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Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Jahresfinanzbericht 2021
WIR STELLEN UNS NEUEN
HERAUSFORDERUNGEN
ENTDECKE UNSERE EXPEDITION IN EIN VERANTWORTUNGSVOLLES JAHRZEHNT
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Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
1
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Inhalt
02 KONZERNLAGEBERICHT
3 Grundlagen des Unternehmens
9 Wirtschaftsbericht
20 Weitere rechtliche Angaben
23 Risiken und Chancen
28 Prognosebericht
32 KONZERNABSCHLUSS
123 Bestätigungsvermerk
129 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
130 ROSENBAUER
INTERNATIONAL AG
131 Lagebericht
158 Jahresabschluss
184 Bestätigungsvermerk
189 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
INHALT
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
2
3 Grundlagen des Unternehmens
4 Wirtschaftsbericht
10 Weitere rechtliche Angaben
23 Risiken und Chancen
28 Prognosebericht
KONZERN-
LAGEBERICHT
Stromversorgung
Der Rosenbauer
Stromerzeuger produziert
so viel Energie, dass bei
Überschwemmungen
mehrere Tauchpumpen
gleichzeitig betrieben
werden können, etwa um
Keller auszupumpen.
220
GEHALTENE PATENTE
24,3
FÜR F&E (IN MIO EURO)
2
UNTERNEHMENSAUFSTELLUNG
Weltweit führender Systemanbieter für den Brandschutz
Rosenbauer ist der weltweit führende Systemanbieter für den
vorbeugenden und abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz.
Die internationale Unternehmensgruppe entwickelt und produ-
ziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und digitale Lösungen
für Berufs-, Betriebs-, Werks- und freiwillige Feuerwehren sowie
Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.
Die börsennotierte Rosenbauer International AG mit Sitz in
Leonding, Österreich, fungiert als Mutterunternehmen des
Rosenbauer Konzerns. Sie ist gleichzeitig die größte Produktions-
gesellschaft, die Forschungs- und Entwicklungszentrale und
zeichnet für die Steuerung der Gruppe verantwortlich.
Im Jahr 2021 erwirtschaftete der Rosenbauer Konzern einen
Umsatz von 975,1 Mio €. Die einzelnen Produktgruppen haben
dazu wie folgt beigetragen: Fahrzeuge 76 %, Ausrüstung 9 %,
Vorbeugender Brandschutz 3 %, Customer Service 8 % und
Sonstige Umsätze mit 4 %. Mit einem Weltmarktanteil von zuletzt
14,8 %
1
ist Rosenbauer der führende Hersteller von Feuerwehr-
fahrzeugen.
Einzigartiges globales Netzwerk
Der Rosenbauer Konzern betreibt 15 Produktionsstandorte in
neun Ländern auf drei Kontinenten und deckt mit Produkten aus
europäischer, US-amerikanischer und asiatischer Fertigung alle
wichtigen Normenwelten ab. Dazu kommen eigene Vertriebs- und
1
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2020. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der
Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen.
Servicegesellschaften in 14 Ländern sowie an die 240 selbststän-
dige Handelspartner rund um den Globus.
Die Vertriebsorganisation ist geografisch nach fünf Absatzregio-
nen ausgerichtet: CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nord-
europa, Iberien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten
und Nordafrika), APAC (Asien-Pazifik) und NOMA (Nord- und
Mittelamerika). Die Areas sind für alle Geschäfte in ihrer Region
verantwortlich. Sie erheben die Markterfordernisse, initiieren die
Produktentwicklungen, sind für Vertrieb und Service zuständig
und betreiben einige der Produktionsstätten. Die Area-Organisa-
tion soll dazu beitragen, etablierte Märkte zu stärken und bisher
kaum erschlossene Märkte gezielt zu entwickeln. Die Aktivitäten
im Vorbeugenden Brandschutz werden in einem eigenen Segment
dargestellt.
Insgesamt ist Rosenbauer in rund 120 Ländern vertreten und
verfügt damit über ein in der Feuerwehrbranche einzigartiges
internationales Netzwerk.
Nummer 1 bei Innovationen
Mit seinen innovativen Produkten definiert Rosenbauer den Stand
der Technik und entwickelt aktiv die Kundennachfrage. Forschung
& Entwicklung haben einen dementsprechend hohen Stellenwert
für den Konzern. Der Rosenbauer Innovationsprozess integriert
systematisch die branchenrelevanten Megatrends, Erkenntnisse
aus der Marktbeobachtung, Kundenanforderungen und Mitarbei-
tervorschläge. Der Rosenbauer Konzern hält rund 220 Patente in
den verschiedenen Produktbereichen.
2021 hat der Konzern 24,3 Mio € (2020: 19,9 Mio €) für
For
schung und Entwicklung aufgewendet. Das sind 3,8 % (2020:
Grundlagen
des Unternehmens
Umsatz nach Produktsegmenten 2021
8 % Customer Service
9 % Ausrüstung
3 % Vorbeugender
Brandschutz
4 % Sonstige
76 % Fahrzeuge
2021
2020
2019
F&E (in Mio €) F&E-Quote
24,3
19,9
3,8 %
2,6%
20,2
3,0 %
Forschung und Entwicklung/F&E-Quote
KONZERN-
LAGEBERICHT
3
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
2,6 %)
der relevanten Nettoerlöse der Eigenproduktion. Die
Aktivierungsquote betrug 36,7 % (2020: 32,9 %) und betraf
Entwicklungen in Österreich und Deutschland. 50 % (2020: 52 %)
der Entwicklungskosten in Höhe von 12,2 Mio € (2020: 10,3Mio€)
entfielen auf die Rosenbauer International AG, das konzernweite
Kompetenzzentrum für Kommunal- und Spezialfahrzeuge,
Feuer löschsysteme und Ausrüstung.
PRODUKTE UND LEISTUNGEN
Fahrzeuge
Feuerwehrfahrzeuge werden in Kommunal-, Flughafen- und In-
dustriefahrzeuge unterteilt sowie nach Hauptfunktionen typisiert.
Rosenbauer hat in jeder Kategorie komplette Baureihen im
Programm, das Portfolio umfasst Lösch- und Rüstfahrzeuge,
Hilfeleistungs- und Logistikfahrzeuge, Spezial- und Sonderfahr-
zeuge sowie Drehleitern und Hubrettungsbühnen. Die Produktion
erfolgt in Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien, Spanien,
Russland, Saudi-Arabien, Singapur und in den USA, Endmontagen
in der Schweiz, in Großbritannien und Südafrika.
Rosenbauer produziert als einziger internationaler Feuerwehraus-
statter alle Typen von Feuerwehrfahrzeugen sowohl nach
euro päischem (EN 1846) als auch nach US-Standard (NFPA
1901). Damit sind weite Teile der Feuerwehrwelt abgedeckt
(Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Westasien). Fahrzeuge für
China (China Compulsory Certification), Japan (TRIAS), Australien
(Australian Design Rules) und Russland (GOST) werden nach
länderspezifischen Normen gebaut und müssen gesondert
zertifiziert werden.
Feuerwehrfahrzeuge werden in der Regel auf LKW-Serienchassis
aufgebaut. Da diese rund 30 % der Herstellkosten ausmachen,
lässt sich mit eigenen Fahrgestellen die Wertschöpfung erhöhen.
Rosenbauer baut insbesondere US-Fahrzeuge, die komplette
PANTHER Baureihe und den neuen RT auf eigenen Chassis auf.
Auch die in den Fahrzeugen verbaute Löschtechnik stammt
überwiegend aus eigener Produktion. Das macht Rosenbauer zum
Komplettanbieter und verschafft im Wettbewerb Vorteile gegen-
über Aufbauherstellern, die über keine eigenen Chassis verfügen
und/oder die „Herzstücke“ ihrer Fahrzeuge zukaufen müssen. Die
Produktion der Löschsysteme (Einbaupumpen, Schaumzumisch-
systeme, Werfer, Tragkraftspritzen) erfolgt für den gesamten
Konzern am Standort Leonding.
Die Beschaffung von Feuerwehrtechnik und insbesondere von
Feuerwehrfahrzeugen erfolgt weltweit vorwiegend über öffentli-
che Ausschreibungen. Dabei ist seit Jahren ein Trend zu Einkaufs-
gemeinschaften und Sammelausschreibungen bemerkbar, der in
vielen Ländern zu einem verschärften Preiswettbewerb geführt hat.
Ausrüstung
Rosenbauer ist auch im Ausrüstungsbereich Komplettausstatter
der Feuerwehren. Strategische Schlüsselprodukte werden im
Unternehmen entwickelt, im Haus bzw. bei Vertragspartnern
gefertigt und als Eigenmarken vertrieben. Zu diesen gehören
unter anderem Hohlstrahlrohre, Tauchpumpen, Hochleistungs-
lüfter und Stromerzeuger sowie Feuerwehrhelme, Schutzanzüge,
Einsatzstiefel und -handschuhe. Sie sind allesamt im obersten
Qualitätssegment angesiedelt und zeichnen sich durch hohe
Funktionalität, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie durch ein
attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
In allen Areas sind Ausrüstungsspezialisten tätig, die sich gezielt
um den Verkauf der Eigenprodukte kümmern. Über die Ausstat-
tung mit Ausrüstungsprodukten ist Rosenbauer kontinuierlich mit
seinen Kunden in Kontakt.
Vorbeugender Brandschutz
Im Vorbeugenden Brandschutz beschäftigt sich Rosenbauer mit
der Planung, Errichtung und Wartung von ortsfesten Löschanla-
gen. In Österreich gehört die Recyclingbranche zu den wichtigs-
ten Abnehmern von Brandschutzanlagen. Das Angebotsspektrum
umfasst sowohl wasser- als auch schaumbasierte Löschsysteme
und reicht von Sprinkler- und Sprühanlagen über Gas- und
Küchenlöschanlagen bis hin zu Werfer löschanlagen inklusive
Brandmelde- und Brandfrüherkennungssystemen. Wesentliche
Teile der Gewerke wie die montage fertigen Sprinklerrohrsysteme,
Werfer und Druckluftschaum systeme stammen aus eigener
Produktion.
Darüber hinaus hat Rosenbauer halbstationäre Lösungen wie
die CAFS/Pulverlöschanlage RPE Twin Agent sowie mobile
Lösungen wie die trag- bzw. fahrbaren RFC POLY Löschsysteme
im Sortiment.
Die Betriebssicherheit der Anlagen wird durch ein umfassendes
Wartungs- und Serviceangebot sichergestellt. Dieses beinhaltet
die Erstellung anlagenspezifischer Wartungskonzepte und deren
Ausführung durch eigens geschultes Service-Personal.
Customer Service
Der Customer Service ist ein strategisch wichtiges Standbein im
Feuerwehrgeschäft. Er führt die erste Produktschulung bei den
Kunden durch und bleibt in der Regel über den gesamten
Produktlebenszyklus an deren Seite. Das Angebot des Customer
Service umfasst neben einem fein abgestimmten Wartungs- und
Servicekatalog auch eine breite Palette an Bediener- und
Anwenderschulungen sowie Trainings in Fahrtechnik und
Einsatztaktik auf modernsten Simulatoren. Erfahrene Trainerin-
nen und Trainer gestalten die Kurse praxisnah und methodenreich
entweder vor Ort beim Kunden, in einem Rosenbauer Schulungs-
zentrum oder auch online via Web-Meetings.
4
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Auf Wunsch fungiert Rosenbauer als Full-Service-Provider und
übernimmt das komplette Flottenmanagement. Rosenbauer ist
mit rund 25 eigenen Servicestandorten in allen Areas und ca.
500 Servicekräften immer nahe am Kunden. Hinzu kommen
ungefähr 150 Servicepartner mit zumeist eigener Werkstattinfra-
struktur. Damit bietet Rosenbauer weltweit mit Abstand das
beste und größte Servicenetzwerk in der Branche.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag
2021 auf der Weiterentwicklung des bestehenden Produktange-
botes und der Ausweitung der elektrischen Fahrzeugflotte. Die
Vorstellung der Produktneuheiten erfolgte pandemiebedingt im
Rahmen einer internationalen virtuellen Messe im März 2021.
Dieses Format bietet den Vorteil, Kunden über alle Zeitzonen
hinweg über die Neuheiten zu informieren und sich mit ihnen via
Live-Chat auszutauschen.
Zu den wichtigsten Innovationen im Berichtsjahr zählen beispiels-
weise das RFC Battery Extinguishing System, ein innovatives
Löschsystem für E-Autos, die BOROS Feuerwehrstiefel, der
HEROS H30 Feuerwehrhelm sowie das neue Lüftersystem RTE AX
B16. Darüber hinaus startete Rosenbauer mit der Realisierung
der ersten E-Drehleiter auf Basis der L32A-XS.
Löschfahrzeug mit Elektroantrieb
Mit dem Revolutionary Technology (RT) läutete Rosenbauer eine
neue Ära der Löschfahrzeuge ein. Seit Anfang 2021 testen die
Feuerwehren Amsterdam, Berlin und Dubai als Innovationspartner
den RT und stellen die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die
Serienentwicklung und -produktion zur Verfügung. Den ersten
Flottenauftrag für vier RTs erteilte die Berufsfeuerwehr des Kantons
Basel-Stadt im Berichtsjahr. Im März 2022 erfolgte die Auslieferung
des ersten RTX an das Los Angeles Fire Department, Kalifornien.
Als komplette Neuentwicklung verkörpert der RT die nächste
Generation im Feuerwehrfahrzeugbereich. Nicht nur die Antriebs-
technik ist revolutionär, sondern auch die Fahrzeugarchitektur
und damit die komplette Aufbauphilosophie sowie die durchgän-
gig intuitive Bedienbarkeit. So können alle Funktionen des RT, von
der Beleuchtung bis hin zur Löschtechnik, digital gesteuert
werden. Alle Fäden eines Einsatzes laufen im RT als Informations-
und Kommandozentrale zusammen. Dafür baut er ein eigenes
abgesichertes WLAN auf, fungiert als drahtloser Steuerstand für
Roboter, Drohnen und Sensorsysteme und sorgt für die Vernet-
zung mit der Einsatzleitstelle, dem Datencenter, dem World Wide
Web und in Zukunft mit dem Internet der Dinge (IoT).
Die Hochvolt-Batteriespeicher des RT liefern in der 132-kWh-
Variante ausreichend Energie, um damit nicht nur den Fahrantrieb
zu speisen, sondern einen kompletten Feuerwehreinsatz
elektrisch abarbeiten zu können. Dies gilt sowohl für technische
Einsätze als auch für kürzere Löscheinsätze, da die Pumpe
ebenfalls elektrisch betrieben wird. Für längere Löscheinsätze ist
im Fahrzeug ein Range Extender verbaut, der aus einem moder-
nen 6-Zylinder-Dieselmotor und einem Stromgenerator besteht.
Mit diesem Tandem wird der RT zu einem mobilen Kraftwerk, das
nicht nur die Akkus automatisch wieder auflädt, wenn mehr
Energie verbraucht wird, als in ihnen gespeichert ist, sondern
auch an der Einsatzstelle eine Notstromversorgung sicherstellt.
Auszeichnungen für den Revolutionary Technology
Rosenbauer zählt zu den Vorreitern bei Produktentwicklungen
und ist Weltmarktführer im Bereich abwehrender Brandschutz.
Dies bescheinigen auch die erhaltenen Auszeichnungen wie der
„Österreichische Staatspreis für Innovation“.
Mit dem Staatspreis Innovation werden jährlich herausragende
Leistungen von heimischen Unternehmen gewürdigt. Er wird im
Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Digitalisie-
rung und Wirtschaftsstandort von der Austria Wirtschaftsservice
GmbH organisiert. Die Teilnehmenden kommen aus allen
österreichischen Bundesländern, die diese im Rahmen eigener
regionaler Innovationspreisen ermitteln. Marktreif sollten die
eingereichten Innovationen sein und erste Erfahrungen über ihre
Auswirkungen bereits vorliegen. Beim Rosenbauer Revolutionary
Technology war beides der Fall.
Der RT vereint Design, Anwenderfreundlichkeit, Nachhaltigkeit
und zukunftsweisende Technologien, die den Feuerwehren den
Weg in eine nachhaltige und digitale Zukunft ebnen. Dies
überzeugte auch die Red Dot Jury, die den RT mit dem Red Dot
Design Award 2021 in der Kategorie Product Design auszeichnete.
Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für den RT auf mehr als
3.200 Fahrzeuge bis 2030, wobei die Nachfrage nicht nur von
kommunalen Feuerwehren, sondern auch von Flughafenbetreibern
und Industrieunternehmen kommt. In Europa könnten 2025 bereits
700 bis 800 derartige Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz sein.
Erweiterung der elektrischen Fahrzeugflotte
Im Berichtsjahr erfolgte mit der Elektrifizierung der ersten
Drehleiter L32A-XS auf einem Volvo FE Electric Chassis auch der
Startschuss für die Erweiterung der elektrischen Fahrzeugflotte.
Das in den letzten Jahren erarbeitete Know-how im Bereich der
Hochvolt-Technologie fließt in diese Entwicklung maßgeblich ein.
Die Funktionalität und der Nutzen haben dabei oberste Priorität.
Eine E-Drehleiter muss ebenso funktionell, leistungsfähig und
zuverlässig sein wie die bewährte Standarddrehleiter. Der
Prototyp auf Basis der DIN EN 14043:2014 und EN 1846 soll im
Sommer 2022 präsentiert werden. Mit Schutz & Rettung Zürich,
der größten zivilen Rettungsorganisation in der Schweiz, steht
5
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
auch bereits der erste Leadkunde für den Testbetrieb fest. Mit
der E-Drehleiter L32A-XS unterstreicht Rosenbauer seine
führende Rolle als Trendsetter in der Feuerwehrbranche.
Bereits heute bietet Rosenbauer seinen Kunden die Möglichkeit
der Wahl: Das gewünschte elektrische Kommunalfahrzeug
entweder auf einem von Rosenbauer entwickelten Chassis wie
beim RT oder auf einem Serienchassis wie bei der E-Drehleiter
oder dem Logistikfahrzeug fertigen zu lassen.
Es ist geplant das Angebot der elektrischen Fahrzeugflotte
sukzessive auszubauen, mit dem Ziel 2023 in jeder Fahrzeugkate-
gorie ein Modell mit alternativem Antrieb anbieten zu können.
Das nächste Modell wird im Juni auf der Interschutz 2022 der
Öffentlichkeit präsentiert.
Digitale Produkte und Services
Rosenbauer Digital Solutions hat intensiv an der Weiterentwick-
lung der Produkte gearbeitet, um die digitale Kundenerfahrung zu
verbessern. So wurde ein neues Dashboard für RDS Connected
Fleet entwickelt, über das Fahrzeug- und Flottendaten in Echtzeit
abrufbar und analysierbar sind. Mit Connected Command bietet
RDS eine 360-Grad-Sicht auf alle relevanten Informationen zum
Einsatzort in Echtzeit. Alle Daten laufen über die gesicherte
europäische RDS-Cloud.
2022 wird eine Mobile App von RDS Connected Command
entwickelt und in die verstärkte Einbindung von weiteren
Rosenbauer und Partnerprodukten investiert. Das Nutzerwachs-
tum und die Steigerung der Kundenzufriedenheit sind bei
digitalen Produkten die wesentlichen Ziele für die Positionierung
von Rosenbauer als Technologie- und Innovationsführer.
Innovatives Batteriebrandlöschsystem für E-Autos
Laut Verband der europäischen Autohersteller (ACEA) stieg die Zahl
der Neuzulassungen von vollelektrischen Autos in der EU 2021 um
63 % gegenüber dem Jahr davor. Dies entspricht etwa 880.000
neuen Fahrzeugen, die nun auf Europas Straßen unter wegs sind.
Die ständig steigende Zahl von E-Autos stellt auch Feuerwehren
vor neue Herausforderungen in der Brandbekämpfung.
Rosenbauer hat mit dem RFC Battery Extinguishing System
ein Löschsystem für ein schnelles und sicheres Löschen von
Batterien basierend auf Lithium-Ionen-Technologie auf den Markt
gebracht. Das Löschsystem bringt das Löschwasser genau
dorthin, wo es zur Kühlung der Zellen und Module benötigt wird
– direkt in das Akkugehäuse. Hierfür wird der Löschdorn mit
einer Kraft von mehreren Tonnen in den Akku getrieben und das
Löschwasser durch die perforierte Löschlanze direkt im Inneren
des Akkus ausgebracht. Das Wasser füllt das Akkugehäuse
vollständig und führt damit zu einer effizienten Kühlung. Die
Wassermenge eines normalen TLF/HLF reicht aus, um den
Löscherfolg sicherzustellen. Für die Versorgung mit Löschwasser
genügt eine Normaldruck-Pumpe. Dadurch wird sehr ressourcen-
schonend gelöscht und die Ausbreitung der Rauchgase auf ein
Minimum reduziert.
Die Einsatzkräfte müssen sich dafür nur kurz in der Nähe des
brennenden Fahrzeuges aufhalten, da das System über die
Bedieneinheit aus der Entfernung aktiviert werden kann. Das
System vereint somit Sicherheit für die Einsatzkräfte und Effizienz
in der Brandbekämpfung.
ZIELE, STRATEGIE UND STEUERUNG
Als Trendsetter der Branche prägt Rosenbauer den Brand-
und Katastrophenschutz durch richtungsweisende Innovationen
und herausragende Produkte. Auch mit Blick auf die Zukunft
verfolgt das Unternehmen den Anspruch, Vorreiter bei Weiterent-
wicklungen im Bereich der Feuerwehrtechnik zu sein. Rosenbauer
strebt in allen Bereichen die Spitzenposition an. Oberstes
Unternehmensziel ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen und
den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern. Bei der
Umsetzung dieses Führungsanspruchs profitiert Rosenbauer von
den Stärken des Unternehmens:
einem resilienten Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil
öffentlicher Kunden,
der globalen Präsenz und dem umfassenden Leistungsangebot
als einziger Systemanbieter für den vorbeugenden und
abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz,
seiner Rolle als Innovations- und Technologieführer,
einer starken vertikalen Integration und industriellen
Fertigungsmethoden,
dem weltweiten Ansehen der Marke Rosenbauer sowie
seinen kompetenten und engagierten Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern.
Ausgangspunkt für die unternehmerischen Entscheidungen
und die Steuerung des Konzerns ist die Mittelfristplanung, die für
einen Zeitraum von drei Jahren erstellt wird. Aus dieser Mittel-
fristplanung werden das Investitions- und das Jahresbudget
abgeleitet. Zur unterjährigen Steuerung wird monatlich das
Jahresbudget für die jeweiligen Areas sowie die operativen
Gesellschaften hinsichtlich Zielerreichung überprüft. Dabei
werden unter anderem Soll-/Ist- und Vorjahresvergleiche sowie
Abweichungsanalysen und Vorschaurechnungen durchgeführt.
Die wichtigsten Steuerungsgrößen im Konzern sind der Umsatz
und das operative Ergebnis (EBIT), die operative Marge (EBIT-
Marge), der ROCE (Return on Capital Employed) sowie das
Ergebnis vor Steuern. Weitere relevante Leistungs indikatoren
sind der Auftragseingang und der Auftragsbestand.
6
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Rosenbauer ist sich seiner besonderen sozialen Verantwortung
als Ausstatter der Feuerwehren, deren Mitglieder ein hohes
gesellschaftliches Engagement zeigen, bewusst. Die Unter-
nehmensgruppe berücksichtigt daher in ihrem wirtschaftlichen
Handeln auch nichtfinanzielle Faktoren aus den Bereichen
Umwelt, Human Resources und Compliance, legt großen Wert auf
Nachhaltigkeit und betreibt einen kontinuierlichen Austausch mit
seinen Stakeholdern (siehe Rosenbauer Nachhaltigkeitsbericht
auf www.rosenbauer.com).
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
1, 2
Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft hat sich 2021 nach einem pandemiebedingten
Einbruch im Jahr davor wieder teilweise erholt und ist nach
Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 5,9 %
deutlich gewachsen. Insbesondere die schlechten Nachrichten
des zweiten Halbjahres haben die wirtschaftliche Entwicklung
verlangsamt und eine breitere Erholung vereitelt.
Nachdem die Zahl der täglichen Todesfälle mit COVID-19 von
August bis Oktober weltweit stark gesunken ist, hat das Auftreten
der Omikron-Variante im November zu neuen Reisebeschränkun-
gen und höherer Volatilität an den Finanzmärkten geführt. Die
neue Virusmutation zieht scheinbar im Vergleich zu Delta mildere
Krankheitsverläufe und weniger Hospitalisierungen nach sich, sie
ist aber um ein Vielfaches infektiöser.
Darüber hinaus haben die Störungen der internationalen Lieferket-
ten die wirtschaftliche Aktivität belastet und die Produktion, vor
allem in Europa und in den USA, behindert. Nach einer IWF-Team-
analyse könnten diese Unterbrechungen im Berichtsjahr zwischen
0,5 und 1,0 Prozentpunkte Wachstum gekostet und einen
Prozentpunkt zur Kerninflation beigetragen haben. Die Inflation ist
zuletzt insgesamt, je nach Region getrieben durch unterschied-
liche Faktoren, kontinuierlich gestiegen.
Nordamerika
Das Wachstumstempo der nordamerikanischen Wirtschaft ist in
der zweiten Jahreshälfte 2021 geringer ausgefallen als erwartet.
Sowohl der private Konsum als auch die Produktion haben sich in
dieser Zeit merklich eingebremst. Dabei haben die neuerlichen
Ausbrüche von COVID-19, Materialknappheit, steigende Energie-
kosten und die nachlassende steuerliche Unterstützung privater
Einkommen für Gegenwind gesorgt. Mit einem Plus von 5,6 %
beziehungsweise 4,7 % sind die Wachstumsraten der USA und
Kanadas hinter den letzten Prognosen zurückgeblieben.
1
IWF, World Economic Outlook, Update, 25. Jänner 2022.
2
Weltbank, Global Economic Prospects, 11. Jänner 2022.
Unter diesen Vorzeichen hat der IWF auch seinen regionalen
Ausblick für 2022 zurückgenommen. Die USA sollen demnach im
nächsten Jahr um 4,0 % wachsen, wobei hier zusätzlich auf das
vorzeitige Ende der akkommodierenden geldpolitischen Ausrich-
tung der Fed hingewiesen wird. Der 1,2 Billionen $ schwere
US-Infrastrukturplan sollte gleichzeitig in seinem ersten Jahr nur
begrenzte Wirkung zeigen. Die kanadische Wirtschaft sollte 2022
unter dem Eindruck einer schwächeren Auslandsnachfrage um
4,1 % zulegen.
Europa
Nach einem bemerkenswerten Aufschwung im zweiten und
dritten Quartal ist die europäische Wirtschaft in den letzten drei
Monaten des Berichtsjahres wieder langsamer gewachsen. Die
Ursachen dafür sind das Wiedererstarken der COVID-19-Pande-
mie, der anhaltende Druck auf die Produktion durch die gestör-
ten, globalen Lieferketten sowie die höheren Energiepreise.
Trotzdem ist das Wachstum Europas mit 5,2 % zum Jahresende
recht solide ausgefallen.
Im laufenden Jahr wird die wirtschaftliche Leistung lediglich um
3,9 % steigen, was vor allem an Deutschland und seiner Sensibili-
tät gegenüber Lieferkettenproblemen liegt. Auch die jüngsten
Mobilitätsbeschränkungen werden das Wachstum der Eurozone
dämpfen. Das stärkste Plus sollte mit 5,8 % voraussichtlich
Spanien verzeichnen. Das Land musste aber auch gemäß
IWF-Ländervergleich im ersten Pandemie-Jahr den schärfsten
Einbruch hinnehmen.
Asien
Die Schwellenländer Asiens sind 2021 durchwegs gewachsen
und haben zum Teil verlorenes Terrain wieder wettgemacht. So
hat der Wirtschaftsraum im vergangenen Jahr um 7,2 % zuge-
legt, Den höchsten Zuwachs konnte mit 9,0 % Indien verbuchen.
Wiederkehrende Ausbrüche von COVID-19, Unterbrechungen der
industriellen Produktion durch Stromausfälle, rückläufige Immo-
bilienveranlagungen und eine überraschend schnelle Reduktion
öffentlicher Investitionen haben China ab Jahresmitte an Dynamik
einbüßen lassen. Das Wachstum der Volksrepublik belief sich
folglich zum Jahresende auf 8,1 % belaufen.
Für 2022 muss die asiatische Wirtschaft ebenfalls mit einem
niedrigeren Wachstum in Höhe von 5,9 % rechnen. Indien soll
laut aktueller Prognose des IWF abermals ein Plus von 9,0 %
erreichen, China wird wegen seiner Null-Toleranz-Politik bei der
Pandemiebekämpfung und den Ausgabenkürzungen im Immobi-
lienbereich auf nur 4,8 % kommen.
7
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
BRANCHENENTWICKLUNG
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen
1
von zirka
20.400 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von rund 5,3 Mrd €.
Nicht eingerechnet sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamt-
gewicht, feuerwehrtechnische Ausrüstung, Service und stationäre
Anlagen.
Basierend auf internen Schätzungen von Rosenbauer dürfte sich
das globale Marktvolumen im Berichtsjahr seitwärts entwickelt
haben, was auf die teils rigorosen Maßnahmen zur Pandemiebe-
kämpfung und die massiven Störungen der internationalen
Lieferketten zurückzuführen ist.
Die stärksten Absatzregionen
sind Europa, Nordamerika und Asien; die größten Einzelmärkte
sind die USA, China und Deutschland.
Nordamerika
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt hat sich 2021 der
COVID-19-Pandemie zum Trotz in sehr guter Verfassung präsen-
tiert. Das Beschaffungsvolumen dürfte in den vergangenen zwölf
Monaten auf über 6.000 Fahrzeuge gestiegen sein. Dazu haben
sowohl umfangreiche Förderprogramme für den Katastrophen-
schutz und für die E-Mobilität als auch vorgezogene Bestellungen
von Feuerwehren beigetragen, die damit längeren Wartezeiten
vorbeugen wollen.
2022 sollte sich die starke Nachfrage weiter fortsetzen. Entschei-
dend wird in der Folge sein, wie lange die aktuellen Lieferketten-
schwierigkeiten noch anhalten und die Produktion belasten
werden sowie die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Der Welthan-
del zeigte zuletzt sanfte Anzeichen einer Verbesserung.
Europa
Verschiedene Investitionsinitiativen – vornehmlich in Deutschland
– haben für eine starke Ausschreibungsaktivität gesorgt. Die
Eigenmittel der freiwilligen Feuerwehren (vor allem in der D-A-CH-
Region aber auch in Südtirol und Slowenien) sind mangels
Einnahmen aus festlichen Aktivitäten stark reduziert worden;
dieser Effekt wird sich im laufenden Jahr bei der Beschaffung von
Ausrüstung bemerkbar machen. Die Beschaffungen in den
skandinavischen Ländern könnten einen historischen Höchst-
stand erreicht haben. In einigen mittel- und osteuropäischen
Ländern laufen größere Investitionsprogramme, etwa in Polen
und in Rumänien.
Der Ausblick auf 2022 bietet ein vertrautes Bild: In der D-A-CH-
Region sollte sich die Branche weiterhin gut entwickeln, die
Projektlandschaft in Süd- und Südosteuropa präsentiert sich
1
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2020. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der
Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen.
weiter sehr dynamisch. Der Aufbauplan „NextGenerationEU“, mit
dem die Europäische Union grüner, stärker digital ausgerichtet
und krisenfester werden will, sollte zusätzliche Impulse liefern.
Asien
Der fragmentierte asiatische Feuerwehrmarkt zeigte sich auch im
zweiten Jahr der Pandemie durch COVID-19 schwer belastet.
Zwar erholt sich die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen
langsam wieder, doch viele Kommunen sehen sich mit hohen
Gesundheitskosten konfrontiert. Dazu kommen in einigen
Ländern der Region wirtschaftliche Probleme und Handelsbe-
schränkungen. Japan und Australien bilden hier die positiven
Ausnahmen.
China, der größte Einzelmarkt Asiens, hat im Zuge des Wirt-
schaftskonfliktes mit den USA vor über einem Jahr Handelsbarrie-
ren eingeführt. Seither unterliegt der Import von Feuerwehrfahr-
zeugen einer Genehmigungspflicht durch das Finanzministerium.
Rigorose Reise- und Quarantänebestimmungen sowie lokale
Lockdowns erschweren die Marktbearbeitung durch internatio-
nale Hersteller.
Auch für 2022 wird nur eine geringfügige Verbesserung der
schwachen Branchenkonjunktur erwartet. Dahinter stehen unter
anderem niedrige Impfraten, die neuerliche Ausbrüche des
Coronavirus begünstigen.
Mittlerer Osten
In vielen Ländern des Mittleren Ostens wurde die Beschaffung in
den vergangenen Jahren dezentralisiert. Dadurch wurden die
durchschnittlichen Ordergrößen kleiner und die Nachfragespitzen
haben sich geglättet. Die Auftraggeber fragen verstärkt umfas-
sende Systemlösungen nach, der reine Fahrzeugkauf ist in den
Hintergrund getreten.
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war die Weltwirtschaft mit
extremen Schwankungen des Ölpreises konfrontiert. Abhängig
von der weiteren Entwicklung im Verlauf des Jahres könnte sich
neues Potenzial für den Absatz von Rosenbauer Produkten
ergeben.
Sonstige Märkte
In Lateinamerika und Afrika besteht unverändert großer Bedarf an
Feuerwehrtechnik. Aufgrund der angeschlagenen Wirtschaft in
zahlreichen Ländern und den zusätzlichen Belastungen durch die
COVID-19-Pandemie wurden viele Projekte aber wieder verscho-
ben bzw. Auftragsvergaben zurückgestellt.
8
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
GESAMTENTWICKLUNG 2021
Die globale Feuerwehrbranche hat sich 2021 in einem insgesamt
wieder positiven konjunkturellen Umfeld seitwärts entwickelt.
Dabei hat sich die Material- und Teileversorgung der Industrie als
Folge des überraschend schnellen Anspringens der Weltwirt-
schaft ab Mitte des Jahres zusehends verschlechtert. Das hat
zusammen mit verzögerten Fahrzeugübergaben die wichtige
Jahresendrally gebremst und der Rosenbauer Konzern musste,
die Segmente Area NOMA und Vorbeugender Brandschutz
ausgenommen, in allen Vertriebsregionen niedrigere Umsätze
verbuchen.
Der Auftragseingang präsentierte sich im Vergleich dazu stark
und erreichte im Berichtsjahr mit 1.064,3 Mio € wieder das sehr
hohe Vorkrisenniveau. Insgesamt fünf von sechs Vertriebsregio-
nen haben zugelegt, nur die Area MENA war rückläufig. Die
größten Zuwächse bei den Auftragseingängen konnten die Areas
APAC, NISA und NOMA verzeichnen. Der Auftragsbestand lag mit
1.145,2 Mio € zum 31. Dezember 2021 (2020: 1.072,1 Mio €)
über einem Konzernjahresumsatz.
Ein besonderes Highlight war 2021 die Bestellung von vier
vollelektrischen Feuerwehrfahrzeugen der Modellreihe „Revolu-
tionary Technology“ (RT) durch die Berufsfeuerwehr Basel-Stadt.
Das ist somit der erste Flottenauftrag für das innovative Kommu-
nalfahrzeug seit dem Verkaufsstart im September 2020. Schon
vor 30 Jahren war es eine Schweizer Flughafenfeuerwehr, die den
ersten PANTHER in den Dienst gestellt hat, mit dem Rosenbauer
in der Folge eine neue Produktkategorie definiert hat.
UMSATZ- UND ERTRAGSENTWICKLUNG
Umsatzentwicklung
Die Umsatzerlöse sanken 2021 auf 975,1 Mio € (2020: 1.044,2
Mio €). Nach einem zufriedenstellenden ersten Halbjahr traten ab
Jahresmitte zunehmend Lieferkettenprobleme und Produktions-
störungen auf, die zu Verzögerungen von Fahrzeugübergaben
führten. Durch den neuerlichen Lockdown in Österreich im
Dezember verschoben sich in der Folge weitere Umsätze über
den Jahreswechsel hinaus. Unter diesen schwierigen Rahmenbe-
dingungen konnte die Area NOMA ihre Auslieferungen erhöhen,
das Segment Vorbeugender Brandschutz baute ebenfalls sein
Geschäftsvolumen aus.
Stärkster Umsatzbringer im Konzern war mit rund 76 % (2020:
78 %) das Produktsegment Fahrzeuge. Dahinter lag der Bereich
Ausrüstung, der mit einem Umsatz von 88,6 Mio € (2020: 86,3
Mio €) einen Anteil von 9 % (2020: 8 %) an den Gesamterlösen
hatte. Der Customer Service steuerte 8 % (2020: 7 %) und
Sonstige Umsätze 4 % (2020: 4 %) bei. Der Vorbeugende
Brandschutz erlöste 29,8 Mio € (2020: 29,1 Mio €) und trug
damit 3 % (2020: 3 %) zum Konzernumsatz bei.
Der mit Abstand größte Umsatz entfiel auf die Muttergesellschaft,
die Rosenbauer International AG, mit 444,3 Mio € (2020: 525,9
Mio €). Mit einer Exportquote von 89 % (2020: 91 %) und
Lieferungen in über 120 Länder verfügt Rosenbauer über die
größte internationale Präsenz in der Feuerwehrbranche.
Die Umsatzkosten reduzierten sich gleichzeitig auf 818,6 Mio €
(2020: 864,0 Mio €). Das Bruttoergebnis ist folglich um 13 % auf
156,5 Mio € (2020: 180,2 Mio €) zurückgegangen. Die Brutto-
ergebnismarge belief sich auf 19,1 % (2020: 20,9 %).).
Kostenentwicklung
Den größten Teil der Umsatzkosten machte mit 547,8 Mio €
(2020: 587,5 Mio €) der Materialeinsatz aus, der damit gemessen
an den Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau lag. Die anteiligen
Aufwendungen für Personal beliefen sich auf 171,5 Mio €
(2020: 171,4 Mio €), sie fielen in Relation zum Umsatz etwas
höher als im Jahr davor aus. Die Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen stiegen im Berichtsjahr von
11,9 Mio € auf 13,7 Mio €.
Die Strukturkosten umfassen die Aufwendungen für Forschung &
Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung und sind geringfügig
von 127,3 Mio € auf 129,1 Mio € gestiegen. Die aktivierten
Wirtschaftsbericht
Konzernumsatz/EBIT (in Mio €)
2021
2020
2019
Konzernumsatz EBIT
975,1 35,0
1.044,2 57,7
978,1 51,9
9
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Forschungs- und Entwicklungskosten, die in der Gewinn- und
Verlustrechnung im Jahr 2021 ausgewiesen wurden, erhöhten
sich von 6,6 Mio € auf 8,9 Mio €.
Den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von
1,3Mio€ (2020: 1,7 Mio €) stehen sonstige betriebliche Erträge
von 9,0 Mio € (2020: 6,5 Mio €) gegenüber.
Ertragslage
Der Rosenbauer Konzern weist für das Geschäftsjahr 2021 ein
EBIT von 35,0 Mio € (2020: 57,7 Mio €) aus. Der größte Teil
davon, nämlich 22,1 Mio €, wurde im vierten Quartal erwirtschaf-
tet. Das niedrigere operative Ergebnis ist dabei vor allem auf das
rückläufige Bruttoergebnis zurückzuführen.
Das Finanzergebnis war mit -6,2 Mio € negativ und lag damit auf
dem Niveau des Vorjahres (2020: -6,4 Mio €).
Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) betrug in der Berichts-
periode 28,9 Mio € (2020: 51,3 Mio €). Der ausgewiesene Steu-
eraufwand belief sich auf 5,7 Mio € (2020: 10,3 Mio €), die
Steuerquote lag bei 20 % (2020: 20 %). Darin enthalten ist eine
Steuernachforderung gegen den vormaligen Geschäftsführer und
wirtschaftlichen Eigentümer eines Tochterunternehmens in Höhe
von 3,4 Mio €, die Rosenbauer International AG als Rechtsnach-
folgerin in einem ersten Schritt tragen muss. Nach Abzug der
Ertragsteuern ergibt sich ein Periodenergebnis von 23,2 Mio €
(2020: 41,0 Mio €).
Auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss, gehalten von den
Mitgesellschaftern der Rosenbauer America, der Rosenbauer
Española, der Rosenbauer Slowenien, der Rosenbauer South
Africa, der Eskay Rosenbauer Brunei sowie der Rosenbauer Saudi
Arabia, entfielen im Berichtsjahr 7,8 Mio € (2020: 12,2 Mio €).
Auftragslage
Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Rosenbauer Konzern einen
Auftragseingang von 1.064,3 Mio € (2020: 1.007,7 Mio €). Dabei
haben fünf der sechs Vertriebsregionen zugelegt. Den größten
relativen Zuwachs wies die Area APAC aus.
Die Nachfrage lag im Jahresverlauf durchwegs über den Erwar-
tungen. So konnte im Mai eine große Ausschreibung der
schwedischen Streitkräfte über 22 Flughafenlöschfahrzeuge
gewonnen und im August ein Auftrag über 76 hochgeländegän-
gige Waldbrandlöschfahrzeuge der deutschen Bundeswehr an
Land gezogen werden.
Der Auftragsbestand lag mit 1.145,2 Mio € zum 31. Dezember
2021 (2020: 1.072,1 Mio €) deutlich über einem Konzernjahres-
umsatzes.
Auftragseingang Auftragsbestand
Auftragseingang/Auftragsbestand zum 31.12. (in Mio €)
2021
2020
2019
1.064,3 1.145,2
1.007,7 1.072,1
1.073,0 1.149,5
10
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
CEEU
NOMA
MENA
APAC
NISA
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG –
GESCHÄFTSSEGMENTE (NACH AREAS)
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen
(Areas): CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nordeuropa, Ibe-
rien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nord-
afrika), APAC (Asien-Pazifik) und NOMA (Nord- und Mittelame-
rika). Der Vorbeugende Brandschutz wird als eigenes Segment
dargestellt.
Area CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuro-
pas, mit der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)
als historischem Heimmarkt.
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
International und Rosenbauer Österreich mit Sitz in Leonding,
Rosenbauer Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe
(Deutschland), Rosenbauer Slowenien in Radgona, Rosenbauer
Italia in Andrian, Rosenbauer Rovereto (Italien), Rosenbauer
Schweiz in Oberglatt und Rosenbauer Polska in Lomianki. Die
Werke in der Area CEEU (Leonding, Neidling, Karlsruhe, Radgona
und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk Luckenwalde
hauptsächlich für den deutschen Markt.
Anfang 2021 erhielt Rosenbauer als Bestbieter den Zuschlag vom
deutschen Bundesministerium für Inneres im Auftrag des
Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
(BBK) für die Lieferung von 61 Löschgruppenfahrzeugen LF-KatS
mit optionaler Erweiterung auf bis zu 182 Fahrzeuge. Sie sind Teil
eines mehrjährigen Beschaffungsprogrammes, im Zuge dessen
Rosenbauer bereits 308 Fahrzeuge gleicher Bauart geliefert hat.
Die Fertigung erfolgt in Radgona, dem Kompetenzzentrum für
Fahrzeuge der ET-Baureihe.
Von der BwFuhrparkService GmbH, dem Fuhrpark-Dienstleis-
tungsunternehmen der deutschen Bundeswehr, erhielt Rosen-
bauer Deutschland im Auftrag der deutschen Bundeswehr den
Zuschlag für die Lieferung von 76 Tanklöschfahrzeugen zur
Bekämpfung von Waldbränden. Dies ist der größte Auftrag dieser
Art für die hochgeländegängigen Spezialfahrzeuge. Die Fahrzeuge
basieren auf der MT-Baureihe mit robustem Offroad-Chassis und
hochwertiger Löschtechnik.
Marktentwicklung
Die Wachstumsraten der meisten Märkte innerhalb der Area
CEEU haben das Vor-Corona-Niveau erreicht. Langfristig
betrachtet wird ein stärkeres Wachstum in Osteuropa prognosti-
ziert, während das Wachstum im zentraleuropäischen Raum sich
eher verhalten entwickeln dürfte. Bemerkenswert sind die
Prognosen für Italien, nach zehn Jahren Krise zeichnet sich eine
Erholung dieser Marktwirtschaft ab. Verschiedene Investitions-
initiativen – vornehmlich in Deutschland – haben für eine starke
Ausschreibungsaktivität gesorgt. Die Eigenmittel der freiwilligen
Feuerwehren (vor allem in der D-A-CH-Region, aber auch in
Südtirol und Slowenien) sind mangels Einnahmen aus sozialen
Aktivitäten stark reduziert worden. Dieser Effekt wird sich im Jahr
2022 bei der Beschaffung von Ausrüstung bemerkbar machen.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 412,1Mio€
(2020: 402,7 Mio €) über dem Vorjahr.
Umsatz nach Areas 2021
3 % PFP
27 % NOMA
12 % APAC
13 % MENA
35 % CEEU
10 % NISA
11
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU verringerte sich 2021 auf 346,8
Mio € (2020: 363,0 Mio €). Der größte Anteil entfiel auf Deutsch-
land, gefolgt von Österreich. Auch wenn der Trend zu Sammelaus-
schreibungen anhält, sind es in der Area CEEU immer noch
überwiegend Einzelfahrzeuge, die verkauft werden.
Die Area CEEU steuerte 2021 rund 35 % (2020: 35 %) zum
Konzernumsatz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr 16,7 Mio €
(2020: 19,3 Mio €), die EBIT-Marge 4,8 % (2020: 5,3 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 343,9 363,0 346,8
EBIT 23,7 19,3 16,7
Auftragseingang 370,7 402,7 412,1
Auftragsbestand 312,0 366,3 426,0
Area NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder
vom Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil der afrikanischen
und südamerikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
Española in Madrid (Spanien), Rosenbauer South Africa in
Johannesburg (Südafrika), Rosenbauer France in Meyzieu
(Frankreich) und Rosenbauer UK in Meltham (Großbritannien). Im
spanischen Werk Ciansa in Linares werden sowohl Fahrzeuge für
die NISA-Region als auch für andere Regionen/Areas gebaut,
aktuell im Produktionsprogramm sind zum Beispiel 11 Kleinrüst-
fahrzeuge für den spanischen Flughafenbetreiber Aena und 54
Kommunalfahrzeuge aus der Efficient Technology (ET) Baureihe
für verschiedene spanische Feuerwehren und für die Feuerwehr-
region Hollands Midden. Feuerwehrfahrzeuge werden in den
Niederlanden üblicherweise in Sammelausschreibungen für ganze
Regionen beschafft. Neben Hollands Midden haben zuletzt auch
die Regionen Gelderland Midden und Drenthe bei Rosenbauer
bestellt. Sie erhalten in den kommenden Jahren jeweils 23
Advanced Technology (AT) Fahrzeuge.
Marktentwicklung
Die Länder der NISA Area mussten im Jahr 2021 erneut die
zusätzlichen Belastungen der COVID-19-Pandemie bewältigen.
Dennoch konnte ein leichter Anstieg der Ausschreibungstätigkei-
ten verzeichnet werden. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch
im Auftragseingang der Area NISA von 98,9Mio€ 2020 auf
116,3 Mio € 2021 wider. Neun dänische Feuerwehren haben zum
Beispiel gemeinsam die nächste Generation ihrer Tanklöschfahr-
zeuge ausgeschrieben. Im August 2021 erhielt Rosenbauer den
Zuschlag. In Summe sollen bis zu 45 Fahrzeuge beschafft werden,
35 sind fix bestellt, zehn weitere können optional nachgeordert
werden.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschafte 2021 einen Umsatz von 93,2 Mio €
(2020: 114,5 Mio €), was 10 % aller Erlöse im Konzern (2020: 11%)
entsprach. In Ecuador konnten die ersten zwei ET aus spanischer
Produktion – die allerersten in Südamerika – an die Feuerwehr
Cayambe und ein PANTHER 6x6 an den Flughafen Quito überge-
ben werden. Als zwei weitere Staaten in der Area NISA haben
sich Tunesien und Kap Verde für den PANTHER entschieden. In
beiden Fällen orientierten sich die Kunden an Flughafenbetrei-
bern, die vor kurzem PANTHER beschafft haben. So hat sich
die tunesische Flughafenbehörde OACA (Office de l’aviation civile
et des aéroports) für dasselbe Fahrzeugkonzept wie die marokka-
nische ONDA entschieden.
Das EBIT der Area NISA ging im Berichtsjahr auf 1,2 Mio € (2020:
3,5 Mio €) zurück, die EBIT-Marge betrug 1,2 % (2020: 3,1 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 114,6 114,5 93,2
EBIT 4,5 3,5 1,2
Auftragseingang 113,6 98,9 116,3
Auftragsbestand 113,8 89,9 113,2
Area MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren
Osten sowie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
Saudi Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien) einschließlich der
Produktionsstätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und
die Rosenbauer MENA Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochter-
unternehmen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate).
Das Werk in der KAEC produziert ausschließlich für den MENA-
Vertrieb.
Marktentwicklung
Die Beschaffung von Fahrzeugen wurde in vielen Ländern des
Mittleren Ostens dezentralisiert. Dies führte zu kleineren
Ordergrößen und zu weniger Nachfragespitzen. Es ist auch eine
verstärkte Nachfrage nach umfassender Kundenbetreuung zu
verzeichnen, die über einen Fahrzeugkauf hinausgeht. Die in der
Region ansässige Erdölindustrie hat nach wie vor Bedarf an
leistungsstarken Speziallöschfahrzeugen. Rosenbauer bedient
dieses Segment unter anderem mit dem neu entwickelten TIGON.
Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) und Saudi-
Arabien hat sich auch ein erster Kunde aus dem Oman für den
TIGON entschieden. Die Bestellung erfolgte durch das Petroleum
Development Oman (PDO), das insgesamt sieben Ölfelder
betreibt. Der Erdölkonzern Saudi Aramco hat in den letzten zwölf
Monaten 23 Industriefahrzeuge bei Rosenbauer in Auftrag
gegeben. Der Kunde setzte dabei erstmals nicht auf ein
12
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
US-amerikanisches Schaumsystem sondern komplett auf
Rosenbauer Löschtechnik.
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war die Weltwirtschaft mit
extremen Schwankungen des Ölpreises konfrontiert. Abhängig
von der weiteren Entwicklung im Verlauf des Jahres könnte sich
neues Potenzial für den Absatz von Rosenbauer Produkten ergeben.
Der Auftragseingang in der Area MENA blieb mit 102,2 Mio € im
Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres mit 120,7 Mio €
.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA verringerte sich 2021 deutlich auf
123,7Mio€
nach 150,1 Mio € im Vorjahr. Die größte Lieferung
ging an die Civil Defence Katar. Sie erhielt Ende des Jahres ins -
gesamt 64 Fahrzeuge aus einem über 100 Fahrzeuge um fassen-
den Großauftrag, der unter anderem zwölf AT und elf Großtank-
löschfahrzeuge aus der Produktion in Leonding sowie 25Rapid
Intervention Vehicles aus der Neidlinger Produktion umfasst.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 13 % (2020: 14 %) zu den
Gesamterlösen des Konzerns bei. Das EBIT erreichte 5,2Mio€
(2020: 16,2 Mio €), die EBIT-Marge betrug 4,2 % (2020: 10,8%).
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 96,6 150,1 123,7
EBIT 3,1 16,2 5,2
Auftragseingang 123,9 120,7 102,2
Auftragsbestand 176,6 138,5 115,1
Area APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region,
Russland, Türkei, die GUS-Staaten sowie Japan, Indien und China.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S. K. Rosenbauer in
Singapur, Rosenbauer Australia mit Sitz in Brisbane, Rosenbauer
Fire Fighting Technology (Yunnan) in China und eine Minderheits-
beteiligung an der PA „Fire-fighting special technics“ in Moskau,
Russland. Weitere Vertriebs- und Servicestandorte gibt es in
Brunei und auf den Philippinen. Das Werk Singapur produziert
Fahrzeuge für den südostasiatischen Markt, das Werk Moskau
kommunale Feuerwehrfahrzeuge für Russland.
Marktentwicklung
Der fragmentierte asiatische Feuerwehrmarkt zeigte sich auch
im zweiten Jahr der Pandemie durch COVID-19 schwer belastet.
Niedrige Impfraten und die Ungewissheit vor neuen Ausbrüchen
des Coronavirus und häufige Lockdowns bremsen die wirtschaft-
liche Erholung. Ein wenig erholt zeigte sich der Markt für
Flughafenlöschfahrzeuge. So konnte Rosenbauer die prestige-
trächtige Ausschreibung des Flughafens Hongkong über neun
PANTHER und fünf Hose Tender (Unterstützungsfahrzeuge) gewin-
nen. Sie werden in Zukunft die neu gebaute dritte Landebahn
sichern. Trotz der sehr schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage
konnte der Auftragseingang in der Area APAC einen erfreulichen
Anstieg auf 113,1 Mio € im Berichtsjahr (2020: 93,6 Mio €)
verzeichnen.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area APAC ging 2021 auf 117,1 Mio € zurück
(2020: 127,0 Mio €). Erstmalig erfolgte 2021 die Belieferung
einer kommunalen Feuerwehr in Japan (Tokyo Fire Department)
mit einem Tanklöschfahrzeug aus europäischer Produktion und es
konnten gleich mehrere Inselstaaten im Südpazifik mit Fahrzeu-
gen der PANTHER Baureihe beliefert werden. In Neuseeland
werden mit dem sehr manövrierfähigen PANTHER 6x6 S mehrere
Regionalflughäfen beliefert. In Indien wird der neue Flughafen in
Goa mit PANTHER Fahrzeugen ausgerüstet und die Mumbai Fire
Brigade hat erstmals zwei Drehleitern mit einer Rettungshöhe von
64 m bestellt.
Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 12 % (2020: 12 %). Das EBIT
sank auf 2,5 Mio € nach 4,4 Mio € im Vorjahr, die EBIT-Marge
belief sich auf 2,2 % (2020: 3,5 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 146,4 127,0 117,1
EBIT 9,7 4,4 2,5
Auftragseingang 200,1 93,6 113,1
Auftragsbestand 175,8 120,2 110,1
Area NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder
in Mittelamerika und der Karibik. Neben der Holdinggesellschaft
Rosenbauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktions-
gesellschaften Rosenbauer Minnesota und Rosenbauer Motors in
Wyoming (Minnesota), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South
Dakota) und Rosenbauer Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area.
Die Feuerwehrfahrzeuge werden nach US-Norm gefertigt und
überwiegend in die Vertriebsregion NOMA geliefert, gehen aber
auch an Kunden in den Areas MENA, NISA und APAC.
Marktentwicklung
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt hat sich 2021 der
COVID-19-Pandemie zum Trotz in sehr guter Verfassung präsen-
tiert. Das Beschaffungsvolumen dürfte in den vergangenen zwölf
Monaten wieder auf über 6.000 Fahrzeuge gestiegen sein. Dazu
haben sowohl umfangreiche Förderprogramme für den Katastro-
phenschutz als auch vorgezogene Bestellungen von Feuerwehren
beigetragen, die damit längeren Wartezeiten vorbeugen wollen.
Die Area NOMA hat das laufende Geschäftsjahr mit einem
äußerst robusten Auftragsbestand begonnen. Bei den Auftrags-
eingängen haben zuletzt steigende Beschaffungen von Kommu-
13
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Vorbeugender Brandschutz
Der Vorbeugende Brandschutz beschäftigt sich mit der Planung,
Errichtung und Wartung von ortsfesten Lösch- und Brandmelde-
anlagen. Das Segment wird von den beiden Konzerngesellschaf-
ten Rosenbauer Brandschutz mit Sitz in Leonding und Rosen-
bauer Brandschutz Deutschland in Mogendorf bearbeitet. Beide
Gesellschaften sind als VdS-Errichterbetriebe anerkannt und nach
ISO 9001 zertifiziert, was international als Qualitätsnachweis gilt.
Damit zählt Rosenbauer Brandschutz im deutschsprachigen Raum
zu den wenigen Unternehmen, die eine VdS-Zulassung besitzen.
Diese verschafft einen guten Marktzugang und ist vielfach eine
notwendige Voraussetzung um bei Ausschreibungen anbieten zu
können.
Neben der Zentrale in Mogendorf unterhält Rosenbauer Brand-
schutz noch weitere Standorte in Deutschland. Am Standort
Gladbeck erfolgt die Planung der Wasserlöschanlagen. Der
After-Sales-Service für die Wasserlöschanlagen erfolgt über den
Standort in Hilden. Darüber hinaus ist ein Vertriebsteam in
Hattersheim angesiedelt.
Marktentwicklung
Rosenbauer sieht im Bereich Vorbeugender Brandschutz
Wachstumspotenzial durch die Ansprache neuer Kundengruppen,
einerseits durch die Erweiterung des Produktportfolios (Sprinkler-
und Sprühflutsysteme) am österreichischen Markt und anderer-
seits durch die Entwicklung von neuen präventiven Lösungen
beispielsweise für die Früherkennung etwa in der Recycling-
(Akkus) und der Energiewirtschaft.
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte
sich positiv und stieg 2021 auf 30,5 Mio € im Vergleich zu 2020
mit 28,7 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz stieg in der Berichts-
periode von 28,7 Mio € auf 29,8 Mio €. Damit beträgt der Anteil
am Gesamtumsatz 3 % (2020: 3 %). Die Recyclingbranche gehört
zu den wichtigsten Abnehmern von Rosenbauer Brandschutz-
anlagen. 2021 erfolgte die Ausstattung von einem Altstoffzent-
rum in Lustenau, einer Abfallbehandlungsanlage in Frohnleiten
und einem Abfallunternehmen in Linz. In Vorarlberg wurden
zwei vollautomatische Werferlöschanlagen (RPE Turret RM35)
installiert, die über das Brandfrüherkennungssystem RPA Infrared
Detection Ignis3D aktiviert werden. Der volumengrößte Auftrag
wird derzeit in Deutschland bei einem Recyclingunternehmen
abgewickelt. Dort werden Sprühflutanlagen, Brandmeldeanlagen,
Werfer, Hydranten, Technikzentralen und ein 650-m³-Vorratstank
montiert.
Das EBIT lag mit 3 t€ nur knapp im positiven Bereich (2020:
-0,8 Mio €).
nen und Regierungsstellen den Rückgang im Flughafengeschäft
mehr als kompensiert. Neben dem voll batterieelektrischen
„Revolutionary Technology“ ist dabei auch das innovative
Akkulöschsystem von Rosenbauer bei den Kundinnen und Kunden
auf wachsendes Interesse gestoßen.
Die forcierten Vertriebsaktivitäten in Richtung großer Kommunen
(Fleet Accounts) zeigen erste gute Ergebnisse: So konnten nicht
nur mehrere Dealerships in größeren Städten als Partner für das
Rosenbauer Netzwerk gewonnen werden, darunter der vierte
Händler an der Ostküste, sondern 2021 auch der erste Flotten-
auftrag des Nashville Fire Departments über 20 Fahrzeuge an
Land gezogen werden. Die Betreuung städtischer Feuerwehren
mit großen Fahrzeugflotten, die über den gesamten Produktle-
benszyklus begleitet werden, hat ein attraktives Wachstums-
potenzial.
Fleet Accounts bezeichnen städtische Feuerwehren mit größeren
Fahrzeugflotten, die beginnend mit dem Verkauf inklusive
Finanzierungsmodellen über den After-Sales-Service bis hin zu
Ersatzbeschaffungen von den Dealern intensiv betreut werden.
Der Vorteil liegt darin, das hier die Feuerwehren ganze Flotten
bestellen und Großaufträge erteilen – mit dem Ziel, langfristig mit
ihren Liefer- und Servicepartnern zusammenzuarbeiten. Um den
Erwartungen am Markt zu entsprechen, wurde in einem ersten
Schritt bei Rosenbauer America die Position eines Fleet Account
Managers installiert, der den Markt bewertet, Verkaufspotenziale
erkennt und die Dealer beim Verkauf unterstützt.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr
290,1 Mio € und war damit höher als im Vorjahr (2020: 263,1
Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 264,5 Mio €
eine leichte Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr (2020:
260,9 Mio €). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz
von 27 % (2020: 25 %). An das Jamaica Fire Department wurden
30 Urban Interface Pumper (Timberwolf) geliefert, womit die
Rosenbauer Flotte in dem Karibikstaat auf über 80 Fahrzeuge
anwuchs.
