Kennzahlenübersicht Konzern
ERTRAGSKENNZAHLEN | 2021 | 2020* | 2019/20** | 2018/19** | 2017/18** | |
Umsatz | in Mio. € | 108,95 | 68,04 | 118,54 | 137,22 | 149,07 |
EBIT | in Mio. € | -5,26 | 19,94 | -28,68 | -8,98 | -9,22 |
Ergebnis vor Steuern | in Mio. € | -9,43 | 17,33 | -35,02 | -10,11 | -11,43 |
Ergebnis nach Steuern | in Mio. € | -12,33 | 12,77 | -27,42 | -11,10 | -11,54 |
Free Cashflow | in Mio. € | -0,22 | 53,25 | 4,27 | -10,88 | 1,83 |
Mitarbeiter (im Durchschnitt) | FTE | 1.091 | 1.169 | 1.243 | 1.347 | 1.433 |
BILANZKENNZAHLEN |
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | 30.04.2020 | 30.04.2019 | 30.04.2018 |
Eigenkapital | in Mio. € | 15,24 | 28,54 | 15,02 | 42,72 | 33,90 |
Nettoverschuldung | in Mio. € | 0,29 | positiv | 33,16 | 19,62 | 30,09 |
Working Capital | in Mio. € | 32,13 | 31,37 | 38,05 | 31,07 | 34,59 |
Bilanzsumme | in Mio. € | 134,65 | 138,90 | 161,69 | 117,99 | 114,33 |
Eigenkapitalquote | in % | 11,3 | 20,5 | 9,3 | 36,2 | 29,7 |
Gearing | in % | 10,17 | - | >100 | 45,9 | 88,8 |
BÖRSENKENNZAHLEN |
| 2021 | 2020* | 2019/20** | 2018/19** | 2017/18** |
Ergebnis je Aktie | in € | -1,86 | 1,93 | -4,14 | -1,76 | -2,35 |
Dividende je Aktie | in € | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
Eigenkapital je Aktie | in € | 0,00 | 4,30 | 2,26 | 6,44 | 6,90 |
Höchstkurs der Aktie | in € | 10,30 | 8,80 | 11,40 | 17,70 | 19,75 |
Tiefstkurs der Aktie | in € | 6,55 | 4,82 | 3,20 | 10,60 | 11,36 |
Ultimokurs der Aktie | in € | 7,20 | 7,45 | 6,00 | 11,40 | 13,60 |
Gewichtete Aktienanzahl | in Tsd. Stück | 6.631 | 6.631 | 6.631 | 6.320 | 4.912 |
Ultimo-Börsenkapitalisierung | in Mio. € | 47,74 | 49,40 | 39,79 | 75,59 | 68,00 |
*Mai bis Dezember
**Mai bis April
Der Inhalt
WOLFORD GRUPPE
Konzernlagebericht 006
Konzerninformationen 008
Wirtschaftliches Umfeld 012
Ergebnis- und Bilanzanalyse 014
Geschäftsbereiche 020
Ausblick und Ziele 022
Ergebnis nach dem Bilanzstichtag 024
Chancen- und Risikomanagement 025
Forschung und Entwicklung 031
Human Resources 033
Angaben nach § 243A ABS. 1 UGB 035
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 243b UGB und 267a UGB 035
Konzernabschluss 036
Konzerngesamtergebnisrechnung 038
Konzern-Cashflow 039
Konzernbilanz 040
Entwicklung des Konzerneigenkapitals 041
Segmentberichterstattung 042
Konzernanlagenspiegel 044
Konzernanhang 048
Erklärung der gesetzlichen Vertreter 092
Bestätigungsvermerk 093
WOLFORD AG
Jahresabschluss 100
Bilanz 102
Gewinn- und Verlustrechnung 104
Anhang für das Geschäftsjahr 2021 106
Anlagenspiegel 120
Lagebericht 122
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens 124
Ergebnis- und Bilanzanalyse 126
Ausblick und Ziele 129
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 131
Chane- und Risikomanagement 132
Forschung und Entwicklung 138
Umwelt 140
Human Resources 141
Angaben nach § 243a Abs. 1 UGB 143
Erklärung des Vorstands der Wolford AG 144
Bestätigungsvermerk 145
Informationen 151
Kontakt & Impressum 151
WOLFORD
gegründet 1950 im österreichi-
schen Bregenz, ist Marktführer
im Bereich Skinwear. In den
Jahrzehnten unseres Bestehens
haben wir zahlreiche Produkt-
innovationen hervorgebracht,
von denen zahlreiche heute
noch zu den Bestsellern gehören.
Wir sind mit 229 Monobrand-
Standorten und mehr als
2.500 Handelspartnern weltweit
in rund 45 Ländern vertreten.
Seit 1995 ist unser Unternehmen
an der Wiener Börse notiert.
WOLFORD GRUPPE
Konzernlagebericht
Konzerninformationen 008
Wirtschaftliches Umfeld 012
Ergebnis- und Bilanzanalyse 014
Geschäftsbereiche 020
Ausblick und Ziele 022
Ergebnis nach dem Bilanzstichtag 024
Chancen- und Risiko-Management 025
Forschung und Entwicklung 031
Human Resources 033
Angaben nach § 243A ABS. 1 UGB 035
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 243b UGB und 267a UGB 035
Konzerninformation
Wolford in Kürze
Wolford ist Marktführer im Bereich der hochwertigen Skinwear. Die Marke ist in 45 Ländern weltweit an 229 Monobrand-Standorten sowie bei über 2 500 Handelspartnern vertreten. Das österreichische Unternehmen produziert unter Einhaltung höchster ökologischer und sozial nachhaltiger Standards ausschließlich in Europa: Wolford entwirft in der italienischen Modemetropole Mailand und stellt seine Kreationen am Stammsitz in
Produkte mit hohem Qualitätsanspruch
Mit der Kernproduktgruppe Legwear, an der alle anderen Produktgruppen ausgerichtet sind, erzielt Wolford etwa 37 % des Umsatzes. Die stärkste Produktgruppe ist die Ready-to-wear (43 %) mit körpernahen Produkten wie Bodys und Shirts (Bodywear) sowie Kleidern und Pullovern. Die Produktgruppen Legwear und Bodywear basieren auf einer speziellen, von Wolford entwickelten und laufend verfeinerten Rundstricktechnologie - Grundlage für den bekannten Tragekomfort und die Qualität der Wolford Produkte. Beide Produktgruppen werden komplettiert durch ein Angebot dekorativer und teilweise körperformender Wäsche. Ergänzt werden die Kollektionen durch eine kleine Auswahl an Accessoires wie Tücher und Gürtel, die im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich zum Umsatz beitragen.
Bei den Produkten unterscheidet Wolford zwischen modischen Trend-Produkten und der sogenannten Essential-Kollektion, die alle zeitlosen „Klassiker" des Unternehmens umfasst, etwa die seit 1988 produzierte Strumpfhose „Satin Touch".
Insgesamt bringt Wolford pro Kalenderjahr zwei Trend-Kollektionen auf den Markt. Eine deckt den Zeitraum Frühjahr/Sommer ab, die andere Herbst/Winter. Je nach Kollektion gibt es vier bis fünf Lieferintervalle mit neuen Produkten, die für neue Impulse auf der Verkaufsfläche sorgen sollen - flankiert durch entsprechende Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen.
Das Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell der Wolford Gruppe beruht auf der Abdeckung eines Großteils der Wertschöpfungskette - von Design und Entwicklung über Teile der Produktion bis zu weltweiter Omnichannel-Distribution inklusive eigener Boutiquen. Das macht das Unternehmen in hohem Maße autark und ermöglicht schnelles Reagieren, beispielsweise auf aktuelle Modetrends. In Teilbereichen von Wäsche und Ready-to-wear wird Wolford von externen Partnern und ausgewählten Lieferanten unterstützt. Dabei werden die Aufgaben rund um die Produktentwicklung in der Zentrale in Bregenz gebündelt.
Bei der Entwicklung einer neuen Kollektion arbeiten das Produktmanagement, das Designteam und die Produktentwicklung Hand in Hand. Das Produktmanagement analysiert Trends und welche Produkte am Markt gefragt sein werden - diese Erkenntnisse bilden die Arbeitsgrundlage für das Designteam. Aus der engen Zusammenarbeit zwischen Design und Produktentwicklung wiederum resultieren immer wieder neue Produkte, oft auf der Basis neuer Fertigungsmethoden wie dem 3D-Druck oder der inzwischen patentierten Klebetechnologie. Die weltweit erste geklebte Strumpfhose „Pure Tights" ist ein Ergebnis dieses Zusammenspiels.
Im Produkt- und Warenmanagement geht es nicht zuletzt auch um die Bedarfsplanung der Retail-Flächen der eigenen Boutiquen und der von Wholesale-Kunden - hier wird festgelegt, welche Artikel in welchen Größen und Farben für welche Retail-Flächen produziert werden müssen. Auch der Warenfluss vom Lager auf die Fläche wird hier gesteuert.
In der Beschaffung dreht sich alles um die Materialien. Das Rohmaterial, vor allem Garne sowie Vorprodukte oder zugekaufte Produkte für die Lingerie und die Ready-to-wear werden von langjährigen Partnern aus den Nachbarregionen in Österreich, Deutschland und der Schweiz bezogen, die denselben Qualitäts- und Innovationsanspruch an ihre Produkte haben wie Wolford. Teilweise kommen die Garne aus Japan, einem Land, das für seine innovativen Materialien bekannt ist. Alle Rohmaterialien werden in der Bregenzer Zentrale gelagert und dort für die Produktion und Konfektion vorbereitet.
Die fertigen Produkte werden in drei zentralen Warenhäusern gelagert: im Zentrallager im norddeutschen Peine, das auch das Online-Business in Europa versorgt sowie in zwei weiteren Lagern in den USA und China. Das Lager in den USA versorgt den amerikanischen Markt, das Lager in China den asiatischen Raum.
Weltweiter Vertrieb
Die Produkte von Wolford werden in 45 Ländern weltweit vertrieben - über ein Netz von eigenen Standorten (Retail), d. h. direkt an den Endkunden, sowie über Handelspartner (Wholesale). Mit seinem internationalen Netzwerk von Boutiquen erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 den größten Umsatzanteil (43 %). Ende Dezember 2021 standen von den 101 Wolford Boutiquen 39 unter eigener Führung, 62 wurden von Partnern geführt. Insgesamt kontrolliert die Wolford Gruppe rund 70 % der Distribution selbst. Neben dem stationären Handel gewinnt das Onlinegeschäft (OnlineBusiness) immer mehr an Bedeutung - im Geschäftsjahr 2021 machte es 26 % des Umsatzes aus.
Distributionskanäle
Boutiquen: von Wolford selbst geführte Boutiquen | Kauf- und Warenhäuser: exklusive Shop-in-Shops mit Wolford Ambiente in zahlreichen internationalen Kaufhäusern |
Concession-Shop-in-Shops: von Wolford selbst betriebene Flächen in Kauf- und Warenhäusern | Fachhandel: exklusive Mode- und Fachhandelsgeschäfte, die Wolford Modelle anbieten |
Online-Business: eigene Online-Boutiquen | Private Label: Produkte, die für andere Marken produziert oder unter einem anderen Markennamen im Handel angeboten werden |
Factory-Outlets: Verkaufsstandorte, an denen Wolford Kollektionen vergangener Saisonen bzw. reduzierte Ware verkauft werden |
Europa als wichtigster Markt
Der europäische Markt stellt mit einem Anteil von rund 73 % die wichtigste Absatzregion der Wolford Gruppe dar. Hier tragen insbesondere die Märkte in Deutschland (15 %), Frankreich (9 %) Großbritannien und Irland (8 %) und Österreich (7 %) als Firmensitz einen Großteil des Umsatzes bei. Wichtigster Einzelmarkt ist Nordamerika mit einem Umsatzanteil von 20 %. Die Beteiligungsverhältnisse des chinesischen Hauptaktionärs Fosun erleichtern den Zugang zum asiatischen Markt; Fosun Fashion Brand Management tritt hier als Partner auf. Mittelfristig soll der hier erzielte Umsatzanteil dem der bisherigen Kernmärkte USA und Deutschland entsprechen und zwischen 15 % und 20 % liegen.
Zentrale Steuerung
Die Wolford Gruppe wird von der Wolford AG mit Sitz in Bregenz geleitet. Mit den beiden Organen Vorstand und Aufsichtsrat verfügt Wolford über eine Leitungs- und Überwachungsstruktur nach dualistischem System. Der Vorstand führt das Unternehmen von der Konzernzentrale in Bregenz sowie vom zweiten Sitz in Mailand aus. Er ist für Strategie und Konzernsteuerung verantwortlich, während der Aufsichtsrat dem Vorstand beratend zur Seite steht und dessen Geschäftsführung überwacht.
Zentrales Unternehmensziel ist ein profitables Wachstum und die Steigerung des Free Cashflows - das unternehmensinterne Steuerungssystem unterstützt das Management bei der Ausrichtung der Unternehmensprozesse auf dieses Ziel.
Wesentlicher Ansatzpunkt dafür ist die Steigerung von Umsatz und betrieblichem Ergebnis (EBIT). Dementsprechend sind die zentralen Steuerungsgrößen der Umsatz (absolut und „like for like", d. h. unabhängig von neu hinzugekommenen oder geschlossenen Verkaufsflächen) und der Free Cashflow (Nettocashflow aus laufender Geschäftstätigkeit plus Cashflow aus Investitionstätigkeit). Weitere wesentliche Steuerungsgrößen sind das Working Capital und die Nettoverschuldung des Konzerns.
Das Management der Vorräte sowie der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen obliegt dem Supply-Chain-Management. Dieses ist auch für die kontinuierliche Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion von Rohmaterialbeständen bzw. Umlaufbeständen zuständig. Beim Forderungsmanagement gibt es eine enge Abstimmung zwischen der Finanzabteilung, die den Prozess leitet, und den jeweils zuständigen Vertriebsmitarbeitern. Klare Zielvorgaben für die Forderungslaufzeit (DSO, Days Sales Outstanding) unterstützen bei der Priorisierung von Außenständen und ihrer systematischen Reduktion. Im Rahmen monatlicher Business-Performance-Reviews überprüft das Management die Umsetzung der Zielvorgaben hinsichtlich aller zentralen Steuerungsgrößen und die entsprechenden Maßnahmenpläne zur Zielerreichung.
Wirtschaftliches Umfeld
Die Weltwirtschaft konnte sich 2021 vom Corona-bedingten Einbruch des Vorjahrs erholen. Die Weltproduktion stieg um 5,7 %, nachdem sie im Vorjahr um 3,1 % zurückgegangen war. Insbesondere in den ersten Monaten zog die Konjunktur trotz neuerlicher pandemiebedingter Beeinträchtigungen spürbar an. Die Auswirkungen der Pandemie blieben weitgehend auf die Dienstleistungsbereiche beschränkt. Industrieproduktion und Welthandel expandierten bis zum Frühjahr kräftig. In der zweiten Jahreshälfte ließ die Dynamik in den meisten Regionen nach.
Trotz der konjunkturellen Erholung beeinflusste die Covid-19-Pandemie die wirtschaftliche Aktivität weiterhin merklich. Dabei tolerierten Länder mit höheren Impfquoten zunehmend auch höhere Inzidenzen, ohne dass sie Eindämmungsmaßnahmen ergriffen. Im Sommer führten steigende Infektionszahlen vor allem im asiatischen Raum zu konjunkturellen Dellen. In den USA und in Europa blieben die Auswirkungen geringer. Zum Jahresende stellten sich mit dem Auftreten der neuen Virusvariante Omikron und einem steigenden Inflationsdruck neue Risiken für die Wirtschaft ein. Die Lieferengpässe hielten weiter an.
In den USA entwickelte sich die Konjunktur nach dem Rückgang im Vorjahr wieder positiv. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 5,6 % (Vorjahr: -3,4 %). Der private Konsum legte kräftig um 8 % zu (Vorjahr: -3,8 %). Im November lag die Sparquote mit 7,3 % erstmals wieder auf Vorkrisenniveau, was auf eine stabile Konsumneigung schließen lässt.
Im Euroraum setzte sich die Erholung fort. Nach leichten Rückgängen im Winter stieg die gesamtwirtschaftliche Produktion im zweiten und dritten Quartal kräftig an. Zum Jahresende zeichneten sich mit Eindämmungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wieder Bremsspuren ab. Die Wirtschaftsleistung stieg 2021 um 5,0 % (Vorjahr: -6,5 %).
China mit seiner strikten Null-Covid-Politik ergriff zum Teil empfindliche Eindämmungsmaßnahmen, was die internationalen Lieferketten zeitweise spürbar beeinträchtigte. Probleme in der Energieversorgung und die Immobilienkrise waren für das Land zwei weitere empfindliche Wachstumsbremsen. Im dritten Quartal kam die chinesische Konjunkturentwicklung mit +0,2 % nahezu zum Stehen. Auf das Gesamtjahr gesehen erreichte die chinesische Wirtschaft einen Zuwachs um 7,8 % (Vorjahr: +2,3 %).
Das geopolitische Umfeld blieb 2021 angespannt. Das Verhältnis zwischen den USA und China droht sich unter der neuen amerikanischen Führung zu verhärten. In Osteuropa mündete der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in einen kriegerischen Übergriff Russlands auf die Ukraine. Die Folge waren erheblichen Flüchtlingsströmen nach Österreich und Europa. Bis in den Frühsommer 2022 hinein verhärtete sich die Situation. Die von den westlichen Ländern ergriffenen Sanktionen beeinträchtigen das wirtschaftliche Geschehen inzwischen spürbar. Darüber hinaus war die Wirtschaft in den Auftaktmonaten mit einer steigenden Inflation konfrontiert. Dies stellt vor allem die europäischen Gesellschaften vor weitere Herausforderungen. Wolford ist sowohl in Russland also auch der Ukraine aktiv, erzielt dort aber nur unwesentliche Umsätze, so dass sich der Ukrainekrieg direkt nicht signifikant auf die Umsatz- und Ergebnissituation auswirken wird.
Die Rahmenbedingungen für die europäische Textil- und Bekleidungsindustrie blieben schwierig; sie verbesserten sich aber. Laut Europäischem Verband der Bekleidungs- und Textilindustrie (Euratex) konnte sich die Branche von der Corona-Pandemie leicht erholen: Während die Textilindustrie zum Halbjahr 2021 das Niveau vor der Pandemie im vierten Quartal 2019 um 3,6 % übertraf, lag der Bekleidungssektor immer noch 11,5 % unter dem Vergleichsniveau. Der Blick auf das erste Halbjahr 2021 bestätigt die Aufwärtstendenz: Der Umsatz im Textilsektor stieg im zweiten Quartal 2021 um 3,3 %, nachdem er im ersten Quartal 2021 leicht zurückgegangen war. In ähnlicher Weise expandierte die Geschäftstätigkeit im Bekleidungssektor im ersten Quartal 2021 um 7 % nach einem Anstieg von 1 % im ersten Quartal.
Ergebnis- und Bilanzanalyse
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung vom 30. September 2020 wurde der Beschluss gefasst, den Bilanzstichtag, beginnend mit dem vorangegangenen Geschäftsjahr auf den 31. Dezember zu verlegen. Beim aktuellen Geschäftsjahr handelt es sich daher erstmalig um ein Kalendergeschäftsjahr, das mit dem 31. Dezember 2021 endet (Vergleichsperiode als Rumpfgeschäftsjahr: 1. Mai 2020 bis 31. Dezember 2020). In den Analysen der Ertragslage muss beachtet werden, dass in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahrs 12 Monate enthalten sind, während die Vergleichsperiode als Rumpfgeschäftsjahr nur acht Monate umfasst.
Ertragslage
Die Wolford Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von EUR 108,95 Mio. Er lag damit um 60,1 % über dem Vorjahreswert (EUR 68,04 Mio.). Betrachtet auf den gleichen Vergleichszeitraum des Vorjahres (Monate von Januar 2020 bis Dezember 2020) ergibt sich eine Umsatzsteigerung von EUR 13,1 Mio. (13,7 %).
Der weltweite Ausbruch des Coronavirus sowie die damit verbundenen Schließungen der Handelsfilialen, die bereits das Rumpfgeschäftsjahres 2020 beeinflussten, führten auch im Geschäftsjahr 2021 weiterhin zu Beeinträchtigungen der Ertragslage im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019/2020.
Es ergaben sich - auch bereinigt um den Effekt aus unterschiedlichen Betrachtungsperioden- Steigerungen über nahezu alle Vertriebswege. Der Umsatz des Online-Handels im Geschäftsjahr 2021 ist auf EUR 28,31 Mio. gestiegen (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 20,20 Mio.), ging aber im 12-Monats-Vergleich leicht zurück.
Im Hinblick auf die regionale Umsatzentwicklung zeigten sich ebenfalls deutliche Umsatzeinsteigerungen über alle Hauptmärkte, wobei die größten Anstiege in den Segmenten Asien, Nordamerika sowie übriges Europa und Deutschland zu verzeichnen waren. Im Vergleich zum Rumpfgeschäftsjahr 2020, aber auch insgesamt im Jahr 2020, konnte der eigene Retail-Bereich wieder auf einen nachhaltigen Wachstumskurs gebracht werden.
Der Umsatzanteil der Produktgruppe Ready-to-wear hat mit 43 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 30 %) im Geschäftsjahr 2021 erstmals den größten Anteil am Konzernumsatz. Mit einem Anteil von 37 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 42 %) im Geschäftsjahr 2021 liegt die Produktgruppe Legwear nun an zweiter Stelle. In Produktgruppe Lingerie, die 16 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 14 %) des Konzernumsatzes erwirtschaftete, konnte wie bei Ready-to-wear der Umsatz überproportional gesteigert werden. Im Bereich Accessories, Beachware und Handelsware mit einem Umsatzanteil von 4% (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 15 % Umsatzanteil) lagen die Umsätze trotz einer 12monatiges Berichtsperiode um mehr als 60 % unter dem Niveau des Rumpfgeschäftsjahres 2020 mit nur acht Monaten.
| 2021 | 2020 |
Rentabilitätskennzahlen | in % | in % |
Materialtangente (inkl. Bestandsveränderung) | 19,3 | 21,4 |
Personaltangente | 43,3 | 49,0 |
Sonstiger betrieblicher Aufwand zu Umsatz | 41,1 | 42,8 |
EBITDA-Marge | 7,8 | 52,6 |
EBIT-Marge | -4,8 | 29,3 |
Der Materialaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (Materialtangente) als auch die Personaltangente konnten dank steigender Umsatzerlöse verringert werden. Ausschlaggebend für die geringere Personaltangente ist neben einem Rückgang der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl auf Vollzeitbasis um 78 auf 1.091 die Inanspruchnahme von Kurzarbeitsförderungen, die saldiert im Personalaufwand erfasst wurden.
Trotz ebenfalls geringerer Abschreibungen (inklusive Wertminderungen und Wertaufholungen) (Rückgang von EUR 15,86 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 auf EUR 13,80 Mio. im Geschäftsjahr) konnte lediglich ein EBIT von EUR -5,26 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 19,94 Mio.) erreicht werden. Dies begründet sich in den wesentlichen niedrigeren sonstigen betrieblichen Erträgen von EUR 12,60 Mio. sowie in höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen, u.a. zur Optimierung der Vertriebswege. Ein wesentlicher Ergebnistreiber im Rumpfgeschäftsjahr 2020 war die Veräußerung der Betriebsliegenschaft in Bregenz, die einen Ergebnisbeitrag in Höhe von EUR 40,99 Mio. leistete und dementsprechend ausschlaggebend für das deutlich positive EBITDA bzw. EBIT im Rumpfgeschäftsjahr 2020 war. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt der Impairment-Test ebenfalls mindestens jährlich. Bei der Bestimmung möglicher Wertminderungen wird der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash-Generating Unit = CGU) dem Buchwert zum Abschlussstichtag gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Liegt der erzielbare Betrag unter dem für diese zahlungsmittelgenerierende Einheit angesetzten Buchwert, ist der Buchwert des Vermögenswerts auf den erzielbaren Betrag zu verringern. Schätzungen des Managements zur Bestimmung des erzielbaren Betrags bestehen vornehmlich in der Bestimmung der voraussichtlichen Cashflows, der Abzinsungsfaktoren, der Wachstumsraten sowie der voraussichtlichen Änderungen der erwarteten Verkaufspreise und damit zusammenhängenden direkten Kosten.
Die Wolford AG hat an jedem Abschlussstichtag einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt („trigger event") dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, hat das Unternehmen den erzielbaren Betrag des Vermögenswertes zu schätzen. Für die Wolford AG werden folgende „trigger events" definiert: erhebliche Verschlechterung der Nettocashflows aus der Nutzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Nichterreichen budgetierter Nettocashflows.
Basis für die Impairment-Tests der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist die Unternehmensplanung entsprechend der Planungsrechnung für 2022 aus dem aktuellsten, dem Aufsichtsrat präsentierten Budget. In der weiteren Planung für 2023 bis 2025 wurde ein Umsatzwachstum abhängig von der Region und der strukturellen Veränderung angesetzt. Für die
Hauptmärkte Europa und USA sind Wachstumsraten in den einzelnen Jahren zwischen 3,3 % und 19,5 % geplant. Nach 2025 wird eine Umsatzsteigerung für alle Regionen mit 1 % herangezogen. Der Wareneinsatz steigt analog zu den Umsatzerlösen. Die Personalkosten werden mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5 % und die Betriebsausgaben mit einer jährlichen Wachstumsrate von 2 % berücksichtigt und stehen nicht im direkten Zusammenhang mit der Entwicklung der Umsatzerlöse, da der Umfang des jeweiligen Geschäftsbetriebes unverändert bleibt. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wurden gemäß der Boutiquengröße (Clustering nach m2) basierend auf historischen Erfahrungswerten in der Berechnung inkludiert. Von der Berücksichtigung von Erweiterungsinvestitionen oder kompletten Shop-Refurbishments wurde gemäß der aktuellen Budgetplanung abgesehen. Für die Ermittlung der Planungsrechnungen wurden Prognosen getroffen, die auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen, Berateranalysen und der besten vom Management vorgenommenen Einschätzung über zukünftige Entwicklungen sowie auf Marktannahmen basieren. Die für Impairment-Tests verwendeten Abzinsungsfaktoren (WACC nach Steuern) von 5,0% - 8,5% (31. Dezember 2020: 5,2 % - 8,4 %) leiten sich aus regionalen Zinssätzen ab, wobei der risikolose Basiszinssatz laufzeitenkongruent zu der durchschnittlichen Rest-Öffnungsdauer der Boutiquen im jeweiligen Land, Länderrisikoprämien, der Bonitätsaufschlag auf Basis eines 30-jährigen Consumer-Discretionary-Bonds mit BBB-Rating sowie unterschiedliche Steuersätze berücksichtigt werden. Die Rest-Öffnungszeit der Boutiquenstandorte werden auf EinzelBoutique-Ebene evaluiert, wobei Mietvertragsrestlaufzeit, mögliche Kündigungsoptionen, erwartete Performance und wirtschaftliche und strategische Überlegungen bei der Evaluierung der Rest-Öffnungszeit berücksichtigt wurden. Im Geschäftsjahr 2021 würden Impairments in Höhe von EUR 0,38 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 4,98 Mio.) vorgenommen.
Im sonstigen betrieblichen Ertrag sind erwartete Erstattungen im Zusammenhang mit dem Verlustersatz in Österreich in Höhe von EUR 8,18 Mio. nach EUR 3,70 Mio. für den Fixkostenzuschuss im Rumpfgeschäftsjahr 2020 erfasst. Während im Geschäftsjahr 2021 ein Gewinn aus dem Abgang von Sachanlagevermögen von EUR 0,79 Mio. erzielt werden konnte, war die Veräußerung der Betriebsliegenschaft in Bregenz, die einen Ergebnisbeitrag in Höhe von EUR 40,99 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 leistete und dementsprechend ausschlaggebend für das deutlich positive EBITDA bzw. EBIT war, ein wesentlicher Ergebnistreiber im Rumpfgeschäftsjahr 2020.
Die Aufnahme sowie unterjährige Aufstockung eines Gesellschafterdarlehen mit einem Zinssatz von 12 % von Fosun Fashion Group (Cayman) Limited führte im Geschäftsjahr 2021 zu einer deutlichen Verschlechterung des Finanzergebnisses, das sich um EUR -1,54 Mio. auf EUR -4,15 Mio. im Vergleich zum Rumpfgeschäftsjahr 2020 mit EUR -2,61 Mio. veränderte.
Der Ertragsteueraufwand sank um EUR 1,64 Mio. auf EUR -2,92 Mio. im Vergleich zum Rumpfgeschäftsjahr 2020 mit einem Steueraufwand von EUR -4,56 Mio., der durch die Veränderung aktiver latenter Steuern beeinflusst war.
In der Summe verringerte sich das Ergebnis nach Steuern von EUR +12,77 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 auf EUR --12,33 Mio. im Geschäftsjahr 2021. Das Ergebnis je Aktie beträgt EUR -1,86 nach EUR 1,93 im Rumpfgeschäftsjahr 2020.
Gewinn- und Verlustrechnung (verkürzt) | 2021 | 2020 | Vdg. in % |
Umsatzerlöse | 108,95 | 68,04 | 60,1 |
Sonstige betriebliche Erträge | 12,60 | 45,21 | -72,1 |
Veränderung des Bestandes | -2,36 | -1,38 | 70,9 |
Materialaufwand | -18,62 | -13,16 | 41,6 |
Personalaufwand | -47,19 | -33,37 | 41,4 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | -44.81 | -29,10 | 54,0 |
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | -0,04 | -0,45 | 91,0 |
Abschreibungen | -13,80 | -15,85 | -13,0 |
EBIT | -5,26 | 19,94 | >-100,0 |
Finanzergebnis | -4,15 | -2,61 | 59,0 |
Ergebnis vor Steuern | -9,41 | 17,33 | >-100,0 |
Ertragsteuern | -2,92 | -4,56 | -36,0 |
Ergebnis nach Steuern | -12,33 | 12,77 | >-100,0 |
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme des Wolford Konzerns lag zum Stichtag 31. Dezember 2021 mit EUR 134,65 Mio. unter dem Niveau des Vorjahresende (EUR 138,90 Mio.). Der Rückgang ist auf den geringeren Bestand an Sachanlagen und Vorräten trotz gleichzeitigem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte, insbesondere aus dem gesetzlichen Anspruch auf Fixkostenzuschuss und Verlustausgleich, zurückzuführen.
Die langfristigen Vermögenswerte betrugen zum Bilanzstichtag EUR 65,56 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 71,71 Mio.), dies entspricht einem Anteil am Gesamtvermögen von 49 % (31. Dezember 2020: 52 %). Die veräußerte Betriebsliegenschaft war bereits im vergangenen Geschäftsjahr als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, so dass sich durch die Transaktion kein wesentlicher Rückgang der langfristigen Vermögenswerte zeigt. Die Investitionen blieben mit EUR 0,74 Mio. im Geschäftsjahr 2021 (ohne Nutzungsrechte nach IFRS 16) in etwa auf Vorjahresniveau (EUR 0,77 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020.
Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte am Gesamtvermögen lag zum 31. Dezember 2021 bei 51 % (Vorjahr: 48 %). Die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um EUR 3,20 Mio. auf EUR 12,01 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 8,81 Mio.) ist dabei insbesondere auf eine schlechtere Zahlungsmoral zurückzuführen. Der Anstieg der sonstigen Forderungen ist im Wesentlichen durch die Abgrenzung von Fixkostenzuschüssen in Höhe von EUR 8,18 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 3,70 Mio.) getrieben.
Zum Stichtag 31. Dezember 2021 betrug das Konzerneigenkapital der Wolford Gruppe EUR 15,24 Mio. und lag damit bedingt durch das negative Ergebnis im Geschäftsjahr unter dem Vergleichswert des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2020 (EUR 28,54 Mio.). Mit gleichzeitigem Anstieg der Bilanzsumme verschlechterte sich die Eigenkapitalquote auf 11,3 % (31. Dezember 2020: 20,5 %).
Bilanzkennzahlen |
|
| 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Eigenkapital |
| in Mio. € | 15,24 | 28,54 |
Nettoverschuldung |
| in Mio. € | 0,29 | positiv |
Working Capital* |
| in Mio. € | 32,13 | 31,37 |
Bilanzsumme |
| in Mio. € | 134,65 | 138,90 |
Eigenkapitalquote |
| in % | 11,3 | 20,5 |
Gearing |
| in % | 10,17 | - |
Working Capital zu Umsatz |
| in % | 29,49 | 46,1 |
* Vorräte + Forderungen a. L. L. + sonstige Forderungen und Vermögenswerte - Verbindlichkeiten a. L. L. - sonstige Verbindlichkeiten
Berechnung der | 31.12.2020 | 31.12.2020 | Vdg. |
Nettoverschuldung | in EUR Mio. | in EUR Mio. | in % |
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 10,70 | 0 | - |
- Finanzanlagen | -1,26 | -1,32 | -4,8 |
- Zahlungsmittelbestand | -9,15 | -14,13 | -35,2 |
Nettoverschuldung | 0,29 | -15,45 | -101,9 |
In Folge der Neuaufnahme des Gesellschafterdarlehens und der gesunkenen Barmittel ergibt sich, so dass per 31. Dezember 2021 der Wert für die Nettoverschuldung (ohne Berücksichtigung der Leasingverbindlichkeiten) mit EUR 0,29 Mio. negativ ist.
Cashflow
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) lag mit EUR -0,51 Mio. deutlich über dem Niveau des Rumpfgeschäftsjahres (EUR -17,98 Mio.), wobei der signifikante Anstieg in 2021 insbesondere die guten Umsätze und relativ geringeren Kosten zurückzuführen war, auch wenn durch den Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ein Zahlungsmittelzufluss in 2022 verschoben ist.
In der Berichtsperiode belief sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf EUR 0,29 Mio. und lag damit um EUR 70,94 Mio. unter dem durch den Erlös aus dem Liegenschaftsverkauf bedingten Wert (EUR 71,23 Mio.) im Rumpfgeschäftsjahr 2020. Die Auszahlungen für Investitionen im Geschäftsjahr 2021 summieren sich auf EUR -0,74 Mio. Demgegenüber stehen Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen in Höhe von EUR 1,03 Mio., weitestgehend aus der Veräußerung einer weiteren Liegenschaft in Höhe von EUR 0,79 Mio.
Demgegenüber steht der Anstieg des Cashflows aus der Finanzierungstätigkeit um EUR 38,21 Mio. auf EUR -5,34 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR -43,55 Mio.) bedingt durch die Aufnahme eines erneuten Gesellschafterdarlehens in Höhe von EUR 10,00 Mio. im Jahr 2021. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit des Rumpfgeschäftsjahres 2020 war hauptsächlich durch die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten, ermöglicht durch den Zahlungszufluss aus dem Liegenschaftsverkauf, geprägt.
Cashflow-Statement | 2021 | 2020R | Vdg. |
(verkürzt) | in EUR Mio. | in EUR Mio. | in % |
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -0,51 | -17,98 | >100 |
Cashflow aus Investitionstätigkeit | 0,29 | 71,23 | >100 |
Free Cashflow | -0,22 | 53,25 | >100 |
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -5,34 | -43,55 | +87,74 |
Veränderung der Zahlungsmittel | -5,56 | 9,70 | >100 |
Wechselkursbedingte Änderungen der Zahlungsmittel | 0,58 | 0 | >100 |
Zahlungsmittelbestand am Periodenende | 9,15 | 14,13 | -35,24 |
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Den Anforderungen des IFRS 8 (Management-Approach) folgend, berichtet die Wolford AG nach folgenden Segmenten:
Österreich
Deutschland
Übriges Europa
Nordamerika
Asien
Österreich
Die Außenumsätze des Segments Österreich (Umsatzerlöse abzüglich der Konzerninnenumsätze) erhöhten sich von EUR 21,29 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020) auf EUR 29,84 Mio. im Berichtszeitraum. Zusammengefasst werden im Segment Österreich die Produktions- und Vertriebsaktivitäten in Österreich und die Vertriebsaktivitäten für alle Länder, in denen Wolford keine eigenen Tochtergesellschaften hat. Das Segment trägt 27 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 31 %) zum Konzernumsatz bei. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich von EUR 27,98 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr um EUR 38,35 Mio. auf EUR -10,36 Mio. verschlechtert. Hauptausschlaggebend dafür ist der Sondereffekt aus der Veräußerung der Liegenschaft (Abgangsgewinn in Höhe von EUR 40,99 Mio.) im Rumpfgeschäftsjahr 2020.
Deutschland
Die Außenumsätze des Segments Deutschland stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr von EUR 6,93 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 auf EUR 10,86 Mio. Das Segment trägt 10 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 10 %) zum Konzernumsatz bei. Das EBIT erreichte EUR 0,42 Mio. nach EUR 0,03 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr.
Übriges Europa
Die Außenumsätze der Gesellschaften im Segment Übriges Europa stiegen ebenfalls deutlich von EUR 26,24 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 auf EUR 39,45 Mio. Im Segment Übriges Europa sind die europäischen Vertriebsgesellschaften außerhalb Österreichs und Deutschlands sowie die Produktionsgesellschaft in Slowenien zusammengefasst. Das Segment trägt mit 36 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 39 %) den größten Anteil zum Konzernumsatz bei. Mit steigendem Umsatz hat sich das EBIT mit EUR 3,23 Mio. gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr 2020 (EUR 1,00 Mio.) wesentlich verbessert. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem geringere Abschreibungen.
