529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31iso4217:EUR529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31iso4217:EURxbrli:shares529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:SharePremiumMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:SharePremiumMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:SharePremiumMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:SharePremiumMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:IssuedCapitalMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:SharePremiumMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:ReserveOfExchangeDifferencesOnTranslationMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:ReserveOfRemeasurementsOfDefinedBenefitPlansMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:RetainedEarningsMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember529900DS2PAVS3K9RV512019-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:RetainedEarningsMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember529900DS2PAVS3K9RV512020-01-012020-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:RetainedEarningsMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember529900DS2PAVS3K9RV512020-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:RetainedEarningsMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember529900DS2PAVS3K9RV512018-12-31529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:ReserveOfCashFlowHedgesMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:RetainedEarningsMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:EquityAttributableToOwnersOfParentMember529900DS2PAVS3K9RV512019-01-012019-12-31ifrs-full:NoncontrollingInterestsMember
Erläuternde Angaben
1
VERNETZT
MIT DER
ZUKUNFT
Jahresfinanzbericht
2020
1.072,1
AUFTRAGSBESTAND
(ZUM 31.12. IN MIO €)
ÜBER
ROSENBAUER
1.044,2
KONZERNUMSATZ
(IN MIO €)
57,9
EBIT
(IN MIO €)
Rosenbauer ist weltweit der
führende Hersteller für Feuerwehr-
technik im abwehrenden Brand- und
Katastrophenschutz. Das Unter-
nehmen entwickelt und produziert
Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung
und Telematiklösungen sowie An-
lagen für den vorbeugenden Brand-
schutz für Kunden auf allen Kontinen-
ten. Mit Produkten aus europäischer,
US- amerikanischer und asiatischer
Fertigung werden alle wichtigen
Normen welten abgedeckt.
Heute ist Rosenbauer mit seinem
Service- und Vertriebsnetzwerk und
4.000 Mitarbeitern in über 100
Ländern aktiv. Auf dieser Grundlage
wollen wir in den kommenden Jahren
weiter erfolgreich wachsen –
als Qualitätsführer und mit dem
Anspruch des besten Preis-Leistungs-
Verhältnisses.
1
Inhalt
3 KONZERNLAGEBERICHT
4 Grundlagen des Unternehmens
10 Wirtschaftsbericht
20 Weitere rechtliche Angaben
23 Risiken und Chancen
28 Prognosebericht
33 KONZERNABSCHLUSS
112 Bestätigungsvermerk
118 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
119 ROSENBAUER INTERNATIONAL AG
120 Lagebericht
144 Jahresabschluss
168 Bestätigungsvermerk
174 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
INHALT
2 Jahresfinanzbericht 2020Geschäftsbericht 2020
EINSATZ OHNE GEFAHR
Das Rosenbauer Roboterfahrzeug hilft überall
dort, wo es brenzlig wird oder die Einsatzkräfte
an ihre Grenzen stoßen. Es übernimmt
Logistikaufgaben, kann als Bergefahrzeug
eingesetzt werden, lässt sich für die Lageer-
kundung nutzen und wird mit aufgebautem
Werfermodul zum Löschroboter.
KONZERN-
LAGEBERICHT
MIO € UMSATZ 2020
1.044,2
4 Grundlagen des Unternehmens
10 Wirtschaftsbericht
20 Weitere rechtliche Angaben
23 Risiken und Chancen
28 Prognosebericht
4 Jahresfinanzbericht 2020
UNTERNEHMENSAUFSTELLUNG
Weltweit führender Systemanbieter für den Brandschutz
Rosenbauer ist der weltweit führende Systemanbieter für den
vorbeugenden und abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz.
Die internationale Unternehmensgruppe entwickelt und produ-
ziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und digitale Lösungen
für Berufs-, Betriebs-, Werks- und freiwillige Feuerwehren sowie
Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.
Die börsennotierte Rosenbauer International AG mit Sitz in
Leonding, Österreich, fungiert als Mutterunternehmen des
Rosenbauer Konzerns. Sie ist gleichzeitig die größte Produktions-
gesellschaft, die Forschungs- und Entwicklungszentrale und
zeichnet für die Steuerung der Gruppe verantwortlich.
Im Jahr 2020 erwirtschaftete der Rosenbauer Konzern einen
Umsatz von 1.044,2 Mio €. Die einzelnen Produktgruppen haben
dazu wie folgt beigetragen: Fahrzeuge 78 %, Ausrüstung 8 %,
Vorbeugender Brandschutz 3 %, Customer Service 7 % und
Sonstige Umsätze mit 4 %. Mit einem Weltmarktanteil von zuletzt
16 % ist Rosenbauer der führende Hersteller von Feuerwehrfahr-
zeugen.
Einzigartiges globales Netzwerk
Der Rosenbauer Konzern betreibt 15 Produktionsstandorte in
neun Ländern auf drei Kontinenten und deckt mit Produkten aus
europäischer, US-amerikanischer und asiatischer Fertigung alle
wichtigen Normenwelten ab. Dazu kommen eigene Vertriebs- und
Servicegesellschaften in vierzehn Ländern sowie an die 220
selbstständige Handelspartner rund um den Globus.
Die Vertriebsorganisation ist geografisch nach fünf Absatzregio-
nen ausgerichtet: CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nord-
europa, Iberien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten
und Nordafrika), APAC (Asien, Pazifik, Australien, China) und
NOMA (Nord- und Mittelamerika). Die Areas sind für alle Ge-
schäfte in ihrer Region verantwortlich. Sie erheben die Markt-
erfordernisse, initiieren die Produktentwicklungen, sind für
Vertrieb und Service zuständig und betreiben einige der Produk-
tionsstätten. Die Area-Organisation soll dazu beitragen, etablierte
Märkte zu stärken und bisher kaum erschlossene Märkte gezielt
zu entwickeln. Die Aktivitäten im Vorbeugenden Brandschutz
werden in einem eigenen Segment dargestellt.
Insgesamt ist Rosenbauer in rund 120 Ländern vertreten und
verfügt damit über ein in der Feuerwehrbranche einzigartiges
internationales Netzwerk.
Nummer 1 bei Innovationen
Mit seinen innovativen Produkten definiert Rosenbauer den Stand
der Technik und entwickelt aktiv die Kundennachfrage. Forschung
& Entwicklung haben einen dementsprechend hohen Stellenwert
für den Konzern. Der Rosenbauer Innovationsprozess integriert
systematisch die branchenrelevanten Megatrends, Erkenntnisse
aus der Marktbeobachtung, Kundenanforderungen und Mitarbei-
tervorschläge. Der Rosenbauer Konzern hält rund 220 Patente in
den verschiedenen Produktbereichen.
2020 hat der Konzern 19,9 Mio € (2019: 20,2 Mio €) für
For
schung und Entwicklung aufgewendet. Das sind 2,6 % (2019:
3,0 %)
der relevanten Nettoerlöse der Eigenproduktion. Die
Aktivierungsquote betrug 32,9 % (2019: 34,4 %) und betraf
Grundlagen
des Unternehmens
Umsatz nach Produktsegmenten 2020
7 % Customer Service
8 % Ausrüstung
3 % Vorbeugender
Brandschutz
4 % Sonstige
78 % Fahrzeuge
2020
2019
2018
F&E (in Mio €) F&E-Quote
19,9
20,2
2,6 %
3,0 %
15,2 2,7 %
Forschung und Entwicklung/F&E-Quote
5Grundlagen des Unternehmens
Entwicklungen in Österreich und Deutschland. 52 % (2019: 53 %)
der Entwicklungskosten in Höhe von 10,3 Mio € (2019: 10,8 Mio
€) entfielen auf die Rosenbauer International AG, das konzern-
weite Kompetenzzentrum für Kommunal- und Spezialfahrzeuge,
Feuerlöschsysteme und Ausrüstung.
PRODUKTE UND LEISTUNGEN
Fahrzeuge
Feuerwehrfahrzeuge werden in Kommunal-, Flughafen- und In-
dustriefahrzeuge unterteilt sowie nach Hauptfunktionen typisiert.
Rosenbauer hat in jeder Kategorie komplette Baureihen im Pro-
gramm, das Portfolio umfasst Lösch- und Rüstfahrzeuge,
Hilfeleistungs- und Logistikfahrzeuge, Spezial- und Sonderfahr-
zeuge sowie Drehleitern und Hubrettungsbühnen. Die Produktion
erfolgt in Österreich, Deutschland, Slowenien, Italien, Spanien,
Russland, Saudi-Arabien, Singapur und in den USA, Endmontagen
in der Schweiz, in Großbritannien und Südafrika.
Rosenbauer produziert als einziger internationaler Feuerwehraus-
statter alle Typen von Feuerwehrfahrzeugen sowohl nach euro-
päischem (EN 1846) als auch nach US-Standard (NFPA 1901). Damit
sind weite Teile der Feuerwehrwelt abgedeckt (Europa, Nord- und
Südamerika, Afrika, Westasien). Fahrzeuge für China (China
Compulsory Certification), Japan (TRIAS), Australien (Australian
Design Rules) und Russland (GOST) werden nach länderspezifischen
Normen gebaut und müssen gesondert zertifiziert werden.
Feuerwehrfahrzeuge werden in der Regel auf LKW-Serienchassis
aufgebaut. Da diese rund 30 % der Herstellkosten ausmachen,
lässt sich mit eigenen Fahrgestellen die Wertschöpfung erhöhen.
Rosenbauer baut insbesondere US-Fahrzeuge, die komplette
PANTHER Baureihe und den neuen RT auf eigenen Chassis auf.
Auch die in den Fahrzeugen verbaute Löschtechnik stammt
überwiegend aus eigener Produktion. Das macht Rosenbauer zum
Komplettanbieter und verschafft im Wettbewerb Vorteile gegen-
über Aufbauherstellern, die über keine eigenen Chassis verfügen
und/oder die „Herzstücke“ ihrer Fahrzeuge zukaufen müssen. Die
Produktion der Löschsysteme (Einbaupumpen, Schaumzumisch-
systeme, Werfer, Tragkraftspritzen) erfolgt für den gesamten
Konzern am Standort Leonding.
Die Beschaffung von Feuerwehrtechnik und insbesondere von
Feuerwehrfahrzeugen erfolgt weltweit vorwiegend über öffentli-
che Ausschreibungen. Dabei ist seit Jahren ein Trend zu Einkaufs-
gemeinschaften und Sammelausschreibungen bemerkbar, der in
vielen Ländern zu einem verschärften Preiswettbewerb geführt hat.
Ausrüstung
Rosenbauer ist auch im Ausrüstungsbereich Komplettausstatter
der Feuerwehren. Strategische Schlüsselprodukte werden im
Unternehmen entwickelt, im Haus bzw. bei Vertragspartnern
gefertigt und als Eigenmarken vertrieben. Zu diesen gehören
unter anderem Hohlstrahlrohre, Tauchpumpen, Hochleistungslüf-
ter und Stromerzeuger sowie Feuerwehrhelme, Schutzanzüge,
Einsatzstiefel und -handschuhe. Sie sind allesamt im obersten
Qualitätssegment angesiedelt und zeichnen sich durch hohe
Funktionalität, Sicherheit und Zuverlässigkeit sowie durch ein
attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
In allen Areas sind Ausrüstungsspezialisten tätig, die sich gezielt
um den Verkauf der Eigenprodukte kümmern. Über die Ausstat-
tung mit Ausrüstungsprodukten ist Rosenbauer kontinuierlich mit
seinen Kunden in Kontakt.
Vorbeugender Brandschutz
Im Vorbeugenden Brandschutz beschäftigt sich Rosenbauer
mit der Planung, Errichtung und Wartung von ortsfesten Lösch-
anlagen. Das Angebotsspektrum umfasst sowohl wasser- als
auch schaumbasierte Löschsysteme und reicht von Sprink-
ler- und Sprühanlagen über Gas- und Küchenlöschanlagen
bis zu Werfer löschanlagen inklusive Brandmelde- und Brand-
früherkennungssystemen. Wesentliche Teile der Gewerke
wie die montage fertigen Sprinklerrohrsysteme, Werfer und
Druckluftschaum systeme stammen aus eigener Produktion.
Darüber hinaus hat Rosenbauer halbstationäre Lösungen wie
die CAFS/Pulverlöschanlage RPE Twin Agent sowie mobile
Lösungen wie die trag- bzw. fahrbaren RFC POLY Löschsysteme
im Sortiment.
Die Betriebssicherheit der Anlagen wird durch ein umfassendes
Wartungs- und Serviceangebot sichergestellt. Dieses beinhaltet
die Erstellung anlagenspezifischer Wartungskonzepte und deren
Ausführung durch eigens geschultes Service-Personal.
Customer Service
Der Customer Service ist ein strategisch wichtiges Standbein im
Feuerwehrgeschäft. Er führt die erste Produktschulung bei den
Kunden durch und bleibt in der Regel über den gesamten
Produktlebenszyklus an ihrer Seite. Das Angebot des Customer
Service umfasst neben einem fein abgestimmten Wartungs- und
Servicekatalog auch eine breite Palette an Bediener- und
Anwenderschulungen sowie Trainings in Fahrtechnik und
Einsatztaktik auf modernsten Simulatoren. Auf Wunsch fungiert
Rosenbauer als Full-Service-Provider und übernimmt das
komplette Flottenmanagement.
Rosenbauer betreibt rund 25 eigene Servicestandorte in allen
Areas und beschäftigt ca. 150 Servicetechniker weltweit. Dazu
kommen ungefähr 150 Servicepartner mit zumeist eigener
6 Jahresfinanzbericht 2020
Werkstattinfrastruktur. Damit stellt Rosenbauer international die
mit Abstand größte Serviceorganisation für Feuerwehren.
FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag
2020 auf der Finalisierung der Produktneuheiten, die Rosenbauer
auf der Weltleitmesse Interschutz präsentieren wollte. Der
internationale Branchentreff findet üblicherweise alle fünf Jahre in
Deutschland statt und wurde wegen der COVID-19-Pandemie auf
2022 verschoben. Rosenbauer hat seine Innovationen dennoch
auf den Markt gebracht und diese auf regionalen Messen und in
neuen virtuellen Formaten wie den Online Product Days vorge-
stellt.
Zu den wichtigsten Innovationen zählen der RT (Revolutionary
Technology), das erste Rosenbauer Löschfahrzeug mit Elektroan-
trieb, neue digitale Produkte (RTE Robot und Feuerwehrdrohnen)
und Dienste (Connected Fleet), eine komplett neue Baureihe von
Kommunalfahrzeugen (CT, AT, MT) mit einheitlicher Bedienung,
die Drehleitern L32A-XS Flat und die Hubrettungsbühne B45
sowie das RFC Admix Variomatic Zumischsystem aus dem Be-
reich Löschsysteme und das neue RTE FX Hohlstrahlrohr aus dem
Bereich Ausrüstung.
Löschfahrzeug mit Elektroantrieb
Nach achtjähriger Entwicklungsarbeit erfolgte im Berichtsjahr die
Markteinführung des ersten Rosenbauer Löschfahrzeuges mit
Elektroantrieb – ein Meilenstein in der Geschichte des Unterneh-
mens. Das Launch-Event im Linzer Ars Electronica Center konnte
via Livestream mitverfolgt werden und fand weltweite Beachtung.
Höhepunkt war die Übergabe der ersten drei Vorserienfahrzeuge
an die Feuerwehren Amsterdam, Berlin und Dubai. Als Innova-
tionspartner werden sie die Fahrzeuge im Regeleinsatz testen
und die dabei gewonnenen Erkenntnisse für die Serienentwick-
lung und -produktion zur Verfügung stellen.
Mit den Prototypen wurde auch der Produktname geändert: Aus
dem Concept Fire Truck (CFT) wurde der Revolutionary Techno-
logy (RT). Die neue Bezeichnung unterstreicht, dass der RT keine
Weiterentwicklung einer bestehenden Fahrzeugbaureihe darstellt,
sondern als Ganzes neu gedacht und neu entwickelt wurde. Nicht
nur die Antriebstechnik ist für ein Feuerwehrfahrzeug revolutio-
när, sondern auch die Fahrzeugarchitektur und damit die
komplette Aufbauphilosophie sowie die durchgängig intuitive
Bedienbarkeit. So können alle Funktionen des RT, von der
Beleuchtung bis zur Löschtechnik, digital gesteuert werden und
es laufen alle Fäden eines Einsatzes im Fahrzeug als der
Kommandozentrale zusammen. Der RT baut dafür sein eigenes
abgesichertes WLAN auf und fungiert als drahtloser Steuerstand
für Roboter, Drohnen und Sensorsysteme. Das Einsatzmanage-
mentsystem EMEREC sorgt für die Vernetzung mit der Leitstelle,
dem Rosenbauer Datencenter, dem World Wide Web und in
Zukunft mit dem Internet der Dinge (IoT).
Die Hochvolt-Batteriespeicher des RT liefern in der 100-kWh-
Variante ausreichend Energie, um damit nicht nur den Fahrantrieb
zu speisen, sondern einen kompletten Feuerwehreinsatz
elektrisch abarbeiten zu können. Dies gilt sowohl für technische
Einsätze als auch für kürzere Löscheinsätze, da auch die Pumpe
elektrisch betrieben wird. Für längere Löscheinsätze ist im
Fahrzeug ein Range Extender verbaut, der aus einem modernen
6-Zylinder-Dieselmotor und einem Stromgenerator besteht. Mit
diesem Tandem wird der RT zu einem mobilen Kraftwerk, das
nicht nur die Akkus automatisch wieder auflädt, wenn mehr
Energie verbraucht wird, als in ihnen gespeichert ist, sondern an
der Einsatzstelle auch eine Notstromversorgung sicherstellt.
Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für den RT auf mehr als
3.200 Fahrzeuge bis 2030, wobei die Nachfrage nicht nur von
kommunalen Feuerwehren, sondern auch von Flughafenbetrei-
bern und Industrieunternehmen kommt und dabei teilweise der
Austausch ganzer Fahrzeugflotten im Gespräch ist. In Europa
könnten 2025 bereits 700 bis 800 elektrifizierte Feuerwehrfahr-
zeuge im Einsatz sein.
Digitale Produkte und Services
Digitalisierung und Vernetzung spielen im Einsatzalltag der
Feuerwehren eine immer größere Rolle. Rosenbauer hat 2020
seine Kompetenzen im neuen Bereich Digital Solutions gebündelt
und sein Produktprogramm um Drohnen und Roboter ergänzt. Die
Drohnen stammen vom Weltmarktführer DJI, sind mit Kameras
und Sensoren bestückt und vollständig in das Rosenbauer
Einsatzmanagementsystem eingebunden. Sie liefern die bislang
fehlende Luftperspektive von Einsatzstellen und werden von den
Feuerwehren in erster Linie zur Lageerkundung, Lokalisierung von
Hotspots und Detektion von Gefahrstoffen genutzt. Das Rosen-
bauer Einsatzmanagementsystem zeigt die Drohnenbilder und
Sensordaten auf den Tablets und Fahrzeug-Displays der operati-
ven Einheiten sowie auf den Monitoren in den Kommandozentra-
len an.
Der multifunktionale RTE Robot ist eine Eigenentwicklung, hat
im Berichtsjahr die Serienreife erreicht und wurde erstmals
im Rahmen des RT Launch-Events präsentiert. Das elektrisch
angetriebene und ferngesteuerte Roboterfahrzeug kann vielseitig
eingesetzt werden: Es übernimmt Logistikaufgaben, insbesondere
den Transport schwerer Ausrüstung, kann mit Sensoren und
Kameras bestückt zur Lageerkundung genutzt, als Bergegerät
verwendet und, mit verschiedenen Werfermodulen zur Auswahl,
als Löschroboter eingesetzt werden. Mit seiner standardisierten
Plattform samt Schnellkupplungssystem nimmt es jede Art von
Nutzlast im Normmaß einer Europalette auf und ist dadurch nicht
7Grundlagen des Unternehmens
nur für Feuerwehren, sondern für jede Blaulichtorganisation
interessant, die Logistikaufgaben zu erfüllen hat.
Ebenfalls im Berichtsjahr fertiggestellt wurde die Entwicklung von
Connected Fleet, dem Rosenbauer Fahrzeuginformationssystem
auf der Basis von service4fire mit neuer Hard- und Software,
neuer Benutzerschnittstelle und neuen Funktionen. Connected
Fleet überwacht den technischen Zustand und die Betriebsbereit-
schaft von Einsatzfahrzeugen und der in ihnen verbauten
Komponenten (z.B. des RTE Robot) und meldet Störungen und
andere Serviceinformationen automatisch an den Fahrzeugbetrei-
ber. Zudem zeigt es in Echtzeit unter anderem die Live Position
und die Betriebsmittelzustände der Fahrzeuge an und erstellt eine
komplette Einsatzdokumentation. Feuerwehren haben somit
jederzeit einen vollständigen Überblick über ihre Fahrzeugflotte
und können diese mit Connected Fleet digital verwalten (z.B.
elektronisches Fahrtenbuch).
Harmonisierte Fahrzeugbaureihen
Mit der Einführung neuer kommunaler Fahrzeugbaureihen fand im
Berichtsjahr ein weiteres langjähriges Entwicklungsprojekt seinen
Abschluss. Der CT ist die neue Kompaktklasse zwischen 3,5 und
14 t, der neue MT deckt die Gewichtsklasse ab 18 t ab, dazwi-
schen ist das Premiumfahrzeug AT angesiedelt, das zwar nicht
komplett neu entwickelt, aber mit den anderen beiden Baureihen
harmonisiert wurde. Nicht nur im Design sprechen CT, AT und MT
nun eine gemeinsame Sprache, sie verfügen auch über einheit-
liche Bediensysteme. Das reduziert den Trainingsaufwand bei den
Feuerwehren, erleichtert bei größeren Fuhrparks den Wechsel
zwischen unterschiedlichen Fahrzeugtypen und hat in der
Ersatzteilversorgung entscheidende Vorteile.
Neue Löschsysteme
Im Vorjahr hat Rosenbauer auch zahlreiche Neuentwicklungen
aus dem Bereich Löschsysteme fertig entwickelt und eingeführt.
Dazu gehören allen voran das Schaum-Druckzumischsystem RFC
Admix Variomatic, die neue Generation von POLY-Löschsystemen
und das RFC CAFS Cube Druckluftschaumsystem. Die Variomatic
wird in kommunale Löschfahrzeuge verbaut und produziert je
nach Anforderungen im Einsatz Netzmittel, Leicht-, Mittel- oder
Schwerschaum. Die POLY Löschsysteme sind trag- oder fahrbare
Feuerlöscher, die sich aufgrund der CAFS-Technologie ideal zur
raschen und effizienten Bekämpfung von Klein- und Entstehungs-
bränden eignen. Der neue CAFS Cube ist ein kompaktes
All-in-one-Löschgerät für Wasser-, Schaum- und CAFS-Einsätze,
das mobil genutzt und dank eigenem Motor auch in Fahrzeuge
verbaut werden kann, die nicht über einen Nebenabtrieb
verfügen.
Darüber hinaus hat Rosenbauer im Berichtsjahr die Entwick
lung der Einbaupumpe N130 abgeschlossen. Mit einer Normleis-
tung von 13.000 l/min (3.500 gpm) und einer Höchstleistung von
20.000 l/min (5.285 gpm) bei 4 bar Eingangsdruck ist sie die
stärkste Feuerwehrlöschpumpe von Rosenbauer und prädesti-
niert für den Einbau in Industrielöschfahrzeuge.
Innovatives Batteriebrandlöschsystem
Angesichts der zunehmenden Elektromobilität forscht Rosenbauer
seit 2018 am Thema „Hochvolt-Batteriebrand“. Nach intensiver
Grundlagenforschung erfolgten im Vorjahr zahlreiche Brand- und
Löschversuche mit unterschiedlichen Zelltypen und Batteriekapa
-
zitäten, deren wissenschaftliche Auswertung die Wirksamkeit und
Effizienz des entwickelten Systems bestätigt haben. Zurzeit wird
es von Lead-Kunden im Einsatzalltag getestet, bevor es Mitte des
Jahres 2021 auf den Markt gebracht wird.
Im Gegensatz zu allen bekannten Lösungen kann das System mit
Standardlöschtechnik betrieben und ohne größeren Schulungs-
aufwand von jeder Feuerwehr der Welt sofort ein-gesetzt werden.
Es wird aus sicherer Entfernung bedient, verursacht keinen
übermäßigen Wasserverbrauch und lässt sich überall kostengüns-
tig nachrüsten.
ZIELE, STRATEGIE UND STEUERUNG
Als Trendsetter der Branche prägt Rosenbauer den Brand-
und Katastrophenschutz durch richtungsweisende Innovationen
und herausragende Produkte. Auch mit Blick auf die Zukunft
verfolgt das Unternehmen den Anspruch, Vorreiter bei Weiterent-
wicklungen im Bereich der Feuerwehrtechnik zu sein. Rosenbauer
strebt in allen Bereichen die Spitzenposition an. Oberstes
Unternehmensziel ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen und
den Wert des Unternehmens kontinuierlich zu steigern. Bei der
Umsetzung dieses Führungsanspruchs profitiert Rosenbauer von
den Stärken des Unternehmens:
einem resilienten Geschäftsmodell mit einem hohen Anteil
öffentlicher Kunden
der globalen Präsenz und dem umfassenden Leistungsangebot
als einziger Systemanbieter für den vorbeugenden und
abwehrenden Brand- und Katastrophenschutz,
seiner Rolle als Innovations- und Technologieführer,
einer starken vertikalen Integration und industriellen Ferti-
gungsmethoden,
dem weltweiten Ansehen der Marke Rosenbauer sowie
seinen kompetenten und engagierten Mitarbeitern.
Ausgangspunkt für die unternehmerischen Entscheidungen
und die Steuerung des Konzerns ist die Mittelfristplanung, die für
einen Zeitraum von drei Jahren erstellt wird. Aus dieser Mittel-
fristplanung werden das Investitions- und das Jahresbudget
abgeleitet. Zur unterjährigen Steuerung wird monatlich das
Jahresbudget für die jeweiligen Areas sowie die operativen
8 Jahresfinanzbericht 2020
Gesellschaften hinsichtlich Zielerreichung überprüft. Dabei
werden unter anderem Soll-/Ist- und Vorjahresvergleiche sowie
Abweichungsanalysen und Vorschaurechnungen durchgeführt.
Die wichtigsten Steuerungsgrößen im Konzern sind der Umsatz
und das operative Ergebnis (EBIT), die operative Marge (EBIT-
Marge), der ROCE (Return on Capital Employed) sowie das
Ergebnis vor Steuern. Weitere relevante Leistungs indikatoren
sind der Auftragseingang und der Auftragsbestand.
Rosenbauer ist sich seiner besonderen sozialen Verantwortung
als Ausstatter der Feuerwehren, deren Mitglieder ein hohes
gesellschaftliches Engagement zeigen, bewusst. Die Unter-
nehmensgruppe berücksichtigt daher in ihrem wirtschaftlichen
Handeln auch nichtfinanzielle Faktoren aus den Bereichen
Umwelt, Human Resources und Compliance, legt großen Wert auf
Nachhaltigkeit und betreibt einen kontinuierlichen Austausch mit
seinen Stakeholdern (siehe Rosenbauer Nachhaltigkeitsbericht
auf www.rosenbauer.com).
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
1
Weltwirtschaft
Die Weltwirtschaft ist 2020 infolge der COVID-19-Pandemie stark
eingebrochen und verzeichnete – erst zum zweiten Mal seit dem
2. Weltkrieg – ein negatives Wachstum. Nach Angaben des
Internationalen Währungsfonds (IWF) belief sich die Kontraktion
auf -3,5 % und fiel damit stärker aus als in der Weltfinanzkrise
2009.
Aufgrund der Lockdown-Maßnahmen ist es in allen Regionen der
Welt zu erheblichen Einschränkungen der wirtschaftlichen
Aktivität gekommen. Die Lieferketten waren zeitweise gestört, es
kam zu Engpässen in der Industrieproduktion und die Unterneh-
men hielten sich mit Investitionen zurück. Massive, staatliche
Hilfsprogramme mussten aufgelegt werden, um die wirtschaft-
lichen Verwerfungen abzumildern.
Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine deutliche
Erholung einsetzte, blieb die Weltwirtschaft im Bann der
COVID-19-Pandemie. Erst die Aussicht auf verfügbare Impfstoffe
hellte zum Jahresende die Stimmung auf, was sich auch in der
IWF-Prognose für 2021 widerspiegelt, die mit einem globalen
Wachstum von 5,5 % rechnet. Das wäre der zweithöchste Anstieg
seit 40 Jahren. Allerdings betont der IWF zugleich, dass wieder-
kehrende Infektionswellen und neue Virusmutationen eine relativ
große Unsicherheit für die Prognose bedeuten.
1
IMF, World Economic Outlook, Update, January 20, 2021.
Nordamerika
Die nordamerikanische Wirtschaft konnte sich 2020 dem
weltweiten Konjunkturrückgang nicht entziehen. In den USA ging
die Wirtschaftsleistung um 3,4 %, in Kanada um 5,5 % zurück.
Neben den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie belasteten
auch die gestörten Handelsbeziehungen zu China die wirtschaft-
liche Entwicklung.
Nordamerika sollte 2021 aber rasch wieder aus der Krise
kommen. Für die US-Wirtschaft wird ein Wachstum von 5,1 %
prognostiziert, für die kanadische Wirtschaft ein Plus von 3,6 %.
Mit dazu beitragen sollten die aufgelegten Konjunkturprogramme
und die „neue China-Politik“ der US-Administration unter Joe
Biden. Der neu gewählte US-Präsident will in den bilateralen
Handelsbeziehungen einen kooperativeren Weg gehen als sein
Amtsvorgänger.
Europa
Die europäische Wirtschaft wurde von den Folgen der Pandemie
hart getroffen, allein in der Euro-Zone verzeichnete man einen
Rückgang der Wirtschaftsleistung um 7,2 %. Die nordeuropäi-
schen Länder hielten sich mit einem Minus von 3,5 bis 4,0 %
relativ gut, die Wirtschaft in Frankreich, Italien und Spanien brach
hingegen um 9,0 % bis 11,1 % ein, Deutschland lag mit -5,4 % im
Mittelfeld. Werksschließungen und Produktionsausfälle in China
belasteten bis Jahresmitte die europäischen Industriebetriebe,
allen voran die deutsche Automobilindustrie. Reisebeschränkun-
gen, abgesagte Messen, ein Rückgang der Binnennachfrage und
die Stornierung von Aufträgen verstärkten die negativen Folgen.
Für 2021 wird mit einer starken Erholung gerechnet, zumal der
Welthandel schon in der zweiten Hälfte des Vorjahres wieder
deutlich an Dynamik gewonnen hat. Die deutsche Wirtschaft
sollte demnach um 3,5 % wachsen, Spanien sogar ein Plus von
5,9 % verbuchen können und die Eurozone um 4,2 % zulegen.
Asien
Die Wirtschaftsräume in Asien zeigten 2020 ein selten hetero-
genes Bild. Während die chinesische Wirtschaft nach einem
massiven Einbruch im ersten Quartal noch um 2,3 % im Gesamt-
jahr wuchs, verzeichneten die ASEAN-5 einen Rückgang um 3,7 %,
Indien sogar um 8 %. Chinas Wirtschaft wurde nach dem ersten
Schock sehr schnell wieder hochgefahren. Die Produktions-
betriebe liefen bereits im zweiten Quartal wieder mit voller Kapa-
zität und die Exporte übertrafen in der zweiten Jahreshälfte sogar
die Vorjahreszahlen. Für 2021 wird daher ein kräftiges Plus der
chinesischen Wirtschaftsleistung von 8,1 % erwartet. Indien sollte
sich mit einem Wachstum von 11,5 % ebenfalls stark zurück-
melden, die ASEAN-5 sollten mit einem Plus von 5,2 % wieder zu
gewohnten Steigerungsraten zurückkehren.
9Grundlagen des Unternehmens
BRANCHENENTWICKLUNG
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen
1
von rund
20.600 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von rund 5 Mrd €.
Nicht eingerechnet sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamt-
gewicht, feuerwehrtechnische Ausrüstung, Service und stationäre
Anlagen. Basierend auf internen Schätzungen dürfte im Berichts-
jahr das Volumen leicht gestiegen sein, zumal sich in wichtigen
Märkten das Investitionsklima verbessert hat und eine gestei-
gerte Nachfrage erkennbar war.
Die stärksten Absatzregionen waren Europa, Nordamerika und
Asien, die größten Einzelmärkte USA, China und Deutschland.
Nordamerika
Der nordamerikanische Feuerwehrmarkt konnte 2020 das
Beschaffungsvolumen der Vorjahre nicht halten und fiel auf rund
4.000 Fahrzeuge zurück. Der Rückgang wäre noch deutlicher
ausgefallen, wenn nicht Regierungsaufträge einen Teil kompen-
siert hätten. Neben der Zurückhaltung bei der kommunalen
Nachfrage gab es durch die rasante Ausbreitung von COVID-19
ab dem Herbst auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von
Arbeitskräften und auf die Lieferketten.
Im laufenden Jahr sollte sich die Nachfragesituation wieder
erholen. Offen ist dabei, wie sehr die Budgets der Kommunen
durch die COVID-19-Pandemie unter Druck kommen und wann die
Konjunkturpakete der neuen US-Administration wirksam werden.
Auch Produktionshemmnisse sollten sich auflösen, wenn sich der
Welthandel weiter stabilisiert und die Impfprogramme greifen.
Europa
Die europäische Feuerwehrbranche entwickelte sich 2020
regional stark unterschiedlich. In Deutschland, dem größten
Einzelmarkt Europas, zogen die Beschaffungszahlen weiter an,
weil neben den Kommunen auch Bund und Länder ihren Investi-
tionsstau abarbeiten konnten und verschiedene Großausschrei-
bungen lancierten. In einigen mittel- und osteuropäischen
Ländern wurden seit Langem wieder größere Beschaffungspro-
gramme gestartet, etwa in Polen und in Rumänien. In Spanien
und Frankreich war die Nachfrage hingegen sehr verhalten, in
Großbritannien dämpften die Brexit-Unsicherheiten das Geschäft.
Der Ausblick auf 2021 folgt dem langjährigen Trend: In der
D-A-CH-Region sollte sich die Branche weiterhin gut entwickeln,
die Projektlandschaft in Süd- und Südosteuropa präsentiert sich
nach wie vor sehr lebendig. Der französische Markt sollte wieder
1
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2019. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der
Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Expertenschätzungen.
etwas zurückkommen, während für Großbritannien im Jahr eins
außerhalb der EU Prognosen schwierig bleiben.
Asien
Der fragmentierte, asiatische Feuerwehrmarkt wurde durch die
COVID-19-Pandemie, die in der Region ihren Ausgang genommen
hatte, stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die Nachfrage
nach Flughafenlöschfahrzeugen ist eingebrochen. Viele Kunden in
diesem Segment restrukturierten und stoppten vorübergehend
ihre geplanten Investitionen.
In China, dem größten Einzelmarkt Asiens, kam hinzu, dass sich
die ministerielle Neuordnung des Feuerwehrwesens verzögerte
und noch keine Wirksamkeit entfalten konnte. Dadurch wurde es
internationalen Feuerwehrausstattern praktisch unmöglicht
gemacht, sich mit geeigneten Marktstrategien darauf einzustel-
len. Die Handelsbarrieren infolge des Wirtschaftskonfliktes mit
den USA erschwerten zusätzlich den Marktzugang. Auch Indien
stellte seine Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur zurück.
Lediglich in Südostasien und in Japan sowie in Australien blieb die
Nachfrage relativ stabil.
Die für 2021 prognostizierte, kräftige Erholung der asiatischen
Wirtschaft sollte auch der Feuerwehrbranche gut tun, selbst wenn
die strukturellen Probleme in einigen Ländern bestehen bleiben.
Mittlerer Osten
Die Beschaffung in den Ländern des Mittleren Ostens wurde in
den vergangenen Jahren teilweise dezentralisiert und ist dadurch
kleinteiliger geworden. Gleichzeitig haben lokale Wertschöpfung
und Service für die Auftraggeber in der Region an Bedeutung
gewonnen. Sie fragen verstärkt umfassende Systemlösungen
nach, der reine Fahrzeugkauf tritt zusehends in den Hintergrund.
Nach einem Rückgang Anfang 2020 hat sich die Nachfrage ab
der Jahresmitte wieder schrittweise erholt. Dabei haben sich
insbesondere die Stabilisierung des Ölpreises und die politische
Entspannung günstig ausgewirkt. Auch die Vorbereitungen auf die
Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar haben zu Investitionen
in das Feuerwehrwesen geführt. Für 2021 wird mit einer weiteren
Stabilisierung des Marktvolumens gerechnet.
Sonstige Märkte
In Lateinamerika und Afrika besteht nach wie vor großer Bedarf
an Feuerwehrtechnik. Das zeigte sich 2020 in einer vitalen
Projektlandschaft und einer überdurchschnittlichen Anzahl an
Ausschreibungen. Aufgrund der angeschlagenen Wirtschaft in
zahlreichen Ländern und den zusätzlichen Belastungen durch die
COVID-19-Pandemie wurden viele Projekt aber wieder verscho-
ben bzw. Auftragsvergaben zurückgestellt.
10 Jahresfinanzbericht 2020
GESAMTENTWICKLUNG 2020
Die globale Feuerwehrbranche hat sich 2020 in einem rückläufi-
gen konjunkturellen Umfeld behauptet und voraussichtlich sogar
ein leichtes Wachstum erzielt. Vor diesem Hintergrund konnte
Rosenbauer sein Geschäftsvolumen abermals ausweiten.
Insbesondere der Mittlere Osten, Zentral- und Osteuropa sowie
Nordamerika verzeichneten höhere Auslieferungen als im Jahr
davor. Das Asien-Geschäft war hingegen wegen der COVID-19-
Pandemie und des Stillstands am größten Einzelmarkt China
stark rückläufig. Auf den Märkten in Südamerika und Afrika
herrschte ebenfalls Zurückhaltung.
Der Auftragseingang präsentierte sich 2020 sehr dynamisch und
schloss mit 1.007,7 Mio € auf dem Niveau des Vorjahres. Stei-
gerungen bei den Beschaffungszahlen gab es in den Areas CEEU
(Zentral- und Osteuropa) und NOMA (Nord- und Südamerika),
während sie in der Area NISA (Nordeuropa, Iberien, Südamerika
und Afrika) leicht und in der Area APAC (Asien, Pazifik, Australien,
China) stark rückläufig waren. Die Area MENA zeigte sich im
Vergleich zu 2019 relativ stabil. Der Auftragsbestand lag mit
1.072,1 Mio € zum 31. Dezember 2020 (2019: 1.149,5 Mio €)
auf dem Niveau eines Jahreskonzernumsatzes.
Ein besonderes Highlight waren die weltweiten Bestellungen für
den RT (Revolutionary Technology), das erste Löschfahrzeug mit
Elektroantrieb von Rosenbauer. Den Anfang machte die Berliner
Feuerwehr bereits im Jahr 2019, im Berichtsjahr folgten das Los
Angeles Fire Department, die Brandweer Amsterdam, die Dubai
Civil Defence, die ACT (Australian Capital Territory) Emergency
Services Agency und eine Reihe weiterer namhafter Kunden.
UMSATZ- UND ERTRAGSENTWICKLUNG
Umsatzentwicklung
Der Umsatz erreichte im Jahr 2020 mit 1.044,2 Mio € (2019:
978,1 Mio €) einen neuen Rekordwert. Umsatzsteigerungen
verzeichneten die Areas MENA, CEEU und NOMA, die Area NISA
blieb auf Vorjahresniveau, die Area APAC fiel zurück. NISA und
APAC waren dabei am stärksten von den Reisebeschränkungen
und Lieferschwierigkeiten durch die COVID-19-Pandemie
betroffen. Obwohl schon im ersten Halbjahr versucht wurde, mit
virtuellen Fahrzeugübergaben bzw. Fahrzeugeinschulungen und
-übergaben durch ermächtigte Partner vor Ort gegenzusteuern,
musste eine Reihe von geplanten Auslieferungen verschoben
werden.
Stärkster Umsatzbringer im Konzern war mit rund 78 % (2019: 78
%) das Produktsegment Fahrzeuge. Dahinter lag der Bereich
Ausrüstung, der mit einem Umsatz von 86,3 Mio € (2019:
85,1 Mio €) einen Anteil von 8 % (2019: 9 %) an den Gesamt-
erlösen hatte. Der Customer Service steuerte 7 % (2019: 7 %)
und Sonstige Umsätze 4 % (2019: 4 %) bei. Der Vorbeugende
Brandschutz erlöste 29,1 Mio € (2019: 21,6 Mio €) und trug
damit 3 % (2019: 2 %) zum Konzernumsatz bei.
Der mit Abstand größte Umsatz entfiel auf die Muttergesellschaft,
die Rosenbauer International AG, mit 525,9 Mio € (2019:
507,0Mio €). Mit einer Exportquote von 91 % (2019: 88 %) und
Lieferungen in über 120 Länder verfügt Rosenbauer über die
größte internationale Präsenz in der Feuerwehrbranche.
Kostenentwicklung
Die Betriebsleistung (Umsatz inklusive sonstiger Erträge,
Bestandsveränderung und aktivierte Entwicklungskosten) ist im
Jahresvergleich von 1.096,5 Mio € 2019 auf 1.026,1 Mio € 2020
gesunken. Dadurch reduzierten sich auch die Materialaufwendun-
gen und der sonstige betriebliche Aufwand.
Die Materialkosten beliefen sich auf 592,8 Mio € (2019: 674,6
Mio €), die sonstigen Aufwendungen betrugen 97,6 Mio € (2019:
103,8 Mio €). Der sonstige betriebliche Aufwand reduzierte sich
zusätzlich um pandemiebedingte niedrigere Ausgaben wie zum
Beispiel Reise- und Messekosten. Die Materialquote zur Betriebs-
leistung betrug 57,8 % (2019: 61,5 %), die sonstigen Aufwendun-
gen machten 9,5 % der Betriebsleistung (2019: 9,5 %) aus.
Wirtschaftsbericht
Konzernumsatz/EBIT (in Mio €)
2020
2019
2018
Konzernumsatz EBIT
1.044,2 57,9
978,1 51,9
909,4 48,8
11Wirtschaftsbericht
Durch die COVID-19-Pandemie kam es zu einer niedrigeren
Betriebsleistung. Trotz staatlicher Maßnahmen zur Absicherung
von Arbeitsplätzen konnten die Personalaufwendungen nicht
reduziert werden. Aufgrund eines höheren Personalstands und
der allgemeinen Lohnsteigerung erhöhte sich der Personalauf-
wand auf 250,9 Mio € (2019: 243,4 Mio €). Die Personalquote
zur Betriebsleistung stieg auf 24,4 % (2019: 22,6 %).
Die aktivierten Forschungs- und Entwicklungskosten, die in der
Gewinn- und Verlustrechnung im Jahr 2020 ausgewiesen wurden,
sanken von 7,0 Mio € auf 6,6 Mio €.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen stiegen im Berichtsjahr um 14 % von 23,7 Mio € auf
27,0 Mio €.
Ertragslage
Der Rosenbauer Konzern weist für das Geschäftsjahr 2020 ein
EBIT von 57,9 Mio € (2019: 51,9 Mio €) aus. Der größte Teil
davon, nämlich 32,5 Mio €, wurde im vierten Quartal erwirtschaf-
tet. Die deutliche Ergebnisverbesserung ist dabei vor allem auf
das gestiegene Umsatzvolumen und die niedrigeren betrieblichen
Aufwendungen zurückzuführen.
Das Finanzergebnis war mit - 6,4 Mio € negativ und lag damit auf
dem Niveau des Vorjahres (2019: - 6,3 Mio €). Dabei konnten im
Berichtsjahr niedrigere Anteile von Gemeinschaftsunternehmen
durch ebenfalls niedrigere Zinsaufwendungen kompensiert
werden.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) betrug in der Berichts-
periode 51,5 Mio € (2019: 45,5 Mio €). Der ausgewiesene Steu-
eraufwand belief sich auf 10,3 Mio € (2019: 10,9 Mio €), die
Steuerquote lag bei 20 % (2019: 24 %). Nach Abzug der Ertrag-
steuern ergibt sich ein Periodenergebnis von 41,1 Mio € (2019:
34,6 Mio €).
Auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss, gehalten von den
Mitgesellschaftern der Rosenbauer America, der Rosenbauer
Española, der Rosenbauer Slowenien, der Rosenbauer South
Africa, der Eskay Rosenbauer Brunei sowie der Rosenbauer Saudi
Arabia, entfielen im Berichtsjahr 12,2 Mio € (2019: 9,2 Mio €).
Auftragslage
Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Rosenbauer Konzern einen
Auftragseingang von 1.007,7 Mio € (2019: 1.073,7 Mio €). Zu-
gelegt haben dabei insbesondere die Bestellungen in den Areas
CEEU und NOMA, während sie in der Area MENA in etwa gleich
blieben und in den Areas NISA und APAC rückläufig waren.
Vor allem zum Ende des vierten Quartals erhöhte sich die Dy-
namik und füllten sich die Orderbücher. Zu erwähnen sind hier
beispielsweise die Aufträge von Mecklenburg-Vorpommern
(Deutschland) über 265 Tragkraftspritzenfahrzeuge sowie die
Bestellung von 22 PANTHER durch den spanischen Flughafenbe-
treiber Aena.
Der Auftragsbestand lag mit 1.072,1 Mio € zum 31. Dezember
2020 (2019: 1.149,5 Mio €) auf dem Niveau des Konzernjahres-
umsatzes.
Auftragseingang Auftragsbestand
Auftragseingang/Auftragsbestand zum 31.12. (in Mio €)
2020
2019
2018
1.007,7 1.072,1
1.073,0 1.149,5
1.107,7 1.052,3
12 Jahresfinanzbericht 2020
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG –
GESCHÄFTSSEGMENTE (NACH AREAS)
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen
(Areas): CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA (Nordeuropa, Ibe-
rien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nord-
afrika), APAC (Asien, Pazifik, Australien, China) und NOMA
(Nord- und Mittelamerika). Der Vorbeugende Brandschutz wird als
eigenes Segment dargestellt.
Area CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuro-
pas, mit der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz)
als historischem Heimmarkt.
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
International und Rosenbauer Österreich mit Sitz in Leonding,
Rosenbauer Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe
(Deutschland), Rosenbauer Slowenien in Radgona, Rosenbauer
Italia in Adrian, Rosenbauer Rovereto (Italien), Rosenbauer
Schweiz in Oberglatt und Rosenbauer Polska in Lomianki. Die
Werke in der Area CEEU (Leonding, Neidling, Karlsruhe, Radgona
und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk Luckenwalde
hauptsächlich für den deutschen Markt.
Anfang 2020 hat Rosenbauer die Brandus GmbH in Andrian,
Südtirol, übernommen und führt den ehemaligen Vertriebspartner
seither als eigene Konzerngesellschaft. Als umfirmierte Rosen-
bauer Italia vertreibt sie das komplette Produktportfolio in ganz
Italien. Vor allem der Ausrüstungsverkauf soll intensiviert und das
Servicegeschäft weiter ausgebaut werden.
Im September 2020 hat Rosenbauer die neue Leiternschweißerei in
Karlsruhe feierlich eröffnet. Schlüsseltechnologie ist die Schwei
-
ßung der Leitersätze auf modernsten, neuentwickelten Roboteranla-
gen. Durch die nahezu vollständige Digitalisierung der Produktion
wurde eine Fabrik der Zukunft geschaffen, die nicht nur Vorteile in
Bezug auf Produktivität, Prozesssicherheit und Qualität der
Endprodukte mit sich bringt, sondern auch qualifizierte Arbeits-
plätze sichert. Mit der neuen Roboterfertigung ist Rosenbauer
weltweit führend in der Produktionstechnologie von Drehleitern.
Marktentwicklung
In weiten Teilen der Area CEEU zeigten sich die Feuerwehrmärkte
2020 in guter Verfassung. In Deutschland, dem größten Einzel-
markt, wurden nicht nur Ersatzbeschaffungen getätigt, sondern
wurde auch in den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten für die
Waldbrand bekämpfung und für den Katastrophenschutz inves-
tiert. In Polen, dem zweitgrößten Feuerwehrmarkt, stieg der
Absatz von persönlicher Schutzausrüstung. In Rumänien wurden
Moderni sierungsprogramme gestartet und ein erster Großtender
über Hubrettungsbühnen vergeben. Auch die Feuerwehrmärkte in
Österreich und der Schweiz entwickelten sich dynamisch.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 402,7Mio€
(2019: 370,7 Mio €) klar über dem Vorjahr. Trotz diverser Projekt
-
verschiebungen und COVID-19-bedingter Reiserestriktionen
konnten die Verkäufe in allen Produktsegmenten gesteigert werden.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU erhöhte sich 2020 auf 363,0 Mio €
(2019: 343,9 Mio €) und erreichte damit einen historischen
Umsatz nach Areas 2020
3 % PFP
25 % NOMA
12 % APAC
14 % MENA
35 % CEEU
11 % NISA
CEEU
NOMA
MENA
APAC
NISA
13Wirtschaftsbericht
Höchstwert. Der größte Anteil entfiel auf Deutschland, gefolgt
von Österreich. Auch wenn der Trend zu Sammelausschreibungen
anhält, sind es in der Area CEEU immer noch überwiegend
Einzelfahrzeuge, die verkauft werden. Um den Aufwand für die
Marktbearbeitung zu reduzieren, wurden im Berichtsjahr die
Vertriebsinnendienste der Area CEEU zusammengelegt und im
Außendienst wurde damit begonnen, verstärkt mit Konfiguratoren
zu arbeiten.
Die Area CEEU steuerte 2020 rund 35 % (2019: 35 %) zum
Konzernumsatz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr 19,5 Mio €
(2019: 23,7 Mio €), die EBIT-Marge 5,4 % (2019: 6,9 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 276,2 343,9 363,0
EBIT 13,6 23,7 19,5
Auftragseingang 371,4 370,7 402,7
Auftragsbestand 303,8 312,0 366,3
Area NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder
vom Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil der afrikanischen
und südamerikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
Española in Madrid (Spanien), Rosenbauer South Africa in
Johannesburg (Südafrika), Rosenbauer France in Meyzieu
(Frankreich) und Rosenbauer UK in Meltham (Großbritannien).
Das Werk Ciansa in Spanien produziert in erster Linie für den
NISA-Vertrieb.
Im Frühjahr 2020 hat Rosenbauer seine Tochtergesellschaft
Service 18 von Chambéry nach Meyzieu verlegt und in Rosen-
bauer France umbenannt. Der neue Standort fungiert als Kun-
den dienstzentrum mit erweitertem Service- und Trainingsangebot
und soll die Präsenz am französischen Markt stärken. Im
Berichtsjahr hat Rosenbauer in Frankreich mehrere Ausschrei-
bungen über Feuerwehrhelme gewonnen und hat sich in diesem
Produktbereich einen beachtlichen Marktanteil gesichert.
Marktentwicklung
Zu Jahresbeginn zeigte sich in allen Märkten der Area NISA eine
starke Zurückhaltung bei den Auftragsvergaben. Die Unsicherhei-
ten aufgrund der sich ausbreitenden COVID-19-Pandemie führten
zu Verschiebungen von geplanten Beschaffungen bzw. zu einer
Reduktion der Stückzahlen. Während sich die europäischen
NISA-Märkte im Laufe des Jahres wieder erholten und die
Auftragsvergaben Ende 2020 stark zulegten, blieb die Nachfrage
in Südamerika und Afrika trotz großer Projektlandschaft aufgrund
der belasteten Budgetsituation weiterhin schwach. Vor diesem
Hintergrund sank der Auftragseingang der Area NISA von
113,6Mio€ 2019 auf 98,9 Mio € 2020.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschafte 2020 einen stabilen Umsatz von
114,5 Mio € (2019: 114,6 Mio €), was 11 % aller Erlöse im
Konzern (2019: 12 %) entsprach. Der größte Teil davon wurde in
den Märkten Nord- und Westeuropas sowie in Afrika erwirtschaf-
tet. So wurden etwa im Rahmen eines mehrjährigen Großauftra-
ges 7 PANTHER 6x6 an die nationale Flughafenbehörde ONDA in
Marokko geliefert. Diese betreibt alle Zivilflughäfen im Land und
stattet die größeren mit neuen Fahrzeugen aus. Des Weiteren
gingen 20 BUFFALO nach Algerien, 13 Industrielöschfahrzeuge
nach Nigeria und vier Drehleitern L56 nach Südafrika.
Das EBIT der Area NISA ging wegen eines ungünstigen Produkt-
mixes im Berichtsjahr auf 3,5 Mio € (2019: 4,5 Mio €) zurück, die
EBIT-Marge auf 3,1 % (2019: 3,9 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 119,0 114,6 114,5
EBIT 3,5 4,5 3,5
Auftragseingang 104,4 113,6 98,9
Auftragsbestand 115,1 113,8 89,9
Area MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren
Osten sowie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer
Saudi Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien) einschließlich der
Produktionsstätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und
die Rosenbauer MENA Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochter-
unternehmen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Das
Werk in der KAEC produziert ausschließlich für den MENA-Ver-
trieb.
Marktentwicklung
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte sich die Area
MENA 2020 relativ gut behaupten. Im Gegenzug zu anderen
erdölproduzierenden Ländern erholten sich Saudi-Arabien, Katar
und die Vereinigten Arabischen Emirate rasch vom historischen
Einbruch des Ölpreises im April und schrieben in der zweiten
Jahreshälfte wieder größere Aufträge aus. Rosenbauer konnte
aufgrund seiner starken Marktpräsenz und seines gut ausgebau-
ten Service-Netzwerkes überproportional davon profitieren. Das
General Directorate of Civil Defense Saudi Arabia bestellte 106
Fahrzeuge, die Qatar General Directorate of Civil Defense mit
Blickrichtung Fußball-WM 64 Fahrzeuge. Der Auftragseingang in
der Area MENA blieb daher mit 120,7 Mio € im Berichtsjahr nur
knapp unter dem Vorjahr mit 123,9 Mio €
.
14 Jahresfinanzbericht 2020
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA stieg 2020 deutlich auf
150,1Mio€ nach 96,6 Mio € im Vorjahr. Wesentlichen Anteil
daran hatten die Auslieferung von 48 PANTHER und 20 Structural
Pumper an die saudi-arabische Luftfahrtbehörde GACA sowie die
Übergabe von 46 Fahrzeugen an das General Department of Civil
Defence, darunter fünf PANTHER und zwei Rettungstreppen für
den internationalen Flughafen. Auch das Servicegeschäft zog
weiter an, da sich Rosenbauer zusehends als Full-Service-Provi-
der in der Region aufstellt.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 14 % (2019: 10 %) zu
den Gesamterlösen des Konzerns bei. Das EBIT erreichte
16,2Mio € (2019: 3,1 Mio €), die EBIT-Marge betrug 10,8 %
(2019: 3,2%).
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 105,2 96,6 150,1
EBIT 8,9 3,1 16,2
Auftragseingang 140,6 123,9 120,7
Auftragsbestand 139,9 176,6 138,5
Area APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region,
Russland, Türkei, die GUS-Staaten sowie Japan, Indien und China.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S.K. Rosenbauer in
Singapur, Rosenbauer Australia mit Sitz in Brisbane und eine
Minderheitsbeteiligung an der PA „Fire-fighting special technics“
in Moskau (Russland). Weitere Vertriebs- und Servicestandorte
gibt es in China, Brunei und auf den Philippinen. Das Werk
Singapur produziert Fahrzeuge für den südostasiatischen Markt,
das Werk Moskau kommunale Feuerwehrfahrzeuge für Russland.
Marktentwicklung
Die COVID-19-Pandemie hat in der Area APAC zu einem starken
Einbruch beim Auftragseingang geführt. Am größten Einzelmarkt
China gab es Verzögerungen und Einschränkungen hinsichtlich
des Importes von Komplettfahr zeugen. In Japan verlief die
Marktentwicklung zufriedenstellend. So konnten mit 23 PANTHER
so viele Flughafenlöschfahrzeuge wie noch nie in einem Jahr nach
Japan verkauft werden. Starke Nachfrage kam aus Singapur und
Macao, die mit Fahrzeugen aus der Produktion in Singapur
beliefert werden. Auch der Ausrüstungsverkauf entwickelte sich
gut: Die Feuerwehren in der Region Melbourne bestellten 1.700
Schutzhelme HEROS-titan mit einer Option auf
weitere 1.900
Stück, das Tasmania Fire Service orderte 442 Helme.
Insgesamt
hat sich die Einführung des nach lokalen Standards zertifizierten
HEROS-titan in Australien als sehr erfolgreich erwiesen.
Der Auftragseingang in der Area APAC ging 2020 auf 93,6 Mio €
(2019: 200,1 Mio €) zurück. Für heuer kann mit einer deutlichen
Erholung gerechnet werden, das zeigt die Verbesserung der
Marktentwicklung zu Jahresbeginn.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area APAC ging 2020 auf 127,0 Mio € zurück
(2019: 146,4 Mio €). Der Anteil am Gesamtumsatz betrug 12 %
(2019: 15 %). Das EBIT sank auf 4,4 Mio € nach 9,7 Mio € im
Vorjahr, die EBIT-Marge belief sich auf 3,5 % (2019: 6,6 %).
