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G E N E R A T E
L E A D
TRANSFORMATION
IMPACT
JAHRESFINANZBERICHT 2025
DER LENZING GRUPPE
Konzernlagebericht 2025 2
Allgemeines Marktumfeld 3
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 5
Geschäftsentwicklung der Divisionen 8
Forschung und Entwicklung 13
Investitionen 15
Risikobericht 16
Bericht über wesentliche Merkmale des
internen Kontrollsystems (§ 243a Abs. 2 UGB) 21
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 22
Ausblick 24
Beilage:
Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe 25
Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung/
Nachhaltigkeitsbericht 30
Zusicherungsvermerk über die unabhängige Prüfung
der
nichfinanziellen Berichterstattung 177
Konzernabschluss 2025 180
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 182
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 183
Konzern-Bilanz 184
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 185
Konzern-Kapitalflussrechnung 186
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes) 187
Bestätigungsvermerk 261
Erklärung des Vorstandes 265
Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe 266
Einzelabschluss 2025 267
Lagebericht 2025 268
Jahresabschluss 2025 449
Bestätigungsvermerk 479
Erklärung des Vorstandes 482
Impressum 483
Lagebericht 2025
Seite 2
Umsatzerlöse Lenzing AG 2025
EUR
1.050,8 Mio.
INHALT
1 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
INHALT
Allgemeines Marktumfeld 3
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 5
Geschäftsentwicklung der Divisionen 8
Forschung und Entwicklung 13
Investitionen 15
Risikobericht 16
Bericht über wesentliche Merkmale
des internen Kontrollsystems
(§ 243a Abs. 2 UGB) 21
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 22
Ausblick 24
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen
der Lenzing Gruppe 25
Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung/
Nachhaltigkeitsbericht 30
LAGEBERICHT
2025
1
/3
KAPITEL
2 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Weltwirtschaft
1
Der Internationale Währungsfonds (IWF) berichtet für 2025 ein
stabiles Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent und damit
weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenschnitt (Durchschnitt der
Jahre 2000-2019: 3,7 Prozent). Der IWF zeichnet das Bild eines
robusten, aber gedämpften Aufschwungs, einerseits gestützt
durch Investitionen – etwa in digitale Infrastruktur und Künstliche
Intelligenz – sowie eine etwas gelockerte Geldpolitik, jedoch an-
dererseits belastet durch multiple geopolitische Krisen, Verwer-
fungen im Welthandel, und knappem fiskalischem Spielraum. Die
große Ungleichheit zwischen den Weltregionen blieb auch 2025
bestehen: In den USA sorgten starke Technologieinvestitionen für
ein kräftiges Wachstum von 2,1 Prozent, während die Eurozone, ge-
bremst durch strukturelle Schwächen und eine belastete Industrie-
produktion in 2025 ein moderates Wachstum von 1,4 Prozent ver-
zeichnete. China erreichte 2025 ein Wachstum von 5 Prozent, un-
terstützt durch Stimulusmaßnahmen und erhöhte Kreditvergaben
staatlicher Banken. Insgesamt zeigte die Weltwirtschaft eine be-
merkenswerte Widerstandsfähigkeit trotz Unsicherheiten und han-
delspolitischer Spannungen. Die Energiepreise entspannten sich
leicht, während strukturelle Herausforderungen in mehreren Regi-
onen bestehen blieben. Die politischen und geopolitischen Risiken
sorgten für Unsicherheit und belasteten das Vertrauen. Für das Jahr
2026 geht der IWF von einem gleichbleibenden Wachstum von 3,3
Prozent aus.
Die Textil- und Bekleidungsindustrie zeigte 2025 eine schwache
Nachfrage und rückläufige Auftragseingänge. Die globale Ge-
schäftslage blieb in allen Erhebungen der International Textile Ma-
nufacturers Federation (ITMF
2
) negativ und verschlechterte sich
über das Jahr hinweg. Kapazitätsauslastungen verharrten auf nied-
rigem Niveau, was den anhaltenden Nachfragemangel widerspie-
gelte. Während Hersteller in der ersten Jahreshälfte vor allem in
den USA Lagerstände aufbauten, um möglichen Zöllen zuvorzu-
kommen, reagierten sie in der zweiten Jahreshälfte mit vorsichti-
geren Bestellungen.
Weltfasermarkt
3
Die weltweiten Bekleidungsumsätze legten 2025, bereinigt um
Preiseffekte, nur leicht zu und blieben insgesamt verhalten. In den
USA sorgten vorgezogene Käufe wegen erwarteter Zölle für einen
spürbaren kurzfristigen Nachfrageimpuls. Europa zeigte eine deut-
lich schwächere Entwicklung mit eher gedrückter Stimmung im
Modehandel. China blieb trotz niedriger Konsumentenstimmung
stabil und profitierte punktuell von staatlichen Maßnahmen.
In der ersten Jahreshälfte nahmen die Lagerbestände entlang der
gesamten Wertschöpfungskette deutlich zu. Händler und Marken
vor allem in den USA bauten ihre Bestände durch frühere Waren-
eingänge und schnellere Transporte in Erwartung höherer Zölle auf.
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2026
2
Quelle: ITMF, Global Textile Industry Surveys 2025
Im dritten Quartal blieben die Lagerstände erhöht, bedingt durch
vorsichtigere Nachfrage und strategische Bevorratung. Insgesamt
lagen die globalen Bestände klar über dem Vorkrisenniveau und
spiegelten anhaltende Unsicherheit im Markt wider. Das Wachs-
tum im Heimtextilmarkt blieb auch 2025 hinter dem Bekleidungs-
markt zurück. Die Auswirkungen auf das Textilfasergeschäft von
Lenzing werden im Kapitel Geschäftsentwicklung der Divisionen
unter Fasern für Textilien näher beschrieben.
Die Einzelhandelsabsätze von Hygieneprodukten in der Vliesstoff-
industrie wuchsen aufgrund demografischer Entwicklungen trotz
wirtschaftlicher Unsicherheiten. Die Steigerung ist vor allem auf
das Bevölkerungswachstum in Asien zurückzuführen und fiel dem-
entsprechend in Europa und den USA schwächer aus.
Wachstum der globalen Faserproduktion stabil
Die weltweite Faserproduktion stieg 2025 basierend auf ersten
Schätzungen um etwas mehr als 4 Prozent auf 133 Mio. Tonnen.
Das Wachstum lag damit etwas über dem langjährigen Durch-
schnitt und ist primär auf eine höhere Produktion von Polyester-
sowie Lyocellfasern in China zurückzuführen sowie eine besonders
ertragreiche Baumwollernte in der Saison 2024/2025.
Die globale Baumwollernte erreichte in der abgelaufenen Saison
2024/25 mit 25,8 Mio. Tonnen einen außergewöhnlich hohen Wert
durch rekordhafte Erträge in China und einem weiteren Ausbau der
Anbauflächen in Brasilien. Die weltweite Nachfrage nahm ebenfalls
leicht auf 25,1 Mio. Tonnen zu, blieb jedoch aufgrund wirtschaftli-
3
Sämtliche Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im
Geschäftsbericht 2024 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert.
Quellen: The Fiber Year, ICAC, Cotton Outlook, CCFG, FAO
Allgemeines Marktumfeld
3 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
aus synthetischen
Polymeren
Polyester, Polyamid,
Polypropylen, Elastan,
Acryl, etc.
aus Eiweiß
Wolle, Seide, etc.
Baumwolle &
Bastfasern
Baumwolle,
Leinen, Hanf,
etc.
Regenerierte
Cellulose
Viscose, Modal,
Lyocell, etc.
aus Cellulose
aus natürlichen
Polymeren
aus anorganischen
Substanzen
Carbon, Keramik,
Glas, Metall, etc.
Fasern
Überblick der Faserarten am Weltmarkt
(Vereinfachte Darstellung)
cher Unsicherheiten und dem Druck durch preisgünstigere synthe-
tische Alternativen leicht hinter dem Angebot zurück. Der internati-
onale Baumwollhandel wurde durch den Handelskonflikt zwischen
den USA und China gebremst. In Summe gab es kaum eine Ände-
rung bei den globalen Vorräten, die sich zum Ende der Saison auf
ca. 15,9 Mio. Tonnen beliefen. Die Produktion anderer Naturfasern
wie Wolle, Leinen, Hanf und Seide sank um 5 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr.
Die Produktion von regenerierten Cellulosefasern wie Lyocell-,
Modal- und Viscosefasern stieg nach ersten Schätzungen um rund
4 Prozent auf rund 8,7 Mio. Tonnen. Während die weltweite Pro-
duktion von Viscosefasern weitgehend stagnierte, erhöhte sich der
Ausstoß von Lyocell- und Modalfasern um einen zweistelligen Pro-
zentsatz.
Bei Fasern aus synthetischen Polymeren betrug die Produktions-
menge nach ersten Schätzungen rund 92,7 Mio. Tonnen und lag
damit 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Wachstum ist im
Wesentlichen auf einen höheren Ausstoß in China zurückzuführen.
1
Stapelfaserpreise uneinheitlich
Die Preise für Stapelfasern standen aufgrund schwacher Nach-
frage unter Druck. Globale wirtschaftliche Unsicherheiten sowie
die Folgen der schwächeren aber immer noch spürbaren Inflation
belasteten verfügbare Einkommen. Dies verstärkte den Trend zu
niedrigpreisigen synthetischen Fasern.
Die Baumwollpreise entwickelten sich weniger volatil als im Vorjahr,
blieben jedoch auf niedrigem Niveau. Dies lag zum einen an der ge-
nerell niedrigen Nachfrage nach Textilien, aber auch an einer hohen
Ernte in China. Außerdem stieg die Verfügbarkeit günstiger Baum-
wolle aus Brasilien. Der Cotlook A-Index lag zu Beginn des Jahres
bei 79 US-Cent pro Pfund, stieg in Erwartung eines möglichen Han-
delsabkommens, das auch substanzielle Baumwollimporte Chinas
aus den USA umfasst hätte, im zweiten Quartal auf 81 US-Cent pro
Pfund, fiel dann jedoch wieder, als das Handelsabkommen nicht zu
Stande kam. Am Jahresende stand der Cotlook A-Index bei 74 US-
Cent pro Pfund, ein Verlust von 6 Prozent im Jahr 2025.
Der Preis für Polyester-Stapelfasern wurde hauptsächlich durch die
Entwicklung der Rohstoffkosten bestimmt. Entsprechend führten
makroökonomische Ereignisse, die eine Verknappung des Rohöl-
angebots vermuten ließen, zu kurzzeitigen Preisspitzen. Da jedoch
insbesondere die chinesischen Produzenten mit hoher Auslas-
tungsrate Polyester-Stapelfasern produzierten und es deshalb
reichhaltiges Angebot gab, sanken die Preise über das Jahr von
RMB 7.030 pro Tonne um 6 Prozent auf RMB 6.610 pro Tonne. Das
hohe Angebot und die niedrigen Preise für chinesische Polyester-
Stapelfasern führten auch zu einer Zunahme an Exporten, was den
Druck auf andere Faserarten erhöhte.
Nach der positiven Entwicklung im Vorjahr folgten die Viscose-
preise in China 2025 einem negativen Trend. Trotz kurzzeitiger sai-
sonbedingter Erholung im Februar und September, standen sie zum
Jahresende 7 Prozent unter dem Jahresbeginn bei RMB 12.720 pro
Tonne. Diese Entwicklung reflektiert vor allem die fallenden Faser-
zellstoffpreise. Trotz der reduzierten Preise verbesserte sich die
wirtschaftliche Lage nicht rückwärts integrierter Hersteller in China,
da sich die Herstellkosten dort noch stärker verringerten als die
Marktpreise.
Das Preispremium für Lenzings differenzierte Spezialfasern der
Marken TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ ge-
genüber Commodity-Fasern erwies sich als vergleichsweise wi-
derstandfähig, allerdings verzeichneten auch die Preise für Lenzing
Fasern einen Rückgang über das Jahr hinweg.
Der chinesische Importpreis für Faserzellstoff, dem Schlüsselroh-
stoff für die Produktion von regenerierten Cellulosefasern kam in
der ersten Jahreshälfte unter Druck und stabilisierte sich danach.
Ende Dezember stand er mit USD 785 pro Tonne 19 Prozent niedri-
ger als am Jahresanfang. Steigendes Angebot vor allem durch Ka-
pazitätserweiterungen in Südamerika sowie das Premium gegen-
über Papierzellstoff, welches eine Produktionsumstellung von Pa-
pierzellstoff auf Faserzellstoff attraktiv machten, führten zu Preiszu-
geständnissen der Zellstoffproduzenten. Das Preispremium für Fa-
serzellstoff sank zum Jahresende auf ungefähr USD 223 pro Tonne.
2
1
Quellen: ICAC, TFY, Lenzing Schätzungen
2
Quellen: CCFG, CCA
4 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wolle und andere
Naturfasern
Synthetische Fasern
Baumwolle
Regenerierte
Cellulose
70 %
4 %
19 %
7 %
Weltweite Faserproduktion 2025
1
Faserarten in Prozent (Basis = 133 Mio. to)
2023 2024 2025
ViscoseBaumwolle Polyester
USD/kg (exkl. USt.)
Stapelfaserpreise – Entwicklung in China
2
0,0
0,5
1,5
1,0
2,0
2,5
Die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe war insbesondere
im zweiten Halbjahr 2025 von mehreren, externen Faktoren wie
internationalen Zollmaßnahmen und daraus resultierende Unsi-
cherheit in der textilen Wertschöpfungskette sowie verhaltener
Nachfrage und sinkenden Marktpreisen, negativ belastet. Trotz
dieser Herausforderungen konnte das Unternehmen im Jahr
2025 ein höheres EBITDA als im Vorjahr und eine Verbesserung
des Free Cashflows erzielen. Dies ist maßgeblich auf das ganz-
heitliche Performance Programm zur Steigerung von Profitabilität
und Optimierung des Cash-Managements zurückzuführen. Ne-
ben den Effekten aus dem Performance Programm trugen auch
der Verkauf überschüssiger EU-Emissionszertifikate sowie Um-
satzerlöse aus Zellstoffverkäufen am externen Markt positiv zur
Ergebnisentwicklung bei.
1
Die Marktpreise für Stapelfasern waren im Jahr 2025 aufgrund
der verhaltenen Nachfrage, insbesondere im zweiten Halbjahr,
unter Druck und auch die Preise für Faserzellstoff sanken im Jah-
resverlauf maßgeblich. Dies in Kombination mit nach wie vor ho-
hen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik dämpften zusätz-
lich die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe. Als Reaktion
auf das schwierige Marktumfeld passte Lenzing Produktionska-
pazitäten an, um die Entwicklung des Trading Working Capital zu
verbessern und den Cashflow zu stärken.
Die Ergebnisentwicklung der Lenzing Gruppe war darüber hinaus
von einer Abschreibung beeinflusst, die sich negativ auf das EBIT
(Ergebnis vor Zinsen und Steuern) auswirkte. Für den Standort in
Indonesien werden strategische Optionen geprüft, einschließlich
eines möglichen Verkaufs. In diesem Zusammenhang wurden
nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf langfristige Ver-
mögenswerte, insbesondere Sachanlagen, in Höhe von EUR 82
Mio. vorgenommen. Die Abschreibung belastet das EBIT, hat je-
doch keinen Einfluss auf das EBITDA.
Im Jahr 2025 gab Lenzing folgende, personelle Veränderungen im
Vorstand bekannt. Chief Transformation Officer Walter Bickel be-
endete sein zeitlich befristetes Mandat vorzeitig mit Ende März
2025. Nach dem Ausscheiden von Walter Bickel, verstärkte ab 01.
Juni 2025 Georg Kasperkovitz als Chief Operations Officer den
Vorstand der Lenzing AG.
CEO Rohit Aggarwal legte sein Vorstandsmandat aus persönlichen
Gründen mit 31. Januar 2026 nieder. Seit dem Ausscheiden von
Rohit Aggarwal wird das Unternehmen von einem dreiköpfigen
Vorstandsteam, bestehend aus CFO Mathias Breuer, COO Georg
Kasperkovitz und CPO/CTO Christian Skilich geführt. Im Zuge des
Ausscheidens von Rohit Aggarwal wurde zudem ein Executive
Committee zur organisatorischen Weiterentwicklung und zum Vo-
rantreiben der Premiumisierungsstrategie, bestehend aus den drei
Vorständen und den drei Top Vertriebsmanagern für Textil- und
Vliesstofffasern sowie Faserzellstoff eingerichtet. Der Aufsichtsrat
1
Die Kennzahlen werden im Abschnitt „Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen
der Lenzing Gruppe“ näher erklärt.
hat den Prozess zur Bestellung eines CEO-Nachfolgers bereits ini-
tiiert und wird zum gegebenen Zeitpunkt über eine Neubesetzung
informieren. Um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen, wird
Rohit Aggarwal die Lenzing AG als Berater bis Ende September
2026 begleiten.
Mathias Breuer, zuletzt als Senior Vice President für das Perfor-
mance Programm zuständig, wurde vom Aufsichtsrat mit 01. Ja-
nuar 2026 zum neuen CFO bestellt. Er übernimmt das Vorstands-
mandat von Nico Reiner, der sein mit Ende 2025 auslaufendes
Mandat nicht verlängerte. Der Aufsichtsrat hat zudem das Vor-
standsmandat von Christian Skilich, der seit Juni 2020 dem
Lenzing Vorstand angehört und aktuell die Positionen Chief Pulp
und Chief Technology Officer hält, vorzeitig bis 31. Mai 2029 ver-
längert.
Der Vorstand der Lenzing Gruppe arbeitet weiterhin konsequent
an der Transformation des Unternehmens, um Profitabilität, Resi-
lienz und Agilität zu stärken. Ein zentraler Bestandteil dieser
Transformation ist das ganzheitliche Performance-Programm,
das primär auf eine Verbesserung des EBITDA und die Generie-
rung von Free Cashflow durch höhere Profitabilität, konsequen-
tes Kostenmanagement und gezielte Trading Working Capital
Steuerung abzielt.
Lenzing setzt daher kontinuierlich Maßnahmen zur Optimierung
der Struktur-, Prozess- und Personalkosten um, die zusätzlich zur
Steigerung von Umsatz und Marge beitragen. Im Geschäftsjahr
2025 konnten damit Kosteneinsparungen von über EUR 200 Mio.,
nach EUR 130 Mio. im Vorjahr, realisiert werden.
Darüber hinaus beschloss der Vorstand im dritten Quartal 2025
weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Wettbe-
werbsfähigkeit. Diese umfassen einen Personalabbau von rund
600 Stellen in Österreich, überwiegend im Verwaltungsbereich.
Die damit verbundenen jährlichen Einsparungen von rund EUR 45
Mio. sollen spätestens Ende 2027 voll wirksam werden.
Parallel dazu liegt der Fokus auf nachhaltige Kosteneinsparungs-
effekte durch operative Exzellenz und Energieoptimierung an al-
len Produktionsstandorten. Insbesondere investiert die Lenzing
Gruppe strategisch über EUR 100 Mio. in die österreichischen
Standorte Lenzing und Heiligenkreuz, um deren Wettbewerbsfä-
higkeit langfristig zu sichern.
Zur Stärkung von Vertrieb und Umsatzentwicklung wurden neue
Kunden für Schlüsselprodukte gewonnen und die Expansion in
bisher kleinere Märkte ausgebaut. Parallel dazu stärkt Lenzing
ihre internationale Präsenz in wichtigen, margenstarken Märkten
in Nordamerika und Asien. Auch im Einkauf konnten durch ope-
rative und strategische Maßnahmen Erfolge bei Kosteneinspa-
rungen realisiert werden.
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe
5 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe sanken 2025 leicht um 2,3
Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 2,6 Mrd. Dieser Rückgang
ist primär auf reduzierte Faserverkaufsmengen sowie niedrigere
Preise für Fasern und Zellstoff zurückzuführen. Die externen
Umsätze der Lenzing Gruppe verteilten sich 2025 mit 61 Prozent
auf Asien, 29 Prozent auf Europa inkl. der Türkei, 9 Prozent auf
Amerika sowie 1 Prozent in anderen Regionen. Die
Umsatzverteilung in den verschiedenen Regionen verdeutlicht den
globalen Footprint der Lenzing Gruppe.
Die operative Ergebnisentwicklung war durch die positiven Ef-
fekte des Performance-Programms geprägt. Das Betriebsergeb-
nis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg von EUR 395,4 Mio. im
Jahr 2024 um 4,5 Prozent auf EUR 413 Mio. an und beinhaltet
neben den Effekten aus dem Performance Programm auch posi-
tive Sondereffekte aus dem Verkauf überschüssiger EU-Emissi-
onszertifikate in Höhe von EUR 45,1 Mio. Die EBITDA-Marge er-
höhte sich von 14,8 auf 15,9 Prozent.
Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei EUR 17,6 Mio. (nach EUR 88,5
Mio. im Jahr 2024) und die EBIT-Marge betrug 0,7 Prozent (nach
3,3 Prozent im Vorjahr). Das EBIT wurde maßgeblich durch die
Wertberichtigung von langfristigen Vermögenswerten des indo-
nesischen Produktionsstandortes in der Höhe von EUR 82 Mio.
beeinflusst. Für eine detaillierte Beschreibung dazu wird auf Note
10 im Konzernabschluss, Abschnitt „Wertminderungstest der
CGU Fiber Site Indonesia“ verwiesen.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei minus EUR 122,5 Mio.
(nach minus EUR 42 Mio. im Jahr 2024).
Der Steueraufwand belief sich 2025 auf EUR 12,7 Mio. (nach EUR
96,3 Mio. im Jahr 2024) und war insbesondere durch die Wert-
berichtigung von Steueraktivposten einzelner Konzernunterneh-
men sowie Währungseffekte aus der Umrechnung von Steuer-
posten von der lokalen in die funktionale Währung
1
beeinflusst.
Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich leicht auf minus EUR
135,2 Mio. (nach minus EUR 138,3 Mio. im Vorjahreszeitraum).
Der verbesserte Cashflow aus der Betriebstätigkeit lag im Be-
richtsjahr bei EUR 419,7 Mio. (nach EUR 395 Mio.
2
im Jahr 2024).
1
Vorherrschende Währung des primären Wirtschaftsumfeldes einer Tochtergesell-
schaft.
2
Zur besseren Transparenz und Vergleichbarkeit der finanziellen Steuerungskennzah-
len hat die Lenzing Gruppe die Wahlrechte gem. IAS 7 neu ausgeübt und somit die
Darstellung der Kapitalflussrechnung angepasst. Die neue Struktur beginnt mit dem
EBT und ermöglicht die Berechnung des Unlevered Free Cashflow, der zusätzlich zum
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei minus EUR
146,9 Mio. (nach minus EUR 152,1 Mio.
2
im Jahr 2024). Der Cash-
flow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich deutlich auf
minus EUR 16,4 Mio. nach minus EUR 535,4 Mio.
2
im Vorjahr. Der
Anstieg ist hauptsächlich auf die Refinanzierungsmaßnahmen im
Berichtszeitraum zurückzuführen.
Im Mai 2025 wurde eine syndizierte Finanzierung über EUR 545
Mio. abgeschlossen, bestehend aus einem endfälligen Darlehen
mit einer Laufzeit von drei Jahren in Höhe von EUR 355 Mio. und
einer revolvierend ausnutzbaren Kreditlinie in Höhe von EUR 190
Mio. mit einer Laufzeit von ebenfalls drei Jahren mit Verlänge-
rungsoptionen von insgesamt zwei Jahren. Im Juli 2025 wurde
eine neue Hybridanleihe in Höhe von EUR 500 Mio. erfolgreich
platziert. Das Angebot richtete sich im Rahmen eines Um-
tauschangebotes sowohl an bestehende Investoren der 2020 be-
gebenen Hybridanleihe als auch an neue Investoren. Im Septem-
ber 2025 übte Lenzing zudem das vertragliche Kündigungsrecht
für den verbleibenden Teil der Hybridanleihe 2020 aus und führte
die Rückzahlung zum Nennwert zuzüglich aufgelaufener Zinsen
durch. Diese Maßnahmen unterstreichen die strategische und
proaktive Ausrichtung auf eine nachhaltige Kapitalstruktur und
die Stärkung der finanziellen Resilienz des Unternehmens.
Der Free Cashflow zeigte eine positive Entwicklung mit einem An-
stieg auf EUR 173,9 Mio. (nach EUR 169,4 Mio.
2
im Vorjahr). Der
Unlevered Free Cashflow stieg auf EUR 279,3 Mio. (nach EUR
244,6 Mio. im Vorjahreszeitraum). Das Trading Working Capital
sank um 21,6 Prozent auf EUR 453,4 Mio.
Der Liquiditätsbestand (einschließlich liquider Wechsel) erhöhte
sich im Vergleich zum 31. Dezember 2024 im Wesentlichen auf-
grund der im Mai 2025 vereinbarten syndizierten Finanzierung,
der operativen Geschäftstätigkeit und gezielter Trading Working
Capital Steuerung um 53 Prozent auf EUR 690,9 Mio. per 31. De-
zember 2025.
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich 2025 unter an-
derem aufgrund reduzierter Investitionstätigkeiten auf EUR 141,1
Mio. (nach EUR 153,8 Mio. im Jahr 2024).
Die Bilanzsumme ging im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um
7,4 Prozent auf EUR 4,6 Mrd. per 31. Dezember 2025 zurück. Das
bereinigte Eigenkapital reduzierte sich von EUR 1,7 Mrd. auf EUR
1,4 Mrd. Die bereinigte Eigenkapitalquote lag per 31. Dezember
2025 bei 29,6 Prozent, nach 34,7 Prozent im Vorjahr. Die Netto-
finanzverschuldung ging zum Stichtag um 11,9 Prozent auf EUR
1,35 Mrd. zurück. Das Net Gearing erhöhte sich auf 99 Prozent
(nach 88,8 Prozent per 31. Dezember 2024).
Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Be-
richtsjahr wie folgt dar:
Free Cashflow als zentrale Steuerungsgröße im Rahmen des Performance-Programms
dient. Die Anpassung steht im Einklang mit marktüblichen Reporting-Praktiken und
verbessert die Aussagekraft der Kapitalflussrechnung für interne und externe Stake-
holder. Die Darstellungsänderung wurde gem. IAS 8 rückwirkend durchgeführt. Eine
Überleitung zu den angepassten Zahlen der Vergleichsperiode ist im Konzernab-
schluss in Note 2 ersichtlich.
6 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
1 %
Restliche Welt
61 %
Asien
29 %
Europa inkl. Türkei
9 %
Amerika
Umsatzverteilung nach Regionen
Anteil am Umsatz
Vereinfachte Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
1
EUR Mio.
Veränderung
2025 2024 Absolut Relativ
Umsatzerlöse   – –
Umsatzkosten – – – –
Bruttoergebnis
vom Umsatz
  – –
Sonstige
betriebliche
Erträge    
Vertriebs-
aufwendungen – –  
Verwaltungs-
aufwendungen
– –  
Forschungs- und
Entwicklungs-
aufwendungen
– –  
Sonstige
betriebliche
Aufwendungen – – – –
EBIT   – –
Finanzerfolg – – – –
EBT – – – –
Steueraufwand – –  
Ergebnis nach
Steuern
– –  
1
Die vollständige Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss
dargestellt.
7 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Steuerung des Geschäfts der Lenzing Gruppe ist in die zwei
Divisionen „Faser“ und „Zellstoff“ gegliedert.
Im Geschäftsjahr 2025 verfolgte das Unternehmen konsequent
seine Premiumisierungsstrategie mit dem Fokus auf margenstarke
Märkte und Premiumfasern. Gleichzeitig wurde die operative Effi-
zienz gesteigert und Produktionsstandorte optimiert. Neben dem
stärkeren Fokus auf Premiumisierung und Exzellenz bleiben Inno-
vation und Nachhaltigkeit die Kernsäulen der Strategie von Lenzing.
Die Premiumisierungsstrategie stellt cellulosebasierte Premium-
und Spezialfasern in den Fokus, die unter den etablierten Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ in attraktiven
Marktsegmenten vermarktet werden. Gleichzeitig wird sich das
Unternehmen schrittweise aus margenschwachen Commodity-
Segmenten zurückziehen. Darüber hinaus expandiert Lenzing auch
verstärkt in bisher wenig erschlossene und neue Anwendungsfel-
der wie Hygiene, Verpackung, Filtrierung sowie medizinische und
industrielle Anwendungen. Dadurch wird die Resilienz des Ge-
schäftsmodells in einem volatilen Marktumfeld gestärkt. Im Be-
reich Textilfasern konzentriert man sich auf wachstumstarke An-
wendungen und Endmärkte. Die Lenzing Gruppe wird zudem in
den kommenden Jahren ihre internationale Präsenz in Asien und
Nordamerika weiter ausbauen und damit in diesen wichtigen Tex-
til- und Vliesstoffmäkten näher an ihre Kunden heranrücken.
Mit der weiterentwickelten Strategie strebt Lenzing eine ausgewo-
genere regionale Verteilung der weltweiten Umsätze sowie auch
zwischen dem Textil- und dem Vliesstoffgeschäft an, um die Resi-
lienz gegenüber Marktschwankungen zu erhöhen.
Das Zellstoffgeschäft, das einerseits die Eigenversorgung von Fa-
serzellstoff für die Faserproduktion sichert, und andererseits auch
Umsätze am externen Zellstoffmarkt generiert, ist ein integraler Be-
standteil des Geschäftsmodells der Lenzing Gruppe. An den Zell-
stoffstandorten stand fortgeführt operative Exzellenz im Fokus um
die Kostenstruktur weiter zu verbessern sowie Produktionskapazi-
täten zu erhöhen.
Lenzing behauptete auch in dieser Berichtsperiode ihre führende
Rolle im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Ein-
mal mehr wurde das Unternehmen von den branchenweit wich-
tigsten Ratinganbietern ausgezeichnet. CDP verlieh Lenzing 2025
zum vierten Mal das prestigeträchtige Triple-„A“ Rating für ihre
Leistungen in den Bereichen Klimawandel, Wälder und Wassersi-
cherheit. Damit zählt Lenzing zu den weltweit nur 23 Unternehmen,
die es 2025 in allen drei Kategorien auf die „Corporate-A-List“ ge-
schafft haben – unter mehr als 22.000 Unternehmen, die ihre Um-
weltdaten offengelegt haben. Im ESG-Rating von EcoVadis er-
reichte Lenzing zum fünften Mal in Folge mit Platin-Status die
höchste Bewertung und zählt damit zu den weltweit besten Unter-
nehmen. MSCI bewertete Lenzing mit einem „A“ und im globalen
„Hot Button Report“ der Non-Profit-Organisation Canopy, die die
Leistung der globalen Produzenten von regenerierten Cellulosefa-
sern in den Bereichen nachhaltige Beschaffung, Transparenz und
Innovation bewertet, erreichte das Unternehmen auch im Jahr
2025 den ersten Platz.
Mehr Informationen zu Ratings und Awards in Bezug auf ökologi-
sche und soziale Nachhaltigkeit finden Sie in der nichtfinanziellen
Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts.
Division Faser
In der Division Faser bündelt die Lenzing Gruppe ihre Geschäfts-
aktivitäten im Bereich regenerierte Cellulosefasern für Textil- und
Vliesstoffanwendungen.
Lenzing steht weltweit für eine ökologisch verantwortungsbe-
wusste Erzeugung von Premium- und Spezialfasern der Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™.
Mit der klaren Positionierung der Produktmarken TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ für alle Spezialitäten im Textilbereich,
VEOCEL™ für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™
für alle industriellen Anwendungen sowie Co-Produkte bringt
Lenzing erfolgreich ihre Stärken zum Ausdruck. Nachhaltigkeit in
Kombination mit hoher Transparenz und Rückverfolgbarkeit, Inno-
vation, hohe Qualität für jede Anforderung sowie die starken Mar-
ken sind die wesentlichen Differenzierungsmerkmale von Lenzing.
Die Umsatzerlöse der Division Faser erreichten 2025 einen Wert
von EUR 1,9 Mrd. (2024: EUR 2,03 Mrd.)
– 64 Prozent davon ent-
fielen auf Fasern für Textilien, 36 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe.
Die Faserverkaufsmenge sank auf ca. 904.000 Tonnen (nach ca.
960.000 Tonnen im Jahr 2024).
Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR 0,1 Mio., das Be-
triebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 184,4 Mio. Dies ist insbeson-
dere auf das schwächere zweite Halbjahr, mit Rückgängen sowohl
bei Verkaufsmenge als auch Faserpreisen zurückzuführen.
Fasern für Textilien
Das Marktumfeld im Textilsegment war im Berichtszeitraum von
gedämpfter Nachfrage vor allem im Premiumbereich infolge von
Unsicherheiten, ausgelöst durch instabile Zollverhältnisse und ge-
opolitische Konflikte, geprägt. Dies wirkte sich, neben gesunkenen
Geschäftsentwicklung der Divisionen
8 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FSC® CW
Vliesstofffasern
36 %
64 %
Textilfasern
Umsatzverteilung
Fasern für Textilien und Vliesstoffe
Faserzellstoff- und Herstellungskosten, negativ auf die Preisent-
wicklung von Textilfasern aus. Lenzing konnte zwar ein stabiles
Preispremium für ihre Spezialfasern der Marken TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ gegenüber Commodity-Fasern behaup-
ten, allerdings verzeichneten die Preise für Lenzing Fasern einen
Rückkgang über das Jahr hinweg.
Lenzing spürte das allgemein verhaltene Konsumklima insbeson-
dere im zweiten Halbjahr durch schwächere Nachfrage nach ihren
Premiumfasern. Die wichtigsten direkten Absatzmärkte für Textil-
fasern der Lenzing blieben im Jahr 2025 weiterhin China, Türkei,
Indien, Pakistan und Bangladesch.
Lenzing überzeugte insbesondere mit Qualität, Kundenorientie-
rung bei der Verarbeitung und Entwicklung innovativer Anwendun-
gen, Innovationskraft sowie lückenlos dokumentierter und auditier-
ter Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist es gelungen, die Premiumi-
sierungs-Strategie in margenstarken Marktsegmenten weiter vo-
ranzutreiben.
Im Segment Textilfasern erfolgte 2025 die Markeinführung der
neuen Fasertype TENCEL™ Lyocell - HV100. Aufgrund der innova-
tiven Variocut-Technologie weist diese Faser kontrollierte Unter-
schiede in der Faserlänge auf, was der Faserlängenverteilung in na-
türlichen Fasern wie Baumwolle nachempfunden ist. Damit sind
Stoffe mit einer einzigartigen, strukturierten Optik und Haptik mög-
lich - das Ergebnis erinnert an traditionelle Naturfasern, bietet aber
alle ökologischen Vorteile von TENCEL™ Lyocell. Die Faser fühlt
sich weich an, aber mit mehr Struktur – erstmals eingesetzt und
ideal in hochwertigen Denimstoffen. Doch das Potenzial ist riesig:
Ab 2026 wird TENCEL™ Lyocell - HV100 auch in gewebter Klei-
dung und Heimtextilien eingesetzt – in kreativen Designs und
neuen Materialkombinationen.
Fasern von Lenzing eignen sich nicht nur für die Herstellung von
Garnen und in weiterer Folge Stoffen für Textilien, sondern auch für
sogenannte Füllanwendungen. Die Produktgruppe LENZING™
Lyocell Fill erweiterte im Berichtszeitraum das Faserportfolio für
mehr Komfort, Ressourceneffizienz und Designvielfalt. Diese Füll-
fasern bieten nicht nur verbesserten Wärmekomfort und Feuchtig-
keitsregulierung, sondern auch formstabilisierende Eigenschaf-
ten. Mit zwei unterschiedlichen linearen Dichten und verschiede-
nen Schnittlängen bietet das erweiterte Faserportfolio eine verbes-
serte Kompatibilität, um sich nahtlos mit anderen Füllfasern wie Po-
lyester und Füllmaterialien wie Daunen zu verbinden.
Lenzing erweiterte auch das Portfolio für Lyocell Low Fibrillation
(LF) Fasern. Diese Fasern neigen weniger zu Fibrillation und wur-
den speziell für den Einsatz in Strickwaren entwickelt. Mit dem er-
weiterten Faserportfolio kann Lenzing nun zusätzliche, textile An-
wendungen mit ihren Lyocell LF Fasern bedienen.
Lenzing hat in Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen
OceanSafe eine biologisch abbaubare, marktreife Alternative zu
herkömmlichen Kunststoffen entwickelt. Die Zusammenarbeit ver-
eint Lenzings TENCEL™ Lyocell A100 Fasern, die als Cellulosefa-
sern natürlich weich sind, und OceanSafes naNea, einem leistungs-
starken, biologisch abbaubaren Co-Polyester. Ziel ist es, Garne und
Stoffe zu entwickeln, die einerseits Komfort und Langlebigkeit und
andererseits echte Kreislauffähigkeit vereinen. Gemeinsam wollen
die Partner skalierbare, innovative und nachhaltige Textillösungen
für Mode- und Funktionsbekleidung auf den Markt bringen. Das
neu entwickelte Garn fand bereits in einer Capsule-Kollektion für
Sportbekleidung Anwendung.
Lenzing steigerte die Sichtbarkeit und den Bekanntheitsgrad ihrer
Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ durch erfolgrei-
che digitale Marketing- und PR-Initiativen, die weltweit mehr als
306 Mrd. PR-Impressionen generierten, während die Social-Me-
dia-Impressionen 180 Mio. überstiegen und mehr als 37 Mio. digi-
tale Interaktionen verzeichneten.
Der Erfolg der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ im
Geschäftsjahr 2025 spiegelt sich auch im starken Engagement ih-
rer Partner wider: Rund 2.500 Partner haben eine Produktlizenz so-
wie Marketing-Materialien von Lenzing angefordert. Diese Dyna-
mik wird durch Kooperationen mit globalen Markenpartnern weiter
ausgebaut. Dazu gehören sowohl internationale als auch aufstre-
bende Marken wie Levi’s, H&M, COS, DVF (Diane von Fürsten-
berg), Jack & Jones, Armedangels, GANNI, Guess, Carhartt, Marc
O’Polo, AKYN, MUD Jeans, Camper, Next, Stripe & Stare, FatFace,
The White Company, Circle Sportswear, Boden, La Maison Simons,
Aritzia, American Eagle, Reformation, GAP, AllSaints, Anta, Aimer,
Insider, C&A, DOD, Aluf, Neriage, DAGI, Jimmy Key, Mavi,
Yamamay und Impetus. Darüber hinaus hat die Marke TENCEL™
Designer-Kooperationen mit KNWLS, Patrick McDowell, Johannes
Warnke und Reinaldo Lourenço vorangetrieben.
Im Jahr 2025 setzte die Marke TENCEL™ ihre strategische Trans-
formation unter dem Markenmanifest „Nature. Future. Us.“ fort und
beschleunigte die Premiumpositionierung durch überzeugendes
Storytelling und Produktinnovationen. In Zusammenarbeit mit ihren
Partnern treibt die Marke TENCEL™ weiterhin das Markenwachs-
tum voran, baut Vertrauen auf und initiiert Veränderungen in der
gesamten globalen Textilwertschöpfungskette.
Fasern für Vliesstoffe
Fasern für Vliesstoffe (engl. nonwoven fibers) sind ein strategisches
Geschäftssegment von Lenzing, das im Laufe der Jahre gewach-
sen ist und zukünftig noch stärker ausgebaut wird, um die wach-
sende Nachfrage nach cellulosebasierten Vliesstofffasern zu be-
dienen. Unterstützt wird dieses Wachstum neben den funktionalen
Vorteilen der Fasern von Lenzing auch durch den weltweiten
Kampf gegen Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. Dazu zäh-
len unter anderem die Bioökonomiestrategie der Europäischen
Union, die die bestehende Legislatur, darunter die für Lenzing rele-
vante Einwegkunststoffrichtlinie (Englisch: Single-Use Plastics Di-
rective) sowie Verpackungs- und Verpackungsabfall Verordnung
(Englisch: Packaging and Packaging Waste Regulation), unter ei-
nem Schirm zusammenführen soll. Die britische Verordnung zum
Verbot von Einwegkunststoffen in Feuchttüchern wird darüber hin-
aus den Weg für eine nachhaltige Zukunft ebnen und soll im
Mai/Juni 2027 in Großbritannien in Kraft treten. In den USA wurde
der Wipes Act erfolgreich vom Repräsentantenhaus verabschiedet
und im Juni 2025 an den Senat weitergeleitet. Er regelt die Kenn-
zeichnung der Spülbarkeit von Feuchttüchern, ein wichtiger Faktor
zur Unterscheidung zwischen nicht spülbaren Feuchttüchern und
spülbaren, biologisch abbaubaren Alternativen, die mit den Fasern
von Lenzing hergestellt werden können.
Am Ende des Jahres 2025 gab Lenzing den Beschluss einer Inves-
tition von EUR 15 Mio. in den Ausbau der Vliesstofffaserkapazitäten
am Standort Lenzing bekannt. Im Fokus des Ausbaus stehen
VEOCEL™ Viscostar Fasern mit trilobalem Querschnitt, die sich
9 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
aufgrund ihrer effizienten Saugfähigkeit besonders gut für Damen-
hygieneprodukte eignen und somit eine nachhaltige Alternative zu
synthetischen Fasern sind.
Eine Innovation im Bereich von Reinigungstüchern sind die neu
entwickelten Fasern VEOCEL™ Lyocell EC (Enhanced Cleaning),
die speziell für Desinfektion entwickelt wurden. Der Großteil von
Desinfektionstüchern basiert auf der Wirkstoffklasse der quarter-
nären Verbindungen (Quats). Diese Stoffe binden sich sehr stark auf
cellulosischen Fasern, im Gegensatz zu synthetischen Fasern. In
der Praxis hat sich gezeigt, dass die Hersteller von Desinfektions-
tüchern eine konstante Wirkstoffabgabe und somit eine geringe
Bindung an die Faseroberfläche erreichen wollen. Daher wurde ein
neuer Lyocellfasertyp entwickelt, der sich geringer mit den Quats
bindet und somit eine konstante Wirkstoffabgabe ermöglicht. Die
neue Faser VEOCEL™ Lyocell EC wurde bereits im Zuge einer gro-
ßen Konferenz in der Vliesstoffindustrie eingeführt.
Die patentierte LENZING™ Nonwoven Technology produziert
Lyocellfilamente, die während des Produktionsprozesses direkt zu
einem Vliesstoff verarbeitet werden. Die Kombination aus der na-
türlichen Bindung der Filamente und der weiteren Wasserstrahlver-
festigung ermöglicht es, Materialien ohne den Einsatz von Ober-
flächenbehandlungen oder Bindemitteln herzustellen und trägt so
zur Reduktion von Mikroplastik in Wischtüchern bei. Das neueste
Produkt, das mit dieser Technologie hergestellt werden kann ist
LENZING™ DUAL WIPE. Dieses innovative Wischtuch kombiniert
zwei funktionale Seiten: eine weiche Seite für schonende Reini-
gung und eine raue Seite für hartnäckigen Schmutz. Es wurde erst-
mals auf der IDEA 2025, einem wichtigen Event der Vliesstoffin-
dustrie in Miami vorgestellt, wo es bereits großes Interesse seitens
der Industrie weckte.
Lenzing stärkte durch maßgeschneiderte Innovationssessions ihre
Partnerschaften mit zwölf strategisch wichtigen Vliesstoffkunden,
darunter Unicharm, Shinwa, BAT, Suominen, KC, Nitto, DAO, Con-
vatec, Magnera, Solventum, Aralar, Albaad, Fibertex und Rockline.
Zudem wurde die Kooperation mit Carefree in Nordamerika erwei-
tert. Nach der erfolgreichen Martkeinführung von Slipeinlagen mit
VEOCEL™ Lyocellfasern mit Dry Technology in den USA, wurde
diese Produktlinie nun auch im kanadischen Markt gestartet.
Co-Produkte der Faserproduktion
Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder
Modalfasern produziert, als Co-Produkt unter anderem
LENZING™ Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und
Glasindustrie sowie für die Erzeugung von Lebens- und
Futtermitteln eingesetzt. In der Berichtsperiode hat Lenzing für ihr
Co-Produkt LENZING™ Natriumsulfat die Zertifizierung nach ISO
22000:2018 erhalten, einer weltweit anerkannten Norm für
Managementsysteme zur Lebensmittelsicherheit. Die Verkaufs-
menge von LENZING™ Natriumsulfat konnte im Jahr 2025
gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden.
1
FSC-Lizenzcode: FSC-C175509, FSC-C165948
2
Rückwirkende Anpassung der Innenumsätze in der Division Zellstoff (vgl. Note 4 im
Konzernabschluss)
Division Zellstoff
Die Division Zellstoff bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe vom Holzeinkauf bis hin zur Erzeugung von Faser-
zellstoff und Bioraffinerie-Produkten. Das neueste Zellstoffwerk LD
Celulose in Indianópolis (Brasilien) produzierte im Berichtsjahr mit
ausgezeichneter Qualität und die Nennkapazität konnte durch Op-
timierungsschritte auf 600.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden.
Die zusätzlichen Produktionsmengen werden primär am externen
Zellstoffmarkt verkauft. Zudem wird überschüssiger Strom aus
dem Werk als erneuerbare Energie ins öffentliche Netz eingespeist.
Für die Bereitstellung der Biomasse sicherte sich LD Celulose einen
über 44.000 ha großen, FSC
®
-zertifizierten Nutzwald und pach-
tete weitere Flächen, um im Endausbau über ca. 80.000 ha FSC
®
-
zertifizierte Waldfläche zu verfügen.
1
Diese Plantagen stehen voll-
umfänglich im Einklang mit der Richtlinie und den hohen Standards
der Lenzing für die Beschaffung von Holz und Zellstoff.
Lenzing arbeitet auch weiterhin am Thema Recycling von Textilab-
fällen. Das Unternehmen entwickelt und fördert bereits seit Jahren
proaktiv Innovationen in diesem Bereich, um ökonomisch sinnvolle
und skalierbare Lösungen für das globale Textilabfallproblem be-
reitzustellen. Seit 2021 arbeitet Lenzing mit dem schwedischen
Zellstoffproduzenten Södra zusammen, um gemeinsam neue Ver-
fahren für das Recyceln von Alttextilien im industriellen Maßstab zu
entwickeln. Die derzeit ungünstigen Bedingungen am Textilmarkt
haben zu einer Wachstumsabkühlung in diesem Sektor geführt, da
die Kostenstruktur noch keine höheren Mengen gestattet.
Die (internen und externen) Umsatzerlöse der Division Zellstoff er-
reichten 2025 einen Wert von EUR 1,3 Mrd., nach EUR 1,38
2
Mrd.
im Vorjahr. Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR
451,5 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) bei EUR 249,6 Mio.
Holz
Die Lage der Holzmärkte in Europa zeigte sich 2025 trotz geringe-
ren Angebots im Wesentlichen stabil. Eine schwächere Holznach-
frage in der Industrie sowie teilweise niedrigere Energiepreise und
der somit geringere Verbrauch von Biomasse trugen zur Stabilisie-
rung bei.
Zudem erzielte die Beschaffungsstrategie der Lenzing Gruppe mit
langfristigen Rahmenvereinbarungen einen guten Stabilisierungs-
effekt auf Mengen und Preise. Lenzing konnte daher ihre Zellstoff-
standorte in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) im Be-
richtsjahr zuverlässig mit Holz versorgen. Die Verfügbarkeit von
Fichte hat sich jedoch im vierten Quartal 2025 verschlechtert.
Die Auditierungen nach den Forstzertifizierungssystemen Forest
Stewardship Council
®
(FSC
®
) und Programme for the Endorse-
ment of Forest Certification (PEFC) bestätigten auch 2025 für
beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in
den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC-
und FSC
®
-zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen.
3
3
Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92
10 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zellstoff
Um die Faserproduktion der Lenzing Gruppe mit hochwertigem
Faserzellstoff zu versorgen, betreibt die Lenzing Gruppe an den
Standorten Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechien) und Indi-
anópolis (Brasilien) eigene Faserzellstoffwerke. Der Eigenversor-
gungsgrad liegt derzeit deutlich über den strategisch angestrebten
75 Prozent. Lenzing etablierte sich darüber hinaus auch als struk-
tureller Lieferant im weltweiten Zellstoffmarkt. Der extern bezo-
gene Faserzellstoff wurde größtenteils auf Basis langfristiger Ver-
träge zugekauft. In den Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wur-
den 2025 insgesamt ca. 1.218.000 Tonnen Faserzellstoff produziert.
Bioraffinerie-Produkte
In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Faserzell-
stoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet,
wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz
stofflich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmit-
tel-, Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die bioba-
sierten Produkte von Lenzing.
In der Berichtsperiode gaben Lenzing und ihr langjährige Partner
Speyer & Grund die Inbetriebnahme eines neuen Lagertanks be-
kannt. Das neue Tanklager am Standort von Speyer & Grund in
Meerane (Deutschland) umfasst einen speziell für LENZING™ bio-
basierte Essigsäure vorgesehenen Tankbehälter. Die erweiterte La-
gerkapazität erhöht die Flexibilität und Effizienz in der Versorgung
und trägt maßgeblich zur Supply-Chain-Exzellenz bei.
Die vom Forschungsinstitut Quantis durchgeführte Lebenszyklus-
Analyse bestätigte, dass der CO
2
-Fußabdruck von Essigsäure der
Marke LENZING™ Bio-based Acetic Acid um mehr als 85 Prozent
geringer ist als bei vergleichbaren Produkten auf Basis fossiler Roh-
stoffe.
Lenzing hat in der Berichtsperiode sowohl für LENZING™
Natriumsulfat als auch für das Bioraffinerie-Produkt LENZING™ bi-
obasierte Essigsäure die Zertifizierung nach ISO 22000:2018 erhal-
ten. Diese international anerkannte Norm bestätigt das konse-
quente Engagement der Lenzing für Produktsicherheit, Qualitäts-
sicherung und kontinuierliche Verbesserung.
Energie- und weitere
Rohstoffversorgung der Divisionen
Die Themen „Energie“ und „Weitere Rohstoffe“ sind als wesentliche
Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
Lenzing Gruppe den Divisionen „Faser“ und „Zellstoff“ zuzuordnen.
Energie
Die Lenzing Gruppe zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den
Standorten Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechien) und
Indianópolis (Brasilien) zu den Vorreitern einer ressourcen-
schonenden und weitgehend energieautarken Zellstoff- und
Faserproduktion. An den Produktionsstandorten werden laufend
zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz
vorangetrieben. Die Energiereserven an den europäischen
Standorten bleiben vor dem Hintergrund geopolitischer
Unsicherheiten gut abgesichert.
Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Gaspreise mit knapp 39
EUR/MWh am österreichischen Spotmarkt rund 10 Prozent über
dem Niveau des Vorjahres. Eine Entspannung der
Versorgungssituation infolge eines zunehmenden LNG-Angebots
(engl. Liquefied Natural Gas) machte sich erst gegen Ende des
Jahres mit deutlich sinkenden Preisen bemerkbar. Die Kohlepreise
gingen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zurück. Der
Strompreis verzeichnete mit einem Anstieg von 21 Prozent den
stärksten Zuwachs. Dieser war maßgeblich durch höhere CO-
Preise beeinflusst, die um 13 Prozent zulegten. Der Ölpreis lag
hingegen im Jahresdurchschnitt bei rund 68 USD je Barrel und
damit um 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Lenzing hält
weiterhin an ihrer im Jahr 2023 eingeführten Beschaffungs-
strategie fest. Dabei erfolgt die Energiebeschaffung auf Basis einer
definierten Termin- und Spotmarktkombination. Diese Strategie
gleicht Preisschwankungen an den Energiemärkten aus und trägt
zu einer stabileren Kostenentwicklung bei.
Die Lenzing AG hat am Standort Lenzing gemeinsam mit dem
Energieunternehmen Verbund eine neue Photovoltaikanlage mit
1,3 MWp in Betrieb genommen. Damit steigt die Gesamtleistung
des PV-Parks auf 8,3 MWp. Ergänzt durch Kleinwasserkraftwerke
(2,3 MW) und langfristige Lieferverträge für Wind- und Solarstrom
baut Lenzing ihre Energieautonomie weiter aus. Diese Investitionen
sind zentrale Bausteine der Dekarbonisierungsstrategie für die
Erreichung des wissenschaftlich bestätigten Netto-Null-Ziels.
Am Standort Lenzing wurden von 2023 bis 2025 insgesamt 29
Energieeffizienzprojekte umgesetzt. Die daraus resultierende
Wärmeeinsparung von rund 265.000 GJ pro Jahr und die
Stromeinsparung von rund 7.000 MWh pro Jahr entspricht dem
jährlichen Energiebedarf von rund 4.350 österreichischen
Haushalten. Diese Maßnahmen werden sich positiv auf die
Energiekostenstruktur auswirken und redzuzieren den CO
2
Footprint des Standorts Lenzing um ca. 10.500 Tonnen fossiles CO
2
pro Jahr.
Die Lenzing AG und die Energie AG Umwelt Service haben im
Dezember 2025 ihre RVL-Partnerschaft (Reststoffverwertung
Lenzing) bis 2040 erneuert. Mit dem neuen Rahmenvertrag
„R/25“ wird die erfolgreiche Kooperation in der
Reststoffverwertung Lenzing gestärkt. Die Vereinbarung sichert
höhere Leistung und Verfügbarkeit der Wirbelschichtanlage, ein
Retrofit-Programm 2026/27 sowie klare Regeln für
Emissionskosten. Zudem garantiert sie langfristige
Planungssicherheit mit erstem Kündigungstermin per 31.12.2040.
Die RVL bleibt ein Eckpfeiler für Versorgungssicherheit und
Klimaschutz: Jährlich werden über 300.000ௗTonnen Abfälle in
Strom und Dampf umgewandelt und ersetzen bis zu 85ௗMio.ௗNm³
Erdgas – ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung und
Kreislaufwirtschaft. Das Projekt zur Errichtung eines neuen
Wirbelschichtkessels am Standort Lenzing wurde in der
Berichtsperiode weiter vorangetrieben. Ziel ist die Substitution von
klassischen fossilen Brennstoffen und die Reduktion von
Emissionen. Der Baustart ist für das dritte Quartal 2026 vor-
gesehen.
Die Energieanlagen in Lenzing sowie an den Standorten Paskov
und Heiligenkreuz (Österreich) liefen im Berichtszeitraum im
Regelbetrieb.
In Heiligenkreuz wurde die Umstellung auf biogene
Brennstoffe gezielt vorangetrieben, um die Energiekosten
nachhaltig zu senken und die Wirtschaftlichkeit des Standortes
weiter zu verbessern.
11 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
In Paskov wurde überschüssige Energie weiterhin ins öffentliche
Netz eingespeist. Die Erdgaspreise am Standort Paskov ver-
zeichneten eine leichte Steigerung wohingegen sich in Grimsby
(Großbritannien) die Erdgaspreise reduzierten. In Mobile (USA)
erhöhten sich die Erdgaspreise geringfügig, wobei ein leichter
Rückgang beim Strompreis zu verzeichnen war.
Am Standort Purwakarta (Indonesien) wurden die Energieanlagen
mit hohen Verfügbarkeiten betrieben. Der Kohlepreis sank moderat,
während der Strompreis annähernd gleich blieb.
Am chinesischen Standort Nanjing gingen die Gaspreise aufgrund
eines neuen Liefervertrags deutlich zurück. Der Betrieb zweier
Gasturbinen, die 2024 in Betrieb genommen wurden, trug zur
weiteren Diversifizierung der Energieversorgung bei. Die
Strompreise blieben stabil.
Am brasilianischen Standort Indianópolis befindet sich ein Vertrag
über die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) anstelle von Heizöl in
Umsetzung. Der Versorgungsstart wird mit dem ersten Quartal
2026 erwartet.
In Prachinburi (Thailand) blieben die Preise für Strom im Vergleich
zur Vorjahresperiode stabil.
Weitere Rohstoffe
Die für Lenzing relevanten Chemikalienmärkte verzeichneten 2025
überwiegend stabile Preise. Im Durchschnitt lagen die Chemika-
lien-Kosten der Lenzing im Budget.
Natronlauge
Natronlauge kommt bei der Herstellung von Faserzellstoff zum
Einsatz und ist ebenso ein wichtiges Vorprodukt für die Herstel-
lung von Viscose- und Modalfasern. Sie fällt als Nebenprodukt bei
der Chlorproduktion an. Nach anfänglich erhöhten Preisen im ers-
ten Halbjahr aufgrund starker Nachfrage beruhigten sich die
Märkte in den beiden letzten Quartalen des Jahres, was sich zum
Teil auch in niedrigeren Preisen widerspiegelte.
Schwefel
Schwefel ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung
von Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure. Beide Rohstoffe wer-
den wiederum im Viscoseverfahren eingesetzt. Aufgrund der Ver-
knappung des Schwefelangebotes erhöhten sich die Preise im
Jahresverlauf signifikant in allen Regionen.
Sonstige
In Sonstige sind im Wesentlichen zentrale Headquarter-Funktionen
und übergreifende Tätigkeiten sowie die Geschäftstätigkeit der
Forschung und Entwicklung und des BZL-Bildungszentrums
Lenzing GmbH (Ausbildung und Personalentwicklung) zusammen-
gefasst. Die Umsatzerlöse in Sonstige erreichten 2025 einen Wert
von EUR 3 Mio. Das Ergebnis (EBITDA) lag bei minus EUR 51,6 Mio.,
das Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 60,6 Mio.
Lenzing Aktie
Die Lenzing Aktie startete mit einem Kurs von EUR 29,60 (Eröff-
nungskurs am 2. Jänner 2025) in das Börsenjahr 2025 und erreichte
am 19. März 2025 mit EUR 35,35 den höchsten Schlusskurs des
Jahres 2025. Der tiefste Schlusskurs wurde am 10. November 2025
bei EUR 20,65 registriert. Zum Ende des Berichtsjahres notierte die
Lenzing Aktie bei EUR 23,40. Dies entspricht einem Kursrückgang
von 20,95 Prozent gegenüber Jahresanfang. Der Wiener Leitindex
ATX beendete das Jahr mit einem Plus von 45,41 Prozent im Ver-
gleich zum Jahresanfang. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde im
Berichtsjahr keine Dividende ausgeschüttet. Der Vorstand der
Lenzing AG hat 2024 beschlossen, die Dividendenpolitik von min-
destens EUR 4,50 pro Aktie unbefristet auszusetzen.
12 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Stetige Innovationen sind ein entscheidender Werttreiber des Ge-
schäftsmodells der Lenzing Gruppe. Es wird gezielt die Entwick-
lung neuer Produkte, Anwendungen, Prozesse und Techniken zur
Marktreife vorangetrieben, um damit Mehrwert für Kunden, Stei-
gerung von Effizienz sowie Verbesserung der Nachhaltigkeitsleis-
tung zu erreichen. Innovation wird als wesentlicher Bestandteil der
Unternehmensstrategie von vielen Bereichen im Unternehmen
spezifisch vorangetrieben. Die Abteilung Global Innovation, in der
auch die F&E Infrastruktur (Labore und Pilotanlagen) angesiedelt
ist, ist insbesondere für technologische Entwicklungen sowie die
Innovationsgruppen Textilien und Vliesstoffe zuständig. In enger
Vernetzung arbeiten diverse Gruppen bereichsübergreifend im
Konzern mit den Technologiegruppen, der Nachhaltigkeitsabtei-
lung oder den Produktionsbereichen zusammen, um die Innovati-
onskraft der Lenzing weiter auszubauen und Entwicklungen rasch
und zielgerichtet umsetzen zu können.
Im Jahr 2025 waren die Innovationsaktivitäten verstärkt auf die
spezifischen Anforderungen der Kunden und auf das Ziel, Entwick-
lungen rasch umzusetzen, ausgerichtet. Weiters wurden im Rah-
men des Perfomance Programms Produktionsbereiche intensiv mit
verschiedensten Debottlenecking- und Prozessoptimierungsmaß-
nahmen unterstützt. Dabei wurden neben Kapazitätssteigerungen
auch verbesserte Effizienz und Qualität sowie gesenkter Energie-
verbrauch erreicht. Die wichtigsten Kennzahlen für Innovation wa-
ren für das Berichtsjahr 2025 wie folgt: In den verschiedenen Inno-
vationsbereichen waren insgesamt 197 Mitarbeiter:innen tätig
(nach 205 Mitarbeiter:innen Ende 2024). Die Ausgaben für For-
schung und Entwicklung, berechnet nach Frascati (abzüglich erhal-
tener Förderungen), beliefen sich auf EUR 31,7 Mio. (nach EUR 30,4
Mio. im Jahr 2024). Die Produkte und Technologien der Lenzing
Gruppe waren Ende 2025 durch 944 Patente und Patentanmel-
dungen aus 140 Patentfamilien in 40 Ländern und Organisationen
geschützt. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 die Weichen für
strategische Investitionen von über EUR 100 Mio. an den österrei-
chischen Standorten Lenzing und Heiligenkreuz gestellt. Dieses In-
vestitionspaket für Innovation und Nachhaltigkeit sichert langfristig
die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der beiden Standorte.
2025 wurde Lenzing für den österreichischen Staatspreis Patent in
der Spezialkategorie Matilda nominiert. Dieser ehrt Unternehmen,
die besonderes Augenmerk auf die Förderung von Frauen im Inno-
vationsbereich legen. Beurteilt wird u. a. nach folgenden Kriterien:
gezielte Förderung von Frauen, fortschrittliche Unternehmensphi-
losophie, Abbau von Rollenstereotypen, Frauenanteil in Führungs-
positionen und in wissenschaftlichen sowie technischen Bereichen.
Die Forschungsabteilung von Lenzing ist eine Vorzeigeabteilung,
was das Thema DEI (Diversity, Equity, Inclusion) betrifft. Der Frau-
enanteil ist hier deutlich höher als im Durchschnitt der Lenzing
Gruppe und im Führungsteam liegt er sogar über 50 Prozent. Auch
in den Produktionsschichtteams wird der Frauenanteil stetig erhöht
und im Zuge des Projekts "Frauen in die Technik" werden Chemie-
verfahrenstechnikerinnen ausgebildet. Eine Kennzahl, die nicht nur
innerhalb des Konzerns, sondern auch international bemerkens-
wert ist, ist der Anteil an Erfinderinnen an den Patenten von Lenzing.
Dieser beträgt 47,5 Prozent, dem gegenüber liegt der durchschnitt-
liche österreichische Frauenanteil bei Patenten bei 8 Prozent und
der EU-Schnitt bei 13,2 Prozent.
Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung
Im Bereich Zellstoff wurde der Einfluss des Einsatzes unterschied-
licher Holzarten auf den Produktionsprozess und die Produktquali-
tät zur Erzielung des maximalen Ertrags untersucht. Zudem wurden
sowohl im Bereich der Zellstoffkochung als auch in der Zellstoff-
bleiche zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, um die Effizien-
zen der Prozesse gezielt zu erhöhen, die Chemikaliendosierungen
zu reduzieren und den Energiebedarf zu senken. Prozesssimulatio-
nen in Kombination mit umfangreichen statistischen Versuchspro-
grammen liefern die Voraussetzung, die Erträge zu steigern und die
Qualitätsparameter auf konstant hohem Niveau zu halten. Ein
wichtiger Fokus lag in der Identifikation und Analyse von diversen
Prozessströmen, um das Potenzial zur Produktion zusätzlicher,
neuer Co-Produkte zu evaluieren.
Die Industrialisierung der Kreislaufwirtschaft war ein weiterer
Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten im Jahr 2025. Die strategische
Partnerschaft mit Södra wird im EU-geförderten Projekt LIFE TRE-
ATS konsequent weitergeführt und zielt auf die effiziente Aufbe-
reitung komplexer Post-Consumer-Textilabfälle ab. In Pilotkam-
pagnen konnte das für die Lyocellfaser-Produktion benötigte Qua-
litätsniveau erreicht werden. Die ist eine zentrale Voraussetzung,
um Lyocellfasern aus Recycling-Material im industriellen Maßstab
produzieren zu können. Die Kooperation mit Södra wurde inhaltlich
vertieft und operativ erweitert: es wurden Rohstoffspezifikationen
für die Sortierung von Alttextilien erarbeitet und die Abtrenntech-
nologien für Elastan- und Polyamidfasern verbessert. Dank der
Weiterentwicklung von Spezialanalytik (u.ௗa. zur Störstoffcharakte-
risierung) ist es nun möglich, Störstoffe präziser zu definieren und
die Zellstoff-Spezifikationen zu schärfen. Flankierend wurde das
IP-Portfolio im Textil-Recycling zur Absicherung des Wettbewerbs-
vorteils ausgebaut. Zudem wurde das Netzwerk im Bereich Textil-
recycling ausgebaut, um gemeinsam Lösungen für das komplexe
Thema zu entwickeln.
Parallel zum Textilrecycling gab es auch eine Vielzahl an Aktivitäten
um aus alternativen Rohstoffquellen (z.B. landwirtschaftlichen Ab-
fallstoffen) Zellstoffe für die Faserherstellung zu gewinnen. Ähnlich
wie beim Textilrecycling setzt Lenzing auch hier auf intensive Ko-
operationen, in denen die Einsetzbarkeit solcher Zellstoffe für den
Faserprozess untersucht werden.
Forschung und Entwicklung
13 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
2023 2024 2025
30,4
31,6 31,7
F&E-Ausgaben (nach Frascati) in EUR Mio.
In einigen Projekten wurde auch an der Verwendung verschiedens-
ter Membrantechnologien im Bereich Rückgewinnung, aber auch
Abwasseraufbereitung gearbeitet. Membrantechnologien stellen
nicht nur hochselektive Alternativen zu bestehenden Technologien
dar, sondern tragen auch zu einer deutlichen Reduktion des CO
2
Fußabdrucks bei.
Durch die stetig zunehmende Elektromobilität wird mittelfristig
eine signifikante Überkapazität an Natriumsulfat, eines der Neben-
produkte aus dem Viscoseprozess, aufgrund des Abbaus von Li-
thium aber auch durch die Batterieherstellung und dem Batterier-
ecycling erwartet. In einem Entwicklungsprojekt beschäftigt sich
Lenzing gemeinsam mit Partnern an der elektrochemischen Spal-
tung von Natriumsulfat zur Herstellung von Natronlauge und
Schwefelsäure, beides essenzielle Chemikalien zur Herstellung von
Viscosefasern.
Innovative neue Fasertypen und -technologien
Im Rahmen von diversen Projekten zur Produktion innovativer Spe-
zialfasern wurde gemeinsam mit anderen Innovationsbereichen
sehr intensiv an der Entwicklung spezieller Spinndüsen gearbeitet.
Dies unterstützt die Premiumisierung in der Unternehmensstrate-
gie, in Zukunft noch stärker auf die Produktion von Spezialfasern
und deren Applikation zu fokussieren.
Die Entwicklung von speziellen Fasertypen sowie deren Einsatz in
ausgewählten Anwendungen war ein Schwerpunkt im Bereich der
Innovation für Vliesstofffasern. Diese Entwicklungen erfolgten in
enger Abstimmung mit unseren Direktkunden und deren Kunden,
um schon im Entwicklungsprozess die Markttauglichkeit sicherzu-
stellen.
Eine der neu entwickelten Typen sind Lyocellfasern mit flachem
(anstelle des üblichen runden) Querschnitt. Der flache Querschnitt
bringt neue bzw. andere Eigenschaften wie verbesserten Flüssig-
keitstransport mit sich. Die Faser wurde 2025 auf dem Global Fiber
Congress in Dornbirn vorgestellt. Eine Reihe von Kundenanfragen
nach dieser Spezialfaser zeigen bereits Marktinteresse. 2025
konnte die Produktionsrate dieser Flachfaser um 30 Prozent ge-
genüber dem Vorjahr gesteigert werden, wodurch die Fasern für
kundenseitige Produktentwicklungen noch attraktiver werden.
In einer Kooperation mit adidas konnte gezeigt werden, dass Pro-
dukte aus Lyocellfasern (ähnlich wie Baumwolle) chemisch wieder
zu Lyocellfasern recycled werden können. Stoffe aus 100 Prozent
Lyocell wurden aufgelöst, die synthetischen Farbstoffe entfernt
und neue Fasern hergestellt - ohne Bleiche und unter Beibehaltung
des ungefärbten Farbtons der Faser. Diese Fasern wurden zu Garn
gesponnen und zu einem Prototyp-Pullover verarbeitet – schlicht,
natürlich und kreislauffähig.
Auch beim Produkt TENCEL™ Luxe Filament sowie der
LENZING™ Nonwoven Technology (LNT), die beide auf dem
Lyocell Verfahren basieren, wurden 2025 die Entwicklungen weiter
vorangetrieben. Neben der kontinuierlichen technologischen Wei-
terentwicklung, mit dem Ziel von Anlagen im industriellen Maßstab,
war die Marktentwicklung ein wesentlicher Schwerpunkt. LNT-
Material wurde 2025 zum ersten Mal in einem im Handel erhältli-
chen Produkt eingesetzt. Aktuell wird evaluiert, wie das Produkt
am Markt ankommt und wie die Performance im realen Einsatz ist.
Die Pipeline der LNT-Anwendungen reicht damit nun von bereits
am Markt erhältlichen Produkten bis hin zu neuen Applikationen,
die 2025 erstmals und erfolgreich getestet wurden.
Neben der bilateralen Zusammenarbeit mit aussichtsreichen Kun-
den wird ein wesentlicher Teil der Entwicklung bei TENCEL™ Luxe
Filament auch im Rahmen von EU Projekten abgehandelt. Das
2024 gestartete Projekt CELLFIL beschäftigt sich mit der Herstel-
lung von Lyocell-Filamenten und deren Anwendungen. Hier ist
Lenzing einer der Hauptpartner und fungiert auch als wissenschaft-
licher Koordinator. Auch im Projekt ESCIB, in dessen Rahmen neue
Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung (speziell für biobasierte
und zirkuläre Materialien) entwickelt werden, ist Lyocell Filament
als einer der Use Cases vertreten.
Eine weitere, neue Technologie bei der sich Lenzing engagiert, ist
das neuartige Verfahren zur Faserproduktion des schwedischen
Cellulosefaserunternehmens TreeToTextile AB. Hier erwarb Lenzing
2024 eine Minderheitsbeteiligung und begründete damit eine stra-
tegische Partnerschaft zur Entwicklung von Cellulosefasern der
nächsten Generation. Die preisgekrönte Technologie und das Pro-
duktionsverfahren von TreeToTextile, die die Umweltbelastung
deutlich reduzieren, entsprechen Lenzings Engagement für Nach-
haltigkeit.
Im Februar 2026 erhöhte die Lenzing Gruppe ihre bestehende Be-
teiligung an TreeToTextile AB und übernahm damit die kontrollie-
rende Mehrheit. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht
Lenzing ihren Anspruch, die Premiumisierungsstrategie konse-
quent voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt
für Spezialfasern weiter auszubauen. Die Transaktion ermöglicht
eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing
plant sowohl eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes
in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden,
als auch die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage.
Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt für die Lenzing Gruppe
eine immer wichtigere Rolle – auch für Innovationsprojekte. So
setzt Lenzing bereits erfolgreich KI-Systeme in ihren Produktions-
anlagen ein. Neu dazugekommen sind im Jahr 2025 auch KI-ba-
sierte Lösungen, um Arbeitsabläufe in Labors zu beschleunigen
und zu automatisieren.
14 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich 2025 unter an-
derem aufgrund reduzierter Investitionstätigkeiten auf EUR 141,1
Mio. (nach EUR 153,8 Mio. im Jahr 2024).
Lenzing fokussierte auch 2025 im Rahmen ihres Performance-
Programms, und nach den erheblichen Investitionen der vergan-
genen Jahre, auf Maintenance- und License to operate-Projekte
sowie Projekte zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion. Im
Folgenden sind wesentliche Projekte aus dem Jahr 2025 ange-
führt.
Im Berichtszeitraum hat Lenzing in Zusammenarbeit mit dem
Energieunternehmen Verbund eine neue Photovoltaikanlage (PV-
Anlage) mit einer Leistung von 1,3 Megawattpeak (MWp) am
Hauptsitz in Lenzing (Österreich) in Betrieb genommen. Dadurch
stieg die Gesamtleistung der PV-Anlagen am Standort auf 8,3
MWp. Dies trägt zur Diversifizierung der Energieversorgung bei,
stärkt die Energieunabhängigkeit und steht im Einklang mit der
langfristigen Energie- und Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing.
Im Jahr 2025 markierte die Installation und erfolgreiche Inbe-
triebnahme einer neuen Erdgasleitung und entsprechender Anla-
gen (Kessel und Turbine) am Produktionsstandort Nanjing (China)
einen bedeutenden Schritt hin zur Umstellung von kohlebasierter
Dampferzeugung auf ein zu 100 Prozent erdgasbasiertes System.
Sobald die Energieversorgung auf Erdgasbasis bis 2027 vollstän-
dig etabliert ist, wird eine Reduzierung der Treibhausgasemissio-
nen um 100.000 Tonnen gegenüber 2021 erwartet. Die Investiti-
onssumme für diese Umstellung belief sich auf rund EUR 30 Mio.
Im Rahmen der Maßnahmen für operative Exzellenz hat Lenzing
am Standort Mobile (USA) mit einer Investition von rund EUR 12
Mio. bestehende Gaskessel durch effizientere Modelle ersetzt.
Die Umsetzung wurde 2025 abgeschlossen, und die neuen Kes-
sel werden an diesem Standort schätzungsweise jährlich rund
8.000 Tonnen Scope-1-CO
2
-Emissionen einsparen. Damit wird
die Energieeffizienz und Kostenbasis verbessert sowie ein wich-
tiger Schritt zur Erreichung der Science-based targets gesetzt.
Siehe dazu auch Kapitel „E1 Klimawandel“ in der nichtfinanziellen
Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts.
Die neu errichtete Kläranlage am Produktionsstandort in Grimsby
(Vereinigtes Königreich) konnte 2025 vollständig in Betrieb ge-
nommen werden. Das Projekt ist nun in die zweite Phase einge-
treten, in der weitere Optimierungen vorgenommen werden, um
die EU-BAT-Grenzwerte (engl. Best Available Techniques) im Jahr
2026 zu erreichen. Diese strategische Investition in Höhe von
EUR 24 Mio., die alle Projektkosten abdeckt, stellt einen bedeu-
tenden Schritt in der Nachhaltigkeitsstrategie des Standorts dar
und unterstützt die Erreichung der ZDHC-Ziele für Lyocell und
Abwasser.
Siehe dazu auch Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“ in der nicht-
finanziellen Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbe-
richts.
Investitionen
15 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Aktuelles Risikoumfeld
Das globale Risikoumfeld im Jahr 2026 ist durch eine Kombination
aus strukturellen, geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherhei-
ten gekennzeichnet.
Der zunehmende strategische Wettbewerb zwischen den Groß-
mächten und der Abbau multilateraler Kooperationsmechanismen
schwächen die internationale Stabilität.
Wirtschaftlich belasten anhaltende Handelskonflikte, protektionis-
tische Maßnahmen und eine fragmentierte Weltwirtschaft die Lie-
ferketten, Investitionen als auch Wachstumsaussichten.
Trotz der zahlreichen geopolitischen Spannungen gibt es unter an-
derem aufgrund neuer Handelsabkommen aber auch Lichtblicke in
der europäischen Wirtschaft und einen ökonomisch optimistische-
ren Ausblick als zu Beginn des Vorjahres.
Technologische Umbrüche, insbesondere in den Bereichen künst-
liche Intelligenz und Cyberrisiken, erhöhen die Anfälligkeit von Or-
ganisationen und Unternehmen gleichermaßen.
Darüber hinaus verschärfen klimabedingte Extremwetterereignisse
und der Druck, bestehende Geschäftsmodelle zu transformieren,
die Komplexität des Risikoumfelds.
Insgesamt ist das Jahr 2026 durch erhöhte Volatilität in den Märk-
ten, geringere Vorhersehbarkeit politischer und wirtschaftlicher
Entscheidungen und ein wachsendes Konfliktpotenzial gekenn-
zeichnet.
Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am
Weltfasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängen-
den Risiken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines
Marktumfeld“.
Lenzing Risikoausblick 2026
Das globale Risikoumfeld, insbesondere im Hinblick auf die aktuel-
len geopolitischen Entwicklungen, wirkt sich in verschiedenem
Ausmaß auf die Geschäftstätigkeit von Lenzing aus.
Für 2026 prognostiziert der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von
3,3 Prozent. Die globale Inflationsrate wird laut IWF voraussichtlich
auf 3,8 Prozent im Jahr 2026 und auf 3,4 Prozent im Jahr 2027 sin-
ken.
1
Ergebnisrisiken für Lenzing resultieren insbesondere aus der anhal-
tend schwachen Nachfrage nach regenerierten Cellulosefasern.
Diese ist auf eine Verschiebung des Marktgleichgewichts aufgrund
1
Quelle: IMF, World Economic Outlook, January 2026
verstärkter asiatischer Konkurrenz und der daraus folgenden nied-
rigen Faserpreise sowie auf die volatile Preisentwicklung zentraler
Rohstoffe und Energie zurückzuführen.
Lenzing begegnet diesen Risiken proaktiv durch die konsequente
Umsetzung ihrer überarbeiteten Strategie und die damit verbun-
dene Ausrichtung auf nachhaltiges Wachstum mit emissionsarmen
Premiumprodukten.
Angesichts der geopolitischen Spannungen führen globale Han-
delskonflikte zu einem erhöhten Risiko zusätzlicher Handelsbe-
schränkungen mit potenziellen negativen Auswirkungen auf für
Lenzing relevante Lieferketten und Absatzmärkte.
Die Versorgung der Faserproduktionsstandorte mit hochwertigem
Faserzellstoff gilt durch die unternehmenseigene Zellstoffproduk-
tion und ausreichende Marktkapazitäten langfristig als gesichert.
Das Liquiditätsrisiko für 2026 wird aufgrund der Cash-Position und
ungenutzter Kreditlinien bei Banken sowie der erwarteten Free
Cashflow-Entwicklung als moderat eingestuft. Lenzing konnte die
Liquiditätsposition durch den Abschluss einer syndizierten Finan-
zierung über EUR 545 Mio., bestehend aus einem endfälligen Dar-
lehen mit einer Laufzeit von drei Jahren in Höhe von EUR 355 Mio.
und einer revolvierend ausnutzbaren Kreditlinie in Höhe von EUR
190 Mio. mit einer Laufzeit von ebenfalls drei Jahren mit Verlänge-
rungsoptionen von insgesamt zwei Jahren und durch einen erneut
deutlich positiven Free Cashflow wesentlich stärken. Ein deutlich
ansteigendes Zinsniveau oder eine unerwartet negative Entwick-
lung des operativen Geschäfts und des dadurch generierten Free
Cashflows würde ein Risiko für die verfügbare Liquidität darstellen.
Eine Nichteinhaltung der in Finanzierungsverträgen vorhandenen
Financial Covenants würde zu einer Rückzahlungspflicht der Fi-
nanzverbindlichkeiten führen und damit ein Risiko für die verfüg-
bare Liquidität darstellen.
2
Ein kurzfristiger, unerwarteter Wegfall
der bestehenden Working Capital Finanzierungsprogramme (Fac-
toring und Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen) würde ein Ri-
siko für die verfügbare Liquidität darstellen. Die Verfügbarkeit von
Krediten und der Zugang zu den Kapitalmärkten für Refinanzie-
rungsaktivitäten sind für Lenzing im Jahr 2026 wichtig und stellen
risikomindernde Faktoren für das Liquiditätsmanagement dar.
Auf der Währungsseite würde sich eine Abwertung des US-Dollars
als auch des chinesischen Yuans negativ auf das offene Währungs-
volumen von Lenzing auswirken.
In Zusammenhang mit den derzeit von Lenzing durchgeführten Re-
organisationsmaßnahmen und damit verbundenen Personalabbau-
plänen können mittelfristig Risiken hinsichtlich des Verlustes von
Know-how entstehen.
Im Bereich der nicht-operativen Risiken sind für Lenzing insbeson-
dere Cybersicherheits-, Datenschutz- sowie weitere compliance-
2
Für eine detaillierte Beschreibung wird auf die Note 37 im Konzernabschluss verwie-
sen.
Risikobericht
16 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bezogene Risiken von Bedeutung, da diese möglicherweise zu Be-
triebsstörungen führen oder sich negativ auf die Reputation aus-
wirken könnten. Lenzing steuert diese Risiken mittels präventiver
Maßnahmen, einschließlich einer modernen technologischen Inf-
rastruktur, konzernweit implementierten Richtlinien, strukturierter
Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen sowie einer globalen
Organisationsstruktur.
Ziele des Risikomanagements
Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe be-
steht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch eine
adäquate, objektive und transparente Einschätzung der finanziellen,
operativen und strategischen Risiken einschließlich jener in Bezug
auf den ESG-Themenbereich.
Anhand eines ganzheitlichen und unternehmensweiten Risikoma-
nagementsystems stellt Lenzing die zentrale Risikosteuerung und
Überwachung für den Konzern sicher. Gemeinsam mit den opera-
tiven Einheiten werden wesentliche Risiken identifiziert und bewer-
tet und in weiterer Folge dem Vorstand und anderen Stakeholdern
kommuniziert und transparent dargelegt. Eine proaktive Analyse
von potenziellen Risiken ist ebenso Ziel des Risikomanagements,
wie die Aufgabe, Risiken aktiv zu steuern und entsprechende Maß-
nahmen mit den betroffenen Unternehmensbereichen zu evaluie-
ren. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden im Rahmen
des Risikomanagements klimabezogene Risiken und Chancen und
deren kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen auf die
Lenzing Gruppe identifiziert und bewertet sowie entsprechende
Maßnahmen zur Risikominderung abgeleitet. Damit wird den An-
forderungen der ESRS (European Sustainability Reporting Directive)
zu klimabezogenen Chancen und Risiken Rechnung getragen.
Risikomanagementstrategie und -
prozess
Die Risikomanagement-Strategie von Lenzing folgt einem mehr-
stufigen Ansatz: Mit ihrem Risikoappetit legt Lenzing die allge-
meine Einstellung zum Eingehen von Risiken sowie zur Realisierung
von Opportunitäten auf verschiedenen Ebenen fest. Risiken, die
nicht vertretbar sind oder der Strategie von Lenzing widersprechen,
werden vermieden, reduziert oder übertragen. Der Risikoappetit
von Lenzing definiert daher auch die Risikotransfer-Strategie der
Gruppe, die wiederum den Grad der versicherungstechnischen Ri-
sikoeigentragung (Selbstbehalte) der einzelnen Produktionsstan-
dorte bestimmt. Corporate Risk Management führt im Halbjahres-
rhythmus Risikointerviews mit allen operativen Einheiten und glo-
balen Unternehmensfunktionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Be-
urteilung der kurz- bis mittelfristigen Risiken, während die Analyse
klimabezogener Risiken und Chancen auch die langfristigen Aus-
sichten berücksichtigt (siehe auch Kapitel „E1 Klimawandel“ in der
nichtfinanziellen Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbe-
richts). Die wesentlichen Risiken und eine zunehmende Anzahl an
Chancen werden in Lenzings Enterprise Risk Management (ERM)
System erfasst und quantitativ bewertet. Die Risiken werden gegen
das geplante EBITDA simuliert und die Bandbreite der möglichen
Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient
sich dazu einer modernen Simulationssoftware, die auch für die
Berechnung der Risiko-KPIs wie den Value at Risk (VaR), das risiko-
bereinigte EBITDA und ROCE sowie das Verhältnis von Nettover-
schuldung zu EBITDA herangezogen wird. Risiken, die nicht mone-
tär bewertbar sind, werden qualitativ erfasst.
Je nach Auswirkung auf das Unternehmen wird versucht, Risiken
durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden, zu minimieren,
zu transferieren oder, in bestimmten Fällen und wenn aus unter-
nehmerischer Sicht erforderlich und sinnvoll, diese auch bewusst
einzugehen.
Die ERM-Organisation von Lenzing definiert die Regeln, Rechte
und Verantwortlichkeiten innerhalb der Lenzing Gruppe, die für die
jeweils zuständigen Stakeholder gelten bzw. von diesen wahrzu-
nehmen sind. Für jeden Produktionsstandort ist ein Risikomanager
ernannt, der alle standortspezifischen Risiken und Chancen koor-
diniert und kommuniziert und darüber im Rahmen des halbjährli-
chen Risikointerviews Bericht erstattet. Die Zuordnung der Risiken
erfolgt gemäß der jeweiligen Betriebsorganisation, wobei jedem
Risiko ein sogenannter „Risk Owner“ zugewiesen ist.
Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-
ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH ge-
mäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung mit be-
grenzter Sicherheit auditiert und bestätigt.
Die wesentlichen Risiken und Chancen werden dem Vorstand und
dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf halbjährlicher Basis
vorgestellt.
Marktumfeldrisiken
Marktrisiko
Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer
Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwick-
lung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei
Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen
Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren
Lenzing Fasern mit Baumwoll-, regenerierten Cellulose- und syn-
thetischen Fasern. Die Preisentwicklung dieser Produkte, die pri-
mär von der allgemeinen Nachfrage und Marktsättigung abhängt,
beeinflusst somit auch die Entwicklung der Umsätze und Verkaufs-
mengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die
Lenzing Gruppe durch eine stetige Premiumisierung im globalen
Produktportfolio sowie einer konsequenten Nachhaltigkeits- und
Innovationsstrategie entgegen.
Absatzrisiko
Die Lenzing Gruppe erzielt rund 50 Prozent des Faserumsatzes mit
einer mittleren zweistelligen Anzahl an Kunden. Im Zellstoffbereich
ist die Kundenkonzentration vergleichsweise höher als im Faserbe-
reich. Abnahmeausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzli-
che Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Er-
satz zu finden, stellen gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen
durch seine globale Präsenz und die laufende Erweiterung des
Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der
mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein klares
Forderungsmanagement und den Einsatz einer weltweiten Kredit-
versicherung abgedeckt.
17 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wettbewerbs- und Innovationsrisiko
Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf
dem Fasermarkt durch einen steigenden Wettbewerb oder neue
Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Diesem Risiko steu-
ert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche For-
schungs- und Entwicklungstätigkeit, eine hohe Produktinnovati-
onsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die
Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets
mit dem Risiko konfrontiert, dass alternative Faserprodukte verfüg-
bar werden und zu günstigeren Preisen als regenerierte Cellulose-
fasern vermarktet werden. Darüber hinaus kann die Wettbewerbs-
fähigkeit von Lenzing auch durch zusätzliche Handelsbarrieren ne-
gativ beeinflusst werden.
Gesetze und Verordnungen
Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter-
schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine
Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen wie Im-
portzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen etc., sowie
die strengere Auslegung von Verordnungen und Gesetzen können
zu erheblichen Mehrkosten und zu Wettbewerbsnachteilen führen.
Die Lenzing Gruppe unterhält zertifizierte Managementsysteme
für Qualitätsmanagement nach ISO 9001, für Umweltmanagement
nach ISO 14001 und für Sicherheitsmanagement nach ISO 45001.
Die Rechtskonformität im Zusammenhang mit diesen Manage-
mentsystemen wird regelmäßig intern als auch extern auditiert.
Aufgrund der fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels
auf Gesellschaft und Ökosysteme sind striktere Gesetze und Ver-
ordnungen seitens Regierungen und sonstiger Stakeholder zu er-
warten. Eine Implementierung regional unterschiedlicher Maßnah-
men kann den Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinflussen. Um
auf klimabedingte physische und transitorische Risiken proaktiv re-
agieren zu können, hat Lenzing im Jahr 2024 erstmalig eine Klima-
risikoanalyse durchgeführt .
Risiken und Chancen in Zusammenhang mit
ESG
Im Rahmen einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse erhebt
Lenzing in einem mehrstufigen und holistischen Ansatz wiederkeh-
rend die wesentlichen Themen in Bezug auf ihr nachhaltig ausge-
richtetes Geschäftsmodell. Den einzelnen ESG-Themen sind we-
sentliche Risiken und Chancen zugeordnet, welche sukzessive in
das Enterprise Risk Management System integriert und in der lang-
fristigen strategischen Geschäftsplanung von Lenzing berücksich-
tigt werden.
Im Bereich der ökologischen Verantwortung (Environment) sind vor
allem die klimabezogenen Themen im Zusammenhang mit der
Klimaerwärmung (CO
2
-Reduktion) sowie die nachhaltige Rohstoff-
beschaffung (Holz, Chemikalien) und die zunehmende Wasser-
knappheit in gewissen Regionen Schwerpunktthemen. Die zuneh-
mende Regulierung, insbesondere in Bezug auf die Besteuerung
von Treibhausgasen und die Bepreisung von Kohlenstoff, stellt für
Lenzing ein erhebliches Risiko dar. In den Ländern, in denen
Lenzing kohlenstoffintensive Prozesse betreibt, wurden bereits
Vorschriften für Treibhausgasemissionen eingeführt. Lenzing arbei-
tet konsequent an der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnah-
men, sowie an der Reduktion der CO
2
-Emissionen, um dem Um-
weltschutz Rechnung zu tragen und die Exposition durch Ökosteu-
ern zu verringern.
Holz ist für Lenzing die wichtigste natürliche Ressource für die Her-
stellung ihrer biologisch abbaubaren Cellulosefasern. Tro tz d er
nachhaltigen Beschaffungspolitik und der rückwärtsintegrierten
Produktion besteht das inhärente Risiko, dass die Holzpreise auf-
grund des Klimawandels, der weltweit steigenden Nachfrage nach
Biomasse und alternativer Landnutzung weiter steigen.
Die globale Textilindustrie, insbesondere die Modeindustrie, in der
die Produkte von Lenzing häufig verwendet werden, wird wegen
ihres teilweise ressourcenintensiven Rohstoffverbrauchs und ihrer
Produktionsprozesse kritisch betrachtet. Lenzing erachtet diese
Entwicklung aufgrund ihres Geschäftsmodells mit verantwor-
tungsbewusst hergestellten Fasern und den Zugang zu neuen und
aufstrebenden Märkten als Chance.
Die Herstellung von Zellstoff und Fasern ist mit hohem Wasserver-
brauch und mit Emissionen in Luft und Wasser verbunden. Lenzing
betreibt ein sorgfältiges, globales Wassermanagement, das sowohl
die Einhaltung von lokalen Gesetzen als auch weltweiter Standards
gewährleistet. Der zunehmenden Wasserknappheit wirkt Lenzing
durch eine kontinuierliche Verbesserung der Ressourcennutzung
entgegen.
Im Bereich der sozialen Verantwortung (Social) sind die Hauptrisi-
ken für die physische sowie die mentale langfristige Gesundheit
und Sicherheit von Mitarbeiter:innen an den eigenen Standorten
und entlang der Wertschöpfungskette als auch der Gesellschaft
hervorzuheben, denen Lenzing verstärkt mit gezielten Umfragen
und Schwerpunktprogrammen entgegenwirkt.
Im Bereich der Unternehmensführung (Governance) sind Risiken
wie Cybersicherheits-Vorfälle (siehe „IT-Risiken“) sowie eine man-
gelhafte Einhaltung der Corporate Governance und daraus resul-
tierende Risiken wesentlich.
Operative Risiken
Beschaffungsrisiko (inkl. Zellstoffversorgung)
Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe
große Mengen an Rohstoffen (Holz, Chemikalien) und Energie zu-
kaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Risiken der
Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoffe unterwor-
fen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken und durch
den Klimawandel weiter verstärkt werden können. Diesen Risiken
wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten nach
den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität, EcoVadis-basier-
ten Nachhaltigkeitsbewertungen, den Ergebnissen des Together-
for-Sustainability (TfS) Prüfprogramms sowie Lenzing-spezifischer
Audits, aber auch durch langjährig ausgerichtete, stabile Lieferan-
ten-Kunden-Beziehungen mit teilweise mehrjährigen oder langfris-
ten Abnahmeverträgen entgegen. Alle Zulieferer sind darüber hin-
aus verpflichtet, den Globalen Verhaltenskodex der Lenzing für Lie-
feranten einzuhalten. Dennoch besteht das Risiko von Verstößen
mit negativen Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Sta-
keholder entlang der Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken
können sich auch aus Störungen ergeben, die durch Naturereig-
nisse ausgelöst werden.
Lenzing ist mit ausgewählten Rohstofflieferanten und Dienstleis-
tungspartnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen.
18 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diese verpflichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstof-
fen zu standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpas-
sungsklauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren,
dass Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen
nicht unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst
werden können.
Betriebliche und Umweltrisiken
Zur Herstellung von regenerierten Cellulosefasern bedarf es kom-
plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um-
weltrisiken bergen. Durch proaktives und nachhaltiges Umweltma-
nagement, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes Mo-
nitoring der Emissionen werden diese Risiken dank heutiger Pro-
duktionstechniken und der Überwachung der Produktionsprozesse
durch hochqualifiziertes Personal sehr gut beherrscht. Lenzing ar-
beitet beständig daran, Sicherheits- und Umweltstandards durch
freiwillige Referenzen, wie das EU Ecolabel, zu erhöhen. Da die
Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Produktionsstätten an mehreren
Orten nutzt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Peri-
oden nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer
Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und
Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -un-
fällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen
können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich
dem Einflussbereich von Lenzing entziehen. Ein direkter Schutz ge-
gen bestimmte Naturgefahren wie Wirbelstürme, Erdbeben und
Überschwemmungen, der über die bestehende Elementarscha-
denversicherung hinausgeht, ist nicht möglich. Zudem besteht das
Risiko von Personen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb
als auch außerhalb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu be-
trächtlichen Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Ver-
antwortlichkeit führen können.
Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige
Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Be-
triebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele
der Lenzing Gruppe.
Anlagenrisiko
Lenzing ist ein anlagenintensives Unternehmen, das dem Risiko der
Alterung von Anlagen oder Anlagenteilen ausgesetzt ist. Es bedarf
laufender Investitionen, um diese Anlagen oder Anlagenteile auf
dem neuesten Stand der Technik zu halten. Lenzing ergreift im
Rahmen von Instandhaltungsinitiativen und Produktivitätsverbes-
serungen kontinuierlich Maßnahmen, um diesem Risiko entspre-
chend zu begegnen.
Produkthaftungsrisiko
Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen welt-
weit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lie-
ferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangelhaf-
ten Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verur-
sacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Ver-
schmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöp-
fungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäf-
tigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den
geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die
Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die mögli-
chen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing
wirkt diesem Risiko durch angemessene Präventionsmaßnahmen
im Produktionsprozess sowie regelmäßiger Qualitätskontrollen als
auch einem professionellen Schadensmanagement entgegen.
Drittschäden, welche durch Lenzing verursacht werden, sind in ei-
nem globalen Haftpflichtprogramm versichert.
Finanzrisiken
Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf
den Konzernabschluss, Note 34 bis 37, verwiesen.
Steuerrisiko
Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweili-
gen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen so-
wohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen
in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der
jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steu-
erbelastungen führen.
Compliance
Die kontinuierliche Verschärfung internationaler Verhaltensrichtli-
nien und Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhal-
tung und Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende
Kontrollen in den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumen-
tation können zur Verletzung von geltenden Gesetzen oder Regeln
führen und die Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg er-
heblich gefährden. Lenzing’s Compliance Organisation steuert
diese Risiken proaktiv mittels einem gruppenweit gültigen Verhal-
tenskodex, einer „Anti-Bestechungs- und Korruptions-Richtlinie“,
einer „Anti-Geldwäsche-Richtlinie“ und einer „Kartellrechtsdirek-
tive“. Risiken in Zusammenhang mit Datenschutz werden von ei-
nem Datenschutzbeauftragten sowie anhand umfangreicher Schu-
lungsprogramme für Mitarbeiter adressiert. Für weitere Informati-
onen zum Thema Compliance siehe Corporate Governance Be-
richt.
Risiken hinsichtlich geistigen Eigentums
Es besteht das Risiko, dass das geistige Eigentum von Lenzing ver-
letzt wird oder unvollständig geschützt ist. Die Lenzing Gruppe
steuert diesen Risiken mittels einer eigenen Abteilung für den
Schutz von geistigem Eigentum entgegen.
IT- und OT-Risiken
Lenzing ist in ihrem täglichen Betrieb von Systemen für hochent-
wickelte Informationstechnologie (IT) abhängig, sowohl in ihren ei-
genen Produktionsstätten als auch in der gesamten Wertschöp-
fungskette. IT-Systeme sind anfällig für eine Reihe von Problemen,
wie Software- oder Hardware-Fehlfunktionen, böswilliges Hacken
oder Cyberangriffe, physische Schäden an wichtigen IT-Zentren
und das Auftreten von Computerviren. Folglich kann jede größere
Beschädigung, Unterbrechung und/oder Umgehung der bestehen-
den IT-Systeme den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Diese Risi-
ken werden durch umfassende technische und organisatorische
Maßnahmen sowie durch eine zusätzliche Cyber-Versicherung
adressiert.
Neben IT Risiken werden in Lenzing auch Risiken in Zusammen-
hang mit OT (Operational Technology) Equipment und Prozessen
erfasst und bewertet, um potenziellen Betriebsunterbrechungen
proaktiv und strategisch entgegenzuwirken.
19 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Personelle Risiken
Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter:in-
nen in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen
Mitarbeiter:innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Diese
Risiken könnten durch die von Lenzing durchgeführten Reorgani-
sationsmaßnahmen und damit verbundene Personalabbaupläne
zusätzlich verstärkt werden. Die Lenzing Gruppe hat eine global
aufgestellte Personalabteilung, die sich in Fragen der Personalpla-
nung mit den jeweiligen Standorten abstimmt, sowie sämtliche
Personalthemen zentral steuert und kontrolliert.
Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter:innen und
Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem
potenziellen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Sicherheits- und
Gesundheitsprogramm der Lenzing berücksichtigt dieses Risiko
und enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung,
Präventionsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Für mehr In-
formationen siehe nichtfinanzielle Erklärung des Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsberichtes der Lenzing Gruppe.
Risiken im Zusammenhang mit
Großprojekten
Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer Kosten- und Zeit-
überschreitung, denen Lenzing mit einem standardisierten Pla-
nungsprozess, konsequenten Projektmanagement, laufenden Kos-
tenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Risikotransfer ent-
gegenwirkt.
Risiken aus externer Sicht und
sonstiger Stakeholder
Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesell-
schaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähn-
ten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegen-
über den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe.
Als einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die
Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen
von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung
übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf
mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer:innen
der Produktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesell-
schaft. Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken
(Partnerschaften für den systemischen Wandel) und zur Schaffung
von Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der In-
novations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Gemein-
sam mit ihren Partnern arbeitet die Lenzing Gruppe daran, die Ri-
siken für Stakeholder zu verstehen und Lösungen zur Minimierung
der Risiken zu finden. Dies erfolgt durch offene Kommunikation
und Transparenz genauso wie durch die ständige Verbesserung der
Technologien und nachhaltige Praktiken.
20 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Das Interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicher-
stellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Ein-
haltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie
die Abbildung von operativen Risiken, die auf die Konzern-Bilanz
und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wirken können. Der
Vorstand zeichnet für die Einrichtung und die Umsetzung des In-
ternen Kontrollsystems der Lenzing Gruppe verantwortlich.
Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die
wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und damit das Interne
Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisa-
tion bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuwei-
sungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebe-
nen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen
Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globa-
len Präsenz der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesell-
schafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von
wesentlichen Unternehmensfunktionen Rechnung getragen. Die
Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten
obliegen grundsätzlich dem jeweiligen Management.
Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein umfangrei-
ches Regelwerk gekennzeichnet. Interne Vorgaben und Richtlinien
stellen den Rahmen für das Kontrollsystem dar. Die Basis für Frei-
gaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die
„Lenzing Group Mandates“. Weitere Regelungen und Kontrollen
werden durch das jeweils zuständige Management vorgesehen.
Die Effizienz und Einhaltung der Kontrollen im operativen Betrieb
werden im Rahmen der Tätigkeitent durch „Corporate Audit“ über-
prüft.
Finanzberichterstattung
Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene
interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern sind
die zentralen Bereiche „Corporate Accounting“ und „Corporate
Tax“ zuständig.
Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist
es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des öster-
reichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke
der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften
der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die
internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das kon-
zernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, ein-
heitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kon-
trollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und
korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen
gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vor-
liegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lo-
kalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die
zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei
von „Corporate Accounting“ und „Corporate Tax“ unterstützt und
überwacht. Dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates wird über
das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem berichtet. Dane-
ben gibt es auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und ei-
nen freiwilligen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.
Der Bereich „Corporate Treasury“, und insbesondere der in diesem
Bereich verantwortete Zahlungsverkehr, ist aufgrund des direkten
Zugriffes auf Vermögenswerte des Unternehmens, als besonders
sensibel einzustufen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis wird
durch umfassende Regelungen und Anweisungen im Bereich der
einschlägigen Prozesse entsprechend Rechnung getragen. Der ge-
samte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt
strengen konzerneinheitlichen Richtlinien. Die Vorgaben werden
weitgehend durch ein gruppenweites IT-System unterstützt und
sehen unter anderem eine strikte Funktionstrennung, ein klares Be-
rechtigungskonzept zur Vermeidung von Berechtigungskonflikten,
ein strenges Vier-Augen-Prinzip in der Abwicklung von Transaktio-
nen, insbesondere bei Zahlungen, und laufende Informationen vor.
Einhaltung gesetzlicher und
unternehmensinterner Vorschriften
Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird vom Bereich
„Global Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenom-
men. Diese zentrale Funktion ist für bestimmte Rechtsangelegen-
heiten der Lenzing Gruppe zuständig: Ein Compliance Manage-
ment System (CMS) dient dazu, gruppenweit die gesetzlichen und
unternehmensinternen Vorschriften einzuhalten. Die Abteilung un-
tersteht direkt dem Finanzvorstand der Lenzing Gruppe. Im CMS
werden Compliance-relevante Risiken im engeren Sinn evaluiert,
Normabweichungen analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen
zur Verminderung getroffen (Prevent, Detect, Respond). Des Wei-
teren werden Compliance-relevante Richtlinien (z.
B. Anti-Beste-
chungs- und Anti-Korruptionsdirektive sowie Kartellrechtsdirektive)
vorgegeben und Mitarbeiter:innen dahingehend geschult. Auch
Fachabteilungen, die für die Einhaltung von anderen gesetzlichen
und unternehmensinternen Vorschriften verantwortlich sind, wer-
den unterstützt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bzw. dem Prü-
fungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-Maßnahmen
berichtet.
Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen
Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des
Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate
Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf
der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin
vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss
delegiert.
Bericht über wesentliche Merkmale des internen
Kontrollsystems (§
243a Abs. 2 UGB)
21 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Grundkapital und Aktionärsstruktur
Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag EUR
40.107.738,37 und ist eingeteilt in 38.618.180 Stückaktien. Die B&C
Gruppe gab am 12. Juni 2024 bekannt, dass sie und der brasiliani-
sche Zellstoffproduzent Suzano S.A. eine langfristige Partnerschaft
im Zusammenhang mit der Mehrheitsbeteiligung an Lenzing unter-
zeichnet haben. Im Rahmen der Vereinbarung hat die Suzano S.A.
von der B&C Gruppe einen Anteil von 15 Prozent an der Lenzing
AG übernommen. Die B&C Gruppe hielt per 31.12.2025 einen An-
teil der Stimmrechte von 37,25 Prozent und die Suzano S.A. 15 Pro-
zent. Die Goldman Sachs Group, Inc. hielt per 31. Dezember 2025
9,87 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca.
38 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internatio-
nale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.
Stellung der Aktionär:innen
Jede Stückaktie gewährt dem:der Aktionär:in in der Hauptversamm-
lung der Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptver-
sammlungen werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Ak-
tiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher
Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapi-
talmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Be-
schlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mit Haupt-
versammlungsbeschluss vom 18. April 2024 wurde der Vorstand
für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an
gemäß §
65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft
zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen
eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht
überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert
muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum
gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten
20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufpro-
gramms der Lenzing Aktie liegen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien
ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des
Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates
der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ein-
ziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu ver-
äußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Er-
mächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in
Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft,
durch ein Tochterunternehmen (§
189a Z 7 UGB) oder für Rechnung
der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf
Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Ver-
äußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine
andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse
oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder-
kaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionär:innen, zu beschließen und
die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2023 wurde der
Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintra-
gung der Satzungsänderung in das Firmenbuch, allenfalls in meh-
reren Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu
EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück
neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien zu erhöhen
und den Ausgabekurs und die weiteren Ausgabebedingungen fest-
zulegen (genehmigtes Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde
im Firmenbuch am 26. Mai 2023 eingetragen. Das gesetzliche Be-
zugsrecht kann den Aktionär:innen dabei in der Weise eingeräumt
werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder ei-
nem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung über-
nommen wird, sie den Aktionär:innen entsprechend ihrem Bezugs-
recht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates, das Bezugsrecht der Aktionär:innen bei einer Kapital-
erhöhung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise aus-
zuschließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen
zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen,
Betrieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von
sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste-
henden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer
Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von
Spitzenbeträgen.
Mit der Durchführung der Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht für
bestehende Aktionär:innen im Jahr 2023 wurden 12.068.180 neue,
auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgegeben.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 19. April 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital
22 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FSC® CW
Streubesitz
2
37,88 %
9,87 %
The Goldman
Sachs Group, Inc.
(USA)
15,00 %
Suzano S.A.
1
(Brasilien)
37,25 %
B&C-Gruppe
1
(Österreich)
Aktionärsstruktur
Stand: 31.12.2025
1 Laut Syndikatsvertrag zwischen der B&C-Gruppe und Suzano S.A. behält B&C
die alleinige Kontrolle
2 Die Aktien in Streubesitz werden von österreichischen und internationalen
institutionellen Anlegern und Privataktionären gehalten
sichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschrei-
bungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs-
oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der
Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung
kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über
eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen
sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzuset-
zen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach
Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie
des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preis-
findungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis
zum 19. April 2028.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionär:innen dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Wandelschuldverschreibung
von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten
mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionär:innen
entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugs-
recht).
23 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Der IWF
1
hob zuletzt seine Wachstumsprognose für 2026 auf 3,3
Prozent an. Die sinkende globale Inflation, die sich weiter den Ziel-
werten annähert, wenn auch mit unterschiedlicher regionaler Ge-
schwindigkeit, sowie technologiebezogenen Investitionen und
weiterhin günstige Finanzbedingungen stimmen positiv. Gegen-
wind kommt von anhaltender handelspolitischer Unsicherheit, de-
ren Effekte 2026 allerdings allmählich nachlassen sollten. Sinkende
Energiepreise und erwartete Zinssenkungen in den USA und im
Vereinigten Königreich sollten die Weltwirtschaft zusätzlich stimu-
lieren. Demgegenüber könnten sich mögliche Trendkorrekturen im
KI-Sektor, geopolitische Spannungen und hohe öffentliche Schul-
den negativ auswirken.
Sinkende Energiepreise und eine weitere Normalisierung der Infla-
tion würden die verfügbaren Haushaltseinkommen entlasten und
sich demnach positiv auf das Konsumklima und die Kaufneigung
der Konsument:innen auswirken. Allerdings bleibt die Unsicherheit
weiterhin hoch, was in der Regel zu Zurückhaltung und genaue-
res Achten auf Preise bei Kaufentscheidungen führt.
Da Wechselkurse stark auf wirtschaftspolitische Entwicklungen
reagieren, bleibt das Wechselkursumfeld in den für Lenzing we-
sentlichen Währungen EUR, USD, CNY, BRL und CZK volatil.
Im richtungsweisenden Markt für Baumwolle rechnen Analysten
2
in der laufenden Erntesaison 2025/2026 nach vorläufigen Schät-
zungen mit einem Anstieg der Lagerstände auf ca. 16,8 Mio. Ton-
nen. Für die Vorsaison gab es Anpassungen der Schätzungen
nach unten. Sollten sich produktionsseitig (z.B. durch ungünstige
Wetterbedingungen, Schädlingsbefall) oder nachfrageseitig (z.B.
durch Handelsabkommen) keine ausschlaggebenden Preisim-
pulse ergeben, wird der Druck auf die Baumwollpreise vermutlich
hoch bleiben.
Lenzing wird die Transformation des Unternehmens durch das
ganzheitliche Performance Programm konsequent weiterführen
und laufend evaluieren, um zusätzliche Kostenpotenziale zu he-
ben sowie die Umsatz- und Margengenerierung weiter zu ver-
bessern. Das übergeordnete Ziel bleibt weiterhin das Unterneh-
men profitabler, resilienter und agiler aufzustellen.
Strukturell geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf
an umweltverträglichen Fasern für die Textil- und Bekleidungsin-
dustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranchen aus. Lenzing ist
daher mit ihrem Geschäftsmodell sehr gut positioniert und forciert
sowohl profitables Wachstum mit Premiumfasern als auch den
weiteren Ausbau der Marktführerschaft im Bereich der Nachhal-
tigkeit.
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2026
2
Quelle: ICAC
Ausblick
24 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe
näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der
Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kennzahlen
sind insbesondere in den Abschnitten "Ausgewählte Kennzahlen der
Lenzing Gruppe" und "Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe" im
Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser Finanzkennzah-
len sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammengefasst. Der Vor-
stand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützliche Infor-
mationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing Gruppe vermit-
teln, da sie unternehmensintern verwendet werden und meist auch
einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten aufweisen (insbe-
sondere bei Investor/innen, Banken und Analyst/innen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maß-
stäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance)
vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Auf
Grund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – wird
das EBIT in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das
EBITDA in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt. Im Ver-
hältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen stellen sich diese (als E-
BITDA-Marge bzw. EBIT-Marge bezeichnet) wie folgt dar:
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
+
AbschreibungenaufimmaterielleAnlagenSachanlagen
NutzungsrechteLeasingundbiologischeVermögenswerte     
- ErträgeausderAuflösungvonInvestitionszuschüssen – – – – –
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)     
/ Umsatzerlöse     
EBITDA-Marge     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
/ Umsatzerlöse     
EBIT-Marge   –  
EBT
Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertragskraft
vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und Verlust-
rechnung dargestellt.
Brutto-Cashflow
Seit dem zweiten Quartal des Geschäfsjahres 2025 wird der
Brutto-Cashflow in der Lenzing Gruppe nicht mehr als zentrale Fi-
nanzkennzahl eingestuft, da dieser nicht mehr als relevanter Maß-
stab für die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Ge-
schäftstätigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zah-
lungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwen-
det wird. Weiters wird der Brutto-Cashflow aufgrund der neuen
Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht mehr in dieser
dargestellt.
Free Cashflow
Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für den
zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei verfügbaren,
aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Cashflow –
nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist zudem wichtig für
externe Adressaten.
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der
Lenzing Gruppe
25 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
EUR Mio. 2025
2024
1
(angepasst)
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  
–
ErwerbvonimmateriellenAnlagenSachanlagenund
biologischenVermögenswerten – –
+
ErlöseausderVeräußerungvonimmateriellenAnlagen
SachanlagenundbiologischenVermögenswerten
 
+ Investitionszuschüsse  
+
ErhalteneAusschüttungenvonBeteiligungendienachder
Equity-Methodebilanziertwerden
 
+ Zinseinzahlungen  
–
Zinsauszahlungen(inklAnteilfürLeasingnachIFRS und
aktivierteFremdkapitalkostennachIAS )
– –
+ ZinsaufwandfürLeasingnachIFRS   
Free Cashflow  
1) Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 neu dargestellt. Dadurch wurde der Cashflow aus der Betriebstätigkeit der Vergleichs-
periode rückwirkend angepasst. Eine Überleitung dazu ist im Konzernabschluss in Note 2 ersichtlich.
EUR Mio. 2023 2022 2021
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  – 
- CashflowausderInvestitionstätigkeit – – –
+
Erwerb/AuszahlungvonFinanzanlagenundBeteiligungendie
nachderEquity-Methodebilanziertwerden   
-
ErlöseausderVeräußerung/Tilgungvonfinanziellen
Vermögenswerten – – –
Free Cashflow – – –
Unlevered Free Cashflow
Der Unlevered Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als
zusätzliche zentrale Finanzkennzahl – ergänzend zum Free
Cashflow – seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025
dargestellt. Der Unlevered Free Cashflow bereinigt den Free
Cashflow um Zinseinzahlung und Zinsausszahlungen sowie um
erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-
Methode bilanziert werden. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit
unabhängig von der Kapitalstruktur möglich und erhöht zudem die
Transparenz für externe Adressaten.
EUR Mio. 2025 2024
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  
–
ErwerbvonimmateriellenAnlagenSachanlagenund
biologischenVermögenswerten – –
+
ErlöseausderVeräußerungvonimmateriellenAnlagen
SachanlagenundbiologischenVermögenswerten
 
+ Investitionszuschüsse  
Unlevered Free Cashflow  
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe
von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biolo-
gische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-Kapital-
flussrechnung dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden im
Rahmen eines Unternehmenserwerbes im Wesentlichen Sachanla-
gen erworben und somit dem CAPEX zugerechnet (siehe Note 3 im
Konzernabschluss 31. Dezember 2023).
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen
Vermögenswerten
 
  
+ ErwerbvonsonstigenUnternehmenseinheiten     
CAPEX  
  
1) Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 werden die aktivierten Fremdkapitalkosten nach IAS 23 im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in der Position Zinsaus-
zahlungen ausgewiesen; bisher wurden diese im Cashflow aus der Investitionstätigkeit in der Position Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermö-
genswerten berücksichtigt. Dadurch wurde der CAPEX der Vergleichsperiode rückwirkend um EUR 2,6 Mio. reduziert.
26 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Liquiditätsbestand
Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfüg-
bare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung
weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung
etc.; siehe dazu weiter unten).
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente     
+
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen)     
Liquiditätsbestand     
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu annualisierten Konzern-
Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet.
Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags ins Verhältnis zu den
Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Vorräte     
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen     
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – –
Trading Working Capital     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse
(= jeweils 4. Quartal)     
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse)     
Trading Working Capital zu annualisierten
Konzern-Umsatzerlösen
    
Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte
Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab
für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fä-
higkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es
enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse aus
öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es wird
zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis
zur Bilanzsumme gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Eigenkapital     
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln     
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln     
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln – – – – –
Bereinigtes Eigenkapital     
/ Bilanzsumme     
Bereinigte Eigenkapitalquote     
Nettofinanzverschuldung, Nettofinanz-
verschuldung/EBITDA, Net Gearing und
Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur
verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Das Ver-
hältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigen-
kapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-
Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw.
ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial
27 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschul-
dung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Ver-
schuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abferti-
gungen und Pensionen verwendet. Die Nettofinanzverschuldung
wird seit dem zweiten Quartal 2023 des Geschäftsjahres 2023 ohne
Leasingverbindlichkeiten (siehe Tabelle "Buchwerte, Kategorie, bei-
zulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von
Finanzinstrumenten" in Note 35 des Konzernabschlusses zum
31. Dezember 2023 der Lenzing Gruppe) dargestellt. In Geschäfts-
jahren davor waren Leasingverbindlichkeiten in der Nettofinanzver-
schuldung enthalten. Die Änderung der Berechnung erfolgte, da die
wesentlichen Stakeholder der Lenzing Gruppe die Nettofinanzver-
schuldung auch ohne die Leasingverbindlichkeiten betrachten.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten     
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten     
- Liquiditätsbestand – – – – –
Nettofinanzverschuldung inkl. Leasingverbindlichkeiten     
- Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten – – – – –
- LangfristigeLeasingverbindlichkeiten – – – – –
Nettofinanzverschuldung    

/ BetriebsergebnisvorAbschreibungen(EBITDA)     
Nettofinanzverschuldung / EBITDA    

EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Nettofinanzverschuldung    

/ Bereinigtes Eigenkapital     
Net Gearing    

EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Nettofinanzverschuldung    

+ Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten     
+ Langfristige Leasingverbindlichkeiten     
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen     
Nettoverschuldung     
1) Die Nettofinanzverschuldung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 ohne Leasingverbindlichkeiten dargestellt.
2) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing
Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Ge-
schäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed)
verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing
Gruppe messen sollen.
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT)   –  –
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem
Ertragsteueraufwand (NOPAT)
  –  
/ Durchschnittliches Capital Employed     
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)   –  
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT)   –  –
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand – – – – 
Laufender Ertragsteueraufwand – – – – –
28 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bilanzsumme     
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – –
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile – – – – –
- Sonstige langfristige Verbindlichkeiten – – – – –
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten – – – – –
- Langfristige Verbindlichkeiten für laufende Steuern   –  
- Kurzfristige Verbindlichkeiten für laufende Steuern – – – – –
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) – – – – –
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln – – – – –
- Kurzfristige Rückstellungen – – – – –
- Langfristige Rückstellungen – – – – –
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen     
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – – –
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden – – – – –
- Finanzanlagen – – – – –
Stand zum 31.12.     
Stand zum 01.01.     
Durchschnittliches Capital Employed     
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bereinigtes Eigenkapital 31.12.     
Bereinigtes Eigenkapital 01.01.     
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Ergebnis vor Steuern (EBT) – – – – 
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
ROE (Eigenkapitalrentabilität) – – – – 
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bilanzsumme 31.12.     
Bilanzsumme 01.01.     
Durchschnittliche Bilanzsumme     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
/ Durchschnittliche Bilanzsumme     
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)   –  
29 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
KONSOLIDIERTE
NICHTFINANZIELLE
ERKLÄRUNG/
NACHHALTIGKEITSBERICHT
LAGEBERICHT
ZWISCHEN
KAPITEL
Klimawandel 72
Umweltverschmutzung 92
Wasser und Meeresressourcen 103
Biologische Vielfalt und Ökosysteme 109
Ressourcennutzung und
Kreislaufwirtschaft 119
Arbeitskräfte des Unternehmens 129
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette 148
Unternehmensführung 154
Beschaffung 162
Zusätzliche Informationen
gemäß § 243b UGB 166
Ergänzende freiwillige Informationen
zu den Kapiteln 168
INHALT
Leistungskennzahlen Nachhaltigkeit 31
Allgemeine Angaben 32
Über die Nachhaltigkeitserklärung 35
Wertschöpfung in der Lenzing Gruppe 37
Nachhaltigkeitsstrategie 39
Nachhaltigkeitsziele 42
Governance 43
Management von Stakeholdern 49
Wesentliche Auswirkungen, Risiken
und Chancen 51
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse 61
Datenpunkte aus anderen
EU-Rechtsvorschriften 66
EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8
der Verordnung (EU) 2020/852 69
30 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[freiwillige Angabe]
Leistungskennzahlen
Thema Einheit / Methodik 2025 2024
Nachhaltige Rohstoffbeschaffung
Anteil von zertifiziertem und kontrolliertem Holz FSC
®
/PEFC    
Nachhaltige Innovationen
F&E – Ausgaben
FrascatiMethode(EUR)
EUR 
Mio
EUR 
Mio
Anteil der Spezialfasern (umsatzbasiert)
a
desFaserumsatzes    
Spezifische
b
Schwefelemissionen inkg/t     
Wasserintensität
c
m
/EURMioUmsatz  
Spezifische
b
Wasseremissionen nach Abwasserbehandlung CSB Indexbasierendaufkg/t     
Dekarbonisierung
Treibhausgasintensität
d
(marktbezogen) intCO
-Äquivalent/EURUmsatz  
Spezifische
b
Treibhausgasemissionen-Index Scope 1, 2 & 3
e
IndexbasierendauftCO
-Äquivalent/t     
Mitarbeiter:innen
Anzahl der Mitarbeiter:innen ÖsterreichTschechischeRepublikVereinigtes
KönigreichUSAChinaIndonesienIndienTaiwan
ThailandTürkeiKoreaSingapurBrasilien
DeutschlandItalienFrankreich
 
Frauen in Führungspositionen (ab Stufe 5a)
f
derGesamtpositionen     
Gesundheit und Sicherheit
Arbeitsunfallrate von Mitarbeiter:innen (Total Recordable Injury
Frequency Rate, TRIFR)
Pro Miogeleisteter Arbeitsstunden  
Partnerschaften für den systemischen Wandel
Lieferanten mit Nachhaltigkeitsbewertung – abgedeckte
Beschaffungsausgaben
g
derbewertetenLieferanteninnerhalbvon des
Einkaufsvolumens
   
a) Spezialfasern von Lenzing sind Net Benefit-Produkte, die positive Auswirkungen und Vorteile für Gesellschaft, Umwelt und die Partner der Wertschöpfungskette bieten.
b) Spezifische Indikatoren in diesem Bericht werden pro Produktionseinheit (d.
h. Zellstoff- und Faserproduktionsvolumen) angegeben.
c) Im Jahr 2025 ist die Wasserintensität im Vergleich zu 2024 aufgrund der höheren Wasserverbrauchs und ählicher Einnahmen.
d) Im Jahr 2025 sank die Treibhausgasintensität im Vergleich zu 2024 aufgrund geringerer Treibhausgasemissionen und ähnlicher Einnahmen leicht.
e) Aufgrund eines ähnlichen Produktionsvolumens und geringeren spezifischen Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 sank der spezifische
Treibhausgasemissionsindex von 58
% auf 52 %.
f) Der Prozentsatz schließt den Standort in Indianópolis (Brasilien) aus, da dort ein anderes Einstufungssystem verwendet wird.
g) Bewertungen über EcoVadis, das Together for Sustainability (TfS) Audit oder eine interne Bewertung/Auditierung.
Ratings
Leistungskennzahlen Nachhaltigkeit
31 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
CDP Canopy’s Hot Button Report Sustainalytics ISS ESG EcoVadis
Auf einer Skala von
A bis D-
Auf einer Skala von
dark green bis red
Auf einer Skala von
negligible bis severe risk
Auf einer Skala von
A+ bis D-
Auf einer Skala von
platinum bis bronze
A Climate Change,
A Water Security,
A Forests
1
ter
Platz und ein
Dark Green Shirt
Low risk und
2026 ESG Leader
B- „Prime Status“ Platinum
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Lenzing Nachhaltigkeit in ihren Governance-Rahmen, ihre Strategie und ihre Berichterstattungsgrundsätze einbezieht.
Es beschreibt die Managementstruktur, die Zuständigkeiten und die Entscheidungsfindungsprozesse, die die Nachhaltigkeitsleistung des gesamten Unterneh-
mens lenken. Außerdem wird erläutert, wie Lenzing wesentliche Themen identifiziert, mit Stakeholdern interagiert und in Übereinstimmung mit den europäi-
schen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) transparent berichtet. Darüber hinaus werden der Umfang der Berichterstattung, die Daten-
qualitätskontrollen und die Sicherungsprozesse erläutert, um die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der offengelegten Informationen zu gewährleisten. Mit
einer klaren Governance, soliden Berichterstattungsgrundsätzen und einem strukturierten Ansatz zur Verantwortlichkeit unterstreicht Lenzing ihr Engagement
für eine verantwortungsbewusste Geschäftsführung und eine langfristige Wertschöpfung.
Inhaltsverzeichnis
[IRO-2 56]
ESRS Inhaltsverzeichnis
Kapitel und Veröffentlichungspflicht Abschnitt
ESRS 2 Allgemeine Angaben
ESRS 2 BP-1 AllgemeineGrundlagenfürdieErstllungderNachhaltigkeitserklärungen ÜberdieNachhaltigkeitserklärung
ESRS 2 BP-2 AngabenimZusammenhangmitspezifischenUmständen ÜberdieNachhaltigkeitserklärung
ESRS 2 GOV-1 DieRollederVerwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorgane Governance
ESRS 2 GOV-2 InformationenundNachhaltigkeitsaspektemitdenensichdie
Verwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorganedesUnternehmens
befassen
ESGCommittee
ESRS 2 GOV-3 EinbeziehungdernachhaltigkeitsbezogenenLeistunginAnreizsysteme VergütungdesVorstands
ESRS 2 GOV-4 ErklärungzurSorgfaltspflicht ErklärungzurSorgfaltspflicht
ESRS 2 GOV-5 RisikomanagementderNachhaltigkeitsberichterstattung RisikomanagementderBerichterstattung
ESRS 2 SBM-1 StrategieGeschäftsmodellundWertschöpfungskette WertschöpfunginderLenzingGruppe
Nachhaltigkeitsstrategie
ESRS 2 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger ManagementvonStakeholdern
ESRS 2 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen
ESRS 2 IRO-1 BeschreibungdesVerfahrenszurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancen
DoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS 2 IRO-2 InESRSenthaltenevonderNachhaltigkeitserklärungdesUnternehmens
abgedeckteAngabepflichten
InhaltsverzeichnisDatenpunkteausanderenEU-
Rechtsvorschriften
E1 Klimawandel
ESRS 2 E1 GOV-3 EinbeziehungdernachhaltigkeitsbezogenenLeistunginAnreizsysteme AllgemeineAngabenVergütungdesVorstands
ESRS E1-1 ÜbergangsplanfürdenKlimawandel Klimaaktionsplan
ESRS 2 E1 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
BewertungvonRisikenundChancen
ESRS 2 E1 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenklimabezogenenAuswirkungenRisikenundChancen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenKlimabezogeneRisikobewertung
ESRS E1-2 StrategienimZusammenhangmitdemKlimaschutzundderAnpassung
andenKlimawandel
Policies
ESRS E1-3 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitdenKlimastrategien Maßnahmen
ESRS E1-4 ZieleimZusammenhangmitdemKlimaschutzundderAnpassungan
denKlimawandel
Ziele
ESRS E1-5 EnergieverbrauchundEnergiemix EnergieverbrauchundBrennstoffe
ESRS E1-6 THG-BruttoemissionenderKategorienScopeundsowieTHG-
Gesamtemissionen
LenzingsTreibhausgas-Emissionen
ESRS 2 Allgemeine Angaben
32 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E2 Umweltverschmutzung
ESRS 2 E2 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitUmweltverschmutzung
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E2-1 StrategienimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Policies
ESRS E2-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Maßnahmen
ESRS E2-3 ZieleimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Ziele
ESRS E2-4 LuftWasser-undBodenverschmutzung Luft-undWasserverschmutzung
ESRS E2-5 BesorgniserregendeStoffeundbesondersbesorgniserregendeStoffe Besorgniserregendeundbesondersbesorgniserregende
Stoffe
E3 Wasser- und Meeresressourcen
ESRS 2 E3 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitWasser-undMeeresressourcen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E3-1 StrategienimZusammenhangmitWasser-undMeeresressourcen Policies
ESRS E3-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitWasser-und
Meeresressourcen
Maßnahmen
ESRS E3-3 ZieleimZusammenhangmitWasser-undMeeresressourcen Ziele
ESRS E3-4 Wasserverbrauch Wasserverbrauch
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
ESRS E4-1 ÜbergangsplanundBerücksichtigungvonbiologischerVielfaltund
ÖkosystemeninStrategieundGeschäftsmodell
Strategie
ESRS 2 E4 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
GebietemitschutzbedürftigerBiodiversität
ESRS 2 E4 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitbiologischerVielfaltundÖkosystemen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenNaturbezogeneRisikobewertung
ESRS E4-2 StrategienimZusammenhangmitbiologischerVielfaltundÖkosystemen Policies
ESRS E4-3 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitbiologischerVielfaltund
Ökosystemen
Maßnahmen
ESRS E4-4 ZieleimZusammenhangmitbiologischerVielfaltundÖkosystemen Ziele
ESRS E4-5 AuswirkungsparameterimZusammenhangmitbiologischerVielfaltund
Ökosystemveränderungen
Kennzahlen
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
ESRS 2 E5 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitRessourcennutzungundKreislaufwirtschaft
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E5-1 StrategienimZusammenhangmitRessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft
Policies
ESRS E5-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitRessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft
Maßnahmen
ESRS E5-3 ZieleimZusammenhangmitRessourcennutzungundKreislaufwirtschaft Ziele
ESRS E5-4 Ressourcenzuflüsse Ressourcenzuflüsse
ESRS E5-5 Ressourcenabflüsse Ressourcenabflüsse
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
ESRS 2 S1 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger AllgemeineAngabenArbeitskräftedesUnternehmens
ESRS 2 S1 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
ManagementdersozialenNachhaltigkeit
ESRS S1-1 StrategienimZusammenhangmitdereigenenBelegschaft Policies
ESRS S1-2 VerfahrenzurEinbeziehungeigenerArbeitskräfteundvon
ArbeitnehmervertreterninBezugaufAuswirkungen
Kommunikation
ESRS S1-3 VerfahrenzurBehebungnegativerAuswirkungenundKanäleüberdie
eigeneArbeitskräfteBedenkenäußernkönnen
KanäleumBedenkenzuäußern
ESRS S1-4 ErgreifungvonMaßnahmeninBezugaufwesentlicheAuswirkungen
undAnsätzezurMinderungwesentlicherRisikenundzurNutzung
wesentlicherChancenimZusammenhangmitdereigenenBelegschaft
sowiedieWirksamkeitdieserMaßnahmenundAnsätze
Maßnahmen
ESRS S1-5 ZieleimZusammenhangmitderBewältigungwesentlichernegativer
AuswirkungenderFörderungpositiverAuswirkungenunddemUmgang
mitwesentlichenRisikenundChancen
Ziele
ESRS S1-6 MerkmalederBeschäftigtendesUnternehmens BeschäftigteinZahlen
ESRS S1-7 MerkmaledernichtangestelltenBeschäftigtenindereigenen
BelegschaftdesUnternehmen
BeschäftigteinZahlen
ESRS S1-9 Diversitätsparameter Diversitätskennzahlen
ESRS S1-11 Sozialschutz SozialeSicherung
ESRS S1-12 MenschenmitBehinderungen MenschenmitBehinderungen
ESRS S1-13 ParameterfürSchulungenundKompetenzenentwicklung LernenundEntwicklung
ESRS S1-14 ParameterfürGesundheitsschutzundSicherheit GesundheitundSicherheit
33 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS S1-15 ParameterfürdieVereinbarkeitvonBerufs-undPrivatleben FamilienbedingteBeurlaubung
ESRS S1-16 Vergütungsparameter(VerdienstunterschiedeundGesamtvergütung) VerhältnisderjährlichenGesamtvergütung
GeschlechtsspezifischesVerdienstgefälle
ESRS S1-17 VorfälleBeschwerdenundschwerwiegendeAuswirkungenim
ZusammenhangmitMenschenrechten
GemeldeteBedenkenundMenschenrechtsverletzungen
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
ESRS 2 S2 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger AllgemeineAngabenArbeitskräfteinder
Wertschöpfungskette
ESRS 2 S2 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
BeschäftigteinderWertschöpfungskette
SchutzbedürftigeGruppenundgeographischesRisiko
ESRS S2-1 StrategienimZusammenhangmitArbeitskräfteninder
Wertschöpfungskette
Policies
ESRS S2-2 VerfahrenzurEinbeziehungderArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteinBezugaufAuswirkungen
BeschwerdemechanismenundAbhilfe
ESRS S2-3 VerfahrenzurBehebungnegativerAuswirkungenundKanäleüberdie
dieArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBedenkenäußernkönnen
BeschwerdemechanismenundAbhilfe
ESRS S2-4 ErgreifungvonMaßnahmeninBezugaufwesentlicheAuswirkungen
undAnsätzezumManagementwesentlicherRisikenundzurNutzung
wesentlicherChancenimZusammenhangmitArbeitskräfteninder
WertschöpfungskettesowiedieWirksamkeitdieserMaßnahmenund
Ansätze
Maßnahmen
ESRS S2-5 ZieleimZusammenhangmitderBewältigungwesentlichernegativer
AuswirkungenderFörderungpositiverAuswirkungenunddemUmgang
mitwesentlichenRisikenundChancen
Ziele
G1 Unternehmensführung
ESRS 2 G1 GOV-1 DieRollederVerwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorgane AllgemeineAngabenUnternehmensführung
ESRS 2 G1 IRO-1 BeschreibungdesVerfahrenszurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenCompliance-bezogeneBewertung
ESRS G1-1 StrategieninBezugaufUnternehmensführungundUnternehmenskultur PoliciesMaßnahmenzumErkennenvonCompliance-
RisikenundSchwachstellenRisikobehaftetePositionen
ESRS G1-2 ManagementderBeziehungenzuLieferanten Beschaffung
ESRS G1-3 VerhinderungundAufdeckungvonKorruptionundBestechung Maßnahmen
ESRS G1-4 BestätigteKorruptions-oderBestechungsfälle Kennzahlen
[IRO-2 59]
Die offengelegten Informationen basieren auf den in Lenzings doppelter Wesentlichkeitsanalyse identifizierten wesentlichen Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen. Nach der Identifizierung der wesentlichen (Unter-)Themen wurde die Wesentlichkeit sowohl auf der Ebene der
Offenlegungspflicht als auch auf der Ebene der Datenpunkte bewertet, wobei der Entscheidungsfindungsbedarf der Stakeholder eine
Rolle spielte. Der Prozess der doppelten Wesentlichkeit sowie die verwendeten Schwellenwerte sind im Abschnitt „Doppelte Wesentlich-
keitsanalyse“ dieses Kapitels beschrieben.
34 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diese nichtfinanzielle Erklärung ist der zusammengefasste konsolidierte nichtfinanzielle Bericht der
Lenzing Gruppe
1
(gemäß § 267a UGB) und der Lenzing Aktiengesellschaft (gemäß § 243b UGB) und ist
Teil des Lageberichts.
[BP-1 5a, 5b]
Diese nichtfinanzielle Erklärung wurde in Vorbereitung auf die Be-
richtspflicht nach der Corporate Sustainability Reporting Directive
(CSRD) und gemäß den Anforderungen des österreichischen
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (Na-
DiVeG
2
) nach den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeits-
berichterstattung (ESRS) erstellt. Wenn für bestimmte Indikatoren
aussagekräftige Zahlen geliefert werden können, sind im „An-
hang“ entsprechend dem NaDiVeG und nach den AFRAC-Emp-
fehlungen separate Daten für die Lenzing Aktiengesellschaft auf-
geführt.
Dieser Bericht umfasst alle voll konsolidierten Gesellschaften der
Lenzing Gruppe. Detaillierte Informationen finden Sie im Ge-
schäftsbericht der Lenzing Gruppe (Note 3, Note 41). Neben den
voll konsolidierten Gesellschaften der Lenzing Gruppe wird auch
das Joint Venture RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH,
Lenzing (Österreich), in die nichtfinanzielle Erklärung einbezogen,
da Lenzing die operative Kontrolle hat. Die assoziierten Unterneh-
men wurden geprüft und, soweit relevant (und wesentlich), in den
CO
2
-Fußabdruck des Unternehmens einbezogen. Gemäß den ge-
setzlichen Anforderungen besteht ein jährlicher Berichtszyklus für
Lenzings Nachhaltigkeitsleistung.
Die Lenzing berücksichtigt Informationen basierend auf der Taxo-
nomie-Verordnung (EU) 2020/852 und der Vereinfachung der Be-
richterstattung gemäß der Taxonomie-Verordnung (EU) 2026/73.
[BP-2 15]
Um den Entscheidungsfindungsanforderungen einiger Stakeholder
von Lenzing nachzukommen, wurde entschieden, bestimmte nicht
wesentliche ESRS-Datenpunkte in den „Anhang“ dieses Berichts
aufzunehmen.
[BP-1 5d]
Aus Gründen der Vertraulichkeit hat Lenzing auf folgende Angaben
verzichtet: Zahlen für spezifische Frachtwerte, da hierfür die Of-
fenlegung der gesamten Faser- und Zellstoff-Produktionsmenge
der Produktionsstandorte von Lenzing erforderlich wäre (E2-3
23 a).
1
„Die Gruppe“ (aus Gründen der besseren Lesbarkeit gelegentlich auch „Lenzing“ genannt) umfasst die Lenzing Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften.
2
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (§ 243b, § 267a UGB)
Wertschöpfungskette
[BP-1 5c]
Informationen zu Lenzings vor- und nachgelagerter Wertschöp-
fungskette finden Sie im Abschnitt „Wertschöpfung in der Lenzing
Gruppe“ in diesem Kapitel. Für einen Teil der geforderten Informa-
tionen zur Wertschöpfungskette wurde die Übergangsbestim-
mung in ESRS 1, Kapitel 10 (ESRS 1 132) genutzt. Lenzing wird wei-
tere Anstrengungen in diese Richtung unternehmen. Insbesondere
für den Standard „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette“ hat Lenzing noch keinen vollständigen Einblick in ihre Wert-
schöpfungskette; hier besteht Verbesserungsbedarf. Weitere Infor-
mationen finden Sie unter der Maßnahme „Vorgelagerte und nach-
gelagerte Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse“ im Abschnitt
„Maßnahmen“ im Kapitel „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette“.
[BP-2 10, 11]
Die Kennzahlen der EU-Taxonomie sind Gegenstand von Bewer-
tungen und Schätzungen. Weitere Informationen zur EU-Taxono-
mie finden Sie im Kapitel „EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8
der Verordnung (EU) 2020/852“.
Die Kennzahlen der Treibhausgasemissionen enthalten Daten der
Wertschöpfungskette mit Schätzwerten. Informationen über diese
Schätzwerte und deren Genauigkeitsgrad finden Sie im Abschnitt
„Berechnungsgrundsätze“ (E1-6) im Kapitel „E1 Klimawandel“.
Fehler bei der Berichterstattung in früheren
Berichtszeiträumen
[BP-2 14, ESRS 1 84]
Bei der Berechnung der Vergütungskennzahlen S1-16 sind Fehler
aufgetreten. Bei der Berechnung des geschlechtsspezifischen Ver-
dienstgefälles, also der Unterschied zwischen den durchschnittli-
chen Gehaltsniveaus von weiblichen und männlichen Mitarbei-
ter:innen, wurde versehentlich als Prozentsatz des durchschnittli-
chen Gehaltsniveaus der Mitarbeiterinnen statt der Mitarbeiter an-
gegeben. Die Differenz zwischen der korrekten und der falschen
Zahl für 2024 beträgt +1,4. Bei der Berechnung des Verhältnisses
der jährlichen Gesamtvergütung wurde eine inkorrekte Anzahl an
Beschäftigten berücksichtigt. Die Differenz zwischen der korrekten
und der falschen Zahl für 2024 beträgt +10,87. Diese Kennzahlen
wurden für den laufenden und den vorangegangenen Zeitraum
korrigiert.
Über die Nachhaltigkeitserklärung
35 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Bei der Angabe der Einheiten für spezifische Emissionen im Kapitel
„E1 Klimawandel“ ist ein Fehler aufgetreten. Für spezifische Treib-
hausgasemissionen (E1-4 34a), die Energieintensität (E1-5 40) und
die Treibhausgasintensität (E1-6 53) wurden fälschlicherweise die
Einheiten Mio. t CO
2
-Äquivalent/t, Mio. MWh/EUR und Mio. t
CO
2
-Äquivalent/EUR anstelle von in „CO
2
-Äquivalent/t“,
MWh/EUR und t CO
2
-Äquivalent/EUR angegeben. Der Unter-
schied zwischen den korrekten und den falschen Zahlen für 2024
beträgt daher den Faktor 1 Million.
Die im Kapitel „E1 Klimawandel“ angegebenen Investitionsausga-
ben für das Gasleitungs- und Gasboilerprojekt in Nanjing (China)
wurden fälschlicherweise mit EUR 20 Mio. angegeben. Die korrek-
ten CapEx belaufen sich auf EUR 30 Mio. (Differenz zwischen kor-
rekter und inkorrekter Zahl: 10 Millionen).
Bei der Berechnung des Inputs für besorgniserregende Stoffe der
Gefahrenklasse „Sensibilisierung der Haut Kategorie 1" ist ein Feh-
ler aufgetreten (E2-5 34). Für einen Standort wurden die angege-
benen Werte als Tonnen statt als Kilogramm miteinbezogen. Die
Differenz zwischen der korrekten und der falschen Input-Zahl von
2024 für diese Gefahrenklasse sowie auch die Gesamtmenge der
besorgniserregenden Stoffe beträgt -53.406,54.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
[BP-2 16]
In der nachfolgenden Tabelle ist angegeben, welche Offenle-
gungsanforderungen der nichtfinanziellen Erklärung durch Verweis
einbezogen werden.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
ESRS 2 GOV-1 Absatz 22 b, 22
c i
GeschäftsberichtCorporateGovernance
ReportAufsichtsratArbeitsweise
ESRS 2 GOV-1 Absatz 22 c iii GeschäftsberichtRisikoberichtZieledes
Risikomanagements
36 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-1 40a i, ii]
Die Lenzing Gruppe setzt sich für eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Produktion von Fasern
aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein, der in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen
angebaut wird. Als Innovationspionier ist Lenzing eine Partnerin der globalen Textil- und Vliesstoffherstel-
ler und treibt zahlreiche neue technologische Entwicklungen in der gesamten Industrie voran.
xx
xx
xx
xx
Die Lenzing Gruppe gehört zur Chemieindustrie und bedient den
Fasermarkt mit regenerierten Cellulosefasern. Lenzing Fasern wer-
den hauptsächlich für Bekleidung, Heimtextilien, technische Texti-
lien und Hygieneprodukte verwendet. Lenzings Produktportfolio
reicht von Faserzellstoff als Basisrohmaterial zur Faserherstellung,
über innovative Spezialfasern, bis hin zu Energie sowie biobasier-
ten Bioraffinerie- und Co-Produkten. Die wichtigsten Produktgrup-
pen gemäß ESRS sind regenerierte Cellulosefasern und Faserzell-
stoff.
[SBM-1 40f]
Die Lenzing Gruppe vereint umfassende Kompetenz bei Faserzell-
stoff- und Bioraffinerieverfahren mit jahrzehntelanger Erfahrung in
drei wesentlichen Faserprozesstechnologien:
x Viscose
x Modal
x Lyocell
Aus den vorgenannten Prozessen haben sich weitere Entwicklun-
gen und Technologien ergeben. Die bedeutenden Produkte von
Lenzing tragen zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens bei.
Die Nachhaltigkeitsziele finden Sie in den entsprechenden thema-
tischen Kapiteln.
Die Wertschöpfungskette der Lenzing Gruppe ist in der Abbildung
„Wertschöpfungskette“ dargestellt und wird im Folgenden be-
schrieben.
[SBM-1 42a, 42c]
Versorgung und Beschaffung
Die wichtigsten Rohmaterialien für die Produktion von Lenzing Fa-
sern sind Holz, Faserzellstoff, Prozesschemikalien, Wasser und
Energie. Lenzing sichert sich diese Ressourcen durch strategische
Beschaffungsverträge, z. B. die Beschaffung von Holz meist über
langfristige Lieferverträge. Lenzing bezieht ihre Rohmaterialien
auch von eigenen Plantagen. Chemikalien werden überwiegend
regional eingekauft, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und
die Transportemissionen zu verringern.
Lenzing legt großen Wert auf eine nachhaltige und verantwor-
tungsbewusste Beschaffung. Die Auswahl und Bewertung von Lie-
feranten basieren auf Kriterien im Hinblick auf Umwelt, Soziales
und Governance (ESG) sowie auf wirtschaftlichen und qualitätsbe-
zogenen Kriterien.
Wertschöpfung in der Lenzing Gruppe
37 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Externe
Zellstofflieferanten
Marken/
Einzelhändler
Nutzungs-
phase
Bioraffinerie für
Zellstoffproduktion
Energie und
Chemikalien von
Lieferanten
Produktions-
schritte
– Textilien |
Wertschöpfungs-
kette:
Spinnen, Stricken,
Weben, Färben,
Veredeln,
Herstellen von
Kleidung
– Vliesstoffe |
Wertschöpfungs-
kette:
Hersteller von
Rollenware,
Verarbeiter
Holzbeschaffung
Nachhaltig bewirtschaftete
Wälder und Plantagen
Faserproduktion
Lyocell-, Viscose- und
Modalfasern
Biobasierte Materialien
und Co-Produkte
Ende des
Lebenszyklus
Kompostierbar-
keit/ biologische
Abbaubarkeit
1
,
Recycling,
Verbrennung
Wertschöpfungskette
1 Betrifft TÜV-zertifizierte biologisch abbaubare und kompostierbare LENZING™
Fasern. Die Kompostierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit der Textil-
und Vliesstoffprodukte für die Konsumenten hängen auch von der Material-
zusammensetzung (Fasermischung) und der Verarbeitung auf den einzelnen
Stufen der Wertschöpfungskette ab.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette beziehen sich pri-
mär auf die Forstwirtschaft und die Chemieindustrie.
Produktion von Faserzellstoff und Cellulosefasern
Die Produktion erfolgt in zwei aufeinanderfolgenden Schritten: Zu-
nächst wird Faserzellstoff hergestellt, der anschließend zu regene-
rierten Cellulosefasern verarbeitet wird. Lenzing produziert ihren
eigenen Faserzellstoff in drei Bioraffinerien, in Lenzing (Österreich),
Paskov (Tschechische Republik) und Indianópolis (Brasilien) und
stellt Fasern auf Basis von Viscose-, Modal- und Lyocell-Technolo-
gien an sieben Produktionsstandorten her.
Lenzing ist bestrebt, modernste nachhaltige Produktionstechnolo-
gien einzusetzen, die sich durch hohe Ressourceneffizienz, hohe
Rückgewinnungsquoten von Chemikalien und, wo möglich, durch
geschlossene Kreisläufe für Chemikalien und Wasser auszeichnen.
Der Prozess erzeugt auch Bioenergie, Bioraffinerie-Produkte und
zusätzliche Co-Produkte, die die Kreislaufwirtschaft und die Wert-
schöpfung verbessern. Durch die Kombination von fundiertem
Fachwissen in den Bereichen Zellstoff und Bioraffinerie mit jahr-
zehntelangem Know-how in der Faserproduktion agiert Lenzing als
integrierte Herstellerin mit einer starken technologischen Basis.
Nachgelagerte Fertigung
Wie in Abbildung „Wertschöpfungskette“ unter „Produktions-
schritte“ dargestellt, nutzen die Kunden in Lenzings nachgelagerter
Wertschöpfungskette die Fasern für die Herstellung von Textilien,
Vliesstoffen oder für industrielle Anwendungen.
Lenzing arbeitet eng mit Partnern entlang der Wertschöpfungs-
kette zusammen – vom Direktkunden bis zum Einzelhandel –, um
die Faserverarbeitung zu unterstützen, Innovationen zu ermögli-
chen und gemeinsam neue Anwendungen zu entwickeln.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen in Lenzings nachgelagerter Wertschöpfungskette beziehen
sich primär auf die Verarbeitungsschritte in der Textil- und
Vliesstoffindustrie.
Vertrieb und Nutzungsphase
Nach der Herstellung werden die fertigen Produkte vertrieben, wo-
mit die Nutzungsphase bei den Konsument:innen beginnt.
Ende des Lebenszyklus
TÜV-zertifizierte LENZING™
3
Fasern sind unter den richtigen Be-
dingungen kompostierbar und biologisch abbaubar. Die Kompos-
tierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit von Textil- und
Vliesstoffprodukten am Ende ihres Lebenszyklus hängen jedoch
von der Materialzusammensetzung (z. B. Fasermischungen) und
von der Verarbeitung in der Wertschöpfungskette wie Färben und
Finishing ab, was die biologische Abbaubarkeit oder die Recyc-
lingoptionen einschränken kann.
[SBM-1 40e]
Weitere Informationen über die jeweiligen Regionen, Stakeholder
und Produkte im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen
3
Zu den LENZING™ Fasern, die vom als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser und
Meer) und kompostierbar (Haushalt und Industrie) zertifiziert sind, gehören die
folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens,
LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Modal Standard
Textilien, LENZING™ Lyocell Filament, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™
finden Sie in den Abschnitten zu den Zielen in den jeweiligen the-
matischen Kapiteln.
Erwartete Resultate für Kunden,
Investoren und die Natur
[SBM-1 42b]
Die verantwortungsbewussten Praktiken und innovativen Produkte
von Lenzing ermöglichen es Kunden und Partnern in der Wert-
schöpfungskette, eine hohe Produktqualität und Funktionalität zu
erzielen. Sie tragen darüber hinaus zur Verbesserung der Umwelt-
und Sozialleistung bei und unterstützen so die Erfüllung ihrer eige-
nen Nachhaltigkeitsziele und -verpflichtungen.
Aktionär:innen profitieren von einer Investition in einen weltweit
führenden Hersteller holzbasierter Cellulosefasern und einen aner-
kannten Innovator im Bereich Nachhaltigkeit, der in einem struktu-
rell wachsenden Markt für hochwertige Premiumprodukte tätig ist.
Die Natur wird bei Lenzing als stiller Teilhaber betrachtet. Lenzing
ist sich ihrer Verantwortung bewusst, die Nachhaltigkeitsleistung in
der Textil- und Vliesstoffindustrie zu verbessern, und arbeitet mit
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Multi-Stakeholder-Ini-
tiativen zusammen, um den systemischen Wandel voranzutreiben.
Umsatzerlöse
[SBM-1 40b]
Informationen zum Gesamtumsatz der Lenzing Gruppe, gegliedert
nach den Produktgruppen Fasern und Zellstoff, sind in der Tabelle
„Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienst-
leistungen“ in Note 4 im Konzernabschluss enthalten.
Belegschaft
[SBM-1 40a iii]
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Land und in Personenanzahl 2025 2024
Gesamtzahl Beschäftigte  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
Tschechische Republik  
China  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur,
Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)  
Nonwoven Technologie. Eine Ausnahme bildet die TÜV-zertifizierte biologisch
abbaubare und kompostierbare Faser LENZING™ Lyocell Filament, die die oben
genannten Bedingungen mit Ausnahme der biologischen Abbaubarkeit im Meer
erfüllt.
38 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Unsere Vision
Wir setzen uns mit Leidenschaft dafür ein, nachhaltige Lösungen
für den wachsenden Bedarf der Welt zur Verfügung zu stellen. Wir
schaffen eine positive Wirkung für die Menschen, mit denen wir
arbeiten, die Konsument:innen, denen wir dienen, und die Gesell-
schaft und Umwelt, in der wir tätig sind. Das sichert unseren wirt-
schaftlichen Erfolg.
Unsere Mission
Wir verstehen uns als Impulsgeberin und arbeiten gemeinsam mit
unseren Lieferanten und Partnern in der Wertschöpfungskette da-
ran, positive Veränderungen in Gang zu setzen. Wir setzen uns ak-
tiv für die Verbesserung der ökologischen Performance entlang der
Wertschöpfungskette und damit im Endprodukt ein und engagie-
ren uns für das gesellschaftliche Wohl. Positive Auswirkungen und
Zusatznutzen für Mensch und Umwelt zu schaffen – das ist das
klare Ziel unserer Innovations- und Geschäftstätigkeit.
Unsere Strategie
„Naturally Positive“
[SBM-1 40g]
Lenzing hat eine Nachhaltigkeitsvision und -mission definiert, die
die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen leiten – von den tägli-
chen operativen Entscheidungen bis zur langfristigen strategischen
Planung. „Naturally Positive“, die Nachhaltigkeitsstrategie der
Lenzing Gruppe, ist fest in der Unternehmensstrategie verankert.
Innerhalb der vier strategischen Felder der Unternehmensstrategie
- Nachhaltigkeit, Innovation, Premiumisierung und Exzellenz - de-
finiert die Nachhaltigkeitsstrategie jene Nachhaltigkeitsbereiche, in
denen Lenzing den größten Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt
leisten kann. Dieser Ansatz ermöglicht es Lenzing, einen angemes-
senen Beitrag zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige
Entwicklung (SDGs) zu leisten, auf die die Unternehmensaktivitä-
ten die größten Auswirkungen haben, und zur Bewältigung globa-
ler und ökologischer Herausforderungen beizutragen.
Lenzing konzentriert sich in erster Linie auf die Wertschöpfung
durch die Monetarisierung von Nachhaltigkeit durch Spezialfasern,
welche einen geringeren ökologischen Fußabdruck, verbesserte
Transparenz und reduzierte Risiken in der Lieferkette bieten. Diese
Produkte unterstützen die Kunden auch bei der Einhaltung gesetz-
licher Vorschriften und der Erreichung ihrer eigenen Nachhaltig-
keitsziele.
Nachhaltigkeitsstrategie
39 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Nachhaltigkeitsstrategie „Naturally Positive“ von Lenzing baut
auf drei strategischen Grundprinzipien auf. Innerhalb dieser Grund-
prinzipien wurden sieben Kernbereiche der Nachhaltigkeit identifi-
ziert, in denen die Lenzing Gruppe wesentlich zur Schaffung posi-
tiver Auswirkungen und Vorteile beiträgt.
1. Systemischen Wandel vorantreiben
Komplexe globale Herausforderungen verlangen einen kooperati-
ven Ansatz und systemische Lösungen unter Einbeziehung vieler
Stakeholder-Gruppen. Grundvoraussetzungen für den Aufbau von
Vertrauen und langfristigen Beziehungen sind Transparenz und
Rückverfolgbarkeit. Durch aktive Beiträge zu branchenweiten Me-
thoden, Standards und Benchmarking-Tools trägt Lenzing dazu bei,
die Nachhaltigkeitsleistung in der gesamten Branche zu beschleu-
nigen. Plattformen wie ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Che-
micals) und das FSLM (Facility Social Labor Module), konkrete
Nachhaltigkeitsziele, Programme zur Einbindung von Lieferanten
und Instrumente zur physischen und digitalen Rückverfolgbarkeit
sind wichtige Voraussetzungen für die Verbesserung der Bran-
chenstandards und die Bewältigung gemeinsamer Herausforde-
rungen.
2. Förderung der Kreislaufwirtschaft
Lenzing ist bestrebt, die Wertschöpfung bei minimalem Einsatz
neuer Rohstoffe zu maximieren und den Einsatz von fossilen Roh-
stoffen sowohl im eigenen Betrieb als auch entlang der gesamten
Wertschöpfungskette zu reduzieren. Das Unternehmen verbindet
den biologischen Kreislauf holzbasierter Cellulosefasern (biologi-
scher Kreislauf) mit seinen innovativen Technologien, die sich auf
die Schließung von Kreisläufen bei der Produktion und Rückgewin-
nung von Rohstoffen und Chemikalien (technischer Kreislauf) kon-
zentrieren. Spezifische Zielvorgaben für Fasern mit Recyclinganteil,
Kreislaufwirtschaftsmodelle mit Partnern und die Entwicklung al-
ternativer Cellulosequellen unterstützen dieses Prinzip. Weitere In-
formationen finden Sie im Kapitel „E5 Ressourcennutzung und
Kreislaufwirtschaft“.
3. Ökologisierung der Wertschöpfungskette
Lenzing ermöglicht ihren Kunden und Partnern in der Wertschöp-
fungskette, durch verantwortungsbewusstes Handeln und innova-
tive Produkte ihre Umwelt- und Sozialleistung zu verbessern und
ihre Nachhaltigkeitsziele und -verpflichtungen zu erreichen. Eine
verantwortungsbewusste Beschaffung, der verantwortungsbe-
wusste Umgang mit Wasser, Dekarbonisierung und nachhaltige In-
novationen prägen den Beitrag von Lenzing zu einer grüneren
Wertschöpfungskette. Die Nachhaltigkeitsziele für Luft- und Was-
seremissionen, Umweltverschmutzung, Chemikalienmanagement
(ZDHC) und Klimaschutz sind das Herzstück für das verantwor-
tungsvolle Unternehmertum von Lenzing und wirken als Motor für
technologischen Fortschritt.
Herausforderungen
Die größte künftige Herausforderung ist die Umsetzung von
Lenzings Klimaaktionsplan. Der Fortschritt wird durch mehrere ex-
terne Faktoren beeinträchtigt. Dazu zählen die eingeschränkte Ver-
fügbarkeit und Zugänglichkeit von netzbasiertem Strom aus erneu-
40 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategische Kernbereiche der Nachhaltigkeit und entsprechende SDGs
Kreislauf-
wirtschaft
schen
Systemi-
Wandel
voran-
treiben
Ökologisierung der
Wertschöpfungs-
kette
N
a
c
l
t
h
h
a
i
g
e
R
o
o
h
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Naturally
positive
erbaren Quellen, hohe Kostenunterschiede zwischen erneuerba-
ren Brennstoffen (grüner Wasserstoff, Ammoniak) und Strom aus
fossilen Energieträgern sowie fossilen Brennstoffen, das Fehlen
gleicher Wettbewerbsbedingungen für Produkte mit geringem
CO
2
-Fußabdruck sowie die mangelnde Bereitschaft von Ge-
schäftspartnern, Kosten und Risiken von Innovationen gerecht zu
teilen. Darüber hinaus haben sich internationale Zollmaßnahmen
und die daraus resultierende Unsicherheit nachteilig auf die globale
textile Wertschöpfungskette und damit auch auf die Geschäftsen-
twicklung von Lenzing ausgewirkt.
Weitere Informationen zu Lenzings Nachhaltigkeitsstrategie sowie
zu ihren strategischen Grundprinzipien und Kernbereichen der
Nachhaltigkeit finden Sie im Fokuspapier „Nachhaltigkeitsstrate-
gie“.
Nachhaltigkeits-Policy
[MDR-P 65]
Policy N
N
a
achhaltigkeits-Policy
Verantwortlichkeit
Head of Corporate Sustainability
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Wertschöpfungskette
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Best Practices in Nachhaltigkeit bei Lenzing und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verankern
sowie Umweltwirkungen, Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.
Kernelemente:
Lenzing setzt sich dafür ein Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und systemische Veränderungen im Unternehmen und entlang
der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben und den Fortschritt regelmäßig zu überwachen, zu überprüfen und zu
berichten.
Standards / Initiativen Dritter
Pariser Klimaabkommen (COP 21)
Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25d, 25c Die Policy für Nachhaltigkeit fördert die kontinuierliche Verbesserung der Ressourceneffizienz sowie die
Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu gehören Energieeffizienz, Klimaschutz und erneuerbare
Energien. Die Policy für Nachhaltigkeit dient als Rahmenwerk für allgemeine Ziele und Managementprinzipien, die als Grundlage für
Entscheidungen angewendet werden.
25b Lenzing verwaltet kontinuierlich Umweltrisiken, einschließlich Risiken im Zusammenhang mit der Anpassung an den
Klimawandel.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft E5-1
15a, 15b Lenzing verpflichtet sich zur Zusammenarbeit mit Stakeholdern, einschließlich Innovationspartnern, Lieferanten und NGOs,
um Fasern zu fördern, die potenzielle Umwelt- und Sozialauswirkungen reduzieren. Lenzing unterstützt die Forschung und
Entwicklung von wirtschaftlich tragfähigen Cellulosefasern aus alternativen Quellen wie landwirtschaftlichen Reststoffen und
Textilabfällen. Beide sind erneuerbare Ressourcen, wobei Textilabfälle eine sekundäre Ressource darstellen. Lenzing setzt sich dafür
ein, alle Rohstoffe verantwortungsvoll zu beschaffen (nachhaltige Beschaffung) und die Nachhaltigkeitsleistung sowie die
Ressourceneffizienz durch geeignete Maßnahmen kontinuierlich zu verbessern.
41 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zielsetzung und Überwachung
[MDR-T 80g, 80j]
Lenzing bewertet kontinuierliche Leistungsdefizite, Erwartungen
der Stakeholder, neue gesetzliche Vorschriften, strategische Wert-
hebel, externe Ratings sowie wissenschaftliche Entwicklungen, um
ihre Nachhaltigkeitsagenda zu stärken. Alle umweltbezogenen
Ziele beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Abteilung
Corporate Sustainability arbeitet eng mit verschiedenen anderen
relevanten Funktionen im gesamten Unternehmen zusammen, um
Lenzings Nachhaltigkeitsziele festzulegen. Diese Ziele werden
dann vom Vorstand genehmigt.
[GOV-1 22d]
Bei Lenzing sorgt ein strukturiertes Governance-Rahmenwerk für
eine wirksame Überwachung und Fortschrittskontrolle der Nach-
haltigkeitsziele. Jedes Ziel wird von einem Vorstandsmitglied ge-
sponsert, das eine:n Zielbesitzer:in („target owner“) vorschlägt,
die/der über das entsprechende Fachwissen und die operative
Verantwortung verfügt. Diese:r wiederum benennt eine:n Zielver-
antwortliche:n, um eine effektive Umsetzung zu gewährleisten. Der
Prozess wird durch vierteljährliche Evaluierungstreffen zwischen
der Abteilung Corporate Sustainability, den Zielbesitzer:innen und
den Zielverantwortlichen überwacht. Bei diesen Meetings werden
Fortschritte, Herausforderungen und der Status der entsprechen-
den Maßnahmen bewertet. Die Ergebnisse werden dem ESG
Committee des Vorstandes vorgelegt, dass – falls erforderlich –
Korrektur- oder Verbesserungsmaßnahmen einleitet. Darüber hin-
aus werden die Zielerreichung und die Durchführbarkeit jährlich
unter Berücksichtigung der Marktsituation und der regulatorischen
Entwicklungen bewertet. Auf der Grundlage dieser Bewertung
können die Nachhaltigkeitsziele angepasst werden, um zu gewähr-
leisten, dass sie weiterhin ehrgeizig und praktikabel sind und mit
den strategischen Entscheidungen von Lenzing übereinstimmen.
Nachhaltigkeitsziele
42 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
CO
Lenzing hat gruppenweite Nachhaltigkeitsziele für die wichtigsten Herausforderungen in jedem seiner strategischen Fokusbereiche festgelegt. Die genaue
Formulierung dieser Ziele, die jeweiligen Zielwerte, Jahre und Bezugsswerte, deren Status sowie die dazugehörigen Unterziele und Maßnahmen sind in den
entsprechenden Kapiteln zu finden.
Umsetzung von
Naturschutz-
maßnahmen in
Indianópolis
(Brasilien)
Biodiversität und
Walderhaltungs-
maßnahmen
in gefährdeten
Waldregionen
Erhöhung des
Anteils und der
Arten von
alternativen
Rohstoffen
Reduzierung
der Abwasser-
emissionen
Einbeziehung
der wichtigsten
Lieferanten, um
ihre Nachhaltig-
keitsleistungen zu
verbessern
Verringerung
der absoluten
Treibhausgas
(THG)-Emissionen
der Scope 1, 2 und
3 (kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel)
Erreichen der
Netto-Null-Treib-
hausgasemissionen
(langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel)
Unabhängiges
Sozialzertifikat
für jeden
Produktions-
standort
Schaffung eines
förderlichen
Arbeitsumfelds
Einbeziehung der
Gemeinden und
Sozialprogramme
Umsetzen
eines neuen
Kreislaufwirtschaft-
Geschäftsmodells
Nachhaltige Roh-
stoffbeschaffung
und Biodiversität
Nachhaltige
Innovationen
Water
Stewardship
Partnerschaften
für den systemi-
schen Wandel
Dekarbonisierung Menschen
fördern und
ermächtigen
Nachhaltigkeitsziele
ZHDC ‘Aspirational’ Status
in den Lenzing Viscoseanlagen
ZDHC ‘Aspirational’ Status
in den Lenzing Lyocellanlagen
Implementierung und jährliche Aktualisierung des
Facility Environmental Module (FEM) in allen Produktionsanlagen
Führungsstruktur
[GOV-1 22c ii]
Die Abteilung Corporate Sustainability berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden (CEO). Um die Nachhaltigkeit noch stärker in die
strategische Entscheidungsfindung einzubinden, wurde ein internes ESG Committee auf Vorstandsebene eingerichtet, das vierteljährlich
zusammenkommt, um die Fortschritte zu überwachen und wichtige Initiativen zu lenken. Eine regelmäßige funktionsübergreifende Ab-
stimmung ermöglicht die systematische Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Fragen in die Geschäftsstrategie, das Risiko-
management und die Geschäftstätigkeit des Unternehmens.
Fachwissen der Mitglieder von
Vorstand und Aufsichtsrat
[GOV-1 21c]
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates und des Vorstandes
deckt gemeinsam alle entscheidenden Kompetenzbereiche ab –
Branchen- und Marktkenntnis sowie Produkt- und Nachhaltigkeits-
kompetenz. Die Mitglieder verfügen über Fachwissen über unter
anderem nachhaltige Innovationen, nachwachsende Rohstoffe,
Klima und Energie, Kreislaufwirtschaft und Recycling, Biodiversität,
Wassermanagement, Transparenz, Unternehmensethik, faire Ar-
beitspraktiken, Chancengleichheit, Diversität und Inklusion. Diese
breit gefächerte Erfahrung gewährleistet eine fundierte Entschei-
dungsfindung in strategischen und operativen ESG-Themen.
Governance
43 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachhaltigkeitsorganisation
Corporate Sustainability
1
Aufsichtsrat
Regelmäßige und mindestens vierteljährliche
Abstimmung
Vorstand
Monatliche Abstimmung
Vorstand ESG Commitee
Der Aufsichtsrat behandelt ESG-Themen im:
Strategie & ESG Ausschuss
Prüfungsausschuss
1 Corporate Sustainability, Corporate Communications, Investor Relations und Public Affairs bilden eine Abteilung
Mindestens monatliche
Abstimmung
Product/Application Development
Research
Investor Relations
Procurement
Global Quality & Product Safety
Kontinuierliche
Abstimmung
Corporate Communications und
Public Affairs
Health, Safety & Environment (HSE)
Purchasing Wood
Pulp Division
Corporate Human Resources
Global Textile Business
Global Nonwoven Business
Global Marketing & Branding
Mindestens halbjährliche
Abstimmung
Global Legal, Intellectual Property
& Compliance
Global Supply Chain Management
Risk Management
Corporate Accounting
Corporate Tax
Technical Customer Service
Corporate Controlling
Global Strategy and Mergers &
Acquisition
[GOV-1 23a]
Die vierteljährlichen Meetings des ESG Committee dienen dazu,
das Fachwissen, die Kompetenzen und das Verständnis des Vor-
standes in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Risiken, Chancen
und gesetzliche Entwicklungen kontinuierlich zu verbessern. Dies
unterstützten die langfristige strategische Aufsicht und eine fun-
dierte Unternehmensführung.
Bei Lenzing werden Vorstand und Aufsichtsrat von der Abteilung
Corporate Sustainability unterstützt, die als Kompetenzzentrum für
Nachhaltigkeitsfragen im Unternehmen fungiert. Ihre Expertise
wird durch Fachexpert:innen aus den relevanten Unternehmens-
bereichen ergänzt, so dass ein kontinuierlicher Zugang zu techni-
schem und ESG-Wissen gewährleistet ist.
[GOV-1 23b]
Das spezifische Fachwissen aller Expert:innen steht in Zusammen-
hang mit den identifizierten wesentlichen Themen. Dadurch wird
sichergestellt, dass die Unternehmensführung gut gerüstet ist, um
Nachhaltigkeitsthemen effektiv zu lenken und zu verwalten, und
dass Lenzing entsprechend auf wesentliche Risiken und Chancen
eingehen kann. Durch die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsbemü-
hungen auf die wesentlichen Themen mindert Lenzing nicht nur die
Risiken, sondern nutzt auch Chancen zur Schaffung eines langfris-
tigen Geschäftswertes.
Unternehmensführung
[G1 ESRS 2 GOV-1]
Lenzings Streben nach Compliance
Lenzing ist ein globales Unternehmen und handelt dementspre-
chend konform. Das Compliance Management System ist integra-
ler Bestandteil des Berichtssystems der Lenzing Gruppe. Die Com-
pliance-Funktion zielt darauf ab, alle Lenzing Mitarbeiter:innen,
Führungskräfte und Manager:innen durch vorbeugende risikoori-
entierte Maßnahmen zu beraten und zu unterstützen. Darüber hin-
aus gewährleistet sie einheitliche Erkennungs- und Reaktionspro-
zesse, um sie letztendlich vor den negativen Folgen von Verstößen
gegen Gesetze und Werte zu schützen.
Lenzings Compliance-Organisation ist eine länderübergreifende
Organisation mit internationalen Expert:innen, die vom Group
Compliance Officer geleitet wird. Dieser berichtet direkt an den
Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Österreichische Corporate
Governance Kodex (ÖCGK) definiert bestimmte Aufgaben für den
Vorstand, den Aufsichtsrat und für Auditoren. Die Gesamtverant-
wortung für die Compliance liegt beim Vorstand; er hat für die Ein-
haltung der gesetzlichen Bestimmungen zu sorgen und auf deren
Beachtung im Unternehmen hinzuwirken (§ 15 ÖCGK). Darüber
hinaus hat er den Aufsichtsrat regelmäßig, umfassend und zeitnah
über alle unternehmensrelevanten Angelegenheiten zu informieren
und mindestens einmal jährlich über die Maßnahmen zur Korrupti-
onsbekämpfung zu berichten (§ 18a ÖCGK). Lenzing erwartet von
allen Mitarbeiter:innen, die Verhaltensregeln mitzutragen und zu
beachten. Sie sind auch aufgefordert, aufmerksam zu sein, genau
hinzusehen und zu melden, wenn sie Verbesserungspotenzial er-
kennen oder einen Verstoß gegen Regeln und Werte aufdecken.
Lenzings Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter:innen nehmen an
verpflichtenden Compliance-Schulungen teil und verfügen daher
über sehr gute Kenntnisse in Fragen des unternehmerischen Han-
delns. Weitere Informationen über Schulungen finden Sie im Ab-
schnitt „Compliance-Schulungen“ (G1-3) im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
Zusammensetzung und Diversität
von Vorstand und Aufsichtsrat
[GOV-1 21a, 21b, 21d, 21e]
Personen in Leitungsorganen der Organisation
(Vorstand und Aufsichtsrat)
2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre
Über 50 Jahre  
Frauen
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Verhältnis von weiblichen zu männlichen Mitgliedern  
Vorstand (Geschäftsführende Mitglieder)
Aufsichtsrat (Nicht geschäftsführende Mitglieder)  
Vertretung von Beschäftigten (Aufsichtsrat)
Prozentsatz der unabhängigen Mitglieder des
Aufsichtsrates (nach Österreichischen Corporate
Governance Kodex Anhang 1)  
Verantwortung des Vorstandes und
Aufsichtsrates
[GOV-1 22a, 22b, 22c, 22c i]
Der Vorstand hat die Aufgabe, die strategische Ausrichtung und
das operative Management des Unternehmens zu lenken. Dazu
gehört die Beaufsichtigung der Umsetzung von Policies und Ver-
fahren zur Bewältigung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und
Chancen. Jedes Mitglied hat einen bestimmten Zuständigkeitsbe-
reich. Der Aufsichtsrat hat eine zusätzliche Kontrollfunktion inne
und stellt sicher, dass der Vorstand die Risiken und Chancen des
Unternehmens umsichtig managt. Die Integration ESG-bezogener
Zuständigkeiten ist auf Vorstandsebene fest verankert. Ausschüsse
sowohl des Vorstandes als auch des Aufsichtsrates spielen eine
wichtige Rolle bei der Überwachung der ESG-Managementpro-
zesse und der strategischen Ausrichtung. So waren beispielsweise
Mitglieder beider Organe aktiv an der doppelten Wesentlichkeits-
analyse beteiligt und die daraus resultierenden Ergebnisse wurden
anschließend auf Vorstandsebene besprochen.
Im Vorstand war Lenzings CEO Rohit Aggarwal 2025 für das
Thema Nachhaltigkeit zuständig. Seit Februar 2026 ist Georg Kas-
44 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
perkovitz für Nachhaltigkeitsthemen zuständig. Weitere Informati-
onen zu den Mitgliedern des Strategie & ESG Ausschusses sowie
des Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates, die beide ESG-Themen
durch dedizierte Tagesordnungspunkte thematisieren, finden Sie
im Abschnitt „Arbeitsweise des Aufsichtsrates“ im Corporate
Governance Bericht.
Umgang mit Auswirkungen, Risiken und
Chancen
[GOV-1 22c iii]
Der Prozess der doppelten Wesentlichkeit, der die Grundlage für
die Nachhaltigkeitsberichterstattung bildet, wird jährlich aktuali-
siert. Die Überprüfung stützt sich auf Beiträge und Analysen von
Expert:innen aus allen relevanten Fachgebieten. Für verschiedene
wesentliche Themen werden ggf. Maßnahmen ergriffen und Ziele
festgelegt, wenn dies für notwendig erachtet wird. Weitere Infor-
mationen über die Festlegung von Zielen finden Sie im Abschnitt
„Nachhaltigkeitsziele“ in diesem Kapitel. Weitere Informationen
zum Umgang mit Risiken und Chancen finden Sie im Abschnitt
„Ziele des Risikomanagements“ im Risikobericht. Die meisten der
wesentlichen ESG-bezogenen Risiken und Chancen sind bereits
Bestandteil des Risikomanagementsystems; weitere neue Risiken
werden laufend hinzugefügt.
ESG Committee
[GOV-2 26a]
Es wurde ein ESG Committee auf Vorstandsebene eingerichtet,
um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda durch eine stärkere
funktionsübergreifende Abstimmung zu beschleunigen. Das Com-
mittee ist für die Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie und die
Überwachung der Umsetzung von ESG-Themen zuständig. Es tritt
vierteljährlich zusammen. Die wichtigsten Ziele sind die Formulie-
rung und Umsetzung einer ESG-Vision, einer ESG-Strategie sowie
von ESG-Kriterien für das Unternehmen. Das ESG Committee (Ab-
bildung „Vorstand ESG Committee“) besteht aus dem Vorstand
und Verantwortlichen verschiedener Funktionen, die den Fort-
schritt der Nachhaltigkeitsziele überprüfen, die Effektivität des An-
satzes für das Management aller Nachhaltigkeitsaspekte, ein-
schließlich Risiken und Chancen, bewerten und langfristige strate-
gische Entscheidungen treffen. Die Abteilung Corporate Sustaina-
bility leitet das Committee und ist ein integraler Bestandteil dessel-
ben. Sie arbeitet eng mit verschiedenen Geschäftsbereichen zu-
sammen (siehe Abbildung „Vorstand ESG Committee“), um Nach-
haltigkeit in die Kerngeschäftsprozesse einzubetten, auf die Anfor-
derungen und Erwartungen der Stakeholder einzugehen und das
Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.
Die Aufsicht über ESG-Angelegenheiten im Aufsichtsrat wird
durch den Strategie & ESG Ausschuss sowie den Prüfungsaus-
schuss ausgeübt, diese überwachen ESG-Angelegenheiten im Zu-
sammenhang mit strategischen Prioritäten und nachhaltiger Unter-
nehmensleistung. Diese Ausschüsse tagen mindestens zweimal im
Jahr.
[GOV-2 26b]
Die Entscheidungen beruhen auf einer ganzheitlichen Perspektive
und decken ein breites Spektrum an wesentlichen Themen sowie
neu aufkommende Fragen ab, darunter Chancen, Risiken, laufende
und künftige Maßnahmen, Nachhaltigkeitsziele, regulatorische
Entwicklungen und Erwartungen der Stakeholder. Die Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen (IROs) werden bei der Festlegung der
Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt. Konkrete Ziele werden im
ESG-Ausschuss des Vorstands festgelegt, genehmigt und regel-
mäßig überwacht. Darüber hinaus sind ESG-bezogene Risiken und
Chancen Teil des gesamten Risikomanagements des Unterneh-
mens.
[GOV-2 26c]
2025 befassten sich der Vorstand und Aufsichtsrat in den Aus-
schusssitzungen mit den folgenden Themen:
x Klimastrategie
x Einbindung von Kunden
x Aktualisierte Nachhaltigkeitsziele
x Klimarisikomanagement, CO
2
-Fußabdruck und Lebenszyk-
lusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA)
x Biodiversitätsansatz und Naturschutzprojekte
x Branchen-Ratings und Benchmarks wie das Carbon Disclo-
sure Project (CDP) und das Canopy-Ranking
x Maßnahmen zur Walderhaltung
x Möglichkeiten zur Differenzierung
x ESRS/CSRD-konforme nichtfinanzielle Berichterstattung
und doppelte Wesentlichkeit
45 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Informationen über die Häufigkeit der Angleichung der Verwal-
tungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane finden Sie in der Abbildung
„Nachhaltigkeitsorganisation“ im Abschnitt „Führungsstruktur“ in
diesem Kapitel.
Vergütung des Vorstandes
[GOV-3 29a]
Die Vergütungs-Policy der Lenzing AG für die erfolgsabhängige
Vergütung des Vorstandes ist nicht nur an finanzielle Leistungskri-
terien, sondern auch an nichtfinanzielle Nachhaltigkeitskriterien
(ESG) geknüpft, die die nachhaltige Unternehmensstrategie weiter
fördern.
[GOV-3 29d]
Daher wurde der Long-Term-Incentive (LTI), ein variabler Leis-
tungsbonus, zusätzlich zu den bestehenden Kriterien um Nachhal-
tigkeitsziele für Vorstandsmitglieder ergänzt. Weitere Informatio-
nen finden Sie in den Vergütungsberichten (Bericht für 2025 ver-
fügbar ab 24. März 2026).
Wie in der Vergütungspolitik beschrieben, beträgt der Anteil der
variablen Vergütung, der von nachhaltigkeitsbezogenen Zielen
und/oder Auswirkungen abhängt, für den Vorstandsvorsitzenden
6–10 Prozent und für ein ordentliches Mitglied 4–7 Prozent. Im
Jahr 2025 gab es keine Vergütung, welche mit Nachhaltigkeit ver-
knüpft ist und auf der Tranche von 2023 basiert, da diese durch
einen Sonderbonus ersetzt wurde.
[GOV-3 29e]
Die Vergütung des Vorstandes wird vom Vergütungsausschuss des
Aufsichtsrates genehmigt und angepasst.
[GOV-3 29b, 29c]
Die spezifischen Ziele und zugehörigen Kennzahlen in Zusammen-
hang mit der LTI-Vergütung des Vorstandes für verschiedene Drei-
Jahres-Tranchen werden im Folgenden beschrieben:
46 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESG Ratings TCFD/
Nachhaltig-
keitsrisiken
Klimawandel
Umwelt/
Higg FEM
Sicherheit
Holz- und
Zellstoff-
lieferanten
Chemikalien-
lieferanten
EU Sorg-
faltspflichten
i. d.
Lieferkette
Premium-
produkte
(z.B. carbon-
zero)
Kundenein-
bindung
EU
Regulatorien
Nachhaltig-
keitsbericht-
erstattung
EU
Taxonomie
Sozial-
zertifikat/
Higg FSLM
Inklusion
und
Diversität
VP Corporate
Sustainability
Investor
Relations
Risk Operations Procure-
ment
Business
management
& Branding
Communi-
cation
& Public
Affairs
Finance/
Controlling
Human
Resources
Vorstand ESG Committee
Informationen zur Führungskultur der Lenzing Gruppe finden Sie im Geschäftsbericht der Lenzing Gruppe (Corporate Governance-Bericht)
Chief Executive
Officer (Vorsitz)
Steering Committee
Managing Board
VP Corporate Communications,
Investor Relations, Corporate
Sustainability und Public Affairs
SVP Global Strategy and
Mergers & Acquisitions
SVP Corporate Human Ressources
EVP Commercial Textiles
EVP Commercial Nonwovens
SVP Global Legal, Intellectual
Property & Compliance
SVP Commercial Pulp, Biorefinery
& Co-Products, Wood
VP Operations
Illustrativ
x Ziel „ZDHC Lyocell“: „Erreichen des ,ambitionierten‘ MMCF-
Niveaus der ZDHC-Abwasser-Richtlinie und der Richtlinien
für eine verantwortungsvolle Produktion in den Lenzing
Lyocellanlagen bis 2028“.
x Verbundende Vergütungszielvorgabe in Bezug auf das „Spe-
zifisches Zwischenziel für Treibhausgasemissionen in Verbin-
dung mit Unternehmens- und Vergütungszielen“: „Lenzing
reduziert bis 2025 45 Prozent der spezifischen Treibhaus-
gasemissionen pro produzierter Tonne Zellstoff und Fa-
sern“ sowie „Lenzing reduziert bis 2026 47 Prozent der spe-
zifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern.“
x Teilziel des Ziels „Textilrecycling": „Innovative Nutzung von
mindestens fünf Anbietern alternativer Ausgangsmaterialien
(z. B. aus recycelten Textilien und landwirtschaftlichen Abfäl-
len) bis 2030“.
x Teilziel des Ziels „Chancengleichheit, Diversität und Inklu-
sion“: „Lenzing erhöht den Frauenanteil bis 2025 auf
22,5 Prozent in allen Positionen ab der Stufe 5a.“
x Verbundene Vergütungszielvorgabe in Bezug auf das Ziel
„Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“: „Lenzing er-
reicht bis 2026 eine Verbesserung von durchschnittlich drei
Prozentpunkten in den sieben Kategorien, zu denen auch der
Inklusionsindex gehört, im globalen Gesundheitsklima-Index
(HCI).“
x Ziel „TRIFR“: „Senkung der Gesamtzahl der meldepflichtigen
Arbeitsunfälle (TRIFR) auf 0,8 bis 2027“ (pro 200.000 Ar-
beitsstunden).
Klimabezogene Leistung
[E1 ESRS 2 GOV-3 13]
Die klimabezogene Leistung wurde anhand des „Spezifisches Zwi-
schenziel für Treibhausgasemissionen in Verbindung mit Unterneh-
mens- und Vergütungszielen“
bewertet, eines der unter E1-4 ange-
führten Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Das
Ziel steht in direktem Zusammenhang mit der variablen Vergütung
und besagt im Einzelnen: „Lenzing reduziert bis 2025 45 Prozent
der spezifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern“ sowie „Lenzing reduziert bis 2026 47 Prozent
der spezifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern.“
Im Jahr 2025 gab es keine Vergütung, welche mit klimabezogenen
Erwägungen verknüpft ist und auf der Tranche von 2023 basiert, da
diese durch einen Sonderbonus ersetzt wurde.
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
[GOV-4]
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
Kernelemente der Sorgfaltspflicht Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung Einzelheiten
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und
Geschäftsmodell
ESRSAllgemeineAngaben
Führungsstruktur ESRSGOV-
VergütungdesVorstands ESRSGOV-
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen ESRSSBM-
EKlimawandelBewertungvonRisikenundChancen EESRSSBM-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeBewertungderResilizenz EESRSSBM-
SArbeitskräftedesUnternehmensManagementdersozialen
Nachhaltigkeit
SESRSSBM-
SArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBeschäftigteinder
WertschöpfungsketteSchutzbedürftigeGruppenundgeographisches
Risiko
SESRSSBM-
b) Einbeziehung betroffener Interessenträger in allen
wesentlichen Schritten der Sorgfaltspflicht
ESRSAllgemeineAngaben
Führungsstruktur ESRSGOV-
ManagementvonStakeholdern ESRSSBM-
EigeneArbeitskräfte SESRSSBM-
ArbeitskräfteinderWertschöpfungskette SESRSSBM-
DoppelteWesentlichkeitsanalyse ESRSIRO-
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen auf
Mensch und Umwelt
ESRSAllgemeineAngaben
DoppelteWesentlichkeitsanalyse ESRSIRO-
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen ESRSSBM-
EKlimawandelBewertungvonRisikenundChancen EESRSSBM-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeBewertungderResilizenz EESRSSBM-
SArbeitskräftedesUnternehmensManagementdersozialen
Nachhaltigkeit
SESRSSBM-
47 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
SArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBeschäftigteinder
WertschöpfungsketteSchutzbedürftigeGruppenund
geographischesRisiko
SESRSSBM-
d) Maßnahmen zum Umgang mit negativen Auswirkungen auf
Mensch und Umwelt
InjedemwesentlichenthematischenKapitel E-ESSG
Maßnahmen
EKlimawandelKlimaaktionsplan E-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeStrategie E-
GUnternehmensführungBeschaffung G-
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und
Kommunikation
InjedemwesentlichenthematischenKapitel E-ESSG
Kennzahlen
Ziele
Risikomanagement der
Berichterstattung
[GOV-5 36a]
Ein formales Dokument zum Prozess der Nachhaltigkeitsberichter-
stattung behandelt auch interne Kontrollen. Es umreißt die Verfah-
ren, die für die Erstellung von Nachhaltigkeitsangaben erforderlich
sind, und klammert bewusst Tätigkeiten aus, die in den Zuständig-
keitsbereich anderer Abteilungen fallen, wie etwa das Datenquali-
tätsmanagement.
Lenzings Enterprise Risk Management (ERM) System umfasst ei-
nen ganzheitlichen Ansatz, der auch die Nachhaltigkeitsberichter-
stattung einschließt. Es bietet eine quantitative Risiko- und Chan-
cenmodellierung unter Verwendung von Monte-Carlo-Simulatio-
nen, berücksichtigt ESG-bezogene Risiken und Chancen und be-
inhaltet eine klimabezogene Risikobewertung in Übereinstimmung
mit den Empfehlungen der TCFD. Der ERM-Prozess umfasst halb-
jährliche Risikointerviews mit den relevanten internen Stakeholdern
auf Konzern- und Standortebene. Sowie die anschließende Zusam-
menfassung von Risiken und die Risikoberichterstattung an den
Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.
[GOV-5 36b]
Lenzings ERM-Ansatz orientiert sich am ERM-Rahmenwerk von
COSO™ und kombiniert Top-down- und Bottom-up-Methoden.
Die Top-down-Analyse umfasst die Abstimmung mit dem Vorstand,
um die wichtigsten Risiken und zugrundeliegenden Annahmen zu
ermitteln. Die Bottom-up-Analyse beinhaltet Interviews mit den Ri-
sikoverantwortlichen der Standorte und Unternehmensfunktionen.
Die Risiken werden anhand ihrer Wahrscheinlichkeit und ihrer fi-
nanziellen Auswirkungen sowohl quantitativ als auch qualitativ be-
wertet. Bei strategischen Investitionsentscheidungen berücksich-
tigt die Methodik der Risikopriorisierung auch die Bewertung des
Risikos der Nichtinvestition (Risk of Non-Investment, RoNI). Dabei
werden Faktoren wie Gesundheit und Sicherheit, Umweltauswir-
kungen, Betriebsunterbrechungen, rechtliche Aspekte und Repu-
tation berücksichtigt.
[GOV-5 36d]
Die Ergebnisse des halbjährlichen ERM-Prozesses werden durch
eine strukturierte konzernweite ERM-Strategie und einen zugehö-
rigen Prozess in die relevanten internen Funktionen und Prozesse
integriert. Es werden Rollen und Verantwortlichkeiten für das Risi-
komanagement des Unternehmens, die Risikoverantwortlichen der
Standorte und der Unternehmensfunktionen sowie andere Stake-
holder festgelegt, wobei eine intensive funktionsübergreifende Zu-
sammenarbeit erfolgt, um eine ganzheitliche Sicht auf Risiken und
Chancen zu gewährleisten. Jedes Risiko wird einer/m Risikobesit-
zer:in („risk owner“) zugewiesen, die/der für die Ermittlung und Be-
wertung der Risiken und die Umsetzung von Maßnahmen zur Risi-
kominimierung zuständig ist. ERM-Strategie, -Prozess und die ent-
sprechende Governance sind im ERM-Verfahren der Lenzing
Gruppe definiert, das im gesamten Unternehmen umgesetzt wird
und regelmäßig Bestandteil von Schulungen ist.
[GOV-5 36e]
Die Ergebnisse der Risikobewertung werden zweimal jährlich an
den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates wei-
tergeleitet. Der Risikobericht fasst die wichtigsten Risiken, Maß-
nahmen zur Risikominimierung sowie die Gesamtrisiken der
Lenzing Gruppe zusammen.
Interne Kontrollen
[GOV-5 36c]
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung birgt das Risiko falscher An-
gaben, insbesondere aufgrund menschlicher Fehler oder unvoll-
ständiger Daten. Um dieses Risiko zu minimieren, wendet Lenzing
einen internen Kontrollrahmen an. Die folgenden Kontrolltätigkei-
ten sind im Gange:
x Das Kernteam des Projekts überprüft die Anforderungen an
die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
x Expert:innen aus der Abteilung Corporate Sustainability
überprüfen ihre themenbezogenen Kapitel, einschließlich
der Überprüfung der Inhalte für die jeweiligen Bereiche, füh-
ren Quervergleiche mit anderen Kapiteln durch (Vier-Augen-
Prinzip), lektorieren deutsche und englische Versionen (Vier-
Augen-Prinzip) und überprüfen Inhalte für die Website, Me-
dienmitteilungen und externe Kanäle, um die Konsistenz der
Botschaften sicherzustellen (Vier-Augen-Prinzip).
x Der Vorstand prüft alle wichtigen Offenlegungen und gibt
diese frei. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates über-
prüft den endgültigen Berichtsentwurf und gibt eine Emp-
fehlung zur Genehmigung und Freigabe an den Aufsichtsrat
ab.
x Lenzings externes Audit gibt eine begrenzte Sicherheit für
die Nachhaltigkeitsberichterstattung. (Die Erklärung zur Er-
langung einer begrenzten Sicherheit finden Sie im Abschnitt
„Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen
Berichterstattung gemäß §§ 243b und 267a UGB“ im „An-
hang“).
48 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-2 45a]
Die komplexen globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen, mit
denen sich die Gesellschaft heutzutage konfrontiert sieht, erfor-
dern einen gemeinschaftlichen Ansatz und die Entwicklung syste-
mischer Lösungen. Ein zielführender Dialog mit den Stakeholdern
ist daher unerlässlich. Er erfordert gegenseitigen Respekt, den Aus-
tausch von Wissen und Fachkenntnissen und ein aktives Anhören
der Perspektiven der Partner. Ein effektiver Dialog beginnt mit der
Bereitstellung transparenter Informationen, die den Stakeholdern
ermöglichen, sich eine fundierte Meinung zu bilden, Risiken zu be-
werten und Missverständnisse durch den Aufbau von Vertrauen
abzuwenden. Der fortlaufende Dialog findet in verschiedenen For-
maten statt, z. B. in Meetings, Arbeitsgruppen, Konferenzen, durch
die Beantwortung von Anfragen, Umfragen und anderen Formen
des Austauschs.
Wichtige Stakeholder
Die zentralen an diesem Dialog beteiligten Stakeholder sind in Ab-
bildung „Wichtige Stakeholder-Gruppen“ dargestellt. Die wichtigs-
ten Stakeholder der Lenzing Gruppe sind die Personen und Unter-
nehmen, die von den Aktivitäten, dem unternehmerischen Handeln
und den strategischen Zielen der Gruppe betroffen sein können
oder die in der Lage sind, zur Erreichung dieser Ziele beizutragen.
Lenzing betrachtet solche Stakeholder als strategische Partner, die
ein erhebliches Interesse an und großen Einfluss auf die Bereiche
haben, die Lenzing besonders am Herzen liegen. Eine ganz beson-
dere Stakeholder-Gruppe sind Lenzings Mitarbeiter:innen. Ihre
Leistungen, zusammen mit Transparenz und Zusammenarbeit, sind
ein klares Zeugnis für die glaubwürdige Nachhaltigkeitsleistung der
Lenzing Gruppe.
Weitere Informationen zu unseren wichtigsten Stakeholdern finden
Sie im Fokuspapier „Einbeziehung von Stakeholdern“.
[SBM-2 45b]
Informationen darüber, wie die Ergebnisse des Stakeholder-Dia-
logs in der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt werden, finden
Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“ in diesem Ka-
pitel.
Stakeholder Interessen
Stakeholder Interessiert in
Investoren KapitalrenditeResilienzChancenRisiken
Hochschulen, Medien Negative(undpositive)UmweltauswirkungenbewährtePraktiken
NGOs/NPOs/Multistakeholder-Initiativen/Wirtschaftsverbände Negative(undpositive)UmweltauswirkungenbewährteVerfahrenFachwissenKenntnisse
Lieferanten StabilesGeschäftkeinRisikoeinesReputationsverlustesbeiderZusammenarbeitmituns
Direkte Kunden (z. B. Spinner),
indirekte Kunden (Marken, Einzelhändler)
ErreichenihrerZiele/VerpflichtungenihreScope--EmissionenZertifizierungenAudits
LebenszyklusanalysenundProduktfußabdruckRückverfolgbarkeitkeineRisikeninder
WertschöpfungsketteInnovationsmöglichkeiten
Arbeitskräfte des Unternehmens SichereArbeitsplätzeGesundheitundSicherheitAusbildungundKompetenzentwicklung
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette ArbeitsbedingungenMaßnahmengegenGewaltundBelästigungamArbeitsplatz
DiversitätKinder-undZwangsarbeitangemessenerWohnraumWasserundsanitäre
EinrichtungenPrivatsphäre
Lokale Gemeinschaften LärmundGeruch
Endverbraucher Produktsicherheit
Management von Stakeholdern
49 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wichtige Stakeholder-Gruppen
Lenzing
Gruppe
A
n
l
eger
:
innen
Branchenverbände
Mitbewerber
Direktkunden & Partne
r
i
n der Wertschöpfungs
kette
Gemeinnützige
Org
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sat
ionen
& NGOs
Lokale Bevölkerung
M
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Medien
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Mulit-Stakeholder-Initiativen
Ratingagentur
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Regi
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Aufsi
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s
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a
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Verbraucher:innen
Wissen
schaf
t
Verbraucherschutz
Zer
tifizierungsgremi
e
n
Zuliefere
r
&
Dienstleister
[SBM-2 45d]
Der Aufsichtsrat und der Vorstand werden teilweise über die An-
sichten und Interessen der betroffenen Stakeholder in Bezug auf
nachhaltigkeitsbezogene wesentliche Auswirkungen informiert.
Die Ansichten der eigenen Belegschaft werden über den Betriebs-
rat und das Ergebnis des Lenzing Climate Survey kommuniziert.
Die Meinungen von Konsument:innen und Endnutzer:innen wer-
den indirekt über Lenzings Kunden eingeholt und von Lenzings
Vertriebsteams weitergegeben. Die Ansichten und Interessen der
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (z. B. Lieferanten) wer-
den der Konzernleitung nicht aktiv mitgeteilt.
Arbeitskräfte des Unternehmens
[S1 ESRS 2 SBM-2]
Die Interessen, Ansichten und Rechte der Arbeitskräfte von
Lenzing, einschließlich des Schutzes ihrer Menschenrechte, beein-
flussen die Strategie und das Geschäftsmodell des Unternehmens.
In Übereinstimmung mit ihrer Unternehmenskultur räumt die
Lenzing Gruppe den Menschen als strategischem Schwerpunkt
oberste Priorität ein, da sie ein integraler Bestandteil ihres ganz-
heitlichen Nachhaltigkeitsansatzes sind.
Die Unternehmenskultur beruht auf langfristigen Partnerschaften,
einer engen Zusammenarbeit, gegenseitigem Respekt sowie ei-
nem stetigen Austausch in offener und transparenter Atmosphäre.
Die Interessen der Mitarbeiter:innen werden über etablierte Kanäle
vertreten, einschließlich der direkten Einbindung der Führungs-
kräfte und des Dialogs mit Arbeitnehmervertreter:innen. Diese
Maßnahmen ermöglichen es der Belegschaft, regelmäßig ihre An-
sichten einzubringen, und gewährleisten seitens der Belegschaft
ein gutes Verständnis der Unternehmensstrategie, der Ziele, der
Leistung, der Marktbedingungen, der finanziellen Situation und der
Policies, sowie aller Fragen im Zusammenhang mit den Beschäfti-
gungsbedingungen und -leistungen. Einzelheiten zu Formaten und
Austausch finden Sie im Abschnitt „Kommunikation“ im Kapitel „S1
Arbeitskräfte des Unternehmens“.
Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit,
Sicherheit und Wohlbefinden spiegeln sich in den internen Policies
von Lenzing wider und bilden die Leitprinzipien dafür, wie wir un-
sere Mitarbeiter:innen beschäftigen, führen und fördern. Die Ein-
haltung dieser Standards wird durch Schulungen, Rechenschafts-
pflicht der Führungskräfte und Monitoring-Maßnahmen unter-
stützt.
Um die derzeitige Marktvolatilität zu bewältigen und sich auf künf-
tige Herausforderungen vorzubereiten, hat Lenzing im Jahr 2024
ihren People Plan eingeführt. Dieser strategische Rahmen beinhal-
tet die vier Kernbereiche: organisatorische Performance, Diversität
und Kultur, Führungskräfteentwicklung und Talentmanagement.
Arbeitskräfte in der
Wertschöpfungskette
[S2 ESRS 2 SBM-2]
Die Lenzing Gruppe setzt sich für die weltweit anerkannten Men-
schenrechte und Rahmenbedingungen für Arbeitsnormen ein und
toleriert keine Form von Menschenrechtsverletzungen. Das Enga-
gement erstreckt sich auf die Wahrung der Rechte aller Arbeits-
kräfte in ihrem Einflussbereich im Einklang mit der Allgemeinen Er-
klärung der Menschenrechte, dem UN Global Compact (UNGC),
den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der Er-
klärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grund-
legende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit.
In Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette stützt
sich Lenzing hauptsächlich auf glaubwürdige externe Quellen, z.B.
Nichtregierungsorganisationen (NGOs), gemeinnützige Organisa-
tionen (NPOs), Gewerkschaften, Risikodatenbanken und Regie-
rungsberichte, sowie auf ihre interne Fachkompetenz, um Auswir-
kungen zu erkennen und zu bewerten. Lenzings Einflussbereich
deckt momentan hauptsächlich ihre direkten Lieferanten und in
geringerem Umfang auch ihre nachgelagerten Geschäftspartner in
Bezug auf den Vertrieb, den Transport und die Lagerung der
Lenzing Produkte ab. Lenzings Einfluss beschränkt sich gegenwär-
tig darauf, die Arbeitsbedingungen durch Audits zu überprüfen und
sich auf externe Ratings und Standards zu stützen, z.B. das EcoVa-
dis-Rating. In Anbetracht der potenziellen negativen Auswirkungen
der Beschaffung auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
verfolgt Lenzing eine nachhaltige Beschaffungsstrategie.
50 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-3 48a, 48c, 48h]
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen von Lenzing (IROs). Kurzfristig bezieht sich auf ein Jahr (das Berichtsjahr), mittelfristig auf zwei bis fünf Jahre und
langfristig auf mehr als fünf Jahre. Jedes thematische Kapitel beginnt mit einer Tabelle, die die identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen mit den entsprechenden Policies, Zielen, Maßnahmen
und Kennzahlen verknüpft.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Auswirkungen/
Risiken/
Chancen
Tatsächlich/
potenziell
Eigene Tätigkeiten/
Wertschöpfungskette
(VC):
vor-/nachgelagert
Zeitrahmen:
kurz-, mittel-,
langfristig
Kurzbeschreibung IRO Beschreibung
E1 Klimawandel
Anpassungen an den Klimawandel
Risiko EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Mittel-bislangfristig RisikofürdieGeschäftstätigkeitunddie
LieferkettevonLenzingaufgrundder
zunehmendenchronischenphysischen
Klimagefahrengemäßder
Klimarisikobewertung
KlimamodellezeigendasssteigendeglobaleDurchschnittstemperaturenzu
einerZunahmechronischerphysischerKlimagefahrenführenwerdenDer
BetriebunddieLieferkettevonLenzingkönntenzunehmendvonextremen
WetterereignissenWasserknappheitundanderenphysikalischenGefahren
unterschiedlichenAusmaßesbetroffenseinAlleidentifiziertenRisikenwerden
vonLenzingdurcheineumfassendeDiversifizierungderLieferantenundein
ganzheitlichesBestands-undRessourcenmanagementgehandhabt
Risiko Vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Langfristig RisikoderHolzknappheitdurchnicht
widerstandsfähigeWälderundAuswirkungen
dersteigendenglobalen
Durchschnittstemperatur
DaHolzeinerderwichtigstenRohstoffefürLenzingistkanndasRisikoder
NichtverfügbarkeitvonHolzaufgrundvonWaldschäden(Krankheiten
Schädlingeusw)alsdirekteFolgehöhererDurchschnittstemperaturendas
Kerngeschäftbeeinträchtigen
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikosteigenderHolzpreiseaufgrunddes
KlimawandelsundderKonkurrenzdurch
Biomasse
HolzistdiewichtigstenatürlicheRessourcefürdieLenzingGruppedaesfür
dieHerstellungvonregeneriertenCellulosefasernbenötigtwirdTrotzder
nachhaltigenBeschaffungspolitikvonLenzingundderrückwärtsintegrierten
ProduktionbestehtdieGefahrdassdieHolzpreiseaufgrunddesKlimawandels
unddeszunehmendenWettbewerbsumBiomasseundLandnutzungsteigen
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
51 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Klimaschutz
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikosteigenderKostenvon
Treibhausgasemissionendurchneue
VorschriftenzurBepreisungvonKohlenstoff
inemissionsarmenSzenarien
DiezunehmendeRegulierunginsbesondereinBezugaufUmweltsteuernund
KohlenstoffbepreisungstellteinrelevantesRisikofürLenzingdarInden
LändernindenenLenzingkohlenstoffintensiveProzessedurchführtwurden
bereitsVorschriftenfürTreibhausgasemissioneneingeführt(wiezumBeispiel
VerbesserungderEnergieeffizienzundregulierteEmissionszertifikate)und
strengereVorschriftendiedieKostenfürTreibhausgasemissionenerhöhen
könntensindinVorbereitungLenzingführtstrenge
EnergieeffizienzmaßnahmeneinumihrpotenziellesRisikoeinergrünen
Besteuerungzuverringern
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChancendurchProduktinnovationenmit
geringerCO
-EmissionundFührungsrollebei
derDekarbonisierung
DieLenzingGruppebetrachtetdierascheDekarbonisierungalseinewichtige
GeschäftschanceumihreBetriebsabläuferisikofreizugestalten
WiderstandsfähigkeitaufzubauenProduktemitgeringerenAuswirkungenauf
dasKlimaaufdenMarktzubringenundEnergieeffizienzsteigerungenzu
erzielenLenzingwirdseineTreibhausgasemissionenindenkommendenJahren
durcheineReihevonMaßnahmenimRahmenseinerDekarbonisierungsstrategie
undseinerSBTserheblichreduzierenDarüberhinausstrebtLenzingbis
eineNetto-Null-BilanzbeidenTreibhausgasemissionenan
Energie
Negative Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Langfristig NegativeAuswirkungenaufdenglobalen
KlimawandeldurchdieErzeugungvon
TreibhausgasemissionendurchdieNutzung
nichterneuerbarerEnergiequellen
DurchdieNutzungnichterneuerbarerEnergiequellenoderineffizienter
EnergieumwandlungstechnologienerzeugtLenzingTreibhausgasemissionendie
zumglobalenKlimawandelbeitragen
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikodassdieEnergiewendenichtim
Einklangmitdenwissenschaftlichfundierten
ZielenderLenzingGruppeerreichtwird
RisikodassdieEnergiewendenichtimEinklangmitdenwissenschaftlich
fundiertenZielenderLenzingGruppeerreichtwird
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikoeinesReputationsschadenswenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugauf
Energiequellennichterfülltwerdenundder
CO
-Fußabdrucknichtverringertwird
DerRufvonLenzingkönnteSchadennehmenwenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugaufEnergiequellennichterfülltwerden
LenzingverfügtüberenergieintensiveProzessediezuTreibhausgasemissionen
führenundsiehtsicheinemzunehmendenDruckdurchKundenundEU-
RichtlinienausgesetztihrenCO
-FußabdruckzuverbessernwaseinRisikofür
LenzingdarstelltwenndieErwartungennichterfülltwerden
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikosteigenderRohstoffkosten(z BHolz
ZellstoffundChemikalien)aufgrundvon
Energiepreisen
DieRohstoffpreise(z BHolzZellstoffundChemikalien)könntenaufgrund
derVerfügbarkeitvonEnergieundderPreisvolatilitätinfolgedesKlimawandels
steigenZumBeispieleinAnstiegdesHolzpreisesaufgrunddersteigenden
NachfragenacherneuerbarenEnergiequellenNullabholzungstendenzen
und/oderhäufigerauftretendeSchädlingeundKrankheiten(z B
Schädlingsbefall)aufgrundveränderterWettermusteralsFolgedes
Klimawandels
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoderNeueinstufungvonBiomasseals
nichterneuerbarinderRichtlinieüber
erneuerbareEnergien(REDII/III)
MitderRichtlinieübererneuerbareEnergien(REDII/III)könnteBiomasseneu
eingestuftwerdenundnichtmehralserneuerbargelten
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig PotenziellesfinanziellesRisikofürdie
GeschäftstätigkeitvonLenzingunderhöhte
Kostenaufgrundvonunvorhergesehenen
EnergieengpässenundStromausfällen
UnvorhergeseheneEnergieengpässekönntendieGeschäftstätigkeitvonLenzing
beeinträchtigenwaseinfinanziellesRisikodarstellenkann
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig MöglichkeitdieEnergiekostendurchdie
UmsetzungvonKonzeptendieauf
erneuerbarenEnergienbasierenlangfristig
zusenken
LenzingsiehteineChancesichdurchdieproaktiveBewältigungökologischer
HerausforderungengünstigzupositionierenDarüberhinauskönnendie
EnergiekostendurchdenEinsatzerneuerbarerEnergiequellenundneuer
TechnologienlangfristiggesenktwerdenwaszueinemMarktvorteilführen
kannwenndieUmstellungrascherfolgt
52 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E2 Umweltverschmutzung
Luftverschmutzung
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
LuftverschmutzungundEmissionenmit
potenziellnegativenFolgenfürdie
menschlicheGesundheitunddieUmwelt
LenzingträgtzurLuftverschmutzungbeiundkönntedieGesundheitunddie
UmweltnegativbeeinflussenUmUmweltverschmutzungzuvermeiden
überwachtundkontrolliertLenzingaktivdieUmweltauswirkungenihrer
Tätigkeiten
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikoregulatorischerÄnderungenund
darausresultierenderGeschäftsverluste
LenzingkanndieBetriebsgenehmigung(LTO)aufgrundvonÄnderungender
Vorschriftenverlierenz BwenndiestrengerenEmissionswertederEUBAT
nichteingehaltenwerdenDieskönntezumVerlustdesEU-Umweltzeichens
undzurNichterfüllungderKundenanforderungenführen
Chance EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig ChancefürLenzingdurchsteigende
NachfragenachemissionsarmenProdukten
undInnovationen
FührungsrollebeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringen
ökologischenundsozialenAuswirkungen
Wasserverschmutzung
Negative Auswirkung Potenziell Nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig PotenziellenegativeAuswirkungenvon
LenzingsnachgelagerterWertschöpfungskette
aufWasserverschmutzung
DieTextilproduktionistschätzungsweisefüretwa Prozentderweltweiten
VerschmutzungvonsauberemWasserdurchFärbe-undVeredelungsprodukte
verantwortlich
a
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
WasserverschmutzungundEmissionenmit
potenziellnegativenFolgenfürdie
menschlicheGesundheitunddieUmwelt
LenzingleitetindereigenenProduktionWasserabundkanndaherpotenziell
GewässerbeeinträchtigenImFalleeinerunwahrscheinlichenLeckagewären
dieFolgenfürdieÖkosystemefatalLenzingverpflichtetsichdirekteund
indirekteWechselwirkungenmitWasserressourcenumfassendzuüberwachen
zukontrollierenundzumelden
Chance EigeneTätigkeiten&
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bismittelfristig ChancefürLenzingdurchsteigende
NachfragenachemissionsarmenProdukten
undInnovationen
FührungbeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringen
ökologischenundsozialenAuswirkungendurchemissionsarmeProdukteZum
BeispielspinngefärbteLenzing-Fasern
Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe (SOCs & SVHCs)
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
Wertschöpfungskette
Mittelfristig Potenzialfürschwerwiegendenegative
AuswirkungenaufGesundheitundUmwelt
beiUnfällenoderLeckagenim
ZusammenhangmitSoCsundSVHCs
MöglicheschwerwiegendenegativeAuswirkungenaufdieGesundheitunddie
UmweltimFallevonUnfällenoderLeckagenBesorgniserregendeStoffe
werdeninLenzingseigenerProduktionundinderIndustrieweiterhin
verwendetDieFasernvonLenzingwerdendurchZertifizierungenund
TestverfahrenaufRückständekontrolliert
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChancedurchdieEntwicklungund
UmsetzungvonBranchen-Benchmarks
Geschäftezusichern
SicherungdesGeschäftsdurchErfüllungderAnforderungenderStakeholder
unddarüberhinausEntwicklungvonBranchen-BenchmarksundBeitragzu
Multi-Stakeholder-InitiativenwieZeroDischargeofHazardousChemicals
(ZDHC)
E3 Wasser- und Meeresressourcen
Wasserentnahme und Wasserverbrauch
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bismittelfristig NegativeAuswirkungenauf
Wasserressourcenaufgrundvon
WasserentnahmedurchLenzingundder
Wertschöpfungskette
SowohldieZellstoff-undFaserproduktionalsauchdieTextilherstellungkönnen
wasserintensivseinDieWasserentnahmevonLenzingundPartnerninder
nachgelagertenWertschöpfungskettekannzurzunehmendenWasserknappheit
beitragen
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChanceGeschäftezusichernindemden
PartnerninderWertschöpfungskettedurch
ProduktemitverbessertemWasser-
FußabdruckdabeigeholfenwirdihreZiele
zuerreichen
DieFaserproduktevonLenzingwerdenmiteinemgeringerenWasserverbrauch
hergestelltalsherkömmlicheregenerierteCellulosefasernDieskannden
PartnerninderWertschöpfungskettedabeihelfenihreWassereinsparungsziele
zuerreichenunddasGeschäftvonLenzingzusichernDieseStrategiefördert
BemühungenzurReduzierungdesGesamtwasserverbrauchsentlangder
gesamtenLieferkette
53 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Landnutzungsänderungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Risiko EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig RisikovonHolzknappheitundhohen
HolzpreiseninfolgedesBiodiversitätverlusts
HolzknappheitaufgrundnichtresilienterWälderkannzuGeschäftseinbußen
führendaHolzmöglicherweisenichtodernurzueinemhohenPreis
verfügbarist
DabiodiverseÖkosystemewiderstandsfähigergegenäußereEinflüssesind
stelltderVerlustderBiodiversitäteingroßesRisikofürLenzingdar
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Ressourcenzufluss, einschließlich Ressourcennutzung
Negative Auswirkung Potenziell Vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurzfristig PotenziellenegativeAuswirkungenaufdie
KreislaufwirtschaftdurchdieBeschaffung
konventionellerChemikalien
DieBeschaffungvonChemikaliendieaufherkömmlicheWeisehergestellt
werdenbasiertaufderVerwendungvonPrimärressourcenundfördertnicht
dieKreislaufwirtschaft
Positive Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig PositiveAuswirkungaufdie
RessourcennutzungdurchdieEinführungvon
KreislaufwirtschaftspraktikenbeiLenzing
einschließlichderVerwendungdes
nachwachsendenRohstoffsHolz
LenzingträgtzuzirkulärenWertschöpfungskettenbeiindemesFasernaus
recyceltenInhaltsstoffenundnachwachsendenRohstoffenherstelltundsodie
AbhängigkeitvonneuenRohstoffenverringertunddieLebenszyklusemissionen
senktDiesePraktikenunterstützenumfassendereUmweltzieleindemsieden
RessourcenverbrauchminimierendieWiederverwendungfördernundAbfallin
dergesamtenTextillieferkettereduzieren
Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChanceGeschäftezusichernindem
PartnerinderWertschöpfungskettedabei
unterstütztwerdenihreZieleinBezugauf
KreislaufwirtschaftundRecyclingzu
erreichen
DieFührungspositionvonLenzingimBereichderzirkulärenFaserinnovation
versetztdasUnternehmenindieLagediewachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichenressourceneffizientenundbiologischabbaubarenMaterialien
zubedienenDurchdieVerwendungvonrecyceltenInhaltsstoffen
nachwachsendemHolzundgeschlossenenProduktionsprozessenunterstützt
LenzingseinenachgelagertenPartnerbeiderErreichungihrer
Nachhaltigkeitszieleundpasstsichgleichzeitigneuenregulatorischen
RahmenbedingungenwiederEU-TextilstrategieanDiesestrategische
PositionierungstärktdieKundenbindungeröffnetneueMarktsegmenteund
festigtdieRollevonLenzingalsVorreiterinSachenNachhaltigkeitinder
Textilbranche
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
TreibhausgasemissionenunddenCO
-
Fußabdruckdurchenergieintensive
Recyclingprozesse
Recyclingprozessesindenergieintensivwaspotenziellzuhöheren
TreibhausgasemissionenundeinemgrößerenCO
-FußabdruckderProdukteim
VergleichzurVerwendungneuerMaterialienführtObdieAuswirkungen
negativsindhängtvonderVerfügbarkeitkünftigerTechnologiensowievom
UmfangdesRecyclingsundderRückgewinnungvonChemikalienab
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Arbeitsbedingungen - Sichere Arbeitsplätze
Risiko und Chance EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoundChancefürdieAufrechterhaltung
derAttraktivitätalsArbeitgeberdurch
transparenteKommunikation
AufrechterhaltungderArbeitgeberattraktivitätwährendPersonalabbauund
wirtschaftlichenHerausforderungenmitSchwerpunktauftransparenter
Kommunikation
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChancesichAufträgezusichernindem
manalsbevorzugterLieferantfürKunden
gelistetwird
LenzingsiehteinenwachsendenBedarfanSozialzertifikatenseitensseiner
KundenDurchdieZertifizierungsichertsichLenzingAufträgeindemesals
bevorzugterLieferantgelistetwird
54 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Arbeitsbedingungen - Work-Life-Balance
Positive Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Kurzfristig PositiveAuswirkungenaufdasWohlbefinden
derBelegschaftdurchvorteilhafte
Arbeitsmodelle
DieEinführungflexiblerArbeitszeitmodelleumfassenderUrlaubsoptionenund
SozialleistungenförderteinegesündereWork-Life-BalancederBelegschaft
DieseMaßnahmensollenStressreduzierendieArbeitszufriedenheitsteigern
unddenMitarbeitendenermöglichenihreprivatenundberuflichen
Verpflichtungenbesserzuvereinbarenwaszuihremallgemeinen
WohlbefindenundihrerBindungandasUnternehmenbeiträgt
Arbeitsbedingungen - Gesundheit und Sicherheit
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Mittelfristig MöglichenegativeAuswirkungenaufdie
GesundheitunddasWohlbefindender
BelegschaftvonLenzingimFallevon
Unfällen
UnzureichendeSicherheitsvorkehrungenkönnensichaufdieGesundheitund
dasWohlbefindenderMitarbeitendenindenbetriebenenAnlagenauswirken
unddiesepotenziellgefährden
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoeinesschlechtenArbeitsklimasdas
zurPersonalfluktuationführtoderdie
ProduktivitätderMitarbeiterinnenverringert
EinschlechtesArbeitsklimakannzurPersonalfluktuationführenoderdie
Produktivitätverringern(AufgrundderpsychischenGesundheit)
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Negative Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Mittelfristig NegativeAuswirkungenaufdie
GleichstellungderGeschlechterundgleicher
LohnfürgleicheArbeit
LenzingstehtimBereichgleicherLohnfürgleicheArbeitaufgrundkultureller
FaktorenundunbewussterVorurteilevorHerausforderungenLenzingistsich
derBedeutungderGleichstellungderGeschlechterundgleicherLohnfür
gleicheArbeitbewusstundsetztsichfüreinekontinuierlicheVerbesserungin
diesemBereichein
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Ausbildung und Kompetenzentwicklung
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikoeinesProduktivitätsrückgangsdurch
unzureichendeQualitätbeider
Nachfolgeplanung
EineunzureichendeQualitätbeiderNachfolgeplanungkannzueinem
RückgangderProduktivitätführen
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Diversität
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Kurzfristig NegativepsychologischeAuswirkungenauf
dieMitarbeiterinnenwennDiversitätnicht
gefördertwird
EinefehlendeFörderungderDiversitätkannzuGefühlenderAusgrenzung
IsolationundDiskriminierungführenundpsychologischeFolgenfür
Arbeitnehmerinnenhaben
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChancezurFörderungvonInnovationund
LeistungdurchDiversität
VielfaltfördertInnovationundLeistungDiverseundinklusiveArbeitsplätze
werdenmiteinerbesserenMitarbeiterbindungInnovationund
WettbewerbsfähigkeitinZusammanhanggebracht
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Sonstige arbeitsbezogene Rechte - Kinderarbeit
Negative Auswirkung Potenziell Wertschöpfungskette Kurzfristig NegativeAuswirkungenaufKinderinder
WertschöpfungskettederTextilindustrieda
KinderarbeitinderTextilherstellungweit
verbreitetist
KinderarbeitistnachwievoreingroßesProbleminderTextilindustriewo
KinderihrerRechteberaubtwerdenGesundheits-undSicherheitsrisiken
ausgesetztsindihnenderZugangzuBildungverwehrtwirdundsieineinem
KreislaufausArmutundUngleichbehandlunggefangensindAngesichtsder
weitenVerbreitungvonKinderarbeitinderTextilherstellungbestehtdie
MöglichkeitdasssieauchinderWertschöpfungskettevonLenzing
vorkommt
Sonstige arbeitsbezogene Rechte - Zwangsarbeit
Negative Auswirkung Potenziell Wertschöpfungskette Kurzfristig NegativeAuswirkungenaufZwangsarbeiter
inderWertschöpfungsketteder
TextilindustriedaZwangsarbeitinder
Textilherstellungverbreitetist
ZwangsarbeitistnachwievoreinhartnäckigesProbleminderTextilindustrie
beidemdiegrundlegendenRechteundFreiheitenderMenschenverletzt
werdenwasoftzuphysischenundpsychischenSchädenführtundden
KreislaufvonArmutundUngleichheitaufrechterhältDaZwangsarbeitinder
TextilherstellungweitverbreitetistbestehteinpotenziellesRisikodasssie
auchinderWertschöpfungskettevonLenzingvorkommt
55 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
G1 Unternehmensführung
Unternehmenskultur
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikovonGerichtsverfahrenGeld-und
ReputationsverlustenbeiNichteinhaltung
DieNichteinhaltungwiedieNichteinhaltungvonGesundheits-und
SicherheitsstandardskannzuGerichtsverfahrenfinanziellenVerlustenund
Rufschädigungführen
Schutz von Hinweisgebern:innen (Whistleblowers)
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Mittelfristig MöglichenegativeAuswirkungenauf
BestrebungendesGeschäftsgebarensin
BezugaufHinweisgeberwenneskeine
laufendenBemühungenSchulungen
ReaktionenundklarenVerfahrengibt
DasFehlenkontinuierlicherBemühungenSchulungenReaktionenundklaren
VerfahrenkannzurBeendigungdesArbeitsverhältnissesundzu
VergeltungsmaßnahmengegendenHinweisgeberführenwasletztlichdie
gesamtenBemühungenumGeschäftsgebarenunddiegesamteCompliance-
Aktivitätuntergräbt
Korruption und Bestechung - Vorkommnisse
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurzfristig AuchwenneinCompliance-Programm
bestehtkanneszuZwischenfällen
kommenwennPersonensichnicht
regelkonformverhalten
AuchwenneinCompliance-ProgrammbestehtkanneszuZwischenfällen
kommenwennPersonensichnichtregelkonformverhalten
Verwaltung der Beziehungen zu den Lieferanten, einschließlich der Zahlungsmodalitäten
Risiko EigeneTätigkeiten Mittelfristig RisikoderNichteinhaltungderEuropäischen
Lieferkettenrichtlinie(CSDDD)wenndie
internenProzessenichtumgesetztwerden
EsbestehtdasRisikoderNichteinhaltungderEuropäischenLieferkettenrichtlinie
(CSDDD)wenndieinternenProzessenichtumgesetztwerden
a) https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20201208STO93327/fast-fashion-eu-laws-for-sustainable-textile-consumption
56 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Einbindung der Nachhaltigkeit zum
Zweck der Resilienz
[SBM-3 48b, 48f]
Lenzing beweist strategische und operative Widerstandsfähigkeit,
gestützt durch szenariobasierte Risikobewertungen, die Umset-
zung von Nachhaltigkeitszielen, nachhaltige Beschaffung und in-
novationsgetriebene Chancen. Die Widerstandsfähigkeit hängt je-
doch in hohem Maße von der kontinuierlichen Umsetzung von
Klima- und Biodiversitätsstrategien, regulatorischen Entwicklun-
gen, dem Zugang zu erneuerbaren Energien und der Zusammen-
arbeit mit wichtigen Partnern in der Wertschöpfungskette ab.
Die Nachhaltigkeitsstrategie von Lenzing und Lenzings Unterneh-
mensstrategie spiegeln die wesentlichen Auswirkungen, Risiken
und Chancen wider, die durch die strategischen Einflussfaktoren,
Grundsätze und Kernbereiche der Nachhaltigkeit ermittelt wurden,
und geht diese an (siehe Abschnitt „Nachhaltigkeitsstrategie“ in
diesem Kapitel zu den strategischen Grundprinzipien). Die Ent-
wicklung der Net Benefit-Produkte von Lenzing basiert auf diesen
Strategien und orientiert sich an den ermittelten Auswirkungen, Ri-
siken und Chancen. Weitere Informationen zu Net Benefit-Produk-
ten finden Sie im Abschnitt „Ressourcenabflüsse“ im Kapitel „E5
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
Der Wandel hin zu einer nachhaltigeren und klimaverträglicheren
Wirtschaft bietet Marktchancen durch neue Technologien und In-
novationen mit geringen Umweltauswirkungen. Durch das Ange-
bot von Produkten, die einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit
leisten, kann Lenzing neue Geschäftschancen erschließen. Struk-
turelle Hindernisse bleiben jedoch gleichzeitig bestehen. Dazu
zählen die begrenzte Zugänglichkeit von netzbasiertem Strom aus
erneuerbaren Quellen, die Kostenunterschiede zwischen erneuer-
baren Brennstoffen (grüner Wasserstoff, Ammoniak) und fossilen
Alternativen, das Fehlen gleicher Wettbewerbsbedingungen für
Produkte mit geringem CO
2
-Fußabdruck und die Bereitschaft von
Geschäftspartnern, Kosten und Risiken von Innovationen zu teilen.
Viele der ermittelten nachteiligen Auswirkungen betreffen die Tex-
tilindustrie und die Forstwirtschaft, z.B. Treibhausgasemissionen,
Umweltverschmutzung, Wasser, Biodiversität und Ressourcennut-
zung. Lenzing begegnet diesen Auswirkungen mit verantwor-
tungsbewussten Geschäftspraktiken, einschließlich nachhaltiger
Beschaffung, Ressourceneffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien
und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Positive Auswirkungen kön-
nen durch die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern von Lenzing,
z. B. den Lieferanten, durch das Angebot von Net Benefit-Produk-
ten für die Kunden und durch die Förderung von Diversität und In-
tegration in der Belegschaft beschleunigt werden.
Die Strategie und das Geschäftsmodell von Lenzing wurden auf
der Grundlage mehrerer Szenarioanalysen auf ihre Klimabestän-
digkeit überprüft. Außerdem wurde eine naturbezogene Resilienz-
bewertung durchgeführt, die zur Entwicklung eines Biodiversitäts-
konzepts führte. Diese Analysen zeigten wichtige Trends auf, z.B.
neue Regelungen zur Kohlenstoffbepreisung oder die steigende
Nachfrage nach emissionsarmen Produkten. Weitere Details zu
Methoden sowie Zeithorizonte finden Sie in den Abschnitten „Kli-
mabezogene Risikobewertung“ und „Naturbezogene Risikobewer-
tung“ in diesem Kapitel. Informationen über wesentliche Auswir-
kungen, Risiken und Chancen und deren Wechselwirkung mit der
Strategie und dem Geschäftsmodell finden Sie in den entspre-
chenden SBM-3-Abschnitten der thematischen Standards.
Aktuelle finanzielle Auswirkungen
[SBM-3 48d]
Die aktuellen finanziellen Auswirkungen der wesentlichen Risiken
und Chancen von Lenzing betreffen vor allem die Umsätze mit
Spezialprodukten (Net Benefit-Produkten), die Investitionstätigkeit
der Gruppe zur Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele in
Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie, die Werthaltig-
keitstests von Vermögenswerten und die Bewertung biologischer
Vermögenswerte. Die Lenzing Gruppe hat in den letzten Jahren
mehrere langfristige Bezugsverträge für Strom aus erneuerbaren
Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen
und sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Zu den in diesem Zusammenhang wichtigsten Investitionen (Inves-
titionstätigkeiten) zählen:
x Erdgaspipeline, Gaskessel und Turbine am Standort Nanjing
(China), als Ersatz für kohlebasierten Dampf, in Betrieb seit
2025
x Austausch von Gaskesseln an Lenzings Standort in Mobile
(USA) im Jahr 2025 durch effizientere Modelle
x Die Kläranlagen in Grimsby (Großbritannien) wurde 2025
vollständig in Betrieb genommen. Die Kläranlagen in Mobile
(USA) und Purwakarta (Indonesien) wurden 2024 fertigge-
stellt und entwickeln sich gut
x Eine Reinigungsanlage für Extraktionsmittel wurde 2025 in
Lenzing (Österreich) fertiggestellt
x Effizienz- und Verbesserungsmaßnahmen
Die CapEx der Projekte finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ der
Kapitel „E1 Klimawandel“ und „E2 Umweltverschmutzung“. Weitere
Einzelheiten zu den aktuellen finanziellen Auswirkungen finden
sich in Note 1 des „Anhangs“ des Konzernabschlusses sowie in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Bilanz und
der Konzern-Kapitalflussrechnung im Jahresabschluss.
Änderungen gegenüber dem
vorangegangenen Berichtszeitraum
[SBM-3 48g]
Aufgrund der Revision der doppelten Wesentlichkeitsanalyse von
Lenzing im Jahr 2025 kam es zu Änderungen bei den Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs)
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der wesentlichen
IROs ist deutlich geringer. Obwohl sie nicht mehr als wesentlich
angesehen werden, sind die betroffenen IROs weiterhin relevant
und werden regelmäßig überwacht. In der nachstehenden Tabelle
sind die IROs aufgeführt, die entfernt oder mit anderen IROs zu-
sammengelegt wurden. Die Änderungen wurden aus verschiede-
nen Gründen vorgenommen, u. a. aufgrund fehlender Geschäfts-
beziehungen, Überschneidungen mit bestehenden Themen und
aktualisierten Wesentlichkeitsregeln. Eine ausführliche Erläuterung
57 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
des Revisionsprozesses und der zugrundeliegenden Überlegungen
finden Sie im Abschnitt „Revision der Wesentlichkeit“ in diesem
Kapitel.
Entfernte Auswirkungen, Risiken und Chancen
Auswirkungen/
Risiken/Chancen
Langbeschreibung Grund für die Überarbeitung
E1 Klimawandel
Klimaschutz
Positive Auswirkung KohlenstoffspeicherwieWäldernehmenmehrKohlendioxidaufalssie
abgebenundtragensozurEindämmungdesKlimawandelsbeiDie
nachhaltigeBewirtschaftungderWälderunddamitdieErhaltunggesunder
KohlenstoffspeicheristwichtigLenzingträgtdazubeiindemesHolzund
ZellstoffauszertifiziertenoderkontrolliertenQuellenbeziehtdiesichpositiv
aufdieKohlenstoffspeicherauswirken
Wesentlichkeitsprinzip
Positive Auswirkung DieVersorgungderKundenindernachgelagertenWertschöpfungskettemit
FaserproduktenmitgeringemCO
-FußabdruckträgtdirektzurReduzierungihrer
Scope--EmissionenundzurErreichungihrerKlimazielebei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Energie
Positive Auswirkung FörderungdesÜbergangszueinerfossilfreienProduktiondurcheinzirkuläres
GeschäftsmodellundInnovationDiesführtzuniedrigeren
TreibhausgasemissioneninderZukunftwassichpositivaufdie
GesamtemissionenvonLenzingauswirkt
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Positive Auswirkung DieBewertungvonLieferantenundderenEngagementumdieNutzung
erneuerbarerEnergiequellenzuerhöhenkannzueinerVerringerungder
TreibhausgasemissionenentlangLenzingsWertschöpfungsketteführen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
E2 Umweltverschmutzung
Mikroplastik
Positive Auswirkung MikroplastiksindKunststoffpartikeldiekleineralsmmsindunddurch
Abriebz BbeimWaschenausKunststofffasernfreigesetztwerdenkönnen
AufdasWaschenentfallen desprimärenMikroplastiksdasindieUmwelt
gelangtDieBesorgnisüberdieGefährdungvonMenschundUmweltdurch
MikroplastikwächstDieFasernvonLenzingsetzenkeinMikroplastikfreiund
könneneineAlternativezuKunststofffaserndarstellen
KeineGeschäftsbeziehungennachZuordnung
DieProduktevonLenzingverwendenoder
erzeugenkeinMikroplastik(Siehedazudie
ChanceimKapitel„ERessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft“)
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Risiko und Chance ZweiRisikenzählenfürLenzingzuallenUnterthemenderwesentlichen
biologischenVielfaltHolzknappheitundhoheHolzpreiseHolzknappheit
aufgrundnichtresilienterWälderkannzuGeschäftseinbußenführendaHolz
möglicherweisenichtodernurzueinemhohenPreisverfügbarist
DabiodiverseÖkosystemewiederstandsfähigergegenäußereEinflüssesind
stelltderVerlustderBiodiversitäteingroßesRisikofürLenzingdar
DerAspektdesKlimarisikosdiesesRisikoswird
bereitsdurchRisikenimKapitelE
KlimawandelabgedecktDieübrigen
UnterthemenbleibenimKapitelEBiologische
VielfaltundÖkosystemeweiterhinwesentlich
Klimawandel als Ursache für den Verlust der Biodiversität
Negative Auswirkung LenzingundseineWertschöpfungskettetragenmitihrenTreibhausgasemissionen
zumKlimawandelunddamitauchzumVerlustderBiodiversitätbeiLenzing
hatsichdasehrgeizigeZielgesetztbisNetto-Null-Emissionenzu
erreichen
BereitsdurchdiebestehendeEKlimawandel
IROabgedeckt
Positive Auswirkung NachhaltigbewirtschafteteWälderkönnenzumehrBiodiversitätbeitragen
LenzingbeziehtausschließlichHolzausnachhaltigbewirtschaftetenWäldernund
PlantagenAußerhalbihrerWertschöpfungskettebeteiligtsichLenzingauchan
AufforstungsprojektenumvonAbholzungbedrohteGebietezuschützen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Landnutzungsänderungen als Ursache für Biodiversitätsverlust
Negative Auswirkung LieferantenkönntenmöglicherweiseLandnutzungsänderungenvornehmen(z B
UmwandlungvonnatürlichemGrünlandinPlantagenodervonnatürlichemWald
inPlantagen)dieÖkosystemepotenziellzerstörenkönnen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Chance PositivePositionierungmitBestPracticebeiderHolzbeschaffungLenzing
beziehtnurHolzausnachhaltigbewirtschaftetenWäldernundPlantagen
AußerhalbihrerWertschöpfungskettebeteiligtsichLenzingauchan
AufforstungsprojektenzumSchutzvonGebietendievonAbholzungbedroht
sind
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Invasive nichtheimische Arten als Ursache für den Verlust der Biodiversität
Negative Auswirkung DieEinführunginvasivernichtheimischerArtenobzufälligoderbeabsichtigt
kannerheblicheAuswirkungenaufÖkosystemehabenDieskanndirekt
geschehenwenndieinvasiveArtmiteinheimischenArtenumRessourcen
konkurriertoderindirektwenndieinvasiveArtneueKrankheitserreger
überträgtLenzingverwendetinihrenbrasilianischenPlantagenkeineinvasiven
nichtheimischeArtendadiesePlantagenFSC
®
-zertifiziert(FSC-C)
sindundbeziehtkeinHolzvonPlantagendiediestunEsgibtstrenge
internationaleVorsichtsmaßnahmenfürdenTransportvonPflanzenmaterialdas
potenziellinvasiveArtentragenkönnteumsolcheEinschleppungenzu
verhindern
Wesentlichkeitsprinzip
58 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Auswirkungen auf den Zustand der Arten - Risiko des weltweiten Aussterbens von Arten
Negative Auswirkung GenerellprüftLenzingobArtendieweltweitvomAussterbenbedrohtsind
durchdasUnternehmennegativbeeinflusstwerdenz Bdurchdie
AuswirkungenvonUmweltverschmutzungandenProduktionsstandortenIn
BrasilienwirdderStatus(RisikodesAussterbens)vonArtenüberwachtEinige
ArtendieaufderRotenListestehenkommeninderNähederPlantagen
vorLenzingachtetsehrdaraufSchutzgebietefürdieseArtenzuverwalten
Wesentlichkeitsprinzip
Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Negative Auswirkung LenzingdieWirtschaftunddieGesellschaftsindinhohemMaßevon
ÖkosystemleistungenabhängigDieobenbeschriebenenAuswirkungenaufdie
BiodiversitätkönnenzueinemRückgangderÖkosystemleistungen(sozial
kulturellökologischprovisorischusw)führenAlsLieferantvonregenerierten
CellulosefasernfürdieTextil-undVliesstoff-Industriesindeinigedieser
AbhängigkeitenfürdievorgelagerteWertschöpfungskettez Bdie
ForstwirtschaftwesentlichLenzingprüftdiesesThemaderzeitweiterEine
vorläufigeBewertungergabdassdiegrößtenAbhängigkeitenbeiden
VersorgungsdienstenbestehenwobeidieLieferkettevonLenzingsowohl
positivealsauchnegativeAuswirkungenaufdieRegulierungs-und
Erhaltungsdienste(SequestrierungBiosanierungKontrollederWassererosion
AbflusskontrolleAbschwächungvonÜberschwemmungen
Schädlingsbekämpfungusw)aberauchaufVersorgungsdienstewie
Wasserentnahmenhabenkann
DiesisteinAbhängigkeitsrisikoundwirdbereits
durchdasbestehendeRisikoimKapitelE
BiologischeVielfaltundÖkosystemeabgedeckt
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Abfälle
Negative Auswirkung AbfällesindeinwichtigerAustragdergesamtenTextilindustriederdieUmwelt
schädigenkannwennernichtordnungsgemäßentsorgtwird
Wesentlichkeitsprinzip
Nachhaltige Innovationen (unternehmensspezifisch)
Positive Auswirkung DieVersorgungderKundenindernachgelagertenWertschöpfungskettemit
FaserproduktenmitgeringemCO
-FußabdruckträgtdirektzurReduzierungihrer
Scope--EmissionenundzurErreichungihrerKlimazielebei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Chance FührungbeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringenökologischen
undsozialenAuswirkungendurchemissionsarmeProdukteZumBeispiel
spinngefärbteLenzing-Fasern
IntegriertindieESRS-StrukturinE
Umweltverschmutzung
Chance DieFührungspositionvonLenzingimBereichderzirkulärenFaserinnovation
versetztdasUnternehmenindieLagediewachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichenressourceneffizientenMaterialienzubedienenDurchdie
VerwendungvonrecyceltenInhaltsstoffennachwachsendemHolzund
geschlossenenProduktionsprozessenunterstütztLenzingseinenachgelagerten
PartnerbeiderErreichungihrerNachhaltigkeitszieleundpasstsichgleichzeitig
neuenregulatorischenRahmenbedingungenwiederEU-TextilstrategieanDiese
strategischePositionierungstärktdieKundenbindungeröffnetneue
MarktsegmenteundfestigtdieRollevonLenzingalsVorreiterinSachen
NachhaltigkeitinderTextilbranche
IntegriertindieESRS-StrukturinE
RessourcennutzungundKreislaufwirtschaft
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Arbeitsbedingungen - Work-Life-Balance
Negative Auswirkung EineunzureichendeWork-Life-Balancekannzuphysischenpsychischenund
chronischenAuswirkungenaufdieArbeitnehmerführen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Arbeitsbedingungen - Gesundheit und Sicherheit
Positive Auswirkung RisikomanagementamArbeitsplatzSchulungundAusbildungsowie
unterstützendeGesundheitsmaßnahmenund-dienstetragenzueinergesunden
undrisikobewusstenBelegschaftbei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Chance EinsicheresArbeitsumfeldundgesundheitsförderndeMaßnahmenfür
MitarbeiterinnenförderneineengagierteundproduktiveBelegschaft
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz
Negative Auswirkung BelästigungamArbeitsplatzkannzuschwerwiegendennegativen
psychologischenFolgenfürArbeitnehmerinnenführen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Diversität
Positive Auswirkung LenzinghatdurchdiversitätsförderndeMaßnahmeneinenpositivenEinflussauf
diediverseArbeitskraft
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
59 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
S4 Verbraucher und Endnutzer
Persönliche Sicherheit von Verbrauchern und/oder Endnutzern - Gesundheit und Sicherheit
Negative Auswirkung DieNichteinhaltungvonGesundheits-undSicherheitsstandards/Vorschriftenkann
dieGesundheitundSicherheitvonVerbraucherinnenbeeinträchtigen
EshandeltsichumeinRisikoundnichtum
eineAuswirkungdasbereitsdurchdas
bestehendeRisikoinGUnternehmensführung
abgedecktist
Risiko und Chance DieNichteinhaltungkannzuGerichtsverfahrenfinanziellenVerlustenund
Rufschädigungführen
InGUnternehmensführungintegriert
Chance ErreichenvonGeschäfts-undNachhaltigkeitszielendurchÜberwachungund
VerbesserungvonFertigungsprozessen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
KeineausreichendeVerbindungzumThema
Chance FührendaufdemMarktinBezugaufProduktsicherheitProduktkonsistenz
AnwendungsleistungundService
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
KeineausreichendeVerbindungzumThema
G1 Unternehmensführung
Unternehmenskultur
Negative Auswirkung IntransparenzuntergräbtdasVertrauenderStakeholderschwächtdieMoral
derMitarbeiterinnenundkanndenRufdesUnternehmensgefährdenDer
VorstanddesUnternehmenskannhaftbargemachtwerden
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Positive Auswirkung TransparenzistfüralleCompliance-Maßnahmenunerlässlichdadie
AufrechterhaltungderTransparenzinallenAspektenIhrerTätigkeitdazu
beiträgtKorruptionBestechungundInteressenkonfliktezuverhindern
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Korruption und Bestechung - Prävention und Aufdeckung einschließlich Schulung
Negative Auswirkung DasFehlenkontinuierlicherBemühungenSchulungenReaktionenundklarer
VerfahrenkanndiegesamtenBestrebungenumGeschäftsgebahrenundgesamte
Compliance-Aktivitätuntergraben
EinWahrscheinlichkeits-Scorewurde
hinzugefügtdaessichumeinepotenzielle
AuswirkunghandeltMitdemneuenScoreist
derIROnichtmehrwesentlich
Transparenz (unternehmensspezifisch)
Positive Auswirkung TransparenzistfüralleMaßnahmenzurEinhaltungvonVorschriftenvon
wesentlicherBedeutungdadieAufrechterhaltungderTransparenzinallen
AspektenderGeschäftstätigkeitendazubeiträgtVertrauenbeiStakeholdern
aufzubauen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
60 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Revision der Wesentlichkeit
[IRO-1 53h]
Nach der ersten ESRS-konformen doppelten Wesentlichkeitsana-
lyse (DMA) im Jahr 2024 hat Lenzing die Methodik im Berichtsjahr
überarbeitet, um die strukturelle Klarheit zu verbessern. Die ur-
sprünglichen Bewertungsparameter (wie Umfang, Ausmaß, Wahr-
scheinlichkeit) wurden beibehalten. Wichtige Verbesserungen wa-
ren die Einführung deutlicherer Kriterien zur Unterscheidung zwi-
schen positiven Auswirkungen und Chancen versus Maßnahmen
zur Abschwächung nachteiliger Auswirkungen oder zur Beseiti-
gung von Risiken. Die aktualisierte Bewertung spiegelt nun die
wichtigsten Geschäftsbeziehungen von Lenzing in der gesamten
Wertschöpfungskette besser wider und gewährleistet, dass so-
wohl direkte als auch indirekte Auswirkungen angemessen erfasst
werden. Darüber hinaus wurden ausgewählte Auswirkungen, Risi-
ken und Chancen entweder neu bewertet oder konsolidiert, um
neuen Erkenntnissen und strukturellen Änderungen im DMA-Pro-
zess Rechnung zu tragen. Dies stellt sicher, dass die Bestimmung
der Wesentlichkeit weiterhin mit den aktuellen geschäftlichen Ge-
gebenheiten und der sich entwickelnden Relevanz innerhalb des
überarbeiteten DMA-Rahmens in Einklang steht. Um die Überein-
stimmung mit den ESRS-Anforderungen an die Wesentlichkeit zu
gewährleisten, wurde die bisherige Regel der automatischen We-
sentlichkeit – die zum Einsatz kam, wenn ein einzelner Parameter
die höchste Punktzahl erreichte – abgeschafft. Stattdessen wur-
den solche Fälle einer genaueren Prüfung unterzogen, um die tat-
sächliche Wesentlichkeit zu ermitteln.
Forschung und Informationsquellen
[IRO-1 53a]
Beginnend mit der Erstellung einer Gesamtliste führte Lenzing eine
umfassende Prüfung der Aktivitäten in Bezug auf die eigene Ge-
schäftstätigkeit und Wertschöpfungskette durch. Der primäre Fo-
kus lag auf der Bewertung von Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) unter Berücksichti-
gung der Auswirkungen des Unternehmens auf ESG-Themen so-
wie die Auswirkungen der ESG-Themen auf das Unternehmen
(doppelte Wesentlichkeit).
[IRO-1 53g]
Die Bewertung von IROs stützte sich auf Erkenntnisse zur Nachhal-
tigkeitsproblematik, die Anforderungen der Stakeholder und die
Untersuchung der Wertschöpfungskette. Bei der internen Datener-
hebung wurden Informationen aus bestehenden Quellen herange-
zogen; zusätzlich wurde auch das Wissen interner Expert:innen be-
rücksichtigt. Die externe Datenerhebung umfasste die Einsicht-
nahme in wissenschaftliche Abhandlungen, Berichte von NGOs
und die Lektüre von Branchenberichten.
[IRO-1 53e, 53f]
Lenzings Risikomanagement-Team stellte sein Fachwissen für die
Bewertung von Risiken und Chancen zur Verfügung. Die meisten
ESG-Risiken und -Chancen waren bereits Teil des Risikomanage-
mentsystems und -prozesses von Lenzing, der im Abschnitt „Risi-
komanagement der Berichterstattung“ in diesem Kapitel beschrie-
ben wird. Die Risiken und zusätzlich ermittelten Chancen werden
sukzessive in das Risikomanagementsystem integriert. Derzeit sind
die Auswirkungen nicht Teil des Risikomanagementprozesses.
61 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Phase
01
Recherche
Phase
02
Bewertung
Phase
03
Wesentliche
Themen
Wesentlichkeitsanalyse
Longlist
Beschreibung von Auswirkungen,
Risiken und Chancen
eigene Tätigkeiten +
Wertschöpfungskette
Auswirkungen
Fakten, Expertenurteil &
Kalibrierung
Risiken/Chancen
Risikomanagement + neu,
mit Risikoexperte
Stakeholder-Input
Kontinuierlicher Dialog
Interne und externe Umfrage
Identifiziere
Berührungspunkte
Wesentlichkeitsgrenze
Konsolidierung
Kontextanalyse
[E2 IRO-1 11a, E3 IRO-1 8a, E5 IRO-1 11a]
Im Hinblick auf die Umweltauswirkungen, darunter Themen wie
Klima, Umweltverschmutzung, Wasser- und Ressourcennutzung,
wird an den Produktionsstandorten von Lenzing jährlich eine Kon-
textanalyse durchgeführt, um die Anlagen und Aktivitäten zu über-
prüfen. Die Ergebnisse werden auf globaler Ebene konsolidiert.
Die Kontextanalyse und die anderen Teile des Umweltmanage-
mentsystems sind in den Prozess der doppelten Wesentlichkeits-
analyse integriert. Auf der Produktebene ist die Lebenszyklusana-
lyse (LCA) das wichtigste Instrument zur Bewertung der Cradle-to-
Gate-Auswirkungen durch die direkte und indirekte Geschäftstä-
tigkeit, einschließlich der eigenen Zellstoff- und Faserproduktion
und der vorgelagerten Lieferketten. Dies unterstützt nicht nur pro-
duktbezogene Umweltaussagen, sondern ermöglicht auch die
Identifizierung von Bereichen mit Verbesserungspotenzial, z. B. die
Zellstoff-Produktion (einschließlich Recycling) oder wichtige Che-
mikalien. Unterstützt wird das Verfahren durch die Erhebung von
Umweltdaten zu internen Tätigkeiten, einschließlich des Energie-
verbrauchs und der Treibhausgasemissionen, anderer Luftemissio-
nen, des Wasserverbrauchs, der Abwässer, der Einleitung prioritä-
rer besorgniserregender Stoffe und des Abfalls. Darüber hinaus
werden immer mehr Primärdaten von Lieferanten erhoben (z. B. zur
Wassernutzung): Während der Fokus ursprünglich auf Zellstofflie-
feranten lag, werden nun auch Primärdaten von wichtigen Chemi-
kalienlieferanten abgefragt. Diese systematische Erhebung von
Daten aus der eigenen Produktion von Lenzing und von ihren Lie-
feranten wird auf Verlangen durchgeführt und fließt in die fortlau-
fenden Aktualisierungen von LCA-Berechnungen für die Produkte
von Lenzing ein.
Umweltverschmutzung
Zusätzlich zum internen Prozess zur Erfassung von Umweltdaten
helfen das Higg Facility Environmental Module und die Plattform
ZDHC Gateway bei der Bewertung der Leistung. Dies wird auch
durch das Chemikalienmanagementsystem und das Chemikali-
eninventar von Lenzing unterstützt.
Wasser
Die Wasserrisikobewertung auf Unternehmensebene erfolgt durch
die Sammlung kontextbezogener qualitativer und quantitativer In-
formationen über die Lieferkette und die eigene Produktion von
Lenzing unter Verwendung des WRI Aqueduct Water Risk Atlas
und des WWF Water Risk Filter. Diese Daten und Instrumente un-
terstützen die Bewertung der aktuellen Wassersituation und die
Identifizierung von Gebieten mit Wasserrisiken an bestimmten
Standorten, einschließlich Regionen mit hohem Wasserstress. Au-
ßerdem gewähren sie Einblick in zukünftige Szenarien, beispiels-
weise solche, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die
Wasserverfügbarkeit und -qualität widerspiegeln. Diese Maß-
nahme ist ein kontinuierlicher jährlicher Prozess und wurde auch im
Berichtsjahr durchgeführt.
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft wirken sich auf ver-
schiedene Bereiche aus – von der Messung des Ressourceneinsat-
zes und des Abfallaufkommens bis hin zur Kreislaufwirtschaft von
Produkten. Diese Bereiche werden mit den oben genannten Instru-
menten bewertet und gemessen.
Ansatz
[IRO-1 53b i, ii]
Lenzing ist bemüht, bei ihrer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ei-
nen konservativen Ansatz zu verfolgen. Das Unternehmen hat die
wichtigsten Geschäftsbeziehungen innerhalb der Wertschöp-
fungskette abgebildet, um sicherzustellen, dass die indirekten Aus-
wirkungen angemessen erfasst werden. Ein Beispiel für Umwelt-
auswirkungen, die Lenzing bekannt sind und die aus ihren Ge-
schäftsbeziehungen resultieren, sind die Auswirkungen ihrer Holz-
und Zellstofflieferanten. In diesem Fall sind die Umweltauswirkun-
gen bekannt.
Bei der Betrachtung von Umweltauswirkungen und umweltbezo-
genen Risiken im Unternehmen konzentrierte sich Lenzing auf die
eigenen Produktionsstandorte, da diese naturgemäß ein höheres
Risiko für nachteilige Auswirkungen bergen als Bürostandorte. Die
Bewertung der sozialen Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der
Wertschöpfungskette ist ein Bereich, in dem Lenzing weiteren Ver-
besserungsbedarf sieht.
[IRO-1 53c i]
Lenzing hat die Zusammenhänge zwischen den IROs untersucht
und ihre Ursache-Wirkungs-Beziehungen verfolgt, um sicherzu-
stellen, dass während des Bewertungsprozesses kein IRO überse-
hen wird.
Bewertung
Bewertung von Auswirkungen
[IRO-1 53b, 53b iv, 53d]
Bei der Bewertung des Schweregrads der Auswirkungen wurden
folgende Faktoren berücksichtigt: Ausmaß, Umfang (für alle Aus-
wirkungen), Unabänderlichkeit (für negative Auswirkungen) und
Wahrscheinlichkeit (für potenzielle Auswirkungen). Die Auswir-
kungen wurden dann in folgende Kategorien unterteilt:
x positiv/negativ
x tatsächlich/potenziell
x direkt/indirekt
x kurzfristig (weniger als ein Jahr)/mittelfristig (ein bis fünf
Jahre)/langfristig (mehr als fünf Jahre)
Die Skala aller Faktoren (Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und
Wahrscheinlichkeit) reichte von 0 bis 5, wobei 5 die höchste Stufe
ist (z.B. in Bezug auf die Unabänderlichkeit wäre die höchste Stufe
nicht sanierbar/irreversibel). Der Schweregrad wurde von den Ex-
pert:innen anhand von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit
bewertet. Das Ausmaß gibt die Tragweite der Auswirkungen auf
das jeweilige ESG-Thema an. Der Umfang bezieht sich auf die ge-
ografische Reichweite der Umweltauswirkungen und die Anzahl
der Betroffenen bei sozialen Auswirkungen. Die Unabänderlichkeit
gilt nur für negative Auswirkungen und gibt an, wie schwierig es ist,
die Auswirkungen rückgängig zu machen. Die Wahrscheinlichkeit
bezieht sich auf die Häufigkeit der potenziellen Auswirkungen, die
von einem Mal in zehn Jahren bis hin zu mehrmals pro Monat
reicht.
62 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Damit eine Auswirkung als wesentlich angesehen werden kann,
wurden drei Regeln angewandt: 1) Wenn einer der Werte für Um-
fang, Ausmaß, Unabänderlichkeit oder Wahrscheinlichkeit 5 be-
trägt, erfolgt eine genauere Prüfung, um die tatsächliche Wesent-
lichkeit festzustellen. 2) Liegt der Schweregrad (Durchschnitt von
Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit) über dem Schwellenwert
von 3,7, ist die bewertete Auswirkung wesentlich. 3) Bei „potenzi-
ellen“ Auswirkungen wurde auch die Wahrscheinlichkeit in Form
einer Matrix aus Schweregrad und Wahrscheinlichkeit berücksich-
tigt. Beim Thema Menschenrechte wurde eine zusätzliche Matrix
verwendet, bei der der Schweregrad Vorrang vor der Wahrschein-
lichkeit hat.
Um die Ergebnisse zu validieren, wurde die Bewertung aus dem
Jahr 2024 an zwei Workshop-Tagen unter Einbeziehung von Ex-
pert:innen aus der Abteilung Corporate Sustainability und anderen
relevanten Abteilungen überprüft. Jede Folgenabschätzung wurde
von den Expert:innen erläutert und in der Gruppe aufgegriffen und
besprochen, um gemeinsam eine Einigung und Interpretation der
Ergebnisse zu erzielen.
Bewertung von Risiken und Chancen
[IRO-1 53c, 53c ii]
Die folgenden Skalen wurden in Bezug auf Lenzings ESG-Risiken
und -Chancen und ihre finanziellen Auswirkungen auf der Ebene
der Unterthemen verwendet: auf einer Skala von 1 bis 4 (wobei 4
mit über EUR 3 Mio. den höchsten Wert darstellt) das Ausmaß der
finanziellen Auswirkungen von Risiko/Chance auf Lenzing. Auf ei-
ner Skala von 1 bis 5 die Wahrscheinlichkeit des Auftretens (wobei
5 die höchste Wahrscheinlichkeit darstellt). Die zugewiesenen
Zeiträume sind identisch mit denen bei der Bewertung der Auswir-
kungen. Die Art der Auswirkungen wurde wie folgt zugeordnet: fi-
nanziell/herstellungsbezogen/naturbezogen/intellektu-
ell/menschlich/sozial & beziehungsbezogen. Zur Bestimmung der
Wesentlichkeit wurde eine Matrix erstellt, die die finanziellen Aus-
wirkungen und die Wahrscheinlichkeit beinhaltet.
Die Bewertung wurde maßgeblich durch einen Lenzing Risikoex-
perten unterstützt, der dabei half, den Ansatz auf der Grundlage
von Wissen, Daten und Leitlinien zu vereinheitlichen. Weitere In-
formationen zur klimabezogenen und naturbezogenen Risikobe-
wertung finden Sie in den entsprechenden Abschnitten weiter un-
ten in diesem Kapitel.
[IRO-1 53c iii]
Der oben beschriebene Ansatz zur Bewertung von Risiken und
Chancen wurde gewählt, um eine qualitative Bewertung Lenzings
heterogener ESG-Risiken zu ermöglichen. In der Regel werden die
Risiken in Lenzings Risikomanagementsystem quantitativ mit der
Monte-Carlo-Methode bewertet. ESG-Risiken werden jedoch in
Lenzings Risikomanagementsystem entweder qualitativ oder
quantitativ mit unterschiedlichen Methoden bewertet, je nach Art
der Risiken, Verfügbarkeit von Daten und Anforderungen verschie-
dener Standards und Ratings, z. B. TCFD und CDP.
Interessen der Stakeholder
[IRO-1 53b iii, E2 IRO-1 11b, E3 IRO-1 8b, E5 IRO-1 11b]
Lenzing pflegt ganzjährig einen kontinuierlichen Dialog mit ihren
Stakeholdern. Informationen zu Lenzings Stakeholdern finden Sie
im Abschnitt „Management von Stakeholdern“ in diesem Kapitel.
Die Häufigkeit ihrer Einbeziehung variiert je nach Thema und Pro-
duktionsstandort. Ein Hinzuziehen der betroffenen Gemeinschaf-
ten zu Umweltthemen wie Lärm- und Geruchsbelästigung ist z. B.
von Standort zu Standort sehr unterschiedlich. Vor allem Standorte
in unmittelbarer Nähe möglicher betroffener Gemeinschaften wie
Nanjing (China), Lenzing (Österreich) und Purwakarta (Indonesien)
werden regelmäßig konsultiert.
Um weitere Informationen zu sammeln, nahmen sowohl interne
(einschließlich des Vorstands und der Leiter verschiedener Abtei-
lungen sowie relevanter Experten) als auch externe Stakeholder
(Lieferanten, Kunden, NGOs, Aufsichtsrat, Investoren und Wissen-
schaft) an einer Umfrage teil. Der kontinuierliche Dialog und die Er-
gebnisse der Umfrage flossen in die doppelte Wesentlichkeitsana-
lyse ein, um die wesentlichen Themen von Lenzing zu ermitteln und
zu priorisieren.
Im Rahmen dieses Prozesses wurden die wichtigsten Interessen
der Stakeholder in Bezug auf Lenzing ermittelt, darunter auch die
Erwartungen hinsichtlich der Priorisierung von ESG-Themen. Diese
Interessen wurden anschließend bewertet, um ihre Bedeutung für
die wesentlichen Themen zu ermitteln.
Weitere Informationen zur aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse
finden Sie im Fokuspapier „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“.
Klimabezogene Risikobewertung
Lenzing wendet die Empfehlungen der Task Force on Climate-re-
lated Financial Disclosures (TCFD) an, um klimabezogene Auswir-
kungen, Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten und zu
handhaben. Dieser Prozess ist in das Enterprise Risk Management
(ERM)-System eingebettet und wird jährlich überprüft, um die
Übereinstimmung mit sich entwickelnden marktbezogenen und
regulatorischen Erwartungen sicherzustellen. Dabei werden die
Treibhausgasemissionen des Unternehmens (Scope 1, 2 und 3) be-
rücksichtigt und es wird bewertet, wie diese Emissionen Lenzings
Exposition gegenüber klimabezogenen Risiken und Chancen be-
einflussen.
[E1 IRO-1 20b, 20c]
Bei der Bewertung wird ein digitaler Zwilling verwendet, der die
Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten von Lenzing in einer vir-
tuellen Umgebung modelliert, die auch die Wertschöpfungskette
umfasst. Dies ermöglicht die Simulation klimabedingter Gefahren
und Übergangsereignisse mit verschiedenen Szenarien und bietet
richtungsweisende Einblicke in potenzielle finanzielle Auswirkun-
gen auf den Cashflow sowie auf Einnahmen und Kosten. Physische
Risiken beziehen sich auf die potenziellen Auswirkungen klimabe-
dingter Gefahren wie Hitzewellen, Dürren, Hochwasser- und Stur-
mereignisse, die zu Schäden an Vermögenswerten, Betriebsstö-
rungen und Unterbrechungen der Lieferkette führen können. Über-
gangsrisiken beziehen sich auf die potenziellen Auswirkungen des
Übergangs zu einer Wirtschaft mit geringem CO
2
-Fußabdruck,
63 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
einschließlich regulatorischer Änderungen, CO
2
-Preisen, technolo-
gischer Entwicklungen und Änderungen der Vorlieben von Konsu-
ment:innen, die sich auf Produktionskosten, Marktnachfrage und
Reputation auswirken können. Zu den ermittelten Chancen gehört
die Entwicklung von Produkten und Technologien mit geringem
CO
2
-Fußabdruck, die den Übergang zu Szenarien zur Eindämmung
des Klimawandels unterstützen.
[E1 IRO-1 20b, 21]
Die Szenarioanalyse bildet die Grundlage für die Identifizierung
und Bewertung dieser Risiken und Chancen über kurz- (fünf Jahre),
mittel- (zehn Jahre) und langfristige (20 Jahre) Zeiträume. Das Un-
ternehmen wendet mehrere Klimapfade an, die auf den gemein-
sam genutzten sozioökonomischen Pfaden (Shared Socioecono-
mic Pathways, SSPs)
4
des Weltklimarates (IPCC) basieren und von
Szenarien mit geringen Emissionen bis zu Szenarien mit hohen
Emissionen reichen. Die beiden gegensätzlichen extremen Klimas-
zenarien – das Szenario mit hohen Emissionsniveaus (SSP3-7.0,
„Aktuelle Policies“) sowie das Niedrigemissionsszenario „Netto-
Null-Emissionen bis 2050“ (SSP1-2.6) wurden bei der Bewertung
der physischen Risiken bzw. der Übergangsrisiken besonders be-
rücksichtigt. Die Ergebnisse dieser beiden Szenarien und eines
„National festgelegten Beiträgen (NDCs)“-Szenarios (SSP2-4.5) so-
wie ihre Besonderheiten sind in den Tabellen „Risiko- und Chan-
cenbewertung – Merkmale der Klimaszenarien“ sowie „Prognosti-
ziertes Klimarisikopotenzial“ im Kapitel „E1 Klimawandel“ ausführ-
lich beschrieben.
Nach der Bewertung im letzten Jahr wurden 2025 nur wenige me-
thodische Änderungen vorgenommen. Diese Aktualisierungen er-
setzen frühere Prognosen durch die neuesten Szenarien aus Phase
V des Network for Greening the Financial System (NGFS) und bie-
ten einen klareren und aktuelleren Überblick darüber, wie die Welt
auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren könnte.
Lenzing hat ihren an der TCFD ausgerichteten Ansatz beibehalten
und die Entwicklungen in der Klimawissenschaft und -regulierung
weiterverfolgt. Im Berichtsjahr wurden kleinere Datenbankaktuali-
sierungen vorgenommen, die für Modellverbesserungen erforder-
lich waren, beispielsweise hinsichtlich der Auswirkungen von
Waldbränden auf physische Risiken für Vermögenswerte und Roh-
stoffe wie Eukalyptus. Daher ergab die neu berechnete Simulation
aktualisierte Ergebnisse mit geringfügigen Änderungen gegenüber
dem Vorjahr. Lenzing räumt ein, dass die Quantifizierung des
Klimarisikos aufgrund komplexer Abhängigkeiten und sich verän-
dernder externer Bedingungen mit Unsicherheiten behaftet ist. Aus
diesem Grund werden die Ergebnisse qualitativ dargestellt, um
strategische Entscheidungsfindung und die Planung der Resilienz-
planung zu unterstützen.
4
IPCC, Sixth Assessment Report, 2021
5
Guidance on the identification and assessment of nature-related issues: the LEAP
approach – TNFD
Naturbezogene Risikobewertung
[E4 IRO-1]
[E4-1 13a, 13d]
Im Berichtsjahr hat Lenzing seine Arbeit auf der Grundlage der
Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) fortge-
setzt. Diese baut auf der ersten Resilienzanalyse auf, die im vergan-
genen Jahr nach dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Pre-
pare)
5
d urchgeführt wurde. Das Unternehmen konzentrierte si ch
im Rahmen seines Biodiversitätsansatzes und Aktionsplans weiter-
hin auf die Bewertung naturbezogener physischer Risiken, Über-
gangsrisiken und systemischer Risiken.
Die Bewertung stützt sich auf drei Klimaszenarien
6
: SSP1-1.9, SSP2-
4.5 und SSP5-8.5. Diese Szenarien geben Aufschluss über die
möglichen Auswirkungen verschiedener Emissionspfade. Sie wur-
den auf kurzfristige (0–1 Jahr), mittelfristige (1–5 Jahre) und lang-
fristige (5–30 Jahre) Zeithorizonte angewendet.
[E4-1 13b, 13e]
Die Analyse berücksichtigte neun Produktionsstätten in Österreich,
der Tschechischen Republik, Großbritannien, in China, den USA,
Thailand, Indonesien und Brasilien und auch die Holzlieferkette in
Österreich und der Tschechischen Republik, über die Lenzing etwa
70 bis 80 Prozent des Holzes bezieht, das in ihren europäischen
Zellstoffwerken verwendet wird.
[E4-1 13c, 13f]
Alle Grundannahmen bleiben unverändert. Bei der Resilienzanalyse
wurde in kurz- und mittelfristigen Szenarien nicht von einem Zu-
sammenbruch der Ökosysteme unseres Planeten ausgegangen.
Eine detaillierte Modellierung von Ökosystem-Szenarien wurde
aufgrund der begrenzten Datenverfügbarkeit noch nicht durchge-
führt. Für künftige Berichtszeiträume ist eine Ausweitung der Ana-
lyse, einschließlich einer breiteren Abdeckung der Holzlieferkette,
geplant. Zukünftige Methoden und Rahmenwerke für die Bewer-
tung des Zustands der Natur und die Modellierung von Ökosys-
tem-Szenarien werden im Rahmen der Forschungskooperation mit
Wood K Plus überwacht und auf ihre Anwendbarkeit im Kontext
von Lenzing geprüft (siehe Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E4
Biologische Vielfalt und Ökosysteme“). An der Bewertung nahmen
keine Stakeholder teil, aber Lenzing möchte ihre Einbeziehung
künftig ausbauen.
[E4-1 13e]
Abhängigkeiten
Holz ist der wichtigste Rohstoff für Lenzing. Lenzing ist hauptsäch-
lich von gesunden Waldökosystemen abhängig, da die Biodiversi-
tät und die ökologische Funktionsfähigkeit die Grundlage für die
Verfügbarkeit von Holz bilden.
Lenzing begegnet diesen Abhängigkeiten, indem es bevorzugt
Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen ein-
setzt, die nach international anerkannten Standards wie FSC
®
und
PEFC zertifiziert sind.
7
Diese Zertifizierungen beinhalten strenge
6
SSP1-1.9, SSP2-4.5 und SSP5-8.5. Eine Beschreibung finden Sie unter
https://www.dkrz.de/de/kommunikation/klimasimulationen/cmip6-de/die-ssp-sze-
narien
7
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
64 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kriterien für den Schutz der Biologischen Vielfalt und tragen zur Er-
haltung von Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffabscheidung,
Wasserregulierung und Bereitstellung von Lebensraum bei.
Lenzing nutzt zwei Arten der Forstwirtschaft in verschiedenen Re-
gionen der Welt. In der nördlichen Hemisphäre praktizieren die
Holz- und Zellstofflieferanten in Europa und Nordamerika eine
nachhaltige, multifunktionale Forstwirtschaft. In der südlichen He-
misphäre wird Plantagenforstwirtschaft mit hohen Nachhaltig-
keitsstandards von Lenzings Zellstofflieferanten in Südafrika und im
eigenen Zellstoffwerk in Indianópolis (Brasilien) praktiziert.
Die Plantagenforstwirtschaft trägt dazu bei, den Druck auf die na-
türlichen Wälder zu verringern, indem sie ertragreiches Holz als Al-
ternative zur Beschaffung aus Primärwäldern liefert. Obwohl die
Plantagen nur drei Prozent der weltweiten Waldfläche ausmachen,
liefern sie rund 33 Prozent des weltweiten Holzes.
8
Risiken
Die in den vergangenen Jahren ermittelten Risiken sind nach wie
vor relevant. Zu den physischen Risiken gehören Dürren, Hochwas-
serereignisse, Wasserstress und die Verschlechterung der Waldge-
sundheit. Die Übergangsrisiken beschreiben regulatorische Ände-
rungen und Anforderungen an die biologische Vielfalt. Systemi-
sche Risiken ergeben sich aus Störungen des Ökosystems und ei-
ner uneinheitlichen Governance. Diese Risiken können im Laufe
der Zeit zu Betriebsstörungen, Unterbrechungen der Lieferkette
und Preisschwankungen bei den Ressourcen führen, insbesondere
bei Szenarien mit hohen Emissionen.
Systemische Risiken und physische Gefahren wie Hochwasserer-
eignisse und Dürren erfordern eine kontinuierliche Notfallplanung.
Kurzfristig sind diese Risiken mäßig, aber es gibt erste Anzeichen
für Stress. Sie nehmen mittelfristig stärker zu. Langfristig könnten
die systemischen und physischen Risiken dramatisch steigen, ins-
besondere bei Szenarien mit hohen Treibhausgasemissionen. Dies
unterstreicht die Notwendigkeit von Anpassungsstrategien, um die
Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit langfristig zu gewährleis-
ten.
Weitere Informationen zur Minimierung naturbezogener Risiken
finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E4 Biologische
Vielfalt und Ökosysteme“.
Auswirkungen
Die wichtigsten potenziellen Auswirkungen auf die biologische
Vielfalt und die Ökosysteme ergeben sich aus der forstwirtschaft-
lichen Landnutzung in den Betrieben und in der Lieferkette der
Lenzing Gruppe.
Im Umkreis von zehn Kilometern um die Produktionsstandorte von
Lenzing und bis zu 30 km flussabwärts wurden keine bedeutenden
Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität
oder Schutzgebiete festgestellt. Es wurden auch keine Auswirkun-
gen auf bedrohte Arten durch die Tätigkeit von Lenzing festgestellt.
Daher ist es nicht erforderlich diesbezüglich Maßnahmen zum
Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen. Weitere Informatio-
8
Bousfield et al., Nature Geoscience 16(2023), 1145-50 https://www.nature.com/arti-
cles/s41561-023-01323-y
nen über „Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Natur-
schutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte“ fin-
den Sie im gleichnamigen Abschnitt im „Anhang“.
Mögliche Auswirkungen auf Wasser, Boden und Luft können aus
den Emissionen der Produktionsanlagen oder durch den Transport
entstehen. Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln „E2
Umweltverschmutzung“ und „E3 Wasser- und Meeresressourcen“.
Am Ende der Wertschöpfungskette von Textilien und Vliesstoffen
können Auswirkungen auf die Biodiversität entstehen, wenn nicht
abbaubare Materialien durch unsachgemäße Entsorgung in die
Umwelt gelangen. Weitere Informationen zur biologischen Abbau-
barkeit der Lenzing Fasern finden Sie im Abschnitt „Kennzahlen“ im
Kapitel „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
TNFD-Angaben
TNFD-Angaben in Kennzahlen, die sich mit Holzknappheit befas-
sen und mit Landnutzungsänderungen zusammenhängen, finden
Sie in der Tabelle im Abschnitt „Kennzahlen“ im Kapitel „E4 Biolo-
gische Vielfalt und Ökosysteme“. Weitere von der TNFD empfoh-
lene Kennzahlen und Indikatoren, die nicht direkt mit den ESRS-
bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen von Lenzing in
Verbindung stehen, finden Sie auf der Berichts-Website von
Lenzing.
Compliance-bezogene Bewertung
[G1 ESRS 2 IRO-1]
Bei der Identifizierung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und
Chancen wird die Wesentlichkeit anhand von Kennzahlen wie der
Zahl gemeldeter Fälle und bestätigter Vorfälle sowie der Stakehol-
der-Interessen bewertet. So wurde beispielsweise die Bewertung
der Themen „Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblo-
wern)“ sowie „Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und
Bestechung“ stark von den Lenzing Stakeholdern, z. B. Investoren,
beeinflusst, was deren großes Interesse an diesem Thema zeigt.
65 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Datenpunkte aus anderen EU-Rechtsvorschriften
[IRO-2 56]
Datenpunkte aus anderen EU-Rechtsvorschriften
Angabepflicht
SFDR-
Referenz
Säule-3-
Referenz
Benchmark-
Verordnungs-
Referenz
EU-
Klimagesetz-
Referenz
Abschnitt/Nicht wesentlich
ESRS 2 GOV-1 21d GeschlechtervielfaltindenLeitungs-und
Kontrollorganen
x x ESRSAllgemeineAngaben
ZusammensetzungundDiversitätvon
VorstandundAufsichtsrat
ESRS 2 GOV-1 21e ProzentsatzderLeitungsorganmitglieder
dieunabhängigsind
x ESRSAllgemeineAngaben
ZusammensetzungundDiversitätvon
VorstandundAufsichtsrat
ESRS 2 GOV-4 30 ErklärungzurSorgfaltspflicht x ESRSAllgemeineAngaben
ErklärungzurSorgfaltspflicht
ESRS 2 SBM-1 40d
i
BeteiligunganAktivitätenim
ZusammenhangmitfossilenBrennstoffen
x x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
ii
ESRSSBM-(d)iiBeteiligungan
AktivitätenimZusammenhangmitder
HerstellungvonChemikalien
x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
iii
BeteiligunganTätigkeitenim
ZusammenhangmitumstrittenenWaffen
x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
iv
BeteiligunganAktivitätenim
ZusammenhangmitdemAnbauundder
ProduktionvonTabak
x Nichtwesentlich
ESRS E1-1 14 ÜbergangsplanzurVerwirklichungder
Klimaneutralitätbis
x EKlimawandelÜbergangsplanfür
denKlimawandel
ESRS E1-1 16g UnternehmendievondenParis-
abgestimmtenReferenzwerten
ausgenommensind
x x Nichtwesentlich
ESRS E1-4 34 THG-Emissionsreduktionsziele x x x EKlimawandelZiele
ESRS E1-5 38 EnergieverbrauchausfossilenBrennstoffen
aufgeschlüsseltnachQuellen(nur
klimaintensiveSektoren)
x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-5 37 EnergieverbrauchundEnergiemix x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-5 40, 41,
42, 43
EnergieintensitätimZusammenhangmit
TätigkeiteninklimaintensivenSektoren
x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-6 44 THG-BruttoemissionenderKategorien
ScopeundsowieTHG-
Gesamtemissionen
x x x EKlimawandelLenzings
Treibhausgas-Emissionen
ESRS E1-6 53, 54,
55
IntensitätderTHG-Bruttoemissionen x x x EKlimawandelLenzings
Treibhausgas-Emissionen
ESRS E1-7 56 AbbauvonTreibhausgasenundCO
-
Gutschriften
x Nichtwesentlich
ESRS E1-9 66 RisikopositiondesReferenzwert-Portfolios
gegenüberklimabezogenenphysischen
Risiken
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 66a AufschlüsselungderGeldbeträgenach
akutemundchronischemphysischem
Risiko
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 66c Ortandemsicherhebliche
Vermögenswertemitwesentlichem
physischenRisikobefinden
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 67c AufschlüsselungendesBuchwertsseiner
ImmobiliennachEnergie-effizienzklassen
x Nichtwesentlich
ESRS E1-9 69 GradderExpositiondesPortfolios
gegenüberklimabezogenenChancen
x WesentlichPhase-in
ESRS E2-4 28 MengejedesinAnhangIIderE-PRTR-
Verordnung(Europäisches
Schadstofffreisetzungs-und-
verbringungsregister)aufgeführten
SchadstoffsderinLuftWasserund
Bodenemittiertwird
x EUmweltverschmutzungLuft-und
Wasserverschmutzung
ESRS E3-1 9 Wasser-undMeeresressourcen x EWasser-undMeeresressourcen
Policies
ESRS E3-1 13 SpezielleStrategie x EWasser-undMeeresressourcen
Policies
ESRS E3-1 14 NachhaltigeOzeaneundMeere x Nichtwesentlich
ESRS E3-4 28c Gesamtmengedeszurückgewonnenen
undwiederverwendetenWassers
x EWasser-undMeeresressourcen
Wasserverbrauch
66 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS E3-4 29 Gesamtwasserverbrauchinm³je
NettoeinnahmeauseigenenTätigkeiten
x EWasser-undMeeresressourcen
Wasserverbrauch
ESRS 2 E4 SBM-3
16a i
ListederUnternehmensstandorte
einschließlichderStandorteunterseiner
operativenKontrolledieTätigkeiten
durchführendieinGebietenmit
schutzbedürftigerBiodiversitätnegative
Auswirkungenhaben
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemeGebietemit
schutzbedürftigerBiodiversität
ESRS 2 E4 SBM-3
16b
festgestelltewesentlichenegative
AuswirkungeninBezugauf
LanddegradationWüstenbildungoder
Bodenversiegelung
x Nichtwesentlich
ESRS 2 E4 SBM-3
16c
TätigkeitendiesichaufbedrohteArten
auswirken
x Nichtwesentlich
ESRS E4-2 24b NachhaltigeVerfahrenoderStrategienim
BereichLandnutzungundLandwirtschaft
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemePolicies
ESRS E4-2 24c NachhaltigeVerfahrenoderStrategienim
BereichOzeane/Meere
x Nichtwesentlich
ESRS E4-2 24d StrategienzurBekämpfungder
Entwaldung
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemePolicies
ESRS E5-5 37d NichtrecycelteAbfälle x Nichtwesentlich(jedochzufinden
imAnhangAbfall)
ESRS E5-5 39 GefährlicheundradioaktiveAbfälle x Nichtwesentlich(jedochzufinden
imAnhangAbfall)
ESRS 2 S1 SBM-3
14f
RisikovonZwangsarbeit x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensManagementder
sozialenNachhaltigkeit)
ESRS 2 S1 SBM-3
14g
RisikovonKinderarbeit x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensManagementder
sozialenNachhaltigkeit)
ESRS S1-1 20 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechtspolitik
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 21 VorschriftenzurSorgfaltsprüfunginBezug
aufFragendieindengrundlegenden
KonventionenbisderInternationalen
Arbeitsorganisationbehandeltwerden
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 22 VerfahrenundMaßnahmenzur
BekämpfungdesMenschenhandels
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 23 StrategieodereinManagementsystemin
BezugaufdieVerhütungvon
Arbeitsunfällen
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-3 32c BearbeitungvonBeschwerden x SArbeitskräftedesUnternehmens
KanäleumBedenkenzuäußern
ESRS S1-14 88b,c ZahlderTodesfälleundZahlundQuote
derArbeitsunfälle
x x SArbeitskräftedesUnternehmens
GesundheitundSicherheit
ESRS S1-14 88e AnzahlderdurchVerletzungenUnfälle
TodesfälleoderKrankheitenbedingten
Ausfalltage
x SArbeitskräftedesUnternehmens
GesundheitundSicherheit
ESRS S1-16 97a Unbereinigtesgeschlechtsspezifisches
Verdienstgefälle
x x SArbeitskräftedesUnternehmens
Geschlechtsspezifisches
Verdienstgefälle
ESRS S1-16 97b ÜberhöhteVergütungvonMitgliedernder
Leitungsorgane
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Verhältnisderjährlichen
Gesamtvergütung
ESRS S1-17 103a FällevonDiskriminierung x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensGemeldeteBedenken
undMenschenrechtsverletzungen)
ESRS S1-17 104a NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensGemeldeteBedenken
undMenschenrechtsverletzungen)
ESRS 2 S2 SBM-3
11b
ErheblichesRisikovonKinderarbeitoder
ZwangsarbeitinderWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteBeschäftigtein
derWertschöpfungskette
SchutzbedürftigeGruppenund
geographischesRisiko
ESRS S2-1 17 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechtspolitik
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-1 18 StrategienimZusammenhangmit
ArbeitskräfteninderWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-1 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
Absatz
x x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
67 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS S2-1 19 VorschriftenzurSorgfaltsprüfunginBezug
aufFragendieindengrundlegenden
KonventionenbisderInternationalen
Arbeitsorganisationbehandeltwerden
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-4 36 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechteninnerhalbdervor-
undnachgelagertenWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteMaßnahmen
ESRS S3-1 16 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechte
x Nichtwesentlich
ESRS S3-1 17 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich
ESRS S3-4 36 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechten
x Nichtwesentlich
ESRS S4-1 16 StrategienimZusammenhangmit
VerbrauchernundEndnutzern
x Nichtwesentlich
ESRS S4-1 17 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich
ESRS S4-4 35 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechten
x Nichtwesentlich
ESRS G1-1: 10b ÜbereinkommenderVereintenNationen
gegenKorruption
x GUnternehmensführungPolicies
ESRS G1-1 10d SchutzvonHinweisgeberninnen
(Whistleblowers)
x GUnternehmensführungPolicies
ESRS G1-4 24a GeldstrafenfürVerstößegegen
Korruptions-undBestechungsvorschriften
x x GUnternehmensführungKennzahlen
ESRS G1-4 24b StandardszurBekämpfungvonKorruption
undBestechung
x GUnternehmensführungKennzahlen
68 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gemäß den Verordnungen, (EU) 2020/852 der Europäischen Kom-
mission vom 18. Juni 2020, (EU) 2021/2139 der Europäischen Kom-
mission vom 4. Juni 2021, (EU) 2021/2178 der Europäischen Kom-
mission vom 6. Juli 2021, (EU) 2022/1214 der Europäischen Kom-
mission vom 9. März 2022 und der Anpassung der delegierten Um-
weltrechtsakte (EU) 2023/2485 und 2023/2486 zum 27. Juni 2023,
ist die Lenzing Gruppe verpflichtet, drei wesentliche Leistungs-
kennzahlen Umsatz, CapEx und OpEx offenzulegen. Für das Ge-
schäftsjahr 2025 und 2024 sind für die Umweltziele 1-6 die Taxo-
nomiefähigkeit und Taxonomiekonformität der Wirtschaftstätigkei-
ten der Lenzing Gruppe offenzulegen. Die Lenzing Gruppe hat eine
EU-Taxonomie-Rechnungslegungs-Richtlinie erarbeitet, welche
die Methodik zur Ermittlung und Offenlegung der drei Leistungs-
kennzahlen gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 de-
finiert. Im Zuge der Omnibus-Initiative I der Europäischen Kommis-
sion im Jahr 2025 wurde durch die delegierte Verordnung (EU)
2026/73, veröffentlicht im Amtsblatt der Europäischen Union am
8. Jänner 2026, eine Anpassung der delegierten Verordnung (EU)
2021/2178 zu Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung vorgenom-
men. Diese Anpassungen führen insbesondere zu Reduktionen im
Umfang der Meldebögen sowie, unter bestimmten Voraussetzun-
gen, Erleichterungen in der Bewertung von umfassten Wirtschafts-
aktivitäten.
Die Lenzing Gruppe wendet für das Geschäftsjahr 2025 die in der
delegierten Verordnung (EU) 2026/73 vorgesehenen Vereinfa-
chungen an. Die Offenlegung der Angaben gemäß der EU-Taxono-
mie-Verordnung (EU) 2020/852 in Verbindung mit der delegierten
Verordnung (EU) 2021/2178 erfolgt zum Stichtag 31. Dezember
2025 in der jeweils geltenden Fassung. Da nach wie vor Unsicher-
heiten in der rechtlichen Auslegung von Teilen der Bestimmungen
bestehen, werden, soweit dies als zweckmäßig erachtet wird, die
Rechtsauslegungen der EU-Kommission, welche sie in ihren Be-
kanntmachungen im Amtsblatt kundgemacht hat, herangezogen.
Taxonomiefähigkeit bezieht sich auf Wirtschaftsaktivitäten, welche
in der Taxonomie-Verordnung als solche definiert sind. Die Taxono-
miekonformität geht über die Taxonomiefähigkeit hinaus und im-
pliziert, dass die jeweiligen Wirtschaftstätigkeiten die geltenden
technischen Bewertungskriterien erfüllen, einen wesentlichen Bei-
trag zu mindestens einem der sechs Umweltziele leisten, keines
der übrigen Umweltziele erheblich beeinträchtigen („Do No Signi-
ficant Harm“) und die Anforderungen an den Mindestschutz ein-
halten.
Zur Bestimmung der taxonomiefähigen Aktivitäten hat die Lenzing
Gruppe alle in der EU-Taxonomie aufgeführten Wirtschaftstätigkei-
ten analysiert. Die Taxonomiefähigkeit wurde anhand der Beschrei-
bung der Wirtschaftsaktivitäten ermittelt. Angesichts der aktuellen
EU-Gesetzgebung sind nicht alle Wirtschaftstätigkeiten und Wirt-
schaftszweige von den sechs derzeit geltenden Umweltzielen er-
fasst. Im Jahr 2022 wurden die ersten beiden Umweltziele berich-
tet, welche nicht die Kerngeschäftstätigkeiten der Lenzing Gruppe
(Herstellung von regenerierten Cellulosefasern, Faserzellstoffpro-
duktion und unterstützende Tätigkeiten) umfassen. Die Veröffentli-
chung der vier zusätzlichen Umweltziele und die Anpassung der
bestehenden Ziele hat an dieser Situation nichts geändert. Die An-
gaben zu taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten für das Ge-
schäftsjahr 2025 und 2024 erstrecken sich daher nur auf einen sehr
kleinen Teil der Aktivitäten der Lenzing Gruppe.
Für das Geschäftsjahr 2025 liegt der Anteil der taxonomiefähigen
Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausga-
ben (OpEx) jeweils unter dem in der delegierten Verordnung (EU)
2026/73 vorgesehenen Wesentlichkeitsschwellenwert von 10 %.
In Anwendung der durch die Omnibus-Initiative I eingeführten Ver-
einfachungsregelungen wurde daher auf eine weitergehende Be-
wertung der Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Wirt-
schaftstätigkeiten verzichtet. Unternehmensintern haben soziale
und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten hohe Priorität und sind
in Richtlinien, Prozessen und Schulungen verankert. Im Rahmen der
EU-Taxonomie-Berichterstattung wurden die Minimum Social Sa-
feguards (Art.ௗ18) nicht gesondert bzw. vertieft beurteilt, da der An-
teil taxonomiefähiger Aktivitäten unter 10ௗ% liegt und entsprechend
die Vereinfachungsregelungen angewendet wurden. Im Einklang
mit Artikel 2 Absatz 1a der EU-Taxonomie-Verordnung in der durch
die delegierte Verordnung (EU) 2026/73 geänderten Fassung gel-
ten jene Wirtschaftstätigkeiten der Lenzing Gruppe, die einzelnen
untergeordneten Wirtschaftszweigen zuzuordnen sind, als nicht
wesentlich, da deren Anteile an Umsatzerlösen, CapEx und OpEx
jeweils unter dem Wesentlichkeitsschwellenwert von 10 % liegen.
Diese Tätigkeiten betreffen nicht-kerngeschäftliche bzw. unter-
stützende Bereiche und haben keinen wesentlichen Einfluss auf die
Gesamtleistung der Lenzing Gruppe.
Zu den nicht bewerteten nicht wesentlichen Tätigkeiten zählen
Wirtschaftstätigkeiten, die keinen wesentlichen Einfluss auf die
Leistungskennzahlen Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CapEx)
und Betriebsausgaben (OpEx) der Lenzing Gruppe haben. Diese
Tätigkeiten umfassen folgende Sektoren: Herstellung von Soda
(3.12), Übertragung und Verteilung von Elektrizität (4.9), Kraft-
Wärme/Kälte-Kopplung mit erneuerbaren nichtfossilen gasförmi-
gen und flüssigen Brennstoffen (4.19), Kraft-Wärme/Kälte-Kopp-
lung mit Bioenergie (4.20), Beförderung mit Motorrädern, Perso-
nenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (6.5) sowie Erwerb
von und Eigentum an Gebäuden (7.7).
Die Lenzing Gruppe vermeidet jegliche Doppelzählung, indem sie
die Daten für jede Leistungskennzahl getrennt voneinander aus-
wertet. Alle identifizierten Wirtschaftsaktivitäten werden lediglich
einmal für das Umweltziel „Klimaschutz“ gezählt. Die Lenzing
Gruppe ermittelt die 3 KPIs (Umsatz, CapEx und OpEx) gemäß der
Definition des delegierten Offenlegungsrechtsaktes (EU)
2021/2178. Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr gab
es keine signifikanten Änderungen in der Anwendung der Berech-
nungen. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozent-
angaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungs-
hilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU)
2020/852
69 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Anteil des Umsatzes, der CapEx und OpEx aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2025
KPI Insgesamt Anteil
taxonomie-
fähiger
Tätigkeiten
Taxonomie
-konforme
Tätigkeiten
Anteil
taxono
mie-
konfor
mer
Tätigk
eiten
AufschlüsselungdertaxonomiekonformenTätigkeitennachUmweltzielen Anteilder
ermögli-
chenden
Tätigkeiten
Anteilder
Übergangs-
tätigkeiten
Nicht
bewertete
nicht
wesentliche
Tätigkeiten
Taxonomie
-konforme
Tätigkeiten
im
vorange-
gangen
Geschätfs-
jahr
Anteil
taxonomie-
konformer
Tätigkeiten
im
vorange-
gangenen
Geschäfts-
jahr
Klima-
schutz
Anpassung
anden
Klima-
wandel
Wasser Kreislauf-
wirtschaft
Umwelt-
verschm
utzung
Biologische
Vielfalt
(1) () () () () () () () () () () () () () () ()
EURMio EURMio EURMio
Umsatz          
CapEx          
OpEx          
70 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Umsatzerlöse umfassen die gemäß International Accounting
Standard (IAS) 1.82 (a) in der Fassung der Verordnung (EG)
Nr. 1126/2008 der Kommission ausgewiesenen Einnahmen und
sind im Konzernabschluss 2025 angegeben (siehe Position „Um-
satzerlöse“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung). Die
Umsatzerlöse aus Waren oder Dienstleistungen, einschließlich im-
materieller Vermögenswerte, die mit taxonomiefähigen Wirt-
schaftsaktivitäten verbunden sind, werden im Verhältnis zu den
gesamten Umsatzerlösen dargestellt.
Die gesamten Investitionsausgaben (CapEx) erstrecken sich auf
buchmäßige (nicht zahlungswirksame) Zugänge zu Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten, biologischen Vermögenswerten
und Nutzungsrechten. Die Investitionsausgaben, die sich auf Ver-
mögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähigen
Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, werden im Verhältnis zu
den gesamten CapEx dargestellt.
EU Taxonomie, CapEx
EUR Mio.
1-12/2025
EUR Mio.
1-12/2024
Zugänge immaterielle Vermögenswerte
(siehe Note 17 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge Sachanlagen ohne geleistete Anzahlungen  
Zugänge Grundstücke und Bauten
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Umgliederung der geleisteten Anzahlungen
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)
–
a