Das EBIT lag mit 9,5 Mio € (2020: 15,1 Mio €) unter dem
Vorjahreswert, die EBIT-Marge bei 3,6 % (2020: 5,8 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 255,4 260,9 264,5
EBIT 12,6 15,1 9,5
Auftragseingang 237,4 263,1 290,1
Auftragsbestand 355,4 337,6 357,7
14
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Umsatz 21,2 28,7 29,8
EBIT –1,7 – 0,8 0
Auftragseingang 27,3 28,7 30,5
Auftragsbestand 15,9 19,6 23,1
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG – ANGABEN
ZU GESCHÄFTSBEREICHEN (NACH PRODUKTEN)
Fahrzeuge
Rosenbauer produziert alle Arten von Feuerwehrfahrzeugen nach
europäischen und US-amerikanischen Normen sowie in zahlrei-
chen Länderstandards: Kommunal-, Flughafen- und Industriefahr-
zeuge sowie Hubrettungsgeräte. Der mit Abstand größte Teil der
Produktion entfiel 2021 auf Kommunalfahrzeuge, die meisten
Fahrzeuge wurden für Feuerwehren in Österreich, Deutschland
und den USA gefertigt.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2.000 Fahrzeuge (2020:
2.238Fahrzeuge) ausgeliefert. Das Produktsegment war mit
735,0 Mio € (2020: 816,8 Mio €) bzw. einem Anteil von ca. 76 %
(2020: 78 %) das umsatzstärkste im Konzern. Die volumenstärks-
ten Fahrzeugmärkte waren 2021 Deutschland, USA und Österreich.
Im Fahrzeugumsatz enthalten sind auch die Löschsysteme, die
zum überwiegenden Teil in den eigenen Fahrzeugen verbaut
werden. Das Produktportfolio umfasst unter anderem Feuerlösch-
pumpen, Pumpenanlagen und Tragkraftspritzen, Schaumzumisch-
systeme, Druckluft- (CAFS) und Höchstdrucklöschsysteme, Werfer
für Fahrzeuge und stationäre Brandschutzanlagen sowie Strahl -
rohre, Löscharme und Motor-Pumpenaggregate.
Im Jahr 2021 hat Rosenbauer intensiv an der Erweiterung seiner
elektrischen Fahrzeugflotte gearbeitet. Der RT wurde zur
Serienreife gebracht und die Produktion aufgebaut, das erste
Fahrzeug für den US-Markt wurde gemeinsam mit dem Los
Angeles Fire Department entwickelt und produziert. Im Hubret-
tungsbereich startete die Entwicklung der E-Drehleiter und bei
der Branchenleitmesse Interschutz im Juni 2022 sollen weitere
Fahrzeuge präsentiert werden.
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Auftragseingang 860,4 783,9 834,4
Umsatz 765,3 816,8 735,0
Ausrüstung
Rosenbauer stattet Einsatzkräfte von Kopf bis Fuß mit persön-
licher Schutzausrüstung aus und hat an technischer Ausrüstung
alles im Programm, was die Feuerwehren im Einsatz benötigen−
vom Stromerzeuger bis hin zur komplexen Gefahrstoffausrüstung.
Der Vertrieb von Eigenprodukten, die allesamt im obersten
Qualitätssegment angesiedelt und ideal auf die Anforderungen
der Kunden abgestimmt sind, wird weltweit forciert.
Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die
neu entwickelten BOROS Feuerwehrstiefel und der HEROS H30
Feuerwehrhelm.
Die ersten Modelle aus der BOROS Kollektion (Schlupfstiefel
BOROS B1 und BOROS B4 mit einem von Rosenbauer selbst
entwickelten Schnellverschlusssystem) wurden im Frühjahr 2021
auf den Markt gebracht. Im Sinne einer nachhaltigen Produktion
kommt als Hauptmaterial Premium-Leder aus umweltfreundlicher
und sozial verantwortlicher Fertigung zum Einsatz. Die Stiefel-
produktion selbst erfolgt ebenfalls in Zentraleuropa.
Mit dem HEROS H30 Feuerwehrhelm, einem Schutzhelm mit
neuer Positionsleuchte und deutlich weniger Gewicht als andere
Typ-A-Helme, setzte Rosenbauer einen neuen technischen
Standard. Produkte, wie der neue Akku-Hochleistungslüfter RTE
AX B16, Schutzanzüge, Waldbrandausrüstung, Tauchpumpen,
LED-Beleuchtungssysteme, Strahlrohre oder Stromerzeuger
runden das Portfolio im Bereich Ausrüstung ab.
Im Herbst 2021 startete Rosenbauer mit dem Onlineverkauf
seiner Ausrüstungsprodukte. Das neue Einkaufsportal bietet
Feuerwehren und Blaulichtorganisationen eine moderne orts- und
Fahrzeugumsatz nach Kategorien 2021
20 % Industrie-
fahrzeuge
15 % Flughafen-
fahrzeuge
65 % Kommunal-
fahrzeuge
Gelieferte Fahrzeuge
2021
2020
2019
2.000
2.238
2.078
15
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
zeitunabhängige Plattform für die unkomplizierte Beschaffung
benötigter Ausrüstung. Hunderte Produkte sind bereits erhältlich
und das Sortiment wird laufend erweitert. Die Plattform kann
sowohl für die Angebotseinholung als auch für Anfragen und
Direktbestellungen genutzt werden.
Im Produktsegment Ausrüstung wurde 2021 ein Umsatz von
88,6Mio € (2020: 86,3 Mio €) erzielt, davon stammten mehr als
65 % von Eigenmarken. Der Anteil am Konzernumsatz belief sich
auf
ca. 9% (2020: 8 %).
Zahlreiche Feuerwehrorganisationen aus
aller Welt haben sich im Berichtsjahr für HEROS Helme und
besonders auch für den neuen HEROS H30 entschieden.
Rosenbauer ist mittlerweile einer der weltweit größten Helmher-
steller in diesem Segment, die Produktionskapazität liegt bei ca.
130.000 Stück p. a. mit vorhandener Ausbaumöglichkeit. Bereits
im ersten Jahr nach der Markteinführung konnten der neue Helm
HEROS H30 und die neue Stiefellinie BOROS einen Anteil von
mehr als 20 % im jeweiligen Produktsegment erreichen, Tendenz
stark steigend.
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Auftragseingang 89,9 94,1 83,6
Umsatz 85,1 86,3 88,6
Customer Service
Rosenbauer betreibt in allen Areas Servicezentren (insgesamt
25), über die der Kundendienst in der Region gesteuert wird.
Rund 500 Servicekräfte sind weltweit im Einsatz, weitere 120
Servicepartner vervollständigen das globale Netzwerk des
Customer Service.
Das Angebot des Customer Service umfasst definierte Service-
pakete mit abgestuften Leistungen sowie Schulungs- und Trai-
ningsprogramme. Weitere Standbeine sind das Ersatzteilgeschäft,
Reparaturen und General überholungen sowie die Vermietung von
Fahrzeugen und Geräten. Im Segment Customer Service ist auch
das Geschäft mit digitalen Produkten und Services enthalten.
Dazu gehören Roboter für den Feuerwehreinsatz, Simulatoren für
den Trainingsbetrieb sowie das Einsatzmanagementsystem
Connected Command (vormals EMEREC) und das Fahrzeug- bzw.
Flottenmanagementsystem Connected Fleet.
Der Umsatz, der 2021 im Segment Customer Service erzielt
wurde, betrug 78,4 Mio € (2020: 72,2 Mio €). Der Anteil am
Konzernumsatz konnte im Vergleich zum Vorjahr von 7 % auf
8 % gesteigert werden
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Auftragseingang 60,5 66,5 80,3
Umsatz 72,4 72,2 78,4
Sonstige Umsätze
Die sonstigen Umsätze betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr
43,3 Mio € (2020: 39,8 Mio €). Sie umfassen im Wesentlichen
Fracht- und Übergabekosten und haben im Regelfall kaum
Einfluss auf das Unternehmensergebnis.
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Auftragseingang 34,9 34,5 35,5
Umsatz 33,7 39,8 43,3
FINANZLAGE, VERMÖGENS- UND
KAPITALSTRUKTUR
Grundsätze des Finanzmanagements
Das Rosenbauer Finanzmanagement stellt die finanziellen
Ressourcen innerhalb des Konzerns zur Verfügung, sichert die
finanzielle Unabhängigkeit und jederzeitige Liquidität des Unter-
nehmens und überwacht sämtliche Zins- und Währungsrisiken.
Zur Sicherstellung der Liquidität werden geeignete Finanzie-
rungsinstrumente eingesetzt, die den Freiraum zur Finanzierung
des operativen Geschäfts, von Investitionen sowie für gezieltes
Wachstum gewährleisten.
Das Treasury übernimmt die Sicherstellung und Steuerung
der Liquidität des Konzerns, ermittelt regelmäßig die Liquiditäts-
bedarfe und arbeitet dabei eng mit den operativen Einheiten
zusammen.
Investitionen
Die Investitionen (Rechte und Sachanlagen) des Rosenbauer
Konzerns waren mit 28,2 Mio € 2021 niedriger als im Jahr davor
(2020: 35,0 Mio €). Seit 2005 liegen die Investitionen über den
Abschreibungen, der Zielsetzung eines nachhaltigen Wachstums
entsprechend. Im Berichtsjahr bewegten sich die Abschreibungen
(Rechte und Sachanlagen) mit 20,4 Mio € über dem Niveau des
Vorjahres (2020: 18,2 Mio €).
Investitionen Abschreibungen
Investitionen/Abschreibungen (in Mio €)
2021
2020
2019
28,2 20,4
35,0 18,2
17,7 17,0
16
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Effiziente Produktion
Im Berichtsjahr hat Rosenbauer in Leonding eines der moderns-
ten Bearbeitungszentren mit Knickarm-Roboter eingerichtet.
Auf der neuen Fräs-/Drehmaschine können Pumpenteile wie das
Rotgussgehäuse der N130 mit rund 96 kg bearbeitet werden.
Der Schwerlastroboter bestückt sie aus einem Palettenspeicher
mit Rohlingen. Mit der neuen Anlage kann eine mannlose dritte
Schicht realisiert und die Effizienz der Vorfertigung deutlich
gesteigert werden.
Durch die teilweise Neugestaltung sowie die Umstellung von
Standplatz- auf Linienmontage können die Werfer RM35 und
RM80 nun in einer Line bei kürzeren Montagezeiten gefertigt
werden. Neben einer effizienten Produktion bringt die Neuerung
eine Entflechtung des Materialflusses, verkürzt die Wege und
schafft eine bessere Übersicht. Darüber hinaus werden die vielen
Gleichteile der beiden Werfer über die KANBAN-Logistik angelie-
fert, dies bringt eine enorme Arbeitserleichterung und spart
Kosten.
Im Werk Neidling erfolgte der Aufbau zweier Kurzlinien für die
Produktion von 265 baugleichen Tragkraftspritzenfahrzeugen
(TSF-W) für Mecklenburg-Vorpommern zusätzlich zu dem
normalen Fahrzeugprogramm. Sowohl der Bau der Mannschafts-
raummodule als auch die Aufbaumontage erfolgen auf eigenen
Linien mit drei Stationen. Für den optimalen Materialfluss sorgt
ein KANBAN-System, das an allen Arbeitsplätzen installiert ist.
Erweiterte Kapazitäten
Rosenbauer agiert immer nahe am Kunden und hat mit dem im
April 2021 neu eröffneten „Rosenbauer Kundenzentrum
Öster-
reich“ am Standort Asten eine Anlaufstelle für alle Belange
geschaffen –
vom Service bis hin zur Beschaffung von Ausrüstung
oder Ersatzteilen. Die umfangreiche Service-Infrastruktur
kombiniert mit einem Shop bietet zeitgemäßen Kundenservice
im Sinne eines One-Stop-Shops.
Mit Blick auf Nachhaltigkeit produziert Rosenbauer möglichst
langlebige Ausrüstung und Komponenten, deren Lebensdauer
durchaus verlängert werden kann. Dafür wurde am Standort
Asten eine Montagewerkstatt mit Metallbearbeitungsmaschinen
samt Schweißarbeitsplatz eingerichtet, um kleinere Umbauten
und das Refurbishment, die Modernisierung und Generalüberho-
lung von Feuerwehrfahrzeugen, durchführen zu können. Es ist
angedacht, den Standort Asten auch grenzüberschreitend für das
Refurbishment von Fahrzeugen zu nutzen.
Ebenfalls vergrößert wurde im Berichtsjahr der Standort Viersen,
Nordrhein-Westfalen. Die Erweiterung bestand im Wesentlichen
in einer zusätzlichen Service-Halle mit acht Stellplätzen und mehr
Platz im Außenbereich, wodurch am Standort Viersen nun mehr
als 6.000 m
2
Service- und Stellflächen zur Verfügung stehen. Für
die Feuerwehren aus Nordrhein-Westfalen und den benachbarten
Bundesländern ist das Kundencenter Viersen die erste Anlauf-
stelle für alle ihre Belange.
Am Standort Luckenwalde erfolgte im Dezember 2021 die
Entscheidung für den Ausbau und die Modernisierung. In der
ersten Ausbaustufe ist der Bau einer neuen, flexiblen Werkshalle
mit einer Fläche von ca.
2.300 m² geplant, die für Endmontagen,
Übergaben und Service
arbeiten genutzt wird. Dadurch soll eine
deutliche Entlastung jener Bereiche erreicht werden, die
besonders unter Platzmangel leiden. Darüber hinaus tragen die
zusätzlichen
Kapazitäten dazu bei, die Kunden noch besser
betreuen zu können.
Bilanzstruktur im Dreijahresvergleich (in Mio €)
201920202021 2019 20212020
AKTIVA PASSIVA
224,8
231,9
475,5
417,3
277,2
262,0
227,2
253,4
309,1
394,1
58,3
53,6
276,4
316,6
Anlagevermögen
Vorräte
Forderungen und
sonstiges Vermögen
Eigenkapital
1
Verzinsliche
Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Verbindlichkeiten und
sonstige Schulden
225,1
59,2
269,7
337,6
247,4
407,8
236,4
1
2020 angepasst; s.a.
Konzernabschluss S. 90
17
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Effiziente Prozesse
Im Berichtsjahr setzte Rosenbauer planmäßig die Einführung von
SAP S/4HANA als neues, konzernweites ERP-System fort. Der
erste Release erfolgt dabei im Bereich Sales und Service bei
Rosenbauer Schweiz, da dort bereits Erfahrungen mit SAP
vorhanden waren. Anfang Februar 2022 war der Go-live und die
Fertigungsaufträge werden seither über das neue System
abgewickelt. Als Pilotgesellschaft im Bereich der Produktion
fungiert Rosenbauer Slowenien, der Roll-out ist für 2023 geplant.
Finanzierung
Bei der Finanzierung des Konzerns wird stets auf die Erhaltung
einer gesicherten Liquidität geachtet. Mit der kontinuierlichen
Überwachung der Bestände und der Lieferforderungen soll im
Rahmen des Bilanzsummenmanagements eine Optimierung des
Umlaufvermögens sichergestellt werden.
Die Eigenmittel betrugen zum Jahresultimo 225,1 Mio € (2020:
227,2 Mio €). Bedingt durch eine gleichzeitig niedrigere Bilanz-
summe erhöhte sich die Eigenkapitalquote leicht auf 25,2 %
(2020: 24,9 %).
Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten, überwiegend
Fixzinsvereinbarungen, waren 2021 mit 161,1 Mio € (2020:
219,7 Mio €) deutlich geringer. Die für die gesamten verzinslichen
Finanzverbindlichkeiten angefallenen Zinsen betrugen 4,9 Mio €
(2020: 4,8 Mio €). Der Durchschnittszinssatz belief sich auf 1,5 %
(2020: 1,3 %). Begünstigt durch das anhaltend niedrige Zinsum-
feld nutzte Rosenbauer seine gute Bonität, um die Finanzierungs-
kosten zu optimieren.
Die Bilanzkennzahlen des Rosenbauer Konzerns spiegeln
die Struktur des Geschäftes der Feuerwehrbranche wider.
Aufgrund der Bemühungen zur Reduktion des Trade Working
Capitals konnte die Nettoverschuldung (der Saldo aus verzins-
lichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wert-
papiere) auf 203,6 Mio € (2020: 289,3 Mio €) gesenkt werden.
Die Gearing Ratio ging auf 90,4 % (2020: 127,4 %) zurück.
Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit stieg in 2021
deutlich auf 145,8 Mio € (2020: 96,4 Mio €). Diese Entwicklung
ist im Wesentlichen auf die deutliche Reduktion des Working
Capitals, insbesondere durch den Abbau von Forderungen und
Vorratsbeständen, zurückzuführen.
Kennzahlen (in Mio €) 2019 2020 2021
Capital Employed
1
603,8 653,8 610,5
ROCE 8,6 % 8,8 % 5,7 %
ROE 18,6 % 21,3 % 12,8 %
1
Durchschnitt
Vermögensstruktur
Die finanzielle Situation des Rosenbauer Konzerns präsentiert
sich weiterhin solide. Die Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber
dem Vorjahr und betrug zum 31. Dezember 2021 891,6 Mio €
(2020: 911,2Mio€).
Das langfristige Vermögen erhöhte sich deutlich und belief sich
zum Jahresende auf 258,8 Mio € (2020: 237,5 Mio €). Die
Nutzungsrechte, die seit 2019 aufgrund von IFRS 16 „Leasingver-
hältnisse“ ebenfalls im langfristigen Vermögen bilanziert werden,
stiegen auf 35,2 Mio € (2020: 32,2 Mio €). Das kurzfristige
Vermögen belief sich auf 632,8 Mio € (2020: 673,7 Mio €).
Im Sommer 2020 hat Rosenbauer ein Projekt zur Optimierung
des Cash Conversion Cycles gestartet, das zum Ziel hatte, das
Trade Working Capital zu reduzieren. Bis zum Jahresultimo 2021
verbesserte sich das Trade Working Capital auf 345,4 Mio €
(2020: 421,1 Mio €). Dieser Rückgang ist vor allem auf eine
deutliche Reduktion der Kundenforderungen zurückzuführen. So
sanken die Forderungen auf 159,0 Mio € (2020: 236,7 Mio €).
Die kurzfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten legten im
Berichtsjahr von 56,4 Mio € auf 72,5 Mio € zu.
BESCHAFFUNG, LOGISTIK UND PRODUKTION
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Rosenbauer Konzerns ist es von
essenzieller Bedeutung, nur mit den besten und innovativsten
Lieferanten zusammenzuarbeiten. Die Anforderungen der
Feuerwehren verändern sich permanent, entsprechend flexibel
müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf reagieren
können. Rosenbauer setzt gezielt auf eine enge und partner-
schaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern, die
sorgfältig ausgewählt und laufend evaluiert werden. Gemeinsam
werden Strategien zur Optimierung der Logistikkette, Verbes-
serung der Kosteneffizienz, Erfüllung von Umweltaspekten bis
hin zu innovativen Produktlösungen entwickelt. Ziel der inten siven
Zusammenarbeit ist es unter anderem, neben der Nutzung
des eigenen Wissens auch auf das Know-how, die Kreativität
und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen. Gerade in
Jahren eines schwierigen Beschaffungsumfeldes wie 2021 zeigt
es sich, dass langjährige Partnerschaften helfen, herausfordernde
Bedarfssituationen entsprechend abzusichern.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität (57 % der Umsatz-
erlöse) und einem damit korrespondierenden hohen Einkaufsvolu-
men ist die termingerechte Versorgung der Produktion eine
zentrale Herausforderung. Ein Großteil des Rosenbauer Einkaufs-
volumens wird in Europa, vor allem in Österreich und Deutsch-
land, beschafft, der Rest stammt überwiegend aus den USA.
18
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Den größten Anteil am Konzern-Einkaufsvolumen haben die
Fahrgestelle. Sie sind für Rosenbauer im Regelfall ein durch-
laufender Posten. Fahrzeuge für den amerikanischen Markt
sowie die komplette PANTHER Reihe und der neue RT werden
auf eigene Fahrgestelle aufgebaut, die bei Rosenbauer Motors
in Wyoming (Minnesota) und in Leonding gefertigt werden.
Kostensteigerungen und Materialverfügbarkeit
Bereits im ersten Quartal 2021 zeichneten sich erste Engpässe
bei Rohmaterialien wie Aluminium und Stahl ab. Die gestiegene
Nachfrage wurde durch erkennbare Produktionsengpässe in
den Lieferketten begleitet, wodurch es folglich zu ungewohnt
deutlichen Kostenerhöhungen im Jahresverlauf kam. Darüber
hinaus traten Störungen im Frachtverkehr auf, etwa bei der
Verfügbarkeit von Containern sowie durch Rückstau in den Häfen
und in der Folge auch eine Erhöhung der Transportkosten. Durch
längerfristige Lieferverträge konnte ein Teil der Teuerungen
zeitlich verzögert werden.
Neben der Preisentwicklung kam es auch bei den Lieferzeiten
zu spürbaren Steigerungen. Bei Fahrgestellen oder Elektronik-
komponenten war dies am deutlichsten erkennbar, doch auch in
anderen Warengruppen etwa bei bestimmten Kunststoffteilen und
Kabelstecksystemen, traten schwer vorhersehbare Verzögerun-
gen auf. Durch gezielte Schwerpunktaktionen und proaktives
Einbinden der Lieferanten konnten die Störungen für Produktion
und Kunden reduziert werden. In einigen Fällen half Rosenbauer
den Lieferanten mit Teilen und Komponenten aus oder stellte
bestimmte Teile auch selbst her, um die eigene Lieferkette
abzusichern.
Im Rahmen eines jährlich stattfindenden Erfahrungsaustausches
diskutieren die Verantwortlichen sowohl die aktuelle Situation als
auch die Themen aus der Einkaufsstrategie 2024 – wie beispiels-
weise nachhaltiger Einkauf, Warengruppenstrategien, Lieferanten-
Onboarding oder Material Compliance – und wie diese im
Rahmen der Gesamtstrategie umgesetzt werden können.
Ausblick
Eine nachhaltige Entspannung auf dem Beschaffungsmarkt
zeichnet sich für 2022 nicht ab. Die Hersteller von Elektronik-
komponenten kündigen weitere Materialknappheit an, davon sind
auch unsere Fahrgestelllieferanten betroffen. Der Preisdruck auf
energieintensiv hergestellte Produkte und wahrscheinlich auch
auf Rohmaterialien selbst wird zu neuen Kostensteigerungen
entlang der Lieferketten führen, gegen die sich Rosenbauer
teilweise abgesichert hat.
NACHTRAGSBERICHT
Zur COVID-19-Pandemie und den daraus folgenden Schwierigkei-
ten in den Lieferketten und in der Produktionsplanung, verstärkt
sich der Druck auf den internationalen Energie- und Rohstoff-
märkten durch den Ende Februar begonnenen Ukraine-Krieg.
Rosenbauer ist zwar nicht direkt durch diese Krisen betroffen,
allerdings werden die schwierigen Rahmenbedingungen, die auch
das Jahr 2021 belastet haben, weiter anhalten. Eine wesentliche
Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Bilanzansätze zum
31.Dezember 2021 haben die Krisen derzeit nicht, allerdings
wird das Erreichen der Ziele für das Jahr 2022 zunehmend
schwieriger.
Neben den globalen Krisen sind nach dem Bilanzstichtag zum
31.Dezember 2021 keine weiteren Vorgänge von besonderer
Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
19
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG/NACHHALTIGKEIT
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles
unternehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg
im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel
zu wachsen ist erklärtes Unternehmensziel. Dabei werden
sämtliche relevanten Stakeholder miteinbezogen und im direkten
Dialog angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen
Handlungsschwerpunkte festgelegt. Neben der effizienten
Nutzung von Ressourcen will Rosenbauer als Technologieführer
mit zukunftsorientierten Materialien Produkte schaffen, die den
Kunden zum Schutz von Leben und Infrastruktur dienen. Darüber
hinaus hat Rosenbauer den Anspruch, als Top-Arbeitgeber seinen
Mitarbeitenden eine ausgewogene Work-Life-Balance zu ermög-
lichen und für sie eine moderne und vor allem sichere Arbeitsum-
gebung zu schaffen.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmens-
strategie; ihr Fundament sind die Rosenbauer Markenwerte.
Aus Tradition neugierig stellt sich Rosenbauer weltweit den
Herausforderungen der modernen Feuerwehren und geht
selbstbewusst voran. Als ihr Partner arbeitet Rosenbauer
fokussiert an Produkt- und Servicelösungen, die den Alltag
der Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche
Bestimmungen gebunden, sondern hat eigene Regeln
wie den
Code of Conduct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch
im Bereich Corporate Communication & Investor Relations
angesiedelt und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltig-
keitsmanagements ist es, in allen Geschäftsprozessen die
Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu berücksichtigen
und die ökonomischen mit den ökologisch-sozialen Vorstellungen
des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dabei arbeiten
Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten eng
zusammen. Zur Steuerung und jährlichen Überprüfung der
Zielerreichung werden sowohl quantitative als auch qualitative
Messinstrumente eingesetzt.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich
einen Nachhaltigkeitsbericht, der über die Rosenbauer Website
abgerufen werden kann. Dieser wurde nach den „GRI-Standards“
(Global Reporting Initiative) und nach den Anforderungen des
österreichischen „NaDiVeG“ (Nachhaltigkeits- und Diversitätsver-
besserungsgesetz) erstellt und erscheint gemäß § 267a UGB als
gesonderter nichtfinanzieller Bericht. 2021 wurde der Bericht vom
Aufsichtsrat geprüft und freigegeben.
Für das Berichtsjahr 2021 unterliegt Rosenbauer erstmalig der
Berichterstattungspflicht gemäß Art. 8 der EU Taxonomie-Verord-
nung. Rosenbauer ist für dieses Berichtsjahr verpflichtet den
Anteil der taxonomiefähigen und nicht-taxonomiefähigen
Wirtschaftstätigkeiten am Gesamtumsatz, an den Investitions-
und Betriebsausgaben sowie entsprechende qualitative Informa-
tionen dazu offenzulegen. Weiterführende Informationen finden
Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2021 von Rosenbauer ab S. 15.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Management der COVID-19-Pandemie
Auch im Jahr 2021 hat der COVID-19-Krisenstab in der Zentrale
von Rosenbauer seine Arbeit fortgeführt. Dieser Krisenstab hat das
Weitere rechtliche Angaben
Beschäftigte nach Ländern 2021
12 % Rest der Welt
24 % Deutschland
24 % USA
40 % Österreich
Anzahl der Beschäftigten zum 31.12.
2021
2020
2019
1532.311 1.666 4.130
3.9841572.306 1.521
3.8281552.282 1.391
Arbeiter Angestellte Lehrlinge
20
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
globale COVID-19-Management, von den Reisebeschränkungen
bis hin zu den Schutzmaßnahmen, übernommen. Tagesaktuell
wurden Maßnahmenpläne erstellt, in verschiedene Sprachen
übersetzt und allen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.
Die Arbeitsbedingungen an den Rosenbauer Standorten wurden
so angepasst, dass das Infektionsrisiko minimiert wurde. Die
umfangreichen Möglichkeiten der Telearbeit für Büroangestellte
wurden beibehalten und Schicht- und Arbeitspläne so umgestal-
tet, dass notwendige Sicherheitsabstände eingehalten werden
konnten. Ziel des Managements war es, durch die Anpassungen
des Produktionsprogramms sowie durch die Nutzung von
Kurzarbeit und anderen arbeitsplatzsichernden Maßnahmen die
negativen Effekte so gering wie möglich zu halten.
Im Fall begründeter Verdachtsfälle wurden die betroffenen
Personen weiterhin, noch vor dem Vorliegen eines amtlichen
Testergebnisses, frühzeitig in Quarantäne geschickt, selbst wenn
es dafür keinen Kostenersatz gab. Auch diese Maßnahme hat
dazu beigetragen, die Fallzahlen an den Standorten gering zu
halten.
Nach der Verfügbarkeit von Impfstoffen wurden so früh wie
möglich Termine für eine Impfung im Unternehmen am Haupt-
standort Leonding angeboten. Von dieser Möglichkeit haben in
Summe mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gebrauch
gemacht. Etliche andere Beschäftigte konnten bereits im Rahmen
von zielgruppenspezifischen Aktionen davor geimpft werden.
Personalpolitik
Rosenbauer verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie,
die von einem modernen Personalmanagement unterstützt wird.
Wichtigste Ziele sind die Positionierung des Unternehmens als
attraktiver Arbeitgeber in der Öffentlichkeit, die Implementierung
von modernen Führungsinstrumenten in den operativen Prozes-
sen, die Förderung von Internationalität und Diversität in der
Mitarbeiterstruktur sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen
für eine leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial
kompetente Mitarbeitende; es unterstützt diese gezielt bei der
Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten. Neben einem umfangreichen
Qualifizierungsangebot gibt es spezielle Programme für die
Team- und Führungskräfteentwicklung. Die COVID-19-Pandemie
hat Auswirkungen auf den mit Ende 2017 begonnenen wachs-
tumsbedingten Personalaufbau. Zum Jahresende 2021 waren im
Konzern 4.130 Mitarbeitende beschäftigt, um 3,7 % mehr als im
Vorjahr. Zudem waren zum Jahresultimo 2021 insgesamt 176
Leiharbeitskräfte (2020: 244) im Konzern beschäftigt.
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeitenden ist eine
der wichtigsten Aufgaben des HR-Managements. Rosenbauer
evaluiert laufend das Angebot an Aus- und Weiterbildungs-
programmen und adaptiert es für gegebene strategische und
organisationale Bedarfe. Diese umfassen vor allem technische
und betriebswirtschaftliche Trainings, Seminare zur Verbesserung
der Projektmanagement-Kompetenz, der Präsentationsfähigkeit,
der Verhandlungs- und Gesprächsführung sowie der sozialen
Kompetenzen, oder Angebote zum Erlernen und zur Perfektio-
nierung von Fremdsprachen.
Um das Diversitätsbestreben durch Personalentwicklungsmaß-
nahmen zu unterstützen, wurden erstmals Unconscious Bias-
Trainings angeboten. Trotz der anhaltenden Pandemie wurden
2021 im Konzern für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
insgesamt 600 t€ (2020: 750 t€) aufgewendet. Die Trainings
erfolgten dabei angepasst an die unterschiedlichen Regelungen
in Präsenz, in hybriden oder virtuellen Formaten.
Die bewährten, aber aufgrund der Pandemie verschoben
abgehaltenen Management-Programme wurden unter strenger
Einhaltung aller Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen im Jahr 2021
fortgesetzt. Das Rosenbauer Next-Level-Programm, das Füh-
rungskräfte aus allen Konzerngesellschaften auf ihre Führungs-
aufgaben vorbereiten und dazu beitragen soll, eine strategische
Managementreserve aufzubauen, und dessen Ziel es ist,
akademisch fundiert und praxisrelevant Management- und
Leadership-Skills nachhaltig zu etablieren, konnte erfolgreich
abgeschlossen werden. Das Programmportfolio wurde um das
„Operations-Management Development Program“ ergänzt, das im
Jahr 2022 erstmalig durchgeführt werden wird. Das neue
Programm orientiert sich an den bereits bewährten Management
Programmen und richtet sich an Führungskräfte im Produktions-
und produktionsnahen Bereich aller deutschsprachigen Konzern-
gesellschaften.
Der zweite Durchgang der Rosenbauer Sales & Purchase
Academy – eine Maßnahme, die die komplette Vertriebs- und
Einkaufsmannschaft bestmöglich auf künftige Herausforderungen
vorbereiten soll – wurde erfolgreich abgeschlossen. Fokussiert
auf den tatsächlichen Verkaufs- und Einkaufsalltag finden sich
Themenschwerpunkte wie Kundenanalyse, Kommunikation &
Präsentation sowie Verhandlungstechniken in dem Programm.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen
Stellenwert. 2021 standen 153 Lehrlinge in Ausbildung, die
wichtigsten Lehrberufe waren Metalltechniker mit Schwerpunkt
Maschinenbau, Mechatroniker und Industriekaufleute.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbei-
terin die gleichen Chancen einzuräumen – unabhängig von
Abstammung, Alter, Geschlecht, Kultur oder Herkunft. Um die
Diversität zu fördern, hat Rosenbauer 2021 die Initiative women@
rosenbauer gegründet. Dieses Frauennetzwerk wurde seitens des
21
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Vorstandes für das Geschäftsjahr 2022 mit einem Budget
ausgestattet, um weitere Wirksamkeit entfalten zu können. Im
Vordergrund steht zunächst die Erhöhung der Frauenquote
generell, besonders aber im Führungskreis der Rosenbauer
International. Entsprechende Maßnahmen werden seitens des
Bereiches Human Resources gemeinsam mit dem Frauennetz-
werk erarbeitet und schrittweise umgesetzt.
in diesem traditionell von Männern geprägten Berufsfeld sind
gezielte Maßnahmen zur Förderung von Frauen nötig. Women@
rosenbauer zielt vor allem auf die Vernetzung der Mitarbeiterin-
nen ab, auf gegenseitige Unterstützung und Austausch. So
wurden in
mehreren Arbeitsgruppen Forderungen und Maßnah-
men ausge
arbeitet, die die Geschlechterausgewogenheit
verbessern sollen. Dazu zählen beispielsweise eine intensivere
Begleitung von Frauen und Männern in Karenz (Elternzeit), eine
interne Website mit Informationen zum Thema Gleichstellung
sowie die Ausarbeitung einer No-go-Policy, um das Miteinander
aller Mitarbeitenden zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt
liegt auf dem Bereich Recruiting, der in Zukunft explizit mehr
Frauen für Rosenbauer gewinnen möchte, insbesondere in
technischen Berufen. Es werden mehrere Maßnahmen unter-
stützt, die Mädchen schon im Schulalter für die Technik begeis-
tern sollen.
Dies spiegelt sich auch in der bevorzugten Aufnahme von
weiblichen Lehrlingen wider. So werden schon seit einigen Jahren
junge Frauen in den Lehrberufen Mechatronik und Metalltechnik
ausgebildet bzw. sind diese mittlerweile bereits als Produktions-
mitarbeiterinnen tätig. Ende 2021 waren 13,2 % (2020: 12,7 %)
der Beschäftigten weiblich.
INFORMATIONEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener
Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer International AG
beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose
Stückaktien, die jeweils einen anteiligen Betrag am Grundkapital
von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und
3.134.088 sind Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt
zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 %
der Anteile an der Rosenbauer International AG. Die BVG hat
die Übertragung ihrer Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 %
der Stimmen gebunden. Unter Beachtung der Gleichbehandlung
liegen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von
Aktien keine Beschränkungen vor, sofern der Anteil an Inhaber-
aktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt
unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteiligungs-
verwaltung GmbH hält indirekt durchgerechnet 11,9 % der Anteile
an der Rosenbauer International AG. Es gibt keine Inhaber von
Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt
aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die
Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des
Vorstandes und des Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied des
Vorstandes kann nur bestellt werden, wer das 65. Lebensjahr zum
Zeitpunkt der Bestellung noch nicht vollendet hat. Die Bestellung
einer Person zum Mitglied des Vorstandes, die zum Zeitpunkt der
Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch
dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss der Haupt-
versammlung die Zustimmung mit einfacher Mehrheit der abge-
gebenen Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann nur
gewählt werden, wer das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Wahl
noch nicht vollendet hat. Die Wahl einer Person zum Mitglied des
Aufsichtsrates, die zum Zeitpunkt der Wahl das 70. Lebensjahr
bereits vollendet hat, ist jedoch zulässig, wenn der entsprechende
Beschluss in der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der
abgegebenen Stimmen gefasst wird.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine
Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft, ihren
Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist
auf der Website www.rosenbauer.com/de/at/group im Kapitel
„Investor Relations“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
22
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
RISIKOMANAGEMENT
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit
unterschiedlichen Risiken konfrontiert. Die kontinuierliche
Identifizierung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ist
integraler Bestandteil des Führungs-, Planungs- und Controlling-
Prozesses. Das Risikomanagement greift auf die im Konzern
vorhandenen Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen
zurück und ergänzt diese um spezifische Elemente, die zur
ordnungsgemäßen Risikobeurteilung erforderlich sind. Im
Kern besteht das Rosenbauer Risikomanagement aus fünf
Elementen:
der schriftlich ausformulierten Risikostrategie sowie
der ergänzenden Risikopolitik zusammengefasst in einem
konzernweit gültigen Risikomanagement-Handbuch,
einer definierten Organisationsstruktur mit Risiko-
verantwortlichen in den als Risk Unit definierten Areas,
Tochtergesellschaften und Abteilungen sowie einem
zentralem Group Risk Manager,
einer regelmäßigen Risikoerfassung und -bewertung
in allen Risk Units,
der Reporting-Struktur des Konzerns und
dem Risikobericht auf Konzernebene und Auswertungen
auf der Ebene einzelner Risk Units.
Systematische Überwachung
Das Rosenbauer Risikomanagement wurde im Jahr 2021 von
Grund auf überarbeitet. Dabei wurden neben einem neuen
System auch die Risikomanagementprozesse weiterentwickelt
und die Rollen und Aufgaben an die geänderte Risikostruktur
angepasst.
Das Risikomanagement wird in dem neuen System abgebildet,
das eine übersichtliche Darstellung der im Rosenbauerkonzern
vorhandenen Risiken auf der Ebene der jeweiligen Risk Unit
ermöglicht. Die Identifikation und Erfassung der Geschäftsrisiken
wird mittels eines strukturierten Prozesses zweimal jährlich
durchgeführt, bei dem die Risikoverantwortlichen durch den
Group Risk Manager intensiv begleitet und unterstützt werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt im Hinblick auf ihre Eintritts-
wahrscheinlichkeit und ihre allfällige Auswirkung auf das EBT.
Als Hilfestellung sind in einem Katalog zehn Risikokategorien
erfasst, in die die identifizierten Risiken, die eine Bedrohung
für das Unternehmen darstellen können, eingeordnet werden.
Darüber hinaus ermöglicht es das neue System, auch Chancen
im Risikomanagementprozess zu berücksichtigen. Diese werden
analog den Risiken mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und
Auswirkung auf das EBT bewertet.
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforder-
lichen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen und die Instrumente
zur Risikobewältigung als definierte Maßnahmen abgeleitet
und den jeweiligen Risiken zugeordnet. Verantwortlich für die
Umsetzung sind die Risikoverantwortlichen in den einzelnen
Risk Units. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Risiko-
inventur einmal jährlich an den Prüfungsausschuss berichtet.
Im Zuge dieses Termins werden auch die generelle Funktions-
fähigkeit und die Wirksamkeit des Systems beurteilt.
Im Jahr 2021 wurde eine Prüfung durch einen externen Auditor
durchgeführt, um das Design und die Implementierung des
Risikomanagements des Rosenbauer Konzerns gemäß der
C-Regel 83 ÖCGK zu beurteilen.
INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität
und Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern. Es besteht aus
systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und
Kontrollen zur Einhaltung von internen und externen Richtlinien
sowie zur Abwehr von Schäden, die beispielsweise durch
ungeregelte oder unrechtmäßige Handlungen verursacht werden
können. Die Kontrollen sind direkt in die unternehmerischen
Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus erfolgen
prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der Kontrollen
durch die Interne Revision.
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen
Regelungen und Richtlinien dar. Dazu kommen die im Integrierten
Managementsystem verankerten Prozessdarstellungen und
hinterlegten Arbeitsanweisungen. Im Rahmen von internen Audits
wird kontrolliert, ob diese Richtlinien eingehalten und die
Prozesse sauber ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden
dokumentiert, Empfehlungen abgeleitet und die operative
Umsetzung wird überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist
durch eine klare Aufbau- und Ablauforganisation gekennzeichnet.
Sämtliche Funktionen sind eindeutig Personen (zum Beispiel
Risiken und Chancen
23
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
in Finanzbuchhaltung oder Controlling) zugeordnet. Die am
Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen
alle fachlichen Voraussetzungen. Bei den relevanten Prozessen
der Rechnungslegung wird, soweit es die Größe der jeweiligen
Gesellschaft zulässt, auf ein Vier-Augen-Prinzip geachtet. Bei
den verwendeten Finanzbuch haltungssystemen handelt es sich
überwiegend um Standard software, die gegen unbefugte Zugriffe
geschützt ist. Auf den Rechnungslegungsprozess bezogene
wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in
einem Konzernhandbuch verbindlich festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen
wird regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätsprüfun-
gen überprüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das
konzernweite Controlling und Treasury. Detaillierte Finanzberichte
werden auf Monats- und Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich
aktuell abrufbar, um Abweichungen in der Ertrags- und Vermö-
genslage von den Planzahlen rasch identifizieren und beheben zu
können.
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben
den prozessorientierten Rahmenbedingungen vor allem ablauf-
orientierte Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen
Einheiten umgesetzt werden müssen. Die operative Verantwor-
tung liegt bei den jeweiligen Prozessverantwortlichen. Die
Einhaltung des Rosenbauer Regelwerks wird durch die Interne
Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen der einzelnen
Bereiche überwacht.
ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erwärmung – Risiken und Chancen
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung einer externen Beratung
eine Analyse der klimabezogenen Risiken und Chancen durchge-
führt. Dabei wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-
related Financial Disclosures (TCFD) angewandt. Hier erfolgte in
einem ersten Schritt die Identifikation von jenen klimabezogenen
Risiken und Chancen, die für Rosenbauer potenziell finanziell
relevant sein könnten. Diese identifizierten klimabezogenen
Risiken und Chancen wurden in der Folge einer Bewertung
hinsichtlich ihrer finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die
physischen Klimarisiken für die Rosenbauer Produktions- und
Montagestandorte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene
Chance der allgemein zunehmende Bedarf an Brandschutzpro-
dukten sowie die Chancen für neue Rosenbauer Produkte und
Services. Weiterführende Informationen finden Sie im Nachhaltig-
keitsbericht 2021 von Rosenbauer ab S. 12.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläu-
fer und reagiert erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24
Monaten auf konjunkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die
Kunden überwiegend aus dem öffentlichen Sektor kommen, ihre
Beschaffungen langfristig planen und mit ihren Investitionen auch
antizyklisch Impulse setzen wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen
orientiert sich Rosenbauer an den Annahmen führender Institu-
tionen über die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen
Regionen und Ländern. Auch nach Elementarereignissen und
Naturkatastrophen wird verstärkt in Feuerwehrtechnik investiert.
Planbar sind diese Beschaffungen zwar nicht, bieten aber immer
wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feuerwehrausstatter.
Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen Branchen-
risiken und nutzt Chancen durch rasches Reagieren auf Markt-
veränderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung
abgeleitet und umfasst einen nach Regionen und Produkten
gegliederten Zielkatalog, der als Steuerungsinstrument dient.
So können Chancen und strategische Risiken frühzeitig erkannt
werden. Zur nachhaltigen Absicherung des Wachstums verfolgt
Rosenbauer eine konsequente Internationalisierungsstrategie. Mit
Produktionsstätten auf drei Kontinenten und einem weltweiten
Vertriebs- und Servicenetz lassen sich Absatzschwankungen
in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehr-
branche herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die zunehmende
Zentralisierung des Beschaffungswesens bietet durch die
Förderung eines fairen Wettbewerbs und transparentere Prozesse
Chancen, birgt aber auch durch die Bündelung der Beschaffung
das Risiko, Großaufträge zu verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt-
und Absatzentwicklung in den einzelnen Ländern bzw. Areas und
hat für jeden Vertriebs- und Produktbereich klar definiert, wie
dabei strategisch vorzugehen ist und welche Wachstumsziele
verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch
oder rechtlich veränderter Rahmenbedingungen ergeben, können
kaum abgesichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen
24
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Abnehmer kommt es allerdings nur in Ausnahmefällen zu
Stornierungen von Aufträgen. Durch politische Krisen oder
allfällige Embargobestimmungen kann der Zugang zu bestimmten
Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
Viele Länder haben in letzter Zeit strengere Regelungen hinsicht-
lich des Einsatzes von gefährlichen Substanzen erlassen.
Die Nichteinhaltung der einschlägigen Vorschriften kann mit
erheblichen Strafen und Reputationsrisiken verbunden sein.
Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Löschmitteln
vor. Spezielle Vorkehrungen zur Vermeidung von gefährlichen
Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer
begegnet den strengeren Bestimmungen mit der Entwicklung
von speziellen Zumischsystemen und Werfern, die den Einsatz
von fluorfreien Schaummitteln ermöglichen und damit Umwelt
und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesund-
heit gefährden können, durch die laufende Überwachung der
Risikoarbeitsplätze sowie durch die Einhaltung lokaler Vorschrif-
ten entgegengetreten.
Betriebliche Risiken
Produktionsrisiken und -chancen
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinander-
setzung mit den Risiken entlang der Wertschöpfungskette.
Im Zuge sich verkürzender Innovationszyklen kommt der
Forschungs- und Entwicklungsarbeit wachsende Bedeutung zu.
Die potenziellen Produktionsrisiken werden über eine Reihe von
Kennzahlen (Produktivität, Montage- und Durchlaufzeiten,
Produktionsstückzahlen, Qualität, Kosten etc.) permanent
überwacht. Das zentrale Steuerungselement in der Fahrzeugferti-
gung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende Kalkulation“,
bei der im Soll-Ist-Vergleich die Herstellkosten jedes Einzelauftra-
ges überwacht werden. Zur Abfederung von Veränderungen in der
Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzern-
verbund und vergibt Fertigungsaufträge auch an externe Partner.
Dadurch wird das Risiko einer Unterauslastung der Produktion
im Falle eines deutlichen Marktrückganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der
Produktion ergeben können, werden durch entsprechende
Produktionsausfallsversicherungen abgedeckt. Eine angemessene
Versicherungsdeckung besteht auch für Risiken im Zusammen-
hang mit Feuer, Explosionen und ähnlichen elemen taren
Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer betreibt ein konsequentes Qualitätsmanagement
nach ISO 9001. Dieses wird laufend auditiert und trägt wesent-
lich dazu bei, weltweit eine einheitlich hohe Produktqualität zu
gewährleisten und Haftungsrisiken aus Produktmängeln zu
minimieren. Moderne Entwicklungsmethoden, die permanente
Kontrolle und Verbesserung der Produktqualität sowie laufende
Prozessoptimierungen tragen ebenfalls zur Verringerung von
Risiken bei.
Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern
neben dem Risiko managementsystem auch das Instrument der
Produkthaftpflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit
höchstmöglichem Kundennutzen anbieten zu können, betreibt
Rosenbauer ein systematisches Innovationsmanagement und
arbeitet in der Produktentwicklung eng mit den Feuerwehren
zusammen. Ein professionelles Produktmanagement gibt die
Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer Techno-
logie-Roadmap werden Marktanalysen und Wirtschaftlichkeits-
überlegungen miteinbezogen.
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der
Personalbasis der Feuerwehren nach sich und stellt damit auch
die Hersteller von Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderun-
gen. Frauen und ältere Menschen werden künftig vermehrt im
Feuerwehrdienst tätig sein, Technik und Ausrüstung müssen
demnach so gestaltet werden, dass sie deren Bedürfnissen in
der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäftigt sich im
Innovations-, Technologie- und Wissensmanagement sowie in der
Produktentwicklung intensiv mit diesen Herausforderungen und
bindet die Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungs-
prozess mit ein.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Als Beschaffungs- und Einkaufsrisiken sind insbesondere
Lieferausfälle, Preiserhöhungen, Qualitätsprobleme und andere
Verwerfungen der Supply Chains zu betrachten. Im zweiten
Pandemiejahr 2021 wurde die Widerstandsfähigkeit der Lieferket-
ten auf eine harte Probe gestellt. Es war das erklärte Ziel, eine
weitgehend stabile Materialversorgung der Produktion sowie der
Kunden zu gewährleisten.
Ein entscheidender Baustein für die Fahrzeugfertigung ist dabei
die termingerechte Bereitstellung von Fahrgestellen. Diese
Versorgungssicherheit durch die Fahrgestellhersteller war etwa
durch mangelnde Verfügbarkeit von Elektronikbauteilen nicht in
der gewohnten Weise gewährleistet. Generell war das vergangene
Jahr durch viele Störungen in den globalen Lieferketten gekenn-
zeichnet. In vielen Materialgruppen kam es zu deutlich erhöhten
Lieferzeiten. Die Entwicklungen der Rohstoffpreise wie Stahl oder
Aluminium schlugen sich sukzessive in den Preisen des Beschaf-
fungsmaterials nieder. Die zuletzt angestiegenen Energiekosten
verstärkten ebenfalls den Preisdruck im Markt.
Um für die Herausforderungen an die Beschaffung gewappnet zu
sein, wurde der proaktive Kontakt mit den Lieferanten intensi-
viert. In diesem Zusammenhang wird vorausschauender mit den
25
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Partnern geplant, um den gestiegenen Laufzeiten und Preisent-
wicklungen Rechnung zu tragen. Die Standardisierung von
Bauteilen und Komponenten, die Diversifizierung der Lieferanten-
struktur sowie eine nachhaltige Beschaffungsstrategie wirken
diesen Risiken zusätzlich entgegen. Um die termin- und qualitäts-
konforme Versorgung der Produktion sicherzustellen, werden die
wichtigsten Zulieferer überwacht sowie die Planung und Steue-
rung der Lieferkette gemeinsam mit den Lieferanten laufend
weiterentwickelt. Dadurch kann das Risiko von Produktionsstö-
rungen oder Ausfällen reduziert werden.
Rosenbauer benötigt in erster Linie Aluminium-, Stahl- und
Kunststoffteile. Durch eine weitblickende Einkaufspolitik werden
auch in schwierigem Umfeld möglichst niedrige Einkaufspreise
abgesichert. In der Produktion wird aufgrund der überwiegenden
Montagetätigkeit nur wenig Prozessenergie benötigt.
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyber-
risiko. Unter dem Begriff „Cyberrisiko“ werden viele Einzelrisiken
zusammengefasst, die aus einem potenziellen Cyber-Angriff
resultieren können. Im Wesentlichen sind das die Verletzung
der Vertraulichkeit von Daten (Ausspähen, Datenverlust),
die Ver letzung der Integrität des IT-Systems oder der Daten
(Mani pulation durch Schadsoftware), die Verletzung der Verfüg-
barkeit des IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im
internen Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und
Ähnliches.
Damit erst gar kein Cyberrisiko schlagend wird, legt Rosenbauer
großes Augenmerk auf eine sichere IT-Infrastruktur. Diesen
Risiken wird durch regelmäßige Investitionen in Hard- und
Software, den Einsatz von „State-of-the-Art“ IT-Security-Systemen,
modernen Datensicherungsmethoden sowie durch strukturierte
Zugangs- und Zugriffskontrollen begegnet. Die Robustheit der
Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte Angriffe von
außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flankierend
durch gezielte, regelmäßige IT-Security- und Datenschutz-
Awareness-Trainings der Mitarbeitenden unterstützt.
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im
Wesentlichen aus Montagearbeiten und birgt daher kaum
Umweltrisiken. Darüber hinaus gelten für die Prozesse klare
Umweltstandards und Anweisungen, die in einem Umwelt manage-
mentsystem nach ISO 14001 dokumentiert sind und laufend
durch interne wie externe Audits überprüft und weiter entwickelt
werden. Das Energiemanagement an den österreichischen und
deutschen Fertigungsstandorten ist nach ISO 50001 zertifiziert
und dient als Instrument, mit dem Energiekosten und -verbräuche
überprüft und Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcen-
verbrauchs abgeleitet werden.
Personelle Chancen und Risiken
Rosenbauer steht in einem veritablen Wettbewerb um die besten
Köpfe. Der Unternehmenserfolg hängt entscheidend davon ab,
wie gut es gelingt, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und
an das Unternehmen zu binden.
Ein leistungsorientiertes Entgeltsystem mit Beteiligung am
Unternehmenserfolg sowie ein ausgeprägtes Talent-Management
sind zwei der Instrumente, die Rosenbauer dabei einsetzt. Für die
Personalgewinnung sorgen unter anderem Kooperationen mit
Bildungseinrichtungen und ein umfassendes Management der
Praktikantinnen und Praktikanten. Vielfältige Aus- und Weiterbil-
dungsmöglichkeiten tragen dazu bei, die Mitarbeitenden im
Unternehmen zu halten. Außerdem beschäftigt sich Rosenbauer
intensiv mit der Nach folgeplanung für Schlüsselpositionen im
Management.
Das Unternehmen nimmt die demografische Entwicklung zum
Anlass, mit den Verände rungen durch eine älter werdende
Belegschaft umzugehen und einen qualifizierten Fach- und
Führungskräftenachwuchs mit entsprechender Vielfalt hinsicht-
lich Sprache, Geschlecht und Internationalität zu sichern. Um
Frauen für die Technik zu gewinnen, bildet Rosenbauer vermehrt
weibliche Lehrlinge aus und führt diese gezielt auch an
Produktionstätig keiten heran.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften
sind im Rahmen der Geschäftstätigkeit mit rechtlichen Verfahren,
Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert.
Diese können unter anderem die Produktsicherheit, Patente
sowie andere Immaterialgüterrechte, Händler-, Lieferanten- und
weitere Vertragsbeziehungen betreffen sowie zu wettbewerbs-
rechtlichen Verfahren führen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der
Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregelmäßigkeiten
festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten
Untersuchungen konnten zum Jahresende 2018 abgeschlossen
werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf
dem Zivilrechtsweg wurden eingeleitet und sind derzeit noch
offen.
Die Rosenbauer International AG wurde Ende Jänner 2022
informiert, dass im Zusammenhang mit einer Steuerfahndungs-
prüfung gegen einen ehemaligen Geschäftsführer von Tochter-
unternehmen eine Steuerverbindlichkeit droht. Die Steuerver-
bindlichkeit bezieht sich dabei auf einen Zeitraum, in dem die
betroffenen Tochterunternehmen noch nicht im Eigentum der
Rosenbauer International AG standen. Im Jahresabschluss ist eine
Steuernachforderung gegen den vormaligen Geschäftsführer und
wirtschaftlichen Eigentümer eines Tochterunternehmens in Höhe
26
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
von 3,4 Mio €, die die Rosenbauer International AG als Rechts-
nachfolgerin in einem ersten Schritt tragen muss, bilanziell
berücksichtigt. Rechtliche Schritte gegen den ehemaligen
Geschäftsführer und die vormalige Eigentümerin der Tochter-
unternehmen wurden eingeleitet.
Compliance-Risiken wird im Rahmen des Rosenbauer
Compliance- Managements begegnet. Regelmäßige Schulungen
zielen darauf ab, Compliance-relevanten Verstößen vorzubeugen.
Für das Melden von Verdachtsfällen in Bezug auf Kartellrecht,
Korruption, Wirtschaftskriminalität, Diskriminierung oder auch
sexuelle Belästigung steht allen Mitarbeitenden, Lieferanten und
Geschäftspartnern seit Mitte Dezember 2021 eine anonyme
Hinweisgeberplattform zu Verfügung. Mit der Einführung dieses
Hinweisgebersystems entspricht Rosenbauer der EU-Richtlinie
zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht
melden.
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unter-
nehmen von großer Bedeutung. Dank der guten Eigenmittel-
ausstattung und der hervorragenden Bonität des Rosenbauer
Konzerns konnten die benötigten Betriebsmittel- und Investi-
tionsfinanzierungen ohne Einschränkungen und zu sehr guten
Konditionen sichergestellt werden.
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und
währungsbedingte Risiken, die durch den Einsatz entsprechender
Sicherungsinstrumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine
konzernweit geltende Finanz- und Treasury-Richtlinie, welche
Instrumente zulässig sind. Die operativen Risiken werden durch
derivative Finanzinstrumente wie zum Beispiel Devisentermin-
geschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abgesichert. Diese
Transaktionen werden ausschließlich zur Absicherung von
Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulationszwecken
durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführun-
gen in den Erläuternden Angaben im Konzernabschluss verwie-
sen.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können,
werden gering eingeschätzt, da der überwiegende Teil der Kunden
öffentliche Abnehmer sind. Bei Lieferungen in Länder mit einem
erhöhten politischen oder wirtschaftlichen Risiko werden zur
Absicherung staatliche und private Exportversicherungen in
Anspruch genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen,
die von den Kunden, den Märkten, vom wirtschaftlichen Umfeld
und im internationalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt
werden, auch künftig zu erfüllen. Aus der Analyse der derzeit
erkennbaren Einzelrisiken ergeben sich keine Anhaltspunkte, die
– für sich genommen oder in Kombination mit anderen Risiken –
den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten.
Dies gilt sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen
wirtschaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant
oder bereits eingeleitet worden sind.
27
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
1, 2
Die Weltwirtschaft hat das Jahr 2022 schwächer begonnen als
erwartet. Angesichts der rasanten Ausbreitung der neuen
COVID-19-Variante Omikron haben viele Länder wieder Mobili-
tätsbeschränkungen eingeführt. Steigende Energiepreise haben
zusammen mit Lieferkettenstörungen vor allem in den USA sowie
in zahlreichen Schwellenmärkten und Entwicklungsländern zu
einer höheren und breit basierten Inflation geführt. Die anhalten-
den Ausgabenkürzungen in Chinas Immobiliensektor und die
langsamere Erholung des Privatkonsums begrenzen zusätzlich die
Wachstumsaussichten.
Im laufenden Jahr 2022 wird sich deshalb nach Berechnungen
des IWF das globale Wirtschaftswachstum von zuletzt 5,9 % auf
4,4 % verlangsamen. Dieser Wert liegt um einen halben Prozent-
punkt unter der Prognose vom vergangenen Oktober und spiegelt
die Rückstufungen der größten Volkswirtschaften wider. So wurde
die Vorhersage für die USA wegen der früheren Beendigung der
akkommodierenden Geldpolitik durch die US-Notenbank und der
anhaltenden Lieferkettenprobleme um 1,2 Prozentpunkte
zurückgenommen, der Ausblick für China wurde wegen der
Unterbrechungen durch die Null-Toleranz-Politik in der Pandemie-
bekämpfung und des langwierigen finanziellen Drucks unter
Immobilienentwicklern um 0,8 Prozentpunkte nach unten
revidiert. Gleichzeitig wird die höhere Inflation wegen der
Lieferkettenunterbrechungen und der hohen Energiepreise noch
länger aufrecht bleiben.
Die Risiken in diesem Szenario liegen auf der Hand: Das Auftreten
weiterer COVID-19-Varianten könnte die Pandemie verlängern
und für neuerliche konjunkturelle Störungen sorgen. Darüber
hinaus bedeuten Lieferkettenprobleme, volatile Energiepreise und
lokaler Lohndruck Unsicherheit für die Inflation und politische
Entscheidungen. Während die entwickelten Volkswirtschaften
ihre Leitzinsen erhöhen, könnten neue Bedrohungen für die
finanzielle Stabilität und die Kapitalflüsse in Schwellenmärkte und
Entwicklungsländer, deren Währungen und Finanzposition
auftauchen. Zusätzliche globale Risiken könnten aus den
anhaltenden geopolitischen Spannungen und aus der Klimaerwär-
mung hervorgehen.
Der Einmarsch von Russland in der Ukraine führte weltweit zu
wirtschaftlichen Unsicherheiten und volatilen Finanzmärkten.
1
IWF, World Economic Outlook, Update, 25. Jänner 2022.
2
Weltbank, Global Economic Prospects, 11. Jänner 2022.
Während die Börsen mit Kursverlusten konfrontiert waren,
explodierten die Preise für Gold, Öl und Rohstoffe wie Aluminium.
Die langfristigen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften und
deren Wachstum sind zum Zeitpunkt der Berichtserstellung nicht
abschätzbar.
PERSPEKTIVEN AUF DEN ABSATZMÄRKTEN
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit
einem Abstand von ein bis zwei Jahren. Die Nachfrage wird stark
von Ländern mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt.
Aber auch ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein nach Natur-
katastrophen und anderen Elementarereignissen führt zu
vermehrten Investitionen in Feuerwehrtechnik und -ausrüstung.
2022 sollte der globalen Feuerwehrbranche erneut Wachstum
möglich sein. Insbesondere in den entwickelten Volkswirtschaften
scheint die Investitionsbereitschaft trotz der COVID-19-Pandemie
ungebrochen und es werden unverändert die entsprechenden
Budgetmittel für den Brand- und Katastrophenschutz bereitge-
stellt. Ausschlaggebend wird sein, wie lange die Lieferkettenstö-
rungen noch die Produktion belasten. Gleiches gilt für die
pandemie-bedingten Mobilitätsbeschränkungen.