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 165,4 146,4 127,0
EBIT 13,0 9,7 4,4
Auftragseingang 193,9 200,1 93,6
Auftragsbestand 143,8 175,8 120,2
Area NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder
in Mittelamerika und der Karibik. Neben der Vertriebsgesellschaft
Rosenbauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktions-
gesellschaften Rosenbauer Minnesota und Rosenbauer Motors in
Wyoming (Minnesota), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South
Dakota) und Rosenbauer Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area.
Die Feuerwehrfahrzeuge werden nach US-Norm gefertigt und
überwiegend in die Vertriebsregion NOMA geliefert, gehen aber
auch an Kunden in den Areas MENA, NISA und APAC.
Marktentwicklung
Der amerikanische Feuerwehrmarkt konnte sich 2020 dem
allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld nicht entziehen und
gab gegenüber dem langjährigen Schnitt um rund 10 % nach.
Rosenbauer schaffte es entgegen dem Branchentrend den
Auftragseingang zu erhöhen und seinen Marktanteil in den USA
und Kanada um mehr als zwei Prozentpunkte auf knapp 14 %
zu steigern. Wesentlichen Anteil daran hatten öffentliche
Beschaffungen und Exportaufträge sowie die Erweiterung des
Dealer-Netzwerkes.
Drei neue Dealer konnten 2020 für Rosenbauer gewonnen
werden. Sie sind in New York, New England sowie in Georgia,
Alabama und Tennessee tätig, womit sich die Präsenz auf den
volumenstarken Märkten der Ostküste und in den Südstaaten
stark verbesserte. Die neuen Partner arbeiten seit Jahrzehnten
im Feuerwehr- bzw. LKW-Geschäft und verfügen über professio-
nelle Serviceorganisationen. Darüber hinaus hat Rosenbauer
America für die Betreuung großer Feuerwehrflotten und den
Ausrüstungsverkauf eigene Key-Account-Manager installiert, um
beide Geschäftsfelder gezielt zu forcieren.
15Wirtschaftsbericht
Ende 2020 ist Rosenbauer Brandschutz Deutschland in ein
größeres Bürogebäude übersiedelt und hat ein neues Logistikzen-
trum in unmittelbarer Nähe zur Rohrvorfertigungsanlage in
Betrieb genommen. Damit wurden die Voraussetzungen für
weiteres Wachstum sowie eine Optimierung der Materialversor-
gung der bundesweiten Baustellen geschaffen.
Marktentwicklung
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz belief sich
2020 auf 28,7 Mio € und war damit höher als im Vorjahr (2019:
27,3 Mio €). Vor allem im letzten Quartal zog die Nachfrage nach
Wasserlöschanlagen wieder etwas an und Rosenbauer konnte
einige größere Sprinkleraufträge in Deutschland verbuchen. Im
Hauptsegment Abfallwirtschaft war man hingegen mit schleppen-
den Vergaben konfrontiert.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz stieg in der Berichts-
periode von zuletzt 21,2 Mio € auf 28,7 Mio €. Damit beträgt der
Anteil am Gesamtumsatz 3 % (2019: 2 %). Das EBIT war mit -0,8
Mio € (2019: -1,7 Mio €) weiter negativ, was in erster Linie auf
pandemiebedingte Geschäftsunterbrechungen zurückzuführen
ist.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 24,2 21,2 28,7
EBIT –1,2 –1,7 – 0,8
Auftragseingang 29,2 27,3 28,7
Auftragsbestand 15,3 15,9 19,6
SEGMENTBERICHTERSTATTUNG – ANGABEN
ZU GESCHÄFTSBEREICHEN (NACH PRODUKTEN)
Fahrzeuge
Rosenbauer produziert alle Arten von Feuerwehrfahrzeugen nach
europäischen und US-amerikanischen Normen sowie in zahlrei-
chen Länderstandards: Kommunal-, Flughafen- und Industriefahr-
zeuge sowie Hubrettungsgeräte. Der mit Abstand größte Teil der
Produktion entfiel 2020 auf Kommunalfahrzeuge, die meisten
Fahrzeuge wurden für Feuerwehren in Österreich, Deutschland
und den USA gefertigt.
Insgesamt wurden im Berichtsjahr 2.238 Fahrzeuge (2019:
2.078Fahrzeuge) ausgeliefert. Das Produktsegment war mit
816,8 Mio € (2019: 765,3 Mio €) bzw. einem Anteil von 78 %
(2019: 78 %) das umsatzstärkste im Konzern. Die volumenstärks-
ten Fahrzeugmärkte waren 2020 Deutschland, USA, Österreich
und Saudi-Arabien.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr
263,1 Mio € und lag damit 11 % über dem Vorjahr (2019:
237,4Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 260,9 Mio €
einen Umsatz über dem Vorjahr (2019: 255,4 Mio €). Das ent-
spricht einem Anteil am Konzernumsatz von 25 % (2019: 26 %).
Das EBIT konnte mit 15,1 Mio € (2019: 12,6 Mio €) ebenfalls
zulegen. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 5,8 % (2019: 4,9 %).
Die Produktion lief an allen US-Standorten im Jahr 2020 fast
normal und auch die Lieferketten funktionierten bis auf wenige
Ausnahmen gut. Erst gegen Jahresende waren einige COVID-19-
Erkrankungen zu verzeichnen, was ein noch besseres Ergebnis
verhinderte.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Umsatz 219,5 255,4 260,9
EBIT 11,0 12,6 15,1
Auftragseingang 268,2 237,4 263,1
Auftragsbestand 334,5 355,4 337,6
Vorbeugender Brandschutz
Der Vorbeugende Brandschutz beschäftigt sich mit der Planung,
Errichtung und Wartung von ortsfesten Lösch- und Brandmelde-
anlagen. Das Segment wird von den beiden Konzerngesellschaf-
ten Rosenbauer Brandschutz mit Sitz in Leonding und Rosen-
bauer Brandschutz Deutschland in Mogendorf (Deutschland)
bearbeitet. Beide Gesellschaften sind als VdS- Errichterbetrieb
anerkannt und nach ISO 9001 zertifiziert, was bei Ausschreibun-
gen in Deutschland meist gefordert und international als
Qualitätsnachweis gilt.
Im April 2020 hat das Infrarot-Brandfrüherkennungssystem
IGNIS3D ebenfalls die VdS-Produktanerkennung erhalten. Zum
Einsatz kommt es unter anderem bei vollautomatischen Werfer-
löschanlagen und wenn große Flächen geschützt werden müssen,
wie beispielsweise in Abfall- und Recyclinganlagen oder in
Lagerbereichen. Im Vergleich zu herkömmlichen Sprühflutanlagen
können diese in Kombination mit IGNIS3D das Löschmittel
zielgerichtet ausbringen, wodurch Löschwasserschäden und die
damit verbundenen Kosten reduziert werden.
Im September 2020 hat Rosenbauer Brandschutz das Gewerbe
der Elektrotechnik eingetragen. Als Elektro-Fachbetrieb können
nun alle E-Installationen, die früher fremdvergeben wurden, selbst
durchgeführt werden, wodurch sich das Leistungsspektrum
weiter erhöht.
16 Jahresfinanzbericht 2020
Im Fahrzeugumsatz enthalten sind auch die Löschsysteme, die
zum überwiegenden Teil in den eigenen Fahrzeugen verbaut
werden. Das Produktportfolio umfasst unter anderem Feuerlösch-
pumpen, Pumpenanlagen und Tragkraftspritzen, Schaumzumisch-
systeme, Druckluft- (CAFS) und Höchstdrucklöschsysteme, Wer-
fer für Fahrzeuge und stationäre Brandschutzanlagen sowie
Strahlrohre, Löscharme und Motor-Pumpenaggregate.
Im Jahr 2020 hat Rosenbauer zahlreiche neue Fahrzeuge auf den
Markt gebracht. Neben dem RT, dem Rosenbauer Löschfahrzeug
mit Elektroantrieb, waren dies in erster Linie die Baureihen CT
(Compact Technology) und MT (Modular Technology) sowie die
harmonisierte AT-Linie, die Drehleiter L32A-XS Flat und die
Hubrettungsbühne B45, das erste Logistikfahrzeug auf einem
elektrischen Serienchassis und ein neues Waldbrandfahrzeug.
Auch bei den Löschsystemen gab es Neuerungen, zum Beispiel
das Schaum-Druckzumischsystem RFC Admix Variomatic, das
Druckluftschaumsystem RFC CAFS Cube und die neue N130, die
nunmehr stärkste Feuerlöschpumpe von Rosenbauer.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Auftragseingang 872,1 860,4 783,9
Umsatz 717,6 765,3 816,8
Ausrüstung
Rosenbauer stattet Einsatzkräfte von Kopf bis Fuß mit persön-
licher Schutzausrüstung aus und hat an technischer Ausrüstung
alles im Programm, was die Feuerwehren im Einsatz benötigen −
vom Stromerzeuger bis zur komplexen Gefahrstoffausrüstung.
Der Vertrieb von Eigenprodukten, die allesamt im obersten
Qualitätssegment angesiedelt sind, wird weltweit forciert. Dazu
gehören zum Beispiel die HEROS Feuerwehrhelme, der Schutzan-
zug FIRE FLEX, Hochleistungslüfter aus der FANERGY Baureihe,
NAUTILUS Tauchpumpen, RS Stromerzeuger und RLS Beleuch-
tungssysteme. Neu auf den Markt gekommen sind im Vorjahr
unter anderem der technische Einsatzhandschuh GLOROS T1 und
das Hohlstrahlrohr RTE FX.
Im Produktsegment Ausrüstung wurde 2020 ein Umsatz von
86,3Mio € (2019: 85.1 Mio €) erzielt, davon stammten über 60 %
von Eigenmarken. Der Anteil am Konzernumsatz belief sich auf
8% (2019: 9 %). Vor allem das Geschäft mit dem Feuerwehrhelm
HEROS-titan lief ausgezeichnet. Zahlreiche große Feuerwehrorga-
nisationen in Deutschland, Frankreich, Polen, Australien und
Taiwan haben sich für das Rosenbauer Top-Produkt entschieden.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Auftragseingang 86,6 89,9 94,1
Umsatz 70,4 85,1 86,3
Customer Service
Rosenbauer betreibt in allen Areas Servicezentren, über die der
Kundendienst in der Region gesteuert wird. Rund 150 Service-
techniker sind weltweit im Einsatz, weitere 150 Servicepartner
vervollständigen das globale Netzwerk des Customer Service.
Das Angebot des Customer Service umfasst definierte Service-
pakete mit abgestuften Leistungen sowie Schulungs- und Trai-
ningsprogramme. Weitere Standbeine sind das Ersatzteilgeschäft,
Reparaturen und General überholungen sowie die Vermietung von
Fahrzeugen und Geräten. Im Segment Customer Service ist auch
das Geschäft mit digitalen Produkten und Services enthalten.
Dazu gehören Drohnen und Roboter für den Feuerwehreinsatz,
Simulatoren für den Trainingsbetrieb sowie das Einsatzmanage-
mentsystem EMEREC und das Fahrzeug- bzw. Flottenmanage-
mentsystem Connected Fleet. Der RTE Robot ist ein echtes
Multifunktionsgerät und kann je nach Modulaufbau für Berge-,
Logistik- sowie Löscheinsätze verwendet werden.
Der Umsatz, der 2020 im Segment Customer Service erzielt
wurde, betrug 72,2 Mio € (2019: 72,4 Mio €). Der Anteil am
Konzernumsatz machte im Vergleich zum Vorjahr unverändert
7 % aus.
Fahrzeugumsatz nach Kategorien 2020
19 % Industrie-
fahrzeuge
14 % Flughafen-
fahrzeuge
67 % Kommunal-
fahrzeuge
Gelieferte Fahrzeuge
2020
2019
2018
2.238
2.078
1.932
17Wirtschaftsbericht
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Auftragseingang 85,2 60,5 66,5
Umsatz 61,8 72,4 72,2
Sonstige Umsätze
Die sonstigen Umsätze betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr
39,8 Mio € (2019: 33,7 Mio €). Sie umfassen im Wesentlichen
Fracht- und Übergabekosten und haben im Regelfall kaum
Einfluss auf das Unternehmensergebnis.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Auftragseingang 34,7 34,9 34,5
Umsatz 33,7 33,7 39,8
FINANZLAGE, VERMÖGENS- UND
KAPITALSTRUKTUR
Grundsätze des Finanzmanagements
Das Rosenbauer Finanzmanagement stellt die finanziellen
Ressourcen innerhalb des Konzerns zur Verfügung, sichert die
finanzielle Unabhängigkeit und jederzeitige Liquidität des Unter-
nehmens und überwacht sämtliche Zins- und Währungsrisiken.
Zur Sicherstellung der Liquidität werden geeignete Finanzie-
rungsinstrumente eingesetzt, die den Freiraum zur Finanzierung
des operativen Geschäfts, von Investitionen sowie für gezieltes
Wachstum gewährleisten.
Das Treasury übernimmt die Sicherstellung und Steuerung
der Liquidität des Konzerns, ermittelt regelmäßig die Liquiditäts-
bedarfe und arbeitet dabei eng mit den operativen Einheiten
zusammen.
Investitionen
Die Investitionen (Rechte und Sachanlagen) des Rosenbauer
Konzerns waren mit 35,0 Mio € 2020 deutlich höher wie im Jahr
davor (2019: 17,7 Mio €). Seit 2005 liegen die Investitionen über
den Abschreibungen, der Zielsetzung eines nachhaltigen
Wachstums entsprechend. Im Berichtsjahr bewegten sich die
Abschreibungen (Rechte und Sachanlagen) mit 18,2 Mio € über
dem Niveau des Vorjahres (2019: 17,0 Mio €).
Effiziente Produktion
Mit der Inbetriebnahme der neuen Auslieferungshalle im Werk II
in Leonding erfolgte 2020 auch eine Neuordnung der PANTHER-
Produktion und der zugehörigen Logistik. Durch die Trennung der
Linienproduktion von nachgelagerten Prozessen mit Kundenbetei-
ligung konnte die Effizienz in der Fahrzeugfertigung gesteigert
werden. Für eine Verbesserung der Materialversorgung sorgen
neu gestaltete Bereitstellungsflächen, definierte Übergabezonen
und neue Belieferrouten mit Einbahnregelung.
Neu geordnet wurden auch die logistischen Prozesse am
Standort Mogendorf, wo Rosenbauer Brandschutz Deutschland
seit 2019 eine robotergestützte Fertigung für Sprinklerrohre
betreibt. Außen- und Innenlagerflächen wurden neu gestaltet, die
Materialströme neu organisiert und das Warenwirtschaftssystem
optimiert. Darüber hinaus wurde ein neues Bürogebäude mit
mehr Platz bezogen und der frühere Standort aufgelassen.
Erweiterte Kapazitäten
Im österreichischen Asten betreibt Rosenbauer seit 2019 ein
Logistikzentrum für Ersatzteile und für die Auslieferung von in
Kisten verpackten, nicht-komplettierten Fahrzeugaufbauten
(SKD- bzw. CKD-Aufträge). Dadurch konnte die logistische
Infrastruktur am Stammsitz in Leonding weiter entflochten und
die werksnahen Lager stärker nach den Produktionsbedarfen
ausgerichtet werden.
Ende 2020 hat Rosenbauer Österreich an demselben Standort
mit der Errichtung eines neuen Kundenzentrums begonnen, das
über eine umfangreiche Serviceinfrastruktur und einen modernen
Shop verfügen wird. Insbesondere in der Modernisierung und
Generalüberholung von Feuerwehrfahrzeugen (Refurbishment)
wird großes Potenzial gesehen. Durch diese Übersiedlung von
Leonding nach Asten werden weitere Flächen in der Konzernzent-
rale frei, die künftig großteils der Produktion zur Verfügung
stehen sollen.
Am Standort Radgona (Slowenien) wurde im Berichtsjahr
ebenfalls eine neue Logistikhalle errichtet und im ersten Quartal
2021 in Betrieb genommen. In der neuen Halle wurden entspre-
chende Funktionsflächen geschaffen, darüber hinaus wurden ein
Hochregallager mit 2.500 Stellplätzen und ein Routenbahnhof
eingerichtet. Die Maßnahmen sind Teil eines mehrjährigen
Standort-Ausbauprogramms, mit dem das geplante Wachstum
von Rosenbauer Slowenien sichergestellt werden soll.
Effiziente Prozesse
Die Einführung von SAP S/4HANA als neues, konzernweites
ERP-System schreitet weiter voran und hat im Oktober 2020 mit
Investitionen Abschreibungen
Investitionen/Abschreibungen (in Mio €)
2020
2019
2018
35,0 18,2
17,7 17,0
18,7 16,7
18 Jahresfinanzbericht 2020
der Erstellung des Business Blueprints für Vertriebs- und
Servicegesellschaften einen weiteren Meilenstein passiert. In
diesem Pflichtenheft ist definiert, welche Funktionen das System
erfüllen wird und wie es aufgebaut sein muss, um die Prozesse
bei Rosenbauer korrekt abzubilden. Anschließend wurden die
Umsetzungsdetails für die diesjährige Ausrollung in Vertrieb und
Service festgelegt.
Finanzierung
Bei der Finanzierung des Konzerns wird stets auf die Erhaltung
einer gesicherten Liquidität geachtet. Mit der kontinuierlichen
Überwachung der Bestände und der Lieferforderungen soll im
Rahmen des Bilanzsummenmanagements eine Optimierung des
Umlaufvermögens sichergestellt werden.
Die Eigenmittel betrugen zum Jahresultimo 287,6 Mio € (2019:
253,4 Mio €). Bedingt durch eine gleichzeitig niedrigere Bilanz-
summe erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 31,6 % (2019:
25,9%).
Die lang fristigen verzinslichen Verbindlichkeiten, überwiegend
Fixzins vereinbarungen, waren 2020 mit 219,7 Mio € (2019:
216,1 Mio €) praktisch stabil. Die für die gesamten verzinslichen
Finanz verbindlichkeiten angefallenen Zinsen betrugen 4,8 Mio €
(2019: 5,5 Mio €). Der Durchschnittszinssatz belief sich auf 1,3 %
(2019: 1,5 %). Begünstigt durch das anhaltend niedrige Zinsum-
feld nutzte Rosenbauer seine gute Bonität, um die Finanzierungs-
kosten zu optimieren.
Die Bilanzkennzahlen des Rosenbauer Konzerns spiegeln
die Struktur des Geschäftes der Feuerwehrbranche wider.
Aufgrund der Bemühungen zur Reduktion des Trade Working
Capitals konnte die Nettoverschuldung (der Saldo aus verzins-
lichen Verbindlichkeiten abzüglich Zahlungsmittel und Wert-
papiere) trotz eines höheren Umsatzes auf 289,3 Mio € (2019:
342,5 Mio €) gesenkt werden. Die Gearing Ratio ging auf 100,6 %
(2019: 135,1 %) zurück.
Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit stieg in 2020
deutlich auf 96,4 Mio € (2019: -26,6 Mio €). Diese Entwicklung
ist im Wesentlichen auf das höhere EBITDA und die deutliche
Reduktion des Working-Capitals, insbesondere durch den Abbau
von Vorratsbeständen, zurückzuführen.
Kennzahlen (in Mio €) 2018 2019 2020
Capital Employed
1
498,6 603,8 656,4
ROCE 9,8 % 8,6 % 8,8 %
ROE 18,4 % 18,6 % 19,0 %
1
Durchschnitt
Vermögensstruktur
Die finanzielle Situation des Rosenbauer Konzerns präsentiert
sich weiterhin solide. Die Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber
dem Vorjahr und betrug zum 31. Dezember 2020 909,5 Mio €
(2019: 977,5Mio€).
Das langfristige Vermögen erhöhte sich geringfügig und belief
sich zum Jahresende auf 235,8 Mio € (2019: 230,5 Mio €). Die
Nutzungsrechte, die seit 2019 aufgrund von IFRS 16 „Leasingver-
hältnisse“ ebenfalls im langfristigen Vermögen bilanziert werden,
konnten dabei auf 32,2 Mio € (2019: 37,7 Mio €) gesenkt
werden. Das kurzfristige Vermögen belief sich auf 673,7 Mio €
(2019: 747,0 Mio €).
Bilanzstruktur im Dreijahresvergleich (in Mio €)
201820192020 2018 20202019
AKTIVA PASSIVA
179,8
224,8
368,1
475,5
234,4
277,2
253,4
237,1
394,1
257,6
53,6
61,3
226,3
276,4
Anlagevermögen
Vorräte
Forderungen und
sonstiges Vermögen
Eigenkapital
Verzinsliche
Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Verbindlichkeiten und
sonstige Schulden
287,6
58,3
309,1
254,5
231,9
417,3
260,3
19Wirtschaftsbericht
Im Herbst 2020 hat Rosenbauer ein Projekt zur Optimierung des
Cash Conversion Cycle gestartet, welches zum Ziel hat, das Trade
Working Capital zu reduzieren. Das Projekt läuft bis Ende 2021,
hat aber schon im Berichtsjahr erste positive Auswirkungen auf
die Bilanzstruktur und den Cashflow aus operativer Tätigkeit
gezeigt.
Das Trade Working Capital verbesserte sich zum Jahresultimo auf
421,1 Mio € (2019: 467,1 Mio €). Dieser Rückgang ist vor allem
auf eine deutliche Reduktion der Vorräte zurückzuführen. So
sanken die Vorräte auf 417,3 Mio € (2019: 475,5 Mio €).
Die kurzfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten reduzierten sich
im Berichtsjahr von 140,1 Mio € auf 56,4 Mio €.
BESCHAFFUNG, LOGISTIK UND PRODUKTION
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Rosenbauer Konzerns ist es von
essenzieller Bedeutung, nur mit den besten und innovativsten
Lieferanten zusammenzuarbeiten. Die Anforderungen der
Feuerwehren verändern sich permanent, entsprechend flexibel
müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf reagieren
können. Rosenbauer setzt gezielt auf eine enge und partner-
schaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern, die
sorgfältig ausgewählt und laufend evaluiert werden. Gemeinsam
werden Strategien zur Optimierung der Logistikkette, Verbes-
serung der Kosteneffizienz, Erfüllung von Umweltaspekten bis
hin zu innovativen Produktlösungen entwickelt. Ziel der inten siven
Zusammenarbeit ist es unter anderem, neben der Nutzung
des eigenen Wissens auch auf das Know-how, die Kreativität
und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität (57 % der Umsatz-
erlöse) und einem damit korrespondierenden hohen Einkaufsvolu-
men ist die termingerechte Versorgung der Produktion eine
zentrale Herausforderung. Ein Großteil des Rosenbauer Einkaufs-
volumens wird in Europa beschafft, der Rest stammt überwiegend
aus den USA. Die wichtigsten Lieferanten kommen aus Öster-
reich, Deutschland und den USA.
Den größten Anteil am Konzern-Einkaufsvolumen haben die
Fahrgestelle. Sie sind für Rosenbauer im Regelfall ein durch-
laufender Posten. Fahrzeuge für den amerikanischen Markt sowie
die komplette PANTHER-Reihe und der neue RT werden auf
eigene Fahrgestelle aufgebaut, die bei Rosenbauer Motors in
Wyoming (Minnesota) und in Leonding gefertigt werden.
Durch eine konsequente Einkaufspolitik gelingt es Rosenbauer
schon seit Jahren, Preisschwankungen beim Zukauf zu glätten.
Rosenbauer beobachtet laufend die Preisentwicklung von
Rohstoffen und reagiert auf Preisschwankungen mit einer der
Situation angepassten Einkaufspolitik.
Logistik und Produktion
Über das Rosenbauer Supply Chain Management wird der
Material- und Informationsfluss entlang der Wertschöpfungskette
gesteuert. Dabei steht der Kundennutzen im Vordergrund:
Transparenz über den Auftragsprozess, kurze Lieferzeiten, hohe
Termintreue.
Durch die laufende Optimierung des Supply Chain Managements
wird versucht, die Lagerbestände nachhaltig zu senken, die
Auftragsdurchlaufzeiten zu reduzieren, höchste Planungsqualität
und -stabilität sicherzustellen und alle Beteiligten am Gesamtpro-
zess zu synchronisieren und auf dem gleichen Informationsstand
zu halten.
Im Berichtsjahr wurde das Logistikmanagement vor besondere
Herausforderungen gestellt. Im Zuge der COVID-19-Pandemie
schlossen einige Zulieferer vorübergehend ihre Werke und so
konnte auch Rosenbauer seine Produktion kurzfristig nicht voll
versorgen. Als Reaktion darauf wurde die Beschaffung proaktiv
forciert, wodurch die Teileversorgung rasch wieder sichergestellt
und übers Gesamtjahr eine Produktionsleistung auf dem Niveau
der Vorjahre erzielt werden konnte.
Ebenfalls in 2020 wurde das Projekt „Logistik 2028“ gestartet,
das über die Mittelfristplanung (bis 2025) um drei Jahre hinaus-
reicht. In dem Projekt geht es um die gesamtheitliche Betrach-
tung der Logistikachse Leonding-Neidling und deren weitere
Optimierung zusammen mit einem darauf spezialisierten Partner.
NACHTRAGSBERICHT
Nach dem Bilanzstichtag sind keine Vorgänge von besonderer
Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt haben.
20 Jahresfinanzbericht 2020
NICHTFINANZIELLE ERKLÄRUNG/NACHHALTIGKEIT
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles
unternehmerisches Handeln für langfristigen ökonomischen Erfolg
im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel
zu wachsen ist erklärtes Unternehmensziel. Dabei werden
Geschäfts partner, Kunden, Mitarbeiter und sämtliche weiteren
Stakeholder miteinbezogen und im direkten Dialog angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen
Handlungsschwerpunkte festgelegt. Neben der effizienten
Nutzung von Ressourcen will Rosenbauer als Technologieführer
mit zukunftsorientierten Materialien Produkte schaffen, die den
Kunden zum Schutz von Leben und Infrastruktur dienen. Darüber
hinaus hat Rosenbauer den Anspruch, als Top-Arbeitgeber seinen
Mitarbeitern eine ausgewogene Work-Life-Balance zu ermöglichen
und für sie eine moderne und vor allem sichere Arbeitsumgebung
zu schaffen.
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmens-
strategie; ihr Fundament sind die Rosenbauer Markenwerte.
Aus Tradition neugierig stellt sich Rosenbauer weltweit den
Herausforderungen der modernen Feuerwehren und geht
selbstbewusst voran. Als ihr Partner arbeitet Rosenbauer
fokussiert an Produkt- und Servicelösungen, die den Alltag der
Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche
Bestimmungen gebunden, sondern hat eigene Regeln
wie den
Code of Conduct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch
im Bereich Corporate Communication & Investor Relations
angesiedelt und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltig-
keitsmanagements ist es, in allen Geschäftsprozessen die
Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu berücksichtigen
und die ökonomischen mit den ökologisch-sozialen Vorstellungen
des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dabei arbeiten
Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten eng
zusammen. Zur Steuerung und jährlichen Überprüfung der
Zielerreichung werden sowohl quantitative als auch qualitative
Messinstrumente eingesetzt.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich
einen Nachhaltigkeitsbericht, der über die Rosenbauer Website
abgerufen werden kann. Außerdem wird eine Broschüre heraus-
gegeben, die die wichtigsten Daten und Fakten zur Nachhaltigkeit
zusammenfasst. Der Nachhaltigkeitsbericht wurde nach den
„GRI-Standards“ (Global Reporting Initiative) und nach den
Anforderungen des österreichischen „NaDiVeG“ (Nachhaltigkeits-
und Diversitätsverbesserungsgesetz) erstellt und erscheint
gemäß § 267a UGB als gesonderter nichtfinanzieller Bericht.
2020 wurde der Bericht vom Aufsichtsrat geprüft und freigegeben.
MITARBEITER
Management der COVID-19-Pandemie
Bereits zu Beginn der sich abzeichnenden COVID-19-Pandemie
hat Rosenbauer in seiner Zentrale einen konzernweiten Krisen-
stab eingesetzt. Dieser Krisenstab hat das globale COVID-19-
Management von den frühen Reisebeschränkungen bis hin zu den
Schutzmaßnahmen übernommen. Tagesaktuell wurden Maßnah-
menpläne erstellt, in verschiedene Sprachen übersetzt und allen
Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.
Die Arbeitsbedingungen an den Rosenbauer Standorten wurden
so angepasst, dass das Infektionsrisiko minimiert wurde. Neben
umfangreichen Möglichkeiten der Telearbeit für Büroangestellte
Weitere rechtliche Angaben
Beschäftigte nach Ländern 2020
12 % Rest der Welt
25 % Deutschland
22 % USA
41 % Österreich
Anzahl der Beschäftigten zum 31.12.
2020
2019
2018
1572.306 1.521 3.984
3.8281552.282 1.391
3.6211412.151 1.329
Arbeiter Angestellte Lehrlinge
21Weitere rechtliche Angaben
wurden Schicht- und Arbeitspläne so umgestaltet, dass notwen-
dige Sicherheitsabstände eingehalten werden konnten. Das Wohl
der Mitarbeiter stand bei annähernd voller Produktion immer im
Vordergrund. So wurden Werksurlaube auf das Frühjahr vorver-
legt und die Möglichkeit zur Kurzarbeit genutzt.
Im Fall begründeter Verdachtsfälle wurden Mitarbeiter noch vor
dem Vorliegen eines amtlichen Testergebnisses frühzeitig in
Quarantäne geschickt, auch wenn es dafür keinen Kostenersatz
gab. Auch diese Maßnahme hat dazu beigetragen, die Fallzahlen
an den Standorten gering zu halten. Es wurden Pläne erarbeitet,
um im Falle der Verfügbarkeit von Impfstoffen die betriebliche
Infrastruktur zur Impfung der Mitarbeiter heranzuziehen.
Personalpolitik
Rosenbauer verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie, die
von einem modernen Personalmanagement unterstützt wird.
Wichtigste Ziele sind die Positionierung des Unternehmens als
attraktiver Arbeitgeber in der Öffentlichkeit, die Implementierung
von modernen Führungsinstrumenten in den operativen Prozessen,
die Förderung von Internationalität und Diversität in der Mitarbei-
terstruktur sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine
leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial
kompetente Mitarbeiter; es unterstützt diese gezielt bei der
Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten. Neben einem umfang reichen
Qualifizierungsangebot gibt es spezielle Programme für die Team-
und Führungskräfteentwicklung. Aufgrund der COVID-19-Pande-
mie wurde der mit Ende 2017 begonnene, wachstums bedingte
Personalaufbau vorerst nicht vollumfänglich weiter fortgesetzt.
Zum Jahresende 2020 waren im Konzern 3.984 Mitarbeiter
beschäftigt, um 4,1 % mehr als im Vorjahr. Zudem waren zum
Jahresultimo 2020 insgesamt 244 Leiharbeitskräfte (2019: 341)
im Konzern beschäftigt.
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter ist eine der
wichtigsten Aufgaben des HR-Managements. Rosenbauer arbeitet
laufend an der Bereitstellung eines breiten Angebots an Aus-
und Weiterbildungsprogrammen. Diese umfassen vor allem
technische und betriebswirtschaftliche Trainings, Seminare
zur Verbesserung der Projektmanagement-Kompetenz, der
Gesprächsführung und der sozialen Kompetenzen sowie
Angebote zum Erlernen und zur Perfektionierung von Fremd-
sprachen. Trotz der Pandemie wurden 2020 im Konzern für
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen insgesamt 750 Tsd €
(2019:1,0Mio€) aufgewendet. Die Trainings wurden dabei
auf hybride oder virtuelle Formate umgestellt, was eine Interna-
tionalisierung der Trainingsteilnehmer bei gleichzeitigen Kosten-
einsparungen ermöglichte.
Als Fortführung des bewährten Management-Development-Pro-
gramms, das Führungskräfte aus allen Konzerngesellschaften auf
ihre Führungsaufgaben vorbereiten und eine strategische
Managementreserve aufbauen soll, wurde im Berichtsjahr das
Rosenbauer Next-Level-Programm fortgesetzt. Ziel ist es,
akademisch fundiert und praxisrelevant Management- und
Leadership- Skills nachhaltig zu etablieren. Das Programm
fokussiert dabei auf strategische und organisationsbezogene
Themen wie Change, Digital Business, Leadership-Mindset und
Controlling.
Die im Jahr 2019 gestartete Rosenbauer Sales & Purchase
Academy – eine Maßnahme, die die komplette Vertriebs- und
Einkaufsmannschaft bestmöglich für künftige Herausforderungen
wappnen soll – wurde weitergeführt. Fokussiert auf den tatsäch-
lichen Verkaufs- und Einkaufsalltag wurden Themen wie Kunden-
analyse, Kommunikation & Präsentation sowie Verhandlungstech-
niken behandelt. In einer Art Curriculum wurden ergänzend dazu
Trainings in den Bereichen Betriebswirtschaft, Recht und
Persönlichkeitsentwicklung besucht.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen
Stellenwert. 2020 standen 157 Lehrlinge in Ausbildung, die
wichtigsten Lehrberufe waren Metalltechniker mit Schwerpunkt
Maschinenbau, Mechatroniker und Industriekaufleute.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jedem Mitarbeiter die gleichen Chancen
einzuräumen – unabhängig von Abstammung, Alter, Geschlecht,
Kultur oder Herkunft. Die Diversität im Konzern wird konstruktiv
genutzt und prägt die Unternehmenskultur. Da die Feuerwehr-
branche traditionell von Männern als berufl iches Betätigungsfeld
gewählt wird, setzt Rosenbauer gezielt auf Maßnahmen zur
Frauenförderung. Dies beinhaltet das gesellschaftliche Engage-
ment, mehr Frauen für technische Berufe zu begeistern, und zeigt
sich zum Beispiel in der bevorzugten Aufnahme von weiblichen
Lehrlingen. So werden schon seit einigen Jahren junge Frauen in
den Lehrberufen Mechatronik und Metalltechnik ausgebildet
bzw. sind diese mittlerweile bereits als Produktionsmitarbeiterin-
nen tätig. Ende 2020 waren 12,7 % (2019: 12,4 %) der Beschäftig-
ten weiblich.
22 Jahresfinanzbericht 2020
INFORMATIONEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener
Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer International AG
beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose
Stückaktien, die jeweils einen anteiligen Betrag am Grundkapital
von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und
3.134.088 sind Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt
zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 %
der Anteile an der Rosenbauer International AG. Die BVG hat
die Übertragung ihrer Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 %
der Stimmen gebunden. Unter Beachtung der Gleichbehandlung
liegen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von
Aktien keine Beschränkungen vor, sofern der Anteil an Inhaber-
aktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt
unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteiligungs-
verwaltung GmbH hält indirekt durchgerechnet 11,9 % der Anteile
an der Rosenbauer International AG. Es gibt keine Inhaber von
Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mitarbeiter, die Aktien
besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die
Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der Mitglieder des
Vorstandes und des Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied
des Vorstandes kann nur bestellt werden, wer das 65. Lebensjahr
zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht vollendet hat. Die
Bestellung einer Person zum Mitglied des Vorstandes, die zum
Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet hat,
ist jedoch dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss
der Hauptversammlung die Zustimmung mit einfacher Mehrheit
der abgegebenen Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann
nur gewählt werden, wer das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt
der Wahl noch nicht vollendet hat. Die Wahl einer Person zum
Mitglied des Aufsichtsrates, die zum Zeitpunkt der Wahl das
70. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch zulässig, wenn
der entsprechende Beschluss in der Hauptversammlung mit
einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst wird.
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine
Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft, ihren
Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mit arbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist
auf der Website www.rosenbauer.com/de/at/group im Kapitel
„Investor Relations“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
RISIKOMANAGEMENT
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit
unterschiedlichen Risiken konfrontiert. Die kontinuierliche
Identifizierung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ist
integraler Bestandteil des Führungs-, Planungs- und Controlling-
Prozesses. Das Risikomanagement greift auf die im Konzern
vorhandenen Organisations-, Berichts- und Führungsstrukturen
zurück und ergänzt diese um spezifische Elemente, die zur
ordnungsgemäßen Risikobeurteilung erforderlich sind. Im Kern
besteht das Rosenbauer Risikomanagement aus fünf Elementen:
der schriftlich ausformulierten Risikostrategie sowie
der ergänzenden Risikopolitik,
einer definierten Organisationsstruktur mit Risiko-
verantwortlichen in den einzelnen Geschäftsbereichen und
operativen Einheiten sowie einem zentralen Risikokoordinator,
einer regelmäßigen Risikoerfassung und -bewertung
in allen Bereichen und den Tochtergesellschaften,
der Reporting-Struktur des Konzerns und
dem Risikobericht auf Geschäftsbereichs- und Einzel-
gesellschaftsebene.
Systematische Überwachung
Das Rosenbauer Risikomanagement ist in einem webbasierten
System abgebildet und definiert einen strukturierten Prozess
zur systematischen Überwachung der Geschäftsrisiken. Jährlich
werden diese konzernweit erfasst bzw. aktualisiert, hinsichtlich
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des zu erwartenden
Schadens ausmaßes analysiert sowie quantitativ oder qualitativ
bewertet. Als Hilfestellung sind in einem eigenen Katalog jene
Risiken zusammengefasst, die eine Bedrohung für das Unterneh-
men darstellen können.
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforder-
lichen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen und die Instrumente
zur Risikobewältigung abgeleitet. Verantwortlich für die Um se-
tzung sind die Risikoeigner in den einzelnen Areas, Geschäftsbe-
reichen und Gesellschaften. Darüber hinaus werden die Ergeb-
nisse der Risikoinventur einmal jährlich an den Prüfungs-
ausschuss berichtet. Im Zuge dieses Termins wird auch die
generelle Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems
beurteilt.
INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität
und Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern. Es besteht aus
systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und
Kontrollen zur Einhaltung von internen und externen Richtlinien
sowie zur Abwehr von Schäden, die beispielsweise durch
ungeregelte oder unrechtmäßige Handlungen verursacht werden
können. Die Kontrollen sind direkt in die unternehmerischen
Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus erfolgen
prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der Kontrollen
durch die Interne Revision.
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen
Regelungen und Richtlinien dar. Dazu kommen die im Manage-
mentsystem verankerten Prozessdarstellungen und hinterlegten
Arbeitsanweisungen. Im Rahmen von internen Audits wird
kontrolliert, ob diese Richtlinien eingehalten und die Prozesse
sauber ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert,
Empfehlungen abgeleitet und die operative Umsetzung wird
überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist durch
eine klare Aufbau- und Ablauforganisation gekennzeichnet.
Sämtliche Funktionen sind eindeutig Personen (zum Beispiel in
Finanzbuchhaltung oder Controlling) zugeordnet. Die am
Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen alle
fachlichen Voraussetzungen. Bei den relevanten Prozessen der
Rechnungslegung wird, soweit es die Größe der jeweiligen
Gesellschaft zulässt, auf ein Vier-Augen-Prinzip geachtet. Bei den
verwendeten Finanzbuch haltungssystemen handelt es sich
überwiegend um Standard software, die gegen unbefugte Zugriffe
geschützt ist. Auf den Rechnungslegungsprozess bezogene
wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in
einem Konzernhandbuch verbindlich festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen
wird regelmäßig anhand von Stichproben und Plausibilitätsprüfun-
gen überprüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das
konzernweite Controlling und Treasury. Detaillierte Finanzberichte
werden auf Monats- und Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich
aktuell abrufbar, um Abweichungen in der Ertrags- und Vermö-
genslage von den Planzahlen rasch identifizieren und beheben zu
können.
Risiken und Chancen
23Risiken und Chancen
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben
den prozessorientierten Rahmenbedingungen vor allem ablauf-
orientierte Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen
Einheiten umgesetzt werden müssen. Die operative Verantwor-
tung liegt bei den jeweiligen Prozessverantwortlichen. Die
Einhaltung des Rosenbauer Regelwerks wird durch die Interne
Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen der einzelnen
Bereiche überwacht.
ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erwärmung – Risiken und Chancen
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung eines externen Beraters
eine Analyse der klimabezogenen Risiken und Chancen durchge-
führt. Dabei wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-
related Financial Disclosures (TCFD) angewandt.
In einem ersten Schritt wurden jene klimabezogenen Risiken und
Chancen identifiziert, die für Rosenbauer potenziell finanziell
relevant sein könnten. Diese wurden auf Basis einer Analyse
öffentlicher Informationen vergleichbarer Unternehmen und von
Erkenntnissen der Klimawissenschaft erhoben. Zusätzlich wurden
in den relevanten Fachabteilungen von Rosenbauer wie etwa
Risikomanagement, Einkauf oder Innovation Interviews geführt,
um die Perspektiven und Erfahrungen der diversen internen
Stakeholder einfließen zu lassen. Die identifizierten klimabezoge-
nen Risiken und Chancen wurden in der Folge einer Bewertung
hinsichtlich ihrer finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und
ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen. Dies wurde in enger
Abstimmung mit dem Risikomanagement von Rosenbauer
konzipiert und durchgeführt, um die Anschlussfähigkeit des
Prozesses sowie der Ergebnisse sicherzustellen. Es ist angedacht,
die Identifizierung sowie Bewertung klimabezogener Risiken und
Chancen in den laufenden Risikomanagementprozess zu
integrieren.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die
physischen Klimarisiken für die Rosenbauer Produktions- und
Montagestandorte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene
Chance der allgemein zunehmende Bedarf an Brandschutzpro-
dukten sowie die Chancen für neue Rosenbauer Produkte und
Services. Um die möglichen Auswirkungen der globalen Erwär-
mung auf Rosenbauer besser zu verstehen, wurde eine Szenarien-
analyse nach TCFD durchgeführt. Hierfür werden Klimaszenarien
der Klimawissenschaft herangezogen und zum Unternehmen in
Kontext gestellt. Weiterführende Informationen finden Sie im
Nachhaltigkeitsbericht 2020 von Rosenbauer ab S. 13.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläu-
fer und reagiert erst mit einer Verzögerung von zwölf bis 24
Monaten auf konjunkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die
Kunden überwiegend aus dem öffentlichen Sektor kommen, ihre
Beschaffungen langfristig planen und mit ihren Investitionen auch
antizyklisch Impulse setzen wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen
orientiert sich Rosenbauer an den Annahmen führender Institutio-
nen über die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen
Regionen und Ländern. Auch nach Elementarereignissen und
Naturkatastrophen wird verstärkt in Feuerwehrtechnik investiert.
Planbar sind diese Beschaffungen zwar nicht, bieten aber immer
wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feuerwehrausstatter.
Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen Branchen-
risiken und nutzt Chancen durch rasches Reagieren auf Marktver-
änderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung
abgeleitet und umfasst einen nach Regionen und Produkten
gegliederten Zielkatalog, der als Steuerungsinstrument dient.
So können Chancen und strategische Risiken frühzeitig erkannt
werden. Zur nachhaltigen Absicherung des Wachstums verfolgt
Rosenbauer eine konsequente Internationalisierungsstrategie. Mit
Produktionsstätten auf drei Kontinenten und einem weltweiten
Vertriebs- und Servicenetz lassen sich Absatzschwankungen
in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehr-
branche herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die zunehmende
Zentralisierung des Beschaffungswesens bietet durch die
Förderung eines fairen Wettbewerbs und transparentere Prozesse
Chancen, birgt aber auch durch die Bündelung der Beschaffung
das Risiko, Großaufträge zu verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt-
und Absatzentwicklung in den einzelnen Ländern bzw. Regionen/
Areas und hat für jeden Vertriebs- und Produktbereich klar
definiert, wie dabei strategisch vorzugehen ist und welche
Wachstumsziele verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch
oder rechtlich veränderter Rahmenbedingungen ergeben, können
kaum abgesichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen
Abnehmer kommt es allerdings nur in Ausnahmefällen zu
Stornierungen von Aufträgen. Durch politische Krisen oder
allfällige Embargobestimmungen kann der Zugang zu bestimmten
Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
24 Jahresfinanzbericht 2020
Viele Länder haben in letzter Zeit strengere Regelungen hinsicht-
lich des Einsatzes von gefährlichen Substanzen erlassen.
Die Nichteinhaltung der einschlägigen Vorschriften kann mit
erheblichen Strafen und Reputationsrisiken verbunden sein.
Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Löschmitteln
vor. Spezielle Vorkehrungen zur Vermeidung von gefährlichen
Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer
begegnet den strengeren Bestimmungen mit der Entwicklung
von speziellen Zumischsystemen und Werfern, die den Einsatz
von fluorfreien Schaummitteln ermöglichen und damit Umwelt
und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesund-
heit der Arbeitnehmer gefährden können, durch die laufende
Überwachung der Risikoarbeitsplätze sowie durch die Einhaltung
lokaler Vorschriften entgegengetreten.
Betriebliche Risiken
Produktionsrisiken und -chancen
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinander-
setzung mit den Risiken entlang der Wertschöpfungskette.
Im Zuge sich verkürzender Innovationszyklen kommt der
Forschungs- und Entwicklungsarbeit wachsende Bedeutung zu.
Die potenziellen Produktionsrisiken werden über eine Reihe von
Kennzahlen (Produktivität, Montage- und Durchlaufzeiten,
Produktionsstückzahlen, Qualität, Kosten etc.) permanent
überwacht. Das zentrale Steuerungselement in der Fahrzeugferti-
gung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende Kalkulation“,
bei der im Soll-Ist-Vergleich die Herstellkosten jedes Einzelauftra-
ges überwacht werden. Zur Abfederung von Veränderungen in der
Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzern-
verbund und vergibt Fertigungsaufträge auch an externe Partner.
Dadurch wird das Risiko einer Unterauslastung der Produktion
im Falle eines deutlichen Marktrückganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der
Produktion ergeben können, werden durch entsprechende
Produktionsausfallsversicherungen abgedeckt. Eine angemessene
Versicherungsdeckung besteht auch für Risiken im Zusammen-
hang mit Feuer, Explosionen und ähnlichen elemen taren
Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer betreibt ein konsequentes Qualitätsmanagement
nach ISO 9001. Dieses wird laufend auditiert und trägt wesent-
lich dazu bei, weltweit eine einheitliche Produktqualität zu
gewährleisten und Haftungsrisiken zu minimieren. Moderne
Entwicklungsmethoden, die permanente Kontrolle und Verbesse-
rung der Produktqualität sowie laufende Prozessoptimierungen
tragen ebenfalls zur Verringerung von Risiken bei. Dennoch
können Produktmängel nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern
neben dem Risiko managementsystem auch das Instrument der
Produkthaftpflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit
höchstmöglichem Kundennutzen anbieten zu können, betreibt
Rosenbauer ein systematisches Innovationsmanagement und
arbeitet in der Produktentwicklung eng mit den Feuerwehren
zusammen. Ein professionelles Produktmanagement gibt die
Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer Techno-
logie-Roadmap werden Marktanalysen und Wirtschaftlichkeits-
überlegungen miteinbezogen.
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der
Personalbasis der Feuerwehren nach sich und stellt damit auch
die Hersteller von Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderun-
gen. Frauen und ältere Menschen werden künftig vermehrt im
Feuerwehrdienst tätig sein, Technik und Ausrüstung müssen
demnach so gestaltet werden, dass sie deren Bedürfnissen in
der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäftigt sich im
Innovations-, Technologie- und Wissensmanagement sowie in der
Produktentwicklung intensiv mit diesen Herausforderungen und
bindet die Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungs-
prozess mit ein.
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken bestehen insbesondere in
möglichen Lieferantenausfällen, Qualitätsproblemen und
Preiserhöhungen. Die Standardisierung von Bauteilen und
Komponenten, die Diversifizierung der Lieferantenstruktur sowie
eine klare Beschaffungsstrategie je Produktgruppe wirken diesen
Risiken entgegen. Um die termin- und qualitätskonforme
Versorgung der Produktion sicherzustellen, werden die wichtigs-
ten Zulieferpartner überwacht und die Planung und Steuerung der
Lieferkette gemeinsam mit den Lieferanten laufend weiterentwi-
ckelt. Dadurch kann das Risiko von Produktionsausfällen
reduziert werden.
So wurde im Pandemiejahr 2020 die Resilienz der Lieferkette auf
die Probe gestellt und konnte dabei eine stabile Materialversor
-
gung von Produktion und Kunden gewährleisten. Ein entscheiden-
der Baustein ist immer auch die termingerechte Verfügbarkeit von
Fahrgestellen, auf die eigene Produktionsschritte aufbauen. Auch
das internationale Netzwerk eigener Produktionsstätten trägt dazu
bei, betriebliche Risiken zu minimieren. Zulieferrisiken aus
möglichen Insolvenzen oder aus Elementarereignissen können
jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Risiken im Zusammenhang mit der Rohstoff- und Energieversor-
gung sind wegen der Art der Fertigung sowie der Vielzahl von
Anbietern von untergeordneter Bedeutung. Rosenbauer benötigt in
erster Linie Aluminium und Stahlteile. Durch eine vorausschauende
Einkaufspolitik werden stabile und möglichst niedrige Einkaufs-
preise abgesichert. In der Produktion wird aufgrund der überwie-
genden Montagetätigkeit nur wenig Prozessenergie benötigt.
25Risiken und Chancen
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyberri-
siko. Unter dem Begriff „Cyberrisiko“ werden dabei viele
Einzelrisiken zusammengefasst, die aus einem potenziellen
Cyber-Angriff resultieren können. Im Wesentlichen sind das die
Verletzung der Vertraulichkeit von Daten (Ausspähen, Datenver-
lust), die Verletzung der Integrität des IT-Systems oder der Daten
(Manipulation durch Schadsoftware), die Verletzung der Verfüg-
barkeit des IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im
internen Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und
Ähnliches.
Damit erst gar kein Cyberrisiko schlagend wird, legt Rosenbauer
großes Augenmerk auf eine sichere IT-Infrastruktur. Diesen
Risiken wird durch regelmäßige Investitionen in Hard- und
Software, den Einsatz von State-of-the-Art IT Security Systemen,
modernen Datensicherungsmethoden sowie durch strukturierte
Zugangs- und Zugriffskontrollen begegnet. Die Robustheit der
Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte Angriffe von
außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flankierend
durch gezielte, regelmäßige IT Security und Datenschutz
Awareness Trainings der Mitarbeiter unterstützt.
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im
Wesentlichen aus Montagearbeiten und birgt daher kaum
Umweltrisiken. Darüber hinaus gelten für die Prozesse klare
Umweltstandards und Anweisungen, die in einem Umweltma-
nagementsystem nach ISO 14001 dokumentiert sind und laufend
durch interne wie externe Audits überprüft und weiterentwickelt
werden. Das Energiemanagement an den österreichischen und
deutschen Fertigungsstandorten ist nach ISO 50001 zertifiziert
und dient als Instrument, mit dem Energiekosten und -verbräuche
überprüft und Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcen-
verbrauchs abgeleitet werden.
Personelle Chancen und Risiken
Rosenbauer steht in einem veritablen Wettbewerb um die besten
Köpfe. Der Unternehmenserfolg hängt entscheidend davon ab,
wie gut es gelingt, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und
an das Unternehmen zu binden.
Ein leistungsorientiertes Entgeltsystem mit Beteiligung am
Unternehmenserfolg sowie ein ausgeprägtes Talent-Management
sind zwei der Instrumente, die Rosenbauer dabei einsetzt. Für die
Personalgewinnung sorgen unter anderem ein umfassendes
Praktikantenmanagement sowie Kooperationen mit Bildungsein-
richtungen. Vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
tragen dazu bei, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.
Außerdem beschäftigt sich Rosenbauer intensiv mit der Nach-
folgeplanung für Schlüsselpositionen im Management. Das
Unternehmen nimmt die demografische Entwicklung zum Anlass,
mit den Verände rungen durch eine älter werdende Belegschaft
umzugehen und einen qualifizierten Fach- und Führungskräfte-
nachwuchs mit entsprechender Vielfalt hinsichtlich Sprache,
Gender und Internationalität zu sichern. Um Frauen für die
Technik zu gewinnen, bildet Rosenbauer vermehrt weibliche
Lehrlinge aus und führt diese gezielt auch an Produktionstätig-
keiten heran.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften
sind im Rahmen der Geschäftstätigkeit mit rechtlichen Verfahren,
Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert.
Diese können unter anderem die Produktsicherheit, Händler-,
Lieferanten- und weitere Vertragsbeziehungen betreffen sowie zu
wettbewerbsrechtlichen Verfahren führen.
2017 wurde gegen die Rosenbauer International AG eine
zivilrechtliche Klage eingereicht, die derzeit noch anhängig ist.
Dafür
wurde per 31. Dezember 2017 eine entsprechende
Rückstellung
gebildet. Im zweiten Halbjahr 2017 wurde gegen
die Rosenbauer
International AG eine Anzeige eingebracht, die
einen im Jahr 2003
vom kroatischen Innenministeriums erteilten
Auftrag betrifft. Ende 2020 wurden die Ermittlungen gegen die
Rosenbauer International AG endgültig eingestellt.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der
Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregelmäßigkeiten
festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten
Untersuchungen konnten zum Jahresende 2018 abgeschlossen
werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf
dem Zivilrechtsweg wurden eingeleitet und sind derzeit noch
offen.
Compliance-Risiken wird im Rahmen des Rosenbauer
Compliance- Managements begegnet
. Regelmäßige Schulungen
zielen darauf ab, Compliance-relevanten Verstößen vorzu beugen.
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unter-
nehmen von großer Bedeutung. Dank der guten Eigenmittel-
ausstattung und der hervorragenden Bonität des Rosenbauer
Konzerns konnten die benötigten Betriebsmittel- und Investitions-
finanzierungen ohne Einschränkungen und zu sehr guten
Konditionen sichergestellt werden. Hierzu wurde im Berichtsjahr
nach der erfolgten Schuldscheintransaktion 2019 erstmalig ein
Syndizierter Kredit (Club Deal bestehend aus 6 Hausbanken) in
Höhe von 170 Mio € abgeschlossen. Die Laufzeit beträgt 3 Jahre
mit zwei zusätzlichen Verlängerungsoptionen auf insgesamt
5Jahre.
26 Jahresfinanzbericht 2020
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und
währungsbedingte Risiken, die durch den Einsatz entsprechender
Sicherungsinstrumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine
konzernweit geltende Finanz- und Treasury-Richtlinie, welche
Instrumente zulässig sind. Die operativen Risiken werden durch
derivative Finanzinstrumente wie zum Beispiel Devisentermin-
geschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abgesichert. Diese
Transaktionen werden ausschließlich zur Absicherung von
Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulationszwecken
durchgeführt. In diesem Zusammenhang wird auf die Ausführun-
gen in den Erläuternden Angaben verwiesen.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können,
werden gering eingeschätzt, da der überwiegende Teil der Kunden
öffentliche Abnehmer sind. Bei Lieferungen in Länder mit einem
erhöhten politischen oder wirtschaftlichen Risiko werden zur
Absicherung staatliche und private Exportversicherungen in
Anspruch genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen,
die von den Kunden, den Märkten, vom wirtschaftlichen Umfeld
und im internationalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt
werden, auch künftig zu erfüllen. Aus der Analyse der derzeit
erkennbaren Einzelrisiken ergeben sich keine Anhaltspunkte,
die – für sich genommen oder in Kombination mit anderen
Risiken – den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten.
Dies gilt sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen
wirtschaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant
oder bereits eingeleitet worden sind.
27Risiken und Chancen
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
1
Trotz außergewöhnlich hoher Unsicherheit durch die COVID-19
Pandemie hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen
globalen Konjunkturausblick zuletzt leicht verbessert. Demnach
soll die Weltwirtschaft 2021 um 5,5 % und 2022 um 4,2 %
wachsen. Die Prognose für 2021 fällt damit um 0,3 Prozent-
punkte höher aus als noch im Oktober des Vorjahres. Dahinter
stehen zum einen die zusätzlichen politischen Unterstützungs-
maßnahmen in einigen großen Volkswirtschaften, vor allem in den
USA und in Japan, und zum anderen die Erwartung, dass die
immer bessere Verfügbarkeit von Impfstoffen die wirtschaftliche
Aktivität stärken wird und die kurzfristige Belastung durch
steigende Infektionszahlen ausgleichen kann.
Die Erholung wird gleichzeitig unvollständig und ungleichmäßig
sein. Betrachtet man etwa die Gruppe der entwickelten Volkswirt-
schaften näher so wird die wirtschaftliche Aktivität in den USA
und in Japan schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder das
Niveau von Ende 2019 erreichen. In der Eurozone und im
Vereinigten Königreich wird dieser Prozess hingegen bis ins Jahr
2022 hinein dauern. Unter den Schwellen- und Entwicklungs-
märkten wird sich China am schnellsten erholen, da es hier
hochwirksame Eindämmungsmaßnahmen, ein umfangreiches
öffentliches Investitionsprogramm und unterstützende Liquidität
durch die Zentralbank gibt. Die Erholung jener Schwellenländer,
die von Erdöl bzw. Tourismus abhängig sind, wird angesichts
eines gedämpften Ausblicks für den Ölpreis und einer langsamen
Normalisierung des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs
entsprechend länger dauern.