a
Zugänge biologische Vermögenswerte
(siehe Note 19 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge Nutzungsrechte Leasing
(siehe Note 20 im Konzernabschluss 2025)
 
Summe  
a) In den Zugängen sind Anzahlungen in der Höhe von EUR 2,3 Mio. (2024: EUR 4,5 Mio.) enthalten, die im Geschäftsjahr aktiviert wurden. Der Zugang der geleisteten Anzahlun-
gen im Vergleich zur Vorperiode beträgt EUR 3,6 Mio. (2024: EUR 2,1 Mio.).
Die Betriebsausgaben (OpEx) umfassen direkte nicht kapitalisierte
Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanie-
rungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingverhältnisse, Instandhaltung
und Wartung beziehen. Die Aufwendungen für Instandhaltung und
Wartung beziehen sich auf die tägliche Wartung (einschließlich
Wartungsmaterial) von Sachanlagen. Die OpEx, die mit taxonomie-
fähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, werden im Verhält-
nis zu den gesamten OpEx dargestellt.
EU Taxonomie, OpEx
EUR Mio.
1-12/2025
EUR Mio.
1-12/2024
Instandhaltung und Wartung
(siehe Note 6 im Konzernabschluss 2025)  
Miet- und Leasingaufwendungen (kurzfristig)
(siehe Note 21 im Konzernabschluss 2025)  
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(siehe Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2025)
 
Abzüglich Abschreibungen enthalten in Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(siehe Note 6 im Konzernabschluss 2025) – –
Summe  
71 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Da die Herstellung von Faserzellstoff und Fasern energieintensiv ist, stellt der Klimawandel für Lenzing eine grundlegende Heraus-
forderung dar. Dieses Kapitel beschreibt die Klimastrategie von Lenzing, die die Abkehr von fossilen Brennstoffen, den Einsatz
erneuerbarer Energien und Investitionen in moderne Technologien umfasst, um die Energieeffizienz zu erhöhen und die Treibhaus-
gasemissionen (THG) aller Standorte weltweit zu senken. Der Fortschritt wird anhand wissenschaftlich fundierter Ziele (SBTs) ge-
messen, die von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurden, mit kurzfristigen Zielen und der langfristigen Ambition,
bis 2050 Netto-Null-Emissionen im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris zu erreichen. Das Kapitel befasst sich auch mit
klimabezogenen Risiken und Chancen in einem sich verändernden regulatorischen und marktbezogenen Umfeld und hebt die
Bedeutung von Innovation und Resilienz hervor. Lenzing berichtet transparent nach den CDP- und TCFD-Standards und hat in der
Kategorie „Climate Change“ fünf Jahre in Folge die CDP-Bewertung „A“ erhalten, was ihre führende Rolle im Klimaschutz unter-
streicht.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Anpassungen
an den
Klimawandel
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Mittel-bis
langfristig
Klimamodellezeigendasssteigendeglobale
DurchschnittstemperaturenzueinerZunahme
chronischerphysischerKlimagefahrenführen
werdenDerBetriebunddieLieferkettevon
Lenzingkönntenzunehmendvonextremen
WetterereignissenWasserknappheitund
anderenphysikalischenGefahren
unterschiedlichenAusmaßesbetroffensein
AlleidentifiziertenRisikenwerdenvonLenzing
durcheineumfassendeDiversifizierungder
LieferantenundeinganzheitlichesBestands-
undRessourcenmanagementgehandhabt
*Nachhaltigkeits-
Policy(auch
VC)
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*KeinZiel
*VC
Einbeziehung
vonLieferanten
*Bewertungvon
Risikenund
Chancen|Lenzings
Reaktionauf
chronische
physikalische
Klimarisiken[E
SBM-](auchVC)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Langfristig
DaHolzeinerderwichtigstenRohstoffefür
LenzingistkanndasRisikoder
NichtverfügbarkeitvonHolzaufgrundvon
Waldschäden(KrankheitenSchädlingeusw)
alsdirekteFolgehöherer
DurchschnittstemperaturendasKerngeschäft
beeinträchtigen
*VC
Nachhaltigkeits-
Policy
*Außerhalbder
VC
Naturschutzproje
kte
*Naturbasierte
Lösungen
Keine
Kennzahl
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Holz ist die wichtigste natürliche Ressource für die
Lenzing Gruppe, da es für die Herstellung von
regenerierten Cellulosefasern benötigt wird. Trotz
der nachhaltigen Beschaffungspolitik von Lenzing
und der rückwärtsintegrierten Produktion besteht
die Gefahr, dass die Holzpreise aufgrund des
Klimawandels und des zunehmenden
Wettbewerbs um Biomasse und Landnutzung
steigen.
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Außerhalb der
VC:
Naturschutzproje
kte
*Naturbasierte
Lösungen
Keine
Kennzahl
E1 Klimawandel
72 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Klimaschutz Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurz-bis
mittelfristig
DiezunehmendeRegulierunginsbesonderein
BezugaufUmweltsteuernund
Kohlenstoffbepreisungstellteinrelevantes
RisikofürLenzingdarIndenLändernin
denenLenzingkohlenstoffintensiveProzesse
durchführtwurdenbereitsVorschriftenfür
Treibhausgasemissioneneingeführt(wiezum
BeispielVerbesserungderEnergieeffizienzund
regulierteEmissionszertifikate)undstrengere
VorschriftendiedieKostenfür
Treibhausgasemissionenerhöhenkönntensind
inVorbereitungLenzingführtstrenge
Energieeffizienzmaßnahmeneinumihr
potenziellesRisikodurchUmweltsteuernzu
verringern
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*THG-
Emissionen
(E-)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Mittel- bis
langfristig
Die Lenzing Gruppe sieht in der raschen
Dekarbonisierung eine große Geschäftschance,
um Risiken aus dem operativen Geschäft zu
nehmen, Widerstandsfähigkeit aufzubauen,
Produkte mit geringeren Klimaauswirkungen auf
den Markt zu bringen und
Energieeffizienzgewinne zu erzielen. Lenzing wird
seine Treibhausgasemissionen in den kommenden
Jahren durch eine Reihe entsprechender
Maßnahmen (Dekarbonisierungsstrategie) und
wissenschaftlich fundierter Ziele erheblich
reduzieren. Darüber hinaus strebt Lenzing an, bis
2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu
erreichen.
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy
und Standard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Netto-
Null-Ziel
*FEM
*Hebel kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*Hebel Einbindung
von Lieferanten
*THG-
Emissionen
(E1-6)
Energie Negative
Auswirkung
-Tatsächlich
-Eigene
Tätigkeiten
-Langfristig
DurchdieNutzungnichterneuerbarer
Energiequellenoderineffizienter
Energieumwandlungstechnologienerzeugt
LenzingTreibhausgasemissionendiezum
globalenKlimawandelbeitragen
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*FEM
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
RisikodassdieEnergiewendenichtim
Einklangmitdenwissenschaftlichfundierten
ZielenderLenzingGruppeerreichtwird
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DerRufvonLenzingkönnteSchaden
nehmenwenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugauf
Energiequellennichterfülltwerden
Lenzingverfügtüberenergieintensive
ProzessediezuTreibhausgasemissionen
führenundsiehtsicheinemzunehmenden
DruckdurchKundenundEU-Richtlinien
ausgesetztihrenCO
-Fußabdruckzu
verbessernwaseinRisikofürLenzing
darstelltwenndieErwartungennichterfüllt
werden
*Policyfür
Bioenergie
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*FEM
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DieRohstoffpreise(z BHolzZellstoffund
Chemikalien)könntenaufgrundder
VerfügbarkeitvonEnergieundder
PreisvolatilitätinfolgedesKlimawandels
steigenZumBeispieleinAnstiegdes
Holzpreisesaufgrunddersteigenden
NachfragenacherneuerbarenEnergiequellen
Nullabholzungstendenzenund/oderhäufiger
auftretendeSchädlingeundKrankheiten(z B
Schädlingsbefall)aufgrundveränderter
WettermusteralsFolgedesKlimawandels
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
73 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
MitderRichtlinieübererneuerbareEnergien
(REDII/III)könnteBiomasseneueingestuft
werdenundnichtmehralserneuerbar
gelten
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
UnvorhergeseheneEnergieengpässekönnten
dieGeschäftstätigkeitvonLenzing
beeinträchtigenwaseinfinanziellesRisiko
darstellenkann
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
LenzingsiehteineChancesichdurchdie
proaktiveBewältigungökologischer
Herausforderungengünstigzupositionieren
DarüberhinauskönnendieEnergiekosten
durchdenEinsatzerneuerbarerEnergiequellen
undneuerTechnologienlangfristiggesenkt
werdenwaszueinemMarktvorteilführen
kannwenndieUmstellungrascherfolgt
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
74 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
[ESRS E1-1]
Klimaaktionsplan
[E1-1 16a, 16g]
Im Einklang mit dem 1,5-°C-Ziel des Übereinkommens von Paris und dem SDG 13 der UN hat sich Lenzing ehrgeizige kurz- und langfristige
wissenschaftlich fundierte Ziele (SBTs) gesetzt. Bis 2030 will das Unternehmen die absoluten THG-Emissionen in Scope 1 und 2 um 42
Prozent und in Scope 3 um 25 Prozent reduzieren (Bezugsjahr 2021). Lenzing hat einen Klimaaktionsplan bis 2030, der in der folgenden
Box vorgestellt wird. Darüber hinaus strebt Lenzing an, bis 2050 Netto-Null-THG-Emissionen zu erreichen. Die Lenzing Gruppe ist im
Paris-abgestimmten EU-Referenzwert enthalten.
KLIMAAKTIONSPLAN
[E1-1 14]
Lenzing bekennt sich zu ihren SBTs und hat eine entsprechende Roadmap bis 2030 umgesetzt. Diese Roadmap wird regelmäßig
aktualisiert, um die Weiterentwicklung technischer Optionen und sich verändernde Marktbedingungen zu berücksichtigen.
Abstimmung auf die Unternehmensstrategie
[E1-1 16h, 16i, 17]
Lenzings Unternehmensstrategie integriert Klimaschutzziele in die
strategische Entscheidungsfindung. Der vom Vorstand geneh-
migte Klimaaktionsplan für den Klimaschutz ist Bestandteil der
langfristigen Unternehmensstrategie von Lenzing. Projekte werden
im Rahmen der Entscheidungsfindung des Vorstands auf ihren
Nutzen und ihren Beitrag zu den Auswirkungen des Klimawandels
geprüft. Im jährlichen mittelfristigen Planungs- und Budgetierungs-
prozess (MTP) werden Projekte im Hinblick auf ihre Relevanz für
den Klimaaktionsplan und ihre THG-Emissionen bewertet. Die Er-
gebnisse dienen als zusätzliche Entscheidungskriterien. Lenzing ar-
beitet aktuell daran, den Plan zu stärken, um die formalen Anforde-
rungen eines Übergangsplans gemäß den Europäischen Standards
für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) bis 2028 zu erfül-
len.
[E1-1 16b, 16c, MDR-A 69b]
Lenzing hat an ihrem Viscosestandort in Nanjing (China) rund
EUR 30 Mio. investiert, um von Kohle auf Erdgas umzustellen. Dar-
über hinaus hat Lenzing mehrere andere klimabezogene Initiativen
umgesetzt. Unter anderem bezieht sie an sieben Produktionsstät-
ten weltweit erneuerbare Energien aus dem Netz und für ihr
Lyocellwerk in Prachinburi (Thailand) über 70 Prozent des Energie-
bedarfs aus Biomasse. Durch diese Initiativen sind die Betriebsaus-
gaben (OpEx) der Gruppe gestiegen. Dank dieser Maßnahmen
75 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Scope 1+2+3
kt CO
2
e
Wissenschaftlich
fundiertes Ziel 2030
2017
Expansion2021
Basisjahr
Kontinu-
ierliche
Verbes-
serung
Erneuer-
bare
Elektri-
zität
Kohlen-
stoffarme
Brenn-
stoffe
Elektrifi-
zierung
Gekaufte
Waren
und
Dienst-
leistungen
2
(Scope 3
Kat1)
Scope 3
Brenn-
stoffe &
Logistik
2030
Zieljahr
2030 Ziel
Scope 1+2+3
Geplante Reduktion
in Scope 1+2
Erwartete Reduktion
in Scope 3
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
3.857
3.592
255 90
242
671
79
771
169
1.825
2.393
–33
%
–49 %
1 Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogene Scope 2, und Scope 3 Kategorien 1, 3, 4 und 9 - aber ohne Kategorie 15.
2 Reduktionen bei gekauften Waren und Dienstleistungen erfolgen durch erneuerbare Elektrizität, sauberere Brennstoffe und Eletrifizierung.
Klimaaktionsplan
1
kann Lenzing Premiumprodukte mit einem geringen CO
2
-Fußab-
druck anbieten. Zusätzlich steht Lenzing in kontinuierlichem Aus-
tausch mit ihren Lieferanten, um über langfristige Verträge Roh-
stoffe mit geringem CO
2
-Fußabdruck zu beschaffen. Im Einklang
mit ihren SBTs und dem Klimaaktionsplan werden kontinuierlich
Möglichkeiten geprüft, um die Dekarbonisierung der Standorte
von Lenzing und der Lieferkette in verschiedenen Ländern fortzu-
setzen (siehe Roadmap für die wichtigsten Hebel). So erwägt
Lenzing beispielsweise eine Investition an ihrem Standort Heiligen-
kreuz (Österreich) in ein Projekt, das den Verbrauch fossiler Brenn-
stoffe und die Treibhausgasemissionen erheblich reduzieren würde.
Nähere Informationen zu den wichtigsten Maßnahmen, die entlang
den Dekarbonisierungshebeln beschrieben sind, finden Sie im Ab-
schnitt „Maßnahmen“ in diesem Kapitel.
Status und Hindernisse
[E1-1 16j]
Derzeit erschwert unter anderem eine angespannte Marktlage die
Umsetzung entscheidender Elemente des Aktionsplans. Hierzu
zählen die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von netzbasiertem
Strom aus erneuerbaren Quellen sowie die Kostenunterschiede
zwischen erneuerbaren Brennstoffen (wie grünem Wasserstoff und
Ammoniak) und Energie aus fossilen Energieträgern. Weitere Hin-
dernisse sind die fehlenden gleichen Wettbewerbsbedingungen
für Produkte mit geringem CO
2
-Fußabdruck sowie die einge-
schränkte Bereitschaft von Geschäftspartnern, Kosten und Risiken
von Investitionen zu teilen.
Lenzing arbeitet zusammen mit Partnern und politischen Entschei-
dungsträger:innen daran, Lösungen für diese Hindernisse zu finden,
Anreize für die Umsetzung von Klimaaktionsplänen zu schaffen und
die Transformation der Branche zu unterstützen.
Das bisherige funktionsübergreifenden Projektteam bleibt beste-
hen und ist dafür zuständig, die Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing mit der globalen Projektleitung und der Unterstützung des
Chief Pulp & Technology Officer (CPO) umzusetzen. Das Projekt-
management umfasst einen Lenkungsausschuss, der eine Abstim-
mung zwischen allen Entscheidungsträger:innen und Funktionen
ermöglicht, Entscheidungen beschleunigt und die Zustimmung der
verschiedenen Verantwortlichen für zentrale Projekte, Standorte
und Funktionen sicherstellt. Die globale Projektleitung trägt die
operative Verantwortung für die Koordination der Roadmap-Ent-
wicklung und die Bereitstellung von Best-Practice-Ansätzen zur
Umsetzung der Klimaziele auf Standort- und Gruppenebene. Dar-
über hinaus unterstützt diese Rolle die Funktionen bei der Integra-
tion klimabezogener Überlegungen in wesentliche Geschäftsent-
scheidungen. Zur Sicherstellung von Engagement und Eigenver-
antwortung sind die Produktionsstandorte und Funktionen für die
mittel- bis langfristige Entwicklung und Umsetzung ihrer Road-
maps zuständlich. Die globale Projektleitung übernimmt dabei eine
unterstützende und koordinierende Rolle.
Gebundene Treibhausgasemissionen
[E1-1 16d]
Lenzings Kohlekessel am Standort in Purwakarta (Indonesien) und
die Müllverbrennungsanlage am Standort in Lenzing (Österreich)
werden über ihre Betriebsdauer in Zukunft erhebliche gebundene
THG-Emissionen verursachen. Diese könnten das Erreichen der
kurzfristigen und wissenschaftlich fundierten Netto-Null-Ziele ge-
fährden, wenn die derzeitige Infrastruktur nicht geändert wird. Der
Austausch der Kohlekessel gegen neue, mit alternativen Brennstof-
fen kompatible Anlagen könnte die Risiken erheblich mindern und
die THG-Emissionsreduktionsziele unterstützen. Gleichwohl ver-
bleiben zahlreiche Hindernisse und Herausforderungen, die mit
Unterstützung von Geschäftspartnern und Initiativen angegangen
werden müssen (siehe Abschnitt „Status und Hindernisse“).
Hebel zur Erreichung wissenschaftlich
fundierter Ziele
[E1-1 16b]
Zur Reduzierung der Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Emissionen
setzt Lenzing unterschiedliche Hebel ein, die sich an der techni-
schen Machbarkeit orientieren (siehe hierzu Abbildung „Hebel zur
Erreichung wissenschaftlich fundierter Ziele“). Nähere Informatio-
nen zu den wichtigsten Maßnahmen, die nach den Dekarbonisie-
rungshebeln beschrieben sind, finden Sie im Abschnitt „Maßnah-
men“ in diesem Kapitel.
76 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Hebel zur Erreichung
w
issenschaftlich fundierter Ziele
Kontinuierliche
Verbesserung
Reduzieren
Verbessern
Beseitigen
Kohlen-
stoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
Erneuerbare
Elektrizität
Logistik
Einbindung der
Lieferanten
Carbon
removals
Kohlenstoff-
neutrales
Wachstum
Elektrifizierung
& neue
Technologien
Bewertung von Risiken und Chancen
[E1 ESRS 2 SBM-3 19a, 19b]
Der Bewertungsprozess der Task Force on Climate-related Finan-
cial Disclosures (TCFD) wurde bei Lenzing erstmals 2020 umge-
setzt. Nachdem im Jahr 2024 ein TCFD-Risikobewertungsverfah-
ren auf Basis einer externen Software-as-a-Service-Lösung einge-
führt wurde, wurde die Bewertung im Berichtsjahr weiter verfeinert,
um die neuesten Emissionspfad-Szenarien einzubeziehen, um kli-
mawandelbezogene Risiken in Bezug auf die Tätigkeiten von
Lenzing und ihre Wertschöpfungskette zu quantifizieren. Die Ana-
lyse umfasste die Auswirkungen auf kurz-, mittel- und langfristige
Zeithorizonte und berücksichtigt verschiedene Emissionsszenarien,
um die Treiber von physischen und Übergangsrisiken zu erfassen.
Die nachfolgende Tabelle „Risiko- und Chancenbewertung –
Merkmale der Klimaszenarien“ bietet einen Überblick über die Be-
schreibungen und Annahmen der Szenarien.
Risiko- und Chancenbewertung - Merkmale der Klimaszenarien
a
NGFS-Klimaszenario Gegenwärtige Maßnahmen NDCs Netto-Null-Emissionen bis 2050
Associated Shared Socioeconomic
pathways (SSP)
SSP- SSP- SSP-
Globaler Temperaturanstieg (bis 2100) °C °C °C
Politischer Rahmen NuraktuellumgesetzteKlimapolitiken
bleibenbestehenwaszuhohen
physischenRisikenführt
UmfasstallevondenLändern
versprochenenZieleauchwenn
sienochnichtdurchumgesetzte
wirksamePoliciesuntermauert
werden
Begrenzungderglobalen
Erwärmungauf°Cdurch
strengeklimapolitischeMaßnahmen
undInnovationenum
weltweitNetto-Null-Emissionenzu
erreichen
Politische Maßnahmen Keine(aktuellenPolicies) Abgestimmtaufdienational
festgelegtenBeiträge(NDCs)
Unmittelbarundproblemlos
Technologischer Wandel Langsam Langsam Schnell
Entfernung von Kohlendioxid Gering Gering-mittel Mittel-hoch
Regionale Unterschiede Gering Mittel Mittel
Globaler Kohlenstoffpreis (2030,
2050)
  
Globaler nachhaltiger Einkaufstrend -
%-Anteil der Bevölkerung, die
nachhaltig einkauft (2030)
  
a) Quelle: Resilienz Kohlenstoffpreis- und Verbrauchertrendanalyse einschließlich des Szenarienportals des Netzwerks zur Ökologisierung des Finanzsystems (NGFS)
Ergebnis der Bewertung
[E1 ESRS 2 SBM-3 18, 19c]
Die Ergebnisse der quantifizierten Risiken sind in der Tabelle „Prognostiziertes Klimarisikopotenzial“ zusammengefasst. Diese werden in
Übereinstimmung mit dem internen Ansatz für Enterprise Risk Management (ERM) und die doppelte Wesentlichkeit in Kategorien mit
geringem, mittlerem und hohem Risiko qualitativ dargestellt.
Prognostiziertes Klimarisikopotenzial
Zeithorizont (Jahre)
0-5
6-10
11-20
0-5
6-10
11-20
0-5
6-10
11-20
Risikokategorie
a
Gegen-
wärtige
Maßnahmen
NDCs
Netto-Null-
Emissionen
bis 2050
Beschreibung der Ergebnisse Wesentliche Annahmen
Übergangsrisiken
Politik
IneinemNetto-Null-Szenariobiswürde
derÜbergangzueinerkohlenstoffarmen
WirtschaftstrengereKohlenstoffvorschriften
erforderndiesichweltweitinden
Kohlenstoffpreisenwiderspiegelnumdie
Temperaturenunter°CzuhaltenDies
würdefürLenzingeinhöheresPolitikrisiko
bedeuten
DasRisiko„AufkommendeVorschriftenzur
Kohlenstoffbepreisung“wirdinderTabelle
„ÜbergangsrisikenphysischeRisikenund
Übergangschancen"näherbeschrieben
DasPolitikmodellenthältDatenzur
KohlenstoffbepreisungproLandund
SektordieanschließendaufjedesLand
undjedenEmissionsbereichangewendet
werdenDievorgelagertenAuswirkungen
beziehensichaufdieKostender
Kohlenstoffbepreisungwährenddie
nachgelagertenAuswirkungendie
Einnahmenbeeinflussen(wassichin
höherenProduktpreisenniederschlägt)
Technologie
IneinemNetto-Null-Szenariobismuss
derÜbergangzuumweltfreundlichenAnlagen
weltweitschnellererfolgenumdie
Temperaturenunter°Czuhaltenwas
fürLenzingkurzfristigeingrößeresRisikofür
einetechnologischeWertminderungbedeutet
DasTechnologierisikobasiertaufdenvon
LenzingbetriebenenAnlagenundderen
AbhängigkeitenvonfossilenBrennstoffen
undAbschreibungsraten
77 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Konsumenten-
stimmung
IneinemNetto-Null-Szenariobiswürde
derÜbergangzueinerkohlenstoffarmen
WirtschaftzueinemRückgangineinigender
vonLenzingbedientenSektorenführen
wodurchsichderKundenstammvonLenzing
unddamitdieGesamtnachfrageverringern
würde
AufProduktebenewirddasProduktportfolio
vonLenzingalseinenachhaltigeAlternative
angesehenundkönntedahervoneiner
steigendenNachfrageprofitierendaKunden
zunehmendnachhaltigereKaufentscheidungen
treffenDieswirdinzweiÜbergangschancen
angesprochendieinderTabelle
„ÜbergangsrisikenphysischeRisikenund
Übergangschancen"näherbeschrieben
werden
DasModellderVerbrauchernachfrage
decktnichtnurdieNachfrageder
VerbrauchernachProduktenabsondern
auchdieaggregierteNachfrageder
WirtschaftssektorennachProduktenvon
LenzingDieallgemeineAufteilungdes
NachfragemodellsnachSektorenmuss
nochverbessertwerdenumdie
geschäftlichenBeziehungenvonLenzing
besserwiderzuspiegeln
Haftbarkeit
DasHaftungsrisikofürLenzingistminimalda
ihrSektorundStandortwenigeranfälligfür
Rechtsstreitigkeitensindunddie
Emissionsintensitätnaheam
Branchendurchschnittliegt
DasHaftungsrisikobasiertaufder
BranchedemStandortdemMarktanteil
undderEmissionsintensitätvonLenzingim
VergleichzumBranchendurchschnitt
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktfürKlagenangesehen
werden
Investoren-
stimmung
DasInvestorenrisikofürLenzingistminimal
dadieEmissionsintensitätdesUnternehmens
nahedemBranchendurchschnittliegt
DasInvestorenrisikobasiertaufden
KapitalkostenvonLenzingundder
EmissionsintensitätvonLenzingim
VergleichzumBranchendurchschnitt
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktderInvestorstimmung
angesehenwerden
Reputation
IneinemSzenariogegenwärtigerMaßnahmen
verlangsamensichdieglobalenMaßnahmen
gegendenKlimawandelsodasssichder
VerbraucheraktivismusgegenBranchenmit
hohenEmissionenrichtenwird
AndererseitsbedeutetderÜbergangzueiner
kohlenstoffarmenWirtschaftimNetto-Null-
Szenariobisdasseinzelne
UnternehmendienichtimEinklangmitihren
KonkurrentenMaßnahmenzurBekämpfungdes
Klimawandelsergreifenstärkerdurch
Verbraucheraktivismusgefährdetsind
DasRisiko„ReputationsrisikoimTextilsektor“
wirdinderTabelle„Übergangsrisiken
physischeRisikenundÜbergangschancen"
näherbeschrieben
DasReputationsmodellzeigtAuswirkungen
inFormeinersinkendenNachfragenach
ProduktendaAktivismusundBoykotte
zunehmen
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktfürBoykotte
angesehenwerden
Physische Risiken
Anlageausfall
&
Versorgungs-
risiko
DiezunehmendeSchwereundHäufigkeitvon
HitzewellenistpotenzielldergrößteTreiber
fürUmsatzeinbußenandenLenzing-
Standorten
DasRohstoffrisikofürLenzingwirdimRahmen
desangewandtenModellsalsminimal
eingeschätztdadieAnalysederzeitnur
FichteundEukalyptusumfasst
ObwohlindiesemProzesskeinwesentliches
finanziellesRisikobewertetwurdeunddie
VerfügbarkeitvonHintergrunddaten
beispielsweisefürBuchebegrenztistwerden
die„chronischenphysischenKlimarisiken“in
derTabelle„Übergangsrisikenphysische
RisikenundÜbergangschancen"näher
beschrieben
DasModellfürAnlageausfallwendet
AnfälligkeitskurvenandiedenVerlustvon
BetriebstagenunddieZeitbiszur
Wiederherstellungbeiverschiedenen
klimatischenEreignissenfürjede
EinrichtungaufderGrundlageihres
AnlagentypszeigenFürjedeAnlagewird
danneinWertproAusfalltagermittelt
umdieGesamtkostenausUmsatzeinbußen
undVermögensschädenzuberechnen
DasVersorgungsrisikobasiertaufdem
RohstoffvolumenvonLenzingfür
europäischeFichteundKieferden
BeschaffungsprofilenundderAbhängigkeit
derLenzingProduktevonder
VerfügbarkeitdiesesRohstoffsInder
letztenAuswertungstandennurDatenzu
denAuswirkungendesKlimawandelsauf
FichteundEukalyptuszurVerfügung
AnderefürLenzingwichtigeBaumarten
wiebeispielsweiseBuchesindjedoch
nochnichtimModellenthaltensodass
eineumfassendeRisikoanalyseder
gesamtenRohstoffversorgungsbasisnoch
nichtmöglichwar
a) Beschreibung der Risikokategorien
Politik: Von Regierungen erlassene Gesetzgebung zur Bepreisung und Sanktionierung von Treibhausgasemissionen.
Technologie: Disruptive, kohlenstoffarme technologische Veränderungen in zentralen Wirtschaftssektoren sowie Risiken für kohlenstoffintensive
Vermögenswerte und Betriebsprozesse.
Konsumentenstimmung: Veränderungen der Verbraucherpräferenzen hin zu nachhaltigen alternativen Produkten und Dienstleistungen, die die
Marktnachfrage transformieren.
Haftbarkeit: Gerichtsverfahren, die von Klägern gegen Unternehmen wegen angeblicher Haftungen aufgrund klimawandelbedingter Schäden
eingeleitet werden.
Investorenstimmung: Investoren priorisieren Renditen aus kohlenstoffarmen Unternehmen, was zu Veränderungen der Kapitalkosten und der Unternehmensbewertungen führt.
Reputation: Kundenaktivismus, der durch die Maßnahmen des Unternehmens zur Bewältigung klimabezogener Risiken beeinflusst wird.
Physische Risiken: Kombination der Risikokategorien „Anlageausfall“ (Der Klimawandel verursacht eine Vielzahl von Wetterereignissen, die die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des
Farbcode
NiedrigesRisiko
mittleresRisiko
hohesRisiko
78 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Betriebs beeinträchtigen und Schäden an Vermögenswerten verursachen.) und „Versorgungsrisiko“ (Temperatur- und Niederschlagsveränderungen durch den Klimawandel
beeinflussen die Erträge von Rohstoffen an ihren Anbaustandorten.)
Die folgende Tabelle „Übergangsrisiken, physische Risiken und Übergangschancen“ enthält die wichtigsten klimabezogenen Risiken und
Chancen, die im Rahmen des ERM-Systems von Lenzing identifiziert wurden, sowie Einzelheiten zu den Reaktionen und Maßnahmen von
Lenzing zur Risikominderung. Ein TCFD-Index im Anhang dieses Berichts zeigt die Verbindung zwischen den TCFD-Empfehlungen, dem
Inhalt dieses Berichts und anderen externen Publikationen wie dem CDP Climate Change Fragebogen.
Übergangsrisiken, physische Risiken und Übergangschancen
Charakterisierung Beschreibung der Risiken/Chancen Beitrag von Lenzing
Übergangsrisiken Künftige Regelungen zum Kohlenstoffpreis
NeuentstehendeVorschriftenvoralleminBezugauf
UmweltsteuernundKohlenstoffpreisestellenfürLenzingein
relevantesRisikodarIndenLändernindenenLenzing
ProzessemithohenEmissionenbetreibtwurdenbereits
VorschriftenzuTHG-Emissioneneingeführt(Verbesserungder
EnergieeffizienzregulierteEmissionszertifikate)Strengere
VorschriftendiedieKostenvonTHG-Emissionenerhöhen
könntensindinVorbereitungEinequalitative
FolgenabschätzungeinschließlicheinerdetailliertenBeschreibung
diesesRisikosistindenErgebnissenderKlimarisikoanalyse
unterderKategorie„Politik“inTabelle„Prognostiziertes
Klimarisikopotenzial"enthalten
DieStrategievonLenzingzurRisikobewältigungzieltdaraufab
dasRisikopotenziellerUmweltsteuernzuverringernindemstrenge
MaßnahmenzurVerringerungderTHG-Emissionenumgesetzt
werdenunddasTechnologieportfolioproaktivgesteuertwirdDie
SBTsvonLenzingwurdenaktualisiertumsieam-°C-
PfadanzupassenSiezielendaraufabdiegesamtenTHG-
EmissioneninScopeundbisum Prozentundin
Scopeum ProzentgegenüberdemBezugsjahrzu
reduzierenDamitmildertLenzingdieRisikendiesichausden
aufkommendenVorschriftenzurKohlenstoffbepreisungergeben
LenzinghataucheinvalidiertesSBTfüreinlangfristigesNetto-
Null-ZieldaseineabsoluteReduzierungderScopeScope
undScopeEmissionenumProzentbisvorsiehtauf
BasisdesselbenBezugsjahres
Erhöhte Kosten für Biomasse
FürdieGruppeistHolzdiewichtigstenatürlicheRessource
fürdieHerstellungvonregeneriertenCellulosefasernTrotzder
nachhaltigenBeschaffungspolitikvonLenzingundder
rückwärtsintegriertenProduktionbestehtdieGefahrdassdie
HolzpreiseaufgrunddesKlimawandelsderweltweit
steigendenNachfragenachBiomasseundalternativeFormen
derLandnutzungsteigenDerzunehmendeWettbewerbum
LandnutzungundnatürlicheRessourcenwirktsichaufdie
langfristigenstrukturellenBiomassepreiseausDasRisiko
steigenderBiomassekostenspiegeltsichindenErgebnissender
Klimarisikoanalysenichtvollständigwiderdadasverwendete
RisikomodellaufeinigefürLenzingrelevanteHolzartenwie
FichteundKieferbeschränktwar
LenzinghatbereitsverschiedeneMaßnahmenergriffenumdieses
RisikozumindernwobeidieDiversifizierungderLieferantenals
wichtigsterAnsatzzurRisikominderungdientDurchdie
BeschaffungvonHolzauseinembreiterenSpektrumvonLändern
oderwenigerrisikobehaftetenHolzarten(wieKiefer)minimiert
LenzingdasRisikoeinerUnterbrechungderLieferkettediein
einereinzigenBeschaffungsregionauftretenkannImJahr
hatLenzingaußerdemdieProduktionvonFaserzellstoffinseinem
neuenZellstoffwerkinBrasilienaufgenommenDasWerkwirdvon
derLenzing-eigenenFSC®-zertifiziertenPlantage(Lizenzcodes
FSC-CFSC-C)inunmittelbarerNähedesWerks
beliefertDamitsinddieZellstoffwerkevonLenzingnicht
ausschließlichvondereuropäischenHolzversorgungabhängigUm
daslangfristigeRestrisikoweiterzureduzierenunterstütztLenzing
einenachhaltigeWaldbewirtschaftungumdieWiderstandsfähigkeit
derWäldergegenüberdennegativenAuswirkungendes
KlimawandelszustärkenLenzinginvestiertauchinausgewählte
NaturschutzprojektezurVerbesserungderWiderstandsfähigkeitder
Wälder
Reputationsrisiko in der Textilindustrie
DieTextilindustrieinderdieProduktevonLenzing
gewöhnlichverwendetwerdenwirdwegenihrerteilweise
nichtnachhaltigenundressourcenintensivenWirtschaftsweise
undihrerProduktionsprozessekritischbeäugtDieskönntezu
negativerMedienberichterstattungundeinerweiteren
StigmatisierungderBrancheführenwassichwiederumauf
denUmsatzderGruppeauswirkenkönnteEinequalitative
AuswirkungsanalysefürLenzingdieausdemReputationsrisiko
imTextilsektorresultiertspiegeltsichindenErgebnissender
KlimarisikoanalyseimAbschnitt„Reputation“undingeringerem
AusmaßinderKategorie„Konsumentenstimmung“inder
Tabelle„PrognostiziertesKlimarisikopotenzial"wider
LenzinghatsichverschiedeneZielegesetztumwichtige
Nachhaltigkeitsaspekteanzugehenundseinenökologischen
FußabdruckkontinuierlichzuverbessernLenzinglegtproaktivund
transparentInformationenüberihreGeschäftspraktikenundihren
ökologischenFußabdruckoffenumaufmöglichenegative
MedienberichteüberdieMode-undTextilindustriezureagieren
ÜberseineKommunikationskanäleunterstreichtLenzingseinen
BeitragzueinerklimafreundlichenWirtschaftunddenNettonutzen
denseineSpezialprodukteimVergleichzuStandardproduktenauf
demMarktbieten
79 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Physische Risiken Chronische physische Klimarisiken
Klimamodelledeutendaraufhindasssteigendeglobale
DurchschnittstemperaturenzueinerZunahmechronischer
physischerKlimarisikenführenwerdenDieGeschäftstätigkeit
unddieLieferkettederLenzingGruppekönntenzunehmend
vonextremenWetterereignissenWasserknappheitoder
anderenphysischenGefahrenunterschiedlichenAusmaßes
betroffenseinAusSichtderLieferkettekönnten
beispielsweiseklimawandelbedingteAuswirkungenwiestarke
NiederschlägeoderWaldbrändediewichtigsten
ZellstofflieferungenvonLenzingoderdasneueZellstoffwerkin
BrasilienbeeinträchtigenDieskönntezuEngpässenbeider
VersorgungmithochwertigemZellstoffundzu
ProduktionsengpässeninderFaserproduktionführenDurch
denKlimawandelverursachteStörungenwieHitzestress
könntenzuhäufigerenSchädlingsausbrüchenDürrenund
milderenWintertemperaturenführenDieseBedingungen
könntendiegeplantenErnteplänederHolzlieferantenstören
undRisikenfürdieHolzversorgungvonLenzingdarstellen
insbesonderefürdieeuropäischenZellstoffwerkeFürdie
Lenzing-eigenenProduktionsanlagenkönnteWasserknappheit
dieWasserentnahmeausdemFlussAgeramStandortLenzing
währendlängererTrockenperiodeninsbesondereinSommer
einschränkenDieswürdedieProduktionskapazitätverringern
DieAuswirkungenklimabedingterphysischerRisikenaufdie
eigenenProduktionsanlagensowieaufdieLieferkettevon
LenzingeinschließlicheinerReihewichtigerLieferanten
wurdeninderKlimarisikoanalyseberücksichtigtdieinder
Tabelle„PrognostiziertesKlimarisikopotenzial"dargestelltist
AlleidentifiziertenRisikenausUnterbrechungeninderLieferkette
fürRohstoffeChemikalienundEnergiediefürdieZellstoff-und
FaserproduktionbenötigtwerdenwerdenvonLenzinggemanagt
DiesgeschiehtdurcheineumfassendeDiversifizierungder
LieferantensowieeinganzheitlichesBestands-und
RessourcenmanagementDarüberhinaushatLenzingdasProjekt
„SafeSupply“insLebengerufenDiesesumfasstrund
InitiativenfüralternativeLieferantenundLieferwegefürwichtige
RohstoffeundChemikalienDieAuswirkungenvonstarken
NiederschlägenundmöglichenÜberschwemmungenaufgrunddes
KlimawandelsandenbetroffenenStandortenwerdendurch
Hochwasserschutz-undEvakuierungsplänegemindertDiesePläne
basierenaufHochwasserrisikobewertungenMögliche
WasserknappheitaufgrundlängererTrockenperiodenanden
betroffenenProduktionsstandortenwirddurchgezielteMaßnahmen
indenBereichenWassereffizienzWiederverwendungRecycling
undEinsparungangegangen
Übergangs-
chancen
Erhöhte Nachfrage nach Produkten mit geringer CO
2
-Emission und Produktinnovationen
DasichdieBedürfnisseundVorliebenderVerbraucherinnen
inRichtungProduktemitgeringerCO
-Emissionverschieben
wirderwartetdassdieEntwicklungundderAusbauvon
WarenundDienstleistungenmitgeringerCO
-Emissionein
erheblichesWachstumspotenzialbietenwerdenLenzingsetzt
aufLebenszyklusdenkennachhaltigeBeschaffungeffiziente
NutzungvonBiomasseundPartnerschaftenmit
InteressengruppenentlangderWertschöpfungsketteumzu
nachhaltigerenKonsum-undProduktionsmusternbeizutragen
AlldieseFaktorenzusammenbedeutendassdieProdukte
vonLenzingeinenNettonutzenbieten
UmvondererwartetenhöherenNachfragenach
verantwortungsvollhergestelltenProduktenmitgeringerCO
-
EmissionzuprofitierenhatLenzingeineehrgeizige
WachstumsstrategieeingeschlagenImJahrnahmLenzing
eineneueLyocellfaseranlageinThailandundeineneue
ZellstoffanlageinBrasilieninBetriebundstelltedenStandortin
IndonesienaufdieViscosefaserLENZING™ECOVERO™mit
geringerenEmissionenumDieseUmstellungführtezur
ZertifizierungmitdemEU-UmweltzeichenDerStandortstellte
außerdemaufdieProduktionvonModalfasernumImJahr
stelltederStandortNanjing(China)vonKohleaufErdgasals
EnergiequelleumundinHeiligenkreuz(Österreich)wurdeein
neuesBiomassekraftwerkerworbenLenzingleisteteinenwichtigen
BeitragzurReduzierungderTreibhausgasemissionenundzur
StärkungdesProduktportfoliosmitgeringerCO
-Emissionder
Gruppe
Dekarbonisierungsstrategie minimiert betriebliche Risiken
DieLenzingGruppebetrachtetdierascheDekarbonisierungals
einewichtigeGeschäftschanceumihreBetriebsabläufe
risikoärmerzugestaltenWiderstandsfähigkeitaufzubauen
ProduktemitgeringererKlimaauswirkungaufdenMarktzu
bringenundEnergieeffizienzsteigerungenzuerzielenLenzing
wirdseineTreibhausgasemissionenindenkommendenJahren
durcheineReihevonMaßnahmenimRahmenseiner
DekarbonisierungsstrategieundseinerSBTserheblich
reduzierenDarüberhinausstrebtLenzingbiseine
Netto-Null-Treibhausgasemissionenan
DieSBTsvonLenzingwurdenvonderScienceBasedTarget
initiative(SBTi)genehmigtDamitistLenzingeinerderersten
HerstellervonregeneriertenCellulosefasernderSBTsgenehmigt
bekommenhatDieDekarbonisierungsstrategievonLenzingbasiert
aufderReduzierungseinerEmissionennichtaufderen
KompensationUmdieZielezuerreichenhatLenzingeinen
funktionsübergreifendenLenkungsausschusseingerichtetderunter
derLeitungdesVorstandesdienotwendigenEntscheidungentrifft
DieAktivitätenvonLenzingzurVerringerungder
TreibhausgasemissionenumfasseneineReihevonMaßnahmenzur
SenkungderKohlenstoffemissionensowohlinnerhalbder
betrieblichenGrenzenalsauchentlangderLieferkette
80 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policies
[E1-2, MDR-P 65]
Policy Policy für Bioenergie
Verantwortlichkeit
Chief Pulp Officer (CPO)
Vice President (VP) Operations und Standortleiter
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Ziel ist es, klare Vorgaben für die Biomassebeschaffung sowohl für die eigene Energieproduktion als auch für externe Lieferanten
von Bioenergie an die Lenzing Gruppe zu definieren.
Kernelemente:
Lenzing verpflichtet sich, Biomasse aus unbedenklichen Quellen zu beziehen. Für holzartige Nebenprodukte und
landwirtschaftliche Rückstände verlangt Lenzing Transparenz über die Herkunftsregion, eine legale Ernte sowie ein geringes
Risiko der Entwaldung. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird durch regelmäßige, regionsspezifische Risikoanalysen, Audits und
Besuche vor Ort sowie durch unabhängige Zertifizierungen von Biomasse für Energieprogramme durch Dritte sichergestellt.
Standards / Initiativen Dritter
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
SURE (Sustainable Resources Verification Scheme)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25d Die Umstellung auf erneuerbare Energie ist ein Kernziel des Klimaschutzplans von Lenzing.
Das Thema Klimawandel ist Gegenstand dreier weiterer Policies.
Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten und den
themenspezifischen Anforderungen - Klimaschutz, Anpassung an
den Klimawandel, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Ener-
gie - der „Nachhaltigkeits-Policy“ finden Sie im Abschnitt „Nach-
haltigkeitsstrategie“ des Kapitels „ESRS 2 Allgemeine Angaben“.
Für die Anforderungen – einschließlich der themenspezifischen
Anforderungen zu Klimaschutz und Energieeffizienz – die sich auf
der Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt sowie der kon-
zernweiten Umwelt Policy und Standard beziehen, finden Sie im
Abschnitt „Policies“ des Kapitels „E2 Umweltverschmutzung“.
Maßnahmen
[E1-3; MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Hebel Kontinuierliche Verbesserung
x Hebel Brennstoffumstellung
x Hebel Erneuerbare Elektrizität
x Hebel Einbindung von Lieferanten
x Naturbasierte Lösungen
Die Roadmaps werden auf Konzern- und Standortebene aktuali-
siert, einschließlich der Steuerung und Überwachung durch den
Lenkungsausschuss. Maßnahmen festgelegter Roadmaps bewir-
ken entweder direkt Emissionsreduktionen oder beeinflussen den
Emissionsreduktionspfad über die Planung und Umsetzung der De-
karbonisierungshebel.
Die Aktivitäten zur Einbindung der Kunden schaffen den Anreiz für
die Umsetzung von Maßnahmen in Scope 1, 2 und 3. Lenzing hat
sich zum Ziel gesetzt, TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und
VEOCEL™ Kunden sowie Kunden mit genehmigten SBTs und Kli-
maschutz-Engagement einzubinden. Es ist von entscheidender Be-
deutung, diese Kunden dafür zu gewinnen, Produkte mit einem ge-
ringen CO
2
-Fußabdruck zu beziehen. Solche Partnerschaften stär-
ken die Ambitionen zur Reduktion der THG-Emissionen und tragen
zur Erreichung der SBTs bei.
[E1-3 29a, E1-3 AR 21]
Die wichtigsten Maßnahmen, die Lenzing im Berichtsjahr ergriffen
hat, sind mit zentralen Dekarbonisierungshebeln verbunden. Diese
Maßnahmen werden im Folgenden näher beschrieben. Je nach Art
der Maßnahme, wie zum Beispiel einer Brennstoffumstellung oder
Einbindung von Lieferanten, setzt Lenzing die derzeit verfügbaren
internen Ressourcen nach Bedarf ein.
Hebel Kontinuierliche Verbesserung
[E1-3 29a]
Kontinuierliche Verbesserung bedeutet die regelmäßige Optimie-
rung von Prozessen, Systemen und Abläufen, um die Energieeffizi-
enz zu steigern und die THG-Emissionen im Laufe der Zeit zu re-
duzieren.
[E1-2 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen hat
Lenzing am Standort Mobile (USA) bestehende Gaskessel gegen
effizientere Modelle ausgetauscht. Diese Gaskessel sind entschei-
dend für die Erzeugung von Dampf, der während des gesamten Fa-
serproduktionsprozesses benötigt wird. Der Einbau wurde 2025
abgeschlossen, und die neuen Kessel dürften an diesem Standort
jährlich etwa 8.000 Tonnen weniger THG-Emissionen in Scope 1
verursachen. Diese Maßnahme unterstützt die Unternehmensstra-
tegie für operative Verbesserungen, erhöht die Energieeffizienz
und die Kostenwettbewerbsfähigkeit und trägt dazu bei, die SBTs
zu erreichen. Lenzing investierte rund EUR 12 Mio. in den Ersatz der
Gaskessel. Die Investitionsausgaben (CapEx) für dieses Projekt sind
81 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Teil der gesamten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernab-
schlusses aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im
Abschnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Hebel Brennstoffumstellung
[E1-3 29a]
Lenzing ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um den Energiemix
weiter zu verbessern. Der Großteil der Reduktionen von Scope 1
und 2 bis 2030 wird durch die Umstellung des Primärenergiever-
brauchs auf kohlenstoffarme Brennstoffe erreicht. Diese Umstel-
lung wurde durch ein kürzlich in Nanjing (China) gestartetes Projekt
zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohle weiter vorangetrieben
und wird mit Projekten an weiteren Standorten fortgesetzt, an de-
nen Lenzing den Ersatz fossiler Brennstoffe durch Alternativen mit
niedrigen CO
2
-Emissionen erwägt.
[E1-3 29b, 29c, MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Im Jahr 2025 wurde mit der Installation und erfolgreichen Inbe-
triebnahme einer neuen Erdgasleitung und der zugehörigen Anla-
gen (Kessel und Turbine) am Produktionsstandort Nanjing (China)
ein wichtiger Schritt zur Umstellung von kohlebasiertem Dampf auf
ein 100 Prozent erdgasbasiertes System getan. Das System ist seit
April 2025 in Betrieb und liefert eine solide Grundlage für die wei-
tere Reduzierung der THG-Emissionen. Nach der vollständigen
Umstellung auf eine erdgasbasierte Energieversorgung bis 2027
wird eine Reduzierung der THG-Emissionen um 100.000 Tonnen
im Vergleich zu 2021 erwartet. Um diese Umstellung durchzufüh-
ren, hat Lenzing rund EUR 30 Mio. in ihren Viscosestandort in Nan-
jing (China) investiert. Die CapEx für dieses Projekt sind Teil der ge-
samten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses
aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im Abschnitt
„Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Am Lenzing Standort in Indianópolis (Brasilien) wurde die Umstel-
lung von Schweröl auf Erdgas eingeleitet, und der Vertrag mit dem
Gaslieferanten erfolgreich abgeschlossen. Der Standort hat eine
Vereinbarung über die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) ab dem
Jahr 2026. Dies ist als laufende Maßnahme konzipiert und soll zu
einer Verringerung der Scope 1 THG-Emissionen um rund 38.000
Tonnen führen.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Der Standort Prachinburi (Thailand) stand vor der Herausforderung,
aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen im Biomasse-Heizkraft-
werk des Lieferpartners durchgehend 100 Prozent Energie aus Bi-
omasse zu erhalten. Im Berichtsjahr bezog der Standort nur wenige
Monate lang 100 Prozent Energie aus Biomasse. Aus diesem Grund
wurde vereinbart, gemeinsam an kurz- und langfristigen techni-
schen Lösungen zu arbeiten. Die Verhandlungen zur Sicherstellung
einer konsequenten 100-prozentigen biogenen Energieversorgung
in der Zukunft dauern an. Eine unmittelbare Reduktion der Scope 1
und Scope 2 Emissionen wird es nach vollständiger Umsetzung
dieser Maßnahme nicht geben. Es werden jedoch Reduzierungen
der THG-Emissionen in Höhe der derzeitigen Emissionen des
Standorts von ca. 64.000 Tonnen erwartet, die sich bis spätestens
2030 einstellen werden.
Hebel Erneuerbare Elektrizität
[E1-3 29a, 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Lenzing Gruppe bezog im Jahr 2025 an sieben Produktions-
standorten 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen (Heiligen-
kreuz (Österreich), Indianópolis (Brasilien), Lenzing (Österreich),
Mobile (USA), Nanjing (China), Paskov (Tschechische Republik),
Purwakarta (Indonesien)), was zu einer Verringerung von rund
420.000 Tonnen THG-Emissionen führte. Es ist geplant, diese
Maßnahme in den folgenden Jahren fortzusetzen. Durch die Um-
stellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen minimiert
Lenzing ihre Umweltauswirkungen und beschleunigt ihren Fort-
schritt bei der Verringerung ihres CO
2
-Fußabdrucks in allen Ge-
schäftsbereichen. Diese Vorgehensweise ist ein grundlegender Be-
standteil der umfassenden Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing und trägt zur Reduzierung der Scope 2 Emissionen bei.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 nahm Lenzing an ihrem Hauptsitz in Lenzing (Öster-
reich) in Zusammenarbeit mit VERBUND eine neue Photovoltaik-
anlage mit einer Kapazität von 1,3 Megawatt-Peak (MWp) in Be-
trieb. Damit stieg die gesamte Photovoltaikkapazität auf 8,3 MWp.
Diese Aktivität ist Teil der zuvor genannten Maßnahme und umfasst
einen Stromabnahmevertrag (PPA). Dies trägt zur Diversifizierung
der Energieversorgung bei, stärkt die Energieunabhängigkeit und
steht im Einklang mit der langfristigen Energie- und Dekarbonisie-
rungsstrategie von Lenzing.
Hebel Einbindung von Lieferanten
[E1-3 29a]
Die Einbindung von Lieferanten ist ein wesentlicher Hebel zur Re-
duktion von THG-Emissionen Scope 3, Kategorie 1 („Erworbene
Waren und Dienstleistungen“). Dies gilt für die gesamte Lenzing
Gruppe. Lenzing arbeitet mit wichtigen Lieferanten zusammen, um
Natriumhydroxid (NaOH) mit geringem CO
2
-Fußabdruck zu bezie-
hen, das mit erneuerbarer Elektrizität hergestellt wird. NaOH zählt
zu den wichtigsten Rohstoffen für die Faserzellstoff- und Faserpro-
duktion. Durch diese Einbindung werden Lieferanten für den CO
2
-
Fußabdruck ihrer Produkte und potenzielle Verbesserungen sensi-
bilisiert, während gleichzeitig die Verfügbarkeit von NaOH mit ge-
ringem CO
2
-Fußabdruck für Lenzing sichergestellt ist.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen ihrer Einbindung von Lieferanten und im Einklang mit
seinen Klimazielen für 2030 und 2050 steht Lenzing in kontinuier-
lichem Dialog, um Fachwissen zu Ökostrom und Lebenszyklusana-
lysen (LCAs) weiterzugeben. Von den Lieferanten werden regel-
mäßig spezifische CO
2
-Fußabdrücke eingeholt. Im Jahr 2025 be-
zog Lenzing NaOH mit geringem CO
2
-Fußabdruck von zwei Liefe-
ranten in Europa und einem weiteren in Asien. Dadurch konnten im
Vergleich zu herkömmlichem NaOH rund 85.000 Tonnen THG-
Emissionen eingespart werden. In den kommenden Jahren erwar-
tet Lenzing durch diese Maßnahme weitere Einsparungen. Durch
den Einsatz von NaOH mit geringem CO
2
-Fußabdruck werden die
THG-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von
Lenzing reduziert.
82 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Naturbasierte Lösung
[E1-3 29a]
Nachhaltig bewirtschaftete naturnahe Wälder und Forstplantagen
nehmen in ihrer aktiven Wachstumsphase mehr Kohlenstoff in Bäu-
men und geernteten Holzprodukten auf als baumreiche alternde
Wälder, die sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähern. Folglich
können sie langfristig als Netto-Kohlenstoffsenke wirken.
[E1-3 29b, MDR-A 68a]
Lenzing trägt zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft bei, indem sie
Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezieht, ihre eige-
nen Forstplantagen bewirtschaftet, zusammen mit Faserzellstoff-
lieferanten aktiv Verbesserungen anstrebt und andere Stakeholder-
Aktivitäten durchführt. Zudem unterstützt Lenzing Naturschutz-
projekte, mit denen Wälder geschützt und wiederaufgeforstet wer-
den. Wenngleich diese Maßnahmen zu keiner Reduktion direkter
THG-Emissionen innerhalb der Scope 1, Scope 2 oder Scope 3 Be-
richtsgrenzen von Lenzing führen, tragen sie doch zum Klima-
schutz und zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie Koh-
lenstoffsenken vergrößern, regionale Klimasysteme stabilisieren
und die Resilienz von Ökosystemen stärken. Lenzing unterstützt
bzw. hat verschiedene Naturschutzprojekte weltweit unterstützt –
sowohl innerhalb ihrer Wertschöpfungskette als auch darüber hin-
aus, wie in China, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania
und Burundi. Weitere Informationen zu Naturschutzprojekten und
den Mindestangabepflichten finden Sie im Abschnitt „Maßnah-
men“ im Kapitel „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
83 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[E1-4, MDR-T 80a, 80g, 80j]
Lenzings SBTs stehen im Einklang mit der Policy für Bioenergie, der Nachhaltigkeits-Policy und der konzernweiten Umwelt Policy und
Standard. Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele wird im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allge-
meine Angaben“ beschrieben.
Wissenschaftlich fundierte Ziele (SBTs)
[E1-4 33, 34a, 34b, MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i]
Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel
Verringerung der absoluten Treibhausgas (THG)-Emissionen des Scopes 1 und 2 um
42 Prozent und der absoluten THG-Emissionen des Scopes 3 um 25 Prozent bis 2030
(Bezugsjahr 2021)
a,b
2030
Auf Kurs
Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
Erreichen einer mindestens 90-prozentigen Reduzierung der absoluten
Treibhausgasemissionen (Scopes 1, 2 und 3) (Bezugsjahr 2021)
a,b
2050
Auf Kurs
Unterziele Lenzing versorgt vier Standorte mit 100 Prozent Ökostrom
2024
Erreicht
Lenzing verzichtet auf Kohle im Werk Nanjing (China)
2022
Maßnahmen
durchgeführt
Die Lyocell-Anlage von Lenzing in Prachinburi (Thailand) erreicht bis 2030 Kohlenstoffneutralität in Scope 1 und
2 durch den Einsatz von 100 Prozent Bioenergie und erreicht mittelfristig bis 2027 einen Biomasseenergie-Anteil
von 95 Prozent.
2030
Auf Kurs
Lenzing kooperiert mit 20 wichtigen Lieferanten (basierend auf Ausgaben und CO
2
-Auswirkungen), um die
Scope 3 Emissionen von Lenzing zu reduzieren und Anreize für die Lieferanten zu schaffen, die Lenzing dabei
unterstützen, mehr Fasern mit geringem CO
2
- Fußabdruck anbieten zu können.
Kontinuierlich
Auf Kurs
Lenzing bindet 80 Prozent der „Kunden mit genehmigten SBT und Engagement“ (Marken/Einzelhändler aus der
Textil- und Vliesstoffbranche sowie Hersteller, die mit LENZING
TM
Fasern arbeiten) ein und unterstützt sie bei der
Erreichung ihrer Ziele, indem Informationen zu Spezialprodukten mit geringem CO
2
-Fußabdruck wie den Fasern
der Marken TENCEL
TM
, LENZING
TM
ECOVERO
TM
und VEOCEL
TM
bereitgestellt werden.
2030
Auf Kurs
Lenzing führt eine Kampagne durch, um 50 Prozent der TENCEL
TM
und VEOCEL
TM
Kunden (Textil- und
Nonwovens-Marken/Einzelhändler sowie Hersteller, die die Marken TENCEL
TM
und VEOCEL
TM
verwenden) zu
erreichen, um die Verwendung innovativer Lenzing Fasern mit Umweltvorteilen wie ein geringerer CO
2
-
Fußabdruck zu fördern und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen wo immer möglich zu reduzieren.
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang ScopeundVollständigKonformmitdenTHG-InventargrenzenumfasstdirekteGeschäftstätigkeitenund
EnergieverbrauchDieTHG-EmissionenausScopewerdennachdermarktbezogenenMethodeberechnet
ScopeRund ProzentdergemeldetenScopeTHG-EmissioneneinschließlichderKategorienundundohne
Kategorie(Investitionen)
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert KurzfristigesSBTScopeundScope MillionenTonnenCO
eq
LangfristigesSBTScopeund MillionenTonnenCO
eq
Zielwert KurzfristigesSBTScopeundScope MillionenTonnenCO
eq
LangfristigesSBTScopeund MillionenTonnenCO
eq
Status in 2025 SiebenProduktionsstättenbeziehen ProzenterneuerbarenStrom
DieErdgasleitungsowiedietechnischenEinrichtungen(KesselundTurbine)wurdenamStandortNanjing(China)installiertund
inBetriebgenommenDasSystemistseitApril inBetriebDievollständigeAbschaffungvonKohlewirdjedochnoch
einigeZeitinAnspruchnehmen
Die„TogetherforSustainability"(TfS)Produkt-CO-Bilanz-PlattformwurdeinterneingeführtundexterneSchulungenfinden
bereitsstattLenzingstehtinkontinuierlichemAustauschmitseinenwichtigstenLieferantenundteiltseinFachwissenzur
BeschaffungumweltfreundlicherChemikalien(z BÖkostromundLCA)
DerStandortinPrachinburi(Thailand)wurdeaufgrundderZuverlässigkeitdesBiomasse-HeizkraftwerksdesLieferpartnersmit
einigenHerausforderungenkonfrontiertumdurchgängig ProzentBiomasse-EnergiezuerhaltenDennochkonnteder
StandortfüreinigeMonateimJahrmit ProzentBiomasse-EnergieversorgtwerdenLenzingarbeitetmitdem
IndustrieparkzusammenumdieVersorgungmitbiogenerEnergiesicherzustellenundkünftigeinenkontinuierlichenAnteilvon
 ProzentzuerreichenDerIndustrieparkinvestiertderzeitineinenBiomassekessel(derzeitimBau)derabals
BackupdienensollunddieZuverlässigkeitderBiomasseenergieversorgungerhöhenwird
AngesichtsderderzeitigenglobalenWirtschaftslagehabenvieleUnternehmenundEndkundinnenNachhaltigkeitzugunsten
kostengünstigererBeschaffungsquellenzurückgestelltundsinddaherwenigerbereitfürProduktemitgeringerCO
-Emission
einenAufpreiszuzahlenTrotzdieserschwierigenMarktsituationwurdenKundenkontaktegeknüpftumFaserproduktemit
geringemCO
-FußabdruckzupositionierenundsodieReduzierungderScopeEmissionenderKundenzuunterstützen
a) Scope 3 Emissionen umfassen die Emissionen aus der Ernte des Rohstoffs Holz, der Produktion von eingekauften Materialien (Chemikalien und Zellstoff), der Produktion von
Brennstoffen, dem Transport von eingekauften Rohstoffen und Brennstoffen sowie dem Transport von Fasern zu Kunden.
b) Laut SBTi können für das Netto-Null-Ziel die verbleibenden 10 Prozent der Emissionen durch Kohlenstoffspeicherung bestehen.
84 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-1 16a, E1-4 34e, MDR-T 80f]
Lenzing legte erstmals im Jahr 2019 SBTs fest und überarbeitete
diese 2023, um mit den aktuellsten Erkenntnissen der Klimawis-
senschaft übereinzustimmen und das Ambitionsniveau zu erhöhen.
Während die früheren Ziele auf den 2-°C-Pfad ausgerichtet und als
Reduktion der Treibhausgasintensität formuliert wurden (Emissio-
nen pro hergestellte Tonne Zellstoff- und Faserprodukte), ver-
pflichten sich die aktualisierten Ziele zu absoluten THG-Reduktio-
nen im Einklang mit dem ambitionierteren 1,5-°C-Szenario. Die
SBTi hat diese Ziele im Jahr 2024 verifiziert und genehmigt. Dieses
Engagement spiegelt Lenzings höchstes Maß an Klimaambition
wider und steht vollständig im Einklang mit den Zielen des Über-
einkommens von Paris und dem UN-Nachhaltigkeitsziel 13 für Kli-
maschutz.
[E1-1 16a, E1-4 34b, 34e, E1-4 AR 25a, AR 25b, AR 30c, MDR-T 80f, 80g]
Das Bezugsjahr und der Bezugswert wurden gemäß dem SBTi-
Rahmen auf das Jahr 2021 festgelegt. Diese Basislinie spiegelt die
typischen betrieblichen Aktivitäten und THG-Emissionen von
Lenzing wider, wobei einmalige Ereignisse oder Anomalien ausge-
schlossen wurden, um die Repräsentativität sicherzustellen. Die
Ziele umfassen die Emissionen aller Treibhausgase (CO, CH, NO,
HFCs, PFCs, SF, NF), wie sie in internationalen Protokollen wie
dem GHG Protocol definiert sind, und werden in CO-Äquivalen-
ten (CO
2
eq.) ausgedrückt. Die Ziele folgen der Methode des Ab-
solute Contraction Approach (ACA), dem zufolge absolute Emissi-
onsreduktionen festgelegt sind, die mit globalen Dekarbonisie-
rungspfaden im Einklang stehen. Die Pfade basieren auf wissen-
schaftlichen Erkenntnissen und zielen darauf ab, den globalen
Temperaturanstieg auf 1,5 °C oder deutlich unter 2 °C über dem
vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Ziele wurden von der
SBTi unabhängig verifiziert und genehmigt, um die Übereinstim-
mung mit der Klimawissenschaft und den Kriterien der SBTi sicher-
zustellen, die mit einem 1,5 -°C-Szenario kompatibel sind.
[MDR-T 80h]
An der Festlegung der Ziele waren interne Stakeholder, darunter
die Funktionen Commercial, Investor Relations, Operations, Be-
schaffung, Strategie und Corporate Sustainability, sowie der Vor-
stand beteiligt. Darüber hinaus wurden externe Stakeholder einbe-
zogen, darunter wichtige Zellstoff- und Chemikalienlieferanten,
Kunden, die nach SBTs verlangten, sowie Multi-Stakeholder-Initia-
tiven wie das UN Fashion Charter, das sich für eine Einhaltung des
Übereinkommens von Paris einsetzt. Ausgewählte Stakeholder
wurden durch Meetings und Konferenzen eingebunden. Die SBTi
war an der Verifizierung und Genehmigung der Ziele beteiligt. Das
Lenzing-Team befindet sich zudem weiterhin im Austausch mit der
SBTi hinsichtlich ihrer Leitlinien zu Forst-, Land- und Agrarwirt-
schaft (FLAG).
[E1-1 16b, E1-4 34f, E1-4 AR 30b]
Weitere Informationen zu den Dekarbonisierungshebeln und ihren
quantitativen Gesamtbeiträgen zur Erreichung der SBTs finden Sie
im „Klimaaktionsplan“ am Anfang dieses Kapitels. Nähre Informati-
onen zu den Maßnahmen, beschrieben nach den Dekarbonisie-
rungshebeln, finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“. Nicht jede
Maßnahme, die mit den Hebeln beschrieben ist, ist als Maßnahme
im Rahmen der Ziele aufgelistet, trägt aber dennoch zu deren Er-
reichung bei. Neue Technologien werden eine wichtige Rolle bei
der Minderung der CO
2
-Emissionen und der Erreichung der THG-
Emissionsreduktionsziele spielen. Je nach Technologie- und Mark-
tentwicklung werden für den Zeitraum 2030-2050 zusätzliche
Maßnahmen bekannt gegeben, sobald diese vorliegen.
Spezifisches Zwischenziel für
Treibhausgasemissionen in Verbindung mit
Unternehmens- und Vergütungszielen
Das spezifische THG-Emissionsziel, das im Rahmen des vorherigen
SBT mit dem Bezugsjahr 2017 formuliert wurde, bleibt für Vergü-
tungs- und Unternehmensziele relevant. Es trägt außerdem als ein
Zwischenziel zu den kurz- und langfristigen SBT bei, die in Form
absoluter Reduktion ausgedrückt sind.
Lenzing reduziert 50 Prozent der spezifischen THG-Emissionen pro Tonne erzeugtem Produkt (Bezugsjahr 2017)
2027
Auf Kurs
Umfang ScopeundVollständigKonformmitdenTHG-InventargrenzenumfasstdirekteGeschäftstätigkeitenund
EnergieverbrauchDieTHG-EmissionenausScopewerdennachdermarktbezogenenMethodeberechnet
ScopeRund ProzentdergemeldetenScopeTHG-EmissioneneinschließlichderKategorienundundohne
Kategorie(Investitionen)
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)
Nanjing(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert 
Zielwert 
Die Aspekte der vorgelagerten Wertschöpfungskette in Bezug auf
das „Risiko für die Geschäftstätigkeit und die Lieferkette von
Lenzing aufgrund der zunehmenden chronischen physischen Kli-
magefahren gemäß der Klimarisikobewertung“ werden durch das
Ziel „Einbindung von Lieferanten“ adressiert. Dieses Ziel wird die
Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel weiter verstär-
ken. Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten des
Ziels „Einbindung von Lieferanten“ finden Sie im Abschnitt
„Ziele“ im Kapitel „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Das „Risiko der Holzknappheit durch nicht widerstandsfähige Wäl-
der und Auswirkungen der steigenden globalen Durchschnittstem-
peratur“ sowie das „Risiko steigender Holzpreise durch Klimawan-
del und Biomasse-Konkurrenz“ werden durch das Naturschutzpro-
jekte Ziel adressiert. Dieses Ziel konzentriert sich auf die Erhaltung,
den Schutz der Biodiversität und die Wiederherstellung von Wäl-
dern in gefährdeten Regionen. Ziel ist, die Widerstandsfähigkeit
der Wälder zu verbessern, damit sie sich besser an den Klimawan-
del anpassen können. Weitere Informationen zu den Mindestanga-
bepflichten des Naturschutzprojekte Ziels finden Sie im Abschnitt
„Ziele“ im Kapitel „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“. Das
85 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FEM Ziel adressiert die folgenden Auswirkungen, Risiken und
Chancen: Chancen durch Produktinnovationen mit geringer CO
2
-
Emission und Führungsrolle bei der Dekarbonisierung; negative
Auswirkungen auf den globalen Klimawandel durch die Erzeugung
von THG-Emissionen durch die Nutzung nicht erneuerbarer Ener-
giequellen; Risiko eines Reputationsschadens, wenn die Nachhal-
tigkeitsanforderungen in Bezug auf Energiequellen nicht erfüllt
werden und der CO
2
-Fußabdruck nicht verringert wird. Das zu-
grunde liegende Higg Facility Environmental Module (FEM) unter-
stützt die Messung und Bewertung der jährlichen Umweltleistung
auf Anlagenebene, einschließlich der Energie und der THG-Emis-
sionen. Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten in
Bezug auf das FEM Ziel finden Sie im Abschnitt „Ziele“ des Kapitels
„E3 Wasser- und Meeresressourcen“.
Kennzahlen
Energieverbrauch und Brennstoffe
[freiwillige Angabe]
Lenzings absoluter Verbrauch fossiler Energie verringerte sich um
12ௗProzent, während die Nutzung erneuerbarer Energie um 7ௗPro-
zent zunahm. Der gesamte Energieverbrauch auf Gruppenebene
stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Diese Veränderung ist
größtenteils auf einen Rückgang der Produktion am Lenzing-
Standort Purwakarta (Indonesien) im Jahr 2025 zurückzuführen.
Durch die Lenzing Gruppe verwendete Brennstoffe
Lenzing (Österreich)
BiomasseAbfallErdgasund
Kohle
Heiligenkreuz (Österreich) BiomasseBiogasundErdgas
Paskov (Tschechische Republik) BiomasseBiogasundErdgas
Grimsby (Großbritannien) Erdgas
Mobile (USA) Erdgas
Nanjing (China) KohleundErdgas
Purwakarta (Indonesien) KohleundErdgas
Prachinburi (Thailand) BiomassundKohle
Indianópolis (Brasilien) BiomasseundÖl
[E1-5 37, 38, 40]
Energieverbrauch und Energiemix
Energieverbrauch in Millionen Megawattstunden (MWh) 2025 2024
(1) Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen  
(2) Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen  
(3) Brennstoffverbrauch aus Erdgas  
(4) Brennstoffverbrauch aus anderen fossilen Quellen  
(5) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen  
(6) Gesamtverbrauch fossiler Energie (Summe der Zeilen 1 bis 5)  
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
(7) Verbrauch aus Kernkraftquellen  
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
(8) Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfällen biologischen
Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.).  
(9) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen  
(10) Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt  
(11) Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (Summe der Zeilen 8 bis 10)  
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
Gesamtenergieverbrauch (Summe der Zeilen 6 und 11)  
Energieintensität basierend auf dem Umsatz aus Aktivitäten in Sektoren mit hohen Klimaauswirkungen (MWh/EUR)  
86 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
0
20
40
60
80
100
Erneuerbare Energien
(Biomasse, Wind, Sonne, Wasser, Abfall usw.)
Nicht-erneuerbare Energien
(Erdgas, Kohle, Rohöl, Kernenergie, sonstige)
Welt
2021
Lenzing Gruppe
2025
Standort Lenzing
2025
Energiemix
Quellen: IEA Energy Statistics Data Browser „World 2021“, Lenzing AG. Beinhaltet
EigenenergieVerbrauch und Verbrauch externer Anbieter, exklusive Netzstrom
(ein minimaler Teil von Scope1 und 2 im Gesamtenergieverbrauch der Lenzing
Gruppe). In Paskov, Grimsby, Mobile und Heiligenkreuz wird in den eigenen
Anlagen keine Kohle als Brennstoff eingesetzt. An den Standorten in Asien
(Nanjing und Purwakarta) wird vorwiegend Kohle als Brennstoff verwendet.
[E1-5 39]
Energieerzeugung
Energieerzeugung in Millionen Megawattstunden (MWh) 2025
Erneuerbare Energie 
Nicht erneuerbare Energie 
Gesamtenergieerzeugung 
Eine Beschreibung der Mindestangabepflichten der Kennzahlen „Energieverbrauch“, „Energieerzeugung“ und „Energieintensität, der Sek-
toren mit hoher Klimaauswirkung und des zur Berechnung der Energieintensität verwendeten Posten im Jahresabschluss finden Sie im
Abschnitt „Berechnungsgrundsätze“ in diesem Kapitel.
Lenzings Treibhausgas-Emissionen
Veränderungen im Zeitverlauf
[freiwillige Angabe]
Die absoluten Scope 1 und Scope 2 THG-Emissionen von Lenzing
sind im Jahresvergleich um 0,27 Millionen Tonnen (16 Prozent) zu-
rückgegangen. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang des Ein-
satzes fossiler Energie zurückzuführen, wie im Abschnitt „Energie-
verbrauch und Brennstoffe“ erläutert.
Lenzings absolute Scope 3 THG-Emissionen gingen im Jahresver-
gleich um 0,09 Millionen Tonnen (6 Prozent) zurück, hauptsächlich
aufgrund geringerer Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstof-
fen und Energie sowie reduzierter vorgelagerter Transport und Ver-
trieb. Dies wurde in erster Linie durch das niedrigere Produktions-
volumen am Standort Purwakarta (Indonesien) und den teilweisen
Wechsel von Kohle zu Erdgas am Standort Nanjing (China) verur-
sacht.
87 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Indirekte Emissionen
Unsere direkten
Emissionen
Indirekte Emissionen entlang
der Wertschöpfungskette
Ernte des
Rohstoffes
Produktion von
Brennstoffen
An den Standorten selbst
produzierte Wärme und Elektrizität
Zellstoff- und
Faserproduktion
Transport von gekauften
Rohstoffen und Brennstoffen
Indirekte Emissionen entlang
der Wertschöpfungskette
Transport der Fasern
zu den Kunden
Gekaufte Elektrizität
und Wärme
Produktion von
gekauften Materialien:
Chemikalien, Zellstoff
7 %
40 %
10 %
43 %
Scope 1 Direkte Emissionen der Faserzellstoff- und Faserproduktionsanlagen von Lenzing
Scope 2 Emissionen aus gekaufter Energie für die Faserzellstoff- und Faserproduktionsanlagen von Lenzing
Scope 3 Andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (exklusive Scope 3 Kategorie 15 Investitionen)
Lenzings CO
2
-Fußabdruck
[E1-6 44, 48, 49, 50, 51, 52; E1-6 AR 39b, AR 43c, AR 45d, AR 45e]
Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe
a
Retrospektive
Absolute Emissionen in Millionen metrischen Tonnen CO-Äquivalent
(Mio. t CO eq.)
2017
2021
(Bezugsjahr)
2025 2024
relative Änderung
von 2024 auf 2025
Scope 1 THG-Emissionen
Scope 1 THG-Bruttoemissionen
b
    –
Prozentsatz der Scope 1 THG-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (%)     
Scope 2 THG-Emissionen
Standortbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen   –
Marktbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen
c
    –
Gesamte Scope 1 und Scope 2 THG-Bruttoemissionen (marktbezogen)
d, e
    –
Signifikante Scope 3 THG-Emissionen
Gesamte indirekte Scope 3 THG-Bruttoemissionen
f
    –
C1 Erworbene Waren und Dienstleistungen     –
C3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder
Scope 2 enthalten)
    –
C4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb     –
C9 Nachgelagerter Transport    
C15 Investitionen    
THG-Emissionen insgesamt
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen)   –
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen)     –
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 1   
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 2  
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 3
g
  –
a) THG-Bilanzierung gemäß GHG Protocol unter Verwendung des GWP-Potenzials für Treibhausgase aus dem Sechsten Bewertungsbericht des IPCC (AR6 - 100 Jahre). Scope 1
Emissionsfaktor Quelle: Messungen und Ecoinvent-Werte. Scope 2 Emissionsfaktor Quelle: Lieferanten. Scope 3 Emissionsfaktor Quelle: Ecoinvent, EcoTransIT und Daten der
Lieferanten.
b) Scope 1 Emissionen wurden für die Jahre 2017-2023 neu berechnet.
c) Lenzing nutzt verschiedene vertragliche Instrumente, um den Verkauf und Bezug von Energie mit Stromnetzbetreibern und/oder spezifischen lokalen Lieferanten zu steuern.
Die wichtigsten Arten vertraglicher Instrumente für aus dem Netz bezogene Energie sind Stromabnahmeverträge (PPAs) mit Renewable Energy Certificates (REC),
Stromlieferverträge mit Green Energy Certificates (GEC), Guarantees of Origin (GoO) sowie Lieferantenverträge. Von der insgesamt bezogenen Energie (Elektrizität und Dampf)
sind 52ௗ% gebündelt mit Attributen und 4ௗ% sind ungebündelt mit GEC.
d) Umfasst sowohl Scope 1 als auch Scope 2 Emissionen aller Treibhausgase (CO
2
, CH
4
, N
2
O, HFCs, PFCs, SF
6
, NF
3
), ausgedrückt als CO
2
-Äquivalente. Scope 1 Emissionen
werden auf der Grundlage von Emissionsfaktoren aus dem EU-Emissionshandelssystem berechnet, Scope 2 Emissionen werden nach einer marktbezogenen Methode
berechnet.
e) Im Jahr 2025 beliefen sich die Scope 1 Emissionen unter operativer Kontrolle (RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing, Austria) auf 0,162 Millionen Tonnen CO
2
-
Äquivalente. (2024: 0,131 Millionen Tonnen CO
2
-Äquivalente.). Diese sind in den gesamten Scope 1 Emissionen der Lenzing Gruppe enthalten. Die Scope 2 THG-Emissionen
betrugen null.
f) Für alle Jahre wurden die Investitionen der Kategorie 15 in die Scope 3 Emissionen einbezogen.
g) Umfasst dieselben Scope 3 Kategorien (C1, C3, C4, C9, C15), die auch unter Scopeௗ3 berichtet werden.
[E1-6 53, 54]
Intensität der Treibhausgasemissionen
Gesamt-THG-Emissionen
a
in metrischen Tonnen CO
2
-Äquivalente pro Umsatz (t CO
2
eq./EUR)
2025 2024
relative Änderung von 2024 auf
2025
THG-Intensität (standortbezogen)   –
THG-Intensität (marktbezogen)   –
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
88 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-4 34a, 34b, 34c, 34d, MDR-T 80b, 80d, 80e]
Absolute Treibhausgasemissionen des Zielumfangs
a,b
(kurzfristige und langfristige SBTs mit Bezugsjahr 2021)
Absolute Emissionen des Zielumfangs
b,c
(SBT) in Millionen metrischen
Tonnen CO
2
eq. und absoluter Emissionsindex
d
(Mio. t CO
2
eq., 2021 = 100 %)
2017
2021
(Bezugsjahr)
2025 2024
Kurzfristiges
SBT 2030
d
Langfristiges
SBT 2050
d
Absolute Scope 1 und 2 THG-Emissionen





Absolute Scope 3 THG-Emissionen





Absolute THG-Emissionen 1, 2 und 3





Scope 1 und 2 Index     
Scope 3 Index     
Scope 1, 2 und 3 Index     
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
b) Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogenem Scope 2 und Scope 3 Kategorien 1, 3, 4, 9 - aber ohne Kategorie 15.
c) Aufgrund der neu berechneten Scope 1 Emissionen für 2017-2023 sind die Emissionen des Bezugsjahres (2017) gestiegen.
d) Die SBT-Zielwerte entsprechen der erforderlichen Reduktion der absoluten THG Emissionen, d.
h. 42 % im Scope 1 und 2 u. 25 % im Scope 3 für das kurzfristige
wissenschaftlich fundierte Ziel sowie 90
% im Scope 1, 2 und 3 für das langfristige SBT.
Spezifische Treibhausgasmissionen
a,b
(in Verbindung mit Vergütungs- und Unternehmensstrategiezielen mit Bezugsjahr 2017)
Spezifische Emissionen
b,c
in
metrischen Tonnen CO
2
-
Äquivalent pro Tonne produzierter Fasern & Zellstoff
und Index
d
(t CO
2
eq/t, 2017 = 100 %)
2017
(Bezugsjahr)
e
2021 2025 2024 Ziel 2025
d
Ziel 2026
d
Ziel 2027
Spezifische Scope 1, 2 und 3 Emissionen    
Spezifische Scope 1, 2 und 3 Emissionen Index (2017 =
100 %)       
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
b) Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogenem Scope 2 und Scope 3 Kategorien 1, 2, 3, 4, 9 - aber ohne Kategorie 15.
c) Aufgrund der neu berechneten Scope 1 Emissionen für 2017-2023 sind die Emissionen des Bezugsjahres (2017) gestiegen.
d) Diese Kennzahl ist relevant für die Bonusziele des Vorstands für langfristige Anreize (LTI).e) Das vorherige SBT wurde im Jahr 2018 entwickelt, daher wurde 2017 als Bezugsjahr
gewählt.
Berechnungsgrundsätze
[E1-5 MDR-M, E1-6 MDR-M]
[MDR-M 77a]
Die Produktionsstandorte melden der Konzerndatenbank monat-
lich Energie- und Brennstoffinputdaten sowie Emissionsfaktoren
und Heizwerte. Sowohl auf Standort- als auch auf Konzernebene
erfolgt die Energie- und THG-Bilanzierung gemäß dem GHG Pro-
tocol und den Anforderungen des ESRS E1. Der Berichtsumfang
umfasst Produktionsstandorte und schließt eigenständige Büros
aus, da deren Emissionen nicht relevant sind. Büros, die Teil einer
Berichtseinheit mit kommerzieller Produktion sind, werden einbe-
zogen. Die Berechnungsgrundsätze werden gemäß der ESRS-Ter-
minologie dargelegt.
[MDR-M 77a]
Die Heizwerte und Emissionsfaktoren, die von den EU-Standor-
ten verwendet werden, stimmen mit denen überein, die für die Be-
richterstattung im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems an-
gewendet werden. Nicht-EU-Standorte können gemessene Emis-
sionsfaktoren oder Literaturwerte gemäß den lokalen gesetzlichen
Anforderungen verwenden. Andernfalls werden Referenzen des
Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) herangezogen.
[MDR-M 77a]
Der Energieverbrauch für die eigenen Betriebe von Lenzing wird
als Einsatz von zugekauftem Strom, Wärme (Dampf) und Brenn-
stoff gemessen. Die Überwachung erfolgt anhand von Zähler-
stände oder Rechnungen, die die eingesetzten Brennstoffe direkt
quantifizieren. Die Brennstoffmengen werden mit den Heizwerten
multipliziert, um den Energieverbrauch (in MWh) zu berechnen.
Die Kennzahlen zur Erzeugung nicht-erneuerbarer und erneuerba-
rer Energie umfassen Dampf und Elektrizität nach den Turbinen
und basieren auf Schätzungen der Genauigkeitsstufe 3 (grobe
Schätzung), im Einklang mit der Datenqualitätsklassifizierung, die
im Abschnitt zu Scope 3 beschrieben wird.
[E1-5 42, 43, MDR-M 77a]
Die Energieintensität errechnet sich aus dem Gesamtenergiever-
brauch der Lenzing Gruppe und dem Umsatz aus Tätigkeiten in kli-
maintensiven Sektoren. Diese Sektoren umfassen die Herstellung
von regenerierten Cellulosefasern und Faserzellstoff. Die für die
Berechnung verwendeten Umsatzerlöse, finden Sie in der Tabelle
„Umsatzerlöse mit externen Kunden nach Produkten und Dienst-
leistungen“ in den Notes des Jahresabschlusses, in der die Summe
der Einzelposten „Division Faser“ und „Division Zellstoff“ verwen-
det wird. Der Energieverbrauch der Umsatzkategorie „Sons-
tige“ wurde nicht aus dem Gesamtenergieverbrauch herausge-
rechnet, da sein Einfluss auf den Indikator nicht signifikant ist. Die
Kategorie „Sonstige“ umfasst vor allem zentrale Verwaltungsfunk-
tionen, übergreifende Aktivitäten und die Geschäftsaktivitäten des
Bildungszentrums BZL (Ausbildung und Personalentwicklung). Im
Bericht 2024 ist bei der Anzeige der Einheit für die Energieintensi-
tät ein Fehler aufgetreten. Die angegebene Einheit war Mio.
MWh/EUR statt t MWh/EUR.
[MDR-M 77a]
Scope 1 umfasst die direkten THG-Emissionen an den Produkti-
onsstandorten von Lenzing. Für ihre Berechnung wird die Menge
89 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
des verbrauchten Brennstoffs mit geeigneten Emissionsfaktoren
multipliziert.
[E1-6 AR 45d, MDR-M 77a]
Scope 2 bezieht sich auf alle indirekten THG-Emissionen im Zu-
sammenhang mit der Erzeugung von erworbener Elektrizität und
Wärme (Lenzing verwendet keine externe Kühlenergie). Die ge-
samte verbrauchte Energie wird durch Zählerstände oder Rech-
nungen überwacht.
Bei der standortbezogenen Bilanzierung wird, die aus dem öffent-
lichen Netz verbrauchte Energie mit den entsprechenden stand-
ortbezogenen Emissionsfaktoren multipliziert. Diese Faktoren
spiegeln in der Regel Reststrommixe wider und werden aus IPCC
2021 GWP100 V1.02 (Länder- und Regionaldaten) abgeleitet. Die
marktbezogene Bilanzierung berücksichtigt die Energiequelle der
eingekauften Elektrizität bzw. der eingekauften Wärme und die
entsprechenden Emissionsfaktoren, die von Energieanbietern oder
öffentlichen Händlern bereitgestellt und durch Energy Attribute
Certificates (EAC), wie Guarantees of Origin (GO) oder Renewable
Energy Certificates (REC), belegt werden. Für erworbenen Dampf
und Elektrizität an den Standorten Prachinburi (Thailand) und
Grimsby (Großbritannien) sowie für Dampf am Standort Nanjing
(China) werden lieferantenspezifische Emissionsfaktoren ange-
wandt. Diese Faktoren basieren auf den jeweiligen Regelungen und
Methoden des IPCC. Der marktbezogene Ansatz wird für die Be-
rechnung der Scope 2 THG-Emissionen verwendet, die für den
Zielumfang relevant sind.
[ESRS 2 BP-2 10, E1-6 AR 46i, MDR-M 77a]
Scope 3 umfasst alle indirekten THG-Emissionen innerhalb des Bi-
lanzierungsumfangs. Lenzing hat fünf wesentliche Kategorien aus
den fünfzehn vom GHG Protocol definierten Kategorien identifi-
ziert. Diese sind in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen
der Lenzing Gruppe“ aufgeführt. Der SBT-Zielumfang umfasst die
Kategorien 1, 3, 4 und 9, schließt jedoch die Kategorie 15 aus (97
Prozent von Scope 3 sind abgedeckt). Die relevanten Scope 3 Ka-
tegorien haben eine Schätzgenauigkeit von 2: Berechnung / ge-
naue Schätzung (1 – genaue Zahl, 2 – Berechnung / genaue Schät-
zung, 3 – grobe Schätzung). Eine genaue Schätzung basiert auf
zuverlässigen, leicht verfügbaren Daten (z. B. aus einer anerkannten
Datenbank), während eine grobe Schätzung auf unvollständigen
oder allgemeinen Informationen beruht und daher nur eine grobe
Annäherung liefert.
[E1-6 AR 46h, MDR-M 77a]
Scope 3 Kategorie 1: Die von Lenzing eingekauften Waren und
Dienstleistungen werden sowohl nach der lieferantenspezifischen
Methode als auch nach der Durchschnittsdatenmethode berech-
net. Der Anteil der lieferantenspezifischen Daten liegt bei 43 Pro-
zent der Scope 3 Emissionen der Kategorie 1. Diese Waren und
Dienstleistungen werden in drei Unterkategorien aufgeteilt:
1. Holzernte und Forstwirtschaftliche Tätigkeiten: Die Be-
rechnungen basieren auf extern bezogenem Rundholz,
multipliziert mit Emissionsfaktoren aus Ecoinvent.
2. Zugekaufter externer Zellstoff: Die Berechnungen basie-
ren auf den eingekauften Mengen und den LCA-Daten
der Lieferanten.
3. Eingekaufte Chemikalien: Die Berechnungen basieren
auf den Mengen der eingekauften Chemikalien, multipli-
ziert mit generischen Emissionsfaktoren aus Ecoinvent
und sofern verfügbar mit von den Lieferanten bereitge-
stellten Daten.
Scope 3 Kategorie 3: Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brenn-
stoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) wer-
den anhand durchschnittlicher Emissionsfaktoren berechnet. Die
THG-Emissionen, die vorgelagerten Bereich bei der Gewinnung
und Verarbeitung von Brennstoffen (Kohle, Erdgas, Biomasse usw.)
entstehen, werden aus dem Brennstoffverbrauch und den Ecoin-
vent-Emissionsfaktoren abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 4: Der vorgelagerte Transport von Lenzing um-
fasst eingekauften externen Zellstoff, Rundholz und eingekaufte
Chemikalien. Es wurde die distanzbasierte Methode angewandt.
Transportvolumen, Transportwege und Transportarten wurden aus
dem ERP-Logistiksystem entnommen. Die Emissionsfaktoren wur-
den von EcoTransIT abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 9: Der nachgelagerte Transport von Lenzing
umfasst die verkauften Fasern und den verkauften Zellstoff sowie
die Nebenprodukte (Natriumsulfat, Essigsäure, Furfural, Soda usw.).
Es wurde die distanzbasierte Methode angewandt. Transportvolu-
men, Transportwege und Transportarten wurden aus dem ERP-Lo-
gistiksystem entnommen. Die Emissionsfaktoren wurden von
EcoTransIT abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 15: Für die Beteiligungen von Lenzing werden
die Berechnungen nach der investitionsspezifischen Methode
durchgeführt, d. h. mit öffentlich verfügbaren Daten wie Nachhal-
tigkeitsberichten oder dem EU-ETS-Register.
Die folgenden Scope 3 Kategorien sind relevant, aber nicht we-
sentlich: Kategorie 2 (Investitionsgüter), Kategorie 5 (Abfallauf-
kommen in Betrieben), Kategorie 6 (Geschäftsreisen), Kategorie 7
(pendelnde Arbeitnehmer:innen) und Kategorie 8 (vorgelagerte
geleaste Wirtschaftsgüter) Aus diesem Grund werden diese Kate-
gorien aus dem Inventar ausgeschlossen.
[E1-6 AR 46i, MDR-M 77a]
Scope 3 Kategorie 10 (Verarbeitung verkaufter Produkte): In Über-
einstimmung mit den Leitlinien des GHG Protocol zu Scope 3 hat
Lenzing diese Kategorie aus dem Inventar ausgeschlossen. Als
Hersteller von Zwischenprodukten hat Lenzing keinen Einblick in
die Verarbeitung durch nachgelagerte Anwender. Die mit der Wei-
terverarbeitung verbundenen THG-Emissionen unterscheiden sich
erheblich je nach Prozessortechnologie, Energiequelle, Standort
und Anlagenkonfiguration. Aufgrund dieser großen Variabilität ist
es nicht möglich, die mit dieser Kategorie verbundenen THG-Emis-
sionen vernünftig zu schätzen. Darüber hinaus übt Lenzing auch
keine operative oder finanzielle Kontrolle bzw. keinen Einfluss auf
die Einrichtungen in dieser Kategorie hinsichtlich der Emissionsre-
duzierung aus.
Die folgenden Scope 3 Kategorien sind nicht relevant: Kategorie 11
(Verwendung verkaufter Produkte), Kategorie 12 (Behandlung ver-
kaufter Produkte am Ende der Lebensdauer), Kategorie 13 (Nach-
gelagerte geleaste Wirtschaftsgüter) und Kategorie 14 (Franchises).
90 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-6 55, MDR-M 77a]
Die THG-Emissionsintensität basiert auf den gesamten standort-
und marktbezogenen THG-Emissionen sowie den Umsatzerlösen,
wie sie im Konzernabschluss berichtet werden. Dies bezieht sich
auf den Posten „Umsatzerlöse gemäß konsolidierter Gewinn- und
Verlustrechnung“. Die für diese Berechnung verwendeten Umsatz-
erlöse sind in der Tabelle „Umsatzerlöse von externen Kunden nach
Produkten und Dienstleistungen“ in den Notes des Jahresab-
schlusses aufgeführt. Im Bericht 2024 ist bei der Anzeige der Ein-
heit für die Treibhausgasemissionsintensität ein Fehler aufgetreten.
Die angegebene Einheit war „Mio. t CO
2
eq./EUR“ statt „t CO
2
eq./EUR“. Ebenso ist im Bericht 2024 bei der Anzeige der Einheit
für bestimmte Treibhausgasemissionen ein Fehler aufgetreten. Die
angegebene Einheit war „Mio. t CO
2
eq./t“ statt „t CO
2
eq./t“.
Externe Wirtschaftsprüfer
[MDR-M 77b]
Die in den Kapiteln „Energieverbrauch und Brennstoffe“ und
„Lenzings Treibhausgasemissionen“ ausgewiesenen Kennzahlen
unterliegen abgesehen von der Prüfung durch den Wirtschaftsprü-
fer keiner zusätzlichen externen Verifizierung.
Neuberechnung der Scope 1 THG-Emissionen von 2017
und 2021
[ESRS 2 BP-2 13]
Die Scope 1 THG-Emissionen für 2017 und 2021 mussten aufgrund
einer rechtlichen Änderung am Standort Lenzing in Österreich
2024 neu berechnet werden. Zuvor wurde der fossile Anteil des am
Standort verbrannten externen Abfalls geschätzt, nun basiert er auf
direkten Messungen. Da der gemessene fossile Anteil höher ist als
die ursprüngliche Schätzung, erhöht dies die fossilen Scope 1
THG-Emissionen, reduziert jedoch den biogenen Scope 1 Anteil
proportional um rund 160 bis 170 Kilotonnen CO
2
-Äquivalente.
91 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Lenzing ist sich bewusst, dass die Vermeidung von Umweltverschmutzung entscheidend dazu beiträgt, Ökosysteme und die
menschliche Gesundheit zu schützen. In diesem Kapitel ist dargelegt, wie das Unternehmen die durch die Zellstoff- und Faserpro-
duktion verursachten Umweltauswirkungen mit Fokus auf Emissionen, Abwässern und Abfällen überwacht, steuert und verringert.
Die Vermeidung von Umweltverschmutzung geht über die Einhaltung von Vorschriften hinaus. Dafür setzt Lenzing moderne Tech-
nologien und strikte Kontrollmaßnahmen ein, um die Risiken in ihrem Betrieb zu minimieren. Diese Bemühungen sind im Umwelt-
managementsystem des Unternehmens verankert und werden durch Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung flankiert. Lenzing
geht Risiken durch Umweltverschmutzung proaktiv an, trägt so zu einer sauberen Umwelt bei und stärkt ihr Engagement für nach-
haltige Entwicklung und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Luftverschmutzung NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingträgtzur
Luftverschmutzungbeiund
könntedieGesundheitund
dieUmweltnegativ
beeinflussenUm
Umweltverschmutzungzu
vermeidenüberwachtund
kontrolliertLenzingaktivdie
Umweltauswirkungenihrer
Tätigkeiten
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Luftemissionen(E-)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
Risiko
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
Lenzingkanndie
Betriebsgenehmigung(LTO)
aufgrundvonÄnderungen
derVorschriftenverlieren
z Bwenndiestrengeren
EmissionswertederEUBAT
nichteingehaltenwerden
DieskönntezumVerlustdes
EU-Umweltzeichensundzur
Nichterfüllungder
Kundenanforderungenführen
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Luftemissionen(E-)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Luftemissionen
(freiwilligeAngabe)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis mittelfristig
Führungsrolle bei der
Herstellung von Zellstoff und
Fasern mit geringen
ökologischen und sozialen
Auswirkungen.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy und
Standard
*Konzernweiter
Standard für das
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*Zero Discharge of
Hazardous
Chemicals (ZDHC)
*Higg Facility
Environmental
Module (FEM)
*Luftemissionen (E2-4)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
E2 Umweltverschmutzung
92 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wasser-
verschmutzung
NegativeAuswirkung
-Potenziell
-Nachgelagerte
Wertschöpfungskette
-Kurz-bis
langfristig
DieTextilproduktionist
schätzungsweisefüretwa
 Prozentderweltweiten
Verschmutzungvonsauberem
WasserdurchFärbe-und
Veredelungsprodukte
verantwortlich
a
VCPolicyfür
Wasser
VCKein
Ziel
VCKeine
Maßnahme
VCKeineKennzahl
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingleitetindereigenen
ProduktionWasserabund
kanndaherpotenziell
Gewässerbeeinträchtigen
ImFalleeiner
unwahrscheinlichenLeckage
wärendieFolgenfürdie
ÖkosystemefatalLenzing
verpflichtetsichdirekteund
indirekteWechselwirkungen
mitWasserressourcen
umfassendzuüberwachen
zukontrollierenundzu
melden
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*Abwasser
*ZDHC
Viscose
*ZDHC
Lyocell
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Abwasserauf-
bereitungsanlagen
*Sulfat-undCSB-
Reduktion
*Wasseremissionen
(E-)
*SO
(unternehmensspezifisch)
*Amine
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Wasseremissionen
(freiwilligeAngabe)
Chance
- Eigene Tätigkeiten &
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
- Kurz- bis mittelfristig
Führung bei der Herstellung
von Zellstoff und Fasern mit
geringen ökologischen und
sozialen Auswirkungen durch
emissionsarme Produkte. Zum
Beispiel spinngefärbte Lenzing-
Fasern.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy und
Standard
*Konzernweiter
Standard für das
Chemikalien-
management
*Abwasser
*ZDHC
Viscose
*ZDHC
Lyoce ll
*FEM
*Zero Discharge of
Hazardous
Chemicals (ZDHC)
*Higg Facility
Environmental
Module (FEM)
*Abwasserauf-
bereitungsanlagen
*Sulfat- und CSB-
Reduktion
*Wasseremissionen
(E2-4)
*SO
4
(unternehmensspezifisch)
*Amine
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Wasseremissionen
(freiwillige Angabe)
Besorgniserregende
und besonders
besorgniserregende
Stoffe (SOCs &
SVHCs)
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
&
Wertschöpfungskette
-Mittelfristig
Möglicheschwerwiegende
negativeAuswirkungenauf
dieGesundheitunddie
UmweltimFallevon
UnfällenoderLeckagen
BesorgniserregendeStoffe
werdeninLenzingseigener
Produktionundinder
Industrieweiterhin
verwendetDieFasernvon
Lenzingwerdendurch
Zertifizierungenund
TestverfahrenaufRückstände
kontrolliert
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*VCKeinePolicy
*ZDHC
Lyocell
*ZDHC
Viscose
*FEM
*VCKein
Ziel
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*VCKeine
Maßnahme
*Besorgniserregendeund
besonders
besorgniserregende
Stoffe(E-)
Chance
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
SicherungdesGeschäfts
durchErfüllungder
Anforderungender
Stakeholderunddarüber
hinausEntwicklungvon
Branchen-Benchmarksund
BeitragzuMulti-Stakeholder-
InitiativenwieZero
DischargeofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Lyocell
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Besorgniserregendeund
besonders
besorgniserregende
Stoffe(E-)
a) https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20201208STO93327/fast-fashion-eu-laws-for-sustainable-textile-consumption
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Die Strategie von Lenzing zur Vermeidung von Umweltverschmut-
zung beruht auf der strikten Einhaltung von Vorschriften, kontinu-
ierlicher Verbesserung und der Übernahme hochmoderner Tech-
nologien, die das Geschäftsmodell und die Nachhaltigkeitsziele
des Unternehmens stärken. Die Verminderung von Umweltver-
schmutzung ist unerlässlich, um operative Risiken abzumildern, die
Ressourceneffizienz zu erhöhen und das Vertrauen der Stakeholder
zu wahren.
Alle Produktionsstandorte operieren in voller Übereinstimmung mit
den geltenden Umweltvorschriften und erfüllen mindestens die
Leistungsanforderungen der besten verfügbaren Techniken der EU
(EU-BVT). Faserprodukte, die an globalen Standorten von Lenzing
hergestellt werden, tragen das EU-Umweltzeichen (EU Ecolabel).
Dies bestätigt die herausragende Umweltleistung selbst außerhalb
der EU, wo die EU-BVT keine Gültigkeit haben. Die Vorschriftskon-
formität wird durch robuste Überwachungssysteme, regelmäßige
Audits und die transparente Berichterstattung an einschlägige Be-
hörden gewährleistet.
Lenzing wendet über regulatorische Anforderungen hinaus mo-
derne Technologien und bewährte Praktiken an, um Emissionen,
Abwässer und Abfälle zu minimieren. So werden organische Ver-
bindungen bei der Herstellung von Faserzellstoff durch Bioraffine-
rie-Prozesse frühzeitig extrahiert, was den chemischen Sauerstoff-
93 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bedarf (CSB) des Abwassers beträchtlich reduziert. Bei der Faser-
produktion senken bewährte Rückgewinnungssysteme für Pro-
zesschemikalien und Wasser den Bedarf an neuen Ressourcen und
ersetzen konventionell hergestellte Ausgangsstoffe. Diese Maß-
nahmen verdeutlichen das Bekenntnis von Lenzing zu Ressour-
ceneffizienz und Kreislaufwirtschaft (weitere Informationen finden
Sie unter „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“).
Um bei der Vermeidung von Umweltverschmutzung führend zu
bleiben, investiert Lenzing kontinuierlich in innovative Technolo-
gien und Prozessoptimierung. Regelmäßige Verbesserungen der
Abwasseraufbereitung, Rückgewinnungstechnologien und Pro-
zesskontrollen stellen sicher, dass Maßnahmen zur Vermeidung
von Umweltverschmutzung im Gleichklang mit dem technologi-
schen Fortschritt weiterentwickelt werden. Diese Initiativen sind
eng auf die Strategien für Ressourceneffizienz gemäß Kapitel „E5
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ abgestimmt, sodass
der effiziente Einsatz von Rohstoffen und Energie über die gesamte
Wertschöpfungskette hinweg gefördert wird. Lenzing berücksich-
tigt die Verminderung von Umweltverschmutzung in allen Phasen
der Zellstoff- und Faserproduktion. Hierdurch senkt das Unterneh-
men nicht nur die Umweltauswirkungen und regulatorische Risiken,
sondern nutzt auch Chancen für Effizienzgewinne, Kosteneinspa-
rungen und langfristige Wertschöpfung.
Policies
[E2-1]
Policy Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, die Menschen zu schützen und die Umwelt zu bewahren, wobei Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz als
feste Unternehmenswerte verankert sind.
Kernelemente:
Die Richtlinie legt den Schwerpunkt auf den Umweltschutz durch effizienten Ressourceneinsatz, die Minimierung von Emissionen
und Abfällen sowie auf die Förderung einer starken Sicherheitskultur und die Gewährleistung der Einhaltung gesetzlicher
Vorschriften. Der Überwachungsprozess wird im Rahmen des globalen HSE-Managementsystems gemäß ISO 14001 und ISO
45001 durchgeführt.
Standards / Initiativen Dritter
ISO 14001
ISO 45001
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25c Die Richtlinie erwähnt die Minimierung von Emissionen und die Verbesserung der Ressourceneffizienz, wozu auch die
Energieeffizienz gehört.
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Die HSE Policy legt fest, dass Lenzing die Umwelt, in der das Unternehmen tätig ist, schützt indem Emissionen, Abfälle und
Verschmutzung reduziert werden und die Ressourceneffizienz verbessert wird. Die entsprechenden Ziele und Zielvorgaben
werden gesetzt und kontrolliert.
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
19 Die HSE Policy gilt für alle Mitarbeiter von Lenzing.
21 In der Zeile „Standards/Initiativen Dritter“ dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Standards.
23 Die HSE Policy stellt den Schutz von Menschen und Umwelt als zentrale Unternehmenswerte in den Vordergrund. Alle
Produktionsstandorte sind nach ISO 45001 zertifiziert. Diese Zertifizierung für Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement, die
sowohl Mitarbeiter als auch Auftragnehmer umfasst, bietet den Rahmen zur Identifizierung, Kontrolle und Minderung von Risiken
im Zusammenhang mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
94 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Konzernweite Umwelt Policy und Standard
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, die Basis für das Umweltprogramm und die langfristigen Ziele von Lenzing zu schaffen.
Kernelemente:
Lenzing folgt den Best Practice Standards der Branche und setzt fortschrittliche Technologien ein, um Emissionen, Abwässer und
Abfälle zu reduzieren. Die Richtlinie und der Standard werden durch das Umweltmanagementsystem mittels Audits bei
Konzernunternehmen und Standorten überwacht.
Standards / Initiativen Dritter
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
Higg FEM
EU Best Available Techniques (EU BAT)
EU Ecolabel
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25c Die Policy unterstützt die Verbesserung der Energieeffizienz und die Senkung des Energieverbrauchs.
E2 Umweltverschmutzung (E2-1)
15a Die konzernweite Umwelt Policy und Standard ist darauf ausgelegt die branchenüblichen Best Practices und
Emissionsgrenzwerte für die besten verfügbaren Techniken für die industrielle Zellstoff- und Faserproduktion (EU BAT) zu
reflektieren. Darüber hinaus agiert Lenzing nach den MMCF-Richtlinien der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC).
Diese Richtlinien zielen auf die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverschmutzungsparameter ab, insbesondere in Bezug auf
die Luft- und Wasserverschmutzung.
15b Mit der konzernweiten Umwelt Policy und Standard verpflichtet sich Lenzing, gefährliche Chemikalien (einschließlich
bedenklicher Stoffe und besonders besorgniserregender Stoffe) entlang der Lieferkette zu eliminieren und die im
Produktionsprozess verwendeten Chemikalien auszuwählen, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Policy Konzernweiter Standard für das Chemikalienmanagement
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Risiken im Zusammenhang mit der Handhabung, Lagerung, dem Transport, der
Verwendung und der Entsorgung von Chemikalien kontrolliert und koordiniert werden.
Kernelemente:
Der Standard umfasst detaillierte Chemikalienverzeichnisse und Genehmigungsverfahren sowie eine Gefahren- und
Expositionsbewertung für jede Chemikalie, um deren sichere Anwendung für Mensch und Umwelt sowie die Verwendung der
Produkte nachzuweisen.
Standards / Initiativen Dritter
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
EU Ecolabel
ISO 14001
ISO 45001
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Die Kontrolle von Chemikalien wird durch den konzernweiten Standard für das Chemikalienmanagement, mittels
Risikobewertungen, Überwachung von Einleitungen ins Abwasser, Kontrolle von Rückständen sowie Bewertungen von
Verantwortlichkeiten und Kompetenzen sichergestellt. Aus diesen Kontrollen werden erforderliche Maßnahmen abgeleitet.
15c Es sind klare Notfallverfahren festgelegt, die erforderliche Hardware installiert und es werden regelmäßige Übungen
durchgeführt. Im Falle eines Vorfalls werden die Notfallverfahren befolgt. Diese Verfahren sind bei den zuständigen Behörden
registriert und wurden den Mitarbeitern kommuniziert. Die zur Bewältigung von Notfällen benötigte Ausrüstung, wie z.ௗB.
Feuerlöschgeräte, muss gut gewartet sein. Ausführliche Notfallpläne und -verfahren sind in standortspezifischen Dokumenten
sowie im Sicherheitsdatenblatt (SDB) enthalten, das auch Informationen zu angemessener persönlichen Schutzausrüstung (PSA),
erster Hilfe, Brandbekämpfung und Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung enthält. Zusätzliche Informationen zum
Krisenmanagement finden sich auch im Leifaden zum HSE Krisenmanagement der Gruppe.
Das Thema Wasserverschmutzung wird auch in der Policy für Wasser behandelt. Die Mindestangabepflichten und die themenspezifischen
Anforderungen - die Minderung negativer Auswirkungen und Minimierung der Verwendung besorgniserregender Stoffe – sind im Ab-
schnitt „Policies“ des Kapitels „E3 Wasser- und Meeresressourcen“ dargelegt.
95 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen
[E2-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
x Higg Facility Environmental Module (FEM)
x Abwasseraufbereitungsanlagen
x Sulfat- und CSB-Reduktion
Zero Discharge of Hazardous Chemicals
(ZDHC)
[MDR-A 68a, 68b]
Die Multi-Stakeholder-Plattform Zero Discharge of Hazardous
Chemicals (ZDHC) beschäftigt sich insbesondere damit, Abwässer,
Klärschlamm, Feststoffabfall und Luftemissionen in der Textilin-
dustrie durch spezielle Arbeitsgruppen und harmonisierte Richtli-
nien zu verringern.
ZDHC Viscose
Lenzing hat sich dem „Supplier to Zero“-Programm der Multi-Sta-
keholder-Initiative ZDHC verpflichtet und von Beginn an die
MMCF-Richtlinien übernommen. Alle Lenzing Viscosestandorte
(Lenzing (Österreich), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China))
haben die Bewertung der „Supplier to Zero“-Plattform abgeschlos-
sen und erfolgreich den Status „aspirational“ erreicht. Weitere Ein-
zelheiten und Zeitrahmen finden Sie unter dem ZDHC Viscose Ziel.
ZDHC Lyocell
Nachdem die Abwassertests an den Standorten Prachinburi (Thai-
land) und Heiligenkreuz (Österreich) im Jahr 2024 abgeschlossen
waren, führte Lenzing 2025 auch am Standort Mobile (USA) Tests
gemäß den aktualisierten ZDHC-Laborrichtlinien durch. Im Zuge
der Inbetriebnahme der neu errichteten Abwasseraufbereitungs-
anlage in Grimsby (Großbritannien) im Berichtsjahr bereitet sich der
Standort darauf vor, 2026 den ZDHC-Abwassertest durchzuführen.
Weitere Informationen finden Sie unter dem ZDHC Lyocell Ziel.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 setzte Lenzing die Selbstbewertungen von Higg FEM
und unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten
fort. Higg FEM findet auf einer jährlichen Basis statt. Das Tool un-
terstützt die Überwachung von Emissionen von Schadstoffen und
besorgniserregenden Stoffen, senkt mit Umweltverschmutzung
verbundene Risiken und hilft dabei, Maßnahmen zur Verbesserung
der allgemeinen Umweltleistung zu entwickeln.
Abwasseraufbereitungsanlagen
[MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Abwässer werden in der gesamten Lenzing Gruppe kontrolliert ab-
geleitet, um eine Kontamination des Grundwassers zu vermeiden.
Das Prozesswasser wird in biologischen Abwasseraufbereitungs-
anlagen (Kläranlagen) behandelt. Im Jahr 2025 wurde die neu er-
richtete Abwasseraufbereitungsanlage am Faserstandort Grimsby
(Großbritannien) vollständig in Betrieb genommen. Nach der ersten
Anlaufphase 2024 sind die Anreicherung von Biomasse und die
operative Justierung inzwischen abgeschlossen, sodass ein stabi-
ler und effizienter Betrieb ermöglicht wird. Der CSB und die Amin-
Eliminierung übertrafen die Mindestanforderungen. Das Projekt ist
inzwischen in die zweite Phase eingetreten und wird weiter opti-
miert, um 2026 die EU-BVT-Grenzwerte zu erreichen. Diese stra-
tegische Investition im Umfang von EUR 24 Mio., die alle Projekt-
kosten abdeckt, stellt einen Meilenstein in der Nachhaltigkeits-
Roadmap des Standorts dar und unterstützt die Erreichung der
ZDHC Lyocell Ziele und Abwasser Ziele. Die Modernisierung der
Kläranlagen in Mobile (USA) und Purwakarta (Indonesien) schreitet
erfolgreich voran, mit Gesamtinvestitionen von EUR 12 Mio. in Mo-
bile (hauptsächlich in 2024) und EUR 26 Mio. in Purwakarta (haupt-
sächlich in 2023), einschließlich Investitionen im Jahr 2025. Die In-
vestitionsausgaben für diese Projekte sind Teil der CapEx, die im
Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind. Darüber
hinaus wird das Projekt Grimsby (Großbritannien) auch im Ab-
schnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Im Berichtsjahr wurde ein weiteres Verbesserungsprojekt am Fa-
serproduktionsstandort Nanjing (China) abgeschlossen. Die ver-
besserte Entgasung des Abwassers führte zu einer erheblichen
Verringerung des Schwefeleintrags ins Wasser und senkte damit
die Belastung durch Schwefelkohlenstoff im Abwasser.
Sulfat- und CSB-Reduktion
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Das Lenzing-Werk in Purwakarta (Indonesien) hat ihre Kläranlage
weiter modernisiert. Der Bau der Anlage wurde 2023 abgeschlos-
sen, sodass sie seit Anfang 2024 voll in Betrieb ist, wodurch die
Abwasseremissionen (CSB und Sulfat) erheblich reduziert wurden.
Im Jahr 2025 setzte der Standort die Optimierung der Abwasser-
aufbereitungsanlage fort, um die CSB-Werte weiter zu senken.
Durch die verbesserte Überwachung von Sulfat im Abwasser und
die erweiterte Rückgewinnung von Natriumsulfat wurden spezifi-
sche Sulfatemissionen ebenfalls gesenkt.
Eine Anlage zur Reinigung von Extraktionsmitteln mit einem Inves-
titionsvolumen von EUR 5 Mio. wurde 2025 in Lenzing (Österreich)
fertiggestellt. Die Anlage wird in Zukunft zu erheblichen CSB-Ein-
sparungen beitragen. Die Investitionsausgaben für dieses Projekt
sind Teil der CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlus-
ses aufgeführt sind.
Es bestehen keine Maßnahmen zu den „Potenziell negativen Aus-
wirkungen der nachgelagerten Wertschöpfungskette von Lenzing
auf die Wasserverschmutzung“. Lenzing hat diesbezüglich Prioritä-
ten gesetzt und arbeitet schrittweise an den wichtigsten Themen.
Ziele
[E2-3, MDR-T 80a, 80f, 80g, 80j]
Um die harmonisierte Berichterstattung von Umweltdaten und der
Umweltleistung sicherzustellen und die Ausgangsbasis und den
Zielfortschritt festzustellen, hat Lenzing für alle Herstellungspro-
zesse ihre Leitlinie zur Berichterstattung von Umweltdaten (En-
vironmental Data Reporting Guideline) erstellt und umgesetzt, die
alle Produktionsprozesse an allen Standorten abdeckt. In dieser
Leitlinie sind die Mindestanforderungen und Standardmethoden
für die Überwachung, Bewertung und Meldung von Umweltdaten
festgelegt. Die Umweltdaten werden monatlich erhoben und bil-
den die Grundlage für die gesamte Umweltberichterstattung sowie
die Festlegung von Zielen auf Gruppen- und Standortebene. Die
96 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
festgelegten Ziele sind mit den Kernelementen der Policy für Si-
cherheit, Gesundheit und Umwelt sowie der konzernweiten Um-
welt Policy und Standard vollständig konform, die als Richtschnur
für die kontinuierliche Verringerung von Emissionen, Abfall und
Umweltverschmutzung dienen.
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele wird im
Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
ZDHC Lyocell Ziel und ZDHC Viscose Ziel
[E2-3 23d, 25, MDR-T 80h]
Lenzing hat ihre freiwilligen Ziele für die Umsetzung der ZDHC-
Richtlinien für ihre Viscose-/Modal- und Lyocell-Produktionsstät-
ten definiert. Das ZDHC-Programm ist eine Brancheninitiative, die
eine Verringerung des Ausstoßes gefährlicher Chemikalien in der
Textil- und Bekleidungsindustrie anstrebt, darunter auch besorg-
niserregende Stoffe (SoCs) und besonders besorgniserregende
Stoffe (SVHCs), und ausgehend von den besten verfügbaren Tech-
niken und guten Branchenpraktiken Orientierung bietet. Der
ZDHC-Zertifizierungsrahmen bietet eine Plattform (ZDHC Gate-
way) für die Überwachung, Nachverfolgung, Berichterstattung und
Weitergabe der Ergebnisse entlang der Lieferkette. Um eine Um-
setzung höchster Qualität sicherzustellen, ernennt das ZDHC in
verschiedenen Ländern autorisierte Labors, die Tests durchführen
und Bericht erstatten. Kunden und Marken unterstützen die Um-
setzung, indem sie Nachweise für eine saubere Produktion und
Zertifizierungen, wie das ZDHC, fordern. Die Einbeziehung von
Stakeholdern beim ZDHC für die Erstellung der Richtlinien samt
der Berücksichtigung von Kundenerwartungen waren die Grund-
lage für die Festlegung von Zielen für eine verantwortungsbe-
wusste Faserproduktion. Der Zielsetzungsprozess wird von der
Abteilung Corporate Sustainability geleitet und erfolgt mit Beteili-
gung interner Stakeholder im HSE Team, der Produktion und Com-
mercial Teams sowie des Vorstandes.
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erreichen des Status „aspirational" der ZDHC MMCF-Abwasser- und Luftemissions-Richtlinien in den Lenzing Vis-
coseanlagen bis 2026
2026
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingViscose-Produktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Lenzing(Österreich)Nanjing(China)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieLenzingViscosestandortehabendieZDHCMMCF-RichtlinieinihrerüberarbeitetenVersionkontinuierlichumgesetzt
undLenzinghatsichaktivanderÜberarbeitungderMMCF-VersionbeteiligtdieveröffentlichtwurdeDie
UmsetzungderAbwasserrichtliniewurdeauchimJahrfortgesetztZusätzlichzudemZiel„Abwasser“habenalle
LenzingViscosestandorteihre/BewertungderSuppliertoZeroPlatformabgeschlossenunddieGesamtbewertungfür
dasangestrebteNiveau„aspirational“erfolgreicherreicht
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erreichen des Status „aspirational" der ZDHC MMCF-Abwasser-Richtlinie und der Richtlinien für eine verantwor-
tungsvolle Produktion in den Lenzing Lyocellanlagen bis 2028
a
2028
Auf Kurs
Unterziele Lenzing Lyocellanlagen
b
erreichen den Status „aspirational" bei Abwasser und verantwortungsvoller Produktion
2025
Verzögert
Lenzing Grimsby (Großbritannien) erreicht den Status „foundational" bei Abwasser und verantwortungsvoller
Produktion
2026
Auf Kurs
Lenzing Grimsby (Großbritannien) erreicht den Status „aspirational" bei Abwasser und verantwortungsvoller
Produktion
2028
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingLyocell-Produktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Prachinburi(Thailand)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieLenzing-StandorteHeiligenkreuz(Österreich)undPrachinburi(Thailand)habenimJahrdenStatus„aspirational"
erfolgreicherreichtDerStandortinLenzing(Österreich)hatbeiallenParameternmiteinerAusnahmedenStatus
„aspirational"erreicht
ImJahrgenehmigteZDHCdieNutzungvonISO-zertifiziertenLaborenindenUSAdaeszudiesemZeitpunktkeine
vonZDHCautorisiertenLaboregabDaherhatderLenzing-StandortindenUSAimJahrebenfallsdie
AbwasseruntersuchungenabgeschlossenundwirddieMMCF-Bewertungfür/durchführenkönnenAufgrundderoben
genanntenGründenhatsichdasTeilzielleichtverzögertDiemoderneKläranlageinGrimsby(Großbritannien)wurdeim
JanuarfertiggestelltundimMaidesselbenJahresinBetriebgenommenDerzeitgibtesinGroßbritannienkeinevon
ZDHCautorisiertenPrüflabore
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes
b) Lenzing (Österreich), Heiligenkreuz (Österreich), Mobile (USA), Prachinburi
(Thailand)
97 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Abwasser Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Reduzierung der Abwasseremissionen (Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)) der Lenzing Gruppe um 20 Prozent bis
2024 (Bezugsjahr 2014)
a
2024
Erreicht
Umfang GleicherUmfanganProduktionsstandortenwieimBezugsjahr(dௗhProduktionsstandorteohnedieneuenWerkein
Prachinburi(Thailand)undIndianópolis(Brasilien))
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing(China)Prachinburi
(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert TonnenCSB
Zielwert TonnenCSB
Status in 2025 DerBauderKläranlageinPurwakarta(Indonesien)erfolgteimJahrdieInbetriebnahmewurdeAnfang
abgeschlossenDieerstePhasedermodernenKläranlageinGrimsby(Großbritannien)wurdeimJanuarfertiggestelltund
imMaiinBetriebgenommenSieerzielteguteLeistungswertedaherwurdedasAbwasserkriteriumerfolgreicherreicht
unddiespezifischenCSB-EmissionenimVergleichzumAusgangswertum Prozentreduziert
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes
[E2-3 25, MDR-T 80a, 80g, 80h]
Im Einklang mit Lenzings Nachhaltigkeitsstrategie und in dem Be-
streben, den stetig zunehmenden Forderungen einer besseren
Umweltleistung in der Lieferkette gerecht zu werden, hat Lenzing
auf Gruppenebene ein freiwilliges Ziel für Abwasser festgelegt, das
sich auf die Verringerung spezifischer CSB-Emissionen kon-
zentriert. Das Ziel basiert auf den Leistungsstufen des EU Ecolabel
und den besten verfügbaren Techniken der EU (EU-BVT) gemäß
der EU-Industrieemissionsrichtlinie und den einschlägigen wissen-
schaftlichen Messungen. Darüber hinaus stimmt das Ziel vollstän-
dig mit den Anforderungen externer Stakeholder überein, ein-
schließlich Kunden und NGOs wie der Changing Markets Founda-
tion, sowie Marken, die sich ebenfalls zur Roadmap der Changing
Markets Foundation verpflichtet haben. Daneben waren auch in-
terne Stakeholder wie das Corporate Sustainability Team, das
Health, Safety and Environment (HSE) Team, Produktion und Com-
mercial Teams sowie der Vorstand aktiv am Zielsetzungsprozess
beteiligt. Ferner wurde auch für Lenzings Standort im Grimsby
(Großbritannien) ein Ziel für Abwasseremissionen (Reduzierung der
CSB-Emissionen) festgelegt. Dies geschah gemeinsam mit den zu-
ständigen britischen Behörden im Rahmen der Umsetzung des EU-
Referenzdokuments zu besten verfügbaren Techniken (BVT-Merk-
blatt; Einheitliche Abwasser-/Abgasbehandlung und einheitliche
Abwasser-/Abgasmanagementsysteme in der Chemiebranche).
FEM Ziel
[E2-3 23a, 23b, 23d, MDR-T 80c]
Lenzings Ziel ist es, Higg FEM an allen Produktionsstandorten von
Lenzing einzusetzen, jährlich zu aktualisieren und das verifizierte
Modul mit Kund:innen zu teilen, d.h. sowohl in den Faser- als auch
in den Zellstoffanlagen. Das Higg FEM ist ein standardisiertes Tool,
um die Managementpraktiken und die Umweltleistung auf Ebene
der jeweiligen Anlage zu messen und zu bewerten. Es liefert einen
umfassenden Überblick über zentrale Wirkungsbereiche wie Ener-
gie- und Wasserverbrauch, Luftemissionen und Abfallmanage-
ment. In diesem Zusammenhang hilft das FEM Ziel dabei, die
Emission von Schadstoffen und besorgniserregenden Stoffen zu
überwachen, nachzuverfolgen, zu steuern und zu verringern. Es
gibt kein gruppenweites Ziel für die Reduzierung von Schadstoffen
auf Basis von FEM, da die Ziele innerhalb von FEM auf Standort-
ebene festgelegt und überwacht werden. Weitere Informationen
zu den Mindestangabepflichten in Bezug auf das FEM Ziel finden
Sie im Abschnitt „Ziele“ des Kapitels „E3 Wasser- und Meeresres-
sourcen“.
Kennzahlen
Luft- und Wasserverschmutzung
[E2-4 30c]
Die Luft- und Wasserverschmutzung umfasst die bedeutenden
Emissionen der Zellstoff-/Viscose-/Modal- und Lyocell-Produkti-
onsstätten der Lenzing Gruppe sowie des Joint Ventures RVL Rest-
stoffverwertung Lenzing GmbH. Es gibt keine wesentlichen Emis-
sionen in den Boden. Die Tabellen „Absolute Emissionen in der Ab-
luft“ und „Absolute Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbe-
reitung“ umfassen Angaben, die gemäß dem Schadstoffemissions-
register (Pollutant Release and Transfer Register, PRTR) vorge-
schrieben sind, sowie unternehmensspezifische Angaben zu den
Schwefelemissionen in die Luft und zu den Emissionen
von Ami-
nen und Sulfat (SO
4
) in Gewässer. Darüber hinaus berichtet Lenzing
in der Tabelle „Spezifische Emissionen in der Abluft“ über ausge-
wählte spezifische Emissionen, um gesetzlich relevante Schwefe-
lemissionen zu überwachen, während die Tabelle „Spezifische
Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbereitung“ dazu dient,
das Abwasser Ziel zu verfolgen und Verringerungen spezifischer A-
min- und Sulfatemissionen zu bewerten.
Gemäß den ESRS-Anforderungen sind die jährlichen Emissionen
eines PRTR-Schadstoffs nur in der zu meldenden Gesamtsumme
der Gruppe enthalten, wenn der in Verordnung (EG) Nr. 166/2006
Anhang II genannte Emissionsschwellenwert an einem bestimm-
ten Standort überschritten wird. Lenzing hat sich jedoch entschie-
den, diese Schwellenwerte nicht auf die folgenden Parameter an-
zuwenden:
x CSB-Emissionen, da sie für das Abwasser Ziel relevant sind,
das festgelegt wurde, bevor die ESRS anwendbar wurden.
x Sulfat- und Amin-Emissionen in Gewässer sowie Schwefe-
lemissionen in die Luft werden, da sie in Anhang II der E-
PRTR nicht aufgeführt sind, freiwillig offengelegt.
Das PRTR ist ein vorgeschriebenes System, das in der EU verwen-
det wird, um Schadstoffemissionen in die Luft und in Gewässer zu
98 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
verfolgen und offenzulegen. Die EU-Standorte von Lenzing unter-
liegen den EU-Rechtsvorschriften und ihre PRTR-Daten können di-
rekt in den Nachhaltigkeitsbericht einfließen. Dagegen gelten die
PRTR-Regeln nicht für Standorte außerhalb der EU. Folglich hat die
Lenzing Gruppe den folgenden internen Meldegrundsatz einge-
führt, um PRTR-relevante Schadstoffe für Nicht-EU-Standorte ein-
zubeziehen, auch wenn eine solche Meldung für diese Anlagen
nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.
Für Nicht-EU-Standorte hat Lenzing die folgenden Grundsätze ver-
abschiedet:
x B
Bestimmung relevanter Schadstoffe:
Schadstoffe werden
auf Grundlage der Offenlegungen der EU-Standorte be-
stimmt, wobei unterstellt wird, dass vergleichbare Herstel-
lungsprozesse (Zellstoff, Viscose, Lyocell) ähnliche Umwelt-
probleme wie Emissionen verursachen.
x B
Bewertung anhand der PRTR-Schwellenwerte:
Jeder
Nicht-EU-Standort wird anhand der PRTR-Schwellenwerte
bewertet, wobei der große Standort in Lenzing (Österreich)
als Referenzpunkt fungiert.
x N
Nutzung von Überwachungsprogrammen und unabhän-
gigen Verifizierungen:
Alle Nicht-EU-Standorte betreiben
Umweltprogramme und Programme zur Überwachung von
Umweltverschmutzung, die im Einklang mit nationalem
Recht stehen oder darüber hinausgehen. Dennoch sind
nicht alle identifizierten PRTR-Schadstoffe in diesen Pro-
grammen enthalten. In diesen Fällen stützt sich Lenzing auf
Tests unabhängiger Dritter (wie den halbjährlichen ZDHC-
Tests in Nanjing (China) und Purwakarta (Indonesien)), um
zu schätzen, ob die Emissionen die PRTR-Schwellenwerte
überschreiten und in die Gesamtsumme für die Gruppe auf-
genommen werden sollten. Um die jährlichen Emissionen zu
berechnen, werden die in Abwasserproben gemessenen
Konzentrationen mit den jährlichen Einleitungen multipli-
ziert.
x N
Nicht gemessene Schadstoffe:
Bestimmte Standorte mes-
sen möglicherweise keine PRTR-Schadstoffe, weil sie ent-
weder nicht anfallen oder weil gemäß lokalen Genehmi-
gungsauflagen keine Messungen vorgeschrieben sind.
Die Methoden zur Quantifizierung der Emissionen an EU-Standor-
ten werden in öffentlich zugänglichen PRTR-Offenlegungen be-
richtet und basieren auf direkten und regelmäßigen Messungen
durch interne und externe Labors. Sie entsprechen den lokalen und
EU-spezifischen regulatorischen Anforderungen sowie den be-
währten Praktiken und werden den zuständigen Behörden gemel-
det. An Nicht-EU-Standorten werden Emissionen gemäß den loka-
len Genehmigungsauflagen oder gesetzlichen Pflichten, lokalen
Standards oder, wenn solche fehlen, gemäß Lenzings internen
Überwachungsanforderungen quantifiziert.
[E2-4 31]
Methodenhierarchie für die Quantifizierung von PRTR-Schadstof-
fen: Die Messmethoden werden gemäß den nationalen Vorschrif-
ten und Genehmigungsanforderungen ausgewählt. Diese können
im Vergleich zu direkten Messungen minderwertige Methoden
vorschreiben oder zulassen. Gleichwohl müssen für bestimmte
Schadstoffe minderwertige Methoden verwendet werden, da di-
rekte Messtechniken nicht verfügbar sind. Alle Standorte befolgen
ein Wartungs- und Kalibrierungsprogramm für Messinstrumente,
das den internen und externen Anforderungen entspricht.
[MDR-M 77b]
Die Offenlegungen auf Konzernebene werden von keiner anderen
externen Stelle als dem Wirtschaftsprüfer validiert. Auf Standort-
ebene wird die Berichterstattung über Schadstoffe, die Genehmi-
gungsanforderungen unterliegen, jedoch von den lokalen Behör-
den validiert.
Luftemissionen
Die Luftemissionen sind hauptsächlich den Zellstoff- und Viscose-
Prozessen sowie der Energieerzeugung aus der Verbrennung von
Kraftstoffen zuzuordnen.
[E2-4 28a, 30a]
Absolute Emissionen in der Abluft
a
(Tonnen) 2014 2025 2024
Schwefel (CS
2
- und H
2
S-Emissionen,
berechnet als elementarer Schwefel)
b,c
  
SO
2
c
  
NO
x
c
 
Feinstaub (PM10)  
a) Beinhaltet alle Produktionsstandorte und RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH.
Die Schwefelemissionen wurden mithilfe des Massenbilanzansatzes berechnet. Die
SO
2
-Emissionen basieren auf Messungen.
b) unternehmensspezifisch
c) Die PRTR-Schwellenwerte gelten nicht für Schwefelemissionen. Da die
Schwellenwerte für SO
2
- und NO
x
-Emissionen in die Luft gelten, sind die Werte
nicht direkt vergleichbar.
[freiwillige Angabe]
Spezifische
a
Emissionen in der Abluft
Index (basierend auf kg/t, 2014 =
100 %)
2014 2025 2024
Schwefel (CS
2
- und H
2
S-Emissionen,
berechnet als elementarer Schwefel)  
SO
2
  
a) Spezifische Emissionen sind Emissionen per Produktionseinheit der Lenzing Gruppe
(d.
h. Faserzellstoff- und Faserproduktionsvolumen). Die spezifischen Belastungen
werden nur als Prozentsatz dargestellt, da die Produktionsmengen vertraulich sind
und daher nicht berichtet werden.
[E2-4 30b, MDR-M 77a]
Die endgültigen Emissionen entsprechen dem Produkt aus Luft-
strom und Konzentration.
Die PRTR-Schwellenwerte gelten nicht für die Offenlegung von
Schwefelemissionen. Die Schwellenwerte werden jedoch auf SO
x
-
und NO
x
-Emissionen angewendet, seit die ESRS-Anforderungen in
Kraft sind. Folglich werden Standorte, die unter den Schwellenwer-
ten liegen, nicht in die Gesamtsummen für die Gruppe aufgenom-
men. Darüber hinaus berechnet Lenzing die maximalen Luftemis-
sionen nach einem Massenbilanzansatz. Um die Gefahr einer man-
gelhaften Berichterstattung auszuschließen, veröffentlicht Lenzing
die Ergebnisse der Massenbilanz, wann immer diese die aus direk-
ten Messungen erhaltenen Werte überschreiten.
99 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[E2-4 30a]
Nach Erreichen des bisherigen Luftemissionen Ziels im Jahr 2024
wurden die absoluten und spezifischen Schwefelemissionen in
die Luft im Berichtsjahr weiter reduziert. Alle Viscosefaser-Produk-
tionsstätten der Lenzing Gruppe (Lenzing (Österreich), Nanjing
(China) und Purwakarta (Indonesien)) sind mit den besten verfüg-
baren Abgasreinigungssystemen und Rückgewinnungstechnolo-
gien ausgestattet, die für einen effizienten Betrieb unerlässlich sind,
während die Luftemissionen so gering wie möglich gehalten wer-
den.
Stickoxid-Emissionen (NO
x
)
entstehen primär im Zusammen-
hang mit der Verbrennung von Kraftstoffen und der Zellstoffpro-
duktion. Die absoluten NO
x
-Emissionen sind im Berichtsjahr auf-
grund natürlicher Schwankungen der Geschäftstätigkeit leicht zu-
rückgegangen.
Schwefeldioxid-Emissionen (SO
2
)
entstehen bei der Zellstoff-
und Viscoseproduktion und bei der Verwendung von schwefelhal-
tigen Kraftstoffen zur Energieerzeugung. Sowohl die absoluten als
auch die spezifischen SO
2
-Emissionen gingen im Jahr 2025 auf-
grund geringerer Produktion und Energieerzeugung zurück.
Feinstaubemissionen (PM10) entstehen bei der Kraftstoffver-
brennung und der Zellstoffproduktion. Der Indikator wurde zum
zweiten Mal in Folge in den Bericht aufgenommen. Im Jahr 2025
stiegen die PM10-Emissionen vor allem aufgrund höherer Zellstoff-
produktionsmengen leicht an.
Emissionen in Gewässer
[E2-4 28a, 30a]
Absolute Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbereitung
(Tonnen) 2014 2025 2024
CSB
a
  
CSB
b
 
SO
4
b,c
  
Amine
b,c
  
Gesamtstickstoff  
Gesamtphosphor  
Nonylphenol und
Nonylphenolethoxylate
(NP/NPEs)
Zink und Verbindungen (als Zn)
Halogenierte organische
Verbindunen (als AOX)  
Chloride (als Gesamt-Cl)  
Fuoride (als Gesamt-F)
a) Ohne die neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien). Dieser KPI entspricht dem Geltungsbereich des "Abwasser" Ziels, das
formuliert wurde, bevor diese neuen Standorte konzipiert wurden.
b) Einschließlich der neuen Produktionsstätten in Prachinburi (Thailand) und
Indianópolis (Brasilien).
c) unternehmensspezifisch
[freiwillige Angabe]
Spezifische
a
Emissionen im Abwasser nach
Wasseraufbereitung
Index (basierend auf kg/t, 2014 =
100 %)
2014 2025 2024
CSB
b
  
CSB
c
 
SO
4
c
  
Amine
c
  
a) Spezifische Emissionen sind Emissionen per Produktionseinheit der Lenzing Gruppe
(d.
h. Faserzellstoff- und Faserproduktionsvolumen). Die spezifischen Belastungen
werden nur als Prozentsatz dargestellt, da die Produktionsmengen vertraulich sind
und daher nicht berichtet werden.
b) Ohne die neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien). Dieser KPI entspricht dem Geltungsbereich des "Abwasser" Ziels, das
formuliert wurde, bevor diese neuen Standorte konzipiert wurden.
c) Inklusive der neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien).
[E2-4 30b, MDR-M 77a]
Die Emissionen in Gewässer werden ausgehend von der Abwas-
sermenge und der Schadstoffkonzentration berechnet. Berück-
sichtigt werden alle Einleitungen von Standorten, die sich unter
Lenzings operativer oder finanzieller Kontrolle befinden. Dazu ge-
hören Einleitungen von separaten Standorten, die der operativen
Kontrolle des Standorts Lenzing (Österreich) bei der Wasseraufbe-
reitung zugerechnet werden.
Die PRTR-Schwellenwerte werden nicht auf CSB angewendet und
gelten nicht für Amin- oder Sulfatemissionen. Alle anderen als
PRTR-Schadstoffe eingestuften Emissionen werden im zweiten
Jahr in Folge im Bericht offengelegt. Die Offenlegung dieser Werte
ermöglicht Jahresvergleiche mit dem vorigen Berichtszeitraum.
100 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[E2-4 30a]
CSB-Emissionen entstehen bei Zellstoff- und allen Faserprodukti-
onsprozessen und hängen direkt mit dem Abwasser Ziel von
Lenzing auf Konzernebene zusammen. Sowohl die Gesamt- als
auch die spezifischen CSB-Emissionen sind im Vergleich zum Vor-
jahr in beiden Berichtsumfängen zurückgegangen, die sowohl die
für das Abwasser Ziel relevanten Anlagen als auch alle Anlagen ein-
schließlich der beiden Produktionsstätten in Indianópolis (Brasilien)
und Prachinburi (Thailand) umfassen. Um die Konsistenz mit dem
Abwasser Ziel sicherzustellen, werden die CSB-Emissionen ohne
diese beiden neuen Produktionsstandorte separat offengelegt
(siehe die Tabellen „Absolute Emissionen im Abwasser nach Was-
seraufbereitung“ und „Spezifische Emissionen im Abwasser nach
Wasseraufbereitung“). Im Jahr 2025 wurde dieses Ziel durch eine
spezifische Reduzierung der CSB-Emissionen um 24 Prozent ge-
genüber dem Basisjahr 2014 erreicht, da die kürzlich modernisier-
ten Kläranlagen an den Standorten Grimsby (Großbritannien) und
Purwakarta (Indonesien) im Jahr 2025 vollständig in Betrieb ge-
nommen wurden (weitere Informationen siehe oben unter „Maß-
nahmen“).
Sulfate
können bei der Faser- und Zellstoffproduktion emittiert
werden. Die absoluten und spezifischen Sulfatemissionen gingen
vor allem aufgrund des stabilisierten Betriebs der modernisierten
Kläranlage am Standort Purwakarta (Indonesien) deutlich zurück.
Da Sulfat nicht als PRTR-Schadstoff eingestuft wird, werden diese
Emissionen freiwillig offengelegt.
Amine-Emissionen
entstehen bei der Herstellung von Lyocell.
Lenzing überwacht diese Emissionen an allen Lyocell-Produktions-
standorten. Die absoluten und spezifischen Amin-Emissionen san-
ken erheblich, was mit der Inbetriebnahme der neuen Kläranlage
am Standort Grimsby (Großbritannien) zusammenhängt. Dies gilt
auch für die Gesamtemissionen von Phosphor und halogenierten
organischen Verbindungen (AOX), die im Vergleich zum Vorjahres-
bericht deutlich zurückgegangen sind.
Der Anstieg der Gesamten Stickstoff-Emissionen ist auf eine ver-
besserte Überwachung der Wasserschadstoffe am Standort für die
Viscosefaserproduktion in Purwakarta (Indonesien) zurückzufüh-
ren, wo vor 2025 keine Stickstoffemissionen in Gewässer gemes-
sen wurden.
Im Berichtsjahr hat kein Produktionsstandort die Emissionsgrenz-
werte für Nonylphenol und Nonylphenolethoxylate (NP/NPEs)
überschritten. Der Standort schätzt die Emissionen anhand von ex-
ternen Messungen, die alle sieben Jahre durchgeführt und ent-
sprechend der Abwassermenge angepasst werden.
Die sonstigen Emissionen in Gewässer (Zink und Bindungen,
Chloride und Fluoride) bleiben im Vergleich zum Vorjahr auf einem
ähnlichen Niveau stabil.
Besorgniserregende Stoffe und besonders
besorgniserregende Stoffe
[E2-5 32]
Lenzing legt alle besorgniserregenden Stoffe (Substances of Con-
cern, SoCs) sowie besonders besorgniserregende Stoffe (Sub-
stances of Very High Concern, SVHCs) über den gesamten Daten-
bestand und der Produktionsausgabe des Konzerns offen. Dies
umfasst eingekaufte Chemikalien (unabhängig davon, ob sie im-
portiert wurden oder nicht), Stoffe, die für die Verwendung vor Ort
als Zwischenprodukte hergestellt werden, chemische Produkte,
die in Verkehr gebracht werden, sowie Stoffe, die in verkauften Er-
zeugnissen enthalten sind.
[MDR-M 77a]
Die Definition von SoCs und SVHCs ist im ESRS-Anhang II enthal-
ten. Im Rahmen dieser Definition wird eine Liste der in Teil 3 An-
hang VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 eingestuften Gefah-
renklassen bzw. Gefahrenkategorien als Kriterien dargelegt.
Die Chemikalien, die SoCs und SVHCs enthalten, werden durch
Zuordnung der Gefahrenklassen in den Produktions-Chemikali-
eninventaren aller Lenzing-Standorte bestimmt. Die Menge eines
SoCs oder SVHCs in einem chemischen Gemisch wird auf der
Grundlage seines Prozentsatzes berechnet, der im vom Lieferanten
bereitgestellten Sicherheitsdatenblatt (SDB) angegeben ist. Die
Mengenaufschlüsselung von SoCs und SVHCs nach Gefahren-
klassen ist in den Tabellen „Besorgniserregende Stoffe (SoCs) nach
Gefahrenklassen“ und „Besonders besorgniserregende Stoffe
(SVHCs) nach Gefahrenklassen“ aufgeführt. Die Gesamtzahl der
SoCs ist der absolute Wert, unabhängig davon, ob ein SoC in mehr
als eine Gefahrenklasse fällt (siehe Tabelle „Gesamtmenge an be-
sorgniserregenden Stoffen (SoCs)“).
[E2-5 34]
Besorgniserregende Stoffe (SoCs) nach Gefahrenklassen
a
(Tonnen) H-Phrase Input
b
Output Input
b
Output
Sensibilisierung der Haut Kategorie 1 H    
Sensibilisierung der Atemwege Kategorie 1 H    
Reproduktionstoxizität Kategorie 2 Hfd    
Spezifische Zielorgan-Toxizität, wiederholte Exposition Kategorie 1 H    
Gewässergefährdend (chronisch) Kategorien 1 bis 4 HH    
Persistente, bioakkumulierbare und toxische oder sehr persistente, sehr
bioakkumulierbare Eigenschaften
EUH
EUH
   
