Änderungen aufgrund von Wanderungen zwischen Stages
-4.225
1.683
2.039
503
0
0
Transfer Stage 1
-14.418
14.408
0
10
0
0
Transfer Stage 2
10.159
-13.283
2.039
1.085
0
0
Transfer Stage 3
34
558
0
-592
0
0
Änderungen im Kreditrisiko
-18.275
-295
-268
7.111
-86
-11.814
Änderungen aufgrund Modifikationen ohne Abgang
0
0
-1
-3
0
-4
Rückgänge aufgrund Verbrauch von Wertberichtigungen
0
0
-709
-8.490
0
-9.200
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
45
45
18
93
0
201
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2021
18.912
34.703
74.815
57.604
2.913
188.947

194Notes
Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen für Schuldverschreibungen an Kreditinstitute - zu fortgeführten Anschaffungskosten:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2022
1.154.163
3.092
0
0
0
1.157.255
Bruttobuchwerte 31.12.2022
1.316.619
10.806
0
0
0
1.327.424
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2022
679
24
0
0
0
703
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
240
0
0
0
0
240
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-117
0
0
0
0
-117
Änderungen aufgrund Wanderungen zwischen Stages
553
-553
0
0
0
0
Transfer Stage 1
-43
43
0
0
0
0
Transfer Stage 2
596
-596
0
0
0
0
Änderungen im Kreditrisiko
-598
548
0
0
0
-50
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
-15
0
0
0
0
-15
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2022
743
19
0
0
0
762
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2021
1.134.637
10.931
0
0
0
1.145.569
Bruttobuchwerte 31.12.2021
1.154.163
3.092
0
0
0
1.157.255
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2021
967
70
0
0
0
1.037
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
50
0
0
0
0
50
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-14
-7
0
0
0
-21
Änderungen im Kreditrisiko
-332
-38
0
0
0
-370
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
9
0
0
0
0
9
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2021
679
24
0
0
0
703
Notes195
Zum 31. Dezember 2022 gab es keine Schuldverschreibungen an Kreditinstitute zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigte Bonität aufwiesen (POCI).
Bruttobuchwerte und Wertberichtigungen für Schuldverschreibungen an Kunden - zu fortgeführten Anschaffungskosten:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2022
2.481.665
0
0
0
0
2.481.665
Bruttobuchwerte 31.12.2022
2.792.167
0
0
0
0
2.792.167
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2022
2.149
0
0
0
0
2.149
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
177
0
0
0
0
177
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-257
0
0
0
0
-257
Änderungen im Kreditrisiko
-1.401
0
0
0
0
-1.401
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
15
0
0
0
0
15
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2022
683
0
0
0
0
683
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
POCI
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Bruttobuchwerte
 
 
 
 
 
 
Bruttobuchwerte 01.01.2021
2.450.514
0
0
0
0
2.450.514
Bruttobuchwerte 31.12.2021
2.481.665
0
0
0
0
2.481.665
Risikovorsorgen
 
 
 
 
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2021
1.840
0
0
0
0
1.840
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
302
0
0
0
0
302
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-62
0
0
0
0
-62
Änderungen im Kreditrisiko
77
0
0
0
0
77
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
-9
0
0
0
0
-9
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2021
2.149
0
0
0
0
2.149
Zum 31. Dezember 2022 gab es keine Schuldverschreibungen an Kunden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, die bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigte Bonität aufwiesen (POCI).
196Notes
Rückstellung für erteilte Kreditzusagen und Finanzgarantien:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
 
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2022
5.203
9.185
3.263
2.361
 
20.013
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
3.572
7
1.249
9
 
4.837
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-1.398
-844
-1.740
-1.007
 
-4.989
Änderungen aufgrund von Wanderungen zwischen Stages
816
-1.232
558
-142
 
0
Transfer Stage 1
-1.903
1.903
0
0
 
0
Transfer Stage 2
2.715
-3.449
716
18
 
0
Transfer Stage 3
4
315
-159
-160
 
0
Änderungen im Kreditrisiko
-4.161
-512
-39
586
 
-4.126
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
-5
0
0
0
 
-5
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2022
4.027
6.604
3.291
1.807
 
15.729
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Stage 1
Stage 2
Stage 3
 
Summe
 
Performing
Under
Credit impaired
 
 
 
 
performing
signifikant
nicht signifikant
 
 
Eröffnungsbilanz Risikovorsorgen 01.01.2021
5.689
11.993
5.079
1.945
 
24.705
Zuführungen aufgrund von Neuzugang
3.626
3
69
24
 
3.722
Rückgänge aufgrund von Abgängen
-1.123
-2.579
-616
-258
 
-4.576
Änderungen aufgrund von Wanderungen zwischen Stages
370
-243
3
-130
 
0
Transfer Stage 1
-2.086
2.084
0
2
 
0
Transfer Stage 2
2.451
-2.477
3
24
 
0
Transfer Stage 3
6
150
0
-156
 
0
Änderungen im Kreditrisiko
-3.365
7
-1.273
764
 
-3.867
Währungseffekte und sonstige Berichtigungen
6
4
2
16
 
28
Schlussbilanz Risikovorsorgen 31.12.2021
5.203
9.185
3.263
2.361
 
20.013

Notes197
Ermittlung von Wertminderungen
Die RLB NÖ-Wien erfasst Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte aus Fremdkapitalinstrumenten mit Ausnahme von erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierten Vermögenswerten. Zusätzlich werden Wertminderungen für außerbilanzielle Kreditrisiken aus Kreditzusagen und Finanzgarantien / nicht genutzte Rahmen erfasst. Diese Wertminderung basiert auf erwarteten Kreditverlusten (Expected Credit Losses, ECL), die folgendes widerspiegelt:
  • Einen unverzerrten und wahrscheinlichkeitsgewichteten Betrag, der durch verschiedene Szenarien bestimmt wird,
  • den Zeitwert des Geldes und
  • plausible und nachvollziehbare Informationen über vergangene Ereignisse und aktuelle Bedingungen sowie Prognosen zur zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung, die zum Zeitpunkt der Bewertung zur Verfügung stehen.
Eine Risikovorsorge wird für Finanzinstrumente gebildet, die nach IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC) oder erfolgsneutral zum Fair Value (FVOCI) bewertet werden. Darunter fallen aus dem On-Balance-Teil der Bilanz Kredite und Wertpapiere sowie aus dem Off-Balance-Teil der Bilanz Eventualverbindlichkeiten und offene Kreditzusagen.
Nach den IFRS 9-Vorgaben erfolgt die Ermittlung von Wertminderungen für Finanzinstrumente nach dem Stage Konzept (Stage 1-3). Für die Berechnung des 12-Monats-ECL für Stage 1 bzw. des Lifetime-ECL für Stage 2 werden Modelle verwendet. Diese Modelle berücksichtigen sowohl historische als auch zukunftsgerichtete Informationen. Die Berechnung erfolgt mit der Formel: PD (Ausfallswahrscheinlichkeit bzw. Probability of Default) x LGD (Ausfallsverlustquote bzw. Loss given Default) x EAD (Ausfallskredithöhe bzw. Exposure at Default). Die so berechneten erwarteten Kreditverluste werden mittels Effektivzinssatz auf den Berichtszeitpunkt diskontiert.
Risikoparameter unter IFRS 9
Segmentierung
Die kreditrisikorelevanten Vermögenswerte der RLB NÖ-Wien werden in adäquate Portfolios eingeteilt. Während für die „high-default“-Portfolios (Unternehmen, Privatkunden) die Parameter auf Portfolioebene berechnet werden, wird für die „low-default“-Portfolios (Banken, Staaten) ein granularerer Ansatz gewählt. Während für die „high-default“-Portfolios (Unternehmen, Privatkunden) ausreichend beobachtbare Ausfälle vorliegen um die Parameter auf Portfolioebene zu berechnen, erfolgt für die „low-default“-Portfolios (Banken, Staaten) mangels beobachtbarer Daten eine Ermittlung der Parameter auf Einzelkundenebene. Dabei werden unter Berücksichtigung von externen Daten im Portfolio für Banken eigene Ausfallswahrscheinlichkeiten für jeden einzelnen Kunden geschätzt, während im Portfolio „Staaten“ auf Einzelstaatenebene unterschiedliche Ausfallswahrscheinlichkeiten ermittelt werden. Aus der prognostizierten Ausfallswahrscheinlichkeit für Staaten werden für sämtliche Ratingstufen PDs abgeleitet, sodass auch Produkten unterschiedlicher Bonität eines einzelnen Staates sinnvolle PD-Kurven zugewiesen werden können.
Der LGD der Portfolios wird mit Hilfe eines Komponentenmodells geschätzt; unterschieden wird zwischen dem Wert der zugrundeliegenden Sicherheit sowie einem LGD für den Blanko-Anteil. Das CCF-(Credit Conversion Factor)-Modell unterscheidet nicht nur zwischen den Kundengruppen, sondern
berücksichtigt auch die Produktart.
Modellierung
Im Falle der „high-default“-Portfolios wird für die Berechnung der benötigten Mehrjahres-PDs der Ansatz des zeithomogenen Markov-Prozesses gewählt. Basierend auf der Rating-
information der regulatorischen Ratingmodelle werden Migrationsmatrizen berechnet, welche in Folge zur Bestimmung der mehrjährigen Through the Cycle (TTC) Ausfallswahrscheinlichkeiten dienen. Aus diesen TTC-PD-Kurven werden unter Zuhilfenahme makroökonomischer, zukunftsgerichteter Information die benötigte Point in Time zukunftsgerichtete Ausfallswahrscheinlichkeit bestimmt.
198Notes
Für die „low-default“-Portfolios werden Ansätze auf Basis
externer Migrationsmatrizen mit einer anschließenden Point in time (PiT)-Anpassung (Portfolio Staaten) bzw. auf Basis einer direkten PiT-Anpassung (Portfolio Banken) der Rating-relevanten Parameter gewählt.
Sämtliche Point in Time-Adjustierungen von Risikoparametern (PD, LGD, CCF) werden für das jeweilige Portfolio bestmöglich ausgewählt. Hierfür wurde in der Entwicklung eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle getestet und aus den aussagekräftigsten Vorschlägen dann jeweils das finale Modell ausgewählt. Die Modelle werden kontinuierlich beobachtet und jährlich validiert. Die Erkenntnisse aus den Validierungen werden in einen Aktionsplan übersetzt, welcher vom Management genehmigt und entsprechend abgearbeitet wird. Hierdurch können sich Anpassungen der Modelle im Rahmen der bestehenden Modellierungslogik ergeben.
Das Exposure at Default entspricht dem erwarteten Betrag der zum Zeitpunkt des Ausfalls über die nächsten 12 Monate (Stage 1) oder über die verbleibende Restlaufzeit (Stage 2) als ausstehend erwartet wird.
Zur Berechnung dieses Betrages wird das Zahlungsprofil aus den vertraglich vereinbarten Rückzahlungen herangezogen. Gegebenenfalls werden auch vorzeitige, vertraglich nicht
vereinbarte Rückzahlungen mittels eines Prepayment-Modells berücksichtigt. Für offene Kreditzusagen wird das Exposure at Default mittels Kreditkonversionsfaktor (CCF) berechnet, um die erwartete Inanspruchnahme zum Zeitpunkt des Ausfalls zu erhalten.
Szenarien und makroökonomische, zukunftsgerichtete Information
Sämtliche Risikoparameter werden für drei verschiedene Szenarien berechnet (siehe dazu auch Note (32) Risikobericht):
  • „baseline“ Szenario – die erwartete wirtschaftliche Entwicklung
  • „optimistic“ – etwas besser als die erwartete wirtschaftliche Entwicklung
  • „pessimistic“ – etwas negativer als die erwartete wirtschaftliche Entwicklung
Der ECL wird für sämtliche Szenarien separat berechnet. Der finale ECL wird schließlich als wahrscheinlichkeitsgewichtetes Mittel der einzelnen Szenario-ECLs bestimmt. Sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Szenarien sowie die makroökonomischen Prognosen werden von Moody’s Analytics bereitgestellt.
COVID-19-Pandemie
Die Covid-19-Pandemie, führte seit März 2020 weltweit zu
tiefen wirtschaftlichen Verwerfungen (geschlossene Grenzen,
unterbrochene Lieferketten, nationale „Lockdowns“ = ein-
geschränkter/unterbundener Geschäftsbetrieb in vielen Branchen).
Staatliche Unterstützungsmaßnahmen, im Frühjahr 2020 erstmalig aufgelegt, minderten in Österreich die Auswirkungen dieser Verwerfung. Nachholeffekte aus den wirtschaftlichen Verwerfungen und eine erhöhte Anzahl an Insolvenzen nach Ende der Krise werden aber nach wie vor erwartet. Studien zeigen, dass die Unternehmensinsolvenzen seit dem 3. Quartal 2021 steigen.
Seit Frühling 2022 kommt es auf Grund der Omikron Variante zu einer deutlichen Entschärfung des Verlaufs der COVID-19-Pandemie, mit deutlich weniger schweren Verläufen und sinkenden Neuinfektionen. Die meisten Einschränkungen und Maßnahmen wurden aufgehoben bzw. ausgesetzt, aber auch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wurden größtenteils zurückgenommen.
Da die Vielzahl der staatlichen Maßnahmen die negativen
Effekte der Krise verschleppt, wurde der aktuelle makroökonomische Ausblick um die voraussichtlichen Nachholeffekte (COVID-19 induzierte Konkurse, Zahlungsschwierigkeiten, etc.) adaptiert (zu Details siehe Note (32)). Auf diese Weise war es möglich, die Kreditrisikoerwartungen, welche eine Verzögerung der Insolvenzen aufgrund der staatlichen Hilfsmaßnahmen sehen, abzubilden

Notes199
Russland-Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation
Seit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges und der damit verbundenen indirekten Risiken auf Grund der aktuellen Volatilitäten auf den Energiemärkten sowie der deutlich gestiegenen Inflation werden betroffene Kunden regelmäßig überwacht und durch Risikomanagement und Markteinheiten laufend neu bewertet. Bei besonders betroffenen Kunden (direktes Engagement in Russland/Ukraine, Energiepreisrisiko) wird das zusätzliche Risiko über individuelle Bonitätsanpassungen berücksichtigt. Die Auswirkung dieser Bonitätsanpassungen auf die erwarteten Kreditverluste beträgt TEUR 17.812.
Aufgrund der weiterhin andauernden unsicheren wirtschaftlichen Lage ist die Vorsorge für Stage 1 und 2 Kredite in Höhe von EUR 63,4 Mio. (VJ: 75,2 Mio.) weiterhin auf einem hohen Niveau.
Da die adaptierten Szenarien sowie die individuellen Bonitätsanpassungen die COVID-19-Auswirkungen und die aktuelle Situation des Russland-Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Energiekrise und Inflation adäquat reflektieren, bestand keine Notwendigkeit, weitere Adjustments vorzunehmen. Da sich die in der Vergangenheit verwendete Gewichtung der
Szenarien optimistic-baseline-pessimistic von 30%/40%/30% in Analysen als geeignet erwiesen hat, wurde diese im Vergleich zum 31. Dezember 2021 nicht verändert.
Signifikante Erhöhung des Kreditrisikos („Staging“)
Der IFRS 9-Standard sieht für die Ermittlung der Risikovorsorge einen dreistufigen Ansatz vor:
Stage 1: Geschäfte, für die seit Vergabe keine signifikante
Erhöhung des Kreditrisikos festgestellt werden kann. Die
Risikovorsorge wird auf Basis des Ein-Jahres-ECLs bestimmt.
Stage 2: Geschäfte, für die seit Vergabe ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos eingetreten ist. Der ECL wird auf Basis der Restlaufzeit (Lifetime-ECL) bestimmt.
Stage 3: Ausgefallene bzw. wertberichtigte Geschäfte. Die Ermittlung erfolgt bei signifikanten Kunden als Differenz zwischen Buchwert und Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme. Die Risikovorsorge richtet sich nach der Restlaufzeit des Geschäftes. Details zur Erkennung von Ausfällen bzw. dem Ausfallsbegriff sind der Note (32) zu entnehmen.
Ermittlung einer „Signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos“
Die Bestimmung der „signifikanten Erhöhung des Kreditrisikos“ basiert auf mehreren Kriterien; im Wesentlichen wird zwischen qualitativen und quantitativen Indikatoren unterschieden.
Qualitative Kriterien
  • 30 Tage überfällig: Bei Kunden, die mehr als 30 Tage lang eine wesentliche Überziehung aufweisen, wird von einer wesentlichen Erhöhung des Kreditrisikos ausgegangen.
  • Forbearance: Bei Kunden, bei denen ein „Forbearance“-Kennzeichen gesetzt wird (Stundung, etc.) wird von einer wesentlichen Erhöhung des Kreditrisikos ausgegangen.
  • Watch List: Der Kunde ist im Frühwarnprozess aufgeschienen. Dies gilt als Indikator für eine wesentliche Erhöhung des Kreditrisikos.
Quantitative Kriterien
  • Die aktuelle, PiT-adjustierte, annualisierte PD hat sich im Vergleich zur PiT-adjustierten, annualisierten PD zum Vergabezeitpunkt verdoppelt.
  • Die aktuelle, PiT-adjustierte, annualisierte PD hat sich im Vergleich zur PiT-adjustierten, annualisierten PD zum Vergabezeitpunkt um mehr als 0,5 Prozentpunkte erhöht.
Das Staging-Modell der RLB NÖ-Wien sieht vor, dass ein
Geschäft einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos aufweist, wenn entweder ein (oder mehrere) der qualitativen Kriterien erfüllt sind, oder beide quantitative Kriterien anschlagen. Es ist zu beachten, dass die „Low Credit Risk“-Exemption in Form des absoluten Schwellwertes von 0,5 Prozentpunkten umgesetzt wurde: Ein Geschäft, welches zwar eine Verdopplung der PD aufweist, jedoch dieser Anstieg in absoluten Ausfallswahrscheinlichkeiten weniger als 0,5 Prozentpunkte beträgt, gilt nicht als „signifikant im Kreditrisiko erhöht“.
200Notes
Sensitivitätsanalyse Risikovorsorge
Die Risikovorsorge für finanzielle Vermögenswerte in Stage 1 und 2 wird mittels Expected Credit Loss (ECL)-Methodik für 3 Szenarien (optimistic-baseline-pessimistic) berechnet und
unverändert im Verhältnis 30%-40%-30% gewichtet. Um die Sensitivität der Höhe der Risikovorsorge zu veranschaulichen, ist in folgender Tabelle der Effekt bei einer 100%-Gewichtung jedes der drei Szenarien dargestellt.
in EUR Mio.
31.12.2022
100% optimistic
100% baseline
100% pessimistic
Risikovorsorge Stage 1&2
63,4
50,0
61,0
80,6
Die Vergleichszahlen des Vorjahres stellen sich wie in unten angeführter Tabelle ersichtlich dar.
.
in EUR Mio.
31.12.2021
100% optimistic
100% baseline
100% pessimistic
Risikovorsorge Stage 1&2
75,2
53,0
71,3
102,9
Die Risikovorsorge wird abhängig von der Stage des finanziellen Vermögenswertes über den Ein-Jahres-ECL (Stage 1) oder den ECL der Restlaufzeit (Stage 2) berechnet. Zum Zwecke der Sensitivitätsanalyse wird in der folgenden Tabelle der Effekt auf die Höhe der Risikovorsorge veranschaulicht, der bei einem Transfer von (sämtlichen nicht ausgefallenen Finanzinstrumenten der Stage 1 und 2) in Stage 1 bzw. 100% in Stage 2 resultiert. Der Eintritt eines dieser beiden Szenarien ist jedoch
äußerst unwahrscheinlich.
in EUR Mio.
31.12.2022
100% in Stage 1
100% in Stage 2
Risikovorsorge Stage 1&2
63,4
52,1
119,4
Die Vergleichszahlen des Vorjahres stellen sich wie in unten angeführter Tabelle ersichtlich dar.
in EUR Mio.
31.12.2021
100% in Stage 1
100% in Stage 2
Risikovorsorge Stage 1&2
75,2
67,6
119,7
Notes201
Schätzungsänderungen im Zuge der Ermittlung von Risikovorsorgen
Als Basis für die Parameterschätzungen im Rahmen der ECL-Ermittlung für den Konzernabschluss dienen die regulatorischen Parametermodelle, welche sich an den aufsichts-rechtlichen Anforderungen orientieren. Wie in vorangegangenem Abschnitt beschrieben, wurden in der Berichtsperiode
modellseitig keinerlei Anpassungen vorgenommen.
(17) Derivate - Hedge Accounting
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Fair Value Hedges
679.100
315.002
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente aus Mikro-Fair Value Hedges
194.820
263.239
Positive Fair Values derivativer Finanzinstrumente aus Portfolio-Fair Value Hedges
484.281
51.763
Gesamt
679.100
315.002
Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IFRS 9 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente ausgewiesen. Die RLB NÖ-Wien nimmt aktuell keine Absicherung von Zahlungsströmen in Form von Cash Flow Hedges vor. Details zu den bilanzierten Mikro- bzw. Portfolio-Fair Value Hedges, zu Grundgeschäften, Sicherungsinstrumenten und abgesicherten Risiken finden sich in
Note (33) Hedge Accounting.
(18) Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
-526.983
-51.651
Gesamt
-526.983
-51.651
Die RLB NÖ-Wien wendet Hedge Accounting zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Portfolios gegen Zinsänderungsrisiken gemäß IAS 39.AG114-AG132 an. In diesem
Bilanzposten sind – unabhängig von deren Vorzeichen - die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführenden Fair Value-Änderungen der Vermögenswerte in Portfolio-Hedges ausgewiesen (IAS 39.AG123). Nähere Details dazu finden sich in Note (33) Hedge Accounting.

202Notes
(19) Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
1.867.191
2.028.649
Gesamt
1.867.191
2.028.649
Details zu den in der Konzernbilanz at Equity-berücksichtigten Unternehmen inklusive ausführlicher Finanzinformationen
finden sich in Note (58) sowie im Detail zur Gewinn- und Verlustrechnung unter Note (4) Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen.
(20) Sachanlagen
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Sachanlagen
43.339
22.110
Eigengenutzte Grundstücke und Gebäude
7.185
6.617
Betriebs- und Geschäftsausstattung / Sonstige Sachanlagen
36.037
15.355
IT-Anlagen (Hardware)
118
138
Nutzungsrechte
91.236
94.965
Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude
90.710
94.495
Nutzungsrechte für PKWs und sonstige Sachanlagen
526
469
Gesamt
134.575
117.075
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
1.370
1.529
Gesamt
1.370
1.529

Notes203
Die Entwicklung der Bruttobuchwerte von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, deren kumulierte
Abschreibungen und Überleitung zu Nettobuchwerten stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
2022
2021
Anschaffungskosten Stand 01.01.
62.532
54.014
Änderungen des Konsolidierungskreises
-597
0
Zugänge
24.895
9.064
Abgänge
-3.071
-546
Umbuchungen
-2.599
0
Anschaffungskosten Stand 31.12.
81.160
62.532
Abschreibungen Stand 01.01.
-38.893
-35.811
Änderungen des Konsolidierungskreises
516
0
Zugänge laufende Abschreibungen
-3.447
-3.308
Abgänge
2.774
226
Umbuchungen
2.599
0
Abschreibungen Stand 31.12.
-36.451
-38.893
Buchwerte Stand 01.01.
23.639
18.203
Buchwerte Stand 31.12.
44.709
23.639
Bei den in obiger Aufstellung inkludierten, als Finanz-
investition gehaltenen Immobilien erfolgte im Geschäftsjahr ein Buchwertabgang in Höhe von TEUR 139 (VJ: 299). Die laufende Abschreibung betrug TEUR 20 (VJ: 22).
Die Entwicklung der aktivierten Nutzungsrechte für Vermögenswerte, die im Rahmen der Bilanzierung von Leasingverhältnissen unter Sachanlagen dargestellt werden, stellt sich wie folgt dar.
in TEUR
Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude
Nutzungsrechte für PKWs und Sonstige
Stand 01.01.2022
94.495
469
Zugänge
1.604
316
Abschreibungen
-8.265
-280
Modifikationen
4.244
86
Konsolidierungskreisveränderungen
-1.369
-65
Bilanzwert 31.12.2022
90.710
526

204Notes
Die Vergleichsdaten des Vorjahres stellen sich wie in unten angeführter Tabelle ersichtlich dar.
in TEUR
Nutzungsrechte für Grundstücke und Gebäude
Nutzungsrechte für PKWs und Sonstige
Stand 01.01.2021
87.341
567
Zugänge
10.988
176
Abschreibungen
-8.089
-293
Modifikationen
4.255
19
Bilanzwert 31.12.2021
94.495
469
(21) Immaterielle Vermögenswerte
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen
6.910
20.155
Gesamt
6.910
20.155
Die Entwicklung der Bruttobuchwerte immaterieller Vermögenswerte, deren kumulierte Abschreibungen und Überleitung zu
Nettobuchwerten stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
2022
2021
Anschaffungskosten Stand 01.01.
79.953
73.305
Änderungen des Konsolidierungskreises
-214
0
Zugänge
6.021
7.572
Abgänge
-166
-924
Umbuchungen
-160
0
Anschaffungskosten Stand 31.12.
85.434
79.953
Abschreibungen Stand 01.01.
-59.798
-56.903
Änderungen des Konsolidierungskreises
182
0
Zugänge laufende Abschreibungen
-3.760
-3.022
Zugänge Wertminderungen
-15.408
0
Zuschreibungen
7
4
Abgänge
94
124
Umbuchungen
160
0
Abschreibungen Stand 31.12.
-78.524
-59.798
Buchwerte Stand 01.01.
20.155
16.402
Buchwerte Stand 31.12.
6.910
20.155

Notes205
(22) Steueransprüche
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Steuerforderungen
5.553
2.427
Latente Steuerforderungen
4.819
16.783
Gesamt
10.372
19.210
Der Posten Steuerforderungen inkludiert zum Stichtag
31. Dezember 2022 ausschließlich Steuerforderungen aus der Steuerumlage basierend auf der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Details dazu finden sich im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden sowie unter Note (37) Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen.

206Notes
Der Saldo latenter Steuern resultiert aus folgenden Bilanzposten und zeigt im Geschäftsjahr 2022 unten dargestellte Entwicklung.
in TEUR
31.12.2021
Erfasst im Gewinn oder Verlust
Erfasst im
sonstigen Ergebnis
31.12.2022
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
0
31.073
0
31.073
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
34.906
45.664
0
80.570
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
39.183
-39.183
0
0
Derivate - Hegde Accounting (Passiva)
40.492
37.263
0
77.755
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken (Aktiva)
6.456
66.606
0
73.062
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen*
201
645
-161
685
Rückstellungen
6.851
-646
-389
5.816
Steuerlich zu verteilende Teilwertabschreibungen bei Beteiligungen
284
-16
-20
248
Sonstige
797
-139
0
658
Latente Steueransprüche
129.170
141.267
-570
269.867
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
35.782
53.152
0
88.934
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
2.377
-1.463
0
914
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
30.219
-30.219
0
0
Derivate - Hedge Accounting (Aktiva)
32.366
43.560
0
75.926
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken (Passiva)
0
27.428
0
27.428
Sachanlagen
11.643
218
0
11.861
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
0
59.985
0
59.985
Latente Steuerverbindlichkeiten
112.387
152.661
0
265.048
Saldo latenter Steuern
16.783
-11.394
-570
4.819
* Dieser Posten inkludiert latente Steuern aus der at Equity-bilanzierten Personengesellschaft Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG.

Notes207
Die Vergleichsdaten aus dem Vorjahr stellen sich wie in unten angeführter Tabelle ersichtlich dar.
in TEUR
31.12.2020
Erfasst im Gewinn oder Verlust
Erfasst im sonstigen Ergebnis
31.12.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
55.665
-20.759
0
34.906
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
57.736
-18.553
0
39.183
Derivate - Hegde Accounting (Passiva)
60.011
-19.519
0
40.492
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken (Aktiva)
0
6.456
0
6.456
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen*
429
-110
-118
201
Rückstellungen
8.756
-1.249
-656
6.851
Steuerlich zu verteilende Teilwertabschreibungen bei Beteiligungen
399
-115
0
284
Sonstige
913
-116
0
797
Latente Steueransprüche
183.909
-53.965
-774
129.170
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
56.399
-20.617
0
35.782
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
2.795
-418
0
2.377
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
46.855
-16.636
0
30.219
Derivate - Hedge Accounting (Aktiva)
44.917
-12.551
0
32.366
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken (Passiva)
1.214
-1.214
0
0
Sachanlagen
11.529
114
0
11.643
Latente Steuerverbindlichkeiten
163.709
-51.322
0
112.387
Saldo latenter Steuern
20.200
-2.643
-774
16.783
* Dieser Posten inkludiert latente Steuern aus der at Equity-bilanzierten Personengesellschaft Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG.
Im Konzernabschluss wurden Ansprüche in Höhe von TEUR 2.543 (VJ: 3.600) aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und abzugsfähigen temporären Differenzen nicht aktiviert, weil aus heutiger Sicht auf Basis steuerlicher Planrechnungen die Verwendung in angemessener Zeit nicht realisierbar erscheint. Die temporären Differenzen, für die nach IAS 12.39 keine passiven Steuerlatenzen bilanziert worden sind, betragen EUR 630 Mio. (VJ: 785 Mio.). Auf Basis der Einschätzung der Umkehr der temporären Differenzen wird mit einer Realisierung von TEUR -1.243 (VJ: 2.980) der zum
31. Dezember 2022 aktiven latenten Steuern innerhalb der nächsten zwölf Monate gerechnet. Der verbleibende Betrag in Höhe von TEUR 6.062 (VJ: 13.803) weist eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf.

208Notes
(23) Sonstige Aktiva
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Treuhandforderungen IPS
44.646
42.643
Kautionen
28.977
28.977
Geleistete Vorauszahlungen und abgegrenzte Erträge
386
102
Halb- und Fertigerzeugnisse/Unfertige Erzeugnisse/Vorräte
4.304
592
Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben
4.440
2.097
Sonstige Aktiva - andere
81.906
49.144
Gesamt
164.659
123.555
In den sonstigen Aktiva sind im Wesentlichen Treuhandforderungen im Zusammenhang mit dem Institutional Protection Scheme (IPS, siehe auch Note (51) Sonstige Vereinbarungen), Kautionen sowie Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben ausgewiesen.
Der Posten „Sonstige Aktiva - andere“ inkludiert offene
Verrechnungen aus dem Zahlungsverkehr i.H.v. TEUR 57.526
(VJ: 26.986), welche zu einem Zeitpunkt nach dem Abschlussstichtag ausgeglichen werden. Zudem beinhaltet dieser Posten Abgrenzungen und Forderungen aus Depotgebühren.
(24) Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Derivate
342.783
321.626
Gesamt
342.783
321.626
Diesem Bilanzposten sind ausschließlich Derivate, die nicht als Sicherungsinstrumente in Hedge-Beziehungen dienen, zugeordnet.

Notes209
(25) Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Einlagen von Kreditinstituten
9.387.312
10.449.047
Täglich fällig
4.215.289
4.415.288
Termineinlagen
5.172.022
6.033.760
Einlagen von Kunden
8.896.230
9.087.847
Sichteinlagen
6.619.017
7.045.710
Termineinlagen
1.102.060
732.543
Spareinlagen
1.175.152
1.309.593
Verbriefte Verbindlichkeiten
7.083.708
5.986.274
Begebene Schuldverschreibungen
6.615.547
5.495.875
Ergänzungskapital
468.161
490.399
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
101.048
100.594
Leasingverbindlichkeiten
93.382
97.970
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
7.666
2.624
Gesamt
25.468.297
25.623.761
Im Posten Einlagen von Kreditinstituten sind Verbindlichkeiten aus dem TLTRO III-Programm der EZB mit einem Nominale von TEUR 2.310.000 (VJ: 3.340.000) enthalten. Unter Berücksichtigung der Zinsabgrenzungen beträgt der Buchwert dieser Geschäfte TEUR 2.292.964 (VJ: 3.308.280). Im Geschäftsjahr 2022 wurden TEUR 1.030.000 zurückgezahlt. Davon entfielen TEUR 1.000.000 auf vorzeitige Tilgungen. Per 31. Dezember 2022 geht die RLB NÖ-Wien von keinen weiteren vorzeitigen Rückzahlungen aus.
Leasingverhältnisse, die der RLB NÖ-Wien-Konzern eingegangen ist, die aber noch nicht begonnen haben, bestanden zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wie im Vorjahr nicht. Eine Beschreibung des in diesem Bilanzposten ausgewiesenen
Ergänzungskapitals sowie sämtlicher oben dargestellter Finanz-instrumente findet sich in den Bilanzierungs- und Bewertungs-methoden im Kapitel „Finanzielle Verbindlichkeiten“.

210Notes
Folgende Tabelle stellt eine Überleitung des Ergänzungskapitals sowie der Leasingverbindlichkeiten von 31. Dezember 2021 auf
31. Dezember 2022 getrennt nach zahlungswirksamen und zahlungsunwirksamen Veränderungen dar (siehe Konzernkapitalflussrechnung).
in TEUR
Stand 01.01.2022
Zahlungs-wirksame Veränder-ungen
Nicht zahlungs-wirksame Veränder-ungen
Stand 31.12.2022
Ergänzungskapital
490.399
-1.813
-20.425
468.161
Leasingverbindlichkeiten
97.970
-10.545
5.958
93.382
Gesamt
588.368
-12.358
-14.467
561.543
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie in unten angeführter Tabelle ersichtlich dar.
in TEUR
Stand 01.01.2021
Zahlungs-wirksame Veränder-ungen
Nicht zahlungs-wirksame Veränder-ungen
Stand 31.12.2021
Ergänzungskapital
566.401
-68.263
-7.739
490.399
Leasingverbindlichkeiten
91.518
-9.461
15.912
97.970
Gesamt
657.919
-77.724
8.173
588.368

Notes211
(26) Derivate – Hedge Accounting
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Fair Value Hedges
821.183
340.817
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente aus Mikro-Fair Value Hedges
512.085
340.817
Negative Fair Values derivativer Finanzinstrumente aus Portfolio-Fair Value Hedges
309.099
0
Gesamt
821.183
340.817
Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IFRS 9 bzw. IAS 39 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente als Sicherungsinstrumente ausgewiesen. Die RLB NÖ-Wien nimmt aktuell keine Absicherung von Zahlungsströmen in Form von Cash Flow Hedges vor. Details zu den bilanzierten Mikro- bzw. Portfolio-Fair Value Hedges, zu Grundgeschäften, Sicherungsinstrumenten und abgesicherten Risiken finden sich in Note (33) Hedge Accounting.
(27) Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
-201.925
0
Gesamt
-201.925
0
Die RLB NÖ-Wien wendet Hedge Accounting zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts eines Portfolios gegen Zinsänderungsrisiken gemäß IAS 39.AG114-AG132 an. Im Geschäftsjahr 2022 wurden erstmals auch Passiv-Geschäfte als Grundgeschäfte designiert. In diesem Bilanzposten sind – unabhängig von deren Vorzeichen - die auf das abgesicherte Risiko zurückzuführenden Fair Value-Änderungen der Verbindlichkeiten in Portfolio-Hedges ausgewiesen (IAS 39.AG123). Nähere
Details dazu finden sich in Note (33) Hedge Accounting.

212Notes
(28) Rückstellungen
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Pensionen
24.996
30.210
Abfertigungen
21.139
21.954
Jubiläumsgeld
5.036
5.641
Schwebende Rechtsverfahren
23.902
24.164
Kreditzusagen und Finanzgarantien
15.730
20.013
Sonstige Rückstellungen
10.823
8.230
Gesamt
101.626
110.212
Die Entwicklung der Rückstellungen für Kreditzusagen und
Finanzgarantien ist im Detail in Note (16) Risikovorsorgen dargestellt.

Notes213
Personalrückstellungen
Im Folgenden werden die einzelnen Parameter für die Berechnung der Personalrückstellungen gesamthaft dargestellt:
in TEUR
2022
2021
Zinssatz
 
 
Anwartschaftsphase
3,70%
0,73%
Anwartschaftsphase für Begünstigte mit STATUT bzw. KV6-Zusagen
3,70%
0,73%
Leistungsphase
3,70%
0,73%
Leistungsphase für Begünstigte mit STATUT bzw. KV6-Zusagen
4,00%
4,00%
Abfertigungen
3,64%
0,37%
Gehaltssteigerungen*
2,5% - 9,5%
1,5% - 4,0%
Pensionssteigerungen**
0,5% - 8,0%
0,5% - 2,0%
Pensionssteigerungen für Begünstigte mit STATUT bzw. KV6-Zusagen
0,0%
0,0%
Biometrische Grundlage
"AVÖ 2018-P-Rechnungs-grundlagen für die Pensionsversicherung in der Ausprägung für Angestellte"
* 9,5%/7,5%/5,5%/4,0% p.a. für kollektivvertraglich entlohnte Mitarbeiter, 8,0%/6,0%/4,0%/2,5% p.a. für Mitarbeiter außerhalb des Kollektivvertragsschemas und ausbiennierte Mitarbeiter, jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr, 0,5% für Begünstigte mit Rückdeckungsversicherungen
** 0,5% für Begünstigte mit Rückdeckungsversicherungen, 8,0%/6,0%/4,0%/2,5% p.a. jeweils im 1./2./3./ab dem 4. Jahr für restliche Begünstigte
Die Berechnung erfolgt unter Beachtung des gesetzlich frühestmöglichen Pensionsalters für Männer und Frauen.

214Notes
Die Abfertigungsverpflichtungen und Pensionsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:
in TEUR
2022
2021
2022
2021
2022
2021
 
Bruttoverpflichtung Abfertigung
Bruttoverpflichtung Pension
Planvermögen Pension
Wert zum 01.01.
21.954
22.096
58.207
63.550
27.997
26.946
Dienstzeitaufwand
2.593
897
773
815
0
0
Zinsaufwand
67
0
488
236
0
0
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen
0
0
0
0
191
75
Zahlungen
-1.856
-751
-2.558
-2.546
0
0
Beiträge zum Planvermögen
0
0
0
0
510
787
Rentenzahlungen aus dem Planvermögen
0
0
0
0
-872
-868
Nettoübertragungsbetrag
0
0
-1.561
-937
-1.606
-970
Versicherungsmathematischer Gewinn / Verlust des Geschäftsjahres
-1.288
-261
-5.651
-2.911
-1.564
2.072
davon erfahrungsbedingte Anpassungen
386
222
1.372
-216
-1.564
2.072
davon Änderungen der demographischen Annahmen
6
0
0
0
0
0
davon Änderungen der finanziellen Annahmen
-1.680
-483
-7.023
-2.695
0
0
übrige Veränderungen und Anpassungen
0
-27
0
0
0
-45
Änderungen des Konsolidierungskreises
-331
0
-46
0
0
0
Wert zum 31.12.
21.139
21.954
49.652
58.207
24.656
27.997
Marktwert Planvermögen
0
0
-24.656
-27.997
0
0
Nettoverpflichtung zum 31.12.
21.139
21.954
24.996
30.210
0
0
Aufgliederung der Pensionsverpflichtungen nach Begünstigten:
in TEUR
2022
2021
Barwert der Pensionsverpflichtungen (DBO) zum 31.12.
49.652
58.207
davon Verpflichtungen an aktive begünstigte Arbeitnehmer
16.286
19.441
davon Verpflichtungen an Pensionisten
33.366
38.766

Notes215
Die Struktur des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
36,37%
33,85%
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
40,00%
32,75%
Investmentfonds
2,73%
2,51%
Immobilien
4,97%
3,98%
Sonstige
15,93%
26,91%
Gesamt
100,00%
100,00%
Von den Instrumenten im Planvermögen waren 81,1% auf
einem aktiven Markt notiert.
Das Planvermögen für das Geschäftsjahr 2022 enthält keine
eigenen Finanzinstrumente.
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen wird die Auswirkung auf den Barwert der Verpflichtungen (Defined Benefit Obligation – DBO) bei Veränderung der wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen dargestellt. Dabei wird jeweils ein
wesentlicher Bewertungsparameter variiert, während die
übrigen Einflussgrößen unverändert bleiben. Eine Korrelation zwischen den Parametern bleibt unberücksichtigt.
 
 
2022
2021
 
Veränderung Parameter um
Erhöhung
Verminderung
Erhöhung
Verminderung
Pensionsrückstellungen
 
 
 
 
 
Rechnungszinssatz
0,75%
-5,82%
6,53%
-7,09%
8,13%
Pensionsalter
1 Jahr
-0,69%
1,16%
-0,36%
0,99%
Steigerungsannahme in der Anwartschaftsphase
0,25%
0,37%
-0,37%
0,47%
-0,46%
Steigerungsannahme der laufenden Leistungen
0,25%
2,55%
-2,45%
2,88%
-2,76%
Restlebenserwartung
1 Jahr
4,53%
-4,81%
4,84%
-5,05%
Abfertigungsrückstellungen
 
 
 
 
 
Rechnungszinssatz
0,75%
-3,97%
4,29%
-4,66%
5,09%
Pensionsalter
1 Jahr
-2,07%
2,59%
-0,74%
1,23%
Steigerungsannahme in der Anwartschaftsphase
0,25%
1,36%
-1,34%
1,59%
-1,56%
Fluktuation
1,00%
-2,12%
1,96%
-2,87%
2,79%

216Notes
Die gewichtete Restlaufzeit der Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:
in Jahren
2022
2021
Abfertigungsverpflichtungen
5,6
6,4
Pensionsverpflichtungen
8,5
10,2
Jubiläumsgeld
8,4
10,2
Aufgliederung der Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne:
in TEUR
2022
2021
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne
2.029
1.894
davon für beitragsorientierte Pläne - Pensionskasse
1.188
1.111
davon für Mitarbeitervorsorgekasse
841
783
Andere Rückstellungen
Die Rückstellungen für schwebende Rechtsverfahren sowie sonstige Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
in TEUR
Rechtsverfahren
Sonstige
Stand 01.01.
24.164
8.230
Zuführungen
1.295
8.825
Auflösungen
-526
-2.718
Verbrauch
-14
-3.480
Zinseffekt
-1.004
-34
Änderung des Konsolidierungskreises
-13
0
Stand 31.12.
23.902
10.823
Die unter Rechtsverfahren ausgewiesenen Rückstellungen für negative Indikatorwerte betragen per 31. Dezember 2022 TEUR 19.986 (VJ: 20.490).
Unter Sonstige sind per 31. Dezember 2022 Rückstellungen für IT-Kosten sowie im Zusammenhang mit IT-Projekten i.H.v. TEUR 4.207 (VJ: 1.866) enthalten.
Notes217
Die Vergleichsdaten des Vorjahres stellen sich wie unten ersichtlich dar.
in TEUR
Rechtsverfahren
Sonstige
Stand 01.01.
20.736
24.829
Zuführungen
5.100
4.415
Auflösungen
-1.638
-5.725
Verbrauch
-34
-15.289
Stand 31.12.
24.164
8.230
(29) Steuerschulden
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Steuerverpflichtungen
18.682
22.822
Gesamt
18.682
22.822
Der Posten Steuerverpflichtungen inkludiert zum Stichtag 31. Dezember 2022 ausschließlich Steuerverpflichtungen aus der Steuerumlage basierend auf der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Details dazu
finden sich im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungs-methoden sowie unter Note (37) Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen.
Die Basis der latenten Steuern pro Bilanzposten ist der
Note (22) Steueransprüche zu entnehmen.
(30) Sonstige Passiva
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern und Abgaben
7.521
16.563
Erhaltene Vorauszahlungen und abgegrenzte Aufwendungen
284
103
Sonstige Passiva - andere
36.741
38.945
Gesamt
44.546
55.612
Der Posten „Sonstige Passiva - andere“ inkludiert im Wesentlichen Rechnungsabgrenzungen sowie Verbindlichkeiten für personalbezogene Aufwendungen.

218Notes
(31) Eigenkapital
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnendes Eigenkapital
37
52
Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnendes Eigenkapital
2.097.748
2.117.394
Einbezahltes Grundkapital
219.789
219.789
Kapitalrücklage
556.849
556.849
Übriges Eigenkapital (AT1)
76.000
0
Sonstiges Periodenergebnis (OCI)
-544.124
-474.912
Sonstiges Periodenergebnis (OCI) - nicht recyclebar
29.530
11.530
Rücklage aus IAS 19 (Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen)
-14.660
-19.646
Anteil des sonstigen Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen bilanziert nach der Equity-Methode
44.557
31.019
Finanzielle Vermögenswerte - Eigenkapitalinstrumente erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
-367
158
Sonstiges Periodenergebnis (OCI) - recyclebar
-573.654
-486.442
Anteil des sonstigen Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen, bilanziert nach der Equity-Methode
-573.654
-486.442
Gewinnrücklagen
1.811.590
1.760.601
Anteil des Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen, sonstige Eigenkapitalveränderung
-174.620
-170.543
Sonstige Gewinnrücklagen
1.986.210
1.931.145
Gewinn oder Verlust direkt den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen
-22.357
55.065
Gesamtes Eigenkapital
2.097.785
2.117.445
Das Grundkapital der RLB NÖ-Wien beträgt TEUR 219.789 (VJ: 219.789) und setzt sich aus 2.197.892 (VJ: 2.197.892) auf Namen lautende Stückaktien zusammen.
Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2017 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis 19. April 2026 um höchstens TEUR 40.023 durch Ausgabe von bis zu 400.226 neuen, auf Namen lautende Stückaktien mit oder ohne Stimmrecht gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen.
Im Dezember 2022 wurde ein Additional Tier 1 (AT 1)
Kapitalinstrument mit einem Nominale von insgesamt EUR 76.000.000 im Rahmen einer Privatplatzierung emittiert. Das AT 1 Kapitalinstrument hat eine unbefristete Laufzeit und kann durch die Emittentin frühestens nach 5 Jahren gekündigt werden. Die Verzinsung bis zum 20. Dezember 2027 (Ende der ersten Laufzeitperiode) beträgt 10,672%. Die AT 1 Anleihe erfüllt die Bedingungen für zusätzliches Kernkapital nach Art. 52 CRR.

