ELECTRIC
FIREFIGHTING
Made of Responsibility
Jahresfinanzbericht
2022
03 KONZERNLAGEBERICHT
04 Grundlagen des Unternehmens
09 Wirtschaftsbericht
17 Weitere rechtliche Angaben
19 Risiken und Chancen
23 Prognosebericht
26 KONZERNABSCHLUSS
87 Bestätigungsvermerk
91 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
92 ROSENBAUER INTERNATIONAL AG
93 Lagebericht
107 Jahresabschluss
125 Bestätigungsvermerk
130 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Inhalt
02
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
31,6
FÜR F&E (IN MIO EURO)
228
GEHALTENE PATENTE
04 Grundlagen des Unternehmens
09 Wirtschaftsbericht
17 Weitere rechtliche Angaben
19 Risiken und Chancen
23 Prognosebericht
KONZERNLAGE-
BERICHT
03
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Grundlagen des Unternehmens
Unternehmensaufstellung
Weltweit führender Systemanbieter für den Brandschutz
Rosenbauer ist der weltweit führende Systemanbieter für den vorbeu-
genden und abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz. Die inter-
nationale Unternehmensgruppe entwickelt und produziert Fahrzeuge,
Löschtechnik, Ausrüstung und digitale Lösungen für Berufs-, Betriebs-,
Werks- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden
Brandschutz.
Die börsennotierte Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding,
Österreich, fungiert als Mutterunternehmen des Rosenbauer Konzerns.
Sie ist gleichzeitig die größte Produktionsgesellschaft, die Forschungs-
und Entwicklungszentrale und zeichnet für die Steuerung der Gruppe
verantwortlich.
Im Jahr 2022 erwirtschaftete der Rosenbauer Konzern einen Umsatz von
972,2 Mio €. Die einzelnen Produktgruppen haben dazu wie folgt bei-
getragen: Fahrzeuge 74 %, Ausrüstung 10 %, Vorbeugender Brandschutz
3 %, Customer Service 10 % und Sonstige Umsätze mit 3 %. Mit einem
Weltmarktanteil
1
von zuletzt 11,6 % ist Rosenbauer einer der führenden
Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen.
1
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2021. Eigene Berechnung auf Basis von
Zahlen der Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen.
Einzigartiges globales Netzwerk
Der Rosenbauer Konzern betreibt 15 Produktionsstandorte in zehn Län-
dern auf drei Kontinenten und deckt mit Produkten aus europäischer,
US-amerikanischer und asiatischer Fertigung alle wichtigen Normen-
welten ab. Dazu kommen eigene Vertriebs- und Servicegesellschaften
in 15 Ländern sowie an die 236 selbstständige Handelspartner rund um
den Globus.
Die Vertriebsorganisation ist geografisch nach fünf Absatzregionen aus-
gerichtet: CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nordeuropa, Iberien,
Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nordafrika), APAC
(Asien-Pazifik) und NOMA (Nord- und Mittelamerika). Die Areas sind für
alle Geschäfte in ihrer Region verantwortlich. Sie erheben die Markt-
erfordernisse, initiieren die Produktentwicklungen, sind für Vertrieb
und Service zuständig und betreiben einige der Produktionsstätten. Die
Area-Organisation soll dazu beitragen, etablierte Märkte zu stärken und
bisher kaum erschlossene Märkte gezielt zu entwickeln.
Um die Marktbearbeitung durch Nutzung von Synergien zu vereinfachen,
wird die Länderverantwortung mit 1. Jänner 2023 gestrafft. Die Area NISA
wird aufgelöst und in die neu formierten Vertriebsregionen Americas,
Middle East & Africa und Europe integriert. Detaillierte Informationen dazu
im Prognosebericht Seite 50. Die Aktivitäten im Vorbeugenden Brand-
schutz werden auch weiterhin in einem eigenen Segment dargestellt.
Insgesamt ist Rosenbauer in rund 120 Ländern vertreten und verfügt
damit über ein in der Feuerwehrbranche einzigartiges internationales
Netzwerk.
Nummer 1 bei Innovationen
Mit seinen innovativen Produkten definiert Rosenbauer den Stand der
Technik in seiner Industrie und entwickelt aktiv die Kundennachfrage.
Forschung & Entwicklung haben einen dementsprechend hohen Stel-
lenwert für den Konzern. Der Rosenbauer Innovationsprozess integriert
systematisch die branchenrelevanten Megatrends, Erkenntnisse aus der
Marktbeobachtung, Kundenanforderungen und Mitarbeitervorschläge.
Der Rosenbauer Konzern hält rund 228 Patente in den verschiedenen
Produktbereichen.
2022 hat der Konzern 31,6 Mio € (2021: 24,3 Mio €) für Forschung und
Entwicklung aufgewendet. Das sind 4,9 % (2021: 3,8 %) der relevanten
Nettoerlöse der Eigenproduktion. Die Aktivierungsquote betrug 19,9 %
(2021: 36,7 %) und betraf Entwicklungen in Österreich und Deutschland.
41 % (2021: 50 %) der Entwicklungskosten in Höhe von 13,1 Mio € (2021:
12,2Mio€) entfielen auf die Rosenbauer International AG, das konzern-
weite Kompetenzzentrum für Kommunal- und Spezialfahrzeuge, Feuer-
löschsysteme und Ausrüstung.
Umsatz nach Produktsegmenten 2022
10 % Customer Service
10 % Ausrüstung
3 % Vorbeugender
Brandschutz
3 % Sonstige
74 % Fahrzeuge
2022
2021
2020
F&E (in Mio €) F&E-Quote
31,6
24,3
4,9%
3,8 %
19,9 2,6%
Forschung und Entwicklung/F&E-Quote
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
04
Produkte und Leistungen
Fahrzeuge
Feuerwehrfahrzeuge werden in Kommunal-, Flughafen- und Industrie-
fahrzeuge unterteilt sowie nach Hauptfunktionen typisiert. Rosenbauer
hat in jeder Kategorie komplette Baureihen im Programm. Das Portfolio
umfasst Lösch- und Rüstfahrzeuge, Hilfeleistungs- und Logistikfahrzeuge,
Spezial- und Sonderfahrzeuge sowie Drehleitern und Hubrettungsbühnen.
Die Produktion erfolgt in Österreich, Deutschland, Spanien, Singapur und
in den USA, Endmontagen werden in der Schweiz, in Großbritannien, in
Saudi-Arabien und teilweise in Südafrika durchgeführt.
Rosenbauer produziert als einziger internationaler Feuerwehrausstatter
alle Typen von Feuerwehrfahrzeugen sowohl nach euro päischem (EN
1846) als auch nach US-Standard (NFPA 1901). Damit sind weite Teile
der Feuerwehrwelt abgedeckt (Europa, Nord- und Südamerika, Afrika,
Westasien). Fahrzeuge für China (China Compulsory Certification), Japan
(TRIAS) und Australien (Australian Design Rules) werden nach länderspezi-
fischen Normen gebaut und müssen gesondert zertifiziert werden.
Feuerwehrfahrzeuge werden in der Regel auf LKW-Serienchassis aufge-
baut. Da diese rund 30 % der Herstellkosten ausmachen, lässt sich mit
eigenen Fahrgestellen die Wertschöpfung erhöhen. Rosenbauer baut ins-
besondere US-Fahrzeuge, die komplette PANTHER Baureihe und den voll-
elektrischen Revolutionary Technology (RT/X) auf eigenen Chassis auf.
Auch die in den Fahrzeugen verbaute Löschtechnik stammt überwiegend
aus eigener Produktion. Das macht Rosenbauer zum Komplettanbieter
und verschafft im Wettbewerb Vorteile gegenüber Aufbauherstellern, die
über keine eigenen Fahrgestelle verfügen und/oder die „Herzstücke“ ih-
rer Fahrzeuge zukaufen müssen. Die Produktion der Löschsysteme (Ein-
baupumpen, Schaumzumischsysteme, Werfer, Tragkraftspritzen) erfolgt
für den gesamten Konzern am Standort Leonding.
Die Beschaffung von Feuerwehrtechnik und insbesondere von Feuer-
wehrfahrzeugen erfolgt weltweit vorwiegend über öffentliche Ausschrei-
bungen. Dabei ist seit Jahren ein Trend zu Einkaufsgemeinschaften und
Sammelausschreibungen bemerkbar, der in vielen Ländern zu einem
verschärften Preiswettbewerb geführt hat.
Ausrüstung
Rosenbauer ist auch im Ausrüstungsbereich Komplettausstatter der
Feuerwehren. Strategische Schlüsselprodukte werden im Unternehmen
entwickelt, im Haus bzw. bei Vertragspartnern gefertigt und als Eigen-
marken vertrieben. Zu diesen gehören unter anderem Hohlstrahlrohre,
Tauchpumpen, Hochleistungs lüfter und Stromerzeuger sowie Feuer-
wehrhelme, Schutzanzüge, Einsatzstiefel und -handschuhe. Sie sind
allesamt im obersten Qualitätssegment angesiedelt und zeichnen sich
durch hohe Funktionalität, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie durch
ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
In allen Areas sind Ausrüstungsspezialisten tätig, die sich gezielt um
den Verkauf der Eigenprodukte kümmern. Über die Ausstattung mit Aus-
rüstungsprodukten ist Rosenbauer kontinuierlich mit seinen Kunden in
Kontakt.
Vorbeugender Brandschutz
Der Vorbeugende Brandschutz beschäftigt sich mit der Planung, Errich-
tung und Wartung von ortsfesten Löschanlagen. Die Recyclingbranche
gehört zu den wichtigsten Abnehmern von Brandschutzanlagen. Das
Angebotsspektrum umfasst sowohl wasser- als auch schaumbasier-
te Löschsysteme und reicht von Sprinkler- und Sprühanlagen über
Gas- und Küchenlöschanlagen bis hin zu Werfer löschanlagen inklusive
Brandmelde- und Brandfrüherkennungssystemen. Wesentliche Teile
der Gewerke wie die montage fertigen Sprinklerrohrsysteme, Wer-
fer und Druckluftschaum systeme stammen aus eigener Produktion.
Darüber hinaus hat Rosenbauer halbstationäre Lösungen wie
die CAFS/Pulverlöschanlage RPE Twin Agent sowie mobile Lösungen
wie die trag- bzw. fahrbaren RFC POLY Löschsysteme im Sortiment.
Die Betriebssicherheit der Anlagen wird durch ein umfassendes War-
tungs- und Serviceangebot sichergestellt. Dieses beinhaltet die Er-
stellung anlagenspezifischer Wartungskonzepte und deren Ausführung
durch eigens geschultes Service-Personal.
Customer Service
Der Customer Service ist ein strategisch wichtiges Standbein im Feu-
erwehrgeschäft. Er führt die erste Produktschulung bei den Kunden
durch und bleibt in der Regel über den gesamten Produktlebenszyklus
an deren Seite.
Das Angebot des Customer Service umfasst neben einem fein abge-
stimmten Wartungs- und Servicekatalog auch eine breite Palette an
Anwendungsschulungen sowie Trainings in Fahrtechnik und Einsatz-
taktik auf modernsten Simulatoren. Erfahrene Trainerinnen und Trainer
gestalten die Kurse praxisnah und methodenreich entweder vor Ort
beim Kunden, in einem Rosenbauer Schulungszentrum oder auch on-
line via Web-Meetings.
Auf Wunsch fungiert Rosenbauer als Full-Service-Provider und über-
nimmt das komplette Flottenmanagement. Rosenbauer ist mit rund 25
eigenen Servicestandorten in allen Areas und ca. 550 Servicekräften
immer nahe am Kunden. Hinzu kommen ungefähr 100 Servicepartner
mit teilweise zumeist eigener Werkstattinfrastruktur. Damit bietet Ro-
senbauer weltweit das mit Abstand beste und größte Servicenetzwerk
in der Branche.
Forschung und Entwicklung
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag 2022
auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktangebotes und der
Ergänzung der elektrischen Fahrzeugflotte. Die Vorstellung der Produkt-
neuheiten erfolgte im Rahmen der Interschutz. Nach einer coronabe-
dingten Pause von sieben Jahren fand die internationale Leitmesse für
die Feuerwehrbranche im Juni 2022 in Hannover statt.
Des Weiteren nahm Rosenbauer im April an der amerikanischen FDIC
teil, um dort erstmalig den RTX (Revolutionary Technology in US-Aus-
führung) einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Nach der Messe ging
das Fahrzeug direkt an das Los Angeles Fire Department für die Test-
phase. Im September 2022 wurde der RTX in den Regelbetrieb über-
nommen.
Zu den wichtigsten Innovationen des Berichtsjahres zählen neben der
Vorstellung des komplettierten kommunalen Electric Line-up, der PAN-
THER electric, die RTE PS 2 Power Station, neue Nutzlastmodule für
den RTE Robot, RFC CAFS Cube S sowie digitale Lösungen zur Früh-
erkennung und Bekämpfung von Waldbränden.
Vollständiges Eletric Line-up für Kommunen
Rosenbauer zeigte auf der Interschutz, wie ein emissionsfreier Fuhrpark
der Feuerwehren aussehen kann: Neben dem RT umfasst das elektri-
sche Fahrzeugprogramm den ersten AT electric, bei dem die bewährte
AT-Technologie umgesetzt ist, die erste L32A-XS electric, die alle Funk-
tionalitäten einer Standarddrehleiter mit den Vorzügen eines vollelektri-
schen Serienchassis vereint und den GW-L electric, ein Logistikfahrzeug
mit hochflexiblem Aufbau.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
05
Der AT electric bietet denselben Funktionsumfang wie ein „klassischer“
AT einschließlich der gewohnten Bedienumgebung nur mit elektrischem
Antrieb auf einem Volvo FE Electric Serienfahrgestell. Die bewährten
Aufbauelemente wie die integrierte Doppelkabine mit Drehtreppe oder
das Rosenbauer Halterungssystem COMFORT finden sich eins zu eins
im AT electric wieder. Sowohl der Antriebsstrang als auch die Feuer-
löschpumpe werden im AT electric elektrisch betrieben. Die Pumpe wird
im Brandeinsatz über einen serienmäßig mit dem Chassis mitgelieferten
E-Motor (einem elektrischen Nebenabtrieb) angetrieben und aus dem
Hochvoltsystem des Chassis gespeist. Ein Energy Backup System (EBU)
zusätzlich zu zwei Lithium-Ionen-Akkumulatoren stellt bei länger andau-
ernden Einsätzen die Energieversorgung des Fahrzeuges sicher.
Als Innovationspartner für die L32A-XS electric fungiert Schutz & Ret-
tung Zürich, die größte, zivile Rettungsorganisation der Schweiz. Die
Berufsfeuerwehr Zürich testet seit Dezember 2022 in einem einjäh-
rigen Pilotprojekt gemeinsam mit Rosenbauer das Fahrzeug in drei
unterschiedlichen urbanen Umgebungen auf seine Einsatztauglichkeit.
Die dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen als Basis für die Serienent-
wicklung. Bei der Entwicklung der elektrischen Drehleiter lag der Fokus
auf der Funktionalität. Sie sollte ebenso funktionell, leistungsfähig und
zuverlässig sein wie die bewährte Standarddrehleiter – bei gleicher Be-
dienbarkeit und Servicefreundlichkeit. Daher ist der Drehleiteraufbau ab
der Schnittstelle zum E-Antrieb (ePTO) vollkommen ident. Die L32A-XS
electric wird über drei elektrische Lithium-Ionen-Akkumulatoren ange-
trieben und ist auf einem Volvo FE Electric-Chassis aufgebaut.
Positive Rückmeldungen und Auszeichnung für den RT
Nach einer Testphase von 13 Monaten hat die Berliner Berufsfeuerwehr
den Revolutionary Technology (RT) in den Regelbetrieb übernommen. In
dieser Zeit absolvierte das vollelektrische Fahrzeug rund 1.400 Einsätze
ohne Ausfall. An hochfrequenten Einsatztagen rückte der RT bis zu 16
Mal innerhalb von 24 Stunden aus, wobei in der Regel kein Zwischenla-
den notwendig war. In der Erprobungsphase konnten 95 % aller Einsätze
rein elektrisch abgearbeitet werden, eine Bestätigung dafür, dass die
Auslegung der Akkukapazitäten richtig ist.
2022 erfolgte die Auslieferung des ersten NFPA-konformen RTX (RT in
der US-Ausführung) an das Los Angeles Fire Department sowie die Prä-
sentation des Fahrzeuges im Rahmen der FDIC. Nach einer kurzen Test-
phase ist der RTX in Los Angeles seit September 2022 Teil der regulären
Fahrzeugflotte. In den ersten 20 Wochen fuhr der RTX zu ungefähr 1.300
Notrufen, davon konnten über 99 % elektrisch absolviert werden.
Das innovative Konzept des RT unterstützt die Einsatzorganisationen
dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dafür erhielt der RT den
Staatspreis Mobilität in der Kategorie „Klimafreundliche Technologien –
nachhaltige Wertschöpfung“. Diese Kategorie prämiert Innovationen, die
die industrielle Trendwende zur Klimaneutralität in Schlüsselbranchen
der Mobilität fördern und neue klimaschonende Wege für eine zukunfts-
fähige Mobilität aufzeigen. Der Preis wird vom Bundesministerium für
Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie in
Österreich vergeben.
Seriennahes Konzeptfahrzeug: PANTHER electric
Als Highlight der Interschutz präsentierte Rosenbauer den ersten PAN-
THER 6x6 mit elektrischem Antriebsstrang. Die Entwicklung startete vor
rund zwei Jahren als Antriebsstränge, Bordnetze und elektrische Kompo-
nenten zur Verfügung standen, mit denen auch die hohen Leistungsan-
forderungen an ein Flughafenlöschfahrzeug erfüllt werden können. In die
Konzeption des PANTHER 6x6 electric waren von Beginn an Flughafen-
betreiber und -feuerwehren aus der ganzen Welt eingebunden.
Rosenbauer setzt beim PANTHER electric auf eine eigene E-Antriebsplatt-
form, die gemeinsam mit Magna entwickelt wird. Die eingesetzten Hoch-
volt-Akkus liefern ausreichend Energie für die Anfahrt zum Einsatzort, das
Ausbringen des gesamten Löschmittelvorrats und die Rückfahrt gemäß
ICAO-Vorgaben. Ein Energy Backup System bietet die Möglichkeit, zusätzli
-
che elektrische Energie im System zur Verfügung zu stellen, beispielsweise
um die Performance kurzfristig zu steigern oder die Einsatzdauer zu verlän
-
gern. So lässt sich im Boost-Modus die Beschleunigung von 0 auf 80 km/h
auf 21 Sekunden oder knapp darunter drücken und auch im Normalmodus
beschleunigt der PANTHER electric schneller als ein klassischer 6x6.
Die Überleitung des Konzeptfahrzeuges in die Serienentwicklung starte-
te im Berichtsjahr. Bei der Vorserie wird Rosenbauer, wie beim RT, mit
Innovationspartnern zusammenarbeiten und die Erkenntnisse aus den
Testbetrieben unter realen Bedingungen in die Entwicklungsarbeit und
den Aufbau der Serienproduktion einfließen lassen.
Ergänzend zum batterieelektrischen Fuhrpark zeigte Rosenbauer, wie
mit der RTE PS 2 Power Station und Solarpaneelen als Zubehör eine
netzunabhängige und abgasfreie Energieversorgung der Einsatzstelle
möglich ist. Die neue RTE PS 2 Power Station wurde entwickelt, um
typische Feuerwehrverbraucher wie Tauchpumpe, Kombihammer oder
einen Hochleistungslüfter autark und flexibel über eine lange Zeit mit
Energie zu versorgen.
Gründungsmitglied des Autonomous Operation Cluster
Rosenbauer arbeitet im Rahmen des neu initiierten Autonomous Ope-
ration Cluster (AOC) mit den Unternehmen Ammann, Palfinger, Prinoth
und TTControl zusammen. Die AOC-Mitglieder entwickeln gemeinsam
Schlüsseltechnologien für den autonomen, intelligenten Betrieb von
mobilen Maschinen und Off-Highway-Fahrzeugen. Dabei stehen insbe-
sondere Anwendungen wie Baumaschinen, Kräne, Feuerwehrausrüstung
und Pistenfahrzeuge im Fokus. Hier könnten Lösungen aus den Berei-
chen Computer Vision und Künstliche Intelligenz das präzise Erkennen
von Objekten und die Verarbeitung von Umgebungsinformationen er-
möglichen.
Digitale Produkte und Services
Rosenbauer kooperiert seit Anfang 2022 mit OroraTech, um mithilfe von
Satellitensystemen Waldbrände frühzeitig zu erkennen. OroraTech liefert
dabei aktuelle Waldbrandinformationen von öffentlichen Satelliten, die
mit Wärmebildkameras ausgerüstet sind. Allerdings sind derzeit die Zeit-
abstände (bis zu 6 Stunden) noch zu groß, um bei Gefahr ein rasches
Reagieren zu gewährleisten.
Daher planen Rosenbauer und OroraTech, dieses System zu einem
Waldbrandüberwachungs- und -bekämpfungssystem auszuweiten, das
mit Intervallen von bis zu 30 Minuten arbeitet. Dazu wird OroraTech in
den nächsten Jahren bis zu 100 Satelliten von der Größe einer Schuh-
schachtel, ausgestattet mit je einer hochauflösenden Wärmebildkamera
sowie künstlicher Intelligenz, ins All schießen. Ein Prototyp kreist bereits
seit Jänner im Orbit.
Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, die Waldbrandbekämpfung
zu digitalisieren, um den Einsatzorganisationen vor Ort genaueste Infor-
mationen als Entscheidungsgrundlage liefern zu können. Dazu wird das
Satellitensystem von OroraTech mit RDS Connected (Softwareprodukt-
portfolio zur Vernetzung von Einsatzkräften) verknüpft und die Beteilig-
ten erhalten Zugriff auf aktuelle und historische Satellitendaten. Über
RDS Connected Command werden auch Drohnenbilder angezeigt und
verteilt. Drohnen sind sehr effektiv und zum Beispiel in der Lage, einen
Hotspot von einem größeren Lagerfeuer, einem Fabrikschornstein oder
reflektierenden Solarzellen zu unterscheiden und die Feuerwehren mit
einer Kombination aus RGB-Bildern und Wärmebildaufnahmen zur Lage-
erkundung zu versorgen, bevor diese am Einsatzort ankommen.
Die Smartphone-Apps (Android und iOS) von RDS Connected Command
wurden im Berichtsjahr weiterentwickelt und bieten nun auch eine Chat-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
06
Funktion und den Zugriff auf Daten über das Einsatzgeschehen hinaus
wie auf Termin- oder Veranstaltungskalender. Über RDS Connected
Command können auch alle einsatzrelevanten Informationen wie Ob-
jektpläne oder taktische Geoinformationen den Einsatzkräften zur Ver-
fügung gestellt werden.
Ziele, Strategie und Steuerung
Als Trendsetter der Branche prägt Rosenbauer den Brand- und Katastro-
phenschutz durch richtungsweisende Innovationen und herausragende
Produkte. Auch mit Blick auf die Zukunft verfolgt das Unternehmen den
Anspruch, Vorreiter bei Weiterentwicklungen im Bereich der Feuerwehr-
technik zu sein. Rosenbauer strebt in allen Bereichen die Spitzenposition
an. Oberstes Unternehmensziel ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen
und den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern. Bei der Um-
setzung dieses Führungsanspruchs profitiert Rosenbauer von den Stär-
ken des Unternehmens:
 der globalen Präsenz und dem umfassenden Leistungsangebot als
einziger Systemanbieter für den vorbeugenden und abwehrenden
Brand- und Katastrophenschutz,
 seiner Rolle als Innovations- und Technologieführer,
 einer starken vertikalen Integration und industriellen Fertigungsme-
thoden,
 dem weltweiten Ansehen der Marke Rosenbauer sowie
 seinen kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ausgangspunkt für die unternehmerischen Entscheidungen und die Steu-
erung des Konzerns ist eine strategische Mehrjahresplanung, die Markt-,
Portfolio-, Produkt- und Produktionsplanungen beinhaltet. Für das jeweils
nächste Geschäftsjahr wird für alle Gesellschaften, die Areas und den
Konzern ein detailliertes Budget verabschiedet. Zur unterjährigen Steue-
rung werden diese Jahresbudgets hinsichtlich Zielerreichung überprüft.
Dabei werden unter anderem Soll-/Ist- und Vorjahresvergleiche sowie
Abweichungsanalysen und Vorschaurechnungen durchgeführt.
Die wichtigsten Steuerungsgrößen im Konzern sind der Umsatz und das
operative Ergebnis (EBIT), die operative Marge (EBIT-Marge), der ROCE
(Return on Capital Employed) sowie das Ergebnis vor Steuern (EBT). Wei-
tere relevante Leistungs indikatoren sind der Auftragseingang und der
Auftragsbestand.
2
IWF, World Economic Outlook, Update, 31. Jänner 2023.
3
Weltbank, Global Economic Prospects, 3. Februar 2023.
Rosenbauer ist sich seiner besonderen sozialen Verantwortung als Aus-
statter der Feuerwehren, deren Mitglieder ein hohes gesellschaftliches
Engagement zeigen, bewusst. Die Unter nehmensgruppe berücksichtigt
daher in ihrem wirtschaftlichen Handeln auch nichtfinanzielle Faktoren
aus den Bereichen Umwelt, Human Resources und Compliance, legt
großen Wert auf Nachhaltigkeit und betreibt einen kontinuierlichen Aus-
tausch mit den Stakeholdern (siehe Rosenbauer Nachhaltigkeitsbericht
auf www.rosenbauer.com).
Wirtschaftliches Umfeld
2, 3
Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft ist 2022 laut jüngster Schätzung des Internationalen
Währungsfonds (IWF) um 3,4 % gewachsen. Im Jahr davor belief sich das
Plus noch auf 6,2 %. Dabei haben vor allem der weltweite Kampf gegen
die Inflation und das Wiederaufleben von COVID-19 in China die wirt-
schaftliche Aktivität belastet.
Trotz dieses Gegenwinds hat sich das reale BIP in vielen Volkswirtschaf-
ten im 3. Quartal 2022 überraschend stark entwickelt, unter ihnen die
USA, die Eurozone und die größeren Schwellen- sowie Entwicklungs-
länder. Die Gründe dafür sind vielfach innerstaatlich: ein stärkerer Pri-
vatkonsum als erwartet sowie höhere Privatinvestitionen inmitten an-
gespannter Arbeitsmärkte und eine größere steuerliche Unterstützung
als erwartet. Gleichzeitig sind die Unternehmensinvestitionen gestiegen,
um die private Nachfrage zu befriedigen. Auf der Angebotsseite hat sich
der Druck auf die Eingangspreise durch sich lockernde Versorgungseng-
pässe und sinkende Transportkosten reduziert und eine Erholung vor-
mals beschränkter Sektoren wie etwa der Fahrzeugsparte ermöglicht.
Die Energiemärkte haben sich ebenfalls überraschend schnell an den
Schock durch die russische Invasion in der Ukraine angepasst.
Im 4. Quartal 2022 ist dieser Aufwärtstrend in den meisten, wenn auch
nicht allen größeren Volkswirtschaften wieder verblasst. So konnte etwa
die US-Wirtschaft ihr im Vergleich stärkeres Wachstum aufrechterhal-
ten. Dies wurde einerseits durch Konsumenten unterstützt, die weiter
ihre Ersparnisse ausgaben, und andererseits durch eine historisch nied-
rige Arbeitslosigkeit sowie ein reichhaltiges Stellenangebot.
Die globale Inflation betrug im Berichtsjahr voraussichtlich 8,8 %. Sie
sollte im 3. Quartal mit dem einsetzenden Rückgang der Energie- und
Rohstoffpreise ihren Höhepunkt erreicht haben.
Nordamerika
Steigende Lebensmittel- und Energiepreise haben 2022 zusammen mit
einem angespannten Arbeitsmarkt die Inflation in den USA auf neue
historische Höchststände getrieben, ehe sich der Preisdruck gegen
Jahresende abschwächte. Das führte zur schnellsten Verschärfung der
Geldpolitik in über 40 Jahren. Die wirtschaftliche Aktivität war dement-
sprechend im ersten Halbjahr rückläufig, und die Inlandsnachfrage blieb
auch in der zweiten Jahreshälfte schwach, was insbesondere auch die
Wohnungsbauinvestitionen widerspiegelten.
Unter dem Strich dürfte sich das Wachstum der US-Wirtschaft im Be-
richtsjahr als Folge der substanziellen Finanzkonsolidierung und des
geldpolitischen Gegenwindes auf 2,0 % nach 5,9 % im vorangegangenen
Jahr eingebremst haben. Das BIP Kanadas hat um 3,5 % nach 5,0 % 2021
zugelegt.
Für das laufende Jahr geht der IWF von einer weiteren Konjunkturver-
langsamung für die USA und Kanada auf 1,4 % bzw. 1,5 % aus. Die letz-
ten Signale aus der US-Wirtschaft waren gemischt. Dabei haben einige
Daten wie die Einzelhandelsumsätze oder der Arbeitsmarkt nach oben
überrascht, während andere wie die Industrieproduktion nach unten
überraschten. In letzter Zeit waren aber die Aufwärtsüberraschungen
häufiger als die Abwärtsüberraschungen.
Europa
Das Wirtschaftswachstum Europas hat sich 2022 als resilienter er-
wiesen, als es die negativen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die
Handelsbeziehungen hätten erwarten lassen. Diese Resilienz – wie sie
die Daten sowohl für den Konsum als auch für die Investitionen bele-
gen – ist einerseits auf die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für
Haushalte und Unternehmen in der Energiekostenkrise im Ausmaß von
1,2 % des EU-BIP und andererseits auf die Dynamik der wirtschaftlichen
Öffnung nach der COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Nichtsdestotrotz
deuten Hochfrequenzindikatoren darauf hin, dass der Produktions- und
der Dienstleistungssektor schrumpfen. Das Konsumentenvertrauen und
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
07
das Geschäftsklima haben sich verschlechtert. Die wirtschaftliche Leis-
tung der Eurozone konnte demnach im abgelaufenen Jahr ein Plus von
3,5 % verzeichnen.
Mit einem Plus von 0,7 % sollte das rückläufige Wachstum heuer den
Boden finden. Dieser Wert ist gleichzeitig um 0,2 Prozentpunkte höher
als noch im vergangenen Oktober prognostiziert. Mit dieser Anpassung
wurde den raschen Leitzinserhöhungen der EZB und den erodierenden
Realeinkommen, die durch die Nachwirkungen des positiven Ergeb-
nisses 2022, niedrigere Energiegroßhandelspreise, kaufkraftstärkende
Maßnahmen in Form von Energiepreisdeckeln und Transferzahlungen
ausgeglichen werden, Rechnung getragen. Das stärkste Wachstum sollte
2023 mit 1,1 % abermals Spanien ausweisen.
Asien
Die Schwellen- und Entwicklungsländer Asiens sind 2022 wegen China
mit 4,3 % deutlich weniger gewachsen als angenommen. Mit 5,3 % soll
sich ihr Wachstum dieses Jahr wieder beschleunigen. Die Verlangsa-
mung der chinesischen Wirtschaft im 4. Quartal 2022 legt nahe, dass
die Wachstumsrate für das gesamte Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 3,0 %
zurückgenommen werden muss, womit das Plus Chinas erstmals in über
40 Jahren unter dem globalen Durchschnitt liegt. Entsprechend der Pro-
jektion des IWF soll das Land heuer um 5,3 % zulegen, was die erstarkte
Mobilität reflektiert.
Das Wachstum Indiens soll von 6,8 % 2022 auf 6,1 % 2023 zurückgehen.
Ähnlich stellt sich auch der Pfad der ASEAN-5 Länder dar. Sie konnten
letztes Jahr noch einen Zuwachs von 5,2 % ausweisen, der heuer aber auf
4,3 % zurückgehen wird.
Branchenentwicklung
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen
4
von ca. 21.000
Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von rund 6,0 Mrd €. Nicht eingerech-
net sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamt gewicht, feuerwehrtechni-
sche Ausrüstung, Service und stationäre Anlagen.
Basierend auf internen Schätzungen von Rosenbauer dürfte das globale
Marktvolumen im Berichtsjahr stagniert haben, was insbesondere auf
4
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2021. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen.
die massiven Störungen der internationalen Lieferketten zurückzuführen
ist. Die stärksten Absatzregionen sind Europa, Nordamerika und Asien;
die größten Einzelmärkte sind die USA, China und Deutschland.
Nordamerika
Die Nachfrage auf dem nordamerikanischen Feuerwehrmarkt hat sich
2022 trotz eines deutlich schwächeren konjunkturellen Umfelds und
steigender Zinsen sehr positiv entwickelt. Das Beschaffungsvolumen
dürfte in den vergangenen zwölf Monaten wieder über 6.000 Fahrzeuge
gestiegen sein. Gleichzeitig waren die Hersteller durch massive Liefer-
kettenstörungen und einen angespannten Arbeitsmarkt belastet, Mate-
rialkostensteigerungen konnten gleichzeitig nur eingeschränkt weiterge-
geben werden.
2023 sollte sich die starke Nachfrage etwas abkühlen. Ob die vorhan-
denen vollen Auftragsbücher auch entsprechend abgearbeitet und die
Durchlaufzeiten verbessert werden können, wird von der Verfügbarkeit
von Vorprodukten und Rohmaterialien sowie Arbeitskräften abhängen.
Europa
Der heterogene und vielfach kleinteilige Feuerwehrmarkt Europas konn-
te im Berichtsjahr abermals einen Nachfrageanstieg verzeichnen. Ins-
besondere im Zentralraum Österreich, Deutschland und Schweiz, der
durch viele Einzelaufträge geprägt ist, war die Ausschreibungstätigkeit
sehr rege. Hier steigt auch das Interesse an der Elektromobilität. Das
Flughafengeschäft zeigt sich gleichzeitig in ganz Europa nach den Aus-
wirkungen der COVID-19-Pandemie stabil. Osteuropa hat sich 2022,
obwohl auf niedrigerem Niveau, ebenfalls zufriedenstellend entwickelt.
Für das laufende Jahr wird mit stabilen Neubeschaffungen gerechnet. In
einzelnen Märkten könnten die Feuerwehren durch die anhaltend hohe
Inflation und das Auslaufen von Förderungen an ihre Budgetgrenzen
stoßen. Als Folge könnten geplante Ausschreibungen verschoben oder
abgesagt werden.
Asien
Die Erholung des fragmentierten, asiatischen Feuerwehrmarktes von
den Belastungen der COVID-19-Pandemie hat sich 2022 fortgesetzt. Da-
bei hat sich insbesondere die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen
durch die Planung und Errichtung neuer Flughäfen bzw. Rollbahnen so-
wie verschobene Ersatzbeschaffungen spürbar belebt. Im Geschäft mit
einfachen Kommunalfahrzeugen steigt der Wettbewerbsdruck durch lo-
kale Anbieter. Einige Länder in der Region haben unverändert wirtschaft-
liche Probleme oder sehen sich mit Handelsbeschränkungen konfron-
tiert. Nur hochentwickelte Feuerwehrmärkte wie Singapur, Hongkong,
Japan, Australien und Neuseeland bilden hier die positiven Ausnahmen.
China, der größte Einzelmarkt Asiens, hat sich im Zuge des Wirtschafts-
konfliktes mit den USA gegenüber Importen faktisch abgeschottet. Die
Beschaffung von Standardfahrzeugen muss bei chinesischen Herstellern
erfolgen. Nur Spezialfahrzeuge können noch mit Genehmigung im Aus-
land gekauft werden. Für 2023 wird eine weitere leichte Verbesserung
der Branchenkonjunktur erwartet. Dahinter stehen die im internationa-
len Vergleich besseren Konjunkturaussichten.
Mittlerer Osten
Im Einklang mit der günstigen Ölpreisentwicklung und einer Phase rela-
tiver politischer Stabilität in der Region hat es im Vorjahr in den Ländern
des Mittleren Osten mehr Neuausschreibungen für Feuerwehrtechnik
gegeben. Dabei hat die lokale Fertigung als Vergabekriterium weiter an
Bedeutung gewonnen. Für das laufende Jahr wird angesichts eines deut-
lich schwächeren Konjunkturausblicks für Saudi-Arabien und einer ge-
drosselten Ölproduktion in der OPEC mit einer geringeren Nachfrage ge-
rechnet. Nichtsdestotrotz sollten im Kommunal- und Industriegeschäft
attraktive Projekte entscheidungsreif werden.
Sonstige Märkte
In Lateinamerika und Afrika besteht weiter großer Aufholbedarf bei
Feuerwehrtechnik. Tatsächlich wurden im Vorjahr in Lateinamerika zahl-
reiche Tender ausgeschrieben. Die Nachfrage nach Flughafenlöschfahr-
zeugen steigt wieder. Der Bedarf in den europäischen NISA-Ländern ist
weiterhin auf einem hohen Niveau.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
08
Wirtschaftsbericht
Gesamtentwicklung 2022
Die globale Feuerwehrindustrie hat 2022 in einem insgesamt schwäche-
ren, konjunkturellen Umfeld stagniert. Dabei brachte der Angriffskrieg
Russlands gegen die Ukraine ab Februar erneut die internationalen Liefer-
ketten und Rohstoffmärkte massiv unter Druck, die zuvor erste Anzeichen
für eine Erholung nach der COVID-19-Pandemie gezeigt hatten. Wieder-
kehrende und wechselnde Engpässe in der Materialversorgung haben
im weiteren Jahresverlauf für höchst unsichere Produktionsbedingungen
gesorgt und zusammen mit teils deutlich höheren Lieferantenpreisen die
Fahrzeugfertigung im Rosenbauer Konzern beeinträchtigt.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ist es den Vertriebsregio-
nen Area CEEU, Area NISA, Area NOMA sowie dem Segment Vorbeu-
gender Brandschutz gelungen, ihre Auslieferungen beziehungsweise das
Projektvolumen zu steigern.
Der Auftragseingang erreichte mit 1.230,0 Mio € 2022 eine neue Re-
kordmarke (2021: 1.064,3 Mio €). Dabei haben alle fünf Vertriebsregio-
nen und das Segment Vorbeugender Brandschutz eindeutige Zuwächse
verzeichnet. Besonders erfreulich ist der Auftrag der Berliner Berufs-
feuerwehr, die sich nach einer einjährigen Testphase zum Erwerb von
vier weiteren Fahrzeugen aus der vollelektrischen „Revolutionary Tech-
nology“-Modellreihe (RT) entschlossen hat. Der Auftragsbestand lag mit
1.469,7 Mio € zum 31. Dezember 2022 (2021: 1.145,2 Mio €) deutlich
über einem Konzernjahresumsatz.
Umsatz- und Ertragsentwicklung
Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse lagen 2022 mit 972,2 Mio € auf dem Niveau des Vor-
jahres (2021: 975,1 Mio €). Gleichzeitig waren praktisch alle Material-
gruppen von Lieferkettenunterbrechungen und Versorgungsengpässen
betroffen. Vor allem die schlechte Verfügbarkeit von LKW-Fahrgestellen
hat immer wieder die Linienproduktion verzögert und zu erheblichen
Nacharbeiten geführt. Im Sommer hat Rosenbauer damit begonnen, in
Europa weitgehend standardisierte Vorratsfahrzeuge zu bauen, um da-
mit kurzfristig die dringendsten Bedarfe der Einsatzorganisationen zu
bedienen und die Auslastung seiner Standorte zu verbessern.
Stärkster Umsatzbringer im Konzern war mit rund 74 % (2021:
76 %) das Produktsegment Fahrzeuge. Dahinter lag der Bereich Custo-
mer Service, der mit einem Umsatz von 96,5 Mio € (2021: 78,4 Mio €),
einen Anteil von 10 % (2021: 8 %) am Gesamtumsatz hatte. Der Bereich
Ausrüstung steuert ebenfalls 10 % (2021: 9 %) und die Sonstigen Umsät-
ze 3 % (2021: 4 %) bei. Der Vorbeugende Brandschutz erlöste 32,2 Mio €
(2021: 29,8 €) und trug damit 3 % (2021: 3 %) zum Konzernumsatz bei.
Der mit Abstand größte Umsatz entfiel auf die Muttergesellschaft, die
Rosenbauer International AG, mit 443,8 Mio € (2021: 444,3 Mio €). Mit
einer Exportquote von 84 % (2021: 89 %) und Lieferungen in über 120
Länder verfügt Rosenbauer über die größte internationale Präsenz in der
Feuerwehrbranche.
Die Umsatzkosten stiegen auf 843,3 Mio € (2021: 818,6 Mio €). Das
Bruttoergebnis reduzierte sich um 17,5 % auf 128,9 Mio € (2021:
156,5 Mio €). Die Bruttoergebnismarge belief sich auf 15,3 % (2021: 19,1 %).
Kostenentwicklung
Den größten Teil der Umsatzkosten machte mit 572,6 Mio € (2021:
547,8 Mio €) der Materialeinsatz aus, der damit gemessen an den Um-
satzerlösen über dem Vorjahresniveau lag. Die anteiligen Aufwendungen
für Personal beliefen sich auf 189,6 Mio € (2021: 171,5 Mio €) und sind
ebenfalls in Relation zum Umsatz im Jahr davor gestiegen. Die Abschrei-
bungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen erhöhten
sich im Berichtsjahr von 13,7 Mio € auf 14,1 Mio €.
Die Strukturkosten umfassen die Aufwendungen für Forschung & Entwick-
lung, Vertrieb und Verwaltung und sind von 129,1 Mio € auf 147,7 Mio €
gestiegen. Die aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten, die in der
Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2022 ausgewiesen wurden, sanken
von 8,9 Mio € auf 6,3 Mio €.
Den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 1,9 Mio €
(2021: 1,3 Mio €) stehen sonstige betriebliche Erträge von 10,2 Mio €
(2021: 9,0 Mio €) gegenüber.
Ertragslage
Der Rosenbauer Konzern weist für das Geschäftsjahr 2022 als Folge
des niedrigeren Bruttoergebnisses ein EBIT von -10,6 Mio € (2021:
35,0 Mio €) aus. Dieses spiegelt nicht nur die Produktionsstörungen aus
Versorgungsengpässen bei diversen Bauteilen und Rohstoffen wider,
sondern es ist zusätzlich durch einmalige Sondereffekte wie die Inter-
schutz und Restrukturierungkosten belastet. Zum Jahresende hin hat
sich die Fehlteilesituation leicht verbessert, was ein positives EBIT von
19,9 Mio € im vierten Quartal ermöglicht hat.
Das Finanzergebnis war wegen der Entkonsolidierung des Joint Ventures
in Russland und höherer Finanzierungskosten mit -19,6 Mio € negativ
und lag damit deutlich unter Niveau des Vorjahres (2021: -6,2 Mio €).
Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) belief sich folglich auf -30,2 Mio €
(2021: 28,9 Mio €). Der ausgewiesene Steuerertrag betrug 7,8 Mio € (2021:
-5,7 Mio €). Der Steuerertrag in 2022 stammt aus positiven Steuereffekten
aus der Neuorganisation in den USA und der Aktivierung von Verlustvorträgen.
Nach Hinzurechnung dieses Steuerertrags ergibt sich ein Periodener-
gebnis von -22,3 Mio € (2021: 23,2 Mio €).
Auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss, gehalten von den Mitgesell-
schaftern der Rosenbauer Aerials, der Rosenbauer Española, der Rosen-
bauer South Africa, der Eskay Rosenbauer Brunei sowie der Rosenbauer
Saudi Arabia, entfielen im Berichtsjahr 1,9 Mio € (2021: 7,8 Mio € inkl.
Anteilen ohne beherrschenden Einfluss aus den Gesellschaften Rosen-
bauer America und Rosenbauer Slowenien, deren Anteile die Gesell-
schaft im Berichtsjahr erworben hat).
Konzernumsatz/EBIT (in Mio €)
2022
2021
2020
Konzernumsatz EBIT
972,2 -10,6
975,1 35,0
1.044,2 57,7
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
09
Auftragslage
Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Rosenbauer Konzern einen Auf-
tragseingang von 1.230,0 Mio € (2021: 1.064,3 Mio €). Dabei haben alle
fünf Vertriebsregionen und das Segment Vorbeugender Brandschutz ein-
deutige Zuwächse ausgewiesen. Letzteres zeigte das relativ größte Plus.
Die Nachfrage hat sich über das gesamte Jahr äußerst dynamisch ent-
wickelt. So konnten etwa in Australien bedeutende Aufträge im Bereich
persönliche Schutzausrüstung und Flughafenlöschfahrzeuge gewonnen
werden. Im Bereich stationärer Brandschutz erhielt man mit dem Müll-
heizkraftwerk Wiesbaden, Deutschland, den bislang größten Auftrag in
der Unternehmensgeschichte.
Der Auftragsbestand lag mit 1.469,7 Mio € zum 31. Dezember 2022
(2021: 1.145,2 Mio €) deutlich über einem Konzernjahresumsatz.
Segmentberichterstattung – Geschäftssegmente
(nach Areas)
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen (Areas):
CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika
und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nordafrika), APAC (Asien-Pazifik)
und NOMA (Nord- und Mittelamerika). Der Vorbeugende Brandschutz
(Preventive Fire Protection, PFP) wird als eigenes Segment dargestellt.
Area CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuropas, mit der
D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) als historischem Heimmarkt.
Auftragseingang Auftragsbestand
Auftragseingang/Auftragsbestand zum 31.12. (in Mio €)
2022
2021
2020
1.230,0 1.469,7
1.064,3 1.145,2
1.007,7 1.072,1
CEEU
NOMA
MENA
APAC
NISA
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Inter-
national und Rosenbauer Österreich mit Sitz in Leonding, Rosenbauer
Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe (Deutschland), Ro-
senbauer Slowenien in Radgona, Rosenbauer Italia in Andrian, Rosen-
bauer Rovereto (Italien), Rosenbauer Schweiz in Oberglatt und Rosen-
bauer Polska in Palmiry. Die Werke in der Area CEEU (Leonding, Neidling,
Karlsruhe, Radgona und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk
Luckenwalde hauptsächlich für den deutschen Markt.
Marktentwicklung
Europa war im Berichtsjahr mit multiplen Krisen konfrontiert, die zu
Störungen der internationalen Lieferketten, steigenden Rohstoff- und
Energiepreisen sowie hoher Inflation führten. Vor allem der Angriffs-
krieg Russlands gegen die Ukraine hatte auf dem Kontinent starke Aus-
wirkungen. Nichtsdestotrotz haben sich die wichtigsten Feuerwehr-
märkte gut entwickelt. In der D-A-CH-Region war die Nachfrage wieder
so stark wie vor der COVID-19-Pandemie und in den osteuropäischen
Märkten waren erste Anzeichen für die schon lange erwartete Dynami-
sierung sichtbar.
So hat Rosenbauer in Rumänien eine Ausschreibung des Innenminis-
teriums über die Lieferung von 18 Hubrettungsbühnen B45 gewonnen,
deren Anzahl durch den Kunden auf bis 100 Fahrzeuge erweitert werden
kann. Auch in Italien hat sich das Innenministerium für Rosenbauer als
Lieferant von Hubrettungsgeräten entschieden. In einem ersten Abruf
Umsatz nach Areas 2022
3 % PFP
27 % NOMA
11% APAC
9% MENA
40 % CEEU
10 % NISA
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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wurden 30 Bühnen mit 32,1 m Rettungshöhe bestellt, optional kann
dieser Auftrag ebenfalls auf bis zu 100 Fahrzeuge aufgestockt werden.
Einen weiteren Großauftrag erteilte das Beschaffungsamt Mecklenburg-
Vorpommern. Nachdem Rosenbauer schon 2021 mit der Lieferung von
274 Kleinlöschfahrzeugen TSF-W betraut worden war, wurden im No-
vember des Vorjahres 40 große Löschgruppenfahrzeuge LF20 bestellt.
Erfreulich ist auch die Nachfrage nach E-Feuerwehrfahrzeugen: Nach er-
folgreichem Probebetrieb hat die Berliner Feuerwehr vier weitere RT und
einen elektrischen Gerätewagen Hygiene bestellt. Die größte Schweizer
Rettungsorganisation, Schutz & Rettung Zürich, testet die elektrische
Drehleiter von Rosenbauer.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 435,8Mio€
(2021: 412,1 Mio €) über dem Vorjahr.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU erhöhte sich 2022 auf 378,2 Mio € (2021:
346,8 Mio €). Der größte Anteil entfiel auf Deutschland, gefolgt von
Österreich.
Lieferzeiten spielten im dritten Jahr der COVID-19-Pandemie angesichts
neuerlich gestörter Wertschöpfungsketten eine große Rolle. Deshalb
entschied sich der CEEU-Vertrieb insbesondere in Deutschland für die
Auflage von Fahrzeugen „ohne Auftrag“, die Feuerwehren auf Anfrage
rasch zur Verfügung gestellt werden konnten. So wurden vom Katast-
rophenschutzfahrzeug LF-KatS, das Rosenbauer in 300-facher Ausfüh-
rung an das deutsche Innenministerium geliefert hat, oder vom TSF-W
für Mecklenburg-Vorpommern weitere baugleiche Fahrzeuge produziert
und verkauft. Auch andere Standardfahrzeuge wurden zusätzlich aufge-
legt und rasch geliefert, zum Beispiel ein AT an die Feuerwehr Murnau,
die sonst ihrer Aufgabe zur Sicherung des G7-Gipfels in Bayern nicht
nachkommen hätte können.
Ein neuer Vertriebsweg wurde 2022 mit der erstmaligen Aufnahme eines
Feuerwehrfahrzeuges in den Rosenbauer Onlineshop geschaffen. Das
TSF-W in Standardausführung kann direkt über das Portal bestellt wer-
den, weitere Online-Angebote für Fahrzeuge werden folgen.
Die Area CEEU steuerte 2022 rund 40 % (2021: 35 %) zum Konzernum-
satz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr 7,5 Mio € (2021: 16,7 Mio €),
die EBIT-Marge 2,0 % (2020: 4,8 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 363,0 346,8 378,2
EBIT 19,3 16,7 7,5
Auftragseingang 402,7 412,1 435,8
Auftragsbestand 366,3 426,0 472,5
Area NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder vom
Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil der afrikanischen und südame-
rikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Española
in Madrid (Spanien), Rosenbauer South Africa in Johannesburg (Südafri-
ka), Rosenbauer France in Meyzieu (Frankreich) und Rosenbauer UK in
Meltham (Großbritannien). Im spanischen Werk Ciansa in Linares werden
sowohl Fahrzeuge für die NISA-Region als auch für andere Regionen/
Areas gebaut.
Marktentwicklung
Auf den heterogenen Märkten der Area NISA war 2022 eine leichte Er-
holung spürbar und hier vor allem in den skandinavischen Ländern bei
den typischen Ersatzbeschaffungen. Die Nachfrage in Afrika und Latein-
amerika ist auf einem guten Niveau. Die Beschaffungen bleiben jedoch
aufgrund der mangelnden Finanzkraft der Einsatzorganisationen deut-
lich unter den eigentlichen Bedarfen. Neu im Berichtsjahr geschlossene
Partnerschaften in Peru und Brasilien sollen das Geschäft von Rosen-
bauer in der LATAM-Region beleben, in Kolumbien konnten mehrere Auf-
träge im Bereich Waldbrandlöschtechnik und persönlicher Schutzaus-
rüstung an Land gezogen werden.
Aus dem Senegal ging ein Auftrag über sieben Flughafenlöschfahrzeuge
an Rosenbauer, weil vier davon, alles PANTHER 6x6 in Standardausfüh-
rung, noch im selben Jahr geliefert werden konnten. In Tansania wurde
ein Soft Loan organisiert, mit dem das Innenministerium zwölf moderne
Einsatzfahrzeuge kaufen konnte. In Frankreich wiederum hat Rosen-
bauer zum zweiten Mal eine Ausschreibung des Feuerwehrverbandes
Haute-Savoie gewonnen, der nach 2017 erneut mit 11.000 Helme des
Typs HEROS-titan beliefert wird.
Die Area NISA wurde im Rahmen der Straffung der Vertriebsstruktur
mit 31. Dezember 2022 aufgelöst und in die neu formierten Vertriebs-
regionen Americas, Europe, Middle East & Africa integriert. Detaillierte
Information dazu im Prognosebericht auf Seite 50.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschaftete 2022 ein Umsatzplus auf 98,4 Mio €
(2021: 93,2 Mio €), was 10 % aller Erlöse im Konzern (2021: 10 %) ent-
sprach.
Das EBIT der Area NISA ging im Berichtsjahr auf -3,7 Mio € (2021:
1,2 Mio €) zurück, die EBIT-Marge betrug -3,8 % (2021: 1,3 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 114,5 93,2 98,4
EBIT 3,5 1,2 -3,7
Auftragseingang 98,9 116,3 118,8
Auftragsbestand 89,9 113,2 132,6
Area MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren Osten so-
wie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Saudi
Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien) einschließlich der Produktions-
stätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und die Rosenbauer
MENA Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochterunternehmen in Abu Dha-
bi (Vereinigte Arabische Emirate). Das Werk in der KAEC produziert aus-
schließlich für den MENA- Vertrieb.
Marktentwicklung
Die Märkte auf der arabischen Halbinsel zeigten sich 2022 in etwas
besserer Verfassung, das Ausschreibungsvolumen hat gegenüber dem
Vorjahr wieder angezogen. Vor allem Industriebetriebe investierten in
Sicherheitstechnik. So war Rosenbauer beispielsweise bei der Saudi
Electricity Company erfolgreich, die einen Auftrag aus dem Vorjahr auf
45 Highend-Fahrzeugen erweiterte.
Der Konzern nutzte dabei seinen Wettbewerbsvorteil in der Region, als
einziger internationaler Hersteller Fahrzeuge anbieten zu können, die
das Beste aus europäischer und amerikanischer Feuertechnik vereinen.
Außerdem werden bestimmte Auftragsumfänge vor Ort im Werk KAEC
abgearbeitet, wodurch nicht zuletzt die zunehmende Forderung nach
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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Wertschöpfung in der Region erfüllt wird. Ein weiteres, immer wichtiger
werdendes Kriterium für die Auftragsvergabe auf der arabischen Halbinsel
ist ein breit aufgestellter Customer und After Sales Service. Rosenbauer
hat schon vor Jahren dahingehend die Weichen gestellt und die MENA-
Organisation zu einem ganzheitlichen Feuerwehrdienstleister umgebaut.
Der Auftragseingang in der Area MENA verzeichnete mit 124,2 Mio €
im Berichtsjahr einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr mit
102,2 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA verringerte sich 2022 entsprechend dem
regionalen Beschaffungszyklus deutlich auf 90,2Mio€ nach 123,7 Mio €
im Vorjahr.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 9 % (2021: 13 %) zu den Gesamt-
erlösen des Konzerns bei. Das EBIT fiel auf -4,5Mio€ (2021: 5,2 Mio €),
die EBIT-Marge betrug -5,0 % (2021: 4,2%).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 150,1 123,7 90,2
EBIT 16,2 5,2 -4,5
Auftragseingang 120,7 102,2 124,2
Auftragsbestand 138,5 115,1 164,1
Area APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region, China, Japan,
Indien, die GUS-Staaten, Türkei und Russland.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S. K. Rosenbauer in Singa-
pur, Rosenbauer Australia mit Sitz in Brisbane, Rosenbauer Fire Fighting
Technology (Yunnan) in China und eine Minderheitsbeteiligung an der
PA „Fire-fighting special technics“ in Moskau, Russland. Letztere wird
aufgrund fehlenden Zugriffs im Jahresabschluss 2022 mit einem Effekt
von 5,8 Mio € im Finanzergebnis entkonsolidiert. Weitere Vertriebs- und
Servicestandorte gibt es in Brunei und auf den Philippinen. Das Werk
Singapur produziert ausschließlich Fahrzeuge für den südostasiatischen
Markt.
Marktentwicklung
Die Area APAC hat nach der de facto Abschottung des chinesischen
Feuerwehrfahrzeugmarktes ihren wichtigsten und größten Einzelmarkt
in der Region verloren. Für einen internationalen Feuerwehrausstatter
ist es mittlerweile fast unmöglich geworden, Fahrzeuge ins Land zu
bringen. Rosenbauer hat daher seine Vertriebsstrategie umgestellt und
diese stärker auf den Verkauf von Ausrüstung und Komponenten aus-
gerichtet. Entsprechende Sales-Kanäle und ein eigenes Dealer-Netzwerk
wurden in den letzten Monaten aufgebaut. Der Rosenbauer Top-Helm
HEROS-titan wurde im Vorjahr dafür eigens nach CCC (China Compulsary
Certification) zertifiziert.