Obwohl neue Einschränkungen im Zuge der aktuellen Infektions-
welle insbesondere in Europa nahelegen, dass das Wachstum
zum Jahresbeginn 2021 geringer als erwartet sein könnte, gibt es
eine Reihe von Faktoren, die die Risiken für das Basisszenario
günstig beeinflussen. Das sind etwa zusätzliche positive Nach-
richten zu Produktion und Verteilung der COVID-19-Impfstoffe
sowie zur Entwicklung und Wirksamkeit medikamentöser
Therapien. Abseits der Pandemie ist darüber hinaus mit dem
erfolgreichen Abschluss eines Handels- und Kooperationsabkom-
mens zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ein
Schlüsselrisiko („No-Deal-Brexit“) weggefallen.
1
IMF, World Economic Outlook, Update, January 20, 2021.
PERSPEKTIVEN AUF DEN ABSATZMÄRKTEN
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit
einem Abstand von ein bis zwei Jahren. Die Nachfrage wird stark
von Ländern mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt.
Aber auch ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein nach Naturkatas-
trophen und anderen Elementarereignissen führt zu vermehrten
Investitionen in Feuerwehrtechnik und -ausrüstung.
2021 wird die globale Feuerwehrbranche voraussichtlich eine
Seitwärtsbewegung zeigen. Ausschlaggebend wird sein, ob sich
die einzelnen Länder bei der Bewältigung der wirtschaftlichen
Auswirkungen der COVID-19 Pandemie für Investitions- oder
Sparprogramme entscheiden. Beides wird auf nationaler Ebene
diskutiert.
Der nordamerikanische Markt ist sehr vielversprechend in das
neue Jahr gestartet. Nach einem Volumensrückgang auf ca. 4.000
ausgelieferte Fahrzeuge im Berichtsjahr wird für 2021 eine
Stabilisierung der Nachfragesituation erwartet. Große kommunale
Budgets werden als Folge der COVID-19 Pandemie überprüft.
Entscheidend wird sein, wie rasch die Konjunkturpakete der
neuen US-Administration unter Präsident Joe Biden sowie die
angekündigten Infrastrukturinvestitionen wirksam werden.
Europas Feuerwehrmarkt sollte 2021 sein Wachstum fortsetzen.
Die Nachfrage kommt dabei vor allem aus der D-A-CH-Region und
einigen westeuropäischen Ländern, in denen es regelmäßige
Ersatzbeschaffungen gibt. Die Projektlandschaft präsentiert sich
dabei weiterhin sehr gut. Die Finanzierung durch die öffentliche
Hand ist trotz eines starken Konjunktureinbruchs gesichert. Die
privaten Zuwendungen an die Feuerwehrorganisationen sind
hingegen durch die Einschränkungen aufgrund der Pandemiebe-
kämpfung vielerorts gesunken, was die Anschaffung von
Feuerwehrausrüstung verzögert.
Auf den asiatischen Feuerwehrmärkten sollte es 2021 nach
einem Rückgang im Berichtsjahr eine leichte Erholung geben.
Dabei wird es jedoch dauern bis wieder die gewohnten Volumina
erreicht werden. Die Ursachen dafür sind COVID-19, das gegen
Ende 2019 in Asien ausgebrochen ist, und die frühen, strengen
Lockdowns in der Region. Hinzu kommt der Handelsstreit
zwischen China und den USA. Die Nachfrage in Russland ist
wegen knapper Budgets unverändert auf einfache Produkte
gerichtet, die wirtschaftlichen Probleme der Türkei haben sich
weiter verschärft.
Prognosebericht
28 Jahresfinanzbericht 2020
Die Länder des Mittleren Ostens sind mit einer höheren Nach-
frage in das neue Jahr gestartet. Folglich wird für 2021 mit einem
leichten Marktwachstum gerechnet. Hintergrund sind die
Trendwende bei der Ölpreisentwicklung und die politische
Entspannung zwischen Saudi-Arabien und Katar.
Nordamerika
Die Area NOMA hat 2020 das zweitbeste Ergebnis ihrer
Geschichte erzielt und in einem insgesamt rückläufigen Markt
Kundenanteile dazugewonnen. Hierzu haben vor allem die
Vereinheitlichung der Auftragsabwicklung und die Reorganisation
einzelner Produktionslinien beigetragen. Definierte Aufbauten für
Kommunalfahrzeuge und deren Vormontage auf eigenen
Rollwagen anstatt auf den Fahrgestellen sollen helfen, die
Produktivität an den Konzernstandorten weiter zu steigern.
Vier Bestellungen aus Nordamerika gibt es mittlerweile für die
„Revolutionary Technology“-Modellreihe (RT). Dabei sehen die
Feuerwehren in den USA und in Kanada im RT nicht nur ein
umweltfreundliches Feuerwehrfahrzeug, sondern wollen darüber
hinaus auch den Gesundheitsschutz für ihre Einsatzkräfte durch
geringere Lärm- und Schadstoffemissionen sowie durch ein
Höchstmaß an Ergonomie verbessern.
Des Weiteren baut die Area NOMA ihre Marketing- und Vertriebs-
aktivitäten konsequent aus: Zum einen wurden neue Stellen für
die Betreuung großer Städte und für den Ausrüstungsvertrieb
geschaffen, zum anderen konnten drei starke Händlerpartner für
das Rosenbauer Dealer-Network gewonnen werden. Diese decken
künftig die Metropolregion New York – New Jersey, weite Teile
des New England-Territoriums sowie die Bundesstaaten Alabama,
Georgia und Tennessee ab und schließen damit weiße Flecken an
der Ostküste.
Europa
Europa investiert konsequent in Sicherheitstechnik und in den
Katastrophenschutz, wovon auch die Feuerwehrorganisationen
und ihre Ausstatter profitieren. Die starke Nachfrage, insbeson-
dere aus der D-A-CH-Region, lässt für 2021 abermals eine starke
Entwicklung der entsprechenden Rosenbauer Vertriebsregion
erwarten.
Gleichzeitig präsentiert sich die Projektlandschaft in Südost-
europa dynamischer, da hier auch immer wieder größere
Beschaffungen zur Ausschreibung kommen. Dabei sind die
Anforderungen von Land zu Land recht unterschiedlich. Die
Kommunalmärkte auf dem Balkan werden erfolgreich vom
Konzernstandort Ljubljana in Slowenien betreut.
2021 will Rosenbauer vor allem das Servicegeschäft weiter
ausbauen, das zentral für die Kundenbeziehungen ist und
zuverlässige Ergebnisbeiträge liefert. Entsprechende Investitionen
vor allem in den zentraleuropäischen Ländern sind in Planung.
So wird etwa Rosenbauer Österreich Mitte des Jahres an den
Standort Asten übersiedeln und eine neue, gut erreichbare
Anlaufstelle für Kunden eröffnen. Das neu errichtete Servicecen-
ter mit 1.600 m
2
Nutzfläche wird insgesamt 12 Fahrzeugstell-
plätze haben, um fünf mehr als zuvor in Leonding. Es werden ein
eigener Vorfertigungsbereich, ein Waschplatz, ein Pumpenprüf-
stand, ein Seilwinden- und ein Schaumprüfstand sowie eine
Konservierungsbox geschaffen. Zusätzlich wird es einen neuen
Rosenbauer Shop geben.
Internationales Exportgeschäft
Das internationale Exportgeschäft von Rosenbauer zeigt sich zum
Jahresbeginn 2021 auf vielfältige Weise von der COVID-19
Pandemie betroffen. Einerseits ist die Infektionskrankheit in
diesen Märkten teilweise sehr früh aufgetreten und öffentliche
Ausgaben wurden in der Folge neu priorisiert, andererseits haben
die eingeführten Reisebeschränkungen in Einzelfällen die
Projektabwicklung erschwert.
Vor allem die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen hat sich
durch den Rückgang im Flugverkehr und den Aufschub geplanter
Infrastrukturinvestitionen in weiten Teilen Asiens eingebremst.
Viele Flughafenbetreiber behalten unter diesen Umständen ihre
Fahrzeuge länger und investieren stattdessen in Service.
Lediglich in Japan und in Südkorea gab sich die Luftfahrtbranche
von der anhaltenden Gesundheitskrise unbeeindruckt und tätigte
im Berichtsjahr umfangreiche Neuanschaffungen.
Kaum Auswirkungen durch die COVID-19-Pandemie verzeichnet
hingegen das Feuerwehrgeschäft mit Singapur und seinen
Nachbarländern. Hier hat sich insbesondere der Auftragseingang
aus Macao und Hongkong sehr positiv entwickelt. Immer bessere
Ergebnisse liefert zudem der australische Markt, wo sich
Rosenbauer nach schönen Erfolgen mit Hubrettungsgeräten jetzt
verstärkt dem kommunalen Segment widmen will.
Für die kommunalen Fahrzeugmärkte Zentralasiens und der
ASEAN-Staaten hat Rosenbauer vor einigen Jahren erfolgreich die
„Efficient Technology“-Modellreihe (ET) eingeführt und durch
Lokalisierung ein sehr nachhaltiges, preiswertes Produkt
geschaffen.
Der Stillstand des chinesischen Marktes dauert indes an. Das hat
neben COVID-19 weitere Gründe: Zum einen verzögert sich die
Neuordnung der ministeriellen Zuständigkeit für das Feuerwehr-
wesen bzw. ist diese noch nicht wirksam. Zum anderen hat das
Land neue Handelsbarrieren in Kraft gesetzt.
29Prognosebericht
Die Nachfrage in den Ländern des Mittleren Ostens hat sich im
Verlauf des Berichtsjahres deutlich erholt. Das belegen die
zahlreichen laufenden Ausschreibungen in der Region, die Anlass
zu Optimismus für 2021 geben. Die lokale Marktpräsenz hat
Rosenbauer geholfen, seine Aufträge in der Region plangemäß
abzuarbeiten und die COVID-19-Pandemie gut zu meistern. Im
laufenden Jahr soll im Einklang mit der Kundennachfrage das
Serviceangebot weiter ausgebaut werden.
Auch die Märkte in Afrika und Südamerika zeigen aktuell eine
hohe Ausschreibungstätigkeit, wobei sich die finalen Entschei-
dungen teils stark verzögern. Die wirtschaftliche und politische
Situation ist in vielen dieser Länder kritisch. Durch den Boom in
west- und nordeuropäischen Märkten kann die Area NISA jedoch
den ausbleibenden Auftragseingang zum Großteil kompensieren.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuer-
wehrmärkte sehr genau, um Absatzchancen frühzeitig nutzen zu
können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein
erhöhtes Beschaffungsvolumen erkennen lassen, werden die
Vertriebsaktivitäten intensiviert. Zum Bilanzstichtag verfügte der
Konzern über einen sehr soliden Auftragsbestand in Höhe von
1.072,1 Mio € (2019: 1.149,5 Mio €). Dieser Wert liegt über
einem Jahresumsatz, wobei enthaltene Ausrüstungsprodukte und
Serviceumsätze wegen der kürzeren Lieferzeiten sowie größere
Fahrzeugaufträge mit Lieferzeiten von mehr als 2-3 Jahren
gesondert zu betrachten sind.
INNOVATIONEN UND NEUE PRODUKTE
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt
Rosenbauer das Ziel, seine internationale Wettbewerbsposition zu
stärken und weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der
Konzern intensiv mit den weltweiten Megatrends wie etwa der
globalen Erwärmung, dem demografischen Wandel, der Urbani-
sierung und Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf die
Organisation und die Technik der Feuerwehren.
Im September 2020 hat Rosenbauer die „Revolutionary Techno-
logy“-Modellreihe (RT; zuvor CFT) vorgestellt und damit acht Jahre
Vorbereitungsarbeit für die Serienproduktion abgeschlossen. Der
Ausgangspunkt für diese Produktentwicklung war die „Fire-fight-
ing Trend Map“, die 2012 erstmals erstellt wurde und seither in
regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Der RT ist keine bloße
Ergänzung des bestehenden Produktportfolios von Rosenbauer
sondern ein völlig neues Fahrzeugkonzept. Der hybride Antrieb
ermöglicht eine grundlegend neue Architektur und setzt so neue
Maßstäbe in Bezug auf Fahrdynamik und Fahrsicherheit,
Ergonomie und Bedienung sowie Kommunikation und Vernetzung.
In der ersten Phase kommt der RT als Löschfahrzeug für
kommunale Einsatzzwecke auf den Markt. In der Folge wird das
Fahrzeugkonzept weiterentwickelt und die Technologie zum
Beispiel auch für Flughafenfeuerwehren zur Verfügung stehen.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuer-
wehrbranche. Mit ständig neuen und attraktiven Produkten
werden Wettbewerbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen
erschlossen.
INVESTITIONEN UND KAPAZITÄTEN
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systema-
tisch sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht diese nach Priorität.
Die Investitionen des Rosenbauer Konzerns werden demnach
2021 deutlich über dem Vorjahreswert liegen und fokussieren
insbesondere auf Projekte mit hohem Wirtschaftlichkeitspotenzial
sowie die Fertigstellung laufender Vorhaben. So soll der Standort
Radgona in Slowenien um eine neue Produktionshalle sowie eine
Servicewerkstatt erweitert und am Standort Wyoming im
US-Bundesstaat Minnesota eine neue Laseranlage eingerichtet
werden.
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Einführung eines
einheitlichen, konzernweiten ERP-Systems (Enterprise Resource
Planning). Dafür wurde im Berichtsjahr ein Pflichtenheft für
Vertrieb und Produktion erstellt. In 2021 wird das System an
ersten Vertriebsstandorten der Area CEEU implementiert sowie
die Einführung an den ersten Produktionsstandorten vorbereitet.
FINANZ- UND LIQUIDITÄTSLAGE
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen
Finanzierungsbedarf. Das liegt zum einen an langen Durchlauf-
zeiten insbesondere in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an
vergleichsweise niedrigen Kundenanzahlungen. Der Konzern wirkt
diesem Umstand mit gezielten Maßnahmen entgegen, die die
Optimierung der Auftragsabwicklung zum Ziel haben. Die Finanzie
-
rung von Rosenbauer wird über mehrere Banken und mit unter-
schiedlichen Fristigkeiten sichergestellt. Die Finanzierungsstrategie
des Konzerns ist nach konservativen Grundsätzen ausgerichtet und
räumt einer gesicherten Liquidität sowie einer soliden Eigenmittel
-
ausstattung einen hohen Stellenwert ein.
30 Jahresfinanzbericht 2020
GESAMTAUSSAGE ZUR KÜNFTIGEN ENTWICKLUNG
Rosenbauer hat seine Strategie in den zurückliegenden Jahren
mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt und damit die Grundlage für
weiteres Wachstum geschaffen. Als führender Hersteller der
internationalen Feuerwehrbranche arbeitet das Unternehmen
ständig daran, noch effizienter und beweglicher zu werden.
Um den unterjährigen Finanzierungsbedarf zu verringern, hat
Rosenbauer im 4. Quartal 2020 ein Projekt zur Optimierung
seines Cash Conversion Cycle gestartet. Ziel ist es, bis Jahres-
ende 2021 die Kapitalbindungsdauer um ein Fünftel auf 145 Tage
zu senken bzw. das Trade Working Capital um 80 Mio € zu
reduzieren. Das Projekt umfasst die Gesellschaften Rosenbauer
International, Rosenbauer Karlsruhe sowie Rosenbauer Deutsch-
land und besteht aus sechs Fokusthemen vom Materialeinkauf
bis hin zu den Zahlungskonditionen. Bis zum Jahresultimo 2020
konnten bereits Verbesserungen in Höhe von mehr als 30 Mio €
realisiert werden.
Damit verfügt Rosenbauer über solide Voraussetzungen, das Jahr
2021 trotz aller bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten
erfolgreich zu meistern.
Umsatz- und Ertragslage
Obwohl die Unsicherheit durch die COVID-19-Pandemie weiter
hoch ist, darf ausgehend von globalen Konjunkturprognosen und
eigenen Branchenbeobachtungen für 2021 mit einer Seitwärtsbe-
wegung der weltweiten Feuerwehrindustrie gerechnet werden.
Mit seiner breiten Diversifikation nach Produkten und Märkten,
den industriellen Fertigungsmethoden, der Technologieführer-
schaft und der Finanzkraft ist Rosenbauer gut aufgestellt, Risiken
auszubalancieren und Chancen für das langfristige Wachstum des
Konzerns zu nutzen. Die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
werden fortgeführt, wobei insbesondere das betriebsnotwendige
Vermögen gesenkt werden soll.
Auf der Basis eines soliden Orderbuches erwartet der Vorstand
für 2021 einen stabilen Umsatz und abermals eine EBIT-Marge im
Bereich von 5 %. Mögliche Geschäftsstörungen durch die
COVID-19-Pandemie lassen zum jetzigen Zeitpunkt eine genauere
Vorhersage nicht zu.
31Prognosebericht
UMFASSEND
VERNETZT
Das Cockpit des RT von Rosenbauer ist
eine mobile Kommandozentrale. Hier
laufen alle relevanten Informationen
zusammen und werden entsprechend an
die Einsatzkräfte weitergeleitet. Der RT ist
an das Einsatzmanagementsystem
EMEREC und das Internet angebunden
und baut vor Ort sein eigenes W-LAN auf.
Jahresfinanzbericht 202032
33
33
19,0 %
RETURN ON EQUITY 2020
68 Konzern-Bilanz
70 Konzerngewinn- und Verlustrechnung
71 Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs
72 Entwicklung des Konzerneigenkapitals
74 Konzerngeldflussrechnung
76 Konzernanlagenspiegel
80 Entwicklung der Rückstellungen
82 Segmentberichterstattung
84 Erläuternde Angaben
KONZERN-
ABSCHLUSS
Jahresfinanzbericht 202034
Konzernbilanz
VERMÖGEN (in t€) Erläuterung Nr. 31.12.2019 31.12.2020
A. Langfristiges Vermögen
I. Sachanlagen (D1) 147.564 157.020
II. Immaterielle Vermögenswerte (D1) 32.190 38.339
III. Nutzungsrechte (D1) 37.745 32.177
IV. Wertpapiere (D2) 818 760
V. Anteile an equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) 6.433 3.622
VI. Aktive latente Steuer (D5) 5.777 3.869
230.528 235.788
B. Kurzfristiges Vermögen
I. Vorräte (D6) 475.532 417.302
II. Forderungen und sonstige Vermögenswerte (D7) 220.589 236.685
III. Forderungen aus Ertragsteuern 0 676
IV. Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel (D8) 50.849 19.015
746.969 673.678
Summe VERMÖGEN 977.498 909.466
Konzernbilanz
35
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN (in t€) Erläuterung Nr. 31.12.2019 31.12.2020
A. Eigenkapital
I. Grundkapital (D9) 13.600 13.600
II. Kapitalrücklagen (D9) 23.703 23.703
III. Andere Rücklagen (D9) –12.128 –1.456
IV. Kumulierte Ergebnisse (D9) 195.745 218.619
Den Aktionären des Mutterunternehmens
zurechenbares Eigenkapital 220.920 254.467
V. Anteile ohne beherrschenden Einfluss (D10) 32.509 33.146
Summe Eigenkapital 253.429 287.612
B. Langfristige Schulden
I. Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten (D11) 216.071 219.719
II. Langfristige Leasingverbindlichkeiten 33.642 28.024
III. Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (D12) 2.886 2.036
IV. Langfristige Rückstellungen (D13) 37.342 34.093
V. Passive latente Steuer (D5) 1.550 2.195
291.490 286.067
C. Kurzfristige Schulden
I. Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten (D14) 140.060 56.402
II. Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten 4.345 4.975
III. Vertragsverbindlichkeiten (D15) 131.864 135.501
IV. Lieferverbindlichkeiten (D16) 68.852 49.485
V. Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (D17) 71.232 65.206
VI. Steuerrückstellungen 631 7.874
VII. Sonstige Rückstellungen (D18) 15.594 16.345
432.579 335.786
Summe EIGENKAPITAL UND SCHULDEN 977.498 909.466
Jahresfinanzbericht 202036
Konzerngewinn- und
Verlustrechnung
in t€ Erläuterung Nr. 2019 2020
1. Umsatzerlöse (D19 978.071 1.044.173
2. Sonstige Erträge (D20) 5.419 6.714
3.
Veränderung des Bestandes
an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 106.108 –31.379
4. Aktivierte Entwicklungskosten (D1) 6.955 6.551
5.
Aufwendungen für Material und
sonstige bezogene Herstellungsleistungen –674.564 –592.789
6. Personalaufwand (D22) –243.364 –250.869
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und
Sachanlagen (D1) (D23) –23.689 –26.972
8.
Wertminderungen und Zuschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen (D1) 738 0
9. Sonstige Aufwendungen (D24) –103.799 –97.553
10. Operatives Ergebnis (EBIT) vor Anteil
am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen 51.874 57.875
11. Finanzierungsaufwendungen (D25) –7.740 –6.572
12. Finanzerträge (D26) 1.054 738
13. Anteil am Ergebnis
an equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) 348 –586
14. Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 45.536 51.455
15. Ertragsteuern (D27) –10.904 –10.350
16. Periodenergebnis 34.631 41.104
davon entfallen auf
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 9.191 12.170
Aktionäre des Mutterunternehmens 25.440 28.934
Durchschnittliche Zahl ausgegebener Aktien (E5) 6.800.000 6.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (E5) 3,74 4,26
Verwässertes Ergebnis je Aktie (E5) 3,74 4,26
37
Konzerngewinn- und | Darstellung des
Konzerngesamtperiodenerfolgs
Darstellung des Konzern-
gesamtperiodenerfolgs
in t€ Erläuterung Nr. 2019 2020
Periodenergebnis 34.631 41.105
Neubewertungen gemäß IAS 19 (D13) –4.175 3.930
darauf entfallende latente Steuern 1.076 –1.007
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen, die anschließend nicht in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. –3.099 2.923
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung 1.758 –4.377
Gewinne / Verluste aus der Währungsumrechnung von equity-bi-
lanzierten Unternehmen (D3) 577 –1.052
Gewinne / Verluste aus Cashflow Hedge (D32b)
Veränderung der unrealisierten Gewinne / Verluste –3.676 3.940
darauf entfallende latente Steuern 934 –1.019
Realisierte Gewinne / Verluste 1.619 5.385
darauf entfallende latente Steuern –405 –1.346
Summe der im Eigenkapital erfassten
Wertänderungen, die anschließend in die
Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden,
sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. 806 1.532
Sonstiges Ergebnis –2.293 4.455
Konzerngesamtperiodenerfolg nach Ertragsteuern 32.339 45.560
davon entfallen auf:
Anteile ohne beherrschenden Einfluss 10.328 6.573
Aktionäre des Mutterunternehmens 22.011 38.987
Verlustrechnung
Jahresfinanzbericht 202038
Entwicklung des
Konzerneigenkapitals
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbar
Andere Rücklagen
in t€ Erläuterung Nr. Grundkapital Kapitalrücklage
Währungs-
umrechnung
Neubewertungen
gemäß IAS 19
Hedging
Rücklage
kumulierte
Ergebnisse Zwischensumme
Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss
Konzern-
eigenkapital
Stand 01.01.2020 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
Sonstiges Ergebnis 0 0 789 2.923 6.960 –620 10.052 –5.597 4.455
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 28.934 28.934 12.170 41.104
Konzern-
gesamtperiodenerfolg 0 0 789 2.923
6.960 28.314 38.986 6.573 45.559
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –5.440 –5.440 –5.936 –11.376
Stand 31.12.2020 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 218.618 254.466 33.146 287.611
Stand 01.01.2019 13.600 23.703 188 –6.200 –2.687 179.957 208.562 28.500 237.062
Sonstiges Ergebnis 0 0 1.198 –3.099 –1.528 0 –3.430 1.137 –2.293
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 25.440 25.440 9.191 34.631
Konzern-
gesamtperiodenerfolg 0 0 1.198 –3.099
–1.528 25.440 22.011 10.328 32.339
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss (B1) 0 0 0 0
0 –1.152 –1.152 –65 –1.218
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –8.500 –8.500 –6.254 –14.754
Stand 31.12.2019 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
39
Entwicklung des
Konzerneigenkapitals
Den Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbar
Andere Rücklagen
in t€ Erläuterung Nr. Grundkapital Kapitalrücklage
Währungs-
umrechnung
Neubewertungen
gemäß IAS 19
Hedging
Rücklage
kumulierte
Ergebnisse Zwischensumme
Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss
Konzern-
eigenkapital
Stand 01.01.2020 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
Sonstiges Ergebnis 0 0 789 2.923 6.960 –620 10.052 –5.597 4.455
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 28.934 28.934 12.170 41.104
Konzern-
gesamtperiodenerfolg 0 0 789 2.923
6.960 28.314 38.986 6.573 45.559
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –5.440 –5.440 –5.936 –11.376
Stand 31.12.2020 13.600 23.703 2.175 –6.376 2.745 218.618 254.466 33.146 287.611
Stand 01.01.2019 13.600 23.703 188 –6.200 –2.687 179.957 208.562 28.500 237.062
Sonstiges Ergebnis 0 0 1.198 –3.099 –1.528 0 –3.430 1.137 –2.293
Periodenergebnis 0 0 0 0 0 25.440 25.440 9.191 34.631
Konzern-
gesamtperiodenerfolg 0 0 1.198 –3.099
–1.528 25.440 22.011 10.328 32.339
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss (B1) 0 0 0 0
0 –1.152 –1.152 –65 –1.218
Ausschüttung (D9) (D10) 0 0 0 0 0 –8.500 –8.500 –6.254 –14.754
Stand 31.12.2019 13.600 23.703 1.386 –9.299 –4.215 195.745 220.920 32.509 253.429
Jahresfinanzbericht 202040
Konzern-
geldflussrechnung
in t€ Erläuterung Nr. 2019 2020
Ergebnis vor Ertragsteuern 45.536 51.454
+ Abschreibungen (D23) 22.951 26.972
± Verluste / Gewinne aus
equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) –348 586
- / +
Gewinne / Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren (D20) –32 543
+ Zinsaufwendungen (D25) 7.366 6.572
– Zinsertrag und Wertpapiererträge (D26) –1.054 –738
± Nicht realisier te Gewinne / Ver luste
aus der Fremdwährungsumrechnung 634 –337
± Veränderung von Vorräten (D6) –107.393 45.528
± Veränderung von Forderungen
aus Leistungen und Auftragsfertigungen (D7) –12.234 –2.246
± Veränderung der sonstigen Forderungen –4.884 –11.375
± Veränderung von Lieferverbindlichkeiten /
Erhaltene Anzahlungen und Vertragsverbindlichkeiten 49.549 –9.903
± Veränderung von sonstigen Verbindlichkeiten –3.594 –5.971
± Veränderung von Rückstellungen
(ohne Rückstellungen von Ertragsteuern) –5.683 883
Aus laufender Geschäftstätigkeit
erwirtschaftete Zahlungsmittel –9.186 101.966
– Gezahlte Zinsen –6.761 –6.357
+ Erhaltene Zinsen und Wertpapiererträge 570 738
+ Erhaltene Dividenden
von equity-bilanzierten Unternehmen (D3, D4) 50 1.174
– Gezahlte Ertragsteuern –11.273 –1.133
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit –26.600 96.388
41
Konzern-
geldflussrechnung
in t€ Erläuterung Nr. 2019 2020
Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit –26.600 96.388
–
Auszahlungen aus dem Erwerb
eines Tochterunternehmens
abzüglich erworbener liquider Mittel (B1) 0 –42
– Auszahlungen aus dem Erwerb von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren (D28) –17.656 –35.145
+ Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten und Wertpapieren 770 1.997
– Erträge aus der Aktivierung von Entwicklungskosten (D1) –6.955 –6.551
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit –23.840 –39.740
– Auszahlungen aus dem Erwerb
von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (B1) –4.272 –280
– Gezahlte Dividenden (D9) –8.500 –5.440
– Ausbezahlte Gewinnanteile
an Anteilen ohne beherrschenden Einfluss (D10) –6.254 –5.936
+ Aufnahme von verzinslichen Verbindlichkeiten 263.953 176.593
– Tilgung von verzinslichen Verbindlichkeiten –165.392 –255.997
– Tilgung von Leasingverbindlichkeiten –3.910 –6.108
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit 75.625 –97.168
Nettoveränderung der liquiden Mittel 25.185 –40.521
+ Liquide Mittel am Beginn der Periode (D8) 25.349 50.849
± Anpassung aus der Währungsumrechnung 315 8.687
Liquide Mittel am Ende der Periode (D8) 50.849 19.015
Jahresfinanzbericht 202042
Konzernanlagenspiegel
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in t€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zugänge
Zuschrei-
bung Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.313 –263 0 0 0 –2.195 14.855
33 4 2 0 0 0 38 14.817 17.280
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 116.034 –1.952 0 3.958 284 225 117.979
46.001 –879 3.914 0 255 0 48.780 69.199 70.033
c) Außenanlagen 8.151 0 0 1.340 24 163 9.630 5.013 –0 436 0 0 0 5.448 4.181 3.139
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.415 –239 0 1.072 529 182 10.900
5.084 –141 844 0 231 6 5.562 5.338 5.330
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 2.195 10.482 0 0 0 0 0 0 0 10.482 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 50.959 –1.179 81 13.043 1.728 –304 60.874
32.060 –752 4.572 0 1.316 –424 34.140 26.733 18.900
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 74.257 –606 17 11.861 2.597 714 83.645 53.114 1.099 6.834 0 2.431 418 59.035 24.610 21.143
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 3.473 –31 0 952 1.012 –1.724 1.660
21 0 0 0 21 0 0 1.660 3.453
288.889 –4.269 98 32.225 6.174 –744 310.025 141.325 –669 16.601 0 4.252 –0 153.005 157.020 147.564
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 9.568 –8 0 2.744 308 –665 11.331
6.752 –9 1.648 0 106 –275 8.010 3.321 2.816
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.615 –18 0 0 0 0 6.596 1.286 0 0 0 0 0 1.286 5.311 5.329
3. Kundenstamm 6.881 –46 478 0 0 0 7.313 4.532 –14 456 0 0 0 4.974 2.339 2.349
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.214 0 174 0 0 0 1.389 1.743 1.917
5. Entwicklungskosten 24.066 0 0 6.551 0 1.606 32.223 4.286 –0 2.045 0 0 275 6.606 25.616 19.780
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 8 203 0 –197 15
0 0 4 0 0 0 4 11 0
50.261 –72 486 9.498 308 744 60.609 18.070 –23 4.327 0 106 –0 22.269 38.340 32.190
III. Nutzungsrechte 42.234 –639 0 935 1.826 0 40.704 4.489 7 6.043 0 2.012 0 8.526 32.177 37.745
381.383 –4.980 584 42.658 8.308 –0 411.337 163.884 –685 26.971 0 6.370 –0 183.800 227.538 217.499
43
Konzern-
anlagenspiegel
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in t€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zugänge
Zuschrei-
bung Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.313 –263 0 0 0 –2.195 14.855
33 4 2 0 0 0 38 14.817 17.280
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 116.034 –1.952 0 3.958 284 225 117.979
46.001 –879 3.914 0 255 0 48.780 69.199 70.033
c) Außenanlagen 8.151 0 0 1.340 24 163 9.630 5.013 –0 436 0 0 0 5.448 4.181 3.139
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 10.415 –239 0 1.072 529 182 10.900
5.084 –141 844 0 231 6 5.562 5.338 5.330
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 2.195 10.482 0 0 0 0 0 0 0 10.482 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 50.959 –1.179 81 13.043 1.728 –304 60.874
32.060 –752 4.572 0 1.316 –424 34.140 26.733 18.900
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 74.257 –606 17 11.861 2.597 714 83.645 53.114 1.099 6.834 0 2.431 418 59.035 24.610 21.143
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 3.473 –31 0 952 1.012 –1.724 1.660
21 0 0 0 21 0 0 1.660 3.453
288.889 –4.269 98 32.225 6.174 –744 310.025 141.325 –669 16.601 0 4.252 –0 153.005 157.020 147.564
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 9.568 –8 0 2.744 308 –665 11.331
6.752 –9 1.648 0 106 –275 8.010 3.321 2.816
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.615 –18 0 0 0 0 6.596 1.286 0 0 0 0 0 1.286 5.311 5.329
3. Kundenstamm 6.881 –46 478 0 0 0 7.313 4.532 –14 456 0 0 0 4.974 2.339 2.349
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.214 0 174 0 0 0 1.389 1.743 1.917
5. Entwicklungskosten 24.066 0 0 6.551 0 1.606 32.223 4.286 –0 2.045 0 0 275 6.606 25.616 19.780
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 8 203 0 –197 15
0 0 4 0 0 0 4 11 0
50.261 –72 486 9.498 308 744 60.609 18.070 –23 4.327 0 106 –0 22.269 38.340 32.190
III. Nutzungsrechte 42.234 –639 0 935 1.826 0 40.704 4.489 7 6.043 0 2.012 0 8.526 32.177 37.745
381.383 –4.980 584 42.658 8.308 –0 411.337 163.884 –685 26.971 0 6.370 –0 183.800 227.538 217.499
Jahresfinanzbericht 202044
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in t€
Stand am
01.01.2019
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2019
Stand am
01.01.2019
Währungs-
differenzen Zugänge
Zuschrei-
bung Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.212 101 0 0 0 0 17.313
31 0 2 0 0 0 33 17.280 17.181
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 106.964 777 0 952 0 7.341 116.034
40.905 435 3.949 0 0 712 46.001 70.033 66.059
c) Außenanlagen 7.470 0 0 681 0 0 8.151 4.631 0 382 0 0 0 5.013 3.139 2.840
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 8.991 77 0 1.209 158 297 10.415
4.409 34 799 0 158 0 5.084 5.330 4.582
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 0 8.287 0 0 0 0 0 0 0 8.287 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 51.620 428 0 3.656 711 –4.035 50.959
29.535 209 3.629 –128 443 –742 32.060 18.900 22.086
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 70.415 200 0 7.168 3.677 152 74.257
48.987 143 7.396 –94 3.348 30 53.114 21.143 21.428
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 4.828 7 0 2.436 43 –3.755 3.473
24 0 0 0 3 0 21 3.453 4.804
275.788 1.589 0 16.101 4.589 0 288.889 128.521 822 16.157 –222 3.953 0 141.325 147.564 147.267
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 8.299 2 0 1.646 380 0 9.568
6.612 15 926 –516 286 0 6.752 2.816 1.688
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.597 18 0 0 0 0 6.615 1.286 0 0 0 0 0 1.286 5.329 5.311
3. Kundenstamm 6.837 44 0 0 0 0 6.881 4.121 7 404 0 0 0 4.532 2.349 2.716
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.040 0 174 0 0 0 1.214 1.917 2.091
5. Entwicklungskosten 17.112 0 0 6.955 0 0 24.066 2.748 0 1.538 0 0 0 4.286 19.780 14.364
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0 0 0
41.976 64 0 8.601 380 0 50.261 15.807 22 3.043 –516 286 0 18.070 32.190 26.170
III. Nutzungsrechte 34.999 351 0 6.884 0 0 42.234 0 0 4.489 0 0 0 4.489 37.745 0
352.763 2.003 0 31.586 4.969 0 381.383 144.328 844 23.689 –738 4.238 0 163.884 217.499 173.436
45
Anschaffungs- oder Herstellungskosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
in t€
Stand am
01.01.2019
Währungs-
differenzen
Änderungen
Konsolidie-
rungskreis Zugänge Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2019
Stand am
01.01.2019
Währungs-
differenzen Zugänge
Zuschrei-
bung Abgänge
Um-
buchungen
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2018
I. Sachanlagen
1. Bebaute Grundstücke
a) Grundwert 17.212 101 0 0 0 0 17.313
31 0 2 0 0 0 33 17.280 17.181
b) Geschäfts- und
Fabriksgebäude 106.964 777 0 952 0 7.341 116.034
40.905 435 3.949 0 0 712 46.001 70.033 66.059
c) Außenanlagen 7.470 0 0 681 0 0 8.151 4.631 0 382 0 0 0 5.013 3.139 2.840
d) Investitionen in
fremden Gebäuden 8.991 77 0 1.209 158 297 10.415
4.409 34 799 0 158 0 5.084 5.330 4.582
2. Unbebaute Grundstücke 8.287 0 0 0 0 0 8.287 0 0 0 0 0 0 0 8.287 8.287
3. Technische Anlagen und
Maschinen 51.620 428 0 3.656 711 –4.035 50.959
29.535 209 3.629 –128 443 –742 32.060 18.900 22.086
4.
Andere Anlagen,
Betriebs- und
Geschäftsausstattung 70.415 200 0 7.168 3.677 152 74.257
48.987 143 7.396 –94 3.348 30 53.114 21.143 21.428
5. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen in Bau 4.828 7 0 2.436 43 –3.755 3.473
24 0 0 0 3 0 21 3.453 4.804
275.788 1.589 0 16.101 4.589 0 288.889 128.521 822 16.157 –222 3.953 0 141.325 147.564 147.267
II. Immaterielle
Vermögenswerte
1. Rechte / Lizenzen 8.299 2 0 1.646 380 0 9.568
6.612 15 926 –516 286 0 6.752 2.816 1.688
2. Geschäfts-(Firmen)wert 6.597 18 0 0 0 0 6.615 1.286 0 0 0 0 0 1.286 5.329 5.311
3. Kundenstamm 6.837 44 0 0 0 0 6.881 4.121 7 404 0 0 0 4.532 2.349 2.716
4. Technologie 3.131 0 0 0 0 0 3.131 1.040 0 174 0 0 0 1.214 1.917 2.091
5. Entwicklungskosten 17.112 0 0 6.955 0 0 24.066 2.748 0 1.538 0 0 0 4.286 19.780 14.364
6.
Sonstige immaterielle
Vermögenswerte 0 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0 0 0 0
41.976 64 0 8.601 380 0 50.261 15.807 22 3.043 –516 286 0 18.070 32.190 26.170
III. Nutzungsrechte 34.999 351 0 6.884 0 0 42.234 0 0 4.489 0 0 0 4.489 37.745 0
352.763 2.003 0 31.586 4.969 0 381.383 144.328 844 23.689 –738 4.238 0 163.884 217.499 173.436
Konzern-
anlagenspiegel
Jahresfinanzbericht 202046
Entwicklung
der Rückstellungen
in t€
Stand am
01.01.2020
Währungs-
differenzen Zuweisung Verbrauch Auflösung Aufzinsung
Stand am
31.12.2020
kurzfristig
Gewährleistungen 10.871 –295 9.030 –8.230 –329 0 11.047
Drohende Verluste 74 –2 135 –11 –61 0 135
Sonstige 4.650 –36 2.716 –1.876 –290 0 5.163
Summe kurzfristige
Rückstellungen 15.594 –333 11.881 –10.117 –680 0 16.345
langfristig
Rückstellung für
Jubiläumsgelder 7.476 0 187 –6 –16 92 7.733
Summe langfristige
Rückstellungen 4.477 0 2.010 –230 0 78 6.335
Gesamtsumme 20.071 –333 13.891 –10.347 –680 78 22.680
Die Entwicklung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ist in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.13. „Langfristige Rückstellungen“ dargestellt.
47
in t€
Stand am
01.01.2019
Währungs-
differenzen Zuweisung Verbrauch Auflösung Aufzinsung
Stand am
31.12.2019
kurzfristig
Gewährleistungen 9.949 86 8.552 –7.227 –488 0 10.871
Drohende Verluste 142 1 36 –44 –61 0 74
Sonstige 12.333 9 2.870 –9.759 –804 0 4.649
Summe kurzfristige
Rückstellungen 29.279 105 12.041 –21.426 –3.773 0 16.226
langfristig
Rückstellung für
Jubiläumsgelder 6.335 0 1.262 –230 0 108 7.475
Summe langfristige
Rückstellungen 6.335 0 1.262 –230 0 108 7.475
Gesamtsumme 35.614 105 13.303 –21.655 –3.773 108 23.701
Die Entwicklung der Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen ist in den Erläuternden Angaben unter Punkt D.13. „Langfristige Rückstellungen“ dargestellt.
Entwicklung
der Rückstellungen
Jahresfinanzbericht 202048
Segmentberichterstattung
GESCHÄFTSSEGMENTE
2020 (in t€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 362.941 114.462 150.118 127.028 260.917 28.708 1.044.173
Operatives Ergebnis
(EBIT) vor Anteil an
equity-bilanzierten
Unternehmen 19.484 3.478 16.236 4.374 15.080 –776 57.875
Ergebnis vor
Ertragsteuern (EBT) 26.861 144 2.050 3.638 19.425 –663 51.455
Abschreibung –20.444 –745 –1.088 –330 –3.026 –1.340 –26.972
Wertminderung 0 0 0 0 0 0 0
Finanzierungs-
aufwendungen –4.389 –212 –355 –264 –1.181 –172 –6.572
Finanzerträge 278 73 0 276 112 0 738
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 0 76 0 –662 0 0 –586
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2020 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibung, der Wertminderung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen
Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
ANGABEN ZU GESCHÄFTSBEREICHEN
Umsatz
in Mio € 2019 2020
Fahrzeuge 765 817
Ausrüstung 85 86
Vorbeugender
Brandschutz (PFP) 22 29
Customer Service 72 72
Sonstige 34 40
Konzern 978 1.044
49
2019 (in t€) Area CEEU Area NISA Area MENA Area APAC Area NOMA PFP
1
Konzern
Außenumsatz 343.883 114.568 96.605 146.445 255.414 21.156 978.071
Operatives Ergebnis
(EBIT) vor Anteil an
equity-bilanzierten
Unternehmen 23.689 4.466 3.076 9.692 12.633 –1.681 51.874
Ergebnis vor
Ertragsteuern (EBT) 28.862 746 2.069 557 14.396 –1.095 45.536
Abschreibung –17.897 –673 –943 –307 –2.748 –1.121 –23.689
Zuschreibung 738 0 0 0 0 0 738
Finanzierungs-
aufwendungen –5.936 –75 –14 –29 –1.652 –34 –7.740
Finanzerträge 828 8 0 0 215 3 1.054
Anteil am Ergebnis an
equity-bilanzierten
Unternehmen 0 196 0 152 0 0 348
1
Preventive Fire Protection
Im Jahr 2019 gab es keinen Kunden der mehr als 10 % zum Außenumsatz beigetragen hat.
Die Zuordnung der Abschreibng, der Zuschreibung, der Finanzierungsaufwendungen und -erträge sowie des Anteils am Ergebnis an equity-bilanzierten Unternehmen erfolgt in der obigen
Darstellung nach den Standorten der Konzerngesellschaften (production-based).
INFORMATIONEN ÜBER GEOGRAFISCHE GEBIETE
Umsatz Sachanlagen
Immaterielle
Vermögenswerte Nutzungsrechte
in t€ 2019 2020 2019 2020 2019 2020 2019 2020
Österreich 80.569 73.391 82.558 87.016 22.999 25.565 6.995 5.511
USA 237.804 234.874 13.449 12.259 1 1 9.297 7.564
Deutschland 236.073 232.130 25.560 30.554 7.644 10.135 18.151 14.839
Saudi Arabien 41.053 97.354 6.473 5.688 0 0 675 837
Rest der Welt 382.572 406.423 19.524 21.504 1.547 2.638 2.627 3.426
Konzern 978.071 1.044.173 147.564 157.020 32.190 38.339 37.745 32.177
Segment-
berichterstattung
Erläuternde Angaben
A1. INFORMATIONEN ZUM UNTERNEHMEN UND GRUNDLAGEN
DER ABSCHLUSSERSTELLUNG
Der Rosenbauer Konzern ist eine international tätige Unternehmensgruppe mit Sitz der obersten Muttergesell-
schaft, Rosenbauer International AG, in Österreich. Der Schwerpunkt umfasst die Produktion von Feuerwehr-
fahrzeugen, die Entwicklung und Fertigung von Feuerlöschsystemen, die Ausrüstung von Fahrzeugen und
Mannschaften sowie den vorbeugenden Brandschutz. Die Konzernzentrale befindet sich in 4060 Leonding,
Paschinger Straße9er Straße 90, Österreich. Die Gesellschaft ist beim Landesgericht Linz unter der Firmenbuchnummer FN
78543 f registriert und notiert im Prime Market der Wiener Börse.
Der vorliegende Konzernabschluss der Rosenbauer International AG und ihrer Tochtergesellschaften zum
31.Dezember 2020 wurde nach den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS),
wie sie von der EU übernommen wurden, erstellt und wird voraussichtlich im April 2020 durch Übermittlung
vom Vorstand an den Aufsichtsrat zur Veröffentlichung freigegeben. Darüber hinaus sind die zusätzlichen
Anforderungen des § 245a Abs. 1 UGB erfüllt worden.
Im Konzern erfolgen die Bilanzierung und Bewertung nach einheitlichen Kriterien und unter der Prämisse der
Unternehmensfortführung. Durch die COVID-19-Krise kam es dadurch auch zu keiner anderen Einschätzung. Die
Effekte der COVID-19-Krise sind untert Punkt D 29. dargestellt.
Der Konzernabschluss ist in tausend Euro (t€) aufgestellt, die Werte in den Erläuternden Angaben erfolgen in
tausend Euro, sofern nichts anderes angegeben ist. Durch die kaufmännische Rundung von Einzelpositionen und
Prozentangaben kann es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen.
Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips.
Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen,
die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.
A2. AUSWIRKUNGEN VON NEUEN RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS
Neue, überarbeitete bzw. ergänzte Standards
Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine neuen, überarbeiteten bzw. ergänzten Standards des IASB mit Auswirkun-
gen auf den Rosenbauer Konzernabschluss erstmalig angewendet.
Folgende neue, überarbeitete beziehungsweise ergänzte Standards haben keine Auswirkung auf den Konzern-
abschluss der Rosenbauer International AG:
A. ALLGEMEINE ANGABEN
Jahresfinanzbericht 202050
Standards / Interpretationen
Verpflichtende
Anwendung in der EU
Amendment to IFRS 16 Leases COVID-19-Related Rent Concessions
(Veröffentlichung Mai 2020) 01.06.2020
Amendments to References to the Conceptual Framework in IFRS
Standards (Veröffentlichung März 2018) 01.01.2020
Amendment to IFRS 3 Business Combinations (Veröffentlichung
Oktober 2018) 01.01.2020
Amendments to IAS 1 and IAS 8: Definition of Material (Veröffentli-
chung Oktober 2018) 01.01.2020
Amendments to IFRS 9, IAS 39 and IFRS 7: Interest Rate Benchmark
Reform (Veröffentlichung September 2019) 01.01.2020
A3. KÜNFTIGE ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN
DURCH NEUE RECHNUNGSLEGUNGSSTANDARDS
Zum Zeitpunkt der Freigabe dieses Abschlusses zur Veröffentlichung waren neben den vom Konzern bereits
angewandten Standards und Interpretationen die folgenden Standards und Interpretationen bereits veröffent-
licht, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden beziehungsweise nicht von der Europäischen Kommission
übernommen worden. Der Konzern beabsichtigt, diese neuen oder geänderten Standards ab dem Zeitpunkt des
angegebenen verpflichtenden Inkrafttretens anzuwenden.
Aus den Änderungen der nachfolgenden Standards/Interpretationen werden keine wesentlichen Auswirkungen
auf den Konzernabschluss der Rosenbauer International AG erwartet.
Verpflichtende Anwendung
Standards / Interpretationen gem. IASB
gem.
EU-Endorsement
IFRS 17 Insurance Contracts (Veröffentlichung Mai 2017),
including Amendments to IFRS 17 (Veröffentlichung Juni 2020) 1. Januar 2023
noch nicht
übernommen
Amendment to IAS 1 Presentation of Financial Statements:
Classification of Liabilities as Current or Non-current (Veröffentli-
chung Jänner 2020) and Classification of Liabilities as Current or
Non-current - Defferal of Effective Date (Veröffentlichung Juli
2020) 1. Januar 2023
noch nicht
übernommen
Amendments to IFRS 3 Business Combinations (Veröffentlichung
Mai 2020) 1. Januar 2022
noch nicht
übernommen
Amendments to IAS 16 Property, Plant and Equipment (Veröffentli-
chung Mai 2020) 1. Januar 2022
noch nicht
übernommen
Amendments to IAS 37 Provisions, Contingent Liabilities and
Contingent Assets (Veröffentlichung Mai 2020) 1. Januar 2022
noch nicht
übernommen
Amendments to Annual Improvements 2018-2020 (Veröffentli-
chung Mai 2020) 1. Januar 2022
noch nicht
übernommen
Erläuternde Angaben
51
B1. KONSOLIDIERUNGSKREIS
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind in der Aufstellung der Beteiligungsgesellschaften
(siehe Punkt E3. „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“) angeführt.
Tochterunternehmen
Tochterunternehmen sind vom Mutterunternehmen beherrschte Beteiligungsunternehmen. Das Mutterunter-
nehmen beherrscht ein Beteiligungsunternehmen, wenn es schwankenden Renditen aus seinem Engagement
bei dem Beteiligungsunternehmen ausgesetzt ist bzw. Anrechte auf diese besitzt und die Fähigkeit hat, diese
Renditen mittels seiner Verfügungsgewalt über die maßgeblichen Aktivitäten des Beteiligungsunternehmens zu
beeinflussen.
Das Mutterunternehmen nimmt eine Neubeurteilung vor, ob es ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder
nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten
Kriterien der Beherrschung verändert haben.
Wenn das Mutterunternehmen keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so wird das Beteiligungsunternehmen
trotzdem beherrscht, wenn es über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des
Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei jenen Tochterunternehmen, bei denen die Rosenbauer
International AG direkt oder indirekt über nicht mehr als die Hälfte der Stimmrechte verfügt, besteht eine
vertraglich abgesicherte Beherrschungsmöglichkeit.
Dementsprechend sind neben dem Mutterunternehmen unter Anwendung von IFRS 10 drei inländische und
25 (Vorjahr: 24) ausländische Tochterunternehmen einbezogen, die unter der rechtlichen und faktischen
Kontrolle der Rosenbauer International AG stehen.
Ein Tochterunternehmen wird zu dem Zeitpunkt, an dem das Mutterunternehmen die Beherrschung erlangt, bis
zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch das Mutterunternehmen endet, in den Konzernabschluss
einbezogen. Alle einbezogenen Tochterunternehmen werden vollkonsolidiert.
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (Equity-bilanzierte Unternehmen)
Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Beteiligungsunternehmen, auf das das Mutterunternehmen einen
maß geblichen Einfluss hat. Maßgeblicher Einfluss ist die Möglichkeit, an den finanz- und geschäftspolitischen
Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder
Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.
Ein Gemeinschaftsunternehmen stellt eine Unterkategorie von gemeinsamen Vereinbarungen im Sinne des
IFRS 11 dar, das von den beteiligten Parteien gemeinschaftlich geführt wird und bei dem die beteiligten Parteien
ein Anrecht auf dessen Nettovermögenswerte haben. Eine gemeinschaftliche Führung setzt eine vertraglich
geregelte Aufteilung der Beherrschung über die Vereinbarung voraus und liegt nur dann vor, wenn es für die
Durchführung der relevanten Tätigkeiten der einstimmigen Zustimmung der beteiligten Parteien bedarf.
Anteile an assoziierten Unternehmen und Anteile an Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-
Methode bilanziert und im Zuge der Erstbewertung mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. In der Folge erhöht
oder verringert sich der Buchwert der Anteile entsprechend dem Anteil am Gewinn und Verlust und am
sonstigen Ergebnis der equity bilanzierten Unternehmen. Der Anteil des Konzerns an Gewinnen und Verlusten
der „at equity“ bilanzierten Unternehmen wird vom Zeitpunkt des Erwerbes an in der Gewinn- und Verlustrech-
nung im Finanzergebnis erfasst.
B. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE
Jahresfinanzbericht 202052
Nach der Equity-Methode werden der Anteil an dem assoziierten Unternehmen in Russland (PA “Fire-fighting
special technics“ LLC.; Rosenbauer-Anteil 49 %) sowie der Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Rosenbauer
Ciansa S.L. (Rosenbauer-Anteil 50 %) bilanziert.
Vollkonsolidierte
Unternehmen
„At equity“ konsolidierte
Unternehmen
2019 2020 2019 2020
Stand am 01.01. 28 28 2 2
Aquisitionen 0 1 0 0
Stand am 31.12. 28 29 2 2
Unternehmenserwerbe und Umgründungen 2019 und 2020
Die Rosenbauer International AG hat am 30. Jänner 2020 ihren vormaligen Vertriebspartner Brandus GmbH mit
Sitz in Andrian, Provinz Bozen, vollständig übernommen. Das Unternehmen firmiert mit Rosenbauer Italia S.r.l.
unter einem neuen Namen. Mit der Übernahme trägt der Konzern der wachsenden Bedeutung des italienischen
Feuerwehrmarktes Rechnung und schafft in einem ersten Schritt eine eigene Vertriebs- und Servicetochter
speziell für Südtirol. In weiterer Folge soll von dem Standort aus die Präsenz aller Rosenbauer-Produkte und
-Dienstleistungen in Italien ausgebaut werden.
Die Gesellschaft wurde per 30.1.2020 aufgrund einer vorläufigen Kaufpreisaufteilung erstkonsolidiert. Die
endgültige Bewertung der Kaufpreisaufteilung wurde im Dezember 2020 und somit innerhalb von zwölf Monaten
ab Erwerbszeitpunkt abgeschlossen, es kam zu keinen wesentlichen Veränderungen der Kaufpreisaufteilung. Die
finale Kaufpreisaufteilung stellt sich wie folgt dar:
in t€ 30.01.2020
Kaufpreis in bar beglichen = Gesamtkaufpreis 140
Erworbenes Reinvermögen (100 %) 140
Firmenwert 0
in t€ 30.01.2020
Sachanlagen 98
Immaterielle Vermögenswerte 486
Langfristiges Vermögen 584
Vorräte 554
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 243
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 98
Kurzfristiges Vermögen 895
Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten 310
Langfristige Rückstellungen 110
Passive latente Steuern 132
Langfristige Schulden 552
Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten 290
Vertragsverbindlichkeiten 48
Lieferverbindlichkeiten 364
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 85
Kurzfristige Schulden 787
Erworbenes Reinvermögen (100 %) 140
Erläuternde Angaben
53
Keine der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war wertgemindert und die gesamten vertraglich
festgelegten Forderungen sind werthaltig.
Der Nettozahlungsmittelgeldfluss aus dem Erwerb stellt sich wie folgt dar:
Nettogeldfluss aus der Investitonstätigkeit in t€ 2020
Kaufpreis in bar beglichen –140
abzüglich Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 98
Netto-Geldfluss aus dem Erwerb –42
Darüber hinaus gab es keine weiteren Unternehmenserwerbe oder Umgründungen im Geschäftsjahr 2020.
Es gab mit der Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH im Jahr 2019 nur eine Unternehmensumgründung.
Die Rosenbauer Brandschutz Deutschland GmbH ist aus der G&S Brandschutztechnik AG hervorgegangen, die
seit vier Jahren zum Konzern gehört und erst 2018 die G&S Brandschutz, die G&S Sprinkleranlagen und die SIC
Brandschutz aufgenommen hat.
Erwerbe von nicht beherrschenden Anteilen 2019 und 2020
Im November 2019 erwarb der Konzern weitere 5% der Anteile an der Rosenbauer Motors LLC., Minnesota (USA)
von dem bisherigen Mitgesellschafter, wodurch sich der mittelbare Beteiligungsanteil von 47,5% auf 50,0%
erhöhte. Die Gegenleistung für den Erwerb der Anteile betrug 1.218 t€, davon wurden 122 t€ im Jahr 2019 und
im Jahr 2020 280 t€ an ausbezahlt. Der verbleibende Restbetrag von 752 t€ wird bis spätestens September
2023 ausbezahlt. Der Buchwert der Anteile ohne beherrschenden Einfluss betrug zum Erwerbszeitpunkt 65 t€.
Die Differenz zwischen Gegenleistung und Buchwert der Anteile ohne beherrschenden Einfluss wurde im
Eigenkapital in den kumulierten Ergebnissen erfasst.
Jahresfinanzbericht 202054
B2. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN
Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungs-
kosten eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung, bewertet
mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und der Anteile ohne beherrschenden Einfluss am
erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber die Anteile ohne
beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum
entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen des
Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden in den sonstigen Aufwendungen erfasst.
Firmenwerte werden jährlich oder bei vorliegen eines wertmindernden Ereignisses einem Wert minderungstest
unterzogen. Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen liegen einheitliche
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Die Einzelabschlüsse der einbezo genen Unternehmen sind
zum Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwendungen und
Erträge aus der Verrechnung zwischen Unternehmen des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Zwischener-
gebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden ebenfalls ausgeschieden.
Anteile ohne beherrschenden Einfluss stellen den Anteil des Ergebnisses und des Nettovermögens dar, der nicht
dem Konzern zuzurechnen ist, da im Konzern sämtliche vorhandene Anteile ohne beherrschenden Einfluss mit
dem anteiligen neubewerteten Nettovermögen angesetzt wurden (Partial-Goodwill-Methode). Anteile ohne
beherrschenden Einfluss werden in der Konzerngewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz gesondert
ausgewiesen. Der Ausweis in der Konzernbilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt vom auf die
Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallenden Eigenkapital. Der Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden
Einfluss wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Dabei wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem
Buchwert des anteilig erworbenen Nettovermögens mit kumulierten Ergebnissen verrechnet.