Notes219
Die Entwicklung der in den Rücklagen erfassten Effekte des sonstigen Ergebnisses und der Betrag der im sonstigen Ergebnis erfassten latenten Steuern, stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
Rücklage nach IAS 19
Fair Value OCI-Rücklage
Summe
Stand 01.01.2021
-24.235
66
-24.169
Unrealisierte Gewinne/Verluste der Periode
0
91
91
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
5.244
0
5.244
Steuereffekte
-656
0
-656
Stand 31.12.2021
-19.646
158
-19.489
 
 
 
 
Stand 01.01.2022
-19.646
158
-19.489
Unrealisierte Gewinne/Verluste der Periode
0
-660
-660
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
5.375
0
5.375
Steuereffekte
-389
0
-389
Sonstige Veränderungen
0
136
136
Stand 31.12.2022
-14.660
-367
-15.028
In der Fair Value OCI-Rücklage werden Bewertungen von
Beteiligungen, welche aufgrund der strategischen Ausrichtung dieser Kategorie angehören (siehe dazu auch Note (14) Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value
bewertet), gezeigt.

220Notes
Kapitalmanagement
Das Eigenkapitalmanagement des RLB NÖ-Wien-Konzerns ist ein wesentlicher Bestandteil der Mittelfristplanung, die regelmäßig überprüft und aktualisiert wird. Sein Ziel besteht darin, auf Basis der geschäftlichen Entwicklung und unter Berücksichtigung eines entsprechenden Puffers jederzeit die gesetzlichen und aufsichtsbehördlichen Anforderungen zu erfüllen. Die
Definition des Eigenkapitals richtet sich dabei nach den
aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen. Gemäß
§ 39a BWG zählt es zu den gesetzlichen Sorgfaltspflichten von
Kreditinstituten, eine Eigenkapitalausstattung sicherzustellen, die eine Absicherung aller wesentlichen bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken gewährleistet (siehe dazu die
Erläuterungen zur Gesamtbanksteuerung – Risikotragfähigkeit in Note (32) Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht)). Eine Optimierung der Eigenmittel-Kennzahlen der RBG NÖ-Wien bildet das Institutional Protection Scheme (IPS) i.S.d. Art. 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR. Die gesetzlichen Mindesterfordernisse des BWG bzw. der CRR betreffend die Eigenmittelausstattung wurden im Geschäftsjahr sowohl auf Ebene der Bank als auch auf Ebene der Kreditinstitutsgruppe (KI-Gruppe) der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien jederzeit eingehalten.
Da die RLB NÖ-Wien Teil der KI-Gruppe der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien ist, zeigt sich diese als übergeordnetes Institut für die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen auf Ebene der KI-Gruppe verantwortlich. Daher erfolgt die zentrale Steuerung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel-
erfordernisse der KI-Gruppe primär auf Ebene der KI-Gruppe und somit durch die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Aus den Steuerungsgegebenheiten der KI-Gruppe abgeleitet, definiert die RLB NÖ-Wien Vorgaben für die Eigenmittelsteuerung der RLB NÖ-Wien.

Risikobericht und Erläuterungen zu Finanzinstrumenten
(32) Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht)
Die Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken gemäß IFRS 7.B6, die sich aus Finanzinstrumenten ergeben, werden in den folgenden Abschnitten erläutert:
Risikopolitik und -strategie
Eine angemessene Risikopolitik und -strategie ist wesentliche Grundlage für die Gewährleistung der finanziellen Stabilität der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und stellt die Rahmenbedingungen für den operativen Erfolg dar. Die Risikostrategie ist Teil der Gesamtstrategie und damit mit der Geschäftsstrategie der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe konsistent. Erwartete Einflüsse externer Umweltfaktoren auf die geplante Geschäfts- und Risikoentwicklung werden in der Risikostrategie berücksichtigt.
Die Bedeutung des Gesamtbankrisikomanagements, insbesondere die Fähigkeit eines Kreditinstitutes sämtliche wesentliche Risiken zu erfassen, zu messen sowie zeitnahe zu überwachen und zu steuern, steht angesichts des zunehmend volatilen wirtschaftlichen Umfelds im Fokus der Risikopolitik und -strategie. Risikomanagement wird bei der RLB NÖ-Wien daher als aktive unternehmerische Funktion und als integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung verstanden. Der Fokus liegt primär in der Optimierung von Risiko und Ertrag (Rendite) im Sinne von „Management von Chancen und Risiken“.
Die RLB NÖ-Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien legen den Fokus der Risikosteuerung auf die Konzernperspektive. Dies ist durch eine Verschränkung der Risikomanagementprozesse beider Einzelinstitute zu einem integrierten Konzernrisikomanagement gewährleistet.
Die integrierte Risikomanagement-Organisation zeichnet sich durch die Personalunion des Risikovorstandes bzw.
-geschäftsleiters in beiden Bankunternehmen sowie durch
unternehmensübergreifende Abteilungen aus. So existiert der Bereich Risikomanagement Gesamtbank/Konzern wie auch die darunter angesiedelte Abteilung Modelle & Analytik unternehmensübergreifend für die RLB NÖ-Wien und die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Die Durchgängigkeit des
Risikomanagements ist des Weiteren durch die zusammengelegte Gremialstruktur gewährleistet.
Die Risikomanagementeinheiten sind organisatorisch einschließlich der Vorstandsebene von den Markt-Einheiten
getrennt, womit ein unabhängiges, effektives Risikomanagement sichergestellt ist. Die Basis für die integrierte Risiko-
steuerung der KI-Gruppe, und somit zwingend auch in den
jeweiligen Einzelinstituten, stellt die von der Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und dem Vorstand der RLB NÖ-Wien beschlossene Risikopolitik mit deren begleitenden Strategien dar. Als Teil dieser Risikostrategie sind unter anderem anzusehen:
  • Grundsätze des Risikomanagements, der Risikostrategie sowie des Risikoappetits
  • Risikosysteme und -modelle zur Identifizierung, Erfassung und Quantifizierung der Risiken
  • Limits für alle relevanten Risiken
  • Verfahren zur Überwachung der Risiken
Offenlegung
Die Offenlegung gemäß Art. 431ff. CRR erfolgt auf der Homepage der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien
(www.raiffeisenholding.com/offenlegung/).
Risikomanagement
Notes221
Die RLB NÖ-Wien gewährleistet durch den Einsatz gängiger Methoden auf dem Gebiet des Risikomanagements und
controllings die Rentabilität und Sicherheit der Bank im
Interesse der Kunden und Eigentümer. Der Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie die Geschäftsleitung der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien werden bei der Erfüllung der risiko-
relevanten Aufgaben durch den unabhängigen Bereich Risiko-management Gesamtbank/Konzern sowie durch mehrere Gremien unterstützt.
Das Gremium Gesamtbanksteuerung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe hat als Zielsetzung die optimale Steuerung des Konzerns, der Einzelinstitute RLB NÖ-Wien und
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und der RBG NÖ-Wien (hinsichtlich Liquidität). Erreicht wird dieses Ziel durch regelmäßige, institutionalisierte analyse- und maßnahmenorientierte Auseinandersetzung mit Rentabilität, Kapital, Liquidität und Risiko. In diesem institutsübergreifenden Gremium nehmen die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und der Vorstand der RLB NÖ-Wien teil. Bei Bedarf werden die
Bereichsleiter Risikomanagement Gesamtbank/Konzern,
Rechnungswesen und Treasury beigezogen. Das Gremium
Gesamtbanksteuerung tagt einmal pro Quartal.
Neben dem Gremium Gesamtbanksteuerung ist in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe eine ebenfalls gruppenübergreifende Risikorunde implementiert. In dieser Risikorunde werden die Risikosituation sowie die im Gremium Gesamtbanksteuerung beschlossenen Entscheidungen an die Bereichsleiter der Marktabteilungen, der Sanierung sowie der Innen- und Konzernrevision kommuniziert. Des Weiteren liegt die Steuerung für das Risikomanagement in der Verantwortung dieser Risikorunde. Dieses Gremium ist damit ein wesentliches Element der Gesamtbanksteuerung der Bank. Marktrisiko (inkl. Credit Spread-Risiko als Subrisiko des Marktrisikos)
sowie Liquiditätsrisiko werden in einem eigenen Gremium der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe, dem Aktiv-/Passiv-
Komitee berichtet und gesteuert.
Den gesetzlichen Anforderungen des BWG und der CRR-Vorschriften sowie der von der FMA erlassenen Kreditinstitut-
Risikomanagement Verordnung (KI-RMV) und den relevanten EBA-Guidelines entsprechend, hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe durch effiziente Methoden auf dem Gebiet des Risikomanagements und -controllings die Rentabilität und
Sicherheit der Bank im Interesse ihrer Kunden und Eigentümer zu gewährleisten.
Für die Risikosteuerung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe erfolgt eine regelmäßige Analyse der Risikotragfähigkeiten als Grundlage für eine integrierte Gesamtbanksteuerung (im Sinne einer Verknüpfung von Ertrags- und Risikosteuerung sämtlicher Geschäftsbereiche). Alle relevanten Risiken werden unter Berücksichtigung der Eigenmittel und unter Einsatz von entsprechenden Limitsystemen strategisch optimal quantifiziert. Die KI-Gruppe hat sich in ihrer Organisation und ihren Abläufen an den Internal Capital Adequacy Assessment
Process (ICAAP)-Bestimmungen orientiert.

222Notes
Die organisatorische Aufstellung der Risikomanagementeinheiten in der Geschäftsgruppe Risikomanagement/Finanzen zeigt für das Geschäftjahr 2022 folgendes Bild:
'Please unpack the Result.zip and reopen this file.'
Der Bereich Risikomanagement Gesamtbank/Konzern mit den zugehörigen Abteilungen (siehe Ausweis in obiger Grafik) ist in die Geschäftsgruppe Risikomanagement/Rechnungswesen eingegliedert und untersteht direkt dem zuständigen Vorstand. Dadurch ist sichergestellt, dass der Bereich Risikomanagement Gesamtbank/Konzern unabhängig von den Marktbereichen agiert.
Notes223
Die Risikoanalysen werden entsprechend des internen Risikocontrollingprozesses in den zuständigen Abteilungen dieses Bereiches erstellt. In der Abteilung Modelle & Analytik werden alle relevanten Risikoanalysen, wie Kredit-, Länder-, CVA-, Markt- inkl. Credit Spread-, Liquiditäts-, Beteiligungs- sowie Non Financial Risk inkl. operationelle Risiken, makroökonomische und sonstige Risiken, aggregiert betrachtet. ESG-Faktoren und somit die Auswirkung aus dem Thema Nachhaltigkeit (d.h. Environmental-Social-Governance) auf das Risikomanagement und Stresstests fallen ebenfalls in den Aufgabenbereich.
Für in Schieflage geratene Kunden ist neben dem Bereich Risi-komanagement ein eigener Bereich Sanierung im Vorstandsbe-reich Risikomanagement/Rechnungswesen implementiert, der einerseits Sanierungsunterstützung und -beratung sowie bei in Zahlungsnotstand geratenen Kunden eine Risikoabwicklung durchführt.
Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe hat ein, auf ihr
Geschäfts- und Risikoprofil abgestimmtes, zukunftsorientiertes Risikomanagementregelwerk im Einsatz. Dieses Regelwerk
besteht aus einer klar definierten Risikostrategie und dem
ICAAP-Handbuch (Internal Capital Adequacy Assessment Process).
Die Risikostrategie ist mit der Geschäftsstrategie der
KI-Gruppe konsistent und integriert die gesamte Risikoorganisation (siehe die organisatorische Aufstellung der Risiko-
managementeinheiten) und berücksichtigt den erwarteten Einfluss externer Umweltfaktoren auf die geplanten Geschäfts- und Risikoentwicklungen. Sie beschreibt das Risikoprofil der
Bankengruppe durch die klare Formulierung des Risiko-
appetits der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sowie der RLB NÖ-Wien und definiert die Risikomanagement Prinzipen, die strategischen Ziele sowie Initiativen für die materiell
wichtigen Risikoarten.
Der Risikoappetit wird durch, von der Geschäftsleitung festgesetzte Gesamtbankrisikolimits definiert. Die kontinuierliche Überwachung der Risiken sowie die Kontrolle der Limiteinhaltung auf Gesamtbankebene erfolgt anhand der Risikotrag-
fähigkeitsanalyse (RTFA) durch die Abteilung Modelle & 
Analytik.
Des Weiteren werden strategische Limits für die wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Risikoarten, die in der jährlichen Risikomaterialitätsbeurteilung (Risikoinventur) identifiziert werden, abgeleitet vom Risikoappetit festgelegt.
Die Risikostrategie definiert die risikopolitischen Grundsätze und Prinzipien sowie das Risikospektrum der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien-Gruppe. In der Bankengruppe werden sämtliche Risiken im Rahmen eines Risk Assessment-Prozesses auf ihre Relevanz hin analysiert, bewertet und in eine konzernweite Risikolandkarte übergeführt. Diese Risikolandkarte ist Teil der Risikostrategie.
Die Risikostrategie wird im Rahmen einer klar definierten Governance-Struktur umgesetzt. Diese dient zur Überwachung des Risikoappetits, ergänzender Limits als auch zur Eskalation von Limitüberschreitungen.
Im ICAAP-Handbuch (Internal Capital Adequacy Assessment Process) der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sind alle Aufgaben, organisatorischen Einheiten, Gremien Berichte,
Verfahren und Methoden zur Identifizierung, Erfassung, Quantifizierung, Überwachung und Begrenzung der relevanten
Risiken im Risikomanagementprozess definiert und detailliert beschrieben. Dieses wird, gemeinsam mit der Risikostrategie, jährlich von der Abteilung Modelle & Analytik aktualisiert und vom Vorstand der RLB NÖ-Wien und der Geschäfts-
leitung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien beschlossen. Das
ICAAP-Handbuch wird durch detaillierte Methodenhand-
bücher je Risikoart ergänzt.
Durch die Regelungen in Risikostrategie und ICAAP-Handbuch ist sichergestellt, dass innerhalb der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe ein abgestimmter Prozess zur Erfassung, Messung, Limitierung, Berichterstattung und Dokumentation der Risiken sowie ein durchgängiges Verständnis zur Risiko-situation gegeben ist.
Die Innenrevision der RLB NÖ-Wien sowie die Innen-und Konzernrevision der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien prüfen als integraler Bestandteil des Risikocontrolling- und Risikomanagementsystems die Funktionsfähigkeit der internen Kontrollsysteme sowie die Wirksamkeit der Arbeitsabläufe, Prozesse und deren interne Kontrolle in der RLB NÖ-Wien.
224Notes
Makroökonomisches Umfeld und wirtschaftliche Lage – Russland-Ukraine-Krieg, Inflation und COVID-19-Pandemie
Die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte waren im Jahr 2022 von hoher Unsicherheit geprägt. Der Russland-Ukraine-Krieg, die damit im Zusammenhang stehende Energiekrise und die
damit verbundene stark gestiegene Inflation vor allem Mitte des Jahres 2022 waren Ursache und Auslöser für diese wirtschaftliche Unsicherheit. Des Weiteren kommt die COVID-19-Pandemie zwar langsam zum Erliegen, zeigt aber weiterhin Nachwirkungen. In diesem Entwicklungsumfeld fällt das Wirtschaftswachstum weltweit und in Europa im Speziellen
geringer aus als prognostiziert.
Die Weltwirtschaft zeigt nach dem starken Wachstum von 6% im Jahr 2021 eine Halbierung der globalen Wachstumsdynmik im Jahr 2022 auf 3%. Das erste Halbjahr 2022 war noch von Aufholeffekten nach der COVID-19-Pandemie gekennzeichnet. Das zweite Halbjahr 2022 war hingegen laut den Analysen der OeNB von den Folgen des Rußland-Ukraine-Kriegs samt daraus folgender Energiekrise und Inflationsentwicklung geprägt, was sich erst im Jahr 2023 in vollem Umfang zeigen wird. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die negativen Auswirkungen der strengen COVID-19-Maßnahmen in China auf das Weltwirtschaftswachstum, was zu einem Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums und eine ebenfalls rückläufige Entwicklung der Wirtschaft in Österreich für die Jahre 2022 und voraussicht 2023 nach sich zieht. Eine Verbesserung der Konjunkturlage wird von der OeNB erst für das Jahr 2024 erwartet. Gleichzeitig bleibt der Preisdruck weiterhin hoch.
Russland-Ukraine-Krieg
Durch den Einmarsch der russischen Truppen am 24. Februar 2022 in die Ukraine und den seither andauernden Kriegshandlungen hat die EU zahlreiche Sanktionen gegen Russland verhängt. Diese wurden mit Gegensanktionen in Form von teilweisen Gas-Lieferstopps seitens Russlands beantwortet. Diese Gegensanktionen in Form von starken Kürzungen der Gas- und Öllieferungen führte zu einem starken Preisanstieg am Energiesektor bis in den Spätsommer 2022, weit über das Maß, das sich aus der Energietransformation und aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ergeben hätte, hinaus. Obwohl gegen Ende des Jahres 2022 die Energie-Preise und hier vor allem der Gaspreis eine rückläufige Entwicklung zeigte, blieben die Preise für
Unternehmen und Konsumenten weiterhin auf hohem Niveau.
Inflation
Die Inflationsrate war angesichts der Unsicherheit infolge des Russland-Ukraine-Krieges in Österreich in den letzten
Monaten des Jahres 2022 mit 11,6% im Oktober 2022 auf
Rekordhoch gestiegen und ist dann mit Jahresende auf 10,5% gesunken. Damit ergibt sich für das Jahr 2022 eine Inflationsrate von 8,6%, die höchste Inflationsrate seit Beginn der Währungsunion. Die hohe Teuerungsrate in den letzten Monaten ist nicht mehr vorrangig auf die Entwicklung der Energiepreise
zurückzuführen. Die Preisdynamik geht zunehmend von
anderen Sektoren aus. Über ein Drittel ist auf den Preisanstieg bei Industriegütern ohne Energie zurückzuführen, das letzte Drittel ist durch die Aufwärtstendenz bei Dienstleistungen und Nahrungsmittel zu begründen. Die OeNB sieht den Preisdruck in der Landwirtschaft, in der Industrie sowie im Dienstleistungssektor angesichts steigender Produktionskosten in Folge des hohen Niveaus der Rohstoffpreise und des ausgeprägten Arbeitskräftemangels sowie hohen Auslastungen als weiter hoch an. Trotz hoher Inflationsrate im Jahr 2022 ist die Inflationserwartung für das Jahr 2023 rückläufig. (gemäß OeNB-Bericht „KONJUNKTUR AKTUELL Berichte und Analysen zur wirtschaftlichen Lage – Jänner 2023“ S.16)
COVID-19-Pandemie
Die COVID-19-Pandemie sowie die Maßnahmen zur Eindämmung dieser haben an den Finanzmärkten zu schweren Verwerfungen und Unsicherheiten geführt und die Weltwirtschaft in die schwerste Rezession der Nachkriegszeit gestürzt. Das
konnten auch die umfangreichen geld- und fiskalpolitischen Unterstützungspakete, die von Notenbanken und Regierungen weltweit zum Teil sehr rasch beschlossen wurden, nicht verhindern.
Mit dem flächendeckenden Impfprogramm, das derzeit bereits die vierte COVID-19-Impfung vorsieht, werden weitere Auswirkungen der Pandemie verhindert. Experten haben bereits im letzten Drittel des Jahres 2022 das Ende der COVID-19-
Pandemie und den Übergang zu einer Endemie erklärt. Diese Entwicklung führt zur Entspannung der Wirtschaftslage aus
COVID-19-Sicht.
Notes225
Risikomanagement in der COVID-19-Krise –
Business Continuty Management (BCM)
Die COVID-19-Krise hat auch noch das erste Halbjahr 2022 dominiert. Dadurch ist auch weiterhin eine erhöhte Aufmerksamkeit beim Management zur Bankensteuerung notwendig und damit sind entsprechende Regelungen und Vorkehrungen in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe im Einsatz.
Die COVID-19-Krise hat die RLB NÖ-Wien gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe in der COVID-19-Pandemiezeit sowohl hinsichtlich des Gesundheitszustandes ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation vor besondere Herausforderungen gestellt.
Im Vergleich zum normalen Geschäfts- und Risikolauf wurden daher anlässlich der COVID-19-Krise zusätzliche, speziell mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie befasste Gremien installiert, wo Vorgaben und strategische Entscheidungen für den Geschäftsbetrieb, wie der Sicherheit inkl. IT-Sicherheit
sowie zur Risikoabfederung, getroffen wurden.
Im Rahmen des Business Continuty Management (BCM) der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe haben der Vorstand der RLB NÖ-Wien und die Geschäftsleitung der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien das Gremium „Team Vorsorge Gesundheit“ als Krisenstab implementiert, welches regelmäßig tagt. Dieses Gremium ist auch noch im Jahr 2022 in angepasster Intensität aktiv. Dieser Krisenstab ist mit Mitgliedern aller
relevanten Unternehmensbereiche besetzt, beginnend mit Vorstand der RLB NÖ-Wien und Geschäftsleitung Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien sowie Sicherheits-, BCM- und IT-Verantwortlichen, Vertreter NÖ-Raiffeisenbanken, Vertreter aus dem Filialbereich Wien, Konzernkommunikation, Betriebsarzt und -Psychologen sowie Betriebsrat. Unter der Leitung der
Bereichsleiterin Personal hat dieses Gremium folgende Ziele für die ordnungsgemäße Fortführung in dieser herausfordernden Situation festgelegt, welche bis heute so gelebt werden:
  • Erhaltung der Gesundheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Bereiche
  • Sicherheit der Infrastruktur
Anhand der bestehenden Business Impactanalyse (BIA) zur
Definition der kritischen Prozesse und deren notwendigen
Ressourcen konnten Geschäftsprozesse seit dem Jahr 2020 in angepasster Form weitergeführt werden. Im Jahr 2022 sowie im Jahr 2023 werden diese Ressourcen und Prozesse weiter aufrechterhalten. Dabei handelt es sich um die Bereithaltung des Ersatzhandelsraums für das Treasury, die Möglichkeit der Aufteilung von Teams auf unterschiedliche Stockwerke bzw. Gebäude und Home-Office (mit vollumfänglicher technischer Ausstattung) für einen Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Home-Office ist entsprechend der allgemeinen
Entwicklung bereits State-of-the-Art im Arbeitsprozess der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Damit war eine problemlose Unternehmensfortführung unter diesen erschwerten Bedingungen möglich und ist auch künftig im Bedarfsfall jederzeit einsatzbereit. Als Teil eines systemrelevanten Sektors wird zu jeder Zeit auf die flächendeckende Aufrechterhaltung des Filialbetriebs, sowie im Speziellen auf die durchgängige
Erreichbarkeit des Kundenkontaktcenters geachtet. Auch
weiterhin erfolgen laufend Adaptierungen von Geschäftsprozessen, Evaluierungen des Schutzempfindens der Kundeninnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Funktionalität der Provider. Damit wird auf die unterschied-lichen Phasen möglicher neu aufkommender Pandemie-
Entwicklungen laufend und zeitnahe reagiert und mögliche Notwendigkeiten antizipiert.
Gesamtbankrisikosteuerung – Risikotragfähigkeit und Stresstesting
Die zentrale Analyse der Gesamtbankrisikosituation unter Einbezug aller relevanten Risiken erfolgt anhand der RTFA und fällt in die Verantwortung der Abteilung Modelle & Analytik. Sowohl das Deckungspotenzial als auch die Risiken werden in zwei Szenarien dargestellt. Das Going Concern-Szenario
(Extremfall: 95% Konfidenzniveau) erfolgt unter der An-nahme, dass der Fortbestand des Unternehmens garantiert werden soll. Das den aufsichtsrechtlichen Vorgaben entsprechende Gone Concern-Szenario (Liquidationsfall) garantiert, dass nach Abzug aller Risiken unter Anwendung eines Konfidenz-niveaus von 99,9% ausreichend Kapital zur Erhaltung des Gläubigerschutzes besteht. Dieses Szenario stellt auch das
Steuerungsszenario in der RLB NÖ-Wien dar. Die RTFA wird auf Basis von IFRS-Werten erstellt.
226Notes
Der Geschäftsstrategie der RLB NÖ-Wien folgend sind nachstehende Risikoarten der Bank als maßgeblich definiert:
  • Kreditrisiko
  • Länderrisiko
  • CVA-Risiko
  • Beteiligungsrisiko
  • Marktrisiko inkl. Credit Spread Risiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Non Financial Risk inkl. operationelles Risiko
  • makroökonomisches Risiko
  • sonstige Risiken
Die RTFA sowie die Auslastungsanalyse des an die RTFA
gekoppelten Limitsystems (Risikoappetit) sind zugleich Informations- und Entscheidungsgrundlage des Vorstands
betreffend die Steuerung, der Risikoaktivitäten zur Fortbestandssicherung aber auch zur Ausschöpfung des Ertragspotenzials. Damit ist die RTFA die quantitative Zusammenfassung des Risikoappetits, abgeleitet aus der Risikostrategie in Form der Limitierung der Risikoaktivitäten auf ein für die Bank angemessenes Niveau.
Zusätzlich zu den Risikotragfähigkeitsanalysen stellen die Durchführung von Stresstests, Szenarioanalysen und die Eigenmittelplanung und -allokation zentrale Aktivitäten der
Gesamtbankrisikosteuerung dar.
Im Rahmen des Stresstestprogramms führt die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe folgende Stresstests durch:
  • Integrierten Gesamtbank-Stresstest
  • Kreditrisikostresstest
  • Marktrisikostresstest
  • Liquiditätsrisikostresstest
  • Reverse-Stresstest
Das Ziel von Stresstests ist eine vorausschauende Betrachtungsweise des Risikomanagements, der strategischen Planung und der Eigenkapitalplanung. Im Rahmen des Stresstests werden Auswirkungen möglicher zukünftiger Schocks und Extrem-
ereignisse quantifiziert und damit die Verwundbarkeit des
Instituts analysiert. Durch die vorausschauende Perspektive dient der Stresstest als Frühwarnindikator und eignet sich somit zur proaktiven Steuerung von Risiken.
Das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) fordert von Finanzinstituten einen Sanierungsplan zu erstellen und ihn regelmäßig zu aktualisieren. Diese Anforderung hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe durch einen umfangreichen Sanierungsplan, der im Rahmen des R-IPS (Raiffeisen-Institutional Protection Scheme)-Sanierungsplans erfolgt, in welchen die KI-Gruppe als wesentliches Teilinstitut umfasst ist, erfüllt. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe erstellt daher keinen eigenen Sanierungsplan. Der Sanierungsplan stellt stets eine aktuelle Entscheidungsgrundlage für das Management dar und gewährleistet in einem evetuellen Krisenfall die rasche Verfügbarkeit eines
Aktionsplans.
Die im Sanierungsplan implementierten Frühwarn- und
Sanierungsindikatoren haben zum Ziel eine mögliche Krise frühzeitig zu identifizieren und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen einzuleiten (gemäß EBA GL 2021-11 Leitlinien zu
Sanierungsplanindikatoren). Der Sanierungsplan des R-IPS (Raiffeisen-Institutional Protection Scheme), und damit auch der KI-Gruppe als wesentliches Teilinstitut des R-IPS, umfasst ein umfangreiches Set an Maßnahmen, die ergriffen werden können, um im Sanierungsfall die finanzielle Stabilität wiederherzustellen.
Die Überwachung der Frühwarn- und Sanierungsindikatoren der KI-Gruppe, als Teil des R-IPS, erfolgt in der Gesamtbanksteuerungsrunde der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Für das R-IPS gesamt werden diese Frühwarn- und Sanierungsindikatoren im SRK (Sektor-Risikokomitee im Rahmen des ÖRS) berichtet.
Notes227
Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe durchlief auch im Jahr 2022 das „Supervisory Review and Evaluation
Process“ (SREP) Verfahren der EZB (gemäß EBA/GL/2018/03 „Guidelines on the revised common procedures and
methodologies for the supervisory review and evaluation
process (SREP) and supervisory stress testing”) unter Federführung der OeNB. Neben der Überwachung von Schlüsselkennzahlen erfolgte eine Analyse des Geschäftsmodells sowie eine Bewertung der internen Governance (interne Unternehmensführung sowie das Risikomanagement), der institutsweiten Kontrollen und der Kapital-, Liquiditäts-, operationellen- und Zinsänderungsrisiken im Bankbuch. Auch im Jahr 2022 war das Thema Auswirkungen und Maßnahmen der COVID-19-Pandemie auf die Bankengruppe im Überprüfungsverfahren von maßgeblicher Bedeutung. Zuletzt wurde der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe von der Finanzmarktaufsicht (FMA) mit Beschluss vom 22. November 2022 eine neue SREP-Gesamtkapitalanforderung vorgeschrieben. Die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe als beaufsichtigtes Unternehmen sowie die RLB NÖ-Wien als Tochterunternehmen des beaufsichtigten Unternehmens unterstehen der direkten Aufsicht durch die FMA, und damit der nationalen Aufsicht.
Das bisher beschriebene Risikomanagement zeigt den Prozess für die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe (d.h. die RLB NÖ-Wien inkl. ihrer Muttergesellschaft Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien). Der Prozess erfolgt durchgängig für beide Gesellschaften.

228Notes
Kreditrisiko
Die RLB NÖ-Wien versteht unter Kreditrisiko das Risiko, dass ein Kreditnehmer den vertragsgemäßen Zahlungen nicht oder nur teilweise nachkommt.
Das Kreditrisiko aus Forderungen an Banken, Kommerzkunden, Länder sowie Privat- und Gewerbekunden stellt die wesentlichste Risikokomponente der RLB NÖ-Wien dar. Das Kreditrisiko beinhaltet einerseits das traditionelle Kreditgeschäft (Verlust durch Kreditausfälle und die sich daraus ergebende Gestionierung des Kreditengagements aufgrund einer Bonitätsverschlechterung) und andererseits das Risiko aus dem Handel bzw. dem Abschluss von Marktrisikoinstrumenten (Ausfallsrisiko auf Seiten der Kontrahenten bei Derivaten).
Im Kreditrisiko ist auch das Länder- bzw. Transferrisiko aus in Not geratenen Ländern sowie das Kontrahentenrisiko aus dem Derivategeschäft mitberücksichtigt. Das Länder- bzw. Transferrisiko ist das Risiko, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen, bedingt durch hoheitliche Maßnahmen eines Staates, nicht nachkommen kann. Unter das Transferrisiko fällt auch das
Risiko, dass Fälligkeiten eines in finanzielle Notlage geratenen Landes aufgrund einer zwischenstaatlichen Vereinbarung umgeschuldet werden. Dieses Risiko wird gesondert limitiert.
Das Kontrahentenausfallsrisiko wird in der RLB NÖ-Wien im Rahmen von Einzellimits limitiert und in der Kreditrisikomessung und Steuerung berücksichtigt. Das Risiko aus diesen Geschäften wird durch den Einsatz von Nettingverfahren (Gegenverrechnung der Forderungen und der Verbindlichkeiten) und der Anwendung von Collateralvereinbarungen (Austausch von Sicherheiten) minimiert.
Unter Einhaltung der Risikopolitik und der Risikostrategie sowie der Risikotragfähigkeit der RLB NÖ-Wien (und aller darin enthaltenen Risiken) wird den einzelnen Risikoarten ökonomisches Kapital zugewiesen. Als ökonomisches Kapital ist daher das für die Risikoabdeckung zugewiesene Kapital zu verstehen, das den definierten Risikoappetit der RLB NÖ-Wien darstellt. Das ökonomische Kapital ist auf Risikoartenebene limitiert. Im Kreditrisiko wird die Limitierung und Steuerung auf Geschäftsgruppenebene vorgenommen. Im Kreditgeschäft ist zur Begrenzung von Konzentrationsrisiken ein detailliertes Linien- und Limitsystem im Einsatz.
Im strategischen Kredit-Management-Prozess hat der Vorstand die risikokonforme und -adäquate Formulierung und Umsetzung sämtlicher strategischer Ziele und Maßnahmen festgelegt. Diese sind Bestandteil der Unternehmens- und Geschäftsbereichsstrategie und stehen im wechselseitigen Einfluss mit
sämtlichen (Teil-)Strategien. Hier ist auch für das Institut
festgelegt, in welchen Segmenten Kredite vergeben werden und welche Produkte dafür eingesetzt werden.
Das Kreditrisiko stellt die bedeutendste Risikoart der RLB NÖ-Wien dar. Im Risikomanagementprozess wird sowohl vor und bei Kreditgewährung als auch während der Kreditlaufzeit, ein begleitendes Risikomanagement des Bereichs Risikomanagement Gesamtbank durch die Abteilungen Modelle & Analytik/Gesamtkonzernrisiko (Gruppe Kreditrisikoanalyse), Kreditrisikomanagement sowie für Kundenengagements mit Unterstützungsbedarf durch den Bereich Sanierung mit den Abteilungen Sanierung und Risikoabwicklung
sichergestellt. Als Hauptaufgaben des Risikomanagements werden die Unterstützung und Kontrolle bei der Ersteinschätzung, die Messung und Steuerung des Kreditrisikos sowie die Sanierung und unter Umständen die Verwertung von Problemengagements wahrgenommen.
Das Kreditrisiko der RLB NÖ-Wien wird sowohl auf Einzelkreditbasis der Kunden als auch auf Portfoliobasis beobachtet und analysiert. Basis für die Kreditrisikosteuerung und Kreditentscheidung sind die vom Vorstand der RLB NÖ-Wien genehmigten strategischen Grundsätze hinsichtlich Kreditprüfung, Betrachtung der Teilrisiken (Mitbetrachtung des Länderrisikos, Spezialbetrachtung des Bankenrisikos), Besicherung und Ertrags-/Risiko-Anforderungen.
Für Kontrahentenausfallsrisiken aus Derivativgeschäften wird eine Wertanpassung (Credit Value Adjustment, CVA) basierend auf einem internen Modell durchgeführt, welche die Kosten
einer Absicherung dieses Risikos auf dem Markt darstellt.
Notes229
Die RLB NÖ-Wien hat ein umfangreiches Kreditlimitsystem auf Gesamtbankebene sowie über die Bereiche Banken,
Länder und Firmenkunden im Einsatz. Bei den Einzelengagements wird darauf Bedacht genommen, dass die Bewilligungsgrenzen des Instituts geringer gehalten werden als die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Grenzen.
Der Risikogehalt der Engagements wird über ein umfassendes Ratingsystem erfasst, das je nach Anforderung der Kundensegmente verschiedene Modellvarianten aufweist. Für die
Risikomessung werden alle Kunden über diese Rating- und
Scoringmodelle in jeweils neun lebende Bonitätsklassen
eingeteilt. Die Klassifizierung der Ausfälle folgt den Bestimmungen der CRR/CRD IV und wird der Ausfallsklasse „D“
zugeordnet. Alle Ratingsysteme werden in der RLB NÖ-Wien zumindest einmal jährlich validiert und gegebenenfalls verbessert oder neue Modelle entwickelt. Neue Ratingsysteme
werden mittels statistischer Methoden entwickelt und erst nach umfangreicher Erstvalidierung eingesetzt. In die vorhandenen Ratingsysteme fließen sowohl quantitative Faktoren aus den Bilanzen/Haushaltsrechnung als auch qualitative Faktoren (Soft Facts) ein. Ergänzt werden einige Rating/Scoringsysteme durch eine automatisierte Verhaltenskomponente. Die Ratingsysteme teilen die Kunden in neun lebende Ratingstufen ein (0,5 risikolos – 4,5 stark ausfallsgefährdet). Die individuellen Kundenausfallswahrscheinlichkeiten werden je Ratingmodell auf die neun Stufen gemappt. Neben den neun Ratingstufen für „lebende“ Kunden gibt es eine Ausfallsklasse (D). In der
Ratingstufe D werden alle Ausfälle mit Ausfallsgrund 90 Tage Überziehung, einzelwertberichtigte Kundenforderungen und Insolvenzfälle zusammengefasst. Jeder Kunde wird ab dem
ersten Euro an Stage 3 Risikovorsorge (Einzelwertberichtigung) mit seinem gesamten Geschäftsvolumen der Ausfallsklasse
zugewiesen. Es werden für alle unter IFRS 9 5.2.2. fallenden finanziellen Vermögenswerte, die als Amortised Cost (AC) oder Fair Value through other comprehensive income (FVOCI)
kategorisiert sind, Risikovorsorgen mittels Expected Credit Loss (ECL)-Ansatz berechnet.
Der Kreditablauf und die Einbindung der Experten aus dem Bereich Risikomanagement Gesamtbank/Konzern umfassen alle notwendigen Formen von Überwachungsmaßnahmen, die unmittelbar oder mittelbar in die zu überwachenden Arbeitsabläufe integriert sind. Im Rahmen des Kreditrisikomanagementprozesses ist vor Kreditbewilligung bei risikorelevanten Engagements die Abteilung Kreditrisikomanagement in die
Engagementprüfung eingebunden. Die Spezialprüfungen bei Banken und länderrisikorelevanten Engagements erfolgen ebenfalls in der Organisationseinheit Länder- und Bankenanalyse, die in die Abteilung Kreditrisikomanagement eingegliedert ist.
Neben der Festlegung des internen Ratings im Kreditbewilligungsprozess werden auch die hereingenommenen Sicherheiten anhand eines vorgegebenen Sicherheitenbewertungskatalogs mit definierten Risikoabschlägen einer Bewertung und
Kontrolle unterzogen. Dieser Katalog wird tourlich validiert und gegebenenfalls überarbeitet. Die Sicherheiten werden in
einem eigenen Sicherheitenmanagementsystem erfasst und
laufend aktualisiert. Innerhalb der Abteilung Kreditrisikomanagement ist eine eigene Gruppe für das zentrale Sicherheitenmanagement implementiert. Hier werden sowohl Bewertungsrichtlinien als auch Bewertungsprozesse vorgegeben und überwacht. Für hypothekarische Sicherheiten erfolgt die Bewertung mittels systemunterstützter Schätzung durch ausgebildete Mitarbeiter bzw. durch die Auswahl von akzeptierten externen Gutachtern. Im Zusammenhang mit dem Derivativgeschäft wird das Collateralmanagement seitens der Abteilung Treasury Services auf täglicher Basis abgewickelt und überwacht.
In der RLB NÖ-Wien wird ein „Early Warning System“ verwendet. Im Rahmen dieses „Early Warning Systems“ sind
Kriterien festgelegt, wann ein Engagement hinsichtlich des
Risikogehalts einer Intensivbetreuung zu unterziehen ist. Unter Kreditrisikofrüherkennung ist insbesondere die Bearbeitung von Kreditgeschäften unter gesonderter Beobachtung zu
verstehen, die aufgrund bestimmter Umstände eine negative Änderung der Risikoeinschätzung aufweisen, ohne dass sie
bereits als notleidend zu betrachten sind. Ziel ist die zügige Identifikation der problembehafteten Engagements, um
möglichst frühzeitig geeignete Maßnahmen einleiten zu können. Quartalsweise wird der Intensivbetreuungsbestand bzw. die Veränderungen der Zusammensetzung über das Risikomanagement an den Gesamtvorstand berichtet.
230Notes
Im Rahmen der tourlichen Aktualisierung des Ratings und der Sicherheitenbeurteilung wird auch regelmäßig die Bildung eventuell notwendiger Risikovorsorgen festgelegt. Direkte Kreditforderungen, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit als uneinbringlich darstellen, werden unter Berücksichtigung der gewidmeten Sicherheiten wertberichtigt bzw. für außerbilanzielle Forderungen Rückstellungen gebildet. Bei der Erhebung bzw. Berechnung der Risikovorsorgen hält sich die RLB NÖ-Wien an die Vorgaben von IFRS 9. Die bilanzielle Ausfalldefinition im Sinn einer Stage 3 Kategorisierung entspricht in der RLB NÖ-Wien der regulatorischen Ausfallsdefinition gemäß Art 178 CRR.
Die Höhe der Stage 3 Risikovorsorge für signifikante Kreditforderungen wird mittels Discounted Cash Flow (DCF)-
Methode berechnet. Die Höhe der Wertberichtigung ergibt sich aus der Differenz des Buchwerts und des Barwerts der zukünftigen erwarteten Zahlungsströme. Ausfallgefährdete Kredit-forderungen gegenüber nicht signifikanten Kunden werden modellbasiert bewertet, wobei sich die Höhe der Wertberichtigung aus dem unbesicherten Exposure (EAD) und einer von der Ausfalldauer abhängigen Verlustquote (LGD) ergibt. Die in der
Berechnung verwendeten Risikoparameter werden mindestens einmal pro Jahr validiert.
Für die Erkennung von Ausfällen bzw. der laufenden Gestion wird in der RLB NÖ-Wien eine Ausfallsdatenbank verwendet. In dieser Ausfallsdatenbank werden alle Ausfälle dokumentiert bzw. alle Kosten und Rückflüsse erfasst. Die RLB NÖ-Wien verwendet vollumfassend den Ausfallsbegriff der CRR-Vorschriften. Vom Ausfall betroffen ist in jedem Kundensegment immer der gesamte Kunde mit allen Forderungen (Kundensicht). Die gesammelten Daten in der Ausfallsdatenbank sind ein wesentlicher Bestandteil für die Berechnung und Validierung der Risikoparameter (PDs, LGDs und CCF Faktoren). Spezielle Krisenfälle werden anlassbezogen in Sondergremien für Problemengagements behandelt und abgewickelt.
Mit dem Inkrafttreten der EBA Leitlinien (EBA/GL/2016/07) zur Anwendung der Ausfallsdefinition mit Beginn des Jahres 2021 wurden neben der Festlegung der Materialitätsschwelle für überfällige Forderungen auch die finalen Leitlinien zur Definition des Schuldnerausfalls gemäß EBA Vorgaben umgesetzt. Die Definition eines Ausfalls gem. Artikel 178 CRR wurde so jener des Non-Performing Status gem. Artikel 47a CRR angeglichen. Die Wohlverhaltensperiode (Rückkehr in den nicht ausgefallenen Status) wurde nach aufsichtsrechtlich Vorgaben auf mindestens 3 Monate festgelegt. Für Ausfälle aufgrund einer krisenbedingten Restrukturierung gilt eine Wohlverhaltensperiode von mindestens 12 Monaten.
Auswirkung des aktuellen Makroökonomischen Umfelds auf das Kreditrisiko
Russland-Ukraine-Krieg
Mit Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges wurde begonnen Betroffenheitsanalysen für das Kommerzkundengeschäft durchzuführen. Diese wurden laufend aktualisiert und um die Themen Volatilitäten auf den Energiemärkten und die angestiegene Inflation erweitert.
Inflation
Zusätzlich zu den oben erwähnten Analysen wurden weitere Analysen und Stresstests des Privatkundenportfolios durchgeführt, um die Auswirkung von inflationsbedingt höheren Ausgaben oder Ratenerhöhungen durch das steigende Zinsniveau abzubilden.
Bei besonders betroffenen Kunden (direktes Engagement in Russland/Ukraine, Energiepreisrisiko/Inflation) wird das zusätzliche Risiko über individuelle Bonitätsanpassungen berücksichtigt.
COVID-19-Pandemie
Seit Frühling 2022 kommt es auf Grund der Omikron Variante zu einer deutlichen Entschärfung des Verlaufs der COVID-19-Pandemie, es kommt zu deutlich weniger schweren Verläufen, zusätzlich sinkt die Anzahl der Neuinfektionen. Die meisten Einschränkungen und Maßnahmen wurden aufgehoben bzw. ausgesetzt, aber auch die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wurden größtenteils zurückgenommen.
Aktuell gibt es nur noch wenige freiwillige COVID-19-Stundungen im Portfolio. Auch das Volumen an Überbrückungsfinanzierungen baut sich über die kommenden Jahre kontinuierlich ab. Im Jahr 2022 wurden lediglich EUR 5 Mio. (18 Geschäftsfälle) an neuen COVID-19-Maßnahmen (Überbrückungsfinanzierungen oder freiwillige Stundungen) vergeben.
Notes231
Aus dem Kreditportfolio der bisher ausgelaufenen Stundungen und Überbrückungsfinanzierungen entstand im Jahr 2022 kein wesentlicher Auftrieb der Risikokosten.
Nachhaltigkeit und ESG-Faktoren im Kreditrisiko
Die Bewertung der Risikopositionen hinsichtlich ESG-
Relevanz erfolgt in der RLB NÖ-Wien mittels eines externes Scoring Tools. Mit diesem Tool wird eine Klassifizierung jedes Geschäfts nach den Kriterien E (Environmental), S (Social) und G (Governance) vorgenommen und im Rahmen eines ESG-
Scorings ein, dem Geschäft entsprenchender Score, zugewiesen. Jeder dieser Scores wird entsprechend seiner Bedeutung im
jeweiligen Ratingschema gewichtet, um einen gesamthaften ESG-Score je Kredit/Wertpapier zu erhalten. Die Skala für die Einteilung dieser Scores ist von Stufe AAA, welche dem besten Score und somit einem sehr niedrigen ESG-Risiko entspricht, bis zur Stufe C, die die schlechtest mögliche Einstufung
darstellt. Die Bewertung der ESG-Situation von Krediten und Wertpapieren wird im Rahmen der Kreditentscheidung sowie Wertpapierankaufsentscheidung miteinbezogen, derzeit noch in qualitativer Form und nach vollständiger Scoringsystemumsetzung mittels ESG-Score. Nachhaltigkeitsrisiken sind für die RLB NÖ-Wien wesentlicher Risikobestandteil in der zentralen Banksteuerung, weswegen die Umsetzung entsprechender Einstufungs- und Analysemodelle und Prozesse mit Hochdruck verfolgt wird. In der Nachhaltigkeitsstrategie
definierte Zielvorgaben tragen zu einer schrittweisen Transformation in Richtung eines nachhaltigen Kreditportfolios bei.
Unterstützt wird dieses Ziel durch die Entscheidung der RLB NÖ-Wien sich dem PCAF-Standard (Partnership for Carbon Accounting Financials) durch Unterzeichnung des Comitment Letter PCAF zu unterwerfen.
Kreditrisikocontrolling
Für das Kreditrisikocontrolling ist die Abteilung
Modelle & Analytik (Gruppe Kreditrisikoanalyse) zuständig. Zu diesem Zwecke werden regelmäßige Berichte und ad-hoc Analysen erstellt. Die Berichte zeigen das kreditrisikobehaftete
Geschäft in verschiedensten Darstellungen. Das Kreditrisikoreporting zeigt neben den Bestandsdaten auch Veränderungen des Portfolios und bildet in Verbindung mit den Ergebnissen der RTFA die Basis für entsprechende Steuerungsimpulse und Maßnahmen.
Die Kreditrisikomessung erfolgt durch die Berechnung sowohl des erwarteten als auch des unerwarteten Verlusts. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt auf Basis validierter
Risikoparameter und bildet die Grundlage für die Standardrisikokosten, welche für die Vorkalkulation bzw. die Nachkalkulation (Management-Erfolgsrechnung) verwendet werden.
Damit wird ein risikoadjustiertes Pricing sichergestellt.
Der unerwartete Verlust (ökonomisches Kapital) im Kreditrisiko wird auf Gesamtportfolioebene mittels eines internen Portfoliomodells ermittelt und gesteuert. Die Credit Value at Risk-Berechnung erfolgt in der RLB NÖ-Wien mittels eines Marktwertmodells. Die Verlustverteilung wird mittels Monte-Carlo-Simulation generiert. Die verwendeten Risikoparameter sind konsistent mit der Berechnung des erwarteten Verlusts. Das ökonomische Kapital als Differenzbetrag zwischen Credit Value at Risk und Expected Loss fließt in die RTFA für die
Szenarien Extrem- und Liquidationsfall (95% sowie 99,9% Konfidenzniveau) ein. Die RLB NÖ-Wien legt ihren Berechnungen des ökonomischen Kapitals im Rahmen der RTFA
einen Risikohorizont von einem Jahr zu Grunde. Des Weiteren wird das Länderrisiko explizit unter Berücksichtigung des Länderratings quantifiziert und im Rahmen der RTFA
gesondert gesteuert. Zusätzlich zur Standard-Berechnung des unerwarteten Verlusts werden Sensitivitätsanalysen und Stressszenarien berechnet und analysiert. Die RLB NÖ-Wien
verwendet für das Kreditportfoliomodell institutseigene Risikoparameter, die jährlich validiert werden. Mittels interner Modelle werden Änderungen in den makroökonomischen Faktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf die Risikoparameter analysiert bzw. simuliert.
Das nachfolgend dargestellte Kreditexposure wird aus folgenden kreditrisikobehafteten Bilanzposten übergeleitet:
232Notes
  • Kassabestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
  • Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
  • Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgswirksam zum Fair Value bewertet
  • Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
  • Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
  • Derivate – Hedge Accounting
  • Eventualverbindlichkeiten
  • Kreditzusagen
Das Kreditexposure entspricht dem Bruttobetrag ohne Berücksichtigung von Risikovorsorgen oder Sicherheiten und stellt
somit den maximalen Forderungswert dar. Darin enthalten sind sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kreditexposures (Derivate, Eventualverpflichtungen und Kreditzusagen) vor Anwendung von Gewichtungsfaktoren. Dieser Forderungsbegriff wird auch – sofern nicht explizit anders angegeben – in den nachfolgenden Tabellen des Risikoberichts verwendet.