In Japan ist Rosenbauer vor allem mit Flughafenlöschfahrzeugen er-
folgreich. Im Berichtsjahr wurden rund 20 PANTHER an verschiedene
Airports verkauft. Auch in Australien konnte 2022 ein Auftrag über die
Lieferung von 19 PANTHER mit Option auf weitere zehn Fahrzeuge unter
Dach und Fach gebracht werden. Rosenbauer Australia festigte damit
den Ruf als bevorzugter Partner der australischen und neuseeländischen
Aviation-Industrie, die bereits 150 PANTHER im Feld betreibt. Darüber
hinaus hat das Queensland Fire & Rescue Service 5.000 HEROS-titan AS
bestellt, wodurch der Rosenbauer Marktanteil bei Feuerwehrhelmen auf
rund 70 % steigen und die vor fünf Jahren getroffenen Entscheidung, den
Helm nach australischer und neuseeländischer Norm zu zertifizieren,
eindrucksvoll bestätigt wird.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage konnte in der Area
APAC ein Auftragseingang von 120,5 Mio € im Berichtsjahr (2021:
113,1 Mio €) verbucht werden.
Geschäftsentwicklung
Die Area APAC verzeichnete im Berichtsjahr 2022 einen Umsatzrück-
gang auf 109,9 Mio € (2021: 117,1 Mio €). Der Anteil am Gesamtumsatz
betrug 11 % (2021: 12 %). Das EBIT verschlechterte sich auf -1,3 Mio €
nach 2,5 Mio € im Vorjahr, die EBIT-Marge belief sich auf -1,2 % (2021:
2,2 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 127,0 117,1 109,9
EBIT 4,4 2,5 -1,3
Auftragseingang 93,6 113,1 120,5
Auftragsbestand 120,2 110,1 123,0
Area NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder
in Mittelamerika und der Karibik. Neben der Holdinggesellschaft Ro-
senbauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktionsgesell-
schaften Rosenbauer Minnesota und Rosenbauer Motors in Wyoming
(Minnesota), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South Dakota) und
Rosenbauer Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area. Die Feuerwehr-
fahrzeuge werden nach US-Norm gefertigt und überwiegend in die Ver-
triebsregion NOMA geliefert, gehen aber auch an Kunden in den Areas
MENA, NISA und APAC.
Marktentwicklung
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt, mit einem Beschaffungsvo-
lumen von zuletzt mehr als 6.000 Fahrzeugen im Jahr der größte Ein-
zelmarkt der Welt, hat sich im Jahr 2022 trotz Inflation und steigender
Zinsen in ausgezeichneter Verfassung präsentiert.
Rosenbauer konnte von der guten Entwicklung profitieren und den Auf-
tragseinang gegenüber 2021 kräftig auf ein Alltime-High steigern. Ein
Großteil der Steigerung resultierte aus Preissteigerungen, die Rosenbau-
er am Heimmarkt durchsetzen konnte. Fleet Accounts spielten ebenfalls
eine wichtige Rolle. So hat das Nashville Fire Department seine Order
von 2021 auf insgesamt 35 Fahrzeuge erhöht und nach Oregon konnten
über 30 Fahrzeuge verkauft werden. Auch der RTX erfreut sich steigen-
der Beliebtheit, wie das positive Feedback bei der größten US-Feuer-
wehrmesse FDIC und die ersten Erfahrungen im Alltag im Los Angeles
Fire Department zeigten.
Darüber hinaus hat Rosenbauer 2022 sein Händler- und Servicenetz-
werk durch Adressierung von Großstädten an der West- und Ostküste
weiter ausgebaut, um die dort vorhandenen Potenziale zu nutzen.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr erfreu-
liche 388,4 Mio € und war damit deutlich höher als im Vorjahr (2021:
290,1Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 263,7 Mio € einen
Umsatz auf Vorjahresniveau (2021: 264,5 Mio €). Das entspricht einem
Anteil am Konzernumsatz von 27 % (2021: 27 %). Störungen in der Lie-
ferkette beeinflussten auch in der Area NOMA die Auslieferung von
Fahrzeugen. Daher wurde im Berichtsjahr verstärkt auf standarisierte
Vorratsfahrzeuge, so genannte „Stock Truck“ gesetzt, die schneller ver-
fügbar waren und bis Jahresende alle verkauft werden konnten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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Durch die vollständig Übernahme von Rosenbauer America wurde der
Grundstein für die Fokussierung auf den Aus- und Aufbau des Dealer
Netzwerks und der Weiterentwicklung des Customer Service und des
After-Sales-Supports gelegt.
Das EBIT lag mit -9,0 Mio € (2021: 9,5 Mio €) deutlich unter dem Vor-
jahreswert, die EBIT-Marge bei -3,4 % (2021: 3,6 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 260,9 264,5 263,7
EBIT 15,1 9,5 -9,0
Auftragseingang 263,1 290,1 388,4
Auftragsbestand 337,6 357,7 549,6
Vorbeugender Brandschutz
Im Vorbeugenden Brandschutz sind die beiden Konzerngesellschaften
Rosenbauer Brandschutz mit Sitz in Leonding und Rosenbauer Brand-
schutz Deutschland mit Sitz in Mogendorf sowie Standorten in Glad-
beck, Hilden und Hattersheim tätig. Sie planen, errichten und warten
ortsfeste Lösch- und Brandmeldeanlagen und sind als VdS-Errichterbe-
triebe anerkannt. Eine Voraussetzung, um bei deutschen und internatio-
nalen Ausschreibungen anbieten zu können.
Marktentwicklung
Die Recyclingbranche gehört zu den wichtigsten Abnehmern von Rosen-
bauer Brandschutzanlagen. Im Berichtsjahr konnte der bislang größte
Auftrag in der Geschichte an Land gezogen werden, die Planung und
Errichtung von stationären Brandschutzanlagen für das Müllheizkraft-
werk Wiesbaden, Deutschland. In Österreich wurde Rosenbauer von der
Austrian Power Grid beauftragt, weitere fünf Umspannwerke mit statio-
nären Löschanlagen auszustatten, nachdem im Vorjahr bereits drei die-
ser Anlagen errichtet wurden. Internationale Ausschreibungen konnten
in Norwegen, Südamerika und auf den Philippinen gewonnen werden.
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte sich
entsprechend positiv und stieg 2022 auf 42,3 Mio € im Vergleich zu
2021 mit 30,5 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte sich in der Be-
richtsperiode erfreulich und stieg von 29,8 Mio € auf 31,8 Mio €. Damit
beträgt der Anteil am Gesamtumsatz 3 % (2021: 3 %). Das EBIT war mit
0,4 Mio € positiv (2021: 3 t€).
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Umsatz 28,7 29,8 31,8
EBIT – 0,8 0 0,4
Auftragseingang 28,7 30,5 42,3
Auftragsbestand 19,6 23,1 27,9
Segmentberichterstattung – Angaben zu
Geschäftsbereichen (nach Produkten)
Fahrzeuge
Rosenbauer produziert alle Arten von Feuerwehrfahrzeugen nach euro-
päischen und US-amerikanischen Normen sowie in zahlreichen Länder-
standards: Kommunal-, Flughafen- und Industriefahrzeuge sowie Hubret-
tungsgeräte. Der mit Abstand größte Teil der Produktion entfiel 2022 auf
Kommunalfahrzeuge, die meisten Fahrzeuge wurden für Feuerwehren in
Österreich, Deutschland und den USA gefertigt.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 1.882 Fahrzeuge (2021: 2.000Fahr-
zeuge) ausgeliefert. Das Produktsegment war mit 716,2 Mio € (2021:
735,0 Mio €) bzw. einem Anteil von ca. 74 % (2021: 76 %) das umsatz-
stärkste im Konzern.
Im Fahrzeugumsatz enthalten sind auch die Löschsysteme, die zum
überwiegenden Teil in den eigenen Fahrzeugen verbaut werden. Das Pro-
duktportfolio umfasst unter anderem Feuerlöschpumpen, Pumpenanla-
gen und Tragkraftspritzen, Schaumzumisch systeme, Druckluft- (CAFS)
und Höchstdrucklöschsysteme, Werfer für Fahrzeuge und stationäre
Brandschutzanlagen sowie Strahlrohre, Löscharme und Motor-Pumpen-
aggregate.
Im Berichtszeitraum hat sich Rosenbauer intensiv mit der Erweiterung
der Fahrzeugflotte mit elektrischen Antrieb beschäftigt und auf der In-
terschutz in Hannover im Juni 2022 als einziger Hersteller ein komplet-
tes Eletric-Line-up für den kommunalen Bereich präsentiert. Dazu zählen
neben dem bereits in Serie produzierten RT, ein Logistikfahrzeug, der AT
eletric sowie die L32A-XS eletric (Drehleiter). Diese wurde Ende Oktober
für den Testbetrieb an Schutz & Rettung Zürich übergeben.
Mit dem vorgestellten PANTHER electric zeigte Rosenbauer seine Tech-
nologie- und Innovationsführerschaft und legt den Grundstein für einen
emissionsfreien Einsatz von Flughafenlöschfahrzeugen. Derzeit erfolgt
die Überleitung des Konzeptfahrzeuges in die Serienentwicklung.
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Auftragseingang 783,9 834,4 960,9
Umsatz 816,8 735,0 716,2
Ausrüstung
Rosenbauer stattet Einsatzkräfte von Kopf bis Fuß mit persönlicher
Schutzausrüstung aus und hat an technischer Ausrüstung alles im Pro-
gramm, was die Feuerwehren im Einsatz benötigen − vom Stromerzeu-
ger bis hin zur komplexen Gefahrstoffausrüstung.
Der Vertrieb von Eigenprodukten, die allesamt im obersten Qualitäts-
segment angesiedelt und ideal auf die Anforderungen der Kunden ab-
gestimmt sind, wird weltweit forciert. Der zunehmende Klimawandel und
die damit einhergehenden Naturkatastrophen erfordern eine Adaption
der Ausrüstung, um Einsatzkräfte vor den drohenden Gefahren zu schüt-
zen. Besonders die Bekämpfung von Waldbränden fordert Mensch und
Material. Genau für dieses Umfeld hat Rosenbauer als Weiterentwick-
lung des GAROS G30 einen leichten einlagigen Schutzanzug für techni-
sche Einsätze (GAROS G10) entwickelt und bei der Interschutz erstmals
der Öffentlichkeit präsentiert.
Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung zählt der Feuerwehrhelm
HEROS zu den erfolgreichsten Produkten am Feuerwehrmarkt. Seit der
Markteinführung vor 30 Jahren wurden mehr als eine Million Helme in
über 140 Ländern verkauft. Das Interesse ist ungebrochen hoch und im
Jahr 2022 erhielt der Schutzhelm HEROS Titan die CCC-Zertifizierung
(China Compulsory Certification), damit kann dieser nun auch von chi-
nesischen Feuerwehren bezogen werden.
Im Produktsegment Ausrüstung wurde 2022 ein Umsatz von 93,4Mio €
(2021: 88,6 Mio €) erzielt, davon stammten mehr als 65 % von eigenen
Produkten. Der Anteil am Konzernumsatz belief sich auf ca. 10 % (2021:
9 %).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
13
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Auftragseingang 94,1 83,6 92,2
Umsatz 86,3 88,6 93,4
Customer Service
Rosenbauer betreibt in allen Areas Servicezentren (insgesamt 25), über
die der Kundendienst in der Region gesteuert wird. Rund 550 Service-
kräfte sind weltweit im Einsatz, weitere 100 Servicepartner vervollstän-
digen das globale Netzwerk des Customer Service.
Das Angebot des Customer Service umfasst definierte Servicepakete
mit abgestuften Leistungen sowie Schulungs- und Trainingsprogram-
me. Weitere Standbeine sind das Ersatzteilgeschäft, Reparaturen und
Generalüberholungen sowie die Vermietung von Fahrzeugen und Gerä-
ten. Im Segment Customer Service ist auch das Geschäft mit digitalen
Produkten und Services enthalten. Dazu gehören u.a. Drohnen für den
Feuerwehreinsatz, Simulatoren für den Trainingsbetrieb sowie das Ein-
satzmanagementsystem Connected Command (vormals EMEREC) und
das Fahrzeug- bzw. Flottenmanagementsystem Connected Fleet.
Der Umsatz, der 2022 im Segment Customer Service erzielt wurde, be-
trug 96,5 Mio € (2021: 78,4 Mio €). Der Anteil am Konzernumsatz konn-
te im Vergleich zum Vorjahr von 8 % auf 10 % gesteigert werden.
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Auftragseingang 66,5 80,3 91,0
Umsatz 72,2 78,4 96,5
Sonstige Umsätze
Die sonstigen Umsätze betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr
33,9 Mio € (2021: 43,3 Mio €). Sie umfassen im Wesentlichen Fracht- und
Übergabekosten und haben kaum Einfluss auf das Unternehmensergeb-
nis.
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Auftragseingang 34,5 35,5 43,5
Umsatz 39,8 43,3 33,9
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
Grundsätze des Finanzmanagements
Das Rosenbauer Finanzmanagement stellt die finanziellen Ressourcen in-
nerhalb des Konzerns zur Verfügung, sichert die finanzielle Unabhängigkeit
und jederzeitige Liquidität des Unternehmens und überwacht sämtliche
Zins- und Währungsrisiken. Zur Sicherstellung der Liquidität werden ge
-
eignete Finanzierungsinstrumente eingesetzt, die den Freiraum zur Finan-
zierung des operativen Geschäfts, von Investitionen sowie für gezieltes
Wachstum gewährleisten.
Das Treasury übernimmt die Sicherstellung und Steuerung der Liqui-
dität des Konzerns, ermittelt regelmäßig die Liquiditäts bedarfe und
arbeitet dabei eng mit den operativen Einheiten zusammen.
Investitionen
Die Investitionen (Rechte und Sachanlagen) des Rosenbauer Konzerns
fielen mit 16,9 Mio € 2022 deutlich niedriger als im Jahr davor (2021:
28,2 Mio €) aus. Die Abschreibungen (Rechte und Sachanlagen) waren
gleichzeitig mit 20,5 Mio € (2021: 20,4 Mio €) stabil. Damit liegen die
Investitionen erstmals seit vielen Jahren unter den Abschreibungen, was
auch ein Ergebnis des 2022 eingeleiteten Kostensenkungsprogramms
ist.
Effiziente Produktion
Um mit den natürlichen Ressourcen möglichst schonend und sparsam
umzugehen, entwickelte Rosenbauer im Berichtsjahr eine Energieef-
fizienz-Roadmap für ausgewählte Standorte. Die Schwerpunkte liegen
dabei auf dem Hauptwerk in Leonding und die Erreichung der Unabhän-
gigkeit vom globalen Erdgasmarkt. Auf diese Weise will sich Rosenbauer
gegen eine mögliche Verknappung dieses Energieträgers immunisieren,
Emissionskosten durch die Reduktion des eigenen CO
2
-Ausstosses ver-
meiden und seine Herstellkosten teilweise absichern.
Im ersten Schritt erfolgte eine Bestandsaufnahme und Analyse der
gesamten Energieversorgung sowie der technischen Ausstattung. Aus-
gehend von diesen Erkenntnissen wurden kurz- und mittelfristige Maß-
nahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs erarbeitet. Nähere Erläu-
terungen dazu im Nachhaltigkeitsbericht auf Seite 45.
Am Standort Luckenwalde wurde im September 2022 eine neue Logis-
tikhalle fertiggestellt und in Betrieb genommen. Das Werk Luckenwal-
de ist damit für eine Produktions- bzw. Beladekapazität von bis zu 400
Fahrzeugen pro Jahr gerüstet. Mit dem Neubau konnten zudem die logis-
tischen Prozesse etwa durch kürzere Wege und eine moderne Ausstat-
tung optimiert werden. Darüber hinaus wird der Parkplatz für Kunden
und Mitarbeitende ausgeweitet und im Zuge der Neugestaltung begrünt,
beleuchtet und gesichert.
Ende August übersiedelte Rosenbauer Polska an einen neuen Standort.
Dieser befindet sich strategisch günstig gelegen zwischen Warschau und
dem Flughafen Warschau-Modlin. Die neu errichtete Niederlassung be-
steht aus einem zweigeschossigen Gebäude mit Büroflächen sowie einer
Lager- und Montagehalle.
Der slowenische Produktionsstandort in Radgona wurde 2022 ebenfalls
ausgebaut. Um die Produktionskapazitäten zu erhöhen und Serviceleis-
tungen anbieten zu können, wurde eine 500m² große Halle mit Sozial-
bereich errichtet. In der neuen Produktionshalle stehen sechs Montage-
plätze zur Verfügung, auf denen Fahrzeuge aufgebaut werden. Zusätzlich
gibt es im neu eingerichteten Servicebereich einen Prüfstand und eine
Fahrzeugumsatz nach Kategorien 2022
8 % Industrie-
fahrzeuge
15 % Flughafen-
fahrzeuge
77 % Kommunal-
fahrzeuge
Gelieferte Fahrzeuge
2022
2021
2020
1.882
2.000
2.238
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
14
Kundenabnahmehalle. Mit der Erweiterung ist es nun möglich, hier die
Fahrzeuge für den deutschen Katastrophenschutz (LF-KatS) zu produ-
zieren.
Investitionen Abschreibungen
Investitionen/Abschreibungen (in Mio €)
2022
2021
2020
28,2 20,4
35,0 18,2
16,9 20,5
Effiziente Prozesse
Im Rahmen seines Restrukturierungsprogrammes „Refocus, Restart“
hat Rosenbauer 2022 erste umfassende Initiativen in den Bereichen
Effizienz- und Produktivitätssteigerung, Reduktion der Einkaufspreise
und Wertanalysen gesetzt. Die Schwerpunkte lagen in erster Linie auf
einer nachhaltigen Stabilisierung der Produktionsprozesse, unter ande-
rem durch das Eliminieren von Störungen, Verschwendungen und unge-
planten Nacharbeiten in den Montagen. Um die Betriebsleistung künftig
engmaschiger und effizienter steuern zu können, wurde ein neuartiges
Produktivitätsmanagement entwickelt und eingeführt.
Zudem setzte Rosenbauer die Einführung von SAP S/4HANA als kon-
zernweites ERP-System fort. Im Februar wurde der erste vollintegrierte
Sales & Service Standort bei Rosenbauer Schweiz erfolgreich produktiv
gesetzt. Das Projekt für den zweiten Pionierstandort bei Rosenbauer
Slowenien startete im April. Für die bisherige erfolgreiche Projektarbeit
wurde Rosenbauer als „Grand Winner“ bei den SAP Austria Quality
Awards in der Kategorie „Rapid Time to Value“ ausgezeichnet.
Finanzierung
Bei der Finanzierung des Konzerns wird stets auf die Erhaltung einer ge-
sicherten Liquidität geachtet. Mit der kontinuierlichen Überwachung der
Bestände und der Lieferforderungen soll im Rahmen des Bilanzsummen-
managements eine Optimierung des Umlaufvermögens sichergestellt
werden.
Die Eigenmittel betrugen zum Jahresultimo 186,2 Mio € (2021 ange-
passt: 210,4 Mio €). Bedingt durch eine gleichzeitig höhere Bilanzsum-
me verringerte sich die Eigenkapitalquote auf 19,1 % (2021 angepasst:
23,6 %).
Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten waren 2022 mit
202,2 Mio € (2021: 161,1 Mio €) deutlich höher. Die für die gesamten
verzinslichen Finanzverbindlichkeiten angefallenen Zinsen betrugen
13,3 Mio € (2021: 4,9 Mio €). Der Durchschnittszinssatz belief sich auf
3,5 % (2021: 1,5 %).
Die Bilanzkennzahlen des Rosenbauer Konzerns spiegeln die Struktur
des Geschäftes der Feuerwehrbranche wider. Durch die Abschichtung
der Minderheitsgesellschafter im US-Teilkonzern und die dafür erfolgte
Finanzierung erhöhte sich die Nettoverschuldung (der Saldo aus ver-
zinslichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wertpapie-
re) auf 319,9 Mio € (2021: 203,6 Mio €). Die Gearing Ratio stieg auf
171,8 % (2021 angepasst: 96,8 %).
Bilanzstruktur im Dreijahresvergleich (in Mio €)
202020212022 2020 20222021
AKTIVA PASSIVA
246,3
231,9
490,8
417,3
236,5
262,0
227,2
186,2
309,1
356,2
431,2
374,9
Anlagevermögen
Vorräte
Forderungen und
sonstiges Vermögen
Eigenkapital
1
Verzinsliche
Verbindlichkeiten
Rückstellungen,
Verbindlichkeiten und
sonstige Schulden
210,4
269,7
411,5
247,4
407,8
236,4
1
2021 angepasst; s. a.
Konzernabschluss S. 60
Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit war in 2022 mit -2,3 Mio €
(2021 angepasst: 143,0 Mio €) negativ. Diese Entwicklung ist im Wesent-
lichen auf die Erhöhung von Vorratsbeständen und Forderungen zurück-
zuführen.
Kennzahlen (in Mio €) 2020 2021 2022
Capital Employed
1
653,8 610,5 590,4
ROCE 8,8 % 5,7 % -1,8 %
ROE
2
21,3 % 13,6 % -15,1 %
1
Durchschnitt
2
Wert 2021 angepasst
Vermögensstruktur
Die finanzielle Situation des Rosenbauer Konzerns ist trotz schwieriger
Rahmenbedingungen weiterhin stabil. Die Bilanzsumme erhöhte sich ge-
genüber dem Vorjahr und betrug zum 31. Dezember 2022 973,6 Mio €
(2021: 891,6Mio€).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
15
Das langfristige Vermögen stieg bis zum Jahresende auf 268,7 Mio €
(2021: 258,8 Mio €). Die Nutzungsrechte, die seit 2019 aufgrund von
IFRS 16 „Leasingverhältnisse“ ebenfalls im langfristigen Vermögen bilan-
ziert werden, veränderten sich auf 34,0 Mio € (2021: 35,2 Mio €). Das
kurzfristige Vermögen belief sich auf 704,9 Mio € (2021: 632,8 Mio €).
Zum Jahresultimo 2022 betrug das Trade Working Capital 368,0 Mio €
(2021: 345,4 Mio €). Dieser Anstieg ist vor allem auf die größeren Vorräte
und die höheren Kundenforderungen mit 177,9 Mio € (2021: 159,0Mio €)
zurückzuführen.
Die kurzfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtsjahr
von 72,5 Mio € auf 118,8 Mio € zu.
Beschaffung, Logistik und Produktion
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Rosenbauer Konzerns ist es von Bedeutung,
nur mit den besten und innovativsten Lieferanten zusammenzuarbeiten.
Die breiten Anforderungen der Feuerwehren verändern sich permanent,
entsprechend flexibel müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf
reagieren können. Rosenbauer setzt gezielt auf eine enge und partner-
schaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern. Gemeinsam werden
Strategien zur Verbesserung der Kosteneffizienz, Optimierung der Logis-
tikkette, Erfüllung von Umweltaspekten bis hin zu innovativen Produkt-
lösungen entwickelt. Ziel der intensiven Zusammenarbeit ist es unter
anderem, neben der Nutzung des eigenen Wissens auch auf das Know-
how, die Kreativität und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität (59 % der Umsatzerlöse) und
einem damit korrespondierenden hohen Einkaufsvolumen ist die termin-
gerechte Versorgung der Produktion eine zentrale Herausforderung. Ein
Großteil des Rosenbauer Einkaufsvolumens wird in Europa, vor allem in
Österreich und Deutschland, beschafft, der Rest stammt überwiegend
aus den USA. Den größten Anteil am Konzern-Einkaufsvolumen haben
die Fahrgestelle. Sie sind für Rosenbauer im Regelfall ein durchlaufender
Posten. Fahrzeuge für den amerikanischen Markt sowie die komplette
PANTHER Reihe und der neue RT werden auf eigene Fahrgestelle aufge-
baut, die bei Rosenbauer Motors in Wyoming (Minnesota) und in Leon-
ding gefertigt werden.
Kostensteigerungen und Materialverfügbarkeit
Das Geschäftsjahr 2022 war durch massive Lieferkettenstörungen ge-
prägt. Zusammen mit der anhaltenden Coronakrise führte dies zunächst
zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Eine sich zum Anfang des
Kalenderjahres abzeichnende Entspannung wurde durch den Krieg in
der Ukraine Ende Februar beendet. Im Geschäftsjahr mussten signifi-
kante Preissteigerungen akzeptiert werden. Diese basierten auf Steige-
rungen bei Aluminium- und Stahlerzeugnissen, Kunststoffen sowie der
Logistik und Energie. Der Einkauf informierte frühzeitig und kontinuier-
lich über die aktuelle Marktsituation und die damit verbundenen Risiken.
Das Absichern von vertraglich vereinbarten Preisen und das Eingrenzen
von rasant steigenden Einkaufspreisen waren in diesem Geschäftsjahr
die Kernaufgaben. Gemeinsam mit der Logistik wurde die Sicherstellung
von Verfügbarkeiten zum zweiten wesentlichen Schwerpunkt. Die Bedar-
fe der Produktion konnten trotz aller Bemühungen nicht vollumfänglich
bedient werden.
Die größten Auswirkungen auf die Produktion bei Rosenbauer hatten Aus-
fälle bei den Lieferungen von Fahrgestellen. Der Stillstand der Produk-
tion von Kabelbäumen in der Ukraine löste erhebliche Verzögerungen bei
Chassis-Lieferungen aus. Nahezu alle Hersteller sind mit unterschiedlichen
Fehlteilen konfrontiert und reagieren mit kurzfristigen Umplanungen und
langen Lieferzeiten. Als Maßnahme wurden die Abstimmungen mit diesen
Herstellern noch intensiver gestaltet, um mehr Transparenz zu schaffen und
schrittweise Verbesserungen aus der Situation zu finden.
In der Logistik waren die Seehäfen stark ausgelastet. Auch die Verfügbar
-
keit von Containern und Transportgebinden war deutlich reduziert. Dies
führte zu längeren Wartezeiten und gestiegenen Kosten bei Transporten.
Gegen Jahresende waren erste Signale einer Entspannung bei der Trans
-
portlogistik spürbar. Dennoch wird die Verfügbarkeit der Verkehrsträger,
verstärkt durch einen LKW-Fahrermangel in Europa, weiter sensibel bleiben.
Ausblick
Nach zwei angespannten Jahren auf dem Beschaffungsmarkt gibt es ers-
te vorsichtige Zeichen für Besserungen im weiteren Verlauf des Jahres
2023. Die Lage bei der Belieferung mit Fahrgestellen war Anfang 2023
jedoch weiter unbefriedigend. Erste Preisrückgänge auf den Rohstoff-
märkten sowie ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum schaffen neue
Möglichkeiten, die Beschaffungssituation spürbar zu verbessern. Die
Nachwirkungen und Rückstände aus 2022 etwa bei den Fahrgestellen
und bestimmten Elektronikbauteilen werden aber noch sichtbar bleiben.
Nachtragsbericht
Der Rosenbauer Konzern war Ende Februar 2023 Ziel einer Cyber-
Attacke. Die notwendige umfangreiche Abschaltung der IT-Infrastruktur
haben die einzelnen Unternehmensbereiche in unterschiedlichem Aus-
maß betroffen und in der Produktion zu Stehzeiten bis zu zwei Wochen
geführt. Insbesondere die Organisation der internen Materialflüsse war
deutlich beeinträchtigt. Als Vorsichtsmaßnahme wurden sämtliche Ser-
ver und Endgeräte unter genauer Überwachung neu aufgesetzt und die
Sicherheitsstandards konzernweit angehoben. Per Mitte März 2023
stand die IT-Infrastruktur der Unternehmensgruppe wieder zur Verfü-
gung.
Neben der Cyber-Attacke sind nach dem Bilanzstichtag zum 31.Dezem-
ber 2022 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für die
Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage geführt hätten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
16
Weitere rechtliche Angaben
Nichtfinanzielle Erklärung/Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles unter-
nehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg im Ein-
klang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel zu wachsen ist
erklärtes Unternehmensziel. Dabei werden sämtliche relevanten Stake-
holder miteinbezogen und im direkten Dialog angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen Hand-
lungsschwerpunkte festgelegt. Neben der effizienten Nutzung von Res-
sourcen will Rosenbauer als Technologieführer mit zukunftsorientierten
Materialien Produkte schaffen, die den Kunden zum Schutz von Leben
und Infrastruktur dienen. Darüber hinaus hat Rosenbauer den Anspruch,
als Top-Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden eine ausgewogene Work-Life-
Balance zu ermöglichen und für sie eine moderne und vor allem sichere
Arbeitsumgebung zu schaffen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Klimastrategie samt Reduktionszie-
len für den Rosenbauer Konzern entwickelt und vom Vorstand geprüft
und freigegeben. Sie dient als Basis für die zukünftige verpflichtende
und vertiefende Berichterstattung. Weitere Informationen dazu im Nach-
haltigkeitsbericht 2022 ab Seite 26.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmensstrate-
gie; ihr Fundament sind die Rosenbauer Markenwerte. Aus Tradition neu-
gierig stellt sich Rosenbauer weltweit den Herausforderungen der moder-
nen Feuerwehren und geht selbstbewusst voran. Als ihr Partner arbeitet
Rosenbauer fokussiert an Produkt- und Servicelösungen, die den Alltag
der Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche Be-
stimmungen gebunden, sondern hat eigene Regeln wie den Code of Con-
duct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch in der
Abteilung Group Communication, Investor Relations & CSR angesiedelt
und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltigkeitsmanagements ist
es, in allen Geschäftsprozessen die Auswirkungen auf Umwelt und Ge-
sellschaft zu berücksichtigen und die ökonomischen mit den ökologisch-
sozialen Vorstellungen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dabei
arbeiten Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten eng zusam-
men. Zur Steuerung und jährlichen Überprüfung der Zielerreichung wer-
den sowohl quantitative als auch qualitative Messinstrumente eingesetzt.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich einen
Nachhaltigkeitsbericht, der über die Rosenbauer Website abgerufen
werden kann. Dieser wurde nach den „GRI-Standards“ (Global Reporting
Initiative) und nach den Anforderungen des österreichischen „NaDiVeG“
(Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz) erstellt und er-
scheint gemäß § 267a UGB und § 243b UGB als gesonderter nichtfi-
nanzieller Bericht. 2022 wurde der Bericht vom Aufsichtsrat geprüft und
freigegeben.
Für das Berichtsjahr 2022 unterliegt Rosenbauer der Berichterstattungs-
pflicht gemäß Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung. Rosenbauer ist für
dieses Berichtsjahr erstmalig verpflichtet, den Anteil der taxonomiekonfor-
men und nicht taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten am Gesamt-
umsatz, an den Investitions- und Betriebsausgaben sowie entsprechende
qualitative Informationen dazu offenzulegen. Weitere Informationen dazu
im Nachhaltigkeitsbericht 2022 von Rosenbauer ab Seite 15.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Management der COVID-19-Pandemie
Der seit Beginn der Pandemie installierte COVID-19-Krisenstab in der
Zentrale von Rosenbauer hat im Jahr 2022 seine Arbeit fortgeführt. Ta-
gesaktuell wurden Maßnahmenpläne erstellt, in verschiedene Sprachen
übersetzt und allen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt. Der
Fokus lag weiter darauf, das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Möglich-
keiten der Telearbeit für Büroangestellte wurden an die Gegebenheiten
angepasst. Aufgrund der Verfügbarkeit von Impfstoffen bot Rosenbauer
für beide Booster-Impfungen am Hauptstandort Leonding Impftermine
für Mitarbeitende und deren Angehörige an. Von dieser Möglichkeit ha-
ben in Summe zirka 200 Personen Gebrauch gemacht. Mit Jahresmitte
2022 hat der COVID-19-Krisenstab seine Tätigkeit wegen der allgemei-
nen Gesundheitslage ruhend gestellt.
Personalpolitik
Rosenbauer hat seine Personalpolitik an die wirtschaftlichen und ge-
sellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Wichtigste Ziele sind
die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in der
Öffentlichkeit, die Implementierung von modernen Führungsinstrumen-
ten in den operativen Prozessen, die Förderung von Internationalität und
Diversität in der Mitarbeiterstruktur sowie die Schaffung von Rahmen-
bedingungen für eine leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Beschäftigte nach Ländern 2022
13 % Rest der Welt
25 % Deutschland
22 % USA
40 % Österreich
Anzahl der Beschäftigten zum 31.12.
2022
2021
2020
1532.311 1.666
4.130
3.984
1572.306 1.521
4.078
1592.258 1.661
Arbeiter Angestellte Lehrlinge
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
17
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial kompetente
Mitarbeitende; es unterstützt diese gezielt bei der Weiterentwicklung
ihrer Fähigkeiten. Neben einem umfangreichen Qualifizierungsangebot
gibt es spezielle Programme für die Team- und Führungskräfteentwick-
lung. Zum Jahresende 2022 waren im Konzern 4.078 Mitarbeitende be-
schäftigt, um 1,3 % weniger als im Vorjahr. Zudem waren zum Jahres-
ultimo 2022 insgesamt 106 Leiharbeitskräfte (2021: 176) im Konzern
beschäftigt.
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeitenden ist eine der
wichtigsten Aufgaben des HR-Managements. Rosenbauer evaluiert lau-
fend das Angebot an Aus- und Weiterbildungsprogrammen und adap-
tiert es für gegebene strategische und organisationale Bedarfe. Diese
umfassen vor allem technische und betriebswirtschaftliche Trainings,
Seminare zur Verbesserung der Projektmanagement-Kompetenz, der
Verhandlungs- und Gesprächsführung sowie der sozialen Kompeten-
zen. Ein weiterer Schwerpunkt wird außerdem auf das Thema Gesund-
heit gelegt. Mit dem #StayHealthy Portfolio existiert ein breites An-
gebot zu den Themen allgemeine Gesundheit, Stressmanagement oder
Resilienz. Auch das Thema Diversity & Inklusion wird im Rahmen des
Aus- und Weiterbildungsprogramms behandelt und soll künftig noch
ausgeweitet werden.
Trotz der angespannten Gesamtsituation investierte der Konzern 2022
insgesamt 580 t€ (2021: 600 t€) in Aus- und Weiterbildungsmaßnah-
men. Im Jahr 2022 normalisierte sich die Lage hinsichtlich Covid-19
und es zeichnet sich ein Trend wieder in Richtung Normalbetrieb ab.
Dies ermöglichte die Ausweitung des Rosenbauer Customer Service
Excellence Programs auf internationaler Ebene, konkret nach Dubai.
Weitere bewährte Management-Programme konnten im Berichtsjahr
wieder wie gewohnt durchgeführt werden. Ergänzt wurde dieses An-
gebot 2022 erstmals um das „Operations Management Development
Program“ (O-MDP), das sich an Führungskräfte in Produktions- und
produktionsnahen Bereichen aller deutschsprachigen Konzerngesell-
schaften richtet. Das O-MDP orientiert sich dabei an bereits bestehen-
den Programmen und soll die Lücke zwischen Team Leader Program
und Management Development Program schließen.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen Stellen-
wert und wurde im Jahr 2022 weiter ausgebaut. 2022 standen 159
Lehrlinge in Ausbildung, die wichtigsten Lehrberufe waren Metalltech-
nik mit Schwerpunkt Maschinenbau, Mechatronik und Industriekauf-
leute. Ein besonderer Erfolg war die Gewinnung von weiblichen Auszu-
bildenden in technischen Berufen.
Weibliche Lehrlinge sollen weiterhin bevorzugt für technische Berufe
aufgenommen werden. Seit einigen Jahren steigt die Anzahl der weib-
lichen Lehrlinge in den Lehrberufen Mechatronik und Metalltechnik so-
wie der Produktionsmitarbeiterinnen stetig. Ende 2022 waren bereits
13,5 % (2021: 13,2 %) der Beschäftigten weiblich.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter die
gleichen Chancen einzuräumen – unabhängig von Abstammung, Alter,
Geschlecht, Kultur oder Herkunft. Um die Diversität zu fördern, hat
Rosenbauer 2022 die Initiative women@rosenbauer weitergeführt. Im
Vordergrund steht unverändert die Erhöhung der Frauenquote gene-
rell, besonders aber im Führungskreis der Rosenbauer International.
Entsprechende Maßnahmen werden seitens des Bereiches Human Re-
sources gemeinsam mit dem Frauennetzwerk erarbeitet und schritt-
weise umgesetzt.
In einem traditionell von Männern geprägten Berufsfeld sind gezielte
Maßnahmen zur Förderung von Frauen nötig. Women@rosenbauer zielt
vor allem auf die Vernetzung der Mitarbeiterinnen ab, auf gegenseitige
Unterstützung und Austausch. Mehrere Arbeitsgruppen haben an The-
men und deren wirksamer Umsetzung in der Organisation gearbeitet.
Dazu zählen beispielsweise eine intensivere Begleitung von Frauen und
Männern in Karenz (Elternzeit), eine interne Website mit Informationen
zum Thema Gleichstellung sowie diverse Veranstaltungen, um das Mit-
einander aller Mitarbeitenden zu verbessern. Als sichtbares Zeichen
der Wertschätzung für werdende Eltern wurde ein Baby-Startpaket ge-
schaffen, dass an allen Standorten verteilt werden soll.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Recruiting, der in
Zukunft explizit mehr Frauen für Rosenbauer gewinnen möchte, ins-
besondere in technischen Berufen. Es werden mehrere Maßnahmen
unterstützt, die Mädchen schon im Schulalter für die Technik begeis-
tern sollen. Im Jahr 2022 konnte das Rosenbauer Technical Trainee
Program erfolgreich gestartet werden. Unter dem Schwerpunkt „Wo-
men Wanted“ haben zwei top-qualifizierte Technikerinnen ihre Karriere
bei Rosenbauer begonnen.
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelis-
tet. Das Grundkapital der Rosenbauer International AG beträgt 13,6 Mio €,
eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen an-
teiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien
lauten auf Namen und 3.134.088 sind Inhaberaktien. Jede Rosenbauer
Aktie berechtigt zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 % der Anteile
an der Rosenbauer International AG. Die BVG hat die Übertragung ihrer
Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 % der Stimmen gebunden. Unter
Beachtung der Gleichbehandlung liegen bezüglich der Stimmrechte oder
der Übertragung von Aktien keine Beschränkungen vor, sofern der Anteil
an Inhaber aktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt
unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteiligungsverwal-
tung GmbH hält indirekt durchgerechnet 11,8 % der Anteile an der Rosen-
bauer International AG. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit besonderen
Kontrollrechten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aktien besitzen,
üben ihre Stimmrechte direkt aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die Bestimmungen
zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des
Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied des Vorstandes kann nur bestellt
werden, wer das 65. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht
vollendet hat. Die Bestellung einer Person zum Mitglied des Vorstandes,
die zum Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet hat,
ist jedoch dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss der Haupt-
versammlung die Zustimmung mit einfacher Mehrheit der abge gebenen
Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann nur gewählt werden, wer
das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht vollendet hat. Die
Wahl einer Person zum Mitglied des Aufsichtsrates, die zum Zeitpunkt der
Wahl das 70. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch zulässig, wenn
der entsprechende Beschluss in der Hauptversammlung mit einfacher
Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst wird.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Ent-
schädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft, ihren Vorstands-
und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist auf der
Website www.rosenbauer.com/de/at/group im Kapitel „Investor Rela-
tions“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
18
Risiken und Chancen
Risikomanagement
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit unterschied-
lichen Risiken und Chancen konfrontiert. Die kontinuierliche Identifizie-
rung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken und Chancen ist integ-
raler Bestandteil des Führungs-, Planungs- und Controlling-Prozesses.
Das Risikomanagement greift auf die im Konzern vorhandenen Organi-
sations-, Berichts- und Führungsstrukturen zurück und ergänzt diese um
spezifische Elemente, die zur ordnungsgemäßen Beurteilung erforder-
lich sind. Im Kern besteht das Risikomanagement bei Rosenbauer aus
fünf Elementen:

einem konzernweit gültigen Risikomanagement-Handbuch, das u. a.
sämtliche Definitionen und eine ausformulierte Risikostrategie be-
inhaltet,

einer definierten Organisationsstruktur mit Risikoverantwortlichen in
den als Risk Units definierten Areas, Tochtergesellschaften und Ab-
teilungen sowie einem zentralen Group Risk Manager,
 einer regelmäßigen Erfassung und Bewertung von Risiken und Chan-
cen in allen Risk Units,
 der Reporting-Struktur des Konzerns und

dem Risikobericht auf Konzernebene und Auswertungen auf der Ebe-
ne einzelner Risk Units.
Systematische Überwachung
Das Risikomanagement wird bei Rosenbauer in einem System abgebil-
det, das eine übersichtliche Darstellung der im Rosenbauer Konzern vor-
handenen Risiken und Chancen auf der Ebene der jeweiligen Risk Unit
ermöglicht. Die Identifikation und Erfassung der Geschäftsrisiken und
-chancen wird mittels eines strukturierten Prozesses zweimal jährlich
durchgeführt, bei dem die Risikoverantwortlichen durch den Group Risk
Manager begleitet und unterstützt werden.
Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt im Hinblick auf ihre Ein-
trittswahrscheinlichkeit und ihre allfällige Auswirkung auf das EBT. Als
Hilfestellung sind in einem Katalog zehn Kategorien mit Beispielen ange-
führt, in die die identifizierten Risiken und Chancen eingeordnet werden.
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforderlichen
Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen und die Instrumente zur Risiko-
bewältigung als definierte Maßnahmen abgeleitet und den jeweiligen
Risiken zugeordnet. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Risikover-
antwortlichen in den einzelnen Risk Units. Darüber hinaus werden die
Ergebnisse der Risikoinventur einmal jährlich an den Prüfungsausschuss
berichtet. Im Zuge dieses Termins werden auch die generelle Funktions-
fähigkeit und die Wirksamkeit des Systems beurteilt.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität und
Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern. Es besteht aus systema-
tisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen zur
Einhaltung von internen und externen Richtlinien sowie zur Abwehr von
Schäden, die beispielsweise durch ungeregelte oder unrechtmäßige
Handlungen verursacht werden können. Die Kontrollen sind direkt in die
unternehmerischen Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus er-
folgen prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der Kontrollen
durch die Interne Revision.
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen Re-
gelungen und Richtlinien dar. Dazu kommen die im Integrierten Manage-
mentsystem verankerten Prozessdarstellungen und hinterlegten Arbeits-
anweisungen. Im Rahmen von internen Audits wird kontrolliert, ob diese
Richtlinien eingehalten und die Prozesse sauber ausgeführt werden. Die
Ergebnisse werden dokumentiert, Empfehlungen abgeleitet und die ope-
rative Umsetzung wird überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist durch eine klare
Aufbau- und Ablauforganisation gekennzeichnet. Sämtliche Funktionen
sind eindeutig Personen (zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung oder im
Controlling) zugeordnet. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten
Mitarbeitenden erfüllen alle fachlichen Voraussetzungen. Bei den rele-
vanten Prozessen der Rechnungslegung wird, sofern es technisch bzw.
organisatorisch möglich ist, auf ein Vier-Augen-Prinzip geachtet. Bei den
verwendeten Finanzbuchhaltungssystemen handelt es sich überwiegend
um Standardsoftware, die gegen unbefugte Zugriffe geschützt ist. Auf
den Rechnungslegungsprozess bezogene wesentliche Bilanzierungs-
und Bewertungsgrundsätze sind in einem Konzernhandbuch verbindlich
festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen wird
regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätsprüfungen über-
prüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das konzernweite Cont-
rolling und Treasury. Detaillierte Finanzberichte werden auf Monats- und
Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich aktuell abrufbar, um Abweichun-
gen in der Ertrags- und Vermögenslage von den Planzahlen rasch identi-
fizieren und beheben zu können.
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben den
prozessorientierten Rahmenbedingungen vor allem ablauforientierte
Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen Einheiten umgesetzt
werden müssen. Die operative Verantwortung liegt bei den jeweiligen
Prozessverantwortlichen. Die Einhaltung des Rosenbauer Regelwerks
wird durch die Interne Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen
der einzelnen Bereiche überwacht.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
19
Erläuterung der Einzelrisiken
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erwärmung
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung einer externen Beratung eine
Analyse der klimabezogenen Risiken und Chancen durchgeführt. Dabei
wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial
Disclosures (TCFD) angewandt. Hier erfolgte in einem ersten Schritt
die Identifikation von jenen klimabezogenen Risiken und Chancen, die
für Rosenbauer potenziell finanziell relevant sein könnten. Diese identi-
fizierten klimabezogenen Risiken und Chancen wurden einer Bewertung
hinsichtlich ihrer finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und ihrer
Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen. Für das Berichtsjahr 2022 erga-
ben sich keine Änderungen. Rosenbauer wird die Entwicklung der klima-
politischen Rahmenbedingungen weiter beobachten und gegebenenfalls
die identifizierten Risiken und Chancen neu bewerten.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die physi-
schen Klimarisiken für die Rosenbauer Produktions- und Montagestand-
orte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene Chance der allgemein
zunehmende Bedarf an Brandschutzprodukten sowie die Chancen für
neue Rosenbauer Produkte und Services. Weiterführende Informationen
finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2022 von Rosenbauer ab Seite 12.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläufer und
reagiert erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24 Monaten auf kon-
junkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die Kunden überwiegend
aus dem öffentlichen Sektor kommen, ihre Beschaffungen langfristig pla-
nen und mit ihren Investitionen auch antizyklisch Impulse setzen wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen orien-
tiert sich Rosenbauer an den Annahmen führender Institu tionen über
die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern.
Auch nach Elementarereignissen und Naturkatastrophen wird verstärkt
in Feuerwehrtechnik investiert. Planbar sind diese Beschaffungen zwar
nicht, bieten aber immer wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feu-
erwehrausstatter. Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen
Branchenrisiken und nutzt Chancen durch rasches Reagieren auf Markt-
veränderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung abgelei-
tet und umfasst einen nach Regionen und Produkten gegliederten Ziel-
katalog, der als Steuerungsinstrument dient. So können Chancen und
strategische Risiken frühzeitig erkannt werden. Mit Produktionsstätten
auf drei Kontinenten und einem weltweiten Vertriebs- und Servicenetz
lassen sich Absatzschwankungen in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehr branche
herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die zunehmende Zentralisierung
des Beschaffungswesens bietet durch die Förderung eines fairen Wett-
bewerbs und transparentere Prozesse Chancen, birgt aber auch durch
die Bündelung der Beschaffung das Risiko, Großaufträge zu verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt- und Ab-
satzentwicklung in den einzelnen Ländern bzw. Areas und hat für jeden
Vertriebs- und Produktbereich klar definiert, wie dabei strategisch vorzu-
gehen ist und welche Wachstumsziele verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch oder
rechtlich veränderter Rahmenbedingungen ergeben, können kaum abge-
sichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen Abnehmer kommt
es allerdings nur in Ausnahmefällen zu Stor nierungen von Aufträgen.
Durch politische Krisen oder all fällige Embargobestimmungen kann der
Zugang zu bestimmten Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
In vielen Ländern herrschen strenge Regelungen hinsichtlich des Einsat-
zes von gefährlichen Substanzen. Die Nichteinhaltung der einschlägigen
Vorschriften kann mit erheblichen Strafen und Reputationsrisiken ver-
bunden sein. Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Lösch-
mitteln vor. Spezielle Vorkehrungen zur Vermeidung von gefährlichen
Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer begegnet
den strengeren Bestimmungen mit der Entwicklung von speziellen Zu-
mischsystemen und Werfern, die den Einsatz von fluorfreien Schaum-
mitteln ermöglichen und damit Umwelt und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesundheit
gefährden können, durch die laufende Überwachung der Risikoarbeits-
plätze sowie durch die Einhaltung lokaler Vorschriften entgegengetre-
ten. Weiterführende Informationen finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht
2022 von Rosenbauer ab Seite 40.
Betriebliche Risiken
Produktionsrisiken und -chancen
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinander setzung
mit den Risiken entlang der Wertschöpfungskette. Die potenziellen
Produktionsrisiken werden über eine Reihe von Kennzahlen (Produkti-
vität, Montage- und Durchlaufzeiten, Produktionsstückzahlen, Qualität,
Kosten etc.) permanent überwacht. Das zentrale Steuerungselement in
der Fahrzeugfertigung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende
Kalkulation“, bei der im Soll-Ist-Vergleich die Herstellkosten jedes Einzel-
auftrages überwacht werden. Zur Abfederung von Veränderungen in der
Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzernverbund
und vergibt Fertigungsaufträge auch an externe Partner. Dadurch wird
das Risiko einer Unterauslastung der Produktion im Falle eines deut-
lichen Marktrückganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der Produk-
tion ergeben können, werden durch entsprechende Produktionsausfalls-
versicherungen abgedeckt. Eine angemessene Versicherungsdeckung
besteht auch für Risiken im Zusammenhang mit Feuer, Explosionen und
ähnlichen elemen taren Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer lebt ein konsequentes Qualitätsmanagement nach ISO
9001 und beschreibt darin seine Prozesse und Abläufe. Das Manage-
mentsystem wird laufend auditiert und trägt wesentlich dazu bei, welt-
weit eine einheitlich hohe Produktqualität zu gewährleisten und die
Kundenzufriedenheit zu steigern. Moderne Entwicklungsmethoden, ein
gesteigertes Qualitätsbewusstsein sowie laufende Prozessoptimierun-
gen tragen ebenfalls zur Verringerung von Risiken bei.
Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern neben
dem Risiko managementsystem auch das Instrument der Produkthaft-
pflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit höchstmöglichem Kun-
dennutzen anbieten zu können, betreibt Rosenbauer ein systematisches
Innovationsmanagement und arbeitet in der Produktentwicklung eng mit
den Feuerwehren zusammen. Ein professionelles Produktmanagement
gibt die Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer Tech-
nologie-Roadmap werden Marktanalysen und Wirtschaftlichkeitsüber-
legungen miteinbezogen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
20
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der Personalba-
sis der Feuerwehren nach sich und stellt damit auch die Hersteller von
Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderungen. Frauen und ältere Men-
schen werden künftig vermehrt im Feuerwehrdienst tätig sein, Technik
und Ausrüstung müssen demnach so gestaltet werden, dass sie deren
Bedürfnissen in der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäf-
tigt sich im Innovations-, Technologie- und Wissensmanagement sowie
in der Produktentwicklung intensiv mit diesen Herausforderungen und
bindet die Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungs prozess
mit ein.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch anhaltend hohe Verfügbar-
keitsrisiken. Die COVID-19-Pandemie und Russlands Angriffskrieg auf
die Ukraine zeigten massive Auswirkungen auf die Materialversorgung.
Neben der Materialknappheit reichten auch die Produktionskapazitäten
der Lieferanten nicht aus, um die Bedarfe aller Kunden zu bedienen, so-
dass es immer wieder zu unvorhergesehenen Lieferengpässen kam.
Ein entscheidender Baustein für die Fahrzeugfertigung ist die termin-
gerechte Bereitstellung von Fahrgestellen. Die Versorgungssicherheit
durch die Fahrgestellhersteller war durch die mangelnde Verfügbarkeit
etwa von Kabelsträngen, Elektronikbauteilen sowie anderer Kompo-
nenten erheblich gestört. Durch wiederholte Bandstillegungen bei den
Herstellern von Chassis kam es zu deutlichen, oft in der Dauer schwer
einschätzbaren Terminverschiebungen und zu massiven Verlängerungen
der Lieferzeiten. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind weiterhin
spürbar.
Ausfallende Gaslieferungen aus Russland stellen ein generelles Risiko
vor allem für Mitteleuropa dar. Ein Rückgang der Gasversorgung und die
damit einhergehende drastische Verteuerung aller Energieträger würde
sich nicht nur auf die Produktionsstandorte von Rosenbauer auswirken,
sondern in erster Linie auch auf die Lieferanten von energieintensivem
Produktionsmaterial. In weiterer Folge wäre wohl mit weiteren Preisstei-
gerungen dieser Produktionsmaterialien zu rechnen.
Durch intensive Kontakte mit den Lieferanten konnte die Produktion an
den Standorten trotz Fehlteilen und eines hohen Nacharbeitsaufwands
weitgehend aufrechterhalten werden. Zukünftige Einkaufsrisiken werden
weiter intensiv beobachtet. In enger Zusammenarbeit zwischen Einkauf,
Logistik und Produktion werden Maßnahmen zur Steigerung der Resi-
lienz in den Lieferketten umgesetzt, wie beispielsweise gezielte Maß-
nahmen bei kritischen Lieferanten oder durch längerfristige Preis- und
Mengenabsicherungen bestimmter Rohmaterialien wie Aluminium oder
des Strom- und Gaspreises. Darüber hinaus wird die finanzielle Situation
der Lieferanten überwacht.
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyber-Risiko.
Unter diesem Begriff werden verschiedene Einzelrisiken zusammenge-
fasst, die aus einem potenziellen Cyber-Angriff resultieren können. Im
Wesentlichen sind das die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten (Aus-
spähen, Datenverlust), die Ver letzung der Integrität des IT-Systems oder
der Daten (Mani pulation durch Schadsoftware), die Verletzung der Ver-
fügbarkeit des IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im internen
Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und Ähnliches.
Um das Cyber-Risiko möglichst zu minimieren, legt Rosenbauer großes
Augenmerk auf eine sichere IT-Infrastruktur. Diesen Risiken wird durch
regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, den Einsatz von „State-
of-the-Art“ IT-Security-Systemen, modernen Datensicherungsmethoden
sowie durch strukturierte Zugangs- und Zugriffskontrollen begegnet. Die
Robustheit der Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte Angriffe
von außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flankierend
durch gezielte, regelmäßige IT-Security- und Datenschutz- Awareness-
Trainings der Mitarbeitenden unterstützt.
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im Wesentli-
chen aus Montagearbeiten und birgt daher kaum Umweltrisiken. Darüber
hinaus gelten für die Prozesse klare Umweltstandards und Anweisungen,
die in einem Umwelt manage mentsystem nach ISO 14001 dokumentiert
sind und laufend durch interne wie externe Audits überprüft und weiter-
entwickelt werden.
Im Zuge von wiederkehrenden Rundgängen und Audits werden regelmä-
ßig die Energieverbräuche betrachtet und energieintensive Prozesse hin-
terfragt. Durch die Umsetzung eines Energiemanagementsystems (ISO
50001) können so Verschwendungen identifiziert und Maßnahmen zu
ihrer Beseitigung festgelegt werden. Ebenso werden die gesamten Res-
sourceneinsätze aufgezeichnet und dadurch Abweichungen früh erkannt
sowie Energiekosten gespart.
Personelle Chancen und Risiken
Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt stellt auch für Rosenbauer
eine große Herausforderung bei der Suche nach qualifizierten Fachkräf-
ten dar. Durch die Etablierung einer erfolgreichen Arbeitgebermarke ist
es Rosenbauer möglich, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und
an das Unternehmen zu binden. Mit dem Slogan „Der Moment, in dem
Leben gerettet werden, beginnt mit Dir!“ wird deutlich, dass Arbeit bei
Rosenbauer Sinn stiftet. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen
anderen und leisten mit ihrem Tun einen wertvollen Beitrag in der Ge-
sellschaft.
Attraktive Arbeitszeitmodelle, vielfältige Gesundheitsmaßnahmen und
-aktivitäten sowie ein modernes Entgeltsystem sind ausgewählte Gründe
für die hohe Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden, die sich in niedriger
Fluktuation und hoher Resilienz niederschlägt.
Zur Absicherung der benötigten Fachkräfte für die Zukunft vor dem Hin-
tergrund volatiler Arbeitsmärkte kommt vor allem dem Lehrlingswesen
sehr große Bedeutung zu. Mittels der Initiative „women@rosenbauer“
wird Rosenbauer besonders für Frauen attraktiv. Vielfältige Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen es zusätzlich, die Mitarbei-
tenden im Unternehmen zu halten, zu qualifizieren und zu motivieren.
Neben einer Nachfolgeplanung der Schlüsselpositionen ist Rosenbauer
auch die laufende Weiterentwicklung der Führungskräfte sowie die Mög-
lichkeit einer internen Karrierelaufbahn wichtig.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften sind im
Rahmen der Geschäftstätigkeit mit rechtlichen Verfahren, Ansprüchen
und behördlichen Untersuchungen konfrontiert. Diese können unter
anderem die Produktsicherheit, Patente sowie andere Immaterialgüter-
rechte, Händler-, Lieferanten- und weitere Vertragsbeziehungen betref-
fen sowie zu wettbewerbsrechtlichen Verfahren führen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer
Deutschland GmbH wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Die in die-
sem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahres-
ende 2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung
von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg wurden eingeleitet und sind der-
zeit noch offen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
21
Die Rosenbauer International AG wurde Ende Jänner 2022 informiert,
dass im Zusammenhang mit einer Steuerfahndungsprüfung gegen einen
ehemaligen Geschäftsführer von Tochterunternehmen eine Steuerver-
bindlichkeit droht. Die Steuerverbindlichkeit bezieht sich dabei auf einen
Zeitraum, in dem die betroffenen Tochterunternehmen noch nicht im Ei-
gentum der Rosenbauer International AG standen. Ein Großteil der Steu-
ernachforderung wurde 2022 von der Tochtergesellschaft als Rechts-
nachfolgerin beglichen. Der im Vorjahr gebildete Rückstellungswert
aus diesem Sachverhalt reduzierte sich 2022 auf die erwarteten noch
offenen Beträge in Höhe von 0,4 Mio €. Rechtliche Schritte gegen den
ehemaligen Geschäftsführer und die vormalige Eigentümerin der Toch-
terunternehmen wurden eingeleitet und sind derzeit gerichtsanhängig.