Der nordamerikanische Markt ist mit einer sehr dynamischen
Nachfrage in das neue Jahr gestartet. Dahinter stehen umfangrei-
che Förderprogramme für den Katastrophenschutz und für die
E-Mobilität, die auch den Feuerwehren zugutekommen. Die
anhaltenden Lieferkettenstörungen und die befürchteten längeren
Wartezeiten veranlassen zudem viele Einsatzorganisationen ihre
Beschaffungen vorzuziehen. Die gute konjunkturelle Lage hat
gleichzeitig das Angebot an qualifizierten Arbeitskräfte verknappt.
Europas Feuerwehrmarkt sollte auch 2022 seine solide Entwick-
lung fortsetzen. Am Beginn des dritten Pandemie-Jahres erscheint
die Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand hoch und der
Brand- und Katastrophenschutz kann auf umfangreiche Finanz-
mittel zurückgreifen. Die privaten Zuwendungen an die Feuer-
wehrorganisationen fließen wegen der Einschränkungen durch die
Pandemiebekämpfung weiter langsam. Getragen wird die
Nachfrage vor allem von zentral- und ost- sowie nordeuropäi-
schen Ländern.
Die schwache Branchenkonjunktur auf den asiatischen Feuer-
wehrmärkten wird sich im laufenden Jahr nur geringfügig
verbessern. Dabei werden die Marktvolumina auch weiterhin
Prognosebericht
28
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
deutlich hinter den gewohnten Werten zurückbleiben. Die
Ursachen dafür sind vielfältig. Zu den Belastungen durch die
COVID-19-Pandemie kommen in einzelnen Ländern der Region
länger schwelende wirtschaftliche Probleme und teils internatio-
nale Sanktionen. Auch der Handelsstreit zwischen China und den
USA schlägt sich negativ zu Buche. Niedrige Impfraten begünsti-
gen immer neue Ausbrüche des Coronavirus und führen zu
lokalen Lockdowns.
Die Länder des Mittleren Ostens sind mit einer vergleichsweise
niedrigeren Nachfrage in das neue Jahr gestartet. Die Nachfrage
insbesondere von Flughäfen ist derzeit gering, dafür reaktiviert
der öffentliche Sektor zusehends geplante Ausschreibungen.
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war die Weltwirtschaft mit
extremen Schwankungen des Ölpreises konfrontiert. Abhängig
von der weiteren Entwicklung im Verlauf des Jahres könnte sich
neues Potenzial für den Absatz von Rosenbauer Produkten
ergeben.
Nordamerika
Die Area NOMA hat das laufende Geschäftsjahr mit einem
äußerst robusten Auftragsbestand begonnen. Bei den Auftrags-
eingängen haben zuletzt steigende Beschaffungen von Kommu-
nen und Regierungsstellen den Rückgang im Flughafengeschäft
mehr als kompensiert. Neben der voll batterieelektrischen
„Revolutionary Technology“-Modellreihe ist dabei auch das
innovative Akkulöschsystem von Rosenbauer bei den Kunden
auf wachsendes Interesse gestoßen.
In den kommenden Monaten wird es vor allem darum gehen,
die negativen Auswirkungen der Lieferkettenstörungen zu
begrenzen sowie Verkaufspreise und Herstellkosten in der
Balance zu halten. Im Hinblick darauf hat Rosenbauer Minnesota
die Produktion von Tanks und Mannschaftskabinen für den
US-PANTHER, die vormals zugeliefert wurden, wieder selbst
übernommen. Die gestiegenen Materialkosten haben die
verschiedenen Konzernunternehmen im Wege von drei Preis-
erhöhungen an den Markt weitergegeben.
Die forcierten Vertriebsaktivitäten in Richtung Kommunen zeigen
weiter erfreuliche Ergebnisse: So konnten nicht nur mehrere
Dealerships in größeren Städten als Partner für das Rosenbauer-
Netzwerk gewonnen werden, darunter der vierte Händler an der
Ostküste, sondern auch der erste größere Flottenauftrag für das
Nashville Fire Department an Land gezogen werden. Die
Betreuung städtischer Feuerwehren mit großen Fahrzeugflotten,
die über den gesamten Produktlebenszyklus begleitet werden,
hat ein attraktives Wachstumspotenzial.
Rosenbauer International ist bestrebt, ihren Anteil an der
Rosenbauer America LLC zu erhöhen und hat dazu Gespräche mit
einem Miteigentümer aufgenommen. Rosenbauer sieht darin eine
strategische Chance für eine stärkere Integration in die Konzern-
strukturen und für einen Ausbau des Engagements im weltweit
größten Feuerwehrmarkt.
Europa
Die europäische Projektlandschaft befindet sich zum Jahresbe-
ginn 2022 auf einem sehr guten Niveau. Zusätzliche Impulse
sollten vom europäischen Wiederaufbauplan „NextGenerationEU“
kommen, der in den nächsten Jahren über 800 Mrd. € an
Darlehen und Zuschüssen vergeben soll. Vor allem die E-Mobilität
und der Umstieg auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben
werden in diesem Zusammenhang treibende Kräfte der künftigen
Marktentwicklung sein.
Vor allem die D-A-CH-Region weist wie in der Vergangenheit eine
sehr stabile Nachfrage auf. Diese spiegelt sich in vielen Groß-
projekten, aber auch in zahlreichen Einzelbestellungen durch die
Kommunen wider. In Südosteuropa, wo der Rosenbauer Konzern
zuletzt einige neue Absatzmärkte erschlossen hat, kommen
immer wieder größere Beschaffungen zur Ausschreibung. Dabei
sind die Anforderungen von Land zu Land recht unterschiedlich.
Die Kommunalmärkte auf dem Balkan werden erfolgreich vom
Konzernstandort Ljubljana in Slowenien betreut.
2022 will Rosenbauer in Europa vor allem das Servicegeschäft
weiter ausbauen, das zentral für die Kundenbeziehungen ist und
zuverlässige Ergebnisbeiträge liefert. So ist etwa Rosenbauer
Österreich im Berichtsjahr von Leonding an den Standort Asten,
ebenfalls in Oberösterreich, übersiedelt und hat eine neue, gut
erreichbare Anlaufstelle für Kunden eröffnet. Das neue Service-
center mit 1.600 m
2
Nutzfläche hat insgesamt 12 Fahrzeugstell-
plätze. Rosenbauer Deutschland hat die Werkstattkapazitäten an
seinem Standort in Viersen, Nordrhein-Westfalen, um eine Halle
mit 8 Fahrzeugstellplätzen praktisch verdoppelt.
Internationales Exportgeschäft
Das internationale Exportgeschäft von Rosenbauer sieht sich
zum Jahresbeginn 2022 mit zahlreichen Herausforderungen
konfrontiert. Zum einen haben viele Länder wegen der COVID-
19-Pandemie ihre Ausgaben für den Brand- und Katastrophen-
schutz gekürzt, zum anderen erschweren teils strenge Reise- und
Quarantänebestimmungen die Projektabwicklung. Dazu kommen
in manchen Märkten wirtschaftliche Probleme sowie politische
Konflikte.
Vor allem die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen ist
angesichts eines rückläufigen Flugverkehrs und aufgeschobener
Infrastrukturinvestitionen in weiten Teilen Asiens massiv
zurückgegangen. Viele Flughafenbetreiber behalten unter diesen
Umständen ihre Fahrzeuge länger und investieren stattdessen in
Service. Die Brandschutzkategorien der internationalen Zivilluft-
fahrtorganisation ICAO für Flughäfen wirken dabei grundsätzlich
29
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
stabilisierend auf den Bedarf. 2021 scherte in der Region
lediglich Japan aus und tätigte weitere Neuanschaffungen.
Wenig beeindruckt von der COVID-19-Pandemie zeigt sich
hingegen das Feuerwehrgeschäft mit Singapur und seinen
Nachbarländern. In diesen Märkten bietet auch die Luftfahrt-
branche eine positive Perspektive. Konstant gute Ergebnisse
liefern zudem Australien und Neuseeland, wo Rosenbauer zuletzt
mit dem PANTHER 6x6 S schöne Erfolge erzielen konnte.
Für die kommunalen Fahrzeugmärkte Zentralasiens und der
ASEAN-Staaten hat Rosenbauer vor einigen Jahren erfolgreich
die „Efficient Technology“-Modellreihe (ET) eingeführt und
durch Lokalisierung ein sehr nachhaltiges, preiswertes Produkt
geschaffen.
Die Einführung einer Genehmigungspflicht für den Import von
Feuerwehrfahrzeugen hat internationalen Herstellern den
Zutritt zum chinesischen Markt schwerer gemacht. Darum hat
Rosenbauer im Oktober des Vorjahres einen eigenen Vertriebs-
und Servicestandort in Yunnan eröffnet. Über diesen ist nunmehr
der direkte Verkauf von Ersatzteilen, Komponenten und Ausrüs-
tung möglich.
Die Nachfrage in den Ländern des Mittleren Ostens hat sich im
Verlauf des Berichtsjahres abgeschwächt. Vor diesem Hinter-
grund treibt Rosenbauer die Lokalisierung seiner Fertigung und
den Ausbau seines Servicenetzes voran. Zusammen mit der
umfangreichen installierten Fahrzeugbasis in der Region ist der
Konzern bestens aufgestellt, wenn die Nachfrage wieder anzieht.
Obwohl die Märkte in Afrika und Südamerika deutlich unter den
Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gelitten haben, gehen
einige Länder wie etwa die Maghreb-Staaten mit einer stärkeren
Ausschreibungstätigkeit ins Jahr 2022. Durch den Boom in den
west- und nordeuropäischen Märkten kann die Area NISA
ausbleibende Auftragsvergaben zum Großteil kompensieren.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuer-
wehrmärkte sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen
zu können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein
erhöhtes Beschaffungsvolumen erkennen lassen, werden die
Vertriebsaktivitäten intensiviert. Zum Bilanzstichtag verfügte der
Konzern über einen sehr soliden Auftragsbestand in Höhe von
1.145,2 Mio € (2020: 1.072,1 Mio €). Dieser Wert liegt über
einem Jahresumsatz, wobei enthaltene Ausrüstungsprodukte und
Serviceumsätze wegen der kürzeren Lieferzeiten sowie größere
Fahrzeugaufträge mit Lieferzeiten von mehr als 2-3 Jahren
gesondert zu betrachten sind.
INNOVATIONEN UND NEUE PRODUKTE
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt
Rosenbauer das Ziel, seine internationale Wettbewerbsposition
zu stärken und weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der
Konzern intensiv mit den weltweiten Megatrends wie etwa der
globalen Erwärmung, dem demografischen Wandel, der Urbani-
sierung und Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf die
Organisation und die Technik der Feuerwehren.
Vor etwas mehr als einem Jahr hat Rosenbauer mit dem
„Revolutionary Technology“ (RT) das erste voll batterieelektrische
Feuerwehrfahrzeug vorgestellt. Der RT ist dabei keine bloße
Ergänzung des bestehenden Produktportfolios von Rosenbauer,
sondern ein völlig neues Fahrzeugkonzept, das neue Maßstäbe in
Bezug auf Fahrdynamik, Ergonomie, Bedienung und Vernetzung
setzt.
2021 hat Rosenbauer im Werk I am Standort Leonding eine
eigene Montagelinie für die innovative Modellreihe in Betrieb
genommen. Gleichzeitig hat Rosenbauer America mit der
Anpassung des „Revolutionary Technology“ an US-Feuerwehr-
normen und Verkehrssicherheitsstandards begonnen. Die
abschließende Straßenzulassung des amerikanischen RTX wird
dabei für das laufende Jahr angepeilt.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuer-
wehrbranche. Mit ständig neuen und attraktiven Produkten
werden Wettbewerbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen
erschlossen.
INVESTITIONEN UND KAPAZITÄTEN
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systema-
tisch sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht diese nach Priorität.
Die Investitionen des Rosenbauer Konzerns werden demnach
2022 klar unter dem Vorjahreswert liegen und sich insbesondere
auf Projekte mit hohem Wirtschaftlichkeitspotenzial sowie die
Fertigstellung laufender Vorhaben fokussieren. So soll der
Standort Luckenwalde in Deutschland in einer ersten Modernisie-
rungsphase um eine Logistikhalle erweitert und am Hauptsitz in
Leonding in weitere Werkzeuge für die Fertigung des RT und
andere E-Fahrzeuge investiert werden.
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die konzernweite
Einführung eines einheitlichen ERP-Systems (Enterprise Resource
Planning). Im Februar 2022 gelang der erste erfolgreiche Roll-out
von SAP S/4HANA bei der Rosenbauer Schweiz. Als Nächstes
wird Rosenbauer Slowenien, als erste Produktionsstandort im
Konzern, im Jahr 2023 auf SAP S/4HANA umsteigen.
30
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen
Finanzierungsbedarf. Das liegt zum einen an langen Durchlauf-
zeiten insbesondere in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an
vergleichsweise niedrigen Kundenanzahlungen. Der Konzern wirkt
diesem Umstand mit gezielten Maßnahmen entgegen, die die
Optimierung der Auftragsabwicklung zum Ziel haben.
Die Finanzierung von Rosenbauer wird über mehrere Banken und
mit unterschiedlichen Fristigkeiten sichergestellt. Die Finanzie-
rungsstrategie des Konzerns ist nach konservativen Grundsätzen
ausgerichtet und räumt einer gesicherten Liquidität sowie einer
soliden Eigenmittelausstattung einen hohen Stellenwert ein.
GESAMTAUSSAGE ZUR KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Rosenbauer hat seine Strategie in den zurückliegenden Jahren
mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt und damit die Grundlage für
weiteres Wachstum geschaffen. Als führender Hersteller der
internationalen Feuerwehrbranche arbeitet das Unternehmen
ständig daran, noch effizienter und beweglicher zu werden.
Im Berichtsjahr hat Rosenbauer ein umfassendes Projekt zur
Optimierung seines Cash Conversion Cycles (CCC) durchgeführt.
Rosenbauer International, Rosenbauer Karlsruhe und Rosenbauer
Deutschland haben dabei in 25 Teilprojekten neue Wege gesucht,
um die Effizienz ihrer Prozesse zu verbessern und die Geldum-
schlagsdauer vom Materialeinkauf bis zur Bezahlung der
Kundenrechnungen zu reduzieren. Ab Jahresmitte haben sich die
Rahmenbedingungen dafür durch die pandemie-bedingten
Lieferkettenstörungen und Versorgungsengpässe merklich
verschlechtert. Trotzdem ist es gelungen, den Cash Conversion
Cycle von ursprünglich 174 auf 129 Tage zu verkürzen und das
betriebsnotwendige Kapital um 122 Mio € zu senken. Die größten
Verbesserungen konnten im Bestandsmanagement am Standort
Leonding realisiert werden.
Unter der Führung von Group Finance & Controlling wurde das
Thema CCC in die Regelorganisiation übergeführt und ein eigenes
Reporting dafür aufgesetzt.
Damit verfügt Rosenbauer über solide Voraussetzungen, das Jahr
2022 trotz aller bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten
erfolgreich zu meistern.
Umsatz- und Ertragslage
Obwohl die Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie weiter
hoch ist, darf ausgehend von globalen Konjunkturprognosen und
eigenen Branchenbeobachtungen für 2022 von einem neuerli-
chen Wachstum der weltweiten Feuerwehrindustrie ausgegangen
werden.
Mit seiner breiten Diversifikation nach Produkten und Märkten,
den industriellen Fertigungsmethoden, der Technologieführer-
schaft und der Finanzkraft ist Rosenbauer gut aufgestellt, Risiken
auszugleichen und Chancen für das langfristige Wachstum des
Konzerns zu nutzen. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
sollen im laufenden Jahr noch einmal verstärkt werden.
Auf der Basis eines soliden Auftragsbestandes erwartet der
Vorstand für 2022 einen Umsatz von über 1 Mrd €. Die EBIT-
Marge soll trotz der anhaltenden Lieferkettenstörungen und der
Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie auf dem Vorjahres-
niveau liegen.
Leonding, am 25. März 2022
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
31
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
4
Brandbekämpfung
Der manuelle RM24 erreicht
als Wasser werfer eine
Wurfweite von 80 m und als
Schaumwerfer immerhin
noch mehr als 50 m. Das
ermöglicht eine effiziente
Brand bekämpfung aus
sicherer Distanz.
rd. 240
HANDELSPARTNER WELTWEIT
KONZERN-
ABSCHLUSS
89 %
EXPORTQUOTE
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
5
KONZERN-
ABSCHLUSS
34 Konzern-Bilanz
36 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
37 Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs
38 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
40 Konzerngeldflussrechnung
42 Konzernanlagenspiegel
46 Entwicklung der Rückstellungen
48 Segmentberichterstattung
50 Erläuternde Angaben
Konzern-Bilanz
VERMÖGEN (in T€) Erläuterung Nr.
01.01.2020
angepasst
31.12.2020
angepasst 31.12.2021
A. Langfristiges Vermögen
I. Sachanlagen (D1) 147.564 157.020 162.073
II. Immaterielle Vermögenswerte (D1) 32.190 38.339 46.409
III. Nutzungsrechte (D1) 37.745 32.177 35.207
IV. Wertpapiere (D2) 818 760 655
V. Anteile an equity-bilanzierten
Unternehmen (D3, D4) 6.433 3.622 3.090
VI. Aktive latente Steuer (D5) 7.425 5.561 11.354
232.176 237.480 258.789
B. Kurzfristiges Vermögen
I. Vorräte (D6) 475.532 417.302 407.754
II. Forderungen und sonstige
Vermögenswerte (D7) 220.589 236.685 159.040
III. Forderungen aus Ertragsteuern 0 676 529
IV. Kassenbestand und kurzfristige
Finanzmittel (D8) 50.849 19.015 65.450
746.969 673.678 632.773
Summe VERMÖGEN 979.146 911.157 891.562
34
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
3535
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN (in T€) Erläuterung Nr.
01.01.2020
angepasst
31.12.2020
angepasst 31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Grundkapital (D9) 13.600 13.600 13.600
II. Kapitalrücklagen (D9) 23.703 23.703 23.703
III. Andere Rücklagen (D9) –12.128 –1.456 –271
IV. Kumulierte Ergebnisse (D9) 164.422 184.152 180.784
Den Aktionären des Mutterunterneh-
mens zurechenbares Eigenkapital 189.597 219.999 217.816
V. Anteile ohne beherrschenden Einfluss (D10) 5.596 7.167 7.297
Summe Eigenkapital 195.193 227.166 225.113
B. Langfristige Schulden
I. Langfristige verzinsliche
Verbindlichkeiten (D11) 216.071 219.719 161.082
II. Langfristige Leasingverbindlichkeiten 33.642 28.024 30.483
III. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (D12) 2.886 2.036 1.327
IV. Langfristige Rückstellungen (D13) 37.342 34.093 32.365
V. Passive latente Steuer (D5) 1.550 2.195 3.134
291.490 286.067 228.391
C. Kurzfristige Schulden
I. Kündbare Anteile
ohne beherrschenden Einfluss (D14) 53.290 55.370 67.574
II. Kurzfristige verzinsliche
Verbindlichkeiten (D15) 140.060 56.402 72.505
III. Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 4.345 4.975 5.632
IV. Vertragsverbindlichkeiten (D16) 131.864 135.501 130.598
V. Lieferverbindlichkeiten (D17) 68.852 49.485 63.894
VI. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (D18) 77.825 71.972 71.007
VII. Steuerrückstellungen (D19) 631 7.874 9.438
VIII. Sonstige Rückstellungen (D20) 15.594 16.345 17.410
492.463 397.924 438.058
Summe EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 979.146 911.157 891.562
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
in T€ Erläuterung Nr. 2020 angepasst 2021
1. Umsatzerlöse (D21) 1.044.173 975.110
2. Umsatzkosten (D22) –863.967 –818.646
3. Bruttoergebnis 180.206 156.464
4. Sonstige Erträge (D26) 6.502 9.016
5. F&E, Produktmanagement (D23) –15.754 –15.381
6. Vertriebsaufwendungen (D24) –61.135 –62.685
7. Verwaltungsaufwendungen (D25) –50.408 –51.051
8. Sonstige Aufwendungen (D27) –1.708 –1.337
9. Operatives Ergebnis (EBIT) 57.703 35.026
10. Zinsen und ähnliche Erträge (D30) 738 616
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (D31) –6.572 –6.156
12. Anteil am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) –586 –615
13. Finanzergebnis –6.420 –6.155
14. Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 51.283 28.871
15. Ertragsteuern (D32) –10.306 –5.655
16. Periodenergebnis 40.977 23.216
davon Anteile ohne beherrschenden Einfluss 12.170 7.783
davon Aktionäre des Mutterunternehmens 28.807 15.433
Durchschnittliche Zahl ausgegebener Aktien (E5) 6.800.000 6.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (E5) 4,24 2,27
Verwässertes Ergebnis je Aktie (E5) 4,24 2,27
36
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
3737
Darstellung des Konzern-
gesamtperiodenerfolgs
in T€ Erläuterung Nr. 2020 angepasst 2021
Periodenergebnis 40.977 23.216
Neubewertungen gemäß IAS 19 (D13) 3.930 938
darauf entfallende latente Steuern –1.007 –201
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen, die anschließend nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. 2.923 737
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung –4.377 6.871
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung
von equity-bilanzierten Unternehmen (D3) –1.052 121
Gewinne / Verluste aus Cashflow Hedge (D37c)
Veränderung der unrealisierten Gewinne / Verluste 3.940 –1.651
darauf entfallende latente Steuern –1.019 437
Realisierte Gewinne / Verluste 5.385 –3.732
darauf entfallende latente Steuern –1.346 933
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen, die anschließend in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden,
sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. 1.532 2.980
Sonstiges Ergebnis 4.455 3.716
Konzerngesamtperiodenerfolg nach Ertragsteuern 45.432 26.932
davon entfallen auf:
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 6.573 10.314
Aktionäre des Mutterunternehmens 38.859 16.619
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Entwicklung des
Konzerneigenkapitals
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbar
Andere Rücklagen
in T€ Erläuterung Nr. Grundkapital Kapitalrücklage
Währungs-
umrechnung
Neu-
bewertungen
gemäß IAS 19
Hedging
Rücklage
kumulierte
Ergebnisse Zwischensumme
Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss
Konzern-
eigenkapital
Stand 01.01.2021 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 184.152 220.000 7.167 227.167
Sonstiges Ergebnis 0 0 4.461 737 –4.013 1 1.186 2.531 3.716
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 15.433 15.433 7.783 23.216
Konzerngesamtperiodenerfolg 0 0 4.461 737 –4.013 15.434 16.619 10.314 26.932
Veränderung von kündbaren
Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss (D14) 0 0 0 0 0 –8.602 –8.602 –3.543 –12.145
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –10.200 –10.200 –6.641 –16.841
Stand 31.12.2021 13.600 23.703 6.635 –5.639 –1.268 180.784 217.816 7.297 225.114
Stand 01.01.2020
1)
13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
Anpassung 0 0 0 0 0 –31.323 –31.323 –26.913 –58.236
Stand 01.01.2020 angepasst 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 164.422 189.597 5.596 195.193
Sonstiges Ergebnis 0 0 789 2.923 6.960 –620 10.052 –5.597 4.455
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 28.807 28.807 12.170 40.977
Konzerngesamtperiodenerfolg 0 0 789 2.923 6.960 28.187 38.859 6.573 45.432
Veränderung von kündbaren
Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss (D14) 0 0 0 0 0 –3.014 –3.014 934 –2.080
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –5.440 –5.440 –5.936 –11.376
Stand 31.12.2020 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 184.154 220.002 7.167 227.168
1)
Die Eröffnungswerte wurden nach IAS 8 angepasst. Siehe Punkt A4.
38
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
3939
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbar
Andere Rücklagen
in T€ Erläuterung Nr. Grundkapital Kapitalrücklage
Währungs-
umrechnung
Neu-
bewertungen
gemäß IAS 19
Hedging
Rücklage
kumulierte
Ergebnisse Zwischensumme
Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss
Konzern-
eigenkapital
Stand 01.01.2021 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 184.152 220.000 7.167 227.167
Sonstiges Ergebnis 0 0 4.461 737 –4.013 1 1.186 2.531 3.716
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 15.433 15.433 7.783 23.216
Konzerngesamtperiodenerfolg 0 0 4.461 737 –4.013 15.434 16.619 10.314 26.932
Veränderung von kündbaren
Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss (D14) 0 0 0 0 0 –8.602 –8.602 –3.543 –12.145
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –10.200 –10.200 –6.641 –16.841
Stand 31.12.2021 13.600 23.703 6.635 –5.639 –1.268 180.784 217.816 7.297 225.114
Stand 01.01.2020
1)
13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
Anpassung 0 0 0 0 0 –31.323 –31.323 –26.913 –58.236
Stand 01.01.2020 angepasst 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 164.422 189.597 5.596 195.193
Sonstiges Ergebnis 0 0 789 2.923 6.960 –620 10.052 –5.597 4.455
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 28.807 28.807 12.170 40.977
Konzerngesamtperiodenerfolg 0 0 789 2.923 6.960 28.187 38.859 6.573 45.432
Veränderung von kündbaren
Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss (D14) 0 0 0 0 0 –3.014 –3.014 934 –2.080
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –5.440 –5.440 –5.936 –11.376
Stand 31.12.2020 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 184.154 220.002 7.167 227.168
1)
Die Eröffnungswerte wurden nach IAS 8 angepasst. Siehe Punkt A4.
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
40
Konzern-
geldflussrechnung
in T€ Erläuterung Nr. 2020 angepasst 2021
Ergebnis vor Ertragsteuern 51.281 28.871
+ Abschreibungen (D29) 26.972 28.802
±
Verluste / Gewinne aus
equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) 586 614
- / + Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren (D26) 543 –357
+ Zinsaufwendungen (D31) 6.572 6.155
– Zinsertrag und Wertpapiererträge (D30) –738 –617
±
Nicht realisierte Gewinne / Verluste
aus der Fremdwährungsumrechnung –337 3.835
± Veränderung von Vorräten (D6) 45.528 22.176
± Veränderung von Forderungen
aus Leistungen und Auftragsfertigungen (D7) –2.246 62.616
± Veränderung der sonstigen Forderungen –11.375 15.085
±
Veränderung von Lieferverbindlichkeiten /
Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten –9.903 –3.057
± Veränderung von sonstigen Verbindlichkeiten –5.800 –4.924
± Veränderung von Rückstellungen
(ohne Rückstellungen von Ertragsteuern) 883 –575
Aus laufender Geschäftstätigkeit
erwirtschaftete Zahlungsmittel 101.966 158.624
– Gezahlte Zinsen –6.357 –5.950
+ Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge 738 613
+
Erhaltene Dividenden
von equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) 1.174 38
– Gezahlte Ertragsteuern –1.133 –7.481
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit 96.388 145.844
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
41
in T€ Erläuterung Nr. 2020 angepasst 2021
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit 96.388 145.844
–
Auszahlungen aus dem Erwerb
eines Tochterunternehmens
abzüglich erworbener liquider Mittel –42 0
–
Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren (D33) –35.145 –30.381
+
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren 1.998 2.506
– Erträge aus der Aktivierung von Entwicklungskosten (D1) –6.551 –7.704
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit –39.740 –35.579
–
Auszahlungen aus dem Erwerb
von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (D12) –280 –781
– Gezahlte Dividenden (D9) –5.440 –10.200
–
Ausbezahlte Gewinnanteile
an Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (D10) –5.936 –6.641
+ Aufnahme von verzinslichen Verbindlichkeiten 176.593 48.521
– Tilgung von verzinslichen Verbindlichkeiten –255.998 –92.197
– Tilgung von Leasingverbindlichkeiten –6.108 –6.012
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit –97.169 –67.310
Nettoveränderung der liquiden Mittel –40.521 42.955
+ Liquide Mittel am Beginn der Periode (D8) 50.849 19.015
± Anpassung aus der Währungsumrechnung 8.687 3.480
Liquide Mittel am Ende der Periode (D8) 19.015 65.450
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Konzernanlagenspiegel
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2020
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 14.855 103 0 0 0 0 14.958
38 0 2 0 0 40 14.918 14.817
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 117.979 2.226 0 1.759 135 1.520 123.349 48.780 1.075 3.992 115 0 53.732 69.617 69.199
c) Außenanlagen 9.630 0 0 459 4 –46 10.039 5.448 0 482 2 –3 5.925 4.113 4.181
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.900 239 0 1.186 148 169 12.346 5.562 133 993 145 0 6.543 5.803 5.338
2. Unbebaute Grundstücke 10.482 90 0 0 0 0 10.572 0 0 0 0 0 0 10.572 10.482
3. Technische Anlagen und
Maschinen 60.874 1.073 0 11.822 5.409 113 68.473
34.140 778 5.972 3.666 –42 37.182 31.290 26.733
4. Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 83.645 640 0 7.702 2.682 343 89.648
59.035 432 7.740 2.532 –103 64.572 25.076 24.610
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 1.660 0 0 1.433 119 –2.290 684
0 0 0 0 0 0 684 1.660
310.025 4.371 0 24.361 8.497 –191 330.069 153.005 2.418 19.181 6.460 –148 167.996 162.073 157.020
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1.
Rechte / Lizenzen 11.331 3 0 3.807 1.285 205 14.061 8.010 1 1.256 1.283 152 8.136 5.925 3.321
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.596 22 0 0 0 0 6.618 1.286 0 0 0 0 1.286 5.333 5.311
3. Kundenstamm 7.313 56 0 0 0 0 7.369 4.974 34 461 0 0 5.469 1.900 2.339
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.389 0 174 0 0 1.563 1.568 1.743
5. Entwicklungskosten 32.223 0 0 7.704 0 0 39.927 6.606 0 1.654 0 0 8.260 31.666 25.616
6. Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 15 0 0 17 0 –15 17 4 0 0 0 –4 0 17 11
60.609 81 0 11.528 1.285 190 71.123 22.269 35 3.545 1.283 148 24.714 46.409 38.340
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 36.185 900 0 6.541 0 0 43.626
6.588 164 4.713 0 0 11.465 32.161 29.597
2. Unbebaute Grundstücke 646 54 0 0 0 0 700 86 7 43 0 0 136 564 560
3. Technische Anlagen und
Maschinen 3.721 14 0 1.731 9 0 5.457
1.796 6 1.279 9 0 3.072 2.386 1.926
4. Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung 151 4 0 41 0 0 196
56 2 41 0 0 99 97 95
40.703 972 0 8.313 9 0 49.979 8.526 179 6.076 9 0 14.772 35.207 32.177
411.337 5.424 0 44.202 9.791 –1 451.171 183.800 2.632 28.802 7.752 0 207.482 243.689 227.537
42
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
4343
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2021
Stand am
31.12.2020
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 14.855 103 0 0 0 0 14.958 38 0 2 0 0 40 14.918 14.817
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 117.979 2.226 0 1.759 135 1.520 123.349 48.780 1.075 3.992 115 0 53.732 69.617 69.199
c) Außenanlagen 9.630 0 0 459 4 –46 10.039 5.448 0 482 2 –3 5.925 4.113 4.181
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.900 239 0 1.186 148 169 12.346 5.562 133 993 145 0 6.543 5.803 5.338
2. Unbebaute Grundstücke 10.482 90 0 0 0 0 10.572 0 0 0 0 0 0 10.572 10.482
3. Technische Anlagen und
Maschinen 60.874 1.073 0 11.822 5.409 113 68.473 34.140 778 5.972 3.666 –42 37.182 31.290 26.733
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 83.645 640 0 7.702 2.682 343 89.648 59.035 432 7.740 2.532 –103 64.572 25.076 24.610
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 1.660 0 0 1.433 119 –2.290 684 0 0 0 0 0 0 684 1.660
310.025 4.371 0 24.361 8.497 –191 330.069 153.005 2.418 19.181 6.460 –148 167.996 162.073 157.020
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 11.331 3 0 3.807 1.285 205 14.061 8.010 1 1.256 1.283 152 8.136 5.925 3.321
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.596 22 0 0 0 0 6.618 1.286 0 0 0 0 1.286 5.333 5.311
3. Kundenstamm 7.313 56 0 0 0 0 7.369 4.974 34 461 0 0 5.469 1.900 2.339
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.389 0 174 0 0 1.563 1.568 1.743
5. Entwicklungskosten 32.223 0 0 7.704 0 0 39.927 6.606 0 1.654 0 0 8.260 31.666 25.616
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 15 0 0 17 0 –15 17 4 0 0 0 –4 0 17 11
60.609 81 0 11.528 1.285 190 71.123 22.269 35 3.545 1.283 148 24.714 46.409 38.340
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 36.185 900 0 6.541 0 0 43.626 6.588 164 4.713 0 0 11.465 32.161 29.597
2. Unbebaute Grundstücke 646 54 0 0 0 0 700 86 7 43 0 0 136 564 560
3.
Technische Anlagen und
Maschinen 3.721 14 0 1.731 9 0 5.457 1.796 6 1.279 9 0 3.072 2.386 1.926
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung 151 4 0 41 0 0 196 56 2 41 0 0 99 97 95
40.703 972 0 8.313 9 0 49.979 8.526 179 6.076 9 0 14.772 35.207 32.177
411.337 5.424 0 44.202 9.791 –1 451.171 183.800 2.632 28.802 7.752 0 207.482 243.689 227.537
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.313 –263 0 0 0 –2.195 14.855 33 4 2 0 0 38 14.817 17.280
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 116.034 –1.952 0 3.958 284 225 117.979 46.001 –879 3.914 255 0 48.780 69.199 70.033
c) Außenanlagen 8.151 0 0 1.340 24 163 9.630 5.013 –0 436 0 0 5.448 4.181 3.139
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.415 –239 0 1.072 529 182 10.900 5.084 –141 844 231 6 5.562 5.338 5.330
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 2.195 10.482 0 0 0 0 0 0 10.482 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 50.959 –1.179 81 13.043 1.728 –304 60.874 32.060 –752 4.572 1.316 –424 34.140 26.733 18.900
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 74.257 –606 17 11.861 2.597 714 83.645 53.114 1.099 6.834 2.431 418 59.035 24.610 21.143
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 3.473 –31 0 952 1.012 –1.724 1.660 21 0 0 21 0 0 1.660 3.453
288.889 –4.269 98 32.225 6.174 –744 310.025 141.325 –669 16.601 4.252 –0 153.005 157.020 147.564
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 9.568 –8 0 2.744 308 –665 11.331 6.752 –9 1.648 106 –275 8.010 3.321 2.816
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.615 –18 0 0 0 0 6.596 1.286 0 0 0 0 1.286 5.311 5.329
3. Kundenstamm 6.881 –46 478 0 0 0 7.313 4.532 –14 456 0 0 4.974 2.339 2.349
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.214 0 174 0 0 1.389 1.743 1.917
5. Entwicklungskosten 24.066 0 0 6.551 0 1.606 32.223 4.286 –0 2.045 0 275 6.606 25.616 19.780
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 8 203 0 –197 15 0 0 4 0 0 4 11 0
50.261 –72 486 9.498 308 744 60.609 18.070 –23 4.327 106 –0 22.269 38.340 32.190
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 38.451 –564 0 0 1.702 0 36.185 3.570 3 4.906 1.891 0 6.588 29.598 34.881
2. Unbebaute Grundstücke 708 –62 0 0 0 0 646 48 –8 46 0 0 86 560 660
3.
Technische Anlagen und
Maschinen 2.926 –9 0 926 122 0 3.721 841 14 1.059 119 0 1.796 1.925 2.085
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung 149 –5 0 9 2 0 151 30 –3 31 2 0 56 95 119
42.234 –639 0 935 1.826 0 40.703 4.489 7 6.043 2.012 0 8.526 32.177 37.745
381.383 –4.980 584 42.658 8.308 –0 411.337 163.884 –685 26.971 6.370 –0 183.800 227.537 217.499
44
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
4545
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in T€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.313 –263 0 0 0 –2.195 14.855 33 4 2 0 0 38 14.817 17.280
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 116.034 –1.952 0 3.958 284 225 117.979 46.001 –879 3.914 255 0 48.780 69.199 70.033
c) Außenanlagen 8.151 0 0 1.340 24 163 9.630 5.013 –0 436 0 0 5.448 4.181 3.139
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.415 –239 0 1.072 529 182 10.900 5.084 –141 844 231 6 5.562 5.338 5.330
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 2.195 10.482 0 0 0 0 0 0 10.482 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 50.959 –1.179 81 13.043 1.728 –304 60.874 32.060 –752 4.572 1.316 –424 34.140 26.733 18.900
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 74.257 –606 17 11.861 2.597 714 83.645 53.114 1.099 6.834 2.431 418 59.035 24.610 21.143
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 3.473 –31 0 952 1.012 –1.724 1.660 21 0 0 21 0 0 1.660 3.453
288.889 –4.269 98 32.225 6.174 –744 310.025 141.325 –669 16.601 4.252 –0 153.005 157.020 147.564
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 9.568 –8 0 2.744 308 –665 11.331 6.752 –9 1.648 106 –275 8.010 3.321 2.816
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.615 –18 0 0 0 0 6.596 1.286 0 0 0 0 1.286 5.311 5.329
3. Kundenstamm 6.881 –46 478 0 0 0 7.313 4.532 –14 456 0 0 4.974 2.339 2.349
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.214 0 174 0 0 1.389 1.743 1.917
5. Entwicklungskosten 24.066 0 0 6.551 0 1.606 32.223 4.286 –0 2.045 0 275 6.606 25.616 19.780
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 8 203 0 –197 15 0 0 4 0 0 4 11 0
50.261 –72 486 9.498 308 744 60.609 18.070 –23 4.327 106 –0 22.269 38.340 32.190
III. Nutzungsrechte
1. Bebaute Grundstücke 38.451 –564 0 0 1.702 0 36.185 3.570 3 4.906 1.891 0 6.588 29.598 34.881
2. Unbebaute Grundstücke 708 –62 0 0 0 0 646 48 –8 46 0 0 86 560 660
3.
Technische Anlagen und
Maschinen 2.926 –9 0 926 122 0 3.721 841 14 1.059 119 0 1.796 1.925 2.085
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung 149 –5 0 9 2 0 151 30 –3 31 2 0 56 95 119
42.234 –639 0 935 1.826 0 40.703 4.489 7 6.043 2.012 0 8.526 32.177 37.745
381.383 –4.980 584 42.658 8.308 –0 411.337 163.884 –685 26.971 6.370 –0 183.800 227.537 217.499
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Entwicklung
der Rückstellungen
in T€
Stand am
01.01.2021
Währungs-
differenzen Zuweisung Verbrauch Auflösung Aufzinsung
Stand am
31.12.2021
kurzfristig
Gewährleistungen 11.047 372 6.509 –3.482 –1.629 0 12.817
Drohende Verluste 135 7 742 –52 –90 0 742
Sonstige 5.163 43 2.885 –3.503 –737 0 3.851
Summe kurzfristige
Rückstellungen 16.345 422 10.136 –7.037 –2.456 0 17.410
langfristig
Rückstellung für
Jubiläumsgelder 7.733 0 10 –621 –4 78 7.196
Summe langfristige
Rückstellungen 7.733 0 10 –621 –4 78 7.196
Gesamtsumme 24.078 422 10.146 –7.658 –2.460 78 24.606
Die Entwicklung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ist in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.13. „Langfristige Rückstellungen“ dargestellt.
46
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
4747
in T€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zuweisung Verbrauch Auflösung Aufzinsung
Stand am
31.12.2020
kurzfristig
Gewährleistungen 10.871 –295 9.030 –8.230 –329 0 11.047
Drohende Verluste 74 –2 135 –11 –61 0 135
Sonstige 4.650 –36 2.716 –1.876 –290 0 5.163
Summe kurzfristige
Rückstellungen 15.594 –333 11.881 –10.117 –680 0 16.345
langfristig
Rückstellung für
Jubiläumsgelder 7.476 0 187 –6 –16 92 7.733
Summe langfristige
Rückstellungen 7.476 0 187 –6 –16 92 7.733
Gesamtsumme 23.070 –333 12.068 –10.123 –696 92 24.078
Die Entwicklung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ist in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.13. „Langfristige Rückstellungen“ dargestellt.
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Segmentberichterstattung
GESCHÄFTSSEGMENTE
2021 (in T€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 346.838 93.210 123.713 117.143 264.451 29.755 975.110
Operatives Ergebnis
(EBIT) vor Anteil an
equity-bilanzierten
Unternehmen 16.673 1.165 5.161 2.520 9.510 –3 35.026
Ergebnis vor
Ertragsteuern (EBT) 11.628 969 5.138 2.032 9.129 –25 28.871
Abschreibung –21.871 –705 –1.096 –354 –3.178 –1.598 –28.802
Wertminderung 0 0 0 0 0 0 0
Finanzierungs-
aufwendungen –5.452 –111 –22 –42 –506 –23 –6.156
Finanzerträge 409 29 0 54 124 0 616
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 0 –115 0 –500 0 0 –615
Weitere Details zur Segementberichtunterstattung sind in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.35. zu finden.
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2021 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibung, der Wertminderung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen
Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
ANGABEN ZU GESCHÄFTSBEREICHEN
Umsatz
in Mio € 2020 2021
Fahrzeuge 817 735
Ausrüstung 86 89
Preventive Fire
Protection (PFP) 29 30
Customer Service 72 78
Sonstige 40 43
Konzern 1.044 975
48
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
4949
2020 (in T€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 362.941 114.462 150.118 127.028 260.917 28.708 1.044.173
Operatives Ergebnis
(EBIT) vor Anteil an
equity-bilanzierten
Unternehmen 19.312 3.478 16.236 4.374 15.080 –776 57.703
Ergebnis vor
Ertragsteuern (EBT) 26.689 144 2.050 3.638 19.425 –663 51.283
Abschreibung –20.444 –745 –1.088 –330 –3.026 –1.340 –26.972
Zuschreibung 0 0 0 0 0 0 0
Finanzierungs-
aufwendungen –4.389 –212 –355 –264 –1.181 –172 –6.572
Finanzerträge 278 73 0 276 112 0 738
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 0 76 0 –662 0 0 –586
Weitere Details zur Segementberichtunterstattung sind in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.35. zu finden. Werte für das Jahr 2020 wurden angepasst, siehe Punkt A4..
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2020 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibng, der Zuschreibung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen
Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAFISCHE GEBIETE
Umsatz Sachanlagen
Immaterielle
Vermögenswerte
Nutzungs-
rechte
Nutzungs-
rechte
in T€ 2020 2021 2020 2021 2020 2021 2020 2021
Österreich 73.391 75.848 87.016 86.005 25.565 33.588 5.511 7.117
USA 234.874 221.631 12.259 14.689 1 1.129 7.564 8.058
Deutschland 232.130 203.259 30.554 30.422 10.135 9.491 14.839 14.076
Saudi Arabien 97.354 50.326 5.688 6.607 0 0 837 823
Rest der Welt 406.423 424.046 21.504 24.350 2.638 2.201 3.426 5.133
Konzern 1.044.173 975.110 157.020 162.073 38.339 46.409 32.177 35.207
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Erläuternde Angaben
A1. INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN UND GRUNDLAGEN
DER ABSCHLUSSERSTELLUNG
Der Rosenbauer Konzern ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Sitz der obersten Muttergesell-
schaft, Rosenbauer International AG, in Österreich. Der Schwerpunkt umfasst die Produktion von Feuerwehr-
fahrzeugen, die Entwicklung und Fertigung von Feuerlöschsystemen, die Ausrüstung von Fahrzeugen und
Mannschaften sowie den vorbeugenden Brandschutz. Die Konzernzentrale befindet sich in 4060 Leonding, Pa
FN 78543 f registriert und notiert im Prime Market der Wiener Börse.
Der vorliegende Konzernabschluss der Rosenbauer International AG und ihrer Tochtergesellschaften zum
31.Dezember 2021 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS),
wie sie von der EU übernommen wurden, erstellt und wird voraussichtlich im April 2022 durch Übermittlung
vom Vorstand an den Aufsichtsrat zur Veröffentlichung freigegeben. Darüber hinaus sind die zusätzlichen
Anforderungen des § 245a Abs. 1 UGB erfüllt worden.
Im Konzern erfolgen die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien und unter der Prämisse der
Unternehmensfortführung. Durch die COVID-19-Krise und die Ukraine-Krise kam es dadurch auch zu keiner
anderen Einschätzung. Die Effekte der COVID-19-Krise und der Ukraine-Krise sind unter Punkt D 34. und E1.
dargestellt.
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, die Werte in den Erläuternden Angaben erfolgen in
tausend Euro, sofern nichts anderes angegeben ist. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und
Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips.
Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen,
die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.
A2. AUSWIRKUNGEN VON NEUEN RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS
Neue, überarbeitete bzw. ergänzte Standards
Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine neuen, überarbeiteten bzw. ergänzten Standards des IASB mit Auswirkun-
gen auf den Rosenbauer Konzernabschluss erstmalig angewendet.
A. ALLGEMEINE ANGABEN
50
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Folgende neue, überarbeitete beziehungsweise ergänzte Standards haben keine Auswirkung auf den Konzern-
abschluss der Rosenbauer International AG:
Standards / Interpretationen
Verpflichtende
Anwendung in der EU
Amendments to IFRS 4 Insurance Contracts - deferral of IFRS 9
(Veröffentlichung: Juni 2020) 1. Jänner 2021
Amendments to IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 and IFRS 16 Interest
Rate Benchmark Reform - Phase 2 (Veröffentichung: August 2020) 1. Jänner 2021
Amendments to IFRS 16 Leases: Covid-19-Related Rent Concessions
beyond 30 June 2021 (Veröffentlichung: März 2021) 1. Jänner 2021
A3. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
DURCH NEUE RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS
Zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Abschlusses zur Veröffentlichung waren neben den vom Konzern bereits
angewandten Standards und Interpretationen die folgenden Standards und Interpretationen bereits veröffent-
licht, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden beziehungsweise nicht von der Europäischen Kommission
übernommen worden. Der Konzern beabsichtigt, diese neuen oder geänderten Standards ab dem Zeitpunkt des
angegebenen verpflichtenden Inkrafttretens anzuwenden.
Aus den Änderungen der nachfolgenden Standards/Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkungen
auf den Konzernabschluss der Rosenbauer International AG erwartet.
Verpflichtende Anwendung
Standards / Interpretationen gem. IASB
gem.
EU-Endorsement
IAS 12 Income Taxes: Deffered Tax realted to Assets and Liabilities
arising from a Single Transaction (Veröffentlichung Mai 2021) 1. Januar 2023
noch nicht
übernommen
Amendment to IAS 1 Presentation of Financial Statements:
Classification of Liabilities as Current or Non-current
(Veröffentlichung Jänner 2020) and Classification of Liabilities
as Current or Non-current - Defferal of Effective Date
(Veröffentlichung Juli 2020) 1. Januar 2023
noch nicht
übernommen
Amendments to IFRS 17 Versicherungsverträge: Erstmalige
Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen
(Veröffentlichung: Dezember 2021) 1. Januar 2023
noch nicht
übernommen
IFRS 17 Insurance Contracts (Veröffentlichung Mai 2017),
including Amendments to IFRS 17 (Veröffentlichung Juni 2020) 1. Januar 2023
in 2021
übernommen
IAS 8 Accounting policies, Changes in Accouting Estimates and
Errors (Veröffentlichung: Februar 2021) 1. Januar 2023
in 2022
übernommen
Angabe von Rechnungslegungsmethoden, Änderungen an IAS 1
und IFRS Practice Statement 2 (Veröffentlichung Februar 2021) 1. Januar 2023
in 2022
übernommen
Amendments to IFRS 3, Business Combinations
(Veröffentlichung Mai 2020) 1. Januar 2022
in 2021
übernommen
Amendments to IAS 16 Property, Plant and Equipment
(Veröffentlichung Mai 2020) 1. Januar 2022
in 2021
übernommen
Amendments to IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and
Contingent Assets (Veröffentlichung Mai 2020) 1. Januar 2022
in 2021
übernommen
Amendments to Annual Improvements 2018-2020
(Veröffentlichung Mai 2020) 1. Januar 2022
in 2021
übernommen
5151
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
A4. RÜCKWIRKENDE ANPASSUNGEN GEMÄSS IAS 8
Umstellung von Gesamtkostenverfahren auf Umsatzkostenverfahren (Änderung Rechnungslegungsmethode)
Rosenbauer berichtete traditionell nach dem Gesamtkostenverfahren, welches insbesondere im deutsch geprägten Raum Anwendung
findet. Durch die zunehmende Internationalisierung und Harmonisierung der Gruppe wurde nun auf das international verbreitetere
Umsatzkostenverfahren umgestellt. Durch die Umstellung können Schwankungen in der Ertragslage besser analysiert werden.
Die neue Darstellung führt somit zu einem aussagekräftigeren und international vergleichbareren Bild der Ertragslage.
In der folgenden Tabelle wird eine Überleitung vom Gesamtkostenverfahren auf das Umsatzkostenverfahren dargestellt:
2021
Gesamt-
kosten-
verfahren
Umsatz-
erlöse
Umsatz-
kosten
Brutto-
ergebnis
F&E,
Produkt-
manage-
ment
Sonstige
Erträge
Vertriebs-
aufwen-
dungen
Verwal-
tungsauf-
wendungen
Sonstige
Aufwen-
dungen
Operatives
Ergebnis
(EBIT)
Finanz-
erträge
Finanz-
aufwen-
dungen
Anteil am
Ergebnis an
equity-
bilanzierten
Unternehmen
Finanz-
ergebnis
Ergebnis
vor
Ertrags-
steuern
(EBT)
Ertrags-
steuern
Perioden-
ergebnis
Umsatzerlöse 975.110 975.110
Sonstige Erträge 11.888 2.887 8.744 229 29
Veränderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –18.149 –17.871 –229 –32 –17
Aktivierte Entwicklungskosten 8.911 8.911
Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen –553.733 –547.768 4.898 –5 –4.627 –6.231
Personalaufwand –255.588 –171.466 –19.146 –32.752 –32.223
Abschreibungen auf
immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und
Sachanlagen –28.710 –13.690 –3.769 –1.809 –9.441
Wertminderungen und
Zuschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
Sonstige Aufwendungen –104.703 –70.738 –6.045 277 –23.694 –3.167 –1.338
Operatives Ergebnis (EBIT)
vor Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 35.026
Finanzierungsaufwendungen –6.156 –6.156
Finanzerträge 616 616
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen –615 –615
ERGEBNIS VOR STEUERN
(EBT) 28.871
Ertragsteuern –5.655 –5.655
Periodenergebnis 23.216
Summe 975.110 –818.646 156.464 –15.381 9.016 –62.685 –51.051 –1.338 35.025 616 –6.156 –615 –6.155 28.871 –5.655 23.216
52
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
A4. RÜCKWIRKENDE ANPASSUNGEN GEMÄSS IAS 8
Umstellung von Gesamtkostenverfahren auf Umsatzkostenverfahren (Änderung Rechnungslegungsmethode)
Rosenbauer berichtete traditionell nach dem Gesamtkostenverfahren, welches insbesondere im deutsch geprägten Raum Anwendung
findet. Durch die zunehmende Internationalisierung und Harmonisierung der Gruppe wurde nun auf das international verbreitetere
Umsatzkostenverfahren umgestellt. Durch die Umstellung können Schwankungen in der Ertragslage besser analysiert werden.
Die neue Darstellung führt somit zu einem aussagekräftigeren und international vergleichbareren Bild der Ertragslage.
In der folgenden Tabelle wird eine Überleitung vom Gesamtkostenverfahren auf das Umsatzkostenverfahren dargestellt:
2021
Gesamt-
kosten-
verfahren
Umsatz-
erlöse
Umsatz-
kosten
Brutto-
ergebnis
F&E,
Produkt-
manage-
ment
Sonstige
Erträge
Vertriebs-
aufwen-
dungen
Verwal-
tungsauf-
wendungen
Sonstige
Aufwen-
dungen
Operatives
Ergebnis
(EBIT)
Finanz-
erträge
Finanz-
aufwen-
dungen
Anteil am
Ergebnis an
equity-
bilanzierten
Unternehmen
Finanz-
ergebnis
Ergebnis
vor
Ertrags-
steuern
(EBT)
Ertrags-
steuern
Perioden-
ergebnis
Umsatzerlöse 975.110 975.110
Sonstige Erträge 11.888 2.887 8.744 229 29
Veränderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –18.149 –17.871 –229 –32 –17
Aktivierte Entwicklungskosten 8.911 8.911
Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen –553.733 –547.768 4.898 –5 –4.627 –6.231
Personalaufwand –255.588 –171.466 –19.146 –32.752 –32.223
Abschreibungen auf
immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und
Sachanlagen –28.710 –13.690 –3.769 –1.809 –9.441
Wertminderungen und
Zuschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
Sonstige Aufwendungen –104.703 –70.738 –6.045 277 –23.694 –3.167 –1.338
Operatives Ergebnis (EBIT)
vor Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 35.026
Finanzierungsaufwendungen –6.156 –6.156
Finanzerträge 616 616
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen –615 –615
ERGEBNIS VOR STEUERN
(EBT) 28.871
Ertragsteuern –5.655 –5.655
Periodenergebnis 23.216
Summe 975.110 –818.646 156.464 –15.381 9.016 –62.685 –51.051 –1.338 35.025 616 –6.156 –615 –6.155 28.871 –5.655 23.216
5353
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
2020
Gesamt-
kosten-
verfahren
Umsatz-
erlöse
Umsatz-
kosten
Brutto-
ergebnis
F&E,
Produkt-
manage-
ment
Sonstige
Erträge
Vertriebs-
aufwen-
dungen
Verwal-
tungsauf-
wendungen
Sonstige
Aufwen-
dungen
Operatives
Ergebnis
(EBIT)
Finanz-
erträge
Finanz-
aufwen-
dungen
Anteil am
Ergebnis an
equity-
bilanzierten
Unternehmen
Finanz-
ergebnis
Ergebnis
vor
Ertrags-
steuern
(EBT)
Ertrags-
steuern
Perioden-
ergebnis
Umsatzerlöse 1.044.173 1.044.173
Sonstige Erträge 6.714 224 6.546 71 –128 2
Veränderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –31.379 –31.370 –10 –2 2
Aktivierte Entwicklungskosten 6.551 6.551
Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen –592.789 –587.460 4.926 –4 –3.771 –6.480
Personalaufwand –251.042 –171.399 –18.526 –29.208 –31.909
Abschreibungen auf
immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und
Sachanlagen –26.971 –11.934 –3.463 –1.544 –10.030 –1
Wertminderungen und
Zuschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
Sonstige Aufwendungen –97.553 –62.027 –5.233 –40 –26.682 –1.863 –1.710
Operatives Ergebnis (EBIT)
vor Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 57.702
Finanzierungsaufwendungen
–6.572 –6.572
Finanzerträge 738 738
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen –586 –586
ERGEBNIS VOR STEUERN
(EBT) 51.281
Ertragsteuern –10.306 –10.306
Periodenergebnis 40.975
Summe 1.044.173 –863.967 180.206 –15.754 6.502 –61.135 –50.408 –1.708 57.701 738 –6.572 –586 –6.421 51.281 –10.306 40.974
54
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
2020
Gesamt-
kosten-
verfahren
Umsatz-
erlöse
Umsatz-
kosten
Brutto-
ergebnis
F&E,
Produkt-
manage-
ment
Sonstige
Erträge
Vertriebs-
aufwen-
dungen
Verwal-
tungsauf-
wendungen
Sonstige
Aufwen-
dungen
Operatives
Ergebnis
(EBIT)
Finanz-
erträge
Finanz-
aufwen-
dungen
Anteil am
Ergebnis an
equity-
bilanzierten
Unternehmen
Finanz-
ergebnis
Ergebnis
vor
Ertrags-
steuern
(EBT)
Ertrags-
steuern
Perioden-
ergebnis
Umsatzerlöse 1.044.173 1.044.173
Sonstige Erträge 6.714 224 6.546 71 –128 2
Veränderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –31.379 –31.370 –10 –2 2
Aktivierte Entwicklungskosten 6.551 6.551
Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen –592.789 –587.460 4.926 –4 –3.771 –6.480
Personalaufwand –251.042 –171.399 –18.526 –29.208 –31.909
Abschreibungen auf
immaterielle Gegenstände
des Anlagevermögens und
Sachanlagen –26.971 –11.934 –3.463 –1.544 –10.030 –1
Wertminderungen und
Zuschreibungen auf
immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen
Sonstige Aufwendungen –97.553 –62.027 –5.233 –40 –26.682 –1.863 –1.710
Operatives Ergebnis (EBIT)
vor Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 57.702
Finanzierungsaufwendungen
–6.572 –6.572
Finanzerträge 738 738
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen –586 –586
ERGEBNIS VOR STEUERN
(EBT) 51.281
Ertragsteuern –10.306 –10.306
Periodenergebnis 40.975
Summe 1.044.173 –863.967 180.206 –15.754 6.502 –61.135 –50.408 –1.708 57.701 738 –6.572 –586 –6.421 51.281 –10.306 40.974
5555
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss und Personalabgrenzungen (Fehlerkorrektur)
Im Zusammenhang mit Verhandlungen mit einem Minderheitseigentümer der amerikanischen Beteiligung wurde
festgestellt, dass in dem derzeitig gültigen Gesellschaftervertrag („Operating Agreement“), dessen Erstversion
im Jahr 1998 unterzeichnet wurde, eine Klausel enthalten ist, die eine unbedingte Zahlungsverpflichtung der
Rosenbauer Gruppe auslöst, sobald ein Minderheitsgesellschafter seine Anteile andient und der verbleibende
zweite Minderheitsgesellschafter sein Vorkaufsrecht nicht ausübt. Entsprechend IAS 32 ist daher eine Verbind-
lichkeit anzusetzen und der Minderheitenanteil nach IFRS 10 auszubuchen. Die Verbindlichkeit ist nach IFRS 9
zum Bilanzstichtag zu bewerten, als wäre die Option zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausgeübt worden. Für
Rosenbauer handelt es sich weiterhin wirtschaftlich um einen Minderheitenanteil, da sowohl die Dividenden-
ansprüche als auch das Wertänderungsrisiko vorwiegend beim Minderheitsanteilseigner verbleibt. Aus diesen
Gründen wird die Wertänderung der Verbindlichkeit durch eine Umbuchung direkt vom Eigenkapital in die
Verbindlichkeit erfasst. In der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung wird aber der Minderheitenanteil weiterhin
unverändert nach IFRS 10 behandelt. Dies entspricht der Methode der teilweisen Erfassung des Anteils ohne
beherrschenden Einfluss („Partial recognition of NCI“).
Außerdem wurde noch im Zusammenhang mit dem SAP-S4-HANA Rollout festgestellt, das Personalabgrenzun-
gen nicht vollständig periodengerecht erfasst wurden. Der Buchungsprozess wurde verbessert und führt auch zu
einer Anpassung der Vorjahre.
Beide Effekte wurden korrigiert, indem die betroffenen Posten des Abschlusses für die Vorjahre entsprechend
angepasst wurden:
01.01.2020
Personal-
abgrenzungen Kündbare Anteile 01.01.2020
Konzernbilanz veröffentlicht Veränderung Veränderung angepasst
Aktive Latente Steuern 5.777 1.648 - 7.425
Summe VERMÖGEN 977.498 1.648 - 979.146
Kumulierte Ergebnisse 195.745 –4.945 –26.377 164.422
Den Aktionären des
Mutterunternehmens
zurechenbares
Eigenkapital 220.920 –4.945 –26.377 189.597
Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 32.509 –26.913 5.596
Summe Eigenkapital 253.429 –4.945 –53.290 195.193
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden Einfluss - - 53.290 53.290
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten 71.232 6.593 - 77.825
Kurzfristige Schulden 432.579 6.593 53.290 492.462
Summe EIGENKAPITAL
UND SCHULDEN 977.498 1.648 - 979.146
56
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
31.12.2020
Personal-
abgrenzungen Kündbare Anteile 31.12.2020
Konzernbilanz veröffentlicht Veränderung Veränderung angepasst
Aktive Latente Steuern 3.869 1.692 - 5.561
Summe VERMÖGEN 909.466 1.692 - 911.157
Kumulierte Ergebnisse 218.619 –5.076 –29.391 184.152
Den Aktionären des
Mutterunternehmens
zurechenbares
Eigenkapital 254.467 –5.076 –29.391 219.999
Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 33.146 –25.979 7.167
Summe Eigenkapital 287.612 –5.076 –55.370 227.166
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden Einfluss - - 55.370 55.370
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten 65.206 6.767 - 71.972
Kurzfristige Schulden 335.786 6.767 55.370 397.924
Summe EIGENKAPITAL
UND SCHULDEN 909.466 1.692 - 911.157
2020
Personal-
abgrenzungen 2020
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht Veränderung angepasst
Personalaufwand –250.869 –174 –251.043
Operatives Ergebnis vor Anteil am Ergebnis
an equity-bilanzierten Unternehmen 57.875 –174 57.703
Ergebnis vor Ertragsteuern 51.455 –172 51.283
Ertragssteuern –10.350 44 –10.306
Periodenergebnis 41.104 –127 40.977
davon entfallen auf
Aktionäre des Mutterunternehmens 28.934 –127 28.807
Un- / Verwässertes Ergebnis je Aktie 4,26 –0,02 4,24
5757
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
B1. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in der Aufstellung der Beteiligungsgesellschaften
(siehe Punkt E3. „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“) angeführt.