Notes233
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzposten zum Kreditexposure. Das Kreditexposure wird im Gegensatz zu den Bilanzposten brutto (ohne Abzug von Risikovorsorgen) dargestellt.
in TEUR
 
 
2022
 
2021
Bilanzposten
Notes
Bilanz-
posten
Kredit-
exposure
Bilanz-
posten
Kredit-
exposure
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
(11)
2.504.570
2.450.184
5.188.041
5.138.845
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
(12)
674.177
623.462
542.368
542.368
Derivate
(12)
400.943
400.943
309.519
309.519
Eigenkapitalinstrumente
(12)
50.715
0
0
0
Schuldverschreibungen
(12)
222.519
222.519
232.849
232.849
Forderungen an Kreditinstitute
(12)
155.702
155.702
139.618
139.618
Forderungen an Kunden
(12)
66.817
66.817
93.231
93.231
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
(13)
127.782
113.696
130.502
121.005
Eigenkapitalinstrumente
(13)
14.086
0
9.497
0
Schuldverschreibungen
(13)
834
834
989
989
Forderungen an Kreditinstitute
(13)
834
834
989
989
Kredite und Darlehen
(13)
112.862
112.862
120.016
120.016
Forderungen an Kunden
(13)
112.862
112.862
120.016
120.016
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
(14)
19.110
0
19.577
0
Eigenkapitalinstrumente
(14)
19.110
0
19.577
0
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
(15)
23.030.143
23.231.659
20.138.284
20.333.259
Schuldverschreibungen
(15)
4.118.147
4.119.591
3.636.067
3.638.920
Forderungen an Kreditinstitute
(15)
1.326.662
1.327.424
1.156.551
1.157.255
Forderungen an Kunden
(15)
2.791.485
2.792.167
2.479.515
2.481.665
Kredite und Darlehen
(15)
18.899.234
19.099.306
16.490.117
16.682.240
Forderungen an Kreditinstitute
(15)
4.008.682
4.013.146
2.986.534
2.989.710
Forderungen an Kunden
(15)
14.890.552
15.086.160
13.503.583
13.692.530
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(15)
12.762
12.762
12.100
12.100
Derivate - Hedge Accounting
(17)
679.100
679.100
315.002
315.002
Eventualverpflichtungen
(41)
622.347
630.170
530.962
542.115
Kreditzusagen
(41)
3.567.682
3.575.588
4.126.606
4.135.465
Gesamt
 
31.224.911
31.303.860
30.991.342
31.128.060
234Notes
Die detaillierte Analyse des Kreditportfolios erfolgt durch die Unterteilung in Ratingstufen. Das Kundenrating erfolgt dabei für die unterschiedlichen Forderungsklassen getrennt. Für die Bonitätsbeurteilung werden dafür jeweils interne Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringmodelle) eingesetzt, die auch zentral validiert werden.
Nachfolgend wird die Ausfallsrisikokonzentration des Kreditportfolios auf die Expected Credit Loss Berechnung (gemäß IFRS 7.35M) dargestellt.
in TEUR
2022
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
1.953.277
1.924.787
26.499
0
0
0
1.991
842.324
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
7.129.342
7.063.823
63.912
0
0
0
1.607
1.164.948
1,5 Sehr gute Bonität
13.055.415
12.511.106
474.953
0
0
0
69.356
3.971.638
2,0 Gute Bonität
5.256.215
4.255.295
995.705
0
0
0
5.214
3.387.083
2,5 Durchschnittliche
Bonität
2.254.223
1.313.888
939.250
0
0
0
1.086
1.584.891
3,0 Mäßige Bonität
868.075
340.705
507.995
0
0
0
19.375
741.706
3,5 Schwache Bonität
228.489
58.844
169.336
0
0
0
309
192.405
4,0 Sehr schwache
Bonität
87.296
11.549
75.704
0
0
0
43
48.846
4,5 Ausfallsgefährdet
85.420
1.539
83.718
0
0
0
163
68.772
D Ausfall
326.714
2
153
194.784
87.597
42.578
1.600
90.834
Nicht geratet
59.394
8.866
38.410
0
0
0
12.118
3.969
Bruttoexposure
31.303.860
27.490.404
3.375.635
194.784
87.597
42.578
112.862
12.097.416
Risikovorsorge
218.363
25.171
38.238
104.964
47.174
2.816
0
0
Nettoexposure
31.085.497
27.465.233
3.337.397
89.819
40.424
39.761
112.862
12.097.416
Notes235
in TEUR
2021
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
1.164.992
1.136.675
26.870
0
0
0
1.447
545.717
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
9.785.216
9.726.693
54.583
0
0
0
3.939
1.255.253
1,5 Sehr gute Bonität
9.946.087
9.584.750
352.695
0
0
0
8.642
2.781.463
2,0 Gute Bonität
5.782.749
4.481.521
1.227.102
0
0
0
74.126
3.611.207
2,5 Durchschnittliche
Bonität
2.645.041
1.454.493
1.188.815
0
0
0
1.733
1.742.944
3,0 Mäßige Bonität
1.075.524
546.664
503.550
0
0
0
25.309
786.365
3,5 Schwache Bonität
162.120
36.852
125.177
0
0
0
91
110.576
4,0 Sehr schwache
Bonität
54.095
13.929
40.143
0
0
0
23
40.212
4,5 Ausfallsgefährdet
97.302
10.083
87.040
0
0
0
179
59.950
D Ausfall
300.204
19.834
333
139.538
95.212
40.760
4.527
97.081
Nicht geratet
114.731
57.550
57.181
0
0
0
0
67.742
Bruttoexposure
31.128.060
27.069.043
3.663.490
139.538
95.212
40.760
120.016
11.098.509
Risikovorsorge
216.787
31.247
43.912
78.748
59.967
2.913
0
0
Nettoexposure
30.911.273
27.037.796
3.619.577
60.791
35.245
37.847
120.016
11.098.509
Die Aufteilung der Forderungen erfolgt in den folgenden
Tabellen gemäß Art. 112 CRR und teilt das Kreditportfolio in folgende Gruppen ein: Unternehmen (Firmenkunden), Retailkunden (Privatkunden und Klein- und Mittelbetriebe), Kreditinstitute und Öffentlicher Sektor (Staaten und öffentliche Stellen).

236Notes
Kreditportfolio – Unternehmen
Das Unternehmensportfolio wird mittels Firmenkundenratingmodell geratet. Dieses berücksichtigt sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren. Das Ratingmodell ist auf statistischer Basis erstellt und wird zumindest einmal jährlich validiert. Innerhalb des Unternehmenssegments sind auch
Projektfinanzierungen integriert. Diese Kunden werden mittels eines eigenen Projektratings geratet. Diese Ratings werden ebenfalls auf die Ausfallswahrscheinlichkeiten der Unternehmen gemappt.
In den folgenden Tabellen wird das Kreditexposure der Unternehmen nach den neun Performing Ratingklassen 0,5 - 4,5 bzw. der Ausfallsklasse D dargestellt. Die Sicherheitenwerte werden nach internen Haircuts dargestellt:
in TEUR
2022
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
240.158
227.943
12.144
0
0
0
71
124.865
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
1.710.925
1.668.052
42.873
0
0
0
0
738.791
1,5 Sehr gute Bonität
5.602.792
5.100.903
434.229
0
0
0
67.660
3.461.639
2,0 Gute Bonität
4.297.981
3.360.955
933.359
0
0
0
3.667
2.996.624
2,5 Durchschnittliche
Bonität
1.404.779
648.625
755.651
0
0
0
503
1.071.073
3,0 Mäßige Bonität
733.595
260.471
454.029
0
0
0
19.095
656.819
3,5 Schwache Bonität
170.803
32.671
138.123
0
0
0
9
153.860
4,0 Sehr schwache
Bonität
50.301
7.967
42.333
0
0
0
0
23.576
4,5 Ausfallsgefährdet
41.006
890
40.116
0
0
0
0
34.032
D Ausfall
228.858
0
0
183.143
3.190
40.962
1.563
59.584
Nicht geratet
57.267
7.660
37.489
0
0
0
12.118
3.873
Bruttoexposure
14.538.464
11.316.139
2.890.345
183.143
3.190
40.962
104.685
9.324.736
Risikovorsorge
155.571
15.504
32.794
103.421
1.639
2.214
0
0
Nettoexposure
14.382.894
11.300.635
2.857.552
79.723
1.551
38.748
104.685
9.324.736
Notes237
in TEUR
2021
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
160.341
149.557
10.784
0
0
0
0
104.986
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
1.302.644
1.273.881
26.916
0
0
0
1.847
785.197
1,5 Sehr gute Bonität
3.935.171
3.622.652
305.911
0
0
0
6.608
2.377.890
2,0 Gute Bonität
5.000.743
3.788.303
1.140.462
0
0
0
71.978
3.214.788
2,5 Durchschnittliche
Bonität
1.835.921
792.549
1.042.806
0
0
0
566
1.330.585
3,0 Mäßige Bonität
751.909
281.115
445.908
0
0
0
24.886
700.183
3,5 Schwache Bonität
103.224
12.848
90.377
0
0
0
0
73.823
4,0 Sehr schwache
Bonität
27.528
8.489
19.039
0
0
0
0
20.155
4,5 Ausfallsgefährdet
52.167
1.666
50.491
0
0
0
10
24.827
D Ausfall
189.498
5.181
0
137.085
4.089
38.809
4.333
68.393
Nicht geratet
113.348
56.723
56.625
0
0
0
0
67.720
Bruttoexposure
13.472.495
9.992.964
3.189.318
137.085
4.089
38.809
110.228
8.768.546
Risikovorsorge
138.058
19.571
36.968
77.695
1.486
2.338
0
0
Nettoexposure
13.334.437
9.973.393
3.152.350
59.391
2.603
36.471
110.228
8.768.546

238Notes
Nachfolgend wird das Unternehmensportfolio nach Branchenzugehörigkeit dargestellt:
in TEUR
Branchen
2022
in %
2021
in %
Grundstücks- und Wohnungswesen
5.842.813
40,2
5.093.606
37,8
Herstellung von Waren
2.369.090
16,3
2.247.131
16,7
Bau
1.277.135
8,8
1.227.440
9,1
Handel
1.181.536
8,1
1.082.759
8,0
Beherbergung und Gastronomie
706.022
4,9
842.512
6,3
Finanz- und Versicherungsleistungen
541.985
3,7
546.422
4,1
Energieversorgung
456.459
3,1
360.978
2,7
Freiberufliche/techn. Dienstleistungen
378.781
2,6
330.799
2,5
Gesundheits- und Sozialwesen
322.195
2,2
362.104
2,7
Sonst. wirtschaftl. Dienstleistungen
259.318
1,8
269.604
2,0
Verkehr
212.544
1,5
215.269
1,6
Kunst, Unterhaltung und Erholung
165.090
1,1
96.315
0,7
unselbstständig Erwerbstätige
164.635
1,1
144.984
1,1
Information und Kommunikation
161.417
1,1
165.391
1,2
Wasserversorgung und Abfallentsorgung
141.283
1,0
127.744
0,9
Rest
358.160
2,5
359.439
2,7
Gesamt
14.538.464
100,0
13.472.495
100,0
Innerhalb der Branchenkategorie Grundstücks- und
Wohnungswesen wurde der größte Anteil in Wohnbau (gefördert und frei finanziert) investiert. Die RLB NÖ-Wien hat durch den Geschäftsschwerpunkt Immobilienfinanzierung einerseits die interne Organisation (inkl. Risikomanagement) auf dieses Geschäftsfeld angepasst und andererseits wird diese Konzentration gesondert beobachtet.

Notes239
In folgender Tabelle wird das Unternehmensportfolio nach Regionen dargestellt:
in TEUR
Land/Region
2022
in %
2021
in %
Österreich
12.130.523
83,4
11.451.609
85,0
EU
2.244.974
15,4
1.745.119
13,0
Nicht EU
162.968
1,1
275.767
2,0
Gesamt
14.538.464
100,0
13.472.495
100,0
Der überwiegende Teil des Exposures gegenüber Unternehmen wird mit Firmenkunden in Österreich generiert. Ergänzt wird das Unternehmensportfolio mit Auslandsengagements hauptsächlich im EU-Raum (insbesondere in Deutschland und
Tschechien).
Kreditportfolio – Retailkunden
Das Retailportfolio setzt sich aus Privatkunden bzw. Klein- und Mittelbetrieben zusammen. Klein- und Mittelbetriebe werden mittels Firmenkundenrating eingestuft. Die Privatkunden
werden über ein statistisches Scoringverfahren bewertet,
welches sowohl eine Antrags- als auch eine Verhaltenskomponente beinhaltet. Alle Ratingmodelle wurden auf statistischer Basis erstellt und werden zumindest einmal jährlich validiert.

240Notes
In den folgenden Tabellen wird das Kreditexposure der Retailkunden nach den einzelnen Ratingstufen dargestellt. Die Sicherheitenwerte werden nach internen Haircuts dargestellt:
in TEUR
2022
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
637.441
621.165
14.356
0
0
0
1.920
461.322
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
458.714
436.161
21.039
0
0
0
1.514
322.604
1,5 Sehr gute Bonität
653.511
618.841
32.973
0
0
0
1.696
470.919
2,0 Gute Bonität
521.946
461.122
59.277
0
0
0
1.547
380.064
2,5 Durchschnittliche
Bonität
686.317
502.135
183.599
0
0
0
583
513.817
3,0 Mäßige Bonität
132.070
77.823
53.966
0
0
0
281
84.887
3,5 Schwache Bonität
55.007
23.494
31.213
0
0
0
300
38.313
4,0 Sehr schwache
Bonität
36.935
3.582
33.310
0
0
0
43
25.266
4,5 Ausfallsgefährdet
44.414
649
43.603
0
0
0
163
34.740
D Ausfall
89.054
2
152
2.839
84.407
1.616
37
31.249
Nicht geratet
2.127
1.206
922
0
0
0
0
96
Bruttoexposure
3.317.536
2.746.181
474.409
2.839
84.407
1.616
8.084
2.363.279
Risikovorsorge
55.709
3.273
5.425
874
45.535
603
0
0
Nettoexposure
3.261.826
2.742.908
468.984
1.965
38.872
1.013
8.084
2.363.279
Notes241
in TEUR
2021
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
488.166
470.633
16.086
0
0
0
1.447
326.368
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
538.873
511.401
25.491
0
0
0
1.981
371.262
1,5 Sehr gute Bonität
562.579
514.119
46.426
0
0
0
2.034
389.921
2,0 Gute Bonität
567.079
481.275
83.656
0
0
0
2.148
396.420
2,5 Durchschnittliche
Bonität
594.674
450.589
142.918
0
0
0
1.167
412.359
3,0 Mäßige Bonität
145.339
87.273
57.642
0
0
0
424
86.176
3,5 Schwache Bonität
55.423
20.531
34.801
0
0
0
91
36.754
4,0 Sehr schwache
Bonität
26.567
5.440
21.104
0
0
0
23
20.057
4,5 Ausfallsgefährdet
45.135
8.417
36.549
0
0
0
169
35.122
D Ausfall
101.904
6.521
333
1.783
91.123
1.951
193
28.688
Nicht geratet
1.381
827
554
0
0
0
0
22
Bruttoexposure
3.127.120
2.557.028
465.560
1.783
91.123
1.951
9.676
2.103.148
Risikovorsorge
70.779
4.435
6.905
383
58.481
575
0
0
Nettoexposure
3.056.342
2.552.593
458.655
1.400
32.641
1.376
9.676
2.103.148
Das Retailportfolio teilt sich in Klein- und Mittelbetriebe sowie Privatkunden wie folgt:
in TEUR
Segment
2022
in %
2021
in %
Privatkunden
2.394.083
72,2
2.163.748
69,2
Klein- und Mittelbetriebe
923.453
27,8
963.373
30,8
Gesamt
3.317.536
100,0
3.127.120
100,0

242Notes
Den Anteil an Fremdwährungsfinanzierungen innerhalb der Kundengruppe Retailkunden zeigt die nachfolgende Darstellung:
in TEUR
Währung
2022
in %
2021
in %
Euro
3.240.246
97,7
3.036.398
97,1
Schweizer Franken
72.633
2,2
83.356
2,7
Japanische Yen
2.250
0,1
3.494
0,1
US Dollar
1.996
0,1
2.331
0,1
Tschechische Kronen
290
0,0
1.542
0,0
Andere Fremdwährungen
121
0,0
0
0,0
Gesamt
3.317.536
100,0
3.127.120
100,0
Fremdwährungskredite in Schweizer Franken reduzierten sich im laufenden Jahr um weitere TEUR 10.723. Neukredite in Fremdwährungen an Verbraucher werden nur mehr in Einzelfällen vergeben. Das Fremdwährungsrisiko bzw. das Risiko aus Tilgungsträgerkrediten wird in der RLB NÖ-Wien besonders gemonitort.
Kreditportfolio – Kreditinstitute
Das Kreditportfolio gegenüber Kreditinstituten wird mittels
eines extern zugekauften Ratingmodells bewertet. Diese
Ratings werden in einer eigenen Gruppe innerhalb der Abteilung Kreditrisikomanagement (Gruppe Länder- und Bankenanalyse) erstellt und geprüft.

Notes243
In den folgenden Tabellen wird das Kreditexposure der Kreditinstitute nach den einzelnen Ratingstufen dargestellt. Die Sicher-heitenwerte werden nach internen Haircuts dargestellt:
in TEUR
2022
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
361.282
361.282
0
0
0
0
0
256.137
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
2.561.031
2.561.031
0
0
0
0
0
52.732
1,5 Sehr gute Bonität
6.105.318
6.097.568
7.751
0
0
0
0
0
2,0 Gute Bonität
285.132
282.062
3.070
0
0
0
0
9.981
2,5 Durchschnittliche
Bonität
40.164
40.164
0
0
0
0
0
0
3,0 Mäßige Bonität
2.398
2.398
0
0
0
0
0
0
3,5 Schwache Bonität
2.679
2.679
0
0
0
0
0
231
4,0 Sehr schwache
Bonität
0
0
0
0
0
0
0
0
4,5 Ausfallsgefährdet
0
0
0
0
0
0
0
0
D Ausfall
8.802
0
0
8.802
0
0
0
0
Nicht geratet
0
0
0
0
0
0
0
0
Bruttoexposure
9.366.806
9.347.184
10.821
8.802
0
0
0
319.081
Risikovorsorge
6.437
5.747
20
670
0
0
0
0
Nettoexposure
9.360.369
9.341.437
10.801
8.132
0
0
0
319.081
244Notes
in TEUR
2021
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
204.716
204.716
0
0
0
0
0
114.364
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
2.647.900
2.647.900
0
0
0
0
0
49.674
1,5 Sehr gute Bonität
4.594.243
4.594.243
0
0
0
0
0
0
2,0 Gute Bonität
198.572
198.572
0
0
0
0
0
0
2,5 Durchschnittliche
Bonität
109.554
106.462
3.092
0
0
0
0
0
3,0 Mäßige Bonität
9.035
9.035
0
0
0
0
0
0
3,5 Schwache Bonität
3.473
3.473
0
0
0
0
0
0
4,0 Sehr schwache
Bonität
0
0
0
0
0
0
0
0
4,5 Ausfallsgefährdet
0
0
0
0
0
0
0
0
D Ausfall
8.802
8.132
0
670
0
0
0
0
Nicht geratet
3
0
3
0
0
0
0
0
Bruttoexposure
7.776.297
7.772.532
3.095
670
0
0
0
164.038
Risikovorsorge
5.636
4.942
24
670
0
0
0
0
Nettoexposure
7.770.661
7.767.591
3.070
0
0
0
0
164.038
Die große Konzentration in der Bonitätsklassen 1 und 1,5 sind hauptsächlich durch den dreistufigen Aufbau des Raiffeisensektors und des damit verbundenen Liquiditätszugs verursacht. Enthalten sind in diesen Bonitätsstufen im Wesentlichen RBI sowie Ausleihungen an niederösterreichische Raiffeisen-
banken.

Notes245
Die Verteilung des Kreditexposures bei Kreditinstituten nach Ländern zeigt folgendes Bild:
in TEUR
Top 5 Länder
2022
in %
2021
in %
Österreich
7.331.795
78,3
6.354.520
81,7
Deutschland
1.318.878
14,1
570.827
7,3
Frankreich
167.815
1,8
284.876
3,7
Niederlande
117.718
1,3
101.482
1,3
Spanien
82.538
0,9
84.842
1,1
EU Rest
202.362
2,2
179.373
2,3
Nicht EU Rest
145.698
1,6
200.377
2,6
Gesamt
9.366.806
100,0
7.776.297
100,0
Weitere Erläuterungen zu Länderexposures sind im Kapitel „Länderrisiko“ dargestellt.
Kreditportfolio – öffentlicher Sektor
Das Kreditportfolio gegenüber Staaten und öffentlichen Stellen wird mittels eines extern zugekauften Ratingmodell bewertet. Diese Ratings werden in einer eigenen Gruppe innerhalb der Abteilung Kreditrisikomanagement (Gruppe Länder- und Bankenanalyse) erstellt und geprüft.
Inländische Bundesländer und Gemeinden werden ebenfalls in der Abteilung Kreditrisikomanagement bewertet.
Gemeinden werden über ein teilweise expertenbasiertes
Ratingmodell bewertet, welches Informationen über den Jahresabschluss der Gemeinde sowie qualitative Fragen beinhaltet. Die Ratings werden auf die Ausfallswahrscheinlichkeiten des Sovereign-Ratings gemappt, um Vergleichbarkeit sicherzu-
stellen.

246Notes
In den folgenden Tabellen wird das Kreditexposure gegenüber öffentlichen Stellen in den einzelnen Ratingstufen dargestellt. Die Sicherheitenwerte werden nach internen Haircuts dargestellt:
in TEUR
2022
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
714.397
714.397
0
0
0
0
0
0
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
2.398.671
2.398.579
0
0
0
0
93
50.821
1,5 Sehr gute Bonität
693.794
693.794
0
0
0
0
0
39.080
2,0 Gute Bonität
151.156
151.156
0
0
0
0
0
414
2,5 Durchschnittliche
Bonität
122.963
122.963
0
0
0
0
0
0
3,0 Mäßige Bonität
13
13
0
0
0
0
0
0
3,5 Schwache Bonität
0
0
0
0
0
0
0
0
4,0 Sehr schwache
Bonität
60
0
60
0
0
0
0
5
4,5 Ausfallsgefährdet
0
0
0
0
0
0
0
0
D Ausfall
0
0
0
0
0
0
0
0
Nicht geratet
0
0
0
0
0
0
0
0
Bruttoexposure
4.081.054
4.080.901
60
0
0
0
93
90.320
Risikovorsorge
647
647
0
0
0
0
0
0
Nettoexposure
4.080.407
4.080.254
60
0
0
0
93
90.320
Notes247
in TEUR
2021
 
Exposure
hv.
Stage 1 Perfor-ming
hv.
Stage 2 Under Perfor-ming
hv.
Stage 3
Credit Impaired
hv. POCI
hv. Fair-Value bewertet
Sicher-
heiten
Internes Rating
 
 
 
signifikant
nicht signifikant
 
 
 
0,5 Risikolos
311.769
311.769
0
0
0
0
0
0
1,0 Ausgezeichnete
Bonität
5.295.798
5.293.511
2.176
0
0
0
111
49.120
1,5 Sehr gute Bonität
854.094
853.736
358
0
0
0
0
13.653
2,0 Gute Bonität
16.354
13.370
2.984
0
0
0
0
0
2,5 Durchschnittliche
Bonität
104.892
104.892
0
0
0
0
0
0
3,0 Mäßige Bonität
169.241
169.241
0
0
0
0
0
5
3,5 Schwache Bonität
0
0
0
0
0
0
0
0
4,0 Sehr schwache
Bonität
0
0
0
0
0
0
0
0
4,5 Ausfallsgefährdet
0
0
0
0
0
0
0
0
D Ausfall
0
0
0
0
0
0
0
0
Nicht geratet
0
0
0
0
0
0
0
0
Bruttoexposure
6.752.148
6.746.519
5.517
0
0
0
111
62.778
Risikovorsorge
2.315
2.300
15
0
0
0
0
0
Nettoexposure
6.749.833
6.744.220
5.502
0
0
0
111
62.778
Die hohe Konzentration auf Bonitätsstufe 1 ergibt sich hauptsächlich durch die Republik Österreich und den dazuge-
hörigen Ländern und Gemeinden.

248Notes
Die Verteilung des Kreditexposures im öffentlichen Sektor nach Ländern zeigt folgendes Bild:
in TEUR
Top 5 Länder
2022
in %
2021
in %
Österreich
2.126.954
52,1
4.779.795
70,8
Supranationale Organisationen
558.740
13,7
343.550
5,1
Deutschland
551.505
13,5
113.500
1,7
Finnland
163.598
4,0
297.457
4,4
Frankreich
156.172
3,8
228.613
3,4
EU Rest
441.203
10,8
906.287
13,4
Nicht EU
82.882
2,0
82.947
1,2
Gesamt
4.081.054
100,0
6.752.148
100,0
Der starke Rückgang in Österreich ist auf eine Reduktion der Liquidität bei der OeNB zurückzuführen. Weitere Erläuterungen zu Länderexposures sind im Kapitel „Länderrisiko“ dargestellt.
Problemkredite
Das Problemkreditportfolio wird laufend überwacht. Die
Gestion der Problemkredite erfolgt grundsätzlich im Bereich Sanierung innerhalb der Geschäftsgruppe Risikomanagement/Rechnungswesen. Es erfolgt innerhalb des Bereichs eine Trennung zwischen Betreuung von Sanierungsfällen und
Abwicklungsfällen. Unterstützung erhalten sie in rechtlichen Themen durch die hausinterne Rechtsabteilung bzw. durch
Beiziehung von externen Experten. Die Mitarbeiter der
Sanierungs- und Abwicklungseinheiten sind speziell geschult und erfahren in der Sanierung bzw. Abwicklung von problembehafteten Kreditengagements. Sie wirken maßgeblich an der Darstellung und Analyse sowie der Bildung etwaiger Risikovorsorgen (Abschreibungen, Wertberichtigungen oder Rückstellungen) mit und können durch die frühzeitige Einbindung in der Regel eine Reduktion der Verluste aus Problemkrediten erzielen. Im Geschäftsjahr 2022 wurden EUR 4,5 Mio. (2021: 4,5 Mio.) an Forderungen abgeschrieben, die noch einer Vollstreckungsmaßnahme unterliegen.

Notes249
Für die Einschätzung der Einbringlichkeit von Forderungen ist die Dauer des Zahlungsverzugs von wesentlicher Bedeutung. Die folgenden Tabellen stellen das Volumen der überfälligen Forderungen nach den einzelnen Kundengruppen für die unterschiedlichen Laufzeitbänder dar:
2022
in TEUR
Nicht überfällig
Überfällig
Gesamt
Forderungs-klassen
 
bis 31 Tage
31 bis 90 Tage
91 bis 180 Tage
181 bis 360 Tage
über 360 Tage
 
Kreditinstitute
9.366.806
0
0
0
0
0
9.366.806
Unternehmen
14.233.500
191.291
9.718
5.656
37.394
60.907
14.538.464
Retailkunden
3.219.560
39.788
7.324
4.168
9.283
37.412
3.317.536
Öffentlicher Sektor
4.081.054
0
0
0
0
0
4.081.054
Gesamt
30.900.919
231.079
17.042
9.824
46.676
98.319
31.303.860
2021
in TEUR
Nicht überfällig
Überfällig
Gesamt
Forderungs-klassen
 
bis 31 Tage
31 bis 90 Tage
91 bis 180 Tage
181 bis 360 Tage
über 360 Tage
 
Kreditinstitute
7.776.297
0
0
0
0
0
7.776.297
Unternehmen
13.205.773
179.642
9.318
3.843
6.124
67.794
13.472.495
Retailkunden
2.910.339
143.795
8.046
2.608
5.311
57.022
3.127.120
Öffentlicher Sektor
6.752.148
0
0
0
0
0
6.752.148
Gesamt
30.644.557
323.437
17.364
6.451
11.435
124.816
31.128.060

250Notes
In der folgenden Darstellung werden alle Forderungen, welche mindestens einen Tag überfällig sind, aber keine Stage 3 Risikovorsorge haben, dargestellt. Die Überfälligkeit nach aufsichtsrechtlichen Default Kriterien beginnt ab dem 91. Tag.
Insgesamt ist ein Gesamtexposure i.H.v. EUR 226,2 Mio. bis inklusive 90 Tage überfällig, nicht im Default und daher der Stage 1 oder Stage 2 zugeordnet. Ein Kreditexposure i.H.v. EUR 2,0 Mio. ist mit mehr als 90 Tagen überfällig (somit im Default und Stage 3) und nicht wertberichtigt (VJ: 3,3 Mio.).
in TEUR
bis 90 Tage
91 bis 180 Tage
181 bis 360 Tage
über 360 Tage
Forderungsklassen
2022
2021
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Kreditinstitute
0
0
0
0
0
0
0
0
Unternehmen
187.402
168.664
239
0
0
0
0
772
Retailkunden
38.784
143.383
322
513
193
154
1.203
1.834
Öffentlicher Sektor
0
0
0
0
0
0
0
0
Gesamt
226.186
312.047
561
513
193
154
1.203
2.605
Die nachfolgenden Tabellen zeigen das notleidende Exposure in Relation zum Gesamtexposure (1. Spalte) nach der gültigen Definition gemäß Art 47a CRR. Sie umfasst das nicht ausgefallene und das ausgefallene Exposure.
2022
in TEUR
Kredit-
exposure
Non Performing
Forderungs-klassen
 
Betrag
Risiko-vorsorge
Sicherheiten
NPE Ratio
in %
Coverage Ratio I
in %
Coverage Ratio II
in %
Kreditinstitute
7.550.970
670
670
0
0,0
100,0
100,0
Unternehmen
11.699.464
212.781
102.297
49.990
1,8
48,1
71,6
Retailkunden
2.903.243
84.817
45.160
28.416
2,9
53,2
86,7
Öffentlicher
Sektor
3.629.101
0
0
0
0,0
0,0
0,0
Gesamt
25.782.778
298.268
148.127
78.406
1,2
49,7
75,9
Notes251
2021
in TEUR
Kredit-
exposure
Non Performing
Forderungs-klassen
 
Betrag
Risiko-vorsorge
Sicherheiten
NPE Ratio
in %
Coverage Ratio I
in %
Coverage Ratio II
in %
Kreditinstitute
6.486.185
670
670
0
0,0
100,0
100,0
Unternehmen
10.528.025
171.198
78.107
54.200
1,6
45,6
77,3
Retailkunden
2.695.275
96.632
57.181
25.240
3,6
59,2
85,3
Öffentlicher
Sektor
5.871.525
0
0
0
0,0
0,0
0,0
Gesamt
25.581.010
268.500
135.958
79.441
1,0
50,6
80,2
Die NPE Quote, berechnet analog zum EBA Risk Indikator AQT_3.1, beträgt zum 31. Dezember 2022 1,2% (VJ: 1,0%). Die Coverage Ratio I ist definiert als Stage 3 Risikovorsorge, bezogen auf bilanzielle Non Performing Kreditexposures im Verhältnis zu den bilanziellen Non Performing Kreditexposures und die Coverage Ratio II als Stage 3 Risikovorsorge plus
Sicherheiten (nach Haircuts) bezogen auf bilanzielle Non Performing Kreditexposures zu den bilanziellen Non Performing Kreditexposures. Die Coverage Ratio I beträgt 49,7% (VJ: 50,6%) bzw. die Coverage Ratio II beträgt 75,9% (VJ: 80,2%).
Die analog zum EBA Risk Indikator AQT_3.2 berechnete NPL-Quote beträgt zum 31. Dezember 2022 1,4% (VJ: 1,2%).
in TEUR
 
Kreditexposure
 
NPL
NPL Ratio in %
 
2022
2021
2022
2021
2022
2021
Gesamt
21.662.352
21.941.101
298.268
268.500
1,4
1,2
Die RLB NÖ-Wien hat Prozesse eingerichtet, um Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig zu erkennen sowie Kredite mit positivem Ausblick zu restrukturieren. Restrukturierte Forderungen gelten als „Performing“, solange diese Restrukturierung nicht auf Grund der Bonität des Kunden vollzogen wird. Nicht bonitätsbedingte Vertragsmodifizierungen erhalten keine Forbearance Kennzeichnung. Führen Umschuldungsmaßnahmen zu einer Schuldennachsicht bzw. wird ein wirtschaftlicher Verlust erwartet, so werden diese Kreditnehmer als ausgefallen – „Non Performing“ – eingestuft. Alle Restrukturierungen aus Bonitätsgründen werden im System als solche gekennzeichnet. Diese Forderungen werden mit einem Forbearance-Flag
gekennzeichnet und laufend überwacht. Die Bank hält sich
dabei vollinhaltlich an die Vorgaben der Art 47a CRR.

252Notes
Die folgenden Tabellen zeigen den Anteil an bonitätsbedingten Restrukturierungen (foreborne Portfolio) nach Kundengruppen
sowohl innerhalb des Performing- aber auch innerhalb des Non Performing Exposures. Zusätzlich werden die Risikovorsorgen dargestellt.
2022
in TEUR
Gesamt-Exposure
Performing
Non Performing
Summe foreborne
Forderungsklassen
 
Exposure
hv. foreborne
Risiko-
vorsorge
Stage 1 / 2
Exposure
hv. foreborne
Risiko-
vorsorge
Stage 3
 
Kreditinstitute
9.366.806
9.358.004
0
5.767
8.802
0
670
0
Unternehmen
14.538.464
14.315.687
507.804
48.298
222.778
127.438
107.273
635.241
Retailkunden
3.317.536
3.228.975
119.804
8.697
88.561
30.796
47.012
150.600
Öffentlicher Sektor
4.081.054
4.081.054
0
647
0
0
0
0
Gesamt
31.303.860
30.983.719
627.607
63.409
320.141
158.234
154.955
785.842
2021
in TEUR
Gesamt-Exposure
Performing
Non Performing
Summe foreborne
Forderungsklassen
 
Exposure
hv. foreborne
Risiko-
vorsorge
Stage 1 / 2
Exposure
hv. foreborne
Risiko-
vorsorge
Stage 3
 
Kreditinstitute
7.776.297
7.767.495
0
4.966
8.802
0
670
0
Unternehmen
13.472.495
13.282.997
660.049
56.539
189.498
130.977
81.518
791.026
Retailkunden
3.127.120
3.026.057
192.782
11.339
101.063
32.156
59.439
224.937
Öffentlicher Sektor
6.752.148
6.752.148
358
2.315
0
0
0
358
Gesamt
31.128.060
30.828.697
853.189
75.159
299.363
163.133
141.628
1.016.321
Der Rückgang des foreborne Kreditexposures ist im Wesentlichen auf das Auslaufen von Stundungen zurückzuführen, die im Zuge von COVID-19-Maßnahmen gewährt wurden.
Länderrisiko
Das Länderrisiko umfasst das Transfer- und das Konvertibilitätsrisiko sowie das politische Risiko. Die RLB NÖ-Wien
steuert das Länderrisiko aktiv auf Basis eines umfassenden Länderratings. Dabei werden auf Basis von Länderanalysen einzelnen Ländern Gesamtlimits und für verschiedene
Geschäftsarten Teillimits zugewiesen. Die Überwachung der Länderlimits liegt in der Verantwortung einer eigenen Einheit (Länder- und Bankenanalyse) innerhalb der Abteilung Kredit-risikomanagement.

Notes253
In der folgenden Tabelle ist die Exposureverteilung nach internen Länderratings für das Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt:
in TEUR
Exposure nach internem Rating
2022
in %
2021
in %
0,5 Risikolos
3.398.674
10,9
2.321.499
7,5
1,0 Ausgezeichnete Bonität
26.256.526
83,9
27.264.226
87,6
1,5 Sehr gute Bonität
409.709
1,3
838.926
2,7
2,0 Gute Bonität
795.058
2,5
88.106
0,3
2,5 Durchschnittliche Bonität
410.616
1,3
293.158
0,9
3,0 Mäßige Bonität
5
0,0
303.143
1,0
3,5 Schwache Bonität
5.241
0,0
11.820
0,0
4,0 Sehr schwache Bonität
0
0,0
5.141
0,0
4,5 Ausfallsgefährdet
4.446
0,0
707
0,0
D Ausfall
0
0,0
0
0,0
Nicht geratet
23.585
0,1
1.334
0,0
Gesamt
31.303.860
100,0
31.128.060
100,0
Die Risikokonzentrationen innerhalb der RLB NÖ-Wien werden auch im Rahmen des Länderrisikos betrachtet und durch eigene Länderlinien begrenzt. Die genehmigten Länderlinien befinden sich per Ende 2022 zu 99,1% (VJ: 95,1%) im Investmentgrade Bereich und insgesamt 79,9% (VJ: 86,0%) sind den drei besten Ratingstufen 0,5 bis 1,5 zugeordnet.

254Notes
Die untenstehende Tabelle zeigt die Aufteilung der Kreditexposure für 2022 und 2021. In der Position „Nicht EU“ sind hauptsächlich Top geratete Länder wie beispielsweise Großbritannien, Kanada oder die Schweiz enthalten.
in TEUR
Exposure nach Regionen
2022
in %
2021
in %
Österreich
24.839.406
79,3
25.645.694
82,4
EU
6.058.599
19,4
4.906.674
15,8
Deutschland
2.543.118
8,1
1.204.230
3,9
Frankreich
435.952
1,4
591.231
1,9
Tschechische Republik
362.105
1,2
347.031
1,1
Polen
297.102
0,9
183.730
0,6
EU Rest
2.420.321
7,7
2.580.451
8,3
Nicht EU
405.855
1,3
575.692
1,8
Gesamt
31.303.860
100,0
31.128.060
100,0
Das Länderrisiko wird in der RLB NÖ-Wien im Rahmen der Kreditrisikobewertung der Einzelkunden berücksichtigt. Das Länderrisiko auf Gesamtbankebene wird durch ein auf internen Länderratings basierendes Länderlimitsystem gesteuert und begrenzt. Im Sinne der Sektorzusammenarbeit bedient sich die RLB NÖ-Wien bei der Analyse von Länderrisiken unter anderem der Unterstützung folgender Ressourcen der RBI:
  • Abteilung Analysis FI & Countries
  • Zugang zur Datenbank des Länder- und Banken-Ratingpool
Sicherheitenmanagement
Zur Kreditrisikominderung werden Sicherheiten als ein
wesentlicher Bestandteil der Risikostrategie mit Kunden vereinbart. Zur Reduktion des Risikos werden sowohl Realsicherheiten (Liegenschaften, Barsicherheiten, Wertpapiere usw.) als auch persönliche Sicherheiten in Form von Haftungen vereinbart. Der Sicherheitenwert ist ein wesentlicher Bestandteil der Kreditentscheidung aber auch der laufenden Gestion. Die anerkannten Sicherheiten sind im Sicherheitenkatalog und den dazugehörigen Bewertungsrichtlinien des Konzerns festgelegt. Der Sicherheitenwert errechnet sich dabei anhand einheitlicher Methoden, die zentral durch das Risikomanagement vorgegeben werden. Die Sicherheitenwerte beinhalten interne Haircuts für die Art, Qualität, Verwertungsdauer, Liquidität und Kosten der Verwertung. Diese Haircuts werden regelmäßig validiert und bei Bedarf angepasst. Innerhalb des Bereichs
Risikomanagement Gesamtbank/Konzern ist ein zentrales
Sicherheitenmanagement eingerichtet.