Kann vermutlich Krebs erzeugen H  
Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition H  
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
101 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesamtmenge an besorgniserregenden Stoffen (SoCs)
a
(Tonnen) Input
b
Output Input
b
Output
Gesamt SoCs    
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
[E2-5 35]
Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHCs) nach Gefahrenklassen
a
(Tonnen) H-Phrase Input
b
Output Input
b
Output
Sensibilisierung der Atemwege (Artikel 57f - menschliche Gesundheit)    
Persistente, bioakkumulierbare (Artikel 57d) und toxische oder sehr
persistente, sehr bioakkumulierbare Eigenschaften (Artikel 5e)
EUHEUH    
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
102 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Lenzing ist sich bewusst, wie wichtig die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser- und Meeresressourcen für den Umweltschutz und eine verantwortungsvolle Faserpro-
duktion ist. Das Kapitel erläutert die Bemühungen des Unternehmens, den Wasserfußabdruck seiner Produkte zu verbessern, indem mehr Lenzing Zellstoff verwendet wird
und die Wassereffizienz bei ihren Tätigkeiten und in der Lieferkette verbessert wird, insbesondere bei der Produktion von Spezialfasern. Lenzing nutzt Daten aus der
Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA), um ihre Partner über den produktbezogenen Wasserfußabdruck zu informieren und ihnen zu helfen, ihre Wasserziele
zu erreichen. Diese Maßnahmen sind in ihr Umweltmanagementsystem eingebettet und werden durch globale Nachhaltigkeitsinitiativen ergänzt. Angaben zu Wasseremis-
sionen finden Sie im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Wasser-
entnahme und
Wasser-
verbrauch
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
&nachgelagerte
Wertschöpfungskette
-Kurz-bis
mittelfristig
SowohldieZellstoff-und
Faserproduktionalsauchdie
Textilherstellungkönnen
wasserintensivseinDie
WasserentnahmevonLenzing
undPartnerninder
nachgelagerten
Wertschöpfungskettekannzur
zunehmendenWasserknappheit
beitragen
*Policyfür
Wasser
(auchVC)
*FEM
*VCKein
Ziel
*IndasRisikomanagementintegrierte
globaleWasserbewertungstools
*Wasserfußabdruckvon
FaserproduktenundRohstoffen
*Kontinuierlicheundgezielte
Maßnahmen
*HiggFacilityEnvironmentalModule
(FEM)
*VCKeineMaßnahme
*Wasser-
verbrauch
(E-)
Chance
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DieFaserproduktevonLenzing
werdenmiteinemgeringeren
Wasserverbrauchhergestelltals
herkömmlicheregenerierte
CellulosefasernDieskannden
Partnerninder
Wertschöpfungskettedabei
helfenihre
Wassereinsparungszielezu
erreichenunddasGeschäftvon
LenzingzusichernDiese
StrategiefördertBemühungenzur
Reduzierungdes
Gesamtwasserverbrauchsentlang
dergesamtenLieferkette
*Policyfür
Wasser
*FEM *Integrationvonglobalen
wasserbezogenen
Bewertungsinstrumentenindas
Risikomanagement
*Wasserfußabdruckvon
FaserproduktenundRohstoffen
*Kontinuierlicheundgezielte
Maßnahmen
*HiggFacilityEnvironmentalModule
(FEM)
*Wasser-
verbrauch
(E-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Wasser ist eine wichtige Ressource für die Herstellung von Faser-
zellstoff und Cellulosefasern bei Lenzing. Die zunehmende Was-
serknappheit birgt Risiken für die Umwelt, die lokale Bevölkerung
und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Lenzing stellt sich
dieser Herausforderung durch eine effiziente Wassernutzung bei
der Produktion und durch Einsatz modernster Wasseraufberei-
tungstechnologien.
Lenzing berücksichtigt wasserbezogene Aspekte in ihren eigenen
Tätigkeiten sowie in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungs-
kette ihrer Produkte. Der verantwortungsbewusste Umgang mit
Wasser ist in den Aktivitäten von Lenzing fest verankert und wird
durch laufende Monitoring- und Optimierungsprogramme unter-
stützt, die dabei helfen, den Wasserverbrauch in verschiedenen
Prozessschritten zu verringern (siehe Abbildung „Verantwortungs-
bewusster Umgang mit Wasser“).
E3 Wasser- und Meeresressourcen
103 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing identifiziert wasserbezogene Hotspots durch Risikoma-
nagement-Instrumente und Lebenszyklusanalysen (LCA) und ist
bestrebt, einen Beitrag zur nachhaltigen Wassernutzung zu leisten.
Dieses Bekenntnis spiegelt sich im Konzernweiten Umwelt Policy
und Standard und in der Policy für Wasser wider, die mit dem Um-
weltmanagementsystem ISO 14001, ESRS, CDP und anderen was-
serbezogenen Standards und Leitlinien übereinstimmen.
104 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Water
Stewardship
Wasser-
resourcen
schützen
Umsichtige
Wassernutzung
und effiziente
Aufbereitung
An sämtlichen Produktionsstätten
erfolgt ein sorgfältiges Wassermanage
-
ment. Ziel des Wassermanagements
bei Lenzing ist es, Kreisläufe durch
Recycling und Wiederverwendung von
Wasser zu schließen und die Umwelt-
auswirkungen durch kontinuierliche
Verbesserungen der Abwasserauf-
bereitung zu minimieren.
Nachhaltig bewirtschaftete Wälder, die Teil
des natürlichen Wasserkreislaufes sind und die
Verfügbarkeit von Süßwasser sicherstellen.
Zertifizierte Plantagen, die die Wasser-
ressourcen schonen.
Holz-
beschaffung
Zellstoff-
und
Faserher-
stellung
Niedrigerer
Wasserver-
brauch und
geringere
Vermutzung
Besserer
Wasser-
Fußabdruck
Biologische
Abbaubarkeit
Beispielsweise Reduktion von
Wasserverbrauch und
-verschmutzung beim Färben in
der Wertschöpfungskette durch
Net Benefit-Produkte wie
TENCEL™ Modal mit Eco Color
Technologie (Spinnfärbung).
Durch den Ersatz von
generischen regenerierten
Cellulosefasern und Baumwolle
durch LENZING™-Fasern wird
die Wasserbelastung der End-
produkte erheblich reduziert.
1
TÜV-zertifizierte biologisch
abbaubare und kompostier-
bare LENZING™-Fasern
vermeiden die durch
Mikroplastik verursachte
Wasserverschmutzung.
Ende des
Lebens-
zyklus
Textil und
Vliesstoff-
herstellung
End-
produkte
Verantwortungsbewusster Umgang mit Wasser
1 Siehe Higg MSI-Datenbank v3.11 (Nov. 2025)
Policies
[E3-1, MDR-P 65]
Policy Policy für Wasser
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global HSE
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Sicherstellung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser durch das Management und die Erhaltung von Wasserressourcen
in allen Lenzing Betrieben und entlang der Wertschöpfungskette, um Auswirkungen auf Gemeinschaften und Ökosysteme zu
minimieren.
Kernelemente:
Lenzing überwacht und verwaltet kontinuierlich ihren Wasserverbrauch und ihre Wasseremissionen, steigert die Effizienz und
Wiederverwendung und stellt dabei die Einhaltung Best-Practices sowie gesetzlicher und umweltbezogener Standards sicher.
Standards / Initiativen Dritter
EU Best Available Techniques (EU BAT)
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Lenzing überwacht und bewertet den Wasserfußabdruck in Betrieb und Produkten, der durch einen konzernweiten
Performance-Standard geregelt ist. Lenzing optimiert den Wasserfußabdruck ihrer Produkte durch die Orientierung an
branchenüblichen Best-Practice sowie durch kontinuierliche technologische und Management-Innovationen.
15b Lenzing ist bestrebt, wasserbezogene Emissionen, einschließlich gefährlicher Stoffe, kontinuierlich zu reduzieren.
E3 Wasser- und Meeresressourcen E3-1
12ai Lenzing überwacht und bewertet den Wasserverbrauch in Betrieb und Produkten, der durch einen konzernweiten
Performance-Standard geregelt ist.
12aiii Ziel von Lenzing ist es, den Wasserverbrauch und die wasserbezogenen Emissionen nach der Abwasserbehandlung auf ein
Niveau zu reduzieren, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, um Wasserqualität und -verfügbarkeit an allen
Standorten sicherzustellen und die Erwartungen der Stakeholder zu erfüllen.
12b Lenzing optimiert ihren Wasserverbrauch und den Wasserfußabdruck ihrer Produkte durch die Orientierung an
branchenüblichen Best-Practice sowie durch kontinuierliche technologische und Management-Innovationen.
12c,13 Lenzing erkennt die wachsende globale Herausforderung von Wasserstress und Wasserqualität, die das Leben von Millionen
Menschen beeinflusst. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat Lenzing den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu
einer Priorität erklärt und sich verpflichtet, Wasserressourcen zum Wohle der Gemeinden, künftiger Generationen und des
Unternehmens selbst verantwortungsvoll zu verwalten und zu schützen. Weitere Informationen zu Gebieten mit hohem
Wasserstress finden Sie im Abschnitt „Wasserverbrauch“ dieses Kapitels.
Maßnahmen
[E3-2: MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Integration von globalen wasserbezogenen Bewertungsin-
strumenten in das Risikomanagement
x Wasserfußabdruck von Faserprodukten und Rohstoffen
x Kontinuierliche und gezielte Maßnahmen
x Higg Facility Environmental Module (FEM)
Integration von globalen wasserbezogenen
Bewertungsinstrumenten in das
Risikomanagement
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Tätigkeiten von Lenzing hängen von der Nutzung von Wasser-
ressourcen ab, sodass ein zuverlässiger Zugang zu Frischwasser
potenzielle Umwelt- und Geschäftsrisiken birgt. Das Wasserrisiko
auf Unternehmensebene wird bewertet, indem kontextualisierte
qualitative und quantitative Informationen über die Lieferkette er-
fasst werden. Mithilfe von Instrumenten wie dem WRI Aqueduct
Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter bewertet Lenzing
aktuelle Wassereinzugsgebiete und identifiziert standortspezifi-
sche Risiken, unter anderem Regionen mit hohem Wasserstress.
Die Produktionsstätte in Prachinburi (Thailand) verwendet die was-
sereffiziente Lyocell-Technologie und ist der einzige Standort des
Konzerns in einer Region mit hohem Wasserstress. Darüber hinaus
geben maßgeschneiderte Tools Aufschluss über zukünftige Szena-
rien, unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf die
Wasserverfügbarkeit und -qualität. Die Bewertung des Wasserrisi-
kos ist ein laufender jährlicher Prozess und wurde auch im Berichts-
jahr durchgeführt. Dank dieser Maßnahme kann Lenzing ihren Kun-
den Fasern anbieten, die Bedenken hinsichtlich der Wasserknapp-
heit Rechnung tragen.
Wasserfußabdruck von Faserprodukten und
Rohstoffen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Auf der Produktebene ist die LCA das wichtigste Instrument zur
Bewertung der Cradle-to-Gate-Auswirkungen durch die direkte
und indirekte Geschäftstätigkeit, d.h. bei der eigenen Zellstoff- und
Faserproduktion bzw. in vorgelagerten Lieferketten. Die LCA un-
terstützt produktbezogene Umweltaussagen und hilft bei der Iden-
105 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
tifizierung von Verbesserungspotenzial, z.B. in der Zellstoff-Produk-
tion (einschließlich Recycling) oder beim Einsatz wichtiger Chemi-
kalien. Die Bewertung wird durch die Erhebung von Umweltdaten
zu internen Tätigkeiten unterstützt. Hierzu zählen Wasserverbrauch,
Abwässer und die Ausleitung prioritärer besorgniserregender
Stoffe, sowie die zunehmende Erhebung von Primärdaten zur Was-
sernutzung bei Lieferanten. Während der Fokus ursprünglich auf
Zellstofflieferanten lag, werden nun auch Primärdaten von wichti-
gen Chemikalienlieferanten angefordert. Lenzing erfasst systema-
tisch Daten aus der eigenen Produktion und von ihren Lieferanten,
um sicherzustellen, dass die LCA-Berechnungen kontinuierlich ak-
tualisiert werden und den realistischen Wasserfußabdruck ihrer
Produkte widerspiegeln.
Kontinuierliche und zielgerichtete Maßnahmen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 setzte das Zellstoffwerk in Paskov (Tschechische Republik)
nach einem Leck in den Prozess- und Trinkwassersystemen Kor-
rekturmaßnahmen um. Ferner wurde im Oktober 2025 an dem
Standort ein Verbesserungsprojekt zur Einsparung von Süßwasser-
ressourcen durch verstärkte Nutzung von Kondensat zu Wasch-
zwecken gestartet, das 2026 abgeschlossen wird. Im Berichtsjahr
wurde ein Investitionsprojekt für einen effizienteren Umgang mit
Wasser am Faserproduktionsstandort in Nanjing (China) abge-
schlossen. Das Abwasser wird dort durch eine Umkehrosmosean-
lage gereinigt und in Kühltürmen wiederverwendet, sodass weni-
ger Süßwasser entnommen werden muss.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Bewertung von Higg FEM erfolgt auf jährlicher Basis. Im Jahr
2025 setzte Lenzing die Selbstbewertung von Higg FEM sowie die
unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten fort.
Beim Higg FEM müssen Produktionsstätten ihre prognostizierte
Wasserentnahme bzw. den prognostizierten Wasserverbrauch un-
tersuchen, um beides zu reduzieren. Das Selbstbewertungstool
bietet klaren Aufschluss über den Wasserfußabdruck einer Anlage
und unterstützt das operative Management und die Risikokontrolle
im Zusammenhang mit der Wassernutzung. Außerdem unterstützt
es die Bestimmung von Maßnahmen zur Verbesserung der Was-
sereffizienz.
Ziele
[E3-3, MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung dieser Ziele wird
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben. Die Ziele zur Wasserverschmutzung finden
Sie im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“.
FEM Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Implementierung und jährliche Aktualisierung des Facility Environmental Module (FEM) in allen Zellstoff- und
Faserproduktionsanlagen und Weitergabe verifizierter Module an Kunden ab 2024
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingProduktionsstätten
Geografische Abdeckung Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 ImJahrhatLenzinganallenStandortendieFEMEigenbewertungund-VerifizierungendurchgeführtDasZielliegt
somitweiterhinaufKurs
[MDR-T 80g, 80h]
Das Higg FEM ist ein standardisiertes Tool, um die Umweltleistung
von Produktionsstätten zu messen und zu bewerten. Es liefert eine
umfassende Bewertung der zentralen Umweltauswirkungen und
deckt Aspekte wie Energie- und Wasserverbrauch, Luftemissionen
und Abfallmanagement ab.
Aufgrund von Brancheninitiativen und des zunehmenden Einsatzes
standardisierter Methoden zur Überwachung und Verbesserung
der Umweltleistung in der Wertschöpfungskette haben viele Kun-
den die Umsetzung des FEM gefordert, um Daten zu Umweltas-
pekten von Lieferanten zu erfassen. Das Group Environmental Ma-
nagement Team war an der Festlegung der Ziele gemeinsam mit
dem Corporate Sustainability Team maßgeblich beteiligt.
[E3-3 23c, MDR-T 80f]
Lenzing ist bestrebt, die wasserbezogenen Emissionen und den
Wasserverbrauch kontinuierlich zu reduzieren, um die Qualität und
Verfügbarkeit von Wasser an ihren Produktionsstätten sicherzu-
stellen. Bei der Festlegung der Ziele werden zahlreiche Faktoren
berücksichtigt, unter anderem die Veränderung von Wasserver-
knappung in vielen Regionen aufgrund des Klimawandels. Die Ziele
wurden anhand eines umfassenden Ansatzes definiert, der ein har-
monisiertes Branchen-Benchmarking für mehr Transparenz in der
Wertschöpfungskette beinhaltet. Nebenbei werden die jeweiligen
Beiträge zu einschlägigen Zielen für nachhaltige Entwicklung
(SDGs) zum Ausdruck gebracht, die stark auf die Nachhaltigkeits-
strategie des Unternehmens ausgerichtet sind und diese maßgeb-
lich unterstützen. Jeder Standort legte individuelle Wassernut-
zungsziele für bestimmte Basis- und Zieljahre fest.
106 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E3-3 23a, 23c, 25, MDR-T 80a]
Das FEM-Ziel ist mit Lenzings Policy für Wasser konform, denn es
bietet Überwachungsmechanismen für die kontinuierliche Evaluie-
rung und Verbesserung von wasserbezogenen Kennzahlen und un-
terstützt damit das Bekenntnis für ein nachhaltiges Wasserma-
nagement und den Erhalt von Wasserressourcen. Darüber hinaus
adressiert Lenzings freiwilliges FEM-Ziel wesentliche Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen, wie den Wasserverbrauch auf Ebene
der Produktionsstätten und die Betriebsführung in Gebieten mit
Wasserrisiken und mit Wasserstress. Nähere Informationen zu Ge-
bieten mit Wasserrisiken finden Sie im Abschnitt „Wasserver-
brauch“ in diesem Kapitel. Die Maßnahmen zur Verringerung der
negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität werden im Kapitel
„E2 Umweltverschmutzung“ beleuchtet.
Kennzahlen
Wasserverbrauch
[E3-4 28a, 28b, 28c]
Wasserverbrauch
(m
3
) 2014 2025 2024
Gesamtwasserverbrauch   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Gesamtwassermenge, die recycelt und wiederverwendet wird  
[E3-4 AR 32]
Wasserentnahme
a
(m
3
) 2014 2025 2024
Alle Bereiche
Oberflächenwasser   
davon Süßwasser  
Grundwasser   
davon Süßwasser  
Wasser von Dritten  
davon Süßwasser  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Gesamte Wasserentnahme   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
a) Von Süßwasser (İ 1.000 mg/L Filtrattrockenrückstand (TDS)), keine Entnahme von anderem Wasser (> 1.000 mg/L Filtrattrockenrückstand (TDS)). Es wird kein Wasser aus
Meerwasser und erzeugtem Wasser verwendet.
[E3-4 AR 32]
Wasserrückführung
a
(m
3
) 2014 2025 2024
Wasserrückführung nach Zielort
Oberflächenwasser  
Wasser von Dritten  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
davon Anteil Wasser von Dritten, das zur Verwendung an andere Organisationen geleitet wird
Wasserrückführung nach Wasserqualität
Süßwasser (≤ 1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS))  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Anderes Wasser (> 1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS))  
Gesamte Wasserrückführung   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
a) Es wird kein Wasser in das Grundwasser und Meerwasser abgeleitet.
107 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E3-4 29]
Wasserintensität
Gesamtwasserverbrauch pro Umsatz (m³/EUR Mio.)  
Wasserintensität  
[E3-4 28e]
Veränderungen im Zeitverlauf
Gesamtwasserentnahme und -ableitung sind im Jahr 2025 leicht
gesunken, bleiben jedoch im Bereich der typischen Schwankungen
der operativen Tätigkeiten. Allerdings gab es bei den gruppenwei-
ten Tätigkeiten einen erheblichen Anstieg des Wasserverbrauchs.
Grund dafür ist die geringere Wasserausleitung in der Zellstoffpro-
duktionsanalage in Brasilien, die sowohl auf optimierte Betriebsab-
läufe als auch auf eine Zunahme von recyceltem und wiederver-
wendetem Wasser zurückzuführen ist. Die Wassernutzung für den
Standort in Prachinburi (Thailand) – der einzige Lenzing Standort in
einem Gebiet mit Wasserrisiken und hohem Wasserstress – blieb
im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Der Anstieg des Gesamtvolumens an recyceltem und wiederver-
wendetem Wasser im Jahr 2025 ist auf die Ausweitung und Ver-
besserung der Überwachung zurückzuführen, da nicht alle Produk-
tionsstätten in der Lage waren, diese Indikatoren für die erstmalige
Berichterstattung im Jahr 2024 darzulegen. Die größten Beiträge
stammen aus dem Kühlwasserkreislauf und dem Prozesswasserre-
cycling in der Lyocell-Produktion. Eine Beschreibung des Umfangs,
der Berechnungsgrundsätze und der Grenzen der Daten finden Sie
im Abschnitt „Berechnungsgrundsätze“ in diesem Kapitel.
Kontextualisierte Informationen
Lenzing will durch Wassermanagement sicherstellen, dass Wasser-
ressourcen effizient genutzt werden, indem Wasser im Betrieb
wiederaufbereitet und wiederverwendet wird. Das Zellstoffwerk in
Paskov (Tschechische Republik) verfügt über einen geschlossenen
Kühlwasserkreislauf und benötigt daher nur wenig zusätzliches
Wasser, um Verluste zu kompensieren. Darüber hinaus spart die in-
tegrierte Zellstoff- und Faserproduktion am Standort Lenzing (Ös-
terreich) Wasser, da das Trocknen und die spätere Wiederbefeuch-
tung durch die Integration in die Faserproduktion entfällt. Die Fa-
serzellstoff- und Faserproduktionsanlagen der Lenzing beziehen
Wasser aus angrenzenden Wasserquellen (hauptsächlich Flüsse
und Grundwasser) und von lokalen Lieferanten.
Wasser dient bei der Produktion als Kühl- und Prozessmittel. Durch
die inhärente Feuchtigkeitsaufnahme von Cellulosefasern und das
Verdampfen im Kühlprozess werden erhebliche Wassermengen
verbraucht. Das Spinnbad des Lyocellverfahrens enthält Wasser
und das Lösungsmittel NMMO, um das Cellulose-Polymer vor dem
Spinnvorgang zu lösen. Beim Viscoseverfahren wird eine Mischung
aus Prozesschemikalien und Wasser verwendet. Bei beiden Pro-
duktionstechnologien wird Wasser effizient recycelt und wieder-
verwendet, indem die Prozesschemikalien und/oder die Lösungs-
mittel mit hoher Effizienz abgetrennt werden (siehe auch Kapitel
„E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“). Diese Rückge-
winnungstechnologie ist am aktuellsten Stand der Technik und
wird in allen Produktionsstätten von Lenzing eingesetzt. Sie er-
möglicht erhebliche Wassereinsparungen, bietet eine optimale
Vorbehandlung für die Einleitung von Abwasser und hilft dabei, die
Fasereigenschaften und -qualität zu optimieren.
Berechnungsgrundsätze
[E3-4 28e; MDR-M 77a, 77b]
Alle Produktionsstandorte erfüllen die lokalen gesetzlichen und ge-
nehmigungsrechtlichen Anforderungen. Wasserentnahme und -
ableitung werden gemessen und auf der Grundlage kontinuierli-
cher Messungen ausgewiesen. Die Quellen aller Entnahmen sowie
die Einleitungsorte und die Qualität des eingeleiteten Wassers wer-
den überwacht und in den Tabellen „Wasserentnahme“ und „Was-
serrückführung“ aufgeführt. Die Standorte stellen diese Informati-
onen monatlich in der Konzerndatenbank ein. Sie werden dann für
die Berichterstattung auf Konzernebene zusammengefasst. Der
Wasserverbrauch ergibt sich aus der Differenz zwischen Ableitun-
gen und Entnahmen. Während die Daten auf Konzernebene nicht
von einer externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert
werden, unterliegt die Überwachung der Wasserentnahme und -
ableitung Inspektionen durch die lokalen Behörden an den Stand-
orten.
Wasserrecycling und -wiederverwendung
Wasserrecycling und -wiederverwendung werden an allen
Lenzing-Standorten praktiziert. Daher kann Wasser, das in die Pro-
duktionsstätten gelangt, mehrfach verwendet werden, bevor es
wieder in die Umwelt eingeleitet wird. Prozesswasser, Kühlwasser
und Dampfkondensat werden in der Regel an den Standorten wie-
derverwendet und sind in der Tabelle „Wasserverbrauch“ enthalten.
Aspekte, die das Wasserrecycling beeinflussen, sind z.B. das lokale
Klima, der Zugang zu Kühlwasser oder technologische und Know-
how-bezogene Aspekte.
Dieser Bericht umfasst die Recyclingströme für bestimmte Pro-
zesswasserströme aus der Zellstoff- und Lyocell-Produktion. Viele
komplexe Recyclingsysteme, wie z.B. die Wiederverwendung von
Wasser in verschiedenen Faserwaschschritten, sind allerdings
noch nicht berücksichtigt, werden aber weiter untersucht. Da die
technischen Spezifikationen noch bewertet werden, gibt es derzeit
keine etablierte Grundlage oder ausreichende Daten, um eine sinn-
volle Schätzung der fehlenden Wasserrecycling- und -wiederver-
wendungsströme abzugeben.
Die ausgewiesene Gesamtmenge enthält auch das in Kühltürmen
und kontaktlosen Wärmetauschern recycelte Wasser. Die Lenzing
Gruppe betreibt Umlaufkühlsysteme mit Kühltürmen. Im Vergleich
zu Durchlaufkühlsystemen ermöglicht dies das Recycling sehr gro-
ßer Wassermengen. Die Menge des in solchen Kühlsystemen re-
cycelten Wassers wird anhand von Kühlturmparametern und direk-
ten Messungen (Durchflussmesser) berechnet.
108 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die biologische Vielfalt und gesunde Ökosysteme sind für die globale Resilienz und den langfristigen Erfolg von Lenzing von grund-
legender Bedeutung. Das Weltwirtschaftsforum stuft den Verlust der biologischen Vielfalt und den Kollaps von Ökosystemen neben
dem Klimawandel als eines der drei größten globalen Risiken
9
ein. Da Holz den wichtigsten Rohstoff für Lenzing darstellt, sind
Investitionen in den Schutz der biologischen Vielfalt unerlässlich. In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Lenzing naturbezogene
Risiken bewertet, die biologische Vielfalt in ihr Umweltmanagement einbettet und zielgerichtete Maßnahmen umsetzt, um Öko-
systemdienste zu erhalten. Zudem wird das Engagement des Unternehmens für globale Initiativen wie die Taskforce on Nature-
related Financial Disclosures (TNFD), die Science Based Targets for Nature (SBTN) und das European Business Nature Commit-
ment dargelegt. Durch Zusammenarbeit, Überwachung und transparente Berichterstattung will Lenzing die Belastungen für die
biologische Vielfalt verringern und einen entscheidenden Beitrag zu globalen Naturschutzzielen leisten.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Landnutzungs-
änderungen und
Abhängigkeiten
von Ökosystem-
dienstleistungen
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpf-
ungskette
-Kurz-bis
langfristig
Holzknappheitaufgrund
nichtresilienterWälder
kannzuGeschäftseinbußen
führendaHolz
möglicherweisenichtoder
nurzueinemhohenPreis
verfügbarist
DabiodiverseÖkosysteme
widerstandsfähigergegen
äußereEinflüssesind
stelltderVerlustder
Biodiversitäteingroßes
RisikofürLenzingdar
*VCPolicy
fürHolzund
Zellstoff
*VCPolicy
für
Biodiversität
*Naturschutz-
flächeBrasilien
*VC
Naturschutz-
projekte
(Projekte
innerhalbder
Wertschöpfungs
kette)
*Avoid(Vermeiden)
SorgfaltspflichtinBezugauf
Biodiversitätdurchnachhaltige
Beschaffung
*Restore(Wiederherstellen)
LenzingsPlantageinBrasilien
*Restore(Wiederherstellen)
ErhaltundVerbesserungvon
Ökosystemleistungenin
Österreich
*Transformieren
Forschungsaktivitätenim
BereichBiodiversität
*Maßnahmenüberdie
Wertschöpfungskettehinaus
*Landnutzungsfläche
Brasilien
(unternehmensspezifisch)
*StatusderArtenvielfalt
Brasilien(indirekte
Messungder
Landnutzungsintensität
unternehmensspezifisch)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierte
Holzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*TNFDKennzahlenim
RahmenderIRO
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Das Thema „Klimawandel als Ursache des Biodiversitätsverlusts“ ist
für Lenzing wesentlich und wird im Kapitel „E1 Klimawandel“ über
die IRO „Negative Auswirkungen auf den globalen Klimawandel
durch die Erzeugung von THG-Emissionen durch die Nutzung
nicht erneuerbarer Energiequellen“ und die entsprechenden Poli-
cies, Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen behandelt.
9
WEF Global Risk Report 2024, langfristige Risiken (10 Jahre)
10
Textile Exchange, Biodiversity Insights Report 2021. https://textileexchange.org/app/uploads/2021/11/Biodiversity-Insights-Report-2021.pdf
11
Global Fashion Pact, https://www.thefashionpact.org/our-work/#Tools-and-resources
Strategie
[E4-1 15]
Da sich der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt beschleunigt,
wird sich die Textil- und Bekleidungsindustrie immer mehr der Rolle
bewusst, die sie bei dieser Herausforderung spielt.
10,11
Die landwirt-
schaftliche Landnutzung gilt als Haupttreiber des Verlusts der bio-
logischen Vielfalt, wenngleich auch die Holzbeschaffung aus Wäl-
dern hierzu beitragen kann.
Als führende Herstellerin von Cellulosefasern konzentriert sich
Lenzing auf drei Bereiche, um ihre Auswirkungen auf die Natur zu
verringern: verantwortungsbewusste Beschaffung von Holz und
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
109 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Faserzellstoff, ihre Faserproduktion und die Auswirkungen ihrer
Produkte am Nutzungsende.
Um ihre Strategie für die biologische Vielfalt zu stärken, trat
Lenzing 2023 dem European Business Nature Commitment (EBNC)
und dem Corporate Engagement Program der Science Based Tar-
gets for Nature (SBTN) bei. Zudem wurden praktische Handlungs-
empfehlungen der Taskforce on Nature-related Financial Disclo-
sure (TNFD) umgesetzt.
Im Jahr 2024 unterstützte Lenzing die „Business for Nature“-Erklä-
rung im Vorfeld der 16. Konferenz der Vertragsparteien (COP16) des
Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Kolumbien, in der
die Verantwortlichen in der Politik dringend aufgefordert wurden,
den Globalen Biodiversitätsrahmen gemäß dem Kunming-Mon-
treal-Protokoll umzusetzen und den Naturverlust in diesem Jahr-
zehnt zu stoppen und umzukehren.
12
Biodiversitätsansatz und Aktionsplan der
Lenzing Gruppe
Informationen über die vorläufigen Ergebnisse des Strategiepro-
zesses finden Sie unter „Biodiversitätsansatz und Aktions-
plan“ (BAAP). In diesem Dokument ist beschrieben, wie Lenzing
sich mit naturbezogenen Abhängigkeiten, Auswirkungen und
Chancen sowie den geltenden und künftigen gesetzlichen Anfor-
derungen befasst.
Der Biodiversitätsansatz und Aktionsplan von Lenzing hilft dem Un-
ternehmen, sich in dieser Komplexität zu bewegen, und umfasst
die folgenden Elemente:
x Notwendigkeit und Anforderungen eines Biodiversitätsan-
satzes
x Identifizierung der Abhängigkeiten von Ökosystemen, Ein-
flussfaktoren, Methoden und Indikatoren
●
Ermittlung grundlegender Abhängigkeiten und potenzi-
eller Auswirkungen
●
Messung von Abhängigkeiten und Auswirkungen
●
Beurteilung der Wesentlichkeit von Auswirkungen
●
Risiken und Chancen: Resilienzanalyse
x Festlegung möglicher nächster Schritte und Aufgaben (Akti-
onsplan)
●
Aktuelle und kurzfristige Maßnahmen
Zu beachten ist, dass der BAAP nicht die vollständige Biodiversi-
tätsstrategie und den vollständigen Übergangsplan gemäß den
ESRS-Anforderungen darstellt.
12
https://www.businessfornature.org/business-statement
Standortspezifischer Aktionsplan für die biolo-
gische Vielfalt in Brasilien
LD Celulose, das brasilianische Joint Venture von Lenzing, hat ei-
nen Aktionsplan für die biologische Vielfalt entwickelt (BAP), um
wirksame Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in
seine industriellen und operativen Tätigkeiten einzubeziehen. Hier-
bei handelt es sich um einen umfassenden Leitfaden, in dem die
Chancen und Auswirkungen des Betriebs auf die biologische Viel-
falt ermittelt, bewertet und angegangen werden. Dies stellt einen
verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressour-
cen in seinen Betriebsgebiet sicher.
Der BAP gibt einen Rahmen für Biodiversitätsmanagement (auch
für Funktionen und Leistungen von Ökosystemen) vor und legt
klare Ziele und Maßnahmen fest. Grundlage sind eine Reihe tech-
nischer Analysen zur Bewertung der regionalen biologischen Viel-
falt und zur Festlegung der künftigen Handlungsweise von LD
Celulose. Dies umfasst auch zusätzliche Mitigationsmaßnahmen
auf Basis durchgeführter Studien, die Rollen und Verantwortlichkei-
ten des Unternehmens, Umsetzungsfristen sowie die Mechanis-
men für Prüfung und Aktualisierungen.
Da es sich beim BAP um ein dynamisches Dokument handelt, wird
es im Einklang mit den Fortschritten bei der Umsetzung, den Leis-
tungsbewertungen und aufkommenden Herausforderungen in Be-
zug auf die regionale biologische Vielfalt regelmäßig überprüft und
aktualisiert.
Bewertung der Resilienz
[E4-1 13]
Im Rahmen des Biodiversitätsansatzes und Aktionsplans führte
Lenzing 2024 eine erste Resilienzanalyse anhand des TNFD LEAP-
Ansatzes durch
13
. Eine ausführliche Bewertung der Widerstandsfä-
higkeit von Lenzings Geschäftsmodell und Strategie sowie des
Umfangs, der wichtigsten Annahmen, der Zeithorizonte, der Er-
gebnisse und der Einbeziehung von Stakeholdern finden Sie im Ab-
schnitt „Naturbezogene Risikobewertung“ im Kapitel „ESRS 2 All-
gemeine Angaben“.
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität
[E4 ESRS 2 SBM-3]
Lenzing betreibt sieben Standorte, die in der Nähe von Gebieten
mit schutzbedürftiger biologischer Vielfalt liegen: Lenzing (Öster-
reich), Heiligenkreuz (Österreich), Paskov (Tschechische Republik),
Grimsby (Großbritannien), Mobile (USA), Indianópolis (Brasilien)
und Nanjing (China). Für die Lenzing Betriebsstätten Purwakarta
(Indonesien) and Prachinburi (Thailand) wurden keine Bereiche er-
mittelt, die die festgelegten Kriterien erfüllen.
Um die Nähe zu Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität und
zu Schutzgebieten zu bewerten, zog Lenzing verschiedene Daten-
banken heran, darunter das Natura 2000-Netz, das Netz der Key
Biodiversity Areas, die Ramsar-Gebiete, die Schutzgebiete der Eu-
ropäischen Umweltagentur, das Emerald-Netzwerk, die Protected
Planet-Datenbank und die UNESCO-Welterbestätten. Die Analyse
13
Guidance on the identification and assessment of nature-related issues: the LEAP
approach – TNFD
110 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bezog Landflächen in einem Radius von bis zu 10 km von Betriebs-
standorten und Wassergebiete in einer Entfernung von bis zu 30
km flussabwärts ein.
[E4 ESRS 2 SBM-3 16a, 16c]
Bis dato wurden keine dokumentierten bedeutenden Auswirkun-
gen auf den ökologischen Zustand der Gebiete mit schutzbedürf-
tiger Biodiversität und der Schutzgebiete oder auf bedrohte Arten
bekannt, die den Betriebsstätten von Lenzing zuzuschreiben sind.
[E4 ESRS 2 SBM-3 16b]
Darüber hinaus wurden keine wesentlichen negativen Auswirkun-
gen in Bezug auf Wüstenbildung, Bodenversiegelung oder Land-
degradation festgestellt.
Alle Lenzing Standorte verfügen über Betriebsgenehmigungen, die
von den zuständigen regionalen Behörden ausgestellt wurden.
Diese Behörden arbeiten mit den Stellen zusammen, die für Ge-
biete mit schutzbedürftiger Biodiversität in der Nähe zuständig
sind, um wesentliche negative Auswirkungen zu überwachen und
gegebenenfalls Maßnahmen zur Minderung zu verlangen. Im Be-
richtszeitraum mussten keine Minderungsmaßnahmen in Zusam-
menhang mit biologischer Vielfalt getroffen werden.
Ausführliche Informationen über Gebiete mit schutzbedürftiger
Biodiversität und Schutzgebiete in der Nähe der Betriebsstandorte
von Lenzing finden Sie in der Tabelle „Gebiete mit schutzbedürfti-
ger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing
Produktionsstandorte“ im „Anhang“.
Policies
[E4-2, MDR-P 65]
Policy Policy für Biodiversität
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery and Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, produktive Ökosysteme, insbesondere Wälder, gesund zu erhalten und sowohl die damit verbundene
Biodiversität zu schützen als auch die Erhaltung der Ökosystemleistungen sicherzustellen.
Kernelemente:
Lenzing agiert nach Best-Practice Verfahren, um die Hauptursachen für den Verlust der Biodiversität in ihrem Einflussbereich zu
reduzieren und den Schutz sowie die Regeneration und die Wiederherstellung von Ökosystemen innerhalb und außerhalb der
Lieferkette zu fördern.
Standards / Initiativen Dritter
Globaler Biodiversitätsplan gemäß Kunming-Montreal-Protokoll
Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)
Science Based Targets for Nature (SBTN)
European Business Nature Commitment (EBNC)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E4-2
23a Die Policy für Biodiversität behandelt Klimawandel, Landnutzungsänderung, direkte Ausbeutung, Verschmutzung und
invasive gebietsfremde Arten.
23b Lenzing ist bestrebt, seinen wissenschaftlich fundierten Klimaschutzplan umzusetzen, um die Treibhausgasemissionen
deutlich zu reduzieren.
23c Lenzings Geschäftsmodell basiert auf Holz als natürlichem Rohstoff, daher besteht eine Abhängigkeit von natürlichen
Ressourcen, insbesondere Wäldern.
23d Die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen, insbesondere Holz, wird durch ein Due-Diligence-System, Chain-of-Custody-
Zertifizierungen und die Einhaltung aktueller und künftiger länderspezifischer regulatorische Anforderungen sichergestellt.
23e Die Policy für Biodiversität stärkt Lenzings Engagement für den Schutz, die Regeneration und die Wiederherstellung von
Ökosystemen sowie für positive Auswirkungen innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette.
23f Die sozialen Folgen des Biodiversitätsverlusts sowie der soziale Nutzen einer positiven Entwicklung für Biodiversität werden
im Rahmen der Biodiversitätsstrategie bewertet. Die sozialen Kriterien der Waldzertifizierungssysteme bilden die Basis.
24a Die Policy gilt für alle Standorte, die sich in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden und von
Lenzing betrieben, gepachtet oder verwaltet werden.
111 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Policy für Holz und Zellstoff
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery and Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Indigene Völker und lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin Holz und Zellstoff ausschließlich aus unumstrittenen Quellen zu beziehen.
Kernelemente:
Lenzing wendet ein regionsspezifisches Due-Diligence-System an, verwendet FSC
®
und PEFC-Zertifizierungen (Lizenzcodes:
FSC-C041246, PEFC/06-33-92), und eine wissenschaftlich fundierte Naturschutzplanung.
Standards / Initiativen Dritter
FSC
®
PEFC
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E4-2
23a Die Policy für Holz und Zellstoff für Biodiversität deckt Landnutzungsänderung und direkte Nutzung ab. Die Beschaffung von
Holz und Zellstoff ist zentral für die Produktionsstandorte von Lenzing.
23e Lenzing verpflichtet sich in der Policy für Holz- und Zellstoff, Holz und Faserzellstoff ausschließlich aus nicht umstrittenen
Quellen zu beschaffen. Dies wird durch ein internes Due-Diligence-System mit regionsspezifische Bewertungen vor Ort und der
Einbeziehung relevanter Stakeholder sichergestellt.
23f Umstrittene Quellen umfassen auch Holz, das unter Verletzung traditioneller, gemeinschaftlicher und/oder Menschenrechte
gewonnen wurde. Dies umfasst die gewohnheitsrechtlichen Ansprüche auf Land, Ressourcen, Territorien indigener Völker und
lokaler Gemeinschaften sowie die Missachtung des Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC).
24b Lenzing beschafft kein Holz aus Plantagen, die nach 1994 angelegt wurden.
24d Die Policy für Holz- und Zellstoff behandelt das Thema Entwaldung.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Maßnahmen
[E4-3, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug auf Biodiversi-
tät durch nachhaltige Beschaffung
x Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage in Brasilien
x Restore (Wiederherstellen): Erhalt und Verbesserung von
Ökosystemleistungen in Österreich
x Transform (Transformieren): Forschungsaktivitäten im Be-
reich Biodiversität
x Maßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus
[E4-3 28a]
Um die Maßnahmen von Lenzing im Bereich biologische Vielfalt
und Ökosysteme darzulegen, wird der AR
3
T-Aktionsrahmen (A
A
void,
R
R
educe, R
R
estore, R
R
egenerate, T
T
ransform, dt.: Vermeiden, Reduzie-
ren, Wiederherstellen, Verbessern, Transformieren) als praktisches
Einstufungssystem herangezogen. Entwickelt wurde er ausgehend
von der Hierarchie der Mitigationsmaßnahmen, die im Perfor-
mance Standard 6 der International Financial Corporation be-
schrieben ist.
AR
3
T Aktionsrahmen, von SBTN (2020)
a
Avoid (Vermeiden)
Auswirkungen von vornherein verhindern: die Auswirkungen
vollständig vermeiden
Reduce (Reduzieren)
Minimieren der Auswirkungen, ohne sie jedoch unbedingt zu
beseitigen
Restore (Wiederherstellen)
Initiierung oder Beschleunigung der Wiederherstellung eines
Ökosystems im Hinblick auf seine Gesundheit, Integrität und
Nachhaltigkeit, wobei der Schwerpunkt auf dauerhaften
Zustandsänderungen liegt
Verbessern
Ergreifen von Maßnahmen, die im Rahmen der bestehenden
Landnutzung zur Verbesserung der biophysikalischen Funktion
und/oder ökologischen Produktivität eines Ökosystems oder
seiner Bestandteile, oft mit Schwerpunkt auf einigen wenigen
spezifischen Beiträgen der Natur für den Menschen (z.B.
konzentriert sich die regenerative Landwirtschaft oft auf die
Kohlenstoffabscheidung, die Nahrungsmittelproduktion und die
Stickstoff- und Phosphorrückhaltung)
Transformieren
Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem systemweiten Wandel
beitragen, insbesondere um die Triebfedern des Naturverlusts
zu verändern, z.B. durch technologische, wirtschaftliche,
institutionelle und soziale Faktoren und Veränderungen der
zugrunde liegenden Werte und Verhaltensweisen
a) SCIENCE-BASED TARGETS for NATURE. Initial Guidance for Business. (2020)
112 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E4-3 28b, 28c]
Lenzing unterstützt weltweit mehrere Wiederherstellungs- und Re-
generationsprojekte inner- und außerhalb ihrer Wertschöpfungs-
kette, führt aber keine Kompensationsmaßnahmen für die biologi-
sche Vielfalt durch. Die Einbeziehung von Stakeholdern findet zwar
statt, bislang wurden jedoch noch kein lokales oder indigenes Wis-
sen über naturbasierte Lösungen und andere damit verbundene
Aspekte in interne Prozesse eingebunden.
Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug
auf Biodiversität durch nachhaltige
Beschaffung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing.
Das Unternehmen bekennt sich zu einer nachhaltigen Beschaffung,
die eine entwaldungsfreie Lieferkette sicherstellen soll. Alle von der
Lenzing Gruppe verwendeten Holz- und Faserzellstoffressourcen
sind entweder FSC
®
- oder PEFC-zertifiziert oder werden entspre-
chend diesen Standards kontrolliert.
14
Dies wird kontinuierlich
durch jährliche interne und externe Audits sichergestellt. Ausführ-
liche Informationen zur Zertifizierung und zur Sorgfaltspflicht fin-
den Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmens-
führung“ und im Fokuspapier „Wood and pulp“.
Die Forstzertifikate der Lenzing Gruppe umfassen internationale
Kriterien für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Wald-
Ökosysteme. Nationale Standards, die von Land zu Land unter-
schiedlich sein können, enthalten zusätzliche Anforderungen.
Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage
in Brasilien
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Um dem Risiko der Holzknappheit entgegenzuwirken, betreibt
Lenzing in Brasilien ihre eigene Eukalyptusplantage (Lizenzcodes:
FSC-C175509, FSC-C165948), damit eine zuverlässige und nach-
haltige Holzversorgung sichergestellt ist. Die Plantage wird vom
Joint Venture LD Celulose bewirtschaftet, das zielgerichtete Maß-
nahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung
der Boden- und Wasserqualität umsetzt. LD Celulose verwendet
keine gentechnisch veränderten Organismen (GVOs). Die Plantage
liegt etwa 800 km von der Amazonas-Region entfernt.
Die fortwährenden Maßnahmen von LD Celulose beinhalten eine
schonende Bodenbearbeitung, um die Nährstoffzyklen zu erhalten,
eine parzellenspezifische Düngung gemäß der Bodenanalyse, die
Schaffung ökologischer Korridore zur Verbindung von Lebensräu-
men sowie die Überwachung und den Schutz von Auwäldern, die
gemäß brasilianischem Gesetz als permanente Erhaltungsflächen
ausgewiesen sind. Der Forstbewirtschaftungsplan wurde überar-
beitet, um die Schädlingskontrolle zu verbessern und das Risiko ei-
ner Ausbreitung von Eukalyptus in natürliche Vegetationszonen zu
verringern. Das Monitoring der Flora und Fauna findet ein- oder
zweimal jährlich statt und deckt die gesamte Plantagenfläche ab.
14
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
15
Barth, A. et al. (2025). Bridging business and biodiversity: An analysis of biodiversity
assessment tools. Environmental and Sustainability Indicators, 26, 100682.
https://doi.org/10.1016/j.indic.2025.100682
Restore (Wiederherstellen): Erhalt und
Verbesserung von Ökosystemleistungen in
Österreich
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing steht seit 2022 in einem aktiven Dialog mit ihren Holzlie-
feranten in Österreich, um Ökosystemleistungen von Wäldern zu
erhalten und zu unterstützen, und geht dabei das konkrete Risiko
von „Holzknappheit und hohen Holzpreisen“ an. Das Zellstoffwerk
am Standort Lenzing bezieht mehr als 35 Prozent seines Holzes
von österreichischen Wäldern, daher ist die Vitalität dieser Wälder
von besonderer Bedeutung.
Als Mitglied der Allianz für Biodiversität arbeitet Lenzing mit der
Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) zusammen. Im Rahmen
des bestehenden Aktionsplans zum Schutz und zur Wiederherstel-
lung der Torfmoore im Ausseerland in der Steiermark (Österreich)
unterstützt Lenzing einige Maßnahmen, die im Herbst 2024 be-
gannen und 2025 abgeschlossen wurden. Dabei wurden Feucht-
wiesen mit ihrer außergewöhnlich hohen biologischen Vielfalt und
Amphibienteiche wiederhergestellt. Im Jahr 2025 wurde ein Pro-
jekt für die Wiederherstellung von Laichgründen für gefährdete
Fischarten im Fluss Traun in Oberösterreich beschlossen, das An-
fang 2026 umgesetzt werden soll. Der österreichische Standort
Lenzing liegt im Einzugsgebiet dieses Flusses.
Transform (Transformieren):
Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2023 begannen Lenzing und Wood K Plus eine Doktoran-
denstudie zum Thema Biodiversitätsmetriken, um Unternehmens-
auswirkungen und Abhängigkeiten zu bewerten. Als erstes Ergeb-
nis wurde 2025 eine Übersichtsarbeit zu den Methoden der SBTN
für die Schritte „Bewerten“ und „Interpretieren und priorisie-
ren“ veröffentlicht.
15
Im gleichen Jahr wurde eine Studie über die
Anwendbarkeit von Indikatoren für eine nachhaltige Forstwirt-
schaft abgeschlossen, deren Veröffentlichung noch aussteht. Diese
2026 weiterlaufende Forschung unterstützt die Entwicklung der
Biodiversitätsstrategie von Lenzing, insbesondere die Auswahl ge-
eigneter Indikatoren für Ursachen von Veränderungen in der Natur
und des Zustands der Natur.
Im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts „Bio-
diversität und multifunktionale Bewirtschaftung im
Wald“ (BIMUWA)
16
in Österreich wurden konkrete Maßnahmen
zum Schutz gefährdeter Arten (Rote Liste) und zur Steigerung der
biologischen Vielfalt unter lokalen Bedingungen der PEFC-Region
6 (Steiermark und Kärnten) entwickelt. Diese Maßnahmen werden
bereits in die tägliche Forstwirtschaft integriert. Die ÖBf setzt diese
in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Umweltdachver-
band um. Da die Maßnahmen konkret und dabei relativ leicht um-
setzbar sind, sind die positiven Effekte auf große Waldflächen ska-
lierbar. Das Folgeprojekt für die PEFC-Region 2 (Oberösterreich,
Niederösterreich und Salzburg) wurde 2025 eingeleitet und wird
über öffentliche Gelder und Beiträge von Unternehmen, darunter
auch Lenzing, finanziert. Die Umsetzung soll 2026 beginnen.
16
https://www.bundesforste.at/leistungen/naturraummanagement/foerderpro-
jekte/biodiversitaet-und-multifunktionale-bewirtschaftung-im-wald.html
113 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen über die
Wertschöpfungskette hinaus
Darüber hinaus unterstützt Lenzing Maßnahmen zur Walderhal-
tung in Regionen außerhalb ihrer eigenen Lieferkette. Diese Pro-
jekte wirken dem „Risiko der Holzknappheit durch nicht wider-
standsfähige Wälder und Auswirkungen der steigenden globalen
Durchschnittstemperatur“ sowie dem „Risiko steigender Holz-
preise durch Klimawandel und Biomasse-Konkurrenz“ entgegen.
Zudem tragen sie zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Kli-
mawandel bei, indem sie Kohlenstoffsenken stärken, regionale Kli-
masysteme stabilisieren und die Resilienz von Ökosystemen ver-
bessern. Maßnahmen gegen „den Klimawandel als Treiber des Ver-
lusts an biologischer Vielfalt“ finden Sie im Kapitel „E1 Klimawan-
del“.
Regenerate (Verbessern): Soziale Innovation
für Gemeinschaften
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
In der Region Luozi in der Demokratischen Republik Kongo trägt
Lenzing zur Finanzierung eines Pilotprojekts von Caritas Oberös-
terreich bei, das soziale und ökologische Maßnahmen verbindet,
um die Umwelt nachhaltig zu schützen. Mit dem Projekt werden
CO-Emissionen durch die Förderung alternativer Kohle aus land-
wirtschaftlichen Abfällen und die Verwendung energiesparender
Herde reduziert, sodass die Abhängigkeit von Holz sinkt. Einkom-
mensgenerierende Tätigkeiten wie die Agroforstwirtschaft und
Bienenhaltung helfen Kleinbauern, sich von Holzkohle abzuwen-
den, während gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert und
die Entwaldung verringert werden. Flankierende Maßnahmen für
Interessenvertretung und Bildung sollen die Brandrodung begren-
zen und den Waldschutz verbessern. Das Projekt wurde im Okto-
ber 2023 eingeleitet und wird bis 2026 laufen.
Restore (Wiederherstellen): Nachhaltige
Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Entwaldung in Tansania hat verheerende Auswirkungen auf
Ökosysteme und die Lebensgrundlagen im ländlichen Raum.
Lenzing unterstützt in Zusammenarbeit mit Sustainable Agriculture
Tanzania (SAT) ein Projekt in der Region Morogoro und im Natur-
waldreservat Uluguru, um die Umweltbedingungen, den Erhalt der
biologischen Vielfalt und die Stabilisierung des Wasserkreislaufs zu
verbessern, die Bodenerosion zu verringern und lokale Gemein-
schaften zu stärken. Kleinbauern werden beim Anpflanzen von hei-
mischen Bäumen sowie von Gewürz- und Obstbäumen unterstützt.
Das Projekt wird von SAT und Inspiring Cooperation Empowering
People (ICEP) umgesetzt, wobei Lenzing von 2024 bis 2025 eine
Finanzierungsrolle übernimmt.
Regenerate (Verbessern): Projekt für
Wiederaufforstung und Klimaschutz
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
In Burundi unterstützt Lenzing ein Kooperationsprojekt im Ruvubu
National Park für die Wiederherstellung eines Ökosystems und den
Klimaschutz. Die Initiative, die in Partnerschaft mit Caritas Steier-
mark, ODAG-Caritas Gitega und der Universität von Burundi
durchgeführt wird, soll den Nutzungsdruck verringern und das na-
türliche Ökosystem durch Wiederaufforstung mit heimischen Bäu-
men wiederherstellen. Ziel ist, lokale Lebensgrundlagen zu stärken,
indem eine Sensibilisierung erfolgt und Bauernfamilien in
Mutumba und Nyabikere Schulungen in nachhaltiger Forst- und
Landwirtschaft erhalten. Dadurch sollen die Umweltbedingungen
verbessert werde, z.B. durch die Kontrolle von Waldbränden und
die Eindämmung von illegalen Aktivitäten. Das Projekt wird durch
die Partnerorganisationen umgesetzt, und Lenzing unterstützt es
von 2024 bis 2026 finanziell.
Restore (Wiederherstellen): Fashion Forest
Afforestation Project
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing Fiber (Shanghai) Co., Ltd. arbeitet zusammen mit dem
China National Textile and Apparel Council (CNTAC) und der
China Green Carbon Foundation (CGCF) am Fashion Forest –
Ecologic Carbon Neutral Forest Projekt im Suochong Village,
Sangdui Township im Kreis Daocheng in der Provinz Sichuan. In der
Initiative spiegelt sich das Bekenntnis von Lenzing zu Nachhaltig-
keit und verantwortungsbewusster Beschaffung von Rohstoffen
wider. Außerdem unterstreicht sie ihren Beitrag zur biologischen
Vielfalt und zur Erhaltung von Ökosystemen durch die aktive Ein-
beziehung von Stakeholdern.
Schwerpunkt des Projekts ist die Aufforstung mit Fichten, um
hochgelegene Waldökosysteme wiederherzustellen, indem rund
35.000 Qinghai-Fichten auf einer Fläche von 18 Hektar angepflanzt
werden. Es unterstützt die Widerstandsfähigkeit des lokalen Öko-
systems und hilft lokalen Gemeinschaften, sich an den Klimawan-
del anzupassen. Außerdem soll es das Bewusstsein der Bevölke-
rung für Naturschutz schärfen und lokalen Gemeinschaften mehr
Beschäftigungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft und der
Walderhaltung bieten. Das Projekt begann offiziell 2025 und wird
vier Jahre lang laufen. Im Berichtszeitraum 2024 fand eine Auftakt-
veranstaltung statt.
114 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[ESRS E4-4 32a, 32b, 32e, 32f, MDR-T 80f]
Lenzing nutzt den AR
3
T-Aktionsrahmen des „Science Based Tar-
gets Networks (SBTN)“ als Basis für die Beschreibung ihrer Maß-
nahmen. In diesen Naturschutzzielen spiegelt sich der umfassende
und systematische Ansatz für biologische Vielfalt und Ökosysteme
wider, den die Lenzing Gruppe bis dato betrieben hat. Bei der Fest-
legung der Ziele für Lenzing im Bereich „Naturschutz“ wurden
keine ökologischen Schwellenwerte, Zuweisungen von Auswirkun-
gen oder Kompensationsmaßnahmen angewendet. Die Ziele wur-
den festgelegt, bevor der globale Biodiversitätsplan gemäß dem
Kunming-Montreal-Protokoll oder die EU-Biodiversitätsstrategie
für 2030 verabschiedet wurden. Allerdings ist die Ausarbeitung ei-
ner neuen Biodiversitätsstrategie angelaufen. Ein erstes Ergebnis –
d. h. der Biodiversitätsansatz und Aktionsplan – beinhaltet bereits
einschlägige globale Rahmen und Initiativen, die dazu beitragen,
dass künftige Ziele noch umfassender sind und im Einklang mit den
weltweiten Bemühungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt
und Ökosysteme stehen. Die Ziele im Bereich Naturschutz tragen
zu einer Minderung des Ausrottungsrisikos von Arten bei, indem
sie durch verantwortungsbewusste Forstwirtschaft und Wald-
schutz Lebensräume und Ökosystemleistungen erhalten.
[MDR-T 80a, 80g, 80h, 80j]
Alle beiden Ziele beziehen sich auf die Policy für Biodiversität. Das
Naturschutzziel in Brasilien ist zudem auf die Policy für Wasser und
die Policy für Holz und Zellstoff ausgerichtet. Wichtige externe Sta-
keholder wie ICEP, die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf), die
CanopyStyle-Initiative und der Umweltdachverband waren durch
anhaltenden Dialog und Konsultation an der Festlegung der Ziele
beteiligt. CDP dient als Plattform für die Berichterstattung über
diese Themen. Auch interne Stakeholder wie das Wood and Pulp
Team, das Commercial Team und das Corporate Sustainability
Team spielten bei der Festlegung dieser Ziele eine entscheidende
Rolle. Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele ist
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
Naturschutzfläche Brasilien Ziel
[E4-4 32d, MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Umsetzung von Maßnahmen zum Naturschutz und zur Walderhaltung am Zellstoffproduktionsstandort in
Indianópolis (Brasilien) auf 24.500 ha bis 2030
2030
Auf Kurs
Unterziel Lenzing erhöht die Naturschutzfläche am Standort in Indianópolis (Brasilien) von 13.000 ha auf 24.500 ha
2030
Auf Kurs
Umfang LenzingZellstoffproduktionsstandortinIndianópolis(Brasilien)
Geografische Abdeckung Indianópolis(Brasilien)
Bezugsjahr 
Bezugswert ha
Zielwert ha
Status in 2025 LenzinghatdasursprünglicheZielvonhabisübertroffenImJahrwurdedieFlächeaufüber
haerweitertweshalbdasZielunddieMaßnahmeaufhaerhöhtwurden
Naturschutzprojekte Ziel
[E4-4 32d, MDR-T 80c, 80d, 80e, 80j]
Ausweitung des Engagements für Walderhaltung, Schutz der Biodiversität und Aufforstung in Regionen mit
gefährdeten Wäldern bis 2025
2025
Erreicht
Umfang LenzingeigeneTätigkeitenWertschöpfungsketteundaußerhalbderWertschöpfungskette
Geografische Abdeckung EuropaAmerikaundAfrika
Bezugsjahr 
Bezugswert N/A
Zielwert N/A
Status in 2025 LenzingunterstütztemehrereProjekteinnerhalbseinerWertschöpfungskettezumBeispieleinProjektinÖsterreichzur
WiederherstellungundzumSchutzvonMoorenundTorfgebietenAußerdemunterstütztLenzingProjekteaußerhalbseiner
WertschöpfungskettezurErhaltungderWälderdurchsozialeAuswirkungeninChinaDRKongoBurundiundTansaniaIn
denletztenfünfJahrenhatLenzinginmehrereProjekteinvestiertsieunterstütztunddamitdasZielerfolgreicherreicht
EinedetaillierteBeschreibungallerProjektefindenSieimAbschnitt„Maßnahmen“imKapitel„EBiologischeVielfaltund
Ökosysteme“
[MDR-T 81]
Das Naturschutzprojekte Ziel ist mit keiner quantitativen Kennzahl
verknüpft. Allerdings trägt es dazu bei, dem „Risiko von Holzknapp-
heit und hoher Holzpreise durch Biodiversitätsverlust“ durch die
Unterstützung von Projekten zur Walderhaltung, zum Schutz der
biologischen Vielfalt und zur Wiederherstellung inner- und außer-
halb der Wertschöpfungskette von Lenzing entgegenzuwirken.
Das Ziel steht im Einklang mit den Zielvorgaben von Lenzings Po-
licy für Biodiversität. Die Ergebnisse werden vorwiegend durch
eine qualitative Bewertung eingestuft, die gegebenenfalls durch
quantitative Indikatoren ergänzt wird. Weitere Informationen zu
115 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
den verbundenen Aktivitäten finden Sie in den Projektbeschrei-
bungen im Abschnitt „Maßnahmen“ dieses Kapitels.
Kennzahlen
[E4-5]
Bei dem Versuch, die Auswirkungen der Landnutzung auf die bio-
logische Vielfalt zu quantifizieren, werden in der Regel zwei Fakto-
ren betrachtet: die genutzte Landfläche und die Intensität der Nut-
zung. Die genutzte Landfläche allein ist keine aussagekräftige
Kennzahl für die Auswirkungen, und belastbare Indikatoren für die
Intensität der Landnutzung und die Bedingungen für die biologi-
sche Vielfalt sind noch in der Entwicklung. Die meisten verfügbaren
Daten sind weitgehend qualitativer Natur, außerdem besteht kein
standardisiertes Verfahren für einen einheitlichen Vergleich der
Auswirkungen. Folglich lassen sich aus bestehenden Kennzahlen
noch keine spezifischen Maßnahmen ableiten. Die gegenwärtigen
Bemühungen konzentrieren sich auf Untersuchungen wie die Zäh-
lung der Arten, die zwar wertvolle Erkenntnisse verschafft, aber die
Auswirkungen auf die biologische Vielfalt noch nicht voll abbildet.
Um diesen Bereich voranzutreiben, unterstützt Lenzing eine Dok-
torandenstudie über die Entwicklung von Biodiversitätsmetriken
zur Bewertung von Auswirkungen und Abhängigkeiten von Unter-
nehmenstätigkeiten und (siehe „Transform (Transformieren): For-
schungsaktivitäten im Bereich Biodiversität“ im Abschnitt „Maß-
nahmen“).
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen
Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Genutzte Landfläche
[unternehmensspezifisch]
Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing
Rohstoffquellen von Lenzing Waldtyp Intensität der Landnutzung Daten/Schätzungen
Datenqualität der
Landfläche
Holz Plantage Hoch Bekannt(siehe„Quantitative
BeschreibungdervonLDCelulose
bewirtschaftetenundverwalteten
Flächen“)
Hoch
Holz Naturnah Niedrigbismittel SchätzungenerforderlichaufBasis
regionalerstatistischerDaten
Mittel
Faserzellstoff
(Faserzellstofflieferant bezieht
Holz)
Plantage Hoch Schätzungenmöglich Mittel
Faserzellstoff
(Faserzellstofflieferant bezieht
Holz)
Naturnah Niedrigbismittel GrobeSchätzungen Niedrig
Die Abschätzung der für die Holzbeschaffung von Lenzing genutzten Landfläche ist Teil des initiierten Projekts zur Entwicklung einer
Biodiversitätsstrategie. Je nach Waldtyp, Landbesitz, Beschaffungsgebiet und Position in der Lieferkette können Unterschiede in der Da-
tenverfügbarkeit und -qualität auftreten (siehe die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquel-
len von Lenzing“). 2023 wurden erste Versuche gestartet, die Nutzung der Waldflächen für die direkte Holzversorgung der europäischen
Zellstoffwerke von Lenzing zu schätzen. Die Schätzungen laufen noch, sodass derzeit noch keine Ergebnisse vorliegen.
Genutzte Landfläche innerhalb der Plantagen von LD Celulose
Quantitative Beschreibung der von LD Celulose bewirtschafteten und verwalteten Flächen (unternehmensspezifisch)
Änderungen
2025 im Vergleich zu 2024
2025 2024
ha % ha % ha %
Wald-/Plantagenfläche     
FSC
®
-Fläche      
Naturschutzfläche     
gesetzlich vorgeschrieben     
Infrastruktur   
Gesamtfläche     
Da die Plantagen in Brasilien (Indianópolis) der Lenzing Gruppe ge-
hören und von dieser bzw. insbesondere LD Celulose bewirtschaf-
tet werden, liegen detaillierte Daten zur Landnutzung vor. Die
wichtigsten direkt genutzten Landflächen umfassen derzeit 99.438
Hektar (994,38 km
2
). Diese Flächen wurden vor mehreren Jahr-
zehnten als Agrarflächen ausgewiesen. Die bestehenden Planta-
gen wurden angelegt, ohne Primärwälder, natürlich nachwach-
sende (Sekundär-)Wälder, Savannen, Grasländer oder natürliche
Süßwasserökosysteme für eine andere Landnutzung umzuwandeln,
116 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
insbesondere nicht nach 1994 (dies war Voraussetzung dafür, dass
die Plantagen von LDC 2021 die FSC®-Zertifizierung erhielten). Im
Jahr 2025 wurden jedoch 3.014 Hektar (2024: 55 Hektar) degra-
dierte ehemalige landwirtschaftliche Grünflächen in Forstplanta-
gen umgewandelt.
Das FSC
®
-Label können nur Plantagenbereiche erhalten, in denen
die Bäume eine bestimmte Reife erreicht haben. Hierdurch kommt
die Differenz zwischen der gesamten Plantagenfläche und dem
FSC
®
-zertifizierten Bereich (Lizenzcodes: FSC-C175509, FSC-
C165948) zustande, die dem Anteil der Bäume entspricht, die für
eine Zertifizierung noch zu jung sind.
Das brasilianische Umweltrecht schreibt permanente Erhaltungs-
flächen (Permanent Preservation Areas (APPs)) und gesetzliche Re-
servate (Legal Reserve (LR)) vor. Gegenwärtig sind 23.563 Hektar
(2024: 22.970 Hektar) der von LD Celulose bewirtschafteten Land-
fläche als Schutzgebiete ausgewiesen.
Auswirkungen der Intensität der Landnutzung
auf die biologische Vielfalt
[unternehmensspezifisch]
Die Intensität der Landnutzung hat Einfluss auf die biologische
Vielfalt und die Bedingungen der Ökosysteme. Die Lenzing Gruppe
überwacht diese in den weltweiten Regionen über zwei verschie-
dene Ansätze.
In Europa werden die biologische Vielfalt in Wäldern und der Zu-
stand der Ökosysteme auf nationaler Ebene nach den Kriterien und
Indikatoren von „Forest Europe“ überwacht.
17
Sie enthalten 6 Kri-
terien (darunter „Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von
Waldökosystemen“ und „Erhaltung, Bewahrung und angemessene
Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen“) so-
wie einen Satz von 35 quantitativen und 17 qualitativen Indikatoren.
Die Ergebnisse werden regelmäßig in einem europäischen Über-
blick
18
und in nationalen Berichten veröffentlicht. Angaben zu den
vier wichtigsten Beschaffungsländern Österreich, Tschechische
Republik, Deutschland und der Slowakei finden Sie in den in der
Fußnote genannten Berichten
19
für nationale Indikatoren und Er-
gebnisse.
In Brasilien stammt das Holz von Plantagen, welche LD Celulose
betreibt. Die Überwachung geschieht über ein strukturiertes Rah-
menwerk interner und externer Prozesse gemäß dem brasiliani-
schen Forstwirtschaftsgesetz (Brazilian Forestry Code). Dies um-
fasst auch jährliche Satellitenbilder, um Standort, Größe und Status
der gesetzlichen Naturschutzflächen (LRAs) und permanente Er-
haltungsflächen (APPs) zu bestimmen, sowie regelmäßige Vor-Ort-
Audits durch interne Umweltexpert:innen. Das Monitoring der
Flora und Fauna erfolgt in bewirtschafteten Bereichen sowie in Ge-
bieten rund um das Werksgelände durch interne Programme und
in Zusammenarbeit mit Universitäten.
Im Rahmen des Monitorings der biologischen Vielfalt wurden in
den Forstwirtschaftsgebieten von LD Celulose rund 300 Pflanzen-
arten und 440 Tierarten (2024: rund 200 Pflanzenarten und 450
Tierarten) erfasst.
20
Diese Programme werden jährlich in der Tro-
cken- und Regenzeit durchgeführt, um mögliche Auswirkungen
auf die regionale biologische Vielfalt zu überwachen. Seit Beginn
des Monitorings im Dezember 2020 wurde kein wesentlicher Ar-
tenrückgang verzeichnet, wobei diese Programme auch von der
brasilianischen Umweltbehörde vorgeschrieben werden.
Die Zellstofflieferanten nutzen eigene Monitoring-Systeme. Eine
qualitative Bewertung der Intensität der Landnutzung je nach
Waldtyp enthält die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit
in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing“.
17
https://foresteurope.org/sustainable-forest-management/
18
Forest Europe 2015 und 2020: State of Europe’s Forest 2015. Ministerial Conference
on the Protection of Forests in Europe, Juni 2016, und 2020, State of Europe´s
Forest 2020. https://foresteurope.org/publications/
19
Indikatoren für nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich, Berichte von 2017
und 2020. https://info.bmlrt.gv.at/themen/wald/walddialog/dokumente.html,
Waldberichte Tschechische Republik und Slowakei: Ministry of Agriculture of the
Czech Republic, Information on Forests and Foresty in the Czech Republic by 2017
(Englisch), Zpráva o stavu lesa a lesního hospodářství České republiky v roce 2020
(Tschechisch).
Ministry of Agriculture and Rural Development of the Slovak Republic, Report on
the Forest Sector of the Slovak Republic 2020., Waldbericht der Bundesregierung:
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Wald/waldbericht2021.pdf?
__blob=publicationFile&v=11
20
LDC Green Bonds Report 2025. https://ldcelulose.com.br/fileadmin/user_up-
load/gb_ld_celulose_eng_spreads.pdf
117 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kennzahlen der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)
[unternehmensspezifisch]
Die TNFD-Kennzahlen, die sich auf Holzknappheit beziehen und mit Landnutzungsänderungen zusammenhängen, finden Sie in der nach-
folgenden Tabelle.
TNFD Kennzahlen
ID Kennzah-
len
Kennzahlen No. Globaler
Hauptindikator
Globale Hauptkennzahlen Kennzahlen für Naturschutzflächen
bei LD Celulose in Brasilien
Kennzahlen für Plantagenflächen
bei LD Celulose in Brasilien
1,2 C Gesamterräumlicher
Fußabdruck
b/GesamtgestörteFläche
(km
)
ha ha(
ha)wurdengeerntetundneu
gepflanzt(nurEukalyptus
Plantagen)
1,3 C Gesamterräumlicher
Fußabdruck
c/Gesamt
rehabilitierte/wiederhergestellt
eFläche(km
)
hanatürlicheWaldneubildung
undnatürlicheAusbreitung(Esgibt
keineneuenBereicheder
Neubildung–dieserBereich
regeneriertsichweiterhinauf
natürlicheWeise)
ha(ha)
aufgeforsteteundregenerierte
FlächedurchPflanzungund/oder
Aussaat
ௗNiederwalddaNiederwaldin
GebietenmitnativerVegetation
nichtausgeführtwird
N/A
2,1 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
Veränderungen(km
)durch
a/ArtdesÖkosystemsund
ha ha(ha)
Umwandlungvondegradierte
ehemalslandwirtschaftlich
genutzteGrünflächenin
Forstplantagen
KeineUmwandlungvon
Primärwäldernnatürlich
regenerierenden(Sekundär-
)WäldernSavannen
Grasländernundnatürlichen
Süßwasserökosystemen
3,1 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
Umfangdesgeschütztenund
wiederhergestelltenGebiet
(km
)aufgeteiltin
a/Freiwilligund
ha(ha)
(reguliertesSchutzgebietabgezogen
vondemgesamtenSchutzgebiet)
N/A
3,2 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
b/Gesetzlichoder
behördlichvorgeschrieben
ha(ha)
( vonderGesamtfläche)
N/A
14_2 C_Forest
Europe
Regeneration(Forest
EuropeIndikator)
hanatürlicheNeubildungund
natürlicheAusbreitungdesWaldes
(EsgibtkeineneuenBereicheder
Neubildung–dieserBereich
regeneriertsichweiterhinauf
natürlicheWeise)
ha(ha)
aufgeforsteteundregenerierte
FlächedurchPflanzungund/oder
Aussaat
ௗNiederwalddaNiederwaldin
GebietenmitnativerVegetation
nichtausgeführtwird
GeernteteFlächekontinuierlich
wiederbepflanzt
14_3 C_Forest
Europe
Naturnähegradder
Wälder(Forest
EuropeIndikator)
GrößedesWaldesnach
naturnähegrad
ImbrasilianischenKontext
entsprechenSchutzgebieteinden
PlantagendennaturnahenWäldern
(ha)inha
(ha)
deklarierteFlächeder
Plantagen(
ha)(E-)
Weitere von der TNFD empfohlene Messgrößen und Indikatoren, die nicht mit den ESRS-IROs von Lenzing verknüpft sind, aber dennoch
für interessierte Stakeholder relevant sein könnten, sind auf der Berichts-Website von Lenzing verfügbar.
118 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Dieses Kapitel beschreibt, wie Lenzing Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in ihr Kerngeschäftsmodell einbettet, um so Ressourcen
effizienter zu nutzen und Umweltauswirkungen zu verringern. Lenzing arbeitet bereits seit Langem erfolgreich mit geschlossenen
Produktionsprozessen und stellt Fasern her, deren biologische Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit vom TÜV zertifiziert wurden.
21
Auf diese Weise wird die Einhaltung von Umweltgesetzen gewährleistet, gleichzeitig bleibt die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit
erhalten. Außerdem beleuchtet dieses Kapital kollaborative Initiativen wie etwa die Partnerschaft mit dem schwedischen Zellstoff-
hersteller Södra. Sie soll das Recycling von Textilabfällen und den systemischen Wandel in der Branche vorantreiben. Durch die
Förderung von zirkulären Lösungen und die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung in der Wertschöpfungskette schafft Lenzing
Mehrwert und stärkt ihre führende Rolle bei den Themen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Ressourcen-
zufluss,
einschließlich
Ressourcen-
nutzung
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Vorgelagerte
Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
DieBeschaffungvonChemikalien
dieaufherkömmlicheWeise
hergestelltwerdenbasiertaufder
VerwendungvonPrimärressourcen
undfördertnichtdie
Kreislaufwirtschaft
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
VC
Einbeziehung
der
Lieferanten
*Beschaffung
(G-)
Nachhaltige
Chemikalien-
beschaffung
*AnzahlderLieferanten
diedenEcoVadis-
Fragebogenbeantworten
(unternehmensspezifisch)
*Durchschnittliche
EcoVadis-Bewertungvon
LenzingsLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHerkunftvon
eingekauftenChemikalien
(unternehmensspezifisch)
Positive
Auswirkung
-Tatsächlich
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingträgtzuzirkulären
Wertschöpfungskettenbeiindem
esFasernausrecycelten
Inhaltsstoffenundnachwachsenden
Rohstoffenherstelltundsodie
AbhängigkeitvonneuenRohstoffen
verringertunddie
Lebenszyklusemissionensenkt
DiesePraktikenunterstützen
umfassendereUmweltzieleindem
siedenRessourcenverbrauch
minimierendieWiederverwendung
fördernundAbfallindergesamten
Textillieferkettereduzieren
*Nachhaltigkeits-
Policy
*PolicyfürHolz
undZellstoff
*Textil-
recycling
*Kreislauf-
wirtschaft
*Bioraffineriefür
Zellstoffproduktion
*Kommerzielle
Recycling-
technologien
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
*AnteilSpezialfasern
(freiwilligeAngabe)
*Ressourcenzuflüsse
(E-)
*Ressourcenabflüsse
(E-a)
21
Zu den LENZING™ Fasern, die vom TÜV als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser & Meer) und kompostierbar (Haushalt & Industrie) zertifiziert sind, gehören die folgenden
Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™ Nonwoven Techno-
logy. Ausnahmen in der Zertifizierung gibt es für die Faser LENZING™ Lyocell Filament, bei der die erforderlichen Tests zur Bestätigung der biologischen Abbaubarkeit in der
marinen Umwelt nicht durchgeführt wurden.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
119 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ressourcen-
abflüsse im
Zusammen-
hang mit
Produkten
und
Dienstleist-
ungen
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
DieFührungspositionvonLenzing
imBereichderzirkulären
Faserinnovationversetztdas
UnternehmenindieLagedie
wachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichen
ressourceneffizientenundbiologisch
abbaubarenMaterialienzu
bedienenDurchdieVerwendung
vonrecyceltenInhaltsstoffen
nachwachsendemHolzund
geschlossenenProduktionsprozessen
unterstütztLenzingseine
nachgelagertenPartnerbeider
ErreichungihrerNachhaltigkeitsziele
undpasstsichgleichzeitigneuen
regulatorischenRahmenbedingungen
wiederEU-Textilstrategiean
DiesestrategischePositionierung
stärktdieKundenbindungeröffnet
neueMarktsegmenteundfestigt
dieRollevonLenzingalsVorreiter
inSachenNachhaltigkeitinder
Textilbranche
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Textil-
recycling
*Kreislauf-
wirtschaft
*Bioraffineriefür
Zellstoffproduktion
*Kommerzielle
Recycling-
technologien
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
*AnteilSpezialfasern
(freiwilligeAngabe)
*Ressourcenzuflüsse
(E-)
*Ressourcenabflüsse
(E-a)
Negative
Auswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Kurz-bis
langfristig
Recyclingprozessesind
energieintensivwaspotenziellzu
höherenTreibhausgasemissionen
undeinemgrößerenCO
-
FußabdruckderProdukteim
VergleichzurVerwendungneuer
MaterialienführtObdie
Auswirkungennegativsindhängt
vonderVerfügbarkeitkünftiger
TechnologiensowievomUmfang
desRecyclingsundder
RückgewinnungvonChemikalien
ab
*Nachhaltigkeits-
Policy(auch
VC)
*Kreislauf-
wirtschaft
(auchVC)
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Lenzing verfolgt ihre Vision von einer Kreislaufwirtschaft durch drei
Kernpraktiken, die wichtige Elemente der Kreislaufwirtschaft in ihr
Geschäftsmodell integrieren (siehe Abbildung „Kreislaufwirt-
schaftsmodell“). Diese Praktiken helfen im Zusammenspiel, ge-
schlossene Stoffkreisläufe in biologischen und technischen Zyklen
zu schaffen. Dies verringert die Abhängigkeit von natürlichen Roh-
stoffen und unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit.
Natürliche Kreisläufe
Nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft bilden
die Grundlage für Lenzings Wertschöpfungskette. Die meisten
Produkte sind am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abbaubar
und kompostierbar. So ist gewährleistet, dass der biologische Zyk-
lus geschlossen wird und die Umweltauswirkungen verringert wer-
den.
Ressourceneffiziente Produkte und
Technologien
Bioraffinerie-Prozesse wandeln durch Kaskadennutzung natürliche
Rohstoffe effizient in Zellstoff und Co-Produkte um. Gleichzeitig
zeichnet sich die Faserproduktion durch geringe Emissionen und
hohe Rückgewinnungsquoten aus. Diese Technologien optimieren
die Ressourcennutzung und minimieren den Abfall während des
Produktionsprozesses.
Kommerzielle Recyclingtechnologien
An ihren Zellstoff- und Faserstandorten setzt Lenzing mit fort-
schrittlichen Technologien auf die Rückgewinnung und Wiederver-
wendung von Prozesschemikalien und Fasern, sodass die Roh-
stoffe im technischen Zyklus weiter zirkulieren. Abfälle aus der Pro-
duktion von Textilien und Vliesstoffen fließen zurück in die Faser-
herstellung. Partnerschaften mit Marken und Einzelhändlern unter-
stützen Rücknahmeprogramme für Alttextilien, die dem chemi-
schen Recycling zugeführt werden.
120 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
121 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Co-Produkte,
Bioenergie, Abfall,
Emissionen
Kreislaufwirtschaftsmodell
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Herkunft
Nachwachsender
Rohstoff Holz aus
nachhaltiger
Beschaffung
Produktionsschritte
Produktionsabfälle
der Textil-/
Vliesstoffindustrie
Marken/
Einzelhändler
Rücknahme-
programme
Nutzungsphase
Alttextilien, die
nicht wieder-
verwendet oder
aufgearbeitet
werden können
Ende des
Lebenszyklus
Biologische
Abbaubarkeit
und Kompos-
tierbarkeit
1
Bioraffinerie
für Zellstoff-
produktion
Hocheffiziente
Kaskadennutzung
von Ressourcen
Faserproduktion
Geringe
Emissionen
durch hohe
Rückgewin-
nungsraten
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Natürliche Ressourcen
Fasernutzungsphase
Schließung des natürlichen Kreislaufs
Natürlicher Kreislauf
Rückgewinnung und Wiederverwendung von Prozesschemikalien
Recycling von Zuschnittsresten aus der Textilproduktion
Recycling von Alttextilien
Technischer Kreislauf
Holz, Faserzellstoff,
Wasser, Chemikalien,
Energie
1 Gilt für TÜV-zertifizierte biologisch abbaubare und kompostierbare LENZING™-Fasern
Policies
[E5-1, MDR-P 65]
Das Thema Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft wird bei
Lenzing durch zwei Policies geregelt. Die Mindestangabepflichten
und den themenspezifischen Anforderungen dieser Policies wer-
den in anderen Kapiteln beschrieben: die Nachhaltigkeits-Policy -
welche die themenspezifischen Anforderungen zur Abkehr von der
Nutzung von Primärrohstoffen, einschließlich einer relativen Zu-
nahme der Nutzung sekundärer (recycelter) Ressourcen abdeckt –
ist im Abschnitt „Nachhaltigkeitsstrategie“ des Kapitels „ESRS 2
Allgemeine Angaben“ zu finden. Die Policy für Holz und Zellstoff
findet sich im Abschnitt „Policies“ im Kapitel „E4 Biologische Viel-
falt und Ökosysteme“.
Maßnahmen
[E5-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Bioraffinerie für Zellstoffproduktion
x Kommerzielle Recyclingtechnologien
x Kooperationen und Forschung
Bioraffinerie für Zellstoffproduktion
[E5-2 20a, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Bei der Zellstoffproduktion wird Holz in Faserzellstoff umgewan-
delt, der anschließend verwendet wird, um Fasern herzustellen. An
den Zellstoffstandorten von Lenzing ist dies ein energieautarker
Prozess, bei dem Rohstoffe effizient eingesetzt und Lösungsmittel
sowie Chemikalien mit hohen Rückgewinnungsraten zurückge-
führt werden. Dadurch werden marktfähige Bioraffinerieprodukte
und Energie erzeugt, gleichzeitig werden Produktionsabfälle ver-
ringert (siehe Abbildung „Hocheffizienter Einsatz des Rohstoffes
Holz“). Die Lenzing Gruppe betreibt derzeit drei Bioraffinerien: eine
in Lenzing (Österreich), eine in Paskov (Tschechische Republik) und
eine in Indianópolis (Brasilien). Diese versorgen andere Branchen
mit wertvollen Bioraffinerieprodukten und leisten damit einen
wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung von Holz und Pro-
zesschemikalien in einem Kreislaufsystem. Jeder Standort produ-
ziert ein spezifisches Portfolio an Bioraffinerieprodukten.
Überschüssige Energie aus der Zellstoffproduktion wird in Form
von Dampf und Strom als erneuerbare Energie bereitgestellt. Am
Standort Lenzing (Österreich) wird die überschüssige Energie di-
rekt in die Faserproduktionsanlagen eingespeist. In Paskov (Tsche-
chische Republik) und Indianópolis (Brasilien) wird überschüssige
Energie in das Stromnetz eingespeist und damit ein Beitrag zum
Umstieg auf erneuerbare Energie in diesen Regionen geleistet. Das
veranschaulicht die Kaskadennutzung von Biomasse und die 100-
prozentige Verwertung des Rohstoffs Holz.
Kommerzielle
Recyclingtechnologien
[E5-2 20b, A 68a, 68b, 68c]
Recycling erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Textilrecycling-
verfahren können aufgrund der komplexen Zerlegung von Textilien,
Mischmaterialien und der für die Textilproduktion verwendeten
Chemikalien energieintensiv sein. Um echte Verbesserung der
Auswirkungen auf das Klima und andere Umweltfaktoren zu erzie-
len, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden: z. B. Design
für Kreislauffähigkeit; Nutzung von erneuerbarer Energie und Che-
mikalien mit geringer Umweltwirkung in der Wertschöpfungskette.
Marken und Einzelhändler spielen eine wichtige Rolle, denn sie bie-
ten nicht nur Produkte mit Recyclinganteil an, sondern entwerfen
Textilien auch so, dass sie mit Blick auf Haltbarkeit, Recyclingfähig-
keit und biologische Abbaubarkeit die Kreislaufwirtschaft fördern.
Lenzing verwendet in ihrem Produktportfolio zwei Arten von Re-
cycling: chemisches und mechanisches Recycling, beides sind
fortlaufende Aktivitäten.
Chemisches Recycling
Um die Herausforderungen im Zusammenhang mit Abfall in der
Textilindustrie zu meistern, hat Lenzing die innovative Recycling-
technologie REFIBRA™ entwickelt. Dabei werden zellulosehaltige
Stoffreste aus der Bekleidungsproduktion und Alttextilien aus
Baumwolle oder regenerierter Cellulose zusammen mit Frischzell-
stoff zu neuen Fasern verarbeitet. Die F&E-Teams von Lenzing ar-
beiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung dieser Technologie.
Viscosefasern der Marke LENZING™ ECOVERO™, die mit der
REFIBRA™ Technologie hergestellt wurden, enthalten einen recy-
celten Anteil von mindestens 20 Prozent aus Stoffresten aus der
Textilproduktion und Alttextilien. Diese hochwertigen Fasern sind
in puncto Performance durchaus mit Fasern aus rein holzbasiertem
Faserzellstoff vergleichbar. Die Fasern sind nach dem Recycled
Claim Standard (RCS) zertifiziert. Dieser bestätigt, dass alle Pro-
duktionsschritte entlang der gesamten Lieferkette den Anforde-
rungen entsprechen, um die Integrität des Endproduktes zu ge-
währleisten.
Mechanisches Recycling
Lenzing Fasern können auch als Beimischung verwendet werden,
um mechanisch recycelte Textilien zu verbessern (Post-Industrial,
Pre-Consumer/Post-Consumer). Diese Textilien werden beim me-
chanischen Recycling so weit wie möglich in die einzelnen Fasern
aufgetrennt. Da die Faserlänge verkürzt wird und die Fasern an Per-
formance (z. B. Festigkeit) einbüßen, benötigen diese mechanisch
recycelten Fasern Trägerfasern, um zu neuem hochqualitativem
Garn gesponnen zu werden. Lenzing Fasern werden erfolgreich als
Trägermaterial für mechanisch recycelte Fasern eingesetzt.
122 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Holz
Zellstoff
Biobasierte Materialien:
LENZING™ Essigsäure Biobased,
LENZING™ Furfural Biobased,
LENZING™ Magnesium-
Lignosulfonat Biobased,
LENZING™ Soda, Xylose
Bioenergie
Hocheffizienter Einsatz des Rohstoffes Holz in den
Bioraffinerien
Bio-
raffinerie
Kooperationen und Forschung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 führte die Lenzing-Gruppe zahlreiche langfristige For-
schungskooperationen fort, um Textilrecycling-Technologien wei-
terzuentwickeln und das Verständnis der Kreislaufwirtschaft bei
politischen Entscheidungsträgern und Stakeholdern in der Indust-
rie zu verbessern. Das übergeordnete Ziel besteht darin, den Über-
gang zu einer Kreislaufwirtschaft im Textil- und Vliesstoffsektor zu
beschleunigen. Lenzing arbeitet bei mehreren, nachfolgend erläu-
terten Forschungsprojekten mit Partnern wie Södra, CELLFIL und
TreeToTextile zusammen. Die gesamten Ausgaben für Forschung
und Entwicklung, berechnet nach Frascati, beliefen sich auf Kon-
zernebene im Jahr 2025 auf insgesamt EUR 31,7 Mio. (2024:
EUR 30,4 Mio.). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind
unternehmensspezifische Informationen.
Södra
Um die technologische Entwicklung für das Textilrecycling zu be-
schleunigen und die Kapazitäten für Faserzellstoff aus Alttextilien
zu erweitern, ist Lenzing 2021 eine Zusammenarbeit mit Södra, ei-
nem weltweit führenden Zellstoffhersteller, eingegangen. Gemein-
sam wird das Ziel verfolgt, bis 2029 am Standort von Södra in
Mörrum 50.000 Tonnen Textilabfälle pro Jahr zu recyceln und zu
verarbeiten. Die Initiative „Textile Recycling in Europe AT
Scale“ (LIFE TREATS) wird von der EU im Rahmen des LIFE Pro-
gramms 2022 (Projekt-ID 101113614) mit EUR 10 Mio. gefördert, um
gemeinsam das innovative OnceMore
®
-Recyclingverfahren wei-
terzuentwickeln.
CELLulose lyocell FILaments (CELLFIL)
Lenzing ist Teilnehmer und technischer Koordinator von CELLFIL –
CELLulose lyocell FILaments (Projekt-ID 101135042), das 2024 als
skalierbare Lösung für zirkuläre Textilproduktion 2024 gestartet
wurde. Im Mittelpunkt des Projekts steht das Lyocell-Filament der
Marke TENCEL™ Luxe, das im Laufe der letzten zehn Jahre von
Lenzing entwickelt wurde. CELLFIL erstreckt sich inzwischen über
die gesamte Wertschöpfungskette, von Rohstoffen über verschie-
dene Produktionsschritte bis hin zu Endanwendungen. Im Rahmen
des Projekts werden neun Prototypen-Produkte in drei Kategorien
entwickelt: Performance Wear, Textilien für die Automobilindustrie
sowie technische Textilien und Verstärkungen. Dieser Prozess be-
inhaltet das Design, die Entwicklung und Validierung textiler End-
anwendungen, die optimierte Lyocell-Filament-Garne und -Textil-
flächen nutzen, die verbesserte Recyclingfähigkeit bieten. Das Pro-
jekt deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, um zu zeigen,
dass Cellulose-Filamente die aktuell in der Textilindustrie vorherr-
schenden fossilbasierten Pendants potenziell ersetzen können. In-
folgedessen soll CELLFIL somit die Wertschöpfungskette in der
europäischen Textilindustrie durch die Entwicklung nachhaltiger,
biobasierter Lyocell-Filamente transformieren. Lenzings Rolle als
Herstellerin von TENCEL™ Luxe beinhaltet die Belieferung der
Partner mit geeigneten Filament-Typen und die Entwicklung neuer
Varianten, wie Filamenten, die Cellulose aus alternativen Quellen
enthalten. Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit
Partnern, deren nachgelagerte Versuchsergebnisse unmittelbar in
die nachfolgenden Versionen von Filament-Varianten einfließen.
Darüber hinaus arbeitet Lenzing an zusätzlichen Prozessverbesse-
rungen, um die Filamentproduktion auf industrielles Niveau zu ska-
lieren. Das Projekt wird die Innovationstätigkeit entlang der Wert-
schöpfungskette ankurbeln, indem es Geschäftsmodelle und Stra-
tegien definiert, die bis 2030 am Markt eingeführt werden sollen.
Damit trägt es letztendlich zur Entwicklung einer zirkulären Textil-
wirtschaft in Europa bei.
TreeToTextile
Lenzing hat 2024 eine Minderheitsbeteiligung am schwedischen
Cellulosefaserunternehmen TreeToTextile AB erworben und will mit
dieser strategischen Partnerschaft Cellulosefasern der nächsten
Generation entwickeln. Die preisgekrönte Technologie und der
Produktionsprozess von TreeToTextile, der die Umweltbelastung
deutlich reduziert, stehen im Einklang mit Lenzings Bekenntnis zu
Nachhaltigkeit. Im Februar 2026 erhöhte die Lenzing Gruppe ihre
bestehende Beteiligung an TreeToTextile AB und übernahm damit
die kontrollierende Mehrheit. Mit der Mehrheitsübernahme unter-
streicht Lenzing ihren Anspruch, die Premiumisierungsstrategie
konsequent voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen
Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. Die Transaktion er-
möglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie.
Lenzing plant sowohl eine deutliche Steigerung des Produktions-
ausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla,
Schweden, als auch die Vorbereitung der ersten industriellen Groß-
anlage.
Diskussion über politische Maßnahmen
Mit Blick auf die technologischen Herausforderungen und regula-
torischen Hürden beim Textilrecycling in der EU trägt Lenzing zu
folgenden europäischen Kooperationen mit ihrem Know-how und
Fachwissen bei: Policy Hub, Textile Dialog, European Recycling In-
dustries’ Confederation (EuRIC), Forum for the Future (internatio-
nal), Bioökonomie-Strategie für Österreich. Besonders beachtens-
wert sind die beiden folgenden Kooperationen mit CISUTAC und
ESCIB.
Circular and Sustainable Textiles and Clothing (CISUTAC)
Seit Oktober 2022 ist Lenzing Partner im CISUTAC-Projekt, das
von der EU kofinanziert wird (Projekt-ID 101060375). Das Konsor-
tium wurde gegründet, um den Übergang zu einer kreislauforien-
tierten und nachhaltigen Textilindustrie zu unterstützen. Neben
Lenzing zählen zu den 24 Partnern des Konsortiums Branchenver-
treter wie Södra und Decathlon, Nichtregierungsorganisationen
wie Oxfam und wissenschaftliche Einrichtungen wie RISE und
CENTEXBEL. Die Initiative soll Hürden für die Kreislaufwirtschaft
entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette identifizieren,
vermeiden und beseitigen. In diesem Rahmen konzentriert sich
Lenzing entsprechend ihrer Unternehmensstrategie auf die Ent-
wicklung von Recyclingverfahren für Cellulosefasern, einschließ-
lich der Lieferung von Fasern, die die Qualität von mechanisch re-
cyceltem Baumwollgarn verbessern.
Environmental Sustainability & Circularity Assessment
Methodologies for Industrial Biobased Systems (ESCIB)
Lenzing nimmt am von der EU finanzierten Projekt ESCIB (Projekt-
ID 101135071) teil – Entwicklung von Methoden zur Beurteilung der
ökologischen Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit industrieller bi-
obasierter Systeme – das Anfang 2024 gestartet wurde. Ziel des
Projekts ist es, die europäische biobasierte Wirtschaft durch die
Entwicklung wichtiger Bewertungsmethoden zu unterstützen, die
eine schnellere und genauere Bewertung ihrer Wertschöpfungs-
ketten ermöglichen. Zu den Kernzielen des ESCIB gehört die Ent-
123 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
wicklung von Standardmethoden für die Bewertung von Lebens-
zyklus und Nachhaltigkeit biobasierter Systeme auf verschiedenen
technologischen Entwicklungsstufen (Technology Readiness Le-
vels – TRLs). Dies wird dazu beitragen, die Nachhaltigkeit bioba-
sierter Produkte weiter zu verbessern, potenzielle negative Auswir-
kungen zu verringern und die Vorteile biobasierter Produkte im Ver-
gleich zu Produkten auf fossiler Basis hervorzuheben. Lenzing lie-
fert als Partnerin aus der Industrie Anwendungsfälle und spielt eine
zentrale Rolle beim Testen und bei der Evaluation der entwickelten
Methoden. Der primäre Anwendungsfall von Lenzing bei dem Pro-
jekt ist Lyocell™ Filament, wodurch auch eine solide Verbindung
zum EU-finanzierten Projekt CELLFIL entsteht.
Ziele
[ESRS E5-3 24, 24a, 24b, 24c, 27, MDR-T 80a]
Lenzings Textilrecycling Ziel und Kreislaufwirtschaft Ziel sind eng
auf die Unternehmensstrategie abgestimmt, die Kreislaufwirtschaft
und eine nachhaltige Materialbeschaffung fördern soll. Diese frei-
willigen Ziele unterstützen nicht nur ein zirkuläres Produktdesign
und die zirkuläre Materialnutzungsrate, sondern tragen auch zur
Verringerung des Einsatzes primärer Rohstoffe bei.
[E5-3 24d, 25]
Die Ziele sind auf die Beschaffung aus erneuerbaren Quellen und
den Einsatz von recycelter Cellulose aus Textilabfällen sowie von
landwirtschaftlichen Reststoffen ausgerichtet, um den Anteil und
die Vielfalt alternativer Rohstoffe zu erhöhen. Die Ziele beziehen
sich hauptsächlich auf die „Recycling“-Ebene in der Abfallhierar-
chie. Das Kreislaufwirtschaft Ziel fördert darüber hinaus das Kon-
zept der Kreislaufwirtschaft, einem übergeordneten Grundsatz,
der alle Ebenen der Abfallhierarchie umfasst.
[MDR-T 80h]
Södra ist eine schwedische Forstgenossenschaft, die Holzpro-
dukte, Zellstoff und Biotreibstoff herstellt und als Kooperations-
partner bei der Festlegung dieser Ziele eine wichtige Rolle gespielt
hat. Intern wurde die Abteilung Corporate Sustainability bei der
Festlegung dieser Ziele durch das F&E-, das Pulp and Wood und
das Commercial Textiles Team unterstützt.
[MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung dieser Ziele wird
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
Textilrecycling Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erhöhung des Anteils und der Arten von alternativen Rohstoffen, z. B. durch Verwendung von
recycelten Textilabfällen oder landwirtschaftlichen Abfällen bis 2030
2030
Auf Kurs
Unterziele
Erhöhung des Recyclinganteils in Viscose- und Lyocellfasern von 20 Prozent auf mindestens 30 Prozent aus
Alttextilien im kommerziellen Maßstab bis 2030
2030
Auf Kurs
Innovation bei der Nutzung von mindestens 5 alternativen Rohstofflieferanten (z. B. aus recycelten Textilien und
landwirtschaftlichen Abfällen) bis 2030
2030
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingFaserproduktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing(China)Prachinburi
(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert BiszuProzentRecyclinganteilinLyocellfasern(TENCEL™xREFIBRA™)
Zielwert ProzentRecyclinganteilinViscose-undLyocellfasernalternativeRohstoffe
Status in 2025 LenzingarbeitetkontinuierlichanderOptimierungvonTechnologiendiedaschemischeRecyclingvonbaumwollreichen
TextilabfälleninderFaserproduktionermöglichenDarüberhinaushatdasUnternehmenFortschrittebeiderVorbereitungauf
dieVerarbeitungvonHaushalts-TextilabfällenausdemEndverbraucherzieltLenzingerwartetdassdieseKategoriekünftig
lokaldiegrößteBedeutunghabenwirdDieneuenEU-VorschriftenwerdenvoraussichtlichdieSammlungundBehandlung
solcherAbfällegemäßderAbfallhierarchievorschreibenunddieSkalierungdieserInitiativenunterstützenDieZusammenarbeit
mitSödraimBereichTextilrecyclingwardasganzeJahrübererfolgreichEinbedeutenderMeilensteinimJahrwardie
HerstellungvonLyocell-Stapelfaserndiezu ProzentausMaterialdesinnovativenUnternehmensCircIncbestehen
BemerkenswertistdassCircschwierigePolyester-Baumwoll-AbfälleeffektivverarbeitetundsowohlPolyester-alsauch
Baumwollanteilezurückgewinnt
ImRahmenderErkundungalternativerRohstoffewurdenLabortestsmitlandwirtschaftlichenReststoffenwieHanf
BananenfasernundWasserpflanzendurchgeführtAllerdingserreichteimJahrkeinedieserInnovationendiePilotanlagen-
StufeLenzingwirdsichweiterhinengagiertdafüreinsetzendieseAlternativenweiterzuuntersuchen
124 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kreislaufwirtschaft Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Umsetzen eines neuen Kreislaufwirtschaft-Geschäftsmodells durch Schließen der Kreisläufe für Alttextilien;
Zusammenarbeit mit 15 wichtigen Unternehmen der Lieferkette bis 2025
2025
Erreicht
Umfang AufGruppenebene
Geografische
Abdeckung
EuropaAmerikaundAsien
Bezugsjahr 
Bezugswert
Zielwert 
Status in 2025 TrotzderherausforderndenMarktbedingungenimBereichderKreislaufwirtschafteinschließlicheinerbegrenzten
MarktnachfragekonntedasZielerfolgreicherreichtwerdenLenzingverfolgtdiesesZieldurchdreistrategischeAnsätzea)
dieZusammenarbeitmitInnovatorenumverschiedeneAbfallquellenzuerschließenundderenspezifischenEigenschaftenund
Technologienzunutzenb)derEinsatzmehrererRecyclingmethodenwiemechanischemundchemischemRecyclingsowieder
MischungmitneuenMaterialienundc)dieDurchführungvonRücknahmeprogrammenvonTextilabfälleninnerhalbvon
LenzingsnachgelagerterWertschöpfungsketteumErkenntnissezugewinnenunddieBasisfürzukünftigeSkalierungenzu
schaffenEinbemerkenswerterErfolgderletztenJahrewareinPilotprojektzurSammlungvonTextilabfällenDiesewurden
durcheine"SocialEnterpriseOrganization"(SEO)sortiertundzuneuenFasernrecyceltDiesesModellistskalierbarundträgt
sowohlzumRecyclingalsauchzurUnterstützungsozialerUnternehmenbeiDarüberhinaushatLenzinggemeinsammit
RecycLeathereininnovativesMaterialfürSchuheentwickeltdasrecycelteLederfasernmitTENCEL™Lyocell-Fasern
kombiniertundbereitsvoneinerführendendänischenModemarkeeingesetztwird
Kennzahlen
Ressourcenzuflüsse
[E5-4 30]
Die wichtigsten Zuflüsse bei Lenzing sind Holz, Zellstoff, Chemika-
lien, Brennstoffe und Wasser. Das konsolidierte Gewicht der Mate-
rialien kann der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ entnommen werden.
Holz und Faserzellstoff
Holz als Material ist Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislauf und
daher erneuerbar, sofern eine nachhaltige Forstwirtschaft prakti-
ziert wird. Die Verarbeitung von Holz zu Fasern erfordert eine be-
sondere Qualität von Zellstoff, der als Faserzellstoff bezeichnet
wird. Die aktuellen Nennkapazitäten für Faserzellstoff der Lenzing
Gruppe betragen 320.000 Tonnen am Standort Lenzing (Öster-
reich) und 300.000 Tonnen am Standort Paskov (Tschechische Re-
publik) und 600.000 Tonnen am Standort in Indianópolis (Brasilien).
Die Standorte der eigenen Zellstoffwerke von Lenzing finden Sie
im Kapitel „Die Standorte der Lenzing Gruppe“.
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing
auch Faserzellstoff am Weltmarkt, zumeist im Rahmen langfristiger
Lieferverträge. Eukalyptus, Kiefer und Fichte sind die vorherr-
schenden Holzarten, die von Lenzings Zellstofflieferanten verwen-
det werden. Verarbeitet werden auch Buche, Birke, Esche, Ahorn
sowie andere Laub- und Nadelhölzer. Die tatsächlichen Baumarten
variieren je nach Region und Qualitätsanforderungen. Das gesamte
Holz stammt aus nachhaltigen Forstbetrieben, die nach den füh-
renden Waldzertifizierungssystemen zertifiziert oder kontrolliert
werden. Einen Überblick über die wichtigsten Baumarten nach Re-
gion finden Sie im „Anhang“. Lenzing stellt sicher, dass der Bleich-
prozess aller eingekauften Zellstoffe absolut chlorfrei (TCF) oder
elementar chlorfrei (ECF) ist. Ferner werden 100 Prozent der Holz-
22
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
und Zellstofflieferanten von Lenzing regelmäßig nach FSC
®
- und
PEFC-Standards zertifiziert oder kontrolliert.
22
Weitere Informatio-
nen zu den FSC
®
- und PEFC-Zertifizierungen finden Sie im Ab-
schnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Chemikalien
Lenzings wichtigste Chemikalien mit einem Anteil von rund 85 Pro-
zent am gesamten Beschaffungsvolumen sind: Schwefelkohlen-
stoff (CS
2
), N-Methylmorpholin-N-Oxid (NMMO), Natriumhydro-
xid (NaOH), Schwefelsäure (H
2
SO
4
), Schwefel (S), Schwefeldioxid
(SO
2
), Avivagen, Titandioxid (TiO
2
) und Zinksulfat (ZnSO
4
). Lenzing
wendet bei der Lösungsmittelrückgewinnung in ihren Prozessen
für die Herstellung von Viscose/Modal und Lyocell die besten ver-
fügbaren Techniken an, wodurch sich der Bedarf an primären Roh-
stoffen verringert. Bei der Lyocell-Produktion kann das verwendete
NMMO zu 99,8 Prozent zurückgewonnen und wiederverwendet
werden. Schwefelkohlenstoff und andere Chemikalien, die zur Her-
stellung von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden, können
zurückgewonnen und statt Rohstoffen in den Prozess zurückge-
führt oder in das marktfähige Co-Produkt Natriumsulfat umgewan-
delt werden.
Lenzing ist bestrebt, ihre Chemikalien so weit wie möglich regional
zu beschaffen. NMMO kann allerdings trotz intensiver Suche nach
einer regionalen Bezugsquelle derzeit nicht regional beschafft wer-
den. „Regional“ bedeutet für Lenzing dabei, aus dem Land, in dem
sich die Produktionsanlage befindet, oder aus dem Nachbarland.
Weitere Informationen zur regionalen Beschaffung finden Sie im
Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Lenzing führte einen umfassenden Dialog mit ihren Lieferanten, um
herauszufinden, welche Optionen bestehen, Natriumhydroxid mit
reduzierten THG-Emissionen zu beschaffen. Weitere Informatio-
nen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im
Kapitel „E1 Klimawandel“.
125 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Brennstoffe
Die Faserproduktion ist ein energieintensiver Prozess, bei dem
Lenzing etwa zwei Drittel erneuerbare Brennstoffe verwendet.
Weitere Informationen über Brennstoffe finden Sie im Abschnitt
„Energieverbrauch und Brennstoffe“ im Kapitel „E1 Klimawandel“.
Im Einklang mit seinen Zielen war Lenzing der erste Cellulosefaser-
hersteller mit konkreten, wissenschaftlich fundierten Zielen, die
von der Science Based Targets Initiative genehmigt wurden und
auf eine Verringerung der THG-Emissionen bzw. fossiler Brenn-
stoffe abzielen.
Wasser
Wasser ist eine wertvolle Ressource, die Lenzing für ihre Herstel-
lungsprozesse benötigt. Weitere Informationen zum Thema Was-
ser und dessen Recycling finden Sie im Kapitel „E3 Wasser- und
Meeresressourcen“.
Verpackung
Chemikalien werden in verschiedenen Verpackungsformen wie
Containern und Big Bags geliefert. Lenzing hat mit ihren Lieferan-
ten Rücknahmesysteme eingeführt, um Verpackungsabfälle zu re-
duzieren. Dies gewährleistet nicht nur eine ordnungsgemäße Ent-
sorgung, sondern erleichtert auch die Wiederverwendung von Ver-
packungsmaterial.
Der Faserzellstoff wird in Güterwaggons und LKWs transportiert,
während die Faserballen in Kunststofffolien verschickt werden. Das
ist zum Schutz des Produkts und für den Transport notwendig. Ge-
messen am Verhältnis von Produkt- zu Verpackungsgewicht und
am geringen Anteil von Verpackungsmaterial am gesamten Mate-
rialzufluss wird für Lenzings Produkte wenig Verpackungsmaterial
benötigt. Das Recycling von Verpackungen für Faserballen liegt au-
ßerhalb der betrieblichen Systemgrenzen von Lenzing aufgrund
fehlender Kontrolle und Einflussnahme auf die nachgelagerte
Wertschöpfungskette. Dennoch prüft das Unternehmen derzeit
Möglichkeiten zur Verringerung des Verpackungsabfalls bei ver-
kauften Waren.
Das Management von Verpackungsabfällen liegt in der gemeinsa-
men Verantwortung von Lenzing und ihren Geschäftspartnern. Die
ordnungsgemäße Entsorgung, die Teilnahme an Recyclingpro-
grammen sowie Rücknahmesystemen können wesentlich zur Re-
duzierung von Verpackungsabfällen beitragen.
Sachanlagen
Informationen zu Lenzings Faser- und Zellstoff-produktion finden
Sie im Abschnitt „Die Standorte der Lenzing Gruppe“ im Ge-
schäftsbericht.
Vor dem Faserzellstoffherstellungsprozess werden schwere Ge-
räte für das Entladen und Zerkleinern von Baumstämmen sowie La-
ger und Förderbänder für die Zwischenlagerung benötigt. Hack-
schnitzel und Prozesschemikalien werden durch verschiedene Ko-
cher, Kessel und Tanks in Zellstoff und Kochlauge umgewandelt.
Zusätzliche Anlagen für Waschen, Sieben und Bleichen sowie Tro-
ckenkammern und Blattpressen runden die erforderliche Ausrüs-
tung für die Zellstoffproduktion ab. Bei der verbleibenden Koch-
lauge werden mit mehreren Rückgewinnungssystemen wertvolle
Substanzen mit Hilfe von Kondensationsanlagen, Extraktions- und
Fraktionierungssäulen separiert.
Beim Prozess zur Herstellung von Cellulosefasern werden ver-
schiedene Anlagenteile benötigt, um die Spinnmasse zu Fasern zu
spinnen, unter anderem Tanks, verschiedene Fässer und Reaktions-
kammern, Trockner und Filtrationssysteme. Die wichtigsten Geräte
für die Spinnschritte sind die Spinndüsen, gefolgt von Anlagen zum
Strecken und Schneiden von Stapelfasern, Wasch- und Reini-
gungsanlagen und Trocknern. Die Fasern werden zu Ballen ge-
presst, in Plastikfolie gewickelt und im Ballenlager gelagert, bevor
sie auf der Schiene transportiert werden.
Für die Herstellung von Viscose/Modal- und Lyocellfasern sind An-
lagen für die Rückgewinnung von Prozesschemikalien erforderlich,
darunter Kessel, Filtrations- und Reinigungsanlagen, Extraktions-
säulen, Öfen und Katalysatoren. Bei der Produktion von Bioraffine-
rie- und Co-Produkten werden auch Lagertürme und Verpa-
ckungseinheiten benötigt.
[E5-4 31]
Ressourcenzuflüsse
 
Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum
verwendeten Produkte und technischer und
biologischer Materialien (Mio. t)  
Prozentualer Anteil an biologischer Materialien
(und von Biokraftstoffen, die für nicht
energetische Zwecke verwendet werden), die
nachhaltig beschafft werden (% der insgesamt
verwendeten Produkte und Materialien)
a
 
Gesamtgewicht der zur Herstellung der Produkte
und im Rahmen der Dienstleistungen des
Unternehmens verwendeten,
wiederverwendeten oder recycelten sekundären
Komponenten, Produkte und Materialien (Mio. t)  
Prozent der zur Herstellung der Produkte und im
Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens
verwendeten, wiederverwendeten oder
recycelten sekundären Komponenten, Produkte
und Materialien (%)
b
 
a) „Nachhaltig bezogene biologische Materialien“ ist ein Prozentsatz des
„Gesamtgewichts der verwendeten Produkte sowie der technischen und
biologischen Materialien, die im Berichtszeitraum verwendet wurden“.
b) „Prozentsatz der Sekundär- und reduzierten Materialien“ ist das Verhältnis des
absoluten Gewichts der sekundären, wiederverwendeten oder recycelten
Komponenten zum “Gesamtgewicht der verwendeten Produkte sowie der
technischen und biologischen Materialien, die im Berichtszeitraum verwendet
wurden“.
[E5-4 32, MDR-M 77a]
In der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ sind Lenzings Materialzuflüsse
gemessen am Gesamtgewicht der in den Jahren 2025 und 2024
eingesetzten technischen und biologischen Materialien dargestellt.
Darin enthalten sind die für die Herstellung verwendeten wichtigs-
ten Rohstoffe (Chemikalien, Holz und Zellstoff) und die Verpa-
ckungsmaterialien. Die Daten werden von allen Produktionsstan-
dorten von Lenzing gesammelt und basieren auf direkten Messun-
gen des Rohstoff-Inputs für die Fertigungsprozesse. Der Rohstoff-
Input wird definiert als die gekaufte Menge, bereinigt um Verände-
rungen der gelagerten Menge. Diese Daten werden monatlich von
den Betriebs- oder Einkaufsabteilungen der Standorte erstellt und
in die Konzerndatenbank eingespeist, um sie auf Konzernebene zu
aggregieren.
Die nachhaltig beschafften biologischen Materialien, hauptsäch-
lich Holz und Zellstoff, haben einen Anteil von 81 Prozent am Ge-
samtgewicht aller eingesetzten Materialien. Die biologischen Ma-
terialien stammen zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen. So
stammt das gesamte Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Forst-
betrieben, die nach den Zertifizierungssystemen FSC
®
and PEFC
126 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
zertifiziert oder kontrolliert werden.
23
Weitere Informationen zu
diesen Systemen finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“, Kapitel
„G1 Unternehmensführung“. Weitere Informationen über das Kas-
kadenprinzip bei biologischen Materialien finden Sie im Abschnitt
„Bioraffinerie für Zellstoffproduktion“ in diesem Kapitel.
Die Rückgewinnung von Chemikalien und Lösungsmitteln spiegelt
sich im hohen Anteil an sekundären oder wiederverwendeten Ma-
terialien (42 Prozent) wider. Die Menge der zurückgewonnenen
Stoffe basiert auf direkten Messungen (Ablesungen von Durch-
flussmessern) der zurückgewonnenen Chemikalien.
Ressourcenabflüsse
[E5-5 33, 35]
Die wichtigsten Produktabflüsse von Lenzing sind regenerierte
Cellulosefasern, die in Anwendungen wie Bekleidung, Heimtexti-
lien, Körperpflege- und Hygieneprodukte verwendet werden. Das
Faserportfolio beinhaltet die drei Faserarten Lyocell, Modal und
Viscose. Zellstoff und andere Bioraffinerie-Produkte sowie Co-Pro-
dukte aus der Faserproduktion werden an andere Branchen ver-
kauft.
Um den Bedürfnissen einiger Stakeholder von Lenzing zu entspre-
chen, wurden die folgenden ESRS-Datenpunkte, die für Lenzing
nicht wesentlich sind, im „Anhang“ dieses Berichts freiwillig er-
gänzt: E5-5 37, 39 Abfall.
Bioraffinerie- und Co-Produkte
[E5-5 35]
Lenzing verkauft ihre Bioraffinerie- und Co-Produkte an andere
Branchen, darunter LENZING™ Essigsäure Biobased, LENZING™
Furfural Biobased, Xylose (Birkenzucker)
24
, LENZING™ Soda oder
LENZING™ Magnesium-Lignosulfonat Biobased.
Natürliche Kreisläufe
[E5-5 34a i]
Biologische Abbaubarkeit
Lenzing Fasern bestehen aus Cellulose, einem der am häufigsten
vorkommenden organischen Polymere. Cellulose ist von Natur aus
biologisch abbaubar und wird vorwiegend aus dem nachwachsen-
den Rohstoff Holz gewonnen. Holz ist Teil des biologischen Zyklus.
23
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
24
Von Partner aufbereitet/vermarktet
25
Zu den LENZING™ Fasern, die vom TÜV als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser
& Meer) und kompostierbar (Haushalt & Industrie) zertifiziert sind, gehören die
folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens,
LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Dry und
LENZING™ Nonwoven Technology. Ausnahmen in der Zertifizierung gibt es für die
Faser LENZING™ Lyocell Filament, bei der die erforderlichen Tests zur Bestätigung
der biologischen Abbaubarkeit in der marinen Umwelt nicht durchgeführt wurden.
LENZING™ Lyocell-, Modal- und Viscose-Standardfasern sind
vom TÜV Austria als biologisch abbaubar und kompostierbar zerti-
fiziert.
25
Durch die Eigenschaft dieser Fasern, in der natürlichen
Umwelt sicher biologisch abgebaut zu werden, kann der Cellulo-
sematerialkreislauf im Einklang mit dem biologischen Kreislauf ge-
schlossen werden.
Eine 2023 von der Scripps Institution of Oceanography (SIO)
durchgeführte Studie liefert den wissenschaftlichen Beweis, dass
LENZING™ Standard Lyocell-, LENZING™ Standard Viscose- und
LENZING™ Standard Modalfasern an der Meeresoberfläche und
auch in der Tiefsee biologisch abbaubar sind.
26
Die Studie bestätigt
damit, dass diese Fasern am Ende ihres Lebenszyklus in das Öko-
system zurückkehren können. Wissenschaftler:innen des SIO an
der University of California in San Diego hatten bereits 2021 fest-
gestellt, dass LENZING™ Lyocellfasern unter Meeresoberflächen-
bedingungen vollständig und schnell biologisch abgebaut wer-
den.
27
BIOLOGISCHE ABBAUBARKEIT REGENERIER-
TER CELLULOSEFASERN IM VERGLEICH ZU
NATÜRLICHEN CELLULOSEFASERN.
EINE STUDIE DES HYDRA INSTITUTE AUS
DEM JAHR 2025
28
Cellulose ist ein besonders häufig vorkommendes natürliches Polymer,
das in natürlichen Pflanzenfasern wie Baumwolle und als regenerierte
Fasern wie Viscose, Modal und Lyocell vorkommt. Über den Verbleib
der regenerierten Fasern in der Umwelt wird diskutiert, obwohl sie nur
geringe strukturelle Unterschiede zur natürlichen Cellulose zeigen. Wir
haben den biologischen Abbau von verschiedenen Cellulosemateria-
lien, darunter Pulvern, losen Fasern, Stoffen und Vliesstoffen unter tech-
nischen und natürlichen Bedingungen in Boden, Kompost, Frischwasser
und in der marinen Umwelt bewertet. Die Studie umfasste insgesamt
122 Szenarien in standardisierten Labortests, Mesokosmos-Experimen-
ten und Feldversuchen in kalt-gemäßigten bis hin zu tropischen Regio-
nen und bei Temperaturen von 0 bis 30°C.
Alle Cellulosefasern erwiesen sich als von Natur aus biologisch abbau-
bar und die Halbwertszeiten des biologischen Abbaus lagen in der Regel
zwischen Wochen und Monaten. Regenerierte Cellulose wurde in etwa
gleich schnell wie natürliche Cellulose abgebaut, sodass es keinen Hin-
weis auf eine wissenschaftlich fundierte Unterscheidung zum Verhalten
in der Umwelt gibt. Die Abbaugeschwindigkeit wurde hauptsächlich
durch die Wasserverfügbarkeit, Temperatur und den Nährstoffgehalt
bestimmt, Sauerstoff spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Die Standardtests stimmten weitgehend mit den Feldbeobachtungen
überein, was ihre Validität für die Bewertung der natürlichen biologi-
schen Abbaubarkeit mit Umweltrelevanz bestätigt. Ihre Beständigkeit in
realen Szenarien hängt allerdings eher von Modifikationen auf Produkt-
ebene wie Färben und Veredelung als von der Polymerart ab. Diese Er-
gebnisse unterstreichen, dass Bewertungen von Umweltrisiken sich auf
das Endprodukt konzentrieren sollten und nicht auf das Basispolymer.
26
S.-J. Royer et al (2023). Not so biodegradable: Polylactic acid and cellulose/plastic
blend textiles lack fast biodegradation in marine waters. Plos One,
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0284681
27
Royer, S.-J., Wiggin, K., Kogler, M., Deheyn, D.D., (2021). Degradation of synthetic
and wood-based cellulose fabrics in the marine environment: Comparative assess-
ment of field, aquarium, and bioreactor experiments. Science of The Total Environ-
ment, 791, 148060, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2021.148060 .
28
Christian Lott et al., Hydra Institute, Deutschland. Native and regenerated cellulose
show similar environmental biodegradation behavior across global terrestrial and
aquatic ecosystems | bioRxiv https://www.biorxiv.org/con-
tent/10.64898/2025.12.24.696393v1
127 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Net Benefit-Fasern
[E5-5 35]
Lenzing bietet Net Benefit-Produkte, die sowohl ökologische und
gesellschaftliche Vorteile als auch Nutzen für die Partner in der
Wertschöpfungskette bieten und dabei viele konkurrierende Alter-
nativen übertreffen. Diese Produkte berücksichtigen den gesamten
Lebenszyklus, einschließlich der Prozesse in der vor- und nachge-
lagerten Wertschöpfungskette. Der Anteil von Net Benefit-Fa-
sern/Spezialfasern lag 2025 gemessen am Faserumsatz belief sich
auf 92,0 Prozent (2024: 92,6 Prozent). Dieser Prozentsatz ist eine
freiwillige Angabe.
EU Ecolabel
Darüber hinaus sind TENCEL
TM
Lyocell- und Modalfasern und
LENZING™ ECOVERO™ Fasern mit dem allgemein anerkannten
EU Ecolabel zertifiziert
29
. Dieses Zeichen wird an Produkte verge-
ben, die während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Umweltstan-
dards erfüllen. Ohne Lenzings Produktionsprozesse mit hohen
Rückgewinnungsraten wäre das EU Ecolabel nicht zu erreichen ge-
wesen.
Fasern mit Klimaschutz
Auch 2025 waren TENCEL
TM
Lyocell, VEOCEL™ Viscose und VE-
OCEL™ Lyocell als von Climate Partner zertifizierte Produkte ver-
fügbar. Diese Zertifizierung ebnet den Weg für die Offenlegung
freiwilliger finanzieller Beiträge zu THG-Kompensationsprojekten
als letztem Schritt in einem fünfstufigen Protokoll: Klimaschutz-
strategie (einschließlich CO
2
-Fußabdruck), Reduktionsziele, umge-
setzte Reduktionen, finanzierte Klimaschutzprojekte und transpa-
rente Kommunikation.
Spinngefärbte Fasern
Bei der TENCEL™ Modal mit Eco Color Technologie und
TENCEL™ Modal mit Indigo Color Technologie werden die Fasern
bei der Herstellung mit Pigmenten versetzt und helfen so, nachge-
lagerte und energieintensive konventionelle Färbeprozesse zu ver-
meiden. Ein aus diesen Fasern hergestellter Stoff weist 60 Prozent
weniger Treibhausgasemissionen auf als konventionell gefärbte
Stoffe
30
.
Modalfasern der Marke TENCEL™ Modal Color wurden erstmals
im Jahr 2021 auf den Markt gebracht und haben sich als die Lösung
etabliert, um die Nachfrage nach spinngefärbten Fasern bei Mar-
ken und Einzelhändlern zu decken.
Weitere Informationen zu Produkten und Technologien finden Sie
auf der Lenzing Website.
Haltbarkeit und Reparaturfähigkeit
[E5-5 36a, 36b; MDR-M 77a]
Lenzings Fasern sind Zwischenprodukte, die in Fertigprodukte (z. B.
T-Shirts und Feuchttücher) integriert werden. In Bezug auf die
Haltbarkeit des Materials ist zu beachten, dass diese nicht nur von
der Faser selbst bestimmt wird, sondern stark von den Textilverar-
beitungsschritten und letztlich von der Zusammensetzung des
Endprodukts beeinflusst wird. Sobald die Faser gesponnen ist, wird
die „Haltbarkeit“ des Endprodukts durch zahlreiche kritische Fak-
toren bestimmt, etwa die Textilkonstruktion, Färbeverfahren, Ober-
flächenbehandlung und Finishing. Diese Prozesse der nachgela-
gerten Wertschöpfungskette variieren je nach Hersteller, maschi-
neller Ausstattung und Prozessparametern stark. Sie haben großen
Einfluss auf die Produkteigenschaften. Ein Vergleich der Faserma-
terialien anhand des Branchendurchschnitts wird deshalb keine be-
deutenden Erkenntnisse liefern. Aber die Optimierung spezifischer
Produkte ist notwendig, um die Haltbarkeit zu verbessern. Darüber
hinaus ist zwischen Textilien und Vliesstoffen zu unterscheiden, da
die Nachhaltigkeitskriterien für die Produktionsprozesse ebenfalls
unterschiedlich sind. Dies gilt analog für die Reparaturfähigkeit.
Modifikationen der obigen Aussagen sind möglich, wenn sich die
Mindestanforderungen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen
ändern.
Recyclingfähigkeit
[E5-5 36c; MDR-A 77a]
Da regenerierte Cellulosefasern technisch zu neuen regenerierten
Cellulosefasern recycelt werden können, sind sie zu 100 Prozent
recycelbar. Die Recyclingquote bei Produktverpackungen beträgt
ca. 90 Prozent. Hierbei handelt es sich um eine Schätzung für die
gesamte Gruppe auf der Basis genauer Zahlen vom Standort im
österreichischen Lenzing. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass
Verpackungen, die nur aus einer Komponente, z. B. PET, hergestellt
werden, recycelt werden können, Verpackungen aus zwei oder
mehr Bestandteilen dagegen nicht. Die Recyclingquoten wurden
berechnet, indem das Gesamtgewicht der in das Produkt/die Ver-
packung eingearbeiteten recycelbaren Materialien durch das Ge-
samtgewicht der Produkte/Verpackungen geteilt wurde.
[MDR-M 77b]
Mit Ausnahme des Prüfungsdienstleisters für diesen Bericht unter-
liegen die Ressourcenzuflüsse und -abflüsse keiner externen Veri-
fizierung. Die nachhaltig bezogenen biobasierten Materialien sind
jedoch zertifiziert.
29
Das Umweltzeichen EU Ecolabel wird von allen Mitgliedstaaten der Europäischen
Union sowie von Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannt. Das 1992 durch
eine EU-Verordnung (Verordnung (EWG) Nr. 880/92) eingeführte freiwillige Label
hat sich schrittweise zu einem Referenzpunkt für Verbraucher:innen entwickelt, die
durch den Kauf umweltfreundlicherer Produkte und Dienstleistungen zu einer
geringeren Umweltbelastung beitragen wollen. EU Ecolabel für Textilien (Lizenz Nr.
AT/016/001)
30
Terinte, N., Manda, B.M.K., Taylor, J., Schuster, K.C. and Patel, M. (2014). Environ-
mental assessment of colored fabrics and opportunities for value creation: spin-dye-
ing versus conventional dyeing. In: Journal of Cleaner Production 72, pp. 127–138; da
die einzelnen Schritte innerhalb der Textilverarbeitung für Modal- und Viscosefasern
ähnlich sind, basiert die Angabe zu den Einsparungen auf den Berechnungen für die
Stoffherstellung und die Färbung per Jet-Färbung ohne die Auswirkungen der Fa-
serherstellung.
128 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die Mitarbeiter:innen von Lenzing sind das Herzstück des langfristigen Erfolgs und der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens.
Als international tätiges Unternehmen ist sich Lenzing bewusst, dass ihre Stärke in der Diversität, den Fähigkeiten und im Engage-
ment ihrer Belegschaft liegt. In diesem Kapitel wird erläutert, wie Lenzing ihre Mitarbeiter:innen in wichtigen Bereichen wie Be-
schäftigung, Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Diversität und Inklusion, Mitarbeiterentwicklung sowie Gesundheit und Si-
cherheit am Arbeitsplatz unterstützt.
Die Schaffung eines integrativen, fairen und respektvollen Arbeitsumfelds ist ein zentraler Bestandteil der Personalstrategie von
Lenzing. Das Unternehmen schätzt die Diversität in all ihren Formen und möchte Talente mit unterschiedlichstem Hintergrund
anziehen, fördern und binden. Ethisch korrektes Verhalten und die Achtung der Menschenrechte bilden die Grundlage der Unter-
nehmenskultur von Lenzing und sind durch die Einhaltung interner Standards und die Ausrichtung an internationale Rahmenwerke
in den weltweiten Aktivitäten verankert.
Die Gewährleistung der Gesundheit, der Sicherheit und des Wohlbefindens aller Mitarbeiter:innen an den Lenzing-Standorten hat
oberste Priorität. Das Unternehmen möchte ein sicheres Arbeitsumfeld schaffen, das die Erwartungen der Gesetzgeber erfüllt oder
übertrifft, und sich durch proaktives Risikomanagement und einen offenen Dialog kontinuierlich verbessert. Die Gesundheits- und
Sicherheitsmaßnahmen gelten auch für Fremdmitarbeiter:innen und andere Personen am Standort und spiegeln das Engagement
von Lenzing für einen sicheren, fairen und integrativen Arbeitsplatz für alle wider.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[S1-4 38a, 38c, 40, MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Arbeitsbedingungen
- Sichere
Arbeitsplätze
Risikound
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
Aufrechterhaltungder
Arbeitgeberattraktivitätwährend
Personalabbauund
wirtschaftlichen
Herausforderungenmit
Schwerpunktauftransparenter
Kommunikation
*Communication
Guideline
*KeinZiel *Kommunikation
smaßnahmen
*Arbeitnehmerfluktuations-
rate(S-c)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Lenzing sieht einen wachsenden
Bedarf an Sozialzertifikaten seitens
seiner Kunden. Durch die
Zertifizierung sichert sich Lenzing
Aufträge, indem es als bevorzugter
Lieferant gelistet wird.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Policy für
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*Globaler
Verhaltenskodex
*Sozial-
standard
*Sozialaudits
*Anzahl der Anfragen zu
Sozialzertifikaten
(unternehmensspezifisch)
Arbeitsbedingungen
- Work-Life-Balance
Positive Auswirkung
- Tatsächlich
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Die Einführung flexibler
Arbeitszeitmodelle, umfassender
Urlaubsoptionen und
Sozialleistungen fördert eine
gesündere Work-Life-Balance der
Belegschaft. Diese Maßnahmen
sollen Stress reduzieren, die
Arbeitszufriedenheit steigern und
den Mitarbeitenden ermöglichen,
ihre privaten und beruflichen
Verpflichtungen besser zu
vereinbaren, was zu ihrem
allgemeinen Wohlbefinden und ihrer
Bindung an das Unternehmen
beiträgt.
Aktuelle Policies *Kein Ziel
*Maßnahmen
Work-life Balance
und betriebliche
Leistungen
*Soziale Absicherung (S1-11)
*Kennzahlen für die
Vereinbarkeit von Berufs-
und Privatleben (S1-15)
*Health climate index
(unternehmensspezifisch)
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
129 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Arbeitsbedingungen
- Gesundheit und
Sicherheit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
Unzureichende
Sicherheitsvorkehrungenkönnen
sichaufdieGesundheitunddas
WohlbefindenderMitarbeitenden
indenbetriebenenAnlagen
auswirkenunddiesepotenziell
gefährden
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*LifeSavingRules
Guideline
*Gesund-
heit(TRIFR)
*Maßnahmen
Gesundheitund
Sicherheit
*Kennzahlenfür
Gesundheitsschutzund
Sicherheit(S-)
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Ein schlechtes Arbeitsklima kann zur
Personalfluktuation führen oder die
Produktivität verringern. (Aufgrund
der psychischen Gesundheit.)
*Policy für
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*Globaler
Verhaltenskodex
*Globale Policy für
Gerechtigkeit,
Vielfalt und
Inklusion
*Kein Ziel
*Maßnahmen im
Bereich
Chancengleich-
heit, Diversität
und Inklusion
*Maßnahmen
Gesundheit und
Sicherheit
*Health climate index
(unternehmensspezifisch)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle -
Gleichstellung der
Geschlechter und
gleicher Lohn für
gleiche Arbeit
Negative
Auswirkung
- Tatsächlich
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Lenzing steht im Bereich gleicher
Lohn für gleiche Arbeit aufgrund
kultureller Faktoren und
unbewusster Vorurteile vor
Herausforderungen. Lenzing ist sich
der Bedeutung der Gleichstellung
der Geschlechter und gleicher Lohn
für gleiche Arbeit bewusst und setzt
sich für eine kontinuierliche
Verbesserung in diesem Bereich ein.
*Globale Policy für
Gerechtigkeit,
Vielfalt und
Inklusion
*Chancen-
gleichheit,
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmen im
Bereich
Chancengleich-
heit, Diversität
und Inklusion
Vergütungskennzahlen
(S1-16)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle - Ausbildung
und Kompetenz-
entwicklung
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Eine unzureichende Qualität bei der
Nachfolgeplanung kann zu einem
Rückgang der Produktivität führen.
*Global Learning &
Development
Guideline
*Global
Performance
Management
Guideline
*Nachfolge-
planung
*Maßnahmen
Lernen und
Entwicklung
*Kennzahlen für
Weiterbildung und
Kompetenzentwicklung
(S1-13)
*Gesamtausgaben für
lebenslanges Lernen und
Personalentwicklung
(freiwillige Angabe)
*Anzahl der Top-Talente
(freiwillige Angabe)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle - Diversität
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
EinefehlendeFörderungder
DiversitätkannzuGefühlender
AusgrenzungIsolationund
Diskriminierungführenund
psychologischeFolgenfür
Arbeitnehmerinnenhaben
*GlobalePolicy
fürGerechtigkeit
Vielfaltund
Inklusion
*Chancen-
gleichheit
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmenim
Bereich
Chancen-
gleichheit
Diversitätund
Inklusion
*Diversitätskennzahlen
(S-)
*Menschenmit
Behinderung(S-)
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
VielfaltfördertInnovationund
LeistungDiverseundinklusive
Arbeitsplätzewerdenmiteiner
besserenMitarbeiterbindung
Innovationund
Wettbewerbsfähigkeitin
Zusammanhanggebracht
*GlobalePolicy
fürGerechtigkeit
Vielfaltund
Inklusion
*Chancen-
gleichheit
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmenim
Bereich
Chancen-
gleichheit
Diversitätund
Inklusion
*Diversitätskennzahlen
(S-)
*Menschenmit
Behinderung(S-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
130 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
Management der sozialen Nachhaltigkeit
[S1 ESRS 2 SBM-3 13a]
Das Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen in Be-
zug auf die Arbeitskräfte von Lenzing ist eng mit Lenzings Unter-
nehmensstrategie verknüpft, die auf Premiumisierung, Exzellenz,
Innovation und Nachhaltigkeit aufbaut. Die folgenden Aspekte sind
miteinander verbunden: Diversität fördert Innovation, die Verein-
barkeit von Berufs- und Privatleben unterstützt Spitzenleistungen
und soziale Nachhaltigkeit stärkt die Gesamtleistung
31
. Weitere In-
formationen zum übergeordneten Ansatz der doppelten Wesent-
lichkeit finden Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsana-
lyse“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Angaben“.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14a]
Lenzing verpflichtet sich, ihre Geschäfte unter Wahrung der Men-
schenrechte und der Menschenwürde zu führen. Zu den Mitglie-
dern der Belegschaft von Lenzing, die wesentlich betroffen sein
könnten, gehören sowohl Mitarbeiter:innen als auch nicht ange-
stellte Beschäftigte. Bei den nicht angestellten Beschäftigten han-
delt es sich um einen kleinen Teil des Leasingpersonals und der
Selbstständigen.
Auswirkungen
[S1 ESRS 2 SBM-3 14b, 15]
Das potenzielle negative Risiko für die Gesundheit und das Wohl-
befinden der Mitarbeitenden im Falle von Arbeitsunfällen ist ver-
einzelter Natur (individuelle Vorfälle). Da Lenzing ein produzieren-
des Unternehmen ist, sind die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
für Arbeiter:innen höher als für Angestellte. Eine kurze Beschrei-
bung der Auswirkungen, Risiken und Chancen finden Sie im Ab-
schnitt „Auswirkungen, Risiken und Chancen“ in diesem Kapitel.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14c]
Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Balance)
wirkt sich positiv auf die Arbeitskräfte von Lenzing aus. Einzelhei-
ten zu den Maßnahmen, die zu positiven Auswirkungen führen, fin-
den Sie unter der entsprechenden Maßnahme im Abschnitt „Maß-
nahmen“ dieses Kapitels.
Risiken und Chancen
[S1 ESRS 2 SBM-3 13b, 14d, 16]
Lenzing ist darauf angewiesen, das Vertrauen und die Motivation
seiner Mitarbeitenden zu erhalten – insbesondere in Zeiten von
Personalabbau und wirtschaftlicher Unsicherheit. Unzureichende
Transparenz und ineffektive Kommunikation können dieses Ver-
trauen untergraben und die Motivation verringern. Wird dem nicht
entgegengewirkt, kann dies zu einem sich verschlechternden Ar-
beitsklima beitragen, was wiederum unerwünschte Fluktuation er-
höhen und die Produktivität senken kann. Solche Entwicklungen
beeinträchtigen die operative Leistungsfähigkeit, schwächen den
Wissensaufbau, reduzieren die Innovationskraft und erschweren
die Umsetzung strategischer Prioritäten. Damit entsteht ein we-
sentliches Risiko für Lenzings Strategie und Geschäftsmodell, die
beide in hohem Maße auf das Wohlbefinden, die Einbindung und
die Leistungsfähigkeit der Belegschaft angewiesen sind. Die Aus-
und Weiterbildung der Mitarbeitenden stellt einen strategischen
Schwerpunkt von Lenzing dar. Werden nicht ausreichend Entwick-
lungsmöglichkeiten bereitgestellt, kann dies zu einem Mangel an
qualifizierten Fachkräften und zu Lücken in der Nachfolgeplanung
führen. Nicht zuletzt betrachtet Lenzing Diversität als Treiber für
Innovation. Studien zeigen, dass vielfältig zusammengesetzte
Teams die Innovationsfähigkeit stärken. Dieses Potenzial gilt für alle
Personen, die zur Vielfalt der Belegschaft beitragen.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14f, 14g]
Lenzing duldet keine Kinder- und Zwangsarbeit und steht damit im
Einklang mit den IAO-Kernarbeitsnormen sowie den UN-Leitprin-
zipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie der eigenen Po-
licy für Menschenrechte und Arbeitsstandards. Risikobewertungen
auf Länderebene zeigen, dass in Regionen wie Teilen Asiens, Süd-
amerikas, Osteuropas und Eurasiens ein höheres systemisches Ri-
siko für Kinder- und Zwangsarbeit besteht. Dies ist kein Hinweis auf
festgestellte Fälle in Lenzings eigenen Betrieben.
Um potenzielle Risiken zu minimieren, hat Lenzing Präventivmaß-
nahmen wie die Global Child Labor Remediation Procedure und
jährliche Bewertungen mit dem Higg Facility Social & Labor Mo-
dule (FSLM) eingeführt. 2025 haben alle Produktionsstandorte den
vollständigen Verifizierungsprozess abgeschlossen. Sieben Stand-
orte hatten diesen auch schon in den Vorjahren erfolgreich abge-
schlossen, zwei Standorte wurden zum ersten Mal verifiziert. Der
Prozess umfasste sowohl eine Selbstbewertung als auch Audits
durch Dritte. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der so-
zialen Sorgfaltspflicht und der Transparenz in den weltweiten Akti-
vitäten des Unternehmens. Weitere Informationen finden Sie in
den Abschnitten „Policies“ und „Sozialaudits“ dieses Kapitels.
31
Die zugrunde liegenden Studien und weitere Angaben, die diese Aussage unter-
mauern, finden Sie im Lenzing Nachhaltigkeitsbericht 2022 im Kapitel Diversität.
131 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policies
[S1-1, MDR-P 65]
Policy Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette und nachgelagerte Tier 1 Ebene
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Lenzing verpflichtet sich den Schutz der Menschenrechte in seinem Einflussbereich zu wahren sowie negative Auswirkungen auf
Menschenrechte zu identifizieren, zu verhindern, zu mildern und zu beheben.
Kernelemente:
Lenzing bekennt sich zu den grundlegenden Arbeitsrechten, die Kinder- und Zwangsarbeit verbieten, Vereinigungs- und
Verhandlungsfreiheit, faire Vergütung und Arbeitszeiten, sichere und gesunde Arbeitsplätze sowie Schutz vor Diskriminierung,
Belästigung und unmenschlicher Behandlung gewährleisten.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
20a Soziale Verantwortung und Mitarbeiter:innen hat für Lenzing die höchste Priorität. Lenzing bekennt sich zu allen
internationalen anerkannten Menschenrechten und zu den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR),
dem Global Compact der Vereinten Nationen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen
für multinationale Unternehmen und den grundlegenden Arbeitsprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zum
Schutz der Arbeitnehmerrechte.
20b Lenzing tauscht sich mit seinen Mitarbeiter:innen über regelmäßige und vielfältige Kommunikationswege aus. Mehr
Informationen finden Sie im Abschnitt „Kommunikation“ dieses Kapitels.
20c Lenzing sorgt für angemessene Maßnahmen zur Wiedergutmachung von Menschenrechtsauswirkungen für betroffene
Personen, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen, und nutzt dafür sowohl
gerichtliche als auch außergerichtliche Verfahren.
21 Für die Ausrichtung an international anerkannten Standards siehe die Zeile „Standards / Initiativen Dritter“ in dieser Tabelle.
22 Die Policy umfasst Menschenrechtsthemen wie die Themen Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy deckt den gesamten Einflussbereich ab, einschließlich der Beschäftigten in der vorgelagerten Lieferkette sowie auf
der nachgelagerten Tier-1-Stufe.
17a Lenzing verpflichtet sich, alle geltenden sozialen und ethischen Standards weltweit einzuhalten – und wo immer möglich zu
übertreffen – und dabei die Menschenrechte innerhalb seiner Einflusszone zu schützen. Dieses Bekenntnis gilt auch für
Lieferanten, die verpflichtet sind, dieselben hohen Standards einzuhalten. Lenzing unterstützt die fortlaufende Einhaltung seiner
internen Vorgaben und aller externen Anforderungen durch Schulungsprogramme und risikobasierte Lieferantenaudits.
17b In Lenzings Policy zu Menschenrechten und Arbeitsstandards verpflichtet sich Lenzing, tatsächliche oder potenzielle negative
Auswirkungen auf die Menschenrechte im Zusammenhang mit seinen Geschäftstätigkeiten und -beziehungen zu identifizieren,
zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Dieses Engagement umfasst die Bereitstellung geeigneter Maßnahmen für
betroffene Einzelpersonen, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften, einschließlich indigener Völker, sowohl über gerichtliche als
auch außergerichtliche Mechanismen.
17c Die Policy enthält keinen allgemeinen Ansatz in Bezug auf die Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
18 Die Policy umfasst Menschenrechtsthemen wie die Themen Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
19 Informationen zur Übereinstimmung mit international anerkannten Standards finden Sie in der Zeile „Standards / Initiativen
Dritter“ dieser Tabelle. Im Berichtsjahr wurden keine Verstöße gegen die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte,
die IAO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit oder die OECD-Leitsätze für multinationale
Unternehmen in der vorgelagerten Lieferkette festgestellt.
132 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Globale Policy für Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Lenzing verpflichtet sich zu einem gerechten, vielfältigen und inklusiven Arbeitsumfeld, in dem alle Menschen unabhängig von
ihrem Hintergrund oder ihren Merkmalen respektiert und geschätzt werden.
Kernelemente:
Lenzing verpflichtet sich zur Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften, um ein Umfeld frei von unrechtmäßiger
Diskriminierung zu gewährleisten und fördert ethische Werte durch die Umsetzung von EDI (Equity, Diversity & Inclusion) für alle
Mitarbeitenden. Dies umfasst die Wahrung von Würde und Respekt sowie die Bereitstellung gleicher Entwicklungsmöglichkeiten.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
21 In der Zeile "Standards / Initiativen Dritter" dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Standards.
24a Die EDI-Policy zielt darauf ab, Diskriminierung einschließlich Belästigung zu beseitigen und Chancengleichheit zu fördern.
24b Lenzing verpflichtet sich, allen Mitarbeitenden gleiche Chancen zu bieten – unabhängig von Geschlecht, Familienstand,
familiären Verpflichtungen, ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, Nationalität, Herkunft, Behinderung, Neurodiversität, HIV/AIDS,
chronischen Erkrankungen, sexueller Orientierung, Religion oder Weltanschauung, Alter oder anderen Eigenschaften. Lenzing
strebt ein inklusives und vielfältiges Arbeitsumfeld an, in dem Unterschiede respektiert und geschätzt werden.
24c Lenzing verpflichtet sich zur Inklusion, wie in der EDI-Richtlinie festgelegt. Der Fokus liegt auf der Sicherstellung von
Chancengleichheit, Respekt und einem diskriminierungsfreien Umfeld für alle Mitarbeitenden, einschließlich besonders
schutzbedürftiger Gruppen.
24d Im Berichtsjahr bestand kein spezialisiertes Verfahren zur Verhinderung, Minderung und Bekämpfung von Diskriminierung.
Lenzing hat Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Inklusion.
Policy Communication Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Corporate Communications, Sustainability, Investor Relations and Public Affairs
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, alle Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe in ein Kommunikationsnetzwerk einzubinden, um den Zugang
zu relevanten Informationen sicherzustellen.
Kernelemente:
Lenzing unterstützt den offenen Austausch und motiviert Mitarbeiter:innen, Ideen und relevante Themen einzubringen, um eine
Kultur der Zusammenarbeit zu fördern.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Life Saving Rules Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global HSE
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Einzelpersonen an wesentliche Sicherheitsmaßnahmen zu erinnern, um Risiken zu mindern und tödliche
Zwischenfälle in der Branche zu verhindern.
Kernelemente:
Die „Life Saving Rules“ beruhen auf klar definierten Regeln und Praktiken, die eine einheitliche Sicherheitskommunikation in der
gesamten Branche fördern und das persönliche Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortung für entscheidende
Schutzmaßnahmen erhöhen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
133 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Globale Richline für Learning und Developement
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Ziel ist es, basierend auf einem strukturierten, unternehmensweiten Ansatz, die Schlüsselkompetenzen zu fördern, die für
langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum notwendig sind.
Kernelemente:
Lenzing identifiziert und entwickelt strategisch relevante Kompetenzen und unterstützt Mitarbeitende dabei, ein klares
Verständnis der notwendigen Führungs- und Fachkompetenzen für ihre aktuellen sowie potenziellen zukünftigen Rollen zu
erlangen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Global Performance Management Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) of Operations Service Group
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist die Leitung, Unterstützung und Sicherstellung der Leistungsfähigkeit von Teams und Einzelpersonen, um strategische
Vorgaben umzusetzen und eine nachhaltige Geschäftsentwicklung zu fördern.
Kernelemente:
Das Performance-Management bei Lenzing umfasst die Festlegung klarer Ziele, die Nachverfolgung des Fortschritts sowie die
Überprüfung der Ergebnisse durch regelmäßige Leistungs- und Entwicklungsgespräche.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Das Thema „Arbeitskräfte des Unternehmens“ wird zudem durch
die beiden folgenden Policies geregelt, deren Mindestangaben
und themenspezifischen Anforderungen im Abschnitt „Poli-
cies“ beschrieben werden. Die Policy für Gesundheit, Sicherheit
und Umwelt im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“ behandelt zu-
dem themenspezifische Anforderungen in Bezug auf die Abde-
ckung bestimmter Gruppen, international anerkannte Instrumente
sowie Konzepte oder Managementsysteme zur Verhütung von Ar-
beitsunfällen. Der Globale Verhaltenskodex im Kapitel „G1 Unter-
nehmensführung“ behandelt außerdem themenspezifische Anfor-
derungen in Bezug auf international anerkannte Instrumente, Men-
schenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
Kommunikation
[S1-2 27a]
Der Vorstand kommuniziert regelmäßig mit den Mitarbeiter:innen
und ihren Vertreter:innen. Dies sorgt für ein klares Verständnis der
Unternehmensstrategie, der Ziele, der Marktbedingungen und der
finanziellen Situation. Die Informationen werden über verschie-
dene Kanäle weitergegeben, z. B. über Onboarding-Sessions, Be-
triebsversammlungen, das schwarze Brett, interne E-Mails und in-
terne Nachrichten.
[S1-2 27b, 27c]
Zentrale Elemente des Engagements von Lenzing umfassen halb-
jährliche globale Townhall-Meetings für alle Konzerngesellschaften
und Mitarbeitenden, in denen global relevante Themen adressiert
werden. Zusätzlich decken standortspezifische Townhalls lokale
Fragestellungen und allgemeine Aktualisierungen ab. Für wichtige
Aktualisierungen oder besondere Ereignisse werden Presse-
aussendungen verwendet. Die Betriebsversammlungen sind inter-
aktiv und finden über Videochat statt, so dass die Mitarbeiter:innen
ihre Fragen direkt an die jeweiligen Redner:innen stellen können.
Lenzing Connect (Intranet) bietet laufende Informationen und
funktionale Tools für den Arbeitsalltag. Für die Sicherstellung die-
ses Engagements ist der Senior Vice President Corporate Human
Resources verantwortlich.
Betriebsrat/sozialer Dialog
[S1-2 27a, 27b]
Das Management der Lenzing Gruppe bekennt sich zu einer trans-
parenten Kommunikation mit den offiziellen Arbeitnehmervertre-
ter:innen. An beiden Standorten in Österreich gibt es einen lokalen
Betriebsrat. Gemäß österreichischem Arbeitsverfassungsgesetz
verfügen die Vertreter:innen des Betriebsrates der Lenzing AG am
Standort Lenzing über einen Sitz und Stimmrechte im Aufsichtsrat.
Sie vertreten die Mitarbeiter:innen in Lenzing und Heiligenkreuz
(Österreich). Um die Sichtweisen der Mitarbeiter:innen in den Ent-
scheidungsprozess einzubeziehen, beraumt der Betriebsrat vor
den Aufsichtsratssitzungen ein Treffen mit dem CEO an und trifft
sich monatlich mit dem CFO. Weitere Treffen finden bei Bedarf
statt. An allen Standorten mit Ausnahme von Prachinburi (Thailand)
gibt es Gewerkschaftsvertreter:innen verschiedener Fraktionen
und/oder Interessengruppen der Mitarbeiter:innen, die die Anlie-
gen der Belegschaft an allen anderen Standorten vertreten.
134 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ausschüsse für Gesundheit und Sicherheit
[S1-2 27a, 27b, 27c]
An allen Standorten von Lenzing gibt es Ausschüsse für Gesund-
heit und Sicherheit, die eine aktive Beteiligung der Belegschaft in
Fragen der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleis-
ten. Jedem Ausschuss gehören Vertreter:innen der Unternehmens-
leitung, Arbeitnehmervertreter:innen und Expert:innen für Gesund-
heit und Sicherheit an. Sie treffen sich regelmäßig, um die Risiken
am Arbeitsplatz zu überprüfen, Trends bei Vorfällen zu beobachten
und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. Diese Aus-
schüsse bieten den Mitarbeiter:innen einen formellen Kanal, um
Bedenken zu äußern, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten
und zu Sicherheitsinitiativen beizutragen. Die Empfehlungen wer-
den dokumentiert und bei Bedarf an das Senior Management wei-
tergegeben. Dadurch wird sichergestellt, dass das Feedback in die
Aktualisierung der Policies und die kontinuierliche Verbesserung
des gesamten Unternehmens einfließt.
Lenzing Climate Survey
[S1-2 27e]
Die Lenzing Climate Survey wird unter den Mitarbeiter:innen der
gesamten Lenzing Gruppe durchgeführt, um die psychosozialen
Arbeitsbedingungen zu bewerten. Die Umfrage basiert auf dem
Gesundheitsmanagementsystem „House of Health“, dass internati-
onal anerkannte Methoden wie die Messung der Zufriedenheit der
Mitarbeiter:innen verwendet; es ist sowohl im internationalen als
auch im akademischen Kontext weit verbreitet. Dadurch wird si-
chergestellt, dass die Beurteilung nicht nur methodisch solide ist,
sondern auch weltweit anerkannten Standards entspricht und eine
zuverlässige Grundlage für die Ergebnisse und Schlussfolgerungen
darstellt. In einem zusammengefassten Bericht werden die Ergeb-
nisse und nächsten Schritte auf der internen Plattform kommuni-
ziert. Die Standorte und Abteilungen arbeiten konkrete Maßnah-
men aus, deren Fortschritt von Lenzing nachverfolgt wird, um die
Umfrageergebnisse zu verbessern. Gegenstand der Umfrage sind
die drei wichtigsten Maßnahmen pro Standort oder Abteilung, bei
denen der Stand der Umsetzung nachverfolgt wird. Die jüngste
Umfrage vom April 2025 zeigte deutliche Verbesserungen in allen
Bereichen (im Durchschnitt +5 Prozentpunkte). Der Health Climate
Index beispielsweise erreichte ein Wertniveau von 76 Prozent. Die
Teilnahmequote lag erneut über 70 Prozent. Mehr als zwei Drittel
der Teilnehmer:innen stellten im Vergleich zum letzten Climate Sur-
vey positive Auswirkungen fest.
Employee Resource Groups (ERGs)
[S1-2 27a, 28]
ERGs sind ein Kommunikationskanal für spezielle Gruppen wie
Frauen, verschiedene Ethnien, LGBTQIA+ usw. Lenzing hat fol-
gende drei Employee Resource Groups (ERGs): „Women@Lenzing“,
„Multicultural@Lenzing“ und „PrideAlliance@Lenzing“. Weitere In-
formationen finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen im Bereich
Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“ in diesem Kapitel.
Kanäle, um Bedenken zu äußern
[S1-3 32b, 32c]
Lenzings Belegschaft kann über folgende Wege Bedenken und Be-
schwerden einreichen.
x Whistleblower System (beschrieben im Kapitel „G1 Unter-
nehmensführung“)
x Betriebsrat an den beiden österreichischen Standorten
Lenzing und Heiligenkreuz (siehe Abschnitt „Kommunika-
tion“ in diesem Kapitel)
x Gewerkschaften/Interessenvertretungen der Mitarbei-
ter:innen (außer am Standort Prachinburi (Thailand); siehe
Abschnitt „Kommunikation“ in diesem Kapitel)
[S1-3 32d, 32e, 33]
Ein eLearning-Pflichtkurs mit dem Titel „Unser Whistleblower Sys-
tem“ unterstützt Mitarbeiter:innen beim Verständnis und bei der
Nutzung der verfügbaren Kanäle, um Bedenken zu äußern. Das
Compliance-Team führt zudem eine Integritätsumfrage durch, um
den Wissensstand der Mitarbeiter:innen zu ermitteln. Es gibt au-
ßerdem eine Whistleblower Direktive. Weitere Informationen zu
dieser Direktive finden Sie im Abschnitt „Policies“ im Kapitel „G1
Unternehmensführung“. Informationen zur Überwachung und
Nachverfolgung gemeldeter Anliegen finden Sie im Abschnitt
„Umgang mit gemeldeten Bedenken“ im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
[S1-3 32a]
Ein formaler Prozess für Abhilfemaßnahmen oder zur Bewertung
ihrer Wirksamkeit ist nicht vorhanden. Abhilfemaßnahmen werden
einzelfallbasiert durchgeführt. Lenzing verfügt über eine Global
Child Labor Remediation Procedure. Sie bietet einen Leitfaden für
den Umgang mit jedem Fall von Kinderarbeit in Lenzing. Es werden
Abhilfemaßnahmen für Führungskräfte aufgezeigt, um die Sicher-
heit von Kindern zu gewährleisten, ihre Rechte zu wahren und in
ihrem besten Interesse zu handeln.
135 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen
[S1-4 38a, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Maßnahmen Lernen und Entwicklung
x Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit, Diversität und
Inklusion
x Sozialaudits
x Kommunikationsmaßnahmen
x Maßnahmen Work-Life-Balance und betriebliche Leistun-
gen
x Maßnahmen Gesundheit und Sicherheit
Zuordnung von Ressourcen und Identifizierung
und Wirksamkeit von Maßnahmen
[S1-4 43]
Die Ressourcen zur Bewältigung wesentlicher Auswirkungen auf
die Arbeitskräfte von Lenzing verteilten sich aufgeschlüsselt nach
Thema und Abteilung wie folgt:
x Beschäftigungssicherheit: bereichsübergreifende Zusam-
menarbeit
x Gesundheit und Sicherheit: Gesundheit im Bereich Corpo-
rate Health Care and Wellbeing; Sicherheit im Bereich Glo-
bal Occupational Health and Safety
x Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Ba-
lance): Corporate Human Resources
x Diversität und Inklusion: Corporate Human Resources
x Weiterbildung und Kompetenzentwicklung: eLearning im
Bereich Digital HR Learning, SuccessFactors im Bereich
Corporate Talent Management
x Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeits-
platz: Corporate Human Resources, Compliance
[S1-4 39]
Lenzing identifiziert ihre Maßnahmen, indem sie einen Sachverhalt
untersucht, die Risiken bewertet und auf der Grundlage von Best
Practices angemessene Maßnahmen ermittelt.
[S1-4 38d]
Die Wirksamkeit der Maßnahmen von Lenzing lässt sich anhand
verschiedener quantitativer und qualitativer Kennzahlen verfolgen.
Dazu gehören die Lenzing Climate Survey (Umfrage zum Arbeits-
klima), die Total Recordable Injury Frequency Rate (TRIFR, Gesamt-
zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle), das geschlechtsspezifi-
sche Verdienstgefälle, die Fluktuation der Mitarbeiter:innen und
die Diversität der Belegschaft.
Abhilfemaßnahmen
[S1-4 38b]
2025 führte ein tragischer Vorfall zum Tod einer Fremdarbeitskraft
im Werk von Lenzing Biocel Paskov (Tschechische Republik). Ob-
wohl die Person nicht direkt bei Lenzing angestellt war, arbeitete
das Unternehmen eng mit deren Arbeitgeber zusammen, um si-
cherzustellen, dass die Familie angemessene Unterstützung erhält,
einschließlich des Zugangs zu Beratungsdiensten. Weitere Infor-
mationen über den Vorfall finden Sie im Abschnitt „Gesundheit und
Sicherheit“ in diesem Kapitel.
Maßnahmen Lernen und Entwicklung
[S1-4 40a]
Individuelle Lernangebote
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing setzt auf die Fähigkeiten und die Produktivität seiner Mit-
arbeiter:innen. Um deren die kontinuierliche und individuelle Ent-
wicklung zu ermöglichen, stellt Lenzing ein globales Angebot für
Lernen und Entwicklung (Learning & Development, L&D) bereit.
Dies ist langfristig über die Plattform Learn@Lenzing verfügbar, auf
der die Mitarbeiter:innen sich individuell über Entwicklungsmög-
lichkeiten informieren und diese auswählen können. Dazu zählen
sowohl eLearning, Blended Learning als auch Präsenzschulungen.
x LinkedIn Learning wurde 2025 eingeführt und in
Learn@Lenzing integriert.
x 428 Kurse aus Learn@Lenzing wurden im Skill-Matrix-IT-
Tool zugewiesen.
Globales Performance- und Talentmanagement
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Ein effektives Talent- und Performancemanagement ist für den Er-
folg von Lenzing und das Wachstum ihrer Belegschaft entschei-
dend. Die entsprechenden Prozesse fördern die Mitarbeiterent-
wicklung, indem sie klare, auf Rollen und Funktionen abgestimmte
Leistungsziele festlegen und nachverfolgen sowie Lenzings Talent-
mix identifizieren. Das Unternehmen stärkt diese Prozesse durch
die Einführung von Performance- und Talentmanagement für alle
Angestellten. Dadurch wird ein breiter Zugang, die Unterstützung
der individuellen Entwicklung und die Integration in die langfristige
Personalplanung gewährleistet.
Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit,
Diversität und Inklusion
„Eine kollektive Verantwortung“
Lenzing ist bestrebt, ein vielfältiges und inklusives Umfeld zu schaf-
fen, in dem sich jede Person entfalten kann, unabhängig von Ge-
schlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit, kulturellem Hintergrund
oder Sprache.
[S1-4 40a, 40b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Drei Employee Resource Groups (ERGs) unterstützen die Chan-
cengleichheit, Diversität und Inklusion in Lenzing: Frauen (Wo-
men@Lenzing), unterschiedliche Nationalitäten (Multicultu-
ral@Lenzing) und LGBTQIA+ (PrideAlliance@Lenzing). 2025 wurde
der Pride Month an mehreren Standorten mit Maßnahmen zur Sen-
sibilisierung gefeiert. Women@Lenzing beging den Internationalen
Frauentag weltweit, organisierte geschlechtsspezifische Diskussi-
onsrunden, Empowerment-Initiativen sowie kulturelle Veranstal-
tungen und unterstützte den Zugang zu Menstruationsprodukten
am Hauptsitz. Alle Initiativen im Bereich Chancengleichheit, Diver-
sität und Inklusion stehen allen Mitarbeiter:innen offen und fördern
136 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
die persönliche Entwicklung durch integrative Praktiken. Diese Be-
mühungen sind Teil der langfristigen Personalstrategie und Talent-
entwicklung von Lenzing.
Sozialaudits
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 haben alle Produktionsstandorte die Verifizierung im Rahmen
des Higg Facility Social & Labor Module (FSLM) abgeschlossen,
das auf dem Social & Labor Convergence Program (SLCP) basiert.
Dazu gehörten eine umfassende Selbstbewertung und ein Vor-
Ort-Audit und identifiziert potenzielle Verbesserungsmöglichkei-
ten. Der Prozess erfordert eine jährliche Erneuerung.
Die Gesamtergebnisse waren weit über den Medianwerten. Die
meisten Standorte rangieren in ihren jeweiligen Ländern im obers-
ten Quartil. Diese Ergebnisse können mit Partnern entlang der
Wertschöpfungskette geteilt werden, die ausdrücklich solche Au-
dits und Informationen zur sozialen Nachhaltigkeit anfordern. Dar-
über hinaus wurde am Lenzing Standort Grimsby (Großbritannien)
ein Kunden-Audit durchgeführt, das sich auf Arbeitsstandards und
faire Arbeitspraktiken konzentrierte. Im Laufe des Jahres wurden
mehrere Fragebögen aus der Wertschöpfungskette zu relevanten
sozialen Themen beantwortet.
Kommunikationsmaßnahmen
[S1-4 40a, 40b, MDR-A 68a]
Lenzing nutzt verschiedene Kanäle, um die Kommunikation wich-
tiger Veränderungen im Unternehmen zu unterstützen und die Be-
legschaft auf dem Laufenden zu halten. Die Beschreibung der
Maßnahmen (ESRS 2 MDR-A) finden Sie im Abschnitt „Kommuni-
kation“ in diesem Kapitel.
Maßnahmen Work-Life-Balance und
betrieblichen Leistungen
[S1-4 38c, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und die Möglichkeit
der Arbeit im Homeoffice an den meisten Standorten. Diese Rege-
lungen stehen allen infrage kommenden Mitarbeiter:innen zur Ver-
fügung, um Chancengleichheit bei der Bewältigung beruflicher
und persönlicher Aufgaben zu gewährleisten. Die Leistungen, die
Vollzeitmitarbeiter:innen gewährt werden, gelten in der Regel auch
für Teilzeitmitarbeiter:innen und in vielen Fällen auch für Zeitar-
beitskräfte. Dieser Ansatz gewährleistet einen fairen und integrati-
ven Zugang für die gesamte Belegschaft.
Maßnahmen Gesundheit und Sicherheit
[S1-4 38a, 40a, 41]
Erkennung und Bewertung von Gefahren
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Das Unternehmen identifiziert und minimiert systematisch Gefah-
ren am Arbeitsplatz durch bereichsübergreifende Risikobewertun-
gen, Audits und Prüfungen der Prozesssicherheit. Diese Bemühun-
gen werden durch messbare Ziele und Rückmeldungen von Stake-
holdern unterstützt und sind Teil eines kontinuierlichen Prozesses.
Mitarbeiter:innen und Fremdmitarbeiter:innen sollen Sicherheits-
standards einhalten und haben das Recht, unsichere Arbeiten ohne
Konsequenzen zu beenden. Ein zentrales System für die Meldung
und Untersuchung von Vorfällen verfolgt KPIs wie Schließungszei-
ten und Wiederholungsraten und unterstützt so die Transparenz
und Ursachenanalyse. Die Gefahrenerkennung umfasst sechs
Hauptkategorien: Sicherheit, biologische, physikalische, ergono-
mische, chemische und psychosoziale Gefahren. Sie stützt sich auf
interne Bewertungen, Analysen von Zwischenfällen, Inspektionen
und Expertenbeiträge, um alle Mitarbeiter:innen zu schützen und
einen reaktionsfähigen, konzernweiten Ansatz für Gesundheit und
Sicherheit zu gewährleisten. Die aus diesen Prozessen resultieren-
den Maßnahmen werden in diesem Abschnitt beschrieben.
Betrieblicher medizinischer Gesundheitsschutz
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 koordinierte die Abteilung Lenzing Corporate Health
Care & Wellbeing gemeinsam mit der Abteilung Global Health, Sa-
fety and Environment weiterhin die arbeitsmedizinische Betreuung
an verschiedenen Standorten. Ziel war es, Orientierungshilfe zu
bieten und sicherzustellen, dass die Unternehmensstandards die
Mindestanforderungen der einzelnen Länder übertreffen.
Durch die Förderung der Kompetenz in der arbeitsmedizinischen
Betreuung bei Lenzings regionalen Partnern stellt Lenzing sicher,
dass allen Mitarbeiter:innen die bestmöglichen Ressourcen zur
Verfügung stehen, um sich vor Risiken am Arbeitsplatz zu schützen
und diese zu bewältigen.
Sicherheitsschulung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Sicherheitsvision von Lenzing lautet „Gesund von zu Hause,
gesund nach Hause“. Sie zielt darauf ab, eine Arbeitsumgebung
und -kultur zu schaffen, in denen sich die Mitarbeiter:innen aktiv
engagieren und hervorragende Leistungen im Bereich Gesundheit
und Sicherheit erbringen. Das Unternehmen ist sich bewusst, dass
alle Mitarbeiter:innen Einfluss auf die Leistungen im Bereich Ge-
sundheit und Sicherheit nehmen können und dass sie durch ihre
Eigenverantwortung und ihr Engagement zur Sicherheit am Ar-
beitsplatz beitragen.
Lenzing bietet allen Mitarbeiter:innen gezielte Schulungen für die
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz an, die auf die aufga-
benspezifischen Gefährdungen zugeschnitten sind. Die Jahres-
und Auffrischungsschulungspläne sind auf die gesetzlichen Anfor-
derungen abgestimmt. Eine Einweisungsschulung wird auch für
Fremdmitarbeiter:innen und Besucher:innen des Standorts durch-
geführt.
137 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesundheitsförderung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Seit 2019 konzentriert sich die Lenzing Gruppe im Rahmen der re-
gelmäßigen Aktivitäten auf die Förderung der Fitness. Diese Pro-
gramme sollen die Mitarbeiter:innen zu einer gesunden Lebens-
weise am Arbeitsplatz und in der Freizeit ermutigen und sie dabei
unterstützen. Zur Förderung dieser Initiativen wurde eine App für
gesundes Leben (Moveeffect
®
) eingeführt, die für die Verwendung
im Unternehmen und die Bedürfnisse der Lenzing Mitarbeiter:in-
nen an den verschiedenen Standorten entwickelt wurde. Sie wurde
allen Mitarbeiter:innen zur freiwilligen Nutzung bereitgestellt. Die
App soll Mitarbeiter:innen zu mehr Bewegung zu motivieren. Der-
zeit sind 3.100 Mitarbeiter:innen in der App registriert.
2025 stand die gesunde Ernährung im Mittelpunkt der Gesund-
heitsförderung. Das Thema wurde mit einer unternehmensinternen
Ernährungspyramide, mehreren Podcasts zum Thema Ernährung
und einer Food Challenge in der App beworben.
Gesundheitsversorgung an Lenzings
Produktionsstandorten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing stellt ihren Mitarbeiter:innen an allen Produktionsstandor-
ten ein internes Gesundheitsversorgungssystem zur Verfügung,
das die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder ergänzt. Die
medizinischen Leistungen reichen von regelmäßigen Untersuchun-
gen und Therapiesitzungen an kleineren Standorten bis hin zu voll
ausgestatteten Ambulanzen mit qualifiziertem Personal und Kran-
kenwagen vor Ort an größeren Standorten. Dies gewährleistet eine
schnelle Behandlung und Nachsorge. Alle Produktionsstandorte
von Lenzing verfügen über Ersthelfer:innen, die in zertifizierten
Grund- und regelmäßigen Erste-Hilfe-Auffrischungskursen ge-
schult werden. Die Produktionsstandorte und ihre Gesundheitsein-
richtungen werden regelmäßig von einem Arbeitsmediziner der
Abteilung Health Care & Wellbeing von Lenzing besucht, um die
Qualität dieser Dienstleistungen sicherzustellen.
Ziele
[S1-5, MDR-T 80a, 80j]
Das Sozialstandard Ziel sowie das Ziel „Chancengleichheit, Diver-
sität und Inklusion“ stehen in direktem Einklang mit Lenzings Glo-
baler Policy für Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion und der Policy
für Menschenrechte und Arbeitsstandards. Gefördert werden ein
integratives Arbeitsumfeld, die Geschlechtergleichstellung und die
Wahrung der Menschenrechte auf allen Unternehmensebenen.
Das Verfahren zur Überwachung der Ziele wird im Abschnitt
„Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Anga-
ben“ beschrieben.
Sozialstandard Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Dauerhaft gültiges, unabhängig auditiertes und akkreditiertes Zertifikat eines Sozialstandards für jeden
Produktionsstandort der Lenzing Gruppe (Faser und Faserzellstoff)
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingProduktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieFSLM-Verifizierung(EigenbewertungundAuditvorOrt)wurdevonallenneunProduktionsstandortenvonLenzing
erfolgreichabgeschlossenAlleerzieltensehrguteErgebnissemitVerbesserungengegenüberdemVorjahr(sofernBewertungen
verfügbarwaren)DieGesamtleistunglagüberdemBranchenmedianunddiemeistenStandorteerreichtenPlatzierungenunter
denbestenProzentinihrenjeweiligenLändern
[S1-5 44a, 47a, 47b, 47c, MDR-T 80f, 80h]
Das Facility Social Labor Module (FSLM) ist entscheidend, um die
negativen Auswirkungen auf und die Risiken für Mitarbeiter:innen
zu mindern, da es sicherstellt, dass an allen Produktionsstandorten
von Lenzing Sozialstandards konsequent eingehalten werden.
Durch die jährliche Durchführung und Aktualisierung der
FSLM-Bewertungen bekennt sich Lenzing zu fairen Arbeitsprakti-
ken, sicheren Arbeitsbedingungen und zur Achtung der Rechte der
Mitarbeiter:innen. Dieser proaktive Ansatz hilft dabei, Arbeits-
rechtsverletzungen vorzubeugen und fördert insgesamt das Wohl-
ergehen der Mitarbeiter:innen. Regelmäßige Audits und die Wei-
tergabe verifizierter Module an die Lieferkette erhöhen zudem die
Transparenz und Verantwortlichkeit und schützen damit die Mitar-
beiter:innen zusätzlich vor möglichen sozialen Risiken. Das Ziel ba-
siert auf international anerkannten externen Sozialzertifikaten
(SLCP) und gewährleistet durch unabhängige Audits an allen Pro-
duktionsstandorten der Lenzing Gruppe, dass Standards konse-
quent eingehalten werden. Es steht im Einklang mit internationalen
Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden zur Sorgfaltspflicht und
den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN-
GPs). Durch die Förderung fairer Arbeitsbedingungen trägt es auch
zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) 8 und 12 bei. Na-
tionale Arbeitsgesetze, regionale Herausforderungen und die Ein-
beziehung von Stakeholdern gewährleisten einen kontextspezifi-
schen und nachhaltigen Ansatz bei der sozialen Verantwortung.
Das Corporate Sustainability Team, die Abteilung Human Re-
sources, der Vorstand und die operativen Einheiten für Faser und
Zellstoff waren an der Festlegung der Ziele beteiligt. Darüber hin-
aus arbeitete Lenzing direkt mit der jeweiligen Personalleitung an
den Standorten und dem Betriebsrat zusammen, um eine Liste mit
Initiativen für jeden Standort zu erstellen. Diese Liste diente als
Grundlage für die Festlegung von Zielen, die Verfolgung der Leis-
tung und die Identifizierung von Erkenntnissen für kontinuierliche
Verbesserungen.
138 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziel „Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Schaffung eines förderlichen Arbeitsumfelds durch Achtung der Menschenrechte, des Wohlbefindens der
Mitarbeiter:innen und der Vielfalt
Kontinuierlich
Auf Kurs
Unterziele
Lenzing führt für 75 Prozent der Belegschaft Schulungen zu den Themen Vielfalt, Diskriminierung,
Nichtdiskriminierung und Menschenrechte durch
2025
Erreicht
Lenzing erhöht den Frauenanteil bis 2025 auf 22,5 Prozent in allen Positionen ab der Stufe 5a
a
2025
Verzögert
Lenzing erreicht bis 2026 einen Inklusionsindexwert von 75 Prozent in der globalen Arbeitsklima-Umfrage
2026
Auf Kurs
Umfang LenzingseigenenBelegschaft
Geografische
Abdeckung
Gruppenweit
Bezugsjahr 
Bezugswert  
Zielwert   
Status in 2025 LenzinghatfüralleMitarbeiterinnenSchulungenzumVerhaltenskodexeingeführtdieThemenwieVielfaltDiskriminierung
dieNichtdiskriminierungsrichtliniesowieMenschenrechteabdeckenDieSchulungzumVerhaltenskodexwurdevon Prozent
allerMitarbeiterinnenabsolviertsomitwurdedasTeilzielerreichtDiePrideAlliance@Lenzingwirdneben
Women@LenzingundMulticultural@LenzingfortgeführtDerPrideMonthwurdemitbewusstseinsbildendenAktivitätenan
mehrerenStandortengefeiertDarüberhinauswurdemitgeschlechtsspezifischenPodiumsdiskussionenEmpowerment-
InitiativenkulturellenVeranstaltungenundderUnterstützungbeimZugangzuMenstruationsproduktenamHauptsitzaufden
WeltfrauentagaufmerksamgemachtImBerichtsjahrwurdeaufKonzernebeneeinePersonfürEDI-ThemenbenanntImJahr
lagderFrauenanteilinderZielgruppebeiLenzingbei Prozent( Prozent)ObwohldasZielimJahr
erreichtwurdekonnteesaufgrundorganisatorischerVeränderungenimJahrnichtgehaltenwerdenIndiesem
JahrwurdedieZusammenarbeitmit„ShapeTalent“genehmigtumeineneueEDI-GovernancefürdieLenzingGruppe
einzurichten
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes. Der Prozentsatz schließt den Standort in Indianópolis (Brasilien) aus, da dort ein anderes Einstufungssys-
tem verwendet wird.
[S1-5 44b, 47a, 47b, 47c, MDR-T 80f, 80h]
Das Ziel soll ein Arbeitsumfeld schaffen, das alle Mitarbeiter:innen
von Lenzing fördert und befähigt, indem es die Menschenrechte
wahrt, das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen priorisiert und
Diversität und Inklusion fördert. Es steht im Einklang mit internati-
onalen Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden zur Sorgfalts-
pflicht und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschen-
rechte (UNGPs), und trägt zudem zu den SDGs 3, 5 und 10 bei,
indem es Gesundheit und Wohlbefinden, die Gleichstellung der
Geschlechter und die Verringerung von Ungleichheiten fördert.
Nationale Arbeitsgesetze, regionale Herausforderungen und die
Einbeziehung von Stakeholdern gewährleisten einen kontextspezi-
fischen und nachhaltigen Ansatz bei der sozialen Verantwortung.
Die Bereiche Human Resources, Corporate Sustainability und der
Vorstand waren als Stakeholder an der Festlegung des Ziels maß-
geblich beteiligt. Die Erwartungen und Perspektiven der Mitarbei-
ter:innen wurden durch direkte Einbindung des Betriebsrates aktiv
integriert. Human Resources ist für die Verfolgung der Leistung und
die Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten verantwortlich.
Gesundheitsziele
[S1-5 44a, 47a]
Im Januar 2025 setzte sich Lenzing auf Gruppenebene das Ziel, die
Gesamtzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR) pro
200.000 Arbeitsstunden bis Ende 2025 von einer Ausgangsbasis
von 1,1 auf 0,8 zu senken. Das Ziel wurde erreicht. Es unterstützt
das Ziel der Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Men-
schen vor Schaden zu bewahren, was eine Grundvoraussetzung für
die Ausübung der Geschäftstätigkeit ist. Das frühere Ziel von 0,3
bis 2025 wurde nach einer Überprüfung unter Berücksichtigung
des aktuellen Kontextes und des progressiven Anspruchsniveaus
angepasst. An der Festlegung der Ziele waren die Standortleiter
und das zuständige Vorstandsmitglied beteiligt. Der Betriebsrat
war nicht direkt an der Festlegung von Zielen, der Verfolgung der
Leistung und der Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten
beteiligt.
[S1-5 44b]
Ziele auf Standortebene sind abgestimmt auf die TRIFR-Ziele der
Gruppe und angepasst an Größe und Leistung des Standorts. Sie
werden ergänzt durch Ziele für führende Sicherheitsindikatoren auf
Abteilungsebene. Jeder Standort entwickelt maßgeschneiderte Si-
cherheitsprogramme in Abstimmung mit dem globalen Arbeits-
schutz (OHS). Durch die Verwendung der TRIFR-Kennzahl zur
Messung der Verletzungshäufigkeit sollen diese Ziele das Wohlbe-
finden der Mitarbeiter:innen verbessern und einen Beitrag zum
SDGථ3 (Gesundheit und Wohlergehen) leisten.
Weitere Ziele
Für das Risiko „Unzureichende Qualität der Nachfolgeplanung kann
zu einem Produktivitätsverlust führen“ gibt es derzeit kein messba-
res zeitgebundenes, ergebnisorientiertes Ziel. Letztes Jahr hat sich
Lenzing das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Zyklus 2026 für 50 Pro-
zent der mittleren Führungspositionen eine Nachfolge zu finden.
Das Unternehmen hat bereits rund die Hälfte dieses Ziels erreicht,
was einen großen Fortschritt darstellt. Trotz des schwierigen wirt-
schaftlichen Umfelds und des Stellenabbaus wird Lenzing das 50-
Prozent-Ziel für den nächsten Zyklus beibehalten. Die Beibehal-
tung dieses Niveaus gewährleistet eine stabile Kontinuität in der
Unternehmensführung und sichert wichtige Rollen in einer Zeit des
139 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
organisatorischen Wandels ab. Dies ist eine wesentliche Voraus-
setzung für langfristige Widerstandsfähigkeit.
Für das „Risiko eines möglicherweise schlechten Arbeitsklimas,
das zur Personalfluktuation führt oder die Produktivität der Mitar-
beiter:innen verringert“ (mentale Gesundheit), gibt es kein messba-
res zeitgebundenes, ergebnisorientiertes Ziel. Generell besteht das
Ziel jedoch darin, Fälle so weit wie möglich zu verhindern und ab-
zumildern. Die Wirksamkeit von Maßnahmen wird anhand der
Lenzing Climate Survey bewertet, die zwei Fragen zu diesem
Thema enthält: „Habe ich genug Zeit, um meine Arbeit zu erledi-
gen?“ und „Habe ich genug Erholungszeit?“ Weitere Informationen
finden Sie unter „Lenzing Climate Survey“ im Abschnitt „Gesund-
heitsförderung“ in diesem Kapitel.
Lenzing hat derzeit kein Ziel hinsichtlich der folgenden Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen: negative Auswirkungen auf die Beleg-
schaft bei mangelnder Work-Life-Balance; positive Auswirkungen
auf die Belegschaft durch verschiedene Arbeitszeitmodelle, be-
triebliche Leistungen und Urlaub; Risiko und Chance für die Arbeit-
geberattraktivität durch (in-)transparente Kommunikation; nega-
tive Auswirkungen auf die Geschlechtergleichstellung und Lohn-
gerechtigkeit. Aufgrund von Lenzings aktuellen Ressourcenein-
schränkungen war es schwierig, diese wichtigen Themen im Detail
zu behandeln.
Kennzahlen
[S1-6 - S1-17 2 MDR-M 77a, 77b]
Sofern in den Datenpunkten nicht anders angegeben, stammen die
Zahlen in diesem Kapitel aus internen Systemen und einem an die
Standorte versandten HR-Fragebogen.
Die Kennzahlen im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unterneh-
mens“ werden, abgesehen von den Kennzahlen zu „S1-14 Gesund-
heit und Sicherheit“, nicht von einer anderen externen Stelle als
dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Um den Entscheidungsfindungsbedarf einiger Stakeholder von
Lenzing zu befriedigen, sind die folgenden ESRS-Datenpunkte, die
für Lenzing nicht wesentlich sind, im „Anhang“ dieses Berichts zu
finden: S1-8 60a Tarifvertragliche Abdeckung, S1-10 Angemessene
Entlohnung und S1-16 98 Aufschlüsselung des geschlechtsspezifi-
schen Verdienstgefälles.
Beschäftigte in Zahlen
[S1-6 50d, 50e, 50f]
Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, wurde 2025
ein strukturiertes Programm zum Stellenabbau initiiert. Daher wa-
ren die Hauptgründe für das Ausscheiden von Mitarbeiter:innen im
Berichtsjahr einvernehmliche oder freiwillige Vertragsauflösungen,
Vertragsbeendigungen durch den Arbeitgeber und Pensionierun-
gen. Diese Kategorien spiegelt sich in allen Zahlen der folgenden
Tabellen wider.
Die repräsentativste Angabe zur Beschäftigtenzahl im Jahresab-
schluss ist in Note 9 Personalaufwand zu finden. Die Anzahl der
Mitarbeiter:innen wird in Note 9 als Vollzeitäquivalente (FTEs) an-
gegeben, während in diesem Abschnitt die Gesamtzahl der Mitar-
beiter pro Kopf angegeben ist.
Die Angaben in den nachfolgenden Tabellen beziehen sich auf den
Personalbestand pro Kopf am 31. Dezember 2025.
Das Geschlecht wird in den Systemen auf Grundlage der vorgeleg-
ten amtlichen Ausweisdokumente erfasst. In Ländern, in denen die
gesetzliche Registrierung eines dritten Geschlechts möglich ist,
kann diese Option freiwillig genutzt werden. Im Jahr 2025 hat
Lenzing keine Mitarbeiter, die unter der Geschlechtskategorie
„Sonstiges“ registriert sind.
[S1-6 50a]
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Geschlecht und in Personenanzahl 2025 2024
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Beschäftigte  
140 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Land und in Personenanzahl 2025 2024
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
Tschechische Republik  
China  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)  
Arbeitsverträge
[S1-6 50b, 52]
Die meisten Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe stehen in einem unbefristeten Arbeits-/Dienstverhältnis. Es ist derzeit üblich, dass die
Mitarbeiter:innen in den ersten sechs Monaten im Rahmen eines befristeten Vertrages arbeiten, der anschließend automatisch in ein
unbefristetes Arbeits-/Dienstverhältnis übergeht. Lediglich 4,5 Prozent der Belegschaft (einschließlich externer Mitarbeiter:innen) verfügt
über einen befristeten Beschäftigungsvertrag, der über die übliche sechsmonatige Laufzeit für befristete Verträge hinausgeht. Die befris-
tete sechsmonatige Laufzeit bezieht sich nicht auf die Anzahl der Mitarbeiter:innen mit befristeten Arbeitsverträgen.
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Vertragstyp, Geschlecht und in Personenanzahl 2025 2024
Gesamtzahl Beschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl dauerhaft Beschäftigte
a
 
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl befristete Beschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Beschäftigte ohne garantierte Arbeitsstunden
Frauen
Männer
Gesamtzahl Vollzeitbeschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Teilzeitbeschäftigte  
Frauen  
Männer  
a) Neue Mitarbeiter:innen in der Probezeit sind in der Zahl für Mitarbeiter:innen/Arbeitskräfte mit unbefristeten Arbeitsverträgen enthalten, da das Ziel eine langfristige
Beschäftigung ist.
Zum 31. Dezember 2025 hatte Lenzing insgesamt 243 Auszubildende (2024: 253), davon waren 60 Frauen und 183 Männer (2024: 58 und
195). Die Information über Auszubildende ist eine freiwillige Angabe.
141 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Fluktuation von Mitarbeiter:innen
[S1-6 50c]
Belegschaft 2025
Fluktuationsrate 2025 2024
Anzahl der Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen verlassen haben, gesamt  
Frauen  
Männer  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
China  
Tschechische Republik  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich) 
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen verlassen haben (Fluktuationsrate), gesamt  
Frauen  
Männer  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien 
China
Tschechische Republik
USA
Großbritannien
Thailand
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)
[S1-7]
Fremdarbeitskräfte 2025
2025 2024
Gesamtzahl der nicht-angestellten Beschäftigten  
Die Angaben beziehen sich auf den Personalbestand pro Kopf am
31. Dezember 2025. Die Gesamtzahl der Nicht-Beschäftigten um-
fasst keine Selbstständigen, da diese im HR-System nicht erfasst
werden.
Die größte Gruppe von Fremdmitarbeiter:innen ist Leasingarbeits-
kräfte, die indirekt über eine Arbeitsagentur/Arbeitsvermittlung
eingestellt werden. Sie werden genauso behandelt wie Lenzings
Mitarbeiter:innen. Ein Großteil des Leasingpersonals ist im Produk-
tionsbereich (Schichtbereich) tätig, was bei der Bewertung ihrer
Stellenbezeichnungen und Stellenbeschreibungen festgestellt
wurde.
Anfragen zu Sozialzertifikaten
[unternehmensspezifisch]
Die Anzahl der Interaktionen mit Partnern in der Wertschöpfungs-
kette, bei denen Themen der sozialen Nachhaltigkeit oder Sozial-
audits angesprochen wurden, wird monatlich verfolgt. Im Berichts-
jahr hatte Lenzing insgesamt 30 solcher Kontakte.
142 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diversitätskennzahlen
[S1-9 66a]
Mitarbeiter:innen in leitender Funktion werden als Personen mit mindestens einem/einer Direktunterstellten definiert.
Kategorie 1 AngestelltemitFührungsverantwortung
Kategorie 2 ArbeiterinnenmitFührungsverantwortung
Kategorie 3 LeasingpersonalmitFührungsverantwortung
Belegschaft 2025
Mitarbeiter:innen in leitender Funktion (mindestens ein:e Direktunterstellte:r) 2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 1, gesamt  
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 1
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 2, gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 2
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 3, gesamt
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre
Über 50 Jahre
Frauen
Männer
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 3
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
143 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[S1-9 66b]
Belegschaft 2025
Diversitätsmerkmale der Mitarbieter:innen 2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Soziale Absicherung
[S1-11]
Die soziale Absicherung gegen Einkommensverlust aufgrund ein-
schneidender Lebensereignisse, einschließlich Krankheit, Arbeits-
losigkeit (ab Beginn der Beschäftigung bei Lenzing), Arbeitsunfälle,
erworbene Invalidität, Elternzeit und Pensionierung, wird allen Mit-
arbeiter:innen durch staatliche Programme in jedem Land, in dem
Lenzing tätig ist, gewährt. Die einzige Ausnahme bilden die USA,
wo keine Zahlungen bei Krankheit und Elternzeit vorgesehen sind.
Die Informationen stammen aus offiziellen Regierungsquellen und
von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).
Menschen mit Behinderungen
[S1-12]
Im Berichtsjahr hatten 1,6 Prozent der Mitarbeiter:innen von
Lenzing eine Behinderung (2024: 2 Prozent). Die Kategorie „Mitar-
beiter:innen mit Behinderungen“ basiert auf den gesetzlichen De-
finitionen im jeweiligen Land der Geschäftstätigkeit. Die Definition
für Österreich finden Sie zum Beispiel hier. An den Standorten
Grimsby (Großbritannien) und Mobile (USA) werden keine formel-
len Erfassungen von Mitarbeiter:innen mit Behinderungen durch-
geführt, da die nationale Gesetzgebung den Status einer Behinde-
rung nicht definiert und Mitarbeiter:innen nicht verpflichtet sind,
ihrem Arbeitgeber eine mögliche Behinderung offenzulegen. Da-
her handelt es sich bei den angegebenen Zahlen für beide Stand-
orte um Schätzungen.
Lernen und Entwicklung
[ESRS S1-13 83b]
Im Berichtsjahr wurden rund 93.996 Mal Kurse aus Learn@Lenzing
absolviert. Das ergibt eine Schulungszeit von insgesamt 54.757,7
Stunden und damit eine durchschnittliche Schulungszeit von 6,7
Stunden pro Mitarbeiter:in. Bei Frauen betrug die durchschnittliche
Schulungszeit 7,7 Stunden und bei Männern 6,5 Stunden (2024:
durchschnittliche Schulungszeit 6 Stunden, 7 Stunden bei Frauen,
6 Stunden bei Männern). Inklusive des Bildungszentrums Lenzing
blieben die Gesamtausgaben für lebenslanges Lernen und Perso-
nalentwicklung mit EUR 6,70 Mio. im Jahr 2025 im Vergleich zu
EUR 6,70 Mio. im Jahr 2024 unverändert.
Globales Performance- und Talentmanagement
[S1-13 83a]
2025 hat Lenzing ihre integrierten Performance- und Talentma-
nagementprozesse weiter ausgebaut. Die Bemühungen unterstüt-
zen das Wachstum der Mitarbeiter:innen, fördern eine Kultur der
kontinuierlichen Entwicklung und sichern den langfristigen Erfolg
des Unternehmens.
Während des Performancemanagement-Zyklus haben 88,7 Pro-
zent der Zielgruppe (68 Prozent männlich, 32 Prozent weiblich) drei
bis fünf individuelle Ziele in SuccessFactors definiert. Außerdem
haben 80,6 Prozent (55,7 Prozent männlich, 24,9 Prozent weiblich),
die sich Ziele für 2024 gesetzt hatten, ihre jährliche Zielüberprü-
fung abgeschlossen. Diese Zahlen spiegeln das kontinuierliche En-
gagement des Unternehmens wider, eine strukturierte Feedback-
und Leistungskultur auf allen Ebenen zu verankern.
[freiwillige Angabe]
Parallel dazu wurden im Rahmen des Talentmanagementprozesses
Daten für 70,2 Prozent der Angestellten von Lenzing erfasst (2024:
80,4 Prozent). Außerdem steht für 1.008 der 2.706 Schlüsselpositi-
onen bereits mindestens ein:e Nachfolger:in fest (2024: 973 von
2.535). Dies unterstreicht den proaktiven Ansatz von Lenzing in Be-
zug auf Nachfolgeplanung und Führungskontinuität.
Die Personalabteilung von Lenzing unterstützte die Talentbewer-
tung über das SuccessFactors-System hinaus durch ebenen- und
geschäftsbereichsübergreifende Talentbewertungen. Dieser Pro-
zess gipfelte in drei Personalkonferenztagen auf ranghöchster Füh-
rungsebene, die die Transparenz und Abstimmung von Talentent-
scheidungen förderten. Manager:innen identifizierten 373 Top-Ta-
lente in SuccessFactors, darunter 148 Mitarbeiter:innen der Ge-
haltsstufe 5 und höher (2024: 400 Top-Talente, 156 Gehaltsstufe 5
und höher). Insgesamt wurden 66 Schlüsseltalente im Rahmen der
zweiten Personalkonferenztage nach Geschäftsbereichen kalib-
riert und besprochen. Dies unterstreicht das kontinuierliche Enga-
gement von Lenzing, eine starke, vielfältige und zukunftsfähige Ta-
lentbasis zu schaffen. Es stärkt das Engagement der Mitarbeiter:in-
nen und unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit des Unterneh-
mens.
144 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesundheit und Sicherheit
[S1-14]
Das Unternehmen bemüht sich weiterhin intensiv um die Verbes-
serung der Leistung im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Ar-
beitsplatz durch die Überwachung von Früh- und Spätindikatoren.
Integrierte Sicherheits-Dashboards ermöglichen den Teams den
täglichen Zugriff auf wichtige Kennzahlen innerhalb ihrer Manage-
mentsysteme und unterstützen so eine fundierte Entscheidungs-
findung und kontinuierliche Verbesserung.
[S1-14 88a, 90]
100 Prozent der Mitarbeiter:innen, Fremdmitarbeiter:innen und
Fremdfirmenmitarbeiter:innen von Lenzing, die auf dem Firmenge-
lände arbeiten, sind durch das Arbeitsschutzmanagementsystem
(OHS) abgesichert. Alle Produktionsstandorte sind nach ISO 45001
zertifiziert, wobei die aktuelle Zertifizierung 2024 erneuert wurde
und bis 2027 gültig ist. Regelmäßige interne und externe Audits
bewerten die Leistung von Lenzing in Bezug auf Sicherheit, Ge-
sundheit und Umwelt sowie die Einhaltung von Lenzings Verhal-
tenskodex. Durch externe Audits wird außerdem überprüft, ob das
Arbeitsschutzmanagementsystem (OHS) weiterhin voll mit
ISO 45001 übereinstimmt.
[MDR-M 77b]
Bei den internen Managementsystem-Audits wird das Arbeits-
schutzprogramm von Lenzing auf Standortebene auf die Einhal-
tung von ISO 45001, der Unternehmens-Policies, der Verträge und
der regulatorischen Anforderungen geprüft. Darüber hinaus führt
die konzernweite HSE-Organisation eigene Audits durch, die an
den Standorten auf einer rotierenden, risikobasierten Basis erfol-
gen. Alle Standorte müssen regelmäßige interne Audits in Überein-
stimmung mit den Unternehmens-Policies durchführen und sich
formellen externen Audits des Arbeitsschutzmanagementsystems
unterziehen, die mit Arbeitsschutzverpflichtungen oder Zertifizie-
rungen wie ISO 45001 und ISO 14001 verbunden sind. Regelmä-
ßige dokumentierte Prüftreffen zum Arbeitsschutzmanagement an
allen Standorten dienen als Grundlage für Entscheidungen im Zu-
sammenhang mit möglichen Systemänderungen, die im entspre-
chenden Datenbanksystem erfasst und an die Mitarbeiter:innen
kommuniziert werden.
Kennzahlen: Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Verletzungen
[S1-14 88b, 88c, 88d, 88e]
Arbeitsunfälle aller Mitarbeiter:innen pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte
Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter
Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
v) Zahl der Ausfalltage  
Arbeitsunfälle der nicht-angestellten Beschäftigten pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte
Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter
Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
v) Zahl der Ausfalltage  
145 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[freiwillige Angabe]
Mit großem Bedauern musste Lenzing 2025 über einen tragischen
Unfall berichten, der zum Verlust einer geschätzten Fremdarbeits-
kraft führte, die durch Kontakt mit einem Gefahrstoff tödlich ver-
letzt wurde. Wir sprechen der Familie und den Kolleg:innen, die von
diesem Ereignis betroffen waren, unser aufrichtiges Beileid aus und
versichert ihnen unsere weitere Unterstützung.
2025 hat Lenzing ihre Leistungen im Bereich Gesundheit und Si-
cherheit deutlich verbessert. Die Gesamtzahl der meldepflichtigen
Arbeitsunfälle (TRIFR) für Mitarbeiter:innen (auf der Grundlage von
1.000.000 Arbeitsstunden) sank von 5,5 im Jahr 2024 auf 4,5 im
Jahr 2025. Bei den Fremdmitarbeiter:innen sank die TRIFR im glei-
chen Zeitraum von 3,1 auf 2,1. Die Zahl aller arbeitsbedingten Ver-
letzungen bei Mitarbeiter:innen sank von 20,0 auf 14,3, während
die Zahl für Fremdmitarbeiter:innen von 13,8 auf 6,4 fiel.
2025 verzeichnete die Gruppe keine Arbeitsunfälle mit schwerwie-
genden Folgen bei Mitarbeiter:innen.
Zu den arbeitsbedingten Gefahren, die ein Risiko für die Gesund-
heit darstellen, gehören in Lenzing im Allgemeinen chemische Ge-
fahren (Lösungsmittel, Klebstoffe, Stäube usw.), physikalische Ge-
fahren (Lärm, Strahlung, Hitze usw.), biologische Gefahren (Infek-
tionskrankheiten) und ergonomische Risikofaktoren (schweres He-
ben, sich wiederholende Bewegungen, Vibrationen).
Fremdfirmenmitarbeiter:innen
[S1-14 88a]
Zahlreiche Mitarbeiter:innen, die nicht direkt bei der Lenzing
Gruppe beschäftigt sind, arbeiten in den Produktionsstätten und
auf dem Betriebsgelände von Lenzing. Die Auswahl der Fremdfir-
men erfolgt nach denselben strengen Arbeitssicherheitskriterien,
die auch für die Mitarbeiter:innen von Lenzing gelten. Die meisten
von ihnen verfügen über zertifizierte Arbeitssicherheitsmanage-
mentsysteme. Wenn es keine Zertifizierung gibt, müssen die
Fremdfirmen an anerkannten regionalen Kompetenzprogrammen
teilnehmen oder zusätzliche Arbeitssicherheitskontrollen imple-
mentieren. Fremdfirmenmitarbeiter:innen, die für Lenzing arbeiten,
haben einen festen Ansprechpartner im Unternehmen, um eine ef-
fektive Kommunikation und Aufsicht zu gewährleisten. Bei Vermie-
ter-Mieter-Vereinbarungen sind die Verantwortlichkeiten für Ge-
sundheit und Sicherheit klar definiert und werden gemeinsam ver-
waltet.
Health Climate Index
[unternehmensspezifisch]
Der Health Climate Index erreichte einen Wert von 76 Prozent. Die
Methodik finden Sie unter „Lenzing Climate Survey“ im Abschnitt
„Kommunikation“ dieses Kapitels.
Familienbedingte Beurlaubung
[S1-15]
100 Prozent der Mitarbeiter:innen von Lenzing haben Anspruch auf
Vaterschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub oder Elternzeit. 93 Prozent
der Mitarbeiter:innen von Lenzing haben Anspruch auf Betreu-
ungsurlaub. An folgenden Standorten haben die Mitarbeiter:innen
keinen Anspruch auf Betreuungsurlaub: an den Produktionsstan-
dorten in Prachinburi (Thailand) und Mobile (USA) sowie in den Bü-
ros in Istanbul, Shanghai, Seoul, Coimbatore, Hongkong, Singapur
und Taipei.
2025 nahmen 11 Prozent der Beschäftigten Urlaub aus familiären
Gründen; davon waren 27 Prozent weiblich und 73 Prozent männ-
lich (2024: 6 Prozent, 28 Prozent weiblich, 72 Prozent männlich).
Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung
[S1-16]
Das Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung beträgt im Jahr
2025 58,20 (2024: 51,87 – dies ist der angepasste Wert aus 2024).
Alle Bestandteile des Gesamtvergütungsverhältnisses wurde in en-
ger Zusammenarbeit mit den Rechtseinheiten im Detail berück-
sichtigt. Die Zahl stellt die Gesamtvergütung vor Steuern und in-
klusive Boni dar. Sie spiegelt die im jeweiligen Geschäftsjahr ge-
zahlte Vergütung wider. Weitere Informationen zur Vergütung fin-
den Sie im Vergütungsbericht (Bericht 2025 verfügbar ab 24. März
2026).
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle
[S1-16]
Das gesamte geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in der
Lenzing Gruppe, einschließlich aller Lenzing Unternehmen, beträgt
27,16 (2024: 25,30 – dies ist der angepasste Wert aus 2024). Die
Berechnungsmethode entspricht der im ESRS-Standard definier-
ten Berechnungsmethode. Die Berechnung erfolgte teilweise auf
Basis geschätzter Arbeitsstunden und Jahresvergütung. Die
Schätzgenauigkeit entspricht der Stufe 2 (1 – genaue Zahl, 2 – Be-
rechnung/genaue Schätzung, 3 – grobe Schätzung).
Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle wird als Verhältnis
dargestellt, wobei 0 der Idealwert ist, der besagt, dass Männer und
Frauen für dieselbe Arbeit gleich bezahlt werden. Höhere positive
Werte bedeuten ein größeres Verdienstgefälle zwischen den Ge-
schlechtern, wobei Frauen weniger verdienen als Männer. Wenn
zum Beispiel das Gehalt eines Mannes doppelt so hoch ist wie das
einer Frau, beträgt das Verdienstgefälle 50.
Lenzing räumt ein, dass mit Blick auf das geschlechtsspezifische
Verdienstgefälle noch Verbesserungspotenzial besteht. Dennoch
ist Lenzing überzeugt, bereits auf einem guten Weg zu sein. Eine
detaillierte Aufschlüsselung des geschlechtsspezifischen Ver-
dienstgefälles finden Sie im Abschnitt „Ergänzende freiwillige In-
formationen zu den Kapiteln“ im „Anhang“.
146 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gemeldete Bedenken und
Menschenrechtsverletzungen
[S1-17]
Im Berichtsjahr wurden 125 Beschwerden über das Whistleblower
System der Lenzing Gruppe und das Whistleblower System des
Lenzing Joint Ventures LD Cellulose in Indianópolis (Brasilien) ein-
gereicht (2024: 161 Beschwerden).
Kein Fall von Diskriminierung und (schwerer) Menschenrechtsver-
letzung im Sinne von IAO-Übereinkommen 111 Artikel 1 wurde im
Berichtsjahr in Lenzings Belegschaft eingereicht, gemeldet oder
registriert (2024: keine Fälle). Dementsprechend hat Lenzing keine
Strafen erhalten und keine Geldbußen oder Schadensersatz im Zu-
sammenhang mit solchen Fällen oder Vorfällen gezahlt.
147 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die Geschäftstätigkeiten von Lenzing erstrecken sich über die Textil- und Vliesstoff-, Chemie- und Forstindustrie und schaffen
dadurch Verantwortung entlang komplexer Wertschöpfungsketten. Dieses Kapitel beschreibt, wie Lenzing bei ihren Tätigkeiten
und in ihrem Lieferantennetzwerk Menschenrechte, Arbeitsstandards und Umweltprinzipien einhält. Die Einhaltung wird durch
regelmäßige Audits, Risikobewertungen und Korrekturmaßnahmen gewährleistet. Lenzing arbeitet nur mit Partnern zusammen, die
internationale und nationale Standards einhalten, und fördert dadurch Transparenz und Verantwortlichkeit. Indem das Unternehmen
mit gutem Beispiel vorangeht, ermutigt es zu ethischem Verhalten und stärkt die Nachhaltigkeit in ihrer globalen Lieferkette.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Sonstige
arbeits-
bezogene
Rechte -
Kinderarbeit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
Kinderarbeitistnachwie
voreingroßesProblem
inderTextilindustrie
woKinderihrerRechte
beraubtwerden
Gesundheits-und
Sicherheitsrisiken
ausgesetztsindihnen
derZugangzuBildung
verwehrtwirdundsiein
einemKreislaufaus
Armutund
Ungleichbehandlung
gefangensind
Angesichtsderweiten
Verbreitungvon
Kinderarbeitinder
Textilherstellungbesteht
dieMöglichkeitdass
sieauchinder
Wertschöpfungskettevon
Lenzingvorkommt
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
*VC(teils)
Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*VC(teils)
Policyfür
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*VC(teils)
PolicyfürHolz
undZellstoff
*VC(teils)
Einbezieh-
ungder
Lieferanten
*Vorgelagerteund
nachgelagerte
Wertschöpfungskette–
Hotspot-Analyse
*EinbindungvonLieferanten
*NachhaltigeHolz-und
Zellstoffbeschaffung
*EcoVadis
*VierteljährlicheLieferketten
Nachhaltigkeitsrisiko-
managementMeetings
*TogetherforSustainability
(TfS)
*DurchschnittlicheEcoVadis
BewertungderLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonEcoVadis
bewertendenLieferanten
*AnzahldergemeldetenFälle
überdasWhistleblower-System
(S-b)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierteHolzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonLenzing
durchgeführtenTogetherfor
Sustainability(TfS)Audits
Sonstige
arbeits-
bezogene
Rechte -
Zwangsarbeit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
Zwangsarbeitistnach
wievoreinhartnäckiges
Probleminder
Textilindustriebeidem
diegrundlegenden
RechteundFreiheiten
derMenschenverletzt
werdenwasoftzu
physischenund
psychischenSchäden
führtunddenKreislauf
vonArmutund
Ungleichheit
aufrechterhältDa
Zwangsarbeitinder
Textilherstellungweit
verbreitetistbesteht
einpotenziellesRisiko
dasssieauchinder
Wertschöpfungskettevon
Lenzingvorkommt
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
*VC(teils)
Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*VC(teils)
Policyfür
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*VC(teils)
PolicyfürHolz
undZellstoff
*VC(teils)
Einbezieh-
ungder
Lieferanten
*Vorgelagerteund
nachgelagerte
Wertschöpfungskette–
Hotspot-Analyse
*EinbindungvonLieferanten
*NachhaltigeHolz-und
Zellstoffbeschaffung
*EcoVadis
*VierteljährlicheLieferketten
Nachhaltigkeitsrisiko-
managementMeetings
*TogetherforSustainability
(TfS)
*DurchschnittlicheEcoVadis
BewertungderLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonEcoVadis
bewertendenLieferanten
*AnzahldergemeldetenFälle
überdasWhistleblower-System
(S-b)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierteHolzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonLenzing
durchgeführtenTogetherfor
Sustainability(TfS)Audits
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
148 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
Beschäftigte in der Wertschöpfungskette
[S2 SBM-3 10a]
Das weitverbreitete System einer unzureichenden Überwachung
von Lieferanten kann zu tatsächlichen oder potenziellen negativen
Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungskette bei-
tragen. In Anerkennung möglicher nachteiliger Auswirkungen der
Beschaffung auf diese Beschäftigten verfolgt Lenzing eine nach-
haltige Beschaffungsstrategie.
[S2 SBM-3 11a ii, 11a iii]
Lenzings Wertschöpfungskette umfasst unterschiedlichste Be-
schäftigte, für die es wesentliche Auswirkungen geben könnte. In
der vorgelagerten Wertschöpfungskette gehören dazu Forstarbei-
ter:innen und Holzfäller:innen, Holz- und Zellstofflieferanten, Che-
mikalienlieferanten sowie Beschäftigte im Transport- und Logistik-
bereich.
In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind dies unter ande-
rem Beschäftigte in der Textil- und Vliesstoffindustrie, darunter Be-
schäftigte in der Bekleidungsherstellung, im Einzelhandel und im
Vertrieb, sowie jene, die im Abfallmanagement und in der Logistik
tätig sind.
Schutzbedürftige Gruppen und geographisches
Risiko
[S2 SBM-3 11a v, 11b, 11c, 11c i, 12]
Lenzing erkennt an, dass bei bestimmten schutzbedürftigen Grup-
pen wie Wanderarbeiter:innen, Frauen, jungen Beschäftigten und
ethnischen Minderheiten das Risiko von Kinder- und Zwangsarbeit
besonders hoch ist, wenn sozioökonomische Anfälligkeiten beste-
hen, Arbeitsrecht nur unzureichend durchgesetzt wird und die Lie-
ferketten komplex sind. Angesichts ihres Bezugs zur Chemikalien-
und Holzbeschaffung sowie der Herstellung von Kleidungsstücken
räumt Lenzing ein erhöhtes Potenzial für solche systemisch nega-
tiven Auswirkungen in Asien, Südamerika, Mittelamerika, der Kari-
bik sowie in Osteuropa und Eurasien ein.
[S2 SBM-3 11, 11a v, 11c i]
Lenzing arbeitet kontinuierlich daran, die Auswirkungen in vor- und
nachgelagerten Wertschöpfungsketten zu verbessern und zu be-
werten. Der Fokus liegt dabei auf verantwortungsvollen Praktiken
und der Wahrnehmung von Sorgfaltspflichten (Due Diligence) in
jenen Bereichen der Wertschöpfungskette, auf die Lenzing unmit-
telbaren Einfluss hat. Aktuell werden noch detaillierte Daten zu
speziellen schutzbedürftigen Gruppen oder systemischen Auswir-
kungen gesammelt.
Lenzings Ansatz ist mit internationalen Standards konform und in-
tegriert Risikoanalysen und doppelte Wesentlichkeitsaspekte in
strategische Entscheidungen. Die Unternehmensstrategie beinhal-
tet kontinuierliche Verbesserungen von Due-Diligence-Prozessen,
die Einbeziehung von Stakeholdern und die Umsetzung verantwor-
tungsbewusster Beschaffungs- und Arbeitspraktiken.
Policies
[S2-1, MDR-P 65]
Lenzings Ansatz in Bezug auf Beschäftigte in der Wertschöpfungs-
kette wird durch vier Policies geleitet. Die Mindestangabepflichten
und die themenspezifischen Anforderungen dieser Policies werden
im Abschnitt „Policies“ der jeweiligen Kapitel beschrieben: Globa-
ler Verhaltenskodex und Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten
im Kapitel „G1 Unternehmensführung“, Policy für Menschenrechte
und Arbeitsstandards im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unterneh-
mens“ und die Policy für Holz und Zellstoff im Kapitel „E4 Biologi-
sche Vielfalt und Ökosysteme“.
Die Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards adressiert
sämtliche themenspezifischen Anforderungen. Der Globale Ver-
haltenskodex für Lieferanten deckt zudem die Anforderungen hin-
sichtlich bestimmter Gruppen ab, einschließlich der Themen Men-
schenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Der Globale Verhal-
tenskodex und die Policy für Holz und Zellstoff adressieren die the-
menspezifische Anforderung hinsichtlich der Abdeckung spezifi-
scher Gruppen.
Beschwerdemechanismen und
Abhilfe
[S2-2]
Lenzing hat noch keinen standardisierten Prozess für den aktiven
Dialog mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette eingeführt.
Beschwerdemechanismen
[S2-3 27b]
Das online-basierte Whistleblower System „Tell us“ von Lenzing er-
möglicht es Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Arbeitskräften in
der Wertschöpfungskette und anderen Stakeholdern weltweit, Be-
denken vertraulich und anonym zu melden. Die über die
Lenzing-Website zugängliche Plattform umfasst unter anderem
Themen wie Korruption, Bestechung, Interessenkonflikte, Kartell-
rechtsverstöße und Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht. Im Jahr
2025 wurde das System weiterentwickelt, um die Qualität zusätz-
lich zu verbessern und Lenzings Engagement für Transparenz so-
wie den Schutz vor Repressalien, wie im Global Code of Business
Conduct festgelegt, zu stärken.
[S2-3 27d, 28]
Weitere Informationen zum Whistleblower System, der anonymen
Meldefunktion, der Verarbeitung von Meldungen und deren Effek-
tivität finden Sie in den Abschnitten „Whistleblower System“ und
„Umgang mit gemeldeten Bedenken“ im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
[S2-3 27c]
In Bezug auf die Kanäle bei Lenzings Lieferanten enthält Lenzings
Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten folgenden Wortlaut: „Lie-
feranten sind verpflichtet, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
die Möglichkeit zu geben, Bedenken oder mögliche gesetzwidrige
Aktivitäten am Arbeitsplatz zu melden. Jede solche Meldung sollte
149 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
möglichst vertraulich behandelt werden. Lieferanten sind ver-
pflichtet, diesen Meldungen nachzugehen und erforderlichenfalls
Abhilfe zu schaffen. Es wird erwartet, dass Lieferanten gegen Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter, die in gutem Glauben etwas melden,
nicht mit Vergeltung oder Schikane vorgehen.“
Abhilfeprozesse
[S2-3 27a, 28, S2-4 33c]
Lenzings Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards befasst
sich mit dem Thema Abhilfe (siehe Abschnitt „Policies“ im Kapitel
„S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“). Lenzing verpflichtet sich,
von Fall zu Fall angemessene Abhilfe zu leisten. Die Wirksamkeit
dieses Prozesses konnte bislang jedoch nicht bewertet werden, da
im Berichtsjahr keine Fälle gemeldet wurden. Zwar führt Lenzing
Audits bei Lieferantenstandorten durch, jedoch umfassen diese
derzeit keine Überprüfung, ob Beschäftigte über das Hinweisge-
bersystem von Lenzing informiert sind oder diesem vertrauen.
Maßnahmen
[S2-4, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette –
Hotspot-Analyse
x Einbindung von Lieferanten
●
Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung
●
EcoVadis
●
Vierteljährliche Lieferketten Nachhaltigkeitsrisikoma-
nagement Meetings
●
Together for Sustainability (TfS)
Sorgfaltspflicht im Bereich Menschenrechte
[S2-4 32b, 35]
Lenzing hat im Berichtsjahr keine Vorfälle in ihrer Wertschöpfungs-
kette identifiziert und daher keine Abhilfe für tatsächliche wesent-
liche Auswirkungen leisten müssen. Das Unternehmen arbeitet da-
ran, sein Verständnis von Risiken in der Wertschöpfungskette wei-
ter zu vertiefen, um sicherzustellen, dass die eigenen Praktiken
keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigte
in der Wertschöpfungskette verursachen oder zu solchen beitra-
gen. Derzeit kann noch nicht beurteilt werden, ob bzw. inwieweit
das Unternehmen tatsächlich solche Auswirkungen verursacht
oder zu solchen beiträgt.
[S2-4 32a, 32d]
Alle unten beschriebenen Maßnahmen unterstützen Lenzings Ziel
„Einbindung von Lieferanten“. Durch einen besseren Einblick in
Lenzings Lieferanten können potenzielle Menschenrechtsverlet-
zungen wirksamer verhindert und/oder gemildert werden. Die
Wirksamkeit der Maßnahmen von Lenzing wird anhand verschie-
dener quantitativen und qualitativen Kennzahlen nachvollzogen.
Vorgelagerte und nachgelagerte
Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Nachdem sich die Hotspot-Analyse 2024 vor allem mit Kinder- und
Zwangsarbeit befasste, wurde sie im Berichtsjahr auf die Themen
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Vereinigungsfreiheit
und Tarifverhandlungen, Diskriminierung, faire Beschäftigung, Aus-
wirkungen auf Gemeinschaften sowie Korruption und Transparenz
ausgeweitet. Die Analyse wurde bis Ende des dritten Quartals fina-
lisiert. Da dies den ersten Schritt eines zweiphasigen Ansatzes dar-
stellt, erfolgt die anschließende Bewertung und Priorisierung von
Maßnahmen auf Grundlage der identifizierten Hotspots als zweiter
Schritt. Folglich wurden die Ergebnisse noch nicht in die aktuelle
Überarbeitung der Wesentlichkeitsanalyse einbezogen, sondern
werden in das nächste Update einfließen.
Einbindung von Lieferanten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Alle ausgewählten Lieferanten von Lenzing müssen bestätigen,
dass sie Lenzings Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten mit den
darin enthaltenen Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtsstan-
dards gelesen und verstanden haben und ihn beachten werden.
Die Maßnahme wird weiterverfolgt, um die Einhaltung und Rele-
vanz weiter sicherzustellen.
Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Nach der Erstinformation im Jahr 2024 wurden die Verweise auf
den Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten und die Policy für
Holz und Zellstoff in die allgemeinen Bedingungen für den Holzein-
kauf von Lenzing integriert. Diese Verweise bleiben fortlaufend gül-
tig und gelten für alle Holzlieferanten. So wird sichergestellt, dass
Lenzings Grundsätze für Nachhaltigkeit und eine verantwortungs-
bewusste Beschaffung konsequent in den Lieferantenbeziehungen
und Beschaffungspraktiken verankert werden.
Die FSC
®
-Zertifizierung stellt daneben sicher, dass die Anforderun-
gen der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisa-
tion (IAO) und die IAO-Erklärung eingehalten werden. Das stärkt
das Bekenntnis des Unternehmens zu verantwortungsbewusster
Beschaffung und unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer An-
strengungen bei der Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Weitere Informationen zur FSC
®
-Zertifizierung finden Sie im Ab-
schnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
EcoVadis
EcoVadis ist ein Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unterneh-
men, der mehr als 100.000 Unternehmen in über 175 Ländern welt-
weit bewertet hat. Die Nachhaltigkeitsthemen umfassen Umwelt,
Menschen- und Arbeitsrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung
je nach Branche und Größe des Unternehmens. Im Abschnitt Men-
schen- und Arbeitsrechte des Fragebogens werden Unternehmen
mit Blick auf Themen wie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbei-
ter:innen, Arbeitsbedingungen, sozialer Dialog, Karrieremanage-
ment, Fälle von Kinderarbeit und anderes mehr bewertet.
In Übereinstimmung mit ihrem Ziel „Einbindung von Lieferan-
ten“ ermutigt Lenzing eine zunehmende Anzahl von Lieferanten,
sich von Anbietern von Nachhaltigkeitsratings bewerten zu lassen.
150 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Lieferantenleistung aller registrierten Lieferanten wird mithilfe
des EcoVadis Dashboard fortlaufend überwacht. Dabei nutzt das
System verschiedene Quellen zur Beobachtung relevanter Liefe-
ranten, darunter die „360° Watch“. Mit Hilfe von künstlicher Intelli-
genz werden weltweit Nachrichtenquellen durchsucht. Die Su-
chergebnisse werden anschließend als positiv, neutral oder negativ
eingestuft. Durch aktiven Dialog mit den Lieferanten soll erreicht
werden, dass diese ihre Leistung verbessern und falls erforderlich
Korrekturmaßnahmen ergreifen. Schwerwiegende negative Er-
gebnisse können sich auf das Gesamtrating eines Lieferanten aus-
wirken. Die Ergebnisse der Lieferantenüberwachung und die erfor-
derlichen Korrekturmaßnahmen werden durch die Einkäufer:innen
und das Management von Lenzing regelmäßig überprüft.
Lenzing arbeitet darauf hin, Lieferanten insbesondere jene mit ho-
hem Beschaffungsvolumen, in Nachhaltigkeitsbewertung einzu-
binden, idealerweise über EcoVadis oder Together for Sustainability
(Tfs). Dabei erwartet Lenzing eine Mindestbewertung von 50 Punk-
ten im EcoVadis-Rating. Die Anforderung ist fester Bestandteil von
Lenzings Ansatz für nachhaltige Beschaffung und wird laufend
überwacht. Lieferanten, die unter dieses Mindest-Rating fallen,
müssen innerhalb von drei Monaten einen Korrekturmaßnahmen-
plan vorlegen, um die Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten. Die
Umsetzung und Wirksamkeit dieser Maßnahmen werden anschlie-
ßend überprüft. 2025 wurden keine Lieferantenbeziehungen be-
endet.
Vierteljährliche Lieferketten
Nachhaltigkeitsrisikomanagement Meetings
[S2-4 33a, 33b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzings Einkäufer:innen und der Global Purchasing Sustainability
Manager pflegen einen regelmäßigen Dialog. Darüber hinaus hat
Lenzing ein vierteljährliches Meeting zum Thema Nachhaltigkeits-
risikomanagement in der Lieferkette als dauerhaften Governance-
Mechanismus eingeführt. Daran nehmen Einkaufsleiter:innen,
Supply-Chain- und Nachhaltigkeitsexpert:innen teil, um über Risi-
ken und Chancen in der Wertschöpfungskette zu diskutieren und
diese zu steuern. Dabei findet auch eine Risikobewertung der Lie-
feranten von Lenzing statt, die am schlechtesten abschneiden, wo-
bei unter anderem Menschenrechtsaspekte berücksichtigt werden.
Durch die regelmäßige Überprüfung der Lieferantenleistung und
der Einleitung entsprechende Korrekturmaßnahmen sollen die ne-
gativen Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungs-
kette minimiert oder vermieden werden. Außerdem soll so das Be-
wusstsein für nachhaltigkeitsbezogene Risiken bei Lenzings Ein-
käufer:innen und auf Lieferantenseite gestärkt werden.
Together for Sustainability (TfS)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lieferanten, allen voran Chemikalien- und Logistikanbieter, werden
kontinuierlich in Audits im Rahmen des Netzwerks Together for
Sustainability (TfS) einbezogen. Dabei werden neben allgemeinen
ESG-Kriterien auch die Leistungen in Bezug auf Menschenrechts-
aspekte bewertet, wobei die Einhaltung aller geltenden Gesetze,
wie z.B. der UN-Kinderrechtskonvention und der IAO-Überein-
kommen, sichergestellt wird.
Zugeordnete Ressourcen
[S2-4 38]
Folgende Ressourcen wurden der Bewältigung wesentlicher Aus-
wirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zugeord-
net:
x Im Bereich Global Purchasing: ein Purchasing Sustainability
Expert
x Im Bereich Commercial Affairs: ein Sustainability Expert
x Im Bereich Corporate Sustainability: ein Social Sustainability
Expert
151 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[S2-5, MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele ist im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Anga-
ben“ beschrieben.
Ziel „Einbindung von Lieferanten“
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Einbeziehung der wichtigsten Lieferanten, auf die mehr als 80 Prozent der Ausgaben entfallen, um ihre
Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern
Kontinuierlich
Auf Kurs
Unterziel
Lenzing bewertet 95 Prozent ihrer 200 wichtigsten Lieferanten über EcoVadis, das "Together for Sustainability
Audit" oder eine interne Bewertung/Auditierung bis 2025.
2025
Verzögert
Umfang WichtigstenLieferanten
TopLieferanten
Geografische
Abdeckung
Gruppenweit
Bezugsjahr 
Bezugswert KeineDatenfürverfügbar
Zielwert  derAusgabenbewertet derTopLieferantenbewertet
Status in 2025 MehralsderLieferantenvonLenzingwerdenvonEcoVadisbewertetundüberwachtFünfLieferantenwurdenvon
LenzingimRahmendesAuditprogramms"TogetherforSustainability"geprüftDieEinbindungunddasOnboardingvon
LieferantenisteinkontinuierlicherProzessbeidemdieEinkäuferinnenbestrebtsindeinenmöglichstgroßenTeilder
wichtigstenLieferantenvonLenzingeinzubinden ProzentderglobalenBeschaffungsausgabeneinschließlichHolzund
ZellstoffwurdendurchdieseBewertungenabgedecktDasUnterzielௗProzentderLieferantenzubewertenwurde
bisherzurundௗProzentdieserLieferantenerreichtEsgabHerausforderungeninderEU-ChemieindustrieundderLogistik
aufgrunddergeopolitischenSituationundEreignissenwiederKriseimRotenMeerdieindenletztenJahrendie
LieferantenstrukturverändertundsomitdieErreichungdesUnterzielsverzögerthabenDiemitdenwichtigsten
ChemielieferantenunterzeichnetenLieferverträgeenthaltenzudemauchNachhaltigkeitsklauseln
[S2-5 42a, 42b, 42c, MDR-T 80h]
Obwohl die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, ihre recht-
mäßigen Vertreter:innen oder andere externe Stakeholder nicht di-
rekt einbezogen wurden, spielten verschiedene interne Stakehol-
der bei der Festlegung der Ziele, Nachverfolgung der Leistung oder
Identifizierung von Verbesserungen eine entscheidende Rolle. So
waren unter anderem die Abteilung für Corporate Sustainability,
die Standortteams und das Beschaffungsteam maßgeblich an der
Validierung dieser Ziele beteiligt.
[S2-5 39a, MDR-T 80f]
Das Ziel „Einbindung von Lieferanten“ beruht auf international an-
erkannten unabhängigen Bewertungen durch EcoVadis und das
TfS-Netzwerk. EcoVadis und die entsprechenden Audits spielen
eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Minderung der ne-
gativen Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette. Sie liefern eine umfassende Bewertung der Umwelt- und So-
zialleistung von Lieferanten und ermöglichen die Identifizierung,
Priorisierung und Steuerung wesentlicher Risiken und Chancen im
Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette.
Diese Bewertungen stehen im Einklang mit allen geltenden Geset-
zen und internationalen Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden
für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht, den IAO-Kernarbeitsnormen
und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
Außerdem tragen sie zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung
(SDGs) 12 und 17 bei, indem sie Nachhaltigkeit und Zusammenar-
beit entlang der Wertschöpfungskette fördern.
[MDR-T 80f]
Die Berechnung des Prozentsatzes der bewerteten Ausgaben ba-
siert auf zwei Komponenten. Erstens umfasst sie die globale Be-
schaffungsausgaben 2024 (ohne Holz und Zellstoff) sowie den An-
teil der entsprechenden Lieferanten, die im Jahr 2025 bewertet
werden. Zweitens fließen Holz- und Zellstofflieferanten mit ein, die
durch Forstzertifikate und/oder interne Due-Diligence-Prozesse
bewertet wurden. Der gewichtete Durchschnitt dieser beiden Ele-
mente ergibt den endgültigen Prozentsatz der bewerteten Ausga-
ben von Lieferanten.
[MDR-T 80c]
Derzeit bestehen keine spezifischen Zielsetzungen für Arbeits-
kräfte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Lenzing kon-
zentriert sich aktuell auf jene Bereiche, in denen das Unternehmen
den stärksten Einfluss ausüben kann – überwiegend in der vorge-
lagerten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig erkennt Lenzing die
Bedeutung möglicher Auswirkungen im nachgelagerten Bereich an
und verpflichtet sich potenzielle Maßnahmen zur Stärkung der so-
zialen Nachhaltigkeit entlang aller Stufen der Wertschöpfungskette
weiter zu prüfen.
152 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kennzahlen
EcoVadis-Rating
[unternehmensspezifisch]
2025 erreichten die von EcoVadis bewerteten Lieferanten der
Lenzing Gruppe einen durchschnittlichen Score von 56,2 (2024:
55,6) und lagen somit 6,7 Punkte über dem Ergebnis der Ver-
gleichsgruppe. Das zeigt, dass die Lieferanten in der Lieferkette
von Lenzing über dem Durchschnitt aller von EcoVadis bewerteten
Lieferanten abschneiden. Lenzing führt einen aktiven Dialog mit
seinen Lieferanten, um deren Nachhaltigkeitsleistung weiter zu
verbessern.
Über das Whistleblower System gemeldete
Fälle
[unternehmensspezifisch]
2025 wurden keine Fälle im Zusammenhang mit Arbeitskräften in
der Wertschöpfungskette und Menschenrechten über Lenzings
Whistleblower System gemeldet (2024: Keine Fälle).
Zertifizierungen für Holz und Zellstoff
[unternehmensspezifisch]
Lenzing bezieht ihr Holz und ihren Zellstoff zu 100 Prozent aus
FSC
®
- oder PEFC-zertifizierten oder kontrolliert Quellen (2024:
100 Prozent).
32
Dadurch minimiert Lenzing das Risiko im Zusam-
menhang mit Kinderarbeit, Zwangsarbeit und anderen Menschen-
rechtsverletzungen in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette.
Weitere Einzelheiten über Lenzings Bewertung ihrer Holz- und
Zellstofflieferanten finden Sie in den Abschnitten „Beschaf-
fung“ und „Lieferantenbewertung“ im Kapitel „G1 Unternehmens-
führung“.
„Together for Sustainability”-Audits
[S2-4 36, unternehmensspezifisch]
Lenzing führte 2025 über das TfS-Netzwerk fünf Lieferantenaudits
durch und vertraut auf zusätzliche Auditergebnisse, die von ande-
ren TfS-Mitgliedern für relevante Lenzing Lieferanten geteilt wer-
den (2024: vier Audits). Bei den Audits wurden keine gravierenden
Menschenrechtsprobleme festgestellt.
32
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
153 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Kapitel ist das Bekenntnis von Lenzing zu ethischen Geschäftspraktiken und einer soliden Unternehmensführung als
Grundlage für nachhaltigen Erfolg dargelegt. Alle Mitarbeiter:innen und Fremdmitarbeiter:innen sind verpflichtet, gemäß dem Glo-
balen Verhaltenskodex und den Compliance-Policies zu handeln, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen, damit Integri-
tät, Transparenz und Rechenschaftspflicht sichergestellt sind. Lenzing entwickelt ihr Compliance Management System kontinuier-
lich weiter, um Fehlverhalten zu verhindern, Compliance-Risiken zu verringern und ihre Mitarbeiter:innen zu schützen. Dies umfasst
systematische Risikobewertungen, Monitoring und klare vertrauliche Kanäle zur Meldung von Bedenken, ohne Vergeltungsmaß-
nahmen befürchten zu müssen. Regelmäßige Schulungen stellen sicher, dass das erwartete Verhalten verstanden wird, und fördern
eine Kultur der Verantwortung und Integrität. Diese Verhaltensstandards gelten auch für Lieferanten, die strengen fachlichen und
ethischen Anforderungen genügen müssen, damit eine verantwortungsvolle Beschaffung und nachhaltige Partnerschaften über
die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gestärkt werden. Durch Einbettung dieser Grundsätze in ihren Governance-Rahmen
verbessert Lenzing Vertrauen, Fairness und die langfristige Wertschöpfung.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Unternehmenskultur
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Die Nichteinhaltung, wie
die Nichteinhaltung von
Gesundheits- und
Sicherheitsstandards, kann
zu Gerichtsverfahren,
finanziellen Verlusten und
Rufschädigung führen.
*Policy für
Produktsicherheit
*Kein Ziel *Einhaltung der
Produktsicherheit
*Erfolgreiche externe Audit-
Ergebnisse
(unternehmensspezifisch)
*Positive Rezertifizierung der
Produkte
(unternehmensspezifisch)
Schutz von
Hinweisgeber:innen
(Whistleblowers)
Negative
Auswirkung
- Potenziell
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Das Fehlen kontinuierlicher
Bemühungen, Schulungen,
Reaktionen und klaren
Verfahren kann zur
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses und
zu
Vergeltungsmaßnahmen
gegen den Hinweisgeber
führen, was letztlich die
gesamten Bemühungen
um Geschäftsgebaren und
die gesamte Compliance-
Aktivität untergräbt.
*Whistleblower
Direktive
*Investigation
Direktive
*Kein Ziel *Schutz von
Hinweisgebern:innen
(Whistleblowers) (G1-1 10c)
*Vertrauliche Kennzahl
G1 Unternehmensführung
154 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Korruption und
Bestechung -
Vorkommnisse
Negative
Auswirkung
- Tatsächlich und
potenziell
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Auch wenn ein
Compliance-Programm
besteht, kann es zu
Zwischenfällen kommen,
wenn Personen sich nicht
regelkonform verhalten.
*Globaler
Verhaltenskodex
*Whistleblower
Direktive
*Investigation
Direktive
*Anti-
Bestechungs-
und Anti-
Korruptionsdirekt
ive
*Anti-
Geldwäsche
Direktive
*Kein Ziel *Verhinderung und
Aufdeckung von
Korruption und
Bestechung (G1-3)
Compliance
Management System
Whistleblower System
Compliance-
Schulungen
Compliance-Cockpit
Globale Compliance
Risikobewertung
(Geplante Maßnahme)
*Korruptions- oder
Bestechungsfälle (G1-4)
*Anzahl der gemeldeten
Fälle über das
Whistleblower-System
(S1-17 103b)
Verwaltung der
Beziehungen zu den
Lieferanten,
einschließlich der
Zahlungsmodalität-
en
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
EsbestehtdasRisiko
derNichteinhaltungder
Europäischen
Lieferkettenrichtlinie
(CSDDD)wenndie
internenProzessenicht
umgesetztwerden
*Globaler
Verhaltenskodex
*Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*PolicyfürHolz
undZellstoff
*Einbeziehung
der
Lieferanten
*Beschaffung(G-)
Nachhaltige
Chemikalienbeschaffung
Nachhaltige
BeschaffungvonHolz
undFaserzellstoff
*AnzahlderLieferanten
diedenEcoVadis-
Fragebogenbeantworten
(unternehmensspezifisch)
*Durchschnittliche
EcoVadis-Bewertungvon
LenzingsLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHerkunftvon
eingekauftenChemikalien
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHolzversorgung
in Europa
(unternehmensspezifisch)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierte
Holzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Governance
Compliance geht über die Einhaltung gesetzlicher
Bestimmungen hinaus
Lenzing verpflichtet sich zu beispielhafter Qualität bei Produkten
und Prozessen sowie zu Integrität und Ehrlichkeit im Umgang mit
Geschäftspartnern und Aktionär:innen. Compliance ist in der
Lenzing Gruppe mehr, als gesetzlichen und regulatorischen Anfor-
derungen zu genügen. Compliance ist Ausdruck einer fundamen-
talen Haltung und einer Kultur der Verantwortung, des Respekts
und der Integrität. Compliance ist über die aktive Verantwortung
aller Mitarbeiter:innen und Führungskräfte in der gesamten Gruppe
fest verankert und wird durch eine gemeinsame Wertekultur unter-
stützt.
Policies
[G1-1 9, MDR-P 65]
Lenzing stärkt und bewahrt ihre Unternehmenskultur durch einen
umfassenden Globalen Verhaltenskodex mit Unterstützung durch
abrufbare Policies, Direktiven und Richtlinien. Durch kontinuierli-
ches Monitoring, klare Verantwortlichkeiten und Konsequenzen
bei Verstößen ist sichergestellt, dass hohe Ethik- und Sicherheits-
standards und anwendbare internationale Vorschriften eingehalten
werden.
155 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Direktiven
Policies
Andere Dokumente
Guidelines
Policies sind eine Absichtserklärung innerhalb der Lenzing Gruppe
Direktiven sind per Definition für alle Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe
verbindlich
Guidelines sind Verfahrensunterlagen für die Lenzing Gruppe
Ein gewisser Handlungsspielraum für lokale Bedürfnisse und damit
verbundene Dokumententypen wie z.B. Anweisungen
Hierarchie der Compliance-Leitlinien und -Richtlinien
Policy Globaler Verhaltenskodex
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Wertschöpfungskette
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, auf Basis von klaren Compliance Standards, gemeinsame Unternehmenswerte zu bewahren und ethische
Grundsätze an allen Standorten umzusetzen.
Kernelemente:
Der globale Verhaltenskodex steht im Einklang mit den Grundsätzen des UN Global Compact und bekräftigt das Bekenntnis zu
internationalen Standards, deren Einhaltung sorgfältig überwacht wird.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Pariser Klimaabkommen (COP21)
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
21 In der Zeile "Standards / Initiativen Dritter" dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Instrumente.
22 Lenzing behandelt die Themen Menschenhandel, erzwungene oder verpflichtende Arbeit sowie Kinderarbeit ausdrücklich in
seinem Globalen Verhaltenskodex. Dieser untersagt diese Praktiken ausdrücklich und gewährleistet die Einhaltung der lokalen
gesetzlichen Anforderungen zum Mindestalters für Beschäftigung.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Policy Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten
Verantwortlichkeit
Senior Vice President (SVP) Global Purchasing
Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery & Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, die Einhaltung unserer Grundsätze sowie aller relevanten Gesetze und Standards durch unsere Lieferanten
zu gewährleisten.
Kernelemente:
Der Lieferantenkodex von Lenzing legt die Erwartungen an Lieferanten in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit, Arbeits- und
Menschenrechte, Umweltschutz, Ethik und Managementpraktiken fest.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
18 Lenzing verfügt über einen Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten der festlegt, dass Kinderarbeit unter keinen Umständen
erlaubt ist. Lieferanten sind verpflichtet, offizielle Dokumente vorzuhalten, die das Geburtsdatum jedes Beschäftigten belegen,
und die Einhaltung sämtlicher einschlägiger Gesetze zur Kinderarbeit gewährleisten, einschließlich Vorschriften zu Einstellung,
Vergütung, Arbeitszeiten, Überstunden und Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus sind jegliche Formen von Zwangs-, Schulden-
oder unfreiwilliger Arbeit strikt untersagt und alle Tätigkeiten müssen freiwillig erfolgen. Sklaverei und Menschenhandel werden
nicht geduldet. Lieferanten sind verpflichtet, diese Prinzipien in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit umzusetzen.
156 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Policy für Produktsicherheit
Verantwortlichkeit Vice President (VP) of Operations Service Group
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, alle geltenden Sicherheitsstandards und Rechtsvorschriften zu erfüllen und, wann immer möglich, zu
übertreffen, um die Herstellung sicherer Produkte zu gewährleisten.
Kernelemente:
Lenzing gewährleistet die Produktsicherheit, indem es hohe Umwelt- und Arbeitsschutzstandards in seine Herstellungsprozesse
integriert und seine Praktiken kontinuierlich verbessert, indem es Transparenz hinsichtlich der Produktinhaltsstoffe gewährleistet
und Tests sowie Kennzeichnungen gemäß internationalen Anforderungen und Zertifizierungen durch Dritte durchführt.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
Die Policy für Holz und Zellstoff und ihre Mindestangabepflichten finden Sie im Abschnitt „Policies“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt
und Ökosysteme“.
Direktiven
Policy Anti-Bestechungs- und Anti-Korruptionsdirektive (ABC-Direktive)
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle relevanten Vorschriften zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption innerhalb der
Lenzing Gruppe bekannt sind und eingehalten werden.
Kernelemente:
Lenzing verhindert Bestechung und Korruption, indem das Unternehmen die Einhaltung aller relevanten Gesetze gewährleistet
und Mitarbeitende mit klaren Vorgaben unterstützt, um Risiken zu vermeiden, Vertrauen zu schaffen und den Ruf des
Unternehmens zu schützen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
G1 Unternehmensführung G1-1
10b Die ABC-Direktive steht im Einklang mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Policy Investigation Direktive
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, einen klaren Rahmen für die Untersuchung wesentlicher und begründeter Verstöße gegen Gesetze, den
globalen Verhaltenskodex für Unternehmen sowie interne Richtlinien und Anweisungen zu schaffen.
Kernelemente:
Die Richtlinie verlangt eine gründliche, zeitnahe und einheitliche Untersuchung aller potenziellen Verstöße auf der Grundlage von
Objektivität, Unabhängigkeit, Vertraulichkeit und dem Grundsatz der Nichtvergeltung. Dabei müssen die Einheitlichkeit der
Abhilfemaßnahmen, die Einhaltung gesetzlicher Meldepflichten, die Sicherung wichtiger Beweismittel sowie der Schutz des
Anwaltsgeheimnisses, der Arbeitsergebnisse und gleichwertigen Rechtsprivilegien gewährleistet werden.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
157 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Anti-Geldwäsche Direktive (AML Direktive)
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wirksam zu bekämpfen, indem die Einhaltung der Gesetze und
Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) gewährleistet wird.
Kernelemente:
Die Richtlinie beschreibt die umgesetzten Prozesse und Kontrollmechanismen.
Standards / Initiativen Dritter
Basel AML Index
Financial Action Task Force (FATF)
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Whistleblower Direktive
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Mitarbeiter:innen zu ermutigen, potenzielle Verstöße in gutem Glauben zu melden, und ihnen klare
Anleitungen zur Meldung von Compliance-Bedenken zu geben.
Kernelemente:
Lenzing hat klar definierte Verfahren und Konsequenzen für Verstöße festgelegt, die an die zuständigen Stellen oder über das
Whistleblower System "Tell us" gemeldet werden können.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Maßnahmen zum Erkennen von Compliance-
Risiken und Schwachstellen
Whistleblower System
[G1-1 10a, 10c; S1-3 32b, 32d, 32e, 33; S2-3 27b, 27d, 28]
Um allen Mitarbeiter:innen und externen Stakeholdern die Mög-
lichkeit zu geben, Bedenken im Zusammenhang mit Korruption,
Bestechung, Interessenkonflikten, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht
und andere Compliance-Themen zu melden, wurde 2017 ein welt-
weites online-basiertes Whistleblower System eingerichtet.
Lenzings Joint Venture, LD Celulose, unterhält ebenfalls einen ei-
genen Whistleblower Kanal. Bedenken können intern persönlich,
per Telefon oder E-Mail, über Vorgesetzte, den Betriebsrat oder
den Group Compliance Officer gemeldet werden. Zudem ist das
Whistleblower System („Tell us“) über die Lenzing Website zugäng-
lich und ermöglicht anonyme Meldungen. Es ist in allen Sprachen
verfügbar, die für Produktionsstandorte relevant sind (Englisch,
Deutsch, Tschechisch, Chinesisch, Bahasa, Thailändisch und Por-
tugiesisch). Das System steht nicht nur Mitarbeiter:innen, sondern
auch Kunden, Lieferanten und anderen Dritten weltweit zur Verfü-
gung. Bedenken können anonym und ohne Angst vor Vergeltung
weltweit gemeldet werden, da der Schutz der Anonymität des Sys-
tems von einer unabhängigen Stelle bestätigt wurde. Durch den
professionellen und vertraulichen Umgang mit allen Meldungen ist
sichergestellt, dass sowohl die Whistleblower:innen als auch die
betroffenen Personen geschützt sind.
Eine Whistleblower Direktive gewährleistet, dass Personen, die in
gutem Glauben Bedenken melden (das heißt mit dem begründeten
Verdacht, dass ein potenzieller Verstoß aufgetreten ist, gerade auf-
tritt oder wahrscheinlich auftreten wird), vor jeglicher Bestrafung,
Diskriminierung, Vergeltung, Benachteiligung, Belästigung oder
Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses geschützt werden.
Obwohl sich die Direktive nicht ausdrücklich auf Monitoring-Maß-
nahmen bezieht, wird die Wirksamkeit, die Zugänglichkeit und die
allgemeine Akzeptanz des Whistleblower Systems durch eine re-
gelmäßige Integritätsumfrage bewertet.
Umgang mit gemeldeten Bedenken
[G1-1 10c, 10e, G1-3 18b, 18c]
Meldungen werden gemäß der internen Investigation Direktive ge-
zielt bearbeitet (siehe den Abschnitt G1-1 „Direktiven“ in diesem
Kapitel). Gemeldete Vorfälle werden von Jurist:innen geprüft (ge-
gebenenfalls in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern) und an den
Group Compliance Officer oder den Local Compliance Officer
weitergeleitet. Die Meldungen werden von eigens hierfür abge-
stellten Mitarbeiter:innen bearbeitet. Die mit der Durchführung des
Verfahrens beauftragten Personen sind verpflichtet, die Vertrau-
lichkeit zu wahren. Falls erforderlich werden andere Abteilungen
und Personen in die Verarbeitung des Vorfalls einbezogen. Die
Meldungen werden auf Einzelfallbasis bearbeitet, es werden situa-
tionsbezogene Maßnahmen festgelegt und falls erforderlich wird
ein Untersuchungsteam gebildet. Dieses Team besteht aus Mitar-
beiter:innen und Führungskräften, die selbst nicht am Vorfall betei-
ligt sind. Die Identität der betroffenen Person wird vertraulich be-
handelt, und die Verfahren bieten wirksamen Schutz vor Vergel-
tungsmaßnahmen gegen Whistleblower:innen. Es werden Emp-
fehlungen ausgesprochen, ob die Untersuchung fortgesetzt oder
eingestellt werden soll. Dem Vorstand wird monatlich über den
158 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Stand der Compliance und laufende Untersuchungen berichtet.
Zusätzlich wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats viertel-
jährlich über die gemeldeten Vorfälle unterrichtet.
Die Mitarbeiter:innen werden in der Nutzung des Whistleblower
Systems geschult. (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt
„Compliance-Schulung“ dieses Kapitels.) Eine Schulung erhalten
auch diejenigen, die für den Umgang mit gemeldeten Bedenken
zuständig sind. Die Wirksamkeit, Zugänglichkeit und allgemeine
Akzeptanz des Whistleblower Systems werden über eine Integri-
tätsumfrage bewertet, die von einem unabhängigen wissenschaft-
lichen Team durchgeführt wird, um deren Objektivität zu gewähr-
leisten.
Wenn tatsächlich negative Auswirkungen auf Mitarbeiter:innen
auftreten, wird individuelle Abhilfe geleistet, da es aktuell keinen
konzernweiten Abhilfeprozess gibt.
Training Direktive
[G1-1 10g]
Alle Direktiven im Zusammenhang mit dem Thema Unternehmens-
führung enthalten Bestimmungen zum Thema Schulungen. Es wird
eine umfassende Training Direktive ausgearbeitet, um bestimmten
Funktionen spezifische Schulungsvorgaben zuzuweisen. Gemäß
der Konzeption wird eine Risikobewertung durchgeführt, um ge-
fährdete Funktionen innerhalb der Organisation genauer zu defi-
nieren und zu identifizieren. Diese Funktionen erhalten dann ziel-
gerichtete rollenspezifische Schulungen. Durch diesen Ansatz wird
sichergestellt, dass die Mitarbeiter:innen über die erforderlichen
Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um ihre Funktionen effektiv
und ethisch wahrzunehmen. Das unterstreicht zusätzlich Lenzings
Bekenntnis zu Integrität und Compliance. Die Direktive ist für das
nächste Geschäftsjahr geplant.
Informationen zur Zielgruppe, Häufigkeit und dem Umfang finden
Sie im Abschnitt „Compliance-Schulung“ unter „Maßnahmen“ in
diesem Kapitel.
Risikobehaftete Funktionen
[G1-1 10h]
Folgende Funktionen wurden im Rahmen der globalen Bewertung
der Compliance-Risiken als risikobehaftete Funktionen für Korrup-
tion und Bestechung identifiziert: Global Legal, IP and Compliance;
Global Health, Safety & Environment; Global Procurement; Global
Supply Chain; Corporate Treasury; Corporate Human Resources;
Corporate Audit & Risk; Corporate Accounting; Corporate Tax;
Corporate Sustainability; Corporate Communications; Commer-
cial Textiles; Commercial Nonwovens. Diese Abteilungen werden
aufgrund ihres Tagesgeschäfts als risikobehaftet eingestuft, da sie
Beziehungen zu öffentlichen Stellen, Behörden und deren Vertre-
tern sowie Beauftragten, Distributoren, Rechtsanwälten, Zollbeam-
ten, Lieferanten und in einigen Fällen Dienstleistern unterhalten.
Aufgrund ihrer Kerntätigkeiten müssen sie interne Kontrollen ein-
richten, um Korruption, Geldwäsche, Betrug, Veruntreuung und
sonstige Risiken zu verhindern.
Maßnahmen
[ESRS G1-3: MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Compliance Management System
x Whistleblower System
x Compliance-Schulungen
x Compliance-Cockpit
x Compliance Produktsicherheit
x Globale Compliance Risikobewertung (geplante Maßnah-
men)
Die wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit Beschaffung,
finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ in diesem Kapitel.
Compliance Management System
[G1-3 18a]
Ziel des Aufbaus und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des
Compliance Management Systems ist es, Compliance-Verstöße
gegen die Interessen des Unternehmens zu verhindern, zu erken-
nen und darauf zu reagieren sowie Haftungsrisiken und Reputati-
onsschäden zu vermeiden. Ferner soll das Compliance Manage-
ment System die Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbei-
ter:innen des Unternehmens beraten und schützen sowie die Effi-
zienz durch die Koordination der bestehenden Compliance-Aktivi-
täten steigern. Das Compliance Management System entspricht
der folgenden Struktur (Abbildung Elemente des Lenzing Compli-
ance Management System):
159 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Formale Strukturen, wie die Zuweisung von Verantwortlichkeiten,
die laufende Überwachung sowie Strukturen für Kommunikation,
Evaluierung und Dokumentation sind wesentliche Bestandteile des
Compliance Management Systems. Das laufende Compliance-
Programm basiert auf den folgenden Säulen:
x Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlverhalten
x Maßnahmen zur Aufdeckung von Compliance-Risiken und
Schwachstellen
x Maßnahmen, mit denen auf Fehlverhalten und erkannte
Schwachstellen reagiert wird, um diese in Zukunft zu ver-
meiden.
Whistleblower System
[G1-3 18a]
Um Mitarbeiter:innen und externen Stakeholdern die Möglichkeit
zu geben, Bedenken im Zusammenhang mit Korruption, Beste-
chung, Interessenkonflikten, Kartellrecht oder Kapitalmarktrecht
zu melden, wurde 2017 ein online-basiertes Whistleblower System
eingerichtet. Weitere Einzelheiten über die ESRS 2 MDR-A finden
Sie im Abschnitt „Maßnahmen zum Erkennen von Compliance-Ri-
siken und Schwachstellen“ (G1-1) in diesem Kapitel.
Compliance-Schulungen
[G1-1 10g, G1-3 18a, 21a, 21c, MDR-A 68b]
Das Verständnis für anwendbare Regeln und Regelungen ist
Grundvoraussetzung für ein verantwortungsbewusstes Verhalten.
Daher wurden eLearning-Programme im Berichtsjahr erweitert, um
den festgelegten Zielgruppen die wichtigsten compliancespezifi-
schen Inhalte zu vermitteln. Neue Mitarbeiter:innen erhalten bei
der Einstellung Unterlagen, darunter der Globale Verhaltenskodex
von Lenzing, und Mitarbeiter:innen mit IT-Zugang durchlaufen ob-
ligatorische jährliche eLearning-Kurse. Um den Kurs erfolgreich zu
absolvieren, müssen bei der abschließenden Prüfung mindestens
80 Prozent erreicht werden, damit das Verständnis gewährleistet
ist. Pflichtthemen sind für alle Mitarbeiter:innen, darunter auch der
Vorstand, der Globale Verhaltenskodex, das Whistleblower System
sowie der Know-how-Schutz. Im Jahr 2025 absolvierten 87 Pro-
zent der Mitarbeiter:innen, denen eine Schulung zugewiesen
wurde, die obligatorischen eLearning-Module – basierend auf
6.185 angemeldeten Mitarbeiter:innen (2024: 89 Prozent). Eine
kleine Anzahl Mitarbeiter:innen erhält zusätzlich Präsenzschulun-
gen.
[G1-3 21a, 21b, 21c]
Allen Angestellten sowie dem Vorstand (2.661 Mitarbeiter:innen)
wurde die vorgeschriebene Schulung zur ABC Direktive zugewie-
sen. 95 Prozent davon haben diese absolviert (2024: 97 Prozent).
[G1-3 21a, 21b]
Alle ermittelten risikobehafteten Funktionen erhielten spezifische
Schulungen (100 Prozent). 248 Mitarbeiter:innen hatten die Schu-
lung zum Kartellrecht zu durchlaufen, wobei mehr als 92 Prozent
die Schulung erfolgreich beendeten (2024: 92 Prozent). Die Schu-
lung zur Geldwäschebekämpfung wurde 326 Mitarbeiter:innen zu-
gewiesen und von 85
Prozent erfolgreich abgeschlossen (2024: 83
Prozent).
[G1-3 21a, 21c]
Der Aufsichtsrat nahm 2025 an der eLearning-Schulung zum Glo-
balen Verhaltenskodex und zur ABC Direktive teil. Ziel war, ein Ver-
ständnis für dessen Verantwortlichkeiten zu vermitteln, was die Be-
aufsichtigung des Vorstandes bei der Umsetzung von Compliance,
die Werte von Lenzing und die damit verbundenen Korruptionsri-
siken angeht.
Compliance-Cockpit
[G1-3 18a, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 wurde plangemäß das sogenannte Compliance-
Cockpit auf globaler Ebene eingeführt, um die Kontrolle der Unter-
nehmensführung weiter zu stärken. Das neue System umfasst die
160 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Vorbeugen Erkennen Reagieren
Unternehmensstrategie Unternehmenswerte
Compliance Riskoanalyse- und monitoring
Management Verantwortung und Überwachung
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Evaluation und Dokumentation
Compliance Kommunikation – intern und extern
Verhaltenskodex
Direktiven, Policies
Prozesse und Kontrollen
Compliance Training/Beratung
Compliance Leistungskriterien
Whistleblower-System
Mitarbeitergespräche/-befragungen
Geschäftspartnerprüfung
Audit, Prüfungen
Datenanalysen
Compliance Untersuchung
Falldokumentation
Sanktionierung
Prozess-/Kontrollverbesserung
Remediation
Elemente des Lenzing Compliance Management System
Verbesserung des Whistleblower Tools und des Tools für Ge-
schenke und Bewirtung. Sowie die Einführung eines Tools zur Re-
gistrierung von Interessenkonflikten und eines Policy Managers für
den Erhalt, die Kenntnisnahme und Bestätigung von Policies.
Compliance Produktsicherheit
Zertifizierung nach ISO 9001
[MDR-A 68a, 68b]
Ein interner und externer Auditplan wird umgesetzt, um Verbesse-
rungsmöglichkeiten und Nichtkonformitäten zu identifizieren, die
Abhilfemaßnahmen erfordern. Diese sollen sicherstellen, dass das
Qualitätssicherungssystem von Lenzing die Product Safety Policy
angemessen unterstützt. Das Endziel besteht darin, eine gültige
Zertifizierung für die Lenzing Gruppe aufrechtzuerhalten.
[MDR-A 68c]
Im Jahr 2025 wurden fünf von neun Standorten geprüft, um sicher-
zustellen, dass alle relevanten Standorte bis 2027 geprüft werden,
und die ISO-Rezertifizierung der Lenzing Gruppe zu ermöglichen.
Externe Produktzertifizierungen
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Der interne Produkttestplan und die erforderlichen Rezertifizierun-
gen wurden umgesetzt, damit das Produktportfolio weiterhin den
externen Zertifizierungen und den damit verbundenen hohen Pro-
duktsicherheitsstandards entspricht. Im Jahr 2025 wurde die er-
neute Zertifizierung unserer Fasern nach dem OEKO-TEX
®
STAN-
DARD 100 abgeschlossen. Darüber hinaus wurde die Rezertifizie-
rung von 16 Produkten mit der Lebensmittelkontakt-Zertifizierung
von ISEGA abgeschlossen.
Geplante Maßnahmen
Globale Compliance Risikobewertung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing hat geplant, im Rahmen ihrer Monitoring-Maßnahmen
eine globale Bewertung der Compliance-Risiken durchzuführen.
Schwerpunkt der Bewertung sind die Prüfung bestehender Kon-
trollen und die Ermittlung tatsächlicher und potenzieller Compli-
ance-Risiken, sodass zielgerichtete Mitigationsmaßnahmen umge-
setzt werden. Die Maßnahmen erstrecken sich auf alle Gesell-
schaften, und die Bewertung dürfte in der ersten Jahreshälfte 2026
durchgeführt und abgeschlossen werden.
Aktualisierung Anti-Bestechungs- und Anti-
Korruptionsdirektive (ABC Direktive) und Anti-
Geldwäsche Direktive (AML)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2026 will Lenzing die ABC-Direktive und die AML-Direk-
tive aktualisieren. Lenzing plant das Compliance Management Sys-
tem zu stärken, indem Kernwerte eindeutig definiert werden und
sichergestellt ist, dass gegenüber bestehenden Risiken angemes-
sene Mitigationsmaßnahmen umgesetzt werden. Diese Direktiven
werden für alle Gesellschaften von Lenzing gelten und dürften An-
fang 2027 umgesetzt werden, sobald die globale Bewertung der
Compliance-Risiken abgeschlossen ist. Zudem soll die ABC-Direk-
tive in eine Policy umgewandelt werden.
Ziele
Informationen zum Ziel „Einbindung von Lieferanten“, das verbun-
den ist mit dem „Risiko der Nichteinhaltung der europäischen Lie-
ferkettenrichtlinie (CSDDD), wenn die internen Prozesse nicht um-
gesetzt werden“, finden Sie im Abschnitt „Ziele“ im Kapitel „S2 Ar-
beitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Kennzahlen
[ESRS G1-4]
Überwachung der Einhaltung der Vorschriften
[G1-4 24b, S1-17 103b]
Über das Whistleblower System gemeldete Bedenken werden in
der Abteilung „Legal, IP und Compliance“ erfasst. 125 Fälle wurden
über das Whistleblower System der Lenzing Gruppe und das
Whistleblower System von Lenzings Joint Venture LD Celulose in
Indianópolis (Brasilien) gemeldet (2024: 161 gemeldete Fälle).
Lenzing kann bekanntgeben, dass das Untersuchungsteam gemel-
dete Verstöße gegen ihre Grundsätze überprüft und bearbeitet und
gegebenenfalls angemessene Sanktionen verhängt hat.
[G1-4 24a]
2025 gab es keine Verurteilungen oder Geldstrafen aufgrund von
Gesetzen zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption (2024:
keine Verurteilungen oder Geldstrafen). Während des Berichtszeit-
raums gab es keine öffentlichen Klagen im Zusammenhang mit
Korruptionsfällen gegen das Unternehmen oder seine Mitarbei-
ter:innen.
Compliance Produktsicherheit
[unternehmensspezifisch]
Im Jahr 2025 wurden alle betroffenen Produkte erfolgreich rezer-
tifiziert, der Erfolg wurde anhand positiver externer Auditergeb-
nisse gemessen. Das Ergebnis des ISO 9001-Audits war positiv, es
wurden keine wesentlichen Nichtkonformitäten festgestellt.
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden nicht von einer ande-
ren externen Stelle als dem Wirtschaftsprüfer validiert.
161 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[ESRS G1-2 15a, 15b]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Nachhaltige Chemikalienbeschaffung
x Nachhaltige Beschaffung von Holz und Faserzellstoff
Innerhalb der Lenzing Gruppe wird der Einkauf von Holz, Zellstoff
und Chemikalien von drei verschiedenen Teams abgedeckt.
Lenzing ist bestrebt, Einkaufsrisiken wie größere Preisschwankun-
gen und Lieferengpässe durch verlässliche, langfristige Lieferbe-
ziehungen und aktives Lieferantenmanagement zu minimieren. Die
wichtigsten beschafften Materialien sind (in der Reihenfolge des
jährlichen Beschaffungsvolumens): Holz, Faserzellstoff, Natrium-
hydroxid, Schwefelsäure, Schwefel, Schwefelkohlenstoff, Schwe-
feldioxid und Magnesiumoxid.
Im Jahr 2025 (und 2024) wurden bei der Überprüfung der Risiko-
lieferanten keine Lenzing Lieferanten mit signifikanten tatsächli-
chen oder potenziellen negativen Umweltauswirkungen identifi-
ziert. Diese Feststellung basiert auf den folgenden Instrumenten
und Zertifizierungssystemen: EcoVadis, Together for Sustainability,
FSC
®
und PEFC.
Direktiven und Policies werden durch Einbindung von Lieferanten
umgesetzt. Lenzing ist bestrebt, als Branchenvorbild eine Füh-
rungsrolle im Hinblick auf ethische Unternehmensführung einzu-
nehmen, und erwartet dieselben Standards von ihren Geschäfts-
partnern. Weitere Informationen zum Verhaltenskodex für Liefe-
ranten finden Sie im Abschnitt „Policies“ in diesem Kapitel.
[MDR-M 77 b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen
Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Nachhaltige
Chemikalienbeschaffung
Einbindung von Lieferanten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Mit dem aktuellen Ziel der Einbindung von Lieferanten wird ange-
strebt, die wichtigsten Chemikalienlieferanten fortlaufend einzube-
ziehen. Daher hat Lenzing mit den wichtigsten Chemikalienliefe-
ranten Vereinbarungen einschließlich Nachhaltigkeitsklauseln un-
terzeichnet. Zu den Bedingungen zählen unter anderem die Fest-
legung von Reduktionszielen für Treibhausgase (THG), die von der
Science Based Targets initiative (SBTi) genehmigt wurden, die Be-
reitstellung von Informationen über den CO
2
-Fußabdruck von Pro-
dukten sowie über die Wasserknappheit an den Produktionsstan-
dorten, von denen Lenzing Produkte bezieht.
Lieferantenmanagement über EcoVadis
[unternehmensspezifisch]
Anzahl der EcoVadis bewerteten Lieferanten
2025 
2024 
2023 
2022 
2021 
2020 
2019 
2018 
2017 
Den Prozentsatz der Gesamtausgaben, der durch Audits abge-
deckt ist, finden Sie im Abschnitt „Ziele“ im Kapitel „S2-Arbeits-
kräfte in der Wertschöpfungskette“.
Lenzing arbeitet ausschließlich mit EcoVadis-bewerteten Lieferan-
ten zusammen, die eine Mindestpunktzahl von 50 Punkten errei-
chen. Weitere Informationen zu EcoVadis sowie zum durchschnitt-
lichen EcoVadis-Rating der Lieferanten von Lenzing finden Sie in
den Abschnitten „Maßnahmen“ und „Kennzahlen“ im Kapitel „S2
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Regionale Herkunft
[unternehmensspezifisch]
Regionale Herkunft
a
von Chemikalien
2025 2024
Regionale Herkunft  
Keine regionale Herkunft  
a) Regional ist definiert als das gleiche Land und die benachbarten Länder, in denen
sich die wesentlichen Betriebsstätten befinden. Zu den wesentlichen Betriebsstätten
zählen alle Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe.
Im Jahr 2025 wurden 80 Prozent aller Chemikalien (in flüssigen
metrischen Tonnen) von 33 Lieferanten geliefert (2024: 36). Die
Beziehungen zu diesen Lieferanten sind im Allgemeinen sehr stabil.
Beschaffung
162 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachhaltige Beschaffung von Holz
und Faserzellstoff
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing.
Die Lenzing Gruppe übernimmt Verantwortung, indem sie kontinu-
ierlich auf nachhaltige Beschaffung setzt. Die Beschaffung stützt
sich auf Zertifikate sowie auf einen verantwortungsvollen und
hocheffizienten Einsatz dieser wertvollen Ressourcen.
Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff aus naturnahen Wäldern
sowie aus Plantagen, wie sie von der Ernährungs- und Landwirt-
schaftsorganisation der Vereinten Nationen
33 , 34
(FAO) definiert
werden. Zu den naturnahen Wäldern gehören natürlich nachwach-
sende und angepflanzte Wälder mit einer ähnlichen Artenzusam-
mensetzung wie die natürlichen Wälder in dem betreffenden Ge-
biet. Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff nicht aus Urwäldern,
natürlichen Wäldern sowie ursprünglichen und gefährdeten Wäl-
dern.
Bei einem geschätzten Faserzellstoffertrag aus Holz von 40 Prozent
lässt sich grob abschätzen, dass der gesamte Holzeinsatz für die Pro-
duktion von regenerierten Cellulosefasern der Lenzing Gruppe etwa 2,5
Mio. Tonnen (Trockenmasse) beträgt. Dieser setzt sich aus dem Bedarf
für die Eigenproduktion und den zugekauftem Faserzellstoff zusammen.
Beschaffungsquellen für Faserzellstoff
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing Fa-
serzellstoff am Weltmarkt zu – meist im Rahmen langfristiger Lie-
ferverträge. Eine Liste der Zellstofflieferanten von Lenzing finden
Sie auf der Website von Lenzing.
Holzbeschaffung
Lenzing betreibt drei Zellstoffwerke, in denen Holz zu Faserzellstoff
verarbeitet wird. Die regionale Holzversorgung ist für Lenzing
wichtig, weil sie eine Maßnahme zur Verringerung der THG-Emis-
sionen durch den Transport darstellt.
Regionale Holzversorgung in Europa
[unternehmensspezifisch]
Lenzing ist bestrebt, das Holz für ihre Zellstoffwerke in Europa so
lokal wie möglich zu beschaffen. Am Standort Lenzing (Österreich)
werden hauptsächlich Buche sowie kleine Mengen von anderen
Harthölzern und Fichte verarbeitet. Die Anlage in Paskov (Tsche-
chische Republik) verwendet dagegen meist Fichte.
33
Carle, J., and Holmgren, P. (2003). Working Paper 79. Definitions Related to Planted
Forests. In: Food and Agriculture Organization of the United Nations (2003). Forest
Resources Assessment Program Working paper series. Verfügbar unter:
https://www.fao.org/forestry-fao/25853-
0d4f50dd8626f4bd6248009fc68f892fb.pdf
Der Anteil regionalen Holzes
35
am Standort Lenzing (Österreich)
betrug im Jahr 2025 98,8 Prozent (2024: 97,1 Prozent). Am Stand-
ort Paskov (Tschechische Republik) befindet sich der Anteil der re-
gionalen Versorgung seit 2019 konstant bei 100 Prozent. Die zu-
grundeliegenden Zahlen sind dem „Anhang“ zu entnehmen.
Regionale Holzversorgung in Brasilien
Das Zellstoffwerk in Indianópolis (Brasilien), ein Joint Venture mit
Dexco namens LD Celulose, nutzt Eukalyptus aus seinen eigenen
Plantagen. Diese Plantagen arbeiten vollständig in Übereinstim-
mung mit den Richtlinien und hohen Standards der Lenzing Gruppe
für die Beschaffung von Holz und Zellstoff sowie nach den Anfor-
derungen der führenden Zertifizierungssysteme.
Die Plantagen befinden sich in Triângulo Mineiro im Bundesstaat
Minas Gerais. Das in die LD Celulose Plantation Unit umgewan-
delte Gebiet war seit den 1970er-Jahren für die Viehzucht und in-
tensive Landwirtschaft, aber auch für den Eukalyptusanbau ge-
nutzt worden. Die Plantagen sind über 800 km von der Region ent-
fernt, in der der Amazonas-Regenwald liegt.
Weitere Informationen zu den Plantagen von Lenzing in Brasilien
finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ des Kapitels „E4 Biologische
Vielfalt und Ökosysteme“.
34
Terms and Definitions, FRA 2020, FAO, 2018
https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/531a9e1b-596d-4b07-
b9fd-3103fb4d0e72/content
35
Die regionale Holzversorgung erfolgt aus dem Land, in dem die Faserzellstoffanlage
steht, sowie aus Nachbarländern, von denen das Holz direkt, ohne
Grenzüberschreitung dritter Länder, bezogen werden kann.
163 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
0
20
40
60
80
100
2025 2024 2023
2025 2024 2023
0
20
40
60
80
100
Andere Länder
Slowenien
Ungarn
Deutschland
Österreich
Slowakei
Zellstofffabrik Lenzing
Tschechische Republik
Deutschland
Tschechische Republik
Slowakei
Polen
Österreich
Zellstofffabrik Paskov
Holzbeschaffung für Lenzings Faserzellstoffwerke
in Europa
Buche und Fichte nach Ländern. Der regionale Anteil der Holzversorgung erfolgt
aus dem Land, in dem die Faserzellstoffanlage steht, sowie aus Nachbarländern,
von denen das Holz direkt, ohne Grenzüberschreitung dritter Länder, bezogen
werden kann. „Andere Länder“ für den Standort Lenzing sind Frankreich,
die Schweiz, Kroatien und Polen.
Due Diligence in Bezug auf Holz und Zellstoff
Die Due Diligence von Lenzing bei der Beschaffung von Holz und
Zellstoff setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:
●
Policies – Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für
Lieferanten
●
Lieferantenbewertung
●
Zertifizierungen und unabhängige Bewertungen – FSC
®
,
PEFC und Canopy
Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für
Lieferanten
Die Policy für Holz und Zellstoff und der Verhaltenskodex für Liefe-
ranten von Lenzing gelten für alle Holzeinkaufsaktivitäten und wer-
den potenziellen Lieferanten vor Beginn einer Geschäftsbeziehung
vorgelegt. Nur wenn diese Bedingungen akzeptiert werden, kann
ein Betrieb an Lenzing liefern. Weitere Informationen zum Verhal-
tenskodex für Lieferanten finden Sie im Abschnitt „Policies“ dieses
Kapitels. Die Policy für Holz und Zellstoff finden Sie im Abschnitt
„Policies“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
Lieferantenbewertung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die wichtigsten Lieferanten für Holz und Faserzellstoff werden im
Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Die wichtigsten Liefe-
ranten für Lenzing sind meist jene mit bestimmter Größe und be-
stimmtem Volumen.
Lenzing führt regelmäßige Audits und Nachhaltigkeitsbewertun-
gen neuer und bestehender Lieferanten durch, auch im Hinblick
auf die Einhaltung der Umwelt- und Sicherheitsstandards. Die Lie-
feranten werden mit Unterstützung externer Sachverständiger re-
gelmäßig befragt und bewertet, bevor eine abschließende Bewer-
tung erfolgt. Die Ergebnisse fließen in das allgemeine Lieferanten-
rating ein und fungieren als grundlegendes Kriterium für eine lang-
fristige Zusammenarbeit mit einem Lieferanten.
Zellstofflieferanten
werden anhand eines Due-Diligence-Prozesses
bewertet, der den Kriterien für FSC
®
Controlled Wood folgt. Dieser
beinhaltet die jährliche Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der
Zellstofflieferanten anhand eines umfassenden Fragebogens, der u.
a. Aspekte wie Beschaffungsstandards, Liefergebiete, Nachver-
folgbarkeit der Lieferkette und THG-Emissionen abdeckt. Die Er-
gebnisse der Umfrage werden genutzt, um die wichtigsten Nach-
haltigkeitsthemen zu identifizieren und die zukünftigen Aktivitäten
von Lenzing zur Einbindung von Lieferanten zu steuern. Alle Faser-
zellstofflieferanten sind nach den führenden Waldzertifizierungs-
systemen zertifiziert und beliefern Lenzing mit zertifiziertem oder
kontrolliertem Faserzellstoff.
Alle
Holzlieferanten –
insgesamt etwa 700 Lieferanten (2024: über
600 Lieferanten), davon die Hälfte in Privatbesitz - werden in allen
Beschaffungsländern einmal jährlich bewertet. Dabei wird ein Be-
wertungssystem verwendet, das den Kriterien von FSC
®
Control-
led Wood and PEFC Controlled Sources folgt.
36
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
Zertifizierungen – FSC
®
, PEFC und Canopy
[unternehmensspezifisch]
LENZING VON CANOPY AUF PLATZ 1
EINGESTUFT
# 1 weltweit: Beim Hot Button Ranking von Canopy wird Lenzing mit
dem „Dark Green Shirt“ ausgezeichnet. Das Hot Button Ranking ist eine
führende Branchenbewertung der Nachhaltigkeitsleistung der weltwei-
ten Faserzellstoff- und Faserhersteller, in deren Rahmen auch die
Walderhaltung, die Transparenz der Lieferkette und Innovation bewertet
werden. Canopy gab Lenzing beeindruckende 34,5 von 40 Punkten,
was zeigt, dass wir in Sachen Beschaffung, Naturschutz und Lösungen
der nächsten Generation führend sind.
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
100 Prozent des von Lenzing verwendeten Holzes und der verwen-
deten Faserzellstoffe sind entweder kontinuierlich FSC
®
- oder
PEFC-zertifiziert oder werden entsprechend dieser Standards kon-
trolliert.
36
Holz mit einem PEFC-Zertifikat erhält auch den Status
FSC
®
Controlled Wood. Der Zertifizierungsstatus ist aus der Abbil-
dung „Zertifizierungsstatus“ ersichtlich. „Zertifiziert“ ist die Summe
aus „FSC
®
Mix Credit“ und „PEFC“. Dies stellt die Menge an Faser-
zellstoff dar, die zur Herstellung von Fasern mit dem entsprechen-
den „Chain of Custody“-Zertifikat zur Verfügung steht.
Aufgrund der „Chain of Custody“-Zertifizierungen (CoC) von
Lenzing können die Kunden Zertifikate für ihre Produkte erhalten.
Die Chain of Custody dokumentiert den Fluss von Materialien vom
Wald über alle Stufen der Lieferkette bis hin zum Endprodukt. Alle
Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind FSC
®
-CoC-zertifi-
ziert. Die „multi-site“ PEFC-CoC-Zertifizierung deckt derzeit fünf
Standorte ab: Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechische Repub-
lik), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China) und Mobile (USA).
Die PEFC-Zertifizierung wird hauptsächlich für Holz aus Mitteleu-
ropa verwendet. Die FSC
®
-Zertifizierung von Wäldern ist in dieser
Region nicht weit verbreitet. Daher ist der Großteil des bezogenen
Holzes zurzeit PEFC-zertifiziert und erhält nach einem Due-Dili-
gence-Prozess an den Lenzing Standorten den Status FSC
®
Con-
trolled Wood. Folglich ist das gesamte beschaffte Holz in der
Lenzing Gruppe entweder durch das FSC
®
-Zertifizierungssystem
164 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zertifizierungsstatus
Zertifizierungsstatus des gesamten Holzbedarfs an den Produktionsstandorten
von Lenzing, direkt und in Form von zugekauftem Faserzellstoff.
Basis: verwendeter Faserzellstoff nach Gewicht.
21 %
FSC
®
Controlled Wood
42 %
FSC
®
Mix
Credit
37 %
0 %
Nicht zertifiziert
PEFC
zertifiziert oder wird dadurch kontrolliert. Forstbetriebe sind in Mit-
teleuropa in der Regel nicht sehr groß. Viele kleine Waldbesitzer,
für die die Forstwirtschaft ein Zusatzeinkommen darstellt, nehmen
nicht an Zertifizierungsverfahren teil. Daher muss Lenzing hin und
wieder verlässliche, aber begrenzte Mengen an solchem Holz be-
schaffen, das nicht nach FSC
®
oder PEFC zertifiziert ist. Diese Art
von Holz wird jedoch gemäß diesen Standards kontrolliert und
zählt als kontrolliertes Holz. Außerdem sorgen die strengen Forst-
wirtschaftsgesetze und deren Durchsetzung in Mitteleuropa dafür,
dass alle Waldbesitzer nachhaltig wirtschaften müssen.
Faserzellstofflieferanten können mehr als ein forstbezogenes Zer-
tifikat besitzen. Die meisten der in Nordamerika ansässigen Faser-
zellstofflieferanten tragen auch das Zertifikat der Sustainable Fo-
rest Initiative (SFI), die ebenfalls ein nationales Mitglied des globa-
len PEFC-Zertifizierungssystems ist und von diesem voll anerkannt
wird.
Ausführliche Erklärungen zu den Zertifikaten, zu kontrolliertem
Holz und zum internen Due-Diligence-System finden Sie im aktu-
ellen Fokuspapier „Wood and pulp“.
165 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Zahlen und Informationen in diesem Kapitel beziehen sich auf die Lenzing AG gemäß § 243b UGB und somit nur auf den Standort
Lenzing (Österreich).
Lenzing Aktiengesellschaft – Sicherheit
Arbeitsunfälle Mitarbeiter:innen in Lenzing (Österreich) pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)
 