Kündbare oder befristete Eigenkapitalanteile an Tochterunternehmen mit Andienungsrechten, die von den
Anteilseignern ohne beherrschenden Einfluss gehalten werden, stellen für den Rosenbauer Konzern finanzielle
Verbindlichkeiten dar. Diese werden gemäß IFRS 9 erstmalig zum beizulegenden Zeitwert des Rückkaufbetrages
passiviert und in weiterer Folge gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten zu jedem Stichtag ergebnis-
wirksam folgebewertet. Sofern der Rosenbauer Konzern wirtschaftlicher Eigentümer dieser Anteile ist, erfolgt
die Erstkonsolidierung als vorgezogener Erwerb, dh. die vom Andienungsrecht betroffenen Anteile werden von
Beginn an dem Rosenbauer Konzern zugerechnet. Die Differenz zwischen dem auf diese Anteile entfallenden
Nettovermögen und dem beizulegenden Zeitwert der entsprechenden Verbindlichkeit wird zum Zeitpunkt der
Erstkonsolidierung als Geschäfts- oder Firmenwert erfasst. Die Ergebnisse der betreffenden Tochterunternehmen
werden als Folge des vorgezogenen Anteilserwerbs zur Gänze dem Rosenbauer Konzern zugerechnet. Dividen-
denzahlungen an die Anteilseigner ohne beherrschenden Einfluss werden als Aufwand im Finanzergebnis erfasst.
Erläuternde Angaben
55
B3. WÄHRUNGSUMRECHNUNG
Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen und in ausländischer Währung bilanzierenden
Unternehmen werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet.
Bei sämtlichen Gesellschaften ist dies die jeweilige Landeswährung, da die Gesellschaften ihre Geschäfte in
finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben. Sämtliche Vermögenswerte
und Schulden werden deshalb zum jeweiligen Devisenmittelkurs am Bilanzstichtag bzw. die Aufwendungen und
Erträge mit Jahresdurchschnittskursen umgerechnet.
Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der
Umrechnung des Vorjahres sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzerngewinn-
und Verlustrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst.
Die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrechnungsdifferenz im Vergleich zur Erstkonsoli-
dierung wird im sonstigen Ergebnis mit den Konzernrücklagen verrechnet. Im Berichtsjahr wurden Stichtags-
umrechnungsdifferenzen von -4.808 t€ (2019: 2.335 t€) im sonstigen Ergebnis eingestellt.
Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse haben sich wie folgt entwickelt:
Stichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
in € 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2019 31.12.2020
100 US-Dollar 89,1663 81,4930 89,2472 87,6208
100 Schweizer Franken 92,2509 92,5754 89,8617 93,4309
100 Singapur-Dollar 66,2471 61,6599 65,4557 63,5498
100 Brunei-Dollar 66,2471 61,6599 65,4557 63,5498
100 Südafrikanische Rand 6,3492 5,5488 6,1681 5,3268
100 Saudi-Rial 23,7586 21,7085 23,7930 23,3193
100 Australischer-Dollar 62,5000 62,9089 62,1263 60,4086
100 Russische Rubel 1,4314 1,0933 1,3767 1,2100
100 Zloty 23,4742 21,9313 23,2452 22,5064
100 VAE-Dirham 24,2795 22,1631 24,3015 23,8339
100 Britische Pfund 117,6194 111,2310 113,9352 112,4587
Jahresfinanzbericht 202056
B4. FAIR-VALUE-BEWERTUNG
Finanzinstrumente, wie Derivate werden wiederkehrend mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizule-
gende Zeitwert ist als Preis definiert, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am
Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen beziehungsweise für die Übertragung
einer Schuld bezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der
Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt,
entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld stattfindet oder auf dem vorteilhaftesten
Markt, falls kein Hauptmarkt vorhanden ist. Der Konzern muss Zugang zum Hauptmarkt oder zum vorteilhaftes-
ten Markt haben.
Rosenbauer bemisst den beizulegenden Zeitwert anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preis-
bildung zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten
wirtschaftlichen Interesse handeln. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts eines nicht finanziellen
Vermögenswerts wird die Fähigkeit des Marktteilnehmers berücksichtigt, durch die höchste und beste Verwen-
dung wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen.
Rosenbauer wendet bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts Bewertungstechniken an, die unter den
jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden
Zeitwerts zur Verfügung stehen, wobei wenn möglich beobachtbare Inputfaktoren verwendet werden.
Im Konzernabschluss werden folgende Hierarchien zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte
von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren verwendet:
Stufe 1: notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder
Verbindlichkeiten.
Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche Input-Parameter, die sich wesentlich auf den erfassten
beizulegenden Zeitwert auswirken, entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind.
Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden
Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Bei sämtlichen Klassen von Finanzinstrumenten außer bei den langfristigen, verzinslichen Kreditverbindlichkeiten
entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.
Erläuternde Angaben
57
Durch konzernweit geltende Richtlinien wird dem Grundsatz der einheitlichen Bilanzierung und Bewertung
Rechnung getragen.
C1. SACHANLAGEN
Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen
und kumulierte Wertminderungsaufwendungen, oder dem niedrigeren erzielbaren Betrag. Die Abschreibungen
werden nach der linearen Methode ermittelt und erfolgen ab dem Zeitpunkt, in dem sich die Vermögenswerte
im betriebsbereiten Zustand befinden. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ergeben sich aus dem zum
Erwerb oder zur Herstellung eines Vermögenswertes entrichteten Betrages an Zahlungsmitteln und Zahlungs-
mitteläquivalenten oder aus dem beizulegenden Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt des Erwerbes
oder der Herstellung.
Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Fabriksgebäude und andere Baulichkeiten 3,00 % - 10,00 %
Geschäftsgebäude 2,00 % - 4,00 %
Technische Anlagen und Maschinen 10,00 % - 25,00 %
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10,00 % - 33,33 %
Die Restbuchwerte, Abschreibungsmethode und wirtschaftlichen Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstich-
tag überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Treten bei nicht finanziellen Vermögenswerten Hinweise für Wertminderungen auf und liegt der erzielbare Betrag
- dieser entspricht dem höheren Betrag aus dem Barwert der zukünftigen Einzahlungsüberschüsse („Value in
use“) oder dem Nettoveräußerungspreis („Fair value less costs of disposal“) - unter dem jeweiligen Buchwert,
erfolgt gemäß IAS 36 („Impairment of Assets“) eine Wertminderung auf den erzielbaren Betrag. Wenn die
Gründe für eine in Vorjahren durchgeführte Wertminderung entfallen, wird eine entsprechende Zuschreibung
vorgenommen. Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden entweder bei Abgang ausgebucht oder
dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.
Kann der erzielbare Betrag für einen Vermögenswert nicht ermittelt werden, so wird der Vermögenswert im
Rahmen einer Cash Generating Unit (CGU) einbezogen und einem Wertminderungstest unterzogen, wobei der
Nutzungswert als erzielbarer Betrag herangezogen wird. Im Rosenbauer Konzern bilden grundsätzlich die
rechtlich selbständigen Unternehmenseinheiten jeweils eine CGU.
Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung
des letzten Wertminderungsaufwandes eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung
des erzielbaren Betrages herangezogen wurde. Ist dies der Fall, so wird der Buchwert des Vermögenswertes auf
seinen erzielbaren Betrag erhöht. Dieser Betrag darf jedoch nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach
Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsauf-
wand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung wird sofort im Jahresergebnis
erfasst.
C. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Jahresfinanzbericht 202058
C2. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von Firmenwerten nach der linearen Methode abgeschrie-
ben. Folgende Abschreibungssätze kommen zur Anwendung:
Rechte / Lizenzen 25,0 % - 33,3 %
Kundenstamm 10,00 %
Technologie 7,00 %-10,00 %
Aktivierte Entwicklungskosten 10,00 % - 25,00 %
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 25,0 % - 33,33 %
Die Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode werden im Fall von immateriellen Vermögenswerten mit
einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Die Abschrei-
bung der immateriellen Vermögenswerte ist in der Position „Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte
und Sachanlagen“ enthalten.
Firmenwerte
Firmenwerte gemäß IFRS 3 werden jährlich sowie bei Vorliegen von Anzeichen von Wertminderungen einem
Werthaltigkeitstest unterzogen. Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests werden Firmenwerte den „Cash
Generating Units“ zugeordnet, die vom Unternehmenserwerb den Erwartungen zufolge profitieren werden. Als
maßgebliches Kriterium zur Qualifikation einer Erzeugungseinheit als „Cash Generating Unit“ wird deren
technische und wirtschaftliche Eigenständigkeit zur Erzielung von Einnahmen herangezogen. Der Wertminde-
rungsbedarf der „Cash Generating Unit“ wird durch Gegenüberstellung des bisher fortgeführten Buchwerts
(inklusive des zugeordneten Firmenwerts) mit dem Nutzungswert errechnet. Der Nutzungswert wird als Barwert
der zugehörigen zukünftigen Ein- und Auszahlungen aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmenspla-
nung ermittelt. Nach einem Zeitraum von 3 Jahren anfallende Cashflows werden unter Verwendung des
erwarteten durchschnittlichen Branchenwachstums in Höhe von 1 % (2019: 1 %) extrapoliert.
Die nachfolgende Tabelle fasst Schlüsselannahmen für jede firmenwerttragende Cash Generating Unit
zusammen:
Zeitraum der
Geldfluss-
prognosen
Durchschnitt-
liches jährliches
Umsatz-
wachstum
Jährliche
Margen-
entwicklung
Diskontsatz
vor Steuern
2020
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 13 % Stetig steigend 9 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 32 %
Auf Vor-Brexit-Ni-
veau steigend 9 %
Rosenbauer Brandschutz
Deutschland (vormals G&S
Gruppe) 3 Jahre 3 % moderat steigend 8 %
2019
Rosenbauer d.o.o. 3 Jahre 15 % Stetig steigend 11 %
Rosenbauer UK plc 3 Jahre 17 % Stetig steigend 10 %
G&S Gruppe 3 Jahre 7 % Stetig steigend 10 %
Das Tochterunternehmen in Großbritannien hatte sich in jüngster Vergangenheit mit dem Brexit und der
COVID-19-Thematik auseinanderzusetzen. Dies bedeutete teilweise Verzögerungen bei Ausschreibungen und
Auslieferungen sowie reduzierte Service-Umsätze. Erfreulicherweise konnten auch die Kosten deutlich reduziert
werden und dadurch konnte das Tochterunternehmen weiterhin positiv abschließen.
Erläuternde Angaben
59
Ein Impairmenttatbestand (Triggering Event) war auf Grund der relativ hohen Überdeckung, trotz des makroöko-
nomischen Umfelds, nicht zu identifizieren. Das Geschäftsumfeld scheint sich auch zu Beginn des Jahres 2021
wieder zu erholen und die Lieferketten sind stabil. Die Gesellschaft plant für die nächsten Jahre wieder ein
Erreichen des Geschäftsvolumens, das vor dem Eintritt der temporären Krisen bestand.
Die Annahmen bezüglich der Umsatzentwicklung bei den anderen zahlungsmittelgenerierten Einheiten basieren
im Allgemeinen auf bisherigen Ergebnissen und internen Erwartungen. Die Kostentreiber und die Anlagenzu-
gänge basieren auf Erfahrungswerten und internen Erwartungen. Der Abzinsungssatz wird aufgrund von
aktuellen Marktdaten für vergleichbare Unternehmen im selben Industriezweig ermittelt.
Bei den zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich Ergebnis, Working Capital
Veränderung, Investitionen und Abzinsungssatz.
Eine Sensitivitätsanalyse, bei der Abzinsungssätze 50 Basispunkte höher angesetzt werden, würde zu keiner
Abwertung führen. Zudem ergab die Sensitivitätsanalyse, dass bei einer Senkung der EBITs für die Jahre 2021
bis 2023 um 10%, bei gleichzeitiger Konstanz aller anderen Parameter, die Buchwerte noch immer gedeckt sind
und kein Abwertungsbedarf gegeben ist.
Für die Zwecke des Goodwill Impairment Tests wurden grundsätzlich die rechtlich selbstständigen Unternehmens-
einheiten auf Basis der internen Überwachung des Firmenwerts als firmenwerttragende CGUs festgelegt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der bestehenden Firmenwerte je CGU:
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Rosenbauer d.o.o 843 843
Rosenbauer UK plc 340 322
Rosenbauer Brandschutz Deutschland 4.146 4.146
5.329 5.311
Übersteigt der Buchwert der CGU, welcher der Firmenwert zugeordnet wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der
dieser CGU zugeordnete Firmenwert in Höhe des Differenzbetrages wertgemindert. Übersteigt der Wertminde-
rungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die darüberhinausgehende Wertminderung auf Basis der
Buchwerte jedes einzelnen Vermögenswertes der CGU aufgeteilt. Dabei darf der Buchwert eines Vermögenswer-
tes nicht unter einem bestimmbaren Nettoveräußerungswert oder Nutzungswert sowie unter Null wertgemindert
werden. Firmenwerte, die aufgrund einer Wertminderung abgeschrieben wurden, werden gemäß IAS 36 nicht
mehr zugeschrieben.
Forschung und Entwicklung
Forschungskosten werden im Sinne von IAS 38 („Intangible Assets“) nicht aktiviert und fließen dementsprechend
unmittelbar und zur Gänze in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.
Entwicklungskosten, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes oder Prozesses abzielen,
werden gemäß IAS 38 nur dann aktiviert, wenn das Produkt oder der Prozess technisch und wirtschaftlich
realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar ist und einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen generieren wird, die
Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und Rosenbauer über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des
Entwicklungsprojekts verfügt. Alle übrigen Entwicklungsaufwendungen werden sofort ergebniswirksam erfasst.
Aktivierte Entwicklungsaufwendungen abgeschlossener Projekte werden zu Herstellungskosten abzüglich
kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Solange ein Entwicklungsprojekt nicht abgeschlossen ist, erfolgt eine
jährliche Überprüfung der Werthaltigkeit der aufgelaufenen aktivierten Beträge, soweit nicht darüber hinaus zu
weiteren Zeitpunkten Hinweise dafür bestehen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden Entwicklungskosten in Höhe von 6.551 t€ aktiviert (2019: 6.955 t€).
Jahresfinanzbericht 202060
C3. WERTPAPIERE
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, wie Wertpapiere, werden am
Handelstag, das heißt am Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes
eingegangen ist, bilanziell erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen
Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder
-konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.
Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte gemäß IFRS 9 für die Folgebewertung entweder als
zu fortgeführten Anschaffungskosten, als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder
als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert. Die Klassifizierung finanzieller Vermögens-
werte bei der erstmaligen Erfassung hängt dabei von den Eigenschaften der vertraglichen Cashflows der
finanziellen Vermögenswerte und vom Geschäftsmodell des Konzerns zur Steuerung seiner finanziellen Vermö-
genswerte ab.
Im Rosenbauer Konzern werden Wertpapiere bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert
bewertet und der IFRS 9-Kategorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“
zugeordnet. Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Erhaltene oder gezahlte Zinsen aus Finanzinvestitionen werden als Zinserträge oder Zinsaufwendungen ausge-
wiesen. Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts
realisiert. Dividendenerträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs ausgewiesen.
C4. LATENTE STEUERN
Latente Steuern sind auf alle zu versteuernden temporären Unterschiede zwischen dem Wert in der IFRS-Kon-
zernbilanz und dem steuerlichen Wert zu bilanzieren. Ihre Ermittlung erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12
nach der „Balance sheet liability method“. Passive latente Steuern werden für alle zu versteuernden temporären
Differenzen erfasst, mit Ausnahme der passiven latenten Steuer aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts-
oder Firmenwertes oder eines Vermögenswertes oder einer Schuld bei einem Geschäftsvorfall, der kein
Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das Jahresergebnis
noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst.
Weiters werden keine passiven latenten Steuern aus zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, die im
Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemein-
schaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert
werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht
umkehren werden.
Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende und frühere Perioden
werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an
die Steuerbehörde erwartet wird. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergebnis
erfasst werden, sind nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im sonstigen Ergebnis erfasst.
Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge wurden insoweit gebildet, als mit einem Verbrauch innerhalb eines
überschaubaren Zeitraums gerechnet werden kann.
Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang
reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur
Erläuternde Angaben
61
Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann.
Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang
angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung
des latenten Steueranspruchs ermöglicht.
Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die
Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird.
Der Berechnung der tatsächlichen Steuern werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum
Bilanzstichtag gelten.
C5. VORRÄTE
Die Vorräte werden mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren erzielbaren Nettoveräu-
ßerungswert (Marktpreis) am Bilanzstichtag bewertet. Die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
erfolgt für gleichartige Vermögenswerte nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren bzw. nach ähnlichen
Verfahren. In die Herstellungskosten werden nur die direkt zurechenbaren Kosten und anteiligen Gemeinkosten
unter Annahme einer Normalauslastung einbezogen. Zinsen für Fremdkapital werden nicht angesetzt.
C6. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden vorbehaltlich einer wesentlichen Finanzierungskompo-
nente erstmalig mit dem Transaktionspreis gemäß IFRS 9 angesetzt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche
Forderungen mit einer voraussichtlichen Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst und mit ihrem
Barwert erstmalig angesetzt.
Die Zuordnung zu den möglichen IFRS 9-Kategorien hängt einerseits vom Geschäftsmodelltest sowie von den
Eigenschaften der Zahlungsströme ab. Einige Gesellschaften des Rosenbauer Konzerns praktizieren das
Geschäftsmodell „Halten und Verkaufen“ im Hinblick auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, da die
vertraglichen Zahlungsströme sowohl durch Kundenzahlungen als auch durch den Verkauf im Rahmen von
Factoring-Vereinbarungen an diverse Hausbanken vereinnahmt werden. Dies hat zur Folge, dass diese Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen in die Kategorie „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige
Ergebnis“ fallen. Die Zuordnung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu dieser Kategorie hat auf
den Konzernabschluss von Rosenbauer keine wesentlichen Auswirkungen, da der Großteil der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen erwartungsgemäß innerhalb eines Jahres beglichen wird und aus diesem Grund
davon ausgegangen wird, dass der beizulegende Zeitwert dem bisherigen Bewertungsmaßstab der fortgeführten
Anschaffungskosten annähernd entspricht. Die übrigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden der
Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet, da der Konzern für diese Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen das Geschäftsmodell „Halten“ anwendet.
Die Folgebewertung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die bei ihrem erstmaligen Ansatz der
Kategorie „beizulegender Zeitwert über das sonstige Ergebnis“ zugeordnet werden, erfolgt mit dem beizulegen-
den Zeitwert, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen für erwartete Kreditausfälle. Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet werden,
werden in weiterer Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls vermindert um Wertberichtigungen
für erwartete Kreditausfälle, ausgewiesen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum
Bilanzstichtag bewertet.
Jahresfinanzbericht 202062
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes oder
einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt.
Bei der Ermittlung der Wertberichtigung in Höhe der erwarteten Kreditverluste wird zwischen Forderungen mit
und ohne Bonitätsbeeinträchtigung unterschieden. Eine Forderung gilt dann als bonitätsbeeinträchtigt, wenn die
nachfolgenden Ereignisse eintreten:
Die Forderung ist überfällig und es gibt konkrete Anzeichen dafür, dass der Kunde seiner Schuld nicht
nachkommen wird.
Ein Konkursverfahren gilt als wahrscheinlich oder wurde bereits eingeleitet.
Ausgleichsverhandlungen mit Rosenbauer wurden eingeleitet.
Die Wertberichtigung wird bei Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung mittels einer Einzelwertberichtigung in
Höhe der Ausfallswahrscheinlichkeit gebildet.
Alle anderen Forderungen sind demnach nicht bonitätsbeeinträchtigt. Der Wertberichtigungsbedarf wird bei
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung zu jedem Abschlussstichtag pauschal anhand einer Wertberichti-
gungsmatrix in Höhe der erwarteten Kreditverluste ermittelt. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der
Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen bestimmt. Die Berechnung umfasst das wahrscheinlichkeitsgewich-
tete Ergebnis unter Berücksichtigung des Zinseffekts sowie angemessener und belastbarer Informationen über
vergangene Ereignisse, aktuelle Gegebenheiten und künftig zu erwartende wirtschaftliche Rahmenbedingungen,
die zum Abschlussstichtag verfügbar sind.
Wertminderungen werden erfolgswirksam rückgängig gemacht, wenn der Grund für das Impairment entfällt oder
eine Verbesserung vorliegt.
Erst bei Insolvenz oder erfolgloser rechtlicher Geltendmachung wird die Forderung ausgebucht.
Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswertes oder ein Teil einer Gruppe
ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird dann ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt
ist:
a) Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.
b) Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögens-
wert übertragen und dabei entweder im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am
finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken,
die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehal-
ten, jedoch die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen.
Erläuternde Angaben
63
C7. KASSENBESTAND
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente wie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz für die
Folgebewertung als „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ klassifiziert.
Die unter dem Posten „Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel“ ausgewiesenen Zahlungsmittel und
-äquivalente werden in Folgeperioden unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und sind auf Wert-
minderungen gemäß IFRS 9 zu überprüfen. Wertminderungen werden erfolgswirksam erfasst.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes oder
einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Hinsichtlich der Ermittlung des Wertminderungsbedar-
fes für den Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten, wendet der Konzern die Erleichterungsvorschrift
des IFRS 9.5.5.10 an (Vereinfachung für Finanzinstrumente mit geringem Kreditrisiko), wonach bei Finanz-
instituten mit einem Bonitätsrating der Kategorie „Investment Grade“ auf eine Überprüfung der Bonitätsver-
schlechterung verzichtet wird. Die errechneten erwarteten Kreditverluste für Guthaben bei Kreditinstituten sind
unwesentlich.
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum
Bilanzstichtag bewertet.
Zinserträge werden zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts
realisiert.
C8. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE UND HEDGE ACCOUNTING
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt am
Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell
erfasst. Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die
Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten
Zeitraums vorschreiben.
Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, um sich gegen
Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsab-
schlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden wiederum mit dem beizulegenden
Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr
beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn er negativ ist.
Derivate, für die das Hedge Accounting nicht anwendbar ist, werden für die Folgebewertung der IFRS 9 Kategorie
„Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet, wobei die Änderungen des
beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden.
Im Rosenbauer Konzern werden bestimmte Sicherungsbeziehungen im Fremdwährungsbereich als Cashflow
Hedges designiert. Derivative Finanzinstrumente, welche als Sicherungsinstrumente im Rahmen der Hedge-
Accounting-Bestimmungen des IFRS 9 („Financial Instruments“) designiert sind, werden im sonstigen Ergebnis
mit dem wirksamen Teil des beizulegenden Zeitwertes erfasst und in der Hedging Rücklage innerhalb des
Eigenkapitals kumuliert. Der unwirksame Teil eines wirksamen Sicherungsinstruments wird sofort erfolgswirk-
sam erfasst. Zum Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäftes wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsge-
schäftes vom Eigenkapital über das sonstige Ergebnis in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Wenn
das Sicherungsinstrument ausläuft, verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder die Sicherungsbeziehung nicht
mehr besteht, jedoch trotzdem mit dem Eintritt der geplanten Transaktion gerechnet wird, verbleiben die bis
Jahresfinanzbericht 202064
dahin aus diesem Sicherungsinstrument aufgelaufenen, nicht realisierten Gewinne/Verluste im Eigenkapital
und werden gemäß obigen Erläuterungen ergebniswirksam erfasst, wenn das abgesicherte Grundgeschäft die
Gewinn- und Verlustrechnung beeinflusst. Falls der Eintritt des ursprünglich abgesicherten Grundgeschäfts nicht
mehr erwartet wird, werden die bis dahin innerhalb des Eigenkapitals kumulierten, nicht realisierten Gewinne
und Verluste sofort ergebniswirksam erfasst.
Die Sicherungspolitik sowie die zum Bilanzstichtag bestehenden Finanzinstrumente werden unter Punkt D32.
„Risikomanagement“ näher erläutert.
C9. LANGFRISTIGE PERSONALVERPFLICHTUNGEN
Leistungsorientierte Pläne
Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter österreichischer Konzerngesellschaften mit Eintritts-
datum bis 31. Dezember 2002 im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung.
Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezuges abhängig. Den
Leistungsverpflichtungen stehen entsprechende, nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelte
Rückstellungen gegenüber. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht
dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (DBO) am Bilanzstichtag. Die Rückstellungen für Abfertigun-
gen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“ unter Anwendung eines
Rechnungszinssatzes von 0,8 % p.a. (2019: 0,7 % p.a.) und unter Einbeziehung eines Dynamiksatzes für künftige
Bezugserhöhungen von 3,0 % p.a. (2019: 4,0 % p.a.) ermittelt. Zinsaufwendungen aus Personalrückstellungen für
Abfertigungen und Pensionen werden im Finanzierungsaufwand erfasst. Der Abzinsungssatz wird auf Basis der
Rendite erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen – mit einem Rating von AA oder besser – bestimmt. Die
Laufzeit der Anleihen entspricht den voraussichtlichen Fristigkeiten der leistungsorientierten Verpflichtungen.
Neben den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für Angestellte und
Pagler & Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters
wurde die Fluktuationsrate abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und 1,47 % (2019:
zwischen 0 % und 1,77 %) angesetzt. Die Berechnung basiert auf dem individuellen Pensionsantrittsalter gemäß
der österreichischen Pensionsreform unter Berücksichtigung der schrittweisen Annäherung an das Pensionsan-
trittsalter.
Die Rückstellungsbeträge werden von einem Aktuar zum jeweiligen Abschlussstichtag in Form eines versiche-
rungsmathematischen Gutachtens ermittelt.
Neubewertungen werden gemäß IAS 19 bei Rückstellungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
sowie für Abfertigungsverpflichtungen im sonstigen Ergebnis erfasst.
Bei bestehenden Pensionszusagen, die im Rahmen von Betriebsvereinbarungen festgelegt wurden, richtet sich
der Leistungsumfang nach den anrechnungsfähigen Dienstjahren in Form eines Fixbetrages pro Jahr. Dieser
Fixbetrag wird auf Basis des rentenfähigen Individualeinkommens bei Pensionseintritt modifiziert. Laufende
Renten unterliegen zur Wertsicherung regelmäßigen Anpassungsprüfungen. Laufende Pensionen kommen
vierzehnmal jährlich zur Auszahlung.
Erläuternde Angaben
65
Der Ermittlung der Pensionsverpflichtung werden folgende Parameter zugrunde gelegt:
Zinssatz Bezugserhöhung Pensionserhöhung
in % 2019 2020 2019 2020 2019 2020
Österreich 0,7 0,8 4,0 3,0 2,0 2,0
Deutschland 0,7 0,8 2,0 2,0
Beitragsorientierte Pläne
Neben dem leistungsorientierten System gibt es für Dienstnehmer in Österreich, die ab dem 1. Januar 2003
eingetreten sind, einen beitragsorientierten Versorgungsplan. In eine Mitarbeitervorsorgekasse ist ein gesetzlich
vorgeschriebener Betrag in Höhe von 1,53 % der Bruttogehaltssumme zu entrichten (2020: 1.056 t€, 2019: 956
t€), der im Personalaufwand erfasst wird. In Österreich wurden weiters 429 t€ (2019: 310 t€), in Amerika 1.396
t€ (2019: 1.363 t€) in ein Pensionssystem eingezahlt, welches einen beitragsorientierten Versorgungsplan
darstellt. In Deutschland wurden Beiträge in Höhe von 3.729 t€ (2019: 3.599 t€) in das deutsche Rentenversi-
cherungssystem eingezahlt, das ebenfalls einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt. Da über die
Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen bestehen, ergibt sich gleich wie in Österreich kein
Rückstellungsbedarf.
Sonstige langfristige Personalverpflichtungen
Die Rückstellungen für Jubiläen werden zum Bilanzstichtag einheitlich nach der „Projected unit credit method“
unter Anwendung eines Rechnungszinssatzes von 1,0 % p.a. (2019: 1,2 % p.a.) und unter Einbeziehung eines
Dynamiksatzes für künftige Bezugserhöhungen von 3,0 % p.a. (2019: 4,0 % p.a.) ermittelt. Weiters wurden neben
den Invalidisierungs- und Sterberaten (Basis: Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018-P für Angestellte und Pagler &
Pagler für Arbeiter) und der Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem Erreichen des Pensionsalters Fluktua-
tionsabschläge abhängig von der Anzahl der vollendeten Dienstjahre zwischen 0 % und 6,40 % berücksichtigt
(2019: zwischen 0 % und 6,64 %). Die Zinsaufwendungen aus Personalrückstellungen für Jubiläumsgelder werden
im Personalaufwand ausgewiesen.
C10. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die übrigen langfristigen bzw. kurzfristigen Rückstellungen beinhalten alle bis zur Bilanzaufstellung erkennbaren
Risiken aus ungewissen Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen. Sie werden – sofern diese Verpflichtung
wahrscheinlich zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird – mit jenem Betrag
angesetzt, der sich bei sorgfältiger Prüfung des Sachverhalts als der wahrscheinlichste ergibt.
Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie zum
Beispiel bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert erfasst, sofern der
Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und
Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen. Ist der aus der Diskontierung resultierende Zinseffekt
wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der, sofern im Einzelfall erforder-
lich, die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf
bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst.
C11. VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit den Anschaffungskosten (entsprechen dem
beizulegenden Zeitwert) angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der
Effektivzinsmethode. Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag
bewertet.
Jahresfinanzbericht 202066
Finanzielle Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen werden an den Stichtagen zu
fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste aus dieser Bewertung werden im Finanz-
ergebnis erfasst.
Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung
erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere
finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht
oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Aus-
tausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen
Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.
C12. ERTRAGSREALISIERUNG
Der Konzern ist in den Bereichen Verkauf von Feuerwehrfahrzeugen, Feuerlöschsystemen und Ausrüstungsge-
genständen für den abwehrenden Brandschutz und dem Verkauf von stationären und mobilen Löschanlagen für
den vorbeugenden Brandschutz sowie damit zusammenhängenden Aftersale-Services tätig. Erlöse aus Verträgen
mit Kunden werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter und Dienstleistungen auf den Kunden
übertragen wird. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die der Konzern im Austausch für diese Güter
oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird.
Die wesentlichen Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen im Zusammenhang mit Erlösen aus
Verträgen mit Kunden werden in Anhangangabe C15 erläutert.
Erlöse aus dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie stationäre und
mobile Löschanlagen
Diese Erlöse werden zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert auf den
Kunden übergeht. Dies ist im Allgemeinen bei Lieferung der Fall; in besonderen Fällen, zum Beispiel bei verspäte-
ter Abnahme durch den Kunden, können auch Bill-and-Hold-Agreements zur Anwendung kommen. Die Zahlungs-
ziele sind kurzfristig und beinhalten keine Finanzierungskomponente. Sofern in dem Vertrag andere Zusagen
enthalten sind, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, wird diesen Zusagen ein Teil des Transaktions-
preises zugeordnet. (z. B. erweiterte Gewährleistungen). Rücknahmeverpflichtungen werden gemäß IFRS 15 bei
der Bestimmung des Transaktionspreises als variabler Bestandteil der Gegenleistung berücksichtigt. Zu
erwartende Pönalzahlungen werden als Transaktionspreisminderungen und in Folge als Umsatzminderungen
dargestellt.
In Anwendung der in IFRS 15 vorgesehenen Erleichterungsregelung verzichtet der Konzern darauf, die Höhe der
zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen,
wenn er bei Vertragsbeginn erwartet, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung des zugesagten Guts oder
der zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieses Guts oder dieser Dienstleistung durch
den Kunden maximal ein Jahr beträgt.
Erlöse aus dem Verkauf von Aftersale-Services
Der Konzern erbringt Serviceleistungen (Wartung, Kundendienst, Refurbishment), die entweder einzeln oder
im Bündel gemeinsam mit dem Verkauf von Fahrzeugen, Löschsystemen, Ausrüstungsgegenständen sowie
stationären und mobilen Löschanlagen an den Kunden veräußert werden. Mehrkomponentenverträge beinhalten
demnach sowohl eine Dienstleistungskomponente als auch die Lieferung von Gütern. Demzufolge teilt der
Konzern den Transaktionspreis der einzelnen Vertragskomponenten auf Basis der relativen Einzelveräuße-
rungspreise auf und der Umsatz aus diesen Verträgen wird nicht zur Gänze zeitpunktbezogen realisiert.
Die Zahlungsfrist endet in der Regel 0 bis 30 Tage nach Rechnungsdatum.
Erläuternde Angaben
67
Rücknahmeverpflichtungen
Nach IFRS 15 sind Rücknahmeverpflichtungen in Kundenverträgen bei der Bestimmung des Transaktionspreises
als variabler Bestandteil der Gegenleistung zu berücksichtigen. Dabei verlangt IFRS 15, dass Umsatzerlöse aus
Verkäufen nur in der Höhe realisiert werden dürfen, in der es erwartungsgemäß zu keiner künftigen Stornierung
der Umsatzerlöse kommt.
Vertragsverbindlichkeiten
Eine Vertragsverbindlichkeit ist die Verpflichtung des Konzerns, Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden zu
übertragen, für die er von diesem eine Gegenleistung erhalten (bzw. noch zu erhalten) hat. Zahlt ein Kunde eine
Gegenleistung, bevor der Konzern Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlich-
keit erfasst, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt).
Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald der Konzern seine vertraglichen Verpflichtungen
erfüllt.
Gewährleistung
Beim Großteil der Verträge mit Kunden besteht die gesetzliche Gewährleistungsfrist des jeweiligen Landes. In
Einzelfällen werden über die gesetzliche Gewährleistungsfrist hinausgehende Gewährleistungen in separaten
Verträgen oder in Mehrkomponentenverträgen verkauft. Diese werden im Falle von Mehrkomponentenverträgen
als separate Leistungsverpflichtung bilanziert.
Vertragserlangungskosten
Der Rosenbauer Konzern wendet die praktische Erleichterungsvorschrift des IFRS 15 an, Vertragserlangungs-
kosten aus Verträgen mit Kunden, deren Laufzeit nicht länger als ein Jahr beträgt, im Zeitpunkt des Anfalles als
Aufwand zu erfassen und daher nicht zu aktivieren.
C13. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuschüsse der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit Investitionen führen zu Kürzungen der Anschaffungs- und
Herstellungskosten. Zuschüsse für nicht konkret zuordenbare Kosten, wie insbesondere Forschungs- und Entwick
-
lungskosten für nicht aktivierungsfähige Forschungs- und Entwicklungsprojekte, werden im sonstigen Ertrag
erfasst. Zuschüsse, die sich auf direkt zuordenbare Kosten beziehen, wie insbesondere Kurzarbeitergeld oder
Lohnnebenkostenersatz, reduzieren die korrespondierenden Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.
C14. FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG
Monetäre Posten in einer Fremdwährung werden zum Bilanzstichtag mit dem Kurs des Abschlussstichtages in
die funktionale Währung umgerechnet. Nicht monetäre Posten, die nach dem Anschaffungskostenprinzip
bilanziert wurden, werden unverändert mit dem Kurs der Erstbuchung ausgewiesen. Nicht monetäre Posten, die
mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet,
der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist. Die Währungsdifferenzen aus der
Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferen-
zen aus Fremdwährungskrediten, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen
Geschäftsbetrieb eingesetzt werden.
C15. SCHÄTZUNGEN UND ERMESSENSSPIELRÄUME
Im Konzernabschluss müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen
werden, die die bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen
Jahresfinanzbericht 202068
am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen.
Die sich in der Zukunft tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen.
Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen
Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit
sich bringen können, werden im Folgenden erläutert:
Beurteilung der Beherrschung von Tochterunternehmen sowie der gemeinschaftlichen Führung
von Gemeinschaftsunternehmen
Hinsichtlich der Ermessensentscheidungen und Annahmen, die im Rahmen der Einstufung von Rosenbauer
Aerials als Tochterunternehmen sowie der Einstufung von Rosenbauer Ciansa als Gemeinschaftsunternehmen
getroffen wurden, wird auf die Angaben in D10. und D4. verwiesen.
Wertminderung von nichtfinanziellen Vermögenswerten
Eine Wertminderung besteht, wenn der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer
zahlungsmittelgenerierenden Einheit seinen erzielbaren Betrag übersteigt. Der erzielbare Betrag eines Vermö-
genswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem
Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten und Nutzungswert. Der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts
abzüglich der Veräußerungskosten liegen verfügbare Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen
unabhängigen Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte oder beobachtbare Marktpreise abzüglich
direkt zurechenbarer Kosten für die Veräußerung des Vermögenswerts zugrunde. Zur Berechnung des Nutzungs-
werts wird eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im
Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen
Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate (Details zu den Wertminde-
rungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten sind Punkt C2. und Punkt D1. zu entnehmen).
Forderungsbewertung
Der Konzern nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen zu berechnen. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Über-
fälligkeitsdauer in Tagen bestimmt.
Die Wertberichtigungsmatrix basiert anfänglich auf den historischen Ausfallquoten des Konzerns. Anschließend
kalibriert der Konzern die Tabelle, um seine historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen
anzupassen. Wenn beispielsweise davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche Rahmen-
bedingungen im Laufe des kommenden Jahres verschlechtern dann werden die historischen Ausfallquoten
angepasst, dies erfolgte in 2020 im Zusammenhang mit Anpassungen durch die der Corona-Krise. Zu jedem
Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen
Schätzungen analysiert.
Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der
erwarteten Kreditausfälle hängt von Änderungen der Umstände und der prognostizierten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ab. (Details zu den Forderungen und Ausfallswahrscheinlichkeiten sind der Aufstellung
unter Punkt D7. „Kurzfristige Forderungen“ zu entnehmen).
Vorratsbewertung
Zur Berücksichtigung des Obsoletrisikos wurde eine standardisierte Gängigkeits- bzw. Reichweitenabwertung
implementiert. Bei Fertigprodukten erfolgt zudem eine systematische Überprüfung in Hinblick auf eine
verlustfreie Bewertung, die im Wesentlichen von den Absatzpreiserwartungen, Währungsentwicklungen, dem
Verkaufszeitpunkt und den noch zu erwartenden Kosten geprägt ist (Details siehe Punkt D6.).
Erläuternde Angaben
69
Aktive latente Steuern
Als Basis für die Aktivierung von aktiven latenten Steuern werden unter Zugrundelegung der von den Tochter-
gesellschaften erstellten Businesspläne Steuerplanungsrechnungen herangezogen. Wird ein bestehender
Verlustvortrag auf Basis dieser Zukunftsprognosen voraussichtlich nicht in einem angemessenen Zeitraum von
drei bis fünf Jahren verbraucht, erfolgt keine Aktivierung dieses Verlustvortrages (Details siehe Punkt D5.).
Personalrückstellungen
Bei den Personalrückstellungen bedient sich der Rosenbauer Konzern versicherungsmathematischer Berechnun-
gen von Aktuaren. Die Berechnungen beruhen auf Annahmen über den Abzinsungssatz sowie Erhöhungen
bezüglich der Bezüge und Pensionen (Details zu den Annahmen bzw. den erfassten Beträgen zu den Personal-
rückstellungen sind den Punkten C9. bzw. D13. zu entnehmen).
Sonstige Rückstellungen
Der rückgestellte Betrag der Gewährleistungsrückstellungen ist der Barwert der auf Basis von Erfahrungswerten
durchgeführten bestmöglichen Schätzung dieser Kosten (2020: 11.047 t€; 2019: 10.871 t€). Der Konzern
erwartet, den überwiegenden Teil der Rückstellungen im kommmenden Jahr abzuarbeiten bzw. zu begleichen.
2017 wurde gegen die Rosenbauer International AG eine zivilrechtliche Klage eingereicht, die derzeit noch
anhängig ist. Dafür wurde per 31. Dezember 2017 eine entsprechende Rückstellung gebildet. Im zweiten
Halbjahr 2017 wurde gegen die Rosenbauer International AG eine Anzeige eingebracht, die einen im Jahr 2003
vom kroatischen Innenministeriums erteilten Auftrag betrifft. Ende 2020 wurden die Ermittlungen gegen die
Rosenbauer International AG endgültig eingestellt.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregelmä-
ßigkeiten festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahresende
2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg
wurden eingeleitet und sind derzeit noch offen.
Entwicklungskosten
Entwicklungskosten werden entsprechend der dargestellten Bilanzierungs- und Bewertungsmethode aktiviert.
Eine erstmalige Aktivierung der Kosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und
wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft
das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwen-
denden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Der Buchwert der
aktivierten Entwicklungskosten betrug zum 31. Dezember 2020 25.616 t€ (2019: 19.780 t€) und betrifft im
Wesentlichen Entwicklungsleistungen in den Bereichen Fahrzeuge, Hubrettungsgeräte und Löschsysteme.
Aktivierte Entwicklungskosten, welche noch nicht planmäßig abgeschrieben werden und deren zugrunde
liegenden Entwicklungsprojekte eigene zukünftige Zahlungsmittelzuflüsse generieren, werden einzeln auf Basis
von Wirtschaftlichkeitsrechnungen mindestens einmal jährlich auf Wertminderung getestet.
Cashflow Hedge
Bei der Bilanzierung von Cashflow Hedges für zukünftige Zahlungsströme wird die Annahme getroffen, dass
diese Zahlungsströme mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden.
Jahresfinanzbericht 202070
Bilanzierung von Leasingverhältnissen
IFRS 16 erfordert Einschätzungen, die die Bewertung von Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechten
beeinflussen. Diese beinhalten u.a. die Bestimmungen von Verträgen, die unter IFRS 16 fallen, die Laufzeiten
der Verträge und den Grenzfremdkapitalzinssatz, der zur Abzinsung der zukünftigen Zahlungsverpflichtungen
herangezogen wird. Der Grenzfremdkapitalzinssatz wird vom risikofreien Zinssatz der zugrundeliegenden
Laufzeit, angepasst um das Länder-, Währungs- und Unternehmensrisiko, abgeleitet.
Änderungen von Schätzungen
Im Geschäftsjahr 2020 wurden keine wesentlichen Änderungen von Schätzungen vorgenommen.
C16. LEASINGVERHÄLTNISSE
Alle wesentlichen Einzelleasingverhältnisse beziehen sich auf Immobilien. Die Spanne der Laufzeiten dieser
Verträge beläuft sich zwischen zwei und 34 Jahre. Einige Leasingverträge sehen eine Verlängerungsoption für
den Leasingnehmer vor, einer erlaubt eine vorzeitige Kündigung durch den Leasingnehmer.
Ein Großteil der Leasingverträge, die als Leasinggegenstand Immobilien haben, sehen eine jährliche Indexanpas-
sungen vor, die sich auf lokale Indizes beziehen.
Mengenmäßig beziehen sich die meisten Einzelverträge im Rosenbauer-Konzern auf Fahrzeuge. Viele dieser
Verträge konnten als kurzfristig klassifiziert werden. Jene Fahrzeuge, welche in der Bilanz bilanziert wurden,
haben eine Laufzeit zwischen 12 und 36 Monate.
Verlängerungs- und Kündigungsoptionen
Einige Leasingverhältnisse des Rosenbauer Konzerns enthalten Verlängerungs- bzw. Kündigungsoptionen für den
Leasingnehmer. Am Bereitstellungsdatum wird für jede Verlängerungs- bzw. Kündigungsoption eine Einschätzung
vom Konzern vorgenommen, ob die Ausübung dieser als hinreichend sicher angesehen werden kann. Dabei
werden verschiedene Faktoren berücksichtigt einschließlich den wirtschaftlichen Barrieren.
Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung einer Verlängerungsoption hinreichend sicher ist, wenn ein
signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, das bzw. die innerhalb seiner Kontrolle
liegt, eintritt.
Mögliche zukünftige Mittelabflüsse in Höhe von 3.502 t€ (Vorjahr: 4.351 t€) wurden nicht in die Leasingverbind-
lichkeit einbezogen, da es nicht hinreichend sicher ist, dass die Leasingverträge verlängert (oder nicht gekündigt)
werden.
Erläuternde Angaben
71
Allgemeine Erläuterungen zur Bilanzierung der Leasingverhältnisse
Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies
ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung
eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur
Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhält-
nisses nach IFRS 16 zugrunde.
Diese Methode wurde auf alle für den IFRS 16 relevanten Verträge angewendet.
Geringwertige Leasinggegenstände und kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von unter zwölf
Monaten werden entsprechend der Ausnahmemöglichkeit nicht aktiviert, sondern als Aufwand erfasst.
Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrages, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der
Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relevanten Einzelveräußerungspreise auf.
Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine
Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen
Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum
geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur
Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des
zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger
erhaltener Leasinganreize.
Anschließend wird das Nutzungsrecht vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear
abgeschrieben. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig,
berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit angepasst.
Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten
Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfinanzierungszinssatz des Konzerns, bewertet.
Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes erlangt der Konzern Zinssätze von externen Finanzquellen
und macht bestimmte Anpassungen, um die Leasingbedingungen und die Art des Vermögenswertes zu
berücksichtigen.
C17. KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Für die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung wurde die indirekte Methode gewählt. Der Zinsergebnis
(inklusive der Zinsen aus IFRS 16) sind Bestandteil des Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit.
Jahresfinanzbericht 202072
Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:
– feste Zahlungen, einschließlich de facto festen Zahlungen
– variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand des
am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. Zins-Satzes
– Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und
– den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, Leasing-
zahlungen für eine Verlängerungsoption, wenn der Konzern hinreichend sicher ist, diese auszuüben, sowie
Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, der Konzern ist hinrei-
chend sicher, nicht vorzeitig zu kündigen.
Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet.
Sie wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung
verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwert-
garantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder
Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.
Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes
des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des
Nutzungsrechtes auf Null verringert hat.
In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten als eigene Positionen aus.
Erläuternde Angaben
73
D1. SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND NUTZUNGSRECHTE
Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung ist im
Konzernanlagenspiegel dargestellt. Die Sachanlagen enthalten wie im Vorjahr keine als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien.
Die Nutzungsrechte werden als eigene Position in der Bilanz dargestellt. Nachfolgend sind die Nutzungsrechte
nach den Anlagenklassen aufgeschlüsselt:
Anschaffungs- oder Herstellkosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
Stand am
01.01.2020
Währungsdif-
ferenzen Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungsdif-
ferenzen Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2020
Bebaute Grundstücke 38.451 –564 0 –1.702 36.185 3.570 3 4.906 –1.891 6.588 34.881 29.598
Unbebaute Grundstücke 708 –62 0 0 646 48 –8 46 0 86 660 560
Technische Anlagen und
Maschinen 2.926 –9 926 –122 3.721
841 14 1.059 –119 1.796 2.085 1.925
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung 149 –5 9 –2 151
30 –3 31 –2 56 119 95
Summe 42.234 –639 935 –1.826 40.703 4.489 7 6.043 –2.012 8.526 37.745 32.177
Zum 31. Dezember 2020 bestanden im Konzern vertragliche Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe
von 3.710 t€ (2019: 3.275 t€).
2020 wurden Sachanlagen in Höhe von 6.943 t€ als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet
(2019: 6.919 t€). Es bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten.
Als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2020 Entwicklungskosten in Höhe
von 6.551 t€ (2019: 6.955 t€) aktiviert.
D. ERLÄUTERUNGEN ZUR KONZERNBILANZ UND
ZUR KONZERNGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Jahresfinanzbericht 202074
D1. SACHANLAGEN UND IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND NUTZUNGSRECHTE
Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Anlageposten und ihre Entwicklung ist im
Konzernanlagenspiegel dargestellt. Die Sachanlagen enthalten wie im Vorjahr keine als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien.
Die Nutzungsrechte werden als eigene Position in der Bilanz dargestellt. Nachfolgend sind die Nutzungsrechte
nach den Anlagenklassen aufgeschlüsselt:
Anschaffungs- oder Herstellkosten Kumulierte Abschreibung Netto-Buchwerte
Stand am
01.01.2020
Währungsdif-
ferenzen Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
01.01.2020
Währungsdif-
ferenzen Zugänge Abgänge
Stand am
31.12.2020
Stand am
31.12.2019
Stand am
31.12.2020
Bebaute Grundstücke 38.451 –564 0 –1.702 36.185 3.570 3 4.906 –1.891 6.588 34.881 29.598
Unbebaute Grundstücke 708 –62 0 0 646 48 –8 46 0 86 660 560
Technische Anlagen und
Maschinen 2.926 –9 926 –122 3.721
841 14 1.059 –119 1.796 2.085 1.925
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung 149 –5 9 –2 151
30 –3 31 –2 56 119 95
Summe 42.234 –639 935 –1.826 40.703 4.489 7 6.043 –2.012 8.526 37.745 32.177
Zum 31. Dezember 2020 bestanden im Konzern vertragliche Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen in Höhe
von 3.710 t€ (2019: 3.275 t€).
2020 wurden Sachanlagen in Höhe von 6.943 t€ als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet
(2019: 6.919 t€). Es bestehen keine Beschränkungen von Verfügungsrechten.
Als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte wurden im Geschäftsjahr 2020 Entwicklungskosten in Höhe
von 6.551 t€ (2019: 6.955 t€) aktiviert.
Erläuternde Angaben
75
D2. WERTPAPIERE
Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Wertpapiere in Höhe von 760 t€ (2019: 818 t€) sind der
IFRS 9-Kategorie „Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet“ zugeordnet. Bei den
Wertpapieren handelt es sich um börsennotierte Aktien, Anleihen und Fondsanteile.
D3. ANTEILE AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN
Der Konzern ist zu 49 % an einem russischen Unternehmen (PA “Fire-fighting special technics“ LLC; Russland,
Moskau) beteiligt. Dieses wurde mit russischen Partnern gegründet. Ziel des assoziierten Unternehmens ist es,
den russischen Markt mit hochwertig ausgerüsteten Löschfahrzeugen auszustatten. Der Anteil wird im Konzern-
abschluss nach der Equity Methode bilanziert.
Die zusammenfassenden Finanzinformationen des assoziierten Unternehmens sind in der nachfolgenden Tabelle
angeführt.
in t€ 2019 2020
Langfristiges Vermögen 245 441
Kurzfristiges Vermögen 14.044 14.133
Langfristige Schulden 0 4.465
Kurzfristige Schulden 4.612 6.125
Nettovermögen (100 %) 9.677 3.984
Anteil des Konzerns am Nettovermögen 4.742 1.952
Umsatzerlöse 13.500 3.545
Periodenergebnis (100 %) 311 –1.351
Anteil des Konzerns am Periodenergebnis 152 –662
Sonstiges Ergebnis (100 %) 1.177 –2.146
Gesamtergebnis (100 %) 1.488 –3.497
Die Überleitung von den dargestellten zusammenfassenden Finanzinformationen zum Buchwert stellt sich wie
folgt dar:
in t€ 2019 2020
Stand am 01.01. 4.013 4.742
Anteil am Periodenergebnis 152 –662
Ausschüttung 0 –1.076
Währungsdifferenzen 577 –1.052
Stand am 31.12. 4.742 1.952
D4. ANTEILE AN GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Der Konzern ist zu 50 % an einem spanischen Unternehmen (Rosenbauer Ciansa S.L.) beteiligt. Dieses wurde
gemeinsam mit dem Miteigentümer und Geschäftsführer der Rosenbauer Española gegründet.
Das Board besteht aus insgesamt vier Mitgliedern, zwei davon werden von Rosenbauer International AG gestellt,
die beiden anderen Mitglieder vom Joint Venture Partner. Dadurch besteht für Rosenbauer International AG in
Jahresfinanzbericht 202076
dieser Konstellation keine Möglichkeit zur einseitigen Lenkung der maßgeblichen Tätigkeiten von Rosenbauer
Ciansa S.L. Im Falle von Stimmengleichheit im Board entscheidet ein unabhängiger Unternehmensberater. Im
Gesellschaftsvertrag besteht für Rosenbauer die Option weitere 12,11 % der Anteile zu erwerben. Durch die
Ausübung dieser Option würde Rosenbauer keine Stimmenmehrheit im Board erlangen, da die Abstimmung im
Board nach Köpfen erfolgt und nicht nach Stimmrechten. Demzufolge handelt es sich bei der Gesellschaft um
ein Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11.
Dieser Anteil wird im Konzernabschluss nach der Equity Methode bilanziert. Das Gemeinschaftsunternehmen ist
aus Konzernsicht nicht wesentlich.
Entwicklung des Beteiligungsansatzes des Gemeinschaftsunternehmens in Spanien:
in t€ 2019 2020
Stand am 01.01. 1.546 1.692
Anteil am Gesamtergebnis 196 76
Ausschüttung –50 –98
Stand am 31.12. 1.692 1.669
Das Gesamtergebnis des Gemeinschaftsunternehmens beinhaltet keine Positionen im sonstigen Ergebnis.
D5. LATENTE STEUERABGRENZUNG
Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRS-Konzernbilanz resultieren aus
folgenden Unterschiedsbeträgen bzw. wirken sich mit folgender Steuerlatenz aus:
Latente Steuer 2019 Latente Steuer 2020
in t€ Aktiv Passiv Aktiv Passiv
Offene Siebtelabschreibungen gemäß § 12 (3)
KStG 1.050 0 729 0
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgsneutral) 1.457 0 96 1.036
Devisentermingeschäfte, Wertpapiere
(erfolgswirksam) 252 0 0 719
Bewertung IAS 19 über sonstiges Ergebnis 3.333 0 2.292 0
Aktivierung Entwicklungskosten 0 5.169 0 5.819
Bewertungsunterschiede der Forderungen 0 832 0 81
Zwischengewinnrealisierung 1.091 0 1.230 0
Steuerliche Sonderabschreibung 461 0 754 0
Bewertungsunterschiede der Rückstellungen
und Verbindlichkeiten 5.125 1.873 5.488 310
Aktivierte Verlustvorträge 566 0 590 0
Bewertungsunterschiede Immaterielle
Vermögenswerte 0 1.314 0 1.558
Leasing gemäß IFRS 16 10.240 10.168 8.274 8.093
Sonstige 28 16 56 218
Aktive / passive Steuerabgrenzung 23.601 19.374 19.508 17.833
Saldierung aktiver und passiver Steuerabgren-
zungen –17.824 –17.824 –15.638 –15.638
Stand am 31.12. 5.777 1.550 3.869 2.195
Per 31. Dezember 2020 wurden auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 2.551 t€ (2019: 2.342 t€) aktive
latente Steuern angesetzt, diese sind unbegrenzt nutzbar. Verlustvorträge, für die keine aktiven latenten Steuern
Erläuternde Angaben
77
angesetzt wurden, da ihre Wirksamkeit als endgültige Steuerentlastung noch nicht ausreichend gesichert war,
waren 2020 in Höhe von 0,1t€ vorhanden (2019: 0,0 t€). Für temporäre Differenzen in Höhe von 61.703 t€
(2019: 54.773 t€) aus Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsun-
ternehmen wurden gemäß IAS 12.39 passive latente Steuern nicht angesetzt, da das Mutterunternehmen in der
Lage ist, den zeitlichen Verlauf zu steuern und sich in absehbarer Zeit diese temporären Differenzen nicht
umkehren werden.
In den latenten Steuern sind erfolgsneutrale aktive latente Steuern in Höhe von 2.388 t€ (Vorjahr: 4.790 t€) und
erfolgsneutrale passive latente Steuern in Höhe von 1.036 t€ (Vorjahr: 0 t€) enthalten
D6. VORRÄTE
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 149.528 83.088
Unfertige Erzeugnisse 271.966 291.475
Fertige Erzeugnisse und Waren 32.815 29.557
Waren unterwegs 16.239 6.980
Geleistete Anzahlungen 4.985 6.202
475.532 417.302
Die Vorräte haben sich durch ein konzernweites Projekt zur Optimierung des Working-Capitals reduziert.
Der Betrag an Wertminderungen des laufenden Jahres ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in Höhe von
1.788t€ (2019: 4.265 t€) im Materialaufwand enthalten. Im laufenden Geschäftsjahr gab es wie im Vorjahr
keine Wertaufholungen. Auch wurden keine Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet.
D7. KURZFRISTIGE FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 192.385 188.055
Forderungen aus Factoringvereinbarungen 0 710
Forderungen aus Derivaten 7 7.130
Forderungen aus sonstigen Steuern 10.465 12.222
Rechnungsabgrenzungsposten 4.976 5.835
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 12.756 22.733
220.589 236.685
Sämtliche in der obigen Tabelle angeführten kurzfristigen Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.
Die Wertberichtigungen der Forderungen beziehen sich ausschließlich auf die im Rahmen der kurzfristigen
Forderungen erfassten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und zu einem geringen Umfang auf die
Forderungen aus Factoringvereinbarungen. Die Wertminderungen des laufenden Jahres auf Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen mit und ohne Bonitätsbeeinträchtigung werden in Höhe von 665 t€ (2019: 261 t€)
in den sonstigen Aufwendungen erfasst. Bei den übrigen Finanzinstrumenten sind keine Wertminderungen
eingetreten.