Notes255
Die von Kunden erhaltenen Sicherheiten werden in der folgenden Tabelle mit den internen Sicherheitenwerten (nach Haircuts) dargestellt:
in TEUR
Sicherheitenkategorie
2022
in %
2021
in %
Grundbücherliche Sicherstellung
8.343.098
69,0
7.601.094
68,5
Wertpapiere
45.193
0,4
66.235
0,6
Spar/Giro/Einlagen/Konten
70.541
0,6
142.539
1,3
Versicherungen
73.531
0,6
85.403
0,8
Sonstige Rechte, Forderungen
511.266
4,2
588.421
5,3
Haftungen
3.053.786
25,2
2.614.817
23,6
Gesamt
12.097.416
100,0
11.098.509
100,0
Der größte Teil der Sicherheiten sind Grundpfandrechte. Im Wesentlichen betreffen diese wohnwirtschaftlich oder gewerblich genutzte Objekte. Diese werden regelmäßig durch Mitarbeiter im Risikomanagement bzw. durch externe Gutachter
geschätzt. Der Hauptanteil der Liegenschaften befindet sich im Kernmarktgebiet Wien und Niederösterreich. Die RLB NÖ-Wien kauft keine von Kunden gegebenen Sicherheiten direkt an. Für den Fall, dass Sicherheiten nicht sofort realisiert werden können, hat die Bank Beteiligungsunternehmen, über welche derartige Geschäfte durchgeführt werden. Etwaige Verwertungserlöse aus Sicherheitenverwertungen werden bei der Realisierung mit den entsprechenden Kreditkonten saldiert. Vor Realisierung werden diese entsprechenden Kreditteile als besichert behandelt. Bei finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten mit einem Exposure in Höhe von TEUR 3.101.153 (VJ: 2.125.779) sind keine Kreditverluste
bilanziert worden, da bei diesen Finanzinstrumenten die Sicherheiten das Exposure zu 100% abdecken. Eine generelle Nicht-Berücksichtigung von Sicherheiten bei der ECL Kalkulation führt zu einer Erhöhung der Risikovorsorgen zu finanziellen Vermögenswerten in der Höhe von TEUR 154.515
(VJ: 154.591).
Angaben zu den erwarteten Kreditverlusten
Der 2022 beginnende Russland-Ukraine-Konflikt verursacht ähnliche Probleme bei der Schätzung der Risikovorsorgen, wie sie auch schon während der COVID-19-Pandemie aufgetreten sind. Einzelne Kunden sind unter anderem durch ihre Produktionsstandorte, Lieferketten, Absatzmärkte oder Sanktionen direkt durch den Krieg betroffen oder werden von indirekten Risiken wie der aktuellen Volatilität auf den Energiemärkten und der anhaltenden Unsicherheit bezüglich Energieversorgung getroffen. Diese indirekten Risiken betreffen vor
allem energieintensive Unternehmen und Branchen die hohen wirtschaftlichen Risiken durch Preisschwankungen und Lieferproblemen ausgesetzt sind.
Aus diesem Grund wird per 31. Dezember 2022 je nach Grad der Betroffenheit das zusätzliche Risiko über individuelle Bonitätsanpassungen berücksichtigt. Diese gleicht nach Ansicht des Managements die genannten direkten sowie indirekten Risiken aus, die in der Einzelfall-Bonitätsbeurteilung der betroffenen Kunden nicht eindeutig feststellbar sind.
Wie in der Notesangabe (16) beschrieben, ist davon auszugehen, dass die erwarteten Kreditrisiken aus der COVID-19-Krise nicht unmittelbar zu Verlusten führen, sondern dass die Ausfälle über einen Zeitraum von mehreren Quartalen verteilt zu erwarten sind bzw. nachgeholt werden.
256Notes
Um diesen Abbau der Nachholeffekte abzubilden, werden zwei verschiedene Szenarien betrachtet. Erstens wird wie in den Vorjahren zur Modellierung der möglichen Nachholeffekte die Berechnung der Risikoparameter zeitlich auf den Beginn der
COVID-19-Pandemie zurückversetzt. Die wesentlichen Risikoparameter dazu werden in folgender Tabelle unter „Modifiziert“ angeführt. Die Risikoparameter aus dieser
Prognose werden über acht Quartale jeweils um ein Achtel in der Gewichtung in Relation zu den jeweils aktuellen makroökonomischen Parametern verringert. Zweitens werden die
Risikoparameter mit den aktuellen wirtschaftlichen Szenarien ermittelt und über den Zeitverlauf von acht Quartalen jedes Quartal um ein Achtel stärker gewichtet. Die wesentlichen
Risikoparameter finden sich in folgender Tabelle unter
„Aktuell“. Die finalen Risikoparameter ergeben sich als Summe dieser beiden einzelnen gewichteten Szenarien im Zeitverlauf. Die so gemittelten Risikoparameter dienen in weiterer Folge der Ermittlung der Kreditrisikovorsorgen. Mit Stand 31. Dezember 2022 werden die Nachholeffekt nach 4 Quartalen auf 4/8 reduziert, die aktuellen Szenarien nach 4 Quartalen auf 4/8 erhöht. Mit diesem Verfahren können die Prognosen schrittweise auf die Szenarien der aktuellen wirtschaftlichen
Situation zurückgeführt werden.
Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung, welche für die Berechnung von periodenbezogenen erwarteten Kreditverlusten notwendig sind, unterliegen einer Unsicherheit, inwieweit diese Prognosen tatsächlich eintreten bzw. abweichen. Der RLB NÖ-Wien-Konzern sieht die folgenden Annahmen als bestmögliche Schätzung an. Die Prognosen stammen von Moody’s Analytics, welche makroökonomische Prognosewerte für verschiedene mögliche wirtschaftliche Entwicklungen („Szenarien“) bereitstellt. Die Gewichtung der einzelnen
Szenarien erfolgt entsprechend nach den Empfehlungen von Moody’s Analytics und beläuft sich per 31. Dezember 2022 auf 30% optimistic / 40% baseline / 30% pessimistic für alle
Geschäfte. Die Gewichte sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.
Notes257
Die folgende Tabelle zeigt die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in Österreich anhand von für die Berechnung von Kreditverlusten wesentlichen makroökonomischen Faktoren in verschiedenen Szenarien. Die Spalte „Aktuell“ enthält die zum Zeitpunkt des Datenabzugs (Dezember 2022) aktuellen wirtschaftlichen Prognosen von Moody´s Analytics. Die Spalte „Modifiziert“ stellt die zur Modellierung der möglichen Nachholeffekte verwendeten Makrofaktoren dar:
Variable 2022
Szenario
2023
 
2024
 
2025
 
 
 
Aktuell
Modifiziert
Aktuell
Modifiziert
Aktuell
Modifiziert
 
baseline
-0,55%
-0,90%
1,20%
3,04%
1,13%
1,64%
BIP-Jahreswachstum in %
optimistic
0,45%
-0,40%
1,47%
3,17%
0,98%
1,82%
 
pessimistic
-4,42%
-2,83%
-1,18%
1,85%
2,63%
1,40%
 
baseline
4,93%
5,28%
4,85%
4,90%
4,90%
4,72%
Arbeitslosenrate
optimistic
4,78%
5,11%
4,63%
4,67%
4,68%
4,49%
 
pessimistic
5,51%
6,05%
6,02%
6,03%
5,90%
5,61%
Kurzfristige Rendite
baseline
2,48%
1,03%
1,73%
0,65%
1,51%
0,60%
(3M-Euribor)
optimistic
2,59%
1,10%
1,62%
0,97%
1,51%
1,35%
 
pessimistic
2,53%
1,05%
0,14%
-0,14%
-0,01%
-0,22%
 
baseline
158,49
139,68
162,75
153,57
169,52
161,45
Aktienindex (Eurostoxx)
optimistic
170,96
155,28
178,69
169,91
183,80
173,74
 
pessimistic
113,61
100,91
123,06
120,88
147,03
141,92
Wohnimmopreis -
baseline
1,32%
1,13%
4,95%
4,00%
5,24%
4,34%
Jahreswachstumsrate
optimistic
3,16%
3,04%
6,38%
4,86%
5,14%
4,29%
 
pessimistic
-3,21%
-3,08%
1,20%
2,02%
4,62%
4,03%
258Notes
Variable 2021
Szenario
2022
2023
2024
 
baseline
3,54%
1,53%
1,24%
BIP-Jahreswachstum in %
optimistic
5,13%
1,31%
0,93%
 
pessimistic
-1,04%
0,86%
2,38%
 
baseline
4,94%
4,53%
4,50%
Arbeitslosenrate
optimistic
4,72%
4,30%
4,26%
 
pessimistic
6,05%
5,32%
4,91%
Kurzfristige Rendite
baseline
-0,43%
-0,31%
0,13%
(3M-Euribor)
optimistic
0,31%
1,19%
1,69%
 
pessimistic
-0,43%
-0,43%
-0,43%
 
baseline
144,39
153,38
160,17
Aktienindex (Eurostoxx)
optimistic
161,14
163,67
165,62
 
pessimistic
118,70
136,80
147,70
Wohnimmopreis -
baseline
3,30%
3,64%
3,55%
Jahreswachstumsrate
optimistic
3,30%
3,64%
3,55%
 
pessimistic
3,30%
3,64%
3,55%

Notes259
Marktrisiko (inkl. Credit Spread Risiko)
Als Marktrisiko (auch „Marktpreisrisiko“ oder „Marktpreisänderungsrisiko“) bezeichnet man das Risiko finanzieller Verluste auf Grund der Änderung von Marktpreisen und sonstigen preisbeeinflussenden Faktoren (Korrelationen, Volatilitäten).
In der RLB NÖ-Wien werden die folgenden Ausprägungen des Marktrisikos gemessen, analysiert und überwacht:
  • Zinsänderungsrisiko
  • Fremdwährungsrisiko
  • (Sonstiges) Preisrisiko
  • Credit Spread Risiko
Das Zinsänderungsrisiko ist die Gefahr, dass die RLB NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Zinsänderungen erfährt. Dies beinhaltet auch das Volatilitätsrisiko aus Zinsoptionen.
Das Fremdwährungsrisiko ist die Gefahr, dass die RLB NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Wechselkursänderungen erfährt. Dabei werden Positionen in Gold oder goldunterlegten Derivaten dem Fremdwährungsrisiko unterliegend, Positionen in anderen Edelmetallen wie Silber, Platin etc. dem Preisrisiko unterliegend behandelt. Das Volatilitätsrisiko aus Fremdwährungsoptionen ist in der Teilrisikoart Fremdwährungsrisiko ebenfalls enthalten.
Das (sonstige) Preisrisiko ist die Gefahr, dass die RLB NÖ-Wien Verluste durch für sie negative Kursänderungen von
Aktien, Edelmetallen etc. erfährt, unter Einschluss des Volatilitätsrisikos aus Preisoptionen.
Das Credit Spread Risiko ist die Gefahr, dass sich marktspezifische Zinssätze wie etwa Bond- und Swap-Zinssätze bei gleichbleibendem Rating unterschiedlich entwickeln, sodass ein Ausgleich von Wertverlusten in Bonds durch entsprechende
Gewinne aus Hedge-Positionen in Zinsswaps nicht vollständig gegeben ist, bzw. dass sich Wertsteigerungen und -minderungen von Bonds nicht (ausschließlich) durch Zinsbewegungen
erklären lassen. Credit Spread-Risiken können sowohl
bonitätsinduziert als auch risikoprämieninduziert sein. Der
bonitätsinduzierte Teil wird über das Migrationsrisiko in der Credit Value at Risk (CVaR)-Rechnung im Kreditrisiko berücksichtigt. Im Marktrisiko wird nur der risikoprämieninduzierte Teil berücksichtigt. Die Modellierung des Credit Spread-Risikos erfolgt für alle Wertpapiere, Bond Futures und Bond Future-Optionen unter generellem Ausschluss des klassischen Kreditgeschäfts. Aus Konservativitätsgründen fließen
Eigenemissionen nicht in die Credit Spread-Risikorechnung mit ein. Relevante Risikofaktoren für die Berechnung des
Credit Spread-Risikos sind:
  • Rating
  • Währung
  • Sektor des Emittenten
  • Garantien
  • Besicherungen
  • Rang
  • Restlaufzeit des Produktes
  • Emittentenland
Die Quantifizierung des Marktrisikos und von dessen Teil-
risikoarten erfolgt sowohl im Handels- wie im Bankbuch mittels der Kennzahl Value at Risk (VaR) sowie mittels
mehrerer Sensitivitätskennzahlen, beispielsweise mittels der Kennzahl Basis Point Value (BPV) für Änderungen des Barwerts einer bestimmten Risikoposition, wenn sich das Zins-
niveau um einen Basispunkt ändert, oder mittels Options-
sensitivitätskennzahlen (Delta, Gamma, Theta, Vega) bei
Risikopositionen mit Optionalitäten.
Der VaR bezeichnet ein Risikomaß, das angibt, welchen Wert der Verlust einer bestimmten Risikoposition mit einer
gegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines gegebenen Zeithorizonts nicht überschreitet. Die Berechnung des VaR erfolgt in der RLB NÖ-Wien mittels einer historischen Simulation mit gleichgewichteten Zeitreihen mit dem System „SAS Risk
Management for Banking“.
Folgende Annahmen und Grenzen sind bei der Analyse des VaR zu berücksichtigen:
260Notes
  • Die Kennzahl VaR enthält keine Informationen über die mögliche Höhe des Verlustes außerhalb des verwendeten Konfidenzniveaus. Der VaR wird für längere Haltedauern auf Basis täglicher Beobachtungen geschätzt. Dabei wird
    angenommen, dass sich die Zusammensetzung des Portfolios nicht ändert und Risikofaktoren keine Autokorrelation aufweisen.
  • Der VaR wird auf Basis von Tagesendpositionen berechnet und berücksichtigt daher keine Intraday-Positionen.
  • Die Berechnung des VaR mittels historischer Simulation stützt sich auf historische Daten, um Annahmen über
    zukünftige Veränderungen der Marktbedingungen zu treffen. Dies bedeutet, dass keine Ereignisse simuliert werden können, die zwar möglich, aber im gewählten Zeitraum nicht beobachtet worden sind.
Der VaR berücksichtigt Korrelationen zwischen einzelnen
Risikofaktoren, die jedoch von schwierigen Marktverhält-
nissen beeinträchtigt werden können. Die Inflation stellt bei der Berechnung des VaR keinen unmittelbaren Risikofaktor dar, wird im Modell jedoch durch daraus resultierende Änderungen des Zinsniveaus berücksichtigt. Da der VaR den möglichen
Verlust eines Portfolios nur unter üblichen Marktbedingungen quantifiziert, wird über Stresstests die Auswirkung extremer Marktbewegungen, die durch die VaR-Methodik nicht
abgedeckt werden kann, ermittelt. Die dabei verwendeten
Szenarien spiegeln Annahmen der RLB NÖ-Wien wider und beinhalten:
  • Zinsbewegungen (Drehungen, Shifts und Kombinationen aus Drehungen und Shifts)
  • Wechselkursbewegungen
  • Preisbewegungen (Aktien, Edelmetalle)
  • Veränderung von Credit Spreads
  • Veränderungen von Zins- und Preisvolatilitäten
Für die tägliche Steuerung (Limitierung) wird in der RLB NÖ-Wien die Going Concern-Betrachtung nach IFRS angewendet, wobei der Berechnung ein einseitiges Konfidenzniveau von 99% zugrunde gelegt wird. Handelsbuchportfolios werden für eine Haltedauer von einem Tag gerechnet, Bankbuchportfolios für eine Haltedauer von einem Jahr (250 Handelstage).
Die Zuverlässigkeit des auf historischen Daten basierenden VaR-Ansatzes wird durch ein Backtesting auf täglicher Basis überprüft. Dabei wird verglichen, wie oft die prognostizierte Verlustgrenze tatsächlich überschritten wurde. Bei einem
Konfidenzniveau von 99% soll der tatsächlich an einem Tag aufgetretene Verlust statistisch gesehen nur zwei bis drei Mal pro Jahr (1% von ca. 250 Bankwerktagen) den VaR über-schreiten.
Nachstehende Tabelle stellt den VaR (99% VaR 1d) für das Marktrisiko des Handelsbuchs, aufgeteilt nach Risikoarten und unter Berücksichtigung von Korrelationen, dar:
in TEUR
VaR* per 31.12.2022
Durchschnitts-VaR
VaR* per 31.12.2021
Währungsrisiko
49
22
4
Zinsrisiko
31
102
110
Preisrisiko
4.400
1.481
19
Credit Spread-Risiko
84
98
336
Gesamt
4.461
1.584
425
* Zur Berechnung des VaR (99% VaR 1d) für das Marktrisiko des Handelsbuchs werden Marktwerte verwendet.
Notes261
Der VaR des Handelsbuchs ging aufgrund der Tatsache, dass sich das Anleihen-Volumen Ultimo März auf ca. ein Drittel des Anleihen-Volumens von Ultimo Februar reduziert hatte,
zunächst stark zurück. Ein signifikanter Anstieg erfolgte dann jedoch ab August 2022 wegen der Wiederaufnahme des
Aktienhandels, womit auch ein Wechsel zum Preisrisiko als wichtigster Subrisikoart im Handelsbuch verbunden war.
Zusätzlich zur täglichen Steuerung findet die monatliche
Steuerung (Limitierung) auf Basis einer Gone Concern-
Betrachtung statt, bei der ein einseitiges Konfidenzniveau von 99,9% und allgemein eine Haltedauer von einem Jahr (250 Handelstage) angewendet wird.
Nachstehende Tabelle stellt den für die Risikotragfähigkeitsanalyse monatlich berechneten VaR über das gesamte Gone Concern-Marktrisiko der RLB NÖ-Wien, aufgeteilt nach Risikoarten und unter Berücksichtigung von Korrelationen, dar:
in TEUR
VaR* per 31.12.2022
Durchschnitts-VaR
VaR* per 31.12.2021
Währungsrisiko
3.323
4.300
1.959
Zinsrisiko
209.520
293.019
164.030
Preisrisiko
473
471
363
Credit Spread-Risiko
321.848
394.205
456.567
Gesamt
421.313
487.225
505.169
* Zur Berechnung des Gone Concern-VaR (99,9% VaR 250d) für das gesamte Marktrisiko der RLB NÖ-Wien werden Marktwerte verwendet.
Wesentliche Teilrisiken des Marktrisikos, die sich sowohl aus dem Eigenhandel des Bereichs Treasury der RLB NÖ-Wien wie aus Kundengeschäften ergaben, waren im Jahr 2022, wie die zuvor aufgeführte Tabelle zeigt, vor allem das Credit Spread Risiko und das Zinsänderungsrisiko.
Im Jahr 2022 kam es im Marktrisiko zu keinen weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise.
Per Ultimo Jänner 2022 wurden Anpassungen in die Markt-risikoberechnung übernommen (Aktivierung/Anpassung von Floors auf der Aktivseite, Floors auf der Passivseite,
Modellierung von Einlagen mit unbestimmter Laufzeit),
welche die Zinssensitivität und damit das Zinsrisiko derart
erhöhten, dass das Zinsrisiko kurzfristig das Credit Spread
Risiko als wichtigste Subrisikoart im RLB NÖ-Wien-Konzern ablöste. Das anschließende Zinshedging und der durch die russische Invasion in der Ukraine mitverursachte Anstieg der Zinsen führten dann zu einem sehr starken Rückgang des Zinsrisiko Standalone-VaRs, von TEUR 668.673 per Ultimo Jänner 2022 auf TEUR 209.520 per Ultimo Dezember 2022. Der anteilsmäßige Credit Spread VaR im RLB NÖ-Wien-Konzern stieg zwar seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bis Ultimo Mai aufgrund eines generellen Anstiegs der Credit Spreads an, signifikant bei fast gleichbleibendem Volumen mit einem Plus von 20,4% von Ultimo Februar (EUR 232,8 Mio.) auf Ultimo März (EUR 280,2 Mio.). Dieser Effekt wurde im RLB NÖ-Wien-Konzern jedoch vom erwähnten, gleichzeitigen, starken Rückgang des Zinsrisiko VaRs derart überlagert, dass im Jahr 2022 der Monatsletzte mit dem höchsten, gesamten Gone Concern-Marktrisiko mit Ultimo Jänner noch vor der
russischen Invasion in der Ukraine lag.
262Notes
Die operative Steuerung des Marktrisikos erfolgt zentral in den Abteilungen Fixed Income Management (FIM) und Liquidity Management (LIM) des Bereichs Treasury, in welche zu diesem Zweck auch das Marktrisiko aus Kundengeschäften transferiert wird. Für diese Steuerung setzt der Bereich Treasury
derivative Finanzinstrumente – vor allem Zinsswaps, Futures, Zinsoptionen, Währungsswaps und Währungsoptionen – ein. Eine Übersicht über die Struktur dieser Derivatgeschäfte findet sich im Anhang zum Jahresabschluss unter C. Erläuterungen der Bilanzposten XII. Ergänzende Angaben 4. Anhangangaben zu Finanzinstrumenten gemäß § 238 Abs. 1 Z. 1 UGB i.V.m. § 64 Abs. 1 Z. 3 BWG.
Die für die Steuerung des Zinsrisikos im Bankbuch verwen-
deten Derivate werden in funktionalen Einheiten zusammengefasst. Der Risikogehalt dieser Einheiten wird täglich berechnet und ist Teil des täglichen Reportings an den Vorstand. Eine
detaillierte Übersicht über die Struktur dieser Geschäfte ist
unter Note (45) Derivative Finanzinstrumente ersichtlich.
Den Rahmen für die operative Steuerung bildet ein umfang-reiches Limitsystem, dessen Basis die Budgetierung des Risikokapitals für das Markt- und Credit Spread Risiko ist. Die
Verteilung des gesamten Risikokapitals für das Markt- und Credit Spread Risiko auf Handelsbuch, Bankbuch und deren Subportfolios in Form von operativen VaR-Sublimits erfolgt für die tägliche Steuerung mittels der vom Vorstand auf Vorschlag des Bereichs Risikomanagement beschlossenen Markt- und Credit Spread-Risiko-Limitstruktur. Neben der Limitierung mittels VaR-Vorgaben wird das Marktrisiko pro Portfolio dort zusätzlich durch von VaR-Limits abgeleitete BPV-Limits sowie Stop/Loss-Limits im Handelsbuch resp. Berichtslimits im Bankbuch begrenzt. Für Portfolios, in denen Optionen eingesetzt werden können, sind in der Markt- und Credit Spread-Risiko-Limitstruktur Optionssensitivitätslimits gesetzt. Für die
monatliche Steuerung wird das gesamte Risikokapital für das Markt- und Credit Spread Risiko in Form von operativen VaR-Sublimits auf die Teilrisikoarten heruntergebrochen. Diese VaR-Sublimits werden durch das Aktiv-/Passiv-Komitee
festgesetzt, an dessen monatlich stattfindenden Sitzungen das Marktrisiko und dessen Teilrisiken berichtet und die Zinsmeinung sowie die Zinspositionierung der Bank beschlossen
werden.
Neben den erwähnten VaR-, Sensitivitäts- und Stop/Loss- resp. Berichtslimits werden Risiken von Treasury-Geschäften zusätzlich über ein umfangreiches System von Positions-,
Produkt- und kontrahentenbezogenen Limits (Zulässigkeitsprüfung für Händler, Märkte, Produkte, Währungen, Laufzeitbänder, Positionslimits, Kontrahentenlinien) begrenzt. Neue
Produkte werden in den Produktkatalog erst dann aufgenommen, wenn sie den Produkteinführungsprozess erfolgreich durchlaufen haben und wenn die Abbildbarkeit in den Front-, Back-Office bzw. Risikomanagement-Systemen der Bank
gewährleistet ist.
Die Limitüberwachungs- und Reportingfunktion des Markt-
risikos und dessen Teilrisiken wird von der Abteilung
Modelle & Analytik Gruppe Marktrisikoanalyse wahrgenommen, wobei eine strikte Trennung zwischen Front-, Mid-, Backoffice und Risikomanagement eine umfassende, transparente und objektive Darstellung der Risiken gegenüber Gesamtvorstand, Aufsichtsrat und Aufsichtsbehörden gewährleistet.
Der Vorstand der RLB NÖ-Wien sowie die Portfolioverantwortlichen erhalten täglich einen VaR- und Profit & Loss (P&L)-Report, der über die aktuelle Limitauslastung im
gesamten Handelsbuch, in den einzelnen Subportfolios des Handelsbuchs sowie in den gemäß Going Concern Betrachtung nach IFRS relevanten Subportfolios des Bankbuchs informiert.
Das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch umfasst die
Auswirkungen von sich ändernden Zinssätzen auf zinssensitive Aktiva und Passiva und die Wirkung von Marktzins-
änderungen auf das Eigenkapital. Veränderte Zinssätze wirken sich dabei auf die Höhe von zukünftigen Zahlungsströmen aus.
Die EBA Guidelines 2018/02 beinhalten das Rahmenwerk inkl. standardisierter Vorgaben wie das Zinsänderungsrisiko im Bankbuch (=IRRBB) quantitativ zu bestimmen ist, nämlich durch die Vorgabe von sechs fest definierten währungsspezifischen Szenarien.
Die sechs Zinsschocks lauten wie folgt:
Notes263
  • 1. Parallel-Verschiebung nach oben (Parallel Shock Up)
  • 2. Parallel-Verschiebung nach unten (Parallel Shock Down)
  • 3. Kurzfristige Zinssätze sinken und langfristige Zinssätze steigen (Steepener Shock)
  • 4. Kurzfristige Zinssätze steigen und langfristige Zinssätze sinken (Flattener Shock)
  • 5. Kurzfristige Zinssätze steigen (Short Rate Shock Up)
  • 6. Kurzfristige Zinssätze sinken (Short Rate Shock Down)
Für Szenarien, die eine Zinsbewegung in den negativen Bereich simulieren, gelten weitere Nebenbedingungen: Vorgegeben ist ein stufenweise ansteigender Floor. Gestartet wird mit der Laufzeit 1d (Overnight) mit einem Floor von -100 BP. Dieser Floor steigt jährlich um 5 bps bis zur Laufzeit 20y wo der Floor bei 0 bps angekommen ist. Für alle Laufzeiten größer 20 Jahre wird ein Floor 0 BP verwendet.
 
 
 
Barwertrisiko per 31.12.2022
Szenario
barwertiges Risiko
in Mio. EUR
in % d. Tier 1 EM
Limit Auslastung
Parallel Verschiebung nach oben
-212,0
-12,9%
64,0%
Parallel Verschiebung nach unten
118,9
6,6%
33,0%
Steigende Kurzfrist- & sinkende Langfristzinsen
-50,0
-2,8%
14,0%
Sinkende Kurzfrist- & steigende Langfristzinsen
4,6
0,3%
1,0%
Sinkende Kurzfristzinsen
57,3
3,2%
16,0%
Steigende Kurzfristzinsen
-116,9
-6,5%
33,0%
 
 
 
Barwertrisiko per 31.12.2021
Szenario
barwertiges Risiko
in Mio. EUR
in % d. Tier 1 EM
Limit Auslastung
Parallel Verschiebung nach oben
-196,2
-12,4%
62,0%
Parallel Verschiebung nach unten
40,1
2,5%
13,0%
Steigende Kurzfrist- & sinkende Langfristzinsen
19,8
1,3%
6,0%
Sinkende Kurzfrist- & steigende Langfristzinsen
-71,8
-4,5%
23,0%
Sinkende Kurzfristzinsen
6,6
0,4%
2,0%
Steigende Kurzfristzinsen
-35,5
-2,2%
11,0%
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, dass die Bank ihre gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht erfüllen kann und dass im Falle unzureichender Marktliquidität Geschäfte nicht abgeschlossen werden können oder zu ungünstigeren Konditionen abgeschlossen werden müssen.
264Notes
Das Liquiditätsrisiko umfasst folgende Teilrisiken:
  • Zahlungsunfähigkeitsrisiko (Liquiditätsrisiko i.e.S.)
  • Liquiditätsfristentransformationsrisiko (Liquiditätsrisiko i.w.S.)
Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko schließt das Terminrisiko
(unplanmäßige Verlängerung der Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften) und Abrufrisiko (vorzeitiger Abzug von Einlagen, unerwartete Inanspruchnahme von zugesagten Kredit-
linien) ein. Unter dem Liquiditätsfristentransformationsrisiko werden das Marktliquiditätsrisiko (Assets können nicht oder nur zu schlechteren Konditionen veräußert werden) und das Refinanzierungsrisiko (Anschlussfinanzierungen können nicht oder nur zu schlechteren Konditionen durchgeführt werden) verstanden.
Im zentralen Fokus der RLB NÖ-Wien steht die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die RLB NÖ-Wien gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und den Raiffeisenbanken in Niederösterreich ein entsprechendes Limitsystem, sowie einen Liquiditätswaiver im Einsatz.
Angabe zum Liquiditätswaiver gem Art 412 CRR
Im Rahmen von Artikel 8 CRR kann die FMA nachgeordnete Institute einer KI-Gruppe und Teilnehmer eines institutsbezogenen Sicherungssystems vollständig von der Anwendung des Teils 6 CRR (Liquidität) ausnehmen und diese wie eine einzige Liquiditätsuntergruppe überwachen, solange sämtliche der in Artikel 8 Abs. 1 CRR genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Per 30. Juni 2021 trat die Erweiterung des Liquiditätswaiver um die NSFR mittels FMA Bescheid in Kraft. Dadurch entfällt für alle Teilnehmer der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien die Einzelerfüllung der Kennzahlen NSFR und LCR. Die Liquiditätskennzahlen sind nunmehr auf Liquiditätswaiver-Ebene zu erfüllen. Die Kennzahlen müssen gemäß dem Sanierungsplan der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe unter der Einhaltung der Schwellenwerte LCR ≥ 102,5% und NSFR ≥ 102% auf Ebene der KI-Gruppe eingehalten werden. Für die Einhaltung der Limite zu den regulatorischen Kennzahlen LCR, NSFR und zu den internen Kennzahlen OLFT (operative
Liquiditätsfristentransformation), SLFT (strukturelle Liquiditätsfristentransformation) und GBS (Gap über Bilanzsumme) ist die konsolidierte Sicht des Liquiditätswaivers,
unter der Bedingung, dass auf Ebene der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien-KI-Gruppe eine LCR  102,5% und eine NSFR 102% einzuhalten sind, relevant.
Auf Ebene der Kreditinstitutsgruppe und der Raffeisenbankengruppe (Liquiditätswaiver) wird die Limiteinhaltung monatlich im Aktiv-/Passiv-Komitee berichtet und überprüft. Dieses
Gremium beschäftigt sich zum Thema Liquiditätsrisiko mit folgenden Inhalten:
  • Fundingstrategie
  • Liquiditätskosten
  • Liquiditätserträge
  • Liquiditätsbericht und deren Ergebnisse
  • Empfehlungen an den Vorstand
  • Zusammenarbeit mit dem LIMA-Gremium
Als zentrales Steuerungsgremium für die RBG NÖ-Wien
(Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, RLB NÖ-Wien und nö.
Raiffeisenbanken) fungiert das Liquiditätsmanagement-Gremium (LIMA-Gremium). Die RLB NÖ-Wien hat für die RBG NÖ-Wien das Liquiditätsmanagement übernommen und erstellt laufend Liquiditätsprofile. In der RBG NÖ-Wien
besteht eine gesetzeskonforme Liquiditätsmanagementvereinbarung sowie ein darauf aufbauendes Liquiditätsrisikomodell. Die Risikorechnung erfolgt unter Berücksichtigung der Anforderungen der Kapitaladäquanzverordnung und -richtlinie (CRR/CRD IV), der Implementing Technical Standards der EBA und der Kreditinstitute-Risikomanagementverordnung, die zur Umsetzung der CRD IV in österreichisches Recht dient.
Für die Quantifizierung des Liquiditätsrisikos im Rahmen der RTFA (Refinanzierungsrisiko) wird der barwertige Refinanzierungsschaden über 12 Monate - sowohl im "Going-Concern-" als auch im "Gone-Concern-" Szenario - herangezogen.
Notes265
Die Liquiditätssteuerung inklusive Fundingplanung und Emissionstätigkeit erfolgt zentral durch den Bereich Treasury für die gesamte RBG NÖWien. Die Berechnung des Liquiditätsrisikos erfolgt in der Abteilung Modelle & Analytik Gruppe Marktrisikoanalyse. Das Liquiditätsrisiko wird auf Basis einer Szenarioanalyse angesetzt.
Folgende Szenarien sind festgelegt:
  • Normalfall
  • Rufkrise
  • Systemkrise
  • kombinierte Krise
Im Normalfall wird die Liquiditätsablaufbilanz unter dem derzeitigen Marktumfeld (Going Concern-Ansatz) dargestellt. In den Krisenfällen ändert sich die Darstellung aufgrund unterschiedlicher Annahmen zum Marktumfeld und die dadurch
begründeten Auswirkungen auf die Liquiditätsablaufbilanz (On- und Off Balance-Positionen). Bei der Rufkrise wird angenommen, dass es zu einer Beschädigung des Namens Raiffeisen kommt (z.B. negative Berichterstattung in den Medien). Die Systemkrise stellt auf den Fall einer generellen Krise ab, ohne dass Raiffeisen, isoliert betrachtet, selbst einer besonderen
Krisensituation unterliegt. Die kombinierte Krise stellt eine Kombination aus Ruf- und Systemkrise dar. Allen Szenarien ist unterstellt, dass von der aktuellen Situation ausgehend kein Neugeschäft durchgeführt wird.
Es wird ein starkes Augenmerk auf die Liquiditätssicherung
unter Betrachtung eines definierten Überlebenshorizonts
(„Survival Period“) gelegt. Dieser muss durch den vorhandenen Liquiditätspuffer der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien
(RBG / Liquiditätswaiver) gedeckt werden und leitet sich aus dem bestehenden Limitsystem ab. Die mindestens einzuhaltende Survival Period ist gemäß CEBS Guidelines mit einem Monat festgelegt (CEBS Guidelines on Liquidity Buffers &
Survival Periods, Guideline 3). Die Limitierung auf Ebene der konsolidierten Raiffeisen-Bankengruppe (Liquiditätswaiver) ist mit drei Monaten im Rahmen der Operativen Liquiditätsfristentransformation (O-LFT) festgelegt.
Das Modell der Messmethodik wird in regelmäßigen Abständen überarbeitet und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Des Weiteren ist ein umfassender Katalog an
Liquiditätsfrühwarnindikatoren auf täglicher Basis implementiert.
Für das Liquiditätsrisiko besteht in der Raiffeisenbankengruppe NÖ-Wien (RBG/Liquiditätswaiver) ein detailliertes
Limitsystem. Dieses unterscheidet gemäß den Vorgaben der EBA drei Liquiditätskennzahlen:
  • Operative Liquiditätsfristentransformation (O-LFT)
  • Strukturelle Liquiditätsfristentransformation (S-LFT)
  • Gap über Bilanzsumme (GBS)
Die Operative Liquiditätsfristentransformation (O-LFT)
beschreibt die Liquidität unter 18 Monaten und wird als
Quotient aus Zuflüssen und Abflüssen der kumulierten
Laufzeitbänder gebildet. Dadurch ist ersichtlich, ob eine Bank ohne Neugeschäft (Rollover von Refinanzierungen) ihren kurzfristigen Auszahlungsverpflichtungen nachkommen kann.
Die Strukturelle Liquiditätsfristentransformation (S-LFT) stellt die langfristige Liquiditätssituation für Laufzeiten ab 18
Monaten dar. Diese wird als Quotient aus Abflüssen und Zuflüssen für Laufzeitbänder > 18 Monate dargestellt. Diese Kennzahl zeigt die laufzeitkongruente Refinanzierung der langfristigen Aktiva.
Die dritte Kennzahl für das Monitoring des Liquiditätsrisikos stellt der GBS-Quotient (Gap über Bilanzsumme) dar. Hierbei wird der Nettogap im jeweiligen Laufzeitband der Bilanzsumme gegenübergestellt und zeigt dadurch ein eventuell überhöhtes Refinanzierungsrisiko in einem Laufzeitband an.
Die RLB NÖ-Wien benötigt aber auch untertägige Liquidität zur Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen im Laufe eines Geschäftstages. Untertägige Liquidität bezeichnet hier im
Wesentlichen den Liquiditätsbestand zur Deckung von Zahlungsverpflichtungen, die für die RLB NÖ-Wien im Rahmen der Abwicklung ihres täglichen Zahlungsverkehrs entstehen.
266Notes
Intraday Liquidity Risk (ILR) bezeichnet das Risiko die untertägigen Zahlungsverpflichtungen nicht jederzeit erfüllen zu können. Intraday Liquidity Management (ILM) hat demnach das effektive Management der untertägigen Liquidität sowie die Überwachung und Steuerung des ILR zum Kerninhalt, insbesondere durch Aufstellung eines geeigneten Liquiditätspuffers zur Deckung bevorstehender untertägiger Zahlungsausgänge unter normalen und gestressten Bedingungen. Das ILR wird täglich durch die Gruppe Marktrisikoanalyse (MRA)berechnet und berichtet.
Für einen eventuellen Krisenfall wurde auch ein entsprechender Notfallsplan festgelegt, dessen Ausführung vom LIMA-
Gremium im Anlassfall umgesetzt wird.
In Zusammenhang mit der COVID-19-Krise waren im Jahr 2022, wie auch bereits im Jahr 2021 im Vergleich zum Jahr 2020 keine gesonderten Maßnahmen notwendig.
Auf die Liquiditätslage (u.a. Pufferwerte, Zuflüsse, Abflüsse, etc.) waren keine signifikanten längerfristigen Auswirkungen durch die Marktsituation des Geschäftsjahres 2022 (Inflation, sowie Russland-Ukraine-Konflikt) zu beobachten.
Der Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs hat sich kurzfristig auf die Liquiditätslage einiger Raiffeisenbanken ausgewirkt. In einem sehr kurzen Zeitraum von ein paar Tagen war ein
regional beschränkter Abfluss von Kundeneinlagen zu
beobachten. Ein Liquiditätsabfluss bei den Raiffeisenbanken schlägt auch auf die RLB NÖ-Wien durch. Frühzeitig wurde daher die Task-Force Russland ins Leben gerufen, welche
umfassend die Gesamtsituation für die RLB NÖ-Wien AG
betrachtet und an den Gesamtvorstand berichtet. Die Sonderberichterstattung fand im Jahr 2022 einmal in der Woche statt. Nachdem sich die Situation auf den relevanten Märkten wieder beruhigt hatte, waren für das restliche Geschäftsjahr 2022 keine Auswirkungen mehr aus dem Russland-Ukraine-Krieg zu beobachten.
Der EZB-Rat hat in seiner Sitzung am 7. März 2019 beschlossen, eine neue Reihe von gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (targeted longer-term refinancing operations - TLTRO III) durchzuführen, um günstige Kreditbedingungen zu schaffen. Die TLTRO-III wurden seitdem mehrmals angepasst, um die Preisniveaustabilitätsziele des Eurosystems zu erreichen und die Kreditvergabe zu unterstützen. Die jüngsten Änderungen wurden am 27. Oktober 2022 beschlossen.
TLTRO-III werden als spreadbasierte besicherte Tenderoperationen durchgeführt, die grundsätzlich auf den durchschnittlichen Hauptrefinanzierungszinssatz während bestimmter Zeiträume des Geschäfts indexiert sind. Grundsätzlich wurde für den besonderen Verzinsungszeitraum vom 24. Juni 2020 bis 23. Juni 2021 sowie für den zusätzlichen besonderen Verzinsungszeitraum vom 24. Juni 2021 bis 23. Juni 2022 ein
Abschlag von 50 Basispunkten auf den durchschnittlichen Hauptrefinanzierungszinssatz während dieses Zeitraums vorgenommen.
Am 27. Oktober 2022 wurden zusätzliche, vorzeitige und freiwillige Rückzahlungsmöglichkeiten der TLTRO-III angekündigt. Somit können die TLTRO-III bis einschließlich März 2023 in monatlichem und anschließend in vierteljährlichem Rhythmus freiwillig vorzeitig zurückgezahlt werden.
Per 31. Dezember 2022 beträgt das Refinanzierungsvolumen aus TLTRO Geschäften EUR 2,31 Mrd. aus insgesamt 5
Tranchen.

Notes267
Die nachstehende Tabelle zeigt die strukturelle Liquidität der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2022:
Zeitband
in TEUR
Gap Absolut
GBS
Limit GBS
kumuliert von hinten
SLFT
Limit SLFT
18 Monate
-1.261.201
2,4%
-10,0%
-225.202
117,1% 
> 80%
2 Jahre
107.136
0,8%
-10,0%
1.035.999
3 Jahre
-1.006.371
4,1%
-10,0%
928.864
122,2%
> 70%
5 Jahre
155.814
1,7%
-10,0%
1.935.235
115,4% 
> 60%
7 Jahre
247.774
1,2%
-10,0%
1.779.422
10 Jahre
-2.322.786
-
-
1.531.647
116,8%
> 50%
15 Jahre
890.007
-
-
3.854.433
20 Jahre
1.362.124
-
-
2.964.426
30 Jahre
1.709.295
-
-
1.602.302
>30 Jahre
-106.993
-
-
-106.993
Die nachstehende Tabelle zeigt die strukturelle Liquidität der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2021:
Zeitband
in TEUR
Gap Absolut
GBS
Limit GBS
kumuliert
von hinten
SLFT
Limit SLFT
18 Monate
896.398
2,3%
-10,0%
22.810
122,2%
> 80%
2 Jahre
-1.193.933
-3,8%
-10,0%
-873.588
3 Jahre
-2.146.252
0,7%
-10,0%
320.344
129,8%
> 70%
5 Jahre
974.741
3,7%
-10,0%
2.466.596
122,3%
> 60%
7 Jahre
900.129
3,8%
-10,0%
1.491.855
10 Jahre
-3.466.786
-
-
591.726
163,9%
> 50%
15 Jahre
658.243
-
-
4.058.512
20 Jahre
1.076.716
-
-
3.400.269
30 Jahre
2.126.256
-
-
2.323.553
>30 Jahre
197.296
-
-
197.296
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 betrug die Liquidity Coverage Ratio (LCR) der RLB NÖ-Wien 118,77%. Die gesetzliche Anforderung gemäß Artikel 460 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 betrug 100% und wurde somit eingehalten.

268Notes
In der folgenden Tabelle sind die quantitativen Daten zum 31. Dezember 2022 im Vergleich zum 31. Dezember 2021 dargestellt:
in EUR
Alle Währungen
 
 
 
31.12.2022
31.12.2021*
Liquiditätspuffer
 
6.604.243.731
7.512.310.951
Netto Liquiditätsabfluss
 
5.560.566.739
5.840.237.267
MINDESTLIQUIDITÄTSQUOTE (LIQUIDITY COVERAGE RATIO LCR)
 
118,77%
128,63%
 
Gesamtbetrag ungewichtet
Gesamtbetrag gewichtet
Gesamtbetrag gewichtet
HOCHQUALITATIVE LIQUIDE AKTIVA
 
 
 
Level 1 - Aktiva exkl. hochqualitativer besicherter Anleihen
7.997.161.531
4.762.026.355
7.248.879.430
Level 1 - hochqualitative besicherte Anleihen
1.923.374.161
1.788.737.969
216.502.917
Level 2A - Aktiva
30.793.775
26.174.709
3.794.754
Level 2B - Aktiva
54.609.395
27.304.698
43.133.850
LIQUIDITÄTSPUFFER
10.005.938.861
6.604.243.731
7.512.310.951
ABFLUSS LIQUIDER MITTEL
 
 
 
Abflüsse aus unbesicherten Transaktionen/Einlagen
17.028.430.106
6.372.882.702
6.500.205.072
1,1 Privatkundeneinlagen
4.782.618.089
374.209.880
399.180.636
1,2 Einlagen auf Zahlungsverkehrskonten
3.808.355.509
3.378.440.259
3.309.472.987
1,3 Überschüssige Einlagen auf Zahlungsverkehrskonten
0
0
0
1,4 Einlagen auf Nicht-Zahlungsverkehrskonten
3.631.093.151
1.540.438.718
1.521.904.532
1,5 Zusätzliche Abflüsse (u.a. Abflüsse aus Derivaten)
642.445.875
642.445.875
639.952.342
1,6 Zugesicherte Fazilitäten
2.180.093.221
225.479.925
320.893.021
1,7 Sonstige Produkte und Dienstleistungen
1.964.159.722
192.203.505
257.655.800
1,8 Sonstige Verbindlichkeiten
19.664.540
19.664.540
51.145.753
Abflüsse aus besicherten Ausleihungen und kapitalmarktgetriebenen Transaktionen
0
0
0
GESAMTABFLÜSSE
17.028.430.106
6.372.882.702
6.500.205.072
ZUFLUSS LIQUIDER MITTEL
 
 
 
Zuflüsse aus unbesicherten Transaktionen/Einlagen
1.249.800.175
812.315.963
659.967.805
1,1 Fällige Zahlungen von Nicht-Finanzkunden (ausgenommen Zentralbanken)
209.448.428
108.117.305
42.613.326
1,2 Fällige Zahlungen von Zentralbanken und Finanzkunden
517.097.305
180.944.215
67.610.791
1,3 Zuflüsse gekoppelt an Abflüsse in Übereinstimmung mit Förderungskreditverpflichtungen
0
0
0
*Die Vergleichswerte per 31.Dezember 2021 entsprechen den finalen Meldedaten auf Bilanzbasis 31.Dezember 2021 (zum Erstellungszeitpunkt der Notes-Angabe lagen diese Werte noch nicht vor).
Notes269
in EUR
Alle Währungen
 
 
 
31.12.2022
31.12.2021*
1,4 Fällige Zahlungen aus Handelsfinanzierungen
0
0
0
1,5 Fällige Zahlungen aus Wertpapieren, die innerhalb von 30 Kalendertagen ablaufen
6.369.312
6.369.312
4.675.137
1,6 Aktiva mit unbestimmten vertraglichen Endtermin
0
 
 
1,7 Fällige Zahlungen aus Positionen in Eigenkapitalinstrumenten eines wichtigen Indexes, sofern sie nicht gleichzeitig als liquide Aktiva erfasst werden
0
0
0
1,8 Zuflüsse aus der Freigabe von Salden, die im Einklang mit Vorschriften für die Sicherung von Kundenhandelsaktiva auf getrennten Konten geführt werden
0
0
0
1,9 Zuflüsse aus Derivaten
516.885.131
516.885.131
545.068.551
1,10 Zuflüsse aus nicht in Anspruch genommenen Kredit- bzw. Liquiditätsfazilitäten, die durch Mitglieder einer Gruppe oder eines institutsbezogenen Sicherungssystems bereitgestellt wurden, wobei die zuständige Behörde die Anwendung einer günstigeren Zuflussrate genehmigt hat
0
0
0
1,11 Sonstige Zuflüsse
0
0
0
Zuflüsse aus besicherten Ausleihungen und kapitalmarktgetriebenen Transaktionen
0
0
0
GESAMTZUFLÜSSE
1.249.800.175
812.315.963
659.967.805
Zuflüsse gemäß der 75% Grenze
1.249.800.175
812.315.963
659.967.805
Zur Gänze ausgenommene Zuflüsse
 
0
0
NETTO LIQUIDITÄTSABFLÜSSE
15.778.629.931
5.560.566.739
5.840.237.267
*Die Vergleichswerte per 31.Dezember 2021 entsprechen den finalen Meldedaten auf Bilanzbasis 31. Dezember 2021 (zum Erstellungszeitpunkt der Notes-Angabe lagen diese Werte noch nicht vor).
Die folgenden Tabellen zeigen Details zu den Zahlungsverpflichtungen aus jenen derivativen Finanzprodukten, deren
saldierte, undiskontierte Zahlungsströme zu Mittelabflüssen führen (Nettobeträge aus zu zahlenden und zu erhaltenen
Zahlungsströmen). Die Gliederung erfolgt nach Restlaufzeiten der vertraglichen Zahlungsströme.