Nordamerika
Die Außenumsätze der Konzerngesellschaften im Segment Nordamerika haben sich von EUR 10,30 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020 auf EUR 21,68 Mio. mehr als verdoppelt. Im Segment Nordamerika sind die Vertriebsgesellschaften in den USA und Kanada enthalten. Die Gesellschaften in diesem Segment tragen mit 20 % einen deutlich höheren Anteil als im Rumpfgeschäftsjahr 2020 (15 %) zum Konzernumsatz bei. Das EBIT stieg infolge der Umsatzsteigerung auf EUR -1,18 Mio. nach -4,73 Mio. € im Rumpfgeschäftsjahr 2020.
Asien
Die Außenumsätze der Gesellschaften im Segment Asien lagen mit EUR 7,11 Mio. ebenfalls weit über dem Niveau des Rumpfgeschäftsjahres 2020 (EUR 3,29 Mio.). Im Segment Asien sind die Vertriebsgesellschaften in Hongkong und China enthalten. Das Segment trägt 7 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 5 %) zum Konzernumsatz bei. Das EBIT liegt mit EUR 0,12 Mio. über dem Niveau des Rumpfgeschäftsjahres 2020 (EUR -1,51 Mio.).
Ausblick und Ziele
Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds
Im Winterhalbjahr setzte sich die weltwirtschaftliche Expansion fort. Die Weltproduktion nahm im Schlussquartal 2021 um 1,5 % zu. Dabei beeinflusst die Covid-19-Pandemie weiterhin die wirtschaftliche Aktivität. Mit dem Krieg in der Ukraine ergeben sich für die Weltkonjunktur neue Belastungen. Sie werden die Produktions- und Lieferketten in den kommenden Monaten deutlich beeinträchtigen und die Expansion spürbar dämpfen. Auch die Inflation ist bereits stark gestiegen ist und die US-Notenbank hat das Ende der extrem expansiven Geldpolitik eingeläutet. Vor diesem Hintergrund haben die Experten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel ihre Wachstumsprognosen gegenüber den Prognosen zum Jahresende deutlich gesenkt. Für das Gesamtjahr 2022 erwarten sie ein Produktionswachstum von 4,5 % (2021: +5,7 %). Deutschland ist insbesondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges geprägt von erheblichen Preissteigerungen, im Mai 2022 betrug die Inflationsrate 7,9 %.
Die US-Konjunktur wird sich 2022 vor dem Hintergrund der restriktiveren Geld- und Finanzpolitik, hoher Inflation und der geopolitischen Konflikte abschwächen. Die hohen Teuerungsraten mindern die Kaufkraft. Gleichzeitig stützen hohe Ersparnisse den Konsum. Insgesamt wird die US-amerikanische Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 2,2 % wachsen, bei einer vorübergehend deutlich erhöhten Inflationsrate von 7 %. Im Mai 2022 betrug die Inflationsrate bereits 8,6 %.
Im Euroraum hat die Wirtschaftsleistung das Vor-Corona-Niveau überschritten. Gleichzeitig hat sich die Inflation stark beschleunigt. Die negativen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs treffen auf starke konjunkturelle Auftriebskräfte. So bleibt zum Beispiel auch die Konsumneigung weiter hoch. Für das Gesamtjahr wird ein Wachstum von 2,8 % erwartet. Dabei werden die Verbraucherpreise im laufenden Jahr mit voraussichtlich mit 5,2 % so stark steigen wie nie zuvor seit Bestehen der Währungsunion. Im Mai 2022 betrug die Inflationsrate jedoch bereits 8,1 %.
In China werden Konsum und Produktion nach wie vor immer wieder durch Pandemiemaßnahmen gedämpft. Hinzu kommen Belastungen wie die Energie-, die Immobilien- und die Ukrainekrise, so dass der erwartete Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts bei 4,8 % liegen wird.
Entwicklung Wolford
Nachdem die Covid-Wellen im vergangenen Kalenderjahr spürbare Umsatzeinbußen brachten, geht Wolford für das laufende Geschäftsjahr 2022 davon aus, dass sich das Konsumverhalten und damit auch die Nachfrage wieder verbessern wird. Das Management rechnet damit, dass Wolford das Umfeld nutzen kann und sich der Umsatz 2022 dem Pre-Covid-Niveau von 2019 annähert. Für das operative Ergebnis (EBIT) geht das Unternehmen von einer Verbesserung im laufenden Geschäftsjahr aus. Dabei wird vorausgesetzt, dass im Verlauf des Jahres keine deutlich gefährlicheren Virus-Varianten auftreten, die einen Lock down zur Folge hätten und die Situation in Osteuropa weltwirtschaftlich nicht zu weiteren Verwerfungen führt.
Einer besseren Ergebnisentwicklung stehen in diesem Jahr noch eine Reihe von Kostentreibern im Wege. Dazu zählt die erhöhte Inflationsrate. Sie setzt die Wirtschaft insgesamt und damit auch Wolford unter Druck. Eine Abschwächung des Preisauftriebs ist frühestens 2023 zu erwarten.
Auch die Lieferketten bleiben weiterhin eine Schwachstelle, die sich im Zuge des Ukrainekonflikts noch einmal verstärkt. Wolford geht davon aus, dass die Kosten für Transport, Produktion, Personal, Dienstleistungen sowie weitere direkte und indirekte Kostenpositionen im Geschäftsjahr 2022 in einem einstelligen Prozentbereich steigen werden.
Ein weiterer wesentlicher Kostentreiber sind die Preise für Energie, insbesondere Öl und Gas. Sie waren im vergangenen Jahr bereits stark gestiegen. Mit der unsicheren Situation in Osteuropa wird sich die Kostensituation nicht verbessern.
Unabhängig davon blickt das Management positiv auf das kommende Jahr und auf die Zeit darüber hinaus: Die Projekte aus dem Restrukturierungsprogramm „PITBOLI" wurden vollständig erfolgreich umgesetzt, so dass sich die Effekte schon im laufenden Jahr entfalten können. Die getroffenen Maßnahmen sind ausnahmslos nachhaltiger Natur und erlauben so eine transparente durchgängige Kostensteuerung.
Die Märkte bleiben anspruchsvoll. Deshalb hat das Management aus „PITBOLI" und dem Strategieprojekt "Nordstern/Masterplan für Wolford" zweiundzwanzig strategische Initiativen für Top und Bottom Line abgeleitet. Ziel der Initiativen ist die gezielte Reaktion auf die gegenwärtigen Herausforderungen durch entsprechende Abfederungsmaßnahmen. Zu den Maßnahmen zählen die Anpassung der Preisstrategien, das Anstreben langfristiger Rahmenverträge, Effizienzverbesserung und Aufwandsvermeidung sowie weitere Optimierungen entlang der drei Vertriebskanäle.
Entscheidend für die weitere Entwicklung von Wolford ist die erfolgreiche Positionierung der Marke auf den internationalen Märkten. Dazu verstärkt das Unternehmen den eingeschlagenen Weg, die Marke mit ihren Erweiterungen "The W" und "W Lab" global zu positionieren. Dazu wird Wolford im laufenden Geschäftsjahr die bisherigen erfolgreichen Kooperationen fortführen und - in Zusammenarbeit mit internationalen Stardesignern - vier weitere Kapselkollektionen an den Markt bringen.
Besondere Wachstumschancen sieht Wolford in den Märkten USA und China. Hier sieht das Management solide zweistellige Jahreswachstumsraten. Dementsprechend liegt ein wichtiger operativer Fokus auf die den Maßnahmen zur Erschließung dieses Potenzials.
Basierend auf den eingeleiteten Maßnahmen sieht das Management Wolford gut aufgestellt, um das eingeschlagene Umsatzwachstum bei gleichzeitiger Profitabilitätssteigerung weiter fortzusetzen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Jänner 2022 wurde seitens Fusion Fashion Group (Cayman) Limited ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 2,50 Mio. zu einem Zinssatz von 12 % p.a. gewährt, das eine Laufzeit bis Ende 2022 aufweist. Im Mai 2022 wurde ein weiteres Darlehen in Höhe von EUR 5,00 Mio. zu gleichen Konditionen gewährt. Die Laufzeiten der per 31. Dezember 2021 bestehenden Darlehen in Höhe von EUR 10,00 Mio. und der oben angeführten Finanzierungen wurden im Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 verlängert.
Im November 2021 wurde eine Factoring-Vereinbarung über Forderungen abgeschlossen, die einen Verkauf von Forderungen bis zu EUR 5,00 Mio. vorsieht, wobei die ersten Transaktionen unter dem Vertrag 2022 wirksam werden.
Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich von 25,00 % auf 23,00 % vor (Jahr 2023: 24,00 %, ab Jahr 2024: 23,00 %). Diese Änderung des Körperschaftsteuersatzes hat auf die Berechnung der latenten Steuern ab 2022 eine untergeordnete Auswirkung.
Die ersten Monate des Jahres 2022 waren weltweit durch regional unterschiedliche Entwicklungen der Covid-19-Pandemie bei insgesamt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen, insbesondere der Omikron-Variante, gekennzeichnet. Es existieren nach wie vor in verschiedenen Ländern Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Covid-19-Ausbreitung weiter einzudämmen. Unverändert sind auch nach dem Bilanzstichtag signifikante Auswirkungen aus der COVID 19 Krise auf die Wolford Gruppe aufgrund von Verkaufseinschränkungen zu verzeichnen. Insbesondere der für Wolford relevante, wachsende Markt in China ist hiervon betroffen, was zu Verzögerungen in den geplanten Eröffnungen von neuen Shops führte. Über ein Ende der Maßnahmen in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, kann aktuell keine verlässliche Aussage getroffen werden. Wir verweisen auf die detaillierten Auswirkungen im Lagebericht unter Chancen- und Risikomanagement.
Die weitere Entwicklung der weltweiten Situation und deren Auswirkungen auf Wolford bleiben unsicher. Kostensteigerungen und Lieferengpässe sind ein Thema auf globaler Ebene, insbe-sondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges, bisher doch mit geringem Effekt auf das Geschäft von Wolford. Wolford ist sowohl in Russland also auch der Ukraine aktiv, erzielt dort aber nur unwesentliche Umsätze, so dass sich der Ukrainekrieg direkt nicht signifikant auf die Umsatz- und Ergebnissituation auswirken wird.
Bis zur Veröffentlichung haben sich keine weiteren Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wolford Gruppe ergeben.
Chancen- und Risikomanagement
Um nachhaltig wettbewerbsfähig sein zu können, müssen Unternehmen bewusst gewisse Risiken eingehen. Dies trifft auch auf die Wolford AG zu. Sie ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt und sieht in einem effektiven Risikomanagement einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die nachhaltige Sicherung des Unternehmens und die Schaffung von Shareholder-Value. Neben den Risiken entstehen aber auch Chancen, die sich zu einem Wettbewerbsvorteil entwickeln können. Daher versucht Wolford zu jedem Zeitpunkt, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Dies soll durch interne Grundsätze und Systeme sichergestellt werden.
Grundlage des Chancen- und Risikomanagements
Die rechtzeitige Wahrnehmung von Chancen und Risiken hat einen großen Einfluss auf die Zielerreichung der Wolford AG. So versteht Wolford Risiken als interne bzw. externe Ereignisse, die das Erreichen von Geschäftszielen negativ beeinflussen können. Analog dazu definiert Wolford Chancen als interne bzw. externe Ereignisse, die das Erreichen von Geschäftszielen positiv beeinflussen können. Dementsprechend hat das Unternehmen mit ausgewählten Führungskräften aus den unterschiedlichsten Abteilungen Chancen und Risiken eruiert. Darauf aufbauend hat das Managementteam sowohl die potenziellen Top-Chancen als auch die Top-Risiken diskutiert.
Chancen- und Risikomanagementsystem
Das Chancen- und Risikomanagement ist direkt dem Vorstand unterstellt, damit ein umfassendes, ganzheitliches und effektives Management sämtlicher wesentlicher Chancen und Risiken gewährleistet werden kann. Ziel des Risikomanagements ist die frühzeitige Identifikation von Risiken, die das Erreichen der Unternehmensziele gefährden können, und von Chancen, die das Erreichen der Unternehmensziele erleichtern können, sowie das Ergreifen entsprechender Maßnahmen zur Zielerreichung. Somit ist die Zieldefinition auch ein wesentlicher Bestandteil des Chancen- und Risikomanagementsystems.
Damit das Chancen- und Risikomanagementsystem effektiv umgesetzt werden kann, wurde es an die Vorgaben des international bewährten Regelwerks für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme (COSO - Internal Control and Enterprise Risk Management Framework des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) angelehnt. Das Chancen- und Risikomanagement wird laufend an die Größe, die Struktur und das Risikoumfeld der Wolford angepasst.
Erläuterung wesentlicher Risiken und Chancen
Die Corona-Krise und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und unsere Hauptmärkte stellen wesentliche Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung von Wolford dar. Aufgrund der durch die anhaltenden Corona-Krise eingeschränkten Visibilität können die Geschäftsrisiken aktuell nur schwer eingeschätzt werden, da diese stark von der Dauer und der Intensität der Krise sowie den weiteren Folgen für die Weltwirtschaft abhängen. Der Rückgang war im Rumpfgeschäftsjahr deutlich spürbar und die Erholung verzögert sich durch das massive Auftreten einer zweiten Welle, die zu erneuten Lockdowns in verschiedenen Ländern geführt hat. Im Geschäftsjahr ist eine zwar Verbesserung der Lage, insbesondere durch den Ausbau des Online-Geschäfts, eingetreten, aber die geschäftliche Entwicklung steht weiterhin unter dem Einfluss der Pandemie. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die daraus resultierenden politischen Maßnahmen sind aus heutiger Sicht nach wie vor schwer abschätzbar, entsprechend könnten sich weitere negative Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gruppe ergeben.
Strategieentwicklung
Wolford befindet sich in einem dynamischen, sich schnell verändernden Marktumfeld, folglich ist es wichtig, eine passende Strategie zu entwickeln. Eine fehlende Strategie gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft des Unternehmens. Daher ist es von zentraler Bedeutung, eine durchgängige Strategie für das Unternehmen zu entwickeln und nicht zuletzt auch intern zu kommunizieren, damit sie von allen Mitarbeitern mitgetragen wird. Ein wesentliches Risiko bei der Entwicklung der Strategie ist die Nichtbeachtung oder Fehleinschätzung aktueller Trends. Wolford überwacht laufend die Entwicklung des Marktumfelds, das Verhalten der Zielgruppen sowie aktuelle Trends und passt die eigene Strategie entsprechend an. Angesichts des anhaltenden Trends zum Onlinekauf setzt Wolford beispielsweise schon seit Längerem auf den systematischen Ausbau des eigenen Onlinegeschäfts und auf Kooperationen mit relevanten Anbietern in diesem Bereich. Da das Wachstum der Luxusmarken absehbar in Asien, allen voran in China, stattfinden wird, wurde in den vergangenen Jahren vermerkt in den Ausbau der Marktpräsenz in China investiert.
Marktkommunikation
Für ein Unternehmen wie Wolford, das von der Strahlkraft seiner Marke lebt, ist das Markenimage von großer Bedeutung. Daher braucht es eine gezielte Marktkommunikation mit einer stringenten Marketingstrategie. Es bedarf des passenden Marktauftritts, um auch jüngere potenzielle Konsumentinnen anzusprechen. Weitere Investitionen in den globalen Marktauftritt sind für Wolford unerlässlich und wurden entsprechend getätigt.
Personalentwicklung
Für Wolford stellen die Mitarbeiter die wichtigste Ressource des Unternehmens dar. Daher ist es für Wolford selbstverständlich, Mitarbeiter ebenso zu schützen wie zu fördern. Die Arbeitsbedingungen und die Qualifikation der Mitarbeiter beeinflussen die Leistung in der Entwicklung und Produktion ebenso wie den Erfolg am Point-of-Sale; gut geschultes Verkaufspersonal hat einen entscheidenden Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Vor allem aber lebt Wolford von der anerkannten Qualität ihrer Produkte aus eigener Fabrikation, und diese steht in enger Verbindung mit den Arbeitsbedingungen in Produktion und Fertigung in den beiden Werken in Österreich und Slowenien. Nicht nur der Verlust von Schlüsselpersonal stellt ein hohes Risiko dar, sondern auch die Gefahr, nicht genügend gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu identifizieren, zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden. Wolford befindet sich in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld, dementsprechend schnell verändern sich die Anforderungen an das Unternehmen als Ganzes und an die Mitarbeiter im Speziellen hinsichtlich Flexibilität, Mobilität und Anpassungsfähigkeit. Folglich muss Wolford systematisch in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investieren und zudem ihr Recruiting laufend optimieren, um in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt (War of talents) gut ausgebildete und flexible Mitarbeiter gewinnen zu können.
IT-Implementierung
Die Anforderungen an die IT nehmen heute ständig zu, deshalb bedarf es eines effizienten und prozessorientierten IT-Systems. Das Nebeneinander unterschiedlicher IT-Systeme stellt für das Unternehmen ein potenzielles Risiko dar: Vom Einkauf über die Produktionsplanung bis zum Vertrieb existiert eine Vielzahl von unabhängigen IT-Systemen und Datenbanken, die nur begrenzt kompatibel sind. Entsprechend zeit- und personalaufwendig sind der Datenabgleich und der generelle IT-Support, entsprechend fehleranfällig kann auch das Gesamtsystem der Wolford AG sein. Systemausfälle können zum Verlust von wichtigen Daten und in der Folge zu finanziellen Einbußen führen. Vor diesem Hintergrund plant Wolford mittelfristig die Vereinheitlichung der IT-Landschaft durch die unternehmensweite Einführung einer ERP-Standardsoftware.
Marktveränderung
Wolford unterliegt einer Vielzahl von externen Einflüssen und Risiken, zum Beispiel gesamt-wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Veränderungen. Als global agierendes Unternehmen ist Wolford der konjunkturellen Entwicklung in internationalen Märkten unterworfen und abhängig vom Verhalten der Konsumenten. Durch konjunkturbedingte oder durch sonstige externe Faktoren (wie die Covid-19-Pandemie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 sowie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 als auch politische Konflikte wie z.B. die Ukrainekrise) verursachte Nachfragerückgänge kann es zu Überkapazitäten in der Produktionsplanung kommen. Um dies zu vermeiden, analysiert Wolford laufend die Auslastung der Kapazitäten und passt diese gegebenenfalls an die Markterfordernisse an. Im Rumpfgeschäftsjahr 2020 wurden als Maßnahme in diesem Zusammenhang auch Kurzarbeitsförderungen in Anspruch genommen. Zudem setzt Wolford auf die Optimierung der verschiedenen Prozesse im Unternehmen im Rahmen der eigens hierfür aufgesetzten Projekte. Zudem sind die Rahmenbedingungen im Modeeinzelhandel anhaltend schwierig, da die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung das Warenangebot für die Konsumenten erhöht und für einen intensiveren Wettbewerb sorgt. Um die Risiken aus diesen Entwicklungen zu minimieren, setzt Wolford auf den Erhalt ihrer Qualitätsführerschaft und auf eine starke Marktkommunikation. Das umfassende, wachsende Netz von eigenen Retail-Standorten wird laufend auf seine Wirtschaftlichkeit hin überprüft, nicht ausreichend profitable Boutiquen werden nach Auslaufen entsprechender Mietverträge geschlossen. Zudem baut Wolford das eigene Onlinegeschäft seit Langem systematisch aus und kooperiert auch mit den relevanten E-Tailern.
Durch die Corona-Krise beschleunigt sich der seit Langem offensichtliche Strukturwandel in der Modebranche nach 2020 auch im Geschäftsjahr 2021 nochmals deutlich. Die Zukunft des stationären Einzelhandels steht mehr denn je infrage, und auch Wolford muss darauf neue strategische Antworten durch die Neuausrichtung und den zuvor angeführten Maßnahmen zur Umsatzausweitung finden, um den Fortbestand sicherzustellen. Das Management wird im laufenden Geschäftsjahr den eingeschlagenen Weg des Umsatzwachstums bei gleichzeitiger Profitabilitätsverbesserung weiter konsequent fortsetzen. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung der bereits definierten und deutliche Erfolge zeigenden Maßnahmen zur Neustrukturierungen sowie gezielte Maßnahmen zur Umsatzausweitung, etwa der weitere Ausbau des Online-Geschäfts.
Politische und gesellschaftliche Risiken
Als global agierendes Unternehmen unterliegt die Wolford AG politischen und gesellschaftlichen Risiken. So können Veränderungen im politischen oder regulatorischen Umfeld, geopolitische Spannungen, aber auch terroristische Anschläge das Konsumverhalten der Kunden negativ beeinflussen. Auch im Jahr 2022 ist weiterhin weltweit mit Unsicherheiten infolge politischer und gesellschaftlicher Umbrüche zu rechnen, wie nicht zuletzt die Ukrainekrise im Februar 2022 zeigte. Als potenzielle unmittelbare Folgen sind hier neue Flüchtlingsbewegungen und eine sich verstärkende Inflation zu nennen. Damit gehen gerade auch für die Anbieter von Luxusgütern Risiken einher, die sie selbst nicht beeinflussen können.
Finanzielle Risiken
Wolford ist finanziellen Risiken aufgrund von Zinssatzänderungen und Schwankungen der Wechselkurse ausgesetzt. Durch die Rückzahlung der Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr konnten die aus variabel verzinsten Verbindlichkeiten resultierenden Risiken deutlich reduziert werden. Als Folge der internationalen Ausrichtung des Geschäftsmodells unterliegt Wolford jedoch auch dem Risiko von Wechselkursschwankungen. Die Entwicklung wesentlicher Fremdwährungsexposures wird laufend beobachtet, Absicherungen über Derivate werden derzeit nicht vorgenommen.
Liquiditätsrisiko
Im Mai und Juli 2021 hat die Wolford AG in mehreren Tranchen die von der Fosun Fashion Investment Holdings (HK) Limited gewährte Kreditlinie als Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10 Mio. Euro in Anspruch genommen.
Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit hält die Wolford Gruppe Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können. Die Auswirkungen von weiteren Lockdowns und Einschränkungen der Geschäftstätigkeit aufgrund der Corona-Krise auf die Liquidität der Wolford Gruppe sind derzeit jedoch schwer abschätzbar. Der daraus resultierenden Unsicherheit wird durch eine verstärkte Überwachung der Liquidität Rechnung getragen.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann. Potenzielle Kreditrisiken gibt es gegenüber Wholesale-Kunden durch die Gewährung von Zahlungszielen mit damit einhergehendem Forderungsausfallrisiko. Dieses Risiko wird teilweise durch einen Kreditversicherer abgesichert. Weiters besteht ein Ausfallrisiko beim Kauf durch Endkonsumenten im Online-Business. Aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen mit einem externen Anbieter von Bonitätsprüfungen zusammen, sodass Kunden bei ihrer Bestellung auf Kreditwürdigkeit überprüft werden. Zudem überwachen und überprüfen die jeweiligen Onlineshop-Manager fortlaufend die Bestelleingänge.
Internes Kontrollsystem
Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie für die Sicherstellung der Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen. Die Konzernrechnungslegung der Wolford Gruppe liegt organisatorisch bei der Wolford AG. Die Abteilungen Group-Accounting (zuständig für das externe Berichtswesen) und Group-Controlling (zuständig für das konzerninterne Berichtswesen) unterstehen direkt dem Vorstand der Wolford AG.
Grundlage der Prozesse in der Konzernrechnungslegung und -berichterstattung ist ein Bilanzierungshandbuch, das von der Wolford AG herausgegeben und anlassbezogen aktualisiert wird. Darin werden die wesentlichen auf IFRS basierenden Bilanzierungs- und Berichterstattungserfordernisse konzerneinheitlich vorgegeben.
Die regelmäßige Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Gruppen von Vermögenswerten, die einzelnen Cash-Generating Units (CGUs) zugerechnet sind, erfolgt gemäß den geltenden IFRS-Grundsätzen. Die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle im Konzern wird mit Softwarelösungen umgesetzt. Lediglich in China und Hongkong erfolgt die Bilanzierung durch lokale Steuerberater außerhalb des Konzernsystems. Die Tochtergesellschaften liefern monatlich Berichtspakete (sogenannte „Reporting-Packages") mit allen relevanten Buchhaltungsdaten zu Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Bilanz und Cashflow. Diese Daten werden in das zentrale Konsolidierungssystem eingepflegt. Diese Finanzinformationen werden auf der Konzernebene in den Abteilungen Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und bilden die Basis für die Berichterstattung der Wolford Gruppe nach IFRS.
Für das interne Management-Reporting wird eine gängige Planungs- und Reporting-Software verwendet. Für die Übernahme der Ist-Daten aus den Primärsystemen wurden automatisierte Schnittstellen geschaffen, die Eingabe der Werte für Vorschaurechnungen erfolgt in einem standardisierten Prozess. Die Berichterstattung erfolgt nach Regionen und pro Gesellschaft. Neben einer Berichterstattung zur operativen Ergebnisentwicklung für den jeweils abgelaufenen Monat erfolgte im abgelaufenen Rumpfgeschäftsjahr eine rollierende Ganzjahresvorschaurechnung.
Die beschriebenen Finanzinformationen sind in Zusammenhang mit den jeweiligen Quartalszahlen Basis der Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Sitzungen über die wirtschaftliche Entwicklung informiert, und zwar in Form von konsolidierten Darstellungen, bestehend aus Segmentberichterstattung, Ergebnisentwicklung mit Budget- und Vorjahresvergleich, Vorschaurechnungen, Konzernabschlüssen, Personal- und Auftragsentwicklung sowie ausgewählten Finanzkennzahlen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten aufgrund einer hohen Fluktuation im Personalbereich und Ressourcenengpässen nicht alle Kontrollaktivitäten in der geplanten Weise durchgeführt werden.
Forschung und Entwicklung
Innovationen sind das Herzstück der Produktwelten und Teil der DNA von Wolford. Das Produktportfolio ist klar an der Kernkompetenz des Unternehmens ausgerichtet: körpernahe Rundstrickprodukte wie Legwear und Bodys, sogenannte Skinwear, mit hohem Tragekomfort in erstklassiger Qualität. Wolford beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 im Bereich der Produktentwicklung 60 Mitarbeiter (FTE).
Ein zentrales Thema in diesem Bereich ist die Entwicklung kreislauffähiger, nachhaltiger Produkte. Das sogenannte „Cradle to Cradle® Konzept" (C2C, deutsch „von der Wiege bis zur Wiege") verfolgt die Vision von geschlossenen Materialzyklen, sodass die Entstehung von Müll zukünftig gänzlich vermeidbar sein sollte. Im Fokus stehen zwei Kreisläufe: der technische und der biologische. Produkte werden so konzipiert, dass sie nach dem Gebrauch (nach dem Tragen) wieder als „Nährstoffe" in einen biologischen Kreislauf gebracht werden können, während nicht biologisch-abbaubare Produkte (aus synthetischen Fasern) im technischen Kreislauf zu neuen, anderen Produkten weiterverarbeitet werden. Mittlerweile hat die Wolford AG ein breites Sortiment an zertifizierten C2C Produkten anzubieten. Hergestellt werden die Produkte aus einem speziell für Wolford entwickelten, biologisch abbaubaren Elastan (ROICA™ von der japanischen Asahi Kasei Gruppe), aus einer entsprechend modifizierten Polyesterfaser der deutschen Firma Lauffenmühle sowie aus der im Rahmen nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnenen Modalfaser der Marke TENCEL™ des österreichischen Textilherstellers Lenzing. An dem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten sogenannten COIN-Projekt (Cooperation Innovation) beteiligen sich unter der Führung von Wolford 13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Vorarlberg, die entsprechende Produktbestandteile produzieren oder ihre technisch-wissenschaftliche Kompetenz einbringen. Auch im Geschäftsjahr 2021 ist es wiederum gelungen das Sortiment an nachhaltigen Produkten stark auszubauen. So können nun auch die ersten C2C „Sheer Opaque" Produkte im technischen Kreislauf angeboten werden. Auch im Bereich Kettenwirkware ist es gelungen die ersten Produkte ebenfalls für den technischen Kreislauf zu entwickeln. Auch im Bereich Flachstrick konnte das C2C Sortiment für den biologischen Kreislauf durch die Qualität Finewool ergänzt werden.
Einen starken Impuls konnten wir im stark nachgefragten Bereich der Leggings setzen. So konnten wir im Berichtsjahr die „Aurora Shape Legging" (technischer Kreislauf), die „Wellness Legging" gegen Cellulite, die „Wonderful Legging" gegen müde Beine auf den Markt bringen. Die „Workout Legging" in sechs verschiedenen Modefarben rundete das Sortiment ab.
Effizienterer Entwicklungsprozess durch 3D Integration
Die Einbindung des 3D Prozesses ermöglicht nicht nur einen effizienteren Entwicklungszyklus, sondern auch neue Möglichkeiten der Produktpräsentation. Designentscheidungen können direkt am Bildschirm und ortsunabhängig getroffen werden. Verschiedene Farben, Muster oder Formen sind in kurzen Intervallen umsetzbar. Dies ermöglicht neben der reduzierten Anzahl an physischen Prototypen auch eine verkürzte Prozesszeit und ein weites Spektrum an Möglich-keiten. Unser Team arbeitet zeitgleich an der Darstellung fotorealistischer Kollektionen. Dies kann den Bedarf an Fotoshootings verringern. Ein digitales Studio hat keine physischen, sowie kreativen Grenzen. An diesem Vorteil gilt es weiter zu forschen und zu investieren. Zusam-mengefasst eröffnet dieser digitale Prozess neue und spannende Möglichkeiten: Schnellerer Designprozess durch digitale Abbildung, Verringerung physischer Muster, Verkürzung des Entwicklungszyklus, High-End-Darstellung fotorealistischer Produktabbildungen sowie Forschung und Entwicklung in digitale Showrooms .
Human Resources
Engagierte Mitarbeiter sind die Basis des Erfolgs eines Unternehmens. Daher legt Wolford großen Wert auf die Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer Identifikation mit dem Unternehmen. Neue Mitarbeiter werden mithilfe eines maßgeschneiderten Einführungsprogramms im Headquarter in Bregenz in die Philosophie, Produkte und Struktur von Wolford eingeführt. Im Geschäftsjahr 2021 beschäftigte Wolford weltweit durchschnittlich 1 091 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (FTE), der Frauenanteil liegt mit 80 % auf dem Niveau des Vorjahres. Im Managementteam der Wolford Gruppe (Vorstand und Führungskräfte der unternehmensweit relevanten Bereiche) betrug der Anteil weiblicher Führungskräfte rund 42 %. Das Vorstandsduo setzt sich aus einem männlichen und einem weiblichen Vorstand zusammen. Dass Wolford Vorreiter beim Thema „Diversität" ist, bestätigt auch der BCG Gender Diversity Index Österreich 2021. Hier wurde das Geschlechterverhältnis in Vorstand und Aufsichtsrat der 50 größten börsennotierten Unternehmen Österreichs analysiert - Wolford belegte Platz 3. Die Zahl der Beschäftigten im Headquarter in Bregenz lag im Durchschnitt bei etwa 422 (FTE). In Bregenz bildet das Unternehmen derzeit in sieben unterschiedlichen Lehrberufen 13 Lehrlinge aus. Bereits seit 1989 ist Wolford durchgängig „staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb" nach § 30a BAG.
Für die Auszubildenden finden regelmäßig interne und externe Workshops statt. Das Lehrlingsprogramm selbst umfasst auch allgemeine Schulungen wie etwa einen „Geld-Workshop", um den Umgang mit dem Gehalt zu lernen. Es werden Ausflüge organisiert, und im Rahmen von „Job-Rotation"-Programmen (besonders im Retail) können die Auszubildenden auch andere Wolford-Standorte kennenlernen. Zudem werden auch interne Workshops zur Weiterbildung und Förderung der Ausbilder organisiert.
Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, gibt es bei Wolford zwei ausgebildete Arbeitssicherheitsfachkräfte, 11 Sicherheitsvertrauenspersonen für die Mitarbeiter in der Produktion, 32 Ersthelfer sowie eine eigene Betriebsfeuerwehr. Um die Umsetzung von Umwelt- bzw. Energieeffizienzmaßnahmen kümmert sich jeweils ein interner Beauftragter. Zwei Betriebsärzte führen alle notwendigen Arbeitsschutzuntersuchungen durch und überwachen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.
Bei Wolford werden sämtliche staatliche Verordnungen zu Covid-19 in ihren jeweiligen Geltungsbereichen konsequent und vollständig umgesetzt. 2021 wurde eine zentrale „Corona Taskforce" eingerichtet sowie ein eigenes Hygienekonzept entwickelt, um die Risiken einer möglichen Ansteckung im Unternehmen zu minimieren und im Falle einer Ansteckung schnell zu handeln. Zur Vermeidung von Kontakten wurden Teams gebildet, die in Wechselschicht arbeiten. Zudem besteht die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der geschäftlichen Belange im Homeoffice zu arbeiten. Weiters besteht im Headquarter in Bregenz die Möglichkeit, sich auf Covid-19 testen sowie gegen das Virus impfen zu lassen. Für ein zentrales Monitoring wurde ein internes Berichtswesen bezüglich der weltweiten Covid-19-Fälle bei Wolford eingeführt. Zur weiteren Gesundheitsvorsorge bei Wolford gehört ein umfassendes Angebot zur Erhaltung der Work-Life-Balance. Es gibt entsprechende Programme wie z. B. Yogakurse. Zudem steht an beiden Produktionsstätten ein Betriebsarzt zur Verfügung, der u. a. gemeinsam mit Präventivkräften alle Arbeitsplätze regelmäßig begutachtet. Außerdem verfügt Wolford in Bregenz über eine Kantine und ein hauseigenes Restaurant, in dem für die Mitarbeiter Speisen zu reduzierten Preisen angeboten werden. Flexibilität und lebenslanges Lernen sind heute Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche persönliche und berufliche Entwicklung. Wolford bietet ihren Mitarbeitern abteilungs-, aber auch landesübergreifende Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten. Der Ausschreibungsprozess aller Vakanzen ist transparent, und interne Bewerbungen werden bei entsprechender Eignung vorrangig berücksichtigt. Gegebenenfalls noch fehlende Qualifikationen können auch mit finanzieller Unterstützung des Unternehmens erworben werden.
Auf sich verändernde persönliche Lebenssituationen von Mitarbeitern versucht Wolford auch über die gesetzlichen Erfordernisse hinaus, flexibel zu reagieren. Das Unternehmen bietet das Modell der Elternteilzeit an, welches im abgelaufenen Geschäftsjahr allein in Österreich von 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt wurde. Individuelle Wünsche von Arbeitnehmern, z. B. nach Arbeitszeitflexibilisierung und alternativem betrieblichem Einsatz, werden in Abstimmung mit Vorgesetzten und dem Betriebsrat geprüft und im Rahmen des betrieblich Machbaren umgesetzt. Seit 2013 bietet Wolford älteren Mitarbeitern auch ein Altersteilzeitmodell mit einer kontinuierlichen Reduzierung der Arbeitszeit an. Im Geschäftsjahr 2021 nahmen 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Altersteilzeitmodell in Anspruch.
Angaben nach § 243a Abs. 1 UGB
Das Grundkapital der im Standard Market der Wiener Börse notierten Wolford AG beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2021 EUR 48.848.228 und teilt sich auf in 6.719.151 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Nach Kenntnis der Gesellschaft bestanden zum 31. Dezember 2021 folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Wolford AG, die zumindest 10 % betragen: Fosun Industrial Holding hielt rund 58 %. Seit dem 22. Mai 2019 befinden sich die Anteile an der Wolford AG nicht mehr direkt bei der Fosun Industrial Holding, sondern wurden an die Tochtergesellschaft FFG Wisdom (Luxembourg) S.à.r.l. übergeben. Ralph Bartel hielt ebenfalls über 30 % der Anteile. Die Wolford AG verfügt nach wie vor über 88.140 eigene Aktien (ohne Stimmrechte), dies entspricht rund 2 % vom Grundkapital. Der Rest der Aktien befand sich im Streubesitz. Es bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen. Es existiert kein genehmigtes Kapital.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß §§ 243b UGB und 267a UGB
Die Wolford AG erstellt einen gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht, der die gesetzlichen Anforderungen gemäß § 243b UGB i. V. m. § 267a UGB erfüllt. Der Bericht ist auf der Unternehmenswebsite unter der Rubrik „Investor Relations" abrufbar.