Jahresfinanzbericht 202078
Forderungen mit Bonitätsbeeinträchtigung in t€ 2019 2020
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 1.163 1.380
Zuführungen 261 129
Verbrauch –37 –9
Auflösungen –7 –10
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 1.380 1.490
Forderungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung in t€ 2019 2020
Stand Wertberichtigungen am 01.01. 241 241
Zuführungen 0 536
Stand Wertberichtigungen am 31.12. 241 777
Nähere Details zur Ermittlung der Wertberichtigungen ohne Bonitätsbeeinträchtigung sind unter C6. Forderun-
gen aus Lieferungen und Leistungen zu entnehmen.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum Bilanzstichtag
ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von 48.401 t€ (Vorjahr: 70.631 t€) verkauft. Bei den
Forderungen handelt es sich um noch nicht fällige Forderungen aus Fahrzeuglieferungen, für die entsprechende
Sicherheiten hinterlegt sind. Die verkauften Forderungen werden entsprechend den Regelungen des IFRS 9
aufgrund des Übergangs der Verfügungsmacht vollständig ausgebucht. Der nicht bevorschusste Betrag in Höhe
von 710 t€ wird unter den Forderungen aus Factoring-Verträgen ausgewiesen.
Das für die Risikobeurteilung relevanteste Risiko der verkauften Forderungen ist das Kreditausfallsrisiko, das
auch als sehr gering angesehen werden kann. Dies einerseits, da es sich bei den Kunden um vorwiegend
staatliche, bzw. staatsnahe Organisationen handelt und andererseits, da auf Grund der internen Richtlinien die
Forderungen mit Akkreditiven oder anderen Sicherheitsinstrumenten sehr gut abgesichert sind. Rosenbauer
überträgt das verbleibende Kreditausfallsrisiko der verkauften Forderungen zu 80 % an die Banken. Für das
geringfügige, verbleibende 20 %ige Delkredererisiko wurde bilanziell angemessen vorgesorgt.
D8. KASSENBESTAND UND KURZFRISTIGE FINANZMITTEL
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Bankguthaben 50.736 18.920
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 113 95
50.849 19.015
Verfügungsbeschränkungen über die in diesem Posten enthaltenen Beträge waren wie im Vorjahr nicht vorhan-
den.
Erläuternde Angaben
79
D9. EIGENKAPITAL
Das Grundkapital betrug per Ende 2020 13.600 t€ und war aufgeteilt auf 6.800.000 Stückaktien. 3.665.912
Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind Inhaberaktien.
Die Kapitalrücklage stammt aus den im Jahr 1994 über die Wiener Börse ausgegebenen jungen Aktien und stellt
eine gebundene Kapitalrücklage dar, die nicht zur Ausschüttung zur Verfügung steht. Basis für den Vorschlag für
die Gewinnverwendung ist der nach den Vorschriften des österreichischen UGB erstellte Einzelabschluss der
Gesellschaft.
In der Position „Andere Rücklagen“ sind der Ausgleichsposten für die Währungsumrechnung, die Neubewer-
tungsrücklage, die Neubewertungen gemäß IAS 19 sowie die Hedging-Rücklage enthalten. Der Ausgleichsposten
für die Währungsumrechnung enthält die aus der Fortschreibung des Eigenkapitals entstehende Umrechnungs-
differenz im Vergleich zur Erstkonsolidierung. Weiters sind in dieser Position Unterschiedsbeträge aus der
Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldposten gegenüber der Umrechnung des Vorjahres sowie
Umrechnungsdifferenzen zwischen der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung enthalten.
Die Veränderung der Hedging-Rücklage ergibt sich aus der Bewertung von Devisentermingeschäften unter
Zugrundelegung von IFRS 9 unter Berücksichtigung von Steuereffekten.
Details zu den Rücklagen sind der „Entwicklung des Konzerneigenkapitals“ zu entnehmen.
VORSCHLAG FÜR DIE GEWINNVERWENDUNG
Die 28. ordentliche Hauptversammlung der Rosenbauer International AG hat am 11. Mai 2020 der vorgeschlage-
nen Dividende für das Geschäftsjahr 2019 von 0,8 Euro je Aktie zugestimmt.
Basis für den Vorschlag für die Gewinnverwendung für das Jahr 2020 ist der nach den Vorschriften des österrei-
chischen UGB erstellte Einzelabschluss der Gesellschaft. Die Verteilung des Bilanzgewinns 2020 im Jahresab-
schluss der Rosenbauer International AG nach öUGB ist wie folgt:
in t€ 2019 2020
Bilanzgewinn der Rosenbauer International AG 6.928 10.350
Ausbezahlte bzw. vorgeschlagene Dividende 5.440 10.200
Vortrag auf neue Rechnung 1.488 150
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 1,5 € je Aktie
für 6.800.000 Stückaktien, somit eine Ausschüttung von 10.200.000 €, zu beschließen.
D10. ANTEILE OHNE BEHERRSCHENDEN EINFLUSS
Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammenfassenden Finanzinformationen zu jeder Tochtergesellschaft des
Konzerns mit wesentlichen Anteilen ohne beherrschenden Einfluss vor konzerninternen Eliminierungen.
Jahresfinanzbericht 202080
in t€
Rosenbauer
Española
S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
America,
LLC.
(Teilkonzern
USA)
1
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South
Dakota, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Sitz
Spanien,
Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
USA,
South Dakota
USA,
Minnesota
USA, South
Dakota
USA,
Nebraska
USA,
Minnesota
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile
ohne beherrschenden
Einfluss 37,89 % 25,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 75,00 % 50,00 %
31.12.2020
Kurzfristige Vermögens-
werte 6.578 19.259 189.856 73.014 82.429 10.383 24.030
Langfristige Vermö-
genswerte 3.280 7.133 12.021 4.643 5.150 502 1.726
Kurzfristige Schulden 3.228 20.890 139.320 64.123 51.363 1.913 21.921
Langfristige Schulden 2.777 1.338 7.411 2.471 3.036 0 1.904
Nettovermögen
(100 %) 3.853 4.164 55.145 11.063 33.180 8.972 1.930
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 1.460 1.041 29.815 5.531 16.590 6.729 965
Umsatzerlöse (100 %) 14.628 20.616 372.575 144.089 138.720 18.994 70.772
Periodenergeb-
nis(100 %) 253 1.162 22.321 5.078 8.173 5.151 3.919
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 96 290 12.449 2.539 4.086 3.864 1.960
Sonstiges Ergebnis
(100 %) 0 –371 –5.953 –1.232 –3.487 –1.006 –228
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 0 –93 –3.228 –616 –1.744 –754 –114
Gesamtergebnis
(100 %) 253 790 16.369 3.846 4.686 4.146 3.691
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 96 198 9.221 1.923 2.343 3.109 1.846
An Anteilseigner ohne
beherrschenden
Einfluss
gezahlte Dividenden –78 0 –5.849
Nettogeldfluss aus
der operativen Tätigkeit –1.032 –704 14.463 296 3.997 2.668 7.502
Nettogeldfluss aus
der Investitionstätigkeit –14 –717 –1.860 –961 –465 –42 –392
Nettogeldfluss aus
der Finanzierungstätig-
keit –1.135 238 –9.765 1.196 –2.166 –2.646 –6.149
Nettozahlungsströme
gesamt (100 %) –2.181 –1.183 2.838 531 1.366 –20 961
1
Summe der US-Gesellschaften Rosenbauer Minnesota, Rosenbauer South Dakota, Rosenbauer Aerials und Rosenbauer Motors
Erläuternde Angaben
81
in t€
Rosenbauer
Española
S.A.
Rosenbauer
Saudi Arabia
Ltd.
Rosenbauer
America,
LLC.
(Teilkonzern
USA)
1
Rosenbauer
Minnesota,
LLC.
Rosenbauer
South
Dakota, LLC.
Rosenbauer
Aerials, LLC.
Rosenbauer
Motors, LLC.
Sitz
Spanien,
Madrid
Saudi-Arabia,
Riad
USA,
South Dakota
USA,
Minnesota
USA, South
Dakota
USA,
Nebraska
USA,
Minnesota
Beteiligungsquote
(=Stimmrechtsquote)
der Anteile
ohne beherrschenden
Einfluss 37,89 % 25,00 % 50,00 % 50,00 % 50,00 % 75,00 % 50,00 %
31.12.2019
Kurzfristige Vermögens-
werte 20.972 22.854 143.409 50.365 55.380 9.977 27.687
Langfristige Vermö-
genswerte 3.161 6.473 13.186 4.705 5.879 655 1.947
Kurzfristige Schulden 14.103 25.952 101.441 44.607 27.379 2.102 27.352
Langfristige Schulden 6.223 0 4.123 272 0 1.030 2.821
Nettovermögen
(100 %) 3.807 3.375 51.031 10.191 33.880 7.499 –539
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 1.442 844 27.390 5.096 16.940 5.624 –269
Umsatzerlöse (100 %) 19.783 23.710 357.752 123.551 143.135 19.693 71.373
Periodenergeb-
nis(100 %) 389 663 16.465 4.315 8.587 4.363 –799
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 147 166 9.323 2.157 4.293 3.272 –400
Sonstiges Ergebnis
(100 %) 0 52 937 187 622 138 –10
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 0 13 503 94 311 103 –5
Gesamtergebnis
(100 %) 389 715 17.403 4.502 9.209 4.501 –809
davon Anteile ohne
beherrschenden
Einfluss 147 179 9.827 2.251 4.604 3.376 –404
An Anteilseigner ohne
beherrschenden
Einfluss
gezahlte Dividenden –95 0 –6.159
Nettogeldfluss aus
der operativen Tätigkeit 1.021 1.413 15.441 2.683 6.936 4.179 1.643
Nettogeldfluss aus
der Investitionstätigkeit –512 –514 –1.869 –467 –882 –78 –443
Nettogeldfluss aus
der Finanzierungstätig-
keit 2.378 0 –13.664 –2.197 –6.603 –3.669 –1.195
Nettozahlungsströme
gesamt (100 %) 2.887 899 –92 19 –549 432 5
1
Summe der US-Gesellschaften Rosenbauer Minnesota, Rosenbauer South Dakota, Rosenbauer Aerials und Rosenbauer Motors
Jahresfinanzbericht 202082
Obwohl der Konzern weniger als die Hälfte der Stimmrechte an der Rosenbauer Aerials hält, liegt kraft eines
Dirimierungsrechts durch die Rosenbauer International AG Beherrschung über dieses Unternehmen vor.
Rosenbauer International AG ist gemäß dem Gesellschaftsvertrag dieser Gesellschaften ermächtigt, die Hälfte
der Board-Mitglieder zu wählen. Das Board trifft alle relevanten Entscheidungen und bestimmt die operative
Führung, hierzu ist eine einfache Stimmenmehrheit ausreichend. Bei Stimmengleichheit im Board führt der
Aufsichtsratsvorsitzende der Rosenbauer International AG bzw. dessen Stellvertreter auf Grund des vertraglichen
Dirimierungsrechts die Entscheidung herbei.
An konzernfremde Gesellschafter von Tochterunternehmen wurden 2020 5.936 t€ (2019: 6.254 t€) ausgeschüttet.
D11. LANGFRISTIGE VERZINSLICHE VERBINDLICHKEITEN
Diese Position enthält alle verzinslichen Bankverbindlichkeiten und Leasingverbindlichkeiten mit einer Restlauf-
zeit von mehr als einem Jahr. Details sind der Aufstellung der Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D32. „Risiko-
management“ zu entnehmen.
D12. SONSTIGE LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Bei den langfristigen Verbindlichkeiten handelt es sich um Exportfinanzierungsverbindlichkeiten (2020: 1.045t€;
2019: 1.485 t€) sowie um sonstige langfristige Verbindlichkeiten (2020: 991 t€; 2019: 1.401t€). In den
sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten sind im Jahr 2020 435 t€ enthalten, die aus dem Erwerb von Minder-
heitenanteilen von einem bisherigen Mitgesellschafter der amerikanischen Gesellschaft Rosenbauer Motors
LLC., Minnesota (USA) im November 2019 resultieren. Weitere Details zum Erwerb dieser Anteile sind unter
Punkt B1. zu entnehmen.
D13. LANGFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
a) Abfertigungsrückstellungen
Abfertigungen sind einmalige Abfindungen, die aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften bei Kündigung der
Arbeitnehmer sowie regelmäßig bei Pensionsantritt an Mitarbeiter bezahlt werden müssen. Die Höhe richtet sich
nach der Anzahl der Dienstjahre und der Höhe der Bezüge. Die Rückstellungen für Abfertigungen wurden in
jenem Ausmaß gebildet, welches sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ergab (Details der zur
Berechnung herangezogenen Annahmen sind Pkt. C9. zu entnehmen).
in t€ 2019 2020
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 20.070 23.888
Umgliederung 0 663
Dienstzeitaufwand 768 1.232
Zinsaufwand 292 166
Neubewertungen 3.601 –3.921
Laufende Zahlungen –841 –1.157
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 23.888 20.871
Die Neubewertungen betreffen in Höhe von -1.238 t€ (2019: 1.391 t€) Änderungen in erfahrungsbedingten
Annahmen, in Höhe von -2.684 t€ (2019: 2.236 t€) Änderungen in finanziellen Annahmen und in Höhe von 2 t€
(2019: -26 t€) Änderungen in demographischen Annahmen.
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 20.871 t€ (2019:
23.888 t€). Bei der Ermittlung wurden erfahrungsbedingte Anpassungen in Höhe von -6,0 % (2019: +5,8 %)
berücksichtigt.
Erläuternde Angaben
83
Die Netto-Aufwendungen für Abfertigungen, die aus Leistungszusagen und Verlusten aus Planabgeltungen
resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in t€ 2019 2020
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 768 1.232
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 292 166
Netto-Aufwendungen für Abfertigungen 1.059 1.398
Etwaige Veränderungen des Zinssatzes beruhen auf der Neueinschätzung aufgrund der geänderten wirtschaft-
lichen Lage.
Zum 31. Dezember 2020 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Abfertigungen 12 Jahre (2019: 13 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Abfertigungsverpflichtungen wurden die Auswirkungen
resultierend aus Änderungen wesentlicher versicherungs-mathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen
dargestellt. Es wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen
konstant gehalten wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht
korrelieren.
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in t€ +1 % -1 %
31.12.2020
Zinssatz –2.105 2.513
Gehaltssteigerung 2.411 –2.067
Fluktuation –1.038 –33
31.12.2019
Zinssatz –2.746 3.309
Gehaltssteigerung 3.138 –2.673
Fluktuation –1.487 104
b) Pensionsrückstellungen
Innerhalb des Rosenbauer Konzerns bestehen durch nationale Vorschriften oder freiwillige Vereinbarungen
entstandene Vorsorgepläne für Pensionen. Dabei handelt es sich teils um leistungsorientierte und teils um
beitragsorientierte Pläne (Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind Punkt C9. zu entnehmen).
in t€ 2019 2020
Nettobarwert der Verpflichtung zum 01.01. 5.615 5.978
Dienstzeitaufwand 23 23
Zinsaufwand 82 41
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne 0 –122
Neubewertungen 575 –140
Laufende Zahlungen –317 –291
Nettobarwert der Verpflichtung zum 31.12. 5.978 5.489
Die Neubewertungen betreffen in Höhe von -671 t€ (2019: 31 t€) Änderungen in erfahrungsbedingten Annah-
men, in Höhe von 531 t€ (2019: 544 t€) Änderungen in finanziellen Annahmen und in Höhe von 0,0 t€ (2019:
0,0 t€) Änderungen in demographischen Annahmen.
Jahresfinanzbericht 202084
Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung für das laufende Geschäftsjahr beträgt 5.489 t€
(2019: 5.978 t€). Bei der Ermittlung wurden erfahrungsbedingte Anpassungen in Höhe von -12,2 % (2019: 0,5 %)
berücksichtigt.
Die Netto-Aufwendungen für Pensionen, die aus Leistungszusagen resultieren, setzen sich wie folgt zusammen:
in t€ 2019 2020
Personalaufwendungen
Dienstzeitaufwand 23 23
Erfasste versicherungsmathematische Gewinne 0 –122
Zinsaufwendungen
Zinsaufwand 82 41
Netto-Aufwendungen für Pensionen 105 –58
Etwaige Veränderungen des Zinssatzes beruhen auf der Neueinschätzung aufgrund der geänderten wirtschaft-
lichen Lage.
Zum 31. Dezember 2020 beträgt die durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung aus
Pensionen 12 Jahre (2019: 13 Jahre).
In der nachfolgenden Sensitivitätsanalyse für die Pensionsverpflichtungen wurden die Auswirkungen resultierend
aus Änderungen wesentlicher versicherungs-mathematischer Annahmen auf die Verpflichtungen dargestellt. Es
wurde jeweils ein wesentlicher Einflussfaktor verändert, während die übrigen Einflussgrößen konstant gehalten
wurden. In der Realität ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass diese Einflussgrößen nicht korrelieren.
Veränderung des Nettobarwerts der Verpflichtung in t€ +1 % / Jahr -1 % / Jahr
31.12.2020
Zinssatz –605 742
Gehaltssteigerung 651 –550
Langlebigkeit 272 –266
31.12.2019
Zinssatz –667 821
Gehaltssteigerung 714 –602
Langlebigkeit 338 –333
Weiterführende Informationen zu den Personalrückstellungen sind der Beschreibung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden zu entnehmen.
c) Übrige langfristige Rückstellungen
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Rückstellungen für Jubiläumsgelder 7.476 7.733
7.476 7.733
Die Veränderung der unter Punkt c. angeführten langfristigen Rückstellungen für die Jahre 2020 und 2019 ist der
„Entwicklung der Rückstellungen“ zu entnehmen.
Erläuternde Angaben
85
D14. KURZFRISTIGE VERZINSLICHE VERBINDLICHKEITEN
Diese beinhalten neben Produktions- bzw. Investitionskrediten und Leasingverbindlichkeiten auch die laufenden
Kontokorrentüberziehungen zum 31. Dezember des jeweiligen Bilanzstichtages. Details sind der Aufstellung der
Finanzverbindlichkeiten unter Punkt D32. „Risikomanagement“ zu entnehmen.
D15. VERTRAGSVERBINDLICHKEITEN
Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten Anzahlungen von Kunden in Höhe von 118.151 t€ (2019: 117.631 t€),
die überwiegend für die Lieferung von Löschfahrzeugen geleistet wurden, sowie abgegrenzte Erlöse aus
Mehrkomponentenverträgen in Höhe von 17.350 t€ (2019: 14.233 t€), die sich auf zeitraumbezogene Leistungs-
verpflichtungen beziehen.
D16. LIEFERVERBINDLICHKEITEN
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in Höhe von 49.092 t€ (2019: 68.852 t€) innerhalb eines
Jahres und in Höhe von 393 t€ (2019: 0,0 t€) nach einem Jahr fällig.
D17. SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Verbindlichkeiten aus Steuern 3.529 5.697
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit 2.573 4.108
Verbindlichkeiten aus Derivaten 5.914 534
Verbindlichkeiten aus Personalverpflichtungen 19.854 24.700
Verbindlichkeiten aus Provisionsverpflichtungen 7.576 5.463
Übrige sonstige Verbindlichkeiten 31.785 24.703
71.232 65.206
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Gutschriften sowie Verbindlichkeiten aus
ausstehenden Eingangsrechnungen.
D18. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen Rückstellungen enthalten Vorsorgen für Gewährleistungen und Risiken im Absatzbereich. Die
übrigen kurzfristigen Rückstellungen für das Jahr 2020 sind der „Entwicklung der Rückstellungen“ zu entnehmen.
Die Details der zur Berechnung herangezogenen Annahmen sind den Punkten C10. und C15. zu entnehmen.
D19. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse betreffen im Wesentlichen Erlöse aus der Auftragsfertigung.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Produktgruppen und Areas:
Jahresfinanzbericht 202086
2020
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 261.957 89.412 121.360 107.646 236.435 0 816.810
Ausrüstung 56.354 9.651 11.306 8.680 278 0 86.269
PFP 347 28.708 29.055
Customer Service 34.984 11.988 13.082 6.510 5.648 0 72.212
Sonstige 9.298 3.412 4.371 4.191 18.555 39.827
Summe Erlöse aus
Verträgen mit
Kunden 362.940 114.463 150.119 127.027 260.916 28.708 1.044.173
2019
Areas
Geschäftsbereiche CEEU NISA MENA APAC NOMA PFP Gesamt
Fahrzeuge 249.750 86.208 74.891 123.711 230.743 0 765.303
Ausrüstung 55.556 11.640 7.789 9.591 513 0 85.089
PFP 472 0 0 0 0 21.156 21.628
Customer Service 33.036 13.472 11.375 7.598 6.911 0 72.393
Sonstige 5.069 3.248 2.550 5.545 17.247 0 33.658
Summe Erlöse aus
Verträgen mit
Kunden 343.882 114.568 96.605 146.445 255.414 21.156 978.071
Bezüglich der weiteren Zusammensetzung der Umsatzerlöse wird auf die Angaben zu den Produktsegmenten
sowie zur Segmentberichterstattung in den Erläuternden Angaben Punkt D.30. „Segmentberichterstattung“
verwiesen.
Der aggregierte Betrag des Transaktionspreises für noch nicht erfüllte Leistungsverpflichtungen beträgt zum
Bilanzstichtag 1.072,1 Mio € (2019: 1.149,5 Mio €). Davon werden voraussichtlich 87% (2019: 83 %) im
folgenden Geschäftsjahr als Umsatz realisiert.
D20. SONSTIGE ERTRÄGE
in t€ 2019 2020
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten 35 118
Aktivierte Eigenleistungen 421 224
Staatliche Zuschüsse 1.521 961
Erträge aus Rückvergütungen 578 1.006
Auflösung von Wertberichtigungen 7 71
Kursgewinne 0 565
Übrige Erträge 2.858 3.770
5.419 6.714
In den übrigen Erträgen sind insbesondere Lizenzeinnahmen, Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und
Schadenersatzleistungen enthalten.
Erläuternde Angaben
87
D21. MATERIALAUFWAND
in t€ 2019 2020
Materialaufwand 654.909 576.608
Sonstige bezogene Herstellungsleistungen 19.655 16.181
674.564 592.789
Die Materialaufwendungen betreffen neben den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen im Wesentlichen Fahrgestelle,
metallische Komponenten für den Aufbau, Kunststoff- und Elektronikteile, sowie Ausrüstungsgegenstände und
Zukaufteile.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten im Wesentlichen Leasingaufwendungen für Leasingperso-
nal im betrieblichen Bereich, Energie- und Entsorgungskosten.
D22. PERSONALAUFWAND UND ANGABEN ÜBER ARBEITNEHMER
in t€ 2019 2020
Löhne 101.658 98.967
Gehälter 94.983 103.114
Aufwendungen für Abfertigungen und für Altersversorgung 791 1.255
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne Mitarbeitervorsorgekasse 6.444 6.622
Aufwendungen für gesetzlich und freiwillige Sozialabgaben sowie vom Entgelt
abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge 39.489 40.912
243.364 250.869
Durchschnittliche Anzahl der Arbeitnehmer
2019 2020
Arbeiter 2.174 2.314
Angestellte 1.347 1.464
Lehrlinge 135 142
3.656 3.920
In den Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne sind Aufwendungen für Leistungen an betriebliche Mitarbei-
tervorsorgekassen in Höhe von 1.056 t€ (2019: 956 t€) enthalten
D23. ABSCHREIBUNGEN AUF IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE UND SACHANLAGEN
In den Abschreibungen in Höhe von 26.971 t€ (Vorjahr: 23.689 t€) resultieren 6.043 t€ (4.489 t€) aus der
Abschreibung von Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16.
Jahresfinanzbericht 202088
D24. SONSTIGE AUFWENDUNGEN
in t€ 2019 2020
Steuern, soweit sie nicht unter Ertragsteuern fallen 973 1.034
Verwaltungsaufwand 53.971 56.012
davon aus Leasingverhältnissen über einen Vermögenswert von geringem
Wert 135 479
davon aus kurzfristigen Leasingverhältnissen ausgenommen Leasingver-
hältnisse von geringem Wert 738 545
Vertriebsaufwand 48.855 40.507
103.799 97.553
Dieser Posten beinhaltet Instandhaltungen, Rechts,- Prüfungs- und Beratungskosten, fremde Dienstleistungen,
Aufwendungen für Veranstaltungen, Mieten und Pachten sowie die Kosten der Marketing- und Vertriebsabteilung.
Die im Jahr 2020 erfolgswirksam im Aufwand erfassten Währungsdifferenzen betragen 1.023 t€ (2019: 1.555 t€).
Honorar des Wirtschaftsprüfers
Im Verwaltungsaufwand sind folgende Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, der KPMG
Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, enthalten:
in t€ 2019 2020
Konzern- und Jahresabschlussprüfung 118 103
Andere Bestätigungsleistungen 3 0
Sonstige Dienstleitungen 19 0
140 103
Im Geschäftsjahr 2020 wurde der Konzernabschlussprüfer gewechselt, der Konzernabschluss des Jahres 2019
wurde von Ernst & Young Wirtschaftprüfungsgsellschaft m.b.H., Linz geprüft.
D25. FINANZIERUNGSAUFWENDUNGEN
in t€ 2019 2020
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 7.366 6.365
davon aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16 1.123 977
davon aus Kursverlusten 604 506
Zinsen auf langfristige Personalrückstellungen 374 207
7.740 6.572
Der Zinsaufwand der langfristigen Jubiläumsgeldrückstellungen wird im Personalaufwand ausgewiesen.
D26. FINANZERTRÄGE
in t€ 2019 2020
Wertpapiererträge 8 0
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.046 738
davon aus Kursgewinnen 486 407
1.054 738
Erläuternde Angaben
89
D27. ERTRAGSTEUERN
in t€ 2019 2020
Aufwand für laufende Ertragsteuern 9.481 11.477
davon aus Vorjahren 235 276
Veränderung latenter Ertragsteuern 1.424 –1.128
davon aufgrund von Steuersatzänderungen 0 59
10.904 10.350
Im Geschäftsjahr 2020 wurden -3.372 t€ (2019: 1.606 t€) aus der Veränderung von latenten Steuern direkt im
Eigenkapital erfasst.
Es besteht im RBI-Konzern eine Steuergruppe nach österreichschem Steuerrecht. Die Gruppenmutter ist die
Rosenbauer International AG, Gruppenmitglieder sind die österreichischen Gesellschaften Rosenbauer Öster-
reich GmbH, die Rosenbauer E-Technology Development GmbH und die Rosenbauer Brandschutz GmbH. Der
Ertragssteueraufwand beträgt für alle Gruppenmitglieder 2.739 t€ (Vorjahr: 6.787 t€).
Die Ursachen für den Unterschied zwischen dem sich rechnerisch ergebenden Ertragsteueraufwand und dem
effektiven Steueraufwand im Konzern werden in nachstehender Tabelle dargestellt.
in t€ 2019 2020
Gewinn vor Ertragsteuern 45.536 51.455
davon 25 % (2019: 25 %) rechnerischer Ertragsteueraufwand 11.384 12.864
Steuerentlastung Personengesellschaften
1
–1.663 –2.234
Effekt unterschiedlicher Steuersätze –112 –694
Permanente Differenzen –809 –1
Effekt aus der Gruppenbesteuerung / Nachversteuerung 756 0
Nichtaktivierung von Verlustvorträgen 69 104
Steuern aus Vorjahren 235 276
Sonstige 1.044 34
Effektiver Steuerertrag (-) / -aufwand (+) 10.904 10.350
1
Steuern, die auf Anteile ohne beherrschenden Einfluss entfallen
Aus Dividendenansprüchen der Anteilseigner resultieren in den Jahren 2020 und 2019 keine steuerlichen
Konsequenzen für den Konzern.
D28. KONZERNGELDFLUSSRECHNUNG
Die Darstellung der Konzerngeldflussrechnung erfolgt nach der indirekten Methode. Der Finanzmittelfonds
umfasst ausschließlich den Kassenbestand und die Bankguthaben. Die Zinsein- und Zinsauszahlungen werden
der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Die Dividendenzahlungen werden als Teil der Finanzierungstätigkeit
ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2020 gab es nicht zahlungswirksame Zugänge zu immateriellen Vermögens-
werten und Sachanlagen in Höhe von 28 t€ (2019: 1.178 t€). Die nicht zahlungswirksamen Zugänge zu
Nutzungsrechten betrugen im Jahr 2020 1.120 t€ (2019: 6.883,9 t€).
Jahresfinanzbericht 202090
Die Überleitung der zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Veränderungen der Verbindlichkeiten aus
Finanzierungstätigkeit stellt sich wie folgt dar:
in t€ 31.12.2020 Cashflow
Wechsel-
kursdiffe-
renzen
Sonsti-
ges
Aufzins-
ung Leasing
IFRS 16
Effekt 31.12.2019
Kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 56.401 –75.459 –9.323 0 0 0 0 141.183
Langfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 219.719 6.171 –1.401 0 0 0 0 214.948
Leasingverbindlichkeiten 32.999 –6.108 143 0 977 0 0 37.986
Verbindlichkeiten aus kündba-
ren nicht
beherrschenden Anteilen 0 0 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus dem
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss 753 –280 –42 0 0 0 0 1.075
Gesamte Verbindlichkeiten
aus Finanzierungstätigkeiten 309.872 –75.675 –10.622 0 977 0 0 395.192
in t€ 31.12.2019 Cashflow
Wechsel-
kursdiffe-
renzen
Sonsti-
ges
Aufzins-
ung Leasing
IFRS 16
Effekt 31.12.2018
Kurzfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 141.183 –23.981 –51 0 0 0 0 165.215
Langfristige verzinsliche
Finanzverbindlichkeiten 214.948 122.835 0 0 0 0 0 92.114
Leasingverbindlichkeiten 37.986 –5.031 349 0 1.123 6.546 34.757 242
Verbindlichkeiten aus kündba-
ren nicht
beherrschenden Anteilen 0 –1.050 0 0 0 0 0 1.050
Verbindlichkeiten aus dem
Erwerb von Anteilen
ohne beherrschenden Einfluss 1.075 –3.222 17 1.075 0 0 0 3.205
Gesamte Verbindlichkeiten
aus Finanzierungstätigkeiten 395.192 89.550 315 1.075 1.123 6.546 34.757 261.826
Nähere Details zu Verbindlichkeiten aus dem Erwerb von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss sind unter
Punkt B1. zu entnehmen.
Die gesamten Auszahlungen aus Leasingverhältnissen, welche nach IFRS 16 bilanziert wurden, betragen im
Geschäftsjahr 5.723 t€ (Vorjahr: 5.369 t€).
D29. AUSWIRKUNGEN DER COVID-19-KRISE AUF DIE VERMÖGENS-, FINANZ- UND
ERTRAGSLAGE DES KONZERNS
Rosenbauer ist bisher gut durch die Krise gekommen. Die negativen Effekte konnten durch Änderungen der
betrieblichen Abläufe und Anpassung der Kapazitäten gemildert werden. Eine Synchronisierung mit Lieferanten
konnte gelingen und die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit war zu jeder Zeit gegeben. Es kam vereinzelt zu einer
späteren Umsatzrealisierung durch Verzögerungen bei den Abnahmen vor allem wegen Reisebeschränkungen.
Erläuternde Angaben
91
Die Auftragseingänge waren allerdings im Jahr 2020 unter den Erwartungen, insbesondere der Auftragseingang
von Flugfeldlöschfahrzeugen war rückläufig. Dies führte zu Anpassungen in den Planungen für 2021 und zu
kurzfristigen Kapazitätsanpassungen. Es wird allerdings von einer zumindest mittelfristigen Erholung des
Flughafensektors ausgegangen und eine Normalisierung des Geschäftsmodells erwartet. Dies führt dazu, dass
aus derzeitiger Sicht keine außerplanmäßigen Abschreibungen, Wertberichtigungen oder Rückstellungen im
Jahresabschluss zu bilden, bzw. alle Sicherungsbeziehungen effektiv geblieben sind.
Um die negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns abfedern zu können,
waren die von den Regierungen aufgelegten Hilfsprogramme hilfreich. Insbesondere die Möglichkeit der
Kurzarbeit konnte wesentliche kurzfristige, wie auch langfristige negative Effekte durch die Vermeidung von
auftragsbezogenen Kündigungen verhindern.
COVID-19-Hilfen 2020 in t€
Beihilfen
ergebnis-
wirksam
Sonstige Erträge 267
Löhne 3.252
Gehälter 1.950
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge 178
Verwaltungsaufwand 8
Gesamt 5.655
Die wesentlichen ertragswirksamen Zuschüsse wurden im Rahmen von arbeitsplatzsichernden Maßnahmen
ausbezahlt. Die sonstigen Erträge und Verwaltungsaufwendungen betreffen diverse Hilfsprogramme zur
Abdeckung von unterschiedlichen Kosten, insbesondere Fixkosten.
COVID-19-Hilfen 2020 in t€
Beihilfen
nicht
ergebnis-
wirksam
Finanzverbindlichkeiten 8.420
Sonstige Verbindlichkeiten 91
Gesamt 8.511
Bei den zahlungswirksamen, aber nicht ergebniswirksamen Finanzverbindlichkeiten handelt es sich um staatli-
che, zinsbegünstigte Liquiditätshilfen. Die sonstigen Verbindlichkeiten betreffen abgegrenzte Förderungen in
Zusammenhang mit Investitionen.
Darüber hinaus wurden umfassende kostensenkende und liquiditätssichernde Maßnahmen getroffen, darunter
die Aufnahmen von zusätzlichen Linien, verstärktes Working-Capital-Management, ein vorübergehender
Aufnahmestopp und Urlaubs- und Zeitausgleichsabbauprogramme. Steuerliche Begleitmaßnahmen wurden
genutzt und so zinsfreie Steuerstundungen bzw. die Verschiebung von Steuerfälligkeiten genutzt.
Die Maßnahmen und Hilfsprogramme haben jedoch nicht ausgereicht, um die negativen Effekte der Pandemie
vollständig auszugleichen. Dennoch war die Ertrags- und Liquiditätssituation trotz der herausfordernden Zeiten
stets stabil und unbedenklich, was die Stärke des Geschäftsmodells von Rosenbauer unterstreicht.
Jahresfinanzbericht 202092
D30. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG
Gemäß IFRS 8 („Geschäftssegmente“) sind die Segmentabgrenzung und die offenzulegenden Segmentinforma-
tionen an der internen Steuerung und Berichterstattung auszurichten. Daraus ergibt sich eine Darstellung, die
gemäß dem Management-Approach der internen Berichterstattung entspricht. Die Steuerung des Konzerns
erfolgt von den Hauptentscheidungsträgern nach Absatzmärkten. Im internen Reporting kommt der Entwicklung
der Marktsegmente besondere Bedeutung zu. Die Segmentierung basiert auf der Aufteilung der von den
Hauptentscheidungsträgern festgelegten Absatzregionen („Areas“). Zusätzlich zu den nach Absatzmärkten
gesteuerten Segmenten („Areas“) wird das Segment PFP („Preventive Fire Protection“) in der internen Berichter-
stattung als weiteres Segment dargestellt.
Die folgenden berichtspflichtigen Segmente wurden entsprechend dem internen Managementinformationssys-
tem festgelegt:
Area CEEU (Central und Eastern Europe), Area NISA (Northern Europe, Iberia, South America und Africa), Area
MENA (Middle East und North Africa), Area APAC (Asia- Pacific), Area NOMA (North und Middle America), PFP
(“Preventive Fire Protection”).
Das EBIT der Areas wird von den Hauptentscheidungsträgern getrennt überwacht, um Entscheidungen über die
Verteilung der Ressourcen zu fällen und um die Ertragskraft der Einheiten zu bestimmen. Die Entwicklung der
Segmente wird anhand des EBIT in Übereinstimmung mit dem EBIT im Konzernabschluss bewertet. Die Ertrag-
steuern werden jedoch konzerneinheitlich gesteuert und nicht den einzelnen Geschäftssegmenten zugeordnet.
Die Segmentberichterstattung bezieht sich auf Umsätze und Ergebnisse, die von den einzelnen Areas sowohl am
jeweiligen Absatzmarkt als auch im Export erwirtschaftet werden.
Die zahlenmäßige Darstellung der Segmente kann den Tabellen „Geschäftssegmente“, „Angaben zu Geschäfts-
bereichen“ und „Informationen über geografische Gebiete“ für die Jahre 2019 und 2020 entnommen werden.
D31. KAPITALMANAGEMENT
Als Basis für das Kapitalmanagement wird im Rosenbauer Konzern das von Eigen- und Fremdkapitalgebern zur
Verfügung gestellte Kapital gesehen.
Die Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet die strategische und operative Entwicklung des Unternehmens zu
unterstützen und zu fördern. Dabei soll ein Gleichgewicht zwischen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit
hergestellt werden. Es gilt die finanzielle und strategische Flexibilität zu bewahren, indem jederzeit Zugang zu
Kapital und vorteilhaften Finanzierungskonditionen gewährleistet wird. Durch eine ausreichende Finanzkraft soll
sowohl das operative Geschäft als auch Investitionsvorhaben ermöglicht werden. Die Interessen von Aktionäre
und Fremdkapitalgeber werden in Form einer attraktiven Dividendenpolitik, einer hervorragenden Unterneh-
mensbonität sowie Zuverlässigkeit und Kontinuität von Ergebnissen und Unternehmensaussagen, berücksichtigt.
Die Finanzstrategie ist Bestandteil unseres Geschäftsverständnisses und Handelns und Grundlage aller wesent-
lichen Planungs- und Entscheidungsprozesse.
Zur Optimierung der Eigenkapitalquote dient darüber hinaus das Bilanzsummenmanagement, das mit einer
kontinuierlichen Überwachung der Produktionsbestände und Lieferforderungen eine Optimierung des gebunde-
nen Umlaufvermögens sicherstellt. Die Eigenkapitalquote wird als Prozentsatz von Eigenkapital zu Bilanzsumme
berechnet und betrug zum Stichtag 31.12.2020 31,6 % (31.12.2019: 25,9 %).
Erläuternde Angaben
93
D32. RISIKOMANAGEMENT
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Die jährlich
durchgeführte Evaluierung der Konzerngesellschaften ergab, abseits der Pandemiethematik (D. 29), keine
maßgeblich neuen oder bisher unerfassten Risiken. Es bestehen auf Grundlage der heute bekannten Informatio-
nen keine bestandsgefährdenden Einzelrisiken. Der Rosenbauer Konzern agiert global und ist daher zwangsläu-
fig Preis-, Zins- und Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Es ist Unternehmenspolitik, unter genauer Beobach-
tung der vorhandenen Risikopositionen und der Marktentwicklung die vorhandenen Risiken so weit wie möglich
intern auszugleichen sowie Nettopositionen ergebnisoptimal zu steuern und, wo sinnvoll, abzusichern. Zielset-
zung der Absicherung des Währungsrisikos ist die Schaffung einer abgesicherten Kalkulationsbasis für die
Auftragsfertigung.
Einen wichtigen Bereich bei der Absicherung der Risiken stellen die Finanzinstrumente dar. Finanzinstrumente
sind Verträge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem
anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen.
Gemäß IFRS 7 gehören dazu einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen sowie Finanzforderungen und Finanzschulden. Andererseits gehören dazu auch die
derivativen Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von
Wechselkursen und Zinssätzen eingesetzt werden. Im Folgenden wird sowohl über originäre als auch derivative
Finanzinstrumente berichtet.
Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden am Handelstag, das heißt am
Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen ist, bilanziell erfasst.
Marktübliche Käufe und Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der
Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.
Der Marktwert der flüssigen Mittel und kurzfristigen Veranlagungen, kurzfristigen Forderungen und Verbindlich-
keiten entspricht aufgrund der täglichen bzw. kurzfristigen Fälligkeiten im Wesentlichen dem Buchwert. Die Wert-
papiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert von 760 t€ (2019: 818 t€) bewertet. Der Marktwert wird
durch den Börsenkurs am Bilanzstichtag ermittelt.
a) Kreditrisiko
Das Risiko bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann aufgrund der Kundenstruktur bzw. der
Absicherungspolitik von Kreditrisiken als durchwegs gering eingeschätzt werden. Zudem werden alle Kunden,
die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, einer Bonitätsprüfung unterzogen. Auch
werden die Forderungsbestände laufend überwacht, sodass der Konzern keinem wesentlichen Ausfallrisiko
ausgesetzt ist. Das maximale Bonitäts- und damit Ausfallrisiko entspricht den Buchwerten.
Die nachstehende Tabelle beschreibt das Kreditrisiko der finanziellen Vermögenswerte des Konzerns:
31.12.2020
in t€
12m ECL
oder Lifetime
ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Wertpapiere n/a 760 0 760
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 22.733 0 22.733
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 190.322 –2.267 188.055
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 1.918 –1.490 428
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 188.404 –777 187.627
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 19.015 0 19.015
232.830 –2.267 230.563
Jahresfinanzbericht 202094
31.12.2019
in t€
12m ECL
oder Lifetime
ECL
Brutto-
buchwert
Wert-
minderung
Netto-
buchwert
Wertpapiere n/a 818 0 818
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 12m ECL 12.756 0 12.756
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Lifetime ECL 194.006 –1.621 192.385
davon mit Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 1.759 –1.380 380
davon ohne Bonitätsbeeinträchtigung Lifetime ECL 192.247 –241 192.005
Kassenbestand und kurzfristige Finanzmittel 12m ECL 50.849 0 50.849
258.428 –1.621 256.807
Innerhalb der EU bestehen Forderungen größtenteils gegenüber kommunalen Rechtsträgern. Handelt es sich um
privatwirtschaftliche Abnehmer minderer oder unbekannter Bonität, werden diese Forderungen über den
privaten Versicherungsmarkt abgesichert.
Forderungen gegenüber Kunden außerhalb der EU mit geringer Bonität – selbst bei staatlichen Abnehmern –
werden mittels Dokumentenakkreditiven oder Bankgarantien besichert. Gegebenenfalls werden alternativ, aber
auch kumulativ, Versicherungen bei einer der staatlichen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen. In
Österreich erfolgt dies bei der Österreichischen Kontrollbank AG.
Die nachstehende Übersicht zeigt die mithilfe einer Wertberichtigungsmatrix ermittelte Ausfallrisikoposition bei
den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2020 / in t€
nicht überfäl-
lig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
mehr als 180
Tage
überfällig
Mit Bonitäts-
beeinträch
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 68.054 80.163 13.652 26.535 1.918
Erwarteter Kreditverlust 89 125 122 442 1.490
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Ohne Bonitätsbeeinträchtigung
2019 / in t€
nicht überfäl-
lig
1 bis 90 Tage
überfällig
91 bis 180
Tage
überfällig
mehr als 180
Tage
überfällig
Mit Boni-
täts-beein-
träch
tigung
Geschätzter Gesamtbrutto-
buchwert bei Zahlungsverzug 85.501 74.946 10.597 21.204 1.759
Erwarteter Kreditverlust 39 70 40 92 1.380
b) Marktrisiko
Zinsänderungsrisiko
Zins- bzw. Zinsänderungsrisiken liegen vor allem bei Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr vor.
Bei den Vermögenswerten besteht ein Zinsänderungsrisiko lediglich bei den in den Finanzanlagen enthaltenen
Wertpapieren. Die Wertpapiere wurden am Bilanzstichtag mit dem Marktwert bewertet. Durch regelmäßige
Beobachtung der Zinsentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wertpapierbestände sind
die Reduktion des Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Erläuternde Angaben
95
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das
operative Geschäft. Länger andauernde negative Marktpreisänderungen können jedoch die Ertragslage
verschlechtern. Eine Zinsänderung um +/- 1% hätte bei dem zum Stichtag vorhandenen Kreditportfolio zu
einem um 992 t€ (2019: 1.341 t€) geringeren beziehungsweise um 938 t€ (2019: 1.281 t€) höheren Ergebnis
und Eigenkapital geführt.
Währungsänderungsrisiko
Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstru-
ments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Der Konzern ist vor allem im
Rahmen seiner operativen Geschäftstätigkeit (wenn Umsatzerlöse und/oder Aufwendungen auf eine ausländi-
sche Währung lauten) Wechselkursrisiken ausgesetzt. Zur Steuerung seines Währungsrisikos sichert der Konzern
in Bezug auf erwartete Verkäufe und Käufe alle Transaktionen ab, deren Eintritt innerhalb der nächsten zwölf
Monate erwartet wird. Wenn zum Zwecke der Absicherung ein Derivatgeschäft geschlossen wird, handelt der
Konzern die Vertragsbedingungen so aus, dass das derivative Finanzinstrument dem abzusichernden Risiko
entspricht. Bei der Absicherung erwarteter Transaktionen deckt das derivative Finanzinstrument den Risiko-
zeitraum ab dem Zeitpunkt ab, zu dem Cashflows aus den Transaktionen prognostiziert sind, bis zum Zeitpunkt
der Begleichung der entsprechenden auf die Fremdwährung lautenden Verbindlichkeit oder Forderung. Von dem
erwarteten Fremdwährungsexposure des nächsten Geschäftsjahres wird ein Großteilmittels Devisentermin-
geschäften abgesichert.
Bei Wertpapieren des langfristigen Vermögens erfolgt die Veranlagung nahezu ausschließlich im eigenen
Währungsraum der veranlagenden Konzerngesellschaften, weshalb hier kein Währungsrisiko besteht.
Währungsrisiken im Vermögen bestehen im Wesentlichen in US-Dollar sowie in VAE Dirham, resultierend aus
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an internationale Kunden, aus bereits kontrahierten Verträgen
sowie künftigen Transaktionen. In vielen Märkten wird in Euro fakturiert. In den Schulden bestehen mit
Ausnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen keine nennenswerten Währungsrisiken, da
die laufende Finanzierung des operativen Geschäftes durch die Konzerngesellschaften in der jeweils lokalen
Währung erfolgt. Eventuelle Währungsrisiken aus kurzfristigen Spitzen werden selbst getragen. Neben der
Absicherung durch derivative Finanzinstrumente ergibt sich eine Absicherung durch natürlich geschlossene
Positionen, bei denen zum Beispiel US-Dollar-Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen US-Dollar-
Forderungen gegenüberstehen.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Ertragsteuern (aufgrund der
Änderungen von beizulegenden Zeitwerten der monetären Vermögenswerte und Schulden und der erfolgswirk-
samen Devisenterminkontrakte) und des Eigenkapitals des Konzerns (aufgrund der Änderungen von beizulegen-
den Zeitwerten der als Sicherungsinstrumente designierten Devisenterminkontrakte) gegenüber einer nach
vernünftigem Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung der für den Konzern hauptsächlich
relevanten Währungen. Alle anderen Variablen bleiben konstant.
Jahresfinanzbericht 202096
Kurs-
entwicklung
Auswirkung auf das
Ergebnis vor Steuern
Auswirkung auf das
Eigenkapital
in t€ 2019 2020 2019 2020
USD
+10 % 1.821 3.371 –1.721 –5.512
-10 % –1.873 –3.609 863 4.688
SGD
+10 % 5 7 –365 –248
-10 % –5 –7 365 248
CHF
+10 % –1 –1 366 –202
-10 % 1 1 –366 202
SAR
+10 % 198 5 374 –522
-10 % –198 –383 –374 413
AED
+10 % –24 17 –441 63
-10 % –1 –72 351 –73
GBP
+10 % –497 –70 339 –157
-10 % 383 54 –406 124
RUB
+10 % 15 –66 474 195
-10 % –15 66 –474 –195
Derivative Finanzinstrumente
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken werden derivative Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte
eingesetzt. Diese werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zunächst mit ihren beizulegenden Zeitwerten
angesetzt und nachfolgend mit ihren beizulegenden Zeitwerten neu bewertet.
Derivative Finanzinstrumente werden gemäß IAS 32 nur dann saldiert und als Nettobetrag in der Bilanz ausge-
wiesen, wenn es einen Rechtsanspruch darauf gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizu-
führen. Die nachfolgende Tabelle zeigt die angesetzten Finanzinstrumente, die gemäß IAS 32 saldiert werden,
und deren Überleitung zum in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert:
in t€ 2019 2020
Derivative Forderungen
Forderungen, brutto 111 7.130
Verbindlichkeiten, brutto saldiert –104 0
Ausgewiesener Nettobetrag 7 7.130
Derivative Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten, brutto 6.018 534
Forderungen, brutto saldiert –104 0
Ausgewiesener Nettobetrag 5.914 534
Erläuternde Angaben
97
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2020
in t€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 0 2.910
Summe 0 2.910
31.12.2020
in t€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 0
Summe 0 0
31.12.2019
in t€ langfristig kurzfristig
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Forderungen und sonstige Vermögenswerte) 0,0 0,0
Summe 0,0 0,0
31.12.2019
in t€ langfristig kurzfristig
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Derivate
(Sonstige Verbindlichkeiten) 0 1.065
Summe 0 1.065
Nominalwert Fair Value
in t€ 2020 2020
Devisentermingeschäfte 40.504 2.910
Nominalwert Fair Value
in t€ 2019 2019
Devisentermingeschäfte 20.048 –1.065
Sicherungsinstrumente
Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument wird durch Gegen-
überstellung der wertbestimmenden Risikofaktoren bestimmt. Bei einer vollständigen oder einer annähernden
Übereinstimmung der wesentlichen wertbestimmenden Risikofaktoren von Grundgeschäft und Sicherungs-
instrument wird der Nachweis des wirtschaftlichen Zusammenhangs anhand der Critical Terms Match Methode
erbracht. In allen anderen Fällen werden je nach Ausmaß der wertbestimmenden Risikofaktoren entweder
Sensitivitätsanalysen oder Ausprägungen der Dollar-offset Methoden verwendet, um den wirtschaftlichen
Zusammenhang nachzuweisen.
Aus Abweichungen der wertbestimmenden Risikofaktoren zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument
entstehen Quellen für Ineffektivität. Bei der Absicherung von Fremdwährungsrisiken stellen Terminkursabwei-
chungen zwischen dem hypothetischen Derivat als Stellvertreter des Grundgeschäfts und dem Sicherungsinstru-
Jahresfinanzbericht 202098
ment (Devisentermingeschäft) eine solche Ineffektivitätsquelle dar. Zusätzlich können sich aus unerwarteten
zeitlichen Verschiebungen bei den geplanten Zahlungsströmen des Grundgeschäfts Ineffektivitäten ergeben.
Darüber hinaus gibt es keine Quellen für Ineffektivität.
Da die Basiswerte von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument stets übereinstimmen, beträgt die bilanzielle
Sicherungsquote (hedge ratio) stets 1:1, sprich die designierte Menge oder das designierte Volumen des
Sicherungsinstruments entspricht der designierten Menge oder dem designierten Volumen des Grundgeschäfts.
Anpassungen der bilanziellen Sicherungsquote werden vorgenommen, wenn die Sicherungsquote ein Ungleich-
gewicht aufweist, aus der Ineffektivität resultieren würde, die in einer mit dem Zweck des Hedge Accounting
unvereinbaren Bilanzierungsfolge resultieren kann.
Derivate gliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:
31.12.2020
in t€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge-Derivate (Forderungen und sonstige
Vermögenswerte) 13 4.206 4.219
Summe 13 4.206 4.219
31.12.2020
in t€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge-Derivate (Sonstige Verbindlichkeiten) 42 492 534
Summe 42 492 534
31.12.2019
in t€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit positivem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge-Derivate (Forderungen und sonstige
Vermögenswerte) 0 7 7
Summe 0 7 7
31.12.2019
in t€ langfristig kurzfristig
Wertänderung
Sicherungsinstru-
mente als Basis für
die Berechnung der
Ineffektivität
Derivate mit negativem beizulegenden Zeitwert
Cashflow-Hedge-Derivate (Sonstige Verbindlichkeiten) 152 4.698 4.849
Summe 152 4.698 4.849
Erläuternde Angaben
99
2020
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominalwer-
te in t€
Fair Value
in t€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 30.12.2021 1,1375 44.283 3.760
USD Kauf 07.01.2021 1,2267 2.592 1
ZAR Verkauf 31.03.2021 18,5698 194 –5
AED Verkauf 31.03.2022 4,3275 495 24
HKD Verkauf 29.01.2021 9,2704 669 18
GBP Verkauf 31.03.2021 0,8766 1.643 37
SEK Verkauf 28.02.2022 10,7700 511 –33
CAD Verkauf 31.05.2022 1,3263 11.833 –422
CAD Kauf 14.04.2021 1,3181 1.110 32
QAR Verkauf 24.06.2021 4,5020 1.377 –11
AUD Verkauf 16.12.2021 1,6515 1.679 –59
PLN Verkauf 30.06.2021 4,4760 9.976 187
SAR Verkauf 17.02.2021 4,4747 5.518 155
Summe 81.878 3.685
2019
Längste
Laufzeit
durchschn.
Terminkurs
Nominalwer-
te in t€
Fair Value
in t€
Devisentermingeschäfte
USD Verkauf 06.08.2020 1,2261 39.114 –3.326
ZAR Verkauf 01.12.2020 17,1560 4.217 –184
SEK Verkauf 28.02.2020 10,7243 1.036 –10
AED Verkauf 25.06.2020 4,5478 4.079 –390
HKD Verkauf 30.11.2020 9,3459 663 –16
GBP Verkauf 31.03.2021 0,8848 3.717 –87
SEK Verkauf 30.10.2020 1,6563 11.224 –318
CAD Kauf 15.01.2020 1,3020 –376 1
CAD Verkauf 26.05.2021 1,3245 14.262 –278
QAR Verkauf 30.09.2020 4,4310 2.758 –233
Summe 80.695 –4.842
Folgende Grundgeschäfte wurden abgesichert:
2020
Risiko in t€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko –3.940 2.745
Zukünftige Verkaufstransaktion –3.940 2.745
2019
Risiko in t€
Wertänderung
Grundgeschäft Stand Rücklage
Fremdwährungsrisiko 3.676 –4.251
Zukünftige Verkaufstransaktion 3.676 –4.251
Jahresfinanzbericht 2020100
Hedging-Rücklage 2020 in t€
Währungs-
derivate
Effektive Wertänderung direkt im sonstigen Ergebnis (OCI) 3.940
Ineffektivität 0
Umgliederung aus dem OCI in die Gewinn- und Verlustrechnung 5.385
Davon in die Umsatzerlöse umgegliedert –5.385
Hedging-Rücklage 2019 in t€
Währungs-
derivate
Effektive Wertänderung direkt im sonstigen Ergebnis (OCI) –3.676
Ineffektivität –128
Umgliederung aus dem OCI in die Gewinn- und Verlustrechnung 1.619
Davon in die Umsatzerlöse umgegliedert –1.619
Die Ineffektivitäten in der oben angeführten Tabelle sind in den Finanzierungsaufwendungen enthalten.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Veränderung der Hedging-Rücklage:
Fremdwährungsrisiko
in t€ 2019 2020
Wert zum 1.1. –2.687 –4.215
Gewinn / Verlust des effektiven Teils aus der Veränderung des beizulegenden
Zeitwertes von Sicherungsinstrumenten –3.676 3.940
darauf entfallende Steuern im OCI 934 –1.019
Gewinn / Verlust der in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert wurde 1.619 5.385
darauf entfallende Steuern –405 –1.346
Buchwert zum 31.12. –4.215 2.745
Die in der nachfolgenden Tabelle als Level 1 ausgewiesenen zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen
beinhalten – wie im Vorjahr – börsennotierte Aktien und Fondsanteile. Die Ermittlung des Fair Values der
Devisentermingeschäfte und der Zinssicherungsgeschäfte, die als Level 2 gezeigt werden, resultieren – wie im
Vorjahr – aus Bankbewertungen, denen anerkannte finanzmathematische Bewertungsmodelle zugrunde liegen
(Discounted Cash-Flow Verfahren auf Basis von aktuellen Zins- und Fremdwährungsterminkurven basierend auf
Interbank-Mittelkurspreisen am Abschlussstichtag).
Im Jahr 2020 gab es – wie im Vorjahr – keinen Wechsel zwischen Level 1 und Level 2 beziehungsweise
umgekehrt. Es erfolgte keine Änderung der Bewertungsmethode.
Level 1 Level 2
in t€ 2019 2020 2019 2020
Devisentermingeschäfte
ohne Sicherungsbeziehung
Positiver Fair Value 0 2.910
Negativer Fair Value 1.065 0
Devisentermingeschäfte
mit Sicherungsbeziehung
Positiver Fair Value 7 4.220
Negativer Fair Value 4.849 534
Wertpapiere verpflichtend erfolgswirksam zum
beizulegenden Zeitwert bewertet
Positiver Fair Value 818 760
Negativer Fair Value
Erläuternde Angaben
101
c) Liquiditätsrisiko
Beim Liquiditätsrisiko handelt es sich um das Risiko, fällige Verbindlichkeiten nicht fristgerecht begleichen zu
können. Die Liquidität im Konzern wird durch eine entsprechende monatlich rollierende Liquiditätsplanung
ermittelt und durch ausreichende mittel- und langfristige Kreditrahmen sichergestellt.
Im Jahr 2020 wurde ein syndizierter Kredit mit einem Volumen von 170,0 Mio € abgeschlossen, eine Erweiterung
des Volumens ist möglich. Die Laufzeit beträgt drei Jahre plus einer zweimaligen Verlängerungsoption um jeweils
ein Jahr. Dadurch konnte das Fristigkeitenprofil optimiert und die Refinanzierung der bestehenden Verbindlichkei-
ten abgesichert werden.