270Notes
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Cash Flows von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber Kunden sowie verbrieften Verbindlichkeiten und Nachrangkapital der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2022:
in TEUR
Buchwert/
zugesagtes Kapital
Vertragliche Zahlungs-
ströme
< 3 Monate
3-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Nicht derivative Verbindlichkeiten
25.367.249
26.553.729
12.793.286
2.884.021
7.045.676
3.830.746
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
9.387.312
9.534.055
4.668.286
1.668.835
2.512.676
684.258
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
8.896.230
8.984.943
7.987.162
586.163
128.559
283.058
Verbriefte Verbindlichkeiten
6.615.547
7.611.582
136.005
313.882
4.298.266
2.863.429
Nachrangkapital
468.161
423.149
1.834
315.141
106.174
0
Unwiderrufliche Kreditzusagen
2.220.442
2.220.442
2.220.442
0
0
0
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Cash Flows von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber Kunden sowie verbrieften Verbindlichkeiten und Nachrangkapital der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2021:
in TEUR
Buchwert/
zugesagtes Kapital
Vertragliche Zahlungs-
ströme
< 3 Monate
3-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Nicht derivative Verbindlichkeiten
25.523.167
25.734.422
13.312.129
1.948.241
7.320.411
3.153.643
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
10.449.047
10.516.417
4.794.005
1.027.396
3.912.128
782.888
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
9.087.847
9.079.186
8.407.738
164.802
227.462
279.184
Verbriefte Verbindlichkeiten
5.495.875
5.637.489
72.976
736.651
2.736.291
2.091.571
Nachrangkapital
490.399
501.330
37.409
19.391
444.529
0
Unwiderrufliche Kreditzusagen
2.541.145
2.541.145
2.541.145

Notes271
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Cash Flows von Derivaten der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2022:
in TEUR
Buchwert*
Vertragliche Zahlungs-
ströme
< 3 Monate
3-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Derivative Verbindlichkeiten
1.021.481
1.176.212
25.854
190.268
560.034
400.056
Derivate - zu Handelszwecken gehalten
339.980
416.431
9.584
57.748
167.045
182.054
Derivate - Hedge Accounting
681.501
759.781
16.270
132.520
392.989
218.002
* Hier werden nur jene Derivate angegeben, deren unsdiskontierte Cash Flows in Summe einen negativen Saldo ergeben. Daher entsprechen die angegeben Buchwerte nicht in allen Fällen den Bilanzposten (Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten - Derivate und Derivate Hedge Accounting).
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Cash Flows von Derivaten der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2021:
in TEUR
Buchwert*
Vertragliche Zahlungs-
ströme
< 3 Monate
3-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Derivative Verbindlichkeiten
661.764
676.165
35.929
81.311
234.654
324.271
Derivate - zu Handelszwecken gehalten
320.947
326.782
25.336
47.452
123.997
129.997
Derivate - Hedge Accounting
340.817
349.383
10.593
33.859
110.657
194.274
*Hier werden nur jene Derivate angegeben, deren unsdiskontierte Cash Flows in Summe einen negativen Saldo ergeben. Daher entsprechen die angegeben Buchwerte nicht in allen Fällen den Bilanzposten (Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten - Derivate und Derivate Hedge Accounting).

272Notes
Beteiligungsrisiko
Die RLB NÖ-Wien hält aufgrund ihrer Ausrichtung als Universalbank ausschließlich strategische Beteiligungen innerhalb des Raiffeisensektors sowie sonstige Beteiligungen, die das Bankgeschäft unterstützen.
Die größte Beteiligung der RLB NÖ-Wien besteht an der RBI, dem Raiffeisen-Spitzeninstitut, wobei sowohl direkt als auch
indirekt Anteile gehalten werden.
Das Beteiligungsmanagement und -controlling sowie das
Beteiligungsrisikomanagement werden von der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien durchgeführt.
Der Prozess des Beteiligungsrisikomanagements beginnt bereits im Zuge des Erwerbs einer neuen Beteiligung in Form einer in der Regel von externen Experten (Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte) unterstützten Due-Diligence. Zusätzlich wird von der Abteilung Modelle & Analytik (Gruppe ICAAP & Limitsteuerung) bei volumensmäßig bedeutenden Projekten und für Beteiligungen mit schwacher Bonität auf Basis der Stellungnahme der Marktabteilungen eine
Risikobeurteilung des Akquisitionsobjektes abgegeben.
Die operative Geschäftstätigkeit der Beteiligungen wird durch die Entsendung von Organen der RLB NÖ-Wien in die Geschäftsführungen sowie Aufsichts- und Beiräte maßgeblich mitgestaltet.
Die Analyse und Prüfung von Abschluss- und Plan-
zahlen sowie die Beurteilung der strategischen Positionierung in Form von SWOT-Analysen (Strengths/Weaknesses/
Opportunities/Threats) stellen bedeutende Methoden und Maßnahmen im Rahmen des periodischen Beteiligungs- und Risikocontrollings dar.
Die Beteiligungsunternehmen tragen im Rahmen ihrer Geschäftsgebarung Sorge für ein, ihrem Geschäftsgegenstand angemessenes Nachhaltigkeitsmanagement. Vor allem die RBI als maßgebliche Beteiligung der RLB NÖ-Wien, hat eigene Einheiten installiert, die sich diesem Thema in adäquater Form
widmen. Die RBI betreibt ein ausführliches Nachhaltigkeitsmanagement und entwickelt seit einiger Zeit ein engmaschiges Risikomanagement mit dem Ziel ESG-Risiken zu identifizieren, zu quantifizieren und zu managen. Das Institut publiziert schon seit mehreren Jahren einen ausgefeilten Nachhaltigkeitsbericht. Auch alle weiteren Beteiligungen widmen sich, abhängig von ihrem jeweiligen Geschäftfeld, dem Thema Nachhaltigkeit. In der RLB NÖ-Wien fließen daher die Auswirkungen aus ESG-Aspekten in die Bewertung der einzelnen Beteiligungen und damit in die Risikoquantifizierung ein.
Die Beteiligungsunternehmen der RLB NÖ-Wien setzen seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie alle notwendigen Maßnahmen zur Minimierung von negativen Auswirkungen aus der COVID-19-Krise auf ihre Unternehmen. Durch die COVID-19-Pandemie sind im aktuellen Geschäftsjahr keine wesentlichen Auswirkungen zu verzeichnen. Es sind auch keine nachhaltigen Auswirkungen auf das Geschäftsmodell der RBI zu erwarten.
Die Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg betreffen die RBI aufgrund ihrer starken Positionierung in der Region Zentral- und Osteuropa hingegen stark. Die RLB NÖ-Wien hat entsprechend den unterjährigen Trendanalysen für diese
Beteiligung Impairments im Konzernabschluss vorgenommen. Trotz eines sehr guten operativen Geschäftsverlaufs war eine deutliche Abwertung des Beteiligungsbuchwertes der RBI erforderlich.
Die RBI ist trotz der Vorgaben der EU an europäische Unternehmen, sich aus dem Geschäftsfeld Russland zurückzuziehen, nach wie vor Eigentümerin an ihren Tochterbanken in Russland und in der Ukraine. Die RBI agiert hier mit der höchstmöglichen Vorsicht und Umsicht, da Unternehmen auch in
ihrer Geschäftstätigkeit in Russland moralisch-gesellschaftliche sowie rechtliche Verantwortungen ihren Mitarbeiter:innen und Kunden:innen gegenüber haben, die, wenn diese nicht ausreichend beachtet werden, zusätzliche Risiken (z.B. Rechtsrisiken, Reputationsrisiken) nach sich ziehen können.
Notes273
Die weitere Entwicklung wird vom Management der RBI laufend beobachtet und es werden alle strategischen Optionen für die Zukunft der Raiffeisenbank Russland bis hin zu einem sorgfältig gesteuerten Ausstieg aus der Raiffeisenbak in Russland geprüft.
Die RLB NÖ-Wien ihrerseits führt Szenarioanalysen hinsichtlich eventueller Effekte aus dem Russland-Ukraine-Krieg auf ihre Kernbeteiligungen durch, um für die Auswirkungen der Krise auf ihre Tragfähigkeit gewappnet zu sein und diese rechtzeitig managen und steuern zu können. Die Auswirkungen
fließen ebenfalls in die Bewertung der Beteiligungsunternehmen ein und finden damit auch Eingang in die Beteiligungsrisikoquantifizierung der RLB NÖ-Wien.
Die gestiegene Inflation zeigt unmittelbar keine wesentlichen und anhaltenden Auswirkungen auf das Beteiligungsrisiko der RLB NÖ-Wien. Indirekt wirkt sich jedoch der daraus resultierende Anstieg des Zinsniveaus über stark gestiegene Kapitalkosten auf die Unternehmensbewertung und damit das Beteiligungsrisiko aus.
Beteiligungsmanagement sowie Risikomessung und -steuerung sind als wichtige Prozesse in die Geschäftsstrategie integriert, um die Rentabilität und die Sicherheit des Unternehmens langfristig zu gewährleisten.
Das Beteiligungsrisiko kann die RLB NÖ-Wien folgender-
maßen treffen:
  • Risiko der Reduktion des Verkehrswerts (Nutzungswerts)
  • Risiko aus gesetzlichen oder vertraglichen Nachschusspflichten
Die Risikoquantifizierung erfolgt anhand eines Simulationsmodells (Monte-Carlo-Simulation). Das Modell wurde im Jahr 2022 evaluiert und methodische Anpassungen vorgenommen. Eine Validierung dieses Modells wurde ebenfalls durchgeführt.
Basierend auf historischen Volatilitäten der Änderungen der Marktkapitalisierung von Peer-Unternehmen und der Nutzungswerte der Beteiligungen sowie des Basiszinssatzes wird der mögliche (Markt-) Wertverlustes der simulierten Beteiligungen auf einem bestimmten Konfidenzniveau (95% und 99,9%) im Sinne eines Value at Risk unter der Annahme einer Normalverteilung simuliert. Das Beteiligungsrisiko-modell sieht des Weiteren vor, dass ermittelte Risikoaufschläge anschließend auf Nutzungswerte der Beteiligungen als Exposure angewendet werden. Das Risikopotenzial wird weiterhin auf Einzel- und Portfolio-Ebene betrachtet.
Vierteljährlich finden die auf Basis dieses Simmulationstools – im Extremfall (95,0%) und Liquidationsfall (99,9%) – ermittelten Risikopotenziale sowie die Risikodeckungsmassen aus Beteiligungsunternehmen Eingang in die periodisch auf
Gesamtbankebene durchgeführte Risikotragfähigkeitsanalyse (RTFA).
Nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der Beteiligungen der RLB NÖ-Wien und deren gewichtetes und kumuliertes Rating per 31. Dezember 2022 und 31. Dezember 2021:
in TEUR
Buchwert*
31.12.2022
%-Anteil
Rating
Buchwert
31.12.2021
%-Anteil
Rating
Bankbeteiligungen
1.884.773
99,2%
1,0
2.050.186
99,6%
1,0
Banknahe Beteiligungen
15.296
0,8%
2,0
7.254
0,4%
1,5
Beteiligungen gesamt
1.900.069
100,00%
1,0
2.057.440
100%
1,0
* siehe Note (13), Note (14), sowie Note (19); „Bankbeteiligungen“ inkludieren at Equity-bilanzierte Unternehmen (ausgewiesen unter Note (19)), Kreditinstitute und solche, die der CRR-KI-Gruppe angehören. Die restlichen Anteile befinden sich unter „Banknahe Beteiligungen“. In der Aufstellung der Beteiligungen sind Eigenanteile an der R-Holding nicht enthalten, da sie Bestandteil der CRR-KI-Gruppe sind und daher nicht als Risikopositionen des RLB Teilkonzerns betrachtet werden.
274Notes
Der Rückgang der Buchwerte der Beteiligungen resultiert größtenteils aus den gebildeten Impairments der RBI. Ausschlag-
gebend für das Impairment war vor allem der Krieg in der
Ukraine. Der anteilige Ergebnisbeitrag der RBI betrug 2022
rd. TEUR 800.850. Abzüglich dem Impairment verbleibt ein Nettoergebnisbeitrag der RBI von TEUR -78.150. Siehe auch Details zu at Equity-bilanzierten Unternehmen in Note (4), Note (19) sowie Note (58).
Non Financial Risk inkl. operationelles Risiko
Die RLB NÖ-Wien subsumiert im Jahr 2022 folgende Subrisikoarten unter der Risikoart Non Financial Risk:
  • Operationelles Risiko (inkl. IT-Risiko und Rechtsrisiko)
  • Outsourcingrisiko
  • Compliancerisiko
  • Modellrisiko
Unter operationellen Risiken versteht die RLB NÖ-Wien
Verluste, die aufgrund von
  • Fehlern in Systemen,
  • Fehlern in Prozessen,
  • Fehlern durch Mitarbeiter sowie
  • externen Risiken
auftreten können. In dieser Definition sind Rechtsrisiken eingeschlossen.
Darüber hinaus zählen auch IT-Risiken zu den operationellen Risiken. IT-Risiko wird allgemein als das Risiko in Zusammenhang mit der Verwendung, dem Eigentum, dem Betrieb, der Entwicklung und der Anpassung von Informationstechnologie im Unternehmen definiert. Für die Identifikation, die Bewertung, das Management, die Steuerung und Überwachung der IT-Risiken in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe ist der Bereich Informationstechnologie/Organisation der RLB NÖ-Wien
verantwortlich. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe hat die Details zur Information Security in einem Information Security Governance Framework definiert und festgeschrieben. Des Weiteren ist ein IT-Sicherheitsbeauftragter in der KI-Gruppe definiert und in den Organigrammen der RLB NÖ-Wien und der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien integriert.
Die RLB NÖ-Wien hat ein BCM-Management im Einsatz.
Dieses kam im Jahr 2020 aufgrund der besonderen Herausforderungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie umfassend zum Einsatz und wurde angepasst und weiterent-wickelt. Weitere Angaben dazu sind im Kapitel „Risiko-
management in der COVID-19-Krise“ des Risikoberichts zu finden.
In der RLB NÖ-Wien werden die operationellen Risiken laufend beobachtet und Maßnahmen zur Reduktion gesetzt. Dazu tragen regelmäßige Mitarbeiterschulungen, Notfallpläne und Backupsysteme sowie die kontinuierliche Verbesserung der Prozessqualität bei. Zur Minimierung des Risikos werden Verfahrensregeln implementiert und Dienstanweisungen erteilt. Bei allen Maßnahmen zur Risikobegrenzung ist der
Kosten-/Nutzen-Aspekt zu berücksichtigen.
Die RLB NÖ-Wien verfügt über eine umfangreiche Schadensfalldatenbank. Der Vorstand wird quartalsweise über die
Entwicklung aufgezeichneter Schadensfälle informiert. Zur Weiterentwicklung ihrer Risikomanagementsysteme nimmt die RLB NÖ-Wien an Projekten innerhalb des Raiffeisensektors teil.
Um hohes Risikopotenzial mit geringen Eintrittswahrscheinlichkeiten zu identifizieren, führt die RLB NÖ-Wien flächen-deckend Risikoselbsteinschätzungen (Risk Assessments) auf Bereichs- und Abteilungsebene im Rahmen von moderierten Workshops durch. Auswirkungen aktueller Entwicklungen (Russland-Ukraine-Krieg, Inflation und COVID-19) werden in den OpRisk-Instrumenten (Schadenfalldatenbank, Risiko-
assessments) entsprechend berücksichtigt.
Bei der Kategorisierung der operationellen Risiken werden
sowohl bei der Risikoselbsteinschätzung als auch bei der
Schadensfallsammlung die gesetzlichen Bestimmungen der CRR (Art. 312 bis 324) beachtet. Die regulatorischen Vorgaben zu ESG wurden in den internen Richtlinien und Systemen umgesetzt und werden laufend hinsichtlich weiterer Verbesserungs-
potenziale evaluiert.
Notes275
Mit SAS EGRC (Enterprise Governance Risk Compliance) ist ein IT-System zur integrierten Steuerung des operationellen Risikos und des Internen Kontrollsystems im Einsatz.
Die RLB NÖ-Wien hat sich zur Absicherung des operationellen Risikos gemäß Art. 312ff CRR Eigenmittelanforderungen für das operationelle Risiko verpflichtet, den Basisindikatoransatz gemäß Art. 315f CRR auch zur Berechnung des Mindesteigenmittelerfordernisses heranzuziehen und gegenüber der Aufsicht entsprechend offenzulegen. Darüber hinaus ergeben sich aus dem Basisindikatoransatz für die Bank keine weiteren Verpflichtungen zur Quantifizierung von operationellen Risiken.
Um diese operationellen Risiken zu begrenzen, wurden bereits in der Vergangenheit zahlreiche Vorkehrungen getroffen, die an der Aufbau- und Ablauforganisation ansetzen. Zur Vermeidung und Begrenzung der IT-Risiken hat die RLB NÖ-Wien entsprechende organisatorische Maßnahmen gesetzt, die auch detailliert in einem Information Security Governance Framework definiert und festgeschrieben sind.
Darüber hinaus ist zur Vorbeugung gegen Geldwäsche und
Terrorismusfinanzierung in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe eine verantwortliche Person als Geldwäschebeauftragte ernannt. Diesem obliegt weiters der Bereich Financial Sanctions Compliance (FSC) und er stellt die Einhaltung der anzuwendenden Sanktionsregularien sicher. Im Jahr 2022
wurden insbesondere sämtliche EU-Sanktionspakete und darüber hinaus alle weiteren anzuwendenden Sanktionsregularien gegenüber Russland und Weissrussland umgesetzt. Zur Sicherstellung der Einhaltung der FATCA-Anforderung (Foreign
Account Tax Compliance Act der US-Steuerbehörden) definiert das Institut den erforderlichen Responsible Officer. Des
Weiteren ist ein Compliance Officer installiert, der dafür Sorge zu tragen hat, dass die im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften maßgeblichen Gesetze, Vorschriften sowie über- und innerbetrieblichen Regelwerke von den Mitarbeitern und Funktionären der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien zu deren
eigenem Schutz und zwecks Sicherung des Vertrauensverhältnisses zum Markt und zu den Kunden der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe, eingehalten werden. Neben der
Compliance-Funktion hat die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe auch eine institutsgruppenübergreifende Einheit „BWG-Compliance“ installiert. Diese BWG-Compliance-Funktion stellt mittels eines geeigneten Informations- und Überprüfungs-Prozesses innerhalb der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe die fristgerechte Umsetzung regulatorischer Neuerungen sicher.
Unter Compliance Risiko sind damit Risiken, die in den Tätigkeitsbereich der Funktionen des Wertpapier-Compliance-Officers, der BWG-Compliance und des Geldwäschebeauftragten (siehe Organigramme RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien) sowie des FATCA Responsible Officers (Foreign
Account Tax Compliance Act) fallen und die Einhaltung der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen gewährleisten sollen, subsummiert.
Das Outsourcingrisiko betrachtet die Strategie, die Zielsetzung und den Prozess bei der Ausgliederung von Aufgaben bzw.
Unternehmensteilen. Outsourcing wird in der Raiffeisen-
Holding NÖ-Wien-Gruppe als Mittel zur Konzentration auf die Kernkompetenzen und als Möglichkeit der Effizienzsteigerung, insbesondere zur Hebung von Synergiepotenzial in einem dezentralen Bankenverbund gesehen und werden im Sinne des Paragraph 25 BWG sowie der EBA Guidelines on Outsourcing Arrangements gemangt. Durch einen im Rahmen der gruppenweiten Unternehmesorganisation eigens definierten Outsourcingbeauftragten ist die Risikooptimierung und -betrachtung stetig im Fokus. Die stark gestiegene Inflation hat aus Outsourcingsicht zur Folge, dass die Outsourcingverantwortlichen
sowie der Einkauf mit Preisänderungen konfrontiert werden, die zu Vertragsänderungen führen, welche von der Abteilung Datenschutz- und Outsourcingmanagement (DSO) begleitet werden. Der Russland-Ukraine-Krieg und COVID-19 zeigen keine beobachtbaren Risikoauswirkungen im Zusammenhang mit Outsourcing. Die Abteilung DSO hat definierte Beurteilungsfragen nach ESG-Kriterien und -Standards für die Zusammenarbeit mit Auslagerungsdienstleistern im Einsatz. Für die Beschaffung von IT-Hardware ist ein Regelwerk zur Prüfung, ob diese im Einklang mit international anerkannten Nachhaltigkeitsstandards stehen, im Einsatz.
276Notes
Das Modellrisiko beleuchtet das Risiko eines möglichen Verlusts aus den Konsequenzen von Entscheidungen, die auf den Ergebnissen von internen Modellansätzen basieren und die auf Fehler in der Entwicklung, Umsetzung und Anwendung solcher Ansätze zurückgehen.
Im Rahmen der RTFA berücksichtigt die RLB NÖ-Wien Non Financial Risk, sowohl im Extremfall als auch im Liquidationsfall. Der quantitative Ansatz inkludiert den Basisindikatoransatz des operationellen Risikos gemäß Art. 315f CRR sowie
20% des rechnerischen Werts der sonstigen Risiken (definiert als Approximation über einen Aufschlag von 5% der quantifizierten Risiken mit Ausnahme des Beteiligungsrisikos, da
mögliche sonstige Risiken bereits in die Beteiligungsrisikoquantifizierung Eingang in die Risikobewertung finden).
Internes Kontrollsystem (IKS)
In der RLB NÖ-Wien ist ein IKS im Einsatz. Es besteht eine detaillierte Beschreibung der IKS-Abläufe, anhand derer eine laufende Dokumentation der Prozesse der Bank und der dazugehörigen Kontrollmaßnahmen stattfindet. Die Verantwortlichkeiten und Rollen in Bezug auf das IKS sowie die Kontrolltätigkeiten sind klar definiert. Es erfolgt eine regelmäßige
Berichterstattung über die Ausgestaltung und die Entwicklung des IKS in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe. Details zum IKS für den Rechnungslegungsprozess finden sich im nächsten Kapitel.
Makroökonomische Risiken
Das makroökonomische Risiko wird in der RLB NÖ-Wien im Kreditrisikobericht berücksichtigt. Die Ermittlung dieser
Risikoart erfolgt mittels eines statistischen/modellbasierten Quantifizierungsansatzes. Im Beteiligungsrisiko erfolgt die
Berücksichtigung der makroökonomischen Effekte, wie bei den sonstigen Risiken, im Rahmen der Beteiligungsrisikoquantifizierung.
Die Risiken, die aus dem makroökonomischen Umfeld erwachsen, werden vierteljährlich im Rahmen der RTFA als eigene
Risikoart angesetzt. Die Covid-19-Situation spielt makroökonomisch eine immer geringere Rolle. Stärkeren Einfluss auf das makroökonomische Risiko haben die aktuellen Entwicklungen der Inflation und der Zinslandschaft.
Sonstige Risiken
Die RLB NÖ-Wien führt eine eigene Risikoart „sonstige
Risiken“ der nachstehende Subrisikoarten zugewiesen sind:
  • Strategisches Risiko
  • Reputationsrisiko
  • Ertrags- bzw. Geschäftsrisiko
  • Konzentrationsrisiken (Interrisikokonzentrationen)
  • Systemisches Risiko
Die RLB NÖ-Wien berücksichtigt im Rahmen der RTFA,
sowohl im Extremfall als auch im Liquidationsfall, sonstige
Risiken als Approximation über einen Aufschlag von 5% der quantifizierten Risiken. Ausgenommen davon ist das Beteiligungsrisiko, da mögliche sonstige Risiken bereits in der Beteiligungsrisikoquantifizierung Eingang in die Risikobewertung finden. Von dem erwähnten Quantitifizierungsansatz werden 20 Prozent für die Subrisikoarten Outsourcingrisiko,
Compliancerisiko und Modellrisiko gewidmet, die der Risikoart „Non Financial Risk“ zugeordnet sind.
Nachhaltigkeit und ESG-Risiken
Die verstärkte Beachtung und Integration des Nachhaltigkeitsaspekts (ESG - Environment, Social, Governance) ist Teil der Geschäftsstrategie und findet damit auch Eingang in den
Geschäftsbereichen der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe und damit auch der RLB NÖ-Wien. Die Funktion Nachhaltigkeit & CSR (Corporate Social Responsibility) ist in der Organisation der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als Teil der Konzernkommunikation implementiert. Gemeinsam mit der im
November 2021 beschlossenen Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der Geschäftsstrategie ist dieses Thema in der
KI-Gruppe, und damit auch in der RLB NÖ-Wien, verortet.
Speziell die Implementierung notwendiger Maßnahmen im
Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsrisiken und ESG-Faktoren wurden im Berichtsjahr näher betrachtet und analysiert. Die für ESG-Risiken anzuwendenden Methoden, Modelle und Strategien werden in den nächsten Jahren kontinuierlich
weiterentwickelt und sollen dazu beitragen, inhärente ESG-
Risiken immer genauer zu messen.
Notes277
Abgeleitet von der Nachhaltigkeitsstrategie finden diese Themenstellungen auch Eingang in die Risikostrategie. ESG-Risiken beschreiben mögliche negative Folgen, die sich für Unternehmen aus Klima- und Umwelteffekten sowie aus negativen sozialen Aspekten und aus möglicherweise negativen Aspekten der Unternehmensführung ergeben können. Banken sind von Nachhaltigkeitsrisiken und ESG-Faktoren in vielerlei Hinsicht betroffen. ESG-Risiken wurden im Jahr 2022 anhand von ESG-Heatmaps analysiert. Die ESG-Heatmap ist ein Werkzeug zur Identifizierung, Analyse und Wesentlichkeitsbeurteilung von ESG-Risiken bzw. deren Risikotreiber. ESG-Risiken werden als Teilaspekte der laut Risikoinventur bereits betrachteten Risikoarten wie Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und Non Financial Risk (und hier vor allem operationelles Risiko) sowie Reputationsrisiko mitberücksichtigt. Ziel ist somit die Berücksichtigung und Integration von ESG-Risiken in der gesamten Risikoorganisation.
Auswirkungen aus ESG-Faktoren können sich einerseits aus physischen Risiken ergeben, wie beispielsweise Folgewirkungen von Klimaereignissen. Diese können sich in Ausfällen von Kreditnehmern oder Wertminderungen von Kreditsicherheiten niederschlagen. Andererseits können Auswirkungen aus sogenannten Transitionsrisiken resultieren, die beispielsweise mit politischen oder technologischen Entwicklungen einhergehen. So können sich zur Erreichung bestimmter klimapolitischer Zielsetzungen beschlossene Lenkungsmaßnahmen stark nachteilig auf Branchen mit höherer Umweltbelastung auswirken. Banken mit Finanzierungen in diesen Branchen sind somit
davon in hohem Maße betroffen. Eine Analyse der einzelnen Branchen hinsichtlich ESG-Relevanz und daraus folgender Umgang mit diesen Branchen ist in der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe gerade im Laufen.
Neben den gesellschafts- und umweltpolitischen Motivationen zur Betrachtung von ESG-Faktoren stellen auch Gesetzgeber und Aufsicht hohe Anforderung hinsichtlich Nachhaltigkeits-risiken und -berichterstattung an den Finanzsektor. Die
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe – und damit auch die RLB NÖ-Wien - hat daher im Jahr 2022 mit der Implementierung von Projekten zu den Themen ESG-Faktoren/Risiken, ESG-Marktprogramm sowie ESG-Taxonomie zusätzliche Anstrengungen zur Umsetzung und Integration von Nachhaltigkeitsthemen in allen Bereichen der Bankengruppe gesetzt. Das bedeutet, beginnend bei der Governance der Bankengruppe, über Außenauftritt, Produktangebote, Kunden-
unterstützung und Risikomanagement sowie Risikomessung und Stesstests werden ESG-Themen, -Faktoren und -risiken einbezogen. An der Umsetzung eines ESG-Corporate-Ratings (ISS-Ratings) wird in der Banken-Gruppe ebenfalls mit hoher Priorität gearbeitet. Damit wird eine der wesentlichen Herausforderungen des ESG-Themas bewerkstelligt.
Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit in der
Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Gruppe sind in der „Nicht finanziellen Erklärung“ im Konzernlagebericht nachzulesen.
Institutsbezogene Sicherungssysteme
Im Berichtsjahr 2021 hat der Raiffeisensektor bei der FMA im Zuge des Antrags zur Errichtung einer sektoreigenen Einlagensicherung (siehe nachstehende Angaben zum Thema Einlagen-sicherung) auch den Antrag auf ein Raiffeisen-IPS (R-IPS:
Raiffeisen-Institutional Protection Scheme) im Sinne der Artikel 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR gestellt. Die EZB und die FMA haben ihre Bewilligungen für ein österreichweites Raiffeisen-IPS (R-IPS) mit Bescheid vom 12. Mai 2021 bzw. 18. Mai 2021 erteilt. Die RLB NÖ-Wien und die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien sind somit Mitglieder dieses R-IPS.
Das R-IPS ist das Sicherungssystem des Raffeisen-Geldsektors und dient der Erhaltung der Mitgliedsinstitute in einem nachhaltigen und wirtschaftlich gesunden Zustand, der Absicherung ihres Bestandes, Sicherung der Früherkennung und zur Vermeidung eines Konkurses sowie vor allem der Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität sowie der Zahlungsfähigkeit (Solvenz, Solvabilität und Mindestkapitalausstattung). Zur Sicherstellung der Solidarhaftung dieses Sicherungssystems erfolgen quartalsweise aggregierte Betrachtungen der Kapitaladäquanz auf R-IPS-Ebene. Diese Haftungsvereinbarung
ermöglicht es den Instituten zum einen Positionen in Eigenmittelinstrumenten anderer Vertragspartner nicht von den eigenen Eigenmitteln abziehen zu müssen (Art. 49 Abs. 3 CRR), zum anderen dürfen die Institute Risikopositionen gegenüber
anderen Vertragsparteien von der Anforderung der Berechnung der risikogewichteten Positionsbeträge ausnehmen (Art. 113 Abs. 7 CRR).
278Notes
Der Vertrag zum R-IPS sieht klare Überwachungs- und Risikomaßnahmen vor. Demgemäß verfügt das R-IPS über ein geeignetes und einheitlich geregeltes System für die Bewertung und Steuerung der Risiken. Dadurch ist ein vollständiger Überblick über die Risikosituationen der einzelnen Mitglieder und das
R-IPS insgesamt gewährleistet. Darüber hinaus definiert der
R-IPS-Vertrag entsprechende Gremien und Beschlussinstanzen.
Damit ist zur gesamthaften Steuerung des R-IPS ein umfang-reiches Reporting (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und
Risikobericht) sichergestellt, welches auch als Entscheidungsgrundlage für Steuerungsmaßnahmen dient.
Diese Aufgaben werden durch eine eigene Einheit im Raiffeisensektor, die Sektor Risiko eGen (SRG) der Raiffeisen-Bankengruppe Österreich, ausgeführt. Um diese Aufgaben möglichst effizient erfüllen zu können, besteht entsprechend der Verträge ein Früherkennungssystem, mit Hilfe dessen Problemfälle bei einzelnen Mitgliedern sowie beim R-IPS in seiner Gesamtheit möglichst frühzeitig erkannt werden sollen bzw. diesen vorgebeugt werden soll.
Europäischer Abwicklungsfonds
Die Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von
Banken soll sicherstellen, dass im Krisenfall einer Bank in erster Linie Eigentümer und Gläubiger der notleidenden Bank die Kosten einer Sanierung oder Abwicklung tragen. Steuergelder sollen dagegen künftig nicht mehr für Bankenrettungen verwendet werden.
Kreditinstitute sind verpflichtet, Sanierungspläne zu erstellen. Bei Schieflage eines Instituts kann die Aufsicht bereits früh-
zeitig von ihren Eingriffsrechten Gebrauch machen. Sollte die seit 1. Jänner 2015 etablierte Abwicklungsbehörde der Auffassung sein, dass ein Kreditinstitut nicht länger lebensfähig ist, werden konkrete Abwicklungsmaßnahmen vorgesehen (siehe auch Angaben zu R-IPS Sanierungsplan).
Um Aufwendungen nicht durch öffentliche Mittel zu bedienen, wurde ein einheitlicher Abwicklungsfonds (SRF) gemäß SRM-Verordnung (EU Nr. 806/2014) auf europäischer Ebene errichtet, der durch risikogewichtete Beitragszahlungen aller Banken ex ante dotiert wird.
Der Fonds (SRF) wird seit 1. Jänner 2016 bis zum Ende einer Aufbauphase von acht Jahren mit einer Zielausstattung von
ca. EUR 80,0 Mrd. aufgebaut. Diese Zielausstattung des SRF entspricht dem mindestens 1prozentigen Betrags der gedeckten Einlagen aller in der Bankenunion bis 31. Dezember 2023 zugelassenen Kreditinstitute.
Der Beitrag der RLB NÖ-Wien im Jahr 2022 betrug EUR 15,0 Mio.
Hinsichtlich weiterer Angaben zum Europäischer Abwicklungsfonds wird auf Note (9) – Sonstiges betriebliches Ergebnis verwiesen.
Solidaritätsverein der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien
Die RLB NÖ-Wien hat gemeinsam mit den nö. Raiffeisen-
banken über die Einrichtung des Solidaritätsvereins sichergestellt, dass Mitglieder, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten
geraten sind, durch geeignete Maßnahmen Hilfestellung
erfahren. Der Solidaritätsverein stellt somit eine zusätzliche
Sicherungseinrichtung zu der unten dargestellten Öster-
reichischen Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) vormals Sektor-Risiko eGen. dar.
Einlagensicherung
Mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungs-
gesetzes (ESAEG) vom 14. August 2015 (Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/49/EU) ist das System der Einlagensicherung mit der Zielsetzung, Einlagen von Kunden im Insolvenzfall der Bank zu sichern, definiert.
Hinsichtlich weiterer Angaben zur Einlagensicherung wird auf Note (51) Sonstiges Vereinbarungen verwiesen.
Kundengarantiegemeinschaft des Raiffeisensektors
Notes279
Über die internen Maßnahmen zur Risikoerkennung,
-messung und -steuerung hinausgehend, ist die RLB NÖ-Wien Mitglied der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft. Diese Gemeinschaft aus Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken und der RBI garantiert gegenseitig alle Kundeneinlagen und die eigenen Wertpapieremissionen bis zu 100 Prozent, die bis 30. September 2019 getätigt bzw. erworben wurden. Neues Einlagengeschäft ab dem 1. Oktober 2019 ist vom Schutz der Kundengarantiegemeinschaft nicht mehr umfasst. Auch die Aufstockung von vorhandenen Einlagen (im Rahmen eines
bestehenden Kontos) ab 1. Oktober 2019 gilt als neues Einlagengeschäft und ist damit von der Sicherung der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft nicht mehr umfasst. Damit kommt es insgesamt zu einem Abschmelzen des gesicherten Einlagenbestandes.
Die Kundengarantiegemeinschaft ist zweistufig organisiert.
Einerseits auf Landesebene, auf der beispielsweise Raiffeisenbanken aus Niederösterreich gegenseitig Kundeneinlagen garantieren, und andererseits gibt es als zweite Sicherheitsstufe die Bundeskundengarantiegemeinschaft, die dann zum Tragen kommt, wenn die jeweilige Landessicherung nicht ausreicht. Somit stellt die Kundengarantiegemeinschaft der Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken und der RBI ein doppeltes Netz für die Sicherheit der Kundeneinlagen dar.
Zu weiteren Angaben zur Kundengarantiegemeinschaft wird auf Note (41) Eventualverbindlichkeiten und andere außer-
bilanzielle Verpflichtungen verwiesen.

(33) Hedge Accounting
In folgendem Abschnitt werden Details zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, zu Grundgeschäften, Sicherungsinstrumenten, abgesicherten Risiken sowie zur Risikomanagementstrategie des Konzerns dargestellt.
Die Hedge-Accounting-Aktivitäten und -Ziele im RLB NÖ-Wien-Konzern beziehen sich auf zinsrisikotragende Aktiv-
oder Passivpositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und nicht ausgefallen sind. Die abgesicherten
Vermögenswerte gehören dem Geschäftsmodell „Hold to
Collect“ an und erfüllen das Zahlungsstromkriterium. Für
Sicherungsbeziehungen, die die Voraussetzungen für Hedge
Accounting erfüllen, werden prospektiv und retrospektiv
Effektivitätsnachweise erbracht. Zinsrisikosteuerung und
Effektivitätsmessung erfolgen in getrennten Geschäfts-
bereichen der Bank und somit unabhängig voneinander. Ziel des Zinsrisikomanagements ist die Optimierung von Zins-
risikopositionen aus Risiko- und Ertragsgesichtspunkten. Zu diesem Zweck und zur Einhaltung interner sowie externer Vorschriften und Beschränkungen wird das Zinsrisiko sowohl im Hinblick auf die Ertragssituation als auch auf den ökonomischen Wert gesteuert. Wie in unten angeführten
Details ersichtlich, setzt die RLB NÖ-Wien Interest Rate Swaps und Floors als Sicherungsinstrumente zur aktiven Steuerung des Zinsrisikos ein. Das verfolgte Ziel besteht in der Risikobegrenzung, bei der zinsbedingte Wertänderungen des Grundgeschäfts durch Abschluss eines Sicherungsderivats kompensiert werden sollen, wobei sich dabei die Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft annähernd gegenläufig bewegen sollen. Wenn Finanzinstrumente ein entsprechend großes Nominale bzw. ausstehenden Betrag aufweisen und davon auszugehen ist, dass dieser über die Laufzeit konstant gehalten wird, dann werden diese in der Regel auf Einzelbasis gegen Fair Value-Änderungen abgesichert. Finanz-instrumente, die kleine Volumina aufweisen oder Tilgungsstrukturen beinhalten,
werden in Laufzeitbänder gebündelt und mittels Portfolio-Hedging abgesichert. Details zur allgemeinen Vorgehensweise im Hedge Accounting siehe auch Kapitel „Derivate und Hedge Accounting“ unter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie im Kapitel „Interest Rate Benchmark Reform“ (Note 34).
In unten angeführter Darstellung sind das zeitliche Profil des Nominalbetrags von Sicherungsinstrumenten in Fair Value Hedge-Beziehungen sowie abgesicherte durchschnittliche Fixzinssätze, ersichtlich.
2022
in TEUR
< 1 Monat
1-6 Monate
6-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Interest Rate Swaps - Fair Value Hedge Aktiva Geschäfte
 
 
 
 
 
Nominale
3.253
134.607
109.450
911.969
1.331.236
durchschnittlicher Fixzinssatz in %
1,79
1,35
1,21
1,49
1,91
Interest Rate Swaps - Fair Value Hedge Eigenemissionen
 
 
 
 
 
Nominale
5.000
79.750
349.554
3.953.200
2.469.939
durchschnittlicher Fixzinssatz in %
1,71
2,06
1,89
1,33
2,09

280Notes
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind in folgender Tabelle dargestellt.
2021
in TEUR
< 1 Monat
1-6 Monate
6-12 Monate
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Interest Rate Swaps - Fair Value Hedge Aktiva Geschäfte
 
 
 
 
 
Nominale
4.415
165.169
337.008
901.805
1.177.324
durchschnittlicher Fixzinssatz in %
1,84
0,65
1,17
1,35
1,92
Interest Rate Swaps - Fair Value Hedge Eigenemissionen
 
 
 
 
 
Nominale
37.315
28.160
57.121
1.728.863
1.549.868
durchschnittlicher Fixzinssatz in %
1,25
1,19
1,30
1,29
2,26

Notes281
In unten angeführter Aufstellung sind Nominalvolumen, Buchwerte sowie Fair Value-Änderungen der als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivate ersichtlich. Es handelt sich dabei um Interest Rate Swaps zur Absicherung gegen das Zinsänderungsrisiko, wobei eine Aufschlüsselung nach Grundgeschäften vorgenommen wird, sowie um Floors getrennt nach 3- und 6- Monats- EURIBOR. Die Wertänderungen sind in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten“ ersichtlich (siehe Note (6)). Aktiv- und passivseitige Buchwerte dieser Zinsabsicherungsinstrumente finden sich im jeweiligen Bilanzposten „Derivate - Hedge Accounting“.
2022
 
Buchwert
 
 
 
 
in TEUR
Nominale
Aktiva
Passiva
Fair Value-Änderung
GuV-Ausweis Fair Value-Änderung
GuV-Auswirk-ung Ineffekti-vität
GuV-Ausweis Ineffekti-vität
Zinsrisiko - Mikro-Hedge
 
 
 
 
 
 
 
Interest Rate Swaps - Schuldverschreibungen
1.912.521
127.837
9.791
407.583
G/V aus Hedge Accounting
4.753
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - Kredite und Darlehen
577.995
58.899
1.655
94.081
G/V aus Hedge Accounting
1.477
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - Einlagen
401.911
7.977
22.028
-112.448
G/V aus Hedge Accounting
-364
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - verbriefte Verbindlichkeiten
6.455.531
107
478.610
-615.064
G/V aus Hedge Accounting
-2.398
G/V aus Hedge Accounting
Zinsrisiko - Portfolio-Hedge
 
 
 
 
 
 
 
Interest Rate Swaps - Portfolio Aktiv
2.422.141
446.606
1.233
407.644
G/V aus Hedge Accounting
-23.094
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - Portfolio Passiv
2.135.250
264
200.134
-214.962
G/V aus Hedge Accounting
4.216
G/V aus Hedge Accounting
Floors - Portfolio Aktiv
5.721.200
37.411
107.732
72.299
G/V aus Hedge Accounting
-502
G/V aus Hedge Accounting
Floors - Portfolio Aktiv 3-Monats-Euribor
2.270.400
0
8.990
24.510
G/V aus Hedge Accounting
2.378
G/V aus Hedge Accounting
Floors - Portfolio Aktiv 6-Monats-Euribor
3.450.800
37.411
98.742
47.789
G/V aus Hedge Accounting
-2.880
G/V aus Hedge Accounting

282Notes
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind in folgender Tabelle dargestellt.
2021
 
Buchwert
 
 
 
 
in TEUR
Nominale
Aktiva
Passiva
Fair Value-Änderung
GuV-Ausweis Fair Value-Änderung
GuV-Auswirk-ung Ineffekti-vität
GuV-Ausweis Ineffekti-vität
Zinsrisiko - Mikrohedge
 
 
 
 
 
 
 
Interest Rate Swaps - Schuldverschreibungen
1.957.376
2.649
293.550
129.979
G/V aus Hedge Accounting
-1.390
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - Kredite und Darlehen
628.345
18
42.118
26.702
G/V aus Hedge Accounting
387
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - Einlagen
520.862
100.758
8
-41.471
G/V aus Hedge Accounting
157
G/V aus Hedge Accounting
Interest Rate Swaps - verbriefte Verbindlichkeiten
2.880.464
159.814
5.141
-120.877
G/V aus Hedge Accounting
-157
G/V aus Hedge Accounting
Zinsrisiko - Portfolio-Hedge
 
 
 
 
 
 
 
Interest Rate Swaps - Portfolio Aktiv
1.807.187
51.763
61.658
G/V aus Hedge Accounting
-1.636
G/V aus Hedge Accounting

Notes283
In folgender Darstellung sind Details zu Grundgeschäften in bilanzierten Sicherungsbeziehungen ersichtlich. Dies sind im Rahmen des Hedge Accountings ermittelte Buchwerte sowie Buchwertveränderungen der jeweils abgesicherten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Die Wertänderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter „Gewinne/Verluste aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlich-keiten“ unter „Gewinne/Verluste aus Hedge Accounting“ ausgewiesen. Nähere Details dazu finden sich auch unter Note (6). Wird eine Hedgebeziehung bei nicht ausgeschiedenem Grundgeschäft aufgelöst, ist ab dem Zeitpunkt der Beendigung der Sicherungsbeziehung das Hedgeadjustment des Grundgeschäfts über die Restlaufzeit in das Zinsergebnis zu amortisieren (siehe Note (1) Zinsüberschuss).
2022
in TEUR
Buchwert der Grundgeschäfte
Kumulierte Beträge aus Fair Value Anpassungen der Grundgeschäfte
Fair Value Änderungen der Grund-geschäfte
Kumulierte Fair Value Anpassungen dedesignierter Grund-geschäfte
 
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
 
 
Zinsrisiko - Mikro-Hedge
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verm. zu fortgeführten Anschaffungskosten
2.346.643
 
-187.135
 
-495.433
5.551
Schuldverschreibungen
1.824.545
 
-129.360
 
-402.830
0
Kredite und Darlehen
522.099
 
-57.775
 
-92.604
5.551
Finanzielle Verb. zu fortgeführten Anschaffungskosten
 
6.993.910
 
-521.392
-724.750
0
Einlagen
 
391.100
 
-21.180
-112.084
0
Verbriefte Verbindlichkeiten
 
6.602.811
 
-500.212
-612.666
 
Zinsrisiko - Portfolio-Hedge
 
 
 
 
 
 
Portfolio-Hedge*
7.259.495
2.293.010
-134.780
-50.321
-284.361
-240.599
Portfolio-Hedge Aktiv
2.668.730
 
-102.712
 
-430.737
-355.139
Portfolio-Hedge Passiv
 
2.293.010
 
-50.321
219.177
151.604
Portfolio-Hedge Aktiv Floors
4.590.765
 
-32.068
 
-72.801
-37.064
Portfolio-Hedge Aktiv Floors 3-Monats-Euribor
2.262.320
 
-5.716
 
-22.132
-14.402
Portfolio-Hedge Aktiv Floors 6-Monats-Euribor
2.328.445
 
-26.352
 
-50.669
-22.662
*Die unter Buchwert ausgewiesenen Beträge entsprechen dem synthetischen Grundgeschäft zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 unter Berücksichtigung der Designationsquote.