Bregenz, 14. Juni 2022
Andrew Thorndike COO | Silvia Azzali CCO |
WOLFORD GRUPPE
Konzernabschluss
Konzerngesamtergebnisrechnung 038
Konzern-Cashflow 039
Konzernbilanz 040
Entwicklung des Konzerneigenkapitals 041
Segmentberichterstattung 042
Konzernanlagenspiegel 044
Konzernanhang 048
Erklärung der gesetzlichen Vertreter 092
Bestätigungsvermerk 093
Konzerngesamtergebnisrechnung
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in TEUR | Anhang-Nr. | 2021 | 2020 |
Umsatzerlöse | (1) | ||
Sonstige betriebliche Erträge | (2) | ||
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen | - | - | |
Materialaufwand und Aufwendungen für bezogene Leistungen | (3) | - | - |
Personalaufwand | (4) | - | - |
Sonstige betriebliche Aufwendungen | (5) | - | - |
Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (6) | - | - |
Abschreibungen | (7) | - | - |
Wertminderungen | (7) | - | - |
Wertaufholungen | (7) | ||
EBIT | - | ||
Zinsen und ähnliche Erträge | (8) | ||
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | (8) | - | - |
Erträge aus Wertpapieren | (8) | ||
Aufwand aus Wertpapieren | (8) | - | |
Zinsen auf Sozialkapital | (8) | - | - |
Finanzergebnis | (8) | - | - |
Ergebnis vor Steuern | - | ||
Ertragsteuern | (9) | - | - |
Ergebnis nach Steuern | - | ||
Sonstiges Ergebnis1) |
| ||
Beträge, die in künftigen Perioden nicht ergebniswirksam werden | - | - | |
davon versicherungsmathematische Gewinne und Verluste | (10) | - | - |
davon latente Steuern | (10) | ||
Beträge, die in künftigen Perioden möglicherweise ergebniswirksam werden | - | ||
davon Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | (10) | - | |
Sonstiges Ergebnis1) | (10) | - | |
Gesamtergebnis | - | ||
davon entfallen auf Anteilseigner der Muttergesellschaft | - | ||
vom Ergebnis nach Steuern entfallen auf Anteilseigner der Muttergesellschaft | - |
Ergebnis je Aktie in EUR (verwässert = unverwässert) | (11) | - | |
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1) Der Ausweis im sonstigen Ergebnis erfolgt nach Steuern.
Konzern-Cashflow
in TEUR | Anhang-Nr. | 2021 | 2020 |
Ergebnis vor Steuern | - | ||
Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte | (7) | ||
Wertaufholung bei Sachanlagen | (7) | - | - |
Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen | (2) | - | - |
Zinsaufwand/Zinsertrag | (8) | ||
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | (8) | - | |
Veränderung der Vorräte | |||
Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | - | |
Veränderung der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte | - | - | |
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
Veränderung der sonstigen Rückstellungen und Personalverpflichtungen | - | - | |
Veränderung der sonstigen Verbindlichkeiten | - | ||
Erhaltene Zinsen | |||
Gezahlte Zinsen* | - | - | |
Gezahlte Ertragssteuern | - | - | |
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | - | - | |
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte | - | - | |
Einzahlungen aus Abgang von Sachanlagen und sonstigen immateriellen Vermögenswerten | |||
Cashflow aus Investitionstätigkeit | |||
Einzahlungen aus kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten | IV. | ||
Tilgung von kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten | - | ||
Tilgung von und Zinszahlungen auf Leasingverbindlichkeiten* | IV. | - | - |
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | - | - | |
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds | - | ||
Zahlungsmittelbestand zum Periodenanfang | IV. | ||
Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds | - | ||
Zahlungsmittelbestand am Periodenende | |||
* Seit dem Geschäftsjahr 2021 werden die im Rahmen der Leasingverhältnisse gezahlten Zinsen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit als Abfluss gezeigt, im Rumpfgeschäftsjahr 2020 erfolgte dies im Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit bei den gezahlten Zinsen.
Konzernbilanz
in TEUR | Anhang-Nr. | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte) | (12) | ||
Firmenwerte | (13) | ||
Sonstige immaterielle Vermögenswerte | (14) | ||
Langfristige finanzielle Vermögenswerte | (15) | ||
Langfristige Forderungen und Vermögenswerte | (16) | ||
Latente Steueransprüche | (17) | ||
Langfristiges Vermögen | |||
Vorräte | (18) | ||
Vertragsvermögenswerte | (27) | ||
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | (19) | ||
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | (20) | ||
Zahlungsmittelbestand | |||
Kurzfristiges Vermögen | |||
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte | (21) | ||
Summe Vermögenswerte | |||
Grundkapital | |||
Kapitalrücklagen | |||
Sonstige Rücklagen | - | - | |
Eigene Aktien | - | - | |
Währungsdifferenzen | - | ||
Eigenkapital | (22) | ||
Leasingverbindlichkeiten | (30) | ||
Sonstige Verbindlichkeiten | (25) | ||
Rückstellungen für langfristige Personalverpflichtungen | (24) | ||
Sonstige langfristige Rückstellungen | |||
Latente Steuerverbindlichkeiten | (17) | ||
Langfristige Schulden | |||
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | (23) | ||
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | |||
Leasingverbindlichkeiten | (30) | ||
Sonstige Verbindlichkeiten | (27) | ||
Ertragsteuerschulden | |||
Sonstige Rückstellungen | (26) | ||
Vertragliche Verpflichtungen | (28) | ||
Kurzfristige Schulden | |||
Summe Eigenkapital und Schulden | |||
Entwicklung des Konzerneigenkapitals
Den Anteilsinhabern der Muttergesellschaft zurechenbar | ||||||||
in TEUR | Anhang-Nr. | Grund-kapital | Kapital-rücklagen | Versiche-rungsmathe-matischer Verlust | Andere Rücklagen | Eigene | Währungs-umrechnug | Eigenkapital |
01.05.2020 | (22) | - | - | - | - | |||
Ergebnis nach Steuern | (22) | |||||||
Sonstiges Ergebnis | (22) | - | ||||||
31.12.2020 | (22) | - | - | - | ||||
01.01.2021 | (22) | - | - | - | ||||
Ergebnis nach Steuern | (22) | - | - | |||||
Sonstiges Ergebnis | (22) | - | - | - | ||||
31.12.2021 | (22) | - | - | - | - | |||
Segmentberichterstattung
2021 in TEUR | Österreich | Deutschland | Übriges Europa | Nord-amerika | Asien | Überleitung | Konzern |
Umsatzerlöse | 61.206 | 10.864 | 46.700 | 21.678 | 7.105 | -38.608 | 108.945 |
davon Innenumsatz | 31.361 | 0 | 7.247 | 0 | 0 | -38.608 | 0 |
Außenumsätze | 29.845 | 10.864 | 39.453 | 21.678 | 7.105 | 0 | 108.945 |
EBIT | -10.362 | 423 | 3.237 | -1.176 | 122 | 2.493 | -5.263 |
Segmentvermögen | 101.982 | 16.240 | 57.466 | 14.258 | 6.987 | -76.687 | 120.246 |
Segmentschulden | 24.639 | 8.510 | 23.853 | 13.757 | 13.092 | -52.358 | 31.493 |
Investitionen (inkl. Modifikationen und Zugänge Nutzungsrechte) | 518 | 1.307 | 6.100 | 1.957 | 801 | 0 | 10.683 |
Abschreibungen inkl. Impairments u. Wertaufholungen | 2.853 | 1.796 | 5.089 | 3.192 | 868 | 0 | 13.798 |
Mitarbeiter (FTE)* | 392 | 78 | 518 | 71 | 22 | 1.081 | |
* per 31. Dezember
2020 in TEUR | Österreich | Deutschland | Übriges Europa | Nord-amerika | Asien | Überleitung | Konzern |
Umsatzerlöse | 37.303 | 6.927 | 32.247 | 10.304 | 3.285 | -22.028 | 68.037 |
davon Innenumsatz | 16.017 | 0 | 6.011 | 0 | 0 | -22.028 | 0 |
Außenumsätze | 21.285 | 6.927 | 26.236 | 10.304 | 3.285 | 0 | 68.037 |
EBIT | 27.983 | 31 | 998 | -4.730 | -1.509 | -2.834 | 19.939 |
Segmentvermögen | 115.249 | 11.035 | 46.303 | 18.651 | 4.688 | -72.476 | 123.499 |
Segmentschulden | 16.222 | 2.587 | 9.489 | 10.702 | 10.191 | -19.986 | 29.205 |
Investitionen (inkl. Modifikationen und Zugänge Nutzungsrechte) | 4.006 | 807 | 4.749 | 1.871 | 612 | -25 | 12.020 |
Abschreibungen inkl. Impairments u. Wertaufholungen | 2.357 | 1.604 | 5.729 | 5.748 | 439 | -23 | 15.855 |
Mitarbeiter (FTE)* | 478 | 81 | 522 | 70 | 17 | 0 | 1.169 |
* per 31. Dezember
Konzernanlagenspiegel
Anschaffungs-/Herstellungskosten | |||||||||||
in TEUR | Stand am | Währungs- | Zugang | Abgang | Stand am | ||||||
Sachanlagen |
|
|
|
|
| ||||||
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 19.475 | 675 | 401 | -524 | 20.027 | ||||||
Technische Anlagen und Maschinen | 28.903 | 0 | 14 | -302 | 28.615 | ||||||
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 29.681 | 444 | 301 | -366 | 30.060 | ||||||
Nutzungsrechte | 81.437 | 2.553 | 9.942 | -3.171 | 90.761 | ||||||
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 1.731 | 0 | 16 | 0 | 1.747 | ||||||
| 161.227 | 3.672 | 10.674 | -4.363 | 171.210 | ||||||
Firmenwerte | 1.481 | 59 | 0 | 0 | 1.540 | ||||||
Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
| ||||||||||
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 15.995 | 19 | 9 | -28 | 15.995 | ||||||
| 15.995 | 19 | 9 | -28 | 15.995 | ||||||
Gesamt | 178.704 | 3.750 | 10.683 | -4.391 | 188.746 | ||||||
Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||||||||
Stand am | Währungs- | Impairment | Wertaufholung | Zugang | Abgang | Stand am | Stand am 01.01.2021 | Stand am 31.12.2021 | |||
|
|
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|
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|
|
|
| |||
15.219 | 672 | 34 | -385 | 989 | -310 | 16.219 | 4.256 | 3.807 | |||
27.072 | 0 | 0 | 0 | 479 | -302 | 27.249 | 1.831 | 1.367 | |||
27.303 | 417 | 11 | -40 | 1.243 | -337 | 28.597 | 2.378 | 1.463 | |||
28.776 | 1.428 | 335 | -578 | 11.254 | -11 | 41.204 | 52.661 | 49.557 | |||
1.731 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.731 | 0 | 16 | |||
100.101 | 2.517 | 380 | -1.003 | 13.965 | -960 | 115.001 | 61.125 | 56.209 | |||
1.395 | 56 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.451 | 86 | 89 | |||
14.830 | 19 | 0 | 0 | 456 | -28 | 15.277 | 1.165 | 719 | |||
14.830 | 19 | 0 | 0 | 456 | -28 | 15.277 | 1.165 | 719 | |||
116.326 | 2.592 | 380 | -1.003 | 14.421 | -988 | 131.729 | 62.376 | 57.017 | |||
Anschaffungs-/Herstellungskosten | ||||||||||
in TEUR | Stand am | Währungs- | Zugang | Abgang | Umbuchungen* | Stand am | ||||
Sachanlagen |
|
|
|
|
|
| ||||
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 20.485 | -891 | 431 | 0 | -550 | 19.475 | ||||
Technische Anlagen und Maschinen | 29.183 | 0 | 134 | -293 | -121 | 28.903 | ||||
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 31.333 | -553 | 184 | -1.565 | 281 | 29.681 | ||||
Nutzungsrechte | 79.327 | -3.321 | 11.251 | -5.819 | 0 | 81.437 | ||||
Geleistete Anzahlungen auf Anlagen im Bau | 1.835 | 0 | 0 | 0 | -104 | 1.731 | ||||
| 162.163 | -4.765 | 12.000 | -7.677 | -494 | 161.227 | ||||
Firmenwerte | 2.210 | -87 | 0 | -318 | -324 | 1.481 | ||||
Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
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| ||||
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten | 15.427 | 81 | 21 | -4 | 471 | 15.995 | ||||
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte | 471 | 0 | 0 | 0 | -471 | 0 | ||||
| 15.898 | 81 | 21 | -4 | 0 | 15.995 | ||||
Gesamt | 180.271 | -4.770 | 12.021 | -7.999 | -818 | 178.704 | ||||
*Im Zuge des Abgangs der Betriebsliegenschaft wurde das Anlagenverzeichnis im Rumpfgeschäftsjahr bereinigt, so dass sich Umbuchungen zwischen Anschaffungskosten und kumulierter Abschreibung über mehrere Kategorien ergeben. Der per Saldo als Umgliederung verbleibende Buchwert betrifft Umbuchungen zu IFRS 5 (TEUR 25 für die im Geschäftsjahr neu als IFRS 5 klassifizierte Liegenschaft sowie TEUR 265 als Anpassung an die finalen Abgangswerte für die im Geschäftsjahr veräußerte Liegenschaft).
Kumulierte Abschreibungen | Buchwerte | ||||||||
Stand am | Währungs- | Impairment | Wertaufholung | Zugang | Abgang | Um-buchungen* | Stand am | Stand am 01.05.2020 | Stand am 31.12.2020 |
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15.655 | -815 | 327 | -42 | 934 | 0 | -841 | 15.219 | 4.830 | 4.256 |
26.980 | 0 | 0 | 0 | 337 | -125 | -120 | 27.072 | 2.203 | 1.831 |
27.465 | -570 | 150 | -78 | 1.176 | -1.016 | 177 | 27.303 | 3.868 | 2.378 |
17.642 | -1.184 | 4.281 | -409 | 8.461 | -14 | 0 | 28.776 | 61.685 | 52.661 |
1.731 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1.731 | 104 | 0 |
89.473 | -2.569 | 4.759 | -529 | 10.907 | -1.156 | -784 | 100.101 | 72.689 | 61.125 |
1.905 | -88 | 221 | 0 | 0 | -642 | 0 | 1.395 | 305 | 86 |
| |||||||||
14.192 | -83 | 0 | 0 | 497 | 0 | 224 | 14.830 | 1.235 | 1.165 |
224 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | -224 | 0 | 247 | 0 |
14.416 | -83 | 0 | 0 | 497 | 0 | 0 | 14.830 | 1.482 | 1.165 |
105.794 | -2.741 | 4.980 | -529 | 11.404 | -1.474 | -1.109 | 116.326 | 74.477 | 62.376 |
*Im Zuge des Abgangs der Betriebsliegenschaft wurde das Anlagenverzeichnis im Rumpfgeschäftsjahr bereinigt, so dass sich Umbuchungen zwischen Anschaffungskosten und kumulierter Abschreibung über mehrere Kategorien ergeben. Der per Saldo als Umgliederung verbleibende Buchwert betrifft Umbuchungen zu IFRS 5 (TEUR 25 für die im Geschäftsjahr neu als IFRS 5 klassifizierte Liegenschaft sowie TEUR 265 als Anpassung an die finalen Abgangswerte für die im Geschäftsjahr veräußerte Liegenschaft).
Konzernanhang
Die Geschäftstätigkeit der Tochterunternehmen, mit Ausnahme Sloweniens, besteht im Wesentlichen aus dem Vertrieb von vom Mutterunternehmen bezogenen Erzeugnissen. Slowenien ist eine Produktionsgesellschaft der Wolford AG.
I. Grundsätze der Rechnungslegung
1. Grundlagen
Der Konzernabschluss der Wolford AG zum 31. Dezember 2021 wurde gemäß § 245a UGB in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt. Dabei wurden alle in der EU für das Geschäftsjahr 2021 gültigen und verpflichtend anzuwendenden Standards des IASB und Interpretationen des IFRS Interpretations Committee in der geltenden Fassung berücksichtigt.
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung vom 30. September 2020 wurde der Beschluss gefasst, den Bilanzstichtag, beginnend mit dem Geschäftsjahr vom 1. Mai 2020 auf den 31. Dezember zu verlegen. Beim aktuellen Geschäftsjahr handelt es sich daher erstmalig um ein Kalendergeschäftsjahr, das den Zeitraum von 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021umfasst (Vergleichsperiode: 1. Mai 2020 bis 31. Dezember 2020). Aufgrund dieser Tatsache sind Vorjahreswerte der Gesamtergebnisrechnung nur bedingt vergleichbar.
Der Konzernabschluss der Wolford AG besteht aus der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz, dem Konzern-Cashflow, der Entwicklung des Konzerneigenkapitals und dem Anhang zum Konzernabschluss. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge sind, sofern nichts anderes angeführt ist, in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Der Konzernabschluss wird unter der Verantwortung des Vorstands erstellt. Durch kaufmännische Rundungen kann es zu Rundungsdifferenzen kommen.
Folgende Standards und Interpretationen sind in der EU für das Geschäftsjahr 2021 erstmals zur Anwendung zu bringen:
Standard / | Bezeichnung | Erstanwendungs- |
IFRS 16 | Verlängerung des Anwendungszeitraumes der Änderungen an IFRS 16 im Zusammenhang mit Covid-19-bezogene Mietkonzessionen (nach dem 30. Juni 2021) | 01.04.2021 |
IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4, IFRS 16 | Änderung in Folge Reform der Referenzzinssätze Phase 2 | 01.01.2021 |
IFRS 4 | Verschiebung des Inkrafttretens von IFRS 9 für Versicherungsverträge | 01.01.2021 |
Überblick über Standards und Interpretationen, anzuwenden in nachfolgenden Geschäftsjahren (Übernahme durch die EU ist teilweise noch ausständig):
Standard / | Bezeichnung | Erstanwendungs- |
Bereits von der EU übernommene Standards | ||
IFRS 17 | Versicherungsverträge | 01.01.2023 |
IAS 16 | Änderungen an IAS 16: Sachanlagen - Erlöse bevor beabsichtigter Nutzung | 01.01.2022 |
IFRS 3 | Änderungen an IFRS 3: Verweis auf das Rahmenkonzept der IFRS | 01.01.2022 |
IAS 37 | Änderungen an IAS 37: Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung | 01.01.2022 |
Jährliche Verbesserungen der IFRS | Zyklus 2018-2020 | 01.01.2022 |
Noch nicht von der EU übernommene Standards | ||
IAS 1 | Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig | 01.01.2023 |
Änderungen zu IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 | Definition der Wesentlichkeit in Verbindung mit Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen | 01.01.2023 |
Änderungen zu IAS 8 | Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und deren Abgrenzung von Änderungen der Rechnungslegungsmethoden | 01.01.2023 |
Änderungen zu IAS 12 | Rückausnahme von initial recognition exemption für beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen | 01.01.2023 |
IFRS 16 - Covid-19 bedingte Mietkonzessionen und Verlängerung des Anwendungszeitraums des IFRS 16
Infolge der Corona-Pandemie wurden Mietzugeständnisse in unterschiedlicher Form (z. B. Zahlungsbefreiungen und Stundung von Leasingzahlungen) gewährt. Im Mai 2020 veröffentlichte der IASB die Änderungen an IFRS 16 im Zusammenhang mit Covid-19. Die Änderungen sehen eine optionale, befristete Covid-19-bezogene Erleichterung für Leasingnehmer vor. Dadurch ist es für Leasingnehmer unter bestimmten Bedingungen zulässig, auf die Beurteilung, ob ein Mietzugeständnis nach IFRS 16 eine Modifikation des Leasingverhältnisses darstellt, zu verzichten und das Mietzugeständnis stattdessen so abzubilden, als handle es sich nicht um eine Modifikation, sondern um variable Leasingzahlungen. Diese Erleichterung gilt nur für die Mietzugeständnisse, die als direkte Folge der Covid-19-Pandemie auftreten, und nur dann, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Mit der Verlängerung des Anwendungszeitraums sind bis zum 30. Juni 2022 fällige Leasingzahlungen betroffen.
Der Konzern hat die Änderungen und den praktischen Behelf für qualifizierende Mietkonzessionen (TEUR 80) einheitlich angewandt.
Die (übrigen) neuen beziehungsweise überarbeiteten Standards/Interpretationen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Wolford Gruppe bzw. wird auch aus den zukünftig anzuwendenden Standards/Interpretationen keine wesentliche Auswirkung erwartet.
Going Concern
Wie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 konnte sich die Wolford-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2021den durch die Corona-Krise ausgelösten Turbulenzen im Einzelhandel nicht entziehen. Von staatlicher Seite ergriffene Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen wie z.B. Lockdowns haben sich deutlich mit hinter dem Budget zurückbleibenden Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2021 ausgewirkt. Somit konnten die in der vorjährigen Fortführungsprognose getroffenen Annahmen hinsichtlich der Umsatz- und Liquiditätsentwicklung nicht erreicht werden. Um den dadurch entstandenen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, wurden Darlehen in Höhe von EUR 10 Mio. vom Mehrheitsgesellschafter gewährt, welche zum 31. Dezember 2021 eine Laufzeit bis Dezember 2022 hatten und im Juni 2022 bis zum 31. Dezember 2023 verlängert wurden. Mit einer aktualisierten Liquiditätsplanung trägt die Wolford-Gruppe den wirtschaftlichen und politischen Umständen Rechnung, wobei folgende Bereiche berücksichtigt wurden:
Die Umsatzplanung für 2022 und Folgejahre wurde anhand der Entwicklungen der ersten Monate 2022 und der bestmöglichen Schätzung für die verbleibende Zeit erstellt, wobei mit einem konzernweiten Umsatz in Höhe von EUR 135 Mio. geplant wird. Mit dem Umsatzsteigerungsprogramm NORDSTERN wurden die Weichen für zukünftiges Wachstum auch für die weiteren Jahre gestellt.
Zusätzlich wurden die bereits im Geschäftsjahr 2019/2020 initiierten Restrukturierungsmaßnahmen aus dem PITBOLI-Programm weiter vorangetrieben, um weiterhin Kosteneinsparungen zu erzielen. Insbesondere werden nicht profitabel betreibbare Standorte geschlossen, der Headcount in der Zentrale deutlich reduziert und Logistik- und IT-Prozesse optimiert. Die Planung für 2022 sieht Preissteigerungen bei den einzelnen Aufwandspositionen zwischen 2 % und 8 % vor.
Zur Sicherstellung der Liquidität wurden noch weitere Darlehen vom Mehrheitsgesellschafter in Höhe von EUR 2,5 Mio. im Jänner 2022 und EUR 5 Mio. im Mai 2022 aufgenommen, welche eine Laufzeit bis Dezember 2022 haben. Eine Zusage, diese Finanzierungen bis zum Dezember 2023 zu verlängern, liegt vor.
Die aktualisierte Liquiditätsplanung sieht vor, weitere EUR 15 Mio. an Liquidität durch den Verkauf von Vorräten an einen Finanzierungspartner sicherzustellen. Von Seiten des potenziellen Finanzierungspartners liegt ein indikatives Angebot in einem Finanzierungsvolumen von EUR 25 Mio. vor, das jedoch noch vorbehaltlich von internen Genehmigungen des Finanzierungspartners ist.
Um einen eventuellen weiteren Finanzierungsbedarf aufgrund von Budgetabweichungen, wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft, decken zu können, wurde vom Vorstand wie oben angeführt die Vorratsfinanzierung in einem höheren Ausmaß als in der Liquiditätsplanung angesetzt verhandelt und werden vom Vorstand weitere Finanzierungsmaßnahmen (wie z.B. in Abstimmung mit dem Mehrheitsgesellschafter eine Kapitalerhöhung durchzuführen) in Betracht gezogen.
Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen, die in der aktualisierten Liquiditätsplanung berücksichtigt wurden, ist die Annahme der Fortführung der Gruppe im Rahmen der Bilanzierung aus Sicht des Vorstandes daher gegeben. Der Vorstand weist jedoch darauf hin, dass die Fortführung der Gruppe gefährdet sein könnte, sofern die oben beschriebenen Maßnahmen, wie insbesondere die Finanzierung über den Lagerverkauf, nicht erfolgreich umgesetzt werden können oder Budgetabweichungen größeren Ausmaßes - wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft - einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf auslösen, der nicht durch weitere Finanzierungsmaßnahmen gedeckt werden kann.
2. Angaben im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie
Die Folgen der Covid-19 Pandemie verursachen wesentliche Effekte im vorliegenden Abschluss, die nachstehend gesamthaft dargestellt werden.
Umsatzentwicklung
Der globale Ausbruch von Covid-19 brachte nach 2020 auch in 2021 Maßnahmen zur Eindämmung, wie Ausgangssperren und Ladenschließungen mit sich. Diese Gesundheitskrise hatte weiterhin Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Trotz dieser Rahmenbedingungen und den temporären Schließungen in Folge von lokalen Lockdowns konnte im Geschäfts-jahr ein deutlicher Umsatzanstieg von 60,1 % (TEUR 68.037) auf TEUR 108.945 verzeichnet werden, die überwiegend durch das längere Geschäftsjahr 2021 (12 Monate vs. 8 Monate) verursacht wurde. Betrachtet auf die vergleichbare Periode des Vorkalenderjahres (Januar bis Dezember 2020) (TEUR 95.800) ergibt sich ein Anstieg von 13,7 %.
Staatliche Subventionen
Sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt werden konnten, werden zur Abfederung der negativen Effekte aus Covid-19 vorwiegend in Österreich staatliche Förderungen in Anspruch genommen (im Wesentlichen Fixkostenzuschuss, Verlustausgleich und Kurzarbeit). Weitere Möglichkeiten zur Beantragung von Zuschüssen aus staatlichen Förderungs- und Subventionsprogrammen für alle Länder, in denen die Wolford Gruppe tätig ist, sind laufend in Prüfung.
Auswirkungen der Covid-19 Krise auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Aus der Covid-19 Krise ergeben sich Auswirkungen auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen in den folgenden Bereichen
Zum Bilanzstichtag erfolgte eine gesamthafte Aktualisierung der Planungen im Zuge derer auch anhaltende Maßnahmenverlängerungen in den für die Wolford-Gruppe wichtigen Länder sowie die im Dezember 2020 beschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen berücksichtigt wurden. Für das Geschäftsjahr 2021 ergibt sich in der Folge ein Wertminderungsaufwand in Höhe von TEUR 380 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 4.980), dem Wertaufholungen in Höhe von TEUR 1.003 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 529) gegenüberstehen.
Forderungsbewertung: Die Entwicklung der Forderungsaußenstände unterliegt infolge der negativen wirtschaftlichen Entwicklung und des Anstiegs der Online-Umsätze einer engen Überwachung. Aufgrund der hohen Absicherung durch die bestehende Kreditversicherung wurde keine Notwendigkeit zur Anpassung der bestehenden grundsätzlichen Wertberichtigungssystematik identifiziert, jedoch wurden die Prozentsätze für die Wertberichtigung in Abhängigkeit der Überfälligkeit in Tagen in 2021 angepasst.
IFRS 16 Annahmen: Teilweise wurden der Wolford Gruppe Mietkonzessionen in Zusammenhang mit den aus der Covid-19-Krise entstandenen wirtschaftlichen Belastungen gewährt. Es ergaben sich sowohl im Rumpfgeschäftsjahr 2020 als auch im Geschäftsjahr 2021 (TEUR 80) unwesentliche Auswirkungen. Soweit es sich bei diesem Mietkonzessionen um Änderungen von Leasingverträgen handelt und die Voraussetzungen der „Änderung an IFRS 16" erfüllt wurden, wurden diese Mietkonzessionen nicht als Vertragsmodifikation behandelt und ergebniswirksam vereinnahmt. In Folge der geänderten Rahmenbedingungen wurde weiters evaluiert, inwieweit Änderungen in den Annahmen über die Ausübung von Kündigungs- bzw. Verlängerungsoptionen erforderlich wurden. Es wurden entsprechende Maßnahmen ergriffen.
Ansatz aktiver latenter Steuern: Für die Bewertung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12.56 eine Bewertung basierend auf der Schätzung des erwarteten jährlichen Ertragssteuersatzes aus den aktualisierten Mittelfristplanungen vorgenommen.
3. Konsolidierungskreis und -grundsätze
Die Festlegung des Konsolidierungskreises erfolgt nach den Grundsätzen des IFRS 10 (Conso-lidated Financial Statements). In den Konzernabschluss werden neben dem Mutterunterneh-men folgende Gesellschaften direkt mittels Vollkonsolidierung einbezogen:
Gesellschaftsname | Sitz | Unmittelbarer Anteil in % |
Wolford Beteiligungs GmbH | Bregenz | 100 |
Wolford proizvodnja in trgovina d.o.o. | Murska Sobota | 100 |
Die Wolford Beteiligungs GmbH hält sämtliche Anteile an folgenden Gesellschaften:
Gesellschaftsname | Sitz | Unmittelbarer Anteil in % |
Wolford Deutschland GmbH | Bielefeld | 100 |
Wolford (Schweiz) AG | Opfikon | 100 |
Wolford Paris S.A.R.L. | Paris | 100 |
Wolford London Ltd. | London | 100 |
Wolford Italia S.r.L. | Mailand | 100 |
Wolford España S.L. | Madrid | 100 |
Wolford Scandinavia ApS | Kopenhagen | 100 |
Wolford America, Inc. | New York | 100 |
Wolford Nederland B.V. | Amsterdam | 100 |
Wolford Canada Inc. | Vancouver | 100 |
Wolford Asia Limited | Hongkong | 100 |
Wolford Belgium N.V. | Antwerpen | 100 |
Wolford (Shanghai) Trading Co., Ltd. | Shanghai | 100 |
Zweigniederlassungen werden in Finnland, Norwegen und Schweden durch die Wolford Scandinavia ApS betrieben, in Irland durch die Wolford London Ltd., in Luxemburg durch die Wolford Belgium N.V., in Macao durch die Wolford Asia Limited und in Portugal durch die Wolford España S.L.
Der Konsolidierungskreis hat sich im Geschäftsjahr nicht verändert.
Der Konzernabschluss beinhaltet sämtliche Vermögenswerte und Schulden sowie alle Aufwendungen und Erträge der Wolford AG und ihrer einbezogenen Tochtergesellschaften nach Eliminierung aller konzerninternen Transaktionen.
Die Kapitalkonsolidierung bei voll konsolidierten Unternehmen erfolgt nach den Bestimmungen von IFRS 3. Demnach werden beim Unternehmenserwerb die identifizierbaren Vermögenswerte sowie Schulden und Eventualverbindlichkeiten der Tochtergesellschaften mit den beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Übersteigen die Anschaffungskosten des Unternehmens die beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte sowie der Schulden und Eventualverbindlichkeiten, wird der Unterschiedsbetrag als Firmenwert ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden sofort ergebniswirksam erfasst. Unternehmen, die im Verlauf des Geschäftsjahres erworben oder veräußert werden, sind ab dem Erwerbszeitpunkt oder bis zum Veräußerungszeitpunkt in den Konzernabschluss einzubeziehen.
Bei der Währungsumrechnung der in ausländischen Währungen aufgestellten Abschlüsse einbezogener Gesellschaften kommt das Konzept der funktionalen Währung zur Anwendung. Diese ist bei allen Gesellschaften die jeweilige Landeswährung. Die Vermögenswerte und Schulden einer Gesellschaft, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Erträge und Aufwendungen werden zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die sich daraus ergebenden Unterschiedsbeträge werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.
Die Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt verändert:
| Mittelkurs am Bilanzstichtag | Jahresdurchschnittskurs | ||
Währungen | 31.12.2021 | 31.12.2020 | 2021 | 2020 |
1 EUR / USD | 1,134600 | 1,23010 | 1,181830 | 1,15568 |
1 EUR / GBP | 0,838100 | 0,90160 | 0,860270 | 0,89877 |
1 EUR / CHF | 1,032100 | 1,08310 | 1,081640 | 1,07170 |
1 EUR / DKK | 7,437000 | 7,44010 | 7,437170 | 7,44921 |
1 EUR / SEK | 10,242600 | 10,00830 | 10,136360 | 10,40828 |
1 EUR / NOK | 10,002200 | 10,48170 | 10,166150 | 10,82570 |
1 EUR / CAD | 1,444000 | 1,56680 | 1,485610 | 1,54700 |
1 EUR / HKD | 8,845200 | 9,51640 | 9,184790 | 8,95749 |
1 EUR / CNY | 7,215800 | 8,01205 | 7,630300 | 7,92614 |
1 EUR / MOP | 9,109000 | 9,79565 | 9,452490 | 9,23088 |
4. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Sachanlagen sind gemäß IAS 16 zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich linear über die voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer.
Den planmäßigen linearen Abschreibungen der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 10 - 50 Jahre |
Technische Anlagen und Maschinen | 4 - 20 Jahre |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 2 - 10 Jahre |
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie Lizenzen | 4 - 10 Jahre |
Nutzungsrechte | je nach erwarteter Laufzeit des Mietverhältnisses |
Über das Ausmaß der planmäßigen Abschreibungen hinausgehende wesentliche Wertminderungen werden - falls erforderlich - in Übereinstimmung mit IAS 36 (Impairment of Assets) durch Wertminderungen berücksichtigt.
Reparatur- oder Instandhaltungsaufwendungen der Sachanlagen werden grundsätzlich als Aufwand verrechnet. Sie werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass die nachträglichen Aufwendungen zu weiteren zukünftigen wirtschaftlichen Vorteilen aus der Nutzung des Vermögenswerts führen werden.
Leasing: Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Am Bereitstellungsdatum erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswertes oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswertes bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.
Das Nutzungsrecht wird entsprechend den Vorschriften für Sachanlagen über die erwartete Laufzeit des jeweiligen Leasingverhältnisses planmäßig abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird entsprechend den Vorschriften des IFRS 16 bilanziert und um die geleisteten Leasingzahlungen verringert und um den Zinsaufwand erhöht. Die Leasingverbindlichkeiten setzen sich u.a. aus der Summe der noch nicht geleisteten fixen Leasingzahlungen, variablen Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind und Beträge, die voraussichtlich im Rahmen von Restwertgarantien entrichtet werden müssen, zusammen. Im Falle von indexbasierten Zahlungen, werden die Indexierungen zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Anpassung der Leasingzahlungen berücksichtigt. Zudem werden Mietverlängerungsoptionen sowie etwaige Vertragsbeendigungszahlungen bei hinreichender Sicherheit miteinbezogen. Bei einer draus folgenden Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat. Gemäß IFRS 16 wird die Leasingverbindlichkeit über die Laufzeit mittels Effektivzinsmethode diskontiert.
Die Wolford AG übt die Erleichterungsmöglichkeiten des Verzichts auf den Ansatz für kurzfristige Leasingverträge mit einer Laufzeit von maximal 12 Monaten sowie für Leasingverträge für Leasinggegenstände von geringem Wert aus. Das Wahlrecht, Leasing- und Nicht-Leasingkomponenten (z. B. Betriebskosten bei Mietverträgen) nicht zu trennen, wird nicht ausgeübt und dementsprechend die Nicht-Leasingkomponente bei der Ermittlung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts nicht berücksichtigt. In einzelnen Ländern sind die Filialmieten vollständig variabel ausgestaltet und dabei weder index- noch zinssatzbasiert. Für diese Leasingverhältnisse werden in Übereinstimmung mit IFRS 16 keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz erfasst, sondern die Mietzahlungen werden weiterhin als Aufwand in der Konzerngesamtergebnisrechnung bilanziert.
Die Wolford AG hat entsprechend der Verlängerung des Anwendungszeitraums der Änderungen an IFRS 16 Covid-19-bedingte Mietkonzessionen - Änderungen an IFRS 16 im Geschäftsjahr 2021 weiterhin angewandt. Dementsprechend wurde nicht beurteilt, ob zulässige Mietzugeständnisse als unmittelbare Folge der Covid-19-Pandemie eine Änderung des Leasingverhältnisses darstellen. Die Wolford AG wendet den praktischen Behelf für Verträge mit ähnlichen Merkmalen und unter vergleichbaren Umständen einheitlich an. Für Mietkonzessionen im Rahmen von Leasingverhältnissen, für die der praktische Behelf nicht anwendbar ist, schätzt der Konzern ein, ob eine Änderung eines Leasingverhältnisses vorliegt.
Aus Erwerbsvorgängen resultierende Firmenwerte werden aktiviert und mindestens einmal jährlich oder bei Anhaltspunkten, die auf eine Wertminderung hinweisen, einem Impairment-Test gemäß IAS 36 unterzogen.
Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer erfolgt der Impairment-Test ebenfalls mindestens jährlich. Bei der Bestimmung möglicher Wertminderungen wird der erzielbare Betrag jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Cash-Generating Unit = CGU) dem Buchwert zum Abschlussstichtag gegenübergestellt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert. Liegt der erzielbare Betrag unter dem für diese zahlungsmittelgenerierende Einheit angesetzten Buchwert, ist der Buchwert des Vermögenswerts auf den erzielbaren Betrag zu verringern. Schätzungen des Managements zur Bestimmung des erzielbaren Betrags bestehen vornehmlich in der Bestimmung der voraussichtlichen Cashflows, der Abzinsungsfaktoren, der Wachstumsraten sowie der voraussichtlichen Änderungen der erwarteten Verkaufspreise und damit zusammenhängenden direkten Kosten.