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
Arbeitsunfälle der nicht-angestellten Beschäftigten in Lenzing (Österreich) pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle 
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
Arbeitsbedingte Todesfälle (Österreich)
Im Geschäftsjahr 2025 wurden in der Lenzing AG keine arbeitsbedingten Todesfälle gemeldet.
Die fünf häufigsten Verletzungsarten (Österreich)
Fünf häufigsten Verletzungsarten Lenzing (Österreich)
2025 2024
BeiMitarbeiterinnen Prellungen  Schnittverletzungen 
Schnittverletzungen  Prellungen 
Verätzungen  Verätzungen 
Zerrungen  Schürfwunden 
Knochenbrüche  Knochenbrüche
Beinicht-angestelltenBeschäftigten Schnittverletzungen Schnittverletzungen
Fremdkörper Prellungen
Verätzungen Verätzungen
Zerrungen Schürfwunden
Prellungen Fremdkörper
Elektrische
Verbrennungen/
Stromschläge
Knochenbrüche
Dislokationen
Zusätzliche Informationen gemäß § 243b UGB
166 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing Aktiengesellschaft – Belegschaft
Belegschaft 2025
Lenzing Aktiengesellschaft: Personalstand pro Kopf zum 31. Dezember 2025.
Belegschaft 2025 - Lenzing (Österreich)
Lenzing Aktiengesellschaft: Personalstand zum 31. Dezember;
nur Mitarbeiter:innen (mit Lehrlingen, ohne Leiharbeiter:innen)
2025 2024
Gesamtpersonalstand zum 31.12.  
Frauenanteil  
Anteil der über 50-Jährigen  
Anteil der Nicht-Österreicher:innen
Lehrlinge  
Fremdfirmenmitarbeiter:innen  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Vollzeitverträgen  
Davon Frauen  
Davon Männer  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Teilzeitverträgen  
Davon Frauen  
Davon Männer  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Kollektivverträgen  
Mitarbeiter:innen mit Behinderungen  
Fluktuationsrate 
Mögliche Korruptionsdelikte oder Verstöße gegen das Kartellrecht
Gegen die Lenzing AG wurden 2025 keine behördlichen Maßnahmen im Hinblick auf mögliche Korruptionsdelikte ergriffen bzw. rechtli-
che Ansprüche geltend gemacht.
Umweltbelange
Zahlen zu Umweltbelangen werden nicht separat ausgewiesen, da diese Themen gruppenweit koordiniert werden und Wettbewerbs-
gründe dem entgegenstehen. Das Fehlen dieser Informationen ist jedoch für ein angemessenes und ausgewogenes Verhältnis der Ent-
wicklung, Leistung, Position und Auswirkung dieser Aktivitäten nicht relevant.
167 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Beschaffung
Holz- und Faserzellstoff-Beschaffung
Holzbeschaffung für die firmeneigenen
Faserzellstoffwerke in Lenzing (Österreich) und Paskov
(Tschechische Republik)
Buche und Fichte nach Ländern
Regional – eigenes Land und direkte Nachbarländer
Holzbeschaffung für Lenzing (Österreich)
Land 2025 2024
Österreich  
Deutschland  
Tschechische Republik  
Slowakei  
Ungarn  
Slowenien  
Summe regional 98,85 % 97,17 %
Polen  
Frankreich  
Schweiz  
Kroatien  
Restliche Länder 1,15 % 2,83 %
Summe 100,00 % 100,00 %
Holzbeschaffung für Paskov (Tschechische Republik)
Land 2025 2024
Tschechische Republik  
Slowakei  
Polen  
Österreich  
Deutschland  
Summe regional 100,00 % 100,00 %
Zertifizierungsstatus in der Lenzing Gruppe
Zertifizierungsstatus des gesamten Holz-inputs an den Lenzing Fa-
serproduktionsstandorten des eigenen und zugekauften Faserzell-
stoffs. Basis: Faserzellstoff nach Gewicht. Alle PEFC-zertifizierten
oder kontrollierten Quellen sind auch FSC
®
-kontrolliert.
37
Zertifizierungsstatus in der Lenzing Gruppe, 2024–2025
2025 2024
PEFC  
FSC
®
100 %  
FSC
®
Mix  
FSC
®
Controlled Wood  
Ohne Zertifizierung  
Summe 100,00 % 100,00 %
Die wichtigsten Holzarten von Lenzing in 2025
Die wichtigsten Holzarten von Lenzing
Holzbeschaffungsregion Europa Südafrika Nordamerika Südamerika
Holzarten (die wichtigsten) BucheFichteEscheBirke
Pappeln
Eukalyptus KieferEscheEspeAhorn
TanneHemlocktannen
Eukalyptus
37
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
Ergänzende freiwillige Informationen zu den Kapiteln
168 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte
[E4 ESRS 2 SBM-3 – nicht wesentlich nach ESRS]
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte
Standort
Name des Gebietes mit
schutzbedürftiger
Biodiversität
Art des Gebietes mit
schutzbedürftiger Biodiversität
(Wasser/Feuchtgebiet/Terrestri
sch)
Distanz
in km
Typ/Kategorisierung des Gebietes mit schutzbedürftiger
Biodiversität
Lage des Gebietes mit
schutzbedürftiger Biodiversität in
Koordinaten (nächstgelegener
Punkt)
zuständige Behörde
Standort: Lenzing Fibers Grimsby Ltd., Grimsby, Vereinigtes Königreich
Lat.: 53,591351, Lon.: –0,133550;
Fläche des Standorts: 13,5 ha
Grimsby LincolnshireWolds
NationalLandscapeArea
ofOutstandingNatural
Beauty
terrestrisch AreaofOutstandingNaturalBeauty(AONBs)
IUCNManagementCategoryV
– EastYorkshireandNorthern
LincolnshireExtra-RegioLincolnshire
EnvironmentAgency
Grimsby HumberEstuarySpecial
AreaofConservation
(SAC)andaSpecial
ProtectionArea(SPA)
Wasser/Maritim IUCNManagementCategoryV
KeyBiodiversityArea(KBA)
RamsarSiteWetlandofInternationalImportance
(Nr )
SiteofSpecialScientificInterest
MarineProtectedArea(OSPAR)
EmeraldNetworkSiteUK
(formerNaturasiteUKundUK)
OutstraysManagedRealignmentScheme(OMRS)–
SchaffungvonLebensräumen(gesteuerteNeuausrichtung)
– EastYorkshireandNorthern
LincolnshireExtra-RegioLincolnshire
EnvironmentAgency
Grimsby LaughtonForest terrestrisch  KeyBiodiversityArea(KBA) – ForestryEngland
Grimsby LincolnshireCoronation
Coast
Wasser  NationalNatureReserve(NNR)
IUCNManagementCategoryIV
 NaturalEngland
Grimsby Bradley&DixonWoods terrestrisch LocalNatureReserve
IUCNManagementCategoryIV
– NaturalEngland
Grimsby WeelsbyWoodsPark terrestrisch LocalNatureReserve
IUCNManagementCategoryIV
– NaturalEngland
Standort: Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz, Österreich
Lat.: 46,968158, Lon.: 16,256086
Fläche des Standorts: 27,15 ha
Heiligenkreuz LafnitzFlussAustria Wasser  Natura(AT)  AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtAgrarwesen
Natur-undKlimaschutz
Heiligenkreuz NaturparkRaab terrestrisch  IUCNManagementCategoryV
EEAEuropeanProtectedSite
NaturePark
 AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtNatur-und
UmweltschutzAmtd
SteiermärkischenLandesregierung
ReferatNaturschutz
Heiligenkreuz Lafnitztal Wasserterrestrisch  Natura(AT)
Ramsarsite(nr )
 AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtAgrarwesen
Natur-undKlimaschutzAmtd
SteiermärkischenLandesregierung
ReferatNaturschutz
169 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Standort: Lenzing, Österreich
Lat.: 47,978798, Lon.: 13,616135
Fläche des Standorts: 153,4 ha
Lenzing Mond-undAttersee Wasser Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing UntereTraun Wasser  Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
KeyBiodiversityArea(KBA)
SpecialProtectionArea(BirdsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing GerlhamerMoor Feuchtgebiet Natura(AT)
IUCNManagementCategoryIV
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
EEAEuropeanProtectedSite
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing NaturparkAttersee-
Traunsee
terrestrisch  IUCNManagementCategoryV
Naturpark
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing ReinthalerMoos Feuchtgebiet  Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Standort: Lenzing Fibers Inc., Axis, USA
Lat.: 30,960825, Lon.: –88,025558
Fläche des Standorts: 65,97 ha
Mobile UpperDeltaWildlife
ManagementArea
Wasser IUCNManagementCategoryV
WildlifeManagementArea
– AlabamaDepartmentofConservation
andNaturalResources(ADCNR)
DivisionofWildlife&Freshwater
Fisheries
Standort: Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China
Lat.: 32,283358, Lon.: 118,875262
Fläche des Standorts: 34,86 ha
Nanjing Lanbowan–QiliheWetland Feuchtgebiet  KeyBiodiversityArea(KBA) 
Standort: Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechische Republik
Lat.: 49,718049, Lon.: 18,294587
Fläche des Standorts: 211,96 ha
Paskov ŘekaOstravice
Českárepublika
Wasser Natura(CZ)
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředíazemědělství
Paskov PaskovPPPřírodní
památkaPaskov
Českárepublika
terrestrisch Natura(CZ)  KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředíazemědělství
Paskov KorytořekyOstravice Wasser IUCNManagementCategoryIII
NatureMonument
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředía
zemědělstvíMinisteriumfürUmwelt
derTschechischenRepublik
Paskov MokřaduRondelu- Feuchtgebiet  Natura(CZ)
IUCNManagementCategoryIII
NatureMonument
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje
Paskov Poodří(CZ) Wasserterrestrisch  Natura(CZ)
ProtectedLandscapeArea
IUCNManagementCategoryV
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
SpecialProtectionArea(BirdsDirective)
KeyBiodiversityArea(KBA)
 AOPKČR-RPSCHKOPoodří
170 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Standort: LD Celulose S.A, Indianópolis, Brasilien
Lat.: –18,836333, Lon.: –47,917333
Fläche des Standorts: 150 (mill area) ha
90.200 ha (Plantge)
LD Celulose S.A,
Indianópolis
LDCeluloseSA
Indianópolis(innerhalbder
Plantage)
Wasser  HighconservationvalueareawithinLDCplantations –– LDCeluloseSA
LD Celulose S.A,
Indianópolis
PáuFuradoState
Park/ParqueEstadualdo
PauFurado
Wasserterrestrisch  IUCNManagementCategoryII –– InstitutoEstadualDeFlorestasDe
MinasGerais-MgSecretariade
BiodiversidadeeFlorestasMinistério
doMeioAmbiente
171 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Abfälle
[E5-5 37, 39 – nicht wesentlich nach ESRS]
Abfälle
(Tonnen) 2025 2024
Gesamter Abfall 155.540 163.983
Gesamtabfall von der Beseitigung abgezweigt  
Gefährliche Abfälle, die nicht zur Beseitigung gehen  
Vorbereitung gefährlicher Abfälle zur Wiederverwendung
Recycling von gefährlichen Abfällen  
Gefährliche Abfälle andere Verwertungsverfahren
Ungefährliche Abfälle, die nicht zur Beseitigung gehen  
Vorbereitung nicht gefährlicher Abfälle zur Wiederverwendung
Recycling ungefährlicher Abfälle  
Ungefährliche Abfälle sonstige Verwertung
Gesamtabfall zur Beseitigung  
Gefährliche Abfälle zur Beseitigung  
Sondermüllverbrennung  
Sondermülldeponie  
Gefährliche Abfälle andere Beseitigungsmöglichkeiten  
Ungefährliche Abfälle zur Beseitigung  
Verbrennung von ungefährlichen Abfällen  
Deponie für ungefährliche Abfälle  
Nicht gefährliche Abfälle sonstige Beseitigungsverfahren  
Prozentsatz nicht recycelter Abfälle  
Gesamtmenge der nicht recycelten Abfällen  
Gesamtmenge gefährlicher Abfälle  
Arbeitskräfte des Unternehmens
Tarifverhandlungen und sozialer Dialog
[S1-8 – nicht wesentlich nach ESRS]
Lenzing hält sich in allen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, an die lokalen Arbeitsstandards. Kollektivverträge decken 80,3 Pro-
zent (2024: 79,9 Prozent) der weltweiten Belegschaft der Lenzing Gruppe ab. Für 99,7 Prozent (2024: 99,6 Prozent) der Mitarbeiter:innen
gelten arbeitsrechtlich oder kollektivvertraglich geregelte Kündigungsfristen.
Weitere Informationen über Lenzings sozialen Dialog finden Sie im Abschnitt „Betriebsrat/sozialer Dialog“ im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des
Unternehmens“.
Angemessene Entlohnung
[S1-10 – nicht wesentlich nach ESRS]
Nach dem Vergleich der Mitarbeitergehälter mit den entsprechenden Benchmarks ist festzustellen, dass alle Mitarbeiter:innen von Lenzing
angemessen entlohnt werden. 100 Prozent von Lenzings Mitarbeiter:innen wurden in die Analyse einbezogen.
172 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Verdienstgefälle zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten – Aufschlüsselung
[S1-16 98]
Verdienstgefälle zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten
Arbeiter:innen Angestellte
Summe Berufseinsteiger Berufserfahren Klerikal
leitende
Angestellte/
Berufseinsteiger
Mittleres
Management/
Berufserfahrene Geschäftsleitung
Lenzing Gruppe
(Produktionstätten und
Verkaufbüros) 
Produktionsstätten
Lenzing (Österreich)       
Heiligenkreuz (Österreich)    –   nurmännlich
Paskov (Tschechische Republik)  –  nurweiblich   nurweiblich
Grimsby (Großbritannien) –  –  –  nurweiblich
Mobile (USA) – –
keine
Mitarbeiterinnen –   nurmännlich
Indianópolis (Brasilien)       nurmännlich
Purwakarta (Indonesien) – –
keine
Mitarbeiterinnen
keine
Mitarbeiter
innen
 – nurmännlich
Prachinburi (Thailand) – – –    nurmännlich
Nanjing (China)   nurmännlich nurweiblich  – nurmännlich
Legende
Einstufung Angestellte
1-3 Klerikal
3a-4a, M1, M2 leitendeAngestellte/Berufseinsteiger
5-6, M3 MittleresManagement/Berufserfahrene
6A - 7a Geschäftsleitung
Einstufung Arbeiter:innen
1-12, L1-L4, K2-K5
incl. K4A, K4B
Berufseinsteiger
13-17, F2, K6-K7-
K8, 3a-4a
Berufserfahren
Die fünf häufigsten Verletzungsarten
Die fünf häufigsten Verletzungsarten
2025 2024
BeiMitarbeiterinnen Schnittverletzungen  Schnittverletzungen 
Prellungen  Prellungen 
Schürfwunden  Schürfwunden 
Zerrungen  Stichwunden 
Verätzungen  Verätzungen 
Beinicht-angestelltenBeschäftigten Schnittverletzungen  Schnittverletzungen 
Prellungen Prellungen 
Verätzungen Verätzungen 
Fremdkörper Schürfwunden 
Verbrennungen Fremdkörper
Dislokationen
173 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nationalitäten innerhalb der Lenzing Gruppe
Verschiedene Nationalitäten innerhalb der Lenzing Gruppe 2025
Nationalität Frauen Männer Summe
Afghanistan
Albanien
Argentinien
Österreich   
Belgien
Bolivien
Bosnien und Herzegowina  
Brasilien   
Bulgarien
Kanada
China   
Kolumbien
Kroatien  
Tschechische Republik   
Niederländische Antillen
Ägypten
Frankreich
Georgien
Deutschland   
Hongkong
Ungarn  
Indien  
Indonesien   
Italien
Kirgisistan
Kosovo 
Malaysia
Nordmazedonien
Mexiko
Montenegro
Niederlande
Nigerien
Paskistan
Polen
Portugal
Rumänien  
Russland
Serbien
Singapur
Slowenien
Slowakei 
Somalia
Südafrika
Südkorea
Spanien
Schweiz
Syrien
Tadschikistan
Taiwan
Thailand   
Tü r ke i   
Ukraine
Großbritannien   
USA   
Vietnam
Keine Nation
Summe 1.439 6.690 8.129
174 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Tabelle zur Einhaltung des NaDiVeG
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/nadiveg.html
TCFD Index
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/tcfd.html
TNFD Index
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/tnfd.html
175 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
176 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wir haben die Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit der
nichtfinanziellen Erklärung gemäß §§ 243b und 267a UGB (im Fol-
genden „nichtfinanzielle Berichterstattung“) für das Geschäftsjahr
2025 der
Lenzing Aktiengesellschaft,
Lenzing
(im Folgenden auch kurz „Lenzing“ oder „Gesellschaft“ genannt),
durchgeführt.
Zusammenfassende Beurteilung mit begrenzter
Zusicherung
Auf Grundlage unserer durchgeführten Prüfungshandlungen und
der von uns erlangten Nachweise sind uns keine Sachverhalte be-
kanntgeworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass die
konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung der Gesellschaft (im Fol-
genden „nichtfinanzielle Berichterstattung“) nicht in allen wesentli-
chen Belangen in Übereinstimmung mit:
x den gesetzlichen Vorschriften des Nachhaltigkeits- und
Diversitätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB),
x den Vorschriften gemäß Art. 8 der Taxonomie-Verordnung
(EU) 2020/852 (in der Folge EU-Taxonomie-VO), und
x den Vorschriften der Delegierten Verordnung (EU)
2023/2772 (im Folgenden „ESRS“), sowie
x der Durchführung des Verfahrens zur Ermittlung von Infor-
mationen, über die nach den ESRS zu berichten ist (in der
Folge „Verfahren zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse“),
und dessen Darstellung in der Angabe „Doppelte Wesent-
lichkeitsanalyse“
in der jeweils geltenden Fassung aufgestellt wurde.
Grundlage für die zusammenfassende
Beurteilung
Wir haben unsere Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung
unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen und der österrei-
chischen berufsüblichen Grundsätze zu sonstigen Prüfungen so-
wie des für derartige Aufträge geltenden International Standard on
Assurance Engagements (ISAE 3000 (Revised)) durchgeführt. Bei
einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die
durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung
zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich,
so dass dementsprechend eine geringere Prüfungssicherheit ge-
wonnen wird.
Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Standards
sind im Abschnitt „Ve
rantwortung des Prüfers der nichtfinanziellen
Berichterstattung“ unseres Zusicherungsvermerks weitergehend
beschrieben.
Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den ös-
terreichischen berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben un-
sere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit die-
sen Anforderungen erfüllt.
Unser Prüfungsbetrieb unterliegt den Bestimmungen der KSW-
PRL 2022, die im Wesentlichen den Anforderungen gemäß ISQM
1 entspricht, und wendet ein umfassendes Qualitätsmanagement-
system an, einschließlich dokumentierter Richtlinien und Verfahren
zur Einhaltung ethischer Anforderungen, professioneller Standards
sowie geltender gesetzlicher und regulatorischer Anforderungen.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Zu-
sicherungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend
und geeignet sind, um als Grundlage für unsere zusammenfas-
sende Beurteilung zu diesem Datum zu dienen.
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen ver-
antwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informati-
onen im „Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025“ ausgenom-
men der nichtfinanziellen Berichterstattung und unseren Zusiche-
rungsvermerk.
Unsere zusammenfassende Beurteilung über die nichtfinanzielle
Berichterstattung erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informa-
tionen, und wir werden dazu keine Art der Zusicherung geben. Im
Zusammenhang mit unserer Prüfung mit begrenzter Sicherheit der
nichtfinanziellen Berichterstattung haben wir die Verantwortlich-
keit, diese sonstigen Informationen zu lesen, sobald sie vorhanden
sind, und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen we-
sentliche Uns
timmigkeiten zur nichtfinanziellen Berichterstattung
oder zu unseren bei der Prüfung mit begrenzter Sicherheit erlang-
ten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt er-
scheinen. Falls wir auf der Grundlage der von uns durchgeführten
Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Dar-
stellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflich-
tet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusam-
menhang nichts zu berichten.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der
Gesellschaft
Die gesetzlichen Vertreter sind für die Aufstellung einer nichtfinan-
ziellen Berichterstattung einschließlich der Entwicklung und
Durchführung des Verfahrens zur Wesentlichkeitsanalyse gemäß
den geltenden Anforderungen und Standards verantwortlich.
Diese Verantwortlichkeit umfasst:
x die Identifizierung der tatsächlichen und potenziellen Aus-
wirkungen sowie der Risiken und Chancen im Zusammen-
hang mit Nachhaltigkeitsaspekten und die Beurteilung der
Wesentlichkeit dieser Auswirkungen, Risiken und Chancen,
Zusicherungsvermerk über die unabhängige Prüfung der
nichtfinanziellen Berichterstattung gemäß §§ 243b und
267a UGB
177 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
x die Aufstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung unter
Einhaltung der Anforderungen des Nachhaltigkeits- und
Diversitätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB),
einschließlich der Übereinstimmung mit den ESRS,
x die Aufnahme von Angaben in die nichtfinanzielle Bericht-
erstattung in Übereinstimmung mit der EU-Taxonomie-VO,
sowie
x die Gestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung in-
terner Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als relevant
erachten, um die Aufstellung einer nichtfinanziellen Bericht-
erstattung, die frei von wesentlichen falschen Darstellungen
aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und
die Durchführung des Verfahrens zur Wesentlichkeitsana-
lyse in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ESRS
zu ermöglichen.
Diese Verantwortlichkeit umfasst weiters die Auswahl und Anwen-
dung geeigneter Methoden zur nichtfinanziellen Berichterstattung
sowie das Treffen von Annahmen und Schätzungen zu einzelnen
Nachhaltigkeitsangaben, die unter den gegebenen Umständen an-
gemessen sind.
Inhärente Einschränkungen bei der Erstellung
der nichtfinanziellen Berichterstattung
Bei der Berichterstattung über zukunftsgerichtete Informationen ist
die Gesellschaft verpflichtet, diese zukunftsgerichteten Informati-
onen auf der Grundlage offengelegter Annahmen über Ereignisse,
die in der Zukunft eintreten könnten, sowie möglicher zukünftiger
Maßnahmen der Gesellschaft zu erstellen. Das tatsächliche Ergeb-
nis wird wahrscheinlich anders ausfallen, da erwartete Ereignisse
häufig nicht wie angenommen eintreten.
Bei der Festlegung der Angaben gemäß EU-Taxonomie-VO sind
die gesetzlichen Vertreter verpflichtet, unbestimmte Rechtsbe-
griffe auszulegen. Unbestimmte Rechtsbegriffe können unter-
schiedlich ausgelegt werden, auch hinsichtlich der Rechtskonfor-
mität ihrer Auslegung, und unterliegen dementsprechend Unsi-
cherheiten.
Verantwortung des Prüfers der konsolidierten
nichtfinanziellen Berichterstattung
Unsere Ziele sind die Planung und Durchführung einer Prüfung, um
begrenzte Sicherheit darüber zu erlangen, ob die nichtfinanzielle
Berichterstattung einschließlich der darin dargestellten Verfahren
zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse zur Ermittlung der Informa-
tionen, über die berichtet werden muss, und der Berichterstattung
nach EU-Taxonomie frei von wesentlichen falschen Darstellungen
ist, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, und
darüber einen Bericht mit begrenzter Sicherheit zu erstellen, der
unsere zusammenfassende Beurteilung enthält. Falsche Darstel-
lungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren
und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln
oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie die auf Grundlage dieser nich
tfinanziellen Berichterstattung ge-
troffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflus-
sen.
Während der gesamten Prüfung mit begrenzter Sicherheit üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grund-
haltung.
Zu unseren Verantwortlichkeiten gehören
x die Durchführung von risikobezogenen Prüfungshandlun-
gen, einschließlich der Erlangung eines Verständnisses der
internen Kontrollen, die für den Auftrag relevant sind, um
Darstellungen zu identifizieren, bei denen es wahrscheinlich
zu wesentlichen falschen Angaben kommt, sei es aufgrund
von dolosen Handlungen oder Irrtümern, jedoch nicht mit
dem Ziel, eine zusammenfassende Beurteilung über die
Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzuge-
ben;
x die Entwicklung und Durchführung von Prüfungshandlun-
gen bezogen auf Angaben in der nichtfinanziellen Bericht-
erstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen
wahrscheinlicher sind. Das Risiko, dass aus dolosen Hand-
lungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen
nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern re-
sultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammen-
wirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, ir-
reführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen inter-
ner Kontrollen beinhalten können.
Zusammenfassung der durchgeführten
Arbeiten
Eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit erfordert die
Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Nach-
weisen über die nichtfinanzielle Berichterstattung.
Die Prüfung von Vorjahreszahlen, abgedruckten Interviews sowie
anderen freiwilligen, zusätzlichen Angaben der Gesellschaft, ein-
schließlich Verweisen auf Webseiten oder anderen weiterführen-
den Berichterstattungsformaten der Gesellschaft dazu, sind nicht
Gegenstand unseres Auftrags.
Die Art, der Zeitpunkt und der Umfang der ausgewählten Prüfungs-
handlungen hängen von pflichtgemäßem
Ermessen ab, einschließ-
lich der Identifizierung von Angaben in der nichtfinanziellen Be-
richterstattung, bei denen wesentliche falsche Darstellungen auf-
treten können, sei es aufgrund von dolosen Handlungen oder Irr-
tum.
Bei der Durchführung unserer Prüfung zur Erlangung begrenzter
Sicherheit in Bezug auf die nichtfinanzielle Berichterstattung gehen
wir wie folgt vor:
x Wir gewinnen ein Verständnis von den Verfahren der Gesell-
schaft, die für die Aufstellung der nichtfinanziellen Bericht-
erstattung relevant sind.
x Wir beurteilen, ob alle durch das Verfahren zur Wesentlich-
keitsanalyse ermittelten relevanten Informationen in die
nichtfinanzielle Berichterstattung aufgenommen wurden.
x Wir beurteilen, ob die Struktur und die Darstellung der
nichtfinanziellen Berichterstattung im Einklang mit den ge-
setzlichen Vorschriften des Nachhaltigkeits- und Diversi-
tätsverbesserungsgesetzes (§ 243b und 267a UGB), sowie
den ESRS stehen.
x Wir führen Befragungen des relevanten Personals und ana-
lytische Prüfungshandlungen zu ausgewählten Darstellun-
gen in der nichtfinanziellen Berichterstattung du
rch.
x Wir führen stichprobenartige ergebnisorientierte Prüfungs-
handlungen zu ausgewählten Darstellungen in der nichtfi-
nanziellen Berichterstattung durch.
178 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
x Wir gleichen ausgewählte Angaben der nichtfinanziellen
Berichterstattung mit den entsprechenden Angaben im
Konzern-Abschluss und Konzern-Lagebericht ab.
x Wir erlangen Nachweise über die dargestellten Methoden
zur Entwicklung von Schätzungen und zukunftsgerichteter
Informationen.
x Wir erlangen ein Verständnis des Verfahrens zur Identifika-
tion taxonomiefähiger und taxonomiekonformer Wirt-
schaftsaktivitäten und der entsprechenden Angaben in der
nichtfinanziellen Berichterstattung.
Haftungsbeschränkung, Veröffentlichung und
Auftragsbedingungen
Bei der Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung mit be-
grenzter Sicherheit handelt es sich um eine freiwillige Prüfung. Die-
sen Zusicherungsvermerk erstatten wir auf Grundlage des mit dem
Auftraggeber geschlossenen Prüfungsvertrags, dem auch mit Wir-
kung gegenüber Dritten die von der Kammer der Steuerberater:in-
nen und Wirtschaftsprüfer:innen herausgegebenen „Allgemeinen
Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhandberufe“ zugrunde
liegen. Diese können online auf der Internetseite der Kammer der
Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen eingesehen wer-
den (derzeit unter https://ksw.or.at/berufsrecht/mandatsverhaelt-
nis/). Hinsichtlich unserer Verantwortlichkeit und Haftung aus dem
Auftragsverhältnis gilt Punkt 7. der AAB 2018.
Der Zusicherungsvermerk über die Prüfung darf ausschließlich zu-
sammen mit der im Konzern-Lagebericht im Abschnitt „Konsoli-
dierte nichtfinanzielle Erklärung/Nachhaltigkeitsbericht“ enthalte-
nen konsolidierten nichtfinanziellen Berichterstattun
g und nur in
vollständiger und ungekürzter Form Dritten zugänglich gemacht
werden. Da unser Bericht ausschließlich im Auftrag und im Inte-
resse der Gesellschaft erstellt wird, bildet er keine Grundlage für
ein allfälliges Vertrauen dritter Personen auf seinen Inhalt. Ansprü-
che dritter Personen können daher daraus nicht abgeleitet werden.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung auf-
tragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Alexander
Gall.
Linz
5. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Alexander Gall
Wirtschaftsprüfer
Dieser Bericht ist eine Übersetzung des Originalberichts in englischer Sprache, der
allein gültig ist.
179 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
INHALT
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 182
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 183
Konzern-Bilanz 184
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 185
Konzern-Kapitalflussrechnung 186
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes) 187
KAPITEL
2
/3
2025
KONZERN
ABSCHLUSS
180 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Inhalt Notes
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung 230
Note 33. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung 230
Erläuterungen zum Risikomanagement 231
Note 34. Kapitalrisikomanagement 231
Note 35. Angaben zu Finanzinstrumenten 232
Note 36. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
sowie Fremdwährungsergebnis 243
Note 37. Finanzrisikomanagement 244
Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen
und Personen sowie zu den Organen 254
Note 38. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden
Unternehmen und Personen 254
Note 39. Organe der Gesellschaft 257
Sonstige Erläuterungen 258
Note 40. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen
und -verbindlichkeiten und sonstige finanzielle
Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken 258
Note 41. Konzernunternehmen 259
Note 42. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 260
Note 43. Freigabe des Konzernabschlusses 260
Allgemeine Erläuterungen 187
Note 1. Grundlagen 187
Note 2. Änderung der Rechnungslegungsmethoden 189
Note 3. Konsolidierung 192
Note 4. Segmentbericht 193
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 196
Note 5. Umsatzerlöse 196
Note 6. Funktionskosten 196
Note 7. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 196
Note 8. Aufwendungen für Material
und sonstige bezogene Herstellungsleistungen 197
Note 9. Personalaufwand 197
Note 10. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen,
Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und
biologische Vermögenswerte 197
Note 11. Honorare des Abschlussprüfers 200
Note 12. Ergebnis aus Beteiligungen,
die nach der Equity-Methode bilanziert werden 200
Note 13. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten 200
Note 14. Finanzierungskosten 200
Note 15. Ertragsteueraufwand 201
Note 16. Ergebnis je Aktie 202
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz,
zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung
und zur Entwicklung des Konzern- Eigenkapitals 203
Note 17. Immaterielle Anlagen 203
Note 18. Sachanlagen 205
Note 19. Biologische Vermögenswerte 207
Note 20. Nutzungsrechte Leasing 208
Note 21. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode
bilanziert werden 209
Note 22. Finanzanlagen 212
Note 23. Vorräte 212
Note 24. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 213
Note 25. Sonstige Vermögenswerte 213
Note 26. Eigenkapital 214
Note 27. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln 218
Note 28. Finanzverbindlichkeiten 219
Note 29. Steuerabgrenzung (aktive und passive
latente Steuern) und laufende Steuern 220
Note 30. Rückstellungen 222
Note 31. Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen 228
Note 32. Sonstige Verbindlichkeiten 229
181 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
 
 
 
TEUR
Note
2025
2024
Umsatzerlöse
(5)
2.602.432
2.663.898
Umsatzkosten
(6)
–2.264.056
–2.155.843
Bruttoergebnis vom Umsatz
 
338.377
508.055
Sonstige betriebliche Erträge
(7)
133.578
61.770
Vertriebsaufwendungen
(6)
–280.937
–300.501
Verwaltungsaufwendungen
(6)
–126.349
–146.715
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(6)
–29.142
–29.156
Sonstige betriebliche Aufwendungen
(7)
–17.927
–4.949
Betriebsergebnis (EBIT)1
 
17.600
88.503
Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
(12)
–3.373
0
Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
(13)
–703
33.830
Finanzierungskosten
(14)
–136.009
–164.339
Finanzerfolg
 
–140.085
–130.508
Ergebnis vor Steuern (EBT)
 
–122.485
–42.005
Ertragsteueraufwand
(15)
–12.728
–96.273
Ergebnis nach Steuern
 
–135.212
–138.278
Anteil am Ergebnis nach Steuern:
 
 
 
Davon Aktionäre der Lenzing AG
 
–210.306
–156.601
Davon nicht beherrschende Gesellschafter
 
36.820
–10.427
Davon vorgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer
(16)
38.274
28.750
 
 
 
 
Ergebnis je Aktie
 
EUR
EUR
Verwässert = unverwässert
(16)
–5,45
–4,06
1) EBIT: Betriebsergebnis bzw. Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Lenzing AG
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
 
 
 
TEUR
 
Note
2025
2024
Ergebnis nach Steuern
 
–135.212
–138.278
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
 
 
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
(30)
1.790
–2.805
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte (Eigenkapitalinstrumente) – während der Berichtsperiode erfasster Nettogewinn/-verlust aus der Neubewertung
(26)
687
–334
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
(26)
–1.617
–9.359
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern)
(21)
106
–36
 
 
966
–12.534
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
 
 
 
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind
(26)
–124.751
58.022
Ausländische Geschäftsbetriebe – Umgliederung von Kursdifferenzen aufgrund des Verlustes der Beherrschung
 
0
0
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten
(35)
26.581
–17.960
Cashflow Hedges – Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung
(35)
–10.759
–17.712
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
(26)
–4.437
13.516
Ergebnisanteil von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (nach Steuern)
(26)
232
–2.696
 
 
–113.134
33.170
Sonstiges Ergebnis (netto)
 
–112.169
20.637
Gesamtergebnis
 
–247.381
–117.642
Anteil am Gesamtergebnis:
 
 
 
Davon Aktionäre der Lenzing AG
 
–286.021
–141.665
Davon nicht beherrschende Gesellschafter
 
366
–4.727
Davon vorgesehener Anteil der Hybridkapitalbesitzer
 
38.274
28.750

Lenzing AG
Konzern-Bilanz
zum 31. Dezember 2025
 
 
 
TEUR
Vermögenswerte
Note
31.12.2025
31.12.2024
Immaterielle Anlagen
(17)
22.437
23.835
Sachanlagen
(18)
2.487.379
2.870.931
Biologische Vermögenswerte
(19)
176.639
192.217
Nutzungsrechte Leasing
(20)
124.629
139.333
Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
(21)
38.035
24.954
Finanzanlagen
(22)
62.441
37.106
Steuerabgrenzung (aktive latente Steuern)
(29)
2.891
4.331
Forderungen aus laufenden Steuern
(29)
5.052
16.861
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(25)
1.109
1.409
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
(25)
54.841
57.389
Langfristige Vermögenswerte
 
2.975.452
3.368.365
Vorräte
(23)
531.688
646.235
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(24)
245.318
318.182
Forderungen aus laufenden Steuern
(29)
8.695
2.654
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(25)
33.945
26.786
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte
(25)
132.779
160.962
Finanzanlagen
(22)
6.525
11.301
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(33)
675.007
442.297
Kurzfristige Vermögenswerte
 
1.633.958
1.608.417
Bilanzsumme
 
4.609.409
4.976.782
 
 
 
 
Eigenkapital und Verbindlichkeiten
Note
31.12.2025
31.12.2024
Grundkapital
 
40.108
40.108
Kapitalrücklagen
 
417.683
513.455
Hybridkapital
 
486.247
496.582
Andere Rücklagen
 
–38.759
42.321
Gewinnrücklagen
 
70.531
217.361
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG
 
975.810
1.309.826
Nicht beherrschende Anteile
 
329.532
342.175
Eigenkapital
(26)
1.305.342
1.652.001
Finanzverbindlichkeiten
(28)
1.667.411
1.828.545
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
(27)
10.928
12.110
Steuerabgrenzung (passive latente Steuern)
(29)
55.166
74.602
Rückstellungen
(30)
69.507
82.976
Kündbare nicht beherrschende Anteile
(35)
285.818
230.954
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(32)
12.218
5.254
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
(32)
4.369
4.542
Langfristige Verbindlichkeiten
 
2.105.417
2.238.983
Finanzverbindlichkeiten
(28)
502.122
279.449
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(31)
323.583
386.383
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
(27)
64.300
83.513
Verbindlichkeiten für laufende Steuern
 
13.651
16.011
Rückstellungen
(30)
33.866
28.520
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(32)
181.086
161.115
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
(32)
80.043
130.806
Kurzfristige Verbindlichkeiten
 
1.198.651
1.085.797
Bilanzsumme
 
4.609.409
4.976.782

Lenzing AG
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
 
 
Anteile der Aktionäre der Lenzing AG und der Hybridkapitalbesitzer
 
TEUR
 
Note
Grundkapital
Kapitalrücklagen
Hybridkapital
Andere Rücklagen1
Gewinnrücklagen
Summe
Nicht beherrschende Anteile
Eigenkapital
Stand zum 01.01.2024
 
40.108
513.455
496.582
29.961
360.281
1.440.386
301.779
1.742.165
Ergebnis nach Steuern laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 
0
0
0
0
–127.851
–127.851
–10.427
–138.278
Sonstiges Ergebnis (netto)
 
0
0
0
14.936
0
14.936
5.701
20.637
Gesamtergebnis
 
0
0
0
14.936
–127.851
–112.915
–4.727
–117.642
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
 
0
0
0
1.466
0
1.466
1.535
3.001
Übertragung von Gewinnen aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklagen
(35)
0
0
0
–4.042
4.042
0
0
0
Kapitalzuführung
(26)
0
0
0
0
0
0
34.912
34.912
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen
(3,26)
0
0
0
0
–8.825
–8.825
8.825
0
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
(35)
0
0
0
0
18.464
18.464
0
18.464
Gezahlte Dividenden (inklusive Hybridkupon)
(26)
0
0
0
0
–28.750
–28.750
–150
–28.900
Transaktionen mit Anteilsinhabern
 
0
0
0
0
–19.111
–19.111
43.587
24.476
Stand zum 31.12.2024 = 01.01.2025
 
40.108
513.455
496.582
42.321
217.361
1.309.826
342.175
1.652.001
Ergebnis nach Steuern laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 
0
0
0
0
–172.032
–172.032
36.820
–135.212
Sonstiges Ergebnis (netto)
 
0
0
0
–75.715
0
–75.715
–36.453
–112.169
Gesamtergebnis
 
0
0
0
–75.715
–172.032
–247.747
366
–247.381
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
 
0
0
0
–2.349
0
–2.349
–2.382
–4.731
Übertragung von Gewinnen aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklagen
(35)
0
0
0
–2.990
2.990
0
0
0
Auflösung Kapitalrücklage
(26)
0
–95.772
0
0
95.772
0
0
0
Aufnahme von Hybridkapital
(26)
0
0
489.665
0
0
489.665
0
489.665
Rückzahlung von Hybridkapital
(26)
0
0
–500.000
0
0
–500.000
0
–500.000
Erwerb/Abgang nicht beherrschender Anteile und sonstige Änderungen
(3,26)
0
0
0
–25
24
–2
2
0
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
(35)
0
0
0
0
–54.864
–54.864
0
–54.864
Beschlossene und gezahlte Dividenden (inklusive Hybridkupon)
(26)
0
0
0
0
–18.720
–18.720
–10.629
–29.349
Transaktionen mit Anteilsinhabern
 
0
–95.772
–10.335
–25
22.212
–83.920
–10.627
–94.548
Stand zum 31.12.2025
(26)
40.108
417.683
486.247
–38.759
70.531
975.810
329.532
1.305.342
1) Details zu den anderen Rücklagen befinden sich in Note 26.
Lenzing AG
Konzern-Kapitalflussrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
 
 
 
 
TEUR
 
 
Note
2025
20241 (angepasst)
Ergebnis vor Steuern (EBT)
 
–122.485
–42.005
+
Finanzerfolg laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
 
140.085
130.508
Betriebsergebnis (EBIT)
 
17.600
88.503
+
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
(10)
397.148
308.764
–
Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen
 
–1.719
–1.841
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)
 
413.029
395.426
–/+
Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten
(19)
–23.953
–32.199
–/+
Übrige unbare Erträge / Aufwendungen
(33)
7.648
–52.700
Sonstige unbare Erträge / Aufwendungen
 
–16.305
–84.899
+/–
Veränderung Vorräte
 
73.899
–39.557
+/–
Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
39.021
–10.738
+/–
Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
 
–33.510
68.352
Veränderung Trading Working Capital
 
79.410
18.057
+/–
Veränderung sonstiges Working Capital
 
–29.668
143.441
–
Gezahlte Ertragsteuern
 
–26.721
–76.977
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
 
419.745
395.048
–
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten
 
–141.083
–153.761
–
Erwerb/Auszahlung von Finanzanlagen und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
–26.061
–37.024
+
Erlöse aus der Veräußerung von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten
 
356
880
+
Erlöse aus der Veräußerung/Tilgung von Finanzanlagen und Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
5.829
7.548
+
Investitionszuschüsse
 
301
2.408
+
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
55
3.360
+
Zinseinzahlungen
 
13.657
24.475
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
 
–146.946
–152.113
+
Einzahlungen von Eigenkapital in vollkonsolidierte Gesellschaften durch nicht beherrschende Gesellschafter
(26)
0
34.912
+
Aufnahme von Hybridkapital
(26)
226.365
0
–
Rückzahlung von Hybridkapital
(26)
–236.700
0
–
Ausschüttungen an Gesellschafter
(26)
–100
–150
–
Zinszahlungen aus Hybridkapital
(26)
–18.720
–28.750
+
Aufnahme von Anleihen und Schuldscheindarlehen
(33)
0
581.763
+
Aufnahme von übrigen Finanzverbindlichkeiten
(33)
368.126
309.441
–
Rückzahlung von Anleihen und Schuldscheindarlehen
(33)
–68.500
–236.431
–
Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten
(33)
–141.733
–1.067.009
–
Tilgungsanteil von Leasingzahlungen
(33)
–10.631
–10.257
–
Zinsauszahlungen
 
–134.467
–118.886
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
 
–16.360
–535.368
Veränderung der liquiden Mittel gesamt
 
256.439
–292.433
Liquide Mittel zu Jahresbeginn
 
442.297
725.639
Währungsdifferenz auf liquide Mittel
 
–23.729
9.091
Liquide Mittel zum Periodenende
 
675.007
442.297
1) Um die Transparenz der Informationen zur Finanzlage der Lenzing Gruppe zu erhöhen, wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 die Konzern-Kapitalflussrechnung neu dargestellt. Die Vergleichsinformationen wurden rückwirkend gemäß IAS 8 angepasst (siehe Note 2).
Lenzing AG
Konzern-Anhang: Erläuterungen (Notes)
zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025
Allgemeine Erläuterungen
Note 1. Grundlagen
Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit
Die Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG), Sitz in 4860 Lenzing, Werkstrasse 2, Österreich, ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe (die „Gruppe“ bzw. der „Konzern“). Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet.
Die Lenzing AG wird zum 31. Dezember 2025 durch die B&C Gruppe beherrscht, welche direkt und indirekt mit rund 37,25 Prozent (31. Dezember 2024: rund 37,25 Prozent) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Unmittelbar an der Lenzing AG sind die B&C KB Holding GmbH, Wien, die B&C Privatstiftung, Wien und die B&C Ares Holding GmbH, Wien beteiligt. Das nächsthöhere Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss aufstellt und veröffentlicht, in den die Lenzing Gruppe einbezogen ist, ist die B&C Holding Österreich GmbH, Wien. Das oberste Mutterunternehmen der B&C Gruppe, und somit auch der Lenzing AG, ist die B&C Privatstiftung, Wien.
Am 12. Juni 2024 erwarb die Suzano S.A., São Paulo, Brasilien von der B&C Gruppe aufschiebend bedingt 15 Prozent der Anteile an der Lenzing AG. Das Closing der Transaktion erfolgte am 30. August 2024. Laut Syndikatsvertrag zwischen der B&C Gruppe und Suzano S.A., der ebenso am 30. August 2024 wirksam wurde, behält die B&C Gruppe die alleinige Kontrolle an der Lenzing AG.
Das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe liegt in der Erzeugung und Vermarktung von regenerierten Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft.
Grundlagen der Rechnungslegung
Der Konzernabschluss für den Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2025 wurde unter Beachtung aller zum Bilanzstichtag verpflichtenden IFRS Accounting Standards und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs. 1 UGB (österreichisches Unternehmensgesetzbuch) erfüllt.
Die Berichtswährung ist der Euro (EUR), der auch funktionale Währung der Lenzing AG ist. Die funktionale Währung der wesentlichen Tochterunternehmen ist der Euro (EUR) oder der US-Dollar (USD). Die Zahlenangaben im vorliegenden Konzernabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
Bewertungsgrundlagen
Die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden erfolgt überwiegend zu fortgeführten Anschaffungskosten. Davon abweichend kommen für folgende wesentliche Posten andere Bewertungsmethoden zur Anwendung:
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Biologische Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
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Rückstellungen werden zum Barwert des erwarteten Erfüllungsbetrages bewertet.
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Latente Steueransprüche und -schulden werden mit dem Nominalwert angesetzt und auf Basis der bestehenden temporären Differenzen zum Bilanzstichtag und des Steuersatzes zum Zeitpunkt der erwarteten Realisierung der bestehenden Differenzen ermittelt.
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Derivative Finanzinstrumente und erfolgswirksam sowie erfolgsneutral bewertete finanzielle Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
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Kündbare nicht beherrschende Anteile werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS verwendet der Vorstand der Lenzing AG Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen. Diese Schätzungen, Annahmen und Ermessensentscheidungen richten sich nach den Verhältnissen zum Bilanzstichtag und haben zum Teil einen wesentlichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Sie betreffen den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten, den Ausweis von Cashflows sowie Erträgen und Aufwendungen (einschließlich sonstiger Ergebnisse) und die Darstellung von Angaben im Konzernanhang.
Annahmen und Schätzungen
Die folgenden zukunftsbezogenen Annahmen und sonstigen am Bilanzstichtag bestehenden Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten wirken sich wesentlich auf den vorliegenden Konzernabschluss der Lenzing Gruppe aus:
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Immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing (siehe Note 10): Ermittlung des erzielbaren Betrages im Rahmen von Werthaltigkeitstests im Sinne des IAS 36 (Wertminderungen), insbesondere die Entwicklung der Absatzpreise und erzielbaren Prämien, eine potenzielle Änderung der Produktzusammensetzung und erzielbaren Aufschläge sowie die Möglichkeit diese geplanten Änderungen zu realisieren.
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Biologische Vermögenswerte (siehe Note 19): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Verkaufskosten.
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Finanzinstrumente (siehe Note 35 und Note 37): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte sowie der erwarteten Kreditverluste.
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Rückstellungen (siehe Note 30): Ermittlung des erwarteten Erfüllungsbetrages und der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne.
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Kündbare nicht beherrschende Anteile (siehe Note 35): Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte.
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Latente Steuern und Forderungen aus laufenden Steuern (siehe Note 29): Beurteilung der Verwertbarkeit latenter Steuererstattungsansprüche (insbesondere aus Verlustvorträgen) und Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen aus laufenden Steuern.
Annahmen und Schätzungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Überlegungen, die vom Vorstand für angemessen erachtet werden. Die letztlich realisierten Beträge können aber von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen, wenn sich die angenommenen Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln.
Ermessensentscheidungen bei Anwendung von Rechnungslegungsmethoden
Bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe folgende bedeutende Ermessensentscheidungen getroffen, die sich wesentlich auf den vorliegenden Konzernabschluss auswirken:
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Forderungen im Rahmen von Factoring-Vereinbarungen (siehe Note 35, Abschnitt „Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)“): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9.
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Verbindlichkeiten im Rahmen von Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen (siehe Note 31 und 32): Beurteilung des Vorliegens der Ausbuchungsvoraussetzungen im Sinne des IFRS 9 sowie Ausweis in der Bilanz und in der Kapitalflussrechnung.
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Vollkonsolidierung und Equity-Methode (siehe Note 3, Note 35 und Note 41): Beurteilung des Vorliegens von Kontrolle über Tochterunternehmen, Beurteilung des Vorliegens von gemeinschaftlicher Führung bzw. maßgeblichem Einfluss. Anwendung der Present-Access-Methode bei kündbaren nicht beherrschenden Anteilen.
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Anhaltspunkte für Wertminderung (siehe Note 10): Beurteilung des Vorliegens von Anhaltspunkten für eine Wertminderung beziehungsweise bei wertgeminderten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Beurteilung des Eintritts von wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.
Auswirkungen der länderspezifischen US-Zollpolitik auf das Jahresergebnis sowie auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Die mit Beginn April 2025 angekündigte länderspezifische US-Zollpolitik hatte eine wesentliche Auswirkung auf die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2025. Seitdem werden vom Management unterschiedliche Szenarien analysiert und entsprechende Gegenmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf die Kostenstruktur, umgesetzt. Zudem werden die Auswirkungen möglicher Rezessionen auf für die Lenzing Gruppe bedeutsamen Märkten analysiert sowie Maßnahmen identifiziert, um potenzielle Risiken aus der Unsicherheit, die sich aus der aktuellen globalen wirtschaftlichen Situation ergeben, zu vermindern.
Die länderspezifische US-Zollpolitik hat Auswirkung auf den Konzernabschluss nach IFRS, insbesondere auf Annahmen, Schätzungen und Ermessensentscheidungen. Bei der Erstellung des Konzernabschlusses hat der Vorstand die Entwicklungen im Zusammenhang mit der länderspezifischen US-Zollpolitik berücksichtigt. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten an globalen Märkten und damit einhergehend starke Schwankungen der Rohstoffpreise, veränderte Nachfrage auf Absatzmärkten, Unterbrechungen der Lieferketten sowie Änderungen der Zinslandschaft und der Wechselkurse haben insbesondere folgende Auswirkungen auf den Konzernabschluss:
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Die Bewertung von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerten und Schulden, insbesondere biologischen Vermögenswerten (siehe Note 19), Finanzinstrumenten sowie kündbaren nicht beherrschenden Anteilen (siehe Note 35).
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Die Ermittlung und Erfassung von Währungsumrechnungseffekten in der Gewinn- und Verlustrechnung und dem Eigenkapital (siehe Note 36). Im Wesentlichen sind davon Forderungen sowie Verbindlichkeiten in USD betroffen.
●
Die Überprüfung der Werthaltigkeit von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (siehe Note 10, Abschnitt „Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)“).
Zudem wurden die aktuellen Entwicklungen von Beschaffungs- und Absatzpreisen bei den Schätzungen und Ermessensentscheidungen (etwa im Rahmen der Unternehmensplanung, die zur Ermittlung der erzielbaren Beträge verwendet wird) berücksichtigt.
Zusätzliche Angaben zu den Auswirkungen der länderspezifischen US-Zollpolitik sowie den von der Lenzing Gruppe gesetzten Maßnahmen finden sich im Konzernlagebericht.
Auswirkungen des Klimawandels auf Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen
Die Lenzing Gruppe bekennt sich zu einer ökologisch verantwortungsvollen Produktion von Fasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Innovation, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft stehen im Mittelpunkt der Lenzing Unternehmensstrategie. Die Umsetzung der Klimaziele im Sinne der Unternehmensstrategie stellt einen der Schwerpunkte der Investitionsaktivitäten der Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2025 dar. In diesem Zusammenhang arbeitet die Lenzing Gruppe kontinuierlich daran, Rohstoffe effizienter einzusetzen, Produktionsprozesse zu verbessern und recycelte Alttextilien für die Faserproduktion nutzbar zu machen. Aktuelle Entwicklungen und Maßnahmen bezüglich Klimawandel und Nachhaltigkeit führen nicht zu grundlegend geänderten Annahmen und Schätzungen in der Rechnungslegung. Der Vorstand schätzt die potenziellen Auswirkungen klimabedingter Chancen und Risiken auf den Konzernabschluss nach IFRS wie folgt ein:
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Nutzungsdauer von Vermögenswerten (siehe Note 18): Die Lenzing Gruppe hat evaluiert, inwiefern die Nutzungsdauern von Sachanlagen aufgrund von klimabezogenen Risiken beeinflusst sein könnten. Eine Beurteilung erfolgte insbesondere dahingehend, ob auf Basis bestehender und angekündigter gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben das Verschmutzungspotential einzelner Industrieanlagen (beispielsweise durch Überschreitung von Emissionsgrenzwerten) für die Erteilung von Betriebsgenehmigungen ein Risiko darstellt. Eine Beeinflussung von Nutzungsdauern durch externe oder interne Verpflichtungen konnte dabei nicht abgeleitet werden.
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Wertminderungen von Vermögenswerten (siehe Note 10, Abschnitt „Wertminderungstests für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)“): Den kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen und damit den Werthaltigkeitstests liegen die nachhaltig ausgerichtete Strategie und das nachhaltig ausgerichtete Geschäftsmodell der Lenzing Gruppe zugrunde. In den kurz- und mittelfristigen Finanzplanungen der einzelnen CGUs werden Annahmen zu klimabedingten Faktoren, wie zum Beispiel Holzverknappung und strengere Umweltauflagen bei Investitionsprogrammen (CAPEX), Technologien und Produktionsverfahren zum Erreichen der konzerninternen Klimaziele sowie beim darauf basierenden ökologisch nachhaltigen Produktmix sachgerecht berücksichtigt.
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Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten (siehe Note 30 und Note 40): Im Geschäftsjahr 2025 sind in der Lenzing Gruppe keine neuen Verpflichtungen aus Klimaschutzgesetzen und/oder Klimaregulatorien entstanden, die den Ansatz einer Rückstellung oder die Angabe einer Eventualverbindlichkeit erfordert hätten. Es bestehen keine Verpflichtungen zur Rekultivierung bestehender Grundstücke.
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Biologische Vermögenswerte (siehe Note 19): Die Bewertung des biologischen Vermögenswertes erfordert Annahmen zu Wachstumsraten des stehenden Holzes. Die Wachstumsraten sind wiederum abhängig von den klimatischen Bedingungen der Region Minas Gerais, Brasilien. Durch den Klimawandel können sich Änderungen im Wachstumsverhalten des stehenden Holzes (beispielsweise beschleunigtes oder verlangsamtes Wachstum) und dadurch die Anpassung der Wachstumsannahmen bei der Bewertung des biologischen Vermögenswertes ergeben.
Note 2. Änderung der Rechnungslegungsmethoden
Die Rechnungslegungsmethoden wurden in der Lenzing Gruppe im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr, mit Ausnahme der in diesem Abschnitt erläuterten Änderungen, beibehalten.
Verpflichtende Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU in den Rechtsbestand übernommen und waren im Geschäftsjahr 2025 von der Lenzing Gruppe erstmalig verpflichtend anzuwenden:
Standards/Interpretationen
Veröffentlichung durch das IASB
Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab
Übernahme durch die EU zum 31.12.2025
IAS 21
Auswirkungen von Wechselkursänderungen: Fehlende Umtauschbarkeit
15.08.2023
01.01.2025
ja
Der geänderte Standard, welcher ab dem 1. Jänner 2025 anzuwenden ist, führt zu keinen wesentlichen Änderungen des Abschlusses der Lenzing Gruppe.

Die folgenden bei Aufstellung des Konzernabschlusses bereits vom IASB veröffentlichten neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen waren auf Geschäftsjahre, die am oder vor dem 1. Jänner 2025 begannen, noch nicht zwingend von der Lenzing Gruppe anzuwenden:
Standards/Interpretationen
Veröffentlichung durch das IASB
Anwendungspflicht laut IASB für Geschäftsjahre ab
Übernahme durch die EU zum 31.12.2025
IFRS 10, IAS 28
Veräußerung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture
11.09.2014
unbekannt1
nein
IFRS 14
Regulatorische Abgrenzungsposten
30.01.2014
01.01.2016
nein2
IFRS 9, IFRS 7
Änderungen an der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten
30.05.2024
01.01.2026
ja
IFRS 9, IFRS 7
Verträge, die sich auf naturabhängigen Strom beziehen
18.12.2024
01.01.2026
ja
Diverse
Jährliche Verbesserungen an den IFRS 2021-2023
18.07.2024
01.01.2026
ja
IFRS 18
Darstellung und Angaben im Abschluss
09.04.2024
01.01.2027
nein
IFRS 19
Anhangangaben zu Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht
09.05.2024
01.01.2027
nein
IFRS 19
Änderungen an den Anhangangaben
21.08.2025
01.01.2027
nein
IAS 21
Änderungen an den Auswirkungen von Wechselkursänderungen
13.11.2025
01.01.2027
nein
1) Anwendungsbeginn durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben.
2) Die Europäische Kommission schlägt den Interimsstandard IFRS 14 derzeit nicht zur Übernahme in EU-Recht vor.
Die obigen neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen wurden nicht vorzeitig von der Lenzing Gruppe angewendet.
Zurzeit bewertet die Lenzing Gruppe die möglichen Auswirkungen des neuen Standards IFRS 18 (Darstellung und Angaben im Abschluss), insbesondere im Hinblick auf die Struktur der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und die zusätzlichen Angabepflichten für Management-defined Performance Measures (MPMs). Die Lenzing Gruppe erwartet Verschiebungen zwischen dem Betriebsergebnis (zukünftig Operatives Ergebnis) und dem Finanzerfolg (zukünftig Aufteilung Investitions- und Finanzierungskategorie). Die derzeit wesentlichste Auswirkung betrifft die Verschiebung von Fremdwährungsdifferenzen aus Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten von der operativen in die Investitionskategorie. Die Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung wurde seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 angepasst, welche bereits den Anforderungen des IFRS 18 entspricht und somit keine weiteren Auswirkungen erwartet werden. Weiters werden auch die Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Informationen in den Abschlüssen gruppiert werden, einschließlich der Posten, die derzeit als „Sonstige“ bezeichnet werden, überprüft.
Die Änderungen an IFRS 9 und IFRS 7 ergänzen die bereits bestehenden Anhangangaben dahingehend, dass zusätzliche Erläuterungen zu den vertraglichen Klauseln, die zu einen Volumenrisiko führen, außerbilanziellen Verpflichtungen und zu qualitativen und quantitativen Angaben über die Ergebnisauswirkungen anzugeben sind.
Die übrigen obigen neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen sind entweder nicht relevant für die Gruppe oder haben keinen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis, das Vermögen oder die Verbindlichkeiten sowie die Kapitalflussrechnung der Lenzing Gruppe.
Die Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation ist grundsätzlich mit der verpflichtenden Anwendung in der EU geplant (nach dem sogenannten „Endorsement“).
Freiwillige Änderungen der Rechnungslegungsmethoden
Für die Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung wurden die Wahlrechte gemäß IAS 7 neu ausgeübt, um die Transparenz der Informationen zur Finanzlage der Lenzing Gruppe zu erhöhen. Ab der Zwischenberichtsperiode 30.06.2025 wird die Konzern-Kapitalflussrechnung beginnend mit dem EBT (Ergebnis vor Steuern) dargestellt.
Bis zum Geschäftsjahr 2024 waren sowohl die Zahlungen für erhaltene und gezahlte Zinsen (ohne Anteil für Leasing nach IFRS 16 sowie aktivierte Fremdkapitalkosten nach IAS 23) als auch für erhaltene Dividenden dem Cashflow aus der Betriebstätigkeit zugeordnet. Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 werden die erhaltenen Zinsen und Dividenden (erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert wer-den) im Cashflow aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen, die gezahlten Zinsen werden im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt.
Die aktivierten Fremdkapitalkosten nach IAS 23, die bisher im Cashflow aus der Investitionstätigkeit in der Position Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten berücksichtigt wurden, werden seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 der Position Zinsauszahlungen zugeordnet und sind somit im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit dargestellt. Daher wurde die Kennzahl „CAPEX“ in der Vergleichsperiode um TEUR 2.574 auf TEUR 153.761 rückwirkend angepasst.
Weiters werden die bisher im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen Investitionszuschüsse seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit zugeordnet. Daher wurde die Kennzahl „Free Cashflow“ in der Vergleichs-periode um TEUR 2.408 auf TEUR 169.379 rückwirkend angepasst.
Die Darstellungsänderung wird retrospektiv durch Anpassung sämtlicher dargestellter Vergleichsinformationen durchgeführt und hat folgende Auswirkung:
TEUR
2024
Cashflow aus der Betriebstätigkeit (bisher)
322.503
+
Zinsauszahlungen (inkl. Anteil für Leasing nach IFRS 16 und aktivierte Fremdkapitalkosten nach IAS 23)
118.886
–
Zinsaufwand für Leasing nach IFRS 16 (bisher bereits enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in „Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten“)
–15.892
–
Aktivierte Fremdkapitalkosten nach IAS 23 (bisher enthalten im Cashflow aus der Investitionstätigkeit in „Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten“)
–2.574
–
Zinseinzahlungen
–24.475
–
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
–3.360
+/–
Sonstige
–40
Cashflow aus der Betriebstätigkeit (angepasst)
395.048
TEUR
2024
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (bisher)
–184.971
+
Zinseinzahlungen
24.475
+
Erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
3.360
+
Aktivierte Fremdkapitalkosten nach IAS 23 (bisher enthalten in „Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten“)
2.574
+
Investitionszuschüsse
2.408
+/–
Sonstige
40
Cashflow aus der Investitionstätigkeit (angepasst)
–152.113
TEUR
2024
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (bisher)
–429.965
–
Zinsauszahlungen (inkl. Anteil für Leasing nach IFRS 16 und aktivierte Fremdkapitalkosten nach IAS 23)
–118.886
+
Zinsaufwand für Leasing nach IFRS 16 (bisher bereits enthalten im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in „Rückzahlung von übrigen Finanzverbindlichkeiten“)
15.892
–
Investitionszuschüsse
–2.408
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit (angepasst)
–535.368
Im Zuge der Darstellungsänderung wurde auch die Zuordnung einzelner Positionen zu den gezahlten Ertragssteuern, sowie zu den Zinseinzahlungen und Zinsauszahlungen neu evaluiert. Daraus ergibt sich eine rückwirkende Anpassung der Vergleichsperiode bei den gezahlten Ertragssteuern um minus TEUR 2.255, bei den Zinseinzahlungen um TEUR 394 und bei den Zinsauszahlungen um TEUR 12.044.
Note 3. Konsolidierung
Konsolidierungskreis
In den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe sind die Lenzing AG als Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen jeweils auf Basis von Abschlüssen zum 31. Dezember 2025 einbezogen.
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich wie folgt verändert:
Entwicklung der Anzahl konsolidierter Unternehmen (inkl. Mutterunternehmen)
 
 
2025
2024
 
Voll-
Equity-
Voll-
Equity-
 
konsolidierung
konsolidierung
Stand zum 01.01.
31
7
28
7
Im Berichtsjahr erstmals einbezogen
0
1
3
0
Im Berichtsjahr verschmolzen
0
0
0
0
Im Berichtsjahr endkonsolidiert
0
0
0
0
Stand zum 31.12.
31
8
31
7
Davon in Österreich
8
3
8
3
Davon im Ausland
23
5
23
4
Eine Aufstellung aller Konzernunternehmen zum 31. Dezember 2025 findet sich in Note 41. Die wesentlichen Konzernunternehmen sind in der Erzeugung und Vermarktung von regenerierten Cellulosefasern (Segment Division Faser) und teilweise von Zellstoff tätig (Segment Division Zellstoff).
Im Oktober 2024 wurde eine Minderheitsbeteiligung am schwedischen Cellulosefaserunternehmen TreeToTextile AB (TTT), Stockholm, Schweden erworben. Mit dem Closing im Februar 2025 wurde das assoziierte Unternehmen TTT at-equity in den Konsolidierungskreis aufgenommen.
Im Jänner 2024 wurde das Tochterunternehmen Lenzing Business Services s.r.o., Paskov, Tschechien gegründet und in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen.
Im März 2024 wurde das Tochterunternehmen Lenzing France SARL, Paris, Frankreich gegründet und in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen.
Im September 2024 wurde das Tochterunternehmen LD Celulose International GmbH, Wien, Österreich gegründet und in den Vollkonsolidierungskreis einbezogen.
Konsolidierungsgrundsätze
Tochterunternehmen sind Unternehmen, die unter dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens stehen. Die Lenzing Gruppe entscheidet bei jedem Erwerb von Tochterunternehmen individuell, ob die nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen zum beizulegenden Zeitwert oder auf Basis des proportionalen Anteils am Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens erfasst werden. Die nicht beherrschenden Anteile (Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) werden beim Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des Nettovermögens bewertet. Sie werden grundsätzlich im Eigenkapital und im Ergebnis als „Anteil anderer Gesellschafter“ ausgewiesen.
Die Lenzing AG verfügt mit 51 Prozent über die Mehrheit der Anteile und beherrscht somit die LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien. Die Dexco-Gruppe verfügt über 49 Prozent der Anteile an der LD Celulose S.A. und eine Put-Option zur Veräußerung ihrer Anteile (kündbare nicht beherrschende Anteile). Zur Bilanzierung der aus den kündbaren nicht beherrschenden Anteilen resultierenden Verbindlichkeit wendet die Lenzing AG die Present-Access-Methode an. Bei dieser Methode werden die nicht beherrschenden Anteile der Dexco-Gruppe an der LD Celulose S.A. weiterhin im Eigenkapital ausgewiesen und zusätzlich eine finanzielle Verbindlichkeit für kündbare nicht beherrschende Anteile angesetzt (siehe Note 35). Die Folgebewertung der Verbindlichkeit erfolgt über die Gewinnrücklagen (erfolgsneutral) zum beizulegenden Zeitwert.
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.
Die Lenzing Gruppe hält 100 Prozent der Anteile an einer Versicherungszelle der White Rock Insurance (Europe) Protected Cell Company Limited, Birkirkara, Malta. Diese Gesellschaft verfügt über eine Versicherungskonzession und ermöglicht der Lenzing Gruppe, ihre betrieblich notwendigen Versicherungen effektiver zu administrieren. Die Versicherungszelle verfügt im Wesentlichen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Sie wird als strukturiertes Unternehmen eingestuft und vollständig in den Konzernabschluss einbezogen.
Bei den strukturierten Unternehmen werden jene Vermögenswerte und Schulden einbezogen, über die die Lenzing Gruppe verfügt.
Die Berichtswährung der Lenzing AG und der Lenzing Gruppe ist der Euro. Die Tochterunternehmen stellen die Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Als funktionale Währung gilt die Währung des primären Wirtschaftsumfelds, in dem das betreffende Unternehmen tätig ist. Die funktionale Währung ist, mit Ausnahme der nachfolgend genannten Tochterunternehmen, jeweils die Währung des Landes bzw. der Region, in dem das Tochterunternehmen ansässig ist. Für die LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien, die LD Celulose International GmbH, Wien, Österreich, die Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand, die Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur und die PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien ist die funktionale Währung der US-Dollar.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in die Berichtswährung Euro herangezogen:
Wechselkurse wichtiger Währungen
 
 
 
 
2025
2024
Einheit
Währung
Stichtag
Durchschnitt
Stichtag
Durchschnitt
1 EUR
USD
US-Dollar
1,1750
1,1293
1,0444
1,0821
1 EUR
GBP
Britisches Pfund
0,8726
0,8566
0,8295
0,8466
1 EUR
CZK
Tschechische Krone
24,2370
24,6920
25,2260
25,1190
1 EUR
CNY
Renminbi Yuan
8,2262
8,1149
7,6234
7,7863
1 EUR
BRL
Brasilianischer Real
6,4364
6,3055
6,4760
5,8268
Für die Vertriebsgesellschaft Lenzing Elyaf Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei wurde für das Geschäftsjahr 2023 erstmalig die Hochinflationsbilanzierung nach IAS 29 angewendet. Die erstmalige Anpassung der Buchwerte der nicht monetären Vermögenswerte und Schulden anhand eines allgemeinen Preisindex wurde in den Gewinnrücklagen (erfolgsneutral) erfasst und betrug TEUR 31. Gewinne und Verluste aus der laufenden Hyperinflationierung nicht monetärer Vermögenswerte und Schulden sowie des Eigenkapitals werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Verlust aus der laufenden Hyperinflationierung in Höhe von TEUR 379 (2024: TEUR 360) erfasst. Die Abschlüsse basieren auf dem Konzept der historischen Anschaffungs- und Herstellungskosten. Der Preisindex in der Türkei betrug zum 31. Dezember 2025 4.783,04 (31. Dezember 2024: 3.746,52).
Note 4. Segmentbericht
Die berichtspflichtigen Segmente sind die „Division Faser“, „Division Zellstoff“ und „Sonstige“. In der Lenzing Gruppe werden die Segmente aufgrund der Unterschiede zwischen den Produkten eingeteilt; sie erfordern unterschiedliche Technologien und Marktstrategien.
In der Division Faser werden alle drei Generationen der regenerierten Cellulosefasern erzeugt und unter den Produktmarken TENCEL™, VEOCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und LENZING™ vermarktet. Die erzeugten Produkte aus den Lyocell-, Modal- und Viscosefasern werden zur Produktion von Textilien sowie Vliesstoffen und Spezialanwendungen eingesetzt.
In der Division Zellstoff wird der Faserzellstoff hergestellt bzw. beschafft, der das notwendige Vor- bzw. Zwischenprodukt für die Faserproduktion darstellt. Der Zellstoff wird für die eigene Produktion für Cellulosefasern verwendet und extern vermarktet. Der Einsatz bzw. die Steuerung der Anlagen für die Faser- und Zellstoffproduktion erfolgt unabhängig voneinander.
In Sonstige werden im Wesentlichen zentrale Headquarterfunktionen, übergreifende Tätigkeiten und die Geschäftstätigkeit der BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing (Ausbildung und Personalentwicklung) dargestellt.
Informationen über Geschäftssegmente
 
 
 
TEUR
2025
Division Faser
Division Zellstoff
Sonstige
Segment-summe
Überleitung
Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden
1.897.791
701.649
2.992
2.602.432
0
2.602.432
Innenumsätze
285
602.689
0
602.975
–602.975
0
Summe Umsatzerlöse
1.898.076
1.304.338
2.992
3.205.407
–602.975
2.602.432
Umsatzkosten
–1.844.127
–1.025.284
–11.152
–2.880.563
616.508
–2.264.056
Vertriebsaufwendungen
–173.557
–99.936
–10.342
–283.835
2.898
–280.937
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA (Segmentergebnis)
108
451.537
–51.640
400.005
13.024
413.029
EBIT
–184.431
249.618
–60.611
4.576
13.024
17.600
 
 
 
 
 
 
 
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
–185.798
–202.161
–9.189
–397.148
0
–397.148
Davon Wertminderungen
–81.953
0
0
–81.953
0
–81.953
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen (-) und Erträge (+)
–7.834
6.401
–23.578
–25.012
0
–25.012
CAPEX
62.485
77.306
4.232
144.023
–2.940
141.083
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA-Marge1
0,0 %
34,6 %
n/a
12,5 %
-
15,9 %
EBIT-Marge2
–9,7 %
19,1 %
n/a
0,1 %
-
0,7 %
1) EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
2) EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
Informationen über Geschäftssegmente (Vorjahr)
 
 
 
TEUR
2024
Division Faser
Division Zellstoff
Sonstige
Segment-summe
Überleitung
Konzern
Umsatzerlöse von externen Kunden
2.033.002
627.557
3.339
2.663.898
0
2.663.898
Innenumsätze
469
754.0491
0
754.5181
–754.5181
0
Summe Umsatzerlöse
2.033.471
1.381.6061
3.339
3.418.4171
–754.5181
2.663.898
Umsatzkosten
–1.853.060
–828.558
–3.530
–2.685.148
529.304
–2.155.843
Vertriebsaufwendungen
–191.707
–105.365
–4.543
–301.615
1.113
–300.501
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA (Segmentergebnis)
32.838
436.277
–52.495
416.619
–21.193
395.426
EBIT
–68.692
243.696
–65.307
109.696
–21.193
88.503
 
 
 
 
 
 
 
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
–102.855
–192.816
–13.093
–308.764
0
–308.764
Davon Wertminderungen
–3.751
0
0
–3.751
0
–3.751
Sonstige wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen (-) und Erträge (+)
33.531
42.199
–1.133
74.598
 
74.598
CAPEX
78.977
75.984
1.274
156.235
–2.4744
153.7614
 
 
 
 
 
 
 
EBITDA-Marge2
1,6 %
31,6 %1
n/a
12,2 %1
-
14,8 %
EBIT-Marge3
–3,4 %
17,6 %1
n/a
3,2 %1
-
3,3 %
1) Rückwirkende Anpassung der Innenumsätze in der Division Zellstoff aufgrund Änderung im internen Berichtwesen für die verantwortliche Unternehmensinstanz.
2) EBITDA-Marge = EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
3) EBIT-Marge = EBIT (Betriebsergebnis) im Verhältnis zu den Umsatzerlösen (hier: laut Segmentbericht).
4) Rückwirkende Anpassung um TEUR 2.574 aufgrund freiwilliger Änderung der Rechnungslegungsmethode. Details dazu werden in Note 2 erläutert.
Bei den sonstigen wesentlichen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen handelt es sich um unbare Bewertungseffekte aus biologischen Vermögenswerten, Forderungen, Vorräten und Rückstellungen.
Zur Performancemessung der Segmente und im Konzern wird das
EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte und vor Erträgen aus der Auflösung von Investitionszuschüssen) herangezogen.

Informationen über Produkte und Dienstleistungen
Die Umsatzerlöse von externen Kunden setzen sich nach Produkten bzw. Dienstleistungen gegliedert wie folgt zusammen:
Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienstleistungen
 
TEUR
 
2025
2024
Regenerierte Cellulosefasern
1.833.233
1.965.253
Co-Produkte der Faserproduktion
57.661
63.406
Sonstige
6.898
4.343
Division Faser
1.897.791
2.033.002
Zellstoff
524.183
456.732
Bioraffinerie-Produkte und Energie
112.216
111.613
Maschinen- und Anlagenbau, Engineering-Dienstleistungen, Holz sowie Sonstige
65.250
59.212
Division Zellstoff
701.649
627.557
Sonstige
2.992
3.339
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2.602.432
2.663.898
Erfüllt die Angabepflicht gemäß ESRS 2 SBM-1 40b, wie in den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) dargelegt.
Es gibt keinen einzelnen externen Kunden, der mehr als 10 Prozent zu den externen Umsätzen beiträgt.
Informationen über geografische Gebiete
Die Umsatzerlöse von externen Kunden nach Absatzmärkten, gegliedert nach geografischen Gebieten, stellen sich wie folgt dar:
Umsatzerlöse von externen Kunden nach geografischen Gebieten
 
TEUR
 
2025
2024
Österreich
88.979
88.155
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei)
674.714
751.711
Asien
1.581.918
1.571.470
Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika)
242.520
237.712
Restliche Welt
14.300
14.850
Umsatzerlöse laut Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
2.602.432
2.663.898
Die Umsätze werden nach dem Standort der geografischen Region der Kunden zugeordnet.
Das langfristige Vermögen (ohne Finanzanlagen und Steueransprüche; übergeleitet auf die Konzernwerte des gesamten langfristigen Vermögens) gegliedert nach geografischen Gebieten, stellt sich wie folgt dar:
Informationen über langfristige Vermögenswerte nach geografischen Gebieten
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Österreich
782.422
791.232
Europa (ohne Österreich inkl. Türkei)
205.301
205.406
Asien
498.995
676.135
Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika)
1.418.350
1.637.294
Zwischensumme
2.905.067
3.310.067
Überleitung auf Konzernwerte
70.384
58.298
Konzernsumme
2.975.452
3.368.365
Die obigen Werte umfassen alle Segmente der Lenzing Gruppe. Ergänzende Ausführungen zu den Segmenten sind dem Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2025 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Note 5. Umsatzerlöse
Die Aufgliederungen der Umsatzerlöse sind im Segmentbericht ersichtlich (siehe Note 4, insbesondere die Informationen über Produkte und Dienstleistungen sowie über geografische Gebiete).
Die Umsätze resultieren ausschließlich aus Verträgen mit Kunden im Sinne des IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden). Die Umsatzerlöse enthalten alle Erträge, die aus der typischen Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe resultieren.
Die Erfassung der Erträge erfolgt zeitpunktbezogen und somit dann, wenn das Eigentum an den Produkten auf den Kunden übertragen wurde (somit mit Gefahrenübergang), die Höhe der Erträge bzw. die zugehörigen Kosten zuverlässig ermittelbar sind und der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft wahrscheinlich zufließen wird.
Da in der Lenzing Gruppe ausschließlich Leistungsverpflichtungen mit einer Laufzeit von maximal einem Jahr bestehen, wird von der Angabe der verbleibenden Leistungsverpflichtungen abgesehen.
Die Vertragsverbindlichkeiten sind unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und setzen sich im Wesentlichen aus den erhaltenen Anzahlungen von TEUR 19.508 (31. Dezember 2024: TEUR 18.830) und abgegrenzten Schulden aus Nachlässen und Rabatten von TEUR 5.961 (31. Dezember 2024: TEUR 4.033) zusammen (siehe Note 32). Der zum 31. Dezember 2024 in den Vertragsverbindlichkeiten enthaltene Betrag von TEUR 18.738 wurde im Geschäftsjahr 2025 als Umsatzerlöse erfasst (2024: TEUR 11.479).
Note 6. Funktionskosten
Umsatzkosten
Die Umsatzkosten betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für Materialaufwand und sonstige bezogene Herstellungsleistungen, Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten, Personalaufwand, Abschreibungen und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung, sonstige Fremdleistungen und Aufwendungen für Abfallentsorgung. Die Aufwendungen für Instandhaltung und Wartung betragen TEUR 71.747 (2024: TEUR 71.223) und für Wartungsmaterial sowie Reinigung TEUR 112.415 (2024: TEUR 109.484).
Vertriebsaufwendungen
Die Vertriebsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Aufwendungen für Ausgangsfrachten sowie Miet- und Leasingaufwendungen.
Verwaltungsaufwendungen
Die Verwaltungsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen.
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betreffen im Wesentlichen Personalaufwand und übrige operative Aufwendungen, insbesondere Anmelde- und Verteidigungskosten für Patente und Marken. In den Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sind Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte in Höhe von TEUR 1.666 (2024: TEUR 1.639) und Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen in Höhe von TEUR 143 (2024: TEUR 143) enthalten.
Note 7. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige betriebliche Erträge
 
TEUR
 
2025
2024
Erträge aus der Auflösung des Passivpostens für Emissionszertifikate sowie aus Förderungen und aus der Veräußerung von Emissionszertifikaten
77.587
10.703
Erträge aus Leistungsverrechnungen und sonstigen Produkten
31.222
24.468
Ökostrombonus
11.967
1.618
Mieterträge
6.853
6.121
Gutschriften
2.205
4.250
Fremdwährungsgewinne
0
10.202
Übrige
3.745
4.408
Summe
133.578
61.770
Im Geschäftsjahr 2025 wurden EU-Emissionszertifikate veräußert (siehe Note 27), welche dem Segment Division Zellstoff zugeordnet sind.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 17.927 (2024: TEUR 4.949) und betreffen im Wesentlichen Fremdwährungsverluste (2024: Anlagenabgänge).
Note 8. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
TEUR
 
2025
2024
Material
1.160.875
1.159.992
Sonstige bezogene Herstellungsleistungen
210.057
220.771
Summe
1.370.932
1.380.763
Die Aufwendungen für Material betreffen im Wesentlichen die verbrauchten Einsatzfaktoren, nämlich Zellstoff (bzw. Holz bei Eigenproduktion von Zellstoff), Schlüsselchemikalien (insbesondere Natronlauge, Kohlenstoffdisulfid und Schwefelsäure) und Handelswaren. Die Aufwendungen für bezogene Herstellungsleistungen betreffen im Wesentlichen die verbrauchte Energie.
Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt.
Note 9. Personalaufwand
Der Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Personalaufwand
 
TEUR
 
2025
2024
Löhne und Gehälter
364.343
422.317
Aufwendungen für Abfertigungen und Abfindungen
14.775
3.152
Aufwendungen für Altersversorgung
9.434
10.072
Gesetzlicher Sozialaufwand
96.760
100.208
Sonstige Sozialaufwendungen
9.976
10.300
Summe
495.289
546.049
Die Aufwendungen für Abfertigungen enthalten vor allem jene für die gesetzlichen Verpflichtungen der Lenzing AG und ihrer österreichischen Tochterunternehmen gegenüber ihren Arbeitnehmern sowie freiwillige Abfindungen und Abfertigungen im Rahmen der Restrukturierungsrückstellungen (siehe Note 30).
Der Mitarbeiter:innenstand in der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:
Anzahl Mitarbeiter:innen (Vollzeitäquivalente)
 
 
 
2025
2024
Durchschnitt
7.707
7.8261
Stand zum 31.12.
7.738
7.816
1) Die Vorjahresvergleichszahl wurde aufgrund einer Datenkorrektur angepasst.
Der Mitarbeiter:innenstand in der Lenzing AG und in den österreichischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe stellt sich wie folgt dar:
Durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter:innen in Österreich (Vollzeitäquivalente)
 
 
2025
2024
Arbeiter:innen
1.761
1.749
Angestellte
1.260
1.340
Summe
3.020
3.089
Note 10. Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und biologische Vermögenswerte
TEUR
 
2025
2024
Planmäßige Abschreibungen
241.173
241.976
Verbrauchsabhängige Abschreibung (siehe Note 19)
74.022
63.037
Wertminderungen
81.953
3.751
Summe
397.148
308.764
Wertminderungen
Im Geschäftsjahr 2025 sind Wertminderungen von TEUR 81.953 den Umsatzkosten mit TEUR 80.121, den Vertriebsaufwendungen mit TEUR 1.344 und den Verwaltungsaufwendungen mit TEUR 487 zugeordnet. Im Geschäftsjahr 2024 waren Wertminderungen in Höhe von TEUR 3.751 zur Gänze in den Verwaltungsaufwendungen enthalten.
Die im Geschäftsjahr 2024 vorgenommenen Wertminderungen betreffen ein Landnutzungsrecht in einer indischen Tochtergesellschaft, welche zum Zweck der Errichtung eines Viscosefaserwerkes in Indien gegründet wurde. Dieses Projekt wurde aufgrund rechtlicher Verzögerungen und der Verschlechterung des Marktumfeldes nicht mehr weiterverfolgt. Es erfolgte eine Evaluierung von alternativen Verwertungsmöglichkeiten für die in der Gesellschaft enthaltenen Vermögensgegenstände. Der erzielbare Betrag (TEUR 1.740) ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 3.751 auf Grundstücke und Bauten. Die Wertminderung ist dem Segment Division Faser zugeordnet.
Wertminderungen für immaterielle Anlagen, Sachanlagen, Nutzungsrechte Leasing und zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs)
Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 werden immaterielle Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing sowie die umfassenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units/CGUs) auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Zum Stichtag jedes Konzernabschlusses bzw. jedes Konzernzwischenabschlusses erfolgt eine qualitativ und quantitativ ausgerichtete Analyse, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung bestehen beziehungsweise bei wertgeminderten CGUs wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahr eingetreten sind. Die Grundlage für diese Analyse folgt den Vorgaben des Managements der Lenzing AG. Sind die immateriellen Anlagen, Sachanlagen und Nutzungsrechte Leasing einer CGU mit Firmenwert zugeordnet, werden die immateriellen Anlagen, Sachanlagen sowie Nutzungsrechte Leasing im Rahmen des jährlichen Wertminderungstests für den Firmenwert mitgeprüft. In der Lenzing Gruppe sind die CGUs insbesondere die einzelnen Produktionsstandorte.
Die Lenzing Gruppe ermittelt den erzielbaren Betrag zunächst auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten. Vorstand und Aufsichtsrat bewilligen das Budget. Die Mittelfristpläne für die darauffolgenden vier Jahre werden vom Vorstand bewilligt und vom Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Diese bilden den Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen auf Nachsteuerbasis für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten. Das Management erstellt Planungsrechnungen grundsätzlich über einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren. Sollte der eingeschwungene Zustand nicht bereits am Ende des fünfjährigen Detailplanungszeitraums erreicht sein, wird dieser so weit verlängert, bis von einem eingeschwungenen Zustand der Zahlungsströme ausgegangen werden kann. Anschließend wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Dieser Wert gleicht tendenziell die allgemeine Teuerung aus. Eine wachstumsbedingte Thesaurierung finanzieller Überschüsse in der ewigen Rente wird in den Planungsrechnungen berücksichtigt. Zudem fließen die Risiken, die im Konzernlagebericht angeführt sind, in den Planungsrechnungen mit ein. Die geplanten bzw. prognostizierten Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischsatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital / WACC). Für die Wertminderungstests 2025 von firmenwerttragenden CGUs wurden WACCs nach Steuern zwischen 8,1 Prozent und 8,9 Prozent verwendet (2024: zwischen 8,4 Prozent und 9,0 Prozent).
Bei der Bestimmung der WACCs wurden großteils extern verfügbare Kapitalmarktdaten von Vergleichsunternehmen verwendet (insbesondere zur Bestimmung der Risikoprämie). Die Planungen bzw. Prognosen von Free Cashflows basieren insbesondere auf internen und externen Annahmen über die künftig erwarteten Absatzpreise und -mengen (insbesondere Faser und Zellstoff) sowie die dazu notwendigen Kosten (insbesondere Rohstoffe wie Zellstoff, Holz und Energie, daneben auch Personal und Steuern) unter Berücksichtigung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung. Daneben spielen auch die angenommenen Investitionen und die Veränderungen des Working Capital eine Rolle. Diese internen Annahmen basieren auf Erfahrungen der Vergangenheit, aktuellen operativen Ergebnissen und der Einschätzung zukünftiger Entwicklungen. Sie werden um externe Marktannahmen ergänzt, etwa branchenspezifische Marktstudien und Konjunkturaussichten.
Im aktuellen Geschäftsjahr wurden Wertminderungen gemäß IAS 36 bei der CGU Fiber Site Indonesia in Höhe von TEUR 81.953 erfasst. Im Geschäftsjahr 2024 wurden keine Wertminderungen gemäß IAS 36 bei CGUs erfasst.
Bei wertgeminderten CGUs wurden in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr festgestellt, die zu einer Wertaufholung geführt hätten.
Wertminderungstest der CGU Fiber Site Indonesia 
Die CGU Fiber Site Indonesia produziert Viscosefasern in Purwakarta, Indonesien.Die Verschlechterung des Marktumfeldes, welche vor allem durch die Auswirkungen der länderspezifischen US-Zollpolitik beeinflusst war, hat für die CGU Fiber Site Indonesia zu wesentlichen Verlusten geführt. Zusätzlich wurde im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 beschlossen, für den Standort in Indonesien die strategischen Optionen zu überprüfen, einschließlich eines möglichen Verkaufs. Damit wurde ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung gemäß IAS 36 für die CGU Fiber Site Indonesia ausgelöst. Infolgedessen wurde der erzielbare Betrag der langfristigen Vermögenswerte, insbesondere Sachanlagen ermittelt. Die beizulegenden Zeitwerte abzüglich Veräußerungskosten der einzelnen Vermögenswerte stellen dabei die Untergrenze für die Wertminderung dar. Der ermittelte beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten (TEUR 13.207) ergab einen Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 81.953. Es wurden Grundstücke und Bauten in Höhe von TEUR 24.012, technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von TEUR 54.837 sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau in Höhe von TEUR 3.103 wertgemindert. Sämtliche Vermögenswerte sind dem Segment Division Faser zugeordnet.
Da die Untergrenze für eine weitere etwaige Abwertung der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten darstellt, hätte eine Anpassung des Abzinsungssatzes (WACC) zu keiner weiteren Wertminderung geführt.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site Indonesia ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.
Wertminderungstest der CGU Fiber Site China
Die CGU Fiber Site China produziert Viscose- und Modalfasern in Nanjing, China. Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung gemäß IAS 36 wurde der erzielbare Betrag der CGU Fiber Site China für das Geschäftsjahr 2025 ermittelt. Der erzielbare Betrag ergab eine ausreichende Deckung der Buchwerte.
Wertminderungstest der firmenwerttragenden CGUs
Die Firmenwerte sind zum Bilanzstichtag folgenden Segmenten bzw. CGUs zugeordnet:
Firmenwerte nach Segmenten bzw. CGUs
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Segment Division Pulp
 
 
CGU Pulp Site Czech Republic
10.896
10.469
Segment Division Fiber
 
 
Übrige CGUs
4.114
4.389
Summe
15.010
14.858
Der erzielbare Betrag der im Geschäftsjahr 2025 größten firmenwerttragenden CGU – der CGU Pulp Site Czech Republic – wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten bestimmt. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Fair Value-Hierarchie eingeordnet. Folgende individuelle Annahmen aus den zuletzt erstellten Wertminderungstests wurden beim jährlichen Test verwendet:
Annahmen beim Impairment Test der größten firmenwerttragenden CGU
 
 
2025
2024
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Durchschnittliche operative Marge im Planungszeitraum p.a.
5,2 %
10,1 %
Langfristige Wachstumsrate der ewigen Rente
1,2 %
1,2 %
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
8,3 %
9,0 %
Das durchschnittliche Umsatzwachstum der CGU Pulp Site Czech Republic beträgt im Detailplanungszeitraum 2,2 Prozent p. a. (2024: 1,7 Prozent p. a.).
Die vorgenommene Schätzung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten der CGU Pulp Site Czech Republic übersteigt den Buchwert um TEUR 43.720 (2024: TEUR 199.054). Die folgende Tabelle zeigt im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse hypothetische Szenarien wesentlicher Annahmen und jene mögliche wertmäßige Veränderung zum Bilanzstichtag, bei deren Eintreten der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert der CGU zuzüglich des Firmenwerts wäre.
Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test
 
 
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen
Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Operative Marge
5,2 %
minus 1,5 Prozentpunkte
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
8,3 %
plus 1,7 Prozentpunkte
Sensitivitätsanalyse der Annahmen beim Impairment Test (Vorjahr)
 
 
Wertmäßige Ausprägung der wesentlichen Annahmen
Wertmäßige Veränderung der wesentlichen Annahmen, bei der der erzielbare Betrag gleich dem Buchwert wäre
CGU Pulp Site Czech Republic
 
 
Operative Marge
10,1 %
minus 7,4 Prozentpunkte
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern
9,0 %
plus 9,1 Prozentpunkte
In den übrigen CGUs mit Firmenwert sind die CGU Fiber Site UK, die CGU Fiber Site Heiligenkreuz und die CGU Fiber Site USA enthalten. Für diese wurde eine langfristige Wachstumsrate von 1,0 Prozent bis zu 1,2 Prozent (2024: von 1,0 Prozent bis zu 1,2 Prozent) in der ewigen Rente berücksichtigt.
Neben der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung für CGUs mit Firmenwert, wurden in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 zusätzlich ein Anhaltspunkt für Wertminderung gemäß IAS 36 bei der CGU Fiber Site Heiligenkreuz aufgrund der Verschlechterung des Marktumfeldes, das Auswirkungen auf Mengen- und Preisgerüst der produzierten Fasern hat, identifiziert und somit der erzielbare Betrag ermittelt. Dieser ergab in beiden Geschäftsjahren eine ausreichende Deckung der Buchwerte. Das durchschnittliche EBITDA-Wachstum der CGU Fiber Site Heiligenkreuz betrug sowohl im Geschäftsjahr 2025 als auch im Geschäftsjahr 2024 im Detailplanungszeitraum ein Vielfaches von jenem in der ewigen Rente. Die operative Marge der CGU Fiber Site Heiligenkreuz beträgt 3,2 Prozent (2024: 3,9 Prozent) und dürfte maximal um 0,5 Prozentpunkte (2024: 0,7 Prozentpunkte) sinken, damit die Buchwerte durch den erzielbaren Betrag ausreichend gedeckt sind. Der Abzinsungssatz (WACC) beträgt 8,1 Prozent (2024: 8,4 Prozent) und dürfte maximal um 1,0 Prozentpunkte (2024: 1,4 Prozentpunkte) steigen. Der ermittelte erzielbare Betrag würde bei einer Erhöhung (Verringerung) des geplanten EBITDA um 20 Prozent um TEUR 54.761 steigen bzw. um TEUR 54.958 fallen. Im Falle einer Verringerung des EBITDA um 20 Prozent würde der erzielbare Betrag TEUR 32.924 unterhalb der Buchwerte liegen.
Das geplante EBITDA wurde unter Berücksichtigung vergangener Erfahrungen geschätzt, mit folgenden wesentlichen Annahmen:
●
Das Umsatzwachstum ist abhängig von der CCF Preisableitung inklusive Prämien für Spezialprodukte. Dabei geht man von einer laufenden Premiumisierung des Portfolios aus, was zu einem durchschnittlichen Wachstum im Detailplanungszeitraum von 6,2 % führt.
●
Bei den geplanten Investitionen ist im Detailplanungszeitraum eine Investition berücksichtigt, die zu einem Einsparungspotenzial führt und somit wesentliche Auswirkungen auf das geplante EBITDA hat.
Note 11. Honorare des Abschlussprüfers
Die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria GmbH, Linz, setzen sich wie folgt zusammen:
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers
TEUR
2025
Lenzing AG
Tochterunternehmen
Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)
421
165
586
Andere Bestätigungsleistungen
381
0
381
Sonstige Leistungen
63
0
63
Summe
865
165
1.030
Aufgewendete Honorare des Abschlussprüfers (Vorjahr)
TEUR
2024
Lenzing AG
Tochterunternehmen
Summe
Prüfung der Jahresabschlüsse (inkl. Konzernabschluss)
626
170
796
Andere Bestätigungsleistungen
308
0
308
Sonstige Leistungen
64
0
64
Summe
998
170
1.169
Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen betreffen vor allem Entgelte für die prüferische Durchsicht des Konzernhalbjahresabschlusses sowie des Nachhaltigkeitsberichts.
Note 12. Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Das Ergebnis in Höhe von minus TEUR 3.373 (2024: TEUR 0) resultiert aus dem Anteil der Gruppe am laufenden Ergebnis sowie der Bewertung der assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen. In den Geschäftsjahren 2025 und 2024 wurden keine Wertminderungen oder Wertaufholungen erfasst.
Note 13. Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Das Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten setzt sich wie folgt zusammen:
Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
TEUR
 
2025
2024
Erträge aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
 
 
Zinserträge aus Bankguthaben, Ausleihungen und Forderungen
20.581
27.482
Dividendenerträge aus gehaltenen Eigenkapitalinstrumenten erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet
156
156
Bewertung von finanziellen Vermögenswerten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
339
118
Netto-Fremdwährungsgewinne aus finanziellen Vermögenswerten
0
7.422
 
21.075
35.177
Aufwendungen aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten
 
 
Bewertung und Verluste aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten
–791
–1.074
Netto-Fremdwährungsverluste aus finanziellen Vermögenswerten
–22.127
0
 
–22.918
–1.074
Erträge und Aufwendungen aus langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten
 
 
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von bedingten Gegenleistungen
1.140
–273
 
1.140
–273
Summe
–703
33.830
Zum 31. Dezember 2025 wurde eine Verringerung der bedingten Gegenleistung, die aus dem Erwerb des Biomassekraftwerkes aus dem Geschäftsjahr 2023 resultiert, um TEUR 1.140 (31. Dezember 2024: Erhöhung um TEUR 273) erfasst. Die bedingte Gegenleistung wird in der Konzernbilanz unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Note 14. Finanzierungskosten
Die Finanzierungskosten setzen sich wie folgt zusammen:
Finanzierungskosten
 
TEUR
 
2025
2024
Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten
–186
–164
Zinsaufwand aus Anleihen und Schuldscheindarlehen
–56.257
–27.537
Zinsaufwand aus Bankkrediten, sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen
–94.845
–153.881
Aktivierte Fremdkapitalkosten für Sachanlagen und biologische Vermögenswerte
15.279
17.244
Summe
–136.009
–164.339
Note 15. Ertragsteueraufwand
Als Ertragsteueraufwand werden der laufende Ertragsteueraufwand und der Ertrag/Aufwand aus der Steuerabgrenzung (Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern) ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Ertragsteueraufwand nach Herkunft
 
TEUR
 
2025
2024
Laufender Ertragsteueraufwand
 
 
Österreich
2.216
–20.681
Ausland
27.104
37.304
 
29.320
16.623
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung
–16.592
79.651
Summe
12.728
96.273
Ertragsteueraufwand nach Ursachen
 
TEUR
 
2025
2024
Laufender Ertragsteueraufwand
 
 
Steueraufwand laufendes Jahr
40.601
44.398
Minderung aufgrund der Nutzung steuerlicher Verluste
–8.960
0
Minderung aufgrund der Nutzung von Steuergutschriften
–78
–280
Periodenfremde Ertragsteuern
–2.243
–27.495
 
29.320
16.623
Ertrag/Aufwand aus Steuerabgrenzung
 
 
Entstehung und Umkehrung temporärer Differenzen
–34.375
67.248
Veränderung der aktivierten Verlustvorträge
7.959
31.283
Auswirkungen bisher nicht berücksichtigter temporärer Differenzen früherer Perioden
4.945
–29.272
Veränderung der Ansatzkorrektur auf latente Steueransprüche (ohne Verlustvorträge)
4.879
10.391
 
–16.592
79.651
Summe
12.728
96.273
Der Posten „Veränderung der aktivierten Verlustvorträge“ betrifft die Aktivierung von im Geschäftsjahr entstandenen Verlusten in Höhe von minus TEUR 973 (2024: minus TEUR 16.094) und den Verbrauch von aktivierten Verlustvorträgen in Höhe von TEUR 8.933 (2024: TEUR 0). Im Geschäftsjahr 2024 war in diesem Posten außerdem eine Wertberichtigung von in den Vorjahren angesetzten aktiven latenten Steuern für noch nicht verwertete Verlustvorträge in Höhe von TEUR 47.377 enthalten.
Die Überleitung vom errechneten Steuerertrag gemäß österreichischem Körperschaftsteuersatz von 23 Prozent (31. Dezember 2024: 23 Prozent) zum effektiven Steueraufwand stellt sich wie folgt dar:
Steuerüberleitungsrechnung
 
TEUR
 
2025
2024
Ergebnis vor Steuern (EBT)
–122.485
–42.005
Errechneter Steuerertrag (23 % des Ergebnisses vor Steuern)
–28.172
–9.661
Abzugsfähige Ausschüttung Hybridkupon
–4.306
–6.613
Steuerfreie Erträge und Steuerfreibeträge (insbesondere Forschungsfreibetrag)
–1.411
–1.455
Nicht abzugsfähige Aufwendungen und ähnliche permanente Differenzen
4.495
5.962
Nicht verrechenbare Quellensteuern
2.707
5.582
Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
776
0
Steuersatzunterschiede
9.293
6.655
Steuern aus Vorperioden
2.702
20.968
Wechselkursdifferenzen aufgrund der Umrechnung von Steuerposten von lokaler in funktionale Währung
–25.286
47.480
Veränderung des in Bezug auf Verlustvorträge, Zinsvorträge, Steuergutschriften und temporäre Differenzen nicht angesetzten Aktivpostens
53.210
26.586
Sonstige
–1.282
768
Effektiver Steueraufwand
12.728
96.273
Die Relation zwischen dem effektiven Ertragsteueraufwand und dem Ergebnis vor Steuern ist im Geschäftsjahr 2025 wie im Vorjahr nicht proportional. Es liegen hohe Überleitungsposten vor, die aus Wertberichtigungen von Steueraktivposten (insbesondere aus nicht aktivierten Verlustvorträgen) entstanden sind (insbesondere Steuergruppe Österreich, Indonesien, China und Thailand). Weiters wurde der Steueraufwand durch Währungseffekte aufgrund der Umrechnung von Steuerposten von der lokalen in die funktionale Währung beeinflusst. Zusätzlich gab es in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 eine Ausschüttung an Hybridkapitalbesitzer, die steuerlich abzugsfähig ist.
Im Geschäftsjahr 2024 war im Posten „Steuern aus Vorperioden“ eine Steuernachforderung von TEUR 23.019 aus der ehemaligen steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe enthalten (siehe auch Note 38). Diese Nachforderung resultierte aus dem rückwirkenden Ausscheiden aus der B&C Steuergruppe bereits ab dem Geschäftsjahr 2022 (TEUR 22.209) sowie aus einer Korrektur der Steuerumlage für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von TEUR 810.
Die Lenzing AG und die österreichischen Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe unterliegen einem Ertragsteuersatz von 23 Prozent. Die angewandten Ertragsteuersätze für ausländische Gesellschaften liegen zwischen 9,9 Prozent und 34 Prozent (31. Dezember 2024: zwischen 9,9 Prozent und 34 Prozent).
Die B&C Privatstiftung, Wien ist die oberste Muttergesellschaft im Sinne der Mindestbesteuerungsregeln der Lenzing AG und ihrer Tochtergesellschaften. Die Lenzing AG ist gemäß Mindestbesteuerungsregeln eine im Teileigentum stehende Muttergesellschaft.

Es wurde eine Evaluierung der Auswirkungen der neuen Mindestbesteuerungsregelungen für die Lenzing Gruppe als Teilkonzern der B&C Gruppe durchgeführt. Für die Geschäftsjahre 2025 und 2024 ergeben sich aufgrund der temporären Safe Harbour Regelungen und der Mindeststeuerkalkulation bei einer Stand-alone-Betrachtung des Teilkonzerns Lenzing Gruppe keine wesentlichen Auswirkungen auf den Ansatz und die Bewertung von Steuerforderungen und -verbindlichkeiten. Insoweit es zu einer Anwendung der Mindestbesteuerungsregelungen kommt (nach derzeitigem Stand in Hongkong und Malta), wurden die finanziellen Auswirkungen für das Geschäftsjahr 2025 evaluiert (primäre Ergänzungssteuer in Österreich in Malta und nationale Ergänzungssteuer in Hongkong). Es wurden mit TEUR 1 daraus keine wesentlichen Effekte für die Lenzing Gruppe festgestellt.
Die Lenzing Gruppe wendet die vorübergehende, verpflichtende Ausnahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern, die sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben, an und erfasst diese als tatsächlichen Steueraufwand/-ertrag zum jeweiligen Entstehungszeitpunkt.
Note 16. Ergebnis je Aktie
Das Ergebnis je Aktie errechnet sich wie folgt:
Ergebnis je Aktie
 
TEUR
 
2025
2024
In der Berechnung des Ergebnisses je Aktie verwendeter Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Ergebnis nach Steuern
–210.306
–156.601
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück
38.618.180
38.618.180
 
EUR
EUR
Verwässert = unverwässert
–5,45
–4,06
Bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie wird der den Aktionären der Lenzing AG zuzurechnende Anteil am Ergebnis nach Steuern, reduziert um den Anteil der Hybridkapitalbesitzer in Höhe von TEUR 38.274 (2024: TEUR 28.750), durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien in Stück, die sich während des Jahres im Umlauf befinden, geteilt.
Erläuterungen zur Konzern-Bilanz, zur Konzern-Gesamtergebnisrechnung und zur Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
Note 17. Immaterielle Anlagen
Entwicklung
Die immateriellen Anlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der immateriellen Anlagen
 
 
 
TEUR
2025
Firmenwerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2025
100.547
30.907
44.469
175.923
Währungsumrechnungsdifferenzen
–9.372
–470
0
–9.842
Zugänge
0
1.331
0
1.331
Abgänge
0
–195
0
–195
Stand zum 31.12.2025
91.175
31.574
44.469
167.218
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2025
–85.689
–26.659
–39.741
–152.089
Währungsumrechnungsdifferenzen
9.524
277
0
9.801
Planmäßige Abschreibungen
0
–1.647
–1.040
–2.688
Abgänge
0
195
0
195
Stand zum 31.12.2025
–76.165
–27.835
–40.781
–144.781
Buchwert zum 01.01.2025
14.858
4.248
4.728
23.835
Buchwert zum 31.12.2025
15.010
3.739
3.688
22.437



Entwicklung der immateriellen Anlagen (Vorjahr)
 
 
TEUR
2024
Firmenwerte
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen und ähnliche Rechte
Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2024
95.879
30.044
44.906
170.829
Währungsumrechnungsdifferenzen
4.668
208
0
4.876
Zugänge
0
810
0
810
Abgänge
0
–155
–437
–592
Stand zum 31.12.2024
100.547
30.907
44.469
175.923
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2024
–80.990
–24.517
–38.595
–144.102
Währungsumrechnungsdifferenzen
–4.699
–112
0
–4.812
Planmäßige Abschreibungen
0
–2.033
–1.146
–3.179
Wertminderungen
0
0
0
0
Abgänge
0
4
0
4
Stand zum 31.12.2024
–85.689
–26.659
–39.741
–152.089
Buchwert zum 01.01.2024
14.889
5.528
6.311
26.728
Buchwert zum 31.12.2024
14.858
4.248
4.728
23.835
Die Zugänge im Geschäftsjahr 2025 betreffen mit TEUR 1.331 (2024: TEUR 810) entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte. Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte angesetzt, wenn die spezifischen Voraussetzungen des IAS 38 erfüllt sind, insbesondere die Erzielbarkeit eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens.
Das Wahlrecht zur Neubewertung wird nicht ausgeübt. Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:
Nutzungsdauern für immaterielle Anlagen
 
 
Jahre
Software/Computerprogramme
4 bis 7
Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte
 
Entgeltlich erworbene
4 bis 25
Aus eigener Entwicklung
7 bis 15
Alle immateriellen Anlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 10).
Die Abschreibungen auf Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen, ähnliche Rechte und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden in den Umsatzkosten, Vertriebsaufwendungen, Verwaltungsaufwendungen sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen dargestellt.
Note 18. Sachanlagen
Entwicklung
Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Sachanlagen
 
 
 
TEUR
2025
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2025
1.270.107
5.020.698
141.817
6.432.622
Währungsumrechnungsdifferenzen
–77.872
–252.776
–5.542
–336.190
Umgliederung von/zu Nutzungsrechte Leasing
0
3.637
0
3.637
Zugänge
3.285
65.455
54.383
123.123
Abgänge
–338
–7.497
0
–7.835
Umbuchungen
10.817
70.092
–80.909
0
Stand zum 31.12.2025
1.205.999
4.899.609
109.7501
6.215.357
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2025
–548.073
–2.987.479
–26.139
–3.561.691
Währungsumrechnungsdifferenzen
25.507
105.009
3.041
133.556
Umgliederung von/zu Nutzungsrechte Leasing
0
–1.667
0
–1.667
Planmäßige Abschreibungen
–34.370
–189.250
0
–223.619
Wertminderungen
–24.012
–54.837
–3.103
–81.953
Abgänge
203
7.193
0
7.396
Stand zum 31.12.2025
–580.745
–3.121.031
–26.201
–3.727.978
Buchwert zum 01.01.2025
722.034
2.033.219
115.678
2.870.931
Buchwert zum 31.12.2025
625.253
1.778.578
83.549
2.487.379
1) Die geleisteten Anzahlungen betragen zum 31. Dezember 2025 TEUR 5.142. Die Erhöhung der Anzahlungen um TEUR 1.345 im Vergleich zum 31. Dezember 2024 resultiert aus Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 7 sowie Erhöhungen der geleisteten Anzahlungen in Höhe von TEUR 1.338.

Entwicklung der Sachanlagen (Vorjahr)
 
 
 
TEUR
2024
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2024
1.195.510
4.758.149
193.533
6.147.191
Währungsumrechnungsdifferenzen
37.321
121.349
4.612
163.281
Zugänge
11.068
64.493
56.721
132.281
Abgänge
–54
–10.077
0
–10.131
Umbuchungen
26.264
86.785
–113.048
0
Stand zum 31.12.2024
1.270.107
5.020.698
141.8171
6.432.622
Kumulierte Abschreibungen
 
 
 
 
Stand zum 01.01.2024
–497.379
–2.759.313
–24.786
–3.281.478
Währungsumrechnungsdifferenzen
–11.456
–48.208
–1.353
–61.017
Planmäßige Abschreibungen
–35.488
–188.422
0
–223.910
Wertminderungen
–3.751
0
0
–3.751
Abgänge
0
8.464
0
8.464
Stand zum 31.12.2024
–548.073
–2.987.479
–26.139
–3.561.691
Buchwert zum 01.01.2024
698.131
1.998.835
168.747
2.865.713
Buchwert zum 31.12.2024
722.034
2.033.219
115.678
2.870.931
1) Die geleisteten Anzahlungen betragen zum 31. Dezember 2024 TEUR 3.798. Die Verminderung der Anzahlungen in Höhe von TEUR 2.348 im Vergleich zum 31. Dezember 2023 resultiert aus Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von TEUR 79 sowie Rückgängen der geleisteten Anzahlungen in Höhe von minus TEUR 2.428.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, einschließlich aktivierter Fremdkapitalkosten, abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet.
Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für die wichtigsten Vermögenswerte betragen:
Nutzungsdauern für Sachanlagen
 
 
Jahre
Landnutzungsrechte
30 bis 50
Gebäude
10 bis 50
Faser- und Zellstoffproduktionslinien
5 bis 15
Energieanlagen
4 bis 25
Sonstige maschinelle Anlagen
4 bis 20
Fahrzeuge
4 bis 20
Büroeinrichtungen und sonstige Einbauten
2 bis 15
EDV-Hardware
2 bis 7
Alle Sachanlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 10).
Operating-Leasingverhältnisse als Leasinggeber
Zum 31. Dezember 2025 bestehen für Grundstücke und Bauten mit Anschaffungs- und Herstellungskosten von TEUR 42.552 (31. Dezember 2024: TEUR 42.622) Operating-Leasingverhältnisse. Der Buchwert dieser Grundstücke und Bauten beträgt zum 31. Dezember 2025 TEUR 8.713 (31. Dezember 2024: TEUR 9.262). Im Geschäftsjahr 2025 wurden aus diesen Vermögenswerten Abschreibungen in Höhe von TEUR 818 (2024: TEUR 808) erfasst. Details zu den Mieterträgen aus Operating-Leasingverhältnissen werden in Note 20 erläutert.
Aktivierung von Fremdkapitalkosten
Im Geschäftsjahr 2025 wurden TEUR 1.212 (2024: TEUR 2.574) an Fremdkapitalkosten auf Sachanlagen aktiviert. Dabei wurde ein gewichteter Durchschnittszinssatz in Höhe von 3,48 Prozent (2024: 3,02 Prozent) verwendet.
Die Lenzing Gruppe definiert qualifizierte Vermögenswerte als Bauprojekte oder andere Vermögenswerte, für die mindestens zwölf Monate erforderlich sind, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Die Aktivierung erfolgt über den Posten „Finanzierungskosten“ sowie das zugehörige Anlagenbestandskonto. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode im Finanzergebnis erfasst, in der sie anfallen.
Note 19. Biologische Vermögenswerte
Die biologischen Vermögenswerte bestehen aus stehenden Bäumen einer Plantage in Minas Gerais, Brasilien, die als Rohstoff für die Zellstoffproduktion verwendet werden. Nach IAS 41 (Landwirtschaft) müssen biologische Vermögenswerte in der Konzern-Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden. Die Plantage wird auf Stufe 3 des beizulegenden Zeitwerts abzüglich der geschätzten Verkaufskosten bilanziert. Es wird davon ausgegangen, dass beizulegende Zeitwerte gemessen werden können. Die Bewertung der biologischen Vermögenswerte wird von der Lenzing Gruppe überwacht und geprüft. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert.
Die Bewertung basiert auf den erwarteten Cashflows aus dem Verkauf der biologischen Vermögenswerte auf der Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftungspläne, Branchenbenchmarks für Holzpreise und Lieferkosten sowie unter Berücksichtigung des Wachstumszyklus. Für die Bewertung wird ein Holzpreis, basierend auf einem Durchschnitt mehrerer Quartale der Branchenbenchmarks, herangezogen. Die jährliche Ernte aus dem prognostizierten Baumwachstum wird mit den Holzpreisen multipliziert und die Kosten für Waldbau und Ernte werden abgezogen. Der beizulegende Zeitwert der Plantage wird als Barwert der Ernte aus einem Wachstumszyklus auf der Grundlage des produktiven Waldgebiets unter Berücksichtigung von Umwelteinschränkungen und anderen Vorbehalten gemessen. Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn der Holzpreis und das Holzvolumen steigen (fallen). Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde fallen (steigen), wenn der Abzinsungssatz steigt (fällt).
Stehendes Holz, das jünger als ein Jahr ist, gilt als unreifer Vermögenswert und wird zu Anschaffungskosten bilanziert. Nach einer Wachstumsperiode von sieben Jahren ist die Reife des Holzes gegeben, ab diesem Zeitpunkt werden die Bestände an stehendem Holz geerntet. Bei der Ernte werden die biologischen Vermögenswerte in die Position Vorräte der Konzern-Bilanz überführt. Wertänderungen von Sicherungsgeschäften in Bezug auf das Wechselkursrisiko werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter den Umsatzkosten erfasst.
Am 31. Dezember 2025 standen in der Plantage rund 40.635 Hektar Eukalyptusholz (31. Dezember 2024: 40.817 Hektar) und 349 Hektar Pinienholz (31. Dezember 2024: 497 Hektar). Das Holz ist bis zu 16 Jahre (31. Dezember 2024: 15 Jahre) alt. Holz im Wert von TEUR 15.811 (31. Dezember 2024: TEUR 15.736) ist jünger als ein Jahr und gilt daher als unreifer Vermögenswert.
Die biologischen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der biologischen Vermögenswerte
 
TEUR
 
2025
2024
Stand zum 01.01.
192.217
194.759
Käufe
5.164
7.259
Aktivierte Herstellkosten
39.111
37.076
Verbrauchsabhängige Abschreibungen
–74.022
–63.037
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts
36.317
5.195
Währungsumrechnungsdifferenzen
–22.149
10.965
Stand zum 31.12.
176.639
192.217
In den aktivierten Herstellkosten sind aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 14.068 (2024: TEUR 14.669) enthalten, deren Finanzierungskostensatz bei 14,1 Prozent (2024: 14,1 Prozent) lag. Die verbrauchsabhängigen Abschreibungen betreffen Verringerungen der biologischen Vermögenswerte infolge der Ernte. In der Gewinn- und Verlustrechnung sind in den Umsatzkosten Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von biologischen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 23.953 (2024: TEUR 32.199) erfasst. Diese setzen sich zusammen aus der regelmäßigen Neubewertung in Höhe von TEUR 36.317 (2024: TEUR 5.195) sowie Fremdwährungsgewinnen/-verlusten der mit der Plantage direkt in Zusammenhang stehenden Leasingverbindlichkeit aus Landnutzungsrechten in Höhe von minus TEUR 12.363 (2024: TEUR 27.004).
Folgende Annahmen wurden verwendet
Annahmen der Inputfaktoren der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte
 
 
 
31.12.2025
31.12.2024
Marktpreis EUR/m3
22,57
22,01
Abzinsungssatz
6,94 %
7,96 %
Holzvolumen m3
6.959.714
8.414.007
Eine Veränderung wesentlicher nicht beobachtbarer Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der biologischen Vermögenswerte folgendermaßen auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren
der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2025
 
TEUR
 
Steigerung
Rückgang
Marktpreisveränderung (+/- 10 %)
20.343
–20.343
Abzinsungssatz (+/- 1 %)
–3.187
3.415
Holzvolumen (+/- 5 %)
10.172
–10.172
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren
der Stufe 3 für biologische Vermögenswerte zum 31.12.2024
 
TEUR
 
Steigerung
Rückgang
Marktpreisveränderung (+/- 10 %)
20.880
–20.880
Abzinsungssatz (+/- 1 %)
–2.285
2.446
Holzvolumen (+/- 5 %)
10.441
–10.441
Note 20. Nutzungsrechte Leasing
Lenzing Gruppe als Leasingnehmer
Es bestehen Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und Pachtverträgen für Sachanlagen, die als Nutzungsrechte Leasing in der Konzern-Bilanz ausgewiesen werden. Die korrespondierenden Leasingverbindlichkeiten werden als Teil der Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (siehe Note 28).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing je Anlagenklasse:
Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing
 
TEUR
2025
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Summe
Buchwerte zum 01.01.
124.369
14.964
139.333
Zugänge
7.649
8.738
16.387
Abgänge
0
–320
–320
Umgliederung zu Sachanlagen
0
–1.970
–1.970
Abschreibungen im Geschäftsjahr
–6.881
–7.985
–14.866
Währungsumrechnungsdifferenzen
–13.576
–359
–13.935
Buchwerte zum 31.12.
111.560
13.068
124.629
Entwicklung der Nutzungsrechte Leasing (Vorjahr)
 
TEUR
2024
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Summe
Buchwerte zum 01.01.
120.017
14.531
134.547
Zugänge
5.071
8.026
13.097
Abgänge
–126
–65
–191
Abschreibungen im Geschäftsjahr
–7.028
–7.745
–14.773
Währungsumrechnungsdifferenzen
6.435
216
6.651
Buchwerte zum 31.12.
124.369
14.964
139.333
Im Geschäftsjahr 2025 wurden im Wesentlichen Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 5.723 aus der Indexerhöhung für Landnutzungsrechte, in Höhe von TEUR 3.706 für Stapler, PKWs und sonstige Fahrzeuge, in Höhe von TEUR 3.520 für Maschinen, in Höhe von TEUR 1.871 für Büros und Lagerhallen sowie in Höhe von TEUR 1.500 für Waggons erfasst.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden im Wesentlichen Nutzungsrechte Leasing in Höhe von TEUR 4.825 für Waggons, in Höhe von TEUR 2.720 aus der Indexerhöhung für Landnutzungsrechte, in Höhe von TEUR 2.516 für Stapler, PKWs und sonstige Fahrzeuge, in Höhe von TEUR 2.057 für Lagerhallen und Freiflächen sowie in Höhe von TEUR 666 für Maschinen erfasst.
Die Konditionen der wesentlichen Leasing-Vereinbarungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
●
Landnutzungsrechte: Die biologischen Vermögenswerte (siehe Note 19) befinden sich auf Land, das sich nicht im Eigentum der Lenzing Gruppe befindet. Für dieses Land bestehen Landnutzungsrechte. Die Leasingvereinbarung hat eine Laufzeit von 30 Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Leasingvereinbarung nach 30 Jahren um 19 Jahre zu verlängern. Diese Verlängerungsoption wurde bei der Einschätzung der voraussichtlichen Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht berücksichtigt, weil die Nutzung der biologischen Vermögenswerte in 30 Jahren aus heutiger Sicht noch nicht hinreichend sicher ist. Es bestehen Preisanpassungsklauseln.
●
Büro- und Lagerräumlichkeiten: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren bzw. gibt es Verträge mit unbestimmter Nutzungsdauer. Bei unbestimmter Nutzungsdauer für Büro- und Lagerräumlichkeiten, bei denen wirtschaftliche Austrittsbarrieren bestehen, wurde die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer herangezogen. Bei diesen Verträgen besteht keine Möglichkeit, die Büro- und Lagerräumlichkeiten am Ende der vertraglichen Laufzeit zu erwerben. Es gibt teilweise Preisanpassungsklauseln.
●
Waggons: Die Leasingvereinbarungen haben eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren. Es besteht die Möglichkeit, die Verträge nach einer Mindestlaufzeit zu kündigen. Es gibt teilweise Preisanpassungsklauseln.
●
Kläranlagen: Die Leasingvereinbarung betrifft ein Leasingverhältnis über eine industrielle Vorkläranlage und ihre Erweiterungsinvestitionen. Die Anlage inklusive Grundstück ist im Geschäftsjahr 2025 in das Eigentum der Lenzing Gruppe übergegangen. Die Bezahlung der Ablösesumme erfolgt im Geschäftsjahr 2026.
Kündigungs- und Verlängerungsoptionen werden bei der Einschätzung der voraussichtlichen Laufzeit der Leasingverhältnisse berücksichtigt, sofern deren Ausübung beziehungsweise Nichtausübung hinreichend sicher ist. Die Lenzing Gruppe schätzt, dass mögliche künftige Zahlungsabflüsse aus Verlängerungsoptionen, die bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit unberücksichtigt geblieben sind, zu einer Erhöhung der Leasingverbindlichkeit und damit einhergehenden künftigen Zahlungsmittelabflüssen von TEUR 4.157 (31. Dezember 2024: TEUR 3.435) führen würden.
Im Geschäftsjahr wurden folgende Aufwendungen aus Leasingverhältnissen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:
Aufwendungen aus Leasingverhältnissen
TEUR
 
2025
2024
Kurzfristige Leasingverhältnisse
7.130
8.548
Variable Leasingaufwendungen
12.556
12.631
Leasingaufwendungen mit geringem Wert
1.341
1.963
Nichtleasingkomponenten
1.091
1.122
Miet- und Leasingaufwendungen
22.118
24.264
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten = Finanzierungskosten
15.328
15.909
Als kurzfristige Leasingverhältnisse wurden jene Leasingverhältnisse erfasst, deren Laufzeit weniger als ein Jahr beträgt. Bei Verträgen ohne Laufzeit sind jene Leasingverhältnisse als kurzfristig eingestuft, bei denen für beide Parteien ein Kündigungsrecht vorliegt, welches ohne Zustimmung der Gegenpartei durchgesetzt werden kann und keine Kündigungsstrafen sowie wirtschaftlichen Barrieren vorhanden sind. Die Leasingverhältnisse mit ausschließlich variablen Leasingzahlungen, ohne Koppelung an einen Index oder (Zins-)Satz, werden nicht als Nutzungsrechte Leasing aktiviert.
In den variablen Leasingaufwendungen sind im Wesentlichen variable Mietzahlungen für Lagerhallen basierend auf monatlichen Lagermengen enthalten.
Die Lenzing Gruppe hat mehrere langfristige Strombezugsverträge für Strom aus erneuerbaren Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen und sich gegen schwankende Preise abzusichern (siehe Note 37, Abschnitt „Rohstoffpreisrisiko“). Bei einem Teil der Strombezugsverträge handelt es sich um Leasingverhältnisse, bei denen die Zahlungen zur Gänze variabel und daher in den variablen Leasingzahlungen enthalten sind.
Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse betragen im Geschäftsjahr 2025 TEUR 47.010 (2024: TEUR 49.291). Hierin sind kurzfristige, variable und Leasingaufwendungen für Vermögenswerte mit geringem Wert enthalten.
Die Miet- und Leasingaufwendungen sind zur Gänze zahlungswirksam und im Cashflow aus der Betriebstätigkeit enthalten. Die im Zusammenhang mit der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten anfallenden Cashflows werden in Note 33 erläutert.
Alle Nutzungsrechte Leasing werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung gemäß IAS 36 auf ihre Werthaltigkeit überprüft (siehe Note 10).
Lenzing Gruppe als Leasinggeber
Die künftigen undiskontierten Mindestleasingzahlungen während der unkündbaren Laufzeit der Leasingverträge betreffen im Wesentlichen Grundstücke und Gebäude und stellen sich, aufgegliedert nach Jahren, wie folgt dar:
Undiskontierte jährlich fällige Mindestleasingzahlungen als Leasinggeber
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Im Folgejahr
4.882
3.990
In den folgenden 1 bis 2 Jahren
4.566
3.680
In den folgenden 2 bis 3 Jahren
4.277
3.680
In den folgenden 3 bis 4 Jahren
4.088
3.674
In den folgenden 4 bis 5 Jahren
4.071
3.670
Danach
14.211
0
Summe
36.096
18.695
Der wesentlichste Leasingvertrag betrifft ein Grundstück, auf dem eine Reststoffverwertungsanlage betrieben wird. Die Leasingzahlungen sind indexgesichert. Der Vertrag wurde auf unbestimmte Laufzeit abgeschlossen und ist unter Einhaltung einer sechsjährigen Kündigungsfrist, erstmals zum 31. Dezember 2040, kündbar.
Die Mieterträge für das Geschäftsjahr 2025 sind in Note 7 ersichtlich.
Die Lenzing Gruppe klassifiziert diese Leasingverhältnisse als Operating Leasing, da die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken zurückbehalten werden.
Note 21. Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, setzen sich wie folgt zusammen:
Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
TreeToTextile AB (TTT)
14.316
0
Lenzing Papier GmbH (LPP)
7.481
6.982
Übrige assoziierte Unternehmen
4.660
4.832
LD Florestal S.A. (LDF)
11.478
13.033
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
100
107
Summe
38.035
24.954
Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreffen Anteile an Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik durch die Lenzing Gruppe ausgeübt werden kann. Gemeinschaftsunternehmen sind gemeinsame Vereinbarungen, bei denen die Lenzing Gruppe gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern die gemeinschaftliche Führung ausübt und Rechte am Nettovermögen der Vereinbarung hat.
Die wesentlichen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, betreffen insbesondere die Beteiligung an der TreeToTextile AB (TTT), Stockholm, Schweden, die dem Segment Division Faser zugeordnet ist, sowie an der Lenzing Papier GmbH (LPP), Lenzing, die dem Segment Sonstige zugeordnet ist, und an der LD Florestal S.A. (LDF), Indianópolis, Brasilien, die dem Segment Division Zellstoff zugeordnet ist. Zur strategischen Bedeutung der übrigen Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren Beziehungen zur Lenzing Gruppe siehe Note 38.

Die Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden,
haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
TEUR
2025
TTT
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Stand zum 01.01.
0
6.982
4.832
13.033
107
24.954
Zugang
16.171
0
0
0
0
16.171
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
–2.197
393
97
–1.671
6
–3.373
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
0
106
0
0
0
106
Sonstiges Ergebnis – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind und Sonstiges
342
0
–228
115
2
232
Ausschüttungen
0
0
–40
0
–15
–55
Stand zum 31.12.
14.316
7.481
4.660
11.478
100
38.035
Entwicklung der Buchwerte der Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden (Vorjahr)
 
TEUR
2024
TTT
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Stand zum 01.01.
0
9.651
4.836
16.425
134
31.045
Ergebnis aus Bewertung der Beteiligungen, die nach der
Equity-Methode bilanziert werden
0
0
0
0
0
0
Anteil am Gewinn oder Verlust von Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden
0
647
14
–676
14
0
Sonstiges Ergebnis – Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
0
–36
0
0
0
–36
Sonstiges Ergebnis – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind und Sonstiges
0
0
22
–2.716
–2
–2.696
Ausschüttungen
0
–3.280
–40
0
–40
–3.360
Stand zum 31.12.
0
6.982
4.832
13.033
107
24.954
Bewertungseffekte und Ergebnisse aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, erfasst die Lenzing Gruppe gemeinsam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im Ergebnis aus Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden.
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2025 22,6 Prozent am Kapital und an den Stimmrechten der TTT (31. Dezember 2024: 0,0 Prozent). Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten TTT besteht in der Erforschung, Herstellung und dem Verkauf von nachhaltig regenerierten Celullosefasern. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der TTT nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der TTT
TEUR
 
31.12.2025
Langfristige Vermögenswerte
55.927
Kurzfristige Vermögenswerte
4.961
Eigenkapital
46.476
Langfristige Verbindlichkeiten
4.190
Kurzfristige Verbindlichkeiten
10.222
 
2025
Umsatzerlöse
2
Ergebnis vor Steuern (EBT)
–11.601
Gesamtergebnis
–10.087
Davon Ergebnis nach Steuern
–11.601
Davon sonstiges Ergebnis
1.514

Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der TTT stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der TTT
TEUR
 
31.12.2025
Eigenkapital
46.476
Davon:
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(22,6 %; Vorjahr: 0,0 %)
10.504
Konsolidierungs- und sonstige Effekte
3.811
Buchwert
14.316
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2025 40 Prozent am Kapital und an den Stimmrechten der LPP (31. Dezember 2024: 40 Prozent). Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LPP besteht in der Erzeugung von auf Zellulose basierenden Produkten, insbesondere Papier. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LPP nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LPP
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Langfristige Vermögenswerte
14.985
11.721
Kurzfristige Vermögenswerte
26.791
27.925
Eigenkapital
18.981
17.735
Langfristige Verbindlichkeiten
2.999
4.191
Kurzfristige Verbindlichkeiten
19.795
17.721
 
2025
2024
Umsatzerlöse
86.675
95.443
Ergebnis vor Steuern (EBT)
1.128
2.093
Gesamtergebnis
1.246
1.529
Davon Ergebnis nach Steuern
982
1.618
Davon sonstiges Ergebnis
264
–89
Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LPP stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LPP
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Eigenkapital
18.981
17.735
Davon:
 
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(40 %; Vorjahr: 40 %)
7.593
7.094
Konsolidierungs- und sonstige Effekte
–112
–112
Buchwert
7.481
6.982
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2025 20 Prozent am Kapital und an den Stimmrechten der nicht börsennotierten Equi-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH (EFB) (31. Dezember 2024: 20 Prozent). Das Kerngeschäft der EFB besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von regenerierten Cellulosefasern. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.
Im Oktober 2024 hat die Kelheim Fibres GmbH (KFG), Kelheim, Deutschland, ein 100 % Tochterunternehmen der EFB, einen Insolvenzantrag unter vorläufiger Eigenverwaltung gestellt. Seit dem 1. Jänner 2025 ist das Insolvenzverfahren unter Eigenverwaltung eröffnet worden. Die Geschäftsführung der KFG hat am 26. Jänner 2026 darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb der KFG zum 31. März 2026 eingestellt wird. Eine Fortführung des Unternehmens über diesen Zeitpunkt wird nicht erwartet. Da die EFB diese als alleinige Beteiligung hält, ist die Werthaltigkeit ihres Vermögens unmittelbar von dem Insolvenzantrag und der Einstellung des Geschäftsbetriebs betroffen. Zusammenfassend ergeben sich daraus in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 durch die bereits in den Vorjahren erfassten Abschreibungen keine weiteren Auswirkungen auf den Abschluss der Lenzing Gruppe.
Die bisherigen Geschäftsbeziehungen (Lieferungen von Zellstoff) wird bis auf weiteres gegen Vorauszahlung bis Ende März 2026 weitergeführt. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine Endausschüttung aus dem im Insolvenzverfahren errichteten Lieferantenpool. Daher wurde die Wertminderung auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Geschäftsjahr 2024 entsprechend aufgelöst (siehe Note 37, Abschnitt „Ausfallsrisiko“ und Note 38).
In den Geschäftsjahren 2025 und 2024 wurden Verluste in Bezug auf Anteile am assoziierten Unternehmen EFB nicht erfasst, da die Lenzing Gruppe keine Verpflichtung im Hinblick auf diese Verluste hat und keine Finanzinformationen der EFB für die letzten beiden Geschäftsjahre vorliegen.
Die Lenzing Gruppe hat eine ausstehende Kaufpreisforderung sowie eine Forderung aus einem langfristigen Darlehen gegenüber dem Käufer der EFB (einschließlich deren Tochterunternehmen). Diese Forderungen wurden gänzlich abgeschrieben, daher beträgt der Buchwert per 31. Dezember 2025 insgesamt TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 0). Zusätzlich besteht ein langfristiger erfolgsabhängiger Kaufpreisbestandteil, der von der künftigen wirtschaftlichen Ertragskraft der Gesellschaft abhängt, dieser ist per 31. Dezember 2025 in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 0) als Barwert diskontiert.
Die Lenzing Gruppe besitzt gegenüber dem Käufer der EFB ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der EFB. Dieses Pfandrecht kann bei ausbleibender Zahlung zum Fälligkeitszeitpunkt der ausstehenden Kaufpreisforderung und des langfristigen Darlehens verwertet werden. Darüber hinaus wurde dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 1.376) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EFB am Absatzmarkt bis längstens 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden konnte. Dieser Rahmen war per 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 nicht ausgenützt.
Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses der Lenzing Gruppe sind keine Finanzinformationen zum Konzernabschluss der EFB für die letzten beiden Geschäftsjahre verfügbar. Die letztverfügbaren zusammengefassten Finanzinformationen der EFB nach IFRS (100 Prozent) für das Geschäftsjahr 2023 sind im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2024 zu finden.
Die Lenzing Gruppe hält per 31. Dezember 2025 50 Prozent am Kapital und an den Stimmrechten der LDF (31. Dezember 2024: 50 Prozent). Die Haupttätigkeit der nicht börsennotierten LDF besteht in der Überlassung von Nutzungsrechten. Die Beziehungen der Lenzing Gruppe zu diesem Unternehmen werden in Note 38 dargestellt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LDF nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LDF
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Langfristige Vermögenswerte
248.566
200.088
Kurzfristige Vermögenswerte
1.895
3.809
Davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
258
385
Eigenkapital
22.955
26.067
Langfristige Verbindlichkeiten
217.433
168.484
Davon Finanzverbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen)
217.433
168.484
Kurzfristige Verbindlichkeiten
10.073
9.346
Davon Finanzverbindlichkeiten (ohne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen)
1.874
1.047
 
2025
2024
Umsatzerlöse
4.886
3.575
Planmäßige Abschreibungen
–2.477
–1.931
Zinserträge
14.250
13.283
Zinsaufwand
–20.667
–15.574
Ertragsteueraufwand
1.667
596
Ergebnis vor Steuern (EBT)
–5.007
–1.743
Gesamtergebnis
–3.112
–6.782
Davon Ergebnis nach Steuern
–3.342
–1.351
Davon sonstiges Ergebnis
231
–5.431
Die Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF stellt sich wie folgt dar:
Überleitung vom Eigenkapital zum Buchwert der Beteiligung an der LDF
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Eigenkapital
22.955
26.067
Davon:
 
 
Beteiligungsquote des Konzerns
(50 %; Vorjahr: 50 %)
11.478
13.033
Buchwert
11.478
13.033
Note 22. Finanzanlagen
Die langfristigen Finanzanlagen setzen sich wie folgt zusammen:
Langfristige Finanzanlagen
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Langfristige Wertpapiere
6.906
6.582
Sonstige Beteiligungen
12
12
Ausleihungen
55.523
30.512
Summe
62.441
37.106
Details zu den Ausleihungen werden in Note 37 und Note 38 erläutert.
Die kurzfristigen Finanzanlagen beinhalten Oberbank-Stammaktien in Höhe von TEUR 6.525 (31. Dezember 2024: TEUR 10.863) und Aktien an der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 439). Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine vollständige Veräußerung der Aktien an der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland zum beizulegenden Zeitwert von TEUR 396 (2024: teilweise Veräußerung TEUR 2.155). Der realisierte Gewinn in Höhe von TEUR 302 (2024: TEUR 1.912) war bereits im sonstigen Ergebnis enthalten und wurde abzüglich von Steuern in Höhe von TEUR 70 (2024: TEUR 440) in die Gewinnrücklagen umgegliedert. Zudem erfolgte im Geschäftsjahr 2025 sowie 2024 eine teilweise Veräußerung der Oberbank-Stammaktien zum beizulegenden Zeitwert von TEUR 5.068 (2024: TEUR 4.931). Der realisierte Gewinn in Höhe von TEUR 3.581 (2024: TEUR 3.337) war bereits im sonstigen Ergebnis enthalten und wurde abzüglich von Steuern in Höhe von TEUR 824 (2024: TEUR 768) in die Gewinnrücklagen umgegliedert.
Im Geschäftsjahr 2025 gab es Dividendenausschüttungen der Oberbank-Stammaktien in Höhe von TEUR 156 (2024: TEUR 156). Davon entfallen Dividenden in Höhe von TEUR 98 (2024: TEUR 156) auf gehaltene Stammaktien und in Höhe von TEUR 57 (2024: TEUR 0) auf veräußerte Stammaktien.
Note 23. Vorräte
Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:
Vorräte
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
311.452
386.964
Unfertige Erzeugnisse
12.216
11.323
Fertige Erzeugnisse und Waren
205.882
244.513
Geleistete Vorauszahlungen
2.139
3.434
Summe
531.688
646.235
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen Holz für die Zellstoffproduktion, Zellstoff und Chemikalien für die Cellulosefasererzeugung und diverse Kleinmaterialien. Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse umfassen Cellulosefasern, Co-Produkte der Faserproduktion, Zellstoff und Bioraffinerie-Produkte.
Die Wertberichtigungen auf den Nettoveräußerungswert von Vorräten betragen zum 31. Dezember 2025 TEUR 9.028 (31. Dezember 2024: TEUR 8.085). Die Vorräte, die als Materialaufwand in der Berichtsperiode erfasst werden, betragen TEUR 1.160.875 (2024: TEUR 1.159.992).
Note 24. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (brutto)
246.862
325.057
Wertberichtigungen
–1.544
–6.875
Summe
245.318
318.182
Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Vermögenswerte eingestuft. Weitere Ausführungen zu den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind der Note 35 (Abschnitt „Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)“) und Note 37 (Abschnitt „Ausfallsrisiko“) zu entnehmen.
Note 25. Sonstige Vermögenswerte
Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte setzen sich aus finanziellen sowie nicht finanziellen Positionen zusammen. Die sonstigen langfristigen finanziellen Vermögenswerte sind per 31. Dezember 2025 mit TEUR 1.109 (31. Dezember 2024: TEUR 1.409) ausgewiesen und betreffen sonstige Vermögenswerte. Bei den langfristigen nicht finanziellen Vermögenswerten beträgt der Ausweis TEUR 54.841 per 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: TEUR 57.389) und beinhaltet im Wesentlichen Steuerforderungen in Höhe von TEUR 54.145 per 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: TEUR 56.205).
Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte
 
 
Verrechnung Instandhaltung
12.968
11.450
Nicht bevorschusster Betrag aus Factoring-Vereinbarungen
8.507
8.566
Zinsforderungen
7.926
2.482
Noch nicht abgerechnete Derivate
(offene Positionen)
1.483
2.099
Übrige
3.061
2.188
 
33.945
26.786
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte
 
 
Emissionszertifikate
76.569
93.256
Forderungen aus sonstigen Steuern und Abgaben
45.891
37.285
Rechnungsabgrenzungsposten
6.456
8.242
Geleistete Vorauszahlungen
2.688
21.098
Übrige
1.175
1.081
 
132.779
160.962
Summe
166.724
187.747
Im Geschäftsjahr 2024 war unter den geleisteten Vorauszahlungen der Erwerb von Anteilen an der TreeToTextile AB, Stockholm, Schweden enthalten (siehe Note 21).
Note 26. Eigenkapital
Grundkapital und Kapitalrücklagen
Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2025 beträgt EUR 40.107.738,37 (31. Dezember 2024: EUR 40.107.738,47) und ist in 38.618.180 Stückaktien (31. Dezember 2024: 38.618.180) eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundkapital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Dividende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausgabebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Anteilen sind nicht ausgegeben worden.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. April 2024 wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt bis maximal 30 Monate ab dem Tag der Beschlussfassung mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien in einem Volumen von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Es gelten die Bedingungen wie im Hauptversammlungsbeschluss vom 26. April 2022 zum Erwerb eigener Aktien, der mit obigem Beschluss widerrufen wurde.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2023 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 12. April 2018 – wurde der Vorstand neuerlich ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allenfalls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage, um bis zu EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stückaktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am genehmigten Kapital beträgt etwa EUR 1,04. Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 26. Mai 2023 eingetragen. Mit Wirkung vom Juli 2023 führte die Lenzing AG eine in der Hauptversammlung vom 19. April 2023 genehmigte Kapitalerhöhung durch. Es wurden 12.068.180 Stück neue Aktien ausgegeben. Das Grundkapital wurde voll einbezahlt.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2023 – unter gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 12. April 2018 – ermächtigt mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätestens 19. April 2028 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Aktien gewähren bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien erfolgen.
Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2025 bestehenden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eigener Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.
Bei den Kapitalrücklagen handelt es sich um gebundene Rücklagen der Lenzing AG, die nur zum Ausgleich eines Bilanzverlustes der Lenzing AG verwendet werden dürfen. Sie wurden durch Zufuhr von Mitteln gebildet, welche von den Aktionären über das Grundkapital hinaus der Lenzing AG zugeflossen sind. Im Geschäftsjahr 2025 wurden Kapitalrücklagen in Höhe von TEUR 95.772 (2024: TEUR 0) zur Abdeckung eines ansonsten auszuweisenden Bilanzverlustes der Lenzing AG aufgelöst.
Andere Rücklagen
Die anderen Rücklagen enthalten alle kumulierten sonstigen Ergebnisse und setzen sich aus der Fremdwährungsumrechnungsrücklage, der Rücklage für erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte, der Hedging-Reserve und den versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten zusammen.
Andere Rücklagen (Anteile der Aktionäre der Lenzing AG und der Hybridkapitalbesitzer)
 
 
 
 
TEUR
 
Fremdwährungsumrechnungsrücklage
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve und nicht designierte Komponenten)
Versicherungsmathematische Gewinne/
Verluste
Summe
Stand zum 01.01.2024
65.733
10.368
–3.362
–42.779
29.961
Sonstiges Ergebnis
37.388
–334
–17.141
–2.830
17.082
Steuereffekt
2.260
1.889
4.956
–11.251
–2.146
Nach Steuern
39.648
1.555
–12.186
–14.081
14.936
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
0
0
2.289
0
2.289
Steuereffekt
0
0
–823
0
–823
Nach Steuern
0
0
1.466
0
1.466
Übertragung von Gewinnen aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklagen
0
–5.250
0
0
–5.250
Steuereffekt
0
1.207
0
0
1.207
Nach Steuern
0
–4.042
0
0
–4.042
Sonstige Umgliederungen
366
0
–360
–6
0
Stand zum 31.12.2024 = 01.01.2025
105.747
7.881
–14.441
–56.867
42.321
Sonstiges Ergebnis
–83.644
687
9.121
1.892
–71.944
Steuereffekt
0
0
–2.159
–1.613
–3.772
Nach Steuern
–83.644
687
6.962
279
–75.715
Gewinne und Verluste aus Sicherungsgeschäften und Kosten der Absicherung, die in die langfristigen Vermögenswerte und in die Vorräte umgegliedert worden sind
0
0
–3.626
0
–3.626
Steuereffekt
0
0
1.277
0
1.277
Nach Steuern
0
0
–2.349
0
–2.349
Übertragung von Gewinnen aus dem Abgang von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten in die Gewinnrücklagen
0
–3.883
0
0
–3.883
Steuereffekt
0
893
0
0
893
Nach Steuern
0
–2.990
0
0
–2.990
Sonstige Umgliederungen
0
0
0
–25
–25
Stand zum 31.12.2025
22.103
5.578
–9.828
–56.613
–38.759

Die Rücklage zur Absicherung von Zahlungsströmen (Hedging Reserve) hat sich wie folgt entwickelt:
Veränderungen der Hedging Reserve
 
TEUR
 
2025
2024
Während der Berichtsperiode erfasste Erträge/Aufwendungen aus Cashflow Hedges
 
 
Rohstoffpreisrisiken
–8.010
2.964
Fremdwährungsrisiken
34.308
–21.450
Zins-und Zins-/Währungsrisiken
283
526
 
26.581
–17.960
Umgliederung von Beträgen aus Cashflow Hedges, die ergebniswirksam erfasst wurden
 
 
Rohstoffpreisrisiken
1.771
6.444
Fremdwährungsrisiken
–13.217
3.935
Zins-und Zins-/Währungsrisiken
688
–28.091
 
–10.759
–17.712
Summe
15.822
–35.672
Die in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen aus Cashflow Hedges betreffen die Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken aus dem operativen Geschäft, die Absicherung gegen Zinsrisiken sowie kombinierte Zins-/Währungsrisiken aus der Aufnahme von Darlehen und die Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken (siehe Note 35, Abschnitt „Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen“).
Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus Rohstoffpreisrisiken und Fremdwährungsrisiken werden überwiegend im Betriebsergebnis (EBIT) vor allem in den Umsatzerlösen und Umsatzkosten ausgewiesen. Die obigen Beträge aus der ergebniswirksamen Umgliederung von Cashflow Hedges aus kombinierten Zins-/Währungsrisiken werden im Finanzerfolg ausgewiesen.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen setzen sich wie folgt zusammen:
Gewinnrücklagen
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Freie Gewinnrücklagen der Lenzing AG nach österreichischem Recht (UGB)
0
202.023
Bilanzgewinn der Lenzing AG nach österreichischem Recht (UGB)
0
0
Zuzurechnende Ergebnisse der Tochterunternehmen einschließlich der Auswirkung der Anpassung der Abschlüsse der Lenzing AG und ihrer Tochterunternehmen von den lokalen Vorschriften auf IFRS
70.531
15.338
Summe (ohne andere Rücklagen)
70.531
217.361
Die freien Gewinnrücklagen der Lenzing AG können jederzeit aufgelöst und als Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Nach österreichischem Recht können Dividenden nur jeweils aus dem Bilanzgewinn gemäß festgestelltem Jahresabschluss der Muttergesellschaft nach UGB ausgeschüttet werden.
In den Geschäftsjahren 2025 und 2024 wurde keine Dividende beschlossen und an die Aktionäre der Lenzing AG ausgeschüttet.
Der Jahresfehlbetrag nach UGB des Geschäftsjahres 2025 der Lenzing AG wird wie folgt verwendet:
Verwendung des Ergebnisses 2025
TEUR
Das Geschäftsjahr 2025 der Lenzing AG endet mit einem Jahresfehlbetrag nach österreichischem Recht (UGB) von
–297.795
nach Auflösung von (freien) Gewinnrücklagen von
202.023
nach Auflösung von (freien) Kapitalrücklagen von
95.772
verbleibt ein Bilanzgewinn von
0
Hybridkapital
Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000 und einer Verzinsung von 5,75 Prozent p.a. emittiert. Das Hybridkapital hatte eine unendliche (ewige) Laufzeit und konnte erstmals zwischen 7. September und 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG gekündigt und getilgt werden. Diese Hybridanleihe wurde im aktuellen Geschäftsjahr gänzlich durch eine neue Hybridanleihe ersetzt.
Im Juli 2025 hat die Lenzing AG die Platzierung einer neuen nachrangigen unbefristeten Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000 und einer Verzinsung von 9,0 Prozent p.a. abgeschlossen. Den bestehenden Anteilsinhaber der Hybridanleihe aus dem Jahr 2020 wurde ein Angebot zum Umtausch in die neue Hybridanleihe unterbreitet. Dieses wurde von 63,6 Prozent der bestehenden Anteilsinhaber angenommen, wodurch TEUR 263.300 in die neue Hybridanleihe umgetauscht und TEUR 54.700 zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurückgeführt wurden. Neue Investoren haben mit TEUR 236.700 die neue Hybridanleihe gezeichnet. Im September 2025 machte die Lenzing AG von ihrem vertraglichen Recht Gebrauch, den verbleibenden ausstehenden Teil der alten Hybridanleihe in Höhe von TEUR 182.000 zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zu kündigen und zurückzuzahlen.
Die Bedingungen der neuen Hybridanleihe orientieren sich an jenen der Hybridanleihe, die im Jahr 2020 emittiert wurde. Die Zinsen sind halbjährlich nachträglich am 9. Jänner und 9. Juli eines jeden Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht entscheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausstehende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptversammlung der Lenzing AG beschließt, eine Dividende zu leisten. Das Hybridkapital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann erstmals zwischen 9. April 2028 und 9. Juli 2028 durch die Lenzing AG gekündigt und zurückgeführt werden. Die Investoren haben kein Kündigungsrecht. Falls das Hybridkapital nicht gekündigt und zurückgeführt wird, wird das Hybridkapital ab dem 9. Juli 2028 mit einem veränderten, erhöhten Zinssatz verzinst (dann geltender 3-Jahres Swapsatz zuzüglich einer um 500 Basispunkte erhöhten Marge).
Die Anleihe erfüllt die Kriterien nach IAS 32 (Finanzinstrumente: Ausweis) für Eigenkapital. Die Hybridkupons werden demgemäß als Teil der Ergebnisverwendung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung gezeigt. Das neue Hybridkapital hat direkt zurechenbare Transaktionskosten in Höhe von TEUR 10.335 verursacht, die gegen das Eigenkapital verrechnet wurden.
Anteile anderer Gesellschafter
Die Anteile anderer Gesellschafter betreffen den Anteilsbesitz Dritter an den vollkonsolidierten Konzernunternehmen (nicht beherrschende Anteile bzw. Gesellschafter). Die Gesellschaften mit nicht beherrschenden Anteilen sind unter Note 41 im Abschnitt „vollkonsolidierte Gesellschaften“ dargestellt und betreffen dort jene Unternehmen, bei denen die Lenzing Gruppe einen Anteil unter 100 Prozent besitzt.
Die wesentlichen nicht beherrschenden Anteile am Eigenkapital bestehen per 31. Dezember 2025 mit TEUR 329.226 (31. Dezember 2024: TEUR 341.556) an der LD Celulose S.A. (LDC), Indianópolis, Brasilien inklusive ihrer 100 % Tochtergesellschaft, der LD Celulose International GmbH (LDI), Wien, Österreich, die dem Segment Division Zellstoff zugeordnet sind. Die nicht beherrschenden Gesellschafter halten per 31. Dezember 2025 49,0 Prozent (31. Dezember 2024: 49,0 Prozent) am Kapital und den Stimmrechten der nicht börsennotierten LDC und verfügen über eine Put-Option zur Veräußerung ihrer Anteile (siehe Note 3 und Note 35). Das Kerngeschäft der LDC besteht in der Erzeugung und im Vertrieb von Zellstoff.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammengefasste Finanzinformationen der LDC (inklusive LDI) nach IFRS (100 Prozent):
Zusammengefasste Finanzinformationen der LDC (inklusive LDI)
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Langfristige Vermögenswerte
1.423.103
1.613.096
Kurzfristige Vermögenswerte
288.648
252.156
Eigenkapital
671.891
697.054
Davon Anteil am Eigenkapital der Aktionäre der Lenzing AG
342.664
355.497
Davon Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Eigenkapital
329.226
341.556
Langfristige Verbindlichkeiten
903.162
1.037.534
Kurzfristige Verbindlichkeiten
136.698
130.665
 
 
 
 
2025
2024
Umsatzerlöse
495.398
503.209
Ergebnis vor Steuern (EBT)
77.244
47.921
Gesamtergebnis
1.186
–6.279
Davon Ergebnis nach Steuern
75.529
–18.393
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am Ergebnis nach Steuern
38.520
–9.380
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am Ergebnis nach Steuern
37.009
–9.012
Davon sonstiges Ergebnis
–74.344
12.114
Anteil der Aktionäre der Lenzing AG am sonstigen Ergebnis
–37.915
6.178
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am sonstigen Ergebnis
–36.428
5.936
 
 
 
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
247.672
219.7781
Cashflow aus der Investitionstätigkeit
–72.306
–57.6641
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
–124.740
–169.6101
Veränderung der liquiden Mittel
50.626
–7.495
 
 
 
Zur Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter beschlossene Dividende
10.529
0
1) Rückwirkende Anpassung aufgrund freiwilliger Änderung der Rechnungslegungsmethode. Details dazu werden in Note 2 erläutert.
Auf die anderen Gesellschafter von Tochterunternehmen der Lenzing AG entfallen insgesamt folgende Anteile am sonstigen Ergebnis:
Anteil nicht beherrschender Gesellschafter am sonstigen Ergebnis
TEUR
 
2025
2024
Posten, die nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
 
 
Neubewertung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Plänen
4
–10
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
–4
2
 
 
 
Posten, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
 
 
Ausländische Geschäftsbetriebe – Kursdifferenzen aus der Umrechnung, die während der Berichtsperiode eingetreten sind
–40.875
17.938
Cashflow Hedges – effektiver Teil der in der Berichtsperiode erfassten Fair Value-Änderungen und nicht designierte Komponenten
6.701
–18.530
Auf diese Bestandteile des sonstigen Ergebnisses entfallende Ertragsteuern
–2.278
6.300
Sonstiges Ergebnis (netto)
–36.453
5.701
Note 27. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
Der unter diesem Posten abgegrenzte Betrag resultiert im Wesentlichen aus gewährten Zuschüssen zur Förderung von Investitionen in den Umweltschutz und aus allgemein zur Investitionsförderung gewährten Zuschüssen.
Investitionszuschüsse werden als Passivposten ausgewiesen und entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Investitionen linear verteilt als „Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüssen“ ergebniswirksam erfasst.
Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zufluss des Zuschusses hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab. Forderungen aus Förderzusagen werden in der Konzernbilanz unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen.
In der Berichtsperiode wurden Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln in Höhe von TEUR 16.556 (2024: TEUR 15.067) erfolgswirksam erfasst, die überwiegend aus der Förderung von Forschungsaktivitäten und Energiethemen resultieren. Mit diesen Zuschüssen allenfalls verbundene Auflagen wurden erfüllt, sodass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass diese auch nur teilweise wieder zurückzuzahlen sind.
Unter den Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln sind die Emissionszertifikate zum 31. Dezember 2025 in Höhe von TEUR 63.254 enthalten (31. Dezember 2024: TEUR 82.069). Auf Basis der Richtlinie 2003/87/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates über ein System für den Handel mit Treibhausgas-Emissionszertifikaten wurden durch nationale Zuteilungspläne den betroffenen Gesellschaften in der Lenzing Gruppe für 2025 insgesamt 366.189 EU-Emissionszertifikate und 25.517 UK-Emissionszertifikate unentgeltlich zugeteilt (2024: 367.108 EU-Emissionszertifikate und 23.167 UK-Emissionszertifikate).
Emissionszertifikate werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert und unter den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten (kurzfristig) ausgewiesen (siehe Note 25). Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesellschaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Posten „Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln“ eingestellt. Zu jedem Berichtsstichtag wird eine Rückstellung für die bis zu diesem Stichtag verbrauchten Zertifikate gebildet. Die Rückstellung wird, soweit die verbrauchten Zertifikate in den von der Gesellschaft zu diesem Stichtag gehaltenen Zertifikaten Deckung finden, mit dem für diese Zertifikate angesetzten Aktivwert bewertet. Soweit die verbrauchten Zertifikate die im Bestand befindlichen Zertifikate übersteigen, wird die Rückstellung mit dem Zeitwert der (nachzuschaffenden) Zertifikate zu dem betreffenden Stichtag bewertet. Künftige Verschärfungen von Gesetzen und Selbstverpflichtungen zu den Emissionen, speziell in den Ländern der Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe, könnten in der Zukunft zu weiteren Vorsorgen führen.
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte die Veräußerung von 600.000 EU-Emissionszertifikaten (2024: 0 EU-Emissionszertifikate), die der Lenzing Gruppe unentgeltlich zugeteilt wurden. Der Ertrag aus dem Verkauf betrug im Geschäftsjahr 2025 TEUR 45.147 und ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten (siehe Note 7).
Im Geschäftsjahr 2025 betrugen die Aufwendungen für Emissionszertifikate TEUR 24.193 (2024: TEUR 2.037).

Note 28. Finanzverbindlichkeiten
Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich zum 31. Dezember wie folgt zusammen:
Finanzverbindlichkeiten
31.12.2025
31.12.2024
TEUR
 
Währung
Nominale
Buchwert
Durchschnittliche Verzinsung in %
Währung
Nominale
Buchwert
Durchschnittliche Verzinsung in %
Anleihe
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
USD
650.000
542.622
8,0
USD
650.000
608.553
8,0
 
 
 
542.622
 
 
 
608.553
 
Schuldscheindarlehen
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
102.000
101.906
1,2
EUR
170.500
170.345
1,5
Variabel verzinst
EUR
164.000
163.931
3,2
EUR
164.000
163.864
4,9
 
 
 
265.837
 
 
 
334.208
 
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
 
 
 
 
 
 
 
 
Darlehen:
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
156.106
156.106
1,5
EUR
333.175
254.725
1,6
Fix verzinst
CNY
0
0
n/a
CNY
94.000
12.330
3,6
Variabel verzinst
EUR
740.575
735.469
4,2
EUR
392.152
352.777
4,8
Variabel verzinst
USD
300.000
240.389
7,7
USD
350.000
313.909
8,0
Betriebsmittelkredite1:
 
 
 
 
 
 
 
 
Variabel verzinst
CNY
490.000
59.566
2,7
CNY
410.000
53.782
3,1
Variabel verzinst
USD
13.126
11.171
6,0
USD
21.721
20.798
6,6
 
 
 
1.202.701
 
 
 
1.008.322
 
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
128.488
128.488
12,1
EUR
123.862
123.862
12,0
 
 
 
128.488
 
 
 
123.862
 
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
 
 
 
 
 
 
 
 
Fix verzinst
EUR
4.595
4.595
1,3
EUR
4.972
4.949
0,7
Teilweise fix verzinst
EUR
25.290
25.290
0,8
EUR
28.100
28.100
0,5
 
 
 
29.885
 
 
 
33.049
 
Summe
 
 
2.169.533
 
 
 
2.107.994
 
Davon kurzfristig
 
 
502.122
 
 
 
279.449
 
Davon langfristig
 
 
1.667.411
 
 
 
1.828.545
 
1) Revolvierende Kreditvereinbarungen und Kontokorrentkonten
Im Geschäftsjahr 2024 wurde eine Anleihe mit Endfälligkeit im Jänner 2032 und einem Fixzinssatz von 7,950 % begeben. Details zu dieser Finanzierung werden in Note 35 und Note 37 erläutert.
Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein Konsortionalkreditvertrag mit den wesentlichen Hausbanken der Gruppe in Höhe von TEUR 545.000 abgeschlossen. Dieser besteht aus einem syndizierten endfälligen Darlehen in Höhe von TEUR 355.000 und aus einer syndizierten revolvierenden Kreditfazilität in Höhe von TEUR 190.000. Weitere Details zu dieser Finanzierung werden in Note 37 erläutert.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 783.012 (31. Dezember 2024: TEUR 922.462) sind durch verpfändete Sachanlagen in Höhe von TEUR 985.819 (31. Dezember 2024: TEUR 1.109.094) sowie durch biologische Vermögenswerte in Höhe von TEUR 176.639 (31. Dezember 2024: 192.217) besichert. Zudem wurden die Anteile an der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien verpfändet.
Des Weiteren sind von den ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten TEUR 11.171 (31. Dezember 2024: TEUR 20.798) durch Forderungen besichert.
Die nächste Zinsanpassung bei den variablen und teilweise fix verzinsten Darlehen erfolgt je nach Kreditvereinbarung innerhalb der nächsten sechs Monate. Die Konditionen für die mehrmals ausnutzbaren (revolvierenden) Kredite sind für eine bestimmte Zeit fixiert und grundsätzlich variabel verzinst.
Die sonstigen Darlehen betreffen vorwiegend die Verpflichtungen gegenüber der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und dem ERP-Fonds.
Note 29. Steuerabgrenzung
(aktive und passive latente Steuern) und laufende Steuern
Die Steuerabgrenzung für aktive und passive latenten Steuern betrifft folgende Bilanzposten:
Aktive Steuerlatenz
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen
58.523
46.950
Finanzanlagen
38.316
37.889
Vorräte
7.793
11.282
Sonstige Vermögenswerte
4.264
1.196
Rückstellungen
9.907
11.636
Investitionszuschüsse
619
96
Leasingverbindlichkeiten
40.328
38.844
Sonstige Verbindlichkeiten
11.041
50.960
Verlustvorträge
228.726
219.736
Zinsvorträge
1.293
1.293
Aktive Steuerlatenz brutto - vor Wertberichtigung
400.811
419.882
Wertberichtigung auf latente Steueransprüche
–316.353
–298.587
Davon auf steuerliche Verlustvorträge
–220.092
–203.328
Davon auf Zinsvorträge
–1.293
–1.293
Davon auf temporäre Differenzen
–94.969
–93.967
Aktive Steuerlatenz brutto
84.457
121.295
Verrechenbar mit passiver Steuerlatenz
–81.566
–116.964
Aktive Steuerlatenz netto
2.891
4.331
Passive Steuerlatenz
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Immaterielle Anlagen und Sachanlagen
50.603
97.867
Nutzungsrechte Leasing
39.671
44.538
Biologische Vermögenswerte
16.036
24.739
Finanzanlagen
0
14.647
Vorräte
394
2.332
Sonstige Vermögenswerte
3.086
7.001
Investitionszuschüsse
264
199
Sonstige Verbindlichkeiten
26.677
243
Passive Steuerlatenz brutto
136.732
191.566
Verrechenbar mit aktiver Steuerlatenz
–81.566
–116.964
Passive Steuerlatenz netto
55.166
74.602
Von den aktiven latenten Steuern brutto sind TEUR 22.020 (31. Dezember 2024: TEUR 30.819) innerhalb eines Jahres fällig. Von den passiven latenten Steuern brutto sind TEUR 14.952 (31. Dezember 2024: TEUR 8.528) innerhalb eines Jahres fällig. Die restlichen Beträge sind in mehr als einem Jahr fällig.
Die Steuerabgrenzungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der Steuerabgrenzungen
 
TEUR
 
2025
2024
Stand zum 01.01.
–70.271
8.461
Im Gewinn oder Verlust erfasst
16.592
–79.651
Im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst
–3.550
2.556
Währungsumrechnungsdifferenzen
4.954
–1.638
Stand zum 31.12.
–52.275
–70.271
Im Konzern bestehen per 31. Dezember 2025 steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 1.013.826 (31. Dezember 2024: TEUR 966.073). Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Verlustvorträge (Bemessungsgrundlage)
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Summe
1.013.826
966.073
Davon aktivierte Verlustvorträge
25.925
48.389
Davon nicht aktivierte Verlustvorträge
987.900
917.684
 
 
 
Möglicher Verfall von nicht aktivierten Verlustvorträgen
 
 
Innerhalb von 1 Jahr
40.921
79.328
Innerhalb von 2 Jahren
92.451
42.732
Innerhalb von 3 Jahren
113.445
141.299
Innerhalb von 4 Jahren
78.934
188.380
Innerhalb von 5 Jahren oder länger
240.189
145.012
Unbeschränkt vortragsfähig
421.960
320.934
Per 31. Dezember 2025 wurden latente Steueransprüche von insgesamt TEUR 2.891 (31. Dezember 2024: TEUR 4.331) aktiviert. Davon entfallen TEUR 524 (31. Dezember 2024: TEUR 1.844) an aktiven Steuerlatenzen auf Konzerneinheiten, die im abgelaufenen Jahr oder im Vorjahr Verluste erwirtschaftet haben. Sofern keine substantiellen Hinweise auf Werthaltigkeit bestehen, erfolgte der Ansatz aktiver latenter Steuern, wenn ausreichend zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen.
Die Wertberichtigung auf latente Steueransprüche betrifft im Wesentlichen Gesellschaften mit Sitz in Österreich in Höhe von TEUR 123.794 (31. Dezember 2024: TEUR 96.723), in Indonesien in Höhe von TEUR 112.083 (31. Dezember 2024: TEUR 113.622), in Thailand in Höhe von TEUR 47.862 (31. Dezember 2024: TEUR 45.946), in China in Höhe von TEUR 25.415 (31. Dezember 2024: TEUR 33.340), und in den USA in Höhe von TEUR 7.199 (31. Dezember 2024: TEUR 7.668). Bei den nicht aktivierten Verlustvorträgen bestehen Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit. Wäre eine Nutzbarkeit aller steuerlicher Verlustvorträge in voller Höhe möglich, würden die aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge statt TEUR 8.634 (31. Dezember 2024: TEUR 16.408) TEUR 228.726 (31. Dezember 2024: TEUR 219.736) betragen.
Aus Finanzanlagen und sonstige Vermögenswerte bestehen offene Siebentel aus steuerlichen Teilwertabschreibungen in Zusammenhang mit Beteiligungen gemäß § 12 Abs. 3 Z. 2 öKStG (österreichisches Körperschaftsteuergesetz) entsprechend einer Bemessungsgrundlage in Höhe von TEUR 130.653 (31. Dezember 2024: TEUR 179.362). Für den Gesamtbetrag der offenen Siebtel wurden aktive latente Steuern nur insoweit angesetzt, als zu versteuernde temporäre Differenzen vorliegen. Im laufenden Jahr wurden Siebentel aus Teilwertabschreibungen in Höhe von TEUR 34.091 (2024: TEUR 34.200) steuerlich verwertet.
Die Basis für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern sind grundsätzlich – nach Abzug der passiven temporären Differenzen – die zukünftigen positiven steuerlichen Ergebnisse entsprechend den vom Vorstand genehmigten Planungen. Diese Planungen werden auch bei den Werthaltigkeitstests verwendet (siehe Note 10). Bei der Beurteilung der noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften werden ergänzend die Nutzungsvoraussetzungen berücksichtigt.
Auf temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und dem anteiligen Nettovermögen, das von Konzerngesellschaften gehalten wird, mit einer Bemessungsgrundlage von TEUR 324.139 (31. Dezember 2024: TEUR 396.234) wurden keine latenten Steuerschulden erfasst, da die Lenzing Gruppe in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf der Auflösung der temporären Differenz zu steuern und sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht auflösen werden.
In den Forderungen aus laufenden Steuern sind Steuerguthaben aus Vorauszahlungen gegenüber ausländischen Finanzbehörden enthalten. Wenn die Werthaltigkeit wahrscheinlich ist, werden die Werte angesetzt, andernfalls wird eine Ansatzkorrektur vorgenommen. Der Bruttobuchwert der langfristigen Forderungen aus laufenden Steuern beträgt per 31. Dezember 2025 TEUR 11.613 (31. Dezember 2024: TEUR 21.457). Die Zahlungen sind teilweise unsicher, insbesondere die Zeitpunkte der Zahlungen auf Grund der mitunter langen Verfahrensdauern. Deshalb wurden per 31. Dezember 2025 Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 6.561 (31. Dezember 2024: TEUR 4.596) erfasst.
In den kurzfristigen Verbindlichkeiten für laufende Steuern ist eine Rückstellung für unsichere Steuerpositionen in Höhe von TEUR 9.157 (31. Dezember 2024: TEUR 13.380) im Zusammenhang mit regelmäßigen Steuerprüfungsverfahren erfasst. Im Geschäftsjahr 2025 wurden TEUR 3.359 (2024: TEUR 0) verbraucht.
Nach dem rückwirkenden Ausscheiden der Lenzing AG aus der B&C Steuergruppe, wurde für das Geschäftsjahr 2024 eine neue steuerliche Unternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG mit der Lenzing AG als Gruppenträgerin sowie fünf Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmitglieder begründet. Im Zuge dessen wurde ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen, sodass es zwischen dem Gruppenträger und den einbezogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten kommt. Aufgrund der gemeinsamen Veranlagung werden aktive und passive latente Steuern der einbezogenen Gruppenmitglieder saldiert.
Bei der Feststellung der Höhe von tatsächlichen und latenten Steuern berücksichtigt die Lenzing Gruppe die Auswirkungen von ungewissen Steuerpositionen. Ein Ansatz von davon betroffenen Steueransprüchen erfolgt in Fällen, in denen der Anspruch hinreichend sicher ist, mit dem erwarteten Betrag der Rückerstattung. Die Steuererklärungen der Unternehmen der Lenzing Gruppe werden regelmäßig von den Steuerbehörden geprüft. Unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Faktoren, unter anderem der Auslegung, Kommentierung und Rechtsprechung zur jeweiligen Steuergesetzgebung sowie der Erfahrungen aus der Vergangenheit sind entsprechende Vorsorgen für zukünftig mögliche Steuerverpflichtungen gebildet worden. Darüber hinaus erfolgt die Beurteilung ungewisser Steuerpositionen auf Basis von Schätzungen und Annahmen über künftige Ereignisse. Es können in der Zukunft neue Informationen zur Verfügung stehen, die die Gruppe dazu veranlassen, ihre Annahmen hinsichtlich der Angemessenheit der Steuerpositionen zu ändern. Solche Änderungen werden Auswirkungen auf den Steueraufwand in der Periode haben, in der eine solche Feststellung getroffen wird.

Note 30. Rückstellungen
Der Posten „Rückstellungen“ der Lenzing Gruppe gliedert sich wie folgt:
Rückstellungen
 
 
 
 
 
TEUR
 
Gesamt
Davon kurzfristig
Davon langfristig
 
31.12.2025
31.12.2024
31.12.2025
31.12.2024
31.12.2025
31.12.2024
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
 
 
 
 
 
 
Pensionen und Abfertigungen
63.590
75.864
6.452
7.584
57.138
68.280
Jubiläumsgelder
13.100
15.512
949
1.676
12.151
13.835
 
76.689
91.376
7.401
9.261
69.289
82.115
Sonstige Rückstellungen
 
 
 
 
 
 
Restrukturierungsmaßnahmen
12.081
6.901
12.081
6.901
0
0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
0
2.475
0
2.475
0
0
Emissionszertifikate
13.080
8.803
13.080
8.803
0
0
Übrige
1.522
1.942
1.305
1.081
218
861
 
26.683
20.120
26.465
19.259
218
861
Summe
103.372
111.496
33.866
28.520
69.507
82.976
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Pensionen und Abfertigungen
Die Lenzing Gruppe ist Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen, die unter den Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen ausgewiesen sind, und beitragsorientierten Versorgungsplänen eingegangen.
Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)
Die Versorgungsleistungen richten sich bei den leistungsorientierten Plänen für Pensionen und Abfertigungen nach dem letzten Aktivbezug und nach dem Dienstalter. Sie erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.
Die leistungsorientierten Pensionspläne basieren auf vertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Pensionsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Dieser leistungsorientierte Pensionsplan gilt für Arbeitnehmer, die vor dem 1. Jänner 2000 eingetreten sind und sich für den Verbleib im Plan entschieden haben. Die Ansprüche entstanden im Allgemeinen nach einer Wartezeit von mindestens 10- bzw. 15-jähriger Dienstzeit. Bei den Anwartschaftsberechtigten wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren, abhängig vom Geschlecht, ausgegangen. Der Plan umfasst derzeit zum Großteil bereits pensionierte Arbeitnehmer. Es bestehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind, und Bedeckungen der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen.
Die leistungsorientierten Abfertigungspläne basieren auf gesetzlichen und kollektivvertraglichen Verpflichtungen. Der bedeutendste leistungsorientierte Abfertigungsplan der Lenzing Gruppe besteht in Österreich. Nach diesem Plan haben Arbeitnehmer, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem 1. Jänner 2003 begonnen haben, einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfertigung in besonderen Fällen, insbesondere bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters und im Fall der Dienstgeberkündigung (System „Abfertigung alt“). Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Wesentliche ähnliche leistungsorientierte Abfertigungspläne bestehen auch in Indonesien und Tschechien. Sie gelten dort für alle Arbeitnehmer unabhängig vom Eintrittsdatum. Für die leistungsorientierten Abfertigungspläne bestehen keine Vermögenswerte zur Deckung, sie sind rein rückstellungsfinanziert.
Teile der rückgestellten leistungsorientierten Abfertigungen wurden im Geschäftsjahr 2025 in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliedert (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).
In den Geschäftsjahren 2023 und 2022 wurden Teile der rückgestellten leistungsorientierten Abfertigungen in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliedert und im Geschäftsjahr 2024 in Höhe von TEUR 3.796 wieder zurück gegliedert (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).
Die leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne sind im Wesentlichen mit folgenden Risiken verbunden, welche die Höhe der zu bilanzierenden Verpflichtungen beeinflussen:
●
Veranlagungsrisiko: Wenn der Ertrag aus dem Planvermögen den Abzinsungssatz unterschreitet, führt das zu einem Plandefizit und zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
●
Zinsrisiko: Eine Senkung des Abzinsungssatzes durch geringere Anleihezinsen am Kapitalmarkt führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
●
Gehalts- und Pensionstrend: Sollte die tatsächliche Entwicklung über den angenommenen zukünftigen Gehalts- und Pensionsentwicklungsraten liegen, führt dies zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
●
Fluktuations- und Austrittsrisiko: Eine Verringerung der angenommenen Fluktuationsraten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
●
Langlebigkeitsrisiko: Ein Anstieg der Lebenserwartung der Anspruchsberechtigten führt zu einer Erhöhung der Verpflichtungen.
Daneben ist die Lenzing Gruppe bei diesen Plänen auch Währungsrisiken ausgesetzt.
Die Lenzing Gruppe ergreift verschiedene Maßnahmen, um die Risiken aus leistungsorientierten Plänen zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere die Ausfinanzierung der leistungsorientierten Pläne durch Planvermögen oder Bedeckung der Verpflichtungen mit Wertpapieren, die sich nicht als Planvermögen eignen, und die Abfindung von bestehenden leistungsorientierten Plänen durch Abschlagszahlungen. Zudem werden Pensions- und ähnliche Zusagen, soweit möglich und rechtlich zulässig, nur mehr in Form von beitragsorientierten Leistungszusagen abgeschlossen.
Die Ziele der Investitionspolitik sind beim Planvermögen ein optimierter Aufbau und die Deckung der bestehenden Ansprüche der betreffenden Arbeitnehmer. Die Anlagestrategien (Asset Allocations) des Planvermögens sind vertraglich geregelt. Für einen Teil der Ansprüche des österreichischen Pensionsplanes wurde eine Rückdeckungsversicherung abgeschlossen und als Planvermögen in der Höhe von TEUR 2.101 (31. Dezember 2024: TEUR 2.221) dargestellt. Dabei handelt es sich um eine klassische Lebensversicherung, die entsprechend dem Fälligkeitsprofil der zu Grunde liegenden Ansprüche mit dem Ziel hoher Sicherheit bei der Veranlagung vorwiegend in Schuldinstrumente investiert. Beiträge in die Versicherung werden durch die Lenzing Gruppe nicht mehr geleistet.
Der beizulegende Zeitwert der Versicherung wird nicht auf einem aktiven Markt festgelegt; er entspricht dem bilanzmäßigen Deckungskapital. Im Planvermögen sind keine eigenen Finanzinstrumente oder selbstgenutzte Vermögenswerte der Lenzing Gruppe enthalten. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betragen TEUR 164 (2024: TEUR 161). Der Nettozinsaufwand aus leistungsorientierten Plänen (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen und die Erträge aus dem Planvermögen) wird in den Finanzierungskosten erfasst.
Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne stellen sich wie folgt dar:
Versicherungsmathematische Annahmen der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne p. a. in %
 
31.12.2025
Zinssatz
Gehaltssteigerung
Pensionssteigerung
Fluktuations-abschläge
Österreich – Pensionen
3,7
3,0
0,0-3,0
0,0
Österreich – Abfertigungen
3,9
3,0
N/A
0,0
Indonesien
6,0
7,5
N/A
1,0-5,0
Tschechien
3,8
4,0
N/A
1,6
 
 
 
 
 
31.12.2024
 
 
 
 
Österreich – Pensionen
3,3
3,0
0,0-3,0
0,0
Österreich – Abfertigungen
3,4
3,0
N/A
0,0
Indonesien
7,0
7,5
N/A
1,0-5,0
Tschechien
3,4
4,2
N/A
1,6
Die wesentlichen Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen bestehen aus Verpflichtungen für Pensionen und Abfertigungen in österreichischen Konzernunternehmen der Lenzing Gruppe. Für diese Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit zumindest AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Gehaltssteigerungen, der Fluktuationsraten und des Pensionsantrittsalters verwendet.
Für die Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne in Österreich werden die biometrischen Rechnungsgrundlagen von AVÖ 2018-P – Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung verwendet.
In den übrigen Ländern gibt es folgende biometrische Rechnungsgrundlagen und Annahmen:
●
Indonesien: Tabel Mortalita Indonesia (TMI 2019)
●
Tschechien: AVÖ 2018-P
●
Übrige: Aufgrund der geringen Anzahl der Anspruchsberechtigten wurden keine biometrischen Annahmen getroffen
Die in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen Verpflichtungen (Buchwerte) aus leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsplänen setzen sich wie folgt zusammen:
Entwicklung der leistungsorientierten Pläne
TEUR
 
Barwert der Pensions- und Abfertigungsverpflichtung (DBO)
Beizulegender Wert des Planvermögens
Buchwert der leistungsorientierten Pläne
 
2025
2024
2025
2024
2025
2024
Stand zum 01.01.
78.085
80.982
2.221
2.344
75.864
78.638
Dienstzeitaufwand
 
 
 
 
 
 
Laufender Dienstzeitaufwand
2.966
3.419
0
0
2.966
3.419
Ergebnis aus Plankürzungen
–47
0
0
0
–47
0
Nettozinsen
2.933
3.138
68
75
2.865
3.063
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für leistungsorientierte Pläne
5.852
6.557
68
75
5.784
6.483
Neubewertung der Periode
 
 
 
 
 
 
Aufgrund demografischer Annahmen
–7
–599
0
0
–7
–599
Aufgrund finanzieller Annahmen
–909
–175
0
0
–909
–175
Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
–779
3.664
0
0
–779
3.664
Aufgrund von Erträgen aus Planvermögen exklusive Beträge, die in den Zinserträgen enthalten sind
0
0
95
86
–95
–86
Im sonstigen Ergebnis erfasste Neubewertungen von leistungsorientierten Plänen
–1.695
2.891
95
86
–1.790
2.805
Cashflows
 
 
 
 
 
 
Aus dem Plan geleistete Zahlungen
–283
–283
–283
–283
0
0
Direkte Zahlungen und Beiträge des Arbeitgebers
–11.526
–12.219
0
0
–11.526
–12.219
Währungsumrechnungsdifferenzen
–2.164
158
0
0
–2.164
158
Sonstige Überleitungspositionen
–13.973
–12.345
–283
–283
–13.690
–12.061
Stand zum 31.12.
68.269
78.085
2.101
2.221
66.168
75.864
Davon Pensionen Österreich
16.944
18.589
2.101
2.221
14.843
16.368
Davon Abfertigungen Österreich
29.359
39.831
0
0
29.359
39.831
Davon Pensionen und Abfertigungen übrige Länder
19.388
19.666
0
0
19.388
19.666
Davon Restrukturierungsmaßnahmen
2.578
0
0
0
2.578
0
Zur Beurteilung des Risikos der Veränderung versicherungsmathematischer Parameter hinsichtlich der Bewertung des Barwerts der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Sensitivitätsanalysen stellen Auswirkungen aus hypothetischen Änderungen von wesentlichen Parametern auf den Barwert der Verpflichtungen dar, die sich bei vernünftiger Betrachtungsweise am Bilanzstichtag hätten ändern können. Es wurde jeweils ein Parameter verändert, während die übrigen Parameter konstant gehalten wurden. Als Basis für die Sensitivitätsanalysen werden die Barwerte der Verpflichtungen zum Bilanzstichtag vor Abzug des Planvermögens (Bruttoschuld bzw. DBO) und vor Umgliederung von bzw. zu den sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen herangezogen.
Die Sensitivitäten der Parameter stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
 
31.12.2025
Veränderung der Parameter
(Prozentpunkte)
Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zinssatz
1,0
5.098
–4.492
Gehaltssteigerung
1,0
–3.565
3.980
Pensionssteigerung
1,0
–943
1.040
Sensitivitätsanalyse der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen (Vorjahr)
 
31.12.2024
Veränderung der Parameter
(Prozentpunkte)
Abnahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zunahme des Parameters / Veränderung des Barwerts der Verpflichtung in TEUR
Zinssatz
1,0
5.991
–5.264
Gehaltssteigerung
1,0
–4.168
4.658
Pensionssteigerung
1,0
–1.084
1.201
Die oben dargestellten Sensitivitätsanalysen stellen hypothetische Änderungen aufgrund der getroffenen Annahmen dar. Tatsächliche Abweichungen von den Annahmen führen zu anderen Auswirkungen. Insbesondere können die oben isoliert veränderten Parameter in der Realität miteinander korrelieren. Der Abzug des Planvermögens und des von bzw. in die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen umgegliederten Betrags wird zu einer weiteren Verringerung der Auswirkungen führen.
Die gewichteten durchschnittlichen Laufzeiten (Durationen) der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen in Jahren stellen sich wie folgt dar:
Gewichtete durchschnittliche Laufzeiten der leistungsorientierten Pensions- und Abfertigungsverpflichtungen
Jahre
 
31.12.2025
31.12.2024
Österreich – Pensionen
6
7
Österreich – Abfertigungen
8-19
8-20
Indonesien
7
7
Tschechien
8
8
Beitragsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)
Für beitragsorientierte Pensions- und Abfertigungspläne zahlt die Lenzing Gruppe in Pensionskassen und ähnliche externe Fonds ein. Die bedeutendsten beitragsorientierten Pensions- und Abfertigungspläne der Lenzing Gruppe bestehen in Österreich (System „Abfertigung neu“ und einzelvertragliche Zusagen).
Die Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für beitragsorientierte Pläne
TEUR
 
2025
2024
Österreich – Pensionen
2.004
2.224
Österreich – Abfertigungen
3.560
3.140
Übrige Länder
6.311
6.088
Summe
11.875
11.452
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen sind die Lenzing AG und einige, insbesondere österreichische und tschechische Tochterunternehmen, zu Geldzahlungen an Arbeitnehmer bei einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeitsdauer verpflichtet. Bei österreichischen Gesellschaften besteht eine Umwandlungsoption für Mitarbeiter:innen, das Dienstjubiläum in Zeitguthaben umwandeln zu können. Es wurden keine Vermögenswerte aus dem Unternehmen ausgesondert und auch keine Beiträge an eine Pensionskasse oder einen anderen externen Fonds geleistet, um diese Verpflichtungen abzudecken. Die Jubiläumsgeldansprüche erfordern keine Beitragsleistungen von den Arbeitnehmern.
Die Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldern an Arbeitnehmer (Gelder für Dienstnehmerjubiläen) sind nach IFRS als andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer anzusehen. Der Nettozinsaufwand aus Jubiläumsgeldern (Aufwendungen aus der Aufzinsung der Verpflichtungen) wird in den Finanzierungskosten erfasst. Für die österreichischen Verpflichtungen wurde ein Abzinsungssatz analog zu den obigen leistungsorientierten Plänen verwendet. Die Fluktuationsraten wurden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt. In den übrigen Ländern werden landesspezifische Annahmen zur Festlegung des Abzinsungssatzes, der Fluktuationsraten und der Gehaltssteigerungen verwendet.
Die wichtigsten angewandten versicherungsmathematischen Parameter der Verpflichtungen für Jubiläumsgelder stellen sich wie folgt dar:
Versicherungsmathematische Annahmen der Verpflichtung für Jubiläumsgelder p. a. in %
 
31.12.2025
Zinssatz
Gehaltssteigerung
Fluktuations-abschläge
Österreich
4,1
3,0
0,0-12,2
Tschechien
3,8
4,0
1,6
 
 
 
 
31.12.2024
 
 
 
Österreich
3,5
3,0
0,0-10,5
Tschechien
3,4
4,2
1,6
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder:
Entwicklung der Verpflichtung (Rückstellung) für Jubiläumsgelder
TEUR
 
2025
2024
Stand zum 01.01.
15.512
14.766
Dienstzeitaufwand
 
 
Laufender Dienstzeitaufwand
908
918
Nettozinsen
518
507
Neubewertung der Periode
 
 
Aufgrund demografischer Annahmen
–912
–568
Aufgrund finanzieller Annahmen
–828
1
Aufgrund erfahrungsbedingter Anpassungen
–549
1.125
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Aufwendungen und Erträge für Jubiläumsgelder
–862
1.982
Cashflows
 
 
Direkte Zahlungen des Arbeitgebers
–1.544
–1.237
Währungsumrechnungsdifferenzen
–5
1
Sonstige Überleitungspositionen
–1.549
–1.236
Stand zum 31.12.
13.100
15.512

Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen
 
 
 
 
TEUR
2025
Stand zum 01.01.
Währungsumrechnungsdifferenzen
Umgliederung
Verbrauch
Auflösung
Dotierung
Stand zum 31.12.
Davon kurzfristig
Davon langfristig
Restrukturierungsmaßnahmen
6.901
0
2.578
–4.227
–2.674
9.503
12.081
12.081
0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
2.475
–276
0
0
–2.199
0
0
0
0
Emissionszertifikate
8.803
19
0
–8.596
–1
12.855
13.080
13.080
0
Übrige
1.942
40
0
–1.415
–97
1.053
1.522
1.305
218
Summe
20.120
–216
2.578
–14.238
–4.971
23.410
26.683
26.465
218
Entwicklung der sonstigen Rückstellungen (Vorjahr)
 
 
 
 
TEUR
2024
Stand zum 01.01.
Währungsumrechnungsdifferenzen
Umgliederung
Verbrauch
Auflösung
Dotierung
Stand zum 31.12.
Davon kurzfristig
Davon langfristig
Restrukturierungsmaßnahmen
24.087
0
–3.796
–12.681
–1.308
600
6.901
6.901
0
Drohende Verluste und sonstige Wagnisse
10.806
303
0
0
–9.096
462
2.475
2.475
0
Emissionszertifikate
9.972
–19
0
–9.303
–86
8.239
8.803
8.803
0
Übrige
7.218
–77
0
–3.938
–2.999
1.738
1.942
1.081
861
Summe
52.082
206
–3.796
–25.922
–13.489
11.039
20.120
19.259
861
Bei der Bewertung von Rückstellungen werden Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, aktuelle Kosten- und Preisinformationen sowie Einschätzungen bzw. Gutachten von internen und externen Sachverständigen und Experten genutzt. Die den Rückstellungen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst.
Die sonstigen Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen betreffen im Geschäftsjahr 2025 wie im Vorjahr insbesondere Vorsorgen aufgrund von Personalabbau im Rahmen von Reorganisation und Einsparprogrammen. Die Rückstellungen wurden insbesondere für daraus resultierende Abfindungen und Abfertigungen gebildet. Dabei waren zum 31. Dezember 2025 Vorsorgen aus bereits zuvor rückgestellten Vorsorgen (insbesondere aus der gesetzlichen Abfertigungsrückstellung; siehe Abschnitt „Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)“) in Höhe von TEUR 2.578 (31. Dezember 2024: TEUR 0) in den Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2024 erfolgte eine Rückgliederung der zum 31. Dezember 2023 bereits rückgestellten Vorsorgen (insbesondere aus der gesetzlichen Abfertigungsrückstellung; siehe Abschnitt „Leistungsorientierte Pläne (für Pensionen und Abfertigungen)“) in Höhe von TEUR 3.796.Der Restbetrag der notwendigen Vorsorgen in Höhe von TEUR 9.503 (2024: TEUR 600) wurde im Wesentlichen über den Personalaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Verwaltungsaufwendungen) dotiert. Die Rückstellungen in Höhe von TEUR 12.081 (31. Dezember 2024: TEUR 6.901) sollen erwartungsgemäß innerhalb der nächsten zwölf Monate verbraucht werden.
Die sonstigen Rückstellungen für drohende Verluste und sonstige Wagnisse enthielten im Geschäftsjahr 2024 vor allem Vorsorgen für belastende Beschaffungsverträge in Höhe von TEUR 2.475 sowie für andere nachteilige Verträge, die im Geschäftsjahr 2025 zur Gänze aufgelöst wurden. Die sonstigen Rückstellungen für Emissionszertifikate enthalten den Gegenwert der verbrauchten Emissionszertifikate.
Bei den kurzfristigen sonstigen Rückstellungen wird der Mittelabfluss innerhalb der nächsten zwölf Monate als wahrscheinlich eingeschätzt. Bei den langfristigen Teilen der sonstigen Rückstellungen hängt der Mittelabfluss von verschiedenen Faktoren ab (insbesondere von Garantie- und Gewährleistungsfristen, Vertragslaufzeiten und anderen Ereignissen).
Note 31. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Die Lenzing Gruppe nimmt an Reverse-Factoring-Vereinbarungen teil, innerhalb derer die Lieferanten wählen können, eine frühere Bezahlung ihrer Rechnungen von einer Bank zu erhalten. In dieser Vereinbarung bietet die Bank an, von der Lenzing Gruppe geschuldete Rechnungsbeträge, an teilnehmende Lieferanten zu bezahlen, und die Lenzing Gruppe bezahlt die Bank zu einem späteren Zeitpunkt.
Diese Reverse-Factoring-Vereinbarungen ermöglichen der Lenzing Gruppe, die Zahlungen von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an die Bank zu zentralisieren, und effiziente Zahlungsprozesse zu ermöglichen, anstatt jeden Lieferanten einzeln zu bezahlen. Zudem können teilnehmenden Lieferanten vorzeitige Zahlungszeitpunkte angeboten werden, verglichen mit dem Fälligkeitsdatum der betroffenen Rechnungen. Aus Sicht der Lenzing Gruppe verlängern die Vereinbarungen die Zahlungsfristen nicht wesentlich gegenüber normalen Fristen mit anderen nicht teilnehmenden Lieferanten, die Vereinbarungen bieten jedoch den teilnehmenden Lieferanten den Vorteil einer früheren Zahlung. Die unter diesen Vereinbarungen fallenden Beträge werden daher unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen, da Wesen und Funktion dieser Verbindlichkeiten die gleichen bleiben wie bei anderen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Bei den Vereinbarungen kommt es aufgrund des durchgeführten Barwerttests und qualitativer Analysen zu keiner wesentlichen Änderung der Vertragsbedingungen (insbesondere Zahlungsziele und Zinssätze). Diese Vereinbarungen führen aus Sicht der Lenzing Gruppe weder zivilrechtlich noch nach den Vorschriften der IFRS zu einer Umqualifizierung der betroffenen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in eine andere Art von Verbindlichkeiten. Deshalb kommt es zu keiner Änderung im Ausweis in der Konzern-Bilanz (dort unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) und Konzern-Kapitalflussrechnung (dort im Cashflow aus der Betriebstätigkeit). Die Lenzing Gruppe hat die ursprünglichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die diesen Vereinbarungen unterliegen, nicht ausgebucht, da sie weder von der Verpflichtung rechtlich entbunden wurde, noch die Verbindlichkeit wesentlich durch den Eintritt in die Vereinbarung verändert wurde.
Die Zahlungen der Banken an die Lieferanten stellen aus Sicht der Lenzing Gruppe nicht zahlungswirksame Transaktionen dar. Die Zahlungen der Lenzing Gruppe an die Banken sind im Cashflow aus der Betriebstätigkeit enthalten, weil der sachliche Zusammenhang zur ursprünglichen Verbindlichkeit und somit der wirtschaftliche Hintergrund der Zahlungsabflüsse bestehen bleibt. Die Lenzing Gruppe hat wie im Vorjahr keine Sicherheiten bestellt.
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen
TEUR
Reverse-Factoring-Vereinbarungen
31.12.2025
31.12.2024
Ausweis in der Konzernbilanz
Buchwert der von den Vereinbarungen betroffene Verbindlichkeiten
110.002
114.059
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
davon bereits durchgeführte Zahlungen von Banken
98.682
99.792
 
Zahlungsdienstleistungen
31.12.2025
31.12.2024
Ausweis in der Konzernbilanz
Buchwert der von den Vereinbarungen betroffene Verbindlichkeiten
100.529
64.480
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
davon bereits durchgeführte Zahlungen von Zahlungsdienstleister
100.529
64.480
 
Fälligkeitsspanne
in Tagen
 
2025
2024
 
von Reverse-Factoring-Verein-barung betrofffen
nicht von Reverse-Factoring-Vereinbarung betroffen
von Reverse-Factoring-Verein-barung betrofffen
nicht von Reverse-Factoring-Vereinbarung betroffen
Österreichische Reverse-Factoring-Vereinbarung
120 - 180
45 - 90
120 - 180
45 - 90
Brasilianische Reverse-Factoring-Vereinbarung
10 - 90
10 - 150
10 - 90
10 - 150
Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Lieferantenfinanzierungsprogramm mit einem Zahlungsdienstleister für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgeschlossen. Nähere Details dazu sind der Note 32 zu entnehmen.
Das Liquiditätsrisiko der Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen besteht in einer Konzentration, da die Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen derzeit nur mit zwei Finanzinstituten und einem Zahlungsdienstleister bestehen und das Risiko somit in der Widerrufung der Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen durch das selbe Finanzinstitut bzw. dem selben Zahlungsdienstleister besteht. Die von den Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen. Die damit verbundenen, geschätzten Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung berücksichtigt. Die Lenzing Gruppe beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich ausreichender Finanzierungsquellen eher als niedrig, weil die Risikostreuung bei den Finanzierungen der Lenzing Gruppe auf verschiedene Finanzinstitute gewahrt ist. Die Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen beinhalten darüber hinaus keine wesentliche Finanzierungskomponente. Ein potenzieller Wegfall hätte eine Erhöhung des Finanzierungsbedarfs zur Folge. Die Verbindlichkeiten aus Reverse-Factoring-Vereinbarungen betragen zum Bilanzstichtag 34,0 Prozent (31. Dezember 2024: 29,5 Prozent) im Verhältnis zu den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns. Die Verbindlichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern betragen zum Bilanzstichtag 52,0 Prozent (31. Dezember 2024: 38,8 Prozent) im Verhältnis zu den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Es gab keine nicht zahlungswirksamen Veränderungen des Buchwertes der unter die Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen fallenden finanziellen Verbindlichkeiten.
Informationen zum Liquiditäts- und Fremdwährungsrisiko des Gruppenexposure sind in Note 37 dargestellt.
Note 32. Sonstige Verbindlichkeiten
Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten setzen sich aus finanziellen sowie nicht finanziellen Positionen zusammen. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten sind per 31. Dezember 2025 mit TEUR 12.218 (31. Dezember 2024: TEUR 5.254) ausgewiesen und betreffen insbesondere eine zur Ausschüttung an nicht beherrschende Gesellschafter beschlossene Dividende mit TEUR 8.525 (31. Dezember 2024: TEUR 0), Derivate und sonstige Verbindlichkeiten. Bei den nicht finanziellen Verbindlichkeiten beträgt der Ausweis TEUR 4.369 per 31. Dezember 2025 (31. Dezember 2024: TEUR 4.542) und beinhaltet im Wesentlichen abgegrenzte Positionen für Personalaufwendungen sowie Verpflichtungen aus der Altersteilzeit.
Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen (Zahlungsdienstleistungen)
100.529
64.480
Übrige abgegrenzte Schulden
28.790
35.531
Zinsabgrenzungen
25.575
20.413
Noch nicht weitergeleitete Debitorenzahlungen aus Factoring
10.968
10.120
Vertragsverbindlichkeiten – abgegrenzte Schulden aus Nachlässen und Rabatten (siehe Note 5)
5.961
4.033
Noch nicht abgerechnete Derivate
(offene Positionen)
3.713
20.484
Dividende (an nicht beherrschende Gesellschafter)
2.085
0
Übrige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten
3.465
6.054
 
181.086
161.115
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten
 
 
Abgegrenzte Schulden für Personalaufwendungen
35.445
84.035
Vertragsverbindlichkeiten – erhaltene Anzahlungen (siehe Note 5)
19.508
18.830
Lohn- und Gehaltsverbindlichkeiten
9.667
9.452
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit
8.199
8.391
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern
5.831
7.822
Rechnungsabgrenzungsposten und Übrige
1.393
2.276
 
80.043
130.806
Summe
261.129
291.921
Die übrigen abgegrenzten Schulden enthalten vor allem Verbindlichkeiten für bereits von Dritten erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen.
Im Geschäftsjahr 2024 startete die Lenzing Gruppe bei einzelnen Konzerngesellschaften mit Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen. Dabei erfolgt durch den Zahlungsdienstleister zur jeweiligen Fakturafälligkeit ein schuldbefreiender Ausgleich der ursprünglichen Verbindlichkeit aus Lieferungen und Leistungen und es kommt zu einer Ausweisänderung in der Konzern-Bilanz. Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Zahlungsdienstleister werden als sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeit dargestellt. Durch die Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen zahlt die Lenzing Gruppe 61 Tage (2024: 60 Tage) nach Fakturenfälligkeit an den Zahlungsdienstleister. Die Zahlungen an den Zahlungsdienstleister sind weiterhin im Cashflow aus der Betriebstätigkeit enthalten, weil der sachliche Zusammenhang zur ursprünglichen Verbindlichkeit und somit der wirtschaftliche Hintergrund der Zahlungsabflüsse bestehen bleibt. Die Zahlungen durch den Zahlungsdienstleister werden von der Lenzing Gruppe als nicht zahlungswirksame Transaktionen angesehen (siehe Note 31).
Die abgegrenzten Schulden für Personalaufwendungen enthalten vor allem Verbindlichkeiten für kurzfristige Ansprüche von bestehenden und ehemaligen Mitarbeiter:innen (insbesondere für noch nicht konsumierten Urlaub und Zeitausgleich, Überstunden und Leistungsprämien).
Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Note 33. Angaben zur Konzern-Kapitalflussrechnung
Der Fonds der liquiden Mittel entspricht der Bilanzposition Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betreffen Kassenbestände, täglich fällige Gelder, Schecks und kurzfristige Termineinlagen bei Banken. Aufgrund der noch nicht weitergeleiteten Debitorenzahlungen aus Factoring sind Zahlungsmittel zum 31. Dezember 2025 in Höhe von TEUR 10.968 (31. Dezember 2024: TEUR 10.120) nicht frei verfügbar (siehe Note 32).
Die sonstigen unbaren Erträge bzw. Aufwendungen enthalten im Geschäftsjahr 2025 und im Vorjahr die Bewertung der Vorräte sowie unbare Veränderungen von Rückstellungen. Darüber hinaus sind in den sonstigen unbaren Erträgen bzw. Aufwendungen unrealisierte Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste sowie Bewertungseffekte aus Forderungen enthalten.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit (Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten) wird entweder um noch nicht erfolgte Zahlungen an Lieferanten der aktuellen Periode oder um Zahlungen an Lieferanten aus Vorperioden korrigiert. Im Geschäftsjahr 2025 sind das im Wesentlichen noch nicht erfolgte Zahlungen an Lieferanten der aktuellen Periode in Höhe von TEUR 12.350 (2024: TEUR 6.347).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit enthält Rückzahlungen von Hybridkapital in Höhe von TEUR 236.700 und Einzahlungen für Hybridkapital in Höhe von 236.700 (vor Abzug von Transaktionskosten). Zu den zahlungsunwirksamen Veränderungen verweisen wir auf Note 26.
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten
TEUR
2025
 
Anleihe
Schuldscheindarlehen
Zwischensumme Anleihe und Schuldscheindarlehen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
Leasingverbindlichkeiten
Zwischensumme
übrige Finanzverbindlichkeiten
Summe
Stand zum 01.01.
 