Die bisherigen Schuldscheindarlehensverträge bleiben mit einem Nominalvolumen (=Buchwert) in Höhe von
150,0 Mio Euro (2019: 150,0 Mio Euro) und 10 Mio USD (2019: 10,0 Mio USD) bestehen und enthalten eine
Vereinbarung zur Einhaltung einer Financial Covenant, welche eine Konzerneigenkapitalquote nach IFRS von
mindestens 20 Prozent vorsieht. Die Nichteinhaltung dieser Finanzkennzahl berechtigt den Kreditgeber zur
Kündigung des jeweiligen Finanzierungsvertrags. Zum Jahresende lag die Eigenkapitalquote nach IFRS mit
31,6Prozent über dem festgelegten Schwellenwert. Weiters ist in den Schuldscheindarlehensverträgen eine
Step-up-Vereinbarung enthalten, welche bei Unterschreitung die Gläubiger berechtigt, höhere Zinsen zu
verlangen.
Die gesamten verzinslichen Finanzverbindlichkeiten betragen 276.121 t€ (2019: 356.131 t€). Der durchschnittli-
che Zinssatz beträgt 1,3 % (2019: 1,5 %). Die ausgewiesenen Buchwerte entsprechen im Wesentlichen den
Zeitwerten. Da die Nebenkosten der in nachstehender Tabelle mit den Nominalzinssätzen angeführten Finanzver-
bindlichkeiten niedrig sind, entspricht der Nominalzinssatz dem effektiven Zinssatz, wodurch sich keine
Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergibt.
Nachstehende Aufstellungen zeigen die Struktur der verzinslichen Finanzverbindlichkeiten per 31.Dezem-
ber2020 sowie die Struktur der Lieferverbindlichkeiten und sonstigen Verbindlichkeiten.
Verzinsliche Finanzverbindlichkeiten
in t€ 31.12.2019 31.12.2020
Zinsbindung und Fristigkeit
fix kurzfristig 84.371 45.827
fix langfristig 126.972 130.809
variabel kurzfristig 55.689 10.575
variabel langfristig 89.099 88.911
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 356.131 276.121
Währungen
€ 339.617 259.064
CHF 1.384 3.463
AUD 14 148
BND 0 3
SGD 5.364 4.044
USD 9.750 9.362
ZAR 2 37
Summe verzinsliche Verbindlichkeiten 356.131 276.121
Jahresfinanzbericht 2020102
Fälligkeitsstruktur
Die in der folgenden Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf die undiskontierten Zahlungsströme, wodurch
sich Abweichungen zu den Buchwerten ergeben.
in t€ Summe
innerhalb
eines Jahres
zwischen 1
und
2 Jahren
zwischen 2
und
5 Jahren
über
5 Jahren
Verzinsliche
Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
2020 276.121 56.402 7.074 166.638 46.007
2019 367.261 143.783 25.106 149.130 49.242
Lieferverbindlichkeiten
2020 49.485 49.092 393 0 0
2019 68.852 68.852 0 0 0
Leasingverbindlichkeit
2020 32.999 4.975 3.667 8.670 15.688
2019 37.986 4.345 3.858 7.614 22.169
Sonstige Verbindlichkeiten
für Finanzinstrumente (ohne
derivative Verbindlichkeiten)
(kurz- und langfristig)
2020 30.723 30.167 556 0 0
2019 39.688 39.361 327 0 0
Der beizulegende Zeitwert der langfristigen, fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten beträgt 131.031 t€ (2019:
126.511 t€). Die Inputfaktoren für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes der langfristigen, fix verzinsten
Verbindlichkeiten sind nach der IFRS 13 Fair Value Hierarchie der Stufe 2 zuzuordnen. Der beizulegende Zeitwert
der langfristigen, fix verzinsten Kreditverbindlichkeiten wurde mit einem DCF-Verfahren unter Anwendung eines
marktkonformen Diskontierungszinssatzes ermittelt. Das eigene Kreditrisiko zum 31.12.2020 und auch zum
31.12.2019 wurde als unwesentlich eingestuft.
Die nachstehende Tabelle zeigt die undiskontierten Zahlungsströme aus derivativen Verbindlichkeiten.
in t€ Summe
innerhalb
eines
Jahres
zwischen
1 und
2 Jahren
zwischen
2 und
3 Jahren
zwischen
3 und
4 Jahren
zwischen
4 und
5 Jahren
über
5 Jahren
Derivative
Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
2020
Zufluss 16.354 14.027 2.327 0 0 0 0
Abfluss –16.888 –14.519 –2.369 0 0 0 0
Saldo –534 –492 –42 0 0 0 0
2019
Zufluss 99.690 93.148 6.041 501 0 0 0
Abfluss –105.605 –98.911 –6.183 –511 0 0 0
Saldo –5.915 –5.763 –142 –10 0 0 0
Erläuternde Angaben
103
d) Überleitung der Buchwerte nach IFRS 7
Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten nach IFRS 7:
Derivative Finanzinstru-
mente
Verpflichtend
erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgsneut-
ral zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortge-
führten
Anschaf-
fungskosten
bewertet
Kein
Finanzinstru-
ment Buchwert
Erfolgswirk-
sam
Erfolgsneut-
ral 31.12.2020
AKTIVA
Sonstige langfristige
Vermögenswerte 0 0 760 0 0 0 760
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 0 0 0 144.769 43.287 0 188.055
Forderungen aus
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 676 676
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte 2.910 4.220 0 0 23.443 18.057 48.630
Kassenbestand und
kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 19.015 0 19.015
PASSIVA
Verzinsliche langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 219.719 0 219.719
Sonstige langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 556 1.480 2.036
Verzinsliche kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 56.402 0 56.402
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 49.485 0 49.485
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 534 0 0 30.167 34.505 65.206
Jahresfinanzbericht 2020104
Derivative Finanzinstru-
mente
Verpflichtend
erfolgswirk-
sam zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Erfolgsneut-
ral zum
beizulegen-
den Zeitwert
bewertet
Zu fortge-
führten
Anschaf-
fungskosten
bewertet
Kein
Finanzinstru-
ment Buchwert
Erfolgswirk-
sam
Erfolgsneut-
ral 31.12.2019
AKTIVA
Sonstige langfristige
Vermögenswerte 0 0 818 0 0 0 818
Forderungen aus
Lieferungen und
Leistungen 0 0 0 122.001 70.384 0 192.385
Forderungen aus
Ertragsteuern 0 0 0 0 0 0 0
Sonstige kurzfristige
Vermögenswerte 0 7 0 0 12.756 15.441 28.204
Kassenbestand und
kurzfristige Finanzmittel 0 0 0 0 50.849 0 50.849
PASSIVA
Verzinsliche langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 216.071 0 216.071
Sonstige langfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 327 2.559 2.886
Verzinsliche kurzfristige
Verbindlichkeiten 0 0 0 0 140.060 0 140.060
Lieferverbindlichkeiten 0 0 0 0 68.852 0 68.852
Sonstige kurzfristige
Verbindlichkeiten 1.065 4.849 0 0 39.361 25.957 71.232
e) Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
in TEUR 2019 2020
Verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert –1.028 2.366
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert –4.208 –4.437
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten –2.805 –1.327
Summe –8.041 –3.398
In die Ermittlung des Nettoergebnisses aus Finanzinstrumenten werden Wertberichtigungen und Zuschreibun-
gen, Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung, Abgangsgewinne bzw. -verluste und sonstige
erfolgswirksame Änderungen von Zeitwerten von Finanzinstrumenten einbezogen.
Erläuternde Angaben
105
E1. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Die COVID-19 Pandemie ist nach wie vor noch nicht überstanden, Rosenbauer ist bisher gut durch die Krise
gekommen, das Jahr 2021 wird aber wahrscheinlich in der ersten Jahreshälfte noch negativ von COVID-19 beeinflusst
sein. Eine Auswirkung auf die Werthaltigkeit der Bilanzansätze zum 31.12.2020 ist nicht absehbar. Neben COVID-19
sind nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2020 keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für die
Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
E2. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Die Rosenbauer International AG hat keine Haftungserklärungen zugunsten konzernfremder Dritter gegeben.
Auch gibt es keine weiteren Eventualverbindlichkeiten, aus denen wesentliche Verbindlichkeiten entstehen werden.
E3.
ANGABEN ÜBER BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Beteiligungsgesellschaften
2019 2020
in t€
Währungs-
einheit
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Rosenbauer Österreich GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer E-Technology
Development GmbH,
Österreich, Leonding
EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH,
Deutschland, Luckenwalde EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Management GmbH,
Deutschland, Karlsruhe EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH & Co. KG,
Deutschland, Karlsruhe EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer France S.A.R.L.,
(Vorjahr: Service18 S.A.R.L.),
Frankreich, Meyzieu EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH,
Deutschland, Passau EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Brandschutz
Deutschland GmbH,
Deutschland, Mogendorf EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer d.o.o.,
Slowenien, Radgona EUR 90 KV 90 KV
Rosenbauer Rovereto S.r.l.
Italien, Rovereto EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Italia S.r.l.
Italien, Andrian EUR 100 KV
Rosenbauer Schweiz AG,
Schweiz, Oberglatt EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Espanola S.A.,
Spanien, Madrid EUR 62,11 KV 62,11 KV
E. SONSTIGE ANGABEN
Jahresfinanzbericht 2020106
2019 2020
in t€
Währungs-
einheit
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Beteil.-
Anteil
1
in %
Konsoli-
dierungsart
Rosenbauer Ciansa S.L.,
Spanien, Linares EUR 50 AE 50 AE
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o.,
Warschau, Polen EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Minnesota, LLC.,
2)
USA, Minnesota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC.,
2)
USA, South Dakota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer Holdings Inc.,
USA, South Dakota EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer America, LLC.,
2)
USA, South Dakota EUR 50 KV 50 KV
Rosenbauer Aerials, LLC.,
2)
USA, Nebraska EUR 25 KV 25 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,
2)
USA, Minnesota EUR 50 KV 50 KV
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd.,
Singapur EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd.,
Australia, Brisbane EUR 100 KV 100 KV
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd,
Brunei EUR 80 KV 80 KV
Rosenbauer South Africa (Pty.) Ltd.,
Südafrika, Halfway House EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Saudi Arabia
Saudi Arabien, Riad EUR 75 KV 75 KV
Rosenbauer Mena Trading - FZE,
Vereinigte Arabische Emirate, Dubai EUR 100 KV 100 KV
Rosenbauer UK plc
United Kingdom, Holmfirth EUR 100 KV 100 KV
PA "Fire-fighting special technics" LLC.,
Russland, Moskau EUR 49 AE 49 AE
1)
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2)
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
Im Folgenden werden Geschäfte mit nahestehenden Personen beschrieben; sämtliche Transaktionen wurden zu
marktüblichen Konditionen durchgeführt:
Gemeinschafts-
unternehmen Assoziierte Unternehmen
in t€ 2019 2020 2019 2020
Verkauf von Waren 2 31 2.112 1.072
Kauf von Waren 2.936 2.302 - -
Forderungen - 24 151 698
Verbindlichkeiten 1.592 44 - -
Darlehen 480 - - -
Bei den angeführten Käufen von Waren mit Gemeinschaftsunternehmen handelt es sich insbesondere um Fahrzeug-
lieferungen des spanischen Gemeinschaftsunternehmen Rosenbauer Ciansa an die spanische Tochtergesellschaft.
Bei den angeführten Verkäufen von Waren mit assoziierten Unternehmen sowie den Forderungen handelt es sich
insbesondere um Warenlieferungen der Muttergesellschaft an das russische Partnerunternehmen PA “Fire-fighting
special technics“ LLC; Russland, Moskau).
Erläuternde Angaben
107
E4. VERGÜTUNGEN VON PERSONEN IN SCHLÜSSELFUNKTIONEN
Die Tantieme errechnet sich aus dem Grad der Zielerreichung des Ergebnisses vor Ertragsteuern (EBT) im
jeweiligen Geschäftsjahr. Der Zielwert wird vom Aufsichtsrat für jeweils zwei Geschäftsjahre festgelegt.
2020 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 410 44 % 514 56 % 924
Zeller 286 59 % 200 41 % 486
Tomaschko 286 59 % 200 41 % 486
Wolf 286 59 % 200 41 % 486
Gesamt 1.268 53 % 1.114 47 % 2.382
2019 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Siegel 392 51 % 382 49 % 774
Zeller 250 63 % 148 37 % 398
Tomaschko 250 63 % 148 37 % 398
Wolf 250 63 % 148 37 % 398
Gesamt 1.142 58 % 826 42 % 1.968
2020 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 52 % 35 48 % 73
Siegel 38 52 % 35 48 % 73
Matzner 28 51 % 27 49 % 55
Zehnder 23 46 % 27 54 % 50
Gesamt 127 51 % 124 49 % 251
2019 in t€ Fixbezug Variabler Bezug Gesamt
Reisinger 38 54 % 32 46 % 70
Siegel 38 54 % 32 46 % 70
Matzner 28 54 % 24 46 % 52
Zehnder 23 49 % 24 51 % 47
Gesamt 127 53 % 112 47 % 239
E5. GEWINN JE AKTIE
Der Gewinn je Aktie wird gemäß IAS 33 (Earnings per share) ermittelt, indem das Periodenergebnis nach Abzug
von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien dividiert wird. Da im
abgelaufenen Geschäftsjahr keine „verwässernd wirkenden potenziellen Stammaktien” im Umlauf waren,
entspricht das „verwässerte Ergebnis je Aktie” dem „unverwässerten Ergebnis je Aktie”.
Die Berechnung stellt sich wie folgt dar:
2019 2020
Periodenergebnis nach Abzug von Anteilen ohne beherrschenden Einfluss in t€ 25.440 28.934
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Aktien in Stück 6.800.000 6.800.000
Unverwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 3,74 4,26
Verwässertes Ergebnis je Aktie in € / Stück 3,74 4,26
Im Zeitraum zwischen dem Bilanzstichtag und der Aufstellung des Konzernabschlusses haben keine Transaktio-
nen mit potenziellen Stammaktien stattgefunden.
Aufsichtsrat
Vorstand
Jahresfinanzbericht 2020108
E6. ORGANE DER GESELLSCHAFT
Aufsichtsrat
Christian Reisinger, Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 25. Mai 2006; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2021
Rainer Siegel, Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 29. Mai 2009; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2024
Bernhard Matzner, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2017; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2022
Martin Paul Zehnder, Mitglied des Aufsichtsrates
Erstbestellung: 18. Mai 2018; Ende der laufenden Funktionsperiode: Hauptversammlung im Jahr 2023
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert:
Rudolf Aichinger
Alfred Greslehner (bis 23. November 2020)
Wolfgang Untersberger (seit 23. November 2020)
Vorstand
Dieter Siegel, Vorsitzender des Vorstandes
Andreas Zeller, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Daniel Tomaschko, Mitglied des Vorstandes
Sebastian Wolf, Mitglied des Vorstandes
Leonding, am 24. März 2021
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
Erläuternde Angaben
109
NEUE PERSPEKTIVEN
Drohnen eröffnen den Feuerwehren die
Luftperspektive. Die „fliegenden Augen“
werden zur Lageerkundung und Scha-
densfeststellung sowie bei Such- und
Rettungsaktionen eingesetzt. Sie sind
unter anderem in der Lage, selbst bei
dichtestem Rauch die Wärmesignatur von
Menschen oder Glutnestern anzuzeigen.
Jahresfinanzbericht 2020110
Erläuternde Angaben
111
INFORMATIONEN
3.984
MITARBEITER 2020,
+ 4,1 % GGÜ, D, VJ.
112 Bestätigungsvermerk
118 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
Jahresfinanzbericht 2020112
Bestätigungsvermerk
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Konzernabschluss der Rosenbauer International AG, Leonding, und ihrer Tochtergesellschaften
(„der Konzern“), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31.Dezember 2020, der Konzern-Gewinn- und Verlust-
rechnung, der Darstellung des Konzerngesamtperiodenerfolgs, der Konzern-Geldflussrechnung und der
Entwicklung des Konzerneigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzern-
anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31.Dezember 2020 sowie der
Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in
Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind,
und den zusätzlichen Anforderungen des §245a UGB.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr.537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom
Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforde-
rungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT
Der Konzernabschluss der Rosenbauer International AG für das am 31.Dezember 2019 endende Geschäftsjahr
wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 23. März 2020 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil
zu diesem Abschluss abgegeben hat.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermes-
sen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sach-
verhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sach-
verhalten ab.
BERICHT ZUM KONZERNABSCHLUSS
Bestätigungsvermerk
113
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Anhang Kapitel C „Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze“, Abschnitt C.6 „Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen“ sowie Kapitel D „Erläuterungen zur Konzernbilanz und zur Konzerngewinn- und Verlust-
rechnung“, Abschnitt D.7 „Kurzfristige Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände“ und Abschnitt D.32
„Risikomanagement“.
Das Risiko für den Abschluss
Im Konzernabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2020 sind Forderungen aus Liefe-
rungen und Leistungen in Höhe von Mio EUR 188,1 ausgewiesen.
Der Konzern ermittelt an jedem Bilanzstichtag, ob eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswertes oder
einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Die Wertberichtigung für Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen wird gemäß dem vereinfachten Modell (erwartete Kreditausfälle auf Grund aller möglichen
Ausfallereignisse während der erwarteten Laufzeit) ermittelt. Da das bisher angewendete Wertberichtigungs-
modell außerordentliche Sachverhalte wie die COVID 19-Krise nicht angemessen abbilden kann, wurde von der
Gesellschaft zusätzlich zum Modellergebnis eine Erhöhung des Vorsorgebetrages unter Zugrundelegung externer
Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung vorgenommen.
Das wesentliche Risiko besteht dabei in der korrekten Ableitung der Bewertungsmatrix für die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen, die Einbeziehung von prospektiven Faktoren sowie die Einschätzung der Zahlungs-
willigkeit und Zahlungsfähigkeit von Kunden die vertraglichen Rückflüsse in voller Höhe zu leisten – insbeson-
dere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir folgende
wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben uns ein Verständnis über den Prozessablauf und den darin implementierten Kontrollen zur
Überwachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kritisch analysiert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen und
Risikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kundenforderungen zum 31. Dezember 2020.
Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit dem
Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten Elemente
in den vertraglichen Grundlagen, den erhaltenen Dokumentationen und sonstigen interne und externe
Informationen gelegt.
Weiters haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prüfungszeitpunkt durchgeführt,
indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zahlungseingänge nachgewiesen werden konnten und
somit die Werthaltigkeit der Forderungen nachgewiesen wurde.
Bei allen nicht einzelwertberichtigten Forderungen, deren Risikovorsorge auf Basis der Expected Credit
Losses (Pauschalwertberichtigung) nach IFRS 9 berechnet wurde, haben wir die Ableitung der Wertberichti-
gungsmatrix, die korrekte Rechenweise des Bewertungsmodells sowie der zugrunde liegenden Daten
Basisdaten überprüft. Zusätzlich wurden die Auswahl und Bemessung von zukunftsgerichteten Schätzungen
kritisch auf Nachvollziehbarkeit und Plausibilität gewürdigt.
Jahresfinanzbericht 2020114
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht und im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Konzern-
abschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir
geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese
sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstim-
migkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder
anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten.
Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER
UND DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN KONZERNABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des
§245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.
Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten,
um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen
auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit
des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungs-
grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben
keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Bestätigungsvermerk
115
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder
das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungs-
methoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in
der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unterneh-
menstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzern-
abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestäti-
gungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die
Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder
Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben.
Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung.
Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Jahresfinanzbericht 2020116
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich
etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung
erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltens-
anforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere
Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
BERICHT ZUM KONZERNLAGEBERICHT
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu
prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforde-
rungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberich-
tes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt
worden, enthält die nach §243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen
Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im
Konzernlagebericht festgestellt.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
Bestätigungsvermerk
117
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 11.Mai 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 2.Juli 2020 vom
Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31.Dezember 2020 endende Geschäftsjahr
beauftragt.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht
an den Prüfungsausschuss nach Artikel11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel5 Abs1 der AP-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist
Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, am 26.März 2021
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
Dieses Dokument wurde qualifiziert elektronisch signiert und ist nur in dieser Fassung gültig. Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses
mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den
deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB
zu beachten.
Jahresfinanzbericht 2020118
Erklärung der
gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen
das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 24. März 2021
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Corporate Development, Area Management Preventive Fire Protection, Group Controlling,
Human Resources, APAC, CEEU, MENA, Supply Chain Management, Group Accounting and Tax,
Strategy, NISA und NOMA, Central Technics, Legal, Compliance &
Innovation & Marketing, Sales Administration, CoC Operations Insurance, Export Finance,
Group Communication, Customer Service Treasury, Investor Relations,
Fire & Safety Equipment, Internal Audit, IT
Product Management
Erläuternde Angaben
119
120 Lagebericht
144 Jahresabschluss
168 Bestätigungsvermerk
174 Erklärung der gesetzlichen Vertreter
ROSENBAUER
INTERNATIONAL AG
Jahresfinanzbericht 2020
120
Lagebericht
WIRTSCHAFTLICHES UMFELD
1
Die Weltwirtschaft ist 2020 in Folge der COVID-19-Pandemie stark eingebrochen und verzeichnete – erst zum
zweiten Mal seit dem 2. Weltkrieg – ein negatives Wachstum. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds
(IWF) belief sich die Kontraktion auf -3,5 % und fiel damit stärker aus als in der Weltfinanzkrise 2009.
Aufgrund der Lockdown-Maßnahmen ist es in allen Regionen der Welt zu erheblichen Einschränkungen der
wirtschaftlichen Aktivität gekommen. Die Lieferketten waren zeitweise gestört, es kam zu Engpässen in der
Industrieproduktion und die Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück. Massive, staatliche Hilfspro-
gramme mussten aufgelegt werden, um die wirtschaftlichen Verwerfungen abzumildern.
Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine deutliche Erholung einsetzte, blieb die Weltwirtschaft im Bann
der COVID-19 Pandemie. Erst die Aussicht auf verfügbare Impfstoffe hellte zum Jahresende die Stimmung auf,
was sich auch in der IWF-Prognose für 2021 widerspiegelt, die mit einem globalen Wachstum von 5,5 % rechnet.
Das wäre der zweithöchste Anstieg seit 40 Jahren. Allerdings betont der IWF zugleich, dass wiederkehrende
Infektionswellen und neue Virusmutationen eine relativ große Unsicherheit für die Prognose bedeuten.
1
IMF, World Economic Outlook, Update, January 20, 2021.
BRANCHENENTWICKLUNG
2
Weltfeuerwehrmarkt
Der Weltfeuerwehrmarkt hat ein jährliches Volumen von rund 20.600 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von
rund 5 Mrd €. Nicht eingerechnet sind hier Kleinfahrzeuge bis 7,5 t Gesamtgewicht und feuerwehrtechnische
Ausrüstung. Basierend auf internen Schätzungen dürfte im Berichtsjahr das Volumen leicht gestiegen sein, zumal
sich in wichtigen Märkten das Investitionsklima verbesserte und eine gesteigerte Nachfrage erkennbar war.
Die stärksten Absatzregionen waren der Europa, Nordamerika und Asien, die größten Einzelmärkte USA, China
und Deutschland.
2
Zuletzt verfügbare Marktdaten aus 2019. Eigene Berechnung auf Basis von Zahlen der Weltbank und der UNO sowie von Jahresberichten und Experten-
schätzungen.
UMSATZ-, ERTRAGS- UND AUFTRAGSENTWICKLUNG
Die Rosenbauer International AG erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 525,9 Mio € (2019: 507,0Mio €).
Das stärkste Umsatzsegment war mit 81 % (2019: 78 %) das Produktsegment Fahrzeuge. Der Bereich Ausrüs-
tung kam auf einen Umsatz von 58,7 Mio € (2019: 60,2 Mio €), was einem Anteil von 11 % (2019: 12 %) am
Gesamtumsatz entspricht. Die Umsätze Service, Ersatzteile und Sonstige beliefen sich auf 8 % (2019: 10 %).
Rund 36 % (2019: 43 %) des Umsatzes bzw. 186,9 Mio € (2019: 217,7 Mio €) wurden in Europa erzielt. Im
Nahen Osten wurde ein Umsatz von 143,1 Mio € bzw. 27 % (2019: 87,7 Mio € bzw. 17 %) erzielt. Die Umsätze in
der Region Asien/Ozeanien reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr auf 74,3 Mio € (2019: 114,9 Mio €).
Lagebericht
121
Lieferungen in sonstige Länder betrugen 121,6 Mio € (2019: 86,7 Mio €).
Auftragslage
Der Auftragseingang erreichte 2020 einen Wert von 395,6 Mio € (2019: 485,0 Mio €) und blieb somit – auch
aufgrund einer zurückhaltenden Beschaffungspolitik aufgrund der Corona Pandemie - unter dem Vorjahr. Der
Auftragsbestand betrug zum Jahresultimo 355,8 Mio € (31. Dezember 2019: 475,6 Mio).
Ertragslage
Der Betriebserfolg des Geschäftsjahres 2020 lag aufgrund eines höheren Umsatzvolumens im Jahr 2020 mit
15,5 Mio € deutlich über dem Vorjahr (2019: 8,8 Mio €). Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich neben der
erwähnten Umsatzsteigerung auch durch erhöhte Beteiligungserträge in der Berichtsperiode auf 28,6 Mio €
(2019: 15,3 Mio €).
REGIONALE ENTWICKLUNG
Die Segmentberichterstattung erfolgt nach fünf Absatzregionen (Areas): CEEU (Zentral- und Osteuropa), NISA
(Nordeuropa, Iberien, Südamerika und Afrika), MENA (Mittlerer Osten und Nordafrika), APAC (Asien, Pazifik,
Australien, China) und NOMA (Nord- und Mittelamerika). Der Vorbeugende Brandschutz wird als eigenes
Segment dargestellt.
AREA CEEU
Die Area CEEU umfasst die Länder Zentral-, Ost- und Südosteuropas, mit der D-A-CH-Region (Deutschland,
Österreich, Schweiz) als historischem Heimmarkt.
Zur Area CEEU gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer International und Rosenbauer Österreich mit Sitz
in Leonding, Rosenbauer Deutschland in Luckenwalde, Rosenbauer Karlsruhe (Deutschland), Rosenbauer
Slowenien in Radgona, Rosenbauer Italia in Adrian, Rosenbauer Rovereto (Italien), Rosenbauer Schweiz in
Oberglatt und Rosenbauer Polska in Lomianki. Die Werke in der CEEU (Leonding, Neidling, Karlsruhe, Radgona
und Rovereto) produzieren für alle Areas, das Werk Luckenwalde hauptsächlich für den deutschen Markt.
Anfang 2020 hat Rosenbauer die Brandus GmbH in Andrian, Südtirol, übernommen und führt den ehemaligen
Vertriebspartner seither als eigene Konzerngesellschaft. Als umfirmierte Rosenbauer Italia vertreibt sie das
komplette Produktportfolio in ganz Italien. Vor allem der Ausrüstungsverkauf soll intensiviert und das Servicege-
schäft weiter ausgebaut werden.
Im September 2020 hat Rosenbauer die neue Leiternschweißerei in Karlsruhe feierlich eröffnet. Schlüsseltech-
nologie ist die Schweißung der Leitersätze auf modernsten, neuentwickelten Roboteranlagen. Durch die nahezu
vollständige Digitalisierung der Produktion wurde eine Fabrik der Zukunft geschaffen, die nicht nur Vorteile in
Bezug auf Produktivität, Prozesssicherheit und Qualität der Endprodukte mit sich bringt, sondern auch qualifi-
zierte Arbeitsplätze sichert. Mit der neuen Roboterfertigung ist Rosenbauer weltweit führend in der Produktions-
technologie von Drehleitern.
122
Jahresfinanzbericht 2020
Marktentwicklung
In weiten Teilen der CEEU zeigten sich die Feuerwehrmärkte 2020 in guter Verfassung. In Deutschland, dem
größten Einzelmarkt, wurden nicht nur Ersatzbeschaffungen getätigt, sondern auch in den Aufbau zusätzlicher
Kapazitäten für die Waldbrandbekämpfung und für den Katastrophenschutz investiert. In Polen, dem zweitgröß-
ten Feuerwehrmarkt, stieg der Absatz von persönlicher Schutzausrüstung. In Rumänien wurden Modernisie-
rungsprogramme gestartet und ein erster Großtender über Hubrettungsbühnen vergeben. Auch die Feuerwehr-
märkte in Österreich und der Schweiz entwickelten sich dynamisch.
Der Auftragseingang in der Area lag im Berichtsjahr mit 402,7 Mio € (2019: 370,7 Mio €) klar über dem Vorjahr.
Trotz diverser Projektverschiebungen und COVID-19-bedingter Reiserestriktionen konnten die Verkäufe in allen
Produktsegmenten gesteigert werden.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area CEEU erhöhte sich 2020 auf 363,0 Mio € (2019: 343,9 Mio €) und erreichte damit einen
historischen Höchstwert. Der größte Anteil entfiel auf Deutschland, gefolgt von Österreich. Auch wenn der Trend
zu Sammelausschreibungen anhält, sind es in der CEEU immer noch überwiegend Einzelfahrzeuge, die verkauft
werden. Um den Aufwand für die Marktbearbeitung zu reduzieren, wurden im Berichtsjahr die Vertriebsinnen-
dienste der CEEU zusammengelegt und im Außendienst wurde damit begonnen, verstärkt mit Konfiguratoren zu
arbeiten.
Die Area CEEU steuerte 2020 rund 35 % (2019: 35 %) zum Konzernumsatz bei. Das EBIT betrug im Berichtsjahr
19,5 Mio € (2019: 23,7 Mio €), die EBIT-Marge 5,4 % (2019: 6,9 %).
AREA NISA
Das NISA-Vertriebsgebiet umfasst die westeuropäischen Länder vom Nordkap bis Gibraltar sowie den Großteil
der afrikanischen und südamerikanischen Staaten.
Zur Area NISA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Española in Madrid (Spanien), Rosenbauer South
Africa in Johannesburg (Südafrika), Rosenbauer France in Meyzieu (Frankreich) und Rosenbauer UK in Meltham
(Großbritannien). Das Werk Ciansa in Spanien produziert in erster Linie für den NISA-Vertrieb.
Im Frühjahr 2020 hat Rosenbauer seine Tochtergesellschaft Service 18 von Chambéry nach Meyzieu verlegt und
in Rosenbauer France umbenannt. Der neue Standort fungiert als Kundendienstzentrum mit erweitertem
Service- und Trainingsangebot und soll die Präsenz am französischen Markt stärken. Im Berichtsjahr hat
Rosenbauer in Frankreich mehrere Ausschreibungen über Feuerwehrhelme gewonnen und hat sich in diesem
Produktbereich einen beachtlichen Marktanteil gesichert.
Marktentwicklung
Zu Jahresbeginn zeigte sich in allen Märkten der NISA eine starke Zurückhaltung bei den Auftragsvergaben. Die
Unsicherheiten aufgrund der sich ausbreitenden COVID-19 Pandemie führten zu Verschiebungen von geplanten
Beschaffungen bzw. zu einer Reduktion der Stückzahlen. Während sich die europäischen NISA-Märkte im Laufe
Lagebericht
123
des Jahres wieder erholten und die Auftragsvergaben Ende 2020 stark zulegten, blieb die Nachfrage in Südame-
rika und Afrika trotz großer Projektlandschaft aufgrund der belasteten Budgetsituation weiterhin schwach. Vor
diesem Hintergrund sank der Auftragseingang der Area NISA von 113,6 Mio € 2019 auf 98,9 Mio € 2020.
Geschäftsentwicklung
Die Area NISA erwirtschafte 2020 einen stabilen Umsatz von 114,5 Mio € (2019: 114,6 Mio €), was 11 % aller
Erlöse im Konzern (2019: 12 %) entsprach. Der größte Teil davon wurde in den Märkten Nord- und Westeuropas
sowie in Afrika erwirtschaftet. So wurden etwa im Rahmen eines mehrjährigen Großauftrages 7 PANTHER 6 x 6
an die nationale Flughafenbehörde ONDA in Marokko geliefert. Diese betreibt alle Zivilflughäfen im Land und
stattet die größeren mit neuen Fahrzeugen aus. Weiters gingen 20 BUFFALO nach Algerien, 13 Industrielösch-
fahrzeuge nach Nigeria und vier Drehleitern L56 nach Südafrika.
Das EBIT der Area NISA ging wegen eines ungünstigen Produktmixes im Berichtsjahr auf 3,5 Mio € (2019:
4,5Mio€) zurück, die EBIT-Marge auf 3,1 % (2019: 3,9 %).
AREA MENA
Die Area MENA umfasst geografisch den Nahen und Mittleren Osten sowie Teile Nordafrikas.
Zur Area MENA gehören die Konzerngesellschaften Rosenbauer Saudi Arabia mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien)
einschließlich der Produktionsstätte in der King Abdullah Economic City (KAEC) und die Rosenbauer MENA
Trading - FZE (Dubai) mit einem Tochterunternehmen in Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate). Das Werk in
der KAEC produziert ausschließlich für den MENA-Vertrieb.
Marktentwicklung
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte sich die MENA 2020 relativ gut behaupten. Im Gegenzug zu
anderen erdölproduzierenden Ländern erholten sich Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen
Emirate rasch vom historischen Einbruch des Ölpreises im April und schrieben in der zweiten Jahreshälfte wieder
größere Aufträge aus. Rosenbauer konnte aufgrund seiner starken Marktpräsenz und seines gut ausgebauten
Service-Netzwerkes überproportional davon profitieren. Die Civil Defense Saudi Arabia bestellte 106 Fahrzeuge,
die Qatar Civil Defense mit Blickrichtung Fußball-WM 64 Fahrzeuge. Der Auftragseingang in der Area MENA
blieb daher mit 120,7 Mio € im Berichtsjahr nur knapp unter dem Vorjahr mit 123,9 Mio €.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area MENA stieg 2020 deutlich auf 150,1 Mio € nach 96,6 Mio € im Vorjahr. Wesentlichen
Anteil daran hatten die Auslieferung von 48 PANTHER und 20 Structural Pumper an die saudi-arabische
Luftfahrtbehörde GACA sowie die Übergabe von 46 Fahrzeugen an die Kuwait Civil Defense, darunter fünf
PANTHER und zwei Rettungstreppen für den internationalen Flughafen. Auch das Servicegeschäft zog weiter an,
weil sich Rosenbauer zusehends als Full-Service-Provider in der Region aufstellt.
Die Area MENA steuerte im Berichtsjahr 14 % (2019: 10 %) zu den Gesamterlösen des Konzerns bei. Das EBIT
erreichte 16,2 Mio € (2019: 3,1 Mio €), die EBIT-Marge betrug 10,8 % (2019: 3,2 %).
124
Jahresfinanzbericht 2020
AREA APAC
Die Area APAC umfasst die gesamte ASEAN-Pazifik-Region, Russland, Türkei, die GUS-Staaten sowie Japan,
Indien und China.
Zur Area gehören die Konzerngesellschaften S.K. Rosenbauer in Singapur, Rosenbauer Australia mit Sitz in
Brisbane und eine Minderheitsbeteiligung an der PA „Fire-fighting special technics“ in Moskau (Russland).
Weitere Vertriebs- und Servicestandorte gibt es in China, Brunei und auf den Philippinen. Das Werk Singapur
produziert Fahrzeuge für den südostasiatischen Markt, das Werk Moskau kommunale Feuerwehrfahrzeuge für
Russland.
Marktentwicklung
Die COVID-19 Pandemie hat in der Area APAC zu einem starken Einbruch beim Auftragseingang geführt. Am
größten Einzelmarkt China gab es Verzögerungen und Einschränkungen hinsichtlich des Importes von Komplett-
fahrzeugen. In Japan verlief die Marktentwicklung zufriedenstellend. So konnten mit 23 PANTHER so viele
Flughafenlöschfahrzeuge wie noch nie in einem Jahr nach Japan verkauft werden. Starke Nachfrage kam aus
Singapur und Macao, die mit Fahrzeugen aus der Produktion in Singapur beliefert werden. Auch der Ausrüs-
tungsverkauf entwickelte sich gut: Die Feuerwehren in der Region Melbourne bestellten 1.700 Schutzhelme
HEROS-titan mit einer Option auf weitere 1.900 Stück, das Tasmania Fire Service orderte 442 Helme. Insgesamt
hat sich die Einführung des nach lokalen Standard zertifizierten HEROS-titan in Australien als sehr erfolgreich
erwiesen.
Der Auftragseingang in der Area APAC ging 2020 auf 93,6 Mio € (2019: 200,1 Mio €) zurück. Für heuer kann mit
einer deutlichen Erholung gerechnet werden, das zeigt die Verbesserung der Marktentwicklung zu Jahresbeginn.
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz in der Area APAC ging 2020 auf 127,0 Mio € zurück (2019: 146,4 Mio €). Der Anteil am Gesamtum-
satz betrug 12 % (2019: 15 %). Das EBIT sank auf 4,4 Mio € nach 9,7 Mio € im Vorjahr, die EBIT-Marge belief sich
auf 3,5 % (2019: 6,6 %).
AREA NOMA
Die Area NOMA umfasst die USA und Kanada sowie einige Länder in Mittelamerika und der Karibik. Neben der
Vertriebsgesellschaft Rosenbauer America mit Sitz in Lyons gehören die Produktionsgesellschaften Rosenbauer
Minnesota und Rosenbauer Motors in Wyoming (Minnesota), Rosenbauer South Dakota in Lyons (South Dakota)
und Rosenbauer Aerials in Fremont (Nebraska) zur Area. Die Feuerwehrfahrzeuge werden nach US-Norm
gefertigt und überwiegend in die Vertriebsregion NOMA geliefert, gehen aber auch an Kunden in den Areas
MENA, NISA und APAC.
Marktentwicklung
Der amerikanische Feuerwehrmarkt konnte sich 2020 dem allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld nicht entziehen
und gab gegenüber dem langjährigen Schnitt um rund 10 % nach. Rosenbauer schaffte es entgegen dem
Branchentrend den Auftrags
eingang zu erhöhen und seinen Marktanteil in den USA und Kanada um mehr als zwei Prozentpunkte auf knapp
14 % zu steigern. Wesentlichen Anteil daran hatten öffentliche Beschaffungen und Exportaufträge sowie die
Erweiterung des Dealer-Netzwerkes.
Lagebericht
125
Drei neue Dealer konnten 2020 für Rosenbauer gewonnen werden. Sie sind in New York, New England sowie in
Georgia, Alabama und Tennessee tätig, womit sich die Präsenz auf den volumenstarken Märkten der Ostküste
und in den Südstaaten stark verbesserte. Die neuen Partner arbeiten seit Jahrzehnten im Feuerwehr- bzw.
LKW-Geschäft und verfügen über professionelle Serviceorganisationen. Darüber hinaus hat Rosenbauer America
für die Betreuung großer Feuerwehrflotten und den Ausrüstungsverkauf eigene Key-Account-Manager installiert,
um beide Geschäftsfelder gezielt zu forcieren.
Der Auftragseingang in der Area NOMA betrug im Berichtsjahr 263,1 Mio € und lag damit 11 % über dem Vorjahr
(2019: 237,4 Mio €).
Geschäftsentwicklung
Die Area NOMA erzielte in der Berichtsperiode mit 260,9 Mio € einen Umsatz über dem Vorjahr (2019: 255,4
Mio €). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 25 % (2019: 26 %). Das EBIT konnte mit 15,1 Mio €
(2019: 12,6Mio €) ebenfalls zulegen. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf 5,8 % (2019: 4,9 %).
Die Produktion ist an allen US-Standorten im Jahr 2020 fast normal gelaufen und auch die Lieferketten haben
bis auf wenige Ausnahmen gut funktioniert. Erst gegen Jahresende waren einige COVID-19 Erkrankungen zu
verzeichnen, was ein noch besseres Ergebnis verhinderte.
VORBEUGENDER BRANDSCHUTZ
Der Vorbeugende Brandschutz beschäftigt sich mit der Planung, Errichtung und Wartung von ortsfesten
Lösch- und Brandmeldeanlagen. Das Segment wird von den beiden Konzerngesellschaften Rosenbauer Brand-
schutz mit Sitz in Leonding und Rosenbauer Brandschutz Deutschland in Mogendorf (Deutschland) bearbeitet.
Beide Gesellschaften sind als VdS- Errichterbetrieb anerkannt und nach ISO 9001 zertifiziert, was bei Ausschrei-
bungen in Deutschland meist gefordert und international als Qualitätsnachweis gilt.
Im April 2020 hat das Infrarot-Brandfrüherkennungssystem IGNIS3D ebenfalls die VdS-Produktanerkennung
erhalten. Zum Einsatz kommt es unter anderem bei vollautomatischen Werferlöschanlagen und wenn große
Flächen geschützt werden müssen, wie beispielsweise in Abfall- und Recyclinganlagen oder in Lagerbereichen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Sprühflutanlagen können diese in Kombination mit IGNIS3D das Löschmittel
zielgerichtet ausbringen, wodurch Löschwasserschäden und die damit verbundenen Kosten reduziert werden.
Im September 2020 hat Rosenbauer Brandschutz das Gewerbe der Elektrotechnik eingetragen. Als Elektro-Fach-
betrieb können nun alle E-Installationen, die früher fremdvergeben wurden, selbst durchgeführt werden,
wodurch sich das Leistungsspektrum weiter erhöht.
Ende 2020 ist Rosenbauer Brandschutz Deutschland in ein größeres Bürogebäude übersiedelt und hat ein neues
Logistikzentrum in unmittelbarer Nähe zur Rohrvorfertigungsanlage in Betrieb genommen. Damit wurden die
Voraussetzungen für weiteres Wachstum sowie eine Optimierung der Materialversorgung der bundesweiten
Baustellen geschaffen.
Marktentwicklung
Der Auftragseingang im Vorbeugenden Brandschutz belief sich 2020 auf 28,7 Mio € und war damit höher als im
Vorjahr (2019: 27,3 Mio €). Vor allem im letzten Quartal zog die Nachfrage nach Wasserlöschanlagen wieder
etwas an und Rosenbauer konnte einige größere Sprinkleraufträge in Deutschland verbuchen. Im Hauptsegment
Abfallwirtschaft war man hingegen mit schleppenden Vergaben konfrontiert.
126
Jahresfinanzbericht 2020
Geschäftsentwicklung
Der Umsatz im Vorbeugenden Brandschutz stieg in der Berichtsperiode von zuletzt 21,2 Mio € auf 28,7 Mio €.
Damit beträgt der Anteil am Gesamtumsatz 3 % (2019: 2 %). Das EBIT war mit -0,8 Mio € (2019: -1,7 Mio €)
weiter negativ, was in erster Linie auf Pandemie-bedingte Geschäftsunterbrechungen zurückzuführen ist.
FINANZLAGE, VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR
Branchenbedingt ist die Bilanzstruktur zum Jahresende durch ein hohes Working Capital geprägt. Dieses
resultiert aus den vergleichsweise langen Durchlaufzeiten der Feuerwehrfahrzeuge, die grundsätzlich kunden-
spezifisch gebaut werden. Die Bilanzsumme reduzierte sich zum 31. Dezember 2020 auf 547,1 Mio € (2019:
605,6 Mio €). Niedrigere Außenstände bei den Forderungen sowie gesunkene Vorräte waren hierfür die
Hauptursache.
Das Sachanlagevermögen lag mit 84,8 Mio € (2019: 80,8 Mio €) über dem Vorjahresniveau. Die Finanzanlagen
betrugen 77,4 Mio € (2019: 61,4 Mio €).
Das Umlaufvermögen reduzierte sich aufgrund der gesunkenen Vorräte von 141,5 Mio € (2019: 183,4 Mio €)
und der reduzierten Forderungen von 229,1 Mio € (2019: 251,5 Mio €) um 18% und belief insgesamt sich auf
371,3 Mio € (2019: 453,2 Mio €). Da sich die Verbindlichkeiten ebenfalls auf 280,3 Mio € (2019: 364,2 Mio €)
reduzierten, blieb das Working Capital in Summe auf dem Niveau des Vorjahres.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Eigenmittel auf 196,6 Mio € (2019: 177,4 Mio €). Durch die
zusätzlich gesunkene Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote deutlich auf 35,9 % (2019: 29,3 %).
INVESTITIONEN
Die Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögensgegenstände lagen im Berichtsjahr
aufgrund des mehrjährigen Modernisierungsprogramms von Werk 1 mit 17,1 Mio € deutlich über dem Niveau
des Vorjahres € (2019: 5,9 Mio €). Die Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen
Vermögensgegenstände lagen mit gesamt 9,9 Mio € ebenfalls über dem Vorjahr (2019: 8,3 Mio €).
Erweiterte Kapazitäten
In Asten betreibt Rosenbauer seit 2019 ein Logistikzentrum für Ersatzteile und für die Auslieferung von in Kisten
verpackten, nicht-komplettierten Fahrzeugaufbauten (SKD- bzw. CKD-Aufträge). Dadurch konnte die logistische
Infrastruktur am Stammsitz in Leonding weiter entflochten und die werksnahen Lager stärker nach den
Produktionsbedarfen ausgerichtet werden.
Ende 2020 hat Rosenbauer Österreich an demselben Standort mit der Errichtung eines neuen Kundenzentrums
begonnen, das über eine umfangreiche Serviceinfrastruktur und einen modernen Shop verfügen wird. Insbeson-
dere in der Modernisierung und Generalüberholung von Feuerwehrfahrzeugen (Refurbishment) wird großes
Potenzial gesehen. Durch diese Übersiedlung von Leonding nach Asten werden weitere Flächen in der Konzern-
zentrale frei, die künftig großteils der Produktion zur Verfügung stehen sollen.
Lagebericht
127
Effiziente Prozesse
Die Einführung von SAP S/4HANA als neues, konzernweites ERP-System hat im Oktober 2020 mit der Erstellung
des Business Blueprints einen weiteren Meilenstein passiert. In diesem Pflichtenheft ist definiert, welche
Funktionen das System erfüllen und wie es aufgebaut sein muss, um die Prozesse bei Rosenbauer korrekt
abzubilden. Anschließend wurden die Umsetzungsdetails für die diesjährige Ausrollung in Vertrieb und Service
festgelegt.
BESCHAFFUNG, LOGISTIK UND PRODUKTION
Einkaufs- und Lieferantenpolitik
Für den Geschäftserfolg des Unternehmens ist es von essenzieller Bedeutung, nur mit den besten und inno-
vativsten Lieferanten zusammenzuarbeiten. Die Anforderungen der Feuerwehren verändern sich permanent,
entsprechend flexibel müssen Rosenbauer und seine Zulieferer darauf reagieren können. Rosenbauer setzt
gezielt auf eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern, die sorgfältig ausgewählt
und laufend evaluiert werden. Gemeinsam werden Strategien zur Optimierung der Logistikkette, Verbesserung
der Kosteneffizienz, Erfüllung von Umweltaspekten bis hin zu innovativen Produktlösungen entwickelt. Ziel der
intensiven Zusammenarbeit ist es unter anderem, neben der Nutzung des eigenen Wissens auch auf das
Know-how, die Kreativität und die Erfahrung der Lieferanten zurückzugreifen.
Hohes Zukaufsvolumen
Basierend auf der hohen Materialintensität (60 % der Umsatzerlöse) und einem damit korrespondierenden hohen
Einkaufsvolumen ist die termingerechte Versorgung der Produktion eine zentrale Herausforderung. Ein Großteil
des Rosenbauer Einkaufsvolumens wird in Europa beschafft, der Rest stammt überwiegend aus den USA. Die
wichtigsten Lieferanten kommen aus Österreich, Deutschland und den USA.
Durch eine konsequente Einkaufspolitik gelingt es Rosenbauer schon seit Jahren, Preisschwankungen beim
Zukauf zu glätten. Rosenbauer beobachtet laufend die Preisentwicklung von Rohstoffen und reagiert auf
Preisschwankungen mit einer der Situation angepassten Einkaufspolitik.
WEITERE RECHTLICHE ANGABEN
Nichtfinanzielle Erklärung/Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsverständnis
Unter Nachhaltigkeit versteht Rosenbauer verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln für langfristigen
ökonomischen Erfolg im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft. Nachhaltig profitabel zu wachsen, ist erklärtes
Unternehmensziel. Dabei werden Geschäftspartner, Kunden, Mitarbeiter und sämtliche weitere Stakeholder
miteinbezogen und im direkten Dialog angesprochen.
In der Rosenbauer Nachhaltigkeitsstrategie sind die zentralen Handlungsschwerpunkte festgelegt. Neben der
effizienten Nutzung von Ressourcen will Rosenbauer als Technologieführer mit zukunftsorientierten Materialien
Produkte schaffen, die den Kunden zum Schutz von Leben und Infrastruktur dienen. Darüber hinaus hat
Rosenbauer den Anspruch, als Top-Arbeitgeber seinen Mitarbeitern eine ausgewogene Work-Life-Balance zu
ermöglichen und für sie eine moderne und vor allem sichere Arbeitsumgebung zu schaffen.
128
Jahresfinanzbericht 2020
Die Nachhaltigkeitsstrategie ist eingebettet in die Unternehmensstrategie; ihr Fundament sind die Rosenbauer
Markenwerte.
Aus Tradition neugierig stellt sich Rosenbauer weltweit den Herausforderungen der modernen Feuerwehren und
geht selbstbewusst voran. Als ihr Partner arbeitet Rosenbauer fokussiert an Produkt- und Servicelösungen, die
den Alltag der Einsatzkräfte erleichtern und vor allem sicherer machen.
Der Konzern fühlt sich in seinem Handeln nicht nur an gesetzliche Bestimmungen gebunden, sondern hat eigene
Regeln wie den Code of Conduct aufgestellt, die darüber hinausgehen.
Nachhaltigkeitsmanagement
Das Rosenbauer Nachhaltigkeitsmanagement ist organisatorisch im Bereich Corporate Communication &
Investor Relations angesiedelt und berichtet an den Vorstand. Ziel des Nachhaltigkeitsmanagements ist es, in
allen Geschäftsprozessen die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu berücksichtigen und die ökonomi-
schen mit den ökologisch-sozialen Vorstellungen des Unternehmens in Einklang zu bringen. Dabei arbeiten
Nachhaltigkeitsmanagement und operative Einheiten eng zusammen. Zur Steuerung und jährlichen Überprüfung
der Zielerreichung werden sowohl quantitative als auch qualitative Messinstrumente eingesetzt.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Seit dem Geschäftsjahr 2017 veröffentlicht Rosenbauer jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht, der über die
Rosenbauer Website abgerufen werden kann. Außerdem wird eine Broschüre herausgegeben, die die wichtigsten
Daten und Fakten zur Nachhaltigkeit zusammenfasst. Der Nachhaltigkeitsbericht wurde nach den „GRI-Stan-
dards“ (Global Reporting Initiative) und nach den Anforderungen des österreichischen „NaDiVeG“ (Nachhaltig-
keits- und Diversitätsverbesserungsgesetz) erstellt und erscheint gemäß § 267a UGB als gesonderter nichtfinan-
zieller Bericht. 2020 wurde der Bericht vom Aufsichtsrat geprüft und freigegeben.
Mitarbeiter
Management der COVID-19 Pandemie
Bereits zu Beginn der sich abzeichnenden COVID-19 Pandemie hat Rosenbauer in seiner Zentrale einen
konzernweiten Krisenstab eingesetzt. Dieser Krisenstab hat das globale COVID-19 Management von den frühen
Reisebeschränkungen bis zu den Schutzmaßnahmen übernommen. Tagesaktuell wurden Maßnahmenpläne
erstellt, in verschiedene Sprachen übersetzt und allen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt.
Die Arbeitsbedingungen an den Rosenbauer Standorten wurden so angepasst, dass das Infektionsrisiko
minimiert wurde. Neben umfangreichen Möglichkeiten zur Telearbeit für Büroangestellte wurden Schicht- und
Arbeitspläne so umgestaltet, dass notwendige Sicherheitsabstände eingehalten werden konnten. Das Wohl der
Mitarbeiter stand bei annähernd voller Produktion immer im Vordergrund. So wurden Werksurlaube auf das
Frühjahr vorverlegt und die Möglichkeit zur Kurzarbeit genutzt.
Im Fall begründeter Verdachtsfälle wurden Mitarbeiter noch vor dem Vorliegen eines amtlichen Testergebnisses
frühzeitig in Quarantäne geschickt, auch wenn es dafür keinen Kostenersatz gab. Auch diese Maßnahme hat
dazu beigetragen, die Fallzahlen an den Standorten gering zu halten. Es wurden Pläne erarbeitet, um im Falle der
Verfügbarkeit von Impfstoff die betriebliche Infrastruktur zur Impfung der Mitarbeiter heranzuziehen.
Lagebericht
129
Personalpolitik
Rosenbauer verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie, die von einem modernen Personalmanagement
unterstützt wird. Wichtigste Ziele sind die Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in der
Öffentlichkeit, die Implementierung von modernen Führungsinstrumenten in den operativen Prozessen, die Förderung
von Internationalität und Diversität in der Mitarbeiterstruktur sowie die Schaffung von Rahmenbedingungen für eine
leistungsorientierte Unternehmenskultur.
Das Unternehmen legt großen Wert auf fachlich wie sozial kompetente Mitarbeiter; es unterstützt diese gezielt bei
der Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten. Neben einem umfangreichen Qualifizierungsangebot gibt es spezielle
Programme für die Team- und Führungskräfteentwicklung. Wegen der COVID-19 Pandemie wurde der mit Ende 2017
begonnene, wachstumsbedingte Personalaufbau vorerst nicht vollumfänglich weiter fortgesetzt.
Mit durchschnittlich 1.475 Mitarbeitern beschäftigte die Rosenbauer International AG im Jahr 2020 in Summe um
8% mehr Mitarbeiter als zum Stichtag des Vorjahres (2019: 1.363). Die Gesamtzahl der Mitarbeiter gliedert sich in
800 Arbeiter (2019: 734), 580 Angestellte (2019: 531) und 95 Lehrlinge (2019: 98).
Personalentwicklung
Die Entwicklung und Qualifizierung der Mitarbeiter ist eine der wichtigsten Aufgaben des HR-Managements. Rosen-
bauer arbeitet laufend an der Bereitstellung eines breiten Angebots an Aus- und Weiterbildungsprogrammen. Diese
umfassen technische und betriebswirtschaftliche Trainings, Seminare zur Verbesserung der Projektmanagment-
Kompetenz, der Gesprächsführung und der sozialen Kompetenzen sowie Angebote zum Erlernen und zur Perfektio-
nierung von Fremdsprachen. Trotz der Pandemie wurden 2020 im Konzern für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
insgesamt 0,6 Mio € (2019: 0,5 Mio €) aufgewendet. Die Trainings wurden dabei auf hybride oder virtuelle Formate
umgestellt, was eine Internationalisierung der Trainingsteilnehmer bei gleichzeitigen Kosteneinsparungen ermöglichte.
Als Fortführung des bewährten Management Development Programms, das Führungskräfte aus allen Konzerngesell-
schaften auf ihre Führungsaufgaben vorbereiten und eine strategische Managementreserve aufbauen soll, wurde im
Berichtsjahr das Rosenbauer Next Level Programm fortgesetzt. Ziel ist es, akademisch fundiert und praxisrelevant
Management- und Leadership- Skills nachhaltig zu etablieren. Das Programm fokussiert dabei auf strategische und
organisationsbezogene Themen wie Change, Digital Business, Leadership-Mindset und Controlling.
Die im Jahr 2019 gestartete Rosenbauer Sales & Purchase Academy - eine Maßnahme, die die komplette Vertriebs-
und Einkaufsmannschaft bestmöglich für künftige Herausforderungen wappnen soll – wurde weitergeführt. Fokus-
siert auf den tatsächlichen Verkaufs- und Einkaufsalltag wurden Themen wie Kundenanalyse, Kommunikation &
Präsentation sowie Verhandlungstechniken behandelt. In einer Art Curriculum wurden ergänzend dazu Trainings in
den Bereichen Betriebswirtschaft, Recht und Persönlichkeitsentwicklung besucht.
Die Lehrlingsausbildung hat bei Rosenbauer einen sehr hohen Stellenwert, die wichtigsten Lehrberufe waren
Metalltechniker mit Schwerpunkt Maschinenbau, Mechatroniker und Industriekaufleute.
Chancengleichheit
Rosenbauer ist bestrebt, jedem Mitarbeiter die gleichen Chancen einzuräumen – unabhängig von Abstammung, Alter,
Geschlecht, Kultur oder Herkunft. Die Diversität im Konzern wird konstruktiv genutzt und prägt die Unternehmens-
kultur. Da die Feuerwehrbranche traditionell von Männern als berufliches Betätigungsfeld gewählt wird, setzt
Rosenbauer gezielt auf Maßnahmen zur Frauenförderung. Dies beinhaltet das gesellschaftliche Engagement, mehr
Frauen für technische Berufe zu begeistern, und zeigt sich zum Beispiel in der bevorzugten Aufnahme von weiblichen
Lehrlingen. So werden schon seit einigen Jahren junge Frauen in den Lehrberufen Mechatronik und Metalltechnik
ausgebildet bzw. sind diese mittlerweile bereits als Produktionsmitarbeiterinnen tätig.