Die Wolford AG hat an jedem Abschlussstichtag einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt („trigger event") dafür vorliegt, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, hat das Unternehmen den erzielbaren Betrag des Vermögenswertes zu schätzen. Für die Wolford AG werden folgende „trigger events" definiert: erhebliche Verschlechterung der Nettocashflows aus der Nutzung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder Nichterreichen budgetierter Nettocashflows. Basis für die Impairment-Tests der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte ist die Unternehmensplanung entsprechend der Planungsrechnung für 2022 aus dem aktuellsten, dem Aufsichtsrat präsentierten Budget. In der weiteren Planung für 2023 bis 2025 wurde ein Umsatzwachstum abhängig von der Region und der strukturellen Veränderung angesetzt. Für die Hauptmärkte Europa und USA sind Wachstumsraten in den einzelnen Jahren zwischen 3,3 % und 19,5 % geplant. Nach 2025 wird eine Umsatzsteigerung für alle Regionen mit 1 % herangezogen. Der Wareneinsatz steigt analog zu den Umsatzerlösen. Die Personalkosten werden mit einer jährlichen Wachstumsrate von 5 % und die Betriebsausgaben mit einer jährlichen Wachstumsrate von 2 % berücksichtigt und stehen nicht im direkten Zusammenhang mit der Entwicklung der Umsatzerlöse, da der Umfang des jeweiligen Geschäftsbetriebes unverändert bleibt. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen wurden gemäß der Boutiquengröße (Clustering nach m2) basierend auf historischen Erfahrungswerten in der Berechnung inkludiert. Von der Berücksichtigung von Erweiterungsinvestitionen oder kompletten Shop-Refurbishments wurde gemäß der aktuellen Budgetplanung abgesehen. Für die Ermittlung der Planungsrechnungen wurden Prognosen getroffen, die auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen, Berateranalysen und der besten vom Management vorgenommenen Einschätzung über zukünftige Entwicklungen sowie auf Marktannahmen basieren. Die für Impairment-Tests verwendeten Abzinsungsfaktoren (WACC nach Steuern) von 5,0% - 8,5% (31. Dezember 2020: 5,2 % - 8,4 %) leiten sich aus regionalen Zinssätzen ab, wobei der risikolose Basiszinssatz laufzeitenkongruent zu der durchschnittlichen Rest-Öffnungsdauer der Boutiquen im jeweiligen Land, Länderrisikoprämien, der Bonitätsaufschlag auf Basis eines 30-jährigen Consumer-Discretionary-Bonds mit BBB-Rating sowie unterschiedliche Steuersätze berücksichtigt werden. Die Rest-Öffnungszeit der Boutiquenstandorte werden auf EinzelBoutique-Ebene evaluiert, wobei Mietvertragsrestlaufzeit, mögliche Kündigungsoptionen, erwartete Performance und wirtschaftliche und strategische Überlegungen bei der Evaluierung der Rest-Öffnungszeit berücksichtigt wurden.
Als zahlungsmittelgenerierende Einheiten zur Ermittlung der Werthaltigkeit werden die einzelnen Stores herangezogen.
Forschungsaufwendungen sind gemäß IAS 38 (Intangible Assets) nicht aktivierungsfähig und werden im Jahr ihres Entstehens als Aufwand ausgewiesen.
Entwicklungskosten sind nur dann zu aktivieren, wenn die Entwicklungstätigkeit mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führt, die über die normalen Kosten hinaus auch die entsprechenden Entwicklungskosten abdecken. Darüber hinaus sind hinsichtlich der Entwicklungsprojekte verschiedene, unter IAS 38 angeführte Kriterien kumulativ zu erfüllen.
Im Geschäftsjahr 2021 lagen wie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 keine aktivierungsfähigen Entwicklungskosten vor.
Finanzinstrumente: Die Transaktionen von Finanzinstrumenten werden in Übereinstimmung mit IFRS 9 zum Erfüllungstag erfasst. Im Posten Finanzanlagen werden sonstige Wertpapiere und Investmentfonds ausgewiesen. Diese werden nach IFRS 9 mit dem beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust (FVTPL) bewertet; der beizulegende Zeitwert entspricht dem zum Abschlussstichtag geltenden Kurswert der Anteile. Der aus der Bewertung entstandene Gewinn bzw. Verlust wird im Finanzergebnis erfasst.
Vorräte: Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten oder niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswerten. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswert. Die Herstellungskosten umfassen alle Aufwendungen, die dem Gegenstand direkt zugerechnet werden können. Hierzu gehören auch die Material- und Fertigungsgemeinkosten. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen und Vermögenswerte: Der Ansatz der Forderungen erfolgt gemäß IFRS 9 zu Anschaffungskosten, die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten. Sonstige Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Wenn Anzeichen auf eine beeinträchtigte Bonität (Credit-Impairment) vorliegen und die Forderungen voraussichtlich nicht voll einbringlich sind, werden auf derartige Forderungen individuelle Einzelwertberichtigungen (Wertminderung Stufe 3) gebildet. Eine Ausbuchung einer Forderung erfolgt bei Uneinbringlichkeit. Eine Forderung wird als definitiv „uneinbringlich" bezeichnet, wenn ein Rechtsanwalt/Inkassobeauftragter/Gericht die Uneinbringlichkeit bestätigt. Für erwartete Ausfälle aller anderen Forderungen wird ein angemessener Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst, wobei die Wertberichtigungen in Höhe des über die Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts (Wertminderung Stufe 2) bewertet werden.
Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz grundsätzlich als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Darlehen, als Verbindlichkeiten oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv sind, klassifiziert. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet, im Fall von Darlehen und Verbindlichkeiten abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten und Darlehen einschließlich Kontokorrentkrediten.
Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, außerdem im Rahmen von Amortisationen mittels der Effektivzinsmethode. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der Finanzaufwendungen enthalten.
Eigene Anteile werden gemäß IAS 32 in der Bilanz als Abzug vom Eigenkapital ausgewiesen.
Ertragsteuern: Die Rückstellungen für laufende Steuern beinhalten alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung bestehenden Steuerverpflichtungen. Darüber hinaus werden Abgrenzungen für latente Steuern gemäß der in IAS 12 vorgeschriebenen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode gebildet. Es werden dabei die temporären Bewertungs- und Bilanzierungsdifferenzen zwischen Steuerbilanzen und IFRS-Bilanzen der Einzelgesellschaften sowie für Konsolidierungsvorgänge unter Verwendung des Steuersatzes, dessen Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der der Vermögenswert realisiert oder die Schuld beglichen wird, in die latente Steuerabgrenzung einbezogen. Außerdem werden aktive Steuerlatenzen für sämtliche Verlustvorträge angesetzt, mit deren Verbrauch realistisch gerechnet werden kann und von deren Werthaltigkeit ausgegangen wird. Der Bewertung der Steuerlatenzen liegt für inländische Unternehmen ein Steuersatz von 25 % zugrunde. Für ausländische Unternehmen wird der jeweilige lokale Steuersatz von 12,00 % bis 31,04 % angewendet.
Rückstellungen für Sozialkapital: Bei der Berechnung der Verpflichtungen für Abfertigungen beim österreichischen Mutterunternehmen (entspricht rd. 84 % der bilanzierten Verpflichtungen) kamen unter Berücksichtigung der Berechnungsvorschriften gemäß IAS 19 revised und der Projected-Unit-Credit-Methode folgende Parameter zur Anwendung:
Biometrische Rechnungsgrundlagen |
| 2021: AVÖ 2018-P (2020: AVÖ 2018-P) |
Rechnungszinssatz |
| 1,13 % p. a. (2020: 0,78 %) |
Lohn-/Gehaltstrend |
| 2,30 % p. a. (2020: 1,80 %) |
Bei der Berechnung der Abfertigungsrückstellungen in den Tochtergesellschaften wurden lokal anzuwendende biometrische Rechnungsgrundlagen, Zinssätze, Lohn- und Gehaltstrends sowie entsprechend angepasste Pensionseintrittsalter verwendet.
Bei der Berechnung der Verpflichtungen für Jubiläumsgelder beim österreichischen Mutterunternehmen (entspricht rd. 96 % der bilanzierten Verpflichtungen) kamen unter Berücksichtigung der Berechnungsvorschriften gemäß IAS 19 und der Projected-Unit-Credit-Methode folgende Parameter zur Anwendung:
Biometrische Rechnungsgrundlagen |
| 2021: AVÖ 2018-P (2020: AVÖ 2018-P) |
Rechnungszinssatz |
| 0,99 % p. a. (2020: 0,62 %) |
Lohn-/Gehaltstrend |
| 2,30 % p. a. (2020: 1,80 %) |
Pensionsantrittsalter |
| 64 - 65 / 59 - 65 Jahre |
Gestaffelte Fluktuation: |
|
|
0 - 2 Jahre |
| 24 % (2020: 24 %) |
3 - 4 Jahre |
| 22 % (2020: 22 %) |
5 - 9 Jahre |
| 16 % (2020: 16 %) |
10 - 14 Jahre |
| 14 % (2020: 14 %) |
15 - 19 Jahre |
| 9 % (2020: 9 %) |
20 - 29 Jahre |
| 3 % (2020: 3 %) |
ab 30 Jahre |
| 0 % (2020: 0 %) |
Die Berechnung der Pensionsrückstellung erfolgte aufgrund anerkannter Regeln der Versiche-rungsmathematik unter Beachtung der Berechnungsvorschriften gemäß IAS 19. Bei der Berechnung der nach der Projected-Unit-Credit-Methode gebildeten Rückstellung kamen beim österreichischen Mutterunternehmen (entspricht rd. 98 % der bilanzierten Verpflichtungen) folgende Parameter zur Anwendung:
Biometrische Rechnungsgrundlagen |
| 2021: AVÖ 2018-P (2020: AVÖ 2018-P) |
Rechnungszinssatz |
| 1,23% p.a. |
Valorisierung der Bezüge |
| 1,70 % bis 2,30 % p.a. |
Rückstellungen: Sonstige Rückstellungen wurden gemäß IAS 37 gebildet, wenn für das Unternehmen eine gegenwärtige Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und der Abfluss von Ressourcen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, sofern die in der Verpflichtung enthaltene Zinskomponente bedeutsam ist. Die zum 31. Dezember 2020 unter den sonstigen Rückstellungen gezeigten Verpflichtungen für variable Gehaltsbestandteile, für Aufsichtsratsvergütung und Veröffentlichungskosten werden zum 31. Dezember 2021 unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Ergebnis je Aktie: Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das Ergebnis nach Steuern durch die gewichtete durchschnittliche Zahl der innerhalb der Berichtsperiode im Umlauf gewesenen Stammaktien dividiert wird.
Ertragsrealisierung: IFRS 15 sieht ein einheitliches, fünfstufiges Erlösrealisierungsmodell vor, das grundsätzlich auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Dementsprechend erfolgt die Bilanzierung der Umsatzerlöse erst durch die Übertragung der Verfügungsmacht auf den Kunden.
Die Wolford AG erwirtschaftet Umsatzerlöse im Wesentlichen im Vertrieb von Bekleidung, wobei die drei Geschäftsmodelle Wholesale, Online und Retail unterschieden werden können. Eine Bündelung unterschiedlicher Güter in einem Vertrag erfolgt nicht, auch bestehen keine Abhängigkeiten in der Gegenleistung von Preisen in anderen Verträgen. Die Umsatzrealisierung erfolgt auf Basis des einheitlichen, fünfstufigen Erlösrealisierungsmodells des IFRS 15, das grundsätzlich auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist und festlegt, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden.
Die Umsatzrealisierung erfolgt bei der Wolford AG generell zum Zeitpunkt des Übergangs der Kontrolle, der in allen Vertriebskanälen im Regelfall bei Vertragserfüllung mit Lieferung bzw. Verkauf der Produkte vorliegt. Der Gefahrenübergang wird im Einzelfall anhand der jeweiligen Lieferklauseln bestimmt.
Verträge mit Kunden beinhalten in manchen Fällen variable Gegenleistungen, beispielsweise als Umsatzboni ausgestaltet. In Bezug darauf erfolgt eine Schätzung des zu erwarteten Rabattes auf Basis von Erfahrungswerten. „Contributions", also Zuschüsse an die Händler für den Erwerb von für die Wolford AG typischen Shop-Einrichtungsgegenständen, werden abgegrenzt und anteilig über die Dauer des Vertrags erfolgswirksam aufgelöst. Die Erfassung erfolgt als Minderung des Umsatzes. Für verkaufte Gutscheine erfolgt eine ertragswirksame Vereinnahmung für jenen Teil, für den anhand der Einschätzung des Managements keine Einlösung erwartet wird.
Verträge mit Kunden überschreiten nicht einen Zeitraum von mehr als einem Jahr, eine Berücksichtigung einer wesentlichen Finanzierungskomponente ist somit nicht erforderlich.
Fremdwährungsumrechnung: Währungsdifferenzen aus der Umrechnung von monetären Fremdwährungsposten, die durch Wechselkursschwankungen zwischen Einbuchung der Transaktion und Bilanzstichtag entstehen, werden in der betreffenden Periode erfolgswirksam gebucht. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Fremdwährungsdifferenzen in Höhe von TEUR 1.833 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR -1.618) erfolgswirksam erfasst.
Derivative Finanzinstrumente: Analog zum Vorjahr gab es bei der Wolford AG im Berichtsjahr keine Absicherungsgeschäfte.
Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr werden als kurzfristig eingestuft, jene mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr als langfristig.
Zuwendungen der öffentlichen Hand gemäß IAS 20 sind im Geschäftsjahr im Wesentlichen in Form von Covid-19-Maßnahmen vereinnahmt worden. Die Ertragsrealisierung erfolgt aufgrund von Zusagen, Bescheiden und gesetzlichen Ansprüchen. Dabei entfallen rd. TEUR 2.758 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 2.400) an gewährten Zuschüssen auf Kurzarbeit, welche direkt im Personalaufwand saldiert wurden. Für weitere TEUR 8.177 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 3.700) an Verlustausgleich lagen zum Stichtag die Fördervoraussetzungen vor, weswegen eine ertragswirksame Erfassung im sonstigen betrieblichen Ertrag und Abgrenzung in den sonstigen Forderungen erfolgte. Darüber hinaus erhielt die Wolford Gruppe Förderdarlehen der öffentlichen Hand, die unter den langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Schätzungsunsicherheiten und Sensitivitäten: Bei der Erstellung des Konzernabschlusses müssen zu einem gewissen Grad Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die bilanzierten Vermögenswerte, Rückstellungen und Verbindlichkeiten, die Angabe von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Annahmen und Schätzungen der zukünftigen Entwicklung der Gruppe wie sie im Kapitel zu Going Concern dargelegt sind sowie auf die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern bei Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und Nutzungsrechten, die bei Werthaltigkeitsprüfungen verwendeten Planungen und Prämissen, den Ansatz von Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte (Anhangangabe 18 und 19), den Ansatz und die Bewertung von latenten Steuern (Anhangangabe 17) sowie Rückstellungen. Bei der Einschätzung von rückzustellenden Beträgen erfolgt die Orientierung anhand der Erfahrungen aus der Vergangenheit und verwertet alle Erkenntnisse, die bis zum Erstellungszeitpunkt erlangt werden können. Im Rahmen der Berechnung der langfristigen Personalrückstellungen erfolgen versicherungsmathematische Berechnungen. Hierbei werden Annahmen unter anderem zu den Abzinsungssätzen, den künftigen Lohn- und Gehaltssteigerungen, zur Fluktuation und Sterblichkeit, zum Pensionseintrittsalter und zur Lebenserwartung sowie zu den zukünftigen Rententrends getroffen. Dabei können Änderungen der Parameter zu einer wesentlichen Ergebnisänderung führen. Ebenso beruht die Ermittlung der Wertberichtigungen auf Forderungen in erheblichem Maße auf Annahmen und Schätzungen, die sich unter anderem auf die Kreditwürdigkeit des Kunden und auf die Einschätzung der zukünftigen Konjunkturentwicklung beziehen. Die Aktivierung latenter Steuern wird auf der Basis der erwarteten künftigen Steuersätze sowie der Einschätzung der künftigen steuerlichen Ertragsfähigkeit vorgenommen. Mögliche Steuersatzänderungen oder von den Annahmen abweichende zu versteuernde Einkommen können zu einer Wertminderung aktiver latenter Steuern führen.
Die Laufzeit der Leasingverhältnisse werden unter Zugrundelegung der unkündbaren Grundlaufzeit sowie unter Einbeziehung der Zeiträume, die aus Optionen zur Verlängerung des Leasingverhältnisses als hinreichend sicher eingestuft werden, bestimmt. Bei der Beurteilung, ob hinreichende Sicherheit besteht, dass die Option zur Verlängerung bzw. Kündigung des Leasingverhältnisses ausgeübt oder nicht ausgeübt wird, werden Ermessensentscheidungen getroffen. Es werden alle relevanten Faktoren, die einen wirtschaftlichen Anreiz darstellen, in Betracht gezogen. Diese werden anlassbezogen hinterfragt und neu evaluiert, was zu einer Anpassung der Leasingdauer und damit zu Anpassungen der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechtes führen kann.
5. Segmentberichterstattung
Die Wolford Gruppe ist nach Regionen organisiert, mit dem Ziel, eine möglichst hohe Marktdurchdringung zu erzielen. In jeder Vertriebsgesellschaft gibt es die Funktion eines Marktdirektors, der die länderspezifischen Gegebenheiten vor Ort am besten beurteilen und steuern kann. Die Landesgesellschaften sind zuständig für den Vertrieb sämtlicher von Wolford entwickelten Produkte sowie von Handelswaren. Es sind dies hochwertige Legwear, Ready-to-wear, Lingerie, Beachwear, Accessories.
Die berichtspflichtigen Segmente gliedern sich in die fünf Segmente Österreich, Deutschland, Übriges Europa, Nordamerika und Asien, bestehend aus den dort ansässigen juristischen Einheiten. Dabei werden in Österreich die Produktions- und Vertriebsaktivitäten für Österreich und für alle Länder, in denen Wolford keine eigenen Tochtergesellschaften hat, zusammengefasst. Bei der Gliederung der Segmente wurde darauf geachtet, dass sich einerseits die wirtschaftlichen Merkmale und andererseits Aspekte wie Produkte und Dienstleistung, die Kundengruppe sowie der Vertrieb in den zusammengefassten Segmenten gleichen. Im Segment Übriges Europa sind dies alle europäischen Vertriebsgesellschaften außerhalb Österreichs und Deutschlands inklusive der Produktionsgesellschaft in Slowenien. Die Vertriebsgesellschaften werden zentral über die Wolford AG gesteuert. Im Segment Nordamerika sind die Aktivitäten in den USA und Kanada gebündelt, im Segment Asien sind die Gesellschaften in Hongkong und Shanghai dargestellt.
Die Steuerung der regionalen Vertriebsgesellschaften orientiert sich an den jeweiligen operativen Ergebnissen (EBIT). Dabei erfolgt eine monatliche Berichterstattung für die Vertriebsgesellschaft mit einer zusätzlichen Betrachtung der eigenen Retailstandorte auf Boutiquenebene. Ein Reporting für den Bereich Wholesale erfolgt für die wichtigsten Key-Accounts. Die Verrechnung zwischen den Segmenten erfolgt auf der Basis einheitlicher Großhandelspreise abzüglich länderspezifischer Rabatte.
Die Umsatzerlöse im Segment Übriges Europa teilen sich wie folgt auf: Frankreich mit TEUR 8.129 entspricht 17 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 14%), Großbritannien (inklusive Zweigniederlassung Irland) mit TEUR 5.830 entspricht 12 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 9%), Skandinavien mit TEUR 6.127 entspricht 13 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 18 %), Italien mit TEUR 5.842 entspricht 13 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 9 %), Spanien (inkl. der Zweigniederlassung Portugal mit TEUR 3.773 entspricht 8 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 5 %) sowie übrige europäische Staaten 37 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 45 %). Die Umsatzerlöse im Segment Nordamerika entfallen mit TEUR 20.731, das entspricht 96 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 92 %), auf die USA und mit TEUR 947, das entspricht 4 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 8 %), auf Kanada. Den Segmentinformationen liegen dieselben Rechnungslegungs-, Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Es gibt keine Kunden bzw. Kundengruppen, deren Umsatzanteil größer als 10% des Gesamtumsatzes ist. Die Werte der Überleitung stammen aus der Konzernkonsolidierung. Mit einem Beitrag von 44 % im Geschäftsjahr 2021 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 30 %) entfällt der Großteil des Umsatzes erstmals auf den Produktbereich Ready-to-wear. Mit einem Umsatzbeitrag von 37 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 41 %) stellt der Bereich Legwear im Geschäftsjahr 2021 die zweitgrößte Produktgruppe dar. Lingerie, Beachwear, Accessories und Handelswaren erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr in Summe einen Umsatzanteil von 19 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 29%)
II. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung
(1) UMSATZERLÖSE
Die Umsätze werden fast ausschließlich aus dem Verkauf von Legwear, Ready-to-wear, Lingerie, Beachwear, Accessories und Handelswaren erzielt.
In den folgenden Tabellen werden die Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach wichtigsten Produktgruppen sowie Distributionskanälen aufgeschlüsselt. Die Aufgliederung nach geografischen Hauptmärkten findet sich in den Details zur operativen Segmentberichterstattung in „I. Grundsätze der Rechnungslegung" unter „5. Segmentberichterstattung".
Umsätze nach Produktgruppen und Distributionskanälen
in TEUR | 2021 | 2020 |
Legwear | 40.621 | 28.169 |
Ready-to-wear | 47.279 | 20.166 |
Lingerie | 17.013 | 9.320 |
Accessories, Beachware und Handelsware | 4.032 | 10.382 |
Summe | 108.945 | 68.037 |
Die Umsatzerlöse in der Produktgruppe Accessoires waren in 2020 sehr stark von den Wolford Care Masks getrieben, deren Umsatz im Jahr 2021 im Vergleich zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie nachgelassen hat.
in TEUR | 2021 | 2020 |
Boutiquen | 46.414 | 24.016 |
Concession-Shop-in-Shops | 5.954 | 3.917 |
Online-Business | 28.307 | 20.199 |
Factory-Outlets | 6.991 | 4.638 |
Kauf-und Warenhäuser | 7.650 | 5.220 |
Fachhandel | 11.285 | 8.310 |
Private Label | 2.344 | 1.737 |
Summe | 108.945 | 68.037 |
(2) SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE
in TEUR | 2021 | 2020 |
Förderungen und Zuschüsse | 8.177 | 3.700 |
Gewinne aus Fremdwährungsdifferenzen | 1.851 | 0 |
Restauranterlöse | 184 | 90 |
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | 790 | 40.987 |
Übrige | 1.600 | 432 |
Summe | 12.602 | 45.209 |
Bei den Erträgen aus Förderungen und Zuschüssen handelt es sich um im Zusammenhang mit COVID 19 erhaltene Verlustausgleiche (2021) und Förderungen aus Fixkostenzuschüssen (2020). Für nähere Erläuterungen zu den Erträgen aus dem Abgang von Anlagevermögen wird auf die Angabe (21) verwiesen.
Die Gewinne und Verluste aus Fremdwährungsdifferenzen ergeben aus der Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung zum Stichtag bzw. zum Transaktionszeitpunkt, z.B. bei Zahlung, in den lokalen Abschlüssen.
(3) MATERIALAUFWAND
in TEUR | 2021 | 2020 |
Rohmaterial | 13.678 | 10.560 |
Energie | 1.065 | 698 |
Dienstleistungen | 3.880 | 1.899 |
Summe | 18.623 | 13.156 |
(4) PERSONALAUFWAND
in TEUR | 2021 | 2020 |
Löhne | 6.842 | 5.048 |
Gehälter | 30.324 | 20.102 |
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge | 8.736 | 6.269 |
Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung | 369 | 1.341 |
davon leitende Angestellte | 0 | 0 |
Sonstige Sozialaufwendungen | 914 | 609 |
Summe | 47.185 | 33.370 |
Im Personalaufwand sind saldierte Zuschüsse in Form von Kurzarbeitsbeihilfen in Höhe von rd. TEUR 2.758 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 2.400) ausgewiesen.
Personalstand
Die Wolford Gruppe beschäftigte durchschnittlich folgende Anzahl von Mitarbeitern auf Vollzeitbasis:
Personalstand auf Vollzeitbasis (FTE) | 2021 | 2020 |
Gesamtanzahl im Durchschnitt | 1.091 | 1.169 |
davon Arbeiter | 342 | 347 |
davon Angestellte | 736 | 810 |
davon Lehrlinge | 13 | 13 |
(5) SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN
in TEUR | 2021 | 2020 |
Miet- und Leasingaufwendungen | 3.097 | 1.019 |
Marketingaufwendungen | 6.644 | 5.050 |
Rechts- und Beratungskosten | 11.053 | 7.408 |
Frachtkosten | 3.896 | 1.098 |
Online-Vertrieb | 4.715 | 3.889 |
Reisekosten | 345 | 219 |
Zölle | 1.577 | 850 |
Kreditkarten- und Bankgebühren | 1.682 | 1.003 |
EDV | 3.073 | 1.850 |
Versicherungsaufwendungen | 828 | 425 |
Steuern (ohne Ertragsteuern) | 429 | 435 |
Instandhaltungsaufwendungen | 450 | 411 |
Kommissionen | 495 | 435 |
Telefonaufwand | 385 | 362 |
Gebühren- und Entgelte | 741 | 263 |
Sonstiges | 5.399 | 2.763 |
Summe | 44.809 | 29.098 |
Die proportional höheren Miet- und Leasingaufwendungen begründen sich unter anderem in dem höheren Anteil von Verträgen mit variablen, umsatzabhängigen Miet- und Leasingkonditionen. Der Anstieg der Rechts- und Beratungskosten sowie der EDV-Kosten resultiert insbesondere aus dem Omnichannel-Projekt zur Optimierung der Vertriebskanäle.
Im März 2021 sind durch einen von außen gesteuerten Betrugsvorfall („Fake President Incident") unrechtmäßig TEUR 1.151 an liquiden Mittel aus der Gruppe abgeflossen, die ergebniswirksam (Sonstiges) erfasst wurden.
Im Geschäftsjahr 2021 sind folgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverträgen erfolgswirksam erfasst worden:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Abschreibungen für Nutzungsrechte | 11.254 | 8.461 |
Wertaufholungen | -578 | -409 |
Wertminderungen auf Nutzungsrechte | 335 | 4.281 |
Aufwand für Nutzungsrechte | 3.097 | 1.019 |
Summe | 14.108 | 13.352 |
Bei dem Aufwand für Nutzungsrechte handelt es sich im Wesentlichen um Leasingverhältnisse mit variablen Leasingzahlungen.
Die Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Konzern- und Jahresabschlusshonorare | 229 | 205 |
Sonstige Bestätigungsleistungen | 0 | 13 |
Sonstige Leistungen | 0 | 0 |
Summe | 229 | 218 |
(6) Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beträgt im Geschäftsjahr TEUR 35 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 448). Für Details zum Wertminde-rungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie IFRS 9 Angaben siehe III. Erläuterungen zur Bilanz, (19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
(7) ABSCHREIBUNGEN
Im Geschäftsjahr 2021 wurden planmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 14.421 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 11.404) erfasst.
Aufgrund durchgeführter Werthaltigkeitstests wurden im Geschäftsjahr 2021 Wertminderungen in Höhe von TEUR 380 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 4.980) sowie Wertaufholungen in Höhe von TEUR 1.003 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 529) vorgenommen. Die Wertminderungen betreffen Sachanlagen (inklusive Nutzungsrechten) mit TEUR 380 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 4.759) und Firmenwerte mit TEUR 0 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 221) und verteilen sich auf die Segmente Asien TEUR 73 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 15) Nordamerika TEUR 0 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 2.673), Übriges Europa TEUR 277 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 2.003), Deutschland TEUR 21 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 289). In Österreich sind im Geschäftsjahr Wertminderung von TEUR 9 eingetreten (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 0). Grund für die Wertminderungen über alle Segmente war die Covid-19 bedingt negative aktuelle Geschäftsentwicklung. Dies führte zu einer Verringerung der erzielbaren Beträge auf der Basis von Nutzungswerten.
Die Wertaufholungen betrafen zur Gänze Sachanlagen (inkl. Nutzungsrechte) und verteilen sich auf die Segmente Übriges Europa mit TEUR 614 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 373), Nordamerika mit TEUR 272 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 47), Österreich mit TEUR 0 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 1), Deutschland mit TEUR 12 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 11) und Asien mit TEUR 105 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 108). Die Wertaufholung ist auf die durch das Restrukturierungsprogramm nachhaltig verbesserte Kostenstruktur und der damit einhergehenden verbesserten Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Dies führte zu einer Erhöhung der erzielbaren Beträge auf der Basis von Nutzungswerten.
(8) FINANZERGEBNIS
in TEUR | 2021 | 2020 |
Zinsen und ähnliche Erträge | 32 | 17 |
Zinsen auf Gesellschafterdarlehen | -697 | 0 |
Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -41 | -63 |
Erträge aus Wertpapieren | 13 | 44 |
Aufwendungen aus Wertpapieren | -64 | 0 |
Zinsen aus Leasingverbindlichkeiten | -3.276 | -2.477 |
Zinsen aus Sozialkapitel | -119 | -134 |
Summe | -4.153 | -2.612 |
Für das von Fuson Fashion Group (Cayman) Limited im Mai und Juli 2021 in drei Tran-chen zur Verfügung gestellte Gesellschafterdarlehen sind bei einem Zinssatz von 12 % im Geschäftsjahr 2021 Zinsen in Höhe von TEUR 697 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 0) angefallen.
(9) ERTRAGSSTEUERN
Die wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Gesamtergebnisrechnung |
| |
Laufender Steueraufwand | -367 | -936 |
Latenter Steueraufwand | -2.550 | -3.626 |
Summe | -2.917 | -4.561 |
Im laufenden Steueraufwand sind Steuern aus Vorperioden in Höhe von TEUR -37 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 95) enthalten.
in TEUR | 2021 | 2020 |
Entwicklung latenter Steuersaldo |
|
|
Saldo aus aktiven und passiven latenten Steuern per 01.01. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: per 01.05.) | 6.090 | 9.903 |
Währungsdifferenz | 309 | -248 |
Im Ergebnis nach Steuern erfasste latente Steuern | -2.550 | -3.626 |
Im sonstigen Ergebnis erfasste latente Steuern | 42 | 62 |
Saldo aus aktiven und passiven latenten Steuern | 3.891 | 6.090 |
Eine Überleitung der Ertragsteuerbelastung unter Anwendung des österreichischen Steuersatzes von 25 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 25 %) auf den effektiven Steuersatz der Periode stellt sich wie folgt dar:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Ergebnis vor Steuern | -9.415 | 17.327 |
Steueraufwand/-ertrag zum Steuersatz von 25 % | 2.354 | -4.332 |
Auswirkungen von Steuersatzänderungen | 253 | 0 |
Abweichende ausländische Steuersätze | -36 | -10 |
Steuereffekte aus Abweichungen in der steuerlichen Bemessungsgrundlage | 315 | 217 |
Steuern aus Vorperioden | -37 | 95 |
Verluste des laufenden Jahres, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt wurde | -3.332 | -2.603 |
Nichtansatz von latenten Steuern / Differenzen aus der Nutzung von in Vorperioden nicht angesetzten latenter Steuern | -2.506 | 2.100 |
Sonstiges | 72 | -28 |
Effektivsteuerbelastung | -2.917 | -4.561 |
Effektivsteuersatz | 31 % | -26% |
Im Geschäftsjahr wurden aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen i.H.v. TEUR 1.966 (31. Dezember 2020: TEUR 954) aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit bestehenden Unsicherheit vollständig wertberichtigt.
In der Position Sonstiges sind auch Korrekturen für Währungsdifferenzen enthalten. Die Effektivsteuerbelastung von -31 % (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 26 %) ist im Wesentlichen auf einen Nichtansatz von aktiven latenten Steuern zurückzuführen.
Mit Bescheid vom 16. August 2006 wurde der Antrag der Wolford AG auf Feststellung einer Gruppe gemäß §9 Abs. 8 KSTG 1988 stattgegeben. Seit der Veranlagung 2006 ist die Gesellschaft Gruppenträgerin; die Gruppe beinhaltet zum Stichtag als Gruppenmitglied die Wolford Beteiligungs GmbH. Diese wurde mit Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag vom 15. April 2008 als Gruppenmitglied in die Gruppe aufgenommen. Der Vertrag wurde im Rumpfgeschäftsjahr in Folge der Stichtagsverlegung geändert, wobei die bestehende Verrechnungslogik beibehalten wurde.
Erzielt die Wolford Beteiligungs GmbH in einem Wirtschaftsjahr einen steuerpflichtigen Gewinn, so hat sie eine Steuerumlage an die Wolford AG zu entrichten; erzielt sie einen steuerlichen Verlust bzw. einen steuerlich nicht ausgleichsfähigen Verlust, wird der Verlust evident gehalten und in jenen darauf folgenden Wirtschaftsjahren, in denen die Wolford Beteiligungs GmbH wieder einen steuerlichen Gewinn erzielt, gegen diesen steuerlichen Gewinn verrechnet.
Von der Wolford Beteiligungs GmbH während der Wirksamkeit der Unternehmensgruppe erzielte steuerliche Verluste bzw. nicht ausgleichsfähige Verluste, die im Zeitpunkt der Beendigung des Gruppen- und Steuerausgleichsvertrags noch nicht verrechnet sind, sind von der Wolford AG in Form einer Ausgleichszahlung angemessen abzugelten.
(10) ERLÄUTERUNGEN ZUM SONSTIGEN ERGEBNIS
Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein versicherungsmathematischer Verlust vor Steuern in Höhe von TEUR 120 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 233) erfasst. Darauf entfallen latente Steuern in Höhe von TEUR 42 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 62). Zusammen mit einem Ergebnis aus der Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe von TEUR -894 (Rumpfge-schäftsjahr 2020: TEUR 927) ergibt sich ein sonstiges Ergebnis von TEUR -972 (Rumpfge-schäftsjahr 2020: TEUR 757).
(11) ERGEBNIS JE AKTIE/ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG
Das Ergebnis je Aktie wird durch Division des Ergebnisses nach Steuern von TEUR -12.332 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 12.766) durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl von Stammaktien, bereinigt um anteilig gehaltene eigene Aktien (6.631.011; Rumpfgeschäftsjahr 2020: 6.631.011), berechnet. Für das Geschäftsjahr 2021 errechnet sich ein Ergebnis je Aktie von EUR -1,86 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 1,93). Aufgrund der weiterhin schwierigen Ergebnissituation wird der Vorstand der Hauptversammlung am 20. Juli 2022 vorschlagen, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021 auszusetzen.
Die Basis für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde wie folgt ermittelt:
| 2021 | 2020 |
Gewichtete Gesamtanzahl ausstehender Aktien | 6.719.151 | 6.719.151 |
abzüglich durchschnittlichen Bestands eigener Aktien | -88.140 | -88.140 |
| 6.631.011 | 6.631.011 |
III Erläuterungen zur Bilanz
(12) SACHANLAGEN
Eine detaillierte Entwicklung ist im Anlagenspiegel dargestellt. In der Position „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grund" sind Grundstücke mit einem Buchwert von TEUR 521 (31. Dezember 2020: TEUR 521) enthalten.
Der Gesamtbetrag der Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 16 (31. Dezember 2020: TEUR 1). Betreffend Erläuterungen zu erfassten Impairments wird auf die Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung (II.) Angabe (7) Abschreibungen verwiesen.
Die Verpfändungen von Sachanlagen der Wolford AG, die im Zuge der Refinanzierungsvereinbarung erforderlich waren, wurden mit Rückführung des offenen Kreditbetrags im Rumpfgeschäftsjahr 2020 aufgelöst.
(13) FIRMENWERTE
Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine Wertminderungen auf Firmenwerte (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 221) vorgenommen. Grund für die Wertminderungen im Vorjahr war die negative Geschäftsentwicklung. Dies führte zu einer Verringerung der Fair Values auf der Basis von Nutzungswerten.
(14) SONSTIGE IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Eine detaillierte Entwicklung ist im Anlagenspiegel dargestellt. Es bestehen für dieses und das vorangegangene Geschäftsjahr keine Verpflichtungen für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten. Die immateriellen Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen Software und das Zutrittssystem im Headquarter in Bregenz.
Für immaterielle Vermögenswerte ergab sich im Geschäftsjahr 2021 wie auch im Rumpfgeschäftsjahr 2020 kein Wertminderungsbedarf.
Es sind keine immateriellen Vermögenswerte verpfändet.
(15) LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte enthalten Investmentfondsanteile, die gemäß IFRS 9 als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert sind, wobei die
Wertänderungen im Gewinn und Verlust erfasst werden.
Die erfolgswirksam erfasste Veränderung des beizulegenden Zeitwerts im Geschäftsjahr 2021 beträgt TEUR -64 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 26).
(16) LANGFRISTIGE FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE
Bei den in diesem Posten erfassten Beträgen handelt es sich überwiegend um Kautionen sowie verfügungsbeschränkte langfristige liquide Mittel.