Tochterunternehmen
Tochterunternehmen sind vom Mutterunternehmen beherrschte Beteiligungsunternehmen. Das Mutterunter-
nehmen beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn es schwankenden Renditen aus seinem Engagement
bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese
Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu
beeinflussen.
Das Mutterunternehmen nimmt eine Neubeurteilung vor, ob es ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder
nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten
Kriterien der Beherrschung verändert haben.
Wenn das Mutterunternehmen keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so wird das Beteiligungsunternehmen
trotzdem beherrscht, wenn es über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des
Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei jenen Tochterunternehmen, bei denen die Rosenbauer
International AG direkt oder indirekt über nicht mehr als die Hälfte der Stimmrechte verfügt, besteht eine
vertraglich abgesicherte Beherrschungsmöglichkeit.
Dementsprechend sind neben dem Mutterunternehmen unter Anwendung von IFRS 10 fünf inländische (Vorjahr:
3) und 25 (Vorjahr: 25) ausländische Tochterunternehmen einbezogen, die unter der rechtlichen und faktischen
Kontrolle der Rosenbauer International AG stehen.
Ein Tochterunternehmen wird zu dem Zeitpunkt, an dem das Mutterunternehmen die Beherrschung erlangt, bis
zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet, in den Konzernabschluss
einbezogen. Alle einbezogenen Tochterunternehmen werden vollkonsolidiert.
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (equity-bilanzierte Unternehmen)
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Beteiligungsunternehmen, auf das das Mutterunternehmen einen
maß geblichen Einfluss hat. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen
Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder
Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.
Ein Gemeinschaftsunternehmen stellt eine Unterkategorie von gemeinsamen Vereinbarungen im Sinne des
IFRS 11 dar, das von den beteiligten Parteien gemeinschaftlich geführt wird und bei dem die beteiligten Parteien
ein Anrecht auf dessen Nettovermögenswerte haben. Eine gemeinschaftliche Führung setzt eine vertraglich
geregelte Aufteilung der Beherrschung über die Vereinbarung voraus und liegt nur dann vor, wenn es für die
Durchführung der relevanten Tätigkeiten der einstimmigen Zustimmung der beteiligten Parteien bedarf.
Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-
Methode bilanziert und im Zuge der Erstbewertung mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. In der Folge
erhöht oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil am Gewinn und Verlust und
am sonstigen Ergebnis der equity-bilanzierten Unternehmen. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und
Verlusten der „at equity“ bilanzierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbes an in der Gewinn-
und Verlustrechnung im Finanzergebnis erfasst.
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
58
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Nach der Equity-Methode werden der Anteil an dem assoziierten Unternehmen in Russland (PA “Fire-fighting
special technics“ LLC.; Rosenbauer-Anteil 49 %) sowie der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Rosenbauer
Ciansa S.L. (Rosenbauer-Anteil 50 %) bilanziert.
Vollkonsolidierte
Unternehmen
„At equity“ konsolidierte
Unternehmen
2020 2021 2020 2021
Stand am 01.01. 28 29 2 2
Gründungen 0 3 0 0
Aquisitionen 1 0 0 0
Stand am 31.12. 29 31 2 2
Unternehmenserwerbe und Umgründungen 2020 und 2021
Im Mai 2021 wurde die Rosenbauer E-Commerce GmbH gegründet. Diese Gesellschaft soll die Basis für das
auszubauende Online-Geschäft bilden, der Online-shop ging im September 2021 in Österreich online und wird
nun sukzessive auf andere Länder ausgerollt.
Im März 2021 wurde die APAC Holding GmbH gegründet und in weiterer Folge die chinesische Niederlassung
in eine Gesellschaft namens Rosenbauer Fire Fighting Technology (Yunnan) Co., Ltd. übergeführt. Durch die
Gründung der Gesellschaft konnte das Chinageschäft auf eine neue Basis gestellt werden und den gestiegenen
lokalen Anforderungen gerecht werden.
Die Rosenbauer International AG hat am 30. Januar 2020 ihren vormaligen Vertriebspartner Brandus GmbH mit
Sitz in Andrian, Provinz Bozen, vollständig übernommen. Das Unternehmen firmiert mit Rosenbauer Italia S.r.l.
unter einem neuen Namen. Mit der Übernahme trägt der Konzern der wachsenden Bedeutung des italienischen
Feuerwehrmarktes Rechnung und schafft in einem ersten Schritt eine eigene Vertriebs- und Servicetochter
speziell für Südtirol. In weiterer Folge soll von dem Standort aus die Präsenz aller Rosenbauer-Produkte und
-Dienstleistungen in Italien ausgebaut werden.
Die Gesellschaft wurde per 30.1.2020 aufgrund einer vorläufigen Kaufpreisaufteilung erstkonsolidiert. Die
endgültige Bewertung der Kaufpreisaufteilung wurde im Dezember 2020 und somit innerhalb von zwölf Monaten
ab Erwerbszeitpunkt abgeschlossen, es kam zu keinen wesentlichen Veränderungen der Kaufpreisaufteilung.
Die finale Kaufpreisaufteilung stellt sich wie folgt dar:
in T€ 30.01.2020
Kaufpreis in bar beglichen = Gesamtkaufpreis 140
Erworbenes Reinvermögen (100 %) 140
Firmenwert 0
5959
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
in T€ 30.01.2020
Sachanlagen 98
Immaterielle Vermögenswerte 486
Langfristiges Vermögen 584
Vorräte 554
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 243
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 98
Kurzfristiges Vermögen 895
Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten 310
Langfristige Rückstellungen 110
Passive latente Steuern 132
Langfristige Schulden 552
Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten 290
Vertragsverbindlichkeiten 48
Lieferverbindlichkeiten 364
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 85
Kurzfristige Schulden 787
Erworbenes Reinvermögen (100 %) 140
Keine der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war wertgemindert und die gesamten vertraglich
festgelegten Forderungen sind werthaltig.
Der Nettozahlungsmittelgeldfluss aus dem Erwerb stellt sich wie folgt dar:
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit in T€ 2020
Kaufpreis in bar beglichen –140
abzüglich Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 98
Netto-Geldfluss aus dem Erwerb –42
Darüber hinaus gab es keine weiteren Unternehmenserwerbe oder Umgründungen im Geschäftsjahr 2020.
60
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
B2. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungs-
kosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet
mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am
erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile
ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum
entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des
Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.
Firmenwerte werden jährlich oder bei Vorliegen eines wertmindernden Ereignisses einem Wert minderungstest
unterzogen. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezo genen Unternehmen sind
zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und
Erträge aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Zwischen-
ergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden ebenfalls ausgeschieden.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der
nicht dem Konzern zuzurechnen ist, da im Konzern sämtliche vorhandene Anteile ohne beherrschenden Einfluss
mit dem anteiligen neubewerteten Nettovermögen angesetzt wurden (Partial-Goodwill-Methode). Anteile
ohne beherrschenden Einfluss werden in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung und in der Konzernbilanz
gesondert ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf
die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Der Erwerb von Anteilen ohne beherr-
schenden Einfluss wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis
und dem Buchwert des anteilig erworbenen Nettovermögens mit kumulierten Ergebnissen verrechnet.
Kündbare Eigenkapitalanteile an Tochterunternehmen mit Andienungsrechten, die von den Anteilseignern ohne
beherrschenden Einfluss gehalten werden, stellen für den Rosenbauer Konzern finanzielle Verbindlichkeiten
dar. Diese werden gemäß IFRS 9 erstmalig zum beizulegenden Zeitwert des Rückkaufbetrages passiviert und
in weiterer Folge gemäß IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert zu jedem Stichtag ergebnisneutral folgebewertet.
Die Ergebnisse der betreffenden Tochterunternehmen werden zur Gänze dem Rosenbauer Konzern zugerechnet
und der Anteil ohne beherrschenden Einfluss in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.
6161
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
B3. WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung bilanzierenden
Unternehmen werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet.
Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in
finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Sämtliche Vermögenswerte
und Schulden werden deshalb zum jeweiligen Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bzw. die Aufwendungen und
Erträge mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der
Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzern-
Gewinn- und -Verlustrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrechnungsdifferenz im Vergleich zur Erstkonsoli-
dierung wird im sonstigen Ergebnis mit den Konzernrücklagen verrechnet. Im Berichtsjahr wurden Stichtags-
umrechnungsdifferenzen von 6.992 t€ (2020: -5.428 t€) im sonstigen Ergebnis eingestellt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:
Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in € 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2020 31.12.2021
100 US-Dollar 81,4930 88,2924 87,6208 84,6340
100 Schweizer Franken 92,5754 96,7961 93,4309 92,6026
100 Singapur-Dollar 61,6599 65,4493 63,5498 63,0355
100 Brunei-Dollar 61,6599 65,4493 63,5498 63,0355
100 Südafrikanische Rand 5,5488 5,5363 5,3268 5,6843
100 Saudi-Rial 21,7085 23,5018 23,3193 22,4924
100 Australischer-Dollar 62,9089 24,0333 60,4086 22,9652
100 Russische Rubel 1,0933 1,1723 1,2100 1,1451
100 Zloty 21,9313 21,7538 22,5064 21,8722
100 VAE-Dirham 22,1631 24,0333 23,8339 22,9652
100 Britische Pfund 111,2310 119,0079 112,4587 116,4953
62
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
B4. FAIR-VALUE-BEWERTUNG
Finanzinstrumente wie Derivate werden wiederkehrend mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizule-
gende Zeitwert ist als Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am
Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen beziehungsweise für die Übertragung
einer Schuld bezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der
Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt,
entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten
Markt, falls kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftes-
ten Markt haben.
Rosenbauer bemisst den beizulegenden Zeitwert anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preis-
bildung zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten
wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nichtfinanziellen
Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwen-
dung wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Rosenbauer wendet bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Bewertungstechniken an, die unter den
jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden
Zeitwerts zur Verfügung stehen, wobei wenn möglich beobachtbare Input-Faktoren verwendet werden.
Im Konzernabschluss werden folgende Hierarchien zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte
von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren verwendet:
Level 1: notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder
Verbindlichkeiten.
Level 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Level 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden
Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Bei sämtlichen Klassen von Finanzinstrumenten außer bei den langfristigen verzinslichen Kreditverbindlichkeiten
entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
6363
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Durch konzernweit geltende Richtlinien wird dem Grundsatz der einheitlichen Bilanzierung und Bewertung
Rechnung getragen.
C1. SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen
und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, oder dem niedrigeren erzielbaren Betrag. Die Abschreibungen
werden nach der linearen Methode ermittelt und erfolgen ab dem Zeitpunkt, in dem sich die Vermögenswerte
im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ergeben sich aus dem zum
Erwerb oder zur Herstellung eines Vermögenswertes entrichteten Betrag an Zahlungsmitteln und Zahlungs-
mitteläquivalenten oder aus dem beizulegenden Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt des Erwerbes
oder der Herstellung.
Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten 3,00 % - 10,00 %
Geschäftsgebäude 2,00 % - 4,00 %
Technische Anlagen und Maschinen 10,00 % - 25,00 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10,00 % - 33,33 %
Die Restbuchwerte, Abschreibungsmethode und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem
Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Treten bei nichtfinanziellen Vermögenswerten Hinweise für Wertminderungen auf und liegt der erzielbare Betrag
– dieser entspricht dem höheren Betrag aus dem Barwert der zukünftigen Einzahlungsüberschüsse („Value in
use“) oder dem Nettoveräußerungspreis („Fair value less costs of disposal“) – unter dem jeweiligen Buchwert,
erfolgt gemäß IAS 36 („Impairment of Assets“) eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag. Wenn die
Gründe für eine in Vorjahren durchgeführte Wertminderung entfallen, wird eine entsprechende Zuschreibung
vorgenommen. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden entweder bei Abgang ausgebucht oder
dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.
Kann der erzielbare Betrag für einen Vermögenswert nicht ermittelt werden, so wird der Vermögenswert im
Rahmen einer Cash Generating Unit (CGU) einbezogen und einem Wertminderungstest unterzogen, wobei der
Nutzungswert als erzielbarer Betrag herangezogen wird. Im Rosenbauer Konzern bilden grundsätzlich die
rechtlich selbständigen Unternehmenseinheiten jeweils eine CGU.
Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung
des letzten Wertminderungsaufwandes eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung
des erzielbaren Betrages herangezogen wurde. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswertes
auf seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach
Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsauf-
wand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Jahresergebnis
erfasst.
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
64
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
C2. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von Firmenwerten nach der linearen Methode abgeschrie-
ben. Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Rechte / Lizenzen 25,0 % - 33,3 %
Kundenstamm 10,00 %
Technologie 7,00 %-10,00 %
Aktivierte Entwicklungskosten 10,00 % - 25,00 %
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25,0 % - 33,33 %
Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit
einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die Abschrei-
bung der immateriellen Vermögenswerte ist in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen“ enthalten.
Firmenwerte
Firmenwerte gemäß IFRS 3 werden jährlich sowie bei Vorliegen von Anzeichen von Wertminderungen einem
Werthaltigkeitstest unterzogen. Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden Firmenwerte den „Cash
Generating Units“ zugeordnet, die vom Unternehmenserwerb den Erwartungen zufolge profitieren werden.
Als maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als „Cash Generating Unit“ wird deren
technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Der Wertminde-
rungsbedarf der „Cash Generating Unit“ wird durch Gegenüberstellung des bisher fortgeführten Buchwerts
(inklusive des zugeordneten Firmenwerts) mit dem Nutzungswert errechnet. Der Nutzungswert wird als Barwert
der zugehörigen zukünftigen Ein- und Auszahlungen aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmens-
planung ermittelt. Nach einem Zeitraum von 3 Jahren anfallende Cashflows werden unter Verwendung des
erwarteten durchschnittlichen Branchenwachstums in Höhe von 1 % (2020: 1 %) extrapoliert.
Die nachfolgende Tabelle fasst Schlüsselannahmen für jede firmenwerttragende Cash Generating Unit
zusammen:
Zeitraum der
Geldfluss-
prognosen
Durchschnitt-
liches jährliches
Umsatz-
wachstum
Jährliche
Margen-
entwicklung
Diskontsatz
vor Steuern
2021
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 31 % Stetig steigend 10,1 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 13 %
Auf Vor-Brexit-
Niveau steigend 10,5 %
Rosenbauer Brandschutz
Deutschland 3 Jahre 2 % gleichbleibend 9,8 %
2020
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 13 % Stetig steigend 8,8 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 32 %
Auf Vor-Brexit-
Niveau steigend 9,1 %
Rosenbauer Brandschutz
Deutschland 3 Jahre 3 % moderat steigend 8,4 %
Das Tochterunternehmen in Großbritannien hatte sich in der Vergangenheit mit dem Brexit und der
COVID-19-Thematik auseinanderzusetzen. Dies bedeutete teilweise Verzögerungen bei Ausschreibungen und
Auslieferungen sowie reduzierte Service-Umsätze. Erfreulicherweise kam das Tochterunternehmen aber ohne
Verluste durch die anspruchsvolle Zeit. In 2021 konnte zumindest im Umsatz wieder deutlich aufgeholt werden
6565
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
und die Erwartung, bald wieder das Niveau vor dem Brexit zu erreichen, sowohl im Umsatz wie auch im EBIT,
sollte sich in den nächsten 2 Jahren erfüllen.
Die Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung bei den anderen zahlungsmittelgenerierten Einheiten basieren
im Allgemeinen auf bisherigen Ergebnissen und internen Erwartungen. Die Kostentreiber und die Anlagenzu-
gänge basieren auf Erfahrungswerten und internen Erwartungen. Der Abzinsungssatz wird aufgrund von
aktuellen Marktdaten für vergleichbare Unternehmen im selben Industriezweig ermittelt.
Bei den zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich Ergebnis, Working-
Capital-Veränderung, Investitionen und Abzinsungssatz.
Eine Sensitivitätsanalyse, bei der Abzinsungssätze 50 Basispunkte höher angesetzt werden, würde zu keiner
Abwertung führen. Zudem ergab die Sensitivitätsanalyse, dass bei einer Senkung der EBITs für die Jahre 2022
bis 2024 um 10 %, bei gleichzeitiger Konstanz aller anderen Parameter, die Buchwerte noch immer gedeckt sind
und kein Abwertungsbedarf gegeben ist.
Für die Zwecke des Goodwill-Impairment-Tests wurden grundsätzlich die rechtlich selbstständigen Unternehmens-
einheiten auf Basis der internen Überwachung des Firmenwerts als firmenwerttragende CGUs festgelegt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der bestehenden Firmenwerte je CGU:
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Rosenbauer d.o.o 843 843
Rosenbauer UK plc 322 344
Rosenbauer Brandschutz Deutschland 4.146 4.146
5.311 5.333
Übersteigt der Buchwert der CGU, der der Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der
dieser CGU zugeordnete Firmenwert in Höhe des Differenzbetrages wertgemindert. Übersteigt der Wertminde-
rungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die darüber hinausgehende Wertminderung auf Basis der
Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswertes der CGU aufgeteilt. Dabei darf der Buchwert eines Vermögenswer-
tes nicht unter einem bestimmbaren Nettoveräußerungswert oder Nutzungswert sowie unter Null wertgemindert
werden. Firmenwerte, die aufgrund einer Wertminderung abgeschrieben wurden, werden gemäß IAS 36 nicht
mehr zugeschrieben.
Forschung und Entwicklung
Forschungskosten werden im Sinne von IAS 38 („Intangible Assets“) nicht aktiviert und fließen dementsprechend
unmittelbar und zur Gänze in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Entwicklungskosten, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen,
werden gemäß IAS 38 nur dann aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich
realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar ist und einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren wird,
die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und Rosenbauer über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung
des Entwicklungsprojekts verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam
erfasst. Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten
abzüglich kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Solange ein Entwicklungsprojekt nicht abgeschlossen ist,
erfolgt eine jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der aufgelaufenen aktivierten Beträge, soweit nicht darüber
hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise dafür bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 8.911 t€ aktiviert (2020: 6.551 t€).
66
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
C3. WERTPAPIERE
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, wie Wertpapiere, werden am
Handelstag, das heißt am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes
eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9 für die Folgebewertung entweder
als zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis
oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller
Vermögenswerte bei der erstmaligen Erfassung hängt dabei von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows
der finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen
Vermögenswerte ab.
Im Rosenbauer Konzern werden Wertpapiere bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert
bewertet und der IFRS 9-Kategorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“
zugeordnet. Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Erhaltene oder gezahlte Zinsen aus Finanzinvestitionen werden als Zinserträge oder Zinsaufwendungen ausge-
wiesen. Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts
realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs ausgewiesen.
C4. LATENTE STEUERN
Latente Steuern sind auf alle zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen dem Wert in der IFRS-Kon-
zernbilanz und dem steuerlichen Wert zu bilanzieren. Ihre Ermittlung erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12
nach der „Balance sheet liability method“. Passive latente Steuern werden für alle zu versteuernden temporären
Differenzen erfasst, mit Ausnahme der passiven latenten Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts-
oder Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein
Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Jahresergebnis
noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Des Weiteren werden keine passiven latenten Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen erfasst,
die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an
Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen
gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit
nicht umkehren werden.
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden
werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an
die Steuerbehörde erwartet wird. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergebnis
erfasst werden, sind nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis erfasst.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden insoweit gebildet, als mit einem Verbrauch innerhalb des
Planungszeitraums gerechnet werden kann.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang
reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur
Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann.
Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang
6767
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung
des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die
Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird.
Der Berechnung der tatsächlichen Steuern werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum
Bilanzstichtag gelten.
C5. VORRÄTE
Die Vorräte werden mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren erzielbaren Nettoveräu-
ßerungswert (Marktpreis) am Bilanzstichtag bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
erfolgt für gleichartige Vermögenswerte nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach ähnlichen
Verfahren. In die Herstellungskosten werden nur die direkt zurechenbaren Kosten und anteiligen Gemeinkosten
unter Annahme einer Normalauslastung einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt.
C6. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden vorbehaltlich einer wesentlichen Finanzierungskompo-
nente erstmalig mit dem Transaktionspreis gemäß IFRS 9 angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche
Forderungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst und mit ihrem
Barwert erstmalig angesetzt.
Die Zuordnung zu den möglichen IFRS 9-Kategorien hängt einerseits vom Geschäftsmodelltest sowie von den
Eigenschaften der Zahlungsströme ab. Einige Gesellschaften des Rosenbauer Konzerns praktizieren das
Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, da die
vertraglichen Zahlungsströme sowohl durch Kundenzahlungen als auch durch den Verkauf im Rahmen von
Factoring-Vereinbarungen an diverse Hausbanken vereinnahmt werden. Dies hat zur Folge, dass diese Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen in die Kategorie „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige
Ergebnis“ fallen. Die Zuordnung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu dieser Kategorie hat auf
den Konzernabschluss von Rosenbauer keine wesentlichen Auswirkungen, da der Großteil der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres beglichen wird und aus diesem Grund
davon ausgegangen wird, dass der beizulegende Zeitwert dem bisherigen Bewertungsmaßstab der fortgeführten
Anschaffungskosten annähernd entspricht. Die übrigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden
der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet, da der Konzern für diese Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen das Geschäftsmodell „Halten“ anwendet.
Die Folgebewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bei ihrem erstmaligen Ansatz der
Kategorie „beizulegender Zeitwert über das sonstige Ergebnis“ zugeordnet werden, erfolgt mit dem beizulegen-
den Zeitwert, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle. Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet werden,
werden in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen
für erwartete Kreditausfälle, ausgewiesen.
68
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum
Bilanzstichtag bewertet.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes oder
einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.
Bei der Ermittlung der Wertberichtigung in Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zwischen Forderungen mit
und ohne Bonitätsbeeinträchtigung unterschieden. Eine Forderung gilt dann als bonitätsbeeinträchtigt, wenn die
nachfolgenden Ereignisse eintreten:
Die Forderung ist überfällig und es gibt konkrete Anzeichen dafür, dass der Kunde seiner Schuld nicht
nachkommen wird.
Ein Konkursverfahren gilt als wahrscheinlich oder wurde bereits eingeleitet.
Ausgleichsverhandlungen mit Rosenbauer wurden eingeleitet.
Die Wertberichtigung wird bei Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung mittels einer Einzelwertberichtigung in
Höhe der Ausfallswahrscheinlichkeit gebildet.
Alle anderen Forderungen sind demnach nicht bonitätsbeeinträchtigt. Der Wertberichtigungsbedarf wird bei
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung zu jedem Abschlussstichtag pauschal anhand einer Wertberichti-
gungsmatrix in Höhe der erwarteten Kreditverluste ermittelt. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der
Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen bestimmt. Die Berechnung umfasst das wahrscheinlichkeitsgewich-
tete Ergebnis unter Berücksichtigung des Zinseffekts sowie angemessener und belastbarer Informationen über
vergangene Ereignisse, aktuelle Gegebenheiten und künftig zu erwartende wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
die zum Abschlussstichtag verfügbar sind.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht, wenn der Grund für das Impairment entfällt oder
eine Verbesserung vorliegt.
Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswertes oder ein Teil einer Gruppe
ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird dann ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt
ist:
a) Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
b) Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögens-
wert übertragen und dabei entweder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am
finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken,
die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehal-
ten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.
6969
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
C7. KASSENBESTAND
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente wie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz für
die Folgebewertung als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert.
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf
Wert minderungen gemäß IFRS 9 zu überprüfen. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes
oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Hinsichtlich der Ermittlung des Wertminderungs-
bedarfes für den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten wendet der Konzern die Erleichterungs-
vorschrift des IFRS 9.5.5.10 an (Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko), wonach bei
Finanz instituten mit einem Bonitätsrating der Kategorie „Investment Grade“ auf eine Überprüfung der Bonitäts-
verschlechterung verzichtet wird. Die errechneten erwarteten Kreditverluste für Guthaben bei Kreditinstituten
sind unwesentlich.
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum
Bilanzstichtag bewertet.
Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts
realisiert.
C8. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGE ACCOUNTING
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt am
Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell
erfasst.
Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, um sich gegen
Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsab-
schlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden wiederum mit dem beizulegenden
Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr
beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn er negativ ist.
Derivate, für die das Hedge Accounting nicht anwendbar ist, werden für die Folgebewertung der IFRS 9 Kategorie
„Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet, wobei die Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Im Rosenbauer Konzern werden bestimmte Sicherungsbeziehungen im Fremdwährungsbereich als Cashflow
Hedges designiert. Derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Hedge-
Accounting-Bestimmungen des IFRS 9 („Financial Instruments“) designiert sind, werden im sonstigen Ergebnis
mit dem wirksamen Teil des beizulegenden Zeitwertes erfasst und in der Hedging-Rücklage innerhalb des
Eigenkapitals kumuliert. Der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments wird sofort erfolgswirk-
sam erfasst. Zum Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäftes wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsge-
schäftes vom Eigenkapital über das sonstige Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wenn
das Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder die Sicherungsbeziehung nicht
mehr besteht, jedoch trotzdem mit dem Eintritt der geplanten Transaktion gerechnet wird, verbleiben die bis
dahin aus diesem Sicherungsinstrument aufgelaufenen, nicht realisierten Gewinne/Verluste im Eigenkapital
und werden gemäß obigen Erläuterungen ergebniswirksam erfasst, wenn das abgesicherte Grundgeschäft die
70
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst. Falls der Eintritt des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts nicht
mehr erwartet wird, werden die bis dahin innerhalb des Eigenkapitals kumulierten, nicht realisierten Gewinne
und Verluste sofort ergebniswirksam erfasst.
Die Sicherungspolitik sowie die zum Bilanzstichtag bestehenden Finanzinstrumente werden unter Punkt D37.
„Risikomanagement“ näher erläutert.
C9. LANGFRISTIGE PERSONALVERPFLICHTUNGEN
Leistungsorientierte Pläne
Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften mit Eintritts-
datum bis 31. Dezember 2002 im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung.
Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezug abhängig. Den
Leistungsverpflichtungen stehen entsprechende nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte
Rückstellungen gegenüber. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht
dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) am Bilanzstichtag. Die Rückstellungen für Abfertigun-
gen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“ unter Anwendung eines
Rechnungszinssatzes von 1,1 % p.a. (2020: 0,8 % p.a.) und unter Einbeziehung eines Dynamiksatzes für künftige
Bezugserhöhungen von 3,0 % p.a. (2020: 3,0 % p.a.) ermittelt. Zinsaufwendungen aus Personalrückstellungen für
Abfertigungen und Pensionen werden im Finanzierungsaufwand erfasst. Der Abzinsungssatz wird auf Basis der
Rendite erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen – mit einem Rating von AA oder besser – bestimmt. Die
Laufzeit der Anleihen entspricht den voraussichtlichen Fristigkeiten der leistungsorientierten Verpflichtungen.
Neben den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für Angestellte und
Pagler & Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters
wurde die Fluktuationsrate abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und 1,80 % (2020:
zwischen 0 % und 1,47 %) angesetzt. Die Berechnung basiert auf dem individuellen Pensionsantrittsalter gemäß
der österreichischen Pensionsreform unter Berücksichtigung der schrittweisen Annäherung an das Pensionsan-
trittsalter.
Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form eines versiche-
rungsmathematischen Gutachtens ermittelt.
Neubewertungen werden gemäß IAS 19 bei Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
sowie für Abfertigungsverpflichtungen im sonstigen Ergebnis erfasst.
Bei bestehenden Pensionszusagen, die im Rahmen von Betriebsvereinbarungen festgelegt wurden, richtet sich
der Leistungsumfang nach den anrechnungsfähigen Dienstjahren in Form eines Fixbetrages pro Jahr. Dieser
Fixbetrag wird auf Basis des rentenfähigen Individualeinkommens bei Pensionseintritt modifiziert. Laufende
Renten unterliegen zur Wertsicherung regelmäßigen Anpassungsprüfungen. Laufende Pensionen kommen
vierzehnmal jährlich zur Auszahlung.
7171
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Der Ermittlung der Pensionsverpflichtung werden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Zinssatz Bezugserhöhung Pensionserhöhung
in % 2020 2021 2020 2021 2020 2021
Österreich 0,8 1,1 3,0 3,0 2,0 2,0
Deutschland 0,8 1,1 2,0 2,0
Beitragsorientierte Pläne
Neben dem leistungsorientierten System gibt es für Dienstnehmer in Österreich, die ab dem 1. Januar 2003
eingetreten sind, einen beitragsorientierten Versorgungsplan. In eine Mitarbeitervorsorgekasse ist
ein gesetzlich vorgeschriebener Betrag in Höhe von 1,53 % der Bruttogehaltssumme zu entrichten
(2021: 1.166 t€, 2020: 1.056 t€), der im Personalaufwand erfasst wird. In Österreich wurden des Weiteren
406 t€ (2020: 429 t€), in den USA 1.660 t€ (2020: 1.396 t€) in ein Pensionssystem eingezahlt, das einen
beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. In Deutschland wurden Beiträge in Höhe von 3.846 t€
(2020: 3.729 t€) in das deutsche Rentenversicherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitrags-
orientierten Versorgungsplan darstellt. Da über die Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen
bestehen, ergibt sich gleich wie in Österreich kein Rückstellungsbedarf.
Sonstige langfristige Personalverpflichtungen
Die Rückstellungen für Jubiläen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“
unter Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,3 % p.a. (2020: 1,0 % p.a.) und unter Einbeziehung eines
Dynamiksatzes für künftige Bezugserhöhungen von 3,0 % p.a. (2020: 3,0 % p.a.) ermittelt. Des Weiteren wurden
neben den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für Angestellte und
Pagler & Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters
Fluktua tionsabschläge abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und 6,22 % berück-
sichtigt (2020: zwischen 0 % und 6,40 %). Die Zinsaufwendungen aus Personalrückstellungen für Jubiläumsgelder
werden im Personalaufwand ausgewiesen.
C10. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die übrigen langfristigen bzw. kurzfristigen Rückstellungen beinhalten alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren
Risiken aus ungewissen Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen. Sie werden – sofern diese Verpflichtung
wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird – mit jenem Betrag
angesetzt, der sich bei sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts als der wahrscheinlichste ergibt.
Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie zum
Beispiel bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der
Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt
wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der, sofern im Einzelfall erforder-
lich, die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf
bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst.
C11. VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten (entsprechen dem
beizulegenden Zeitwert) angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der
Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag
bewertet.
72
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Finanzielle Verbindlichkeiten aus kündbaren Anteilen ohne beherrschenden Einfluss werden zum beizulegenden
Zeitwert (Level 3) erfasst. Für den Rückzahlungsbetrag wird zum frühestmöglichen Ausübungszeitpunkt die
Kaufpreisformel entsprechend der Vereinbarung der Gesellschafter („Operating Agreement“) angewendet. Für
die Kaufpreisformel werden die letzten beiden vorliegenden Teilkonzernabschlüsse herangezogen und die zuletzt
genehmigte Planung für das Folgejahr, zusätzlich wird noch das anteilige Eigenkapital erfasst. Als erwarteter
Zahlungszeitpunkt wird die höchste Durchlaufzeit der Vereinbarung der Gesellschafter (3 Monate) angesetzt.
Der kurzfristige Zinssatz von 1,5 % (2020: 1,5 %) wird von beobachtbaren, kurzfristigen USD-Zinsen abgeleitet
und beinhaltet auch das eigene Kreditrisiko und andere Risikokomponenten. Das Neubewertungsergebnis wird
direkt im kumulierten Ergebnis erfasst. Sollte sich das Nettoergebnis der Planung des Folgejahres um 10 %
erhöhen würde sich die Verbindlichkeit um 1.594 t€ (Vorjahr: 1.316 t€) erhöhen.
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung
erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere
finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht
oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Aus-
tausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen
Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.
C12. ERTRAGSREALISIERUNG
Der Konzern ist in den Bereichen Verkauf von Feuerwehrfahrzeugen, Feuerlöschsystemen und Ausrüstungs-
gegenständen für den abwehrenden Brandschutz und dem Verkauf von stationären und mobilen Löschanlagen
für den vorbeugenden Brandschutz sowie damit zusammenhängenden Aftersales-Services tätig. Erlöse aus
Verträgen mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter und Dienstleistungen auf den
Kunden übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für
diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird.
Die wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen im Zusammenhang mit Erlösen aus
Verträgen mit Kunden werden in Anhangangabe C15 erläutert.
Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie stationären und
mobilen Löschanlagen
Diese Erlöse werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf den
Kunden übergeht. Dies ist im Allgemeinen bei Lieferung der Fall; in besonderen Fällen, zum Beispiel bei verspäte-
ter Abnahme durch den Kunden, können auch Bill-and-Hold-Agreements zur Anwendung kommen. Die Zahlungs-
ziele sind kurzfristig und beinhalten keine Finanzierungskomponente. Sofern in dem Vertrag andere Zusagen
enthalten sind, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, wird diesen Zusagen ein Teil des Transaktions-
preises zugeordnet. (z. B. erweiterte Gewährleistungen). Rücknahmeverpflichtungen werden gemäß IFRS 15
bei der Bestimmung des Transaktionspreises als variabler Bestandteil der Gegenleistung berücksichtigt. Zu
erwartende Pönalzahlungen werden als Transaktionspreisminderungen und in Folge als Umsatzminderungen
dargestellt.
In Anwendung der in IFRS 15 vorgesehenen Erleichterungsregelung verzichtet der Konzern darauf, die Höhe
der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen,
wenn er bei Vertragsbeginn erwartet, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung des zugesagten Guts oder
der zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieses Guts oder dieser Dienstleistung durch
den Kunden maximal ein Jahr beträgt.
Erlöse aus dem Verkauf von Aftersales-Services
Der Konzern erbringt Serviceleistungen (Wartung, Kundendienst, Refurbishment), die entweder einzeln oder
im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie
7373
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
stationären und mobilen Löschanlagen an den Kunden veräußert werden. Mehrkomponentenverträge beinhalten
demnach sowohl eine Dienstleistungskomponente als auch die Lieferung von Gütern. Demzufolge teilt der
Konzern den Transaktionspreis der einzelnen Vertragskomponenten auf Basis der relativen Einzelveräuße-
rungspreise auf und der Umsatz aus diesen Verträgen wird nicht zur Gänze zeitpunktbezogen realisiert.
Die Zahlungsfrist endet in der Regel 0 bis 30 Tage nach Rechnungsdatum.
Rücknahmeverpflichtungen
Nach IFRS 15 sind Rücknahmeverpflichtungen in Kundenverträgen bei der Bestimmung des Transaktionspreises
als variabler Bestandteil der Gegenleistung zu berücksichtigen. Dabei verlangt IFRS 15, dass Umsatzerlöse aus
Verkäufen nur in der Höhe realisiert werden dürfen, in der es erwartungsgemäß zu keiner künftigen Stornierung
der Umsatzerlöse kommt.
Vertragsverbindlichkeiten
Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden
zu übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde
eine Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbind-
lichkeit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt).
Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen
erfüllt.
Gewährleistung
Beim Großteil der Verträge mit Kunden besteht die gesetzliche Gewährleistungsfrist des jeweiligen Landes. In
Einzelfällen werden über die gesetzliche Gewährleistungsfrist hinausgehende Gewährleistungen in separaten
Verträgen oder in Mehrkomponentenverträgen verkauft. Diese werden im Falle von Mehrkomponentenverträgen
als separate Leistungsverpflichtung bilanziert.
Vertragserlangungskosten
Der Rosenbauer Konzern wendet die praktische Erleichterungsvorschrift des IFRS 15 an, Vertragserlangungs-
kosten aus Verträgen mit Kunden, deren Laufzeit nicht länger als ein Jahr beträgt, im Zeitpunkt des Anfalles als
Aufwand zu erfassen und daher nicht zu aktivieren.
C13. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuschüsse der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit Investitionen führen zu Kürzungen der Anschaffungs- und
Herstellungskosten. Zuschüsse für nicht konkret zuordenbare Kosten, wie insbesondere Forschungs- und Entwick-
lungskosten für nicht aktivierungsfähige Forschungs- und Entwicklungsprojekte, werden im sonstigen Ertrag
erfasst. Zuschüsse, die sich auf direkt zuordenbare Kosten beziehen, wie insbesondere Kurzarbeitergeld oder
Lohnnebenkostenersatz, reduzieren die korrespondierenden Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.
C14. FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG
Monetäre Posten in einer Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtages in
die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip
bilanziert wurden, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Nicht monetäre Posten, die
mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet,
der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist. Die Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferen-
zen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb eingesetzt werden.
74
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
C15. SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME
Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen
werden, die die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen
am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen.
Die sich in der Zukunft tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen
Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit
sich bringen können, werden im Folgenden erläutert:
Beurteilung der Beherrschung von Tochterunternehmen sowie der gemeinschaftlichen Führung
von Gemeinschaftsunternehmen
Hinsichtlich der Ermessensentscheidungen und Annahmen, die im Rahmen der Einstufung von Rosenbauer
Aerials als Tochterunternehmen sowie der Einstufung von Rosenbauer Ciansa als Gemeinschaftsunternehmen
getroffen wurden, wird auf die Angaben in D10. und D4. verwiesen.
Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten
Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden
Einheit seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder einer zahlungs-
mittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der
Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der Veräuße-
rungskosten liegen verfügbare Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen unabhängigen
Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte oder beobachtbare Marktpreise abzüglich direkt zurechen-
barer Kosten für die Veräußerung des Vermögenswerts zugrunde. Zur Berechnung des Nutzungswerts wird
eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im Rahmen der
Discounted- Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen
und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate (Details zu den Wertminderungen von
nichtfinanziellen Vermögenswerten sind Punkt C2. und Punkt D1. zu entnehmen).
Forderungsbewertung
Der Konzern nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen zu berechnen. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der
Über fälligkeitsdauer in Tagen bestimmt.
Die Wertberichtigungsmatrix basiert anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschließend
kalibriert der Konzern die Tabelle, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen
anzupassen. Wenn beispielsweise davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche Rahmen-
bedingungen im Laufe des kommenden Jahres verschlechtern, dann werden die historischen Ausfallquoten
angepasst. Dies erfolgte in 2020 und 2021 im Zusammenhang mit Anpassungen durch die Corona-Krise.
Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunfts-
bezogenen Schätzungen analysiert.
Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der
erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ab. (Details zu den Forderungen und Ausfallswahrscheinlichkeiten sind der Aufstellung
unter Punkt D7. „Kurzfristige Forderungen“ zu entnehmen).
7575
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Vorratsbewertung
Zur Berücksichtigung des Obsoletrisikos wurde eine standardisierte Gängigkeits- bzw. Reichweitenabwertung
implementiert. Bei Fertigprodukten erfolgt zudem eine systematische Überprüfung in Hinblick auf eine
verlustfreie Bewertung, die im Wesentlichen von den Absatzpreiserwartungen, Währungsentwicklungen, dem
Verkaufszeitpunkt und den noch zu erwartenden Kosten geprägt ist (Details siehe Punkt D6.).
Aktive latente Steuern
Als Basis für die Aktivierung von aktiven latenten Steuern werden unter Zugrundelegung der von den Tochter-
gesellschaften erstellten Businesspläne Steuerplanungsrechnungen herangezogen. Wird ein bestehender
Verlustvortrag auf Basis dieser Zukunftsprognosen voraussichtlich nicht in einem angemessenen Zeitraum von
drei bis fünf Jahren verbraucht, erfolgt keine Aktivierung dieses Verlustvortrages (Details siehe Punkt D5.).
Steuerrückstellungen
Ende Jänner 2022 wurde Rosenbauer informiert, dass die Steuerfahndung in Deutschland Ansprüche in Höhe
von rund 5 Mio. € gegenüber der Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH geltend machen könnte, die im
Wesentlichen aus verdeckten Gewinnausschüttungen des ehemaligen wirtschaftlichen Eigentümers bzw.
Geschäftsführers resultieren. Die verdeckten Gewinnausschüttungen betreffen allesamt einen Zeitraum, der
vor der Zugehörigkeit der Gesellschaft zum Rosenbauerkonzern liegt, nämlich die Jahre 2004 – 2015.
Rosenbauer hat umgehend alle notwendigen Schritte eingeleitet um den Schaden von der Gesellschaft
möglichst vollständig abzuwenden. Insbesondere wurden verschiedene rechtliche Schritte gegen den ehema-
ligen Geschäftsführer eingeleitet. Die Erfolgsaussichten der Klagen werden als gut eingeschätzt. Auch die
Einbringlichkeit der Forderungen wird gut eingeschätzt. Darüber hinaus bestehen Möglichkeiten den Zahlungs-
betrag noch zu reduzieren, bzw. sich Zahlungen gegenrechnen zu lassen. Die Schätzungsunsicherheiten dieses
Sachverhalts sind erheblich, da das Verfahren komplex ist und sich auch über einen längeren Zeitraum erstre-
cken wird. Im März 2022 wurde von der Finanzbehörde eine Steuerverbindlichkeit in Höhe von 3.388 t€ an
Rosenbauer kommuniziert. Dieser Betrag wurde im Ergebnis als aperiodischer Steueraufwand des Jahres 2021
erfasst. Da die Aussichten auf die Erstattungsansprüche zwar gut, aber nicht so gut wie sicher (virtually certain)
sind, können diese derzeit nicht als Vermögenswerte nach IFRS angesetzt werden.
Personalrückstellungen
Bei den Personalrückstellungen bedient sich der Rosenbauer Konzern versicherungsmathematischer Berech-
nungen von Aktuaren. Die Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzinsungssatz sowie Erhöhungen
bezüglich der Bezüge und Pensionen (Details zu den Annahmen bzw. den erfassten Beträgen zu den Personal-
rückstellungen sind den Punkten C9. bzw. D13. zu entnehmen).
Sonstige Rückstellungen
Der rückgestellte Betrag der Gewährleistungsrückstellungen ist der Barwert der auf Basis von Erfahrungswerten
durchgeführten bestmöglichen Schätzung dieser Kosten (2021: 12.817 t€; 2020: 11.047 t€). Der Konzern
erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen im kommenden Jahr abzuarbeiten bzw. zu begleichen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregel-
mäßigkeiten festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahresende
2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg
wurden eingeleitet und sind derzeit noch offen.
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss
Der Rückzahlungsbetrag ergibt sich aus der Anwendung einer Kaufpreisformel. Basis dafür ist einerseits der
lokale Teilkonzernabschluss sowie die zuletzt genehmigte Planung für das Folgejahr. In den Teilkonzernabschluss
fließen regelmäßig Schätzungen und Ermessensentscheidungen ein, die aber von denen des Gesamtkonzerns in
der Regel nicht abweichen. Bei der Planung bestehen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich des Nettoergebnis-
ses. Geringe Schätzungsunsicherheiten bestehen im Abzinsungssatz.
76
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert.
Eine erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und
wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft
das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwen-
denden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Der Buchwert der
aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2021 31.666 t€ (2020: 25.616 t€) und betrifft im
Wesentlichen Entwicklungsleistungen in den Bereichen Fahrzeuge, Hubrettungsgeräte und Löschsysteme.
Aktivierte Entwicklungskosten, die noch nicht planmäßig abgeschrieben werden und deren zugrunde liegenden
Entwicklungsprojekte eigene zukünftige Zahlungsmittelzuflüsse generieren, werden einzeln auf Basis von
Wirtschaftlichkeitsrechnungen mindestens einmal jährlich auf Wertminderung getestet.
Cashflow Hedge
Bei der Bilanzierung von Cashflow Hedges für zukünftige Zahlungsströme wird die Annahme getroffen, dass
diese Zahlungsströme mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden.
Bilanzierung von Leasingverhältnissen
IFRS 16 erfordert Einschätzungen, die die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechten
beeinflussen. Diese beinhalten u. a. die Bestimmungen von Verträgen, die unter IFRS 16 fallen, die Laufzeiten
der Verträge und den Grenzfremdkapitalzinssatz, der zur Abzinsung der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen
herangezogen wird. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird vom risikofreien Zinssatz der zugrunde liegenden
Laufzeit, angepasst um das Länder-, Währungs- und Unternehmensrisiko, abgeleitet.
Änderungen von Schätzungen
Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine wesentlichen Änderungen von Schätzungen vorgenommen.
C16. LEASINGVERHÄLTNISSE
Alle wesentlichen Einzelleasingverhältnisse beziehen sich auf Immobilien. Die Spanne der Laufzeiten dieser
Verträge beläuft sich auf zwischen zwei und 33 Jahre. Einige Leasingverträge sehen eine Verlängerungsoption
für den Leasingnehmer vor, einer erlaubt eine vorzeitige Kündigung durch den Leasingnehmer.
Ein Großteil der Leasingverträge, die als Leasinggegenstand Immobilien haben, sehen eine jährliche Index-
anpassungen vor, die sich auf lokale Indizes beziehen.
Mengenmäßig beziehen sich die meisten Einzelverträge im Rosenbauer Konzern auf Fahrzeuge. Viele dieser
Verträge konnten als kurzfristig klassifiziert werden. Jene Fahrzeuge, die in der Bilanz bilanziert wurden, haben
eine Laufzeit zwischen 12 und 48 Monaten.
Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Einige Leasingverhältnisse des Rosenbauer Konzerns enthalten Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen für den
Leasingnehmer. Am Bereitstellungsdatum wird für jede Verlängerungs- bzw. Kündigungsoption eine Einschätzung
vom Konzern vorgenommen, ob die Ausübung dieser als hinreichend sicher angesehen werden kann. Dabei
werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, einschließlich der wirtschaftlichen Barrieren.
Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein
signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle
liegt, eintritt.
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Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von 912 t€ (Vorjahr: 3.502 t€) wurden nicht in die Leasingverbind-
lichkeit einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt)
werden.
Allgemeine Erläuterungen zur Bilanzierung der Leasingverhältnisse
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies
ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung
eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur
Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhält-
nisses nach IFRS 16 zugrunde.
Diese Methode wurde auf alle für den IFRS 16 relevanten Verträge angewendet.
Geringwertige Leasinggegenstände und kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter zwölf
Monaten werden entsprechend der Ausnahmemöglichkeit nicht aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der
Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relevanten Einzelveräußerungspreise auf.
Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine
Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen
Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum
geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur
Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des
zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger
erhaltener Leasinganreize.
Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear
abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig,
berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.
Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten
Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfinanzierungszinssatz des Konzerns, bewertet.
Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von externen Finanzquellen
und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu
berücksichtigen.
78
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
C17. KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Für die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung wurde die indirekte Methode gewählt. Das Zinsergebnis
(inklusive der Zinsen aus IFRS 16) ist Bestandteil des Nettogeldflusses aus der operativen Tätigkeit.
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen
variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand
des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes,
Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und
den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasing-
zahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie
Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinrei-
chend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen.
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet.
Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung
verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwert-
garantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder
Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.
Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes
des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des
Nutzungsrechtes auf Null verringert hat.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten als eigene Positionen aus.
7979
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D1. SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND NUTZUNGSRECHTE
Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung ist im
Konzernanlagenspiegel dargestellt. Die Sachanlagen enthalten wie im Vorjahr keine als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien.
Zum 31. Dezember 2021 bestanden im Konzern vertragliche Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe
von 4.018 t€ (2020: 3.710 t€).
2021 wurden Sachanlagen in Höhe von 7.260 t€ als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet
(2020: 6.943 t€). Es bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten.
Als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2021 Entwicklungskosten in Höhe
von 8.911 t€ (2020: 6.551 t€) aktiviert.
D2. WERTPAPIERE
Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Wertpapiere in Höhe von 655 t€ (2020: 760 t€) sind der
IFRS 9-Kategorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet. Bei den
Wertpapieren handelt es sich um börsennotierte Aktien, Anleihen und Fondsanteile.
D3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Der Konzern ist zu 49 % an einem russischen Unternehmen (PA “Fire-fighting special technics“ LLC; Russland,
Moskau) beteiligt. Dieses wurde mit russischen Partnern gegründet. Ziel des assoziierten Unternehmens ist es,
den russischen Markt mit hochwertig ausgerüsteten Löschfahrzeugen auszustatten. Der Anteil wird im Konzern-
abschluss nach der Equity-Methode bilanziert.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ UND
ZUR KONZERN-GEWINN- UND -VERLUSTRECHNUNG
80
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Die zusammenfassenden Finanzinformationen des assoziierten Unternehmens sind in der nachfolgenden Tabelle
angeführt.
in T€ 2020 2021
Langfristiges Vermögen 441 385
Kurzfristiges Vermögen 14.133 13.487
Langfristige Schulden 4.465 1.709
Kurzfristige Schulden 6.125 8.954
Nettovermögen (100 %) 3.984 3.210
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 1.952 1.573
Umsatzerlöse 3.545 8.015
Periodenergebnis (100 %) –1.351 –1.020
Anteil des Konzerns am Periodenergebnis –662 –500
Sonstiges Ergebnis (100 %) –2.146 0
Gesamtergebnis (100 %) –3.497 –1.020
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert stellt sich wie
folgt dar:
in T€ 2020 2021
Stand am 01.01. 4.742 1.952
Anteil am Periodenergebnis –662 –500
Ausschüttung –1.076 0
Währungsdifferenzen –1.052 121
Stand am 31.12. 1.952 1.573
D4. ANTEILE AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Der Konzern ist zu 50 % an einem spanischen Unternehmen (Rosenbauer Ciansa S.L.) beteiligt. Dieses wurde
gemeinsam mit dem Miteigentümer und Geschäftsführer der Rosenbauer Española gegründet.
Das Board besteht aus insgesamt vier Mitgliedern, zwei davon werden von Rosenbauer International AG gestellt,
die beiden anderen Mitglieder vom Joint-Venture-Partner. Dadurch besteht für Rosenbauer International AG in
dieser Konstellation keine Möglichkeit zur einseitigen Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten von Rosenbauer
Ciansa S.L. Im Falle von Stimmengleichheit im Board entscheidet ein unabhängiger Unternehmensberater. Im
Gesellschaftsvertrag besteht für Rosenbauer die Option, weitere 12,11 % der Anteile zu erwerben. Durch die
Ausübung dieser Option würde Rosenbauer keine Stimmenmehrheit im Board erlangen, da die Abstimmung im
Board nach Köpfen erfolgt und nicht nach Stimmrechten. Demzufolge handelt es sich bei der Gesellschaft um
ein Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11.
Dieser Anteil wird im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bilanziert. Das Gemeinschaftsunternehmen ist
aus Konzernsicht nicht wesentlich.
8181
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Entwicklung des Beteiligungsansatzes des Gemeinschaftsunternehmens in Spanien:
in T€ 2020 2021
Stand am 01.01. 1.692 1.669
Anteil am Gesamtergebnis 76 –114
Ausschüttung –98 –38
Stand am 31.12. 1.669 1.517
Das Gesamtergebnis des Gemeinschaftsunternehmens beinhaltet keine Positionen im sonstigen Ergebnis.
D5. LATENTE STEUERABGRENZUNG
Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRS-Konzernbilanz resultieren aus
folgenden Unterschiedsbeträgen bzw. wirken sich mit folgender Steuerlatenz aus:
Latente Steuer 2020 Latente Steuer 2021
in T€ Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Offene Siebtelabschreibungen
gemäß § 12 (3) KStG
729
0
525
0
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgsneutral) 96 1.036 442 13
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgswirksam) 0 719 145 0
Bewertung IAS 19 über sonstiges Ergebnis 2.292 0 2.092 0
Aktivierung Entwicklungskosten 0 5.819 0 7.365
Bewertungsunterschiede der Forderungen 0 81 0 255
Zwischengewinnrealisierung 1.230 0 1.956 0
Steuerliche Sonderabschreibung 754 0 892 51
Bewertungsunterschiede der Rückstellungen
und Verbindlichkeiten 7.179 310 5.366 0
Aktivierte Verlustvorträge 590 0 5.694 0
Bewertungsunterschiede Immaterielle
Vermögenswerte 0 1.558 0 1.394
Leasing gemäß IFRS 16 8.274 8.093 9.206 8.947
Sonstige 56 218 330 403
Aktive / passive Steuerabgrenzung 21.200 17.833 26.648 18.427
Saldierung aktiver und passiver
Steuerabgrenzungen –15.638 –15.638 –15.293 –15.293
Stand am 31.12. 5.561 2.195 11.354 3.134
Per 31. Dezember 2021 wurden auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 22.785 t€ (2020: 2.551 t€) aktive
latente Steuern angesetzt, diese sind unbegrenzt nutzbar. Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern
angesetzt wurden, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung noch nicht ausreichend gesichert war,
waren 2021 in Höhe von 0t€ vorhanden (2020: 0,1 t€). Für temporäre Differenzen in Höhe von 78.334 t€
(2020: 61.703 t€) aus Beteiligungen an Tochterunternehmen und Gemeinschafts unternehmen wurden gemäß
IAS 12.39 passive latente Steuern nicht angesetzt, da das Mutterunternehmen in der Lage ist, den zeitlichen
Verlauf zu steuern und sich in absehbarer Zeit diese temporären Differenzen nicht umkehren werden.
In den latenten Steuern sind erfolgsneutrale aktive latente Steuern in Höhe von 2.531 t€ (Vorjahr: 2.388 t€) und
erfolgsneutrale passive latente Steuern in Höhe von 13 t€ (Vorjahr: 1.036 t€) enthalten.
82
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
D6. VORRÄTE
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 83.088 91.581
Unfertige Erzeugnisse 291.475 289.116
Fertige Erzeugnisse und Waren 29.557 17.492
Waren unterwegs 6.980 6.197
Geleistete Anzahlungen 6.202 3.367
417.302 407.754
Die Vorräte haben sich durch ein konzernweites Projekt zur Optimierung des Working Capitals reduziert.
Der Betrag an Wertminderungen des laufenden Jahres ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von
2.515t€ (2020: 1.788 t€) im Materialaufwand enthalten. Im laufenden Geschäftsjahr gab es wie im Vorjahr
keine Wertaufholungen. Auch wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.
D7. KURZFRISTIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 188.055 129.998
Forderungen aus Factoringvereinbarungen 710 3.003
Forderungen aus Derivaten 7.130 394
Forderungen aus sonstigen Steuern 12.222 5.498
Rechnungsabgrenzungsposten 5.835 5.428
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 22.733 14.720
236.685 159.040
Sämtliche in der obigen Tabelle angeführten kurzfristigen Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.
Die Wertberichtigungen der Forderungen beziehen sich ausschließlich auf die im Rahmen der kurzfristigen
Forderungen erfassten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu einem geringen Umfang auf die
Forderungen aus Factoring-Vereinbarungen. Die Wertminderungen des laufenden Jahres auf Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen mit und ohne Bonitätsbeeinträchtigung werden in Höhe von 1.211 t€ (2020: 665 t€)
in den sonstigen Aufwendungen erfasst. Bei den übrigen Finanzinstrumenten sind keine Wertminderungen
eingetreten.
Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung in T€ 2020 2021
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 1.380 1.490
Zuführungen 129 1.211
Verbrauch –9 –2
Auflösungen –10 –105
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 1.490 2.594
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung in T€ 2020 2021
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 241 777
Zuführungen 536 0
Auflösungen 0 –439
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 777 338
Nähere Details zur Ermittlung der Wertberichtigungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung sind unter C6. Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen zu entnehmen.
8383
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Im Geschäftsjahr 2021 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum Bilanzstichtag
ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 65.090 t€ (Vorjahr: 48.401 t€) verkauft. Bei den
Forderungen handelt es sich um noch nicht fällige Forderungen aus Fahrzeuglieferungen, für die entsprechende
Sicherheiten hinterlegt sind. Die verkauften Forderungen werden anhand der Ausbuchungsregeln des IFRS 9
von Fall zu Fall analysiert und aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht beziehungsweise des Risikoüber-
gangs werden qualifizierte Forderungen entsprechend ausgebucht. Der nicht bevorschusste Betrag in Höhe von
3.003 t€ (Vorjahr: 710 t€) wird unter den Forderungen aus Factoring-Verträgen ausgewiesen.
Das für die Risikobeurteilung relevanteste Risiko der verkauften Forderungen ist das Kreditausfallsrisiko, das
auch als sehr gering angesehen werden kann. Dies einerseits, da es sich bei den Kunden um vorwiegend
staatliche bzw. staatsnahe Organisationen handelt und andererseits, da auf Grund der internen Richtlinien die
Forderungen mit Akkreditiven oder anderen Sicherheitsinstrumenten sehr gut abgesichert sind. Rosenbauer
überträgt das verbleibende Kreditausfallsrisiko der verkauften Forderungen zu 80 % an die Banken. Für das
geringfügige verbleibende 20%ige Delkredererisiko wurde bilanziell angemessen vorgesorgt.
D8. KASSENBESTAND UND KURZFRISTIGE FINANZMITTEL
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Bankguthaben 18.920 65.371
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 95 79
19.015 65.450
Verfügungsbeschränkungen über die in diesem Posten enthaltenen Beträge waren wie im Vorjahr nicht
vorhanden.
D9. EIGENKAPITAL
Das Grundkapital betrug per Ende 2021 13.600 t€ und war aufgeteilt auf 6.800.000 Stückaktien. 3.665.912
Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind Inhaberaktien.
Die Kapitalrücklage stammt aus den im Jahr 1994 über die Wiener Börse ausgegebenen jungen Aktien und stellt
eine gebundene Kapitalrücklage dar, die nicht zur Ausschüttung zur Verfügung steht. Basis für den Vorschlag für
die Gewinnverwendung ist der nach den Vorschriften des österreichischen UGB erstellte Einzelabschluss der
Gesellschaft.
In der Position „Andere Rücklagen“ sind der Ausgleichsposten für die Währungsumrechnung, die Neubewer-
tungsrücklage, die Neubewertungen gemäß IAS 19 sowie die Hedging-Rücklage enthalten. Der Ausgleichsposten
für die Währungsumrechnung enthält die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrechnungs-
differenz im Vergleich zur Erstkonsolidierung. Des Weiteren sind in dieser Position Unterschiedsbeträge aus der
Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie
Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung enthalten.
Die Veränderung der Hedging-Rücklage ergibt sich aus der Bewertung von Devisentermingeschäften und
Zinsswaps unter Zugrundelegung von IFRS 9 unter Berücksichtigung von Steuereffekten.
Bewertungsdifferenzen aus den kündbaren Anteilen ohne beherrschenden Einfluss werden in den kumulierten
Ergebnissen erfasst.
Details zu den Rücklagen sind der „Entwicklung des Konzerneigenkapitals“ zu entnehmen.
84
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG
Die 29. ordentliche Hauptversammlung der Rosenbauer International AG hat am 26. Mai 2021 der vorgeschlage-
nen Dividende für das Geschäftsjahr 2020 von 1,5 Euro je Aktie zugestimmt.
Basis für den Vorschlag für die Gewinnverwendung für das Jahr 2021 ist der nach den Vorschriften des österrei-
chischen UGB erstellte Einzelabschluss der Gesellschaft. Die Verteilung des Bilanzgewinns 2021 im Jahresab-
schluss der Rosenbauer International AG nach öUGB ist wie folgt:
in T€ 2020 2021
Bilanzgewinn der Rosenbauer International AG 10.350 6.271
Ausbezahlte bzw. vorgeschlagene Dividende 10.200 6.120
Vortrag auf neue Rechnung 150 151
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von 0,9 € je Aktie
für 6.800.000 Stückaktien, somit eine Ausschüttung von 6.120.000,00 €, zu beschließen.