Compliance-Risiken wird im Rahmen des Rosenbauer Compliance-
Managements begegnet. Regelmäßige Schulungen zielen darauf ab,
Compliance-relevanten Verstößen vorzubeugen. Für das Melden von
Verdachtsfällen in Bezug auf Kartellrecht, Korruption, Wirtschaftskrimi-
nalität, Diskriminierung oder auch sexuelle Belästigung steht allen Mit-
arbeitenden, Lieferanten und Geschäftspartnern seit Dezember 2021
eine anonyme Hinweisgeberplattform zu Verfügung.
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unternehmen
von großer Bedeutung. Die benötigten Betriebsmittel- und Investitions-
finanzierungen konnten sichergestellt werden. Die Finanzierungsverein-
barungen enthalten Financial Covenants, die einerseits eine Konzern-
eigenkapitalquote nach IFRS von mindestens 20 Prozent vorsieht und
andererseits festlegt, dass das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA
den Faktor 5 nicht übersteigen darf (Faktor 6 zum 31. Dezember 2023
und Faktor 5 in den fortfolgenden Geschäftsjahren). Die Nichteinhaltung
dieser Finanzkennzahlen berechtigen den Kreditgeber zur Kündigung
des jeweiligen Finanzierungsvertrags. Zum 31. Dezember 2022 wurden
die Financial Covenants ausgesetzt und müssen zum 31. Dezember
2023 wieder erfüllt werden.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen in der Rosenbauer Gruppe kurz-
fristige verzinsliche Verbindlichkeiten in Höhe von 118,9 Mio € (2021:
72,5 Mio €). Diese beinhalten neben Working Capital- bzw. Investitions-
krediten und Leasingverbindlichkeiten auch die laufenden ausgenutzten
Kontokorrentrahmen zum Bilanzstichtag. Wesentliche Refinanzierungen
sind im Geschäftsjahr 2023 nicht notwendig.
Details sind der Aufstellung der Finanzverbindlichkeiten in den Notes
unter Punkt D37. „Risikomanagement“ zu entnehmen.
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und währungsbe-
dingte Risiken, die durch den Einsatz entsprechender Sicherungsinst-
rumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine konzernweit geltende
Finanz- und Treasury-Richtlinie, welche Instrumente zulässig sind. Die
operativen Risiken werden durch derivative Finanzinstrumente wie zum
Beispiel Devisentermin geschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abge-
sichert. Diese Transaktionen werden ausschließlich zur Absicherung von
Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulationszwecken durch-
geführt. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführungen in den
Erläuternden Angaben im Konzernabschluss verwiesen.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können, werden
gering eingeschätzt, da der überwiegende Teil der Kunden öffentliche
Abnehmer sind. Es kommen unterschiedliche Möglichkeiten zur Zah-
lungsbesicherung wie beispielsweise Akkreditive und Eigentumsvorbe-
halte zum Einsatz. Bei Lieferungen in Länder mit einem erhöhten poli-
tischen oder wirtschaftlichen Risiko werden zur Absicherung staatliche
und private Exportversicherungen in Anspruch genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen, die von
den Kunden, den Märkten, vom wirtschaftlichen Umfeld und im interna-
tionalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt werden, auch künftig
zu erfüllen. Aus der Analyse der derzeit erkennbaren Einzelrisiken erge-
ben sich keine Anhaltspunkte, die– für sich genommen oder in Kombi-
nation mit anderen Risiken – den Fortbestand des Konzerns gefährden
könnten.
Dies gilt sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen wirtschaftli-
chen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant oder bereits einge-
leitet worden sind.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
22
Prognosebericht
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
1, 2
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zum Jahresbeginn seine Progno-
se für das Weltwirtschaftswachstum 2023 leicht angehoben. Er geht dem-
nach von einem Plus von 2,9 % an Stelle von bisher 2,7 % aus. Dieser Wert
liegt deutlich unter der Wachstumsrate des Vorjahres, die sich auf 3,4 % be
-
lief, und unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,8 % zwischen 2000 und
2019. Für 2024 wird eine weitere Erholung der weltweiten Konjunktur erwar
-
tet. Die globale Inflation soll heuer von 8,8 % auf 6,6 % zurückgehen.
Die projizierte, konjunkturelle Bodenbildung dieses Jahr geht auf eine
Reihe positiver Überraschungen zurück, allen voran die höhere Resilienz
zahlreicher Volkswirtschaften. Als Folge könnte die US-Wirtschaft 2023
um 1,4 % statt wie noch im Oktober angenommen um1,0 % wachsen, der
Euroraum um 0,7 % statt 0,5 % und Asien um 5,3 % statt 4,9 %. Ein ne-
gatives Wachstum des Welt-BIP, wie es oft mit einer globalen Rezession
einhergeht, wird nicht erwartet.
Das niedrige Wachstum spiegelt gleichzeitig die Leitzinsenerhöhungen
der Zentralbanken zur Bekämpfung der Inflation, insbesondere in den
entwickelten Volkswirtschaften, und den Krieg in der Ukraine wider. In
den Schwellen- und Entwicklungsländern sollte die rückläufige Wirt-
schaft bereits 2022 einen Boden gefunden haben. Im Zuge der Rück-
nahme seiner Null-Covid-Politik sollte sich das Wachstum Chinas be-
schleunigen. In 2024 werden sich dann laut IWF beide Ländergruppen
schrittweise weiter erholen.
Die Risiken für diese Prognose sind zwar seit der letzten Veröffent-
lichung im Oktober 2022 gesunken, überwiegen aber unverändert in
Richtung einer Verschlechterung des Szenarios. So könnte eine neuer-
liche Verschärfung der Gesundheitslage in China die Erholung bremsen,
der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine könnte eskalieren und die
weltweit strengeren Finanzierungsbedingungen könnten zu einer wei-
teren Schuldenkrise führen. Ungünstige Nachrichten von der Inflation
könnten neue Preise an den Finanzmärkten nach sich ziehen, während
eine fortschreitende geopolitische Fragementierung die wirtschaftliche
Entwicklung behindert. Zu einer Prognoseverbesserung würden ohne
Zweifel ein stärkerer Impuls von der angestauten Nachfrage in vielen
Ländern und ein rascherer Rückgang der Inflation beitragen.
1
IWF, World Economic Outlook, Update, 31. Jänner 2023.
2
Weltbank, Global Economic Prospects, 3. Februar 2023.
Perspektiven auf den Absatzmärkten
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit einem
Abstand von ein bis zwei Jahren. Die Nachfrage wird stark von Ländern
mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt. Aber auch ein er-
höhtes Sicherheitsbewusstsein nach Natur katastrophen und anderen
Elementarereignissen führt zu vermehrten Investitionen in Feuerwehr-
technik und -ausrüstung.
2023 sollte der globalen Feuerwehrbranche ein leichtes Wachstum mög-
lich sein. Insbesondere in den entwickelten Volkswirtschaften scheint
die Investitionsbereitschaft hoch, auch wenn die entsprechenden Bud-
getmittel für den Brand- und Katastrophenschutz vereinzelt einen Pla-
fond erreichen. Ausschlaggebend für die Produktion wird sein, wie lange
die Stabilisierung der Lieferketten dauert und ob die Energie- und Roh-
stoffpreise wie prognostiziert zurückgehen.
Der nordamerikanische Markt ist mit einer sehr dynamischen Nachfrage
in das neue Jahr gestartet. Dahinter stehen umfangreiche Förderpro-
gramme für den Katastrophenschutz und für die E-Mobilität, die auch
den Feuerwehren zugutekommen. Die Entwicklung des Branchenumsat-
zes wird gleichzeitig maßgeblich von der Verfügbarkeit von Vorproduk-
ten und Arbeitskräften abhängig sein. Die neuen Angebotspreise des
Marktes werden heuer vermutlich nur die Inflation ausgleichen können.
Anders als etwa in Europa stellt sich das Thema Energiekosten hier nicht.
Europas Feuerwehrmarkt kann 2023 mit stabilen Neubeschaffungen
rechnen. Trotz Preiserhöhungen und einiger zurückgestellter Projekte ist
in den Kernmärkten kein Nachfragerückgang bemerkbar, insbesondere
in der D-A-CH-Region ist die Beschaffungsintensität hoch. Viele dieser
Projekte beinhalten die Anschaffung von Waldbrandausrüstung und
-fahrzeugen, das Interesse an E-Mobilität nimmt zu. Geschwächt werden
könnte die Branchenentwicklung, wenn die Inflationsraten wieder stei-
gen sollten oder Förderungen nicht verlängert werden und sich dadurch
die Budgetsituation bei den Feuerwehren verschlechtert.
Die schwache Branchenkonjunktur auf den asiatischen Feuerwehr-
märkten wird sich im laufenden Jahr nur geringfügig verbessern. Da-
hinter stehen neben den vergleichsweise besseren Konjunkturaus-
sichten die Planung und Errichtung neuer Flughäfen bzw. Rollbahnen
sowie verschobene Ersatzbeschaffungen. Nichtsdestotrotz werden
die Marktvolumina weiterhin deutlich hinter den gewohnten Werten
zurückbleiben. 2024 könnte das Flughafengeschäft wieder Vor-Covid-
Niveau erreichen.
Für die Länder des Mittleren Ostens wird im laufenden Jahr angesichts
eines deutlich schwächeren Konjunkturausblicks für Saudi-Arabien und
einer gedrosselten Ölproduktion in der OPEC mit einer geringeren Nach-
frage gerechnet. Nichtsdestotrotz sollten im Industrie- und Flughafen-
geschäft attraktive Projekte entscheidungsreif werden. Neben einer
lokalen Fertigung wird dabei auch zunehmend auf alternative Fahrzeug-
antriebe ein Augenmerk gelegt.
Neuorganisation der Vertriebsregionen
Mit Jahresbeginn 2023 hat Rosenbauer seine Vertriebsregionen neu
geordnet. Ziel ist es, die Marktbearbeitung durch Synergien zu verein-
fachen. Zu diesem Zweck wurde die Area NISA (Nordeuropa, Iberien,
Südamerika, Afrika) als eigenständige Einheit aufgelöst und in die neu
formierten Vertriebsregionen Americas, Europe sowie Middle East & Af-
rica integriert.
Die skandinavischen und Benelux-Länder sowie England, Frankreich, Spa-
nien und Portugal wurden in die bisherige Area CEEU eingegliedert, die
jetzt alle europäischen Länder umfasst und in Area Europe umbenannt
wurde. Die von der Area NISA betreuten afrikanischen Länder wanderten
in die Area Middle East & Africa. Am afrikanischen Kontinent ist somit
nur mehr eine Area tätig. Die südamerikanischen Feuerwehrmärkte wur
-
den in die ehemalige NOMA eingebracht, die nun als Area Americas ganz
Nord- und Südamerika und die Karibik betreut. Die Area Asia-Pacific ist
von diesen organisatorischen Veränderungen nicht betroffen.
Amerika
Die Area Americas geht mit vollen Auftragsbüchern ins Jahr 2023. Die
Produktion ist bis zum Jahresende ausgelastet und konzentriert sich ak-
tuell darauf, nach den umfangreichen Lieferkettenstörungen den Output
zu steigern und den Auftragsbestand möglichst rasch abzubauen. Durch
die Preisqualität der 2022 abgeschlossenen Verträge soll sich die Er-
tragskraft im Jahresverlauf wieder verbessern.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
23
Um im Neufahrzeuggeschäft die Profitabilität zu erhöhen, werden Stan-
dardfahrzeuge, sogenannte Stock Trucks, aufgelegt, die mit kurzen Lie-
ferzeiten und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten
werden können. Dafür steht mit dem GENERAL eine neue, kostengünsti-
ge Variante des Rosenbauer Custom Chassis (COMMANDER, WARRIOR,
AVENGER) zur Verfügung, auf das rund 70 Prozent aller Fahrzeuge aus
US-Produktion aufgebaut sind.
Darüber hinaus werden der Komponenten- und Teileverkauf forciert, so-
wohl innerhalb der Rosenbauer Gruppe als auch bei Kunden und Part-
nern, um weitere Umsätze zu generieren und die Ertragsseite zu stärken.
Insbesondere die lateinamerikanischen Märkte sollen künftig vermehrt
mit Aufbauten und Kabinen im Baukastensystem beliefert werden, die
von qualifizierten Partnern endgefertigt und auf vor Ort beschaffte Chas-
sis montiert werden.
Nach der im Berichtsjahr erfolgten Übernahme der Anteile zweier Mit-
gesellschafter wird Rosenbauer America von einer Beteiligungsholding
zu einem schlagkräftigen Teilkonzern weiterentwickelt. Die Führungs-
mannschaft wurde neu aufgestellt, die Organisation entsprechend nach-
gezogen und verschlankt. Im heurigen Jahr geht es darum, diese neuen
Strukturen zu konsolidieren und Synergien zu heben.
Europa
Die Area Europe wird sich im Jahr 2023 einerseits auf ihre Kernmärkte so-
wie traditionelle Stärke im Normfahrzeuggeschäft konzentrieren und an-
dererseits das Nicht-Fahrzeuggeschäft ausbauen. Damit soll gemäß Kon-
zernstrategie bis 2030 deutlich mehr Umsatz und Ertrag erzielt werden.
Die Normfahrzeugmärkte sollen künftig verstärkt mit marktspezifisch
vorkonfigurierten Feuerwehrfahrzeugen beliefert werden, die Rosenbauer
industriell fertigen und den Kunden rasch zur Verfügung stellen kann.
Die Organisation der Area Europe wird folglich nach dem Vorbild der
Rosenbauer Österreich angepasst. Hier wurden bereits entsprechende
Ressourcen für einen verstärkten Verkauf von Ausrüstungsprodukten
geschaffen. Einen wichtigen ersten Schub erfuhr das Ausrüstungsge-
schäft durch die Eröffnung einer neuen, repräsentativen Niederlassung
in Palmiry nahe der polnischen Hauptstadt Warschau im Sommer 2022.
Mit der Integration der westeuropäischen Märkte der vormaligen Area
NISA sollen sich auch im Servicebereich konkrete Synergien realisieren
lassen. So kann das Rosenbauer Servicezentrum Nordrhein-Westfalen in
Deutschland künftig auch die Feuerwehren in den angrenzenden Bene-
lux-Ländern betreuen.
Wichtige Lead-Feuerwehren kommen 2023 als Kunden des RT hinzu: Im
April stellt die Berufsfeuerwehr Basel ihr erstes Fahrzeug in den Dienst,
die Berufsfeuerwehr Wien folgt im weiteren Jahresverlauf.
Insgesamt hat sich die Fehlteilesituation in der Fahrzeugfertigung zuletzt
deutlich entspannt, ohne jedoch auf Normalniveau zurückzukehren. Die
Bereitstellung von LKW-Chassis soll sich nach Spitzengesprächen zwi-
schen Rosenbauer und seinen Lieferanten ab dem 2. Quartal verbessern.
Internationales Exportgeschäft
Die Area Middle East & Africa wird 2023 ihr Erfolgsmodell aus dem arabi-
schen Raum auf Afrika ausweiten und sich auch dort vom Hardware-Lie-
feranten zum ganzheitlichen Feuerwehrdienstleister weiterentwickeln.
In Zukunft wird die Marktbearbeitung verstärkt mit All-in-Lösungen auf
der Basis standardisierter Fahrzeuge erfolgen, für die auch gleich der
Service übernommen wird und sinnvolle Ergänzungen aus den Produkt-
bereichen Ausrüstung und Digital Solution mit angeboten werden.
Darüber hinaus sollen in Afrika, so wie bisher in der vormaligen Area
MENA, geeignete Finanzierungsmodelle wie das Leasing von Einsatz-
fahrzeugen angeboten werden, wodurch Kunden sehr rasch zu Fahrzeu-
gen kommen können, ohne die Investition auf einmal tätigen zu müssen.
Die Fahrzeugfertigung im eigenen Montagewerk in der KAEC wird weiter
intensiviert, die Teile dafür kommen aus dem gesamten europäischen
und amerikanischen Produktionsportfolio.
Die Area Asia-Pacific wird heuer ihre Vertriebskraft auf jene Märkte fo-
kussieren, die intakte Chancen im Exportgeschäft bieten. Das sind nach
der Abschottung Chinas, des größten Einzelmarktes in der Region, allen
voran die ASEAN-Länder, Japan, Australien und Neuseeland. Rosenbauer
nutzt dabei seine Technologieführerschaft und liefert vor allem hoch-
wertige Flughafenlöschfahrzeuge aus der PANTHER-Baureihe oder Dreh-
leitern mit bis zu 64 m Rettungshöhe, beide aus europäischer Fertigung.
Die Einzelmärkte Hongkong und Singapur werden traditionell mit Fahr-
zeugen aus dem Werk Singapur versorgt. Der kommunale Feuerwehr-
markt in Australien wird künftig ebenfalls bedient. Da dies allerdings
ohne lokale Wertschöpfung nicht möglich ist, wurden zuletzt bei Rosen-
bauer Australia Montagekapazitäten geschaffen, die ab Mitte 2023 für
den Bau von Fahrzeugen der ET-Baureihe mit SKD-Sets aus Europa ge-
nutzt werden sollen.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuerwehr-
märkte sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen zu können. Ab-
hängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaffungs-
volumen erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten intensiviert.
Zum Bilanzstichtag verfügte der Konzern über einen sehr soliden Auf-
tragsbestand in Höhe von 1.469,7 Mio € (2021: 1.145,2 Mio €). Dieser
Wert liegt über einem Jahresumsatz, wobei enthaltene Ausrüstungspro-
dukte und Serviceumsätze wegen der kürzeren Lieferzeiten sowie größe-
re Fahrzeugaufträge mit Lieferzeiten von mehr als 2-3 Jahren gesondert
zu betrachten sind.
Innovationen und neue Produkte
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt Rosen-
bauer das Ziel, seine internationale Wettbewerbsposition zu stärken
und weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der Konzern intensiv mit
den weltweiten Megatrends wie der globalen Erwärmung, dem demo-
grafischen Wandel, der Urbanisierung und Digitalisierung sowie deren
Auswirkungen auf die Einsatzorganisationen und die Technik für Feuer-
wehren. Daraus leitet der Konzern konkrete Maßnahmen für die Produkt-
entwicklung ab.
So wurde beispielsweise im Jahr 2022 die Initiative „Green Energy on
Fire“ ins Leben gerufen, eine Netzwerk- und Wissensplattform für die
Energie- und Mobilitätswende bei den österreichischen Feuerwehren.
Hier tauschen sich Vertreter von Feuerwehren, der Energiewirtschaft, aus
Technologieunternehmen und der Politik über ihre Ansätze zur Reduktion
klimaschädlicher Treibhausgase und welche unterstützenden Maßnah-
men es dazu braucht, aus. Die wichtigsten Handlungsfelder werden in der
„Green Energy on Fire Map“ zusammengefasst und weiterbearbeitet.
Mit der Vorstellung eines kompletten Electric Line-up für den kommuna-
len Bereich auf der Interschutz in Hannover hat Rosenbauer einen wich-
tigen Grundstein für eine emissionsfreie Feuerwehr gelegt. Rosenbauer
wird diesen Weg auch 2023 konsequent weiterverfolgen. Neben den
bereits in Serie produzierten RT und RTX startete der Testbetrieb einer
elektrischen Drehleiter durch Schutz & Rettung Zürich. Die Erkenntnisse
daraus dienen als Basis für die Weiterentwicklung der L32A-XS electric
zur Serienreife.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuerwehr-
branche. Mit ständig neuen und attraktiven Produkten werden Wettbe-
werbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen erschlossen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
24
Investitionen und Kapazitäten
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systematisch
sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht diese nach Priorität. Für das
Jahr 2023 sind Investitionen in Höhe von unter 20 Mio € geplant. Das
liegt unter dem durchschnittlichen Investitionsniveau vor der COVID-19-
Pandemie (2020: 35 Mio €) und ist das Ergebnis der Restrukturierungs-
maßnahmen, die den Rosenbauer Konzern im Laufe des Jahres wieder in
die Gewinnzone führen sollen.
Zu den wichtigsten Investitionsvorhaben 2023 gehören
 der Bau eines neuen Betriebsgebäudes am Standort Singapur,
 der Kauf des bisher gemieteten Betriebsgebäudes am Standort
Gladbeck sowie
 die Erweiterung der Parkmöglichkeiten am Standort Luckenwalde.
Darüber hinaus soll der konzernweite Roll-out von SAP-S/4Hana wie ge-
plant fortgesetzt werden. Der damit steigende Digitalisierungsgrad von
Prozessen optimiert den konzernweiten Ressouceneinsatz.
Finanz- und Liquiditätslage
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen Finanzie-
rungsbedarf. Das liegt zum einen an langen Durchlauf zeiten insbesonde-
re in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an vergleichsweise niedrigen
Kundenanzahlungen. Der Konzern wirkt diesem Umstand mit gezielten
Maßnahmen entgegen, die die Optimierung der Auftragsabwicklung
zum Ziel haben.
Die Finanzierung von Rosenbauer wird über mehrere Banken und mit
unterschiedlichen Fristigkeiten sichergestellt. Die Finanzierungsstrate-
gie des Konzerns ist nach konservativen Grundsätzen ausgerichtet und
räumt einer gesicherten Liquidität sowie einer soliden Eigenmittelaus-
stattung einen hohen Stellenwert ein.
Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Rosenbauer hat im Berichtsjahr eine langfristige Konzernstrategie bis
2030 vorgelegt, die im Wesentlichen auf drei Säulen ruht: Technologie-
führerschaft, Kundenverbundenheit und operationelle Exzellenz. Diese
sieht für das Jahrzehnt weiteres Wachstum und den Ausbau von Markt-
anteilen ebenso vor wie die Transformation der Unternehmensgruppe
und der Industrie in Richtung mehr Nachhaltigkeit.
Angesichts höchst unsicherer Produktionsbedingungen in Form von
wiederkehrenden und wechselnden Versorgungsengpässen sowie Kos-
tensteigerungen bei Vorprodukten, Rohmaterialien und Energie wird der
Konzernvorstand auch im laufenden Geschäftsjahr seinen Fokus weiter
auf operationelle Exzellenz und Effienzsteigerung im Kerngeschäft legen.
Dazu hat er unter breiter Beteiligung des mittleren Managements ein um-
fassendes Restrukturierungsprogramm mit dem Titel „Refocus, Restart“
entwickelt, das kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Herstellkosten-
reduktion und Abhärtung des Geschäftsmodells umfasst. Die Wertana-
lyse und Anpassung bestehender Produkte oder die Einführung eines
dynamischen Preismodells, das so starke Umfeldveränderungen wie im
Vorjahr integrieren kann, sind unter anderem Teile dieses Programmes.
Damit verfügt Rosenbauer über sehr gute Voraussetzungen, das Jahr
2023 trotz der volatilen Rahmenbedingungen erfolgreich zu meistern.
Umsatz- und Ertragslage
Die Erhöhung der Leitzinsen im Kampf gegen die Inflation und der An-
griffskrieg Russlands gegen die Ukraine haben zum Jahresbeginn 2023
die wirtschaftliche Aktivität belastet. Ökonomen rechnen daher für das
laufende Jahr mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 %, was
deutlich unter dem Vorjahreswert liegt.
Die Feuerwehrindustrie, deren Auftragsbücher prall gefüllt sind, ist
ein Spätzykliker. Während sie bei der Nachfrage auch heuer von einer
leichten Steigerung ausgehen kann, wird der tatsächliche Branchen-
umsatz von der weiteren Entwicklung der internationalen Lieferketten
abhängig sein. Die für das Ausschreibungsgeschäft im öffentlichen Be-
reich üblichen Fixpreisvereinbarungen werden gleichzeitig die Profita-
biltät aller Marktteilnehmer belasten.
Nach einem Rekordauftragseingang 2022 ist der Rosenbauer Konzern
mit einem soliden Auftragsbestand deutlich über einem Jahresumsatz
und viel Zuversicht in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Unter der
Annahme einer weiteren Verbesserung der Bereitstellung von LKW-
Chassis erwartet der Konzernvorstand von Rosenbauer für 2023 einen
Umsatz von über 1 Mrd €. Die EBIT-Marge soll sich um etwa 4 Prozent-
punkte gegenüber dem Berichtsjahr verbessern.
Leonding, am 6. April 2023
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzern lagebericht | Konzern abschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
25
236
HANDELSPARTNER
84 %
EXPORTQUOTE
27 Konzern-Bilanz
28 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
29 Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs
30 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
31 Konzerngeldflussrechnung
32 Erläuternde Angaben
KONZERN-
ABSCHLUSS
26
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
27
Konzern-Bilanz
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Erläuterung 01.01.2021 31.12.2021
VERMÖGEN (in T€)Nr.angepasstangepasst31.12.2022
A. Langfristiges Vermögen
I.Sachanlagen(D1)157.020162.073155.920
II.Immaterielle Vermögenswerte(D1)38.33946.40954.083
III.Nutzungsrechte(D1)32.17735.20734.032
IV.Wertpapiere(D2)760655685
V.Anteile an equity-bilanzierten
Unternehmen(D3, D4)3.6223.0901.585
VI. Aktive latente Steuer(D5)5.56111.35422.402
237.480258.789268.707
B. Kurzfristiges Vermögen
I.Vorräte(D6)417.302407.754490.763
II.Forderungen und sonstige
Vermögenswerte(D7)236.685159.040177.949
III.Forderungen aus Ertragsteuern676529542
IV. Kassenbestand und kurzfristige
Finanzmittel(D8)19.01565.45035.601
673.678632.773704.855
Summe VERMÖGEN911.157891.562973.562
Erläuterung 01.01.2021 31.12.2021
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN (in T€)Nr.angepasstangepasst31.12.2022
A. Eigenkapital
I.Grundkapital(D9)13.60013.60013.600
II.Kapitalrücklagen(D9)23.70323.70323.703
III. Andere Rücklagen(D9)–1.456–27121.247
IV.Kumulierte Ergebnisse(D9)175.154169.770125.528
Den Aktionären des Mutterunter-
nehmens zurechenbares Eigenkapital211.001206.801184.078
V.Anteile ohne beherrschenden Einfluss(D10)3.6413.6172.099
Summe Eigenkapital214.642210.418186.177
B. Langfristige Schulden
I.Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten(D11)219.719161.082202.234
II.Langfristige Leasingverbindlichkeiten28.02430.48328.648
III. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten(D12)2.0361.3271.784
IV.Langfristige Rückstellungen(D13)34.09332.36524.552
V.Passive latente Steuer(D5)2.1953.1345.269
286.067228.391262.487
C. Kurzfristige Schulden
I.Kündbare Anteile ohne beherrschenden
Einfluss(D14)67.89482.26913.517
II.Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten(D15)56.40272.505118.805
III. Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten4.9755.6326.543
IV.Vertragsverbindlichkeiten(D16)135.501130.598190.505
V.Lieferverbindlichkeiten(D17)49.48563.89478.753
VI. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten(D18)71.97271.00786.109
VII. Steuerschulden(D19)7.8749.4385.757
VIII. Sonstige Rückstellungen(D20)16.34517.41024.909
410.448452.753524.898
Summe EIGENKAPITAL UND SCHULDEN911.157891.562973.562
28
in T€Erläuterung Nr.20212022
1. Umsatzerlöse(D21)975.110972.245
2. Umsatzkosten(D22)–818.646–843.344
3. Bruttoergebnis156.464128.901
4. Sonstige Erträge(D26)9.01610.176
5. F&E, Produktmanagement(D23)–15.381–25.315
6. Vertriebsaufwendungen(D24)–62.685–61.691
7. Verwaltungsaufwendungen(D25)–51.051–60.710
8. Sonstige Aufwendungen(D27)–1.337–1.915
9. Operatives Ergebnis (EBIT)35.026–10.554
10. Zinsen und ähnliche Erträge(D30)6164.116
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen(D31)–6.156–17.969
12. Anteil am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen(D3, D4)–615–5.744
13. Finanzergebnis–6.155–19.597
14. Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)28.871–30.151
15. Ertragsteuern(D32)–5.6557.804
16. Periodenergebnis23.216–22.347
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss7.7831.912
davon Aktionäre des Mutterunternehmens15.433–24.259
Durchschnittliche Zahl ausgegebener Aktien(E5)6.800.0006.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie(E5)2,27–3,57
Verwässertes Ergebnis je Aktie(E5)2,27–3,57
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
29
in T€Erläuterung Nr.20212022
Periodenergebnis23.216–22.347
Neubewertungen gemäß IAS 19(D13)9384.341
darauf entfallende latente Steuern–201–1.191
Änderung des beizulegenden Zeitwerts finanzieller Verbindlichkeiten, die auf eine Änderung des Ausfallsrisikos zurückzuführen ist01.128
darauf entfallende latente Steuern0–259
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen, die anschließend nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden.7374.019
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung6.87110.673
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung von equity-bilanzierten Unternehmen(D3)1214.239
Gewinne / Verluste aus Cashflow Hedge(D37c)
Veränderung der unrealisierten Gewinne / Verluste–1.6511.999
darauf entfallende latente Steuern437–452
Realisier te Gewinne / Verluste–3.7321.782
darauf entfallende latente Steuern933–446
Summe der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen, die anschließend in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.2.98017.796
Sonstiges Ergebnis3.71621.815
Konzerngesamtperiodenerfolg nach Ertragsteuern26.932–532
davon entfallen auf:
Anteile ohne beherrschenden Einfluss10.3142.209
Aktionäre des Mutterunternehmens16.619–2.741
Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
30
1)
Die Eröffnungswerte wurden nach IAS 8 angepasst. Siehe Punkt A4.
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbar
Andere Rücklagen
Anteile ohne
Währungs- Neubewertungen Zeitwert- Hedging kumulierte beherrschenden Konzern-
in T€Erläuterung Nr.Grundkapital Kapitalrücklageumrechnunggemäß IAS 19rücklage RücklageErgebnisse ZwischensummeEinflusseigenkapital
Stand 01.01.202213.60023.7036.635–5.6390–1.268169.770206.8013.617210.418
Sonstiges Ergebnis0014.6163.1508692.884121.51929721.815
Periodenergebnis000000–24.259–24.2591.912–22.347
Konzerngesamtperiodenerfolg0014.6163.1508692.884–24.258–2.7402.209–532
Erwerb Anteile nicht beherrschender
Gesellschafter(B1)–12.409–12.409–1.781–14.190
Veränderung von kündbaren Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss(D14)000000–1.454–1.4542.6321.179
Ausschüttung(D9) (D10)000000–6.120–6.120–4.578–10.698
Stand 31.12.202213.60023.70321.251–2.4898691.616125.529184.0792.099186.177
Stand 01.01.2021 1)13.60023.7032.175–6.37602.745184.154220.0027.167227.168
Anpassung000000–9.000–9.000–3.526–12.526
Stand 01.01.2021 angepasst13.60023.7032.175–6.37602.745175.154211.0023.641214.643
Sonstiges Ergebnis004.4617370–4.01311.1862.5313.716
Periodenergebnis00000015.43315.4337.78323.216
Konzerngesamtperiodenerfolg004.4617370–4.01315.43416.61910.31426.932
Veränderung von kündbaren Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss(D14)000000–10.619–10.619–3.697–14.316
Ausschüttung(D9) (D10)000000–10.200–10.200–6.641–16.841
Stand 31.12.2021 angepasst13.60023.7036.635–5.6390–1.268169.770206.8013.617210.418
31
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Konzerngeldflussrechnung
in T€Erläuterung Nr.2021 angepasst2022
Ergebnis vor Ertragsteuern28.871–30.151
+ Abschreibungen(D29)28.80229.418
+ Verluste / Gewinne aus equity-bilanzierten Unternehmen(D3, D4)6145.744
- Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren(D26)–357–1.310
+ Zinsaufwendungen(D31)6.15519.662
- Zinsertrag und Wertpapiererträge(D30)–617–5.819
± Veränderung von Vorräten(D6)22.176–73.054
± Veränderung von Forderungen aus Leistungen und Auftragsfertigungen(D7)62.616–10.239
+ Veränderung der sonstigen Forderungen16.0362.499
± Veränderung von Lieferverbindlichkeiten / Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten–3.05765.658
± Veränderung von sonstigen Verbindlichkeiten–4.92412.416
± Veränderung von Rückstellungen (ohne Rückstellungen von Ertragsteuern)–5752.091
Aus laufender Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Zahlungsmittel155.74016.915
- Gezahlte Zinsen–5.950–19.405
+ Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge6135.819
+ Erhaltene Dividenden von equity-bilanzierten Unternehmen(D3, D4)380
- Gezahlte Ertragsteuern–7.481–5.658
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit142.960–2.328
- Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren(D33)–30.381–20.204
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren2.5063.115
- Auszahlungen aus der Aktivierung von Entwicklungskosten(D1)–7.704–6.247
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit–35.579–23.336
- Auszahlungen aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss2.103–82.034
- Gezahlte Dividenden(D9)–10.200–6.120
- Ausbezahlte Gewinnanteile an Anteilen ohne beherrschenden Einfluss(D10)–6.641–4.578
+ Aufnahme von verzinslichen Verbindlichkeiten48.52199.233
- Tilgung von verzinslichen Verbindlichkeiten–92.197–12.541
- Tilgung von Leasingverbindlichkeiten–6.012–6.074
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit–64.426–12.114
Nettoveränderung der liquiden Mittel42.955–37.778
+ Liquide Mittel am Beginn der Periode(D8)19.01565.450
+ Anpassung aus der Währungsumrechnung3.4807.929
Liquide Mittel am Ende der Periode(D8)65.45035.601
32
A. Allgemeine Angaben
A1. Informationen zum Unternehmen und
Grundlagen der Abschlusserstellung
Der Rosenbauer Konzern ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Sitz der obersten Mutterge-
sellschaft, Rosenbauer International AG, in Österreich. Der Schwerpunkt umfasst die Produktion von Feuer-
wehrfahrzeugen, die Entwicklung und Fertigung von Feuerlöschsystemen, die Ausrüstung von Fahrzeugen
und Mannschaften sowie den vorbeugenden Brandschutz. Die Konzernzentrale befindet sich in 4060 Leonding,
Paschinger Straße90, Österreich. Die Gesellschaft ist beim Landesgericht Linz unter der Firmenbuchnummer
FN 78543 f registriert und notiert im Prime Market der Wiener Börse.
Der vorliegende Konzernabschluss der Rosenbauer International AG und ihrer Tochtergesellschaften zum
31.Dezember 2022 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie
sie von der EU übernommen wurden, erstellt und wird voraussichtlich im April 2023 durch Übermittlung vom
Vorstand an den Aufsichtsrat zur Veröffentlichung freigegeben. Darüber hinaus sind die zusätzlichen Anforde-
rungen des § 245a Abs. 1 UGB erfüllt worden.
Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Mutterunternehmens, der Rosenbauer International AG, auf-
gestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Jahresabschlüsse der einzelnen in den Konzern-
abschluss einbezogenen in- und ausländischen Gesellschaften werden zum Stichtag des Konzernabschlusses
aufgestellt.
Im Konzern erfolgen die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien und unter der Prämisse der
Unternehmensfortführung. Durch die COVID-19-Krise und die Ukraine-Krise kam es dadurch auch zu keiner
anderen Einschätzung. Die Effekte der COVID-19-Krise und der Ukraine-Krise sind unter Punkt D 34. darge-
stellt.
Die Gliederung der Konzernbilanz wird gemäß IAS 1 nach Fristigkeiten vorgenommen. Vermögenswerte und
Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach
dem Bilanzstichtag realisiert oder ausgeglichen werden. Die Konzern-Gewinn- und Verlust Rechnung ist nach
dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, die Werte in den Erläuternden Angaben erfolgen in
tausend Euro, sofern nichts anderes angegeben ist. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen
und Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprin-
zips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvesti-
tionen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.
A2. Auswirkungen von neuen Rechnungs legungsstandards
Neue, überarbeitete bzw. ergänzte Standards
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine neuen, überarbeiteten bzw. ergänzten Standards des IASB mit Auswir-
kungen auf den Rosenbauer Konzernabschluss erstmalig angewendet.
Folgende neue, überarbeitete beziehungsweise ergänzte Standards haben keine Auswirkung auf den Konzern-
abschluss der Rosenbauer International AG:
Standards / Interpretationen
Verpflichtende
Anwendung in der EU
Amendments to IFRS 3, Business Combinations 1. Jänner 2022
Amendments to IAS 16 Property, Plant and Equipment 1. Jänner 2022
Amendments to IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and Contingent Assets 1. Jänner 2022
Amendments to Annual Improvements 2018-2020 1. Jänner 2022
Erläuternde Angaben
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
33
A3. Künftige Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden durch
neue Rechnungslegungsstandards
Zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Abschlusses zur Veröffentlichung waren neben den vom Konzern bereits
angewandten Standards und Interpretationen die folgenden Standards und Interpretationen bereits veröffent-
licht, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden beziehungsweise nicht von der Europäischen Kommission
übernommen worden. Der Konzern beabsichtigt, diese neuen oder geänderten Standards ab dem Zeitpunkt
des angegebenen verpflichtenden Inkrafttretens anzuwenden.
Aus den Änderungen der nachfolgenden Standards/Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkun-
gen auf den Konzernabschluss der Rosenbauer International AG erwartet.
Verpflichtende Anwendung
Standards / Interpretationen
IAS 12 Income Taxes: Deffered Tax realted to Assets and Liabilities arising from
a Single Transaction (Veröffentlichung Mai 2021) 1. Januar 2023
Amendment to IAS 1 Presentation of Financial Statements: Classification of
Liabilities as Current or Non-current (Veröffentlichung Jänner 2020) and
Classification of Liabilities as Current or Non-current – Defferal of Effective
Date (Veröffentlichung Oktober 2022) 1. Januar 2024
Amendments to IFRS 17 Versicherungsverträge:
Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen
(Veröffentlichung: Dezember 2021) 1. Januar 2023
IFRS 17 Insurance Contracts (Veröffentlichung Mai 2017),
including Amendments to IFRS 17 (Veröffentlichung Juni 2020) 1. Januar 2023
Amendment IAS 8 Accounting policies, Changes in Accouting Estimates and
Errors (Veröffentlichung: Februar 2021) 1. Januar 2023
Angabe von Rechnungslegungsmethoden, Änderungen an IAS 1 und IFRS
Practice Statement 2 (Veröffentlichung Februar 2021) 1. Januar 2023
Amendments to IAS 1 Presentation of Financial Statements and IFRS Practice
Statement: Disclosure of Accounting policies (Veröffentlichung: Februar 2021)
- noch nicht endorsed 1. Januar 2023
Amendments to IFRS 16 Leases: Lease Liabilities in a Sale and Leaseback
(Veröffentlichung: September 2022) - noch nicht endorsed 1. Januar 2024
A4. Fehlerkorrektur gemäß IAS 8
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss (Fehlerkorrektur)
Im Zusammenhang mit der Neuorganisation der amerikanischen Beteiligungen wurde festgestellt, dass auch
in der Rosenbauer Aerials LLC, Nebraska, USA, in dem derzeitig gültigen Gesellschaftervertrag („Operating
Agreement“) eine Klausel enthalten ist, die eine unbedingte Zahlungsverpflichtung der Rosenbauer Gruppe
auslöst, sobald der Minderheitsgesellschafter seine Anteile andient. Entsprechend IAS 32 ist daher eine Ver-
bindlichkeit anzusetzen und der Minderheitenanteil nach IFRS 10 auszubuchen. Die Verbindlichkeit ist nach
IFRS 9 zum Bilanzstichtag zu bewerten, als wäre die Option zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausgeübt worden.
Für Rosenbauer handelt es sich weiterhin wirtschaftlich um einen Minderheitenanteil, da sowohl die Dividen-
denansprüche als auch das Wertänderungsrisiko vorwiegend beim Minderheitsanteilseigner verbleiben. Aus
diesen Gründen wird die Wertänderung der Verbindlichkeit durch eine Umbuchung direkt vom Eigenkapital in
die Verbindlichkeit erfasst. In der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung wird aber der Minderheitenanteil wei-
terhin unverändert nach IFRS 10 behandelt. Dies entspricht der Methode der teilweisen Erfassung des Anteils
ohne beherrschenden Einfluss („Partial recognition of NCI“).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
34
Beide Effekte wurden korrigiert, indem die betroffenen Posten des Abschlusses für die Vorjahre entsprechend angepasst wurden:
01.01.2021 Kündbare Anteile 01.01.2021
Konzernbilanz veröffentlicht Veränderung angepasst
Kumulierte Ergebnisse 184.152 –8.998 175.154
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 219.999 –8.998 211.001
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 7.167 –3.526 3.641
Summe Eigenkapital 227.166 –12.524 214.642
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss 55.370 12.524 67.894
Kurzfristige Schulden 397.924 12.524 410.448
Summe Eigenkapital und Schulden 911.157 - 911.157
31.12.2021 Kündbare Anteile 31.12.2021
Konzernbilanz veröffentlicht Veränderung angepasst
Kumulierte Ergebnisse 180.784 –11.015 169.770
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital 217.816 –11.015 206.801
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 7.297 –3.680 3.617
Summe Eigenkapital 225.113 –14.695 210.418
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss 67.574 14.695 82.269
Kurzfristige Schulden 438.058 14.695 452.753
Summe Eigenkapital und Schulden 891.562 - 891.562
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
35
B. Konsolidierungsgrundsätze
B1. Konsolidierungskreis
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in der Aufstellung der Beteiligungsgesellschaf-
ten (siehe Punkt E3. „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“) angeführt.
Tochterunternehmen
Tochterunternehmen sind vom Mutterunternehmen beherrschte Beteiligungsunternehmen. Das Mutterunter-
nehmen beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn es schwankenden Renditen aus seinem Engagement
bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese
Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens
zu beeinflussen.
Das Mutterunternehmen nimmt eine Neubeurteilung vor, ob es ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder
nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten
Kriterien der Beherrschung verändert haben.
Wenn das Mutterunternehmen keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so wird das Beteiligungsunternehmen
trotzdem beherrscht, wenn es über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des Be-
teiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei jenen Tochterunternehmen, bei denen die Rosenbauer
International AG direkt oder indirekt über nicht mehr als die Hälfte der Stimmrechte verfügt, besteht eine
vertraglich abgesicherte Beherrschungsmöglichkeit.
Dementsprechend sind neben dem Mutterunternehmen unter Anwendung von IFRS 10 fünf inländische (Vor-
jahr: 5) und 25 (Vorjahr: 25) ausländische Tochterunternehmen einbezogen, die unter der rechtlichen und
faktischen Kontrolle der Rosenbauer International AG stehen.
Ein Tochterunternehmen wird zu dem Zeitpunkt, an dem das Mutterunternehmen die Beherrschung erlangt,
bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet, in den Konzernab-
schluss einbezogen. Alle einbezogenen Tochterunternehmen werden vollkonsolidiert.
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (equity-bilanzierte Unternehmen)
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Beteiligungsunternehmen, auf das das Mutterunternehmen einen maß-
geblichen Einfluss hat. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen
Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder
Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.
Ein Gemeinschaftsunternehmen stellt eine Unterkategorie von gemeinsamen Vereinbarungen im Sinne des
IFRS 11 dar, das von den beteiligten Parteien gemeinschaftlich geführt wird und bei dem die beteiligten Partei-
en ein Anrecht auf dessen Nettovermögenswerte haben. Eine gemeinschaftliche Führung setzt eine vertraglich
geregelte Aufteilung der Beherrschung über die Vereinbarung voraus und liegt nur dann vor, wenn es für die
Durchführung der relevanten Tätigkeiten der einstimmigen Zustimmung der beteiligten Parteien bedarf.
Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Me-
thode bilanziert und im Zuge der Erstbewertung mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. In der Folge erhöht
oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil am Gewinn und Verlust und am sons-
tigen Ergebnis der equity-bilanzierten Unternehmen. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten der
„at equity“ bilanzierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbes an in der Gewinn- und Verlustrechnung
im Finanzergebnis erfasst.
Im Vorjahr wurden nach der Equity-Methode der Anteil an dem assoziierten Unternehmen in Russland (PA
„Fire-fighting special technics“ LLC.; Rosenbauer-Anteil 49 %) sowie der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen
Rosenbauer Ciansa S.L. (Rosenbauer-Anteil 50 %) bilanziert. Im Geschäftsjahr wurde das assoziierte Unterneh-
men in Russland (PA „Fire-fighting special technics“ LLC.) entkonsolidiert.
Vollkonsolidierte
Unternehmen
„At equity“ konsolidierte
Unternehmen
2021 2022 2021 2022
Stand am 01.01. 29 31 2 2
Gründungen 3 0 0 0
Verschmelzung 1 0 0 0
Abgänge 0 0 0 1
Stand am 31.12. 31 31 2 1
Unternehmenserwerbe, Umgründungen und Unternehmensabgänge
Am. 20. April 2022 erfolgte das Closing zur Aufstockung der Beteiligung an der Rosenbauer Espanola S.A.,
so erwarb die Rosenbauer International AG einen zusätzlichen Anteil von 17,7 % an der Rosenbauer Espanola
von einem Miteigentümer und hält nunmehr 79,8 % am Eigenkapital der spanischen Tochtergesellschaft. Der
Kaufpreis betrug 700 t€. Das Unternehmen hat im Jahr 2021 einen Umsatz von 14,1 Mio € erzielt.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
36
Am. 29. April 2022 sowie am 30. Juni erfolgte das Closing zur Aufstockung der Beteiligung an der Rosenbauer
America LLC, dabei wurden jeweils weitere 25 % von zwei Minderheitsgesellschafter erworben.
Dadurch steigt der Anteil am US-Geschäft von Rosenbauer von 50 % auf 100 %. Der Kaufpreis entspricht dem
im 1. Quartal in US-Dollar bilanzierten Wertes der kündbaren Anteile ohne beherrschenden Einfluss. Der Ver-
kauf ist in der Konzerngeldflussrechnung in der Zeile Auszahlungen aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherr-
schenden Einfluss dargestellt, Differenzen zu dem bilanzierten Wert im 1. Quartal resultieren im Wesentlichen
aus Währungseffekten. Rosenbauer sieht in der Beteiligungserhöhung die strategische Chance, sein Geschäft
in dieser Region weiter auszubauen und die Integration des US-Teilkonzerns zu verstärken.
Am 8. Dezember 2022 erfolgte das Closing zur Aufstockung der Beteiligung an der Rosenbauer d.o.o., Slowe-
nien. Die Rosenbauer International AG erwarb die restlichen Anteile von 10 % von einem Miteigentümer und
hält nunmehr 100 %. Der Kaufpreis betrug 1.000 t€.
Zum 31. Dezember 2022 wurde die PA „Fire-fighting special technics“ LLC. aufgrund des fehlenden maßgeb-
lichen Einflusses entkonsolidiert. Die Entkonsolodierung führte zu einem Verlust in Höhe von 5.812 t€, wovon
4.112 t€ auf das Recycling der im sonstigen Ergebnis kumulierten Währungsverluste zurückzuführen ist. Der
Verlust aus der Entkonsolidierung wurde im Finanzergebnis erfasst. Die Beteiligung wird zum 31. Dezember
2022 gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert bilanziert (beizulegender Zeitwert 0 t€).
Im Mai 2021 wurde die Rosenbauer E-Commerce GmbH gegründet. Diese Gesellschaft soll die Basis für das
auszubauende Online-Geschäft bilden, der Online-Shop ging im September 2021 in Österreich online und wird
nun sukzessive auf andere Länder ausgerollt.
Im März 2021 wurde die APAC Holding GmbH gegründet und in weiterer Folge die chinesische Niederlassung
in eine Gesellschaft namens Rosenbauer Fire Fighting Technology (Yunnan) Co., Ltd. übergeführt. Durch die
Gründung der Gesellschaft konnte das Chinageschäft auf eine neue Basis gestellt werden und den gestiegenen
lokalen Anforderungen gerecht werden.
B2. Konsolidierungsmethoden
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaf-
fungskosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, be-
wertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss
am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile
ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum
entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des
Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.
Firmenwerte werden jährlich oder bei Vorliegen eines wertmindernden Ereignisses einem Wert minderungstest
unterzogen. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen ein-
heitliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezo genen Un-
ternehmen sind zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten,
Aufwendungen und Erträge aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Konsolidierungskreises werden
eliminiert. Zwischen ergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden ebenfalls ausgeschieden.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der
nicht dem Konzern zuzurechnen ist, da im Konzern sämtliche vorhandene Anteile ohne beherrschenden Ein-
fluss mit dem anteiligen neubewerteten Nettovermögen angesetzt wurden (Partial-Goodwill-Methode). Anteile
ohne beherrschenden Einfluss werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung und in der Konzernbilanz
gesondert ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom
auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Der Erwerb von Anteilen ohne be-
herrschenden Einfluss wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen dem Kauf-
preis und dem Buchwert des anteilig erworbenen Nettovermögens mit kumulierten Ergebnissen verrechnet.
Kündbare Eigenkapitalanteile an Tochterunternehmen mit Andienungsrechten, die von den Anteilseignern ohne
beherrschenden Einfluss gehalten werden, stellen für den Rosenbauer Konzern finanzielle Verbindlichkeiten
dar. Diese werden gemäß IFRS 9 erstmalig zum beizulegenden Zeitwert des Rückkaufbetrages passiviert und
in weiterer Folge gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert zu jedem Stichtag ergebnisneutral folgebewertet.
Die Ergebnisse der betreffenden Tochterunternehmen werden zur Gänze dem Rosenbauer Konzern zugerech-
net und der Anteil ohne beherrschenden Einfluss in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
37
B3. Währungsumrechnung
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung bilanzieren-
den Unternehmen werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet.
Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in fi-
nanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Sämtliche Vermögenswer-
te und Schulden werden deshalb zum jeweiligen Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bzw. die Aufwendungen
und Erträge mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der
Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzern-
Gewinn- und -Verlustrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrechnungsdifferenz im Vergleich zur Erstkonso-
lidierung wird im sonstigen Ergebnis mit den Konzernrücklagen verrechnet. Im Berichtsjahr wurden Stichtags-
umrechnungsdifferenzen von 14.912 t€ (2021: 6.992 t€) im sonstigen Ergebnis eingestellt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:
Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in € 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2022
100 US-Dollar 88,2924 93,7559 84,6340 94,8877
100 Schweizer Franken 96,7961 101,5538 92,6026 99,4855
100 Singapur-Dollar 65,4493 69,9301 63,0355 68,8721
100 Brunei-Dollar 65,4493 69,9301 63,0355 68,8721
100 Südafrikanische Rand 5,5363 5,5253 5,6843 5,8105
100 Saudi-Rial 23,5018 24,8756 22,4924 25,2723
100 Australischer-Dollar 64,0410 63,7227 63,3590 65,9040
100 Russische Rubel 1,1723 1,2669 1,1451 1,3571
100 Zloty 21,7538 21,3639 21,8722 21,3471
100 VAE-Dirham 24,0333 25,5102 22,9652 25,8592
100 Britische Pfund 119,0079 112,7485 116,4953 117,2873
B4. Fair-Value-Bewertung
Finanzinstrumente wie Derivate werden wiederkehrend mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizule-
gende Zeitwert ist als Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am
Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen beziehungsweise für die Übertra-
gung einer Schuld bezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen,
dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der
Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf
dem vorteilhaftesten Markt, falls kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt
oder zum vorteilhaftesten Markt haben.
Rosenbauer bemisst den beizulegenden Zeitwert anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preis-
bildung zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten
wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen
Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Ver-
wendung wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Rosenbauer wendet bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Bewertungstechniken an, die unter den
jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden
Zeitwerts zur Verfügung stehen, wobei wenn möglich beobachtbare Input-Faktoren verwendet werden.
Im Konzernabschluss werden folgende Hierarchien zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte
von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren verwendet:
Level 1: notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbind-
lichkeiten.
Level 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegen-
den Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Level 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden
Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Bei sämtlichen Klassen von Finanzinstrumenten außer bei den langfristigen verzinslichen Kreditverbindlichkei-
ten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
38
C. Bilanzierungs- und
Bewertungsgrundsätze
Durch konzernweit geltende Richtlinien wird dem Grundsatz der einheitlichen Bilanzierung und Bewertung
Rechnung getragen.
C1. Sachanlagen
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibun-
gen und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, oder dem niedrigeren erzielbaren Betrag. Die Abschrei-
bungen werden nach der linearen Methode ermittelt und erfolgen ab dem Zeitpunkt, in dem sich die Vermö-
genswerte im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ergeben sich
aus dem zum Erwerb oder zur Herstellung eines Vermögenswertes entrichteten Betrag an Zahlungsmitteln und
Zahlungs mitteläquivalenten oder aus dem beizulegenden Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt
des Erwerbes oder der Herstellung.
Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten 3,00 % - 10,00 %
Geschäftsgebäude 2,00 % - 4,00 %
Technische Anlagen und Maschinen 10,00 % - 25,00 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10,00 % - 33,33 %
Die Restbuchwerte, Abschreibungsmethode und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanz-
stichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Treten bei nichtfinanziellen Vermögenswerten Hinweise für Wertminderungen auf und liegt der erzielbare Be-
trag– dieser entspricht dem höheren Betrag aus dem Barwert der zukünftigen Einzahlungsüberschüsse („Value
in use“) oder dem Nettoveräußerungspreis („Fair value less costs of disposal“) – unter dem jeweiligen Buch-
wert, erfolgt gemäß IAS 36 („Impairment of Assets“) eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag. Wenn die
Gründe für eine in Vorjahren durchgeführte Wertminderung entfallen, wird eine entsprechende Zuschreibung
vorgenommen. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden entweder bei Abgang ausgebucht oder
dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.
Kann der erzielbare Betrag für einen Vermögenswert nicht ermittelt werden, so wird der Vermögenswert im
Rahmen einer Cash Generating Unit (CGU) einbezogen und einem Wertminderungstest unterzogen, wobei
der Nutzungswert als erzielbarer Betrag herangezogen wird. Im Rosenbauer Konzern bilden grundsätzlich die
rechtlich selbständigen Unternehmenseinheiten jeweils eine CGU.
Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung
des letzten Wertminderungsaufwandes eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestim-
mung des erzielbaren Betrages herangezogen wurde. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögens-
wertes auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der
sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertmin-
derungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Jah-
resergebnis erfasst.
C2. Immaterielle Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von Firmenwerten nach der linearen Methode abge-
schrieben. Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Rechte / Lizenzen 25,0 % - 33,3 %
Kundenstamm 10,00 %
Technologie 7,00 %-10,00 %
Aktivierte Entwicklungskosten 10,00 % - 25,00 %
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25,0 % - 33,33 %
Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit
einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die Abschrei-
bung der immateriellen Vermögenswerte ist in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswer-
te und Sachanlagen“ enthalten.
Firmenwerte
Firmenwerte gemäß IFRS 3 werden jährlich sowie bei Vorliegen von Anzeichen von Wertminderungen einem
Werthaltigkeitstest unterzogen. Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden Firmenwerte den „Cash
Generating Units“ zugeordnet, die vom Unternehmenserwerb den Erwartungen zufolge profitieren werden.
Als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als „Cash Generating Unit“ wird deren
technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Der Wertminde-
rungsbedarf der „Cash Generating Unit“ wird durch Gegenüberstellung des bisher fortgeführten Buchwerts (in-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
39
klusive des zugeordneten Firmenwerts) mit dem Nutzungswert errechnet. Der Nutzungswert wird als Barwert
der zugehörigen zukünftigen Ein- und Auszahlungen aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmens-
planung ermittelt. Nach einem Zeitraum von 3 Jahren anfallende Cashflows werden unter Verwendung des
erwarteten durchschnittlichen Branchenwachstums in Höhe von 1 % (2021: 1 %) extrapoliert.