(17) LATENTE STEUERANSPRÜCHE UND LATENTE STEUERVERBINDLICHKEITEN
Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten resultieren aus temporären Bewertungs- und Bilanzierungsunterschieden zwischen den Buchwerten des IFRS-Abschlusses und den entsprechenden steuerlichen Bemessungsgrundlagen.
| 31.12.2021 | 31.12.2020 | |||
in TEUR | Vermögen | Schulden | Vermögen | Schulden | |
Sachanlagevermögen | 1.019 | 12.581 | 2.494 | 10.040 | |
Immaterielle Vermögenswerte | 2.051 | 40 | 1.990 | 348 | |
Vorräte | 625 | 284 | 707 | 20 | |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen und Vermögenswerte | 854 | 1.807 | 873 | 2.311 | |
Rückstellungen für langfristige Personalverpflichtungen | 1.545 | 0 | 1.799 | 88 | |
Sonstige Rückstellungen | 133 | 677 | 449 | 455 | |
Verbindlichkeiten | 13.515 | 480 | 12.571 | 1.683 | |
Sonstiges | 18 | 0 | 0 | 0 | |
Steuerliche Verlustvorträge und erfolgte Teilwertabschreibungen | 0 | 0 | 152 | 0 | |
Latente Steueransprüche / | 19.760 | 15.869 | 21.035 | 14.945 | |
Aufrechnung gegenüber derselben Steuerbehörde | -15.759 | -15.759 | -14.945 | -14.945 | |
Saldierte aktive und passive Steuerabgrenzung | 4.001 | 110 | 6.091 | 0 | |
Zum Bilanzstichtag bestehen ungenutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 90.116 (31. Dezember 2020: TEUR 68.609). Davon wurden TEUR 90.116 (31. Dezember 2020: TEUR 68.001) nicht aktiviert. Im Geschäftsjahr wurden aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen i.H.v TEUR 1.966 (31. Dezember 2020: TEUR 954) aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit bestehenden Unsicherheit vollständig wertberichtigt.
Zum Bilanzstichtag bestehen ungenutzte steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 90.116 (Vorjahr: TEUR 68.609). Die Verlustvorträge und temporären Differenzen, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betragen TEUR 90.116 (Vorjahr TEUR 67.800). Verlustvorträge in Höhe von TEUR 87.661 (Vorjahr TEUR 66.222) sind unverfallbar. In Höhe von TEUR 2.455 (Vorjahr TEUR 2.387) sind Verluste innerhalb von 1 bis 5 Jahren verfallbar.
(18) VORRÄTE
Die Gliederung der Vorräte ist in folgender Übersicht detailliert dargestellt:
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Fertige Erzeugnisse und Handelswaren | 20.313 | 22.426 |
Unfertige Erzeugnisse | 5.268 | 5.515 |
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 5.293 | 5.907 |
Summe | 30.874 | 33.848 |
Die Vorräte werden artikelspezifisch bewertet. Dieses Bewertungsverfahren berücksichtigt die Unterschiede bezüglich der Wiederverkäuflichkeit zwischen Essentials und Trend-Artikeln sowie das Artikelalter. Zum Bilanzstichtag beträgt die Wertberichtigung auf Vorräte TEUR 1.734 (31. Dezember 2020: TEUR 1.907). Die Bewertung der Vorräte erfolgt mit gleitenden Durchschnitt. Es wurden keine Vorräte verpfändet.
(19) FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 14.456 | 11.483 |
Wertberichtigung | -2.449 | -2.670 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung | 12.007 | 8.814 |
Für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden Wertberichtigungen der Stufe 2 aufgrund erwarteter Verluste (expected credit loss, ECL-Stufe 2) in Höhe von TEUR 24 (31. Dezember 2020: TEUR 576) sowie Wertberichtigungen der Stufe 3 in Höhe von TEUR 2.425 (31. Dezember 2020: TEUR 2.094) gebildet.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus dem Bereich Wholesale und dem Online-Geschäft der Wolford AG. Zur Überwachung des Ausfallrisikos werden die Kunden hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit in ebendiese Kategorien gegliedert. Bei der Bestimmung der Werthaltigkeit von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird jeder Änderung der Bonität seit Einräumung des Zahlungszieles bis zum Bilanzstichtag Rechnung getragen. Es besteht keine nennenswerte Konzentration von Kreditrisiken, da Einzelforderungen im Vergleich zum Gesamtbestand einen geringen Anteil ausmachen und zwischen einzelnen Forderungen keine Korrelation besteht. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist durch den größeren Umfang der Geschäftstätigkeit bedingt.
Die gewährten Zahlungsziele an Kunden sind unterschiedlich, bewegen sich aber in einem gewöhnlichen Rahmen. Bevor eine neue Geschäftsbeziehung eingegangen wird, wird vorab die Geschäftsfähigkeit bzw. Bonität des Kunden überprüft. Die Forderungsbestände werden ständig überwacht und bei Überfälligkeit durch externe Gesellschaften betrieben.
Im Bereich Wholesale wird das Risiko von Forderungsausfällen durch den Abschluss von Kreditversicherungen reduziert, für die ein Selbstbehalt in Höhe von 10 % besteht. Der gebildete ECL basiert auf externen Ratings. Die Wertberichtigung von Forderungen des Online-Geschäfts wurde auf Basis von Erfahrungswerten historischer Ausfälle gebildet.
Eine Wertberichtigung der Stufe 3 wird für Credit-Impaired-Forderungen gebildet. Forderungen fallen in diese Kategorie spätestens dann, wenn sie an den Rechtsanwalt/Inkassobeauftragte/Gericht weitergereicht werden. Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entwickelten sich wie folgt:
in TEUR | 2021 | 2020 |
01.01./01.05 (2020) | 2.670 | 2.377 |
Zuführung (+) / Auflösung (-) | 35 | 422 |
Verbrauch | -274 | -121 |
Währungsdifferenz | 18 | -8 |
31.12. | 2.449 | 2.670 |
Die nachfolgende Tabelle enthält Informationen über das Ausfallrisiko und die erwarteten Kreditverluste für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2021 bzw. 31. Dezember 2020.
31.12.2021 in TEUR | Verlustrate | Bruttobuchwert | Wertberichtigung |
Wholesale | 17,14 % | 14.287 | 2.449 |
Forderungen mit ECL | 0,23 % | 10.584 | 24 |
Forderungen Credit Impaired | 65,49 % | 3.703 | 2.425 |
Online | 0,0 % | 169 | 0 |
Forderungen mit ECL | 0,0 % | 0 | 0 |
Forderungen Credit Impaired | 0,0 % | 0 | 0 |
31.12.2020 in TEUR | Verlustrate | Bruttobuchwert | Wertberichtigung |
Wholesale | 23,61% | 11.311 | 2.670 |
Forderungen mit ECL | 6,25% | 9.217 | 576 |
Forderungen Credit Impaired | 100,0% | 2.094 | 2.094 |
Online | 0,0% | 172 | 0 |
Forderungen mit ECL | 0,0% | 0 | 0 |
Forderungen Credit Impaired | 0,0% | 0 | 0 |
Wertberichtigungen mit einem pauschalen Ansatz wurden für diese Darstellung im Jahr 2021 von den Wertberichtigungen gemäß reinem ECL-Ansatz getrennt und den „Forderungen Credit Impaired" zugeordnet. Es ergibt sich dadurch eine Wertberichtigung „Forderungen mit ECL" in Höhe von TEUR 24. Von den Wertberichtigungen im Vorjahr in Höhe von TEUR 576 entfallen TEUR 8 auf Wertberichtigungen gemäß dem reinen ECL-Ansatz.
Uneinbringliche Forderungen werden ausgebucht. Eine Forderung wird als definitiv „uneinbringlich" bezeichnet, wenn ein Rechtsanwalt/Inkassobeauftragter/Gericht die Uneinbringlichkeit bestätigt. Dabei wurden die Versicherungserträge der Kreditversicherung bereits berücksichtigt. Hinsichtlich des weder wertgeminderten noch überfälligen Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deuten zum Abschlussstichtag des Vorjahres keine Anzeichen darauf hin, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden.
Die seit dem 14. April 2017 bestehende Globalzessionsvereinbarung über die sicherungsweise Abtretung von Forderungen der Wolford AG an die Raiffeisen Bank International AG unter Beitritt der UniCredit Bank Austria AG und der BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft wurde mit Rückzahlung der offenen Kreditverbindlichkeiten im Rumpfgeschäftsjahr 2020 aufgehoben.
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigung | 12.007 | 8.814 |
Nicht fällig | 7.749 | 5.678 |
fällig < 30 Tage | 2.046 | 1.554 |
fällig > 31 < 60 Tage | 958 | 900 |
fällig > 61 < 90 Tage | 670 | 301 |
fällig > 91 < 120 Tage | 237 | 312 |
fällig > 121 Tage | 347 | 70 |
(20) SONSTIGE FORDERUNGEN
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Abgrenzungen Forderungen aus Zuschüssen | 10.639 | 3.700 |
Ertragsteuerforderungen | 147 | 207 |
Forderungen aus sonstigen Steuern | 226 | 559 |
Aktive Rechnungsabgrenzungen | 2.032 | 1.438 |
Sonstige Forderungen | 3.980 | 4.400 |
Summe | 17.024 | 10.303 |
Die sonstigen Forderungen setzen sich im Wesentlichen aus folgenden Posten zusammen:
Die Abgrenzungen der Forderungen aus Zuschüssen betreffen staatliche Zuschüsse aus Verlustausgleich und Fixkostenzuschüsse im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.
In den sonstigen Positionen sind wesentliche Posten in Form von Verrechnungskonten aus dem Direktgeschäft des Unternehmens zu Kunden (Business-to-Customer (B2C)) (TEUR 1.067 (31. Dezember 2020: TEUR 597), Kautionen (TEUR 1.327 (31. Dezember 2020: TEUR 2.631)) und debitorischen Kreditoren (TEUR 984) enthalten.
(21) ZUR VERÄUßERUNG GEHALTENE LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE
Im ersten Quartal des Rumpfgeschäftsjahres 2020 wurde der Verkauf der Betriebsliegenschaft in Bregenz, Wolfordstraße 1 und 2, abgewickelt. Im Zuge des Verkaufs wurde ein Nettoverkaufserlös in Höhe von TEUR 72.001 erzielt. Die Wolford AG nutzt das veräußerte Gebäude als Mieter weiter; entsprechend wurde der Buchgewinn anteilig um jenen Betrag gekürzt, der auf das zurückbehaltene Nutzungsrecht entfällt. Der Buchgewinn belief sich damit zum 31. Dezember 2020 auf TEUR 40.987 und wurde im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen. Im Zuge der Veräußerung wurde ein Leasingvertrag über Teile der Liegenschaft abgeschlossen und im Posten Nutzungsrechte bzw. Leasingverbindlichkeiten bilanziert.
Im Februar 2021 wurde ein Vertrag zum Verkauf einer weiteren Liegenschaft zu einem Nettoverkaufspreis von TEUR 805 abgeschlossen. Durch den Verkauf ist im Geschäftsjahr 2021 nach Übergang von Nutzen und Lasten zu Ende September 2021 ein Buchgewinn von TEUR 780 entstanden, der in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst wurde.
(22) EIGENKAPITAL
Die Zusammensetzung und Entwicklung des bilanziellen Eigenkapitals ist in einer separaten Aufstellung (Entwicklung des Eigenkapitals) dargestellt.
Grundkapital
Das Grundkapital setzt sich aus 6.719.151 nennwertlosen Stückaktien zusammen, wobei jede Stückaktie am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist und blieb im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr unverändert. Es gibt keine Aktien mit besonderen Vorzugs- oder Kontrollrechten.
Kapitalrücklagen
Die gebundene Kapitalrücklage resultiert aus Agiobeträgen (abzüglich der Emissionskosten) anlässlich der Aktienbegebung in den Jahren 1995 und 2018. Die Kosten, die durch die Ausgabe neuer Aktien entstanden sind, wurden in Höhe von TEUR 791 in Abzug gebracht.
Sonstige Rücklagen
Für das Rumpfgeschäftsjahr 2020 wurde keine Dividende ausgeschüttet.
Rücklage für versicherungsmathematische Gewinne/Verluste
in TEUR | 2021 | 2020 |
01.01./01.05. (2020) | -5.115 | -4.944 |
Versicherungsmathematische Verluste und Gewinne des Geschäftsjahres | -120 | -233 |
davon latente Steuern | 42 | 62 |
31.12. | -5.193 | -5.115 |
Eigene Aktien
Die Wolford AG hält einen Bestand von 88.140 Stück (31. Dezember 2020: 88.140 Stück) an eigenen Aktien. Im Geschäftsjahr gab es keine Bewegungen in den eigenen Aktien. Somit werden weiterhin 1,3 % (31. Dezember 2020: 1,3 %) des Grundkapitals von der Gesellschaft gehalten.
Going Concern
Wie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 konnte sich die Wolford-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2021den durch die Corona-Krise ausgelösten Turbulenzen im Einzelhandel nicht entziehen. Von staatlicher Seite ergriffene Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen wie z.B. Lockdowns haben sich deutlich mit hinter dem Budget zurückbleibenden Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2021 ausgewirkt. Somit konnten die in der vorjährigen Fortführungsprognose getroffenen Annahmen hinsichtlich der Umsatz- und Liquiditätsentwicklung nicht erreicht werden. Um den dadurch entstandenen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, wurden Darlehen in Höhe von EUR 10 Mio. vom Mehrheitsgesellschafter gewährt, welche zum 31. Dezember 2021 eine Laufzeit bis Dezember 2022 hatten und im Juni 2022 bis zum 31. Dezember 2023 verlängert wurden. Mit einer aktualisierten Liquiditätsplanung trägt die Wolford-Gruppe den wirtschaftlichen und politischen Umständen Rechnung, wobei folgende Bereiche berücksichtigt wurden:
Die Umsatzplanung für 2022 und Folgejahre wurde anhand der Entwicklungen der ersten Monate 2022 und der bestmöglichen Schätzung für die verbleibende Zeit erstellt, wobei mit einem konzernweiten Umsatz in Höhe von EUR 135 Mio. geplant wird. Mit dem Umsatzsteigerungsprogramm NORDSTERN wurden die Weichen für zukünftiges Wachstum auch für die weiteren Jahre gestellt.
Zusätzlich wurden die bereits im Geschäftsjahr 2019/2020 initiierten Restrukturierungsmaßnahmen aus dem PITBOLI-Programm weiter vorangetrieben, um weiterhin Kosteneinsparungen zu erzielen. Insbesondere werden nicht profitabel betreibbare Standorte geschlossen, der Headcount in der Zentrale deutlich reduziert und Logistik- und IT-Prozesse optimiert. Die Planung für 2022 sieht Preissteigerungen bei den einzelnen Aufwandspositionen zwischen 2% und 8% vor.
Zur Sicherstellung der Liquidität wurden noch weitere Darlehen vom Mehrheitsgesellschafter in Höhe von EUR 2,5 Mio. im Jänner 2022 und EUR 5 Mio. im Mai 2022 aufgenommen, welche eine Laufzeit bis Dezember 2022 haben. Eine Zusage, diese Finanzierungen bis zum Dezember 2023 zu verlängern, liegt vor.
Die aktualisierte Liquiditätsplanung sieht vor, weitere EUR 15 Mio. an Liquidität durch den Verkauf von Vorräten an einen Finanzierungspartner sicherzustellen. Von Seiten des potenziellen Finanzierungspartners liegt ein indikatives Angebot in einem Finanzierungsvolumen von EUR 25 Mio. vor, das jedoch noch vorbehaltlich von internen Genehmigungen des Finanzierungspartners ist.
Um einen eventuellen weiteren Finanzierungsbedarf aufgrund von Budgetabweichungen, wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft, decken zu können, wurde vom Vorstand wie oben angeführt die Vorratsfinanzierung in einem höheren Ausmaß als in der Liquiditätsplanung angesetzt verhandelt und werden vom Vorstand weitere Finanzierungsmaßnahmen (wie z.B. in Abstimmung mit dem Mehrheitsgesellschafter eine Kapitalerhöhung durchzuführen) in Betracht gezogen.
Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen, die in der aktualisierten Liquiditätsplanung berücksichtigt wurden, ist die Annahme der Fortführung der Gruppe im Rahmen der Bilanzierung aus Sicht des Vorstandes daher gegeben. Der Vorstand weist jedoch darauf hin, dass die Fortführung der Gruppe gefährdet sein könnte, sofern die oben beschriebenen Maßnahmen, wie insbesondere die Finanzierung über den Lagerverkauf, nicht erfolgreich umgesetzt werden können oder Budgetabweichungen größeren Ausmaßes - wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft - einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf auslösen, der nicht durch weitere Finanzierungsmaßnahmen gedeckt werden kann.
(23) FINANZVERBINDLICHKEITEN
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Darlehen Fosun Fashion Investment Holdings (HK) Limited (12 %) | 10.697 | 0 |
Summe | 10.697 | 0 |
davon kurzfristig | 10.697 | 0 |
Die Tilgungen aus Finanzverbindlichkeiten haben folgende Fristigkeiten:
in TEUR | Bis 1 Jahr | 1 - 5 Jahre | Über 5 Jahre |
Per 31.12.2021 | 10.697 | 0 | 0 |
Per 31.12.2020 | 0 | 0 | 0 |
Bedingt durch die Rückzahlung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Rumpfgeschäftsjahr 2020 bestehen per 31. Dezember 2021 keine Sicherheiten aus Wechselbürgschaftszusagen der Republik Österreich mit Refinanzierungszusage der Oesterreichischen Kontrollbank Aktiengesellschaft oder Sicherheitenbestellungen (Globalzession sämtlicher Forderungen, Verpfändung von Maschinen und sämtlichen Liegenschaften sowie von Intellectual Property) mehr.
(24) RÜCKSTELLUNGEN FÜR LANGFRISTIGE PERSONALVERPFLICHTUNGEN
Die Berechnung der Sozialkapitalrückstellungen für die Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung erfolgt in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des IAS 19.
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Pensionsrückstellungen | 4.880 | 5.275 |
Abfertigungsrückstellungen | 8.139 | 9.280 |
Jubiläumsgeldrückstellungen | 1.573 | 1.745 |
Summe | 14.592 | 16.300 |
Pensions- und Abfertigungsrückstellung
Bei der Wolford AG bestehen aufgrund von Einzelzusagen unmittelbare Pensionsverpflichtungen für drei ehemalige Vorstandsmitglieder. In Frankreich bestehen aufgrund von Kollektivvereinbarungen Verpflichtungen für Zahlungen, die mit dem Eintritt in den Ruhestand fällig werden. Die Berechnung erfolgt anhand anerkannter Regeln der Versicherungsmathematik.
Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erhalten Mitarbeiter des österreichischen Mutterunternehmens, die vor dem Jahr 2003 eingetreten sind, im Kündigungsfall bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt eine einmalige Abfertigung. Diese ist von der Anzahl der Dienstjahre und dem im Abfertigungsfall maßgeblichen Bezug abhängig. In der Schweiz bestehen Verpflichtungen für den Fall der Pensionierung, des Todes oder der Arbeitsunfähigkeit. Die Zahlungen sind von Alter, Anzahl der Arbeitsjahre, Höhe des Gehalts und vom individuellen Einzahlungsstand abhängig. Der Plan wird von Arbeitnehmern und vom Arbeitgeber gemeinsam finanziert, wobei die Verpflichtung über qualifizierte Versicherungspolizzen als Planvermögen von der Versicherungsgesellschaft Swiss Life gegenfinanziert wird. Weitere leistungsorientierte Pläne für Abfertigungen bestehen in geringem Umfang in Italien und Slowenien.
Die Rückstellungen für Pensionen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Barwert der Verpflichtung zum 01.01./01.05. (2020) | 5.275 | 5.163 |
Zinsaufwand | 47 | 46 |
Pensionszahlungen | -247 | -187 |
Versicherungsmathematischer Gewinn / Verlust | -195 | 252 |
Barwert der Verpflichtung zum 31.12. | 4.880 | 5.275 |
Die Rückstellungen für Abfertigungen haben sich wie folgt entwickelt:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Barwert der Verpflichtung zum 01.01./01.05. (2020) | 10.221 | 11.277 |
Wechselkursdifferenz | 34 | -71 |
Dienstzeitaufwand | 608 | 439 |
Zinsaufwand | 62 | 79 |
Abfertigungszahlungen | -2.035 | -1.560 |
Versicherungsmathematischer Verlust | 429 | 58 |
Barwert der Verpflichtung zum 31.12. (Bruttoverpflichtung) | 9.383 | 10.221 |
Das Planvermögen für die Abfertigungsrückstellung hat sich wie folgt entwickelt:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.01./01.05. (2020) | 942 | 961 |
Wechselkursdifferenz | 17 | 11 |
Eingezahlte Beiträge | 100 | 52 |
Zinsertrag | 2 | 3 |
Geleistete Zahlungen | 6 | -163 |
Versicherungsmathematischer Gewinn | 177 | 77 |
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. | 1.244 | 942 |
Die Nettoverpflichtung für Abfertigungen stellt sich wie folgt dar:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Nettoverpflichtung zum 01.01./01.05. (2020) | 9.280 | 10.316 |
Wechselkursdifferenz | 17 | -82 |
Dienstzeitaufwand/Einzahlungen | 508 | 386 |
Zinsen | 61 | 76 |
Auszahlungen | -2.041 | -1.397 |
Versicherungsmathematischer Verlust / Gewinn | 315 | -20 |
Nettoverpflichtung zum 31.12. | 8.139 | 9.280 |
Das Planvermögen umfasst:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Eigenkapitalinvestments | 614 | 482 |
Anleihen | 130 | 114 |
Immobilien | 323 | 233 |
Alternative Investments | 65 | 37 |
Liquide Mittel | 112 | 77 |
Planvermögen gesamt | 1.244 | 942 |
Die versicherungsmathematischen Gewinne des Geschäftsjahres 2021 in der Gruppe setzen sich zusammen aus erfahrungsbedingten Anpassungen von TEUR 0 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 112) und finanziellen Anpassungen von TEUR 95 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR -334).
Für das kommende Geschäftsjahr 2022 sind leistungsorientierte Zahlungen für Pensions- und Abfertigungsrückstellungen in Höhe von TEUR 630 (2021: TEUR 742) geplant.
Jubiläumsgeldrückstellung
Die Rückstellung für Jubiläumsgeldzahlungen hat sich wie folgt entwickelt:
in TEUR | 2021 | 2020 |
Barwert der Verpflichtung zum 01.01./01.05. (2020) | 1.746 | 1.952 |
Dienstzeitaufwand | 77 | 56 |
Zinsaufwand | 11 | 13 |
Jubiläumsgeldzahlungen | -76 | -174 |
Versicherungsmathematischer Gewinn | -185 | -102 |
Barwert der Verpflichtung zum 31.12. | 1.573 | 1.746 |
Für das Geschäftsjahr 2022 sind leistungsorientierte Zahlungen aus den Jubiläumsgeldrückstellungen in der Höhe von TEUR 56 (2021: TEUR 75) geplant.
Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung
Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste stammen aus erfahrungsbedingten Anpassungen sowie Änderungen der finanziellen Annahmen und werden bei Pensions- und Abfertigungsrückstellungen im sonstigen Ergebnis und bei Jubiläumsgeldrückstellungen im Personalaufwand erfasst.
Für die österreichischen leistungsorientierten Verpflichtungen (entsprechen mit TEUR 13.154 einem wesentlichen Teil der gesamten Verpflichtungen in Höhe von TEUR 14.592) wurden die folgenden Sensitivitäten ermittelt, die sich jeweils auf den Stand der Rückstellung beziehen:
| 2021 | 2020 | ||
in TEUR | Erhöhung | Minderung | Erhöhung | Minderung |
Abzinsungssatz (1 %-Veränderung) | -1.370 | 1.635 | -1.578 | 1.807 |
Zukünftige Lohn- oder Gehaltssteigerungen | 866 | -760 | 1.013 | -889 |
Zukünftige Pensionserhöhungen | 670 | -558 | 764 | -631 |
Die Sensitivitäten in Bezug auf das Ergebnis vor Steuern für die österreichischen leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
| 2021 | 2020 | ||
in TEUR | Erhöhung | Minderung | Erhöhung | Minderung |
Abzinsungssatz (1 %-Veränderung) | -69 | 91 | -81 | 101 |
Zukünftige Lohn- oder Gehaltssteigerungen | -45 | 39 | -50 | 44 |
Zukünftige Pensionserhöhungen | -8 | 7 | -7 | 6 |
Der Dienstzeitaufwand wird im Posten „Aufwendungen für Abfertigungen und Altersversorgung" (Rückstellung für Abfertigungen und Pensionen) bzw. „Löhne" und „Gehälter" (Rückstellung für Jubiläum) berücksichtigt, der Zinsaufwand im Posten „Zinsen auf Sozialkapital".
Die durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) der Jubiläumsgeldverpflichtungen beträgt 9,1 Jahre (31. Dezember 2020: 9,4 Jahre). Die durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) der Pensionsverpflichtungen beträgt 13,2 Jahre (31. Dezember 2020: 13,3 Jahre). Die durchschnittliche Restlaufzeit (Duration) der Abfertigungsverpflichtungen beträgt 11,0 Jahre (31. Dezember 2020: 11,0 Jahre).
(25) SONSTIGE LANGFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die Analyse der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Förderbeitrag Projekt Slowenien | 679 | 710 |
Sonstiges | 328 | 160 |
Summe | 1.007 | 870 |
Für den Bau der Produktionsstätte in Slowenien wurde ein Förderbeitrag gewährt, der durch entsprechende Abschreibungen bzw. Aufwendungen (Personalkosten) aufgelöst wird.
(26) KURZFRISTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Die Entwicklung der wesentlichen sonstigen Rückstellungen, die entsprechend IAS 37 bilanziert werden, ist in folgender Übersicht dargestellt:
in TEUR | Stand | Währungsdifferenz | Verbrauch | Auflösung | Dotierung | Ausweis-änderung | Stand |
Personal | 1.121 | 31 | -608 | -241 | 109 | -412 | 0 |
Restrukturierung | 1.258 | 0 | -646 | 0 | 63 | 0 | 675 |
Sonstige | 1.550 | -3 | -527 | -213 | 1.048 | -1.253 | 602 |
Summe | 3.929 | 28 | -1.781 | -454 | 1.220 | -1.665 | 1.277 |
Personalrückstellungen zum 1. Januar 2021 beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen für variable Gehaltsbestandteile, die aufgrund des Sachverhaltes und dessen Bewertung zum 31. Dezember 2021 in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert wurden
In der Restrukturierungsrückstellungen sind im Wesentlichen Sozialplanzahlungen und Abfertigungen, die im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Unternehmens stehen, berücksichtigt.
Die sonstigen Rückstellungen zum 31. Dezember 2021 umfassen Verpflichtungen aus belastenden Verträgen in Höhe von TEUR 602 . Zum 1. Januar 2021 beinhalteten diese zudem noch ausstehende Vergütungen für den Aufsichtsrat und Veröffentlichungskosten , die zum 31. Dezember 2021 ebenfalls unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
(27) SONSTIGE KURZFRISTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten enthalten folgende geschuldete Beträge:
in TEUR | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Verbindlichkeiten an das Finanzamt | 3.827 | 3.244 |
Nicht konsumierter Urlaub | 2.244 | 1.875 |
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten | 2.054 | 0 |
Sonstige Abgrenzungen | 1.583 | 3.166 |
Verbindlichkeiten aus sozialer Sicherheit | 1.309 | 1.211 |
Verbindlichkeiten für Steuerberatung und Prüfung | 1.081 | 0 |
Verbindlichkeiten aus variablen Gehaltsbestandteilen | 412 | 0 |
Sonderzahlungen | 336 | 0 |
Gutstunden | 286 | 286 |
Übrige | 1.584 | 783 |
Sonstige nichtfinanzielle Verbindlichkeiten | 14.716 | 10.565 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 0 | 0 |
Summe | 14.716 | 10.565 |
(28) VERTRAGSVERMÖGENSWERTE UND VERTRAGLICHE VERPFLICHTUNGEN
Die Vertragsvermögenswerte beinhalten Abgrenzungen von Zuschüssen an Händler für den Erwerb von für die Wolford AG typischen Shop-Einrichtungsgegenständen in Höhe von TEUR 44 (31. Dezember 2020: TEUR 69).
Die vertraglichen Verpflichtungen nach IFRS 15 beinhalten Verbindlichkeiten aus Gutscheinen von TEUR 985 (31. Dezember 2020: TEUR 1.118) sowie Abgrenzungen für noch nicht ausbezahlte Umsatzboni und Retouren in Höhe von TEUR 1.171 (31. Dezember 2020: TEUR 365).
(29) HAFTUNGSVERHÄLTNISSE
Es bestehen Mietgarantien in Höhe von TEUR 1.505 (31. Dezember 2020: TEUR 2.421) sowie sonstige Garantien in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2020: TEUR 49).
(30) LEASING IN DER KONZERNBILANZ
Zum 31. Dezember setzen sich die Anschaffungskosten und kumulierten Abschreibungen der Nutzungsrechte wie folgt zusammen:
Anschaffungs-/Herstellungskosten
in TEUR | Stand | Währungsdifferenzen | Zugang | Abgang | Stand |
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 80.717 | 2.552 | 9.645 | -3.141 | 89.773 |
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | 400 | 0 | 12 | 0 | 412 |
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 320 | 1 | 285 | -30 | 576 |
Summe | 81.437 | 2.553 | 9.942 | -3.171 | 90.761 |
in TEUR | Stand | Währungsdifferenzen | Zugang | Abgang | Stand |
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 78.758 | -3.322 | 11.090 | -5.808 | 80.717 |
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | 400 | 0 | 0 | 0 | 400 |
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 169 | 1 | 161 | -11 | 320 |
Summe | 79.327 | -3.321 | 11.251 | -5.819 | 81.437 |
Abschreibungen
in TEUR | Stand | Währungsdifferenzen | Impair-ment | Wertauf-holung | Zugang | Abgang | Stand | |
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 28.409 | 1.427 | 335 | -578 | 10.933 | 0 | 40.526 | |
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | 148 | 1 | 0 | 0 | 203 | -11 | 341 | |
Nutzungsrechte an Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 219 | 0 | 0 | 0 | 118 | 0 | 337 | |
Summe | 28.776 | 1.428 | 335 | -578 | 11.254 | -11 | 41.204 | |
in TEUR | Stand | Währungsdifferenzen | Impair-ment | Wertauf-holung | Zugang | Abgang | Stand | |
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 17.436 | -1.184 | 4.279 | -409 | 8.302 | -14 | 28.409 | |
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | 72 | 0 | 2 | 0 | 74 | 0 | 148 | |
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 134 | 0 | 0 | 0 | 85 | 0 | 219 | |
Summe | 17.642 | -1.184 | 4.281 | -409 | 8.461 | -14 | 28.776 | |
Buchwerte
in TEUR | Stand | Stand |
Nutzungsrechte an Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich der Bauten auf fremdem Grund | 49.247 | 52.308 |
Nutzungsrechte an technischen Anlagen und Maschinen | 71 | 252 |
Nutzungsrechte an andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 239 | 101 |
Summe | 49.557 | 52.661 |
Zum 31. Dezember 2021 setzten sich die Leasingverbindlichkeiten aus einem kurzfristig fälligen Teil in Höhe von TEUR 43.169 (31. Dezember 2020: TEUR 51.687) und einem langfristig fälligen Teil in Höhe von TEUR 17.199 (31. Dezember 2020: TEUR 13.166) zusammen.
IV. Erläuterungen zum Cashflow-Statement
Die Kapitalflussrechnung der Wolford Gruppe zeigt anhand zahlungswirksamer Vorgänge die Veränderung der flüssigen Mittel im Laufe der Berichtsperiode. Gemäß IAS 7 werden die Zahlungsströme getrennt ausgewiesen nach Herkunft und Verwendung aus dem operativen Bereich sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit. Die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden, ausgehend vom Jahresüberschuss des Konzerns, indirekt abgeleitet. Die Zahlungsströme aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden demgegenüber direkt aus Ein- und Auszahlungen ermittelt.
Der Finanzmittelfonds entspricht der Bilanzposition „Zahlungsmittelbestand" und enthält Bankguthaben, Sichteinlagen bei Banken und sonstigen Finanzmittel.
Die Auswirkungen von Wechselkursänderungen der flüssigen Mittel betrafen die Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Asien, Skandinavien und der Schweiz.
Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge betreffen insbesondere unrealisierte Fremdwährungsgewinne und -verluste.
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit hinsichtlich Finanzverbindlichkeiten und betreffenden Vermögenswerten
in TEUR | 01.01.2021 | Zinsen (unbar) | Zugang | Cashflow | Sonstiges (unbar) | 31.12.2021 | |||||||
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 0 | 697 | 0 | 10.000 | 0 | 10.697 | |||||||
Leasingverbindlichkeiten | 64.852 | 3.276 | 6.425 | -15.197 | 1.012 | 60.368 | |||||||
Summe | 64.852 | 3.973 | 6.425 | -5.197 | 1.012 | 71.065 | |||||||
in TEUR | 01.05.2020 | Zinsen (unbar) | Zugang | Cashflow | Sonstiges (unbar) | 31.12.2020 | |||||||
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten | 38.983 | 63 | 0 | -39.046 | 0 | 0 | |||||||
Leasingverbindlichkeiten | 61.142 | 2.477 | 11.250 | -7.106 | -2.911 | 64.852 | |||||||
Summe | 100.125 | 2.540 | 11.250 | -46.152 | -2.911 | 64.852 | |||||||
Die Position Sonstiges (unbar) enthält Modifikationen und Währungsumrechnungseffekte.
Die Bewegungen der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind im Cashflow-Statement ersichtlich. Die sonstigen unbaren Veränderungen betreffen im Wesentlichen Abgänge bzw. Neubewertungen von Leasingverbindlichkeiten in Zusammenhang mit abgegangenen Nutzungsrechten im laufenden Geschäftsjahr und Fremdwährungseffekten.
Die Veränderungen der Bilanzpositionen, die in der Kapitalflussrechnung dargestellt werden, lassen sich aufgrund von Wechselkursumrechnungen nicht unmittelbar aus der Bilanz ableiten.
V. Finanzinstrumente
Finanzrisikomanagement
Zielsetzung und Methoden des Finanz- und Kapitalmanagements
Das Ziel des Finanzrisikomanagements liegt in der Erfassung und Bewertung von Unsicherheitsfaktoren, die sich negativ auf den Geschäftserfolg auswirken können. Dabei ist das wichtigste Ziel des Finanz- und Kapitalmanagements der Wolford Gruppe, jederzeit ausreichend Liquidität zur Verfügung stellen zu können, um branchenbedingte saisonale Schwankungen auszugleichen und ein weiteres strategisches Unternehmenswachstum zu finanzieren.
Aufgrund der Verwendung von Finanzinstrumenten ist die Wolford Gruppe insbesondere folgenden Risiken ausgesetzt:
Kapitalrisiko
Bonitäts- und Ausfallrisiko
Zinsänderungsrisiko
Währungsänderungsrisiko
Liquiditätsrisiko
Im Konzern bestehen keine wesentlichen Konzentrationen von Risiken.
Die wesentlichen originären finanziellen Verbindlichkeiten umfassen zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie in 2021 neu aufgenommene Darlehensverbindlichkeiten gegenüber dem Hauptgesellschafter; die Bankdarlehen und in 2020 bestehende Darlehensverbindlichkeiten gegenüber dem Hauptgesellschafter wurden mit dem Veräußerungserlös aus dem Liegenschaftsverkauf in 2020 getilgt. Wolford verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte wie zum Beispiel Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen, die unmittelbar aus der Geschäftstätigkeit resultieren.
Weder im Rumpfgeschäftsjahr 2020 noch im Berichtsjahr gab es bei Wolford Sicherungsgeschäfte.
Kapitalrisikomanagement
Vorrangiges Ziel des Kapitalrisikomanagements ist es, die Finanzierungskosten des Unternehmens durch eine hohe Eigenkapitalquote und ein gutes Bonitätsrating zu minimieren und somit die Belastungen des Ergebnisses möglichst gering zu halten.
Das Kapitalrisikomanagement orientiert sich an der Kennzahl Gearing Ratio, die die Nettoverschuldung zum Eigenkapital ins Verhältnis setzt. Die Nettoverschuldung ist dabei definiert als lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich der langfristigen finanziellen Vermögenswerte und des Zahlungsmittelbestandes. Die Entwicklung der vergangenen Jahre stellt sich wie folgt dar:
in % | 31.12.2021 | 31.12.2020 |
Gearing | 10,2 % | - % |
Durch die im Geschäftsjahr erfolgte erneute Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten liegen eine Nettoverschuldung und eine deutliche Verschlechterung der Eigenkapitalbasis vor.
Bonitäts-/Ausfallrisikomanagement
Die Wolford Gruppe schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab. Neukunden vor allem im Wholesale Bereich werden einer Bonitätsprüfung unterzogen; zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht und das Ausfallrisiko teilweise durch den Abschluss von Kreditversicherungen begrenzt (Eigenbehaltsquote von 10 % analog zum Vorjahr).
Für Forderungen betreffend das eigene Online-Geschäft gibt es keine Kreditversicherungen. Aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen mit einem externen Anbieter für Bonitätsprüfungen zusammen, sodass Kunden bei ihrer Bestellung auf Kreditwürdigkeit überprüft werden. Zudem überwachen und überprüfen die jeweiligen Onlineshop-Manager fortlaufend die Bestelleingänge.
Zinsänderungsrisikomanagement
Aufgrund der Rückzahlung der Kreditverbindlichkeiten im Rumpfgeschäftsjahr 2020 liegt aus Sicht des Vorstands kein wesentliches Zinsrisiko vor. Die neu aufgenommenen Gesellschafterdarlehen sind festverzinslich. Hinsichtlich der Zinssensitivität der Personalrückstellungen wird auf den Punkt 24 verwiesen.
Währungsänderungsrisikomanagement
Als Währungsänderungsrisiko bezeichnet man jenes Risiko, dass sich Wertschwankungen von Finanzinstrumenten durch Wechselkursschwankungen ergeben können. Das Risiko besteht dort, wo Geschäftsfälle in einer anderen Währung als der funktionalen (lokalen) Währung der Gesellschaft abgewickelt werden.