608.553
334.208
942.761
1.008.322
33.049
123.862
1.165.233
2.107.994
Zahlungs-wirksam 
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
0
0
0
366.365
1.761
0
368.126
368.126
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten
0
–68.500
–68.500
–136.809
–4.925
–25.9831
–167.716
–236.216
Nicht zahlungs-wirksam 
Währungsumrechnungsdifferenzen
–67.710
0
–67.710
–40.304
0
–865
–41.169
–108.879
Auf-/Abzinsung
1.780
129
1.908
5.126
0
15.420
20.547
22.455
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten
0
0
0
0
0
16.388
16.388
16.388
Sonstige Veränderungen
0
0
0
0
0
–334
–334
–334
Stand zum 31.12.
 
542.622
265.837
808.459
1.202.701
29.885
128.488
1.361.074
2.169.533
1) Die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten setzt sich zusammen aus dem Tilgungsanteil von Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 10.631 und Zinsauszahlungen in Höhe von TEUR 15.352.
Entwicklung der Finanzverbindlichkeiten (Vorjahr)
TEUR
2024
 
Anleihe
Schuldscheindarlehen
Zwischensumme Anleihe und Schuldscheindarlehen
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
Leasingverbindlichkeiten
Zwischensumme
übrige Finanzverbindlichkeiten
Summe
Stand zum 01.01.
 
0
567.805
567.805
1.687.892
37.890
142.107
1.867.889
2.435.694
Zahlungs-wirksam 
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
581.763
0
581.763
309.340
101
0
309.441
891.204
Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten
0
–236.431
–236.431
–1.062.069
–4.941
–26.1491
–1.093.159
–1.329.590
Nicht zahlungs-wirksam 
Währungsumrechnungsdifferenzen
26.311
2.607
28.918
30.060
–2
–20.952
9.107
38.025
Auf-/Abzinsung
479
227
705
43.099
0
15.958
59.056
59.762
Zugänge zu Leasingverbindlichkeiten
0
0
0
0
0
13.153
13.153
13.153
Sonstige Veränderungen
0
0
0
0
0
–254
–254
–254
Stand zum 31.12.
 
608.553
334.208
942.761
1.008.322
33.049
123.862
1.165.233
2.107.994
1) Die Rückzahlung von Leasingverbindlichkeiten setzt sich zusammen aus dem Tilgungsanteil von Leasingzahlungen in Höhe von TEUR 10.257 und Zinsauszahlungen in Höhe von TEUR 15.892.
Erläuterungen zum Risikomanagement
Note 34. Kapitalrisikomanagement
Grundlagen
Die Lenzing Gruppe steuert ihr Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel, Erträge, Aufwendungen und Assets der einzelnen Operations/Bereiche bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltig hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Hierfür spielen finanzielle Leveragefähigkeiten, jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung und klare Orientierung an cashnahen Kennzahlen und Steuerungsgrößen vor dem Hintergrund der strategischen Stoßrichtung und der langfristigen Ziele der Gruppe eine wesentliche Rolle. Damit wird sichergestellt, dass die Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Darüber hinaus tragen das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital dazu bei, dass die Lenzing AG flexibel weiteres Eigenkapital zur Nutzung von sich zukünftig ergebenden Marktchancen aufnehmen kann.
Die Eigenkapitalmanagementstrategie der Lenzing Gruppe zielt darauf ab, dass die Lenzing AG und die anderen Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung haben.
Das Management verwendet intern zur Steuerung eine bereinigte Eigenkapitalquote. Das bereinigte Eigenkapital wird nach IFRS ermittelt und umfasst, neben dem Eigenkapital, auch die Investitionszuschüsse abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuern. Die bereinigte Eigenkapitalquote (= bereinigtes Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) betrug zum 31. Dezember 2025 29,6 Prozent (31. Dezember 2024: 34,7 Prozent).
Das bereinigte Eigenkapital stellt sich wie folgt dar:
Bereinigtes Eigenkapital
 
 
TEUR
 
 
31.12.2025
31.12.2024
Eigenkapital
 
1.305.342
1.652.001
+
Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
75.228
95.623
-
Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln
–17.047
–21.700
Summe
 
1.363.522
1.725.924
Die Dividendenpolitik der Lenzing AG als Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe orientiert sich an den Prinzipien der Kontinuität und Langfristigkeit mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, den Aktionären eine der Chancen- und Risikosituation des Unternehmens angepasste Dividende auszuschütten und auch die Interessen aller anderen für den Unternehmenserfolg entscheidenden Beteiligten (Stakeholder) angemessen einzubeziehen.
Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)
Der Vorstand der Lenzing AG überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat regelmäßig die Entwicklung der Nettofinanzverschuldung, da diese Kennzahl eine wesentliche Schlüsselgröße sowohl im Management der Gruppe als auch auf Seite der finanzierenden Banken ist. Relevant ist vor allem das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zum EBITDA. Die weitere optimale Entwicklung der Lenzing Gruppe ist nur mit einer sehr starken Eigenfinanzierungskraft als Grundlage für eine erhöhte Verschuldungsfähigkeit gegeben.
Die zinstragenden Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten
 
 
TEUR
 
 
31.12.2025
31.12.2024
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
 
1.667.411
1.828.545
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
 
502.122
279.449
Summe
 
2.169.533
2.107.994
Der Liquiditätsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
Liquiditätsbestand
 
 
TEUR
 
 
31.12.2025
31.12.2024
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
 
675.007
442.297
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen)
 
15.899
9.384
Summe
 
690.906
451.681
Die Nettofinanzverschuldung absolut und im Verhältnis zum
EBITDA stellen sich wie folgt dar:
Nettofinanzverschuldung
(Net Financial Debt) absolut
 
 
TEUR
 
 
31.12.2025
31.12.2024
Zinstragende Finanzverbindlichkeiten
 
2.169.533
2.107.994
-
Liquiditätsbestand
–690.906
–451.681
Nettofinanzverschuldung inkl. Leasingverbindlichkeiten
1.478.627
1.656.314
-
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten
–10.949
–9.637
-
Langfristige Leasingverbindlichkeiten
–117.539
–114.225
Nettofinanzverschuldung
 
1.350.139
1.532.452
Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt) im Verhältnis zum EBITDA
 
 
TEUR
 
 
31.12.2025
31.12.2024
EBITDA
 
413.029
395.426
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
 
3,3
3,9
Note 35. Angaben zu Finanzinstrumenten
Buchwerte, beizulegende Zeitwerte, Bewertungskategorien und Bewertungsmethoden
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne Klasse sowie auch für jede Bewertungskategorie nach IFRS 9 dar und leitet diese auf die entsprechenden Bilanzposten über. Die Bilanzposition Finanzverbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) enthält Leasingverbindlichkeiten, die zwar als finanzielle Verbindlichkeiten anzusehen sind, aber keiner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zuzuordnen sind. Sie werden in der Spalte „keine Finanzinstrumente“ ausgewiesen, um eine Überleitung auf die Bilanzposition zu ermöglichen. Zudem wird die Bilanzposition Rückstellungen (kurzfristig) als finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen, diese ist aber ebenfalls keiner Bewertungskategorie nach IFRS 9 zuzuordnen und somit auch in der Spalte „keine Finanzinstrumente“ ausgewiesen.
Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten
 
TEUR
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2025
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Eigenkapital-instrumente
Cashflow Hedges
 
 
 
 
Ausleihungen
55.523
 
 
 
 
55.523
54.506
Stufe 3
Langfristige Wertpapiere
 
6.906
 
 
 
6.906
6.906
Stufe 1
Sonstige Beteiligungen
 
 
12
 
 
12
12
1
Kurzfristige Wertpapiere
 
 
6.525
 
 
6.525
6.525
Stufe 1
Finanzanlagen (kurz- und langfristig)
55.523
6.906
6.537
0
0
68.965
67.949
 
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
245.318
0
0
0
0
245.318
245.318
1
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
 
324
 
324
324
Stufe 2
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
1.159
 
 
 
1.159
1.159
Stufe 2
Sonstige
33.570
 
 
 
 
33.570
33.570
1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurz- und langfristig)
33.570
1.159
0
324
0
35.054
35.054
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
675.007
0
0
0
0
675.007
675.007
1
Summe
1.009.419
8.065
6.537
324
0
1.024.345
1.023.328
 
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2025
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Cashflow Hedges/
Fair Value Hedges
Gewinnrücklage
 
 
 
 
Anleihe
542.622
 
 
 
 
542.622
580.851
Stufe 1
Schuldscheindarlehen
265.837
 
 
 
 
265.837
258.255
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.202.701
 
 
 
 
1.202.701
1.213.368
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
29.885
 
 
 
 
29.885
26.813
Stufe 3
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
128.488
128.488
 
 
Finanzverbindlichkeiten
2.041.045
0
0
0
128.488
2.169.533
2.079.287
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
323.583
0
0
0
0
323.583
323.583
1
Rückstellungen (kurzfristig)
0
0
0
0
33.866
33.866
 
 
Kündbare nicht beherrschende Anteile
0
0
0
285.818
0
285.818
285.818
Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
6.155
 
 
6.155
6.155
Stufe 2
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
143
 
 
 
143
143
Stufe 2
Bedingte Gegenleistung
 
10
 
 
 
10
10
Stufe 2
Sonstige
186.996
 
 
 
 
186.996
186.996
1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
186.996
153
6.155
0
0
193.304
193.304
 
Summe
2.551.625
153
6.155
285.818
162.354
3.006.104
2.881.992
 
1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.

Buchwerte, Kategorie, beizulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von Finanzinstrumenten (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2024
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Eigenkapital-instrumente
Cashflow Hedges
 
 
 
 
Ausleihungen
30.512
 
 
 
 
30.512
26.421
Stufe 3
Langfristige Wertpapiere
 
6.582
 
 
 
6.582
6.582
Stufe 1
Sonstige Beteiligungen
 
 
12
 
 
12
12
1
Kurzfristige Wertpapiere
 
 
11.301
 
 
11.301
11.301
Stufe 1
Finanzanlagen (kurz- und langfristig)
30.512
6.582
11.314
0
0
48.407
44.317
 
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
318.182
0
0
0
0
318.182
318.182
1
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
 
2.250
 
2.250
2.250
Stufe 2
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
270
 
 
 
270
270
Stufe 2
Sonstige
25.675
 
 
 
 
25.675
25.675
1
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (kurz- und langfristig)
25.675
270
0
2.250
0
28.195
28.195
 
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
442.297
0
0
0
0
442.297
442.297
1
Summe
816.666
6.852
11.314
2.250
0
837.081
832.991
 
 
Buchwert
 
Zeitwert
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2024
Zu fortgeführten Anschaffungs-kosten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert
Erfolgsneutral zum
beizulegenden Zeitwert
Kein Finanz-instrument
Summe
Beizu-legender
Zeitwert
Fair Value-
Hierarchie
 
 
 
Cashflow Hedges/
Fair Value Hedges
Gewinnrücklage
 
 
 
 
Anleihe
608.553
 
 
 
 
608.553
624.701
Stufe 1
Schuldscheindarlehen
334.208
 
 
 
 
334.208
333.340
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.008.322
 
 
 
 
1.008.322
1.030.105
Stufe 3
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
33.049
 
 
 
 
33.049
32.453
Stufe 3
Leasingverbindlichkeiten
 
 
 
 
123.862
123.862
 
 
Finanzverbindlichkeiten
1.984.132
0
0
0
123.862
2.107.994
2.020.599
 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
386.383
0
0
0
0
386.383
386.383
1
Rückstellungen (kurzfristig)
0
0
0
0
28.520
28.520
 
 
Kündbare nicht beherrschende Anteile
0
0
0
230.954
0
230.954
230.954
Stufe 3
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
 
 
15.213
 
 
15.213
15.213
Stufe 2
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
 
7.729
 
 
 
7.729
7.729
Stufe 2
Bedingte Gegenleistung
 
1.150
 
 
 
1.150
1.150
Stufe 2
Sonstige
142.277
 
 
 
 
142.277
142.277
1
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
(kurz- und langfristig)
142.277
8.878
15.213
0
0
166.369
166.369
 
Summe
2.512.793
8.878
15.213
230.954
152.382
2.920.220
2.804.305
 
1) Der Buchwert entspricht im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert.
Je nach Klassifizierung werden die Finanzinstrumente im Rahmen der Folgebewertung entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt. In der Lenzing Gruppe werden die Bewertungskategorien „Zu fortgeführten Anschaffungskosten“, „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ und „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ eingesetzt. Die Bewertungskategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ wird ausschließlich für verpflichtend zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte verwendet.
Die Lenzing Gruppe berücksichtigt Umgliederungen in der Fair Value-Hierarchie am Ende der Berichtsperiode, in der die Änderungen eintreten. In den Geschäftsjahren 2025 und 2024 gab es bei den Finanzinstrumenten keine Verschiebungen zwischen den verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie.
Soweit Bewertungen von Finanzinstrumenten durch externe Institute (Banken) durchgeführt werden, werden diese von der Lenzing Gruppe überwacht und einer nochmaligen Überprüfung unterzogen und soweit geeignet von der Bilanzierung übernommen. Die notwendigen Marktdaten werden durch das Vier-Augen-Prinzip validiert.
Angesichts variierender Einflussfaktoren können die dargestellten beizulegenden Zeitwerte nur als Indikatoren für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden.
Finanzanlagen
Die Bewertung der Wertpapiere erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und aufgrund der Ausübung des entsprechenden Wahlrechts erfolgsneutral. Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine vollständige Veräußerung der Aktien der Gesellschaft Spinnova OY, Jyväskylä, Finnland (2024: teilweise Veräußerung). Zudem erfolgte in den Geschäftsjahren 2025 und 2024 eine teilweise Veräußerung der Oberbank-Stammaktien (siehe Note 22).
Die beizulegenden Zeitwerte der Ausleihungen werden anhand der Barwertmethode (Discounted-Cashflow‑Methode) bestimmt. Dabei werden die erwarteten zukünftigen vertraglichen Cashflows über die verbleibende Laufzeit erhoben und mit einem am Markt beobachtbaren aktuellen Marktzinssatz abgezinst. Die Ausleihungen resultieren im Wesentlichen aus der Darlehensbeziehung zwischen LD Celulose S.A. und LD Florestal S.A. (siehe Note 38).
Die beizulegenden Zeitwerte der Aktien leiten sich von den aktuellen Börsenkursen ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.
Die beizulegenden Zeitwerte der Investmentfonds leiten sich von den aktuellen rechnerischen Werten ab. Diese Wertpapiere sind der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.
Die sonstigen Beteiligungen werden der Kategorie „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet.
Anleihe
Der Fair Value der begebenen Anleihe leitet sich vom aktuellen Börsenkurs ab und verändert sich insbesondere aufgrund der Veränderung der Marktzinssätze und der Bonität der LD Celulose International GmbH, Wien bzw. deren Garantinnen LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien und LD Florestal S.A. Indianópolis, Brasilien.
Kündbare nicht beherrschende Anteile
Die Dexco-Gruppe verfügt über eine Put-Option und hat das Recht, ihre Anteile an der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien innerhalb bestimmter Zeiträume, ab Zeitablauf oder bei Eintritt eines vertraglich definierten Kontrollwechsels der Lenzing Gruppe zu verkaufen („Change-of-Control-Klausel“). Diese Verpflichtung wird unter den Verbindlichkeiten aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen ausgewiesen. Die Folgebewertung der Verbindlichkeit aus kündbaren nicht beherrschenden Anteilen erfolgt über die Gewinnrücklagen (erfolgsneutral) zum beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert dieser kündbaren nicht beherrschenden Anteile wird auf Basis der geplanten bzw. prognostizierten Cashflows abzüglich Veräußerungskosten sowie Nettoverschuldung zum Bewertungsstichtag ermittelt. Ausgangspunkt für die Cashflow-Prognosen bilden das vom Vorstand und Aufsichtsrat bewilligte Budget und die vom Vorstand bewilligte Mittelfristplanung. Nach dem Detailplanungszeitraum von fünf Jahren wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer 25-jährigen Rente auf Basis einer nachhaltigen EBITDA-Marge gerechnet. Der Planungszeitraum zur Berechnung des beizulegenden Zeitwerts ist vertraglich auf maximal 30 Jahre begrenzt. Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Als Abzinsungssatz wird ein Mischzinssatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital, WACC). Zum Bewertungsstichtag wurde ein WACC nach Steuern von 7,7 Prozent (31. Dezember 2024: 8,2 Prozent) verwendet. Die Bewertung des beizulegenden Zeitwerts wird in seiner Gesamtheit in die Stufe 3 der Bewertungshierarchie eingeordnet, da wesentliche Inputfaktoren (insbesondere Cashflows) nicht am Markt beobachtbar sind.
Entwicklung beizulegender Zeitwert der kündbaren nicht beherrschenden Anteile der Stufe 3
 
TEUR
 
2025
2024
Stand zum 01.01.
230.954
249.418
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis von kündbaren nicht beherrschenden Anteilen
54.864
–18.464
Stand zum 31.12.
285.818
230.954
Der ermittelte beizulegende Zeitwert würde insbesondere steigen (fallen), wenn das EBITDA steigt (fällt) oder der WACC nach Steuern fällt (steigt). Eine Veränderung dieser nicht beobachtbaren Inputfaktoren würde sich auf die Bewertung der kündbaren nicht beherrschenden Anteile folgendermaßen auswirken:
Sensitivitätsanalyse der Inputfaktoren der Stufe 3 für kündbare nicht beherrschende Anteile
TEUR
 
Mit den Gewinnrücklagen verrechnetes Bewertungsergebnis
 
31.12.2025
31.12.2024
Kündbare nicht beherrschende Anteile
Steigerung
Rückgang
Steigerung
Rückgang
EBITDA (+/- 1 %)
8.548
–8.548
9.058
–9.058
Abzinsungssatz (WACC) nach Steuern (+/- 0,25 %)
–13.097
13.516
–13.424
13.876
Die Sensitivitäten werden ermittelt, indem die Bewertungen mit den geänderten Parametern nochmals durchgeführt werden.
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
Die beizulegenden Zeitwerte der übrigen Finanzverbindlichkeiten werden nach anerkannten Bewertungsmethoden basierend auf der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Der wesentliche Inputfaktor ist hierbei der Diskontierungssatz, welcher die vorliegenden Marktdaten (risikolose Zinssätze) und die nicht am Markt beobachtbare Bonität der Lenzing Gruppe berücksichtigt. Die beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Garantieverträge entsprechen dem geschätzten erwarteten Ausfallsbetrag, der sich aus der maximal möglichen Zahlungsverpflichtung und dem erwarteten Verlust ergibt.
Der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung wird mittels Optionsbewertung unter Verwendung eines arbitragefreien Monte-Carlo-Modellansatzes ermittelt. Der wesentliche Inputfaktor ist hierbei der Gaspreis (TTF ICE). Diese Verbindlichkeit mit einem Buchwert von TEUR 10 (31. Dezember 2024: TEUR 1.150) ist der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ zugeordnet. Die Veränderung wurde unter dem Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst (siehe Note 13).
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen
Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert von Derivaten wird mit marktüblichen Bewertungsmethoden auf Basis der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (beispielsweise Wechselkurse und Zinssätze) ermittelt. Die Bewertung von Devisen- und Warentermingeschäften erfolgt mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und
-preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Zur Schätzung der Bewertung werden eigene Modelle verwendet. Bei der Bewertung von Derivaten wird grundsätzlich auch das Kontrahentenrisiko (Kreditrisiko, Gegenparteirisiko bzw. Risiko der Nichterfüllung) in Form von Abschlägen vom Marktwert berücksichtigt, die ein Marktteilnehmer bei der Preisfindung ansetzen würde.
Die Lenzing Gruppe wendet auf die nachfolgenden derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des Hedge Accounting gemäß IFRS 9 an. Die retrospektive Sicherungswirkung bzw. Ineffektivität wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Grundgeschäfte mit den kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt.
Die Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft ist gegenläufig und daher effektiv. Risiken für Ineffektivität sind das Ausfallsrisiko eines Kontrahenten, signifikante Änderung des Kreditrisikos einer Vertragspartei der Sicherungsbeziehung oder die Änderung des Zahlungszeitpunktes des gesicherten Grundgeschäfts, Verringerung des Gesamtrechnungsbetrages oder Preises des gesicherten Grundgeschäfts. Die Risiken werden stets in ihrer Gesamtheit gesichert. Die Ziel-Sicherungsquote für die abgesicherten Nominalen beträgt in etwa 67 Prozent.
Die wesentlichen Konditionen der Zahlungen aus den Grundgeschäften und Sicherungsinstrumenten (insbesondere Nominale und Zahlungszeitpunkte) sind grundsätzlich identisch bzw. verhalten sich gegenläufig („Critical Terms Match“). Deshalb schätzt der Vorstand den Ausgleich der Wertänderungen der Grundgeschäfte und der Sicherungsgeschäfte durch Änderungen des abgesicherten Risikos bei Eingehen der Bewertungseinheit als äußerst effektiv ein.
Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken
Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Transaktionen auszugleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Ein- und Verkäufe in der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Im Rahmen der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zum Zeitpunkt der Zahlung in Fremdwährung gesichert. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die Cashflow Hedge-Derivate, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, dienen zur Absicherung bereits zum Bilanzstichtag gebuchter Fremdwährungsforderungen bzw. Fremdwährungsverbindlichkeiten, welche erst nach dem Bilanzstichtag cashwirksam werden.
Die Lenzing AG hat zur Absicherung von begebenen USD-Darlehen an eine Tochtergesellschaft Währungsabsicherungen eingesetzt. Im Geschäftsjahr 2024 wurde aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung eines Teils des Darlehns entsprechend die Währungsabsicherung vorzeitig an die Bank verkauft. Es wurde eine Nominale in Höhe von TUSD 65.000 mit einem Kurs von 1,12 USD/EUR vorzeitig beendet.

Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate für Währungsrisiken stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken
 
 
31.12.2025
TEUR
 
 
Nominale in TSD
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
BRL-Kauf / USD-Verkauf
BRL
430.000
109
–400
–290
12/2026
5,73
349
USD-Verkauf / EUR-Kauf
USD
37.500
215
0
215
12/2026
1,18
402
Summe
 
 
324
–400
–76
 
 
751
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Währungsrisiken (Vorjahr)
 
 
31.12.2024
TEUR
 
 
Nominale in TSD
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Währungsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf
CNY/CNH
408.300
0
–851
–851
09/2025
7,76
–1.195
CNY/CNH-Verkauf / GBP-Kauf
CNY/CNH
152.300
0
–146
–146
09/2025
9,15
–300
BRL-Kauf / USD-Verkauf
BRL
545.000
7
–6.339
–6.331
12/2025
5,94
–6.497
USD-Verkauf / CZK-Kauf
USD
81.400
0
–3.917
–3.917
09/2025
22,90
–3.166
USD-Verkauf / EUR-Kauf
USD
25.400
0
–1.142
–1.142
09/2025
1,10
–1.142
Summe
 
 
7
–12.395
–12.387
 
 
–12.299
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Die Buchwerte sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte (Einkäufe und Verkäufe) stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge-Derivate für Fremdwährungsrisiken – Ineffektivitäten
TEUR
 
2025
2024
Fremdwährungsrisiken
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Verkäufe
402
0
Finanzerfolg
–5.802
0
Finanzerfolg
Einkäufe
349
0
Finanzerfolg
–6.497
0
Finanzerfolg
Summe
751
0
 
–12.299
0
 
Cashflow Hedge-Derivate für kombinierte
Zins-/Währungsrisiken und Zinsrisiken
Zur Absicherung gegen Zins-/Währungsrisiken aus der Aufnahme von variabel verzinsten Schuldscheindarlehen in USD wurden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die Variabilität der Zins- und Tilgungszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen. Diese Schuldscheindarlehen wurden im Dezember 2024 fristgerecht zurückbezahlt.
Zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus der Aufnahme von Darlehen mit variabler Verzinsung werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Die Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Zinszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen. Teile dieser Absicherungen wurden im Geschäftsjahr 2024 aufgrund der Refinanzierung einer Tochtergesellschaft der Lenzing Gruppe vorzeitig zurückbezahlt. Die Nominale zum Zeitpunkt der Beendigung des Hedge Accountings betrug TUSD 395.032. Durch die vorzeitige Beendigung wurde ein Ertrag in Höhe von TEUR 17.377 aus der Rücklage für die Zinsabsicherung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (Finanzerfolg) umgebucht.
Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate für Zinsrisiken stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten
für Zinsrisiken
 
 
31.12.2025
TEUR
 
Nominale in TEUR
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher fester Zinssatz
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Zinsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
fix-Kauf / variabel-Verkauf
100.000
0
–1.455
–1.455
12/2028
2,98
-
–1.455
Summe
100.000
0
–1.455
–1.455
 
 
 
–1.455
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten
für Zinsrisiken (Vorjahr)
 
 
31.12.2024
TEUR
 
Nominale in TEUR
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher fester Zinssatz
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Zinsderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
fix-Kauf / variabel-Verkauf
100.000
0
–2.457
–2.457
12/2028
2,98
-
–2.426
Summe
100.000
0
–2.457
–2.457
 
 
 
–2.426
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.

Die Buchwerte sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte (Darlehen) stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge-Derivate für Zinsrisiken – Ineffektivitäten
TEUR
 
2025
2024
 
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Zinsderivate
 
 
 
 
 
 
fix-Kauf / variabel-Verkauf
–1.455
0
Finanzerfolg
–2.426
–32
Finanzerfolg
Summe
–1.455
0
 
–2.426
–32
 

Cashflow Hedge-Derivate für Rohstoffpreisrisiken
Zur Absicherung gegen Gaspreisrisiken werden in der Lenzing Gruppe neben physischen Bezugsverträgen derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese Sicherungsgeschäfte dienen dazu, die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Gaspreiszahlungen, die aus dem gesicherten Grundgeschäft resultieren, auszugleichen.
Nominale und Marktwerte der Cashflow Hedge-Derivate für Rohstoffpreisrisiken stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Rohstoffpreisrisiken
 
 
31.12.2025
TEUR
 
 
Nominale in MWh
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Rohstoffderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
Gas-Kauf
EUR
12.048
0
–72
–72
03/2026
33,57
32
Gas-Kauf
EUR
29.231
0
–277
–277
12/2026
36,70
277
Gas-Kauf
GBP
68.838
0
–924
–924
03/2026
40,28
852
Gas-Kauf
GBP
61.947
0
–613
–613
06/2026
36,75
533
Gas-Kauf
GBP
70.372
0
–680
–680
09/2026
35,36
596
Gas-Kauf
GBP
60.167
0
–605
–605
12/2026
37,56
514
Gas-Kauf
GBP
56.627
0
–489
–489
03/2027
37,25
410
Gas-Kauf
GBP
34.962
0
–232
–232
06/2027
30,96
183
Gas-Kauf
GBP
27.238
0
–198
–198
09/2027
30,83
159
Gas-Kauf
GBP
20.435
0
–104
–104
12/2027
32,02
73
Gas-Kauf
GBP
11.103
0
–60
–60
03/2028
33,74
34
Gas-Kauf
GBP
4.996
0
–22
–22
06/2028
27,61
13
Gas-Kauf
GBP
5.674
0
–26
–26
09/2028
27,11
17
Summe
 
463.638
0
–4.300
–4.300
 
 
3.693
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Nominale, Marktwert und Sicherungszeitraum von Cashflow Hedge-Derivaten für Rohstoffpreisrisiken (Vorjahr)
 
 
31.12.2024
TEUR
 
 
Nominale in MWh
Marktwert positiv
Marktwert negativ
Marktwert netto
Sicherungszeitraum bis
Durchschnittlicher Sicherungskurs
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Rohstoffderivate
 
 
 
 
 
 
 
 
Gas-Kauf
EUR
8.779
0
–35
–35
03/2025
51,60
35
Gas-Kauf
EUR
51.420
609
0
609
12/2025
34,03
–609
Gas-Kauf
EUR
12.048
104
0
104
03/2026
33,57
–104
Gas-Kauf
EUR
29.231
36
0
36
12/2026
36,70
–36
Gas-Kauf
GBP
38.189
167
–134
33
03/2025
48,22
–33
Gas-Kauf
GBP
62.821
300
–156
145
06/2025
45,84
–145
Gas-Kauf
GBP
89.939
396
–37
359
09/2025
43,20
–359
Gas-Kauf
GBP
64.080
351
0
351
12/2025
40,66
–351
Gas-Kauf
GBP
44.404
127
0
127
03/2026
42,42
–127
Gas-Kauf
GBP
29.976
81
0
81
06/2026
34,95
–81
Gas-Kauf
GBP
17.022
61
0
61
09/2026
32,63
–61
Gas-Kauf
GBP
11.348
12
0
12
12/2026
37,03
–12
Summe
 
459.257
2.242
–361
1.882
 
 
–1.882
Marktwert: + = Forderung, – = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe.
Der angegebene Sicherungszeitraum entspricht grundsätzlich der Periode der erwarteten Cashflows und deren Erfolgswirksamkeit.
Die Buchwerte sowie die Ineffektivität der als Hedging Instrumente designierten Grundgeschäfte stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Angaben zu den Grundgeschäften der Cashflow Hedge-Derivate für Rohstoffpreisrisiken – Ineffektivitäten
TEUR
 
2025
2024
Rohstoffderivate
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts, der zur Berechnung der Ineffektivität verwendet wurde
Ineffektivität
Ausweis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Rohstoffpreisrisiken
 
 
 
 
 
 
Einkäufe
3.693
–64
Umsatzkosten
–1.882
0
Umsatzkosten
Summe
3.693
–64
 
–1.882
0
 
Hedging Reserve
Die Veränderung der Hedging Reserve stellt sich wie folgt dar:
Veränderungen der Hedging Reserve
 
 
 
 
 
TEUR
 
2025
2024
 
Hedging Reserve
Cost of Hedging
Summe
Hedging Reserve
Cost of Hedging
Summe
Hedging Reserve zum 01.01.
–28.876
5.465
–23.411
3.654
5.377
9.031
Fremdwährungsrisiken
34.308
0
34.308
–21.4501
0
–21.450
Kombinierte Zins-/Währungsrisiken
0
0
0
3.238
0
3.238
Zinsrisiken
283
0
283
–2.711
0
–2.711
Rohstoffpreisrisiken
–8.010
0
–8.010
2.964
0
2.964
Cashflow Hedges – in der Berichtsperiode erfasste Fair Value-Änderung
26.581
0
26.581
–17.960
0
–17.960
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
–14.574
187
–14.387
3.682
254
3.935
Rohstoffpreisrisiken
1.771
0
1.771
6.444
0
6.444
Umgliederung in das Betriebsergebnis (EBIT)
–12.803
187
–12.616
10.126
254
10.379
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
–7.874
639
–7.235
4.781
–165
4.615
Umgliederung in die Vorräte
–7.874
639
–7.235
4.781
–165
4.615
 
 
 
 
 
 
 
Fremdwährungsrisiken
1.170
0
1.170
0
0
0
Kombinierte Zins-/Währungsrisiken
0
0
0
–3.032
0
–3.032
Zinsrisiken
688
0
688
–25.059
0
–25.059
Umgliederung in den Finanzerfolg
1.857
0
1.857
–28.091
0
–28.091
 
 
 
 
 
 
 
Umgliederungen
0
0
0
–1.386
0
–1.386
Hedging Reserve zum 31.12.
–21.115
6.291
–14.824
–28.876
5.465
–23.411
1) Darin enthalten sind Erträge in Höhe von TEUR 4.550 aus der vorzeitigen Beendigung einer Währungsabsicherung

Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
Die Lenzing Gruppe hat mit einigen Kreditinstituten Aufrechnungsrahmenvereinbarungen (insbesondere Globalnettingvereinbarungen) abgeschlossen. Grundsätzlich werden die Beträge, die gemäß solchen Verträgen von jeder Gegenpartei an einem einzelnen Tag im Hinblick auf alle ausstehenden Transaktionen in gleicher Währung geschuldet werden, zu einem einzigen Nettobetrag zusammengefasst, der von einer Partei an die andere zu zahlen ist.
Die nachfolgenden Tabellen enthalten Angaben über die Aufrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in der Konzern-Bilanz aufgrund von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen. Die in der Spalte „Finanzielle Vermögenswerte“ und „Finanzielle Verbindlichkeiten“ dargestellten Beträge (brutto) entsprechen den bilanzierten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (netto). In der Spalte „Effekt von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen“ werden die Beträge ausgewiesen, die Gegenstand einer solchen Vereinbarung sind, aber die Voraussetzung für eine Aufrechnung in der Konzern-Bilanz nach IFRS nicht erfüllen.
Aufrechnung von Finanzinstrumenten
TEUR
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2025
Finanzielle Vermögenswerte (brutto=
netto)
Effekt von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen
Nettobeträge
Sonstige finanzielle Vermögenswerte –
Derivate mit positivem Marktwert
1.483
–398
1.085
Finanzielle Vermögenswerte zum 31.12.2024
 
 
 
Sonstige finanzielle Vermögenswerte –
Derivate mit positivem Marktwert
2.520
–243
2.276
Aufrechnung von Finanzinstrumenten
TEUR
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2025
Finanzielle Verbindlichkeiten (brutto=
netto)
Effekt von Aufrechnungsrahmenvereinbarungen
Nettobeträge
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten –
Derivate mit negativem Marktwert
6.308
–398
5.909
Finanzielle Verbindlichkeiten zum 31.12.2024
 
 
 
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten –
Derivate mit negativem Marktwert
24.091
–243
23.848
Übertragung von finanziellen Vermögenswerten (Verkauf von Forderungen / Factoring)
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen mit Banken über den Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der Lenzing Gruppe. Die Lenzing Gruppe ist zum Verkauf dieser Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbestimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit einer Frist von drei Monaten zum Kalenderquartal aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2025 ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt TEUR 90.000 (31. Dezember 2024: TEUR 90.000), davon sind TUSD 72.000 (31. Dezember 2024: TUSD 72.000) in US-Dollar ausnutzbar.
Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken der verkauften Forderungen sind das Kreditausfallsrisiko (Delkredererisiko), im Fall von Forderungen in Fremdwährung das Fremdwährungsrisiko und das Risiko verspäteter Zahlungen. Die kreditrisikobedingten Ausfälle und im Fall von Forderungen in Fremdwährung die Schwankungen der Wechselkurse stellen die wesentlichen mit diesen Forderungen verbundenen Chancen und Risiken dar. Das Risiko verspäteter Zahlungen wird bei allen Factoring-Vereinbarungen von der Lenzing Gruppe getragen und als geringfügig eingeschätzt.
Die Lenzing Gruppe übernimmt eine Ausfallshaftung von bis zu 10 Prozent pro Zahlungsausfall, welche jedoch teilweise durch Sicherheiten auf 5 Prozent reduziert wird. Das verbleibende Kreditausfallsrisiko (bis zu 90 Prozent pro Zahlungsausfall) und – im Fall von Forderungen, die nicht auf die Berichtswährung lauten – auch das Fremdwährungsrisiko übernimmt die Bank. Die Lenzing Gruppe hat sich verpflichtet, Kreditversicherungen für die verkauften Forderungen abzuschließen und das Debitorenmanagement zu übernehmen. Die beteiligten Banken haben das Recht, überfällige Forderungen aus verfahrensrechtlichen Gründen im Fall eines Rechtsstreits an die Lenzing Gruppe zurück zu übertragen. Dadurch wird jedoch das Kreditausfallsrisiko nicht an die Lenzing Gruppe rückübertragen und es ergeben sich auch keine Auswirkungen auf die Liquidität der Lenzing Gruppe.
Für den Großteil der Forderungen werden im Wesentlichen alle Chancen und Risiken auf die Bank übertragen. Bei den restlichen Forderungen des verkauften Portfolios geht die Kontrolle an den Forderungen auf die Bank über. Zum 31. Dezember 2025 waren aufgrund der Factoring-Vereinbarungen Forderungen in Höhe von insgesamt TEUR 85.070 (31. Dezember 2024: TEUR 85.655) verkauft und aus der Konzern-Bilanz der Lenzing Gruppe ausgebucht. Zum 31. Dezember 2025 wurde der nicht bevorschusste Betrag als sonstiger finanzieller Vermögenswert (kurzfristig) in Höhe von TEUR 8.507 (31. Dezember 2024: TEUR 8.566) ausgewiesen. Die Zeitwerte entsprechen annähernd den angegebenen Buchwerten, da insbesondere auch die Restlaufzeiten der betroffenen Forderungen kurzfristig sind.
Der oben angeführte nicht bevorschusste Betrag entspricht aus Sicht der Lenzing Gruppe dem theoretischen kreditrisikobedingten Maximalverlust für die Übernahme der Ausfallshaftung. Der Zeitwert dieser Ausfallshaftung beträgt per 31. Dezember 2025 TEUR 11 (31. Dezember 2024: TEUR 10). In Höhe des beizulegenden Zeitwertes dieser Ausfallshaftung wurde eine sonstige finanzielle Verbindlichkeit (kurzfristig) erfasst. Für die übernommenen Verpflichtungen und Risiken aus den Factoring-Vereinbarungen sind per 31. Dezember 2025 sonstige finanzielle Forderungen (kurzfristig) in Höhe von TEUR 1 erfasst (31. Dezember 2024: sonstige finanzielle Verbindlichkeit TEUR 14). Im Geschäftsjahr 2025 wurden Dienstleistungsgebühren in Höhe von TEUR 185 (2024: TEUR 186) in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Seit Beginn der Vereinbarung wurden kumuliert TEUR 510 aufwandswirksam erfasst.
Die von Kunden im Zeitraum zwischen der letzten Bevorschussung und dem 31. Dezember erhaltenen Zahlungen werden in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten (kurzfristig) abgegrenzt.
Im Geschäftsjahr hat die Lenzing Gruppe zudem Akkreditivforderungen gegenüber Kunden an eine Bank verkauft. Alle Chancen und Risiken an den Akkreditivforderungen sowie den weiterhin bestehenden Warenforderungen werden an die Bank übertragen und somit die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe vollständig ausgebucht. Per 31. Dezember 2025 sind aufgrund des Verkaufs von Akkreditivforderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 34.369 (31. Dezember 2024: TEUR 25.316) aus der Konzern-Bilanz der Lenzing Gruppe ausgebucht.
Note 36. Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten sowie Fremdwährungsergebnis
Zins- und Nettoergebnis
Das Zins- und Nettoergebnis aus den Finanzinstrumenten nach Klassen bzw. Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 setzt sich wie folgt zusammen:
Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten
 
 
 
 
 
 
TEUR
2025
Zins- und Dividendenertrag
Zinsaufwand
Nettozinsen
Aus der Folge- bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgs-wirksam
Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral
Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV
Wertberichtigung/ Zuschreibung
Abgangs-ergebnis
Nettoergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
20.524
0
20.524
0
0
0
196
0
20.720
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
57
0
57
324
0
0
0
0
381
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente
156
0
156
0
687
0
0
0
843
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
–143.851
–143.851
0
0
0
0
0
–143.851
Erfolgwirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
1.140
0
0
0
0
1.140
Summe
20.737
–143.851
–123.115
1.463
687
0
196
0
–120.768
Zins- und Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten (Vorjahr)
 
 
 
 
 
 
TEUR
2024
Zinsertrag
Zinsaufwand
Nettozinsen
Aus der Folge- bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgs-wirksam
Aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral
Erfolgsneutrale Bewertung und Umgliederung in GuV
Wertberichtigung/ Zuschreibung
Abgangs-ergebnis
Nettoergebnis (Summe)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte
27.443
0
27.443
0
0
0
–1.929
0
25.514
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
39
0
39
118
0
0
0
0
156
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente
156
0
156
0
–334
0
0
0
–179
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
–164.004
–164.004
0
0
0
0
0
–164.004
Erfolgwirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
0
0
0
–273
0
0
0
0
–273
Summe
27.637
–164.004
–136.366
–155
–334
0
–1.929
0
–138.785
Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten umfasst das Zinsergebnis (laufende Zinserträge und -aufwendungen einschließlich Fortschreibung von Agien und Disagien sowie Ausschüttungen, soweit sie nicht at-equity bewertete Unternehmen betreffen), die Bewertungsergebnisse aus der erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie das Ergebnis aus Wertberichtigungen (Bildung und Auflösung von Wertberichtigungen bzw. Bewertungen) und Abgängen. Im Ergebnis aus erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten sind die Ergebnisse aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert und der Umgliederung in den Gewinn oder Verlust erfasst. Nicht enthalten sind Fremdwährungsgewinne/-verluste (mit Ausnahme der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente), Kreditbereitstellungsprovisionen und Ergebnisse aus Sicherungsinstrumenten (Cashflow Hedges).
Die Veränderung der Wertberichtigungen auf „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen“ ist im Wesentlichen im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ ausgewiesen.
Der erfolgsneutrale Teil aus der Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert der erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigen- und Fremdkapitalinstrumente ist in der Rücklage „Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen. Die restlichen Komponenten des Nettoergebnisses sind im „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ (siehe Note 13) bzw. den „Finanzierungskosten“ (siehe Note 14) enthalten.
Fremdwährungsergebnis
In den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen sind Netto-Fremdwährungsgewinne/-verluste in Höhe von minus TEUR 15.747 (2024: TEUR 10.202), im Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von minus TEUR 22.127 (2024: TEUR 7.422) und in den Finanzierungskosten in Höhe von minus TEUR 186 (2024: minus TEUR 164) enthalten.
Note 37. Finanzrisikomanagement
Der Konzern ist als international tätiges Unternehmen finanziellen Risiken und sonstigen Marktrisiken ausgesetzt. Durch ein unternehmensweites Risikomanagementsystem, welches in Richtlinien umfassend geregelt ist, werden potenzielle Risiken frühzeitig identifiziert und bewertet. Höchste Risikotransparenz und Informationsqualität sollen durch die Quantifizierung aller Risikokategorien, insbesondere im Hinblick auf Risikokonzentrationen, erreicht werden. Die Effizienz des konzernweiten Risikomanagements wird sowohl durch das interne Kontrollsystem (IKS) als auch durch die interne Revision laufend beurteilt und überwacht.
Die finanziellen Risiken aus Finanzinstrumenten – Ausfallsrisiko, Liquiditätsrisiko, Fremdwährungsrisiko (insbesondere BRL, CNY, CZK, HKD, IDR, THB und USD), Rohstoffpreisrisiko und Zinsrisiko – werden als für die Lenzing Gruppe relevante Risiken eingestuft. Mittels entsprechender Absicherungsmaßnahmen wird versucht, diese Risiken zu minimieren.
Ausfallsrisiko
Das Ausfallsrisiko bezeichnet das Risiko von Vermögensverlusten, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner entstehen können. Das dem Grundgeschäft immanente Bonitätsrisiko ist bei Liefergeschäften (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) zum Teil durch namhafte Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive, Wechsel etc.) abgesichert. Die Außenstände und Kundenlimits werden laufend überwacht. Das Kreditrisiko bei Banken aus Veranlagungen (insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) und Derivaten mit positiven Marktwerten wird dadurch reduziert, dass Geschäfte grundsätzlich nur mit Vertragspartnern von guter Bonität abgeschlossen und für diese Banken Veranlagungslimite definiert und laufend überwacht werden.
Forderungen werden einzeln bewertet. Auf Forderungen werden individuelle Einzelwertberichtigungen gebildet, wenn Anzeichen für eine beeinträchtigte Bonität (Einzelbewertung) vorliegen und diese voraussichtlich nicht voll einbringlich sind. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Verzug von Zahlungen oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz geht, vorliegen und die betroffene Forderung nicht ausreichend besichert ist. Aufgrund des umfassenden Debitorenmanagements der Lenzing Gruppe (weitgehende Absicherung durch Kreditversicherungen und bankmäßige Sicherheiten sowie laufende Überwachung der Außenstände und Kundenlimits) sind die erwarteten Verluste untergeordnet.
Zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfes für nicht einzelwertberichtigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden in der Lenzing Gruppe die Ausfälle der letzten Jahre evaluiert. Die Analyse hat ergeben, dass nur ein unwesentliches Risiko für Forderungen mit einer gewissen Überfälligkeit besteht.
Die Verlustquoten basieren auf historischen Ausfallsquoten der letzten zehn Jahre. Dabei wird nach Gesellschaften und Überfälligkeiten unterschieden. Die Ausfallsquoten wurden mit einem nach geografischen Gebieten gewichtetem makroökonomischen Faktor multipliziert, um die wirtschaftlichen Bedingungen über die erwartete Laufzeit der Forderungen widerzuspiegeln.
Bei Ausleihungen und sonstigen finanziellen Vermögenswerten (kurz- und langfristig), die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, sowie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erfolgt die Berechnung des Wertminderungsbedarfes auf Basis der durchschnittlichen Ausfallsquoten. Der Wertminderungsbedarf ermittelt sich aus der Ausfallsquote je Rating für das jeweilige Finanzinstrument. Eine signifikante Änderung des Kreditrisikos wird auf Basis von Rating und Zahlungsverzug bestimmt. Die Lenzing Gruppe geht bei Instrumenten mit niedrigem Ausfallsrisiko davon aus, dass sich das Ausfallsrisiko seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Folglich wird für solche Instrumente stets der Zwölf-Monats-Kreditverlust erfasst. Da der erwartete Wertminderungsbedarf unwesentlich ist, wird für diese finanziellen Vermögenswerte kein erwarteter Ausfall gebucht.
Aufgrund des Insolvenzantrages der Kelheim Fibres GmbH (KFG) im Geschäftsjahr 2024, ein 100 % Tochterunternehmen der EFB, ergab sich ein erhöhtes Ausfallsrisiko der Forderungen gegenüber diesen Gesellschaften. Im Geschäftsjahr 2025 ergibt sich daraus kein erhöhtes Ausfallsrisiko mehr, da eine Endausschüttung der offenen Forderungen erfolgte.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als ausgefallen betrachtet, wenn sie mehr als 270 Tage überfällig sind bzw. wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen ohne Verwertung von Sicherheiten nachkommen kann. Dieser lange Zeitraum ergibt sich daraus, dass etwa 90 Prozent der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine Kreditversicherung oder bankmäßige Sicherheiten (Garantien, Akkreditive, Wechsel etc.) abgesichert sind.
Eine direkte Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nur, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten endgültig nicht mehr bestehen (insbesondere im Insolvenzfall). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den fortgeführten Anschaffungskosten.
Der Konzern beurteilt die Risikokonzentration hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eher als niedrig, da seine Kunden in verschiedenen Ländern ansässig sind, verschiedenen Branchen angehören und auf weitgehend unabhängigen Märkten tätig sind. Die Forderungen sind zudem in einem eher geringen Ausmaß überfällig und nicht einzelwertgemindert (siehe Tabelle unten „Altersstruktur der finanziellen Forderungen“). Wesentliche Effekte für eine Veränderung der Wertberichtigungen können mögliche Zahlungsausfälle von großen Kunden sein bzw. der allgemeine Anstieg des Forderungsbestandes zum Stichtag. Im Geschäftsjahr 2025 gab es keinen wesentlichen Anstieg bei den Zahlungsausfällen.
Die Wertberichtigungen haben sich wie folgt entwickelt:
Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen
TEUR
2025
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio-bewertung)
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit
(Einzelbewertung)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
311
6.564
Verbrauch
0
–4.081
Auflösung
–73
–950
Dotierung
49
0
Währungsumrechnungsdifferenzen
–13
–263
Wertberichtigungen zum 31.12.
274
1.270
Entwicklung und Überleitung der Wertberichtigungen (Vorjahr)
TEUR
2024
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit (Portfolio-bewertung)
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit
(Einzelbewertung)
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
383
5.492
Verbrauch
0
–2
Auflösung
–120
–2
Dotierung
41
950
Währungsumrechnungsdifferenzen
7
126
Wertberichtigungen zum 31.12.
311
6.564
Erwarteter Kreditverlust über die Laufzeit
(Einzelbewertung)
TEUR
 
2025
2024
Ausleihungen zu fortgeführten Anschaffungskosten
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
15.158
15.029
Auflösung
–12
0
Dotierung
39
100
Währungsumrechnungsdifferenzen
–44
29
Wertberichtigungen zum 31.12.
15.141
15.158
 
 
 
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
(lang- und kurzfristig)
 
 
Wertberichtigungen zum 01.01.
2.195
1.234
Auflösung
0
0
Dotierung
752
961
Wertberichtigungen zum 31.12.
2.947
2.195
In den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind Wertberichtigungen gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 950) enthalten. In den Wertberichtigungen auf Ausleihungen sind Wertberichtigungen gegenüber Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie deren Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 5.000 (31. Dezember 2024: TEUR 5.000) enthalten.
Bei den Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Wertberichtigungen für überfällige, nicht versicherte Forderungen.
Die Altersstruktur der finanziellen Forderungen stellt sich wie folgt dar:
Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
TEUR
31.12.2025
Bruttobuchwert
Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig
230.896
178
Bis 30 Tage überfällig
12.832
23
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig
1.503
4
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig
134
1
Mehr als 1 Jahr überfällig
68
68
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung)
1.430
1.270
Summe
246.862
1.544
Altersstruktur und erwarteter Kreditverlust bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Vorjahr)
TEUR
31.12.2024
Bruttobuchwert
Erwarteter Kreditverlust
Nicht überfällig
297.312
235
Bis 30 Tage überfällig
16.398
29
Zwischen 31 und 90 Tagen überfällig
1.307
3
Zwischen 91 und 365 Tagen überfällig
1.150
11
Mehr als 1 Jahr überfällig
33
33
Forderungen mit beeinträchtigter Bonität (Einzelbewertung)
8.857
6.564
Summe
325.057
6.875
Altersstruktur der finanziellen Forderungen
TEUR
2025
Ausleihungen
Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.
70.663
38.001
Davon nicht überfällig
55.523
35.054
Davon wertgemindert
15.141
2.947
Altersstruktur der finanziellen Forderungen (Vorjahr)
TEUR
2024
Ausleihungen
Sonstige finanzielle Forderungen (kurz- und langfristig)
Bruttobuchwert zum 31.12.
45.670
30.390
Davon nicht überfällig
30.512
28.195
Davon wertgemindert
15.158
2.195
Wertpapiere im Anwendungsbereich der Wertminderungsvorschriften des IFRS 9 sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben überwiegend ein Rating zwischen AAA und BBB.
An der Einbringlichkeit von finanziellen Vermögenswerten, die weder überfällig noch wertgemindert sind, bestehen aus heutiger Sicht keine Zweifel.
Das maximale Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten stellt sich wie folgt dar:
Maximales Ausfallsrisiko aus bilanzierten finanziellen Vermögenswerten
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
Buchwert der aktivseitigen Finanzinstrumente (siehe Note 35)
1.024.345
837.081
Abzüglich Risikominderungen bei Forderungen durch
 
 
Erhaltene Kreditversicherungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(ohne Selbstbehalte)
–116.392
–179.139
Erhaltene Garantien für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
–31.605
–34.053
Summe
876.348
623.889
Das maximale Ausfallsrisiko aus finanziellen Garantieverträgen und Eventualverbindlichkeiten ist in Note 40 ersichtlich.
Liquiditätsrisiko
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich nicht jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Die Steuerung des Liquiditätsrisikos nimmt in der Lenzing Gruppe einen hohen Stellenwert ein. Die Unternehmensrichtlinien schreiben eine konzernweit einheitliche und vorausschauende Liquiditäts- und Mittelfristplanung vor. Ein wesentliches Ziel des Risikomanagements der Lenzing Gruppe ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit für aktuelle und zukünftige Verpflichtungen sicherzustellen, daher wird das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses laufend überwacht.
Zur Sicherung der kurz- und mittelfristigen Liquidität wird eine Reserve in Form von Bankguthaben sowie von ungenutzten Kreditlinien bei Banken vorgehalten. Bei Bedarf werden überschüssige liquide Mittel in nicht spekulative, hochliquide Finanzinstrumente investiert. Dies sind hauptsächlich Tagesgelder, Festgelder und Geldmarktpapiere, deren Fälligkeiten in der Regel unter drei Monaten liegen.
Liquiditätsrisiken werden durch die konzernweit durchgeführte rollierende Liquiditätsplanung bestimmt. Aufgrund der Ergebnisse aus rollierender Liquiditätsplanung und Mittelfristplanung werden frühzeitig entsprechende Finanzierungs- und Kapitalmaßnahmen geplant und durchgeführt.
Die Refinanzierungsmöglichkeiten der Lenzing Gruppe sind durch zahlreiche finanzielle, gesamtwirtschaftliche und sonstige Einflussgrößen bestimmt, die das Management der Lenzing Gruppe im Rahmen ihres kurz- und mittelfristigen Liquiditätsmanagements berücksichtigt.
Die ursprünglichen Darlehensverträge, welche für die Errichtung des Zellstoffwerkes in Brasilien abgeschlossen wurden, wurden im vierten Quartal 2024 vollständig zurückgeführt. Zur Refinanzierung wurde ein Darlehensvertrag mit Banken abgeschlossen sowie eine Anleihe emittiert (siehe Note 28). Die Anleihe wurde von der 100 %igen Tochtergesellschaft der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien, der LD Celulose International GmbH, Wien ausgegeben. Das Darlehen ist in Tranchen bis Oktober 2029 rückzahlbar und die Anleihe hat im Jänner 2032 ihre Endfälligkeit. Das Darlehen hat per 31. Dezember 2025 einen Buchwert von TEUR 240.389 (31. Dezember 2024: TEUR 313.909) und enthält ausschließlich auf Gesellschaftsebene einen Financial Covenant, der sich auf Finanz- und Liquiditätskennzahlen bezieht. Dieser wird quartalsweise getestet und kann bei Nichteinhaltung eine Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeiten auslösen. Der Financial Covenant beinhaltet, dass die Gesamtnettoverschuldung der LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien und der LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien am Ende jedes Quartals ein bestimmtes Niveau des gesamten bereinigten EBITDA dieser Gesellschaften nicht überschreiten darf (Net Leverage). Dieser Financial Covenant wird laufend vom lokalen Treasury der Gesellschaft und dem Corporate Treasury überwacht. Im Geschäftsjahr 2025 wurden die diesbezüglichen Kennzahlen erfüllt.
Der im Mai 2025 abgeschlossene Konsortialkreditvertrag hat per 31. Dezember 2025 einen Buchwert von TEUR 355.000. Er enthält drei Financial Covenants, die sich auf Finanz- und Liquiditätskennzahlen beziehen. Diese werden quartalsweise getestet und können bei Nichteinhaltung eine Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeiten auslösen. Diese Financial Covenants umfassen Net Leverage (Nettofinanzverschuldung inkl. Leasingverbindlichkeiten/EBITDA), Interest Coverage Ratio (EBITDA/Zinsaufwendungen) und Minimum Liquidity Kennzahlen. Diese Kennzahlen werden laufend vom Corporate Treasury überwacht.
Die Lenzing Gruppe geht davon aus, dass die zuvor genannten Gesellschaften die Auflagen für mindestens 12 Monate nach dem Bilanzstichtag einhalten werden.
Die Lenzing Gruppe verfügt zum Bilanzstichtag über einen Liquiditätsbestand in Höhe von TEUR 690.906 (31. Dezember 2024: TEUR 451.681) in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten inklusive liquiden Wechseln (siehe Note 34). Zur Finanzierung notwendiger Betriebsmittel sowie zur Überbrückung eventueller konjunkturbedingter Fehlbeträge bestehen zum 31. Dezember 2025 ungenutzte Kreditlinien im Ausmaß von TEUR 219.103 (31. Dezember 2024: TEUR 198.075), davon 92 % (2024: 70 %) in Europa und 8 % (2024: 30 %) in Asien. Von den ungenutzten Kreditlinien haben per 31. Dezember 2025 TEUR 190.000 (31. Dezember 2024: TEUR 0) eine Laufzeit bis Mai 2028, für diese gelten die oben angeführten Financial Covenants vom im Mai 2025 abgeschlossenen Konsortialkreditvertrag. Die mittel- und langfristige Finanzierung der Lenzing Gruppe erfolgt über Eigenkapital (inkl. Hybridkapital) und Finanzverbindlichkeiten, insbesondere Anleihen, Schuldscheindarlehen und Bankkredite. Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten können üblicherweise verlängert oder bei anderen Fremdkapitalgebern refinanziert werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dienen der kurzfristigen Finanzierung der bezogenen Lieferungen und Leistungen. Die von den Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen betroffenen Verbindlichkeiten werden entsprechend ihrer vereinbarten Fälligkeit beglichen; die damit verbundenen Abflüsse werden in der Liquiditätsplanung planmäßig berücksichtigt. Im Zusammenhang mit diesen Programmen bestehen Liquiditätsrisiken im Hinblick auf die Konzentration auf wenige Geschäftspartner. Sollte es daher zu einer kurzfristigen Beendigung des Programms durch den Factor kommen, hätte dies einen Einfluss auf die Liquiditätsplanung und gegebenenfalls eine Erhöhung des Finanzierungsbedarfs zur Folge. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen Factoring-Vereinbarungen, die damit verbundenen Zuflüsse werden in der Liquiditätsplanung berücksichtigt.
Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Schulden (einschließlich finanzieller Garantieverträge) setzen sich wie folgt zusammen:
Fälligkeitsanalyse der originären finanziellen Schulden
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2025
Cashflows 2026
Cashflows 2027 bis 2030
Cashflows ab 2031
Anleihe
542.622
43.979
175.915
616.076
Schuldscheindarlehen
265.837
249.391
20.469
13.933
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.202.701
304.998
1.053.398
0
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
29.885
6.390
23.792
398
Leasingverbindlichkeiten
128.488
25.696
73.221
275.289
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
323.583
323.583
0
0
Kündbare nicht beherrschende Anteile
285.818
0
0
430.774
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1
186.996
179.201
7.795
0
Summe
2.965.931
1.133.237
1.354.590
1.336.470
Davon:
 
 
 
 
Zinszahlungen (fix)
 
64.167
233.959
239.274
Zinszahlungen (teilweise fix)
 
182
299
0
Zinszahlungen (variabel)
 
57.856
86.907
0
Tilgung
 
1.011.032
1.033.425
1.097.196
1) Bei den finanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.
Fälligkeitsanalyse der originären finanziellen Schulden (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2024
Cashflows 2025
Cashflows 2026 bis 2029
Cashflows ab 2030
Anleihe
608.553
40.270
197.913
746.062
Schuldscheindarlehen
334.208
77.157
261.878
14.166
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
1.008.322
253.245
934.301
12.057
Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern
33.049
5.083
25.794
2.821
Leasingverbindlichkeiten
123.862
23.420
66.135
277.444
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
386.383
386.383
0
0
Kündbare nicht beherrschende Anteile
230.954
0
0
356.133
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten1
142.277
140.631
1.646
0
Summe
2.867.609
926.189
1.487.667
1.408.683
Davon:
 
 
 
 
Zinszahlungen (fix)
 
61.081
256.313
301.666
Zinszahlungen (teilweise fix)
 
142
470
11
Zinszahlungen (variabel)
 
54.037
120.256
457
Tilgung
 
810.928
1.110.628
1.106.549
1) Bei den finanziellen Garantieverträgen sind die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen enthalten. Die Beträge werden als im ersten Jahr fällig angenommen.
In der Tabelle wurden alle originären finanziellen Schulden, die am Bilanzstichtag im Bestand waren, einbezogen. Planzahlen für zukünftige Schulden wurden nicht einbezogen. Fremdwährungsbeträge wurden mit dem Stichtagskassakurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem Bilanzstichtag gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Schulden sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.

Die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der derivativen Finanzinstrumente setzen sich wie folgt zusammen:
Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2025
Cashflows 2026
Cashflows 2027 bis 2030
Cashflows ab 2031
Währungs- und Zinsderivate sowie Rohstoffderivate
 
 
 
 
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
324
324
0
0
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
1.159
1.159
0
0
Positiver Marktwert
1.483
1.483
0
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
–6.155
–3.570
–2.585
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) und bedingte Gegenleistung
–153
–143
–10
0
Negativer Marktwert
–6.308
–3.713
–2.595
0
Summe
–4.824
–2.229
–2.595
0
Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente.
Marktwert: + Forderung, – Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe
Fälligkeitsanalyse der derivativen Finanzinstrumente (Vorjahr)
 
TEUR
 
Buchwert zum 31.12.2024
Cashflows 2025
Cashflows 2026 bis 2029
Cashflows ab 2030
Währungs- und Zinsderivate sowie Rohstoffderivate
 
 
 
 
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges)
2.250
1.830
420
0
Derivate mit positivem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde)
270
270
0
0
Positiver Marktwert
2.520
2.099
420
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges)
–15.213
–12.756
–2.457
0
Derivate mit negativem Marktwert (Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde) und bedingte Gegenleistung
–8.878
–7.729
–1.150
0
Negativer Marktwert
–24.091
–20.484
–3.607
0
Summe
–21.572
–18.385
–3.187
0
Die Cashflows bestehen nur aus Tilgung und beinhalten keine Zinskomponente.
Marktwert: + Forderung, – Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing Gruppe
Fremdwährungsrisiko
Aufgrund von Zahlungsflüssen aus Investitionen und aus dem operativen Geschäft sowie aus Veranlagungen und Finanzierungen in Fremdwährungen sind die Konzerngesellschaften der Lenzing Gruppe Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Risiken aus Fremdwährungen werden teilweise gesichert, soweit sie die Cashflows der Gruppe beeinflussen. Im operativen Bereich sind die einzelnen Konzerngesellschaften einem Fremdwährungsrisiko im Zusammenhang mit geplanten Zahlungsein- bzw. -ausgängen außerhalb ihrer funktionalen Währung ausgesetzt. Das Wechselkursrisiko aus Fremdwährungspositionen aus erwarteten künftigen Transaktionen in Fremdwährung von Konzerngesellschaften wird mittels Devisentermingeschäften gesichert, welche zum Marktwert bilanziert werden.
Für Gesellschaften mit gleicher funktionaler Währung werden die jeweiligen Netto-Exposures in Fremdwährung für das folgende Umsatzjahr im Zuge der Budgetierung ermittelt. Die Einkäufe in
einer bestimmten Fremdwährung und die Verkäufe in einer bestimmten Fremdwährung werden jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst. Das budgetierte Netto-Exposure des folgenden Geschäftsjahres für das in der Lenzing Gruppe dominierende Währungspaar USD/BRL war zum 31. Dezember 2025 zu ca. 49 Prozent (31. Dezember 2024: USD/BRL ca. 45 Prozent) abgesichert. Daneben spielt der CNY eine bedeutende Rolle. Die Höhe der daraus resultierenden Risikokonzentration zum Bilanzstichtag kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (siehe Abschnitt „Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken“).
Auf Konzernebene wird auch das Translationsrisiko regelmäßig bewertet und beobachtet. Als Translationsrisiko wird jenes Risiko bezeichnet, das aufgrund der Konsolidierung ausländischer Beteiligungen entsteht, deren funktionale Währung nicht der EUR ist. Die größte Risikoposition stellt dabei der USD dar.
Rohstoffpreisrisiko
Zur Absicherung gegen Gaspreisrisiken werden in der Lenzing Gruppe neben physischen Bezugsverträgen derivative Finanzinstrumente eingesetzt (siehe Note 35). Die Lenzing Gruppe setzt zur Steuerung des Gaspreisrisikos OTC-Gasswaps im Rahmen von Cashflow Hedge-Beziehungen ein. Die Sicherungsstrategien werden auf Basis der geplanten Gasverbrauchszahlen in der betreffenden Währung festgelegt und monatlich mit den aktuellen Marktpreisen („mark to market“-Bewertung) verglichen. Aufgrund der Gasswaps ist die Lenzing Gruppe bilanziellen Preisrisiken ausgesetzt. Diese Risiken bestehen insbesondere darin, dass die Bewertung der Gasswaps zum beizulegenden Marktwert bei einer nachteiligen Veränderung der Marktpreise zu Belastungen des sonstigen Ergebnisses bzw. des Eigenkapitals führen kann.
Die Lenzing Gruppe unterliegt mit ihrer Geschäftstätigkeit branchenüblichen Marktpreisrisiken (insbesondere bei Holz, Chemikalien, Zellstoff und Energie), die nicht über Derivate bzw. Finanzinstrumente, sondern über andere Sicherungsmaßnahmen (insbesondere lang- und kurzfristige Bezugsverträge bei verschiedenen Lieferanten) abgesichert werden. Die Lenzing Gruppe hat mehrere langfristige Strombezugsverträge für Strom aus erneuerbaren Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen und sich gegen schwankende Preise abzusichern. Die Laufzeit beträgt 15 bis 30 Jahre. Die kontrahierte Menge ab 2026 beläuft sich auf rund 56 Gigawattstunden. Für einen wesentlichen Teil der Menge wurde ein Fixpreis vereinbart. Bei einem Teil der Strombezugsverträge handelt es sich um Leasingverhältnisse, bei denen die Zahlungen zur Gänze variabel und daher in den variablen Leasingzahlungen enthalten sind (siehe Note 20). Für den anderen Teil der Strombezugsverträge wird die sogenannte „Own Use Exemption“ angewendet. Für etwaige drohende Verluste sind Rückstellungen zu bilden.
Zinsrisiken
Die Lenzing Gruppe ist aufgrund von geschäftsbedingten Finanzierungs- bzw. Veranlagungsaktivitäten einem Zinsrisiko ausgesetzt. Zinsrisiken bestehen aufgrund potenzieller Änderungen des Marktzinses und können bei fix verzinsten Finanzinstrumenten zu einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts und bei variabel verzinsten Finanzinstrumenten zu Schwankungen der Cashflows aus den Zinszahlungen führen. Die Steuerung des Zinsrisikos und der daraus resultierenden Risikokonzentrationen erfolgt durch laufende Überwachung und Anpassung der Zusammensetzung der fix und variabel verzinsten originären Finanzinstrumente sowie vereinzelt durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Die Höhe der daraus resultierenden Risikokonzentration zum Bilanzstichtag kann den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (siehe Abschnitt „Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken“).
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse folgende Annahmen zu Grunde:
●
Als Basis für die Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes werden die Forderungen und Verbindlichkeiten der Konzerngesellschaften, die in einer anderen Währung als der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft denominiert sind, und die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Buchwerte der Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Nominalen der Derivate entsprechen dem Exposure. Für die Aggregation zum Gruppen-Exposure werden die einzelnen Exposures einheitlich gegen die Währungen USD bzw. EUR dargestellt.
●
Als Basis für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Fremdwährungsrisiken, bei denen das Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen. Die Nominale der offenen Derivate entspricht dem Exposure.

Die Sensitivitäten und die Risikopositionen für das Fremdwährungsrisiko stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (EUR)
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
 
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf EUR
Sensitivität bei Abwertung des EUR um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des EUR um 10 %
EUR-USD
261.842
29.094
–23.804
212.2551
23.584
–19.296
EUR-GBP
–4.391
–488
399
–3.348
–372
304
EUR-CNY/CNH
106.001
11.778
–9.636
61.474
6.830
–5.589
EUR-CZK
2.337
260
–212
–640
–71
58
EUR-HKD
–4.220
–469
384
–4.524
–503
411
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
(durch Forderungen und Verbindlichkeiten)
361.569
40.174
–32.870
265.217
29.469
–24.111
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses nach Steuern (durch Cashflow Hedge-Derivate)
 
–2.706
2.218
 
–6.596
5.418
Sensitivität des Eigenkapitals
 
37.469
–30.652
 
22.873
–18.692
Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses
1) Die Vorjahresvergleichszahlen wurden aufgrund einer Datenkorrektur angepasst
Sensitivitätsanalyse und Risikoposition für Fremdwährungsrisiken (USD/GBP)
 
TEUR
 
31.12.2025
31.12.2024
 
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP
um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP
um 10 %
Gruppenexposure in Bezug auf USD/GBP
Sensitivität bei Abwertung des USD/GBP
um 10 %
Sensitivität bei Aufwertung des USD/GBP
um 10 %
USD-IDR
–671
–75
61
–18.804
–2.089
1.709
USD-GBP
3.428
381
–312
4.144
460
–377
USD-CNY/CNH
39.226
4.358
–3.566
39.343
4.371
–3.577
USD-CZK
–19.890
–2.210
1.808
–11.668
–1.296
1.061
USD-THB
5.268
585
–479
–2.739
–304
249
USD-BRL
–79.422
–8.825
7.220
–55.709
–6.190
5.064
GBP-CNY/CNH
9.901
1.100
–900
1.863
207
–169
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
(durch Forderungen und Verbindlichkeiten)
–42.161
–4.685
3.833
–43.570
–4.841
3.961
Sensitivität des sonstigen Ergebnisses nach Steuern (durch Cashflow Hedge-Derivate)
 
4.655
–3.816
 
–4.167
4.787
Sensitivität des Eigenkapitals
 
–29
17
 
–9.008
8.748
Gruppenexposure: + Forderung, – Verbindlichkeit; Sensitivität: + Erhöhung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses, – Verminderung des Gewinnes bzw. sonstigen Ergebnisses
Sensitivitätsanalyse und Exposure für Rohstoffpreisrisiken
Für das Preisänderungsrisiko aus Gasswaps werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Sie stellen Effekte aus hypothetischen Änderungen von Gaspreisänderungen auf den Gewinn oder Verlust, das sonstige Ergebnis bzw. das Eigenkapital dar.
Die Lenzing Gruppe legt der Analyse folgende Annahmen zu Grunde:
●
Als Basis für die Sensitivität werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Rohstoffpreisrisiken zum Bilanzstichtag herangezogen.
●
Das Exposure entspricht dabei den Nominalen der Derivate (ohne Einbeziehung der Grundgeschäfte). Wirtschaftlich gesehen dienen die Derivate zur Absicherung physischer Grundgeschäfte, die in Folgeperioden ergebniswirksam werden, sodass aus ökonomischer Sicht in Kombination mit den Grundgeschäften keine Risikoposition besteht.
Steigt (sinkt) das Marktpreisniveau für Gas zum 31. Dezember 2025 um 10 Prozent, würde sich das sonstige Ergebnis (nach Steuern) um plus/minus TEUR 800 (31. Dezember 2024: plus/minus TEUR 1.520) erhöhen (vermindern).

Sensitivitätsanalyse und Exposure für Zinsrisiken
Das Exposure für Zinsrisiken stellt sich zu den Bilanzstichtagen in Form der Buchwerte der zinstragenden originären Finanzinstrumente wie folgt dar:
Risikoposition für Zinsrisiken
 
 
 
 
TEUR
 
31.12.2025
 
Fix verzinst
Teilweise fix verzinst
Variabel verzinst
Nicht verzinst
Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
410.917
0
264.091
0
675.007
Finanzanlagen
0
0
55.068
13.898
68.965
Finanzverbindlichkeiten
–933.718
–25.290
–1.210.525
0
–2.169.533
Netto-Risikoposition
–522.801
–25.290
–891.367
13.898
–1.425.560
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging)
–100.000
0
100.000
0
0
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
–622.801
–25.290
–791.367
13.898
–1.425.560
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten
Risikoposition für Zinsrisiken (Vorjahr)
 
 
 
 
TEUR
 
31.12.2024
 
Fix verzinst
Teilweise fix verzinst
Variabel verzinst
Nicht verzinst
Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
183.164
0
259.133
0
442.297
Finanzanlagen
0
0
29.871
18.537
48.407
Finanzverbindlichkeiten
–1.174.764
–28.100
–905.130
0
–2.107.994
Netto-Risikoposition
–991.600
–28.100
–616.126
18.537
–1.617.289
Effekte aus derivativen Instrumenten (Hedging)
–100.000
0
100.000
0
0
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
–1.091.600
–28.100
–516.126
18.537
–1.617.289
+ Forderungen, - Verbindlichkeiten
Für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten und der Marktwertschwankung von Cashflow Hedge-Derivaten werden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Sie stellen Effekte aus hypothetischen Änderungen von Zinssätzen auf den Gewinn oder Verlust, das sonstige Ergebnis bzw. das Eigenkapital dar.
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse für das Zinsrisiko der variabel verzinsten Finanzinstrumente folgende Annahmen zu Grunde:
●
Als Basis für die Sensitivität werden alle variabel verzinsten originären und derivativen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag herangezogen.
●
Das Exposure entspricht hierbei dem Buchwert der variabel verzinsten Finanzinstrumente.
Die Sensitivitäten und das Exposure für das Zinsrisiko aus variabel verzinsten Finanzinstrumenten stellen sich zu den Bilanzstichtagen wie folgt dar:
Sensitivitätsanalyse für Zinsrisiken aus variabel verzinsten originären und derivativen Finanzinstrumenten
TEUR
31.12.2025
Netto-Risikoposition nach Hedging-Effekt
Sensitivität bei Anstieg des Zinsniveaus um 100 bps
Sensitivität bei Abfall des Zinsniveaus um 100 bps1
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
–791.367
–5.361
5.361
31.12.2024
 
 
 
Sensitivität des Gewinnes oder Verlustes nach Steuern
–516.126
–3.566
3.566
1) Bei Reduktion der Basispunkte reduziert sich die Sensitivität aliquot.
Die Lenzing Gruppe legt der Sensitivitätsanalyse für das Zinsrisiko aus der Marktwertschwankung von Cashflow Hedge-Derivaten für Zinsrisiken folgende Annahmen zu Grunde:
●
Als Basis für die Sensitivität des sonstigen Ergebnisses werden die offenen Derivate aus Cashflow Hedges für Zinsrisiken, bei denen das Grundgeschäft noch nicht ergebniswirksam erfasst wurde, zum Bilanzstichtag herangezogen.
●
Das Exposure entspricht hierbei dem Nominale der Derivate in Höhe von TEUR 100.000 (31. Dezember 2024: TEUR 100.000).
Ein Anstieg des Zinsniveaus um 1 Prozentpunkt würde zu einer Erhöhung des sonstigen Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 1.006 (31. Dezember 2024: TEUR 1.730) führen. Ein Abfall des Zinsniveaus um 1 Prozentpunkt würde zu einer Verminderung des sonstigen Ergebnisses (nach Steuern) um TEUR 1.006 (31. Dezember 2024: TEUR 1.729) führen. Die Zinssensitivität hat keinen Einfluss auf den Gewinn oder Verlust, da die Bewertung der Zinsderivate ergebnisneutral in der Hedging Reserve erfasst wird.
Weiterführende Erläuterungen zum Finanzrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten sind im Risikobericht des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2025 der Lenzing Gruppe enthalten.
Erläuterungen zu den nahestehenden Unternehmen und Personen sowie zu den Organen
Note 38. Angaben über Geschäftsfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen
Überblick
Zu den nahestehenden Unternehmen und Personen der Lenzing Gruppe zählen insbesondere die Unternehmen der B&C Gruppe einschließlich deren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen und deren Organe (Vorstand bzw. Geschäftsführung und Aufsichtsrat, wenn vorhanden) sowie die nahen Familienangehörigen der Organe und unter deren Einfluss stehende Unternehmen (siehe Note 1, Abschnitt „Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit“ und Note 39). Die Beträge und Transaktionen zwischen der Lenzing AG und ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen werden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden hier nicht weiter erläutert.
Die B&C Privatstiftung wird durch einen Stiftungsvorstand geleitet. Kein Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG hat einen Sitz im Stiftungsvorstand oder in der Geschäftsführung bzw. im Vorstand von Tochterunternehmen der B&C Privatstiftung, mit Ausnahme von Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe. Die Lenzing Gruppe hat keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der B&C Privatstiftung.
Die Mitglieder der Organe der Lenzing AG (insbesondere des Aufsichtsrates) und der weiter oben genannten Rechtsträger sind teilweise Organe oder Gesellschafter anderer Unternehmen, mit denen die Lenzing AG gewöhnliche Geschäftsbeziehungen unterhält. Mit Banken bestehen gewöhnliche Geschäftsbeziehungen, unter anderem im Bereich der Finanzierung, der Veranlagung und bei den Derivaten.
Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen
Die Lenzing AG ist im Geschäftsjahr 2024 rückwirkend für den Veranlagungszeitraum 2023 aus der steuerlichen Unternehmensgruppe mit der B&C Gruppe ausgeschieden. Im Geschäftsjahr 2025 wurde gegenüber der B&C Gruppe aus der Steuerumlage ein Steueraufwand in Höhe von TEUR 0 (2024: TEUR 23.019) ausgewiesen.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde von der Lenzing AG anlässlich des Ausscheidens eine Steuerumlage in Höhe von TEUR 22.209 zuzüglich Anspruchszinsen in Höhe von TEUR 1.280 an die B&C Holding Österreich GmbH für noch nicht nachversteuerte Verluste der ausländischen Gruppenmitglieder der Steuergruppe der Lenzing AG geleistet. Zusätzlich wurde für das Geschäftsjahr 2021 aufgrund einer abgeschlossenen Außenprüfung eine Steuerumlage in Höhe von TEUR 810 zuzüglich Anspruchszinsen in Höhe von TEUR 65 an die B&C Holding Österreich GmbH bezahlt.
Beziehungen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen
Die Transaktionen mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen betreffen im Wesentlichen:
Wesentliche Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden 
TreeToTextile AB (TTT)
Erbringung von technischen Leistungen, Lieferung von Zellstoff
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH
und deren Tochterunternehmen (EFB)
Vertrieb von Fasern, Lieferung von Zellstoff, Darlehensvergabe
Lenzing Papier GmbH (LPP)
Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH (RVL)
Betrieb einer Reststoffverwertungsanlage und Abnahme des erzeugten Dampfes; Vermietung eines Grundstücks
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck (GSG)
Erbringung von Infrastruktur- und administrativen Leistungen
PT. Pura Golden Lion (PGL)
Hält Anteile an einem Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe (siehe Note 41)
Wood Paskov s.r.o. (LWP)
Erwerb von Holz
LD Florestal S.A. (LDF)
Landnutzungsrechte, Kauf von stehendem Holz, Darlehensvergabe
Der Umfang der wesentlichen Geschäftsvorfälle und der Betrag der ausstehenden Salden mit Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen stellen sich wie folgt dar:
Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen
TEUR
2025
TTT
EFB
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Landnutzungsrechte
0
0
0
0
102.790
0
102.790
Erbrachte Lieferungen und Leistungen
2.714
29.731
13.345
15
19.248
16.336
81.389
Empfangene Lieferungen und Leistungen
0
0
1.337
54
19.4841
16.578
37.453
Forderungen per 31.12.
568
0
4.545
0
15.4602
4
20.577
Verbindlichkeiten per 31.12.
390
2.917
21
0
104.158
36
107.522
1) Die in Verbindung mit den Landnutzungsrechten bestehenden Zinsaufwendungen sind in den empfangenen Lieferungen und Leistungen enthalten.
2) Die langfristige Ausleihung an die LDF ist in den Forderungen per 31.12. nicht enthalten.
Beziehungen zu Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, und deren wesentlichen Tochterunternehmen (Vorjahr)
TEUR
2024
TTT
EFB
LPP
Übrige assoziierte Unternehmen
LDF
Übrige Gemeinschaftsunternehmen
Summe
Landnutzungsrechte
0
0
0
0
114.756
0
114.756
Erbrachte Lieferungen und Leistungen
0
46.917
14.789
49
17.032
15.257
94.044
Empfangene Lieferungen und Leistungen
0
0
1.300
57
18.9641
15.503
35.823
Forderungen per 31.12.
0
2.459
4.763
1
9.8802
4
17.106
Verbindlichkeiten per 31.12.
0
1.968
0
0
100.913
31
102.912
1) Die in Verbindung mit den Landnutzungsrechten bestehenden Zinsaufwendungen sind in den empfangenen Lieferungen und Leistungen enthalten
2) Die langfristige Ausleihung an die LDF ist in den Forderungen per 31.12. nicht enthalten.
Die LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien hat ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 55.068 (per 31. Dezember 2024: TEUR 29.871) von dem vollkonsolidierten Tochterunternehmen LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig. Im Geschäftsjahr 2025 wurden Zinserträge in Höhe von TEUR 6.603 erfasst (2024: TEUR 2.500).
Die Kelheim Fibres GmbH, Kelheim, Deutschland, ein Tochterunternehmen der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland, hat im Geschäftsjahr 2017 ein langfristiges, ungesichertes Darlehen in Höhe von TEUR 5.000 von der Lenzing AG erhalten. Die Verzinsung ist bankmäßig. Dieses Darlehen ist inklusive der noch nicht bezahlten Zinsen zur Gänze wertberichtigt (siehe Note 21 und 37).
Auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Unternehmen, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden, sowie deren Tochterunternehmen wurden aus Wertminderungen (Aufwand) sowie Wertaufholungen (Ertrag) im Geschäftsjahr 2025 TEUR 894 Ertrag (2024: TEUR 939 Aufwand) erfasst.
Mit den übrigen nicht konsolidierten Tochtergesellschaften gab es in beiden Geschäftsjahren keine wesentlichen Transaktionen.

Beziehungen zu den Mitgliedern des Vorstandes und den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Lenzing AG
Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüsselpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklusive Rückstellungsveränderungen):
Vergütung des Managements in Schlüsselpositionen (aufgewendet)
 
TEUR
 
2025
2024
Vergütung des Vorstandes
 
 
Grundgehalt
2.702
2.561
Sachbezüge und andere Vorteile (insbesondere zur Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge)
77
55
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus
(Short-Term Incentive; STI)
773
2.000
Sonstige erfolgsabhängige Vergütung
67
3.306
Kurzfristig fällige Leistungen
3.617
7.922
Langfristiger variabler Leistungsbonus
(Long-Term Incentive; LTI)
133
591
Sonstige erfolgsabhängige Vergütung
–179
–421
Andere langfristig fällige Leistungen
–46
170
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse
304
257
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
304
257
Karenzentschädigungen und einmalige Abfindungen
2.560
2.185
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
2.560
2.185
Vergütung des Vorstandes
6.435
10.534
Vergütung des Aufsichtsrates
 
 
Kurzfristig fällige Leistungen
1.099
1.438
 
 
 
Summe
7.534
11.972
Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incentive; LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Berechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträumen die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewertet.
Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat steht neben der Vergütung für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätigkeit im Unternehmen.
Herr Rohit Aggarwal war von 1. September 2024 bis 31. Jänner 2026 Vorsitzender des Vorstandes der Lenzing AG. Vor Antritt seiner Funktion wurden im Geschäftsjahr 2024 Zahlungen für erbrachte Beratungsleistungen in Höhe von TEUR 149 und Zahlungen für Kostenersätze in Höhe von TEUR 35 an Herrn Rohit Aggarwal geleistet. Per 31. Dezember 2025 sind keine Verbindlichkeiten ausstehend (31. Dezember 2024: TEUR 0). Die Leistungen wurden zu marktüblichen Bedingungen bezogen.
Herr Dr. Walter Bickel war von 15. April 2024 bis 31. März 2025 Mitglied des Vorstandes der Lenzing AG und ist Geschäftsführer der Bickel Austria GmbH, Wien. Im Geschäftsjahr 2025 wurden Zahlungen für erbrachte Beratungsleistungen an die Bickel Austria GmbH in Höhe von TEUR 2.706 (2024: TEUR 4.399) geleistet. Per 31. Dezember 2025 sind keine Verbindlichkeiten ausstehend (31. Dezember 2024: TEUR 0). Aus sonstigen erfolgsabhängigen Vergütungsansprüchen dieser Gesellschaft sind per 31. Dezember 2025 TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 1.680) rückgestellt. Die Leistungen wurden zu marktüblichen Bedingungen bezogen.
In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den Mitgliedern des Vorstandes, wie auch teilweise ihren leitenden Angestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geldwerte Vorteile angesehen werden. So besteht ein Versicherungsschutz (D&O, Unfall, Rechtsschutz etc.), dessen Kosten von der Lenzing Gruppe getragen wird. Es erfolgen Gesamtprämienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuordnung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem werden den Mitgliedern des Vorstandes und teilweise den leitenden Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Daneben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates Aufwandersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Reisespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht 2025 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing Gruppe ist keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des Aufsichtsrates eingegangen.
Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG
oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Form von Aufwendungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie Neubewertungen im sonstigen Ergebnis in Höhe von TEUR 285 (2024: TEUR 308) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensionsrückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2025 TEUR 4.602 (31. Dezember 2024: TEUR 5.090).
Note 39. Organe der Gesellschaft
Mitglieder des Aufsichtsrates
●
Mag. Patrick Lackenbucher
Vorsitzender (seit 17. April 2025)
●
Carlos Aníbal de Almeida Junior, MBA (seit 10. Oktober 2024)
Erster Stellvertretender Vorsitzender (seit 6. Dezember 2024)
●
Dr. Stefan Fida
Zweiter Stellvertretender Vorsitzender (seit 10. Oktober 2024)
●
Dr. Leonardo Barretto de Araujo Grimaldi (seit 17. April 2025)
●
Dr. Cornelius Baur (seit 18. April 2024)
●
Mag. Helmut Bernkopf
●
Dr. Markus Fürst, MBA (bis 18. April 2024 und seit 10. Oktober 2024)
●
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
●
Mag. Gerhard Schwartz
●
Dr. Astrid Skala-Kuhmann
●
Thomas Cord Prinzhorn, MBA
Vorsitzender (bis 17. April 2025)
●
Marcelo Feriozzi Bacci, MBA (10. Oktober 2024 bis 6. Dezember 2024)
Erster Stellvertretender Vorsitzender (10. Oktober 2024 bis 6. Dezember 2024)
●
Dr. Christian Bruch (bis 29. Mai 2024)
●
Nicole van der Elst Desai (bis 10. Oktober 2024)
●
Melody Harris-Jensbach (bis 10. Oktober 2024)
Vom Betriebsrat delegiert
●
Helmut Kirchmair (seit 10. November 2025)
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Betriebsausschusses
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Stephan Gruber
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
●
Michael Bichler (seit 10. November 2025)
Stellvertretender Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
●
Bonita Haag
Stellvertretende Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates (seit 10. November 2025)
●
DI Stefan Ertl (seit 18. April 2024)
●
Johann Schernberger (bis 10. November 2025)
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Georg Liftinger (bis 18. April 2024)
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
Mitglieder des Vorstandes
●
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer (seit 1. Juni 2025)
●
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer (seit 1. Jänner 2026)
●
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
●
Rohit Aggarwal
Chief Executive Officer (1. September 2024 bis 31. Jänner 2026)
●
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer (bis 31. Dezember 2025)
●
Dr. Walter Bickel
Chief Transformation Officer (15. April 2024 bis 31. März 2025)
●
DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer (bis 31. August 2024)
Sonstige Erläuterungen
Note 40. Finanzielle Garantieverträge, Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen sowie rechtliche Risiken
Es bestehen nicht bereits durch Verbindlichkeiten erfasste Haftungen, insbesondere zur Sicherstellung von Ansprüchen von Lieferanten sowie für allfällige Zahlungsausfälle bei konzernfremden Dritten, in Höhe von TEUR 10.019 (31. Dezember 2024: TEUR 10.324) und, in untergeordnetem Ausmaß, gewährte Haftrücklässe. Die angegebenen Beträge stellen jeweils die maximal mögliche Zahlungsverpflichtung aus Sicht der Lenzing Gruppe dar. Möglichkeiten einer Rückerstattung bestehen nur eingeschränkt.
Es bestehen gewährte Kreditrahmen gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2024: TEUR 1.376), die längstens bis 31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden konnten. Diese Rahmen waren per 31. Dezember 2025 und 31. Dezember 2024 nicht ausgenützt (siehe auch Note 21).
Die Lenzing Gruppe trägt Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen für ehemalige Mitarbeiter:innen von bestimmten verkauften Beteiligungen bis zur Höhe der fiktiven Ansprüche zum Zeitpunkt des Verkaufes. Diese Verpflichtungen sind zum Bilanzstichtag in Höhe des Barwerts nach versicherungsmathematischen Grundsätzen rückgestellt. Daneben hat insbesondere die Lenzing AG Haftungen zur Sicherstellung von Ansprüchen Dritter gegenüber vollkonsolidierten Unternehmen übernommen, bei denen es als unwahrscheinlich eingeschätzt wird, dass diese schlagend werden. Weitere finanzielle Verpflichtungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die derzeitige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns sieht der Vorstand nicht.
Die Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von immateriellen Anlagen und Sachanlagen belaufen sich zum 31. Dezember 2025 auf TEUR 24.420 (31. Dezember 2024: TEUR 30.482). In der Lenzing Gruppe bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen im Zusammenhang mit der Rohstoffversorgung insbesondere für Holz, Zellstoff, Chemikalien sowie Energie.
Als international tätiger Konzern ist die Lenzing Gruppe einer Vielzahl von rechtlichen und sonstigen Risiken ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produktmängel, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht, Arbeitnehmer und Umweltschutz. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben können. Ergänzende Ausführungen sind dem Risikobericht des Konzernlageberichtes zum 31. Dezember 2025 der Lenzing Gruppe zu entnehmen.

Note 41. Konzernunternehmen
Die Lenzing Gruppe verfügt – neben der Lenzing AG – über folgende Konzernunternehmen (Aufstellung der Konzernunternehmen nach § 245a Abs. 1 in Verbindung mit § 265 Abs. 2 UGB):
Konzernunternehmen
 
31.12.2025
31.12.2024
 
Währung
Stammkapital
Anteil in %
Stammkapital
Anteil in %
Vollkonsolidierte Gesellschaften
 
 
 
 
 
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei
EUR
6.639
100,00
6.639
100,00
BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing
EUR
43.604
75,00
43.604
75,00
LD Celulose International GmbH, Lenzing
EUR
10.000
51,00
10.000
51,00
LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien
BRL
3.299.821.457
51,00
3.299.821.457
51,00
Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechien
CZK
280.000.000
100,00
280.000.000
100,00
Lenzing Business Services s.r.o., Paskov, Tschechien
CZK
200.000
100,00
200.000
100,00
Lenzing Elyaf Anonim Şirketi, Istanbul, Türkei
TRY
3.500.000
100,00
3.500.000
100,00
Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China
USD
200.000
100,00
200.000
100,00
Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz
EUR
363.364
100,00
363.364
100,00
Lenzing Fibers Grimsby Limited, Grimsby, UK
GBP
1
100,00
1
100,00
Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing
EUR
35.000
100,00
35.000
100,00
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hongkong, China
HKD
30.300.000
100,00
30.300.000
100,00
Lenzing Fibers Inc., Axis, USA
USD
10
100,00
10
100,00
Lenzing Fibers India Private Limited, Coimbatore, Indien
INR
25.464.000
100,00
25.464.000
100,00
Lenzing Fibers Ltd., Manchester, UK
GBP
1
100,00
1
100,00
Lenzing France SARL, Paris, Frankreich
EUR
25.000
100,00
25.000
100,00
Lenzing Germany GmbH, Münchberg, Deutschland
EUR
25.000
100,00
25.000
100,00
Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland
EUR
25.000
100,00
25.000
100,00
Lenzing Holding GmbH, Lenzing
EUR
35.000
100,00
35.000
100,00
Lenzing Italy S.r.l, Rom, Italien
EUR
25.000
100,00
25.000
100,00
Lenzing Korea Yuhan Hoesa, Seoul, Republik Korea
KRW
280.000.000
100,00
280.000.000
100,00
Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA
USD
10.000
100,00
10.000
100,00
Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien
INR
1.210.985.270
96,59
1.204.588.370
96,57
Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China
USD
135.440.000
100,00
135.440.000
100,00
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur
EUR
1.000.000
100,00
1.000.000
100,00
Lenzing Taiwan Fibers Ltd., Taipeh, Taiwan
TWD
5.300.000
100,00
5.300.000
100,00
Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand
THB
16.677.550.000
100,00
16.677.550.000
100,00
PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien1
IDR
4.308.723.453.000
99,88
4.308.723.453.000
99,88
Pulp Trading GmbH, Lenzing
EUR
40.000
100,00
40.000
100,00
Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing AG, Lenzing2
EUR
0
Mitgliedschaft
0
Mitgliedschaft
 
 
 
 
 
 
Gesellschaften, welche nach der Equity-Methode bilanziert werden
 
 
 
 
 
Assoziierte Unternehmen
 
 
 
 
 
TreeToTextile, Stockholm, Schweden
SEK
549.254
22,60
-
-
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland
EUR
2.000.000
20,00
2.000.000
20,00
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk Vöcklabruck, Lenzing3
EUR
1.155.336
99,90
1.155.336
99,90
Lenzing Papier GmbH, Lenzing
EUR
35.000
40,00
35.000
40,00
PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien
IDR
2.500.000.000
40,00
2.500.000.000
40,00
Gemeinschaftsunternehmen
 
 
 
 
 
LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien
BRL
177.452.357
50,00
177.452.357
50,00
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing
EUR
36.336
50,00
36.336
50,00
Wood Paskov s.r.o., Paskov, Tschechien
CZK
2.000.000
50,00
2.000.000
50,00
Anmerkungen:
1) Der von der Lenzing Gruppe direkt gehaltene Anteil beträgt 99,80 Prozent (31. Dezember 2024: 99,80 Prozent). Weitere 0,2 Prozent (31. Dezember 2024: 0,2 Prozent) der Anteile werden indirekt über die PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien, einem assoziierten Unternehmen der Lenzing Gruppe, gehalten. Der durchgerechnete gesamte Anteil beträgt somit 99,88 Prozent (31. Dezember 2024: 99,88 Prozent).
2) Die Lenzing Gruppe ist durch eine Mitgliedschaft beteiligt. Sie verfügt über 50 Prozent der Stimmrechte und kann die Hälfte der Vorstandsmitglieder bestellen. Nachdem gesellschaftsrechtlich alle Vermögenswerte dem jeweiligen Grundstückseigentümer zuzurechnen sind, handelt es sich um ein fiktives separates Unternehmen (eine sogenannte „Silo-Struktur“). In die Konsolidierung werden deshalb jene Vermögenswerte einbezogen, die sich auf den Grundstücken der Lenzing Gruppe befinden.
3) Die Beteiligung wird nicht als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss einbezogen, obwohl die Lenzing Gruppe 99,9 Prozent der Stimmrechte an diesem Unternehmen hält. Die Lenzing Gruppe beherrscht dieses Unternehmen nach dem Gesamtbild der vorliegenden Verhältnisse nicht, da die Verfügungsgewalt eingeschränkt ist und die Renditen kaum schwanken bzw. kaum durch die Lenzing Gruppe beeinflusst werden können. Sie übt insbesondere aufgrund ihrer Vertretung in Leitungsgremien und ihrer Teilnahme an Entscheidungsprozessen einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik aus.
Note 42. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Die Lenzing Gruppe hat im Februar 2026 die bestehende Beteiligung (siehe Note 21) am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB (TTT) um 55,2 Prozent erhöht und somit die kontrollierende Mehrheit übernommen. Der vereinbarte Kaufpreis für die Anteilserhöhung betrug zum Erwerbszeitpunkt (umgerechnet zum Stichtagskurs EUR/SEK 10,75095) TEUR 24.184 (davon TEUR 22.334 Zahlungsmittel und TEUR 1.850 Sacheinlage). Eine bedingte Gegenleistung besteht nicht. TreeToTextile steht für den nächsten großen technologischen Fortschritt in der cellulosischen Faserproduktion. Das Verfahren bietet ein deutlich verbessertes Nachhaltigkeitsprofil, attraktive Kostenvorteile und eine breite Anwendbarkeit in Textil‑ und Vliesstoffmärkten. Die Transaktion ermöglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing plant eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden, sowie die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage. Darüber hinaus werden operative Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit erwartet.
Unter Anwendung des IFRS 3.B66 unterbleiben im vorliegenden Abschluss für diese Akquisition weitere Angaben gemäß IFRS 3.B64, da die erstmalige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses gemäß IFRS 3.45 zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses noch nicht abgeschlossen ist. Die Identifikation und Bewertung der erworbenen immateriellen Vermögenswerte, insbesondere der erworbenen F&E‑Projekte und Vermögenswerte, erfordern detaillierte technische Analysen, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig vorlagen. Daher können die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren erworbenen Vermögenswerte und Schulden noch nicht verlässlich bestimmen werden. Die erforderlichen Angaben werden innerhalb der nach IFRS 3 zulässigen Messperiode von bis zu 12 Monaten ab Erwerbszeitpunkt nachgeholt.
Das Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung erlangt wird, als vollkonsolidiertes Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe einbezogen.
Ab dem 28. Februar 2026 haben sich die geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten erheblich verschärft. Ein großangelegter US israelischer Angriff auf iranische Ziele sowie umfangreiche iranische Raketen und Drohnenangriffe auf Israel und mehrere Golfstaaten führten zu deutlichen Marktreaktionen, insbesondere zu einem Anstieg der Ölpreise und zu Störungen im regionalen Luft- und Schiffsverkehr. Die möglichen Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Lenzing-Gruppe werden in diesem Zusammenhang aktuell analysiert und sind zurzeit noch nicht abschätzbar.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing Gruppe bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
Note 43. Freigabe des Konzernabschlusses
Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 5. März 2026 (Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024: 4. März 2025) vom Vorstand zur Prüfung durch den Aufsichtsrat, zur Vorlage an die Hauptversammlung und zur anschließenden Veröffentlichung freigegeben. Der Aufsichtsrat kann im Rahmen der ihm obliegenden Prüfung eine Änderung des Konzernabschlusses veranlassen.
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der Lenzing Aktiengesellschaft, Lenzing, und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2025, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2025 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS Accounting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschlussprüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt § 275 UGB zur Anwendung.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Geschäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“ und „Fiber Site Indonesia“
Siehe Konzernanhang Note 10.
Das Risiko für den Abschluss
Im Geschäftsjahr 2025 hat Lenzing Aktiengesellschaft Anhaltspunkte für eine Wertminderung für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“ und „Fiber Site Indonesia“ identifiziert. Der in Folge ermittelte erzielbare Betrag (Wertminderungstest) ergab für die „Fiber Site Indonesia“ einen Wertminderungsaufwand in Höhe von MEUR 82, der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurde. Für die „Fiber Site Heiligenkreuz“ ergab sich eine ausreichende Deckung der Buchwerte.
Die Bewertung des erzielbaren Betrags von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erfordert Annahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung der künftigen Einzahlungsüber-schüsse sowie die Festlegung des anzuwendenden Diskontierungszinssatzes.
Für den Konzernabschluss besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den erzielbaren Betrag und damit den Wertansatz der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten in der Konzernbilanz und das operative Ergebnis in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführten Analysen bezüglich des Vorliegens von Anhaltspunkten für eine Wertminderung und falls ein solcher Anhaltspunkt identifiziert wurde, die diesfalls erstellten Wertminderungstests unter Einbeziehung unserer Bewertungsspezialisten wie folgt beurteilt:
●
Zur Beurteilung, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen, haben wir gewürdigt, ob von Lenzing Aktiengesellschaft eine angemessene Identifikation vorliegender Anhaltspunkte, auf Grund der vorgenommenen Abweichungsanalysen von den Planwerten erfolgte.
●
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten internen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den Planungsprozess und relevante interne Kontrollen verschafft, die Annahmen über Wachstumsraten und operative Ergebnisse in Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Unternehmen erörtert und die der Bewertung zugrunde gelegten Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat genehmigten Budgetzahlen sowie der vom Vorstand freigegebenen Mittelfristplanung abgeglichen.
●
Bei Abweichungen von Budget oder Mittelfristplanung zu den verwendeten Daten in den Wertminderungstests haben wir vom Vorstand eine Erklärung zur Begründung eingeholt und diese gewürdigt.
●
Für die wesentlichen Planungsannahmen haben wir einen Vergleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tatsächlich eingetretenen Werten durchgeführt und analysiert ob historische Abweichungen vom Management bei den Planungsannahmen angemessen berücksichtigt wurden.
●
Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der durchgeführten Wertminderungstests nachvollzogen und beurteilt, ob sie den entsprechenden Standards entsprechen. Die zur Festlegung der Kapitalkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Bewertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten abgeglichen und die rechne¬rische Richtigkeit des Berechnungsschemas überprüft.
●
Zudem haben wir die im Konzernabschluss erfassten Wertminderungen der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Fiber Site Indonesia“ mit den Ergebnissen der Wertminderungstests abgeglichen und überprüft, ob die Erfassung der Wertminderungen den Vorgaben von IAS 36 entspricht.
●
Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zu den Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten „Fiber Site Heiligenkreuz“ und „Fiber Site Indonesia“ im Konzernabschluss sachgerecht sind
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht, ausgenommen den Konzernabschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Informationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verantwortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den erlangten, sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der geprüfte Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Abschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
●
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
●
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
●
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
●
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Abschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
●
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
●
Wir planen die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns zu erlangen als Grundlage für die Bildung eines Prüfungsurteils zum Konzernabschluss. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
●
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
●
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefährdungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
●
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Abschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichtes in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichtes durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.

Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. April 2025 als Abschlussprüfer gewählt und am 17. April 2025 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezember 2025 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit gewahrt haben.
Auftragsverantwortlicher Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Mag. Gerold Stelzmüller.
Linz, am 5. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerold Stelzmüller
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses mit unserem Bestätigungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständigen Konzernabschluss samt Konzernlagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vorschriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
Erklärung des Vorstandes
Erklärung des Vorstandes gemäß § 124 (1) Z 3 Börsegesetz
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß International Financial Reporting Standards (IFRSs) aufgestellte Konzernabschluss der Lenzing Gruppe zum 31. Dezember 2025 ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der Lenzing Gruppe so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen die Lenzing Gruppe ausgesetzt ist.
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe
Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio.
2025
2024
2023
2022
2021
Umsatzerlöse
2.602,4
2.663,9
2.521,2
2.565,7
2.194,6
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
413,0
395,4
303,3
241,9
362,9
EBITDA-Marge
15,9 %
14,8 %
12,0 %
9,4 %
16,5 %
EBIT (Betriebsergebnis)
17,6
88,5
–476,4
16,5
200,6
EBIT-Marge
0,7 %
3,3 %
–18,9 %
0,6 %
9,1 %
EBT (Ergebnis vor Steuern)
–122,5
–42,0
–585,6
–10,1
182,9
Ergebnis nach Steuern
–135,2
–138,3
–593,0
–37,2
127,7
Ergebnis je Aktie in EUR
–5,45
–4,06
–20,02
–2,75
4,16
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)
0,7 %
3,6 %
–14,2 %
2,0 %
5,4 %
ROE (Eigenkapitalrentabilität)
–7,9 %
–2,4 %
–30,1 %
–0,5 %
9,1 %
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
0,4 %
1,7 %
–8,9 %
0,3 %
4,2 %
 
 
 
 
 
 
Cashflow-Kennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio.
2025
2024
2023
2022
2021
Cashflow aus der Betriebstätigkeit
419,7
395,01
160,3
–43,2
394,0
Free Cashflow
173,9
169,42
–122,8
–740,7
–445,5
Unlevered Free Cashflow
279,3
244,6
-
-
-
CAPEX
141,1
153,83
283,6
698,9
844,3
Liquiditätsbestand per 31.12.
690,9
451,7
731,0
453,3
1.124,1
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12.
219,1
198,1
203,0
232,3
454,5
 
 
 
 
 
 
Bilanzkennzahlen
 
 
 
 
 
EUR Mio. per 31.12.
2025
2024
2023
2022
2021
Bilanzsumme
4.609,4
4.976,8
5.214,6
5.525,0
5.322,8
Bereinigtes Eigenkapital
1.363,5
1.725,9
1.809,1
2.088,6
2.115,7
Bereinigte Eigenkapitalquote
29,6 %
34,7 %
34,7 %
37,8 %
39,7 %
Nettofinanzverschuldung
1.350,1
1.532,5
1.562,6
1.799,44
913,64
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
3,3
3,9
5,2
7,44
2,54
Nettofinanzverschuldung inkl. Leasingverbindlichkeiten
1.478,6
1.656,3
1.704,7
1.869,0
977,0
Nettoverschuldung
1.542,2
1.732,2
1.779,5
1.946,6
1.079,3
Net Gearing
99,0 %
88,8 %
86,4 %
86,2 %4
43,2 %4
Trading Working Capital
453,4
578,0
551,1
570,7
387,4
Trading Working Capital zu annualisierten Konzern-Umsatzerlösen
18,0 %
20,5 %
21,0 %
24,0 %
16,0 %
 
 
 
 
 
 
Börsenkennzahlen
 
 
 
 
 
EUR
2025
2024
2023
2022
2021
Börsenkapitalisierung in Mio. per 31.12.
903,7
1.139,2
1.372,9
1.454,9
3.239,1
Aktienkurs per 31.12.
23,40
29,50
35,55
54,80
122,00
Dividende je Aktie
0,00
0,00
0,00
0,00
4,35
 
 
 
 
 
 
Mitarbeiter:innen
2025
2024
2023
2022
2021
Vollzeitäquivalente (engl. FTE) per 31.12.5
7.738
7.816
7.917
7.931
7.585
1) Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 neu dargestellt. Dadurch wurde der Cashflow aus der Betriebstätigkeit der Vergleichsperiode rückwirkend angepasst. Eine Überleitung dazu ist im Konzernabschluss in Note 2 ersichtlich.
2) Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 werden die bisher im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesenen Investitionszuschüsse dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit zugeordnet. Dadurch werden die Investitionszuschüsse in der Berechnung des Free Cashflows berücksichtigt, wodurch die Vergleichsperiode um EUR 2,4 Mio. rückwirkend angepasst wurde.
3) Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 werden die aktivierten Fremdkapitalkosten nach IAS 23 im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in der Position Zinsauszahlungen ausgewiesen; bisher wurden diese im Cashflow aus der Investitionstätigkeit in der Position Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermögenswerten berücksichtigt. Dadurch wurde der CAPEX der Vergleichsperiode rückwirkend um EUR 2,6 Mio. reduziert.
4) Die Nettofinanzverschuldung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 ohne Leasingverbindlichkeiten dargestellt (siehe Beilage zum Lagebericht „Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe“).
5) Die Anzahl der Mitarbeiter:innen wird seit dem dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 auf Basis von Vollzeitäquivalenten angegeben. Bis zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2023 erfolgte die Angabe auf Basis von Köpfen.
Die oben dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Abschnitt „Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe“, dem Glossar zum Geschäftsbericht und dem Konzernabschluss der Lenzing Gruppe. Bei der Darstellung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten.
INHALT
Allgemeines Marktumfeld 268
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe 270
Geschäftsentwicklung der Divisionen 273
Forschung und Entwicklung 278
Investitionen 280
Geschäftsentwicklung der Lenzing AG
(Einzelabschluss) 281
Bilanzstruktur und Liquidität der Lenzing AG
(Einzelabschluss) 282
Kennzahlen der Lenzing AG
(Einzelabschluss) 283
Risikobericht 288
Bericht über wesentliche Merkmale
des internen Kontrollsystems
(§ 243a Abs. 2 UGB) 293
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital 294
Ausblick 296
Beilage: Erläuterungen zu
Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe 297
Konsolidierte nichtfinanzielle Erklärung/
Nachhaltigkeitsbericht 302
Jahresabschluss 2024 449
3
/3
KAPITEL
2025
EINZEL
ABSCHLUSS
267 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Weltwirtschaft
1
Der Internationale Währungsfonds (IWF) berichtet für 2025 ein
stabiles Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent und damit
weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenschnitt (Durchschnitt der
Jahre 2000-2019: 3,7 Prozent). Der IWF zeichnet das Bild eines
robusten, aber gedämpften Aufschwungs, einerseits gestützt
durch Investitionen – etwa in digitale Infrastruktur und Künstliche
Intelligenz – sowie eine etwas gelockerte Geldpolitik, jedoch an-
dererseits belastet durch multiple geopolitische Krisen, Verwer-
fungen im Welthandel, und knappem fiskalischem Spielraum. Die
große Ungleichheit zwischen den Weltregionen blieb auch 2025
bestehen: In den USA sorgten starke Technologieinvestitionen für
ein kräftiges Wachstum von 2,1 Prozent, während die Eurozone, ge-
bremst durch strukturelle Schwächen und eine belastete Industrie-
produktion in 2025 ein moderates Wachstum von 1,4 Prozent ver-
zeichnete. China erreichte 2025 ein Wachstum von 5 Prozent, un-
terstützt durch Stimulusmaßnahmen und erhöhte Kreditvergaben
staatlicher Banken. Insgesamt zeigte die Weltwirtschaft eine be-
merkenswerte Widerstandsfähigkeit trotz Unsicherheiten und han-
delspolitischer Spannungen. Die Energiepreise entspannten sich
leicht, während strukturelle Herausforderungen in mehreren Regi-
onen bestehen blieben. Die politischen und geopolitischen Risiken
sorgten für Unsicherheit und belasteten das Vertrauen. Für das Jahr
2026 geht der IWF von einem gleichbleibenden Wachstum von 3,3
Prozent aus.
Die Textil- und Bekleidungsindustrie zeigte 2025 eine schwache
Nachfrage und rückläufige Auftragseingänge. Die globale Ge-
schäftslage blieb in allen Erhebungen der International Textile Ma-
nufacturers Federation (ITMF
2
) negativ und verschlechterte sich
über das Jahr hinweg. Kapazitätsauslastungen verharrten auf nied-
rigem Niveau, was den anhaltenden Nachfragemangel widerspie-
gelte. Während Hersteller in der ersten Jahreshälfte vor allem in
den USA Lagerstände aufbauten, um möglichen Zöllen zuvorzu-
kommen, reagierten sie in der zweiten Jahreshälfte mit vorsichti-
geren Bestellungen.
Weltfasermarkt
3
Die weltweiten Bekleidungsumsätze legten 2025, bereinigt um
Preiseffekte, nur leicht zu und blieben insgesamt verhalten. In den
USA sorgten vorgezogene Käufe wegen erwarteter Zölle für einen
spürbaren kurzfristigen Nachfrageimpuls. Europa zeigte eine deut-
lich schwächere Entwicklung mit eher gedrückter Stimmung im
Modehandel. China blieb trotz niedriger Konsumentenstimmung
stabil und profitierte punktuell von staatlichen Maßnahmen.
In der ersten Jahreshälfte nahmen die Lagerbestände entlang der
gesamten Wertschöpfungskette deutlich zu. Händler und Marken
vor allem in den USA bauten ihre Bestände durch frühere Waren-
eingänge und schnellere Transporte in Erwartung höherer Zölle auf.
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2026
2
Quelle: ITMF, Global Textile Industry Surveys 2025
Im dritten Quartal blieben die Lagerstände erhöht, bedingt durch
vorsichtigere Nachfrage und strategische Bevorratung. Insgesamt
lagen die globalen Bestände klar über dem Vorkrisenniveau und
spiegelten anhaltende Unsicherheit im Markt wider. Das Wachs-
tum im Heimtextilmarkt blieb auch 2025 hinter dem Bekleidungs-
markt zurück. Die Auswirkungen auf das Textilfasergeschäft von
Lenzing werden im Kapitel Geschäftsentwicklung der Divisionen
unter Fasern für Textilien näher beschrieben.
Die Einzelhandelsabsätze von Hygieneprodukten in der Vliesstoff-
industrie wuchsen aufgrund demografischer Entwicklungen trotz
wirtschaftlicher Unsicherheiten. Die Steigerung ist vor allem auf
das Bevölkerungswachstum in Asien zurückzuführen und fiel dem-
entsprechend in Europa und den USA schwächer aus.
Wachstum der globalen Faserproduktion stabil
Die weltweite Faserproduktion stieg 2025 basierend auf ersten
Schätzungen um etwas mehr als 4 Prozent auf 133 Mio. Tonnen.
Das Wachstum lag damit etwas über dem langjährigen Durch-
schnitt und ist primär auf eine höhere Produktion von Polyester-
sowie Lyocellfasern in China zurückzuführen sowie eine besonders
ertragreiche Baumwollernte in der Saison 2024/2025.
Die globale Baumwollernte erreichte in der abgelaufenen Saison
2024/25 mit 25,8 Mio. Tonnen einen außergewöhnlich hohen Wert
durch rekordhafte Erträge in China und einem weiteren Ausbau der
Anbauflächen in Brasilien. Die weltweite Nachfrage nahm ebenfalls
leicht auf 25,1 Mio. Tonnen zu, blieb jedoch aufgrund wirtschaftli-
3
Sämtliche Produktionszahlen in diesem Kapitel wurden gegenüber den im
Geschäftsbericht 2024 angeführten ersten Schätzungen aktualisiert.
Quellen: The Fiber Year, ICAC, Cotton Outlook, CCFG, FAO
Allgemeines Marktumfeld
268 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
aus synthetischen
Polymeren
Polyester, Polyamid,
Polypropylen, Elastan,
Acryl, etc.
aus Eiweiß
Wolle, Seide, etc.
Baumwolle &
Bastfasern
Baumwolle,
Leinen, Hanf,
etc.
Regenerierte
Cellulose
Viscose, Modal,
Lyocell, etc.
aus Cellulose
aus natürlichen
Polymeren
aus anorganischen
Substanzen
Carbon, Keramik,
Glas, Metall, etc.
Fasern
Überblick der Faserarten am Weltmarkt
(Vereinfachte Darstellung)
cher Unsicherheiten und dem Druck durch preisgünstigere synthe-
tische Alternativen leicht hinter dem Angebot zurück. Der internati-
onale Baumwollhandel wurde durch den Handelskonflikt zwischen
den USA und China gebremst. In Summe gab es kaum eine Ände-
rung bei den globalen Vorräten, die sich zum Ende der Saison auf
ca. 15,9 Mio. Tonnen beliefen. Die Produktion anderer Naturfasern
wie Wolle, Leinen, Hanf und Seide sank um 5 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr.
Die Produktion von regenerierten Cellulosefasern wie Lyocell-,
Modal- und Viscosefasern stieg nach ersten Schätzungen um rund
4 Prozent auf rund 8,7 Mio. Tonnen. Während die weltweite Pro-
duktion von Viscosefasern weitgehend stagnierte, erhöhte sich der
Ausstoß von Lyocell- und Modalfasern um einen zweistelligen Pro-
zentsatz.
Bei Fasern aus synthetischen Polymeren betrug die Produktions-
menge nach ersten Schätzungen rund 92,7 Mio. Tonnen und lag
damit 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Wachstum ist im
Wesentlichen auf einen höheren Ausstoß in China zurückzuführen.
1
Stapelfaserpreise uneinheitlich
Die Preise für Stapelfasern standen aufgrund schwacher Nach-
frage unter Druck. Globale wirtschaftliche Unsicherheiten sowie
die Folgen der schwächeren aber immer noch spürbaren Inflation
belasteten verfügbare Einkommen. Dies verstärkte den Trend zu
niedrigpreisigen synthetischen Fasern.
Die Baumwollpreise entwickelten sich weniger volatil als im Vorjahr,
blieben jedoch auf niedrigem Niveau. Dies lag zum einen an der ge-
nerell niedrigen Nachfrage nach Textilien, aber auch an einer hohen
Ernte in China. Außerdem stieg die Verfügbarkeit günstiger Baum-
wolle aus Brasilien. Der Cotlook A-Index lag zu Beginn des Jahres
bei 79 US-Cent pro Pfund, stieg in Erwartung eines möglichen Han-
delsabkommens, das auch substanzielle Baumwollimporte Chinas
aus den USA umfasst hätte, im zweiten Quartal auf 81 US-Cent pro
Pfund, fiel dann jedoch wieder, als das Handelsabkommen nicht zu
Stande kam. Am Jahresende stand der Cotlook A-Index bei 74 US-
Cent pro Pfund, ein Verlust von 6 Prozent im Jahr 2025.
Der Preis für Polyester-Stapelfasern wurde hauptsächlich durch die
Entwicklung der Rohstoffkosten bestimmt. Entsprechend führten
makroökonomische Ereignisse, die eine Verknappung des Rohöl-
angebots vermuten ließen, zu kurzzeitigen Preisspitzen. Da jedoch
insbesondere die chinesischen Produzenten mit hoher Auslas-
tungsrate Polyester-Stapelfasern produzierten und es deshalb
reichhaltiges Angebot gab, sanken die Preise über das Jahr von
RMB 7.030 pro Tonne um 6 Prozent auf RMB 6.610 pro Tonne. Das
hohe Angebot und die niedrigen Preise für chinesische Polyester-
Stapelfasern führten auch zu einer Zunahme an Exporten, was den
Druck auf andere Faserarten erhöhte.
Nach der positiven Entwicklung im Vorjahr folgten die Viscose-
preise in China 2025 einem negativen Trend. Trotz kurzzeitiger sai-
sonbedingter Erholung im Februar und September, standen sie zum
Jahresende 7 Prozent unter dem Jahresbeginn bei RMB 12.720 pro
Tonne. Diese Entwicklung reflektiert vor allem die fallenden Faser-
zellstoffpreise. Trotz der reduzierten Preise verbesserte sich die
wirtschaftliche Lage nicht rückwärts integrierter Hersteller in China,
da sich die Herstellkosten dort noch stärker verringerten als die
Marktpreise.
Das Preispremium für Lenzings differenzierte Spezialfasern der
Marken TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ ge-
genüber Commodity-Fasern erwies sich als vergleichsweise wi-
derstandfähig, allerdings verzeichneten auch die Preise für Lenzing
Fasern einen Rückgang über das Jahr hinweg.
Der chinesische Importpreis für Faserzellstoff, dem Schlüsselroh-
stoff für die Produktion von regenerierten Cellulosefasern kam in
der ersten Jahreshälfte unter Druck und stabilisierte sich danach.
Ende Dezember stand er mit USD 785 pro Tonne 19 Prozent niedri-
ger als am Jahresanfang. Steigendes Angebot vor allem durch Ka-
pazitätserweiterungen in Südamerika sowie das Premium gegen-
über Papierzellstoff, welches eine Produktionsumstellung von Pa-
pierzellstoff auf Faserzellstoff attraktiv machten, führten zu Preiszu-
geständnissen der Zellstoffproduzenten. Das Preispremium für Fa-
serzellstoff sank zum Jahresende auf ungefähr USD 223 pro Tonne.
2
1
Quellen: ICAC, TFY, Lenzing Schätzungen
2
Quellen: CCFG, CCA
269 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wolle und andere
Naturfasern
Synthetische Fasern
Baumwolle
Regenerierte
Cellulose
70 %
4 %
19 %
7 %
Weltweite Faserproduktion 2025
1
Faserarten in Prozent (Basis = 133 Mio. to)
2023 2024 2025
ViscoseBaumwolle Polyester
USD/kg (exkl. USt.)
Stapelfaserpreise – Entwicklung in China
2
0,0
0,5
1,5
1,0
2,0
2,5
Die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe war insbesondere
im zweiten Halbjahr 2025 von mehreren, externen Faktoren wie
internationalen Zollmaßnahmen und daraus resultierende Unsi-
cherheit in der textilen Wertschöpfungskette sowie verhaltener
Nachfrage und sinkenden Marktpreisen, negativ belastet. Trotz
dieser Herausforderungen konnte das Unternehmen im Jahr
2025 ein höheres EBITDA als im Vorjahr und eine Verbesserung
des Free Cashflows erzielen. Dies ist maßgeblich auf das ganz-
heitliche Performance Programm zur Steigerung von Profitabilität
und Optimierung des Cash-Managements zurückzuführen. Ne-
ben den Effekten aus dem Performance Programm trugen auch
der Verkauf überschüssiger EU-Emissionszertifikate sowie Um-
satzerlöse aus Zellstoffverkäufen am externen Markt positiv zur
Ergebnisentwicklung bei.
1
Die Marktpreise für Stapelfasern waren im Jahr 2025 aufgrund
der verhaltenen Nachfrage, insbesondere im zweiten Halbjahr,
unter Druck und auch die Preise für Faserzellstoff sanken im Jah-
resverlauf maßgeblich. Dies in Kombination mit nach wie vor ho-
hen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik dämpften zusätz-
lich die Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe. Als Reaktion
auf das schwierige Marktumfeld passte Lenzing Produktionska-
pazitäten an, um die Entwicklung des Trading Working Capital zu
verbessern und den Cashflow zu stärken.
Die Ergebnisentwicklung der Lenzing Gruppe war darüber hinaus
von einer Abschreibung beeinflusst, die sich negativ auf das EBIT
(Ergebnis vor Zinsen und Steuern) auswirkte. Für den Standort in
Indonesien werden strategische Optionen geprüft, einschließlich
eines möglichen Verkaufs. In diesem Zusammenhang wurden
nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf langfristige Ver-
mögenswerte, insbesondere Sachanlagen, in Höhe von EUR 82
Mio. vorgenommen. Die Abschreibung belastet das EBIT, hat je-
doch keinen Einfluss auf das EBITDA.
Im Jahr 2025 gab Lenzing folgende, personelle Veränderungen im
Vorstand bekannt. Chief Transformation Officer Walter Bickel be-
endete sein zeitlich befristetes Mandat vorzeitig mit Ende März
2025. Nach dem Ausscheiden von Walter Bickel, verstärkte ab 01.
Juni 2025 Georg Kasperkovitz als Chief Operations Officer den
Vorstand der Lenzing AG.
CEO Rohit Aggarwal legte sein Vorstandsmandat aus persönlichen
Gründen mit 31. Januar 2026 nieder. Seit dem Ausscheiden von
Rohit Aggarwal wird das Unternehmen von einem dreiköpfigen
Vorstandsteam, bestehend aus CFO Mathias Breuer, COO Georg
Kasperkovitz und CPO/CTO Christian Skilich geführt. Im Zuge des
Ausscheidens von Rohit Aggarwal wurde zudem ein Executive
Committee zur organisatorischen Weiterentwicklung und zum Vo-
rantreiben der Premiumisierungsstrategie, bestehend aus den drei
Vorständen und den drei Top Vertriebsmanagern für Textil- und
Vliesstofffasern sowie Faserzellstoff eingerichtet. Der Aufsichtsrat
1
Die Kennzahlen werden im Abschnitt „Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen
der Lenzing Gruppe“ näher erklärt.
hat den Prozess zur Bestellung eines CEO-Nachfolgers bereits ini-
tiiert und wird zum gegebenen Zeitpunkt über eine Neubesetzung
informieren. Um einen nahtlosen Übergang sicherzustellen, wird
Rohit Aggarwal die Lenzing AG als Berater bis Ende September
2026 begleiten.
Mathias Breuer, zuletzt als Senior Vice President für das Perfor-
mance Programm zuständig, wurde vom Aufsichtsrat mit 01. Ja-
nuar 2026 zum neuen CFO bestellt. Er übernimmt das Vorstands-
mandat von Nico Reiner, der sein mit Ende 2025 auslaufendes
Mandat nicht verlängerte. Der Aufsichtsrat hat zudem das Vor-
standsmandat von Christian Skilich, der seit Juni 2020 dem
Lenzing Vorstand angehört und aktuell die Positionen Chief Pulp
und Chief Technology Officer hält, vorzeitig bis 31. Mai 2029 ver-
längert.
Der Vorstand der Lenzing Gruppe arbeitet weiterhin konsequent
an der Transformation des Unternehmens, um Profitabilität, Resi-
lienz und Agilität zu stärken. Ein zentraler Bestandteil dieser
Transformation ist das ganzheitliche Performance-Programm,
das primär auf eine Verbesserung des EBITDA und die Generie-
rung von Free Cashflow durch höhere Profitabilität, konsequen-
tes Kostenmanagement und gezielte Trading Working Capital
Steuerung abzielt.
Lenzing setzt daher kontinuierlich Maßnahmen zur Optimierung
der Struktur-, Prozess- und Personalkosten um, die zusätzlich zur
Steigerung von Umsatz und Marge beitragen. Im Geschäftsjahr
2025 konnten damit Kosteneinsparungen von über EUR 200 Mio.,
nach EUR 130 Mio. im Vorjahr, realisiert werden.
Darüber hinaus beschloss der Vorstand im dritten Quartal 2025
weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Wettbe-
werbsfähigkeit. Diese umfassen einen Personalabbau von rund
600 Stellen in Österreich, überwiegend im Verwaltungsbereich.
Die damit verbundenen jährlichen Einsparungen von rund EUR 45
Mio. sollen spätestens Ende 2027 voll wirksam werden.
Parallel dazu liegt der Fokus auf nachhaltige Kosteneinsparungs-
effekte durch operative Exzellenz und Energieoptimierung an al-
len Produktionsstandorten. Insbesondere investiert die Lenzing
Gruppe strategisch über EUR 100 Mio. in die österreichischen
Standorte Lenzing und Heiligenkreuz, um deren Wettbewerbsfä-
higkeit langfristig zu sichern.
Zur Stärkung von Vertrieb und Umsatzentwicklung wurden neue
Kunden für Schlüsselprodukte gewonnen und die Expansion in
bisher kleinere Märkte ausgebaut. Parallel dazu stärkt Lenzing
ihre internationale Präsenz in wichtigen, margenstarken Märkten
in Nordamerika und Asien. Auch im Einkauf konnten durch ope-
rative und strategische Maßnahmen Erfolge bei Kosteneinspa-
rungen realisiert werden.
Geschäftsentwicklung der Lenzing Gruppe
270 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Umsatzerlöse der Lenzing Gruppe sanken 2025 leicht um 2,3
Prozent gegenüber dem Vorjahr auf EUR 2,6 Mrd. Dieser Rückgang
ist primär auf reduzierte Faserverkaufsmengen sowie niedrigere
Preise für Fasern und Zellstoff zurückzuführen. Die externen
Umsätze der Lenzing Gruppe verteilten sich 2025 mit 61 Prozent
auf Asien, 29 Prozent auf Europa inkl. der Türkei, 9 Prozent auf
Amerika sowie 1 Prozent in anderen Regionen. Die
Umsatzverteilung in den verschiedenen Regionen verdeutlicht den
globalen Footprint der Lenzing Gruppe.
Die operative Ergebnisentwicklung war durch die positiven Ef-
fekte des Performance-Programms geprägt. Das Betriebsergeb-
nis vor Abschreibungen (EBITDA) stieg von EUR 395,4 Mio. im
Jahr 2024 um 4,5 Prozent auf EUR 413 Mio. an und beinhaltet
neben den Effekten aus dem Performance Programm auch posi-
tive Sondereffekte aus dem Verkauf überschüssiger EU-Emissi-
onszertifikate in Höhe von EUR 45,1 Mio. Die EBITDA-Marge er-
höhte sich von 14,8 auf 15,9 Prozent.
Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei EUR 17,6 Mio. (nach EUR 88,5
Mio. im Jahr 2024) und die EBIT-Marge betrug 0,7 Prozent (nach
3,3 Prozent im Vorjahr). Das EBIT wurde maßgeblich durch die
Wertberichtigung von langfristigen Vermögenswerten des indo-
nesischen Produktionsstandortes in der Höhe von EUR 82 Mio.
beeinflusst. Für eine detaillierte Beschreibung dazu wird auf Note
10 im Konzernabschluss, Abschnitt „Wertminderungstest der
CGU Fiber Site Indonesia“ verwiesen.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei minus EUR 122,5 Mio.
(nach minus EUR 42 Mio. im Jahr 2024).
Der Steueraufwand belief sich 2025 auf EUR 12,7 Mio. (nach EUR
96,3 Mio. im Jahr 2024) und war insbesondere durch die Wert-
berichtigung von Steueraktivposten einzelner Konzernunterneh-
men sowie Währungseffekte aus der Umrechnung von Steuer-
posten von der lokalen in die funktionale Währung
1
beeinflusst.
Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich leicht auf minus EUR
135,2 Mio. (nach minus EUR 138,3 Mio. im Vorjahreszeitraum).
Der verbesserte Cashflow aus der Betriebstätigkeit lag im Be-
richtsjahr bei EUR 419,7 Mio. (nach EUR 395 Mio.
2
im Jahr 2024).
1
Vorherrschende Währung des primären Wirtschaftsumfeldes einer Tochtergesell-
schaft.
2
Zur besseren Transparenz und Vergleichbarkeit der finanziellen Steuerungskennzah-
len hat die Lenzing Gruppe die Wahlrechte gem. IAS 7 neu ausgeübt und somit die
Darstellung der Kapitalflussrechnung angepasst. Die neue Struktur beginnt mit dem
EBT und ermöglicht die Berechnung des Unlevered Free Cashflow, der zusätzlich zum
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit lag bei minus EUR
146,9 Mio. (nach minus EUR 152,1 Mio.
2
im Jahr 2024). Der Cash-
flow aus der Finanzierungstätigkeit verbesserte sich deutlich auf
minus EUR 16,4 Mio. nach minus EUR 535,4 Mio.
2
im Vorjahr. Der
Anstieg ist hauptsächlich auf die Refinanzierungsmaßnahmen im
Berichtszeitraum zurückzuführen.
Im Mai 2025 wurde eine syndizierte Finanzierung über EUR 545
Mio. abgeschlossen, bestehend aus einem endfälligen Darlehen
mit einer Laufzeit von drei Jahren in Höhe von EUR 355 Mio. und
einer revolvierend ausnutzbaren Kreditlinie in Höhe von EUR 190
Mio. mit einer Laufzeit von ebenfalls drei Jahren mit Verlänge-
rungsoptionen von insgesamt zwei Jahren. Im Juli 2025 wurde
eine neue Hybridanleihe in Höhe von EUR 500 Mio. erfolgreich
platziert. Das Angebot richtete sich im Rahmen eines Um-
tauschangebotes sowohl an bestehende Investoren der 2020 be-
gebenen Hybridanleihe als auch an neue Investoren. Im Septem-
ber 2025 übte Lenzing zudem das vertragliche Kündigungsrecht
für den verbleibenden Teil der Hybridanleihe 2020 aus und führte
die Rückzahlung zum Nennwert zuzüglich aufgelaufener Zinsen
durch. Diese Maßnahmen unterstreichen die strategische und
proaktive Ausrichtung auf eine nachhaltige Kapitalstruktur und
die Stärkung der finanziellen Resilienz des Unternehmens.
Der Free Cashflow zeigte eine positive Entwicklung mit einem An-
stieg auf EUR 173,9 Mio. (nach EUR 169,4 Mio.
2
im Vorjahr). Der
Unlevered Free Cashflow stieg auf EUR 279,3 Mio. (nach EUR
244,6 Mio. im Vorjahreszeitraum). Das Trading Working Capital
sank um 21,6 Prozent auf EUR 453,4 Mio.
Der Liquiditätsbestand (einschließlich liquider Wechsel) erhöhte
sich im Vergleich zum 31. Dezember 2024 im Wesentlichen auf-
grund der im Mai 2025 vereinbarten syndizierten Finanzierung,
der operativen Geschäftstätigkeit und gezielter Trading Working
Capital Steuerung um 53 Prozent auf EUR 690,9 Mio. per 31. De-
zember 2025.
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich 2025 unter an-
derem aufgrund reduzierter Investitionstätigkeiten auf EUR 141,1
Mio. (nach EUR 153,8 Mio. im Jahr 2024).
Die Bilanzsumme ging im Vergleich zum 31. Dezember 2024 um
7,4 Prozent auf EUR 4,6 Mrd. per 31. Dezember 2025 zurück. Das
bereinigte Eigenkapital reduzierte sich von EUR 1,7 Mrd. auf EUR
1,4 Mrd. Die bereinigte Eigenkapitalquote lag per 31. Dezember
2025 bei 29,6 Prozent, nach 34,7 Prozent im Vorjahr. Die Netto-
finanzverschuldung ging zum Stichtag um 11,9 Prozent auf EUR
1,35 Mrd. zurück. Das Net Gearing erhöhte sich auf 99 Prozent
(nach 88,8 Prozent per 31. Dezember 2024).
Im Detail stellt sich die Umsatz- und Ertragsentwicklung im Be-
richtsjahr wie folgt dar:
Free Cashflow als zentrale Steuerungsgröße im Rahmen des Performance-Programms
dient. Die Anpassung steht im Einklang mit marktüblichen Reporting-Praktiken und
verbessert die Aussagekraft der Kapitalflussrechnung für interne und externe Stake-
holder. Die Darstellungsänderung wurde gem. IAS 8 rückwirkend durchgeführt. Eine
Überleitung zu den angepassten Zahlen der Vergleichsperiode ist im Konzernab-
schluss in Note 2 ersichtlich.
271 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
1 %
Restliche Welt
61 %
Asien
29 %
Europa inkl. Türkei
9 %
Amerika
Umsatzverteilung nach Regionen
Anteil am Umsatz
Vereinfachte Konzern-Gewinn- und
Verlustrechnung
1
EUR Mio.
Veränderung
2025 2024 Absolut Relativ
Umsatzerlöse   – –
Umsatzkosten – – – –
Bruttoergebnis
vom Umsatz
  – –
Sonstige
betriebliche
Erträge    
Vertriebs-
aufwendungen – –  
Verwaltungs-
aufwendungen
– –  
Forschungs- und
Entwicklungs-
aufwendungen
– –  
Sonstige
betriebliche
Aufwendungen – – – –
EBIT   – –
Finanzerfolg – – – –
EBT – – – –
Steueraufwand – –  
Ergebnis nach
Steuern
– –  
1
Die vollständige Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist im Konzernabschluss
dargestellt.
272 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Steuerung des Geschäfts der Lenzing Gruppe ist in die zwei
Divisionen „Faser“ und „Zellstoff“ gegliedert.
Im Geschäftsjahr 2025 verfolgte das Unternehmen konsequent
seine Premiumisierungsstrategie mit dem Fokus auf margenstarke
Märkte und Premiumfasern. Gleichzeitig wurde die operative Effi-
zienz gesteigert und Produktionsstandorte optimiert. Neben dem
stärkeren Fokus auf Premiumisierung und Exzellenz bleiben Inno-
vation und Nachhaltigkeit die Kernsäulen der Strategie von Lenzing.
Die Premiumisierungsstrategie stellt cellulosebasierte Premium-
und Spezialfasern in den Fokus, die unter den etablierten Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™ in attraktiven
Marktsegmenten vermarktet werden. Gleichzeitig wird sich das
Unternehmen schrittweise aus margenschwachen Commodity-
Segmenten zurückziehen. Darüber hinaus expandiert Lenzing auch
verstärkt in bisher wenig erschlossene und neue Anwendungsfel-
der wie Hygiene, Verpackung, Filtrierung sowie medizinische und
industrielle Anwendungen. Dadurch wird die Resilienz des Ge-
schäftsmodells in einem volatilen Marktumfeld gestärkt. Im Be-
reich Textilfasern konzentriert man sich auf wachstumstarke An-
wendungen und Endmärkte. Die Lenzing Gruppe wird zudem in
den kommenden Jahren ihre internationale Präsenz in Asien und
Nordamerika weiter ausbauen und damit in diesen wichtigen Tex-
til- und Vliesstoffmäkten näher an ihre Kunden heranrücken.
Mit der weiterentwickelten Strategie strebt Lenzing eine ausgewo-
genere regionale Verteilung der weltweiten Umsätze sowie auch
zwischen dem Textil- und dem Vliesstoffgeschäft an, um die Resi-
lienz gegenüber Marktschwankungen zu erhöhen.
Das Zellstoffgeschäft, das einerseits die Eigenversorgung von Fa-
serzellstoff für die Faserproduktion sichert, und andererseits auch
Umsätze am externen Zellstoffmarkt generiert, ist ein integraler Be-
standteil des Geschäftsmodells der Lenzing Gruppe. An den Zell-
stoffstandorten stand fortgeführt operative Exzellenz im Fokus um
die Kostenstruktur weiter zu verbessern sowie Produktionskapazi-
täten zu erhöhen.
Lenzing behauptete auch in dieser Berichtsperiode ihre führende
Rolle im Bereich der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Ein-
mal mehr wurde das Unternehmen von den branchenweit wich-
tigsten Ratinganbietern ausgezeichnet. CDP verlieh Lenzing 2025
zum vierten Mal das prestigeträchtige Triple-„A“ Rating für ihre
Leistungen in den Bereichen Klimawandel, Wälder und Wassersi-
cherheit. Damit zählt Lenzing zu den weltweit nur 23 Unternehmen,
die es 2025 in allen drei Kategorien auf die „Corporate-A-List“ ge-
schafft haben – unter mehr als 22.000 Unternehmen, die ihre Um-
weltdaten offengelegt haben. Im ESG-Rating von EcoVadis er-
reichte Lenzing zum fünften Mal in Folge mit Platin-Status die
höchste Bewertung und zählt damit zu den weltweit besten Unter-
nehmen. MSCI bewertete Lenzing mit einem „A“ und im globalen
„Hot Button Report“ der Non-Profit-Organisation Canopy, die die
Leistung der globalen Produzenten von regenerierten Cellulosefa-
sern in den Bereichen nachhaltige Beschaffung, Transparenz und
Innovation bewertet, erreichte das Unternehmen auch im Jahr
2025 den ersten Platz.
Mehr Informationen zu Ratings und Awards in Bezug auf ökologi-
sche und soziale Nachhaltigkeit finden Sie in der nichtfinanziellen
Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts.
Division Faser
In der Division Faser bündelt die Lenzing Gruppe ihre Geschäfts-
aktivitäten im Bereich regenerierte Cellulosefasern für Textil- und
Vliesstoffanwendungen.
Lenzing steht weltweit für eine ökologisch verantwortungsbe-
wusste Erzeugung von Premium- und Spezialfasern der Marken
TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und VEOCEL™.
Mit der klaren Positionierung der Produktmarken TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ für alle Spezialitäten im Textilbereich,
VEOCEL™ für alle Spezialitäten im Vliesstoffbereich und LENZING™
für alle industriellen Anwendungen sowie Co-Produkte bringt
Lenzing erfolgreich ihre Stärken zum Ausdruck. Nachhaltigkeit in
Kombination mit hoher Transparenz und Rückverfolgbarkeit, Inno-
vation, hohe Qualität für jede Anforderung sowie die starken Mar-
ken sind die wesentlichen Differenzierungsmerkmale von Lenzing.
Die Umsatzerlöse der Division Faser erreichten 2025 einen Wert
von EUR 1,9 Mrd. (2024: EUR 2,03 Mrd.)
– 64 Prozent davon ent-
fielen auf Fasern für Textilien, 36 Prozent auf Fasern für Vliesstoffe.
Die Faserverkaufsmenge sank auf ca. 904.000 Tonnen (nach ca.
960.000 Tonnen im Jahr 2024).
Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR 0,1 Mio., das Be-
triebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 184,4 Mio. Dies ist insbeson-
dere auf das schwächere zweite Halbjahr, mit Rückgängen sowohl
bei Verkaufsmenge als auch Faserpreisen zurückzuführen.
Fasern für Textilien
Das Marktumfeld im Textilsegment war im Berichtszeitraum von
gedämpfter Nachfrage vor allem im Premiumbereich infolge von
Unsicherheiten, ausgelöst durch instabile Zollverhältnisse und ge-
opolitische Konflikte, geprägt. Dies wirkte sich, neben gesunkenen
Geschäftsentwicklung der Divisionen
273 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FSC® CW
Vliesstofffasern
36 %
64 %
Textilfasern
Umsatzverteilung
Fasern für Textilien und Vliesstoffe
Faserzellstoff- und Herstellungskosten, negativ auf die Preisent-
wicklung von Textilfasern aus. Lenzing konnte zwar ein stabiles
Preispremium für ihre Spezialfasern der Marken TENCEL™ und
LENZING™ ECOVERO™ gegenüber Commodity-Fasern behaup-
ten, allerdings verzeichneten die Preise für Lenzing Fasern einen
Rückkgang über das Jahr hinweg.
Lenzing spürte das allgemein verhaltene Konsumklima insbeson-
dere im zweiten Halbjahr durch schwächere Nachfrage nach ihren
Premiumfasern. Die wichtigsten direkten Absatzmärkte für Textil-
fasern der Lenzing blieben im Jahr 2025 weiterhin China, Türkei,
Indien, Pakistan und Bangladesch.
Lenzing überzeugte insbesondere mit Qualität, Kundenorientie-
rung bei der Verarbeitung und Entwicklung innovativer Anwendun-
gen, Innovationskraft sowie lückenlos dokumentierter und auditier-
ter Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist es gelungen, die Premiumi-
sierungs-Strategie in margenstarken Marktsegmenten weiter vo-
ranzutreiben.
Im Segment Textilfasern erfolgte 2025 die Markeinführung der
neuen Fasertype TENCEL™ Lyocell - HV100. Aufgrund der innova-
tiven Variocut-Technologie weist diese Faser kontrollierte Unter-
schiede in der Faserlänge auf, was der Faserlängenverteilung in na-
türlichen Fasern wie Baumwolle nachempfunden ist. Damit sind
Stoffe mit einer einzigartigen, strukturierten Optik und Haptik mög-
lich - das Ergebnis erinnert an traditionelle Naturfasern, bietet aber
alle ökologischen Vorteile von TENCEL™ Lyocell. Die Faser fühlt
sich weich an, aber mit mehr Struktur – erstmals eingesetzt und
ideal in hochwertigen Denimstoffen. Doch das Potenzial ist riesig:
Ab 2026 wird TENCEL™ Lyocell - HV100 auch in gewebter Klei-
dung und Heimtextilien eingesetzt – in kreativen Designs und
neuen Materialkombinationen.
Fasern von Lenzing eignen sich nicht nur für die Herstellung von
Garnen und in weiterer Folge Stoffen für Textilien, sondern auch für
sogenannte Füllanwendungen. Die Produktgruppe LENZING™
Lyocell Fill erweiterte im Berichtszeitraum das Faserportfolio für
mehr Komfort, Ressourceneffizienz und Designvielfalt. Diese Füll-
fasern bieten nicht nur verbesserten Wärmekomfort und Feuchtig-
keitsregulierung, sondern auch formstabilisierende Eigenschaf-
ten. Mit zwei unterschiedlichen linearen Dichten und verschiede-
nen Schnittlängen bietet das erweiterte Faserportfolio eine verbes-
serte Kompatibilität, um sich nahtlos mit anderen Füllfasern wie Po-
lyester und Füllmaterialien wie Daunen zu verbinden.
Lenzing erweiterte auch das Portfolio für Lyocell Low Fibrillation
(LF) Fasern. Diese Fasern neigen weniger zu Fibrillation und wur-
den speziell für den Einsatz in Strickwaren entwickelt. Mit dem er-
weiterten Faserportfolio kann Lenzing nun zusätzliche, textile An-
wendungen mit ihren Lyocell LF Fasern bedienen.
Lenzing hat in Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen
OceanSafe eine biologisch abbaubare, marktreife Alternative zu
herkömmlichen Kunststoffen entwickelt. Die Zusammenarbeit ver-
eint Lenzings TENCEL™ Lyocell A100 Fasern, die als Cellulosefa-
sern natürlich weich sind, und OceanSafes naNea, einem leistungs-
starken, biologisch abbaubaren Co-Polyester. Ziel ist es, Garne und
Stoffe zu entwickeln, die einerseits Komfort und Langlebigkeit und
andererseits echte Kreislauffähigkeit vereinen. Gemeinsam wollen
die Partner skalierbare, innovative und nachhaltige Textillösungen
für Mode- und Funktionsbekleidung auf den Markt bringen. Das
neu entwickelte Garn fand bereits in einer Capsule-Kollektion für
Sportbekleidung Anwendung.
Lenzing steigerte die Sichtbarkeit und den Bekanntheitsgrad ihrer
Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ durch erfolgrei-
che digitale Marketing- und PR-Initiativen, die weltweit mehr als
306 Mrd. PR-Impressionen generierten, während die Social-Me-
dia-Impressionen 180 Mio. überstiegen und mehr als 37 Mio. digi-
tale Interaktionen verzeichneten.
Der Erfolg der Marken TENCEL™ und LENZING™ ECOVERO™ im
Geschäftsjahr 2025 spiegelt sich auch im starken Engagement ih-
rer Partner wider: Rund 2.500 Partner haben eine Produktlizenz so-
wie Marketing-Materialien von Lenzing angefordert. Diese Dyna-
mik wird durch Kooperationen mit globalen Markenpartnern weiter
ausgebaut. Dazu gehören sowohl internationale als auch aufstre-
bende Marken wie Levi’s, H&M, COS, DVF (Diane von Fürsten-
berg), Jack & Jones, Armedangels, GANNI, Guess, Carhartt, Marc
O’Polo, AKYN, MUD Jeans, Camper, Next, Stripe & Stare, FatFace,
The White Company, Circle Sportswear, Boden, La Maison Simons,
Aritzia, American Eagle, Reformation, GAP, AllSaints, Anta, Aimer,
Insider, C&A, DOD, Aluf, Neriage, DAGI, Jimmy Key, Mavi,
Yamamay und Impetus. Darüber hinaus hat die Marke TENCEL™
Designer-Kooperationen mit KNWLS, Patrick McDowell, Johannes
Warnke und Reinaldo Lourenço vorangetrieben.
Im Jahr 2025 setzte die Marke TENCEL™ ihre strategische Trans-
formation unter dem Markenmanifest „Nature. Future. Us.“ fort und
beschleunigte die Premiumpositionierung durch überzeugendes
Storytelling und Produktinnovationen. In Zusammenarbeit mit ihren
Partnern treibt die Marke TENCEL™ weiterhin das Markenwachs-
tum voran, baut Vertrauen auf und initiiert Veränderungen in der
gesamten globalen Textilwertschöpfungskette.
Fasern für Vliesstoffe
Fasern für Vliesstoffe (engl. nonwoven fibers) sind ein strategisches
Geschäftssegment von Lenzing, das im Laufe der Jahre gewach-
sen ist und zukünftig noch stärker ausgebaut wird, um die wach-
sende Nachfrage nach cellulosebasierten Vliesstofffasern zu be-
dienen. Unterstützt wird dieses Wachstum neben den funktionalen
Vorteilen der Fasern von Lenzing auch durch den weltweiten
Kampf gegen Umweltverschmutzung durch Plastikmüll. Dazu zäh-
len unter anderem die Bioökonomiestrategie der Europäischen
Union, die die bestehende Legislatur, darunter die für Lenzing rele-
vante Einwegkunststoffrichtlinie (Englisch: Single-Use Plastics Di-
rective) sowie Verpackungs- und Verpackungsabfall Verordnung
(Englisch: Packaging and Packaging Waste Regulation), unter ei-
nem Schirm zusammenführen soll. Die britische Verordnung zum
Verbot von Einwegkunststoffen in Feuchttüchern wird darüber hin-
aus den Weg für eine nachhaltige Zukunft ebnen und soll im
Mai/Juni 2027 in Großbritannien in Kraft treten. In den USA wurde
der Wipes Act erfolgreich vom Repräsentantenhaus verabschiedet
und im Juni 2025 an den Senat weitergeleitet. Er regelt die Kenn-
zeichnung der Spülbarkeit von Feuchttüchern, ein wichtiger Faktor
zur Unterscheidung zwischen nicht spülbaren Feuchttüchern und
spülbaren, biologisch abbaubaren Alternativen, die mit den Fasern
von Lenzing hergestellt werden können.
Am Ende des Jahres 2025 gab Lenzing den Beschluss einer Inves-
tition von EUR 15 Mio. in den Ausbau der Vliesstofffaserkapazitäten
am Standort Lenzing bekannt. Im Fokus des Ausbaus stehen
VEOCEL™ Viscostar Fasern mit trilobalem Querschnitt, die sich
274 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
aufgrund ihrer effizienten Saugfähigkeit besonders gut für Damen-
hygieneprodukte eignen und somit eine nachhaltige Alternative zu
synthetischen Fasern sind.
Eine Innovation im Bereich von Reinigungstüchern sind die neu
entwickelten Fasern VEOCEL™ Lyocell EC (Enhanced Cleaning),
die speziell für Desinfektion entwickelt wurden. Der Großteil von
Desinfektionstüchern basiert auf der Wirkstoffklasse der quarter-
nären Verbindungen (Quats). Diese Stoffe binden sich sehr stark auf
cellulosischen Fasern, im Gegensatz zu synthetischen Fasern. In
der Praxis hat sich gezeigt, dass die Hersteller von Desinfektions-
tüchern eine konstante Wirkstoffabgabe und somit eine geringe
Bindung an die Faseroberfläche erreichen wollen. Daher wurde ein
neuer Lyocellfasertyp entwickelt, der sich geringer mit den Quats
bindet und somit eine konstante Wirkstoffabgabe ermöglicht. Die
neue Faser VEOCEL™ Lyocell EC wurde bereits im Zuge einer gro-
ßen Konferenz in der Vliesstoffindustrie eingeführt.
Die patentierte LENZING™ Nonwoven Technology produziert
Lyocellfilamente, die während des Produktionsprozesses direkt zu
einem Vliesstoff verarbeitet werden. Die Kombination aus der na-
türlichen Bindung der Filamente und der weiteren Wasserstrahlver-
festigung ermöglicht es, Materialien ohne den Einsatz von Ober-
flächenbehandlungen oder Bindemitteln herzustellen und trägt so
zur Reduktion von Mikroplastik in Wischtüchern bei. Das neueste
Produkt, das mit dieser Technologie hergestellt werden kann ist
LENZING™ DUAL WIPE. Dieses innovative Wischtuch kombiniert
zwei funktionale Seiten: eine weiche Seite für schonende Reini-
gung und eine raue Seite für hartnäckigen Schmutz. Es wurde erst-
mals auf der IDEA 2025, einem wichtigen Event der Vliesstoffin-
dustrie in Miami vorgestellt, wo es bereits großes Interesse seitens
der Industrie weckte.
Lenzing stärkte durch maßgeschneiderte Innovationssessions ihre
Partnerschaften mit zwölf strategisch wichtigen Vliesstoffkunden,
darunter Unicharm, Shinwa, BAT, Suominen, KC, Nitto, DAO, Con-
vatec, Magnera, Solventum, Aralar, Albaad, Fibertex und Rockline.
Zudem wurde die Kooperation mit Carefree in Nordamerika erwei-
tert. Nach der erfolgreichen Martkeinführung von Slipeinlagen mit
VEOCEL™ Lyocellfasern mit Dry Technology in den USA, wurde
diese Produktlinie nun auch im kanadischen Markt gestartet.
Co-Produkte der Faserproduktion
Lenzing stellt an den Standorten, an denen sie Viscose- oder
Modalfasern produziert, als Co-Produkt unter anderem
LENZING™ Natriumsulfat her. Dieses wird in der Waschmittel- und
Glasindustrie sowie für die Erzeugung von Lebens- und
Futtermitteln eingesetzt. In der Berichtsperiode hat Lenzing für ihr
Co-Produkt LENZING™ Natriumsulfat die Zertifizierung nach ISO
22000:2018 erhalten, einer weltweit anerkannten Norm für
Managementsysteme zur Lebensmittelsicherheit. Die Verkaufs-
menge von LENZING™ Natriumsulfat konnte im Jahr 2025
gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht werden.
1
FSC-Lizenzcode: FSC-C175509, FSC-C165948
2
Rückwirkende Anpassung der Innenumsätze in der Division Zellstoff (vgl. Note 4 im
Konzernabschluss)
Division Zellstoff
Die Division Zellstoff bündelt sämtliche Geschäftsaktivitäten der
Lenzing Gruppe vom Holzeinkauf bis hin zur Erzeugung von Faser-
zellstoff und Bioraffinerie-Produkten. Das neueste Zellstoffwerk LD
Celulose in Indianópolis (Brasilien) produzierte im Berichtsjahr mit
ausgezeichneter Qualität und die Nennkapazität konnte durch Op-
timierungsschritte auf 600.000 Tonnen pro Jahr erhöht werden.
Die zusätzlichen Produktionsmengen werden primär am externen
Zellstoffmarkt verkauft. Zudem wird überschüssiger Strom aus
dem Werk als erneuerbare Energie ins öffentliche Netz eingespeist.
Für die Bereitstellung der Biomasse sicherte sich LD Celulose einen
über 44.000 ha großen, FSC
®
-zertifizierten Nutzwald und pach-
tete weitere Flächen, um im Endausbau über ca. 80.000 ha FSC
®
-
zertifizierte Waldfläche zu verfügen.
1
Diese Plantagen stehen voll-
umfänglich im Einklang mit der Richtlinie und den hohen Standards
der Lenzing für die Beschaffung von Holz und Zellstoff.
Lenzing arbeitet auch weiterhin am Thema Recycling von Textilab-
fällen. Das Unternehmen entwickelt und fördert bereits seit Jahren
proaktiv Innovationen in diesem Bereich, um ökonomisch sinnvolle
und skalierbare Lösungen für das globale Textilabfallproblem be-
reitzustellen. Seit 2021 arbeitet Lenzing mit dem schwedischen
Zellstoffproduzenten Södra zusammen, um gemeinsam neue Ver-
fahren für das Recyceln von Alttextilien im industriellen Maßstab zu
entwickeln. Die derzeit ungünstigen Bedingungen am Textilmarkt
haben zu einer Wachstumsabkühlung in diesem Sektor geführt, da
die Kostenstruktur noch keine höheren Mengen gestattet.
Die (internen und externen) Umsatzerlöse der Division Zellstoff er-
reichten 2025 einen Wert von EUR 1,3 Mrd., nach EUR 1,38
2
Mrd.
im Vorjahr. Das Ergebnis der Division (EBITDA) lag bei EUR
451,5 Mio., das Betriebsergebnis (EBIT) bei EUR 249,6 Mio.
Holz
Die Lage der Holzmärkte in Europa zeigte sich 2025 trotz geringe-
ren Angebots im Wesentlichen stabil. Eine schwächere Holznach-
frage in der Industrie sowie teilweise niedrigere Energiepreise und
der somit geringere Verbrauch von Biomasse trugen zur Stabilisie-
rung bei.
Zudem erzielte die Beschaffungsstrategie der Lenzing Gruppe mit
langfristigen Rahmenvereinbarungen einen guten Stabilisierungs-
effekt auf Mengen und Preise. Lenzing konnte daher ihre Zellstoff-
standorte in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechien) im Be-
richtsjahr zuverlässig mit Holz versorgen. Die Verfügbarkeit von
Fichte hat sich jedoch im vierten Quartal 2025 verschlechtert.
Die Auditierungen nach den Forstzertifizierungssystemen Forest
Stewardship Council
®
(FSC
®
) und Programme for the Endorse-
ment of Forest Certification (PEFC) bestätigten auch 2025 für
beide Standorte, dass zusätzlich zu den strengen Forstgesetzen in
den Lieferländern sämtliche eingesetzte Holzmengen aus PEFC-
und FSC
®
-zertifizierten oder -kontrollierten Quellen stammen.
3
3
Lizenzcode: FSC-C041246 und PEFC/06-33-92
275 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zellstoff
Um die Faserproduktion der Lenzing Gruppe mit hochwertigem
Faserzellstoff zu versorgen, betreibt die Lenzing Gruppe an den
Standorten Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechien) und Indi-
anópolis (Brasilien) eigene Faserzellstoffwerke. Der Eigenversor-
gungsgrad liegt derzeit deutlich über den strategisch angestrebten
75 Prozent. Lenzing etablierte sich darüber hinaus auch als struk-
tureller Lieferant im weltweiten Zellstoffmarkt. Der extern bezo-
gene Faserzellstoff wurde größtenteils auf Basis langfristiger Ver-
träge zugekauft. In den Zellstoffwerken der Lenzing Gruppe wur-
den 2025 insgesamt ca. 1.218.000 Tonnen Faserzellstoff produziert.
Bioraffinerie-Produkte
In den Bioraffinerien der Lenzing Gruppe werden neben Faserzell-
stoff auch Bioraffinerie-Produkte gewonnen und vermarktet,
wodurch weitere Bestandteile des wertvollen Rohstoffes Holz
stofflich verwertet werden. Namhafte Kunden aus der Lebensmit-
tel-, Futter-, Pharma- und Chemiebranche setzen auf die bioba-
sierten Produkte von Lenzing.
In der Berichtsperiode gaben Lenzing und ihr langjährige Partner
Speyer & Grund die Inbetriebnahme eines neuen Lagertanks be-
kannt. Das neue Tanklager am Standort von Speyer & Grund in
Meerane (Deutschland) umfasst einen speziell für LENZING™ bio-
basierte Essigsäure vorgesehenen Tankbehälter. Die erweiterte La-
gerkapazität erhöht die Flexibilität und Effizienz in der Versorgung
und trägt maßgeblich zur Supply-Chain-Exzellenz bei.
Die vom Forschungsinstitut Quantis durchgeführte Lebenszyklus-
Analyse bestätigte, dass der CO
2
-Fußabdruck von Essigsäure der
Marke LENZING™ Bio-based Acetic Acid um mehr als 85 Prozent
geringer ist als bei vergleichbaren Produkten auf Basis fossiler Roh-
stoffe.
Lenzing hat in der Berichtsperiode sowohl für LENZING™
Natriumsulfat als auch für das Bioraffinerie-Produkt LENZING™ bi-
obasierte Essigsäure die Zertifizierung nach ISO 22000:2018 erhal-
ten. Diese international anerkannte Norm bestätigt das konse-
quente Engagement der Lenzing für Produktsicherheit, Qualitäts-
sicherung und kontinuierliche Verbesserung.
Energie- und weitere
Rohstoffversorgung der Divisionen
Die Themen „Energie“ und „Weitere Rohstoffe“ sind als wesentliche
Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
Lenzing Gruppe den Divisionen „Faser“ und „Zellstoff“ zuzuordnen.
Energie
Die Lenzing Gruppe zählt mit ihrem Bioraffinerie-Konzept an den
Standorten Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechien) und
Indianópolis (Brasilien) zu den Vorreitern einer ressourcen-
schonenden und weitgehend energieautarken Zellstoff- und
Faserproduktion. An den Produktionsstandorten werden laufend
zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz
vorangetrieben. Die Energiereserven an den europäischen
Standorten bleiben vor dem Hintergrund geopolitischer
Unsicherheiten gut abgesichert.
Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Gaspreise mit knapp 39
EUR/MWh am österreichischen Spotmarkt rund 10 Prozent über
dem Niveau des Vorjahres. Eine Entspannung der
Versorgungssituation infolge eines zunehmenden LNG-Angebots
(engl. Liquefied Natural Gas) machte sich erst gegen Ende des
Jahres mit deutlich sinkenden Preisen bemerkbar. Die Kohlepreise
gingen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent zurück. Der
Strompreis verzeichnete mit einem Anstieg von 21 Prozent den
stärksten Zuwachs. Dieser war maßgeblich durch höhere CO-
Preise beeinflusst, die um 13 Prozent zulegten. Der Ölpreis lag
hingegen im Jahresdurchschnitt bei rund 68 USD je Barrel und
damit um 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Lenzing hält
weiterhin an ihrer im Jahr 2023 eingeführten Beschaffungs-
strategie fest. Dabei erfolgt die Energiebeschaffung auf Basis einer
definierten Termin- und Spotmarktkombination. Diese Strategie
gleicht Preisschwankungen an den Energiemärkten aus und trägt
zu einer stabileren Kostenentwicklung bei.
Die Lenzing AG hat am Standort Lenzing gemeinsam mit dem
Energieunternehmen Verbund eine neue Photovoltaikanlage mit
1,3 MWp in Betrieb genommen. Damit steigt die Gesamtleistung
des PV-Parks auf 8,3 MWp. Ergänzt durch Kleinwasserkraftwerke
(2,3 MW) und langfristige Lieferverträge für Wind- und Solarstrom
baut Lenzing ihre Energieautonomie weiter aus. Diese Investitionen
sind zentrale Bausteine der Dekarbonisierungsstrategie für die
Erreichung des wissenschaftlich bestätigten Netto-Null-Ziels.
Am Standort Lenzing wurden von 2023 bis 2025 insgesamt 29
Energieeffizienzprojekte umgesetzt. Die daraus resultierende
Wärmeeinsparung von rund 265.000 GJ pro Jahr und die
Stromeinsparung von rund 7.000 MWh pro Jahr entspricht dem
jährlichen Energiebedarf von rund 4.350 österreichischen
Haushalten. Diese Maßnahmen werden sich positiv auf die
Energiekostenstruktur auswirken und redzuzieren den CO
2
Footprint des Standorts Lenzing um ca. 10.500 Tonnen fossiles CO
2
pro Jahr.
Die Lenzing AG und die Energie AG Umwelt Service haben im
Dezember 2025 ihre RVL-Partnerschaft (Reststoffverwertung
Lenzing) bis 2040 erneuert. Mit dem neuen Rahmenvertrag
„R/25“ wird die erfolgreiche Kooperation in der
Reststoffverwertung Lenzing gestärkt. Die Vereinbarung sichert
höhere Leistung und Verfügbarkeit der Wirbelschichtanlage, ein
Retrofit-Programm 2026/27 sowie klare Regeln für
Emissionskosten. Zudem garantiert sie langfristige
Planungssicherheit mit erstem Kündigungstermin per 31.12.2040.
Die RVL bleibt ein Eckpfeiler für Versorgungssicherheit und
Klimaschutz: Jährlich werden über 300.000ௗTonnen Abfälle in
Strom und Dampf umgewandelt und ersetzen bis zu 85ௗMio.ௗNm³
Erdgas – ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung und
Kreislaufwirtschaft. Das Projekt zur Errichtung eines neuen
Wirbelschichtkessels am Standort Lenzing wurde in der
Berichtsperiode weiter vorangetrieben. Ziel ist die Substitution von
klassischen fossilen Brennstoffen und die Reduktion von
Emissionen. Der Baustart ist für das dritte Quartal 2026 vor-
gesehen.
Die Energieanlagen in Lenzing sowie an den Standorten Paskov
und Heiligenkreuz (Österreich) liefen im Berichtszeitraum im
Regelbetrieb.
In Heiligenkreuz wurde die Umstellung auf biogene
Brennstoffe gezielt vorangetrieben, um die Energiekosten
nachhaltig zu senken und die Wirtschaftlichkeit des Standortes
weiter zu verbessern.
276 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
In Paskov wurde überschüssige Energie weiterhin ins öffentliche
Netz eingespeist. Die Erdgaspreise am Standort Paskov ver-
zeichneten eine leichte Steigerung wohingegen sich in Grimsby
(Großbritannien) die Erdgaspreise reduzierten. In Mobile (USA)
erhöhten sich die Erdgaspreise geringfügig, wobei ein leichter
Rückgang beim Strompreis zu verzeichnen war.
Am Standort Purwakarta (Indonesien) wurden die Energieanlagen
mit hohen Verfügbarkeiten betrieben. Der Kohlepreis sank moderat,
während der Strompreis annähernd gleich blieb.
Am chinesischen Standort Nanjing gingen die Gaspreise aufgrund
eines neuen Liefervertrags deutlich zurück. Der Betrieb zweier
Gasturbinen, die 2024 in Betrieb genommen wurden, trug zur
weiteren Diversifizierung der Energieversorgung bei. Die
Strompreise blieben stabil.
Am brasilianischen Standort Indianópolis befindet sich ein Vertrag
über die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) anstelle von Heizöl in
Umsetzung. Der Versorgungsstart wird mit dem ersten Quartal
2026 erwartet.
In Prachinburi (Thailand) blieben die Preise für Strom im Vergleich
zur Vorjahresperiode stabil.
Weitere Rohstoffe
Die für Lenzing relevanten Chemikalienmärkte verzeichneten 2025
überwiegend stabile Preise. Im Durchschnitt lagen die Chemika-
lien-Kosten der Lenzing im Budget.
Natronlauge
Natronlauge kommt bei der Herstellung von Faserzellstoff zum
Einsatz und ist ebenso ein wichtiges Vorprodukt für die Herstel-
lung von Viscose- und Modalfasern. Sie fällt als Nebenprodukt bei
der Chlorproduktion an. Nach anfänglich erhöhten Preisen im ers-
ten Halbjahr aufgrund starker Nachfrage beruhigten sich die
Märkte in den beiden letzten Quartalen des Jahres, was sich zum
Teil auch in niedrigeren Preisen widerspiegelte.
Schwefel
Schwefel ist ein wichtiges Ausgangsprodukt für die Herstellung
von Schwefelkohlenstoff und Schwefelsäure. Beide Rohstoffe wer-
den wiederum im Viscoseverfahren eingesetzt. Aufgrund der Ver-
knappung des Schwefelangebotes erhöhten sich die Preise im
Jahresverlauf signifikant in allen Regionen.
Sonstige
In Sonstige sind im Wesentlichen zentrale Headquarter-Funktionen
und übergreifende Tätigkeiten sowie die Geschäftstätigkeit der
Forschung und Entwicklung und des BZL-Bildungszentrums
Lenzing GmbH (Ausbildung und Personalentwicklung) zusammen-
gefasst. Die Umsatzerlöse in Sonstige erreichten 2025 einen Wert
von EUR 3 Mio. Das Ergebnis (EBITDA) lag bei minus EUR 51,6 Mio.,
das Betriebsergebnis (EBIT) bei minus EUR 60,6 Mio.
Lenzing Aktie
Die Lenzing Aktie startete mit einem Kurs von EUR 29,60 (Eröff-
nungskurs am 2. Jänner 2025) in das Börsenjahr 2025 und erreichte
am 19. März 2025 mit EUR 35,35 den höchsten Schlusskurs des
Jahres 2025. Der tiefste Schlusskurs wurde am 10. November 2025
bei EUR 20,65 registriert. Zum Ende des Berichtsjahres notierte die
Lenzing Aktie bei EUR 23,40. Dies entspricht einem Kursrückgang
von 20,95 Prozent gegenüber Jahresanfang. Der Wiener Leitindex
ATX beendete das Jahr mit einem Plus von 45,41 Prozent im Ver-
gleich zum Jahresanfang. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde im
Berichtsjahr keine Dividende ausgeschüttet. Der Vorstand der
Lenzing AG hat 2024 beschlossen, die Dividendenpolitik von min-
destens EUR 4,50 pro Aktie unbefristet auszusetzen.
277 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Stetige Innovationen sind ein entscheidender Werttreiber des Ge-
schäftsmodells der Lenzing Gruppe. Es wird gezielt die Entwick-
lung neuer Produkte, Anwendungen, Prozesse und Techniken zur
Marktreife vorangetrieben, um damit Mehrwert für Kunden, Stei-
gerung von Effizienz sowie Verbesserung der Nachhaltigkeitsleis-
tung zu erreichen. Innovation wird als wesentlicher Bestandteil der
Unternehmensstrategie von vielen Bereichen im Unternehmen
spezifisch vorangetrieben. Die Abteilung Global Innovation, in der
auch die F&E Infrastruktur (Labore und Pilotanlagen) angesiedelt
ist, ist insbesondere für technologische Entwicklungen sowie die
Innovationsgruppen Textilien und Vliesstoffe zuständig. In enger
Vernetzung arbeiten diverse Gruppen bereichsübergreifend im
Konzern mit den Technologiegruppen, der Nachhaltigkeitsabtei-
lung oder den Produktionsbereichen zusammen, um die Innovati-
onskraft der Lenzing weiter auszubauen und Entwicklungen rasch
und zielgerichtet umsetzen zu können.
Im Jahr 2025 waren die Innovationsaktivitäten verstärkt auf die
spezifischen Anforderungen der Kunden und auf das Ziel, Entwick-
lungen rasch umzusetzen, ausgerichtet. Weiters wurden im Rah-
men des Perfomance Programms Produktionsbereiche intensiv mit
verschiedensten Debottlenecking- und Prozessoptimierungsmaß-
nahmen unterstützt. Dabei wurden neben Kapazitätssteigerungen
auch verbesserte Effizienz und Qualität sowie gesenkter Energie-
verbrauch erreicht. Die wichtigsten Kennzahlen für Innovation wa-
ren für das Berichtsjahr 2025 wie folgt: In den verschiedenen Inno-
vationsbereichen waren insgesamt 197 Mitarbeiter:innen tätig
(nach 205 Mitarbeiter:innen Ende 2024). Die Ausgaben für For-
schung und Entwicklung, berechnet nach Frascati (abzüglich erhal-
tener Förderungen), beliefen sich auf EUR 31,7 Mio. (nach EUR 30,4
Mio. im Jahr 2024). Die Produkte und Technologien der Lenzing
Gruppe waren Ende 2025 durch 944 Patente und Patentanmel-
dungen aus 140 Patentfamilien in 40 Ländern und Organisationen
geschützt. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 die Weichen für
strategische Investitionen von über EUR 100 Mio. an den österrei-
chischen Standorten Lenzing und Heiligenkreuz gestellt. Dieses In-
vestitionspaket für Innovation und Nachhaltigkeit sichert langfristig
die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität der beiden Standorte.
2025 wurde Lenzing für den österreichischen Staatspreis Patent in
der Spezialkategorie Matilda nominiert. Dieser ehrt Unternehmen,
die besonderes Augenmerk auf die Förderung von Frauen im Inno-
vationsbereich legen. Beurteilt wird u. a. nach folgenden Kriterien:
gezielte Förderung von Frauen, fortschrittliche Unternehmensphi-
losophie, Abbau von Rollenstereotypen, Frauenanteil in Führungs-
positionen und in wissenschaftlichen sowie technischen Bereichen.
Die Forschungsabteilung von Lenzing ist eine Vorzeigeabteilung,
was das Thema DEI (Diversity, Equity, Inclusion) betrifft. Der Frau-
enanteil ist hier deutlich höher als im Durchschnitt der Lenzing
Gruppe und im Führungsteam liegt er sogar über 50 Prozent. Auch
in den Produktionsschichtteams wird der Frauenanteil stetig erhöht
und im Zuge des Projekts "Frauen in die Technik" werden Chemie-
verfahrenstechnikerinnen ausgebildet. Eine Kennzahl, die nicht nur
innerhalb des Konzerns, sondern auch international bemerkens-
wert ist, ist der Anteil an Erfinderinnen an den Patenten von Lenzing.
Dieser beträgt 47,5 Prozent, dem gegenüber liegt der durchschnitt-
liche österreichische Frauenanteil bei Patenten bei 8 Prozent und
der EU-Schnitt bei 13,2 Prozent.
Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung
Im Bereich Zellstoff wurde der Einfluss des Einsatzes unterschied-
licher Holzarten auf den Produktionsprozess und die Produktquali-
tät zur Erzielung des maximalen Ertrags untersucht. Zudem wurden
sowohl im Bereich der Zellstoffkochung als auch in der Zellstoff-
bleiche zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, um die Effizien-
zen der Prozesse gezielt zu erhöhen, die Chemikaliendosierungen
zu reduzieren und den Energiebedarf zu senken. Prozesssimulatio-
nen in Kombination mit umfangreichen statistischen Versuchspro-
grammen liefern die Voraussetzung, die Erträge zu steigern und die
Qualitätsparameter auf konstant hohem Niveau zu halten. Ein
wichtiger Fokus lag in der Identifikation und Analyse von diversen
Prozessströmen, um das Potenzial zur Produktion zusätzlicher,
neuer Co-Produkte zu evaluieren.
Die Industrialisierung der Kreislaufwirtschaft war ein weiterer
Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten im Jahr 2025. Die strategische
Partnerschaft mit Södra wird im EU-geförderten Projekt LIFE TRE-
ATS konsequent weitergeführt und zielt auf die effiziente Aufbe-
reitung komplexer Post-Consumer-Textilabfälle ab. In Pilotkam-
pagnen konnte das für die Lyocellfaser-Produktion benötigte Qua-
litätsniveau erreicht werden. Die ist eine zentrale Voraussetzung,
um Lyocellfasern aus Recycling-Material im industriellen Maßstab
produzieren zu können. Die Kooperation mit Södra wurde inhaltlich
vertieft und operativ erweitert: es wurden Rohstoffspezifikationen
für die Sortierung von Alttextilien erarbeitet und die Abtrenntech-
nologien für Elastan- und Polyamidfasern verbessert. Dank der
Weiterentwicklung von Spezialanalytik (u.ௗa. zur Störstoffcharakte-
risierung) ist es nun möglich, Störstoffe präziser zu definieren und
die Zellstoff-Spezifikationen zu schärfen. Flankierend wurde das
IP-Portfolio im Textil-Recycling zur Absicherung des Wettbewerbs-
vorteils ausgebaut. Zudem wurde das Netzwerk im Bereich Textil-
recycling ausgebaut, um gemeinsam Lösungen für das komplexe
Thema zu entwickeln.
Parallel zum Textilrecycling gab es auch eine Vielzahl an Aktivitäten
um aus alternativen Rohstoffquellen (z.B. landwirtschaftlichen Ab-
fallstoffen) Zellstoffe für die Faserherstellung zu gewinnen. Ähnlich
wie beim Textilrecycling setzt Lenzing auch hier auf intensive Ko-
operationen, in denen die Einsetzbarkeit solcher Zellstoffe für den
Faserprozess untersucht werden.
Forschung und Entwicklung
278 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
2023 2024 2025
30,4
31,6 31,7
F&E-Ausgaben (nach Frascati) in EUR Mio.
In einigen Projekten wurde auch an der Verwendung verschiedens-
ter Membrantechnologien im Bereich Rückgewinnung, aber auch
Abwasseraufbereitung gearbeitet. Membrantechnologien stellen
nicht nur hochselektive Alternativen zu bestehenden Technologien
dar, sondern tragen auch zu einer deutlichen Reduktion des CO
2
Fußabdrucks bei.
Durch die stetig zunehmende Elektromobilität wird mittelfristig
eine signifikante Überkapazität an Natriumsulfat, eines der Neben-
produkte aus dem Viscoseprozess, aufgrund des Abbaus von Li-
thium aber auch durch die Batterieherstellung und dem Batterier-
ecycling erwartet. In einem Entwicklungsprojekt beschäftigt sich
Lenzing gemeinsam mit Partnern an der elektrochemischen Spal-
tung von Natriumsulfat zur Herstellung von Natronlauge und
Schwefelsäure, beides essenzielle Chemikalien zur Herstellung von
Viscosefasern.
Innovative neue Fasertypen und -technologien
Im Rahmen von diversen Projekten zur Produktion innovativer Spe-
zialfasern wurde gemeinsam mit anderen Innovationsbereichen
sehr intensiv an der Entwicklung spezieller Spinndüsen gearbeitet.
Dies unterstützt die Premiumisierung in der Unternehmensstrate-
gie, in Zukunft noch stärker auf die Produktion von Spezialfasern
und deren Applikation zu fokussieren.
Die Entwicklung von speziellen Fasertypen sowie deren Einsatz in
ausgewählten Anwendungen war ein Schwerpunkt im Bereich der
Innovation für Vliesstofffasern. Diese Entwicklungen erfolgten in
enger Abstimmung mit unseren Direktkunden und deren Kunden,
um schon im Entwicklungsprozess die Markttauglichkeit sicherzu-
stellen.
Eine der neu entwickelten Typen sind Lyocellfasern mit flachem
(anstelle des üblichen runden) Querschnitt. Der flache Querschnitt
bringt neue bzw. andere Eigenschaften wie verbesserten Flüssig-
keitstransport mit sich. Die Faser wurde 2025 auf dem Global Fiber
Congress in Dornbirn vorgestellt. Eine Reihe von Kundenanfragen
nach dieser Spezialfaser zeigen bereits Marktinteresse. 2025
konnte die Produktionsrate dieser Flachfaser um 30 Prozent ge-
genüber dem Vorjahr gesteigert werden, wodurch die Fasern für
kundenseitige Produktentwicklungen noch attraktiver werden.
In einer Kooperation mit adidas konnte gezeigt werden, dass Pro-
dukte aus Lyocellfasern (ähnlich wie Baumwolle) chemisch wieder
zu Lyocellfasern recycled werden können. Stoffe aus 100 Prozent
Lyocell wurden aufgelöst, die synthetischen Farbstoffe entfernt
und neue Fasern hergestellt - ohne Bleiche und unter Beibehaltung
des ungefärbten Farbtons der Faser. Diese Fasern wurden zu Garn
gesponnen und zu einem Prototyp-Pullover verarbeitet – schlicht,
natürlich und kreislauffähig.
Auch beim Produkt TENCEL™ Luxe Filament sowie der
LENZING™ Nonwoven Technology (LNT), die beide auf dem
Lyocell Verfahren basieren, wurden 2025 die Entwicklungen weiter
vorangetrieben. Neben der kontinuierlichen technologischen Wei-
terentwicklung, mit dem Ziel von Anlagen im industriellen Maßstab,
war die Marktentwicklung ein wesentlicher Schwerpunkt. LNT-
Material wurde 2025 zum ersten Mal in einem im Handel erhältli-
chen Produkt eingesetzt. Aktuell wird evaluiert, wie das Produkt
am Markt ankommt und wie die Performance im realen Einsatz ist.
Die Pipeline der LNT-Anwendungen reicht damit nun von bereits
am Markt erhältlichen Produkten bis hin zu neuen Applikationen,
die 2025 erstmals und erfolgreich getestet wurden.
Neben der bilateralen Zusammenarbeit mit aussichtsreichen Kun-
den wird ein wesentlicher Teil der Entwicklung bei TENCEL™ Luxe
Filament auch im Rahmen von EU Projekten abgehandelt. Das
2024 gestartete Projekt CELLFIL beschäftigt sich mit der Herstel-
lung von Lyocell-Filamenten und deren Anwendungen. Hier ist
Lenzing einer der Hauptpartner und fungiert auch als wissenschaft-
licher Koordinator. Auch im Projekt ESCIB, in dessen Rahmen neue
Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung (speziell für biobasierte
und zirkuläre Materialien) entwickelt werden, ist Lyocell Filament
als einer der Use Cases vertreten.
Eine weitere, neue Technologie bei der sich Lenzing engagiert, ist
das neuartige Verfahren zur Faserproduktion des schwedischen
Cellulosefaserunternehmens TreeToTextile AB. Hier erwarb Lenzing
2024 eine Minderheitsbeteiligung und begründete damit eine stra-
tegische Partnerschaft zur Entwicklung von Cellulosefasern der
nächsten Generation. Die preisgekrönte Technologie und das Pro-
duktionsverfahren von TreeToTextile, die die Umweltbelastung
deutlich reduzieren, entsprechen Lenzings Engagement für Nach-
haltigkeit.
Im Februar 2026 erhöhte die Lenzing Gruppe ihre bestehende Be-
teiligung an TreeToTextile AB und übernahm damit die kontrollie-
rende Mehrheit. Mit der Mehrheitsübernahme unterstreicht
Lenzing ihren Anspruch, die Premiumisierungsstrategie konse-
quent voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen Markt
für Spezialfasern weiter auszubauen. Die Transaktion ermöglicht
eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie. Lenzing
plant sowohl eine deutliche Steigerung des Produktionsausstoßes
in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla, Schweden,
als auch die Vorbereitung der ersten industriellen Großanlage.
Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt für die Lenzing Gruppe
eine immer wichtigere Rolle – auch für Innovationsprojekte. So
setzt Lenzing bereits erfolgreich KI-Systeme in ihren Produktions-
anlagen ein. Neu dazugekommen sind im Jahr 2025 auch KI-ba-
sierte Lösungen, um Arbeitsabläufe in Labors zu beschleunigen
und zu automatisieren.
279 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und bio-
logische Vermögenswerte (CAPEX) beliefen sich 2025 unter an-
derem aufgrund reduzierter Investitionstätigkeiten auf EUR 141,1
Mio. (nach EUR 153,8 Mio. im Jahr 2024).
Lenzing fokussierte auch 2025 im Rahmen ihres Performance-
Programms, und nach den erheblichen Investitionen der vergan-
genen Jahre, auf Maintenance- und License to operate-Projekte
sowie Projekte zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion. Im
Folgenden sind wesentliche Projekte aus dem Jahr 2025 ange-
führt.
Im Berichtszeitraum hat Lenzing in Zusammenarbeit mit dem
Energieunternehmen Verbund eine neue Photovoltaikanlage (PV-
Anlage) mit einer Leistung von 1,3 Megawattpeak (MWp) am
Hauptsitz in Lenzing (Österreich) in Betrieb genommen. Dadurch
stieg die Gesamtleistung der PV-Anlagen am Standort auf 8,3
MWp. Dies trägt zur Diversifizierung der Energieversorgung bei,
stärkt die Energieunabhängigkeit und steht im Einklang mit der
langfristigen Energie- und Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing.
Im Jahr 2025 markierte die Installation und erfolgreiche Inbe-
triebnahme einer neuen Erdgasleitung und entsprechender Anla-
gen (Kessel und Turbine) am Produktionsstandort Nanjing (China)
einen bedeutenden Schritt hin zur Umstellung von kohlebasierter
Dampferzeugung auf ein zu 100 Prozent erdgasbasiertes System.
Sobald die Energieversorgung auf Erdgasbasis bis 2027 vollstän-
dig etabliert ist, wird eine Reduzierung der Treibhausgasemissio-
nen um 100.000 Tonnen gegenüber 2021 erwartet. Die Investiti-
onssumme für diese Umstellung belief sich auf rund EUR 30 Mio.
Im Rahmen der Maßnahmen für operative Exzellenz hat Lenzing
am Standort Mobile (USA) mit einer Investition von rund EUR 12
Mio. bestehende Gaskessel durch effizientere Modelle ersetzt.
Die Umsetzung wurde 2025 abgeschlossen, und die neuen Kes-
sel werden an diesem Standort schätzungsweise jährlich rund
8.000 Tonnen Scope-1-CO
2
-Emissionen einsparen. Damit wird
die Energieeffizienz und Kostenbasis verbessert sowie ein wich-
tiger Schritt zur Erreichung der Science-based targets gesetzt.
Siehe dazu auch Kapitel „E1 Klimawandel“ in der nichtfinanziellen
Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts.
Die neu errichtete Kläranlage am Produktionsstandort in Grimsby
(Vereinigtes Königreich) konnte 2025 vollständig in Betrieb ge-
nommen werden. Das Projekt ist nun in die zweite Phase einge-
treten, in der weitere Optimierungen vorgenommen werden, um
die EU-BAT-Grenzwerte (engl. Best Available Techniques) im Jahr
2026 zu erreichen. Diese strategische Investition in Höhe von
EUR 24 Mio., die alle Projektkosten abdeckt, stellt einen bedeu-
tenden Schritt in der Nachhaltigkeitsstrategie des Standorts dar
und unterstützt die Erreichung der ZDHC-Ziele für Lyocell und
Abwasser.
Siehe dazu auch Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“ in der nicht-
finanziellen Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbe-
richts.
Investitionen
280 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Geschäftsentwicklung der Lenzing AG war insbesondere im
zweiten Halbjahr 2025 von mehreren externen Faktoren geprägt.
Internationale Zollmaßnahmen sowie die dadurch ausgelöste
Unsicherheit in der textilen Wertschöpfungskette belasteten das
Marktumfeld spürbar. Zusätzlich wirkten eine rückläufige Nach-
frage und sinkende Marktpreise negativ auf die Ergebnisent-
wicklung. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen
konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 ein höheres
EBITDA im Vergleich zum Vorjahr erzielen.
Die Umsatzerlöse sind im Berichtsjahr um 0,4 Prozent gegen-
über dem Vorjahr auf EUR 1,05 Mrd. gesunken. Dieser Rückgang
ist auf eine leichte Verminderung der abgesetzten Fasermenge
zurückzuführen.
Die Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
von minus EUR 9,3 Mio. (nach minus EUR 0,4 Mio. im Jahr 2024)
ist sowohl auf Mengen- als auch auf Preiseffekte in der Division
Faser zurückzuführen. Die aktivierten Eigenleistungen verringerten
sich auf EUR 18,8 Mio. (nach EUR 20,5 Mio. per 31. Dezember
2024). Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen deutlich von
EUR 16,8 Mio. im Vorjahr auf EUR 80,7 Mio. an. Diese Erhöhung re-
sultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf von überschüssigen EU-
Emissionszertifikaten.
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstel-
lungsleistungen lagen mit EUR 535,6 Mio. um 4,2 Prozent über
dem Vorjahreswert von EUR 514,0 Mio. Der Anstieg ist auf höhere
Preise im Vergleich zum Vorjahr, vor allem bei Chemikalien, und
Bewertungseffekte zurückzuführen.
Der Personalaufwand verringerte sich um 10,5 Prozent auf
EUR 301,4 Mio. (nach EUR 336,7 Mio. im Jahr 2024). Der Rückgang
resultiert im Wesentlichen daraus, dass im Vergleich zum Vorjahr
keine Bonusrückstellungen für Mitarbeiter:innen gebildet wurden.
Die operative Ergebnisentwicklung profitierte neben den positiven
Effekten aus dem Performance-Programm auch von einem Son-
dereffekt aus dem Verkauf überschüssiger EU-Emissionszertifikate.
Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) lag bei
EUR 62,9 Mio. (nach EUR 5,6 Mio. im Jahr 2024) und die EBITDA-
Marge verbesserte sich auf 6,0 Prozent (nach 0,5 Prozent im Jahr
2024).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Be-
richtsjahr um 2,2 Prozent auf EUR 241,0 Mio. Der Anstieg ist vorwie-
gend auf Geldbeschaffungskosten im Zusammenhang mit der syndi-
zierten Finanzierung sowie der neu begebenen Hybridanleihe zurück-
zuführen.
Das Betriebsergebnis (EBIT) lag bei minus EUR 2,6 Mio. (nach mi-
nus EUR 58,9 Mio. im Jahr 2024) und die EBIT-Marge verbesserte
sich auf minus 0,3 Prozent (nach minus 5,6 Prozent im Jahr 2024).
Das Finanzergebnis belief sich auf minus EUR 287,8 Mio. (nach
EUR 2,7 Mio. im Jahr 2024). Die deutliche Veränderung resultiert
im Wesentlichen aus der Abschreibung von Anteilen an Tochterun-
ternehmen im Berichtsjahr sowie aus niedrigeren Erträgen aus Be-
teiligungen.
Die Einkommens- und Ertragssteuern beliefen sich im Berichtsjahr
auf EUR 7,4 Mio. (nach EUR 26,8 Mio. im Jahr 2024).
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei minus EUR 290,4 Mio. (nach
minus EUR 56,1 Mio. im Jahr 2024). Nach Berücksichtigung der
Steuern ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus EUR
297,8 Mio.
(nach minus EUR 82,9 Mio. im Jahr 2024). Nach Auflösung von Ge-
winn- und Kapitalrücklagen beträgt der Bilanzgewinn der
Lenzing AG im Geschäftsjahr 2025 EUR 0,0 Mio. (nach
EUR 0,0 Mio. im Jahr 2024).
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Lenzing AG wer-
den im Wesentlichen im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ be-
schrieben. Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegen-
stände und Sachanlagen (CAPEX) reduzierten sich um 4,6 Prozent
auf EUR 53,9 Mio.
Geschäftsentwicklung der Lenzing AG
(Einzelabschluss)
281 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Eigenkapitalrentabilität (ROE) belief sich auf minus 42,7 Pro-
zent (nach minus 6,4 Prozent im Jahr 2024). Die Gesamtkapitalren-
tabilität (ROI) lag bei minus 0,1 Prozent (nach minus 2,1 Prozent im
Jahr 2024). Die Rentabilität auf das eingesetzte Kapital (ROCE) be-
trug im Berichtsjahr minus 0,3 Prozent (nach minus 3,1 Prozent im
Jahr 2024).
Das bereinigte Eigenkapital der Lenzing AG
1
lag zum Bilanzstich-
tag 31. Dezember 2025 bei EUR 524,4 Mio. und damit um 37,3 Pro-
zent unter dem Vorjahreswert von EUR 836,9 Mio. Die bereinigte
Eigenkapitalquote reduzierte sich entsprechend auf 19,8 Prozent
(nach 30,6 Prozent per 31. Dezember 2024).
Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im Berichtsjahr um
6,4 Prozent auf EUR 1,44 Mrd. Das Verhältnis von Nettofinanzver-
schuldung zu EBITDA lag bei 22,9 per 31. Dezember 2025 (nach
einem Verhältnis von 241,9 per 31. Dezember 2024).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich in-
folge der syndizierten Finanzierung auf EUR 896,7 Mio. Die Kassen-
bestände und Guthaben bei Kreditinstituten stiegen im Berichts-
jahr von EUR 121,4 Mio. auf EUR 297,7 Mio. an.
Das Net Gearing erhöhte sich auf 274,5 Prozent im Berichtsjahr
(nach 161,7 Prozent per 31. Dezember 2024). Das Trading Working
Capital stieg um 24,7 Prozent auf EUR 219,5 Mio., während sich das
Verhältnis von Trading Working Capital zu Umsatzerlösen von
16,7 Prozent auf 20,9 Prozent erhöhte.
Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit lag im Berichtsjahr mit mi-
nus EUR 30,0 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert von
EUR 187,2 Mio. Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief
sich auf minus EUR 105,5 Mio. (nach minus EUR 235,6 Mio. im Jahr
2024) und war neben den Investitionen (CAPEX) insbesondere
durch Ausleihungen an Tochtergesellschaften geprägt. Der Cash-
flow aus der Finanzierungstätigkeit lag mit EUR 240,3 Mio. deut
lich
über dem Vorjahreswert von minus EUR 238,6 Mio. Diese Entwick-
lung ist vor allem auf die Aufnahme der syndizierten Finanzierung im
Mai 2025 zurückzuführen.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Lenzing AG
beliefen sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 auf
EUR 254,7 Mio. Darüber hinaus standen per 31. Dezember 2025
ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 190,0 Mio. zur Verfügung.
1
Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jahresabschluss der
Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in den folgenden Abschnitten näher
definiert und erläutert.
Bilanzstruktur und Liquidität der Lenzing AG
(Einzelabschluss)
282 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die dargestellten Finanzkennzahlen sind weitgehend aus dem Jah-
resabschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet und werden in
den folgenden Abschnitten näher definiert und erläutert.
Kennzahlen
Ergebnis- und Rentabilitätskennzahlen 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Umsatzerlöse   
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)   –
EBITDA-Marge in %   –
EBIT (Betriebsergebnis) – – –
EBIT-Marge in % – – –
EBT (Ergebnis vor Steuern) – – –
Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag – – –
ROE (Eigenkapitalrentabilität) in % – – –
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) in % – – –
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) in % – – –
Bilanzkennzahlen 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag   
Bereinigte Eigenkapitalquote in %   
Nettofinanzverschuldung am Bilanzstichtag   
Nettofinanzverschuldung/EBITDA   –
Net Gearing
in % am Bilanzstichtag   
Nettoverschuldung am Bilanzstichtag
  
Tra di n g Worki n g Ca p ita l   
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen   
Cashflow-Kennzahlen 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Cashflow aus der Geschäftstätigkeit –  
Cashflow aus der Investitionstätigkeit – – –
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit  – 
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente  – 
Anfangsbestand Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   
Endbestand Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   
Ungenutzte Kreditlinien per 31.12.   
CAPEX   
Börsenkennzahlen 2025 2024 2023
Grundkapital am Bilanzstichtag in EUR Mio   
Anzahl der Aktien am Bilanzstichtag in Stk.   
Börsenkapitalisierung in EUR Mio   
Aktienkurs am Bilanzstichtag in EUR   
Kennzahlen der Lenzing AG
(Einzelabschluss)
283 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Definition der Finanzkennzahlen
Definition und Ableitung von im Lagebericht verwendeten Finanz-
kennzahlen, die nicht direkt im Jahresabschluss nach österreichi-
schem Unternehmensgesetzbuch (UGB) dargestellt sind:
Bereinigtes Eigenkapital
Eigenkapital zuzüglich Zuschüsse der öffentlichen Hand abzüglich
anteiliger Ertragsteuern.
Bereinigte Eigenkapitalquote
Prozent-Verhältnis bereinigtes Eigenkapital zur Bilanzsumme.
Bilanzsumme
Summe aus Anlage- und Umlaufvermögen sowie Rechnungsab-
grenzungsposten und Aktive latente Steuern bzw. die Summe aus
Eigenkapital, Zuschüsse der öffentlichen Hand, Rückstellungen
und Verbindlichkeiten sowie Rechnungsabgrenzungsposten. Die
genaue Ableitung ist aus der Bilanz ersichtlich.
Börsenkapitalisierung bzw.
Marktkapitalisierung
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien multipliziert mit
dem Aktienkurs zum Stichtag.
CAPEX
Capital Expenditures; entspricht dem Erwerb von immateriellen
Vermögensgegenständen und Sachanlagen. Wird im Cashflow
dargestellt.
Capital Employed
Bilanzsumme abzüglich nicht verzinsliches Fremdkapital abzüglich
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, abzüglich Wertpa-
piere des Umlaufvermögens und abzüglich Finanzanlagen.
Cashflow
Berechnung erfolgt auf Basis des Fachgutachtens der Kammer der
Wirtschaftstreuhänder KFS/BW2 über die Geldflussrechnung als
Ergänzung des Jahresabschlusses und Bestandteil des Konzernab-
schlusses.
EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization; EBIT
(Betriebsergebnis) zuzüglich Abschreibungen auf immaterielle Ge-
genstände und Sachanlagen abzüglich Erträge aus der Zuschrei-
bung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen ab-
züglich Auflösu
ng Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand.
EBITDA-Marge
Prozent-Verhältnis EBITDA (Betriebsergebnis vor Abschreibungen)
zu den Umsatzerlösen.
EBIT (Betriebsergebnis)
Earnings before Interest and Tax; Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8
lt. Gewinn- und Verlustrechnung.
EBIT-Marge
Prozent-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis) zu den Umsatzerlösen.
Finanzergebnis
Zwischensumme aus Ziffer 10 bis 15 lt. Gewinn- und Verlustrech-
nung.
Nettofinanzverschuldung
Net Financial Debt; verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassen-
bestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Wertpapiere des Um-
laufvermögens.
Nettofinanzverschuldung / EBITDA
Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum EBITDA.
Net Gearing
Prozent-Verhältnis Nettofinanzverschuldung zum bereinigten Ei-
genkapital.
Nettoverschuldung
Net Debt; verzinsliches Fremdkapital abzüglich Kassenbestand, Gut-
haben bei Kreditinstituten und Wertpapiere des Umlaufvermögens.
Nicht verzinsliches Fremdkapital
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zuzüglich Ver-
bindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis
zuzüglich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen zuzüglich sonstiger
Verbindlichkeiten zuzüglich anteiliger latenter Steuern auf Zu-
schüsse der öffentlichen Hand zuzüglich Rückstellungen ohne Sozial-
kapital zuzüglich passiver Rechnungsabgrenzungsposten.
NOPAT
Net Operating Profit after Tax; EBIT (Betriebsergebnis) abzüglich
anteiliger Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (auf das EBIT).
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)
Return on Capital Employed; Prozent-Verhältnis NOPAT zum durch-
schnittlichen Capital Employed (Durchschnitt aus 01.01. und 31.12.).
ROE (Eigenkapitalrentabilität)
Return on Equity; Prozent-Verhältnis Ergebnis vor Steuern zum
durchschnittlich bereinigten Eigenkapital (Durchschnitt aus 01.01.
und 31.12.).
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
Return on Investment; Prozent-Verhältnis EBIT (Betriebsergebnis)
zur durchschnittlichen Bilanzsumme (Durchschnitt aus 01.01. und
31.12.).
Sozialkapital
Rückstellungen für Pensionen und Abfertigungen.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Cash Pooling.
284 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Trading Working Capital
Vorräte zuzüglich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, For-
derungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsver-
hältnis besteht, sowie Forderungen gegenüber verbundenen Unter-
nehmen aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen abzüglich
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten
gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis be-
steht, sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh-
men aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen.
Trading Working Capital zu Umsatzerlösen
Prozent-Verhältnis Trading Working Capital zu den Umsatzerlösen
des Geschäftsjahres.
Verzinsliches Fremdkapital
Anleihen, Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen, Verbindlich-
keiten gegenüber Kreditinstituten, sonstige zinstragende Verbind-
lichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
aus verzinslichen Darlehen und Rückstellungen für Sozialkapital.
Erläuterungen zu den
Finanzkennzahlen
Nachfolgend werden die zentralen Finanzkennzahlen der
Lenzing AG näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Jahres-
abschluss der Lenzing AG nach UGB abgeleitet.
Der Vorstand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützli-
che Informationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing AG
vermitteln, da sie unternehmensintern verwendet werden und
meist auch einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten auf-
weisen (insbesondere bei Investor:innen, Banken und Analyst:in-
nen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing AG als Maßstäbe
für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance) vor
Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Aufgrund
ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – werden
diese Kennzahlen ermittelt und zum Vergleich der Margen im Ver-
hältnis zu den Umsatzerlösen (als EBITDA-Marge bzw. EBIT-Marge
bezeichnet) dargestellt.
EBITDA (Betriebsergebnis vor
Abschreibungen)
2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) – – –
+ Abschreibungen auf immaterielle
Gegenstände des Anlage-
vermögens und Sachanlagen   
- Auflösung Investitionszuschüsse
der öffentlichen Hand
– – –
EBITDA (Betriebsergebnis vor
Abschreibungen)   –
/ Umsatzerlöse   
EBITDA-Marge in %   –
EBIT (Betriebsergebnis) 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) – – –
/ Umsatzerlöse   
EBIT-Marge in % – – –
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing AG als Maßstab für die Höhe von
Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachan-
lagen verwendet. Er wird im Cashflow dargestellt.
Bereinigtes Eigenkapital am Bilanzstichtag und
bereinigte Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing AG als Maßstab für
die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fähig-
keit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es enthält
neben dem Eigenkapital nach UGB auch die Zuschüsse der öffent-
lichen Hand abzüglich anteiliger Ertragsteuern. Es wird zum Ver-
gleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis zur Bi-
lanzsumme gesetzt. Diese Kennzahl (bzw. ähnliche Kennzahlen)
wird (werden) gelegentlich als Financial Covenant(s) mit Fremdka-
pitalgebern vereinbart.
Bereinigtes Eigenkapital 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Eigenkapital   
+ Zuschüsse der öffentlichen Hand   
- anteilige Ertragsteuern – – –
Bereinigtes Eigenkapital am
Bilanzstichtag   
/ Bilanzsumme   
Bereinigte Eigenkapitalquote
in %
  
285 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der
Lenzing AG als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im
Geschäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed) ver-
wendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing AG
messen sollen.
ROCE (Ergebnis auf das
eingesetzte Kapital)
2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) – – –
- Anteiliger laufender Ertrag-
steueraufwand (auf das EBIT) –  –
NOPAT – – –
/ Durchschnittliches Capital
Employed   
ROCE (Ergebnis auf das
eingesetzte Kapital)
– – –
Anteiliger laufender Ertrag-
steueraufwand (auf das EBIT) –  –
Anteiliger sonstiger laufender
Steueraufwand – – –
Laufender Ertragsteueraufwand –  –
Bilanzsumme   
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
– – –
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
gegenüber verbundenen
Unternehmen – – –
- Sonstige Verbindlichkeiten – – –
- Anteilige Ertragsteuern auf
Zuschüsse der öffentlichen Hand – – –
- Rückstellungen – – –
+ Rückstellungen für Pensionen
und Abfertigungen (Sozialkapital)   
- Passive Rechnungs-
abgrenzungsposten  – 
- Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
– – –
- Wertpapiere des
Umlaufvermögens
– – 
- Finanzanlagen – – –
Stand 31.12.   
Stand 01.01.   
Durchschnittliches Capital
Employed   
Durchschnittliches bereinigtes
Eigenkapital
2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bereinigtes Eigenkapital per 31.12.   
Bereinigtes Eigenkapital per 01.01.   
Durchschnittliches
bereinigtes Eigenkapital   
ROE (Eigenkapitalrentabilität) 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBT (Ergebnis vor Steuern) – – –
/ Durchschnittliches bereinigtes
Eigenkapital   
ROE (Eigenkapitalrentabilität) – – –
Durchschnittliche Bilanzsumme 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Bilanzsumme per 31.12.   
Bilanzsumme per 01.01.   
Durchschnittliche
Bilanzsumme   
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBIT (Betriebsergebnis) – – –
/ Durchschnittliche Bilanzsumme   
ROI (Gesamtkapitalrentabilität) – – –
286 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nettofinanzverschuldung,
Nettofinanzverschuldung/EBITDA,
Net Gearing und Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab
für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur verwendet.
Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Diese Kennzahl wird
in das Verhältnis zum EBITDA gesetzt und gibt dadurch einen An-
haltspunkt, wie viele Perioden das gleiche EBITDA erwirtschaftet
werden müsste, um die Nettofinanzverschuldung abzudecken. Das
Verhältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Ei-
genkapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-
Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw.
ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial
Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettover-
schuldung wird in der Lenzing AG als Maßstab für die finanzielle
Verschuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Ab-
fertigungen und Pensionen verwendet.
Nettofinanzverschuldung 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Hybridkapital   
+ Verbindlichkeiten aus
Schuldscheindarlehen   
+ Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten
  
+ Sonstige zinstragende
Verbindlichkeiten   
+ Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen
(verzinsliche Darlehen)
  
- Wertpapiere des Umlaufvermögens – – 
- Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente – – –
Nettofinanzverschuldung   
/ EBITDA (Betriebsergebnis vor
Abschreibungen)   –
Nettofinanzverschuldung/EBITDA   –
Nettofinanzverschuldung   
/ bereinigtes Eigenkapital   
Net Gearing in % am
Bilanzstichtag   
Nettoverschuldung 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Nettofinanzverschuldung   
+ Rückstellungen für Abfertigungen   
+ Rückstellungen für Pensionen   
Nettoverschuldung am
Bilanzstichtag   
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing AG als Maßstab
für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet.
Trading Working Capital 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
Vorräte   
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen   
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
  
+ Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
verbundenen Unternehmen   
- Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
– – –
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen gegenüber
verbundenen Unternehmen – – –
Trading Working Capital   
/ Umsatzerlöse   
Trading Working Capital zu
Umsatzerlösen   
Cashflow
Der Cashflow dient in der Lenzing AG zur Beurteilung der Finanz-
lage, insbesondere der Fähigkeit Zahlungsüberschüsse zu erwirt-
schaften und Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Cashflow 2025 2024 2023
EUR Mio EUR Mio EUR Mio
EBT (Ergebnis vor Steuern) – – –
+ Abschreibungen auf immaterielle
Gegenstände des Anlage-
vermögens und Sachanlagen   
+/- Sonstige Überleitungen   
Cashflow aus der
Geschäftstätigkeit
–  
- CAPEX – – –
+ Einzahlungen aus dem Abgang
von Sachanlagevermögen
  