Die nachfolgende Tabelle fasst Schlüsselannahmen für jede firmenwerttragende Cash Generating Unit
zusammen:
Zeitraum der
Geldflussprognosen
Durchschnittliches
jährliches
Umsatzwachstum
Jährliche
Margenentwicklung
Diskontsatz
vor Steuern
2022
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 9 % Stetig steigend 13,1 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 19 % Stetig steigend 11,8 %
Rosenbauer Brandschutz Deutschland 3 Jahre 7 % gleichbleibend 11,7 %
2021
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 31 % Stetig steigend 10,1 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 13 % Auf Vor-Brexit-Niveau steigend 10,5 %
Rosenbauer Brandschutz Deutschland 3 Jahre 2 % gleichbleibend 9,8 %
Die Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten basieren im
Allgemeinen auf bisherigen Ergebnissen und internen Erwartungen. Die Kostentreiber und die Anlagenzugänge
basieren auf Erfahrungswerten und internen Erwartungen. Der Abzinsungssatz wird aufgrund von aktuellen
Marktdaten für vergleichbare Unternehmen im selben Industriezweig ermittelt.
Bei den zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich Ergebnis, Working-
Capital-Veränderung, Investitionen und Abzinsungssatz.
Eine Sensitivitätsanalyse, bei der Abzinsungssätze 50 Basispunkte höher angesetzt werden, würde zu keiner
Abwertung führen. Zudem ergab die Sensitivitätsanalyse, dass bei einer Senkung der EBITs für die Jahre 2023
bis 2025 um 10 %, bei gleichzeitiger Konstanz aller anderen Parameter, die Buchwerte noch immer gedeckt
sind und kein Abwertungsbedarf gegeben ist.
Für die Zwecke des Goodwill-Impairment-Tests wurden grundsätzlich die rechtlich selbstständigen Unternehmens-
einheiten auf Basis der internen Überwachung des Firmenwerts als firmenwerttragende CGUs festgelegt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der bestehenden Firmenwerte je CGU:
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Rosenbauer d.o.o 843 843
Rosenbauer UK plc 344 326
Rosenbauer Brandschutz Deutschland 4.146 4.146
5.333 5.315
Übersteigt der Buchwert der CGU, der der Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der dieser
CGU zugeordnete Firmenwert in Höhe des Differenzbetrages wertgemindert. Übersteigt der Wertminderungsbe
-
darf den Buchwert des Firmenwertes, wird die darüber hinausgehende Wertminderung auf Basis der Buchwerte
jedes einzelnen Vermögenswertes der CGU aufgeteilt. Dabei darf der Buchwert eines Vermögenswertes nicht unter
einem bestimmbaren Nettoveräußerungswert oder Nutzungswert sowie unter Null wertgemindert werden. Firmen
-
werte, die aufgrund einer Wertminderung abgeschrieben wurden, werden gemäß IAS 36 nicht mehr zugeschrieben.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
40
Forschung und Entwicklung
Forschungskosten werden im Sinne von IAS 38 („Intangible Assets“) nicht aktiviert und fließen dementspre-
chend unmittelbar und zur Gänze in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Entwicklungskosten, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen, wer-
den gemäß IAS 38 nur dann aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich realisier-
bar ist, die Entwicklung vermarktbar ist und einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren wird, die Auf-
wendungen zuverlässig bewertbar sind und Rosenbauer über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des
Entwicklungsprojekts verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich ku
-
mulierter Abschreibungen ausgewiesen. Solange ein Entwicklungsprojekt nicht abgeschlossen ist, erfolgt eine
jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der aufgelaufenen aktivierten Beträge, soweit nicht darüber hinaus zu
weiteren Zeitpunkten Hinweise dafür bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 6.271 t€ aktiviert (2021: 8.911 t€).
C3. Wertpapiere
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, wie Wertpapiere, werden am Han-
delstag, das heißt am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes einge-
gangen ist, bilanziell erfasst.
Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9 für die Folgebewertung entweder
als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis
oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller Ver-
mögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt dabei von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows
der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen
Vermögenswerte ab.
Im Rosenbauer Konzern werden Wertpapiere bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert be-
wertet und der IFRS 9-Kategorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zu-
geordnet. Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Erhaltene oder gezahlte Zinsen aus Finanzinvestitionen werden als Zinserträge oder Zinsaufwendungen aus-
gewiesen. Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögens-
werts realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs ausgewiesen.
C4. Latente Steuern
Latente Steuern sind auf alle zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen dem Wert in der IFRS-Kon-
zernbilanz und dem steuerlichen Wert zu bilanzieren. Ihre Ermittlung erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12
nach der „Balance sheet liability method“. Passive latente Steuern werden für alle zu versteuernden tem-
porären Differenzen erfasst, mit Ausnahme der passiven latenten Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines
Geschäfts- oder Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der
kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Jahresergeb-
nis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Des Weiteren werden keine passiven latenten Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen erfasst,
die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an
Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen
gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit
nicht umkehren werden.
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden wer-
den mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an
die Steuerbehörde erwartet wird. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergeb-
nis erfasst werden, sind nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis erfasst.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden insoweit gebildet, als mit einem Verbrauch innerhalb des
Planungszeitraums gerechnet werden kann.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang redu-
ziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfü-
gung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht
angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt,
in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des laten-
ten Steueranspruchs ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die
Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird.
Der Berechnung der tatsächlichen Steuern werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die
zum Bilanzstichtag gelten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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C5. Vorräte
Die Vorräte werden mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren erzielbaren Nettoveräu-
ßerungswert (Marktpreis) am Bilanzstichtag bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
erfolgt für gleichartige Vermögenswerte nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach ähnlichen
Verfahren. In die Herstellungskosten werden nur die direkt zurechenbaren Kosten und anteiligen Gemeinkosten
unter Annahme einer Normalauslastung einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt.
C6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden vorbehaltlich einer wesentlichen Finanzierungskompo-
nente erstmalig mit dem Transaktionspreis gemäß IFRS 9 angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche
Forderungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst und mit ihrem
Barwert erstmalig angesetzt.
Die Zuordnung zu den möglichen IFRS 9-Kategorien hängt einerseits vom Geschäftsmodelltest sowie von den
Eigenschaften der Zahlungsströme ab. Einige Gesellschaften des Rosenbauer Konzerns praktizieren das Ge-
schäftsmodell „Halten und Verkaufen“ im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, da die ver-
traglichen Zahlungsströme sowohl durch Kundenzahlungen als auch durch den Verkauf im Rahmen von Facto-
ring-Vereinbarungen an diverse Hausbanken vereinnahmt werden. Dies hat zur Folge, dass diese Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in die Kategorie „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Er-
gebnis“ fallen. Die Zuordnung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu dieser Kategorie hat auf den
Konzernabschluss von Rosenbauer keine wesentlichen Auswirkungen, da der Großteil der Forderungen aus Lie-
ferungen und Leistungen erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres beglichen wird und aus diesem Grund da-
von ausgegangen wird, dass der beizulegende Zeitwert dem bisherigen Bewertungsmaßstab der fortgeführten
Anschaffungskosten annähernd entspricht. Die übrigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden
der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet, da der Konzern für diese Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen das Geschäftsmodell „Halten“ anwendet.
Die Folgebewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bei ihrem erstmaligen Ansatz der
Kategorie „beizulegender Zeitwert über das sonstige Ergebnis“ zugeordnet werden, erfolgt mit dem beizule-
genden Zeitwert, vermindert um Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle. Forderungen aus Lieferun-
gen und Leistungen, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet werden, werden in
weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten vermindert um Wertberichtigungen für erwartete Kredit-
ausfälle, ausgewiesen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Bi-
lanzstichtag bewertet.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes
oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.
Bei der Ermittlung der Wertberichtigung in Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zwischen Forderungen mit
und ohne Bonitätsbeeinträchtigung unterschieden. Eine Forderung gilt dann als bonitätsbeeinträchtigt, wenn
die nachfolgenden Ereignisse eintreten:
Die Forderung ist überfällig und es gibt konkrete Anzeichen dafür, dass der Kunde seiner Schuld nicht nach-
kommen wird.
Ein Konkursverfahren gilt als wahrscheinlich oder wurde bereits eingeleitet.
Ausgleichsverhandlungen mit Rosenbauer wurden eingeleitet.
Die Wertberichtigung wird bei Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung mittels einer Einzelwertberichtigung
in Höhe der Ausfallswahrscheinlichkeit gebildet.
Alle anderen Forderungen sind demnach nicht bonitätsbeeinträchtigt. Der Wertberichtigungsbedarf wird bei
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung zu jedem Abschlussstichtag pauschal anhand einer Wertberich-
tigungsmatrix in Höhe der erwarteten Kreditverluste ermittelt. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der
Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen bestimmt. Die Berechnung umfasst das wahrscheinlichkeitsge-
wichtete Ergebnis unter Berücksichtigung des Zinseffekts sowie angemessener und belastbarer Informationen
über vergangene Ereignisse, aktuelle Gegebenheiten und künftig zu erwartende wirtschaftliche Rahmenbedin-
gungen, die zum Abschlussstichtag verfügbar sind.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht, wenn der Grund für das Impairment entfällt
oder eine Verbesserung vorliegt.
Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswertes oder ein Teil einer Gruppe
ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird dann ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen er-
füllt ist:
a) Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
b) Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermö-
genswert übertragen und dabei entweder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum
am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder zwar im Wesentlichen alle Chancen und
Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch
zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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C7. Kassenbestand
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente wie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz für
die Folgebewertung als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert.
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wert-
minderungen gemäß IFRS 9 zu überprüfen. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes
oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Hinsichtlich der Ermittlung des Wertminderungs-
bedarfes für den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wendet der Konzern die Erleichterungs-
vorschrift des IFRS 9.5.5.10 an (Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko), wonach bei
Finanz instituten mit einem Bonitätsrating der Kategorie „Investment Grade“ auf eine Überprüfung der Boni-
tätsverschlechterung verzichtet wird. Die errechneten erwarteten Kreditverluste für Guthaben bei Kreditinsti-
tuten sind unwesentlich.
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanz-
stichtag bewertet.
Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts realisiert.
C8. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt am
Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, um sich ge-
gen Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertrag-
sabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden wiederum mit dem beizulegen-
den Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt,
wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn er negativ ist.
Derivate, für die das Hedge Accounting nicht anwendbar ist, werden für die Folgebewertung der IFRS 9 Kate-
gorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet, wobei die Änderungen
des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Im Rosenbauer Konzern werden bestimmte Sicherungsbeziehungen im Fremdwährungsbereich als Cashflow
Hedges designiert. Derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Hedge-
Accounting-Bestimmungen des IFRS 9 („Financial Instruments“) designiert sind, werden im sonstigen Ergeb-
nis mit dem wirksamen Teil des beizulegenden Zeitwertes erfasst und in der Hedging-Rücklage innerhalb des
Eigenkapitals kumuliert. Der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments wird sofort erfolgswirk-
sam erfasst. Zum Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäftes wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsge-
schäftes vom Eigenkapital über das sonstige Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wenn
das Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder die Sicherungsbeziehung nicht
mehr besteht, jedoch trotzdem mit dem Eintritt der geplanten Transaktion gerechnet wird, verbleiben die bis
dahin aus diesem Sicherungsinstrument aufgelaufenen, nicht realisierten Gewinne/Verluste im Eigenkapital
und werden gemäß obigen Erläuterungen ergebniswirksam erfasst, wenn das abgesicherte Grundgeschäft die
Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst. Falls der Eintritt des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts
nicht mehr erwartet wird, werden die bis dahin innerhalb des Eigenkapitals kumulierten, nicht realisierten
Gewinne und Verluste sofort ergebniswirksam erfasst.
Die Sicherungspolitik sowie die zum Bilanzstichtag bestehenden Finanzinstrumente werden unter Punkt D37.
„Risikomanagement“ näher erläutert.
C9. Langfristige Personalverpflichtungen
Leistungsorientierte Pläne
Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften mit Ein-
trittsdatum bis 31. Dezember 2002 im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Ab-
fertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhän-
gig. Den Leistungsverpflichtungen stehen entsprechende nach versicherungsmathematischen Grundsätzen
ermittelte Rückstellungen gegenüber. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne
entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) am Bilanzstichtag. Die Rückstellungen
für Abfertigungen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“ unter Anwen-
dung eines Rechnungszinssatzes von 4,1 % p.a. (2021: 1,1 % p.a.) und unter Einbeziehung eines Dynamiksat-
zes für künftige Bezugserhöhungen von 3,0 % bis 6,0 % p.a. (2021: 3,0 % p.a.) ermittelt. Zinsaufwendungen
aus Personalrückstellungen für Abfertigungen und Pensionen werden im Finanzierungsaufwand erfasst. Der
Abzinsungssatz wird auf Basis der Rendite erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen – mit einem Rating
von AA oder besser – bestimmt. Die Laufzeit der Anleihen entspricht den voraussichtlichen Fristigkeiten der
leistungsorientierten Verpflichtungen.
Neben den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für Angestellte und
Pagler & Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsal-
ters wurde die Fluktuationsrate abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und 1,81 %
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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(2021: zwischen 0 % und 1,8 %) angesetzt. Die Berechnung basiert auf dem individuellen Pensionsantrittsalter
gemäß der österreichischen Pensionsreform unter Berücksichtigung der schrittweisen Annäherung an das
Pensionsantrittsalter.
Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form eines versiche-
rungsmathematischen Gutachtens ermittelt.
Neubewertungen werden gemäß IAS 19 bei Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtun-
gen sowie für Abfertigungsverpflichtungen im sonstigen Ergebnis erfasst.
Bei bestehenden Pensionszusagen, die im Rahmen von Betriebsvereinbarungen festgelegt wurden, richtet sich
der Leistungsumfang nach den anrechnungsfähigen Dienstjahren in Form eines Fixbetrages pro Jahr. Dieser
Fixbetrag wird auf Basis des rentenfähigen Individualeinkommens bei Pensionseintritt modifiziert. Laufende
Renten unterliegen zur Wertsicherung regelmäßigen Anpassungsprüfungen. Laufende Pensionen kommen
vierzehnmal jährlich zur Auszahlung.
Der Ermittlung der Abfertigungs- und Pensionsverpflichtung werden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Zinssatz Bezugserhöhung Pensionserhöhung
in % 2021 2022 2021 2022 2021 2022
Österreich 1,1 4,1 3,0
2023 6 %;
2024 4,5 %;
2025f 3 %
Deutschland 1,1 4,1 2,0 2,0
Beitragsorientierte Pläne
Neben dem leistungsorientierten System gibt es für Dienstnehmer in Österreich, die ab dem 1. Januar 2003
eingetreten sind, einen beitragsorientierten Versorgungsplan. In eine Mitarbeitervorsorgekasse ist ein gesetz-
lich vorgeschriebener Betrag in Höhe von 1,53 % der Bruttogehaltssumme zu entrichten (2022: 1.210 t€,
2021: 1.166 t€), der im Personalaufwand erfasst wird. In Österreich wurden des Weiteren 429 t€ (2021: 406
t€), in den USA 1.384 t€ (2021: 1.660 t€) in ein Pensionssystem eingezahlt, das einen beitragsorientierten
Versorgungsplan darstellt. In Deutschland wurden Beiträge in Höhe von 3.883 t€ (2021: 3.846 t€) in das
deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitrags orientierten Versorgungsplan
darstellt. Da über die Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen, ergibt sich gleich
wie in Österreich kein Rückstellungsbedarf.
Sonstige langfristige Personalverpflichtungen
Die Rückstellungen für Jubiläen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“
unter Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 4,2 % p.a. (2021: 1,3 % p.a.) und unter Einbeziehung eines
Dynamiksatzes für künftige Bezugserhöhungen von 3,0 % bis 6,0 % p.a. (2021: 3,0 % p.a.) ermittelt. Des Wei-
teren wurden neben den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für An-
gestellte und Pagler & Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des
Pensionsalters Fluktua tionsabschläge abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und
6,53 % berücksichtigt (2021: zwischen 0 % und 6,22 %). Die Zinsaufwendungen aus Personalrückstellungen für
Jubiläumsgelder werden im Personalaufwand ausgewiesen.
C10. Sonstige Rückstellungen
Die übrigen langfristigen bzw. kurzfristigen Rückstellungen beinhalten alle bis zur Bilanzaufstellung erkenn-
baren Risiken aus ungewissen Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen. Sie werden – sofern diese Ver-
pflichtung wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird – mit
jenem Betrag angesetzt, der sich bei sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts als der wahrscheinlichste ergibt.
Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie
zum Beispiel bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst,
sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der
Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus der Diskontierung resultie-
rende Zinseffekt wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der, sofern im
Einzelfall erforderlich, die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die
durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst.
C11. Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten (entsprechen dem
beizulegenden Zeitwert) angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der
Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag
bewertet. Finanzielle Verbinlichkeiten, die sich in einer Sicherungsbeziehung befinden, werden als erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet designiert.
Finanzielle Verbindlichkeiten aus kündbaren Anteilen ohne beherrschenden Einfluss werden zum beizulegen-
den Zeitwert (Level 3) erfasst. Für den Rückzahlungsbetrag wird zum frühestmöglichen Ausübungszeitpunkt
die Kaufpreisformel entsprechend der Vereinbarung der Gesellschafter („Operating Agreement“) angewendet.
Für die Kaufpreisformel werden die letzten beiden vorliegenden Abschlüsse herangezogen und die zuletzt
genehmigte Planung für das Folgejahr, zusätzlich wird noch das anteilige Eigenkapital erfasst. Als erwarteter
Zahlungszeitpunkt wird die höchste Durchlaufzeit der Vereinbarung der Gesellschafter (3 Monate) angesetzt.
Der kurzfristige Zinssatz von 6,7 % (2021: 1,5 %) wird von beobachtbaren, kurzfristigen USD-Zinsen abgeleitet
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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und beinhaltet auch das eigene Kreditrisiko und andere Risikokomponenten. Das Neubewertungsergebnis wird
direkt im kumulierten Ergebnis erfasst. Sollte sich das Nettoergebnis der Planung des Folgejahres um 10 %
erhöhen würde sich die Verbindlichkeit um 275 t€ (2021: 1.594 t€) erhöhen.
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflich-
tung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine an
dere
finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht
oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Aus
-
tausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen
Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.
C12. Ertragsrealisierung
Der Konzern ist in den Bereichen Verkauf von Feuerwehrfahrzeugen, Feuerlöschsystemen und Ausrüstungs-
gegenständen für den abwehrenden Brandschutz und dem Verkauf von stationären und mobilen Löschanlagen
für den vorbeugenden Brandschutz sowie damit zusammenhängenden After-Sales-Services tätig. Erlöse aus
Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter und Dienstleistungen auf
den Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch
für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird.
Die wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen im Zusammenhang mit Erlösen aus
Verträgen mit Kunden werden in Anhangangabe C15 erläutert.
Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie stationären
und mobilen Löschanlagen
Diese Erlöse werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf
den Kunden übergeht. Dies ist im Allgemeinen bei Lieferung der Fall; in besonderen Fällen, zum Beispiel bei
verspäteter Abnahme durch den Kunden, können auch Bill-and-Hold-Agreements zur Anwendung kommen.
Die Zahlungsziele sind kurzfristig und beinhalten keine Finanzierungskomponente. Sofern in dem Vertrag an-
dere Zusagen enthalten sind, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, wird diesen Zusagen ein Teil
des Transaktionspreises zugeordnet. (z. B. erweiterte Gewährleistungen). Rücknahmeverpflichtungen werden
gemäß IFRS 15 bei der Bestimmung des Transaktionspreises als variabler Bestandteil der Gegenleistung be-
rücksichtigt. Zu erwartende Pönalzahlungen werden als Transaktionspreisminderungen und in Folge als Um-
satzminderungen dargestellt.
In Anwendung der in IFRS 15 vorgesehenen Erleichterungsregelung verzichtet der Konzern darauf, die Höhe
der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupas-
sen, wenn er bei Vertragsbeginn erwartet, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung des zugesagten Guts
oder der zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieses Guts oder dieser Dienstleistung
durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt.
Erlöse aus dem Verkauf von After-Sales-Services
Der Konzern erbringt Serviceleistungen (Wartung, Kundendienst, Refurbishment), die entweder einzeln oder
im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie
stationären und mobilen Löschanlagen an den Kunden veräußert werden. Mehrkomponentenverträge bein-
halten demnach sowohl eine Dienstleistungskomponente als auch die Lieferung von Gütern. Demzufolge teilt
der Konzern den Transaktionspreis der einzelnen Vertragskomponenten auf Basis der relativen Einzelveräuße-
rungspreise auf und der Umsatz aus diesen Verträgen wird nicht zur Gänze zeitpunktbezogen realisiert. Die
Zahlungsfrist endet in der Regel 0 bis 30 Tage nach Rechnungsdatum.
Rücknahmeverpflichtungen
Nach IFRS 15 sind Rücknahmeverpflichtungen in Kundenverträgen bei der Bestimmung des Transaktionsprei-
ses als variabler Bestandteil der Gegenleistung zu berücksichtigen. Dabei verlangt IFRS 15, dass Umsatzerlöse
aus Verkäufen nur in der Höhe realisiert werden dürfen, in der es erwartungsgemäß zu keiner künftigen Stor-
nierung der Umsatzerlöse kommt.
Vertragsverbindlichkeiten
Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kun-
den zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein
Kunde eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Ver-
tragsverbindlichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem
früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen
Verpflichtungen erfüllt.
Gewährleistung
Beim Großteil der Verträge mit Kunden besteht die gesetzliche Gewährleistungsfrist des jeweiligen Landes. In
Einzelfällen werden über die gesetzliche Gewährleistungsfrist hinausgehende Gewährleistungen in separaten
Verträgen oder in Mehrkomponentenverträgen verkauft. Diese werden im Falle von Mehrkomponentenverträ-
gen als separate Leistungsverpflichtung bilanziert.
Vertragserlangungskosten
Der Rosenbauer Konzern wendet die praktische Erleichterungsvorschrift des IFRS 15 an, Vertragserlangungs-
kosten aus Verträgen mit Kunden, deren Laufzeit nicht länger als ein Jahr beträgt, im Zeitpunkt des Anfalles als
Aufwand zu erfassen und daher nicht zu aktivieren.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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C13. Zuwendungen der öffentlichen Hand
Zuschüsse der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit Investitionen führen zu Kürzungen der Anschaffungs-
und Herstellungskosten. Zuschüsse für nicht konkret zuordenbare Kosten, wie insbesondere Forschungs- und
Entwicklungskosten für nicht aktivierungsfähige Forschungs- und Entwicklungsprojekte, werden im sonstigen
Ertrag erfasst. Zuschüsse, die sich auf direkt zuordenbare Kosten beziehen, wie insbesondere Kurzarbeitergeld
oder Lohnnebenkostenersatz, reduzieren die korrespondierenden Aufwendungen in der Gewinn- und Verlust
-
rechnung.
C14. Fremdwährungsumrechnung
Monetäre Posten in einer Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtages in
die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip bi-
lanziert wurden, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Nicht monetäre Posten, die
mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerech-
net, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist. Die Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdiffe-
renzen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb eingesetzt werden.
C15. Schätzungen und Ermessensspielräume
Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen
werden, die die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen
am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflus-
sen. Die sich in der Zukunft tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpas-
sung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich
bringen können, werden im Folgenden erläutert:
Beurteilung der Beherrschung von Tochterunternehmen sowie der gemeinschaftlichen Führung
von Gemeinschaftsunternehmen
Hinsichtlich der Ermessensentscheidungen und Annahmen, die im Rahmen der Einstufung von Rosenbauer
Aerials als Tochterunternehmen sowie der Einstufung von Rosenbauer Ciansa als Gemeinschaftsunternehmen
getroffen wurden, wird auf die Angaben in D10. und D4. verwiesen.
Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten
Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerie-
renden Einheit seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer
zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich
der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Ver-
äußerungskosten liegen verfügbare Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen unabhängigen
Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte oder beobachtbare Marktpreise abzüglich direkt zurechen-
barer Kosten für die Veräußerung des Vermögenswerts zugrunde. Zur Berechnung des Nutzungswerts wird
eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im Rahmen der
Discounted- Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüs-
sen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate (Details zu den Wertminderungen von
nichtfinanziellen Vermögenswerten sind Punkt C2. und Punkt D1. zu entnehmen).
Forderungsbewertung
Der Konzern nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus Lie-
ferungen und Leistungen zu berechnen. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Über-
fälligkeitsdauer in Tagen bestimmt.
Die Wertberichtigungsmatrix basiert anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschlie-
ßend kalibriert der Konzern die Tabelle, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informa-
tionen anzupassen. Wenn beispielsweise davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche
Rahmen bedingungen im Laufe des kommenden Jahres verschlechtern, dann werden die historischen Ausfall-
quoten angepasst. Dies erfolgte in 2021 und 2022 im Zusammenhang mit Anpassungen durch die Corona-Kri-
se sowie des Russland-Ukraine Konflikts. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten
aktualisiert und Änderungen der zukunfts bezogenen Schätzungen analysiert.
Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der er-
warteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen Rah-
menbedingungen ab. (Details zu den Forderungen und Ausfallswahrscheinlichkeiten sind der Aufstellung unter
Punkt D7. „Kurzfristige Forderungen“ zu entnehmen).
Vorratsbewertung
Zur Berücksichtigung des Obsoletrisikos wurde eine standardisierte Gängigkeits- bzw. Reichweitenabwertung
implementiert. Bei Fertigprodukten erfolgt zudem eine systematische Überprüfung in Hinblick auf eine ver-
lustfreie Bewertung, die im Wesentlichen von den Absatzpreiserwartungen, Währungsentwicklungen, dem Ver-
kaufszeitpunkt und den noch zu erwartenden Kosten geprägt ist (Details siehe Punkt D6.).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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Aktive latente Steuern
Als Basis für die Aktivierung von aktiven latenten Steuern werden unter Zugrundelegung der von den Tochter-
gesellschaften erstellten Businesspläne Steuerplanungsrechnungen herangezogen. Wird ein bestehender Ver-
lustvortrag auf Basis dieser Zukunftsprognosen voraussichtlich nicht in einem angemessenen Zeitraum von
drei bis fünf Jahren verbraucht, erfolgt für diese Verlustvorträge keine Aktivierung (Details siehe Punkt D5.).
Personalrückstellungen
Bei den Personalrückstellungen bedient sich der Rosenbauer Konzern versicherungsmathematischer Berech-
nungen von Aktuaren. Die Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzinsungssatz sowie Erhöhungen
bezüglich der Bezüge und Pensionen (Details zu den Annahmen bzw. den erfassten Beträgen zu den Personal-
rückstellungen sind den Punkten C9. bzw. D13. zu entnehmen).
Sonstige Rückstellungen
Der rückgestellte Betrag der Gewährleistungsrückstellungen ist der Barwert der auf Basis von Erfahrungswer-
ten durchgeführten bestmöglichen Schätzung dieser Kosten (2022: 12.871 t€; 2021: 12.817 t€). Der Konzern
erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen im kommenden Jahr abzuarbeiten bzw. zu begleichen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregel-
mäßigkeiten festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahresen-
de 2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg
wurden eingeleitet und sind derzeit noch offen.
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Der Rückzahlungsbetrag ergibt sich aus der Anwendung einer Kaufpreisformel. Basis dafür ist einerseits der lo-
kale Teilkonzernabschluss sowie die zuletzt genehmigte Planung für das Folgejahr. In den Teilkonzernabschluss
fließen regelmäßig Schätzungen und Ermessensentscheidungen ein, die aber von denen des Gesamtkonzerns
in der Regel nicht abweichen. Bei der Planung bestehen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich des Nettoer-
gebnisses. Geringe Schätzungsunsicherheiten bestehen im Abzinsungssatz.
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert.
Eine erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische
und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Be-
träge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt,
die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens.
Der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2022 37.235 t€ (2021: 31.666
t€) und betrifft im Wesentlichen Entwicklungsleistungen in den Bereichen Fahrzeuge, Hubrettungsgeräte und
Löschsysteme.
Aktivierte Entwicklungskosten, die noch nicht planmäßig abgeschrieben werden und deren zugrunde liegende
Entwicklungsprojekte eigene zukünftige Zahlungsmittelzuflüsse generieren, werden einzeln auf Basis von Wirt-
schaftlichkeitsrechnungen mindestens einmal jährlich auf Wertminderung getestet.
Cashflow Hedge
Bei der Bilanzierung von Cashflow Hedges für zukünftige Zahlungsströme wird die Annahme getroffen, dass
diese Zahlungsströme mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden.
Fair Value Option
Bei der Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten werden Einschätzungen hinsichtlich des vorhanden-
seins von Sicherungsbeziehung getroffen die zur Ausübung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert führen.
Bilanzierung von Leasingverhältnissen
IFRS 16 erfordert Einschätzungen, die die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechten be-
einflussen. Diese beinhalten u. a. die Bestimmungen von Verträgen, die unter IFRS 16 fallen, die Laufzeiten
der Verträge und den Grenzfremdkapitalzinssatz, der zur Abzinsung der zukünftigen Zahlungsverpflichtun-
gen herangezogen wird. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird vom risikofreien Zinssatz der zugrunde liegenden
Laufzeit, angepasst um das Länder-, Währungs- und Unternehmensrisiko, abgeleitet.
Klimarisiken
Im Zuge des Risikomanagements werden seitens Rosenbauer auch klimabezogene Risiken laufend evaluiert.
Die identifizierten klimabezogenen Risiken und Chancen wurden einer Bewertung der finanziellen Auswirkun-
gen auf Rosenbauer und der Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen. Die klimabezogenen Chancen und Risi-
ken wurden in den jährlichen Risikomanagementprozess integriert. Falls sich aus dem Risikomanagement
Maßnahmen ergeben, die bilanzielle Auswirkungen haben, werden diese entpsrechend im Abschluss erfasst.
Hinsichtlich der Änderung von Nutzungsdauern von Vermögenswerten konnte aufgrund von klimabezogenen
Risiken keine Auswirkungen festgestellt werden. Bei den kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen und somit
auch den Werthaltigkeitstests liegen die nachhaltig ausgerichtete Strategie und das nachhaltig ausgerichtete
Geschäftsmodell zugrunde. Im Geschäftsjahr sind darüber hinaus auch keine Verpflichtungen eingetreten, die
eine Rückstellung oder Eventualverbindlichkeit aufgrund von klimabezogenen Sachverhalten erfordert hätten.
Fördermittel im Zuge von Forschungs- und Entwicklungsleistungen werden, sofern möglich, in Anspruch ge-
nommen.
Änderungen von Schätzungen
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine wesentlichen Änderungen von Schätzungen vorgenommen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
47
C16. Leasingverhältnisse
Alle wesentlichen Einzelleasingverhältnisse beziehen sich auf Immobilien. Die Spanne der Laufzeiten dieser
Verträge beläuft sich auf zwischen 2 und 32 Jahre. Einige Leasingverträge sehen eine Verlängerungsoption für
den Leasingnehmer vor, einer erlaubt eine vorzeitige Kündigung durch den Leasingnehmer.
Ein Großteil der Leasingverträge, die als Leasinggegenstand Immobilien haben, sehen eine jährliche Index-
anpassungen vor, die sich auf lokale Indizes beziehen.
Mengenmäßig beziehen sich die meisten Einzelverträge im Rosenbauer Konzern auf Fahrzeuge. Viele dieser
Verträge konnten als kurzfristig klassifiziert werden. Jene Fahrzeuge, die in der Bilanz bilanziert wurden, haben
eine Laufzeit zwischen 12 und 48 Monaten.
Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Einige Leasingverhältnisse des Rosenbauer Konzerns enthalten Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen für
den Leasingnehmer. Am Bereitstellungsdatum wird für jede Verlängerungs- bzw. Kündigungsoption eine Ein-
schätzung vom Konzern vorgenommen, ob die Ausübung dieser als hinreichend sicher angesehen werden
kann. Dabei werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, einschließlich der wirtschaftlichen Barrieren.
Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein
signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle
liegt, eintritt.
Mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von 286 t€ (2021: 912 t€) wurden nicht in die Leasingverbindlich-
keit einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt)
werden.
Allgemeine Erläuterungen zur Bilanzierung der Leasingverhältnisse
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet.
Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen
Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das
Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines
Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde.
Diese Methode wurde auf alle für den IFRS 16 relevanten Verträge angewendet.
Geringwertige Leasinggegenstände und kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter zwölf Mo-
naten werden entsprechend der Ausnahmemöglichkeit nicht aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der
Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relevanten Einzelveräußerungspreise auf.
Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie
eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erst-
maligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungs-
datum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten
zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des
zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger
erhaltener Leasinganreize.
Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear
abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, be-
richtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.
Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten
Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfinanzierungszinssatz des Konzerns, bewertet.
Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von externen Finanzquellen
und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu be-
rücksichtigen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
48
C17. Konzerngeldflussrechnung
Für die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung wurde die indirekte Methode gewählt. Das Zinsergebnis
(inklusive der Zinsen aus IFRS 16) ist Bestandteil des Nettogeldflusses aus der operativen Tätigkeit.
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand
des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes,
Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasing-
zahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie
Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinrei-
chend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen.
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet.
Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzän-
derung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer
Restwert garantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlänge-
rungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.
Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buch-
wertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der
Buchwert des Nutzungsrechtes auf Null verringert hat.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten als eigene Positionen aus.
D.
Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur
Konzerngewinn- und -Verlustrechnung
D1. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte und Nutzungsrechte
Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung ist im
Konzernanlagenspiegel dargestellt. Die Sachanlagen enthalten wie im Vorjahr keine als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien.
Zum 31. Dezember 2022 bestanden im Konzern vertragliche Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in
Höhe von 3.017 t€ (2021: 4.018 t€).
2022 wurden Sachanlagen in Höhe von 7.617 t€ als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet (2021:
7.260 t€). Es bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten.
Als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2022 Entwicklungskosten in Höhe
von 6.271 t€ (2021: 8.911 t€) aktiviert.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
49
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2022
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2022
Stand am
01.01.2022
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2022
Stand am
31.12.2022
Stand am
31.12.2021
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 14.958 83 0 23 0 0 15.064 40 0 2 0 0 42 15.022 14.918
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 123.349 2.041 0 2.318 1.636 396 126.468 53.732 1.073 4.103 928 0 57.980 68.488 69.617
c) Außenanlagen 10.039 0 0 142 169 0 10.012 5.925 0 489 166 0 6.248 3.763 4.113
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 12.346 179 0 413 14 0 12.924 6.543 85 965 5 0 7.588 5.336 5.803
2. Unbebaute Grundstücke 10.572 101 0 89 0 0 10.762 0 0 0 0 0 0 10.762 10.572
3. Technische Anlagen und
Maschinen 68.473 1.052 0 4.476 3.014 –384 70.603 37.182 681 5.725 1.334 –247 42.007 28.595 31.290
4.
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 89.648 577 0 6.056 2.792 505 93.994 64.572 396 7.611 2.133 247 70.693 23.301 25.076
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 684 2 0 503 0 –517 672 0 0 20 0 0 20 652 684
330.069 4.035 0 14.020 7.625 0 340.499 167.996 2.235 18.915 4.566 0 184.580 155.919 162.073
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 14.061 80 0 2.899 333 1.409 18.116 8.136 11 1.617 333 0 9.431 8.685 5.925
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.618 –18 0 0 0 0 6.600 1.286 0 0 0 0 1.286 5.315 5.333
3. Kundenstamm 7.369 –45 0 0 0 0 7.324 5.469 –31 449 0 0 5.887 1.437 1.900
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.563 0 174 0 0 1.737 1.394 1.568
5. Entwicklungskosten 39.927 0 0 6.247 –1.258 0 47.432 8.260 0 1.935 0 0 10.195 37.236 31.666
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 17 0 0 1.410 3 –1.409 15 0 0 0 0 0 0 15 17
71.123 17 0 10.556 –922 0 82.618 24.714 –20 4.175 333 0 28.536 54.082 46.409
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 43.626 668 0 2.686 0 0 46.980 11.465 166 4.839 0 0 16.470 30.511 32.161
2. Unbebaute Grundstücke 700 41 0 0 0 0 741 136 8 49 0 0 193 548 564
3. Technische Anlagen und
Maschinen 5.457 48 0 1.866 0 0 7.371 3.072 11 1.378 0 0 4.461 2.910 2.386
4.
Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 196 5 0 0 0 0 201 99 2 36 0 0 137 64 97
49.979 762 0 4.552 0 0 55.293 14.772 187 6.302 0 0 21.261 34.032 35.207
451.171 4.814 0 29.128 6.703 0 478.410 207.482 2.402 29.392 4.899 0 234.377 244.033 243.689
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
50
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2020
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 14.855 103 0 0 0 0 14.958 38 0 2 0 0 40 14.918 14.817
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 117.979 2.226 0 1.759 135 1.520 123.349 48.780 1.075 3.992 115 0 53.732 69.617 69.199
c) Außenanlagen 9.630 0 0 459 4 –46 10.039 5.448 0 482 2 –3 5.925 4.113 4.181
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.900 239 0 1.186 148 169 12.346 5.562 133 993 145 0 6.543 5.803 5.338
2. Unbebaute Grundstücke 10.482 90 0 0 0 0 10.572 0 0 0 0 0 0 10.572 10.482
3. Technische Anlagen und
Maschinen 60.874 1.073 0 11.822 5.409 113 68.473 34.140 778 5.972 3.666 –42 37.182 31.290 26.733
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 83.645 640 0 7.702 2.682 343 89.648 59.035 432 7.740 2.532 –103 64.572 25.076 24.610
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 1.660 0 0 1.433 119 –2.290 684 0 0 0 0 0 0 684 1.660
310.025 4.371 0 24.361 8.497 –191 330.069 153.005 2.418 19.181 6.460 –148 167.996 162.073 157.020
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 11.331 3 0 3.807 1.285 205 14.061 8.010 1 1.256 1.283 152 8.136 5.925 3.321
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.596 22 0 0 0 0 6.618 1.286 0 0 0 0 1.286 5.333 5.311
3. Kundenstamm 7.313 56 0 0 0 0 7.369 4.974 34 461 0 0 5.469 1.900 2.339
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.389 0 174 0 0 1.563 1.568 1.743
5. Entwicklungskosten 32.223 0 0 7.704 0 0 39.927 6.606 0 1.654 0 0 8.260 31.666 25.616
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 15 0 0 17 0 –15 17 4 0 0 0 –4 0 17 11
60.609 81 0 11.528 1.285 190 71.123 22.269 35 3.545 1.283 148 24.714 46.409 38.340
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 36.185 900 0 6.541 0 0 43.626 6.588 164 4.713 0 0 11.465 32.161 29.597
2. Unbebaute Grundstücke 646 54 0 0 0 0 700 86 7 43 0 0 136 564 560
3. Technische Anlagen und
Maschinen 3.721 14 0 1.731 9 0 5.457 1.796 6 1.279 9 0 3.072 2.386 1.926
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 151 4 0 41 0 0 196 56 2 41 0 0 99 97 95
40.703 972 0 8.313 9 0 49.979 8.526 179 6.076 9 0 14.772 35.207 32.177
411.337 5.424 0 44.202 9.791 –1 451.171 183.800 2.632 28.802 7.752 0 207.482 243.689 227.537
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
51
D2. Wertpapiere
Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Wertpapiere in Höhe von 685 t€ (2021: 655 t€) sind der IFRS 9-Kate-
gorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet. Bei den Wertpapieren
handelt es sich um börsennotierte Aktien, Anleihen und Fondsanteile.
D3. Anteile an assoziierten Unternehmen
Der Konzern ist zu 49 % an einem russischen Unternehmen (PA “Fire-fighting special technics“ LLC; Russland,
Moskau) beteiligt. Zum 31. Dezember 2022 wurde die PA „Fire-fighting special technics“ LLC. aufgrund des
fehlenden maßgeblichen Einflusses entkonsolidiert (siehe Punkt B1. „Konsolidierungskreis“).
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert stellt sich wie
folgt dar:
in T€ 2021 2022
Stand am 01.01. 1.952 1.573
Anteil am Periodenergebnis –500 –218
Währungsdifferenzen 121 127
Entkonsolidierung 0 –1.482
Stand am 31.12. 1.573 –0
D4. Anteile an Gemeinschaftsunternehmen
Der Konzern ist zu 50 % an einem spanischen Unternehmen (Rosenbauer Ciansa S.L.) beteiligt. Dieses wurde
gemeinsam mit dem Miteigentümer und Geschäftsführer der Rosenbauer Española gegründet.
Das Board besteht aus insgesamt vier Mitgliedern, zwei davon werden von Rosenbauer International AG ge-
stellt, die beiden anderen Mitglieder vom Joint-Venture-Partner. Dadurch besteht für Rosenbauer International
AG in dieser Konstellation keine Möglichkeit zur einseitigen Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten von Rosen-
bauer Ciansa S.L. Im Falle von Stimmengleichheit im Board entscheidet ein unabhängiger Unternehmensbe-
rater. Im Gesellschaftsvertrag besteht für Rosenbauer die Option, weitere 12,11 % der Anteile zu erwerben.
Durch die Ausübung dieser Option würde Rosenbauer keine Stimmenmehrheit im Board erlangen, da die Ab-
stimmung im Board nach Köpfen erfolgt und nicht nach Stimmrechten. Demzufolge handelt es sich bei der
Gesellschaft um ein Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11.
Dieser Anteil wird im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert. Das Gemeinschaftsunternehmen
ist aus Konzernsicht nicht wesentlich.
Entwicklung des Beteiligungsansatzes des Gemeinschaftsunternehmens in Spanien:
in T€ 2021 2022
Stand am 01.01. 1.669 1.517
Anteil am Gesamtergebnis –114 68
Ausschüttung –38 0
Stand am 31.12. 1.517 1.585
Das Gesamtergebnis des Gemeinschaftsunternehmens beinhaltet keine Positionen im sonstigen Ergebnis.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
52
D5. Latente Steuerabgrenzung
Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRS-Konzernbilanz resultieren aus
folgenden Unterschiedsbeträgen bzw. wirken sich mit folgender Steuerlatenz aus:
Latente Steuer 2021 Latente Steuer 2022
in T€ Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Offene Siebtelabschreibungen gemäß
§ 12 (3) KStG 525 0 766 0
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgsneutral) 442 13 0 720
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgswirksam) 145 0 1.006 0
Bewertung IAS 19 über sonstiges Ergebnis 2.092 0 901 0
Aktivierung Entwicklungskosten 0 7.365 0 7.881
Bewertungsunterschiede der Forderungen 0 255 0 960
Zwischengewinneliminierung 1.956 0 1.965 0
Steuerliche Sonderabschreibung 892 51 4.340 51
Bewertungsunterschiede der Rückstellungen
und Verbindlichkeiten 5.366 0 4.815 0
Aktivierte Verlustvorträge 5.694 0 7.603 0
Bewertungsunterschiede Immaterielle
Vermögenswerte 0 1.394 5.564 1.236
Leasing gemäß IFRS 16 9.206 8.947 8.905 8.558
Sonstige 330 403 709 35
Aktive / passive Steuerabgrenzung 26.648 18.427 36.574 19.441
Saldierung aktiver und passiver
Steuerabgrenzungen –15.293 –15.293 –14.172 –14.172
Stand am 31.12. 11.354 3.134 22.402 5.269
Per 31. Dezember 2022 wurden auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 32.650 t€ (2021: 22.785 t€)
aktive latente Steuern angesetzt, diese sind unbegrenzt nutzbar. Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten
Steuern angesetzt wurden, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung noch nicht ausreichend gesi
-
chert war, waren 2022 in Höhe von 30.913t€ vorhanden (2021: 0 t€). Für temporäre Differenzen in Höhe von
66.968 t€ (2021: 78.334 t€) aus Beteiligungen an Tochterunternehmen und Gemeinschafts unternehmen wur
-
den gemäß IAS 12.39 passive latente Steuern nicht angesetzt, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den
zeitlichen Verlauf zu steuern und sich in absehbarer Zeit diese temporären Differenzen nicht umkehren werden.
Die Erhöhung der aktiven latenten Steuern in 2022 ist auf die im Rahmen der Aufstockung des Beteiligungsan-
satzes an der Rosenbauer America LLC aufgedeckten „Inside Basis Differences“ zurückzuführen. Bisher wurde
gemäß IAS 12.39 die Differenz des Beteiligungsansatzes und des in den Konzernabschluss einbezogenen
Nettovermögens („Outside Basis Differences“) nicht angesetzt. Der aus diesem Sachverhalt resultierende Be-
trag in Höhe von 10.132 t€ aktive latente Steuern ist in der obigen Darstellung in den Positionen „steuerliche
Sonderabschreibung“ sowie „Bewertungsunterschiede Immaterielle Vermögenswerte“ enthalten.
In den latenten Steuern sind erfolgsneutrale aktive latente Steuern in Höhe von 901 t€ (2021: 2.531 t€) und
erfolgsneutrale passive latente Steuern in Höhe von 720 t€ (2021: 13 t€) enthalten.
D6. Vorräte
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 91.581 131.693
Unfertige Erzeugnisse 289.116 287.161
Fertige Erzeugnisse und Waren 17.492 54.972
Waren unterwegs 6.197 11.398
Geleistete Anzahlungen 3.367 5.540
407.754 490.763
Der Betrag an Wertminderungen des laufenden Jahres ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von
4.322t€ (2021: 2.515 t€) im Materialaufwand enthalten. Im laufenden Geschäftsjahr gab es wie im Vorjahr
keine Wertaufholungen. Auch wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.
D7. Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögenswerte
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 129.998 145.743
Forderungen aus Factoringvereinbarungen 3.003 806
Forderungen aus Derivaten 394 2.663
Forderungen aus sonstigen Steuern 5.498 4.486
Rechnungsabgrenzungsposten 5.428 7.227
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 14.720 17.025
159.040 177.949
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
53
Sämtliche in der obigen Tabelle angeführten kurzfristigen Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig. In den
kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerten sind in Höhe von 11.713 t€ (2021: 10.926 t€) Forderungen
und Vermögenswerte enthalten, die kein Finanzinstrument darstellen.
Die Wertberichtigungen der Forderungen beziehen sich ausschließlich auf die im Rahmen der kurzfristigen
Forderungen erfassten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu einem geringen Umfang auf die
Forderungen aus Factoring-Vereinbarungen. Die Wertminderungen des laufenden Jahres auf Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen mit und ohne Bonitätsbeeinträchtigung werden in Höhe von 730 t€ (2021: 1.211
t€) in den sonstigen Aufwendungen erfasst. Bei den übrigen Finanzinstrumenten sind keine Wertminderungen
eingetreten.
Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung in T€ 2021 2022
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 1.490 2.594
Zuführungen 1.211 730
Verbrauch –2 –7
Währungsdifferenzen 0 –34
Auflösungen –105 –195
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 2.594 3.088
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung in T€ 2021 2022
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 777 338
Auflösungen –439 –209
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 338 129
Nähere Details zur Ermittlung der Wertberichtigungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung sind unter C6. Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum Bilanzstich-
tag ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 61.956 t€ (Vorjahr: 65.090 t€) verkauft. Bei den
Forderungen handelt es sich um noch nicht fällige Forderungen aus Fahrzeuglieferungen, für die entsprechende
Sicherheiten hinterlegt sind. Die verkauften Forderungen werden anhand der Ausbuchungsregeln des IFRS 9
analysiert und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht beziehungsweise des Risikoübergangs werden
qualifizierte Forderungen entsprechend ausgebucht. Der nicht bevorschusste Betrag in Höhe von 806 t€ (Vor-
jahr: 3.003 t€) wird unter den Forderungen aus Factoring-Verträgen ausgewiesen.
Das für die Risikobeurteilung relevanteste Risiko der verkauften Forderungen ist das Kreditausfallsrisiko, das
als sehr gering angesehen werden kann. Dies einerseits, da es sich bei den Kunden um vorwiegend staatliche
bzw. staatsnahe Organisationen handelt und andererseits, da auf Grund der internen Richtlinien die Forderun-
gen mit Akkreditiven oder anderen Sicherheitsinstrumenten sehr gut abgesichert sind. Es gibt unterschiedli-
che Ausgestaltungen der Factoringverträge. Rosenbauer überträgt enerseits das verbleibende Kreditausfalls-
risiko der verkauften Forderungen zu 80 % und andererseits zu 100 % an die Banken. Für das geringfügige
verbleibende 20%ige Delkredererisiko wurde bilanziell angemessen vorgesorgt.
D8. Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Bankguthaben 65.371 35.517
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 79 84
65.450 35.601
Verfügungsbeschränkungen über die in diesem Posten enthaltenen Beträge waren wie im Vorjahr nicht
vorhanden.
D9. Eigenkapital
Das Grundkapital betrug per Ende 2022 13.600 t€ und war aufgeteilt auf 6.800.000 Stückaktien. 3.665.912
Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind Inhaberaktien.
Die Kapitalrücklage stammt aus den im Jahr 1994 über die Wiener Börse ausgegebenen jungen Aktien und
stellt eine gebundene Kapitalrücklage dar, die nicht zur Ausschüttung zur Verfügung steht. Basis für den Vor-
schlag für die Gewinnverwendung ist der nach den Vorschriften des österreichischen UGB erstellte Einzelab-
schluss der Gesellschaft.
In der Position „Andere Rücklagen“ sind der Ausgleichsposten für die Währungsumrechnung, die Neubewer-
tungsrücklage, die Neubewertungen gemäß IAS 19 sowie die Hedging-Rücklage enthalten. Der Ausgleichspos-
ten für die Währungsumrechnung enthält die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrech-
nungsdifferenz im Vergleich zur Erstkonsolidierung. Des Weiteren sind in dieser Position Unterschiedsbeträge
aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der Umrechnung des Vor-
jahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und -Verlustrech-
nung enthalten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
54
Die Veränderung des Kreditrisikos aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Verbindlich-
keiten findet sich in der Zeitwertrücklage.
Die Veränderung der Hedging-Rücklage ergibt sich aus der Bewertung von Devisentermingeschäften und
Zinsswaps unter Zugrundelegung von IFRS 9 unter Berücksichtigung von Steuereffekten.
Bewertungsdifferenzen aus den kündbaren Anteilen ohne beherrschenden Einfluss werden in den kumulierten
Ergebnissen erfasst.
Details zu den Rücklagen sind der „Entwicklung des Konzerneigenkapitals“ zu entnehmen.
Vorschlag für die Gewinnverwendung
Die 30. ordentliche Hauptversammlung der Rosenbauer International AG hat am 13. Mai 2022 der vorgeschla-
genen Dividende für das Geschäftsjahr 2021 von 0,9 Euro je Aktie zugestimmt.
Basis für den Vorschlag für die Gewinnverwendung für das Jahr 2022 ist der nach den Vorschriften des öster-
reichischen UGB erstellte Einzelabschluss der Gesellschaft. Die Verteilung des Bilanzgewinns 2022 im Jahres-
abschluss der Rosenbauer International AG nach öUGB ist wie folgt:
in T€ 2021 2022
Bilanzgewinn / -verlust der Rosenbauer International AG 6.271 –35.391
Ausbezahlte bzw. vorgeschlagene Dividende 6.120 0
Vortrag auf neue Rechnung 151 –35.391
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2022 auf eine Dividende zu verzichten.
D10. Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen zu jeder Tochtergesellschaft des
Konzerns mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss vor konzerninternen Eliminierungen. Im Ge-
schäftsjahr 2022 sind Ausschüttungen in Höhe von 3.610 t€ den Minderheiten zuzuordnen, die im laufenden
Geschäftsjahr erworben wurden und in nachstehender Tabelle nicht mehr dargestellt werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
55
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2022 (in T€)
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia Ltd.
Unwesentliche
Anteile Summe
Sitz USA, Nebraska Spanien, Madrid Saudi-Arabia, Riad
Beteiligungsquote (=Stimmrechtsquote)
der Anteile des Mutterunternehmens 50,00 % 79,82 % 75,00 %
Beteiligungsquote (=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne beherrschenden Einfluss 50,00 % 20,18 % 25,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 13.204 25.171 23.522 2.956 51.650
Langfristige Vermögenswerte 758 3.230 9.770 200 13.201
Kurzfristige Schulden 3.502 23.808 27.125 2.775 53.708
Langfristige Schulden 0 759 1.208 98 2.066
Konsolidiertes Nettovermögen (100 %) 10.461 3.835 4.959 284 9.078
Konsolidierter anteiliger Buchwert 5.230 774 1.240 85 2.099
Umsatzerlöse 20.279 28.262 23.817 3.352 55.432
Periodenergebnis (100 %) –29 180 455 232 866
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss –14 36 114 59 209
Sonstiges Ergebnis (100 %) 486 0 242 –30 212
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss 243 0 61 –7 54
Gesamtergebnis (100 %) 457 180 697 202 1.078
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss 228 36 174 53 263
An Anteilseigner ohne beherrschenden
Einfluss gezahlte Dividenden –968 0 0 0 0
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit 2.075 1.276 2.786 672 4.734
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit –237 639 –2.369 –28 –1.759
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit –2.135 –445 –141 –24 –610
Nettozahlungsströme
der Einzelgesellschaft (100 %) –297 1.469 276 621 2.366
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
56
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2021 (in T€)
Rosenbauer
America, LLC.,
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South Dakota,
LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC. Summe
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
d.o.o.
Slowenien
Unwesent-
liche Anteile Summe
Sitz
USA, South
Dakota
USA,
Minnesota
USA, South
Dakota
USA,
Minnesota USA, Nebraska
Spanien,
Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
Slowenien,
Radgona
Beteiligungsquote (=Stimmrechtsquote)
der Anteile des Mutterunternehmens 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 62,11 % 75,00 % 90,00 %
Beteiligungsquote (=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne beherrschenden Einfluss 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 75,00 % 37,89 % 25,00 % 10,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 1.080 81.358 69.352 31.756 10.694 194.239 14.278 23.546 9.287 1.842 48.952
Langfristige Vermögenswerte 59.595 6.954 5.210 1.662 651 74.073 3.915 7.848 9.232 90 21.086
Kurzfristige Schulden 5.987 75.310 32.310 32.461 2.839 148.908 12.934 25.791 6.018 1.900 46.643
Langfristige Schulden 0 0 0 0 0 0 1.604 1.341 1.161 0 4.106
Konsolidierung –26.453 –167 –31.398 2.599 –1.147 –56.566 0 0 0 0 0
Konsolidiertes Nettovermögen (100 %) 28.235 12.835 10.854 3.556 7.359 62.839 3.655 4.262 11.340 32 19.289
Konsolidierter anteiliger Buchwert 14.117 6.418 5.427 1.778 5.520 33.259 1.385 1.066 1.134 20 3.604
Umsatzerlöse 0 118.182 144.987 55.597 14.199 15.607 19.907 25.635 2.348
Periodenergebnis (100 %) –4.259 5.918 11.124 902 1.206 14.891 –79 –143 1.061 –8 830
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss –2.130 2.959 5.562 451 905 7.747 –30 –36 106 –5 36
Sonstiges Ergebnis (100 %) –1.984 3.071 2.995 114 499 4.695 0 302 –6 –66 230
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss –992 1.535 1.497 57 374 2.472 0 75 –1 –16 59
Gesamtergebnis (100 %) –6.243 8.989 14.119 1.016 1.705 19.585 –79 79 1.055 –74 981
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss –3.121 4.495 7.059 508 1.279 10.219 –30 20 105 –20 75
An Anteilseigner ohne beherrschenden
Einfluss gezahlte Dividenden –5.287 0 0 0 –1.236 –6.523 –48 0 –70 0 –118
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit –1.541 3.143 14.542 8.655 4.406 29.205 1.054 1.325 4.342 –235 6.487
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit –3.313 –2.786 –259 –439 –275 –7.071 –619 –1.185 –1.845 –2 –3.651
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 4.655 –893 –4.332 –8.015 –2.314 –10.899 –673 –230 –1.142 –2 –2.047
Nettozahlungsströme
der Einzelgesellschaft (100 %) –199 –536 9.952 201 1.816 11.235 –238 –90 1.355 –239 789
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
57
Obwohl der Konzern im Jahr 2022 nur 50% (2021: 25%) der Stimmrechte an der Rosenbauer Aerials hält, liegt
kraft eines Dirimierungsrechts durch die Rosenbauer International AG Beherrschung über dieses Unternehmen
vor. Die Rosenbauer International AG ist gemäß dem Gesellschaftsvertrag dieser Gesellschaften ermächtigt,
die Hälfte der Board-Mitglieder zu wählen. Das Board trifft alle relevanten Entscheidungen und bestimmt die
operative Führung, hierzu ist eine einfache Stimmenmehrheit ausreichend. Bei Stimmengleichheit im Board
führt der Aufsichtsratsvorsitzende der Rosenbauer International AG bzw. dessen Stellvertreter auf Grund des
vertraglichen Dirimierungsrechts die Entscheidung herbei.
An konzernfremde Gesellschafter von Tochterunternehmen wurden 2022 4.578 t€ (2021: 6.641 t€) ausge-
schüttet.
D11. Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Diese Position enthält alle verzinslichen Bankverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten mit einer Rest-
laufzeit von mehr als einem Jahr. Details sind der Aufstellung der Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D37.