284Notes
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind in folgender Tabelle dargestellt.
2021
in TEUR
Buchwert der Grundgeschäfte
Kumulierte Beträge aus Fair Value Anpassungen der Grundgeschäfte
Fair Value Änderungen der Grund-geschäfte
Kumulierte Fair Value Anpassungen dedesignierter Grund-geschäfte
 
Aktiva
Passiva
Aktiva
Passiva
 
 
Zinsrisiko - Mikro-Hedge
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verm. zu fortgeführten Anschaffungskosten
2.895.530
 
315.166
 
-157.684
-2.192
Schuldverschreibungen
2.274.621
 
272.817
 
-131.369
18
Kredite und Darlehen
620.909
 
42.350
 
-26.315
-2.210
Finanzielle Verb. zu fortgeführten Anschaffungskosten
 
4.719.994
 
203.589
-162.347
-168
Einlagen
 
622.789
 
90.904
-41.628
-168
Verbriefte Verbindlichkeiten
 
4.097.205
 
112.685
-120.720
 
Zinsrisiko - Portfolio-Hedge
 
 
 
 
 
 
Portfolio-Hedge*
1.568.512
 
-31.584
 
-63.293
-20.067
Portfolio-Hedge Aktiv
1.568.512
 
-31.584
 
-63.293
-20.067
*Die unter Buchwert ausgewiesenen Beträge entsprechen dem synthetischen Grundgeschäft zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 unter Berücksichtigung der Designationsquote.
Folgende Tabelle zeigt den verwendeten Zinsindikator sämtlicher Hedge-Derivate aufgeschlüsselt anhand des zeitlichen Profils bezogen auf Nominalbeträge. Die Bedingungen der Grundgeschäfte (fix verzinste finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten in den entsprechenden Währungen) korrespondieren.
2022
in TEUR
< 1 Jahr
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Hedge Typ (Mikro- u. Portfolio-Hedge)
 
 
 
Fair Value Hedge
 
 
 
Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente zu aktivseitigen Grundgeschäften
 
 
 
Interest Rate Swaps (Receive 3-Monats-EURIBOR, Pay EUR fix)
496.856
975.609
3.256.917
Interest Rate Swaps (Receive 6-Monats-EURIBOR, Pay EUR fix)
0
0
25.000
Interest Rate Swaps (Receive 3-Monats-USD-LIBOR, Pay USD fix)
50.455
94.693
13.126
Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente zu passivseitigen Grundgeschäften
 
 
 
Interest Rate Swaps (Pay 3-Monats-EURIBOR, Receive EUR fix)
616.034
4.789.200
3.511.689
Interest Rate Swaps (Pay 6-Monats-EURIBOR, Receive EUR fix)
770
40.000
35.000
Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente zu aktivseitigen Grundgeschäften
 
 
 
Floors (Referenz 3-Monats-EURIBOR)
300.000
1.346.200
624.200
Floors (Referenz 6-Monats-EURIBOR)
101.000
455.300
2.894.500
Notes285
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind in folgender Tabelle dargestellt.
2021
in TEUR
< 1 Jahr
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Hedge Typ (Mikro- u. Portfolio-Hedge)
 
 
 
Fair Value Hedge
 
 
 
Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente zu aktivseitigen Grundgeschäften
 
 
 
Interest Rate Swaps (Receive 3-Monats-EURIBOR, Pay EUR fix)
582.223
1.181.008
2.431.257
Interest Rate Swaps (Receive 6-Monats-EURIBOR, Pay EUR fix)
0
0
25.000
Interest Rate Swaps (Receive 3-Monats-USD-LIBOR, Pay USD fix)
24.369
120.797
28.254
Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente zu passivseitigen Grundgeschäften
 
 
 
Interest Rate Swaps (Pay 3-Monats-EURIBOR, Receive EUR fix)
122.596
1.685.343
1.514.868
Interest Rate Swaps (Pay 6-Monats-EURIBOR, Receive EUR fix)
0
43.520
35.000
(34) Interest Rate Benchmark Reform
Die verabschiedete EU-Benchmark-Verordnung (Verordnung (EU) 2016/1011 vom 8. Juni 2016) regelt die umfangreiche Ablöse bisheriger Interbank-Angebotssätze („IBORs“ – Interbank offered rates) durch neue bzw. neu ermittelte „Risk-Free Rates“ (RFR), die in höherem Maße auf Transaktionsdaten basieren. Finanzinstrumente, deren Verzinsung auf EURIBOR oder EONIA basiert, sind insofern betroffen, als die zugrunde liegende Berechnungsmethode des EURIBORs reformiert und der EONIA (Euro Over Night Index Average) durch den neu entwickelten €STR (Euro Short-Term Rate) ersetzt wurde. Diese Indikatoren sind in der RLB NÖ-Wien die mit Abstand bestimmenden. Für den EURIBOR geht die Bank aktuell davon aus, dass dieser im Zuge der Reform mittels veränderter, hybrider Methode ermittelte Indikator bis auf Weiteres unverändert eingesetzt werden kann.
Mit dem Austausch der Referenzzinssätze und den damit einhergehenden Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung, kam es zu Änderungen jener IFRS- Standards, welche von der IBOR- Reform betroffen sind. Die Änderungen sehen praktische Erleichterungen bei Modifikationen sowie in Bezug auf die Anwendung spezifischer Hedge-Accounting-Anforderungen für Sicherungsbeziehungen vor. Änderungen, welche sich unmittelbar aus der IBOR- Reform ergeben und deren neue Grundlage zur Ermittlung der Zahlungsströme wirtschaftlich gleichwertig wie die davor ist, werden somit anhand einer Anpassung des Effektivzinssatzes bilanziell berücksichtigt. Sicherungsbeziehungen und entsprechende Dokumentationen werden auf die neuen Rahmenbedingungen, die sich aus der Reform der Referenzzinssätze ergeben, angepasst.
286Notes
Im Rahmen eines bereichsübergreifenden Umsetzungsprojekts der RLB NÖ-Wien wurden die notwendigen prozessualen, IT-technischen, rechtlichen, regulatorischen, betriebswirtschaftlichen, marktseitigen und sonstigen fachlichen Anpassungen, die sich aus der Anwendung der neuen Referenzgrößen ergeben, bearbeitet, um einen reibungslosen Übergang auf die alternativen Referenzzinssätze sicherzustellen. Aus diesem Projekt heraus erfolgte zudem ein tourlicher Bericht an den Vorstand. Mit 01. Jänner 2022 wurde die Umstellung der Geschäfte, welchen auslaufende LIBOR- Indikatoren für die Währungen CHF, GBP, JPY zugrunde liegen, auf die entsprechenden Nachfolgeindikatoren (CHF LIBOR auf SARON, USD LIBOR: Fristigkeit 1W und 2M auf SOFR, GBP LIBOR auf SONIA sowie JPY auf den JPY LIBOR in synthetischer Form) vorgenommen. Zudem erfolgte die Umstellung jener Geschäfte mit dem EONIA als zugrundeliegenden Indikator auf den Nachfolgeindikator €STR. Im November 2022 erfolgte die Umstellung der Geschäfte, denen der synthetische LIBOR-JPY zugrunde lag auf den Nachfolgeindikator TORF. Verträge in USD LIBOR sind in der RLB NÖ-Wien im Wesentlichen in Laufzeiten mit 1 bis 12 Monaten vorhanden. Die entsprechende Umstellung des Bestandgeschäfts in USD LIBOR auf den Nachfolgeindikator SOFR wird im Rahmen des Umsetzungsprojektes bis
30. Juni 2023 sichergestellt.
Die Umstellung EONIA auf €STR bzw. FED Funds auf SOFR erfolgte bei geclearten Derivaten (Diskontierung) sowie bei den zugehörigen Collateral-Konten beginnend mit zweitem Halbjahr 2020 erfolgreich und ohne wesentliche Ergebnis-auswirkung. Kompensationszahlungen für Bewertungsänderungen wurden gegen den Fair Value gebucht und sind bei Hedge-Derivaten als Teil der Ineffektivität zu betrachten. Darüber hinaus erfolgte bzw. erfolgt eine Anpassung bilateraler Verträge und die Umstellung der unter den Verträgen abgeschlossenen Derivate, sowie der zugehörigen Cash Collateral-Konten mit den Kontrahenten. Neben Cash Collateral-Konten bestehen in der RLB NÖ-Wien keine Finanzinstrumente, die auf €STR bzw. SOFR referenzieren.
Entwicklungen im Zusammenhang mit der IBOR- Reform werden weiterhin im Detail analysiert. Bisher ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des RLB NÖ-Wien-Konzerns.
Folgende Tabelle zeigt die Buchwerte der nicht-derivativen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, denen ein noch abzulösender Referenzzinssatz zugrunde liegt:
nicht-derivative Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
in TEUR per 31.12.2022
USD LIBOR
Finanzielle Vermögenswerte - zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
52.306
Kredite und Darlehen an Kreditinstituten und Sichteinlagen
141
Kredite und Darlehen an Kunden
21.934
Schuldverschreibungen
30.231
Finanzielle Verbindlichkeiten - zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
41.768
Einlagen von Kreditinstituten
19.601
Einlagen von Kunden
22.167
Folgende Tabelle zeigt die Nominalwerte der Derivate, denen ein noch abzulösender Referenzzinssatz zugrunde liegt:
Derivate
in TEUR per 31.12.2022
USD LIBOR
Derivate
82.271
Derivate - Hedge Accounting
136.269
Notes287
(35) Fair Value von Finanzinstrumenten
Finanzinstrumente - zum Fair Value ausgewiesen
Die Bemessung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt nach folgender Hierarchie: Auf Level I werden verfügbare Marktpreise herangezogen (im Wesentlichen bei an Börsen und auf funktionsfähigen Märkten gehandelten Wertpapieren und Derivaten). Bei allen übrigen Finanzinstrumenten wird nach Bewertungsmodellen, insbesondere nach Barwertmodellen oder anerkannten Optionspreismodellen bewertet. Auf Level II werden dabei Inputdaten verwendet, die sich direkt oder indirekt auf beobachtbare Marktdaten stützen. Auf Level III erfolgt die Bewertung anhand von Modellen, bei denen die Marktwertermittlung anhand bankinterner Annahmen oder aufgrund externer Bewertungsquellen erfolgt.
Bei einem aktiven Markt handelt es sich um einen Markt, in dem Transaktionen von Vermögenswerten und Schulden mit ausreichender Häufigkeit und ausreichendem Volumen statt-finden, sodass Preisinformationen laufend zur Verfügung stehen. Indikatoren für aktive Märkte können auch die Anzahl, die Häufigkeit der Aktualisierung oder die Qualität der Quotierungen (z.B. Banken oder Börsen) sein. Weiters sind auch enge Bid/Ask-Spannen sowie Quotierungen der Marktteilnehmer innerhalb eines bestimmten Korridors Anzeichen für einen aktiven liquiden Markt.
Derivate (inkl. Hedge Accounting)
In der RLB NÖ-Wien kommen für die Bewertung von Derivaten marktübliche, bekannte Bewertungsmethoden zur Anwendung. Over the Counter (OTC)-Derivate, bspw. Zinsswaps, Währungsswaps oder Zinstermingeschäfte, werden über das für diese Produkte marktübliche Discounted Cash Flow (DCF)-Modell bewertet. OTC-Optionen, z.B. Währungsoptionen oder Zinsoptionen, liegen Bewertungsmodelle zugrunde, die Marktstandard aufweisen. Für die angeführten Beispielprodukte wären dies das Garman-Kohlhagen Modell, Bachelier sowie Black ´76.
Um das Kontrahentenausfallsrisiko bei nicht durch Collateral besicherten OTC-Derivaten zu berücksichtigen, wird eine Wertanpassung (Credit Value Adjustment, CVA) durchgeführt, welche die Kosten einer Absicherung dieses Risikos auf dem Markt darstellt. Das CVA berechnet sich als Produkt von erwartetem positivem Marktwert des Derivats (Expected Positive Exposure, EPE), Verlustquote im Falle eines Ausfalls (Loss given Default, LGD) und Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten (Probability of Default, PD), wobei der EPE durch Simulation und der LGD sowie der PD über Marktdaten (Credit Default Swap (CDS)-Spreads, sofern dieser direkt für den jeweiligen Kontrahenten vorhanden ist, bzw. über ein Mapping der Bonität des Kontrahenten auf Referenzkontrahenten eruierbar ist) ermittelt werden. Das Debt Value Adjustment (DVA) stellt die Wertanpassung in Bezug auf die eigene Ausfallswahrscheinlichkeit dar. Die Berechnung erfolgt von der Methodik her analog zum CVA, anstelle des erwarteten positiven Marktwerts wird der erwartete negative Marktwert (Expected Negative Exposure, ENE) verwendet.
Sämtliche Bewertungsparameter (z.B. Zinssätze, Volatilitäten), die in die Bewertung einfließen, werden tourlich geprüft und von unabhängigen Marktdaten-Informationssystemen ermittelt.
Schuldverschreibungen
Für den Anleihebestand der RLB NÖ-Wien werden in erster Linie handelbare Marktpreise herangezogen. Sind keine Quotierungen vorhanden, so werden die Wertpapiere mittels DCF-Modell bewertet. Hier fließen als wesentliche Bewertungsparameter die Zinskurve sowie eine adäquate Risikoprämie ein. Die Ermittlung dieser Risikoprämie erfolgt über am Markt vorhandene, vergleichbare Finanzinstrumente. Für einen geringen Teil des Portfolios wird ein konservativer Ansatz gewählt und Ausfalls-Risikoprämien für die Bewertung verwendet.
Weiters werden auch externe Bewertungen von Dritten berücksichtigt, die in allen Fällen indikativen Charakter aufweisen.
288Notes
Kredite und Darlehen
Kredite und Darlehen der RLB NÖ-Wien werden mittels DCF-Methode bewertet. Hier fließen als wesentliche Bewertungsparameter die Zinskurve sowie eine adäquate Kreditrisiko- und Liquiditätsprämie mit ein. Die Ermittlung des Liquiditätsaufschlags erfolgt über am Markt vorhandene Spreadkurven. Für die Kreditrisikoaufschläge wird abhängig vom Vertragspartner ein am Markt beobachtbarerer CDS-Spread, ein gewichteter Sektor CDS-Spread oder ein aus internen IFRS 9 Risikoparametern berechneter Credit Spread verwendet. Weiters wird zu Beginn der Laufzeit ein Residualspread für das Geschäft berechnet und über die Bewertung der kompletten Laufzeit konstant gehalten. Dieser ergibt sich aus der Anforderung, dass zum Zugangszeitpunkt der Wert der diskontierten Cash Flows – inklusive Residualspread – dem Fair Value entsprechen muss. Kündigungsrechte und eingebettete Zinsoptionen werden mittels Bacheliermodell bewertet. Dazu werden historisch beobachtete vorzeitige Rückzahlungen mittels Regressionsanalyse untersucht und ein Modell entwickelt, welches die erwarteten vorzeitigen Rückzahlungen auf Geschäftsebene zuteilt. Dieses Modell wird jährlich evaluiert.
Eigenkapitalinstrumente
Den Bewertungen von Eigenkapitalinstrumenten, die im Wesentlichen Beteiligungen darstellen, liegen unternehmensinterne Planrechnungen (DCF-Modelle) zu Grunde.
Die Leveleinteilung bzw. -umgruppierung der Finanzinstrumente wird quartalsweise zum Ende der Berichtsperiode durchgeführt.

Notes289
Folgende Tabelle zeigt eine Aufgliederung der zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen Finanzinstrumente anhand der Hierarchie nach IFRS 13 (gegliedert nach Fair Value-Level):
 
31.12.2022
31.12.2021
in TEUR
Level I
Level II
Level III
Level I
Level II
Level III
Aktiva
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
126.947
547.229
0
92.357
450.010
0
Derivate
0
400.943
0
0
309.519
0
Eigenkapitalinstrumente
50.715
0
0
0
0
0
Schuldverschreibungen
76.232
146.286
0
92.357
140.492
0
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
0
834
126.948
0
989
129.513
Eigenkapitalinstrumente
0
0
14.086
0
0
9.497
Schuldverschreibungen
0
834
0
0
989
0
Kredite und Darlehen
0
0
112.862
0
0
120.016
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
0
0
19.110
0
0
19.577
Eigenkapitalinstrumente
0
0
19.110
0
0
19.577
Derivate - Hedge Accounting
0
679.100
0
0
315.002
0
 
31.12.2022
31.12.2021
in TEUR
Level I
Level II
Level III
Level I
Level II
Level III
Passiva
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
0
342.783
0
0
321.626
0
Derivate
0
342.783
0
0
321.626
0
Derivate - Hedge Accounting
0
821.183
0
0
340.817
0

290Notes
Pro Finanzinstrument wird untersucht, ob notierte Marktpreise auf einem aktiven Markt (Level I) vorhanden sind. Im Geschäftsjahr erfolgten keine Umgliederungen von Wertpapieren von Level I in Level II.
Die Entwicklung der dem Level III zugeordneten, zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerte vom 01. Jänner 2022 auf den 31. Dezember 2022 stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
01.01.2022
Zugänge
Abgänge
Erfolg in der GuV
Erfolg im sonstigen Ergebnis
Änderung des Kon-solidierungs-kreises
31.12.2022
Aktiva
 
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
129.513
19.054
-13.942
-7.677
0
0
126.948
Eigenkapitalinstrumente
9.497
691
-26
3.925
0
0
14.086
Kredite und Darlehen
120.016
18.363
-13.916
-11.602
0
0
112.862
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
19.577
337
0
0
-660
-144
19.110
Eigenkapitalinstrumente
19.577
337
0
0
-660
-144
19.110

Notes291
Umgliederungen in Level III sowie von Level III sind seit der letzten Berichtsperiode nicht vorgenommen worden.
Per 31. Dezember 2022 sind alle Kredite und Darlehen im Fair Value-Bestand weiterhin in der Fair Value-Hierarchie dem Level 3 zugeordnet.
Die Entwicklung der dem Level III zugeordneten, zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Vermögenswerte vom 01. Jänner 2021 auf den 31. Dezember 2021 stellt sich wie folgt dar:
in TEUR
01.01.2021
Zugänge
Abgänge
Erfolg in der GuV
Erfolg im sonstigen Ergebnis
31.12.2021
Aktiva
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
138.911
4.551
-10.913
-3.037
0
129.513
Eigenkapitalinstrumente
9.015
76
0
406
0
9.497
Kredite und Darlehen
129.897
4.475
-10.913
-3.443
0
120.016
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
19.471
10
-3
0
99
19.577
Eigenkapitalinstrumente
19.471
10
-3
0
99
19.577
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Ergebnisse aus zum Stichtag in der Bilanz ausgewiesenen Finanzinstrumenten, welche dem Level III zugeordnet sind, betragen TEUR 1.539 (VJ: -3.005) und sind in den Gewinnen/Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Die zum Fair Value bewerteten Kredite und Darlehen werden zur Gänze Level III zugeordnet. Diese Zuordnung resultiert im Wesentlichen aus den jeweiligen Kreditrisikoaufschlägen. Der Umfang dieser nicht beobachtbaren Inputfaktoren beträgt bis zu rund 39% (VJ: rund 47%).

292Notes
Bewertungsrichtlinien
Die Methoden, die zur Bewertung des beizulegenden Zeitwerts von Wertpapieren herangezogen werden, wurden von der Abteilung Modelle & Analytik festgelegt sowie durch den Vorstand beschlossen. Ziel dieser Bewertungsrichtlinien ist es, höchstmögliche Qualität der Bewertung sicherzustellen und durchgängige konsistente Bewertungsmethoden zu etablieren.
Durch automatisierte Kontrollen soll sichergestellt werden, dass die Qualität der angewandten Modelle sowie die verwendeten Inputparameter dem definierten Standard entsprechen.
Für Neubestand werden alle möglichen Kursquellen geprüft, validiert und eine Entscheidung im Einklang mit den Bewertungsrichtlinien sowie den rechtlichen Anforderungen getroffen. Priorität haben hierbei marktübliche Bewertungsparameter von anerkannten Datenanbietern.
Sensitivitätsanalyse der nicht beobachtbaren Parameter zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte Vermögenswerte Level III
Durch die Verschiebung der Parameter an die Enden dieser Bandbreiten (+/- 100 bps mit einem Floor bei 0) steigt der beizulegende Zeitwert von Krediten und Darlehen der Aktivseite zum 31. Dezember 2022 um EUR +1,1 Mio. (31.12.2021: +1,2 Mio.) oder sinkt um EUR -1,5 Mio. (31.12.2021: -1,6 Mio.).
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle nicht beobachtbare Parameter gleichzeitig an die Enden der Bandbreiten verschieben, ist jedoch äußerst gering. Daher können aufgrund der Ergebnisse auch keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen zukünftigen Marktwertänderungen getroffen werden.
Finanzinstrumente - nicht zum Fair Value ausgewiesen
In der nachfolgenden Tabelle werden die beizulegenden Zeitwerte sowie die Buchwerte von Finanzinstrumenten dargestellt, welche dem Geschäftsmodell folgend zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert sind. Die Gliederung erfolgt nach den von der Bank definierten Klassen von Finanzinstrumenten.
Die Finanzinstrumente in der unten angeführten Tabelle werden nicht auf Basis des beizulegenden Zeitwerts gesteuert und somit in der Bilanz nicht zum Fair Value bewertet. Der beizulegende Zeitwert nimmt weder direkten Einfluss auf die Konzernbilanz noch auf die Konzern-Erfolgsrechnung.
Nähere Details in diesem Zusammenhang sind Note (32) Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht) zu entnehmen.
Notes293
2022 in TEUR
Fair Value
Buchwert
Differenz
Aktiva
 
 
 
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
2.505.688
2.504.570
1.118
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
22.080.113
23.017.381
-937.268
Schuldverschreibungen
3.895.947
4.118.147
-222.200
Kredite und Darlehen
18.184.166
18.899.234
-715.068
Passiva
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
25.032.501
25.367.249
-334.748
Einlagen
18.122.238
18.283.541
-161.304
Verbriefte Verbindlichkeiten
6.910.263
7.083.708
-173.445
Der Rückgang der Marktwerte resultiert im Wesentlichen aus
dem gestiegenen Zinsniveau.
Die Vergleichszahlen des Vorjahres sind in folgender Tabelle dargestellt.
2021 in TEUR
Fair Value
Buchwert
Differenz
Aktiva
 
 
 
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
5.189.840
5.188.041
1.799
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
20.694.416
20.126.184
568.233
Schuldverschreibungen
3.697.684
3.636.067
61.617
Kredite und Darlehen
16.996.732
16.490.117
506.615
Passiva
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
25.758.820
25.523.167
235.653
Einlagen
19.641.999
19.536.894
105.105
Verbriefte Verbindlichkeiten
6.116.821
5.986.274
130.548

294Notes
Die Aufteilung der Fair Values von Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, entsprechend der Fair Value-Hierarchie stellt sich wie in folgender Tabelle erläutert dar.
2022 in TEUR
Fair Value Level I
Fair Value Level II
Fair Value Level III
Aktiva
 
 
 
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
55.504
2.425.641
24.543
Schuldverschreibungen
3.461.723
434.224
0
Kredite und Darlehen
0
309
18.183.857
Passiva
 
 
 
Einlagen
0
0
18.122.238
Verbriefte Verbindlichkeiten
0
6.519.858
390.405
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr sind untenstehend angeführt.
2021 in TEUR
Fair Value Level I
Fair Value Level II
Fair Value Level III
Aktiva
 
 
 
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
50.995
5.124.628
14.217
Schuldverschreibungen
3.260.630
437.054
0
Kredite und Darlehen
0
0
16.996.732
Passiva
 
 
 
Einlagen
0
0
19.641.999
Verbriefte Verbindlichkeiten
0
5.602.218
514.604
Die Ermittlung der in obigen Tabellen dargestellten Fair Values von Schuldverschreibungen sowie Krediten und Darlehen der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ stellt sich analog zu den im vorangegangenen Kapitel („Finanzinstrumente – zum Fair Value ausgewiesen“) beschriebenen Bewertungsmethoden dar.
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Einlagen sind aufgrund der in die Bewertung einfließenden, nur indirekt beobachtbaren Credit Spreads dem Level III zuzurechnen. Bei den zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierten verbrieften Verbindlichkeiten, die dem Level III zuzurechnen sind, handelt es sich im Wesentlichen um nachrangige Verbindlichkeiten, für welche auf Bewertungsparameter in Form von indirekt abgeleiteten Risikoprämien, zurückgegriffen wird.
Notes295
Zusätzliche Informationen
(36) Restlaufzeitengliederung
Die Restlaufzeitengliederung von Finanzinstrumenten zum 31. Dezember 2022 ist in folgender Tabelle ersichtlich.
in TEUR
täglich fällig
bis
3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis 5
Jahre
mehr als
5 Jahre oder ohne Laufzeit
Summe
AKTIVA
 
 
 
 
 
 
Kassabestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
2.504.570
0
0
0
0
2.504.570
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
179
54.249
8.585
233.803
377.360
674.177
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
10.308
5
2.422
20.124
94.924
127.782
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
0
0
0
0
19.110
19.110
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
733.600
1.375.180
2.531.594
7.259.423
11.130.346
23.030.143
Derivate - Hedge Accounting
9.303
143
7.546
59.000
603.108
679.100
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
0
-106
-2.244
-29.035
-495.598
-526.983
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
0
0
1.867.191
1.867.191
PASSIVA
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
179
4.858
7.384
58.885
271.478
342.783
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
12.312.295
445.800
2.454.198
6.450.951
3.805.052
25.468.297
hievon Leasingverbindlichkeiten
0
1.392
6.063
30.929
54.997
93.382
Derivate - Hedge Accounting
14.062
209
7.661
254.767
544.486
821.183
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
0
-147
-2.340
-61.088
-138.350
-201.925

296Notes
Die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr stellen sich wie folgt dar.
in TEUR
täglich fällig
bis
3 Monate
3 Monate
bis 1 Jahr
1 bis 5
Jahre
mehr als
5 Jahre oder ohne Laufzeit
Summe
AKTIVA
 
 
 
 
 
 
Kassabestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
5.188.041
0
0
0
0
5.188.041
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
0
6.917
40.163
194.877
300.412
542.368
Finanzielle Vermögenswerte nicht zu Handelszwecken gehalten, verpflichtend zum Fair Value bewertet
8.788
53
2.579
26.771
92.309
130.502
Finanzielle Vermögenswerte erfolgsneutral zum Fair Value bewertet
0
0
0
0
19.577
19.577
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
620.286
913.410
2.073.156
6.053.310
10.478.122
20.138.284
Derivate - Hedge Accounting
0
23.511
1.161
62.365
227.965
315.002
Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte bei Portfolio-Hedges von Zinsrisiken
0
15
15
-1.596
-50.084
-51.651
Anteile an at Equity-bilanzierten Unternehmen
0
0
0
0
2.028.649
2.028.649
PASSIVA
 
 
 
 
 
 
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
0
5.809
13.721
79.961
222.135
321.626
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
12.808.209
469.288
1.629.162
6.929.606
3.787.495
25.623.761
hievon Leasingverbindlichkeiten
0
2.067
5.907
30.112
59.884
97.970
Derivate - Hedge Accounting
0
948
5.698
41.979
292.193
340.817

Notes297
(37) Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Kassenbestand, Guthaben bei Zentralbanken und Sichteinlagen
2.052.462
2.126.668
Assoziierte Unternehmen
2.052.462
2.126.668
Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
152.847
124.803
Mutterunternehmen
1.046
12.835
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
53
0
Assoziierte Unternehmen
151.739
111.845
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
9
123
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
2.021.918
1.837.742
Mutterunternehmen
1.143.391
1.181.952
Verbundene Unternehmen
12.727
45.909
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
247.568
255.092
Assoziierte Unternehmen
404.992
220.708
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
213.205
133.944
Gemeinschaftsunternehmen
35
138
Derivate - Hedge Accounting
18
23.107
Assoziierte Unternehmen
18
23.107
Sonstige Aktiva
28.948
28.981
Mutterunternehmen
28.935
28.948
Verbundene Unternehmen
0
17
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
4
5
Assoziierte Unternehmen
4
6
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
5
5

298Notes
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
121.312
15.604
Mutterunternehmen
115.878
3.245
Assoziierte Unternehmen
5.435
12.359
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
0
0
Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
362.230
726.574
Mutterunternehmen
122.036
246.612
Verbundene Unternehmen
4.415
3.409
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
79.145
203.250
Assoziierte Unternehmen
109.161
187.618
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
30.851
72.457
Gemeinschaftsunternehmen
16.621
13.229
Sonstige Passiva
284
264
Mutterunternehmen
268
203
Verbundene Unternehmen
0
47
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
6
13
Assoziierte Unternehmen
10
0
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen
411.080
612.075
Mutterunternehmen
0
294
Verbundene Unternehmen
30.785
25.495
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
78.013
77.296
Assoziierte Unternehmen
84.267
163.974
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
217.519
334.615
Gemeinschaftsunternehmen
497
10.400

Notes299
01.01.-31.12.2022
in TEUR
Zinserträge
Zins-aufwendungen
Bezogene Dienstleist-ungen, Kauf von Waren und sonstige Aufwend-ungen
Erbrachte Dienstleistungen, Verkauf von Waren, Anlagevermögen und sonstige Erträge
 
 
 
 
 
Mutterunternehmen
18.076
10.473
17.907
5.552
Verbundene Unternehmen
754
5
7.734
161
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
4.859
51
219
144
Assoziierte Unternehmen
13.937
2.200
35.551
4.182
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
3.233
2
1.249
38
Gemeinschaftsunternehmen
1
52
7.189
0
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
7
3
0
0
01.01.-31.12.2021
in TEUR
Zinserträge
Zins-aufwendungen
Bezogene Dienstleist-ungen, Kauf von Waren und sonstige Aufwend-ungen
Erbrachte Dienstleistungen, Verkauf von Waren, Anlagevermögen und sonstige Erträge
 
 
 
 
 
Mutterunternehmen
15.732
11.819
18.609
5.092
Verbundene Unternehmen
624
7
6.019
174
Über das Mutterunternehmen verbundene Unternehmen
4.947
41
54
13
Assoziierte Unternehmen
13.675
9.775
31.299
2.399
Über das Mutterunternehmen assoziierte Unternehmen
3.068
5
1.012
34
Gemeinschaftsunternehmen
16
62
6.862
0
Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen
11
2
0
0

300Notes
Rechtliche und geschäftliche Beziehungen mit nahestehenden verbundenen Unternehmen bestehen in folgender Weise:
  • Das Mutterunternehmen der RLB NÖ-Wien ist die
    Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Die Geschäftsbeziehungen der RLB NÖ-Wien mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien umfassen als wesentlichste Position Forderungen aus der Refinanzierung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien.
  • Die Liquiditätsmanagementvereinbarung, abgeschlossen zwischen RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, regelt das Verhältnis zwischen beiden Parteien in Bezug auf Liquiditätsversorgung, -messung und -monitoring. Die Liquiditätsmanagementvereinbarung ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann durch beide Parteien gekündigt werden.
  • Zwischen RLB NÖ-Wien und Raiffeisen-Holding NÖ-Wien besteht ein Geschäftsbesorgungsvertrag. Das Ziel ist eine synergetische und kompetente Leistungserbringung zentraler Funktionen im Konzern.
  • Die RLB NÖ-Wien ist seit dem Veranlagungsjahr 2005 Gruppenmitglied einer steuerlichen Unternehmensgruppe nach § 9 Körperschaftsteuergesetz (KStG) mit dem Gruppenträger RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung (Raiffeisen-Holding NÖ-Wien). Sie hat mit dem Gruppenträger eine Steuerumlagevereinbarung abgeschlossen. Die steuerliche Unternehmensgruppe mit dem Gruppenträger Raiffeisen-Holding NÖ-Wien umfasst im Veranlagungsjahr 2022 neben dem Gruppenmitglied RLB NÖ-Wien 45 (VJ: 42) weitere Gruppenmitglieder. Die Steuerbemessungsgrundlage für die gesamte Gruppe ergibt sich aus der Summe der Einkünfte des Gruppenträgers sowie der zugerechneten steuerlichen Ergebnisse der Gruppenmitglieder unter Berücksichtigung der steuerlichen Verlustvorträge des Gruppenträgers im gesetzlichen Ausmaß. Die RLB NÖ-Wien wird anteilig mit Gruppenkörperschaftsteuer, die auf Ebene des Gruppenträgers Raiffeisen-Holding NÖ-Wien vorgeschrieben wird, belastet. Der entsteuerbare Teil des steuerlichen Gewinns wird seitens des Gruppenträgers Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit der vertraglich vereinbarten Steuerumlage belastet. Im Falle eines steuerlichen Verlustes der RLB NÖ-Wien wird eine negative Steuerumlage verrechnet. Details zu Steuerumlageverrechnungsposten mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien finden sich in Note (22) sowie Note (29).
  • Es besteht jeweils eine umsatzsteuerliche Organschaft zwischen der RLB NÖ-Wien und den im folgenden aufgezählten Gesellschaften:
  • RAIFFEISEN-HOLDING NIEDERÖSTERREICH-WIEN registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung
  • "AKTUELL" Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H.
  • MODAL-Gesellschaft für betriebsorientierte Bildung und Management GmbH
  • Raiffeisen Beratung direkt GmbH
  • RBE Raiffeisen Beratungs- und Entwicklungs GmbH
  • Raiffeisen Versicherungs- und Bauspar-Agentur GmbH
  • Veritas Treuhandgesellschaft für Versicherungsüberprüfung und -vermittlung m.b.H.
  • Raiffeisen Analytik GmbH
  • Die RLB NÖ-Wien hat für ihre Organe und leitenden Angestellten sowie für alle Organe der verbundenen Unternehmen eine „Directors and Officers (D&O)“-Versicherung und Vertrauensschadenversicherung abgeschlossen und trägt die damit verbundenen Kosten.
  • Details zur Raiffeisen-Einlagensicherung bzw. des österreichweiten Raiffeisen institutsbezogenen Sicherungssystems durch die Raiffeisenbanken, die RLB NÖ-Wien sowie die weiteren Raiffeisenlandesbanken und die RBI finden sich unter Note (51) Sonstige Vereinbarungen.
Notes301
  • Leasingverhältnisse mit dem Mutterunternehmen bestanden am 31. Dezember 2022 im Ausmaß von TEUR 73.839 (VJ: 76.703) an Nutzungsrechten für Grundstücke und Gebäude sowie von TEUR 76.460 (VJ: 79.555) an Leasingverbindlichkeiten. Daraus resultierte ein Zinsaufwand in Höhe von TEUR 1.049 (VJ: 1.086) sowie ein Abschreibungsaufwand in Höhe von TEUR 6.732 (VJ: 7.011).
  • Es besteht eine bedingte Aufrechnungsvereinbarung zur Aufrechnung von Forderungen an und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einem assoziierten Unternehmen sowie eine Aufrechnungsvereinbarung mit dem Mutterunternehmen über die gegenseitige Aufrechnung von Interbanken-Depots und Krediten.
Im Rahmen der Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen kommen die marktüblichen Konditionen zur Anwendung.
Unter Key Management sind die Mitglieder des Vorstandes und Mitglieder des Aufsichtsrates der RLB NÖ-Wien sowie die Mitglieder der Geschäftsleitung, des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien zu verstehen.
Die Beziehungen des Key Managements zur RLB NÖ-Wien stellen sich wie folgt dar:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Sichteinlagen
4.119
4.420
Schuldverschreibungen
10
33
Spareinlagen
423
669
Summe
4.551
5.123
Girokonten
13
12
Darlehen
926
1.224
Sonstige Verbindlichkeiten
13
16
Summe
952
1.252
In der folgenden Tabelle werden Geschäftsbeziehungen der sonstigen nahestehenden Unternehmen, auf die Personen des Key Managements der RLB NÖ-Wien einen beherrschenden Einfluss haben, zur RLB NÖ-Wien dargestellt:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Girokonten
11
126
Darlehen
0
106
Sonstige Verbindlichkeiten (z.B. aus derivativen Finanzgeschäften, etc.)
0
62
Summe
11
294

302Notes
In der folgenden Tabelle sind die Beziehungen der nahestehenden Personen des Key Managements der RLB NÖ-Wien dargestellt:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Sichteinlagen
235
153
Spareinlagen
50
11
Summe
285
165
Girokonten
5
2
Darlehen
0
37
Summe
5
39
(38) Bezüge der Organe
Die Vergütungen, die das Unternehmen an seine Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen leistet, betragen insgesamt TEUR 3.236 (VJ: 3.230), davon betreffen TEUR 2.299 (VJ: 2.254) kurzfristig fällige Leistungen, TEUR 935 (VJ: 974) Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Pensionen und Abfertigungen) inklusive Rückstellungsdotierung und -auflösung und TEUR 2 (VJ: 2) andere langfristige Leistungen.
Die Gesamtbezüge (inklusive Rückstellungsdotierungen/-auflösungen) früherer Geschäftsleiter und deren Hinterbliebenen sowie früherer Vorstände der RLB NÖ-Wien AG belaufen sich auf TEUR 990 (VJ: 962).
Die Beträge gemäß IAS 24.18A, die die RLB NÖ-Wien für die von der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien entgegengenommenen Leistungen im Bereich des Managements in Schlüsselpositionen aufgewendet hat, betragen TEUR 741 (VJ: 517).
Zusatzangaben gemäß § 239 Abs. 1 Z4 a) UGB i.V.m. § 266 Abs. 2 UGB:
Die Bezüge der aktiven Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, gesondert für jede Personengruppe gliedert sich wie folgt:
 
Gesamtbezüge für die Tätigkeit im Geschäftsjahr
 
Vorstand
 
 
Laufendes Jahr in TEUR
2.175
*
VJ in TEUR
2.170
*
Aufsichtsrat
 
 
Laufendes Jahr in TEUR
124
 
VJ in TEUR
85
 
* Die Angaben der Bezüge von verbundenen Unternehmen wurde unter Anwendung der Schutzklausel des § 242 Abs. 4 UGB unterlassen.
Notes303
(39) Kredite an Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates gemäß § 266 Z. 5 UGB
Zum Bilanzstichtag hafteten an die Mitglieder des Vorstandes bzw. an die Mitglieder des Aufsichtsrates eingeräumte
Kredite und Vorschüsse i.H.v. TEUR 461 (VJ: 539) bzw. i.H.v. TEUR 146 (VJ: 114) aus. Es bestanden keine Haftungen für diesen Personenkreis. Bei den Ausleihungen an den Aufsichtsrat sind ausschließlich Kredite und Vorschüsse an die Arbeitnehmer erfasst, die vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert sind. Laufzeit und Verzinsung der Kredite entsprechen den banküblichen Usancen. Während des Geschäftsjahres wurden von den Vorstandsmitgliedern TEUR 79 (VJ: 249) und von den Aufsichtsratsmitgliedern TEUR 27 (VJ: 18) zurückgezahlt.
(40) Fremdwährungsvolumina
Im Konzernabschluss sind folgende Volumina an Vermögenswerten und Schulden in fremder Währung enthalten:
in TEUR
2022
2021
Aktiva
635.575
806.244
Passiva
415.341
497.148
(41) Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen
Zum Jahresende bestanden folgende außerbilanzielle Verpflichtungen:
in TEUR
2022
2021
Eventualverpflichtungen
622.347
530.962
davon sonstige Bürgschaften und Haftungen
596.922
517.957
davon Akkreditive
17.202
4.751
davon sonstige Eventualverpflichtungen
8.223
8.255
Kreditrisiken
3.567.682
4.126.606
davon widerrufliche Kreditzusagen
1.347.240
1.585.461
davon unwiderrufliche Kreditzusagen
2.220.442
2.541.145
bis 1 Jahr
330.443
856.386
über 1 Jahr
1.889.999
1.684.759
304Notes
Sonstige Verpflichtungen
Die zusätzliche Haftungssumme bei Genossenschaften beträgt TEUR 8.223 (VJ: 8.255). Davon entfallen TEUR 10 (VJ: 41) auf verbundene Unternehmen. Zudem bestehen Nachschussverpflichtungen i.H.v. TEUR 841 (VJ: 841), wovon TEUR 150 (VJ: 150) verbundenen Unternehmen zuzuschreiben sind. Die ausstehenden Einlagen blieben zum Vorjahr unverändert i.H.v. TEUR 21 (VJ: 21) bestehen. Davon entfallen auf verbundene Unternehmen TEUR 18 (VJ: 18).
Zur Finanzierung der sektoreigenen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex ante dotierten Fonds hat die RLB NÖ-Wien jährlich Beiträge zu entrichten (§ 21 ESAEG). Der Beitrag für 2022 beträgt TEUR 6.650 (VJ: 7.682) und wird im Posten Sonstiges betriebliches Ergebnis ausgewiesen.
Im Falle der Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen (Anlegerentschädigung) beträgt die Beitragsleistung für das Einzelinstitut im Geschäftsjahr bis zu maximal 1,5% der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a der CRR zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 der CRR, somit für die RLB NÖ-Wien TEUR 166.165 (VJ: 154.248).
Die RLB NÖ-Wien ist Mitglied des Vereins „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Niederösterreich-Wien“. Nach den Bestimmungen der Vereinssatzung übernehmen die Vereinsmitglieder eine vertragliche Haftungsverpflichtung, durch die sie solidarisch die Erfüllung der (i) vor dem 1. Oktober 2019 begründeten Kundeneinlagen sowie (ii) der vor dem 1. Jänner 2019 begebenen nicht-nachrangigen Eigenemissionen (siehe Bilanzposten „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“) jedes insolventen Vereinsmitgliedes bis zur Grenze garantieren, die sich aus der Summe der individuellen Tragfähigkeit der anderen Vereinsmitglieder ergibt. Die individuelle Tragfähigkeit eines Vereinsmitgliedes bestimmt sich nach den frei verwendbaren Reserven unter Berücksichtigung der einschlägigen Bestimmungen des BWG und der CRR. Ab 1. Jänner 2019 sind neu begebene Eigenemissionen vom Kundenschutz ausgenommen. Zudem sind ab dem 1. Oktober 2019 neu begründete Kundeneinlagen (inklusive Prolongationen und Aufstockungen bestehender Geschäfte) nicht vom Kundenschutz umfasst. Zu den geschützten Kundeneinlagen gibt es Übergangsregelungen, die dazu führen, dass sich das potenzielle Haftungsvolumen fortlaufend reduziert im Sinn eines Abschmelzens der Haftungen.
Die „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft NÖ-Wien“ ist ihrerseits Mitglied des Vereins „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich“, deren Mitglieder die Raiffeisen Bank International AG (RBI) und andere Raiffeisen-Landeskundengarantiegemeinschaften sind. Der Vereinszweck entspricht im Wesentlichen dem der „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft NÖ-Wien“ bezogen auf die RBI und die Mitglieder der beigetretenen Raiffeisen-Landeskundengarantiegemeinschaften. (siehe auch Note (32) Risikobericht).
Die Richtlinie 2014/59/EU („BRRD“) und die Verordnung (EU) Nr. 806/2014 („SRM“) bilden als gemeinsames Regime für die Sanierung und Abwicklung von Banken die sog. „zweite Säule“ der europäischen Bankenunion und schließen an die Regelungen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus für Banken („SSM“), die sog. „erste Säule“, an. In Österreich wurde die BRRD durch das Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken („BaSAG“) umgesetzt, das mit
01. Jänner 2015 in Kraft getreten ist. Als nationale Abwicklungsbehörde ist die österreichische Finanzmarktaufsicht („FMA“) vorgesehen.
Eine wesentliche Säule des gemeinsamen Abwicklungsregimes bildet die Schaffung eines Finanzierungsmechanismus für die Abwicklung von Kreditinstituten, den Einheitlichen Abwicklungsfonds (Single Resolution Fund, SRF). Das geplante Zielvolumen des SRF, das bis Ende 2023 möglichst gleichmäßig aufzubauen ist, beträgt mindestens 1% der gesicherten Einlagen innerhalb der Europäischen Bankenunion. Alle in Österreich zugelassenen CRR-Kreditinstitute sind zur Leistung von Beiträgen zum SRF verpflichtet, die den österreichischen Kreditinstituten von der FMA per Bescheid vorgeschrieben werden. 2022 betrug der Beitrag der RLB NÖ-Wien TEUR 15.009 (VJ: 13.438) und wurde im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen (siehe Note (9)). Details zur Raiffeisen-Einlagensicherung finden sich in Note (51) Sonstige Vereinbarungen.
Notes305
(42) Pensionsgeschäfte, Wertpapierleihegeschäfte und Aufrechnungsvereinbarungen
Pensionsgeschäfte
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 besteht eine Rücknahmeverpflichtung aus echten Pensionsgeschäften in Höhe von TEUR 186.252 (VJ: 0). Zum 31. Dezember 2022 bestanden wie im Vorjahr keine unechten Pensionsgeschäfte bzw. Reverse- Repo Transaktionen. Die RLB NÖ-Wien hinterlegt einen Sicherheiten-Beitrag an Clearing-Stellen in Form von Wertpapieren (ausgewiesen unter „Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“) in Höhe von TEUR 4.536 (VJ: 3.503).
Wertpapierleihegeschäfte
Im Rahmen von Wertpapierleihegeschäften wurden zum 31. Dezember 2022 TEUR 348.344 (VJ: 520.718) entliehen. Weiters wurden eigene Schuldverschreibungen in Höhe von TEUR 1.699.600 (VJ: 0) verliehen. Dafür erhaltene Wertpapiersicherheiten in Form von geliehenen Schuldverschreibungen mit einem Nominale von insgesamt TEUR 1.693.000 (VJ: 0), wiesen zum 31. Dezember 2022 einen Fair Value in Höhe von TEUR 1.694.722 (VJ: 0) auf. Geschäftsvorfälle wie diese sind in der RLB NÖ-Wien auf Basis von Standardverträgen (Global Master Repurchase Agreement bzw. Rahmenvertrag für Wertpapierleihegeschäfte) geregelt. In diesem Zusammenhang wurden im aktuellen Geschäftsjahr keine Barsicherheiten geleistet. Eine Rückgabeverpflichtung bezieht sich auf Wertpapiere gleicher Art und Güte.
Aufrechnungsvereinbarungen
Folgende Darstellungen zeigen Marktwerte von Derivaten, für welche gemäß vertraglicher Vereinbarung Sicherheiten erhalten oder begeben wurden sowie Forderungen und Verbindlichkeiten mit bestehenden Aufrechnungsvereinbarungen.
Eine Saldierung und bilanzielle Nettodarstellung in Übereinstimmung mit IAS 32.42 erfolgt nur, wenn ein Rechtsanspruch zu einem Ausgleich auf Nettobasis sowohl jederzeitig im normalen Geschäftsverlauf als auch im Insolvenz- bzw. Konkursfall durchsetzbar ist.
Bei den in folgender Tabelle dargestellten Geschäftsvorfällen liegen keine Saldierungsvoraussetzungen gemäß IAS 32.42 vor, weshalb eine Bruttodarstellung in der Bilanz erfolgt.