- Auszahlungen für Finanzanlagen – – –
+ Einzahlungen aus dem Abgang
von Finanzanlagevermögen   
Cashflow aus der
Investitionstätigkeit
– – –
- Dividende   
+ Investitionszuschüsse   –
+/- Einzahlungen/Auszahlungen
von verzinslichem Fremdkapital
(ohne Sozialkapital)  – 
Cashflow aus der
Finanzierungstätigkeit  – 
Veränderung der Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente  – 
Anfangsbestand Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente   
Endbestand Zahlungsmittel
und Zahlungsmittel-
äquivalente   
287 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Aktuelles Risikoumfeld
Das globale Risikoumfeld im Jahr 2026 ist durch eine Kombination
aus strukturellen, geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherhei-
ten gekennzeichnet.
Der zunehmende strategische Wettbewerb zwischen den Groß-
mächten und der Abbau multilateraler Kooperationsmechanismen
schwächen die internationale Stabilität.
Wirtschaftlich belasten anhaltende Handelskonflikte, protektionis-
tische Maßnahmen und eine fragmentierte Weltwirtschaft die Lie-
ferketten, Investitionen als auch Wachstumsaussichten.
Trotz der zahlreichen geopolitischen Spannungen gibt es unter an-
derem aufgrund neuer Handelsabkommen aber auch Lichtblicke in
der europäischen Wirtschaft und einen ökonomisch optimistische-
ren Ausblick als zu Beginn des Vorjahres.
Technologische Umbrüche, insbesondere in den Bereichen künst-
liche Intelligenz und Cyberrisiken, erhöhen die Anfälligkeit von Or-
ganisationen und Unternehmen gleichermaßen.
Darüber hinaus verschärfen klimabedingte Extremwetterereignisse
und der Druck, bestehende Geschäftsmodelle zu transformieren,
die Komplexität des Risikoumfelds.
Insgesamt ist das Jahr 2026 durch erhöhte Volatilität in den Märk-
ten, geringere Vorhersehbarkeit politischer und wirtschaftlicher
Entscheidungen und ein wachsendes Konfliktpotenzial gekenn-
zeichnet.
Für eine ausführliche Bestandsaufnahme der Entwicklungen am
Weltfasermarkt im Berichtsjahr und den damit zusammenhängen-
den Risiken für die Lenzing Gruppe siehe Kapitel „Allgemeines
Marktumfeld“.
Lenzing Risikoausblick 2026
Das globale Risikoumfeld, insbesondere im Hinblick auf die aktuel-
len geopolitischen Entwicklungen, wirkt sich in verschiedenem
Ausmaß auf die Geschäftstätigkeit von Lenzing aus.
Für 2026 prognostiziert der IWF ein Weltwirtschaftswachstum von
3,3 Prozent. Die globale Inflationsrate wird laut IWF voraussichtlich
auf 3,8 Prozent im Jahr 2026 und auf 3,4 Prozent im Jahr 2027 sin-
ken.
1
Ergebnisrisiken für Lenzing resultieren insbesondere aus der anhal-
tend schwachen Nachfrage nach regenerierten Cellulosefasern.
Diese ist auf eine Verschiebung des Marktgleichgewichts aufgrund
1
Quelle: IMF, World Economic Outlook, January 2026
verstärkter asiatischer Konkurrenz und der daraus folgenden nied-
rigen Faserpreise sowie auf die volatile Preisentwicklung zentraler
Rohstoffe und Energie zurückzuführen.
Lenzing begegnet diesen Risiken proaktiv durch die konsequente
Umsetzung ihrer überarbeiteten Strategie und die damit verbun-
dene Ausrichtung auf nachhaltiges Wachstum mit emissionsarmen
Premiumprodukten.
Angesichts der geopolitischen Spannungen führen globale Han-
delskonflikte zu einem erhöhten Risiko zusätzlicher Handelsbe-
schränkungen mit potenziellen negativen Auswirkungen auf für
Lenzing relevante Lieferketten und Absatzmärkte.
Die Versorgung der Faserproduktionsstandorte mit hochwertigem
Faserzellstoff gilt durch die unternehmenseigene Zellstoffproduk-
tion und ausreichende Marktkapazitäten langfristig als gesichert.
Das Liquiditätsrisiko für 2026 wird aufgrund der Cash-Position und
ungenutzter Kreditlinien bei Banken sowie der erwarteten Free
Cashflow-Entwicklung als moderat eingestuft. Lenzing konnte die
Liquiditätsposition durch den Abschluss einer syndizierten Finan-
zierung über EUR 545 Mio., bestehend aus einem endfälligen Dar-
lehen mit einer Laufzeit von drei Jahren in Höhe von EUR 355 Mio.
und einer revolvierend ausnutzbaren Kreditlinie in Höhe von EUR
190 Mio. mit einer Laufzeit von ebenfalls drei Jahren mit Verlänge-
rungsoptionen von insgesamt zwei Jahren und durch einen erneut
deutlich positiven Free Cashflow wesentlich stärken. Ein deutlich
ansteigendes Zinsniveau oder eine unerwartet negative Entwick-
lung des operativen Geschäfts und des dadurch generierten Free
Cashflows würde ein Risiko für die verfügbare Liquidität darstellen.
Eine Nichteinhaltung der in Finanzierungsverträgen vorhandenen
Financial Covenants würde zu einer Rückzahlungspflicht der Fi-
nanzverbindlichkeiten führen und damit ein Risiko für die verfüg-
bare Liquidität darstellen.
2
Ein kurzfristiger, unerwarteter Wegfall
der bestehenden Working Capital Finanzierungsprogramme (Fac-
toring und Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen) würde ein Ri-
siko für die verfügbare Liquidität darstellen. Die Verfügbarkeit von
Krediten und der Zugang zu den Kapitalmärkten für Refinanzie-
rungsaktivitäten sind für Lenzing im Jahr 2026 wichtig und stellen
risikomindernde Faktoren für das Liquiditätsmanagement dar.
Auf der Währungsseite würde sich eine Abwertung des US-Dollars
als auch des chinesischen Yuans negativ auf das offene Währungs-
volumen von Lenzing auswirken.
In Zusammenhang mit den derzeit von Lenzing durchgeführten Re-
organisationsmaßnahmen und damit verbundenen Personalabbau-
plänen können mittelfristig Risiken hinsichtlich des Verlustes von
Know-how entstehen.
Im Bereich der nicht-operativen Risiken sind für Lenzing insbeson-
dere Cybersicherheits-, Datenschutz- sowie weitere compliance-
2
Für eine detaillierte Beschreibung wird auf die Note 37 im Konzernabschluss verwie-
sen.
Risikobericht
288 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bezogene Risiken von Bedeutung, da diese möglicherweise zu Be-
triebsstörungen führen oder sich negativ auf die Reputation aus-
wirken könnten. Lenzing steuert diese Risiken mittels präventiver
Maßnahmen, einschließlich einer modernen technologischen Inf-
rastruktur, konzernweit implementierten Richtlinien, strukturierter
Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen sowie einer globalen
Organisationsstruktur.
Ziele des Risikomanagements
Der Hauptzweck des Risikomanagements der Lenzing Gruppe be-
steht in der Sicherung und Stärkung des Unternehmens durch eine
adäquate, objektive und transparente Einschätzung der finanziellen,
operativen und strategischen Risiken einschließlich jener in Bezug
auf den ESG-Themenbereich.
Anhand eines ganzheitlichen und unternehmensweiten Risikoma-
nagementsystems stellt Lenzing die zentrale Risikosteuerung und
Überwachung für den Konzern sicher. Gemeinsam mit den opera-
tiven Einheiten werden wesentliche Risiken identifiziert und bewer-
tet und in weiterer Folge dem Vorstand und anderen Stakeholdern
kommuniziert und transparent dargelegt. Eine proaktive Analyse
von potenziellen Risiken ist ebenso Ziel des Risikomanagements,
wie die Aufgabe, Risiken aktiv zu steuern und entsprechende Maß-
nahmen mit den betroffenen Unternehmensbereichen zu evaluie-
ren. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel werden im Rahmen
des Risikomanagements klimabezogene Risiken und Chancen und
deren kurz-, mittel- und langfristige Auswirkungen auf die
Lenzing Gruppe identifiziert und bewertet sowie entsprechende
Maßnahmen zur Risikominderung abgeleitet. Damit wird den An-
forderungen der ESRS (European Sustainability Reporting Directive)
zu klimabezogenen Chancen und Risiken Rechnung getragen.
Risikomanagementstrategie und -
prozess
Die Risikomanagement-Strategie von Lenzing folgt einem mehr-
stufigen Ansatz: Mit ihrem Risikoappetit legt Lenzing die allge-
meine Einstellung zum Eingehen von Risiken sowie zur Realisierung
von Opportunitäten auf verschiedenen Ebenen fest. Risiken, die
nicht vertretbar sind oder der Strategie von Lenzing widersprechen,
werden vermieden, reduziert oder übertragen. Der Risikoappetit
von Lenzing definiert daher auch die Risikotransfer-Strategie der
Gruppe, die wiederum den Grad der versicherungstechnischen Ri-
sikoeigentragung (Selbstbehalte) der einzelnen Produktionsstan-
dorte bestimmt. Corporate Risk Management führt im Halbjahres-
rhythmus Risikointerviews mit allen operativen Einheiten und glo-
balen Unternehmensfunktionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Be-
urteilung der kurz- bis mittelfristigen Risiken, während die Analyse
klimabezogener Risiken und Chancen auch die langfristigen Aus-
sichten berücksichtigt (siehe auch Kapitel „E1 Klimawandel“ in der
nichtfinanziellen Erklärung des Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbe-
richts). Die wesentlichen Risiken und eine zunehmende Anzahl an
Chancen werden in Lenzings Enterprise Risk Management (ERM)
System erfasst und quantitativ bewertet. Die Risiken werden gegen
das geplante EBITDA simuliert und die Bandbreite der möglichen
Abweichungen zum jeweiligen Budget ermittelt. Lenzing bedient
sich dazu einer modernen Simulationssoftware, die auch für die
Berechnung der Risiko-KPIs wie den Value at Risk (VaR), das risiko-
bereinigte EBITDA und ROCE sowie das Verhältnis von Nettover-
schuldung zu EBITDA herangezogen wird. Risiken, die nicht mone-
tär bewertbar sind, werden qualitativ erfasst.
Je nach Auswirkung auf das Unternehmen wird versucht, Risiken
durch entsprechende Maßnahmen zu vermeiden, zu minimieren,
zu transferieren oder, in bestimmten Fällen und wenn aus unter-
nehmerischer Sicht erforderlich und sinnvoll, diese auch bewusst
einzugehen.
Die ERM-Organisation von Lenzing definiert die Regeln, Rechte
und Verantwortlichkeiten innerhalb der Lenzing Gruppe, die für die
jeweils zuständigen Stakeholder gelten bzw. von diesen wahrzu-
nehmen sind. Für jeden Produktionsstandort ist ein Risikomanager
ernannt, der alle standortspezifischen Risiken und Chancen koor-
diniert und kommuniziert und darüber im Rahmen des halbjährli-
chen Risikointerviews Bericht erstattet. Die Zuordnung der Risiken
erfolgt gemäß der jeweiligen Betriebsorganisation, wobei jedem
Risiko ein sogenannter „Risk Owner“ zugewiesen ist.
Im Berichtsjahr wurde die Funktionsfähigkeit des Risikomanage-
ment-Systems der Lenzing Gruppe von KPMG Austria GmbH ge-
mäß Regel 83 ÖCGK im Rahmen einer sonstigen Prüfung mit be-
grenzter Sicherheit auditiert und bestätigt.
Die wesentlichen Risiken und Chancen werden dem Vorstand und
dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats auf halbjährlicher Basis
vorgestellt.
Marktumfeldrisiken
Marktrisiko
Als weltweit agierendes Unternehmen ist die Lenzing Gruppe einer
Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Die Preis- und Mengenentwick-
lung ist bei Fasern für Textilien und in geringerem Maße auch bei
Fasern für Vliesstoffe zyklisch, da sie von globalen und regionalen
Konjunkturlagen abhängig ist. Auf vielen Teilmärkten konkurrieren
Lenzing Fasern mit Baumwoll-, regenerierten Cellulose- und syn-
thetischen Fasern. Die Preisentwicklung dieser Produkte, die pri-
mär von der allgemeinen Nachfrage und Marktsättigung abhängt,
beeinflusst somit auch die Entwicklung der Umsätze und Verkaufs-
mengen von Lenzing Fasern. Diesem Risiko wirkt die
Lenzing Gruppe durch eine stetige Premiumisierung im globalen
Produktportfolio sowie einer konsequenten Nachhaltigkeits- und
Innovationsstrategie entgegen.
Absatzrisiko
Die Lenzing Gruppe erzielt rund 50 Prozent des Faserumsatzes mit
einer mittleren zweistelligen Anzahl an Kunden. Im Zellstoffbereich
ist die Kundenkonzentration vergleichsweise höher als im Faserbe-
reich. Abnahmeausfälle bei dieser Kundengruppe oder der gänzli-
che Verlust eines oder mehrerer Großkunden, ohne zeitgleich Er-
satz zu finden, stellen gewisse Risiken dar, denen das Unternehmen
durch seine globale Präsenz und die laufende Erweiterung des
Kundenspektrums bzw. der Absatzsegmente entgegenwirkt. Der
mögliche Ausfall von Kundenforderungen wird durch ein klares
Forderungsmanagement und den Einsatz einer weltweiten Kredit-
versicherung abgedeckt.
289 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wettbewerbs- und Innovationsrisiko
Die Lenzing Gruppe ist dem Risiko ausgesetzt, ihre Position auf
dem Fasermarkt durch einen steigenden Wettbewerb oder neue
Technologien von Mitbewerbern zu verlieren. Diesem Risiko steu-
ert Lenzing durch eine für die Branche überdurchschnittliche For-
schungs- und Entwicklungstätigkeit, eine hohe Produktinnovati-
onsrate sowie durch ständige Kostenoptimierungen entgegen. Die
Lenzing Gruppe sieht sich – ebenso wie andere Hersteller – stets
mit dem Risiko konfrontiert, dass alternative Faserprodukte verfüg-
bar werden und zu günstigeren Preisen als regenerierte Cellulose-
fasern vermarktet werden. Darüber hinaus kann die Wettbewerbs-
fähigkeit von Lenzing auch durch zusätzliche Handelsbarrieren ne-
gativ beeinflusst werden.
Gesetze und Verordnungen
Die Lenzing Gruppe ist auf den weltweiten Märkten mit unter-
schiedlichen Rechtssystemen und Verordnungen konfrontiert. Eine
Änderung von Gesetzen oder sonstigen Bestimmungen wie Im-
portzölle, Produktklassifizierungen, Umweltauflagen etc., sowie
die strengere Auslegung von Verordnungen und Gesetzen können
zu erheblichen Mehrkosten und zu Wettbewerbsnachteilen führen.
Die Lenzing Gruppe unterhält zertifizierte Managementsysteme
für Qualitätsmanagement nach ISO 9001, für Umweltmanagement
nach ISO 14001 und für Sicherheitsmanagement nach ISO 45001.
Die Rechtskonformität im Zusammenhang mit diesen Manage-
mentsystemen wird regelmäßig intern als auch extern auditiert.
Aufgrund der fortschreitenden Auswirkungen des Klimawandels
auf Gesellschaft und Ökosysteme sind striktere Gesetze und Ver-
ordnungen seitens Regierungen und sonstiger Stakeholder zu er-
warten. Eine Implementierung regional unterschiedlicher Maßnah-
men kann den Erfolg der Lenzing Gruppe negativ beeinflussen. Um
auf klimabedingte physische und transitorische Risiken proaktiv re-
agieren zu können, hat Lenzing im Jahr 2024 erstmalig eine Klima-
risikoanalyse durchgeführt .
Risiken und Chancen in Zusammenhang mit
ESG
Im Rahmen einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse erhebt
Lenzing in einem mehrstufigen und holistischen Ansatz wiederkeh-
rend die wesentlichen Themen in Bezug auf ihr nachhaltig ausge-
richtetes Geschäftsmodell. Den einzelnen ESG-Themen sind we-
sentliche Risiken und Chancen zugeordnet, welche sukzessive in
das Enterprise Risk Management System integriert und in der lang-
fristigen strategischen Geschäftsplanung von Lenzing berücksich-
tigt werden.
Im Bereich der ökologischen Verantwortung (Environment) sind vor
allem die klimabezogenen Themen im Zusammenhang mit der
Klimaerwärmung (CO
2
-Reduktion) sowie die nachhaltige Rohstoff-
beschaffung (Holz, Chemikalien) und die zunehmende Wasser-
knappheit in gewissen Regionen Schwerpunktthemen. Die zuneh-
mende Regulierung, insbesondere in Bezug auf die Besteuerung
von Treibhausgasen und die Bepreisung von Kohlenstoff, stellt für
Lenzing ein erhebliches Risiko dar. In den Ländern, in denen
Lenzing kohlenstoffintensive Prozesse betreibt, wurden bereits
Vorschriften für Treibhausgasemissionen eingeführt. Lenzing arbei-
tet konsequent an der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnah-
men, sowie an der Reduktion der CO
2
-Emissionen, um dem Um-
weltschutz Rechnung zu tragen und die Exposition durch Ökosteu-
ern zu verringern.
Holz ist für Lenzing die wichtigste natürliche Ressource für die Her-
stellung ihrer biologisch abbaubaren Cellulosefasern. Trot z d er
nachhaltigen Beschaffungspolitik und der rückwärtsintegrierten
Produktion besteht das inhärente Risiko, dass die Holzpreise auf-
grund des Klimawandels, der weltweit steigenden Nachfrage nach
Biomasse und alternativer Landnutzung weiter steigen.
Die globale Textilindustrie, insbesondere die Modeindustrie, in der
die Produkte von Lenzing häufig verwendet werden, wird wegen
ihres teilweise ressourcenintensiven Rohstoffverbrauchs und ihrer
Produktionsprozesse kritisch betrachtet. Lenzing erachtet diese
Entwicklung aufgrund ihres Geschäftsmodells mit verantwor-
tungsbewusst hergestellten Fasern und den Zugang zu neuen und
aufstrebenden Märkten als Chance.
Die Herstellung von Zellstoff und Fasern ist mit hohem Wasserver-
brauch und mit Emissionen in Luft und Wasser verbunden. Lenzing
betreibt ein sorgfältiges, globales Wassermanagement, das sowohl
die Einhaltung von lokalen Gesetzen als auch weltweiter Standards
gewährleistet. Der zunehmenden Wasserknappheit wirkt Lenzing
durch eine kontinuierliche Verbesserung der Ressourcennutzung
entgegen.
Im Bereich der sozialen Verantwortung (Social) sind die Hauptrisi-
ken für die physische sowie die mentale langfristige Gesundheit
und Sicherheit von Mitarbeiter:innen an den eigenen Standorten
und entlang der Wertschöpfungskette als auch der Gesellschaft
hervorzuheben, denen Lenzing verstärkt mit gezielten Umfragen
und Schwerpunktprogrammen entgegenwirkt.
Im Bereich der Unternehmensführung (Governance) sind Risiken
wie Cybersicherheits-Vorfälle (siehe „IT-Risiken“) sowie eine man-
gelhafte Einhaltung der Corporate Governance und daraus resul-
tierende Risiken wesentlich.
Operative Risiken
Beschaffungsrisiko (inkl. Zellstoffversorgung)
Zur Herstellung von Cellulosefasern muss die Lenzing Gruppe
große Mengen an Rohstoffen (Holz, Chemikalien) und Energie zu-
kaufen. Die Faserproduktion und deren Margen sind Risiken der
Verfügbarkeit und der Preisentwicklung dieser Rohstoffe unterwor-
fen, die zum Nachteil der Lenzing Gruppe schwanken und durch
den Klimawandel weiter verstärkt werden können. Diesen Risiken
wirkt Lenzing durch eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten nach
den Kriterien Preis, Zuverlässigkeit und Qualität, EcoVadis-basier-
ten Nachhaltigkeitsbewertungen, den Ergebnissen des Together-
for-Sustainability (TfS) Prüfprogramms sowie Lenzing-spezifischer
Audits, aber auch durch langjährig ausgerichtete, stabile Lieferan-
ten-Kunden-Beziehungen mit teilweise mehrjährigen oder langfris-
ten Abnahmeverträgen entgegen. Alle Zulieferer sind darüber hin-
aus verpflichtet, den Globalen Verhaltenskodex der Lenzing für Lie-
feranten einzuhalten. Dennoch besteht das Risiko von Verstößen
mit negativen Auswirkungen auf die Lenzing Gruppe und ihre Sta-
keholder entlang der Wertschöpfungskette. Lieferkettenrisiken
können sich auch aus Störungen ergeben, die durch Naturereig-
nisse ausgelöst werden.
Lenzing ist mit ausgewählten Rohstofflieferanten und Dienstleis-
tungspartnern langfristige Vertragsbeziehungen eingegangen.
290 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diese verpflichten Lenzing dazu, festgesetzte Mengen an Rohstof-
fen zu standardisierten Konditionen und mit möglichen Preisanpas-
sungsklauseln abzunehmen. Daraus kann für Lenzing resultieren,
dass Preise, Abnahmemengen oder andere Vertragsbedingungen
nicht unmittelbar an die geänderten Marktbedingungen angepasst
werden können.
Betriebliche und Umweltrisiken
Zur Herstellung von regenerierten Cellulosefasern bedarf es kom-
plexer chemischer und physikalischer Vorgänge, die gewisse Um-
weltrisiken bergen. Durch proaktives und nachhaltiges Umweltma-
nagement, geschlossene Produktionskreisläufe und laufendes Mo-
nitoring der Emissionen werden diese Risiken dank heutiger Pro-
duktionstechniken und der Überwachung der Produktionsprozesse
durch hochqualifiziertes Personal sehr gut beherrscht. Lenzing ar-
beitet beständig daran, Sicherheits- und Umweltstandards durch
freiwillige Referenzen, wie das EU Ecolabel, zu erhöhen. Da die
Lenzing Gruppe seit Jahrzehnten Produktionsstätten an mehreren
Orten nutzt, können Risiken für Umweltschäden aus früheren Peri-
oden nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Obwohl die Lenzing Gruppe bei Bau, Betrieb und Erhaltung ihrer
Produktionsstandorte sehr hohe Standards im Bereich Technik und
Sicherheit anlegt, kann das Risiko von Betriebsstörungen und -un-
fällen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Solche Störungen
können auch von äußeren Faktoren verursacht werden, die sich
dem Einflussbereich von Lenzing entziehen. Ein direkter Schutz ge-
gen bestimmte Naturgefahren wie Wirbelstürme, Erdbeben und
Überschwemmungen, der über die bestehende Elementarscha-
denversicherung hinausgeht, ist nicht möglich. Zudem besteht das
Risiko von Personen-, Sach- und Umweltschäden sowohl innerhalb
als auch außerhalb der Betriebstätten, welche zusätzlich zu be-
trächtlichen Schadenersatzforderungen und strafrechtlicher Ver-
antwortlichkeit führen können.
Die Lenzing Gruppe hat ihre Produktionstätigkeit auf einige wenige
Betriebsstätten konzentriert. Jegliche Störung in einer dieser Be-
triebsstätten beeinflusst den geschäftlichen Erfolg und die Ziele
der Lenzing Gruppe.
Anlagenrisiko
Lenzing ist ein anlagenintensives Unternehmen, das dem Risiko der
Alterung von Anlagen oder Anlagenteilen ausgesetzt ist. Es bedarf
laufender Investitionen, um diese Anlagen oder Anlagenteile auf
dem neuesten Stand der Technik zu halten. Lenzing ergreift im
Rahmen von Instandhaltungsinitiativen und Produktivitätsverbes-
serungen kontinuierlich Maßnahmen, um diesem Risiko entspre-
chend zu begegnen.
Produkthaftungsrisiko
Die Lenzing Gruppe vertreibt ihre Produkte und Leistungen welt-
weit. Dabei kann es zu Schäden beim Kunden oder entlang der Lie-
ferkette kommen, welche durch die Auslieferung eines mangelhaf-
ten Produktes von Lenzing oder einem Tochterunternehmen verur-
sacht werden. Zudem kann die Produktsicherheit durch Ver-
schmutzung gefährdet sein, die zu Problemen in der Wertschöp-
fungskette wie zu möglichen gesundheitlichen Folgen für Beschäf-
tigte oder Kunden führen kann. Lenzing unterliegt dabei auch den
geltenden lokalen Gesetzen der jeweiligen Länder, in welche die
Produkte geliefert werden. Speziell in den USA werden die mögli-
chen Implikationen als sehr schwerwiegend eingeschätzt. Lenzing
wirkt diesem Risiko durch angemessene Präventionsmaßnahmen
im Produktionsprozess sowie regelmäßiger Qualitätskontrollen als
auch einem professionellen Schadensmanagement entgegen.
Drittschäden, welche durch Lenzing verursacht werden, sind in ei-
nem globalen Haftpflichtprogramm versichert.
Finanzrisiken
Für eine detaillierte Risikobeschreibung der Finanzrisiken wird auf
den Konzernabschluss, Note 34 bis 37, verwiesen.
Steuerrisiko
Die Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind in den jeweili-
gen Ländern lokalen Steuergesetzen unterworfen und müssen so-
wohl Ertragsteuern als auch andere Steuern bezahlen. Änderungen
in der Steuergesetzgebung bzw. unterschiedliche Auslegungen der
jeweils geltenden Bestimmungen können zu nachträglichen Steu-
erbelastungen führen.
Compliance
Die kontinuierliche Verschärfung internationaler Verhaltensrichtli-
nien und Gesetze erhöht für Lenzing die Anforderungen zur Einhal-
tung und Überwachung dieser Bestimmungen. Unzureichende
Kontrollen in den Geschäftsprozessen oder mangelnde Dokumen-
tation können zur Verletzung von geltenden Gesetzen oder Regeln
führen und die Reputation sowie den wirtschaftlichen Erfolg er-
heblich gefährden. Lenzing’s Compliance Organisation steuert
diese Risiken proaktiv mittels einem gruppenweit gültigen Verhal-
tenskodex, einer „Anti-Bestechungs- und Korruptions-Richtlinie“,
einer „Anti-Geldwäsche-Richtlinie“ und einer „Kartellrechtsdirek-
tive“. Risiken in Zusammenhang mit Datenschutz werden von ei-
nem Datenschutzbeauftragten sowie anhand umfangreicher Schu-
lungsprogramme für Mitarbeiter adressiert. Für weitere Informati-
onen zum Thema Compliance siehe Corporate Governance Be-
richt.
Risiken hinsichtlich geistigen Eigentums
Es besteht das Risiko, dass das geistige Eigentum von Lenzing ver-
letzt wird oder unvollständig geschützt ist. Die Lenzing Gruppe
steuert diesen Risiken mittels einer eigenen Abteilung für den
Schutz von geistigem Eigentum entgegen.
IT- und OT-Risiken
Lenzing ist in ihrem täglichen Betrieb von Systemen für hochent-
wickelte Informationstechnologie (IT) abhängig, sowohl in ihren ei-
genen Produktionsstätten als auch in der gesamten Wertschöp-
fungskette. IT-Systeme sind anfällig für eine Reihe von Problemen,
wie Software- oder Hardware-Fehlfunktionen, böswilliges Hacken
oder Cyberangriffe, physische Schäden an wichtigen IT-Zentren
und das Auftreten von Computerviren. Folglich kann jede größere
Beschädigung, Unterbrechung und/oder Umgehung der bestehen-
den IT-Systeme den Geschäftsbetrieb beeinträchtigen. Diese Risi-
ken werden durch umfassende technische und organisatorische
Maßnahmen sowie durch eine zusätzliche Cyber-Versicherung
adressiert.
Neben IT Risiken werden in Lenzing auch Risiken in Zusammen-
hang mit OT (Operational Technology) Equipment und Prozessen
erfasst und bewertet, um potenziellen Betriebsunterbrechungen
proaktiv und strategisch entgegenzuwirken.
291 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Personelle Risiken
Personalrisiken können sich aus der Fluktuation von Mitarbeiter:in-
nen in Schlüsselpositionen sowie bei der Rekrutierung von neuen
Mitarbeiter:innen an allen weltweiten Standorten ergeben. Diese
Risiken könnten durch die von Lenzing durchgeführten Reorgani-
sationsmaßnahmen und damit verbundene Personalabbaupläne
zusätzlich verstärkt werden. Die Lenzing Gruppe hat eine global
aufgestellte Personalabteilung, die sich in Fragen der Personalpla-
nung mit den jeweiligen Standorten abstimmt, sowie sämtliche
Personalthemen zentral steuert und kontrolliert.
Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe sowie Arbeiter:innen und
Angestellte von Fremdfirmen sind in den Produktionsstätten einem
potenziellen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Das Sicherheits- und
Gesundheitsprogramm der Lenzing berücksichtigt dieses Risiko
und enthält einen strategischen Ansatz für Gefahrenminderung,
Präventionsmaßnahmen und ausgiebige Schulungen. Für mehr In-
formationen siehe nichtfinanzielle Erklärung des Geschäfts- und
Nachhaltigkeitsberichtes der Lenzing Gruppe.
Risiken im Zusammenhang mit
Großprojekten
Großprojekte bergen das inhärente Risiko einer Kosten- und Zeit-
überschreitung, denen Lenzing mit einem standardisierten Pla-
nungsprozess, konsequenten Projektmanagement, laufenden Kos-
tenkontrollen sowie Versicherungslösungen und Risikotransfer ent-
gegenwirkt.
Risiken aus externer Sicht und
sonstiger Stakeholder
Als globales Unternehmen ist sich die Lenzing Gruppe ihrer gesell-
schaftlichen Verantwortung bewusst. Die im Risikobericht erwähn-
ten Risiken beziehen sich hauptsächlich auf die Wirkung gegen-
über den Vermögenswerten und Ergebnissen der Lenzing Gruppe.
Als einer der Nachhaltigkeitsführer der Branche strebt die
Lenzing Gruppe ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen
von Gesellschaft, Umwelt und Ökonomie an. Diese Verantwortung
übernimmt das Unternehmen insbesondere auch in Bezug auf
mögliche Auswirkungen der Betriebstätigkeit auf Anrainer:innen
der Produktionsstandorte sowie gegenüber der gesamten Gesell-
schaft. Aktive Stakeholder-Arbeit zur Minimierung der Risiken
(Partnerschaften für den systemischen Wandel) und zur Schaffung
von Zusatznutzen für Mensch und Umwelt sind klare Ziele der In-
novations- und Geschäftstätigkeit der Lenzing Gruppe. Gemein-
sam mit ihren Partnern arbeitet die Lenzing Gruppe daran, die Ri-
siken für Stakeholder zu verstehen und Lösungen zur Minimierung
der Risiken zu finden. Dies erfolgt durch offene Kommunikation
und Transparenz genauso wie durch die ständige Verbesserung der
Technologien und nachhaltige Praktiken.
292 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Das Interne Kontrollsystem der Lenzing Gruppe regelt die Sicher-
stellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung, die Ein-
haltung gesetzlicher und unternehmensinterner Richtlinien sowie
die Abbildung von operativen Risiken, die auf die Konzern-Bilanz
und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wirken können. Der
Vorstand zeichnet für die Einrichtung und die Umsetzung des In-
ternen Kontrollsystems der Lenzing Gruppe verantwortlich.
Die Aufbau- und Ablauforganisation der Lenzing Gruppe bilden die
wesentliche Basis für das Kontrollumfeld und damit das Interne
Kontrollsystem im Unternehmen. Im Bereich der Aufbauorganisa-
tion bestehen eindeutige Kompetenz- und Verantwortungszuwei-
sungen auf den unterschiedlichen Führungs- und Hierarchieebe-
nen des Konzerns. Dies umfasst neben den österreichischen
Standorten alle internationalen Tochtergesellschaften. Der globa-
len Präsenz der Lenzing Gruppe und damit der dezentralen Gesell-
schafts- und Standortstrukturen wird durch die Zentralisierung von
wesentlichen Unternehmensfunktionen Rechnung getragen. Die
Wahrnehmung und Steuerung der nationalen Geschäftstätigkeiten
obliegen grundsätzlich dem jeweiligen Management.
Die Ablauforganisation des Unternehmens ist durch ein umfangrei-
ches Regelwerk gekennzeichnet. Interne Vorgaben und Richtlinien
stellen den Rahmen für das Kontrollsystem dar. Die Basis für Frei-
gaben und Kompetenzen für den Gesamtkonzern regeln die
„Lenzing Group Mandates“. Weitere Regelungen und Kontrollen
werden durch das jeweils zuständige Management vorgesehen.
Die Effizienz und Einhaltung der Kontrollen im operativen Betrieb
werden im Rahmen der Tätigkeitent durch „Corporate Audit“ über-
prüft.
Finanzberichterstattung
Für die Finanzberichterstattung, das rechnungslegungsbezogene
interne Kontrollsystem und für die Steuerthemen im Konzern sind
die zentralen Bereiche „Corporate Accounting“ und „Corporate
Tax“ zuständig.
Ziel des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems ist
es, die gesetzlichen Normen, die Grundsätze ordnungsgemäßer
Buchführung sowie die Rechnungslegungsvorschriften des öster-
reichischen Unternehmensgesetzbuches (UGB) und für Zwecke
der Konzernrechnungslegung die Rechnungslegungsvorschriften
der Internationalen Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die
internen Richtlinien zur Rechnungslegung, insbesondere das kon-
zernweit gültige Bilanzierungshandbuch und den Terminplan, ein-
heitlich umzusetzen. Das rechnungslegungsbezogene interne Kon-
trollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und
korrekte Erfassung aller geschäftlichen Prozesse und Transaktionen
gewährleistet ist und somit zuverlässige Daten und Berichte über
die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Lenzing Gruppe vor-
liegen. Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen
erstellen auf Gesellschaftsebene zeitgerecht Abschlüsse nach lo-
kalem Recht sowie nach IFRS und sind verantwortlich, dass die
zentralen Regeln dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei
von „Corporate Accounting“ und „Corporate Tax“ unterstützt und
überwacht. Dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates wird über
das rechnungslegungsbezogene Kontrollsystem berichtet. Dane-
ben gibt es auch noch die externe Jahresabschlussprüfung und ei-
nen freiwilligen prüferischen Review des Halbjahresberichtes.
Der Bereich „Corporate Treasury“, und insbesondere der in diesem
Bereich verantwortete Zahlungsverkehr, ist aufgrund des direkten
Zugriffes auf Vermögenswerte des Unternehmens, als besonders
sensibel einzustufen. Dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis wird
durch umfassende Regelungen und Anweisungen im Bereich der
einschlägigen Prozesse entsprechend Rechnung getragen. Der ge-
samte Prozess, von der Beschaffung bis zur Zahlung, unterliegt
strengen konzerneinheitlichen Richtlinien. Die Vorgaben werden
weitgehend durch ein gruppenweites IT-System unterstützt und
sehen unter anderem eine strikte Funktionstrennung, ein klares Be-
rechtigungskonzept zur Vermeidung von Berechtigungskonflikten,
ein strenges Vier-Augen-Prinzip in der Abwicklung von Transaktio-
nen, insbesondere bei Zahlungen, und laufende Informationen vor.
Einhaltung gesetzlicher und
unternehmensinterner Vorschriften
Das Rechtsmanagement der Lenzing Gruppe wird vom Bereich
„Global Legal, Intellectual Property & Compliance“ wahrgenom-
men. Diese zentrale Funktion ist für bestimmte Rechtsangelegen-
heiten der Lenzing Gruppe zuständig: Ein Compliance Manage-
ment System (CMS) dient dazu, gruppenweit die gesetzlichen und
unternehmensinternen Vorschriften einzuhalten. Die Abteilung un-
tersteht direkt dem Finanzvorstand der Lenzing Gruppe. Im CMS
werden Compliance-relevante Risiken im engeren Sinn evaluiert,
Normabweichungen analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen
zur Verminderung getroffen (Prevent, Detect, Respond). Des Wei-
teren werden Compliance-relevante Richtlinien (z.
B. Anti-Beste-
chungs- und Anti-Korruptionsdirektive sowie Kartellrechtsdirektive)
vorgegeben und Mitarbeiter:innen dahingehend geschult. Auch
Fachabteilungen, die für die Einhaltung von anderen gesetzlichen
und unternehmensinternen Vorschriften verantwortlich sind, wer-
den unterstützt. Dem Vorstand und Aufsichtsrat bzw. dem Prü-
fungsausschuss wird regelmäßig über Compliance-Maßnahmen
berichtet.
Die Lenzing Gruppe folgt den Vorschriften des österreichischen
Corporate Governance Kodex (ÖCGK) und erstellt im Rahmen des
Geschäftsberichtes einen entsprechenden öffentlichen Corporate
Governance Bericht. Der Corporate Governance Bericht bedarf
der Mitwirkung des Aufsichtsrates, der die Erfüllung der darin
vorgeschriebenen Verpflichtungen an den Prüfungsausschuss
delegiert.
Bericht über wesentliche Merkmale des internen
Kontrollsystems (§
243a Abs. 2 UGB)
293 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Grundkapital und Aktionärsstruktur
Das Grundkapital der Lenzing AG betrug zum Bilanzstichtag EUR
40.107.738,37 und ist eingeteilt in 38.618.180 Stückaktien. Die B&C
Gruppe gab am 12. Juni 2024 bekannt, dass sie und der brasiliani-
sche Zellstoffproduzent Suzano S.A. eine langfristige Partnerschaft
im Zusammenhang mit der Mehrheitsbeteiligung an Lenzing unter-
zeichnet haben. Im Rahmen der Vereinbarung hat die Suzano S.A.
von der B&C Gruppe einen Anteil von 15 Prozent an der Lenzing
AG übernommen. Die B&C Gruppe hielt per 31.12.2025 einen An-
teil der Stimmrechte von 37,25 Prozent und die Suzano S.A. 15 Pro-
zent. Die Goldman Sachs Group, Inc. hielt per 31. Dezember 2025
9,87 Prozent der Aktien. Der Streubesitz (Free Float) liegt bei ca.
38 Prozent. Dieser verteilt sich auf österreichische und internatio-
nale Investoren. Die Lenzing Gruppe hält keine eigenen Aktien.
Stellung der Aktionär:innen
Jede Stückaktie gewährt dem:der Aktionär:in in der Hauptversamm-
lung der Lenzing AG eine Stimme. Die Beschlüsse der Hauptver-
sammlungen werden, soweit nicht zwingende Vorschriften des Ak-
tiengesetzes etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher
Mehrheit der abgegebenen Stimmen und in Fällen, in denen Kapi-
talmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Mehrheit des bei der Be-
schlussfassung vertretenen Grundkapitals gefasst.
Es gibt keine Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Mit Haupt-
versammlungsbeschluss vom 18. April 2024 wurde der Vorstand
für die Dauer von 30 Monaten vom Tag der Beschlussfassung an
gemäß §
65 Abs. 1 Z 4 und 8 und Abs. 1a und 1b AktG ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene Aktien der Gesellschaft
zu erwerben. Dabei dürfen die von der Gesellschaft erworbenen
eigenen Aktien 10 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft nicht
überschreiten. Der beim Rückerwerb zu leistende Gegenwert
muss innerhalb einer Bandbreite von plus/minus 25 Prozent zum
gewichteten durchschnittlichen Börsenschlusskurs der letzten
20 Börsetage vor Beginn des entsprechenden Rückkaufpro-
gramms der Lenzing Aktie liegen.
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, erworbene eigene Aktien
ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss mit Zustimmung des
Aufsichtsrates einzuziehen (samt Ermächtigung des Aufsichtsrates
der Gesellschaft, Änderungen der Satzung, die sich durch die Ein-
ziehung der Aktien ergeben, zu beschließen) oder wieder zu ver-
äußern und die Veräußerungsbedingungen festzusetzen. Diese Er-
mächtigungen können ganz oder in mehreren Teilbeträgen und in
Verfolgung eines oder mehrerer Zwecke durch die Gesellschaft,
durch ein Tochterunternehmen (§
189a Z 7 UGB) oder für Rechnung
der Gesellschaft durch Dritte ausgeübt werden.
Weiters wurde der Vorstand der Gesellschaft für die Dauer von fünf
Jahren vom Tag der Beschlussfassung an ermächtigt, für die Ver-
äußerung eigener Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine
andere gesetzlich zulässige Art der Veräußerung als über die Börse
oder ein öffentliches Angebot, auch unter Ausschluss des Wieder-
kaufsrechts (Bezugsrechts) der Aktionär:innen, zu beschließen und
die Veräußerungsbedingungen festzusetzen.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2023 wurde der
Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das
Grundkapital der Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren ab Eintra-
gung der Satzungsänderung in das Firmenbuch, allenfalls in meh-
reren Tranchen, gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu
EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück
neue auf Inhaber oder Namen lautende Stückaktien zu erhöhen
und den Ausgabekurs und die weiteren Ausgabebedingungen fest-
zulegen (genehmigtes Kapital). Dieses genehmigte Kapital wurde
im Firmenbuch am 26. Mai 2023 eingetragen. Das gesetzliche Be-
zugsrecht kann den Aktionär:innen dabei in der Weise eingeräumt
werden, dass die Kapitalerhöhung von einem Kreditinstitut oder ei-
nem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung über-
nommen wird, sie den Aktionär:innen entsprechend ihrem Bezugs-
recht anzubieten (mittelbares Bezugsrecht).
Der Vorstand wurde weiters ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
sichtsrates, das Bezugsrecht der Aktionär:innen bei einer Kapital-
erhöhung aus dem genehmigten Kapital ganz oder teilweise aus-
zuschließen, (i) wenn die Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen
zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen,
Betrieben, Betriebsteilen, Beteiligungen an Unternehmen oder von
sonstigen mit einem Akquisitionsvorhaben im Zusammenhang ste-
henden Vermögensgegenständen erfolgt, (ii) zur Bedienung einer
Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) oder (iii) für den Ausgleich von
Spitzenbeträgen.
Mit der Durchführung der Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht für
bestehende Aktionär:innen im Jahr 2023 wurden 12.068.180 neue,
auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgegeben.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 19. April 2023 ermächtigt, mit Zustimmung des Auf-
Aktionärsstruktur & Angaben zum Kapital
294 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FSC® CW
Streubesitz
2
37,88 %
9,87 %
The Goldman
Sachs Group, Inc.
(USA)
15,00 %
Suzano S.A.
1
(Brasilien)
37,25 %
B&C-Gruppe
1
(Österreich)
Aktionärsstruktur
Stand: 31.12.2025
1 Laut Syndikatsvertrag zwischen der B&C-Gruppe und Suzano S.A. behält B&C
die alleinige Kontrolle
2 Die Aktien in Streubesitz werden von österreichischen und internationalen
institutionellen Anlegern und Privataktionären gehalten
sichtsrates auch in mehreren Tranchen Wandelschuldverschrei-
bungen, die das Bezugs- oder Umtauschrecht bzw. eine Bezugs-
oder Umtauschpflicht auf insgesamt bis zu 13.274.999 Aktien der
Gesellschaft gewähren bzw. vorsehen, auszugeben. Die Bedienung
kann über das zu beschließende bedingte Kapital und/oder über
eigene Aktien erfolgen. Ausgabebetrag und Ausgabebedingungen
sind vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates festzuset-
zen, wobei der Ausgabebetrag und das Umtauschverhältnis nach
Maßgabe anerkannter finanzmathematischer Methoden sowie
des Kurses der Aktien der Gesellschaft in einem anerkannten Preis-
findungsverfahren zu ermitteln sind. Diese Ermächtigung gilt bis
zum 19. April 2028.
Das gesetzliche Bezugsrecht kann den Aktionär:innen dabei in der
Weise eingeräumt werden, dass die Wandelschuldverschreibung
von einem Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten
mit der Verpflichtung übernommen wird, sie den Aktionär:innen
entsprechend ihrem Bezugsrecht anzubieten (mittelbares Bezugs-
recht).
295 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Der IWF
1
hob zuletzt seine Wachstumsprognose für 2026 auf 3,3
Prozent an. Die sinkende globale Inflation, die sich weiter den Ziel-
werten annähert, wenn auch mit unterschiedlicher regionaler Ge-
schwindigkeit, sowie technologiebezogenen Investitionen und
weiterhin günstige Finanzbedingungen stimmen positiv. Gegen-
wind kommt von anhaltender handelspolitischer Unsicherheit, de-
ren Effekte 2026 allerdings allmählich nachlassen sollten. Sinkende
Energiepreise und erwartete Zinssenkungen in den USA und im
Vereinigten Königreich sollten die Weltwirtschaft zusätzlich stimu-
lieren. Demgegenüber könnten sich mögliche Trendkorrekturen im
KI-Sektor, geopolitische Spannungen und hohe öffentliche Schul-
den negativ auswirken.
Sinkende Energiepreise und eine weitere Normalisierung der Infla-
tion würden die verfügbaren Haushaltseinkommen entlasten und
sich demnach positiv auf das Konsumklima und die Kaufneigung
der Konsument:innen auswirken. Allerdings bleibt die Unsicherheit
weiterhin hoch, was in der Regel zu Zurückhaltung und genaue-
res Achten auf Preise bei Kaufentscheidungen führt.
Da Wechselkurse stark auf wirtschaftspolitische Entwicklungen
reagieren, bleibt das Wechselkursumfeld in den für Lenzing we-
sentlichen Währungen EUR, USD, CNY, BRL und CZK volatil.
Im richtungsweisenden Markt für Baumwolle rechnen Analysten
2
in der laufenden Erntesaison 2025/2026 nach vorläufigen Schät-
zungen mit einem Anstieg der Lagerstände auf ca. 16,8 Mio. Ton-
nen. Für die Vorsaison gab es Anpassungen der Schätzungen
nach unten. Sollten sich produktionsseitig (z.B. durch ungünstige
Wetterbedingungen, Schädlingsbefall) oder nachfrageseitig (z.B.
durch Handelsabkommen) keine ausschlaggebenden Preisim-
pulse ergeben, wird der Druck auf die Baumwollpreise vermutlich
hoch bleiben.
Lenzing wird die Transformation des Unternehmens durch das
ganzheitliche Performance Programm konsequent weiterführen
und laufend evaluieren, um zusätzliche Kostenpotenziale zu he-
ben sowie die Umsatz- und Margengenerierung weiter zu ver-
bessern. Das übergeordnete Ziel bleibt weiterhin das Unterneh-
men profitabler, resilienter und agiler aufzustellen.
Strukturell geht Lenzing unverändert von einem steigenden Bedarf
an umweltverträglichen Fasern für die Textil- und Bekleidungsin-
dustrie sowie die Hygiene- und Medizinbranchen aus. Lenzing ist
daher mit ihrem Geschäftsmodell sehr gut positioniert und forciert
sowohl profitables Wachstum mit Premiumfasern als auch den
weiteren Ausbau der Marktführerschaft im Bereich der Nachhal-
tigkeit.
1
Quelle: IWF, World Economic Outlook, Jänner 2026
2
Quelle: ICAC
Ausblick
296 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachfolgend werden zentrale Finanzkennzahlen der Lenzing Gruppe
näher erläutert. Sie sind weitgehend aus dem Konzernabschluss der
Lenzing Gruppe nach IFRS abgeleitet. Die Werte dieser Kennzahlen
sind insbesondere in den Abschnitten "Ausgewählte Kennzahlen der
Lenzing Gruppe" und "Fünf Jahres Übersicht der Lenzing Gruppe" im
Geschäftsbericht ersichtlich. Die Definitionen dieser Finanzkennzah-
len sind im Glossar im Geschäftsbericht zusammengefasst. Der Vor-
stand ist der Meinung, dass diese Finanzkennzahlen nützliche Infor-
mationen über die wirtschaftliche Lage der Lenzing Gruppe vermit-
teln, da sie unternehmensintern verwendet werden und meist auch
einen hohen Stellenwert bei externen Adressaten aufweisen (insbe-
sondere bei Investor/innen, Banken und Analyst/innen).
EBITDA, EBITDA-Marge, EBIT und EBIT-Marge
Das EBITDA und das EBIT werden in der Lenzing Gruppe als Maß-
stäbe für die operative Ertragskraft und Profitabilität (Performance)
vor Abschreibungen und nach Abschreibungen verwendet. Auf
Grund ihrer Bedeutung – auch für die externen Adressaten – wird
das EBIT in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das
EBITDA in der Konzern-Kapitalflussrechnung dargestellt. Im Ver-
hältnis zu den Konzern-Umsatzerlösen stellen sich diese (als E-
BITDA-Marge bzw. EBIT-Marge bezeichnet) wie folgt dar:
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
+
AbschreibungenaufimmaterielleAnlagenSachanlagen
NutzungsrechteLeasingundbiologischeVermögenswerte     
- ErträgeausderAuflösungvonInvestitionszuschüssen – – – – –
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)     
/ Umsatzerlöse     
EBITDA-Marge     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
/ Umsatzerlöse     
EBIT-Marge   –  
EBT
Das EBT wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Ertragskraft
vor Steuern verwendet. Es ist in der Konzern-Gewinn- und Verlust-
rechnung dargestellt.
Brutto-Cashflow
Seit dem zweiten Quartal des Geschäfsjahres 2025 wird der
Brutto-Cashflow in der Lenzing Gruppe nicht mehr als zentrale Fi-
nanzkennzahl eingestuft, da dieser nicht mehr als relevanter Maß-
stab für die Fähigkeit, Gewinne/Verluste aus der operativen Ge-
schäftstätigkeit (vor Veränderung des Working Capital) in Zah-
lungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umzuwandeln, verwen-
det wird. Weiters wird der Brutto-Cashflow aufgrund der neuen
Darstellung der Konzern-Kapitalflussrechnung nicht mehr in dieser
dargestellt.
Free Cashflow
Der Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für den
zur Bedienung von Fremd- und Eigenkapitalgebern frei verfügbaren,
aus der operativen Geschäftstätigkeit erwirtschafteten Cashflow –
nach Abzug von Investitionen – verwendet. Er ist zudem wichtig für
externe Adressaten.
Beilage: Erläuterungen zu Finanzkennzahlen der
Lenzing Gruppe
297 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
EUR Mio. 2025
2024
1
(angepasst)
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  
–
ErwerbvonimmateriellenAnlagenSachanlagenund
biologischenVermögenswerten – –
+
ErlöseausderVeräußerungvonimmateriellenAnlagen
SachanlagenundbiologischenVermögenswerten
 
+ Investitionszuschüsse  
+
ErhalteneAusschüttungenvonBeteiligungendienachder
Equity-Methodebilanziertwerden
 
+ Zinseinzahlungen  
–
Zinsauszahlungen(inklAnteilfürLeasingnachIFRS und
aktivierteFremdkapitalkostennachIAS )
– –
+ ZinsaufwandfürLeasingnachIFRS   
Free Cashflow  
1) Die Konzern-Kapitalflussrechnung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 neu dargestellt. Dadurch wurde der Cashflow aus der Betriebstätigkeit der Vergleichs-
periode rückwirkend angepasst. Eine Überleitung dazu ist im Konzernabschluss in Note 2 ersichtlich.
EUR Mio. 2023 2022 2021
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  – 
- CashflowausderInvestitionstätigkeit – – –
+
Erwerb/AuszahlungvonFinanzanlagenundBeteiligungendie
nachderEquity-Methodebilanziertwerden   
-
ErlöseausderVeräußerung/Tilgungvonfinanziellen
Vermögenswerten – – –
Free Cashflow – – –
Unlevered Free Cashflow
Der Unlevered Free Cashflow wird in der Lenzing Gruppe als
zusätzliche zentrale Finanzkennzahl – ergänzend zum Free
Cashflow – seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025
dargestellt. Der Unlevered Free Cashflow bereinigt den Free
Cashflow um Zinseinzahlung und Zinsausszahlungen sowie um
erhaltene Ausschüttungen von Beteiligungen, die nach der Equity-
Methode bilanziert werden. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit
unabhängig von der Kapitalstruktur möglich und erhöht zudem die
Transparenz für externe Adressaten.
EUR Mio. 2025 2024
Cashflow aus der Betriebstätigkeit  
–
ErwerbvonimmateriellenAnlagenSachanlagenund
biologischenVermögenswerten – –
+
ErlöseausderVeräußerungvonimmateriellenAnlagen
SachanlagenundbiologischenVermögenswerten
 
+ Investitionszuschüsse  
Unlevered Free Cashflow  
CAPEX
Der CAPEX wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die Höhe
von Investitionen in immaterielle Anlagen, Sachanlagen und biolo-
gische Vermögenswerte verwendet. Er wird in der Konzern-Kapital-
flussrechnung dargestellt. Im Geschäftsjahr 2023 wurden im
Rahmen eines Unternehmenserwerbes im Wesentlichen Sachanla-
gen erworben und somit dem CAPEX zugerechnet (siehe Note 3 im
Konzernabschluss 31. Dezember 2023).
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen
Vermögenswerten
 
  
+ ErwerbvonsonstigenUnternehmenseinheiten     
CAPEX  
  
1) Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 werden die aktivierten Fremdkapitalkosten nach IAS 23 im Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in der Position Zinsaus-
zahlungen ausgewiesen; bisher wurden diese im Cashflow aus der Investitionstätigkeit in der Position Erwerb von immateriellen Anlagen, Sachanlagen und biologischen Vermö-
genswerten berücksichtigt. Dadurch wurde der CAPEX der Vergleichsperiode rückwirkend um EUR 2,6 Mio. reduziert.
298 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Liquiditätsbestand
Der Liquiditätsbestand wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für
die Fähigkeit, fällige Zahlungsverpflichtungen durch sofort verfüg-
bare Liquidität zu begleichen, verwendet. Er ist auch zur Ermittlung
weiterer Finanzkennzahlen notwendig (Nettofinanzverschuldung
etc.; siehe dazu weiter unten).
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente     
+
Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen)     
Liquiditätsbestand     
Trading Working Capital und Trading Working
Capital zu annualisierten Konzern-
Umsatzerlösen
Das Trading Working Capital wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die potenzielle Liquidität und die Kapitaleffizienz verwendet.
Es wird zum Vergleich des Kapitalumschlags ins Verhältnis zu den
Konzern-Umsatzerlösen gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Vorräte     
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen     
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – –
Trading Working Capital     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Zuletzt im Ist verfügbare Quartals-Konzern-Umsatzerlöse
(= jeweils 4. Quartal)     
x 4 (= annualisierte Konzern-Umsatzerlöse)     
Trading Working Capital zu annualisierten
Konzern-Umsatzerlösen
    
Bereinigtes Eigenkapital und bereinigte
Eigenkapitalquote
Das bereinigte Eigenkapital wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab
für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern und die Fä-
higkeit neues Kapital aufzunehmen verwendet (Finanzkraft). Es
enthält neben dem Eigenkapital nach IFRS auch die Zuschüsse aus
öffentlichen Mitteln abzüglich anteiliger latenter Steuern. Es wird
zum Vergleich mit dem Eigen- und Fremdkapital in das Verhältnis
zur Bilanzsumme gesetzt.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Eigenkapital     
+ Langfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln     
+ Kurzfristige Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln     
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln – – – – –
Bereinigtes Eigenkapital     
/ Bilanzsumme     
Bereinigte Eigenkapitalquote     
Nettofinanzverschuldung, Nettofinanz-
verschuldung/EBITDA, Net Gearing und
Nettoverschuldung
Die Nettofinanzverschuldung wird in der Lenzing Gruppe als Maß-
stab für die finanzielle Verschuldung und die Kapitalstruktur
verwendet. Sie ist zudem wichtig für externe Adressaten. Das Ver-
hältnis zwischen Nettofinanzverschuldung und bereinigtem Eigen-
kapital (Net Gearing) veranschaulicht das Verhältnis von Netto-
Fremdkapital zu bereinigtem Eigenkapital. Diese Kennzahl (bzw.
ähnliche Kennzahlen) wird (werden) gelegentlich als Financial
299 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Covenant(s) mit Fremdkapitalgebern vereinbart. Die Nettoverschul-
dung wird in der Lenzing Gruppe als Maßstab für die finanzielle Ver-
schuldung unter Berücksichtigung von Rückstellungen für Abferti-
gungen und Pensionen verwendet. Die Nettofinanzverschuldung
wird seit dem zweiten Quartal 2023 des Geschäftsjahres 2023 ohne
Leasingverbindlichkeiten (siehe Tabelle "Buchwerte, Kategorie, bei-
zulegende Zeitwerte und Fair Value-Hierarchie von
Finanzinstrumenten" in Note 35 des Konzernabschlusses zum
31. Dezember 2023 der Lenzing Gruppe) dargestellt. In Geschäfts-
jahren davor waren Leasingverbindlichkeiten in der Nettofinanzver-
schuldung enthalten. Die Änderung der Berechnung erfolgte, da die
wesentlichen Stakeholder der Lenzing Gruppe die Nettofinanzver-
schuldung auch ohne die Leasingverbindlichkeiten betrachten.
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten     
+ Langfristige Finanzverbindlichkeiten     
- Liquiditätsbestand – – – – –
Nettofinanzverschuldung inkl. Leasingverbindlichkeiten     
- Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten – – – – –
- LangfristigeLeasingverbindlichkeiten – – – – –
Nettofinanzverschuldung    

/ BetriebsergebnisvorAbschreibungen(EBITDA)     
Nettofinanzverschuldung / EBITDA    

EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Nettofinanzverschuldung    

/ Bereinigtes Eigenkapital     
Net Gearing    

EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Nettofinanzverschuldung    

+ Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten     
+ Langfristige Leasingverbindlichkeiten     
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen     
Nettoverschuldung     
1) Die Nettofinanzverschuldung wird seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 ohne Leasingverbindlichkeiten dargestellt.
2) Umgliederung von aktivierten Fremdkapitalkosten, Nettozinsen aus leistungsorientierten Plänen und Kreditbereitstellungsprovisionen vom EBIT/EBITDA in das Finanzergebnis
(siehe Note 2 des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2022).
Kapitalrentabilität (ROE, ROI und ROCE)
Der ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital) wird in der Lenzing
Gruppe als Maßstab für die Rendite (Verzinsung) auf das im Ge-
schäftsbetrieb eingesetzte Kapital (das Capital Employed)
verwendet. Er ist zudem wichtig für externe Adressaten. Der ROE
(Eigenkapitalrentabilität) und der ROI (Gesamtkapitalrentabilität)
sind Rentabilitätskennzahlen, die die Ertragskraft der Lenzing
Gruppe messen sollen.
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
- Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT)   –  –
Betriebsergebnis (EBIT) abzüglich anteiligem laufendem
Ertragsteueraufwand (NOPAT)
  –  
/ Durchschnittliches Capital Employed     
ROCE (Ergebnis auf das eingesetzte Kapital)   –  
Anteiliger laufender Ertragsteueraufwand (auf das EBIT)   –  –
Anteiliger sonstiger laufender Steueraufwand – – – – 
Laufender Ertragsteueraufwand – – – – –
300 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bilanzsumme     
- Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – – – – –
- Langfristige kündbare nicht beherrschende Anteile – – – – –
- Sonstige langfristige Verbindlichkeiten – – – – –
- Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten – – – – –
- Langfristige Verbindlichkeiten für laufende Steuern   –  
- Kurzfristige Verbindlichkeiten für laufende Steuern – – – – –
- Steuerabgrenzung (passive latente Steuern) – – – – –
- Anteilige latente Steuern auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln – – – – –
- Kurzfristige Rückstellungen – – – – –
- Langfristige Rückstellungen – – – – –
+ Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen     
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – – – – –
- Beteiligungen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden – – – – –
- Finanzanlagen – – – – –
Stand zum 31.12.     
Stand zum 01.01.     
Durchschnittliches Capital Employed     
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bereinigtes Eigenkapital 31.12.     
Bereinigtes Eigenkapital 01.01.     
Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Ergebnis vor Steuern (EBT) – – – – 
/ Durchschnittliches bereinigtes Eigenkapital     
ROE (Eigenkapitalrentabilität) – – – – 
EUR Mio. per 31.12. 2025 2024 2023 2022 2021
Bilanzsumme 31.12.     
Bilanzsumme 01.01.     
Durchschnittliche Bilanzsumme     
EUR Mio. 2025 2024 2023 2022 2021
Betriebsergebnis (EBIT)   –  
/ Durchschnittliche Bilanzsumme     
ROI (Gesamtkapitalrentabilität)   –  
301 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
KONSOLIDIERTE
NICHTFINANZIELLE
ERKLÄRUNG/
NACHHALTIGKEITSBERICHT
LAGEBERICHT
ZWISCHEN
KAPITEL
Klimawandel 344
Umweltverschmutzung 364
Wasser und Meeresressourcen 375
Biologische Vielfalt und Ökosysteme 381
Ressourcennutzung und
Kreislaufwirtschaft 391
Arbeitskräfte des Unternehmens 401
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette 420
Unternehmensführung 426
Beschaffung 434
Zusätzliche Informationen
gemäß § 243b UGB 438
Ergänzende freiwillige Informationen
zu den Kapiteln 440
INHALT
Leistungskennzahlen Nachhaltigkeit 303
Allgemeine Angaben 304
Über die Nachhaltigkeitserklärung 307
Wertschöpfung in der Lenzing Gruppe 309
Nachhaltigkeitsstrategie 311
Nachhaltigkeitsziele 314
Governance 315
Management von Stakeholdern 321
Wesentliche Auswirkungen, Risiken
und Chancen 323
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse 333
Datenpunkte aus anderen
EU-Rechtsvorschriften 338
EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8
der Verordnung (EU) 2020/852 341
302 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[freiwillige Angabe]
Leistungskennzahlen
Thema Einheit / Methodik 2025 2024
Nachhaltige Rohstoffbeschaffung
Anteil von zertifiziertem und kontrolliertem Holz FSC
®
/PEFC    
Nachhaltige Innovationen
F&E – Ausgaben
FrascatiMethode(EUR)
EUR 
Mio
EUR 
Mio
Anteil der Spezialfasern (umsatzbasiert)
a
desFaserumsatzes    
Spezifische
b
Schwefelemissionen inkg/t     
Wasserintensität
c
m
/EURMioUmsatz  
Spezifische
b
Wasseremissionen nach Abwasserbehandlung CSB Indexbasierendaufkg/t     
Dekarbonisierung
Treibhausgasintensität
d
(marktbezogen) intCO
-Äquivalent/EURUmsatz  
Spezifische
b
Treibhausgasemissionen-Index Scope 1, 2 & 3
e
IndexbasierendauftCO
-Äquivalent/t     
Mitarbeiter:innen
Anzahl der Mitarbeiter:innen ÖsterreichTschechischeRepublikVereinigtes
KönigreichUSAChinaIndonesienIndienTaiwan
ThailandTürkeiKoreaSingapurBrasilien
DeutschlandItalienFrankreich
 
Frauen in Führungspositionen (ab Stufe 5a)
f
derGesamtpositionen     
Gesundheit und Sicherheit
Arbeitsunfallrate von Mitarbeiter:innen (Total Recordable Injury
Frequency Rate, TRIFR)
Pro Miogeleisteter Arbeitsstunden  
Partnerschaften für den systemischen Wandel
Lieferanten mit Nachhaltigkeitsbewertung – abgedeckte
Beschaffungsausgaben
g
derbewertetenLieferanteninnerhalbvon des
Einkaufsvolumens
   
a) Spezialfasern von Lenzing sind Net Benefit-Produkte, die positive Auswirkungen und Vorteile für Gesellschaft, Umwelt und die Partner der Wertschöpfungskette bieten.
b) Spezifische Indikatoren in diesem Bericht werden pro Produktionseinheit (d.
h. Zellstoff- und Faserproduktionsvolumen) angegeben.
c) Im Jahr 2025 ist die Wasserintensität im Vergleich zu 2024 aufgrund der höheren Wasserverbrauchs und ählicher Einnahmen.
d) Im Jahr 2025 sank die Treibhausgasintensität im Vergleich zu 2024 aufgrund geringerer Treibhausgasemissionen und ähnlicher Einnahmen leicht.
e) Aufgrund eines ähnlichen Produktionsvolumens und geringeren spezifischen Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 sank der spezifische
Treibhausgasemissionsindex von 58
% auf 52 %.
f) Der Prozentsatz schließt den Standort in Indianópolis (Brasilien) aus, da dort ein anderes Einstufungssystem verwendet wird.
g) Bewertungen über EcoVadis, das Together for Sustainability (TfS) Audit oder eine interne Bewertung/Auditierung.
Ratings
Leistungskennzahlen Nachhaltigkeit
303 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
CDP Canopy’s Hot Button Report Sustainalytics ISS ESG EcoVadis
Auf einer Skala von
A bis D-
Auf einer Skala von
dark green bis red
Auf einer Skala von
negligible bis severe risk
Auf einer Skala von
A+ bis D-
Auf einer Skala von
platinum bis bronze
A Climate Change,
A Water Security,
A Forests
1
ter
Platz und ein
Dark Green Shirt
Low risk und
2026 ESG Leader
B- „Prime Status“ Platinum
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Lenzing Nachhaltigkeit in ihren Governance-Rahmen, ihre Strategie und ihre Berichterstattungsgrundsätze einbezieht.
Es beschreibt die Managementstruktur, die Zuständigkeiten und die Entscheidungsfindungsprozesse, die die Nachhaltigkeitsleistung des gesamten Unterneh-
mens lenken. Außerdem wird erläutert, wie Lenzing wesentliche Themen identifiziert, mit Stakeholdern interagiert und in Übereinstimmung mit den europäi-
schen Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) transparent berichtet. Darüber hinaus werden der Umfang der Berichterstattung, die Daten-
qualitätskontrollen und die Sicherungsprozesse erläutert, um die Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der offengelegten Informationen zu gewährleisten. Mit
einer klaren Governance, soliden Berichterstattungsgrundsätzen und einem strukturierten Ansatz zur Verantwortlichkeit unterstreicht Lenzing ihr Engagement
für eine verantwortungsbewusste Geschäftsführung und eine langfristige Wertschöpfung.
Inhaltsverzeichnis
[IRO-2 56]
ESRS Inhaltsverzeichnis
Kapitel und Veröffentlichungspflicht Abschnitt
ESRS 2 Allgemeine Angaben
ESRS 2 BP-1 AllgemeineGrundlagenfürdieErstllungderNachhaltigkeitserklärungen ÜberdieNachhaltigkeitserklärung
ESRS 2 BP-2 AngabenimZusammenhangmitspezifischenUmständen ÜberdieNachhaltigkeitserklärung
ESRS 2 GOV-1 DieRollederVerwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorgane Governance
ESRS 2 GOV-2 InformationenundNachhaltigkeitsaspektemitdenensichdie
Verwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorganedesUnternehmens
befassen
ESGCommittee
ESRS 2 GOV-3 EinbeziehungdernachhaltigkeitsbezogenenLeistunginAnreizsysteme VergütungdesVorstands
ESRS 2 GOV-4 ErklärungzurSorgfaltspflicht ErklärungzurSorgfaltspflicht
ESRS 2 GOV-5 RisikomanagementderNachhaltigkeitsberichterstattung RisikomanagementderBerichterstattung
ESRS 2 SBM-1 StrategieGeschäftsmodellundWertschöpfungskette WertschöpfunginderLenzingGruppe
Nachhaltigkeitsstrategie
ESRS 2 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger ManagementvonStakeholdern
ESRS 2 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen
ESRS 2 IRO-1 BeschreibungdesVerfahrenszurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancen
DoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS 2 IRO-2 InESRSenthaltenevonderNachhaltigkeitserklärungdesUnternehmens
abgedeckteAngabepflichten
InhaltsverzeichnisDatenpunkteausanderenEU-
Rechtsvorschriften
E1 Klimawandel
ESRS 2 E1 GOV-3 EinbeziehungdernachhaltigkeitsbezogenenLeistunginAnreizsysteme AllgemeineAngabenVergütungdesVorstands
ESRS E1-1 ÜbergangsplanfürdenKlimawandel Klimaaktionsplan
ESRS 2 E1 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
BewertungvonRisikenundChancen
ESRS 2 E1 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenklimabezogenenAuswirkungenRisikenundChancen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenKlimabezogeneRisikobewertung
ESRS E1-2 StrategienimZusammenhangmitdemKlimaschutzundderAnpassung
andenKlimawandel
Policies
ESRS E1-3 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitdenKlimastrategien Maßnahmen
ESRS E1-4 ZieleimZusammenhangmitdemKlimaschutzundderAnpassungan
denKlimawandel
Ziele
ESRS E1-5 EnergieverbrauchundEnergiemix EnergieverbrauchundBrennstoffe
ESRS E1-6 THG-BruttoemissionenderKategorienScopeundsowieTHG-
Gesamtemissionen
LenzingsTreibhausgas-Emissionen
ESRS 2 Allgemeine Angaben
304 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E2 Umweltverschmutzung
ESRS 2 E2 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitUmweltverschmutzung
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E2-1 StrategienimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Policies
ESRS E2-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Maßnahmen
ESRS E2-3 ZieleimZusammenhangmitUmweltverschmutzung Ziele
ESRS E2-4 LuftWasser-undBodenverschmutzung Luft-undWasserverschmutzung
ESRS E2-5 BesorgniserregendeStoffeundbesondersbesorgniserregendeStoffe Besorgniserregendeundbesondersbesorgniserregende
Stoffe
E3 Wasser- und Meeresressourcen
ESRS 2 E3 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitWasser-undMeeresressourcen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E3-1 StrategienimZusammenhangmitWasser-undMeeresressourcen Policies
ESRS E3-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitWasser-und
Meeresressourcen
Maßnahmen
ESRS E3-3 ZieleimZusammenhangmitWasser-undMeeresressourcen Ziele
ESRS E3-4 Wasserverbrauch Wasserverbrauch
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
ESRS E4-1 ÜbergangsplanundBerücksichtigungvonbiologischerVielfaltund
ÖkosystemeninStrategieundGeschäftsmodell
Strategie
ESRS 2 E4 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
GebietemitschutzbedürftigerBiodiversität
ESRS 2 E4 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitbiologischerVielfaltundÖkosystemen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenNaturbezogeneRisikobewertung
ESRS E4-2 StrategienimZusammenhangmitbiologischerVielfaltundÖkosystemen Policies
ESRS E4-3 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitbiologischerVielfaltund
Ökosystemen
Maßnahmen
ESRS E4-4 ZieleimZusammenhangmitbiologischerVielfaltundÖkosystemen Ziele
ESRS E4-5 AuswirkungsparameterimZusammenhangmitbiologischerVielfaltund
Ökosystemveränderungen
Kennzahlen
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
ESRS 2 E5 IRO-1 BeschreibungderVerfahrenzurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancenimZusammenhang
mitRessourcennutzungundKreislaufwirtschaft
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
ESRS E5-1 StrategienimZusammenhangmitRessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft
Policies
ESRS E5-2 MaßnahmenundMittelimZusammenhangmitRessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft
Maßnahmen
ESRS E5-3 ZieleimZusammenhangmitRessourcennutzungundKreislaufwirtschaft Ziele
ESRS E5-4 Ressourcenzuflüsse Ressourcenzuflüsse
ESRS E5-5 Ressourcenabflüsse Ressourcenabflüsse
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
ESRS 2 S1 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger AllgemeineAngabenArbeitskräftedesUnternehmens
ESRS 2 S1 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
ManagementdersozialenNachhaltigkeit
ESRS S1-1 StrategienimZusammenhangmitdereigenenBelegschaft Policies
ESRS S1-2 VerfahrenzurEinbeziehungeigenerArbeitskräfteundvon
ArbeitnehmervertreterninBezugaufAuswirkungen
Kommunikation
ESRS S1-3 VerfahrenzurBehebungnegativerAuswirkungenundKanäleüberdie
eigeneArbeitskräfteBedenkenäußernkönnen
KanäleumBedenkenzuäußern
ESRS S1-4 ErgreifungvonMaßnahmeninBezugaufwesentlicheAuswirkungen
undAnsätzezurMinderungwesentlicherRisikenundzurNutzung
wesentlicherChancenimZusammenhangmitdereigenenBelegschaft
sowiedieWirksamkeitdieserMaßnahmenundAnsätze
Maßnahmen
ESRS S1-5 ZieleimZusammenhangmitderBewältigungwesentlichernegativer
AuswirkungenderFörderungpositiverAuswirkungenunddemUmgang
mitwesentlichenRisikenundChancen
Ziele
ESRS S1-6 MerkmalederBeschäftigtendesUnternehmens BeschäftigteinZahlen
ESRS S1-7 MerkmaledernichtangestelltenBeschäftigtenindereigenen
BelegschaftdesUnternehmen
BeschäftigteinZahlen
ESRS S1-9 Diversitätsparameter Diversitätskennzahlen
ESRS S1-11 Sozialschutz SozialeSicherung
ESRS S1-12 MenschenmitBehinderungen MenschenmitBehinderungen
ESRS S1-13 ParameterfürSchulungenundKompetenzenentwicklung LernenundEntwicklung
ESRS S1-14 ParameterfürGesundheitsschutzundSicherheit GesundheitundSicherheit
305 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS S1-15 ParameterfürdieVereinbarkeitvonBerufs-undPrivatleben FamilienbedingteBeurlaubung
ESRS S1-16 Vergütungsparameter(VerdienstunterschiedeundGesamtvergütung) VerhältnisderjährlichenGesamtvergütung
GeschlechtsspezifischesVerdienstgefälle
ESRS S1-17 VorfälleBeschwerdenundschwerwiegendeAuswirkungenim
ZusammenhangmitMenschenrechten
GemeldeteBedenkenundMenschenrechtsverletzungen
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
ESRS 2 S2 SBM-2 InteressenundStandpunktederInteressenträger AllgemeineAngabenArbeitskräfteinder
Wertschöpfungskette
ESRS 2 S2 SBM-3 WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancenundihr
ZusammenspielmitStrategieundGeschäftsmodell
BeschäftigteinderWertschöpfungskette
SchutzbedürftigeGruppenundgeographischesRisiko
ESRS S2-1 StrategienimZusammenhangmitArbeitskräfteninder
Wertschöpfungskette
Policies
ESRS S2-2 VerfahrenzurEinbeziehungderArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteinBezugaufAuswirkungen
BeschwerdemechanismenundAbhilfe
ESRS S2-3 VerfahrenzurBehebungnegativerAuswirkungenundKanäleüberdie
dieArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBedenkenäußernkönnen
BeschwerdemechanismenundAbhilfe
ESRS S2-4 ErgreifungvonMaßnahmeninBezugaufwesentlicheAuswirkungen
undAnsätzezumManagementwesentlicherRisikenundzurNutzung
wesentlicherChancenimZusammenhangmitArbeitskräfteninder
WertschöpfungskettesowiedieWirksamkeitdieserMaßnahmenund
Ansätze
Maßnahmen
ESRS S2-5 ZieleimZusammenhangmitderBewältigungwesentlichernegativer
AuswirkungenderFörderungpositiverAuswirkungenunddemUmgang
mitwesentlichenRisikenundChancen
Ziele
G1 Unternehmensführung
ESRS 2 G1 GOV-1 DieRollederVerwaltungs-Leitungs-undAufsichtsorgane AllgemeineAngabenUnternehmensführung
ESRS 2 G1 IRO-1 BeschreibungdesVerfahrenszurErmittlungundBewertungder
wesentlichenAuswirkungenRisikenundChancen
AllgemeineAngabenDoppelteWesentlichkeitsanalyse
AllgemeineAngabenCompliance-bezogeneBewertung
ESRS G1-1 StrategieninBezugaufUnternehmensführungundUnternehmenskultur PoliciesMaßnahmenzumErkennenvonCompliance-
RisikenundSchwachstellenRisikobehaftetePositionen
ESRS G1-2 ManagementderBeziehungenzuLieferanten Beschaffung
ESRS G1-3 VerhinderungundAufdeckungvonKorruptionundBestechung Maßnahmen
ESRS G1-4 BestätigteKorruptions-oderBestechungsfälle Kennzahlen
[IRO-2 59]
Die offengelegten Informationen basieren auf den in Lenzings doppelter Wesentlichkeitsanalyse identifizierten wesentlichen Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen. Nach der Identifizierung der wesentlichen (Unter-)Themen wurde die Wesentlichkeit sowohl auf der Ebene der
Offenlegungspflicht als auch auf der Ebene der Datenpunkte bewertet, wobei der Entscheidungsfindungsbedarf der Stakeholder eine
Rolle spielte. Der Prozess der doppelten Wesentlichkeit sowie die verwendeten Schwellenwerte sind im Abschnitt „Doppelte Wesentlich-
keitsanalyse“ dieses Kapitels beschrieben.
306 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diese nichtfinanzielle Erklärung ist der zusammengefasste konsolidierte nichtfinanzielle Bericht der
Lenzing Gruppe
1
(gemäß § 267a UGB) und der Lenzing Aktiengesellschaft (gemäß § 243b UGB) und ist
Teil des Lageberichts.
[BP-1 5a, 5b]
Diese nichtfinanzielle Erklärung wurde in Vorbereitung auf die Be-
richtspflicht nach der Corporate Sustainability Reporting Directive
(CSRD) und gemäß den Anforderungen des österreichischen
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetzes (Na-
DiVeG
2
) nach den Europäischen Standards für die Nachhaltigkeits-
berichterstattung (ESRS) erstellt. Wenn für bestimmte Indikatoren
aussagekräftige Zahlen geliefert werden können, sind im „An-
hang“ entsprechend dem NaDiVeG und nach den AFRAC-Emp-
fehlungen separate Daten für die Lenzing Aktiengesellschaft auf-
geführt.
Dieser Bericht umfasst alle voll konsolidierten Gesellschaften der
Lenzing Gruppe. Detaillierte Informationen finden Sie im Ge-
schäftsbericht der Lenzing Gruppe (Note 3, Note 41). Neben den
voll konsolidierten Gesellschaften der Lenzing Gruppe wird auch
das Joint Venture RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH,
Lenzing (Österreich), in die nichtfinanzielle Erklärung einbezogen,
da Lenzing die operative Kontrolle hat. Die assoziierten Unterneh-
men wurden geprüft und, soweit relevant (und wesentlich), in den
CO
2
-Fußabdruck des Unternehmens einbezogen. Gemäß den ge-
setzlichen Anforderungen besteht ein jährlicher Berichtszyklus für
Lenzings Nachhaltigkeitsleistung.
Die Lenzing berücksichtigt Informationen basierend auf der Taxo-
nomie-Verordnung (EU) 2020/852 und der Vereinfachung der Be-
richterstattung gemäß der Taxonomie-Verordnung (EU) 2026/73.
[BP-2 15]
Um den Entscheidungsfindungsanforderungen einiger Stakeholder
von Lenzing nachzukommen, wurde entschieden, bestimmte nicht
wesentliche ESRS-Datenpunkte in den „Anhang“ dieses Berichts
aufzunehmen.
[BP-1 5d]
Aus Gründen der Vertraulichkeit hat Lenzing auf folgende Angaben
verzichtet: Zahlen für spezifische Frachtwerte, da hierfür die Of-
fenlegung der gesamten Faser- und Zellstoff-Produktionsmenge
der Produktionsstandorte von Lenzing erforderlich wäre (E2-3
23 a).
1
„Die Gruppe“ (aus Gründen der besseren Lesbarkeit gelegentlich auch „Lenzing“ genannt) umfasst die Lenzing Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften.
2
Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (§ 243b, § 267a UGB)
Wertschöpfungskette
[BP-1 5c]
Informationen zu Lenzings vor- und nachgelagerter Wertschöp-
fungskette finden Sie im Abschnitt „Wertschöpfung in der Lenzing
Gruppe“ in diesem Kapitel. Für einen Teil der geforderten Informa-
tionen zur Wertschöpfungskette wurde die Übergangsbestim-
mung in ESRS 1, Kapitel 10 (ESRS 1 132) genutzt. Lenzing wird wei-
tere Anstrengungen in diese Richtung unternehmen. Insbesondere
für den Standard „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette“ hat Lenzing noch keinen vollständigen Einblick in ihre Wert-
schöpfungskette; hier besteht Verbesserungsbedarf. Weitere Infor-
mationen finden Sie unter der Maßnahme „Vorgelagerte und nach-
gelagerte Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse“ im Abschnitt
„Maßnahmen“ im Kapitel „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette“.
[BP-2 10, 11]
Die Kennzahlen der EU-Taxonomie sind Gegenstand von Bewer-
tungen und Schätzungen. Weitere Informationen zur EU-Taxono-
mie finden Sie im Kapitel „EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8
der Verordnung (EU) 2020/852“.
Die Kennzahlen der Treibhausgasemissionen enthalten Daten der
Wertschöpfungskette mit Schätzwerten. Informationen über diese
Schätzwerte und deren Genauigkeitsgrad finden Sie im Abschnitt
„Berechnungsgrundsätze“ (E1-6) im Kapitel „E1 Klimawandel“.
Fehler bei der Berichterstattung in früheren
Berichtszeiträumen
[BP-2 14, ESRS 1 84]
Bei der Berechnung der Vergütungskennzahlen S1-16 sind Fehler
aufgetreten. Bei der Berechnung des geschlechtsspezifischen Ver-
dienstgefälles, also der Unterschied zwischen den durchschnittli-
chen Gehaltsniveaus von weiblichen und männlichen Mitarbei-
ter:innen, wurde versehentlich als Prozentsatz des durchschnittli-
chen Gehaltsniveaus der Mitarbeiterinnen statt der Mitarbeiter an-
gegeben. Die Differenz zwischen der korrekten und der falschen
Zahl für 2024 beträgt +1,4. Bei der Berechnung des Verhältnisses
der jährlichen Gesamtvergütung wurde eine inkorrekte Anzahl an
Beschäftigten berücksichtigt. Die Differenz zwischen der korrekten
und der falschen Zahl für 2024 beträgt +10,87. Diese Kennzahlen
wurden für den laufenden und den vorangegangenen Zeitraum
korrigiert.
Über die Nachhaltigkeitserklärung
307 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Bei der Angabe der Einheiten für spezifische Emissionen im Kapitel
„E1 Klimawandel“ ist ein Fehler aufgetreten. Für spezifische Treib-
hausgasemissionen (E1-4 34a), die Energieintensität (E1-5 40) und
die Treibhausgasintensität (E1-6 53) wurden fälschlicherweise die
Einheiten Mio. t CO
2
-Äquivalent/t, Mio. MWh/EUR und Mio. t
CO
2
-Äquivalent/EUR anstelle von in „CO
2
-Äquivalent/t“,
MWh/EUR und t CO
2
-Äquivalent/EUR angegeben. Der Unter-
schied zwischen den korrekten und den falschen Zahlen für 2024
beträgt daher den Faktor 1 Million.
Die im Kapitel „E1 Klimawandel“ angegebenen Investitionsausga-
ben für das Gasleitungs- und Gasboilerprojekt in Nanjing (China)
wurden fälschlicherweise mit EUR 20 Mio. angegeben. Die korrek-
ten CapEx belaufen sich auf EUR 30 Mio. (Differenz zwischen kor-
rekter und inkorrekter Zahl: 10 Millionen).
Bei der Berechnung des Inputs für besorgniserregende Stoffe der
Gefahrenklasse „Sensibilisierung der Haut Kategorie 1" ist ein Feh-
ler aufgetreten (E2-5 34). Für einen Standort wurden die angege-
benen Werte als Tonnen statt als Kilogramm miteinbezogen. Die
Differenz zwischen der korrekten und der falschen Input-Zahl von
2024 für diese Gefahrenklasse sowie auch die Gesamtmenge der
besorgniserregenden Stoffe beträgt -53.406,54.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
[BP-2 16]
In der nachfolgenden Tabelle ist angegeben, welche Offenle-
gungsanforderungen der nichtfinanziellen Erklärung durch Verweis
einbezogen werden.
Aufnahme von Informationen mittels Verweis
ESRS 2 GOV-1 Absatz 22 b, 22
c i
GeschäftsberichtCorporateGovernance
ReportAufsichtsratArbeitsweise
ESRS 2 GOV-1 Absatz 22 c iii GeschäftsberichtRisikoberichtZieledes
Risikomanagements
308 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-1 40a i, ii]
Die Lenzing Gruppe setzt sich für eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Produktion von Fasern
aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ein, der in nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen
angebaut wird. Als Innovationspionier ist Lenzing eine Partnerin der globalen Textil- und Vliesstoffherstel-
ler und treibt zahlreiche neue technologische Entwicklungen in der gesamten Industrie voran.
xx
xx
xx
xx
Die Lenzing Gruppe gehört zur Chemieindustrie und bedient den
Fasermarkt mit regenerierten Cellulosefasern. Lenzing Fasern wer-
den hauptsächlich für Bekleidung, Heimtextilien, technische Texti-
lien und Hygieneprodukte verwendet. Lenzings Produktportfolio
reicht von Faserzellstoff als Basisrohmaterial zur Faserherstellung,
über innovative Spezialfasern, bis hin zu Energie sowie biobasier-
ten Bioraffinerie- und Co-Produkten. Die wichtigsten Produktgrup-
pen gemäß ESRS sind regenerierte Cellulosefasern und Faserzell-
stoff.
[SBM-1 40f]
Die Lenzing Gruppe vereint umfassende Kompetenz bei Faserzell-
stoff- und Bioraffinerieverfahren mit jahrzehntelanger Erfahrung in
drei wesentlichen Faserprozesstechnologien:
x Viscose
x Modal
x Lyocell
Aus den vorgenannten Prozessen haben sich weitere Entwicklun-
gen und Technologien ergeben. Die bedeutenden Produkte von
Lenzing tragen zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens bei.
Die Nachhaltigkeitsziele finden Sie in den entsprechenden thema-
tischen Kapiteln.
Die Wertschöpfungskette der Lenzing Gruppe ist in der Abbildung
„Wertschöpfungskette“ dargestellt und wird im Folgenden be-
schrieben.
[SBM-1 42a, 42c]
Versorgung und Beschaffung
Die wichtigsten Rohmaterialien für die Produktion von Lenzing Fa-
sern sind Holz, Faserzellstoff, Prozesschemikalien, Wasser und
Energie. Lenzing sichert sich diese Ressourcen durch strategische
Beschaffungsverträge, z. B. die Beschaffung von Holz meist über
langfristige Lieferverträge. Lenzing bezieht ihre Rohmaterialien
auch von eigenen Plantagen. Chemikalien werden überwiegend
regional eingekauft, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und
die Transportemissionen zu verringern.
Lenzing legt großen Wert auf eine nachhaltige und verantwor-
tungsbewusste Beschaffung. Die Auswahl und Bewertung von Lie-
feranten basieren auf Kriterien im Hinblick auf Umwelt, Soziales
und Governance (ESG) sowie auf wirtschaftlichen und qualitätsbe-
zogenen Kriterien.
Wertschöpfung in der Lenzing Gruppe
309 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Externe
Zellstofflieferanten
Marken/
Einzelhändler
Nutzungs-
phase
Bioraffinerie für
Zellstoffproduktion
Energie und
Chemikalien von
Lieferanten
Produktions-
schritte
– Textilien |
Wertschöpfungs-
kette:
Spinnen, Stricken,
Weben, Färben,
Veredeln,
Herstellen von
Kleidung
– Vliesstoffe |
Wertschöpfungs-
kette:
Hersteller von
Rollenware,
Verarbeiter
Holzbeschaffung
Nachhaltig bewirtschaftete
Wälder und Plantagen
Faserproduktion
Lyocell-, Viscose- und
Modalfasern
Biobasierte Materialien
und Co-Produkte
Ende des
Lebenszyklus
Kompostierbar-
keit/ biologische
Abbaubarkeit
1
,
Recycling,
Verbrennung
Wertschöpfungskette
1 Betrifft TÜV-zertifizierte biologisch abbaubare und kompostierbare LENZING™
Fasern. Die Kompostierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit der Textil-
und Vliesstoffprodukte für die Konsumenten hängen auch von der Material-
zusammensetzung (Fasermischung) und der Verarbeitung auf den einzelnen
Stufen der Wertschöpfungskette ab.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette beziehen sich pri-
mär auf die Forstwirtschaft und die Chemieindustrie.
Produktion von Faserzellstoff und Cellulosefasern
Die Produktion erfolgt in zwei aufeinanderfolgenden Schritten: Zu-
nächst wird Faserzellstoff hergestellt, der anschließend zu regene-
rierten Cellulosefasern verarbeitet wird. Lenzing produziert ihren
eigenen Faserzellstoff in drei Bioraffinerien, in Lenzing (Österreich),
Paskov (Tschechische Republik) und Indianópolis (Brasilien) und
stellt Fasern auf Basis von Viscose-, Modal- und Lyocell-Technolo-
gien an sieben Produktionsstandorten her.
Lenzing ist bestrebt, modernste nachhaltige Produktionstechnolo-
gien einzusetzen, die sich durch hohe Ressourceneffizienz, hohe
Rückgewinnungsquoten von Chemikalien und, wo möglich, durch
geschlossene Kreisläufe für Chemikalien und Wasser auszeichnen.
Der Prozess erzeugt auch Bioenergie, Bioraffinerie-Produkte und
zusätzliche Co-Produkte, die die Kreislaufwirtschaft und die Wert-
schöpfung verbessern. Durch die Kombination von fundiertem
Fachwissen in den Bereichen Zellstoff und Bioraffinerie mit jahr-
zehntelangem Know-how in der Faserproduktion agiert Lenzing als
integrierte Herstellerin mit einer starken technologischen Basis.
Nachgelagerte Fertigung
Wie in Abbildung „Wertschöpfungskette“ unter „Produktions-
schritte“ dargestellt, nutzen die Kunden in Lenzings nachgelagerter
Wertschöpfungskette die Fasern für die Herstellung von Textilien,
Vliesstoffen oder für industrielle Anwendungen.
Lenzing arbeitet eng mit Partnern entlang der Wertschöpfungs-
kette zusammen – vom Direktkunden bis zum Einzelhandel –, um
die Faserverarbeitung zu unterstützen, Innovationen zu ermögli-
chen und gemeinsam neue Anwendungen zu entwickeln.
Die identifizierten (potenziellen) Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen in Lenzings nachgelagerter Wertschöpfungskette beziehen
sich primär auf die Verarbeitungsschritte in der Textil- und
Vliesstoffindustrie.
Vertrieb und Nutzungsphase
Nach der Herstellung werden die fertigen Produkte vertrieben, wo-
mit die Nutzungsphase bei den Konsument:innen beginnt.
Ende des Lebenszyklus
TÜV-zertifizierte LENZING™
3
Fasern sind unter den richtigen Be-
dingungen kompostierbar und biologisch abbaubar. Die Kompos-
tierbarkeit und die biologische Abbaubarkeit von Textil- und
Vliesstoffprodukten am Ende ihres Lebenszyklus hängen jedoch
von der Materialzusammensetzung (z. B. Fasermischungen) und
von der Verarbeitung in der Wertschöpfungskette wie Färben und
Finishing ab, was die biologische Abbaubarkeit oder die Recyc-
lingoptionen einschränken kann.
[SBM-1 40e]
Weitere Informationen über die jeweiligen Regionen, Stakeholder
und Produkte im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen
3
Zu den LENZING™ Fasern, die vom als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser und
Meer) und kompostierbar (Haushalt und Industrie) zertifiziert sind, gehören die
folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens,
LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Modal Standard
Textilien, LENZING™ Lyocell Filament, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™
finden Sie in den Abschnitten zu den Zielen in den jeweiligen the-
matischen Kapiteln.
Erwartete Resultate für Kunden,
Investoren und die Natur
[SBM-1 42b]
Die verantwortungsbewussten Praktiken und innovativen Produkte
von Lenzing ermöglichen es Kunden und Partnern in der Wert-
schöpfungskette, eine hohe Produktqualität und Funktionalität zu
erzielen. Sie tragen darüber hinaus zur Verbesserung der Umwelt-
und Sozialleistung bei und unterstützen so die Erfüllung ihrer eige-
nen Nachhaltigkeitsziele und -verpflichtungen.
Aktionär:innen profitieren von einer Investition in einen weltweit
führenden Hersteller holzbasierter Cellulosefasern und einen aner-
kannten Innovator im Bereich Nachhaltigkeit, der in einem struktu-
rell wachsenden Markt für hochwertige Premiumprodukte tätig ist.
Die Natur wird bei Lenzing als stiller Teilhaber betrachtet. Lenzing
ist sich ihrer Verantwortung bewusst, die Nachhaltigkeitsleistung in
der Textil- und Vliesstoffindustrie zu verbessern, und arbeitet mit
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Multi-Stakeholder-Ini-
tiativen zusammen, um den systemischen Wandel voranzutreiben.
Umsatzerlöse
[SBM-1 40b]
Informationen zum Gesamtumsatz der Lenzing Gruppe, gegliedert
nach den Produktgruppen Fasern und Zellstoff, sind in der Tabelle
„Umsatzerlöse von externen Kunden nach Produkten und Dienst-
leistungen“ in Note 4 im Konzernabschluss enthalten.
Belegschaft
[SBM-1 40a iii]
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Land und in Personenanzahl 2025 2024
Gesamtzahl Beschäftigte  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
Tschechische Republik  
China  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur,
Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)  
Nonwoven Technologie. Eine Ausnahme bildet die TÜV-zertifizierte biologisch
abbaubare und kompostierbare Faser LENZING™ Lyocell Filament, die die oben
genannten Bedingungen mit Ausnahme der biologischen Abbaubarkeit im Meer
erfüllt.
310 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Unsere Vision
Wir setzen uns mit Leidenschaft dafür ein, nachhaltige Lösungen
für den wachsenden Bedarf der Welt zur Verfügung zu stellen. Wir
schaffen eine positive Wirkung für die Menschen, mit denen wir
arbeiten, die Konsument:innen, denen wir dienen, und die Gesell-
schaft und Umwelt, in der wir tätig sind. Das sichert unseren wirt-
schaftlichen Erfolg.
Unsere Mission
Wir verstehen uns als Impulsgeberin und arbeiten gemeinsam mit
unseren Lieferanten und Partnern in der Wertschöpfungskette da-
ran, positive Veränderungen in Gang zu setzen. Wir setzen uns ak-
tiv für die Verbesserung der ökologischen Performance entlang der
Wertschöpfungskette und damit im Endprodukt ein und engagie-
ren uns für das gesellschaftliche Wohl. Positive Auswirkungen und
Zusatznutzen für Mensch und Umwelt zu schaffen – das ist das
klare Ziel unserer Innovations- und Geschäftstätigkeit.
Unsere Strategie
„Naturally Positive“
[SBM-1 40g]
Lenzing hat eine Nachhaltigkeitsvision und -mission definiert, die
die Entscheidungsfindung auf allen Ebenen leiten – von den tägli-
chen operativen Entscheidungen bis zur langfristigen strategischen
Planung. „Naturally Positive“, die Nachhaltigkeitsstrategie der
Lenzing Gruppe, ist fest in der Unternehmensstrategie verankert.
Innerhalb der vier strategischen Felder der Unternehmensstrategie
- Nachhaltigkeit, Innovation, Premiumisierung und Exzellenz - de-
finiert die Nachhaltigkeitsstrategie jene Nachhaltigkeitsbereiche, in
denen Lenzing den größten Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt
leisten kann. Dieser Ansatz ermöglicht es Lenzing, einen angemes-
senen Beitrag zu den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige
Entwicklung (SDGs) zu leisten, auf die die Unternehmensaktivitä-
ten die größten Auswirkungen haben, und zur Bewältigung globa-
ler und ökologischer Herausforderungen beizutragen.
Lenzing konzentriert sich in erster Linie auf die Wertschöpfung
durch die Monetarisierung von Nachhaltigkeit durch Spezialfasern,
welche einen geringeren ökologischen Fußabdruck, verbesserte
Transparenz und reduzierte Risiken in der Lieferkette bieten. Diese
Produkte unterstützen die Kunden auch bei der Einhaltung gesetz-
licher Vorschriften und der Erreichung ihrer eigenen Nachhaltig-
keitsziele.
Nachhaltigkeitsstrategie
311 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Nachhaltigkeitsstrategie „Naturally Positive“ von Lenzing baut
auf drei strategischen Grundprinzipien auf. Innerhalb dieser Grund-
prinzipien wurden sieben Kernbereiche der Nachhaltigkeit identifi-
ziert, in denen die Lenzing Gruppe wesentlich zur Schaffung posi-
tiver Auswirkungen und Vorteile beiträgt.
1. Systemischen Wandel vorantreiben
Komplexe globale Herausforderungen verlangen einen kooperati-
ven Ansatz und systemische Lösungen unter Einbeziehung vieler
Stakeholder-Gruppen. Grundvoraussetzungen für den Aufbau von
Vertrauen und langfristigen Beziehungen sind Transparenz und
Rückverfolgbarkeit. Durch aktive Beiträge zu branchenweiten Me-
thoden, Standards und Benchmarking-Tools trägt Lenzing dazu bei,
die Nachhaltigkeitsleistung in der gesamten Branche zu beschleu-
nigen. Plattformen wie ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Che-
micals) und das FSLM (Facility Social Labor Module), konkrete
Nachhaltigkeitsziele, Programme zur Einbindung von Lieferanten
und Instrumente zur physischen und digitalen Rückverfolgbarkeit
sind wichtige Voraussetzungen für die Verbesserung der Bran-
chenstandards und die Bewältigung gemeinsamer Herausforde-
rungen.
2. Förderung der Kreislaufwirtschaft
Lenzing ist bestrebt, die Wertschöpfung bei minimalem Einsatz
neuer Rohstoffe zu maximieren und den Einsatz von fossilen Roh-
stoffen sowohl im eigenen Betrieb als auch entlang der gesamten
Wertschöpfungskette zu reduzieren. Das Unternehmen verbindet
den biologischen Kreislauf holzbasierter Cellulosefasern (biologi-
scher Kreislauf) mit seinen innovativen Technologien, die sich auf
die Schließung von Kreisläufen bei der Produktion und Rückgewin-
nung von Rohstoffen und Chemikalien (technischer Kreislauf) kon-
zentrieren. Spezifische Zielvorgaben für Fasern mit Recyclinganteil,
Kreislaufwirtschaftsmodelle mit Partnern und die Entwicklung al-
ternativer Cellulosequellen unterstützen dieses Prinzip. Weitere In-
formationen finden Sie im Kapitel „E5 Ressourcennutzung und
Kreislaufwirtschaft“.
3. Ökologisierung der Wertschöpfungskette
Lenzing ermöglicht ihren Kunden und Partnern in der Wertschöp-
fungskette, durch verantwortungsbewusstes Handeln und innova-
tive Produkte ihre Umwelt- und Sozialleistung zu verbessern und
ihre Nachhaltigkeitsziele und -verpflichtungen zu erreichen. Eine
verantwortungsbewusste Beschaffung, der verantwortungsbe-
wusste Umgang mit Wasser, Dekarbonisierung und nachhaltige In-
novationen prägen den Beitrag von Lenzing zu einer grüneren
Wertschöpfungskette. Die Nachhaltigkeitsziele für Luft- und Was-
seremissionen, Umweltverschmutzung, Chemikalienmanagement
(ZDHC) und Klimaschutz sind das Herzstück für das verantwor-
tungsvolle Unternehmertum von Lenzing und wirken als Motor für
technologischen Fortschritt.
Herausforderungen
Die größte künftige Herausforderung ist die Umsetzung von
Lenzings Klimaaktionsplan. Der Fortschritt wird durch mehrere ex-
terne Faktoren beeinträchtigt. Dazu zählen die eingeschränkte Ver-
fügbarkeit und Zugänglichkeit von netzbasiertem Strom aus erneu-
312 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategische Kernbereiche der Nachhaltigkeit und entsprechende SDGs
Kreislauf-
wirtschaft
schen
Systemi-
Wandel
voran-
treiben
Ökologisierung der
Wertschöpfungs-
kette
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Naturally
positive
erbaren Quellen, hohe Kostenunterschiede zwischen erneuerba-
ren Brennstoffen (grüner Wasserstoff, Ammoniak) und Strom aus
fossilen Energieträgern sowie fossilen Brennstoffen, das Fehlen
gleicher Wettbewerbsbedingungen für Produkte mit geringem
CO
2
-Fußabdruck sowie die mangelnde Bereitschaft von Ge-
schäftspartnern, Kosten und Risiken von Innovationen gerecht zu
teilen. Darüber hinaus haben sich internationale Zollmaßnahmen
und die daraus resultierende Unsicherheit nachteilig auf die globale
textile Wertschöpfungskette und damit auch auf die Geschäftsen-
twicklung von Lenzing ausgewirkt.
Weitere Informationen zu Lenzings Nachhaltigkeitsstrategie sowie
zu ihren strategischen Grundprinzipien und Kernbereichen der
Nachhaltigkeit finden Sie im Fokuspapier „Nachhaltigkeitsstrate-
gie“.
Nachhaltigkeits-Policy
[MDR-P 65]
Policy N
N
a
achhaltigkeits-Policy
Verantwortlichkeit
Head of Corporate Sustainability
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Wertschöpfungskette
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Best Practices in Nachhaltigkeit bei Lenzing und entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verankern
sowie Umweltwirkungen, Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.
Kernelemente:
Lenzing setzt sich dafür ein Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und systemische Veränderungen im Unternehmen und entlang
der gesamten Wertschöpfungskette voranzutreiben und den Fortschritt regelmäßig zu überwachen, zu überprüfen und zu
berichten.
Standards / Initiativen Dritter
Pariser Klimaabkommen (COP 21)
Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25d, 25c Die Policy für Nachhaltigkeit fördert die kontinuierliche Verbesserung der Ressourceneffizienz sowie die
Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu gehören Energieeffizienz, Klimaschutz und erneuerbare
Energien. Die Policy für Nachhaltigkeit dient als Rahmenwerk für allgemeine Ziele und Managementprinzipien, die als Grundlage für
Entscheidungen angewendet werden.
25b Lenzing verwaltet kontinuierlich Umweltrisiken, einschließlich Risiken im Zusammenhang mit der Anpassung an den
Klimawandel.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft E5-1
15a, 15b Lenzing verpflichtet sich zur Zusammenarbeit mit Stakeholdern, einschließlich Innovationspartnern, Lieferanten und NGOs,
um Fasern zu fördern, die potenzielle Umwelt- und Sozialauswirkungen reduzieren. Lenzing unterstützt die Forschung und
Entwicklung von wirtschaftlich tragfähigen Cellulosefasern aus alternativen Quellen wie landwirtschaftlichen Reststoffen und
Textilabfällen. Beide sind erneuerbare Ressourcen, wobei Textilabfälle eine sekundäre Ressource darstellen. Lenzing setzt sich dafür
ein, alle Rohstoffe verantwortungsvoll zu beschaffen (nachhaltige Beschaffung) und die Nachhaltigkeitsleistung sowie die
Ressourceneffizienz durch geeignete Maßnahmen kontinuierlich zu verbessern.
313 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zielsetzung und Überwachung
[MDR-T 80g, 80j]
Lenzing bewertet kontinuierliche Leistungsdefizite, Erwartungen
der Stakeholder, neue gesetzliche Vorschriften, strategische Wert-
hebel, externe Ratings sowie wissenschaftliche Entwicklungen, um
ihre Nachhaltigkeitsagenda zu stärken. Alle umweltbezogenen
Ziele beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Abteilung
Corporate Sustainability arbeitet eng mit verschiedenen anderen
relevanten Funktionen im gesamten Unternehmen zusammen, um
Lenzings Nachhaltigkeitsziele festzulegen. Diese Ziele werden
dann vom Vorstand genehmigt.
[GOV-1 22d]
Bei Lenzing sorgt ein strukturiertes Governance-Rahmenwerk für
eine wirksame Überwachung und Fortschrittskontrolle der Nach-
haltigkeitsziele. Jedes Ziel wird von einem Vorstandsmitglied ge-
sponsert, das eine:n Zielbesitzer:in („target owner“) vorschlägt,
die/der über das entsprechende Fachwissen und die operative
Verantwortung verfügt. Diese:r wiederum benennt eine:n Zielver-
antwortliche:n, um eine effektive Umsetzung zu gewährleisten. Der
Prozess wird durch vierteljährliche Evaluierungstreffen zwischen
der Abteilung Corporate Sustainability, den Zielbesitzer:innen und
den Zielverantwortlichen überwacht. Bei diesen Meetings werden
Fortschritte, Herausforderungen und der Status der entsprechen-
den Maßnahmen bewertet. Die Ergebnisse werden dem ESG
Committee des Vorstandes vorgelegt, dass – falls erforderlich –
Korrektur- oder Verbesserungsmaßnahmen einleitet. Darüber hin-
aus werden die Zielerreichung und die Durchführbarkeit jährlich
unter Berücksichtigung der Marktsituation und der regulatorischen
Entwicklungen bewertet. Auf der Grundlage dieser Bewertung
können die Nachhaltigkeitsziele angepasst werden, um zu gewähr-
leisten, dass sie weiterhin ehrgeizig und praktikabel sind und mit
den strategischen Entscheidungen von Lenzing übereinstimmen.
Nachhaltigkeitsziele
314 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
CO
Lenzing hat gruppenweite Nachhaltigkeitsziele für die wichtigsten Herausforderungen in jedem seiner strategischen Fokusbereiche festgelegt. Die genaue
Formulierung dieser Ziele, die jeweiligen Zielwerte, Jahre und Bezugsswerte, deren Status sowie die dazugehörigen Unterziele und Maßnahmen sind in den
entsprechenden Kapiteln zu finden.
Umsetzung von
Naturschutz-
maßnahmen in
Indianópolis
(Brasilien)
Biodiversität und
Walderhaltungs-
maßnahmen
in gefährdeten
Waldregionen
Erhöhung des
Anteils und der
Arten von
alternativen
Rohstoffen
Reduzierung
der Abwasser-
emissionen
Einbeziehung
der wichtigsten
Lieferanten, um
ihre Nachhaltig-
keitsleistungen zu
verbessern
Verringerung
der absoluten
Treibhausgas
(THG)-Emissionen
der Scope 1, 2 und
3 (kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel)
Erreichen der
Netto-Null-Treib-
hausgasemissionen
(langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel)
Unabhängiges
Sozialzertifikat
für jeden
Produktions-
standort
Schaffung eines
förderlichen
Arbeitsumfelds
Einbeziehung der
Gemeinden und
Sozialprogramme
Umsetzen
eines neuen
Kreislaufwirtschaft-
Geschäftsmodells
Nachhaltige Roh-
stoffbeschaffung
und Biodiversität
Nachhaltige
Innovationen
Water
Stewardship
Partnerschaften
für den systemi-
schen Wandel
Dekarbonisierung Menschen
fördern und
ermächtigen
Nachhaltigkeitsziele
ZHDC ‘Aspirational’ Status
in den Lenzing Viscoseanlagen
ZDHC ‘Aspirational’ Status
in den Lenzing Lyocellanlagen
Implementierung und jährliche Aktualisierung des
Facility Environmental Module (FEM) in allen Produktionsanlagen
Führungsstruktur
[GOV-1 22c ii]
Die Abteilung Corporate Sustainability berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden (CEO). Um die Nachhaltigkeit noch stärker in die
strategische Entscheidungsfindung einzubinden, wurde ein internes ESG Committee auf Vorstandsebene eingerichtet, das vierteljährlich
zusammenkommt, um die Fortschritte zu überwachen und wichtige Initiativen zu lenken. Eine regelmäßige funktionsübergreifende Ab-
stimmung ermöglicht die systematische Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Fragen in die Geschäftsstrategie, das Risiko-
management und die Geschäftstätigkeit des Unternehmens.
Fachwissen der Mitglieder von
Vorstand und Aufsichtsrat
[GOV-1 21c]
Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates und des Vorstandes
deckt gemeinsam alle entscheidenden Kompetenzbereiche ab –
Branchen- und Marktkenntnis sowie Produkt- und Nachhaltigkeits-
kompetenz. Die Mitglieder verfügen über Fachwissen über unter
anderem nachhaltige Innovationen, nachwachsende Rohstoffe,
Klima und Energie, Kreislaufwirtschaft und Recycling, Biodiversität,
Wassermanagement, Transparenz, Unternehmensethik, faire Ar-
beitspraktiken, Chancengleichheit, Diversität und Inklusion. Diese
breit gefächerte Erfahrung gewährleistet eine fundierte Entschei-
dungsfindung in strategischen und operativen ESG-Themen.
Governance
315 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachhaltigkeitsorganisation
Corporate Sustainability
1
Aufsichtsrat
Regelmäßige und mindestens vierteljährliche
Abstimmung
Vorstand
Monatliche Abstimmung
Vorstand ESG Commitee
Der Aufsichtsrat behandelt ESG-Themen im:
Strategie & ESG Ausschuss
Prüfungsausschuss
1 Corporate Sustainability, Corporate Communications, Investor Relations und Public Affairs bilden eine Abteilung
Mindestens monatliche
Abstimmung
Product/Application Development
Research
Investor Relations
Procurement
Global Quality & Product Safety
Kontinuierliche
Abstimmung
Corporate Communications und
Public Affairs
Health, Safety & Environment (HSE)
Purchasing Wood
Pulp Division
Corporate Human Resources
Global Textile Business
Global Nonwoven Business
Global Marketing & Branding
Mindestens halbjährliche
Abstimmung
Global Legal, Intellectual Property
& Compliance
Global Supply Chain Management
Risk Management
Corporate Accounting
Corporate Tax
Technical Customer Service
Corporate Controlling
Global Strategy and Mergers &
Acquisition
[GOV-1 23a]
Die vierteljährlichen Meetings des ESG Committee dienen dazu,
das Fachwissen, die Kompetenzen und das Verständnis des Vor-
standes in Bezug auf nachhaltigkeitsbezogene Risiken, Chancen
und gesetzliche Entwicklungen kontinuierlich zu verbessern. Dies
unterstützten die langfristige strategische Aufsicht und eine fun-
dierte Unternehmensführung.
Bei Lenzing werden Vorstand und Aufsichtsrat von der Abteilung
Corporate Sustainability unterstützt, die als Kompetenzzentrum für
Nachhaltigkeitsfragen im Unternehmen fungiert. Ihre Expertise
wird durch Fachexpert:innen aus den relevanten Unternehmens-
bereichen ergänzt, so dass ein kontinuierlicher Zugang zu techni-
schem und ESG-Wissen gewährleistet ist.
[GOV-1 23b]
Das spezifische Fachwissen aller Expert:innen steht in Zusammen-
hang mit den identifizierten wesentlichen Themen. Dadurch wird
sichergestellt, dass die Unternehmensführung gut gerüstet ist, um
Nachhaltigkeitsthemen effektiv zu lenken und zu verwalten, und
dass Lenzing entsprechend auf wesentliche Risiken und Chancen
eingehen kann. Durch die Ausrichtung der Nachhaltigkeitsbemü-
hungen auf die wesentlichen Themen mindert Lenzing nicht nur die
Risiken, sondern nutzt auch Chancen zur Schaffung eines langfris-
tigen Geschäftswertes.
Unternehmensführung
[G1 ESRS 2 GOV-1]
Lenzings Streben nach Compliance
Lenzing ist ein globales Unternehmen und handelt dementspre-
chend konform. Das Compliance Management System ist integra-
ler Bestandteil des Berichtssystems der Lenzing Gruppe. Die Com-
pliance-Funktion zielt darauf ab, alle Lenzing Mitarbeiter:innen,
Führungskräfte und Manager:innen durch vorbeugende risikoori-
entierte Maßnahmen zu beraten und zu unterstützen. Darüber hin-
aus gewährleistet sie einheitliche Erkennungs- und Reaktionspro-
zesse, um sie letztendlich vor den negativen Folgen von Verstößen
gegen Gesetze und Werte zu schützen.
Lenzings Compliance-Organisation ist eine länderübergreifende
Organisation mit internationalen Expert:innen, die vom Group
Compliance Officer geleitet wird. Dieser berichtet direkt an den
Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Österreichische Corporate
Governance Kodex (ÖCGK) definiert bestimmte Aufgaben für den
Vorstand, den Aufsichtsrat und für Auditoren. Die Gesamtverant-
wortung für die Compliance liegt beim Vorstand; er hat für die Ein-
haltung der gesetzlichen Bestimmungen zu sorgen und auf deren
Beachtung im Unternehmen hinzuwirken (§ 15 ÖCGK). Darüber
hinaus hat er den Aufsichtsrat regelmäßig, umfassend und zeitnah
über alle unternehmensrelevanten Angelegenheiten zu informieren
und mindestens einmal jährlich über die Maßnahmen zur Korrupti-
onsbekämpfung zu berichten (§ 18a ÖCGK). Lenzing erwartet von
allen Mitarbeiter:innen, die Verhaltensregeln mitzutragen und zu
beachten. Sie sind auch aufgefordert, aufmerksam zu sein, genau
hinzusehen und zu melden, wenn sie Verbesserungspotenzial er-
kennen oder einen Verstoß gegen Regeln und Werte aufdecken.
Lenzings Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter:innen nehmen an
verpflichtenden Compliance-Schulungen teil und verfügen daher
über sehr gute Kenntnisse in Fragen des unternehmerischen Han-
delns. Weitere Informationen über Schulungen finden Sie im Ab-
schnitt „Compliance-Schulungen“ (G1-3) im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
Zusammensetzung und Diversität
von Vorstand und Aufsichtsrat
[GOV-1 21a, 21b, 21d, 21e]
Personen in Leitungsorganen der Organisation
(Vorstand und Aufsichtsrat)
2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre
Über 50 Jahre  
Frauen
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Verhältnis von weiblichen zu männlichen Mitgliedern  
Vorstand (Geschäftsführende Mitglieder)
Aufsichtsrat (Nicht geschäftsführende Mitglieder)  
Vertretung von Beschäftigten (Aufsichtsrat)
Prozentsatz der unabhängigen Mitglieder des
Aufsichtsrates (nach Österreichischen Corporate
Governance Kodex Anhang 1)  
Verantwortung des Vorstandes und
Aufsichtsrates
[GOV-1 22a, 22b, 22c, 22c i]
Der Vorstand hat die Aufgabe, die strategische Ausrichtung und
das operative Management des Unternehmens zu lenken. Dazu
gehört die Beaufsichtigung der Umsetzung von Policies und Ver-
fahren zur Bewältigung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und
Chancen. Jedes Mitglied hat einen bestimmten Zuständigkeitsbe-
reich. Der Aufsichtsrat hat eine zusätzliche Kontrollfunktion inne
und stellt sicher, dass der Vorstand die Risiken und Chancen des
Unternehmens umsichtig managt. Die Integration ESG-bezogener
Zuständigkeiten ist auf Vorstandsebene fest verankert. Ausschüsse
sowohl des Vorstandes als auch des Aufsichtsrates spielen eine
wichtige Rolle bei der Überwachung der ESG-Managementpro-
zesse und der strategischen Ausrichtung. So waren beispielsweise
Mitglieder beider Organe aktiv an der doppelten Wesentlichkeits-
analyse beteiligt und die daraus resultierenden Ergebnisse wurden
anschließend auf Vorstandsebene besprochen.
Im Vorstand war Lenzings CEO Rohit Aggarwal 2025 für das
Thema Nachhaltigkeit zuständig. Seit Februar 2026 ist Georg Kas-
316 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
perkovitz für Nachhaltigkeitsthemen zuständig. Weitere Informati-
onen zu den Mitgliedern des Strategie & ESG Ausschusses sowie
des Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates, die beide ESG-Themen
durch dedizierte Tagesordnungspunkte thematisieren, finden Sie
im Abschnitt „Arbeitsweise des Aufsichtsrates“ im Corporate
Governance Bericht.
Umgang mit Auswirkungen, Risiken und
Chancen
[GOV-1 22c iii]
Der Prozess der doppelten Wesentlichkeit, der die Grundlage für
die Nachhaltigkeitsberichterstattung bildet, wird jährlich aktuali-
siert. Die Überprüfung stützt sich auf Beiträge und Analysen von
Expert:innen aus allen relevanten Fachgebieten. Für verschiedene
wesentliche Themen werden ggf. Maßnahmen ergriffen und Ziele
festgelegt, wenn dies für notwendig erachtet wird. Weitere Infor-
mationen über die Festlegung von Zielen finden Sie im Abschnitt
„Nachhaltigkeitsziele“ in diesem Kapitel. Weitere Informationen
zum Umgang mit Risiken und Chancen finden Sie im Abschnitt
„Ziele des Risikomanagements“ im Risikobericht. Die meisten der
wesentlichen ESG-bezogenen Risiken und Chancen sind bereits
Bestandteil des Risikomanagementsystems; weitere neue Risiken
werden laufend hinzugefügt.
ESG Committee
[GOV-2 26a]
Es wurde ein ESG Committee auf Vorstandsebene eingerichtet,
um die Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda durch eine stärkere
funktionsübergreifende Abstimmung zu beschleunigen. Das Com-
mittee ist für die Gestaltung der Nachhaltigkeitsstrategie und die
Überwachung der Umsetzung von ESG-Themen zuständig. Es tritt
vierteljährlich zusammen. Die wichtigsten Ziele sind die Formulie-
rung und Umsetzung einer ESG-Vision, einer ESG-Strategie sowie
von ESG-Kriterien für das Unternehmen. Das ESG Committee (Ab-
bildung „Vorstand ESG Committee“) besteht aus dem Vorstand
und Verantwortlichen verschiedener Funktionen, die den Fort-
schritt der Nachhaltigkeitsziele überprüfen, die Effektivität des An-
satzes für das Management aller Nachhaltigkeitsaspekte, ein-
schließlich Risiken und Chancen, bewerten und langfristige strate-
gische Entscheidungen treffen. Die Abteilung Corporate Sustaina-
bility leitet das Committee und ist ein integraler Bestandteil dessel-
ben. Sie arbeitet eng mit verschiedenen Geschäftsbereichen zu-
sammen (siehe Abbildung „Vorstand ESG Committee“), um Nach-
haltigkeit in die Kerngeschäftsprozesse einzubetten, auf die Anfor-
derungen und Erwartungen der Stakeholder einzugehen und das
Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.
Die Aufsicht über ESG-Angelegenheiten im Aufsichtsrat wird
durch den Strategie & ESG Ausschuss sowie den Prüfungsaus-
schuss ausgeübt, diese überwachen ESG-Angelegenheiten im Zu-
sammenhang mit strategischen Prioritäten und nachhaltiger Unter-
nehmensleistung. Diese Ausschüsse tagen mindestens zweimal im
Jahr.
[GOV-2 26b]
Die Entscheidungen beruhen auf einer ganzheitlichen Perspektive
und decken ein breites Spektrum an wesentlichen Themen sowie
neu aufkommende Fragen ab, darunter Chancen, Risiken, laufende
und künftige Maßnahmen, Nachhaltigkeitsziele, regulatorische
Entwicklungen und Erwartungen der Stakeholder. Die Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen (IROs) werden bei der Festlegung der
Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt. Konkrete Ziele werden im
ESG-Ausschuss des Vorstands festgelegt, genehmigt und regel-
mäßig überwacht. Darüber hinaus sind ESG-bezogene Risiken und
Chancen Teil des gesamten Risikomanagements des Unterneh-
mens.
[GOV-2 26c]
2025 befassten sich der Vorstand und Aufsichtsrat in den Aus-
schusssitzungen mit den folgenden Themen:
x Klimastrategie
x Einbindung von Kunden
x Aktualisierte Nachhaltigkeitsziele
x Klimarisikomanagement, CO
2
-Fußabdruck und Lebenszyk-
lusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA)
x Biodiversitätsansatz und Naturschutzprojekte
x Branchen-Ratings und Benchmarks wie das Carbon Disclo-
sure Project (CDP) und das Canopy-Ranking
x Maßnahmen zur Walderhaltung
x Möglichkeiten zur Differenzierung
x ESRS/CSRD-konforme nichtfinanzielle Berichterstattung
und doppelte Wesentlichkeit
317 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Informationen über die Häufigkeit der Angleichung der Verwal-
tungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane finden Sie in der Abbildung
„Nachhaltigkeitsorganisation“ im Abschnitt „Führungsstruktur“ in
diesem Kapitel.
Vergütung des Vorstandes
[GOV-3 29a]
Die Vergütungs-Policy der Lenzing AG für die erfolgsabhängige
Vergütung des Vorstandes ist nicht nur an finanzielle Leistungskri-
terien, sondern auch an nichtfinanzielle Nachhaltigkeitskriterien
(ESG) geknüpft, die die nachhaltige Unternehmensstrategie weiter
fördern.
[GOV-3 29d]
Daher wurde der Long-Term-Incentive (LTI), ein variabler Leis-
tungsbonus, zusätzlich zu den bestehenden Kriterien um Nachhal-
tigkeitsziele für Vorstandsmitglieder ergänzt. Weitere Informatio-
nen finden Sie in den Vergütungsberichten (Bericht für 2025 ver-
fügbar ab 24. März 2026).
Wie in der Vergütungspolitik beschrieben, beträgt der Anteil der
variablen Vergütung, der von nachhaltigkeitsbezogenen Zielen
und/oder Auswirkungen abhängt, für den Vorstandsvorsitzenden
6–10 Prozent und für ein ordentliches Mitglied 4–7 Prozent. Im
Jahr 2025 gab es keine Vergütung, welche mit Nachhaltigkeit ver-
knüpft ist und auf der Tranche von 2023 basiert, da diese durch
einen Sonderbonus ersetzt wurde.
[GOV-3 29e]
Die Vergütung des Vorstandes wird vom Vergütungsausschuss des
Aufsichtsrates genehmigt und angepasst.
[GOV-3 29b, 29c]
Die spezifischen Ziele und zugehörigen Kennzahlen in Zusammen-
hang mit der LTI-Vergütung des Vorstandes für verschiedene Drei-
Jahres-Tranchen werden im Folgenden beschrieben:
318 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESG Ratings TCFD/
Nachhaltig-
keitsrisiken
Klimawandel
Umwelt/
Higg FEM
Sicherheit
Holz- und
Zellstoff-
lieferanten
Chemikalien-
lieferanten
EU Sorg-
faltspflichten
i. d.
Lieferkette
Premium-
produkte
(z.B. carbon-
zero)
Kundenein-
bindung
EU
Regulatorien
Nachhaltig-
keitsbericht-
erstattung
EU
Taxonomie
Sozial-
zertifikat/
Higg FSLM
Inklusion
und
Diversität
VP Corporate
Sustainability
Investor
Relations
Risk Operations Procure-
ment
Business
management
& Branding
Communi-
cation
& Public
Affairs
Finance/
Controlling
Human
Resources
Vorstand ESG Committee
Informationen zur Führungskultur der Lenzing Gruppe finden Sie im Geschäftsbericht der Lenzing Gruppe (Corporate Governance-Bericht)
Chief Executive
Officer (Vorsitz)
Steering Committee
Managing Board
VP Corporate Communications,
Investor Relations, Corporate
Sustainability und Public Affairs
SVP Global Strategy and
Mergers & Acquisitions
SVP Corporate Human Ressources
EVP Commercial Textiles
EVP Commercial Nonwovens
SVP Global Legal, Intellectual
Property & Compliance
SVP Commercial Pulp, Biorefinery
& Co-Products, Wood
VP Operations
Illustrativ
x Ziel „ZDHC Lyocell“: „Erreichen des ,ambitionierten‘ MMCF-
Niveaus der ZDHC-Abwasser-Richtlinie und der Richtlinien
für eine verantwortungsvolle Produktion in den Lenzing
Lyocellanlagen bis 2028“.
x Verbundende Vergütungszielvorgabe in Bezug auf das „Spe-
zifisches Zwischenziel für Treibhausgasemissionen in Verbin-
dung mit Unternehmens- und Vergütungszielen“: „Lenzing
reduziert bis 2025 45 Prozent der spezifischen Treibhaus-
gasemissionen pro produzierter Tonne Zellstoff und Fa-
sern“ sowie „Lenzing reduziert bis 2026 47 Prozent der spe-
zifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern.“
x Teilziel des Ziels „Textilrecycling": „Innovative Nutzung von
mindestens fünf Anbietern alternativer Ausgangsmaterialien
(z. B. aus recycelten Textilien und landwirtschaftlichen Abfäl-
len) bis 2030“.
x Teilziel des Ziels „Chancengleichheit, Diversität und Inklu-
sion“: „Lenzing erhöht den Frauenanteil bis 2025 auf
22,5 Prozent in allen Positionen ab der Stufe 5a.“
x Verbundene Vergütungszielvorgabe in Bezug auf das Ziel
„Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“: „Lenzing er-
reicht bis 2026 eine Verbesserung von durchschnittlich drei
Prozentpunkten in den sieben Kategorien, zu denen auch der
Inklusionsindex gehört, im globalen Gesundheitsklima-Index
(HCI).“
x Ziel „TRIFR“: „Senkung der Gesamtzahl der meldepflichtigen
Arbeitsunfälle (TRIFR) auf 0,8 bis 2027“ (pro 200.000 Ar-
beitsstunden).
Klimabezogene Leistung
[E1 ESRS 2 GOV-3 13]
Die klimabezogene Leistung wurde anhand des „Spezifisches Zwi-
schenziel für Treibhausgasemissionen in Verbindung mit Unterneh-
mens- und Vergütungszielen“
bewertet, eines der unter E1-4 ange-
führten Ziele zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Das
Ziel steht in direktem Zusammenhang mit der variablen Vergütung
und besagt im Einzelnen: „Lenzing reduziert bis 2025 45 Prozent
der spezifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern“ sowie „Lenzing reduziert bis 2026 47 Prozent
der spezifischen Treibhausgasemissionen pro produzierter Tonne
Zellstoff und Fasern.“
Im Jahr 2025 gab es keine Vergütung, welche mit klimabezogenen
Erwägungen verknüpft ist und auf der Tranche von 2023 basiert, da
diese durch einen Sonderbonus ersetzt wurde.
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
[GOV-4]
Erklärung zur Sorgfaltspflicht
Kernelemente der Sorgfaltspflicht Abschnitte in der Nachhaltigkeitserklärung Einzelheiten
a) Einbindung der Sorgfaltspflicht in Governance, Strategie und
Geschäftsmodell
ESRSAllgemeineAngaben
Führungsstruktur ESRSGOV-
VergütungdesVorstands ESRSGOV-
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen ESRSSBM-
EKlimawandelBewertungvonRisikenundChancen EESRSSBM-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeBewertungderResilizenz EESRSSBM-
SArbeitskräftedesUnternehmensManagementdersozialen
Nachhaltigkeit
SESRSSBM-
SArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBeschäftigteinder
WertschöpfungsketteSchutzbedürftigeGruppenundgeographisches
Risiko
SESRSSBM-
b) Einbeziehung betroffener Interessenträger in allen
wesentlichen Schritten der Sorgfaltspflicht
ESRSAllgemeineAngaben
Führungsstruktur ESRSGOV-
ManagementvonStakeholdern ESRSSBM-
EigeneArbeitskräfte SESRSSBM-
ArbeitskräfteinderWertschöpfungskette SESRSSBM-
DoppelteWesentlichkeitsanalyse ESRSIRO-
c) Ermittlung und Bewertung negativer Auswirkungen auf
Mensch und Umwelt
ESRSAllgemeineAngaben
DoppelteWesentlichkeitsanalyse ESRSIRO-
WesentlicheAuswirkungenRisikenundChancen ESRSSBM-
EKlimawandelBewertungvonRisikenundChancen EESRSSBM-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeBewertungderResilizenz EESRSSBM-
SArbeitskräftedesUnternehmensManagementdersozialen
Nachhaltigkeit
SESRSSBM-
319 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
SArbeitskräfteinderWertschöpfungsketteBeschäftigteinder
WertschöpfungsketteSchutzbedürftigeGruppenund
geographischesRisiko
SESRSSBM-
d) Maßnahmen zum Umgang mit negativen Auswirkungen auf
Mensch und Umwelt
InjedemwesentlichenthematischenKapitel E-ESSG
Maßnahmen
EKlimawandelKlimaaktionsplan E-
EBiologischeVielfaltundÖkosystemeStrategie E-
GUnternehmensführungBeschaffung G-
e) Nachverfolgung der Wirksamkeit dieser Bemühungen und
Kommunikation
InjedemwesentlichenthematischenKapitel E-ESSG
Kennzahlen
Ziele
Risikomanagement der
Berichterstattung
[GOV-5 36a]
Ein formales Dokument zum Prozess der Nachhaltigkeitsberichter-
stattung behandelt auch interne Kontrollen. Es umreißt die Verfah-
ren, die für die Erstellung von Nachhaltigkeitsangaben erforderlich
sind, und klammert bewusst Tätigkeiten aus, die in den Zuständig-
keitsbereich anderer Abteilungen fallen, wie etwa das Datenquali-
tätsmanagement.
Lenzings Enterprise Risk Management (ERM) System umfasst ei-
nen ganzheitlichen Ansatz, der auch die Nachhaltigkeitsberichter-
stattung einschließt. Es bietet eine quantitative Risiko- und Chan-
cenmodellierung unter Verwendung von Monte-Carlo-Simulatio-
nen, berücksichtigt ESG-bezogene Risiken und Chancen und be-
inhaltet eine klimabezogene Risikobewertung in Übereinstimmung
mit den Empfehlungen der TCFD. Der ERM-Prozess umfasst halb-
jährliche Risikointerviews mit den relevanten internen Stakeholdern
auf Konzern- und Standortebene. Sowie die anschließende Zusam-
menfassung von Risiken und die Risikoberichterstattung an den
Vorstand sowie den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates.
[GOV-5 36b]
Lenzings ERM-Ansatz orientiert sich am ERM-Rahmenwerk von
COSO™ und kombiniert Top-down- und Bottom-up-Methoden.
Die Top-down-Analyse umfasst die Abstimmung mit dem Vorstand,
um die wichtigsten Risiken und zugrundeliegenden Annahmen zu
ermitteln. Die Bottom-up-Analyse beinhaltet Interviews mit den Ri-
sikoverantwortlichen der Standorte und Unternehmensfunktionen.
Die Risiken werden anhand ihrer Wahrscheinlichkeit und ihrer fi-
nanziellen Auswirkungen sowohl quantitativ als auch qualitativ be-
wertet. Bei strategischen Investitionsentscheidungen berücksich-
tigt die Methodik der Risikopriorisierung auch die Bewertung des
Risikos der Nichtinvestition (Risk of Non-Investment, RoNI). Dabei
werden Faktoren wie Gesundheit und Sicherheit, Umweltauswir-
kungen, Betriebsunterbrechungen, rechtliche Aspekte und Repu-
tation berücksichtigt.
[GOV-5 36d]
Die Ergebnisse des halbjährlichen ERM-Prozesses werden durch
eine strukturierte konzernweite ERM-Strategie und einen zugehö-
rigen Prozess in die relevanten internen Funktionen und Prozesse
integriert. Es werden Rollen und Verantwortlichkeiten für das Risi-
komanagement des Unternehmens, die Risikoverantwortlichen der
Standorte und der Unternehmensfunktionen sowie andere Stake-
holder festgelegt, wobei eine intensive funktionsübergreifende Zu-
sammenarbeit erfolgt, um eine ganzheitliche Sicht auf Risiken und
Chancen zu gewährleisten. Jedes Risiko wird einer/m Risikobesit-
zer:in („risk owner“) zugewiesen, die/der für die Ermittlung und Be-
wertung der Risiken und die Umsetzung von Maßnahmen zur Risi-
kominimierung zuständig ist. ERM-Strategie, -Prozess und die ent-
sprechende Governance sind im ERM-Verfahren der Lenzing
Gruppe definiert, das im gesamten Unternehmen umgesetzt wird
und regelmäßig Bestandteil von Schulungen ist.
[GOV-5 36e]
Die Ergebnisse der Risikobewertung werden zweimal jährlich an
den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates wei-
tergeleitet. Der Risikobericht fasst die wichtigsten Risiken, Maß-
nahmen zur Risikominimierung sowie die Gesamtrisiken der
Lenzing Gruppe zusammen.
Interne Kontrollen
[GOV-5 36c]
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung birgt das Risiko falscher An-
gaben, insbesondere aufgrund menschlicher Fehler oder unvoll-
ständiger Daten. Um dieses Risiko zu minimieren, wendet Lenzing
einen internen Kontrollrahmen an. Die folgenden Kontrolltätigkei-
ten sind im Gange:
x Das Kernteam des Projekts überprüft die Anforderungen an
die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
x Expert:innen aus der Abteilung Corporate Sustainability
überprüfen ihre themenbezogenen Kapitel, einschließlich
der Überprüfung der Inhalte für die jeweiligen Bereiche, füh-
ren Quervergleiche mit anderen Kapiteln durch (Vier-Augen-
Prinzip), lektorieren deutsche und englische Versionen (Vier-
Augen-Prinzip) und überprüfen Inhalte für die Website, Me-
dienmitteilungen und externe Kanäle, um die Konsistenz der
Botschaften sicherzustellen (Vier-Augen-Prinzip).
x Der Vorstand prüft alle wichtigen Offenlegungen und gibt
diese frei. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates über-
prüft den endgültigen Berichtsentwurf und gibt eine Emp-
fehlung zur Genehmigung und Freigabe an den Aufsichtsrat
ab.
x Lenzings externes Audit gibt eine begrenzte Sicherheit für
die Nachhaltigkeitsberichterstattung. (Die Erklärung zur Er-
langung einer begrenzten Sicherheit finden Sie im Abschnitt
„Bericht über die unabhängige Prüfung der nichtfinanziellen
Berichterstattung gemäß §§ 243b und 267a UGB“ im „An-
hang“).
320 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-2 45a]
Die komplexen globalen Nachhaltigkeitsherausforderungen, mit
denen sich die Gesellschaft heutzutage konfrontiert sieht, erfor-
dern einen gemeinschaftlichen Ansatz und die Entwicklung syste-
mischer Lösungen. Ein zielführender Dialog mit den Stakeholdern
ist daher unerlässlich. Er erfordert gegenseitigen Respekt, den Aus-
tausch von Wissen und Fachkenntnissen und ein aktives Anhören
der Perspektiven der Partner. Ein effektiver Dialog beginnt mit der
Bereitstellung transparenter Informationen, die den Stakeholdern
ermöglichen, sich eine fundierte Meinung zu bilden, Risiken zu be-
werten und Missverständnisse durch den Aufbau von Vertrauen
abzuwenden. Der fortlaufende Dialog findet in verschiedenen For-
maten statt, z. B. in Meetings, Arbeitsgruppen, Konferenzen, durch
die Beantwortung von Anfragen, Umfragen und anderen Formen
des Austauschs.
Wichtige Stakeholder
Die zentralen an diesem Dialog beteiligten Stakeholder sind in Ab-
bildung „Wichtige Stakeholder-Gruppen“ dargestellt. Die wichtigs-
ten Stakeholder der Lenzing Gruppe sind die Personen und Unter-
nehmen, die von den Aktivitäten, dem unternehmerischen Handeln
und den strategischen Zielen der Gruppe betroffen sein können
oder die in der Lage sind, zur Erreichung dieser Ziele beizutragen.
Lenzing betrachtet solche Stakeholder als strategische Partner, die
ein erhebliches Interesse an und großen Einfluss auf die Bereiche
haben, die Lenzing besonders am Herzen liegen. Eine ganz beson-
dere Stakeholder-Gruppe sind Lenzings Mitarbeiter:innen. Ihre
Leistungen, zusammen mit Transparenz und Zusammenarbeit, sind
ein klares Zeugnis für die glaubwürdige Nachhaltigkeitsleistung der
Lenzing Gruppe.
Weitere Informationen zu unseren wichtigsten Stakeholdern finden
Sie im Fokuspapier „Einbeziehung von Stakeholdern“.
[SBM-2 45b]
Informationen darüber, wie die Ergebnisse des Stakeholder-Dia-
logs in der Wesentlichkeitsanalyse berücksichtigt werden, finden
Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“ in diesem Ka-
pitel.
Stakeholder Interessen
Stakeholder Interessiert in
Investoren KapitalrenditeResilienzChancenRisiken
Hochschulen, Medien Negative(undpositive)UmweltauswirkungenbewährtePraktiken
NGOs/NPOs/Multistakeholder-Initiativen/Wirtschaftsverbände Negative(undpositive)UmweltauswirkungenbewährteVerfahrenFachwissenKenntnisse
Lieferanten StabilesGeschäftkeinRisikoeinesReputationsverlustesbeiderZusammenarbeitmituns
Direkte Kunden (z. B. Spinner),
indirekte Kunden (Marken, Einzelhändler)
ErreichenihrerZiele/VerpflichtungenihreScope--EmissionenZertifizierungenAudits
LebenszyklusanalysenundProduktfußabdruckRückverfolgbarkeitkeineRisikeninder
WertschöpfungsketteInnovationsmöglichkeiten
Arbeitskräfte des Unternehmens SichereArbeitsplätzeGesundheitundSicherheitAusbildungundKompetenzentwicklung
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette ArbeitsbedingungenMaßnahmengegenGewaltundBelästigungamArbeitsplatz
DiversitätKinder-undZwangsarbeitangemessenerWohnraumWasserundsanitäre
EinrichtungenPrivatsphäre
Lokale Gemeinschaften LärmundGeruch
Endverbraucher Produktsicherheit
Management von Stakeholdern
321 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wichtige Stakeholder-Gruppen
Lenzing
Gruppe
A
n
l
eger
:
innen
Branchenverbände
Mitbewerber
Direktkunden & Partne
r
i
n der Wertschöpfungs
kette
Gemeinnützige
Org
ani
sat
ionen
& NGOs
Lokale Bevölkerung
M
arken & Einzel
h
ändler
Medien
Mitarbeiter:i
nn
en
Mulit-Stakeholder-Initiativen
Ratingagentur
en
Regi
erung
en
Aufsi
c
h
t
s
r
a
t
Verbraucher:innen
Wissen
schaf
t
Verbraucherschutz
Zer
tifizierungsgremi
e
n
Zuliefere
r
&
Dienstleister
[SBM-2 45d]
Der Aufsichtsrat und der Vorstand werden teilweise über die An-
sichten und Interessen der betroffenen Stakeholder in Bezug auf
nachhaltigkeitsbezogene wesentliche Auswirkungen informiert.
Die Ansichten der eigenen Belegschaft werden über den Betriebs-
rat und das Ergebnis des Lenzing Climate Survey kommuniziert.
Die Meinungen von Konsument:innen und Endnutzer:innen wer-
den indirekt über Lenzings Kunden eingeholt und von Lenzings
Vertriebsteams weitergegeben. Die Ansichten und Interessen der
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette (z. B. Lieferanten) wer-
den der Konzernleitung nicht aktiv mitgeteilt.
Arbeitskräfte des Unternehmens
[S1 ESRS 2 SBM-2]
Die Interessen, Ansichten und Rechte der Arbeitskräfte von
Lenzing, einschließlich des Schutzes ihrer Menschenrechte, beein-
flussen die Strategie und das Geschäftsmodell des Unternehmens.
In Übereinstimmung mit ihrer Unternehmenskultur räumt die
Lenzing Gruppe den Menschen als strategischem Schwerpunkt
oberste Priorität ein, da sie ein integraler Bestandteil ihres ganz-
heitlichen Nachhaltigkeitsansatzes sind.
Die Unternehmenskultur beruht auf langfristigen Partnerschaften,
einer engen Zusammenarbeit, gegenseitigem Respekt sowie ei-
nem stetigen Austausch in offener und transparenter Atmosphäre.
Die Interessen der Mitarbeiter:innen werden über etablierte Kanäle
vertreten, einschließlich der direkten Einbindung der Führungs-
kräfte und des Dialogs mit Arbeitnehmervertreter:innen. Diese
Maßnahmen ermöglichen es der Belegschaft, regelmäßig ihre An-
sichten einzubringen, und gewährleisten seitens der Belegschaft
ein gutes Verständnis der Unternehmensstrategie, der Ziele, der
Leistung, der Marktbedingungen, der finanziellen Situation und der
Policies, sowie aller Fragen im Zusammenhang mit den Beschäfti-
gungsbedingungen und -leistungen. Einzelheiten zu Formaten und
Austausch finden Sie im Abschnitt „Kommunikation“ im Kapitel „S1
Arbeitskräfte des Unternehmens“.
Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit,
Sicherheit und Wohlbefinden spiegeln sich in den internen Policies
von Lenzing wider und bilden die Leitprinzipien dafür, wie wir un-
sere Mitarbeiter:innen beschäftigen, führen und fördern. Die Ein-
haltung dieser Standards wird durch Schulungen, Rechenschafts-
pflicht der Führungskräfte und Monitoring-Maßnahmen unter-
stützt.
Um die derzeitige Marktvolatilität zu bewältigen und sich auf künf-
tige Herausforderungen vorzubereiten, hat Lenzing im Jahr 2024
ihren People Plan eingeführt. Dieser strategische Rahmen beinhal-
tet die vier Kernbereiche: organisatorische Performance, Diversität
und Kultur, Führungskräfteentwicklung und Talentmanagement.
Arbeitskräfte in der
Wertschöpfungskette
[S2 ESRS 2 SBM-2]
Die Lenzing Gruppe setzt sich für die weltweit anerkannten Men-
schenrechte und Rahmenbedingungen für Arbeitsnormen ein und
toleriert keine Form von Menschenrechtsverletzungen. Das Enga-
gement erstreckt sich auf die Wahrung der Rechte aller Arbeits-
kräfte in ihrem Einflussbereich im Einklang mit der Allgemeinen Er-
klärung der Menschenrechte, dem UN Global Compact (UNGC),
den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und der Er-
klärung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über grund-
legende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit.
In Bezug auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette stützt
sich Lenzing hauptsächlich auf glaubwürdige externe Quellen, z.B.
Nichtregierungsorganisationen (NGOs), gemeinnützige Organisa-
tionen (NPOs), Gewerkschaften, Risikodatenbanken und Regie-
rungsberichte, sowie auf ihre interne Fachkompetenz, um Auswir-
kungen zu erkennen und zu bewerten. Lenzings Einflussbereich
deckt momentan hauptsächlich ihre direkten Lieferanten und in
geringerem Umfang auch ihre nachgelagerten Geschäftspartner in
Bezug auf den Vertrieb, den Transport und die Lagerung der
Lenzing Produkte ab. Lenzings Einfluss beschränkt sich gegenwär-
tig darauf, die Arbeitsbedingungen durch Audits zu überprüfen und
sich auf externe Ratings und Standards zu stützen, z.B. das EcoVa-
dis-Rating. In Anbetracht der potenziellen negativen Auswirkungen
der Beschaffung auf die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
verfolgt Lenzing eine nachhaltige Beschaffungsstrategie.
322 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[SBM-3 48a, 48c, 48h]
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen von Lenzing (IROs). Kurzfristig bezieht sich auf ein Jahr (das Berichtsjahr), mittelfristig auf zwei bis fünf Jahre und
langfristig auf mehr als fünf Jahre. Jedes thematische Kapitel beginnt mit einer Tabelle, die die identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen mit den entsprechenden Policies, Zielen, Maßnahmen
und Kennzahlen verknüpft.
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
Auswirkungen/
Risiken/
Chancen
Tatsächlich/
potenziell
Eigene Tätigkeiten/
Wertschöpfungskette
(VC):
vor-/nachgelagert
Zeitrahmen:
kurz-, mittel-,
langfristig
Kurzbeschreibung IRO Beschreibung
E1 Klimawandel
Anpassungen an den Klimawandel
Risiko EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Mittel-bislangfristig RisikofürdieGeschäftstätigkeitunddie
LieferkettevonLenzingaufgrundder
zunehmendenchronischenphysischen
Klimagefahrengemäßder
Klimarisikobewertung
KlimamodellezeigendasssteigendeglobaleDurchschnittstemperaturenzu
einerZunahmechronischerphysischerKlimagefahrenführenwerdenDer
BetriebunddieLieferkettevonLenzingkönntenzunehmendvonextremen
WetterereignissenWasserknappheitundanderenphysikalischenGefahren
unterschiedlichenAusmaßesbetroffenseinAlleidentifiziertenRisikenwerden
vonLenzingdurcheineumfassendeDiversifizierungderLieferantenundein
ganzheitlichesBestands-undRessourcenmanagementgehandhabt
Risiko Vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Langfristig RisikoderHolzknappheitdurchnicht
widerstandsfähigeWälderundAuswirkungen
dersteigendenglobalen
Durchschnittstemperatur
DaHolzeinerderwichtigstenRohstoffefürLenzingistkanndasRisikoder
NichtverfügbarkeitvonHolzaufgrundvonWaldschäden(Krankheiten
Schädlingeusw)alsdirekteFolgehöhererDurchschnittstemperaturendas
Kerngeschäftbeeinträchtigen
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikosteigenderHolzpreiseaufgrunddes
KlimawandelsundderKonkurrenzdurch
Biomasse
HolzistdiewichtigstenatürlicheRessourcefürdieLenzingGruppedaesfür
dieHerstellungvonregeneriertenCellulosefasernbenötigtwirdTrotzder
nachhaltigenBeschaffungspolitikvonLenzingundderrückwärtsintegrierten
ProduktionbestehtdieGefahrdassdieHolzpreiseaufgrunddesKlimawandels
unddeszunehmendenWettbewerbsumBiomasseundLandnutzungsteigen
Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen
323 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Klimaschutz
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikosteigenderKostenvon
Treibhausgasemissionendurchneue
VorschriftenzurBepreisungvonKohlenstoff
inemissionsarmenSzenarien
DiezunehmendeRegulierunginsbesondereinBezugaufUmweltsteuernund
KohlenstoffbepreisungstellteinrelevantesRisikofürLenzingdarInden
LändernindenenLenzingkohlenstoffintensiveProzessedurchführtwurden
bereitsVorschriftenfürTreibhausgasemissioneneingeführt(wiezumBeispiel
VerbesserungderEnergieeffizienzundregulierteEmissionszertifikate)und
strengereVorschriftendiedieKostenfürTreibhausgasemissionenerhöhen
könntensindinVorbereitungLenzingführtstrenge
EnergieeffizienzmaßnahmeneinumihrpotenziellesRisikoeinergrünen
Besteuerungzuverringern
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChancendurchProduktinnovationenmit
geringerCO
-EmissionundFührungsrollebei
derDekarbonisierung
DieLenzingGruppebetrachtetdierascheDekarbonisierungalseinewichtige
GeschäftschanceumihreBetriebsabläuferisikofreizugestalten
WiderstandsfähigkeitaufzubauenProduktemitgeringerenAuswirkungenauf
dasKlimaaufdenMarktzubringenundEnergieeffizienzsteigerungenzu
erzielenLenzingwirdseineTreibhausgasemissionenindenkommendenJahren
durcheineReihevonMaßnahmenimRahmenseinerDekarbonisierungsstrategie
undseinerSBTserheblichreduzierenDarüberhinausstrebtLenzingbis
eineNetto-Null-BilanzbeidenTreibhausgasemissionenan
Energie
Negative Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Langfristig NegativeAuswirkungenaufdenglobalen
KlimawandeldurchdieErzeugungvon
TreibhausgasemissionendurchdieNutzung
nichterneuerbarerEnergiequellen
DurchdieNutzungnichterneuerbarerEnergiequellenoderineffizienter
EnergieumwandlungstechnologienerzeugtLenzingTreibhausgasemissionendie
zumglobalenKlimawandelbeitragen
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikodassdieEnergiewendenichtim
Einklangmitdenwissenschaftlichfundierten
ZielenderLenzingGruppeerreichtwird
RisikodassdieEnergiewendenichtimEinklangmitdenwissenschaftlich
fundiertenZielenderLenzingGruppeerreichtwird
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikoeinesReputationsschadenswenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugauf
Energiequellennichterfülltwerdenundder
CO
-Fußabdrucknichtverringertwird
DerRufvonLenzingkönnteSchadennehmenwenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugaufEnergiequellennichterfülltwerden
LenzingverfügtüberenergieintensiveProzessediezuTreibhausgasemissionen
führenundsiehtsicheinemzunehmendenDruckdurchKundenundEU-
RichtlinienausgesetztihrenCO
-FußabdruckzuverbessernwaseinRisikofür
LenzingdarstelltwenndieErwartungennichterfülltwerden
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikosteigenderRohstoffkosten(z BHolz
ZellstoffundChemikalien)aufgrundvon
Energiepreisen
DieRohstoffpreise(z BHolzZellstoffundChemikalien)könntenaufgrund
derVerfügbarkeitvonEnergieundderPreisvolatilitätinfolgedesKlimawandels
steigenZumBeispieleinAnstiegdesHolzpreisesaufgrunddersteigenden
NachfragenacherneuerbarenEnergiequellenNullabholzungstendenzen
und/oderhäufigerauftretendeSchädlingeundKrankheiten(z B
Schädlingsbefall)aufgrundveränderterWettermusteralsFolgedes
Klimawandels
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoderNeueinstufungvonBiomasseals
nichterneuerbarinderRichtlinieüber
erneuerbareEnergien(REDII/III)
MitderRichtlinieübererneuerbareEnergien(REDII/III)könnteBiomasseneu
eingestuftwerdenundnichtmehralserneuerbargelten
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig PotenziellesfinanziellesRisikofürdie
GeschäftstätigkeitvonLenzingunderhöhte
Kostenaufgrundvonunvorhergesehenen
EnergieengpässenundStromausfällen
UnvorhergeseheneEnergieengpässekönntendieGeschäftstätigkeitvonLenzing
beeinträchtigenwaseinfinanziellesRisikodarstellenkann
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig MöglichkeitdieEnergiekostendurchdie
UmsetzungvonKonzeptendieauf
erneuerbarenEnergienbasierenlangfristig
zusenken
LenzingsiehteineChancesichdurchdieproaktiveBewältigungökologischer
HerausforderungengünstigzupositionierenDarüberhinauskönnendie
EnergiekostendurchdenEinsatzerneuerbarerEnergiequellenundneuer
TechnologienlangfristiggesenktwerdenwaszueinemMarktvorteilführen
kannwenndieUmstellungrascherfolgt
324 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E2 Umweltverschmutzung
Luftverschmutzung
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
LuftverschmutzungundEmissionenmit
potenziellnegativenFolgenfürdie
menschlicheGesundheitunddieUmwelt
LenzingträgtzurLuftverschmutzungbeiundkönntedieGesundheitunddie
UmweltnegativbeeinflussenUmUmweltverschmutzungzuvermeiden
überwachtundkontrolliertLenzingaktivdieUmweltauswirkungenihrer
Tätigkeiten
Risiko EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig RisikoregulatorischerÄnderungenund
darausresultierenderGeschäftsverluste
LenzingkanndieBetriebsgenehmigung(LTO)aufgrundvonÄnderungender
Vorschriftenverlierenz BwenndiestrengerenEmissionswertederEUBAT
nichteingehaltenwerdenDieskönntezumVerlustdesEU-Umweltzeichens
undzurNichterfüllungderKundenanforderungenführen
Chance EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig ChancefürLenzingdurchsteigende
NachfragenachemissionsarmenProdukten
undInnovationen
FührungsrollebeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringen
ökologischenundsozialenAuswirkungen
Wasserverschmutzung
Negative Auswirkung Potenziell Nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig PotenziellenegativeAuswirkungenvon
LenzingsnachgelagerterWertschöpfungskette
aufWasserverschmutzung
DieTextilproduktionistschätzungsweisefüretwa Prozentderweltweiten
VerschmutzungvonsauberemWasserdurchFärbe-undVeredelungsprodukte
verantwortlich
a
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
WasserverschmutzungundEmissionenmit
potenziellnegativenFolgenfürdie
menschlicheGesundheitunddieUmwelt
LenzingleitetindereigenenProduktionWasserabundkanndaherpotenziell
GewässerbeeinträchtigenImFalleeinerunwahrscheinlichenLeckagewären
dieFolgenfürdieÖkosystemefatalLenzingverpflichtetsichdirekteund
indirekteWechselwirkungenmitWasserressourcenumfassendzuüberwachen
zukontrollierenundzumelden
Chance EigeneTätigkeiten&
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bismittelfristig ChancefürLenzingdurchsteigende
NachfragenachemissionsarmenProdukten
undInnovationen
FührungbeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringen
ökologischenundsozialenAuswirkungendurchemissionsarmeProdukteZum
BeispielspinngefärbteLenzing-Fasern
Besorgniserregende und besonders besorgniserregende Stoffe (SOCs & SVHCs)
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
Wertschöpfungskette
Mittelfristig Potenzialfürschwerwiegendenegative
AuswirkungenaufGesundheitundUmwelt
beiUnfällenoderLeckagenim
ZusammenhangmitSoCsundSVHCs
MöglicheschwerwiegendenegativeAuswirkungenaufdieGesundheitunddie
UmweltimFallevonUnfällenoderLeckagenBesorgniserregendeStoffe
werdeninLenzingseigenerProduktionundinderIndustrieweiterhin
verwendetDieFasernvonLenzingwerdendurchZertifizierungenund
TestverfahrenaufRückständekontrolliert
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChancedurchdieEntwicklungund
UmsetzungvonBranchen-Benchmarks
Geschäftezusichern
SicherungdesGeschäftsdurchErfüllungderAnforderungenderStakeholder
unddarüberhinausEntwicklungvonBranchen-BenchmarksundBeitragzu
Multi-Stakeholder-InitiativenwieZeroDischargeofHazardousChemicals
(ZDHC)
E3 Wasser- und Meeresressourcen
Wasserentnahme und Wasserverbrauch
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bismittelfristig NegativeAuswirkungenauf
Wasserressourcenaufgrundvon
WasserentnahmedurchLenzingundder
Wertschöpfungskette
SowohldieZellstoff-undFaserproduktionalsauchdieTextilherstellungkönnen
wasserintensivseinDieWasserentnahmevonLenzingundPartnerninder
nachgelagertenWertschöpfungskettekannzurzunehmendenWasserknappheit
beitragen
Chance EigeneTätigkeiten Mittel-bislangfristig ChanceGeschäftezusichernindemden
PartnerninderWertschöpfungskettedurch
ProduktemitverbessertemWasser-
FußabdruckdabeigeholfenwirdihreZiele
zuerreichen
DieFaserproduktevonLenzingwerdenmiteinemgeringerenWasserverbrauch
hergestelltalsherkömmlicheregenerierteCellulosefasernDieskannden
PartnerninderWertschöpfungskettedabeihelfenihreWassereinsparungsziele
zuerreichenunddasGeschäftvonLenzingzusichernDieseStrategiefördert
BemühungenzurReduzierungdesGesamtwasserverbrauchsentlangder
gesamtenLieferkette
325 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Landnutzungsänderungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Risiko EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig RisikovonHolzknappheitundhohen
HolzpreiseninfolgedesBiodiversitätverlusts
HolzknappheitaufgrundnichtresilienterWälderkannzuGeschäftseinbußen
führendaHolzmöglicherweisenichtodernurzueinemhohenPreis
verfügbarist
DabiodiverseÖkosystemewiderstandsfähigergegenäußereEinflüssesind
stelltderVerlustderBiodiversitäteingroßesRisikofürLenzingdar
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Ressourcenzufluss, einschließlich Ressourcennutzung
Negative Auswirkung Potenziell Vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurzfristig PotenziellenegativeAuswirkungenaufdie
KreislaufwirtschaftdurchdieBeschaffung
konventionellerChemikalien
DieBeschaffungvonChemikaliendieaufherkömmlicheWeisehergestellt
werdenbasiertaufderVerwendungvonPrimärressourcenundfördertnicht
dieKreislaufwirtschaft
Positive Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Kurz-bislangfristig PositiveAuswirkungaufdie
RessourcennutzungdurchdieEinführungvon
KreislaufwirtschaftspraktikenbeiLenzing
einschließlichderVerwendungdes
nachwachsendenRohstoffsHolz
LenzingträgtzuzirkulärenWertschöpfungskettenbeiindemesFasernaus
recyceltenInhaltsstoffenundnachwachsendenRohstoffenherstelltundsodie
AbhängigkeitvonneuenRohstoffenverringertunddieLebenszyklusemissionen
senktDiesePraktikenunterstützenumfassendereUmweltzieleindemsieden
RessourcenverbrauchminimierendieWiederverwendungfördernundAbfallin
dergesamtenTextillieferkettereduzieren
Ressourcenabflüsse im Zusammenhang mit Produkten und Dienstleistungen
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChanceGeschäftezusichernindem
PartnerinderWertschöpfungskettedabei
unterstütztwerdenihreZieleinBezugauf
KreislaufwirtschaftundRecyclingzu
erreichen
DieFührungspositionvonLenzingimBereichderzirkulärenFaserinnovation
versetztdasUnternehmenindieLagediewachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichenressourceneffizientenundbiologischabbaubarenMaterialien
zubedienenDurchdieVerwendungvonrecyceltenInhaltsstoffen
nachwachsendemHolzundgeschlossenenProduktionsprozessenunterstützt
LenzingseinenachgelagertenPartnerbeiderErreichungihrer
Nachhaltigkeitszieleundpasstsichgleichzeitigneuenregulatorischen
RahmenbedingungenwiederEU-TextilstrategieanDiesestrategische
PositionierungstärktdieKundenbindungeröffnetneueMarktsegmenteund
festigtdieRollevonLenzingalsVorreiterinSachenNachhaltigkeitinder
Textilbranche
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungskette
Kurz-bislangfristig NegativeAuswirkungenauf
TreibhausgasemissionenunddenCO
-
Fußabdruckdurchenergieintensive
Recyclingprozesse
Recyclingprozessesindenergieintensivwaspotenziellzuhöheren
TreibhausgasemissionenundeinemgrößerenCO
-FußabdruckderProdukteim
VergleichzurVerwendungneuerMaterialienführtObdieAuswirkungen
negativsindhängtvonderVerfügbarkeitkünftigerTechnologiensowievom
UmfangdesRecyclingsundderRückgewinnungvonChemikalienab
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Arbeitsbedingungen - Sichere Arbeitsplätze
Risiko und Chance EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoundChancefürdieAufrechterhaltung
derAttraktivitätalsArbeitgeberdurch
transparenteKommunikation
AufrechterhaltungderArbeitgeberattraktivitätwährendPersonalabbauund
wirtschaftlichenHerausforderungenmitSchwerpunktauftransparenter
Kommunikation
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChancesichAufträgezusichernindem
manalsbevorzugterLieferantfürKunden
gelistetwird
LenzingsiehteinenwachsendenBedarfanSozialzertifikatenseitensseiner
KundenDurchdieZertifizierungsichertsichLenzingAufträgeindemesals
bevorzugterLieferantgelistetwird
326 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Arbeitsbedingungen - Work-Life-Balance
Positive Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Kurzfristig PositiveAuswirkungenaufdasWohlbefinden
derBelegschaftdurchvorteilhafte
Arbeitsmodelle
DieEinführungflexiblerArbeitszeitmodelleumfassenderUrlaubsoptionenund
SozialleistungenförderteinegesündereWork-Life-BalancederBelegschaft
DieseMaßnahmensollenStressreduzierendieArbeitszufriedenheitsteigern
unddenMitarbeitendenermöglichenihreprivatenundberuflichen
Verpflichtungenbesserzuvereinbarenwaszuihremallgemeinen
WohlbefindenundihrerBindungandasUnternehmenbeiträgt
Arbeitsbedingungen - Gesundheit und Sicherheit
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Mittelfristig MöglichenegativeAuswirkungenaufdie
GesundheitunddasWohlbefindender
BelegschaftvonLenzingimFallevon
Unfällen
UnzureichendeSicherheitsvorkehrungenkönnensichaufdieGesundheitund
dasWohlbefindenderMitarbeitendenindenbetriebenenAnlagenauswirken
unddiesepotenziellgefährden
Risiko EigeneTätigkeiten Kurzfristig RisikoeinesschlechtenArbeitsklimasdas
zurPersonalfluktuationführtoderdie
ProduktivitätderMitarbeiterinnenverringert
EinschlechtesArbeitsklimakannzurPersonalfluktuationführenoderdie
Produktivitätverringern(AufgrundderpsychischenGesundheit)
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Gleichstellung der Geschlechter und gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Negative Auswirkung Tatsächlich EigeneTätigkeiten Mittelfristig NegativeAuswirkungenaufdie
GleichstellungderGeschlechterundgleicher
LohnfürgleicheArbeit
LenzingstehtimBereichgleicherLohnfürgleicheArbeitaufgrundkultureller
FaktorenundunbewussterVorurteilevorHerausforderungenLenzingistsich
derBedeutungderGleichstellungderGeschlechterundgleicherLohnfür
gleicheArbeitbewusstundsetztsichfüreinekontinuierlicheVerbesserungin
diesemBereichein
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Ausbildung und Kompetenzentwicklung
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikoeinesProduktivitätsrückgangsdurch
unzureichendeQualitätbeider
Nachfolgeplanung
EineunzureichendeQualitätbeiderNachfolgeplanungkannzueinem
RückgangderProduktivitätführen
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Diversität
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Kurzfristig NegativepsychologischeAuswirkungenauf
dieMitarbeiterinnenwennDiversitätnicht
gefördertwird
EinefehlendeFörderungderDiversitätkannzuGefühlenderAusgrenzung
IsolationundDiskriminierungführenundpsychologischeFolgenfür
Arbeitnehmerinnenhaben
Chance EigeneTätigkeiten Mittelfristig ChancezurFörderungvonInnovationund
LeistungdurchDiversität
VielfaltfördertInnovationundLeistungDiverseundinklusiveArbeitsplätze
werdenmiteinerbesserenMitarbeiterbindungInnovationund
WettbewerbsfähigkeitinZusammanhanggebracht
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
Sonstige arbeitsbezogene Rechte - Kinderarbeit
Negative Auswirkung Potenziell Wertschöpfungskette Kurzfristig NegativeAuswirkungenaufKinderinder
WertschöpfungskettederTextilindustrieda
KinderarbeitinderTextilherstellungweit
verbreitetist
KinderarbeitistnachwievoreingroßesProbleminderTextilindustriewo
KinderihrerRechteberaubtwerdenGesundheits-undSicherheitsrisiken
ausgesetztsindihnenderZugangzuBildungverwehrtwirdundsieineinem
KreislaufausArmutundUngleichbehandlunggefangensindAngesichtsder
weitenVerbreitungvonKinderarbeitinderTextilherstellungbestehtdie
MöglichkeitdasssieauchinderWertschöpfungskettevonLenzing
vorkommt
Sonstige arbeitsbezogene Rechte - Zwangsarbeit
Negative Auswirkung Potenziell Wertschöpfungskette Kurzfristig NegativeAuswirkungenaufZwangsarbeiter
inderWertschöpfungsketteder
TextilindustriedaZwangsarbeitinder
Textilherstellungverbreitetist
ZwangsarbeitistnachwievoreinhartnäckigesProbleminderTextilindustrie
beidemdiegrundlegendenRechteundFreiheitenderMenschenverletzt
werdenwasoftzuphysischenundpsychischenSchädenführtundden
KreislaufvonArmutundUngleichheitaufrechterhältDaZwangsarbeitinder
TextilherstellungweitverbreitetistbestehteinpotenziellesRisikodasssie
auchinderWertschöpfungskettevonLenzingvorkommt
327 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
G1 Unternehmensführung
Unternehmenskultur
Risiko EigeneTätigkeiten Kurz-bismittelfristig RisikovonGerichtsverfahrenGeld-und
ReputationsverlustenbeiNichteinhaltung
DieNichteinhaltungwiedieNichteinhaltungvonGesundheits-und
SicherheitsstandardskannzuGerichtsverfahrenfinanziellenVerlustenund
Rufschädigungführen
Schutz von Hinweisgebern:innen (Whistleblowers)
Negative Auswirkung Potenziell EigeneTätigkeiten Mittelfristig MöglichenegativeAuswirkungenauf
BestrebungendesGeschäftsgebarensin
BezugaufHinweisgeberwenneskeine
laufendenBemühungenSchulungen
ReaktionenundklarenVerfahrengibt
DasFehlenkontinuierlicherBemühungenSchulungenReaktionenundklaren
VerfahrenkannzurBeendigungdesArbeitsverhältnissesundzu
VergeltungsmaßnahmengegendenHinweisgeberführenwasletztlichdie
gesamtenBemühungenumGeschäftsgebarenunddiegesamteCompliance-
Aktivitätuntergräbt
Korruption und Bestechung - Vorkommnisse
Negative Auswirkung Tatsächlichund
potenziell
EigeneTätigkeiten Kurzfristig AuchwenneinCompliance-Programm
bestehtkanneszuZwischenfällen
kommenwennPersonensichnicht
regelkonformverhalten
AuchwenneinCompliance-ProgrammbestehtkanneszuZwischenfällen
kommenwennPersonensichnichtregelkonformverhalten
Verwaltung der Beziehungen zu den Lieferanten, einschließlich der Zahlungsmodalitäten
Risiko EigeneTätigkeiten Mittelfristig RisikoderNichteinhaltungderEuropäischen
Lieferkettenrichtlinie(CSDDD)wenndie
internenProzessenichtumgesetztwerden
EsbestehtdasRisikoderNichteinhaltungderEuropäischenLieferkettenrichtlinie
(CSDDD)wenndieinternenProzessenichtumgesetztwerden
a) https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20201208STO93327/fast-fashion-eu-laws-for-sustainable-textile-consumption
328 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Einbindung der Nachhaltigkeit zum
Zweck der Resilienz
[SBM-3 48b, 48f]
Lenzing beweist strategische und operative Widerstandsfähigkeit,
gestützt durch szenariobasierte Risikobewertungen, die Umset-
zung von Nachhaltigkeitszielen, nachhaltige Beschaffung und in-
novationsgetriebene Chancen. Die Widerstandsfähigkeit hängt je-
doch in hohem Maße von der kontinuierlichen Umsetzung von
Klima- und Biodiversitätsstrategien, regulatorischen Entwicklun-
gen, dem Zugang zu erneuerbaren Energien und der Zusammen-
arbeit mit wichtigen Partnern in der Wertschöpfungskette ab.
Die Nachhaltigkeitsstrategie von Lenzing und Lenzings Unterneh-
mensstrategie spiegeln die wesentlichen Auswirkungen, Risiken
und Chancen wider, die durch die strategischen Einflussfaktoren,
Grundsätze und Kernbereiche der Nachhaltigkeit ermittelt wurden,
und geht diese an (siehe Abschnitt „Nachhaltigkeitsstrategie“ in
diesem Kapitel zu den strategischen Grundprinzipien). Die Ent-
wicklung der Net Benefit-Produkte von Lenzing basiert auf diesen
Strategien und orientiert sich an den ermittelten Auswirkungen, Ri-
siken und Chancen. Weitere Informationen zu Net Benefit-Produk-
ten finden Sie im Abschnitt „Ressourcenabflüsse“ im Kapitel „E5
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
Der Wandel hin zu einer nachhaltigeren und klimaverträglicheren
Wirtschaft bietet Marktchancen durch neue Technologien und In-
novationen mit geringen Umweltauswirkungen. Durch das Ange-
bot von Produkten, die einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit
leisten, kann Lenzing neue Geschäftschancen erschließen. Struk-
turelle Hindernisse bleiben jedoch gleichzeitig bestehen. Dazu
zählen die begrenzte Zugänglichkeit von netzbasiertem Strom aus
erneuerbaren Quellen, die Kostenunterschiede zwischen erneuer-
baren Brennstoffen (grüner Wasserstoff, Ammoniak) und fossilen
Alternativen, das Fehlen gleicher Wettbewerbsbedingungen für
Produkte mit geringem CO
2
-Fußabdruck und die Bereitschaft von
Geschäftspartnern, Kosten und Risiken von Innovationen zu teilen.
Viele der ermittelten nachteiligen Auswirkungen betreffen die Tex-
tilindustrie und die Forstwirtschaft, z.B. Treibhausgasemissionen,
Umweltverschmutzung, Wasser, Biodiversität und Ressourcennut-
zung. Lenzing begegnet diesen Auswirkungen mit verantwor-
tungsbewussten Geschäftspraktiken, einschließlich nachhaltiger
Beschaffung, Ressourceneffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien
und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft. Positive Auswirkungen kön-
nen durch die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern von Lenzing,
z. B. den Lieferanten, durch das Angebot von Net Benefit-Produk-
ten für die Kunden und durch die Förderung von Diversität und In-
tegration in der Belegschaft beschleunigt werden.
Die Strategie und das Geschäftsmodell von Lenzing wurden auf
der Grundlage mehrerer Szenarioanalysen auf ihre Klimabestän-
digkeit überprüft. Außerdem wurde eine naturbezogene Resilienz-
bewertung durchgeführt, die zur Entwicklung eines Biodiversitäts-
konzepts führte. Diese Analysen zeigten wichtige Trends auf, z.B.
neue Regelungen zur Kohlenstoffbepreisung oder die steigende
Nachfrage nach emissionsarmen Produkten. Weitere Details zu
Methoden sowie Zeithorizonte finden Sie in den Abschnitten „Kli-
mabezogene Risikobewertung“ und „Naturbezogene Risikobewer-
tung“ in diesem Kapitel. Informationen über wesentliche Auswir-
kungen, Risiken und Chancen und deren Wechselwirkung mit der
Strategie und dem Geschäftsmodell finden Sie in den entspre-
chenden SBM-3-Abschnitten der thematischen Standards.
Aktuelle finanzielle Auswirkungen
[SBM-3 48d]
Die aktuellen finanziellen Auswirkungen der wesentlichen Risiken
und Chancen von Lenzing betreffen vor allem die Umsätze mit
Spezialprodukten (Net Benefit-Produkten), die Investitionstätigkeit
der Gruppe zur Umsetzung der Klima- und Umweltschutzziele in
Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie, die Werthaltig-
keitstests von Vermögenswerten und die Bewertung biologischer
Vermögenswerte. Die Lenzing Gruppe hat in den letzten Jahren
mehrere langfristige Bezugsverträge für Strom aus erneuerbaren
Energiequellen abgeschlossen, um ihre Klimaziele zu erreichen
und sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Zu den in diesem Zusammenhang wichtigsten Investitionen (Inves-
titionstätigkeiten) zählen:
x Erdgaspipeline, Gaskessel und Turbine am Standort Nanjing
(China), als Ersatz für kohlebasierten Dampf, in Betrieb seit
2025
x Austausch von Gaskesseln an Lenzings Standort in Mobile
(USA) im Jahr 2025 durch effizientere Modelle
x Die Kläranlagen in Grimsby (Großbritannien) wurde 2025
vollständig in Betrieb genommen. Die Kläranlagen in Mobile
(USA) und Purwakarta (Indonesien) wurden 2024 fertigge-
stellt und entwickeln sich gut
x Eine Reinigungsanlage für Extraktionsmittel wurde 2025 in
Lenzing (Österreich) fertiggestellt
x Effizienz- und Verbesserungsmaßnahmen
Die CapEx der Projekte finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ der
Kapitel „E1 Klimawandel“ und „E2 Umweltverschmutzung“. Weitere
Einzelheiten zu den aktuellen finanziellen Auswirkungen finden
sich in Note 1 des „Anhangs“ des Konzernabschlusses sowie in der
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Bilanz und
der Konzern-Kapitalflussrechnung im Jahresabschluss.
Änderungen gegenüber dem
vorangegangenen Berichtszeitraum
[SBM-3 48g]
Aufgrund der Revision der doppelten Wesentlichkeitsanalyse von
Lenzing im Jahr 2025 kam es zu Änderungen bei den Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs)
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der wesentlichen
IROs ist deutlich geringer. Obwohl sie nicht mehr als wesentlich
angesehen werden, sind die betroffenen IROs weiterhin relevant
und werden regelmäßig überwacht. In der nachstehenden Tabelle
sind die IROs aufgeführt, die entfernt oder mit anderen IROs zu-
sammengelegt wurden. Die Änderungen wurden aus verschiede-
nen Gründen vorgenommen, u. a. aufgrund fehlender Geschäfts-
beziehungen, Überschneidungen mit bestehenden Themen und
aktualisierten Wesentlichkeitsregeln. Eine ausführliche Erläuterung
329 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
des Revisionsprozesses und der zugrundeliegenden Überlegungen
finden Sie im Abschnitt „Revision der Wesentlichkeit“ in diesem
Kapitel.
Entfernte Auswirkungen, Risiken und Chancen
Auswirkungen/
Risiken/Chancen
Langbeschreibung Grund für die Überarbeitung
E1 Klimawandel
Klimaschutz
Positive Auswirkung KohlenstoffspeicherwieWäldernehmenmehrKohlendioxidaufalssie
abgebenundtragensozurEindämmungdesKlimawandelsbeiDie
nachhaltigeBewirtschaftungderWälderunddamitdieErhaltunggesunder
KohlenstoffspeicheristwichtigLenzingträgtdazubeiindemesHolzund
ZellstoffauszertifiziertenoderkontrolliertenQuellenbeziehtdiesichpositiv
aufdieKohlenstoffspeicherauswirken
Wesentlichkeitsprinzip
Positive Auswirkung DieVersorgungderKundenindernachgelagertenWertschöpfungskettemit
FaserproduktenmitgeringemCO
-FußabdruckträgtdirektzurReduzierungihrer
Scope--EmissionenundzurErreichungihrerKlimazielebei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Energie
Positive Auswirkung FörderungdesÜbergangszueinerfossilfreienProduktiondurcheinzirkuläres
GeschäftsmodellundInnovationDiesführtzuniedrigeren
TreibhausgasemissioneninderZukunftwassichpositivaufdie
GesamtemissionenvonLenzingauswirkt
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Positive Auswirkung DieBewertungvonLieferantenundderenEngagementumdieNutzung
erneuerbarerEnergiequellenzuerhöhenkannzueinerVerringerungder
TreibhausgasemissionenentlangLenzingsWertschöpfungsketteführen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
E2 Umweltverschmutzung
Mikroplastik
Positive Auswirkung MikroplastiksindKunststoffpartikeldiekleineralsmmsindunddurch
Abriebz BbeimWaschenausKunststofffasernfreigesetztwerdenkönnen
AufdasWaschenentfallen desprimärenMikroplastiksdasindieUmwelt
gelangtDieBesorgnisüberdieGefährdungvonMenschundUmweltdurch
MikroplastikwächstDieFasernvonLenzingsetzenkeinMikroplastikfreiund
könneneineAlternativezuKunststofffaserndarstellen
KeineGeschäftsbeziehungennachZuordnung
DieProduktevonLenzingverwendenoder
erzeugenkeinMikroplastik(Siehedazudie
ChanceimKapitel„ERessourcennutzungund
Kreislaufwirtschaft“)
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Risiko und Chance ZweiRisikenzählenfürLenzingzuallenUnterthemenderwesentlichen
biologischenVielfaltHolzknappheitundhoheHolzpreiseHolzknappheit
aufgrundnichtresilienterWälderkannzuGeschäftseinbußenführendaHolz
möglicherweisenichtodernurzueinemhohenPreisverfügbarist
DabiodiverseÖkosystemewiederstandsfähigergegenäußereEinflüssesind
stelltderVerlustderBiodiversitäteingroßesRisikofürLenzingdar
DerAspektdesKlimarisikosdiesesRisikoswird
bereitsdurchRisikenimKapitelE
KlimawandelabgedecktDieübrigen
UnterthemenbleibenimKapitelEBiologische
VielfaltundÖkosystemeweiterhinwesentlich
Klimawandel als Ursache für den Verlust der Biodiversität
Negative Auswirkung LenzingundseineWertschöpfungskettetragenmitihrenTreibhausgasemissionen
zumKlimawandelunddamitauchzumVerlustderBiodiversitätbeiLenzing
hatsichdasehrgeizigeZielgesetztbisNetto-Null-Emissionenzu
erreichen
BereitsdurchdiebestehendeEKlimawandel
IROabgedeckt
Positive Auswirkung NachhaltigbewirtschafteteWälderkönnenzumehrBiodiversitätbeitragen
LenzingbeziehtausschließlichHolzausnachhaltigbewirtschaftetenWäldernund
PlantagenAußerhalbihrerWertschöpfungskettebeteiligtsichLenzingauchan
AufforstungsprojektenumvonAbholzungbedrohteGebietezuschützen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Landnutzungsänderungen als Ursache für Biodiversitätsverlust
Negative Auswirkung LieferantenkönntenmöglicherweiseLandnutzungsänderungenvornehmen(z B
UmwandlungvonnatürlichemGrünlandinPlantagenodervonnatürlichemWald
inPlantagen)dieÖkosystemepotenziellzerstörenkönnen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Chance PositivePositionierungmitBestPracticebeiderHolzbeschaffungLenzing
beziehtnurHolzausnachhaltigbewirtschaftetenWäldernundPlantagen
AußerhalbihrerWertschöpfungskettebeteiligtsichLenzingauchan
AufforstungsprojektenzumSchutzvonGebietendievonAbholzungbedroht
sind
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Invasive nichtheimische Arten als Ursache für den Verlust der Biodiversität
Negative Auswirkung DieEinführunginvasivernichtheimischerArtenobzufälligoderbeabsichtigt
kannerheblicheAuswirkungenaufÖkosystemehabenDieskanndirekt
geschehenwenndieinvasiveArtmiteinheimischenArtenumRessourcen
konkurriertoderindirektwenndieinvasiveArtneueKrankheitserreger
überträgtLenzingverwendetinihrenbrasilianischenPlantagenkeineinvasiven
nichtheimischeArtendadiesePlantagenFSC
®
-zertifiziert(FSC-C)
sindundbeziehtkeinHolzvonPlantagendiediestunEsgibtstrenge
internationaleVorsichtsmaßnahmenfürdenTransportvonPflanzenmaterialdas
potenziellinvasiveArtentragenkönnteumsolcheEinschleppungenzu
verhindern
Wesentlichkeitsprinzip
330 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Auswirkungen auf den Zustand der Arten - Risiko des weltweiten Aussterbens von Arten
Negative Auswirkung GenerellprüftLenzingobArtendieweltweitvomAussterbenbedrohtsind
durchdasUnternehmennegativbeeinflusstwerdenz Bdurchdie
AuswirkungenvonUmweltverschmutzungandenProduktionsstandortenIn
BrasilienwirdderStatus(RisikodesAussterbens)vonArtenüberwachtEinige
ArtendieaufderRotenListestehenkommeninderNähederPlantagen
vorLenzingachtetsehrdaraufSchutzgebietefürdieseArtenzuverwalten
Wesentlichkeitsprinzip
Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Negative Auswirkung LenzingdieWirtschaftunddieGesellschaftsindinhohemMaßevon
ÖkosystemleistungenabhängigDieobenbeschriebenenAuswirkungenaufdie
BiodiversitätkönnenzueinemRückgangderÖkosystemleistungen(sozial
kulturellökologischprovisorischusw)führenAlsLieferantvonregenerierten
CellulosefasernfürdieTextil-undVliesstoff-Industriesindeinigedieser
AbhängigkeitenfürdievorgelagerteWertschöpfungskettez Bdie
ForstwirtschaftwesentlichLenzingprüftdiesesThemaderzeitweiterEine
vorläufigeBewertungergabdassdiegrößtenAbhängigkeitenbeiden
VersorgungsdienstenbestehenwobeidieLieferkettevonLenzingsowohl
positivealsauchnegativeAuswirkungenaufdieRegulierungs-und
Erhaltungsdienste(SequestrierungBiosanierungKontrollederWassererosion
AbflusskontrolleAbschwächungvonÜberschwemmungen
Schädlingsbekämpfungusw)aberauchaufVersorgungsdienstewie
Wasserentnahmenhabenkann
DiesisteinAbhängigkeitsrisikoundwirdbereits
durchdasbestehendeRisikoimKapitelE
BiologischeVielfaltundÖkosystemeabgedeckt
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Abfälle
Negative Auswirkung AbfällesindeinwichtigerAustragdergesamtenTextilindustriederdieUmwelt
schädigenkannwennernichtordnungsgemäßentsorgtwird
Wesentlichkeitsprinzip
Nachhaltige Innovationen (unternehmensspezifisch)
Positive Auswirkung DieVersorgungderKundenindernachgelagertenWertschöpfungskettemit
FaserproduktenmitgeringemCO
-FußabdruckträgtdirektzurReduzierungihrer
Scope--EmissionenundzurErreichungihrerKlimazielebei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Chance FührungbeiderHerstellungvonZellstoffundFasernmitgeringenökologischen
undsozialenAuswirkungendurchemissionsarmeProdukteZumBeispiel
spinngefärbteLenzing-Fasern
IntegriertindieESRS-StrukturinE
Umweltverschmutzung
Chance DieFührungspositionvonLenzingimBereichderzirkulärenFaserinnovation
versetztdasUnternehmenindieLagediewachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichenressourceneffizientenMaterialienzubedienenDurchdie
VerwendungvonrecyceltenInhaltsstoffennachwachsendemHolzund
geschlossenenProduktionsprozessenunterstütztLenzingseinenachgelagerten
PartnerbeiderErreichungihrerNachhaltigkeitszieleundpasstsichgleichzeitig
neuenregulatorischenRahmenbedingungenwiederEU-TextilstrategieanDiese
strategischePositionierungstärktdieKundenbindungeröffnetneue
MarktsegmenteundfestigtdieRollevonLenzingalsVorreiterinSachen
NachhaltigkeitinderTextilbranche
IntegriertindieESRS-StrukturinE
RessourcennutzungundKreislaufwirtschaft
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
Arbeitsbedingungen - Work-Life-Balance
Negative Auswirkung EineunzureichendeWork-Life-Balancekannzuphysischenpsychischenund
chronischenAuswirkungenaufdieArbeitnehmerführen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Arbeitsbedingungen - Gesundheit und Sicherheit
Positive Auswirkung RisikomanagementamArbeitsplatzSchulungundAusbildungsowie
unterstützendeGesundheitsmaßnahmenund-dienstetragenzueinergesunden
undrisikobewusstenBelegschaftbei
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Chance EinsicheresArbeitsumfeldundgesundheitsförderndeMaßnahmenfür
MitarbeiterinnenförderneineengagierteundproduktiveBelegschaft
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz
Negative Auswirkung BelästigungamArbeitsplatzkannzuschwerwiegendennegativen
psychologischenFolgenfürArbeitnehmerinnenführen
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Gleichbehandlung und Chancengleichheit für alle - Diversität
Positive Auswirkung LenzinghatdurchdiversitätsförderndeMaßnahmeneinenpositivenEinflussauf
diediverseArbeitskraft
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
331 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
S4 Verbraucher und Endnutzer
Persönliche Sicherheit von Verbrauchern und/oder Endnutzern - Gesundheit und Sicherheit
Negative Auswirkung DieNichteinhaltungvonGesundheits-undSicherheitsstandards/Vorschriftenkann
dieGesundheitundSicherheitvonVerbraucherinnenbeeinträchtigen
EshandeltsichumeinRisikoundnichtum
eineAuswirkungdasbereitsdurchdas
bestehendeRisikoinGUnternehmensführung
abgedecktist
Risiko und Chance DieNichteinhaltungkannzuGerichtsverfahrenfinanziellenVerlustenund
Rufschädigungführen
InGUnternehmensführungintegriert
Chance ErreichenvonGeschäfts-undNachhaltigkeitszielendurchÜberwachungund
VerbesserungvonFertigungsprozessen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
KeineausreichendeVerbindungzumThema
Chance FührendaufdemMarktinBezugaufProduktsicherheitProduktkonsistenz
AnwendungsleistungundService
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
KeineausreichendeVerbindungzumThema
G1 Unternehmensführung
Unternehmenskultur
Negative Auswirkung IntransparenzuntergräbtdasVertrauenderStakeholderschwächtdieMoral
derMitarbeiterinnenundkanndenRufdesUnternehmensgefährdenDer
VorstanddesUnternehmenskannhaftbargemachtwerden
NeueBerechnungslogik-
Wahrscheinlichkeitskurve
Positive Auswirkung TransparenzistfüralleCompliance-Maßnahmenunerlässlichdadie
AufrechterhaltungderTransparenzinallenAspektenIhrerTätigkeitdazu
beiträgtKorruptionBestechungundInteressenkonfliktezuverhindern
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
Korruption und Bestechung - Prävention und Aufdeckung einschließlich Schulung
Negative Auswirkung DasFehlenkontinuierlicherBemühungenSchulungenReaktionenundklarer
VerfahrenkanndiegesamtenBestrebungenumGeschäftsgebahrenundgesamte
Compliance-Aktivitätuntergraben
EinWahrscheinlichkeits-Scorewurde
hinzugefügtdaessichumeinepotenzielle
AuswirkunghandeltMitdemneuenScoreist
derIROnichtmehrwesentlich
Transparenz (unternehmensspezifisch)
Positive Auswirkung TransparenzistfüralleMaßnahmenzurEinhaltungvonVorschriftenvon
wesentlicherBedeutungdadieAufrechterhaltungderTransparenzinallen
AspektenderGeschäftstätigkeitendazubeiträgtVertrauenbeiStakeholdern
aufzubauen
KeinpositiverIROgemäßESRSundwurdein
andereElementedesBerichtswiez B
Maßnahmenintegriert
332 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Revision der Wesentlichkeit
[IRO-1 53h]
Nach der ersten ESRS-konformen doppelten Wesentlichkeitsana-
lyse (DMA) im Jahr 2024 hat Lenzing die Methodik im Berichtsjahr
überarbeitet, um die strukturelle Klarheit zu verbessern. Die ur-
sprünglichen Bewertungsparameter (wie Umfang, Ausmaß, Wahr-
scheinlichkeit) wurden beibehalten. Wichtige Verbesserungen wa-
ren die Einführung deutlicherer Kriterien zur Unterscheidung zwi-
schen positiven Auswirkungen und Chancen versus Maßnahmen
zur Abschwächung nachteiliger Auswirkungen oder zur Beseiti-
gung von Risiken. Die aktualisierte Bewertung spiegelt nun die
wichtigsten Geschäftsbeziehungen von Lenzing in der gesamten
Wertschöpfungskette besser wider und gewährleistet, dass so-
wohl direkte als auch indirekte Auswirkungen angemessen erfasst
werden. Darüber hinaus wurden ausgewählte Auswirkungen, Risi-
ken und Chancen entweder neu bewertet oder konsolidiert, um
neuen Erkenntnissen und strukturellen Änderungen im DMA-Pro-
zess Rechnung zu tragen. Dies stellt sicher, dass die Bestimmung
der Wesentlichkeit weiterhin mit den aktuellen geschäftlichen Ge-
gebenheiten und der sich entwickelnden Relevanz innerhalb des
überarbeiteten DMA-Rahmens in Einklang steht. Um die Überein-
stimmung mit den ESRS-Anforderungen an die Wesentlichkeit zu
gewährleisten, wurde die bisherige Regel der automatischen We-
sentlichkeit – die zum Einsatz kam, wenn ein einzelner Parameter
die höchste Punktzahl erreichte – abgeschafft. Stattdessen wur-
den solche Fälle einer genaueren Prüfung unterzogen, um die tat-
sächliche Wesentlichkeit zu ermitteln.
Forschung und Informationsquellen
[IRO-1 53a]
Beginnend mit der Erstellung einer Gesamtliste führte Lenzing eine
umfassende Prüfung der Aktivitäten in Bezug auf die eigene Ge-
schäftstätigkeit und Wertschöpfungskette durch. Der primäre Fo-
kus lag auf der Bewertung von Auswirkungen, Risiken und Chan-
cen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs) unter Berücksichti-
gung der Auswirkungen des Unternehmens auf ESG-Themen so-
wie die Auswirkungen der ESG-Themen auf das Unternehmen
(doppelte Wesentlichkeit).
[IRO-1 53g]
Die Bewertung von IROs stützte sich auf Erkenntnisse zur Nachhal-
tigkeitsproblematik, die Anforderungen der Stakeholder und die
Untersuchung der Wertschöpfungskette. Bei der internen Datener-
hebung wurden Informationen aus bestehenden Quellen herange-
zogen; zusätzlich wurde auch das Wissen interner Expert:innen be-
rücksichtigt. Die externe Datenerhebung umfasste die Einsicht-
nahme in wissenschaftliche Abhandlungen, Berichte von NGOs
und die Lektüre von Branchenberichten.
[IRO-1 53e, 53f]
Lenzings Risikomanagement-Team stellte sein Fachwissen für die
Bewertung von Risiken und Chancen zur Verfügung. Die meisten
ESG-Risiken und -Chancen waren bereits Teil des Risikomanage-
mentsystems und -prozesses von Lenzing, der im Abschnitt „Risi-
komanagement der Berichterstattung“ in diesem Kapitel beschrie-
ben wird. Die Risiken und zusätzlich ermittelten Chancen werden
sukzessive in das Risikomanagementsystem integriert. Derzeit sind
die Auswirkungen nicht Teil des Risikomanagementprozesses.
333 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Phase
01
Recherche
Phase
02
Bewertung
Phase
03
Wesentliche
Themen
Wesentlichkeitsanalyse
Longlist
Beschreibung von Auswirkungen,
Risiken und Chancen
eigene Tätigkeiten +
Wertschöpfungskette
Auswirkungen
Fakten, Expertenurteil &
Kalibrierung
Risiken/Chancen
Risikomanagement + neu,
mit Risikoexperte
Stakeholder-Input
Kontinuierlicher Dialog
Interne und externe Umfrage
Identifiziere
Berührungspunkte
Wesentlichkeitsgrenze
Konsolidierung
Kontextanalyse
[E2 IRO-1 11a, E3 IRO-1 8a, E5 IRO-1 11a]
Im Hinblick auf die Umweltauswirkungen, darunter Themen wie
Klima, Umweltverschmutzung, Wasser- und Ressourcennutzung,
wird an den Produktionsstandorten von Lenzing jährlich eine Kon-
textanalyse durchgeführt, um die Anlagen und Aktivitäten zu über-
prüfen. Die Ergebnisse werden auf globaler Ebene konsolidiert.
Die Kontextanalyse und die anderen Teile des Umweltmanage-
mentsystems sind in den Prozess der doppelten Wesentlichkeits-
analyse integriert. Auf der Produktebene ist die Lebenszyklusana-
lyse (LCA) das wichtigste Instrument zur Bewertung der Cradle-to-
Gate-Auswirkungen durch die direkte und indirekte Geschäftstä-
tigkeit, einschließlich der eigenen Zellstoff- und Faserproduktion
und der vorgelagerten Lieferketten. Dies unterstützt nicht nur pro-
duktbezogene Umweltaussagen, sondern ermöglicht auch die
Identifizierung von Bereichen mit Verbesserungspotenzial, z. B. die
Zellstoff-Produktion (einschließlich Recycling) oder wichtige Che-
mikalien. Unterstützt wird das Verfahren durch die Erhebung von
Umweltdaten zu internen Tätigkeiten, einschließlich des Energie-
verbrauchs und der Treibhausgasemissionen, anderer Luftemissio-
nen, des Wasserverbrauchs, der Abwässer, der Einleitung prioritä-
rer besorgniserregender Stoffe und des Abfalls. Darüber hinaus
werden immer mehr Primärdaten von Lieferanten erhoben (z. B. zur
Wassernutzung): Während der Fokus ursprünglich auf Zellstofflie-
feranten lag, werden nun auch Primärdaten von wichtigen Chemi-
kalienlieferanten abgefragt. Diese systematische Erhebung von
Daten aus der eigenen Produktion von Lenzing und von ihren Lie-
feranten wird auf Verlangen durchgeführt und fließt in die fortlau-
fenden Aktualisierungen von LCA-Berechnungen für die Produkte
von Lenzing ein.
Umweltverschmutzung
Zusätzlich zum internen Prozess zur Erfassung von Umweltdaten
helfen das Higg Facility Environmental Module und die Plattform
ZDHC Gateway bei der Bewertung der Leistung. Dies wird auch
durch das Chemikalienmanagementsystem und das Chemikali-
eninventar von Lenzing unterstützt.
Wasser
Die Wasserrisikobewertung auf Unternehmensebene erfolgt durch
die Sammlung kontextbezogener qualitativer und quantitativer In-
formationen über die Lieferkette und die eigene Produktion von
Lenzing unter Verwendung des WRI Aqueduct Water Risk Atlas
und des WWF Water Risk Filter. Diese Daten und Instrumente un-
terstützen die Bewertung der aktuellen Wassersituation und die
Identifizierung von Gebieten mit Wasserrisiken an bestimmten
Standorten, einschließlich Regionen mit hohem Wasserstress. Au-
ßerdem gewähren sie Einblick in zukünftige Szenarien, beispiels-
weise solche, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die
Wasserverfügbarkeit und -qualität widerspiegeln. Diese Maß-
nahme ist ein kontinuierlicher jährlicher Prozess und wurde auch im
Berichtsjahr durchgeführt.
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft wirken sich auf ver-
schiedene Bereiche aus – von der Messung des Ressourceneinsat-
zes und des Abfallaufkommens bis hin zur Kreislaufwirtschaft von
Produkten. Diese Bereiche werden mit den oben genannten Instru-
menten bewertet und gemessen.
Ansatz
[IRO-1 53b i, ii]
Lenzing ist bemüht, bei ihrer doppelten Wesentlichkeitsanalyse ei-
nen konservativen Ansatz zu verfolgen. Das Unternehmen hat die
wichtigsten Geschäftsbeziehungen innerhalb der Wertschöp-
fungskette abgebildet, um sicherzustellen, dass die indirekten Aus-
wirkungen angemessen erfasst werden. Ein Beispiel für Umwelt-
auswirkungen, die Lenzing bekannt sind und die aus ihren Ge-
schäftsbeziehungen resultieren, sind die Auswirkungen ihrer Holz-
und Zellstofflieferanten. In diesem Fall sind die Umweltauswirkun-
gen bekannt.
Bei der Betrachtung von Umweltauswirkungen und umweltbezo-
genen Risiken im Unternehmen konzentrierte sich Lenzing auf die
eigenen Produktionsstandorte, da diese naturgemäß ein höheres
Risiko für nachteilige Auswirkungen bergen als Bürostandorte. Die
Bewertung der sozialen Auswirkungen auf die Arbeitskräfte in der
Wertschöpfungskette ist ein Bereich, in dem Lenzing weiteren Ver-
besserungsbedarf sieht.
[IRO-1 53c i]
Lenzing hat die Zusammenhänge zwischen den IROs untersucht
und ihre Ursache-Wirkungs-Beziehungen verfolgt, um sicherzu-
stellen, dass während des Bewertungsprozesses kein IRO überse-
hen wird.
Bewertung
Bewertung von Auswirkungen
[IRO-1 53b, 53b iv, 53d]
Bei der Bewertung des Schweregrads der Auswirkungen wurden
folgende Faktoren berücksichtigt: Ausmaß, Umfang (für alle Aus-
wirkungen), Unabänderlichkeit (für negative Auswirkungen) und
Wahrscheinlichkeit (für potenzielle Auswirkungen). Die Auswir-
kungen wurden dann in folgende Kategorien unterteilt:
x positiv/negativ
x tatsächlich/potenziell
x direkt/indirekt
x kurzfristig (weniger als ein Jahr)/mittelfristig (ein bis fünf
Jahre)/langfristig (mehr als fünf Jahre)
Die Skala aller Faktoren (Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit und
Wahrscheinlichkeit) reichte von 0 bis 5, wobei 5 die höchste Stufe
ist (z.B. in Bezug auf die Unabänderlichkeit wäre die höchste Stufe
nicht sanierbar/irreversibel). Der Schweregrad wurde von den Ex-
pert:innen anhand von Ausmaß, Umfang und Unabänderlichkeit
bewertet. Das Ausmaß gibt die Tragweite der Auswirkungen auf
das jeweilige ESG-Thema an. Der Umfang bezieht sich auf die ge-
ografische Reichweite der Umweltauswirkungen und die Anzahl
der Betroffenen bei sozialen Auswirkungen. Die Unabänderlichkeit
gilt nur für negative Auswirkungen und gibt an, wie schwierig es ist,
die Auswirkungen rückgängig zu machen. Die Wahrscheinlichkeit
bezieht sich auf die Häufigkeit der potenziellen Auswirkungen, die
von einem Mal in zehn Jahren bis hin zu mehrmals pro Monat
reicht.
334 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Damit eine Auswirkung als wesentlich angesehen werden kann,
wurden drei Regeln angewandt: 1) Wenn einer der Werte für Um-
fang, Ausmaß, Unabänderlichkeit oder Wahrscheinlichkeit 5 be-
trägt, erfolgt eine genauere Prüfung, um die tatsächliche Wesent-
lichkeit festzustellen. 2) Liegt der Schweregrad (Durchschnitt von
Ausmaß, Umfang, Unabänderlichkeit) über dem Schwellenwert
von 3,7, ist die bewertete Auswirkung wesentlich. 3) Bei „potenzi-
ellen“ Auswirkungen wurde auch die Wahrscheinlichkeit in Form
einer Matrix aus Schweregrad und Wahrscheinlichkeit berücksich-
tigt. Beim Thema Menschenrechte wurde eine zusätzliche Matrix
verwendet, bei der der Schweregrad Vorrang vor der Wahrschein-
lichkeit hat.
Um die Ergebnisse zu validieren, wurde die Bewertung aus dem
Jahr 2024 an zwei Workshop-Tagen unter Einbeziehung von Ex-
pert:innen aus der Abteilung Corporate Sustainability und anderen
relevanten Abteilungen überprüft. Jede Folgenabschätzung wurde
von den Expert:innen erläutert und in der Gruppe aufgegriffen und
besprochen, um gemeinsam eine Einigung und Interpretation der
Ergebnisse zu erzielen.
Bewertung von Risiken und Chancen
[IRO-1 53c, 53c ii]
Die folgenden Skalen wurden in Bezug auf Lenzings ESG-Risiken
und -Chancen und ihre finanziellen Auswirkungen auf der Ebene
der Unterthemen verwendet: auf einer Skala von 1 bis 4 (wobei 4
mit über EUR 3 Mio. den höchsten Wert darstellt) das Ausmaß der
finanziellen Auswirkungen von Risiko/Chance auf Lenzing. Auf ei-
ner Skala von 1 bis 5 die Wahrscheinlichkeit des Auftretens (wobei
5 die höchste Wahrscheinlichkeit darstellt). Die zugewiesenen
Zeiträume sind identisch mit denen bei der Bewertung der Auswir-
kungen. Die Art der Auswirkungen wurde wie folgt zugeordnet: fi-
nanziell/herstellungsbezogen/naturbezogen/intellektu-
ell/menschlich/sozial & beziehungsbezogen. Zur Bestimmung der
Wesentlichkeit wurde eine Matrix erstellt, die die finanziellen Aus-
wirkungen und die Wahrscheinlichkeit beinhaltet.
Die Bewertung wurde maßgeblich durch einen Lenzing Risikoex-
perten unterstützt, der dabei half, den Ansatz auf der Grundlage
von Wissen, Daten und Leitlinien zu vereinheitlichen. Weitere In-
formationen zur klimabezogenen und naturbezogenen Risikobe-
wertung finden Sie in den entsprechenden Abschnitten weiter un-
ten in diesem Kapitel.
[IRO-1 53c iii]
Der oben beschriebene Ansatz zur Bewertung von Risiken und
Chancen wurde gewählt, um eine qualitative Bewertung Lenzings
heterogener ESG-Risiken zu ermöglichen. In der Regel werden die
Risiken in Lenzings Risikomanagementsystem quantitativ mit der
Monte-Carlo-Methode bewertet. ESG-Risiken werden jedoch in
Lenzings Risikomanagementsystem entweder qualitativ oder
quantitativ mit unterschiedlichen Methoden bewertet, je nach Art
der Risiken, Verfügbarkeit von Daten und Anforderungen verschie-
dener Standards und Ratings, z. B. TCFD und CDP.
Interessen der Stakeholder
[IRO-1 53b iii, E2 IRO-1 11b, E3 IRO-1 8b, E5 IRO-1 11b]
Lenzing pflegt ganzjährig einen kontinuierlichen Dialog mit ihren
Stakeholdern. Informationen zu Lenzings Stakeholdern finden Sie
im Abschnitt „Management von Stakeholdern“ in diesem Kapitel.
Die Häufigkeit ihrer Einbeziehung variiert je nach Thema und Pro-
duktionsstandort. Ein Hinzuziehen der betroffenen Gemeinschaf-
ten zu Umweltthemen wie Lärm- und Geruchsbelästigung ist z. B.
von Standort zu Standort sehr unterschiedlich. Vor allem Standorte
in unmittelbarer Nähe möglicher betroffener Gemeinschaften wie
Nanjing (China), Lenzing (Österreich) und Purwakarta (Indonesien)
werden regelmäßig konsultiert.
Um weitere Informationen zu sammeln, nahmen sowohl interne
(einschließlich des Vorstands und der Leiter verschiedener Abtei-
lungen sowie relevanter Experten) als auch externe Stakeholder
(Lieferanten, Kunden, NGOs, Aufsichtsrat, Investoren und Wissen-
schaft) an einer Umfrage teil. Der kontinuierliche Dialog und die Er-
gebnisse der Umfrage flossen in die doppelte Wesentlichkeitsana-
lyse ein, um die wesentlichen Themen von Lenzing zu ermitteln und
zu priorisieren.
Im Rahmen dieses Prozesses wurden die wichtigsten Interessen
der Stakeholder in Bezug auf Lenzing ermittelt, darunter auch die
Erwartungen hinsichtlich der Priorisierung von ESG-Themen. Diese
Interessen wurden anschließend bewertet, um ihre Bedeutung für
die wesentlichen Themen zu ermitteln.
Weitere Informationen zur aktualisierten Wesentlichkeitsanalyse
finden Sie im Fokuspapier „Doppelte Wesentlichkeitsanalyse“.
Klimabezogene Risikobewertung
Lenzing wendet die Empfehlungen der Task Force on Climate-re-
lated Financial Disclosures (TCFD) an, um klimabezogene Auswir-
kungen, Risiken und Chancen zu identifizieren, zu bewerten und zu
handhaben. Dieser Prozess ist in das Enterprise Risk Management
(ERM)-System eingebettet und wird jährlich überprüft, um die
Übereinstimmung mit sich entwickelnden marktbezogenen und
regulatorischen Erwartungen sicherzustellen. Dabei werden die
Treibhausgasemissionen des Unternehmens (Scope 1, 2 und 3) be-
rücksichtigt und es wird bewertet, wie diese Emissionen Lenzings
Exposition gegenüber klimabezogenen Risiken und Chancen be-
einflussen.
[E1 IRO-1 20b, 20c]
Bei der Bewertung wird ein digitaler Zwilling verwendet, der die
Vermögenswerte und Geschäftsaktivitäten von Lenzing in einer vir-
tuellen Umgebung modelliert, die auch die Wertschöpfungskette
umfasst. Dies ermöglicht die Simulation klimabedingter Gefahren
und Übergangsereignisse mit verschiedenen Szenarien und bietet
richtungsweisende Einblicke in potenzielle finanzielle Auswirkun-
gen auf den Cashflow sowie auf Einnahmen und Kosten. Physische
Risiken beziehen sich auf die potenziellen Auswirkungen klimabe-
dingter Gefahren wie Hitzewellen, Dürren, Hochwasser- und Stur-
mereignisse, die zu Schäden an Vermögenswerten, Betriebsstö-
rungen und Unterbrechungen der Lieferkette führen können. Über-
gangsrisiken beziehen sich auf die potenziellen Auswirkungen des
Übergangs zu einer Wirtschaft mit geringem CO
2
-Fußabdruck,
335 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
einschließlich regulatorischer Änderungen, CO
2
-Preisen, technolo-
gischer Entwicklungen und Änderungen der Vorlieben von Konsu-
ment:innen, die sich auf Produktionskosten, Marktnachfrage und
Reputation auswirken können. Zu den ermittelten Chancen gehört
die Entwicklung von Produkten und Technologien mit geringem
CO
2
-Fußabdruck, die den Übergang zu Szenarien zur Eindämmung
des Klimawandels unterstützen.
[E1 IRO-1 20b, 21]
Die Szenarioanalyse bildet die Grundlage für die Identifizierung
und Bewertung dieser Risiken und Chancen über kurz- (fünf Jahre),
mittel- (zehn Jahre) und langfristige (20 Jahre) Zeiträume. Das Un-
ternehmen wendet mehrere Klimapfade an, die auf den gemein-
sam genutzten sozioökonomischen Pfaden (Shared Socioecono-
mic Pathways, SSPs)
4
des Weltklimarates (IPCC) basieren und von
Szenarien mit geringen Emissionen bis zu Szenarien mit hohen
Emissionen reichen. Die beiden gegensätzlichen extremen Klimas-
zenarien – das Szenario mit hohen Emissionsniveaus (SSP3-7.0,
„Aktuelle Policies“) sowie das Niedrigemissionsszenario „Netto-
Null-Emissionen bis 2050“ (SSP1-2.6) wurden bei der Bewertung
der physischen Risiken bzw. der Übergangsrisiken besonders be-
rücksichtigt. Die Ergebnisse dieser beiden Szenarien und eines
„National festgelegten Beiträgen (NDCs)“-Szenarios (SSP2-4.5) so-
wie ihre Besonderheiten sind in den Tabellen „Risiko- und Chan-
cenbewertung – Merkmale der Klimaszenarien“ sowie „Prognosti-
ziertes Klimarisikopotenzial“ im Kapitel „E1 Klimawandel“ ausführ-
lich beschrieben.
Nach der Bewertung im letzten Jahr wurden 2025 nur wenige me-
thodische Änderungen vorgenommen. Diese Aktualisierungen er-
setzen frühere Prognosen durch die neuesten Szenarien aus Phase
V des Network for Greening the Financial System (NGFS) und bie-
ten einen klareren und aktuelleren Überblick darüber, wie die Welt
auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren könnte.
Lenzing hat ihren an der TCFD ausgerichteten Ansatz beibehalten
und die Entwicklungen in der Klimawissenschaft und -regulierung
weiterverfolgt. Im Berichtsjahr wurden kleinere Datenbankaktuali-
sierungen vorgenommen, die für Modellverbesserungen erforder-
lich waren, beispielsweise hinsichtlich der Auswirkungen von
Waldbränden auf physische Risiken für Vermögenswerte und Roh-
stoffe wie Eukalyptus. Daher ergab die neu berechnete Simulation
aktualisierte Ergebnisse mit geringfügigen Änderungen gegenüber
dem Vorjahr. Lenzing räumt ein, dass die Quantifizierung des
Klimarisikos aufgrund komplexer Abhängigkeiten und sich verän-
dernder externer Bedingungen mit Unsicherheiten behaftet ist. Aus
diesem Grund werden die Ergebnisse qualitativ dargestellt, um
strategische Entscheidungsfindung und die Planung der Resilienz-
planung zu unterstützen.
4
IPCC, Sixth Assessment Report, 2021
5
Guidance on the identification and assessment of nature-related issues: the LEAP
approach – TNFD
Naturbezogene Risikobewertung
[E4 IRO-1]
[E4-1 13a, 13d]
Im Berichtsjahr hat Lenzing seine Arbeit auf der Grundlage der
Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) fortge-
setzt. Diese baut auf der ersten Resilienzanalyse auf, die im vergan-
genen Jahr nach dem LEAP-Ansatz (Locate, Evaluate, Assess, Pre-
pare)
5
durchgeführt wurde. Das Unternehmen konzentrierte si ch
im Rahmen seines Biodiversitätsansatzes und Aktionsplans weiter-
hin auf die Bewertung naturbezogener physischer Risiken, Über-
gangsrisiken und systemischer Risiken.
Die Bewertung stützt sich auf drei Klimaszenarien
6
: SSP1-1.9, SSP2-
4.5 und SSP5-8.5. Diese Szenarien geben Aufschluss über die
möglichen Auswirkungen verschiedener Emissionspfade. Sie wur-
den auf kurzfristige (0–1 Jahr), mittelfristige (1–5 Jahre) und lang-
fristige (5–30 Jahre) Zeithorizonte angewendet.
[E4-1 13b, 13e]
Die Analyse berücksichtigte neun Produktionsstätten in Österreich,
der Tschechischen Republik, Großbritannien, in China, den USA,
Thailand, Indonesien und Brasilien und auch die Holzlieferkette in
Österreich und der Tschechischen Republik, über die Lenzing etwa
70 bis 80 Prozent des Holzes bezieht, das in ihren europäischen
Zellstoffwerken verwendet wird.
[E4-1 13c, 13f]
Alle Grundannahmen bleiben unverändert. Bei der Resilienzanalyse
wurde in kurz- und mittelfristigen Szenarien nicht von einem Zu-
sammenbruch der Ökosysteme unseres Planeten ausgegangen.
Eine detaillierte Modellierung von Ökosystem-Szenarien wurde
aufgrund der begrenzten Datenverfügbarkeit noch nicht durchge-
führt. Für künftige Berichtszeiträume ist eine Ausweitung der Ana-
lyse, einschließlich einer breiteren Abdeckung der Holzlieferkette,
geplant. Zukünftige Methoden und Rahmenwerke für die Bewer-
tung des Zustands der Natur und die Modellierung von Ökosys-
tem-Szenarien werden im Rahmen der Forschungskooperation mit
Wood K Plus überwacht und auf ihre Anwendbarkeit im Kontext
von Lenzing geprüft (siehe Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E4
Biologische Vielfalt und Ökosysteme“). An der Bewertung nahmen
keine Stakeholder teil, aber Lenzing möchte ihre Einbeziehung
künftig ausbauen.
[E4-1 13e]
Abhängigkeiten
Holz ist der wichtigste Rohstoff für Lenzing. Lenzing ist hauptsäch-
lich von gesunden Waldökosystemen abhängig, da die Biodiversi-
tät und die ökologische Funktionsfähigkeit die Grundlage für die
Verfügbarkeit von Holz bilden.
Lenzing begegnet diesen Abhängigkeiten, indem es bevorzugt
Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und Plantagen ein-
setzt, die nach international anerkannten Standards wie FSC
®
und
PEFC zertifiziert sind.
7
Diese Zertifizierungen beinhalten strenge
6
SSP1-1.9, SSP2-4.5 und SSP5-8.5. Eine Beschreibung finden Sie unter
https://www.dkrz.de/de/kommunikation/klimasimulationen/cmip6-de/die-ssp-sze-
narien
7
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
336 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kriterien für den Schutz der Biologischen Vielfalt und tragen zur Er-
haltung von Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffabscheidung,
Wasserregulierung und Bereitstellung von Lebensraum bei.
Lenzing nutzt zwei Arten der Forstwirtschaft in verschiedenen Re-
gionen der Welt. In der nördlichen Hemisphäre praktizieren die
Holz- und Zellstofflieferanten in Europa und Nordamerika eine
nachhaltige, multifunktionale Forstwirtschaft. In der südlichen He-
misphäre wird Plantagenforstwirtschaft mit hohen Nachhaltig-
keitsstandards von Lenzings Zellstofflieferanten in Südafrika und im
eigenen Zellstoffwerk in Indianópolis (Brasilien) praktiziert.
Die Plantagenforstwirtschaft trägt dazu bei, den Druck auf die na-
türlichen Wälder zu verringern, indem sie ertragreiches Holz als Al-
ternative zur Beschaffung aus Primärwäldern liefert. Obwohl die
Plantagen nur drei Prozent der weltweiten Waldfläche ausmachen,
liefern sie rund 33 Prozent des weltweiten Holzes.
8
Risiken
Die in den vergangenen Jahren ermittelten Risiken sind nach wie
vor relevant. Zu den physischen Risiken gehören Dürren, Hochwas-
serereignisse, Wasserstress und die Verschlechterung der Waldge-
sundheit. Die Übergangsrisiken beschreiben regulatorische Ände-
rungen und Anforderungen an die biologische Vielfalt. Systemi-
sche Risiken ergeben sich aus Störungen des Ökosystems und ei-
ner uneinheitlichen Governance. Diese Risiken können im Laufe
der Zeit zu Betriebsstörungen, Unterbrechungen der Lieferkette
und Preisschwankungen bei den Ressourcen führen, insbesondere
bei Szenarien mit hohen Emissionen.
Systemische Risiken und physische Gefahren wie Hochwasserer-
eignisse und Dürren erfordern eine kontinuierliche Notfallplanung.
Kurzfristig sind diese Risiken mäßig, aber es gibt erste Anzeichen
für Stress. Sie nehmen mittelfristig stärker zu. Langfristig könnten
die systemischen und physischen Risiken dramatisch steigen, ins-
besondere bei Szenarien mit hohen Treibhausgasemissionen. Dies
unterstreicht die Notwendigkeit von Anpassungsstrategien, um die
Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit langfristig zu gewährleis-
ten.
Weitere Informationen zur Minimierung naturbezogener Risiken
finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im Kapitel „E4 Biologische
Vielfalt und Ökosysteme“.
Auswirkungen
Die wichtigsten potenziellen Auswirkungen auf die biologische
Vielfalt und die Ökosysteme ergeben sich aus der forstwirtschaft-
lichen Landnutzung in den Betrieben und in der Lieferkette der
Lenzing Gruppe.
Im Umkreis von zehn Kilometern um die Produktionsstandorte von
Lenzing und bis zu 30 km flussabwärts wurden keine bedeutenden
Auswirkungen auf Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität
oder Schutzgebiete festgestellt. Es wurden auch keine Auswirkun-
gen auf bedrohte Arten durch die Tätigkeit von Lenzing festgestellt.
Daher ist es nicht erforderlich diesbezüglich Maßnahmen zum
Schutz der biologischen Vielfalt zu ergreifen. Weitere Informatio-
8
Bousfield et al., Nature Geoscience 16(2023), 1145-50 https://www.nature.com/arti-
cles/s41561-023-01323-y
nen über „Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Natur-
schutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte“ fin-
den Sie im gleichnamigen Abschnitt im „Anhang“.
Mögliche Auswirkungen auf Wasser, Boden und Luft können aus
den Emissionen der Produktionsanlagen oder durch den Transport
entstehen. Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln „E2
Umweltverschmutzung“ und „E3 Wasser- und Meeresressourcen“.
Am Ende der Wertschöpfungskette von Textilien und Vliesstoffen
können Auswirkungen auf die Biodiversität entstehen, wenn nicht
abbaubare Materialien durch unsachgemäße Entsorgung in die
Umwelt gelangen. Weitere Informationen zur biologischen Abbau-
barkeit der Lenzing Fasern finden Sie im Abschnitt „Kennzahlen“ im
Kapitel „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“.
TNFD-Angaben
TNFD-Angaben in Kennzahlen, die sich mit Holzknappheit befas-
sen und mit Landnutzungsänderungen zusammenhängen, finden
Sie in der Tabelle im Abschnitt „Kennzahlen“ im Kapitel „E4 Biolo-
gische Vielfalt und Ökosysteme“. Weitere von der TNFD empfoh-
lene Kennzahlen und Indikatoren, die nicht direkt mit den ESRS-
bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen von Lenzing in
Verbindung stehen, finden Sie auf der Berichts-Website von
Lenzing.
Compliance-bezogene Bewertung
[G1 ESRS 2 IRO-1]
Bei der Identifizierung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und
Chancen wird die Wesentlichkeit anhand von Kennzahlen wie der
Zahl gemeldeter Fälle und bestätigter Vorfälle sowie der Stakehol-
der-Interessen bewertet. So wurde beispielsweise die Bewertung
der Themen „Schutz von Hinweisgeber:innen (Whistleblo-
wern)“ sowie „Verhinderung und Aufdeckung von Korruption und
Bestechung“ stark von den Lenzing Stakeholdern, z. B. Investoren,
beeinflusst, was deren großes Interesse an diesem Thema zeigt.
337 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Datenpunkte aus anderen EU-Rechtsvorschriften
[IRO-2 56]
Datenpunkte aus anderen EU-Rechtsvorschriften
Angabepflicht
SFDR-
Referenz
Säule-3-
Referenz
Benchmark-
Verordnungs-
Referenz
EU-
Klimagesetz-
Referenz
Abschnitt/Nicht wesentlich
ESRS 2 GOV-1 21d GeschlechtervielfaltindenLeitungs-und
Kontrollorganen
x x ESRSAllgemeineAngaben
ZusammensetzungundDiversitätvon
VorstandundAufsichtsrat
ESRS 2 GOV-1 21e ProzentsatzderLeitungsorganmitglieder
dieunabhängigsind
x ESRSAllgemeineAngaben
ZusammensetzungundDiversitätvon
VorstandundAufsichtsrat
ESRS 2 GOV-4 30 ErklärungzurSorgfaltspflicht x ESRSAllgemeineAngaben
ErklärungzurSorgfaltspflicht
ESRS 2 SBM-1 40d
i
BeteiligunganAktivitätenim
ZusammenhangmitfossilenBrennstoffen
x x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
ii
ESRSSBM-(d)iiBeteiligungan
AktivitätenimZusammenhangmitder
HerstellungvonChemikalien
x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
iii
BeteiligunganTätigkeitenim
ZusammenhangmitumstrittenenWaffen
x x Nichtwesentlich
ESRS 2 SBM-1 40d
iv
BeteiligunganAktivitätenim
ZusammenhangmitdemAnbauundder
ProduktionvonTabak
x Nichtwesentlich
ESRS E1-1 14 ÜbergangsplanzurVerwirklichungder
Klimaneutralitätbis
x EKlimawandelÜbergangsplanfür
denKlimawandel
ESRS E1-1 16g UnternehmendievondenParis-
abgestimmtenReferenzwerten
ausgenommensind
x x Nichtwesentlich
ESRS E1-4 34 THG-Emissionsreduktionsziele x x x EKlimawandelZiele
ESRS E1-5 38 EnergieverbrauchausfossilenBrennstoffen
aufgeschlüsseltnachQuellen(nur
klimaintensiveSektoren)
x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-5 37 EnergieverbrauchundEnergiemix x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-5 40, 41,
42, 43
EnergieintensitätimZusammenhangmit
TätigkeiteninklimaintensivenSektoren
x EKlimawandelEnergieverbrauch
undBrennstoffe
ESRS E1-6 44 THG-BruttoemissionenderKategorien
ScopeundsowieTHG-
Gesamtemissionen
x x x EKlimawandelLenzings
Treibhausgas-Emissionen
ESRS E1-6 53, 54,
55
IntensitätderTHG-Bruttoemissionen x x x EKlimawandelLenzings
Treibhausgas-Emissionen
ESRS E1-7 56 AbbauvonTreibhausgasenundCO
-
Gutschriften
x Nichtwesentlich
ESRS E1-9 66 RisikopositiondesReferenzwert-Portfolios
gegenüberklimabezogenenphysischen
Risiken
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 66a AufschlüsselungderGeldbeträgenach
akutemundchronischemphysischem
Risiko
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 66c Ortandemsicherhebliche
Vermögenswertemitwesentlichem
physischenRisikobefinden
x WesentlichPhase-in
ESRS E1-9 67c AufschlüsselungendesBuchwertsseiner
ImmobiliennachEnergie-effizienzklassen
x Nichtwesentlich
ESRS E1-9 69 GradderExpositiondesPortfolios
gegenüberklimabezogenenChancen
x WesentlichPhase-in
ESRS E2-4 28 MengejedesinAnhangIIderE-PRTR-
Verordnung(Europäisches
Schadstofffreisetzungs-und-
verbringungsregister)aufgeführten
SchadstoffsderinLuftWasserund
Bodenemittiertwird
x EUmweltverschmutzungLuft-und
Wasserverschmutzung
ESRS E3-1 9 Wasser-undMeeresressourcen x EWasser-undMeeresressourcen
Policies
ESRS E3-1 13 SpezielleStrategie x EWasser-undMeeresressourcen
Policies
ESRS E3-1 14 NachhaltigeOzeaneundMeere x Nichtwesentlich
ESRS E3-4 28c Gesamtmengedeszurückgewonnenen
undwiederverwendetenWassers
x EWasser-undMeeresressourcen
Wasserverbrauch
338 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS E3-4 29 Gesamtwasserverbrauchinm³je
NettoeinnahmeauseigenenTätigkeiten
x EWasser-undMeeresressourcen
Wasserverbrauch
ESRS 2 E4 SBM-3
16a i
ListederUnternehmensstandorte
einschließlichderStandorteunterseiner
operativenKontrolledieTätigkeiten
durchführendieinGebietenmit
schutzbedürftigerBiodiversitätnegative
Auswirkungenhaben
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemeGebietemit
schutzbedürftigerBiodiversität
ESRS 2 E4 SBM-3
16b
festgestelltewesentlichenegative
AuswirkungeninBezugauf
LanddegradationWüstenbildungoder
Bodenversiegelung
x Nichtwesentlich
ESRS 2 E4 SBM-3
16c
TätigkeitendiesichaufbedrohteArten
auswirken
x Nichtwesentlich
ESRS E4-2 24b NachhaltigeVerfahrenoderStrategienim
BereichLandnutzungundLandwirtschaft
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemePolicies
ESRS E4-2 24c NachhaltigeVerfahrenoderStrategienim
BereichOzeane/Meere
x Nichtwesentlich
ESRS E4-2 24d StrategienzurBekämpfungder
Entwaldung
x EBiologischeVielfaltund
ÖkosystemePolicies
ESRS E5-5 37d NichtrecycelteAbfälle x Nichtwesentlich(jedochzufinden
imAnhangAbfall)
ESRS E5-5 39 GefährlicheundradioaktiveAbfälle x Nichtwesentlich(jedochzufinden
imAnhangAbfall)
ESRS 2 S1 SBM-3
14f
RisikovonZwangsarbeit x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensManagementder
sozialenNachhaltigkeit)
ESRS 2 S1 SBM-3
14g
RisikovonKinderarbeit x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensManagementder
sozialenNachhaltigkeit)
ESRS S1-1 20 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechtspolitik
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 21 VorschriftenzurSorgfaltsprüfunginBezug
aufFragendieindengrundlegenden
KonventionenbisderInternationalen
Arbeitsorganisationbehandeltwerden
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 22 VerfahrenundMaßnahmenzur
BekämpfungdesMenschenhandels
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-1 23 StrategieodereinManagementsystemin
BezugaufdieVerhütungvon
Arbeitsunfällen
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Policies
ESRS S1-3 32c BearbeitungvonBeschwerden x SArbeitskräftedesUnternehmens
KanäleumBedenkenzuäußern
ESRS S1-14 88b,c ZahlderTodesfälleundZahlundQuote
derArbeitsunfälle
x x SArbeitskräftedesUnternehmens
GesundheitundSicherheit
ESRS S1-14 88e AnzahlderdurchVerletzungenUnfälle
TodesfälleoderKrankheitenbedingten
Ausfalltage
x SArbeitskräftedesUnternehmens
GesundheitundSicherheit
ESRS S1-16 97a Unbereinigtesgeschlechtsspezifisches
Verdienstgefälle
x x SArbeitskräftedesUnternehmens
Geschlechtsspezifisches
Verdienstgefälle
ESRS S1-16 97b ÜberhöhteVergütungvonMitgliedernder
Leitungsorgane
x SArbeitskräftedesUnternehmens
Verhältnisderjährlichen
Gesamtvergütung
ESRS S1-17 103a FällevonDiskriminierung x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensGemeldeteBedenken
undMenschenrechtsverletzungen)
ESRS S1-17 104a NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich(Jedochauffindbar
inSArbeitskräftedes
UnternehmensGemeldeteBedenken
undMenschenrechtsverletzungen)
ESRS 2 S2 SBM-3
11b
ErheblichesRisikovonKinderarbeitoder
ZwangsarbeitinderWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteBeschäftigtein
derWertschöpfungskette
SchutzbedürftigeGruppenund
geographischesRisiko
ESRS S2-1 17 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechtspolitik
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-1 18 StrategienimZusammenhangmit
ArbeitskräfteninderWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-1 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
Absatz
x x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
339 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ESRS S2-1 19 VorschriftenzurSorgfaltsprüfunginBezug
aufFragendieindengrundlegenden
KonventionenbisderInternationalen
Arbeitsorganisationbehandeltwerden
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungskettePolicies
ESRS S2-4 36 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechteninnerhalbdervor-
undnachgelagertenWertschöpfungskette
x SArbeitskräfteinder
WertschöpfungsketteMaßnahmen
ESRS S3-1 16 VerpflichtungenimBereichder
Menschenrechte
x Nichtwesentlich
ESRS S3-1 17 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich
ESRS S3-4 36 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechten
x Nichtwesentlich
ESRS S4-1 16 StrategienimZusammenhangmit
VerbrauchernundEndnutzern
x Nichtwesentlich
ESRS S4-1 17 NichteinhaltungderLeitprinzipiender
VereintenNationenfürWirtschaftund
MenschenrechteundderOECD-Leitlinien
x x Nichtwesentlich
ESRS S4-4 35 ProblemeundVorfälleimZusammenhang
mitMenschenrechten
x Nichtwesentlich
ESRS G1-1: 10b ÜbereinkommenderVereintenNationen
gegenKorruption
x GUnternehmensführungPolicies
ESRS G1-1 10d SchutzvonHinweisgeberninnen
(Whistleblowers)
x GUnternehmensführungPolicies
ESRS G1-4 24a GeldstrafenfürVerstößegegen
Korruptions-undBestechungsvorschriften
x x GUnternehmensführungKennzahlen
ESRS G1-4 24b StandardszurBekämpfungvonKorruption
undBestechung
x GUnternehmensführungKennzahlen
340 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gemäß den Verordnungen, (EU) 2020/852 der Europäischen Kom-
mission vom 18. Juni 2020, (EU) 2021/2139 der Europäischen Kom-
mission vom 4. Juni 2021, (EU) 2021/2178 der Europäischen Kom-
mission vom 6. Juli 2021, (EU) 2022/1214 der Europäischen Kom-
mission vom 9. März 2022 und der Anpassung der delegierten Um-
weltrechtsakte (EU) 2023/2485 und 2023/2486 zum 27. Juni 2023,
ist die Lenzing Gruppe verpflichtet, drei wesentliche Leistungs-
kennzahlen Umsatz, CapEx und OpEx offenzulegen. Für das Ge-
schäftsjahr 2025 und 2024 sind für die Umweltziele 1-6 die Taxo-
nomiefähigkeit und Taxonomiekonformität der Wirtschaftstätigkei-
ten der Lenzing Gruppe offenzulegen. Die Lenzing Gruppe hat eine
EU-Taxonomie-Rechnungslegungs-Richtlinie erarbeitet, welche
die Methodik zur Ermittlung und Offenlegung der drei Leistungs-
kennzahlen gemäß der delegierten Verordnung (EU) 2021/2178 de-
finiert. Im Zuge der Omnibus-Initiative I der Europäischen Kommis-
sion im Jahr 2025 wurde durch die delegierte Verordnung (EU)
2026/73, veröffentlicht im Amtsblatt der Europäischen Union am
8. Jänner 2026, eine Anpassung der delegierten Verordnung (EU)
2021/2178 zu Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung vorgenom-
men. Diese Anpassungen führen insbesondere zu Reduktionen im
Umfang der Meldebögen sowie, unter bestimmten Voraussetzun-
gen, Erleichterungen in der Bewertung von umfassten Wirtschafts-
aktivitäten.
Die Lenzing Gruppe wendet für das Geschäftsjahr 2025 die in der
delegierten Verordnung (EU) 2026/73 vorgesehenen Vereinfa-
chungen an. Die Offenlegung der Angaben gemäß der EU-Taxono-
mie-Verordnung (EU) 2020/852 in Verbindung mit der delegierten
Verordnung (EU) 2021/2178 erfolgt zum Stichtag 31. Dezember
2025 in der jeweils geltenden Fassung. Da nach wie vor Unsicher-
heiten in der rechtlichen Auslegung von Teilen der Bestimmungen
bestehen, werden, soweit dies als zweckmäßig erachtet wird, die
Rechtsauslegungen der EU-Kommission, welche sie in ihren Be-
kanntmachungen im Amtsblatt kundgemacht hat, herangezogen.
Taxonomiefähigkeit bezieht sich auf Wirtschaftsaktivitäten, welche
in der Taxonomie-Verordnung als solche definiert sind. Die Taxono-
miekonformität geht über die Taxonomiefähigkeit hinaus und im-
pliziert, dass die jeweiligen Wirtschaftstätigkeiten die geltenden
technischen Bewertungskriterien erfüllen, einen wesentlichen Bei-
trag zu mindestens einem der sechs Umweltziele leisten, keines
der übrigen Umweltziele erheblich beeinträchtigen („Do No Signi-
ficant Harm“) und die Anforderungen an den Mindestschutz ein-
halten.
Zur Bestimmung der taxonomiefähigen Aktivitäten hat die Lenzing
Gruppe alle in der EU-Taxonomie aufgeführten Wirtschaftstätigkei-
ten analysiert. Die Taxonomiefähigkeit wurde anhand der Beschrei-
bung der Wirtschaftsaktivitäten ermittelt. Angesichts der aktuellen
EU-Gesetzgebung sind nicht alle Wirtschaftstätigkeiten und Wirt-
schaftszweige von den sechs derzeit geltenden Umweltzielen er-
fasst. Im Jahr 2022 wurden die ersten beiden Umweltziele berich-
tet, welche nicht die Kerngeschäftstätigkeiten der Lenzing Gruppe
(Herstellung von regenerierten Cellulosefasern, Faserzellstoffpro-
duktion und unterstützende Tätigkeiten) umfassen. Die Veröffentli-
chung der vier zusätzlichen Umweltziele und die Anpassung der
bestehenden Ziele hat an dieser Situation nichts geändert. Die An-
gaben zu taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten für das Ge-
schäftsjahr 2025 und 2024 erstrecken sich daher nur auf einen sehr
kleinen Teil der Aktivitäten der Lenzing Gruppe.
Für das Geschäftsjahr 2025 liegt der Anteil der taxonomiefähigen
Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausga-
ben (OpEx) jeweils unter dem in der delegierten Verordnung (EU)
2026/73 vorgesehenen Wesentlichkeitsschwellenwert von 10 %.
In Anwendung der durch die Omnibus-Initiative I eingeführten Ver-
einfachungsregelungen wurde daher auf eine weitergehende Be-
wertung der Taxonomiekonformität der taxonomiefähigen Wirt-
schaftstätigkeiten verzichtet. Unternehmensintern haben soziale
und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten hohe Priorität und sind
in Richtlinien, Prozessen und Schulungen verankert. Im Rahmen der
EU-Taxonomie-Berichterstattung wurden die Minimum Social Sa-
feguards (Art.ௗ18) nicht gesondert bzw. vertieft beurteilt, da der An-
teil taxonomiefähiger Aktivitäten unter 10ௗ% liegt und entsprechend
die Vereinfachungsregelungen angewendet wurden. Im Einklang
mit Artikel 2 Absatz 1a der EU-Taxonomie-Verordnung in der durch
die delegierte Verordnung (EU) 2026/73 geänderten Fassung gel-
ten jene Wirtschaftstätigkeiten der Lenzing Gruppe, die einzelnen
untergeordneten Wirtschaftszweigen zuzuordnen sind, als nicht
wesentlich, da deren Anteile an Umsatzerlösen, CapEx und OpEx
jeweils unter dem Wesentlichkeitsschwellenwert von 10 % liegen.
Diese Tätigkeiten betreffen nicht-kerngeschäftliche bzw. unter-
stützende Bereiche und haben keinen wesentlichen Einfluss auf die
Gesamtleistung der Lenzing Gruppe.
Zu den nicht bewerteten nicht wesentlichen Tätigkeiten zählen
Wirtschaftstätigkeiten, die keinen wesentlichen Einfluss auf die
Leistungskennzahlen Umsatzerlöse, Investitionsausgaben (CapEx)
und Betriebsausgaben (OpEx) der Lenzing Gruppe haben. Diese
Tätigkeiten umfassen folgende Sektoren: Herstellung von Soda
(3.12), Übertragung und Verteilung von Elektrizität (4.9), Kraft-
Wärme/Kälte-Kopplung mit erneuerbaren nichtfossilen gasförmi-
gen und flüssigen Brennstoffen (4.19), Kraft-Wärme/Kälte-Kopp-
lung mit Bioenergie (4.20), Beförderung mit Motorrädern, Perso-
nenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen (6.5) sowie Erwerb
von und Eigentum an Gebäuden (7.7).
Die Lenzing Gruppe vermeidet jegliche Doppelzählung, indem sie
die Daten für jede Leistungskennzahl getrennt voneinander aus-
wertet. Alle identifizierten Wirtschaftsaktivitäten werden lediglich
einmal für das Umweltziel „Klimaschutz“ gezählt. Die Lenzing
Gruppe ermittelt die 3 KPIs (Umsatz, CapEx und OpEx) gemäß der
Definition des delegierten Offenlegungsrechtsaktes (EU)
2021/2178. Im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr gab
es keine signifikanten Änderungen in der Anwendung der Berech-
nungen. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozent-
angaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungs-
hilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.
EU-Taxonomie Angaben nach Artikel 8 der Verordnung (EU)
2020/852
341 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Anteil des Umsatzes, der CapEx und OpEx aus Waren oder Dienstleistungen, die mit taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind
Geschäftsjahr 2025
KPI Insgesamt Anteil
taxonomie-
fähiger
Tätigkeiten
Taxonomie
-konforme
Tätigkeiten
Anteil
taxono
mie-
konfor
mer
Tätigk
eiten
AufschlüsselungdertaxonomiekonformenTätigkeitennachUmweltzielen Anteilder
ermögli-
chenden
Tätigkeiten
Anteilder
Übergangs-
tätigkeiten
Nicht
bewertete
nicht
wesentliche
Tätigkeiten
Taxonomie
-konforme
Tätigkeiten
im
vorange-
gangen
Geschätfs-
jahr
Anteil
taxonomie-
konformer
Tätigkeiten
im
vorange-
gangenen
Geschäfts-
jahr
Klima-
schutz
Anpassung
anden
Klima-
wandel
Wasser Kreislauf-
wirtschaft
Umwelt-
verschm
utzung
Biologische
Vielfalt
(1) () () () () () () () () () () () () () () ()
EURMio EURMio EURMio
Umsatz          
CapEx          
OpEx          
342 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Umsatzerlöse umfassen die gemäß International Accounting
Standard (IAS) 1.82 (a) in der Fassung der Verordnung (EG)
Nr. 1126/2008 der Kommission ausgewiesenen Einnahmen und
sind im Konzernabschluss 2025 angegeben (siehe Position „Um-
satzerlöse“ in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung). Die
Umsatzerlöse aus Waren oder Dienstleistungen, einschließlich im-
materieller Vermögenswerte, die mit taxonomiefähigen Wirt-
schaftsaktivitäten verbunden sind, werden im Verhältnis zu den
gesamten Umsatzerlösen dargestellt.
Die gesamten Investitionsausgaben (CapEx) erstrecken sich auf
buchmäßige (nicht zahlungswirksame) Zugänge zu Sachanlagen,
immateriellen Vermögenswerten, biologischen Vermögenswerten
und Nutzungsrechten. Die Investitionsausgaben, die sich auf Ver-
mögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit taxonomiefähigen
Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, werden im Verhältnis zu
den gesamten CapEx dargestellt.
EU Taxonomie, CapEx
EUR Mio.
1-12/2025
EUR Mio.
1-12/2024
Zugänge immaterielle Vermögenswerte
(siehe Note 17 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge Sachanlagen ohne geleistete Anzahlungen  
Zugänge Grundstücke und Bauten
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge technische Anlagen und Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)  
Umgliederung der geleisteten Anzahlungen
(siehe Note 18 im Konzernabschluss 2025)
–
a

a
Zugänge biologische Vermögenswerte
(siehe Note 19 im Konzernabschluss 2025)  
Zugänge Nutzungsrechte Leasing
(siehe Note 20 im Konzernabschluss 2025)
 