„Risikomanagement“ zu entnehmen.
D12. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten
Bei den langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Exportfinanzierungsverbindlichkeiten (2022: 1.395t€;
2021: 1.210 t€) sowie um sonstige langfristige Verbindlichkeiten (2022: 389 t€; 2021: 117t€).
In den sonsti-
gen langfristigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von 1.395 t€ (2021: 1.210 t€) Verbindlichkeiten enthalten, die
kein Finanzinstrument darstellen.
D13. Langfristige Rückstellungen
a) Abfertigungsrückstellungen
Abfertigungen sind einmalige Abfindungen, die aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften bei Kündigung der
Arbeitnehmer sowie regelmäßig bei Pensionsantritt an Mitarbeiter bezahlt werden müssen. Die Höhe richtet
sich nach der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe der Bezüge. Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden
in jenem Ausmaß gebildet, das sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ergab (Details der zur
Berechnung herangezogenen Annahmen sind Punkt C9. zu entnehmen).
in T€ 2021 2022
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 20.871 20.163
Umgliederung 740 0
Dienstzeitaufwand 990 1.021
Zinsaufwand 156 199
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste –680 –3.575
Laufende Zahlungen –1.915 –2.396
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 20.163 15.412
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste betreffen in Höhe von 347 t€ (2021: 58 t€) Ände-
rungen in erfahrungsbedingten Annahmen, in Höhe von -3.926 t€ (2021: -636 t€) Änderungen in finanziellen
Annahmen und in Höhe von 4 t€ (2021: -102 t€) Änderungen in demografischen Annahmen.
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 15.412 t€ (2021:
20.163 t€).
Die Netto-Aufwendungen für Abfertigungen, die aus Leistungszusagen und Verlusten aus Planabgeltungen
resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in T€ 2021 2022
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 990 1.021
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 156 199
Netto-Aufwendungen für Abfertigungen 1.146 1.220
Zum 31. Dezember 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Abfertigungen 9 Jahre (2021: 11 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultie-
rend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt.
Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehal
-
ten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
58
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in T€ +1 % -1 %
31.12.2022
Zinssatz –1.144 1.323
Gehaltssteigerung 1.307 –1.150
Fluktuation –403 –120
31.12.2021
Zinssatz –1.904 2.258
Gehaltssteigerung 2.171 –1.874
Fluktuation –910 34
b) Pensionsrückstellungen
Innerhalb des Rosenbauer Konzerns bestehen durch nationale Vorschriften oder freiwillige Vereinbarungen
entstandene Vorsorgepläne für Pensionen. Dabei handelt es sich teils um leistungsorientierte und teils um bei-
tragsorientierte Pläne (Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind Punkt C9. zu entnehmen).
in T€ 2021 2022
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 5.489 5.006
Dienstzeitaufwand 20 13
Zinsaufwand 43 53
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste –258 –766
Laufende Zahlungen –287 –292
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 5.006 4.014
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste betreffen in Höhe von 146 t€ (2021: -80 t€) Ände-
rungen in erfahrungsbedingten Annahmen, in Höhe von -912 t€ (2021: -178 t€) Änderungen in finanziellen
Annahmen und in Höhe von 0,0 t€ (2021: 0,0 t€) Änderungen in demografischen Annahmen.
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 4.014 t€ (2021:
5.006 t€).
Die Netto-Aufwendungen für Pensionen, die aus Leistungszusagen resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in T€ 2021 2022
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 20 13
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 43 53
Netto-Aufwendungen für Pensionen 62 66
Zum 31. Dezember 2022 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Pensionen 10 Jahre (2021: 12 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultie-
rend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen darge-
stellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant
gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korre-
lieren.
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in T€ +1 % / Jahr -1 % / Jahr
31.12.2022
Zinssatz –353 418
Gehaltssteigerung 381 –330
Langlebigkeit 174 –172
31.12.2021
Zinssatz –525 639
Gehaltssteigerung 568 –483
Langlebigkeit 245 –240
Weiterführende Informationen zu den Personalrückstellungen sind der Beschreibung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden zu entnehmen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
59
c) Übrige langfristige Rückstellungen
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 7.196 5.126
7.196 5.126
Die Veränderung der unter Punkt c. angeführten langfristigen Rückstellungen ist der „Entwicklung der Rück-
stellungen“ unter Punkt D20. zu entnehmen.
D14. Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Diese Position enthält die jederzeit ausübbaren Andienungsrechte des US-amerikanischen Minderheitsgesell-
schafter Rosenbauer Aerials LLC., Nebraska. Der Wert berechnet sich aus dem Barwert der Zahlungsver-
pflichtung aus einer Kaufpreisformel, die die Ertragswerte von 2 vergangenen und einem zukünftigen Jahr
berücksichtigt und des Eigenkapitalwerts. Im Vorjahr waren zusätzlich noch die 2022 ausgeübten Optionen
der Minderheitsgesellschaften der amerikanischen Holdinggesellschaft Rosenbauer America LLC., South Da-
kota bilanziert.
in T€ 2021 2022
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 67.894 82.269
Auszahlung Dividende –6.523 –4.578
Neubewertungen 20.898 3.399
Ausübung Option 0 –67.574
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 82.269 13.517
D15. Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten
Diese beinhalten neben Produktions- bzw. Investitionskrediten und Leasingverbindlichkeiten auch die laufen-
den Kontokorrentüberziehungen zum 31. Dezember des jeweiligen Bilanzstichtages. Details sind der Aufstel-
lung der Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D37. „Risikomanagement“ zu entnehmen.
D16. Vertragsverbindlichkeiten
Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten Anzahlungen von Kunden in Höhe von 178.599 t€ (2021: 116.278t€),
die überwiegend für die Lieferung von Löschfahrzeugen geleistet wurden, sowie abgegrenzte Erlöse aus Mehr-
komponentenverträgen in Höhe von 11.906 t€ (2021: 14.320 t€), die sich auf zeitraumbezogene Leistungs-
verpflichtungen beziehen.
D17. Lieferverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 78.753 t€ (2021: 63.894 t€) innerhalb
eines Jahres und in Höhe von 0 t€ (2021: 0 t€) nach einem Jahr fällig.
D18. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Verbindlichkeiten aus Steuern 9.103 11.625
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 2.901 3.142
Verbindlichkeiten aus Derivaten 3.061 5.017
Verbindlichkeiten aus Personalverpflichtungen 31.467 28.208
Verbindlichkeiten aus Provisionsverpflichtungen 6.389 5.841
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 18.086 32.276
71.007 86.109
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Gutschriften sowie Verbindlichkeiten aus
ausstehenden Eingangsrechnungen. In den sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sind in Höhe von 42.975
t€ (2021: 43.471 t€) Verbindlichkeiten enthalten, die kein Finanzinstrument darstellen.
D19. Steuerschulden
Die Steuerschulden verringerten sich von 9.438 t€ auf 5.757 t€ im Wesentlichen durch die im laufenden Ge-
schäftsjahr geleisteten Zahlungen aus der Steuerfahndungsprüfung gegen den ehemaligen Eigentümer und Ge-
schäftsführer der Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH. Die ursprünglich erfassten und von der Steu-
erbehörde bekanntgegebenen Ansprüche in Höhe von 2.888 t€ reduzierten sich auf 403 t€ im Jahr 2022. Die
bereits im Vorjahr eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen den ehemaligen Geschäftsführer bestehen weiterhin,
ein Vermögensgegenstand konnte allerdings für die Regressmöglichkeiten nach IFRS nicht angesetzt werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
60
D20. Sonstige Rückstellungen und Entwicklung der Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen enthalten Vorsorgen für Gewährleistungen und Risiken im Absatzbereich. Dar-
über hinaus ist im Geschäftsjahr eine Rückstellung in Höhe von 4.700 t€ für ehemalige Vorstände enthalten.
Die übrigen kurzfristigen Rückstellungen für das Jahr 2022 sind der „Entwicklung der Rückstellungen“ zu ent-
nehmen.
Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind den Punkten C10. und C15. zu entnehmen.
in T€
Stand am
01.01.2022
Währungs-
differenzen Zuweisung Verbrauch Auflösung Aufzinsung
Stand am
31.12.2022
kurzfristig
Gewährleistungen 12.817 413 3.890 –3.643 –606 0 12.870
Drohende Verluste 742 0 1.343 –601 0 0 1.484
Sonstige 3.851 28 8.455 –1.414 –367 0 10.553
Summe kurzfristige Rückstellungen 17.410 440 13.688 –5.658 –973 0 24.908
langfristig
Rückstellung für Jubiläumsgelder 7.196 0 11 –2.070 –104 94 5.126
Summe langfristige Rückstellungen 7.196 0 11 –2.070 –104 94 5.126
Gesamtsumme 24.606 440 13.699 –7.728 –1.077 94 30.034
Die Entwicklung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ist in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.13. „Langfristige Rückstellungen“ dargestellt.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
61
D21. Umsatzerlöse
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen und Areas:
2022
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 264.563 69.645 61.287 90.740 229.818 0 716.053
Ausrüstung 65.263 11.771 7.140 9.031 176 0 93.380
PFP 400 0 0 0 0 31.800 32.200
Customer Service 43.989 14.740 19.641 8.184 9.985 0 96.539
Sonstige 4.143 2.203 2.113 1.895 23.717 0 34.072
Summe Erlöse aus
Verträgen mit Kunden 378.358 98.360 90.181 109.850 263.696 31.800 972.245
2021
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 252.400 67.813 91.137 97.290 231.915 0 740.555
Ausrüstung 55.338 9.057 14.431 9.462 275 0 88.563
PFP 68 7 0 0 0 29.755 29.830
Customer Service 36.951 14.423 14.877 6.702 5.472 0 78.424
Sonstige 2.083 1.910 3.268 3.690 26.788 0 37.738
Summe Erlöse aus
Verträgen mit Kunden 346.839 93.210 123.713 117.143 264.451 29.755 975.110
Bezüglich der weiteren Zusammensetzung der Umsatzerlöse wird auf die Angaben zu den Produktsegmenten
sowie zur Segmentberichterstattung in den Erläuternden Angaben Punkt D.35. „Segmentberichterstattung“
verwiesen.
Der aggregierte Betrag des Transaktionspreises für noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen beträgt zum
Bilanzstichtag 1.469,7 Mio € (2021: 1.145,2 Mio €). Davon werden voraussichtlich zwischen 70 und 75 %
(2021: 78 %) im folgenden Geschäftsjahr als Umsatz realisiert.
D22. Umsatzkosten
in T€ 2021 2022
Sonstige Erträge –2.887 –1.950
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 17.871 –3.817
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 547.768 572.607
Personalaufwendungen 171.466 189.605
Abschreibungen 13.690 14.109
Übrige sonstige Aufwendungen 70.738 72.790
818.646 843.344
Die Materialaufwendungen betreffen neben den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen im Wesentlichen Fahrgestelle,
metallische Komponenten für den Aufbau, Kunststoff- und Elektronikteile sowie Ausrüstungsgegenstände und
Zukaufteile.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen Leasingaufwendungen für Leasingper-
sonal im betrieblichen Bereich, Energie- und Entsorgungskosten.
D23. Entwicklung und Produktmanagement
in T€ 2021 2022
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 229 215
Aktivierte Entwicklungskosten –8.911 –6.271
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen –4.898 –3.947
Personalaufwendungen 19.146 23.626
Abschreibungen 3.769 3.285
Übrige sonstige Aufwendungen 6.045 8.407
15.381 25.315
Die gesamten Entwicklungskosten betragen 31.586 t€ (2021: 24.292 t€).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
62
D24. Vertriebskosten
in T€ 2021 2022
Sonstige Erträge –229 0
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 32 71
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.627 3.063
Personalaufwendungen 32.752 32.898
Abschreibungen 1.809 2.142
Übrige sonstige Aufwendungen 23.694 23.517
62.685 61.691
Der Posten übrige Aufwendungen beinhaltet überwiegend Aufwendungen für Veranstaltungen, Reisekosten
sowie Kosten der Marketing- und Vertriebsabteilung.
D25. Verwaltungskosten
in T€ 2021 2022
Sonstige Erträge –29 –362
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 17 –191
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.231 6.418
Personalaufwendungen 32.223 40.255
Abschreibungen 9.442 10.074
Übrige sonstige Aufwendungen 3.167 4.516
51.051 60.710
Der Posten übrige Aufwendungen beinhaltet überwiegend Instandhaltungen, Rechts,- Prüfungs- und Beratungs-
kosten, fremde Dienstleistungen, sowie Mieten und Pachten. Der Aufwand aus Leasingverhältnissen von Ver-
mögenswerte von geringem Wert beträgt 563 t€ (2021: 626 t€), ferner beträgt der Aufwand aus kurzfristigen
Leasingverhältnissen ohne Vermögenswerte von geringem Wert 511 t€ (2021: 202 t€).
Honorar des Wirtschaftsprüfers
Im Verwaltungsaufwand sind folgende Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, der KPMG
Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, enthalten:
in T€ 2021 2022
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 110 113
Andere Bestätigungsleistungen 18 91
Sonstige Dienstleistungen 35 6
163 210
D26. Sonstige Erträge
in T€ 2021 2022
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 612 1.616
Staatliche Zuschüsse 940 238
Erträge aus Mieten und Versicherungen 408 902
Auflösung von Rückstellungen 1.267 416
Kursgewinne 2.071 2.358
Übrige Erträge 3.718 4.647
9.016 10.176
Die staatlichen Zuschüsse betreffen vor allem Zuschüsse zu Beschäftigungsprogrammen wie Altersteilzeit,
Lehrlingsprämien und COVID-19-Zuschüsse.
In den übrigen Erträgen sind insbesondere Lizenzeinnahmen, Kantinen, Bewirtungen und Schadenersatzleis-
tungen enthalten.
D27. Sonstiger Aufwand
in T€ 2021 2022
Verlust aus Anlagenabgängen 255 180
Kursverluste 1.083 1.818
Sonstige Aufwendungen –1 –83
1.337 1.915
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
63
D28. Personalaufwand und Angaben über Arbeitnehmer
in T€ 2021 2022
Löhne 97.743 110.349
Gehälter 111.760 125.509
Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 1.010 1.001
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne Mitarbeitervorsorgekasse 7.077 6.906
Aufwendungen für gesetzlich und freiwillige Sozialabgaben sowie
vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 37.999 42.619
255.588 286.384
Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer
2021 2022
Arbeiter 2.306 2.263
Angestellte 1.595 1.669
Lehrlinge 140 143
4.041 4.075
In den Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne sind Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitar-
beitervorsorgekassen in Höhe von 1.210 t€ (2021: 1.166 t€) enthalten.
D29. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
In den Abschreibungen in Höhe von 29.392 t€ (Vorjahr: 28.802 t€) resultieren 6.302 t€ (Vorjahr: 6.075 t€) aus
der Abschreibung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
D30. Finanzerträge
in T€ 2021 2022
Wertpapiererträge 2 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 614 4.116
davon aus Fair Value Bewertung 0 2.900
davon aus Kursgewinnen 406 174
616 4.116
Die Fair Value Bewertung resultiert aus den zu Fair Value designierten finanziellen Verbindlichkeiten.
D31. Finanzierungsaufwendungen
in T€ 2021 2022
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 5.957 17.717
davon aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 924 973
davon aus Fair Value Bewertung 0 4.111
davon aus Kursverlusten 39 85
Zinsen auf langfristige Personalrückstellungen 199 252
6.156 17.969
Der Zinsaufwand der langfristigen Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Personalaufwand ausgewiesen.
D32. Ertragsteuern
in T€ 2021 2022
Aufwand für laufende Ertragsteuern 10.821 4.309
davon aus Vorjahren 2.214 1.441
Veränderung latenter Ertragsteuern –5.167 –12.113
davon aufgrund von Steuersatzänderungen 43 741
5.655 –7.804
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
64
Im Geschäftsjahr 2022 wurden -2.348 t€ (2021 1.169 t€) aus der Veränderung von latenten Steuern direkt im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Es besteht im RBI-Konzern eine Steuergruppe nach österreichischem Steuerrecht. Die Gruppenmutter ist die
Rosenbauer International AG, Gruppenmitglieder sind die österreichischen Gesellschaften Rosenbauer Öster-
reich GmbH, die Rosenbauer Brandschutz GmbH, die APAC-Holding GmbH und Rosenbauer E-Technology De-
velopment GmbH. Der Ausgleich erfolgt über eine Umlagevereinbarung, in der positive steuerliche Ergebnisse
zum aktuell gültigen Körperschaftssteuersatz verrechnet werden, eine negative Steuerumlage wird zum Zwe-
cke der zukünftigen Verrechnung evident gehalten. Der Ertragssteuerertrag beträgt für alle Gruppenmitglieder
939 t€ (2021: Ertragssteuerertrag 4.218 t€).
Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem sich rechnerisch ergebenden Ertragsteueraufwand und dem
effektiven Steueraufwand im Konzern werden in nachstehender Tabelle dargestellt.
in T€ 2021 2022
Gewinn vor Ertragsteuern 28.871 –30.151
davon 25 % (2021: 25 %) rechnerischer Ertragsteueraufwand 7.218 –7.538
Steuerentlastung Personengesellschaften
1
–1.475 0
Effekt unterschiedlicher Steuersätze –1.575 –1.177
Permanente Differenzen –177 2.341
Nichtaktivierung von Verlustvorträgen 0 7.110
Steuern aus Vorjahren 2.214 –9.461
Sonstige –550 921
Effektiver Steuerertrag (-) / -aufwand (+) 5.655 –7.804
1 Steuern, die auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss entfallen
In den Steuern aus Vorjahren sind 212 t€ Ertrag aus der Auflösung der im Vorjahr gebildeten Rückstellung
betreffend einer Steuerfahndungsprüfung enthalten. Aus Dividendenansprüchen der Anteilseigner resultieren
in den Jahren 2022 und 2021 keine steuerlichen Konsequenzen für den Konzern.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
65
D33. Konzerngeldflussrechnung
Die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode. Der Finanzmittelfonds
umfasst ausschließlich den Kassenbestand und die Bankguthaben. Die Zinsein- und Zinsauszahlungen werden
der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Dividendenzahlungen werden als Teil der Finanzierungs-
tätigkeit ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2022 gab es nicht zahlungswirksame Zugänge zu immateriellen
Vermögens werten und Sachanlagen in Höhe von 1.732 t€ (2021: 2.079 t€). Die nicht zahlungswirksamen
Zugänge zu Nutzungsrechten betrugen im Jahr 2022 4.551 t€ (2021: 8.313 t€).
Die Überleitung der zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Verbindlichkeiten
aus Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:
in T€ 31.12.2022 Cashflow
Wechselkurs-
differenzen Aufzinsung Unbare Veränderung 31.12.2021
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 118.805 45.539 761 0 0 72.505
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 202.234 41.152 0 0 0 161.082
Leasingverbindlichkeiten 35.191 –6.074 599 711 3.840 36.115
Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen 13.517 –72.151 0 0 3.399 82.269
Gesamte Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 369.746 8.465 1.360 711 7.239 351.971
in T€ 31.12.2021 Cashflow
Wechselkurs-
differenzen Aufzinsung Unbare Veränderung 31.12.2020
Kurzfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 72.505 15.564 539 0 0 56.401
Langfristige verzinsliche Finanzverbindlichkeiten 161.082 –59.241 604 0 0 219.719
Leasingverbindlichkeiten 36.115 –6.012 814 924 7.390 32.999
Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen 82.269 –6.523 0 0 20.898 67.894
Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss 0 –781 29 0 0 753
Gesamte Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten 351.971 –56.992 1.986 924 28.288 377.766
Nähere Details zu Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss sind Punkt
B1. zu entnehmen.
Die gesamten Auszahlungen aus Leasingverhältnissen, die nach IFRS 16 bilanziert wurden, betragen im Ge-
schäftsjahr 6.074 t€ (2021: 6.012 t€).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
66
D34. Auswirkungen der COVID-19-Krise sowie des Russland-Ukraine Konflikts
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
Als Spätzykliker hat Rosenbauer die COVID-19-Krise verspätet getroffen. Die negativen Effekte aus der CO-
VID-19 Krise sowie des Russland-Ukraine Konflikts betrafen im Jahr 2022 insbesondere die Störungen der
Lieferketten und die Unterauslastung der Werke durch Verzögerungen bei den Auslieferungen sowie die Ent-
konsolidierung der PA „Fire-fighting special technics“ LLC. aufgrund des fehlenden maßgeblichen Einflusses
(siehe Punkt B1. „Konsolidierungskreis“). Durch die Umsatzverschiebungen und die auftretenden Produktions-
störungen blieb die Betriebsleistung und die Ertragssituation unter den Erwartungen. Die Fehlteilesituation hat
sich zum Jahresende hin leicht verbessert. Allen voran hat Rosenabuer wieder mehr LKW-Fahrgestelle erhalten,
womit die Anzahl der Fertigstellungen erhöht werden konnte.
Bis zur Jahresmitte 2023 wird eine weitere Ent-
spannung der Lieferkettenprobleme und eine Stabilisierung der Materialkosten erwartet.
Erfreulich ist aber, dass die Auftragseingänge im Jahr 2022 auf einem zufriedenstellenden Niveau waren, die
Nachfrage hat unter den anhaltenden Krisen bisher nicht gelitten. Der Ergebnisdruck hat aber durch steigende
Materialpreise zugenommen, da die notwendigen Preiserhöhungen auf Grund der Konkurrenzsituation nicht
einfach umzusetzen sind.
Es wird allerdings von einer mittelfristigen Erholung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgegangen
und insbesondere ist Rosenbauer durch die fortschrittliche Technik für die Zukunft gut gerüstet.
Um die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abfedern zu kön-
nen, wurden die von den Regierungen aufgelegten Hilfsprogramme in Anspruch genommen. Insbesondere
durch die Möglichkeit der Kurzarbeit und anderer arbeitsplatzsichernder Maßnahmen wurde im Geschäftsjahr
ein Zuschuss mit den Personalaufwendungen in Höhe von 1.694 t€ (2021: 9.982 t€) verrechnet.
D35. Segmentberichterstattung
Gemäß IFRS 8 („Geschäftssegmente“) sind die Segmentabgrenzung und die offenzulegenden Segmentinforma-
tionen an der internen Steuerung und Berichterstattung auszurichten. Daraus ergibt sich eine Darstellung, die
gemäß dem Management-Approach der internen Berichterstattung entspricht. Die Steuerung des Konzerns
erfolgt von den Hauptentscheidungsträgern nach Absatzmärkten. Im internen Reporting kommt der Entwick-
lung der Marktsegmente besondere Bedeutung zu. Die Segmentierung basiert auf der Aufteilung der von den
Hauptentscheidungsträgern festgelegten Absatzregionen („Areas“). Zusätzlich zu den nach Absatzmärkten
gesteuerten Segmenten („Areas“) wird das Segment PFP („Preventive Fire Protection“) in der internen Bericht-
erstattung als weiteres Segment dargestellt.
Die folgenden berichtspflichtigen Segmente wurden entsprechend dem internen Managementinformations-
system festgelegt:
Area CEEU (Central und Eastern Europe), Area NISA (Northern Europe, Iberia, South America und Africa),
Area MENA (Middle East und North Africa), Area APAC (Asia-Pacific, Australia, China), Area NOMA (North und
Middle America), PFP („Preventive Fire Protection”).
Das EBIT der Areas wird von den Hauptentscheidungsträgern getrennt überwacht, um Entscheidungen über
die Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung
der Segmente wird anhand des EBIT in Übereinstimmung mit dem EBIT im Konzernabschluss bewertet. Die
Ertragsteuern werden jedoch konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zu-
geordnet.
Die Segmentberichterstattung bezieht sich auf Umsätze und Ergebnisse, die von den einzelnen Areas sowohl
am jeweiligen Absatzmarkt als auch im Export erwirtschaftet werden.
Um die Marktbearbeitung durch Nutzung von Synergien zu vereinfachen wird die Länderverantwortung mit
1. Jänner 2023 gestrafft. Die Area NISA wird aufgelöst und in die neu formierten Vertriebsregionen Americas,
Asia-Pacific, Middle East & Africa und Europe integriert. Die Aktivitäten im Vorbeugenden Brandschutz werden
auch weiterhin in einem eigenen Segment dargestellt.
Die zahlenmäßige Darstellung der Segmente kann den Tabellen „Geschäftssegmente“, „Angaben zu Geschäfts-
bereichen“ und „Informationen über geografische Gebiete“ für die Jahre 2021 und 2022 entnommen werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
67
Geschäftssegmente
2022 (in T€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 378.358 98.360 90.181 109.850 263.696 31.800 972.245
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Anteil an equity-bilanzierten Unternehmen 7.579 –3.692 –4.528 –1.332 –9.029 448 –10.554
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) –15.550 –5.911 1.174 2.953 –14.777 1.960 –30.151
Abschreibung –21.765 –640 –1.556 –498 –3.397 –1.536 –29.392
Wertminderung 0 0 0 0 0 0 0
Finanzierungsaufwendungen –13.350 –120 –44 –51 –4.376 –28 –17.969
Finanzerträge 3.388 19 5 16 681 7 4.116
Anteil am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen 0 68 0 –5.812 0 0 –5.744
Weitere Details zur Segementberichtunterstattung sind in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.35. zu finden.
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2022 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibung, der Wertminderung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
2021 (in T€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 346.838 93.210 123.713 117.143 264.451 29.755 975.110
Operatives Ergebnis (EBIT) vor Anteil an equity-bilanzierten Unternehmen 16.673 1.165 5.161 2.520 9.510 –3 35.026
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 11.628 969 5.138 2.032 9.129 –25 28.871
Abschreibung –21.871 –705 –1.096 –354 –3.178 –1.598 –28.802
Wertminderung 0 0 0 0 0 0 0
Finanzierungsaufwendungen –5.452 –111 –22 –42 –506 –23 –6.156
Finanzerträge 409 29 0 54 124 0 616
Anteil am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen 0 –115 0 –500 0 0 –615
Weitere Details zur Segementberichtunterstattung sind in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.35. zu finden.
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2021 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibung, der Wertminderung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
68
Angaben zu Geschäftsbereichen
Umsatz
in Mio € 2021 2022
Fahrzeuge 735 716
Ausrüstung 89 93
Preventive Fire Protection (PFP) 30 32
Customer Service 78 97
Sonstige 43 34
Konzern 975 972
Informationen über geografische Gebiete
Umsatz Sachanlagen
Immaterielle
Vermögenswerte
Nutzungs-
rechte
Nutzungs-
rechte
in T€ 2021 2022 2021 2022 2021 2022 2021 2022
Österreich 75.848 77.023 86.005 80.456 33.588 41.152 7.117 5.772
USA 221.631 237.630 14.689 14.699 1.129 2.006 8.058 7.709
Deutschland 203.259 210.810 30.422 28.861 9.491 8.659 14.076 13.624
Saudi Arabien 50.326 28.391 6.607 8.489 0 0 823 715
Rest der Welt 424.046 418.391 24.350 23.415 2.201 2.266 5.133 6.212
Konzern 975.110 972.245 162.073 155.920 46.409 54.083 35.207 34.032
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
69
D36. Kapitalmanagement
Als Basis für das Kapitalmanagement wird im Rosenbauer Konzern das von Eigen- und Fremdkapitalgebern zur
Verfügung gestellte Kapital gesehen.
Die Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet, die strategische und operative Entwicklung des Unternehmens
zu unterstützen und zu fördern. Dabei soll ein Gleichgewicht zwischen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit
hergestellt werden. Es gilt, die finanzielle und strategische Flexibilität zu bewahren, indem jederzeit Zugang zu
Kapital und vorteilhaften Finanzierungskonditionen gewährleistet wird. Durch eine ausreichende Finanzkraft
sollen sowohl das operative Geschäft als auch Investitionsvorhaben ermöglicht werden. Die Interessen von
Aktionären und Fremdkapitalgebern werden in Form einer attraktiven Dividendenpolitik, einer stabilen Unter-
nehmensbonität sowie Zuverlässigkeit und Kontinuität von Ergebnissen und Unternehmensaussagen berück-
sichtigt. Die Finanzstrategie ist Bestandteil unseres Geschäftsverständnisses und Handelns und Grundlage
aller wesent lichen Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Als wesentliche Finanzkennzahlen für das Kapitalmanagement sind die Nettoverschuldung zu EBITDA und die
Eigenkapitalquote anzusehen. Das EBITDA (Earnings before interest and taxes, depreciation and amortizati-
on) besteht aus dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände. Die Nettoverschuldung setzt sich aus den verzinslichen Verbindlichkeiten und den
Leasing verbindlichkeiten abzüglich Kassenbestand, kurzfristige Finanzmittel und Wertpapiere zusammen. Die
Netto verschuldung beträgt daher 319.994 t€ (2021: 203.597 t€). Das EBITDA beträgt im Jahr 2022 19.058 t€
(2021: 63.735 t€ ). Die Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt daher 16,8 (2021: 3,2).
Da bei den Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteile die unternehmerischen Chancen
und Risiken sowie der Dividendenanspruch beim Minderheitsanteilseigner verbleibt, wird die Verbindlichkeit
wirtschaftlich weiterhin als Minderheitsanteil und nicht als verzinsliche Kaufpreisverbindlichkeit angesehen.
Zur Optimierung der Eigenkapitalquote dient darüber hinaus das Bilanzsummenmanagement, das mit einer
kontinuierlichen Überwachung der Produktionsbestände und Lieferforderungen eine Optimierung des gebun-
denen Umlaufvermögens sicherstellt. Die Eigenkapitalquote wird als Prozentsatz von Eigenkapital zu Bilanzsu-
mme berechnet und betrug zum Stichtag 31.12.2022 19,1 % (31.12.2021 angepasst: 23,6 %).
D37. Risikomanagement
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Die jährlich
durch geführte Evaluierung der Konzerngesellschaften ergab, abseits der globalen Krisen (D34.) und der offen-
barten Steuerfahndungsprüfung (C15.), keine maßgeblich neuen oder bisher unerfassten Risiken. Es bestehen
auf Grundlage der heute bekannten Informationen keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken. Der Rosenbauer
Konzern agiert global und ist daher zwangs läufig Preis-, Zins- und Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Es
ist Unternehmenspolitik, unter genauer Beobachtung der vorhandenen Risikopositionen und der Marktent-
wicklung die vorhandenen Risiken so weit wie möglich intern auszugleichen sowie Nettopositionen ergeb-
nisoptimal zu steuern und, wo sinnvoll, abzusichern. Zielsetzung der Absicherung des Währungsrisikos ist die
Schaffung einer abgesicherten Kalkulationsbasis für die Auftragsfertigung.
Einen wichtigen Bereich bei der Absicherung der Risiken stellen die Finanzinstrumente dar. Finanzinstrumente
sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem
anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen.
Gemäß IFRS 7 gehören dazu einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen und Finanzschulden. Andererseits gehören dazu
auch die derivativen Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Än-
derungen von Wechselkursen und Zinssätzen eingesetzt werden. Im Folgenden wird sowohl über originäre als
auch derivative Finanzinstrumente berichtet.
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt
am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell
erfasst.
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Veranlagungen, kurzfristigen Forderungen und Verbind-
lichkeiten entspricht aufgrund der täglichen bzw. kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert. Die
Wertpapiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert von 685 t€ (2021: 655 t€) bewertet. Der Marktwert
wird durch den Börsenkurs am Bilanzstichtag ermittelt.
a) Klima- und Umweltrisiken
Die Bedeutung des Klimawandels nimmt auch in der Feuerwehrbranche stetig zu und so setzt sich die Rosen-
bauer Gruppe seit vielen Jahren mit dem Thema auseinander, um rechtzeitig, solide und wirksam auf diese
Risiken reagieren zu können.
Das derzeit unmittelbarste Risiko besteht aus dem Übergangsrisiko, das durch den Anpassungsprozess hin
zu einer kohlenstoffärmeren und ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft entsteht. Rosenbauer hat vor etwa 7
Jahren auf diesen Anpassungsprozess reagiert und mit der Entwicklung des ersten hybriden Feuerwehrfahr-
zeuges begonnen und hat dieses 2020 in der Öffentlichkeit präsentiert. Das Fahrzeug wird am Markt sehr
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
70
positiv aufgenommen und derzeit in die Serienproduktion überführt. Dieses neuartige Fahrzeug wird aber wohl
nur der Beginn einer umfassenden Anpassung der Produktpalette an die neuen Anforderungen sein und es ist
daher mit weiteren hohen Forschungs- und Entwicklungskosten zu rechnen. Zum Bilanzstichtag waren 16.640
t€ (2021: 14.043 t€) Entwicklungskosten aktiviert, die direkt im Zusammenhang mit dieser Transformation
der Produktpalette stehen, und die Entwicklungskosten werden auch weiter steigen. Das Risiko besteht in
der Realisierung der Entwicklungskosten am Markt, da durch diese Entwicklungskosten auch die Herstel-
lungskosten der Produkte steigen. Bisher ist die Akzeptanz für einen höheren Preis am Markt gegeben, aber
insbesondere auch, weil die bisher entwickelten Produkte eine deutliche Effizienz- und Komfortsteigerung für
die Feuerwehren bieten. Es verbleibt aber in Zukunft jedenfalls durch die höheren Kosten ein höheres Risiko
von Fehlentwicklungen und von Abschreibungen von Entwicklungskosten.
Abgesehen von den Entwicklungskosten ist auch mit steigenden Kosten aus Energie- und Materialeinkäufen
zu rechnen, zum Beispiel durch die CO
²
-Bepreisung oder nachhaltige Produktionsprozesse. Hier besteht das
Risiko, dass sich diese Regelungen auf den unterschiedlichen Märkten nicht symmetrisch entwickeln und so
der Mitbewerb in weniger regulierten Märkten einen Kostenvorteil erzielen könnte.
Aus dem physischen Risiko des Klimawandels, also den Auswirkungen von physischen Ereignissen wie Dürren,
Überschwemmungen, Stürmen etc. resultieren vielfältige Konsequenzen für Rosenbauer. Einerseits ist man
natürlich einem erhöhten Risiko an den Standorten ausgesetzt (wie zum Beispiel Wasserknappheit, Wetterext-
reme, Hitze etc.), bzw. können Lieferketten von solchen Ereignissen negativ betroffen sein. Andererseits bietet
Rosenbauer die Produkte und Technologien, diesem Risiko zu begegnen, und kann hier viel zur Abschwächung
dieser Effekte beitragen. Dabei geht es nicht nur um die Zurverfügungstellung von erstklassigem Gerät für Ka-
tastropheneinsätze, wie Waldbrände, Hochwässer oder Stürme, sondern um die Vermeidung solcher Extrem-
situationen. Für Rosenbauer steht Prävention vor Deeskalation. Dabei ist die Früherkennung ein wesentlicher
Faktor, hier wird das Produktportfolio erweitert und in Softwarelösungen investiert. Hier besteht ein finanziel-
les Risiko, dass diese Kosten nicht am Markt realisiert werden können.
Aus den Klima- und Umweltrisiken sind derzeit keine Auswirkungen auf die Bewertung von Vermögenswerten
und Schulden ersichtlich.
b) Kreditrisiko
Das Risiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann aufgrund der Kundenstruktur bzw. der Absi-
cherungspolitik von Kreditrisiken als durchwegs gering eingeschätzt werden. Zudem werden alle Kunden, die
mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Auch
werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko
ausgesetzt ist. Das maximale Bonitäts- und damit Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten.
Die nachstehende Tabelle beschreibt das Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns:
31.12.2022
in T€
12m ECL oder
Liftetime ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Wertpapiere n/a 685 0 685
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 17.025 0 17.025
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 148.960 –3.217 145.743
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 19.508 –3.088 16.420
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 129.452 –129 129.324
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 35.601 0 35.601
202.271 –3.217 199.054
31.12.2021
in T€
12m ECL oder
Liftetime ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Ausleihungen von verbundenen Unternehmen
12m ECL 0,0 0,0 0,0
Wertpapiere n/a 655 0 655
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 14.720 0 14.720
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 132.930 –2.932 129.998
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 12.687 –2.594 10.093
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 120.243 –338 119.905
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 65.450 0 65.450
213.755 –2.932 210.823
Innerhalb der EU bestehen Forderungen größtenteils gegenüber kommunalen Rechtsträgern. Handelt es sich
um privatwirtschaftliche Abnehmer minderer oder unbekannter Bonität, werden diese Forderungen über den
privaten Versicherungsmarkt abgesichert.
Forderungen gegenüber Kunden außerhalb der EU mit geringer Bonität – selbst bei staatlichen Abnehmern–
werden mittels Dokumentenakkreditiven oder Bankgarantien besichert. Gegebenenfalls werden alternativ,
aber auch kumulativ, Versicherungen bei einer der staatlichen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. In
Österreich erfolgt dies bei der Österreichischen Kontrollbank AG.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
71
Die nachstehende Übersicht zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition
bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2022 / in T€
nicht
überfällig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage überfällig
mehr als 180
Tage überfällig
Mit Bonitäts-
beeinträch-
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 61.790 52.817 9.074 0 19.508
Erwarteter Kreditverlust 28 51 50 0 3.088
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2021 / in T€
nicht
überfällig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage überfällig
mehr als 180
Tage überfällig
Mit Bonitäts-
beeinträch-
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 56.672 40.808 7.463 15.301 12.687
Erwarteter Kreditverlust 38 51 53 196 2.594
c) Marktrisiko
Inflationsrisiko
In den letzten Jahrzehnten der Niedrigzinspolitik und einer drohenden Deflation waren auch die Materialpreise
und Lohnkosten gut vorhersehbar und dadurch auch im Projektgeschäft gut kalkulierbar. Ein Inflationsrisiko
war daher nur von untergeordneter Bedeutung. Diese Situation hat sich gegen Ende des Jahres 2021 aber
deutlich verändert. Durch die Störungen der Lieferketten kam es zu einem deutlichen Anziehen der Material-
preise und im Jahr 2022 kamen auch noch, bedingt durch den Ukraine-Krieg, volatile und massiv steigende
Energiepreise hinzu.
Da die Dauer von einer verbindlichen Angebotsabgabe bis zur tatsächlichen Auslieferung mehrere Monate bis
über ein Jahr betragen, besteht das Risiko, dass die tatsächliche Preissteigerung die geplante Preissteigerung
übersteigt. Rosenbauer reagiert auf diese Risiken durch eine Vielzahl an Maßnahmen.
Einkaufsseitig werden die Chassis nur auf den konkreten Vertrag mit Fixpreisen bestellt, dadurch kann das
Preisrisiko für Chassis ausgeschlossen werden. Bei anderen Materialien wird versucht über Rahmenverein-
barungen und durch die Abstimmung der Bestellzeitpunkte auf das Produktionsprogramm, eine möglichst
hohe Preissicherheit zu erzielen. Ein aktives Lieferantenmanagement und auch eine kurzfristige Anpassung
der Lieferpläne können das Preisrisiko reduzieren. Darüber hinaus werden die Preislisten in kurzen Intervallen
überprüft und bei einer absehbaren, weiteren Steigerung der Preise werden diese kurzfristig erhöht.
Zinsänderungsrisiko
Zins- bzw. Zinsänderungsrisiken liegen vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von
über einem Jahr vor.
Weiters besteht ein Zinsänderungsrisiko bei den in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapieren. Die Wert-
papiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert bewertet. Durch regelmäßige Beobachtung der Zin-
sentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wertpapierbestände sind die Reduktion des
Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das opera-
tive Geschäft. Länger andauernde negative Marktpreisänderungen können jedoch die Ertragslage verschlech-
tern. Eine Zinsänderung um +/- 1 % hätte bei dem zum Stichtag vorhandenen Kreditportfolio zu einem um
1.801 t€ (2021: 1.159 t€) geringeren beziehungsweise um 1.801 t€ (2021: 908 t€) höheren Ergebnis und
Eigenkapital geführt. Die Sensivität auf kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken ist vernachlässigbar.
Weltweit wird eine grundlegende Reform der wichtigsten Referenzzinssätze vorgenommen, einschließlich
des Ersatzes einiger „Interbank Offered Rates“ (IBORs) durch alternative, nahezu risikofreie Zinssätze (als
„IBOR- Reform“ bezeichnet). Finanzinstrumente des Konzerns sind IBORs ausgesetzt, die im Rahmen dieser
marktweiten Initiativen ersetzt oder reformiert werden. Rosenbauer hat in den US-Dollar Verträgen bereits auf
Secured Overnight Financing Rate (SOFR) umgestellt. Der EURIBOR wird bis auf weiteres als Referenzzinssatz
angewendet. Die Effekte daraus können als unwesentlich betrachtet werden.
Währungsänderungsrisiko
Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstru-
ments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Der Konzern ist vor allem im
Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine ausländische
Währung lauten) Wechselkursrisiken ausgesetzt. Zur Steuerung seines Währungsrisikos sichert der Konzern in
Bezug auf erwartete Verkäufe und Käufe alle Transaktionen ab, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf Monate
erwartet wird. Wenn zum Zwecke der Absicherung ein Derivatgeschäft geschlossen wird, handelt der Konzern
die Vertragsbedingungen so aus, dass das derivative Finanzinstrument dem abzusichernden Risiko entspricht.
Bei der Absicherung erwarteter Transaktionen deckt das derivative Finanzinstrument den Risiko zeitraum ab dem
Zeitpunkt ab, zu dem Cashflows aus den Transaktionen prognostiziert sind, bis zum Zeitpunkt der Begleichung der
entsprechenden auf die Fremdwährung lautenden Verbindlichkeit oder Forderung. Von dem erwarteten Fremd
-
währungsexposure des nächsten Geschäftsjahres wird ein Großteil mittels Devisentermin geschäften abgesichert.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
72
Bei Wertpapieren des langfristigen Vermögens erfolgt die Veranlagung nahezu ausschließlich im eigenen Wäh-
rungsraum der veranlagenden Konzerngesellschaften, weshalb hier kein Währungsrisiko besteht.
Währungsrisiken im Vermögen bestehen im Wesentlichen in US-Dollar sowie in VAE-Dirham, resultierend aus
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an internationale Kunden, aus bereits kontrahierten Verträ-
gen sowie künftigen Transaktionen. In vielen Märkten wird in Euro fakturiert. In den Schulden bestehen mit
Ausnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen keine nennenswerten Währungsrisiken, da
die laufende Finanzierung des operativen Geschäftes durch die Konzerngesellschaften in der jeweils lokalen
Währung erfolgt. Eventuelle Währungsrisiken aus kurzfristigen Spitzen werden selbst getragen. Neben der
Absicherung durch derivative Finanzinstrumente ergibt sich eine Absicherung durch natürlich geschlossene
Positionen, bei denen zum Beispiel US-Dollar-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen US-Dollar-For-
derungen gegenüberstehen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der Än-
derungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden und der erfolgswirk-
samen Devisenterminkontrakte) und des Eigenkapitals des Konzerns (aufgrund der Änderungen von beizu-
legenden Zeitwerten der als Sicherungsinstrumente designierten Devisenterminkontrakte) gegenüber einer
nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung der für den Konzern hauptsäch-
lich relevanten Währungen. Alle anderen Variablen bleiben konstant.
Kurs-
entwicklung
Auswirkung auf das
Ergebnis vor Steuern
Auswirkung auf das
Eigenkapital
in T€ 2021 2022 2021 2022
USD
+10 % 2.589 5.535 –6.469 –8.287
-10 % –2.871 –5.598 5.730 7.368
SGD
+10 % –8 –138 169 –25
-10 % 8 138 –169 25
CHF
+10 % –1 –2 –283 –301
-10 % 1 2 283 301
SAR
+10 % 280 2 219 638
-10 % –412 –2 –264 –638
AED
+10 % 331 –253 –36 –177
-10 % –358 222 8 115
GBP
+10 % –150 –63 5 72
-10 % 118 46 –8 –72
RUB
+10 % –50 157
-10 % 50 –157
Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsinstrumente)
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte
eingesetzt. Hierbei bestehen keine derivative Finanzinstrumente ohne Sicherungsbeziehung.
Zur Absicherung von Zinsrisiken werden derivative Finanzinstrumente wie Zinsswaps eingesetzt. Absicherung
werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zunächst mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt und
nachfolgend mit ihren beizulegenden Zeitwerten neu bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden gemäß IAS 32 nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausge-
wiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbei-
zuführen. Im Jahr 2022 wurden, wie im Vorjahr, keine Saldierungen vorgenommen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
73
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2022
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 7 288
Summe 7 288
31.12.2022
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 592
Summe 0 592
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 0 212
Summe 0 212
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 1.149
Summe 0 1.149
Nominalwert Fair Value
in T€ 2022 2022
Devisentermingeschäfte 17.883 –297
Nominalwert Fair Value
in T€ 2021 2021
Devisentermingeschäfte 32.243 –937
Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument wird durch Gegen-
überstellung der wertbestimmenden Risikofaktoren bestimmt. Bei einer vollständigen oder einer annähernden
Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Risikofaktoren von Grundgeschäft und Sicherungs-
instrument wird der Nachweis des wirtschaftlichen Zusammenhangs anhand der Critical Terms Match Metho-
de erbracht. In allen anderen Fällen werden je nach Ausmaß der wertbestimmenden Risikofaktoren entweder
Sensitivitätsanalysen oder Ausprägungen der Dollar-Offset-Methoden verwendet, um den wirtschaftlichen
Zusammenhang nachzuweisen.
Aus Abweichungen der wertbestimmenden Risikofaktoren zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument
entstehen Quellen für Ineffektivität. Bei der Absicherung von Fremdwährungsrisiken stellen Terminkursabwei-
chungen zwischen dem hypothetischen Derivat als Stellvertreter des Grundgeschäfts und dem Sicherungsinst-
rument (Devisentermingeschäft) eine solche Ineffektivitätsquelle dar. Zusätzlich können sich aus unerwarteten
zeitlichen Verschiebungen bei den geplanten Zahlungsströmen des Grundgeschäfts Ineffektivitäten ergeben.
Im Jahr 2022 und 2021 gab es keine Ineffektivitäten.
Da die Basiswerte von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument stets übereinstimmen, beträgt die bilan-
zielle Sicherungsquote (hedge ratio) stets 1:1, sprich die designierte Menge oder das designierte Volumen
des Sicherungsinstruments entspricht der designierten Menge oder dem designierten Volumen des Grund-
geschäfts. Anpassungen der bilanziellen Sicherungsquote werden vorgenommen, wenn die Sicherungsquote
ein Ungleichgewicht aufweist, aus der Ineffektivität resultieren würde, die in einer mit dem Zweck des Hedge
Accounting unvereinbaren Bilanzierungsfolge resultieren kann.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
74
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2022
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstrumente
als Basis für die
Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 182 2.186 2.367
Summe 182 2.186 2.367
31.12.2022
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstrumente
als Basis für die
Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 13 301 315
Summe 13 301 315
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstrumente
als Basis für die
Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 145 37 182
Summe 145 37 182
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstrumente
als Basis für die
Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 47 1.704 1.751
Summe 47 1.704 1.751
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
75
2022
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominalwerte
in T€
Fair Value
in T€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 28.09.2023 1,0739 45.248 –90
AED Verkauf 06.03.2024 3,8966 3.122 64
SEK Verkauf 24.11.2023 10,2465 18.487 1.435
CAD Verkauf 20.11.2024 1,2991 16.378 593
CAD Kauf 31.10.2024 1,3347 1.409 –11
NZD Verkauf 25.08.2023 1,6530 429 13
AUD Verkauf 25.10.2023 1,5345 1.662 42
AUD Kauf 24.02.2023 1,5737 635 1
HKD Verkauf 31.07.2024 8,4586 2.500 7
SAR Verkauf 27.07.2023 3,9267 1 –0
Summe 89.872 2.053
2021
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominalwerte
in T€
Fair Value
in T€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 30.03.2023 1,1827 35.235 –1.453
ZAR Verkauf 31.01.2022 19,6655 127 –10
AED Verkauf 30.06.2022 4,4557 1.302 –90
GBP Verkauf 03.02.2022 0,8854 124 –7
SEK Verkauf 24.11.2023 10,0376 23.873 190
SEK Kauf 28.02.2022 10,0720 546 –10
CAD Verkauf 07.06.2023 1,2645 14.480 22
CAD Kauf 11.03.2022 1,2892 253 5
NZD Verkauf 01.09.2022 1,6997 1.909 –28
AUD Verkauf 25.07.2022 1,5920 1.726 –30
RON Verkauf 27.01.2022 4,9860 6.318 –33
SAR Verkauf 31.01.2022 4,5038 2.098 –126
Summe 87.989 –1.569
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
2022
Risiko in T€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko –2.053 1.616
2021
Risiko in T€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko 1.569 –1.268
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
76
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der Hedging-Rücklage:
Fremdwährungsrisiko
in T€ 2021 2022
Wert zum 1.1. 2.745 –1.268
Gewinn / Verlust des effektiven Teils aus der Veränderung des beizulegenden
Zeitwertes von Sicherungsinstrumenten –1.651 1.999
darauf entfallende latente Steuern im OCI 437 –452
Gewinn / Verlust der in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde –3.732 1.782
darauf entfallende latente Steuern 933 –446
Buchwert zum 31.12. –1.268 1.616
Die in der nachfolgenden Tabelle als Level 1 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen
beinhalten – wie im Vorjahr – börsennotierte Aktien und Fondsanteile. Die Ermittlung des Fair Values der De-
visentermingeschäfte und der Zinssicherungsgeschäfte, die als Level 2 gezeigt werden, resultieren – wie im
Vorjahr – aus Bankbewertungen, denen anerkannte finanzmathematische Bewertungsmodelle zugrunde liegen
(Discounted-Cashflow-Verfahren auf Basis von aktuellen Zins- und Fremdwährungsterminkurven basierend auf
Interbank-Mittelkurspreisen am Abschlussstichtag). Die Zinssicherung betrifft die Absicherung von Teilen der
Schuldscheindarlehenszinsen. Als Level 2 gezeigt werden finanzielle Verbindlichkeiten die zum beizulegenden
Zeitwert bilanziert werden. Die wesentlichen Inputparameter die für die Bewertung auf den erfassten beizule-
genden Zeitwert verwendet werden, basieren nicht auf beobachtbaren Markdaten.
Im Jahr 2022 gab es – wie im Vorjahr – keinen Wechsel zwischen Level 1 und Level 2 beziehungsweise umge-
kehrt. Es erfolgte keine Änderung der Bewertungsmethode.
Level 1 Level 2
in T€ 2021 2022 2021 2022
Devisentermingeschäfte ergebniswirksam
Positiver Fair Value 212 295
Negativer Fair Value 1.149 592
Devisentermingeschäfte ergebnisneutral
Positiver Fair Value 182 2.367
Negativer Fair Value 1.751 315
Zinssicherungsgeschäfte
Positiver Fair Value 0 0
Negativer Fair Value 161 4.111
Verzinsliche Verbindlichkeit erfolgswirksam
designiert zum beizulegenden Zeitwert
bewertet
Positiver Fair Value 0 4.028
Negativer Fair Value 0 0
Wertpapiere verpflichtend erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet
Positiver Fair Value 655 685
Negativer Fair Value
Zu den kündbaren Anteilen ohne beherrschenden Einfluss wird auf C11. „Verbindlichkeiten“ und D10. „Anteile
ohne beherrschenden Einfluss“ verwiesen.
c) Liquiditätsrisiko
Beim Liquiditätsrisiko handelt es sich um das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu
können. Die Liquidität im Konzern wird durch eine entsprechende monatlich rollierende Liquiditätsplanung
ermittelt und durch ausreichende mittel- und langfristige Kreditrahmen sichergestellt.
Die Schuldscheindarlehensverträge wurden im Geschäftsjahr 2019 mit einem Nominalvolumen in Höhe von
127,5 Mio Euro und 10 Mio USD abgeschlossen. Die Buchwerte belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf
106,5 Mio Euro (2021: 127,5 Mio Euro) und 3,0 Mio USD (2021: 10,0 Mio USD). Die Schuldscheindarlehens-
verträge enthalten eine Vereinbarung zur Einhaltung einer Financial Covenant, die eine Konzerneigenkapital-
quote nach IFRS von mindestens 20 Prozent vorsieht. Die Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahl berechtigt
den Kreditgeber zur Kündigung des jeweiligen Finanzierungsvertrages. Zum 31. Dezember 2022 wurde die
Financial Covenant ausgesetzt und muss zum 31. Dezember 2023 wieder erfüllt werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
77
Im Jahr 2020 wurde ein syndizierter Kredit mit einem Volumen von 170,0 Mio Euro abgeschlossen, eine Erwei-
terung des Volumens ist möglich. Die Laufzeit beträgt drei Jahre mit einer zweimaligen Verlängerungsoption
um jeweils ein Jahr. Zum 31. Dezember 2022 bestehen Verbindlichkeiten aus dem syndizierten Kredit in Höhe
von MEUR 35 (2021: 0 MEUR). Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Kreditlinie in Höhe von 40,0 Mio Euro
abgeschlossen, der Buchwert zum 31. Dezember 2022 beträgt 32 Mio Euro (2021: 40,0 Mio Euro). Darüber
hinaus wurden im Geschäftsjahr 2022 Finanzierungen in Höhe von 77,3 Mio USD für den Erwerb von Minder-
heitenanteilen in den USA aufgenommen. Die Finanzierungsvereinbarungen enthalten Financial Covenants,
die einerseits eine Konzerneigenkapitalquote nach IFRS von mindestens 20 Prozent vorsieht und andererseits
festlegt, dass das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA den Faktor 5 nicht übersteigen darf (Faktor 6 zum
31. Dezember 2023 und Faktor 5 in den fortfolgenden Geschäftsjahren). Die Nichteinhaltung dieser Finanz-
kennzahlen berechtigen den Kreditgeber zur Kündigung des jeweiligen Finanzierungsvertrags. Zum 31. De-
zember 2022 wurden die Financial Covenants ausgesetzt und müssen zum 31. Dezember 2023 wieder erfüllt
werden.
In der Rosenbauer Gruppe besteht des Weiteren eine Kreditvereinbarung mit einem Kreditvolumen in Höhe
von 40,0 Mio USD, der Buchwert beträgt 12,9 Mio USD (2021: 2,5 Mio USD). Diese Kreditvereinbarung enthält
Financial Covenants. Die Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahlen berechtigt den Kreditgeber zur Kündigung
des Finanzierungsvertrages. Die Financial Covenants wurde zum 31. Dezember 2022 ausgesetzt.
Die gesamten verzinslichen Finanzverbindlichkeiten betragen 321.039 t€ (2021: 233.587 t€). Der durchschnitt-
liche Zinssatz beträgt 3,5 % (2021: 1,5 %). Da die Nebenkosten der in nachstehender Tabelle mit den Nominal-
zinssätzen angeführten Finanz verbindlichkeiten niedrig sind, entspricht der Nominalzinssatz annähernd dem
effektiven Zinssatz, wodurch sich keine Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergibt.
Nachstehende Aufstellungen zeigen die Struktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten per 31. Dezem-
ber2022 sowie die Struktur der Lieferverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten.