306Notes
Vermögen
 
 
zugehörige Beträge in der Bilanz nicht saldiert
 
2022 in TEUR
Bruttobeträge
in der Bilanz ausgewiesene Nettobeträge
Finanz-instrumente
erhaltene Barsicherheiten
Nettobetrag
Sichteinlagen
2.057.031
2.057.031
-24.468
0
2.032.563
Derivate
1.069.939
1.069.939
-810.213
-250.687
9.040
davon Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
390.839
390.839
 
 
 
davon Derivate - Hedge Accounting
679.100
679.100
 
 
 
Gesamt
3.126.971
3.126.971
-834.681
-250.687
2.041.603
Verbindlichkeiten
 
 
zugehörige Beträge in der Bilanz nicht saldiert
 
2022 in TEUR
Bruttobeträge
in der Bilanz ausgewiesene Nettobeträge
Finanz-instrumente
gegebene Barsicherheiten
Nettobetrag
Einlagen von Kreditinstituten
24.468
24.468
-24.468
0
0
Derivate
967.292
967.292
-810.213
-158.937
-1.858
davon Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
146.108
146.108
 
 
 
davon Derivate - Hedge Accounting
821.183
821.183
 
 
 
Gesamt
991.760
991.760
-834.681
-158.937
-1.858
Die Vergleichszahlen des Vorjahres sind in unten angeführten Tabellen ersichtlich.
Vermögen
 
 
zugehörige Beträge in der Bilanz nicht saldiert
 
2021 in TEUR
Bruttobeträge
in der Bilanz ausgewiesene Nettobeträge
Finanz-instrumente
erhaltene Barsicherheiten
Nettobetrag
Sichteinlagen
2.126.310
2.126.310
-77.859
0
2.048.452
Derivate
548.827
548.827
-389.902
-156.904
2.022
davon Finanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten
233.825
233.825
 
 
 
davon Derivate - Hedge Accounting
315.002
315.002
 
 
 
Gesamt
2.675.138
2.675.138
-467.761
-156.904
2.050.473
Notes307
Verbindlichkeiten
 
 
zugehörige Beträge in der Bilanz nicht saldiert
 
2021 in TEUR
Bruttobeträge
in der Bilanz ausgewiesene Nettobeträge
Finanz-instrumente
gegebene Barsicherheiten
Nettobetrag
Einlagen von Kreditinstituten
77.859
77.859
-77.859
0
0
Derivate
655.309
655.309
-389.902
-271.694
-6.287
davon Finanzielle Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten
314.492
314.492
 
 
 
davon Derivate - Hedge Accounting
340.817
340.817
 
 
 
Gesamt
733.167
733.167
-467.761
-271.694
-6.287
Für die Ermittlung der Eigenmittelerfordernisse rechnet die RLB NÖ-Wien gegenläufige Forderungen aus Derivatgeschäften (positive und negative Marktwerte) aus den unter einem Rahmenvertrag (für Finanztermingeschäfte) bzw. ISDA Master Agreement abgeschlossenen Einzelgeschäften mit dem jeweiligen Kontrahenten auf. Die RLB NÖ-Wien hat derartige Netting-Vereinbarungen mit zahlreichen Kreditinstituten und sonstigen Finanzinstituten abgeschlossen. Die rechtliche Durchsetzbarkeit von diesen Netting-Vereinbarungen wird auf Basis von Rechtsgutachten geprüft. Im Kundengeschäft kommt Netting nicht zur Anwendung. Im Falle des Ausfalls einer Gegenpartei erfolgt durch diese Verträge eine Nettoabwicklung über alle Einzelgeschäfte. Die Barsicherheiten werden grundsätzlich in EUR getauscht.
In obiger Aufstellung gezeigte erhaltene Barsicherheiten in Höhe von TEUR 222.959 (VJ: 128.075) sind in der Bilanz unter Einlagen von Kreditinstituten und in Höhe von
TEUR 27.728 (VJ: 28.829) unter Einlagen von Kunden ausgewiesen. Gegebene Barsicherheiten werden in der Bilanz unter den Sichteinlagen bzw. unter Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet ausgewiesen. Bei Abschluss von OTC Derivaten mit einer Central Counterparty werden darüber hinaus Initial Margins in Form von Wertpapieren im Nominale von TEUR 172.800 (VJ: 105.000), welche zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, hinterlegt. Zusätzlich ist die RLB NÖ-Wien verpflichtet, einen Sicherheiten-Beitrag zum Ausfallfonds der Abwicklungsstelle zu leisten. Diesen erbringt sie in Form von Wertpapieren (ausgewiesen unter „Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“) im Nominale von TEUR 60.000 (VJ: 25.000).
Die Barsicherheiten für Derivate mit einer Central Counterparty erfolgen in der jeweiligen Währung des Derivats. Eine Aufrechnung aller Zahlungsansprüche aus Marktwerten von Derivaten und der Rückzahlung von Collaterals gibt es nur bei Ausfall der Gegenpartei. Ein jederzeitiger Aufrechnungsanspruch liegt nicht vor.
Darüber hinaus besteht eine in obiger Tabelle dargestellte Aufrechnungsvereinbarung zur Aufrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten, ausgewiesen unter Sichteinlagen bzw. Einlagen von Kreditinstituten zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, mit einem assoziierten Unternehmen und einem seiner Tochterunternehmen. Bei den dargestellten Vereinbarungen handelt es sich um bedingte Aufrechnungsvereinbarungen, die die Aufrechnung nur im Fall eines Zahlungsausfalls oder im Insolvenzfall zulassen.
308Notes
Weiters besteht eine Aufrechnungsvereinbarung mit dem Mutterunternehmen über die gegenseitige Aufrechnung von Interbanken-Depots und Krediten, welche die Saldierungsvoraussetzungen gemäß IAS 32.42 erfüllt, weshalb eine Nettodarstellung in der Bilanz erfolgt. Die bilanzierten Beträge vor Netting betragen zum Bilanzstichtag TEUR 260.798 (VJ: 413.560), ausgewiesen im Bilanzposten „Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (Einlagen von Kreditinstituten) und TEUR 214.932 (VJ: 166.948), ausgewiesen unter Sichteinlagen. Nach dem bilanziellen Netting in Höhe von TEUR 214.932 (VJ: 166.948), verbleiben Finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 45.866 (VJ: 246.612).
(43) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte
Folgende in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte wurden als Sicherheiten für unten genannte Verbindlichkeiten zur
Verfügung gestellt:
in TEUR
2022
2021
Hypothekarisch besicherte Forderungen im Deckungsstock für fundierte Bankschuldverschreibungen
4.442.553
3.981.404
Forderungen zur Sicherstellung von fundierten Bankschuldverschreibungen
2.111.108
2.009.307
Als Sicherheit bei der OeNB hinterlegte Wertpapiere
1.611.874
2.769.702
Sicherstellung für derivative Geschäfte
387.689
406.737
Abgetretene Forderungen zugunsten der Österr. Kontrollbank AG
591.305
605.378
Abgetretene Forderungen zugunsten der Europäischen Investitionsbank
289.102
314.683
Abgetretene Forderungen zugunsten der OeNB (Credit Claims)
150.805
592.593
Wertpapiere im Deckungsstock für begebene fundierte Schuldverschreibungen
50.261
49.994
Wertpapierpfand für Darlehen der Europäischen Investitionsbank
21.570
86.178
Abgetretene Forderungen zugunsten der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt/Main
4.744
4.991
Deckungsstock für Mündelgeldspareinlagen
14.257
29.975
Sonstige
24.837
25.607
Gesamt
9.700.105
10.876.549
Zudem wurden von der RLB NÖ-Wien begebene Retained Covered Bonds mit einem Nominale in Höhe von TEUR 1.634.000 (VJ: 2.303.000) sowie geliehene Wertpapiere mit einem Nominale in Höhe von TEUR 2.041.344 (VJ: 520.718) als Sicherheit bei der OeNB hinterlegt.
Zusätzlich wurden gemäß § 1 Abs. 6 FBSchVG (Gesetz vom 27. Dezember 1905 betreffend fundierte Bankschuld-verschreibungen, BGBl 1905/213 in der geltenden Fassung) Forderungen anderer Kreditinstitute i.H.v. TEUR 333.393 (VJ: 344.539) sowie hypothekarisch besicherte Forderungen anderer Kreditinstitute i.H.v. TEUR 4.857.960 (VJ: 3.703.249) in den jeweiligen Deckungsstock der RLB NÖ-Wien zur Sicherung der Ansprüche aus den fundierten Bankschuldverschreibungen aufgenommen.

Notes309
Die folgenden Verbindlichkeiten sind durch in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte besichert:
in TEUR
2022
2021
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
3.364.439
4.395.290
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
8.847
9.983
Verbriefte Verbindlichkeiten
4.849.182
3.519.136
Derivate
156.195
211.288
Gesamt
8.378.663
8.135.697
(44) Treuhandgeschäfte
Am Bilanzstichtag bestanden nachstehende Volumina an nicht bilanzierten Treuhandgeschäften.
in TEUR
2022
2021
Forderungen an Kunden
16.433
10.100
Treuhandvermögen
16.433
10.100
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
16.433
10.100
Treuhandverbindlichkeiten
16.433
10.100

310Notes
Ergänzende Angaben aufgrund österreichischer Rechtsnormen
(45) Derivative Finanzinstrumente gemäß § 64 Abs. 1 Z 3 BWG
Die nachfolgenden Tabellen bilden den Bestand der zum Bilanzstichtag noch nicht abgewickelten derivativen Finanzprodukte des Bankbuchs gegliedert nach Restlaufzeiten ab. Diese sind in den Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu Handelszwecken gehalten und Derivate - Hedge Accounting ausgewiesen.
2022 in TEUR
Nominalbeträge
Marktwerte
 
Restlaufzeit
 
 
 
 
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positive
negative
Insgesamt
3.116.314
11.546.697
14.727.013
29.390.024
1.076.858
-1.161.442
a) Zinsverträge
2.589.143
11.546.697
14.727.013
28.862.853
1.076.594
-1.156.967
Zinsswaps
2.177.043
9.014.794
10.667.930
21.859.767
1.024.124
-1.034.357
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
10.000
444.083
793.519
1.247.602
52.470
0
Zinsoptionen - Verkaufkontrakte
402.100
2.087.820
3.265.564
5.755.484
0
-122.610
b) Wechselkursverträge
527.171
0
0
527.171
264
-4.475
Währungs-Swaps und Zins-Währungs-Swaps
527.171
0
0
527.171
264
-4.475
2021 in TEUR
Nominalbeträge
Marktwerte
 
Restlaufzeit
 
 
 
 
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positive
negative
Insgesamt
2.837.442
7.071.050
8.156.591
18.065.083
621.076
-659.450
a) Zinsverträge
2.109.797
7.071.050
8.156.591
17.337.438
620.897
-657.071
Zinsswaps
2.072.133
6.796.234
7.652.574
16.520.941
608.407
-654.172
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
16.704
221.459
331.304
569.467
12.490
0
Zinsoptionen - Verkaufkontrakte
20.960
53.357
172.713
247.030
0
-2.899
b) Wechselkursverträge
501.560
0
0
501.560
179
-2.379
Währungs-Swaps und Zins-Währungs-Swaps
501.560
0
0
501.560
179
-2.379
c) Wertpapierbezogene Geschäfte
226.085
0
0
226.085
0
0
Aktien-/Index-Optionen - Kaufkontrakte
112.835
0
0
112.835
0
0
Aktien-/Index-Optionen - Verkaufkontrakte
113.250
0
0
113.250
0
0

Notes311
Derivative Finanzprodukte, die Handelszwecken dienen und in den Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten zu Handelszwecken ausgewiesen werden, sind in folgender Tabelle ersichtlich.
2022 in TEUR
Nominalbeträge
Marktwerte
 
Restlaufzeit
 
 
 
 
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positive
negative
Insgesamt
90.217
33.878
23.983
148.078
3.264
-2.525
a) Zinsverträge
33.202
27.672
23.983
84.857
2.381
-1.701
Zinsterminkontrakte (Futures)
26.500
0
0
26.500
81
0
Zinsswaps
3.737
26.302
9.184
39.223
2.244
-1.309
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
50
0
4.858
4.908
56
0
Zinsoptionen - Verkaufkontrakte
2.915
1.370
9.941
14.226
0
-392
b) Wechselkursverträge
57.015
6.206
0
63.221
883
-824
Devisentermingeschäfte
53.089
6.206
0
59.295
856
-797
Währungsoptionen - Kaufkontrakte
1.963
0
0
1.963
27
0
Währungsoptionen - Verkaufkontrakte
1.963
0
0
1.963
0
-27
2021 in TEUR
Nominalbeträge
Marktwerte
 
Restlaufzeit
 
 
 
 
bis 1 Jahr
1 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
Gesamt
positive
negative
Insgesamt
188.741
32.993
78.856
300.590
3.937
-2.994
a) Zinsverträge
62.078
32.993
78.856
173.927
2.179
-1.338
Zinsterminkontrakte (Futures)
53.200
0
0
53.200
493
0
Zinsswaps
7.791
28.366
62.343
98.500
1.459
-1.167
Zinsoptionen - Kaufkontrakte
0
100
5.247
5.347
227
0
Zinsoptionen - Verkaufkontrakte
1.087
4.527
11.266
16.880
0
-171
b) Wechselkursverträge
126.663
0
0
126.663
1.758
-1.656
Devisentermingeschäfte
126.663
0
0
126.663
1.758
-1.656
Die Nominal- bzw. Marktwerte ergeben sich aus den unsaldierten Summen aller Kauf- und Verkaufsverträge. Die Marktwerte sind hier nach Berücksichtigung des Kontrahentenausfallsrisikos mit dem Marktpreis inkl. Zinsabgrenzungen (Dirty Price) angegeben.
Derivative Zinsverträge sowie derivative wertpapierbezogene Geschäfte werden schwerpunktmäßig im Eigenhandel, derivative Wechselkursverträge sowohl im Eigen- als auch im
Kundengeschäft eingesetzt.
312Notes
(46) Nachrangige Verbindlichkeiten nach § 64 Abs. 1 Z. 5 BWG
In den finanziellen Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten sind zum 31. Dezember 2022 nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 513.884 (VJ: 545.046) enthalten. Der Bestand setzt sich aus 8 Ergänzungskapitalanleihen gemäß Teil 2 Titel I Kapitel 4 der CRR und sieben nachrangigen Schuldscheindarlehen zusammen,

die in Euro ausgegeben sind. Die Laufzeiten der Anleihen bewegen sich zwischen 10 und 12 Jahren, die Laufzeiten der Schuldscheindarlehen zwischen 10 und 20 Jahren. Im Bestand befinden sich folgende Anleihen, welche 10,0% des Gesamtbetrags des oben genannten Ergänzungskapitals übersteigt:
2022
Währung
Nominale in TEUR
Zinssatz
fällig am
a.o. Kündigungs-recht
Nachrangige Schuldverschreibungen 2013-2023 der RLB NÖ-Wien
EUR
266.800
5,875%
27.11.2023
nein
Nachrangige kündbare fest verzinsliche Anleihe 2022-2032
EUR
76.000
7,422%
21.12.2032
ja
2021
Währung
Nominale in TEUR
Zinssatz
fällig am
a.o. Kündigungs-recht
Nachrangige Schuldverschreibungen 2013-2023 der RLB NÖ-Wien
EUR
266.800
5,875%
27.11.2023
nein
Im Fall der Liquidation oder des Konkurses der Emittentin dürfen die Forderungen aus den Schuldverschreibungen erst nach den Forderungen der anderen nicht nachrangigen Gläubiger der Emittentin befriedigt werden, so dass Zahlungen auf die Schuldverschreibungen solange nicht erfolgen, wie die Ansprüche der anderen nicht nachrangigen Gläubiger der Emittentin nicht vollständig befriedigt sind.
Aufwendungen i.S.d. § 64 Abs. 1 Z. 13 BWG für nachrangige Verbindlichkeiten sind i.H.v. TEUR 25.103 (VJ: 30.714) angefallen.

Notes313
(47) Schuldverschreibungen, andere festverzinsliche Wertpapiere und begebene Schuldverschreibungen nach § 64 Abs. 1 Z. 7 BWG
Folgende Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere bzw. begebene Schuldverschreibungen sind im Jahr nach dem Bilanzstichtag fällig:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
a)
Forderungen aus Schuldverschreibungen und anderen
festverzinslichen Wertpapieren
121.522
228.812
b)
Verbindlichkeiten aus begebenen Schuldverschreibungen
-523.109
-691.841
(48) Zum Börsenhandel zugelassene Wertpapiere nach § 64 Abs. 1 Z. 10 BWG
in TEUR
31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021
31.12.2021
 
börsennotiert
nicht börsennotiert
börsennotiert
nicht börsennotiert
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
1.472.516
0
1.513.223
0
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere
50.715
0
0
0
(49) Finanzanlagen nach § 64 Abs. 1 Z. 11 BWG
in TEUR
2022
2021
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
1.416.322
1.368.051
Gesamt
1.416.322
1.368.051
Die Zuordnung zum Anlage- oder Umlaufvermögen richtet sich entsprechend der Veranlagungsstrategie. Besteht sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit, einen Vermögenswert bis zur Endfälligkeit zu halten, so ist dieser dem Anlagevermögen zugeordnet.

314Notes
(50) (Nominal-)Volumen des Handelsbuches gemäß § 64 Abs. 1 Z. 15 BWG
in TEUR
2022
2021
Festverzinsliche Wertpapiere (Nominalbeträge)
44.921
75.818
Sonstige Finanzinstrumente (Derivate, Nominalbeträge)
148.078
300.590
Gesamt
192.999
376.408
(51) Sonstige Vereinbarungen
Im Sinne der Art. 49 Abs. 3 und 113 Abs. 7 CRR hat die RLB NÖ-Wien gemeinsam mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, allen anderen Raiffeisenlandesbanken, der RBI und ausgewählten Tochtergesellschaften der RBI sowie nahezu allen österreichischen Raiffeisenbanken einen Vertrag zur Errichtung einer eigenen Raiffeisen-Einlagensicherung und eines damit notwendigerweise verbundenen neuen österreichweiten Raiffeisen institutsbezogenen Sicherungssystems („Raiffeisen-IPS“) abgeschlossen.
Vertragliche bzw. satzungsmäßige Haftungsvereinbarungen wurden geschlossen, die die teilnehmenden Institute gegenseitig absichern und bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellen.
Das österreichweite Raiffeisen-IPS wurde von der EZB und FMA als Einlagensicherungs- und Anlegerentschädi-gungssystem gemäß ESAEG anerkannt. Die daran teilenehmenden Institute der Raiffeisen-Bankengruppe sind dadurch gemäß den Bestimmungen des ESAEG per 29. November 2021 aus der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. ausgeschieden. Die bisherigen institutsbezogenen Sicherungssysteme auf Bundes- und Landesebene (B-IPS, L-IPS) wurden in Erfüllung der Genehmigungsbescheide für das neue Raiffeisen-IPS im Juni 2021 aufgelöst und deren Sondervermögen wurde dem neuen Raiffeisen-IPS gewidmet.
Die Österreichische Raiffeisen-Sicherungseinrichtung eGen (ÖRS) verwaltet sowohl die Fondsmittel für das Raiffeisen-IPS als Treuhänderin ihrer Mitglieder, als auch den Fonds für die gesetzliche Einlagensicherung, übernimmt das Berichtswesen sowie die Risikofrüherkennung. Ein Gesamtrisikorat zur Steuerung des neuen Raiffeisen-IPS setzt sich aus Vertretern der am neuen Raiffeisen-IPS teilnehmenden Raiffeisenbanken, der Raiffeisenlandesbanken sowie der RBI zusammen. Der Anteil der RLB NÖ-Wien an den Fondsmittel des Raiffeisen-IPS beträgt per 31. Dezember 2022 TEUR 44.646 (VJ: 42.643).
Zur Finanzierung der gesetzlichen Einlagensicherung durch Aufbau eines ex-ante dotierten Fonds hat die RLB NÖ-Wien jährlich Beiträge zu entrichten (§ 21 ESAEG). Der Beitrag für 2022 beträgt TEUR 6.650 (VJ: 7.682) und wird im Posten Sonstige betriebliche Aufwendungen ausgewiesen.
Im Falle der Auszahlung von Entschädigungen für gesicherte Wertpapierdienstleistungen (Anlegerentschädigung) kann ei-nem Einzelinstitut im Geschäftsjahr eine Beitragsleistung bis zu maximal 1,5% der Bemessungsgrundlage gemäß Art. 92 Abs. 3 lit. a der CRR zuzüglich des 12,5-fachen des Eigenmittelerfordernisses für das Positionsrisiko gemäß Teil 3 Titel IV Kapitel 2 der CRR vorgeschrieben werden, somit für die RLB NÖ-Wien maximal TEUR 166.165 (VJ: 154.248).

Notes315
(52) Aufsichtsrechtliche Eigenmittel
Die RLB NÖ-Wien ist Teil der KI-Gruppe der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. Daher unterliegt sie nicht den Bestimmungen für die KI-Gruppe bzw. den Anforderungen auf konsolidierter Basis. Für die Einhaltung eben dieser aufsichtsrechtlichen Bestimmungen auf Ebene der KI-Gruppe ist das übergeordnete Institut, die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, verantwortlich. Daher werden die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelerfordernisse der KI-Gruppe sowohl im Konzernabschluss der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien als auch in der Folge dargestellt.
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Eingezahltes Kapital
1.032.072
1.031.406
Einbehaltene Gewinne
2.186.952
2.202.859
Abzug qualifizierte Beteiligungen
-186.951
-118.316
Kumuliertes sonstiges Ergebnis und sonstiges Eigenkapital
-502.814
-564.395
Hartes Kernkapital vor Abzugsposten
2.529.258
2.551.553
Immaterielle Vermögenswerte inkl. Firmenwerte
-8.008
-20.816
Sonstige Übergangsanpassungen am harten Kernkapital
26.781
53.418
Risikovorsorge-Backstop für notleidende Kredite (Non Performing Loans, NPLs)
-8.150
-670
Korrekturposten bzgl. Rücklagen für Sicherungsgeschäfte für Zahlungsströme
-119.374
-3.619
Korrekturposten für bonitätsbedingte Wertänderung Derivate
-6.802
-683
Wertanpassung aufgrund der Anforderung für eine vorsichtige Bewertung
-3.282
-1.614
Hartes Kernkapital nach Abzugsposten (CET1)
2.410.422
2.577.569
Zusätzliches Kernkapital
95.000
95.000
Kernkapital nach Abzugsposten (T1)
2.505.422
2.672.569
Anrechenbares Ergänzungskapital
166.439
212.149
Ergänzende Eigenmittel nach Abzugsposten
166.439
212.149
Gesamte anrechenbare Eigenmittel
2.671.861
2.884.718
Gesamtes Eigenmittelerfordernis
1.067.283
1.038.511
Harte Kernkapitalquote (CET1 Ratio)
18,07%
19,86%
Kernkapitalquote (T1 Ratio)
18,78%
20,59%
Eigenmittelquote (Total Capital Ratio)
20,03%
22,22%
Überdeckungsquote
150,34%
177,77%
Bei einer Fully-loaded-Betrachtung beträgt die Common Equity Tier 1 Ratio 17,84% (VJ: 19,37%) und die Total Capital Ratio 19,81% (VJ: 21,67%).

316Notes
Das gesamte Eigenmittelerfordernis setzt sich wie folgt zusammen:
in TEUR
31.12.2022
31.12.2021
Eigenmittelerfordernis Kreditrisiko
1.004.560
986.605
Eigenmittelerfordernis für das Positionsrisiko in Schuldtitel und Substanzwerte
12.193
5.543
Eigenmittelerfordernis CVA
5.105
4.683
Eigenmittelerfordernis operationelles Risiko
45.426
41.680
Gesamtes Eigenmittelerfordernis (Gesamtrisiko)
1.067.283
1.038.511
 
 
 
Bemessungsgrundlage Kreditrisiko
12.556.994
12.332.568
Gesamte Bemessungsgrundlage (Gesamtrisiko)
13.341.042
12.981.393
(53) Gesamtkapitalrentabilität nach § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG
Die Gesamtkapitalrentabilität i.S.d. § 64 Abs. 1 Z. 19 BWG beträgt zum Stichtag -0,08% (VJ: 0,19%).

Notes317
(54) Durchschnittliche Mitarbeiterzahl
Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer (Full Time Equivalents) stellt sich wie folgt dar:
 
2022
2021
Angestellte
1.219
1.199
Arbeiter
17
12
Gesamt
1.236
1.211
(55) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag und Genehmigung des Konzernabschlusses
Zu der im Geschäftsbericht 2022 der RBI ausführlich erläuterten Thematik von Rechtsfällen in Polen im Zusammenhang mit Hypothekarkrediten an Konsumenten, die in Fremdwährungen denominiert oder an eine Fremdwährung gekoppelt sind, gab der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs am 16. Februar 2023 eine (nicht bindende) Äußerung im Fall gegen eine polnische Bank ab. Dieser Äußerung zufolge könnten betroffene Kunden nach der Aufhebung eines Kreditvertrags aufgrund missbräuchlicher Klauseln Forderungen geltend machen, welche über die Erstattung der geleisteten Zahlungen hinausgehen. Die RBI sieht auf Basis ihrer rechtlichen Einschätzung keinen materiellen Einfluss dieser Äußerung auf die rechtliche Stellung, welcher über die bereits für Fremdwährungsdarlehen in Polen gebildete Rückstellung quantifizierbar wäre.
(56) Nichtfinanzielle Erklärung
Die RLB NÖ-Wien ist von der Pflicht zur Erstellung einer konsolidierten Nichtfinanziellen Erklärung aufgrund § 267a Abs. 7 UGB befreit, da sie und ihre Tochterunternehmen in den Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien aufgenommen wurden. Dieser wurde nach den Anforderungen der Bilanz-Richtlinie erstellt und offengelegt. Der Konzernlagebericht der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist am Sitz der Gesellschaft sowie beim Firmenbuch Wien unter der Firmenbuchnummer FN 95970h erhältlich.

318Notes
Beteiligungsübersicht (gemäß § 265 Abs. 2 UGB)
Die folgenden Tabellen weisen die Beteiligungen des RLB NÖ-Wien-Konzerns aus.
(57) In den Konzernabschluss einbezogene verbundene Tochterunternehmen
Unternehmen, Sitz (Land)
 
 
31.12.2022
31.12.2021
 
 
Gezeichnetes Kapital
Währung
Anteil in %
Anteil in %
Typ
"AKTUELL" Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H., Wien (A)
73.000
EUR
100,00
100,00
SU
"BARIBAL" Holding GmbH, Wien (A)
105.000
EUR
100,00
100,00
SU
"PRUBOS" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
SU
NAWARO ENERGIE Betrieb GmbH, Zwettl (A)
36.000
EUR
100,00
100,00
SU
RAIFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H., Wien (A)*
---
---
---
98,75
SU
Raiffeisen Liegenschafts- und Projektentwicklungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
SU
Raiffeisen Versicherungs- und Bauspar-Agentur GmbH, Wien (A)
70.000
EUR
100,00
100,00
SU
Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH, Wien (A)*
---
---
---
100,00
SU
RBE Raiffeisen Beratungs- und Entwicklungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
SU
RLB Businessconsulting GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
SU
RLB NÖ-Wien Sektorbeteiligungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
FI
Veritas Treuhandgesellschaft für Versicherungsüberprüfung und -vermittlung m.b.H., Raaba (A)
50.000
EUR
100,00
100,00
SU
* Mit Kaufvertrag vom 12. Dezember 2022 wurden die Anteile an der RAFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H und Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH von der RLB NÖ-Wien in Form eines Share Deals an die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien veräußert. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 wurden beide Gesellschaften im RLB NÖ-Wien-Konzern entkonsolidiert.
Legende:
Unternehmenskategorie (Typ)
KI Kreditinstitut
FIFinanzinstitut
NDLAnbieter von Nebendienstleistungen
SU Sonstiges Unternehmen

Notes319
(58) In der Konzernbilanz at Equity-bilanzierte Unternehmen
Unternehmen, Sitz (Land)
 
 
31.12.2022
31.12.2021
 
 
Gezeichnetes Kapital
Währung
Anteil in %
Anteil in %
Typ
Raiffeisen Bank International AG, Wien (A)*
1.003.265.844
EUR
22,66
22,66
KI
Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG, Wien (A)**
---
---
---
---
SU
* Angabe Anteil in % unter Berücksichtigung der seitens RBI gehaltenen eigenen Anteile; zudem hält die RLB NÖ-Wien 1,0% zu Handelszwecken, wo für Zwecke der Bilanzierung der Ausnahmetatbestand des IAS 28.19 anzuwenden ist.
** Personengesellschaft, daher kein Ausweis von gezeichnetem Kapital und Anteil (jedoch unverändert 47,35%)
Legende:
Unternehmenskategorie (Typ)
KI Kreditinstitut
FIFinanzinstitut
NDLAnbieter von Nebendienstleistungen
SU Sonstiges Unternehmen
Nach Auffassung des Managements wird die RBI als wesentliches assoziiertes Unternehmen eingestuft:
Durch das Halten von 22,66% der Anteile an der RBI ist die RLB NÖ-Wien ihr Haupteigentümer. Die RBI ist das Spitzeninstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Österreich, für deren Mitglieder sie Serviceaufgaben übernimmt. Sie hält und koordiniert auch die Mindestreserve sowie die gesetzlich vorgeschriebene Liquiditätsreserve der einzelnen angeschlossenen Institute und unterstützt sie beim Liquiditätsmanagement.
Der notierte Marktpreis der RBI zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 betrug EUR 15,35 je Aktie (31.Dezember 2021: 25,88 je Aktie).

320Notes
Die Finanzinformationen für das wesentliche assoziierte Unternehmen RBI basierend auf dessen Konzernabschluss nach IFRS stellen sich wie folgt dar.
Assoziierte Unternehmen
Raiffeisen Bank International AG
in TEUR
2022
2021
Zinserträge
7.257.428
4.594.591
Konzernergebnis
3.797.096
1.507.617
Sonstiges Ergebnis
-355.715
150.319
Konzern-Gesamtergebnis
3.441.381
1.657.936
davon Anteile der Aktionäre des Mutterunternehmens*
3.294.580
1.493.485
davon Anteile der nicht kontrollierenden Gesellschafter
146.802
164.451
 
 
 
Vermögenswerte
207.057.453
192.100.504
Schulden
188.293.124
176.625.496
Nettovermögen
18.764.329
15.475.008
davon Anteile der Aktionäre des Mutterunternehmens
16.027.268
12.842.992
davon Anteile der nicht kontrollierenden Gesellschafter
1.126.858
1.010.286
davon AT1 Kapital
1.610.204
1.621.730
 
 
 
Anteiliges Nettovermögen
3.631.672
2.910.137
Firmenwert/Wertminderung
-1.803.890
-924.891
Konzernbuchwert 31.12.
1.827.782
1.985.246
 
 
 
Konzernbuchwert 01.01.
1.985.246
2.041.822
Anteilige sonstige Eigenkapitalveränderungen
-4.077
2.516
Anteiliges Gesamtergebnis
725.613
317.496
Wertminderung/Impairment
-879.000
-285.000
Vereinnahmte Dividende
0
-91.589
Konzernbuchwert 31.12.
1.827.782
1.985.246
* davon entfallen TEUR 92.313 (VJ: 92.313) auf Dividendenanspruch auf zusätzliches AT1 Kapital

Notes321
Aus der RBI resultieren zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zudem folgende Eventualverbindlichkeiten:
Assoziierte Unternehmen
Raiffeisen Bank International AG
in TEUR
anteilig
RLB NÖ-Wien-Konzern
31.12.2022

31.12.2022
Erteilte Kreditzusagen
8.427.680
37.192.968
Erteilte Finanzgarantien
2.123.201
9.370.094
Sonstige erteilte Zusagen
1.037.823
4.580.113
Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung des Konzernbuchwerts des at Equity-bilanzierten Unternehmens Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG:
Assoziierte Unternehmen
Raiffeisen Informatik GmbH & Co KG
in TEUR
2022
2021
Umsatzerlöse
231.963
213.091
Konzernergebnis
12.931
5.364
Sonstiges Ergebnis
3.640
2.262
Konzern-Gesamtergebnis
16.571
7.626
 
 
 
Vermögenswerte
439.529
278.548
Schulden
348.915
186.891
Nettovermögen
90.614
91.657
 
 
 
Anteiliges Nettovermögen
42.909
43.403
Wertminderung
-3.500
0
Konzernbuchwert 31.12.
39.409
43.403
 
 
 
Konzernbuchwert 01.01.
43.403
160.448
Anteiliges Gesamtergebnis
7.847
3.612
Wertminderung
-3.500
0
Vereinnahmte Dividende
-8.341
-120.657
Konzernbuchwert 31.12.
39.409
43.403

322Notes
(59) Nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen
Tochterunternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung nicht vollkonsolidiert werden, stellen sich wie folgt dar:
Unternehmen, Sitz (Land)
 
 
31.12.2022
31.12.2021
 
 
Gezeichnetes Kapital
Währung
Anteil in %
Anteil in %
Typ
"CALADIA“ Beteiligungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
FI
"HELIX" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
---
SU
Immonow Services GmbH, Wien (A)
---
---
---
100,00
SU
MODAL-Gesellschaft für betriebsorientierte Bildung und Management GmbH, Wien (A)
400.000
EUR
75,00
75,00
SU
NAWARO Erneuerbare Energien GmbH, Zwettl (A)
35.000
EUR
100,00
---
SU
NÖ Raiffeisen Kommunalservice Holding GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
FI
Raiffeisen Analytik GmbH, Wien (A)
100.000
EUR
99,60
99,60
NDL
Raiffeisen Beratung direkt GmbH, Wien (A)
37.000
EUR
100,00
100,00
NDL
Raiffeisen e-service GmbH, Wien (A)
---
---
---
100,00
SU
Raiffeisen-Landesrisikogenossenschaft Niederösterreich-Wien registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Liquidation, Wien (A)
---
---
---
98,91
SU
RLB NÖ-Wien Leasingbeteiligungs GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
100,00
FI
Raiffeisen Wien Mezzaninkapital GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
100,00
---
SU
TIONE Altbau-Entwicklung GmbH, Wien (A)
37.000
EUR
100,00
100,00
SU
Waldviertel Immobilien-Vermittlung GmbH, Zwettl (A)
---
---
---
100,00
SU
Legende:
Unternehmenskategorie (Typ)
KI Kreditinstitut
FIFinanzinstitut
NDLAnbieter von Nebendienstleistungen
SU Sonstiges Unternehmen
Die "HELIX“ Beteiligungs GmbH, eine 100% Tochtergesellschaft der RLB NÖ-Wien, hat im Dezember 2022 einen Vertrag über den Kauf von 50% der Anteile an der Gesellschaft Beta Pura GmbH unterschrieben. Die Gesellschaft wird aus Sicht des RLB NÖ-Wien-Konzerns als unwesentlich klassifiziert. Der Vertrag wurde mit der aufschiebenden Bedingung der fusionskontrollrechtlichen Prüfung abgeschlossen; die Verpflichtungen des Verkäufers und des Käufers sowie die Übertragung des Geschäftsanteils stehen unter dem Vorbehalt, dass die aufschiebende Bedingung, am oder vor dem 31. Mai 2023 (das „Long Stop Date“) erfüllt wird.

Notes323
(60) Sonstige Beteiligungen
Assoziierte Unternehmen, die wegen untergeordneter Bedeutung nicht at Equity bilanziert wurden, stellen sich wie in untenstehender Tabelle dar.
Unternehmen, Sitz (Land)
 
 
31.12.2022
31.12.2021
 
 
Gezeichnetes Kapital
Währung
Anteil in %
Anteil in %
Typ
Central Danube Region Marketing & Development GmbH, Wien (A)
200.000
EUR
50,00
50,00
SU
Die Niederösterreichische Leasing Gesellschaft m.b.H., Wien (A)
36.400
EUR
40,00
40,00
FI
Die Niederösterreichische Leasing Gesellschaft m.b.H. & CO KG, Wien (A)
---
---
---
---
FI
ecoplus International GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
30,00
30,00
SU
NÖ Bürgschaften und Beteiligungen GmbH, Wien (A)
5.316.414
EUR
20,14
20,14
FI
NÖ Raiffeisen Kommunalprojekte Service Gesellschaft m.b.H., Wien (A)
50.000
EUR
74,00
74,00
FI
Raiffeisen Digital GmbH, Wien (A)
75.000
EUR
25,50
25,50
SU
Raiffeisen e-service GmbH, Wien (A)
35.000
EUR
25,50
---
SU
Raiffeisen Informatik Geschäftsführungs GmbH, Wien (A)
70.000
EUR
47,35
47,35
SU
Raiffeisen-Leasing Managment GmbH, Wien (A)
300.000
EUR
21,56
21,56
FI
Raiffeisen-Leasing Österreich GmbH, Wien (A)
100.000
EUR
32,34
32,34
FI
Raiffeisen NÖ-Wien Tradition & Innovation eingetragene Genossenschaft, Wien (A)
22.000
EUR
45,45
---
SU
Raiffeisen Software GmbH, Linz (A)
150.000
EUR
25,50
25,50
SU
RSC Raiffeisen Service Center GmbH, Wien (A)
2.000.000
EUR
46,20
46,20
SU
Legende:
Unternehmenskategorie (Typ)
KI Kreditinstitut
FIFinanzinstitut
NDLAnbieter von Nebendienstleistungen
SU Sonstiges Unternehmen
Für die Gesellschaften Die Niederösterreichische Leasing Gesellschaft m.b.H., NÖ Raiffeisen Kommunalprojekte Service Gesellschaft m.b.H. sowie RSC Raiffeisen Service Center GmbH liegt gemäß IFRS 11 eine gemeinschaftliche Führung vor.