D10. ANTEILE OHNE BEHERRSCHENDEN EINFLUSS
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen zu jeder Tochtergesellschaft des
Konzerns mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss vor konzerninternen Eliminierungen.
8585
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2021 (in T€)
Rosenbauer
America, LLC.,
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South Dakota,
LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC. Summe
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
d.o.o.
Slowenien
Unwesentliche
Anteile Summe
Sitz
USA, South
Dakota USA, Minnesota
USA, South
Dakota USA, Minnesota USA, Nebraska USA, Nebraska Spanien, Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
Slowenien,
Radgona
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile des
Mutterunternehmens 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 0,00 % 62,11 % 75,00 % 90,00 %
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 50,00 % 37,89 % 25,00 % 10,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 1.080 81.358 69.352 31.756 10.694 194.239 10.694 14.278 23.546 9.287 1.842 59.646
Langfristige Vermögenswerte 59.595 6.954 5.210 1.662 651 74.073 651 3.915 7.848 9.232 90 21.737
Kurzfristige Schulden 5.987 75.310 32.310 32.461 2.839 148.908 2.839 12.934 25.791 6.018 1.900 49.482
Langfristige Schulden 0 0 0 0 0 0 0 1.604 1.341 1.161 0 4.106
Konsolidierung –26.453 –167 –31.398 2.599 –1.147 –56.566 –1.147 0 0 0 0 –1.147
Konsolidiertes
Nettovermögen (100 %) 28.235 12.835 10.854 3.556 7.359 62.839 7.359 3.655 4.262 11.340 32 26.648
Konsolidierter anteiliger
Buchwert 14.117 6.418 5.427 1.778 1.840 29.580 3.680 1.385 1.066 1.134 20 7.284
Umsatzerlöse 0 118.182 144.987 55.597 14.199 14.199 15.607 19.907 25.635 2.348
Periodenergebnis (100 %) –4.259 5.918 11.124 902 1.206 14.891 1.206 –79 –143 1.061 –8 2.037
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –2.130 2.959 5.562 451 302 7.144 603 –30 –36 106 –5 639
Sonstiges Ergebnis (100 %) –1.984 3.071 2.995 114 499 4.695 499 0 302 –6 –66 729
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –992 1.535 1.497 57 125 2.223 249 0 75 –1 –16 308
Gesamtergebnis (100 %) –6.243 8.989 14.119 1.016 1.705 19.585 1.705 –79 79 1.055 –74 2.685
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –3.121 4.495 7.059 508 426 9.367 852 –30 20 105 –20 927
An Anteilseigner ohne
beherrschenden Einfluss
gezahlte Dividenden –5.287 0 0 0 0 –5.287 –1.236 –48 0 –70 0 –1.354
Nettogeldfluss aus der
operativen Tätigkeit –1.541 3.143 14.542 8.655 4.406 29.205 4.406 1.054 1.325 4.342 –235 10.892
Nettogeldfluss aus der
Investitionstätigkeit –3.313 –2.786 –259 –439 –275 –7.071 –275 –619 –1.185 –1.845 –2 –3.926
Nettogeldfluss aus der
Finanzierungstätigkeit 4.655 –893 –4.332 –8.015 –2.314 –10.899 –2.314 –673 –230 –1.142 –2 –4.361
Nettozahlungsströme der
Einzelgesellschaft (100 %) –199 –536 9.952 201 1.816 11.235 1.816 –238 –90 1.355 –239 2.605
86
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2021 (in T€)
Rosenbauer
America, LLC.,
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South Dakota,
LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC. Summe
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
d.o.o.
Slowenien
Unwesentliche
Anteile Summe
Sitz
USA, South
Dakota USA, Minnesota
USA, South
Dakota USA, Minnesota USA, Nebraska USA, Nebraska Spanien, Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
Slowenien,
Radgona
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile des
Mutterunternehmens 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 0,00 % 62,11 % 75,00 % 90,00 %
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 50,00 % 37,89 % 25,00 % 10,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 1.080 81.358 69.352 31.756 10.694 194.239 10.694 14.278 23.546 9.287 1.842 59.646
Langfristige Vermögenswerte 59.595 6.954 5.210 1.662 651 74.073 651 3.915 7.848 9.232 90 21.737
Kurzfristige Schulden 5.987 75.310 32.310 32.461 2.839 148.908 2.839 12.934 25.791 6.018 1.900 49.482
Langfristige Schulden 0 0 0 0 0 0 0 1.604 1.341 1.161 0 4.106
Konsolidierung –26.453 –167 –31.398 2.599 –1.147 –56.566 –1.147 0 0 0 0 –1.147
Konsolidiertes
Nettovermögen (100 %) 28.235 12.835 10.854 3.556 7.359 62.839 7.359 3.655 4.262 11.340 32 26.648
Konsolidierter anteiliger
Buchwert 14.117 6.418 5.427 1.778 1.840 29.580 3.680 1.385 1.066 1.134 20 7.284
Umsatzerlöse 0 118.182 144.987 55.597 14.199 14.199 15.607 19.907 25.635 2.348
Periodenergebnis (100 %) –4.259 5.918 11.124 902 1.206 14.891 1.206 –79 –143 1.061 –8 2.037
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –2.130 2.959 5.562 451 302 7.144 603 –30 –36 106 –5 639
Sonstiges Ergebnis (100 %) –1.984 3.071 2.995 114 499 4.695 499 0 302 –6 –66 729
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –992 1.535 1.497 57 125 2.223 249 0 75 –1 –16 308
Gesamtergebnis (100 %) –6.243 8.989 14.119 1.016 1.705 19.585 1.705 –79 79 1.055 –74 2.685
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –3.121 4.495 7.059 508 426 9.367 852 –30 20 105 –20 927
An Anteilseigner ohne
beherrschenden Einfluss
gezahlte Dividenden –5.287 0 0 0 0 –5.287 –1.236 –48 0 –70 0 –1.354
Nettogeldfluss aus der
operativen Tätigkeit –1.541 3.143 14.542 8.655 4.406 29.205 4.406 1.054 1.325 4.342 –235 10.892
Nettogeldfluss aus der
Investitionstätigkeit –3.313 –2.786 –259 –439 –275 –7.071 –275 –619 –1.185 –1.845 –2 –3.926
Nettogeldfluss aus der
Finanzierungstätigkeit 4.655 –893 –4.332 –8.015 –2.314 –10.899 –2.314 –673 –230 –1.142 –2 –4.361
Nettozahlungsströme der
Einzelgesellschaft (100 %) –199 –536 9.952 201 1.816 11.235 1.816 –238 –90 1.355 –239 2.605
8787
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2020 (in T€)
Rosenbauer
America, LLC.,
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South Dakota,
LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC. Summe
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
d.o.o.
Slowenien
Unwesentliche
Anteile Summe
Sitz
USA, South
Dakota USA, Minnesota
USA, South
Dakota USA, Minnesota USA, Nebraska USA, Nebraska Spanien, Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
Slowenien,
Radgona
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile des
Mutterunternehmens 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 0,00 % 62,11 % 75,00 % 90,00 %
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 50,00 % 37,89 % 25,00 % 10,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 528 73.014 82.429 24.030 10.383 190.384 10.383 6.578 19.259 6.632 2.191 45.044
Langfristige Vermögenswerte 51.982 4.643 5.150 1.726 502 64.003 502 3.280 7.133 7.868 85 18.869
Kurzfristige Schulden 2.837 64.123 51.363 21.921 1.913 142.157 1.913 3.228 20.890 2.223 2.221 30.476
Langfristige Schulden 0 2.471 3.036 1.904 0 7.411 0 2.777 1.338 1.292 0 5.407
Konsolidierung –4.364 –7.217 –36.446 610 –1.918 –49.336 –1.918 0 0 0 56 –1.862
Konsolidiertes
Nettovermögen (100 %) 45.309 3.845 –3.265 2.540 7.054 55.483 7.054 3.853 4.164 10.986 111 26.168
Konsolidierter anteiliger
Buchwert 22.655 1.923 –1.633 1.270 1.763 25.978 3.527 1.460 1.041 1.099 41 7.168
Umsatzerlöse 0 144.089 138.720 70.772 18.994 372.575 18.994 14.628 20.616 35.313 5.441 94.991
Periodenergebnis (100 %) –1.949 5.078 8.173 3.919 5.151 20.372 5.151 253 1.162 3.001 45 9.612
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –975 2.539 4.086 1.960 1.288 8.898 2.576 96 290 300 10 3.273
Sonstiges Ergebnis (100 %) –4.534 –1.232 –3.487 –228 –1.006 –10.487 –1.006 0 –371 –3 –33 –1.413
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –2.267 –616 –1.744 –114 –252 –4.992 –503 0 –93 –0 –9 –605
Gesamtergebnis (100 %) –6.483 3.846 4.686 3.691 4.145 9.885 4.146 253 79 2.998 12 7.487
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –3.242 1.923 2.343 1.846 1.036 3.906 2.073 96 20 300 1 2.489
An Anteilseigner ohne
beherrschenden Einfluss
gezahlte Dividenden –4.513 0 0 0 –445 –4.958 –891 –78 0 0 –9 –978
Nettogeldfluss aus der
operativen Tätigkeit –1.897 296 3.997 7.502 2.668 12.566 2.668 –1.032 –704 2.104 105 3.141
Nettogeldfluss aus der
Investitionstätigkeit –10 –961 –465 –392 –42 –1.870 –42 –14 –717 –1.916 –23 –2.712
Nettogeldfluss aus der
Finanzierungstätigkeit 1.892 1.196 –2.166 –6.149 –2.646 –7.872 –2.646 –1.135 238 –5 –64 –3.612
Nettozahlungsströme der
Einzelgesellschaft (100 %) –15 531 1.367 962 –20 2.824 –20 –2.182 –1.183 184 18 –3.183
88
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss Anteile ohne beherrschenden Einfluss
2020 (in T€)
Rosenbauer
America, LLC.,
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South Dakota,
LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC. Summe
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Española S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
d.o.o.
Slowenien
Unwesentliche
Anteile Summe
Sitz
USA, South
Dakota USA, Minnesota
USA, South
Dakota USA, Minnesota USA, Nebraska USA, Nebraska Spanien, Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
Slowenien,
Radgona
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile des
Mutterunternehmens 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 0,00 % 62,11 % 75,00 % 90,00 %
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile ohne
beherrschenden Einfluss 50,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 25,00 % 50,00 % 37,89 % 25,00 % 10,00 %
Kurzfristige Vermögenswerte 528 73.014 82.429 24.030 10.383 190.384 10.383 6.578 19.259 6.632 2.191 45.044
Langfristige Vermögenswerte 51.982 4.643 5.150 1.726 502 64.003 502 3.280 7.133 7.868 85 18.869
Kurzfristige Schulden 2.837 64.123 51.363 21.921 1.913 142.157 1.913 3.228 20.890 2.223 2.221 30.476
Langfristige Schulden 0 2.471 3.036 1.904 0 7.411 0 2.777 1.338 1.292 0 5.407
Konsolidierung –4.364 –7.217 –36.446 610 –1.918 –49.336 –1.918 0 0 0 56 –1.862
Konsolidiertes
Nettovermögen (100 %) 45.309 3.845 –3.265 2.540 7.054 55.483 7.054 3.853 4.164 10.986 111 26.168
Konsolidierter anteiliger
Buchwert 22.655 1.923 –1.633 1.270 1.763 25.978 3.527 1.460 1.041 1.099 41 7.168
Umsatzerlöse 0 144.089 138.720 70.772 18.994 372.575 18.994 14.628 20.616 35.313 5.441 94.991
Periodenergebnis (100 %) –1.949 5.078 8.173 3.919 5.151 20.372 5.151 253 1.162 3.001 45 9.612
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –975 2.539 4.086 1.960 1.288 8.898 2.576 96 290 300 10 3.273
Sonstiges Ergebnis (100 %) –4.534 –1.232 –3.487 –228 –1.006 –10.487 –1.006 0 –371 –3 –33 –1.413
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –2.267 –616 –1.744 –114 –252 –4.992 –503 0 –93 –0 –9 –605
Gesamtergebnis (100 %) –6.483 3.846 4.686 3.691 4.145 9.885 4.146 253 79 2.998 12 7.487
davon Anteile ohne
beherrschenden Einfluss –3.242 1.923 2.343 1.846 1.036 3.906 2.073 96 20 300 1 2.489
An Anteilseigner ohne
beherrschenden Einfluss
gezahlte Dividenden –4.513 0 0 0 –445 –4.958 –891 –78 0 0 –9 –978
Nettogeldfluss aus der
operativen Tätigkeit –1.897 296 3.997 7.502 2.668 12.566 2.668 –1.032 –704 2.104 105 3.141
Nettogeldfluss aus der
Investitionstätigkeit –10 –961 –465 –392 –42 –1.870 –42 –14 –717 –1.916 –23 –2.712
Nettogeldfluss aus der
Finanzierungstätigkeit 1.892 1.196 –2.166 –6.149 –2.646 –7.872 –2.646 –1.135 238 –5 –64 –3.612
Nettozahlungsströme der
Einzelgesellschaft (100 %) –15 531 1.367 962 –20 2.824 –20 –2.182 –1.183 184 18 –3.183
8989
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Obwohl der Konzern weniger als die Hälfte der Stimmrechte an der Rosenbauer Aerials hält, liegt kraft eines
Dirimierungsrechts durch die Rosenbauer International AG Beherrschung über dieses Unternehmen vor. Die
Rosenbauer International AG ist gemäß dem Gesellschaftsvertrag dieser Gesellschaften ermächtigt, die Hälfte
der Board-Mitglieder zu wählen. Das Board trifft alle relevanten Entscheidungen und bestimmt die operative
Führung, hierzu ist eine einfache Stimmenmehrheit ausreichend. Bei Stimmengleichheit im Board führt der
Aufsichtsratsvorsitzende der Rosenbauer International AG bzw. dessen Stellvertreter auf Grund des vertraglichen
Dirimierungsrechts die Entscheidung herbei.
An konzernfremde Gesellschafter von Tochterunternehmen wurden 2021 6.641 t€ (2020: 5.936 t€) ausgeschüttet.
D11. LANGFRISTIGE VERZINSLICHE VERBINDLICHKEITEN
Diese Position enthält alle verzinslichen Bankverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten mit einer Restlauf-
zeit von mehr als einem Jahr. Details sind der Aufstellung der Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D37. „Risiko-
management“ zu entnehmen.
D12. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Bei den langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Exportfinanzierungsverbindlichkeiten (2021: 1.210t€;
2020: 1.045 t€) sowie um sonstige langfristige Verbindlichkeiten (2021: 117 t€; 2020: 991t€). In den sonstigen
langfristigen Verbindlichkeiten waren im Vorjahr 435 t€ enthalten, die aus dem Erwerb von Minderheitenanteilen
von einem bisherigen Mitgesellschafter der amerikanischen Gesellschaft Rosenbauer Motors LLC., Minnesota
(USA), im November 2019 resultieren. Diese langfristigen Verbindlichkeiten sowie auch die kurzfristigen Verbind-
lichkeiten aus dem damaligen Erwerb wurden im Jahr 2021 vollständig in Höhe von gesamt 781 t€ bezahlt.
D13. LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
a) Abfertigungsrückstellungen
Abfertigungen sind einmalige Abfindungen, die aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften bei Kündigung der
Arbeitnehmer sowie regelmäßig bei Pensionsantritt an Mitarbeiter bezahlt werden müssen. Die Höhe richtet
sich nach der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe der Bezüge. Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden
in jenem Ausmaß gebildet, das sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ergab (Details der zur
Berechnung herangezogenen Annahmen sind Punkt C9. zu entnehmen).
in T€ 2020 2021
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 23.888 20.871
Umgliederung 663 740
Dienstzeitaufwand 1.232 990
Zinsaufwand 166 156
Neubewertungen –3.921 –680
Laufende Zahlungen –1.157 –1.915
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 20.871 20.163
Die Neubewertungen betreffen in Höhe von 58 t€ (2020: -1.238 t€) Änderungen in erfahrungsbedingten
Annahmen, in Höhe von -636 t€ (2020: -2.684 t€) Änderungen in finanziellen Annahmen und in Höhe von
-102 t€ (2020: 2 t€) Änderungen in demografischen Annahmen.
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 20.163 t€
(2020: 20.871 t€). Bei der Ermittlung wurden erfahrungsbedingte Anpassungen in Höhe von 0,3 % (2020: -6,0 %)
berücksichtigt.
90
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Die Netto-Aufwendungen für Abfertigungen, die aus Leistungszusagen und Verlusten aus Planabgeltungen
resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in T€ 2020 2021
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 1.232 990
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 166 156
Netto-Aufwendungen für Abfertigungen 1.398 1.146
Etwaige Veränderungen des Zinssatzes beruhen auf der Neueinschätzung aufgrund der geänderten wirtschaft-
lichen Lage.
Zum 31. Dezember 2021 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Abfertigungen 11 Jahre (2020: 12 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen
resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen
dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen kons-
tant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht
korrelieren.
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in T€ +1 % -1 %
31.12.2021
Zinssatz –1.904 2.258
Gehaltssteigerung 2.171 –1.874
Fluktuation –910 34
31.12.2020
Zinssatz –2.105 2.513
Gehaltssteigerung 2.411 –2.067
Fluktuation –1.038 33
b) Pensionsrückstellungen
Innerhalb des Rosenbauer Konzerns bestehen durch nationale Vorschriften oder freiwillige Vereinbarungen
entstandene Vorsorgepläne für Pensionen. Dabei handelt es sich teils um leistungsorientierte und teils um
beitragsorientierte Pläne (Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind Punkt C9. zu entnehmen).
in T€ 2020 2021
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 5.978 5.489
Dienstzeitaufwand 23 20
Zinsaufwand 41 43
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne –122 0
Neubewertungen –140 –258
Laufende Zahlungen –291 –287
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 5.489 5.006
Die Neubewertungen betreffen in Höhe von -80 t€ (2020: -671 t€) Änderungen in erfahrungsbedingten
Annahmen, in Höhe von -178 t€ (2020: 531 t€) Änderungen in finanziellen Annahmen und in Höhe von 0,0 t€
(2020: 0,0 t€) Änderungen in demografischen Annahmen.
9191
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 5.006 t€
(2020: 5.489 t€). Bei der Ermittlung wurden erfahrungsbedingte Anpassungen in Höhe von -1,6 % (2020: 12,2 %)
berücksichtigt.
Die Netto-Aufwendungen für Pensionen, die aus Leistungszusagen resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in T€ 2020 2021
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 23 20
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne –122 0
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 41 43
Netto-Aufwendungen für Pensionen –58 62
Etwaige Veränderungen des Zinssatzes beruhen auf der Neueinschätzung aufgrund der geänderten wirtschaft-
lichen Lage.
Zum 31. Dezember 2021 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Pensionen 12 Jahre (2020: 12 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend
aus Änderungen wesentlicher versicherungsmathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es
wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten
wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren.
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in T€ +1 % / Jahr -1 % / Jahr
31.12.2021
Zinssatz –525 639
Gehaltssteigerung 568 –483
Langlebigkeit 245 –240
31.12.2020
Zinssatz –605 742
Gehaltssteigerung 651 –550
Langlebigkeit 272 –266
Weiterführende Informationen zu den Personalrückstellungen sind der Beschreibung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden zu entnehmen.
c) Übrige langfristige Rückstellungen
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 7.733 7.196
7.733 7.196
Die Veränderung der unter Punkt c. angeführten langfristigen Rückstellungen für die Jahre 2021 und 2020 ist der
„Entwicklung der Rückstellungen“ zu entnehmen.
92
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
D14. KÜNDBARE ANTEILE OHNE BEHERRSCHENDEN EINFLUSS
Diese Position enthält die jederzeit ausübbaren Andienungsrechte der US-amerikanischen Minderheitsgesell-
schafter der amerikanischen Holdinggesellschaft Rosenbauer America LLC., South Dakota. Der Wert berechnet
sich aus dem Barwert der Zahlungsverpflichtung aus einer Kaufpreisformel, die die Ertragswerte von 2 vergange-
nen und einem zukünftigen Jahr berücksichtigt und des Eigenkapitalwerts.
in T€ 2020 2021
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 53.290 55.370
Auszahlung Dividende –4.958 –5.287
Neubewertungen 7.038 17.491
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 55.370 67.574
D15. KURZFRISTIGE VERZINSLICHE VERBINDLICHKEITEN
Diese beinhalten neben Produktions- bzw. Investitionskrediten und Leasingverbindlichkeiten auch die laufenden
Kontokorrentüberziehungen zum 31. Dezember des jeweiligen Bilanzstichtages. Details sind der Aufstellung der
Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D37. „Risikomanagement“ zu entnehmen.
D16. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN
Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten Anzahlungen von Kunden in Höhe von 116.278 t€ (2020: 118.151 t€),
die überwiegend für die Lieferung von Löschfahrzeugen geleistet wurden, sowie abgegrenzte Erlöse aus
Mehrkomponentenverträgen in Höhe von 14.320 t€ (2020: 17.350 t€), die sich auf zeitraumbezogene Leistungs-
verpflichtungen beziehen.
D17. LIEFERVERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 63.894 t€ (2020: 49.092 t€) innerhalb eines
Jahres und in Höhe von 0 t€ (2020: 393 t€) nach einem Jahr fällig.
D18. SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Verbindlichkeiten aus Steuern 5.697 9.103
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 4.108 2.901
Verbindlichkeiten aus Derivaten 534 3.061
Verbindlichkeiten aus Personalverpflichtungen 31.467 31.467
Verbindlichkeiten aus Provisionsverpflichtungen 5.463 6.389
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 24.703 18.086
71.972 71.007
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Gutschriften sowie Verbindlichkeiten aus
ausstehenden Eingangsrechnungen.
9393
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D19. STEUERRÜCKSTELLUNGEN
Die Steuerrückstellungen erhöhten sich von 7.874 t€ auf 9.438 t€ im Wesentlichen durch die drohenden
Steuerverbindlichkeiten aus einer Ermittlung der deutschen Steuerfahndungsprüfung gegen den ehemaligen
Eigentümer und Geschäftsführer der Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH. Zu dem Sachverhalt und den
Schätzungsunsicherheiten wird auf den Punkt C 15. verwiesen. Die von der Steuerbehörde bekanntgegebenen
Ansprüche in Höhe von 3.388 t€ wurden vollständig im Ergebnis erfasst, ein Guthaben in Höhe von 500 t€
wurde der Verbindlichkeit zugeordnet, so verblieb ein Betrag in Höhe von 2.888 t€ als Steuerrückstellung. Es
bestehen verschiedene Regressmöglichkeiten, die umfassend betrieben werden. Ein Vermögensgegenstand
konnte allerdings für die Regressmöglichkeiten nach IFRS nicht angesetzt werden.
D20. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen Rückstellungen enthalten Vorsorgen für Gewährleistungen und Risiken im Absatzbereich. Die
übrigen kurzfristigen Rückstellungen für das Jahr 2021 sind der „Entwicklung der Rückstellungen“ zu entnehmen.
Die Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind den Punkten C10. und C15. zu entnehmen.
D21. UMSATZERLÖSE
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen und Areas:
2021
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 252.400 67.813 91.137 97.290 231.915 0 740.555
Ausrüstung 55.338 9.057 14.431 9.462 275 0 88.563
PFP 68 7 0 0 0 29.755 29.830
Customer Service 36.951 14.423 14.877 6.702 5.472 0 78.424
Sonstige 2.083 1.910 3.268 3.690 26.788 0 37.738
Summe Erlöse aus
Verträgen mit
Kunden 346.839 93.210 123.713 117.143 264.451 29.755 975.110
2020
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 261.957 89.412 121.360 107.646 236.435 0 816.810
Ausrüstung 56.354 9.651 11.306 8.680 278 0 86.269
PFP 347 28.708 29.055
Customer Service 34.984 11.988 13.082 6.510 5.648 0 72.212
Sonstige 9.298 3.412 4.371 4.191 18.555 39.827
Summe Erlöse aus
Verträgen mit
Kunden 362.940 114.463 150.119 127.027 260.916 28.708 1.044.173
Bezüglich der weiteren Zusammensetzung der Umsatzerlöse wird auf die Angaben zu den Produktsegmenten
sowie zur Segmentberichterstattung in den Erläuternden Angaben Punkt D.35. „Segmentberichterstattung“
verwiesen.
Der aggregierte Betrag des Transaktionspreises für noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen beträgt zum
Bilanzstichtag 1.145,2 Mio € (2020: 1.072,1 Mio €). Davon werden voraussichtlich 78 % (2020: 87 %) im
folgenden Geschäftsjahr als Umsatz realisiert.
94
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
D22. UMSATZKOSTEN
in T€ 2020 2021
Sonstige Erträge –224 –2.887
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 31.370 17.871
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 587.460 547.768
Personalaufwendungen 171.399 171.466
Abschreibungen 11.934 13.690
Übrige sonstige Aufwendungen 62.027 70.738
863.967 818.646
Die Materialaufwendungen betreffen neben den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen im Wesentlichen Fahrgestelle,
metallische Komponenten für den Aufbau, Kunststoff- und Elektronikteile sowie Ausrüstungsgegenstände und
Zukaufteile.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen Leasingaufwendungen für Leasingperso-
nal im betrieblichen Bereich, Energie- und Entsorgungskosten.
D23. ENTWICKLUNG UND PRODUKTMANAGEMENT
in T€ 2020 2021
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 10 229
Aktivierte Entwicklungskosten –6.551 –8.911
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen –4.926 –4.898
Personalaufwendungen 18.526 19.146
Abschreibungen 3.463 3.769
Übrige sonstige Aufwendungen 5.233 6.045
15.754 15.381
D24. VERTRIEBSKOSTEN
in T€ 2020 2021
Sonstige Erträge –71 –229
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen 2 32
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 3.771 4.627
Personalaufwendungen 29.208 32.752
Abschreibungen 1.544 1.809
Übrige sonstige Aufwendungen 26.681 23.694
61.135 62.685
Der Posten übrige Aufwendungen beinhaltet überwiegend Aufwendungen für Veranstaltungen, Reisekosten sowie
Kosten der Marketing- und Vertriebsabteilung.
9595
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D25. VERWALTUNGSKOSTEN
in T€ 2020 2021
Sonstige Erträge 128 –29
Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen –3 17
Materialaufwendungen und Aufwendungen für bezogene Leistungen 6.480 6.231
Personalaufwendungen 31.909 32.223
Abschreibungen 10.030 9.442
Übrige sonstige Aufwendungen 1.862 3.167
50.408 51.051
Der Posten übrige Aufwendungen beinhaltet überwiegend Instandhaltungen, Rechts,- Prüfungs- und Beratungs-
kosten, fremde Dienstleistungen, sowie Mieten und Pachten. Der Aufwand aus Leasingverhältnissen von Vermö-
genswerte von geringem Wert beträgt 626 t€ (2020: 479 t€), ferner beträgt der Aufwand aus kurzfristigen
Leasingverhältnissen ohne Vermögenswerte von geringem Wert 202 t€ (2020: 545 t€).
Honorar des Wirtschaftsprüfers
Im Verwaltungsaufwand sind folgende Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, der KPMG
Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, enthalten:
in T€ 2020 2021
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 103 110
Andere Bestätigungsleistungen 0 18
Sonstige Dienstleitungen 0 35
103 163
D26. SONSTIGE ERTRÄGE
in T€ 2020 2021
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten 257 612
Staatliche Zuschüsse 961 940
Erträge aus Mieten und Versicherungen 1.006 408
Auflösung von Rückstellungen 628 1.267
Kursgewinne 565 2.071
Übrige Erträge 3.086 3.718
6.502 9.016
Die staatlichen Zuschüsse betreffen vor allem Zuschüsse zu Beschäftigungsprogrammen wie Alterteilzeit,
Lehrlingsprämien und COVID-19 Zuschüsse.
In den übrigen Erträgen sind insbesondere Lizenzeinnahmen, Kantinen, Bewirtungen und Schadenersatzleistun-
gen enthalten.
96
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
D27. SONSTIGER AUFWAND
in T€ 2020 2021
Verlust aus Anlagenabgängen 662 255
Kursverluste 1.022 1.083
Sonstige Aufwendungen 25 –1
1.708 1.337
D28. PERSONALAUFWAND UND ANGABEN ÜBER ARBEITNEHMER
in T€ 2020 2021
Löhne 98.967 97.743
Gehälter 103.114 111.760
Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 1.255 1.010
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne Mitarbeitervorsorgekasse 6.622 7.077
Aufwendungen für gesetzlich und freiwillige Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
41.085
37.999
251.043 255.588
Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer
2020 2021
Arbeiter 2.314 2.306
Angestellte 1.464 1.595
Lehrlinge 142 140
3.920 4.041
In den Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne sind Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbei-
tervorsorgekassen in Höhe von 1.166 t€ (2020: 1.056 t€) enthalten.
D29. ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN
In den Abschreibungen in Höhe von 28.802 t€ (Vorjahr: 26.971 t€) resultieren 6.075 t€ (Vorjahr: 6.043 t€) aus
der Abschreibung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
D30. FINANZERTRÄGE
in T€ 2020 2021
Wertpapiererträge 0 2
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 738 614
davon aus Kursgewinnen 407 406
738 616
9797
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D31. FINANZIERUNGSAUFWENDUNGEN
in T€ 2020 2021
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 6.365 5.957
davon aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 977 924
davon aus Kursverlusten 506 39
Zinsen auf langfristige Personalrückstellungen 207 199
6.572 6.156
Der Zinsaufwand der langfristigen Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Personalaufwand ausgewiesen.
D32. ERTRAGSTEUERN
in T€ 2020 2021
Aufwand für laufende Ertragsteuern 11.477 10.821
davon aus Vorjahren 276 2.214
Veränderung latenter Ertragsteuern
–1.171
–5.167
davon aufgrund von Steuersatzänderungen
59
43
10.306 5.655
Im Geschäftsjahr 2021 wurden 1.169 t€ (2020: -3.372 t€) aus der Veränderung von latenten Steuern direkt im
sonstigen Ergebnis erfasst.
Es besteht im RBI-Konzern eine Steuergruppe nach österreichischem Steuerrecht. Die Gruppenmutter ist die
Rosenbauer International AG, Gruppenmitglieder sind die österreichischen Gesellschaften Rosenbauer Öster-
reich GmbH, die Rosenbauer Brandschutz GmbH, die APAC-Holding GmbH und Rosenbauer E-Technology
Development GmbH. Der Ausgleich erfolgt über eine Umlagevereinbarung, in der positive steuerliche Ergebnisse
zu 25 % verrechnet werden, eine negative Steuerumlage wird zum Zwecke der zukünftigen Verrechnung evident
gehalten. Der Ertragssteuerertrag beträgt für alle Gruppenmitglieder 4.218 t€ (2020: Ertragssteueraufwand
2.739 t€).
Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem sich rechnerisch ergebenden Ertragsteueraufwand und dem
effektiven Steueraufwand im Konzern werden in nachstehender Tabelle dargestellt.
in T€ 2020 2021
Gewinn vor Ertragsteuern 51.281 28.871
davon 25 % (2020: 25 %) rechnerischer Ertragsteueraufwand 12.820 7.218
Steuerentlastung Personengesellschaften
1
–2.234 –1.475
Effekt unterschiedlicher Steuersätze –694 –1.575
Permanente Differenzen –1 –177
Nichtaktivierung von Verlustvorträgen 104 0
Steuern aus Vorjahren 276 2.214
Sonstige 34 –550
Effektiver Steuerertrag (-) / -aufwand (+) 10.306 5.655
1
Steuern, die auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss entfallen
In den Steuern aus Vorjahren sind 3.388 t€ Aufwand aus einer Steuerfahndungsprüfung enthalten. Zu Details
wird auf Punkt C15. verwiesen. Aus Dividendenansprüchen der Anteilseigner resultieren in den Jahren 2021 und
2020 keine steuerlichen Konsequenzen für den Konzern.
98
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
D33. KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode. Der Finanzmittelfonds
umfasst ausschließlich den Kassenbestand und die Bankguthaben. Die Zinsein- und Zinsauszahlungen werden
der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Dividendenzahlungen werden als Teil der Finanzierungstätigkeit
ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2021 gab es nicht zahlungswirksame Zugänge zu immateriellen Vermögens-
werten und Sachanlagen in Höhe von 2.079 t€ (2020: 28 t€). Die nicht zahlungswirksamen Zugänge zu Nut-
zungsrechten betrugen im Jahr 2021 8.313 t€ (2020: 1.120 t€).
Die Überleitung der zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Verbindlichkeiten aus
Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:
in T€ 31.12.2021 Cashflow
Wechsel-
kursdiffe-
renzen Aufzinsung
Unbare
Veränderung 31.12.2020
Kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 72.505 15.564 539 0 0 56.401
Langfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 161.082 –59.241 604 0 0 219.719
Leasingverbindlichkeiten 36.115 –6.012 814 924 7.390 32.999
Verbindlichkeiten aus
kündbaren nicht
beherrschenden Anteilen 67.574 –5.287 0 0 17.491 55.370
Verbindlichkeiten aus dem
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss 0 –781 29 0 0 753
Gesamte Verbindlichkeiten
aus Finanzierungstätigkeiten 337.276 –55.757 1.986 924 24.881 365.242
in T€ 31.12.2020 Cashflow
Wechsel-
kursdiffe-
renzen Aufzinsung
Unbare
Veränderung 31.12.2019
Kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 56.401 –75.459 –9.323 0 0 141.183
Langfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 219.719 6.171 –1.401 0 0 214.948
Leasingverbindlichkeiten 32.999 –6.108 143 977 0 37.986
Verbindlichkeiten aus
kündbaren nicht
beherrschenden Anteilen 55.370 –4.958 0 0 7.038 53.290
Verbindlichkeiten aus dem
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss 753 –280 –42 0 0 1.075
Gesamte Verbindlichkeiten
aus Finanzierungstätigkeiten 365.242 –80.633 –10.622 977 7.038 448.482
Nähere Details zu Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss sind Punkt B1.
zu entnehmen.
Die gesamten Auszahlungen aus Leasingverhältnissen, die nach IFRS 16 bilanziert wurden, betragen im
Geschäftsjahr 6.012 t€ (2020: 5.723 t€).
9999
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D34. AUSWIRKUNGEN DER COVID-19-KRISE AUF DIE VERMÖGENS-, FINANZ- UND
ERTRAGSLAGE DES KONZERNS
Als Spätzykliker hat Rosenbauer die COVID-19-Krise verspätet getroffen. Die negativen Effekte betrafen im Jahr
2021 insbesondere die Störung der Lieferketten und die Unterauslastung der Werke durch Verzögerungen bei den
Auslieferungen. Durch die Umsatzverschiebungen und die auftretenden Produktionsstörungen blieb die Betriebs-
leistung und die Ertragssituation unter den Erwartungen. Durch die Anpassungen des Produktionsprogrammes,
durch die Nutzung von Kurzarbeit und anderen arbeitsplatzsicherenden Maßnahmen und nicht zuletzt das aktive
Working-Capital-Management konnte das Management die negativen Effekte auf die Stakeholder, insbesondere
die Kunden, die Eigentümer und Mitarbeiter so gering wie möglich halten. E
s konnte aber nicht verhindert werden,
dass es zu verspäteter Umsatzrealisierung, vor allem wegen fehlender Materialien gekommen ist. Insbesondere die
Teileversorgung gestaltete sich im Jahr 2021 als schwierig und führte zu Ineffizienzen in der Produktionssteuerung.
Eine Entspannung ist aktuell, vor allem vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges, nicht in Sicht.
Erfreulich ist aber, dass die Auftragseingänge im Jahr 2021 auf einem zufriendenstellenden Niveau waren, die
Nachfrage hat unter den anhaltenden Krisen bisher nicht gelitten. Der Ergebnisdruck hat aber durch steigende
Materialpreise zugenommen, da die notwendigen Preiserhöhungen auf Grund der Konkurrenzsituation nicht
einfach umzusetzen sind.
Es wird allerdings von einer zumindest mittelfristigen Erholung des Geschäftsmodells ausgegangen und
insbesondere kann Rosenbauer durch die fortschrittliche Technik für die Zukunft gut gerüstet.
Daher ist es nicht erforderlich außerplanmäßige Abschreibungen, Wertberichtigungen oder Rückstellungen im
Jahresabschluss aus Gründen der COVID-19 Krise und der Ukraine-Krise zu bilden bzw. sind alle Sicherungsbe-
ziehungen effektiv geblieben.
Um die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abfedern zu können,
waren die von den Regierungen aufgelegten Hilfsprogramme hilfreich. Insbesondere die Möglichkeit der
Kurzarbeit und anderer arbeitsplatzsichernder Maßnahmen konnten wesentliche kurzfristige wie auch langfris-
tige negative Effekte durch die Vermeidung von auftragsbezogenen Kündigungen verhindern.
Beihilfen ergebniswirksam in T€ 2020 2021
Sonstige Erträge 267 58
Löhne 3.252 8.973
Gehälter 1.950 951
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom
Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 178 0
Verwaltungsaufwand 8 0
Gesamt 5.655 9.982
Die wesentlichen ertragswirksamen Zuschüsse wurden im Rahmen von arbeitsplatzsichernden Maßnahmen
ausbezahlt. Die sonstigen Erträge betreffen diverse Hilfsprogramme zur Abdeckung von unterschiedlichen
Kosten, insbesondere Fixkosten.
Beihilfen nicht ergebniswirksam in T€ 2020 2021
Finanzverbindlichkeiten 8.420 0
Sachanlagevermögen 0 –679
Sonstige Verbindlichkeiten 91 0
Gesamt 8.511 –679
100
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Bei den zahlungswirksamen, aber nicht ergebniswirksamen Finanzverbindlichkeiten handelte es sich um
staatliche zinsbegünstigte Liquiditätshilfen, welche im Jahr 2020 ausbezahlt und im Jahr 2021 erlassen wurden
und als Reduktion der Lohnkosten verbucht wurden. Die sonstigen Verbindlichkeiten des Vorjahres und die
Reduktion des Sachanlagevermögens betreffen Förderungen in Zusammenhang mit Investitionen.
Darüber hinaus wurden umfassende kostensenkende und liquiditätssichernde Maßnahmen getroffen, darunter
die Aufnahmen von zusätzlichen Linien, verstärktes Working-Capital-Management, ein vorübergehender
Aufnahmestopp und Urlaubs- und Zeitausgleichsabbauprogramme. Steuerliche Begleitmaßnahmen wurden
genutzt und so zinsfreie Steuerstundungen bzw. die Verschiebung von Steuerfälligkeiten in Anspruch genommen.
Die Maßnahmen und Hilfsprogramme haben jedoch nicht ausgereicht, um die negativen Effekte der Pandemie
vollständig auszugleichen. Dennoch war die Ertrags- und Liquiditätssituation trotz der herausfordernden Zeiten
stets stabil und unbedenklich, was die Stärke des Geschäftsmodells von Rosenbauer unterstreicht.
D35. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Gemäß IFRS 8 („Geschäftssegmente“) sind die Segmentabgrenzung und die offenzulegenden Segmentinforma-
tionen an der internen Steuerung und Berichterstattung auszurichten. Daraus ergibt sich eine Darstellung, die
gemäß dem Management-Approach der internen Berichterstattung entspricht. Die Steuerung des Konzerns
erfolgt von den Hauptentscheidungsträgern nach Absatzmärkten. Im internen Reporting kommt der Entwicklung
der Marktsegmente besondere Bedeutung zu. Die Segmentierung basiert auf der Aufteilung der von den
Hauptentscheidungsträgern festgelegten Absatzregionen („Areas“). Zusätzlich zu den nach Absatzmärkten
gesteuerten Segmenten („Areas“) wird das Segment PFP („Preventive Fire Protection“) in der internen Bericht-
erstattung als weiteres Segment dargestellt.
Die folgenden berichtspflichtigen Segmente wurden entsprechend dem internen Managementinformations-
system festgelegt:
Area CEEU (Central und Eastern Europe), Area NISA (Northern Europe, Iberia, South America und Africa), Area
MENA (Middle East und North Africa), Area APAC (Asia-Pacific, Australia, China), Area NOMA (North und Middle
America), PFP („Preventive Fire Protection”).
Das EBIT der Areas wird von den Hauptentscheidungsträgern getrennt überwacht, um Entscheidungen über die
Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der
Segmente wird anhand des EBIT in Übereinstimmung mit dem EBIT im Konzernabschluss bewertet. Die Ertrag-
steuern werden jedoch konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.
Die Segmentberichterstattung bezieht sich auf Umsätze und Ergebnisse, die von den einzelnen Areas sowohl am
jeweiligen Absatzmarkt als auch im Export erwirtschaftet werden.
Die zahlenmäßige Darstellung der Segmente kann den Tabellen „Geschäftssegmente“, „Angaben zu Geschäfts-
bereichen“ und „Informationen über geografische Gebiete“ für die Jahre 2020 und 2021 entnommen werden.
101101
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
D36. KAPITALMANAGEMENT
Als Basis für das Kapitalmanagement wird im Rosenbauer Konzern das von Eigen- und Fremdkapitalgebern zur
Verfügung gestellte Kapital gesehen.
Die Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet, die strategische und operative Entwicklung des Unternehmens zu
unterstützen und zu fördern. Dabei soll ein Gleichgewicht zwischen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit
hergestellt werden. Es gilt, die finanzielle und strategische Flexibilität zu bewahren, indem jederzeit Zugang zu
Kapital und vorteilhaften Finanzierungskonditionen gewährleistet wird. Durch eine ausreichende Finanzkraft
sollen sowohl das operative Geschäft als auch Investitionsvorhaben ermöglicht werden. Die Interessen von
Aktionären und Fremdkapitalgebern werden in Form einer attraktiven Dividendenpolitik, einer stabilen Unterneh-
mensbonität sowie Zuverlässigkeit und Kontinuität von Ergebnissen und Unternehmensaussagen berücksichtigt.
Die Finanzstrategie ist Bestandteil unseres Geschäftsverständnisses und Handelns und Grundlage aller wesent-
lichen Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Als wesentliche Finanzkennzahlen für das Kapitalmanagement sind die Nettoverschuldung zu EBITDA und die
Eigenkapitalquote anzusehen. Das EBITDA (Earnings before interest and taxes, depreciation and amortization)
besteht aus dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermö-
gensgegenstände. Die Nettoverschuldung setzt sich aus den verzinslichen Verbindlichkeiten und den Leasing-
verbindlichkeiten abzüglich Kassenbestand, kurzfristige Finanzmitel und Wertpapiere zusammen. Die Netto-
verschuldung beträgt daher 203.597 t€ (2020: 289.345 t€). Das EBITDA beträgt im Jahr 2021 63.735 t€
(2020: 84.672 t€ ). Die Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt daher 3,2 (2020: 3,4).
Da bei den Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteile die unternehmerischen Chancen
und Risiken, sowie der Dividendenanspruch beim Minderheitsanteilseigner verbleibt, wird die Verbindlichkeit
wirtschaftlich weiterhin als Minderheitsanteil und nicht als verzinsliche Kaufpreisverbindlichkeit angesehen.
Bei Ausübung der Put-Optionen können die Kaufpreise einfach und kostengünstig finanziert werden, für den in
Verhandlung befindlichen Teil stehen bereits Linien zur Verfügung.
Zur Optimierung der Eigenkapitalquote dient darüber hinaus das Bilanzsummenmanagement, das mit einer
kontinuierlichen Überwachung der Produktionsbestände und Lieferforderungen eine Optimierung des gebunde-
nen Umlaufvermögens sicherstellt. Die Eigenkapitalquote wird als Prozentsatz von Eigenkapital zu Bilanzsumme
berechnet und betrug zum Stichtag 31.12.2021 25,2 % (31.12.2020: 24,9 %).
D37. RISIKOMANAGEMENT
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Die jährlich
durch geführte Evaluierung der Konzerngesellschaften ergab, abseits der globalen Krisen (D29.) und der
offenbarten Steuerfahndungsprüfung (C15.), keine maßgeblich neuen oder bisher unerfassten Risiken. Es
bestehen auf Grundlage der heute bekannten Informationen keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken. Der
Rosenbauer Konzern agiert global und ist daher zwangs läufig Preis-, Zins- und Wechselkursschwankungen
ausgesetzt. Es ist Unternehmenspolitik, unter genauer Beobachtung der vorhandenen Risikopositionen und der
Marktentwicklung die vorhandenen Risiken so weit wie möglich intern auszugleichen sowie Nettopositionen
ergebnisoptimal zu steuern und, wo sinnvoll, abzusichern. Zielsetzung der Absicherung des Währungsrisikos ist
die Schaffung einer abgesicherten Kalkulationsbasis für die Auftragsfertigung.
Einen wichtigen Bereich bei der Absicherung der Risiken stellen die Finanzinstrumente dar. Finanzinstrumente
sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem
anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen.
Gemäß IFRS 7 gehören dazu einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen und Finanzschulden. Andererseits gehören dazu auch
die derivativen Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen
102
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
von Wechselkursen und Zinssätzen eingesetzt werden. Im Folgenden wird sowohl über originäre als auch
derivative Finanzinstrumente berichtet.
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt am
Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Veranlagungen, kurzfristigen Forderungen und Verbindlich-
keiten entspricht aufgrund der täglichen bzw. kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert. Die Wert-
papiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert von 655 t€ (2020: 760 t€) bewertet. Der Marktwert wird
durch den Börsenkurs am Bilanzstichtag ermittelt.
a) Klima- und Umweltrisiken
Die Bedeutung des Klimawandels nimmt auch in der Feuerwehrbranche stetig zu und so setzt sich die Rosen-
bauer Gruppe seit vielen Jahren mit dem Thema auseinander um rechtzeitig, solide und wirksam auf diese
Risiken reagieren zu können.
Das derzeit unmittelbarste Risiko besteht aus dem Übergangsrisiko, das durch den Anpassungsprozess hin zu
einer kohlenstoffärmeren und ökologisch nachhaltigeren Wirtschaft entsteht. Rosenbauer hat vor etwa 7 Jahren
auf diesen Anpassungsprozess reagiert und mit der Entwicklung des ersten hybriden Feuerwehrfahrzeuges
begonnen und hat dieses 2020 in der Öffentlichkeit präsentiert. Das Fahrzeug wird am Markt sehr positiv
aufgenommen und derzeit in die Serienproduktion überführt. Dieses neuartige Fahrzeug wird aber wohl nur der
Beginn einer umfassenden Anpassung der Produktpalette an die neuen Anforderungen sein und es ist daher mit
weiteren hohen Forschungs- und Entwicklungskosten zu rechnen. Zum Bilanzstichtag waren 14.043 t€ (2020:
8.705 t€) Entwicklungskosten aktiviert, die direkt im Zusammenhang mit dieser Transformation der Produktpa-
lette stehen und die Entwicklungskosten werden auch weiter steigen. Das Risiko besteht in der Realisierung der
Entwicklungskosten am Markt, da durch diese Entwicklungskosten auch die Herstellungskosten der Produkte
steigen. Bisher ist die Akzeptanz für einen höheren Preis am Markt gegeben, aber insbesondere auch weil die
bisher entwickelten Produkte eine deutliche Effizienz- und Komfortsteigerung für die Feuerwehren bieten. Es
verbleibt aber in Zukunft jedenfalls durch die höheren Kosten ein höheres Risiko von Fehlentwicklungen und von
Abschreibungen von Entwicklungskosten.
Abgesehen von den Entwicklungskosten ist auch mit steigenden Kosten aus Energie- und Materialeinkäufen zu
rechnen, zum Beispiel durch die CO
²
-Bepreisung oder nachhaltige Produktionsprozesse. Hier besteht das Risiko,
dass sich diese Regelungen auf den unterschiedlichen Märkten nicht symmetrisch entwickeln und so der
Mitbewerb in weniger regulierten Märkten einen Kostenvorteil erzielen könnte.
Aus dem physischen Risiko des Klimawandels, also den Auswirkungen von physischen Ereignissen wie Dürren,
Überschwemmungen, Stürmen, etc. resultieren vielfältige Konsequenzen für Rosenbauer. Einerseits ist man
natürlich einem erhöhten Risiko an den Standorten ausgesetzt (wie zum Beispiel Wasserknappheit, Wetterext-
reme, Hitze, etc.), bzw. können Lieferketten von solchen Ereignissen negativ betroffen sein. Andererseits bietet
Rosenbauer die Produkte und Technologien diesem Risiko zu begegnen und kann hier viel zur Abschwächung
dieser Effekte beitragen. Dabei geht es nicht nur um die zur Verfügungstellung von erstklassigem Gerät für
Katastropheneinsätze, wie Waldbrände, Hochwässer oder Stürme, sondern um die Vermeidung solcher Extrem-
situationen. Für Rosenbauer steht Prävention vor Deeskalation. Dabei ist die Früherkennung ein wesentlicher
Faktor, hier wird das Produktportfolio erweitert und in Softwarelösungen investiert. Hier besteht ein finanzielles
Risiko, dass diese Kosten nicht am Markt realisiert werden können.
Aus den Klima- und Umweltrisiken sind derzeit keine Auswirkungen auf die Bewertung von Vermögenswerten
und Schulden ersichtlich.
b) Kreditrisiko
Das Risiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann aufgrund der Kundenstruktur bzw. der
Absicherungspolitik von Kreditrisiken als durchwegs gering eingeschätzt werden. Zudem werden alle Kunden,
103103
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Auch
werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko
ausgesetzt ist. Das maximale Bonitäts- und damit Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten.
Die nachstehende Tabelle beschreibt das Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns:
31.12.2021
in T€
12m ECL
oder
Liftetime
ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Wertpapiere n/a 655 0 655
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 14.720 0 14.720
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 132.930 –2.932 129.998
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 12.687 –2.594 10.093
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 120.243 –338 119.905
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 65.450 0 65.450
213.755 –2.932 210.823
31.12.2020
in T€
12m ECL
oder
Liftetime
ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Wertpapiere n/a 760 0 760
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 22.733 0 22.733
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 190.322 –2.267 188.055
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 1.918 –1.490 429
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 188.404 –777 187.627
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 19.015 0 19.015
232.830 –2.267 230.564
Innerhalb der EU bestehen Forderungen größtenteils gegenüber kommunalen Rechtsträgern. Handelt es sich um
privatwirtschaftliche Abnehmer minderer oder unbekannter Bonität, werden diese Forderungen über den
privaten Versicherungsmarkt abgesichert.
Forderungen gegenüber Kunden außerhalb der EU mit geringer Bonität – selbst bei staatlichen Abnehmern –
werden mittels Dokumentenakkreditiven oder Bankgarantien besichert. Gegebenenfalls werden alternativ, aber
auch kumulativ, Versicherungen bei einer der staatlichen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. In
Österreich erfolgt dies bei der Österreichischen Kontrollbank AG.
104
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Die nachstehende Übersicht zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition bei
den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2021 / in T€
nicht überfäl-
lig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
mehr als 180
Tage
überfällig
Mit Bonitäts-
beeinträch
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 56.672 40.808 7.463 15.301 12.687
Erwarteter Kreditverlust 38 51 53 196 2.594
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2020 / in T€
nicht überfäl-
lig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
mehr als 180
Tage
überfällig
Mit Bonitäts-
beeinträch
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 68.054 80.163 13.652 26.535 1.918
Erwarteter Kreditverlust 89 125 122 442 1.490
c) Marktrisiko
Inflationsrisiko
In den letzten Jahrzehnten der Niedrigzinspolitik und einer drohenden Deflation waren auch die Materialpreise
und Lohnkosten gut vorhersehbar und dadurch auch im Projektgeschäft gut kalkulierbar. Ein Inflationsrisiko war
daher nur von untergeordneter Bedeutung. Diese Situation hat sich gegen Ende des Jahres 2021 aber deutlich
verändert. Durch die Störungen der Lieferketten kam es zu einem deutlichen Anziehen der Materialpreise und im
Jahr 2022 kamen auch noch, bedingt durch den Ukraine-Krieg, volatile und massiv steigende Energiepreise
hinzu.
Da die Dauer von einer verbindlichen Angebotsabgabe bis zur tatsächlichen Auslieferung mehrere Monate bis
über ein Jahr betragen, besteht das Risiko, dass die tatsächliche Preissteigerung die geplante Preissteigerung
übersteigt. Rosenbauer reagiert auf diese Risiken durch eine Vielzahl an Maßnahmen.
Einkaufsseitig werden die Chassis nur auf den konkreten Vertrag mit Fixpreisen bestellt, dadurch kann das
Preisrisiko für Chassis ausgeschlossen werden. Bei anderen Materialien wird versucht über Rahmenvereinbarun-
gen und durch die Abstimmung der Bestellzeitpunkte auf das Produktionsprogramm, eine möglichst hohe
Preissicherheit zu erzielen. Ein aktives Lieferantenmanagement und auch eine kurzfristige Anpassung der
Lieferpläne können das Preisrisiko reduzieren. Darüber hinaus werden die Preislisten in kurzen Intervallen
überprüft und bei einer absehbaren, weiteren Steigerung der Preise werden diese kurzfristig erhöht. Während
des Jahres 2021 wurden drei mal die Preise erhöht um die negativen Effekte auf die Rosenbauer Gruppe zu
reduzieren.
Während zum Bilanzstichtag 31.12.2021 die erhöhten Materialpreise im Auftragsstand Deckung fanden und
daher keine wesentlichen Drohverlustrückstellungen erforderlich waren, schlagen sich die erhöhten Preise in
einer niedrigeren Ergebniserwartung zumindest für das Jahr 2022 nieder. Das Risiko, dass es bei einer anhaltend
hohen Inflation und steigenden Preisen auf den Beschaffungsmärkten zu nicht auskömmlichen Preisen kommen
kann, bleibt aber trotz der zahlreichen Maßnahmen bestehen.
105105
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Zinsänderungsrisiko
Zins- bzw. Zinsänderungsrisiken liegen vor allem bei Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor.
Bei den Vermögenswerten besteht ein Zinsänderungsrisiko lediglich bei den in den Finanzanlagen enthaltenen
Wertpapieren. Die Wertpapiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert bewertet. Durch regelmäßige
Beobachtung der Zinsentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wertpapierbestände sind
die Reduktion des Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das
operative Geschäft. Länger andauernde negative Marktpreisänderungen können jedoch die Ertragslage
verschlechtern. Eine Zinsänderung um +/- 1% hätte bei dem zum Stichtag vorhandenen Kreditportfolio zu
einem um 1.159 t€ (2020: 992 t€) geringeren beziehungsweise um 908 t€ (2020: 938 t€) höheren Ergebnis und
Eigenkapital geführt. Die Sensivtät auf kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken ist vernachlässigbar.
Weltweit wird eine grundlegende Reform der wichtigsten Referenzzinssätze vorgenommen, einschließlich des
Ersatzes einiger „Interbank Offered Rates“ (IBORs) durch alternative, nahezu risikofreie Zinssätze (als „IBOR-Re-
form“ bezeichnet). Finanzinstrumente des Konzerns sind IBORs ausgesetzt, die im Rahmen dieser marktweiten
Initiativen ersetzt oder reformiert werden. Rosenbauer hat in den US-Dollar Verträgen bereits auf Secured
Overnight Financing Rate (SOFR) umgestellt. Der EURIBOR wird bis auf weiteres als Referenzzinssatz angewen-
det. Die Effekte daraus können als unwesentlich betrachtet werden.
Währungsänderungsrisiko
Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstru-
ments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Der Konzern ist vor allem im
Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine ausländi-
sche Währung lauten) Wechselkursrisiken ausgesetzt. Zur Steuerung seines Währungsrisikos sichert der Konzern
in Bezug auf erwartete Verkäufe und Käufe alle Transaktionen ab, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf
Monate erwartet wird. Wenn zum Zwecke der Absicherung ein Derivatgeschäft geschlossen wird, handelt der
Konzern die Vertragsbedingungen so aus, dass das derivative Finanzinstrument dem abzusichernden Risiko
entspricht. Bei der Absicherung erwarteter Transaktionen deckt das derivative Finanzinstrument den Risiko-
zeitraum ab dem Zeitpunkt ab, zu dem Cashflows aus den Transaktionen prognostiziert sind, bis zum Zeitpunkt
der Begleichung der entsprechenden auf die Fremdwährung lautenden Verbindlichkeit oder Forderung. Von dem
erwarteten Fremdwährungsexposure des nächsten Geschäftsjahres wird ein Großteilmittels Devisentermin-
geschäften abgesichert.
Bei Wertpapieren des langfristigen Vermögens erfolgt die Veranlagung nahezu ausschließlich im eigenen
Währungsraum der veranlagenden Konzerngesellschaften, weshalb hier kein Währungsrisiko besteht.
Währungsrisiken im Vermögen bestehen im Wesentlichen in US-Dollar sowie in VAE-Dirham, resultierend aus
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an internationale Kunden, aus bereits kontrahierten Verträgen
sowie künftigen Transaktionen. In vielen Märkten wird in Euro fakturiert. In den Schulden bestehen mit
Ausnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen keine nennenswerten Währungsrisiken, da
die laufende Finanzierung des operativen Geschäftes durch die Konzerngesellschaften in der jeweils lokalen
Währung erfolgt. Eventuelle Währungsrisiken aus kurzfristigen Spitzen werden selbst getragen. Neben der
Absicherung durch derivative Finanzinstrumente ergibt sich eine Absicherung durch natürlich geschlossene
Positionen, bei denen zum Beispiel US-Dollar-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen US-Dollar-
Forderungen gegenüberstehen.
106
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der
Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden und der erfolgswirk-
samen Devisenterminkontrakte) und des Eigenkapitals des Konzerns (aufgrund der Änderungen von beizulegen-
den Zeitwerten der als Sicherungsinstrumente designierten Devisenterminkontrakte) gegenüber einer nach
vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung der für den Konzern hauptsächlich
relevanten Währungen. Alle anderen Variablen bleiben konstant.
Kurs-
entwicklung
Auswirkung auf das
Ergebnis vor Steuern
Auswirkung auf das
Eigenkapital
in T€ 2020 2021 2020 2021
USD
+10 % 3.371 2.589 –5.512 –6.469
-10 % –3.609 –2.871 4.688 5.730
SGD
+10 % 7 –8 –248 169
-10 % –7 8 248 –169
CHF
+10 % –1 –1 –202 –283
-10 % 1 1 202 283
SAR
+10 % 5 280 –522 219
-10 % –383 –412 413 –264
AED
+10 % 17 331 63 –36
-10 % –72 –358 –73 8
GBP
+10 % –70 –150 –157 5
-10 % 54 118 124 –8
RUB
+10 % –66 –50 195 157
-10 % 66 50 –195 –157
Derivative Finanzinstrumente (Sicherungsintrumente)
Es bestehen keine derivative Finanzinstrumente ohne Sicherungsbeziehung. Zur Absicherung gegen Währungsri-
siken werden derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte eingesetzt. Diese werden zum Zeitpunkt
des Vertragsabschlusses zunächst mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt und nachfolgend mit ihren
beizulegenden Zeitwerten neu bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden gemäß IAS 32 nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausge-
wiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizu-
führen. Im Jahr 2021 wurden, wie im Vorjahr, keine Saldierungen vorgenommen.
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 0 212
Summe 0 212
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 1.149
Summe 0 1.149
107107
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
31.12.2020
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 0 2.910
Summe 0 2.910
31.12.2020
in T€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 0
Summe 0 0
Nominalwert Fair Value
in T€ 2021 2021
Devisentermingeschäfte 32.243 –937
Nominalwert Fair Value
in T€ 2020 2020
Devisentermingeschäfte 40.504 2.910
Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument wird durch Gegen-
überstellung der wertbestimmenden Risikofaktoren bestimmt. Bei einer vollständigen oder einer annähernden
Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Risikofaktoren von Grundgeschäft und Sicherungs-
instrument wird der Nachweis des wirtschaftlichen Zusammenhangs anhand der Critical Terms Match Methode
erbracht. In allen anderen Fällen werden je nach Ausmaß der wertbestimmenden Risikofaktoren entweder Sensi-
tivitätsanalysen oder Ausprägungen der Dollar-Offset-Methoden verwendet, um den wirtschaftlichen Zusammen-
hang nachzuweisen.
Aus Abweichungen der wertbestimmenden Risikofaktoren zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument
entstehen Quellen für Ineffektivität. Bei der Absicherung von Fremdwährungsrisiken stellen Terminkursabwei-
chungen zwischen dem hypothetischen Derivat als Stellvertreter des Grundgeschäfts und dem Sicherungsinstru-
ment (Devisentermingeschäft) eine solche Ineffektivitätsquelle dar. Zusätzlich können sich aus unerwarteten
zeitlichen Verschiebungen bei den geplanten Zahlungsströmen des Grundgeschäfts Ineffektivitäten ergeben.