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
in T€ 31.12.2021 31.12.2022
Zinsbindung und Fristigkeit
fix kurzfristig 47.238 85.018
fix langfristig 68.556 55.956
variabel kurzfristig 25.267 33.786
variabel langfristig 92.526 146.278
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 233.587 321.039
Währungen
€ 231.001 227.474
CHF 484 0
AUD 0 0
BND 0 0
SGD 177 0
USD 1.922 93.564
ZAR 2 1
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 233.587 321.039
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
78
Fälligkeitsstruktur
Die in der folgenden Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf die undiskontierten Zahlungsströme, wo-
durch sich Abweichungen zu den Buchwerten ergeben.
in T€ Summe
innerhalb
eines Jahres
zwischen
1 und 2 Jahren
zwischen
2 und 5 Jahren
über
5 Jahren
Verzinsliche Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig)
2022 362.315 132.591 75.422 87.625 66.676
2021 233.587 72.505 19.227 141.725 130
Lieferverbindlichkeiten
2022 78.753 78.753 0 0 0
2021 63.894 63.894 0 0 0
Leasingverbindlichkeit
2022 35.191 6.544 5.633 12.189 10.825
2021 36.115 5.632 5.406 13.277 11.800
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2022 13.517 13.517 0 0 0
2021 82.269 82.269 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten für Finanzinstrumente (ohne derivative Verbindlichkeiten)
(kurz- und langfristig)
2022 38.506 38.117 315 74 0
2021 24.592 24.475 117 0 0
Der beizulegende Zeitwert der langfristigen, fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten beträgt 87.572 t€ (2021:
68.246 t€). Die Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der langfristigen fix verzinsten
Verbindlichkeiten sind nach der IFRS 13 Fair Value Hierarchie der Level 2 zuzuordnen. Der beizulegende Zeit-
wert der langfristigen fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten wurde mit einem DCF-Verfahren unter Anwendung
eines marktkonformen Diskontierungszinssatzes ermittelt.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
79
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Zahlungsströme aus derivativen Verbindlichkeiten.
in T€ Summe
innerhalb
eines Jahres
zwischen
1 und 2 Jahren
zwischen
2 und 3 Jahren
zwischen
3 und 4 Jahren
zwischen
4 und 5 Jahren
über
5 Jahren
Derivative Verbindlichkeiten (kurz- und langfristig)
2022
Zufluss 56.259 54.749 1.510 0 0 0 0
Abfluss –57.166 –55.642 –1.523 0 0 0 0
Saldo –907 –893 –13 0 0 0 0
2021
Zufluss 88.861 84.147 4.714 0 0 0 0
Abfluss –91.761 –86.999 –4.762 0 0 0 0
Saldo –2.900 –2.853 –47 0 0 0 0
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
80
d) Überleitung der Buchwerte nach IFRS 7 / Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten nach IFRS 7:
Derivative Finanzinstrumente
Erfolgswirksam
designiert zum
beizulegenden
Zeitwert bewertet
Verpflichtend
erfolgswirksam
zum beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgsneutral
zum beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortgeführten
Anschaffungs-
kosten bewertet
Kein
Finanzinstrument Buchwert Fair Value
Trading
in einer Siche-
rungsbeziehung 31.12.2022 31.12.2022
AKTIVA
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 0 0 685 0 0 0 685 685
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 60.211 85.532 0 145.743 145.743
Forderungen aus Ertragsteuern 0 0 0 0 0 0 542 542 542
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0 2.663 0 0 0 17.830 11.713 32.206 32.206
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 0 35.601 0 35.601 35.601
PASSIVA
Verzinsliche langfristige Verbindlichkeiten 0 0 47.972 0 0 154.262 0 202.234 190.072
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 28.648 0 28.648 28.648
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 389 1.395 1.784 1.784
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 13.517 0 0 13.517 13.517
Verzinsliche kurzfristige Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 118.805 0 118.805 118.805
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 6.543 0 6.543 6.543
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 78.753 0 78.753 78.753
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 4.111 907 0 0 0 38.117 42.975 86.109 86.109
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
81
Derivative Finanzinstrumente
Erfolgswirksam
designiert zum
beizulegenden
Zeitwert bewertet
Verpflichtend
erfolgswirksam
zum beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgsneutral
zum beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortgeführten
Anschaffungs-
kosten bewertet
Kein
Finanzinstrument Buchwert Fair Value
Trading
in einer Siche-
rungsbeziehung 31.12.2021 31.12.2021
AKTIVA
Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 0 0 655 0 0 0 655 655
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 61.733 68.265 0 129.998 129.998
Forderungen aus Ertragsteuern 0 0 0 0 0 0 529 529 529
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 0 394 0 0 0 17.723 10.926 29.042 29.042
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 0 65.450 0 65.450 65.450
PASSIVA
Verzinsliche langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 161.082 0 161.082 158.626
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 30.483 0 30.483 30.483
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 117 1.210 1.327 1.327
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss 0 0 0 0 82.269 0 0 82.269 82.269
Verzinsliche kurzfristige Verbindlichkeiten 0 0 0 0 0 72.505 0 72.505 72.505
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 5.632 0 5.632 5.632
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 0 63.894 0 63.894 63.894
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 161 2.900 0 0 0 24.475 43.471 71.007 71.007
e) Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
in TEUR 2021 2022
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert –577 1.140
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert –1.944 –5.126
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten –2.152 –7.282
Summe –4.673 –11.268
In die Ermittlung des Nettoergebnisses aus Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen und Zuschreibun-
gen, Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, Abgangsgewinne bzw. -verluste und sonstige
erfolgswirksame Änderungen von Zeitwerten von Finanzinstrumenten einbezogen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
82
E. Sonstige Angaben
E1. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Februar 2023 wurde die Rosenbauer Gruppe Ziel eines Cyber-Angriffs. Eine sofort eingerichtete Task Fore
arbeitete mit externen Cybersecurity-Experten und Datenforensikern zusammen und konnte den Systembe-
trieb sicher und schnellstmöglich wieder herstellen. Aufgrund des Cyber-Angriffs gab es kurzzeitige Betrieb-
sunterbrechungen, insbesondere in der Linienfertigung. Eine detaillierte Abschätzung über etwaige Folgeschä-
den kann aus derzeitiger Sicht noch nicht ermittelt werden.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2022 keine weiteren Vorgänge von besonderer
Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt
hätten.
E2. Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse
Die Rosenbauer International AG hat keine Haftungserklärungen zugunsten konzernfremder Dritter abgege-
ben.
Auch gibt es keine weiteren Eventualverbindlichkeiten, aus denen wesentliche Verbindlichkeiten entstehen
werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
83
E3.
Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen
Beteiligungsgesellschaften
2021 2022
in T€ Währungseinheit Beteil.-Anteil
1
in % Konsolidierungsart Beteil.-Anteil
1
in % Konsolidierungsart
Rosenbauer Österreich GmbH, Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH, Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer E-Technology Development GmbH, Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer E-Commerce GmbH, Leonding
2)
EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer APAC Holding GmbH, Leonding
2)
EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH, Deutschland, Luckenwalde EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH / vormals Rosenbauer Management GmbH
3)
EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer France S.A.R.L., Frankreich, Meyzieu EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH, Deutschland, Passau EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH, Deutschland, Mogendorf EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer d.o.o., Slowenien, Radgona EUR 90 KV 100 KV
Rosenbauer Rovereto S.r.l. Italien, Rovereto EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Italia S.r.l. Italien, Andrian EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Schweiz AG, Schweiz, Oberglatt EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Espanola S.A., Spanien, Madrid EUR 62,1 KV 79,8 KV
Rosenbauer Ciansa S.L., Spanien, Linares EUR 50 AE 50 AE
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o., Warschau, Polen EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Minnesota, LLC.,
4)
USA, Minnesota EUR 50 KV 100 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC.,
4)
USA, South Dakota EUR 50 KV 100 KV
Rosenbauer Holdings Inc., USA, South Dakota EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer America, LLC.,
4)
USA, South Dakota EUR 50 KV 100 KV
Rosenbauer Aerials, LLC.,
4)
USA, Nebraska EUR 25 KV 50 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,
4)
USA, Minnesota EUR 50 KV 100 KV
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd., Singapur EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd., Australia, Brisbane EUR 100 KV 100 KV
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd, Brunei EUR 80 KV 80 KV
Rosenbauer South Africa (Pty.) Ltd., Südafrika, Halfway House EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Saudi Arabia, Saudi Arabien, Riad EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Mena Trading - FZE, Vereinigte Arabische Emirate, Dubai EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer UK plc, United Kingdom, Holmfirth EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Fire Fighting Technology, VR China, Kunming
2)
EUR 100 KV 100 KV
PA „Fire-fighting special technics“ LLC., Russland, Moskau
5)
EUR 49 AE
1)
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2)
Gründung in 2021
3)
Einbringung 2021 Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co.KG in Rosenbauer Management GmbH, Umfirmierung in Rosenbauer Karlsruhe GmbH
4)
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
5)
Im Jahr 2022 wird die PA "Fire-fighting special technics" LLC. unter den sonstigen langfristigen finanziellen Vermögernswerten ausgewiesen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
84
Die Rosenbauer International AG als Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosen-
bauer Brandschutz GmbH, der Rosenbauer E-Technology Development GmbH und der APAC Holding GmbH als
Gruppenmitglieder eine Unternehmensgruppe iSd § 9 KStG. Der Ausgleich erfolgt über eine Umlagevereinba-
rung, in der positive steuerliche Ergebnisse zum aktuell gültigen Körperschaftssteuersatz verrechnet werden,
eine negative Steuerumlage wird zum Zwecke der zukünftigen Verrechnung evident gehalten.
Die nahestehenden Unternehmen und Personen werden bei Rosenbauer in Tochterunternehmen, assoziierte
und Gemeinschaftsunternehmen sowie Key Management gruppiert. Unter Key Management werden der Auf-
sichtsrat und Vorstand geführt (Angaben zu den Bezügen siehe E4. Vergütung von Personen in Schlüsselfunk-
tionen).
Im Folgenden werden Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen beschrieben; sämtliche Transaktionen wur-
den zu marktüblichen Konditionen durchgeführt:
Gemeinschaftsunternehmen Assoziierte Unternehmen
in T€ 2021 2022 2021 2022
Verkauf von Waren 3 9 2.453 -
Kauf von Waren 2.268 2.790 - -
Forderungen - 3 2.246 -
Verbindlichkeiten 491 837 - 39
Darlehen 1.000 1.000 - -
Bei den angeführten Käufen von Waren mit Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich insbesondere um
Fahrzeug lieferungen des spanischen Gemeinschaftsunternehmen Rosenbauer Ciansa an die spanische Tochter
-
gesellschaft.
Bei den angeführten Verkäufen von Waren mit assoziierten Unternehmen sowie den Forderungen handelt es sich
insbesondere um Warenlieferungen der Muttergesellschaft an das russische Partnerunternehmen PA “Fire-figh
-
ting special technics“ LLC; Russland, Moskau).
Im Rosenbauer Konzern ist ein Familienmitglied von einem aktiven Vorstand zu marktüblichen Konditionen
angestellt.
E4. Vergütungen von Personen in Schlüsselfunktionen
Die Tantieme des Vorstandes errechnet sich aus dem Grad der Zielerreichung des Ergebnisses vor Ertragsteu-
ern (EBT) und dem Return on Capital Employed (ROCE) im jeweiligen Geschäftsjahr. Der Zielwert wird vom
Aufsichtsrat für jeweils zwei Geschäftsjahre festgelegt.
Vorstand
2022 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 253 100 % 0 0 % 253
Wolf 359 100 % 0 0 % 359
Zeller 356 100 % 0 0 % 356
Tomaschko 357 100 % 0 0 % 357
Richter 25 100 % 0 0 % 25
Gesamt 1.350 100 % 0 0 % 1.350
2021 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 421 61 % 268 39 % 689
Zeller 288 73 % 104 27 % 392
Tomaschko 291 74 % 104 26 % 395
Wolf 288 73 % 104 27 % 392
Gesamt 1.288 69 % 580 31 % 1.868
Aufsichtsrat
2022 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 100 % 0 0 % 38
Siegel 38 100 % 0 0 % 38
Matzner 28 100 % 0 0 % 28
Zehnder 23 100 % 0 0 % 23
Gesamt 127 100 % 0 0 % 127
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
85
2021 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 76 % 12 24 % 50
Siegel 38 76 % 12 24 % 50
Matzner 28 76 % 9 24 % 37
Zehnder 23 72 % 9 28 % 32
Gesamt 127 75 % 42 25 % 169
Mit 31. Juli 2022 wurde der Vorstandsvorsitzende Dieter Siegel abberufen. Entsprechend wurden ab 1. August
2022 Vergütungen in Höhe von 181 t
€ ausgezahlt und für zukünftige Ansprüche eine Rückstellung in Höhe von
4.700 t€ erfasst (Laufzeit des Vorstandsvertrages bis 2026).
E5. Gewinn je Aktie
Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 (Earnings per share) ermittelt, indem das Periodenergebnis nach Ab-
zug von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird. Da
im abgelaufenen Geschäftsjahr keine „verwässernd wirkenden potenziellen Stammaktien” im Umlauf waren,
entspricht das „verwässerte Ergebnis je Aktie” dem „unverwässerten Ergebnis je Aktie”.
Die Berechnung stellt sich wie folgt dar:
2021 2022
Periodenergebnis nach Abzug von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss in T€ 15.433 –24.259
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Aktien in Stück 6.800.000 6.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 2,27 –3,57
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 2,27 –3,57
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses haben keine Transakti-
onen mit potenziellen Stammaktien stattgefunden.
E6. Organe der Gesellschaft
Aufsichtsrat
Christian Reisinger, Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 25. Mai 2006; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2026
Rainer Siegel, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 29. Mai 2009; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2024
Bernhard Matzner, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2017; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2027
Martin Paul Zehnder, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2018; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2023
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert:
Rudolf Aichinger
Wolfgang Untersperger
Vorstand
Sebastian Wolf, Vorsitzender des Vorstandes ab 1. August 2022
Dieter Siegel, Vorsitzender des Vorstandes bis 31. Juli 2022
Andreas Zeller, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Markus Richter, Mitglied des Vorstandes seit 1. Dezember 2022
Daniel Tomaschko, Mitglied des Vorstandes
Leonding, am 6. April 2023
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
87 Bestätigungsvermerk
91 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
INFORMATIONEN
86
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
87
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Kon zern ab schluss der Rosenbauer International AG, Leonding,
und ihrer Tochtergesellschaften
(„der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Ver-
lustrechnung, der Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs, der Konzerngeldflussrechnung und der
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzern-
anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der
Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Über-
einstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind,
und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlich-
keiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind
vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforde-
rungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Er-
messen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese
Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei
der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu
diesen Sachverhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
�Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
�Umsatzrealisierung (Cut-Off)
�Drohverlustrückstellungen
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Anhang Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Abschnitt C6 „Forderungen aus Lieferun-
gen und Leistungen“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzerngewinn- und Verlust-
rechnung“, Abschnitt D7 „Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“ und Abschnitt D37
„Risikomanagement“.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen in Höhe von 145,7 Mio € ausgewiesen.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes
oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Die Wertberichtigung für Forderungen aus Lie-
ferungen und Leistungen wird gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle aufgrund aller mög-
lichen Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) ermittelt. Dabei werden externe Prognosen über die
prospektive wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigt.
Das wesentliche Risiko besteht dabei in der korrekten Ableitung der Bewertungsmatrix für die Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen, die Einbeziehung von prospektiven Faktoren sowie die Einschätzung der
Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit von Kunden die vertraglich vereinbarte Gegenleistung in voller Höhe
zu leisten – insbesondere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir folgende we-
sentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
�Wir haben ein Verständnis über den Prozessablauf und den darin implementierten Kontrollen zur Über-
wachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kritisch analysiert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
�Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen und Ri-
sikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kundenforderungen zum 31. Dezember 2022.
�Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit
dem Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten
Bestätigungsvermerk
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konze rn abs chluss | Lagebericht | Jahresabschluss
88
Elemente in den vertraglichen Grundlagen, den erhaltenen Dokumentationen und sonstigen internen und
externen Informationen gelegt.
�Weiters haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prüfungszeitpunkt durchgeführt,
indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zahlungseingänge nachgewiesen werden konnten
und somit die Werthaltigkeit der Forderungen nachgewiesen wurde.
�Bei allen nicht einzelwertberichtigten Forderungen, deren Risikovorsorge auf Basis der Expected Credit
Losses (Pauschalwertberichtigung) nach IFRS 9 berechnet wurde, haben wir die Ableitung der Wertberich-
tigungsmatrix, die korrekte Rechenweise des Bewertungsmodells sowie die zugrunde liegenden Basisdaten
überprüft. Zusätzlich wurden die Auswahl und Bemessung von zukunftsgerichteten Schätzungen kritisch
auf Nachvollziehbarkeit und Plausibilität gewürdigt.
Umsatzrealisierung (Cut-Off)
Siehe Anhang Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Abschnitt C6 „Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzerngewinn- und Verlustrechnung“, Ab
-
schnitt D7 „Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“ und Abschnitt D37 „Risikomanagement“.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Umsatzerlöse in Höhe
von 972,2 Mio € ausgewiesen. Die periodengerechte Erfassung der Umsatzerlöse wird in der Rosenbauer
International AG Gruppe gemäß IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden beurteilt.
Die Umsatzerlöse stellen für (potentielle) Investoren und Abschlussadressaten ein wesentliches Entschei-
dungskriterium dar, um die Markterfolge und die Entwicklung der Gesellschaft zu beurteilen.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Umsatzrealisierung aufgrund einer fehlerhaften Beurteilung des
Kontroll-Kriteriums des Chancen- und Risiko-Übergangs nicht korrekt erfasst wurden. Zudem besteht das Risiko,
dass Sonderfälle in der Umsatzrealisierung (zB Bill- and Hold Vereinbarungen) nicht angemessen beurteilt werden.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Umsatzrealisierung haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
� Wir haben uns ein Prozessverständnis über die Umsatzrealisierung verschafft und Design und Implementie-
rung von Kontrollen in Zusammenhang mit der periodengerechten Erfassung von Umsatzerlösen beurteilt.
�Mittels aussagebezogener Prüfungshandlungen (Cut-Off-Testing) im Bereich der Umsatzerlöse haben wir
geprüft , ob eine periodengerechte Umsatzabgrenzung erfolgt ist.
�Dabei haben wir Stichproben von Umsatzstornos nach dem Stichtag sowie Verkaufstransaktionen kurz vor
dem Stichtag gewürdigt, um die korrekte Abgrenzung von Umsatztransaktionen zu gewährleisten.
�Weiters haben wir eine Saldenbestätigungsaktion basierend auf einer statistischen Auswahl durchgeführt.
Drohverlustrückstellung
Siehe Anhang Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Abschnitt C6 „Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzerngewinn- und Ver-
lustrechnung“, Abschnitt D7 „Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“, Abschnitt D20
Sonstige Rückstellungen und Entwicklung der Rückstellungen und Abschnitt D37 „Risikomanagement“.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Drohverlustrückstellungen
in Höhe von 1,5 Mio € ausgewiesen. Diese beziehen sich vor allem auf Fertigungsaufträge am Projektbeginn,
wenn der größte Einfluss aus Marktvolatilitäten besteht und noch nicht im Rahmen der Vorratsbewertung be
-
rücksichtigt werden kann.
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2022 vorhandenen hohen Inflation sowie des schwierigen Marktumfelds, be-
steht für den Abschluss das Risiko, dass eine zu geringe Drohverlustrückstellung erfasst wurde.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Drohverlustrückstellungen haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
�Wir haben uns ein Prozessverständnis über die Ermittlung und Berechnung der Drohverlustrückstellungen
verschafft und Design und Implementierung von Kontrollen in Zusammenhang mit der vollständigen und
richtigen Erfassung dieser beurteilt.
�Wir haben bei Inputparametern, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit
dem Management durchgeführt und diese kritisch auf Nachvollziehbarkeit und Plausibilität gewürdigt. Da-
bei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten Elemente in den erhaltenen Dokumen-
tationen und sonstigen internen und externen Informationen gelegt.
�Wir haben die Ableitung der Berechnung zur Drohverlustrückstellung auf die korrekte Rechenweise des
Bewertungsmodells, sowie der zugrunde liegenden Basisdaten überprüf.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen alle Informationen im Geschäfts- und Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzernabschluss,
den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir
geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sons-
tigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmig-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konze rn abs chluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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keiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprü-
fers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche
falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu be-
richten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter
und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass
dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforde-
rungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwen-
dig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungsle-
gungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Ver-
treter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder
haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichi-
schen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführ-
te Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angese-
hen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
�Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, füh-
ren sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlun-
gen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellun-
gen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
� Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
� Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungs-
methoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in
der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
� Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsat-
zes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage
der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Anga-
ben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
� Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich
der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in
einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
� Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir
tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konze rn abs chluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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�Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeit-
liche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
�Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensan-
forderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unse
-
re Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
�Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentli
-
che Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht
in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforde-
rungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstim-
mung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlagebe-
richts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im
Konzernlagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 13. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am
21. Oktober 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2022
endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer der Ge-
sellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen
Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben
und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesell-
schaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, 13.April 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen.
Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konze rn abs chluss | Lagebericht | Jahresabschluss
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Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstan-
dards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftser-
gebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 6. April 2023
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Global Marketing, Global Area Oragnisation Produktion Units, Preventive Group Controlling,
Produkt Management & APAC, CEEU, MENA, Fire Protection und Order Group Accounting & Tax,
Innovation, Group NISA und NOMA, Centers, Supply Chain Group IT, Group Legal &
Communication, Investor Customer Service & Management, Quality Compliance, Group
Relations & CSR, Human Digital Solutions, Management, Audit, Group Treasury &
Resources, Fire & Saftey Sales Administration Central Technics Insurance
Equipment
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
93 Lagebericht
107 Jahresabschluss
125 Bestätigungsvermerk
130 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
ROSENBAUER
INTERNATIONAL AG
92
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
Wirtschaftliches Umfeld
1
Die Weltwirtschaft ist 2022 laut jüngster Schätzung des Internationalen
Währungsfonds (IWF) um 3,4 % gewachsen. Im Jahr davor belief sich
das Plus noch auf 6,2 %. Dabei haben vor allem der weltweite Kampf
gegen die Inflation und das Wiederaufleben von COVID-19 in China die
wirtschaftliche Aktivität belastet.
Trotz dieses Gegenwinds hat sich das reale BIP in vielen Volkswirtschaf-
ten im 3. Quartal 2022 überraschend stark entwickelt, unter ihnen die
USA, die Eurozone und die größeren Schwellen- sowie Entwicklungs-
länder. Die Gründe dafür sind vielfach innerstaatlich: ein stärkerer als
erwarteter Privatkonsum sowie höhere Privatinvestitionen inmitten an-
gespannter Arbeitsmärkte und eine größere als erwartete steuerliche
Unterstützung. Gleichzeitig sind die Unternehmensinvestitionen gestie-
gen, um die private Nachfrage zu befriedigen. Auf der Angebotsseite
hat sich der Druck auf die Eingangspreise durch sich lockernde Versor-
gungsengpässe und sinkende Transportkosten reduziert und eine Erho-
lung vormals beschränkter Sektoren wie etwa der Fahrzeugsparte er-
möglicht. Die Energiemärkte haben sich ebenfalls überraschend schnell
an den Schock durch die russische Invasion in der Ukraine angepasst.
Im 4. Quartal 2022 ist dieser Aufwärtstrend in den meisten, wenn auch
nicht allen größeren Volkswirtschaften wieder verblasst. So konnte etwa
die US-Wirtschaft ihr im Vergleich stärkeres Wachstum aufrechterhalten.
Dies wurde einerseits durch Konsumenten unterstützt, die weiter ihre
Ersparnisse ausgaben, und andererseits durch eine historisch niedrige
Arbeitslosigkeit sowie ein reichhaltiges Stellenangebot.
Die globale Inflation betrug im Berichtsjahr voraussichtlich 8,8 %. Sie
sollte im 3. Quartal mit dem einsetzenden Rückgang der Energie- und
Rohstoffpreise ihren Höhepunkt erreicht haben.
1
IWF, WORLD ECONOMIC OUTLOOK, UPDATE, 31. JÄNNER 2023
WELTBANK, GLOBAL ECONOMIC PROSPECTS, 3. FEBRUAR 2023
Branchenentwicklung
2
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen von zirka 21.000
Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von rund 6,0 Mrd €. Nicht eingerech-
net sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamtgewicht, feuerwehrtechni-
sche Ausrüstung, Service und stationäre Anlagen.
Basierend auf internen Schätzungen von Rosenbauer dürfte auf das glo-
bale Marktvolumen im Berichtsjahr stagniert haben, was insbesondere
auf die massiven Störungen der internationalen Lieferketten zurückzu-
führen ist. Die stärksten Absatzregionen sind Europa, Nordamerika und
Asien; die größten Einzelmärkte sind die USA, China und Deutschland.
2
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2021. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen
der Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen
Umsatz-, Ertrags- und Auftragsentwicklung
Die Rosenbauer International AG erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen
Umsatz von 443,8 Mio € (2021: 444,3 Mio €).
Das stärkste Umsatzsegment war mit 75 % (2021: 76 %) das Produkt-
segment Fahrzeuge. Der Bereich Ausrüstung kam auf einen Umsatz von
65,4 Mio € (2021: 66,5 Mio €), was einem Anteil von 15 % (2021: 15%)
am Gesamtumsatz entspricht. Die Umsätze Service, Ersatzteile und
Sonstige beliefen sich auf 10 % (2021: 9 %).
Rund 45 % (2021: 35 %) des Umsatzes bzw. 199,8 Mio € (2021: 154,6
Mio €) wurden in Europa erzielt. Im Nahen Osten wurde ein Umsatz von
70,0 Mio € bzw. 16 % (2021: 106,4 Mio € bzw. 24 %) erzielt. Die Umsätze
in der Region Asien/Ozeanien beliefen sich auf 52,7 Mio € (2021: 76,9
Mio €). Lieferungen in sonstige Länder betrugen 121,3 Mio € (2021:
106,4 Mio €).
Auftragslage
Der Auftragseingang erreichte 2022 einen Wert von 465,1 Mio € (2021:
469,3 Mio €) und lag somit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Auftrags-
bestand betrug zum Jahresultimo 461,2 Mio € (31. Dezember 2021:
430,9 Mio).
Ertragslage
Das Geschäftsjahr 2022 war durch massive Lieferkettenstörungen ge-
prägt. Zusammen mit der anhaltenden Corona-Krise führte dies zunächst
zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Eine sich zum Anfang des
Kalenderjahres abzeichnende Entspannung wurde durch den im Februar
2022 begonnen Krieg in der Ukraine beendet. Im Geschäftsjahr muss-
ten signifikante Preissteigerungen akzeptiert werden. Neben den Materi-
alpreiserhöhungen kam es insbesondere durch Lieferverzögerungen bei
den Fahrgestellen wiederholt zu Produktionsstörungen. Der Betriebser-
folg lag somit mit -30,6 Mio € (2021: -12,7 Mio €) deutlich unter dem
Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern war demzufolge ebenfalls negativ und
betrug -36,5 Mio € (2021: -8,3 Mio €).
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen (Areas):
CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika
Lagebericht
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
93
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nord- afrika), APAC (Asien-Pazi-
fik) und NOMA (Nord- und Mittelamerika). Der Vorbeugende Brandschutz
(Preventive Fire Protection, PFP) wird als eigenes Segment dargestellt.
Area CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuropas,
mit der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) als histori-
schem Heimmarkt.
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Inter-
national und Rosenbauer Österreich mit Sitz in Leonding, Rosenbauer
Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe (Deutschland), Ro-
senbauer Slowenien in Radgona, Rosenbauer Italia in Andrian, Rosen-
bauer Rovereto (Italien), Rosenbauer Schweiz in Oberglatt und Rosen-
bauer Polska in Palmiry. Die Werke in der Area CEEU (Leonding, Neidling,
Karlsruhe, Radgona und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk
Luckenwalde hauptsächlich für den deutschen Markt.
Marktentwicklung
Europa war im Berichtsjahr mit multiplen Krisen konfrontiert, die zu
Störungen der internationalen Lieferketten, steigenden Rohstoff- und
Energiepreisen sowie hoher Inflation führten. Vor allem der Angriffs
-
krieg Russlands gegen die Ukraine hatte auf dem Kontinent starke
Auswirkungen. Nichtsdestotrotz haben sich die wichtigsten Feuerwehr
-
märkte gut entwickelt. In der D-A-CH Region war die Nachfrage wieder
so stark wie vor der COVID-19 Pandemie und in den osteuropäischen
Märkten waren erste Anzeichen für die schon lange erwartete Dynami
-
sierung sichtbar.
So hat Rosenbauer in Rumänien eine Ausschreibung des Innenministeri-
ums über die Lieferung von 18 Hubrettungsbühnen B45 gewonnen, deren
Anzahl durch den Kunden auf bis 100 Fahrzeuge erweitert werden kann.
Auch in Italien hat sich das Innenministerium für Rosenbauer als Liefe
-
rant von Hubrettungsgeräten entschieden. In einem ersten Abruf wur-
den 30 Bühnen mit 32,1 m Rettungshöhe bestellt, optional kann dieser
Auftrag ebenfalls auf bis zu 100 Fahrzeuge aufgestockt werden. Einen
weiteren Großauftrag erteilte das Beschaffungsamt Mecklenburg-Vor
-
pommern. Nachdem Rosenbauer schon 2021 mit der Lieferung von 274
Kleinlöschfahrzeugen TSF-W betraut worden war, wurden im November
des Vorjahres 40 große Löschgruppenfahrzeuge LF20 bestellt.
Erfreulich ist auch die Nachfrage nach E-Feuerwehrfahrzeugen: Nach er-
folgreichem Probebetrieb hat die Berliner Feuerwehr vier weitere RT und
einen elektrischen Gerätewagen Hygiene bestellt. Die größte Schweizer
Rettungsorganisation, Schutz & Rettung Zürich, testet die elektrische
Drehleiter von Rosenbauer.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 435,8 Mio €
(2021: 412,1 Mio €) über dem Vorjahr.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU erhöhte sich 2022 auf 378,2 Mio € (2021:
346,8 Mio €). Der größte Anteil entfiel auf Deutschland, gefolgt von Ös-
terreich.
Die Area CEEU steuerte 2022 rund 40 % (2021: 35 %) zum Konzernum-
satz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr 7,5 Mio € (2021: 16,7 Mio €),
die EBIT-Marge 2,0 % (2020: 4,8 %).
Area NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder vom
Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil der afrikanischen und südame-
rikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Española
in Madrid (Spanien), Rosenbauer South Africa in Johannesburg (Südafri-
ka), Rosenbauer France in Meyzieu (Frankreich) und Rosenbauer UK in
Meltham (Großbritannien). Im spanischen Werk Ciansa in Linares wer-
den sowohl Fahrzeuge für die NISA-Region als auch für andere Regio-
nen/Areas gebaut.
Marktentwicklung
Auf den heterogenen Märkten der Area NISA war 2022 nur eine leichte
Erholung spürbar und hier vor allem in den skandinavischen Ländern bei
den typischen Ersatzbeschaffungen. Die Nachfrage in Afrika und Latein-
amerika litt hingegen weiterhin unter der mangelnden Finanzkraft der
Einsatzorganisationen und blieb daher deutlich unter den eigentlichen
Bedarfen. Neu im Berichtsjahr geschlossene Partnerschaften in Peru
und Brasilien sollen das Geschäft von Rosenbauer in der LATAM-Regi-
on beleben, in Kolumbien konnten mehrere Aufträge im Bereich Wald-
brandlöschtechnik und persönlicher Schutzausrüstung an Land gezogen
werden.
Die Area NISA wird im Rahmen der Straffung der Vertriebsstruktur mit
31. Dezember 2022 aufgelöst und in die neu formierten Vertriebsregio-
nen Americas, Europe, Middle East & Africa integriert.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschaftete 2022 ein Umsatzplus auf 98,4 Mio €
(2021: 93,2 Mio €), was 10 % aller Erlöse im Konzern (2021: 10 %) ent-
sprach.
Das EBIT der Area NISA ging im Berichtsjahr auf -3,7 Mio € (2021: 1,2
Mio €) zurück, die EBIT-Marge betrug -3,8 % (2021: 1,2%).
Area MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren Osten
sowie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Saudi
Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien) einschließlich der Produktions-
stätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und die Rosenbau-
er MENA Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochterunternehmen in Abu
Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Das Werk in der KAEC produziert
ausschließlich für den MENA-Vertrieb.
Marktentwicklung
Die Märkte auf der arabischen Halbinsel zeigten sich 2022 in etwas
besserer Verfassung, das Ausschreibungsvolumen hat gegenüber dem
Vorjahr wieder angezogen. Vor allem Industriebetriebe investierten in
Sicherheitstechnik. So war Rosenbauer beispielsweise bei der Saudi
Electricity Company erfolgreich, die einen Auftrag aus dem Vorjahr auf
45 Highend-Fahrzeugen erweiterte.
Der Konzern nutzte dabei seinen Wettbewerbsvorteil in der Region, als
einziger internationaler Hersteller Fahrzeuge anbieten zu können, die
das Beste aus europäischer und amerikanischer Feuertechnik vereinen.
Außerdem werden bestimmte Auftragsumfänge vor Ort im Werk KAEC
abgearbeitet, wodurch nicht zuletzt die zunehmende Forderung nach
Wertschöpfung in der Region erfüllt wird. Ein weiteres, immer wichti-
ger werdendes Kriterium für die Auftragsvergabe auf der arabischen
Halbinsel ist ein breit aufgestellter Customer und After Sales Service.
Rosenbauer hat schon vor Jahren dahingehend die Weichen gestellt und
die MENA-Organisation zu einem ganzheitlichen Feuerwehrdienstleister
umgebaut.
Der Auftragseingang in der Area MENA verzeichnete mit 124,2 Mio €
im Berichtsjahr einen moderaten Anstieg im Vergleich zum Vorjahre mit
102,2 Mio €.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
94
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA verringerte sich 2022 entsprechend dem
regionalen Beschaffungszyklus deutlich auf 90,2 Mio € nach 123,7 Mio
€ im Vorjahr.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 9 % (2021: 13 %) zu den Gesam-
terlösen des Konzerns bei. Das EBIT fiel auf -4,5 Mio € (2021: 5,2 Mio €),
die EBIT-Marge betrug -5,0 % (2021: 4,2 %).
Area APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region, Russland,
Türkei, die GUS-Staaten sowie Japan, Indien und China.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S. K. Rosenbauer in Singa-
pur, Rosenbauer Australia mit Sitz in Brisbane, Rosenbauer Fire Fighting
Technology (Yunnan) in China und eine Minderheitsbeteiligung an der PA
„Fire-fighting special technics“ in Moskau, Russland. Weitere Vertriebs-
und Servicestandorte gibt es in Brunei und auf den Philippinen. Das
Werk Singapur produziert ausschließlich Fahrzeuge für den südostasi-
atischen Markt.
Marktentwicklung
Die Area APAC hat nach der defacto-Abschottung des chinesischen
Feuerwehrfahrzeugmarktes ihren wichtigsten und größten Einzelmarkt
in der Region verloren. Für einen internationalen Feuerwehrausstatter
ist es mittlerweile unmöglich geworden, Fahrzeuge ins Land zu bringen.
Rosenbauer hat daher seine Vertriebsstrategie umgestellt und diese
stärker auf den Verkauf von Ausrüstung und Komponenten ausgerichtet.
Entsprechende Sales-Kanäle und ein eigenes Dealer-Netzwerk wurden
in den letzten Monaten aufgebaut. Der Rosenbauer Top-Helm HEROS-ti-
tan wurde im Vorjahr dafür eigens nach CCC (China Compulsary Certi-
fication) zertifiziert.
In Japan ist Rosenbauer vor allem mit Flughafenlöschfahrzeugen er-
folgreich. Im Berichtsjahr wurden rund 20 PANTHER an verschiedene
Airports verkauft. Auch in Australien konnte 2022 ein Auftrag über die
Lieferung von 19 PANTHER mit Option auf weitere zehn Fahrzeuge unter
Dach und Fach gebracht werden. Rosenbauer Australia festigte damit
den Ruf als bevorzugter Partner der australischen und neuseeländischen
Aviation-Industrie, die bereits 150 PANTHER im Feld betreibt. Darüber
hinaus hat das Queensland Fire & Rescue Service 5.000 HEROS-titan
AS bestellt, wodurch der Rosenbauer Marktanteil bei Feuerwehrhelmen
auf rund 70 % steigen und die vor fünf Jahren getroffenen Entscheidung,
den Helm nach australischer und neuseeländischer Norm zu zertifizie-
ren, eindrucksvoll bestätigt wird.
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage konnte in der Area
APAC ein Auftragseingang von 120,5 Mio € im Berichtsjahr (2021: 113,1
Mio €) verbucht werden.
Geschäftsentwicklung
Die Area APAC verzeichnete im Berichtsjahr 2022 einen Umsatzrück-
gang auf 109,9 Mio € (2021: 117,1 Mio €). Der Anteil am Gesamtumsatz
betrug 11% (2021: 12 %). Das EBIT verschlechterte sich auf -1,3 Mio €
nach 2,5 Mio € im Vorjahr, die EBIT-Marge belief sich auf -1,2 % (2021:
2,2 %).
Das Joint Venture in Russland wird aufgrund fehlenden Zugriffs im Jah-
resabschluss 2022 mit einem Effekt von 5,8 Mio € im Finanzergebnis
entkonsolidiert.
Area NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder in
Mittelamerika und der Karibik. Neben der Holdinggesellschaft Rosen
-
bauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktionsgesellschaften
Rosenbauer Minnesota und Rosenbauer Motors in Wyoming (Minneso
-
ta), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South Dakota) und Rosenbauer
Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area. Die Feuerwehrfahrzeuge wer
-
den nach US-Norm gefertigt und überwiegend in die Vertriebsregion
NOMA geliefert, gehen aber auch an Kunden in den Areas MENA, NISA
und APAC.
Marktentwicklung
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt, mit einem Beschaffungsvo-
lumen von zuletzt mehr als 6.000 Fahrzeugen im Jahr der größte Ein-
zelmarkt der Welt, hat sich im Jahr 2022 trotz Inflation und steigender
Zinsen in ausgezeichneter Verfassung präsentiert.
Rosenbauer konnte von der guten Entwicklung profitieren und den Auf-
tragseinang gegenüber 2021 kräftig auf ein Alltime-High steigern. Ein
Großteil der Steigerung resultierte aus Preissteigerungen, die Rosenbau-
er am Heimmarkt durchsetzen konnte. Fleet Accounts spielten ebenfalls
eine wichtige Rolle. So hat das Nashville Fire Department seine Order
von 2021 auf insgesamt 35 Fahrzeuge erhöht und nach Oregon konnten
über 30 Fahrzeuge verkauft werden. Auch der RTX erfreut sich steigen-
der Beliebtheit, wie das positive Feedback bei der größten US-Feuer-
wehrmesse FDIC und die ersten Erfahrungen im Alltag im Los Angeles
Fire Department zeigten.
Darüber hinaus hat Rosenbauer 2022 sein Händler- und Servicenetz-
werk durch Adressierung von Großstädten an der West- und Ostküste
weiter ausgebaut, um die dort vorhandenen Potenziale zu nutzen.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr erfreu-
liche 388,4 Mio € und war damit deutlich höher als im Vorjahr (2021:
290,1 Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 263,7 Mio € ei-
nen Umsatz auf Vorjahresniveau (2021: 264,5 Mio €). Das entspricht
einem Anteil am Konzernumsatz von 27 % (2021: 27 %). Störungen in
der Lieferkette beeinflussten auch in der Area NOMA die Auslieferung
von Fahrzeugen. Daher wurde im Berichtsjahr verstärkt auf standari-
sierte Vorratsfahrzeuge, so genannte „Stock Truck“ gesetzt, die schnel-
ler verfügbar waren und bis Jahresende alle verkauft werden konnten.
Durch die vollständig Übernahme von Rosenbauer America wurde der
Grundstein für die Fokussierung auf den Aus- und Aufbau des Dealer
Netzwerks und der Weiterentwicklung des Customer Service und des
After-Sales-Supports gelegt.
Das EBIT lag mit -9,0 Mio € (2021: 9,5 Mio €) deutlich unter dem Vorjah-
reswert, die EBIT-Marge bei -3,4 % (2021: 3,6 %).
Vorbeugender Brandschutz
Im Vorbeugenden Brandschutz sind die beiden Konzerngesellschaften
Rosenbauer Brandschutz mit Sitz in Leonding und Rosenbauer Brand-
schutz Deutschland mit Sitz in Mogendorf sowie Standorten in Gladbeck,
Hilden und Hattersheim tätig. Sie planen, errichten und warten ortsfes-
te Lösch- und Brandmeldeanlagen und sind als VdS-Errichterbetriebe
anerkannt; eine Voraussetzung, um bei deutschen und internationalen
Ausschreibungen anbieten zu können.
Marktentwicklung
Die Recyclingbranche gehört zu den wichtigsten Abnehmern von Rosen-
bauer Brandschutzanlagen. Im Berichtsjahr konnte der bislang größte
Auftrag in der Geschichte an Land gezogen werden, die Planung und
Errichtung von stationären Brandschutzanlagen für das Müllheizkraft
Wiesbaden, Deutschland. In Österreich wurde Rosenbauer von der Aus-
trian Power Grid beauftragt, weitere fünf Umspannwerke mit stationä-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
95
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
ren Löschanlagen auszustatten, nachdem im Vorjahr bereits drei dieser
Anlagen errichtet wurden. Internationale Ausschreibungen konnten in
Norwegen, Südamerika und auf den Philippinen gewonnen werden.
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte sich
wiederum positiv und stieg 2022 auf 42,3 Mio € im Vergleich zu 2021
mit 30,5 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte sich in der Be-
richtsperiode erfreulich und stieg von 29,8 Mio € auf 31,8 Mio €. Damit
beträgt der Anteil am Gesamtumsatz 3 % (2021: 3 %). Das EBIT war mit
0,4 Mio € positiv (2021: 3 t€).
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur zum Jahresende durch ein hohes
Working Capital geprägt. Dieses resultiert aus den vergleichsweise langen
Durchlaufzeiten der Feuerwehrfahrzeuge, die grundsätzlich kundenspezi
-
fisch gebaut werden. Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember
2022 auf 617,9 Mio € (2021: 532,5 Mio €). Höhere Außenstände bei den
Forderungen sowie gestiegene Vorräte waren hierfür die Hauptursache.
Das Sachanlagevermögen lag mit 76,9 Mio € (2021: 82,5 Mio €) unter
dem Vorjahresniveau. Die Finanzanlagen betrugen 143,7 Mio € (2021:
79,5 Mio €). Der starke Anstieg resultiert aus einer Ausleihung in Höhe
von 62,7 Mio. € an die amerikanische Gesellschaft Rosenbauer Holdings
Inc. zur Finanzierung der Anteilskäufe von zwei amerikanischen Minder-
heitsgesellschaftern.
Das Umlaufvermögen erhöhte sich aufgrund der gestiegenen Vorräte
von 162,1 Mio € (2021: 135,1 Mio €) sowie der höheren Forderungen
von 206,5 Mio € (2021: 171,6 Mio €) um 6% und belief sich insgesamt
auf 372,1 Mio € (2021: 350,1 Mio €). Da die Verbindlichkeiten mit 402,4
Mio € (2021: 279,5 Mio €) ebenfalls deutlich über dem Vorjahr lagen,
betrug das Working Capital insgesamt -30,3 Mio € (2021: 70,6 Mio).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierten sich die Eigenmittel auf-
grund des reduzierten Ergebnisses auf 140,0 Mio € (2021: 181,6 Mio
€). Die Eigenkapitalquote reduzierte sich somit ebenfalls aufgrund des
negativen Ergebnisses sowie einer gestiegenen Bilanzsumme zum Stich-
tag 31. Dezember 2022 auf 22,7 % (2021: 34,1 %).
Investitionen
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermö-
gensgegenstände lagen im Berichtsjahr mit 8,1 Mio € deutlich unter dem
Niveau des Vorjahres € (2021: 12,7 Mio. Die Abschreibungen des Sach
-
anlagevermögens und der immateriellen Vermögensgegenstände ent-
sprechen mit gesamt 9,7 Mio € dem Vorjahresniveau (2021: 9,8 Mio €).
Effiziente Produktion
Um mit den natürlichen Ressourcen möglichst schonend und sparsam
umzugehen, entwickelte Rosenbauer im Berichtsjahr eine Energieef-
fizienz-Roadmap für ausgewählte Standorte. Die Schwerpunkte liegen
dabei auf dem Hauptwerk in Leonding und die Erreichung der Unabhän-
gigkeit vom globalen Erdgasmarkt. Auf diese Weise will sich Rosenbauer
gegen eine mögliche Verknappung dieses Energieträgers immunisieren,
Emissionskosten durch die Reduktion des eigenen CO
2
-Ausstosses ver-
meiden und seine Herstellkosten teilweise absichern.
Im ersten Schritt erfolgte eine Bestandsaufnahme und Analyse der ge-
samten Energieversorgung sowie der technischen Ausstattung. Ausge-
hend von diesen Erkenntnissen wurden kurz- und mittelfristige Maßnah-
men zur Reduktion des Energieverbrauchs erarbeitet.
Erweiterte Kapazitäten
Rosenbauer agiert immer nahe am Kunden und hat mit dem im April
2021 neu eröffneten „Rosenbauer Kundenzentrum Österreich“ am
Standort Asten eine Anlaufstelle für alle Belange geschaffen – vom
Service bis hin zur Beschaffung von Ausrüstung oder Ersatzteilen. Die
umfangreiche Service-Infrastruktur kombiniert mit einem Shop bietet
zeitgemäßen Kundenservice im Sinne eines One-Stop-Shops.
Mit Blick auf Nachhaltigkeit produziert Rosenbauer möglichst langlebige
Ausrüstung und Komponenten, deren Lebensdauer durchaus verlängert
werden kann. Dafür wurde am Standort Asten eine Montagewerkstatt
mit Metallbearbeitungsmaschinen samt Schweißarbeitsplatz eingerich-
tet, um kleinere Umbauten und das Refurbishment, die Modernisierung
und Generalüberholung von Feuerwehrfahrzeugen, durchführen zu kön-
nen. Es ist angedacht, den Standort Asten auch grenzüberschreitend für
das Refurbishment von Fahrzeugen zu nutzen.
Effiziente Prozesse
Im Rahmen seines Restrukturierungsprogrammes „Refocus, Restart“
hat Rosenbauer 2022 erste umfassende Initiativen in den Bereichen
Effizienz- und Produktivitätssteigerung, Reduktion der Einkaufspreise
und Wertanalysen gesetzt. Die Schwerpunkte lagen in erster Linie auf
einer nachhaltigen Stabilisierung der Produktionsprozesse, unter ande-
rem durch das Eliminieren von Störungen, Verschwendungen und unge-
planten Nacharbeiten in den Montagen. Um die Betriebsleistung künftig
engmaschiger und effizienter steuern zu können, wurde ein neuartiges
Produktivitätsmanagement entwickelt und eingeführt.
Zudem setzte Rosenbauer die Einführung von SAP S/4HANA als kon-
zernweites ERP-System fort. Im Februar wurde der erste vollintegrierte
Sales & Service Standort bei Rosenbauer Schweiz erfolgreich produktiv
gesetzt. Das Projekt für den zweiten Pionierstandort bei Rosenbauer
Slowenien startet im April diesen Jahres. Für die bisherige erfolgreiche
Projektarbeit wurde Rosenbauer als „Grand Winner“ bei den SAP Austria
Quality Awards in der Kategorie „Rapid Time to Value“ ausgezeichnet.
Beschaffung, Logistik und Produktion
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Rosenbauer Konzerns ist es von Bedeutung,
nur mit den besten und innovativsten Lieferanten zusammenzuarbeiten.
Die breiten Anforderungen der Feuerwehren verändern sich permanent,
entsprechend flexibel müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf
reagieren können. Rosenbauer setzt gezielt auf eine enge und partner-
schaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern. Gemeinsam werden
Strategien zur Verbesserung der Kosteneffizienz, Optimierung der Logis-
tikkette, Erfüllung von Umweltaspekten bis hin zu innovativen Produktlö-
sungen entwickelt. Ziel der intensiven Zusammenarbeit ist es unter an-
derem, neben der Nutzung des eigenen Wissens auch auf das Know-how,
die Kreativität und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität und einem damit korrespon-
dierenden hohen Einkaufsvolumen ist die termingerechte Versorgung der
Produktion eine zentrale Herausforderung. Ein Großteil des Rosenbauer
Einkaufsvolumens wird in Europa, vor allem in Österreich und Deutsch-
land, beschafft, der Rest stammt überwiegend aus den USA. Den größ-
ten Anteil am Konzern-Einkaufsvolumen haben die Fahrgestelle. Sie sind
für Rosenbauer im Regelfall ein durchlaufender Posten. Fahrzeuge für
den amerikanischen Markt sowie die komplette PANTHER Reihe und der
neue RT werden auf eigene Fahrgestelle aufgebaut, die bei Rosenbauer
Motors in Wyoming (Minnesota) und in Leonding gefertigt werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
96
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Kostensteigerungen und Materialverfügbarkeit
Das Geschäftsjahr 2022 war durch massive Lieferkettenstörungen
geprägt. Zusammen mit der anhaltenden Corona-Krise führte dies zu-
nächst zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Eine sich zum
Anfang des Kalenderjahres abzeichnende Entspannung wurde durch
den im Februar 2022 begonnen Krieg in der Ukraine beendet. Im Ge-
schäftsjahr mussten signifikante Preissteigerungen akzeptiert werden.
Diese basierten auf Steigerungen bei Aluminium- und Stahlerzeugnissen,
Kunststoffen sowie der Logistik und Energie. Der Einkauf informierte
frühzeitig und kontinuierlich über die aktuelle Marktsituation und die
damit verbundenen Risiken. Das Absichern von vertraglich vereinbar-
ten Preisen und das Eingrenzen von rasant steigenden Einkaufspreisen
waren in diesem Geschäftsjahr die Kernaufgaben. Gemeinsam mit der
Logistik wurde die Sicherstellung von Verfügbarkeiten zum zweiten we-
sentlichen Schwerpunkt. Die Bedarfe der Produktion konnten trotz aller
Bemühungen nicht vollumfänglich bedient werden.
Die größten Auswirkungen auf unsere Produktion hatten Ausfälle bei
den Lieferungen von Fahrgestellten. Der Stillstand der Produktion von
Kabelbäumen in der Ukraine löste erhebliche Verzögerungen bei Chas-
sis-Lieferungen aus. Nahezu alle Hersteller sind mit unterschiedlichen
Fehlteilen konfrontiert und reagieren mit kurzfristigen Umplanungen
und langen Lieferzeiten. Als Maßnahme wurden die Abstimmungen mit
diesen Herstellern noch intensiver gestaltet, um mehr Transparenz zu
schaffen und schrittweise Verbesserungen aus der Situation zu finden.
In der Logistik waren die Seehäfen stark ausgelastet. Auch die Verfügbar-
keit von Containern und Transportgebinden war deutlich reduziert. Dies
führte zu längeren Wartezeiten und gestiegenen Kosten bei Transporten.
Gegen Jahresende waren erste Signale einer Entspannung bei der Trans
-
portlogistik spürbar. Dennoch wird die Verfügbarkeit der Verkehrsträger,
verstärkt durch einen Fahrermangel in Europa, weiter sensibel bleiben.
Ausblick
Nach zwei angespannten Jahren auf dem Beschaffungsmarkt gibt es
erste vorsichtige Zeichen für Besserungen im weiteren Verlauf des
Jahres 2023. Erste Preisrückgänge auf den Rohstoffmärkten sowie ein
verlangsamtes Wirtschaftswachstum schaffen neue Möglichkeiten die
Beschaffungssituation spürbar zu verbessern. Die Nachwirkungen und
Rückstände aus 2022 etwa bei den Fahrgestellen und bestimmten Elek-
tronikbauteilen werden aber noch sichtbar bleiben.
Weitere rechtliche Angaben
Nichtfinanzielle Erklärung/Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles unter-
nehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg im Ein-
klang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel zu wachsen ist
erklärtes Unternehmensziel. Dabei werden sämtliche relevanten Stake-
holder miteinbezogen und im direkten Dialog angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen Hand-
lungsschwerpunkte festgelegt. Neben der effizienten Nutzung von Res-
sourcen will Rosenbauer als Technologieführer mit zukunftsorientierten
Materialien Produkte schaffen, die den Kunden zum Schutz von Leben
und Infrastruktur dienen. Darüber hinaus hat Rosenbauer den Anspruch,
als Top-Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden eine ausgewogene Work-Life-
Balance zu ermöglichen und für sie eine moderne und vor allem sichere
Arbeitsumgebung zu schaffen.
Im Geschäftsjahr 2022 wurde eine Klimastrategie samt Reduktionszie-
len für den Rosenbauer Konzern entwickelt und vom Vorstand geprüft
und freigegeben. Sie dient als Basis für die zukünftige verpflichtende
und vertiefende Berichterstattung.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmensstra-
tegie; ihr Fundament sind die Rosenbauer Markenwerte. Aus Tradition
neugierig stellt sich Rosenbauer weltweit den Herausforderungen der
modernen Feuerwehren und geht selbstbewusst voran. Als ihr Part
-
ner arbeitet Rosenbauer fokussiert an Produkt- und Servicelösungen,
die den Alltag der Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer
machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche Be-
stimmungen gebunden, sondern hat eigene Regeln wie den Code of
Conduct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch in der
Abteilung Group Communication, Investor Relations & CSR angesiedelt
und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltigkeitsmanagements
ist es, in allen Geschäftsprozessen die Auswirkungen auf Umwelt und
Gesellschaft zu berücksichtigen und die ökonomischen mit den ökolo-
gisch-sozialen Vorstellungen des Unternehmens in Einklang zu bringen.
Dabei arbeiten Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten
eng zusammen. Zur Steuerung und jährlichen Überprüfung der Zielerrei-
chung werden sowohl quantitative als auch qualitative Messinstrumente
eingesetzt.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich einen
Nachhaltigkeitsbericht, der über die Rosenbauer Website abgerufen
werden kann. Dieser wurde nach den „GRI-Standards“ (Global Repor-
ting Initiative) und nach den Anforderungen des österreichischen „NaDi-
VeG“ (Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz) erstellt und
erscheint gemäß § 267a UGB und § 243b UGB als gesonderter nichtfi-
nanzieller Bericht. 2022 wurde der Bericht vom Aufsichtsrat geprüft und
freigegeben.
Für das Berichtsjahr 2022 unterliegt Rosenbauer der Berichterstat-
tungspflicht gemäß Art. 8 der EU Taxonomie-Verordnung. Rosenbauer
ist für dieses Berichtsjahr erstmalig verpflichtet, den Anteil der taxo-
nomiekonformen und nicht-taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten
am Gesamtumsatz, an den Investitions- und Betriebsausgaben sowie
entsprechende qualitative Informationen dazu offenzulegen.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Management der COVID-19 Pandemie
Der seit Beginn der Pandemie installierte COVID-19-Krisenstab in der
Zentrale von Rosenbauer hat im Jahr 2022 seine Arbeit fortgeführt. Ta-
gesaktuell wurden Maßnahmenpläne erstellt, in verschiedene Sprachen
übersetzt und allen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt. Der
Fokus lag weiter darauf, das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Möglich-
keiten der Telearbeit für Büroangestellte wurden an die Gegebenheiten
angepasst. Aufgrund der Verfügbarkeit von Impfstoffen bot Rosenbauer
für beide Boosterimpfungen am Hauptstandort Leonding Impftermine
für Mitarbeitende und deren Angehörige an. Von dieser Möglichkeit ha-
ben in Summe zirka 200 Personen Gebrauch gemacht. Mit Jahresmitte
2022 hat der COVID-19-Krisenstab seine Tätigkeit wegen der allgemei-
nen Gesundheitslage ruhend gestellt.
Personalpolitik
Rosenbauer hat seine Personalpolitik an die wirtschaftlichen und ge-
sellschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. Wichtigste Ziele sind
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
97
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in der
Öffentlichkeit, die Implementierung von modernen Führungsinstrumen-
ten in den operativen Prozessen, die Förderung von Internationalität und
Diversität in der Mitarbeiterstruktur sowie die Schaffung von Rahmenbe-
dingungen für eine leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial kompetente
Mitarbeitende; es unterstützt diese gezielt bei der Weiterentwicklung ih
-
rer Fähigkeiten. Neben einem umfangreichen Qualifizierungsangebot gibt
es spezielle Programme für die Team- und Führungskräfteentwicklung.
Mit durchschnittlich 1.499 Mitarbeitern beschäftigte die Rosenbauer In-
ternational AG im Jahr 2022 etwa gleich viel Mitarbeiter als zum Stichtag
des Vorjahres (2021: 1.491). Die Gesamtzahl der Mitarbeiter gliedert
sich in 772 Arbeiter (2021: 788), 635 Angestellte (2021: 613) und 92
Lehrlinge (2021: 90).
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeitenden ist eine der wich-
tigsten Aufgaben des HR-Managements. Rosenbauer evaluiert laufend
das Angebot an Aus- und Weiterbildungsprogrammen und adaptiert es
für gegebene strategische und organisationale Bedarfe. Diese umfassen
vor allem technische und betriebswirtschaftliche Trainings, Seminare
zur Verbesserung der Projektmanagement-Kompetenz, der Verhand-
lungs- und Gesprächsführung sowie der sozialen Kompetenzen. Ein
weiterer Schwerpunkt wird außerdem auf das Thema Gesundheit gelegt.
Mit dem #StayHealthy Portfolio existiert ein breites Angebot zu den The-
men allgemeine Gesundheit, Stressmanagement oder Resilienz. Auch
das Thema Diversity & Inklusion wird im Rahmen des Aus- und Weiterbil-
dungsprogramms behandelt und soll künftig noch ausgeweitet werden.
Trotz der angespannten Gesamtsituation investierte der Konzern 2022
insgesamt 580 t€ (2021: 600 t€) in Aus- und Weiterbildungsmaßnah-
men. Im Jahr 2022 normalisierte sich die Lage hinsichtlich Covid-19 und
es zeichnet sich ein Trend wieder in Richtung Normalbetrieb ab. Dies
ermöglichte die Ausweitung des Rosenbauer Customer Service Excellen-
ce-Programs auf internationaler Ebene, konkret nach Dubai.