(61)
324Notes
(62) Über das Mutterunternehmen Raiffeisen-Holding NÖ-Wien verbundene Unternehmen
Vollkonsolidierte Unternehmen im Vollkonsolidierungskreis der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien:
"ALMARA" Holding GmbH, Wien (A)
"HELANE" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"LAREDO" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"LOMBA" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"RASKIA" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"SEPTO" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"URUBU" Holding GmbH, Wien (A)
AURORA MÜHLEN GMBH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
BLR-Baubeteiligungs GmbH, Wien (A)
Botrus Beteiligungs GmbH, Wien (A)
cafe+co Delikomat Sp. z o.o., (Teilkonzern LLI), Bielsko-Biala (PL)
cafe+co Deutschland GmbH, (Teilkonzern LLI), Wenzenbach (D)
cafe+co International Holding GmbH, (Teilkonzern LLI), Wien (A)
cafe+co ltal - és Ételautomata Kft., (Teilkonzern LLI), Alsónémedi (H)
café+co Österreich Automaten-Catering und Betriebsverpflegung Ges.m.b.H., (Teilkonzern LLI), Wien (A)
Castellmühle Krefeld GmbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (DE)
DELIKOMAT d.o.o., (Teilkonzern LLI), Beograd (SRB)
DELIKOMAT d.o.o., (Teilkonzern LLI), Marburg (SLO)
Delikomat Slovensko spol. s r.o., (Teilkonzern LLI), Stupava (SK)
Delikomat s.r.o., (Teilkonzern LLI), Modrice (CZ)
DZR Immobilien und Beteiligungs GmbH, Wien (A)
Frischlogistik und Handel GmbH, (Teilkonzern NÖM), Baden bei Wien (A)
GoodMills Bulgaria EOOD, (Teilkonzern LLI), Sofia (BG)
GoodMills Česko s.r.o., (Teilkonzern LLI), Prag (CZ)
GoodMills Deutschland GmbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
GoodMills Group GmbH, (Teilkonzern LLI), Wien (A)
GoodMills Innovation GmbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
GoodMills Magyarország Kft., (Teilkonzern LLI), Komárom (H)
GoodMills Österreich GmbH, (Teilkonzern LLI), Schwechat (A)
GoodMills Polska Kutno Sp. z o.o., (Teilkonzern LLI), Kutno (PL)
GoodMills Polska Sp. z o.o., (Teilkonzern LLI), Stradunia (PL)
GoodMills Romania S.A., (Teilkonzern LLI), Pantelimon (RO)
KURIER Beteiligungs-Aktiengesellschaft, Wien (A)
La Cultura del Caffe Gesellschaft m.b.H., (Teilkonzern LLI), Krems a. d. Donau (A)
Latteria NÖM s.r.l., (Teilkonzern NÖM), Mailand (I)
LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs Aktiengesellschaft, Wien (A)
Liegenschaftsbesitz Obere Donaustraße 91-95 GmbH, Wien (A)
Marchfelder Zuckerfabriken Gesellschaft m.b.H., (Teilkonzern LLI), Wien (A)
Medicur - Holding Gesellschaft m.b.H., Wien (A)
Medicur Sendeanlagen GmbH, Wien (A)
Müller's Mühle GmbH, (Teilkonzern LLI), Gelsenkirchen (D)
Naber Kaffee Manufaktur GmbH, (Teilkonzern LLI), Wien (A)
Niederösterreichische Milch Holding GmbH, Wien (A)
NÖM AG, (Teilkonzern NÖM), Baden bei Wien (A)
nöm Gast Lebensmittel GmbH, (Teilkonzern NÖM), Wien (A)
Printmedien Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (A)
Raiffeisen Agrar Holding GmbH, (Teilkonzern LLI), Wien (A)
Notes325
RAIFFEISEN-HOLDING NÖ-Wien Beteiligungs GmbH, Wien (A)
Raiffeisen Immobilien Treuhand GmbH, Wien (A)
RAIFFEISEN IMMOBILIEN VERMITTLUNG GES.M.B.H., Wien (A)
Raiffeisen Vorsorge Wohnung GmbH, Wien (A)
RH Finanzberatung und Treuhandverwaltung Gesellschaft m.b.H., Wien (A)
RH Finanzbeteiligungs GmbH, Wien (A)
RHG Holding GmbH, Wien (A)
St. Leopold Liegenschaftsverwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (A)
VK Grundbesitz GmbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
VÖS167 Liegenschaft GmbH, (Teilkonzern NÖM), Baden bei Wien (A)
Zucker-Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Wien (A)
Zucker Invest GmbH, Wien (A)

326Notes
Nicht vollkonsolidierte Unternehmen im Raiffeisen-Holding NÖ-Wien-Konzern:
"BENEFICIO" Holding GmbH, Wien (A)
"BROMIA" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"CLEMENTIA" Holding GmbH, Wien (A)
"SERET" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"SOMOS" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
"TOJON" Beteiligungs GmbH, Wien (A)
BENIGNITAS GmbH, Wien (A)
CAFE+CO Timisoara S.R.L., (Teilkonzern LLI), Timisoara (RO)
Farina Marketing d.o.o., (Teilkonzern LLI), Laibach (SLO)
GoodMills Innovation Polska Sp.z.o.o., (Teilkonzern LLI), Poznan (PL)
Jelo GmbH, Wien (A)
Müfa Mehl und Backbedarf Handelsgesellschaft mbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
Neuß & Wilke GmbH, (Teilkonzern LLI), Gelsenkirchen (D)
PBS Immobilienprojektentwicklungs GmbH, Wien (A)
Raiffeisen Energy Ventures GmbH, Wien (A)
Raiffeisen NÖ-Wien Tradition & Innovation eingetragene Genossenschaft, Wien (A)
RHU Beteiligungsverwaltung GmbH & Co OG, Wien (A)*
ROLLEGG Liegenschaftsverwaltungs GmbH, Wien (A)
Rosenmühle GmbH, (Teilkonzern LLI), Hamburg (D)
Techno-Park Tulln GmbH, Wiener Neudorf (A)
THE AUTHENTIC ETHNIC FOOD COMPANY GmbH, (Teilkonzern LLI), Gelsenkirchen (D)
ZEG Immobilien- und Beteiligungs registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien (A)
* unbeschränkt haftender Gesellschafter

Organe327
Organe
Vorstand:
Vorsitzender:
Generaldirektor Mag. Michael HÖLLERER (seit 30.03.2022) Generaldirektor Mag. Klaus BUCHLEITNER, MBA (bis 30.03.2022)
Stellvertreter des Vorsitzenden:
Generaldirektor-Stv. KR Mag. Reinhard KARL
Vorstände:
Vorstandsdirektor Mag. Andreas FLEISCHMANN, M.Sc. (bis 28.02.2023)
Vorstandsdirektor Dr. Martin HAUER
Dr. Roland MECHTLER, CPA (seit 01.03.2023)
Vorstandsdirektor Mag. Michael RAB (bis 28.02.2023)
Vorstandsdirektorin Dr. Claudia SÜSSENBACHER, M.B.L. (seit 01.03.2023)

Aufsichtsrat:
Vorsitzender:
Präs. Mag. Erwin HAMESEDER
Stellvertreter des Vorsitzenden:
Dir. KR Mag. Alfons NEUMAYER
Mitglieder:
Ök. Rat DI Anton BODENSTEIN
Dir. Hermine DANGL, M.Sc.
Dir. Reinhard KERBL, CSE (bis 06.05.2022)
Dir. Hermine HUMMEL, MBA, CSE (seit 06.05.2022)
Mag. Andrea LÖFFLER (seit 06.05.2022)
Mag. Veronika MICKEL-GÖTTFERT
Dir. Johann POLLAK (bis 06.05.2022)
KR Mag. Gerhard PREISS
StR. Ing. Christian RESCH (bis 06.05.2022)
Brigitte SOMMERBAUER
Dir. Otto WEICHSELBAUM (seit 06.05.2022)
Vom Betriebsrat delegiert:
HBV Wolfgang EINSPIELER
Abt.Dir. Prok. Anton HECHTL
Prok. Michael HOFER, CPB
HBV Christian JENKNER
HBV Eva TATSCHL
Staatskommissäre:
SC MR Mag. Alfred LEJSEK
Staatskommissär-Stv. Markus STEINER, B.A.

328Organe
Der Vorstand der RLB NÖ-Wien hat den vorliegenden Konzernabschluss nach den zum Bilanzstichtag geltenden Vorschriften der International Financial Reporting Standards, wie sie von der Europäischen Union übernommen wurden, am 20. März 2023 aufgestellt. Die nach § 245a UGB i.V.m. § 59a BWG ergänzend anzuwendenden unternehmensrechtlichen Vorschriften wurden – in der jeweils zum Bilanzstichtag geltenden Fassung – berücksichtigt. Der Konzernlagebericht wurde nach den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften aufgestellt und steht im Einklang mit dem Konzernabschluss.
Der Vorstand
Generaldirektor
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor-Stellvertreter
KR Mag. Reinhard KARL e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Roland MECHTLER, CPA e.h.
Vorstandsdirektor
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektorin
Dr. Claudia SÜSSENBACHER, M.B.L. e.h.
Der Vorstand hat den Konzernabschluss am 20. März 2023 zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
Erklärung des Vorstandes329
Erklärung des Vorstandes
„Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte
Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des RLB NÖ-Wien-Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des RLB NÖ-Wien-Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist. Wir weisen darauf hin, dass die IFRS-Rechnungslegung – systembedingt – in verstärktem Maße zukunftsorientiert ausgerichtet ist. Damit sind in einem IFRS-Abschluss vermehrt Planungselemente und Unsicherheitsfaktoren enthalten.“
Der Vorstand
Mag. Michael HÖLLERER e.h.
Generaldirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Generaldirektion
KR Mag. Reinhard KARL e.h.
Generaldirektor Stv.
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Kommerzkunden
Dr. Roland MECHTLER, CPA e.h.
Vorstandsdirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Effizienz/Technology/Treasury
Dr. Martin HAUER e.h.
Vorstandsdirektor
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Privatkunden & KMU
Dr. Claudia SÜSSENBACHER, M.B.L. e.h.
Vorstandsdirektorin
verantwortlich für den Vorstandsbereich
Risikomanagement

Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Ich habe den Konzernabschluss der
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach meiner Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Ich habe meine Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Meine Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ meines Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Ich bin vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und ich habe meine sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Ich bin der Auffassung, dass die von mir bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach meinem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für meine Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit meiner Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung meines Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und ich gebe kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Im Rahmen der Prüfung wurden drei dieser Sachverhalte identifiziert, die nachfolgend beschrieben werden:
1. Bewertung der at Equity-bilanzierten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der RLB NÖ-W AG zum 31. Dezember 2022 werden die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI), die auch das Zentralinstitut der RLB NÖ-W AG ist, unter dem Bilanzposten „Anteile an at Equity-bewerteten
Unternehmen“ in Höhe von insgesamt 1.827.782 TEUR ausgewiesen.
330Erklärung des Vorstandes
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung der at Equity-bewerteten Anteile und die getroffenen Annahmen und Unsicherheiten insbesondere zur Beteiligung der RBI an der Raiffeisenbank Russland im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 in den Notes in den Kapiteln „Grundlagen der Konzernrechnungslegung nach IFRS“ sowie unter Note (4) „Ergebnis aus at Equity-bilanzierten Unternehmen“ bzw. Note (58) „In der Konzernbilanz at Equity-bilanzierte Unternehmen“.
Die Werthaltigkeit des Buchwertes der at Equity-bilanzierten RBI ist zu überprüfen, wenn objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen. Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sind auf den erzielbaren Betrag vorzunehmen. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Kosten der Veräußerung und Nutzungswert.
Zum 31. Dezember 2022 wurden bei der RBI objektive Hinweise für eine Wertminderung identifiziert.
Zur Überprüfung der Werthaltigkeit der Anteile wurde dem Buchwert der erzielbare Betrag gegenübergestellt. Der Nutzungswert wurde auf Basis eines Discounted Cash Flow Verfahrens ermittelt und lag über dem beizulegenden Zeitwert. Da der Buchwert den erzielbaren Betrag zum 31. Dezember 2022 überstieg, wurde nach Übernahme des anteiligen Ergebnisses und der Kapitalveränderungen eine Wertminderung in Höhe von 879.000 TEUR berücksichtigt.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung des Nutzungswertes in hohem Maße auf der Einschätzung der künftigen Zahlungsmittelzuflüsse durch die gesetzlichen Vertreter beruht, und das Bewertungsergebnis in hohem Ausmaß vom verwendeten Diskontierungszinssatz abhängig und daher mit einem erheblichen Grad an Schätzunsicherheit
verbunden ist.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die Prozesse zur Identifizierung von objektiven Hinweisen auf Wertminderungen bzw. Wertaufholungen sowie die eingerichteten Kontrollen dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Wertminderungs- oder Zuschreibungserfordernisse zeitgerecht zu erkennen.
Ich habe die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter in Hinblick auf das Vorliegen von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung beurteilt.
Ich habe die korrekte Ermittlung des erzielbaren Betrages durch Vergleich des beizulegenden Zeitwertes (Börsenkurs) und dem Nutzungswert, der auf einem externen Gutachten mit Anpassungen des Vorstands bei den Zahlungsmittelzuflüssen basiert, geprüft.
Ich habe die Grundlagen dieses externen Gutachtens sowie die durch den Vorstand vorgenommenen Anpassungen und insbesondere das Bewertungsmodell auf seine Angemessenheit hin geprüft. Die darin verwendeten Parameter, wie den Diskontierungszinssatz habe ich durch Abgleich mit Kapitalmarktdaten sowie unternehmensspezifischer Informationen und Markterwartungen
geprüft.
Ich habe die im externen Gutachten verwendeten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse mit der Konzernplanung abgeglichen und die Planungstreue insbesondere auf der Basis von Unternehmensdokumentationen analysiert und beurteilt.
Ich habe den für die Ermittlung des erzielbaren Betrages herangezogenen beizulegenden Zeitwert mit dem von der Wiener Börse am letzten Handelstag des Jahres 2022 veröffentlichten Kurs verglichen.
Erklärung des Vorstandes331
Die rechnerische Richtigkeit der Wertminderung wurde geprüft.
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Wertminderung der Anteile an der RBI im Konzernabschluss angemessen sind und inwiefern eine adäquate Darstellung der Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die Ermittlung des Nutzungswertes erfolgte.
2. Bewertung der Kundenforderungen
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der RLB NÖ-W AG zum 31. Dezember 2022 werden im Bilanzposten „Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ Kredite und Darlehen an Kunden mit einem Betrag von 14.890.552 TEUR ausgewiesen. Zu diesen Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag Risikovorsorgen im Ausmaß von 195.608 TEUR.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen unter Berücksichtigung des Russland-
Ukraine-Krieges und der Auswirkungen auf die Energiepreise in den Notes im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungs-
methoden“ sowie in Note (16) „Risikovorsorgen“. In Bezug auf die verwendeten makroökonomischen Parameter erfolgen
Angaben in Note (32) „Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht)“ im Abschnitt „Angaben zu den erwarteten Kreditverlusten“.
Die Gesellschaft überprüft im Rahmen der Kreditüberwachung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und damit Einzelrisikovorsorgen zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorge für ausgefallene, individuell signifikante Kunden basiert auf einer Analyse der erwarteten zukünftigen Rückflüsse. Diese Analyse ist von der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der daraus abgeleiteten Rückflüsse beeinflusst.
Die Risikovorsorge für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden wird auf der Grundlage eines statistischen Bewertungsmodells berechnet.
Für alle Kredite, bei denen keine objektiven Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen, wird von der Bank eine Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle gebildet.
Dabei wird für jene Forderungen, bei denen sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat, die Wertberichtigung in Höhe des erwarteten 12-Monats-Kreditverlusts bemessen. Für jene Forderungen, deren Ausfallrisiko sich seit dem erstmaligen Ansatz signifikant erhöht hat, werden die Wertberichtigungen auf Basis des über die Laufzeit erwarteten Kreditverlustes berechnet.
In die Bewertungsmodelle fließen Kundenobligo, Sicherheiten und makroökonomische Faktoren ein. Parameter, denen statistische Annahmen zugrunde liegen, umfassen insbesondere die Ausfallwahrscheinlichkeit auf Basis des Bonitätsratings des Kunden und die Verlustquote vor und nach Berücksichtigung von Sicherheiten.
332Erklärung des Vorstandes
Aufgrund des Russland-Ukraine Krieges und der Auswirkungen auf die Energiepreise und den daraus resultierenden Unsicher-heiten hat die Bank die Implikationen auf die Kreditnehmer im Rahmen der individuellen Ratingeinstufung berücksichtigt. Darüber hinaus werden Modellanpassungen vorgenommen, um Unsicherheiten bezüglich Nachholeffekten der COVID-19-Pandemie abzubilden.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass die Identifikation von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung, die Ratingeinstufung sowie die Bestimmung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz auf Annahmen und Ermessensspielräumen basieren. Bei der Ermittlung der Höhe der Kreditrisikovorsorgen, denen in unterschiedlichem Ausmaß die oben beschriebenen Annahmen und Schätzungen zu Grunde liegen, ergeben sich Ermessensspielräume und Schätz-unsicherheiten insbesondere hinsichtlich der Anpassung von Ratingeinstufungen aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges bzw. der Auswirkungen auf die Energiepreise und der Modellanpassungen für Nachholeffekte aufgrund der COVID-19-Pandemie.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die bestehende Dokumentation und die Prozesse zur Vergabe, Klassifizierung und Überwachung von Kundenkrediten sowie der Risikovorsorgebildung analysiert und beurteilt, ob diese Prozesse geeignet sind, objektive Hinweise auf eine Wertminderung zu identifizieren sowie die signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit dem erstmaligen Ansatz zu bestimmen und somit die sachgerechte Bewertung der Kundenforderungen sicherzustellen. Die Prozessabläufe sowie wesentliche Kontrollen habe ich erhoben und die Schlüsselkontrollen auf deren Ausgestaltung und Implementierung, sowie im Rahmen von Stichproben auf deren Effektivität getestet.
Ich habe auf Grundlage der vorgelegten Unternehmensdokumentation und Prozesse in Stichproben die richtige Klassifizierung der Kundenforderungen in Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell und der Eigenschaften der vertraglichen Zahlungsströme beurteilt.
Es wurde die korrekte Stufenzuordnung (Staging) gemäß IFRS 9 und den relevanten internen Richtlinien geprüft.
Für individuell signifikante Kunden habe ich auf Basis von Stichproben an Krediten untersucht, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung bestehen und ob in angemessener Höhe Kreditrisikovorsorgen gebildet wurden. Die Auswahl der Stichproben erfolgte risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen mit höherem Ausfallrisiko bzw. von Unternehmen, die verstärkt von den Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges bzw. den Änderungen des makroökonomischen Umfelds
betroffen sind sowie nach statistischen Verfahren. Bei Feststellung von objektiven Hinweisen auf eine Wertminderung wurden die von der Bank getroffenen Annahmen und unterstellten Szenarien hinsichtlich des Zeitpunktes und der Höhe der Zahlungsrückflüsse untersucht. Bezüglich der internen Sicherheitenbewertungen habe ich in Stichproben überprüft, ob die eingeflossenen Annahmen adäquat sind.
Im Bereich der Vorsorgen für ausgefallene, individuell nicht signifikante Kunden sowie für Kunden, bei denen keine objektiven Hinweise auf Wertminderungen vorliegen, habe ich mithilfe von Experten die Modelle, die darin verwendeten Parameter und zukunftsgerichteten Informationen und deren Anpassungen unter Berücksichtigung der von der Bank durchgeführten
Validierungen nachvollzogen und diese dahingehend beurteilt, ob diese geeignet sind, Vorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
Die Berechnung der Vorsorgen habe ich nachvollzogen.
Erklärung des Vorstandes333
Weiters habe ich beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Kundenforderungen im Konzernabschluss angemessen sind.
Hinsichtlich der Schätzunsicherheiten bei der Ermittlung der Wertberichtigung auf Basis statistischer Bewertungsmodelle wird auf das Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, Abschnitt „Ermessensausübung und Schätzungen“ sowie die Darstel-lungen in Note (16) „Risikovorsorgen“ verwiesen. Die Darstellung der zur Anwendung kommenden makroökonomischen
Faktoren erfolgt in Note (32) „Risiken von Finanzinstrumenten (Risikobericht)“ im Abschnitt „Angaben zu erwarteten Kreditverlusten“.
3. Bewertung der Wertpapiere und derivativen Finanzinstrumente
Sachverhalt und Risiko für den Abschluss
Die für die Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten herangezogenen beizulegenden Zeitwerte basieren im Konzernabschluss der RLB NÖ-W AG auf beobachtbaren Marktpreisen oder werden mit Bewertungsmodellen ermittelt.
Derivative Finanzinstrumente werden in wesentlichem Umfang für die Bildung von Sicherungsbeziehungen eingesetzt oder zu Handelszwecken abgeschlossen.
Der Vorstand beschreibt die Vorgehensweise bei der Bewertung von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, der
Bildung von Sicherungsbeziehungen in den Notes im Kapitel „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“, unter Note (33) „Hedge Accounting“ sowie unter Note (35) „Fair Value von Finanzinstrumenten“.
Bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Wertpapieren und derivativen Finanzinstrumenten, für die keine Marktkurse und keine ausreichend beobachtbaren Marktdaten für eine Bewertung vorliegen, ist die Bewertung aufgrund der Verwendung von internen Bewertungsmodellen und den darin enthaltenen Annahmen und Parameter ermessensbehaftet.
Darüber hinaus sind für die Bildung von Sicherungsbeziehungen die Anforderungen an die Dokumentation der Sicherungs-
beziehung sowie der Effektivität derselben zu erfüllen.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios sind außerdem die Abgrenzung und Homogenität der Grundgeschäfte und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens zu beachten.
Das Risiko für den Konzernabschluss ergibt sich daraus, dass bei der Verwendung von Bewertungsmodellen zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte die darin enthaltenen Annahmen und Parameter in hohem Ausmaß ermessensbehaftet sind und dass an die Darstellung der Sicherungsbeziehungen formelle und materielle Anforderungen geknüpft sind.
Prüferisches Vorgehen
Ich habe die von der Bank implementierten Richtlinien und die Dokumentation der eingerichteten Prozesse für die Bewertung der Wertpapiere und der derivativen Finanzinstrumente eingesehen und die wesentlichen Kontrollen stichprobenartig auf ihre
Effektivität geprüft.
Die Bewertungsmodelle und die zugrunde liegenden Bewertungsparameter zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte habe ich auf ihre Angemessenheit und konsistente Anwendung hin geprüft. Ich habe in Stichproben wesentliche verwendete Parameter mit extern zugänglichen Werten und die Berechnung der Zeitwerte nachvollzogen.
334Erklärung des Vorstandes
Sicherungsbeziehungen habe ich in Stichproben insbesondere dahingehend beurteilt, ob die Dokumentation der Sicherungs-
beziehung und der Effektivität der Sicherung vorhanden ist und den internen Richtlinien entspricht. Die durchgeführten
Effektivitätstests wurden von mir in Bezug auf ihre Angemessenheit kritisch gewürdigt.
Bei der Sicherung des beizulegenden Zeitwertes gegen Zinsänderungsrisiken eines Portfolios habe ich darüber hinaus die Abgrenzung der Grundgeschäfte, sowie deren Homogenität und die Ermittlung des gesonderten Bilanzpostens nachvollzogen.
Weiters habe ich überprüft, ob die Angaben im Konzernabschluss (Notes) betreffend die Bewertungsmethoden und die Bildung von Sicherungsbeziehungen angemessen und vollständig sind.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB sowie den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmens-tätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Meine Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der mein
Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, übe ich während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahre eine kritische Grundhaltung.

Erklärung des Vorstandes335
Darüber hinaus gilt:
  • Ich identifiziere und beurteile die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, plane Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führe sie durch und erlange Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für mein Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da
    dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Ich gewinne ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
  • Ich beurteile die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
    Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Ich ziehe Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls ich die Schlussfolgerung ziehe, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, bin ich verpflichtet, in meinem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
    Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, mein Prüfungsurteil zu modifizieren. Ich ziehe meine Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum meines Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Ich beurteile die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Ich erlange ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Ich bin verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Ich trage die Alleinverantwortung für mein Prüfungsurteil.
Ich tausche mich mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen
Kontrollsystem, die ich während meiner Abschlussprüfung erkenne, aus.
Ich gebe dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass ich die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten habe, und tausche mich mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen
vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf meine Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
336Erklärung des Vorstandes
Ich bestimme von den Sachverhalten, über die ich mich mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht habe, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Ich beschreibe diese Sachverhalte in meinem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder ich bestimme in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in meinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften und den sondergesetzlichen Bestimmungen für Banken.
Ich habe meine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach meiner Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a Abs. 2 UGB zutreffenden Angaben und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Ich wurde vom Österreichischen Raiffeisenverband als dem für die Gesellschaft zuständigen Revisionsverband für die gesetzliche Konzernabschlussprüfung im Sinne des Bankwesengesetzes (BWG) zum Konzernabschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2022
bestellt. Ich bin ununterbrochen seit der Prüfung des Konzernabschlusses 2022 Konzernabschlussprüfer der Gesellschaft.
Ich erkläre, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Ich erkläre, dass ich keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der EU-VO) erbracht habe und dass ich bei der Durchführung der Abschlussprüfung meine Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt habe.

Erklärung des Vorstandes337
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Andreas Gilly.
Wien, 20. März 2023
Als vom Österreichischen Raiffeisenverband bestellter Bankprüfer:
Mag. Andreas Gilly e.h.
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit meinem Bestätigungsvermerk darf nur in der von mir bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs. 2 UGB zu beachten.

338Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG, Wien,
und ihrer Tochtergesellschaften ("der Konzern") bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und den Notes, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen der §§ 245a UGB sowie § 59a BWG.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir wurden von den gesetzlichen Vertretern als weiterer (freiwilliger) Abschlussprüfer bestellt und haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres
Vermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit dem Code of Ethics for Professional Accountants des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA Code) sowie den österreichischen berufsrechtlichen Vorschriften nach dem Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 ("WTBG 2017") samt einschlägigen Verord-
nungen und Richtlinien ("Richtlinien für die Ausübung der Wirtschaftstreuhandberufe") und wir haben unsere sonstigen beruflichen Verhaltenspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen und dem IESBA Code erfüllt. Die Regelungen der Verordnung (EU) Nr 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse sind nicht vereinbart. Diese Nichtanwendung kann bedeuten, dass etwa die Vorschriften zur Einhaltung der externen Rotation, zur Einhaltung der Bestimmungen betreffend die Erbringung verbotener Nichtprüfungsleistungen ("fee cap") und die Verpflichtung zur Erstellung eines gesonderten Berichts an den Prüfungsausschuss nicht eingehalten wurden. Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommen die gesetzlichen Haftungsbestimmungen gemäß § 275 Abs 2 UGB zur Anwendung.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Vermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers339
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
  • Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden
  • Werthaltigkeit der at Equity bilanzierten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Werthaltigkeit der Forderungen an Kunden
Das Risiko für den Abschluss
Die Forderungen an Kunden werden in der Konzernbilanz mit einem Betrag von TEUR 14.890.552 in der Position "Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet" ausgewiesen. Für diese Forderungen bestehen zum Bilanzstichtag Risikovorsorgen im Ausmaß von TEUR 195.608.
Die Bank beschreibt die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Risikovorsorgen in den Notes im Kapitel Grundlagen der
Konzernrechnungslegung nach IFRS sowie unter Note 16.
Im Rahmen der Überwachung der Forderungen an Kunden wird überprüft, ob Risikovorsorgen für Forderungsausfälle zu bilden sind. Dies beinhaltet auch die Einschätzung, ob Kunden die vertraglich vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe leisten können.
Die Berechnung der Risikovorsorgen für ausgefallene, individuell bedeutsame Forderungen an Kunden basiert auf der Ein-
schätzung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung des jeweiligen Kunden, der Bewertung von Kreditsicherheiten sowie der Schätzung der Höhe und des Zeitpunkts der erwarteten und aus Szenarien abgeleiteten Rückflüsse.
Für ausgefallene, individuell nicht bedeutsame Forderungen an Kunden führt der Konzern eine Berechnung der Risikovorsorgen auf Basis statistisch ermittelter Parameter durch. Die Berechnung dieser Risikovorsorgen erfolgt in Abhängigkeit von den vorhandenen Sicherheiten mit statistischen Verlustquoten.
Bei nicht ausgefallenen Forderungen an Kunden wird für den erwarteten Kreditverlust ("expected credit loss", "ECL") ebenfalls eine Risikovorsorgen gemäß IFRS 9 gebildet. Dabei wird grundsätzlich der 12 Monats-ECL (Stufe 1) verwendet. Bei der
Ermittlung des ECL sind Schätzungen und Annahmen erforderlich. Diese umfassen ratingbasierte Ausfallswahrscheinlichkeiten und Verlustquoten, die gegenwartsbezogene und zukunftsgerichtete Informationen sowie Stufentransfers berücksichtigen. Die Bank hat eine Betroffenheitsanalyse zur angemessenen Berücksichtigung der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen auf die zukünftige Geschäftstätigkeit der Kreditnehmer durchgeführt. Auf Basis dieser Analyse wurde für ausgewählte Kreditnehmer eine individuelle Anpassung ("Management Overlay") der Ausfallswahrscheinlichkeiten durchgeführt, indem eine Ratingverschlechterung simuliert wurde.
Das Risiko für den Abschluss ergibt sich daraus, dass die Ermittlung der Risikovorsorgen in bedeutendem Ausmaß auf Annahmen und Schätzungen basiert. Aus diesen können sich Ermessensspielräume und Schätzunsicherheiten in Bezug auf die Höhe der
Risikovorsorgen ergeben.
340Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit von Forderungen an Kunden haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Wir haben die bestehende Dokumentation der Prozesse zur Überwachung und Bildung von Risikovorsorgen für Forderungen an Kunden analysiert und beurteilt, ob die darin beschriebenen Vorgehensweisen geeignet sind, Ausfälle zu identifizieren und die Risikovorsorgen für Forderungen an Kunden angemessen zu ermitteln. Darüber hinaus haben wir ausgewählte Schlüsselkontrollen im Prozess, die für uns im Rahmen der Abschlussprüfung relevant sind, erhoben und deren Ausgestaltung und Implementierung beurteilt. Weiters haben wir diese Kontrollen in Stichproben auf deren Effektivität getestet.
  • Wir haben auf Basis einer Stichprobe von Forderungen an Kunden untersucht, ob Indikatoren für Ausfälle bestehen. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte sowohl zufallsorientiert als auch risikoorientiert unter besonderer Berücksichtigung von Ratingstufen und Ratingveränderungen.
  • Bei Ausfällen von individuell bedeutsamen Forderungen an Kunden wurde in Stichproben beurteilt, ob die getroffenen Einschätzungen hinsichtlich des Zeitpunktes und der Höhe der angenommenen zukünftigen Zahlungsströme angemessen sind.
  • Bei individuell nicht bedeutsamen ausgefallenen und nicht ausgefallenen Forderungen an Kunden, bei denen die Wert-
    berichtigung statistisch ermittelt wurde, haben wir die Methodendokumentation der Bank auf Konsistenz mit den Vorgaben des IFRS 9 analysiert. Weiters haben wir unter Berücksichtigung bankinterner Validierungen die Modelle und deren mathematische Funktionsweisen sowie die darin verwendeten Parameter dahingehend überprüft, ob diese geeignet sind, Risikovorsorgen in angemessener Höhe zu ermitteln.
  • Wir haben auf Grundlage der von der Bank durchgeführten Betroffenheitsanalyse die Herleitung und die Begründung für den durchgeführten Management Overlay nachvollzogen.
  • Die rechnerische Richtigkeit der Risikovorsorgen haben wir mittels einer Näherungsrechnung in Testfällen nachvollzogen.
  • Im Rahmen unserer Prüfungshandlungen haben wir unsere Finanzmathematiker als Spezialisten eingebunden.
Werthaltigkeit der at Equity bilanzierten Anteile an der Raiffeisen Bank International AG
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 werden die Anteile an der Raiffeisen Bank International AG (RBI) unter dem Posten Anteile an at Equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von TEUR 1.827.782 ausgewiesen.
Die Bank beschreibt die Vorgehensweise zur Bewertung von at Equity bilanzierten Anteilen im Konzernabschluss zum
31. Dezember 2022 in den Notes im Kapitel Grundlagen der Konzernrechnungslegung nach IFRS sowie unter Note 4 und
Note 58.
Die Werthaltigkeit der Buchwerte von at Equity bilanzierten Unternehmen ist zu überprüfen, wenn objektive Hinweise auf Wertminderungen vorliegen. So ferne derartige Hinweise vorliegen, wird zur Feststellung eines etwaigen Abwertungsbedarfes auf Grundlage eines externen Gutachtens unter Verwendung eines Discounted Cash Flow Verfahrens der erzielbare Betrag ermittelt. Die Ermittlung des Unternehmenswertes beruht primär auf Annahmen und Schätzungen hinsichtlich der künftigen Geschäftsentwicklung und der daraus ableitbaren Rückflüsse an die Eigentümer unter Berücksichtigung von gesetzlichen und aufsichts-
rechtlichen Ausschüttungsbeschränkungen. Den verwendeten Diskontierungsfaktoren liegen beobachtbare Parameter aus den
Finanz- und Kapitalmärkten zugrunde.
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers341
Die Bewertung ist somit ermessensbehaftet und mit Schätzungsunsicherheiten verbunden und beinhaltet damit ein mögliches
Risiko einer Fehldarstellung im Abschluss.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der at Equity bilanzierten Anteile an der RBI haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
  • Wir haben das Bewertungsmodell, die Planungsannahmen und die Parameter unter Einbeziehung unserer Bewertungs-
    spezialisten überprüft. Dabei haben wir die Planungsrechnung hinsichtlich der Angemessenheit der Annahmen gewürdigt. Das verwendete Bewertungsmodell haben wir nachvollzogen und beurteilt, ob es geeignet ist, den Unternehmenswert angemessen zu ermitteln.
  • Die im Modell verwendeten Bewertungsparameter, insbesondere der verwendete Diskontierungszins, wurden unter Einbeziehung unseres Bewertungsspezialisten evaluiert. Die bei der Bestimmung des Zinssatzes herangezogenen Annahmen wurden durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten auf Angemessenheit beurteilt.
  • Weiters haben wir überprüft, ob die Auswirkung der aktuellen makroökonomischen Entwicklungen in den Planungsrechnungen entsprechend berücksichtigt wurden.
  • Wir haben die rechnerische Richtigkeit der Ermittlung der Unternehmenswerte nachvollzogen. Die Höhe des Unternehmenswertes wurde mit Marktdaten und öffentlich verfügbarer Informationen verglichen.
  • Weiters haben wir beurteilt, ob die Angaben zur Bewertung der Anteile an der RBI im Konzernabschluss insbesondere in Bezug auf die aktuellen Entwicklungen angemessen sind.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle
Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss und den Vermerk des unabhängigen Abschluss-
prüfers. Der Jahresfinanzbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers zur Verfügung gestellt.
Den Konzernlagebericht haben wir vor dem Datum des Vermerks des unabhängigen Abschlussprüfers erlangt, die übrigen Teile des Jahresfinanzberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss deckt diese sonstigen Informationen nicht ab und wir geben dazu keine Art der Zusicherung ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Vermerk des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
342Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, den österreichischen unternehmens- und bankrechtlichen Vorschriften und den zusätzlichen Anforderungen der §§ 245a UGB sowie 59a BWG, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmens-tätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des unabhängigen Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit den ISA durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als
wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den ISA üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers343
  • Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
    Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern
    resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irre-
    führende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
  • Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
  • Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
  • Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Vermerk des Abschlussprüfers auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Vermerk des Abschluss-prüfers erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
  • Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
  • Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
  • Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
  • Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sach-verhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Vermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Vermerk des Abschlussprüfers mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.

344Vermerk des unabhängigen Abschlussprüfers
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Georg Blazek
Wien, 20. März 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Georg Blazek e.h.
Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Vermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Vermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.

Glossar345
Glossar
Agio – Aufgeld: positiver Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und Nominale.
At-Equity bilanzierte Unternehmen – Unternehmen, auf deren Geschäfts- bzw. Finanzpolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird.
Ausfallrisiko – Gefahr, dass ein Vertragspartner bei einem Geschäft über ein Finanzinstrument seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann und dadurch bei dem anderen Partner finanzielle Verluste verursacht.
Bankbuch – Alle bilanziellen und außerbilanziellen risikotragenden Positionen einer Bankbilanz, die nicht dem Handelsbuch zugeordnet werden.
CAPM(Capital Asset Pricing Model) – Das Kapitalgutpreismodell (CAPM) ist ein Modell, das unter sehr restriktiven Grundannahmen die Preisbildung sowie die Beziehung von erwarteter Rendite und Risiko von Finanzanlagen erklärt.
Cash Flow – Zuflüsse und Abflüsse von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
CDS (Credit Default Swap) – Finanzinstrument, mit welchem Kreditrisiken im Zusammenhang mit Darlehen oder Wertpapieren abgesichert werden können (siehe Kreditderivate).
CRR (Capital Requirement Regulation) - Die Eigenkapital-Verordnung richtet sich an beaufsichtigte Institute und ist als EU-Verordnung unmittelbar anwendbares Recht in Österreich. Sie enthält im Wesentlichen die quantitativen Anforderungen an Banken, wie die Regelungen zur angemessenen Eigenkapitalausstattung, zu Großkreditgrenzen und Liquiditätsausstattung sowie Offenlegungs- und Berichtspflichten.
CRD (Capital Requirements Directive) – Die Eigenkapital-Richtlinie enthält jene Vorschriften des EU-Regelwerks zur Bankenaufsicht, die in nationales Recht umzusetzen sind. CRD enthält vor allem Regelungen, die sich an die Aufsichtsbehörden richten, u.a. die Aufsichtsbefugnisse und -instrumente, die aufsichtliche Zusammenarbeit, sowie Anforderungen im Zusammenhang mit Kapitalpuffern.
CVA (Credit Valuation Adjustment)/DVA (Debt Value Adjustment) – Kontrahentenausfallsrisiko bzw. Berücksichtigung der eigenen Ausfallswahrscheinlichkeit in der Derivatebewertung.
DBO – Defined Benefit Obligation: Barwert leistungsorientierter Verpflichtungen. Der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung ist der ohne Abzug von Planvermögen beizulegende Barwert erwarteter künftiger Zahlungen, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen in der laufenden Periode oder in früheren Perioden entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können.
DCF-Methode – Im Rahmen der Discounted Cash Flow (DCF)-Methode wird der Wert einer Investition/Schuld/etc. aus der Diskontierung der zukünftigen Cash Flows errechnet.
Derivate – Derivate sind Finanzinstrumente, deren Werte sich infolge einer Änderung eines zugrundeliegenden Basiswertes, z.B. eines genannten Zinssatzes, Wertpapierkurses, Rohstoffpreises, Wechselkurses, Preis- oder Zinsindexes, Bonitätsratings oder Kreditindexes oder einer ähnlichen Variable verändern, die keine oder nur geringfügige anfängliche Nettoinvestitionen erfordern und die zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden. Die wichtigsten Derivate sind Swaps, Optionen und Futures.
Disagio – Abgeld: negativer Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und Nominale.
EBA – European Banking Authority: Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde
ECL (Expected Credit Loss) gem. IFRS 9.5.5 – erwartete Kreditverluste. Der gewichtete Durchschnitt der Kreditverluste, wobei die jeweiligen Ausfallwahrscheinlichkeiten als Gewichtung angesetzt werden. Für sämtliche finanzielle Vermögenswerte (mit Ausnahme jener, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind) sowie für Kreditzusagen und finanzielle Garantien ist eine Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste zu erfassen.
Eigenmittel gemäß CRR – Bestehen aus der Summe von Kernkapital (Tier 1) und Ergänzungskapital (Tier 2).
346Glossar
EONIA (Euro Overnight Index Average)/EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate)/€STR (Euro Short-Term Rate)/FED Funds (Federal Funds Rate)/SOFR (Secured Overnight Financing Rate) – Referenzzinssätze für den Interbankenmarkt.
Fair Value – Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.
Forbearance – Darunter fallen jegliche Zugeständnisse, die dem Kreditnehmer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten gemacht werden.
Futures – Standardisierte, börsengehandelte Terminkontrakte, bei welchen zu einem im Vorhinein vereinbarten Preis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein dem Geld- und Kapital-, Edelmetall- oder Devisenmarkt zugehöriges Handelsobjekt zu liefern bzw. abzunehmen ist.
Handelsbuch – Bankaufsichtsrechtlicher Begriff (Art 4 Abs 1 Nr. 86 CRR ) für alle Positionen in Finanzinstrumenten und Waren, die ein Institut entweder mit Handelsabsicht oder zur Absicherung von mit Handelsabsicht gehaltenen Positionen gemäß Artikel 104 hält. Positionen, die nicht zum Handelsbuch zählen, werden im Bankbuch geführt.
Hedge Accounting – Bilanzierungstechnik mit dem Ziel, den Einfluss von gegensätzlichen Wertentwicklungen eines Sicherungsgeschäftes und eines Grundgeschäftes auf die Gewinn- und Verlustrechnung zu minimieren.
ICAAP – Internal Capital Adequacy Assessment Process: Bankinternes Verfahren zur Sicherstellung einer adäquaten Eigenkapitalausstattung für die Abdeckung aller wesentlichen Risikoarten.
IFRIC, SIC – International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) – Interpretationen der International Financial Reporting Standards (IFRS), früher Standing Interpretations Committee (SIC) genannt.
IFRS, IAS – International Financial Reporting Standards bzw. International Accounting Standards sind Rechnungslegungsvorschriften, die vom International Accounting Standards Board (IASB) mit dem Ziel, eine transparente und vergleichbare Rechnungslegung auf internationaler Basis zu schaffen, herausgegeben wurden.
Kernkapital (Tier 1) – Das Kernkapital besteht aus der Summe des harten Kernkapitals gemäß Art. 50 CRR und des zusätzlichen Kernkapitals gemäß Art. 61 CRR.
Kreditderivate – Instrumente, mittels derer die mit Darlehen, Anleihen oder anderen Risikoaktiva bzw. Marktrisikopositionen verbundenen Kreditrisiken auf eine andere Person übertragen werden (siehe CDS).
Kreditobligo – Dieses umfasst alle bilanziellen Forderungen und Schuldverschreibungen sowie außerbilanziellen Garantien und Kreditlinien.
Latente Steuerforderungen – Latente Steuerforderungen (ausgewiesen in den sonstigen Aktiva) werden für zukünftige Steuereffekte gebildet, die aus temporären Differenzen zwischen dem Bilanzansatz von Vermögenswerten und Schulden und deren Steuerwert resultieren oder sich aus noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen und Steuergutschriften ergeben.
Liquiditätsrisiko – Umfasst das Risiko, dass die Bank ihre gegenwärtigen und zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig und zeitgerecht erfüllen kann und dass im Falle unzureichender Marktliquidität Geschäfte nicht abgeschlossen werden können oder zu ungünstigeren Konditionen abgeschlossen werden müssen.
LGD (Loss Given Default) – Verlustquote im Falle eines Ausfalls.
Marktrisiko (auch „Marktpreisrisiko“ oder „Marktpreisänderungsrisiko“) - Risiko finanzieller Verluste aufgrund der Änderung von Marktpreisen und sonstigen preisbeeinflussenden Faktoren (Korrelationen, Volatilitäten).
Impressum347
Monte-Carlo-Simulation – Numerische Methode zur Lösung mathematischer Probleme mit Hilfe der Modellierung von Zufallsgrößen.
NPE (Non-Performing Exposure) – Problemengagements: Summe aller notleidenden Risikopositionen (Kredite, Schuldtitel, außerbilanzielle Posten).
Other Comprehensive Income (OCI) - Über das OCI werden erfolgsneutrale Wertänderungen direkt im Eigenkapital erfasst. Durch die Erfassung im OCI wird die Volatilität der GuV reduziert.
Operationelles Risiko – Risiko, dass Verluste aufgrund von Fehlern in Systemen, Prozessen, durch Mitarbeiter oder durch externe Risiken entstehen.
OTC-Produkte – Finanzinstrumente, die nicht standardisiert sind und nicht an einer Börse, sondern direkt zwischen den Marktteilnehmern (Over-the-Counter), gehandelt werden.
PD (Probability of Default) – Ausfallswahrscheinlichkeit des Kontrahenten.
Purchased or Originated Credit Impaired (POCI) - Liegen bereits beim Erstansatz eines finanziellen Vermögenswertes objektive Hinweise auf eine Wertminderung vor, gelten besondere Bilanzierungsregeln (IFRS 9.5.5.13f).
Projected Unit-Credit-Methode(Anwartschaftsbarwertverfahren) – Versicherungsmathematisches Bewertungsverfahren gemäß IAS 19 für Verpflichtungen aus betrieblicher Alters-versorgung. Dabei wird zu jedem Bewertungsstichtag nur der Teil der Verpflichtung bewertet, der bereits verdient ist.
Rating, extern – Standardisierte Beurteilung der Bonität eines Emittenten und seiner Schuldtitel durch spezialisierte Agenturen.
Rating, intern – Detaillierte Risikoeinschätzung eines Schuldners durch die Bank.
Risikogewichtete Positionsbeträge (Kreditrisiko) – Summe der nach Geschäfts- bzw. Partnerrisiko gewichteten Aktivpositionen und außerbilanziellen Positionen, berechnet nach der CRR.
SREP – Supervisory Review and Evaluation Process: Bankinternes Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess, vorgegeben von der EBA (Europäische Bankenaufsicht).
Stresstest – Ein Stresstest ist ein Instrument des Risikomanagements in der Finanzwirtschaft. Man unterscheidet dabei Mikro-Stresstests, die von Finanzinstituten selbst oder von der mikroprudenziellen Aufsicht (z.B. OeNB oder EZB) angewandt werden.
VaR (Value at Risk) – Potenzieller Verlust, der mit einer Wahrscheinlichkeit eines angenommenen Konfidenzniveaus
(z.B. 95%, 99% oder 99,9%) innerhalb einer angenommenen Haltedauer im betrachteten Portfolio nicht überschritten wird.
Fremdwährungsrisiko – Das Risiko, Verluste aufgrund von Änderungen der Wechselkurse zu erfahren. Dabei werden Positionen in Gold oder goldunterlegten Derivaten dem Fremdwährungsrisiko unterliegend, Positionen in anderen Edelmetallen wie Silber, Platin etc. dem Preisrisiko unterliegend behandelt. Das Volatilitätsrisiko aus Fremdwährungsoptionen ist in der Teilrisikoart Fremdwährungsrisiko ebenfalls enthalten.
Zinsänderungsrisiko – Das Risiko, Verluste aufgrund von Schwankungen des Marktzinssatzes zu erleiden. Dies beinhaltet auch das Volatilitätsrisiko aus Zinsoptionen.

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Information im Internet:
Auf der Website der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG finden Sie aktuelle und
ausführliche Informationen zu Raiffeisen: www.raiffeisenbank.at
Der Jahresfinanzbericht 2022 ist auch elektronisch im Internet abrufbar unter:
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Einzelabschluss (UGB/BWG) und Konzernabschluss (IFRS):
Redaktion und Koordination:
Rechnungswesen der RLB NÖ-Wien, Mag. Florian Urban und Team,
sowie Risikomanagement, Mag. Herbert Radl und Team
Satz: Inhouse produziert mit firesys, firesys GmbH, Frankfurt
Redaktionsschluss:
26. April 2023
Anfragen richten Sie an oben angeführte Adresse an die Abteilung Konzernkommunikation der Raiffeisenlandesbank
NÖ-Wien AG.
Hinweis/Disclaimer:
Einige wenige Marktteilnehmer neigen dazu, aus Aussagen zur zukünftig erwarteten Entwicklung Ansprüche abzuleiten und diese gerichtlich geltend zu machen. Die gelegentlich erheblichen Auswirkungen dieses Vorgehens auf die betroffene Gesellschaft und ihre Anteilseigner führen dazu, dass sich viele Unternehmen bei Aussagen über Erwartungen an die zukünftige Entwicklung auf das gesetzlich geforderte Minimum beschränken. Der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien Konzern sieht die Finanzberichte jedoch nicht nur als Verpflichtung, sondern möchte die Chance zur offenen Kommunikation nutzen. Damit dies auch weiterhin möglich ist, betonen wir: Die in diesem Bericht enthaltenen Prognosen, Planungen und zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf dem Wissensstand und der Einschätzung des Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien Konzerns zum Zeitpunkt der Erstellung. Wie alle Aussagen über die Zukunft unterliegen sie Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die im Ergebnis auch zu erheblichen Abweichungen führen können. Für den tatsächlichen Eintritt von Prognosen und Planungswerten sowie zukunftsgerichteten Aussagen kann keine Gewähr geleistet werden. Wir haben diesen Finanzbericht mit der größtmöglichen Sorgfalt erstellt und die Daten überprüft. Rundungs-, Übermittlungs-, Satz- oder Druckfehler können wir dennoch nicht ausschließen. Dieser Bericht wurde in deutscher Sprache verfasst. Der Bericht in englischer Sprache ist eine Übersetzung des deutschen Berichts.
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