Darüber hinaus gibt es keine Quellen für Ineffektivität.
Da die Basiswerte von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument stets übereinstimmen, beträgt die bilanzielle
Sicherungsquote (hedge ratio) stets 1:1, sprich die designierte Menge oder das designierte Volumen des
Sicherungsinstruments entspricht der designierten Menge oder dem designierten Volumen des Grundgeschäfts.
Anpassungen der bilanziellen Sicherungsquote werden vorgenommen, wenn die Sicherungsquote ein Ungleich-
gewicht aufweist, aus der Ineffektivität resultieren würde, die in einer mit dem Zweck des Hedge Accounting
unvereinbaren Bilanzierungsfolge resultieren kann.
108
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 145 37 182
Summe 145 37 182
31.12.2021
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate (Sonstige Verbindlichkeiten) 47 1.704 1.751
Summe 47 1.704 1.751
31.12.2020
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positiven beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 13 4.206 4.219
Summe 13 4.206 4.219
31.12.2020
in T€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge Derivate (Sonstige Verbindlichkeiten) 42 492 534
Summe 42 492 534
109109
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
2021
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominal-
werte in T€
Fair Value
in T€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 30.03.2023 1,1827 35.235 –1.453
ZAR Verkauf 31.01.2022 19,6655 127 –10
AED Verkauf 30.06.2022 4,4557 1.302 –90
GBP Verkauf 03.02.2022 0,8854 124 –7
SEK Verkauf 24.11.2023 10,0376 23.873 190
SEK Kauf 28.02.2022 10,0720 546 –10
CAD Verkauf 07.06.2023 1,2645 14.480 22
CAD Kauf 11.03.2022 1,2892 253 5
NZD Verkauf 01.09.2022 1,6997 1.909 –28
AUD Verkauf 25.07.2022 1,5920 1.726 –30
RON Verkauf 27.01.2022 4,9860 6.318 –33
SAR Verkauf 31.01.2022 4,5038 2.098 –126
Summe 87.989 –1.569
2020
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominal-
werte in T€
Fair Value
in T€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 30.12.2021 1,1375 44.283 3.760
USD Kauf 07.01.2021 1,2267 2.592 1
ZAR Verkauf 31.03.2021 18,5698 194 –5
AED Verkauf 31.03.2022 4,3275 495 24
HKD Verkauf 29.01.2021 9,2704 669 18
GBP Verkauf 31.03.2021 0,8766 1.643 37
SEK Verkauf 28.02.2022 10,7700 511 –33
CAD Verkauf 31.05.2022 1,3263 11.833 –422
CAD Kauf 14.04.2021 1,3181 1.110 32
QAR Verkauf 24.06.2021 4,5020 1.377 –11
AUD Verkauf 16.12.2021 1,6515 1.679 –59
PLN Verkauf 30.06.2021 4,4760 9.976 187
SAR Verkauf 17.02.2021 4,4747 5.518 155
Summe 81.878 3.685
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
2021
Risiko in T€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko 1.651,0 –1.268,0
Zukünftige Verkaufstransaktion 1.651,0 –1.268,0
2020
Risiko in T€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko –3.940 2.745
Zukünftige Verkaufstransaktion –3.940 2.745
110
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Hedgingrücklage 2021 in T€
Währungs-
derivate
Effektive Wertänderung direkt im sonstigen Ergebnis (OCI) –1.651,0
Umgliederung aus dem OCI in die Gewinn- und Verlustrechnung –3.731,7
Davon in die Umsatzerlöse umgegliedert 3.731,7
Hedgingrücklage 2020 in T€
Währungs-
derivate
Effektive Wertänderung direkt im sonstigen Ergebnis (OCI) 3.940
Umgliederung aus dem OCI in die Gewinn- und Verlustrechnung 5.385
Davon in die Umsatzerlöse umgegliedert –5.385
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der Hedging-Rücklage:
Fremdwährungsrisiko
in T€ 2020 2021
Wert zum 1.1. –4.215 2.745
Gewinn / Verlust des effektiven Teils aus der Veränderung des beizulegenden
Zeitwertes von Sicherungsinstrumenten 3.940 –1.651
darauf entfallende Steuern im OCI –1.019 437
Gewinn / Verlust der in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde 5.385 –3.732
darauf entfallende Steuern –1.346 933
Buchwert zum 31.12. 2.745 –1.268
Die in der nachfolgenden Tabelle als Level 1 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen
beinhalten – wie im Vorjahr – börsennotierte Aktien und Fondsanteile. Die Ermittlung des Fair Values der
Devisentermingeschäfte und der Zinssicherungsgeschäfte, die als Level 2 gezeigt werden, resultieren – wie im
Vorjahr – aus Bankbewertungen, denen anerkannte finanzmathematische Bewertungsmodelle zugrunde liegen
(Discounted-Cashflow-Verfahren auf Basis von aktuellen Zins- und Fremdwährungsterminkurven basierend auf
Interbank-Mittelkurspreisen am Abschlussstichtag). Die Zinssicherung betrifft die Absicherung von Teilen der
Schuldscheindarlehenszinsen.
Im Jahr 2021 gab es – wie im Vorjahr – keinen Wechsel zwischen Level 1 und Level 2 beziehungsweise
umgekehrt. Es erfolgte keine Änderung der Bewertungsmethode.
111111
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Level 1 Level 2
in T€ 2020 2021 2020 2021
Devisentermingeschäfte ergebniswirksam
Positiver Fair Value 2.910 212
Negativer Fair Value 0 1.149
Devisentermingeschäfte ergebnisneutral
Positiver Fair Value 4.220 182
Negativer Fair Value 534 1.751
Zinssicherungsgeschäfte
Positiver Fair Value 0 0
Negativer Fair Value 0 161
Wertpapiere verpflichtend erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Positiver Fair Value 760 655
Negativer Fair Value
c) Liquiditätsrisiko
Beim Liquiditätsrisiko handelt es sich um das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu
können. Die Liquidität im Konzern wird durch eine entsprechende monatlich rollierende Liquiditätsplanung
ermittelt und durch ausreichende mittel- und langfristige Kreditrahmen sichergestellt.
Im Jahr 2020 wurde ein syndizierter Kredit mit einem Volumen von 170,0 Mio € abgeschlossen, eine Erweiterung
des Volumens ist möglich. Die Laufzeit beträgt drei Jahre plus einer zweimaligen Verlängerungsoption um jeweils
ein Jahr. Dadurch konnte das Fristigkeitenprofil optimiert und die Refinanzierung der bestehenden Verbindlichkei-
ten abgesichert werden.
Die Schuldscheindarlehensverträge belaufen sich mit einem Nominalvolumen (= Buchwert) in Höhe von
127,5 Mio Euro (2020: 150,0 Mio Euro) und 10 Mio USD (2020: 10,0 Mio USD) und enthalten eine Vereinbarung
zur Einhaltung einer Financial Covenant, die eine Konzerneigenkapitalquote nach IFRS von mindestens 20
Prozent vorsieht. Die Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahl berechtigt den Kreditgeber zur Kündigung des
jeweiligen Finanzierungsvertrags. Zum Jahresende lag die Eigenkapitalquote nach IFRS mit 25,2Prozent über
dem festgelegten Schwellenwert. Des Weiteren ist in den Schuldscheindarlehensverträgen eine Step-up-Verein-
barung enthalten, die bei Unterschreitung die Gläubiger berechtigt, höhere Zinsen zu verlangen.
Die gesamten verzinslichen Finanzverbindlichkeiten betragen 233.587 t€ (2020: 276.121 t€). Der durchschnitt-
liche Zinssatz beträgt 1,5 % (2020: 1,3 %). Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen im Wesentlichen den
Zeitwerten. Da die Nebenkosten der in nachstehender Tabelle mit den Nominalzinssätzen angeführten Finanz-
verbindlichkeiten niedrig sind, entspricht der Nominalzinssatz dem effektiven Zinssatz, wodurch sich keine
Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergibt.
Nachstehende Aufstellungen zeigen die Struktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten per 31.Dezem-
ber2021 sowie die Struktur der Lieferverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten.
112
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
in T€ 31.12.2020 31.12.2021
Zinsbindung und Fristigkeit
fix kurzfristig 45.827 47.238
fix langfristig 130.809 68.556
variabel kurzfristig 10.575 25.267
variabel langfristig 88.911 92.526
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 276.121 233.587
Währungen
€ 259.064 231.001
CHF 3.463 484
AUD 148 0
BND 3 0
SGD 4.044 177
USD 9.362 1.922
ZAR 37 2
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 276.121 233.587
Fälligkeitsstruktur
Die in der folgenden Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf die undiskontierten Zahlungsströme, wodurch
sich Abweichungen zu den Buchwerten ergeben.
in T€ Summe
innerhalb
eines Jahres
zwischen 1
und
2 Jahren
zwischen 2
und
5 Jahren
über
5 Jahren
Verzinsliche
Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
2021 233.587 72.505 19.227 141.725 130
2020 276.121 56.402 7.074 166.638 46.007
Lieferverbindlichkeiten
2021 63.894 63.894 0 0 0
2020 49.485 49.092 393 0 0
Leasingverbindlichkeit
2021 36.115 5.632 5.406 13.277 11.800
2020 32.999 4.975 3.667 8.670 15.688
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden Einfluss
2021 67.574 67.574 0 0 0
2020 55.370 55.370 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten
für Finanzinstrumente (ohne
derivative Verbindlichkeiten)
(kurz- und langfristig)
2021 24.592 24.475 117 0 0
2020 30.723 30.167 556 0 0
113113
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Der beizulegende Zeitwert der langfristigen, fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten beträgt 68.246 t€ (2020:
131.031 t€). Die Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der langfristigen fix verzinsten
Verbindlichkeiten sind nach der IFRS 13 Fair Value Hierarchie der Level 2 zuzuordnen. Der beizulegende Zeitwert
der langfristigen fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten wurde mit einem DCF-Verfahren unter Anwendung eines
marktkonformen Diskontierungszinssatzes ermittelt.
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Zahlungsströme aus derivativen Verbindlichkeiten.
in T€ Summe
innerhalb
eines
Jahres
zwischen
1 und
2 Jahren
zwischen
2 und
3 Jahren
zwischen
3 und
4 Jahren
zwischen
4 und
5 Jahren
über
5 Jahren
Derivative
Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
2021
Zufluss 88.861 84.147 4.714 0 0 0 0
Abfluss –91.761 –86.999 –4.762 0 0 0 0
Saldo –2.900 –2.853 –47 0 0 0 0
2020
Zufluss 16.354 14.027 2.327 0 0 0 0
Abfluss –16.888 –14.519 –2.369 0 0 0 0
Saldo –534 –492 –42 0 0 0 0
114
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
d) Überleitung der Buchwerte nach IFRS 7
Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten nach IFRS 7:
Derivative
Finanzinstrumente
Verpflichtend
erfolgs-
wirksam zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortge-
führten
Anschaf-
fungskosten
bewertet
Kein
Finanz-
instrument Buchwert
Erfolgs-
wirksam
Erfolgs-
neutral / mit
Sicherungs-
beziehung 31.12.2021
AKTIVA
Sonstige langfristige
Vermögenswerte 0 0 655 0 0 0 655
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 0 0 0 61.733 68.265 0 129.998
Forderungen aus
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 529 529
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte 212 182 0 0 17.723 10.926 29.042
Kassenbestand und
kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 65.450 0 65.450
PASSIVA
Verzinsliche langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 161.082 0 161.082
Sonstige langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 117 1.210 1.327
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 0 0 0 67.574 0 0 67.574
Verzinsliche kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 72.505 0 72.505
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 63.894 0 63.894
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten
1.149 1.912 0 0 24.475 43.471 71.007
115115
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Derivative
Finanzinstrumente
Verpflichtend
erfolgs-
wirksam zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgs-
neutral zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortge-
führten
Anschaf-
fungskosten
bewertet
Kein
Finanz-
instrument Buchwert
Erfolgs-
wirksam
Erfolgs-
neutral / mit
Sicherungs-
beziehung 31.12.2020
AKTIVA
Sonstige langfristige
Vermögenswerte 0 0 760 0 0 0 760
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 0 0 0 144.769 43.287 0 188.055
Forderungen aus
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 676 676
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte 2.910 4.220 0 0 23.443 18.057 48.630
Kassenbestand und
kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 19.015 0 19.015
PASSIVA
Verzinsliche langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 219.719 0 219.719
Sonstige langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 556 1.480 2.036
Kündbare Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 0 0 0 55.370 0 0 55.370
Verzinsliche kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 56.402 0 56.402
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 49.485 0 49.485
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 534 0 0 30.167 41.271 71.972
e) Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
in TEUR 2020 2021
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 2.366 –577
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert –4.437 –1.944
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten –1.327 –2.152
Summe –3.398 –4.673
In die Ermittlung des Nettoergebnisses aus Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen und Zuschreibungen,
Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, Abgangsgewinne bzw. -verluste und sonstige erfolgswirk-
same Änderungen von Zeitwerten von Finanzinstrumenten einbezogen.
116
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
E1. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Am 20. Jänner 2022 wurde in Österreich die stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25 auf
23Prozent mit Wirkung ab dem 1. Jänner 2023 beschlossen. Diese Senkung wirkt sich nicht auf die zum
31.Dezember 2021 erfassten tatsächlichen oder latenten Steuern aus. Wenn die geänderten Steuersätze für die
Berechnung der Steuerabgrenzung zum 31. Dezember 2021 verwendet worden wären, hätten sich die aktiven
latenten Steuern um ca. 200 t€ für ein Prozent Reduktion des Körperschaftsteuersatz verringert. Allerdings wird
auf Grund der zu erwartenden positiven Ergebnisse in Österreich die Steuersenkung einen insgesamt deutlich
positiven Effekt mit sich bringen.
Zur COVID-19-Pandemie und den daraus folgenden Schwierigkeiten in den Lieferketten und in der Produktionspla-
nung verstärkt sich der Druck auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten durch den Ende Februar
begonnenen Ukraine-Krieg.
Von Vorteil ist, dass Rosenbauer auf den direkt betroffenen Märkten (Ukraine, Russland und Weißrussland) nur
ein geringes Geschäftsvolumen hat. Der Beteiligungsansatz in der PA „Fire-fighting special technics“ LLC.,
Moskau, Russland, mit einem Buchwert von aktuell 1.573 t€ stellt auch das maximale direkte Buchwertrisiko
dar, indirekte Effekte über die Versorgungsschwierigkeiten können zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes
nicht abgeschätzt werden.
Neben den oben genannten Effekten ist Rosenbauer also nicht direkt durch diese Krisen in 2022 betroffen, allerdings
werden die schwierigen Rahmenbedingungen weiter anhalten. Eine wesentliche Auswirkung auf die Werthaltigkeit der
Bilanzansätze zum 31.12.2021 haben die Krisen derzeit nicht, allerdings wird das Erreichen der Ziele für das Jahr
2022 zunehmend schwieriger.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2021 keine weiteren Vorgänge von besonderer
Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt
hätten.
E2. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Rosenbauer International AG hat keine Haftungserklärungen zugunsten konzernfremder Dritter abgegeben.
Auch gibt es keine weiteren Eventualverbindlichkeiten, aus denen wesentliche Verbindlichkeiten entstehen werden.
E. SONSTIGE ANGABEN
117117
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
E3.
ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Beteiligungsgesellschaften
2020 2021
in T€
Währungs-
einheit
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Rosenbauer Österreich GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer E-Technology
Development GmbH, Österreich,
Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer E-Commerce GmbH,
Leonding
2)
EUR 100 KV
Rosenbauer APAC Holding GmbH,
Leonding
2)
EUR 100 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH,
Deutschland, Luckenwalde EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH / vor-
mals Rosenbauer Management
GmbH
3)
EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer France S.A.R.L.,
Frankreich, Meyzieu EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH,
Deutschland, Passau EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz Deutsch-
land GmbH
Deutschland, Mogendorf EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer d.o.o.,
Slowenien, Radgona EUR 90 KV 90 KV
Rosenbauer Rovereto S.r.l.
Italien, Rovereto EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Italia S.r.l.
Italien, Andrian EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Schweiz AG,
Schweiz, Oberglatt EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Espanola S.A.,
Spanien, Madrid EUR 62,11 KV 62,11 KV
Rosenbauer Ciansa S.L.,
Spanien, Linares EUR 50 AE 50 AE
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o.,
Warschau, Polen EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Minnesota, LLC.,
4)
USA, Minnesota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC.,
4)
USA, South Dakota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer Holdings Inc.,
USA, South Dakota EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer America, LLC.,
4)
USA, South Dakota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer Aerials, LLC.,
4)
USA, Nebraska EUR 25 KV 25 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,
4)
USA, Minnesota EUR 50 KV 50 KV
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd.,
Singapur EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd.,
Australia, Brisbane EUR 100 KV 100 KV
118
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
2020 2021
in T€
Währungs-
einheit
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd,
Brunei EUR 80 KV 80 KV
Rosenbauer South Africa (Pty.) Ltd.,
Südafrika, Halfway House EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Saudi Arabia
Saudi Arabien, Riad EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Mena Trading - FZE,
Vereinigte Arabische Emirate,
Dubai EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer UK plc
United Kingdom, Holmfirth EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Fire Fighting Technolo-
gy, VR China, Kunming
2)
EUR 100 KV 100 KV
PA "Fire-fighting special technics"
LLC.,
Russland, Moskau EUR 49 AE 49 AE
1)
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2)
Gründung in 2021
3)
Einbringung Rosenbauer Management GmbH in Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co.KG, Umfirmierung in Rosenbauer Karlsruhe GmbH
4)
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
Im Folgenden werden Geschäfte mit nahestehenden Personen beschrieben; sämtliche Transaktionen wurden zu
marktüblichen Konditionen durchgeführt:
Gemeinschafts-
unternehmen Assoziierte Unternehmen
in T€ 2020 2021 2020 2021
Verkauf von Waren 31 3 1.072 2.453
Kauf von Waren 2.302 2.268 - -
Forderungen 24 - 698 2.246
Verbindlichkeiten 44 491 - -
Darlehen 480 1.000 - -
Bei den angeführten Käufen von Waren mit Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich insbesondere um Fahrzeug-
lieferungen des spanischen Gemeinschaftsunternehmen Rosenbauer Ciansa an die spanische Tochtergesellschaft.
Bei den angeführten Verkäufen von Waren mit assoziierten Unternehmen sowie den Forderungen handelt es sich
insbesondere um Warenlieferungen der Muttergesellschaft an das russische Partnerunternehmen PA “Fire-fighting
special technics“ LLC; Russland, Moskau).
E4. VERGÜTUNGEN VON PERSONEN IN SCHLÜSSELFUNKTIONEN
Die Tantieme errechnet sich aus dem Grad der Zielerreichung des Ergebnisses vor Ertragsteuern (EBT) im
jeweiligen Geschäftsjahr. Der Zielwert wird vom Aufsichtsrat für jeweils zwei Geschäftsjahre festgelegt.
119119
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Vorstand
2021 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 421 61 % 268 39 % 689
Zeller 288 73 % 104 27 % 392
Tomaschko 291 74 % 104 26 % 395
Wolf 288 73 % 104 27 % 392
Gesamt 1.288 69 % 580 31 % 1.868
2020 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 410 44 % 514 56 % 924
Zeller 286 59 % 200 41 % 486
Tomaschko 286 59 % 200 41 % 486
Wolf 286 59 % 200 41 % 486
Gesamt 1.268 53 % 1.114 47 % 2.382
Aufsichtsrat
2021 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 76 % 12 24 % 50
Siegel 38 76 % 12 24 % 50
Matzner 28 76 % 9 24 % 37
Zehnder 23 72 % 9 28 % 32
Gesamt 127 75 % 42 25 % 169
2020 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 52 % 35 48 % 73
Siegel 38 52 % 35 48 % 73
Matzner 28 51 % 27 49 % 55
Zehnder 23 46 % 27 54 % 50
Gesamt 127 51 % 124 49 % 251
E5. GEWINN JE AKTIE
Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 (Earnings per share) ermittelt, indem das Periodenergebnis nach Abzug
von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird. Da im
abgelaufenen Geschäftsjahr keine „verwässernd wirkenden potenziellen Stammaktien” im Umlauf waren,
entspricht das „verwässerte Ergebnis je Aktie” dem „unverwässerten Ergebnis je Aktie”.
Die Berechnung stellt sich wie folgt dar:
2020 2021
Periodenergebnis nach Abzug von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss in T€ 28.807 15.433
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Aktien in Stück 6.800.000 6.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 4,24 2,27
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 4,24 2,27
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses haben keine Transaktio-
nen mit potenziellen Stammaktien stattgefunden.
120
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
E6. ORGANE DER GESELLSCHAFT
Aufsichtsrat
Christian Reisinger, Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 25. Mai 2006; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2026
Rainer Siegel, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 29. Mai 2009; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2024
Bernhard Matzner, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2017; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2022
Martin Paul Zehnder, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2018; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2023
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert:
Rudolf Aichinger
Wolfgang Untersperger
Vorstand
Dieter Siegel, Vorsitzender des Vorstandes
Andreas Zeller, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Daniel Tomaschko, Mitglied des Vorstandes
Sebastian Wolf, Mitglied des Vorstandes
Leonding, am 25. März 2022
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
121121
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
122
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
123 Bestätigungsvermerk
129 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
INFORMATIONEN
123123
Bestätigungsvermerk
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Kon zern ab schluss der Rosenbauer International AG, Leonding, und ihrer Tochtergesellschaften
(„der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.De zem ber2021, der Konzern-Gewinn- und Verlust-
rechnung, der Darstellung des Kon zern ge samt perioden er folgs, der Konzern-Geldflussrechnung und der
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Ge schäfts jahr und dem Konzern-
anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Kon zern ab schluss den gesetzlichen Vorschriften und ver mittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.De zem ber2021 sowie der
Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stich tag endende Ge schäfts jahr in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden
sind, und den zusätzlichen Anforderungen des §245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschluss prüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Kon zern ab schlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforde-
rungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtge mäßen Ermes-
sen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Kon zern ab schlusses des Ge schäfts jahres waren. Diese Sachver-
halte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Kon zern ab schlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berück sich tigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachver-
halten ab.
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Bewertung und Bilanzierung kündbarer nicht beherrschender Anteile
Siehe Anhang Kapitel A „Allgemeine Angaben“, Abschnitt A4 „Rückwirkende Anwendung von Rech nungs-
legungsmethoden gemäß IAS 8“, Kapitel B „Konsolidierungsgrundsätze“, Abschnitt B2 „Konsolidierungsmetho-
den“, Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Ab schnitt C11 „Verbindlichkeiten“, Abschnitt C15
„Schätzungen und Ermessensspielräume“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzernge-
winn- und Verlustrechnung“, Ab schnitt D9 „Eigenkapital“, Abschnitt D10 „Anteile ohne beherrschenden Einfluss“,
Abschnitt D14 „Kündbare Anteile ohne beherrschenden Einfluss“ sowie Abschnitt D36 „Kapitalmanage ment“.
Das Risiko für den Abschluss
Die Minderheitsgesellschafter der Rosenbauer America, LLC., South Dakota, USA, verfügen über eine Option
ihre nicht beherrschenden Anteile an die Rosenbauer Holdings, Inc., Minnesota, USA als 100%ige Tochtergesell-
schaft der Rosenbauer International AG, Leon ding, bei Eintritt von vertraglich ver einbarten Ereignissen zu
verkaufen. Für diese kündbaren nicht beherrschenden Anteile hat die Rosenbauer International AG, Leon ding,
zum 31.Dezember2021 eine Verbind lichkeit zum beizulegen den Zeit wert in Höhe von TEUR 67.574 erfasst. Die
Folgebewertung erfolgt hinsichtlich der Wert ände rung der Verbindlichkeit durch eine Umbuchung direkt vom
Eigenkapital in die Verbind lich keit. Dies entspricht der Methode der teilweisen Erfassung des Anteils ohne
beherrschenden Ein fluss („Partial recognition of NCI“).
Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der Verbindlichkeit aus den kündbaren nicht beherr schenden
Anteilen erfolgt entsprechend der vertraglichen Vereinbarung mit den Minderheits ge sell schaftern nach einem
vertraglich definierten Verfahren. Dies erfordert Annahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung
des Einbezugs von ausgewählten Berechnungs be standteilen in die Kaufpreisableitung.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine
wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden Zeitwert und damit den Wert ansatz der Verbindlichkeit aus den
kündbaren nicht beherrschenden Anteilen in der Konzernbilanz und das Eigenkapital haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Die Bilanzierung und Bewertung der Verbindlichkeit aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen haben wir
wie folgt beurteilt:
Wir haben gewürdigt, ob die vom Unternehmen angewendete Bilanzierungsmethode für die kündbaren nicht
beherrschenden Anteile an der Rosenbauer America, LLC. angemessen ist.
Wir haben gewürdigt, ob das gewählte Bewertungsmodell mit den vertraglichen Verein barungen zur Ermitt-
lung des Optionsausübungspreises übereinstimmt.
Weiters haben wir unter Einbindung von Bewertungsspezialisten die wesentlichen An nahmen zur Ermittlung
des beizulegenden Zeitwerts gewürdigt und die rechnerische Richtig keit nachvollzogen.
Schließlich haben wir gewürdigt, ob die im Zusammenhang mit der Transaktion im Konzern ab schluss
erforderlichen Angaben sachgerecht und vollständig sind.
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Anhang Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Abschnitt C6 „Forde rungen aus Lieferun-
gen und Leistungen“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzerngewinn- und Verlustrech-
nung“, Abschnitt D7 „Kurzfristige Forderungen und sonstige Ver mögensgegenstände“ und Abschnitt D37
„Risikomanagement“.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2021 sind Forde rungen aus Lieferun-
gen und Leistungen in Höhe von 130,0 Mio € ausgewiesen.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Ver mögens wertes oder
einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Die Wertbe richtigung für Forderungen aus Lieferungen
124
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
125125
und Leistungen wird gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle aufgrund aller möglichen
Ausfallereignisse während der er warteten Laufzeit) ermittelt. Dabei wurden externe Prognosen über die
prospektive wirt schaft liche Entwicklung berücksichtigt.
Das wesentliche Risiko besteht dabei in der korrekten Ableitung der Bewertungsmatrix für die For de rungen aus
Lieferungen und Leistungen, die Einbeziehung von prospektiven Faktoren so wie die Einschätzung der Zahlungs-
willigkeit und Zahlungsfähigkeit von Kunden die vertrag lichen Rück flüsse in voller Höhe zu leisten – insbeson-
dere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir folgende
wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben uns ein Verständnis über den Prozessablauf und den darin implementierten Kon trollen zur
Überwachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kritisch ana ly siert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle be stehen und
Risikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stichprobe er folgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kundenforde rungen zum 31. Dezember 2021.
Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Be sprechungen mit dem
Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten Elemente
in den vertraglichen Grundlagen, den erhaltenen Do ku mentationen und sonstigen interne und externe
Informationen gelegt.
Weiters haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prüfungszeitpunkt durchgeführt,
indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zahlungseingänge nach ge wiesen werden konnten und
somit die Werthaltigkeit der Forderungen nachgewiesen wurde.
Bei allen nicht einzelwertberichtigten Forderungen, deren Risikovorsorge auf Basis der Expec ted Credit
Losses (Pauschalwertberichtigung) nach IFRS 9 berechnet wurde, haben wir die Ableitung der Wertberichti-
gungsmatrix, die korrekte Rechenweise des Bewertungsmodells so wie der zugrunde liegenden Basisdaten
überprüft. Zusätzlich wurden die Auswahl und Be mes sung von zukunftsgerichteten Schätzungen kritisch auf
Nachvollziehbarkeit und Plausi bili tät gewürdigt.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Infor mationen
umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Kon zern ab schluss, den Konzernlagebe-
richt und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Kon zern ab schluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Infor mationen, und wir
geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Kon zern ab schlusses haben wir die Verant wort lichkeit, diese
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Infor mationen wesentliche Unstim-
migkeiten zum Kon zern ab schluss oder unseren bei der Ab schluss prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Ab schlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER
UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Kon zern ab schlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter ver ant wortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten,
um die Aufstellung eines Kon zern ab schlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Kon zern ab schlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver halte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzu geben, sowie dafür, den Rechnungslegungs-
grundsatz der Fortführung der Unternehmens tätig keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben
keine realistische Alter native dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungs prozes ses des Konzerns.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Kon zern ab schluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irr tümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hin reichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über einstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Ab schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich anges ehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Kon zern ab schlusses getroffenen wirtschaftlichen Entschei dungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grund sätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungs handlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zu sammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder
das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontroll system, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange messen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon troll systems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech nungs-
legungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge stellten geschätzten
Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende An gaben.
126
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
127127
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungsle gungs grundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un sicher heit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen kön nen. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Kon zern ab-
schluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grund lage der bis zum Datum unseres Bestäti-
gungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zu künf tige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die
Abkehr des Konzerns von der Fort führung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Kon zern ab schlusses ein schließlich der
Angaben sowie ob der Kon zern ab schluss die zugrunde liegenden Ge schäfts vorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild er reicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Ein heiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Kon zern abschluss abzugeben. Wir
sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durch führung der Konzernabschlussprüfung. Wir
tragen die Alleinverantwortung für unser Prü fungs urteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs fest stellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten berufl ichen Verhaltensan-
forderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise ange nommen werden kann, dass sie sich auf unsere
Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausge tauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Kon zern ab schlusses des Ge schäfts jahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sach ver halts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche In ter esse übersteigen würden.
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Kon zern ab schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden recht lichen Anforderun-
gen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Über einstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts
durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforde rungen aufgestellt
worden, enthält die nach §243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Ein klang mit dem Kon zern ab schluss.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Kon zern ab schlusses gewonnenen Erkenntnisse und des ge wonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehler haften Angaben im
Konzernlagebericht festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 AP-VO
Wir wurden von der ordentlichen Hauptversammlung am 26.Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt und am
17.Juli 2021 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31.De zem ber2021
endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Kon zern ab schluss zum 31.Dezember 2020 Abschluss prüfer der
Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Kon zern ab schluss“ mit dem zu sätz lichen Bericht
an den Prüfungsausschuss nach Artikel11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel5 Abs1 der AP-VO) er bracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist
Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, 25.März 2022
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses
mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den
deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB
zu beachten.
128
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
129129
Erklärung der
gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen
das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 25. März 2022
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Corporate Development, Area Management Preventive Fire Protection, Group Controlling,
Human Resources, APAC, CEEU, MENA, Supply Chain Management, Group Accounting and Tax,
Strategy, NISA und NOMA, Central Technics, Legal, Compliance &
Innovation & Marketing, Sales Administration, CoC Operations Insurance, Export Finance,
Group Communication, Customer Service Treasury, Investor Relations,
Fire & Safety Equipment, Internal Audit, IT
Product Management
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
130
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
131 Lagebericht
158 Jahresabschluss
184 Bestätigungsvermerk
189 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
ROSENBAUER
INTERNATIONAL
AG
131
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Lagebericht
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
1
Die Weltwirtschaft hat sich 2021 nach einem pandemiebedingten Einbruch im Jahr davor wieder teilweise erholt
und ist nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit 5,9 % deutlich gewachsen. Insbeson-
dere die schlechten Nachrichten des zweiten Halbjahres haben die wirtschaftliche Entwicklung verlangsamt und
eine breitere Erholung vereitelt.
Nachdem die Zahl der täglichen Todesfälle mit COVID-19 von August bis Oktober weltweit stark gesunken ist,
hat das Auftreten der Omikron-Variante im November zu neuen Reisebeschränkungen und höherer Volatilität
an den Finanzmärkten geführt. Die neue Virusmutation zieht scheinbar im Vergleich zu Delta mildere Krankheits-
verläufe und weniger Hospitalisierungen nach sich, sie ist aber um ein Vielfaches infektiöser.
Darüber hinaus haben die Störungen der internationalen Lieferketten die wirtschaftliche Aktivität belastet und
die Produktion, vor allem in Europa und in den USA, behindert. Nach einer IWF-Teamanalyse könnten diese
Unterbrechungen im Berichtsjahr zwischen 0,5 und 1,0 Prozentpunkte Wachstum gekostet und einen Prozent-
punkt zur Kerninflation beigetragen haben. Die Inflation ist zuletzt insgesamt, je nach Region getrieben durch
unterschiedliche Faktoren, kontinuierlich gestiegen.
1
IWF, WORLD ECONOMIC OUTLOOK, UPDATE, 25. JÄNNER 2022
WELTBANK, GLOBAL ECONOMIC PROSPECTS, 11. JÄNNER 2022
BRANCHENENTWICKLUNG
2
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen von zirka 20.400 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von
rund 5,3 Mrd €. Nicht eingerechnet sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamtgewicht, feuerwehrtechnische
Ausrüstung, Service und stationäre Anlagen.
Basierend auf internen Schätzungen von Rosenbauer dürfte sich das globale Marktvolumen im Berichtsjahr
seitwärts entwickelt haben, was auf die teils rigorosen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und die massiven
Störungen der internationalen Lieferketten zurückzuführen ist. Die stärksten Absatzregionen sind Europa,
Nordamerika und Asien; die größten Einzelmärkte sind die USA, China und Deutschland.
2
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2020. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Experten-
schätzungen
UMSATZ-, ERTRAGS- UND AUFTRAGSENTWICKLUNG
Die Rosenbauer International AG erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 444,3 Mio €
(2020: 525,9 Mio €).
Das stärkste Umsatzsegment war mit 76 % (2020: 81 %) das Produktsegment Fahrzeuge. Der Bereich Ausrüs-
tung kam auf einen Umsatz von 66,5 Mio € (2020: 58,7 Mio €), was einem Anteil von 15 % (2020: 11 %) am
Gesamtumsatz entspricht. Die Umsätze Service, Ersatzteile und Sonstige beliefen sich auf 9 % (2020: 8 %).
132
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Rund 35 % (2020: 36 %) des Umsatzes bzw. 154,6 Mio € (2020: 186,9 Mio €) wurden in Europa erzielt. Im
Nahen Osten wurde ein Umsatz von 106,4 Mio € bzw. 24 % (2020: 143,1 Mio € bzw. 27 %) erzielt. Die Umsätze
in der Region Asien/Ozeanien blieben mit 76,9 Mio € auf dem Niveau des Vorjahres (2020: 74,3 Mio €).
Lieferungen in sonstige Länder betrugen 106,4 Mio € (2020: 121,6 Mio €).
Auftragslage
Der Auftragseingang erreichte 2021 einen Wert von 469,3 Mio € (2020: 395,6 Mio €) und lag somit deutlich
über dem Vorjahr. Der Auftragsbestand betrug zum Jahresultimo 430,9 Mio € (31. Dezember 2020: 355,8 Mio).
Ertragslage
Der Betriebserfolg lag mit -12,7 Mio € (2020: 15,5 Mio €) deutlich unter dem Vorjahr. Die Ursachen dafür sind
verzögerte Fahrzeugabnahmen, die zu Umsatzverschiebungen ins Jahr 2022 geführt haben, sowie anhaltende
Produktionsstörungen und Materialpreissteigerungen auf Grund von Problemen in den Lieferketten. Das
Ergebnis vor Steuern war demzufolge ebenfalls negativ und betrug -8,3 Mio € (2020: 28,6 Mio €).
REGIONALE ENTWICKLUNG
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen (Areas): CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA
(Nordeuropa, Iberien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nordafrika), APAC (Asien-Pazifik) und
NOMA (Nord- und Mittelamerika). Der Vorbeugende Brandschutz wird als eigenes Segment dargestellt.
Area CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuropas, mit der D-A-CH-Region (Deutschland,
Österreich, Schweiz) als historischem Heimmarkt.
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer International und Rosenbauer Österreich mit Sitz
in Leonding, Rosenbauer Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe (Deutschland), Rosenbauer
Slowenien in Radgona, Rosenbauer Italia in Andrian, Rosenbauer Rovereto (Italien), Rosenbauer Schweiz in
Oberglatt und Rosenbauer Polska in Lomianki. Die Werke in der Area CEEU (Leonding, Neidling, Karlsruhe,
Radgona und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk Luckenwalde hauptsächlich für den deutschen
Markt.
Anfang 2021 erhielt Rosenbauer als Bestbieter den Zuschlag vom deutschen Bundesministerium für Inneres im
Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für die Lieferung von 61 Lösch-
gruppenfahrzeugen LF-KatS mit optionaler Erweiterung auf bis zu 182 Fahrzeuge. Sie sind Teil eines mehrjähri-
gen Beschaffungsprogrammes, im Zuge dessen Rosenbauer bereits 308 Fahrzeuge gleicher Bauart geliefert hat.
Die Fertigung erfolgt in Radgona, dem Kompetenzzentrum für Fahrzeuge der ET-Baureihe.
Von der BwFuhrparkService GmbH, dem Fuhrpark-Dienstleistungsunternehmen der deutschen Bundeswehr,
erhielt Rosenbauer Deutschland im Auftrag der deutschen Bundeswehr den Zuschlag für die Lieferung von 76
Tanklöschfahrzeugen zur Bekämpfung von Waldbränden. Dies ist der größte Auftrag dieser Art für die hochgelän-
degängigen Spezialfahrzeuge. Die Fahrzeuge basieren auf der MT-Baureihe mit robustem Offroad-Chassis und
hochwertiger Löschtechnik.
133
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Marktentwicklung
Die Wachstumsraten der meisten Märkte innerhalb der Area CEEU haben das Vor-Corona Niveau erreicht.
Langfristig betrachtet wird ein stärkeres Wachstum in Osteuropa prognostiziert, während das Wachstum im
zentraleuropäischen Raum sich eher verhalten entwickeln dürfte. Bemerkenswert sind die Prognosen für Italien,
nach zehn Jahren Krise zeichnet sich eine Erholung dieser Marktwirtschaft ab. Verschiedene Investitionsinitiati-
ven – vornehmlich in Deutschland – haben für eine starke Ausschreibungsaktivität gesorgt. Die Eigenmittel der
freiwilligen Feuerwehren (vor allem in der D-A-CH-Region, aber auch in Südtirol und Slowenien) sind mangels
Einnahmen aus sozialen Aktivitäten stark reduziert worden. Dieser Effekt wird sich im Jahr 2022 bei der Beschaf-
fung von Ausrüstung bemerkbar machen.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 412,1 Mio € (2020: 402,7 Mio €) über dem Vorjahr.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU verringerte sich 2021 auf 346,8 Mio € (2020: 363,0 Mio €). Der größte Anteil
entfiel auf Deutschland, gefolgt von Österreich. Auch wenn der Trend zu Sammelausschreibungen anhält, sind es
in der Area CEEU immer noch überwiegend Einzelfahrzeuge, die verkauft werden.
Die Area CEEU steuerte 2021 rund 35 % (2020: 35 %) zum Konzernumsatz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr
16,7 Mio € (2020: 19,3 Mio €), die EBIT-Marge 4,8 % (2020: 5,3 %).
Area NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder vom Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil
der afrikanischen und südamerikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Española in Madrid (Spanien), Rosenbauer South
Africa in Johannesburg (Südafrika), Rosenbauer France in Meyzieu (Frankreich) und Rosenbauer UK in Meltham
(Großbritannien). Im spanischen Werk Ciansa in Linares werden sowohl Fahrzeuge für die NISA-Region als auch
für andere Regionen/Areas gebaut, aktuell im Produktionsprogramm sind zum Beispiel 11 Kleinrüstfahrzeuge
für den spanischen Flughafenbetreiber Aena und 54 Kommunalfahrzeuge aus der Efficient Technology (ET)
Baureihe für verschiedene spanische Feuerwehren und für die Feuerwehrregion Hollands Midden. Feuerwehr-
fahrzeuge werden in den Niederlanden üblicherweise in Sammelausschreibungen für ganze Regionen beschafft.
Neben Hollands Midden haben zuletzt auch die Regionen Gelderland Midden und Drenthe bei Rosenbauer
bestellt. Sie erhalten in den kommenden Jahren jeweils 23 Advanced Technology (AT) Fahrzeuge.
Marktentwicklung
Die Länder der NISA Area mussten im Jahr 2021 erneut die zusätzlichen Belastungen der COVID-19-Pandemie
bewältigen. Dennoch konnte ein leichter Anstieg der Ausschreibungstätigkeiten verzeichnet werden. Diese
Entwicklungen spiegeln sich auch im Auftragseingang der Area NISA von 98,9 Mio € 2020 auf 116,3 Mio € 2021
wider. Neun dänische Feuerwehren haben zum Beispiel gemeinsam die nächste Generation ihrer Tanklöschfahr-
zeuge ausgeschrieben. Im August 2021 erhielt Rosenbauer den Zuschlag. In Summe sollen bis zu 45 Fahrzeuge
beschafft werden, 35 sind fix bestellt, zehn weitere können optional nachgeordert werden.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschafte 2021 einen Umsatz von 93,2 Mio € (2020: 114,5 Mio €), was 10 % aller Erlöse
im Konzern (2020: 11 %) entsprach. In Ecuador konnten die ersten zwei ET aus spanischer Produktion – die
allerersten in Südamerika – an die Feuerwehr Cayambe und ein PANTHER 6x6 an den Flughafen Quito über-
134
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
geben werden. Als zwei weitere Staaten in der Area NISA haben sich Tunesien und Kap Verde für den PANTHER
entschieden. In beiden Fällen orientierten sich die Kunden an Flughafenbetreibern, die vor kurzem PANTHER
beschafft haben. So hat sich die tunesische Flughafenbehörde OACA (Office de l’aviation civile et des aéroports)
für dasselbe Fahrzeugkonzept wie die marokkanische ONDA entschieden.
Das EBIT der Area NISA ging im Berichtsjahr auf 1,2 Mio € (2020: 3,5 Mio €) zurück, die EBIT-Marge betrug 1,2
% (2020: 3,1 %).
Area MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren Osten sowie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Saudi Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien)
einschließlich der Produktionsstätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und die Rosenbauer MENA
Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochterunternehmen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Das Werk in
der KAEC produziert ausschließlich für den MENA-Vertrieb.
Marktentwicklung
Die Beschaffung von Fahrzeugen wurde in vielen Ländern des Mittleren Ostens dezentralisiert. Dies führte zu
kleineren Ordergrößen und zu weniger Nachfragespitzen. Es ist auch eine verstärkte Nachfrage nach umfassen-
der Kundenbetreuung zu verzeichnen, die über einen Fahrzeugkauf hinausgeht. Die in der Region ansässige
Erdölindustrie hat nach wie vor Bedarf an leistungsstarken Speziallöschfahrzeugen. Rosenbauer bedient dieses
Segment unter anderem mit dem neu entwickelten TIGON. Nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) und
Saudi-Arabien hat sich auch ein erster Kunde aus dem Oman für den TIGON entschieden. Die Bestellung erfolgte
durch das Petroleum Development Oman (PDO), das insgesamt sieben Ölfelder betreibt. Der Erdölkonzern Saudi
Aramco hat in den letzten zwölf Monaten 23 Industriefahrzeuge bei Rosenbauer in Auftrag gegeben. Der Kunde
setzte dabei erstmals nicht auf ein US-amerikanisches Schaumsystem sondern komplett auf Rosenbauer
Löschtechnik.
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war die Weltwirtschaft mit extremen Schwankungen des Ölpreises
konfrontiert. Abhängig von der weiteren Entwicklung im Verlauf des Jahres könnte sich neues Potenzial für den
Absatz von Rosenbauer Produkten ergeben.
Der Auftragseingang in der Area MENA blieb mit 102,2 Mio € im Berichtsjahr deutlich unter dem des Vorjahres
mit 120,7 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA verringerte sich 2021 deutlich auf 123,7 Mio € nach 150,1 Mio € im Vorjahr. Die
größte Lieferung ging an die Civil Defence Katar. Sie erhielt Ende des Jahres insgesamt 64 Fahrzeuge aus einem
über 100 Fahrzeuge umfassenden Großauftrag, der unter anderem zwölf AT und elf Großtanklöschfahrzeuge aus
der Produktion in Leonding sowie 25 Rapid Intervention Vehicles aus der Neidlinger Produktion umfasst.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 13 % (2020: 14 %) zu den Gesamterlösen des Konzerns bei. Das EBIT
erreichte 5,2 Mio € (2020: 16,2 Mio €), die EBIT-Marge betrug 4,2 % (2020: 10,8 %).
135
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Area APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region, Russland, Türkei, die GUS-Staaten sowie Japan,
Indien und China.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S.K. Rosenbauer in Singapur, Rosenbauer Australia mit Sitz in
Brisbane, Rosenbauer Fire Fighting Technology (Yunnan) in China und eine Minderheitsbeteiligung an der
PA „Fire-fighting special technics“ in Moskau/ Russland. Weitere Vertriebs- und Servicestandorte gibt es in
Brunei und auf den Philippinen. Das Werk Singapur produziert Fahrzeuge für den südostasiatischen Markt, das
Werk Moskau kommunale Feuerwehrfahrzeuge für Russland.
Marktentwicklung
Der fragmentierte asiatische Feuerwehrmarkt zeigte sich auch im zweiten Jahr der Pandemie durch COVID-19
schwer belastet. Niedrige Impfraten und die Ungewissheit vor neuen Ausbrüchen des Coronavirus und häufige
Lockdowns bremsen die wirtschaftliche Erholung. Ein wenig erholt zeigte sich der Markt für Flughafenlösch-
fahrzeuge. So konnte Rosenbauer die prestigeträchtige Ausschreibung des Flughafens Hongkong über neun
PANTHER und fünf Hose Tender (Unterstützungsfahrzeuge) gewinnen. Sie werden in Zukunft die neu gebaute
dritte Landebahn sichern. Trotz der sehr schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage konnte der Auftragseingang
in der Area APAC einen erfreulichen Anstieg auf 113,1 Mio € im Berichtsjahr (2020: 93,6 Mio €) verzeichnen.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area APAC ging 2021 auf 117,1 Mio € zurück (2020: 127,0 Mio €). Erstmalig erfolgte 2021
die Belieferung einer kommunalen Feuerwehr in Japan (Tokyo Fire Department) mit einem Tanklöschfahrzeug
aus europäischer Produktion und es konnten gleich mehrere Inselstaaten im Südpazifik mit Fahrzeugen der
PANTHER Baureihe beliefert werden. In Neuseeland werden mit dem sehr manövrierfähigen PANTHER 6x6 S
mehrere Regionalflughäfen beliefert. In Indien wird der neue Flughafen in Goa mit PANTHER Fahrzeugen
ausgerüstet und die Mumbai Fire Brigade hat erstmals zwei Drehleitern mit einer Rettungshöhe von 64 m
bestellt.
Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 12 % (2020: 12 %). Das EBIT sank auf 2,5 Mio € nach 4,4 Mio € im Vorjahr,
die EBIT-Marge belief sich auf 2,1 % (2020: 3,5 %).
Area NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder in Mittelamerika und der Karibik. Neben der
Holdinggesellschaft Rosenbauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktionsgesellschaften Rosenbauer
Minnesota und Rosenbauer Motors in Wyoming (Minnesota), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South Dakota)
und Rosenbauer Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area. Die Feuerwehrfahrzeuge werden nach US-Norm
gefertigt und überwiegend in die Vertriebsregion NOMA geliefert, gehen aber auch an Kunden in den Areas
MENA, NISA und APAC.
Marktentwicklung
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt hat sich 2021 der COVID-19-Pandemie zum Trotz in sehr guter
Verfassung präsentiert. Das Beschaffungsvolumen dürfte in den vergangenen zwölf Monaten wieder auf über
6.000 Fahrzeuge gestiegen sein. Dazu haben sowohl umfangreiche Förderprogramme für den Katastrophen-
schutz als auch vorgezogene Bestellungen von Feuerwehren beigetragen, die damit längeren Wartezeiten
vorbeugen wollen.
Die Area NOMA hat das laufende Geschäftsjahr mit einem äußerst robusten Auftragsbestand begonnen. Bei den
Auftragseingängen haben zuletzt steigende Beschaffungen von Kommunen und Regierungsstellen den Rückgang
136
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
im Flughafengeschäft mehr als kompensiert. Neben dem voll batterieelektrische „Revolutionary Technology“ ist
dabei auch das innovative Akkulöschsystem von Rosenbauer bei den Kundinnen und Kunden auf wachsendes
Interesse gestoßen.
Die forcierten Vertriebsaktivitäten in Richtung großer Kommunen (Fleet Accounts) zeigen erste gute Ergebnisse:
So konnten nicht nur mehrere Dealerships in größeren Städten als Partner für das Rosenbauer Netzwerk
gewonnen werden, darunter der vierte Händler an der Ostküste, sondern 2021 auch der erste Flottenauftrag
des Nashville Fire Departments über 20 Fahrzeuge an Land gezogen werden. Die Betreuung städtischer
Feuerwehren mit großen Fahrzeugflotten, die über den gesamten Produktlebenszyklus begleitet werden, hat
ein attraktives Wachstumspotenzial.
Fleet Accounts bezeichnen städtische Feuerwehren mit größeren Fahrzeugflotten, die beginnend mit dem
Verkauf inklusive Finanzierungsmodellen über den After Sales Service bis hin zu Ersatzbeschaffungen von den
Dealern intensiv betreut werden. Der Vorteil liegt darin, dass hier die Feuerwehren ganze Flotten bestellen und
Großaufträge erteilen - mit dem Ziel, langfristig mit ihren Liefer- und Servicepartnern zusammenzuarbeiten. Um
den Erwartungen am Markt zu entsprechen, wurde in einem ersten Schritt bei Rosenbauer America die Position
eines Fleet Account Managers installiert, der den Markt bewertet, Verkaufspotenziale erkennt und die Dealer
beim Verkauf unterstützt.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr 290,1 Mio € und war damit höher als im Vorjahr
(2020: 263,1 Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 264,5 Mio € eine leichte Umsatzsteigerung gegenüber dem
Vorjahr (2020: 260,9 Mio €). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 27 % (2020: 25 %). An das
Jamaica Fire Department wurden 30 Urban Interface Pumper (Timberwolf) geliefert, womit die Rosenbauer
Flotte in dem Karibikstaat auf über 80 Fahrzeuge anwuchs.
Das EBIT lag mit 9,5 Mio € (2020: 15,1 Mio €) unter dem Vorjahreswert, die EBIT-Marge bei 3,6 % (2020: 5,8 %).
Vorbeugender Brandschutz
Der Vorbeugende Brandschutz beschäftigt sich mit der Planung, Errichtung und Wartung von ortsfesten
Lösch- und Brandmeldeanlagen. Das Segment wird von den beiden Konzerngesellschaften Rosenbauer Brand-
schutz mit Sitz in Leonding und Rosenbauer Brandschutz Deutschland in Mogendorf bearbeitet. Beide Gesell-
schaften sind als VdS-Errichterbetriebe anerkannt und nach ISO 9001 zertifiziert, was international als Qualitäts-
nachweis gilt. Damit zählt Rosenbauer Brandschutz im deutschsprachigen Raum zu den wenigen Unternehmen,
die eine VdS-Zulassung besitzen. Diese verschafft einen guten Marktzugang und ist vielfach eine notwendige
Voraussetzung um bei Ausschreibungen anbieten zu können.
Neben der Zentrale in Mogendorf unterhält Rosenbauer Brandschutz noch weitere Standorte in Deutschland.
Am Standort Gladbeck erfolgt die Planung der Wasserlöschanlagen. Der After-Sales-Service für die Wasserlösch-
anlagen erfolgt über den Standort in Hilden. Darüber hinaus ist ein Vertriebsteam in Hattersheim angesiedelt.
Marktentwicklung
Rosenbauer sieht im Bereich Vorbeugender Brandschutz Wachstumspotenzial durch die Ansprache neuer
Kundengruppen, einerseits durch die Erweiterung des Produktportfolios (Sprinkler- und Sprühflutsysteme) am
österreichischen Markt und andererseits durch die Entwicklung von neuen präventiven Lösungen beispielsweise
für die Früherkennung etwa in der Recycling- (Akkus) und der Energiewirtschaft.
137
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz entwickelte sich positiv und stieg 2021 auf 30,5 Mio €
im Vergleich zu 2020 mit 28,7 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz stieg in der Berichtsperiode von 28,7 Mio € auf 29,8 Mio €.
Damit beträgt der Anteil am Gesamtumsatz 3 % (2020: 3 %). Die Recyclingbranche gehört zu den wichtigsten
Abnehmern von Rosenbauer Brandschutzanlagen. 2021 erfolgte die Ausstattung von einem Altstoffzentrum in
Lustenau, einer Abfallbehandlungsanlage in Frohnleiten und einem Abfallunternehmen in Linz. In Vorarlberg
wurden zwei vollautomatische Werferlöschanlagen (RPE Turret RM35) installiert, die über das Brandfrüherken-
nungssystem RPA Infrared Detection Ignis3D aktiviert werden. Der volumengrößte Auftrag wird derzeit in
Deutschland bei einem Recyclingunternehmen abgewickelt. Dort werden Sprühflutanlagen, Brandmeldeanlagen,
Werfer, Hydranten, Technikzentralen und ein 650-m³-Vorratstank montiert.
Das EBIT lag mit 3 t€ nur knapp im positiven Bereich (2020: -0,8 Mio €).
FINANZLAGE, VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur zum Jahresende durch ein hohes Working Capital geprägt. Dieses
resultiert aus den vergleichsweise langen Durchlaufzeiten der Feuerwehrfahrzeuge, die grundsätzlich kun-
denspezifisch gebaut werden. Die Bilanzsumme reduzierte sich zum 31. Dezember 2021 auf 532,5 Mio €
(2020: 547,1 Mio €). Niedrigere Außenstände bei den Forderungen sowie gesunkene Vorräte waren hierfür
die Hauptursache.
Das Sachanlagevermögen lag mit 82,5 Mio € (2020: 84,8 Mio €) leicht unter dem Vorjahresniveau.
Die Finanzanlagen betrugen 79,5 Mio € (2020: 77,4 Mio €).
Das Umlaufvermögen reduzierte sich aufgrund der gesunkenen Vorräte von 135,1 Mio € (2020: 141,5 Mio €)
und der reduzierten Forderungen von 171,6 Mio € (2020: 229,1 Mio €) um 6% und belief sich insgesamt auf
350,1 Mio € (2020: 371,3 Mio €). Da die Verbindlichkeiten mit 279,5 Mio € (2020: 280,3 Mio €) nur leicht
unter dem Vorjahr lagen, konnte das Working Capital insgesamt deutlich reduziert werden (2021: 70,6 Mio;
2020: 91,0 Mio).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierten sich die Eigenmittel aufgrund des reduzierten Ergebnisses auf
181,6 Mio € (2020: 196,6 Mio €). Durch die gesunkene Bilanzsumme konnte der Ergebniseffekt teilweise
kompensiert werden. Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag 31. Dezember 2021 34,1 % (2020: 35,9 %).
INVESTITIONEN
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögensgegenstände lagen im Berichtsjahr
mit 12,7 Mio € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres € (2020: 17,1 Mio €), da ein Großteil der Investitionen
für das mehrjährige Modernisierungsprogramm von Werk 1 bereits im Jahr 2020 anfiel. Die Abschreibungen des
Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögensgegenstände entsprechen mit gesamt 9,8 Mio € dem
Vorjahresniveau (2020: 9,9 Mio €).
138
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Effiziente Produktion
Im Berichtsjahr hat Rosenbauer in Leonding eines der modernsten Bearbeitungszentren mit Knickarm-Roboter
eingerichtet. Auf der neuen Fräs-/Drehmaschine können Pumpenteile wie das Rotgussgehäuse der N130 mit
rund 96 kg bearbeitet werden. Der Schwerlastroboter bestückt sie aus einem Palettenspeicher mit Rohlingen.
Mit der neuen Anlage kann eine mannlose dritte Schicht realisiert und die Effizienz der Vorfertigung deutlich
gesteigert werden.
Durch die teilweise Neugestaltung sowie die Umstellung von Standplatz- auf Linienmontage können die Werfer
RM35 und RM80 nun in einer Line bei kürzeren Montagezeiten gefertigt werden. Neben einer effizienten
Produktion bringt die Neuerung eine Entflechtung des Materialflusses, verkürzt die Wege und schafft eine
bessere Übersicht. Darüber hinaus werden die vielen Gleichteile der beiden Werfer über die KANBAN-Logistik
angeliefert, dies bringt eine enorme Arbeitserleichterung und spart Kosten.
Im Werk Neidling erfolgte der Aufbau zweier Kurzlinien für die Produktion von 265 baugleichen Tragkraftspritzen-
fahrzeugen (TSF-W) für Mecklenburg-Vorpommern zusätzlich zu dem normalen Fahrzeugprogramm. Sowohl der
Bau der Mannschaftsraummodule als auch die Aufbaumontage erfolgen auf eigenen Linien mit drei Stationen.
Für den optimalen Materialfluss sorgt ein KANBAN-System, das an allen Arbeitsplätzen installiert ist.
Erweiterte Kapazitäten
Rosenbauer agiert immer nahe am Kunden und hat mit dem im April 2021 neu eröffneten „Rosenbauer Kunden-
zentrum Österreich“ am Standort Asten eine Anlaufstelle für alle Belange geschaffen – vom Service bis hin zur
Beschaffung von Ausrüstung oder Ersatzteilen. Die umfangreiche Service-Infrastruktur kombiniert mit einem
Shop bietet zeitgemäßen Kundenservice im Sinne eines One-Stop-Shops.
Mit Blick auf Nachhaltigkeit produziert Rosenbauer möglichst langlebige Ausrüstung und Komponenten, deren
Lebensdauer durchaus verlängert werden kann. Dafür wurde am Standort Asten eine Montagewerkstatt mit
Metallbearbeitungsmaschinen samt Schweißarbeitsplatz eingerichtet, um kleinere Umbauten und das Refurbish-
ment, die Modernisierung und Generalüberholung von Feuerwehrfahrzeugen, durchführen zu können. Es ist
angedacht, den Standort Asten auch grenzüberschreitend für das Refurbishment von Fahrzeugen zu nutzen.
Effiziente Prozesse
Im Berichtsjahr setzte Rosenbauer planmäßig die Einführung von SAP S/4HANA als neues, konzernweites
ERP-System fort. Der erste Release erfolgt dabei im Bereich Sales und Service bei Rosenbauer Schweiz, da dort
bereits Erfahrungen mit SAP vorhanden waren. Anfang Februar 2022 war der Go-live und die Fertigungsaufträge
werden seither über das neue System abgewickelt. Als Pilotgesellschaft im Bereich der Produktion fungiert
Rosenbauer Slowenien, der Roll-out ist für 2023 geplant.
BESCHAFFUNG, LOGISTIK UND PRODUKTION
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Rosenbauer Konzerns ist es von essenzieller Bedeutung, nur mit den besten und
innovativsten Lieferanten zusammenzuarbeiten. Die Anforderungen der Feuerwehren verändern sich permanent,
entsprechend flexibel müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf reagieren können. Rosenbauer setzt
gezielt auf eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern, die sorgfältig ausgewählt
und laufend evaluiert werden. Gemeinsam werden Strategien zur Optimierung der Logistikkette, Verbesserung
der Kosteneffizienz, Erfüllung von Umweltaspekten bis hin zu innovativen Produktlösungen entwickelt. Ziel der
139
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
intensiven Zusammenarbeit ist es unter anderem, neben der Nutzung des eigenen Wissens auch auf das
Know-how, die Kreativität und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen. Gerade in Jahren eines schwieri-
gen Beschaffungsumfeldes wie 2021 zeigte sich vermehrt, dass die langjährigen Partnerschaften halfen,
herausfordernde Bedarfssituationen entsprechend abzusichern.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität (60 % der Umsatzerlöse) und einem damit korrespondierenden hohen
Einkaufsvolumen ist die termingerechte Versorgung der Produktion eine zentrale Herausforderung. Ein Großteil
des Rosenbauer Einkaufsvolumens wird in Europa beschafft, der Rest stammt überwiegend aus den USA. Die
wichtigsten Lieferanten kommen aus Österreich, Deutschland und den USA.