Summe  
a) In den Zugängen sind Anzahlungen in der Höhe von EUR 2,3 Mio. (2024: EUR 4,5 Mio.) enthalten, die im Geschäftsjahr aktiviert wurden. Der Zugang der geleisteten Anzahlun-
gen im Vergleich zur Vorperiode beträgt EUR 3,6 Mio. (2024: EUR 2,1 Mio.).
Die Betriebsausgaben (OpEx) umfassen direkte nicht kapitalisierte
Kosten, die sich auf Forschung und Entwicklung, Gebäudesanie-
rungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingverhältnisse, Instandhaltung
und Wartung beziehen. Die Aufwendungen für Instandhaltung und
Wartung beziehen sich auf die tägliche Wartung (einschließlich
Wartungsmaterial) von Sachanlagen. Die OpEx, die mit taxonomie-
fähigen Wirtschaftstätigkeiten verbunden sind, werden im Verhält-
nis zu den gesamten OpEx dargestellt.
EU Taxonomie, OpEx
EUR Mio.
1-12/2025
EUR Mio.
1-12/2024
Instandhaltung und Wartung
(siehe Note 6 im Konzernabschluss 2025)  
Miet- und Leasingaufwendungen (kurzfristig)
(siehe Note 21 im Konzernabschluss 2025)  
Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(siehe Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 2025)
 
Abzüglich Abschreibungen enthalten in Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen
(siehe Note 6 im Konzernabschluss 2025) – –
Summe  
343 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Da die Herstellung von Faserzellstoff und Fasern energieintensiv ist, stellt der Klimawandel für Lenzing eine grundlegende Heraus-
forderung dar. Dieses Kapitel beschreibt die Klimastrategie von Lenzing, die die Abkehr von fossilen Brennstoffen, den Einsatz
erneuerbarer Energien und Investitionen in moderne Technologien umfasst, um die Energieeffizienz zu erhöhen und die Treibhaus-
gasemissionen (THG) aller Standorte weltweit zu senken. Der Fortschritt wird anhand wissenschaftlich fundierter Ziele (SBTs) ge-
messen, die von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurden, mit kurzfristigen Zielen und der langfristigen Ambition,
bis 2050 Netto-Null-Emissionen im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris zu erreichen. Das Kapitel befasst sich auch mit
klimabezogenen Risiken und Chancen in einem sich verändernden regulatorischen und marktbezogenen Umfeld und hebt die
Bedeutung von Innovation und Resilienz hervor. Lenzing berichtet transparent nach den CDP- und TCFD-Standards und hat in der
Kategorie „Climate Change“ fünf Jahre in Folge die CDP-Bewertung „A“ erhalten, was ihre führende Rolle im Klimaschutz unter-
streicht.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Anpassungen
an den
Klimawandel
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Mittel-bis
langfristig
Klimamodellezeigendasssteigendeglobale
DurchschnittstemperaturenzueinerZunahme
chronischerphysischerKlimagefahrenführen
werdenDerBetriebunddieLieferkettevon
Lenzingkönntenzunehmendvonextremen
WetterereignissenWasserknappheitund
anderenphysikalischenGefahren
unterschiedlichenAusmaßesbetroffensein
AlleidentifiziertenRisikenwerdenvonLenzing
durcheineumfassendeDiversifizierungder
LieferantenundeinganzheitlichesBestands-
undRessourcenmanagementgehandhabt
*Nachhaltigkeits-
Policy(auch
VC)
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*KeinZiel
*VC
Einbeziehung
vonLieferanten
*Bewertungvon
Risikenund
Chancen|Lenzings
Reaktionauf
chronische
physikalische
Klimarisiken[E
SBM-](auchVC)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Langfristig
DaHolzeinerderwichtigstenRohstoffefür
LenzingistkanndasRisikoder
NichtverfügbarkeitvonHolzaufgrundvon
Waldschäden(KrankheitenSchädlingeusw)
alsdirekteFolgehöherer
DurchschnittstemperaturendasKerngeschäft
beeinträchtigen
*VC
Nachhaltigkeits-
Policy
*Außerhalbder
VC
Naturschutzproje
kte
*Naturbasierte
Lösungen
Keine
Kennzahl
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Holz ist die wichtigste natürliche Ressource für die
Lenzing Gruppe, da es für die Herstellung von
regenerierten Cellulosefasern benötigt wird. Trotz
der nachhaltigen Beschaffungspolitik von Lenzing
und der rückwärtsintegrierten Produktion besteht
die Gefahr, dass die Holzpreise aufgrund des
Klimawandels und des zunehmenden
Wettbewerbs um Biomasse und Landnutzung
steigen.
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Außerhalb der
VC:
Naturschutzproje
kte
*Naturbasierte
Lösungen
Keine
Kennzahl
E1 Klimawandel
344 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Klimaschutz Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurz-bis
mittelfristig
DiezunehmendeRegulierunginsbesonderein
BezugaufUmweltsteuernund
Kohlenstoffbepreisungstellteinrelevantes
RisikofürLenzingdarIndenLändernin
denenLenzingkohlenstoffintensiveProzesse
durchführtwurdenbereitsVorschriftenfür
Treibhausgasemissioneneingeführt(wiezum
BeispielVerbesserungderEnergieeffizienzund
regulierteEmissionszertifikate)undstrengere
VorschriftendiedieKostenfür
Treibhausgasemissionenerhöhenkönntensind
inVorbereitungLenzingführtstrenge
Energieeffizienzmaßnahmeneinumihr
potenziellesRisikodurchUmweltsteuernzu
verringern
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*THG-
Emissionen
(E-)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Mittel- bis
langfristig
Die Lenzing Gruppe sieht in der raschen
Dekarbonisierung eine große Geschäftschance,
um Risiken aus dem operativen Geschäft zu
nehmen, Widerstandsfähigkeit aufzubauen,
Produkte mit geringeren Klimaauswirkungen auf
den Markt zu bringen und
Energieeffizienzgewinne zu erzielen. Lenzing wird
seine Treibhausgasemissionen in den kommenden
Jahren durch eine Reihe entsprechender
Maßnahmen (Dekarbonisierungsstrategie) und
wissenschaftlich fundierter Ziele erheblich
reduzieren. Darüber hinaus strebt Lenzing an, bis
2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu
erreichen.
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy
und Standard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Netto-
Null-Ziel
*FEM
*Hebel kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*Hebel Einbindung
von Lieferanten
*THG-
Emissionen
(E1-6)
Energie Negative
Auswirkung
-Tatsächlich
-Eigene
Tätigkeiten
-Langfristig
DurchdieNutzungnichterneuerbarer
Energiequellenoderineffizienter
Energieumwandlungstechnologienerzeugt
LenzingTreibhausgasemissionendiezum
globalenKlimawandelbeitragen
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*FEM
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
RisikodassdieEnergiewendenichtim
Einklangmitdenwissenschaftlichfundierten
ZielenderLenzingGruppeerreichtwird
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DerRufvonLenzingkönnteSchaden
nehmenwenndie
NachhaltigkeitsanforderungeninBezugauf
Energiequellennichterfülltwerden
Lenzingverfügtüberenergieintensive
ProzessediezuTreibhausgasemissionen
führenundsiehtsicheinemzunehmenden
DruckdurchKundenundEU-Richtlinien
ausgesetztihrenCO
-Fußabdruckzu
verbessernwaseinRisikofürLenzing
darstelltwenndieErwartungennichterfüllt
werden
*Policyfür
Bioenergie
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*FEM
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
*THG-
Emissionen
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DieRohstoffpreise(z BHolzZellstoffund
Chemikalien)könntenaufgrundder
VerfügbarkeitvonEnergieundder
PreisvolatilitätinfolgedesKlimawandels
steigenZumBeispieleinAnstiegdes
Holzpreisesaufgrunddersteigenden
NachfragenacherneuerbarenEnergiequellen
Nullabholzungstendenzenund/oderhäufiger
auftretendeSchädlingeundKrankheiten(z B
Schädlingsbefall)aufgrundveränderter
WettermusteralsFolgedesKlimawandels
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
345 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
MitderRichtlinieübererneuerbareEnergien
(REDII/III)könnteBiomasseneueingestuft
werdenundnichtmehralserneuerbar
gelten
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
UnvorhergeseheneEnergieengpässekönnten
dieGeschäftstätigkeitvonLenzing
beeinträchtigenwaseinfinanziellesRisiko
darstellenkann
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Konzernweite
UmweltPolicy
undStandard
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
LenzingsiehteineChancesichdurchdie
proaktiveBewältigungökologischer
Herausforderungengünstigzupositionieren
DarüberhinauskönnendieEnergiekosten
durchdenEinsatzerneuerbarerEnergiequellen
undneuerTechnologienlangfristiggesenkt
werdenwaszueinemMarktvorteilführen
kannwenndieUmstellungrascherfolgt
*Policyfür
Bioenergie
*Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertesZiel
*Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
*Hebel
kontinuierliche
Verbesserung
*Hebel
kohlenstoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
*HebelEinbindung
vonLieferanten
*HebelErneuerbare
Elektrizität
*Energie-
verbrauch
und
Energiemix
(E-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
346 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
[ESRS E1-1]
Klimaaktionsplan
[E1-1 16a, 16g]
Im Einklang mit dem 1,5-°C-Ziel des Übereinkommens von Paris und dem SDG 13 der UN hat sich Lenzing ehrgeizige kurz- und langfristige
wissenschaftlich fundierte Ziele (SBTs) gesetzt. Bis 2030 will das Unternehmen die absoluten THG-Emissionen in Scope 1 und 2 um 42
Prozent und in Scope 3 um 25 Prozent reduzieren (Bezugsjahr 2021). Lenzing hat einen Klimaaktionsplan bis 2030, der in der folgenden
Box vorgestellt wird. Darüber hinaus strebt Lenzing an, bis 2050 Netto-Null-THG-Emissionen zu erreichen. Die Lenzing Gruppe ist im
Paris-abgestimmten EU-Referenzwert enthalten.
KLIMAAKTIONSPLAN
[E1-1 14]
Lenzing bekennt sich zu ihren SBTs und hat eine entsprechende Roadmap bis 2030 umgesetzt. Diese Roadmap wird regelmäßig
aktualisiert, um die Weiterentwicklung technischer Optionen und sich verändernde Marktbedingungen zu berücksichtigen.
Abstimmung auf die Unternehmensstrategie
[E1-1 16h, 16i, 17]
Lenzings Unternehmensstrategie integriert Klimaschutzziele in die
strategische Entscheidungsfindung. Der vom Vorstand geneh-
migte Klimaaktionsplan für den Klimaschutz ist Bestandteil der
langfristigen Unternehmensstrategie von Lenzing. Projekte werden
im Rahmen der Entscheidungsfindung des Vorstands auf ihren
Nutzen und ihren Beitrag zu den Auswirkungen des Klimawandels
geprüft. Im jährlichen mittelfristigen Planungs- und Budgetierungs-
prozess (MTP) werden Projekte im Hinblick auf ihre Relevanz für
den Klimaaktionsplan und ihre THG-Emissionen bewertet. Die Er-
gebnisse dienen als zusätzliche Entscheidungskriterien. Lenzing ar-
beitet aktuell daran, den Plan zu stärken, um die formalen Anforde-
rungen eines Übergangsplans gemäß den Europäischen Standards
für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) bis 2028 zu erfül-
len.
[E1-1 16b, 16c, MDR-A 69b]
Lenzing hat an ihrem Viscosestandort in Nanjing (China) rund
EUR 30 Mio. investiert, um von Kohle auf Erdgas umzustellen. Dar-
über hinaus hat Lenzing mehrere andere klimabezogene Initiativen
umgesetzt. Unter anderem bezieht sie an sieben Produktionsstät-
ten weltweit erneuerbare Energien aus dem Netz und für ihr
Lyocellwerk in Prachinburi (Thailand) über 70 Prozent des Energie-
bedarfs aus Biomasse. Durch diese Initiativen sind die Betriebsaus-
gaben (OpEx) der Gruppe gestiegen. Dank dieser Maßnahmen
347 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Scope 1+2+3
kt CO
2
e
Wissenschaftlich
fundiertes Ziel 2030
2017
Expansion2021
Basisjahr
Kontinu-
ierliche
Verbes-
serung
Erneuer-
bare
Elektri-
zität
Kohlen-
stoffarme
Brenn-
stoffe
Elektrifi-
zierung
Gekaufte
Waren
und
Dienst-
leistungen
2
(Scope 3
Kat1)
Scope 3
Brenn-
stoffe &
Logistik
2030
Zieljahr
2030 Ziel
Scope 1+2+3
Geplante Reduktion
in Scope 1+2
Erwartete Reduktion
in Scope 3
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
3.857
3.592
255 90
242
671
79
771
169
1.825
2.393
–33
%
–49 %
1 Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogene Scope 2, und Scope 3 Kategorien 1, 3, 4 und 9 - aber ohne Kategorie 15.
2 Reduktionen bei gekauften Waren und Dienstleistungen erfolgen durch erneuerbare Elektrizität, sauberere Brennstoffe und Eletrifizierung.
Klimaaktionsplan
1
kann Lenzing Premiumprodukte mit einem geringen CO
2
-Fußab-
druck anbieten. Zusätzlich steht Lenzing in kontinuierlichem Aus-
tausch mit ihren Lieferanten, um über langfristige Verträge Roh-
stoffe mit geringem CO
2
-Fußabdruck zu beschaffen. Im Einklang
mit ihren SBTs und dem Klimaaktionsplan werden kontinuierlich
Möglichkeiten geprüft, um die Dekarbonisierung der Standorte
von Lenzing und der Lieferkette in verschiedenen Ländern fortzu-
setzen (siehe Roadmap für die wichtigsten Hebel). So erwägt
Lenzing beispielsweise eine Investition an ihrem Standort Heiligen-
kreuz (Österreich) in ein Projekt, das den Verbrauch fossiler Brenn-
stoffe und die Treibhausgasemissionen erheblich reduzieren würde.
Nähere Informationen zu den wichtigsten Maßnahmen, die entlang
den Dekarbonisierungshebeln beschrieben sind, finden Sie im Ab-
schnitt „Maßnahmen“ in diesem Kapitel.
Status und Hindernisse
[E1-1 16j]
Derzeit erschwert unter anderem eine angespannte Marktlage die
Umsetzung entscheidender Elemente des Aktionsplans. Hierzu
zählen die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von netzbasiertem
Strom aus erneuerbaren Quellen sowie die Kostenunterschiede
zwischen erneuerbaren Brennstoffen (wie grünem Wasserstoff und
Ammoniak) und Energie aus fossilen Energieträgern. Weitere Hin-
dernisse sind die fehlenden gleichen Wettbewerbsbedingungen
für Produkte mit geringem CO
2
-Fußabdruck sowie die einge-
schränkte Bereitschaft von Geschäftspartnern, Kosten und Risiken
von Investitionen zu teilen.
Lenzing arbeitet zusammen mit Partnern und politischen Entschei-
dungsträger:innen daran, Lösungen für diese Hindernisse zu finden,
Anreize für die Umsetzung von Klimaaktionsplänen zu schaffen und
die Transformation der Branche zu unterstützen.
Das bisherige funktionsübergreifenden Projektteam bleibt beste-
hen und ist dafür zuständig, die Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing mit der globalen Projektleitung und der Unterstützung des
Chief Pulp & Technology Officer (CPO) umzusetzen. Das Projekt-
management umfasst einen Lenkungsausschuss, der eine Abstim-
mung zwischen allen Entscheidungsträger:innen und Funktionen
ermöglicht, Entscheidungen beschleunigt und die Zustimmung der
verschiedenen Verantwortlichen für zentrale Projekte, Standorte
und Funktionen sicherstellt. Die globale Projektleitung trägt die
operative Verantwortung für die Koordination der Roadmap-Ent-
wicklung und die Bereitstellung von Best-Practice-Ansätzen zur
Umsetzung der Klimaziele auf Standort- und Gruppenebene. Dar-
über hinaus unterstützt diese Rolle die Funktionen bei der Integra-
tion klimabezogener Überlegungen in wesentliche Geschäftsent-
scheidungen. Zur Sicherstellung von Engagement und Eigenver-
antwortung sind die Produktionsstandorte und Funktionen für die
mittel- bis langfristige Entwicklung und Umsetzung ihrer Road-
maps zuständlich. Die globale Projektleitung übernimmt dabei eine
unterstützende und koordinierende Rolle.
Gebundene Treibhausgasemissionen
[E1-1 16d]
Lenzings Kohlekessel am Standort in Purwakarta (Indonesien) und
die Müllverbrennungsanlage am Standort in Lenzing (Österreich)
werden über ihre Betriebsdauer in Zukunft erhebliche gebundene
THG-Emissionen verursachen. Diese könnten das Erreichen der
kurzfristigen und wissenschaftlich fundierten Netto-Null-Ziele ge-
fährden, wenn die derzeitige Infrastruktur nicht geändert wird. Der
Austausch der Kohlekessel gegen neue, mit alternativen Brennstof-
fen kompatible Anlagen könnte die Risiken erheblich mindern und
die THG-Emissionsreduktionsziele unterstützen. Gleichwohl ver-
bleiben zahlreiche Hindernisse und Herausforderungen, die mit
Unterstützung von Geschäftspartnern und Initiativen angegangen
werden müssen (siehe Abschnitt „Status und Hindernisse“).
Hebel zur Erreichung wissenschaftlich
fundierter Ziele
[E1-1 16b]
Zur Reduzierung der Scope 1, Scope 2 und Scope 3 Emissionen
setzt Lenzing unterschiedliche Hebel ein, die sich an der techni-
schen Machbarkeit orientieren (siehe hierzu Abbildung „Hebel zur
Erreichung wissenschaftlich fundierter Ziele“). Nähere Informatio-
nen zu den wichtigsten Maßnahmen, die nach den Dekarbonisie-
rungshebeln beschrieben sind, finden Sie im Abschnitt „Maßnah-
men“ in diesem Kapitel.
348 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Hebel zur Erreichung
w
issenschaftlich fundierter Ziele
Kontinuierliche
Verbesserung
Reduzieren
Verbessern
Beseitigen
Kohlen-
stoffarme
Brennstoffe
(Brennstoff-
umstellung)
Erneuerbare
Elektrizität
Logistik
Einbindung der
Lieferanten
Carbon
removals
Kohlenstoff-
neutrales
Wachstum
Elektrifizierung
& neue
Technologien
Bewertung von Risiken und Chancen
[E1 ESRS 2 SBM-3 19a, 19b]
Der Bewertungsprozess der Task Force on Climate-related Finan-
cial Disclosures (TCFD) wurde bei Lenzing erstmals 2020 umge-
setzt. Nachdem im Jahr 2024 ein TCFD-Risikobewertungsverfah-
ren auf Basis einer externen Software-as-a-Service-Lösung einge-
führt wurde, wurde die Bewertung im Berichtsjahr weiter verfeinert,
um die neuesten Emissionspfad-Szenarien einzubeziehen, um kli-
mawandelbezogene Risiken in Bezug auf die Tätigkeiten von
Lenzing und ihre Wertschöpfungskette zu quantifizieren. Die Ana-
lyse umfasste die Auswirkungen auf kurz-, mittel- und langfristige
Zeithorizonte und berücksichtigt verschiedene Emissionsszenarien,
um die Treiber von physischen und Übergangsrisiken zu erfassen.
Die nachfolgende Tabelle „Risiko- und Chancenbewertung –
Merkmale der Klimaszenarien“ bietet einen Überblick über die Be-
schreibungen und Annahmen der Szenarien.
Risiko- und Chancenbewertung - Merkmale der Klimaszenarien
a
NGFS-Klimaszenario Gegenwärtige Maßnahmen NDCs Netto-Null-Emissionen bis 2050
Associated Shared Socioeconomic
pathways (SSP)
SSP- SSP- SSP-
Globaler Temperaturanstieg (bis 2100) °C °C °C
Politischer Rahmen NuraktuellumgesetzteKlimapolitiken
bleibenbestehenwaszuhohen
physischenRisikenführt
UmfasstallevondenLändern
versprochenenZieleauchwenn
sienochnichtdurchumgesetzte
wirksamePoliciesuntermauert
werden
Begrenzungderglobalen
Erwärmungauf°Cdurch
strengeklimapolitischeMaßnahmen
undInnovationenum
weltweitNetto-Null-Emissionenzu
erreichen
Politische Maßnahmen Keine(aktuellenPolicies) Abgestimmtaufdienational
festgelegtenBeiträge(NDCs)
Unmittelbarundproblemlos
Technologischer Wandel Langsam Langsam Schnell
Entfernung von Kohlendioxid Gering Gering-mittel Mittel-hoch
Regionale Unterschiede Gering Mittel Mittel
Globaler Kohlenstoffpreis (2030,
2050)
  
Globaler nachhaltiger Einkaufstrend -
%-Anteil der Bevölkerung, die
nachhaltig einkauft (2030)
  
a) Quelle: Resilienz Kohlenstoffpreis- und Verbrauchertrendanalyse einschließlich des Szenarienportals des Netzwerks zur Ökologisierung des Finanzsystems (NGFS)
Ergebnis der Bewertung
[E1 ESRS 2 SBM-3 18, 19c]
Die Ergebnisse der quantifizierten Risiken sind in der Tabelle „Prognostiziertes Klimarisikopotenzial“ zusammengefasst. Diese werden in
Übereinstimmung mit dem internen Ansatz für Enterprise Risk Management (ERM) und die doppelte Wesentlichkeit in Kategorien mit
geringem, mittlerem und hohem Risiko qualitativ dargestellt.
Prognostiziertes Klimarisikopotenzial
Zeithorizont (Jahre)
0-5
6-10
11-20
0-5
6-10
11-20
0-5
6-10
11-20
Risikokategorie
a
Gegen-
wärtige
Maßnahmen
NDCs
Netto-Null-
Emissionen
bis 2050
Beschreibung der Ergebnisse Wesentliche Annahmen
Übergangsrisiken
Politik
IneinemNetto-Null-Szenariobiswürde
derÜbergangzueinerkohlenstoffarmen
WirtschaftstrengereKohlenstoffvorschriften
erforderndiesichweltweitinden
Kohlenstoffpreisenwiderspiegelnumdie
Temperaturenunter°CzuhaltenDies
würdefürLenzingeinhöheresPolitikrisiko
bedeuten
DasRisiko„AufkommendeVorschriftenzur
Kohlenstoffbepreisung“wirdinderTabelle
„ÜbergangsrisikenphysischeRisikenund
Übergangschancen"näherbeschrieben
DasPolitikmodellenthältDatenzur
KohlenstoffbepreisungproLandund
SektordieanschließendaufjedesLand
undjedenEmissionsbereichangewendet
werdenDievorgelagertenAuswirkungen
beziehensichaufdieKostender
Kohlenstoffbepreisungwährenddie
nachgelagertenAuswirkungendie
Einnahmenbeeinflussen(wassichin
höherenProduktpreisenniederschlägt)
Technologie
IneinemNetto-Null-Szenariobismuss
derÜbergangzuumweltfreundlichenAnlagen
weltweitschnellererfolgenumdie
Temperaturenunter°Czuhaltenwas
fürLenzingkurzfristigeingrößeresRisikofür
einetechnologischeWertminderungbedeutet
DasTechnologierisikobasiertaufdenvon
LenzingbetriebenenAnlagenundderen
AbhängigkeitenvonfossilenBrennstoffen
undAbschreibungsraten
349 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Konsumenten-
stimmung
IneinemNetto-Null-Szenariobiswürde
derÜbergangzueinerkohlenstoffarmen
WirtschaftzueinemRückgangineinigender
vonLenzingbedientenSektorenführen
wodurchsichderKundenstammvonLenzing
unddamitdieGesamtnachfrageverringern
würde
AufProduktebenewirddasProduktportfolio
vonLenzingalseinenachhaltigeAlternative
angesehenundkönntedahervoneiner
steigendenNachfrageprofitierendaKunden
zunehmendnachhaltigereKaufentscheidungen
treffenDieswirdinzweiÜbergangschancen
angesprochendieinderTabelle
„ÜbergangsrisikenphysischeRisikenund
Übergangschancen"näherbeschrieben
werden
DasModellderVerbrauchernachfrage
decktnichtnurdieNachfrageder
VerbrauchernachProduktenabsondern
auchdieaggregierteNachfrageder
WirtschaftssektorennachProduktenvon
LenzingDieallgemeineAufteilungdes
NachfragemodellsnachSektorenmuss
nochverbessertwerdenumdie
geschäftlichenBeziehungenvonLenzing
besserwiderzuspiegeln
Haftbarkeit
DasHaftungsrisikofürLenzingistminimalda
ihrSektorundStandortwenigeranfälligfür
Rechtsstreitigkeitensindunddie
Emissionsintensitätnaheam
Branchendurchschnittliegt
DasHaftungsrisikobasiertaufder
BranchedemStandortdemMarktanteil
undderEmissionsintensitätvonLenzingim
VergleichzumBranchendurchschnitt
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktfürKlagenangesehen
werden
Investoren-
stimmung
DasInvestorenrisikofürLenzingistminimal
dadieEmissionsintensitätdesUnternehmens
nahedemBranchendurchschnittliegt
DasInvestorenrisikobasiertaufden
KapitalkostenvonLenzingundder
EmissionsintensitätvonLenzingim
VergleichzumBranchendurchschnitt
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktderInvestorstimmung
angesehenwerden
Reputation
IneinemSzenariogegenwärtigerMaßnahmen
verlangsamensichdieglobalenMaßnahmen
gegendenKlimawandelsodasssichder
VerbraucheraktivismusgegenBranchenmit
hohenEmissionenrichtenwird
AndererseitsbedeutetderÜbergangzueiner
kohlenstoffarmenWirtschaftimNetto-Null-
Szenariobisdasseinzelne
UnternehmendienichtimEinklangmitihren
KonkurrentenMaßnahmenzurBekämpfungdes
Klimawandelsergreifenstärkerdurch
Verbraucheraktivismusgefährdetsind
DasRisiko„ReputationsrisikoimTextilsektor“
wirdinderTabelle„Übergangsrisiken
physischeRisikenundÜbergangschancen"
näherbeschrieben
DasReputationsmodellzeigtAuswirkungen
inFormeinersinkendenNachfragenach
ProduktendaAktivismusundBoykotte
zunehmen
InderlangfristigenProjektionwirdkein
zusätzlichesRisikoangenommendazehn
JahrealsHöhepunktfürBoykotte
angesehenwerden
Physische Risiken
Anlageausfall
&
Versorgungs-
risiko
DiezunehmendeSchwereundHäufigkeitvon
HitzewellenistpotenzielldergrößteTreiber
fürUmsatzeinbußenandenLenzing-
Standorten
DasRohstoffrisikofürLenzingwirdimRahmen
desangewandtenModellsalsminimal
eingeschätztdadieAnalysederzeitnur
FichteundEukalyptusumfasst
ObwohlindiesemProzesskeinwesentliches
finanziellesRisikobewertetwurdeunddie
VerfügbarkeitvonHintergrunddaten
beispielsweisefürBuchebegrenztistwerden
die„chronischenphysischenKlimarisiken“in
derTabelle„Übergangsrisikenphysische
RisikenundÜbergangschancen"näher
beschrieben
DasModellfürAnlageausfallwendet
AnfälligkeitskurvenandiedenVerlustvon
BetriebstagenunddieZeitbiszur
Wiederherstellungbeiverschiedenen
klimatischenEreignissenfürjede
EinrichtungaufderGrundlageihres
AnlagentypszeigenFürjedeAnlagewird
danneinWertproAusfalltagermittelt
umdieGesamtkostenausUmsatzeinbußen
undVermögensschädenzuberechnen
DasVersorgungsrisikobasiertaufdem
RohstoffvolumenvonLenzingfür
europäischeFichteundKieferden
BeschaffungsprofilenundderAbhängigkeit
derLenzingProduktevonder
VerfügbarkeitdiesesRohstoffsInder
letztenAuswertungstandennurDatenzu
denAuswirkungendesKlimawandelsauf
FichteundEukalyptuszurVerfügung
AnderefürLenzingwichtigeBaumarten
wiebeispielsweiseBuchesindjedoch
nochnichtimModellenthaltensodass
eineumfassendeRisikoanalyseder
gesamtenRohstoffversorgungsbasisnoch
nichtmöglichwar
a) Beschreibung der Risikokategorien
Politik: Von Regierungen erlassene Gesetzgebung zur Bepreisung und Sanktionierung von Treibhausgasemissionen.
Technologie: Disruptive, kohlenstoffarme technologische Veränderungen in zentralen Wirtschaftssektoren sowie Risiken für kohlenstoffintensive
Vermögenswerte und Betriebsprozesse.
Konsumentenstimmung: Veränderungen der Verbraucherpräferenzen hin zu nachhaltigen alternativen Produkten und Dienstleistungen, die die
Marktnachfrage transformieren.
Haftbarkeit: Gerichtsverfahren, die von Klägern gegen Unternehmen wegen angeblicher Haftungen aufgrund klimawandelbedingter Schäden
eingeleitet werden.
Investorenstimmung: Investoren priorisieren Renditen aus kohlenstoffarmen Unternehmen, was zu Veränderungen der Kapitalkosten und der Unternehmensbewertungen führt.
Reputation: Kundenaktivismus, der durch die Maßnahmen des Unternehmens zur Bewältigung klimabezogener Risiken beeinflusst wird.
Physische Risiken: Kombination der Risikokategorien „Anlageausfall“ (Der Klimawandel verursacht eine Vielzahl von Wetterereignissen, die die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung des
Farbcode
NiedrigesRisiko
mittleresRisiko
hohesRisiko
350 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Betriebs beeinträchtigen und Schäden an Vermögenswerten verursachen.) und „Versorgungsrisiko“ (Temperatur- und Niederschlagsveränderungen durch den Klimawandel
beeinflussen die Erträge von Rohstoffen an ihren Anbaustandorten.)
Die folgende Tabelle „Übergangsrisiken, physische Risiken und Übergangschancen“ enthält die wichtigsten klimabezogenen Risiken und
Chancen, die im Rahmen des ERM-Systems von Lenzing identifiziert wurden, sowie Einzelheiten zu den Reaktionen und Maßnahmen von
Lenzing zur Risikominderung. Ein TCFD-Index im Anhang dieses Berichts zeigt die Verbindung zwischen den TCFD-Empfehlungen, dem
Inhalt dieses Berichts und anderen externen Publikationen wie dem CDP Climate Change Fragebogen.
Übergangsrisiken, physische Risiken und Übergangschancen
Charakterisierung Beschreibung der Risiken/Chancen Beitrag von Lenzing
Übergangsrisiken Künftige Regelungen zum Kohlenstoffpreis
NeuentstehendeVorschriftenvoralleminBezugauf
UmweltsteuernundKohlenstoffpreisestellenfürLenzingein
relevantesRisikodarIndenLändernindenenLenzing
ProzessemithohenEmissionenbetreibtwurdenbereits
VorschriftenzuTHG-Emissioneneingeführt(Verbesserungder
EnergieeffizienzregulierteEmissionszertifikate)Strengere
VorschriftendiedieKostenvonTHG-Emissionenerhöhen
könntensindinVorbereitungEinequalitative
FolgenabschätzungeinschließlicheinerdetailliertenBeschreibung
diesesRisikosistindenErgebnissenderKlimarisikoanalyse
unterderKategorie„Politik“inTabelle„Prognostiziertes
Klimarisikopotenzial"enthalten
DieStrategievonLenzingzurRisikobewältigungzieltdaraufab
dasRisikopotenziellerUmweltsteuernzuverringernindemstrenge
MaßnahmenzurVerringerungderTHG-Emissionenumgesetzt
werdenunddasTechnologieportfolioproaktivgesteuertwirdDie
SBTsvonLenzingwurdenaktualisiertumsieam-°C-
PfadanzupassenSiezielendaraufabdiegesamtenTHG-
EmissioneninScopeundbisum Prozentundin
Scopeum ProzentgegenüberdemBezugsjahrzu
reduzierenDamitmildertLenzingdieRisikendiesichausden
aufkommendenVorschriftenzurKohlenstoffbepreisungergeben
LenzinghataucheinvalidiertesSBTfüreinlangfristigesNetto-
Null-ZieldaseineabsoluteReduzierungderScopeScope
undScopeEmissionenumProzentbisvorsiehtauf
BasisdesselbenBezugsjahres
Erhöhte Kosten für Biomasse
FürdieGruppeistHolzdiewichtigstenatürlicheRessource
fürdieHerstellungvonregeneriertenCellulosefasernTrotzder
nachhaltigenBeschaffungspolitikvonLenzingundder
rückwärtsintegriertenProduktionbestehtdieGefahrdassdie
HolzpreiseaufgrunddesKlimawandelsderweltweit
steigendenNachfragenachBiomasseundalternativeFormen
derLandnutzungsteigenDerzunehmendeWettbewerbum
LandnutzungundnatürlicheRessourcenwirktsichaufdie
langfristigenstrukturellenBiomassepreiseausDasRisiko
steigenderBiomassekostenspiegeltsichindenErgebnissender
Klimarisikoanalysenichtvollständigwiderdadasverwendete
RisikomodellaufeinigefürLenzingrelevanteHolzartenwie
FichteundKieferbeschränktwar
LenzinghatbereitsverschiedeneMaßnahmenergriffenumdieses
RisikozumindernwobeidieDiversifizierungderLieferantenals
wichtigsterAnsatzzurRisikominderungdientDurchdie
BeschaffungvonHolzauseinembreiterenSpektrumvonLändern
oderwenigerrisikobehaftetenHolzarten(wieKiefer)minimiert
LenzingdasRisikoeinerUnterbrechungderLieferkettediein
einereinzigenBeschaffungsregionauftretenkannImJahr
hatLenzingaußerdemdieProduktionvonFaserzellstoffinseinem
neuenZellstoffwerkinBrasilienaufgenommenDasWerkwirdvon
derLenzing-eigenenFSC®-zertifiziertenPlantage(Lizenzcodes
FSC-CFSC-C)inunmittelbarerNähedesWerks
beliefertDamitsinddieZellstoffwerkevonLenzingnicht
ausschließlichvondereuropäischenHolzversorgungabhängigUm
daslangfristigeRestrisikoweiterzureduzierenunterstütztLenzing
einenachhaltigeWaldbewirtschaftungumdieWiderstandsfähigkeit
derWäldergegenüberdennegativenAuswirkungendes
KlimawandelszustärkenLenzinginvestiertauchinausgewählte
NaturschutzprojektezurVerbesserungderWiderstandsfähigkeitder
Wälder
Reputationsrisiko in der Textilindustrie
DieTextilindustrieinderdieProduktevonLenzing
gewöhnlichverwendetwerdenwirdwegenihrerteilweise
nichtnachhaltigenundressourcenintensivenWirtschaftsweise
undihrerProduktionsprozessekritischbeäugtDieskönntezu
negativerMedienberichterstattungundeinerweiteren
StigmatisierungderBrancheführenwassichwiederumauf
denUmsatzderGruppeauswirkenkönnteEinequalitative
AuswirkungsanalysefürLenzingdieausdemReputationsrisiko
imTextilsektorresultiertspiegeltsichindenErgebnissender
KlimarisikoanalyseimAbschnitt„Reputation“undingeringerem
AusmaßinderKategorie„Konsumentenstimmung“inder
Tabelle„PrognostiziertesKlimarisikopotenzial"wider
LenzinghatsichverschiedeneZielegesetztumwichtige
Nachhaltigkeitsaspekteanzugehenundseinenökologischen
FußabdruckkontinuierlichzuverbessernLenzinglegtproaktivund
transparentInformationenüberihreGeschäftspraktikenundihren
ökologischenFußabdruckoffenumaufmöglichenegative
MedienberichteüberdieMode-undTextilindustriezureagieren
ÜberseineKommunikationskanäleunterstreichtLenzingseinen
BeitragzueinerklimafreundlichenWirtschaftunddenNettonutzen
denseineSpezialprodukteimVergleichzuStandardproduktenauf
demMarktbieten
351 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Physische Risiken Chronische physische Klimarisiken
Klimamodelledeutendaraufhindasssteigendeglobale
DurchschnittstemperaturenzueinerZunahmechronischer
physischerKlimarisikenführenwerdenDieGeschäftstätigkeit
unddieLieferkettederLenzingGruppekönntenzunehmend
vonextremenWetterereignissenWasserknappheitoder
anderenphysischenGefahrenunterschiedlichenAusmaßes
betroffenseinAusSichtderLieferkettekönnten
beispielsweiseklimawandelbedingteAuswirkungenwiestarke
NiederschlägeoderWaldbrändediewichtigsten
ZellstofflieferungenvonLenzingoderdasneueZellstoffwerkin
BrasilienbeeinträchtigenDieskönntezuEngpässenbeider
VersorgungmithochwertigemZellstoffundzu
ProduktionsengpässeninderFaserproduktionführenDurch
denKlimawandelverursachteStörungenwieHitzestress
könntenzuhäufigerenSchädlingsausbrüchenDürrenund
milderenWintertemperaturenführenDieseBedingungen
könntendiegeplantenErnteplänederHolzlieferantenstören
undRisikenfürdieHolzversorgungvonLenzingdarstellen
insbesonderefürdieeuropäischenZellstoffwerkeFürdie
Lenzing-eigenenProduktionsanlagenkönnteWasserknappheit
dieWasserentnahmeausdemFlussAgeramStandortLenzing
währendlängererTrockenperiodeninsbesondereinSommer
einschränkenDieswürdedieProduktionskapazitätverringern
DieAuswirkungenklimabedingterphysischerRisikenaufdie
eigenenProduktionsanlagensowieaufdieLieferkettevon
LenzingeinschließlicheinerReihewichtigerLieferanten
wurdeninderKlimarisikoanalyseberücksichtigtdieinder
Tabelle„PrognostiziertesKlimarisikopotenzial"dargestelltist
AlleidentifiziertenRisikenausUnterbrechungeninderLieferkette
fürRohstoffeChemikalienundEnergiediefürdieZellstoff-und
FaserproduktionbenötigtwerdenwerdenvonLenzinggemanagt
DiesgeschiehtdurcheineumfassendeDiversifizierungder
LieferantensowieeinganzheitlichesBestands-und
RessourcenmanagementDarüberhinaushatLenzingdasProjekt
„SafeSupply“insLebengerufenDiesesumfasstrund
InitiativenfüralternativeLieferantenundLieferwegefürwichtige
RohstoffeundChemikalienDieAuswirkungenvonstarken
NiederschlägenundmöglichenÜberschwemmungenaufgrunddes
KlimawandelsandenbetroffenenStandortenwerdendurch
Hochwasserschutz-undEvakuierungsplänegemindertDiesePläne
basierenaufHochwasserrisikobewertungenMögliche
WasserknappheitaufgrundlängererTrockenperiodenanden
betroffenenProduktionsstandortenwirddurchgezielteMaßnahmen
indenBereichenWassereffizienzWiederverwendungRecycling
undEinsparungangegangen
Übergangs-
chancen
Erhöhte Nachfrage nach Produkten mit geringer CO
2
-Emission und Produktinnovationen
DasichdieBedürfnisseundVorliebenderVerbraucherinnen
inRichtungProduktemitgeringerCO
-Emissionverschieben
wirderwartetdassdieEntwicklungundderAusbauvon
WarenundDienstleistungenmitgeringerCO
-Emissionein
erheblichesWachstumspotenzialbietenwerdenLenzingsetzt
aufLebenszyklusdenkennachhaltigeBeschaffungeffiziente
NutzungvonBiomasseundPartnerschaftenmit
InteressengruppenentlangderWertschöpfungsketteumzu
nachhaltigerenKonsum-undProduktionsmusternbeizutragen
AlldieseFaktorenzusammenbedeutendassdieProdukte
vonLenzingeinenNettonutzenbieten
UmvondererwartetenhöherenNachfragenach
verantwortungsvollhergestelltenProduktenmitgeringerCO
-
EmissionzuprofitierenhatLenzingeineehrgeizige
WachstumsstrategieeingeschlagenImJahrnahmLenzing
eineneueLyocellfaseranlageinThailandundeineneue
ZellstoffanlageinBrasilieninBetriebundstelltedenStandortin
IndonesienaufdieViscosefaserLENZING™ECOVERO™mit
geringerenEmissionenumDieseUmstellungführtezur
ZertifizierungmitdemEU-UmweltzeichenDerStandortstellte
außerdemaufdieProduktionvonModalfasernumImJahr
stelltederStandortNanjing(China)vonKohleaufErdgasals
EnergiequelleumundinHeiligenkreuz(Österreich)wurdeein
neuesBiomassekraftwerkerworbenLenzingleisteteinenwichtigen
BeitragzurReduzierungderTreibhausgasemissionenundzur
StärkungdesProduktportfoliosmitgeringerCO
-Emissionder
Gruppe
Dekarbonisierungsstrategie minimiert betriebliche Risiken
DieLenzingGruppebetrachtetdierascheDekarbonisierungals
einewichtigeGeschäftschanceumihreBetriebsabläufe
risikoärmerzugestaltenWiderstandsfähigkeitaufzubauen
ProduktemitgeringererKlimaauswirkungaufdenMarktzu
bringenundEnergieeffizienzsteigerungenzuerzielenLenzing
wirdseineTreibhausgasemissionenindenkommendenJahren
durcheineReihevonMaßnahmenimRahmenseiner
DekarbonisierungsstrategieundseinerSBTserheblich
reduzierenDarüberhinausstrebtLenzingbiseine
Netto-Null-Treibhausgasemissionenan
DieSBTsvonLenzingwurdenvonderScienceBasedTarget
initiative(SBTi)genehmigtDamitistLenzingeinerderersten
HerstellervonregeneriertenCellulosefasernderSBTsgenehmigt
bekommenhatDieDekarbonisierungsstrategievonLenzingbasiert
aufderReduzierungseinerEmissionennichtaufderen
KompensationUmdieZielezuerreichenhatLenzingeinen
funktionsübergreifendenLenkungsausschusseingerichtetderunter
derLeitungdesVorstandesdienotwendigenEntscheidungentrifft
DieAktivitätenvonLenzingzurVerringerungder
TreibhausgasemissionenumfasseneineReihevonMaßnahmenzur
SenkungderKohlenstoffemissionensowohlinnerhalbder
betrieblichenGrenzenalsauchentlangderLieferkette
352 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policies
[E1-2, MDR-P 65]
Policy Policy für Bioenergie
Verantwortlichkeit
Chief Pulp Officer (CPO)
Vice President (VP) Operations und Standortleiter
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Ziel ist es, klare Vorgaben für die Biomassebeschaffung sowohl für die eigene Energieproduktion als auch für externe Lieferanten
von Bioenergie an die Lenzing Gruppe zu definieren.
Kernelemente:
Lenzing verpflichtet sich, Biomasse aus unbedenklichen Quellen zu beziehen. Für holzartige Nebenprodukte und
landwirtschaftliche Rückstände verlangt Lenzing Transparenz über die Herkunftsregion, eine legale Ernte sowie ein geringes
Risiko der Entwaldung. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird durch regelmäßige, regionsspezifische Risikoanalysen, Audits und
Besuche vor Ort sowie durch unabhängige Zertifizierungen von Biomasse für Energieprogramme durch Dritte sichergestellt.
Standards / Initiativen Dritter
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
SURE (Sustainable Resources Verification Scheme)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25d Die Umstellung auf erneuerbare Energie ist ein Kernziel des Klimaschutzplans von Lenzing.
Das Thema Klimawandel ist Gegenstand dreier weiterer Policies.
Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten und den
themenspezifischen Anforderungen - Klimaschutz, Anpassung an
den Klimawandel, Energieeffizienz und Einsatz erneuerbarer Ener-
gie - der „Nachhaltigkeits-Policy“ finden Sie im Abschnitt „Nach-
haltigkeitsstrategie“ des Kapitels „ESRS 2 Allgemeine Angaben“.
Für die Anforderungen – einschließlich der themenspezifischen
Anforderungen zu Klimaschutz und Energieeffizienz – die sich auf
der Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt sowie der kon-
zernweiten Umwelt Policy und Standard beziehen, finden Sie im
Abschnitt „Policies“ des Kapitels „E2 Umweltverschmutzung“.
Maßnahmen
[E1-3; MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Hebel Kontinuierliche Verbesserung
x Hebel Brennstoffumstellung
x Hebel Erneuerbare Elektrizität
x Hebel Einbindung von Lieferanten
x Naturbasierte Lösungen
Die Roadmaps werden auf Konzern- und Standortebene aktuali-
siert, einschließlich der Steuerung und Überwachung durch den
Lenkungsausschuss. Maßnahmen festgelegter Roadmaps bewir-
ken entweder direkt Emissionsreduktionen oder beeinflussen den
Emissionsreduktionspfad über die Planung und Umsetzung der De-
karbonisierungshebel.
Die Aktivitäten zur Einbindung der Kunden schaffen den Anreiz für
die Umsetzung von Maßnahmen in Scope 1, 2 und 3. Lenzing hat
sich zum Ziel gesetzt, TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™ und
VEOCEL™ Kunden sowie Kunden mit genehmigten SBTs und Kli-
maschutz-Engagement einzubinden. Es ist von entscheidender Be-
deutung, diese Kunden dafür zu gewinnen, Produkte mit einem ge-
ringen CO
2
-Fußabdruck zu beziehen. Solche Partnerschaften stär-
ken die Ambitionen zur Reduktion der THG-Emissionen und tragen
zur Erreichung der SBTs bei.
[E1-3 29a, E1-3 AR 21]
Die wichtigsten Maßnahmen, die Lenzing im Berichtsjahr ergriffen
hat, sind mit zentralen Dekarbonisierungshebeln verbunden. Diese
Maßnahmen werden im Folgenden näher beschrieben. Je nach Art
der Maßnahme, wie zum Beispiel einer Brennstoffumstellung oder
Einbindung von Lieferanten, setzt Lenzing die derzeit verfügbaren
internen Ressourcen nach Bedarf ein.
Hebel Kontinuierliche Verbesserung
[E1-3 29a]
Kontinuierliche Verbesserung bedeutet die regelmäßige Optimie-
rung von Prozessen, Systemen und Abläufen, um die Energieeffizi-
enz zu steigern und die THG-Emissionen im Laufe der Zeit zu re-
duzieren.
[E1-2 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen hat
Lenzing am Standort Mobile (USA) bestehende Gaskessel gegen
effizientere Modelle ausgetauscht. Diese Gaskessel sind entschei-
dend für die Erzeugung von Dampf, der während des gesamten Fa-
serproduktionsprozesses benötigt wird. Der Einbau wurde 2025
abgeschlossen, und die neuen Kessel dürften an diesem Standort
jährlich etwa 8.000 Tonnen weniger THG-Emissionen in Scope 1
verursachen. Diese Maßnahme unterstützt die Unternehmensstra-
tegie für operative Verbesserungen, erhöht die Energieeffizienz
und die Kostenwettbewerbsfähigkeit und trägt dazu bei, die SBTs
zu erreichen. Lenzing investierte rund EUR 12 Mio. in den Ersatz der
Gaskessel. Die Investitionsausgaben (CapEx) für dieses Projekt sind
353 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Teil der gesamten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernab-
schlusses aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im
Abschnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Hebel Brennstoffumstellung
[E1-3 29a]
Lenzing ergreift eine Reihe von Maßnahmen, um den Energiemix
weiter zu verbessern. Der Großteil der Reduktionen von Scope 1
und 2 bis 2030 wird durch die Umstellung des Primärenergiever-
brauchs auf kohlenstoffarme Brennstoffe erreicht. Diese Umstel-
lung wurde durch ein kürzlich in Nanjing (China) gestartetes Projekt
zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohle weiter vorangetrieben
und wird mit Projekten an weiteren Standorten fortgesetzt, an de-
nen Lenzing den Ersatz fossiler Brennstoffe durch Alternativen mit
niedrigen CO
2
-Emissionen erwägt.
[E1-3 29b, 29c, MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Im Jahr 2025 wurde mit der Installation und erfolgreichen Inbe-
triebnahme einer neuen Erdgasleitung und der zugehörigen Anla-
gen (Kessel und Turbine) am Produktionsstandort Nanjing (China)
ein wichtiger Schritt zur Umstellung von kohlebasiertem Dampf auf
ein 100 Prozent erdgasbasiertes System getan. Das System ist seit
April 2025 in Betrieb und liefert eine solide Grundlage für die wei-
tere Reduzierung der THG-Emissionen. Nach der vollständigen
Umstellung auf eine erdgasbasierte Energieversorgung bis 2027
wird eine Reduzierung der THG-Emissionen um 100.000 Tonnen
im Vergleich zu 2021 erwartet. Um diese Umstellung durchzufüh-
ren, hat Lenzing rund EUR 30 Mio. in ihren Viscosestandort in Nan-
jing (China) investiert. Die CapEx für dieses Projekt sind Teil der ge-
samten CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlusses
aufgeführt sind. Darüber hinaus wird das Projekt auch im Abschnitt
„Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Am Lenzing Standort in Indianópolis (Brasilien) wurde die Umstel-
lung von Schweröl auf Erdgas eingeleitet, und der Vertrag mit dem
Gaslieferanten erfolgreich abgeschlossen. Der Standort hat eine
Vereinbarung über die Lieferung von Flüssigerdgas (LNG) ab dem
Jahr 2026. Dies ist als laufende Maßnahme konzipiert und soll zu
einer Verringerung der Scope 1 THG-Emissionen um rund 38.000
Tonnen führen.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Der Standort Prachinburi (Thailand) stand vor der Herausforderung,
aufgrund von Zuverlässigkeitsproblemen im Biomasse-Heizkraft-
werk des Lieferpartners durchgehend 100 Prozent Energie aus Bi-
omasse zu erhalten. Im Berichtsjahr bezog der Standort nur wenige
Monate lang 100 Prozent Energie aus Biomasse. Aus diesem Grund
wurde vereinbart, gemeinsam an kurz- und langfristigen techni-
schen Lösungen zu arbeiten. Die Verhandlungen zur Sicherstellung
einer konsequenten 100-prozentigen biogenen Energieversorgung
in der Zukunft dauern an. Eine unmittelbare Reduktion der Scope 1
und Scope 2 Emissionen wird es nach vollständiger Umsetzung
dieser Maßnahme nicht geben. Es werden jedoch Reduzierungen
der THG-Emissionen in Höhe der derzeitigen Emissionen des
Standorts von ca. 64.000 Tonnen erwartet, die sich bis spätestens
2030 einstellen werden.
Hebel Erneuerbare Elektrizität
[E1-3 29a, 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Lenzing Gruppe bezog im Jahr 2025 an sieben Produktions-
standorten 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen (Heiligen-
kreuz (Österreich), Indianópolis (Brasilien), Lenzing (Österreich),
Mobile (USA), Nanjing (China), Paskov (Tschechische Republik),
Purwakarta (Indonesien)), was zu einer Verringerung von rund
420.000 Tonnen THG-Emissionen führte. Es ist geplant, diese
Maßnahme in den folgenden Jahren fortzusetzen. Durch die Um-
stellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen minimiert
Lenzing ihre Umweltauswirkungen und beschleunigt ihren Fort-
schritt bei der Verringerung ihres CO
2
-Fußabdrucks in allen Ge-
schäftsbereichen. Diese Vorgehensweise ist ein grundlegender Be-
standteil der umfassenden Dekarbonisierungsstrategie von
Lenzing und trägt zur Reduzierung der Scope 2 Emissionen bei.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 nahm Lenzing an ihrem Hauptsitz in Lenzing (Öster-
reich) in Zusammenarbeit mit VERBUND eine neue Photovoltaik-
anlage mit einer Kapazität von 1,3 Megawatt-Peak (MWp) in Be-
trieb. Damit stieg die gesamte Photovoltaikkapazität auf 8,3 MWp.
Diese Aktivität ist Teil der zuvor genannten Maßnahme und umfasst
einen Stromabnahmevertrag (PPA). Dies trägt zur Diversifizierung
der Energieversorgung bei, stärkt die Energieunabhängigkeit und
steht im Einklang mit der langfristigen Energie- und Dekarbonisie-
rungsstrategie von Lenzing.
Hebel Einbindung von Lieferanten
[E1-3 29a]
Die Einbindung von Lieferanten ist ein wesentlicher Hebel zur Re-
duktion von THG-Emissionen Scope 3, Kategorie 1 („Erworbene
Waren und Dienstleistungen“). Dies gilt für die gesamte Lenzing
Gruppe. Lenzing arbeitet mit wichtigen Lieferanten zusammen, um
Natriumhydroxid (NaOH) mit geringem CO
2
-Fußabdruck zu bezie-
hen, das mit erneuerbarer Elektrizität hergestellt wird. NaOH zählt
zu den wichtigsten Rohstoffen für die Faserzellstoff- und Faserpro-
duktion. Durch diese Einbindung werden Lieferanten für den CO
2
-
Fußabdruck ihrer Produkte und potenzielle Verbesserungen sensi-
bilisiert, während gleichzeitig die Verfügbarkeit von NaOH mit ge-
ringem CO
2
-Fußabdruck für Lenzing sichergestellt ist.
[E1-3 29b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Rahmen ihrer Einbindung von Lieferanten und im Einklang mit
seinen Klimazielen für 2030 und 2050 steht Lenzing in kontinuier-
lichem Dialog, um Fachwissen zu Ökostrom und Lebenszyklusana-
lysen (LCAs) weiterzugeben. Von den Lieferanten werden regel-
mäßig spezifische CO
2
-Fußabdrücke eingeholt. Im Jahr 2025 be-
zog Lenzing NaOH mit geringem CO
2
-Fußabdruck von zwei Liefe-
ranten in Europa und einem weiteren in Asien. Dadurch konnten im
Vergleich zu herkömmlichem NaOH rund 85.000 Tonnen THG-
Emissionen eingespart werden. In den kommenden Jahren erwar-
tet Lenzing durch diese Maßnahme weitere Einsparungen. Durch
den Einsatz von NaOH mit geringem CO
2
-Fußabdruck werden die
THG-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von
Lenzing reduziert.
354 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Naturbasierte Lösung
[E1-3 29a]
Nachhaltig bewirtschaftete naturnahe Wälder und Forstplantagen
nehmen in ihrer aktiven Wachstumsphase mehr Kohlenstoff in Bäu-
men und geernteten Holzprodukten auf als baumreiche alternde
Wälder, die sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähern. Folglich
können sie langfristig als Netto-Kohlenstoffsenke wirken.
[E1-3 29b, MDR-A 68a]
Lenzing trägt zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft bei, indem sie
Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezieht, ihre eige-
nen Forstplantagen bewirtschaftet, zusammen mit Faserzellstoff-
lieferanten aktiv Verbesserungen anstrebt und andere Stakeholder-
Aktivitäten durchführt. Zudem unterstützt Lenzing Naturschutz-
projekte, mit denen Wälder geschützt und wiederaufgeforstet wer-
den. Wenngleich diese Maßnahmen zu keiner Reduktion direkter
THG-Emissionen innerhalb der Scope 1, Scope 2 oder Scope 3 Be-
richtsgrenzen von Lenzing führen, tragen sie doch zum Klima-
schutz und zur Anpassung an den Klimawandel bei, indem sie Koh-
lenstoffsenken vergrößern, regionale Klimasysteme stabilisieren
und die Resilienz von Ökosystemen stärken. Lenzing unterstützt
bzw. hat verschiedene Naturschutzprojekte weltweit unterstützt –
sowohl innerhalb ihrer Wertschöpfungskette als auch darüber hin-
aus, wie in China, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania
und Burundi. Weitere Informationen zu Naturschutzprojekten und
den Mindestangabepflichten finden Sie im Abschnitt „Maßnah-
men“ im Kapitel „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
355 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[E1-4, MDR-T 80a, 80g, 80j]
Lenzings SBTs stehen im Einklang mit der Policy für Bioenergie, der Nachhaltigkeits-Policy und der konzernweiten Umwelt Policy und
Standard. Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele wird im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allge-
meine Angaben“ beschrieben.
Wissenschaftlich fundierte Ziele (SBTs)
[E1-4 33, 34a, 34b, MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i]
Kurzfristiges
wissenschaftlich
fundiertes Ziel
Verringerung der absoluten Treibhausgas (THG)-Emissionen des Scopes 1 und 2 um
42 Prozent und der absoluten THG-Emissionen des Scopes 3 um 25 Prozent bis 2030
(Bezugsjahr 2021)
a,b
2030
Auf Kurs
Langfristiges
wissenschaftlich
fundiertes
Netto-Null-Ziel
Erreichen einer mindestens 90-prozentigen Reduzierung der absoluten
Treibhausgasemissionen (Scopes 1, 2 und 3) (Bezugsjahr 2021)
a,b
2050
Auf Kurs
Unterziele Lenzing versorgt vier Standorte mit 100 Prozent Ökostrom
2024
Erreicht
Lenzing verzichtet auf Kohle im Werk Nanjing (China)
2022
Maßnahmen
durchgeführt
Die Lyocell-Anlage von Lenzing in Prachinburi (Thailand) erreicht bis 2030 Kohlenstoffneutralität in Scope 1 und
2 durch den Einsatz von 100 Prozent Bioenergie und erreicht mittelfristig bis 2027 einen Biomasseenergie-Anteil
von 95 Prozent.
2030
Auf Kurs
Lenzing kooperiert mit 20 wichtigen Lieferanten (basierend auf Ausgaben und CO
2
-Auswirkungen), um die
Scope 3 Emissionen von Lenzing zu reduzieren und Anreize für die Lieferanten zu schaffen, die Lenzing dabei
unterstützen, mehr Fasern mit geringem CO
2
- Fußabdruck anbieten zu können.
Kontinuierlich
Auf Kurs
Lenzing bindet 80 Prozent der „Kunden mit genehmigten SBT und Engagement“ (Marken/Einzelhändler aus der
Textil- und Vliesstoffbranche sowie Hersteller, die mit LENZING
TM
Fasern arbeiten) ein und unterstützt sie bei der
Erreichung ihrer Ziele, indem Informationen zu Spezialprodukten mit geringem CO
2
-Fußabdruck wie den Fasern
der Marken TENCEL
TM
, LENZING
TM
ECOVERO
TM
und VEOCEL
TM
bereitgestellt werden.
2030
Auf Kurs
Lenzing führt eine Kampagne durch, um 50 Prozent der TENCEL
TM
und VEOCEL
TM
Kunden (Textil- und
Nonwovens-Marken/Einzelhändler sowie Hersteller, die die Marken TENCEL
TM
und VEOCEL
TM
verwenden) zu
erreichen, um die Verwendung innovativer Lenzing Fasern mit Umweltvorteilen wie ein geringerer CO
2
-
Fußabdruck zu fördern und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen wo immer möglich zu reduzieren.
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang ScopeundVollständigKonformmitdenTHG-InventargrenzenumfasstdirekteGeschäftstätigkeitenund
EnergieverbrauchDieTHG-EmissionenausScopewerdennachdermarktbezogenenMethodeberechnet
ScopeRund ProzentdergemeldetenScopeTHG-EmissioneneinschließlichderKategorienundundohne
Kategorie(Investitionen)
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert KurzfristigesSBTScopeundScope MillionenTonnenCO
eq
LangfristigesSBTScopeund MillionenTonnenCO
eq
Zielwert KurzfristigesSBTScopeundScope MillionenTonnenCO
eq
LangfristigesSBTScopeund MillionenTonnenCO
eq
Status in 2025 SiebenProduktionsstättenbeziehen ProzenterneuerbarenStrom
DieErdgasleitungsowiedietechnischenEinrichtungen(KesselundTurbine)wurdenamStandortNanjing(China)installiertund
inBetriebgenommenDasSystemistseitApril inBetriebDievollständigeAbschaffungvonKohlewirdjedochnoch
einigeZeitinAnspruchnehmen
Die„TogetherforSustainability"(TfS)Produkt-CO-Bilanz-PlattformwurdeinterneingeführtundexterneSchulungenfinden
bereitsstattLenzingstehtinkontinuierlichemAustauschmitseinenwichtigstenLieferantenundteiltseinFachwissenzur
BeschaffungumweltfreundlicherChemikalien(z BÖkostromundLCA)
DerStandortinPrachinburi(Thailand)wurdeaufgrundderZuverlässigkeitdesBiomasse-HeizkraftwerksdesLieferpartnersmit
einigenHerausforderungenkonfrontiertumdurchgängig ProzentBiomasse-EnergiezuerhaltenDennochkonnteder
StandortfüreinigeMonateimJahrmit ProzentBiomasse-EnergieversorgtwerdenLenzingarbeitetmitdem
IndustrieparkzusammenumdieVersorgungmitbiogenerEnergiesicherzustellenundkünftigeinenkontinuierlichenAnteilvon
 ProzentzuerreichenDerIndustrieparkinvestiertderzeitineinenBiomassekessel(derzeitimBau)derabals
BackupdienensollunddieZuverlässigkeitderBiomasseenergieversorgungerhöhenwird
AngesichtsderderzeitigenglobalenWirtschaftslagehabenvieleUnternehmenundEndkundinnenNachhaltigkeitzugunsten
kostengünstigererBeschaffungsquellenzurückgestelltundsinddaherwenigerbereitfürProduktemitgeringerCO
-Emission
einenAufpreiszuzahlenTrotzdieserschwierigenMarktsituationwurdenKundenkontaktegeknüpftumFaserproduktemit
geringemCO
-FußabdruckzupositionierenundsodieReduzierungderScopeEmissionenderKundenzuunterstützen
a) Scope 3 Emissionen umfassen die Emissionen aus der Ernte des Rohstoffs Holz, der Produktion von eingekauften Materialien (Chemikalien und Zellstoff), der Produktion von
Brennstoffen, dem Transport von eingekauften Rohstoffen und Brennstoffen sowie dem Transport von Fasern zu Kunden.
b) Laut SBTi können für das Netto-Null-Ziel die verbleibenden 10 Prozent der Emissionen durch Kohlenstoffspeicherung bestehen.
356 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-1 16a, E1-4 34e, MDR-T 80f]
Lenzing legte erstmals im Jahr 2019 SBTs fest und überarbeitete
diese 2023, um mit den aktuellsten Erkenntnissen der Klimawis-
senschaft übereinzustimmen und das Ambitionsniveau zu erhöhen.
Während die früheren Ziele auf den 2-°C-Pfad ausgerichtet und als
Reduktion der Treibhausgasintensität formuliert wurden (Emissio-
nen pro hergestellte Tonne Zellstoff- und Faserprodukte), ver-
pflichten sich die aktualisierten Ziele zu absoluten THG-Reduktio-
nen im Einklang mit dem ambitionierteren 1,5-°C-Szenario. Die
SBTi hat diese Ziele im Jahr 2024 verifiziert und genehmigt. Dieses
Engagement spiegelt Lenzings höchstes Maß an Klimaambition
wider und steht vollständig im Einklang mit den Zielen des Über-
einkommens von Paris und dem UN-Nachhaltigkeitsziel 13 für Kli-
maschutz.
[E1-1 16a, E1-4 34b, 34e, E1-4 AR 25a, AR 25b, AR 30c, MDR-T 80f, 80g]
Das Bezugsjahr und der Bezugswert wurden gemäß dem SBTi-
Rahmen auf das Jahr 2021 festgelegt. Diese Basislinie spiegelt die
typischen betrieblichen Aktivitäten und THG-Emissionen von
Lenzing wider, wobei einmalige Ereignisse oder Anomalien ausge-
schlossen wurden, um die Repräsentativität sicherzustellen. Die
Ziele umfassen die Emissionen aller Treibhausgase (CO, CH, NO,
HFCs, PFCs, SF, NF), wie sie in internationalen Protokollen wie
dem GHG Protocol definiert sind, und werden in CO-Äquivalen-
ten (CO
2
eq.) ausgedrückt. Die Ziele folgen der Methode des Ab-
solute Contraction Approach (ACA), dem zufolge absolute Emissi-
onsreduktionen festgelegt sind, die mit globalen Dekarbonisie-
rungspfaden im Einklang stehen. Die Pfade basieren auf wissen-
schaftlichen Erkenntnissen und zielen darauf ab, den globalen
Temperaturanstieg auf 1,5 °C oder deutlich unter 2 °C über dem
vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Ziele wurden von der
SBTi unabhängig verifiziert und genehmigt, um die Übereinstim-
mung mit der Klimawissenschaft und den Kriterien der SBTi sicher-
zustellen, die mit einem 1,5 -°C-Szenario kompatibel sind.
[MDR-T 80h]
An der Festlegung der Ziele waren interne Stakeholder, darunter
die Funktionen Commercial, Investor Relations, Operations, Be-
schaffung, Strategie und Corporate Sustainability, sowie der Vor-
stand beteiligt. Darüber hinaus wurden externe Stakeholder einbe-
zogen, darunter wichtige Zellstoff- und Chemikalienlieferanten,
Kunden, die nach SBTs verlangten, sowie Multi-Stakeholder-Initia-
tiven wie das UN Fashion Charter, das sich für eine Einhaltung des
Übereinkommens von Paris einsetzt. Ausgewählte Stakeholder
wurden durch Meetings und Konferenzen eingebunden. Die SBTi
war an der Verifizierung und Genehmigung der Ziele beteiligt. Das
Lenzing-Team befindet sich zudem weiterhin im Austausch mit der
SBTi hinsichtlich ihrer Leitlinien zu Forst-, Land- und Agrarwirt-
schaft (FLAG).
[E1-1 16b, E1-4 34f, E1-4 AR 30b]
Weitere Informationen zu den Dekarbonisierungshebeln und ihren
quantitativen Gesamtbeiträgen zur Erreichung der SBTs finden Sie
im „Klimaaktionsplan“ am Anfang dieses Kapitels. Nähre Informati-
onen zu den Maßnahmen, beschrieben nach den Dekarbonisie-
rungshebeln, finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“. Nicht jede
Maßnahme, die mit den Hebeln beschrieben ist, ist als Maßnahme
im Rahmen der Ziele aufgelistet, trägt aber dennoch zu deren Er-
reichung bei. Neue Technologien werden eine wichtige Rolle bei
der Minderung der CO
2
-Emissionen und der Erreichung der THG-
Emissionsreduktionsziele spielen. Je nach Technologie- und Mark-
tentwicklung werden für den Zeitraum 2030-2050 zusätzliche
Maßnahmen bekannt gegeben, sobald diese vorliegen.
Spezifisches Zwischenziel für
Treibhausgasemissionen in Verbindung mit
Unternehmens- und Vergütungszielen
Das spezifische THG-Emissionsziel, das im Rahmen des vorherigen
SBT mit dem Bezugsjahr 2017 formuliert wurde, bleibt für Vergü-
tungs- und Unternehmensziele relevant. Es trägt außerdem als ein
Zwischenziel zu den kurz- und langfristigen SBT bei, die in Form
absoluter Reduktion ausgedrückt sind.
Lenzing reduziert 50 Prozent der spezifischen THG-Emissionen pro Tonne erzeugtem Produkt (Bezugsjahr 2017)
2027
Auf Kurs
Umfang ScopeundVollständigKonformmitdenTHG-InventargrenzenumfasstdirekteGeschäftstätigkeitenund
EnergieverbrauchDieTHG-EmissionenausScopewerdennachdermarktbezogenenMethodeberechnet
ScopeRund ProzentdergemeldetenScopeTHG-EmissioneneinschließlichderKategorienundundohne
Kategorie(Investitionen)
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)
Nanjing(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert 
Zielwert 
Die Aspekte der vorgelagerten Wertschöpfungskette in Bezug auf
das „Risiko für die Geschäftstätigkeit und die Lieferkette von
Lenzing aufgrund der zunehmenden chronischen physischen Kli-
magefahren gemäß der Klimarisikobewertung“ werden durch das
Ziel „Einbindung von Lieferanten“ adressiert. Dieses Ziel wird die
Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel weiter verstär-
ken. Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten des
Ziels „Einbindung von Lieferanten“ finden Sie im Abschnitt
„Ziele“ im Kapitel „S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Das „Risiko der Holzknappheit durch nicht widerstandsfähige Wäl-
der und Auswirkungen der steigenden globalen Durchschnittstem-
peratur“ sowie das „Risiko steigender Holzpreise durch Klimawan-
del und Biomasse-Konkurrenz“ werden durch das Naturschutzpro-
jekte Ziel adressiert. Dieses Ziel konzentriert sich auf die Erhaltung,
den Schutz der Biodiversität und die Wiederherstellung von Wäl-
dern in gefährdeten Regionen. Ziel ist, die Widerstandsfähigkeit
der Wälder zu verbessern, damit sie sich besser an den Klimawan-
del anpassen können. Weitere Informationen zu den Mindestanga-
bepflichten des Naturschutzprojekte Ziels finden Sie im Abschnitt
„Ziele“ im Kapitel „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“. Das
357 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
FEM Ziel adressiert die folgenden Auswirkungen, Risiken und
Chancen: Chancen durch Produktinnovationen mit geringer CO
2
-
Emission und Führungsrolle bei der Dekarbonisierung; negative
Auswirkungen auf den globalen Klimawandel durch die Erzeugung
von THG-Emissionen durch die Nutzung nicht erneuerbarer Ener-
giequellen; Risiko eines Reputationsschadens, wenn die Nachhal-
tigkeitsanforderungen in Bezug auf Energiequellen nicht erfüllt
werden und der CO
2
-Fußabdruck nicht verringert wird. Das zu-
grunde liegende Higg Facility Environmental Module (FEM) unter-
stützt die Messung und Bewertung der jährlichen Umweltleistung
auf Anlagenebene, einschließlich der Energie und der THG-Emis-
sionen. Weitere Informationen zu den Mindestangabepflichten in
Bezug auf das FEM Ziel finden Sie im Abschnitt „Ziele“ des Kapitels
„E3 Wasser- und Meeresressourcen“.
Kennzahlen
Energieverbrauch und Brennstoffe
[freiwillige Angabe]
Lenzings absoluter Verbrauch fossiler Energie verringerte sich um
12ௗProzent, während die Nutzung erneuerbarer Energie um 7ௗPro-
zent zunahm. Der gesamte Energieverbrauch auf Gruppenebene
stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Diese Veränderung ist
größtenteils auf einen Rückgang der Produktion am Lenzing-
Standort Purwakarta (Indonesien) im Jahr 2025 zurückzuführen.
Durch die Lenzing Gruppe verwendete Brennstoffe
Lenzing (Österreich)
BiomasseAbfallErdgasund
Kohle
Heiligenkreuz (Österreich) BiomasseBiogasundErdgas
Paskov (Tschechische Republik) BiomasseBiogasundErdgas
Grimsby (Großbritannien) Erdgas
Mobile (USA) Erdgas
Nanjing (China) KohleundErdgas
Purwakarta (Indonesien) KohleundErdgas
Prachinburi (Thailand) BiomassundKohle
Indianópolis (Brasilien) BiomasseundÖl
[E1-5 37, 38, 40]
Energieverbrauch und Energiemix
Energieverbrauch in Millionen Megawattstunden (MWh) 2025 2024
(1) Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen  
(2) Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen  
(3) Brennstoffverbrauch aus Erdgas  
(4) Brennstoffverbrauch aus anderen fossilen Quellen  
(5) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung aus fossilen Quellen  
(6) Gesamtverbrauch fossiler Energie (Summe der Zeilen 1 bis 5)  
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
(7) Verbrauch aus Kernkraftquellen  
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
(8) Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen, einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfällen biologischen
Ursprungs, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen usw.).  
(9) Verbrauch aus erworbener oder erhaltener Elektrizität, Wärme, Dampf und Kühlung und aus erneuerbaren Quellen  
(10) Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt  
(11) Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie (Summe der Zeilen 8 bis 10)  
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)  
Gesamtenergieverbrauch (Summe der Zeilen 6 und 11)  
Energieintensität basierend auf dem Umsatz aus Aktivitäten in Sektoren mit hohen Klimaauswirkungen (MWh/EUR)  
358 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
0
20
40
60
80
100
Erneuerbare Energien
(Biomasse, Wind, Sonne, Wasser, Abfall usw.)
Nicht-erneuerbare Energien
(Erdgas, Kohle, Rohöl, Kernenergie, sonstige)
Welt
2021
Lenzing Gruppe
2025
Standort Lenzing
2025
Energiemix
Quellen: IEA Energy Statistics Data Browser „World 2021“, Lenzing AG. Beinhaltet
EigenenergieVerbrauch und Verbrauch externer Anbieter, exklusive Netzstrom
(ein minimaler Teil von Scope1 und 2 im Gesamtenergieverbrauch der Lenzing
Gruppe). In Paskov, Grimsby, Mobile und Heiligenkreuz wird in den eigenen
Anlagen keine Kohle als Brennstoff eingesetzt. An den Standorten in Asien
(Nanjing und Purwakarta) wird vorwiegend Kohle als Brennstoff verwendet.
[E1-5 39]
Energieerzeugung
Energieerzeugung in Millionen Megawattstunden (MWh) 2025
Erneuerbare Energie 
Nicht erneuerbare Energie 
Gesamtenergieerzeugung 
Eine Beschreibung der Mindestangabepflichten der Kennzahlen „Energieverbrauch“, „Energieerzeugung“ und „Energieintensität, der Sek-
toren mit hoher Klimaauswirkung und des zur Berechnung der Energieintensität verwendeten Posten im Jahresabschluss finden Sie im
Abschnitt „Berechnungsgrundsätze“ in diesem Kapitel.
Lenzings Treibhausgas-Emissionen
Veränderungen im Zeitverlauf
[freiwillige Angabe]
Die absoluten Scope 1 und Scope 2 THG-Emissionen von Lenzing
sind im Jahresvergleich um 0,27 Millionen Tonnen (16 Prozent) zu-
rückgegangen. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang des Ein-
satzes fossiler Energie zurückzuführen, wie im Abschnitt „Energie-
verbrauch und Brennstoffe“ erläutert.
Lenzings absolute Scope 3 THG-Emissionen gingen im Jahresver-
gleich um 0,09 Millionen Tonnen (6 Prozent) zurück, hauptsächlich
aufgrund geringerer Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstof-
fen und Energie sowie reduzierter vorgelagerter Transport und Ver-
trieb. Dies wurde in erster Linie durch das niedrigere Produktions-
volumen am Standort Purwakarta (Indonesien) und den teilweisen
Wechsel von Kohle zu Erdgas am Standort Nanjing (China) verur-
sacht.
359 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Indirekte Emissionen
Unsere direkten
Emissionen
Indirekte Emissionen entlang
der Wertschöpfungskette
Ernte des
Rohstoffes
Produktion von
Brennstoffen
An den Standorten selbst
produzierte Wärme und Elektrizität
Zellstoff- und
Faserproduktion
Transport von gekauften
Rohstoffen und Brennstoffen
Indirekte Emissionen entlang
der Wertschöpfungskette
Transport der Fasern
zu den Kunden
Gekaufte Elektrizität
und Wärme
Produktion von
gekauften Materialien:
Chemikalien, Zellstoff
7 %
40 %
10 %
43 %
Scope 1 Direkte Emissionen der Faserzellstoff- und Faserproduktionsanlagen von Lenzing
Scope 2 Emissionen aus gekaufter Energie für die Faserzellstoff- und Faserproduktionsanlagen von Lenzing
Scope 3 Andere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (exklusive Scope 3 Kategorie 15 Investitionen)
Lenzings CO
2
-Fußabdruck
[E1-6 44, 48, 49, 50, 51, 52; E1-6 AR 39b, AR 43c, AR 45d, AR 45e]
Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe
a
Retrospektive
Absolute Emissionen in Millionen metrischen Tonnen CO-Äquivalent
(Mio. t CO eq.)
2017
2021
(Bezugsjahr)
2025 2024
relative Änderung
von 2024 auf 2025
Scope 1 THG-Emissionen
Scope 1 THG-Bruttoemissionen
b
    –
Prozentsatz der Scope 1 THG-Emissionen aus regulierten Emissionshandelssystemen (%)     
Scope 2 THG-Emissionen
Standortbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen   –
Marktbezogene Scope 2 THG-Bruttoemissionen
c
    –
Gesamte Scope 1 und Scope 2 THG-Bruttoemissionen (marktbezogen)
d, e
    –
Signifikante Scope 3 THG-Emissionen
Gesamte indirekte Scope 3 THG-Bruttoemissionen
f
    –
C1 Erworbene Waren und Dienstleistungen     –
C3 Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brennstoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder
Scope 2 enthalten)
    –
C4 Vorgelagerter Transport und Vertrieb     –
C9 Nachgelagerter Transport    
C15 Investitionen    
THG-Emissionen insgesamt
THG-Emissionen insgesamt (standortbezogen)   –
THG-Emissionen insgesamt (marktbezogen)     –
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 1   
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 2  
Biogene CO
2
-Emissionen (gesamt), Scope 3
g
  –
a) THG-Bilanzierung gemäß GHG Protocol unter Verwendung des GWP-Potenzials für Treibhausgase aus dem Sechsten Bewertungsbericht des IPCC (AR6 - 100 Jahre). Scope 1
Emissionsfaktor Quelle: Messungen und Ecoinvent-Werte. Scope 2 Emissionsfaktor Quelle: Lieferanten. Scope 3 Emissionsfaktor Quelle: Ecoinvent, EcoTransIT und Daten der
Lieferanten.
b) Scope 1 Emissionen wurden für die Jahre 2017-2023 neu berechnet.
c) Lenzing nutzt verschiedene vertragliche Instrumente, um den Verkauf und Bezug von Energie mit Stromnetzbetreibern und/oder spezifischen lokalen Lieferanten zu steuern.
Die wichtigsten Arten vertraglicher Instrumente für aus dem Netz bezogene Energie sind Stromabnahmeverträge (PPAs) mit Renewable Energy Certificates (REC),
Stromlieferverträge mit Green Energy Certificates (GEC), Guarantees of Origin (GoO) sowie Lieferantenverträge. Von der insgesamt bezogenen Energie (Elektrizität und Dampf)
sind 52ௗ% gebündelt mit Attributen und 4ௗ% sind ungebündelt mit GEC.
d) Umfasst sowohl Scope 1 als auch Scope 2 Emissionen aller Treibhausgase (CO
2
, CH
4
, N
2
O, HFCs, PFCs, SF
6
, NF
3
), ausgedrückt als CO
2
-Äquivalente. Scope 1 Emissionen
werden auf der Grundlage von Emissionsfaktoren aus dem EU-Emissionshandelssystem berechnet, Scope 2 Emissionen werden nach einer marktbezogenen Methode
berechnet.
e) Im Jahr 2025 beliefen sich die Scope 1 Emissionen unter operativer Kontrolle (RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing, Austria) auf 0,162 Millionen Tonnen CO
2
-
Äquivalente. (2024: 0,131 Millionen Tonnen CO
2
-Äquivalente.). Diese sind in den gesamten Scope 1 Emissionen der Lenzing Gruppe enthalten. Die Scope 2 THG-Emissionen
betrugen null.
f) Für alle Jahre wurden die Investitionen der Kategorie 15 in die Scope 3 Emissionen einbezogen.
g) Umfasst dieselben Scope 3 Kategorien (C1, C3, C4, C9, C15), die auch unter Scopeௗ3 berichtet werden.
[E1-6 53, 54]
Intensität der Treibhausgasemissionen
Gesamt-THG-Emissionen
a
in metrischen Tonnen CO
2
-Äquivalente pro Umsatz (t CO
2
eq./EUR)
2025 2024
relative Änderung von 2024 auf
2025
THG-Intensität (standortbezogen)   –
THG-Intensität (marktbezogen)   –
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
360 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-4 34a, 34b, 34c, 34d, MDR-T 80b, 80d, 80e]
Absolute Treibhausgasemissionen des Zielumfangs
a,b
(kurzfristige und langfristige SBTs mit Bezugsjahr 2021)
Absolute Emissionen des Zielumfangs
b,c
(SBT) in Millionen metrischen
Tonnen CO
2
eq. und absoluter Emissionsindex
d
(Mio. t CO
2
eq., 2021 = 100 %)
2017
2021
(Bezugsjahr)
2025 2024
Kurzfristiges
SBT 2030
d
Langfristiges
SBT 2050
d
Absolute Scope 1 und 2 THG-Emissionen





Absolute Scope 3 THG-Emissionen





Absolute THG-Emissionen 1, 2 und 3





Scope 1 und 2 Index     
Scope 3 Index     
Scope 1, 2 und 3 Index     
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
b) Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogenem Scope 2 und Scope 3 Kategorien 1, 3, 4, 9 - aber ohne Kategorie 15.
c) Aufgrund der neu berechneten Scope 1 Emissionen für 2017-2023 sind die Emissionen des Bezugsjahres (2017) gestiegen.
d) Die SBT-Zielwerte entsprechen der erforderlichen Reduktion der absoluten THG Emissionen, d.
h. 42 % im Scope 1 und 2 u. 25 % im Scope 3 für das kurzfristige
wissenschaftlich fundierte Ziel sowie 90
% im Scope 1, 2 und 3 für das langfristige SBT.
Spezifische Treibhausgasmissionen
a,b
(in Verbindung mit Vergütungs- und Unternehmensstrategiezielen mit Bezugsjahr 2017)
Spezifische Emissionen
b,c
in
metrischen Tonnen CO
2
-
Äquivalent pro Tonne produzierter Fasern & Zellstoff
und Index
d
(t CO
2
eq/t, 2017 = 100 %)
2017
(Bezugsjahr)
e
2021 2025 2024 Ziel 2025
d
Ziel 2026
d
Ziel 2027
Spezifische Scope 1, 2 und 3 Emissionen    
Spezifische Scope 1, 2 und 3 Emissionen Index (2017 =
100 %)       
a) Die Methodik zur THG-Bilanzierung entspricht der Methodik die in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen der Lenzing Gruppe“ angewendet wird.
b) Zielumfang: THG-Emissionen Scope 1, marktbezogenem Scope 2 und Scope 3 Kategorien 1, 2, 3, 4, 9 - aber ohne Kategorie 15.
c) Aufgrund der neu berechneten Scope 1 Emissionen für 2017-2023 sind die Emissionen des Bezugsjahres (2017) gestiegen.
d) Diese Kennzahl ist relevant für die Bonusziele des Vorstands für langfristige Anreize (LTI).e) Das vorherige SBT wurde im Jahr 2018 entwickelt, daher wurde 2017 als Bezugsjahr
gewählt.
Berechnungsgrundsätze
[E1-5 MDR-M, E1-6 MDR-M]
[MDR-M 77a]
Die Produktionsstandorte melden der Konzerndatenbank monat-
lich Energie- und Brennstoffinputdaten sowie Emissionsfaktoren
und Heizwerte. Sowohl auf Standort- als auch auf Konzernebene
erfolgt die Energie- und THG-Bilanzierung gemäß dem GHG Pro-
tocol und den Anforderungen des ESRS E1. Der Berichtsumfang
umfasst Produktionsstandorte und schließt eigenständige Büros
aus, da deren Emissionen nicht relevant sind. Büros, die Teil einer
Berichtseinheit mit kommerzieller Produktion sind, werden einbe-
zogen. Die Berechnungsgrundsätze werden gemäß der ESRS-Ter-
minologie dargelegt.
[MDR-M 77a]
Die Heizwerte und Emissionsfaktoren, die von den EU-Standor-
ten verwendet werden, stimmen mit denen überein, die für die Be-
richterstattung im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems an-
gewendet werden. Nicht-EU-Standorte können gemessene Emis-
sionsfaktoren oder Literaturwerte gemäß den lokalen gesetzlichen
Anforderungen verwenden. Andernfalls werden Referenzen des
Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) herangezogen.
[MDR-M 77a]
Der Energieverbrauch für die eigenen Betriebe von Lenzing wird
als Einsatz von zugekauftem Strom, Wärme (Dampf) und Brenn-
stoff gemessen. Die Überwachung erfolgt anhand von Zähler-
stände oder Rechnungen, die die eingesetzten Brennstoffe direkt
quantifizieren. Die Brennstoffmengen werden mit den Heizwerten
multipliziert, um den Energieverbrauch (in MWh) zu berechnen.
Die Kennzahlen zur Erzeugung nicht-erneuerbarer und erneuerba-
rer Energie umfassen Dampf und Elektrizität nach den Turbinen
und basieren auf Schätzungen der Genauigkeitsstufe 3 (grobe
Schätzung), im Einklang mit der Datenqualitätsklassifizierung, die
im Abschnitt zu Scope 3 beschrieben wird.
[E1-5 42, 43, MDR-M 77a]
Die Energieintensität errechnet sich aus dem Gesamtenergiever-
brauch der Lenzing Gruppe und dem Umsatz aus Tätigkeiten in kli-
maintensiven Sektoren. Diese Sektoren umfassen die Herstellung
von regenerierten Cellulosefasern und Faserzellstoff. Die für die
Berechnung verwendeten Umsatzerlöse, finden Sie in der Tabelle
„Umsatzerlöse mit externen Kunden nach Produkten und Dienst-
leistungen“ in den Notes des Jahresabschlusses, in der die Summe
der Einzelposten „Division Faser“ und „Division Zellstoff“ verwen-
det wird. Der Energieverbrauch der Umsatzkategorie „Sons-
tige“ wurde nicht aus dem Gesamtenergieverbrauch herausge-
rechnet, da sein Einfluss auf den Indikator nicht signifikant ist. Die
Kategorie „Sonstige“ umfasst vor allem zentrale Verwaltungsfunk-
tionen, übergreifende Aktivitäten und die Geschäftsaktivitäten des
Bildungszentrums BZL (Ausbildung und Personalentwicklung). Im
Bericht 2024 ist bei der Anzeige der Einheit für die Energieintensi-
tät ein Fehler aufgetreten. Die angegebene Einheit war Mio.
MWh/EUR statt t MWh/EUR.
[MDR-M 77a]
Scope 1 umfasst die direkten THG-Emissionen an den Produkti-
onsstandorten von Lenzing. Für ihre Berechnung wird die Menge
361 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
des verbrauchten Brennstoffs mit geeigneten Emissionsfaktoren
multipliziert.
[E1-6 AR 45d, MDR-M 77a]
Scope 2 bezieht sich auf alle indirekten THG-Emissionen im Zu-
sammenhang mit der Erzeugung von erworbener Elektrizität und
Wärme (Lenzing verwendet keine externe Kühlenergie). Die ge-
samte verbrauchte Energie wird durch Zählerstände oder Rech-
nungen überwacht.
Bei der standortbezogenen Bilanzierung wird, die aus dem öffent-
lichen Netz verbrauchte Energie mit den entsprechenden stand-
ortbezogenen Emissionsfaktoren multipliziert. Diese Faktoren
spiegeln in der Regel Reststrommixe wider und werden aus IPCC
2021 GWP100 V1.02 (Länder- und Regionaldaten) abgeleitet. Die
marktbezogene Bilanzierung berücksichtigt die Energiequelle der
eingekauften Elektrizität bzw. der eingekauften Wärme und die
entsprechenden Emissionsfaktoren, die von Energieanbietern oder
öffentlichen Händlern bereitgestellt und durch Energy Attribute
Certificates (EAC), wie Guarantees of Origin (GO) oder Renewable
Energy Certificates (REC), belegt werden. Für erworbenen Dampf
und Elektrizität an den Standorten Prachinburi (Thailand) und
Grimsby (Großbritannien) sowie für Dampf am Standort Nanjing
(China) werden lieferantenspezifische Emissionsfaktoren ange-
wandt. Diese Faktoren basieren auf den jeweiligen Regelungen und
Methoden des IPCC. Der marktbezogene Ansatz wird für die Be-
rechnung der Scope 2 THG-Emissionen verwendet, die für den
Zielumfang relevant sind.
[ESRS 2 BP-2 10, E1-6 AR 46i, MDR-M 77a]
Scope 3 umfasst alle indirekten THG-Emissionen innerhalb des Bi-
lanzierungsumfangs. Lenzing hat fünf wesentliche Kategorien aus
den fünfzehn vom GHG Protocol definierten Kategorien identifi-
ziert. Diese sind in der Tabelle „Absolute Treibhausgasemissionen
der Lenzing Gruppe“ aufgeführt. Der SBT-Zielumfang umfasst die
Kategorien 1, 3, 4 und 9, schließt jedoch die Kategorie 15 aus (97
Prozent von Scope 3 sind abgedeckt). Die relevanten Scope 3 Ka-
tegorien haben eine Schätzgenauigkeit von 2: Berechnung / ge-
naue Schätzung (1 – genaue Zahl, 2 – Berechnung / genaue Schät-
zung, 3 – grobe Schätzung). Eine genaue Schätzung basiert auf
zuverlässigen, leicht verfügbaren Daten (z. B. aus einer anerkannten
Datenbank), während eine grobe Schätzung auf unvollständigen
oder allgemeinen Informationen beruht und daher nur eine grobe
Annäherung liefert.
[E1-6 AR 46h, MDR-M 77a]
Scope 3 Kategorie 1: Die von Lenzing eingekauften Waren und
Dienstleistungen werden sowohl nach der lieferantenspezifischen
Methode als auch nach der Durchschnittsdatenmethode berech-
net. Der Anteil der lieferantenspezifischen Daten liegt bei 43 Pro-
zent der Scope 3 Emissionen der Kategorie 1. Diese Waren und
Dienstleistungen werden in drei Unterkategorien aufgeteilt:
1. Holzernte und Forstwirtschaftliche Tätigkeiten: Die Be-
rechnungen basieren auf extern bezogenem Rundholz,
multipliziert mit Emissionsfaktoren aus Ecoinvent.
2. Zugekaufter externer Zellstoff: Die Berechnungen basie-
ren auf den eingekauften Mengen und den LCA-Daten
der Lieferanten.
3. Eingekaufte Chemikalien: Die Berechnungen basieren
auf den Mengen der eingekauften Chemikalien, multipli-
ziert mit generischen Emissionsfaktoren aus Ecoinvent
und sofern verfügbar mit von den Lieferanten bereitge-
stellten Daten.
Scope 3 Kategorie 3: Tätigkeiten im Zusammenhang mit Brenn-
stoffen und Energie (nicht in Scope 1 oder Scope 2 enthalten) wer-
den anhand durchschnittlicher Emissionsfaktoren berechnet. Die
THG-Emissionen, die vorgelagerten Bereich bei der Gewinnung
und Verarbeitung von Brennstoffen (Kohle, Erdgas, Biomasse usw.)
entstehen, werden aus dem Brennstoffverbrauch und den Ecoin-
vent-Emissionsfaktoren abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 4: Der vorgelagerte Transport von Lenzing um-
fasst eingekauften externen Zellstoff, Rundholz und eingekaufte
Chemikalien. Es wurde die distanzbasierte Methode angewandt.
Transportvolumen, Transportwege und Transportarten wurden aus
dem ERP-Logistiksystem entnommen. Die Emissionsfaktoren wur-
den von EcoTransIT abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 9: Der nachgelagerte Transport von Lenzing
umfasst die verkauften Fasern und den verkauften Zellstoff sowie
die Nebenprodukte (Natriumsulfat, Essigsäure, Furfural, Soda usw.).
Es wurde die distanzbasierte Methode angewandt. Transportvolu-
men, Transportwege und Transportarten wurden aus dem ERP-Lo-
gistiksystem entnommen. Die Emissionsfaktoren wurden von
EcoTransIT abgeleitet.
Scope 3 Kategorie 15: Für die Beteiligungen von Lenzing werden
die Berechnungen nach der investitionsspezifischen Methode
durchgeführt, d. h. mit öffentlich verfügbaren Daten wie Nachhal-
tigkeitsberichten oder dem EU-ETS-Register.
Die folgenden Scope 3 Kategorien sind relevant, aber nicht we-
sentlich: Kategorie 2 (Investitionsgüter), Kategorie 5 (Abfallauf-
kommen in Betrieben), Kategorie 6 (Geschäftsreisen), Kategorie 7
(pendelnde Arbeitnehmer:innen) und Kategorie 8 (vorgelagerte
geleaste Wirtschaftsgüter) Aus diesem Grund werden diese Kate-
gorien aus dem Inventar ausgeschlossen.
[E1-6 AR 46i, MDR-M 77a]
Scope 3 Kategorie 10 (Verarbeitung verkaufter Produkte): In Über-
einstimmung mit den Leitlinien des GHG Protocol zu Scope 3 hat
Lenzing diese Kategorie aus dem Inventar ausgeschlossen. Als
Hersteller von Zwischenprodukten hat Lenzing keinen Einblick in
die Verarbeitung durch nachgelagerte Anwender. Die mit der Wei-
terverarbeitung verbundenen THG-Emissionen unterscheiden sich
erheblich je nach Prozessortechnologie, Energiequelle, Standort
und Anlagenkonfiguration. Aufgrund dieser großen Variabilität ist
es nicht möglich, die mit dieser Kategorie verbundenen THG-Emis-
sionen vernünftig zu schätzen. Darüber hinaus übt Lenzing auch
keine operative oder finanzielle Kontrolle bzw. keinen Einfluss auf
die Einrichtungen in dieser Kategorie hinsichtlich der Emissionsre-
duzierung aus.
Die folgenden Scope 3 Kategorien sind nicht relevant: Kategorie 11
(Verwendung verkaufter Produkte), Kategorie 12 (Behandlung ver-
kaufter Produkte am Ende der Lebensdauer), Kategorie 13 (Nach-
gelagerte geleaste Wirtschaftsgüter) und Kategorie 14 (Franchises).
362 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E1-6 55, MDR-M 77a]
Die THG-Emissionsintensität basiert auf den gesamten standort-
und marktbezogenen THG-Emissionen sowie den Umsatzerlösen,
wie sie im Konzernabschluss berichtet werden. Dies bezieht sich
auf den Posten „Umsatzerlöse gemäß konsolidierter Gewinn- und
Verlustrechnung“. Die für diese Berechnung verwendeten Umsatz-
erlöse sind in der Tabelle „Umsatzerlöse von externen Kunden nach
Produkten und Dienstleistungen“ in den Notes des Jahresab-
schlusses aufgeführt. Im Bericht 2024 ist bei der Anzeige der Ein-
heit für die Treibhausgasemissionsintensität ein Fehler aufgetreten.
Die angegebene Einheit war „Mio. t CO
2
eq./EUR“ statt „t CO
2
eq./EUR“. Ebenso ist im Bericht 2024 bei der Anzeige der Einheit
für bestimmte Treibhausgasemissionen ein Fehler aufgetreten. Die
angegebene Einheit war „Mio. t CO
2
eq./t“ statt „t CO
2
eq./t“.
Externe Wirtschaftsprüfer
[MDR-M 77b]
Die in den Kapiteln „Energieverbrauch und Brennstoffe“ und
„Lenzings Treibhausgasemissionen“ ausgewiesenen Kennzahlen
unterliegen abgesehen von der Prüfung durch den Wirtschaftsprü-
fer keiner zusätzlichen externen Verifizierung.
Neuberechnung der Scope 1 THG-Emissionen von 2017
und 2021
[ESRS 2 BP-2 13]
Die Scope 1 THG-Emissionen für 2017 und 2021 mussten aufgrund
einer rechtlichen Änderung am Standort Lenzing in Österreich
2024 neu berechnet werden. Zuvor wurde der fossile Anteil des am
Standort verbrannten externen Abfalls geschätzt, nun basiert er auf
direkten Messungen. Da der gemessene fossile Anteil höher ist als
die ursprüngliche Schätzung, erhöht dies die fossilen Scope 1
THG-Emissionen, reduziert jedoch den biogenen Scope 1 Anteil
proportional um rund 160 bis 170 Kilotonnen CO
2
-Äquivalente.
363 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Lenzing ist sich bewusst, dass die Vermeidung von Umweltverschmutzung entscheidend dazu beiträgt, Ökosysteme und die
menschliche Gesundheit zu schützen. In diesem Kapitel ist dargelegt, wie das Unternehmen die durch die Zellstoff- und Faserpro-
duktion verursachten Umweltauswirkungen mit Fokus auf Emissionen, Abwässern und Abfällen überwacht, steuert und verringert.
Die Vermeidung von Umweltverschmutzung geht über die Einhaltung von Vorschriften hinaus. Dafür setzt Lenzing moderne Tech-
nologien und strikte Kontrollmaßnahmen ein, um die Risiken in ihrem Betrieb zu minimieren. Diese Bemühungen sind im Umwelt-
managementsystem des Unternehmens verankert und werden durch Initiativen zur kontinuierlichen Verbesserung flankiert. Lenzing
geht Risiken durch Umweltverschmutzung proaktiv an, trägt so zu einer sauberen Umwelt bei und stärkt ihr Engagement für nach-
haltige Entwicklung und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Luftverschmutzung NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingträgtzur
Luftverschmutzungbeiund
könntedieGesundheitund
dieUmweltnegativ
beeinflussenUm
Umweltverschmutzungzu
vermeidenüberwachtund
kontrolliertLenzingaktivdie
Umweltauswirkungenihrer
Tätigkeiten
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Luftemissionen(E-)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
Risiko
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
Lenzingkanndie
Betriebsgenehmigung(LTO)
aufgrundvonÄnderungen
derVorschriftenverlieren
z Bwenndiestrengeren
EmissionswertederEUBAT
nichteingehaltenwerden
DieskönntezumVerlustdes
EU-Umweltzeichensundzur
Nichterfüllungder
Kundenanforderungenführen
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Luftemissionen(E-)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Luftemissionen
(freiwilligeAngabe)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis mittelfristig
Führungsrolle bei der
Herstellung von Zellstoff und
Fasern mit geringen
ökologischen und sozialen
Auswirkungen.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy und
Standard
*Konzernweiter
Standard für das
Chemikalien-
management
*ZDHC
Viscose
*FEM
*Zero Discharge of
Hazardous
Chemicals (ZDHC)
*Higg Facility
Environmental
Module (FEM)
*Luftemissionen (E2-4)
*Schwefel
(unternehmensspezifisch)
E2 Umweltverschmutzung
364 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wasser-
verschmutzung
NegativeAuswirkung
-Potenziell
-Nachgelagerte
Wertschöpfungskette
-Kurz-bis
langfristig
DieTextilproduktionist
schätzungsweisefüretwa
 Prozentderweltweiten
Verschmutzungvonsauberem
WasserdurchFärbe-und
Veredelungsprodukte
verantwortlich
a
VCPolicyfür
Wasser
VCKein
Ziel
VCKeine
Maßnahme
VCKeineKennzahl
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingleitetindereigenen
ProduktionWasserabund
kanndaherpotenziell
Gewässerbeeinträchtigen
ImFalleeiner
unwahrscheinlichenLeckage
wärendieFolgenfürdie
ÖkosystemefatalLenzing
verpflichtetsichdirekteund
indirekteWechselwirkungen
mitWasserressourcen
umfassendzuüberwachen
zukontrollierenundzu
melden
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*Abwasser
*ZDHC
Viscose
*ZDHC
Lyocell
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Abwasserauf-
bereitungsanlagen
*Sulfat-undCSB-
Reduktion
*Wasseremissionen
(E-)
*SO
(unternehmensspezifisch)
*Amine
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Wasseremissionen
(freiwilligeAngabe)
Chance
- Eigene Tätigkeiten &
nachgelagerte
Wertschöpfungskette
- Kurz- bis mittelfristig
Führung bei der Herstellung
von Zellstoff und Fasern mit
geringen ökologischen und
sozialen Auswirkungen durch
emissionsarme Produkte. Zum
Beispiel spinngefärbte Lenzing-
Fasern.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Konzernweite
Umwelt Policy und
Standard
*Konzernweiter
Standard für das
Chemikalien-
management
*Abwasser
*ZDHC
Viscose
*ZDHC
Lyo cell
*FEM
*Zero Discharge of
Hazardous
Chemicals (ZDHC)
*Higg Facility
Environmental
Module (FEM)
*Abwasserauf-
bereitungsanlagen
*Sulfat- und CSB-
Reduktion
*Wasseremissionen
(E2-4)
*SO
4
(unternehmensspezifisch)
*Amine
(unternehmensspezifisch)
*Spezifische
Wasseremissionen
(freiwillige Angabe)
Besorgniserregende
und besonders
besorgniserregende
Stoffe (SOCs &
SVHCs)
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
&
Wertschöpfungskette
-Mittelfristig
Möglicheschwerwiegende
negativeAuswirkungenauf
dieGesundheitunddie
UmweltimFallevon
UnfällenoderLeckagen
BesorgniserregendeStoffe
werdeninLenzingseigener
Produktionundinder
Industrieweiterhin
verwendetDieFasernvon
Lenzingwerdendurch
Zertifizierungenund
TestverfahrenaufRückstände
kontrolliert
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*VCKeinePolicy
*ZDHC
Lyocell
*ZDHC
Viscose
*FEM
*VCKein
Ziel
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*VCKeine
Maßnahme
*Besorgniserregendeund
besonders
besorgniserregende
Stoffe(E-)
Chance
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
SicherungdesGeschäfts
durchErfüllungder
Anforderungender
Stakeholderunddarüber
hinausEntwicklungvon
Branchen-Benchmarksund
BeitragzuMulti-Stakeholder-
InitiativenwieZero
DischargeofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*Konzernweite
UmweltPolicyund
Standard
*Konzernweiter
Standardfürdas
Chemikalien-
management
*ZDHC
Lyocell
*ZDHC
Viscose
*FEM
*ZeroDischarge
ofHazardous
Chemicals(ZDHC)
*HiggFacility
Environmental
Module(FEM)
*Besorgniserregendeund
besonders
besorgniserregende
Stoffe(E-)
a) https://www.europarl.europa.eu/topics/en/article/20201208STO93327/fast-fashion-eu-laws-for-sustainable-textile-consumption
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Die Strategie von Lenzing zur Vermeidung von Umweltverschmut-
zung beruht auf der strikten Einhaltung von Vorschriften, kontinu-
ierlicher Verbesserung und der Übernahme hochmoderner Tech-
nologien, die das Geschäftsmodell und die Nachhaltigkeitsziele
des Unternehmens stärken. Die Verminderung von Umweltver-
schmutzung ist unerlässlich, um operative Risiken abzumildern, die
Ressourceneffizienz zu erhöhen und das Vertrauen der Stakeholder
zu wahren.
Alle Produktionsstandorte operieren in voller Übereinstimmung mit
den geltenden Umweltvorschriften und erfüllen mindestens die
Leistungsanforderungen der besten verfügbaren Techniken der EU
(EU-BVT). Faserprodukte, die an globalen Standorten von Lenzing
hergestellt werden, tragen das EU-Umweltzeichen (EU Ecolabel).
Dies bestätigt die herausragende Umweltleistung selbst außerhalb
der EU, wo die EU-BVT keine Gültigkeit haben. Die Vorschriftskon-
formität wird durch robuste Überwachungssysteme, regelmäßige
Audits und die transparente Berichterstattung an einschlägige Be-
hörden gewährleistet.
Lenzing wendet über regulatorische Anforderungen hinaus mo-
derne Technologien und bewährte Praktiken an, um Emissionen,
Abwässer und Abfälle zu minimieren. So werden organische Ver-
bindungen bei der Herstellung von Faserzellstoff durch Bioraffine-
rie-Prozesse frühzeitig extrahiert, was den chemischen Sauerstoff-
365 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bedarf (CSB) des Abwassers beträchtlich reduziert. Bei der Faser-
produktion senken bewährte Rückgewinnungssysteme für Pro-
zesschemikalien und Wasser den Bedarf an neuen Ressourcen und
ersetzen konventionell hergestellte Ausgangsstoffe. Diese Maß-
nahmen verdeutlichen das Bekenntnis von Lenzing zu Ressour-
ceneffizienz und Kreislaufwirtschaft (weitere Informationen finden
Sie unter „E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“).
Um bei der Vermeidung von Umweltverschmutzung führend zu
bleiben, investiert Lenzing kontinuierlich in innovative Technolo-
gien und Prozessoptimierung. Regelmäßige Verbesserungen der
Abwasseraufbereitung, Rückgewinnungstechnologien und Pro-
zesskontrollen stellen sicher, dass Maßnahmen zur Vermeidung
von Umweltverschmutzung im Gleichklang mit dem technologi-
schen Fortschritt weiterentwickelt werden. Diese Initiativen sind
eng auf die Strategien für Ressourceneffizienz gemäß Kapitel „E5
Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ abgestimmt, sodass
der effiziente Einsatz von Rohstoffen und Energie über die gesamte
Wertschöpfungskette hinweg gefördert wird. Lenzing berücksich-
tigt die Verminderung von Umweltverschmutzung in allen Phasen
der Zellstoff- und Faserproduktion. Hierdurch senkt das Unterneh-
men nicht nur die Umweltauswirkungen und regulatorische Risiken,
sondern nutzt auch Chancen für Effizienzgewinne, Kosteneinspa-
rungen und langfristige Wertschöpfung.
Policies
[E2-1]
Policy Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, die Menschen zu schützen und die Umwelt zu bewahren, wobei Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz als
feste Unternehmenswerte verankert sind.
Kernelemente:
Die Richtlinie legt den Schwerpunkt auf den Umweltschutz durch effizienten Ressourceneinsatz, die Minimierung von Emissionen
und Abfällen sowie auf die Förderung einer starken Sicherheitskultur und die Gewährleistung der Einhaltung gesetzlicher
Vorschriften. Der Überwachungsprozess wird im Rahmen des globalen HSE-Managementsystems gemäß ISO 14001 und ISO
45001 durchgeführt.
Standards / Initiativen Dritter
ISO 14001
ISO 45001
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25c Die Richtlinie erwähnt die Minimierung von Emissionen und die Verbesserung der Ressourceneffizienz, wozu auch die
Energieeffizienz gehört.
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Die HSE Policy legt fest, dass Lenzing die Umwelt, in der das Unternehmen tätig ist, schützt indem Emissionen, Abfälle und
Verschmutzung reduziert werden und die Ressourceneffizienz verbessert wird. Die entsprechenden Ziele und Zielvorgaben
werden gesetzt und kontrolliert.
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
19 Die HSE Policy gilt für alle Mitarbeiter von Lenzing.
21 In der Zeile „Standards/Initiativen Dritter“ dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Standards.
23 Die HSE Policy stellt den Schutz von Menschen und Umwelt als zentrale Unternehmenswerte in den Vordergrund. Alle
Produktionsstandorte sind nach ISO 45001 zertifiziert. Diese Zertifizierung für Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement, die
sowohl Mitarbeiter als auch Auftragnehmer umfasst, bietet den Rahmen zur Identifizierung, Kontrolle und Minderung von Risiken
im Zusammenhang mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
366 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Konzernweite Umwelt Policy und Standard
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, die Basis für das Umweltprogramm und die langfristigen Ziele von Lenzing zu schaffen.
Kernelemente:
Lenzing folgt den Best Practice Standards der Branche und setzt fortschrittliche Technologien ein, um Emissionen, Abwässer und
Abfälle zu reduzieren. Die Richtlinie und der Standard werden durch das Umweltmanagementsystem mittels Audits bei
Konzernunternehmen und Standorten überwacht.
Standards / Initiativen Dritter
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
Higg FEM
EU Best Available Techniques (EU BAT)
EU Ecolabel
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
E1 Klimawandel E1-2
25a, 25c Die Policy unterstützt die Verbesserung der Energieeffizienz und die Senkung des Energieverbrauchs.
E2 Umweltverschmutzung (E2-1)
15a Die konzernweite Umwelt Policy und Standard ist darauf ausgelegt die branchenüblichen Best Practices und
Emissionsgrenzwerte für die besten verfügbaren Techniken für die industrielle Zellstoff- und Faserproduktion (EU BAT) zu
reflektieren. Darüber hinaus agiert Lenzing nach den MMCF-Richtlinien der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC).
Diese Richtlinien zielen auf die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverschmutzungsparameter ab, insbesondere in Bezug auf
die Luft- und Wasserverschmutzung.
15b Mit der konzernweiten Umwelt Policy und Standard verpflichtet sich Lenzing, gefährliche Chemikalien (einschließlich
bedenklicher Stoffe und besonders besorgniserregender Stoffe) entlang der Lieferkette zu eliminieren und die im
Produktionsprozess verwendeten Chemikalien auszuwählen, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Policy Konzernweiter Standard für das Chemikalienmanagement
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global Health, Safety and Environment
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Risiken im Zusammenhang mit der Handhabung, Lagerung, dem Transport, der
Verwendung und der Entsorgung von Chemikalien kontrolliert und koordiniert werden.
Kernelemente:
Der Standard umfasst detaillierte Chemikalienverzeichnisse und Genehmigungsverfahren sowie eine Gefahren- und
Expositionsbewertung für jede Chemikalie, um deren sichere Anwendung für Mensch und Umwelt sowie die Verwendung der
Produkte nachzuweisen.
Standards / Initiativen Dritter
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
EU Ecolabel
ISO 14001
ISO 45001
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Die Kontrolle von Chemikalien wird durch den konzernweiten Standard für das Chemikalienmanagement, mittels
Risikobewertungen, Überwachung von Einleitungen ins Abwasser, Kontrolle von Rückständen sowie Bewertungen von
Verantwortlichkeiten und Kompetenzen sichergestellt. Aus diesen Kontrollen werden erforderliche Maßnahmen abgeleitet.
15c Es sind klare Notfallverfahren festgelegt, die erforderliche Hardware installiert und es werden regelmäßige Übungen
durchgeführt. Im Falle eines Vorfalls werden die Notfallverfahren befolgt. Diese Verfahren sind bei den zuständigen Behörden
registriert und wurden den Mitarbeitern kommuniziert. Die zur Bewältigung von Notfällen benötigte Ausrüstung, wie z.ௗB.
Feuerlöschgeräte, muss gut gewartet sein. Ausführliche Notfallpläne und -verfahren sind in standortspezifischen Dokumenten
sowie im Sicherheitsdatenblatt (SDB) enthalten, das auch Informationen zu angemessener persönlichen Schutzausrüstung (PSA),
erster Hilfe, Brandbekämpfung und Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung enthält. Zusätzliche Informationen zum
Krisenmanagement finden sich auch im Leifaden zum HSE Krisenmanagement der Gruppe.
Das Thema Wasserverschmutzung wird auch in der Policy für Wasser behandelt. Die Mindestangabepflichten und die themenspezifischen
Anforderungen - die Minderung negativer Auswirkungen und Minimierung der Verwendung besorgniserregender Stoffe – sind im Ab-
schnitt „Policies“ des Kapitels „E3 Wasser- und Meeresressourcen“ dargelegt.
367 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen
[E2-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
x Higg Facility Environmental Module (FEM)
x Abwasseraufbereitungsanlagen
x Sulfat- und CSB-Reduktion
Zero Discharge of Hazardous Chemicals
(ZDHC)
[MDR-A 68a, 68b]
Die Multi-Stakeholder-Plattform Zero Discharge of Hazardous
Chemicals (ZDHC) beschäftigt sich insbesondere damit, Abwässer,
Klärschlamm, Feststoffabfall und Luftemissionen in der Textilin-
dustrie durch spezielle Arbeitsgruppen und harmonisierte Richtli-
nien zu verringern.
ZDHC Viscose
Lenzing hat sich dem „Supplier to Zero“-Programm der Multi-Sta-
keholder-Initiative ZDHC verpflichtet und von Beginn an die
MMCF-Richtlinien übernommen. Alle Lenzing Viscosestandorte
(Lenzing (Österreich), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China))
haben die Bewertung der „Supplier to Zero“-Plattform abgeschlos-
sen und erfolgreich den Status „aspirational“ erreicht. Weitere Ein-
zelheiten und Zeitrahmen finden Sie unter dem ZDHC Viscose Ziel.
ZDHC Lyocell
Nachdem die Abwassertests an den Standorten Prachinburi (Thai-
land) und Heiligenkreuz (Österreich) im Jahr 2024 abgeschlossen
waren, führte Lenzing 2025 auch am Standort Mobile (USA) Tests
gemäß den aktualisierten ZDHC-Laborrichtlinien durch. Im Zuge
der Inbetriebnahme der neu errichteten Abwasseraufbereitungs-
anlage in Grimsby (Großbritannien) im Berichtsjahr bereitet sich der
Standort darauf vor, 2026 den ZDHC-Abwassertest durchzuführen.
Weitere Informationen finden Sie unter dem ZDHC Lyocell Ziel.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 setzte Lenzing die Selbstbewertungen von Higg FEM
und unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten
fort. Higg FEM findet auf einer jährlichen Basis statt. Das Tool un-
terstützt die Überwachung von Emissionen von Schadstoffen und
besorgniserregenden Stoffen, senkt mit Umweltverschmutzung
verbundene Risiken und hilft dabei, Maßnahmen zur Verbesserung
der allgemeinen Umweltleistung zu entwickeln.
Abwasseraufbereitungsanlagen
[MDR-A 68a, 68b, 68c, 69]
Abwässer werden in der gesamten Lenzing Gruppe kontrolliert ab-
geleitet, um eine Kontamination des Grundwassers zu vermeiden.
Das Prozesswasser wird in biologischen Abwasseraufbereitungs-
anlagen (Kläranlagen) behandelt. Im Jahr 2025 wurde die neu er-
richtete Abwasseraufbereitungsanlage am Faserstandort Grimsby
(Großbritannien) vollständig in Betrieb genommen. Nach der ersten
Anlaufphase 2024 sind die Anreicherung von Biomasse und die
operative Justierung inzwischen abgeschlossen, sodass ein stabi-
ler und effizienter Betrieb ermöglicht wird. Der CSB und die Amin-
Eliminierung übertrafen die Mindestanforderungen. Das Projekt ist
inzwischen in die zweite Phase eingetreten und wird weiter opti-
miert, um 2026 die EU-BVT-Grenzwerte zu erreichen. Diese stra-
tegische Investition im Umfang von EUR 24 Mio., die alle Projekt-
kosten abdeckt, stellt einen Meilenstein in der Nachhaltigkeits-
Roadmap des Standorts dar und unterstützt die Erreichung der
ZDHC Lyocell Ziele und Abwasser Ziele. Die Modernisierung der
Kläranlagen in Mobile (USA) und Purwakarta (Indonesien) schreitet
erfolgreich voran, mit Gesamtinvestitionen von EUR 12 Mio. in Mo-
bile (hauptsächlich in 2024) und EUR 26 Mio. in Purwakarta (haupt-
sächlich in 2023), einschließlich Investitionen im Jahr 2025. Die In-
vestitionsausgaben für diese Projekte sind Teil der CapEx, die im
Segmentbericht des Konzernabschlusses aufgeführt sind. Darüber
hinaus wird das Projekt Grimsby (Großbritannien) auch im Ab-
schnitt „Investitionen“ des Lageberichts erwähnt.
Im Berichtsjahr wurde ein weiteres Verbesserungsprojekt am Fa-
serproduktionsstandort Nanjing (China) abgeschlossen. Die ver-
besserte Entgasung des Abwassers führte zu einer erheblichen
Verringerung des Schwefeleintrags ins Wasser und senkte damit
die Belastung durch Schwefelkohlenstoff im Abwasser.
Sulfat- und CSB-Reduktion
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Das Lenzing-Werk in Purwakarta (Indonesien) hat ihre Kläranlage
weiter modernisiert. Der Bau der Anlage wurde 2023 abgeschlos-
sen, sodass sie seit Anfang 2024 voll in Betrieb ist, wodurch die
Abwasseremissionen (CSB und Sulfat) erheblich reduziert wurden.
Im Jahr 2025 setzte der Standort die Optimierung der Abwasser-
aufbereitungsanlage fort, um die CSB-Werte weiter zu senken.
Durch die verbesserte Überwachung von Sulfat im Abwasser und
die erweiterte Rückgewinnung von Natriumsulfat wurden spezifi-
sche Sulfatemissionen ebenfalls gesenkt.
Eine Anlage zur Reinigung von Extraktionsmitteln mit einem Inves-
titionsvolumen von EUR 5 Mio. wurde 2025 in Lenzing (Österreich)
fertiggestellt. Die Anlage wird in Zukunft zu erheblichen CSB-Ein-
sparungen beitragen. Die Investitionsausgaben für dieses Projekt
sind Teil der CapEx, die im Segmentbericht des Konzernabschlus-
ses aufgeführt sind.
Es bestehen keine Maßnahmen zu den „Potenziell negativen Aus-
wirkungen der nachgelagerten Wertschöpfungskette von Lenzing
auf die Wasserverschmutzung“. Lenzing hat diesbezüglich Prioritä-
ten gesetzt und arbeitet schrittweise an den wichtigsten Themen.
Ziele
[E2-3, MDR-T 80a, 80f, 80g, 80j]
Um die harmonisierte Berichterstattung von Umweltdaten und der
Umweltleistung sicherzustellen und die Ausgangsbasis und den
Zielfortschritt festzustellen, hat Lenzing für alle Herstellungspro-
zesse ihre Leitlinie zur Berichterstattung von Umweltdaten (En-
vironmental Data Reporting Guideline) erstellt und umgesetzt, die
alle Produktionsprozesse an allen Standorten abdeckt. In dieser
Leitlinie sind die Mindestanforderungen und Standardmethoden
für die Überwachung, Bewertung und Meldung von Umweltdaten
festgelegt. Die Umweltdaten werden monatlich erhoben und bil-
den die Grundlage für die gesamte Umweltberichterstattung sowie
die Festlegung von Zielen auf Gruppen- und Standortebene. Die
368 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
festgelegten Ziele sind mit den Kernelementen der Policy für Si-
cherheit, Gesundheit und Umwelt sowie der konzernweiten Um-
welt Policy und Standard vollständig konform, die als Richtschnur
für die kontinuierliche Verringerung von Emissionen, Abfall und
Umweltverschmutzung dienen.
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele wird im
Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
ZDHC Lyocell Ziel und ZDHC Viscose Ziel
[E2-3 23d, 25, MDR-T 80h]
Lenzing hat ihre freiwilligen Ziele für die Umsetzung der ZDHC-
Richtlinien für ihre Viscose-/Modal- und Lyocell-Produktionsstät-
ten definiert. Das ZDHC-Programm ist eine Brancheninitiative, die
eine Verringerung des Ausstoßes gefährlicher Chemikalien in der
Textil- und Bekleidungsindustrie anstrebt, darunter auch besorg-
niserregende Stoffe (SoCs) und besonders besorgniserregende
Stoffe (SVHCs), und ausgehend von den besten verfügbaren Tech-
niken und guten Branchenpraktiken Orientierung bietet. Der
ZDHC-Zertifizierungsrahmen bietet eine Plattform (ZDHC Gate-
way) für die Überwachung, Nachverfolgung, Berichterstattung und
Weitergabe der Ergebnisse entlang der Lieferkette. Um eine Um-
setzung höchster Qualität sicherzustellen, ernennt das ZDHC in
verschiedenen Ländern autorisierte Labors, die Tests durchführen
und Bericht erstatten. Kunden und Marken unterstützen die Um-
setzung, indem sie Nachweise für eine saubere Produktion und
Zertifizierungen, wie das ZDHC, fordern. Die Einbeziehung von
Stakeholdern beim ZDHC für die Erstellung der Richtlinien samt
der Berücksichtigung von Kundenerwartungen waren die Grund-
lage für die Festlegung von Zielen für eine verantwortungsbe-
wusste Faserproduktion. Der Zielsetzungsprozess wird von der
Abteilung Corporate Sustainability geleitet und erfolgt mit Beteili-
gung interner Stakeholder im HSE Team, der Produktion und Com-
mercial Teams sowie des Vorstandes.
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erreichen des Status „aspirational" der ZDHC MMCF-Abwasser- und Luftemissions-Richtlinien in den Lenzing Vis-
coseanlagen bis 2026
2026
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingViscose-Produktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Lenzing(Österreich)Nanjing(China)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieLenzingViscosestandortehabendieZDHCMMCF-RichtlinieinihrerüberarbeitetenVersionkontinuierlichumgesetzt
undLenzinghatsichaktivanderÜberarbeitungderMMCF-VersionbeteiligtdieveröffentlichtwurdeDie
UmsetzungderAbwasserrichtliniewurdeauchimJahrfortgesetztZusätzlichzudemZiel„Abwasser“habenalle
LenzingViscosestandorteihre/BewertungderSuppliertoZeroPlatformabgeschlossenunddieGesamtbewertungfür
dasangestrebteNiveau„aspirational“erfolgreicherreicht
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erreichen des Status „aspirational" der ZDHC MMCF-Abwasser-Richtlinie und der Richtlinien für eine verantwor-
tungsvolle Produktion in den Lenzing Lyocellanlagen bis 2028
a
2028
Auf Kurs
Unterziele Lenzing Lyocellanlagen
b
erreichen den Status „aspirational" bei Abwasser und verantwortungsvoller Produktion
2025
Verzögert
Lenzing Grimsby (Großbritannien) erreicht den Status „foundational" bei Abwasser und verantwortungsvoller
Produktion
2026
Auf Kurs
Lenzing Grimsby (Großbritannien) erreicht den Status „aspirational" bei Abwasser und verantwortungsvoller
Produktion
2028
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingLyocell-Produktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Prachinburi(Thailand)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieLenzing-StandorteHeiligenkreuz(Österreich)undPrachinburi(Thailand)habenimJahrdenStatus„aspirational"
erfolgreicherreichtDerStandortinLenzing(Österreich)hatbeiallenParameternmiteinerAusnahmedenStatus
„aspirational"erreicht
ImJahrgenehmigteZDHCdieNutzungvonISO-zertifiziertenLaborenindenUSAdaeszudiesemZeitpunktkeine
vonZDHCautorisiertenLaboregabDaherhatderLenzing-StandortindenUSAimJahrebenfallsdie
AbwasseruntersuchungenabgeschlossenundwirddieMMCF-Bewertungfür/durchführenkönnenAufgrundderoben
genanntenGründenhatsichdasTeilzielleichtverzögertDiemoderneKläranlageinGrimsby(Großbritannien)wurdeim
JanuarfertiggestelltundimMaidesselbenJahresinBetriebgenommenDerzeitgibtesinGroßbritannienkeinevon
ZDHCautorisiertenPrüflabore
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes
b) Lenzing (Österreich), Heiligenkreuz (Österreich), Mobile (USA), Prachinburi
(Thailand)
369 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Abwasser Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Reduzierung der Abwasseremissionen (Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)) der Lenzing Gruppe um 20 Prozent bis
2024 (Bezugsjahr 2014)
a
2024
Erreicht
Umfang GleicherUmfanganProduktionsstandortenwieimBezugsjahr(dௗhProduktionsstandorteohnedieneuenWerkein
Prachinburi(Thailand)undIndianópolis(Brasilien))
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing(China)Prachinburi
(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert TonnenCSB
Zielwert TonnenCSB
Status in 2025 DerBauderKläranlageinPurwakarta(Indonesien)erfolgteimJahrdieInbetriebnahmewurdeAnfang
abgeschlossenDieerstePhasedermodernenKläranlageinGrimsby(Großbritannien)wurdeimJanuarfertiggestelltund
imMaiinBetriebgenommenSieerzielteguteLeistungswertedaherwurdedasAbwasserkriteriumerfolgreicherreicht
unddiespezifischenCSB-EmissionenimVergleichzumAusgangswertum Prozentreduziert
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes
[E2-3 25, MDR-T 80a, 80g, 80h]
Im Einklang mit Lenzings Nachhaltigkeitsstrategie und in dem Be-
streben, den stetig zunehmenden Forderungen einer besseren
Umweltleistung in der Lieferkette gerecht zu werden, hat Lenzing
auf Gruppenebene ein freiwilliges Ziel für Abwasser festgelegt, das
sich auf die Verringerung spezifischer CSB-Emissionen kon-
zentriert. Das Ziel basiert auf den Leistungsstufen des EU Ecolabel
und den besten verfügbaren Techniken der EU (EU-BVT) gemäß
der EU-Industrieemissionsrichtlinie und den einschlägigen wissen-
schaftlichen Messungen. Darüber hinaus stimmt das Ziel vollstän-
dig mit den Anforderungen externer Stakeholder überein, ein-
schließlich Kunden und NGOs wie der Changing Markets Founda-
tion, sowie Marken, die sich ebenfalls zur Roadmap der Changing
Markets Foundation verpflichtet haben. Daneben waren auch in-
terne Stakeholder wie das Corporate Sustainability Team, das
Health, Safety and Environment (HSE) Team, Produktion und Com-
mercial Teams sowie der Vorstand aktiv am Zielsetzungsprozess
beteiligt. Ferner wurde auch für Lenzings Standort im Grimsby
(Großbritannien) ein Ziel für Abwasseremissionen (Reduzierung der
CSB-Emissionen) festgelegt. Dies geschah gemeinsam mit den zu-
ständigen britischen Behörden im Rahmen der Umsetzung des EU-
Referenzdokuments zu besten verfügbaren Techniken (BVT-Merk-
blatt; Einheitliche Abwasser-/Abgasbehandlung und einheitliche
Abwasser-/Abgasmanagementsysteme in der Chemiebranche).
FEM Ziel
[E2-3 23a, 23b, 23d, MDR-T 80c]
Lenzings Ziel ist es, Higg FEM an allen Produktionsstandorten von
Lenzing einzusetzen, jährlich zu aktualisieren und das verifizierte
Modul mit Kund:innen zu teilen, d.h. sowohl in den Faser- als auch
in den Zellstoffanlagen. Das Higg FEM ist ein standardisiertes Tool,
um die Managementpraktiken und die Umweltleistung auf Ebene
der jeweiligen Anlage zu messen und zu bewerten. Es liefert einen
umfassenden Überblick über zentrale Wirkungsbereiche wie Ener-
gie- und Wasserverbrauch, Luftemissionen und Abfallmanage-
ment. In diesem Zusammenhang hilft das FEM Ziel dabei, die
Emission von Schadstoffen und besorgniserregenden Stoffen zu
überwachen, nachzuverfolgen, zu steuern und zu verringern. Es
gibt kein gruppenweites Ziel für die Reduzierung von Schadstoffen
auf Basis von FEM, da die Ziele innerhalb von FEM auf Standort-
ebene festgelegt und überwacht werden. Weitere Informationen
zu den Mindestangabepflichten in Bezug auf das FEM Ziel finden
Sie im Abschnitt „Ziele“ des Kapitels „E3 Wasser- und Meeresres-
sourcen“.
Kennzahlen
Luft- und Wasserverschmutzung
[E2-4 30c]
Die Luft- und Wasserverschmutzung umfasst die bedeutenden
Emissionen der Zellstoff-/Viscose-/Modal- und Lyocell-Produkti-
onsstätten der Lenzing Gruppe sowie des Joint Ventures RVL Rest-
stoffverwertung Lenzing GmbH. Es gibt keine wesentlichen Emis-
sionen in den Boden. Die Tabellen „Absolute Emissionen in der Ab-
luft“ und „Absolute Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbe-
reitung“ umfassen Angaben, die gemäß dem Schadstoffemissions-
register (Pollutant Release and Transfer Register, PRTR) vorge-
schrieben sind, sowie unternehmensspezifische Angaben zu den
Schwefelemissionen in die Luft und zu den Emissionen
von Ami-
nen und Sulfat (SO
4
) in Gewässer. Darüber hinaus berichtet Lenzing
in der Tabelle „Spezifische Emissionen in der Abluft“ über ausge-
wählte spezifische Emissionen, um gesetzlich relevante Schwefe-
lemissionen zu überwachen, während die Tabelle „Spezifische
Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbereitung“ dazu dient,
das Abwasser Ziel zu verfolgen und Verringerungen spezifischer A-
min- und Sulfatemissionen zu bewerten.
Gemäß den ESRS-Anforderungen sind die jährlichen Emissionen
eines PRTR-Schadstoffs nur in der zu meldenden Gesamtsumme
der Gruppe enthalten, wenn der in Verordnung (EG) Nr. 166/2006
Anhang II genannte Emissionsschwellenwert an einem bestimm-
ten Standort überschritten wird. Lenzing hat sich jedoch entschie-
den, diese Schwellenwerte nicht auf die folgenden Parameter an-
zuwenden:
x CSB-Emissionen, da sie für das Abwasser Ziel relevant sind,
das festgelegt wurde, bevor die ESRS anwendbar wurden.
x Sulfat- und Amin-Emissionen in Gewässer sowie Schwefe-
lemissionen in die Luft werden, da sie in Anhang II der E-
PRTR nicht aufgeführt sind, freiwillig offengelegt.
Das PRTR ist ein vorgeschriebenes System, das in der EU verwen-
det wird, um Schadstoffemissionen in die Luft und in Gewässer zu
370 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
verfolgen und offenzulegen. Die EU-Standorte von Lenzing unter-
liegen den EU-Rechtsvorschriften und ihre PRTR-Daten können di-
rekt in den Nachhaltigkeitsbericht einfließen. Dagegen gelten die
PRTR-Regeln nicht für Standorte außerhalb der EU. Folglich hat die
Lenzing Gruppe den folgenden internen Meldegrundsatz einge-
führt, um PRTR-relevante Schadstoffe für Nicht-EU-Standorte ein-
zubeziehen, auch wenn eine solche Meldung für diese Anlagen
nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.
Für Nicht-EU-Standorte hat Lenzing die folgenden Grundsätze ver-
abschiedet:
x B
Bestimmung relevanter Schadstoffe:
Schadstoffe werden
auf Grundlage der Offenlegungen der EU-Standorte be-
stimmt, wobei unterstellt wird, dass vergleichbare Herstel-
lungsprozesse (Zellstoff, Viscose, Lyocell) ähnliche Umwelt-
probleme wie Emissionen verursachen.
x B
Bewertung anhand der PRTR-Schwellenwerte:
Jeder
Nicht-EU-Standort wird anhand der PRTR-Schwellenwerte
bewertet, wobei der große Standort in Lenzing (Österreich)
als Referenzpunkt fungiert.
x N
Nutzung von Überwachungsprogrammen und unabhän-
gigen Verifizierungen:
Alle Nicht-EU-Standorte betreiben
Umweltprogramme und Programme zur Überwachung von
Umweltverschmutzung, die im Einklang mit nationalem
Recht stehen oder darüber hinausgehen. Dennoch sind
nicht alle identifizierten PRTR-Schadstoffe in diesen Pro-
grammen enthalten. In diesen Fällen stützt sich Lenzing auf
Tests unabhängiger Dritter (wie den halbjährlichen ZDHC-
Tests in Nanjing (China) und Purwakarta (Indonesien)), um
zu schätzen, ob die Emissionen die PRTR-Schwellenwerte
überschreiten und in die Gesamtsumme für die Gruppe auf-
genommen werden sollten. Um die jährlichen Emissionen zu
berechnen, werden die in Abwasserproben gemessenen
Konzentrationen mit den jährlichen Einleitungen multipli-
ziert.
x N
Nicht gemessene Schadstoffe:
Bestimmte Standorte mes-
sen möglicherweise keine PRTR-Schadstoffe, weil sie ent-
weder nicht anfallen oder weil gemäß lokalen Genehmi-
gungsauflagen keine Messungen vorgeschrieben sind.
Die Methoden zur Quantifizierung der Emissionen an EU-Standor-
ten werden in öffentlich zugänglichen PRTR-Offenlegungen be-
richtet und basieren auf direkten und regelmäßigen Messungen
durch interne und externe Labors. Sie entsprechen den lokalen und
EU-spezifischen regulatorischen Anforderungen sowie den be-
währten Praktiken und werden den zuständigen Behörden gemel-
det. An Nicht-EU-Standorten werden Emissionen gemäß den loka-
len Genehmigungsauflagen oder gesetzlichen Pflichten, lokalen
Standards oder, wenn solche fehlen, gemäß Lenzings internen
Überwachungsanforderungen quantifiziert.
[E2-4 31]
Methodenhierarchie für die Quantifizierung von PRTR-Schadstof-
fen: Die Messmethoden werden gemäß den nationalen Vorschrif-
ten und Genehmigungsanforderungen ausgewählt. Diese können
im Vergleich zu direkten Messungen minderwertige Methoden
vorschreiben oder zulassen. Gleichwohl müssen für bestimmte
Schadstoffe minderwertige Methoden verwendet werden, da di-
rekte Messtechniken nicht verfügbar sind. Alle Standorte befolgen
ein Wartungs- und Kalibrierungsprogramm für Messinstrumente,
das den internen und externen Anforderungen entspricht.
[MDR-M 77b]
Die Offenlegungen auf Konzernebene werden von keiner anderen
externen Stelle als dem Wirtschaftsprüfer validiert. Auf Standort-
ebene wird die Berichterstattung über Schadstoffe, die Genehmi-
gungsanforderungen unterliegen, jedoch von den lokalen Behör-
den validiert.
Luftemissionen
Die Luftemissionen sind hauptsächlich den Zellstoff- und Viscose-
Prozessen sowie der Energieerzeugung aus der Verbrennung von
Kraftstoffen zuzuordnen.
[E2-4 28a, 30a]
Absolute Emissionen in der Abluft
a
(Tonnen) 2014 2025 2024
Schwefel (CS
2
- und H
2
S-Emissionen,
berechnet als elementarer Schwefel)
b,c
  
SO
2
c
  
NO
x
c
 
Feinstaub (PM10)  
a) Beinhaltet alle Produktionsstandorte und RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH.
Die Schwefelemissionen wurden mithilfe des Massenbilanzansatzes berechnet. Die
SO
2
-Emissionen basieren auf Messungen.
b) unternehmensspezifisch
c) Die PRTR-Schwellenwerte gelten nicht für Schwefelemissionen. Da die
Schwellenwerte für SO
2
- und NO
x
-Emissionen in die Luft gelten, sind die Werte
nicht direkt vergleichbar.
[freiwillige Angabe]
Spezifische
a
Emissionen in der Abluft
Index (basierend auf kg/t, 2014 =
100 %)
2014 2025 2024
Schwefel (CS
2
- und H
2
S-Emissionen,
berechnet als elementarer Schwefel)  
SO
2
  
a) Spezifische Emissionen sind Emissionen per Produktionseinheit der Lenzing Gruppe
(d.
h. Faserzellstoff- und Faserproduktionsvolumen). Die spezifischen Belastungen
werden nur als Prozentsatz dargestellt, da die Produktionsmengen vertraulich sind
und daher nicht berichtet werden.
[E2-4 30b, MDR-M 77a]
Die endgültigen Emissionen entsprechen dem Produkt aus Luft-
strom und Konzentration.
Die PRTR-Schwellenwerte gelten nicht für die Offenlegung von
Schwefelemissionen. Die Schwellenwerte werden jedoch auf SO
x
-
und NO
x
-Emissionen angewendet, seit die ESRS-Anforderungen in
Kraft sind. Folglich werden Standorte, die unter den Schwellenwer-
ten liegen, nicht in die Gesamtsummen für die Gruppe aufgenom-
men. Darüber hinaus berechnet Lenzing die maximalen Luftemis-
sionen nach einem Massenbilanzansatz. Um die Gefahr einer man-
gelhaften Berichterstattung auszuschließen, veröffentlicht Lenzing
die Ergebnisse der Massenbilanz, wann immer diese die aus direk-
ten Messungen erhaltenen Werte überschreiten.
371 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[E2-4 30a]
Nach Erreichen des bisherigen Luftemissionen Ziels im Jahr 2024
wurden die absoluten und spezifischen Schwefelemissionen in
die Luft im Berichtsjahr weiter reduziert. Alle Viscosefaser-Produk-
tionsstätten der Lenzing Gruppe (Lenzing (Österreich), Nanjing
(China) und Purwakarta (Indonesien)) sind mit den besten verfüg-
baren Abgasreinigungssystemen und Rückgewinnungstechnolo-
gien ausgestattet, die für einen effizienten Betrieb unerlässlich sind,
während die Luftemissionen so gering wie möglich gehalten wer-
den.
Stickoxid-Emissionen (NO
x
)
entstehen primär im Zusammen-
hang mit der Verbrennung von Kraftstoffen und der Zellstoffpro-
duktion. Die absoluten NO
x
-Emissionen sind im Berichtsjahr auf-
grund natürlicher Schwankungen der Geschäftstätigkeit leicht zu-
rückgegangen.
Schwefeldioxid-Emissionen (SO
2
)
entstehen bei der Zellstoff-
und Viscoseproduktion und bei der Verwendung von schwefelhal-
tigen Kraftstoffen zur Energieerzeugung. Sowohl die absoluten als
auch die spezifischen SO
2
-Emissionen gingen im Jahr 2025 auf-
grund geringerer Produktion und Energieerzeugung zurück.
Feinstaubemissionen (PM10) entstehen bei der Kraftstoffver-
brennung und der Zellstoffproduktion. Der Indikator wurde zum
zweiten Mal in Folge in den Bericht aufgenommen. Im Jahr 2025
stiegen die PM10-Emissionen vor allem aufgrund höherer Zellstoff-
produktionsmengen leicht an.
Emissionen in Gewässer
[E2-4 28a, 30a]
Absolute Emissionen im Abwasser nach Wasseraufbereitung
(Tonnen) 2014 2025 2024
CSB
a
  
CSB
b
 
SO
4
b,c
  
Amine
b,c
  
Gesamtstickstoff  
Gesamtphosphor  
Nonylphenol und
Nonylphenolethoxylate
(NP/NPEs)
Zink und Verbindungen (als Zn)
Halogenierte organische
Verbindunen (als AOX)  
Chloride (als Gesamt-Cl)  
Fuoride (als Gesamt-F)
a) Ohne die neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien). Dieser KPI entspricht dem Geltungsbereich des "Abwasser" Ziels, das
formuliert wurde, bevor diese neuen Standorte konzipiert wurden.
b) Einschließlich der neuen Produktionsstätten in Prachinburi (Thailand) und
Indianópolis (Brasilien).
c) unternehmensspezifisch
[freiwillige Angabe]
Spezifische
a
Emissionen im Abwasser nach
Wasseraufbereitung
Index (basierend auf kg/t, 2014 =
100 %)
2014 2025 2024
CSB
b
  
CSB
c
 
SO
4
c
  
Amine
c
  
a) Spezifische Emissionen sind Emissionen per Produktionseinheit der Lenzing Gruppe
(d.
h. Faserzellstoff- und Faserproduktionsvolumen). Die spezifischen Belastungen
werden nur als Prozentsatz dargestellt, da die Produktionsmengen vertraulich sind
und daher nicht berichtet werden.
b) Ohne die neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien). Dieser KPI entspricht dem Geltungsbereich des "Abwasser" Ziels, das
formuliert wurde, bevor diese neuen Standorte konzipiert wurden.
c) Inklusive der neuen Produktionsstandorte in Prachinburi (Thailand) und Indianópolis
(Brasilien).
[E2-4 30b, MDR-M 77a]
Die Emissionen in Gewässer werden ausgehend von der Abwas-
sermenge und der Schadstoffkonzentration berechnet. Berück-
sichtigt werden alle Einleitungen von Standorten, die sich unter
Lenzings operativer oder finanzieller Kontrolle befinden. Dazu ge-
hören Einleitungen von separaten Standorten, die der operativen
Kontrolle des Standorts Lenzing (Österreich) bei der Wasseraufbe-
reitung zugerechnet werden.
Die PRTR-Schwellenwerte werden nicht auf CSB angewendet und
gelten nicht für Amin- oder Sulfatemissionen. Alle anderen als
PRTR-Schadstoffe eingestuften Emissionen werden im zweiten
Jahr in Folge im Bericht offengelegt. Die Offenlegung dieser Werte
ermöglicht Jahresvergleiche mit dem vorigen Berichtszeitraum.
372 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[E2-4 30a]
CSB-Emissionen entstehen bei Zellstoff- und allen Faserprodukti-
onsprozessen und hängen direkt mit dem Abwasser Ziel von
Lenzing auf Konzernebene zusammen. Sowohl die Gesamt- als
auch die spezifischen CSB-Emissionen sind im Vergleich zum Vor-
jahr in beiden Berichtsumfängen zurückgegangen, die sowohl die
für das Abwasser Ziel relevanten Anlagen als auch alle Anlagen ein-
schließlich der beiden Produktionsstätten in Indianópolis (Brasilien)
und Prachinburi (Thailand) umfassen. Um die Konsistenz mit dem
Abwasser Ziel sicherzustellen, werden die CSB-Emissionen ohne
diese beiden neuen Produktionsstandorte separat offengelegt
(siehe die Tabellen „Absolute Emissionen im Abwasser nach Was-
seraufbereitung“ und „Spezifische Emissionen im Abwasser nach
Wasseraufbereitung“). Im Jahr 2025 wurde dieses Ziel durch eine
spezifische Reduzierung der CSB-Emissionen um 24 Prozent ge-
genüber dem Basisjahr 2014 erreicht, da die kürzlich modernisier-
ten Kläranlagen an den Standorten Grimsby (Großbritannien) und
Purwakarta (Indonesien) im Jahr 2025 vollständig in Betrieb ge-
nommen wurden (weitere Informationen siehe oben unter „Maß-
nahmen“).
Sulfate
können bei der Faser- und Zellstoffproduktion emittiert
werden. Die absoluten und spezifischen Sulfatemissionen gingen
vor allem aufgrund des stabilisierten Betriebs der modernisierten
Kläranlage am Standort Purwakarta (Indonesien) deutlich zurück.
Da Sulfat nicht als PRTR-Schadstoff eingestuft wird, werden diese
Emissionen freiwillig offengelegt.
Amine-Emissionen
entstehen bei der Herstellung von Lyocell.
Lenzing überwacht diese Emissionen an allen Lyocell-Produktions-
standorten. Die absoluten und spezifischen Amin-Emissionen san-
ken erheblich, was mit der Inbetriebnahme der neuen Kläranlage
am Standort Grimsby (Großbritannien) zusammenhängt. Dies gilt
auch für die Gesamtemissionen von Phosphor und halogenierten
organischen Verbindungen (AOX), die im Vergleich zum Vorjahres-
bericht deutlich zurückgegangen sind.
Der Anstieg der Gesamten Stickstoff-Emissionen ist auf eine ver-
besserte Überwachung der Wasserschadstoffe am Standort für die
Viscosefaserproduktion in Purwakarta (Indonesien) zurückzufüh-
ren, wo vor 2025 keine Stickstoffemissionen in Gewässer gemes-
sen wurden.
Im Berichtsjahr hat kein Produktionsstandort die Emissionsgrenz-
werte für Nonylphenol und Nonylphenolethoxylate (NP/NPEs)
überschritten. Der Standort schätzt die Emissionen anhand von ex-
ternen Messungen, die alle sieben Jahre durchgeführt und ent-
sprechend der Abwassermenge angepasst werden.
Die sonstigen Emissionen in Gewässer (Zink und Bindungen,
Chloride und Fluoride) bleiben im Vergleich zum Vorjahr auf einem
ähnlichen Niveau stabil.
Besorgniserregende Stoffe und besonders
besorgniserregende Stoffe
[E2-5 32]
Lenzing legt alle besorgniserregenden Stoffe (Substances of Con-
cern, SoCs) sowie besonders besorgniserregende Stoffe (Sub-
stances of Very High Concern, SVHCs) über den gesamten Daten-
bestand und der Produktionsausgabe des Konzerns offen. Dies
umfasst eingekaufte Chemikalien (unabhängig davon, ob sie im-
portiert wurden oder nicht), Stoffe, die für die Verwendung vor Ort
als Zwischenprodukte hergestellt werden, chemische Produkte,
die in Verkehr gebracht werden, sowie Stoffe, die in verkauften Er-
zeugnissen enthalten sind.
[MDR-M 77a]
Die Definition von SoCs und SVHCs ist im ESRS-Anhang II enthal-
ten. Im Rahmen dieser Definition wird eine Liste der in Teil 3 An-
hang VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 eingestuften Gefah-
renklassen bzw. Gefahrenkategorien als Kriterien dargelegt.
Die Chemikalien, die SoCs und SVHCs enthalten, werden durch
Zuordnung der Gefahrenklassen in den Produktions-Chemikali-
eninventaren aller Lenzing-Standorte bestimmt. Die Menge eines
SoCs oder SVHCs in einem chemischen Gemisch wird auf der
Grundlage seines Prozentsatzes berechnet, der im vom Lieferanten
bereitgestellten Sicherheitsdatenblatt (SDB) angegeben ist. Die
Mengenaufschlüsselung von SoCs und SVHCs nach Gefahren-
klassen ist in den Tabellen „Besorgniserregende Stoffe (SoCs) nach
Gefahrenklassen“ und „Besonders besorgniserregende Stoffe
(SVHCs) nach Gefahrenklassen“ aufgeführt. Die Gesamtzahl der
SoCs ist der absolute Wert, unabhängig davon, ob ein SoC in mehr
als eine Gefahrenklasse fällt (siehe Tabelle „Gesamtmenge an be-
sorgniserregenden Stoffen (SoCs)“).
[E2-5 34]
Besorgniserregende Stoffe (SoCs) nach Gefahrenklassen
a
(Tonnen) H-Phrase Input
b
Output Input
b
Output
Sensibilisierung der Haut Kategorie 1 H    
Sensibilisierung der Atemwege Kategorie 1 H    
Reproduktionstoxizität Kategorie 2 Hfd    
Spezifische Zielorgan-Toxizität, wiederholte Exposition Kategorie 1 H    
Gewässergefährdend (chronisch) Kategorien 1 bis 4 HH    
Persistente, bioakkumulierbare und toxische oder sehr persistente, sehr
bioakkumulierbare Eigenschaften
EUH
EUH
   
Kann vermutlich Krebs erzeugen H  
Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition H  
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
373 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesamtmenge an besorgniserregenden Stoffen (SoCs)
a
(Tonnen) Input
b
Output Input
b
Output
Gesamt SoCs    
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
[E2-5 35]
Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHCs) nach Gefahrenklassen
a
(Tonnen) H-Phrase Input
b
Output Input
b
Output
Sensibilisierung der Atemwege (Artikel 57f - menschliche Gesundheit)    
Persistente, bioakkumulierbare (Artikel 57d) und toxische oder sehr
persistente, sehr bioakkumulierbare Eigenschaften (Artikel 5e)
EUHEUH    
a) Die Input- und Output-Mengen werden auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen berechnet.
b) Der "Input" bezieht sich ausschließlich auf Chemikalien, die für die Zellstoff- oder Faserproduktion verwendet werden, nicht aber auf Chemikalien, die für die
Abwasserbehandlung, die Maschinenwartung oder ähnliche Tätigkeiten eingesetzt werden.
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
374 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Lenzing ist sich bewusst, wie wichtig die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser- und Meeresressourcen für den Umweltschutz und eine verantwortungsvolle Faserpro-
duktion ist. Das Kapitel erläutert die Bemühungen des Unternehmens, den Wasserfußabdruck seiner Produkte zu verbessern, indem mehr Lenzing Zellstoff verwendet wird
und die Wassereffizienz bei ihren Tätigkeiten und in der Lieferkette verbessert wird, insbesondere bei der Produktion von Spezialfasern. Lenzing nutzt Daten aus der
Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA), um ihre Partner über den produktbezogenen Wasserfußabdruck zu informieren und ihnen zu helfen, ihre Wasserziele
zu erreichen. Diese Maßnahmen sind in ihr Umweltmanagementsystem eingebettet und werden durch globale Nachhaltigkeitsinitiativen ergänzt. Angaben zu Wasseremis-
sionen finden Sie im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Wasser-
entnahme und
Wasser-
verbrauch
NegativeAuswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-EigeneTätigkeiten
&nachgelagerte
Wertschöpfungskette
-Kurz-bis
mittelfristig
SowohldieZellstoff-und
Faserproduktionalsauchdie
Textilherstellungkönnen
wasserintensivseinDie
WasserentnahmevonLenzing
undPartnerninder
nachgelagerten
Wertschöpfungskettekannzur
zunehmendenWasserknappheit
beitragen
*Policyfür
Wasser
(auchVC)
*FEM
*VCKein
Ziel
*IndasRisikomanagementintegrierte
globaleWasserbewertungstools
*Wasserfußabdruckvon
FaserproduktenundRohstoffen
*Kontinuierlicheundgezielte
Maßnahmen
*HiggFacilityEnvironmentalModule
(FEM)
*VCKeineMaßnahme
*Wasser-
verbrauch
(E-)
Chance
-EigeneTätigkeiten
-Mittel-bis
langfristig
DieFaserproduktevonLenzing
werdenmiteinemgeringeren
Wasserverbrauchhergestelltals
herkömmlicheregenerierte
CellulosefasernDieskannden
Partnerninder
Wertschöpfungskettedabei
helfenihre
Wassereinsparungszielezu
erreichenunddasGeschäftvon
LenzingzusichernDiese
StrategiefördertBemühungenzur
Reduzierungdes
Gesamtwasserverbrauchsentlang
dergesamtenLieferkette
*Policyfür
Wasser
*FEM *Integrationvonglobalen
wasserbezogenen
Bewertungsinstrumentenindas
Risikomanagement
*Wasserfußabdruckvon
FaserproduktenundRohstoffen
*Kontinuierlicheundgezielte
Maßnahmen
*HiggFacilityEnvironmentalModule
(FEM)
*Wasser-
verbrauch
(E-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Wasser ist eine wichtige Ressource für die Herstellung von Faser-
zellstoff und Cellulosefasern bei Lenzing. Die zunehmende Was-
serknappheit birgt Risiken für die Umwelt, die lokale Bevölkerung
und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Lenzing stellt sich
dieser Herausforderung durch eine effiziente Wassernutzung bei
der Produktion und durch Einsatz modernster Wasseraufberei-
tungstechnologien.
Lenzing berücksichtigt wasserbezogene Aspekte in ihren eigenen
Tätigkeiten sowie in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungs-
kette ihrer Produkte. Der verantwortungsbewusste Umgang mit
Wasser ist in den Aktivitäten von Lenzing fest verankert und wird
durch laufende Monitoring- und Optimierungsprogramme unter-
stützt, die dabei helfen, den Wasserverbrauch in verschiedenen
Prozessschritten zu verringern (siehe Abbildung „Verantwortungs-
bewusster Umgang mit Wasser“).
E3 Wasser- und Meeresressourcen
375 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing identifiziert wasserbezogene Hotspots durch Risikoma-
nagement-Instrumente und Lebenszyklusanalysen (LCA) und ist
bestrebt, einen Beitrag zur nachhaltigen Wassernutzung zu leisten.
Dieses Bekenntnis spiegelt sich im Konzernweiten Umwelt Policy
und Standard und in der Policy für Wasser wider, die mit dem Um-
weltmanagementsystem ISO 14001, ESRS, CDP und anderen was-
serbezogenen Standards und Leitlinien übereinstimmen.
376 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Water
Stewardship
Wasser-
resourcen
schützen
Umsichtige
Wassernutzung
und effiziente
Aufbereitung
An sämtlichen Produktionsstätten
erfolgt ein sorgfältiges Wassermanage
-
ment. Ziel des Wassermanagements
bei Lenzing ist es, Kreisläufe durch
Recycling und Wiederverwendung von
Wasser zu schließen und die Umwelt-
auswirkungen durch kontinuierliche
Verbesserungen der Abwasserauf-
bereitung zu minimieren.
Nachhaltig bewirtschaftete Wälder, die Teil
des natürlichen Wasserkreislaufes sind und die
Verfügbarkeit von Süßwasser sicherstellen.
Zertifizierte Plantagen, die die Wasser-
ressourcen schonen.
Holz-
beschaffung
Zellstoff-
und
Faserher-
stellung
Niedrigerer
Wasserver-
brauch und
geringere
Vermutzung
Besserer
Wasser-
Fußabdruck
Biologische
Abbaubarkeit
Beispielsweise Reduktion von
Wasserverbrauch und
-verschmutzung beim Färben in
der Wertschöpfungskette durch
Net Benefit-Produkte wie
TENCEL™ Modal mit Eco Color
Technologie (Spinnfärbung).
Durch den Ersatz von
generischen regenerierten
Cellulosefasern und Baumwolle
durch LENZING™-Fasern wird
die Wasserbelastung der End-
produkte erheblich reduziert.
1
TÜV-zertifizierte biologisch
abbaubare und kompostier-
bare LENZING™-Fasern
vermeiden die durch
Mikroplastik verursachte
Wasserverschmutzung.
Ende des
Lebens-
zyklus
Textil und
Vliesstoff-
herstellung
End-
produkte
Verantwortungsbewusster Umgang mit Wasser
1 Siehe Higg MSI-Datenbank v3.11 (Nov. 2025)
Policies
[E3-1, MDR-P 65]
Policy Policy für Wasser
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global HSE
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Sicherstellung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser durch das Management und die Erhaltung von Wasserressourcen
in allen Lenzing Betrieben und entlang der Wertschöpfungskette, um Auswirkungen auf Gemeinschaften und Ökosysteme zu
minimieren.
Kernelemente:
Lenzing überwacht und verwaltet kontinuierlich ihren Wasserverbrauch und ihre Wasseremissionen, steigert die Effizienz und
Wiederverwendung und stellt dabei die Einhaltung Best-Practices sowie gesetzlicher und umweltbezogener Standards sicher.
Standards / Initiativen Dritter
EU Best Available Techniques (EU BAT)
Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC)
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E2 Umweltverschmutzung E2-1
15a Lenzing überwacht und bewertet den Wasserfußabdruck in Betrieb und Produkten, der durch einen konzernweiten
Performance-Standard geregelt ist. Lenzing optimiert den Wasserfußabdruck ihrer Produkte durch die Orientierung an
branchenüblichen Best-Practice sowie durch kontinuierliche technologische und Management-Innovationen.
15b Lenzing ist bestrebt, wasserbezogene Emissionen, einschließlich gefährlicher Stoffe, kontinuierlich zu reduzieren.
E3 Wasser- und Meeresressourcen E3-1
12ai Lenzing überwacht und bewertet den Wasserverbrauch in Betrieb und Produkten, der durch einen konzernweiten
Performance-Standard geregelt ist.
12aiii Ziel von Lenzing ist es, den Wasserverbrauch und die wasserbezogenen Emissionen nach der Abwasserbehandlung auf ein
Niveau zu reduzieren, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht, um Wasserqualität und -verfügbarkeit an allen
Standorten sicherzustellen und die Erwartungen der Stakeholder zu erfüllen.
12b Lenzing optimiert ihren Wasserverbrauch und den Wasserfußabdruck ihrer Produkte durch die Orientierung an
branchenüblichen Best-Practice sowie durch kontinuierliche technologische und Management-Innovationen.
12c,13 Lenzing erkennt die wachsende globale Herausforderung von Wasserstress und Wasserqualität, die das Leben von Millionen
Menschen beeinflusst. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat Lenzing den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu
einer Priorität erklärt und sich verpflichtet, Wasserressourcen zum Wohle der Gemeinden, künftiger Generationen und des
Unternehmens selbst verantwortungsvoll zu verwalten und zu schützen. Weitere Informationen zu Gebieten mit hohem
Wasserstress finden Sie im Abschnitt „Wasserverbrauch“ dieses Kapitels.
Maßnahmen
[E3-2: MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Integration von globalen wasserbezogenen Bewertungsin-
strumenten in das Risikomanagement
x Wasserfußabdruck von Faserprodukten und Rohstoffen
x Kontinuierliche und gezielte Maßnahmen
x Higg Facility Environmental Module (FEM)
Integration von globalen wasserbezogenen
Bewertungsinstrumenten in das
Risikomanagement
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Tätigkeiten von Lenzing hängen von der Nutzung von Wasser-
ressourcen ab, sodass ein zuverlässiger Zugang zu Frischwasser
potenzielle Umwelt- und Geschäftsrisiken birgt. Das Wasserrisiko
auf Unternehmensebene wird bewertet, indem kontextualisierte
qualitative und quantitative Informationen über die Lieferkette er-
fasst werden. Mithilfe von Instrumenten wie dem WRI Aqueduct
Water Risk Atlas und dem WWF Water Risk Filter bewertet Lenzing
aktuelle Wassereinzugsgebiete und identifiziert standortspezifi-
sche Risiken, unter anderem Regionen mit hohem Wasserstress.
Die Produktionsstätte in Prachinburi (Thailand) verwendet die was-
sereffiziente Lyocell-Technologie und ist der einzige Standort des
Konzerns in einer Region mit hohem Wasserstress. Darüber hinaus
geben maßgeschneiderte Tools Aufschluss über zukünftige Szena-
rien, unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels auf die
Wasserverfügbarkeit und -qualität. Die Bewertung des Wasserrisi-
kos ist ein laufender jährlicher Prozess und wurde auch im Berichts-
jahr durchgeführt. Dank dieser Maßnahme kann Lenzing ihren Kun-
den Fasern anbieten, die Bedenken hinsichtlich der Wasserknapp-
heit Rechnung tragen.
Wasserfußabdruck von Faserprodukten und
Rohstoffen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Auf der Produktebene ist die LCA das wichtigste Instrument zur
Bewertung der Cradle-to-Gate-Auswirkungen durch die direkte
und indirekte Geschäftstätigkeit, d.h. bei der eigenen Zellstoff- und
Faserproduktion bzw. in vorgelagerten Lieferketten. Die LCA un-
terstützt produktbezogene Umweltaussagen und hilft bei der Iden-
377 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
tifizierung von Verbesserungspotenzial, z.B. in der Zellstoff-Produk-
tion (einschließlich Recycling) oder beim Einsatz wichtiger Chemi-
kalien. Die Bewertung wird durch die Erhebung von Umweltdaten
zu internen Tätigkeiten unterstützt. Hierzu zählen Wasserverbrauch,
Abwässer und die Ausleitung prioritärer besorgniserregender
Stoffe, sowie die zunehmende Erhebung von Primärdaten zur Was-
sernutzung bei Lieferanten. Während der Fokus ursprünglich auf
Zellstofflieferanten lag, werden nun auch Primärdaten von wichti-
gen Chemikalienlieferanten angefordert. Lenzing erfasst systema-
tisch Daten aus der eigenen Produktion und von ihren Lieferanten,
um sicherzustellen, dass die LCA-Berechnungen kontinuierlich ak-
tualisiert werden und den realistischen Wasserfußabdruck ihrer
Produkte widerspiegeln.
Kontinuierliche und zielgerichtete Maßnahmen
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 setzte das Zellstoffwerk in Paskov (Tschechische Republik)
nach einem Leck in den Prozess- und Trinkwassersystemen Kor-
rekturmaßnahmen um. Ferner wurde im Oktober 2025 an dem
Standort ein Verbesserungsprojekt zur Einsparung von Süßwasser-
ressourcen durch verstärkte Nutzung von Kondensat zu Wasch-
zwecken gestartet, das 2026 abgeschlossen wird. Im Berichtsjahr
wurde ein Investitionsprojekt für einen effizienteren Umgang mit
Wasser am Faserproduktionsstandort in Nanjing (China) abge-
schlossen. Das Abwasser wird dort durch eine Umkehrosmosean-
lage gereinigt und in Kühltürmen wiederverwendet, sodass weni-
ger Süßwasser entnommen werden muss.
Higg Facility Environmental Module (FEM)
[E3-2 19, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Bewertung von Higg FEM erfolgt auf jährlicher Basis. Im Jahr
2025 setzte Lenzing die Selbstbewertung von Higg FEM sowie die
unabhängigen Verifizierungen an allen Produktionsstandorten fort.
Beim Higg FEM müssen Produktionsstätten ihre prognostizierte
Wasserentnahme bzw. den prognostizierten Wasserverbrauch un-
tersuchen, um beides zu reduzieren. Das Selbstbewertungstool
bietet klaren Aufschluss über den Wasserfußabdruck einer Anlage
und unterstützt das operative Management und die Risikokontrolle
im Zusammenhang mit der Wassernutzung. Außerdem unterstützt
es die Bestimmung von Maßnahmen zur Verbesserung der Was-
sereffizienz.
Ziele
[E3-3, MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung dieser Ziele wird
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben. Die Ziele zur Wasserverschmutzung finden
Sie im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“.
FEM Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Implementierung und jährliche Aktualisierung des Facility Environmental Module (FEM) in allen Zellstoff- und
Faserproduktionsanlagen und Weitergabe verifizierter Module an Kunden ab 2024
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingProduktionsstätten
Geografische Abdeckung Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 ImJahrhatLenzinganallenStandortendieFEMEigenbewertungund-VerifizierungendurchgeführtDasZielliegt
somitweiterhinaufKurs
[MDR-T 80g, 80h]
Das Higg FEM ist ein standardisiertes Tool, um die Umweltleistung
von Produktionsstätten zu messen und zu bewerten. Es liefert eine
umfassende Bewertung der zentralen Umweltauswirkungen und
deckt Aspekte wie Energie- und Wasserverbrauch, Luftemissionen
und Abfallmanagement ab.
Aufgrund von Brancheninitiativen und des zunehmenden Einsatzes
standardisierter Methoden zur Überwachung und Verbesserung
der Umweltleistung in der Wertschöpfungskette haben viele Kun-
den die Umsetzung des FEM gefordert, um Daten zu Umweltas-
pekten von Lieferanten zu erfassen. Das Group Environmental Ma-
nagement Team war an der Festlegung der Ziele gemeinsam mit
dem Corporate Sustainability Team maßgeblich beteiligt.
[E3-3 23c, MDR-T 80f]
Lenzing ist bestrebt, die wasserbezogenen Emissionen und den
Wasserverbrauch kontinuierlich zu reduzieren, um die Qualität und
Verfügbarkeit von Wasser an ihren Produktionsstätten sicherzu-
stellen. Bei der Festlegung der Ziele werden zahlreiche Faktoren
berücksichtigt, unter anderem die Veränderung von Wasserver-
knappung in vielen Regionen aufgrund des Klimawandels. Die Ziele
wurden anhand eines umfassenden Ansatzes definiert, der ein har-
monisiertes Branchen-Benchmarking für mehr Transparenz in der
Wertschöpfungskette beinhaltet. Nebenbei werden die jeweiligen
Beiträge zu einschlägigen Zielen für nachhaltige Entwicklung
(SDGs) zum Ausdruck gebracht, die stark auf die Nachhaltigkeits-
strategie des Unternehmens ausgerichtet sind und diese maßgeb-
lich unterstützen. Jeder Standort legte individuelle Wassernut-
zungsziele für bestimmte Basis- und Zieljahre fest.
378 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E3-3 23a, 23c, 25, MDR-T 80a]
Das FEM-Ziel ist mit Lenzings Policy für Wasser konform, denn es
bietet Überwachungsmechanismen für die kontinuierliche Evaluie-
rung und Verbesserung von wasserbezogenen Kennzahlen und un-
terstützt damit das Bekenntnis für ein nachhaltiges Wasserma-
nagement und den Erhalt von Wasserressourcen. Darüber hinaus
adressiert Lenzings freiwilliges FEM-Ziel wesentliche Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen, wie den Wasserverbrauch auf Ebene
der Produktionsstätten und die Betriebsführung in Gebieten mit
Wasserrisiken und mit Wasserstress. Nähere Informationen zu Ge-
bieten mit Wasserrisiken finden Sie im Abschnitt „Wasserver-
brauch“ in diesem Kapitel. Die Maßnahmen zur Verringerung der
negativen Auswirkungen auf die Wasserqualität werden im Kapitel
„E2 Umweltverschmutzung“ beleuchtet.
Kennzahlen
Wasserverbrauch
[E3-4 28a, 28b, 28c]
Wasserverbrauch
(m
3
) 2014 2025 2024
Gesamtwasserverbrauch   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Gesamtwassermenge, die recycelt und wiederverwendet wird  
[E3-4 AR 32]
Wasserentnahme
a
(m
3
) 2014 2025 2024
Alle Bereiche
Oberflächenwasser   
davon Süßwasser  
Grundwasser   
davon Süßwasser  
Wasser von Dritten  
davon Süßwasser  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Gesamte Wasserentnahme   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
a) Von Süßwasser (İ 1.000 mg/L Filtrattrockenrückstand (TDS)), keine Entnahme von anderem Wasser (> 1.000 mg/L Filtrattrockenrückstand (TDS)). Es wird kein Wasser aus
Meerwasser und erzeugtem Wasser verwendet.
[E3-4 AR 32]
Wasserrückführung
a
(m
3
) 2014 2025 2024
Wasserrückführung nach Zielort
Oberflächenwasser  
Wasser von Dritten  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
davon Anteil Wasser von Dritten, das zur Verwendung an andere Organisationen geleitet wird
Wasserrückführung nach Wasserqualität
Süßwasser (≤ 1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS))  
davon in Gebieten mit Wasserstress  
Anderes Wasser (> 1.000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS))  
Gesamte Wasserrückführung   
davon in Gebieten mit Wasserstress  
a) Es wird kein Wasser in das Grundwasser und Meerwasser abgeleitet.
379 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E3-4 29]
Wasserintensität
Gesamtwasserverbrauch pro Umsatz (m³/EUR Mio.)  
Wasserintensität  
[E3-4 28e]
Veränderungen im Zeitverlauf
Gesamtwasserentnahme und -ableitung sind im Jahr 2025 leicht
gesunken, bleiben jedoch im Bereich der typischen Schwankungen
der operativen Tätigkeiten. Allerdings gab es bei den gruppenwei-
ten Tätigkeiten einen erheblichen Anstieg des Wasserverbrauchs.
Grund dafür ist die geringere Wasserausleitung in der Zellstoffpro-
duktionsanalage in Brasilien, die sowohl auf optimierte Betriebsab-
läufe als auch auf eine Zunahme von recyceltem und wiederver-
wendetem Wasser zurückzuführen ist. Die Wassernutzung für den
Standort in Prachinburi (Thailand) – der einzige Lenzing Standort in
einem Gebiet mit Wasserrisiken und hohem Wasserstress – blieb
im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Der Anstieg des Gesamtvolumens an recyceltem und wiederver-
wendetem Wasser im Jahr 2025 ist auf die Ausweitung und Ver-
besserung der Überwachung zurückzuführen, da nicht alle Produk-
tionsstätten in der Lage waren, diese Indikatoren für die erstmalige
Berichterstattung im Jahr 2024 darzulegen. Die größten Beiträge
stammen aus dem Kühlwasserkreislauf und dem Prozesswasserre-
cycling in der Lyocell-Produktion. Eine Beschreibung des Umfangs,
der Berechnungsgrundsätze und der Grenzen der Daten finden Sie
im Abschnitt „Berechnungsgrundsätze“ in diesem Kapitel.
Kontextualisierte Informationen
Lenzing will durch Wassermanagement sicherstellen, dass Wasser-
ressourcen effizient genutzt werden, indem Wasser im Betrieb
wiederaufbereitet und wiederverwendet wird. Das Zellstoffwerk in
Paskov (Tschechische Republik) verfügt über einen geschlossenen
Kühlwasserkreislauf und benötigt daher nur wenig zusätzliches
Wasser, um Verluste zu kompensieren. Darüber hinaus spart die in-
tegrierte Zellstoff- und Faserproduktion am Standort Lenzing (Ös-
terreich) Wasser, da das Trocknen und die spätere Wiederbefeuch-
tung durch die Integration in die Faserproduktion entfällt. Die Fa-
serzellstoff- und Faserproduktionsanlagen der Lenzing beziehen
Wasser aus angrenzenden Wasserquellen (hauptsächlich Flüsse
und Grundwasser) und von lokalen Lieferanten.
Wasser dient bei der Produktion als Kühl- und Prozessmittel. Durch
die inhärente Feuchtigkeitsaufnahme von Cellulosefasern und das
Verdampfen im Kühlprozess werden erhebliche Wassermengen
verbraucht. Das Spinnbad des Lyocellverfahrens enthält Wasser
und das Lösungsmittel NMMO, um das Cellulose-Polymer vor dem
Spinnvorgang zu lösen. Beim Viscoseverfahren wird eine Mischung
aus Prozesschemikalien und Wasser verwendet. Bei beiden Pro-
duktionstechnologien wird Wasser effizient recycelt und wieder-
verwendet, indem die Prozesschemikalien und/oder die Lösungs-
mittel mit hoher Effizienz abgetrennt werden (siehe auch Kapitel
„E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“). Diese Rückge-
winnungstechnologie ist am aktuellsten Stand der Technik und
wird in allen Produktionsstätten von Lenzing eingesetzt. Sie er-
möglicht erhebliche Wassereinsparungen, bietet eine optimale
Vorbehandlung für die Einleitung von Abwasser und hilft dabei, die
Fasereigenschaften und -qualität zu optimieren.
Berechnungsgrundsätze
[E3-4 28e; MDR-M 77a, 77b]
Alle Produktionsstandorte erfüllen die lokalen gesetzlichen und ge-
nehmigungsrechtlichen Anforderungen. Wasserentnahme und -
ableitung werden gemessen und auf der Grundlage kontinuierli-
cher Messungen ausgewiesen. Die Quellen aller Entnahmen sowie
die Einleitungsorte und die Qualität des eingeleiteten Wassers wer-
den überwacht und in den Tabellen „Wasserentnahme“ und „Was-
serrückführung“ aufgeführt. Die Standorte stellen diese Informati-
onen monatlich in der Konzerndatenbank ein. Sie werden dann für
die Berichterstattung auf Konzernebene zusammengefasst. Der
Wasserverbrauch ergibt sich aus der Differenz zwischen Ableitun-
gen und Entnahmen. Während die Daten auf Konzernebene nicht
von einer externen Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert
werden, unterliegt die Überwachung der Wasserentnahme und -
ableitung Inspektionen durch die lokalen Behörden an den Stand-
orten.
Wasserrecycling und -wiederverwendung
Wasserrecycling und -wiederverwendung werden an allen
Lenzing-Standorten praktiziert. Daher kann Wasser, das in die Pro-
duktionsstätten gelangt, mehrfach verwendet werden, bevor es
wieder in die Umwelt eingeleitet wird. Prozesswasser, Kühlwasser
und Dampfkondensat werden in der Regel an den Standorten wie-
derverwendet und sind in der Tabelle „Wasserverbrauch“ enthalten.
Aspekte, die das Wasserrecycling beeinflussen, sind z.B. das lokale
Klima, der Zugang zu Kühlwasser oder technologische und Know-
how-bezogene Aspekte.
Dieser Bericht umfasst die Recyclingströme für bestimmte Pro-
zesswasserströme aus der Zellstoff- und Lyocell-Produktion. Viele
komplexe Recyclingsysteme, wie z.B. die Wiederverwendung von
Wasser in verschiedenen Faserwaschschritten, sind allerdings
noch nicht berücksichtigt, werden aber weiter untersucht. Da die
technischen Spezifikationen noch bewertet werden, gibt es derzeit
keine etablierte Grundlage oder ausreichende Daten, um eine sinn-
volle Schätzung der fehlenden Wasserrecycling- und -wiederver-
wendungsströme abzugeben.
Die ausgewiesene Gesamtmenge enthält auch das in Kühltürmen
und kontaktlosen Wärmetauschern recycelte Wasser. Die Lenzing
Gruppe betreibt Umlaufkühlsysteme mit Kühltürmen. Im Vergleich
zu Durchlaufkühlsystemen ermöglicht dies das Recycling sehr gro-
ßer Wassermengen. Die Menge des in solchen Kühlsystemen re-
cycelten Wassers wird anhand von Kühlturmparametern und direk-
ten Messungen (Durchflussmesser) berechnet.
380 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die biologische Vielfalt und gesunde Ökosysteme sind für die globale Resilienz und den langfristigen Erfolg von Lenzing von grund-
legender Bedeutung. Das Weltwirtschaftsforum stuft den Verlust der biologischen Vielfalt und den Kollaps von Ökosystemen neben
dem Klimawandel als eines der drei größten globalen Risiken
9
ein. Da Holz den wichtigsten Rohstoff für Lenzing darstellt, sind
Investitionen in den Schutz der biologischen Vielfalt unerlässlich. In diesem Kapitel wird dargelegt, wie Lenzing naturbezogene
Risiken bewertet, die biologische Vielfalt in ihr Umweltmanagement einbettet und zielgerichtete Maßnahmen umsetzt, um Öko-
systemdienste zu erhalten. Zudem wird das Engagement des Unternehmens für globale Initiativen wie die Taskforce on Nature-
related Financial Disclosures (TNFD), die Science Based Targets for Nature (SBTN) und das European Business Nature Commit-
ment dargelegt. Durch Zusammenarbeit, Überwachung und transparente Berichterstattung will Lenzing die Belastungen für die
biologische Vielfalt verringern und einen entscheidenden Beitrag zu globalen Naturschutzzielen leisten.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Landnutzungs-
änderungen und
Abhängigkeiten
von Ökosystem-
dienstleistungen
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpf-
ungskette
-Kurz-bis
langfristig
Holzknappheitaufgrund
nichtresilienterWälder
kannzuGeschäftseinbußen
führendaHolz
möglicherweisenichtoder
nurzueinemhohenPreis
verfügbarist
DabiodiverseÖkosysteme
widerstandsfähigergegen
äußereEinflüssesind
stelltderVerlustder
Biodiversitäteingroßes
RisikofürLenzingdar
*VCPolicy
fürHolzund
Zellstoff
*VCPolicy
für
Biodiversität
*Naturschutz-
flächeBrasilien
*VC
Naturschutz-
projekte
(Projekte
innerhalbder
Wertschöpfungs
kette)
*Avoid(Vermeiden)
SorgfaltspflichtinBezugauf
Biodiversitätdurchnachhaltige
Beschaffung
*Restore(Wiederherstellen)
LenzingsPlantageinBrasilien
*Restore(Wiederherstellen)
ErhaltundVerbesserungvon
Ökosystemleistungenin
Österreich
*Transformieren
Forschungsaktivitätenim
BereichBiodiversität
*Maßnahmenüberdie
Wertschöpfungskettehinaus
*Landnutzungsfläche
Brasilien
(unternehmensspezifisch)
*StatusderArtenvielfalt
Brasilien(indirekte
Messungder
Landnutzungsintensität
unternehmensspezifisch)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierte
Holzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*TNFDKennzahlenim
RahmenderIRO
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Das Thema „Klimawandel als Ursache des Biodiversitätsverlusts“ ist
für Lenzing wesentlich und wird im Kapitel „E1 Klimawandel“ über
die IRO „Negative Auswirkungen auf den globalen Klimawandel
durch die Erzeugung von THG-Emissionen durch die Nutzung
nicht erneuerbarer Energiequellen“ und die entsprechenden Poli-
cies, Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen behandelt.
9
WEF Global Risk Report 2024, langfristige Risiken (10 Jahre)
10
Textile Exchange, Biodiversity Insights Report 2021. https://textileexchange.org/app/uploads/2021/11/Biodiversity-Insights-Report-2021.pdf
11
Global Fashion Pact, https://www.thefashionpact.org/our-work/#Tools-and-resources
Strategie
[E4-1 15]
Da sich der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt beschleunigt,
wird sich die Textil- und Bekleidungsindustrie immer mehr der Rolle
bewusst, die sie bei dieser Herausforderung spielt.
10,11
Die landwirt-
schaftliche Landnutzung gilt als Haupttreiber des Verlusts der bio-
logischen Vielfalt, wenngleich auch die Holzbeschaffung aus Wäl-
dern hierzu beitragen kann.
Als führende Herstellerin von Cellulosefasern konzentriert sich
Lenzing auf drei Bereiche, um ihre Auswirkungen auf die Natur zu
verringern: verantwortungsbewusste Beschaffung von Holz und
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme
381 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Faserzellstoff, ihre Faserproduktion und die Auswirkungen ihrer
Produkte am Nutzungsende.
Um ihre Strategie für die biologische Vielfalt zu stärken, trat
Lenzing 2023 dem European Business Nature Commitment (EBNC)
und dem Corporate Engagement Program der Science Based Tar-
gets for Nature (SBTN) bei. Zudem wurden praktische Handlungs-
empfehlungen der Taskforce on Nature-related Financial Disclo-
sure (TNFD) umgesetzt.
Im Jahr 2024 unterstützte Lenzing die „Business for Nature“-Erklä-
rung im Vorfeld der 16. Konferenz der Vertragsparteien (COP16) des
Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Kolumbien, in der
die Verantwortlichen in der Politik dringend aufgefordert wurden,
den Globalen Biodiversitätsrahmen gemäß dem Kunming-Mon-
treal-Protokoll umzusetzen und den Naturverlust in diesem Jahr-
zehnt zu stoppen und umzukehren.
12
Biodiversitätsansatz und Aktionsplan der
Lenzing Gruppe
Informationen über die vorläufigen Ergebnisse des Strategiepro-
zesses finden Sie unter „Biodiversitätsansatz und Aktions-
plan“ (BAAP). In diesem Dokument ist beschrieben, wie Lenzing
sich mit naturbezogenen Abhängigkeiten, Auswirkungen und
Chancen sowie den geltenden und künftigen gesetzlichen Anfor-
derungen befasst.
Der Biodiversitätsansatz und Aktionsplan von Lenzing hilft dem Un-
ternehmen, sich in dieser Komplexität zu bewegen, und umfasst
die folgenden Elemente:
x Notwendigkeit und Anforderungen eines Biodiversitätsan-
satzes
x Identifizierung der Abhängigkeiten von Ökosystemen, Ein-
flussfaktoren, Methoden und Indikatoren
●
Ermittlung grundlegender Abhängigkeiten und potenzi-
eller Auswirkungen
●
Messung von Abhängigkeiten und Auswirkungen
●
Beurteilung der Wesentlichkeit von Auswirkungen
●
Risiken und Chancen: Resilienzanalyse
x Festlegung möglicher nächster Schritte und Aufgaben (Akti-
onsplan)
●
Aktuelle und kurzfristige Maßnahmen
Zu beachten ist, dass der BAAP nicht die vollständige Biodiversi-
tätsstrategie und den vollständigen Übergangsplan gemäß den
ESRS-Anforderungen darstellt.
12
https://www.businessfornature.org/business-statement
Standortspezifischer Aktionsplan für die biolo-
gische Vielfalt in Brasilien
LD Celulose, das brasilianische Joint Venture von Lenzing, hat ei-
nen Aktionsplan für die biologische Vielfalt entwickelt (BAP), um
wirksame Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in
seine industriellen und operativen Tätigkeiten einzubeziehen. Hier-
bei handelt es sich um einen umfassenden Leitfaden, in dem die
Chancen und Auswirkungen des Betriebs auf die biologische Viel-
falt ermittelt, bewertet und angegangen werden. Dies stellt einen
verantwortungsbewussten Umgang mit den natürlichen Ressour-
cen in seinen Betriebsgebiet sicher.
Der BAP gibt einen Rahmen für Biodiversitätsmanagement (auch
für Funktionen und Leistungen von Ökosystemen) vor und legt
klare Ziele und Maßnahmen fest. Grundlage sind eine Reihe tech-
nischer Analysen zur Bewertung der regionalen biologischen Viel-
falt und zur Festlegung der künftigen Handlungsweise von LD
Celulose. Dies umfasst auch zusätzliche Mitigationsmaßnahmen
auf Basis durchgeführter Studien, die Rollen und Verantwortlichkei-
ten des Unternehmens, Umsetzungsfristen sowie die Mechanis-
men für Prüfung und Aktualisierungen.
Da es sich beim BAP um ein dynamisches Dokument handelt, wird
es im Einklang mit den Fortschritten bei der Umsetzung, den Leis-
tungsbewertungen und aufkommenden Herausforderungen in Be-
zug auf die regionale biologische Vielfalt regelmäßig überprüft und
aktualisiert.
Bewertung der Resilienz
[E4-1 13]
Im Rahmen des Biodiversitätsansatzes und Aktionsplans führte
Lenzing 2024 eine erste Resilienzanalyse anhand des TNFD LEAP-
Ansatzes durch
13
. Eine ausführliche Bewertung der Widerstandsfä-
higkeit von Lenzings Geschäftsmodell und Strategie sowie des
Umfangs, der wichtigsten Annahmen, der Zeithorizonte, der Er-
gebnisse und der Einbeziehung von Stakeholdern finden Sie im Ab-
schnitt „Naturbezogene Risikobewertung“ im Kapitel „ESRS 2 All-
gemeine Angaben“.
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität
[E4 ESRS 2 SBM-3]
Lenzing betreibt sieben Standorte, die in der Nähe von Gebieten
mit schutzbedürftiger biologischer Vielfalt liegen: Lenzing (Öster-
reich), Heiligenkreuz (Österreich), Paskov (Tschechische Republik),
Grimsby (Großbritannien), Mobile (USA), Indianópolis (Brasilien)
und Nanjing (China). Für die Lenzing Betriebsstätten Purwakarta
(Indonesien) and Prachinburi (Thailand) wurden keine Bereiche er-
mittelt, die die festgelegten Kriterien erfüllen.
Um die Nähe zu Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität und
zu Schutzgebieten zu bewerten, zog Lenzing verschiedene Daten-
banken heran, darunter das Natura 2000-Netz, das Netz der Key
Biodiversity Areas, die Ramsar-Gebiete, die Schutzgebiete der Eu-
ropäischen Umweltagentur, das Emerald-Netzwerk, die Protected
Planet-Datenbank und die UNESCO-Welterbestätten. Die Analyse
13
Guidance on the identification and assessment of nature-related issues: the LEAP
approach – TNFD
382 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
bezog Landflächen in einem Radius von bis zu 10 km von Betriebs-
standorten und Wassergebiete in einer Entfernung von bis zu 30
km flussabwärts ein.
[E4 ESRS 2 SBM-3 16a, 16c]
Bis dato wurden keine dokumentierten bedeutenden Auswirkun-
gen auf den ökologischen Zustand der Gebiete mit schutzbedürf-
tiger Biodiversität und der Schutzgebiete oder auf bedrohte Arten
bekannt, die den Betriebsstätten von Lenzing zuzuschreiben sind.
[E4 ESRS 2 SBM-3 16b]
Darüber hinaus wurden keine wesentlichen negativen Auswirkun-
gen in Bezug auf Wüstenbildung, Bodenversiegelung oder Land-
degradation festgestellt.
Alle Lenzing Standorte verfügen über Betriebsgenehmigungen, die
von den zuständigen regionalen Behörden ausgestellt wurden.
Diese Behörden arbeiten mit den Stellen zusammen, die für Ge-
biete mit schutzbedürftiger Biodiversität in der Nähe zuständig
sind, um wesentliche negative Auswirkungen zu überwachen und
gegebenenfalls Maßnahmen zur Minderung zu verlangen. Im Be-
richtszeitraum mussten keine Minderungsmaßnahmen in Zusam-
menhang mit biologischer Vielfalt getroffen werden.
Ausführliche Informationen über Gebiete mit schutzbedürftiger
Biodiversität und Schutzgebiete in der Nähe der Betriebsstandorte
von Lenzing finden Sie in der Tabelle „Gebiete mit schutzbedürfti-
ger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing
Produktionsstandorte“ im „Anhang“.
Policies
[E4-2, MDR-P 65]
Policy Policy für Biodiversität
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery and Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, produktive Ökosysteme, insbesondere Wälder, gesund zu erhalten und sowohl die damit verbundene
Biodiversität zu schützen als auch die Erhaltung der Ökosystemleistungen sicherzustellen.
Kernelemente:
Lenzing agiert nach Best-Practice Verfahren, um die Hauptursachen für den Verlust der Biodiversität in ihrem Einflussbereich zu
reduzieren und den Schutz sowie die Regeneration und die Wiederherstellung von Ökosystemen innerhalb und außerhalb der
Lieferkette zu fördern.
Standards / Initiativen Dritter
Globaler Biodiversitätsplan gemäß Kunming-Montreal-Protokoll
Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)
Science Based Targets for Nature (SBTN)
European Business Nature Commitment (EBNC)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E4-2
23a Die Policy für Biodiversität behandelt Klimawandel, Landnutzungsänderung, direkte Ausbeutung, Verschmutzung und
invasive gebietsfremde Arten.
23b Lenzing ist bestrebt, seinen wissenschaftlich fundierten Klimaschutzplan umzusetzen, um die Treibhausgasemissionen
deutlich zu reduzieren.
23c Lenzings Geschäftsmodell basiert auf Holz als natürlichem Rohstoff, daher besteht eine Abhängigkeit von natürlichen
Ressourcen, insbesondere Wäldern.
23d Die Rückverfolgbarkeit von Rohstoffen, insbesondere Holz, wird durch ein Due-Diligence-System, Chain-of-Custody-
Zertifizierungen und die Einhaltung aktueller und künftiger länderspezifischer regulatorische Anforderungen sichergestellt.
23e Die Policy für Biodiversität stärkt Lenzings Engagement für den Schutz, die Regeneration und die Wiederherstellung von
Ökosystemen sowie für positive Auswirkungen innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette.
23f Die sozialen Folgen des Biodiversitätsverlusts sowie der soziale Nutzen einer positiven Entwicklung für Biodiversität werden
im Rahmen der Biodiversitätsstrategie bewertet. Die sozialen Kriterien der Waldzertifizierungssysteme bilden die Basis.
24a Die Policy gilt für alle Standorte, die sich in der Nähe von Gebieten mit schutzbedürftiger Biodiversität befinden und von
Lenzing betrieben, gepachtet oder verwaltet werden.
383 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Policy für Holz und Zellstoff
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery and Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Indigene Völker und lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin Holz und Zellstoff ausschließlich aus unumstrittenen Quellen zu beziehen.
Kernelemente:
Lenzing wendet ein regionsspezifisches Due-Diligence-System an, verwendet FSC
®
und PEFC-Zertifizierungen (Lizenzcodes:
FSC-C041246, PEFC/06-33-92), und eine wissenschaftlich fundierte Naturschutzplanung.
Standards / Initiativen Dritter
FSC
®
PEFC
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E4-2
23a Die Policy für Holz und Zellstoff für Biodiversität deckt Landnutzungsänderung und direkte Nutzung ab. Die Beschaffung von
Holz und Zellstoff ist zentral für die Produktionsstandorte von Lenzing.
23e Lenzing verpflichtet sich in der Policy für Holz- und Zellstoff, Holz und Faserzellstoff ausschließlich aus nicht umstrittenen
Quellen zu beschaffen. Dies wird durch ein internes Due-Diligence-System mit regionsspezifische Bewertungen vor Ort und der
Einbeziehung relevanter Stakeholder sichergestellt.
23f Umstrittene Quellen umfassen auch Holz, das unter Verletzung traditioneller, gemeinschaftlicher und/oder Menschenrechte
gewonnen wurde. Dies umfasst die gewohnheitsrechtlichen Ansprüche auf Land, Ressourcen, Territorien indigener Völker und
lokaler Gemeinschaften sowie die Missachtung des Rechts auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC).
24b Lenzing beschafft kein Holz aus Plantagen, die nach 1994 angelegt wurden.
24d Die Policy für Holz- und Zellstoff behandelt das Thema Entwaldung.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Maßnahmen
[E4-3, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug auf Biodiversi-
tät durch nachhaltige Beschaffung
x Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage in Brasilien
x Restore (Wiederherstellen): Erhalt und Verbesserung von
Ökosystemleistungen in Österreich
x Transform (Transformieren): Forschungsaktivitäten im Be-
reich Biodiversität
x Maßnahmen über die Wertschöpfungskette hinaus
[E4-3 28a]
Um die Maßnahmen von Lenzing im Bereich biologische Vielfalt
und Ökosysteme darzulegen, wird der AR
3
T-Aktionsrahmen (A
A
void,
R
R
educe, R
R
estore, R
R
egenerate, T
T
ransform, dt.: Vermeiden, Reduzie-
ren, Wiederherstellen, Verbessern, Transformieren) als praktisches
Einstufungssystem herangezogen. Entwickelt wurde er ausgehend
von der Hierarchie der Mitigationsmaßnahmen, die im Perfor-
mance Standard 6 der International Financial Corporation be-
schrieben ist.
AR
3
T Aktionsrahmen, von SBTN (2020)
a
Avoid (Vermeiden)
Auswirkungen von vornherein verhindern: die Auswirkungen
vollständig vermeiden
Reduce (Reduzieren)
Minimieren der Auswirkungen, ohne sie jedoch unbedingt zu
beseitigen
Restore (Wiederherstellen)
Initiierung oder Beschleunigung der Wiederherstellung eines
Ökosystems im Hinblick auf seine Gesundheit, Integrität und
Nachhaltigkeit, wobei der Schwerpunkt auf dauerhaften
Zustandsänderungen liegt
Verbessern
Ergreifen von Maßnahmen, die im Rahmen der bestehenden
Landnutzung zur Verbesserung der biophysikalischen Funktion
und/oder ökologischen Produktivität eines Ökosystems oder
seiner Bestandteile, oft mit Schwerpunkt auf einigen wenigen
spezifischen Beiträgen der Natur für den Menschen (z.B.
konzentriert sich die regenerative Landwirtschaft oft auf die
Kohlenstoffabscheidung, die Nahrungsmittelproduktion und die
Stickstoff- und Phosphorrückhaltung)
Transformieren
Ergreifen von Maßnahmen, die zu einem systemweiten Wandel
beitragen, insbesondere um die Triebfedern des Naturverlusts
zu verändern, z.B. durch technologische, wirtschaftliche,
institutionelle und soziale Faktoren und Veränderungen der
zugrunde liegenden Werte und Verhaltensweisen
a) SCIENCE-BASED TARGETS for NATURE. Initial Guidance for Business. (2020)
384 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[E4-3 28b, 28c]
Lenzing unterstützt weltweit mehrere Wiederherstellungs- und Re-
generationsprojekte inner- und außerhalb ihrer Wertschöpfungs-
kette, führt aber keine Kompensationsmaßnahmen für die biologi-
sche Vielfalt durch. Die Einbeziehung von Stakeholdern findet zwar
statt, bislang wurden jedoch noch kein lokales oder indigenes Wis-
sen über naturbasierte Lösungen und andere damit verbundene
Aspekte in interne Prozesse eingebunden.
Avoid (Vermeiden): Sorgfaltspflicht in Bezug
auf Biodiversität durch nachhaltige
Beschaffung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing.
Das Unternehmen bekennt sich zu einer nachhaltigen Beschaffung,
die eine entwaldungsfreie Lieferkette sicherstellen soll. Alle von der
Lenzing Gruppe verwendeten Holz- und Faserzellstoffressourcen
sind entweder FSC
®
- oder PEFC-zertifiziert oder werden entspre-
chend diesen Standards kontrolliert.
14
Dies wird kontinuierlich
durch jährliche interne und externe Audits sichergestellt. Ausführ-
liche Informationen zur Zertifizierung und zur Sorgfaltspflicht fin-
den Sie im Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmens-
führung“ und im Fokuspapier „Wood and pulp“.
Die Forstzertifikate der Lenzing Gruppe umfassen internationale
Kriterien für den Schutz der biologischen Vielfalt und der Wald-
Ökosysteme. Nationale Standards, die von Land zu Land unter-
schiedlich sein können, enthalten zusätzliche Anforderungen.
Restore (Wiederherstellen): Lenzings Plantage
in Brasilien
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Um dem Risiko der Holzknappheit entgegenzuwirken, betreibt
Lenzing in Brasilien ihre eigene Eukalyptusplantage (Lizenzcodes:
FSC-C175509, FSC-C165948), damit eine zuverlässige und nach-
haltige Holzversorgung sichergestellt ist. Die Plantage wird vom
Joint Venture LD Celulose bewirtschaftet, das zielgerichtete Maß-
nahmen für den Schutz der biologischen Vielfalt und die Erhaltung
der Boden- und Wasserqualität umsetzt. LD Celulose verwendet
keine gentechnisch veränderten Organismen (GVOs). Die Plantage
liegt etwa 800 km von der Amazonas-Region entfernt.
Die fortwährenden Maßnahmen von LD Celulose beinhalten eine
schonende Bodenbearbeitung, um die Nährstoffzyklen zu erhalten,
eine parzellenspezifische Düngung gemäß der Bodenanalyse, die
Schaffung ökologischer Korridore zur Verbindung von Lebensräu-
men sowie die Überwachung und den Schutz von Auwäldern, die
gemäß brasilianischem Gesetz als permanente Erhaltungsflächen
ausgewiesen sind. Der Forstbewirtschaftungsplan wurde überar-
beitet, um die Schädlingskontrolle zu verbessern und das Risiko ei-
ner Ausbreitung von Eukalyptus in natürliche Vegetationszonen zu
verringern. Das Monitoring der Flora und Fauna findet ein- oder
zweimal jährlich statt und deckt die gesamte Plantagenfläche ab.
14
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
15
Barth, A. et al. (2025). Bridging business and biodiversity: An analysis of biodiversity
assessment tools. Environmental and Sustainability Indicators, 26, 100682.
https://doi.org/10.1016/j.indic.2025.100682
Restore (Wiederherstellen): Erhalt und
Verbesserung von Ökosystemleistungen in
Österreich
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing steht seit 2022 in einem aktiven Dialog mit ihren Holzlie-
feranten in Österreich, um Ökosystemleistungen von Wäldern zu
erhalten und zu unterstützen, und geht dabei das konkrete Risiko
von „Holzknappheit und hohen Holzpreisen“ an. Das Zellstoffwerk
am Standort Lenzing bezieht mehr als 35 Prozent seines Holzes
von österreichischen Wäldern, daher ist die Vitalität dieser Wälder
von besonderer Bedeutung.
Als Mitglied der Allianz für Biodiversität arbeitet Lenzing mit der
Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) zusammen. Im Rahmen
des bestehenden Aktionsplans zum Schutz und zur Wiederherstel-
lung der Torfmoore im Ausseerland in der Steiermark (Österreich)
unterstützt Lenzing einige Maßnahmen, die im Herbst 2024 be-
gannen und 2025 abgeschlossen wurden. Dabei wurden Feucht-
wiesen mit ihrer außergewöhnlich hohen biologischen Vielfalt und
Amphibienteiche wiederhergestellt. Im Jahr 2025 wurde ein Pro-
jekt für die Wiederherstellung von Laichgründen für gefährdete
Fischarten im Fluss Traun in Oberösterreich beschlossen, das An-
fang 2026 umgesetzt werden soll. Der österreichische Standort
Lenzing liegt im Einzugsgebiet dieses Flusses.
Transform (Transformieren):
Forschungsaktivitäten im Bereich Biodiversität
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2023 begannen Lenzing und Wood K Plus eine Doktoran-
denstudie zum Thema Biodiversitätsmetriken, um Unternehmens-
auswirkungen und Abhängigkeiten zu bewerten. Als erstes Ergeb-
nis wurde 2025 eine Übersichtsarbeit zu den Methoden der SBTN
für die Schritte „Bewerten“ und „Interpretieren und priorisie-
ren“ veröffentlicht.
15
Im gleichen Jahr wurde eine Studie über die
Anwendbarkeit von Indikatoren für eine nachhaltige Forstwirt-
schaft abgeschlossen, deren Veröffentlichung noch aussteht. Diese
2026 weiterlaufende Forschung unterstützt die Entwicklung der
Biodiversitätsstrategie von Lenzing, insbesondere die Auswahl ge-
eigneter Indikatoren für Ursachen von Veränderungen in der Natur
und des Zustands der Natur.
Im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts „Bio-
diversität und multifunktionale Bewirtschaftung im
Wald“ (BIMUWA)
16
in Österreich wurden konkrete Maßnahmen
zum Schutz gefährdeter Arten (Rote Liste) und zur Steigerung der
biologischen Vielfalt unter lokalen Bedingungen der PEFC-Region
6 (Steiermark und Kärnten) entwickelt. Diese Maßnahmen werden
bereits in die tägliche Forstwirtschaft integriert. Die ÖBf setzt diese
in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Umweltdachver-
band um. Da die Maßnahmen konkret und dabei relativ leicht um-
setzbar sind, sind die positiven Effekte auf große Waldflächen ska-
lierbar. Das Folgeprojekt für die PEFC-Region 2 (Oberösterreich,
Niederösterreich und Salzburg) wurde 2025 eingeleitet und wird
über öffentliche Gelder und Beiträge von Unternehmen, darunter
auch Lenzing, finanziert. Die Umsetzung soll 2026 beginnen.
16
https://www.bundesforste.at/leistungen/naturraummanagement/foerderpro-
jekte/biodiversitaet-und-multifunktionale-bewirtschaftung-im-wald.html
385 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen über die
Wertschöpfungskette hinaus
Darüber hinaus unterstützt Lenzing Maßnahmen zur Walderhal-
tung in Regionen außerhalb ihrer eigenen Lieferkette. Diese Pro-
jekte wirken dem „Risiko der Holzknappheit durch nicht wider-
standsfähige Wälder und Auswirkungen der steigenden globalen
Durchschnittstemperatur“ sowie dem „Risiko steigender Holz-
preise durch Klimawandel und Biomasse-Konkurrenz“ entgegen.
Zudem tragen sie zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Kli-
mawandel bei, indem sie Kohlenstoffsenken stärken, regionale Kli-
masysteme stabilisieren und die Resilienz von Ökosystemen ver-
bessern. Maßnahmen gegen „den Klimawandel als Treiber des Ver-
lusts an biologischer Vielfalt“ finden Sie im Kapitel „E1 Klimawan-
del“.
Regenerate (Verbessern): Soziale Innovation
für Gemeinschaften
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
In der Region Luozi in der Demokratischen Republik Kongo trägt
Lenzing zur Finanzierung eines Pilotprojekts von Caritas Oberös-
terreich bei, das soziale und ökologische Maßnahmen verbindet,
um die Umwelt nachhaltig zu schützen. Mit dem Projekt werden
CO-Emissionen durch die Förderung alternativer Kohle aus land-
wirtschaftlichen Abfällen und die Verwendung energiesparender
Herde reduziert, sodass die Abhängigkeit von Holz sinkt. Einkom-
mensgenerierende Tätigkeiten wie die Agroforstwirtschaft und
Bienenhaltung helfen Kleinbauern, sich von Holzkohle abzuwen-
den, während gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert und
die Entwaldung verringert werden. Flankierende Maßnahmen für
Interessenvertretung und Bildung sollen die Brandrodung begren-
zen und den Waldschutz verbessern. Das Projekt wurde im Okto-
ber 2023 eingeleitet und wird bis 2026 laufen.
Restore (Wiederherstellen): Nachhaltige
Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Entwaldung in Tansania hat verheerende Auswirkungen auf
Ökosysteme und die Lebensgrundlagen im ländlichen Raum.
Lenzing unterstützt in Zusammenarbeit mit Sustainable Agriculture
Tanzania (SAT) ein Projekt in der Region Morogoro und im Natur-
waldreservat Uluguru, um die Umweltbedingungen, den Erhalt der
biologischen Vielfalt und die Stabilisierung des Wasserkreislaufs zu
verbessern, die Bodenerosion zu verringern und lokale Gemein-
schaften zu stärken. Kleinbauern werden beim Anpflanzen von hei-
mischen Bäumen sowie von Gewürz- und Obstbäumen unterstützt.
Das Projekt wird von SAT und Inspiring Cooperation Empowering
People (ICEP) umgesetzt, wobei Lenzing von 2024 bis 2025 eine
Finanzierungsrolle übernimmt.
Regenerate (Verbessern): Projekt für
Wiederaufforstung und Klimaschutz
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
In Burundi unterstützt Lenzing ein Kooperationsprojekt im Ruvubu
National Park für die Wiederherstellung eines Ökosystems und den
Klimaschutz. Die Initiative, die in Partnerschaft mit Caritas Steier-
mark, ODAG-Caritas Gitega und der Universität von Burundi
durchgeführt wird, soll den Nutzungsdruck verringern und das na-
türliche Ökosystem durch Wiederaufforstung mit heimischen Bäu-
men wiederherstellen. Ziel ist, lokale Lebensgrundlagen zu stärken,
indem eine Sensibilisierung erfolgt und Bauernfamilien in
Mutumba und Nyabikere Schulungen in nachhaltiger Forst- und
Landwirtschaft erhalten. Dadurch sollen die Umweltbedingungen
verbessert werde, z.B. durch die Kontrolle von Waldbränden und
die Eindämmung von illegalen Aktivitäten. Das Projekt wird durch
die Partnerorganisationen umgesetzt, und Lenzing unterstützt es
von 2024 bis 2026 finanziell.
Restore (Wiederherstellen): Fashion Forest
Afforestation Project
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing Fiber (Shanghai) Co., Ltd. arbeitet zusammen mit dem
China National Textile and Apparel Council (CNTAC) und der
China Green Carbon Foundation (CGCF) am Fashion Forest –
Ecologic Carbon Neutral Forest Projekt im Suochong Village,
Sangdui Township im Kreis Daocheng in der Provinz Sichuan. In der
Initiative spiegelt sich das Bekenntnis von Lenzing zu Nachhaltig-
keit und verantwortungsbewusster Beschaffung von Rohstoffen
wider. Außerdem unterstreicht sie ihren Beitrag zur biologischen
Vielfalt und zur Erhaltung von Ökosystemen durch die aktive Ein-
beziehung von Stakeholdern.
Schwerpunkt des Projekts ist die Aufforstung mit Fichten, um
hochgelegene Waldökosysteme wiederherzustellen, indem rund
35.000 Qinghai-Fichten auf einer Fläche von 18 Hektar angepflanzt
werden. Es unterstützt die Widerstandsfähigkeit des lokalen Öko-
systems und hilft lokalen Gemeinschaften, sich an den Klimawan-
del anzupassen. Außerdem soll es das Bewusstsein der Bevölke-
rung für Naturschutz schärfen und lokalen Gemeinschaften mehr
Beschäftigungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft und der
Walderhaltung bieten. Das Projekt begann offiziell 2025 und wird
vier Jahre lang laufen. Im Berichtszeitraum 2024 fand eine Auftakt-
veranstaltung statt.
386 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[ESRS E4-4 32a, 32b, 32e, 32f, MDR-T 80f]
Lenzing nutzt den AR
3
T-Aktionsrahmen des „Science Based Tar-
gets Networks (SBTN)“ als Basis für die Beschreibung ihrer Maß-
nahmen. In diesen Naturschutzzielen spiegelt sich der umfassende
und systematische Ansatz für biologische Vielfalt und Ökosysteme
wider, den die Lenzing Gruppe bis dato betrieben hat. Bei der Fest-
legung der Ziele für Lenzing im Bereich „Naturschutz“ wurden
keine ökologischen Schwellenwerte, Zuweisungen von Auswirkun-
gen oder Kompensationsmaßnahmen angewendet. Die Ziele wur-
den festgelegt, bevor der globale Biodiversitätsplan gemäß dem
Kunming-Montreal-Protokoll oder die EU-Biodiversitätsstrategie
für 2030 verabschiedet wurden. Allerdings ist die Ausarbeitung ei-
ner neuen Biodiversitätsstrategie angelaufen. Ein erstes Ergebnis –
d. h. der Biodiversitätsansatz und Aktionsplan – beinhaltet bereits
einschlägige globale Rahmen und Initiativen, die dazu beitragen,
dass künftige Ziele noch umfassender sind und im Einklang mit den
weltweiten Bemühungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt
und Ökosysteme stehen. Die Ziele im Bereich Naturschutz tragen
zu einer Minderung des Ausrottungsrisikos von Arten bei, indem
sie durch verantwortungsbewusste Forstwirtschaft und Wald-
schutz Lebensräume und Ökosystemleistungen erhalten.
[MDR-T 80a, 80g, 80h, 80j]
Alle beiden Ziele beziehen sich auf die Policy für Biodiversität. Das
Naturschutzziel in Brasilien ist zudem auf die Policy für Wasser und
die Policy für Holz und Zellstoff ausgerichtet. Wichtige externe Sta-
keholder wie ICEP, die Österreichische Bundesforste AG (ÖBf), die
CanopyStyle-Initiative und der Umweltdachverband waren durch
anhaltenden Dialog und Konsultation an der Festlegung der Ziele
beteiligt. CDP dient als Plattform für die Berichterstattung über
diese Themen. Auch interne Stakeholder wie das Wood and Pulp
Team, das Commercial Team und das Corporate Sustainability
Team spielten bei der Festlegung dieser Ziele eine entscheidende
Rolle. Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele ist
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
Naturschutzfläche Brasilien Ziel
[E4-4 32d, MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Umsetzung von Maßnahmen zum Naturschutz und zur Walderhaltung am Zellstoffproduktionsstandort in
Indianópolis (Brasilien) auf 24.500 ha bis 2030
2030
Auf Kurs
Unterziel Lenzing erhöht die Naturschutzfläche am Standort in Indianópolis (Brasilien) von 13.000 ha auf 24.500 ha
2030
Auf Kurs
Umfang LenzingZellstoffproduktionsstandortinIndianópolis(Brasilien)
Geografische Abdeckung Indianópolis(Brasilien)
Bezugsjahr 
Bezugswert ha
Zielwert ha
Status in 2025 LenzinghatdasursprünglicheZielvonhabisübertroffenImJahrwurdedieFlächeaufüber
haerweitertweshalbdasZielunddieMaßnahmeaufhaerhöhtwurden
Naturschutzprojekte Ziel
[E4-4 32d, MDR-T 80c, 80d, 80e, 80j]
Ausweitung des Engagements für Walderhaltung, Schutz der Biodiversität und Aufforstung in Regionen mit
gefährdeten Wäldern bis 2025
2025
Erreicht
Umfang LenzingeigeneTätigkeitenWertschöpfungsketteundaußerhalbderWertschöpfungskette
Geografische Abdeckung EuropaAmerikaundAfrika
Bezugsjahr 
Bezugswert N/A
Zielwert N/A
Status in 2025 LenzingunterstütztemehrereProjekteinnerhalbseinerWertschöpfungskettezumBeispieleinProjektinÖsterreichzur
WiederherstellungundzumSchutzvonMoorenundTorfgebietenAußerdemunterstütztLenzingProjekteaußerhalbseiner
WertschöpfungskettezurErhaltungderWälderdurchsozialeAuswirkungeninChinaDRKongoBurundiundTansaniaIn
denletztenfünfJahrenhatLenzinginmehrereProjekteinvestiertsieunterstütztunddamitdasZielerfolgreicherreicht
EinedetaillierteBeschreibungallerProjektefindenSieimAbschnitt„Maßnahmen“imKapitel„EBiologischeVielfaltund
Ökosysteme“
[MDR-T 81]
Das Naturschutzprojekte Ziel ist mit keiner quantitativen Kennzahl
verknüpft. Allerdings trägt es dazu bei, dem „Risiko von Holzknapp-
heit und hoher Holzpreise durch Biodiversitätsverlust“ durch die
Unterstützung von Projekten zur Walderhaltung, zum Schutz der
biologischen Vielfalt und zur Wiederherstellung inner- und außer-
halb der Wertschöpfungskette von Lenzing entgegenzuwirken.
Das Ziel steht im Einklang mit den Zielvorgaben von Lenzings Po-
licy für Biodiversität. Die Ergebnisse werden vorwiegend durch
eine qualitative Bewertung eingestuft, die gegebenenfalls durch
quantitative Indikatoren ergänzt wird. Weitere Informationen zu
387 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
den verbundenen Aktivitäten finden Sie in den Projektbeschrei-
bungen im Abschnitt „Maßnahmen“ dieses Kapitels.
Kennzahlen
[E4-5]
Bei dem Versuch, die Auswirkungen der Landnutzung auf die bio-
logische Vielfalt zu quantifizieren, werden in der Regel zwei Fakto-
ren betrachtet: die genutzte Landfläche und die Intensität der Nut-
zung. Die genutzte Landfläche allein ist keine aussagekräftige
Kennzahl für die Auswirkungen, und belastbare Indikatoren für die
Intensität der Landnutzung und die Bedingungen für die biologi-
sche Vielfalt sind noch in der Entwicklung. Die meisten verfügbaren
Daten sind weitgehend qualitativer Natur, außerdem besteht kein
standardisiertes Verfahren für einen einheitlichen Vergleich der
Auswirkungen. Folglich lassen sich aus bestehenden Kennzahlen
noch keine spezifischen Maßnahmen ableiten. Die gegenwärtigen
Bemühungen konzentrieren sich auf Untersuchungen wie die Zäh-
lung der Arten, die zwar wertvolle Erkenntnisse verschafft, aber die
Auswirkungen auf die biologische Vielfalt noch nicht voll abbildet.
Um diesen Bereich voranzutreiben, unterstützt Lenzing eine Dok-
torandenstudie über die Entwicklung von Biodiversitätsmetriken
zur Bewertung von Auswirkungen und Abhängigkeiten von Unter-
nehmenstätigkeiten und (siehe „Transform (Transformieren): For-
schungsaktivitäten im Bereich Biodiversität“ im Abschnitt „Maß-
nahmen“).
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen
Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Genutzte Landfläche
[unternehmensspezifisch]
Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing
Rohstoffquellen von Lenzing Waldtyp Intensität der Landnutzung Daten/Schätzungen
Datenqualität der
Landfläche
Holz Plantage Hoch Bekannt(siehe„Quantitative
BeschreibungdervonLDCelulose
bewirtschaftetenundverwalteten
Flächen“)
Hoch
Holz Naturnah Niedrigbismittel SchätzungenerforderlichaufBasis
regionalerstatistischerDaten
Mittel
Faserzellstoff
(Faserzellstofflieferant bezieht
Holz)
Plantage Hoch Schätzungenmöglich Mittel
Faserzellstoff
(Faserzellstofflieferant bezieht
Holz)
Naturnah Niedrigbismittel GrobeSchätzungen Niedrig
Die Abschätzung der für die Holzbeschaffung von Lenzing genutzten Landfläche ist Teil des initiierten Projekts zur Entwicklung einer
Biodiversitätsstrategie. Je nach Waldtyp, Landbesitz, Beschaffungsgebiet und Position in der Lieferkette können Unterschiede in der Da-
tenverfügbarkeit und -qualität auftreten (siehe die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquel-
len von Lenzing“). 2023 wurden erste Versuche gestartet, die Nutzung der Waldflächen für die direkte Holzversorgung der europäischen
Zellstoffwerke von Lenzing zu schätzen. Die Schätzungen laufen noch, sodass derzeit noch keine Ergebnisse vorliegen.
Genutzte Landfläche innerhalb der Plantagen von LD Celulose
Quantitative Beschreibung der von LD Celulose bewirtschafteten und verwalteten Flächen (unternehmensspezifisch)
Änderungen
2025 im Vergleich zu 2024
2025 2024
ha % ha % ha %
Wald-/Plantagenfläche     
FSC
®
-Fläche      
Naturschutzfläche     
gesetzlich vorgeschrieben     
Infrastruktur   
Gesamtfläche     
Da die Plantagen in Brasilien (Indianópolis) der Lenzing Gruppe ge-
hören und von dieser bzw. insbesondere LD Celulose bewirtschaf-
tet werden, liegen detaillierte Daten zur Landnutzung vor. Die
wichtigsten direkt genutzten Landflächen umfassen derzeit 99.438
Hektar (994,38 km
2
). Diese Flächen wurden vor mehreren Jahr-
zehnten als Agrarflächen ausgewiesen. Die bestehenden Planta-
gen wurden angelegt, ohne Primärwälder, natürlich nachwach-
sende (Sekundär-)Wälder, Savannen, Grasländer oder natürliche
Süßwasserökosysteme für eine andere Landnutzung umzuwandeln,
388 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
insbesondere nicht nach 1994 (dies war Voraussetzung dafür, dass
die Plantagen von LDC 2021 die FSC®-Zertifizierung erhielten). Im
Jahr 2025 wurden jedoch 3.014 Hektar (2024: 55 Hektar) degra-
dierte ehemalige landwirtschaftliche Grünflächen in Forstplanta-
gen umgewandelt.
Das FSC
®
-Label können nur Plantagenbereiche erhalten, in denen
die Bäume eine bestimmte Reife erreicht haben. Hierdurch kommt
die Differenz zwischen der gesamten Plantagenfläche und dem
FSC
®
-zertifizierten Bereich (Lizenzcodes: FSC-C175509, FSC-
C165948) zustande, die dem Anteil der Bäume entspricht, die für
eine Zertifizierung noch zu jung sind.
Das brasilianische Umweltrecht schreibt permanente Erhaltungs-
flächen (Permanent Preservation Areas (APPs)) und gesetzliche Re-
servate (Legal Reserve (LR)) vor. Gegenwärtig sind 23.563 Hektar
(2024: 22.970 Hektar) der von LD Celulose bewirtschafteten Land-
fläche als Schutzgebiete ausgewiesen.
Auswirkungen der Intensität der Landnutzung
auf die biologische Vielfalt
[unternehmensspezifisch]
Die Intensität der Landnutzung hat Einfluss auf die biologische
Vielfalt und die Bedingungen der Ökosysteme. Die Lenzing Gruppe
überwacht diese in den weltweiten Regionen über zwei verschie-
dene Ansätze.
In Europa werden die biologische Vielfalt in Wäldern und der Zu-
stand der Ökosysteme auf nationaler Ebene nach den Kriterien und
Indikatoren von „Forest Europe“ überwacht.
17
Sie enthalten 6 Kri-
terien (darunter „Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von
Waldökosystemen“ und „Erhaltung, Bewahrung und angemessene
Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen“) so-
wie einen Satz von 35 quantitativen und 17 qualitativen Indikatoren.
Die Ergebnisse werden regelmäßig in einem europäischen Über-
blick
18
und in nationalen Berichten veröffentlicht. Angaben zu den
vier wichtigsten Beschaffungsländern Österreich, Tschechische
Republik, Deutschland und der Slowakei finden Sie in den in der
Fußnote genannten Berichten
19
für nationale Indikatoren und Er-
gebnisse.
In Brasilien stammt das Holz von Plantagen, welche LD Celulose
betreibt. Die Überwachung geschieht über ein strukturiertes Rah-
menwerk interner und externer Prozesse gemäß dem brasiliani-
schen Forstwirtschaftsgesetz (Brazilian Forestry Code). Dies um-
fasst auch jährliche Satellitenbilder, um Standort, Größe und Status
der gesetzlichen Naturschutzflächen (LRAs) und permanente Er-
haltungsflächen (APPs) zu bestimmen, sowie regelmäßige Vor-Ort-
Audits durch interne Umweltexpert:innen. Das Monitoring der
Flora und Fauna erfolgt in bewirtschafteten Bereichen sowie in Ge-
bieten rund um das Werksgelände durch interne Programme und
in Zusammenarbeit mit Universitäten.
Im Rahmen des Monitorings der biologischen Vielfalt wurden in
den Forstwirtschaftsgebieten von LD Celulose rund 300 Pflanzen-
arten und 440 Tierarten (2024: rund 200 Pflanzenarten und 450
Tierarten) erfasst.
20
Diese Programme werden jährlich in der Tro-
cken- und Regenzeit durchgeführt, um mögliche Auswirkungen
auf die regionale biologische Vielfalt zu überwachen. Seit Beginn
des Monitorings im Dezember 2020 wurde kein wesentlicher Ar-
tenrückgang verzeichnet, wobei diese Programme auch von der
brasilianischen Umweltbehörde vorgeschrieben werden.
Die Zellstofflieferanten nutzen eigene Monitoring-Systeme. Eine
qualitative Bewertung der Intensität der Landnutzung je nach
Waldtyp enthält die Tabelle „Landnutzung und Datenverfügbarkeit
in Bezug auf die Holz- und Zellstoffquellen von Lenzing“.
17
https://foresteurope.org/sustainable-forest-management/
18
Forest Europe 2015 und 2020: State of Europe’s Forest 2015. Ministerial Conference
on the Protection of Forests in Europe, Juni 2016, und 2020, State of Europe´s
Forest 2020. https://foresteurope.org/publications/
19
Indikatoren für nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich, Berichte von 2017
und 2020. https://info.bmlrt.gv.at/themen/wald/walddialog/dokumente.html,
Waldberichte Tschechische Republik und Slowakei: Ministry of Agriculture of the
Czech Republic, Information on Forests and Foresty in the Czech Republic by 2017
(Englisch), Zpráva o stavu lesa a lesního hospodářství České republiky v roce 2020
(Tschechisch).
Ministry of Agriculture and Rural Development of the Slovak Republic, Report on
the Forest Sector of the Slovak Republic 2020., Waldbericht der Bundesregierung:
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Wald/waldbericht2021.pdf?
__blob=publicationFile&v=11
20
LDC Green Bonds Report 2025. https://ldcelulose.com.br/fileadmin/user_up-
load/gb_ld_celulose_eng_spreads.pdf
389 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kennzahlen der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD)
[unternehmensspezifisch]
Die TNFD-Kennzahlen, die sich auf Holzknappheit beziehen und mit Landnutzungsänderungen zusammenhängen, finden Sie in der nach-
folgenden Tabelle.
TNFD Kennzahlen
ID Kennzah-
len
Kennzahlen No. Globaler
Hauptindikator
Globale Hauptkennzahlen Kennzahlen für Naturschutzflächen
bei LD Celulose in Brasilien
Kennzahlen für Plantagenflächen
bei LD Celulose in Brasilien
1,2 C Gesamterräumlicher
Fußabdruck
b/GesamtgestörteFläche
(km
)
ha ha(
ha)wurdengeerntetundneu
gepflanzt(nurEukalyptus
Plantagen)
1,3 C Gesamterräumlicher
Fußabdruck
c/Gesamt
rehabilitierte/wiederhergestellt
eFläche(km
)
hanatürlicheWaldneubildung
undnatürlicheAusbreitung(Esgibt
keineneuenBereicheder
Neubildung–dieserBereich
regeneriertsichweiterhinauf
natürlicheWeise)
ha(ha)
aufgeforsteteundregenerierte
FlächedurchPflanzungund/oder
Aussaat
ௗNiederwalddaNiederwaldin
GebietenmitnativerVegetation
nichtausgeführtwird
N/A
2,1 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
Veränderungen(km
)durch
a/ArtdesÖkosystemsund
ha ha(ha)
Umwandlungvondegradierte
ehemalslandwirtschaftlich
genutzteGrünflächenin
Forstplantagen
KeineUmwandlungvon
Primärwäldernnatürlich
regenerierenden(Sekundär-
)WäldernSavannen
Grasländernundnatürlichen
Süßwasserökosystemen
3,1 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
Umfangdesgeschütztenund
wiederhergestelltenGebiet
(km
)aufgeteiltin
a/Freiwilligund
ha(ha)
(reguliertesSchutzgebietabgezogen
vondemgesamtenSchutzgebiet)
N/A
3,2 C Umfangder
Veränderungenin
derNutzungvon
Land-Süßwasser-
und
Meeresökosystemen
b/Gesetzlichoder
behördlichvorgeschrieben
ha(ha)
( vonderGesamtfläche)
N/A
14_2 C_Forest
Europe
Regeneration(Forest
EuropeIndikator)
hanatürlicheNeubildungund
natürlicheAusbreitungdesWaldes
(EsgibtkeineneuenBereicheder
Neubildung–dieserBereich
regeneriertsichweiterhinauf
natürlicheWeise)
ha(ha)
aufgeforsteteundregenerierte
FlächedurchPflanzungund/oder
Aussaat
ௗNiederwalddaNiederwaldin
GebietenmitnativerVegetation
nichtausgeführtwird
GeernteteFlächekontinuierlich
wiederbepflanzt
14_3 C_Forest
Europe
Naturnähegradder
Wälder(Forest
EuropeIndikator)
GrößedesWaldesnach
naturnähegrad
ImbrasilianischenKontext
entsprechenSchutzgebieteinden
PlantagendennaturnahenWäldern
(ha)inha
(ha)
deklarierteFlächeder
Plantagen(
ha)(E-)
Weitere von der TNFD empfohlene Messgrößen und Indikatoren, die nicht mit den ESRS-IROs von Lenzing verknüpft sind, aber dennoch
für interessierte Stakeholder relevant sein könnten, sind auf der Berichts-Website von Lenzing verfügbar.
390 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Dieses Kapitel beschreibt, wie Lenzing Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in ihr Kerngeschäftsmodell einbettet, um so Ressourcen
effizienter zu nutzen und Umweltauswirkungen zu verringern. Lenzing arbeitet bereits seit Langem erfolgreich mit geschlossenen
Produktionsprozessen und stellt Fasern her, deren biologische Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit vom TÜV zertifiziert wurden.
21
Auf diese Weise wird die Einhaltung von Umweltgesetzen gewährleistet, gleichzeitig bleibt die finanzielle Wettbewerbsfähigkeit
erhalten. Außerdem beleuchtet dieses Kapital kollaborative Initiativen wie etwa die Partnerschaft mit dem schwedischen Zellstoff-
hersteller Södra. Sie soll das Recycling von Textilabfällen und den systemischen Wandel in der Branche vorantreiben. Durch die
Förderung von zirkulären Lösungen und die Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung in der Wertschöpfungskette schafft Lenzing
Mehrwert und stärkt ihre führende Rolle bei den Themen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Ressourcen-
zufluss,
einschließlich
Ressourcen-
nutzung
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Vorgelagerte
Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
DieBeschaffungvonChemikalien
dieaufherkömmlicheWeise
hergestelltwerdenbasiertaufder
VerwendungvonPrimärressourcen
undfördertnichtdie
Kreislaufwirtschaft
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
VC
Einbeziehung
der
Lieferanten
*Beschaffung
(G-)
Nachhaltige
Chemikalien-
beschaffung
*AnzahlderLieferanten
diedenEcoVadis-
Fragebogenbeantworten
(unternehmensspezifisch)
*Durchschnittliche
EcoVadis-Bewertungvon
LenzingsLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHerkunftvon
eingekauftenChemikalien
(unternehmensspezifisch)
Positive
Auswirkung
-Tatsächlich
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurz-bis
langfristig
Lenzingträgtzuzirkulären
Wertschöpfungskettenbeiindem
esFasernausrecycelten
Inhaltsstoffenundnachwachsenden
Rohstoffenherstelltundsodie
AbhängigkeitvonneuenRohstoffen
verringertunddie
Lebenszyklusemissionensenkt
DiesePraktikenunterstützen
umfassendereUmweltzieleindem
siedenRessourcenverbrauch
minimierendieWiederverwendung
fördernundAbfallindergesamten
Textillieferkettereduzieren
*Nachhaltigkeits-
Policy
*PolicyfürHolz
undZellstoff
*Textil-
recycling
*Kreislauf-
wirtschaft
*Bioraffineriefür
Zellstoffproduktion
*Kommerzielle
Recycling-
technologien
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
*AnteilSpezialfasern
(freiwilligeAngabe)
*Ressourcenzuflüsse
(E-)
*Ressourcenabflüsse
(E-a)
21
Zu den LENZING™ Fasern, die vom TÜV als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser & Meer) und kompostierbar (Haushalt & Industrie) zertifiziert sind, gehören die folgenden
Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Dry und LENZING™ Nonwoven Techno-
logy. Ausnahmen in der Zertifizierung gibt es für die Faser LENZING™ Lyocell Filament, bei der die erforderlichen Tests zur Bestätigung der biologischen Abbaubarkeit in der
marinen Umwelt nicht durchgeführt wurden.
E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
391 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ressourcen-
abflüsse im
Zusammen-
hang mit
Produkten
und
Dienstleist-
ungen
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
DieFührungspositionvonLenzing
imBereichderzirkulären
Faserinnovationversetztdas
UnternehmenindieLagedie
wachsendeMarktnachfragenach
umweltfreundlichen
ressourceneffizientenundbiologisch
abbaubarenMaterialienzu
bedienenDurchdieVerwendung
vonrecyceltenInhaltsstoffen
nachwachsendemHolzund
geschlossenenProduktionsprozessen
unterstütztLenzingseine
nachgelagertenPartnerbeider
ErreichungihrerNachhaltigkeitsziele
undpasstsichgleichzeitigneuen
regulatorischenRahmenbedingungen
wiederEU-Textilstrategiean
DiesestrategischePositionierung
stärktdieKundenbindungeröffnet
neueMarktsegmenteundfestigt
dieRollevonLenzingalsVorreiter
inSachenNachhaltigkeitinder
Textilbranche
*Nachhaltigkeits-
Policy
*Textil-
recycling
*Kreislauf-
wirtschaft
*Bioraffineriefür
Zellstoffproduktion
*Kommerzielle
Recycling-
technologien
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
*AnteilSpezialfasern
(freiwilligeAngabe)
*Ressourcenzuflüsse
(E-)
*Ressourcenabflüsse
(E-a)
Negative
Auswirkung
-Tatsächlichund
potenziell
-Eigene
Tätigkeiten&
vorgelagerte
Wertschöpfungsket
te
-Kurz-bis
langfristig
Recyclingprozessesind
energieintensivwaspotenziellzu
höherenTreibhausgasemissionen
undeinemgrößerenCO
-
FußabdruckderProdukteim
VergleichzurVerwendungneuer
MaterialienführtObdie
Auswirkungennegativsindhängt
vonderVerfügbarkeitkünftiger
TechnologiensowievomUmfang
desRecyclingsundder
RückgewinnungvonChemikalien
ab
*Nachhaltigkeits-
Policy(auch
VC)
*Kreislauf-
wirtschaft
(auchVC)
*Kooperationenund
Forschung
*R&DAusgaben
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Strategie
[ESRS 2 SBM-3 46]
Lenzing verfolgt ihre Vision von einer Kreislaufwirtschaft durch drei
Kernpraktiken, die wichtige Elemente der Kreislaufwirtschaft in ihr
Geschäftsmodell integrieren (siehe Abbildung „Kreislaufwirt-
schaftsmodell“). Diese Praktiken helfen im Zusammenspiel, ge-
schlossene Stoffkreisläufe in biologischen und technischen Zyklen
zu schaffen. Dies verringert die Abhängigkeit von natürlichen Roh-
stoffen und unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit.
Natürliche Kreisläufe
Nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft bilden
die Grundlage für Lenzings Wertschöpfungskette. Die meisten
Produkte sind am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abbaubar
und kompostierbar. So ist gewährleistet, dass der biologische Zyk-
lus geschlossen wird und die Umweltauswirkungen verringert wer-
den.
Ressourceneffiziente Produkte und
Technologien
Bioraffinerie-Prozesse wandeln durch Kaskadennutzung natürliche
Rohstoffe effizient in Zellstoff und Co-Produkte um. Gleichzeitig
zeichnet sich die Faserproduktion durch geringe Emissionen und
hohe Rückgewinnungsquoten aus. Diese Technologien optimieren
die Ressourcennutzung und minimieren den Abfall während des
Produktionsprozesses.
Kommerzielle Recyclingtechnologien
An ihren Zellstoff- und Faserstandorten setzt Lenzing mit fort-
schrittlichen Technologien auf die Rückgewinnung und Wiederver-
wendung von Prozesschemikalien und Fasern, sodass die Roh-
stoffe im technischen Zyklus weiter zirkulieren. Abfälle aus der Pro-
duktion von Textilien und Vliesstoffen fließen zurück in die Faser-
herstellung. Partnerschaften mit Marken und Einzelhändlern unter-
stützen Rücknahmeprogramme für Alttextilien, die dem chemi-
schen Recycling zugeführt werden.
392 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
393 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Co-Produkte,
Bioenergie, Abfall,
Emissionen
Kreislaufwirtschaftsmodell
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Herkunft
Nachwachsender
Rohstoff Holz aus
nachhaltiger
Beschaffung
Produktionsschritte
Produktionsabfälle
der Textil-/
Vliesstoffindustrie
Marken/
Einzelhändler
Rücknahme-
programme
Nutzungsphase
Alttextilien, die
nicht wieder-
verwendet oder
aufgearbeitet
werden können
Ende des
Lebenszyklus
Biologische
Abbaubarkeit
und Kompos-
tierbarkeit
1
Bioraffinerie
für Zellstoff-
produktion
Hocheffiziente
Kaskadennutzung
von Ressourcen
Faserproduktion
Geringe
Emissionen
durch hohe
Rückgewin-
nungsraten
P
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Natürliche Ressourcen
Fasernutzungsphase
Schließung des natürlichen Kreislaufs
Natürlicher Kreislauf
Rückgewinnung und Wiederverwendung von Prozesschemikalien
Recycling von Zuschnittsresten aus der Textilproduktion
Recycling von Alttextilien
Technischer Kreislauf
Holz, Faserzellstoff,
Wasser, Chemikalien,
Energie
1 Gilt für TÜV-zertifizierte biologisch abbaubare und kompostierbare LENZING™-Fasern
Policies
[E5-1, MDR-P 65]
Das Thema Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft wird bei
Lenzing durch zwei Policies geregelt. Die Mindestangabepflichten
und den themenspezifischen Anforderungen dieser Policies wer-
den in anderen Kapiteln beschrieben: die Nachhaltigkeits-Policy -
welche die themenspezifischen Anforderungen zur Abkehr von der
Nutzung von Primärrohstoffen, einschließlich einer relativen Zu-
nahme der Nutzung sekundärer (recycelter) Ressourcen abdeckt –
ist im Abschnitt „Nachhaltigkeitsstrategie“ des Kapitels „ESRS 2
Allgemeine Angaben“ zu finden. Die Policy für Holz und Zellstoff
findet sich im Abschnitt „Policies“ im Kapitel „E4 Biologische Viel-
falt und Ökosysteme“.
Maßnahmen
[E5-2, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Bioraffinerie für Zellstoffproduktion
x Kommerzielle Recyclingtechnologien
x Kooperationen und Forschung
Bioraffinerie für Zellstoffproduktion
[E5-2 20a, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Bei der Zellstoffproduktion wird Holz in Faserzellstoff umgewan-
delt, der anschließend verwendet wird, um Fasern herzustellen. An
den Zellstoffstandorten von Lenzing ist dies ein energieautarker
Prozess, bei dem Rohstoffe effizient eingesetzt und Lösungsmittel
sowie Chemikalien mit hohen Rückgewinnungsraten zurückge-
führt werden. Dadurch werden marktfähige Bioraffinerieprodukte
und Energie erzeugt, gleichzeitig werden Produktionsabfälle ver-
ringert (siehe Abbildung „Hocheffizienter Einsatz des Rohstoffes
Holz“). Die Lenzing Gruppe betreibt derzeit drei Bioraffinerien: eine
in Lenzing (Österreich), eine in Paskov (Tschechische Republik) und
eine in Indianópolis (Brasilien). Diese versorgen andere Branchen
mit wertvollen Bioraffinerieprodukten und leisten damit einen
wichtigen Beitrag zur effizienten Nutzung von Holz und Pro-
zesschemikalien in einem Kreislaufsystem. Jeder Standort produ-
ziert ein spezifisches Portfolio an Bioraffinerieprodukten.
Überschüssige Energie aus der Zellstoffproduktion wird in Form
von Dampf und Strom als erneuerbare Energie bereitgestellt. Am
Standort Lenzing (Österreich) wird die überschüssige Energie di-
rekt in die Faserproduktionsanlagen eingespeist. In Paskov (Tsche-
chische Republik) und Indianópolis (Brasilien) wird überschüssige
Energie in das Stromnetz eingespeist und damit ein Beitrag zum
Umstieg auf erneuerbare Energie in diesen Regionen geleistet. Das
veranschaulicht die Kaskadennutzung von Biomasse und die 100-
prozentige Verwertung des Rohstoffs Holz.
Kommerzielle
Recyclingtechnologien
[E5-2 20b, A 68a, 68b, 68c]
Recycling erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Textilrecycling-
verfahren können aufgrund der komplexen Zerlegung von Textilien,
Mischmaterialien und der für die Textilproduktion verwendeten
Chemikalien energieintensiv sein. Um echte Verbesserung der
Auswirkungen auf das Klima und andere Umweltfaktoren zu erzie-
len, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden: z. B. Design
für Kreislauffähigkeit; Nutzung von erneuerbarer Energie und Che-
mikalien mit geringer Umweltwirkung in der Wertschöpfungskette.
Marken und Einzelhändler spielen eine wichtige Rolle, denn sie bie-
ten nicht nur Produkte mit Recyclinganteil an, sondern entwerfen
Textilien auch so, dass sie mit Blick auf Haltbarkeit, Recyclingfähig-
keit und biologische Abbaubarkeit die Kreislaufwirtschaft fördern.
Lenzing verwendet in ihrem Produktportfolio zwei Arten von Re-
cycling: chemisches und mechanisches Recycling, beides sind
fortlaufende Aktivitäten.
Chemisches Recycling
Um die Herausforderungen im Zusammenhang mit Abfall in der
Textilindustrie zu meistern, hat Lenzing die innovative Recycling-
technologie REFIBRA™ entwickelt. Dabei werden zellulosehaltige
Stoffreste aus der Bekleidungsproduktion und Alttextilien aus
Baumwolle oder regenerierter Cellulose zusammen mit Frischzell-
stoff zu neuen Fasern verarbeitet. Die F&E-Teams von Lenzing ar-
beiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung dieser Technologie.
Viscosefasern der Marke LENZING™ ECOVERO™, die mit der
REFIBRA™ Technologie hergestellt wurden, enthalten einen recy-
celten Anteil von mindestens 20 Prozent aus Stoffresten aus der
Textilproduktion und Alttextilien. Diese hochwertigen Fasern sind
in puncto Performance durchaus mit Fasern aus rein holzbasiertem
Faserzellstoff vergleichbar. Die Fasern sind nach dem Recycled
Claim Standard (RCS) zertifiziert. Dieser bestätigt, dass alle Pro-
duktionsschritte entlang der gesamten Lieferkette den Anforde-
rungen entsprechen, um die Integrität des Endproduktes zu ge-
währleisten.
Mechanisches Recycling
Lenzing Fasern können auch als Beimischung verwendet werden,
um mechanisch recycelte Textilien zu verbessern (Post-Industrial,
Pre-Consumer/Post-Consumer). Diese Textilien werden beim me-
chanischen Recycling so weit wie möglich in die einzelnen Fasern
aufgetrennt. Da die Faserlänge verkürzt wird und die Fasern an Per-
formance (z. B. Festigkeit) einbüßen, benötigen diese mechanisch
recycelten Fasern Trägerfasern, um zu neuem hochqualitativem
Garn gesponnen zu werden. Lenzing Fasern werden erfolgreich als
Trägermaterial für mechanisch recycelte Fasern eingesetzt.
394 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Holz
Zellstoff
Biobasierte Materialien:
LENZING™ Essigsäure Biobased,
LENZING™ Furfural Biobased,
LENZING™ Magnesium-
Lignosulfonat Biobased,
LENZING™ Soda, Xylose
Bioenergie
Hocheffizienter Einsatz des Rohstoffes Holz in den
Bioraffinerien
Bio-
raffinerie
Kooperationen und Forschung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 führte die Lenzing-Gruppe zahlreiche langfristige For-
schungskooperationen fort, um Textilrecycling-Technologien wei-
terzuentwickeln und das Verständnis der Kreislaufwirtschaft bei
politischen Entscheidungsträgern und Stakeholdern in der Indust-
rie zu verbessern. Das übergeordnete Ziel besteht darin, den Über-
gang zu einer Kreislaufwirtschaft im Textil- und Vliesstoffsektor zu
beschleunigen. Lenzing arbeitet bei mehreren, nachfolgend erläu-
terten Forschungsprojekten mit Partnern wie Södra, CELLFIL und
TreeToTextile zusammen. Die gesamten Ausgaben für Forschung
und Entwicklung, berechnet nach Frascati, beliefen sich auf Kon-
zernebene im Jahr 2025 auf insgesamt EUR 31,7 Mio. (2024:
EUR 30,4 Mio.). Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind
unternehmensspezifische Informationen.
Södra
Um die technologische Entwicklung für das Textilrecycling zu be-
schleunigen und die Kapazitäten für Faserzellstoff aus Alttextilien
zu erweitern, ist Lenzing 2021 eine Zusammenarbeit mit Södra, ei-
nem weltweit führenden Zellstoffhersteller, eingegangen. Gemein-
sam wird das Ziel verfolgt, bis 2029 am Standort von Södra in
Mörrum 50.000 Tonnen Textilabfälle pro Jahr zu recyceln und zu
verarbeiten. Die Initiative „Textile Recycling in Europe AT
Scale“ (LIFE TREATS) wird von der EU im Rahmen des LIFE Pro-
gramms 2022 (Projekt-ID 101113614) mit EUR 10 Mio. gefördert, um
gemeinsam das innovative OnceMore
®
-Recyclingverfahren wei-
terzuentwickeln.
CELLulose lyocell FILaments (CELLFIL)
Lenzing ist Teilnehmer und technischer Koordinator von CELLFIL –
CELLulose lyocell FILaments (Projekt-ID 101135042), das 2024 als
skalierbare Lösung für zirkuläre Textilproduktion 2024 gestartet
wurde. Im Mittelpunkt des Projekts steht das Lyocell-Filament der
Marke TENCEL™ Luxe, das im Laufe der letzten zehn Jahre von
Lenzing entwickelt wurde. CELLFIL erstreckt sich inzwischen über
die gesamte Wertschöpfungskette, von Rohstoffen über verschie-
dene Produktionsschritte bis hin zu Endanwendungen. Im Rahmen
des Projekts werden neun Prototypen-Produkte in drei Kategorien
entwickelt: Performance Wear, Textilien für die Automobilindustrie
sowie technische Textilien und Verstärkungen. Dieser Prozess be-
inhaltet das Design, die Entwicklung und Validierung textiler End-
anwendungen, die optimierte Lyocell-Filament-Garne und -Textil-
flächen nutzen, die verbesserte Recyclingfähigkeit bieten. Das Pro-
jekt deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, um zu zeigen,
dass Cellulose-Filamente die aktuell in der Textilindustrie vorherr-
schenden fossilbasierten Pendants potenziell ersetzen können. In-
folgedessen soll CELLFIL somit die Wertschöpfungskette in der
europäischen Textilindustrie durch die Entwicklung nachhaltiger,
biobasierter Lyocell-Filamente transformieren. Lenzings Rolle als
Herstellerin von TENCEL™ Luxe beinhaltet die Belieferung der
Partner mit geeigneten Filament-Typen und die Entwicklung neuer
Varianten, wie Filamenten, die Cellulose aus alternativen Quellen
enthalten. Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit
Partnern, deren nachgelagerte Versuchsergebnisse unmittelbar in
die nachfolgenden Versionen von Filament-Varianten einfließen.
Darüber hinaus arbeitet Lenzing an zusätzlichen Prozessverbesse-
rungen, um die Filamentproduktion auf industrielles Niveau zu ska-
lieren. Das Projekt wird die Innovationstätigkeit entlang der Wert-
schöpfungskette ankurbeln, indem es Geschäftsmodelle und Stra-
tegien definiert, die bis 2030 am Markt eingeführt werden sollen.
Damit trägt es letztendlich zur Entwicklung einer zirkulären Textil-
wirtschaft in Europa bei.
TreeToTextile
Lenzing hat 2024 eine Minderheitsbeteiligung am schwedischen
Cellulosefaserunternehmen TreeToTextile AB erworben und will mit
dieser strategischen Partnerschaft Cellulosefasern der nächsten
Generation entwickeln. Die preisgekrönte Technologie und der
Produktionsprozess von TreeToTextile, der die Umweltbelastung
deutlich reduziert, stehen im Einklang mit Lenzings Bekenntnis zu
Nachhaltigkeit. Im Februar 2026 erhöhte die Lenzing Gruppe ihre
bestehende Beteiligung an TreeToTextile AB und übernahm damit
die kontrollierende Mehrheit. Mit der Mehrheitsübernahme unter-
streicht Lenzing ihren Anspruch, die Premiumisierungsstrategie
konsequent voranzutreiben und ihre führende Rolle im globalen
Markt für Spezialfasern weiter auszubauen. Die Transaktion er-
möglicht eine beschleunigte Skalierung der neuen Technologie.
Lenzing plant sowohl eine deutliche Steigerung des Produktions-
ausstoßes in der bestehenden Demonstrationsanlage in Nymölla,
Schweden, als auch die Vorbereitung der ersten industriellen Groß-
anlage.
Diskussion über politische Maßnahmen
Mit Blick auf die technologischen Herausforderungen und regula-
torischen Hürden beim Textilrecycling in der EU trägt Lenzing zu
folgenden europäischen Kooperationen mit ihrem Know-how und
Fachwissen bei: Policy Hub, Textile Dialog, European Recycling In-
dustries’ Confederation (EuRIC), Forum for the Future (internatio-
nal), Bioökonomie-Strategie für Österreich. Besonders beachtens-
wert sind die beiden folgenden Kooperationen mit CISUTAC und
ESCIB.
Circular and Sustainable Textiles and Clothing (CISUTAC)
Seit Oktober 2022 ist Lenzing Partner im CISUTAC-Projekt, das
von der EU kofinanziert wird (Projekt-ID 101060375). Das Konsor-
tium wurde gegründet, um den Übergang zu einer kreislauforien-
tierten und nachhaltigen Textilindustrie zu unterstützen. Neben
Lenzing zählen zu den 24 Partnern des Konsortiums Branchenver-
treter wie Södra und Decathlon, Nichtregierungsorganisationen
wie Oxfam und wissenschaftliche Einrichtungen wie RISE und
CENTEXBEL. Die Initiative soll Hürden für die Kreislaufwirtschaft
entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette identifizieren,
vermeiden und beseitigen. In diesem Rahmen konzentriert sich
Lenzing entsprechend ihrer Unternehmensstrategie auf die Ent-
wicklung von Recyclingverfahren für Cellulosefasern, einschließ-
lich der Lieferung von Fasern, die die Qualität von mechanisch re-
cyceltem Baumwollgarn verbessern.
Environmental Sustainability & Circularity Assessment
Methodologies for Industrial Biobased Systems (ESCIB)
Lenzing nimmt am von der EU finanzierten Projekt ESCIB (Projekt-
ID 101135071) teil – Entwicklung von Methoden zur Beurteilung der
ökologischen Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit industrieller bi-
obasierter Systeme – das Anfang 2024 gestartet wurde. Ziel des
Projekts ist es, die europäische biobasierte Wirtschaft durch die
Entwicklung wichtiger Bewertungsmethoden zu unterstützen, die
eine schnellere und genauere Bewertung ihrer Wertschöpfungs-
ketten ermöglichen. Zu den Kernzielen des ESCIB gehört die Ent-
395 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
wicklung von Standardmethoden für die Bewertung von Lebens-
zyklus und Nachhaltigkeit biobasierter Systeme auf verschiedenen
technologischen Entwicklungsstufen (Technology Readiness Le-
vels – TRLs). Dies wird dazu beitragen, die Nachhaltigkeit bioba-
sierter Produkte weiter zu verbessern, potenzielle negative Auswir-
kungen zu verringern und die Vorteile biobasierter Produkte im Ver-
gleich zu Produkten auf fossiler Basis hervorzuheben. Lenzing lie-
fert als Partnerin aus der Industrie Anwendungsfälle und spielt eine
zentrale Rolle beim Testen und bei der Evaluation der entwickelten
Methoden. Der primäre Anwendungsfall von Lenzing bei dem Pro-
jekt ist Lyocell™ Filament, wodurch auch eine solide Verbindung
zum EU-finanzierten Projekt CELLFIL entsteht.
Ziele
[ESRS E5-3 24, 24a, 24b, 24c, 27, MDR-T 80a]
Lenzings Textilrecycling Ziel und Kreislaufwirtschaft Ziel sind eng
auf die Unternehmensstrategie abgestimmt, die Kreislaufwirtschaft
und eine nachhaltige Materialbeschaffung fördern soll. Diese frei-
willigen Ziele unterstützen nicht nur ein zirkuläres Produktdesign
und die zirkuläre Materialnutzungsrate, sondern tragen auch zur
Verringerung des Einsatzes primärer Rohstoffe bei.
[E5-3 24d, 25]
Die Ziele sind auf die Beschaffung aus erneuerbaren Quellen und
den Einsatz von recycelter Cellulose aus Textilabfällen sowie von
landwirtschaftlichen Reststoffen ausgerichtet, um den Anteil und
die Vielfalt alternativer Rohstoffe zu erhöhen. Die Ziele beziehen
sich hauptsächlich auf die „Recycling“-Ebene in der Abfallhierar-
chie. Das Kreislaufwirtschaft Ziel fördert darüber hinaus das Kon-
zept der Kreislaufwirtschaft, einem übergeordneten Grundsatz,
der alle Ebenen der Abfallhierarchie umfasst.
[MDR-T 80h]
Södra ist eine schwedische Forstgenossenschaft, die Holzpro-
dukte, Zellstoff und Biotreibstoff herstellt und als Kooperations-
partner bei der Festlegung dieser Ziele eine wichtige Rolle gespielt
hat. Intern wurde die Abteilung Corporate Sustainability bei der
Festlegung dieser Ziele durch das F&E-, das Pulp and Wood und
das Commercial Textiles Team unterstützt.
[MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung dieser Ziele wird
im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine
Angaben“ beschrieben.
Textilrecycling Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Erhöhung des Anteils und der Arten von alternativen Rohstoffen, z. B. durch Verwendung von
recycelten Textilabfällen oder landwirtschaftlichen Abfällen bis 2030
2030
Auf Kurs
Unterziele
Erhöhung des Recyclinganteils in Viscose- und Lyocellfasern von 20 Prozent auf mindestens 30 Prozent aus
Alttextilien im kommerziellen Maßstab bis 2030
2030
Auf Kurs
Innovation bei der Nutzung von mindestens 5 alternativen Rohstofflieferanten (z. B. aus recycelten Textilien und
landwirtschaftlichen Abfällen) bis 2030
2030
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingFaserproduktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing(China)Prachinburi
(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert BiszuProzentRecyclinganteilinLyocellfasern(TENCEL™xREFIBRA™)
Zielwert ProzentRecyclinganteilinViscose-undLyocellfasernalternativeRohstoffe
Status in 2025 LenzingarbeitetkontinuierlichanderOptimierungvonTechnologiendiedaschemischeRecyclingvonbaumwollreichen
TextilabfälleninderFaserproduktionermöglichenDarüberhinaushatdasUnternehmenFortschrittebeiderVorbereitungauf
dieVerarbeitungvonHaushalts-TextilabfällenausdemEndverbraucherzieltLenzingerwartetdassdieseKategoriekünftig
lokaldiegrößteBedeutunghabenwirdDieneuenEU-VorschriftenwerdenvoraussichtlichdieSammlungundBehandlung
solcherAbfällegemäßderAbfallhierarchievorschreibenunddieSkalierungdieserInitiativenunterstützenDieZusammenarbeit
mitSödraimBereichTextilrecyclingwardasganzeJahrübererfolgreichEinbedeutenderMeilensteinimJahrwardie
HerstellungvonLyocell-Stapelfaserndiezu ProzentausMaterialdesinnovativenUnternehmensCircIncbestehen
BemerkenswertistdassCircschwierigePolyester-Baumwoll-AbfälleeffektivverarbeitetundsowohlPolyester-alsauch
Baumwollanteilezurückgewinnt
ImRahmenderErkundungalternativerRohstoffewurdenLabortestsmitlandwirtschaftlichenReststoffenwieHanf
BananenfasernundWasserpflanzendurchgeführtAllerdingserreichteimJahrkeinedieserInnovationendiePilotanlagen-
StufeLenzingwirdsichweiterhinengagiertdafüreinsetzendieseAlternativenweiterzuuntersuchen
396 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kreislaufwirtschaft Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Umsetzen eines neuen Kreislaufwirtschaft-Geschäftsmodells durch Schließen der Kreisläufe für Alttextilien;
Zusammenarbeit mit 15 wichtigen Unternehmen der Lieferkette bis 2025
2025
Erreicht
Umfang AufGruppenebene
Geografische
Abdeckung
EuropaAmerikaundAsien
Bezugsjahr 
Bezugswert
Zielwert 
Status in 2025 TrotzderherausforderndenMarktbedingungenimBereichderKreislaufwirtschafteinschließlicheinerbegrenzten
MarktnachfragekonntedasZielerfolgreicherreichtwerdenLenzingverfolgtdiesesZieldurchdreistrategischeAnsätzea)
dieZusammenarbeitmitInnovatorenumverschiedeneAbfallquellenzuerschließenundderenspezifischenEigenschaftenund
Technologienzunutzenb)derEinsatzmehrererRecyclingmethodenwiemechanischemundchemischemRecyclingsowieder
MischungmitneuenMaterialienundc)dieDurchführungvonRücknahmeprogrammenvonTextilabfälleninnerhalbvon
LenzingsnachgelagerterWertschöpfungsketteumErkenntnissezugewinnenunddieBasisfürzukünftigeSkalierungenzu
schaffenEinbemerkenswerterErfolgderletztenJahrewareinPilotprojektzurSammlungvonTextilabfällenDiesewurden
durcheine"SocialEnterpriseOrganization"(SEO)sortiertundzuneuenFasernrecyceltDiesesModellistskalierbarundträgt
sowohlzumRecyclingalsauchzurUnterstützungsozialerUnternehmenbeiDarüberhinaushatLenzinggemeinsammit
RecycLeathereininnovativesMaterialfürSchuheentwickeltdasrecycelteLederfasernmitTENCEL™Lyocell-Fasern
kombiniertundbereitsvoneinerführendendänischenModemarkeeingesetztwird
Kennzahlen
Ressourcenzuflüsse
[E5-4 30]
Die wichtigsten Zuflüsse bei Lenzing sind Holz, Zellstoff, Chemika-
lien, Brennstoffe und Wasser. Das konsolidierte Gewicht der Mate-
rialien kann der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ entnommen werden.
Holz und Faserzellstoff
Holz als Material ist Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislauf und
daher erneuerbar, sofern eine nachhaltige Forstwirtschaft prakti-
ziert wird. Die Verarbeitung von Holz zu Fasern erfordert eine be-
sondere Qualität von Zellstoff, der als Faserzellstoff bezeichnet
wird. Die aktuellen Nennkapazitäten für Faserzellstoff der Lenzing
Gruppe betragen 320.000 Tonnen am Standort Lenzing (Öster-
reich) und 300.000 Tonnen am Standort Paskov (Tschechische Re-
publik) und 600.000 Tonnen am Standort in Indianópolis (Brasilien).
Die Standorte der eigenen Zellstoffwerke von Lenzing finden Sie
im Kapitel „Die Standorte der Lenzing Gruppe“.
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing
auch Faserzellstoff am Weltmarkt, zumeist im Rahmen langfristiger
Lieferverträge. Eukalyptus, Kiefer und Fichte sind die vorherr-
schenden Holzarten, die von Lenzings Zellstofflieferanten verwen-
det werden. Verarbeitet werden auch Buche, Birke, Esche, Ahorn
sowie andere Laub- und Nadelhölzer. Die tatsächlichen Baumarten
variieren je nach Region und Qualitätsanforderungen. Das gesamte
Holz stammt aus nachhaltigen Forstbetrieben, die nach den füh-
renden Waldzertifizierungssystemen zertifiziert oder kontrolliert
werden. Einen Überblick über die wichtigsten Baumarten nach Re-
gion finden Sie im „Anhang“. Lenzing stellt sicher, dass der Bleich-
prozess aller eingekauften Zellstoffe absolut chlorfrei (TCF) oder
elementar chlorfrei (ECF) ist. Ferner werden 100 Prozent der Holz-
22
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
und Zellstofflieferanten von Lenzing regelmäßig nach FSC
®
- und
PEFC-Standards zertifiziert oder kontrolliert.
22
Weitere Informatio-
nen zu den FSC
®
- und PEFC-Zertifizierungen finden Sie im Ab-
schnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Chemikalien
Lenzings wichtigste Chemikalien mit einem Anteil von rund 85 Pro-
zent am gesamten Beschaffungsvolumen sind: Schwefelkohlen-
stoff (CS
2
), N-Methylmorpholin-N-Oxid (NMMO), Natriumhydro-
xid (NaOH), Schwefelsäure (H
2
SO
4
), Schwefel (S), Schwefeldioxid
(SO
2
), Avivagen, Titandioxid (TiO
2
) und Zinksulfat (ZnSO
4
). Lenzing
wendet bei der Lösungsmittelrückgewinnung in ihren Prozessen
für die Herstellung von Viscose/Modal und Lyocell die besten ver-
fügbaren Techniken an, wodurch sich der Bedarf an primären Roh-
stoffen verringert. Bei der Lyocell-Produktion kann das verwendete
NMMO zu 99,8 Prozent zurückgewonnen und wiederverwendet
werden. Schwefelkohlenstoff und andere Chemikalien, die zur Her-
stellung von Viscose- und Modalfasern eingesetzt werden, können
zurückgewonnen und statt Rohstoffen in den Prozess zurückge-
führt oder in das marktfähige Co-Produkt Natriumsulfat umgewan-
delt werden.
Lenzing ist bestrebt, ihre Chemikalien so weit wie möglich regional
zu beschaffen. NMMO kann allerdings trotz intensiver Suche nach
einer regionalen Bezugsquelle derzeit nicht regional beschafft wer-
den. „Regional“ bedeutet für Lenzing dabei, aus dem Land, in dem
sich die Produktionsanlage befindet, oder aus dem Nachbarland.
Weitere Informationen zur regionalen Beschaffung finden Sie im
Abschnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
Lenzing führte einen umfassenden Dialog mit ihren Lieferanten, um
herauszufinden, welche Optionen bestehen, Natriumhydroxid mit
reduzierten THG-Emissionen zu beschaffen. Weitere Informatio-
nen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ im
Kapitel „E1 Klimawandel“.
397 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Brennstoffe
Die Faserproduktion ist ein energieintensiver Prozess, bei dem
Lenzing etwa zwei Drittel erneuerbare Brennstoffe verwendet.
Weitere Informationen über Brennstoffe finden Sie im Abschnitt
„Energieverbrauch und Brennstoffe“ im Kapitel „E1 Klimawandel“.
Im Einklang mit seinen Zielen war Lenzing der erste Cellulosefaser-
hersteller mit konkreten, wissenschaftlich fundierten Zielen, die
von der Science Based Targets Initiative genehmigt wurden und
auf eine Verringerung der THG-Emissionen bzw. fossiler Brenn-
stoffe abzielen.
Wasser
Wasser ist eine wertvolle Ressource, die Lenzing für ihre Herstel-
lungsprozesse benötigt. Weitere Informationen zum Thema Was-
ser und dessen Recycling finden Sie im Kapitel „E3 Wasser- und
Meeresressourcen“.
Verpackung
Chemikalien werden in verschiedenen Verpackungsformen wie
Containern und Big Bags geliefert. Lenzing hat mit ihren Lieferan-
ten Rücknahmesysteme eingeführt, um Verpackungsabfälle zu re-
duzieren. Dies gewährleistet nicht nur eine ordnungsgemäße Ent-
sorgung, sondern erleichtert auch die Wiederverwendung von Ver-
packungsmaterial.
Der Faserzellstoff wird in Güterwaggons und LKWs transportiert,
während die Faserballen in Kunststofffolien verschickt werden. Das
ist zum Schutz des Produkts und für den Transport notwendig. Ge-
messen am Verhältnis von Produkt- zu Verpackungsgewicht und
am geringen Anteil von Verpackungsmaterial am gesamten Mate-
rialzufluss wird für Lenzings Produkte wenig Verpackungsmaterial
benötigt. Das Recycling von Verpackungen für Faserballen liegt au-
ßerhalb der betrieblichen Systemgrenzen von Lenzing aufgrund
fehlender Kontrolle und Einflussnahme auf die nachgelagerte
Wertschöpfungskette. Dennoch prüft das Unternehmen derzeit
Möglichkeiten zur Verringerung des Verpackungsabfalls bei ver-
kauften Waren.
Das Management von Verpackungsabfällen liegt in der gemeinsa-
men Verantwortung von Lenzing und ihren Geschäftspartnern. Die
ordnungsgemäße Entsorgung, die Teilnahme an Recyclingpro-
grammen sowie Rücknahmesystemen können wesentlich zur Re-
duzierung von Verpackungsabfällen beitragen.
Sachanlagen
Informationen zu Lenzings Faser- und Zellstoff-produktion finden
Sie im Abschnitt „Die Standorte der Lenzing Gruppe“ im Ge-
schäftsbericht.
Vor dem Faserzellstoffherstellungsprozess werden schwere Ge-
räte für das Entladen und Zerkleinern von Baumstämmen sowie La-
ger und Förderbänder für die Zwischenlagerung benötigt. Hack-
schnitzel und Prozesschemikalien werden durch verschiedene Ko-
cher, Kessel und Tanks in Zellstoff und Kochlauge umgewandelt.
Zusätzliche Anlagen für Waschen, Sieben und Bleichen sowie Tro-
ckenkammern und Blattpressen runden die erforderliche Ausrüs-
tung für die Zellstoffproduktion ab. Bei der verbleibenden Koch-
lauge werden mit mehreren Rückgewinnungssystemen wertvolle
Substanzen mit Hilfe von Kondensationsanlagen, Extraktions- und
Fraktionierungssäulen separiert.
Beim Prozess zur Herstellung von Cellulosefasern werden ver-
schiedene Anlagenteile benötigt, um die Spinnmasse zu Fasern zu
spinnen, unter anderem Tanks, verschiedene Fässer und Reaktions-
kammern, Trockner und Filtrationssysteme. Die wichtigsten Geräte
für die Spinnschritte sind die Spinndüsen, gefolgt von Anlagen zum
Strecken und Schneiden von Stapelfasern, Wasch- und Reini-
gungsanlagen und Trocknern. Die Fasern werden zu Ballen ge-
presst, in Plastikfolie gewickelt und im Ballenlager gelagert, bevor
sie auf der Schiene transportiert werden.
Für die Herstellung von Viscose/Modal- und Lyocellfasern sind An-
lagen für die Rückgewinnung von Prozesschemikalien erforderlich,
darunter Kessel, Filtrations- und Reinigungsanlagen, Extraktions-
säulen, Öfen und Katalysatoren. Bei der Produktion von Bioraffine-
rie- und Co-Produkten werden auch Lagertürme und Verpa-
ckungseinheiten benötigt.
[E5-4 31]
Ressourcenzuflüsse
 