Die Risiken betreffend Wechselkurse aus bestehenden Fremdwährungsforderungen sowie geplanten Umsätzen werden monatlich durch das Konzern-Treasury mittels der Liquiditätsplanung überprüft. Absicherungsgeschäfte wurden weder im Geschäftsjahr noch im vorangegangen Geschäftsjahr geschlossen.
Die Konzerngesellschaften tätigen Transaktionen grundsätzlich in ihrer funktionalen Währung. Entsprechend liegt aus Sicht des Vorstandes aus aktueller Sicht kein wesentliches Währungskursrisiko vor.
Liquiditätsrisikomanagement
In der Wolford Gruppe erfolgen die Steuerung von Liquiditätsrisiken und die Überwachung finanzieller Risiken durch die zentrale Treasury-Abteilung. Diese erstellt eine monatliche Liquiditätsplanung für den gesamten Konzern und berichtet dem Vorstand über den aktuellen Finanzstatus.
Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit hält die Wolford Gruppe Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können. Die Auswirkungen von weiteren Lockdowns und Einschränkungen der Geschäftstätigkeit aufgrund der Corona-Krise auf die Liquidität der Wolford Gruppe sind derzeit jedoch schwer abschätzbar. Der daraus resultierenden Unsicherheit wird durch eine verstärkte Überwachung der Liquidität Rechnung getragen. Hierzu wird auf den Abschnitt Going Concern verwiesen.
Die folgende Tabelle beruht auf nicht diskontierten Cashflows (Zins und Tilgung) finanzieller Verbindlichkeiten und zeigt die vertragliche Laufzeit der finanziellen Verbindlichkeiten der Wolford Gruppe:
in TEUR | Buchwert 31.12.2021 | Cashflows 2022 | Cashflows 2023-2026 | Cashflows 2027 ff. |
Leasingverbindlichkeit | 60.368 | 17.199 | 33.820 | 13.145 |
Finanzverbindlichkeiten | 10.697 | 11.897 | 0 | 0 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 13.058 | 13.058 | 0 | 0 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 328 | 0 | 328 | 0 |
Summe | 84.451 | 42.154 | 34.148 | 13.145 |
in TEUR | Buchwert 31.12.2020 | Cashflows 2021 | Cashflows 2022-2025 | Cashflows 2026 ff. |
Leasingverbindlichkeit | 64.852 | 13.166 | 37.586 | 14.101 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 11.026 | 11.026 | 0 | 0 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 160 | 160 | 0 | 0 |
Summe | 76.038 | 24.351 | 37.586 | 14.101 |
Zum 31. Dezember 2021 bestehen wie zum 31. Dezember 2020 keine Kreditlinien.
Originäre Finanzinstrumente
Der Bestand der originären Finanzinstrumente ergibt sich aus der Bilanz. Auf der Aktivseite sind dies Wertpapiere, flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen. Die Passivseite beinhaltet Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten und verzinsliche Finanzverbindlichkeiten. Der Buchwert der in der Bilanz ausgewiesenen originären Finanzinstrumente entspricht im Wesentlichen dem Marktwert. Die ausgewiesenen Beträge stellen zugleich das maximale Bonitäts- und Ausfallrisiko dar, da keine Aufrechnungsvereinbarungen bestehen.
Fair Value
Folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren wird verwendet:
Stufe 1: notierte Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten auf aktiven Märkten;
Stufe 2: andere Bewertungsfaktoren als notierte Marktpreise, die für Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten direkt (das heißt als Preise) oder indirekt (das heißt abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind;
Stufe 3: Bewertungsfaktoren für Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.
Die unter Stufe 1 ausgewiesenen Finanzanlagen beinhalten börsennotierte Investmentfondsanteile. Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Transfers zwischen den Stufen 1 bis 3.
31.12.2021 |
|
|
|
in TEUR | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
Langfristiges Vermögen |
|
|
|
Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 1.259 | 0 | 0 |
Summe | 1.259 | 0 | 0 |
31.12.2020 |
|
|
|
in TEUR | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
Langfristiges Vermögen |
|
|
|
Langfristige finanzielle Vermögenswerte | 1.323 | 0 | 0 |
Summe | 1.323 | 0 | 0 |
Die Buchwerte der Kassenbestände und kurzfristigen Finanzmittel, der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristigen Verbindlichkeiten können aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Vermögensge-genstände und Verbindlichkeiten als angemessene Schätzwerte des Tageswerts betrachtet werden.
Die Anschaffungskosten, Marktwerte und Buchwerte der Wertpapiere des langfristigen Vermögens stellen sich wie folgt dar:
31.12.2021 | Anschaffungskosten | Marktwert | Realisierte |
Langfristige Wertpapiere |
|
|
|
Investmentfondsanteile | 1.398 | 1.259 | -139 |
Summe | 1.398 | 1.259 | -139 |
31.12.2020 | Anschaffungskosten | Marktwert | Realisierte |
Langfristige Wertpapiere |
|
|
|
Investmentfondsanteile | 1.398 | 1.323 | -75 |
Summe | 1.398 | 1.323 | -75 |
Buchwerte, beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente nach Bewertungskriterien, Fälligkeiten und Klassen
Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung der Buchwerte der Finanzinstrumente zu den Bewertungskategorien nach IFRS 9:
31.12.2021 in TEUR | Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Buchwert | Fair Value | Kurzfristig | Langfristig |
Zahlungsmittelbestand | AC | 9.148 | 9.148 | 9.148 | 0 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 12.007 | 12.007 | 12.007 | 0 |
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | AC | 20.305 | 20.305 | 17.024 | 3.281 |
Langfristige finanzielle Vermögenswerte | FVPL | 1.259 | 1.259 | 0 | 1.259 |
Summe finanzielle Vermögenswerte | 42.719 | 42.719 | 38.179 | 4.540 | |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 13.058 | 13.058 | 13.058 | 0 |
Finanzverbindlichkeiten | AC | 10.697 | 10.697 | 10.697 | 0 |
Leasingverbindlichkeiten | AC | 60.368 | 60.368 | 17.199 | 43.169 |
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | AC | 328 | 328 | 0 | 328 |
Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 84.451 | 84.451 | 40.954 | 43.497 | |
31.12.2020 in TEUR | Bewertungskategorie nach IFRS 9 | Buchwert | Fair Value | Kurzfristig | Langfristig |
Zahlungsmittelbestand | AC | 14.126 | 14.126 | 14.126 | 0 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | AC | 8.814 | 8.814 | 8.814 | 0 |
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte | AC | 10.023 | 10.023 | 8.276 | 1.747 |
Langfristige finanzielle Vermögenswerte | FVPL | 1.323 | 1.323 | 0 | 1.323 |
Summe finanzielle Vermögenswerte |
| 34.285 | 34.285 | 31.216 | 3.070 |
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | AC | 11.026 | 11.026 | 11.026 | 0 |
Leasingverbindlichkeiten | AC | 64.852 | 64.852 | 13.166 | 51.686 |
Finanzverbindlichkeiten kurzfristig | AC | 160 | 160 | 0 | 160 |
Summe finanzielle Verbindlichkeiten | 76.038 | 76.038 | 24.192 | 51.846 | |
Bewertungskategorien nach IFRS 9:
AC: Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized costs)
FVPL: Erfolgswirksame Bewertung zu beizuliegenden Zeitwert (Fair Value through Profit and Loss)
Nettoergebnis nach Klassen
2021 | Aus Zinsen | Aus Sonstigem | Aus Folgebewertung zum Fair Value | Aus Wert- | Aus Abgang | Summe |
Zahlungsmittelbestand (AC) | 32 | 0 | 0 | 0 | 0 | 32 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (AC) | 0 | 0 | 0 | -35 | 0 | -35 |
Zum Fair Value bewertete Vermögenswerte (FVPL) | 0 | 0 | -64 | 0 | 0 | -64 |
Finanzverbindlichkeiten (AC) | -4.014 | 0 | 0 | 0 | 0 | -4.014 |
Nettoergebnis | -3.982 | 0 | -64 | -35 | 0 | -4.081 |
2020 | Aus Zinsen | Aus Sonstigem | Aus Folgebewertung zum Fair Value | Aus Wert- | Aus Abgang | Summe |
Zahlungsmittelbestand (AC) | 17 | 0 | 0 | 0 | 0 | 17 |
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (AC) | 0 | 0 | 0 | -448 | 0 | -448 |
Zum Fair Value bewertete Vermögenswerte (FVPL) | 0 | 18 | 26 | 0 | 0 | 44 |
Finanzverbindlichkeiten (AC) | -2.540 | 0 | 0 | 0 | 0 | -2.540 |
Nettoergebnis | -2.523 | 18 | 26 | -448 | 0 | -2.927 |
VI. SONSTIGE ANGABEN
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Jänner 2022 wurde seitens Fusion Fashion Group (Cayman) Limited ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 2.500 zu einem Zinssatz von 12 % p.a. gewährt, das eine Laufzeit bis Ende 2022 aufweist. Im Mai 2022 wurde ein weiteres Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 zu gleichen Konditionen gewährt. Die Laufzeiten der per 31. Dezember 2021 bestehenden Darlehen in Höhe von TEUR 10.000 und der oben angeführten Finanzierungen wurden im Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 verlängert.
Im November 2021 wurde eine Factoring-Vereinbarung über Forderungen abgeschlossen, die einen Verkauf von Forderungen bis zu TEUR 5.000 vorsieht, wobei die ersten Transaktionen unter dem Vertrag 2022 wirksam werden .
Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich von 25,00 % auf 23,00 % vor (Jahr 2023: 24,00 %, ab Jahr 2024: 23,00 %). Diese Änderung des Körperschaftsteuersatzes hat auf die Berechnung der latenten Steuern ab 2022 eine untergeordnete Auswirkung.
Die ersten Monate des Jahres 2022 waren weltweit durch regional unterschiedliche Entwicklungen der Covid-19-Pandemie bei insgesamt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen, insbesondere der Omikron-Variante, gekennzeichnet. Es existieren nach wie vor in verschiedenen Ländern Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Covid-19-Ausbreitung weiter einzudämmen. Unverändert sind auch nach dem Bilanzstichtag signifikante Auswirkungen aus der Covid-19-Krise auf die Wolford Gruppe aufgrund von Verkaufseinschränkungen zu verzeichnen. Insbesondere der für Wolford relevante, wachsende Markt in China ist hiervon betroffen, was zu Verzögerungen in den geplanten Eröffnungen von neuen Shops führte. Über ein Ende der Maßnahmen in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, kann aktuell keine verlässliche Aussage getroffen werden. Wir verweisen auf die detaillierten Auswirkungen im Lagebericht unter Chancen- und Risikomanagement.
Die weitere Entwicklung der weltweiten Situation und deren Auswirkungen auf Wolford bleiben unsicher. Kostensteigerungen und Lieferengpässe sind ein Thema auf globaler Ebene, insbesondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges, bisher doch mit geringem Effekt auf das Geschäft von Wolford. Wolford ist sowohl in Russland also auch der Ukraine aktiv, erzielt dort aber nur unwesentliche Umsätze, sodass sich der Ukrainekrieg direkt nicht signifikant auf die Umsatz- und Ergebnissituation auswirken wird.
Bis zur Veröffentlichung haben sich keine weiteren Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wolford Gruppe ergeben.
Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen
Keines der Aufsichtsratsmitglieder steht in einer geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zu der Gesellschaft oder deren Vorstand, die einen materiellen Interessenkonflikt begründet und daher geeignet ist, das Verhalten des Aufsichtsratsmitgliedes zu beeinflussen. Mit keinem Mitglied des Aufsichtsrates bestand im Geschäftsjahr 2021 eine wirtschaftliche Beziehung.
Mit der Fosun Fashion Brand Management (FFBM) besteht seit 1. Februar 2019 eine Geschäftsbeziehung, um den Marktauftritt in China zu festigen und zu erweitern. FFBM ist eine Tochtergesellschaft der Fosun Fashion Group und agiert im Namen von Wolford als Full-Service-Anbieter mit dem Fokus auf Marketing und Vertrieb. Neben der Markterweiterung, ist FFBM für das operative Management aller Groß- und Einzelhandelskanäle sowie für den Online-Handel verantwortlich. Der Vertrag zwischen FFBM und Wolford sieht einen monatlichen Festbetrag sowie eine leistungsabhängige Provision pro Vertriebskanal (Retail, Wholesale, Online) vor. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr TEUR 1.009 an FFBM vergütet, der Betrag der offenen Salden beläuft sich zum Stichtag 31. Dezember 2021 auf TEUR 1.185 (Verbindlichkeit für Wolford).
Ultimate Beneficial Owner der Fosun Fashion Brand Management (FFBM) ist
Im Juni 2019 wurde seitens der Fosun Fashion Investment Holdings (HK) Limited ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 10.000 gewährt. Dieses Darlehen war mit 12 % pro Jahr verzinst und hatte eine ursprüngliche Laufzeit bis zum 30. Juni 2021. Der vereinbarte Zinssatz für ein nachrangiges Darlehen in der aktuellen Unternehmenssituation wird als fremdüblich eingestuft, dies war durch eine externe Marktstudie belegt. Das Gesellschafterdarlehen wurde im Rumpfgeschäftsjahr 2020 getilgt. Im Mai 2021 wurde seitens der Fosun Fashion Group (Cayman) Limited erneut ein Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Ende 2022 in Höhe von insgesamt TEUR 10.000 gewährt, das in zwei Tranchen im Mai (TEUR 3.500 und TEUR 4.000) und einer Tranche im Juli (TEUR 2.500) ausgezahlt wurde. Für das Darlehen ist im Geschäftsjahr 2021ein Zinsaufwand von TEUR 697 entstanden, der als Verbindlichkeit verbucht wurde. Im Januar 2022 wurde seitens Fusion Fashion Group (Cayman) Limited ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 2.500 zu einem Zinssatz von 12 % p.a. gewährt, das eine Laufzeit bis Ende 2022 aufweist. Im Mai 2022 wurde ein weiteres Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 zu gleichen Konditionen gewährt.
Die Laufzeiten der per 31. Dezember 2021 bestehenden Darlehen in Höhe von TEUR 10.000 und der oben angeführten Finanzierungen wurden im Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 verlängert.
Angaben zu den Organen der Konzernleitung
2021 in TEUR | Bezüge | Abfertigungen | Pensionen | Gesamtbezüge |
Aufwendungen für Vorstandsmitglieder | 657 | 0 | 0 | 657 |
davon variabel | 67 | 0 | 0 | 67 |
Ehemalige Vorstandsmitglieder | 0 | 0 | 247 | 247 |
Summe | 657 | 0 | 247 | 904 |
2020 in TEUR | Bezüge | Abfertigungen | Pensionen | Gesamtbezüge |
Aufwendungen für Vorstandsmitglieder | 685 | 0 | 0 | 685 |
davon variabel | 309 | 0 | 0 | 309 |
Ehemalige Vorstandsmitglieder | 0 | 0 | 180 | 180 |
Summe | 685 | 0 | 180 | 865 |
Der Aufwand für die Vergütungen an den Aufsichtsrat beläuft sich im Geschäftsjahr auf TEUR 152 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: TEUR 94). Es wurden im Geschäftsjahr 2021 keine Vorschüsse ausbezahlt bzw. gibt es auch keine Haftungen für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Außerbilanzielle Geschäfte lagen nicht vor.
Als Vorstandsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2021 bestellt:
Andrew Thorndike, Chief Operating Officer (COO)
Silvia Azzali, Chief Commercial Officer (CCO)
Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2021 aus folgenden Mitgliedern:
Dr. Junyang Shao, Vorsitzende
Thomas Dressendörfer, Stellvertreter der Vorsitzenden
Yun Cheng, Mitglied
Dr. Prof. Matthias Freise, Mitglied
Vom Betriebsrat waren im Geschäftsjahr 2021 in den Aufsichtsrat entsandt:
Anton Mathis
Alexander Greußing
Die Funktionsperioden der Mitglieder des Aufsichtsrates und die Zusammensetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrates sind im Corporate-Governance-Bericht dargestellt.
Der Vorstand der Wolford AG hat den Konzernabschluss am 14. Juni 2022 zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er den Konzernabschluss billigt.
Bregenz am 14. Juni 2022
Andrew Thorndike COO Verantwortlich für Product Development, Finanzen, Legal, Investor Relations, IT und HR | Silvia Azzali CCO Verantwortlich für Sales & Merchandising, Marketing und Design |
Erklärung des Vorstands der Wolford AG gemäß § 124 (1) Z 3 BörseG
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens zum 31. Dezember 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz, und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Bregenz, am 14. Juni 2022
Andrew Thorndike COO Verantwortlich für Product Development, Supply Chain Management, Finanzen, Legal, Investor Relations, IT und HR | Silvia Azzali CCO Verantwortlich für Sales & Merchandising, Marketing und Design |
BESTÄTIGUNGSVERMERK
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Wolford Aktiengesellschaft, Bregenz,
und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern), bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzerngeldflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014 (im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung
Wir verweisen auf Kapitel I.1 (Grundsätze der Rechnungslegung - Grundlagen) des Konzernanhanges und auf Abschnitt "Ausblick und Ziele" des Konzernlageberichtes, wo der Vorstand ausführt, dass der Wolford Aktiengesellschaft-Konzern im zum 31. Dezember 2021 endenden Geschäftsjahr die in der Fortführungsprognose des Vorjahres enthaltenen Planungsannahmen nicht erreichen konnte und ein negatives Jahresergebnis nach Steuern in Höhe von TEUR -12.332 erzielt hat. Dies war insbesondere unter anderem auf die weiter andauernden Beschränkungen als Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
zurückzuführen. Der Vorstand führt weiters aus, dass die Fortführung des Konzerns daher von der Umsetzung der in der aktualisierten Liquiditätsplanung enthaltenen Maßnahmen, d.h. insbesondere von der Erreichung der geplanten Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen sowie der erfolgreichen Umsetzung der geplanten Finanzierungsmaßnahmen, sowie der Fähigkeit auftretende Budgetabweichungen durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu kompensieren, abhängig ist. Sollte es dem Konzern nicht gelingen, diese Maßnahmen erfolgreich umzusetzen bzw. einen daraus zusätzlich erforderlichen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, würde dies erhebliche Zweifel an der Fortführung des Konzerns aufwerfen und der Konzern möglicherweise nicht in der Lage sein, seine im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden im normalen Geschäftsverlauf zu realisieren bzw. zu tilgen. Unser Prüfungsurteil ist in Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht modifiziert.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Zusätzlich zu den im Abschnitt Wesentliche Unsicherheit in Bezug auf die Unternehmensfortführung beschriebenen Sachverhalt wurden diese Sachverhalte im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Werthaltigkeit von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen
Beschreibung
Die Wolford Aktiengesellschaft weist im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 Sachanlagen in Höhe von MEUR 56,2 und Firmenwerte sowie sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von MEUR 0,8 aus. Von den Sachanlagen betreffen MEUR 49,6 Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen.
Im Rahmen des Werthaltigkeitstests nach IAS 36 haben die gesetzlichen Vertreter wesentliche Annahmen und Schätzungen bei der Beurteilung, ob eine Wertminderung vorliegt, sowie gegebenfalls bei der Quantifizierung solcher Wertminderungen, zu treffen. Das wesentliche Risiko besteht dabei in der Schätzung der zukünftigen Cashflows und Abzinsungssätze bei der Ermittlung des Nutzungswertes.
Die entsprechenden Angaben der Wolford Aktiengesellschaft über Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände sind in den Anhangsangaben I.4 (Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden) sowie Kapitel II.7 (Abschreibungen) im Konzernabschluss enthalten.
Wie wir den Sachverhalt im Rahmen der Prüfung adressiert haben:
Unsere Prüfungshandlungen haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
Beurteilung von Konzeption und Ausgestaltung des Prozesses zur Überprüfung der Werthaltigkeit insbesondere unter Berücksichtigung der gemäß IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte
Prüfung der Definition der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und der erfolgten Zuordnung von Vermögenswerten und Schulden zu diesen
Prüfung der angewandten Methodik und der rechnerischen Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen und Berechnungen sowie Plausibilisierung der Abzinsungssätze
Durchsicht der Planungsunterlagen auf Konsistenz mit den in der aktualisierten Fortbestandsprognose enthaltenen Budgetwerten sowie Plausibilisierung und Analyse der wesentlichen Annahmen
Beurteilung der Angemessenheit der Angaben im Anhang zur Durchführung der Werthaltigkeitstests und den damit verbundenen Annahmen
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Konzernabschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält zutreffende Angaben nach § 243a UGB, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt.
Ergänzung
Hinsichtlich der wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung verweisen wir auf die Abschnitte zum wirtschaftlichen Umfeld und zur Ergebnis- und Bilanzanalyse des Konzernlageberichtes, die die Analyse der Lage des Konzerns beschreiben. Weiters verweisen wir auf den Abschnitt zu Ausblick und Zielen im Konzernlagebericht, der auf die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns eingeht und die Ausführungen zu den wesentlichen Risiken im Konzernlagebericht.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. September 2020 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 26. Oktober 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019/20 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Konzernabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH) Severin Eisl.
Linz, am 14. Juni 2022
Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
Mag. (FH) Severin Eisl eh ppa. DI (FH) Hans Eduard Seidel eh
Wirtscahftsprüfer Wirtschaftsprüfer
WOLFORD AG
Jahresabschluss
Bilanz 102
Gewinn- und Verlustrechnung 104
Anhang für das Geschäftsjahr 2021 106
Anlagenspiegel 120
Bilanz
Bilanz
Gewinn- und Verlustrechnung
Anhang für das Geschäftsjahr 2021
Die Wolford AG ist eine Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Österreich, 6900 Bregenz, Wolfordstraße 1, und ist beim Landesgericht Feldkirch, Österreich, unter FN 68605s registriert. Die Wolford AG stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Konzernunternehmen auf und wird in den übergeordneten Konzernabschluss der Fosun International Limited, Shanghai, China, einbezogen.
Aufgrund des geänderten Wirtschaftsjahres sind die Vorjahreswerte nur bedingt vergleichbar, da das vorangegangene Rumpfgeschäftsjahr 2020 nur den Zeitraum 1. Mai 2020 bis 31. Dezember 2020 umfasst hat.
Der Konzernabschluss der Wolford AG wird auf ihrer Homepage veröffentlicht. Die Gesellschaft macht vom § 243b Abs. 6 UGB Gebrauch und erstellt einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht, welcher ebenfalls auf der Homepage der Wolford AG veröffentlicht wird.
I. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, sowie unter Beachtung der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln, aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der Vollständigkeit eingehalten. Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung des Unternehmens unterstellt. Alle erkennbaren Risiken und drohenden Verluste wurden berücksichtigt. Die Wolford Aktiengesellschaft schließt das Geschäftsjahr mit einem negativen Ergebnis nach Steuern in Höhe von EUR 12.163.078,29 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: Jahresüberschuss von EUR 29.783.185,33) ab.
Wie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 konnte sich die Wolford-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2021 den durch die Corona-Krise ausgelösten Turbulenzen im Einzelhandel nicht entziehen. Von staatlicher Seite ergriffene Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen wie z.B. Lockdowns haben sich deutlich mit hinter dem Budget zurückbleibenden Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2021 ausgewirkt. Somit konnten die in der vorjährigen Fortführungsprognose getroffenen Annahmen hinsichtlich der Umsatz- und Liquiditätsentwicklung nicht erreicht werden. Um den dadurch entstandenen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, wurden Darlehen in Höhe von EUR 10 Mio. vom Mehrheitsgesellschafter gewährt, welche zum 31. Dezember 2021 eine Laufzeit bis Dezember 2022 hatten und im Juni 2022 bis zum 31. Dezember 2023 verlängert wurden. Mit einer aktualisierten Liquiditätsplanung trägt die Wolford-Gruppe den wirtschaftlichen und politischen Umständen Rechnung, wobei folgende Bereiche berücksichtigt wurden:
Die Umsatzplanung für 2022 und Folgejahre wurde anhand der Entwicklungen der ersten Monate 2022 und der bestmöglichen Schätzung für die verbleibende Zeit erstellt, wobei mit einem konzernweiten Umsatz in Höhe von EUR 135 Mio. geplant wird. Mit dem Umsatzsteigerungsprogramm NORDSTERN wurden die Weichen für zukünftiges Wachstum auch für die weiteren Jahre gestellt.
Zusätzlich wurden die bereits im Geschäftsjahr 2019/2020 initiierten Restrukturierungsmaßnahmen aus dem PITBOLI-Programm weiter vorangetrieben, um weiterhin Kosteneinsparungen zu erzielen. Insbesondere werden nicht profitabel betreibbare Standorte geschlossen, der Headcount in der Zentrale deutlich reduziert und Logistik- und IT-Prozesse optimiert. Die Planung für 2022 sieht Preissteigerungen bei den einzelnen Aufwandspositionen zwischen 2 % und 8 % vor.
Zur Sicherstellung der Liquidität wurden noch weitere Darlehen vom Mehrheitsgesellschafter in Höhe von EUR 2,5 Mio. im Jänner 2022 und EUR 5 Mio. im Mai 2022 aufgenommen, welche eine Laufzeit bis Dezember 2022 haben. Eine Zusage, diese Finanzierungen bis zum Dezember 2023 zu verlängern, liegt vor.
Die aktualisierte Liquiditätsplanung sieht vor, weitere EUR 15 Mio. an Liquidität durch den Verkauf von Vorräten an einen Finanzierungspartner sicherzustellen. Von Seiten des potenziellen Finanzierungspartners liegt ein indikatives Angebot in einem Finanzierungsvolumen von EUR 25 Mio. vor, das jedoch noch vorbehaltlich von internen Genehmigungen des Finanzierungspartners ist.
Um einen eventuellen weiteren Finanzierungsbedarf aufgrund von Budgetabweichungen, wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft, decken zu können, wurde vom Vorstand wie oben angeführt die Vorratsfinanzierung in einem höheren Ausmaß als in der Liquiditätsplanung angesetzt verhandelt und werden vom Vorstand weitere Finanzierungsmaßnahmen (wie z.B. in Abstimmung mit dem Mehrheitsgesellschafter eine Kapitalerhöhung durchzuführen) in Betracht gezogen.
Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen, die in der aktualisierten Liquiditätsplanung berücksichtigt wurden, ist die Annahme der Fortführung der Gruppe im Rahmen der Bilanzierung aus Sicht des Vorstandes daher gegeben. Der Vorstand weist jedoch darauf hin, dass die Fortführung der Gruppe gefährdet sein könnte, sofern die oben beschriebenen Maßnahmen, wie insbesondere die Finanzierung über den Lagerverkauf, nicht erfolgreich umgesetzt werden können oder Budgetabweichungen größeren Ausmaßes - wie beispielsweise durch länger anhaltende und umfangreiche Beschränkungen als Folge der Corona-Pandemie oder wirtschaftliche Beschränkungen bzw. steigende Kosten durch politische Krisen wie z.B. die Ukraine-Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft - einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf auslösen, der nicht durch weitere Finanzierungsmaßnahmen gedeckt werden kann.
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen innerhalb der Nutzungsdauer vermindert sind. Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen.
Für die Spezialsoftware wird eine Nutzungsdauer von zehn Jahren zugrunde gelegt. Standardsoftware wird über vier Jahre abgeschrieben. Mietrechte werden je nach Mietdauer über 3 - 10 Jahre abgeschrieben.
Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, die um die planmäßigen Abschreibungen vermindert sind. Bei der Ermittlung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden keine Fremdkapitalzinsen aktiviert.
Die planmäßige Abschreibung wird linear vorgenommen und richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der jeweiligen Anlagegüter.
Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegt folgende Nutzungsdauer zugrunde:
____________________________________________________________________
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 10 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 20 Jahre
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2 bis 10 Jahre
____________________________________________________________________
Die Abschreibung erfolgt auf Monatsbasis.
Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.
Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind.
Das Finanzanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen werden vorgenommen, wenn die Wertminderungen voraussichtlich von Dauer sind. Die Werthaltigkeit der Beteiligungen wird anhand ihrer auf Planwerten basierten abgezinsten Cashflows ermittelt.
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten oder niedrigeren realisierbaren Nettoveräußerungswerten.
Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten oder zum niedrigeren realisierbaren Nettoverkaufswert. Die Herstellungskosten umfassen alle Aufwendungen, die dem Gegenstand direkt zugerechnet werden können, sowie alle variablen und fixen Gemeinkosten, die im Zusammenhang mit der Herstellung anfallen. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungen werden mit ihrem Entstehungskurs oder mit dem niedrigeren Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. Bei erkennbaren Einzelrisiken wird der niedrigere beizulegende Wert ermittelt und angesetzt. Für erwartete Ausfälle aller anderen Forderungen wird ein angemessener Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungen umfassen Verbindlichkeiten vor dem Stichtag, deren Leistungszeitrum nach dem Bilanzstichtag liegt.
Die Ermittlung der Höhe der Abfertigungsrückstellung und der Rückstellung für Jubiläumsgelder erfolgte auf Grund der anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik unter Beachtung der Berechnungsvorschriften gemäß IAS 19. Bei der Berechnung der nach der Projected Unit Credit Method gebildeten Rückstellungen kamen folgende Parameter zur Anwendung:
Biometrische Rechnungsgrundlagen | 2021: AVÖ 2018 - P | 2020: AVÖ 2018 - P | |
Rechnungszinssatz | 0,99 % und 1,13 % p.a. | 0,78 % und 0,62 % p.a. | |
Lohn-/ Gehaltstrend | 2,30 % p.a. | 1,80 % p.a. | |
Pensionsantrittsalter | 64 - 65 | 64 - 65 | |
Gestaffelte Fluktuation | 0-2 Jahre | 24 % | 24 % |
(Jubiläumsgeldrückstellung) | 3-4 Jahre | 22 % | 22 % |
5-9 Jahre | 16 % | 16 % | |
10-14 Jahre | 14 % | 14 % | |
15-19 Jahre | 9 % | 9 % | |
20-29 Jahre | 3 % | 3 % | |
ab 30 Jahre | 0 % | 0 % |
Die Berechnung der Rückstellung für Pensionen erfolgt aufgrund der anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik unter Beachtung der Berechnungsvorschriften gemäß IAS 19. Bei der Berechnung der nach der Projected Unit Credit Method gebildeten Rückstellungen kamen folgende Parameter zur Anwendung:
Biometrische Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018 - P 2020: AVÖ 2018 - P
Rechnungszinssatz 1,23 % p.a. 0,90 %
Valorisierung Bezüge IAS / IFRS 1,70 % und 2,30 % p.a. 1,70 % und 2,29 %
Die Veränderungen der Rückstellungen zu Abfertigung, Jubiläum und Pensionen werden zur Gänze im Personalaufwand gezeigt.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle im Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken sowie der Höhe und dem Grunde nach ungewisse Verbindlichkeiten mit den voraussichtlichen Erfüllungsbeträgen berücksichtigt.
Verbindlichkeiten sind mit dem Nennwert oder dem höheren Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem Anschaffungskurs oder dem höheren Devisenmittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet worden.
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem aktuellen Körperschaftsteuersatz von 25 % ohne Berücksichtigung einer Abzinsung. Latente Steuern werden auf steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt, soweit deren Verbrauch im nächsten Geschäftsjahr hinreichend sicher ist.
II. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ
Anlagevermögen
Bei den immateriellen Vermögensgegenständen handelt es sich um Standortwerte für übernommene Boutiquen und um Software. Für die Entwicklung des Anlagevermögens siehe Anlagenspiegel gemäß § 226 UGB (Beilage 1 zum Anhang).
Am 1. Februar 2021 unterzeichnete die Wolford AG einen Vertrag über die Veräußerung einer im Anlagevermögen gehaltenen Liegenschaft in Hard (Österreich). Der Kaufpreis wurde auf EUR 0,80 Mio. festgesetzt. Der Übergang des Vermögens und die vollständige Bezahlung des Kaufpreises sind Mitte September 2021 (nach Übergabe und Übernahme des Objektes) erfolgt.
Von den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen weisen alle eine Restlaufzeit über einem Jahr auf.
Umlaufvermögen
Die Fristigkeit der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände können der Bilanz entnommen werden.
Von den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen beliefen sich zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2021 EUR 34.231.533,55 (31. Dezember 2020: EUR 18.068.569,66) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und EUR 2.393.440,83 (31. Dezember 2020: EUR 6.944.363,21) auf sonstige Forderungen. Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen wurde ein weiterer Anpassungsbedarf ermittelt, sodass die Wertberichtigungen auf EUR 4.355.113,47 (31. Dezember 2020: EUR 2.874.517,09) erhöht wurden.
In den sonstigen Forderungen werden Forderungen aus Covid-19-Förderungen wie Verlustersatz i.H.v. EUR 8.176.757,19 (31. Dezember 2020: EUR 0,00) bzw. Fixkostenzuschüssen i.H.v. EUR 2.461.707,00 (31. Dezember 2020: EUR 3.700.000,00) erfasst. In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind neben diesen Förderungen wie im Vorjahr keine weiteren wesentlichen Erträge enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden.
Eigenkapital
Das eingeforderte Nennkapital innerhalb des Grundkapitals beträgt EUR 48.848.227,77 und setzt sich aus 6.719.151 Stück auf Inhaber lautende Stammaktien zusammen. Es handelt sich dabei um Stückaktien, die alle im gleichen Ausmaß am Grundkapital beteiligt sind. Der Bestand der eigenen Aktien von 88.140 Stück blieb zum 31. Dezember 2021 im Vergleich zum 31. Dezember 2020 unverändert.
Rückstellungen
Die Entwicklung der sonstigen Rückstellungen ist in folgender Übersicht dargestellt:
In EUR | Stand 01.01.2021 | Verbrauch | Auflösung | Zuführung | Stand 31.12.2021 |
Jubiläumsgelder | 1.679.605,00 | 76,623,38 | 93.164,64 | 0,00 | 1.509.816,98 |
Restrukturierungsmaßnahmen | 1.257.527,00 | 645.474,10 | 0,00 | 0,00 | 612.052,90 |
Nicht konsumierter Urlaub | 1.179.447,30 | 1.179.447,30 | 0,00 | 1.433.593,23 | 1.433.593,23 |
Prämien und Sondervergütungen | 745.113,14 | 745.113,14 | 0,00 | 166.279,85 | 166.279,85 |
Beratung | 633.766,00 | 633.766,00 | 0,00 | 500.000,00 | 500.000,00 |
Frachtkosten | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 414.815,81 | 414.815,81 |
Gutstunden | 162.720,00 | 162.720,00 | 0,00 | 148.643,87 | 148.643,87 |
Umsatzretouren | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 494.179,00 | 494.179,00 |
Übrige | 657.227,68 | 536.417,07 | 77.082,93 | 367.199,23 | 410.926,55 |
Gesamt | 6.315.406,12 | 3.979.560,99 | 170.247,57 | 3.524.710,99 | 5.690.308,55 |
In den übrigen Rückstellungen sind u.a. Aufwände für Umsatzboni, Veröffentlichungen (Geschäftsbericht) und Aufsichtsratsvergütung enthalten.
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten und deren Fristigkeit können der Bilanzstruktur entnommen werden. Im Übrigen sind wie zum 31. Dezember 2020 keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren enthalten.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus Lieferverbindlichkeiten gegenüber der Produktionsgesellschaft in Slowenien und den Vertriebsgesellschaften sowie aus dem Darlehen der Fusion Fashion Group (Cayman) Limited in Höhe von EUR 10.000.000,00 plus Zinsen in Höhe von EUR 697.429,46.
III. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Gesamtkostenverfahren
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.
Umsatzerlöse
Aufgliederung
a) nach geographischen Gesichtspunkten (nach Währungseffekten)
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Inland | 7.519.752,62 | 6.289.714,05 |
Ausland | 55.809.056,00 | 33.803.621,41 |
63.328.808,62 | 40.093.335,46 |
b) nach Produktgruppen
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Legwear | 24.590.155,23 | 16.596.694,32 |
Ready-to-wear | 27.282.264,44 | 11.915.059,09 |
Lingerie | 9.055.422,35 | 5.479.941,12 |
Accessoires | 1.328.003,06 | 5.378.412,74 |
Swimwear | 702.159,60 | 448.561,01 |
Handelsware | 370.803,94 | 274.667,17 |
63.328.808,62 | 40.093.335,46 |
Die Umsatzerlöse in der Produktgruppe Accessoires waren in 2020 sehr stark von den Wolford Care Masks getrieben, deren Umsatz im Jahr 2021 im Vergleich zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie nachgelassen hat
Sonstige betriebliche Erträge
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen | 768.023,05 | 47.536.674,09 |
Covid-19-Förderungen (2021 Verlustersatz / 2020 Fixkostenzuschuss) | 8.176.757,19 | 3.700.000,00 |
AMS Kurzarbeitsbeihilfe | 1.608.356,34 | 1.684.362,99 |
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen | 170.247,57 | 897.236,86 |
Kursdifferenzen | 848.205,06 | 96.099,50 |
Auflösung Einzelwertberichtigungen | 231.794,70 | 0,00 |
Sonstige | 570.379,69 | 331.707,19 |
12.373.763,60 | 54.246.080,63 |
Am 1. Februar 2021 unterzeichnete die Wolford AG einen Vertrag über die Veräußerung einer im Anlagevermögen gehaltenen Liegenschaft in Hard (Österreich). Der Kaufpreis wurde auf EUR 0,80 Mio. festgesetzt. Der Übergang des Vermögens und die vollständige Bezahlung des Kaufpreises sind Mitte September 2021 (nach Übergabe und Übernahme des Objektes) erfolgt.