WEITERE RECHTLICHE ANGABEN
Nichtfinanzielle Erklärung/Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln für langfristigen
ökonomischen Erfolg im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel zu wachsen ist erklärtes
Unternehmensziel. Dabei werden sämtliche relevanten Stakeholder miteinbezogen und im direkten Dialog
angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen Handlungsschwerpunkte festgelegt. Neben der
effizienten Nutzung von Ressourcen will Rosenbauer als Technologieführer mit zukunftsorientierten Materialien
Produkte schaffen, die den Kunden zum Schutz von Leben und Infrastruktur dienen. Darüber hinaus hat
Rosenbauer den Anspruch, als Top-Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden eine ausgewogene Work-Life-Balance zu
ermöglichen und für sie eine moderne und vor allem sichere Arbeitsumgebung zu schaffen.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmensstrategie; ihr Fundament sind die Rosenbauer
Markenwerte.
Aus Tradition neugierig stellt sich Rosenbauer weltweit den Herausforderungen der modernen Feuerwehren und
geht selbstbewusst voran. Als ihr Partner arbeitet Rosenbauer fokussiert an Produkt- und Servicelösungen, die
den Alltag der Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche Bestimmungen gebunden, sondern hat eigene
Regeln wie den Code of Conduct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch im Bereich Corporate Communication &
Investor Relations angesiedelt und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltigkeitsmanagements ist es,
in allen Geschäftsprozessen die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu berücksichtigen und die
ökonomischen mit den ökologisch-sozialen Vorstellungen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dabei
arbeiten Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten eng zusammen. Zur Steuerung und jährlichen
Überprüfung der Zielerreichung werden sowohl quantitative als auch qualitative Messinstrumente eingesetzt.
140
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht, der über die Rosen-
bauer Website abgerufen werden kann. Dieser wurde nach den „GRI-Standards“ (Global Reporting Initiative) und
nach den Anforderungen des österreichischen „NaDiVeG“ (Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz)
erstellt und erscheint gemäß § 267a UGB als gesonderter nichtfinanzieller Bericht. 2021 wurde der Bericht vom
Aufsichtsrat geprüft und freigegeben.
Für das Berichtsjahr 2021 unterliegt Rosenbauer erstmalig der Berichterstattungspflicht gemäß Art. 8 der EU
Taxonomie-Verordnung. Rosenbauer ist für dieses Berichtsjahr verpflichtet den Anteil der taxonomiefähigen und
nicht-taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten am Gesamtumsatz, an den Investitions- und Betriebsausgaben sowie
entsprechende qualitative Informationen dazu offenzulegen.
MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Management der COVID-19 Pandemie
Auch im Jahr 2021 hat der COVID-19-Krisenstab in der Zentrale von Rosenbauer seine Arbeit fortgeführt. Dieser
Krisenstab hat das globale COVID-19-Management, von den Reisebeschränkungen bis hin zu den Schutzmaßnahmen,
übernommen. Tagesaktuell wurden Maßnahmenpläne erstellt, in verschiedene Sprachen übersetzt und allen
Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.
Die Arbeitsbedingungen an den Rosenbauer Standorten wurden so angepasst, dass das Infektionsrisiko minimiert
wurde. Die umfangreichen Möglichkeiten der Telearbeit für Büroangestellte wurden beibehalten und Schicht- und
Arbeitspläne so umgestaltet, dass notwendige Sicherheitsabstände eingehalten werden konnten. Ziel des Manage-
ments war es, durch die Anpassungen des Produktionsprogramms sowie durch die Nutzung von Kurzarbeit und
anderen arbeitsplatzsichernden Maßnahmen die negativen Effekte so gering wie möglich zu halten.
Im Fall begründeter Verdachtsfälle wurden die betroffenen Personen weiterhin, noch vor dem Vorliegen eines
amtlichen Testergebnisses, frühzeitig in Quarantäne geschickt, selbst wenn es dafür keinen Kostenersatz gab. Auch
diese Maßnahme hat dazu beigetragen, die Fallzahlen an den Standorten gering zu halten.
Nach der Verfügbarkeit von Impfstoffen wurden so früh wie möglich Termine für eine Impfung im Unternehmen am
Hauptstandort Leonding angeboten. Von dieser Möglichkeit haben in Summe mehr als 250 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter Gebrauch gemacht. Etliche andere Beschäftigte konnten bereits im Rahmen von zielgruppenspezifischen
Aktionen davor geimpft werden.
Personalpolitik
Rosenbauer verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie, die von einem modernen Personalmanagement
unterstützt wird. Wichtigste Ziele sind die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in der
Öffentlichkeit, die Implementierung von modernen Führungsinstrumenten in den operativen Prozessen, die Förderung
von Internationalität und Diversität in der Mitarbeiterstruktur sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine
leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial kompetente Mitarbeitende; es unterstützt diese gezielt bei
der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten. Neben einem umfangreichen Qualifizierungsangebot gibt es spezielle
Programme für die Team- und Führungskräfteentwicklung. Die COVID-19-Pandemie hat Auswirkungen auf den mit
Ende 2017 begonnenen wachstumsbedingten Personalaufbau.
141
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Mit durchschnittlich 1.491 Mitarbeitern beschäftigte die Rosenbauer International AG im Jahr 2021 etwa gleich
viel Mitarbeiter als zum Stichtag des Vorjahres (2020: 1.475). Die Gesamtzahl der Mitarbeiter gliedert sich in
788 Arbeiter (2020: 800), 613 Angestellte (2020: 580) und 90 Lehrlinge (2020: 95).
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeitenden ist eine der wichtigsten Aufgaben des HR-Managements.
Rosenbauer evaluiert laufend das Angebot an Aus- und Weiterbildungsprogrammen und adaptiert es für
gegebene strategische und organisationale Bedarfe. Diese umfassen vor allem technische und betriebswirt-
schaftliche Trainings, Seminare zur Verbesserung der Projektmanagement-Kompetenz, der Präsentationsfähig-
keit, der Verhandlungs- und Gesprächsführung sowie der sozialen Kompetenzen, oder Angebote zum Erlernen
und zur Perfektionierung von Fremdsprachen.
Um das Diversitätsbestreben durch Personalentwicklungsmaßnahmen zu unterstützen, wurden erstmals
Unconscious Bias-Trainings angeboten. Trotz der anhaltenden Pandemie wurden 2021 im Konzern für Aus-
und Weiterbildungsmaßnahmen insgesamt 600 t€ (2020: 750 t€) aufgewendet. Die Trainings erfolgten dabei
angepasst an die unterschiedlichen Regelungen in Präsenz, in hybriden oder virtuellen Formaten.
Die bewährten, aber aufgrund der Pandemie verschoben abgehaltenen Management-Programme wurden
unter strenger Einhaltung aller Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen im Jahr 2021 fortgesetzt. Das Rosenbauer
Next-Level-Programm, das Führungskräfte aus allen Konzerngesellschaften auf ihre Führungsaufgaben vorbe-
reiten und dazu beitragen soll, eine strategische Managementreserve aufzubauen, und dessen Ziel es ist,
akademisch fundiert und praxisrelevant Management- und Leadership-Skills nachhaltig zu etablieren, konnte
erfolgreich abgeschlossen werden. Das Programmportfolio wurde um das „Operations-Management Develop-
ment Program“ ergänzt, das im Jahr 2022 erstmalig durchgeführt werden wird. Das neue Programm orientiert
sich an den bereits bewährten Management Programmen und richtet sich an Führungskräfte im Produktions-
und produktionsnahen Bereich aller deutschsprachigen Konzerngesellschaften.
Der zweite Durchgang der Rosenbauer Sales & Purchase Academy – eine Maßnahme, die die komplette
Vertriebs- und Einkaufsmannschaft bestmöglich auf künftige Herausforderungen vorbereiten soll – wurde
erfolgreich abgeschlossen. Fokussiert auf den tatsächlichen Verkaufs- und Einkaufsalltag finden sich The-
menschwerpunkte wie Kundenanalyse, Kommunikation & Präsentation sowie Verhandlungstechniken in dem
Programm.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen Stellenwert, die wichtigsten Lehrberufe waren
Metalltechniker mit Schwerpunkt Maschinenbau, Mechatroniker und Industriekaufleute.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin die gleichen Chancen einzuräumen – unab-
hängig von Abstammung, Alter, Geschlecht, Kultur oder Herkunft. Um die Diversität zu fördern, hat Rosenbauer
2021 die Initiative women@rosenbauer gegründet. Dieses Frauennetzwerk wurde seitens des Vorstandes für das
Geschäftsjahr 2022 mit einem Budget ausgestattet, um weitere Wirksamkeit entfalten zu können. Im Vorder-
grund steht zunächst die Erhöhung der Frauenquote generell, besonders aber im Führungskreis der Rosenbauer
International. Entsprechende Maßnahmen werden seitens des Bereiches Human Resources gemeinsam mit dem
Frauennetzwerk erarbeitet und schrittweise umgesetzt.
In diesem traditionell von Männern geprägten Berufsfeld sind gezielte Maßnahmen zur Förderung von Frauen
nötig. Women@rosenbauer zielt vor allem auf die Vernetzung der Mitarbeiterinnen ab, auf gegenseitige Unter-
stützung und Austausch. So wurden in mehreren Arbeitsgruppen Forderungen und Maßnahmen ausgearbeitet,
die die Geschlechterausgewogenheit verbessern sollen. Dazu zählen beispielsweise eine intensivere Begleitung
von Frauen und Männern in Karenz-, (Elternzeit), eine interne Website mit Informationen zum Thema Gleichstel-
142
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
lung sowie die Ausarbeitung einer No-go-Policy, um das Miteinander aller Mitarbeitenden zu verbessern. Ein
weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Recruiting, der in Zukunft explizit mehr Frauen für Rosenbauer
gewinnen möchte, insbesondere in technischen Berufen. Es werden mehrere Maßnahmen unterstützt, die
Mädchen schon im Schulalter für die Technik begeistern sollen.
Dies spiegelt sich auch in der bevorzugten Aufnahme von weiblichen Lehrlingen wider. So werden schon seit
einigen Jahren junge Frauen in den Lehrberufen Mechatronik und Metalltechnik ausgebildet bzw. sind diese
mittlerweile bereits als Produktionsmitarbeiterinnen tätig.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag 2021 auf der Weiterentwicklung des bestehen-
den Produktangebotes und der Ausweitung der elektrischen Fahrzeugflotte. Die Vorstellung der Produktneuhei-
ten erfolgte pandemiebedingt im Rahmen einer internationalen virtuellen Messe im März 2021. Dieses Format
bietet den Vorteil, Kunden über alle Zeitzonen hinweg über die Neuheiten zu informieren und sich mit ihnen via
Live-Chat auszutauschen.
Zu den wichtigsten Innovationen im Berichtsjahr zählen beispielsweise das RFC Battery Extinguishing System,
ein innovatives Löschsystem für E-Autos, die BOROS Feuerwehrstiefel, der HEROS H30 Feuerwehrhelm sowie
das neue Lüftersystem RTE AX B16. Darüber hinaus startete Rosenbauer mit der Realisierung der ersten
E-Drehleiter auf Basis der L32A-XS.
2021 wurden in der Rosenbauer International AG 12,2 Mio € (2020: 10,3 Mio €) in Forschung und Entwicklung
investiert. Das sind 4,1 % (2020: 4,4 %) der relevanten Nettoerlöse der Eigenproduktion. Die Aktivierungsquote
betrug 27,2 % (2020: 15,6 %).
Löschfahrzeug mit Elektroantrieb
Mit dem Revolutionary Technology (RT) läutete Rosenbauer eine neue Ära der Löschfahrzeuge ein. Seit Anfang
2021 testen die Feuerwehren Amsterdam, Berlin und Dubai als Innovationspartner den RT und stellen die dabei
gewonnenen Erkenntnisse für die Serienentwicklung und -produktion zur Verfügung. Den ersten Flottenauftrag
für vier RTs erteilte die Berufsfeuerwehr des Kantons Basel-Stadt im Berichtsjahr. Im März 2022 erfolgte die
Auslieferung des ersten RTX an das Los Angeles Fire Department, Kalifornien.
Als komplette Neuentwicklung verkörpert der RT die nächste Generation im Feuerwehrfahrzeugbereich.
Nicht nur die Antriebstechnik ist revolutionär, sondern auch die Fahrzeugarchitektur und damit die komplette
Aufbauphilosophie sowie die durchgängig intuitive Bedienbarkeit. So können alle Funktionen des RT, von der
Beleuchtung bis hin zur Löschtechnik, digital gesteuert werden. Alle Fäden eines Einsatzes laufen im RT als
Informations- und Kommandozentrale zusammen. Dafür baut er ein eigenes abgesichertes WLAN auf, fungiert
als drahtloser Steuerstand für Roboter, Drohnen und Sensorsysteme und sorgt für die Vernetzung mit der
Einsatzleitstelle, dem Datencenter, dem World Wide Web und in Zukunft mit dem Internet der Dinge (IoT).
Die Hochvolt-Batteriespeicher des RT liefern in der 132-kWh-Variante ausreichend Energie, um damit nicht nur
den Fahrantrieb zu speisen, sondern einen kompletten Feuerwehreinsatz elektrisch abarbeiten zu können. Dies
gilt sowohl für technische Einsätze als auch für kürzere Löscheinsätze, da die Pumpe ebenfalls elektrisch
betrieben wird. Für längere Löscheinsätze ist im Fahrzeug ein Range Extender verbaut, der aus einem modernen
6-Zylinder-Dieselmotor und einem Stromgenerator besteht. Mit diesem Tandem wird der RT zu einem mobilen
Kraftwerk, das nicht nur die Akkus automatisch wieder auflädt, wenn mehr Energie verbraucht wird, als in ihnen
gespeichert ist, sondern auch an der Einsatzstelle eine Notstromversorgung sicherstellt.
143
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Auszeichnungen für den Revolutionary Technology
Rosenbauer zählt zu den Vorreitern bei Produktentwicklungen und ist Weltmarktführer im Bereich abwehrender
Brandschutz. Dies bescheinigen auch die erhaltenen Auszeichnungen wie der „Österreichische Staatspreis für
Innovation“.
Mit dem Staatspreis Innovation werden jährlich herausragende Leistungen von heimischen Unternehmen
gewürdigt. Er wird im Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstand-
ort von der Austria Wirtschaftsservice GmbH organisiert. Die Teilnehmenden kommen aus allen österreichischen
Bundesländern, die diese im Rahmen eigener regionaler Innovationspreisen ermitteln. Marktreif sollten die
eingereichten Innovationen sein und erste Erfahrungen über ihre Auswirkungen bereits vorliegen. Beim Rosen-
bauer Revolutionary Technology war beides der Fall.
Der RT vereint Design, Anwenderfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und zukunftsweisende Technologien, die den
Feuerwehren den Weg in eine nachhaltige und digitale Zukunft ebnen. Dies überzeugte auch die Red Dot Jury,
die den RT mit dem Red Dot Design Award 2021 in der Kategorie Product Design auszeichnete.
Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für den RT auf mehr als 3.200 Fahrzeuge bis 2030, wobei die
Nachfrage nicht nur von kommunalen Feuerwehren, sondern auch von Flughafenbetreibern und Industrieunter-
nehmen kommt. In Europa könnten 2025 bereits 700 bis 800 derartige Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz sein.
Erweiterung der elektrischen Fahrzeugflotte
Im Berichtsjahr erfolgte mit der Elektrifizierung der ersten Drehleiter L32A-XS auf einem Volvo FE Electric
Chassis auch der Startschuss für die Erweiterung der elektrischen Fahrzeugflotte. Das in den letzten Jahren
erarbeitete Know-how im Bereich der Hochvolt-Technologie fließt in diese Entwicklung maßgeblich ein.
Die Funktionalität und der Nutzen haben dabei oberste Priorität. Eine E-Drehleiter muss ebenso funktionell,
leistungsfähig und zuverlässig sein wie die bewährte Standarddrehleiter. Der Prototyp auf Basis der
DIN EN 14043:2014 und EN 1846 soll im Sommer 2022 präsentiert werden. Mit Schutz & Rettung Zürich,
der größten zivilen Rettungsorganisation in der Schweiz, steht auch bereits der erste Leadkunde für den
Testbetrieb fest. Mit der E-Drehleiter L32A-XS unterstreicht Rosenbauer seine führende Rolle als Trendsetter
in der Feuerwehrbranche.
Bereits heute bietet Rosenbauer seinen Kunden die Möglichkeit der Wahl: Das gewünschte elektrische Kommu-
nalfahrzeug entweder auf einem von Rosenbauer entwickelten Chassis wie beim RT oder auf einem Serienchas-
sis wie bei der E-Drehleiter oder dem Logistikfahrzeug fertigen zu lassen.
Es ist geplant das Angebot der elektrischen Fahrzeugflotte sukzessive auszubauen, mit dem Ziel 2023 in jeder
Fahrzeugkategorie ein Modell mit alternativem Antrieb anbieten zu können. Das nächste Modell wird im Juni auf
der Interschutz 2022 der Öffentlichkeit präsentiert.
Digitale Produkte und Services
Rosenbauer Digital Solutions hat intensiv an der Weiterentwicklung der Produkte gearbeitet, um die digitale
Kundenerfahrung zu verbessern. So wurde ein neues Dashboard für RDS Connected Fleet entwickelt, über das
Fahrzeug- und Flottendaten in Echtzeit abrufbar und analysierbar sind. Mit Connected Command bietet RDS eine
360-Grad-Sicht auf alle relevanten Informationen zum Einsatzort in Echtzeit. Alle Daten laufen über die gesi-
cherte europäische RDS-Cloud.
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Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
2022 wird eine Mobile App von RDS Connected Command entwickelt und in die verstärkte Einbindung von
weiteren Rosenbauer und Partnerprodukten investiert. Das Nutzerwachstum und die Steigerung der Kunden-
zufriedenheit sind bei digitalen Produkten die wesentlichen Ziele für die Positionierung von Rosenbauer als
Technologie- und Innovationsführer.
Innovatives Batteriebrandlöschsystem für E-Autos
Laut Verband der europäischen Autohersteller (ACEA) stieg die Zahl der Neuzulassungen von vollelektrischen
Autos in der EU 2021 um 63 % gegenüber dem Jahr davor. Dies entspricht etwa 880.000 neuen Fahrzeugen, die
nun auf Europas Straßen unterwegs sind. Die ständig steigende Zahl von E-Autos stellt auch Feuerwehren vor
neue Herausforderungen in der Brandbekämpfung.
Rosenbauer hat mit dem RFC Battery Extinguishing System ein Löschsystem für ein schnelles und sicheres
Löschen von Batterien basierend auf Lithium-Ionen-Technologie auf den Markt gebracht. Das Löschsystem
bringt das Löschwasser genau dorthin, wo es zur Kühlung der Zellen und Module benötigt wird – direkt in das
Akkugehäuse. Hierfür wird der Löschdorn mit einer Kraft von mehreren Tonnen in den Akku getrieben und das
Löschwasser durch die perforierte Löschlanze direkt im Inneren des Akkus ausgebracht. Das Wasser füllt das
Akkugehäuse vollständig und führt damit zu einer effizienten Kühlung. Die Wassermenge eines normalen TLF/
HLF reicht aus, um den Löscherfolg sicherzustellen. Für die Versorgung mit Löschwasser genügt eine Normal-
druck-Pumpe. Dadurch wird sehr ressourcenschonend gelöscht und die Ausbreitung der Rauchgase auf ein
Minimum reduziert.
Die Einsatzkräfte müssen sich dafür nur kurz in der Nähe des brennenden Fahrzeuges aufhalten, da das System
über die Bedieneinheit aus der Entfernung aktiviert werden kann. Das System vereint somit Sicherheit für die
Einsatzkräfte und Effizienz in der Brandbekämpfung.
INFORMATIONEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer
International AG beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen
anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind
Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 % der Anteile an der Rosenbauer International AG.
Die BVG hat die Übertragung ihrer Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 % der Stimmen gebunden. Unter
Beachtung der Gleichbehandlung liegen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien keine
Beschränkungen vor, sofern der Anteil an Inhaberaktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt
unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH hält indirekt durchgerechnet
11,9 % der Anteile an der Rosenbauer International AG. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit besonderen
Kontrollrechten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied des Vorstandes kann nur bestellt
werden, wer das 65. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht vollendet hat. Die Bestellung einer
Person zum Mitglied des Vorstandes, die zum Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet hat,
ist jedoch dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss der Hauptversammlung die Zustimmung mit
einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann nur gewählt werden, wer
145
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht vollendet hat. Die Wahl einer Person zum Mitglied des
Aufsichtsrates, die zum Zeitpunkt der Wahl das 70. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch zulässig, wenn
der entsprechende Beschluss in der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen
gefasst wird.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der
Gesellschaft, ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist auf der Website www.rosenbauer.com/de/at/
group im Kapitel „Investor Relations“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
RISIKEN UND CHANCEN
Risikomanagement
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit unterschiedlichen Risiken konfrontiert. Die kontinuier-
liche Identifizierung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ist integraler Bestandteil des Führungs-, Planungs-
und Controlling-Prozesses. Das Risikomanagement greift auf die im Konzern vorhandenen Organisations-,
Berichts- und Führungsstrukturen zurück und ergänzt diese um spezifische Elemente, die zur ordnungsgemäßen
Risikobeurteilung erforderlich sind. Im Kern besteht das Rosenbauer Risikomanagement aus fünf Elementen:
der schriftlich ausformulierten Risikostrategie sowie
der ergänzenden Risikopolitik zusammengefasst in einem konzernweit gültigen
Risikomanagement-Hand buch,
einer definierten Organisationsstruktur mit Risiko-
verantwortlichen in den als Risk Unit definierten Areas, Tochtergesellschaften und Abteilungen
sowie einem zentralem Group Risk Manager,
einer regelmäßigen Risikoerfassung und -bewertung
in allen Risk Units,
der Reporting-Struktur des Konzerns und
dem Risikobericht auf Konzernebene und Auswertungen auf der Ebene einzelner Risk Units.
Systematische Überwachung
Das Rosenbauer Risikomanagement wurde im Jahr 2021 von Grund auf überarbeitet. Dabei wurden neben einem
neuen System auch die Risikomanagementprozesse weiterentwickelt und die Rollen und Aufgaben an die
geänderte Risikostruktur angepasst.
Das Risikomanagement wird in dem neuen System abgebildet, das eine übersichtliche Darstellung der im
Rosenbauerkonzern vorhandenen Risiken auf der Ebene der jeweiligen Risk Unit ermöglicht. Die Identifikation
und Erfassung der Geschäftsrisiken wird mittels eines strukturierten Prozesses zweimal jährlich durchgeführt,
bei dem die Risikoverantwortlichen durch den Group Risk Manager intensiv begleitet und unterstützt werden.
Die Bewertung der Risiken erfolgt im Hinblick auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre allfällige Auswirkung
auf das EBT. Als Hilfestellung sind in einem Katalog zehn Risikokategorien erfasst, in die die identifizierten
Risiken, die eine Bedrohung für das Unternehmen darstellen können, eingeordnet werden. Darüber hinaus
ermöglicht es das neue System, auch Chancen im Risikomanagementprozess zu berücksichtigen. Diese werden
analog den Risiken mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung auf das EBT bewertet.
146
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforderlichen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen
und die Instrumente zur Risikobewältigung als definierte Maßnahmen abgeleitet und den jeweiligen Risiken
zugeordnet. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Risikoverantwortlichen in den einzelnen Risk Units.
Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Risikoinventur einmal jährlich an den Prüfungsausschuss berichtet.
Im Zuge dieses Termins werden auch die generelle Funktionsfähigkeit und die Wirksamkeit des Systems
beurteilt.
Im Jahr 2021 wurde eine Prüfung durch einen externen Auditor durchgeführt, um das Design und die Implemen-
tierung des Risikomanagements des Rosenbauer Konzerns gemäß der C-Regel 83 ÖCGK zu beurteilen.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität und Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern.
Es besteht aus systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen zur Einhaltung von
internen und externen Richtlinien sowie zur Abwehr von Schäden, die beispielsweise durch ungeregelte oder
unrechtmäßige Handlungen verursacht werden können. Die Kontrollen sind direkt in die unternehmerischen
Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus erfolgen prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der
Kontrollen durch die Interne Revision.
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen Regelungen und Richtlinien dar. Dazu
kommen die im Integrierten Managementsystem verankerten Prozessdarstellungen und hinterlegten Arbeitsan-
weisungen. Im Rahmen von internen Audits wird kontrolliert, ob diese Richtlinien eingehalten und die Prozesse
sauber ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert, Empfehlungen abgeleitet und die operative
Umsetzung wird überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist durch eine klare Aufbau- und Ablauforganisation
gekennzeichnet. Sämtliche Funktionen sind eindeutig Personen (zum Beispiel in Finanzbuchhaltung oder
Controlling) zugeordnet. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeitenden erfüllen alle fachlichen
Voraussetzungen. Bei den relevanten Prozessen der Rechnungslegung wird, soweit es die Größe der jeweiligen
Gesellschaft zulässt, auf ein Vier-Augen-Prinzip geachtet. Bei den verwendeten Finanzbuchhaltungssystemen
handelt es sich überwiegend um Standardsoftware, die gegen unbefugte Zugriffe geschützt ist. Auf den
Rechnungslegungsprozess bezogene wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in einem
Konzernhandbuch verbindlich festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen wird regelmäßig anhand von Stichproben und
Plausibilitätsprüfungen überprüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das konzernweite Controlling und
Treasury. Detaillierte Finanzberichte werden auf Monats- und Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich aktuell
abrufbar, um Abweichungen in der Ertrags- und Vermögenslage von den Planzahlen rasch identifizieren und
beheben zu können.
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben den prozessorientierten Rahmenbedingungen vor
allem ablauforientierte Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen Einheiten umgesetzt werden müssen. Die
operative Verantwortung liegt bei den jeweiligen Prozessverantwortlichen. Die Einhaltung des Rosenbauer Regel-
werks wird durch die Interne Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen der einzelnen Bereiche überwacht.
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Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Erläuterung der Einzelrisiken
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erwärmung – Risiken und Chancen
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung einer externen Beratung eine Analyse der klimabezogenen Risiken und
Chancen durchgeführt. Dabei wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures
(TCFD) angewandt. Hier erfolgte in einem ersten Schritt die Identifikation von jenen klimabezogenen Risiken und
Chancen, die für Rosenbauer potenziell finanziell relevant sein könnten. Diese identifizierten klimabezogenen Risiken
und Chancen wurden in der Folge einer Bewertung hinsichtlich ihrer finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die physischen Klimarisiken für die Rosenbauer Produk-
tions- und Montagestandorte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene Chance der allgemein zunehmende
Bedarf an Brandschutzprodukten sowie die Chancen für neue Rosenbauer Produkte und Services. Weiterführende
Informationen finden Sie im Nachhaltigkeitsbericht 2021 von Rosenbauer.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläufer und reagiert erst mit einer Verzögerung von zwölf
bis 24 Monaten auf konjunkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die Kunden überwiegend aus dem öffentlichen
Sektor kommen, ihre Beschaffungen langfristig planen und mit ihren Investitionen auch antizyklisch Impulse setzen
wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen orientiert sich Rosenbauer an den Annahmen
führender Institutionen über die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern. Auch nach
Elementarereignissen und Naturkatastrophen wird verstärkt in Feuerwehrtechnik investiert. Planbar sind diese
Beschaffungen zwar nicht, bieten aber immer wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feuerwehrausstatter.
Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen Branchenrisiken und nutzt Chancen durch rasches Reagieren
auf Marktveränderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung abgeleitet und umfasst einen nach Regionen und
Produkten gegliederten Zielkatalog, der als Steuerungsinstrument dient. So können Chancen und strategische
Risiken frühzeitig erkannt werden. Zur nachhaltigen Absicherung des Wachstums verfolgt Rosenbauer eine konse-
quente Internationalisierungsstrategie. Mit Produktionsstätten auf drei Kontinenten und einem weltweiten Vertriebs-
und Servicenetz lassen sich Absatzschwankungen in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehrbranche herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die zuneh-
mende Zentralisierung des Beschaffungswesens bietet durch die Förderung eines fairen Wettbewerbs und transpa-
rentere Prozesse Chancen, birgt aber auch durch die Bündelung der Beschaffung das Risiko, Großaufträge zu
verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt- und Absatzentwicklung in den einzelnen Ländern
bzw. Areas und hat für jeden Vertriebs- und Produktbereich klar definiert, wie dabei strategisch vorzugehen ist und
welche Wachstumsziele verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
148
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch oder rechtlich veränderter Rahmenbedingungen
ergeben, können kaum abgesichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen Abnehmer kommt es aller-
dings nur in Ausnahmefällen zu Stornierungen von Aufträgen. Durch politische Krisen oder allfällige Embargo-
bestimmungen kann der Zugang zu bestimmten Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
Viele Länder haben in letzter Zeit strengere Regelungen hinsichtlich des Einsatzes von gefährlichen Substanzen
erlassen. Die Nichteinhaltung der einschlägigen Vorschriften kann mit erheblichen Strafen und Reputationsrisi-
ken verbunden sein. Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Löschmitteln vor. Spezielle Vorkehrungen
zur Vermeidung von gefährlichen Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer begegnet den
strengeren Bestimmungen mit der Entwicklung von speziellen Zumischsystemen und Werfern, die den Einsatz
von fluorfreien Schaummitteln ermöglichen und damit Umwelt und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesundheit gefährden können, durch die laufende
Überwachung der Risikoarbeitsplätze sowie durch die Einhaltung lokaler Vorschriften entgegengetreten.
Betriebliche Risiken
Produktionsrisiken und -chancen
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Risiken entlang der Wertschöp-
fungskette. Im Zuge sich verkürzender Innovationszyklen kommt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit
wachsende Bedeutung zu. Die potenziellen Produktionsrisiken werden über eine Reihe von Kennzahlen (Produk-
tivität, Montage- und Durchlaufzeiten, Produktionsstückzahlen, Qualität, Kosten etc.) permanent überwacht. Das
zentrale Steuerungselement in der Fahrzeugfertigung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende Kalkulation“,
bei der im Soll-Ist-Vergleich die Herstellkosten jedes Einzelauftrages überwacht werden. Zur Abfederung von
Veränderungen in der Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzernverbund und vergibt
Fertigungsaufträge auch an externe Partner. Dadurch wird das Risiko einer Unterauslastung der Produktion im
Falle eines deutlichen Marktrückganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der Produktion ergeben können, werden durch
entsprechende Produktionsausfallsversicherungen abgedeckt. Eine angemessene Versicherungsdeckung
besteht auch für Risiken im Zusammenhang mit Feuer, Explosionen und ähnlichen elementaren Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer betreibt ein konsequentes Qualitätsmanagement nach ISO 9001. Dieses wird laufend auditiert und
trägt wesentlich dazu bei, weltweit eine einheitlich hohe Produktqualität zu gewährleisten und Haftungsrisiken
aus Produktmängeln zu minimieren. Moderne Entwicklungsmethoden, die permanente Kontrolle und Verbesse-
rung der Produktqualität sowie laufende Prozessoptimierungen tragen ebenfalls zur Verringerung von Risiken bei.
Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern neben dem Risikomanagementsystem auch das
Instrument der Produkthaftpflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit höchstmöglichem Kundennutzen
anbieten zu können, betreibt Rosenbauer ein systematisches Innovationsmanagement und arbeitet in der
Produktentwicklung eng mit den Feuerwehren zusammen. Ein professionelles Produktmanagement gibt die
Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer Technologie-Roadmap werden Marktanalysen und
Wirtschaftlichkeitsüberlegungen miteinbezogen.
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der Personalbasis der Feuerwehren nach sich und stellt
damit auch die Hersteller von Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderungen. Frauen und ältere Menschen
werden künftig vermehrt im Feuerwehrdienst tätig sein, Technik und Ausrüstung müssen demnach so gestaltet
149
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
werden, dass sie deren Bedürfnissen in der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäftigt sich im
Innovations-, Technologie- und Wissensmanagement sowie in der Produktentwicklung intensiv mit diesen
Herausforderungen und bindet die Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungsprozess mit ein.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Als Beschaffungs- und Einkaufsrisiken sind insbesondere Lieferausfälle, Preiserhöhungen, Qualitätsprobleme
und andere Verwerfungen der Supply Chains zu betrachten. Im zweiten Pandemiejahr 2021 wurde die Wider-
standsfähigkeit der Lieferketten auf eine harte Probe gestellt. Es war das erklärte Ziel, eine weitgehend stabile
Materialversorgung der Produktion sowie der Kunden zu gewährleisten.
Ein entscheidender Baustein für die Fahrzeugfertigung ist dabei die termingerechte Bereitstellung von Fahrge-
stellen. Diese Versorgungssicherheit durch die Fahrgestellhersteller war etwa durch mangelnde Verfügbarkeit
von Elektronikbauteilen nicht in der gewohnten Weise gewährleistet. Generell war das vergangene Jahr durch
viele Störungen in den globalen Lieferketten gekennzeichnet. In vielen Materialgruppen kam es zu deutlich
erhöhten Lieferzeiten. Die Entwicklungen der Rohstoffpreise wie Stahl oder Aluminium schlugen sich sukzessive
in den Preisen des Beschaffungsmaterials nieder. Die zuletzt angestiegenen Energiekosten verstärkten ebenfalls
den Preisdruck im Markt.
Um für die Herausforderungen an die Beschaffung gewappnet zu sein, wurde der proaktive Kontakt mit den
Lieferanten intensiviert. In diesem Zusammenhang wird vorausschauender mit den Partnern geplant, um den
gestiegenen Laufzeiten und Preisentwicklungen Rechnung zu tragen. Die Standardisierung von Bauteilen und
Komponenten, die Diversifizierung der Lieferantenstruktur sowie eine nachhaltige Beschaffungsstrategie wirken
diesen Risiken zusätzlich entgegen. Um die termin- und qualitätskonforme Versorgung der Produktion sicherzu-
stellen, werden die wichtigsten Zulieferer überwacht sowie die Planung und Steuerung der Lieferkette gemein-
sam mit den Lieferanten laufend weiterentwickelt. Dadurch kann das Risiko von Produktionsstörungen oder
Ausfällen reduziert werden.
Rosenbauer benötigt in erster Linie Aluminium-, Stahl- und Kunststoffteile. Durch eine weitblickende Einkaufspo-
litik werden auch in schwierigem Umfeld möglichst niedrige Einkaufspreise abgesichert. In der Produktion wird
aufgrund der überwiegenden Montagetätigkeit nur wenig Prozessenergie benötigt.
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyberrisiko. Unter dem Begriff „Cyberrisiko“ werden viele
Einzelrisiken zusammengefasst, die aus einem potenziellen Cyber-Angriff resultieren können. Im Wesentlichen
sind das die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten (Ausspähen, Datenverlust), die Verletzung der Integrität
des IT-Systems oder der Daten (Manipulation durch Schadsoftware), die Verletzung der Verfügbarkeit des
IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im internen Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und
Ähnliches.
Damit erst gar kein Cyberrisiko schlagend wird, legt Rosenbauer großes Augenmerk auf eine sichere IT-Infra-
struktur. Diesen Risiken wird durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, den Einsatz von „State-of-
the-Art“ IT-Security-Systemen, modernen Datensicherungsmethoden sowie durch strukturierte Zugangs- und
Zugriffskontrollen begegnet. Die Robustheit der Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte Angriffe von
außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flankierend durch gezielte, regelmäßige IT-Security- und
Datenschutz-Awareness-Trainings der Mitarbeitenden unterstützt.
150
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im Wesentlichen aus Montagearbeiten und birgt
daher kaum Umweltrisiken. Darüber hinaus gelten für die Prozesse klare Umweltstandards und Anweisungen,
die in einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 dokumentiert sind und laufend durch interne wie
externe Audits überprüft und weiterentwickelt werden. Das Energiemanagement an den österreichischen und
deutschen Fertigungsstandorten ist nach ISO 50001 zertifiziert und dient als Instrument, mit dem Energiekosten
und -verbräuche überprüft und Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs abgeleitet werden.
Personelle Chancen und Risiken
Rosenbauer steht in einem veritablen Wettbewerb um die besten Köpfe. Der Unternehmenserfolg hängt
entscheidend davon ab, wie gut es gelingt, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und an das Unternehmen
zu binden.
Ein leistungsorientiertes Entgeltsystem mit Beteiligung am Unternehmenserfolg sowie ein ausgeprägtes
Talent-Management sind zwei der Instrumente, die Rosenbauer dabei einsetzt. Für die Personalgewinnung
sorgen unter anderem Kooperationen mit Bildungseinrichtungen und ein umfassendes Management der
Praktikantinnen und Praktikanten. Vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten tragen dazu bei, die
Mitarbeitenden im Unternehmen zu halten. Außerdem beschäftigt sich Rosenbauer intensiv mit der Nachfolge-
planung für Schlüsselpositionen im Management.
Das Unternehmen nimmt die demografische Entwicklung zum Anlass, mit den Veränderungen durch eine älter
werdende Belegschaft umzugehen und einen qualifizierten Fach- und Führungskräftenachwuchs mit entspre-
chender Vielfalt hinsichtlich Sprache, Geschlecht und Internationalität zu sichern. Um Frauen für die Technik zu
gewinnen, bildet Rosenbauer vermehrt weibliche Lehrlinge aus und führt diese gezielt auch an Produktionstätig-
keiten heran.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen der Geschäftstätigkeit mit
rechtlichen Verfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert. Diese können unter anderem
die Produktsicherheit, Patente sowie andere Immaterialgüterrechte, Händler-, Lieferanten- und weitere Vertrags-
beziehungen betreffen sowie zu wettbewerbsrechtlichen Verfahren führen.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregelmä-
ßigkeiten festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahresende
2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg
wurden eingeleitet und sind derzeit noch offen.
Die Rosenbauer International AG wurde Ende Jänner 2022 informiert, dass im Zusammenhang mit einer
Steuerfahndungsprüfung gegen einen ehemaligen Geschäftsführer von Tochterunternehmen eine Steuerverbind-
lichkeit droht. Die Steuerverbindlichkeit bezieht sich dabei auf einen Zeitraum, in dem die betroffenen Tochter-
unternehmen noch nicht im Eigentum der Rosenbauer International AG standen. Im Jahresabschluss ist eine
Steuernachforderung gegen den vormaligen Geschäftsführer und wirtschaftlichen Eigentümer eines Tochterun-
ternehmens in Höhe von 3,4 Mio €, die die Rosenbauer International AG als Rechtsnachfolgerin in einem ersten
Schritt tragen muss, bilanziell berücksichtigt. Rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Geschäftsführer und die
vormalige Eigentümerin der Tochterunternehmen wurden eingeleitet.
151
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Compliance-Risiken wird im Rahmen des Rosenbauer Compliance-Managements begegnet. Regelmäßige
Schulungen zielen darauf ab, Compliance-relevanten Verstößen vorzubeugen. Für das Melden von Verdachtsfäl-
len in Bezug auf Kartellrecht, Korruption, Wirtschaftskriminalität, Diskriminierung oder auch sexuelle Belästigung
steht allen Mitarbeitenden, Lieferanten und Geschäftspartnern seit Mitte Dezember 2021 eine anonyme
Hinweisgeberplattform zu Verfügung. Mit der Einführung dieses Hinweisgebersystems entspricht Rosenbauer
der EU-Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden.
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unternehmen von großer Bedeutung. Dank der guten
Eigenmittelausstattung und der hervorragenden Bonität des Rosenbauer Konzerns konnten die benötigten
Betriebsmittel- und Investitionsfinanzierungen ohne Einschränkungen und zu sehr guten Konditionen sicherge-
stellt werden.
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und währungsbedingte Risiken, die durch den Einsatz
entsprechender Sicherungsinstrumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine konzernweit geltende Finanz- und
Treasury-Richtlinie, welche Instrumente zulässig sind. Die operativen Risiken werden durch derivative Finanzinst-
rumente wie zum Beispiel Devisentermingeschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abgesichert. Diese Transakti-
onen werden ausschließlich zur Absicherung von Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulationszwecken
durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführungen in den Erläuternden Angaben im Konzernab-
schluss verwiesen.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können, werden gering eingeschätzt, da der überwiegende
Teil der Kunden öffentliche Abnehmer sind. Bei Lieferungen in Länder mit einem erhöhten politischen oder
wirtschaftlichen Risiko werden zur Absicherung staatliche und private Exportversicherungen in Anspruch
genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen, die von den Kunden, den Märkten, vom wirtschaft-
lichen Umfeld und im internationalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt werden, auch künftig zu erfüllen.
Aus der Analyse der derzeit erkennbaren Einzelrisiken ergeben sich keine Anhaltspunkte, die – für sich genom-
men oder in Kombination mit anderen Risiken – den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Dies gilt
sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen wirtschaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant
oder bereits eingeleitet worden sind.
Nachtragsbericht
Zur COVID-19-Pandemie und den daraus folgenden Schwierigkeiten in den Lieferketten und in der Produktions-
planung, verstärkt sich der Druck auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten durch den Ende Februar
begonnen Ukraine-Krieg. Rosenbauer ist zwar nicht direkt durch diese Krisen betroffen, allerdings werden die
schwierigen Rahmenbedingungen, die auch das Jahr 2021 belastet haben, weiter anhalten. Eine wesentliche
Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Bilanzansätze zum 31.12.2021 haben die Krisen derzeit nicht, allerdings
wird das Erreichen der Ziele für das Jahr 2022 zunehmend schwieriger.
Neben den globalen Krisen sind nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2021 keine weiteren Vorgänge von
besonderer Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage geführt hätten.
152
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
PROGNOSEBERICHT
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
1
Die Weltwirtschaft hat das Jahr 2022 schwächer begonnen als erwartet. Angesichts der rasanten Ausbreitung
der neuen COVID-19-Variante Omikron haben viele Länder wieder Mobilitätsbeschränkungen eingeführt.
Steigende Energiepreise haben zusammen mit Lieferkettenstörungen vor allem in den USA sowie in zahlreichen
Schwellenmärkten und Entwicklungsländern zu einer höheren und breit basierten Inflation geführt. Die anhalten-
den Ausgabenkürzungen in Chinas Immobiliensektor und die langsamere Erholung des Privatkonsums begrenzen
zusätzlich die Wachstumsaussichten.
Im laufenden Jahr 2022 wird sich deshalb nach Berechnungen des IWF das globale Wirtschaftswachstum von
zuletzt 5,9 % auf 4,4 % verlangsamen. Dieser Wert liegt um einen halben Prozentpunkt unter der Prognose vom
vergangenen Oktober und spiegelt die Rückstufungen der größten Volkswirtschaften wider. So wurde die
Vorhersage für die USA wegen der früheren Beendigung der akkommodierenden Geldpolitik durch die US-Noten-
bank und der anhaltenden Lieferkettenprobleme um 1,2 Prozentpunkte zurückgenommen, der Ausblick für
China wurde wegen der Unterbrechungen durch die Null-Toleranz-Politik in der Pandemiebekämpfung und des
langwierigen finanziellen Drucks unter Immobilienentwicklern um 0,8 Prozentpunkte nach unten revidiert.
Gleichzeitig wird die höhere Inflation wegen der Lieferkettenunterbrechungen und der hohen Energiepreise noch
länger aufrecht bleiben.
Die Risiken in diesem Szenario liegen auf der Hand: Das Auftreten weiterer COVID-19-Varianten könnte die
Pandemie verlängern und für neuerliche konjunkturelle Störungen sorgen. Darüber hinaus bedeuten Lieferket-
tenprobleme, volatile Energiepreise und lokaler Lohndruck Unsicherheit für die Inflation und politische Entschei-
dungen. Während die entwickelten Volkswirtschaften ihre Leitzinsen erhöhen, könnten neue Bedrohungen für
die finanzielle Stabilität und die Kapitalflüsse in Schwellenmärkte und Entwicklungsländer, deren Währungen und
Finanzposition auftauchen. Zusätzliche globale Risiken könnten aus den anhaltenden geopolitischen Spannun-
gen und aus der Klimaerwärmung hervorgehen.
Der Einmarsch von Russland in der Ukraine führte weltweit zu wirtschaftlichen Unsicherheiten und volatilen
Finanzmärkten. Während die Börsen mit Kursverlusten konfrontiert waren, explodierten die Preise für Gold, Öl
und Rohstoffe wie Aluminium. Die langfristigen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften und deren Wachstum
sind zum Zeitpunkt der Berichtserstellung nicht abschätzbar.
1
IWF, WORLD ECONOMIC OUTLOOK, UPDATE, 25. JÄNNER 2022., WELTBANK, GLOBAL ECONOMIC PROSPECTS, 11. JÄNNER 2022.
Perspektiven auf den Absatzmärkten
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit einem Abstand von ein bis zwei Jahren. Die
Nachfrage wird stark von Ländern mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt. Aber auch ein erhöhtes
Sicherheitsbewusstsein nach Naturkatastrophen und anderen Elementarereignissen führt zu vermehrten
Investitionen in Feuerwehrtechnik und -ausrüstung.
2022 sollte der globalen Feuerwehrbranche erneut Wachstum möglich sein. Insbesondere in den entwickelten
Volkswirtschaften scheint die Investitionsbereitschaft trotz der COVID-19-Pandemie ungebrochen und es
werden unverändert die entsprechenden Budgetmittel für den Brand- und Katastrophenschutz bereitgestellt.
Ausschlaggebend wird sein, wie lange die Lieferkettenstörungen noch die Produktion belasten. Gleiches gilt für
die pandemiebedingten Mobilitätsbeschränkungen.
153
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Der nordamerikanische Markt ist mit einer sehr dynamischen Nachfrage in das neue Jahr gestartet. Dahinter
stehen umfangreiche Förderprogramme für den Katastrophenschutz und für die E-Mobilität, die auch den
Feuerwehren zugutekommen. Die anhaltenden Lieferkettenstörungen und die befürchteten längeren Wartezeiten
veranlassen zudem viele Einsatzorganisationen ihre Beschaffungen vorzuziehen. Die gute konjunkturelle Lage
hat gleichzeitig das Angebot an qualifizierten Arbeitskräfte verknappt.
Europas Feuerwehrmarkt sollte auch 2022 seine solide Entwicklung fortsetzen. Am Beginn des dritten Pande-
mie-Jahres erscheint die Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand hoch und der Brand- und Katastrophen-
schutz kann auf umfangreiche Finanzmittel zurückgreifen. Die privaten Zuwendungen an die Feuerwehrorganisa-
tionen fließen wegen der Einschränkungen durch die Pandemiebekämpfung weiter langsam. Getragen wird die
Nachfrage vor allem von zentral- und ost- sowie nordeuropäischen Ländern.
Die schwache Branchenkonjunktur auf den asiatischen Feuerwehrmärkten wird sich im laufenden Jahr nur
geringfügig verbessern. Dabei werden die Marktvolumina auch weiterhin deutlich hinter den gewohnten Werten
zurückbleiben. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zu den Belastungen durch die COVID-19-Pandemie kommen in
einzelnen Ländern der Region länger schwelende wirtschaftliche Probleme und teils internationale Sanktionen.
Auch der Handelsstreit zwischen China und den USA schlägt sich negativ zu Buche. Niedrige Impfraten begünsti-
gen immer neue Ausbrüche des Coronavirus und führen zu lokalen Lockdowns.
Die Länder des Mittleren Ostens sind mit einer vergleichsweise niedrigeren Nachfrage in das neue Jahr gestartet.
Die Nachfrage insbesondere von Flughäfen ist derzeit gering, dafür reaktiviert der öffentliche Sektor zusehends
geplante Ausschreibungen. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war die Weltwirtschaft mit extremen Schwan-
kungen des Ölpreises konfrontiert. Abhängig von der weiteren Entwicklung im Verlauf des Jahres könnte sich
neues Potenzial für den Absatz von Rosenbauer Produkten ergeben.
Nordamerika
Die Area NOMA hat das laufende Geschäftsjahr mit einem äußerst robusten Auftragsbestand begonnen. Bei den
Auftragseingängen haben zuletzt steigende Beschaffungen von Kommunen und Regierungsstellen den Rückgang
im Flughafengeschäft mehr als kompensiert. Neben der voll batterieelektrischen „Revolutionary Technolo-
gy“-Modellreihe ist dabei auch das innovative Akkulöschsystem von Rosenbauer bei den Kunden auf wachsen-
des Interesse gestoßen.
In den kommenden Monaten wird es vor allem darum gehen, die negativen Auswirkungen der Lieferkettenstörun-
gen zu begrenzen sowie Verkaufspreise und Herstellkosten in der Balance zu halten. Im Hinblick darauf hat
Rosenbauer Minnesota die Produktion von Tanks und Mannschaftskabinen für den US-PANTHER, die vormals
zugeliefert wurden, wieder selbst übernommen. Die gestiegenen Materialkosten haben die verschiedenen
Konzernunternehmen im Wege von drei Preiserhöhungen an den Markt weitergegeben.
Die forcierten Vertriebsaktivitäten in Richtung Kommunen zeigen weiter erfreuliche Ergebnisse: So konnten nicht
nur mehrere Dealerships in größeren Städten als Partner für das Rosenbauer-Netzwerk gewonnen werden,
darunter der vierte Händler an der Ostküste, sondern auch der erste größere Flottenauftrag für das Nashville
Fire Department an Land gezogen werden. Die Betreuung städtischer Feuerwehren mit großen Fahrzeugflotten,
die über den gesamten Produktlebenszyklus begleitet werden, hat ein attraktives Wachstumspotenzial.
Rosenbauer International ist bestrebt, ihren Anteil an der Rosenbauer America LLC zu erhöhen und hat dazu
Gespräche mit einem Miteigentümer aufgenommen. Rosenbauer sieht darin eine strategische Chance für eine
154
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
stärkere Integration in die Konzernstrukturen und für einen Ausbau des Engagements im weltweit größten
Feuerwehrmarkt.
Europa
Die europäische Projektlandschaft befindet sich zum Jahresbeginn 2022 auf einem sehr guten Niveau. Zusätzli-
che Impulse sollten vom europäischen Wiederaufbauplan „NextGenerationEU“ kommen, der in den nächsten
Jahren über 800 Mrd. € an Darlehen und Zuschüssen vergeben soll. Vor allem die E-Mobilität und der Umstieg
auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben werden in diesem Zusammenhang treibende Kräfte der künftigen
Marktentwicklung sein.
Vor allem die D-A-CH-Region weist wie in der Vergangenheit eine sehr stabile Nachfrage auf. Diese spiegelt sich
in vielen Großprojekten, aber auch in zahlreichen Einzelbestellungen durch die Kommunen wider. In Südosteu-
ropa, wo der Rosenbauer Konzern zuletzt einige neue Absatzmärkte erschlossen hat, kommen immer wieder
größere Beschaffungen zur Ausschreibung. Dabei sind die Anforderungen von Land zu Land recht unterschied-
lich. Die Kommunalmärkte auf dem Balkan werden erfolgreich vom Konzernstandort Ljubljana in Slowenien
betreut.
2022 will Rosenbauer in Europa vor allem das Servicegeschäft weiter ausbauen, das zentral für die Kundenbezie-
hungen ist und zuverlässige Ergebnisbeiträge liefert. So ist etwa Rosenbauer Österreich im Berichtsjahr von
Leonding an den Standort Asten, ebenfalls in Oberösterreich, übersiedelt und hat eine neue, gut erreichbare
Anlaufstelle für Kunden eröffnet. Das neue Servicecenter mit 1.600 m2 Nutzfläche hat insgesamt 12 Fahrzeug-
stellplätze. Rosenbauer Deutschland hat die Werkstattkapazitäten an seinem Standort in Viersen, Nord-
rhein-Westfalen, um eine Halle mit 8 Fahrzeugstellplätzen praktisch verdoppelt.
Internationales Exportgeschäft
Das internationale Exportgeschäft von Rosenbauer sieht sich zum Jahresbeginn 2022 mit zahlreichen Herausfor-
derungen konfrontiert. Zum einen haben viele Länder wegen der COVID-19-Pandemie ihre Ausgaben für den
Brand- und Katastrophenschutz gekürzt, zum anderen erschweren teils strenge Reise- und Quarantänebestim-
mungen die Projektabwicklung. Dazu kommen in manchen Märkten wirtschaftliche Probleme sowie politische
Konflikte.
Vor allem die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen ist angesichts eines rückläufigen Flugverkehrs und
aufgeschobener Infrastrukturinvestitionen in weiten Teilen Asiens massiv zurückgegangen. Viele Flughafenbetrei-
ber behalten unter diesen Umständen ihre Fahrzeuge länger und investieren stattdessen in Service. Die
Brandschutzkategorien der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO für Flughäfen wirken dabei grundsätz-
lich stabilisierend auf den Bedarf. 2021 scherte in der Region lediglich Japan aus und tätigte weitere Neuan-
schaffungen.
Wenig beeindruckt von der COVID-19-Pandemie zeigt sich hingegen das Feuerwehrgeschäft mit Singapur und
seinen Nachbarländern. In diesen Märkten bietet auch die Luftfahrtbranche eine positive Perspektive. Konstant
gute Ergebnisse liefern zudem Australien und Neuseeland, wo Rosenbauer zuletzt mit dem PANTHER 6x6 S
schöne Erfolge erzielen konnte.
Für die kommunalen Fahrzeugmärkte Zentralasiens und der ASEAN-Staaten hat Rosenbauer vor einigen Jahren
erfolgreich die „Efficient Technology“-Modellreihe (ET) eingeführt und durch Lokalisierung ein sehr nachhaltiges,
preiswertes Produkt geschaffen.
155
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Die Einführung einer Genehmigungspflicht für den Import von Feuerwehrfahrzeugen hat internationalen
Herstellern den Zutritt zum chinesischen Markt schwerer gemacht. Darum hat Rosenbauer im Oktober des
Vorjahres einen eigenen Vertriebs- und Servicestandort in Yunnan eröffnet. Über diesen ist nunmehr der direkte
Verkauf von Ersatzteilen, Komponenten und Ausrüstung möglich.
Die Nachfrage in den Ländern des Mittleren Ostens hat sich im Verlauf des Berichtsjahres abgeschwächt. Vor
diesem Hintergrund treibt Rosenbauer die Lokalisierung seiner Fertigung und den Ausbau seines Servicenetzes
voran. Zusammen mit der umfangreichen installierten Fahrzeugbasis in der Region ist der Konzern bestens
aufgestellt, wenn die Nachfrage wieder anzieht.
Obwohl die Märkte in Afrika und Südamerika deutlich unter den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gelitten
haben, gehen einige Länder wie etwa die Maghreb-Staaten mit einer stärkeren Ausschreibungstätigkeit ins Jahr
2022. Durch den Boom in den west- und nordeuropäischen Märkten kann die Area NISA ausbleibende Auftrags-
vergaben zum Großteil kompensieren.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuerwehrmärkte sehr genau, um Absatzchancen
frühzeitig nutzen zu können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaffungsvolumen
erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten intensiviert. Zum Bilanzstichtag verfügte Rosenbauer über
einen sehr soliden Auftragsbestand.
Innovationen und neue Produkte
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt Rosenbauer das Ziel, seine internationale Wettbe-
werbsposition zu stärken und weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der Konzern intensiv mit den weltwei-
ten Megatrends wie etwa der globalen Erwärmung, dem demografischen Wandel, der Urbanisierung und
Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf die Organisation und die Technik der Feuerwehren.
Vor etwas mehr als einem Jahr hat Rosenbauer mit dem „Revolutionary Technology“ (RT) das erste voll batterie-
elektrische Feuerwehrfahrzeug vorgestellt. Der RT ist dabei keine bloße Ergänzung des bestehenden Produkt-
portfolios von Rosenbauer, sondern ein völlig neues Fahrzeugkonzept, das neue Maßstäbe in Bezug auf
Fahrdynamik, Ergonomie, Bedienung und Vernetzung setzt.
2021 hat Rosenbauer im Werk I am Standort Leonding eine eigene Montagelinie für die innovative Modellreihe in
Betrieb genommen. Gleichzeitig hat Rosenbauer America mit der Anpassung des „Revolutionary Technology“ an
US-Feuerwehrnormen und Verkehrssicherheitsstandards begonnen. Die abschließende Straßenzulassung des
amerikanischen RTX wird dabei für das laufende Jahr angepeilt.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuerwehrbranche. Mit ständig neuen und attraktiven
Produkten werden Wettbewerbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen erschlossen.
Investitionen und Kapazitäten
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systematisch sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht
diese nach Priorität. Die Investitionen des Rosenbauer Konzerns werden demnach 2022 klar unter dem
Vorjahreswert liegen und sich insbesondere auf Projekte mit hohem Wirtschaftlichkeitspotenzial sowie die
Fertigstellung laufender Vorhaben fokussieren. So soll der Standort Luckenwalde in Deutschland in einer ersten
Modernisierungsphase um eine Logistikhalle erweitert und am Hauptsitz in Leonding in weitere Werkzeuge für
die Fertigung des RT und andere E-Fahrzeuge investiert werden.
156
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die konzernweite Einführung eines einheitlichen ERP-Systems (Enter-
prise Resource Planning). Im Februar 2022 gelang der erste erfolgreiche Roll-out von SAP S/4HANA bei der
Rosenbauer Schweiz. Als Nächstes wird Rosenbauer Slowenien, als erste Produktionsstandort im Konzern, im
Jahr 2023 auf SAP S/4HANA umsteigen.
Finanz- und Liquiditätslage
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen Finanzierungsbedarf. Das liegt zum einen an langen
Durchlaufzeiten insbesondere in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an vergleichsweise niedrigen Kundenan-
zahlungen. Der Konzern wirkt diesem Umstand mit gezielten Maßnahmen entgegen, die die Optimierung der
Auftragsabwicklung zum Ziel haben.
Die Finanzierung von Rosenbauer wird über mehrere Banken und mit unterschiedlichen Fristigkeiten sicherge-
stellt. Die Finanzierungsstrategie des Konzerns ist nach konservativen Grundsätzen ausgerichtet und räumt einer
gesicherten Liquidität sowie einer soliden Eigenmittelausstattung einen hohen Stellenwert ein.
Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Rosenbauer hat seine Strategie in den zurückliegenden Jahren mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt und damit
die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen. Als führender Hersteller der internationalen Feuerwehrbran-
che arbeitet das Unternehmen ständig daran, noch effizienter und beweglicher zu werden.
Im Berichtsjahr hat Rosenbauer ein umfassendes Projekt zur Optimierung seines Cash Conversion Cycles (CCC)
durchgeführt. Rosenbauer International, Rosenbauer Karlsruhe und Rosenbauer Deutschland haben dabei in 25
Teilprojekten neue Wege gesucht, um die Effizienz ihrer Prozesse zu verbessern und die Geldumschlagsdauer
vom Materialeinkauf bis zur Bezahlung der Kundenrechnungen zu reduzieren. Ab Jahresmitte haben sich die
Rahmenbedingungen dafür durch die pandemiebedingten Lieferkettenstörungen und Versorgungsengpässe
merklich verschlechtert. Trotzdem ist es gelungen, den Cash Conversion Cycle zu verkürzen und das betriebs-
notwendige Kapital zu senken. Die größten Verbesserungen konnten im Bestandsmanagement am Standort
Leonding realisiert werden.
Unter der Führung von Group Finance & Controlling wurde das Thema CCC in die Regel-Organisiation überge-
führt und ein eigenes Reporting dafür aufgesetzt.
Damit verfügt Rosenbauer über solide Voraussetzungen, das Jahr 2022 trotz aller bestehenden konjunkturellen
Unsicherheiten erfolgreich zu meistern.
Leonding, 25. März 2022
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
Konzernlagebericht LageberichtKonzern abschluss
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Jahres abschluss
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
158
Bilanz
Stand
31.12.2021
Stand
31.12.2020
A K T I V A EUR EUR EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 2.095.604,00 3.012
2. Geleistete Anzahlungen 5.329.935,44 1.561
7.425.539,44 4.573
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
davon Grundwert EUR 18.766.164,92
(2020 TEUR 18.766) 58.145.437,92 60.363
2. Investitionen in fremden Gebäuden 150.136,00 163
3. Technische Anlagen und Maschinen 12.145.146,00 11.281
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.012.651,00 12.719
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 91.379,60 284
82.544.750,52 84.810
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 76.182.807,63 74.094
2. Beteiligungen 3.001.640,79 3.002
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 316.820,09 339
79.501.268,51 77.435
169.471.558,47 166.818
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 34.774.239,82 31.132
2. Unfertige Erzeugnisse 94.058.406,82 115.002
abzüglich erhaltene Anzahlung –2.058.772,60 –13.499
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 6.168.575,34 5.791
4. Geleistete Anzahlungen 2.187.762,73 3.026
135.130.212,11 141.452
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59.548.543,51 122.531
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 495.887,16 (2020 TEUR 744)
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 99.895.616,87 87.558
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 61.666.864,50 (2020 TEUR 54.305)
3.