Weitere bewährte Management Programme konnten im Berichtsjahr
wieder wie gewohnt durchgeführt werden. Ergänzt wurde dieses Ange-
bot 2022 erstmals um das „Operations Management Development Pro-
gram“ (O-MDP), welches sich an Führungskräfte im Produktions- und
produktionsnahen Bereichen aller deutschsprachigen Konzerngesell-
schaften richtet. Das O-MDP orientiert sich dabei an bereits bestehen-
den Programmen und soll die Lücke zwischen Team Leader Program und
Management Development Program schließen.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen Stellen-
wert, die wichtigsten Lehrberufe waren Metalltechniker mit Schwer-
punkt Maschinenbau, Mechatroniker und Industriekaufleute. Ein be-
sonderer Erfolg war die Gewinnung von weiblichen Auszubildenden in
technischen Berufen.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter die
gleichen Chancen einzuräumen – unabhängig von Abstammung, Alter,
Geschlecht, Kultur oder Herkunft. Um die Diversität zu fördern, hat
Rosenbauer 2022 die Initiative women@rosenbauer weitergeführt. Im
Vordergrund steht unverändert die Erhöhung der Frauenquote generell,
besonders aber im Führungskreis der Rosenbauer International. Ent-
sprechende Maßnahmen werden seitens des Bereiches Human Resour-
ces gemeinsam mit dem Frauennetzwerk erarbeitet und schrittweise
umgesetzt.
In einem traditionell von Männern geprägten Berufsfeld sind gezielte
Maßnahmen zur Förderung von Frauen nötig. Women@rosenbauer zielt
vor allem auf die Vernetzung der Mitarbeiterinnen ab, auf gegenseitige
Unterstützung und Austausch. Mehrere Arbeitsgruppen haben an The-
men und deren wirksamer Umsetzung in der Organisation gearbeitet.
Dazu zählen beispielsweise eine intensivere Begleitung von Frauen und
Männern in Karenz (Elternzeit), eine interne Website mit Informationen
zum Thema Gleichstellung sowie diverser Veranstaltungen, um das Mit-
einander aller Mitarbeitenden zu verbessern. Als sichtbares Zeichen der
Wertschätzung für werdende Eltern wurde ein Babystartpaket geschaf-
fen und soll an allen Standorten verteilt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Recruiting, der in Zu-
kunft explizit mehr Frauen für Rosenbauer gewinnen möchte, insbe-
sondere in technischen Berufen. Es werden mehrere Maßnahmen un-
terstützt, die Mädchen schon im Schulalter für die Technik begeistern
sollen. Im Jahr 2022 konnte das Rosenbauer Technical Trainee Program
erfolgreich gestartet werden. Unter dem Schwerpunkt „Women Wanted“
haben zwei top-qualifizierte Technikerinnen ihre Karriere bei Rosenbauer
begonnen.
Forschung und Entwicklung
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag 2022
auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktangebotes und der
Ergänzung der elektrischen Fahrzeugflotte. Die Vorstellung der Produkt-
neuheiten erfolgte im Rahmen der Interschutz. Nach einer coronabe-
dingten Pause von sieben Jahren fand die internationale Leitmesse für
die Feuerwehrbranche im Juni 2022 in Hannover statt.
Des Weiteren nahm Rosenbauer im April an der amerikanischen FDIC
teil, um dort erstmalig den RTX (Revolutionary Technology in US-Ausfüh-
rung) einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Nach der Messe ging das
Fahrzeug direkt an das Los Angeles Fire Department für die Testphase.
Im September 2022 wurde der RTX in den Regelbetrieb übernommen.
Zu den wichtigsten Innovationen des Berichtsjahres zählen neben
der Vorstellung des komplettierten kommunalen Electric Line-up, der
PANTHER electric, die RTE PS 2 Power Station, neue Nutzlastmodule für
den RTE Robot, RFC CAFS Cube S sowie digitale Lösungen zur Früher-
kennung und Bekämpfung von Waldbränden.
2022 wurden in der Rosenbauer International AG 13,1 Mio € (2021: 12,2
Mio €) in Forschung und Entwicklung investiert. Das sind 4,6 % (2021:
4,1 %) der relevanten Nettoerlöse der Eigenproduktion.
Vollständiges Electric Line-up für Kommunen
Rosenbauer zeigte auf der Interschutz, wie ein emissionsfreier Fuhrpark
der Feuerwehren aussehen kann: Neben dem RT umfasst das elektri-
sche Fahrzeugprogramm den ersten AT electric, bei dem die bewährte
AT-Technologie umgesetzt ist, die erste L32A-XS electric, die alle Funk-
tionalitäten einer Standarddrehleiter mit den Vorzügen eines vollelektri-
schen Serienchassis vereint und den GW-L electric, ein Logistikfahrzeug
mit hochflexiblem Aufbau.
Der AT electric bietet denselben Funktionsumfang und die gewohnte Be-
dienumgebung wie ein „klassischer“ AT nur mit elektrischem Antrieb auf
einem Volvo FE Electric Serienfahrgestell. Die bewährten Aufbauelemen-
te wie die integrierte Doppelkabine mit Drehtreppe oder das Rosenbauer
Halterungssystem COMFORT finden sich Eins zu Eins im AT electric wie-
der. Sowohl der Antriebsstrang als auch die Feuerlöschpumpe werden
im AT electric elektrisch betrieben. Die Pumpe wird im Brandeinsatz
über einen serienmäßig mit dem Chassis mitgelieferten E-Motor (einem
elektrischen Nebenabtrieb) angetrieben und aus dem Hochvoltsystem
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
98
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
des Chassis gespeist. Ein Energy Backup System (EBS) zusätzlich zu
zwei Lithium-Ionen-Akkumulatoren stellt bei länger andauernden Einsät-
zen die Energieversorgung des Fahrzeuges sicher.
Als Innovationspartner für die L32A-XS electric fungiert Schutz & Ret-
tung Zürich, die größte, zivile Rettungsorganisation der Schweiz. Die
Berufsfeuerwehr Zürich testet seit Dezember 2022 in einem einjähri-
gen Pilotprojekt gemeinsam mit Rosenbauer das Fahrzeug in drei un-
terschiedlichen urbanen Umgebungen auf seine Einsatztauglichkeit. Die
dabei gewonnenen Erkenntnisse dienen als Basis für die Serienentwick-
lung. Bei der Entwicklung der elektrischen Drehleiter lag der Fokus auf
Funktionalität. Sie sollte ebenso funktionell, leistungsfähig und zuverläs-
sig sein, wie die bewährte Standarddrehleiter bei gleicher Bedienbarkeit
und Servicefreundlichkeit. Daher ist der Drehleiteraufbau ab der Schnitt-
stelle zum E-Antrieb (ePTO) vollkommen ident. Die L32A-XS electric wird
über drei elektrische Lithium-Ionen-Akkumulatoren angetrieben und ist
auf einem Volvo FE Electric-Chassis aufgebaut.
Positive Rückmeldungen und Auszeichnung für den RT
Nach einer Testphase von 13 Monaten hat die Berliner Berufsfeuerwehr
den Revolutionary Technology (RT) in den Regelbetrieb übernommen. In
dieser Zeit absolvierte das voll elektrische Fahrzeug rund 1.400 Einsätze
ohne Ausfall. An hochfrequenten Einsatztagen rückte der RT bis zu 16
Mal innerhalb von 24 Stunden aus, wobei in der Regel kein Zwischenla-
den notwendig war. In der Erprobungsphase konnten 95 % aller Einsätze
rein elektrisch abgearbeitet werden, eine Bestätigung dafür, dass die
Auslegung der Akkukapazitäten richtig ist.
2022 erfolgte die Auslieferung des ersten NFPA-konformen RTX (RT in
der US-Ausführung) an das Los Angeles Fire Department sowie die Prä-
sentation des Fahrzeuges im Rahmen der FDIC. Nach einer kurzen Test-
phase ist der RTX in Los Angeles seit September 2022 Teil der regulären
Fahrzeugflotte. In den ersten 20 Wochen fuhr der RTX zu ungefähr 1.300
Notrufen, davon konnten über 99 % elektrisch absolviert werden.
Das innovative Konzept des RT unterstützt die Einsatzorganisationen dabei
ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dafür erhielt der RT den Staatspreis
Mobilität in der Kategorie „Klimafreundliche Technologien - nachhaltige
Wertschöpfung“. Diese Kategorie prämiert Innovationen, die die indust
-
rielle Trendwende zur Klimaneutralität in Schlüsselbranchen der Mobilität
fördern und neue klimaschonende Wege für eine zukunftsfähige Mobilität
aufzeigen. Der Preis wird vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Energie, Mobilität, Innovation und Technologie in Österreich vergeben.
Seriennahes Konzeptfahrzeug: PANTHER eletric
Als Highlight der Interschutz präsentierte Rosenbauer den ersten
PANTHER 6x6 mit elektrischem Antriebsstrang. Die Entwicklung starte-
te vor rund zwei Jahren als Antriebsstränge, Bordnetze und elektrische
Komponenten zur Verfügung standen, mit denen auch die hohen Leis-
tungsanforderungen an ein Flughafenlöschfahrzeug erfüllt werden kön-
nen. In die Konzeption des PANTHER 6x6 electric waren von Beginn an
Flughafenbetreiber und -feuerwehren aus der ganzen Welt eingebunden.
Rosenbauer setzt beim PANTHER electric auf eine eigene E-Antriebs-
plattform, die gemeinsam mit Magna entwickelt wird. Die eingesetz-
ten Hochvolt-Akkus liefern ausreichend Energie für die Anfahrt zum
Einsatzort, das Ausbringen des gesamten Löschmittelvorrats und die
Rückfahrt gemäß ICAO-Vorgaben. Ein Energie Backup System bietet die
Möglichkeit, zusätzliche elektrische Energie im System zur Verfügung zu
stellen, beispielsweise um die Performance kurzfristig zu steigern oder
die Einsatzdauer zu verlängern. So lässt sich im Boost-Modus die Be-
schleunigung von 0 auf 80 km/h auf 21 Sekunden oder knapp darunter
drücken und auch im Normalmodus beschleunigt der PANTHER electric
schneller als ein klassischer 6x6.
Die Überleitung des Konzeptfahrzeuges in die Serienentwicklung starte-
te im Berichtsjahr. Bei der Vorserie wird Rosenbauer, wie beim RT, mit
Innovationspartnern zusammenarbeiten und die Erkenntnisse aus den
Testbetrieben unter realen Bedingungen in die Entwicklungsarbeit und
den Aufbau der Serienproduktion einfließen lassen.
Ergänzend zum batterieelektrischen Fuhrpark zeigte Rosenbauer, wie
mit der RTE PS 2 Power Station und Solarpaneelen als Zubehör eine
netzunabhängige und abgasfreie Energieversorgung der Einsatzstelle
möglich ist. Die neue RTE PS 2 Power Station wurde entwickelt, um
typische Feuerwehrverbraucher wie Tauchpumpe, Kombihammer oder
einen Hochleistungslüfter autark und flexibel über eine lange Zeit mit
Energie zu versorgen.
Gründungsmitglied des Autonomous Operation Cluster
Rosenbauer arbeitet im Rahmen des neu initiierten Autonomous Opera-
tion Cluster (AOC) mit den Unternehmen Ammann, PALFINGER, Prinoth
und TTControl zusammen. Die AOC-Mitglieder entwickeln gemeinsam
Schlüsseltechnologien für den autonomen, intelligenten Betrieb von mo-
bilen Maschinen und Off-Highway-Fahrzeugen. Dabei stehen insbeson-
dere Anwendungen wie Baumaschinen, Kräne, Feuerwehrausrüstung
und Pistenfahrzeuge im Fokus. Hier könnten Lösungen aus den Berei-
chen Computer Vision und Künstliche Intelligenz das präzise Erkennen
von Objekten und die Verarbeitung von Umgebungsinformationen er-
möglichen.
Digitale Produkte und Services
Rosenbauer kooperiert seit Anfang 2022 mit OroraTech, um mithilfe von
Satellitensystemen Waldbrände frühzeitig zu erkennen. OroraTech lie-
fert dabei aktuelle Waldbrandinformationen von öffentlichen Satelliten,
die mit Wärmebildkameras ausgerüstet sind. Allerdings sind derzeit die
Zeitabstände (bis zu 6 Stunden) noch zu groß, um bei Gefahr ein rasches
Reagieren zu gewährleisten.
Daher planen Rosenbauer und OroraTech, dieses System zu einem
Waldbrandüberwachungs- und Bekämpfungssystem auszuweiten, das
mit Intervallen von bis zu 30 Minuten arbeitet. Dazu wird OroraTech in
den nächsten Jahren bis zu 100 Satelliten von der Größe einer Schuh-
schachtel, ausgestattet mit je einer hochauflösenden Wärmebildkamera
sowie künstlicher Intelligenz, ins All schießen. Ein Prototyp kreist seit
Jänner im Orbit.
Ziel der strategischen Partnerschaft ist es, die Waldbrandbekämpfung
zu digitalisieren, um den Einsatzorganisationen vor Ort genaueste Infor-
mationen als Entscheidungsgrundlage liefern zu können. Dazu wird das
Satellitensystem von OroraTech mit RDS Connected (Softwareprodukt-
portfolio zur Vernetzung von Einstzkräften) verknüpft und die Beteiligten
erhalten Zugriff auf aktuelle und historische Satellitendaten. Über RDS
Connected Command werden auch Drohnenbilder angezeigt und verteilt.
Drohnen sind sehr effektiv und zum Beispiel in der Lage, einen Hotspot
von einem größeren Lagerfeuer, einem Fabrikschornstein oder reflek-
tierenden Solarzellen zu unterscheiden und die Feuerwehren mit einer
Kombination aus RGB-Bildern und Wärmebildaufnahmen zur Lageerkun-
dung zu versorgen, bevor diese am Einsatzort ankommen.
Die Smartphone-Apps (Android und iOS) von RDS Connected Command
wurden im Berichtsjahr weiterentwickelt und bieten nun auch eine
Chat-Funktion und den Zugriff auf Daten über das Einsatzgeschehen
hinaus wie auf Termin- oder Veranstaltungskalender. Über RDS Connec-
ted Command können auch alle einsatzrelevanten Informationen wie
Objektpläne oder taktische Geoinformationen den Einsatzkräften zur
Verfügung gestellt werden.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
99
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Informationen gemäß § 243a Abs. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse
gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer International AG beträgt
13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die
jeweils einen anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen.
3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind Inhaberaktien.
Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 % der An-
teile an der Rosenbauer International AG. Die BVG hat die Übertragung
ihrer Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 % der Stimmen gebunden.
Unter Beachtung der Gleichbehandlung liegen bezüglich der Stimmrech-
te oder der Übertragung von Aktien keine Beschränkungen vor, sofern
der Anteil an Inhaberaktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem
Zeitpunkt unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteili-
gungsverwaltung GmbH hält indirekt durchgerechnet 11,8% der Anteile
an der Rosenbauer International AG. Es gibt keine Inhaber von Aktien
mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die Bestimmungen
zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstandes und des
Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied des Vorstandes kann nur bestellt
werden, wer das 65. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht
vollendet hat. Die Bestellung einer Person zum Mitglied des Vorstandes,
die zum Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet
hat, ist jedoch dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss der
Hauptversammlung die Zustimmung mit einfacher Mehrheit der abgege
-
benen Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann nur gewählt werden,
wer das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht vollendet hat.
Die Wahl einer Person zum Mitglied des Aufsichtsrates, die zum Zeit
-
punkt der Wahl das 70. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch zu-
lässig, wenn der entsprechende Beschluss in der Hauptversammlung mit
einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst wird.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Ent-
schädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft, ihren Vorstands-
und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist auf der
Website www.rosenbauer.com/de/at/group im Kapitel „Investor Rela-
tions“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
Risiken und Chancen
Risikomanagement
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit unterschied-
lichen Risiken und Chancen konfrontiert. Die kontinuierliche Identifizie-
rung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken und Chancen ist inte-
graler Bestandteil des Führungs-, Planungs- und Controlling-Prozesses.
Das Risikomanagement greift auf die im Konzern vorhandenen Organi-
sations-, Berichts- und Führungsstrukturen zurück und ergänzt diese um
spezifische Elemente, die zur ordnungsgemäßen Beurteilung erforder-
lich sind. Im Kern besteht das Risikomanagement bei Rosenbauer aus
fünf Elementen:
 einem konzernweit gültigen Risikomanagement-Handbuch, das u. a.
sämtliche Definitionen und eine ausformulierte Risikostrategie bein-
haltet,
 einer definierten Organisationsstruktur mit Risikoverantwortlichen in
den als Risk Units definierten Areas, Tochtergesellschaften und Ab-
teilungen sowie einem zentralen Group Risk Manager,
 einer regelmäßigen Erfassung und Bewertung von Risiken und Chan-
cen in allen Risk Units,
 der Reporting-Struktur des Konzerns und
 dem Risikobericht auf Konzernebene und Auswertungen auf der Ebe-
ne einzelner Risk Units.
Systematische Überwachung
Das Risikomanagement wird bei Rosenbauer in einem System abgebil-
det, das eine übersichtliche Darstellung der im Rosenbauer Konzern vor-
handenen Risiken und Chancen auf der Ebene der jeweiligen Risk Unit
ermöglicht. Die Identifikation und Erfassung der Geschäftsrisiken und
-chancen wird mittels eines strukturierten Prozesses zweimal jährlich
durchgeführt, bei dem die Risikoverantwortlichen durch den Group Risk
Manager begleitet und unterstützt werden.
Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt im Hinblick auf ihre Ein-
trittswahrscheinlichkeit und ihre allfällige Auswirkung auf das EBT. Als
Hilfestellung sind in einem Katalog zehn Kategorien mit Beispielen ange-
führt, in die die identifizierten Risiken und Chancen eingeordnet werden.
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforderlichen
Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen und die Instrumente zur Risiko-
bewältigung als definierte Maßnahmen abgeleitet und den jeweiligen
Risiken zugeordnet. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Risikover-
antwortlichen in den einzelnen Risk Units. Darüber hinaus werden die
Ergebnisse der Risikoinventur einmal jährlich an den Prüfungsausschuss
berichtet. Im Zuge dieses Termins werden auch die generelle Funktions-
fähigkeit und die Wirksamkeit des Systems beurteilt.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität und
Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern. Es besteht aus systema-
tisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen zur
Einhaltung von internen und externen Richtlinien sowie zur Abwehr von
Schäden, die beispielsweise durch ungeregelte oder unrechtmäßige
Handlungen verursacht werden können. Die Kontrollen sind direkt in
die unternehmerischen Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus
erfolgen prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der Kontrollen
durch die Interne Revision.
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen
Regelungen und Richtlinien dar. Dazu kommen die im Integrierten Ma-
nagementsystem verankerten Prozessdarstellungen und hinterlegten
Arbeitsanweisungen. Im Rahmen von internen Audits wird kontrolliert,
ob diese Richtlinien eingehalten und die Prozesse sauber ausgeführt
werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert, Empfehlungen abgeleitet
und die operative Umsetzung wird überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist durch eine
klare Aufbau- und Ablauforganisation gekennzeichnet. Sämtliche Funk-
tionen sind eindeutig Personen (zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung
oder im Controlling) zugeordnet. Die am Rechnungslegungsprozess be-
teiligten Mitarbeitenden erfüllen alle fachlichen Voraussetzungen. Bei
den relevanten Prozessen der Rechnungslegung wird, sofern es tech-
nisch bzw. organisatorisch möglich ist, auf ein Vier-Augen-Prinzip ge-
achtet. Bei den verwendeten Finanzbuchhaltungssystemen handelt es
sich überwiegend um Standardsoftware, die gegen unbefugte Zugriffe
geschützt ist. Auf den Rechnungslegungsprozess bezogene wesentliche
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in einem Konzernhand-
buch verbindlich festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen wird
regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätsprüfungen über-
prüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das konzernweite Cont-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
100
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
rolling und Treasury. Detaillierte Finanzberichte werden auf Monats- und
Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich aktuell abrufbar, um Abweichun-
gen in der Ertrags- und Vermögenslage von den Planzahlen rasch identi-
fizieren und beheben zu können.
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben den
prozessorientierten Rahmenbedingungen vor allem ablauforientierte
Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen Einheiten umgesetzt
werden müssen. Die operative Verantwortung liegt bei den jeweiligen
Prozessverantwortlichen. Die Einhaltung des Rosenbauer Regelwerks
wird durch die Interne Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen
der einzelnen Bereiche überwacht.
Erläuterung der Einzelrisiken
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erwärmung
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung einer externen Beratung eine
Analyse der klimabezogenen Risiken und Chancen durchgeführt. Dabei
wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial
Disclosures (TCFD) angewandt. Hier erfolgte in einem ersten Schritt
die Identifikation von jenen klimabezogenen Risiken und Chancen, die
für Rosenbauer potenziell finanziell relevant sein könnten. Diese iden-
tifizierten klimabezogenen Risiken und Chancen wurden einer Bewer-
tung hinsichtlich ihrer finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen. Für das Berichtsjahr 2022
ergaben sich keine Änderungen. Rosenbauer wird die Entwicklung der
klimapolitischen Rahmenbedingungen weiter beobachten und gegebe-
nenfalls die identifizierten Risiken und Chancen neu bewerten.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die physi-
schen Klimarisiken für die Rosenbauer Produktions- und Montagestand-
orte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene Chance der allgemein
zunehmende Bedarf an Brandschutzprodukten sowie die Chancen für
neue Rosenbauer Produkte und Services.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläufer und
reagiert erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24 Monaten auf kon-
junkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die Kunden überwiegend
aus dem öffentlichen Sektor kommen, ihre Beschaffungen langfristig
planen und mit ihren Investitionen auch antizyklisch Impulse setzen
wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen orien-
tiert sich Rosenbauer an den Annahmen führender Institutionen über
die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern.
Auch nach Elementarereignissen und Naturkatastrophen wird verstärkt
in Feuerwehrtechnik investiert. Planbar sind diese Beschaffungen zwar
nicht, bieten aber immer wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feu-
erwehrausstatter. Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen
Branchenrisiken und nutzt Chancen durch rasches Reagieren auf Markt-
veränderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung abgelei-
tet und umfasst einen nach Regionen und Produkten gegliederten Ziel-
katalog, der als Steuerungsinstrument dient. So können Chancen und
strategische Risiken frühzeitig erkannt werden. Mit Produktionsstätten
auf drei Kontinenten und einem weltweiten Vertriebs- und Servicenetz
lassen sich Absatzschwankungen in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehrbranche
herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die zunehmende Zentralisierung
des Beschaffungswesens bietet durch die Förderung eines fairen Wett-
bewerbs und transparentere Prozesse Chancen, birgt aber auch durch
die Bündelung der Beschaffung das Risiko, Großaufträge zu verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt- und Ab-
satzentwicklung in den einzelnen Ländern bzw. Areas und hat für jeden
Vertriebs- und Produktbereich klar definiert, wie dabei strategisch vor-
zugehen ist und welche Wachstumsziele verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch oder
rechtlich veränderter Rahmenbedingungen ergeben, können kaum
abgesichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen Abnehmer
kommt es allerdings nur in Ausnahmefällen zu Stornierungen von Aufträ-
gen. Durch politische Krisen oder allfällige Embargobestimmungen kann
der Zugang zu bestimmten Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
In vielen Ländern herrschen strenge Regelungen hinsichtlich des Einsat-
zes von gefährlichen Substanzen. Die Nichteinhaltung der einschlägigen
Vorschriften kann mit erheblichen Strafen und Reputationsrisiken ver-
bunden sein. Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Lösch-
mitteln vor. Spezielle Vorkehrungen zur Vermeidung von gefährlichen
Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer begegnet
den strengeren Bestimmungen mit der Entwicklung von speziellen Zu-
mischsystemen und Werfern, die den Einsatz von fluorfreien Schaum-
mitteln ermöglichen und damit Umwelt und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesundheit
gefährden können, durch die laufende Überwachung der Risikoarbeits-
plätze sowie durch die Einhaltung lokaler Vorschriften entgegengetreten.
Betriebliche Risiken
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinandersetzung
mit den Risiken entlang der Wertschöpfungskette. Die potenziellen
Produktionsrisiken werden über eine Reihe von Kennzahlen (Produkti-
vität, Montage- und Durchlaufzeiten, Produktionsstückzahlen, Qualität,
Kosten etc.) permanent überwacht. Das zentrale Steuerungselement in
der Fahrzeugfertigung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende
Kalkulation“, bei der im Soll-Ist-Vergleich die Herstellkosten jedes Einze-
lauftrages überwacht werden. Zur Abfederung von Veränderungen in der
Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzernverbund
und vergibt Fertigungsaufträge auch an externe Partner. Dadurch wird
das Risiko einer Unterauslastung der Produktion im Falle eines deutli-
chen Marktrückganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der Produk-
tion ergeben können, werden durch entsprechende Produktionsausfalls-
versicherungen abgedeckt. Eine angemessene Versicherungsdeckung
besteht auch für Risiken im Zusammenhang mit Feuer, Explosionen und
ähnlichen elementaren Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer lebt ein konsequentes Qualitätsmanagement nach ISO
9001 und beschreibt darin seine Prozesse und Abläufe. Das Manage-
mentsystem wird laufend auditiert und trägt wesentlich dazu bei, welt-
weit eine einheitlich hohe Produktqualität zu gewährleisten und die
Kundenzufriedenheit zu steigern. Moderne Entwicklungsmethoden, ein
gesteigertes Qualitätsbewusstsein sowie laufende Prozessoptimierun-
gen tragen ebenfalls zur Verringerung von Risiken bei.
Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern neben
dem Risikomanagementsystem auch das Instrument der Produkthaft-
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
101
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
pflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit höchstmöglichem Kun-
dennutzen anbieten zu können, betreibt Rosenbauer ein systematisches
Innovationsmanagement und arbeitet in der Produktentwicklung eng
mit den Feuerwehren zusammen. Ein professionelles Produktmanage-
ment gibt die Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer
Technologie-Roadmap werden Marktanalysen und Wirtschaftlichkeits-
überlegungen miteinbezogen.
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der Personalba-
sis der Feuerwehren nach sich und stellt damit auch die Hersteller von
Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderungen. Frauen und ältere Men
-
schen werden künftig vermehrt im Feuerwehrdienst tätig sein, Technik
und Ausrüstung müssen demnach so gestaltet werden, dass sie deren
Bedürfnissen in der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäf
-
tigt sich im Innovations-, Technologie- und Wissensmanagement sowie in
der Produktentwicklung intensiv mit diesen Herausforderungen und bin
-
det die Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungsprozess mit ein.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch anhaltend hohe Verfügbar-
keitsrisiken. Die COVID-19-Pandemie und Russlands Angriffskrieg auf
die Ukraine zeigten massive Auswirkungen auf die Materialversorgung.
Neben der Materialknappheit reichten auch die Produktionskapazitäten
der Lieferanten nicht aus, um die Bedarfe aller Kunden zu bedienen, so-
dass es immer wieder zu unvorhergesehenen Lieferengpässen kam.
Ein entscheidender Baustein für die Fahrzeugfertigung ist die termin-
gerechte Bereitstellung von Fahrgestellen. Die Versorgungssicherheit
durch die Fahrgestellhersteller war durch die mangelnde Verfügbarkeit
etwa von Kabelsträngen, Elektronikbauteilen sowie anderer Komponen-
ten erheblich gestört. Durch wiederholte Bandstillegungen bei den Her-
stellern von Chassis kam es zu deutlichen, oft in der Dauer schwer ein-
schätzbaren Terminverschiebungen und zu massiven Verlängerungen
der Lieferzeiten. Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind weiterhin
spürbar.
Ausfallende Gaslieferungen aus Russland stellen ein generelles Risiko
vor allem für Mitteleuropa dar. Ein Rückgang der Gasversorgung und die
damit einhergehende drastische Verteuerung aller Energieträger würde
sich nicht nur auf die Produktionsstandorte von Rosenbauer auswirken,
sondern in erster Linie auch auf die Lieferanten von energieintensivem
Produktionsmaterial. In weiterer Folge wäre wohl mit weiteren Preisstei-
gerungen dieser Produktionsmaterialien zu rechnen.
Durch intensive Kontakte mit den Lieferanten konnte die Produktion an
den Standorten trotz Fehlteilen und eines hohen Nacharbeitsaufwands
weitgehend aufrechterhalten werden. Zukünftige Einkaufsrisiken wer-
den weiter intensiv beobachtet. In enger Zusammenarbeit zwischen
Einkauf, Logistik und Produktion werden Maßnahmen zur Steigerung
der Resilienz in den Lieferketten umgesetzt, wie beispielsweise gezielte
Maßnahmen bei kritischen Lieferanten oder durch längerfristige Preis-
und Mengenabsicherungen bestimmter Rohmaterialien wie Aluminium
oder des Strom- und Gaspreises. Darüber hinaus wird die finanzielle Si-
tuation der Lieferanten überwacht.
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyber-Risiko.
Unter diesem Begriff werden verschiedene Einzelrisiken zusammenge-
fasst, die aus einem potenziellen Cyber-Angriff resultieren können. Im
Wesentlichen sind das die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten
(Ausspähen, Datenverlust), die Verletzung der Integrität des IT-Systems
oder der Daten (Manipulation durch Schadsoftware), die Verletzung
der Verfügbarkeit des IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im
internen Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und Ähnliches.
Um das Cyber-Risiko möglichst zu minimieren, legt Rosenbauer großes
Augenmerk auf eine sichere IT-Infrastruktur. Diesen Risiken wird durch
regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, den Einsatz von „Sta-
te-of-the-Art“ IT-Security-Systemen, modernen Datensicherungsmetho-
den sowie durch strukturierte Zugangs- und Zugriffskontrollen begegnet.
Die Robustheit der Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte
Angriffe von außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flan-
kierend durch gezielte, regelmäßige IT-Security- und Datenschutz-Awa-
reness-Trainings der Mitarbeitenden unterstützt.
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im We-
sentlichen aus Montagearbeiten und birgt daher kaum Umweltrisiken.
Darüber hinaus gelten für die Prozesse klare Umweltstandards und An-
weisungen, die in einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001
dokumentiert sind und laufend durch interne wie externe Audits über-
prüft und weiterentwickelt werden.
Im Zuge von wiederkehrenden Rundgängen und Audits werden regel-
mäßig die Energieverbräuche betrachtet und energieintensive Prozesse
hinterfragt. Durch die Umsetzung eines Energiemanagementsystems
(ISO 50001) können so Verschwendungen identifiziert und Maßnahmen
zu ihrer Beseitigung festgelegt werden. Ebenso werden die gesamten
Ressourceneinsätze aufgezeichnet und dadurch Abweichungen früh er-
kannt sowie Energiekosten gespart.
Personelle Chancen und Risiken
Die angespannte Situation am Arbeitsmarkt stellt auch für Rosenbauer
eine große Herausforderung bei der Suche nach qualifizierten Fachkräf-
ten dar. Durch die Etablierung einer erfolgreichen Arbeitgebermarke ist
es Rosenbauer möglich, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und
an das Unternehmen zu binden. Mit dem Slogan „Der Moment, in dem
Leben gerettet werden, beginnt mit Dir!“ wird deutlich, dass Arbeit bei
Rosenbauer Sinn stiftet. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hel-
fen anderen und leisten mit ihrem Tun einen wertvollen Beitrag in der
Gesellschaft.
Attraktive Arbeitszeitmodelle, vielfältige Gesundheitsmaßnahmen und
-aktivitäten sowie ein modernes Entgeltsystem sind ausgewählte Gründe
für die hohe Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden, die sich in niedriger
Fluktuation und hoher Resilienz niederschlägt.
Zur Absicherung der benötigten Fachkräfte für die Zukunft vor dem Hin-
tergrund volatiler Arbeitsmärkte kommt vor allem dem Lehrlingswesen
sehr große Bedeutung zu. Mittels der Initiative „women@rosenbauer“
wird Rosenbauer besonders für Frauen attraktiv. Vielfältige Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen ermöglichen es zusätzlich, die Mitarbei-
tenden im Unternehmen zu halten, zu qualifizieren und zu motivieren.
Neben einer Nachfolgeplanung der Schlüsselpositionen ist Rosenbauer
auch die laufende Weiterentwicklung der Führungskräfte sowie die Mög-
lichkeit einer internen Karrierelaufbahn wichtig.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften sind im
Rahmen der Geschäftstätigkeit mit rechtlichen Verfahren, Ansprüchen
und behördlichen Untersuchungen konfrontiert. Diese können unter
anderem die Produktsicherheit, Patente sowie andere Immaterialgüter-
rechte, Händler-, Lieferanten- und weitere Vertragsbeziehungen betref-
fen sowie zu wettbewerbsrechtlichen Verfahren führen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbau-
er Deutschland GmbH wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Die in
diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum
Jahresende 2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendma-
chung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg wurden eingeleitet und
sind derzeit noch offen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
102
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Die Rosenbauer International AG wurde Ende Jänner 2022 informiert,
dass im Zusammenhang mit einer Steuerfahndungsprüfung gegen einen
ehemaligen Geschäftsführer von Tochterunternehmen eine Steuerver-
bindlichkeit droht. Die Steuerverbindlichkeit bezieht sich dabei auf einen
Zeitraum, in dem die betroffenen Tochterunternehmen noch nicht im Ei-
gentum der Rosenbauer International AG standen. Ein Großteil der Steu-
ernachforderung wurde 2022 von der Tochtergesellschaft als Rechts-
nachfolgerin beglichen. Der im Vorjahr gebildete Rückstellungswert
aus diesem Sachverhalt reduzierte sich 2022 auf die erwarteten noch
offenen Beträge in Höhe von 0,4 Mio €. Rechtliche Schritte gegen den
ehemaligen Geschäftsführer und die vormalige Eigentümerin der Toch-
terunternehmen wurden eingeleitet und sind derzeit gerichtsanhängig.
Compliance-Risiken wird im Rahmen des Rosenbauer Compliance-Ma-
nagements begegnet. Regelmäßige Schulungen zielen darauf ab,
Compliance-relevanten Verstößen vorzubeugen. Für das Melden von
Verdachtsfällen in Bezug auf Kartellrecht, Korruption, Wirtschaftskrimi-
nalität, Diskriminierung oder auch sexuelle Belästigung steht allen Mitar-
beitenden, Lieferanten und Geschäftspartnern seit Dezember 2021 eine
anonyme Hinweisgeberplattform zu Verfügung.
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unternehmen von
großer Bedeutung. Die benötigten Betriebsmittel- und Investitionsfinan-
zierungen konnten sichergestellt werden.
Die Finanzierungsvereinbarungen enthalten Financial Covenants, die ei-
nerseits eine Konzerneigenkapitalquote nach IFRS von mindestens 20
Prozent vorsieht und andererseits festlegt, dass das Verhältnis Netto-
verschuldung zu EBITDA den Faktor 5 nicht übersteigen darf (Faktor 6
zum 31. Dezember 2023 und Faktor 5 in den fortfolgenden Geschäfts-
jahren). Die Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahlen berechtigen den
Kreditgeber zur Kündigung des jeweiligen Finanzierungsvertrags. Zum
31. Dezember 2022 wurden die Financial Covenants ausgesetzt und
müssen zum 31. Dezember 2023 wieder erfüllt werden.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen in der Rosenbauer International
AG kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten in Höhe von 71,6 Mio €
(2021: 51,4 Mio €). Diese beinhalten neben Working Capital- bzw. Inves-
titionskrediten auch die laufenden ausgenutzten Kontokorrentrahmen
zum Bilanzstichtag. Wesentliche Refinanzierungen sind im Geschäfts-
jahr 2023 nicht notwendig.
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und währungsbe-
dingte Risiken, die durch den Einsatz entsprechender Sicherungsinst-
rumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine konzernweit geltende
Finanz- und Treasury-Richtlinie, welche Instrumente zulässig sind. Die
operativen Risiken werden durch derivative Finanzinstrumente wie zum
Beispiel Devisentermingeschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abge-
sichert. Diese Transaktionen werden ausschließlich zur Absicherung von
Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulationszwecken durch-
geführt. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführungen in den
Erläuternden Angaben im Konzernabschluss verwiesen.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können, werden
gering eingeschätzt, da der überwiegende Teil der Kunden öffentliche
Abnehmer sind. Es kommen unterschiedliche Möglichkeiten zur Zah-
lungsbesicherung wie beispielsweise Akkreditive und Eigentumsvorbe-
halte zum Einsatz. Bei Lieferungen in Länder mit einem erhöhten poli-
tischen oder wirtschaftlichen Risiko werden zur Absicherung staatliche
und private Exportversicherungen in Anspruch genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen, die von
den Kunden, den Märkten, vom wirtschaftlichen Umfeld und im interna-
tionalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt werden, auch künftig
zu erfüllen. Aus der Analyse der derzeit erkennbaren Einzelrisiken erge-
ben sich keine Anhaltspunkte, die – für sich genommen oder in Kombi-
nation mit anderen Risiken – den Fortbestand des Konzerns gefährden
könnten. Dies gilt sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen wirt-
schaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant oder bereits
eingeleitet worden sind.
Nachtragsbericht
Der Rosenbauer Konzern war Ende Februar 2023 Ziel einer Cyber-Atta-
cke geworden. Die Cyber-Attacke sowie die folgende Abschaltung der
IT-Infrastruktur haben die einzelnen Unternehmensbereiche in unter-
schiedlichem Ausmaß betroffen und in der Produktion zu Stehzeiten bis
zu zwei Wochen geführt. Insbesondere die Organisation der internen
Materialflüsse war beeinträchtigt. Einige Niederlassungen wie etwa die
Standorte in USA oder im spanischen Linares konnten durchgehend die
Fertigung aufrechterhalten. Als Vorsichtsmaßnahme wurden sämtliche
Server und Endgeräte unter genauer Überwachung neu aufgesetzt und
die Sicherheitsstandards konzernweit angehoben. Per Mitte März 2022
stand die IT-Infrastruktur der Unternehmensgruppe wieder zur Verfü-
gung.
Neben dem genannten Hackerangriff sind nach dem Bilanzstichtag zum
31. Dezember 2022 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung
für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage geführt hätten. Allerdings erschwert er das Errei
-
chen der wirtschaftlichen Ziele im laufenden Geschäftsjahr 2023.
Prognosebericht
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
1
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zum Jahresbeginn seine
Prognose für das Weltwirtschaftswachstum 2023 leicht angehoben. Er
geht demnach von einem Plus von 2,9 % an Stelle von bisher 2,7 % aus.
Dieser Wert liegt deutlich unter der Wachstumsrate des Vorjahres, die
sich auf 3,4 % belief, und unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,8%
zwischen 2000 und 2019. Für 2024 wird eine weitere Erholung der welt-
weiten Konjunktur erwartet. Die globale Inflation soll heuer von 8,8 %
auf 6,6 % zurückgehen.
Die projizierte, konjunkturelle Bodenbildung dieses Jahr geht auf eine
Reihe positiver Überraschungen zurück, allen voran die höhere Resilienz
zahlreicher Volkswirtschaften. Als Folge könnte die US-Wirtschaft 2023
um 1,4 % statt wie noch im Oktober angenommen 1,0 % wachsen, der
Euroraum um 0,7 % statt 0,5 % und Asien um 5,3 % statt 4,9 %. Ein ne-
gatives Wachstum des Welt-BIP, wie es oft mit einer globalen Rezession
einhergeht, wird nicht erwartet.
Das niedrige Wachstum spiegelt gleichzeitig die Leitzinsenerhöhungen
der Zentralbanken zur Bekämpfung der Inflation, insbesondere in den
entwickelten Volkswirtschaften, und den Krieg in der Ukraine wider. In
den Schwellen- und Entwicklungsländern sollte die rückläufige Wirt-
schaft bereits 2022 einen Boden gefunden haben. Im Zuge der Rück-
nahme seiner Null-Covid-Politik sollte sich das Wachstum Chinas be-
schleunigen. In 2024 werden sich dann laut IWF beide Ländergruppen
schrittweise weiter erholen.
Die Risiken für diese Prognose sind zwar seit der letzten Veröffentli-
chung im Oktober 2022 gesunken, überwiegen aber unverändert in
Richtung einer Verschlechterung des Szenarios. So könnte eine neuer-
liche Verschärfung der Gesundheitslage in China die Erholung bremsen,
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
103
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine könnte eskalieren und die
weltweit strengeren Finanzierungsbedingungen könnten zu einer wei-
teren Schuldenkrise führen. Ungünstige Nachrichten von der Inflation
könnten neue Preise an den Finanzmärkten nach sich ziehen, während
eine fortschreitende geopolitische Fragmentierung die wirtschaftliche
Entwicklung behindert. Zu einer Prognoseverbesserung würden ohne
Zweifel ein stärkerer Impuls von der angestauten Nachfrage in vielen
Ländern und ein rascherer Rückgang der Inflation beitragen.
1
IWF, World Economic Outlook, Update, 31. Jänner 2023., Weltbank, Global Economic
Prospects, 3. Februar 2023.
Perspektiven auf den Absatzmärkten
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit einem
Abstand von ein bis zwei Jahren. Die Nachfrage wird stark von Ländern
mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt. Aber auch ein er-
höhtes Sicherheitsbewusstsein nach Naturkatastrophen und anderen
Elementarereignissen führt zu vermehrten Investitionen in Feuerwehr-
technik und -ausrüstung.
2023 sollte der globalen Feuerwehrbranche ein leichtes Wachstum mög-
lich sein. Insbesondere in den entwickelten Volkswirtschaften scheint
die Investitionsbereitschaft hoch, auch wenn die entsprechenden Bud-
getmittel für den Brand- und Katastrophenschutz vereinzelt einen Pla-
fond erreichen. Ausschlaggebend für die Produktion wird sein, wie lange
die Stabilisierung der Lieferketten dauert und ob die Energie- und Roh-
stoffpreise wie prognostiziert zurückgehen.
Der nordamerikanische Markt ist mit einer sehr dynamischen Nachfrage
in das neue Jahr gestartet. Dahinter stehen umfangreiche Förderpro-
gramme für den Katastrophenschutz und für die E-Mobilität, die auch
den Feuerwehren zugutekommen. Die Entwicklung des Branchenumsat-
zes wird gleichzeitig maßgeblich von der Verfügbarkeit von Vorproduk-
ten und Arbeitskräften abhängig sein. Die neuen Angebotspreise des
Marktes werden heuer vermutlich nur die Inflation ausgleichen können.
Europas Feuerwehrmarkt kann 2023 mit stabilen Neubeschaffungen
rechnen. Trotz Preiserhöhungen und einiger zurückgestellter Projekte
ist in den Kernmärkten kein Nachfragerückgang bemerkbar, insbeson-
dere in der D-A-CH-Region ist die Beschaffungsintensität hoch. Viele
dieser Projekte beinhalten die Anschaffung von Waldbrandausrüstung
und -fahrzeugen, das Interesse an E-Mobilität nimmt zu. Geschwächt
werden könnte die Branchenentwicklung, wenn die Inflationsraten wie-
der steigen sollten oder Förderungen nicht verlängert werden und sich
dadurch die Budgetsituation bei den Feuerwehren verschlechtert.
Die schwache Branchenkonjunktur auf den asiatischen Feuerwehrmärk-
ten wird sich im laufenden Jahr nur geringfügig verbessern. Dahinter
stehen neben den vergleichsweise besseren Konjunkturaussichten die
Planung und Errichtung neuer Flughäfen bzw. Rollbahnen sowie ver-
schobene Ersatzbeschaffungen. Nichtsdestotrotz werden die Marktvo-
lumina weiterhin deutlich hinter den gewohnten Werten zurückbleiben.
2024 könnte das Flughafengeschäft wieder Vor-Covid-Niveau erreichen.
Für die Länder des Mittleren Ostens wird im laufenden Jahr angesichts
eines deutlich schwächeren Konjunkturausblicks für Saudi-Arabien
und einer gedrosselten Ölproduktion in der OPEC mit einer geringeren
Nachfrage gerechnet. Nichtsdestotrotz sollten im Industrie- und Flugha-
fengeschäft attraktive Projekte entscheidungsreif werden. Neben einer
lokalen Fertigung wird dabei auch zunehmend auf alternative Fahrzeug-
antriebe ein Augenmerk gelegt.
Neuorganisation der Vertriebsregionen:
Mit Jahresbeginn 2023 hat Rosenbauer seine Vertriebsregionen neu
geordnet. Ziel ist es, die Marktbearbeitung durch Synergien zu verein-
fachen. Zu diesem Zweck wurde die Area NISA (Nordeuropa, Iberien,
Südamerika, Afrika) als eigenständige Einheit aufgelöst und in die neu
formierten Vertriebsregionen Americas, Europe sowie Middle East & Af-
rica integriert.
Die skandinavischen und Benelux-Länder sowie England, Frankreich,
Spanien und Portugal wurden in die bisherige Area CEEU eingegliedert,
die jetzt alle europäischen Länder umfasst und in Area Europe umbe-
nannt wurde. Die von der Area NISA betreuten afrikanischen Länder
wanderten in die Area Middle East & Africa. Am afrikanischen Kontinent
ist somit nur mehr eine Area tätig. Die südamerikanischen Feuerwehr-
märkte wurden in die ehemalige NOMA eingebracht, die nun als Area
Americas ganz Nord- und Südamerika und die Karibik betreut. Die Area
Asia-Pacific ist von diesen organisatorischen Veränderungen nicht be-
troffen.
Amerika
Die Area Americas geht mit vollen Auftragsbüchern ins Jahr 2023. Die
Produktion ist bis zum Jahresende ausgelastet und konzentriert sich ak-
tuell darauf, nach den umfangreichen Lieferkettenstörungen den Output
zu steigern und den Auftragsbestand möglichst rasch abzubauen. Durch
die Preisqualität der 2022 abgeschlossenen Verträge soll sich die Er-
tragskraft im Jahresverlauf wieder verbessern.
Um im Neufahrzeuggeschäft die Profitabilität zu erhöhen, werden Stan-
dardfahrzeuge, sogenannte Stock Trucks, aufgelegt, die mit kurzen Lie-
ferzeiten und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten
werden können. Dafür steht mit dem GENERAL eine neue, kostengünsti-
ge Variante des Rosenbauer Custom Chassis (COMMANDER, WARRIOR,
AVENGER) zur Verfügung, auf das rund 70 Prozent aller Fahrzeuge aus
US-Produktion aufgebaut sind.
Darüber hinaus werden der Komponenten- und Teileverkauf forciert, so-
wohl innerhalb der Rosenbauer Gruppe als auch bei Kunden und Part-
nern, um weitere Umsätze zu generieren und die Ertragsseite zu stärken.
Insbesondere die lateinamerikanischen Märkte sollen künftig vermehrt
mit Aufbauten und Kabinen im Baukastensystem beliefert werden, die
von qualifizierten Partnern endgefertigt und auf vor Ort beschaffte Chas-
sis montiert werden.
Nach der im Berichtsjahr erfolgten Übernahme der Anteile zweier Mit-
gesellschafter wird Rosenbauer America von einer Beteiligungsholding
zu einem schlagkräftigen Teilkonzern weiterentwickelt. Die Führungs-
mannschaft wurde neu aufgestellt, die Organisation entsprechend nach-
gezogen und verschlankt. Im heurigen Jahr geht es darum, diese neuen
Strukturen zu konsolidieren und Synergien zu heben.
Europa
Die Area Europe wird sich im Jahr 2023 einerseits auf ihre Kernmärkte
sowie traditionelle Stärke im Normfahrzeuggeschäft konzentrieren und
andererseits das Nicht-Fahrzeuggeschäft ausbauen. Damit soll gemäß
Konzernstrategie bis 2030 deutlich mehr Umsatz und Ertrag erzielt wer-
den. Die Normfahrzeugmärkte sollen künftig verstärkt mit marktspe-
zifisch vorkonfigurierten Feuerwehrfahrzeugen beliefert werden, die
Rosenbauer industriell fertigen und den Kunden rasch zur Verfügung
stellen kann.
Die Organisation der Area Europe wird folglich nach dem Vorbild der
Rosenbauer Österreich angepasst. Hier wurden bereits entsprechende
Ressourcen für einen verstärkten Verkauf von Ausrüstungsprodukten
geschaffen. Einen wichtigen ersten Schub erfuhr das Ausrüstungsge-
schäft durch die Eröffnung einer neuen, repräsentativen Niederlassung
in Palmiry nahe der polnischen Hauptstadt Warschau im Sommer 2022.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
104
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Mit der Integration der westeuropäischen Märkte der vormaligen Area
NISA sollen sich auch im Servicebereich konkrete Synergien realisieren
lassen. So kann das Rosenbauer Servicezentrum Nordrhein-Westfalen
in Deutschland künftig auch die Feuerwehren in den angrenzenden Be-
nelux-Länder betreuen.
Wichtige Lead-Feuerwehren kommen 2023 als Kunden des RT hinzu: Im
April stellt die Berufsfeuerwehr Basel ihr erstes Fahrzeug in den Dienst,
die Berufsfeuerwehr Wien folgt im weiteren Jahresverlauf.
Insgesamt hat sich die Fehlteilesituation in der Fahrzeugfertigung zuletzt
deutlich entspannt, ohne jedoch auf Normalniveau zurückzukehren. Die
Bereitstellung von LKW-Chasis soll sich nach Spitzen-Gesprächen zwi-
schen Rosenbauer und seinen Lieferanten ab dem 2. Quartal verbessern.
Internationales Exportgeschäft
Die Area Middle East & Africa wird 2023 ihr Erfolgsmodell aus dem arabi-
schen Raum auf Afrika ausweiten und sich auch dort vom Hardware-Lie-
feranten zum ganzheitlichen Feuerwehrdienstleister weiterentwickeln.
In Zukunft wird die Marktbearbeitung verstärkt mit All-in-Lösungen auf
der Basis standardisierter Fahrzeuge erfolgen, für die auch gleich das
Service übernommen wird und sinnvolle Ergänzungen aus den Produkt-
bereichen Ausrüstung und Digital Solution mit angeboten werden.
Darüber hinaus sollen in Afrika, so wie bisher in der vormaligen Area
MENA, geeignete Finanzierungsmodelle wie das Leasing von Einsatz-
fahrzeugen angeboten werden, wodurch Kunden sehr rasch zu Fahrzeu-
gen kommen können, ohne die Investition auf einmal tätigen zu müssen.
Die Fahrzeugfertigung im eigenen Montagewerk in der KAEC wird weiter
intensiviert, die Teile dafür kommen aus dem gesamten europäischen
und amerikanischen Produktionsportfolio.
Die Area Asia-Pacific wird heuer ihre Vertriebskraft auf jene Märkte fo-
kussieren, die intakte Chancen im Exportgeschäft bieten. Das sind nach
der Abschottung Chinas, des größten Einzelmarktes in der Region, allen
voran die ASEAN-Länder, Japan, Australien und Neuseeland. Rosenbau-
er nutzt dabei seine Technologieführerschaft und liefert vor allem hoch-
wertige Flughafenlöschfahrzeuge aus der PANTHER-Baureihe oder Dreh-
leitern mit bis zu 64 m Rettungshöhe, beide aus europäischer Fertigung.
Die Einzelmärkte Hongkong und Singapur werden traditionell mit Fahr-
zeugen aus dem Werk Singapur versorgt. Der kommunale Feuerwehr-
markt in Australien wird künftig ebenfalls bedient. Da dies allerdings
ohne lokale Wertschöpfung nicht möglich ist, wurden zuletzt bei Rosen-
bauer Australia Montagekapazitäten geschaffen, die ab Mitte 2023 für
den Bau von Fahrzeugen der ET-Baureihe mit SKD-Sets aus Europa ge-
nutzt werden sollen.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuerwehr-
märkte sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen zu können.
Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaf-
fungsvolumen erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten intensi-
viert. Zum Bilanzstichtag verfügte Rosenbauer über einen sehr soliden
Auftragsbestand.
Innovationen und neue Produkte
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt Rosenbau-
er das Ziel, seine internationale Wettbewerbsposition zu stärken und
weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der Konzern intensiv mit
den weltweiten Megatrends wie der globalen Erwärmung, dem demo-
grafischen Wandel, der Urbanisierung und Digitalisierung sowie deren
Auswirkungen auf die Einsatzorganisationen und die Technik für Feu-
erwehren. Daraus leitet der Konzern konkrete Maßnahmen für die Pro-
duktentwicklung ab.
So wurde beispielsweise im Jahr 2022 die Initiative „Green Energy on
Fire“ ins Leben gerufen, eine Netzwerk- und Wissensplattform für die
Energie- und Mobilitätswende bei den österreichischen Feuerwehren.
Hier tauschen sich Vertreter von Feuerwehren, der Energiewirtschaft,
aus Technologieunternehmen und der Politik über ihre Ansätze zur Re-
duktion klimaschädlicher Treibhausgase aus und welche unterstützen-
den Maßnahmen es dazu braucht aus. Die wichtigsten Handlungsfelder
werden in der „Green Energy on Fire Map“ zusammengefasst und wei-
terbearbeitet.
Mit der Vorstellung eines kompletten Electric Line-Up für den kommuna-
len Bereich auf der Interschutz in Hannover hat Rosenbauer einen wich-
tigen Grundstein für eine emissionsfreie Feuerwehr gelegt. Rosenbauer
wird diesen Weg auch 2023 konsequent weiterverfolgen. Neben den
bereits in Serie produzierten RT und RTX startete der Testbetrieb einer
elektrischen Drehleiter durch Schutz & Rettung Zürich. Die Erkenntnisse
daraus dienen als Basis für die Weiterentwicklung der L32A-XS electric
zur Serienreife.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuerwehr-
branche. Mit ständig neuen und attraktiven Produkten werden Wettbe-
werbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen erschlossen.
Investitionen und Kapazitäten
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systematisch
sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht diese nach Priorität. Für das Jahr
2023 sind Investitionen in Höhe von unter 20 Mio € geplant. Das liegt
unter dem durchschnittlichen Investitionsniveau vor der COVID-19 Pan-
demie (2020: 35 Mio €) und ist das Ergebnis der Restrukturierungs-maß-
nahmen, die den Rosenbauer Konzern im Laufe des Jahres wieder in die
Gewinnzone führen sollen.
Zu den wichtigsten Investitionsvorhaben 2023 gehören
 der Bau eines neuen Betriebsgebäudes am Standort Singapur,
 die Fertigstellung eines neuen Betriebsgebäudes und einer neuen
Servicehalle am Standort Karlsruhe,
 der Kauf des bisher gemieteten Betriebsgebäudes am Standort Glad-
beck sowie
 die Erweiterung der Parkmöglichkeiten am Standort Luckenwalde.
Darüber hinaus soll der konzernweite Roll-out von SAP-S/4Hana wie ge-
plant fortgesetzt werden. Der damit steigende Digitalisierungsgrad von
Prozessen optimiert den konzernweiten Ressourceneinsatz.
Finanz- und Liquiditätslage
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen Finanzie-
rungsbedarf. Das liegt zum einen an langen Durchlaufzeiten insbesonde-
re in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an vergleichsweise niedrigen
Kundenanzahlungen. Der Konzern wirkt diesem Umstand mit gezielten
Maßnahmen entgegen, die die Optimierung der Auftragsabwicklung zum
Ziel haben.
Die Finanzierung von Rosenbauer wird über mehrere Banken und mit
unterschiedlichen Fristigkeiten sichergestellt. Die Finanzierungsstrate-
gie des Konzerns ist nach konservativen Grundsätzen ausgerichtet und
räumt einer gesicherten Liquidität sowie einer soliden Eigenmittelaus-
stattung einen hohen Stellenwert ein.
Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Rosenbauer hat im Berichtsjahr eine langfristige Konzernstrategie bis
2030 vorgelegt, die im Wesentlichen auf drei Säulen ruht: Technologie-
führerschaft, Kundenverbundenheit und operationelle Exzellenz. Diese
sieht für das Jahrzehnt weiteres Wachstum und den Ausbau von Markt-
anteilen ebenso vor wie die Transformation der Unternehmensgruppe
und der Industrie in Richtung mehr Nachhaltigkeit.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
105
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Angesichts höchst unsicherer Produktionsbedingungen in Form von
wiederkehrenden und wechselnden Versorgungsengpässen sowie Kos-
tensteigerungen bei Vorprodukten, Rohmaterialien und Energie wird der
Konzernvorstand auch im laufenden Geschäftsjahr seinen Fokus weiter
auf operationelle Exzellenz und Effizienzsteigerung im Kerngeschäft le-
gen. Dazu hat er unter breiter Beteiligung des mittleren Managements
ein umfassendes Restrukturierungsprogramm mit dem Titel „Refocus,
Restart“ entwickelt, das kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Her-
stellkostenreduktion und Abhärtung des Geschäftsmodells umfasst. Die
Wertanalyse und Anpassung bestehender Produkte oder die Einführung
eines dynamischen Preismodells, das so starke Umfeldveränderungen
wie im Vorjahr integrieren kann, sind unter anderem Teile dieses Pro-
grammes.