Die Sonstigen betrieblichen Erträge sind im Geschäftsjahr zusätzlich stark durch die staatlichen Förderungen in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie getrieben, während das Rumpfgeschäftsjahr zusätzlich durch den Gewinn aus Verkauf der Liegenschaft in Höhe von EUR 47,54 Mio. in Bregenz geprägt war.
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Aufwendungen für Material
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Garne | 2.583.446,69 | 2.567.919,06 |
Zukaufware | 2.237.857,05 | 2.662.643,36 |
Stoffe | 3.426.038,47 | 2.334.102,47 |
Zubehör, Gummibänder | 983.989,22 | 1.051.834,37 |
Ernergie und Wasser | 960.359,19 | 635.229,50 |
Sonstiger Materialaufwand | 3.716.541,78 | 2.152.617,77 |
Skontoerträge | -13.282,44 | -33.957,03 |
13.894.949,96 | 11.370.389,50 |
Aufwendungen für sonstige bezogene Herstellungsleistungen
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Lohnarbeit | 7.520.569,00 | 6.165.148,91 |
Frachten | 415.577,72 | 263.818,95 |
Ersatzteile | 174.452,18 | 142.823,22 |
Sonstige | 578.372,83 | 270.765,47 |
8.688.971,73 | 6.842.556,55 |
Personalaufwand
Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen
2021 | 2020 | |||
Abfertigungen | Pensionen | Abfertigungen | Pensionen | |
in EUR | in EUR | |||
Aufgliederung der Aufwendungen für | ||||
Vorstandsmitglieder | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
Ehemalige Vorstandsmitglieder | 0,00 | -178.301,34 | 0,00 | -178.301,34 |
0,00 | -178.301,34 | 0,00 | -178.301,34 | |
Leitende Angestellte | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 |
Übrige Arbeitnehmer | 621.814,92 | 0,00 | 621.814,92 | 0,00 |
621.814,92 | -178.301,34 | 621.814,92 | -178.301,34 | |
Aufwendungen für Abfertigungen und betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Aufwand für Abfertigungen | 444.506,37 | 1.514.851,64 |
Beiträge Mitarbeitervorsorgekasse | 177.308,55 | 136.395,29 |
621.814,92 | 1.651.246,93 |
Sonstige betriebliche Aufwendungen
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Rechts- und Beratungskosten | 7.722.327,64 | 5.410.852,77 |
Marketing | 5.182.236,74 | 4.030.156,66 |
Frachten | 3.390.912,37 | 918.241,40 |
Intercompany-Verrechnungen | 3.213.159,65 | 536.558,35 |
EDV inkl. Wartung | 3.072.765,91 | 1.793.683,14 |
Mieten | 2.771.814,20 | 774.084,84 |
Aufwand B2C | 2.256.707,61 | 2.390.691,83 |
Einzelwertberichtigungen auf Forderungen | 1.480.596,38 | 16.172,42 |
Versicherungen | 501.878,99 | 218.605,67 |
Kreditkartengebühren | 377.034,06 | 279.538,39 |
Telefon, Fax | 298.491,58 | 369.993,88 |
Reparaturen | 204.379,47 | 226.284,28 |
Kursdifferenzen | 680.553,04 | 971.914,52 |
Sonstige | 2.991.358,60 | 2.164.414,87 |
34.144.216,24 | 20.101.193,02 |
Die im Vergleich zum Rumpfgeschäftsjahr überproportional angestiegenen EDV-Aufwendungen resultieren insbesondere aus dem Omnichannel-Projekt Wolford X. Der Anstieg der Mietaufwendungen begründet sich in dem Verkauf der Liegenschaft in Bregenz im Rumpfgeschäftsjahr und die Rückmietung nach Übergang. Der Anstieg der Intercompany-Verrechnungen begründet sich in Weiterbelastungen von Kosten für geleistete Managementaufgaben am Standort Mailand an die Wolford AG seit dem Geschäftsjahr 2021. Die hohen Aufwendungen Einzelberichtigung aus Forderungen ergeben sich aus dem Wertberichtigungsbedarf aufgrund von Überfälligkeiten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen unter anderem Gebühren und Abgaben (EUR 244.449,91/Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 214.217,75), Aufwand für die Erstellung des Geschäftsberichts (EUR 211.075,56/Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 93.175,85) und Kommissionen in Höhe von EUR 219.636,41 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 267.307,28) sowie sonstige Steuern in Höhe von EUR 72.144,35 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 227.677,09).
Aufwendungen Abschlussprüfer
Bezüglich dieser Aufwendungen wird auf die Angabe im Konzernanhang verwiesen.
Ergebnis aus Finanzanlagen
Im Wirtschaftsjahr wurden die Anteile an verbundenen Unternehmen und Ausleihungen sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen auf Werthaltigkeit überprüft. Daraus ergaben sich Zuschreibungen auf Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 4.399.973,00 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 25.932,40). Wertminderungen und Abschreibungen erfolgten im Geschäftsjahr 2021 in Höhe von 330,816,84 für Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,00) sowie Wertpapieren des Anlagevermögens in Höhe von EUR 63.833,60 (Rumpfgeschäftsjahr 2020 EUR: 0,00)
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Zum Bilanzstichtag bestehen aktive und passive latente Steuern für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten:
Aktiv | Passiv | |
2021 | 2021 | |
Sachanlagen | 544.474,79 | |
Finanzanlagen | 573.153,44 | |
Personalrückstellungen | 6.474.460,14 | |
Sonstige Rückstellungen | 1.257.527,00 | |
Betrag Gesamtdifferenz | 8.305.140,58 | 544.474,79 |
Ansatz steuerlicher Verlustvortrag | 0,00 | |
Ansatzbetrag | 8.305.140,58 | 544.474,79 |
Latente Steuern (25%) | 2.076.285,15 | 136.118,70 |
Saldierung | -136.118,70 | -136.118.70 |
Aktiver Überhang | 1.940.166,45 | 0,00 |
Wertberichtigung | -1.940.166,45 | |
Summe | 0,00 | 0,00 |
Im Geschäftsjahr wurden die aktiven latenten Steuern aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und der damit bestehenden Unsicherheit vollständig wertberichtigt.
IV. ERGÄNZENDE ANGABEN
1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es bestehen folgende Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen und Operating-Leasingverhältnissen.
2021 | 2020 | |
in EUR | in EUR | |
Mindest- Miet- und Leasingentgelte fällig | ||
bis zu einem Jahr | 2.856.666,17 | 2.927.947,83 |
mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren | 10.201.176,94 | 10.525.935,30 |
mehr als fünf Jahren | 1.834.760,00 | 4.182.320,76 |
Im Geschäftsjahr 2021 wurden wie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 die Verpflichtungen anhand der vertraglichen Laufzeiten ermittelt. In diesen Laufzeiten sind teilweise Verlängerungsoptionen berücksichtigt.
2. Anteile an verbundenen Unternehmen
Die Wolford AG in Bregenz ist die Muttergesellschaft und jene Gesellschaft, die den Konzernabschluss aufstellt.
in EUR | Sitz | Unmittelbarer | Eigenkapital | Jahresergebnis |
Gesellschaftname | Anteil | 31.12.2021 | 2021 | |
Wolford Beteiligungs GmbH | Bregenz | 100 | 3.859.754,44 | -228.890,00 |
Wolford proizvodnja in trgovina d.o.o. | Murska Sobota | 100 | 6.946.018,27 | 11.347,89 |
Buchwert | Buchwert | |||
Gesellschaftname | 31.12.2021 | 31.12.2020 | ||
in EUR | in TEUR | |||
Wolford Beteiligungs GmbH | 11.051.612,73 | 11.051.612,73 | ||
Wolford proizvodnja in trgovina d.o.o. | 2.500.000,00 | 2.500.000,00 | ||
13.551.612,73 | 13.551.612,73 |
Mit Bescheid vom 16. August 2006 wurde dem Antrag der Gesellschaft auf Feststellung einer Gruppe gemäß § 9 Abs. 8 KStG 1988 stattgegeben. Seit der Veranlagung 2006 ist die Gesellschaft Gruppenträgerin; die Gruppe beinhaltet zum Stichtag als Gruppenmitglied die Wolford Beteiligungs GmbH. Diese wurde mit Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag vom 15. April 2008 als Gruppenmitglied in die Gruppe aufgenommen.
Erzielt die Wolford Beteiligungs GmbH in einem Wirtschaftsjahr einen steuerpflichtigen Gewinn, so hat sie eine Steuerumlage an die Wolford AG zu entrichten; erzielt sie einen steuerlichen Verlust bzw. einen steuerlich nicht ausgleichsfähigen Verlust, wird dieser Verlust evident gehalten und in jenen darauffolgenden Wirtschaftsjahren, in denen die Wolford Beteiligungs GmbH wieder einen steuerlichen Gewinn erzielt, gegen diesen steuerlichen Gewinn verrechnet.
Von der Wolford Beteiligungs GmbH während der Wirksamkeit der Unternehmensgruppe erzielte steuerliche Verluste bzw. nicht ausgleichsfähige Verluste, die im Zeitpunkt der Beendigung des Gruppen- und Steuerausgleichsvertrages noch nicht verrechnet sind, sind von der Wolford AG in Form einer Ausgleichszahlung angemessen abzugelten.
Der Gruppenträger hat für diese Verpflichtung grundsätzlich eine Rückstellung zu bilden. Nach unserer unternehmerischen Beurteilung ist die tatsächliche Inanspruchnahme aufgrund der Verlustsituation beim Gruppenmitglied und beim Gruppenträger derzeit unwahrscheinlich. Daher wird keine Rückstellung gebildet.
Wolford Gruppe auf einen Blick
3. Derivative Finanzinstrumente
Zum 31. Dezember 2021 sowie zum 31. Dezember 2020 sind keine derivativen Finanzinstrumente offen.
4. Personalstand
Der Beschäftigtenstand betrug zum 31. Dezember 2021 392 (31. Dezember 2020: 453) Mitarbeiter davon 81 (31. Dezember 2020: 107) Arbeiter, 298 (31. Dezember 2020: 333) Angestellte und 13 (31. Dezember 2020: 13) Lehrlinge; die Berechnung erfolgte auf Vollzeitbasis. Im Durchschnitt betrug der Beschäftigtenstand im Geschäftsjahr 2021 422 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 478) Mitarbeiter davon 99 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 120) Arbeiter, 310 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 345) Angestellte und 13 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 13) Lehrlinge; die Berechnung erfolgte auf Vollzeitbasis.
5. Organe
Aufgliederung der Aufwendungen für:
2021 | ||||
in EUR | Bezüge | Abfertigung | Gesamtbezüge | |
Vorstandsmitglieder | 656.815,64 | 0,00 | 656.815,64 | |
davon variabel | 66.667,00 | 0,00 | 66.667,00 | |
Ehemalige Vorstandsmitglieder | 246.998,56 | 0,00 | 246.998,56 | |
903.814,20 | 0,00 | 903.814,20 |
2020 | ||||
in EUR | Bezüge | Abfertigung | Gesamtbezüge | |
Vorstandsmitglieder | 709.333,00 | 0,00 | 709.333,00 | |
davon variabel | 333.333,00 | 0,00 | 333.333,00 | |
Ehemalige Vorstandsmitglieder | 182.986,06 | 0,00 | 182.319,06 | |
892.319,06 | 0,00 | 892.319,06 |
An ehemalige Vorstandsmitglieder wurden Pensionszahlungen in Höhe von EUR 246.998,56 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 182.986,06) geleistet. Es wurden im Geschäftsjahr 2021 keine Vorschüsse ausbezahlt bzw. gibt es auch keine Haftungen für Vorstands und Aufsichtsratsmitglieder.
Der Aufwand für die Vergütungen an den Aufsichtsrat betrug EUR 152.250,00 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 94.000,00), wobei diese nach den jeweiligen Funktionen bemessen wurden.
Als Vorstandsmitglieder waren im Geschäftsjahr 2021 bestellt:
Andrew Thorndike, Chief Operating Officer (COO - seit dem 1. Oktober 2019, bestellt bis zum 31. Dezember 2024)
Silvia Azzali, Chief Commercial Officer (CCO - seit dem 1. November 2019, bestellt bis zum 31. Dezember 2024)
Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2021 aus den folgenden Mitgliedern:
Dr. Junyang Shao, Vorsitzende (seit der a. Hauptversammlung am 4. Mai 2018)
Thomas Dressendörfer, Stellvertreter der Vorsitzenden, (seit der a. o. Hauptversammlung am
4. Mai. 2018, Wiederbestellung in der o. Hauptversammlung am 13. September 2018)
Yun Cheng, Mitglied (seit der o. Hauptversammlung am 13. September 2018)
Dr. Prof. Matthias Freise, Mitglied (seit der o. Hauptversammlung am 26. September 2019)
Vom Betriebsrat waren im Geschäftsjahr 2021 in den Aufsichtsrat entsandt:
Anton Mathis, Mitglied (seit dem 16. Dezember 1999)
Alexander Greußing, Mitglied (seit dem 30. September 2020)
6. Haftungsverhältnisse
31.12.2021 | 31.12.2020 | |||
in EUR | in EUR | |||
Mietgarantie für Wolford America Inc. | 1.505.359,67 | 1.477.901,39 | ||
Sonstige | 0,00 | 2.799,29 | ||
1.505.359,67 | 1.480.700,68 |
Mit europäischen Tochterunternehmen bestehen Verrechnungspreisvereinbarungen mit einer definierten Zielmarge. Im Falle von Abweichungen zur Zielmarge werden durch die Wolford AG entsprechende Ausgleichszahlungen erhalten oder geleistet.
7. Ergebnisverwendungsvorschlag
Der in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2021 unter Punkt 19 ausgewiesene Bilanzverlust in Höhe von EUR 49.078.241,37 wird auf neue Rechnung vorgetragen.
8. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Jänner 2022 wurde seitens Fusion Fashion Group (Cayman) Limited ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 2.500 zu einem Zinssatz von 12 % p.a. gewährt, das eine Laufzeit bis Ende 2022 aufweist. Im Mai 2022 wurde ein weiteres Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 zu gleichen Konditionen gewährt. Die Laufzeiten der per 31. Dezember 2021 bestehenden Darlehen in Höhe von TEUR 10.000 und der oben angeführten Finanzierungen wurden im Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 verlängert.
Im November 2021 wurde eine Factoring-Vereinbarung über Forderungen abgeschlossen, die einen Verkauf von Forderungen bis zu TEUR 5.000 vorsieht, wobei die ersten Transaktionen unter dem Vertrag 2022 wirksam werden.
Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich von 25,00 % auf 23,00 % vor (Jahr 2023: 24,00 %, ab Jahr 2024: 23,00 %). Diese Änderung des Körperschaftsteuersatzes hat auf die Berechnung der latenten Steuern ab 2022 eine untergeordnete Auswirkung.
Die ersten Monate des Jahres 2022 waren weltweit durch regional unterschiedliche Entwicklungen der Covid-19-Pandemie bei insgesamt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen, insbesondere der Omikron-Variante, gekennzeichnet. Es existieren nach wie vor in verschiedenen Ländern Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Covid-19-Ausbreitung weiter einzudämmen. Unverändert sind auch nach dem Bilanzstichtag signifikante Auswirkungen aus der Covid-19 Krise auf die Wolford Gruppe aufgrund von Verkaufseinschränkungen zu verzeichnen. Insbesondere der für Wolford relevante, wachsende Markt in China ist hiervon betroffen, was zu Verzögerungen in den geplanten Eröffnungen von neuen Shops führte. Über ein Ende der Maßnahmen in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, kann aktuell keine verlässliche Aussage getroffen werden. Wir verweisen auf die detaillierten Auswirkungen im Lagebericht unter Chancen- und Risikomanagement.
Die weitere Entwicklung der weltweiten Situation und deren Auswirkungen auf Wolford bleiben unsicher. Kostensteigerungen und Lieferengpässe sind ein Thema auf globaler Ebene, insbesondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges, bisher doch mit geringem Effekt auf das Geschäft von Wolford. Wolford ist sowohl in Russland also auch der Ukraine aktiv, erzielt dort aber nur unwesentliche Umsätze, sodass sich der Ukrainekrieg direkt nicht signifikant auf die Umsatz- und Ergebnissituation auswirken wird.
Bis zur Veröffentlichung sind keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten die eine wesentliche Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Bregenz, am 14. Juni 2022
Der Vorstand
Andrew Thorndike COO Verantwortlich für Product Development, Supply Chain Management, Finanzen, Legal, Investor Relations, IT und HR | Silvia Azzali CCO Verantwortlich für Sales & Merchandising, Marketing und Design |
Anlagenspiegel
WOLFORD AG
Lagebericht
Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens 124
Ergebnis- und Bilanzanalyse 126
Ausblick und Ziele 129
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 131
Chane- und Risikomanagement 132
Forschung und Entwicklung 138
Umwelt 140
Human Resources 141
Angaben nach § 243a Abs. 1 UGB 143
Erklärung des Vorstands der Wolford AG 144
Bestätigungsvermerk 145
GESCHÄFTSVERLAUF, GESCHÄFTSERGEBNIS UND LAGE DES UNTERNEHMENS
Wolford in Kürze
Wolford ist Marktführer im Bereich der hochwertigen Skinwear. Die Marke ist in 45 Ländern weltweit an 229 Monobrand-Standorten sowie bei über 2 500 Handelspartnern vertreten. Das österreichische Unternehmen produziert unter Einhaltung höchster ökologischer und sozial nachhaltiger Standards ausschließlich in Europa: Wolford entwirft in der italienischen Modemetropole Mailand und stellt seine Kreationen am Stammsitz in Bregenz am Bodensee sowie im slowenischen Murska Sobota her, beides Regionen, in denen die Textilherstellung eine lange und glanzvolle Tradition hat. Insgesamt beschäftigt die Wolford Gruppe zum Ende des Geschäftsjahr 1.081 Mitarbeiter (FTE), davon 392 Mitarbeiter (FTE) in der Unternehmenszentrale in Bregenz. Ein zweiter Sitz mit eigenem Showroom befindet sich in Mailand, Italien. Wolford wurde 1950 in Bregenz am Bodensee gegründet und notiert an den Börsen in Wien, Frankfurt und New York. Die Marke gehört zum globalen Luxusmodekonzern Lanvin Group, die von Wolfords chinesischem Mehrheitsaktionär Fosun gegründet wurde.
Produkte mit hohem Qualitätsanspruch
Mit der Kernproduktgruppe Legwear, an der alle anderen Produktgruppen ausgerichtet sind, erzielt Wolford etwa 37% des Umsatzes. Die stärkste Produktgruppe ist die Ready-to-wear (43 %) mit körpernahen Produkten wie Bodys und Shirts (Bodywear) sowie Kleidern und Pullovern. Die Produktgruppen Legwear und Bodywear basieren auf einer speziellen, von Wolford entwickelten und laufend verfeinerten Rundstricktechnologie - Grundlage für den bekannten Tragekomfort und die Qualität der Wolford Produkte. Beide Produktgruppen werden komplettiert durch ein Angebot dekorativer und teilweise körperformender Wäsche. Ergänzt werden die Kollektionen durch eine kleine Auswahl an Accessoires wie Tücher und Gürtel, die im niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Bereich zum Umsatz beitragen.
Bei den Produkten unterscheidet Wolford zwischen modischen Trend-Produkten und der sogenannten Essential-Kollektion, die alle zeitlosen „Klassiker" des Unternehmens umfasst, etwa die seit 1988 produzierte Strumpfhose „Satin Touch".
Insgesamt bringt Wolford pro Kalenderjahr zwei Trend-Kollektionen auf den Markt. Eine deckt den Zeitraum Frühjahr/Sommer ab, die andere Herbst/ Winter. Je nach Kollektion gibt es vier bis fünf Lieferintervalle mit neuen Produkten, die für neue Impulse auf der Verkaufsfläche sorgen sollen - flankiert durch entsprechende Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen.
Das Geschäftsmodell
Das Geschäftsmodell der Wolford Gruppe beruht auf der Abdeckung eines Großteils der Wertschöpfungskette - von Design und Entwicklung über Teile der Produktion bis zu weltweiter Omnichannel-Distribution inklusive eigener Boutiquen. Das macht das Unternehmen in hohem Maße autark und ermöglicht schnelles Reagieren, beispielsweise auf aktuelle Modetrends. In Teilbereichen von Wäsche und Ready-to-wear wird Wolford von externen Partnern und ausgewählten Lieferanten unterstützt. Dabei werden die Aufgaben rund um die Produktentwicklung in der Zentrale in Bregenz gebündelt.
Ergebnis- und Bilanzanalyse
In der 33. ordentlichen Hauptversammlung vom 30. September 2020 wurde der Beschluss gefasst, den Bilanzstichtag, beginnend mit dem aktuellen Geschäftsjahr auf den 31. Dezember zu verlegen. Beim aktuellen Geschäftsjahr handelt es sich daher erstmalig um ein Kalendergeschäftsjahr, das mit dem 31. Dezember 2021 endet (Vergleichsperiode als Rumpfgeschäftsjahr: 1. Mai 2020 bis 31. Dezember 2020). In den Analysen der Ertragslage muss beachtet werden, dass in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahrs 12 Monate enthalten sind, während die Vergleichsperiode als Rumpfgeschäftsjahr nur acht Monate umfasst.
Die Wolford AG erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von EUR 63,23 Mio. Er lag damit um 57,7 % über dem Vergleichswert des Rumpfgeschäftsjahres 2020 (EUR 40,09 Mio.).
Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf EUR 12,37 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 54,25 Mio.), wobei ein wesentlicher Teil auf die Berücksichtigung des beantragten Verlustersatzes in Höhe von EUR 8,18 Mio. zurückzuführen ist; im Rumpfgeschäftsjahr 2020 wurde ein Fixkostenzuschuss von EUR 3,70 Mio. ergebniswirksam erfasst. Der Betrag des Rumpfgeschäftsjahres 2020 war zum einen auf den Verkauf der Liegenschaft in Bregenz (EUR 47,54 Mio.) und zum anderen auf die Berücksichtigung des beantragten Fixkostenzuschusses (EUR 3,70 Mio.) zurückzuführen. Weiters wurden Kurzarbeitsförderungen in Höhe von EUR 1,61 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 1,68 Mio.) erhalten.
Im Geschäftsjahr 2021 konnte der Vorratsbestand an fertigen und unfertigen Waren um EUR 3,86 Mio. auf EUR 14,57 Mio. abgebaut werden (Rumpfgeschäftsjahr 2020: Aufbau um EUR 1,50 Mio.). Der Materialaufwand stieg um EUR 4,37 Mio. auf EUR 22,58 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 18,21 Mio.).
Der Personalaufwand erhöhte sich unterproportional um EUR 5,36 Mio. auf EUR 27,31 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 21,95 Mio.). Die ist insbesondere auf den geringeren Aufwand von Abfertigungen aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen im Vergleich zum Rumpfgeschäftsjahr 2020 zurückzuführen. Der Beschäftigtenstand betrug zum 31. Dezember 2021 392 (31. Dezember 2020: 453) Mitarbeiter davon 81 (31. Dezember 2020: 107) Arbeiter, 298 (31. Dezember 2020: 333) Angestellte und 13 (31. Dezember 2020: 13) Lehrlinge, was eine Reduktion von 61 Mitarbeitern zum Stichtag (31. Dezember 2020: 47) bedeutet; die Berechnung erfolgte auf Vollzeitbasis. Im Durchschnitt betrug der Beschäftigtenstand im Geschäftsjahr 2021 422 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 478) Mitarbeiter davon 99 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 120) Arbeiter, 310 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 345) Angestellte und 13 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 13) Lehrlinge; die Berechnung erfolgte auf Vollzeitbasis.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen beliefen sich auf EUR 1,28 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 1,32 Mio.).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um EUR 14,04 Mio. auf EUR 34,14 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 20,10 Mio.) im Vergleich zum Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzten sich zum großen Teil aus Rechts- und Beratungskosten in Höhe von EUR 7,72 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 4,41 Mio.), Marketingkosten in Höhe von EUR 5,18 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 4,03 Mio.), Aufwand B2C in Höhe von EUR 2,26 Mio. EUR (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 2,39 Mio.), Frachten in Höhe von EUR 3,39 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,92 Mio.), Konzernverrechnungen in Höhe von EUR 3,21 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,54 Mio.), EDV-Kosten in Höhe von EUR 3,07 Mio. Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 1,79 Mio.), Mieten in Höhe von EUR 2,77 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,77 Mio.) und Einzelwertberichtigungen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 1,48 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,02 Mio.) zusammen.
Das operative Ergebnis (EBIT) verringerte sich gegenüber dem Rumpfgeschäftsjahr 2020, in welchem vor allem durch den Verkauf der Liegenschaft in Bregenz ein Ertrag vor Steuern von EUR 47,50 Mio. entstanden war, um EUR 47,56 Mio. auf EUR -13,48 Mio.
Das Finanzergebnis verbesserte sich bei Erträgen aus der Zuschreibung zu Finanzanlagen in Höhe von EUR 4,40 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 0,03 Mio.) und Aufwendungen aus Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von EUR 0,39 Mio. auf EUR 3,39 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr: EUR +0,16 Mio.). Das positive Finanzergebnis im Rumpfgeschäftsjahr 2020 war auf die Rückführung der Darlehen bei den Kreditinstituten und dem Darlehen der Fosun Fashion Investment Holdings (HK) Limited im Rumpfgeschäftsjahr 2020 und damit wegfallender Zinsen zurückzuführen, während im Geschäftsjahr 2021 Zinsen in Höhe von EUR 0,70 Mio. für das neue aufgenommen Darlehen der Fosun Fashion Group (Cayman) Limited angefallen sind. Somit ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von EUR -9,92 Mio. nach EUR 34,4 Mio. im Rumpfgeschäftsjahr 2020. Die Ertragsteuern belaufen sich im Wesentlichen beeinflusst durch Wertberichtigungen auf aktivierte latente Steuern in Höhe von EUR 1,94 Mio. auf EUR 2,07 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: -EUR 4,6 Mio.). Das Ergebnis nach Steuern verschlechterte sich um EUR 42,94 Mio. auf EUR -12.16 Mio. (Rumpfgeschäftsjahr 2020: EUR 29,78 Mio.).
Das Anlagevermögen zum Stichtag 31. Dezember 2021 erhöhten sich durch die Zuschreibungen auf Ausleihungen an verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 4,40 Mio. bei gleichzeitigen Abschreibungen auf Ausleihungen in Höhe von EUR 0,39 Mio. auf EUR 27,90 Mio. gegenüber einem Wert zum 31. Dezember 2020 von EUR 27,63 Mio.
Das Umlaufvermögen erhöht sich um EUR 14,62 Mio. auf EUR 74,65 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 60,03 Mio.). Dies resultierte zu einem großen Teil aus der Aktivierung von zusätzlichen Forderungen aus Verlustersatz in Höhe von EUR 8,18 Mio. sowie dem Aufbau der Forderungen gegen verbundene Unternehmen.
Die Bilanzsumme erhöhte sich insgesamt von EUR 90,48 Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 103,96 Mio. zum Ende des Geschäftsjahres 2021.
Das Eigenkapital belief sich auf EUR 40,14 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 52,31 Mio.). Die Eigenkapitalquote fiel von 57,8 % auf 38,6 %.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 0,01 Mio. nach EUR 0,1 Mio. am Ende des Rumpfgeschäftsjahres 2020. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich unter anderem durch die Aufnahme eines erneuten langfristigen Darlehens von Fosun Fashion Group (Cayman) Limited in Höhe von EUR 10,00 Mio. (unter Berücksichtigung der aufgelaufenen Zinsen auf EUR 10,70 Mio.) in drei Tranchen in den Monaten Mai und Juli 2021.
Der Zahlungsmittelbestand hat sich um EUR 1,25 Mio. von EUR 3,23 Mio. auf EUR 1,98 Mio. reduziert.
Sämtliche Liquiditätskennzahlen haben sich nach der Entschuldung durch den Verkauf der Liegenschaft in Bregenz im Rumpfgeschäftsjahr 2020 durch weiteren Kapitalbedarf negativ entwickelt.
Ausblick und Ziele
Entwicklung des wirtschaftlichen Umfelds
Im Winterhalbjahr setzte sich die weltwirtschaftliche Expansion fort. Die Weltproduktion nahm im Schlussquartal 2021 um 1,5 % zu. Dabei beeinflusst die Covid-19-Pandemie weiterhin die wirtschaftliche Aktivität. Mit dem Krieg in der Ukraine ergeben sich für die Weltkonjunktur neue Belastungen. Sie werden die Produktions- und Lieferketten in den kommenden Monaten deutlich beeinträchtigen und die Expansion spürbar dämpfen. Auch die Inflation ist bereits stark gestiegen und die US-Notenbank hat das Ende der extrem expansiven Geldpolitik eingeläutet. Vor diesem Hintergrund haben die Experten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel ihre Wachstumsprognosen gegenüber den Prognosen zum Jahresende deutlich gesenkt. Für das Gesamtjahr 2022 erwarten sie ein Produktionswachstum von 4,5 % (2021: +5,7 %).1 Deutschland ist insbesondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges geprägt von erheblichen Preissteigerungen, im Mai 2022 betrug die Inflationsrate 7,9 %.
Die US-Konjunktur wird sich 2022 vor dem Hintergrund der restriktiveren Geld- und Finanzpolitik, hoher Inflation und der geopolitischen Konflikte abschwächen. Die hohen Teuerungsraten mindern die Kaufkraft. Gleichzeitig stützen hohe Ersparnisse den Konsum. Insgesamt wird die US-amerikanische Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 2,2 % wachsen, bei einer vorübergehend deutlich erhöhten Inflationsrate von 7 %.2 Im Mai 2022 betrug die Inflationsrate bereits 8,6 %.
Im Euroraum hat die Wirtschaftsleistung das Vor-Corona-Niveau überschritten. Gleichzeitig hat sich die Inflation stark beschleunigt. Die negativen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs treffen auf starke konjunkturelle Auftriebskräfte. So bleibt zum Beispiel auch die Konsumneigung weiter hoch. Für das Gesamtjahr wird ein Wachstum von 2,8 % erwartet. Dabei werden die Verbraucherpreise im laufenden Jahr mit voraussichtlich mit 5,2 % so stark steigen wie nie zuvor seit Bestehen der Währungsunion.3 Im Mai 2022 betrug die Inflationsrate jedoch bereits 8,1 %. In China werden Konsum und Produktion nach wie vor immer wieder durch Pandemiemaßnahmen gedämpft. Hinzu kommen Belastungen wie die Energie-, die Immobilien- und die Ukrainekrise, so dass der erwartete Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts bei 4,8 % liegen wird.4
Entwicklung Wolford
Nachdem die Covid-Wellen im vergangenen Kalenderjahr spürbare Umsatzeinbußen brachten, geht Wolford für das laufende Geschäftsjahr 2022 davon aus, dass sich das Konsumverhalten und damit auch die Nachfrage wieder verbessern wird. Das Management rechnet damit, dass Wolford das Umfeld nutzen kann und sich der Umsatz 2022 dem Pre-Covid-Niveau von 2019 annähert. Für das operative Ergebnis (EBIT) geht das Unternehmen von einer Verbesserung im laufenden Geschäftsjahr aus. Dabei wird vorausgesetzt, dass im Verlauf des Jahres keine deutlich gefährlicheren Virus-Varianten auftreten, die einen Lockdown zur Folge hätten und die Situation in Osteuropa weltwirtschaftlich nicht zu weiteren Verwerfungen führt.
Einer besseren Ergebnisentwicklung stehen in diesem Jahr noch eine Reihe von Kostentreibern im Wege. Dazu zählt die erhöhte Inflationsrate. Sie setzt die Wirtschaft insgesamt und damit auch Wolford unter Druck. Eine Abschwächung des Preisauftriebs ist frühestens 2023 zu erwarten.
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1 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 85 (2021/Q4), S. 2; IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 87 (2022/Q1), S. 3.
2 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 87 (2022/Q1), S. 12 ff., S. 15.
3 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 87 (2022/Q1), S. 17 f.
4 IfW: Kieler Konjunkturberichte Nr. 87 (2022/Q1), S. 15 f.
Auch die Lieferketten bleiben weiterhin eine Schwachstelle, die sich im Zuge des Ukrainekonflikts noch einmal verstärkt. Wolford geht davon aus, dass die Kosten für Transport, Produktion, Personal, Dienstleistungen sowie weitere direkte und indirekte Kostenpositionen im Geschäftsjahr 2022 in einem einstelligen Prozentbereich steigen werden.
Ein weiterer wesentlicher Kostentreiber sind die Preise für Energie, insbesondere Öl und Gas. Sie waren im vergangenen Jahr bereits stark gestiegen. Mit der unsicheren Situation in Osteuropa wird sich die Kostensituation nicht verbessern.
Unabhängig davon blickt das Management positiv auf das kommende Jahr und auf die Zeit darüber hinaus: Die Projekte aus dem Restrukturierungsprogramm „PITBOLI" wurden vollständig erfolgreich umgesetzt, so dass sich die Effekte schon im laufenden Jahr entfalten können. Die getroffenen Maßnahmen sind ausnahmslos nachhaltiger Natur und erlauben so eine transparente durchgängige Kostensteuerung.
Die Märkte bleiben anspruchsvoll. Deshalb hat das Management aus „PITBOLI" und dem Strategieprojekt "Nordstern/Masterplan für Wolford" zweiundzwanzig strategische Initiativen für Top und Bottom Line abgeleitet. Ziel der Initiativen ist die gezielte Reaktion auf die gegenwärtigen Herausforderungen durch entsprechende Abfederungsmaßnahmen. Zu den Maßnahmen zählen die Anpassung der Preisstrategien, das Anstreben langfristiger Rahmenverträge, Effizienzverbesserung und Aufwandsvermeidung sowie weitere Optimierungen entlang der drei Vertriebskanäle.
Entscheidend für die weitere Entwicklung von Wolford ist die erfolgreiche Positionierung der Marke auf den internationalen Märkten. Dazu verstärkt das Unternehmen den eingeschlagenen Weg, die Marke mit ihren Erweiterungen "The W" und "W Lab" global zu positionieren. Dazu wird Wolford im laufenden Geschäftsjahr die bisherigen erfolgreichen Kooperationen fortführen und - in Zusammenarbeit mit internationalen Stardesignern - vier weitere Kapselkollektionen an den Markt bringen.
Besondere Wachstumschancen sieht Wolford in den Märkten USA und China. Hier sieht das Management solide zweistellige Jahreswachstumsraten. Dementsprechend liegt ein wichtiger operativer Fokus auf den Maßnahmen zur Erschließung dieses Potenzials.
Basierend auf den eingeleiteten Maßnahmen sieht das Management Wolford gut aufgestellt, um das eingeschlagene Umsatzwachstum bei gleichzeitiger Profitabilitätssteigerung weiter fortzusetzen.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Jänner 2022 wurde seitens Fusion Fashion Group (Cayman) Limited ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 2.500 zu einem Zinssatz von 12% p.a. gewährt, das eine Laufzeit bis Ende 2022 aufweist. Im Mai 2022 wurde ein weiteres Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 zu gleichen Konditionen gewährt. Die Laufzeiten der per 31. Dezember 2021 bestehenden Darlehen in Höhe von TEUR 10.000 und der oben angeführten Finanzierungen wurden im Juni 2022 bis 31. Dezember 2023 verlängert.
Im November 2021 wurde eine Factoring-Vereinbarung über Forderungen abgeschlossen, die einen Verkauf von Forderungen bis zu TEUR 5.000 vorsieht, wobei die ersten Transaktionen unter dem Vertrag 2022 wirksam werden.
Am 20. Jänner 2022 wurde die ökosoziale Steuerreform beschlossen. Sie sieht unter anderem eine stufenweise Senkung des Körperschaftsteuersatzes in Österreich von 25,00 % auf 23,00 % vor (Jahr 2023: 24,00 %, ab Jahr 2024: 23,00 %). Diese Änderung des Körperschaftsteuersatzes hat auf die Berechnung der latenten Steuern ab 2022 eine untergeordnete Auswirkung.
Die ersten Monate des Jahres 2022 waren weltweit durch regional unterschiedliche Entwicklungen der Covid-19-Pandemie bei insgesamt wieder deutlich steigenden Infektionszahlen, insbesondere der Omikron-Variante, gekennzeichnet. Es existieren nach wie vor in verschiedenen Ländern Einschränkungen des öffentlichen Lebens, um die Covis-19-Ausbreitung weiter einzudämmen. Unverändert sind auch nach dem Bilanzstichtag signifikante Auswirkungen aus der Covid-19-Krise auf die Wolford Gruppe aufgrund von Verkaufseinschränkungen zu verzeichnen. Insbesondere der für Wolford relevante, wachsende Markt in China ist hiervon betroffen, was zu Verzögerungen in den geplanten Eröffnungen von neuen Shops führte. Über ein Ende der Maßnahmen in den Ländern, in denen die Gruppe tätig ist, kann aktuell keine verlässliche Aussage getroffen werden. Wir verweisen auf die detaillierten Auswirkungen im Lagebericht unter Chancen- und Risikomanagement.