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.246.121,28 699
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 9.874.813,33 18.348
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
171.565.094,99 229.136
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 43.389.347,12 756
350.084.654,22 371.344
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 3.528.173,81 3.531
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 9.434.264,11 5.430
532.518.650,61 547.123
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
159
Stand
31.12.2021
Stand
31.12.2020
P A S S I V A EUR EUR TEUR
A.EIGENKAPITAL
I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 13.600.000,00 13.600
Übernommenes Grundkapital EUR 13.600.000,00 (2020 TEUR 13.600)
II. Kapitalrücklagen (gebundene) 23.703.398,02 23.703
III. Gewinnrücklagen (freie Rücklagen) 138.071.955,77 148.972
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag EUR 149.978,48 (2020 TEUR 1.488) 6.271.043,34 10.350
181.646.397,13 196.625
B.RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Abfertigungen 17.084.800,00 16.659
2. Rückstellungen für Pensionen 746.047,41 440
3. Steuerrückstellung 6.079.064,00 6.407
4. Sonstige Rückstellungen 35.225.050,81 32.880
59.134.962,22 56.386
C.VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 206.741.150,44 216.252
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 51.441.056,78
(2020 TEUR 11.466)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 155.300.093,66
(2020 TEUR 204.786)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 6.971.667,17 10.932
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 6.971.667,17
(2020 TEUR 10.932)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 37.128.326,47 26.148
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 37.128.326,47
(2020 TEUR 26.148)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 21.239.467,79 19.971
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 21.239.467,79
(2020 TEUR 19.971)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 7.384.237,82
(2020 TEUR 7.043) 7.384.237,82 7.043
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2020 TEUR 0)
davon aus Steuern EUR 183.693,01 (2050 TEUR 156)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 183.693,01
(2020 TEUR 156)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00
(2020 TEUR 0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 2.279.371,84
(2020 TEUR 2.169)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 2.279.371,84
(2020 TEUR 2.169)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00
(2020 TEUR 0)
Summe Verbindlichkeiten 279.464.849,69 280.346
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 124.164.756,03
(2020 TEUR 76.106)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 155.300.093,66
(2020 TEUR 204.786)
D.RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 12.272.441,57 13.766
532.518.650,61 547.123
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
160
Gewinn- und
Verlustrechnung
2021 2020
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 444.263.534,01 525.874
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –20.942.946,25 –32.294
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 427.739,54 182
4. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum
Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 521.545,00 12
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 366.177,93 281
c) Übrige 5.255.391,81 6.143.114,74 4.810 5.103
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand –259.481.390,72 –308.221
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen –8.066.988,64 –267.548.379,36 –9.522 –317.743
6. Personalaufwand
a) Löhne –43.193.530,62 –40.907
b) Gehälter –48.758.027,32 –44.568
c) Soziale Aufwendungen –26.295.683,69 –23.505
davon Aufwendungen für Altersversorgung
EUR -736.023,73 (2020 TEUR -324)
aa)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
EUR -2.785.963,90 (2020 TEUR -1.169)
bb)
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge EUR -22.669.361,22
(2020 TEUR -21.922) –118.247.241,63 –108.980
7.
Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen –9.848.657,93 –9.882
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen –70.473,61 –70
b) Übrige –46.856.120,85 –46.926.594,46 –46.702 –46.772
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) –12.679.431,34 15.488
10.Erträge aus Beteiligungen 6.425.603,97 14.765
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 6.387.827,04
(2020 TEUR 13.591)
11.Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 2.016,07 0
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00
(2020 TEUR 0)
12.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.281.816,73 2.667
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.220.863,96
(2020 TEUR 2.290)
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
161
2021 2020
EUR EUR TEUR TEUR
13.Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 2.593,92 0
14.Aufwendungen aus Finanzanlagen aus Wertpapieren des
Umlaufvermögens –652,00 0
davon Abschreibungen EUR 652,00 (2020 TEUR 0)
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00
(2020 TEUR 0)
15.Zinsen und ähnliche Aufwendungen –4.299.688,69 –4.295
davon betreffend verbundene Unternehmen
EUR -89.360,23 (2020 TEUR -118)
16.Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 4.411.690,00 13.137
17.Ergebnis vor Steuern
(Zwischensumme aus Z 9 und Z 16) –8.267.741,34 28.625
18.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.488.806,20 –3.963
davon latente Steuern EUR -1.029.377,00
(2020 TEUR -358)
19.Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss –4.778.935,14 24.662
20.Auflösung von Gewinnrücklagen 10.900.000,00 0
21.Zuweisung zu Gewinnrücklagen 0,00 –15.800
Jahresgewinn 6.121.064,86 8.862
22.Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 149.978,48 1.488
23.Bilanzgewinn 6.271.043,34 10.350
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
162
Aufgliederung
der Erlöse
Aufgliederung nach Inlands- und Auslandserlösen
in € 2021 2020
Österreich 46.843.000,00 49.785.200,00
Europäische Union 91.605.000,00 121.784.800,00
Asien / Ozeanien 76.916.000,00 74.289.000,00
Osteuropa 16.129.000,00 15.294.500,00
Naher Osten 106.407.000,00 143.074.000,00
Sonstige 106.363.534,01 121.646.491,74
Umsatzerlöse 444.263.534,01 525.873.991,74
Umsätze nach Tätigkeitsbereichen
in € 2021 2020
Fahrzeuge 288.599.052,01 379.101.868,43
Komponenten 49.237.682,42 47.929.094,61
Ausrüstung 66.546.976,39 58.743.095,97
Ersatzteile, Reparatur und Service 21.623.862,71 20.014.474,15
Sonstige 18.255.960,48 20.085.458,58
Umsatzerlöse 444.263.534,01 525.873.991,74
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
163
Gewinnrücklagen
in € Stand 1.1.2021 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch
Stand
31.12.2021
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 148.971.955,77 0,00 10.900.000,00 138.071.955,77
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
164
A n s c h a f f u n g s - bzw. H e r s t e l l u n g s k o s t e n kumulierte Abschreibungen
in €
Vortrag
01.01.2021 Zugänge
Umbu-
chungen Abgänge
Investitions-
Zuschüsse
Stand
31.12.2021
Vortrag
01.01.2021 Zugänge Zuschreibung
Umbuchun-
gen Abgänge
Stand
31.12.2021
Buchwert
31.12.2021
Buchwert
31.12.2020
ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 9.508.720,55 321.943,80 0,00 1.276.147,45 113.683,50 8.440.833,40
6.496.375,55 1.124.354,30 0,00 0,00 1.275.500,45 6.345.229,40 2.095.604,00 3.012.345,00
2. Geleistete Anzahlungen 1.560.953,10 4.045.062,34 –6.300,00 0,00 269.780,00 5.329.935,44 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5.329.935,44 1.560.953,10
11.069.673,65 4.367.006,14 –6.300,00 1.276.147,45 383.463,50 13.770.768,84 6.496.375,55 1.124.354,30 0,00 0,00 1.275.500,45 6.345.229,40 7.425.539,44 4.573.298,10
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücks-
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf
fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
aa)
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Grundwert 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 11.317.133,33
Gebäudewert 63.378.126,76 273.878,14 0,00 0,00 324.029,52 63.327.975,38 25.042.831,76 1.928.905,62 0,00 0,00 0,00 26.971.737,38 36.356.238,00 38.335.295,00
Außenanlagen 8.260.659,31 228.542,79 0,00 3.813,00 53.507,36 8.431.881,74 4.998.775,31 412.484,43 0,00 0,00 2.413,00 5.408.846,74 3.023.035,00 3.261.884,00
b) Unbebaute Grundstücke 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 7.449.031,59
90.404.950,99 502.420,93 0,00 3.813,00 377.536,88 90.526.022,04 30.041.607,07 2.341.390,05 0,00 0,00 2.413,00 32.380.584,12 58.145.437,92 60.363.343,92
2. Investitionen in fremden
Gebäuden 225.580,06 10.722,00 0,00 0,00 0,00 236.302,06
62.590,06 23.576,00 0,00 0,00 0,00 86.166,06 150.136,00 162.990,00
3. Technische Anlagen und
Maschinen 31.083.225,57 4.279.762,01 119.248,72 3.475.023,11 106.973,01 31.900.240,18
19.802.544,57 2.332.892,72 0,00 0,00 2.380.343,11 19.755.094,18 12.145.146,00 11.280.681,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 50.934.251,78 3.393.440,11 92.389,30 1.301.785,00 142.796,55 52.975.499,64
38.215.379,78 4.026.444,86 0,00 0,00 1.278.976,00 40.962.848,64 12.012.651,00 12.718.872,00
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 284.355,55 131.612,07 –205.338,02 119.250,00 0,00 91.379,60
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 91.379,60 284.355,55
172.932.363,95 8.317.957,12 6.300,00 4.899.871,11 627.306,44 175.729.443,52 88.122.121,48 8.724.303,63 0,00 0,00 3.661.732,11 93.184.693,00 82.544.750,52 84.810.242,47
III. Finanzanlagen
1.
Anteile an verbundenen
Unternehmen 82.579.303,79 2.088.736,79 0,00 0,00 0,00 84.668.040,58
8.485.232,95 0,00 0,00 0,00 0,00 8.485.232,95 76.182.807,63 74.094.070,84
2. Beteiligungen 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 3.001.640,79
3. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 348.603,62 0,00 0,00 20.985,83 0,00 327.617,79 10.145,70 652,00 0,00 0,00 0,00 10.797,70 316.820,09 338.457,92
85.929.548,20 2.088.736,79 0,00 20.985,83 0,00 87.997.299,16 8.495.378,65 652,00 0,00 0,00 0,00 8.496.030,65 79.501.268,51 77.434.169,55
269.931.585,80 14.773.700,05 0,00 6.197.004,39 1.010.769,94 277.497.511,52 103.113.875,68 9.849.309,93 0,00 0,00 4.937.232,56 108.025.953,05 169.471.558,47 166.817.710,12
Anlagenspiegel
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
165
A n s c h a f f u n g s - bzw. H e r s t e l l u n g s k o s t e n kumulierte Abschreibungen
in €
Vortrag
01.01.2021 Zugänge
Umbu-
chungen Abgänge
Investitions-
Zuschüsse
Stand
31.12.2021
Vortrag
01.01.2021 Zugänge Zuschreibung
Umbuchun-
gen Abgänge
Stand
31.12.2021
Buchwert
31.12.2021
Buchwert
31.12.2020
ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 9.508.720,55 321.943,80 0,00 1.276.147,45 113.683,50 8.440.833,40 6.496.375,55 1.124.354,30 0,00 0,00 1.275.500,45 6.345.229,40 2.095.604,00 3.012.345,00
2. Geleistete Anzahlungen 1.560.953,10 4.045.062,34 –6.300,00 0,00 269.780,00 5.329.935,44 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5.329.935,44 1.560.953,10
11.069.673,65 4.367.006,14 –6.300,00 1.276.147,45 383.463,50 13.770.768,84 6.496.375,55 1.124.354,30 0,00 0,00 1.275.500,45 6.345.229,40 7.425.539,44 4.573.298,10
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücks-
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf
fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
aa)
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Grundwert 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 11.317.133,33
Gebäudewert 63.378.126,76 273.878,14 0,00 0,00 324.029,52 63.327.975,38 25.042.831,76 1.928.905,62 0,00 0,00 0,00 26.971.737,38 36.356.238,00 38.335.295,00
Außenanlagen 8.260.659,31 228.542,79 0,00 3.813,00 53.507,36 8.431.881,74 4.998.775,31 412.484,43 0,00 0,00 2.413,00 5.408.846,74 3.023.035,00 3.261.884,00
b) Unbebaute Grundstücke 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 7.449.031,59
90.404.950,99 502.420,93 0,00 3.813,00 377.536,88 90.526.022,04 30.041.607,07 2.341.390,05 0,00 0,00 2.413,00 32.380.584,12 58.145.437,92 60.363.343,92
2. Investitionen in fremden
Gebäuden 225.580,06 10.722,00 0,00 0,00 0,00 236.302,06 62.590,06 23.576,00 0,00 0,00 0,00 86.166,06 150.136,00 162.990,00
3. Technische Anlagen und
Maschinen 31.083.225,57 4.279.762,01 119.248,72 3.475.023,11 106.973,01 31.900.240,18 19.802.544,57 2.332.892,72 0,00 0,00 2.380.343,11 19.755.094,18 12.145.146,00 11.280.681,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 50.934.251,78 3.393.440,11 92.389,30 1.301.785,00 142.796,55 52.975.499,64 38.215.379,78 4.026.444,86 0,00 0,00 1.278.976,00 40.962.848,64 12.012.651,00 12.718.872,00
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 284.355,55 131.612,07 –205.338,02 119.250,00 0,00 91.379,60 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 91.379,60 284.355,55
172.932.363,95 8.317.957,12 6.300,00 4.899.871,11 627.306,44 175.729.443,52 88.122.121,48 8.724.303,63 0,00 0,00 3.661.732,11 93.184.693,00 82.544.750,52 84.810.242,47
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen 82.579.303,79 2.088.736,79 0,00 0,00 0,00 84.668.040,58 8.485.232,95 0,00 0,00 0,00 0,00 8.485.232,95 76.182.807,63 74.094.070,84
2. Beteiligungen 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 3.001.640,79
3. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 348.603,62 0,00 0,00 20.985,83 0,00 327.617,79 10.145,70 652,00 0,00 0,00 0,00 10.797,70 316.820,09 338.457,92
85.929.548,20 2.088.736,79 0,00 20.985,83 0,00 87.997.299,16 8.495.378,65 652,00 0,00 0,00 0,00 8.496.030,65 79.501.268,51 77.434.169,55
269.931.585,80 14.773.700,05 0,00 6.197.004,39 1.010.769,94 277.497.511,52 103.113.875,68 9.849.309,93 0,00 0,00 4.937.232,56 108.025.953,05 169.471.558,47 166.817.710,12
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
166
A n s c h a f f u n g s - bzw. H e r s t e l l u n g s k o s t e n
in €
Stand
01.01.2021 Zugänge Abgang Auflösung Umbuchung
Stand
31.12.2021
ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 93.279,13 20.404,37 0,00 0,00 0,00 113.683,50
2. Geleistete Anzahlungen 0,00 269.780,00 0,00 0,00 0,00 269.780,00
93.279,13 290.184,37 0,00 0,00 0,00 383.463,50
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücks-
gleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten
auf fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Gebäudewert 324.029,52 0,00 0,00 0,00 0,00 324.029,52
Außenanlagen 53.507,36 0,00 0,00 0,00 0,00 53.507,36
377.536,88 0,00 0,00 0,00 0,00 377.536,88
2. Investitionen in fremden
Gebäuden 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Technische Anlagen und
Maschinen 1.973,01 105.000,00 0,00 0,00 0,00 106.973,01
4. Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung 94.626,81 48.169,74 0,00 0,00 0,00 142.796,55
5. Geleistete Anzahlungen und
Anlagen in Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
474.136,70 153.169,74 0,00 0,00 0,00 627.306,44
567.415,83 443.354,11 0,00 0,00 0,00 1.010.769,94
Investitionszuschüsse
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
167
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
168
Beteiligungsunternehmen
(mindestens 20 % Anteilsbesitz)
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1
% Eigenkapital Ergebnis
2
Beteil.
Anteil
1
% Eigenkapital Ergebnis
2
Konsolidie-
rungsart
Stand
2020 31.12.2020 2020
Stand
2021 31.12.2021 2021
Rosenbauer Österreich GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 5.596 2.608 100 8.077 3.061 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 2.904 –885 100 2.737 –230 KV
Rosenbauer E-Technology
Development GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 4.282 –1.622 100 12.848 634 KV
Rosenbauer E-Commerce GmbH,
Leonding
3
EUR 100 25 –10 KV
Rosenbauer APAC Holding GmbH,
Leonding
3
EUR 100 33 –2 KV
Rosenbauer Fire Fighting
Technology, VR China, Kunming
3
EUR 100 230 14 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH,
Deutschland, Luckenwalde EUR 100 21.326 6.189 100 24.496 5.075 KV
Rosenbauer Karlsruhe
GmbH / vormals Rosenbauer
Management GmbH 4) EUR 100 42 1 100 21.470 244 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH &
Co. KG,
Deutschland, Karlsruhe
4
EUR 100 18.905 780
Rosenbauer France SARL,
Frankreich, Meyzieu EUR 100 –400 –366 100 1.055 –43 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH,
Deutschland, Passau EUR 100 15 –3 100 11 –3 KV
Rosenbauer Brandschutz
Deutschland GmbH,
Deutschland, Mogendorf EUR 100 3.740 1.182 100 2.322 –4.366 KV
Rosenbauer d.o.o.,
Slowenien, Radgona EUR 90 10.107 3.017 90 11.340 1.121 KV
Rosenbauer Schweiz AG,
Schweiz, Oberglatt EUR 100 8.217 1.240 100 8.574 741 KV
Rosenbauer Espanola S.A.,
Spanien, Madrid EUR 62 3.866 254 62 3.606 –127 KV
Rosenbauer Ciansa S.L.,
Linares, Spanien EUR 50 3.518 151 50 –229 3.163 AE
Rosenbauer Minnesota, LLC.,
5
USA, Minnesota EUR 50 11.418 5.078 50 12.746 5.918 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC.,
5) USA, South Dakota EUR 50 33.752 8.173 50 41.771 11.124 KV
Rosenbauer Holdings Inc.,
USA, South Dakota EUR 100 26.805 5.728 100 30.317 4.762 KV
Rosenbauer America, LLC.,
5
USA, South Dakota EUR 50 61.114 19.011 50 67.263 14.288 KV
Rosenbauer Aerials, LLC.,
5
USA, Nebraska EUR 25 9.332 5.151 25 8.454 1.206 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,
5
USA, Minnesota EUR 50 6.828 3.919 50 918 902 KV
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
169
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1
% Eigenkapital Ergebnis
2
Beteil.
Anteil
1
% Eigenkapital Ergebnis
2
Konsolidie-
rungsart
Stand
2020 31.12.2020 2020
Stand
2021 31.12.2021 2021
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd.,
Singapur EUR 100 11.336 2.003 100 14.232 2.979 KV
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd,
Brunei EUR 80 –271 18 80 –229 53 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd.,
Brisbane, Australien EUR 100 976 1.025 100 1.434 427 KV
Rosenbauer South Africa
(Pty.) Ltd.,
Südafrika, Halfway House EUR 75 376 27 75 314 –61 KV
Rosenbauer Saudi Arabia,
Saudi Arabien, Riad EUR 75 4.046 904 75 4.218 167 KV
Rosenbauer UK plc,
United Kingdom, Holmfirth EUR 100 2.523 34 100 2.772 5 KV
Rosenbauer Rovereto Srl,
Italien, Rovereto EUR 100 2.424 –94 100 2.651 326 KV
Rosenbauer Italia S.r.l.,
Italien, Andrian EUR 100 215 –95 100 446 –9 KV
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o.,
Polen, Warschau EUR 100 1.333 302 100 161 150 KV
Rosenbauer Mena Trading -
FZE, Vereinige Arabische Emirate,
Dubai EUR 100 1.826 1.004 100 3.208 1.293 KV
PA "Fire-fighting special technics"
LLC., Russland, Moskau EUR 49 4.704 –796 49 4.521 –204 AE
1
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2
Jahresgewinn nach Rücklagenbewegung
3
Gründung in 2021
4
Einbringung Rosenbauer Management GmbH in Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co.KG, Umfirmierung in Rosenbauer Karlsruhe
5
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
KV Vollkonsolidierte Gesellschaften
AE At equity-bewertete Gesellschaften
Die in der obigen Tabelle angeführten Werte wurden nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften ermittelt.
170
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Erläuternde Angaben
1. ANWENDUNGEN DER UNTERNEHMENSRECHTLICHEN VORSCHRIFTEN
Die Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding/Linz, Paschinger Straße 90, ist ein konzernabschluss-
erstellendes Mutterunternehmen, das an der Wiener Börse im Prime Market gelistet ist. Das Unternehmen
entwickelt und produziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und Telematiklösungen für Berufs-, Betriebs-,
Werk- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.
Die Bilanzierung, die Bewertung und der Ausweis der einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurde nach
den allgemeinen Bestimmungen der §§ 189 bis 211 UGB in der geltenden Fassung unter Berücksichtigung der
Sondervorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 222 bis 243 UGB vorgenommen.
2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Gene-
ralnorm des § 222 Abs. 2, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unterneh-
mens zu vermitteln, aufgestellt.
Als Spätzykliker hat Rosenbauer die COVID-19-Krise verspätet getroffen. Die negativen Effekte betrafen im Jahr
2021 insbesondere die Störung der Lieferketten und die Unterauslastung der Werke durch Verzögerungen bei
den Auslieferungen. Durch die Umsatzverschiebungen und die auftretenden Produktionsstörungen blieb die
Betriebsleistung und die Ertragssituation unter den Erwartungen. Ziel des Managements war durch die Anpas-
sungen des Produktionsprogramm, durch die Nutzung von Kurzarbeit und anderen arbeitsplatzsicherenden
Maßnahmen und nicht zuletzt das aktive Working-Capital-Management, die negativen Effekte auf die Stakeholder,
insbesondere die Kunden, die Eigentümer und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten. Es konnte aber nicht
verhindert werden, dass es zu späteren Umsatzrealisierung, vor allem wegen fehlender Materialien gekommen
ist. Insbesondere die Teileversorgung gestaltete sich im Jahr 2021 als schwierig und führte zu Ineffizienzen in
der Produktionssteuerung. Eine Entspannung ist aktuell nicht in Sicht. Zusätzlich kam im Jahr 2022 noch mit der
Ukraine-Krise eine zusätzliche Belastung der Lieferketten, der Energie- und Rohstoffpreise und des makroökono-
mischen Umfelds insgesamt dazu. Von Vorteil ist, das Rosenbauer auf den direkt betroffenen Märkten (Ukraine,
Russland und Weißrussland) nur ein geringes Geschäftsvolumen hat. Erfreulich ist aber, dass die Auftragsein-
gänge im Jahr 2021 auf einem zufriendenstellenden Niveau waren, die Nachfrage hat unter den anhaltenden
Krisen bisher nicht gelitten. Der Preisdruck hat aber durch steigende Materialpreise zugenommen, da die
notwendigen Preiserhöhungen auf Grund der Konkurrenzsituation nicht einfach umzusetzen sind. Es wird
allerdings von einer zumindest mittelfristigen Erholung des Geschäftsmodells ausgegangen und insbesondere
kann Rosenbauer mit der fortschrittlichen Technik einen positiven Beitrag zur Bewältigung der anhaltenden
Krisen leisten. Daher ist es nicht erforderlich außerplanmäßige Abschreibungen, Wertberichtigungen oder
Rückstellungen im Jahresabschluss aus Gründen der COVID-19 Krise und der Ukraine-Krise zu bilden bzw. sind
alle Sicherungsbeziehungen effektiv geblieben. Um die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns abfedern zu können, waren die von den Regierungen aufgelegten Hilfsprogramme
hilfreich. Insbesondere die Möglichkeit der Kurzarbeit sowie arbeitsplatzsichernder Maßnahmen konnte
wesentliche negative Effekte durch die Vermeidung von auftragsbezogenen Kündigungen verhindern.
Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde grundsätzlich der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Sofern einzelne Vermögensgegenstände und Schulden Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, wurden diese
abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zusammen mit dem zugehörigen Sicherungsinstrument
bewertet.
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
171
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen, welche
die Höhe und den Ausweis der Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen des
Berichtszeitraums beeinflussen. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch
ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei
Schätzungen berücksichtigt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehal-
ten. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag
verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste, die im
Geschäftsjahr 2021 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in längstens 4 Jahren
abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen
bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden, Gebäudeteilen, Umbauten und Zubauten zwischen 15 und
50 Jahren, bei Technische Anlagen und Maschinen zwischen 8 und 15 Jahren und bei andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung von 5 bis 10 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der
Anschaffung voll abgeschrieben. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen bei den Herstellungskosten aktiviert.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert
erforderlich ist.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zum Bilanzstichtag mit den Anschaffungskosten,
im Falle einer voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur
Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering Event) für
eine Wertminderung grundsätzlich das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten zur
Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirtschaftstreuhänder herangezogen. Der beizulegende
Wert beziehungsweise der Nutzungswert wird aus in diesem Fall aus den mit den gewichteten Kapitalkosten
diskontierten geschätzten künftigen Cashflows aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmensplanung
abgeleitet. Nach einem Detailplanungszeitraum von 3 Jahren werden anfallende Cashflows unter Verwendung
einer nachhaltigen Wachstumsrate extrapoliert. Als Abzinsungssatz (WACC) wird ein individuell nach dem
Capital Asset Pricing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des
eingesetzten Eigenkapitals herangezogen. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzun-
gen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren
Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwert-
prinzips.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind zu Anschaffungskosten, die aufgrund des gleitenden Durch-
schnittspreisverfahrens (§ 209 Abs. 2 UGB) ermittelt werden, angesetzt.
Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten
umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten und
der Fertigungsgemeinkosten. Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert.
Sind die Herstellungskosten höher als die zu Vertragspreisen errechnete Leistung, so wird zu Vertragspreisen
abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten bewertet. Erkennbaren Risken im weiteren Ablauf bis zur
Fertigstellung wird durch gesonderte Rückstellungen Rechnung getragen.
172
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Unter Beachtung des Niederstwertprinzips wurden entsprechende Abwertungen wegen übermäßiger Lagerdauer
und zur verlustfreien Bewertung durchgeführt.
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden offen vom Posten „Vorräte“ abgesetzt, soweit diesen bereits
Anschaffungs- bzw. Herstellkosten gegenüberstehen. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen bei den Herstellungs-
kosten aktiviert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsforde-
rungen werden grundsätzlich mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Abweichend dazu werden
Fremdwährungsforderungen, die Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, gemeinsam mit dem Sicherungsinst-
rument am Bilanzstichtag zum vereinbarten Terminkurs bewertet. Für erkennbare Risken werden Einzelwertbe-
richtigungen gebildet.
Bei der Bemessung der Rückstellungen ist entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren
Risken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden.
Die Abfertigungsrückstellungen werden gemäß den Bestimmungen des § 211 Abs. 2 UGB gebildet. Die Rückstel-
lung wird seit 2016 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Dabei wird nach dem Ansamm-
lungsverfahren die Verteilung des Dienstzeitaufwandes über die gesamte Laufzeit vom Eintritt in das Unterneh-
men bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters berechnet. Die Bildung der Abfertigungsrückstellung
beginnt mit Antritt eines Arbeitsverhältnisses, das einen Abfertigungsanspruch begründet. Der Zinssatz beträgt
1,12 % (2020: 1,42 %) und entspricht einem marktüblichen 7-Jahresdurchschnitt bei einer Restlaufzeit von
11 Jahren (2020: 12 Jahre). Das Pensionsantrittsalter beträgt 65 Jahre bei Frauen und Männern (2020: 65 Jahre
bei Frauen und Männern). Der Fluktuationsabschlag beträgt 0%.
Für die Ermittlung des Unterschiedsbetrages aufgrund der Umstellung von der angewandten finanzmathemati-
schen Berechnung auf die versicherungsmathematische Berechnung wurden im Jahresabschluss 2016 die
Beträge des versicherungsmathematischen Gutachtens gemäß IAS 19 aus dem Vorjahr (2015) herangezogen.
Der Unterschiedsbetrag wurde auf fünf Jahre verteilt in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt.
Im Jahr 2020 wurden diese Rechnungsabgrenzungsposten aufgelöst.“
Die Jubiläumsgeldrückstellung wird nach IFRS (IAS 19) gebildet. Als Zinssatz wurde 1,3 % (2020: 1,0%) verwen-
det und von einem Pensionsalter von 65 Jahren (2020: 65 Jahren) bei Frauen und 65 Jahren (2020: 65 Jahren)
bei Männern ausgegangen. Der Fluktuationsabschlag betrug abhängig von der Dienstzeit zwischen 0% und
6,40%.
Für einige Mitarbeiter wird in ein Pensionssystem eingezahlt, welches einen beitragsorientierten Versorgungs-
plan darstellt.
Ab dem Geschäftsjahr 2016 wurden Wertrechte mit Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Im Jahr 2021
ergibt sich somit ein Passivüberhang in Höhe von EUR 746.046,00 (2020: TEUR 440).
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem
Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Vereinnahmte Finanzierungskosten, die sich auf künftige Leistungen beziehen, werden in den passiven Rech-
nungsabgrenzungen ausgewiesen (2021: EUR 1.501.084,39; 2020: TEUR 1.505).
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
173
3. ANLAGEVERMÖGEN
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel
angeführt.
Wertrechte werden mit den Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Bewertung der saldierten
Ansprüche aus einer Pensionsrückdeckungsversicherung stellt sich zum 31.12.2021 wie folgt dar.:
2021 2020
Buchwert Wertrecht 3.358.174,21 EUR 3.053.612,35 EUR
Marktwert Wertrecht 3.358.174,21 EUR 3.053.612,35 EUR
Buchwert Pensionsverpfl. 4.104.220,59 EUR 3.493.451,82 EUR
Marktwert Pensionsverpfl. 4.104.220,59 EUR 3.493.451,82 EUR
Saldierung –746.046,38 EUR –439.839,47 EUR
Die Bewertung der Wertpapiere zum 31.12.2021
stellt sich wie folgt dar.
Buchwert 316.820,09 EUR 338 TEUR
Marktwert 505.590,37 EUR 499 TEUR
Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen besteht aufgrund von langfristigen Miet-,
Pacht- und Leasingverträgen für das folgende Geschäftsjahr eine Verpflichtung von EUR 2.144.143,72 (2020:
TEUR 1.870). Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für die nächsten 5 Jahre beträgt EUR 10.671.913,56
(2020: TEUR 9.319).
Die Aufgliederung der Beteiligungen ist der Beteiligungsliste (Anlage 2 zum Anhang) zu entnehmen.
4. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 70.517.577,97 138.237.727,03
Einzelwertberichtigungen –1.508.919,06 –1.036.212,54
Forderungsankauf 41.807.773,09 26.768.278,08
Forderungsverkauf –51.267.888,49 –41.438.689,05
59.548.543,51 122.531.103,52
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Jahr 2021 i.H. von EUR 22.307.958,90 mittels
Dokumentenakkreditiv und i.H. von EUR 16.052.280,40 über die OEKB abgesichert.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum
Bilanzstichtag ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von EUR 51.267.888,49
(Vorjahr: TEUR 41.438) verkauft. Die verkauften Forderungen werden aufgrund des Übergangs der
Verfügungsmacht vollständig ausgebucht. Dabei wurden EUR 41.807.773,09 (Vorjahr: TEUR 26.768) von
verbundenen Unternehmen angekauft.
174
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Die Forderungen gegenüber den verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 19.754.664,86 15.243.035,70
Finanzierungsforderungen 80.140.952,01 72.315.256,20
99.895.616,87 87.558.291,90
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt auf:
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Forderungen an Finanzamt Österreich 0,00 2.203.772,21
diverse ausländische Vorsteuern 4.611.851,62 4.183.599,11
Gebühren aus der Einfuhrabwicklung Saudi-Arabien 1.151.172,32 5.670.567,04
sonstige Forderungen 4.111.789,39 6.290.172,86
9.874.813,33 18.348.111,22
Es erfolgte weder eine wechselseitige Verbriefung noch eine Pauschalwertberichtigung von Forderungen.
5. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
Die Aktivseite umfasst vor dem Stichtag verzeichnete Buchungen, deren Aufwand erst nach diesem Abschluss-
stichtag zu verzeichnen ist. Die Passivseite enthält alle Einnahmen vor dem Stichtag, deren Ertrag erst nach dem
Stichtag wirksam wird.
6. GRUNDKAPITAL
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer
International AG beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen
anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind
Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit besonde-
ren Kontrollrechten. Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
7. GEWINNRÜCKLAGEN
Die Gewinnrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
in € Stand 1.1.2021 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch
Stand
31.12.2021
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 148.971.955,77 0,00 10.900.000,00 138.071.955,77
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
175
8. RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen Rückstellungen bestehen insbesondere für:
31.12.2021 31.12.2020
EUR EUR
Personalaufwendungen, Jubiläumsgelder und nicht konsumierte Urlaube 22.371.670,11 20.766.000,00
Gewährleistungen 3.496.000,00 3.431.000,00
Ausstehende Eingangsrechnungen 5.646.301,84 5.819.704,31
Übrige Rückstellungen 3.711.078,86 2.863.449,94
35.225.050,81 32.880.154,25
In den Personalaufwendungen sind im laufenden Geschäftsjahr Rückstellungen für fixe Mitarbeiterprämien in
Höhe von 5.265.570,12 EUR enthalten, die im Vorjahr nicht gebildet wurden. Der im Vorjahr nicht enthaltene
Wert für die Rückstellung der fixen Mitarbeiterprämien beträgt 4.938.535,81.
9. VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten gliedern sie wie folgt auf:
per 31.12.2021
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 51.441.056,78 155.300.093,66 0,00 206.741.150,44
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 0,00 0,00 0,00
6.971.667,17
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 37.128.326,47 0,00 0,00 37.128.326,47
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 14.487.199,98 0,00 0,00 14.487.199,98
aus Lieferungen und Leistungen 6.752.267,81 6.752.267,81
Sonstige Verbindlichkeiten 7.384.237,82 0,00 0,00 7.384.237,82
124.164.756,03 155.300.093,66 0,00 279.464.849,69
176
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
per 31.12.2020
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 11.466.220,40 158.786.086,70 46.000.000,00 216.252.307,10
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 10.931.860,21 0,00 0,00 10.931.860,21
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 26.148.081,56 0,00 0,00 26.148.081,56
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 9.192.146,44 0,00 0,00 9.192.146,44
aus Lieferungen und Leistungen 10.778.682,61 10.778.682,61
Sonstige Verbindlichkeiten 7.042.539,95 0,00 0,00 7.042.539,95
75.559.531,17 158.786.086,70 46.000.000,00 280.345.617,87
In den Finanzverbindlichkeiten gegenüber den verbunden Unternehmen sind Forderungen aus Steuerumlagen
gegenüber der Rosenbauer Österreich GmbH i.H. von EUR 820,000,00 (2020: TEUR 795) enthalten.
Erhaltene Anzahlungen wurden i.H. von EUR 2.911.720,13 mittels Anzahlungsgarantien besichert.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Provisionsguthaben der ausländischen Vertretungen in der Höhe von
EUR 3.215.154,93 (2020: TEUR 2.923) sowie Sozialversicherungsabgaben des Monats Dezember in Höhe von
EUR 2.279.371,84 (2020 TEUR 2.169) enthalten. Außerdem sind neben den bereits erwähnten Positionen in
den sonstigen Verbindlichkeiten der Rosenbauer International AG weitere Aufwendungen in der Höhe von
EUR 1.889.711,07 (2020: TEUR 1.921) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam
werden.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind im laufenden Geschäftsjahr Aufwendungen für Altersteilzeitverpflichtun-
gen in Höhe von 780.307,42 EUR enthalten, die im Vorjahr nicht gebildet wurden. Der im Vorjahr nicht enthal-
tene Wert beträgt 1.265.350,81 EUR.
10. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
in € 31.12.2021 31.12.2020
Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Bürgschaften 1.804.034,43 1.804.034,43 4.360.000,00 4.360.000,00
Garantien 1.531.935,00 1.531.935,00 1.411.203,00 1.411.203,00
Patronatserklärungen 16.000.000,00 16.000.000,00 28.000.000,00 28.000.000,00
19.335.969,43 19.335.969,43 33.771.203,00 33.771.203,00
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
177
11. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse enthalten Fabrikationsumsätze aus der Fahrzeug- und Komponentenproduktion, Handelswa-
renumsätze sowie Reparatur- und Serviceumsätze und Umsätze aus Ersatzteilverkäufen. Weiters sind unter
dieser Position Erlöse aus Dienstleistungen für die Rosenbauer Österreich GmbH enthalten. Die Aufgliederung
nach Inlands- und Auslandserlösen ist in Anlage 3 zum Anhang dargestellt.
12. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
in € 2021 2020
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 521.545,00 12.049,66
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 366.177,93 281.249,30
Forschungsprämie 134.611,20 289.433,78
Versicherungserträge 30.416,75 280.402,49
AMS - Kurzarbeit Covid 19 855.019,47 3.217.498,01
sonstige Erträge 4.235.344,39 1.022.652,77
6.143.114,74 5.103.286,01
13. PERSONALAUFWAND
Der Posten Aufwand für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen enthält:
in € 2021 2020
Aufwendungen für Abfertigungen 1.716.548,92 185.844,94
Aufwendungen für Mitarbeitervorsorge 1.069.414,98 983.435,98
2.785.963,90 1.169.280,92
Der Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthält:
2021 2020
Aufwendungen aus Pensionszusagen 429.816,73 429.257,32
Ergebnis aus Rückdeckungsversicherung 306.207,00 –105.400,50
736.023,73 323.856,82
Die Veränderung der Jubiläums-, Abfertigungs- und Pensionsrückstellung wird zur Gänze im Personalaufwand
erfasst. In der Summe der Gehälter und Löhne ist ein Ertrag in Höhe von EUR 484.100,00 (Aufwand 2020:
TEUR 240) aus der Veränderung der Jubiläumsgeldrückstellung sowie ein Ertrag in Höhe von EUR 14.300,00
(Ertrag in 2020: TEUR 2.004) aus der Veränderung der Abfertigungsrückstellung enthalten.
Im Jahr 2021 wurde kein weiterer Aufwand (2020: TEUR 1.231) aus der Verteilung des Unterschiedsbetrages der
Abfertigungsrückstellungen durch die erstmalige Anwendung des RÄG 2014 im Jahresabschluss 2016 erfasst,
da die Verteilungsdauer von 5 Jahren erreicht wurde.
In den Löhnen und Gehältern sind im Jahr 2021 in Höhe von EUR 5.265.570,12 Aufwendungen für die erstma-
lige Dotierung von Rückstellungen für fixe Mitarbeiterprämien sowie für die Verpflichtung aus Altersteilzeit in
Höhe von EUR 780.307,42 enthalten. Aufwendungen in Höhe von EUR 4.938.535,81 für fixe Mitarbeiterprämien
sowie in Höhe von EUR 1.265.350,81 für Altersteilzeit waren im Vorjahr nicht rückgestellt und führten durch die
Fehlerkorrektur im Geschäftsjahr 2021 zu einer zusätzlichen Belastung des Personalaufwands und zu aperiodi-
schen Effekten in diesem Ausmaß.
178
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
14. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
in € 2021 2020
Raumaufwand 4.858.655,97 4.435.999,84
Fuhrpark 658.872,34 654.942,74
Bankspesen 1.416.318,15 1.237.866,07
Rechts- Beratungskosten 2.879.068,22 2.650.302,49
Kosten EDV 3.724.019,01 3.454.431,00
Patente und Lizenzen 1.550.545,15 845.178,83
Versicherungen 871.924,72 785.125,16
Reisekosten 2.474.384,21 2.919.343,14
Kursverluste 0,00 304.658,73
Fremde Löhne 3.173.970,47 5.189.588,33
Entwicklungskosten 2.719.258,90 2.095.200,19
Werbeaufwand 2.655.697,43 2.538.123,44
Fracht und Verpackung 7.479.172,74 9.698.221,35
Sonstige Aufwendungen 12.464.707,15 9.963.543,03
46.926.594,46 46.772.524,34
15. STEUERN
Gemäß § 198 Abs 9 UGB besteht für große Kapitalgesellschaften eine Aktivierungspflicht für aktive latente
Steuern aus Ständedifferenzen. Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden auf Ebene der Rosen-
bauer International AG für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen
Wertansatz für folgende Positionen gebildet:
in € 31.12.2021 31.12.2020
Aktivierter Verlustvortrag 20.134.360 0
Sachanlagen –86.729 398.292
Langfristige Personalrückstellungen 9.612.927 9.073.258
Sonstige Rückstellungen 5.976.499 7.582.367
Offene Siebentelbeträge aus Teilwertabschreibung 2.100.000 2.914.284
Betrag Gesamtdifferenzen 37.737.057 19.968.201
daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (25 %)
(+aktiv / - passiv) 9.434.264 4.992.050
zuzüglich latente Steuern Personengesellschaft Rosenbauer Karlsruhe
GmbH & Co. KG 0 438.000
9.434.264 5.430.050
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
in € 31.12.2021 31.12.2020
Stand am 1.1. 5.430.050 5.787.589
erfolgswirksame Veränderung 4.004.214 –357.539
Stand am 31.12. 9.434.264 5.430.050
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
179
Die Rosenbauer International AG als Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosenbauer
Brandschutz GmbH, der Rosenbauer E-Technology Development GmbH und der Apac Holding GmbH als
Gruppenmitglieder eine Unternehmensgruppe iSd § 9 KStG. Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Gruppen-
mitgliedern besteht grundsätzlich in der Belastungsmethode mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs über in
der Gruppe noch nicht verwendete Verlustvorträge.
Der laufende Körperschaftsteuerertrag in Höhe von EUR 3.488.806,20 gliedert sich wie folgt:
in € 31.12.2021 31.12.2020
Körperschaftsteuer 1.671.810,00 4.306.383,18
Aktivierter Verlustvortrag –5.033.590,00 0,00
Aktive Latenz 1.029.377,00 357.539,00
Steuerumlagen –820.000,00 –795.000,00
KEST aus Zinsertrag WP 438,71 0,00
Ausländische Quellensteuern 58.722,86 154.372,26
Aperiodischer Seueraufwand / Ertrag –395.564,77 –60.260,00
–3.488.806,20 3.963.034,44
16. ZAHL DER MITARBEITER
Jahresdurchschnitt 2021 2020
Arbeiter 788 800
Angestellte 613 580
Lehrlinge 90 95
1.491 1.475
17. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden Bewertungseinheiten gebildet. Da in diesem Fall die derivativen
Finanzinstrumente eine Bewertungseinheit mit dem zugrundeliegenden Projekt darstellen (eine effektive
Hedgebeziehung liegt vor), erfolgt keine Erfassung der negativen Marktwerte in Form einer Drohverlustrückstel-
lung. Liegen die Voraussetzungen nicht vor, werden für negative Marktwerte Rückstellungen für drohende
Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet.
Es wurde ein prospektiver Effektivitätstest nach der „critical terms match“ Methode durchgeführt sowie ein
retrospektiver Effektivitätstest nach der „cumulative dollar-offset“ Methode, wenn die Critical Terms nicht ident
waren. Der ineffektive Teil einer wirksamen Sicherungsbeziehung wird in diesem Fall sofort erfolgswirksam
erfasst. Im Jahr 2021 betrug dieser EUR 0,00 (2020: TEUR 0) und wurde unter den Finanzierungsaufwendungen
ausgewiesen.
a) Devisentermingeschäfte
Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (überwiegend USD) werden derivative
Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte eingesetzt, um den Kalkulationskurs des Grundgeschäftes
abzusichern. Das Grundgeschäft besteht in der Regel aus Fahrzeuglieferungen mit einer Durchlaufzeit von bis zu
12 Monaten. Bei größeren Aufträgen kann die Lieferzeit mehr als 12 Monate betragen. Dementsprechend
beträgt auch hier die Fälligkeit der Derivate mehr als 12 Monate. Absicherungen erfolgen auch für noch nicht
bilanzierte Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. Bei mehrjährigen, im Detail geplanten und von allen
relevanten Stellen bewilligten Projekten mit hinreichender Finanzierung kann der Cash Flow auch aus später
abzuschließenden Verträgen resultieren, wenn dieser Cash Flow im Projektplan enthalten und die Projektdurch-
führung so gut wie sicher ist.
180
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Zum Bilanzstichtag hatte die Rosenbauer International AG Mikro-Hedging-Sicherungsbeziehungen (ein Devisen-
termingeschäft für genau ein Grundgeschäft) im Bestand, die in den meisten Fällen innerhalb des nächsten
Geschäftsjahres auslaufen. Terminkäufe werden nicht mit Terminverkäufen aufgerechnet sondern im gesamten
Marktwert additiv dargestellt. Der Fair Value leitet sich aus den Beträgen ab, zu denen die betreffenden
Finanzgeschäfte am Bilanzstichtag gehandelt werden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen
aus den Grundgeschäften. Für Derivate, die Bestandteil einer Bewertungsewinheit sind, wird im Falle von
negativen beizulegenden Zeitwerten, keine Rückstellung für Drohverluste gebildet.
in EUR 2021 2020
Bewertung Devistentermingeschäfte als Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 94.199.533,54 97.123.541,09
Positiver Marktwert 264.021,52 6.786.178,74
Negativer Marktwert 2.360.936,75 84.579,62
Bewertung Devistentermingeschäfte als Nicht-Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 0,00 0,00
Positiver Marktwert 0,00 0,00
Negativer Marktwert 0,00 0,00
Der Buchwert der Devisentermingeschäfte, der im Bilanzposten „Sonstige Rückstellungen“ enthalten ist, beträgt
zum Stichtag EUR 0,00 (2020: TEUR 0).
b) Zinssicherungsgeschäfte
Zins- bzw. Zinsänderungsrisken liegen vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über
einem Jahr vor.
Aktivseitig besteht ein Zinsänderungsrisiko lediglich bei den in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapieren.
Durch regelmäßige Beobachtung der Zinsentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wertpa-
pierbestände, sind die Reduktion des Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das
operative Geschäft.
18. BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Sieh Beilage.
19. SONSTIGE ANGABEN
Die Aufwendungen für Abfertigungen inkl. Mitarbeitervorsorgekassen und Pensionen teilen sich wie folgt auf:
in € 2021 2020
Vorstand und leitende Mitarbeiter 899.187,61 –70.862,50
Andere Arbeitnehmer 2.622.800,02 1.564.000,24
3.521.987,63 1.493.137,74
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
181
Die Vergütung des Vorstandes (ohne Sachbezüge) setzt sich aus einem fixen Bestandteil samt geldwerten
Vorteilen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen 2021
in Summe EUR 1.867.777,25 (2020: TEUR 2.382) und gliedern sich in einen Fixbezug von EUR 1.286.347,29
(2020: TEUR 1.268) und in einen variablen Bezug von EUR 581.429,96 (2020: TEUR 1.114). Darüber hinaus wird
jedem Vorstandsmitglied ein marktübliches Dienstfahrzeug zur Verfügung gestellt, das auch privat genutzt
werden kann.
20. HONORAR DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS
Für im Geschäftsjahr 2021 erbrachte Leistungen des Abschlussprüfers KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprü-
fungs- und Steuerberatungsgesellschaft wurden EUR 162.938,50 (2020: TEUR 103,0) aufgewendet. Davon
betrafen EUR 110.103,00 (2020: TEUR 103,0) die Abschlussprüfung, EUR 18.200,00 (2020: TEUR 0) andere
Bestätigungsleistungen und EUR 34.635,50 (2020: TEUR 0) sonstige Dienstleistungen.
21. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG
Das Geschäftsjahr 2021 schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 6.271.043,34. Der Vorstand schlägt vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende p.a. von EUR 0,90 (2020: EUR 1,5) je
Aktie (das sind EUR 6.120.000,00 für 6.800.000 Stückaktien). Vortrag auf neue Rechnung: EUR 151.043,34.
22. NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Im Geschäftsjahr 2021 wurden von keiner nahestehenden Person des Aufsichtsrates sowie des Vorstandes
Leistungen bezogen (2020: TEUR 0).
23. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Zur COVID-19-Pandemie und den daraus folgenden Schwierigkeiten in den Lieferketten und in der Produktions-
planung, verstärkt sich der Druck auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten durch den Ende Februar
begonnen Ukraine-Krieg. Rosenbauer ist zwar nicht direkt durch diese Krisen betroffen, allerdings werden die
schwierigen Rahmenbedingungen, die auch das Jahr 2021 belastet haben, weiter anhalten. Eine wesentliche
Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Bilanzansätze zum 31.12.2021 haben die Krisen derzeit nicht, allerdings
wird das Erreichen der Ziele für das Jahr 2022 zunehmend schwieriger. Von Vorteil ist, das Rosenbauer auf den
direkt betroffenen Märkten (Ukraine, Russland und Weißrussland) nur ein geringes Geschäftsvolumen hat. Der
Beteiligungsansatz in der PA „Fire-fighting special technics“ LLC., Moskau, Russland, mit einem Buchwert von
aktuell TEUR 1500,1 stellt auch das maximale direkte Buchwertrisiko dar, indirekte Effekte über die Versor-
gungsschwierigkeiten können zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts nicht abgeschätzt werden.
Am 20. Jänner 2022 wurde in Österreich die stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25 Prozent
auf 23 Prozent mit Wirkung ab dem 1. Jänner 2023 beschlossen. Diese Senkung wirkt sich nicht auf die zum
31. Dezember 2021 erfassten tatsächlichen oder latenten Steuern aus. Wenn die geänderten Steuersätze für die
Berechnung der Steuerabgrenzung zum 31. Dezember 2021 verwendet worden wären, hätten sich die aktiven
latenten Steuern um 754,7 TEUR vermindert. Allerdings wird auf Grund der zu erwartenden positiven Ergebnisse
in Österreich die Steuersenkung einen insgesamt deutlich positiven Effekt bringen.
182
Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Neben den beschriebenen Ereignissen sind nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2021 keine weiteren
Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
24. ORGANE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS
Aufsichtsrat
Christian Reisinger
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Rainer Siegel
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Bernhard Matzner
Mitglied des Aufsichtsrates
Martin Zehnder
Mitglied des Aufsichtsrates
Dem Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2021 Vergütungen in der Höhe von TEUR 169,0 (2020: TEUR 251,0)
gewährt.
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert
Wolfgang Untersberger
Rudolf Aichinger
Vorstand
Dieter Siegel
Vorsitzender des Vorstandes
Andreas Zeller
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Daniel Tomaschko
Mitglied des Vorstandes
Sebastian Wolf
Mitglied des Vorstandes
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
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25. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Das den Konzernabschluss erstellende Mutterunternehmen ist die Rosenbauer International AG mit Sitz in
Leonding/Linz, Paschinger Str. 90. Der Konzernabschluss liegt beim Landesgericht Linz (FN 78543f) auf.
Zwischen der Rosenbauer International AG und dem Großteil Ihrer verbundenen Unternehmen bestehen Liefer-
und Leistungsbeziehungen aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Die Rosenbauer International AG als
Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosenbauer Brandschutz GmbH, der Rosen-
bauer E-Technology Development GmbH und der APAC Holding GmbH als Gruppenmitglieder eine Unterneh-
mensgruppe iSd § 9 KStG. Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Gruppenmitgliedern besteht grundsätzlich in
der Belastungsmethode mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs über in der Gruppe noch nicht verwendete
Verlustvorträge.
Bei den immateriellen Vermögenswerten erfolgte im Jahr 2021 ein Verkauf von Entwicklungsleistungen der
Rosenbauer Karlsruhe GmbH an die Rosenbauer International AG in Höhe von 1.402.152,00 Euro (2020:
1.554.653,10 Euro).
Leonding, am 25. März 2022
Der Vorstand:
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
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Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Bestätigungsvermerk
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahres ab schluss der Rosenbauer International AG, Leonding, bestehend aus der Bilanz zum
31. De zem ber 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Ge schäfts jahr und
dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahres ab schluss den gesetzlichen Vorschriften und ver mittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31.De zem ber 2021 so wie der Ertragslage der
Ge sell schaft für das an diesem Stichtag endende Ge schäfts jahr in Über ein stimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschluss prü fung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahres ab schlusses“ un seres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der
Gesellschaft un ab hän gig in Übereinstimmung mit den österreichischen un ternehmens- und berufsrechtlichen
Vor schrif ten und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen An forderun-
gen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht ge mäßen Ermessen
am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahres ab schlusses des Ge schäfts jahres waren. Diese Sachverhalte
wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahres ab schlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres
Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Siehe Erläuterungen im Anhang, Abschnitt 2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und Abschnitt 4 zu
For de run gen und sonstigen Vermögensgegenständen sowie An lagenspiegel zum 31. Dezember 2021.
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2021 sind die Anteile an verbundenen
Unternehmen (76,2 Mio. €) und Forderungen gegenüber verbundenen Unter neh men (99,9 Mio. €) ausgewiesen.
Für sämtliche bedeutsame Anteile an verbundenen Unternehmen beurteilt Rosenbauer Inter na tional AG, ob
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Lie gen solche Anhaltspunkte vor,
wird für das betroffene verbundene Unternehmen eine Un ter neh mensbewertung durchgeführt und der Buchwert
der Anteile auf das Ergebnis der Un ter neh mensbewertung abgeschrieben.
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
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Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Bestätigungsvermerk
Die Beurteilung, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vor lie gen, sowie der
Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Forderungen ge gen über verbundenen Unterneh-
men erfordert Schätzungen und Ermessensentscheidungen der ge setzlichen Vertreter.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Anteile an und Forderungen gegenüber ver bun de nen Unterneh-
men nicht ordnungsgemäß be wertet sind und folglich der Jahresüberschuss nicht zutreffend ermittelt ist. Das
wesentliche Risiko besteht dabei insbesondere in der Schät zung der zukünftigen Cash-Flows, welche zur
Feststellung der Werthaltigkeit herangezogen werden. Diese Cash-Flow Schätzungen beinhalten Annahmen, die
von zukünftigen Markt- und Wirt schaftsentwicklungen beeinflusst werden.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Forderungen ge genüber
verbundenen Unternehmen haben wir folgende Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der Anhaltspunkte für einen we sentlich gesunkenen
beizulegenden Wert (einschließlich der Deckung des Be tei li gungs ansatzes durch das anteilige Eigenkapital)
der Anteile an verbundenen Un ter neh men nachvollzogen. Zudem haben wir in Gesprächen mit den gesetzli-
chen Vertretern er örtert, ob darüberhinausgehende Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen bei zu-
legenden Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen vorliegen.
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen, haben wir uns ein Verständ-
nis über den Planungsprozess und der Gestaltung und Einrichtung der diesbezüglichen internen Kontrollen
verschafft und die der Bewertung zugrunde ge leg ten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat bzw.
Gesellschaftern ge neh mig ten Budgetzahlen sowie der Mittelfristplanung abgeglichen.
Die wesentlichen wertbestimmenden Annahmen haben wir mit den verantwortlichen Mit arbeitern eingehend
besprochen und Erwartungen über die künftigen Entwicklungen mit den vom Unternehmen verwendeten
externen Markteinschätzungen abgeglichen.
Die Planungsgenauigkeit haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Pla nun gen mit den
tatsächlich eingetretenen Werten beurteilt.
Die Methodik zur Durchführung des Wertminderungstests sowie zur Ermittlung der Ka pi talkostensätze haben
wir unter Einbindung unseres Bewertungsspezialisten nach voll zogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden
Standards entsprechen. Die zur Fest le gung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben wir
durch einen Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Angemessenheit
be ur teilt und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
Bei Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht bereits durch die Be wer tung der Anteile an
verbundenen Unternehmen abgedeckt waren, haben wir weiters mit tels Überfälligkeitsanalysen überprüft, ob
Wertberichtigungsbedarf bei diesen Po si tio nen gegeben ist. Dabei haben wir auch die finanzielle Situation der
verbundenen Un ter nehmen gewürdigt.
Abschließend haben wir untersucht, ob die Erläuterungen der Rosenbauer International AG zu Finanzanlagen
und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im An hang vollständig und sachgerecht sind.
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Erläuterungen im Anhang, Abschnitt 2 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sowie Abschnitt 4
Forderungen und sonstigen Ver mögensgegenständen zum 31. Dezember 2021.
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2021 sind Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 59,5 Mio. € ausgewiesen.
Die Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basiert auf der Einschätzung der Bonität der
Kunden durch die gesetzlichen Vertreter. Diese wird jährlich im Rahmen der Ab schluss erstellung durchgeführt.
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Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ordnungs-
gemäß be wertet sind und folglich der Jahresüberschuss nicht zutreffend ermittelt ist. Das wesentliche Risiko
besteht dabei in der Einschätzung der Zahlungswilligkeit und Zah lungs fähigkeit von Kunden die vertraglich
vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe zu leisten – ins besondere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir fol gende
wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben uns ein Verständnis über den Prozessablauf und den darin implementierten Kon trollen zur
Überwachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kri tisch analysiert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Wert haltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kre dit aus fälle bestehen und
Risikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stich pro be erfolgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kun den forderungen zum 31. Dezember 2021.
Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Be sprechungen mit dem
Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Au gen merk auf die ermessensbehafteten Elemente
in den vertraglichen Grundlagen, den er haltenen Dokumentationen und sonstigen internen und externen
Informationen gelegt.
Abschließend haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prü fungs zeitpunkt durch-
geführt, indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zah lungs eingänge nachgewiesen werden
konnten und somit die Werthaltigkeit der For de run gen nachgewiesen wurde.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND
DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRES AB SCHLUSS
Die ge setz lichen Ver treter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahres ab schlusses und dafür, dass dieser in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vor schrif ten ein möglichst getreues Bild der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Ge sell schaft ver mittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwort-
lich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahres ab schlusses zu
ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahres ab schlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Ge sell schaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sach ver hal te im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – an zugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungs-
grundsatz der Fortführung der Unter neh mens tä tigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder die Ge sell schaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben
keine realis ti sche Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rech nungslegungs pro zes ses der Ge sell schaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRES AB SCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres ab schluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irr tümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hin reichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Über einstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Ab schlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
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Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
Bestätigungsvermerk
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich an ge se hen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Jahres ab schlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidun gen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kri tische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungs handlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und ge eignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus do losen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zu sam men wirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder
das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon trollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen ange messen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kon trollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech nungslegungs-
methoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dar ge stellten geschätzten Werte in
der Rechnungslegung und damit zusammenhängende An gaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rech nungs le gungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver tre ter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Un sicher heit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Ge sell schaft zur Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit auf wer fen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicher-
heit be steht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahres ab schluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grund lage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zu künf tige Ereignisse oder Gegebenheiten können
jedoch die Abkehr der Ge sell schaft von der Fort führung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahres ab schlusses ein schließlich der
Angaben sowie ob der Jahres ab schluss die zugrunde liegenden Geschäfts vor fälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prü fungs fest stellungen, einschließlich
etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung
erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten be rufl ich en Verhaltensan-
forderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Be ziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise an ge nom men werden kann, dass sie sich auf unsere
Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – da mit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus ge tauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahres ab schlusses des Ge schäfts jahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs sach ver halte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sach ver halts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
un serem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche In ter esse übersteigen würden.
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Rosenbauer Jahresfinanzbericht 2021
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der La ge be richt ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit
dem Jahres ab schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden recht lichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die ge setz lichen Ver treter sind verantwortlich für die Aufstellung des La ge be richts in Über ein stimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des La ge be richts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der La ge be richt nach den geltenden rechtlichen Anforderungen auf ge stellt worden,
enthält die nach §243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahres ab schluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahres ab schlusses gewonnenen Erkenntnisse und des ge wonnenen Ver-
ständnisses über die Ge sell schaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im
La ge be richt festgestellt.
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 26.Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt und am 17.Juli 2021 vom
Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31.De zem ber 2021 endende Geschäftsjahr
beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahres ab schluss zum 31.Dezember 2020 Ab schluss prü fer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahres ab schluss“ mit dem zu sätz lichen Bericht an
den Prüfungsausschuss nach Artikel11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel5 Abs1 der AP-VO) er bracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirt schafts prüfer ist Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, 25.März 2022
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Konzernlagebericht Jahres abschlussLageberichtKonzern abschluss
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Erklärung der
gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen
das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 25. März 2022
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Corporate Development, Area Management Preventive Fire Protection, Group Controlling,
Human Resources, APAC, CEEU, MENA, Supply Chain Management, Group Accounting and Tax,
Strategy, NISA und NOMA, Central Technics, Legal, Compliance &
Innovation & Marketing, Sales Administration, CoC Operations Insurance, Export Finance,
Group Communication, Customer Service Treasury, Investor Relations,
Fire & Safety Equipment, Internal Audit, IT
Product Management
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