130
Jahresfinanzbericht 2020
Forschung und Entwicklung
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit lag 2020 auf der Finalisierung der Produktneu-
heiten, die Rosenbauer auf der Weltleitmesse Interschutz präsentieren wollte. Der internationale Branchentreff
findet üblicherweise alle fünf Jahre in Deutschland statt und wurde wegen der COVID-19 Pandemie auf 2022
verschoben. Rosenbauer hat seine Innovationen dennoch auf den Markt gebracht und diese auf regionalen
Messen und in neuen virtuellen Formaten wie den Online Product Days vorgestellt.
Zu den wichtigsten Innovationen zählen der RT (Revolutionary Technology), das erste Rosenbauer Löschfahrzeug
mit Elektroantrieb, neue digitale Produkte (RTE Robot und Feuerwehrdrohnen) und Dienste (Connected Fleet),
eine komplett neue Baureihe von Kommunalfahrzeugen (CT, AT, MT) mit einheitlicher Bedienung, die Drehleitern
L32A-XS Flat und die Hubrettungsbühne B45 sowie das RFC Admix Variomatic Zumischsystem aus dem Bereich
Löschsystem und das neue RTE FX Hohlstrahlrohr aus dem Bereich Ausrüstung.
2020 wurden in der Rosenbauer International AG 10,3 Mio € (2019: 10,8 Mio €) in Forschung und Entwicklung
investiert. Das sind 4,4 % (2019: 4,8 %) der relevanten Nettoerlöse der Eigenproduktion. Die Aktivierungsquote
betrug 15,6 % (2019: 21,6 %).
Löschfahrzeug mit Elektroantrieb
Nach achtjähriger Entwicklungsarbeit erfolgte im Berichtsjahr die Markteinführung des Rosenbauer Löschfahr-
zeuges mit Elektroantrieb – ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Der Launch-Event im Linzer
Ars Electronica Center konnte via Livestream mitverfolgt werden und fand weltweite Beachtung. Höhepunkt war
die Übergabe der ersten drei Vorserienfahrzeuge an die Feuerwehren Amsterdam, Berlin und Dubai. Als
Innovationspartner werden sie die Fahrzeuge im Regeleinsatz testen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse
für die Serienentwicklung und -produktion zur Verfügung stellen.
Mit den Prototypen wurde auch der Produktname geändert: Aus dem Concept Fire Truck (CFT) wurde der
Revolutionary Technology (RT). Die neue Bezeichnung unterstreicht, dass der RT keine Weiterentwicklung einer
bestehenden Fahrzeugbaureihe darstellt, sondern als Ganzes neu gedacht und neu entwickelt wurde. Nicht nur
die Antriebstechnik ist für ein Feuerwehrfahrzeug revolutionär, sondern auch die Fahrzeugarchitektur und damit
die komplette Aufbauphilosophie sowie die durchgängig intuitive Bedienbarkeit. So können alle Funktionen des
RT, von der Beleuchtung bis zur Löschtechnik, digital gesteuert werden und es laufen alle Fäden eines Einsatzes
im Fahrzeug als Kommandozentrale zusammen. Der RT baut dafür sein eigenes, abgesichertes W-LAN auf,
fungiert als drahtloser Steuerstand für Roboter, Drohnen und Sensorsysteme und sorgt für die Vernetzung mit
der Einsatzleitstelle, dem Datencenter des Rosenbauer Einsatzmanagementsystems, dem World Wide Web und
in Zukunft mit dem Internet der Dinge (IoT).
Die Hochvolt-Batteriespeicher des RT liefern in de 100 kWh-Variante ausreichend Energie, um damit nicht nur
den Fahrantrieb zu speisen sondern einen kompletten Feuerwehreinsatz elektrisch abarbeiten zu können. Das
gilt sowohl für technische als auch für kürzere Löscheinsätze, weil auch die Pumpe elektrisch betrieben wird. Für
längere Löscheinsätze ist im Fahrzeug ein Range Extender verbaut, der aus einem modernen 6-Zylinder-Diesel-
motor und einem Stromgenerator besteht. Mit diesem Tandem wird der RT zu einem mobilen Kraftwerk, welches
nicht nur die Akkus automatisch wieder auflädt, wenn mehr Energie verbraucht wird, als darin gespeichert ist,
sondern an der Einsatzstelle auch eine Notstromversorgung sicherstellt.
Rosenbauer schätzt den weltweiten Markt für den RT auf mehr als 3.200 Fahrzeuge bis 2030, wobei die
Nachfrage nicht nur von kommunalen Feuerwehren sondern auch von Flughafenbetreibern und Industrieunter-
nehmen stammt und dabei teilweise der Austausch ganzer Fahrzeugflotten im Gespräch ist. In Europa könnten
2025 bereits 700 bis 800 elektrifizierte Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz sein.
Lagebericht
131
Digitale Produkte und Services
Digitalisierung und Vernetzung spielen im Einsatzalltag der Feuerwehren eine immer größere Rolle. Rosenbauer
hat 2020 seine Kompetenzen im neuen Bereich Digital Solutions gebündelt und sein Produktprogramm um
Drohnen und Roboter ergänzt. Die Drohnen stammen vom Weltmarktführer DJI, sind mit Kameras und Sensoren
bestückt und vollständig in das Rosenbauer Einsatzmanagementsystem eingebunden. Sie liefern die bislang
fehlende Luftperspektive von Einsatzstellen und werden von den Feuerwehren in erster Linie zur Lageerkundung,
Lokalisierung von Hotspots und Detektion von Gefahrstoffen genutzt. Das Rosenbauer Einsatzmanagement-
system zeigt die Drohnenbilder und Sensordaten auf den Tablets und Fahrzeug-Displays der operativen Einheiten
sowie auf den Monitoren in den Kommandozentralen an.
Der multifunktionale RTE Robot ist eine Eigenentwicklung, hat im Berichtsjahr die Serienreife erreicht und wurde
erstmals im Rahmen der Rosenbauer Online Product Days präsentiert. Das elektrisch angetriebene und
ferngesteuerte Roboterfahrzeug kann vielseitig eingesetzt werden: Es übernimmt Logistikaufgaben, insbeson-
dere den Transport schwerer Ausrüstung, kann mit Sensoren und Kameras bestückt zur Lageerkundung genutzt,
als Bergegerät verwendet und, mit verschiedenen Werfermodulen zur Auswahl, als Löschroboter eingesetzt
werden. Mit seiner stand- ardisierten Plattform samt Schnellkupplungssystem nimmt es jede Art von Nutzlast im
Normmaß einer Europalette auf und ist dadurch nicht nur für Feuerwehren, sondern für jede Blaulichtorganisa-
tion interessant, die Logistikaufgaben zu erfüllen hat.
Ebenfalls im Berichtsjahr fertiggestellt wurde die Entwicklung von Connected Fleet, dem Rosenbauer Fahrzeug-
informationssystem auf der Basis von service4fire mit neuer Hard- und Software, neuer Benutzerschnittstelle
und neuen Funktionen. Connected Fleet überwacht den technischen Zustand und die Betriebsbereitschaft von
Einsatzfahrzeugen und der darin verbauten Komponenten (z.B. dem RTE Robot) und meldet Störungen und
andere Serviceinformationen automatisch an den Fahrzeugbetreiber. Zudem zeigt es in Echtzeit unter anderem
die Live Position und die Betriebsmittelzustände der Fahrzeuge an und erstellt eine komplette Einsatzdokumen-
tation. Feuerwehren haben somit jederzeit einen vollständigen Überblick über ihre Fahrzeugflotte und können
diese mit Connected Fleet digital verwalten (z.B. elektronisches Fahrtenbuch).
Harmonisierte Fahrzeugbaureihen
Mit der Einführung neuer kommunaler Fahrzeugbaureihen fand im Berichtsjahr ein weiteres, langjähriges
Entwicklungsprojekt einen Abschluss. Der CT ist die neue Kompaktklasse zwischen 3,5 und 14 t, der neue MT
deckt die Gewichtsklasse ab 18 t ab, dazwischen ist das Premiumfahrzeug AT angesiedelt, welches zwar nicht
komplett neu entwickelt, aber mit den anderen beiden Baureihen harmonisiert wurde. Nicht nur im Design
sprechen CT, AT und MT nun eine gemeinsame Sprache, sie verfügen auch über einheitliche Bediensysteme. Das
reduziert den Trainingsaufwand bei den Feuerwehren, erleichtert bei größeren Fuhrparks den Wechsel zwischen
unterschiedlichen Fahrzeugtypen und hat in der Ersatzteilversorgung entscheidende Vorteile.
Neue Löschsysteme
Im Vorjahr hat Rosenbauer auch zahlreiche Neuentwicklungen aus dem Bereich Löschsysteme fertig entwickelt
und eingeführt. Dazu gehören allen voran das Schaum-Druckzumischsystem RFC Admix Variomatic, die neue
Generation von POLY Löschsystemen und das RFC CAFS Cube Druckluftschaumsystem. Die Variomatic wird in
kommunale Löschfahrzeuge verbaut und produziert je nach Anforderungen im Einsatz Netzmittel, Leicht-,
Mittel- oder Schwerschaum. Die POLY Löschsysteme sind trag- oder fahrbare Feuerlöscher, die sich aufgrund
der CAFS-Technologie ideal zur raschen und effizienten Bekämpfung von Klein- und Entstehungsbränden eignen.
Der neue CAFS Cube ist ein kompaktes All-in-One-Löschgerät für Wasser-, Schaum- und CAFS-Einsätze, welches
mobil genutzt und dank eigenem Motor auch in Fahrzeuge verbaut werden kann, die nicht über einen Nebenab-
trieb verfügen.
132
Jahresfinanzbericht 2020
Darüber hinaus hat Rosenbauer im Berichtsjahr die Entwicklung der Einbaupumpe N130 abgeschlossen. Mit einer
Norm-leistung von 13.000 l/min und einer Höchstleistung von 20.000 l/min (bei 4 bar Eingangsdruck) ist sie die
stärkste Feuerwehrlöschpumpe von Rosenbauer und prädestiniert für den Einbau in Industrielöschfahrzeuge.
Innovatives Batteriebrandlöschsystem
Angesichts der zunehmenden Elektromobilität forscht Rosenbauer seit 2018 am Thema „Hochvolt-Batterie-
brand“. Nach intensiver Grundlagenforschung erfolgten im Vorjahr zahlreiche Brand- und Löschversuche mit
unterschiedlichen Zelltypen und Batteriekapazitäten, deren wissenschaftliche Auswertung die Wirksamkeit und
Effizienz des entwickelten Systems bestätigt haben. Zurzeit wird es von Lead-Kunden im Einsatzalltag getestet,
bevor es Mitte des Jahres 2021 auf den Markt gebracht wird.
Im Gegensatz zu allen bekannten Lösungen kann das System mit Standardlöschtechnik betrieben und ohne
größeren Schulungsaufwand von jeder Feuerwehr der Welt sofort ein-gesetzt werden. Es wird aus sicherer
Entfernung bedient, verursacht keinen übermäßigen Wasserverbrauch und lässt sich überall kostengünstig
nachrüsten.
INFORMATIONEN GEMÄSS § 243A ABS. 1 UGB
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer
International AG beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen
anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind
Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme.
Die Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH (BVG) hält 51 % der Anteile an der Rosenbauer International AG.
Die BVG hat die Übertragung ihrer Aktien an Dritte an eine Mehrheit von 75 % der Stimmen gebunden. Unter
Beachtung der Gleichbehandlung liegen bezüglich der Stimmrechte oder der Übertragung von Aktien keine
Beschränkungen vor, sofern der Anteil an Inhaberaktien am Grundkapital der Gesellschaft zu keinem Zeitpunkt
unter 40 % liegt. Ein Gesellschafter der Rosenbauer Beteiligungsverwaltung GmbH hält indirekt durchgerechnet
11,9 % der Anteile an der Rosenbauer International AG. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit besonderen
Kontrollrechten. Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
In der Satzung der Rosenbauer International AG sind die Bestimmungen zur Ernennung und Abberufung der
Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates festgelegt. Zum Mitglied des Vorstandes kann nur bestellt
werden, wer das 65. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht vollendet hat. Die Bestellung einer
Person zum Mitglied des Vorstandes, die zum Zeitpunkt der Bestellung das 65. Lebensjahr bereits vollendet hat,
ist jedoch dann zulässig, wenn mit entsprechendem Beschluss der Hauptversammlung die Zustimmung mit
einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen erteilt wird. In den Aufsichtsrat kann nur gewählt werden, wer
das 70. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht vollendet hat. Die Wahl einer Person zum Mitglied des
Aufsichtsrates, die zum Zeitpunkt der Wahl das 70. Lebensjahr bereits vollendet hat, ist jedoch zulässig, wenn
der entsprechende Beschluss in der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen
gefasst wird.
Lagebericht
133
Für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebotes gibt es keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der
Gesellschaft, ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder den Mitarbeitern.
Der Corporate-Governance-Bericht des Rosenbauer Konzerns ist auf der Website www.rosenbauer.com/de/at/
group im Kapitel „Investor Relations“ unter „Corporate Governance“ veröffentlicht.
RISIKEN UND CHANCEN
Risikomanagement
Rosenbauer ist in seinem unternehmerischen Handeln mit unterschiedlichen Risiken konfrontiert. Die kontinuier-
liche Identifizierung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ist integraler Bestandteil des Führungs-, Planungs-
und Controlling- Prozesses. Das Risikomanagement greift auf die im Konzern vorhandenen Organisations-,
Berichts- und Führungsstrukturen zurück und ergänzt diese um spezifische Elemente, die zur ordnungsgemäßen
Risikobeurteilung erforderlich sind. Im Kern besteht das Rosenbauer Risikomanagement aus fünf Elementen:
der schriftlich ausformulierten Risikostrategie sowie der ergänzenden Risikopolitik,
einer definierten Organisationsstruktur mit Risikoverantwortlichen in den einzelnen Geschäftsbereichen und
operativen Einheiten sowie einem zentralen Risikokoordinator,
einer regelmäßigen Risikoerfassung und -bewertung in allen Bereichen und den Tochtergesellschaften,
der Reporting-Struktur des Konzerns und
dem Risikobericht auf Geschäftsbereichs- und Einzelgesellschaftsebene.
Systematische Überwachung
Das Rosenbauer Risikomanagement ist in einem webbasierten System abgebildet und definiert einen strukturier-
ten Prozess zur systematischen Überwachung der Geschäftsrisiken. Jährlich werden diese konzernweit erfasst
bzw. aktualisiert, hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und des zu erwartenden Schadensausmaßes
analysiert sowie quantitativ oder qualitativ bewertet. Als Hilfestellung sind in einem eigenen Katalog jene Risiken
zusammengefasst, die eine Bedrohung für das Unternehmen darstellen können.
Aus der Risikoanalyse werden auf operativer Ebene die erforderlichen Kontroll- und Steuerungsmaßnahmen und
die Instrumente zur Risikobewältigung abgeleitet. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Risikoeigner in den
einzelnen Areas, Geschäftsbereichen und Gesellschaften. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Risikoin-
ventur einmal jährlich an den Prüfungsausschuss berichtet. Im Zuge dieses Termins wird auch die generelle
Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems beurteilt.
Internes Kontrollsystem
Das Interne Kontrollsystem (IKS) hat die Aufgabe, die Effektivität und Effizienz der Geschäftstätigkeit zu sichern.
Es besteht aus systematisch gestalteten organisatorischen Maßnahmen und Kontrollen zur Einhaltung von
internen und externen Richtlinien sowie zur Abwehr von Schäden, die beispielsweise durch ungeregelte oder
unrechtmäßige Handlungen verursacht werden können. Die Kontrollen sind direkt in die unternehmerischen
Prozesse und Abläufe integriert. Darüber hinaus erfolgen prozessunabhängige Prüfungen der Wirksamkeit der
Kontrollen durch die Interne Revision.
134
Jahresfinanzbericht 2020
Zielgerichtetes Kontrollumfeld
Eine wichtige Basis des IKS stellen die unternehmensweit gültigen Regelungen und Richtlinien dar. Dazu kommen
die im Managementsystem verankerten Prozessdarstellungen und hinterlegten Arbeitsanweisungen. Im Rahmen
von internen Audits wird kontrolliert, ob diese Richtlinien eingehalten und die Prozesse sauber ausgeführt
werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert, Empfehlungen abgeleitet und die operative Umsetzung wird
überwacht.
Einheitliche Rechnungslegung
Das Kontrollumfeld des Rechnungslegungsprozesses ist durch eine klare Aufbau- und Ablauforganisation
gekennzeichnet. Sämtliche Funktionen sind eindeutig Personen (zum Beispiel in Finanzbuchhaltung oder
Controlling) zugeordnet. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Mitarbeiter erfüllen alle fachlichen
Voraussetzungen. Bei den relevanten Prozessen der Rechnungslegung wird, soweit es die Größe der jeweiligen
Gesellschaft zulässt, auf ein Vier-Augen-Prinzip geachtet. Bei den verwendeten Finanzbuchhaltungssystemen
handelt es sich überwiegend um Standardsoftware, die gegen unbefugte Zugriffe geschützt ist. Auf den
Rechnungslegungsprozess bezogene wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind in einem
Konzernhandbuch verbindlich festgelegt.
Detaillierte Finanzberichte
Die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten im Rechnungswesen wird regelmäßig anhand von Stichproben und
Plausibilitätsprüfungen überprüft. Zudem erfolgen laufende Analysen durch das konzernweite Controlling und
Treasury. Detaillierte Finanzberichte werden auf Monats- und Quartalsbasis erstellt bzw. sind täglich aktuell
abrufbar, um Abweichungen in der Ertrags- und Vermögenslage von den Planzahlen rasch identifizieren und
beheben zu können.
Klare Zuständigkeiten
Dieses ausgeprägte Regelungs- und Berichtssystem gibt neben den prozessorientierten Rahmenbedingungen vor
allem ablauforientierte Maßnahmen vor, die von sämtlichen betroffenen Einheiten umgesetzt werden müssen. Die
operative Verantwortung liegt bei den jeweiligen Prozessverantwortlichen. Die Einhaltung des Rosenbauer Regel-
werks wird durch die Interne Revision im Rahmen der periodischen Prüfungen der einzelnen Bereiche überwacht.
ERLÄUTERUNG DER EINZELRISIKEN
Umfeld- und Branchenrisiken
Globale Erderwärmung - Risiken und Chancen
Im Jahr 2020 wurde mit Unterstützung eines externen Beraters eine Analyse der klimabezogenen Risiken und
Chancen durchgeführt. Dabei wurden die Empfehlungen der Taskforce on Climate-related Financial Disclosures
(TCFD) angewandt.
In einem ersten Schritt wurden jene klimabezogenen Risiken und Chancen identifiziert, die für Rosenbauer
potenziell finanziell relevant sein könnten. Diese wurden auf Basis einer Analyse öffentlicher Informationen
vergleichbarer Unternehmen und Erkenntnissen der Klimawissenschaft erhoben. Zusätzlich wurden in den
relevanten Fachabteilungen von Rosenbauer wie etwa Risikomanagement, Einkauf oder Innovation Interviews
geführt, um die Perspektiven und Erfahrungen der diversen internen Stakeholder einfließen zu lassen. Die
identifizierten klimabezogenen Risiken und Chancen wurden in der Folge einer Bewertung hinsichtlich ihrer
finanziellen Auswirkungen auf Rosenbauer und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unterzogen. Dies wurde in enger
Abstimmung mit dem Risikomanagement von Rosenbauer konzipiert und durchgeführt, um die Anschlussfähig-
Lagebericht
135
keit des Prozesses sowie der Ergebnisse sicherzustellen. Es ist angedacht, die Identifizierung sowie Bewertung
klimabezogener Risiken und Chancen in den laufenden Risikomanagementprozess zu integrieren.
Als wesentlichste klimabezogene Herausforderung wurden die physischen Klimarisiken für die Rosenbauer
Produktions- und Montagestandorte identifiziert, als wesentlichste klimabezogene Chance der allgemein
zunehmende Bedarf an Brandschutzprodukten sowie die Chancen für neue Rosenbauer Produkte und Services.
Um die möglichen Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Rosenbauer besser zu verstehen, wurde eine
Szenarienanalyse nach TCFD durchgeführt. Hierfür werden Klimaszenarien der Klimawissenschaft herangezogen
und zum Unternehmen in Kontext gestellt.
Rosenbauer ist Unterstützer der TCFD.
Marktrisiken und -chancen
Das internationale Feuerwehrgeschäft ist ein typischer Nachläufer und reagiert erst mit einer Verzögerung von
zwölf bis 24 Monaten auf konjunkturelle Schwächen. Das liegt daran, dass die Kunden überwiegend aus dem
öffentlichen Sektor kommen, ihre Beschaffungen langfristig planen und mit ihren Investitionen auch antizyklisch
Impulse setzen wollen.
Bei der Beurteilung marktwirtschaftlicher Risiken und Chancen orientiert sich Rosenbauer an den Annahmen
führender Institutionen über die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Regionen und Ländern. Auch nach
Elementarereignissen und Naturkatastrophen wird verstärkt in Feuerwehrtechnik investiert. Planbar sind diese
Beschaffungen zwar nicht, bieten aber immer wieder zusätzliche Absatzchancen für die Feuerwehrausstatter.
Rosenbauer analysiert regelmäßig die maßgeblichen Branchenrisiken und nutzt Chancen durch rasches
Reagieren auf Marktveränderungen.
Die jährliche Geschäftsplanung wird aus der Mittelfristplanung abgeleitet und umfasst einen nach Regionen und
Produkten gegliederten Zielkatalog, der als Steuerungsinstrument dient. So können Chancen und strategische
Risiken frühzeitig erkannt werden. Zur nachhaltigen Absicherung des Wachstums verfolgt Rosenbauer eine
konsequente Internationalisierungsstrategie. Mit Produktionsstätten auf drei Kontinenten und einem weltweiten
Vertriebs- und Servicenetz lassen sich Absatzschwankungen in einzelnen Märkten ausgleichen.
Wettbewerbs- und Preisdruck
Der größte Wettbewerbs- und Preisdruck in der Feuerwehrbranche herrscht bei Kommunalfahrzeugen. Die
zunehmende Zentralisierung des Beschaffungswesens bietet durch die Förderung eines fairen Wettbewerbs und
transparentere Prozesse Chancen, birgt aber auch durch die Bündelung der Beschaffung das Risiko, Großauf-
träge zu verlieren.
Rosenbauer analysiert und überwacht permanent die Markt- und Absatzentwicklung in den einzelnen Ländern
bzw. Regionen/Areas und hat für jeden Vertriebs- und Produktbereich klar definiert, wie dabei strategisch
vorzugehen ist und welche Wachstumsziele verfolgt werden.
Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmenbedingungen
Risiken, die sich für das Feuerwehrgeschäft aufgrund politisch oder rechtlich veränderter Rahmenbedingungen
ergeben, können kaum abgesichert werden. Wegen der überwiegend öffentlichen Abnehmer kommt es aller-
dings nur in Ausnahmefällen zu Stornierungen von Aufträgen. Durch politische Krisen oder allfällige Embargo-
bestimmungen kann der Zugang zu bestimmten Märkten vorübergehend eingeschränkt sein.
136
Jahresfinanzbericht 2020
Viele Länder haben in letzter Zeit strengere Regelungen hinsichtlich des Einsatzes von gefährlichen Substanzen
erlassen.
Die Nichteinhaltung der einschlägigen Vorschriften kann mit erheblichen Strafen und Reputationsrisiken verbunden
sein. Gefährliche Substanzen kommen in fluorhaltigen Löschmitteln vor. Spezielle Vorkehrungen zur Vermeidung von
gefährlichen Substanzen erhöhen die Produktanforderungen. Rosenbauer begegnet den strengeren Bestimmungen
mit der Entwicklung von speziellen Zumischsystemen und Werfern, die den Einsatz von fluorfreien Schaummitteln
ermöglichen und damit Umwelt und Mensch schützen.
In der Produktion wird gefährlichen Substanzen, die die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden können, durch die
laufende Überwachung der Risikoarbeitsplätze sowie durch die Einhaltung lokaler Vorschriften entgegengetreten.
Betriebliche Risiken
Produktionsrisiken und -chancen
Die Produktionstätigkeit erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit den Risiken entlang der Wertschöpfungs-
kette. Im Zuge sich verkürzender Innovationszyklen kommt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit wachsende
Bedeutung zu. Die potenziellen Produktionsrisiken werden über eine Reihe von Kennzahlen (Produktivität, Montage-
und Durchlaufzeiten, Produktionsstückzahlen, Qualität, Kosten etc.) permanent überwacht. Das zentrale Steuerungs-
element in der Fahrzeugfertigung ist neben Kennzahlen vor Ort die „mitlaufende Kalkulation“, bei der im Soll-Ist-Ver-
gleich die Herstellkosten jedes Einzelauftrages überwacht werden. Zur Abfederung von Veränderungen in der
Auslastung einzelner Standorte fertigt Rosenbauer im Konzernverbund und vergibt Fertigungsaufträge auch an
externe Partner. Dadurch wird das Risiko einer Unterauslastung der Produktion im Falle eines deutlichen Marktrück-
ganges in Grenzen gehalten.
Ertragsrisiken, die sich aufgrund von externen Störungen in der Produktion ergeben können, werden durch entspre-
chende Produktionsausfallsversicherungen abgedeckt. Eine angemessene Versicherungsdeckung besteht auch für
Risiken im Zusammenhang mit Feuer, Explosionen und ähnlichen elementaren Gefahren.
Produktrisiken und -chancen
Rosenbauer betreibt ein konsequentes Qualitätsmanagement nach ISO 9001. Dieses wird laufend auditiert und trägt
wesentlich dazu bei, weltweit eine einheitliche Produktqualität zu gewährleisten und Haftungsrisiken zu minimieren.
Moderne Entwicklungsmethoden, die permanente Kontrolle und Verbesserung der Produktqualität sowie laufende
Prozessoptimierungen tragen ebenfalls zur Verringerung von Risiken bei. Dennoch können Produktmängel nicht
gänzlich ausgeschlossen werden. Zur Reduzierung möglicher finanzieller Risiken wird im Konzern neben dem
Risikomanagementsystem auch das Instrument der Produkthaftpflichtversicherung eingesetzt. Um Produkte mit
höchstmöglichem Kundennutzen anbieten zu können, betreibt Rosenbauer ein systematisches Innovationsmanage-
ment und arbeitet in der Produktentwicklung eng mit den Feuerwehren zusammen. Ein professionelles Produktma-
nagement gibt die Richtung im Entwicklungsprozess vor. Im Rahmen einer Technologie-Roadmap werden Markt-
analysen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen miteinbezogen.
Die demografische Entwicklung zieht eine Veränderung der Personalbasis der Feuerwehren nach sich und stellt
damit auch die Hersteller von Feuerwehrtechnik vor neue Herausforderungen. Frauen und ältere Menschen werden
künftig vermehrt im Feuerwehrdienst tätig sein, Technik und Ausrüstung müssen demnach so gestaltet werden, dass
sie deren Bedürfnissen in der Bedienung entgegenkommen. Rosenbauer beschäftigt sich im Innovations-, Technolo-
gie- und Wissensmanagement sowie in der Produktentwicklung intensiv mit diesen Herausforderungen und bindet die
Feuerwehren als Partner auch in den Entwicklungsprozess mit ein.
Lagebericht
137
Beschaffungs- und Einkaufsrisiken
Die Beschaffungs- und Einkaufsrisiken bestehen insbesondere in möglichen Lieferantenausfällen, Qualitätspro-
blemen und Preiserhöhungen. Die Standardisierung von Bauteilen und Komponenten, die Diversifizierung der
Lieferantenstruktur sowie eine klare Beschaffungsstrategie je Produktgruppe wirken diesen Risiken entgegen.
Um die termin- und qualitätskonforme Versorgung der Produktion sicherzustellen, werden die wichtigsten
Zulieferpartner überwacht und die Planung und Steuerung der Lieferkette gemeinsam mit den Lieferanten
laufend weiterentwickelt. Dadurch kann das Risiko von Produktionsausfällen reduziert werden.
So wurde im Pandemiejahr 2020 die Resilienz der Lieferkette auf die Probe gestellt und konnte dabei eine
stabile Materialversorgung von Produktion und Kunden gewährleisten. Ein entscheidender Baustein ist dabei
auch immer die termingerechte Verfügbarkeit von Fahrgestellen, auf die eigene Produktionsschritte aufbauen.
Auch das internationale Netzwerk eigener Produktionsstätten trägt dazu bei, betriebliche Risiken zu minimieren.
Zulieferrisiken aus möglichen Insolvenzen oder aus Elementarereignissen können jedoch nicht gänzlich ausge-
schlossen werden.
Risiken im Zusammenhang mit der Rohstoff- und Energieversorgung sind wegen der Art der Fertigung sowie der
Vielzahl von Anbietern von untergeordneter Bedeutung. Rosenbauer benötigt in erster Linie Aluminium und
Stahlteile. Durch eine vorausschauende Einkaufspolitik werden stabile und möglichst niedrige Einkaufspreise
abgesichert. In der Produktion wird aufgrund der überwiegenden Montagetätigkeit nur wenig Prozessenergie
benötigt.
Informationstechnische Risiken
Je vernetzter ein Unternehmen ist, umso größer ist das Cyberrisiko. Unter dem Begriff „Cyberrisiko“ werden
dabei viele Einzelrisiken zusammengefasst, die aus einem potenziellen Cyber-Angriff resultieren können. Im
Wesentlichen sind das die Verletzung der Vertraulichkeit von Daten (Ausspähen, Datenverlust), die Verletzung
der Integrität des IT-Systems oder der Daten (Manipulation durch Schadsoftware), Verletzung der Verfügbarkeit
des IT-Systems oder der Daten (Unterbrechungen im internen Bereich, Ausfall von Kommunikationswegen) und
Ähnliches.
Damit erst gar kein Cyberrisiko schlagend wird, legt Rosenbauer großes Augenmerk auf eine sichere IT-Infra-
struktur. Diesen Risiken wird durch regelmäßige Investitionen in Hard- und Software, den Einsatz von State-of-
the-Art IT Security Systemen, modernen Datensicherungsmethoden sowie durch strukturierte Zugangs- und
Zugriffskontrollen begegnet. Die Robustheit der Sicherheitssysteme wird zudem durch simulierte Angriffe von
außen getestet. Die technischen Maßnahmen werden flankierend durch gezielte, regelmäßige IT Security und
Datenschutz Awareness Trainings der Mitarbeiter unterstützt.
Umweltrisiken
Die Produktionstätigkeit des Rosenbauer Konzerns besteht im Wesentlichen aus Montagearbeiten und birgt
daher kaum Umweltrisiken. Darüber hinaus gelten für die Prozesse klare Umweltstandards und Anweisungen,
die in einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 dokumentiert sind und laufend durch interne wie
externe Audits überprüft und weiterentwickelt werden. Das Energiemanagement an den österreichischen und
deutschen Fertigungsstandorten ist nach ISO 50001 zertifiziert und dient als Instrument, mit dem Energiekosten
und -verbräuche überprüft und Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs abgeleitet werden.
138
Jahresfinanzbericht 2020
Personelle Chancen und Risiken
Rosenbauer steht in einem veritablen Wettbewerb um die besten Köpfe. Der Unternehmenserfolg hängt
entscheidend davon ab, wie gut es gelingt, Fachpersonal zu gewinnen, zu integrieren und an das Unternehmen
zu binden.
Ein leistungsorientiertes Entgeltsystem mit Beteiligung am Unternehmenserfolg sowie ein ausgeprägtes
Talent-Management sind zwei der Instrumente, die Rosenbauer dabei einsetzt. Für die Personalgewinnung
sorgen unter anderem ein umfassendes Praktikantenmanagement sowie Kooperationen mit Bildungseinrichtun-
gen. Vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten tragen dazu bei, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.
Außerdem beschäftigt sich Rosenbauer intensiv mit der Nachfolgeplanung für Schlüsselpositionen im Manage-
ment. Das Unternehmen nimmt die demografische Entwicklung zum Anlass, mit den Veränderungen durch eine
älter werdende Belegschaft umzugehen und einen qualifizierten Fach- und Führungskräftenachwuchs mit
entsprechender Vielfalt hinsichtlich Sprache, Gender und Internationalität zu sichern. Um Frauen für die Technik
zu gewinnen, bildet Rosenbauer vermehrt weibliche Lehrlinge aus und führt diese gezielt auch an Produktionstä-
tigkeiten heran.
Rechtliche Risiken
Die Rosenbauer International AG und ihre Tochtergesellschaften sind im Rahmen der Geschäftstätigkeit mit
rechtlichen Verfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen konfrontiert. Diese können unter anderem
die Produktsicherheit, Händler-, Lieferanten- und weitere Vertragsbeziehungen betreffen sowie zu wettbewerbs-
rechtlichen Verfahren führen.
2017 wurde gegen die Rosenbauer International AG eine zivilrechtliche Klage eingereicht, die derzeit noch
anhängig ist. Dafür wurde per 31. Dezember 2017 eine entsprechende Rückstellung gebildet.
Im zweiten Halbjahr 2017 wurde gegen die Rosenbauer International AG eine Anzeige eingebracht, die einen im
Jahr 2003 vom kroatischen Innenministeriums erteilten Auftrag betrifft. Ende 2020 wurden die Ermittlungen
gegen die Rosenbauer International AG endgültig eingestellt.
Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses 2017 der Rosenbauer Deutschland GmbH wurden Unregel-
mäßigkeiten festgestellt. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Untersuchungen konnten zum Jahresende
2018 abgeschlossen werden. Die Verfahren zur Geltendmachung von Ansprüchen auf dem Zivilrechtsweg
wurden eingeleitet und sind derzeit noch offen.
Compliance-Risiken werden im Rahmen des Rosenbauer Compliance-Managements adressiert. Regelmäßige
Schulungen zielen darauf ab, Compliance-relevanten Verstößen vorzubeugen.
Lagebericht
139
Finanzielle Risiken
Eine solide Finanzbasis ist für ein international tätiges Unternehmen von großer Bedeutung. Dank der guten
Eigenmittelausstattung und der hervorragenden Bonität des Rosenbauer Konzerns konnten die benötigten
Betriebsmittel- und Investitionsfinanzierungen ohne Einschränkungen und zu sehr guten Konditionen sicherge-
stellt werden. Hierzu wurde im Berichtsjahr nach der erfolgten Schuldscheintransaktion 2019 erstmalig ein
Syndizierter Kredit (Club Deal bestehend aus 6 Hausbanken) in Höhe von 170 Mio € abgeschlossen. Die Laufzeit
beträgt 3 Jahre mit zwei zusätzlichen Verlängerungsoptionen auf insgesamt 5 Jahre.
Zins- und Währungsrisiken
Aus den internationalen Aktivitäten entstehen zins- und währungsbedingte Risiken, die durch den Einsatz
entsprechender Sicherungsinstrumente abgedeckt werden. Dabei regelt eine konzernweit geltende Finanz- und
Treasury-Richtlinie, welche Instrumente zulässig sind. Die operativen Risiken werden durch derivative Finanz-
instrumente wie zum Beispiel Devisentermingeschäfte sowie Zinssicherungsgeschäfte abgesichert Diese
Transak tionen werden ausschließlich zur Absicherung von Risiken, nicht hingegen zu Handels- oder Spekulations-
zwecken durchgeführt.
Kreditrisiken
Kreditrisiken, die sich aus Zahlungsausfällen ergeben können, werden gering eingeschätzt, da der überwiegende
Teil der Kunden öffentliche Abnehmer sind. Bei Lieferungen in Länder mit einem erhöhten politischen oder
wirtschaftlichen Risiko werden zur Absicherung staatliche und private Exportversicherungen in Anspruch
genommen.
Beurteilung des Gesamtrisikos
Rosenbauer sieht sich gut aufgestellt, um die Anforderungen, die von den Kunden, den Märkten, vom wirtschaft-
lichen Umfeld und im internationalen Wettbewerb an das Unternehmen gestellt werden, auch künftig zu erfüllen.
Aus der Analyse der derzeit erkennbaren Einzelrisiken ergeben sich keine Anhaltspunkte, die – für sich genom-
men oder in Kombination mit anderen Risiken – den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Dies gilt
sowohl für die Ergebnisse der abgeschlossenen wirtschaftlichen Tätigkeit als auch für Aktivitäten, die geplant
oder bereits eingeleitet worden sind.
Nachtragsbericht
Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft einge-
treten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt haben.
140
Jahresfinanzbericht 2020
PROGNOSEBERICHT
GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG
1
Trotz außergewöhnlich hoher Unsicherheit durch die COVID-19 Pandemie hat der Internationale Währungsfonds
(IWF) seinen globalen Konjunkturausblick zuletzt leicht verbessert. Demnach soll die Weltwirtschaft 2021 um
5,5 % und 2022 um 4,2 % wachsen. Die Prognose für 2021 fällt damit um 0,3 Prozentpunkte höher aus als noch
im Oktober des Vorjahres. Dahinter stehen zum einen die zusätzlichen politischen Unterstützungsmaßnahmen in
einigen großen Volkswirtschaften, vor allem in den USA und in Japan, und zum anderen die Erwartung, dass die
immer bessere Verfügbarkeit von Impfstoffen die wirtschaftliche Aktivität stärken wird und die kurzfristige
Belastung durch steigende Infektionszahlen ausgleichen kann.
Die Erholung wird gleichzeitig unvollständig und ungleichmäßig sein. Betrachtet man etwa die Gruppe der
entwickelten Volkswirtschaften näher so wird die wirtschaftliche Aktivität in den USA und in Japan schon in der
zweiten Jahreshälfte 2021 wieder das Niveau von Ende 2019 erreichen. In der Eurozone und im Vereinigten
Königreich wird dieser Prozess hingegen bis ins Jahr 2022 hinein dauern. Unter den Schwellen- und Entwick-
lungsmärkten wird sich China am schnellsten erholen, da es hier hochwirksame Eindämmungsmaßnahmen, ein
umfangreiches öffentliches Investitionsprogramm und unterstützende Liquidität durch die Zentralbank gibt. Die
Erholung jener Schwellenländer, die von Erdöl bzw. Tourismus abhängig sind, wird angesichts eines gedämpften
Ausblicks für den Ölpreis und einer langsamen Normalisierung des grenzüberschreitenden Reiseverkehrs
entsprechend länger dauern.
Obwohl neue Einschränkungen im Zuge der aktuellen Infektionswelle insbesondere in Europa nahelegen, dass
das Wachstum zum Jahresbeginn 2021 geringer als erwartet sein könnte, gibt es eine Reihe von Faktoren, die
die Risiken für das Basisszenario günstig beeinflussen. Das sind etwa zusätzliche positive Nachrichten von der
Produktion und Verteilung der COVID-19 Impfstoffe sowie der Entwicklung und Wirksamkeit medikamentöser
Therapien. Abseits der Pandemie ist darüber hinaus mit dem erfolgreichen Abschluss eines Handels- und
Kooperationsabkommens zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ein Schlüsselrisiko („No-Deal-
Brexit“) weggefallen.
1
IMF, World Economic Outlook, Update, January 20, 2021.
Perspektiven auf den Absatzmärkten
Die Feuerwehrbranche folgt der konjunkturellen Entwicklung mit einem mehrmonatigen Abstand. Die Nachfrage
wird stark von Ländern mit kontinuierlichem Beschaffungswesen bestimmt. Aber auch ein erhöhtes Sicherheits-
bewusstsein nach Naturkatastrophen und anderen Elementarereignissen führt zu vermehrten Investitionen in
Feuerwehrtechnik und -ausrüstung.
2021 wird die globale Feuerwehrbranche voraussichtlich eine Seitwärtsbewegung zeigen. Ausschlaggebend wird
sein, ob sich die einzelnen Länder bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19
Pandemie für Investitions- oder Sparprogramme entscheiden. Beides wird auf nationaler Ebene diskutiert.
Der nordamerikanische Markt ist sehr vielversprechend in das neue Jahr gestartet. Nach einem Volumensrück-
gang auf zirka 4.000 ausgelieferte Fahrzeuge im Berichtsjahr wird für 2021 eine Stabilisierung der Nachfrage-
situation erwartet. Große kommunale Budgets werden als Folge der COVID-19 Pandemie überprüft. Entschei-
dend wird sein, wie rasch die Konjunkturpakete der neuen US-Administration unter Präsident Joe Biden sowie
die angekündigten Infrastrukturinvestitionen wirksam werden.
Europas Feuerwehrmarkt sollte 2021 sein Wachstum fortsetzen. Die Nachfrage kommt dabei vor allem aus der
D-A-CH-Region und einigen westeuropäischen Ländern, in denen es regelmäßige Ersatzbeschaffungen gibt. Die
Lagebericht
141
Projektlandschaft präsentiert sich dabei weiterhin sehr gut. Die Finanzierung durch die öffentliche Hand ist trotz
eines starken Konjunktureinbruchs gesichert. Die privaten Zuwendungen an die Feuerwehrorganisationen sind
hingegen durch die Einschränkungen der Pandemiebekämpfung vielerorts gesunken, was die Anschaffung von
Feuerwehrausrüstung verzögert.
Auf den asiatischen Feuerwehrmärkten sollte es 2021 nach einem Rückgang im Berichtsjahr eine leichte
Erholung geben. Dabei wird es jedoch dauern bis wieder die gewohnten Volumina erreicht werden. Die Ursachen
dafür sind COVID-19, das gegen Ende 2019 in Asien ausgebrochen ist, und die frühen, strengen Lockdowns in
der Region. Dazu kommt der Handelsstreit zwischen China und den USA. Die Nachfrage in Russland ist wegen
knapper Budgets unverändert auf einfache Produkte gerichtet, die wirtschaftlichen Probleme der Türkei haben
sich weiter verschärft.
Die Länder des Mittleren Ostens sind mit einer höheren Nachfrage in das neue Jahr gestartet. Folglich wird für
2021 mit einem leichten Marktwachstum gerechnet. Hintergrund sind die Trendwende bei der Ölpreisentwick-
lung und die politische Entspannung zwischen Saudi-Arabien und Katar.
Europa investiert konsequent in Sicherheitstechnik und in den Katastrophenschutz, wovon auch die Feuer-
wehrorganisationen und ihre Ausstatter profitieren. Die starke Nachfrage, insbesondere aus der D-A-CH-Region,
lässt für 2021 abermals eine starke Entwicklung der entsprechenden Rosenbauer Vertriebsregion erwarten.
Gleichzeitig präsentiert sich die Projektlandschaft in Südosteuropa dynamischer, wo auch immer wieder größere
Beschaffungen zur Ausschreibung kommen. Dabei sind die Anforderungen von Land zu Land recht unterschiedlich.
Die Kommunalmärkte auf dem Balkan werden erfolgreich vom Konzernstandort Ljubljana in Slowenien betreut.
2021 will Rosenbauer vor allem das Servicegeschäft weiter ausbauen, das zentral für die Kundenbeziehungen ist
und zuverlässige Ergebnisbeiträge liefert. Entsprechende Investitionen vor allem in den zentraleuropäischen
Ländern sind in Planung.
So wird etwa Rosenbauer Österreich Mitte des Jahres an den Standort Asten übersiedeln und eine neue, gut
erreichbare Anlaufstelle für Kunden eröffnen. Das neu errichtete Servicecenter mit 1.600 m2 Nutzfläche wird
insgesamt 12 Fahrzeugstellplätze haben, um fünf mehr als zuvor in Leonding. Es werden ein eigener Vorferti-
gungsbereich, ein Waschplatz, ein Pumpenprüfstand, ein Seilwinden- und ein Schaumprüfstand sowie eine
Konservierungsbox geschaffen. Zusätzlich wird es einen neuen Rosenbauer Shop geben.
Internationales Exportgeschäft
Das internationale Exportgeschäft von Rosenbauer zeigt sich zum Jahresbeginn 2021 auf vielfältige Weise von
der COVID-19 Pandemie betroffen. Einerseits ist die Infektionskrankheit in diesen Märkten teilweise sehr früh
aufgetreten und öffentliche Ausgaben wurden in der Folge neu priorisiert, andererseits haben die eingeführten
Reisebeschränkungen in Einzelfällen die Projektabwicklung erschwert.
Vor allem die Nachfrage nach Flughafenlöschfahrzeugen hat sich durch den Rückgang im Flugverkehr und den
Aufschub geplanter Infrastrukturinvestitionen in weiten Teilen Asiens eingebremst. Viele Flughafenbetreiber
behalten unter diesen Umständen ihre Fahrzeuge länger und investieren stattdessen in Service. Lediglich in
Japan und in Südkorea gab sich die Luftfahrtbranche von der anhaltenden Gesundheitskrise unbeeindruckt und
tätigte im Berichtsjahr umfangreiche Neuanschaffungen.
Kaum Auswirkungen der COVID-19 Pandemie verzeichnet hingegen das Feuerwehrgeschäft mit Singapur und
seinen Nachbarländern. Hier hat sich insbesondere der Auftragseingang aus Macao und Hongkong sehr positiv
entwickelt. Immer bessere Ergebnisse liefert zudem der australische Markt, wo sich Rosenbauer nach schönen
Erfolgen mit Hubrettungsgeräten jetzt verstärkt dem kommunalen Segment widmen will.
142
Jahresfinanzbericht 2020
Für die kommunalen Fahrzeugmärkte Zentralasiens und der ASEAN-Staaten hat Rosenbauer vor einigen Jahren
erfolgreich die „Efficient Technology“-Modellreihe (ET) eingeführt und durch Lokalisierung ein sehr nachhaltiges,
preiswertes Produkt geschaffen.
Der Stillstand des chinesischen Marktes dauert indes an. Das hat neben COVID-19 weitere Gründe: Zum einen
verzögert sich die Neuordnung der ministeriellen Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen bzw. ist diese noch
nicht wirksam. Zum anderen hat das Land neue Handelsbarrieren in Kraft gesetzt.
Die Nachfrage in den Ländern des Mittleren Ostens hat sich im Verlauf des Berichtsjahres deutlich erholt. Das
belegen die zahlreichen laufenden Ausschreibungen in der Region, die Anlass zu Optimismus für 2021 geben.
Die lokale Marktpräsenz hat Rosenbauer geholfen, seine Aufträge in der Region plangemäß abzuarbeiten und die
COVID-19 Pandemie gut zu meistern. Im laufenden Jahr soll im Einklang mit der Kundennachfrage das Service-
angebot weiter ausgebaut werden.
Auch die Märkte in Afrika und Südamerika zeigen aktuell eine hohe Ausschreibungstätigkeit, wobei sich die
finalen Entscheidungen teils stark verzögern. Die wirtschaftliche und politische Situation ist in vielen dieser
Länder kritisch.
Rosenbauer verfolgt die Entwicklung der verschiedenen Feuerwehrmärkte sehr genau, um Absatzchancen
frühzeitig nutzen zu können. Abhängig davon, welche Länder oder Regionen ein erhöhtes Beschaffungsvolumen
erkennen lassen, werden die Vertriebsaktivitäten intensiviert. Zum Bilanzstichtag verfügte Rosenbauer über
einen sehr soliden Auftragsbestand.
Innovationen und neue Produkte
Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfolgt Rosenbauer das Ziel, seine internationale Wett-
bewerbsposition zu stärken und weiter auszubauen. Dabei beschäftigt sich der Konzern intensiv mit den
weltweiten Megatrends wie etwa der globalen Erwärmung, dem demografischen Wandel, der Urbanisierung und
Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf die Organisation und die Technik der Feuerwehren.
Im September 2020 hat Rosenbauer die „Revolutionary Technology“-Modellreihe (RT; zuvor CFT) vorgestellt und
damit acht Jahre Vorbereitungsarbeit für die Serienproduktion abgeschlossen. Der Ausgangspunkt für diese
Produktentwicklung war die „Fire-fighting Trend Map“, die 2012 erstmalig erstellt wurde und seither in regel-
mäßigen Abständen aktualisiert wird. Der RT ist keine bloße Ergänzung des bestehenden Produktportfolios von
Rosenbauer sondern ein völlig neues Fahrzeugkonzept. Der hybride Antrieb ermöglicht eine grundlegend neue
Architektur und setzt so neue Maßstäbe in Bezug auf Fahrdynamik und Fahrsicherheit, Ergonomie und Bedie-
nung sowie Kommunikation und Vernetzung.
In der ersten Phase kommt der RT als Löschfahrzeug für kommunale Einsatzzwecke auf den Markt. In der Folge
wird das Fahrzeugkonzept weiterentwickelt und die Technologie zum Beispiel auch für Flughafenfeuerwehren zur
Verfügung stehen.
Rosenbauer ist eines der innovativsten Unternehmen der Feuerwehrbranche. Mit ständig neuen und attraktiven
Produkten werden Wettbewerbsvorteile erzielt und neue Wachstumschancen erschlossen.
Investitionen und Kapazitäten
Das Investitionsmanagement von Rosenbauer erfasst systematisch sämtliche Bedarfe im Konzern und reiht
diese nach Priorität. Die Investitionen des Rosenbauer Konzerns werden demnach 2021 deutlich über dem
Lagebericht
143
Vorjahreswert liegen und fokussieren insbesondere auf Projekte mit hohem Wirtschaftlichkeitspotenzial sowie
die Fertigstellung laufender Vorhaben. So soll der Standort Radgona in Slowenien um eine neue Produktions-
halle sowie eine Servicewerkstatt erweitert und am Standort Wyoming im US-Bundesstaat Minnesota eine neue
Laseranlage eingerichtet werden.
Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Einführung eines einheitlichen, konzernweiten ERP-Systems
(Enterprise Resource Planning). Dafür wurde im Berichtsjahr ein Pflichtenheft für Vertrieb und Produktion
erstellt. In 2021 wird das System an ersten Vertriebsstandorten der Area CEEU implementiert sowie die
Einführung an den ersten Produktionsstandorten vorbereitet.
Finanz- und Liquiditätslage
Rosenbauer hat branchenbedingt einen hohen unterjährigen Finanzierungsbedarf. Das liegt zum einen an langen
Durchlaufzeiten insbesondere in der Fahrzeugproduktion, zum anderen an vergleichsweise niedrigen Kunden-
anzahlungen. Rosenbauer wirkt diesem Umstand mit gezielten Maßnahmen entgegen, die die Optimierung der
Auftragsabwicklung zum Ziel haben. Die Finanzierung des Unternehmens wird über mehrere Banken und mit
unterschiedlichen Fristigkeiten sichergestellt. Die Finanzierungsstrategie des Konzerns ist nach konservativen
Grundsätzen ausgerichtet und räumt einer gesicherten Liquidität sowie einer soliden Eigenmittelausstattung
einen hohen Stellenwert ein.
Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Rosenbauer hat seine Strategie in den zurückliegenden Jahren mit großer Zielstrebigkeit umgesetzt und damit
die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen. Als führender Hersteller der internationalen Feuerwehr-
branche arbeitet das Unternehmen ständig daran, noch effizienter und beweglicher zu werden.
Um den unterjährigen Finanzierungsbedarf zu verringern, hat Rosenbauer im 4. Quartal 2020 ein Projekt zur
Optimierung seines Cash Conversion Cycle gestartet. Ziel ist es, bis Jahresende 2021 die Kapitalbindungsdauer
deutlich zu reduzieren. Das Projekt umfasst die Gesellschaften Rosenbauer International, Rosenbauer Karlsruhe
sowie Rosenbauer Deutschland und besteht aus sechs Fokusthemen vom Materialeinkauf bis hin zu den
Zahlungskonditionen.
Damit verfügt Rosenbauer über solide Voraussetzungen, das Jahr 2021 trotz aller bestehenden konjunkturellen
Unsicherheiten erfolgreich zu meistern.
Obwohl die Unsicherheit durch die COVID-19 Pandemie weiter hoch ist, darf ausgehend von globalen Konjunk-
turprognosen und eigenen Branchenbeobachtungen für 2021 mit einer Seitwärtsbewegung der weltweiten
Feuerwehrindustrie gerechnet werden. Mit seiner breiten Diversifikation nach Produkten und Märkten, den
industriellen Fertigungsmethoden, der Technologieführerschaft und der Finanzkraft ist Rosenbauer gut aufge-
stellt, Risiken auszubalancieren und Chancen für das langfristige Wachstum zu nutzen. Die Maßnahmen zur
Effizi-
enzsteigerung werden fortgeführt, wobei insbesondere das betriebsnotwendige Vermögen gesenkt werden soll.
Leonding, 24. März 2021
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
144
Jahresfinanzbericht 2020
Bilanz
Stand
31.12.2020
Stand
31.12.2019
A K T I V A EUR EUR EUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, Rechte 3.012.345,00 1.576
2. Geleistete Anzahlungen 1.560.953,10 24
4.573.298,10 1.600
II. Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem
Grund
davon Grundwert EUR 18.766.164,92
(2019 TEUR 18.766) 60.363.343,92 58.996
2. Investitionen in fremden Gebäuden 162.990,00 185
3. Technische Anlagen und Maschinen 11.280.681,00 8.392
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.718.872,00 11.843
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau 284.355,55 1.345
84.810.242,47 80.761
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 74.094.070,84 58.002
2. Beteiligungen 3.001.640,79 3.002
3. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens 338.457,92 362
77.434.169,55 61.366
166.817.710,12 143.727
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 31.132.255,42 40.239
2. Unfertige Erzeugnisse 101.502.650,55 134.967
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.791.052,72 6.771
4. Geleistete Anzahlungen 3.026.166,04 1.385
141.452.124,73 183.362
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 122.531.103,52 80.022
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 743.830,74 (2019 TEUR 1.049)
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen 87.558.291,90 163.008
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 54.304.589,14 (2019 TEUR 78.275)
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 698.692,40 251
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände 18.348.111,22 8.225
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
229.136.199,04 251.506
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 755.541,92 18.381
371.343.865,69 453.249
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 3.531.071,75 2.846
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 5.430.050,32 5.788
547.122.697,88 605.610
Jahresabschluss
145
Stand
31.12.2020
Stand
31.12.2019
P A S S I V A EUR EUR TEUR
A.EIGENKAPITAL
I. Eingefordertes und eingezahltes Grundkapital 13.600.000,00 13.600
Übernommenes Grundkapital EUR 13.600.000,00 (2019 TEUR 13.600)
II. Kapitalrücklagen (gebundene) 23.703.398,02 23.703
III. Gewinnrücklagen (freie Rücklagen) 148.971.955,77 133.172
IV. Bilanzgewinn
davon Gewinnvortrag EUR 1.487.663,62 (2019 TEUR 128) 10.349.978,48 6.928
196.625.332,27 177.403
B.RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Abfertigungen 16.659.100,00 18.663
2. Rückstellungen für Pensionen 439.840,41 545
3. Steuerrückstellung 6.407.284,00 2.435
4. Sonstige Rückstellungen 32.880.154,25 31.810
56.386.378,66 53.453
C.VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 216.252.307,10 285.639
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 11.466.220,40 (2019
TEUR 80.671)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 204.786.086,70
(2019 TEUR 204.969)
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 10.931.860,21 12.274
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 10.931.860,21 (2019
TEUR 12.274)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26.148.081,56 36.528
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 26.148.081,56 (2019
TEUR 36.528)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.970.829,05 21.014
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 19.970.829,05 (2019
TEUR 21.014)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
5. Sonstige Verbindlichkeiten
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 7.042.539,95 (2019
TEUR 8.718) 7.042.539,95 8.718
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
davon aus Steuern EUR 155.807,27 (2019 TEUR 178)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 155.807,27 (2019
TEUR 178)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR
0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 2.169.002,51 (2019 TEUR
2.174)
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 2.169.002,51 (2019
TEUR 2.174)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 0,00 (2019 TEUR
0)
Summe Verbindlichkeiten 280.345.617,87 364.173
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr EUR 76.106.029,34 (2019
TEUR 159.205)
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr EUR 204.786.086,73
(2019 TEUR 204.969)
D.RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 13.765.369,08 10.581
547.122.697,88 605.610
HAFTUNGSVERHÄLTNISSE 33.771.203,00 38.271
146
Jahresfinanzbericht 2020
Gewinn- und
Verlustrechnung
2020 2019
EUR EUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 525.873.991,74 507.040,00
2.
Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen
Erzeugnissen –32.293.590,69 64.853,00
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 182.355,78 90,00
4. Sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum
Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen 12.049,66 46
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 281.249,30 713
c) Übrige 4.809.987,05 5.103.286,01 1.570 2.329
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene
Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand –308.221.008,56 –387.686
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen –9.522.221,50 –317.743.230,06 –11.823 –399.509
6. Personalaufwand
a) Löhne –40.906.683,69 –39.424
b) Gehälter –44.567.885,40 –41.086
c) Soziale Aufwendungen –23.505.493,73 –25.240
davon Aufwendungen für Altersversorgung
EUR -323.856,82 (2019 TEUR -441)
aa)
Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-1.169.280,92 (2019 TEUR -4.778)
bb)
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene
Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge EUR -21.921.704,65
(2019 TEUR -19.990)
–108.980.062,82 –105.750
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen –9.882.081,50 –8.349
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 18 fallen –70.429,29 –71
b) Übrige –46.702.095,05 –46.772.524,34 –51.836 –51.907
9. Zwischensumme aus Z 1 bis 8 (Betriebserfolg) 15.488.144,12 8.797
10.Erträge aus Beteiligungen 14.765.329,64 7.594,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 13.591.189,26
(2019 TEUR 7.544)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens 330,08 8,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (2019
TEUR 0)
Jahresabschluss
147
2020 2019
EUR EUR TEUR TEUR
12.Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.666.688,91 3.081,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 2.289.780,98
(2019 TEUR 2.290)
13.Erträge aus dem Abgang von Finanzanlagen 0,00 0,00
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen aus Wertpapieren des
Umlaufvermögens –416,00 0,00
davon Abschreibungen EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (2019
TEUR 0)
15.Zinsen und ähnliche Aufwendungen –4.294.727,45 –4.142,00
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR
-118.024,57 (2019 TEUR -118)
16.Zwischensumme aus Z 10 bis 15 (Finanzerfolg) 13.137.205,18 6.541
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischenzumme aus Z 9 und Z
16) 28.625.349,30 15.338
18.Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –3.963.034,44 –3.688,00
davon Erträge aus Steuergutschriften EUR 0,00 (2019 TEUR
0)
davon Auflösung von nicht bestimmungsgemäß verwende-
ten Steuerrückstellungen EUR 0,00 (2019 TEUR 0)
davon latente Steuern EUR -357.539,00 (2019 TEUR 738)
19.Ergebnis nach Steuern = Jahresüberschuss 24.662.314,86 11.650
20.Auflösung von Gewinnrücklagen 0,00 0,00
21.Zuweisung zu Gewinnrücklagen –15.800.000,00 –4.850,00
Jahresgewinn 8.862.314,86 6.800
22.Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 1.487.663,62 128,00
23.Bilanzgewinn 10.349.978,48 6.928
148
Jahresfinanzbericht 2020
Aufgliederung
der Erlöse
Aufgliederung nach Inlands- und Auslandserlösen
in € 2020 2019
Österreich 49.785.200,00 62.556.083,17
Europäische Union 121.784.800,00 141.057.982,51
Asien / Ozeanien 74.289.000,00 114.888.808,85
Osteuropa 15.294.500,00 14.069.890,51
Naher Osten 143.074.000,00 87.704.638,40
Sonstige 121.646.491,74 86.762.267,47
Umsatzerlöse 525.873.991,74 507.039.670,91
Umsätze nach Tätigkeitsbereichen
in € 2020 2019
Fahrzeuge 379.101.868,43 332.857.595,45
Komponenten 47.929.094,61 60.830.313,23
Ausrüstung 58.743.095,97 60.244.371,06
Ersatzteile, Reparatur und Service 20.014.474,15 19.579.994,73
Sonstige 20.085.458,58 33.527.396,44
Umsatzerlöse 525.873.991,74 507.039.670,91
Jahresabschluss
149
Gewinnrücklagen
in € Stand 1.1.2020 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch
Stand
31.12.2020
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 133.171.955,77 15.800.000,00 0,00 148.971.955,77
150
Jahresfinanzbericht 2020
A n s c h a f f u n g s - bzw. H e r s t e l l u n g s k o s t e n kumulierte Abschreibungen
Buchwert
31.12.2020
Buchwert
31.12.2019
in €
Vortrag
01.01.2020 Zugänge Umbuchungen Abgänge
Stand
31.12.2020
Vortrag
01.01.2020 Zugänge
Zuschrei-
bung
Umbu-
chungen Abgänge
Stand
31.12.2020
ANLAGEVERMÖGEN
I.Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Konzessionen, Rechte 7.053.781,30 2.458.336,38 0,00 3.397,13 9.508.720,55
5.478.229,30 1.021.538,38 0,00 0,00 3.392,13 6.496.375,55 3.012.345,00 1.575.552,00
2.Geleistete Anzahlungen 23.990,68 1.560.953,10 –23.990,68 0,00 1.560.953,10 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.560.953,10 23.990,68
7.077.771,98 4.019.289,48 –23.990,68 3.397,13 11.069.673,65 5.478.229,30 1.021.538,38 0,00 0,00 3.392,13 6.496.375,55 4.573.298,10 1.599.542,68
II.Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
aa)
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Grundwert 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 11.317.133,33
Gebäudewert 60.936.885,07 2.441.241,69 0,00 0,00 63.378.126,76 23.143.910,07 1.898.921,69 0,00 0,00 0,00 25.042.831,76 38.335.295,00 37.792.975,00
Außenanlagen 7.066.979,24 1.192.421,57 1.258,50 0,00 8.260.659,31 4.629.921,24 368.854,07 0,00 0,00 0,00 4.998.775,31 3.261.884,00 2.437.058,00
b) Unbebaute Grundstücke 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 7.449.031,59
86.770.029,23 3.633.663,26 1.258,50 0,00 90.404.950,99 27.773.831,31 2.267.775,76 0,00 0,00 0,00 30.041.607,07 60.363.343,92 58.996.197,92
2.Investitionen in fremden Gebäuden 224.821,73 758,33 0,00 0,00 225.580,06 40.086,73 22.503,33 0,00 0,00 0,00 62.590,06 162.990,00 184.735,00
3.Technische Anlagen und Maschinen 25.922.692,09 5.322.569,64 115.780,85 277.817,01 31.083.225,57 17.530.888,09 2.388.775,49 0,00 0,00 117.119,01 19.802.544,57 11.280.681,00 8.391.804,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung 47.067.692,94 3.840.602,46 1.228.438,08 1.202.481,70 50.934.251,78
35.224.929,94 4.181.488,54 0,00 0,00 1.191.038,70 38.215.379,78 12.718.872,00 11.842.763,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in
Bau 1.345.477,43 284.355,55 –1.345.477,43 0,00 284.355,55
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 284.355,55 1.345.477,43
161.330.713,42 13.081.949,24 0,00 1.480.298,71 172.932.363,95 80.569.736,07 8.860.543,12 0,00 0,00 1.308.157,71 88.122.121,48 84.810.242,47 80.760.977,35
III.Finanzanlagen
1.Anteile an verbundenen Unternehmen 66.487.673,41 16.091.630,38 0,00 0,00 82.579.303,79
8.485.232,95 0,00 0,00 0,00 0,00 8.485.232,95 74.094.070,84 58.002.440,46
2.Beteiligungen 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 3.001.640,79
3. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 372.094,92 0,00 0,00 23.491,30 348.603,62
10.145,70 0,00 0,00 0,00 0,00 10.145,70 338.457,92 361.949,22
69.861.409,12 16.091.630,38 0,00 23.491,30 85.929.548,20 8.495.378,65 0,00 0,00 0,00 0,00 8.495.378,65 77.434.169,55 61.366.030,47
238.269.894,52 33.192.869,10 –23.990,68 1.507.187,14 269.931.585,80 94.543.344,02 9.882.081,50 0,00 0,00 1.311.549,84 103.113.875,68 166.817.710,12 143.726.550,50
Anlagenspiegel
Jahresabschluss
151
A n s c h a f f u n g s - bzw. H e r s t e l l u n g s k o s t e n kumulierte Abschreibungen
Buchwert
31.12.2020
Buchwert
31.12.2019
in €
Vortrag
01.01.2020 Zugänge Umbuchungen Abgänge
Stand
31.12.2020
Vortrag
01.01.2020 Zugänge
Zuschrei-
bung
Umbu-
chungen Abgänge
Stand
31.12.2020
ANLAGEVERMÖGEN
I.Immaterielle Vermögensgegenstände
1.Konzessionen, Rechte 7.053.781,30 2.458.336,38 0,00 3.397,13 9.508.720,55
5.478.229,30 1.021.538,38 0,00 0,00 3.392,13 6.496.375,55 3.012.345,00 1.575.552,00
2.Geleistete Anzahlungen 23.990,68 1.560.953,10 –23.990,68 0,00 1.560.953,10 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.560.953,10 23.990,68
7.077.771,98 4.019.289,48 –23.990,68 3.397,13 11.069.673,65 5.478.229,30 1.021.538,38 0,00 0,00 3.392,13 6.496.375,55 4.573.298,10 1.599.542,68
II.Sachanlagen
1.
Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund
a) Bebaute Grundstücke
aa)
mit Geschäfts- oder
Fabriksgebäuden oder
anderen Baulichkeiten
Grundwert 11.317.133,33 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 11.317.133,33 11.317.133,33
Gebäudewert 60.936.885,07 2.441.241,69 0,00 0,00 63.378.126,76 23.143.910,07 1.898.921,69 0,00 0,00 0,00 25.042.831,76 38.335.295,00 37.792.975,00
Außenanlagen 7.066.979,24 1.192.421,57 1.258,50 0,00 8.260.659,31 4.629.921,24 368.854,07 0,00 0,00 0,00 4.998.775,31 3.261.884,00 2.437.058,00
b) Unbebaute Grundstücke 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.449.031,59 7.449.031,59
86.770.029,23 3.633.663,26 1.258,50 0,00 90.404.950,99 27.773.831,31 2.267.775,76 0,00 0,00 0,00 30.041.607,07 60.363.343,92 58.996.197,92
2.Investitionen in fremden Gebäuden 224.821,73 758,33 0,00 0,00 225.580,06 40.086,73 22.503,33 0,00 0,00 0,00 62.590,06 162.990,00 184.735,00
3.Technische Anlagen und Maschinen 25.922.692,09 5.322.569,64 115.780,85 277.817,01 31.083.225,57 17.530.888,09 2.388.775,49 0,00 0,00 117.119,01 19.802.544,57 11.280.681,00 8.391.804,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und Ge-
schäftsausstattung 47.067.692,94 3.840.602,46 1.228.438,08 1.202.481,70 50.934.251,78
35.224.929,94 4.181.488,54 0,00 0,00 1.191.038,70 38.215.379,78 12.718.872,00 11.842.763,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen in
Bau 1.345.477,43 284.355,55 –1.345.477,43 0,00 284.355,55
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 284.355,55 1.345.477,43
161.330.713,42 13.081.949,24 0,00 1.480.298,71 172.932.363,95 80.569.736,07 8.860.543,12 0,00 0,00 1.308.157,71 88.122.121,48 84.810.242,47 80.760.977,35
III.Finanzanlagen
1.Anteile an verbundenen Unternehmen 66.487.673,41 16.091.630,38 0,00 0,00 82.579.303,79
8.485.232,95 0,00 0,00 0,00 0,00 8.485.232,95 74.094.070,84 58.002.440,46
2.Beteiligungen 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.001.640,79 3.001.640,79
3. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens 372.094,92 0,00 0,00 23.491,30 348.603,62
10.145,70 0,00 0,00 0,00 0,00 10.145,70 338.457,92 361.949,22
69.861.409,12 16.091.630,38 0,00 23.491,30 85.929.548,20 8.495.378,65 0,00 0,00 0,00 0,00 8.495.378,65 77.434.169,55 61.366.030,47
238.269.894,52 33.192.869,10 –23.990,68 1.507.187,14 269.931.585,80 94.543.344,02 9.882.081,50 0,00 0,00 1.311.549,84 103.113.875,68 166.817.710,12 143.726.550,50
152
Jahresfinanzbericht 2020
Beteiligungsunternehmen
(mindestens 20 % Anteilsbesitz)
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1)
%
Eigen-
kapital Ergebnis
2)
Beteil.
Anteil
1)
%
Eigen-
kapital Ergebnis
2)
Konsolidie-
rungsart
Stand
2019
31.12.2019
2019
Stand
2020
31.12.2020
2020
Rosenbauer Österreich GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 2.988 0³) 100 5.596 2.608 KV
Rosenbauer Brandschutz GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 –211 –374 100 2.904 –885 KV
Rosenbauer E-Technology
Development GmbH,
Österreich, Leonding EUR 100 –4.096 –4.226 100 4.282 –1.622 KV
Rosenbauer Deutschland GmbH,
Deutschland, Luckenwalde EUR 100 19.163 6.832 100 21.326 6.189 KV
Rosenbauer Management GmbH,
Deutschland, Karlsruhe EUR 100 40 1 100 42 1 KV
Rosenbauer Karlsruhe GmbH &
Co. KG,
Deutschland, Karlsruhe EUR 100 18.124 1.554 100 18.905 780 KV
Rosenbauer France SARL,
Frankreich, Meyzieu
(vormals: Service18 S.A.R.L.,
Frankreich, Chambéry) EUR 100 –34 249 100 –400 –366 KV
Rosenbauer Finanzierung GmbH,
Deutschland, Passau EUR 100 18 –1 100 15 –3 KV
Rosenbauer d.o.o.,
Slowenien, Radgona EUR 90 7.124 2.518 90 10.107 3.017 KV
Rosenbauer Schweiz AG,
Schweiz, Oberglatt EUR 100 7.379 430 100 8.217 1.240 KV
Rosenbauer Espanola S.A.,
Spanien, Madrid EUR 62 3.807 389 62 3.866 254 KV
Rosenbauer Ciansa S.L.,
Linares, Spanien EUR 50 4.480 392 50 3.518 151 AE
Rosenbauer Minnesota, LLC.,
4)
,
USA, Minnesota EUR 50 10.191 4.315 50 11.418 5.078 KV
Rosenbauer South Dakota, LLC.,
4)
,
USA, South Dakota EUR 50 33.880 8.587 50 33.752 8.173 KV
Rosenbauer Holdings Inc.,
USA, South Dakota EUR 100 30.057 4.341 100 26.805 5.728 KV
Rosenbauer America, LLC.,
4)
USA, South Dakota EUR 50 54.262 12.321 50 61.114 19.011 KV
Rosenbauer Aerials, LLC.,
4)
,
USA, Nebraska EUR 25 7.499 4.363 25 9.332 5.151 KV
Rosenbauer Motors, LLC.,
4)
,
USA, Minnesota EUR 50 –539 –799 50 6.828 3.919 KV
S.K. Rosenbauer Pte. Ltd.,
Singapur EUR 100 11.650 728 100 11.336 2.003 KV
Eskay Rosenbauer Sdn Bhd,
Brunei EUR 80 –51 –36 80 –271 18 KV
Rosenbauer Australia Pty. Ltd.,
Brisbane, Australien EUR 100 –195 –170 100 976 1.025 KV
Jahresabschluss
153
(in 1.000)
Währungs-
einheit
Beteil.
Anteil
1)
%
Eigen-
kapital Ergebnis
2)
Beteil.
Anteil
1)
%
Eigen-
kapital Ergebnis
2)
Konsolidie-
rungsart
Stand
2019
31.12.2019
2019
Stand
2020
31.12.2020
2020
Rosenbauer South Africa (Pty.) Ltd.
,
Südafrika, Halfway House EUR 75 426 85 75 376 27 KV
Rosenbauer Saudi Arabia,
Saudi Arabien, Riad EUR 75 3.375 1.170 75 4.046 904 KV
Rosenbauer UK plc,
United Kingdom, Holmfirth EUR 100 2.769 200 100 2.523 34 KV
Rosenbauer Rovereto Srl,
Italien, Rovereto EUR 100 1.524 –893 100 2.424 –94 KV
Rosenbauer Italia Srl
5)
,
Italien, Andrian EUR 100 215 –95 KV
Rosenbauer Polska Sp.z. o.o.,
Polen, Warschau EUR 100 –470 –299 100 1.333 302 KV
Rosenbauer Mena Trading - FZE,
Vereinige Arabische Emirate,
Dubai EUR 100 862 918 100 1.826 1.004 KV
PA "Fire-fighting special technics"
LLC.,
Russland, Moskau EUR 49 9.678 311 49 4.704 –796 AE
1
Mittelbarer Beteiligungsanteil
2
Jahresgewinn nach Rücklagenbewegung
3
Ergebnisabführungsvertrag mit Rosenbauer International AG
4
Dirimierungsrecht für die Rosenbauer International AG
5
Rosenbauer Italia S.r.l. wurde im Geschäftsjahr 2020 erworben
KV Vollkonsolidierte Gesellschaften
AE At equity-bewertete Gesellschaften
Die in der obigen Tabelle angeführten Werte wurden nach nationalen Rechnungslegungsvorschriften ermittelt.
154
Jahresfinanzbericht 2020
Erläuternde Angaben
1. ANWENDUNGEN DER UNTERNEHMENSRECHTLICHEN VORSCHRIFTEN
Die Rosenbauer International AG mit Sitz in Leonding/Linz, Paschinger Straße 90, ist ein konzernabschlusser-
stellendes Mutterunternehmen, das an der Wiener Börse im Prime Market gelistet ist. Das Unternehmen
entwickelt und produziert Fahrzeuge, Löschtechnik, Ausrüstung und Telematiklösungen für Berufs-, Betriebs-,
Werk- und freiwillige Feuerwehren sowie Anlagen für den vorbeugenden Brandschutz.
Die Bilanzierung, die Bewertung und der Ausweis der einzelnen Positionen des Jahresabschlusses wurde nach
den allgemeinen Bestimmungen der §§ 189 bis 211 UGB in der geltenden Fassung unter Berücksichtigung der
Sondervorschriften für Kapitalgesellschaften der §§ 222 bis 243 UGB vorgenommen.
2. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der Gene-
ralnorm des § 222 Abs. 2, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unterneh-
mens zu vermitteln, aufgestellt.
Die Rosenbauer International AG ist bisher ohne nennenswerte wirtschaftliche Auswirkungen durch die Krise
gekommen. Die negativen Effekte - beispielsweise in Form einer verspäteten Umsatzrealisierung durch Verzöge-
rungen bei den Abnahmen - konnten durch Änderungen der betrieblichen Abläufe und Anpassung der Kapazitä-
ten gemildert werden. Auftragseingänge in diversen Produktsparten blieben im Jahr 2020 teilweise unter den
Erwartungen. Dies führte zu Anpassungen in den Planungen für 2021 und zu kurzfristigen Kapazitätsreduktionen.
Es wird allerdings von einer zumindest mittelfristigen Erholung ausgegangen und eine Normalisierung des
Geschäftsmodells erwartet. Dies führt dazu, dass aus derzeitiger Sicht keine außerplanmäßigen Abschreibungen,
Wertberichtigungen oder Rückstellungen im Jahresabschluss zu bilden sind. Um die negativen Auswirkungen auf
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage abfedern zu können, waren die von den Regierungen aufgelegten
Hilfsprogramme sehr effektiv. Insbesondere die Möglichkeit der Kurzarbeit konnte wesentliche kurzfristige, wie
auch langfristige negative Effekte durch die Vermeidung von auftragsbezogenen Kündigungen verhindern. Aus
den oben genannten Gründen wird keine Auswirkung auf Going Conzern erwartet und es kann folglich bei der
Bewertung von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen werden. Bei der Erstellung des Jahresabschlus-
ses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist in Staffelform und
nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Bei Vermögensgegenständen und Schulden wurde grundsätzlich der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Sofern einzelne Vermögensgegenstände und Schulden Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, wurden diese
abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zusammen mit dem zugehörigen Sicherungsinstrument
bewertet.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen, welche
die Höhe und den Ausweis der Vermögenswerte und Schulden sowie der Erträge und Aufwendungen des
Berichtszeitraums beeinflussen. Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit statistisch
ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachverhalten vorhanden sind, hat das Unternehmen diese bei
Schätzungen berücksichtigt. Die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehal-
ten. Dem Vorsichtsgrundsatz wurde Rechnung getragen, indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag
verwirklichten Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risken und drohenden Verluste, die im
Erläuternde Angaben
155
Geschäftsjahr 2020 oder in einem früheren Geschäftsjahr entstanden sind, wurden berücksichtigt.
Immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und in längstens 4 Jahren
abgeschrieben.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen
bewertet. Die Nutzungsdauer beträgt bei Gebäuden 33 1/3 bis zu 50 Jahren, bei Technische Anlagen und
Maschinen von 8 bis 15 Jahren und bei andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung von 5 bis 10 Jahren.
Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben. Es wurden keine
Fremdkapitalzinsen bei den Herstellungskosten aktiviert.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, soweit der Ansatz mit einem niedrigeren Wert
erforderlich ist.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zum Bilanzstichtag mit den Anschaffungskosten,
im Falle einer voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Zur
Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering Event) für
eine Wertminderung grundsätzlich das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten zur
Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirtschaftstreuhänder herangezogen. Der beizulegende
Wert beziehungsweise der Nutzungswert wird aus in diesem Fall aus den mit den gewichteten Kapitalkosten
diskontierten geschätzten künftigen Cashflows aufgrund der Daten einer mittelfristigen Unternehmensplanung
abggeleitet. Nach einem Detailplanungszeitraum von 3 Jahren werden anfallende Cashflows unter Verwendung
einer nachhaltigen Wachstumsrate extrapoliert. Als Abzinsungssatz (WACC) wird ein individuell nach dem
Capital Asset Pricing Model ermittelter Mischsatz aus der Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des
eingesetzten Eigenkapitals herangezogen. Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzun-
gen und die speziellen Risiken der betroffenen Beteiligungen wider.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren
Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.
Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwert-
prinzips.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Waren sind zu Anschaffungskosten, die aufgrund des gleitenden Durch-
schnittspreisverfahrens (§ 209 Abs. 2 UGB) ermittelt werden, angesetzt.
Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten
umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten und der
Fertigungsgemeinkosten.
Aufwendungen der allgemeinen Verwaltung werden nicht aktiviert.
Sind die Herstellungskosten höher als die zu Vertragspreisen errechnete Leistung, so wird zu Vertragspreisen
abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Kosten bewertet. Erkennbaren Risken im weiteren Ablauf bis zur
Fertigstellung wird durch gesonderte Rückstellungen Rechnung getragen.
Unter Beachtung des Niederstwertprinzips wurden entsprechende Abwertungen wegen übermäßiger Lagerdauer
und zur verlustfreien Bewertung durchgeführt.
156
Jahresfinanzbericht 2020
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden offen vom Posten „Vorräte“ abgesetzt, soweit diesen bereits
Anschaffungs- bzw. Herstellkosten gegenüberstehen. Es wurden keine Fremdkapitalzinsen bei den Herstellungs-
kosten aktiviert.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nennbetrag angesetzt. Fremdwährungsforde-
rungen werden grundsätzlich mit dem Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Abweichend dazu werden
Fremdwährungsforderungen, die Bestandteil einer Bewertungseinheit sind, gemeinsam mit dem Sicherungsinst-
rument am Bilanzstichtag zum vereinbarten Terminkurs bewertet. Für erkennbare Risken werden Einzelwertbe-
richtigungen gebildet.
Bei der Bemessung der Rückstellungen ist entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen allen erkennbaren
Risken und ungewissen Verbindlichkeiten ausreichend Rechnung getragen worden.
Die Abfertigungsrückstellungen werden gemäß den Bestimmungen des § 211 Abs. 2 UGB gebildet. Die Rückstel-
lung wird seit 2016 nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Dabei wird nach dem Ansamm-
lungsverfahren die Verteilung des Dienstzeitaufwandes über die gesamte Laufzeit vom Eintritt in das Unterneh-
men bis zum Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters berechnet. Die Bildung der Abfertigungsrückstellung
beginnt mit Antritt eines Arbeitsverhältnisses, das einen Abfertigungsanspruch begründet. Der Zinssatz beträgt
1,42 % (2019: 1,77 %) und entspricht einem marktüblichen 7-Jahresdurchschnitt bei einer Restlaufzeit von 12
Jahren. Das Pensionsantrittsalter beträgt 65 Jahre bei Frauen und Männern (2019: 65 Jahre bei Frauen und
Männern). Der Fluktuationsabschlag beträgt 0%.
Für die Ermittlung des Unterschiedsbetrages aufgrund der Umstellung von der angewandten finanzmathemati-
schen Berechnung auf die versicherungsmathematische Berechnung wurden im Jahresabschluss 2016 die
Beträge des versicherungsmathematischen Gutachtens gemäß IAS 19 aus dem Vorjahr (2015) herangezogen.
Der Unterschiedsbetrag wurde auf fünf Jahre verteilt in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt.
Die Jubiläumsgeldrückstellung wird nach IFRS (IAS 19) gebildet. Als Zinssatz wurde 1,0 % (2019: 1,2%) verwen-
det und von einem Pensionsalter von 65 Jahren (2019: 65 Jahren) bei Frauen und 65 Jahren (2019: 65 Jahren)
bei Männern ausgegangen. Der Fluktuationsabschlag betrug abhängig von der Dienstzeit zwischen 0% und
6,40%.
Die Rückstellung für laufende Pensionen wird ab 2015 nach IFRS (IAS 19) unter Zugrundelegung eines Zinssat-
zes von 0,8 % (2019: 0,7 %) errechnet. Dabei wird nach dem Ansammlungsverfahren die Verteilung des
Dienstzeitaufwandes über die gesamte Laufzeit vom Eintritt in das Unternehmen bis zum Erreichen des
gesetzlichen Pensionsalters berechnet. Es wurden die Sterbetafeln von Pagler & Pagler zugrunde gelegt. Die
Rückstellung betraf eine Person, welche bereits in Pension war. Die Person ist im Jahr 2020 verstorben und die
Rückstellung wurde vollständig aufgelöst. Weiters wurde für einige Mitarbeiter in ein Pensionssystem eingezahlt,
welches einen beitragsorientierten Versorgungsplan darstellt.
Ab dem Geschäftsjahr 2016 wurden Wertrechte mit Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Im Jahr 2020
ergibt sich somit ein Passivüberhang in Höhe von EUR 439.839,47 (2019: TEUR 278).
Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem
Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet.
Vereinnahmte Finanzierungskosten, die sich auf künftige Leistungen beziehen, werden in den passiven Rech-
nungsabgrenzungen ausgewiesen (2020: EUR 1.504.661,07; 2019: TEUR 1.485).
Erläuternde Angaben
157
3. ANLAGEVERMÖGEN
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel
angeführt. Die Aufgliederung der Beteiligungen ist der Beteiligungsliste zu entnehmen.
Wertrechte werden mit den Pensionsverpflichtungen saldiert ausgewiesen. Die Bewertung der saldierten
Ansprüche aus einer Pensionsrückdeckungsversicherung stellt sich zum 31.12.2020 wie folgt dar.:
2020 2019
Buchwert Wertrecht 3.053.612,35 EUR 2.843.731,48 EUR
Marktwert Wertrecht 3.053.612,35 EUR 2.843.731,48 EUR
Buchwert Pensionsverpfl. 3.493.451,82 EUR 3.121.681,44 EUR
Marktwert Pensionsverpfl. 3.493.451,82 EUR 3.121.681,44 EUR
Saldierung –439.839,47 EUR –277.949,96 EUR
Die Bewertung der Wertpapiere zum 31.12.2020
stellt sich wie folgt dar.
Buchwert 338.457,92 EUR 362 TEUR
Marktwert 499.452,02 EUR 576 TEUR
Aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewiesenen Sachanlagen besteht aufgrund von langfristigen Miet-,
Pacht- und Leasingverträgen für das folgende Geschäftsjahr eine Verpflichtung von EUR 1.869.776,52 (2019:
TEUR 1.797). Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für die nächsten 5 Jahre beträgt EUR 9.318.882,60
(2019: TEUR 8.731).
4. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 138.237.727,03 116.920.364,71
Einzelwertberichtigungen –1.036.212,54 –1.039.652,22
Forderungsankauf 26.768.278,08 25.091.508,14
Forderungsverkauf –41.438.689,05 –60.950.268,91
122.531.103,52 80.021.951,72
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden im Jahr 2020 i.H. von EUR 48.077.630,94 mittels
Dokumentenakkreditiv und i.H. von EUR 26.978.235,84 über die OEKB abgesichert.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden neue Factoring-Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei wurden zum
Bilanzstichtag ausgewählte Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von EUR 41.438.465,50
(Vorjahr: TEUR 60.872) verkauft. Die verkauften Forderungen werden aufgrund des Übergangs der
Verfügungsmacht vollständig ausgebucht.
Die Forderungen gegenüber den verbundenen Unternehmen setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 15.243.035,70 48.612.164,05
Finanzierungsforderungen 72.315.256,20 114.395.546,42
87.558.291,90 163.007.710,47
158
Jahresfinanzbericht 2020
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände gliedern sich wie folgt auf:
31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
Forderungen an Finanzamt Österreich 2.203.772,21 1.078.343,84
diverse ausländische Vorsteuern 4.183.599,11 4.580.189,26
Gebühren aus der Einfuhrabwicklung
Saudi-Arabien 5.670.567,04 0,00
sonstige Forderungen 6.290.172,86 2.566.505,13
18.348.111,22 8.225.038,23
Es erfolgte weder eine wechselseitige Verbriefung noch eine Pauschalwertberichtigung von Forderungen.
5. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN
In den Rechnungsabgrenzungsposten steckt ein Betrag in Höhe von EUR 0,00 (2019: TEUR 1.231), welcher aus
der Verteilung des Unterschiedsbetrages der Abfertigungsrückstellungen durch die im Jahr 2016 erstmalige
Anwendung des RÄG 2014 (Umstieg von finanzmathematischer auf versicherungsmathematische Berechnung)
resultiert.
6. GRUNDKAPITAL
Rosenbauer ist mit Stückaktien im Prime Market der Wiener Börse gelistet. Das Grundkapital der Rosenbauer
International AG beträgt 13,6 Mio €, eingeteilt in 6.800.000 nennbetragslose Stückaktien, die jeweils einen
anteiligen Betrag am Grundkapital von 2,0 € verbriefen. 3.665.912 Aktien lauten auf Namen und 3.134.088 sind
Inhaberaktien. Jede Rosenbauer Aktie berechtigt zu einer Stimme. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit besonde-
ren Kontrollrechten. Mitarbeiter, die Aktien besitzen, üben ihre Stimmrechte direkt aus.
7. GEWINNRÜCKLAGEN
Die Gewinnrücklagen haben sich wie folgt entwickelt:
in € Stand 1.1.2020 Zuweisung
Auflösung /
Verbrauch
Stand
31.12.2020
Gewinnrücklagen
Andere (freie) Rücklagen 133.171.955,77 15.800.000,00 0,00 148.971.955,77
Erläuternde Angaben
159
8. RÜCKSTELLUNGEN
Die sonstigen Rückstellungen bestehen insbesondere für:
31.12.2020 31.12.2019
EUR EUR
Personalaufwendungen, Jubiläumsgelder und nicht konsumierte Urlaube 20.766.000,00 18.231.100,00
Gewährleistungen 3.431.000,00 3.806.000,00
Ausstehende Eingangsrechnungen 5.819.704,31 6.894.918,13
Übrige Rückstellungen 2.863.449,94 2.878.299,05
32.880.154,25 31.810.317,18
9. VERBINDLICHKEITEN
Die Verbindlichkeiten gliedern sie wie folgt auf:
per 31.12.2020
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2020
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 11.466.220,40 158.786.086,70 46.000.000,00 216.252.307,10
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 10.931.860,21 0,00 0,00 10.931.860,21
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen 26.148.081,56 0,00 0,00 26.148.081,56
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 9.192.146,44 0,00 0,00 9.192.146,44
aus Lieferungen und Leistungen 10.778.682,61 10.778.682,61
Sonstige Verbindlichkeiten 7.042.539,95 0,00 0,00 7.042.539,95
75.559.531,17 158.786.086,70 46.000.000,00 280.345.617,87
160
Jahresfinanzbericht 2020
per 31.12.2019
mit Restlaufzeit
< 1 Jahr 1–5 Jahre > 5 Jahre
Gesamt
31.12.2019
EUR EUR EUR EUR
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten 80.670.514,22 157.301.898,53 47.666.666,64 285.639.079,39
Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen 12.274.489,87 0,00 0,00 12.274.489,87
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und
Leistungen 36.527.780,00 0,00 0,00 36.527.780,00
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen
Unternehmen
aus Finanzverbindlichkeiten 10.727.446,06 0,00 0,00 10.727.446,06
aus Lieferungen und Leistungen 10.286.252,14 10.286.252,14
Sonstige Verbindlichkeiten 8.718.068,31 0,00 0,00 8.718.068,31
159.204.550,60 157.301.898,53 47.666.666,64 364.173.115,77
In den Finanzverbindlichkeiten gegenüber den verbunden Unternehmen sind Forderungen aus Steuerumlagen
gegenüber der Rosenbauer Österreich GmbH i.H. von EUR 795.000,00 enthalten.
Erhaltene Anzahlungen wurden i.H. von EUR 4.610.063,00 mittels Anzahlungsgarantien besichert.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Provisionsguthaben der ausländischen Vertretungen in der Höhe von
EUR 2.922.655,33 (2019: TEUR 4.504) sowie Sozialversicherungsabgaben des Monats Dezember in Höhe von
EUR 2.169.002,51 (2019 TEUR 2.174) enthalten. Außerdem sind neben den bereits erwähnten Positionen in
den sonstigen Verbindlichkeiten der Rosenbauer International AG weitere Aufwendungen in der Höhe von
EUR1.950.882,00 (2019: TEUR 2.040) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam
werden.
10. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
in € 31.12.2020 31.12.2019
Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen Stand
davon
gegenüber
verbundenen
Unternehmen
Bürgschaften 4.360.000,00 4.360.000,00 1.121.622,00 1.121.622,00
Garantien 1.411.203,00 1.411.203,00 15.149.182,00 15.149.182,00
Patronatserklärungen 28.000.000,00 28.000.000,00 22.000.000,00 22.000.000,00
33.771.203,00 33.771.203,00 38.270.804,00 38.270.804,00
Erläuternde Angaben
161
11. UMSATZERLÖSE
Die Umsatzerlöse enthalten Fabrikationsumsätze aus der Fahrzeug- und Komponentenproduktion, Handelswa-
renumsätze sowie Reparatur- und Serviceumsätze und Umsätze aus Ersatzteilverkäufen. Weiters sind unter
dieser Position Erlöse aus Dienstleistungen für die Rosenbauer Österreich GmbH enthalten. Die Aufgliederung
nach Inlands- und Auslandserlösen ist in der Beilage dargestellt.
12. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
in € 2020 2019
Erträge aus dem Abgang vom Anlagevermögen 12.049,66 45.549,54
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 281.249,30 713.005,41
Forschungsprämie 289.433,78 715.122,00
Versicherungserträge 280.402,49 38.586,90
AMS - Kurzarbeit Covid 19 3.217.498,01 0,00
sonstige Erträge 1.022.652,77 816.735,11
5.103.286,01 2.328.998,96
13. PERSONALAUFWAND
Der Posten Aufwand für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen enthält:
in € 2020 2019
Aufwendungen für Abfertigungen 185.844,94 3.669.128,93
Aufwendungen für Mitarbeitervorsorge 983.435,98 1.109.155,27
1.169.280,92 4.778.284,20
Der Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthält:
2020 2019
Aufwendungen aus Pensionszusagen 429.257,32 336.333,80
Ergebnis aus Rückdeckungsversicherung –105.400,50 105.156,52
323.856,82 441.490,32
Die Veränderung der Jubiläums-, Abfertigungs- und Pensionsrückstellung wird zur Gänze im Personalaufwand
erfasst.
In der Summe der Gehälter und Löhne ist ein Aufwand in Höhe von EUR 240.400,00 EUR (2019: TEUR 1.027)
aus der Veränderung der Jubiläumsgeldrückstellung sowie ein Ertrag in Höhe von EUR 2.004.100,00 (Aufwand in
2019: TEUR 1.753) aus der Veränderung der Abfertigungsrückstellung enthalten.
Des Weiteren wurde ein Aufwand in Höhe von EUR 1.230.620,00 (Aufwand in 2019: TEUR 1.231) im Personal-
aufwand erfasst, welcher aus der Verteilung des Unterschiedsbetrages der Abfertigungsrückstellungen durch die
erstmalige Anwendung des RÄG 2014 im Jahresabschluss 2016 (Umstieg von finanzmathemathischer auf
versicherungsmathematische Berechnung) resultiert.
162
Jahresfinanzbericht 2020
14. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
in € 2020 2019
Raumaufwand 4.435.999,84 4.785.761,97
Fuhrpark 654.942,74 646.318,78
Bankspesen 1.237.866,07 1.390.116,45
Rechts- Beratungskosten 2.650.302,49 2.912.833,67
Kosten EDV 3.454.431,00 2.934.914,40
Patente und Lizenzen 845.178,83 772.339,81
Versicherungen 785.125,16 756.353,03
Reisekosten 2.919.343,14 4.929.919,08
Kursverluste 304.658,73 6.787.672,11
Fremde Löhne 5.189.588,33 6.257.679,70
Entwicklungskosten 2.095.200,19 2.151.301,49
Werbeaufwand 2.538.123,44 2.059.116,88
Fracht und Verpackung 9.698.221,35 7.810.304,76
Sonstige Aufwendungen 9.963.543,03 12.707.962,11
46.772.524,34 56.902.594,24
15. STEUERN
Gemäß § 198 Abs 9 UGB besteht für große Kapitalgesellschaften eine Aktivierungspflicht für aktive latente
Steuern aus Ständedifferenzen. Die aktiven latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden auf Ebene der Rosen-
bauer International AG für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen
Wertansatz für folgende Positionen gebildet:
in € 31.12.2020 31.12.2019
Sachanlagen 398.292 550.869
Langfristige Personalrückstellungen 9.073.258 9.394.435
Sonstige Rückstellungen 7.582.367 8.426.030
Offene Siebentelbeträge aus Teilwertabschreibung 2.914.284 3.728.571
Betrag Gesamtdifferenzen 19.968.201 22.099.906
daraus resultierende latente Steuern per 31.12. (25 %)
(+aktiv / - passiv) 4.992.050 5.524.976
zuzüglich latente Steuern aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit
der Rosenbauer Österreich GmbH (bis 2019) 0 262.614
zuzüglich latente Steuern Personengesellschaft Rosenbauer Karlsruhe
GmbH & Co. KG 438.000 0
5.430.050 5.787.591
Die latenten Steuern entwickelten sich wie folgt:
in € 31.12.2020 31.12.2019
Stand am 1.1. 5.787.589 5.049.964
erfolgswirksame Veränderung –357.539 737.625
Stand am 31.12. 5.430.050 5.787.589
Erläuternde Angaben
163
Die Rosenbauer International AG als Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosenbauer
Brandschutz GmbH und der Rosenbauer E-Technology Development GmbH als Gruppenmitglieder eine Unterneh-
mensgruppe iSd § 9 KStG. Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Gruppenmitgliedern besteht grundsätzlich in
der Belastungsmethode mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs über in der Gruppe noch nicht verwendete
Verlustvorträge. Der bisherige Ergebnisabführungsvertrag mit der Rosenbauer Österreich GmbH wurde im
Geschäftsjahr 2020 aufgelöst.“
Der laufende Körperschaftsteueraufwand in Höhe von EUR 3.963.034,44 gliedert sich wie folgt:
in € 31.12.2020 31.12.2019
Körperschaftsteuer 4.306.383,18 4.399.683,09
Aktive Latenz 357.539,00 –737.625,00
Steuerumlagen –795.000,00
KEST aus Zinsertrag WP 0,00 1.378,80
Ausländische Quellensteuern 154.372,26 24.191,65
Aperiodischer Seuer aufwand / Ertrag –60.260,00 0,00
3.963.034,44 3.687.628,54
16. ZAHL DER MITARBEITER
Jahresdurchschnitt 2020 2019
Arbeiter 800 734
Angestellte 580 531
Lehrlinge 95 98
1.475 1.363
17. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden Bewertungseinheiten gebildet. Da in diesem Fall die derivativen
Finanzinstrumente eine Bewertungseinheit mit dem zugrundeliegenden Projekt darstellen (eine effektive
Hedgebeziehung liegt vor), erfolgt keine Erfassung der negativen Marktwerte in Form einer Drohverlustrückstel-
lung. Liegen die Voraussetzungen nicht vor, werden für negative Marktwerte Rückstellungen für drohende
Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet.
Es wurde ein prospektiver Effektivitätstest nach der „critical terms match“ Methode durchgeführt sowie ein
retrospektiver Effektivitätstest nach der „cumulative dollar-offset“ Methode, wenn die Critical Terms nicht ident
waren. Der ineffektive Teil einer wirksamen Sicherungsbeziehung wird in diesem Fall sofort erfolgswirksam
erfasst. Im Jahr 2020 betrug dieser EUR 0,00 (2019: TEUR 128) und wurde unter den Finanzierungsaufwendun-
gen ausgewiesen.
a) Devisentermingeschäfte
Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten (überwiegend USD) werden derivative
Finanzinstrumente wie Devisentermingeschäfte eingesetzt, um den Kalkulationskurs des Grundgeschäftes
abzusichern. Das Grundgeschäft besteht in der Regel aus Fahrzeuglieferungen mit einer Durchlaufzeit von bis zu
12 Monaten. Bei größeren Aufträgen kann die Lieferzeit mehr als 12 Monate betragen. Dementsprechend
beträgt auch hier die Fälligkeit der Derivate mehr als 12 Monate. Absicherungen erfolgen auch für noch nicht
bilanzierte Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge. Bei mehrjährigen, im Detail geplanten und von allen
relevanten Stellen bewilligten Projekten mit hinreichender Finanzierung kann der Cash Flow auch aus später
164
Jahresfinanzbericht 2020
abzuschließenden Verträgen resultieren, wenn dieser Cash Flow im Projektplan enthalten und die Projektdurch-
führung so gut wie sicher ist.
Zum Bilanzstichtag hatte die Rosenbauer International AG Mikro-Hedging-Sicherungsbeziehungen (ein Devisen-
termingeschäft für genau ein Grundgeschäft) im Bestand, die in den meisten Fällen innerhalb des nächsten
Geschäftsjahres auslaufen. Terminkäufe werden nicht mit Terminverkäufen aufgerechnet sondern im gesamten
Marktwert additiv dargestellt. Der Fair Value leitet sich aus den Beträgen ab, zu denen die betreffenden
Finanzgeschäfte am Bilanzstichtag gehandelt werden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen
aus den Grundgeschäften. Für Derivate, die Bestandteil einer Bewertungsewinheit sind, wird im Falle von
negativen beizulegenden Zeitwerten, keine Rückstellung für Drohverluste gebildet.
in EUR 2020 2019
Bewertung Devistentermingeschäfte als Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 97.123.541,09 64.950.226,62
Positiver Marktwert 6.786.178,74 1.280,68
Negativer Marktwert 84.579,62 5.049.363,34
Bewertung Devistentermingeschäfte als Nicht-Bestandteil
einer Bewertungseinheit
Nominalbetrag 0,00 0,00
Positiver Marktwert 0,00 0,00
Negativer Marktwert 0,00 0,00
Der Buchwert der Devisentermingeschäfte, der im Bilanzposten „Sonstige Rückstellungen“ enthalten ist, beträgt
zum Stichtag EUR 0,00 (2019: TEUR 0).
b) Zinssicherungsgeschäfte
Zins- bzw. Zinsänderungsrisken liegen vor allem bei Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten über
einem Jahr vor.
Aktivseitig besteht ein Zinsänderungsrisiko lediglich bei den in den Finanzanlagen enthaltenen Wertpapieren.
Durch regelmäßige Beobachtung der Zinsentwicklung und der daraus abzuleitenden Umschichtung der Wertpa-
pierbestände, sind die Reduktion des Zinsänderungsrisikos und eine Optimierung der Erträge möglich.
Langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Banken bestehen aus Krediten für diverse Investitionen in das
operative Geschäft.
18. BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN
Sieh Beilage.
19. SONSTIGE ANGABEN
Die Aufwendungen für Abfertigungen inkl. Mitarbeitervorsorgekassen und Pensionen teilen sich wie folgt auf:
Erläuternde Angaben
165
in € 2020 2019
Vorstand und leitende Mitarbeiter –70.862,50 815.045,50
Andere Arbeitnehmer 1.564.000,24 4.404.729,02
1.493.137,74 5.219.774,52
Die Vergütung des Vorstandes (ohne Sachbezüge) setzt sich aus einem fixen Bestandteil samt geldwerten
Vorteilen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die Bezüge der Mitglieder des Vorstandes betrugen 2020
in Summe TEUR 2.382 (2019: TEUR 1.968) und gliedern sich in einen Fixbezug von TEUR 1.268 (2019: TEUR
1.142) und in einen variablen Bezug von TEUR 1.114 (2019: TEUR 826). Darüberhinaus wird jedem Vorstands-
mitglied ein marktübliches Dienstfahrzeug zur Verfpügung gestellt, das auch privat genutzt werden kann.
20. HONORAR DES WIRTSCHAFTSPRÜFERS
Für im Geschäftsjahr 2020 erbrachte Leistungen des Abschlussprüfers KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprü-
fungs- und Steuerberatungsgesellschaft (2019: Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.) wurden
EUR 47.592,00 (2019: TEUR 62,2) aufgewendet. Davon betrafen EUR 47.592,00 (2019: TEUR 41,2) die
Abschlussprüfung, EUR 0,0 (2019: TEUR 2,8) andere Bestätigungsleistungen, EUR 0,0 (2019: TEUR 3,1)
Steuerberatungsleistungen und EUR 0,0 (2019: TEUR 16,0) sonstige Dienstleistungen.
21. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG
Das Geschäftsjahr 2020 schließt mit einem Bilanzgewinn von EUR 10.349.978,48. Der Vorstand schlägt vor,
diesen Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden: Ausschüttung einer Dividende p.a. von EUR 1,50 (2019: EUR 0,80)
je Aktie (das sind EUR 10.200.000,00 für 6.800.000 Stückaktien). Vortrag auf neue Rechnung: EUR 149.978,48.
22. NAHESTEHENDE UNTERNEHMEN UND PERSONEN
Im Geschäftsjahr 2020 wurden von keiner nahestehenden Person des Aufsichtsrates sowie des Vorstandes
Leistungen bezogen (2019: TEUR 0).
23. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG
Nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2020 sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung für
die Gesellschaft eingetreten, die zu einer Änderung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt haben.
24. ORGANE DER GESELLSCHAFT UND DES KONZERNS
Aufsichtsrat
Christian Reisinger
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Rainer Siegel
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates
166
Jahresfinanzbericht 2020
Bernhard Matzner
Mitglied des Aufsichtsrates
Martin Zehnder
Mitglied des Aufsichtsrates
Dem Aufsichtsrat wurden im Geschäftsjahr 2020 Vergütungen in der Höhe von TEUR 251,0 (2019: TEUR 238,4)
gewährt.
Vom Betriebsrat in den Aufsichtsrat delegiert
Wolfgang Untersberger (seit 23.11.2020)
Alfred Greslehner (bis 23.11.2020)
Rudolf Aichinger
Vorstand
Dieter Siegel
Vorsitzender des Vorstandes
Andreas Zeller
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes
Daniel Tomaschko
Mitglied des Vorstandes
Sebastian Wolf
Mitglied des Vorstandes
Erläuternde Angaben
167
25. BEZIEHUNGEN ZU VERBUNDENEN UNTERNEHMEN
Das den Konzernabschluss erstellende Mutterunternehmen ist die Rosenbauer International AG mit Sitz in
Leonding/Linz, Paschinger Str. 90. Der Konzernabschluss liegt beim Landesgericht Linz (FN 78543f) auf.
Zwischen der Rosenbauer International AG und dem Großteil Ihrer verbundenen Unternehmen bestehen Liefer-
und Leistungsbeziehungen aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Die Rosenbauer International AG als
Gruppenträger bildet mit der Rosenbauer Österreich GmbH, der Rosenbauer Brandschutz GmbH und der
Rosenbauer E-Technology Development GmbH als Gruppenmitglieder eine Unternehmensgruppe iSd § 9 KStG.
Die Steuerumlagevereinbarung mit allen Gruppenmitgliedern besteht grundsätzlich in der Belastungsmethode
mit der Vereinbarung des Schlussausgleichs über in der Gruppe noch nicht verwendete Verlustvorträge. Der
bisherige Ergebnisabführungsvertrag mit der Rosenbauer Österreich GmbH wurde im Geschäftsjahr 2020 mit
Wirkung 1.1.2020 aufgelöst.
Bei den immateriellen Vermögenswerten erfolgte im Jahr 2020 ein Verkauf von Entwicklungsleistungen der
Rosenbauer Karlsruhe GmbH & CoKG an die Rosenbauer International AG in Höhe von 1.554.653,10 Euro (2019:
0,0 Euro).
Leonding, am 24. März 2021
Der Vorstand:
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
168
Jahresfinanzbericht 2020
Bestätigungsvermerk
PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben den Jahresabschluss der Rosenbauer International AG, Leonding, bestehend aus der Bilanz zum
31.Dezember2020, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und
dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein
möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31.Dezember2020 sowie der Ertragslage der
Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
GRUNDLAGE FÜR DAS PRÜFUNGSURTEIL
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr.537/2014 (im Folgenden
AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese
Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten
nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der
Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen
Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderun-
gen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses
Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem
Datum zu dienen.
HINWEIS AUF EINEN SONSTIGEN SACHVERHALT
Der Jahresabschluss der Rosenbauer International AG für das am 31.Dezember 2019 endende Geschäftsjahr
wurde von einem anderen Abschlussprüfer geprüft, der am 23. März 2020 ein uneingeschränktes Prüfungsurteil
zu diesem Abschluss abgegeben hat.
BESONDERS WICHTIGE PRÜFUNGSSACHVERHALTE
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermes-
sen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachver-
halte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung
unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sach-
verhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Siehe Anhang in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Finanzanlagen und zu Forderungen und
sonstigen Vermögensgegenständen sowie in den Erläuterungen zur Bilanz und im Anlagespiegel zum
31.Dezember 2020.
BERICHT ZUM JAHRESABSCHLUSS
169
Bestätigungsvermerk
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2020 sind die Anteile an verbundenen
Unternehmen (74,1 Mio EUR) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (87,6 Mio EUR) ausgewiesen.
Für sämtliche bedeutsame Anteile an verbundenen Unternehmen beurteilt Rosenbauer International AG, ob
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor,
wird für das betroffene verbundene Unternehmen eine Unternehmensbewertung durchgeführt und der Buchwert
der Anteile auf das Ergebnis der Unternehmensbewertung abgeschrieben.
Die Beurteilung, ob Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen sowie der
Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen und Forderungen gegenüber verbundenen Unter-
nehmen erfordert Schätzungen und Ermessensentscheidungen der gesetzlichen Vertreter.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Anteile an und Forderungen gegenüber verbundenen Unter-
nehmen nicht ordnungsgemäß bewertet sind und folglich der Jahresüberschuss nicht zutreffend ermittelt ist.
Das wesentliche Risiko besteht dabei insbesondere in der Schätzung der zukünftigen Cashflows, welche zur
Feststellung der Werthaltigkeit herangezogen werden. Diese Cashflow Schätzungen beinhalten Annahmen,
die von zukünftigen Markt- und Wirtschaftsentwicklungen beeinflusst werden.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen sowie Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen haben wir folgende Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen
beizulegenden Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansatzes durch das anteilige Eigenkapital)
der Anteile an verbundenen Unternehmen nachvollzogen. Zudem haben wir in Gesprächen mit den gesetzli-
chen Vertretern erörtert, ob darüberhinausgehende Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizule-
genden Wert der Anteile an verbundenen Unternehmen vorliegen.
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen, haben wir uns ein Verständ-
nis über den Planungsprozess und der Gestaltung und Einrichtung der diesbezüglichen internen Kontrollen
verschafft und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat bzw
Gesellschaftern genehmigten Budgetzahlen sowie der Mittelfristplanung abgeglichen.
Die wesentlichen wertbestimmenden Annahmen haben wir mit den verantwortlichen Mit-arbeitern eingehend
besprochen und Erwartungen über die künftigen Entwicklungen mit den vom Unternehmen verwendeten
externen Markteinschätzungen abgeglichen.
Die Planungsgenauigkeit haben wir durch Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den
tatsächlich eingetretenen Werten beurteilt.
Die Methodik zur Durchführung des Wertminderungstests sowie zur Ermittlung der Kapitalkostensätze haben
wir unter Einbindung unseres Bewertungsspezialisten nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden
Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben wir
durch einen Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten hinsichtlich ihrer Angemessenheit
beurteilt und die rechnerische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
Bei Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die nicht bereits durch die Bewertung der Anteile an
verbundenen Unternehmen abgedeckt waren, haben wir weiters mittels Überfälligkeitsanalysen überprüft, ob
Wertberichtigungsbedarf bei diesen Positionen gegeben ist. Dabei haben wir auch die finanzielle Situation der
verbundenen Unternehmen gewürdigt.
Abschließend haben wir untersucht, ob die Erläuterungen der Rosenbauer International AG zu Finanzanlagen
und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen im Anhang vollständig und sachgerecht sind.
Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Siehe Anhang in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Forderungen und sonstigen Vermögensgegen-
ständen zum 31. Dezember 2020.
170
Jahresfinanzbericht 2020
Das Risiko für den Abschluss
Im Jahresabschluss der Rosenbauer International AG zum 31. Dezember 2020 sind Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen in Höhe von 122,5 Mio EUR ausgewiesen.
Die Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basiert auf der Einschätzung der Bonität der
Kunden durch die gesetzlichen Vertreter. Diese wird jährlich im Rahmen der Abschlusserstellung durchgeführt.
Für den Abschluss besteht das Risiko, dass die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ordnungs-
gemäß bewertet sind und folglich der Jahresüberschuss nicht zutreffend ermittelt ist. Das wesentliche Risiko
besteht dabei in der Einschätzung der Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit von Kunden die vertraglich
vereinbarten Rückflüsse in voller Höhe zu leisten – insbesondere jene mit überfälligen Forderungen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Bei der Prüfung der Werthaltigkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben wir folgende
wesentliche Prüfungshandlungen durchgeführt:
Wir haben uns ein Verständnis über den Prozessablauf und den darin implementierten Kontrollen zur
Überwachung der Risikovorsorge von Kundenforderungen erlangt und kritisch analysiert, ob diese Prozesse
geeignet sind, Kreditausfälle zu identifizieren und die Werthaltigkeit der Kundenforderungen angemessen
abzubilden.
Weiters haben wir auf Basis einer Stichprobe untersucht, ob Indikatoren für Kreditausfälle bestehen und
Risikovorsorgen ausreichend gebildet wurden. Die Auswahl der Stichprobe erfolgte risikoorientiert auf Basis
einer Analyse der Überfälligkeitsstruktur der Kundenforderungen zum 31. Dezember 2020.
Wir haben zudem bei Positionen, denen Ermessensentscheidungen zu Grunde liegen, Besprechungen mit dem
Management durchgeführt. Dabei haben wir besonderes Augenmerk auf die ermessensbehafteten Elemente
in den vertraglichen Grundlagen, den erhaltenen Dokumentationen und sonstigen internen und externe
Informationen gelegt.
Abschließend haben wir eine Abstattungsprüfung der Kundenforderungen zum Prüfungszeitpunkt durch-
geführt, indem wir überprüft haben, für welche Kunden bereits Zahlungseingänge nachgewiesen werden
konnten und somit die Werthaltigkeit der Forderungen nachgewiesen wurde.
SONSTIGE INFORMATIONEN
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen alle Informationen im Jahresfinanzbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und
den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben
keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen
Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten
zum Jahresabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig
falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers
erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche
Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir
haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
171
Bestätigungsvermerk
VERANTWORTLICHKEITEN DER GESETZLICHEN VERTRETER UND
DES PRÜFUNGSAUSSCHUSSES FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser
in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild
der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresab-
schlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen
oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungs-
grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter
beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben
keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
VERANTWORTLICHKEITEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von
wesentlichen falschen Darstellungen auf Grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestäti-
gungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen
Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte
Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen,
wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen
ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten
Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen auf Grund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen
sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser
Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder
das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem
Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsme-
thoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der
Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
172
Jahresfinanzbericht 2020
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der
erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unter-
nehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicher-
heit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im
Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil
zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres
Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können
jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der
Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer
Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante
zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich
etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung
erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltens-
anforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen
Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere
Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben,
diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres
waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in
unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche
Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in
unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die
negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
BERICHT ZUM LAGEBERICHT
Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob
er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufge-
stellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichtes in Übereinstimmung mit den
österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichtes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden,
enthält die nach §243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Ver-
ständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im
Lagebericht festgestellt.
SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN
173
Bestätigungsvermerk
ZUSÄTZLICHE ANGABEN NACH ARTIKEL10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 11.Mai 2020 als Abschlussprüfer gewählt und am 2.Juli 2020 vom
Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31.Dezember2020 endende Geschäftsjahr
beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31.Dezember 2020 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht
an den Prüfungsausschuss nach Artikel11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel5 Abs1 der AP-VO) erbracht haben und
dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft
gewahrt haben.
AUFTRAGSVERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Christoph Karer.
Linz, am 26.März 2021
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
qualifiziert elektronisch signiert:
Mag. Christoph Karer
Wirtschaftsprüfer
174
Jahresfinanzbericht 2020
Erklärung der
gesetzlichen Vertreter
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage
des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des
Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards
aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis
und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen
das Unternehmen ausgesetzt ist.
Leonding, am 24. März 2021
Dieter Siegel Andreas Zeller Daniel Tomaschko Sebastian Wolf
CEO CSO CTO CFO
Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen: Konzernfunktionen:
Corporate Development, Area Management Preventive Fire Protection, Group Controlling,
Human Resources, APAC, CEEU, MENA, Supply Chain Management, Group Accounting and Tax,
Strategy, NISA und NOMA, Central Technics, Legal, Compliance &
Innovation & Marketing, Sales Administration, CoC Operations Insurance, Export Finance,
Group Communication, Customer Service Treasury, Investor Relations,
Fire & Safety Equipment, Internal Audit, IT
Product Management
www.rosenbauer.com