Die weitere Entwicklung der weltweiten Situation und deren Auswirkungen auf Wolford bleiben unsicher. Kostensteigerungen und Lieferengpässe sind ein Thema auf globaler Ebene, insbesondere seit Ausbruch des Ukrainekrieges, bisher doch mit geringem Effekt auf das Geschäft von Wolford. Wolford ist sowohl in Russland also auch der Ukraine aktiv, erzielt dort aber nur unwesentliche Umsätze, so dass sich der Ukrainekrieg direkt nicht signifikant auf die Umsatz- und Ergebnissituation auswirken wird.
Bis zur Veröffentlichung haben sich keine weiteren Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wolford Gruppe ergeben.
Chancen- und Risikomanagement
Um nachhaltig wettbewerbsfähig sein zu können, müssen Unternehmen bewusst gewisse Risiken eingehen. Dies trifft auch auf die Wolford AG zu. Sie ist im Rahmen ihrer globalen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt und sieht in einem effektiven Risikomanagement einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die nachhaltige Sicherung des Unternehmens und die Schaffung von Shareholder-Value. Neben den Risiken entstehen aber auch Chancen, die sich zu einem Wettbewerbsvorteil entwickeln können. Daher versucht Wolford zu jedem Zeitpunkt, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren. Dies soll durch interne Grundsätze und Systeme sichergestellt werden.
Grundlage des Chancen- und Risikomanagements
Die rechtzeitige Wahrnehmung von Chancen und Risiken hat einen großen Einfluss auf die Zielerreichung der Wolford AG. So versteht Wolford Risiken als interne bzw. externe Ereignisse, die das Erreichen von Geschäftszielen negativ beeinflussen können. Analog dazu definiert Wolford Chancen als interne bzw. externe Ereignisse, die das Erreichen von Geschäftszielen positiv beeinflussen können. Dementsprechend hat das Unternehmen mit ausgewählten Führungskräften aus den unterschiedlichsten Abteilungen Chancen und Risiken eruiert. Darauf aufbauend hat das Managementteam sowohl die potenziellen Top-Chancen als auch die Top-Risiken diskutiert.
Chancen- und Risikomanagementsystem
Das Chancen- und Risikomanagement ist direkt dem Vorstand unterstellt, damit ein umfassendes, ganzheitliches und effektives Management sämtlicher wesentlicher Chancen und Risiken gewährleistet werden kann. Ziel des Risikomanagements ist die frühzeitige Identifikation von Risiken, die das Erreichen der Unternehmensziele gefährden können, und von Chancen, die das Erreichen der Unternehmensziele erleichtern können, sowie das Ergreifen entsprechender Maßnahmen zur Zielerreichung. Somit ist die Zieldefinition auch ein wesentlicher Bestandteil des Chancen- und Risikomanagementsystems.
Damit das Chancen- und Risikomanagementsystem effektiv umgesetzt werden kann, wurde es an die Vorgaben des international bewährten Regelwerks für unternehmensweites Risikomanagement und interne Kontrollsysteme (COSO - Internal Control and Enterprise Risk Management Framework des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission) angelehnt. Das Chancen- und Risikomanagement wird laufend an die Größe, die Struktur und das Risikoumfeld der Wolford angepasst.
Erläuterung wesentlicher Risiken und Chancen
Die Corona-Krise und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und unsere Hauptmärkte stellen wesentliche Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung von Wolford dar. Aufgrund der durch die anhaltende Corona-Krise eingeschränkten Visibilität können die Geschäftsrisiken aktuell nur schwer eingeschätzt werden, da diese stark von der Dauer und der Intensität der Krise sowie den weiteren Folgen für die Weltwirtschaft abhängen. Der Rückgang war im Rumpfgeschäftsjahr deutlich spürbar und die Erholung verzögert sich durch das massive Auftreten einer zweiten Welle, die zu erneuten Lockdowns in verschiedenen Ländern geführt hat. Im Geschäftsjahr ist eine zwar Verbesserung der Lage, insbesondere durch den Ausbau des Online-Geschäfts, eingetreten, aber die geschäftliche Entwicklung steht weiterhin unter dem Einfluss der Pandemie. Die weitere Entwicklung der Pandemie und die daraus resultierenden politischen Maßnahmen sind aus heutiger Sicht nach wie vor schwer abschätzbar, entsprechend könnten sich weitere negative Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Gruppe ergeben.
Strategieentwicklung
Wolford befindet sich in einem dynamischen, sich schnell verändernden Marktumfeld, folglich ist es wichtig, eine passende Strategie zu entwickeln. Eine fehlende Strategie gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunft des Unternehmens. Daher ist es von zentraler Bedeutung, eine durchgängige Strategie für das Unternehmen zu entwickeln und nicht zuletzt auch intern zu kommunizieren, damit sie von allen Mitarbeitern mitgetragen wird. Ein wesentliches Risiko bei der Entwicklung der Strategie ist die Nichtbeachtung oder Fehleinschätzung aktueller Trends. Wolford überwacht laufend die Entwicklung des Marktumfelds, das Verhalten der Zielgruppen sowie aktuelle Trends und passt die eigene Strategie entsprechend an. Angesichts des anhaltenden Trends zum Onlinekauf setzt Wolford beispielsweise schon seit Längerem auf den systematischen Ausbau des eigenen Onlinegeschäfts und auf Kooperationen mit relevanten Anbietern in diesem Bereich. Da das Wachstum der Luxusmarken absehbar in Asien, allen voran in China, stattfinden wird, wurde in den vergangenen Jahren vermerkt in den Ausbau der Marktpräsenz in China investiert.
Marktkommunikation
Für ein Unternehmen wie Wolford, das von der Strahlkraft seiner Marke lebt, ist das Markenimage von großer Bedeutung. Daher braucht es eine gezielte Marktkommunikation mit einer stringenten Marketingstrategie. Es bedarf des passenden Marktauftritts, um auch jüngere potenzielle Konsumentinnen anzusprechen. Weitere Investitionen in den globalen Marktauftritt sind für Wolford unerlässlich und wurden entsprechend getätigt.
Personalentwicklung
Für Wolford stellen die Mitarbeiter die wichtigste Ressource des Unternehmens dar. Daher ist es für Wolford selbstverständlich, Mitarbeiter ebenso zu schützen wie zu fördern. Die Arbeitsbedingungen und die Qualifikation der Mitarbeiter beeinflussen die Leistung in der Entwicklung und Produktion ebenso wie den Erfolg am Point of Sale; gut geschultes Verkaufspersonal hat einen entscheidenden Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Vor allem aber lebt Wolford von der anerkannten Qualität ihrer Produkte aus eigener Fabrikation, und diese steht in enger Verbindung mit den Arbeitsbedingungen in Produktion und Fertigung in den beiden Werken in Österreich und Slowenien. Nicht nur der Verlust von Schlüsselpersonal stellt ein hohes Risiko dar, sondern auch die Gefahr, nicht genügend gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu identifizieren, zu rekrutieren und an das Unternehmen zu binden. Wolford befindet sich in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld, dementsprechend schnell verändern sich die Anforderungen an das Unternehmen als Ganzes und an die Mitarbeiter im Speziellen hinsichtlich Flexibilität, Mobilität und Anpassungsfähigkeit. Folglich muss Wolford systematisch in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investieren und zudem ihr Recruiting laufend optimieren, um in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt (War of talents) gut ausgebildete und flexible Mitarbeiter gewinnen zu können.
IT-Implementierung
Die Anforderungen an die IT nehmen heute ständig zu, deshalb bedarf es eines effizienten und prozessorientierten IT-Systems. Das Nebeneinander unterschiedlicher IT-Systeme stellt für das Unternehmen ein potenzielles Risiko dar: Vom Einkauf über die Produktionsplanung bis zum Vertrieb existiert eine Vielzahl von unabhängigen IT-Systemen und Datenbanken, die nur begrenzt kompatibel sind. Entsprechend zeit- und personalaufwendig sind der Datenabgleich und der generelle IT-Support, entsprechend fehleranfällig kann auch das Gesamtsystem der Wolford AG sein. Systemausfälle können zum Verlust von wichtigen Daten und in der Folge zu finanziellen Einbußen führen. Vor diesem Hintergrund plant Wolford mittelfristig die Vereinheitlichung der IT-Landschaft durch die unternehmensweite Einführung einer ERP-Standardsoftware.
Marktveränderung
Wolford unterliegt einer Vielzahl von externen Einflüssen und Risiken, zum Beispiel gesamt-wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Veränderungen. Als global agierendes Unternehmen ist Wolford der konjunkturellen Entwicklung in internationalen Märkten unterworfen und abhängig vom Verhalten der Konsumenten. Durch konjunkturbedingte oder durch sonstige externe Faktoren (wie die Covid-19-Pandemie im Rumpfgeschäftsjahr 2020 sowie im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 als auch politische Konflikte wie z.B. die Ukrainekrise) verursachte Nachfragerückgänge kann es zu Überkapazitäten in der Produktionsplanung kommen. Um dies zu vermeiden, analysiert Wolford laufend die Auslastung der Kapazitäten und passt diese gegebenenfalls an die Markterfordernisse an. Im Rumpfgeschäftsjahr 2020 und im Geschäftsjahr 2021 wurden als Maßnahme in diesem Zusammenhang auch Kurzarbeitsförderungen in Anspruch genommen. Zudem setzt Wolford auf die Optimierung der verschiedenen Prozesse im Unternehmen im Rahmen der eigens hierfür aufgesetzten Projekte. Zudem sind die Rahmenbedingungen im Modeeinzelhandel anhaltend schwierig, da die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung das Warenangebot für die Konsumenten erhöht und für einen intensiveren Wettbewerb sorgt. Um die Risiken aus diesen Entwicklungen zu minimieren, setzt Wolford auf den Erhalt ihrer Qualitätsführerschaft und auf eine starke Marktkommunikation. Das umfassende, wachsende Netz von eigenen Retailstandorten wird laufend auf seine Wirtschaftlichkeit hin überprüft, nicht ausreichend profitable Boutiquen werden nach Auslaufen entsprechender Mietverträge geschlossen. Zudem baut Wolford das eigene Onlinegeschäft seit Langem systematisch aus und kooperiert auch mit den relevanten E-Tailern.
Durch die Coronakrise beschleunigt sich der seit Langem offensichtliche Strukturwandel in der Modebranche nach 2020 auch im Geschäftsjahr 2021 nochmals deutlich. Die Zukunft des stationären Einzelhandels steht mehr denn je infrage, und auch Wolford muss darauf neue strategische Antworten durch die Neuausrichtung und den zuvor angeführten Maßnahmen zur Umsatzausweitung finden, um den Fortbestand sicherzustellen. Das Management wird auch im laufenden Geschäftsjahr den eingeschlagenen Weg des Umsatzwachstums bei gleichzeitiger Profitabilitätsverbesserung weiter konsequent fortsetzen. Im Fokus stehen dabei die Umsetzung der bereits definierten und deutliche Erfolge zeigenden Maßnahmen zur Neustrukturierungen sowie gezielte Maßnahmen zur Umsatzausweitung, etwa der weitere Ausbau des Online-Geschäfts.
Politische und gesellschaftliche Risiken
Als global agierendes Unternehmen unterliegt die Wolford AG politischen und gesellschaftlichen Risiken. So können Veränderungen im politischen oder regulatorischen Umfeld, geopolitische Spannungen, aber auch terroristische Anschläge das Konsumverhalten der Kunden negativ beeinflussen. Auch im Jahr 2022 ist weiterhin weltweit mit Unsicherheiten infolge politischer und gesellschaftlicher Umbrüche zu rechnen, wie nicht zuletzt die Ukrainekrise im Februar 2022 zeigte. Als potenzielle unmittelbare Folgen sind hier neue Flüchtlingsbewegungen und eine sich verstärkende Inflation zu nennen. Damit gehen gerade auch für die Anbieter von Luxusgütern Risiken einher, die sie selbst nicht beeinflussen können.
Finanzielle Risiken
Wolford ist finanziellen Risiken aufgrund von Zinssatzänderungen und Schwankungen der Wechselkurse ausgesetzt. Als Folge der internationalen Ausrichtung des Geschäftsmodells unterliegt Wolford jedoch auch dem Risiko von Wechselkursschwankungen. Die Entwicklung wesentlicher Fremdwährungsexposures wird laufend beobachtet, Absicherungen über Derivate werden derzeit nicht vorgenommen.
Liquiditätsrisiko
Im Mai und Juli 2021 hat die Wolford AG in mehreren Tranchen die von der Fosun Fashion Group (Cayman) Limited gewährte Kreditlinie als Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 10 Mio. in Anspruch genommen.
Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit hält die Wolford Gruppe Liquidität in Form von mehrheitlich täglich verfügbaren Bankguthaben, um erwartete betriebliche Aufwendungen und finanzielle Verbindlichkeiten bedienen zu können. Die Auswirkungen von weiteren Lockdowns und Einschränkungen der Geschäftstätigkeit aufgrund der Corona-Krise auf die Liquidität der Wolford Gruppe sind derzeit jedoch schwer abschätzbar. Der daraus resultierenden Unsicherheit wird durch eine verstärkte Überwachung der Liquidität Rechnung getragen. Hier wird auf die Angaben zur Going Concern Analyse im Kapitel „I. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" verwiesen.
Kreditrisiken
Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann. Potenzielle Kreditrisiken gibt es gegenüber Wholesale-Kunden durch die Gewährung von Zahlungszielen mit damit einhergehendem Forderungsausfallrisiko. Dieses Risiko wird teilweise durch einen Kreditversicherer abgesichert. Weiters besteht ein Ausfallrisiko beim Kauf durch Endkonsumenten im Online-Business. Aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen mit einem externen Anbieter von Bonitätsprüfungen zusammen, sodass Kunden bei ihrer Bestellung auf Kreditwürdigkeit überprüft werden. Zudem überwachen und überprüfen die jeweiligen Onlineshop-Manager fortlaufend die Bestelleingänge.
Internes Kontrollsystem
Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems sowie für die Sicherstellung der Einhaltung aller rechtlichen Anforderungen. Die Konzernrechnungslegung der Wolford Gruppe liegt organisatorisch bei der Wolford AG. Die Abteilungen Group-Accounting (zuständig für das externe Berichtswesen) und Group-Controlling (zuständig für das konzerninterne Berichtswesen) unterstehen direkt dem Vorstand der Wolford AG.
Grundlage der Prozesse in der Konzernrechnungslegung und -berichterstattung ist ein Bilanzierungshandbuch, das von der Wolford AG herausgegeben und anlassbezogen aktualisiert wird. Darin werden die wesentlichen auf IFRS basierenden Bilanzierungs- und Berichterstattungserfordernisse konzerneinheitlich vorgegeben.
Die regelmäßige Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und Gruppen von Vermögenswerten, die einzelnen Cash-Generating Units (CGUs) zugerechnet sind, erfolgt gemäß den geltenden IFRS-Grundsätzen. Die Erfassung, Verbuchung und Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle im Konzern wird mit Softwarelösungen umgesetzt. Lediglich in China und Hongkong erfolgt die Bilanzierung durch lokale Steuerberater außerhalb des Konzernsystems. Die Tochtergesellschaften liefern monatlich Berichtspakete (sogenannte „Reporting-Packages") mit allen relevanten Buchhaltungsdaten zu Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Bilanz und Cashflow. Diese Daten werden in das zentrale Konsolidierungssystem eingepflegt. Diese Finanzinformationen werden auf der Konzernebene in den Abteilungen Corporate Accounting und Corporate Controlling überprüft und bilden die Basis für die Berichterstattung der Wolford Gruppe nach IFRS.
Für das interne Management-Reporting wird eine gängige Planungs- und Reportingsoftware verwendet. Für die Übernahme der Ist-Daten aus den Primärsystemen wurden automatisierte Schnittstellen geschaffen, die Eingabe der Werte für Vorschaurechnungen erfolgt in einem standardisierten Prozess. Die Berichterstattung erfolgt nach Regionen und pro Gesellschaft. Neben einer Berichterstattung zur operativen Ergebnisentwicklung für den jeweils abgelaufenen Monat erfolgte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine rollierende Ganzjahresvorschaurechnung.
Die beschriebenen Finanzinformationen sind in Zusammenhang mit den Quartalszahlen Basis der Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Sitzungen über die wirtschaftliche Entwicklung informiert, und zwar in Form von konsolidierten Darstellungen, bestehend aus Segmentberichterstattung, Ergebnisentwicklung mit Budget- und Vorjahresvergleich, Vorschaurechnungen, Konzernabschlüssen, Personal- und Auftragsentwicklung sowie ausgewählten Finanzkennzahlen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten aufgrund einer hohen Fluktuation im Personalbereich und Ressourcenengpässen nicht alle Kontrollaktivitäten in der geplanten Weise durchgeführt werden.
Forschung und Entwicklung (FuE)
Innovationen sind das Herzstück der Produktwelten und Teil unserer DNA von Wolford. Das Produktportfolio ist klar an der Kernkompetenz des Unternehmens ausgerichtet: körpernahe Rundstrickprodukte wie Legwear und Bodys, sogenannte Skinwear, mit hohem Tragekomfort in erstklassiger Qualität. Wolford beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 im Bereich der Produktentwicklung 60 Mitarbeiter (FTE) (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 60 Mitarbeiter (FTE)).
Ein zentrales Thema in diesem Bereich ist die Entwicklung kreislauffähiger, nachhaltiger Produkte. Das sogenannte „Cradle to Cradle® Konzept" (C2C, deutsch „von der Wiege bis zur Wiege") verfolgt die Vision von geschlossenen Materialzyklen, sodass die Entstehung von Müll zukünftig gänzlich vermeidbar sein sollte. Im Fokus stehen zwei Kreisläufe: der technische und der biologische. Produkte werden so konzipiert, dass sie nach dem Gebrauch (nach dem Tragen) wieder als „Nährstoffe" in einen biologischen Kreislauf gebracht werden können, während nicht biologisch-abbaubare Produkte (aus synthetischen Fasern) im technischen Kreislauf zu neuen, anderen Produkten weiterverarbeitet werden. Mittlerweile hat die Wolford AG ein breites Sortiment an zertifizierten C2C Produkten anzubieten. Hergestellt werden die Produkte aus einem speziell für Wolford entwickelten, biologisch abbaubaren Elastan (ROICA™ von der japanischen Asahi Kasei Gruppe), aus einer entsprechend modifizierten Polyesterfaser der deutschen Firma Lauffenmühle sowie aus der im Rahmen nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnenen Modalfaser der Marke TENCEL™ des österreichischen Textilherstellers Lenzing. An dem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten sogenannten COIN-Projekt (Cooperation Innovation) beteiligen sich unter der Führung von Wolford 13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Vorarlberg, die entsprechende Produktbestandteile produzieren oder ihre technisch-wissenschaftliche Kompetenz einbringen. Auch im Geschäftsjahr 2021 ist es wiederum gelungen das Sortiment an nachhaltigen Produkten stark auszubauen. So können nun auch die ersten C2C „Sheer Opaque" Produkte im technischen Kreislauf angeboten werden. Auch im Bereich Kettenwirkware ist es gelungen die ersten Produkte ebenfalls für den technischen Kreislauf zu entwickeln. Auch im Bereich Flachstrick konnte das C2C Sortiment für den biologischen Kreislauf durch die Qualität Finewool ergänzt werden.
Einen starken Impuls konnten wir im stark nachgefragten Bereich der Leggings setzen. So konnten wir im Berichtsjahr die „Aurora Shape Leggings" (technischer Kreislauf), die „Wellness Leggings" gegen Cellulite, die „Wonderful Leggings" gegen müde Beine auf den Markt bringen. Die „Workout Leggings" in sechs verschiedenen Modefarben rundete das Sortiment ab.
Die Einbindung des 3D Prozesses ermöglicht nicht nur einen effizienteren Entwicklungszyklus, sondern auch neue Möglichkeiten der Produktpräsentation. Designentscheidungen können direkt am Bildschirm und ortsunabhängig getroffen werden. Verschiedene Farben, Muster oder Formen sind in kurzen Intervallen umsetzbar. Dies ermöglicht neben der reduzierten Anzahl an physischen Prototypen auch eine verkürzte Prozesszeit und ein weites Spektrum an Möglichkeiten. Unser Team arbeitet zeitgleich an der Darstellung fotorealistischer Kollektionen. Dies kann den Bedarf an Fotoshootings verringern. Ein digitales Studio hat keine physischen, sowie kreativen Grenzen. An diesem Vorteil gilt es weiter zu forschen und zu investieren. Zusammengefasst eröffnet dieser digitale Prozess neue und spannende Möglichkeiten: Schnellerer Designprozess durch digitale Abbildung, Verringerung physischer Muster, Verkürzung des Entwicklungszyklus, High-End-Darstellung fotorealistischer Produktabbildungen sowie Forschung & Entwicklung in digitale Showrooms.
Umwelt
Ergänzend zu den untenstehenden Angaben verweisen wir auf den gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht gemäß § 267a Abs. 6 UGB.
Auswirkungen auf Umwelt ergeben sich vor allem in den Bereichen „Emissionen und Energieverbrauch", „Abwasser und Abfallvermeidung" und „Wasser effizient nutzen".
Seit 2015 ist Wolford in Österreich durch das Energieeffizienzgesetzt (EEffG) dazu verpflichtet, ihren Energieverbrauch regelmäßig zu analysieren und kontinuierlich die energetische Leistung zu verbessern. Die meiste Energie verbraucht Wolford am Produktionsstandort Bregenz, wo es insbesondere durch den Betrieb von zwei Dampfkesseln in der Produktion zu Emissionen in relevanten Umfang kommt. An den Verkaufsstandorten hingegen sind der Energieverbrauch und das Potenzial klimaschädlicher Emissionen relativ gering. Seit dem Geschäftsjahr 2019/20 hat die Wolford AG einen internen Energieverantwortlichen beauftragt. Außerdem wurde 2019 von externen Energieberater Smartbridge ein Audit durchgeführt, durch das bestätigt wurde, dass Wolford die Verpflichtungen im Hinblick auf das Energieeffizienzgesetz (EEffG) erfüllt.
Beim Thema „Abfall" setzt das Unternehmen auf Müllvermeidung, Mülltrennung und Recycling. Alle Mitarbeiter sind dazu angehalten, den verursachten Müll zu minieren und ordnungsgemäß zu trennen. Reststoffe sind nach Möglichkeit wiederzuverwerten. Sonstige Abfälle werden von entsprechenden Fachunternehmen entsprechend entsorgt. Im Kontext „Recycling" spielt auch die Arbeit von Wolford im Cradle-to-Cradle®-Projekt eine entscheidende Rolle. Das Thema „Abwasser" ist für Wolford seit Jahren ein wichtiges Anliegen, da in der Färberei sowohl mit Chemikalien als auch Farbstoffen gearbeitet wird. Am Standort Bregenz ist ein Abwasserbeauftragter ernannt worden, der regelmäßig an die gesamtverantwortliche Geschäftsleitung berichtet.
Wolford nutzt am Produktionsstandort Bregenz das Grundwasser für ihre Prozesse und die Klimatisierung der Gebäude, weshalb die Ressource „Wasser" im Mittelpunkt vieler Umweltschutzmaßnahmen von Wolford.
Human Resources
Engagierte Mitarbeiter sind die Basis des Erfolgs eines Unternehmens. Daher legt Wolford großen Wert auf die Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter und ihrer Identifikation mit dem Unternehmen. Neue Mitarbeiter werden mithilfe eines maßgeschneiderten Einführungsprogramms im Headquarter in Bregenz in die Philosophie, Produkte und Struktur von Wolford eingeführt. Im Rumpfgeschäftsjahr 2020 beschäftigte Wolford weltweit durchschnittlich 1.091 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (FTE) (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 1.169 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (FTE)), der Frauenanteil liegt mit 80 % etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Im Managementteam der Wolford Gruppe (Vorstand und Führungskräfte der unternehmensweit relevanten Bereiche) betrug der Anteil weiblicher Führungskräfte im Jahr 2021 wie Rumpfgeschäftsjahr 2020 rund 42 %. Das Vorstandsduo setzt sich aus einem männlichen und einem weiblichen Vorstand zusammen. Dass Wolford Vorreiter beim Thema „Diversität" ist, bestätigt auch der BCG Gender Diversity Index Österreich 2021. Hier wurde das Geschlechterverhältnis in Vorstand und Aufsichtsrat der 50 größten börsennotierten Unternehmen Österreichs analysiert - Wolford belegte Platz 3. Die Zahl der Beschäftigten im Headquarter in Bregenz lag im Durchschnitt bei etwa 422 (FTE) (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 478 (FTE)). In Bregenz bildet das Unternehmen derzeit in sieben unterschiedlichen Lehrberufen 13 (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 13) Lehrlinge aus. Bereits seit 1989 ist Wolford durchgängig „staatlich ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb" nach § 30a BAG.
Für die Auszubildenden finden regelmäßig interne und externe Workshops statt. Das Lehrlingsprogramm selbst umfasst auch allgemeine Schulungen wie etwa einen „Geld-Workshop", um den Umgang mit dem Gehalt zu lernen. Es werden Ausflüge organisiert, und im Rahmen von „Job-Rotation"-Programmen (besonders im Retail) können die Auszubildenden auch andere Wolford-Standorte kennenlernen. Zudem werden auch interne Workshops zur Weiterbildung und Förderung der Ausbilder organisiert.
Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, gibt es bei Wolford zwei ausgebildete Arbeitssicherheitsfachkräfte, 11 Sicherheitsvertrauenspersonen für die Mitarbeiter in der Produktion, 32 Ersthelfer sowie eine eigene Betriebsfeuerwehr. Um die Umsetzung von Umwelt- bzw. Energieeffizienzmaßnahmen kümmert sich jeweils ein interner Beauftragter. Zwei Betriebsärzte führen alle notwendigen Arbeitsschutzuntersuchungen durch und überwachen Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge.
Bei Wolford werden sämtliche staatliche Verordnungen zu Covid-19 in ihren jeweiligen Geltungsbereichen konsequent und vollständig umgesetzt. 2020 wurde eine zentrale „Corona Taskforce" eingerichtet sowie ein eigenes Hygienekonzept entwickelt, um die Risiken einer möglichen Ansteckung im Unternehmen zu minimieren und im Falle einer Ansteckung schnell zu handeln. Zur Vermeidung von Kontakten wurden Teams gebildet, die in Wechselschicht arbeiten. Zudem besteht die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der geschäftlichen Belange im Homeoffice zu arbeiten. Weiters besteht im Headquarter in Bregenz die Möglichkeit, sich auf Covid-19 testen sowie gegen das Virus impfen zu lassen. Für ein zentrales Monitoring wurde ein internes Berichtswesen bezüglich der weltweiten Covid-19-Fälle bei Wolford eingeführt. Zur weiteren Gesundheitsvorsorge bei Wolford gehört außerdem ein umfassendes Angebot zur Erhaltung der Work-Life-Balance. Es gibt entsprechende Programme wie z. B. Yogakurse. Zudem steht an beiden Produktionsstätten ein Betriebsarzt zur Verfügung, der u. a. gemeinsam mit Präventivkräften alle Arbeitsplätze regelmäßig begutachtet. Außerdem verfügt Wolford in Bregenz über eine Kantine und ein hauseigenes Restaurant, in dem für die Mitarbeiter Speisen zu reduzierten Preisen angeboten werden. Flexibilität und lebenslanges Lernen sind heute Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche persönliche und berufliche Entwicklung. Wolford bietet ihren Mitarbeitern abteilungs-, aber auch landesübergreifende Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten. Der Ausschreibungsprozess aller Vakanzen ist transparent, und interne Bewerbungen werden bei entsprechender Eignung vorrangig berücksichtigt. Gegebenenfalls noch fehlende Qualifikationen können auch mit finanzieller Unterstützung des Unternehmens erworben werden.
Auf sich verändernde persönliche Lebenssituationen von Mitarbeitern versucht Wolford auch über die gesetzlichen Erfordernisse hinaus, flexibel zu reagieren. Das Unternehmen bietet das Modell der Elternteilzeit an, welches im abgelaufenen Geschäftsjahr allein in Österreich von 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 23) genutzt wurde. Individuelle Wünsche von Arbeitnehmern, z. B. nach Arbeitszeitflexibilisierung und alternativem betrieblichem Einsatz, werden in Abstimmung mit Vorgesetzten und dem Betriebsrat geprüft und im Rahmen des betrieblich Machbaren umgesetzt. Seit 2013 bietet Wolford älteren Mitarbeitern auch ein Altersteilzeitmodell mit einer kontinuierlichen Reduzierung der Arbeitszeit an. Im Geschäftsjahr 2021 nahmen 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Rumpfgeschäftsjahr 2020: 16) das Altersteilzeitmodell in Anspruch.
Angaben nach § 243a Abs. 1 UGB
Das Grundkapital der im Standard Market der Wiener Börse notierten Wolford AG beträgt zum Stichtag 31. Dezember 2020 48.848.228 € und teilt sich auf in 6.719.151 auf den Inhaber lautende nennbetragslose Stückaktien. Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten.
Nach Kenntnis der Gesellschaft bestanden zum 31. Dezember 2020 folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital der Wolford AG, die zumindest 10 % betragen: Fosun Industrial Holding hielt rund 58 %. Seit dem 22. Mai 2019 befinden sich die Anteile an der Wolford AG nicht mehr direkt bei der Fosun Industrial Holding, sondern wurden an die Tochtergesellschaft FFG Wisdom (Luxembourg) S.à.r.l. übergeben. Ralph Bartel hielt ebenfalls über 30 % der Anteile. Die Wolford AG verfügt nach wie vor über 88.140 eigene Aktien (ohne Stimmrechte), dies entspricht rund 2 % vom Grundkapital. Der Rest der Aktien befand sich im Streubesitz. Es bestehen keine über das Gesetz hinausgehenden Befugnisse der Mitglieder des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen. Es existiert kein genehmigtes Kapital.
Bregenz, am 14. Juni 2022
Andrew Thorndike | Silvia Azzali |
COO Verantwortlich für Product Development, | CCO Verantwortlich für Sales & |
Erklärung des Vorstands der Wolford AG gemäß § 124 (1) Z 3 BörseG
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte Jahresabschluss des Mutterunternehmens zum 31. Dezember 2021 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz, und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Bregenz, am 14. Juni 2022
Andrew Thorndike | Silvia Azzali |
COO Verantwortlich für Product Development, | CCO Verantwortlich für Sales & |
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Wolford Aktiengesellschaft, Bregenz,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der beigefügte Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2021 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr. 537/2014
(im Folgenden EU-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on
Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im
Abschnitt "Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen und berufsrechtlichen
Vorschriften, und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Wesentliche Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung
Wir verweisen auf die Erläuterungen im Anhang zur Fortführung des Unternehmens unter dem Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und auf den Abschnitt "Ausblick und Ziele" im Lagebericht, wo der Vorstand ausführt, dass die Wolford Aktiengesellschaft im zum 31. Dezember 2021 endenden Geschäftsjahr die in der Fortführungsprognose des Vorjahres enthaltenen Planungsannahmen nicht erreichen konnte. Dies war insbesondere unter anderem auf weiter andauernden Beschränkungen als Folge der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Der Vorstand führt weiters aus, dass die Fortführung des Unternehmens von der Umsetzung der in der aktualisierten Liquiditätsplanung enthaltenen Maßnahmen, d.h. insbesondere von der Erreichung der geplanten Umsatzsteigerungen und Kosteneinsparungen sowie der erfolgreichen Umsetzung der geplanten Finanzierungsmaßnahmen, sowie der Fähigkeit auftretende Budgetabweichungen durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu kompensieren, abhängig ist. Sollte es dem Unternehmen nicht gelingen, diese Maßnahmen erfolgreich umzusetzen bzw. einen daraus zusätzlich erforderlichen Liquiditätsbedarf sicherzustellen, würde dies erhebliche Zweifel an der Fortführung des Unternehmens aufwerfen und die Wolford Aktiengesellschaft möglicherweise nicht in der Lage sein, ihre im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden im normalen Geschäftsverlauf zu realisieren bzw. zu tilgen. Unser Prüfungsurteil ist in Hinblick auf diesen Sachverhalt nicht modifiziert.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren. Zusätzlich zu den im Abschnitt Wesentliche Unsicherheit in Bezug auf die Unternehmensfortführung beschriebenen Sachverhalt wurde folgender Sachverhalt im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt, und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:
Bewertung von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen
Beschreibung
Im Jahresabschluss der Wolford Aktiengesellschaft zum 31. Dezember 2021 sind die Anteile an verbundenen Unternehmen (MEUR 13,6) sowie Ausleihungen (MEUR 10,2) und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen (MEUR 36,6) ausgewiesen.
Die Beurteilung der Werthaltigkeit von Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen und Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen erfordert wesentliche Annahmen und Schätzungen der gesetzlichen Vertreter zur Beurteilung, ob eine Wertminderung zum Geschäftsjahresende vorliegt sowie gegebenenfalls zur Quantifizierung solcher Wertminderungen.
Das wesentliche Risiko besteht dabei in der Schätzung der zukünftigen Cash-Flows der Tochterunternehmen, welche zur Feststellung der Werthaltigkeit dieser Bilanzpositionen herangezogen werden. Diese Cash-Flow Schätzungen beinhalten Annahmen, die von zukünftigen Markt- und Wirtschaftsentwicklungen beeinflusst werden.
Die Angaben der Gesellschaft zu Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Forderungen und Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind im Jahresabschluss der Wolford Aktiengesellschaft im Anhang in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu Finanzanlagen und zu Forderungen und sonstige Vermögensgegenständen sowie in den Erläuterungen zur Bilanz und im Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2021 beschrieben.
Adressierung im Rahmen der Abschlussprüfung
Unsere Prüfungshandlungen zur Adressierung dieses Risikos haben unter anderem folgende Tätigkeiten umfasst:
Beurteilung von Konzeption und Ausgestaltung des Prozesses zur Überprüfung der Werthaltigkeit
Überprüfung, ob Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung vorliegen
Prüfung der angewandten Methodik und der rechnerischen Richtigkeit der vorgelegten Unterlagen und Berechnungen sowie Plausibilisierung der Abzinsungssätze
Durchsicht der Planungsunterlagen auf Konsistenz mit den in der aktualisierten Fortbestandsprognose enthaltenen Cash Flow Berechnungen sowie Plausibilisierung und Analyse der wesentlichen Annahmen, um die Angemessenheit dieser Planungen zu verifizieren
Prüfung der Vollständigkeit der Angaben im Anhang
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Bestätigungsvermerk. Der Geschäftsbericht wird uns voraussichtlich nach dem Datum des Bestätigungsvermerks zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir werden keine Art der Zusicherung darauf geben.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald diese vorhanden sind, und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit - sofern einschlägig - anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben, und tauschen uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte aus, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und - sofern einschlägig - damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt.
Ergänzung
Hinsichtlich der wesentlichen Unsicherheiten in Bezug auf die Unternehmensfortführung verweisen wir auf die Abschnitte zum wirtschaftlichen Umfeld und zur Ergebnis- und Bilanzanalyse des Lageberichtes, die die Analyse der Lage des Unternehmens beschreiben. Weiters verweisen wir auf den Abschnitt zu Ausblick und Zielen im Lagebericht, der auf die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens eingeht und die Ausführungen zu den wesentlichen Risiken im Lagebericht.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 der EU-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 30. September 2020 als Abschlussprüfer gewählt.
Wir wurden am 26. Oktober 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind seit dem Geschäftsjahr 2019/20 Abschlussprüfer.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum Jahresabschluss" mit dem
zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der EU-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der EU-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. (FH)
Severin Eisl.
Linz, am 14. Juni 2022
Ernst & Young
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.
Mag. (FH) Severin Eisl eh ppa. DI (FH) Hans Eduard Seidel eh
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
Kontakt & Impressum
MEDIENINHABER (VERLEGER):
Wolford AG
Wolfordstraße 1
6900 Bregenz
Österreich
Verantwortlich für den Inhalt:
Vorstand der Wolford AG
Ihre Ansprechpartnerin für Investor Relations:
Julia Aßl
Executive Management Assistant
julia.assl@wolford.com
company.wolford.com
Konzept, Texte, Design:
berichtsmanufaktur GmbH, Hamburg
Hinweis:
Im Sinne einer flüssigen Lesbarkeit sind alle geschlechtsspezifischen Formulierungen als neutral zu verstehen. Frauen und Männer werden gleichermaßen angesprochen.
Der Jahresfinanzbericht kann in deutscher und englischer Sprache im Internet unter company.wolford.com abgerufen werden.
DISCLAIMER
Dieser Jahresfinanzbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und alle Daten wurden überprüft. Dennoch können Rundungs-, Satz- oder Druckfehler nicht ausgeschlossen werden. Dieser Jahresfinanzbericht wird auch in Englisch erstellt, verbindlich ist jedoch nur der deutsche Text. Bestimmte Aussagen in diesem Jahresfinanzbericht sind zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen spiegeln die Ansichten und Erwartungen des Vorstands wider und unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich beeinträchtigen können. Der Leser sollte daher nicht unangemessen auf diese zukunftsgerichteten Aussagen vertrauen. Die Wolford AG ist nicht verpflichtet, Ergebnisse aus Berichtigungen der hierin enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu veröffentlichen, es sei denn, dies ist nach anwendbarem Recht erforderlich.