Damit verfügt Rosenbauer über sehr gute Voraussetzungen, das Jahr
2023 trotz der volatilen Rahmenbedingungen erfolgreich zu meistern.
Leonding, 6. April 2023
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
106
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Bilanz
Stand
31.12.2022
Stand
31.12.2021
A K T I V A EUR EUR
EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 2.429.488,00 2.096
2. Geleistete Anzahlungen 8.347.399,93 5.330
10.776.887,93 7.426
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
davon Grundwert EUR 18.766.164,92 (2021 TEUR 18.766) 55.743.459,92 58.145
2. Investitionen in fremden Gebäuden 126.561,00 150
3. Technische Anlagen und Maschinen 9.746.257,00 12.145
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.794.501,00 12.013
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 488.685,25 91
76.899.464,17 82.544
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 79.133.783,55 76.183
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 62.712.878,62 0
3. Beteiligungen 1.501.503,00 3.002
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 305.247,09 317
143.653.412,26 79.502
231.329.764,36 169.472
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 48.637.311,15 34.774
2. Unfertige Erzeugnisse 108.182.017,04 94.058
abzüglich erhaltene Anzahlung –5.279.073,18 –2.059
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 8.367.683,37 6.169
4. Geleistete Anzahlungen 2.180.553,85 2.188
162.088.492,23 135.130
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 50.934.533,26 59.548
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 247.943,58 (2021 TEUR 496)
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 147.761.666,82 99.896
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 14.434.539,82 (2021 TEUR 61.667)
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0,00 2.246
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 7.770.331,16 9.875
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
206.466.531,24 171.565
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.504.134,61 43.389
372.059.158,08 350.084
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 3.745.188,76 3.528
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 10.785.118,11 9.434
617.919.229,31 532.518
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
107
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Stand
31.12.2022
Stand
31.12.2021
P A S S I V A EUR
EUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 13.600.000,00 13.600
Übernommenes Grundkapital EUR 13.600.000,00 (2021 TEUR 13.600)
II. Kapitalrücklagen (gebundene) 23.703.398,02 23.703
III. Gewinnrücklagen (freie Rücklagen) 138.071.955,77 138.072
IV. Bilanzverlust / -gewinn
davon Gewinnvortrag EUR 151.043,34 (2021 TEUR 150) –35.391.325,28 6.271
139.984.028,51 181.646
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Abfertigungen 16.930.179,00 17.085
2. Rückstellungen für Pensionen 638.785,00 746
3. Steuerrückstellung 7.553.788,72 6.079
4. Sonstige Rückstellungen 40.297.765,26 35.225
65.420.517,98 59.135
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 272.521.732,71 206.741
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 71.596.172,28 (2021 TEUR 51.441)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 200.925.560,43 (2021 TEUR 155.300)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 16.566.138,26 6.972
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 16.566.138,26 (2021 TEUR 6.972)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 47.500.969,75 37.128
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 47.500.969,75 (2021 TEUR 37.128)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 57.376.087,23 21.240
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 57.376.087,23 (2021 TEUR 21.240)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 38.507,38 0
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 38.507,38 (2021 TEUR 0)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
6. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 8.355.608,00 (2021 TEUR 7.384) 8.355.608,00 7.384
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
davon aus Steuern EUR 203.288,82 (2021 TEUR 184)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 203.288,82 (2021 TEUR 184)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 2.471.592,63 (2021 TEUR 2.279)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 2.471.592,63 (2021 TEUR 2.279)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
Summe Verbindlichkeiten 402.359.043,33 279.465
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 201.433.482,90 (2021 TEUR 124.165)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 200.925.560,43 (2021 TEUR 155.300)
D. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 10.155.639,49 12.272
617.919.229,31 532.518
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
108
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Gewinn- und Verlustrechnung
2022 2021
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 443.779.702,68 444.264
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 14.123.610,22 –20.943
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 85.105,62 428
4. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 1.073.980,52 522
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 154.990,15 366
c) Übrige 2.056.899,72 3.285.870,39 5.255 6.143
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand –301.588.369,39 –259.481
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen –7.272.847,80 –308.861.217,19 –8.067 –267.548
6. Personalaufwand
a) Löhne –39.364.314,97 –43.194
b) Gehälter –51.289.903,06 –48.758
c) Soziale Aufwendungen –27.561.382,45 –26.296
davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR -312.264,54 (2021 TEUR -736)
aa) Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen EUR -8.129.271,02 (2021 TEUR -2.786)
bb) Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge EUR -23.553.495,45 (2021 TEUR -22.669) –118.215.600,48 –118.248
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen –9.740.067,66 –9.849
davon außerplanmäßige Abschreibungen EUR 0,00 (2018 TEUR 0)
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen –9.485,60 –70
b) Übrige –55.062.821,86 –55.072.307,46 –46.856 –46.926
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) –30.614.903,88 –12.679
10. Erträge aus Beteiligungen 3.627.644,51 6.425
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 3.627.644,51 (2021 TEUR 6.388)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 348,82 2
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (2021 TEUR 0)
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 5.308.690,00 2.282
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 4.967.268,54 (2021 TEUR 2.221)
13. Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 0,00 3
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen
aus Wertpapieren des Umlaufvermögens –1.511.710,79 –1
davon Abschreibungen EUR -1.511.710,79 (2021 TEUR -1)
davon aus beteiligten Unternehmen EUR -1.500.137,79 (2021 TEUR 0)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen –13.309.753,35 –4.300
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR -124.394,39 (2021 TEUR -89)
16. Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) –5.884.780,81 4.411
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Z 9 und Z 16) –36.499.684,69 –8.268
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 957.316,07 3.489
davon latente Steuern EUR 1.350.854,00 (2021 TEUR 4.004)
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag –35.542.368,62 –4.779
20. Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 10.900
Jahresverlust / -gewinn –35.542.368,62 6.121
21. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 151.043,34 150
22. Bilanzverlust / -gewinn –35.391.325,28 6.271
* Kleinbetrag
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
109
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Aufgliederung der Erlöse
Aufgliederung nach Inlands- und Auslandserlösen
in € 2022 2021
Österreich 70.487.000,00 46.843.000,00
Europäische Union 97.509.000,00 91.605.000,00
Asien / Ozeanien 52.722.000,00 76.916.000,00
Osteuropa 31.843.000,00 16.129.000,00
Naher Osten 69.955.000,00 106.407.000,00
Sonstige 121.263.702,68 106.363.534,01
Umsatzerlöse 443.779.702,68 444.263.534,01
Umsätze nach Tätigkeitsbereichen
in € 2022 2021
Fahrzeuge 270.431.352,23 288.599.052,01
Komponenten 61.443.726,97 49.237.682,42
Ausrüstung 65.353.574,71 66.546.976,39
Ersatzteile, Reparatur und Service 25.664.586,30 21.623.862,71
Sonstige 20.886.462,47 18.255.960,48
Umsatzerlöse 443.779.702,68 444.263.534,01
Gewinnrücklagen
in € Stand 1.1.2022 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch Stand 31.12.2022
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 138.071.955,77 0,00 0,00 138.071.955,77
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
110
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Anschaffungs - bzw. Herstellungskosten kumulierte Abschreibungen
Buchwert
31.12.2022
Buchwert
31.12.2021
in €
Vortrag
01.01.2022 Zugänge Umbuchungen Abgänge
Investitions-
Zuschüsse
Stand
31.12.2022
Vortrag
01.01.2022 Zugänge
Zuschrei-
bung
Umbu-
chungen Abgänge
Stand
31.12.2022
ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 8.440.833,40 405.115,59 1.408.803,77 317.010,02 0,00 9.937.742,74 6.345.229,40 1.480.015,36 0,00 0,00 316.990,02 7.508.254,74 2.429.488,00 2.095.604,00
2. Geleistete Anzahlungen 5.329.935,44 4.426.268,26 –1.408.803,77 0,00 0,00 8.347.399,93 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.347.399,93 5.329.935,44
13.770.768,84 4.831.383,85 0,00 317.010,02 0,00 18.285.142,67 6.345.229,40 1.480.015,36 0,00 0,00 316.990,02 7.508.254,74 10.776.887,93 7.425.539,44
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücks-
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf
fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
aa)
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Grundwert 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 11.317.133,33
Gebäudewert 63.327.975,38 15.810,55 0,00 128.179,15 0,00 63.215.606,78 26.971.737,38 1.935.499,55 0,00 0,00 59.336,15 28.847.900,78 34.367.706,00 36.356.238,00
Außenanlagen 8.431.881,74 1.252,00 0,00 10.125,63 0,00 8.423.008,11 5.408.846,74 411.660,00 0,00 0,00 7.087,63 5.813.419,11 2.609.589,00 3.023.035,00
b) Unbebaute Grundstücke 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 7.449.031,59
90.526.022,04 17.062,55 0,00 138.304,78 0,00 90.404.779,81 32.380.584,12 2.347.159,55 0,00 0,00 66.423,78 34.661.319,89 55.743.459,92 58.145.437,92
2. Investitionen in fremden
Gebäuden 236.302,06 0,00 0,00 0,00 0,00 236.302,06 86.166,06 23.575,00 0,00 0,00 0,00 109.741,06 126.561,00 150.136,00
3. Technische Anlagen und
Maschinen 31.900.240,18 254.040,50 0,00 1.310.063,50 0,00 30.844.217,18 19.755.094,18 2.094.955,50 0,00 0,00 752.089,50 21.097.960,18 9.746.257,00 12.145.146,00
4. Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung 52.975.499,64 2.560.743,31 27.088,94 1.132.960,80 0,00 54.430.371,09 40.962.848,64 3.794.362,25 0,00 0,00 1.121.340,80 43.635.870,09 10.794.501,00 12.012.651,00
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 91.379,60 424.394,59 –27.088,94 0,00 0,00 488.685,25 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 488.685,25 91.379,60
175.729.443,52 3.256.240,95 0,00 2.581.329,08 0,00 176.404.355,39 93.184.693,00 8.260.052,30 0,00 0,00 1.939.854,08 99.504.891,22 76.899.464,17 82.544.750,52
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen 84.668.040,58 2.950.975,92 0,00 0,00 0,00 87.619.016,50 8.485.232,95 0,00 0,00 0,00 0,00 8.485.232,95 79.133.783,55 76.182.807,63
2. Ausleihungen an
verbundene Unternehmen 0,00 62.712.878,62 0,00 0,00 62.712.878,62 0,00 0,00 0,00 62.712.878,62 0,00
3. Beteiligungen 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 0,00 1.500.137,79 0,00 0,00 0,00 1.500.137,79 1.501.503,00 3.001.640,79
4. Wertpapiere (Wertrechte)
des Anlagevermögens 327.617,79 0,00 0,00 0,00 0,00 327.617,79 10.797,70 11.573,00 0,00 0,00 0,00 22.370,70 305.247,09 316.820,09
87.997.299,16 65.663.854,54 0,00 0,00 0,00 153.661.153,70 8.496.030,65 11.573,00 0,00 0,00 0,00 10.007.741,44 143.653.412,26 79.501.268,51
277.497.511,52 73.751.479,34 0,00 2.898.339,10 0,00 348.350.651,76 108.025.953,05 9.751.640,66 0,00 0,00 2.256.844,10 117.020.887,40 231.329.764,36 169.471.558,47
Anlagenspiegel
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
111
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Anschaffungs - bzw. Herstellungskosten
in €
Stand
01.01.2022 Zugänge Abgang Auflösung Umbuchung
Stand
31.12.2022
ANLAGEVERMÖGEN
I.Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Konzessionen, Rechte 86.561,00 0,00 83.826,00 0,00 210.000,00 212.735,00
2.Geleistete Anzahlungen 269.780,00 0,00 0,00 0,00 –249.200,00 20.580,00
356.341,00 0,00 83.826,00 0,00 –39.200,00 233.315,00
II.Sachanlagen
1.Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke mit Geschäfts- oder Fabriksgebäuden oder anderen Baulichkeiten
Gebäudewert 312.178,00 0,00 11.853,00 0,00 0,00 300.325,00
Außenanlagen 50.890,00 0,00 4.074,00 0,00 0,00 46.816,00
363.068,00 0,00 15.927,00 0,00 0,00 347.141,00
2.Investitionen in fremden Gebäuden 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.Technische Anlagen und Maschinen 100.148,00 0,00 13.388,00 0,00 0,00 86.760,00
4.Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 111.493,00 0,00 32.680,00 0,00 0,00 78.813,00
5.Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
574.709,00 0,00 61.995,00 0,00 0,00 512.714,00
931.050,00 0,00 145.821,00 0,00 –39.200,00 746.029,00
Investitionszuschüsse
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
112
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Beteiligungsunternehmen (mindestens 20 % Anteilsbesitz)
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1)
% Eigenkapital Ergebnis
2)
Beteil.
Anteil
1)
% Eigenkapital Ergebnis
2)
Konsolidie-
rungsart
Stand 2021 31.12.2021 2021 Stand 2022 31.12.2022 2022
Rosenbauer Österreich GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 8.076.863 3.060.696 100 11.541 3.046 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 2.737.421 –229.990 100 3.749 –255 KV
Rosenbauer E-Technology Development GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 12.847.846 634.130 100 11.671 –1.210 KV
Rosenbauer E-Commerce GmbH, Leonding 3) EUR 100 24.975 –10.025 100 –102 –127 KV
Rosenbauer APAC Holding GmbH, Leonding 3) EUR 100 32.696 –2.304 100 26 –7 KV
Rosenbauer Fire Fighting Technology,
VR China, Kunming 3) EUR 100 229.763 13.704 100 402 –19 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH,
Deutschland, Luckenwalde EUR 100 24.496.100 5.075.489 100 25.574 2.878 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH /
vormals Rosenbauer Management GmbH 4) EUR 100 21.469.766 243.753 100 21.066 –1.215 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG,
Deutschland, Karlsruhe 4) EUR 0 0
Rosenbauer France SARL,
Frankreich, Meyzieu EUR 100 1.055.361 –43.461 100 1.338 283 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH,
Deutschland, Passau EUR 100 11.421 –3.334 100 8 –3 KV
Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH,
Deutschland, Mogendorf EUR 100 2.322 –4.366 100 6.958 3.385 KV
Rosenbauer d.o.o.,
Slowenien, Radgona EUR 90 11.340.085 1.120.838 100 12.701 1.333 KV
Rosenbauer Schweiz AG,
Schweiz, Oberglatt EUR 100 8.574.432 740.748 100 9.217 846 KV
Rosenbauer Espanola S.A.,
Spanien, Madrid EUR 62 3.605.509 –127.416 80 3.785 180 KV
Rosenbauer Ciansa S.L.,
Linares, Spanien EUR 50 –229 3.163 50 4.149 –137 AE
Rosenbauer Minnesota, LLC., 5)
USA, Minnesota EUR 50 12.746.275 5.918.193 100 –1.476 –5.162 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC., 5)
USA, South Dakota EUR 50 41.771.142 11.123.948 100 43.834 10.617 KV
Rosenbauer Holdings Inc.,
USA, South Dakota EUR 100 30.316.700 4.761.813 100 26.828 –6.136 KV
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
113
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1)
% Eigenkapital Ergebnis
2)
Beteil.
Anteil
1)
% Eigenkapital Ergebnis
2)
Konsolidie-
rungsart
Stand 2021 31.12.2021 2021 Stand 2022 31.12.2022 2022
Rosenbauer America, LLC., 5)
USA, South Dakota EUR 50 67.263.242 14.287.846 100 57.591 –7.684 KV
Rosenbauer Aerials, LLC., 5)
USA, Nebraska EUR 25 8.454.211 1.206.111 50 10.461 3.364 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,5)
USA, Minnesota EUR 50 917.697 901.731 100 –1.536 –2.318 KV
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd.,
Singapur EUR 100 14.231.544 2.978.957 100 17.218 2.589 KV
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd,
Brunei EUR 80 –229.043 52.884 80 –288 –39 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd.,
Brisbane, Australien EUR 100 1.433.692 426.978 100 1.804 377 KV
Rosenbauer South Africa (Pty.) Ltd.,
Südafrika, Halfway House EUR 75 314.046 –60.982 75 551 248 KV
Rosenbauer Saudi Arabia,
Saudi Arabien, Riad EUR 75 4.218.345 167.415 75 4.919 295 KV
Rosenbauer UK plc,
United Kingdom, Holmfirth EUR 100 2.772.104 4.710 100 2.625 –2 KV
Rosenbauer Rovereto Srl,
Italien, Rovereto EUR 100 2.650.744 326.430 100 2.771 121 KV
Rosenbauer Italia S.r.l.,
Italien, Andrian EUR 100 446.173 –8.630 100 399 –48 KV
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o.,
Polen, Warschau EUR 100 160.592 150.047 100 477 362 KV
Rosenbauer Mena Trading - FZE,
Vereinige Arabische Emirate, Dubai EUR 100 3.208.301 1.293.257 100 4.721 1.730 KV
PA "Fire-fighting special technics" LLC.,
Russland, Moskau EUR 49 4.520.546 –204 49 EK
1
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2
Jahresgewinn nach Rücklagenbewegung
3
Gründung in 2021
4
Einbringung 2021 Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co.KG in Rosenbauer Management GmbH, Umfirmierung in Rosenbauer Karlsruhe
5
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
KV Vollkonsolidierte Gesellschaften
AE At equity-bewertete Gesellschaften
EK Entkonsolidierte Gesellschaften
Die in der obigen Tabelle angeführten Werte wurden nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften ermittelt.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
114
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Erläuternde Angaben
1. Anwendungen der unternehmensrechtlichen Vorschriften
Die Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding/Linz, Paschinger Straße 90, ist ein konzernabschluss-
erstellendes Mutterunternehmen, das an der Wiener Börse im Prime Market gelistet ist. Das Unternehmen
entwickelt und produziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und Telematiklösungen für Berufs-, Betriebs-,
Werk- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.
Die Bilanzierung, die Bewertung und der Ausweis der einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurde nach
den allgemeinen Bestimmungen der §§ 189 bis 211 UGB in der geltenden Fassung unter Berücksichtigung der
Sondervorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 222 bis 243 UGB vorgenommen.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Gene-
ralnorm des § 222 Abs. 2, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unterneh-
mens zu vermitteln, aufgestellt.
Das Geschäftsjahr 2022 war durch massive Lieferkettenstörungen geprägt. Zusammen mit der anhaltenden
Corona-Krise führte dies zunächst zu einem weiteren Anstieg der Rohstoffpreise. Eine sich zum Anfang des
Kalenderjahres abzeichnende Entspannung wurde durch den im Februar 2022 begonnen Krieg in der Ukraine
beendet. Im Geschäftsjahr mussten signifikante Preissteigerungen akzeptiert werden. Neben den Material-
preiserhöhungen kam es insbesondere durch Lieferverzögerungen bei den Fahrgestellen wiederholt zu Pro-
duktionsstörungen. Durch die Materialpreiserhöhungen sowie die genannten Produktionsstörungen blieb die
Ertragssituation deutlich unter den Erwartungen. Nach zwei angespannten Jahren auf dem Beschaffungsmarkt
gibt es aber erste vorsichtige Zeichen für Besserungen im weiteren Verlauf des Jahres 2023. Erste Preisrück-
gänge auf den Rohstoffmärkten sowie ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum schaffen neue Möglichkeiten
die Beschaffungssituation spürbar zu verbessern. Die Nachwirkungen und Rückstände aus 2022 etwa bei den
Fahrgestellen und bestimmten Elektronikbauteilen werden aber noch sichtbar bleiben.Es wird allerdings von
einer zumindest mittelfristigen Erholung des Geschäftsmodells ausgegangen und insbesondere kann Rosen-
bauer mit der fortschrittlichen Technik einen positiven Beitrag zur Bewältigung der anhaltenden Krisen leisten.
Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde grundsätzlich der Grundsatz der Einzelbewertung ange-
wandt. Sofern einzelne Vermögensgegenstände und Schulden Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, wur-
den diese abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zusammen mit dem zugehörigen Sicherungsinstru-
ment bewertet.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen, wel-
che die Höhe und den Ausweis der Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen des
Berichtszeitraums beeinflussen. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch
ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese
bei Schätzungen berücksichtigt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden
beibehalten. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschluss-
stichtag verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste, die
im Geschäftsjahr 2022 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in längstens 4 Jahren ab-
geschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen be-
wertet. Die Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden, Gebäudeteilen, Umbauten und Zubauten zwischen 15 und
50 Jahren, bei Technische Anlagen und Maschinen zwischen 8 und 15 Jahren und bei andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung von 5 bis 10 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der
Anschaffung voll abgeschrieben. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen bei den Herstellungskosten aktiviert.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert er-
forderlich ist.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zum Bilanzstichtag mit den Anschaffungskos-
ten, im Falle einer voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert ange-
setzt. Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering
Event) für eine Wertminderung grundsätzlich das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten
zur Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirtschaftstreuhänder herangezogen. Der beizule-
gende Wert beziehungsweise der Nutzungswert wird aus in diesem Fall mit den gewichteten Kapitalkosten dis-
kontierten geschätzten künftigen Cashflows aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmensplanung
abgeleitet. Nach einem Detailplanungszeitraum von 3 Jahren werden anfallende Cashflows unter Verwendung
einer nachhaltigen Wachstumsrate extrapoliert. Als Abzinsungssatz (WACC) wird ein individuell nach dem
Capital Asset Pricing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des
eingesetzten Eigenkapitals herangezogen. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschät-
zungen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider.
Forderungen mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren werden unter den Finanzanlagen als Ausleihungen
ausgewiesen. Diese werden mit dem Nominalwert, bei Unverzinslichkeit mit dem Barwert bzw. bei voraus-
sichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum Bilanzstichtag angesetzt.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren
Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
115
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederst-
wertprinzips.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind zu Anschaffungskosten, die aufgrund des gleitenden Durch-
schnittspreisverfahrens (§ 209 Abs. 2 UGB) ermittelt werden, angesetzt.
Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten um-
fassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten und der
Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert.
Sind die Herstellungskosten höher als die zu Vertragspreisen errechnete Leistung, so wird zu Vertragspreisen
abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten bewertet. Erkennbaren Risken im weiteren Ablauf bis
zur Fertigstellung wird durch gesonderte Rückstellungen Rechnung getragen.
Unter Beachtung des Niederstwertprinzips wurden entsprechende Abwertungen wegen übermäßiger Lager-
dauer und zur verlustfreien Bewertung durchgeführt.
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden offen vom Posten „Vorräte“ abgesetzt, soweit diesen bereits
Anschaffungs- bzw. Herstellkosten gegenüberstehen. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen bei den Herstel-
lungskosten aktiviert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsfor-
derungen werden grundsätzlich mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Abweichend dazu
werden Fremdwährungsforderungen, die Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, gemeinsam mit dem Si-
cherungsinstrument am Bilanzstichtag zum vereinbarten Terminkurs bewertet. Für erkennbare Risken werden
Einzelwertberichtigungen gebildet.
Bei der Bemessung der Rückstellungen ist entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren
Risken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden.
Die Abfertigungsrückstellungen werden gemäß den Bestimmungen des § 211 Abs. 2 UGB gebildet. Die Rück-
stellung wird seit 2016 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Dabei wird nach dem
Ansammlungsverfahren die Verteilung des Dienstzeitaufwandes über die gesamte Laufzeit vom Eintritt in das
Unternehmen bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters berechnet. Die Bildung der Abfertigungs-
rückstellung beginnt mit Antritt eines Arbeitsverhältnisses, das einen Abfertigungsanspruch begründet. Der
Zinssatz beträgt 1,24 % (2021: 1,12 %) und entspricht einem marktüblichen 7-Jahresdurchschnitt bei einer
Restlaufzeit von 11 Jahren (2021: 11 Jahre). Das Pensionsantrittsalter beträgt 65 Jahre bei Frauen und Män-
nern (2021: 65 Jahre bei Frauen und Männern). Der Fluktuationsabschlag beträgt 0%.
Die Jubiläumsgeldrückstellung wird nach IFRS (IAS 19) gebildet. Als Zinssatz wurde 4,2 % (2021: 1,3%) ver-
wendet und von einem Pensionsalter von 65 Jahren (2021: 65 Jahren) bei Frauen und 65 Jahren (2021: 65
Jahren) bei Männern ausgegangen. Der Fluktuationsabschlag betrug abhängig von der Dienstzeit zwischen 0%
und 6,53%.
Für einige Mitarbeiter wird in ein Pensionssystem eingezahlt, welches einen beitragsorientierten Versorgungs-
plan darstellt.
Ab dem Geschäftsjahr 2016 wurden Wertrechte mit Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Im Jahr
2022 ergibt sich somit ein Passivüberhang in Höhe von EUR 638.783,97 (2021: TEUR 746).
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit
dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Vereinnahmte Finanzierungskosten, die sich auf künftige Leistungen beziehen, werden in den passiven Rech-
nungsabgrenzungen ausgewiesen (2022: EUR 1.584.903,03; 2021: TEUR 1.501).
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne
Abzinsung auf Basis des zukünftigen Körperschaftsteuersatz von 23 % gebildet. Dabei werden auch latente
Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in dem Ausmaß berücksichtigt, soweit überzeugende substantielle
Hinweise vorliegen, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur Verfügung stehen wird.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
116
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
3. Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel ange-
führt (vergleiche Anlage 1 zum Anhang).
Wertrechte werden mit den Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Bewertung der saldierten An-
sprüche aus einer Pensionsrückdeckungsversicherung stellt sich zum 31.12.2022 wie folgt dar.:
2022 2021
Buchwert Wertrecht 3.805.091,41 EUR 3.358.174,21 EUR
Marktwert Wertrecht 3.805.091,41 EUR 3.358.174,21 EUR
Buchwert Pensionsverpfl. 4.443.875,38 EUR 4.104.220,59 EUR
Marktwert Pensionsverpfl. 4.443.875,38 EUR 4.104.220,59 EUR
Saldierung –638.783,97 EUR –746.046,38 EUR
Die Bewertung der Wertpapiere zum 31.12.2022
stellt sich wie folgt dar.
Buchwert 305.247,09 EUR 316.820,09 EUR
Marktwert 544.611,17 EUR 505.590,37 EUR
Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen besteht aufgrund von langfristigen Miet-,
Pacht- und Leasingverträgen für das folgende Geschäftsjahr eine Verpflichtung von EUR 1.320.654,97 (2021:
TEUR 2.144). Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für die nächsten 5 Jahre beträgt EUR 6.603.274,85
(2021: TEUR 10.672).
Die Aufgliederung der Beteiligungen ist der Beteiligungsliste (Anlage 2 zum Anhang) zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an der PA „Fire-fighting special
technics“ LLC., Russland, Moskau in Höhe von EUR 1.500.137,79 vorgenommen.
4. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.152.886,27 70.517.577,97
Einzelwertberichtigungen –1.895.182,85 –1.508.919,06
Forderungsankauf 25.966.844,39 41.807.773,09
Forderungsverkauf –31.290.014,55 –51.267.888,49
50.934.533,26 59.548.543,51
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Jahr 2022 i.H. von EUR 6.174.873,12 (Vorjahr:
TEUR22.308) mittels Dokumentenakkreditiv und i.H. von EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 16.052) über die OEKB
abgesichert.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum Bilanzstich-
tag ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von EUR 31.290.014,55 (Vorjahr: TEUR 51.268)
verkauft. Die verkauften Forderungen werden aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht vollständig aus-
gebucht. Dabei wurden EUR 25.966.844,39 (Vorjahr: TEUR 41.808) von verbundenen Unternehmen angekauft.
Die Forderungen gegenüber den verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 35.612.039,58 19.754.664,86
Finanzierungsforderungen 112.149.627,24 80.140.952,01
147.761.666,82 99.895.616,87
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt auf:
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
diverse ausländische Vorsteuern 3.830.643,75 4.611.851,62
Gebühren aus der Einfuhrabwicklung Saudi-Arabien 0,00 1.151.172,32
sonstige Forderungen 3.939.687,41 4.111.789,39
7.770.331,16 9.874.813,33
In den sonstigen Forderungen sind Forderungen in Höhe von EUR 1.345.891,05 enthalten welche nach dem
Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Es erfolgte weder eine wechselseitige Verbriefung noch eine Pauschalwertberichtigung von Forderungen.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
117
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
5. Rechnungsabgrenzungsposten
Die Aktivseite umfasst vor dem Stichtag verzeichnete Buchungen, deren Aufwand erst nach diesem Abschluss-
stichtag zu verzeichnen ist. Die Passivseite enthält alle Einnahmen vor dem Stichtag, deren Ertrag erst nach
dem Stichtag wirksam wird.
6. Grundkapital
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer
International AG beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen
anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088
sind Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit
besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
7. Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
in € Stand 1.1.2022 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch Stand 31.12.2022
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 138.071.955,77 0,00 0,00 138.071.955,77
8. Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen bestehen insbesondere für:
31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
Personalaufwendungen, Jubiläumsgelder und nicht konsumierte
Urlaube 17.647.374,18 22.371.670,11
Gewährleistungen 3.156.000,00 3.496.000,00
Ausstehende Eingangsrechnungen 6.695.693,18 5.646.301,84
Übrige Rückstellungen 12.798.697,90 3.711.078,86
40.297.765,26 35.225.050,81
In den Personalaufwendungen sind im laufenden Geschäftsjahr Rückstellungen für fixe Mitarbeiterprämien in
Höhe von 5.054.785,18 EUR enthalten (Vorjahr: TEUR 5.266).
In den übrigen sonstigen Rückstellungen sind Rückstellungen für ehemalige Vorstände in Höhe von
4.700.000,00 EUR enthalten (Vorjahr: TEUR 0). Weiters sind in diesem Bilanzposten unter anderem Rückstel-
lungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Rückstellungen für die Kosten der Wirtschafts-
prüfung sowie der Erstellung des Geschäftsberichts, Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten oder
Rückstellungen für negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten enthalten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
9. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt auf:
per 31.12.2022
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 71.596.172,28 193.029.881,35 7.895.679,08 272.521.732,71
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 16.566.138,26 0,00 0,00 16.566.138,26
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 47.500.969,75 0,00 0,00 47.500.969,75
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 48.943.998,91 0,00 0,00 48.943.998,91
aus Lieferungen und Leistungen 8.432.088,32 0,00 0,00 8.432.088,32
Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
aus Lieferungen und Leistungen 38.507,38 0,00 0,00 38.507,38
Sonstige Verbindlichkeiten 8.355.608,00 0,00 0,00 8.355.608,00
201.433.482,90 193.029.881,35 7.895.679,08 402.359.043,33
per 31.12.2021
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 51.441.056,78 155.300.093,66 0,00 206.741.150,44
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 6.971.667,17 0,00 0,00 6.971.667,17
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 37.128.326,47 0,00 0,00 37.128.326,47
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 14.487.199,98 0,00 0,00 14.487.199,98
aus Lieferungen und Leistungen 6.752.267,81 6.752.267,81
Sonstige Verbindlichkeiten 7.384.237,82 0,00 0,00 7.384.237,82
124.164.756,03 155.300.093,66 0,00 279.464.849,69
In den Finanzverbindlichkeiten gegenüber den verbunden Unternehmen sind Forderungen aus Steuerumlagen
gegenüber der Rosenbauer Österreich GmbH i.H. von EUR 1.759.000,00 (2021: TEUR 820) enthalten.
Erhaltene Anzahlungen wurden i.H. von EUR 7.486.222,36 mittels Anzahlungsgarantien besichert.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Provisionsguthaben der ausländischen Vertretungen in der Höhe von
EUR 2.193.822,98 (2021: TEUR 3.215) sowie Sozialversicherungsabgaben des Monats Dezember in Höhe von
EUR 2.471.592,63 (2021 TEUR 2.279) enthalten. Außerdem sind neben den bereits erwähnten Positionen
in den sonstigen Verbindlichkeiten der Rosenbauer International AG weitere Aufwendungen in der Höhe von
EUR 3.690.192,39 (2021: TEUR 1.890) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam
werden.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind im laufenden Geschäftsjahr Aufwendungen für Altersteilzeitverpflich-
tungen in Höhe von 966.318,75 EUR enthalten (2021: TEUR 780).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
119
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
10. Haftungsverhältnisse
in € 31.12.2022 31.12.2021
Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Bürgschaften 4.360.000,00 4.360.000,00 1.804.034,43 1.804.034,43
Garantien 1.625.000,00 1.625.000,00 1.531.935,00 1.531.935,00
Patronatserklärungen 19.000.000,00 19.000.000,00 16.000.000,00 16.000.000,00
24.985.000,00 24.985.000,00 19.335.969,43 19.335.969,43
11. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse enthalten Fabrikationsumsätze aus der Fahrzeug- und Komponentenproduktion, Handels-
warenumsätze sowie Reparatur- und Serviceumsätze und Umsätze aus Ersatzteilverkäufen. Weiters sind unter
dieser Position Erlöse aus Dienstleistungen für die Rosenbauer Österreich GmbH enthalten. Die Aufgliederung
nach Inlands- und Auslandserlösen ist in Anlage 3 zum Anhang dargestellt.
12. Sonstige betriebliche Erträge
in € 2022 2021
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 1.073.980,52 521.545,00
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 154.990,15 366.177,93
Versicherungserträge 211.634,90 30.416,75
AMS - Kurzarbeit Covid 19 636.757,40 855.019,47
sonstige Erträge 1.208.507,42 4.369.955,59
3.285.870,39 6.143.114,74
In den sonstigen Erträgen sind insbesondere Forschungsprämien, Lehrlingsförderungen sowie Kursgewinne
enthalten.
13. Personalaufwand
Der Posten Aufwand für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen enthält:
in € 2022 2021
Aufwendungen für Abfertigungen 2.316.310,18 1.716.548,92
Aufwendungen für Mitarbeitervorsorge 1.112.960,84 1.069.414,98
3.429.271,02 2.785.963,90
Der Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthält:
2022 2021
Aufwendungen aus Pensionszusagen 419.526,95 429.816,73
Ergebnis aus Rückdeckungsversicherung –107.262,41 306.207,00
312.264,54 736.023,73
Die Veränderung der Jubiläums-, Abfertigungs- und Pensionsrückstellung wird zur Gänze im Personalaufwand
erfasst. In der Summe der Gehälter und Löhne ist ein Ertrag in Höhe von EUR 1.699.600,00 (Ertrag 2021:
TEUR 484) aus der Veränderung der Jubiläumsgeldrückstellung sowie ein Ertrag in Höhe von EUR 154.621,00
(Ertrag in 2021: TEUR 14) aus der Veränderung der Abfertigungsrückstellung enthalten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
120
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
14. Sonstige betriebliche Aufwendungen
in € 2022 2021
Raumaufwand 4.545.628,75 4.858.655,97
Fuhrpark 847.375,16 658.872,34
Bankspesen 1.630.720,70 1.416.318,15
Rechts- Beratungskosten 1.899.077,17 2.879.068,22
Kosten EDV 4.533.360,05 3.724.019,01
Patente und Lizenzen 3.283.819,77 1.550.545,15
Versicherungen 1.201.687,20 871.924,72
Reisekosten 3.386.614,39 2.474.384,21
Kursverluste 3.971.795,27 0,00
Fremde Löhne 2.652.256,25 3.173.970,47
Entwicklungskosten 3.489.519,44 2.719.258,90
Werbeaufwand und Messekosten 8.161.862,98 3.386.289,84
Fracht und Verpackung 7.335.941,03 7.479.172,74
Sonstige Aufwendungen 8.132.649,30 11.734.114,74
55.072.307,46 46.926.594,46
In den sonstigen Aufwendungen sind insbesondere Kosten für Kundenschulungen und Übergaben, Provisions-
zahlungen an Dritte, Beiträge für Mitgliedschaften sowie Kosten für interne Weiterbildungen enthalten.
15. Steuern
Gemäß § 198 Abs 9 UGB besteht für große Kapitalgesellschaften eine Aktivierungspflicht für aktive latente
Steuern aus Ständedifferenzen. Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden auf Ebene der Rosen-
bauer International AG für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen
Wertansatz für folgende Positionen gebildet:
in € 31.12.2022 31.12.2021
Aktivierter Verlustvortrag 30.299.618 20.134.360
Sachanlagen –233.885 –86.729
Langfristige Personalrückstellungen 9.715.817 9.612.927
Sonstige Rückstellungen 3.726.180 5.976.499
Aktivposten Geldbeschaffungskosten 54.541 0
Offene Siebentelbeträge aus Teilwertabschreibung 3.329.547 2.100.000
Betrag Gesamtdifferenzen 46.891.818 37.737.057
daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (23 %)
(+aktiv / - passiv) 10.785.118 9.434.264
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
in € 31.12.2022 31.12.2021
Stand am 1.1. 9.434.264 5.430.050
erfolgswirksame Veränderung 1.350.854 4.004.214
Stand am 31.12. 10.785.118 9.434.264
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
121
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Die Rosenbauer International AG als Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosen-
bauer Brandschutz GmbH, der Rosenbauer E-Technology Development GmbH und der APAC Holding GmbH
als Gruppenmitglieder eine Unternehmensgruppe iSd § 9 KStG. Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Grup-
penmitgliedern besteht grundsätzlich in der Belastungsmethode mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs
über in der Gruppe noch nicht verwendete Verlustvorträge.
Der laufende Körperschaftsteuerertrag in Höhe von EUR -957.316,07 gliedert sich wie folgt:
in € 31.12.2022 31.12.2021
Körperschaftsteuer 923.297,00 1.671.810,00
Aktivierter Verlustvortrag –1.935.323,00 –5.033.590,00
Aktive Latenz 584.469,00 1.029.377,00
Steuerumlagen –939.000,00 –820.000,00
KEST aus Zinsertrag WP 0,00 438,71
Ausländische Quellensteuern 33.594,29 58.722,86
Aperiodischer Steueraufwand / Ertrag 375.646,64 –395.564,77
–957.316,07 –3.488.806,20
Am 20. Jänner 2022 wurde in Österreich die stufenweise Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 25 Pro-
zent auf 23 Prozent mit Wirkung ab dem 1. Jänner 2023 beschlossen. Für die Berechnung der latenten Steuern
wurde diese Steuersatzänderung bereits berücksichtigt. Der verwendete Steuersatz beträgt 23% (gültig ab
1.1.2024), da eine Umkehr der Steuerlatenzen im Jahr 2023 nicht zu erwarten ist.
16. Zahl der Mitarbeiter
Jahresdurchschnitt 2022 2021
Arbeiter 772 788
Angestellte 635 613
Lehrlinge 92 90
1.499 1.491
17. Derivative Finanzinstrumente
Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden Bewertungseinheiten gebildet. Da in diesem Fall die derivativen Fi-
nanzinstrumente eine Bewertungseinheit mit dem zugrundeliegenden Projekt darstellen (eine effektive Hedge-
beziehung liegt vor), erfolgt keine Erfassung der negativen Marktwerte in Form einer Drohverlustrückstellung.
Liegen die Voraussetzungen nicht vor, werden für negative Marktwerte Rückstellungen für drohende Verluste
aus schwebenden Geschäften gebildet.
Es wurde ein prospektiver Effektivitätstest nach der „critical terms match“ Methode durchgeführt sowie ein re-
trospektiver Effektivitätstest nach der „cumulative dollar-offset“ Methode, wenn die Critical Terms nicht ident
waren. Der ineffektive Teil einer wirksamen Sicherungsbeziehung wird in diesem Fall sofort erfolgswirksam
erfasst. Im Jahr 2022 betrug dieser EUR 0,00 (2021: TEUR 0) und wurde unter den Finanzierungsaufwendun-
gen ausgewiesen.
a) Devisentermingeschäfte
Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden derivative Finanzinstrumen-
te wie Devisentermingeschäfte eingesetzt, um den Kalkulationskurs des Grundgeschäftes abzusichern. Das
Grundgeschäft besteht in der Regel aus Fahrzeuglieferungen mit einer Durchlaufzeit von bis zu 12 Monaten.
Bei größeren Aufträgen kann die Lieferzeit mehr als 12 Monate betragen. Dementsprechend beträgt auch hier
die Fälligkeit der Derivate mehr als 12 Monate. Absicherungen erfolgen auch für noch nicht bilanzierte Zah-
lungseingänge und Zahlungsausgänge. Bei mehrjährigen, im Detail geplanten und von allen relevanten Stellen
bewilligten Projekten mit hinreichender Finanzierung kann der Cash Flow auch aus später abzuschließenden
Verträgen resultieren, wenn dieser Cash Flow im Projektplan enthalten und die Projektdurchführung so gut
wie sicher ist.
Zum Bilanzstichtag hatte die Rosenbauer International AG Mikro-Hedging-Sicherungsbeziehungen (ein Devi-
sentermingeschäft für genau ein Grundgeschäft) im Bestand, die in den meisten Fällen innerhalb des nächsten
Geschäftsjahres auslaufen. Terminkäufe werden nicht mit Terminverkäufen aufgerechnet sondern im gesam-
ten Marktwert additiv dargestellt. Der Fair Value leitet sich aus den Beträgen ab, zu denen die betreffenden
Finanzgeschäfte am Bilanzstichtag gehandelt werden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklun-
gen aus den Grundgeschäften. Für Derivate, die Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, wird im Falle von
negativen beizulegenden Zeitwerten keine Rückstellung für Drohverluste gebildet.
in EUR 2022 2021
Bewertung Devistentermingeschäfte als Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 76.739.458,28 94.199.533,54
Positiver Marktwert 2.006.793,42 264.021,52
Negativer Marktwert 599.750,67 2.360.936,75
Bewertung Devistentermingeschäfte als Nicht-Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 0,00 0,00
Positiver Marktwert 0,00 0,00
Negativer Marktwert 0,00 0,00
Der Buchwert der Devisentermingeschäfte, der im Bilanzposten „Sonstige Rückstellungen“ enthalten ist, be-
trägt zum Stichtag EUR 0,00 (2020: TEUR 0).
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
122
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
b) Zinssicherungsgeschäfte
Zins- bzw. Zinsänderungsrisken liegen vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über
einem Jahr vor.
Aktivseitig besteht ein Zinsänderungsrisiko lediglich bei den in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapieren.
Durch regelmäßige Beobachtung der Zinsentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wert-
papierbestände, sind die Reduktion des Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das ope-
rative Geschäft.
Der Buchwert der Zinssicherungsgeschäfte, der im Bilanzposten „Sonstige Rückstellungen“ enthalten ist, ist
in nachfolgender Tabelle dargestellt:
in EUR 2022 2021
Nominalbetrag 52.000.000,00 52.000.000,00
Positiver Marktwert 0,00 0,00
Negativer Marktwert 3.847.772,16 160.860,84
18. Beteiligungsunternehmen
Siehe Beilage.
19. Sonstige Angaben
Die Aufwendungen für Abfertigungen inkl. Mitarbeitervorsorgekassen und Pensionen teilen sich wie folgt auf:
in € 2022 2021
Vorstand und leitende Mitarbeiter 408.797,23 899.187,61
Andere Arbeitnehmer 3.332.738,33 2.622.800,02
3.741.535,56 3.521.987,63
Die Vergütung des Vorstandes (ohne Sachbezüge) setzt sich aus einem fixen Bestandteil samt geldwerten Vor-
teilen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen 2022
in Summe EUR 1.349.822,50 (2021: TEUR 1.868) und gliedern sich in einen Fixbezug von EUR 1.349.822,50
(2021: TEUR 1.286) und in einen variablen Bezug von EUR 0,00 (2021: TEUR 581). Darüberhinaus wird jedem
Vorstandsmitglied ein marktübliches Dienstfahrzeug zur Verfügung gestellt, das auch privat genutzt werden
kann.
20. Honorar des Wirtschaftsprüfers
Betreffend die auf das Geschäftsjahr entfallenen Aufwendungen für den Abschlussprüfer wird von der Befrei-
ungsbestimmung gemäß § 238 Abs 1 Z18 UGB Gebrauch gemacht.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
123
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
21. Gewinnverwendungsvorschlag
Das Geschäftsjahr 2022 schließt mit einem Bilanzverlust von EUR -35.391.325,28. Der Bilanzverlust wird auf
neue Rechnung vorgetragen.
22. Nahestehende Unternehmen und Personen
Im Geschäftsjahr 2022 wurden von keiner nahestehenden Person des Aufsichtsrates sowie des Vorstandes
Leistungen bezogen (2021: TEUR 0).
23. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Februar 2023 wurde die Rosenbauer Gruppe Ziel eines Cyber-Angriffs. Eine sofort eingerichtete Task Force
arbeitete mit externen Cybersecurity-Experten und Datenforensikern zusammen und konnte den Systembe-
trieb sicher und schnellstmöglich wieder herstellen. Darüberhinaus sind nach dem Bilanzstichtag keine weite-
ren wesentlichen Ereignisse eingetreten.
24. Organe der Gesellschaft und des Konzerns
Aufsichtsrat
Christian Reisinger
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Rainer Siegel
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Bernhard Matzner
Mitglied des Aufsichtsrates
Martin Zehnder
Mitglied des Aufsichtsrates
Dem Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2022 Vergütungen in der Höhe von TEUR 127,0 (2021: TEUR169,0)
gewährt.
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert
Wolfgang Untersberger
Rudolf Aichinger
Vorstand
Sebastian Wolf
Vorsitzender des Vorstandes seit 01.08.2022
Dieter Siegel
Vorsitzender des Vorstandes bis 31.07.2022
Andreas Zeller
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Daniel Tomaschko
Mitglied des Vorstandes
Markus Richter
Mitglied des Vorstandes seit 01.12.2022
25. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen
Das den Konzernabschluss erstellende Mutterunternehmen ist die Rosenbauer International AG mit Sitz in
Leonding/Linz, Paschinger Str. 90. Der Konzernabschluss liegt beim Landesgericht Linz (FN 78543f) auf.
Zwischen der Rosenbauer International AG und dem Großteil Ihrer verbundenen Unternehmen bestehen Liefer-
und Leistungsbeziehungen aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Die Rosenbauer International AG als Grup-
penträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosenbauer Brandschutz GmbH, der Rosenbauer
E-Technology Development GmbH und der APAC Holding GmbH als Gruppenmitglieder eine Unternehmens-
gruppe iSd § 9 KStG. Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Gruppenmitgliedern besteht grundsätzlich in der
Belastungsmethode mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs über in der Gruppe noch nicht verwendete
Verlustvorträge.
Bei den immateriellen Vermögenswerten erfolgte im Jahr 2022 ein Verkauf von Entwicklungsleistungen der
Rosenbauer Karlsruhe GmbH an die Rosenbauer International AG in Höhe von 1.383.656,71 Euro (2021:
TEUR1.402).
Leonding, am 6. April 2023
Der Vorstand:
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
124
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahres ab schluss der Rosenbauer International AG, Leonding, bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und
dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der
Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlich-
keiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind
von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufs-
rechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum
dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu
diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermes-
sen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachver-
halte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sach-
verhalten ab.
Wir haben folgende besonders wichtige Prüfungssachverhalte identifiziert:
 Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen sowie
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
 Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 Umsatzrealisierung (Cut-Off)
 Drohverlustrückstellung
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unter-
nehmen sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Siehe Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Finanzanlagen und zu Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenständen sowie in den Erläuterungen zur Bilanz und im Anlagespiegel zum 31. Dezember 2022.
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind die Anteile an verbundenen
Unternehmen (79,1 Mio €), die Ausleihungen an verbundene Unternehmen (62,7 Mio €) und Forderungen
gegenüber verbundenen Unternehmen (147,8 Mio €) ausgewiesen.
Für sämtliche bedeutsame Anteile an verbundenen Unternehmen beurteilt die Rosenbauer International AG,
ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Liegen solche Anhaltspunk-
te vor, wird für das betroffene verbundene Unternehmen eine Unternehmensbewertung durchgeführt und
gegebenenfalls der Buchwert der Anteile auf das Ergebnis der Unternehmensbewertung abgeschrieben.
Die Beurteilung, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen, sowie der
Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an verbundene Unternehmen und
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erfordert Schätzungen und Ermessensentscheidungen
der gesetzlichen Vertreter.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Anteile und Ausleihungen an und Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen nicht ordnungsgemäß bewertet sind und folglich im Jahresüberschuss nicht zu-
treffend dargestellt sind. Das wesentliche Risiko besteht dabei insbesondere in der Schätzung der zukünftigen
Cash-Flows, welche zur Feststellung der Werthaltigkeit herangezogen werden. Diese Cash-Flow Schätzungen
beinhalten Annahmen, die von zukünftigen Markt- und Wirtschaftsentwicklungen beeinflusst werden.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen, Ausleihungen an
verbundene Unternehmen sowie der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen haben
wir folgende Prüfungshandlungen durchgeführt:
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
125
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
 Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunke-
nen beizulegenden Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansatzes durch das anteilige Eigen-
kapital) der Anteile an verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Zudem haben wir in Gesprächen mit den
gesetzlichen Vertretern erörtert, ob darüberhinausgehende Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunke-
nen beizulegenden Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen vorliegen.
 Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen, haben wir uns ein Ver-
ständnis über den Planungsprozess und der Gestaltung und Einrichtung der diesbezüglichen internen Kont-
rollen verschafft und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichts-
rat bzw Gesellschaftern genehmigten Budgetzahlen sowie der Mittelfristplanung abgeglichen.
 Die wesentlichen wertbestimmenden Annahmen haben wir mit den verantwortlichen Mitarbeitern einge-
hend besprochen und Erwartungen über die künftigen Entwicklungen mit den vom Unternehmen verwen-
deten externen Markteinschätzungen abgeglichen.
 Die Planungsgenauigkeit haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tat-
sächlich eingetretenen Werten beurteilt.
 Die Methodik zur Durchführung des Wertminderungstests sowie zur Ermittlung der Kapitalkostensätze ha-
ben wir unter Einbindung unseres Bewertungsspezialisten nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entspre-
chenden Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen
haben wir durch einen Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Ange-
messenheit beurteilt und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
 Bei Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen,
die nicht bereits durch die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen abgedeckt waren, haben
wir weiters mittels Überfälligkeitsanalysen überprüft, ob Wertberichtigungsbedarf bei diesen Positionen
gegeben ist. Dabei haben wir auch die finanzielle Situation der verbundenen Unternehmen gewürdigt.
 Abschließend haben wir untersucht, ob die Erläuterungen der Rosenbauer International AG zu Finanzanla-
gen und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Anhang vollständig und sachgerecht sind.
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstän-
den, sowie in den Erläuterungen zur Bilanz zum 31. Dezember 2022.
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 50,9 Mio € ausgewiesen.
Die Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basiert auf der Einschätzung der Bonität
der Kunden durch das Management. Diese wird jährlich im Rahmen der Abschlusserstellung durchgeführt.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ordnungs-
gemäß bewertet sind und folglich im Jahresabschluss nicht zutreffend dargestellt sind. Das wesentliche Risiko
besteht dabei in der Einschätzung der Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit von Kunden die vertraglich
vereinbarte Gegenleistung in voller Höhe zu leisten – insbesondere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir folgende we-
sentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
 Wir haben ein Verständnis über den Prozessablauf und die darin implementierten Kontrollen zur Über-
wachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kritisch analysiert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
 Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen und Ri-
sikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kundenforderungen zum 31. Dezember 2022.
 Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit
dem Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten
Elemente in den vertraglichen Grundlagen, den erhaltenen Dokumentationen und sonstigen internen und
externen Informationen gelegt.
 Abschließend haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prüfungszeitpunkt durch-
geführt, indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zahlungseingänge nachgewiesen werden
konnten und somit die Werthaltigkeit der Forderungen nachgewiesen wurde.
Umsatzrealisierung (Cut-Off)
Siehe Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstän-
den sowie Umsatzerlösen zum 31. Dezember 2022.
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Umsatzerlöse in Höhe
von 443,8 Mio € ausgewiesen. Die periodengerechte Erfassung der Umsatzerlöse erfolgt in der Rosenbauer
International AG auf Basis des Übergangs der Chancen und Risiken.
Die Umsatzerlöse stellen für (potentielle) Investoren und Abschlussadressaten ein wesentliches Entschei-
dungskriterium dar, um die Markterfolge und die Entwicklung der Gesellschaft zu beurteilen.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Umsatzerlöse aufgrund einer fehlerhaften Beurteilung des
Chancen- und Risiko-Übergangs nicht korrekt erfasst wurden. Zudem besteht das Risiko, dass Sonderfälle in
der Umsatzrealisierung (zB Bill- and Hold Vereinbarungen) nicht angemessen beurteilt werden.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Umsatzrealisierung haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
 Wir haben uns ein Prozessverständnis über die Umsatzrealisierung verschafft und Design und Implementie-
rung von Kontrollen in Zusammenhang mit der periodengerechten Erfassung von Umsatzerlösen beurteilt.
 Mittels aussagebezogener Prüfungshandlungen (Cut-Off-Testing) haben wir geprüft, ob eine periodenge-
rechte Umsatzabgrenzung erfolgt ist. Dabei haben wir Stichproben von Umsatzstornos nach dem Stichtag
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
sowie Verkaufstransaktionen kurz vor dem Stichtag gewürdigt, um die periodenrichtige Erfassung von Um-
satztransaktionen zu gewährleisten.
 Weiters haben wir eine Saldenbestätigungsaktion basierend auf einer statistischen Auswahl durchgeführt.
Drohverlustrückstellungen
Siehe Anhang Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zu Rückstellungen zum 31. Dezember 2022.
Das Risiko für den Abschluss
m Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2022 sind Drohverlustrückstellungen
in Höhe von 0,5 Mio € ausgewiesen. Diese beziehen sich vor allem auf Fertigungsaufträge am Projektbeginn,
wenn der größte Einfluss aus Marktvolatilitäten besteht und noch nicht im Rahmen der Vorratsbewertung
berücksichtigt werden kann.
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2022 vorhandenen hohen Inflation sowie des schwierigen Marktumfelds, be-
steht für den Abschluss das Risiko, dass eine zu geringe Drohverlustrückstellung erfasst wurde.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Drohverlustrückstellungen haben wir folgende wesentliche Prüfungshandlungen durchge-
führt:
 Wir haben uns ein Prozessverständnis über die Ermittlung und Berechnung der Drohverlustrückstellungen
verschafft und Design und Implementierung von Kontrollen in Zusammenhang mit der vollständigen und
richtigen Erfassung dieser beurteilt.
 Wir haben bei Inputparametern, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit
dem Management durchgeführt und diese kritisch auf Nachvollziehbarkeit und Plausibilität gewürdigt. Da-
bei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten Elemente in den erhaltenen Dokumen-
tationen und sonstigen internen und externen Informationen gelegt.
 Wir haben die Ableitung der Berechnung zur Drohverlustrückstellung auf die korrekte Rechenweise des
Bewertungsmodells, sowie der zugrunde liegenden Basisdaten überprüft.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht
und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir
geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sons-
tigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmig-
keiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprü-
fers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche
falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu be-
richten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und
des Prüfungsausschusses für den Jahres ab schluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues
Bild der Vermögens , Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Ver-
treter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines
Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rech-
nungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzli-
chen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzu-
stellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesell-
schaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahres ab schlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichi-
schen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführ-
te Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angese-
hen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
127
Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
 Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, füh-
ren sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlun-
gen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellun-
gen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
 Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit
dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
 Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungs-
methoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in
der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
 Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsat-
zes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage
der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche
Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen An-
gaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
 Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
 Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich
etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung er-
kennen, aus.
 Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhal-
tensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und
sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie
sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen
auswirken.
 Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjah-
res waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachver-
halte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die
öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachver-
halt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird,
dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen
würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen,
ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen
aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit
den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wor-
den, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahres-abschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Ver-
ständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im
Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 13. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 21. Oktober
2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2022 endende
Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 Abschlussprüfer der Gesell-
schaft.
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Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Be-
richt an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben
und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesell-
schaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirt schafts prüfer ist Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, 13.April 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich
ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss
Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstan-
dards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftser-
gebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 6. April 2023
Sebastian Wolf Andreas Zeller Daniel Tomaschko Markus Richter
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Global Marketing, Global Area Oragnisation Produktion Units, Preventive Group Controlling,
Produkt Management & APAC, CEEU, MENA, Fire Protection und Order Group Accounting & Tax,
Innovation, Group NISA und NOMA, Centers, Supply Chain Group IT, Group Legal &
Communication, Investor Customer Service & Management, Quality Compliance, Group
Relations & CSR, Human Digital Solutions, Management, Audit, Group Treasury &
Resources, Fire & Saftey Sales Administration Central Technics Insurance
Equipment
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2022
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Konzernlagebericht | Konzernabschluss | Lagebericht | Jahresabschluss