Gesamtgewicht der im Berichtszeitraum
verwendeten Produkte und technischer und
biologischer Materialien (Mio. t)  
Prozentualer Anteil an biologischer Materialien
(und von Biokraftstoffen, die für nicht
energetische Zwecke verwendet werden), die
nachhaltig beschafft werden (% der insgesamt
verwendeten Produkte und Materialien)
a
 
Gesamtgewicht der zur Herstellung der Produkte
und im Rahmen der Dienstleistungen des
Unternehmens verwendeten,
wiederverwendeten oder recycelten sekundären
Komponenten, Produkte und Materialien (Mio. t)  
Prozent der zur Herstellung der Produkte und im
Rahmen der Dienstleistungen des Unternehmens
verwendeten, wiederverwendeten oder
recycelten sekundären Komponenten, Produkte
und Materialien (%)
b
 
a) „Nachhaltig bezogene biologische Materialien“ ist ein Prozentsatz des
„Gesamtgewichts der verwendeten Produkte sowie der technischen und
biologischen Materialien, die im Berichtszeitraum verwendet wurden“.
b) „Prozentsatz der Sekundär- und reduzierten Materialien“ ist das Verhältnis des
absoluten Gewichts der sekundären, wiederverwendeten oder recycelten
Komponenten zum “Gesamtgewicht der verwendeten Produkte sowie der
technischen und biologischen Materialien, die im Berichtszeitraum verwendet
wurden“.
[E5-4 32, MDR-M 77a]
In der Tabelle „Ressourcenzuflüsse“ sind Lenzings Materialzuflüsse
gemessen am Gesamtgewicht der in den Jahren 2025 und 2024
eingesetzten technischen und biologischen Materialien dargestellt.
Darin enthalten sind die für die Herstellung verwendeten wichtigs-
ten Rohstoffe (Chemikalien, Holz und Zellstoff) und die Verpa-
ckungsmaterialien. Die Daten werden von allen Produktionsstan-
dorten von Lenzing gesammelt und basieren auf direkten Messun-
gen des Rohstoff-Inputs für die Fertigungsprozesse. Der Rohstoff-
Input wird definiert als die gekaufte Menge, bereinigt um Verände-
rungen der gelagerten Menge. Diese Daten werden monatlich von
den Betriebs- oder Einkaufsabteilungen der Standorte erstellt und
in die Konzerndatenbank eingespeist, um sie auf Konzernebene zu
aggregieren.
Die nachhaltig beschafften biologischen Materialien, hauptsäch-
lich Holz und Zellstoff, haben einen Anteil von 81 Prozent am Ge-
samtgewicht aller eingesetzten Materialien. Die biologischen Ma-
terialien stammen zu 100 Prozent aus nachhaltigen Quellen. So
stammt das gesamte Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Forst-
betrieben, die nach den Zertifizierungssystemen FSC
®
and PEFC
398 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
zertifiziert oder kontrolliert werden.
23
Weitere Informationen zu
diesen Systemen finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“, Kapitel
„G1 Unternehmensführung“. Weitere Informationen über das Kas-
kadenprinzip bei biologischen Materialien finden Sie im Abschnitt
„Bioraffinerie für Zellstoffproduktion“ in diesem Kapitel.
Die Rückgewinnung von Chemikalien und Lösungsmitteln spiegelt
sich im hohen Anteil an sekundären oder wiederverwendeten Ma-
terialien (42 Prozent) wider. Die Menge der zurückgewonnenen
Stoffe basiert auf direkten Messungen (Ablesungen von Durch-
flussmessern) der zurückgewonnenen Chemikalien.
Ressourcenabflüsse
[E5-5 33, 35]
Die wichtigsten Produktabflüsse von Lenzing sind regenerierte
Cellulosefasern, die in Anwendungen wie Bekleidung, Heimtexti-
lien, Körperpflege- und Hygieneprodukte verwendet werden. Das
Faserportfolio beinhaltet die drei Faserarten Lyocell, Modal und
Viscose. Zellstoff und andere Bioraffinerie-Produkte sowie Co-Pro-
dukte aus der Faserproduktion werden an andere Branchen ver-
kauft.
Um den Bedürfnissen einiger Stakeholder von Lenzing zu entspre-
chen, wurden die folgenden ESRS-Datenpunkte, die für Lenzing
nicht wesentlich sind, im „Anhang“ dieses Berichts freiwillig er-
gänzt: E5-5 37, 39 Abfall.
Bioraffinerie- und Co-Produkte
[E5-5 35]
Lenzing verkauft ihre Bioraffinerie- und Co-Produkte an andere
Branchen, darunter LENZING™ Essigsäure Biobased, LENZING™
Furfural Biobased, Xylose (Birkenzucker)
24
, LENZING™ Soda oder
LENZING™ Magnesium-Lignosulfonat Biobased.
Natürliche Kreisläufe
[E5-5 34a i]
Biologische Abbaubarkeit
Lenzing Fasern bestehen aus Cellulose, einem der am häufigsten
vorkommenden organischen Polymere. Cellulose ist von Natur aus
biologisch abbaubar und wird vorwiegend aus dem nachwachsen-
den Rohstoff Holz gewonnen. Holz ist Teil des biologischen Zyklus.
23
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
24
Von Partner aufbereitet/vermarktet
25
Zu den LENZING™ Fasern, die vom TÜV als biologisch abbaubar (Boden, Süßwasser
& Meer) und kompostierbar (Haushalt & Industrie) zertifiziert sind, gehören die
folgenden Produkte: LENZING™ Viscose Standard Textilien/Nonwovens,
LENZING™ Lyocell Standard Textilien/Nonwovens, LENZING™ Lyocell Dry und
LENZING™ Nonwoven Technology. Ausnahmen in der Zertifizierung gibt es für die
Faser LENZING™ Lyocell Filament, bei der die erforderlichen Tests zur Bestätigung
der biologischen Abbaubarkeit in der marinen Umwelt nicht durchgeführt wurden.
LENZING™ Lyocell-, Modal- und Viscose-Standardfasern sind
vom TÜV Austria als biologisch abbaubar und kompostierbar zerti-
fiziert.
25
Durch die Eigenschaft dieser Fasern, in der natürlichen
Umwelt sicher biologisch abgebaut zu werden, kann der Cellulo-
sematerialkreislauf im Einklang mit dem biologischen Kreislauf ge-
schlossen werden.
Eine 2023 von der Scripps Institution of Oceanography (SIO)
durchgeführte Studie liefert den wissenschaftlichen Beweis, dass
LENZING™ Standard Lyocell-, LENZING™ Standard Viscose- und
LENZING™ Standard Modalfasern an der Meeresoberfläche und
auch in der Tiefsee biologisch abbaubar sind.
26
Die Studie bestätigt
damit, dass diese Fasern am Ende ihres Lebenszyklus in das Öko-
system zurückkehren können. Wissenschaftler:innen des SIO an
der University of California in San Diego hatten bereits 2021 fest-
gestellt, dass LENZING™ Lyocellfasern unter Meeresoberflächen-
bedingungen vollständig und schnell biologisch abgebaut wer-
den.
27
BIOLOGISCHE ABBAUBARKEIT REGENERIER-
TER CELLULOSEFASERN IM VERGLEICH ZU
NATÜRLICHEN CELLULOSEFASERN.
EINE STUDIE DES HYDRA INSTITUTE AUS
DEM JAHR 2025
28
Cellulose ist ein besonders häufig vorkommendes natürliches Polymer,
das in natürlichen Pflanzenfasern wie Baumwolle und als regenerierte
Fasern wie Viscose, Modal und Lyocell vorkommt. Über den Verbleib
der regenerierten Fasern in der Umwelt wird diskutiert, obwohl sie nur
geringe strukturelle Unterschiede zur natürlichen Cellulose zeigen. Wir
haben den biologischen Abbau von verschiedenen Cellulosemateria-
lien, darunter Pulvern, losen Fasern, Stoffen und Vliesstoffen unter tech-
nischen und natürlichen Bedingungen in Boden, Kompost, Frischwasser
und in der marinen Umwelt bewertet. Die Studie umfasste insgesamt
122 Szenarien in standardisierten Labortests, Mesokosmos-Experimen-
ten und Feldversuchen in kalt-gemäßigten bis hin zu tropischen Regio-
nen und bei Temperaturen von 0 bis 30°C.
Alle Cellulosefasern erwiesen sich als von Natur aus biologisch abbau-
bar und die Halbwertszeiten des biologischen Abbaus lagen in der Regel
zwischen Wochen und Monaten. Regenerierte Cellulose wurde in etwa
gleich schnell wie natürliche Cellulose abgebaut, sodass es keinen Hin-
weis auf eine wissenschaftlich fundierte Unterscheidung zum Verhalten
in der Umwelt gibt. Die Abbaugeschwindigkeit wurde hauptsächlich
durch die Wasserverfügbarkeit, Temperatur und den Nährstoffgehalt
bestimmt, Sauerstoff spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Die Standardtests stimmten weitgehend mit den Feldbeobachtungen
überein, was ihre Validität für die Bewertung der natürlichen biologi-
schen Abbaubarkeit mit Umweltrelevanz bestätigt. Ihre Beständigkeit in
realen Szenarien hängt allerdings eher von Modifikationen auf Produkt-
ebene wie Färben und Veredelung als von der Polymerart ab. Diese Er-
gebnisse unterstreichen, dass Bewertungen von Umweltrisiken sich auf
das Endprodukt konzentrieren sollten und nicht auf das Basispolymer.
26
S.-J. Royer et al (2023). Not so biodegradable: Polylactic acid and cellulose/plastic
blend textiles lack fast biodegradation in marine waters. Plos One,
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0284681
27
Royer, S.-J., Wiggin, K., Kogler, M., Deheyn, D.D., (2021). Degradation of synthetic
and wood-based cellulose fabrics in the marine environment: Comparative assess-
ment of field, aquarium, and bioreactor experiments. Science of The Total Environ-
ment, 791, 148060, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2021.148060 .
28
Christian Lott et al., Hydra Institute, Deutschland. Native and regenerated cellulose
show similar environmental biodegradation behavior across global terrestrial and
aquatic ecosystems | bioRxiv https://www.biorxiv.org/con-
tent/10.64898/2025.12.24.696393v1
399 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Net Benefit-Fasern
[E5-5 35]
Lenzing bietet Net Benefit-Produkte, die sowohl ökologische und
gesellschaftliche Vorteile als auch Nutzen für die Partner in der
Wertschöpfungskette bieten und dabei viele konkurrierende Alter-
nativen übertreffen. Diese Produkte berücksichtigen den gesamten
Lebenszyklus, einschließlich der Prozesse in der vor- und nachge-
lagerten Wertschöpfungskette. Der Anteil von Net Benefit-Fa-
sern/Spezialfasern lag 2025 gemessen am Faserumsatz belief sich
auf 92,0 Prozent (2024: 92,6 Prozent). Dieser Prozentsatz ist eine
freiwillige Angabe.
EU Ecolabel
Darüber hinaus sind TENCEL
TM
Lyocell- und Modalfasern und
LENZING™ ECOVERO™ Fasern mit dem allgemein anerkannten
EU Ecolabel zertifiziert
29
. Dieses Zeichen wird an Produkte verge-
ben, die während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Umweltstan-
dards erfüllen. Ohne Lenzings Produktionsprozesse mit hohen
Rückgewinnungsraten wäre das EU Ecolabel nicht zu erreichen ge-
wesen.
Fasern mit Klimaschutz
Auch 2025 waren TENCEL
TM
Lyocell, VEOCEL™ Viscose und VE-
OCEL™ Lyocell als von Climate Partner zertifizierte Produkte ver-
fügbar. Diese Zertifizierung ebnet den Weg für die Offenlegung
freiwilliger finanzieller Beiträge zu THG-Kompensationsprojekten
als letztem Schritt in einem fünfstufigen Protokoll: Klimaschutz-
strategie (einschließlich CO
2
-Fußabdruck), Reduktionsziele, umge-
setzte Reduktionen, finanzierte Klimaschutzprojekte und transpa-
rente Kommunikation.
Spinngefärbte Fasern
Bei der TENCEL™ Modal mit Eco Color Technologie und
TENCEL™ Modal mit Indigo Color Technologie werden die Fasern
bei der Herstellung mit Pigmenten versetzt und helfen so, nachge-
lagerte und energieintensive konventionelle Färbeprozesse zu ver-
meiden. Ein aus diesen Fasern hergestellter Stoff weist 60 Prozent
weniger Treibhausgasemissionen auf als konventionell gefärbte
Stoffe
30
.
Modalfasern der Marke TENCEL™ Modal Color wurden erstmals
im Jahr 2021 auf den Markt gebracht und haben sich als die Lösung
etabliert, um die Nachfrage nach spinngefärbten Fasern bei Mar-
ken und Einzelhändlern zu decken.
Weitere Informationen zu Produkten und Technologien finden Sie
auf der Lenzing Website.
Haltbarkeit und Reparaturfähigkeit
[E5-5 36a, 36b; MDR-M 77a]
Lenzings Fasern sind Zwischenprodukte, die in Fertigprodukte (z. B.
T-Shirts und Feuchttücher) integriert werden. In Bezug auf die
Haltbarkeit des Materials ist zu beachten, dass diese nicht nur von
der Faser selbst bestimmt wird, sondern stark von den Textilverar-
beitungsschritten und letztlich von der Zusammensetzung des
Endprodukts beeinflusst wird. Sobald die Faser gesponnen ist, wird
die „Haltbarkeit“ des Endprodukts durch zahlreiche kritische Fak-
toren bestimmt, etwa die Textilkonstruktion, Färbeverfahren, Ober-
flächenbehandlung und Finishing. Diese Prozesse der nachgela-
gerten Wertschöpfungskette variieren je nach Hersteller, maschi-
neller Ausstattung und Prozessparametern stark. Sie haben großen
Einfluss auf die Produkteigenschaften. Ein Vergleich der Faserma-
terialien anhand des Branchendurchschnitts wird deshalb keine be-
deutenden Erkenntnisse liefern. Aber die Optimierung spezifischer
Produkte ist notwendig, um die Haltbarkeit zu verbessern. Darüber
hinaus ist zwischen Textilien und Vliesstoffen zu unterscheiden, da
die Nachhaltigkeitskriterien für die Produktionsprozesse ebenfalls
unterschiedlich sind. Dies gilt analog für die Reparaturfähigkeit.
Modifikationen der obigen Aussagen sind möglich, wenn sich die
Mindestanforderungen aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen
ändern.
Recyclingfähigkeit
[E5-5 36c; MDR-A 77a]
Da regenerierte Cellulosefasern technisch zu neuen regenerierten
Cellulosefasern recycelt werden können, sind sie zu 100 Prozent
recycelbar. Die Recyclingquote bei Produktverpackungen beträgt
ca. 90 Prozent. Hierbei handelt es sich um eine Schätzung für die
gesamte Gruppe auf der Basis genauer Zahlen vom Standort im
österreichischen Lenzing. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass
Verpackungen, die nur aus einer Komponente, z. B. PET, hergestellt
werden, recycelt werden können, Verpackungen aus zwei oder
mehr Bestandteilen dagegen nicht. Die Recyclingquoten wurden
berechnet, indem das Gesamtgewicht der in das Produkt/die Ver-
packung eingearbeiteten recycelbaren Materialien durch das Ge-
samtgewicht der Produkte/Verpackungen geteilt wurde.
[MDR-M 77b]
Mit Ausnahme des Prüfungsdienstleisters für diesen Bericht unter-
liegen die Ressourcenzuflüsse und -abflüsse keiner externen Veri-
fizierung. Die nachhaltig bezogenen biobasierten Materialien sind
jedoch zertifiziert.
29
Das Umweltzeichen EU Ecolabel wird von allen Mitgliedstaaten der Europäischen
Union sowie von Norwegen, Liechtenstein und Island anerkannt. Das 1992 durch
eine EU-Verordnung (Verordnung (EWG) Nr. 880/92) eingeführte freiwillige Label
hat sich schrittweise zu einem Referenzpunkt für Verbraucher:innen entwickelt, die
durch den Kauf umweltfreundlicherer Produkte und Dienstleistungen zu einer
geringeren Umweltbelastung beitragen wollen. EU Ecolabel für Textilien (Lizenz Nr.
AT/016/001)
30
Terinte, N., Manda, B.M.K., Taylor, J., Schuster, K.C. and Patel, M. (2014). Environ-
mental assessment of colored fabrics and opportunities for value creation: spin-dye-
ing versus conventional dyeing. In: Journal of Cleaner Production 72, pp. 127–138; da
die einzelnen Schritte innerhalb der Textilverarbeitung für Modal- und Viscosefasern
ähnlich sind, basiert die Angabe zu den Einsparungen auf den Berechnungen für die
Stoffherstellung und die Färbung per Jet-Färbung ohne die Auswirkungen der Fa-
serherstellung.
400 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die Mitarbeiter:innen von Lenzing sind das Herzstück des langfristigen Erfolgs und der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens.
Als international tätiges Unternehmen ist sich Lenzing bewusst, dass ihre Stärke in der Diversität, den Fähigkeiten und im Engage-
ment ihrer Belegschaft liegt. In diesem Kapitel wird erläutert, wie Lenzing ihre Mitarbeiter:innen in wichtigen Bereichen wie Be-
schäftigung, Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit, Diversität und Inklusion, Mitarbeiterentwicklung sowie Gesundheit und Si-
cherheit am Arbeitsplatz unterstützt.
Die Schaffung eines integrativen, fairen und respektvollen Arbeitsumfelds ist ein zentraler Bestandteil der Personalstrategie von
Lenzing. Das Unternehmen schätzt die Diversität in all ihren Formen und möchte Talente mit unterschiedlichstem Hintergrund
anziehen, fördern und binden. Ethisch korrektes Verhalten und die Achtung der Menschenrechte bilden die Grundlage der Unter-
nehmenskultur von Lenzing und sind durch die Einhaltung interner Standards und die Ausrichtung an internationale Rahmenwerke
in den weltweiten Aktivitäten verankert.
Die Gewährleistung der Gesundheit, der Sicherheit und des Wohlbefindens aller Mitarbeiter:innen an den Lenzing-Standorten hat
oberste Priorität. Das Unternehmen möchte ein sicheres Arbeitsumfeld schaffen, das die Erwartungen der Gesetzgeber erfüllt oder
übertrifft, und sich durch proaktives Risikomanagement und einen offenen Dialog kontinuierlich verbessert. Die Gesundheits- und
Sicherheitsmaßnahmen gelten auch für Fremdmitarbeiter:innen und andere Personen am Standort und spiegeln das Engagement
von Lenzing für einen sicheren, fairen und integrativen Arbeitsplatz für alle wider.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[S1-4 38a, 38c, 40, MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Arbeitsbedingungen
- Sichere
Arbeitsplätze
Risikound
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
Aufrechterhaltungder
Arbeitgeberattraktivitätwährend
Personalabbauund
wirtschaftlichen
Herausforderungenmit
Schwerpunktauftransparenter
Kommunikation
*Communication
Guideline
*KeinZiel *Kommunikation
smaßnahmen
*Arbeitnehmerfluktuations-
rate(S-c)
Chance
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Lenzing sieht einen wachsenden
Bedarf an Sozialzertifikaten seitens
seiner Kunden. Durch die
Zertifizierung sichert sich Lenzing
Aufträge, indem es als bevorzugter
Lieferant gelistet wird.
*Policy für
Gesundheit,
Sicherheit und
Umwelt
*Policy für
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*Globaler
Verhaltenskodex
*Sozial-
standard
*Sozialaudits
*Anzahl der Anfragen zu
Sozialzertifikaten
(unternehmensspezifisch)
Arbeitsbedingungen
- Work-Life-Balance
Positive Auswirkung
- Tatsächlich
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Die Einführung flexibler
Arbeitszeitmodelle, umfassender
Urlaubsoptionen und
Sozialleistungen fördert eine
gesündere Work-Life-Balance der
Belegschaft. Diese Maßnahmen
sollen Stress reduzieren, die
Arbeitszufriedenheit steigern und
den Mitarbeitenden ermöglichen,
ihre privaten und beruflichen
Verpflichtungen besser zu
vereinbaren, was zu ihrem
allgemeinen Wohlbefinden und ihrer
Bindung an das Unternehmen
beiträgt.
Aktuelle Policies *Kein Ziel
*Maßnahmen
Work-life Balance
und betriebliche
Leistungen
*Soziale Absicherung (S1-11)
*Kennzahlen für die
Vereinbarkeit von Berufs-
und Privatleben (S1-15)
*Health climate index
(unternehmensspezifisch)
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens
401 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Arbeitsbedingungen
- Gesundheit und
Sicherheit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
Unzureichende
Sicherheitsvorkehrungenkönnen
sichaufdieGesundheitunddas
WohlbefindenderMitarbeitenden
indenbetriebenenAnlagen
auswirkenunddiesepotenziell
gefährden
*Policyfür
Gesundheit
Sicherheitund
Umwelt
*LifeSavingRules
Guideline
*Gesund-
heit(TRIFR)
*Maßnahmen
Gesundheitund
Sicherheit
*Kennzahlenfür
Gesundheitsschutzund
Sicherheit(S-)
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Ein schlechtes Arbeitsklima kann zur
Personalfluktuation führen oder die
Produktivität verringern. (Aufgrund
der psychischen Gesundheit.)
*Policy für
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*Globaler
Verhaltenskodex
*Globale Policy für
Gerechtigkeit,
Vielfalt und
Inklusion
*Kein Ziel
*Maßnahmen im
Bereich
Chancengleich-
heit, Diversität
und Inklusion
*Maßnahmen
Gesundheit und
Sicherheit
*Health climate index
(unternehmensspezifisch)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle -
Gleichstellung der
Geschlechter und
gleicher Lohn für
gleiche Arbeit
Negative
Auswirkung
- Tatsächlich
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Lenzing steht im Bereich gleicher
Lohn für gleiche Arbeit aufgrund
kultureller Faktoren und
unbewusster Vorurteile vor
Herausforderungen. Lenzing ist sich
der Bedeutung der Gleichstellung
der Geschlechter und gleicher Lohn
für gleiche Arbeit bewusst und setzt
sich für eine kontinuierliche
Verbesserung in diesem Bereich ein.
*Globale Policy für
Gerechtigkeit,
Vielfalt und
Inklusion
*Chancen-
gleichheit,
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmen im
Bereich
Chancengleich-
heit, Diversität
und Inklusion
Vergütungskennzahlen
(S1-16)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle - Ausbildung
und Kompetenz-
entwicklung
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Eine unzureichende Qualität bei der
Nachfolgeplanung kann zu einem
Rückgang der Produktivität führen.
*Global Learning &
Development
Guideline
*Global
Performance
Management
Guideline
*Nachfolge-
planung
*Maßnahmen
Lernen und
Entwicklung
*Kennzahlen für
Weiterbildung und
Kompetenzentwicklung
(S1-13)
*Gesamtausgaben für
lebenslanges Lernen und
Personalentwicklung
(freiwillige Angabe)
*Anzahl der Top-Talente
(freiwillige Angabe)
Gleichbehandlung
und
Chancengleichheit
für alle - Diversität
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
EinefehlendeFörderungder
DiversitätkannzuGefühlender
AusgrenzungIsolationund
Diskriminierungführenund
psychologischeFolgenfür
Arbeitnehmerinnenhaben
*GlobalePolicy
fürGerechtigkeit
Vielfaltund
Inklusion
*Chancen-
gleichheit
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmenim
Bereich
Chancen-
gleichheit
Diversitätund
Inklusion
*Diversitätskennzahlen
(S-)
*Menschenmit
Behinderung(S-)
Chance
-Eigene
Tätigkeiten
-Mittelfristig
VielfaltfördertInnovationund
LeistungDiverseundinklusive
Arbeitsplätzewerdenmiteiner
besserenMitarbeiterbindung
Innovationund
Wettbewerbsfähigkeitin
Zusammanhanggebracht
*GlobalePolicy
fürGerechtigkeit
Vielfaltund
Inklusion
*Chancen-
gleichheit
Diversität
und
Inklusion
*Maßnahmenim
Bereich
Chancen-
gleichheit
Diversitätund
Inklusion
*Diversitätskennzahlen
(S-)
*Menschenmit
Behinderung(S-)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
402 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
Management der sozialen Nachhaltigkeit
[S1 ESRS 2 SBM-3 13a]
Das Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen in Be-
zug auf die Arbeitskräfte von Lenzing ist eng mit Lenzings Unter-
nehmensstrategie verknüpft, die auf Premiumisierung, Exzellenz,
Innovation und Nachhaltigkeit aufbaut. Die folgenden Aspekte sind
miteinander verbunden: Diversität fördert Innovation, die Verein-
barkeit von Berufs- und Privatleben unterstützt Spitzenleistungen
und soziale Nachhaltigkeit stärkt die Gesamtleistung
31
. Weitere In-
formationen zum übergeordneten Ansatz der doppelten Wesent-
lichkeit finden Sie im Abschnitt „Doppelte Wesentlichkeitsana-
lyse“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Angaben“.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14a]
Lenzing verpflichtet sich, ihre Geschäfte unter Wahrung der Men-
schenrechte und der Menschenwürde zu führen. Zu den Mitglie-
dern der Belegschaft von Lenzing, die wesentlich betroffen sein
könnten, gehören sowohl Mitarbeiter:innen als auch nicht ange-
stellte Beschäftigte. Bei den nicht angestellten Beschäftigten han-
delt es sich um einen kleinen Teil des Leasingpersonals und der
Selbstständigen.
Auswirkungen
[S1 ESRS 2 SBM-3 14b, 15]
Das potenzielle negative Risiko für die Gesundheit und das Wohl-
befinden der Mitarbeitenden im Falle von Arbeitsunfällen ist ver-
einzelter Natur (individuelle Vorfälle). Da Lenzing ein produzieren-
des Unternehmen ist, sind die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
für Arbeiter:innen höher als für Angestellte. Eine kurze Beschrei-
bung der Auswirkungen, Risiken und Chancen finden Sie im Ab-
schnitt „Auswirkungen, Risiken und Chancen“ in diesem Kapitel.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14c]
Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Balance)
wirkt sich positiv auf die Arbeitskräfte von Lenzing aus. Einzelhei-
ten zu den Maßnahmen, die zu positiven Auswirkungen führen, fin-
den Sie unter der entsprechenden Maßnahme im Abschnitt „Maß-
nahmen“ dieses Kapitels.
Risiken und Chancen
[S1 ESRS 2 SBM-3 13b, 14d, 16]
Lenzing ist darauf angewiesen, das Vertrauen und die Motivation
seiner Mitarbeitenden zu erhalten – insbesondere in Zeiten von
Personalabbau und wirtschaftlicher Unsicherheit. Unzureichende
Transparenz und ineffektive Kommunikation können dieses Ver-
trauen untergraben und die Motivation verringern. Wird dem nicht
entgegengewirkt, kann dies zu einem sich verschlechternden Ar-
beitsklima beitragen, was wiederum unerwünschte Fluktuation er-
höhen und die Produktivität senken kann. Solche Entwicklungen
beeinträchtigen die operative Leistungsfähigkeit, schwächen den
Wissensaufbau, reduzieren die Innovationskraft und erschweren
die Umsetzung strategischer Prioritäten. Damit entsteht ein we-
sentliches Risiko für Lenzings Strategie und Geschäftsmodell, die
beide in hohem Maße auf das Wohlbefinden, die Einbindung und
die Leistungsfähigkeit der Belegschaft angewiesen sind. Die Aus-
und Weiterbildung der Mitarbeitenden stellt einen strategischen
Schwerpunkt von Lenzing dar. Werden nicht ausreichend Entwick-
lungsmöglichkeiten bereitgestellt, kann dies zu einem Mangel an
qualifizierten Fachkräften und zu Lücken in der Nachfolgeplanung
führen. Nicht zuletzt betrachtet Lenzing Diversität als Treiber für
Innovation. Studien zeigen, dass vielfältig zusammengesetzte
Teams die Innovationsfähigkeit stärken. Dieses Potenzial gilt für alle
Personen, die zur Vielfalt der Belegschaft beitragen.
[S1 ESRS 2 SBM-3 14f, 14g]
Lenzing duldet keine Kinder- und Zwangsarbeit und steht damit im
Einklang mit den IAO-Kernarbeitsnormen sowie den UN-Leitprin-
zipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie der eigenen Po-
licy für Menschenrechte und Arbeitsstandards. Risikobewertungen
auf Länderebene zeigen, dass in Regionen wie Teilen Asiens, Süd-
amerikas, Osteuropas und Eurasiens ein höheres systemisches Ri-
siko für Kinder- und Zwangsarbeit besteht. Dies ist kein Hinweis auf
festgestellte Fälle in Lenzings eigenen Betrieben.
Um potenzielle Risiken zu minimieren, hat Lenzing Präventivmaß-
nahmen wie die Global Child Labor Remediation Procedure und
jährliche Bewertungen mit dem Higg Facility Social & Labor Mo-
dule (FSLM) eingeführt. 2025 haben alle Produktionsstandorte den
vollständigen Verifizierungsprozess abgeschlossen. Sieben Stand-
orte hatten diesen auch schon in den Vorjahren erfolgreich abge-
schlossen, zwei Standorte wurden zum ersten Mal verifiziert. Der
Prozess umfasste sowohl eine Selbstbewertung als auch Audits
durch Dritte. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Stärkung der so-
zialen Sorgfaltspflicht und der Transparenz in den weltweiten Akti-
vitäten des Unternehmens. Weitere Informationen finden Sie in
den Abschnitten „Policies“ und „Sozialaudits“ dieses Kapitels.
31
Die zugrunde liegenden Studien und weitere Angaben, die diese Aussage unter-
mauern, finden Sie im Lenzing Nachhaltigkeitsbericht 2022 im Kapitel Diversität.
403 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policies
[S1-1, MDR-P 65]
Policy Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette und nachgelagerte Tier 1 Ebene
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Lenzing verpflichtet sich den Schutz der Menschenrechte in seinem Einflussbereich zu wahren sowie negative Auswirkungen auf
Menschenrechte zu identifizieren, zu verhindern, zu mildern und zu beheben.
Kernelemente:
Lenzing bekennt sich zu den grundlegenden Arbeitsrechten, die Kinder- und Zwangsarbeit verbieten, Vereinigungs- und
Verhandlungsfreiheit, faire Vergütung und Arbeitszeiten, sichere und gesunde Arbeitsplätze sowie Schutz vor Diskriminierung,
Belästigung und unmenschlicher Behandlung gewährleisten.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR)
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
20a Soziale Verantwortung und Mitarbeiter:innen hat für Lenzing die höchste Priorität. Lenzing bekennt sich zu allen
internationalen anerkannten Menschenrechten und zu den Grundsätzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR),
dem Global Compact der Vereinten Nationen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen
für multinationale Unternehmen und den grundlegenden Arbeitsprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) zum
Schutz der Arbeitnehmerrechte.
20b Lenzing tauscht sich mit seinen Mitarbeiter:innen über regelmäßige und vielfältige Kommunikationswege aus. Mehr
Informationen finden Sie im Abschnitt „Kommunikation“ dieses Kapitels.
20c Lenzing sorgt für angemessene Maßnahmen zur Wiedergutmachung von Menschenrechtsauswirkungen für betroffene
Personen, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften, einschließlich indigener Bevölkerungsgruppen, und nutzt dafür sowohl
gerichtliche als auch außergerichtliche Verfahren.
21 Für die Ausrichtung an international anerkannten Standards siehe die Zeile „Standards / Initiativen Dritter“ in dieser Tabelle.
22 Die Policy umfasst Menschenrechtsthemen wie die Themen Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy deckt den gesamten Einflussbereich ab, einschließlich der Beschäftigten in der vorgelagerten Lieferkette sowie auf
der nachgelagerten Tier-1-Stufe.
17a Lenzing verpflichtet sich, alle geltenden sozialen und ethischen Standards weltweit einzuhalten – und wo immer möglich zu
übertreffen – und dabei die Menschenrechte innerhalb seiner Einflusszone zu schützen. Dieses Bekenntnis gilt auch für
Lieferanten, die verpflichtet sind, dieselben hohen Standards einzuhalten. Lenzing unterstützt die fortlaufende Einhaltung seiner
internen Vorgaben und aller externen Anforderungen durch Schulungsprogramme und risikobasierte Lieferantenaudits.
17b In Lenzings Policy zu Menschenrechten und Arbeitsstandards verpflichtet sich Lenzing, tatsächliche oder potenzielle negative
Auswirkungen auf die Menschenrechte im Zusammenhang mit seinen Geschäftstätigkeiten und -beziehungen zu identifizieren,
zu verhindern, abzumildern und zu beheben. Dieses Engagement umfasst die Bereitstellung geeigneter Maßnahmen für
betroffene Einzelpersonen, Beschäftigte und lokale Gemeinschaften, einschließlich indigener Völker, sowohl über gerichtliche als
auch außergerichtliche Mechanismen.
17c Die Policy enthält keinen allgemeinen Ansatz in Bezug auf die Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
18 Die Policy umfasst Menschenrechtsthemen wie die Themen Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
19 Informationen zur Übereinstimmung mit international anerkannten Standards finden Sie in der Zeile „Standards / Initiativen
Dritter“ dieser Tabelle. Im Berichtsjahr wurden keine Verstöße gegen die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte,
die IAO-Erklärung über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit oder die OECD-Leitsätze für multinationale
Unternehmen in der vorgelagerten Lieferkette festgestellt.
404 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Globale Policy für Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Lenzing verpflichtet sich zu einem gerechten, vielfältigen und inklusiven Arbeitsumfeld, in dem alle Menschen unabhängig von
ihrem Hintergrund oder ihren Merkmalen respektiert und geschätzt werden.
Kernelemente:
Lenzing verpflichtet sich zur Einhaltung aller geltenden Gesetze und Vorschriften, um ein Umfeld frei von unrechtmäßiger
Diskriminierung zu gewährleisten und fördert ethische Werte durch die Umsetzung von EDI (Equity, Diversity & Inclusion) für alle
Mitarbeitenden. Dies umfasst die Wahrung von Würde und Respekt sowie die Bereitstellung gleicher Entwicklungsmöglichkeiten.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
21 In der Zeile "Standards / Initiativen Dritter" dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Standards.
24a Die EDI-Policy zielt darauf ab, Diskriminierung einschließlich Belästigung zu beseitigen und Chancengleichheit zu fördern.
24b Lenzing verpflichtet sich, allen Mitarbeitenden gleiche Chancen zu bieten – unabhängig von Geschlecht, Familienstand,
familiären Verpflichtungen, ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe, Nationalität, Herkunft, Behinderung, Neurodiversität, HIV/AIDS,
chronischen Erkrankungen, sexueller Orientierung, Religion oder Weltanschauung, Alter oder anderen Eigenschaften. Lenzing
strebt ein inklusives und vielfältiges Arbeitsumfeld an, in dem Unterschiede respektiert und geschätzt werden.
24c Lenzing verpflichtet sich zur Inklusion, wie in der EDI-Richtlinie festgelegt. Der Fokus liegt auf der Sicherstellung von
Chancengleichheit, Respekt und einem diskriminierungsfreien Umfeld für alle Mitarbeitenden, einschließlich besonders
schutzbedürftiger Gruppen.
24d Im Berichtsjahr bestand kein spezialisiertes Verfahren zur Verhinderung, Minderung und Bekämpfung von Diskriminierung.
Lenzing hat Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Inklusion.
Policy Communication Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Corporate Communications, Sustainability, Investor Relations and Public Affairs
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, alle Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe in ein Kommunikationsnetzwerk einzubinden, um den Zugang
zu relevanten Informationen sicherzustellen.
Kernelemente:
Lenzing unterstützt den offenen Austausch und motiviert Mitarbeiter:innen, Ideen und relevante Themen einzubringen, um eine
Kultur der Zusammenarbeit zu fördern.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Life Saving Rules Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) Global HSE
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Einzelpersonen an wesentliche Sicherheitsmaßnahmen zu erinnern, um Risiken zu mindern und tödliche
Zwischenfälle in der Branche zu verhindern.
Kernelemente:
Die „Life Saving Rules“ beruhen auf klar definierten Regeln und Praktiken, die eine einheitliche Sicherheitskommunikation in der
gesamten Branche fördern und das persönliche Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortung für entscheidende
Schutzmaßnahmen erhöhen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
405 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Globale Richline für Learning und Developement
Verantwortlichkeit Senior Vice President (SVP) Corporate Human Resources
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Ziel ist es, basierend auf einem strukturierten, unternehmensweiten Ansatz, die Schlüsselkompetenzen zu fördern, die für
langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum notwendig sind.
Kernelemente:
Lenzing identifiziert und entwickelt strategisch relevante Kompetenzen und unterstützt Mitarbeitende dabei, ein klares
Verständnis der notwendigen Führungs- und Fachkompetenzen für ihre aktuellen sowie potenziellen zukünftigen Rollen zu
erlangen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Global Performance Management Guideline
Verantwortlichkeit Vice President (VP) of Operations Service Group
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist die Leitung, Unterstützung und Sicherstellung der Leistungsfähigkeit von Teams und Einzelpersonen, um strategische
Vorgaben umzusetzen und eine nachhaltige Geschäftsentwicklung zu fördern.
Kernelemente:
Das Performance-Management bei Lenzing umfasst die Festlegung klarer Ziele, die Nachverfolgung des Fortschritts sowie die
Überprüfung der Ergebnisse durch regelmäßige Leistungs- und Entwicklungsgespräche.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Das Thema „Arbeitskräfte des Unternehmens“ wird zudem durch
die beiden folgenden Policies geregelt, deren Mindestangaben
und themenspezifischen Anforderungen im Abschnitt „Poli-
cies“ beschrieben werden. Die Policy für Gesundheit, Sicherheit
und Umwelt im Kapitel „E2 Umweltverschmutzung“ behandelt zu-
dem themenspezifische Anforderungen in Bezug auf die Abde-
ckung bestimmter Gruppen, international anerkannte Instrumente
sowie Konzepte oder Managementsysteme zur Verhütung von Ar-
beitsunfällen. Der Globale Verhaltenskodex im Kapitel „G1 Unter-
nehmensführung“ behandelt außerdem themenspezifische Anfor-
derungen in Bezug auf international anerkannte Instrumente, Men-
schenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit.
Kommunikation
[S1-2 27a]
Der Vorstand kommuniziert regelmäßig mit den Mitarbeiter:innen
und ihren Vertreter:innen. Dies sorgt für ein klares Verständnis der
Unternehmensstrategie, der Ziele, der Marktbedingungen und der
finanziellen Situation. Die Informationen werden über verschie-
dene Kanäle weitergegeben, z. B. über Onboarding-Sessions, Be-
triebsversammlungen, das schwarze Brett, interne E-Mails und in-
terne Nachrichten.
[S1-2 27b, 27c]
Zentrale Elemente des Engagements von Lenzing umfassen halb-
jährliche globale Townhall-Meetings für alle Konzerngesellschaften
und Mitarbeitenden, in denen global relevante Themen adressiert
werden. Zusätzlich decken standortspezifische Townhalls lokale
Fragestellungen und allgemeine Aktualisierungen ab. Für wichtige
Aktualisierungen oder besondere Ereignisse werden Presse-
aussendungen verwendet. Die Betriebsversammlungen sind inter-
aktiv und finden über Videochat statt, so dass die Mitarbeiter:innen
ihre Fragen direkt an die jeweiligen Redner:innen stellen können.
Lenzing Connect (Intranet) bietet laufende Informationen und
funktionale Tools für den Arbeitsalltag. Für die Sicherstellung die-
ses Engagements ist der Senior Vice President Corporate Human
Resources verantwortlich.
Betriebsrat/sozialer Dialog
[S1-2 27a, 27b]
Das Management der Lenzing Gruppe bekennt sich zu einer trans-
parenten Kommunikation mit den offiziellen Arbeitnehmervertre-
ter:innen. An beiden Standorten in Österreich gibt es einen lokalen
Betriebsrat. Gemäß österreichischem Arbeitsverfassungsgesetz
verfügen die Vertreter:innen des Betriebsrates der Lenzing AG am
Standort Lenzing über einen Sitz und Stimmrechte im Aufsichtsrat.
Sie vertreten die Mitarbeiter:innen in Lenzing und Heiligenkreuz
(Österreich). Um die Sichtweisen der Mitarbeiter:innen in den Ent-
scheidungsprozess einzubeziehen, beraumt der Betriebsrat vor
den Aufsichtsratssitzungen ein Treffen mit dem CEO an und trifft
sich monatlich mit dem CFO. Weitere Treffen finden bei Bedarf
statt. An allen Standorten mit Ausnahme von Prachinburi (Thailand)
gibt es Gewerkschaftsvertreter:innen verschiedener Fraktionen
und/oder Interessengruppen der Mitarbeiter:innen, die die Anlie-
gen der Belegschaft an allen anderen Standorten vertreten.
406 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ausschüsse für Gesundheit und Sicherheit
[S1-2 27a, 27b, 27c]
An allen Standorten von Lenzing gibt es Ausschüsse für Gesund-
heit und Sicherheit, die eine aktive Beteiligung der Belegschaft in
Fragen der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleis-
ten. Jedem Ausschuss gehören Vertreter:innen der Unternehmens-
leitung, Arbeitnehmervertreter:innen und Expert:innen für Gesund-
heit und Sicherheit an. Sie treffen sich regelmäßig, um die Risiken
am Arbeitsplatz zu überprüfen, Trends bei Vorfällen zu beobachten
und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. Diese Aus-
schüsse bieten den Mitarbeiter:innen einen formellen Kanal, um
Bedenken zu äußern, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten
und zu Sicherheitsinitiativen beizutragen. Die Empfehlungen wer-
den dokumentiert und bei Bedarf an das Senior Management wei-
tergegeben. Dadurch wird sichergestellt, dass das Feedback in die
Aktualisierung der Policies und die kontinuierliche Verbesserung
des gesamten Unternehmens einfließt.
Lenzing Climate Survey
[S1-2 27e]
Die Lenzing Climate Survey wird unter den Mitarbeiter:innen der
gesamten Lenzing Gruppe durchgeführt, um die psychosozialen
Arbeitsbedingungen zu bewerten. Die Umfrage basiert auf dem
Gesundheitsmanagementsystem „House of Health“, dass internati-
onal anerkannte Methoden wie die Messung der Zufriedenheit der
Mitarbeiter:innen verwendet; es ist sowohl im internationalen als
auch im akademischen Kontext weit verbreitet. Dadurch wird si-
chergestellt, dass die Beurteilung nicht nur methodisch solide ist,
sondern auch weltweit anerkannten Standards entspricht und eine
zuverlässige Grundlage für die Ergebnisse und Schlussfolgerungen
darstellt. In einem zusammengefassten Bericht werden die Ergeb-
nisse und nächsten Schritte auf der internen Plattform kommuni-
ziert. Die Standorte und Abteilungen arbeiten konkrete Maßnah-
men aus, deren Fortschritt von Lenzing nachverfolgt wird, um die
Umfrageergebnisse zu verbessern. Gegenstand der Umfrage sind
die drei wichtigsten Maßnahmen pro Standort oder Abteilung, bei
denen der Stand der Umsetzung nachverfolgt wird. Die jüngste
Umfrage vom April 2025 zeigte deutliche Verbesserungen in allen
Bereichen (im Durchschnitt +5 Prozentpunkte). Der Health Climate
Index beispielsweise erreichte ein Wertniveau von 76 Prozent. Die
Teilnahmequote lag erneut über 70 Prozent. Mehr als zwei Drittel
der Teilnehmer:innen stellten im Vergleich zum letzten Climate Sur-
vey positive Auswirkungen fest.
Employee Resource Groups (ERGs)
[S1-2 27a, 28]
ERGs sind ein Kommunikationskanal für spezielle Gruppen wie
Frauen, verschiedene Ethnien, LGBTQIA+ usw. Lenzing hat fol-
gende drei Employee Resource Groups (ERGs): „Women@Lenzing“,
„Multicultural@Lenzing“ und „PrideAlliance@Lenzing“. Weitere In-
formationen finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen im Bereich
Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“ in diesem Kapitel.
Kanäle, um Bedenken zu äußern
[S1-3 32b, 32c]
Lenzings Belegschaft kann über folgende Wege Bedenken und Be-
schwerden einreichen.
x Whistleblower System (beschrieben im Kapitel „G1 Unter-
nehmensführung“)
x Betriebsrat an den beiden österreichischen Standorten
Lenzing und Heiligenkreuz (siehe Abschnitt „Kommunika-
tion“ in diesem Kapitel)
x Gewerkschaften/Interessenvertretungen der Mitarbei-
ter:innen (außer am Standort Prachinburi (Thailand); siehe
Abschnitt „Kommunikation“ in diesem Kapitel)
[S1-3 32d, 32e, 33]
Ein eLearning-Pflichtkurs mit dem Titel „Unser Whistleblower Sys-
tem“ unterstützt Mitarbeiter:innen beim Verständnis und bei der
Nutzung der verfügbaren Kanäle, um Bedenken zu äußern. Das
Compliance-Team führt zudem eine Integritätsumfrage durch, um
den Wissensstand der Mitarbeiter:innen zu ermitteln. Es gibt au-
ßerdem eine Whistleblower Direktive. Weitere Informationen zu
dieser Direktive finden Sie im Abschnitt „Policies“ im Kapitel „G1
Unternehmensführung“. Informationen zur Überwachung und
Nachverfolgung gemeldeter Anliegen finden Sie im Abschnitt
„Umgang mit gemeldeten Bedenken“ im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
[S1-3 32a]
Ein formaler Prozess für Abhilfemaßnahmen oder zur Bewertung
ihrer Wirksamkeit ist nicht vorhanden. Abhilfemaßnahmen werden
einzelfallbasiert durchgeführt. Lenzing verfügt über eine Global
Child Labor Remediation Procedure. Sie bietet einen Leitfaden für
den Umgang mit jedem Fall von Kinderarbeit in Lenzing. Es werden
Abhilfemaßnahmen für Führungskräfte aufgezeigt, um die Sicher-
heit von Kindern zu gewährleisten, ihre Rechte zu wahren und in
ihrem besten Interesse zu handeln.
407 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Maßnahmen
[S1-4 38a, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Maßnahmen Lernen und Entwicklung
x Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit, Diversität und
Inklusion
x Sozialaudits
x Kommunikationsmaßnahmen
x Maßnahmen Work-Life-Balance und betriebliche Leistun-
gen
x Maßnahmen Gesundheit und Sicherheit
Zuordnung von Ressourcen und Identifizierung
und Wirksamkeit von Maßnahmen
[S1-4 43]
Die Ressourcen zur Bewältigung wesentlicher Auswirkungen auf
die Arbeitskräfte von Lenzing verteilten sich aufgeschlüsselt nach
Thema und Abteilung wie folgt:
x Beschäftigungssicherheit: bereichsübergreifende Zusam-
menarbeit
x Gesundheit und Sicherheit: Gesundheit im Bereich Corpo-
rate Health Care and Wellbeing; Sicherheit im Bereich Glo-
bal Occupational Health and Safety
x Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (Work-Life-Ba-
lance): Corporate Human Resources
x Diversität und Inklusion: Corporate Human Resources
x Weiterbildung und Kompetenzentwicklung: eLearning im
Bereich Digital HR Learning, SuccessFactors im Bereich
Corporate Talent Management
x Maßnahmen gegen Gewalt und Belästigung am Arbeits-
platz: Corporate Human Resources, Compliance
[S1-4 39]
Lenzing identifiziert ihre Maßnahmen, indem sie einen Sachverhalt
untersucht, die Risiken bewertet und auf der Grundlage von Best
Practices angemessene Maßnahmen ermittelt.
[S1-4 38d]
Die Wirksamkeit der Maßnahmen von Lenzing lässt sich anhand
verschiedener quantitativer und qualitativer Kennzahlen verfolgen.
Dazu gehören die Lenzing Climate Survey (Umfrage zum Arbeits-
klima), die Total Recordable Injury Frequency Rate (TRIFR, Gesamt-
zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle), das geschlechtsspezifi-
sche Verdienstgefälle, die Fluktuation der Mitarbeiter:innen und
die Diversität der Belegschaft.
Abhilfemaßnahmen
[S1-4 38b]
2025 führte ein tragischer Vorfall zum Tod einer Fremdarbeitskraft
im Werk von Lenzing Biocel Paskov (Tschechische Republik). Ob-
wohl die Person nicht direkt bei Lenzing angestellt war, arbeitete
das Unternehmen eng mit deren Arbeitgeber zusammen, um si-
cherzustellen, dass die Familie angemessene Unterstützung erhält,
einschließlich des Zugangs zu Beratungsdiensten. Weitere Infor-
mationen über den Vorfall finden Sie im Abschnitt „Gesundheit und
Sicherheit“ in diesem Kapitel.
Maßnahmen Lernen und Entwicklung
[S1-4 40a]
Individuelle Lernangebote
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing setzt auf die Fähigkeiten und die Produktivität seiner Mit-
arbeiter:innen. Um deren die kontinuierliche und individuelle Ent-
wicklung zu ermöglichen, stellt Lenzing ein globales Angebot für
Lernen und Entwicklung (Learning & Development, L&D) bereit.
Dies ist langfristig über die Plattform Learn@Lenzing verfügbar, auf
der die Mitarbeiter:innen sich individuell über Entwicklungsmög-
lichkeiten informieren und diese auswählen können. Dazu zählen
sowohl eLearning, Blended Learning als auch Präsenzschulungen.
x LinkedIn Learning wurde 2025 eingeführt und in
Learn@Lenzing integriert.
x 428 Kurse aus Learn@Lenzing wurden im Skill-Matrix-IT-
Tool zugewiesen.
Globales Performance- und Talentmanagement
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Ein effektives Talent- und Performancemanagement ist für den Er-
folg von Lenzing und das Wachstum ihrer Belegschaft entschei-
dend. Die entsprechenden Prozesse fördern die Mitarbeiterent-
wicklung, indem sie klare, auf Rollen und Funktionen abgestimmte
Leistungsziele festlegen und nachverfolgen sowie Lenzings Talent-
mix identifizieren. Das Unternehmen stärkt diese Prozesse durch
die Einführung von Performance- und Talentmanagement für alle
Angestellten. Dadurch wird ein breiter Zugang, die Unterstützung
der individuellen Entwicklung und die Integration in die langfristige
Personalplanung gewährleistet.
Maßnahmen im Bereich Chancengleichheit,
Diversität und Inklusion
„Eine kollektive Verantwortung“
Lenzing ist bestrebt, ein vielfältiges und inklusives Umfeld zu schaf-
fen, in dem sich jede Person entfalten kann, unabhängig von Ge-
schlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit, kulturellem Hintergrund
oder Sprache.
[S1-4 40a, 40b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Drei Employee Resource Groups (ERGs) unterstützen die Chan-
cengleichheit, Diversität und Inklusion in Lenzing: Frauen (Wo-
men@Lenzing), unterschiedliche Nationalitäten (Multicultu-
ral@Lenzing) und LGBTQIA+ (PrideAlliance@Lenzing). 2025 wurde
der Pride Month an mehreren Standorten mit Maßnahmen zur Sen-
sibilisierung gefeiert. Women@Lenzing beging den Internationalen
Frauentag weltweit, organisierte geschlechtsspezifische Diskussi-
onsrunden, Empowerment-Initiativen sowie kulturelle Veranstal-
tungen und unterstützte den Zugang zu Menstruationsprodukten
am Hauptsitz. Alle Initiativen im Bereich Chancengleichheit, Diver-
sität und Inklusion stehen allen Mitarbeiter:innen offen und fördern
408 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
die persönliche Entwicklung durch integrative Praktiken. Diese Be-
mühungen sind Teil der langfristigen Personalstrategie und Talent-
entwicklung von Lenzing.
Sozialaudits
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 haben alle Produktionsstandorte die Verifizierung im Rahmen
des Higg Facility Social & Labor Module (FSLM) abgeschlossen,
das auf dem Social & Labor Convergence Program (SLCP) basiert.
Dazu gehörten eine umfassende Selbstbewertung und ein Vor-
Ort-Audit und identifiziert potenzielle Verbesserungsmöglichkei-
ten. Der Prozess erfordert eine jährliche Erneuerung.
Die Gesamtergebnisse waren weit über den Medianwerten. Die
meisten Standorte rangieren in ihren jeweiligen Ländern im obers-
ten Quartil. Diese Ergebnisse können mit Partnern entlang der
Wertschöpfungskette geteilt werden, die ausdrücklich solche Au-
dits und Informationen zur sozialen Nachhaltigkeit anfordern. Dar-
über hinaus wurde am Lenzing Standort Grimsby (Großbritannien)
ein Kunden-Audit durchgeführt, das sich auf Arbeitsstandards und
faire Arbeitspraktiken konzentrierte. Im Laufe des Jahres wurden
mehrere Fragebögen aus der Wertschöpfungskette zu relevanten
sozialen Themen beantwortet.
Kommunikationsmaßnahmen
[S1-4 40a, 40b, MDR-A 68a]
Lenzing nutzt verschiedene Kanäle, um die Kommunikation wich-
tiger Veränderungen im Unternehmen zu unterstützen und die Be-
legschaft auf dem Laufenden zu halten. Die Beschreibung der
Maßnahmen (ESRS 2 MDR-A) finden Sie im Abschnitt „Kommuni-
kation“ in diesem Kapitel.
Maßnahmen Work-Life-Balance und
betrieblichen Leistungen
[S1-4 38c, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmodelle und die Möglichkeit
der Arbeit im Homeoffice an den meisten Standorten. Diese Rege-
lungen stehen allen infrage kommenden Mitarbeiter:innen zur Ver-
fügung, um Chancengleichheit bei der Bewältigung beruflicher
und persönlicher Aufgaben zu gewährleisten. Die Leistungen, die
Vollzeitmitarbeiter:innen gewährt werden, gelten in der Regel auch
für Teilzeitmitarbeiter:innen und in vielen Fällen auch für Zeitar-
beitskräfte. Dieser Ansatz gewährleistet einen fairen und integrati-
ven Zugang für die gesamte Belegschaft.
Maßnahmen Gesundheit und Sicherheit
[S1-4 38a, 40a, 41]
Erkennung und Bewertung von Gefahren
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Das Unternehmen identifiziert und minimiert systematisch Gefah-
ren am Arbeitsplatz durch bereichsübergreifende Risikobewertun-
gen, Audits und Prüfungen der Prozesssicherheit. Diese Bemühun-
gen werden durch messbare Ziele und Rückmeldungen von Stake-
holdern unterstützt und sind Teil eines kontinuierlichen Prozesses.
Mitarbeiter:innen und Fremdmitarbeiter:innen sollen Sicherheits-
standards einhalten und haben das Recht, unsichere Arbeiten ohne
Konsequenzen zu beenden. Ein zentrales System für die Meldung
und Untersuchung von Vorfällen verfolgt KPIs wie Schließungszei-
ten und Wiederholungsraten und unterstützt so die Transparenz
und Ursachenanalyse. Die Gefahrenerkennung umfasst sechs
Hauptkategorien: Sicherheit, biologische, physikalische, ergono-
mische, chemische und psychosoziale Gefahren. Sie stützt sich auf
interne Bewertungen, Analysen von Zwischenfällen, Inspektionen
und Expertenbeiträge, um alle Mitarbeiter:innen zu schützen und
einen reaktionsfähigen, konzernweiten Ansatz für Gesundheit und
Sicherheit zu gewährleisten. Die aus diesen Prozessen resultieren-
den Maßnahmen werden in diesem Abschnitt beschrieben.
Betrieblicher medizinischer Gesundheitsschutz
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
2025 koordinierte die Abteilung Lenzing Corporate Health
Care & Wellbeing gemeinsam mit der Abteilung Global Health, Sa-
fety and Environment weiterhin die arbeitsmedizinische Betreuung
an verschiedenen Standorten. Ziel war es, Orientierungshilfe zu
bieten und sicherzustellen, dass die Unternehmensstandards die
Mindestanforderungen der einzelnen Länder übertreffen.
Durch die Förderung der Kompetenz in der arbeitsmedizinischen
Betreuung bei Lenzings regionalen Partnern stellt Lenzing sicher,
dass allen Mitarbeiter:innen die bestmöglichen Ressourcen zur
Verfügung stehen, um sich vor Risiken am Arbeitsplatz zu schützen
und diese zu bewältigen.
Sicherheitsschulung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Sicherheitsvision von Lenzing lautet „Gesund von zu Hause,
gesund nach Hause“. Sie zielt darauf ab, eine Arbeitsumgebung
und -kultur zu schaffen, in denen sich die Mitarbeiter:innen aktiv
engagieren und hervorragende Leistungen im Bereich Gesundheit
und Sicherheit erbringen. Das Unternehmen ist sich bewusst, dass
alle Mitarbeiter:innen Einfluss auf die Leistungen im Bereich Ge-
sundheit und Sicherheit nehmen können und dass sie durch ihre
Eigenverantwortung und ihr Engagement zur Sicherheit am Ar-
beitsplatz beitragen.
Lenzing bietet allen Mitarbeiter:innen gezielte Schulungen für die
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz an, die auf die aufga-
benspezifischen Gefährdungen zugeschnitten sind. Die Jahres-
und Auffrischungsschulungspläne sind auf die gesetzlichen Anfor-
derungen abgestimmt. Eine Einweisungsschulung wird auch für
Fremdmitarbeiter:innen und Besucher:innen des Standorts durch-
geführt.
409 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesundheitsförderung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Seit 2019 konzentriert sich die Lenzing Gruppe im Rahmen der re-
gelmäßigen Aktivitäten auf die Förderung der Fitness. Diese Pro-
gramme sollen die Mitarbeiter:innen zu einer gesunden Lebens-
weise am Arbeitsplatz und in der Freizeit ermutigen und sie dabei
unterstützen. Zur Förderung dieser Initiativen wurde eine App für
gesundes Leben (Moveeffect
®
) eingeführt, die für die Verwendung
im Unternehmen und die Bedürfnisse der Lenzing Mitarbeiter:in-
nen an den verschiedenen Standorten entwickelt wurde. Sie wurde
allen Mitarbeiter:innen zur freiwilligen Nutzung bereitgestellt. Die
App soll Mitarbeiter:innen zu mehr Bewegung zu motivieren. Der-
zeit sind 3.100 Mitarbeiter:innen in der App registriert.
2025 stand die gesunde Ernährung im Mittelpunkt der Gesund-
heitsförderung. Das Thema wurde mit einer unternehmensinternen
Ernährungspyramide, mehreren Podcasts zum Thema Ernährung
und einer Food Challenge in der App beworben.
Gesundheitsversorgung an Lenzings
Produktionsstandorten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing stellt ihren Mitarbeiter:innen an allen Produktionsstandor-
ten ein internes Gesundheitsversorgungssystem zur Verfügung,
das die Gesundheitssysteme der einzelnen Länder ergänzt. Die
medizinischen Leistungen reichen von regelmäßigen Untersuchun-
gen und Therapiesitzungen an kleineren Standorten bis hin zu voll
ausgestatteten Ambulanzen mit qualifiziertem Personal und Kran-
kenwagen vor Ort an größeren Standorten. Dies gewährleistet eine
schnelle Behandlung und Nachsorge. Alle Produktionsstandorte
von Lenzing verfügen über Ersthelfer:innen, die in zertifizierten
Grund- und regelmäßigen Erste-Hilfe-Auffrischungskursen ge-
schult werden. Die Produktionsstandorte und ihre Gesundheitsein-
richtungen werden regelmäßig von einem Arbeitsmediziner der
Abteilung Health Care & Wellbeing von Lenzing besucht, um die
Qualität dieser Dienstleistungen sicherzustellen.
Ziele
[S1-5, MDR-T 80a, 80j]
Das Sozialstandard Ziel sowie das Ziel „Chancengleichheit, Diver-
sität und Inklusion“ stehen in direktem Einklang mit Lenzings Glo-
baler Policy für Gerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion und der Policy
für Menschenrechte und Arbeitsstandards. Gefördert werden ein
integratives Arbeitsumfeld, die Geschlechtergleichstellung und die
Wahrung der Menschenrechte auf allen Unternehmensebenen.
Das Verfahren zur Überwachung der Ziele wird im Abschnitt
„Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Anga-
ben“ beschrieben.
Sozialstandard Ziel
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Dauerhaft gültiges, unabhängig auditiertes und akkreditiertes Zertifikat eines Sozialstandards für jeden
Produktionsstandort der Lenzing Gruppe (Faser und Faserzellstoff)
Kontinuierlich
Auf Kurs
Umfang AlleLenzingProduktionsstätten
Geografische
Abdeckung
Grimsby(Großbritannien)Heiligenkreuz(Österreich)Indianópolis(Brasilien)Lenzing(Österreich)Mobile(USA)Nanjing
(China)Paskov(TschechischeRepublik)Prachinburi(Thailand)Purwakarta(Indonesien)
Bezugsjahr 
Bezugswert Produktionsstätten
Zielwert Produktionsstätten
Status in 2025 DieFSLM-Verifizierung(EigenbewertungundAuditvorOrt)wurdevonallenneunProduktionsstandortenvonLenzing
erfolgreichabgeschlossenAlleerzieltensehrguteErgebnissemitVerbesserungengegenüberdemVorjahr(sofernBewertungen
verfügbarwaren)DieGesamtleistunglagüberdemBranchenmedianunddiemeistenStandorteerreichtenPlatzierungenunter
denbestenProzentinihrenjeweiligenLändern
[S1-5 44a, 47a, 47b, 47c, MDR-T 80f, 80h]
Das Facility Social Labor Module (FSLM) ist entscheidend, um die
negativen Auswirkungen auf und die Risiken für Mitarbeiter:innen
zu mindern, da es sicherstellt, dass an allen Produktionsstandorten
von Lenzing Sozialstandards konsequent eingehalten werden.
Durch die jährliche Durchführung und Aktualisierung der
FSLM-Bewertungen bekennt sich Lenzing zu fairen Arbeitsprakti-
ken, sicheren Arbeitsbedingungen und zur Achtung der Rechte der
Mitarbeiter:innen. Dieser proaktive Ansatz hilft dabei, Arbeits-
rechtsverletzungen vorzubeugen und fördert insgesamt das Wohl-
ergehen der Mitarbeiter:innen. Regelmäßige Audits und die Wei-
tergabe verifizierter Module an die Lieferkette erhöhen zudem die
Transparenz und Verantwortlichkeit und schützen damit die Mitar-
beiter:innen zusätzlich vor möglichen sozialen Risiken. Das Ziel ba-
siert auf international anerkannten externen Sozialzertifikaten
(SLCP) und gewährleistet durch unabhängige Audits an allen Pro-
duktionsstandorten der Lenzing Gruppe, dass Standards konse-
quent eingehalten werden. Es steht im Einklang mit internationalen
Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden zur Sorgfaltspflicht und
den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UN-
GPs). Durch die Förderung fairer Arbeitsbedingungen trägt es auch
zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) 8 und 12 bei. Na-
tionale Arbeitsgesetze, regionale Herausforderungen und die Ein-
beziehung von Stakeholdern gewährleisten einen kontextspezifi-
schen und nachhaltigen Ansatz bei der sozialen Verantwortung.
Das Corporate Sustainability Team, die Abteilung Human Re-
sources, der Vorstand und die operativen Einheiten für Faser und
Zellstoff waren an der Festlegung der Ziele beteiligt. Darüber hin-
aus arbeitete Lenzing direkt mit der jeweiligen Personalleitung an
den Standorten und dem Betriebsrat zusammen, um eine Liste mit
Initiativen für jeden Standort zu erstellen. Diese Liste diente als
Grundlage für die Festlegung von Zielen, die Verfolgung der Leis-
tung und die Identifizierung von Erkenntnissen für kontinuierliche
Verbesserungen.
410 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziel „Chancengleichheit, Diversität und Inklusion“
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Schaffung eines förderlichen Arbeitsumfelds durch Achtung der Menschenrechte, des Wohlbefindens der
Mitarbeiter:innen und der Vielfalt
Kontinuierlich
Auf Kurs
Unterziele
Lenzing führt für 75 Prozent der Belegschaft Schulungen zu den Themen Vielfalt, Diskriminierung,
Nichtdiskriminierung und Menschenrechte durch
2025
Erreicht
Lenzing erhöht den Frauenanteil bis 2025 auf 22,5 Prozent in allen Positionen ab der Stufe 5a
a
2025
Verzögert
Lenzing erreicht bis 2026 einen Inklusionsindexwert von 75 Prozent in der globalen Arbeitsklima-Umfrage
2026
Auf Kurs
Umfang LenzingseigenenBelegschaft
Geografische
Abdeckung
Gruppenweit
Bezugsjahr 
Bezugswert  
Zielwert   
Status in 2025 LenzinghatfüralleMitarbeiterinnenSchulungenzumVerhaltenskodexeingeführtdieThemenwieVielfaltDiskriminierung
dieNichtdiskriminierungsrichtliniesowieMenschenrechteabdeckenDieSchulungzumVerhaltenskodexwurdevon Prozent
allerMitarbeiterinnenabsolviertsomitwurdedasTeilzielerreichtDiePrideAlliance@Lenzingwirdneben
Women@LenzingundMulticultural@LenzingfortgeführtDerPrideMonthwurdemitbewusstseinsbildendenAktivitätenan
mehrerenStandortengefeiertDarüberhinauswurdemitgeschlechtsspezifischenPodiumsdiskussionenEmpowerment-
InitiativenkulturellenVeranstaltungenundderUnterstützungbeimZugangzuMenstruationsproduktenamHauptsitzaufden
WeltfrauentagaufmerksamgemachtImBerichtsjahrwurdeaufKonzernebeneeinePersonfürEDI-ThemenbenanntImJahr
lagderFrauenanteilinderZielgruppebeiLenzingbei Prozent( Prozent)ObwohldasZielimJahr
erreichtwurdekonnteesaufgrundorganisatorischerVeränderungenimJahrnichtgehaltenwerdenIndiesem
JahrwurdedieZusammenarbeitmit„ShapeTalent“genehmigtumeineneueEDI-GovernancefürdieLenzingGruppe
einzurichten
a) Relevant für das Long-Term-Incentive (LTI)-Bonusziel des Vorstandes. Der Prozentsatz schließt den Standort in Indianópolis (Brasilien) aus, da dort ein anderes Einstufungssys-
tem verwendet wird.
[S1-5 44b, 47a, 47b, 47c, MDR-T 80f, 80h]
Das Ziel soll ein Arbeitsumfeld schaffen, das alle Mitarbeiter:innen
von Lenzing fördert und befähigt, indem es die Menschenrechte
wahrt, das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen priorisiert und
Diversität und Inklusion fördert. Es steht im Einklang mit internati-
onalen Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden zur Sorgfalts-
pflicht und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschen-
rechte (UNGPs), und trägt zudem zu den SDGs 3, 5 und 10 bei,
indem es Gesundheit und Wohlbefinden, die Gleichstellung der
Geschlechter und die Verringerung von Ungleichheiten fördert.
Nationale Arbeitsgesetze, regionale Herausforderungen und die
Einbeziehung von Stakeholdern gewährleisten einen kontextspezi-
fischen und nachhaltigen Ansatz bei der sozialen Verantwortung.
Die Bereiche Human Resources, Corporate Sustainability und der
Vorstand waren als Stakeholder an der Festlegung des Ziels maß-
geblich beteiligt. Die Erwartungen und Perspektiven der Mitarbei-
ter:innen wurden durch direkte Einbindung des Betriebsrates aktiv
integriert. Human Resources ist für die Verfolgung der Leistung und
die Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten verantwortlich.
Gesundheitsziele
[S1-5 44a, 47a]
Im Januar 2025 setzte sich Lenzing auf Gruppenebene das Ziel, die
Gesamtzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR) pro
200.000 Arbeitsstunden bis Ende 2025 von einer Ausgangsbasis
von 1,1 auf 0,8 zu senken. Das Ziel wurde erreicht. Es unterstützt
das Ziel der Policy für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, Men-
schen vor Schaden zu bewahren, was eine Grundvoraussetzung für
die Ausübung der Geschäftstätigkeit ist. Das frühere Ziel von 0,3
bis 2025 wurde nach einer Überprüfung unter Berücksichtigung
des aktuellen Kontextes und des progressiven Anspruchsniveaus
angepasst. An der Festlegung der Ziele waren die Standortleiter
und das zuständige Vorstandsmitglied beteiligt. Der Betriebsrat
war nicht direkt an der Festlegung von Zielen, der Verfolgung der
Leistung und der Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten
beteiligt.
[S1-5 44b]
Ziele auf Standortebene sind abgestimmt auf die TRIFR-Ziele der
Gruppe und angepasst an Größe und Leistung des Standorts. Sie
werden ergänzt durch Ziele für führende Sicherheitsindikatoren auf
Abteilungsebene. Jeder Standort entwickelt maßgeschneiderte Si-
cherheitsprogramme in Abstimmung mit dem globalen Arbeits-
schutz (OHS). Durch die Verwendung der TRIFR-Kennzahl zur
Messung der Verletzungshäufigkeit sollen diese Ziele das Wohlbe-
finden der Mitarbeiter:innen verbessern und einen Beitrag zum
SDGථ3 (Gesundheit und Wohlergehen) leisten.
Weitere Ziele
Für das Risiko „Unzureichende Qualität der Nachfolgeplanung kann
zu einem Produktivitätsverlust führen“ gibt es derzeit kein messba-
res zeitgebundenes, ergebnisorientiertes Ziel. Letztes Jahr hat sich
Lenzing das Ziel gesetzt, bis zum Ende des Zyklus 2026 für 50 Pro-
zent der mittleren Führungspositionen eine Nachfolge zu finden.
Das Unternehmen hat bereits rund die Hälfte dieses Ziels erreicht,
was einen großen Fortschritt darstellt. Trotz des schwierigen wirt-
schaftlichen Umfelds und des Stellenabbaus wird Lenzing das 50-
Prozent-Ziel für den nächsten Zyklus beibehalten. Die Beibehal-
tung dieses Niveaus gewährleistet eine stabile Kontinuität in der
Unternehmensführung und sichert wichtige Rollen in einer Zeit des
411 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
organisatorischen Wandels ab. Dies ist eine wesentliche Voraus-
setzung für langfristige Widerstandsfähigkeit.
Für das „Risiko eines möglicherweise schlechten Arbeitsklimas,
das zur Personalfluktuation führt oder die Produktivität der Mitar-
beiter:innen verringert“ (mentale Gesundheit), gibt es kein messba-
res zeitgebundenes, ergebnisorientiertes Ziel. Generell besteht das
Ziel jedoch darin, Fälle so weit wie möglich zu verhindern und ab-
zumildern. Die Wirksamkeit von Maßnahmen wird anhand der
Lenzing Climate Survey bewertet, die zwei Fragen zu diesem
Thema enthält: „Habe ich genug Zeit, um meine Arbeit zu erledi-
gen?“ und „Habe ich genug Erholungszeit?“ Weitere Informationen
finden Sie unter „Lenzing Climate Survey“ im Abschnitt „Gesund-
heitsförderung“ in diesem Kapitel.
Lenzing hat derzeit kein Ziel hinsichtlich der folgenden Auswirkun-
gen, Risiken und Chancen: negative Auswirkungen auf die Beleg-
schaft bei mangelnder Work-Life-Balance; positive Auswirkungen
auf die Belegschaft durch verschiedene Arbeitszeitmodelle, be-
triebliche Leistungen und Urlaub; Risiko und Chance für die Arbeit-
geberattraktivität durch (in-)transparente Kommunikation; nega-
tive Auswirkungen auf die Geschlechtergleichstellung und Lohn-
gerechtigkeit. Aufgrund von Lenzings aktuellen Ressourcenein-
schränkungen war es schwierig, diese wichtigen Themen im Detail
zu behandeln.
Kennzahlen
[S1-6 - S1-17 2 MDR-M 77a, 77b]
Sofern in den Datenpunkten nicht anders angegeben, stammen die
Zahlen in diesem Kapitel aus internen Systemen und einem an die
Standorte versandten HR-Fragebogen.
Die Kennzahlen im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unterneh-
mens“ werden, abgesehen von den Kennzahlen zu „S1-14 Gesund-
heit und Sicherheit“, nicht von einer anderen externen Stelle als
dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Um den Entscheidungsfindungsbedarf einiger Stakeholder von
Lenzing zu befriedigen, sind die folgenden ESRS-Datenpunkte, die
für Lenzing nicht wesentlich sind, im „Anhang“ dieses Berichts zu
finden: S1-8 60a Tarifvertragliche Abdeckung, S1-10 Angemessene
Entlohnung und S1-16 98 Aufschlüsselung des geschlechtsspezifi-
schen Verdienstgefälles.
Beschäftigte in Zahlen
[S1-6 50d, 50e, 50f]
Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, wurde 2025
ein strukturiertes Programm zum Stellenabbau initiiert. Daher wa-
ren die Hauptgründe für das Ausscheiden von Mitarbeiter:innen im
Berichtsjahr einvernehmliche oder freiwillige Vertragsauflösungen,
Vertragsbeendigungen durch den Arbeitgeber und Pensionierun-
gen. Diese Kategorien spiegelt sich in allen Zahlen der folgenden
Tabellen wider.
Die repräsentativste Angabe zur Beschäftigtenzahl im Jahresab-
schluss ist in Note 9 Personalaufwand zu finden. Die Anzahl der
Mitarbeiter:innen wird in Note 9 als Vollzeitäquivalente (FTEs) an-
gegeben, während in diesem Abschnitt die Gesamtzahl der Mitar-
beiter pro Kopf angegeben ist.
Die Angaben in den nachfolgenden Tabellen beziehen sich auf den
Personalbestand pro Kopf am 31. Dezember 2025.
Das Geschlecht wird in den Systemen auf Grundlage der vorgeleg-
ten amtlichen Ausweisdokumente erfasst. In Ländern, in denen die
gesetzliche Registrierung eines dritten Geschlechts möglich ist,
kann diese Option freiwillig genutzt werden. Im Jahr 2025 hat
Lenzing keine Mitarbeiter, die unter der Geschlechtskategorie
„Sonstiges“ registriert sind.
[S1-6 50a]
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Geschlecht und in Personenanzahl 2025 2024
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Beschäftigte  
412 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Land und in Personenanzahl 2025 2024
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
Tschechische Republik  
China  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)  
Arbeitsverträge
[S1-6 50b, 52]
Die meisten Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe stehen in einem unbefristeten Arbeits-/Dienstverhältnis. Es ist derzeit üblich, dass die
Mitarbeiter:innen in den ersten sechs Monaten im Rahmen eines befristeten Vertrages arbeiten, der anschließend automatisch in ein
unbefristetes Arbeits-/Dienstverhältnis übergeht. Lediglich 4,5 Prozent der Belegschaft (einschließlich externer Mitarbeiter:innen) verfügt
über einen befristeten Beschäftigungsvertrag, der über die übliche sechsmonatige Laufzeit für befristete Verträge hinausgeht. Die befris-
tete sechsmonatige Laufzeit bezieht sich nicht auf die Anzahl der Mitarbeiter:innen mit befristeten Arbeitsverträgen.
Belegschaft 2025
Belegschaft nach Vertragstyp, Geschlecht und in Personenanzahl 2025 2024
Gesamtzahl Beschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl dauerhaft Beschäftigte
a
 
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl befristete Beschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Beschäftigte ohne garantierte Arbeitsstunden
Frauen
Männer
Gesamtzahl Vollzeitbeschäftigte  
Frauen  
Männer  
Gesamtzahl Teilzeitbeschäftigte  
Frauen  
Männer  
a) Neue Mitarbeiter:innen in der Probezeit sind in der Zahl für Mitarbeiter:innen/Arbeitskräfte mit unbefristeten Arbeitsverträgen enthalten, da das Ziel eine langfristige
Beschäftigung ist.
Zum 31. Dezember 2025 hatte Lenzing insgesamt 243 Auszubildende (2024: 253), davon waren 60 Frauen und 183 Männer (2024: 58 und
195). Die Information über Auszubildende ist eine freiwillige Angabe.
413 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Fluktuation von Mitarbeiter:innen
[S1-6 50c]
Belegschaft 2025
Fluktuationsrate 2025 2024
Anzahl der Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen verlassen haben, gesamt  
Frauen  
Männer  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien  
China  
Tschechische Republik  
USA  
Großbritannien  
Thailand  
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich) 
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen, die das Unternehmen verlassen haben (Fluktuationsrate), gesamt  
Frauen  
Männer  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Österreich  
Brasilien  
Indonesien 
China
Tschechische Republik
USA
Großbritannien
Thailand
Sonstige (Indien, Türkei, Korea, Singapur, Taiwan, Deutschland, Italien und Frankreich)
[S1-7]
Fremdarbeitskräfte 2025
2025 2024
Gesamtzahl der nicht-angestellten Beschäftigten  
Die Angaben beziehen sich auf den Personalbestand pro Kopf am
31. Dezember 2025. Die Gesamtzahl der Nicht-Beschäftigten um-
fasst keine Selbstständigen, da diese im HR-System nicht erfasst
werden.
Die größte Gruppe von Fremdmitarbeiter:innen ist Leasingarbeits-
kräfte, die indirekt über eine Arbeitsagentur/Arbeitsvermittlung
eingestellt werden. Sie werden genauso behandelt wie Lenzings
Mitarbeiter:innen. Ein Großteil des Leasingpersonals ist im Produk-
tionsbereich (Schichtbereich) tätig, was bei der Bewertung ihrer
Stellenbezeichnungen und Stellenbeschreibungen festgestellt
wurde.
Anfragen zu Sozialzertifikaten
[unternehmensspezifisch]
Die Anzahl der Interaktionen mit Partnern in der Wertschöpfungs-
kette, bei denen Themen der sozialen Nachhaltigkeit oder Sozial-
audits angesprochen wurden, wird monatlich verfolgt. Im Berichts-
jahr hatte Lenzing insgesamt 30 solcher Kontakte.
414 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Diversitätskennzahlen
[S1-9 66a]
Mitarbeiter:innen in leitender Funktion werden als Personen mit mindestens einem/einer Direktunterstellten definiert.
Kategorie 1 AngestelltemitFührungsverantwortung
Kategorie 2 ArbeiterinnenmitFührungsverantwortung
Kategorie 3 LeasingpersonalmitFührungsverantwortung
Belegschaft 2025
Mitarbeiter:innen in leitender Funktion (mindestens ein:e Direktunterstellte:r) 2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 1, gesamt  
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 1
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 2, gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 2
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen
Männer  
Anzahl der Mitarbeiter:innen der Kategorie 3, gesamt
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre
Über 50 Jahre
Frauen
Männer
Prozentualer Anteil der Mitarbeiter:innen der Kategorie 3
Unter 30 Jahre
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
415 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[S1-9 66b]
Belegschaft 2025
Diversitätsmerkmale der Mitarbieter:innen 2025 2024
Anzahl gesamt  
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Prozentualer Anteil
Unter 30 Jahre  
30–50 Jahre  
Über 50 Jahre  
Frauen  
Männer  
Soziale Absicherung
[S1-11]
Die soziale Absicherung gegen Einkommensverlust aufgrund ein-
schneidender Lebensereignisse, einschließlich Krankheit, Arbeits-
losigkeit (ab Beginn der Beschäftigung bei Lenzing), Arbeitsunfälle,
erworbene Invalidität, Elternzeit und Pensionierung, wird allen Mit-
arbeiter:innen durch staatliche Programme in jedem Land, in dem
Lenzing tätig ist, gewährt. Die einzige Ausnahme bilden die USA,
wo keine Zahlungen bei Krankheit und Elternzeit vorgesehen sind.
Die Informationen stammen aus offiziellen Regierungsquellen und
von der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO).
Menschen mit Behinderungen
[S1-12]
Im Berichtsjahr hatten 1,6 Prozent der Mitarbeiter:innen von
Lenzing eine Behinderung (2024: 2 Prozent). Die Kategorie „Mitar-
beiter:innen mit Behinderungen“ basiert auf den gesetzlichen De-
finitionen im jeweiligen Land der Geschäftstätigkeit. Die Definition
für Österreich finden Sie zum Beispiel hier. An den Standorten
Grimsby (Großbritannien) und Mobile (USA) werden keine formel-
len Erfassungen von Mitarbeiter:innen mit Behinderungen durch-
geführt, da die nationale Gesetzgebung den Status einer Behinde-
rung nicht definiert und Mitarbeiter:innen nicht verpflichtet sind,
ihrem Arbeitgeber eine mögliche Behinderung offenzulegen. Da-
her handelt es sich bei den angegebenen Zahlen für beide Stand-
orte um Schätzungen.
Lernen und Entwicklung
[ESRS S1-13 83b]
Im Berichtsjahr wurden rund 93.996 Mal Kurse aus Learn@Lenzing
absolviert. Das ergibt eine Schulungszeit von insgesamt 54.757,7
Stunden und damit eine durchschnittliche Schulungszeit von 6,7
Stunden pro Mitarbeiter:in. Bei Frauen betrug die durchschnittliche
Schulungszeit 7,7 Stunden und bei Männern 6,5 Stunden (2024:
durchschnittliche Schulungszeit 6 Stunden, 7 Stunden bei Frauen,
6 Stunden bei Männern). Inklusive des Bildungszentrums Lenzing
blieben die Gesamtausgaben für lebenslanges Lernen und Perso-
nalentwicklung mit EUR 6,70 Mio. im Jahr 2025 im Vergleich zu
EUR 6,70 Mio. im Jahr 2024 unverändert.
Globales Performance- und Talentmanagement
[S1-13 83a]
2025 hat Lenzing ihre integrierten Performance- und Talentma-
nagementprozesse weiter ausgebaut. Die Bemühungen unterstüt-
zen das Wachstum der Mitarbeiter:innen, fördern eine Kultur der
kontinuierlichen Entwicklung und sichern den langfristigen Erfolg
des Unternehmens.
Während des Performancemanagement-Zyklus haben 88,7 Pro-
zent der Zielgruppe (68 Prozent männlich, 32 Prozent weiblich) drei
bis fünf individuelle Ziele in SuccessFactors definiert. Außerdem
haben 80,6 Prozent (55,7 Prozent männlich, 24,9 Prozent weiblich),
die sich Ziele für 2024 gesetzt hatten, ihre jährliche Zielüberprü-
fung abgeschlossen. Diese Zahlen spiegeln das kontinuierliche En-
gagement des Unternehmens wider, eine strukturierte Feedback-
und Leistungskultur auf allen Ebenen zu verankern.
[freiwillige Angabe]
Parallel dazu wurden im Rahmen des Talentmanagementprozesses
Daten für 70,2 Prozent der Angestellten von Lenzing erfasst (2024:
80,4 Prozent). Außerdem steht für 1.008 der 2.706 Schlüsselpositi-
onen bereits mindestens ein:e Nachfolger:in fest (2024: 973 von
2.535). Dies unterstreicht den proaktiven Ansatz von Lenzing in Be-
zug auf Nachfolgeplanung und Führungskontinuität.
Die Personalabteilung von Lenzing unterstützte die Talentbewer-
tung über das SuccessFactors-System hinaus durch ebenen- und
geschäftsbereichsübergreifende Talentbewertungen. Dieser Pro-
zess gipfelte in drei Personalkonferenztagen auf ranghöchster Füh-
rungsebene, die die Transparenz und Abstimmung von Talentent-
scheidungen förderten. Manager:innen identifizierten 373 Top-Ta-
lente in SuccessFactors, darunter 148 Mitarbeiter:innen der Ge-
haltsstufe 5 und höher (2024: 400 Top-Talente, 156 Gehaltsstufe 5
und höher). Insgesamt wurden 66 Schlüsseltalente im Rahmen der
zweiten Personalkonferenztage nach Geschäftsbereichen kalib-
riert und besprochen. Dies unterstreicht das kontinuierliche Enga-
gement von Lenzing, eine starke, vielfältige und zukunftsfähige Ta-
lentbasis zu schaffen. Es stärkt das Engagement der Mitarbeiter:in-
nen und unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit des Unterneh-
mens.
416 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gesundheit und Sicherheit
[S1-14]
Das Unternehmen bemüht sich weiterhin intensiv um die Verbes-
serung der Leistung im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Ar-
beitsplatz durch die Überwachung von Früh- und Spätindikatoren.
Integrierte Sicherheits-Dashboards ermöglichen den Teams den
täglichen Zugriff auf wichtige Kennzahlen innerhalb ihrer Manage-
mentsysteme und unterstützen so eine fundierte Entscheidungs-
findung und kontinuierliche Verbesserung.
[S1-14 88a, 90]
100 Prozent der Mitarbeiter:innen, Fremdmitarbeiter:innen und
Fremdfirmenmitarbeiter:innen von Lenzing, die auf dem Firmenge-
lände arbeiten, sind durch das Arbeitsschutzmanagementsystem
(OHS) abgesichert. Alle Produktionsstandorte sind nach ISO 45001
zertifiziert, wobei die aktuelle Zertifizierung 2024 erneuert wurde
und bis 2027 gültig ist. Regelmäßige interne und externe Audits
bewerten die Leistung von Lenzing in Bezug auf Sicherheit, Ge-
sundheit und Umwelt sowie die Einhaltung von Lenzings Verhal-
tenskodex. Durch externe Audits wird außerdem überprüft, ob das
Arbeitsschutzmanagementsystem (OHS) weiterhin voll mit
ISO 45001 übereinstimmt.
[MDR-M 77b]
Bei den internen Managementsystem-Audits wird das Arbeits-
schutzprogramm von Lenzing auf Standortebene auf die Einhal-
tung von ISO 45001, der Unternehmens-Policies, der Verträge und
der regulatorischen Anforderungen geprüft. Darüber hinaus führt
die konzernweite HSE-Organisation eigene Audits durch, die an
den Standorten auf einer rotierenden, risikobasierten Basis erfol-
gen. Alle Standorte müssen regelmäßige interne Audits in Überein-
stimmung mit den Unternehmens-Policies durchführen und sich
formellen externen Audits des Arbeitsschutzmanagementsystems
unterziehen, die mit Arbeitsschutzverpflichtungen oder Zertifizie-
rungen wie ISO 45001 und ISO 14001 verbunden sind. Regelmä-
ßige dokumentierte Prüftreffen zum Arbeitsschutzmanagement an
allen Standorten dienen als Grundlage für Entscheidungen im Zu-
sammenhang mit möglichen Systemänderungen, die im entspre-
chenden Datenbanksystem erfasst und an die Mitarbeiter:innen
kommuniziert werden.
Kennzahlen: Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Verletzungen
[S1-14 88b, 88c, 88d, 88e]
Arbeitsunfälle aller Mitarbeiter:innen pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte
Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter
Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
v) Zahl der Ausfalltage  
Arbeitsunfälle der nicht-angestellten Beschäftigten pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte
Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter
Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
v) Zahl der Ausfalltage  
417 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Veränderungen im Zeitverlauf
[freiwillige Angabe]
Mit großem Bedauern musste Lenzing 2025 über einen tragischen
Unfall berichten, der zum Verlust einer geschätzten Fremdarbeits-
kraft führte, die durch Kontakt mit einem Gefahrstoff tödlich ver-
letzt wurde. Wir sprechen der Familie und den Kolleg:innen, die von
diesem Ereignis betroffen waren, unser aufrichtiges Beileid aus und
versichert ihnen unsere weitere Unterstützung.
2025 hat Lenzing ihre Leistungen im Bereich Gesundheit und Si-
cherheit deutlich verbessert. Die Gesamtzahl der meldepflichtigen
Arbeitsunfälle (TRIFR) für Mitarbeiter:innen (auf der Grundlage von
1.000.000 Arbeitsstunden) sank von 5,5 im Jahr 2024 auf 4,5 im
Jahr 2025. Bei den Fremdmitarbeiter:innen sank die TRIFR im glei-
chen Zeitraum von 3,1 auf 2,1. Die Zahl aller arbeitsbedingten Ver-
letzungen bei Mitarbeiter:innen sank von 20,0 auf 14,3, während
die Zahl für Fremdmitarbeiter:innen von 13,8 auf 6,4 fiel.
2025 verzeichnete die Gruppe keine Arbeitsunfälle mit schwerwie-
genden Folgen bei Mitarbeiter:innen.
Zu den arbeitsbedingten Gefahren, die ein Risiko für die Gesund-
heit darstellen, gehören in Lenzing im Allgemeinen chemische Ge-
fahren (Lösungsmittel, Klebstoffe, Stäube usw.), physikalische Ge-
fahren (Lärm, Strahlung, Hitze usw.), biologische Gefahren (Infek-
tionskrankheiten) und ergonomische Risikofaktoren (schweres He-
ben, sich wiederholende Bewegungen, Vibrationen).
Fremdfirmenmitarbeiter:innen
[S1-14 88a]
Zahlreiche Mitarbeiter:innen, die nicht direkt bei der Lenzing
Gruppe beschäftigt sind, arbeiten in den Produktionsstätten und
auf dem Betriebsgelände von Lenzing. Die Auswahl der Fremdfir-
men erfolgt nach denselben strengen Arbeitssicherheitskriterien,
die auch für die Mitarbeiter:innen von Lenzing gelten. Die meisten
von ihnen verfügen über zertifizierte Arbeitssicherheitsmanage-
mentsysteme. Wenn es keine Zertifizierung gibt, müssen die
Fremdfirmen an anerkannten regionalen Kompetenzprogrammen
teilnehmen oder zusätzliche Arbeitssicherheitskontrollen imple-
mentieren. Fremdfirmenmitarbeiter:innen, die für Lenzing arbeiten,
haben einen festen Ansprechpartner im Unternehmen, um eine ef-
fektive Kommunikation und Aufsicht zu gewährleisten. Bei Vermie-
ter-Mieter-Vereinbarungen sind die Verantwortlichkeiten für Ge-
sundheit und Sicherheit klar definiert und werden gemeinsam ver-
waltet.
Health Climate Index
[unternehmensspezifisch]
Der Health Climate Index erreichte einen Wert von 76 Prozent. Die
Methodik finden Sie unter „Lenzing Climate Survey“ im Abschnitt
„Kommunikation“ dieses Kapitels.
Familienbedingte Beurlaubung
[S1-15]
100 Prozent der Mitarbeiter:innen von Lenzing haben Anspruch auf
Vaterschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub oder Elternzeit. 93 Prozent
der Mitarbeiter:innen von Lenzing haben Anspruch auf Betreu-
ungsurlaub. An folgenden Standorten haben die Mitarbeiter:innen
keinen Anspruch auf Betreuungsurlaub: an den Produktionsstan-
dorten in Prachinburi (Thailand) und Mobile (USA) sowie in den Bü-
ros in Istanbul, Shanghai, Seoul, Coimbatore, Hongkong, Singapur
und Taipei.
2025 nahmen 11 Prozent der Beschäftigten Urlaub aus familiären
Gründen; davon waren 27 Prozent weiblich und 73 Prozent männ-
lich (2024: 6 Prozent, 28 Prozent weiblich, 72 Prozent männlich).
Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung
[S1-16]
Das Verhältnis der jährlichen Gesamtvergütung beträgt im Jahr
2025 58,20 (2024: 51,87 – dies ist der angepasste Wert aus 2024).
Alle Bestandteile des Gesamtvergütungsverhältnisses wurde in en-
ger Zusammenarbeit mit den Rechtseinheiten im Detail berück-
sichtigt. Die Zahl stellt die Gesamtvergütung vor Steuern und in-
klusive Boni dar. Sie spiegelt die im jeweiligen Geschäftsjahr ge-
zahlte Vergütung wider. Weitere Informationen zur Vergütung fin-
den Sie im Vergütungsbericht (Bericht 2025 verfügbar ab 24. März
2026).
Geschlechtsspezifisches Verdienstgefälle
[S1-16]
Das gesamte geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in der
Lenzing Gruppe, einschließlich aller Lenzing Unternehmen, beträgt
27,16 (2024: 25,30 – dies ist der angepasste Wert aus 2024). Die
Berechnungsmethode entspricht der im ESRS-Standard definier-
ten Berechnungsmethode. Die Berechnung erfolgte teilweise auf
Basis geschätzter Arbeitsstunden und Jahresvergütung. Die
Schätzgenauigkeit entspricht der Stufe 2 (1 – genaue Zahl, 2 – Be-
rechnung/genaue Schätzung, 3 – grobe Schätzung).
Das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle wird als Verhältnis
dargestellt, wobei 0 der Idealwert ist, der besagt, dass Männer und
Frauen für dieselbe Arbeit gleich bezahlt werden. Höhere positive
Werte bedeuten ein größeres Verdienstgefälle zwischen den Ge-
schlechtern, wobei Frauen weniger verdienen als Männer. Wenn
zum Beispiel das Gehalt eines Mannes doppelt so hoch ist wie das
einer Frau, beträgt das Verdienstgefälle 50.
Lenzing räumt ein, dass mit Blick auf das geschlechtsspezifische
Verdienstgefälle noch Verbesserungspotenzial besteht. Dennoch
ist Lenzing überzeugt, bereits auf einem guten Weg zu sein. Eine
detaillierte Aufschlüsselung des geschlechtsspezifischen Ver-
dienstgefälles finden Sie im Abschnitt „Ergänzende freiwillige In-
formationen zu den Kapiteln“ im „Anhang“.
418 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gemeldete Bedenken und
Menschenrechtsverletzungen
[S1-17]
Im Berichtsjahr wurden 125 Beschwerden über das Whistleblower
System der Lenzing Gruppe und das Whistleblower System des
Lenzing Joint Ventures LD Cellulose in Indianópolis (Brasilien) ein-
gereicht (2024: 161 Beschwerden).
Kein Fall von Diskriminierung und (schwerer) Menschenrechtsver-
letzung im Sinne von IAO-Übereinkommen 111 Artikel 1 wurde im
Berichtsjahr in Lenzings Belegschaft eingereicht, gemeldet oder
registriert (2024: keine Fälle). Dementsprechend hat Lenzing keine
Strafen erhalten und keine Geldbußen oder Schadensersatz im Zu-
sammenhang mit solchen Fällen oder Vorfällen gezahlt.
419 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
Die Geschäftstätigkeiten von Lenzing erstrecken sich über die Textil- und Vliesstoff-, Chemie- und Forstindustrie und schaffen
dadurch Verantwortung entlang komplexer Wertschöpfungsketten. Dieses Kapitel beschreibt, wie Lenzing bei ihren Tätigkeiten
und in ihrem Lieferantennetzwerk Menschenrechte, Arbeitsstandards und Umweltprinzipien einhält. Die Einhaltung wird durch
regelmäßige Audits, Risikobewertungen und Korrekturmaßnahmen gewährleistet. Lenzing arbeitet nur mit Partnern zusammen, die
internationale und nationale Standards einhalten, und fördert dadurch Transparenz und Verantwortlichkeit. Indem das Unternehmen
mit gutem Beispiel vorangeht, ermutigt es zu ethischem Verhalten und stärkt die Nachhaltigkeit in ihrer globalen Lieferkette.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Sonstige
arbeits-
bezogene
Rechte -
Kinderarbeit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
Kinderarbeitistnachwie
voreingroßesProblem
inderTextilindustrie
woKinderihrerRechte
beraubtwerden
Gesundheits-und
Sicherheitsrisiken
ausgesetztsindihnen
derZugangzuBildung
verwehrtwirdundsiein
einemKreislaufaus
Armutund
Ungleichbehandlung
gefangensind
Angesichtsderweiten
Verbreitungvon
Kinderarbeitinder
Textilherstellungbesteht
dieMöglichkeitdass
sieauchinder
Wertschöpfungskettevon
Lenzingvorkommt
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
*VC(teils)
Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*VC(teils)
Policyfür
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*VC(teils)
PolicyfürHolz
undZellstoff
*VC(teils)
Einbezieh-
ungder
Lieferanten
*Vorgelagerteund
nachgelagerte
Wertschöpfungskette–
Hotspot-Analyse
*EinbindungvonLieferanten
*NachhaltigeHolz-und
Zellstoffbeschaffung
*EcoVadis
*VierteljährlicheLieferketten
Nachhaltigkeitsrisiko-
managementMeetings
*TogetherforSustainability
(TfS)
*DurchschnittlicheEcoVadis
BewertungderLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonEcoVadis
bewertendenLieferanten
*AnzahldergemeldetenFälle
überdasWhistleblower-System
(S-b)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierteHolzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonLenzing
durchgeführtenTogetherfor
Sustainability(TfS)Audits
Sonstige
arbeits-
bezogene
Rechte -
Zwangsarbeit
Negative
Auswirkung
-Potenziell
-Wertschöpfungs-
kette
-Kurzfristig
Zwangsarbeitistnach
wievoreinhartnäckiges
Probleminder
Textilindustriebeidem
diegrundlegenden
RechteundFreiheiten
derMenschenverletzt
werdenwasoftzu
physischenund
psychischenSchäden
führtunddenKreislauf
vonArmutund
Ungleichheit
aufrechterhältDa
Zwangsarbeitinder
Textilherstellungweit
verbreitetistbesteht
einpotenziellesRisiko
dasssieauchinder
Wertschöpfungskettevon
Lenzingvorkommt
*VCGlobaler
Verhaltenskodex
*VC(teils)
Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*VC(teils)
Policyfür
Menschenrechte
und
Arbeitsstandards
*VC(teils)
PolicyfürHolz
undZellstoff
*VC(teils)
Einbezieh-
ungder
Lieferanten
*Vorgelagerteund
nachgelagerte
Wertschöpfungskette–
Hotspot-Analyse
*EinbindungvonLieferanten
*NachhaltigeHolz-und
Zellstoffbeschaffung
*EcoVadis
*VierteljährlicheLieferketten
Nachhaltigkeitsrisiko-
managementMeetings
*TogetherforSustainability
(TfS)
*DurchschnittlicheEcoVadis
BewertungderLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonEcoVadis
bewertendenLieferanten
*AnzahldergemeldetenFälle
überdasWhistleblower-System
(S-b)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierteHolzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
*AnzahldervonLenzing
durchgeführtenTogetherfor
Sustainability(TfS)Audits
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette
420 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Strategie
Beschäftigte in der Wertschöpfungskette
[S2 SBM-3 10a]
Das weitverbreitete System einer unzureichenden Überwachung
von Lieferanten kann zu tatsächlichen oder potenziellen negativen
Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungskette bei-
tragen. In Anerkennung möglicher nachteiliger Auswirkungen der
Beschaffung auf diese Beschäftigten verfolgt Lenzing eine nach-
haltige Beschaffungsstrategie.
[S2 SBM-3 11a ii, 11a iii]
Lenzings Wertschöpfungskette umfasst unterschiedlichste Be-
schäftigte, für die es wesentliche Auswirkungen geben könnte. In
der vorgelagerten Wertschöpfungskette gehören dazu Forstarbei-
ter:innen und Holzfäller:innen, Holz- und Zellstofflieferanten, Che-
mikalienlieferanten sowie Beschäftigte im Transport- und Logistik-
bereich.
In der nachgelagerten Wertschöpfungskette sind dies unter ande-
rem Beschäftigte in der Textil- und Vliesstoffindustrie, darunter Be-
schäftigte in der Bekleidungsherstellung, im Einzelhandel und im
Vertrieb, sowie jene, die im Abfallmanagement und in der Logistik
tätig sind.
Schutzbedürftige Gruppen und geographisches
Risiko
[S2 SBM-3 11a v, 11b, 11c, 11c i, 12]
Lenzing erkennt an, dass bei bestimmten schutzbedürftigen Grup-
pen wie Wanderarbeiter:innen, Frauen, jungen Beschäftigten und
ethnischen Minderheiten das Risiko von Kinder- und Zwangsarbeit
besonders hoch ist, wenn sozioökonomische Anfälligkeiten beste-
hen, Arbeitsrecht nur unzureichend durchgesetzt wird und die Lie-
ferketten komplex sind. Angesichts ihres Bezugs zur Chemikalien-
und Holzbeschaffung sowie der Herstellung von Kleidungsstücken
räumt Lenzing ein erhöhtes Potenzial für solche systemisch nega-
tiven Auswirkungen in Asien, Südamerika, Mittelamerika, der Kari-
bik sowie in Osteuropa und Eurasien ein.
[S2 SBM-3 11, 11a v, 11c i]
Lenzing arbeitet kontinuierlich daran, die Auswirkungen in vor- und
nachgelagerten Wertschöpfungsketten zu verbessern und zu be-
werten. Der Fokus liegt dabei auf verantwortungsvollen Praktiken
und der Wahrnehmung von Sorgfaltspflichten (Due Diligence) in
jenen Bereichen der Wertschöpfungskette, auf die Lenzing unmit-
telbaren Einfluss hat. Aktuell werden noch detaillierte Daten zu
speziellen schutzbedürftigen Gruppen oder systemischen Auswir-
kungen gesammelt.
Lenzings Ansatz ist mit internationalen Standards konform und in-
tegriert Risikoanalysen und doppelte Wesentlichkeitsaspekte in
strategische Entscheidungen. Die Unternehmensstrategie beinhal-
tet kontinuierliche Verbesserungen von Due-Diligence-Prozessen,
die Einbeziehung von Stakeholdern und die Umsetzung verantwor-
tungsbewusster Beschaffungs- und Arbeitspraktiken.
Policies
[S2-1, MDR-P 65]
Lenzings Ansatz in Bezug auf Beschäftigte in der Wertschöpfungs-
kette wird durch vier Policies geleitet. Die Mindestangabepflichten
und die themenspezifischen Anforderungen dieser Policies werden
im Abschnitt „Policies“ der jeweiligen Kapitel beschrieben: Globa-
ler Verhaltenskodex und Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten
im Kapitel „G1 Unternehmensführung“, Policy für Menschenrechte
und Arbeitsstandards im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des Unterneh-
mens“ und die Policy für Holz und Zellstoff im Kapitel „E4 Biologi-
sche Vielfalt und Ökosysteme“.
Die Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards adressiert
sämtliche themenspezifischen Anforderungen. Der Globale Ver-
haltenskodex für Lieferanten deckt zudem die Anforderungen hin-
sichtlich bestimmter Gruppen ab, einschließlich der Themen Men-
schenhandel, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Der Globale Verhal-
tenskodex und die Policy für Holz und Zellstoff adressieren die the-
menspezifische Anforderung hinsichtlich der Abdeckung spezifi-
scher Gruppen.
Beschwerdemechanismen und
Abhilfe
[S2-2]
Lenzing hat noch keinen standardisierten Prozess für den aktiven
Dialog mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette eingeführt.
Beschwerdemechanismen
[S2-3 27b]
Das online-basierte Whistleblower System „Tell us“ von Lenzing er-
möglicht es Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten, Arbeitskräften in
der Wertschöpfungskette und anderen Stakeholdern weltweit, Be-
denken vertraulich und anonym zu melden. Die über die
Lenzing-Website zugängliche Plattform umfasst unter anderem
Themen wie Korruption, Bestechung, Interessenkonflikte, Kartell-
rechtsverstöße und Verstöße gegen das Kapitalmarktrecht. Im Jahr
2025 wurde das System weiterentwickelt, um die Qualität zusätz-
lich zu verbessern und Lenzings Engagement für Transparenz so-
wie den Schutz vor Repressalien, wie im Global Code of Business
Conduct festgelegt, zu stärken.
[S2-3 27d, 28]
Weitere Informationen zum Whistleblower System, der anonymen
Meldefunktion, der Verarbeitung von Meldungen und deren Effek-
tivität finden Sie in den Abschnitten „Whistleblower System“ und
„Umgang mit gemeldeten Bedenken“ im Kapitel „G1 Unterneh-
mensführung“.
[S2-3 27c]
In Bezug auf die Kanäle bei Lenzings Lieferanten enthält Lenzings
Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten folgenden Wortlaut: „Lie-
feranten sind verpflichtet, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
die Möglichkeit zu geben, Bedenken oder mögliche gesetzwidrige
Aktivitäten am Arbeitsplatz zu melden. Jede solche Meldung sollte
421 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
möglichst vertraulich behandelt werden. Lieferanten sind ver-
pflichtet, diesen Meldungen nachzugehen und erforderlichenfalls
Abhilfe zu schaffen. Es wird erwartet, dass Lieferanten gegen Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter, die in gutem Glauben etwas melden,
nicht mit Vergeltung oder Schikane vorgehen.“
Abhilfeprozesse
[S2-3 27a, 28, S2-4 33c]
Lenzings Policy für Menschenrechte und Arbeitsstandards befasst
sich mit dem Thema Abhilfe (siehe Abschnitt „Policies“ im Kapitel
„S1 Arbeitskräfte des Unternehmens“). Lenzing verpflichtet sich,
von Fall zu Fall angemessene Abhilfe zu leisten. Die Wirksamkeit
dieses Prozesses konnte bislang jedoch nicht bewertet werden, da
im Berichtsjahr keine Fälle gemeldet wurden. Zwar führt Lenzing
Audits bei Lieferantenstandorten durch, jedoch umfassen diese
derzeit keine Überprüfung, ob Beschäftigte über das Hinweisge-
bersystem von Lenzing informiert sind oder diesem vertrauen.
Maßnahmen
[S2-4, MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Vorgelagerte und nachgelagerte Wertschöpfungskette –
Hotspot-Analyse
x Einbindung von Lieferanten
●
Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung
●
EcoVadis
●
Vierteljährliche Lieferketten Nachhaltigkeitsrisikoma-
nagement Meetings
●
Together for Sustainability (TfS)
Sorgfaltspflicht im Bereich Menschenrechte
[S2-4 32b, 35]
Lenzing hat im Berichtsjahr keine Vorfälle in ihrer Wertschöpfungs-
kette identifiziert und daher keine Abhilfe für tatsächliche wesent-
liche Auswirkungen leisten müssen. Das Unternehmen arbeitet da-
ran, sein Verständnis von Risiken in der Wertschöpfungskette wei-
ter zu vertiefen, um sicherzustellen, dass die eigenen Praktiken
keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigte
in der Wertschöpfungskette verursachen oder zu solchen beitra-
gen. Derzeit kann noch nicht beurteilt werden, ob bzw. inwieweit
das Unternehmen tatsächlich solche Auswirkungen verursacht
oder zu solchen beiträgt.
[S2-4 32a, 32d]
Alle unten beschriebenen Maßnahmen unterstützen Lenzings Ziel
„Einbindung von Lieferanten“. Durch einen besseren Einblick in
Lenzings Lieferanten können potenzielle Menschenrechtsverlet-
zungen wirksamer verhindert und/oder gemildert werden. Die
Wirksamkeit der Maßnahmen von Lenzing wird anhand verschie-
dener quantitativen und qualitativen Kennzahlen nachvollzogen.
Vorgelagerte und nachgelagerte
Wertschöpfungskette – Hotspot-Analyse
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Nachdem sich die Hotspot-Analyse 2024 vor allem mit Kinder- und
Zwangsarbeit befasste, wurde sie im Berichtsjahr auf die Themen
Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Vereinigungsfreiheit
und Tarifverhandlungen, Diskriminierung, faire Beschäftigung, Aus-
wirkungen auf Gemeinschaften sowie Korruption und Transparenz
ausgeweitet. Die Analyse wurde bis Ende des dritten Quartals fina-
lisiert. Da dies den ersten Schritt eines zweiphasigen Ansatzes dar-
stellt, erfolgt die anschließende Bewertung und Priorisierung von
Maßnahmen auf Grundlage der identifizierten Hotspots als zweiter
Schritt. Folglich wurden die Ergebnisse noch nicht in die aktuelle
Überarbeitung der Wesentlichkeitsanalyse einbezogen, sondern
werden in das nächste Update einfließen.
Einbindung von Lieferanten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Alle ausgewählten Lieferanten von Lenzing müssen bestätigen,
dass sie Lenzings Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten mit den
darin enthaltenen Umwelt-, Arbeits- und Menschenrechtsstan-
dards gelesen und verstanden haben und ihn beachten werden.
Die Maßnahme wird weiterverfolgt, um die Einhaltung und Rele-
vanz weiter sicherzustellen.
Nachhaltige Holz und Faserzellstoffbeschaffung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Nach der Erstinformation im Jahr 2024 wurden die Verweise auf
den Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten und die Policy für
Holz und Zellstoff in die allgemeinen Bedingungen für den Holzein-
kauf von Lenzing integriert. Diese Verweise bleiben fortlaufend gül-
tig und gelten für alle Holzlieferanten. So wird sichergestellt, dass
Lenzings Grundsätze für Nachhaltigkeit und eine verantwortungs-
bewusste Beschaffung konsequent in den Lieferantenbeziehungen
und Beschaffungspraktiken verankert werden.
Die FSC
®
-Zertifizierung stellt daneben sicher, dass die Anforderun-
gen der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisa-
tion (IAO) und die IAO-Erklärung eingehalten werden. Das stärkt
das Bekenntnis des Unternehmens zu verantwortungsbewusster
Beschaffung und unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer An-
strengungen bei der Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Weitere Informationen zur FSC
®
-Zertifizierung finden Sie im Ab-
schnitt „Beschaffung“ im Kapitel „G1 Unternehmensführung“.
EcoVadis
EcoVadis ist ein Anbieter von Nachhaltigkeitsratings für Unterneh-
men, der mehr als 100.000 Unternehmen in über 175 Ländern welt-
weit bewertet hat. Die Nachhaltigkeitsthemen umfassen Umwelt,
Menschen- und Arbeitsrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung
je nach Branche und Größe des Unternehmens. Im Abschnitt Men-
schen- und Arbeitsrechte des Fragebogens werden Unternehmen
mit Blick auf Themen wie Gesundheit und Sicherheit der Mitarbei-
ter:innen, Arbeitsbedingungen, sozialer Dialog, Karrieremanage-
ment, Fälle von Kinderarbeit und anderes mehr bewertet.
In Übereinstimmung mit ihrem Ziel „Einbindung von Lieferan-
ten“ ermutigt Lenzing eine zunehmende Anzahl von Lieferanten,
sich von Anbietern von Nachhaltigkeitsratings bewerten zu lassen.
422 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die Lieferantenleistung aller registrierten Lieferanten wird mithilfe
des EcoVadis Dashboard fortlaufend überwacht. Dabei nutzt das
System verschiedene Quellen zur Beobachtung relevanter Liefe-
ranten, darunter die „360° Watch“. Mit Hilfe von künstlicher Intelli-
genz werden weltweit Nachrichtenquellen durchsucht. Die Su-
chergebnisse werden anschließend als positiv, neutral oder negativ
eingestuft. Durch aktiven Dialog mit den Lieferanten soll erreicht
werden, dass diese ihre Leistung verbessern und falls erforderlich
Korrekturmaßnahmen ergreifen. Schwerwiegende negative Er-
gebnisse können sich auf das Gesamtrating eines Lieferanten aus-
wirken. Die Ergebnisse der Lieferantenüberwachung und die erfor-
derlichen Korrekturmaßnahmen werden durch die Einkäufer:innen
und das Management von Lenzing regelmäßig überprüft.
Lenzing arbeitet darauf hin, Lieferanten insbesondere jene mit ho-
hem Beschaffungsvolumen, in Nachhaltigkeitsbewertung einzu-
binden, idealerweise über EcoVadis oder Together for Sustainability
(Tfs). Dabei erwartet Lenzing eine Mindestbewertung von 50 Punk-
ten im EcoVadis-Rating. Die Anforderung ist fester Bestandteil von
Lenzings Ansatz für nachhaltige Beschaffung und wird laufend
überwacht. Lieferanten, die unter dieses Mindest-Rating fallen,
müssen innerhalb von drei Monaten einen Korrekturmaßnahmen-
plan vorlegen, um die Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten. Die
Umsetzung und Wirksamkeit dieser Maßnahmen werden anschlie-
ßend überprüft. 2025 wurden keine Lieferantenbeziehungen be-
endet.
Vierteljährliche Lieferketten
Nachhaltigkeitsrisikomanagement Meetings
[S2-4 33a, 33b, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzings Einkäufer:innen und der Global Purchasing Sustainability
Manager pflegen einen regelmäßigen Dialog. Darüber hinaus hat
Lenzing ein vierteljährliches Meeting zum Thema Nachhaltigkeits-
risikomanagement in der Lieferkette als dauerhaften Governance-
Mechanismus eingeführt. Daran nehmen Einkaufsleiter:innen,
Supply-Chain- und Nachhaltigkeitsexpert:innen teil, um über Risi-
ken und Chancen in der Wertschöpfungskette zu diskutieren und
diese zu steuern. Dabei findet auch eine Risikobewertung der Lie-
feranten von Lenzing statt, die am schlechtesten abschneiden, wo-
bei unter anderem Menschenrechtsaspekte berücksichtigt werden.
Durch die regelmäßige Überprüfung der Lieferantenleistung und
der Einleitung entsprechende Korrekturmaßnahmen sollen die ne-
gativen Auswirkungen auf Beschäftigte in der Wertschöpfungs-
kette minimiert oder vermieden werden. Außerdem soll so das Be-
wusstsein für nachhaltigkeitsbezogene Risiken bei Lenzings Ein-
käufer:innen und auf Lieferantenseite gestärkt werden.
Together for Sustainability (TfS)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lieferanten, allen voran Chemikalien- und Logistikanbieter, werden
kontinuierlich in Audits im Rahmen des Netzwerks Together for
Sustainability (TfS) einbezogen. Dabei werden neben allgemeinen
ESG-Kriterien auch die Leistungen in Bezug auf Menschenrechts-
aspekte bewertet, wobei die Einhaltung aller geltenden Gesetze,
wie z.B. der UN-Kinderrechtskonvention und der IAO-Überein-
kommen, sichergestellt wird.
Zugeordnete Ressourcen
[S2-4 38]
Folgende Ressourcen wurden der Bewältigung wesentlicher Aus-
wirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette zugeord-
net:
x Im Bereich Global Purchasing: ein Purchasing Sustainability
Expert
x Im Bereich Commercial Affairs: ein Sustainability Expert
x Im Bereich Corporate Sustainability: ein Social Sustainability
Expert
423 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Ziele
[S2-5, MDR-T 80g, 80j]
Das Verfahren zur Festlegung und Überwachung der Ziele ist im Abschnitt „Nachhaltigkeitsziele“ im Kapitel „ESRS 2 Allgemeine Anga-
ben“ beschrieben.
Ziel „Einbindung von Lieferanten“
[MDR-T 80b, 80c, 80d, 80e, 80i, 80j]
Einbeziehung der wichtigsten Lieferanten, auf die mehr als 80 Prozent der Ausgaben entfallen, um ihre
Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern
Kontinuierlich
Auf Kurs
Unterziel
Lenzing bewertet 95 Prozent ihrer 200 wichtigsten Lieferanten über EcoVadis, das "Together for Sustainability
Audit" oder eine interne Bewertung/Auditierung bis 2025.
2025
Verzögert
Umfang WichtigstenLieferanten
TopLieferanten
Geografische
Abdeckung
Gruppenweit
Bezugsjahr 
Bezugswert KeineDatenfürverfügbar
Zielwert  derAusgabenbewertet derTopLieferantenbewertet
Status in 2025 MehralsderLieferantenvonLenzingwerdenvonEcoVadisbewertetundüberwachtFünfLieferantenwurdenvon
LenzingimRahmendesAuditprogramms"TogetherforSustainability"geprüftDieEinbindungunddasOnboardingvon
LieferantenisteinkontinuierlicherProzessbeidemdieEinkäuferinnenbestrebtsindeinenmöglichstgroßenTeilder
wichtigstenLieferantenvonLenzingeinzubinden ProzentderglobalenBeschaffungsausgabeneinschließlichHolzund
ZellstoffwurdendurchdieseBewertungenabgedecktDasUnterzielௗProzentderLieferantenzubewertenwurde
bisherzurundௗProzentdieserLieferantenerreichtEsgabHerausforderungeninderEU-ChemieindustrieundderLogistik
aufgrunddergeopolitischenSituationundEreignissenwiederKriseimRotenMeerdieindenletztenJahrendie
LieferantenstrukturverändertundsomitdieErreichungdesUnterzielsverzögerthabenDiemitdenwichtigsten
ChemielieferantenunterzeichnetenLieferverträgeenthaltenzudemauchNachhaltigkeitsklauseln
[S2-5 42a, 42b, 42c, MDR-T 80h]
Obwohl die Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, ihre recht-
mäßigen Vertreter:innen oder andere externe Stakeholder nicht di-
rekt einbezogen wurden, spielten verschiedene interne Stakehol-
der bei der Festlegung der Ziele, Nachverfolgung der Leistung oder
Identifizierung von Verbesserungen eine entscheidende Rolle. So
waren unter anderem die Abteilung für Corporate Sustainability,
die Standortteams und das Beschaffungsteam maßgeblich an der
Validierung dieser Ziele beteiligt.
[S2-5 39a, MDR-T 80f]
Das Ziel „Einbindung von Lieferanten“ beruht auf international an-
erkannten unabhängigen Bewertungen durch EcoVadis und das
TfS-Netzwerk. EcoVadis und die entsprechenden Audits spielen
eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Minderung der ne-
gativen Auswirkungen auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungs-
kette. Sie liefern eine umfassende Bewertung der Umwelt- und So-
zialleistung von Lieferanten und ermöglichen die Identifizierung,
Priorisierung und Steuerung wesentlicher Risiken und Chancen im
Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette.
Diese Bewertungen stehen im Einklang mit allen geltenden Geset-
zen und internationalen Rahmenwerken wie dem OECD-Leitfaden
für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht, den IAO-Kernarbeitsnormen
und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
Außerdem tragen sie zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung
(SDGs) 12 und 17 bei, indem sie Nachhaltigkeit und Zusammenar-
beit entlang der Wertschöpfungskette fördern.
[MDR-T 80f]
Die Berechnung des Prozentsatzes der bewerteten Ausgaben ba-
siert auf zwei Komponenten. Erstens umfasst sie die globale Be-
schaffungsausgaben 2024 (ohne Holz und Zellstoff) sowie den An-
teil der entsprechenden Lieferanten, die im Jahr 2025 bewertet
werden. Zweitens fließen Holz- und Zellstofflieferanten mit ein, die
durch Forstzertifikate und/oder interne Due-Diligence-Prozesse
bewertet wurden. Der gewichtete Durchschnitt dieser beiden Ele-
mente ergibt den endgültigen Prozentsatz der bewerteten Ausga-
ben von Lieferanten.
[MDR-T 80c]
Derzeit bestehen keine spezifischen Zielsetzungen für Arbeits-
kräfte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. Lenzing kon-
zentriert sich aktuell auf jene Bereiche, in denen das Unternehmen
den stärksten Einfluss ausüben kann – überwiegend in der vorge-
lagerten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig erkennt Lenzing die
Bedeutung möglicher Auswirkungen im nachgelagerten Bereich an
und verpflichtet sich potenzielle Maßnahmen zur Stärkung der so-
zialen Nachhaltigkeit entlang aller Stufen der Wertschöpfungskette
weiter zu prüfen.
424 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Kennzahlen
EcoVadis-Rating
[unternehmensspezifisch]
2025 erreichten die von EcoVadis bewerteten Lieferanten der
Lenzing Gruppe einen durchschnittlichen Score von 56,2 (2024:
55,6) und lagen somit 6,7 Punkte über dem Ergebnis der Ver-
gleichsgruppe. Das zeigt, dass die Lieferanten in der Lieferkette
von Lenzing über dem Durchschnitt aller von EcoVadis bewerteten
Lieferanten abschneiden. Lenzing führt einen aktiven Dialog mit
seinen Lieferanten, um deren Nachhaltigkeitsleistung weiter zu
verbessern.
Über das Whistleblower System gemeldete
Fälle
[unternehmensspezifisch]
2025 wurden keine Fälle im Zusammenhang mit Arbeitskräften in
der Wertschöpfungskette und Menschenrechten über Lenzings
Whistleblower System gemeldet (2024: Keine Fälle).
Zertifizierungen für Holz und Zellstoff
[unternehmensspezifisch]
Lenzing bezieht ihr Holz und ihren Zellstoff zu 100 Prozent aus
FSC
®
- oder PEFC-zertifizierten oder kontrolliert Quellen (2024:
100 Prozent).
32
Dadurch minimiert Lenzing das Risiko im Zusam-
menhang mit Kinderarbeit, Zwangsarbeit und anderen Menschen-
rechtsverletzungen in ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette.
Weitere Einzelheiten über Lenzings Bewertung ihrer Holz- und
Zellstofflieferanten finden Sie in den Abschnitten „Beschaf-
fung“ und „Lieferantenbewertung“ im Kapitel „G1 Unternehmens-
führung“.
„Together for Sustainability”-Audits
[S2-4 36, unternehmensspezifisch]
Lenzing führte 2025 über das TfS-Netzwerk fünf Lieferantenaudits
durch und vertraut auf zusätzliche Auditergebnisse, die von ande-
ren TfS-Mitgliedern für relevante Lenzing Lieferanten geteilt wer-
den (2024: vier Audits). Bei den Audits wurden keine gravierenden
Menschenrechtsprobleme festgestellt.
32
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
425 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
ZUSAMMENFASSUNG
In diesem Kapitel ist das Bekenntnis von Lenzing zu ethischen Geschäftspraktiken und einer soliden Unternehmensführung als
Grundlage für nachhaltigen Erfolg dargelegt. Alle Mitarbeiter:innen und Fremdmitarbeiter:innen sind verpflichtet, gemäß dem Glo-
balen Verhaltenskodex und den Compliance-Policies zu handeln, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen, damit Integri-
tät, Transparenz und Rechenschaftspflicht sichergestellt sind. Lenzing entwickelt ihr Compliance Management System kontinuier-
lich weiter, um Fehlverhalten zu verhindern, Compliance-Risiken zu verringern und ihre Mitarbeiter:innen zu schützen. Dies umfasst
systematische Risikobewertungen, Monitoring und klare vertrauliche Kanäle zur Meldung von Bedenken, ohne Vergeltungsmaß-
nahmen befürchten zu müssen. Regelmäßige Schulungen stellen sicher, dass das erwartete Verhalten verstanden wird, und fördern
eine Kultur der Verantwortung und Integrität. Diese Verhaltensstandards gelten auch für Lieferanten, die strengen fachlichen und
ethischen Anforderungen genügen müssen, damit eine verantwortungsvolle Beschaffung und nachhaltige Partnerschaften über
die gesamte Wertschöpfungskette hinweg gestärkt werden. Durch Einbettung dieser Grundsätze in ihren Governance-Rahmen
verbessert Lenzing Vertrauen, Fairness und die langfristige Wertschöpfung.
Auswirkungen, Risiken und Chancen
[MDR-P 65a]
In diesem Abschnitt werden die Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IROs), soweit zutreffend, be-
schrieben. Die Tabelle veranschaulicht, wie IROs mit bestimmten Policies, Zielen, Maßnahmen und Kennzahlen zusammenhängen. Dies
bedeutet jedoch nicht, dass alle aufgeführten Elemente miteinander verbunden sind.
Unterthema IRO IRO Beschreibung Policies Ziele Maßnahmen Kennzahlen
Unternehmenskultur
Risiko
- Eigene Tätigkeiten
- Kurz- bis
mittelfristig
Die Nichteinhaltung, wie
die Nichteinhaltung von
Gesundheits- und
Sicherheitsstandards, kann
zu Gerichtsverfahren,
finanziellen Verlusten und
Rufschädigung führen.
*Policy für
Produktsicherheit
*Kein Ziel *Einhaltung der
Produktsicherheit
*Erfolgreiche externe Audit-
Ergebnisse
(unternehmensspezifisch)
*Positive Rezertifizierung der
Produkte
(unternehmensspezifisch)
Schutz von
Hinweisgeber:innen
(Whistleblowers)
Negative
Auswirkung
- Potenziell
- Eigene Tätigkeiten
- Mittelfristig
Das Fehlen kontinuierlicher
Bemühungen, Schulungen,
Reaktionen und klaren
Verfahren kann zur
Beendigung des
Arbeitsverhältnisses und
zu
Vergeltungsmaßnahmen
gegen den Hinweisgeber
führen, was letztlich die
gesamten Bemühungen
um Geschäftsgebaren und
die gesamte Compliance-
Aktivität untergräbt.
*Whistleblower
Direktive
*Investigation
Direktive
*Kein Ziel *Schutz von
Hinweisgebern:innen
(Whistleblowers) (G1-1 10c)
*Vertrauliche Kennzahl
G1 Unternehmensführung
426 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Korruption und
Bestechung -
Vorkommnisse
Negative
Auswirkung
- Tatsächlich und
potenziell
- Eigene Tätigkeiten
- Kurzfristig
Auch wenn ein
Compliance-Programm
besteht, kann es zu
Zwischenfällen kommen,
wenn Personen sich nicht
regelkonform verhalten.
*Globaler
Verhaltenskodex
*Whistleblower
Direktive
*Investigation
Direktive
*Anti-
Bestechungs-
und Anti-
Korruptionsdirekt
ive
*Anti-
Geldwäsche
Direktive
*Kein Ziel *Verhinderung und
Aufdeckung von
Korruption und
Bestechung (G1-3)
Compliance
Management System
Whistleblower System
Compliance-
Schulungen
Compliance-Cockpit
Globale Compliance
Risikobewertung
(Geplante Maßnahme)
*Korruptions- oder
Bestechungsfälle (G1-4)
*Anzahl der gemeldeten
Fälle über das
Whistleblower-System
(S1-17 103b)
Verwaltung der
Beziehungen zu den
Lieferanten,
einschließlich der
Zahlungsmodalität-
en
Risiko
-Eigene
Tätigkeiten
-Kurzfristig
EsbestehtdasRisiko
derNichteinhaltungder
Europäischen
Lieferkettenrichtlinie
(CSDDD)wenndie
internenProzessenicht
umgesetztwerden
*Globaler
Verhaltenskodex
*Globaler
Verhaltenskodex
fürLieferanten
*PolicyfürHolz
undZellstoff
*Einbeziehung
der
Lieferanten
*Beschaffung(G-)
Nachhaltige
Chemikalienbeschaffung
Nachhaltige
BeschaffungvonHolz
undFaserzellstoff
*AnzahlderLieferanten
diedenEcoVadis-
Fragebogenbeantworten
(unternehmensspezifisch)
*Durchschnittliche
EcoVadis-Bewertungvon
LenzingsLieferanten
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHerkunftvon
eingekauftenChemikalien
(unternehmensspezifisch)
*RegionaleHolzversorgung
in Europa
(unternehmensspezifisch)
*FSC
®
undPEFC
zertifizierte
Holzbeschaffung
(unternehmensspezifisch)
VC…Wertschöpfungskette (value chain)
Governance
Compliance geht über die Einhaltung gesetzlicher
Bestimmungen hinaus
Lenzing verpflichtet sich zu beispielhafter Qualität bei Produkten
und Prozessen sowie zu Integrität und Ehrlichkeit im Umgang mit
Geschäftspartnern und Aktionär:innen. Compliance ist in der
Lenzing Gruppe mehr, als gesetzlichen und regulatorischen Anfor-
derungen zu genügen. Compliance ist Ausdruck einer fundamen-
talen Haltung und einer Kultur der Verantwortung, des Respekts
und der Integrität. Compliance ist über die aktive Verantwortung
aller Mitarbeiter:innen und Führungskräfte in der gesamten Gruppe
fest verankert und wird durch eine gemeinsame Wertekultur unter-
stützt.
Policies
[G1-1 9, MDR-P 65]
Lenzing stärkt und bewahrt ihre Unternehmenskultur durch einen
umfassenden Globalen Verhaltenskodex mit Unterstützung durch
abrufbare Policies, Direktiven und Richtlinien. Durch kontinuierli-
ches Monitoring, klare Verantwortlichkeiten und Konsequenzen
bei Verstößen ist sichergestellt, dass hohe Ethik- und Sicherheits-
standards und anwendbare internationale Vorschriften eingehalten
werden.
427 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Direktiven
Policies
Andere Dokumente
Guidelines
Policies sind eine Absichtserklärung innerhalb der Lenzing Gruppe
Direktiven sind per Definition für alle Mitarbeiter:innen der Lenzing Gruppe
verbindlich
Guidelines sind Verfahrensunterlagen für die Lenzing Gruppe
Ein gewisser Handlungsspielraum für lokale Bedürfnisse und damit
verbundene Dokumententypen wie z.B. Anweisungen
Hierarchie der Compliance-Leitlinien und -Richtlinien
Policy Globaler Verhaltenskodex
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Wertschöpfungskette
Lokale Gemeinschaften
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, auf Basis von klaren Compliance Standards, gemeinsame Unternehmenswerte zu bewahren und ethische
Grundsätze an allen Standorten umzusetzen.
Kernelemente:
Der globale Verhaltenskodex steht im Einklang mit den Grundsätzen des UN Global Compact und bekräftigt das Bekenntnis zu
internationalen Standards, deren Einhaltung sorgfältig überwacht wird.
Standards / Initiativen Dritter
UN Global Compact
Erklärung der IAO über Grundlegende Prinzipien
Pariser Klimaabkommen (COP21)
Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S1 Arbeitskräfte des Unternehmens S1-1
21 In der Zeile "Standards / Initiativen Dritter" dieser Tabelle finden Sie Verweise auf international anerkannte Instrumente.
22 Lenzing behandelt die Themen Menschenhandel, erzwungene oder verpflichtende Arbeit sowie Kinderarbeit ausdrücklich in
seinem Globalen Verhaltenskodex. Dieser untersagt diese Praktiken ausdrücklich und gewährleistet die Einhaltung der lokalen
gesetzlichen Anforderungen zum Mindestalters für Beschäftigung.
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
Policy Globaler Verhaltenskodex für Lieferanten
Verantwortlichkeit
Senior Vice President (SVP) Global Purchasing
Senior Vice President (SVP) Commercial Pulp, Biorefinery & Co-Products, Wood
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Vorgelagerte Wertschöpfungskette
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, die Einhaltung unserer Grundsätze sowie aller relevanten Gesetze und Standards durch unsere Lieferanten
zu gewährleisten.
Kernelemente:
Der Lieferantenkodex von Lenzing legt die Erwartungen an Lieferanten in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit, Arbeits- und
Menschenrechte, Umweltschutz, Ethik und Managementpraktiken fest.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
Themenbezogene Standards
S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette S2-1
16 Die Policy gilt für Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette.
18 Lenzing verfügt über einen Globalen Verhaltenskodex für Lieferanten der festlegt, dass Kinderarbeit unter keinen Umständen
erlaubt ist. Lieferanten sind verpflichtet, offizielle Dokumente vorzuhalten, die das Geburtsdatum jedes Beschäftigten belegen,
und die Einhaltung sämtlicher einschlägiger Gesetze zur Kinderarbeit gewährleisten, einschließlich Vorschriften zu Einstellung,
Vergütung, Arbeitszeiten, Überstunden und Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus sind jegliche Formen von Zwangs-, Schulden-
oder unfreiwilliger Arbeit strikt untersagt und alle Tätigkeiten müssen freiwillig erfolgen. Sklaverei und Menschenhandel werden
nicht geduldet. Lieferanten sind verpflichtet, diese Prinzipien in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit umzusetzen.
428 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Policy für Produktsicherheit
Verantwortlichkeit Vice President (VP) of Operations Service Group
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, alle geltenden Sicherheitsstandards und Rechtsvorschriften zu erfüllen und, wann immer möglich, zu
übertreffen, um die Herstellung sicherer Produkte zu gewährleisten.
Kernelemente:
Lenzing gewährleistet die Produktsicherheit, indem es hohe Umwelt- und Arbeitsschutzstandards in seine Herstellungsprozesse
integriert und seine Praktiken kontinuierlich verbessert, indem es Transparenz hinsichtlich der Produktinhaltsstoffe gewährleistet
und Tests sowie Kennzeichnungen gemäß internationalen Anforderungen und Zertifizierungen durch Dritte durchführt.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Website
Die Policy für Holz und Zellstoff und ihre Mindestangabepflichten finden Sie im Abschnitt „Policies“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt
und Ökosysteme“.
Direktiven
Policy Anti-Bestechungs- und Anti-Korruptionsdirektive (ABC-Direktive)
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle relevanten Vorschriften zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption innerhalb der
Lenzing Gruppe bekannt sind und eingehalten werden.
Kernelemente:
Lenzing verhindert Bestechung und Korruption, indem das Unternehmen die Einhaltung aller relevanten Gesetze gewährleistet
und Mitarbeitende mit klaren Vorgaben unterstützt, um Risiken zu vermeiden, Vertrauen zu schaffen und den Ruf des
Unternehmens zu schützen.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Themenbezogene Standards
G1 Unternehmensführung G1-1
10b Die ABC-Direktive steht im Einklang mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Policy Investigation Direktive
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, einen klaren Rahmen für die Untersuchung wesentlicher und begründeter Verstöße gegen Gesetze, den
globalen Verhaltenskodex für Unternehmen sowie interne Richtlinien und Anweisungen zu schaffen.
Kernelemente:
Die Richtlinie verlangt eine gründliche, zeitnahe und einheitliche Untersuchung aller potenziellen Verstöße auf der Grundlage von
Objektivität, Unabhängigkeit, Vertraulichkeit und dem Grundsatz der Nichtvergeltung. Dabei müssen die Einheitlichkeit der
Abhilfemaßnahmen, die Einhaltung gesetzlicher Meldepflichten, die Sicherung wichtiger Beweismittel sowie der Schutz des
Anwaltsgeheimnisses, der Arbeitsergebnisse und gleichwertigen Rechtsprivilegien gewährleistet werden.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
429 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Policy Anti-Geldwäsche Direktive (AML Direktive)
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wirksam zu bekämpfen, indem die Einhaltung der Gesetze und
Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) gewährleistet wird.
Kernelemente:
Die Richtlinie beschreibt die umgesetzten Prozesse und Kontrollmechanismen.
Standards / Initiativen Dritter
Basel AML Index
Financial Action Task Force (FATF)
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Policy Whistleblower Direktive
Verantwortlichkeit Group Compliance Officer
Umfang und
Anwendungsbereiche
Lenzing Gruppe
Ziel und Kernelemente
Ziel:
Das Ziel besteht darin, Mitarbeiter:innen zu ermutigen, potenzielle Verstöße in gutem Glauben zu melden, und ihnen klare
Anleitungen zur Meldung von Compliance-Bedenken zu geben.
Kernelemente:
Lenzing hat klar definierte Verfahren und Konsequenzen für Verstöße festgelegt, die an die zuständigen Stellen oder über das
Whistleblower System "Tell us" gemeldet werden können.
Standards / Initiativen Dritter N/A
Verfügbarkeit Lenzing Intranet
Maßnahmen zum Erkennen von Compliance-
Risiken und Schwachstellen
Whistleblower System
[G1-1 10a, 10c; S1-3 32b, 32d, 32e, 33; S2-3 27b, 27d, 28]
Um allen Mitarbeiter:innen und externen Stakeholdern die Mög-
lichkeit zu geben, Bedenken im Zusammenhang mit Korruption,
Bestechung, Interessenkonflikten, Kartellrecht, Kapitalmarktrecht
und andere Compliance-Themen zu melden, wurde 2017 ein welt-
weites online-basiertes Whistleblower System eingerichtet.
Lenzings Joint Venture, LD Celulose, unterhält ebenfalls einen ei-
genen Whistleblower Kanal. Bedenken können intern persönlich,
per Telefon oder E-Mail, über Vorgesetzte, den Betriebsrat oder
den Group Compliance Officer gemeldet werden. Zudem ist das
Whistleblower System („Tell us“) über die Lenzing Website zugäng-
lich und ermöglicht anonyme Meldungen. Es ist in allen Sprachen
verfügbar, die für Produktionsstandorte relevant sind (Englisch,
Deutsch, Tschechisch, Chinesisch, Bahasa, Thailändisch und Por-
tugiesisch). Das System steht nicht nur Mitarbeiter:innen, sondern
auch Kunden, Lieferanten und anderen Dritten weltweit zur Verfü-
gung. Bedenken können anonym und ohne Angst vor Vergeltung
weltweit gemeldet werden, da der Schutz der Anonymität des Sys-
tems von einer unabhängigen Stelle bestätigt wurde. Durch den
professionellen und vertraulichen Umgang mit allen Meldungen ist
sichergestellt, dass sowohl die Whistleblower:innen als auch die
betroffenen Personen geschützt sind.
Eine Whistleblower Direktive gewährleistet, dass Personen, die in
gutem Glauben Bedenken melden (das heißt mit dem begründeten
Verdacht, dass ein potenzieller Verstoß aufgetreten ist, gerade auf-
tritt oder wahrscheinlich auftreten wird), vor jeglicher Bestrafung,
Diskriminierung, Vergeltung, Benachteiligung, Belästigung oder
Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses geschützt werden.
Obwohl sich die Direktive nicht ausdrücklich auf Monitoring-Maß-
nahmen bezieht, wird die Wirksamkeit, die Zugänglichkeit und die
allgemeine Akzeptanz des Whistleblower Systems durch eine re-
gelmäßige Integritätsumfrage bewertet.
Umgang mit gemeldeten Bedenken
[G1-1 10c, 10e, G1-3 18b, 18c]
Meldungen werden gemäß der internen Investigation Direktive ge-
zielt bearbeitet (siehe den Abschnitt G1-1 „Direktiven“ in diesem
Kapitel). Gemeldete Vorfälle werden von Jurist:innen geprüft (ge-
gebenenfalls in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern) und an den
Group Compliance Officer oder den Local Compliance Officer
weitergeleitet. Die Meldungen werden von eigens hierfür abge-
stellten Mitarbeiter:innen bearbeitet. Die mit der Durchführung des
Verfahrens beauftragten Personen sind verpflichtet, die Vertrau-
lichkeit zu wahren. Falls erforderlich werden andere Abteilungen
und Personen in die Verarbeitung des Vorfalls einbezogen. Die
Meldungen werden auf Einzelfallbasis bearbeitet, es werden situa-
tionsbezogene Maßnahmen festgelegt und falls erforderlich wird
ein Untersuchungsteam gebildet. Dieses Team besteht aus Mitar-
beiter:innen und Führungskräften, die selbst nicht am Vorfall betei-
ligt sind. Die Identität der betroffenen Person wird vertraulich be-
handelt, und die Verfahren bieten wirksamen Schutz vor Vergel-
tungsmaßnahmen gegen Whistleblower:innen. Es werden Emp-
fehlungen ausgesprochen, ob die Untersuchung fortgesetzt oder
eingestellt werden soll. Dem Vorstand wird monatlich über den
430 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Stand der Compliance und laufende Untersuchungen berichtet.
Zusätzlich wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats viertel-
jährlich über die gemeldeten Vorfälle unterrichtet.
Die Mitarbeiter:innen werden in der Nutzung des Whistleblower
Systems geschult. (weitere Informationen finden Sie im Abschnitt
„Compliance-Schulung“ dieses Kapitels.) Eine Schulung erhalten
auch diejenigen, die für den Umgang mit gemeldeten Bedenken
zuständig sind. Die Wirksamkeit, Zugänglichkeit und allgemeine
Akzeptanz des Whistleblower Systems werden über eine Integri-
tätsumfrage bewertet, die von einem unabhängigen wissenschaft-
lichen Team durchgeführt wird, um deren Objektivität zu gewähr-
leisten.
Wenn tatsächlich negative Auswirkungen auf Mitarbeiter:innen
auftreten, wird individuelle Abhilfe geleistet, da es aktuell keinen
konzernweiten Abhilfeprozess gibt.
Training Direktive
[G1-1 10g]
Alle Direktiven im Zusammenhang mit dem Thema Unternehmens-
führung enthalten Bestimmungen zum Thema Schulungen. Es wird
eine umfassende Training Direktive ausgearbeitet, um bestimmten
Funktionen spezifische Schulungsvorgaben zuzuweisen. Gemäß
der Konzeption wird eine Risikobewertung durchgeführt, um ge-
fährdete Funktionen innerhalb der Organisation genauer zu defi-
nieren und zu identifizieren. Diese Funktionen erhalten dann ziel-
gerichtete rollenspezifische Schulungen. Durch diesen Ansatz wird
sichergestellt, dass die Mitarbeiter:innen über die erforderlichen
Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um ihre Funktionen effektiv
und ethisch wahrzunehmen. Das unterstreicht zusätzlich Lenzings
Bekenntnis zu Integrität und Compliance. Die Direktive ist für das
nächste Geschäftsjahr geplant.
Informationen zur Zielgruppe, Häufigkeit und dem Umfang finden
Sie im Abschnitt „Compliance-Schulung“ unter „Maßnahmen“ in
diesem Kapitel.
Risikobehaftete Funktionen
[G1-1 10h]
Folgende Funktionen wurden im Rahmen der globalen Bewertung
der Compliance-Risiken als risikobehaftete Funktionen für Korrup-
tion und Bestechung identifiziert: Global Legal, IP and Compliance;
Global Health, Safety & Environment; Global Procurement; Global
Supply Chain; Corporate Treasury; Corporate Human Resources;
Corporate Audit & Risk; Corporate Accounting; Corporate Tax;
Corporate Sustainability; Corporate Communications; Commer-
cial Textiles; Commercial Nonwovens. Diese Abteilungen werden
aufgrund ihres Tagesgeschäfts als risikobehaftet eingestuft, da sie
Beziehungen zu öffentlichen Stellen, Behörden und deren Vertre-
tern sowie Beauftragten, Distributoren, Rechtsanwälten, Zollbeam-
ten, Lieferanten und in einigen Fällen Dienstleistern unterhalten.
Aufgrund ihrer Kerntätigkeiten müssen sie interne Kontrollen ein-
richten, um Korruption, Geldwäsche, Betrug, Veruntreuung und
sonstige Risiken zu verhindern.
Maßnahmen
[ESRS G1-3: MDR-A 68a]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Compliance Management System
x Whistleblower System
x Compliance-Schulungen
x Compliance-Cockpit
x Compliance Produktsicherheit
x Globale Compliance Risikobewertung (geplante Maßnah-
men)
Die wichtigsten Maßnahmen im Zusammenhang mit Beschaffung,
finden Sie im Abschnitt „Beschaffung“ in diesem Kapitel.
Compliance Management System
[G1-3 18a]
Ziel des Aufbaus und der kontinuierlichen Weiterentwicklung des
Compliance Management Systems ist es, Compliance-Verstöße
gegen die Interessen des Unternehmens zu verhindern, zu erken-
nen und darauf zu reagieren sowie Haftungsrisiken und Reputati-
onsschäden zu vermeiden. Ferner soll das Compliance Manage-
ment System die Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbei-
ter:innen des Unternehmens beraten und schützen sowie die Effi-
zienz durch die Koordination der bestehenden Compliance-Aktivi-
täten steigern. Das Compliance Management System entspricht
der folgenden Struktur (Abbildung Elemente des Lenzing Compli-
ance Management System):
431 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Formale Strukturen, wie die Zuweisung von Verantwortlichkeiten,
die laufende Überwachung sowie Strukturen für Kommunikation,
Evaluierung und Dokumentation sind wesentliche Bestandteile des
Compliance Management Systems. Das laufende Compliance-
Programm basiert auf den folgenden Säulen:
x Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlverhalten
x Maßnahmen zur Aufdeckung von Compliance-Risiken und
Schwachstellen
x Maßnahmen, mit denen auf Fehlverhalten und erkannte
Schwachstellen reagiert wird, um diese in Zukunft zu ver-
meiden.
Whistleblower System
[G1-3 18a]
Um Mitarbeiter:innen und externen Stakeholdern die Möglichkeit
zu geben, Bedenken im Zusammenhang mit Korruption, Beste-
chung, Interessenkonflikten, Kartellrecht oder Kapitalmarktrecht
zu melden, wurde 2017 ein online-basiertes Whistleblower System
eingerichtet. Weitere Einzelheiten über die ESRS 2 MDR-A finden
Sie im Abschnitt „Maßnahmen zum Erkennen von Compliance-Ri-
siken und Schwachstellen“ (G1-1) in diesem Kapitel.
Compliance-Schulungen
[G1-1 10g, G1-3 18a, 21a, 21c, MDR-A 68b]
Das Verständnis für anwendbare Regeln und Regelungen ist
Grundvoraussetzung für ein verantwortungsbewusstes Verhalten.
Daher wurden eLearning-Programme im Berichtsjahr erweitert, um
den festgelegten Zielgruppen die wichtigsten compliancespezifi-
schen Inhalte zu vermitteln. Neue Mitarbeiter:innen erhalten bei
der Einstellung Unterlagen, darunter der Globale Verhaltenskodex
von Lenzing, und Mitarbeiter:innen mit IT-Zugang durchlaufen ob-
ligatorische jährliche eLearning-Kurse. Um den Kurs erfolgreich zu
absolvieren, müssen bei der abschließenden Prüfung mindestens
80 Prozent erreicht werden, damit das Verständnis gewährleistet
ist. Pflichtthemen sind für alle Mitarbeiter:innen, darunter auch der
Vorstand, der Globale Verhaltenskodex, das Whistleblower System
sowie der Know-how-Schutz. Im Jahr 2025 absolvierten 87 Pro-
zent der Mitarbeiter:innen, denen eine Schulung zugewiesen
wurde, die obligatorischen eLearning-Module – basierend auf
6.185 angemeldeten Mitarbeiter:innen (2024: 89 Prozent). Eine
kleine Anzahl Mitarbeiter:innen erhält zusätzlich Präsenzschulun-
gen.
[G1-3 21a, 21b, 21c]
Allen Angestellten sowie dem Vorstand (2.661 Mitarbeiter:innen)
wurde die vorgeschriebene Schulung zur ABC Direktive zugewie-
sen. 95 Prozent davon haben diese absolviert (2024: 97 Prozent).
[G1-3 21a, 21b]
Alle ermittelten risikobehafteten Funktionen erhielten spezifische
Schulungen (100 Prozent). 248 Mitarbeiter:innen hatten die Schu-
lung zum Kartellrecht zu durchlaufen, wobei mehr als 92 Prozent
die Schulung erfolgreich beendeten (2024: 92 Prozent). Die Schu-
lung zur Geldwäschebekämpfung wurde 326 Mitarbeiter:innen zu-
gewiesen und von 85
Prozent erfolgreich abgeschlossen (2024: 83
Prozent).
[G1-3 21a, 21c]
Der Aufsichtsrat nahm 2025 an der eLearning-Schulung zum Glo-
balen Verhaltenskodex und zur ABC Direktive teil. Ziel war, ein Ver-
ständnis für dessen Verantwortlichkeiten zu vermitteln, was die Be-
aufsichtigung des Vorstandes bei der Umsetzung von Compliance,
die Werte von Lenzing und die damit verbundenen Korruptionsri-
siken angeht.
Compliance-Cockpit
[G1-3 18a, MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2025 wurde plangemäß das sogenannte Compliance-
Cockpit auf globaler Ebene eingeführt, um die Kontrolle der Unter-
nehmensführung weiter zu stärken. Das neue System umfasst die
432 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Vorbeugen Erkennen Reagieren
Unternehmensstrategie Unternehmenswerte
Compliance Riskoanalyse- und monitoring
Management Verantwortung und Überwachung
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Evaluation und Dokumentation
Compliance Kommunikation – intern und extern
Verhaltenskodex
Direktiven, Policies
Prozesse und Kontrollen
Compliance Training/Beratung
Compliance Leistungskriterien
Whistleblower-System
Mitarbeitergespräche/-befragungen
Geschäftspartnerprüfung
Audit, Prüfungen
Datenanalysen
Compliance Untersuchung
Falldokumentation
Sanktionierung
Prozess-/Kontrollverbesserung
Remediation
Elemente des Lenzing Compliance Management System
Verbesserung des Whistleblower Tools und des Tools für Ge-
schenke und Bewirtung. Sowie die Einführung eines Tools zur Re-
gistrierung von Interessenkonflikten und eines Policy Managers für
den Erhalt, die Kenntnisnahme und Bestätigung von Policies.
Compliance Produktsicherheit
Zertifizierung nach ISO 9001
[MDR-A 68a, 68b]
Ein interner und externer Auditplan wird umgesetzt, um Verbesse-
rungsmöglichkeiten und Nichtkonformitäten zu identifizieren, die
Abhilfemaßnahmen erfordern. Diese sollen sicherstellen, dass das
Qualitätssicherungssystem von Lenzing die Product Safety Policy
angemessen unterstützt. Das Endziel besteht darin, eine gültige
Zertifizierung für die Lenzing Gruppe aufrechtzuerhalten.
[MDR-A 68c]
Im Jahr 2025 wurden fünf von neun Standorten geprüft, um sicher-
zustellen, dass alle relevanten Standorte bis 2027 geprüft werden,
und die ISO-Rezertifizierung der Lenzing Gruppe zu ermöglichen.
Externe Produktzertifizierungen
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Der interne Produkttestplan und die erforderlichen Rezertifizierun-
gen wurden umgesetzt, damit das Produktportfolio weiterhin den
externen Zertifizierungen und den damit verbundenen hohen Pro-
duktsicherheitsstandards entspricht. Im Jahr 2025 wurde die er-
neute Zertifizierung unserer Fasern nach dem OEKO-TEX
®
STAN-
DARD 100 abgeschlossen. Darüber hinaus wurde die Rezertifizie-
rung von 16 Produkten mit der Lebensmittelkontakt-Zertifizierung
von ISEGA abgeschlossen.
Geplante Maßnahmen
Globale Compliance Risikobewertung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Lenzing hat geplant, im Rahmen ihrer Monitoring-Maßnahmen
eine globale Bewertung der Compliance-Risiken durchzuführen.
Schwerpunkt der Bewertung sind die Prüfung bestehender Kon-
trollen und die Ermittlung tatsächlicher und potenzieller Compli-
ance-Risiken, sodass zielgerichtete Mitigationsmaßnahmen umge-
setzt werden. Die Maßnahmen erstrecken sich auf alle Gesell-
schaften, und die Bewertung dürfte in der ersten Jahreshälfte 2026
durchgeführt und abgeschlossen werden.
Aktualisierung Anti-Bestechungs- und Anti-
Korruptionsdirektive (ABC Direktive) und Anti-
Geldwäsche Direktive (AML)
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Im Jahr 2026 will Lenzing die ABC-Direktive und die AML-Direk-
tive aktualisieren. Lenzing plant das Compliance Management Sys-
tem zu stärken, indem Kernwerte eindeutig definiert werden und
sichergestellt ist, dass gegenüber bestehenden Risiken angemes-
sene Mitigationsmaßnahmen umgesetzt werden. Diese Direktiven
werden für alle Gesellschaften von Lenzing gelten und dürften An-
fang 2027 umgesetzt werden, sobald die globale Bewertung der
Compliance-Risiken abgeschlossen ist. Zudem soll die ABC-Direk-
tive in eine Policy umgewandelt werden.
Ziele
Informationen zum Ziel „Einbindung von Lieferanten“, das verbun-
den ist mit dem „Risiko der Nichteinhaltung der europäischen Lie-
ferkettenrichtlinie (CSDDD), wenn die internen Prozesse nicht um-
gesetzt werden“, finden Sie im Abschnitt „Ziele“ im Kapitel „S2 Ar-
beitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Kennzahlen
[ESRS G1-4]
Überwachung der Einhaltung der Vorschriften
[G1-4 24b, S1-17 103b]
Über das Whistleblower System gemeldete Bedenken werden in
der Abteilung „Legal, IP und Compliance“ erfasst. 125 Fälle wurden
über das Whistleblower System der Lenzing Gruppe und das
Whistleblower System von Lenzings Joint Venture LD Celulose in
Indianópolis (Brasilien) gemeldet (2024: 161 gemeldete Fälle).
Lenzing kann bekanntgeben, dass das Untersuchungsteam gemel-
dete Verstöße gegen ihre Grundsätze überprüft und bearbeitet und
gegebenenfalls angemessene Sanktionen verhängt hat.
[G1-4 24a]
2025 gab es keine Verurteilungen oder Geldstrafen aufgrund von
Gesetzen zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption (2024:
keine Verurteilungen oder Geldstrafen). Während des Berichtszeit-
raums gab es keine öffentlichen Klagen im Zusammenhang mit
Korruptionsfällen gegen das Unternehmen oder seine Mitarbei-
ter:innen.
Compliance Produktsicherheit
[unternehmensspezifisch]
Im Jahr 2025 wurden alle betroffenen Produkte erfolgreich rezer-
tifiziert, der Erfolg wurde anhand positiver externer Auditergeb-
nisse gemessen. Das Ergebnis des ISO 9001-Audits war positiv, es
wurden keine wesentlichen Nichtkonformitäten festgestellt.
[MDR-M 77b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden nicht von einer ande-
ren externen Stelle als dem Wirtschaftsprüfer validiert.
433 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
[ESRS G1-2 15a, 15b]
Liste der wichtigen Maßnahmen
x Nachhaltige Chemikalienbeschaffung
x Nachhaltige Beschaffung von Holz und Faserzellstoff
Innerhalb der Lenzing Gruppe wird der Einkauf von Holz, Zellstoff
und Chemikalien von drei verschiedenen Teams abgedeckt.
Lenzing ist bestrebt, Einkaufsrisiken wie größere Preisschwankun-
gen und Lieferengpässe durch verlässliche, langfristige Lieferbe-
ziehungen und aktives Lieferantenmanagement zu minimieren. Die
wichtigsten beschafften Materialien sind (in der Reihenfolge des
jährlichen Beschaffungsvolumens): Holz, Faserzellstoff, Natrium-
hydroxid, Schwefelsäure, Schwefel, Schwefelkohlenstoff, Schwe-
feldioxid und Magnesiumoxid.
Im Jahr 2025 (und 2024) wurden bei der Überprüfung der Risiko-
lieferanten keine Lenzing Lieferanten mit signifikanten tatsächli-
chen oder potenziellen negativen Umweltauswirkungen identifi-
ziert. Diese Feststellung basiert auf den folgenden Instrumenten
und Zertifizierungssystemen: EcoVadis, Together for Sustainability,
FSC
®
und PEFC.
Direktiven und Policies werden durch Einbindung von Lieferanten
umgesetzt. Lenzing ist bestrebt, als Branchenvorbild eine Füh-
rungsrolle im Hinblick auf ethische Unternehmensführung einzu-
nehmen, und erwartet dieselben Standards von ihren Geschäfts-
partnern. Weitere Informationen zum Verhaltenskodex für Liefe-
ranten finden Sie im Abschnitt „Policies“ in diesem Kapitel.
[MDR-M 77 b]
Die Kennzahlen in diesem Abschnitt wurden von keiner externen
Stelle außer dem Wirtschaftsprüfer validiert.
Nachhaltige
Chemikalienbeschaffung
Einbindung von Lieferanten
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Mit dem aktuellen Ziel der Einbindung von Lieferanten wird ange-
strebt, die wichtigsten Chemikalienlieferanten fortlaufend einzube-
ziehen. Daher hat Lenzing mit den wichtigsten Chemikalienliefe-
ranten Vereinbarungen einschließlich Nachhaltigkeitsklauseln un-
terzeichnet. Zu den Bedingungen zählen unter anderem die Fest-
legung von Reduktionszielen für Treibhausgase (THG), die von der
Science Based Targets initiative (SBTi) genehmigt wurden, die Be-
reitstellung von Informationen über den CO
2
-Fußabdruck von Pro-
dukten sowie über die Wasserknappheit an den Produktionsstan-
dorten, von denen Lenzing Produkte bezieht.
Lieferantenmanagement über EcoVadis
[unternehmensspezifisch]
Anzahl der EcoVadis bewerteten Lieferanten
2025 
2024 
2023 
2022 
2021 
2020 
2019 
2018 
2017 
Den Prozentsatz der Gesamtausgaben, der durch Audits abge-
deckt ist, finden Sie im Abschnitt „Ziele“ im Kapitel „S2-Arbeits-
kräfte in der Wertschöpfungskette“.
Lenzing arbeitet ausschließlich mit EcoVadis-bewerteten Lieferan-
ten zusammen, die eine Mindestpunktzahl von 50 Punkten errei-
chen. Weitere Informationen zu EcoVadis sowie zum durchschnitt-
lichen EcoVadis-Rating der Lieferanten von Lenzing finden Sie in
den Abschnitten „Maßnahmen“ und „Kennzahlen“ im Kapitel „S2
Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Regionale Herkunft
[unternehmensspezifisch]
Regionale Herkunft
a
von Chemikalien
2025 2024
Regionale Herkunft  
Keine regionale Herkunft  
a) Regional ist definiert als das gleiche Land und die benachbarten Länder, in denen
sich die wesentlichen Betriebsstätten befinden. Zu den wesentlichen Betriebsstätten
zählen alle Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe.
Im Jahr 2025 wurden 80 Prozent aller Chemikalien (in flüssigen
metrischen Tonnen) von 33 Lieferanten geliefert (2024: 36). Die
Beziehungen zu diesen Lieferanten sind im Allgemeinen sehr stabil.
Beschaffung
434 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nachhaltige Beschaffung von Holz
und Faserzellstoff
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Holz und Faserzellstoff sind die wichtigsten Rohstoffe für Lenzing.
Die Lenzing Gruppe übernimmt Verantwortung, indem sie kontinu-
ierlich auf nachhaltige Beschaffung setzt. Die Beschaffung stützt
sich auf Zertifikate sowie auf einen verantwortungsvollen und
hocheffizienten Einsatz dieser wertvollen Ressourcen.
Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff aus naturnahen Wäldern
sowie aus Plantagen, wie sie von der Ernährungs- und Landwirt-
schaftsorganisation der Vereinten Nationen
33 , 34
(FAO) definiert
werden. Zu den naturnahen Wäldern gehören natürlich nachwach-
sende und angepflanzte Wälder mit einer ähnlichen Artenzusam-
mensetzung wie die natürlichen Wälder in dem betreffenden Ge-
biet. Lenzing bezieht Holz und Faserzellstoff nicht aus Urwäldern,
natürlichen Wäldern sowie ursprünglichen und gefährdeten Wäl-
dern.
Bei einem geschätzten Faserzellstoffertrag aus Holz von 40 Prozent
lässt sich grob abschätzen, dass der gesamte Holzeinsatz für die Pro-
duktion von regenerierten Cellulosefasern der Lenzing Gruppe etwa 2,5
Mio. Tonnen (Trockenmasse) beträgt. Dieser setzt sich aus dem Bedarf
für die Eigenproduktion und den zugekauftem Faserzellstoff zusammen.
Beschaffungsquellen für Faserzellstoff
Ergänzend zur eigenen Faserzellstoffproduktion kauft Lenzing Fa-
serzellstoff am Weltmarkt zu – meist im Rahmen langfristiger Lie-
ferverträge. Eine Liste der Zellstofflieferanten von Lenzing finden
Sie auf der Website von Lenzing.
Holzbeschaffung
Lenzing betreibt drei Zellstoffwerke, in denen Holz zu Faserzellstoff
verarbeitet wird. Die regionale Holzversorgung ist für Lenzing
wichtig, weil sie eine Maßnahme zur Verringerung der THG-Emis-
sionen durch den Transport darstellt.
Regionale Holzversorgung in Europa
[unternehmensspezifisch]
Lenzing ist bestrebt, das Holz für ihre Zellstoffwerke in Europa so
lokal wie möglich zu beschaffen. Am Standort Lenzing (Österreich)
werden hauptsächlich Buche sowie kleine Mengen von anderen
Harthölzern und Fichte verarbeitet. Die Anlage in Paskov (Tsche-
chische Republik) verwendet dagegen meist Fichte.
33
Carle, J., and Holmgren, P. (2003). Working Paper 79. Definitions Related to Planted
Forests. In: Food and Agriculture Organization of the United Nations (2003). Forest
Resources Assessment Program Working paper series. Verfügbar unter:
https://www.fao.org/forestry-fao/25853-
0d4f50dd8626f4bd6248009fc68f892fb.pdf
Der Anteil regionalen Holzes
35
am Standort Lenzing (Österreich)
betrug im Jahr 2025 98,8 Prozent (2024: 97,1 Prozent). Am Stand-
ort Paskov (Tschechische Republik) befindet sich der Anteil der re-
gionalen Versorgung seit 2019 konstant bei 100 Prozent. Die zu-
grundeliegenden Zahlen sind dem „Anhang“ zu entnehmen.
Regionale Holzversorgung in Brasilien
Das Zellstoffwerk in Indianópolis (Brasilien), ein Joint Venture mit
Dexco namens LD Celulose, nutzt Eukalyptus aus seinen eigenen
Plantagen. Diese Plantagen arbeiten vollständig in Übereinstim-
mung mit den Richtlinien und hohen Standards der Lenzing Gruppe
für die Beschaffung von Holz und Zellstoff sowie nach den Anfor-
derungen der führenden Zertifizierungssysteme.
Die Plantagen befinden sich in Triângulo Mineiro im Bundesstaat
Minas Gerais. Das in die LD Celulose Plantation Unit umgewan-
delte Gebiet war seit den 1970er-Jahren für die Viehzucht und in-
tensive Landwirtschaft, aber auch für den Eukalyptusanbau ge-
nutzt worden. Die Plantagen sind über 800 km von der Region ent-
fernt, in der der Amazonas-Regenwald liegt.
Weitere Informationen zu den Plantagen von Lenzing in Brasilien
finden Sie im Abschnitt „Maßnahmen“ des Kapitels „E4 Biologische
Vielfalt und Ökosysteme“.
34
Terms and Definitions, FRA 2020, FAO, 2018
https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/531a9e1b-596d-4b07-
b9fd-3103fb4d0e72/content
35
Die regionale Holzversorgung erfolgt aus dem Land, in dem die Faserzellstoffanlage
steht, sowie aus Nachbarländern, von denen das Holz direkt, ohne
Grenzüberschreitung dritter Länder, bezogen werden kann.
435 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
0
20
40
60
80
100
2025 2024 2023
2025 2024 2023
0
20
40
60
80
100
Andere Länder
Slowenien
Ungarn
Deutschland
Österreich
Slowakei
Zellstofffabrik Lenzing
Tschechische Republik
Deutschland
Tschechische Republik
Slowakei
Polen
Österreich
Zellstofffabrik Paskov
Holzbeschaffung für Lenzings Faserzellstoffwerke
in Europa
Buche und Fichte nach Ländern. Der regionale Anteil der Holzversorgung erfolgt
aus dem Land, in dem die Faserzellstoffanlage steht, sowie aus Nachbarländern,
von denen das Holz direkt, ohne Grenzüberschreitung dritter Länder, bezogen
werden kann. „Andere Länder“ für den Standort Lenzing sind Frankreich,
die Schweiz, Kroatien und Polen.
Due Diligence in Bezug auf Holz und Zellstoff
Die Due Diligence von Lenzing bei der Beschaffung von Holz und
Zellstoff setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:
●
Policies – Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für
Lieferanten
●
Lieferantenbewertung
●
Zertifizierungen und unabhängige Bewertungen – FSC
®
,
PEFC und Canopy
Policy für Holz und Zellstoff und Verhaltenskodex für
Lieferanten
Die Policy für Holz und Zellstoff und der Verhaltenskodex für Liefe-
ranten von Lenzing gelten für alle Holzeinkaufsaktivitäten und wer-
den potenziellen Lieferanten vor Beginn einer Geschäftsbeziehung
vorgelegt. Nur wenn diese Bedingungen akzeptiert werden, kann
ein Betrieb an Lenzing liefern. Weitere Informationen zum Verhal-
tenskodex für Lieferanten finden Sie im Abschnitt „Policies“ dieses
Kapitels. Die Policy für Holz und Zellstoff finden Sie im Abschnitt
„Policies“ des Kapitels „E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme“.
Lieferantenbewertung
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
Die wichtigsten Lieferanten für Holz und Faserzellstoff werden im
Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Die wichtigsten Liefe-
ranten für Lenzing sind meist jene mit bestimmter Größe und be-
stimmtem Volumen.
Lenzing führt regelmäßige Audits und Nachhaltigkeitsbewertun-
gen neuer und bestehender Lieferanten durch, auch im Hinblick
auf die Einhaltung der Umwelt- und Sicherheitsstandards. Die Lie-
feranten werden mit Unterstützung externer Sachverständiger re-
gelmäßig befragt und bewertet, bevor eine abschließende Bewer-
tung erfolgt. Die Ergebnisse fließen in das allgemeine Lieferanten-
rating ein und fungieren als grundlegendes Kriterium für eine lang-
fristige Zusammenarbeit mit einem Lieferanten.
Zellstofflieferanten
werden anhand eines Due-Diligence-Prozesses
bewertet, der den Kriterien für FSC
®
Controlled Wood folgt. Dieser
beinhaltet die jährliche Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung der
Zellstofflieferanten anhand eines umfassenden Fragebogens, der u.
a. Aspekte wie Beschaffungsstandards, Liefergebiete, Nachver-
folgbarkeit der Lieferkette und THG-Emissionen abdeckt. Die Er-
gebnisse der Umfrage werden genutzt, um die wichtigsten Nach-
haltigkeitsthemen zu identifizieren und die zukünftigen Aktivitäten
von Lenzing zur Einbindung von Lieferanten zu steuern. Alle Faser-
zellstofflieferanten sind nach den führenden Waldzertifizierungs-
systemen zertifiziert und beliefern Lenzing mit zertifiziertem oder
kontrolliertem Faserzellstoff.
Alle
Holzlieferanten –
insgesamt etwa 700 Lieferanten (2024: über
600 Lieferanten), davon die Hälfte in Privatbesitz - werden in allen
Beschaffungsländern einmal jährlich bewertet. Dabei wird ein Be-
wertungssystem verwendet, das den Kriterien von FSC
®
Control-
led Wood and PEFC Controlled Sources folgt.
36
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
Zertifizierungen – FSC
®
, PEFC und Canopy
[unternehmensspezifisch]
LENZING VON CANOPY AUF PLATZ 1
EINGESTUFT
# 1 weltweit: Beim Hot Button Ranking von Canopy wird Lenzing mit
dem „Dark Green Shirt“ ausgezeichnet. Das Hot Button Ranking ist eine
führende Branchenbewertung der Nachhaltigkeitsleistung der weltwei-
ten Faserzellstoff- und Faserhersteller, in deren Rahmen auch die
Walderhaltung, die Transparenz der Lieferkette und Innovation bewertet
werden. Canopy gab Lenzing beeindruckende 34,5 von 40 Punkten,
was zeigt, dass wir in Sachen Beschaffung, Naturschutz und Lösungen
der nächsten Generation führend sind.
[MDR-A 68a, 68b, 68c]
100 Prozent des von Lenzing verwendeten Holzes und der verwen-
deten Faserzellstoffe sind entweder kontinuierlich FSC
®
- oder
PEFC-zertifiziert oder werden entsprechend dieser Standards kon-
trolliert.
36
Holz mit einem PEFC-Zertifikat erhält auch den Status
FSC
®
Controlled Wood. Der Zertifizierungsstatus ist aus der Abbil-
dung „Zertifizierungsstatus“ ersichtlich. „Zertifiziert“ ist die Summe
aus „FSC
®
Mix Credit“ und „PEFC“. Dies stellt die Menge an Faser-
zellstoff dar, die zur Herstellung von Fasern mit dem entsprechen-
den „Chain of Custody“-Zertifikat zur Verfügung steht.
Aufgrund der „Chain of Custody“-Zertifizierungen (CoC) von
Lenzing können die Kunden Zertifikate für ihre Produkte erhalten.
Die Chain of Custody dokumentiert den Fluss von Materialien vom
Wald über alle Stufen der Lieferkette bis hin zum Endprodukt. Alle
Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe sind FSC
®
-CoC-zertifi-
ziert. Die „multi-site“ PEFC-CoC-Zertifizierung deckt derzeit fünf
Standorte ab: Lenzing (Österreich), Paskov (Tschechische Repub-
lik), Purwakarta (Indonesien), Nanjing (China) und Mobile (USA).
Die PEFC-Zertifizierung wird hauptsächlich für Holz aus Mitteleu-
ropa verwendet. Die FSC
®
-Zertifizierung von Wäldern ist in dieser
Region nicht weit verbreitet. Daher ist der Großteil des bezogenen
Holzes zurzeit PEFC-zertifiziert und erhält nach einem Due-Dili-
gence-Prozess an den Lenzing Standorten den Status FSC
®
Con-
trolled Wood. Folglich ist das gesamte beschaffte Holz in der
Lenzing Gruppe entweder durch das FSC
®
-Zertifizierungssystem
436 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Zertifizierungsstatus
Zertifizierungsstatus des gesamten Holzbedarfs an den Produktionsstandorten
von Lenzing, direkt und in Form von zugekauftem Faserzellstoff.
Basis: verwendeter Faserzellstoff nach Gewicht.
21 %
FSC
®
Controlled Wood
42 %
FSC
®
Mix
Credit
37 %
0 %
Nicht zertifiziert
PEFC
zertifiziert oder wird dadurch kontrolliert. Forstbetriebe sind in Mit-
teleuropa in der Regel nicht sehr groß. Viele kleine Waldbesitzer,
für die die Forstwirtschaft ein Zusatzeinkommen darstellt, nehmen
nicht an Zertifizierungsverfahren teil. Daher muss Lenzing hin und
wieder verlässliche, aber begrenzte Mengen an solchem Holz be-
schaffen, das nicht nach FSC
®
oder PEFC zertifiziert ist. Diese Art
von Holz wird jedoch gemäß diesen Standards kontrolliert und
zählt als kontrolliertes Holz. Außerdem sorgen die strengen Forst-
wirtschaftsgesetze und deren Durchsetzung in Mitteleuropa dafür,
dass alle Waldbesitzer nachhaltig wirtschaften müssen.
Faserzellstofflieferanten können mehr als ein forstbezogenes Zer-
tifikat besitzen. Die meisten der in Nordamerika ansässigen Faser-
zellstofflieferanten tragen auch das Zertifikat der Sustainable Fo-
rest Initiative (SFI), die ebenfalls ein nationales Mitglied des globa-
len PEFC-Zertifizierungssystems ist und von diesem voll anerkannt
wird.
Ausführliche Erklärungen zu den Zertifikaten, zu kontrolliertem
Holz und zum internen Due-Diligence-System finden Sie im aktu-
ellen Fokuspapier „Wood and pulp“.
437 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Zahlen und Informationen in diesem Kapitel beziehen sich auf die Lenzing AG gemäß § 243b UGB und somit nur auf den Standort
Lenzing (Österreich).
Lenzing Aktiengesellschaft – Sicherheit
Arbeitsunfälle Mitarbeiter:innen in Lenzing (Österreich) pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)
 
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle  
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
Arbeitsunfälle der nicht-angestellten Beschäftigten in Lenzing (Österreich) pro 1.000.000 Arbeitsstunden
2025 2024
Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden
(produktive Arbeitsstunden)  
i) Anzahl der Todesfälle durch arbeitsbedingte Verletzungen und Erkrankungen
ii) Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle 
ii) Rate der meldepflichtigen Arbeitsunfälle (TRIFR)  
iii) Anzahl meldepflichtiger arbeitsbedingter Erkrankungen
iv) Anzahl der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
iv) Rate der Arbeitsunfälle und Erkrankungen  
Arbeitsbedingte Todesfälle (Österreich)
Im Geschäftsjahr 2025 wurden in der Lenzing AG keine arbeitsbedingten Todesfälle gemeldet.
Die fünf häufigsten Verletzungsarten (Österreich)
Fünf häufigsten Verletzungsarten Lenzing (Österreich)
2025 2024
BeiMitarbeiterinnen Prellungen  Schnittverletzungen 
Schnittverletzungen  Prellungen 
Verätzungen  Verätzungen 
Zerrungen  Schürfwunden 
Knochenbrüche  Knochenbrüche
Beinicht-angestelltenBeschäftigten Schnittverletzungen Schnittverletzungen
Fremdkörper Prellungen
Verätzungen Verätzungen
Zerrungen Schürfwunden
Prellungen Fremdkörper
Elektrische
Verbrennungen/
Stromschläge
Knochenbrüche
Dislokationen
Zusätzliche Informationen gemäß § 243b UGB
438 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing Aktiengesellschaft – Belegschaft
Belegschaft 2025
Lenzing Aktiengesellschaft: Personalstand pro Kopf zum 31. Dezember 2025.
Belegschaft 2025 - Lenzing (Österreich)
Lenzing Aktiengesellschaft: Personalstand zum 31. Dezember;
nur Mitarbeiter:innen (mit Lehrlingen, ohne Leiharbeiter:innen)
2025 2024
Gesamtpersonalstand zum 31.12.  
Frauenanteil  
Anteil der über 50-Jährigen  
Anteil der Nicht-Österreicher:innen
Lehrlinge  
Fremdfirmenmitarbeiter:innen  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Vollzeitverträgen  
Davon Frauen  
Davon Männer  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Teilzeitverträgen  
Davon Frauen  
Davon Männer  
Anteil der Mitarbeiter:innen mit Kollektivverträgen  
Mitarbeiter:innen mit Behinderungen  
Fluktuationsrate 
Mögliche Korruptionsdelikte oder Verstöße gegen das Kartellrecht
Gegen die Lenzing AG wurden 2025 keine behördlichen Maßnahmen im Hinblick auf mögliche Korruptionsdelikte ergriffen bzw. rechtli-
che Ansprüche geltend gemacht.
Umweltbelange
Zahlen zu Umweltbelangen werden nicht separat ausgewiesen, da diese Themen gruppenweit koordiniert werden und Wettbewerbs-
gründe dem entgegenstehen. Das Fehlen dieser Informationen ist jedoch für ein angemessenes und ausgewogenes Verhältnis der Ent-
wicklung, Leistung, Position und Auswirkung dieser Aktivitäten nicht relevant.
439 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Beschaffung
Holz- und Faserzellstoff-Beschaffung
Holzbeschaffung für die firmeneigenen
Faserzellstoffwerke in Lenzing (Österreich) und Paskov
(Tschechische Republik)
Buche und Fichte nach Ländern
Regional – eigenes Land und direkte Nachbarländer
Holzbeschaffung für Lenzing (Österreich)
Land 2025 2024
Österreich  
Deutschland  
Tschechische Republik  
Slowakei  
Ungarn  
Slowenien  
Summe regional 98,85 % 97,17 %
Polen  
Frankreich  
Schweiz  
Kroatien  
Restliche Länder 1,15 % 2,83 %
Summe 100,00 % 100,00 %
Holzbeschaffung für Paskov (Tschechische Republik)
Land 2025 2024
Tschechische Republik  
Slowakei  
Polen  
Österreich  
Deutschland  
Summe regional 100,00 % 100,00 %
Zertifizierungsstatus in der Lenzing Gruppe
Zertifizierungsstatus des gesamten Holz-inputs an den Lenzing Fa-
serproduktionsstandorten des eigenen und zugekauften Faserzell-
stoffs. Basis: Faserzellstoff nach Gewicht. Alle PEFC-zertifizierten
oder kontrollierten Quellen sind auch FSC
®
-kontrolliert.
37
Zertifizierungsstatus in der Lenzing Gruppe, 2024–2025
2025 2024
PEFC  
FSC
®
100 %  
FSC
®
Mix  
FSC
®
Controlled Wood  
Ohne Zertifizierung  
Summe 100,00 % 100,00 %
Die wichtigsten Holzarten von Lenzing in 2025
Die wichtigsten Holzarten von Lenzing
Holzbeschaffungsregion Europa Südafrika Nordamerika Südamerika
Holzarten (die wichtigsten) BucheFichteEscheBirke
Pappeln
Eukalyptus KieferEscheEspeAhorn
TanneHemlocktannen
Eukalyptus
37
Lizenzcodes: FSC-C041246, PEFC/06-33-92
Ergänzende freiwillige Informationen zu den Kapiteln
440 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte
[E4 ESRS 2 SBM-3 – nicht wesentlich nach ESRS]
Gebiete mit schutzbedürftiger Biodiversität und Naturschutzgebiete in der Nähe der Lenzing Produktionsstandorte
Standort
Name des Gebietes mit
schutzbedürftiger
Biodiversität
Art des Gebietes mit
schutzbedürftiger Biodiversität
(Wasser/Feuchtgebiet/Terrestri
sch)
Distanz
in km
Typ/Kategorisierung des Gebietes mit schutzbedürftiger
Biodiversität
Lage des Gebietes mit
schutzbedürftiger Biodiversität in
Koordinaten (nächstgelegener
Punkt)
zuständige Behörde
Standort: Lenzing Fibers Grimsby Ltd., Grimsby, Vereinigtes Königreich
Lat.: 53,591351, Lon.: –0,133550;
Fläche des Standorts: 13,5 ha
Grimsby LincolnshireWolds
NationalLandscapeArea
ofOutstandingNatural
Beauty
terrestrisch AreaofOutstandingNaturalBeauty(AONBs)
IUCNManagementCategoryV
– EastYorkshireandNorthern
LincolnshireExtra-RegioLincolnshire
EnvironmentAgency
Grimsby HumberEstuarySpecial
AreaofConservation
(SAC)andaSpecial
ProtectionArea(SPA)
Wasser/Maritim IUCNManagementCategoryV
KeyBiodiversityArea(KBA)
RamsarSiteWetlandofInternationalImportance
(Nr )
SiteofSpecialScientificInterest
MarineProtectedArea(OSPAR)
EmeraldNetworkSiteUK
(formerNaturasiteUKundUK)
OutstraysManagedRealignmentScheme(OMRS)–
SchaffungvonLebensräumen(gesteuerteNeuausrichtung)
– EastYorkshireandNorthern
LincolnshireExtra-RegioLincolnshire
EnvironmentAgency
Grimsby LaughtonForest terrestrisch  KeyBiodiversityArea(KBA) – ForestryEngland
Grimsby LincolnshireCoronation
Coast
Wasser  NationalNatureReserve(NNR)
IUCNManagementCategoryIV
 NaturalEngland
Grimsby Bradley&DixonWoods terrestrisch LocalNatureReserve
IUCNManagementCategoryIV
– NaturalEngland
Grimsby WeelsbyWoodsPark terrestrisch LocalNatureReserve
IUCNManagementCategoryIV
– NaturalEngland
Standort: Lenzing Fibers GmbH, Heiligenkreuz, Österreich
Lat.: 46,968158, Lon.: 16,256086
Fläche des Standorts: 27,15 ha
Heiligenkreuz LafnitzFlussAustria Wasser  Natura(AT)  AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtAgrarwesen
Natur-undKlimaschutz
Heiligenkreuz NaturparkRaab terrestrisch  IUCNManagementCategoryV
EEAEuropeanProtectedSite
NaturePark
 AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtNatur-und
UmweltschutzAmtd
SteiermärkischenLandesregierung
ReferatNaturschutz
Heiligenkreuz Lafnitztal Wasserterrestrisch  Natura(AT)
Ramsarsite(nr )
 AmtdBurgenländischen
LandesregierungAbtAgrarwesen
Natur-undKlimaschutzAmtd
SteiermärkischenLandesregierung
ReferatNaturschutz
441 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Standort: Lenzing, Österreich
Lat.: 47,978798, Lon.: 13,616135
Fläche des Standorts: 153,4 ha
Lenzing Mond-undAttersee Wasser Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing UntereTraun Wasser  Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
KeyBiodiversityArea(KBA)
SpecialProtectionArea(BirdsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing GerlhamerMoor Feuchtgebiet Natura(AT)
IUCNManagementCategoryIV
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
EEAEuropeanProtectedSite
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing NaturparkAttersee-
Traunsee
terrestrisch  IUCNManagementCategoryV
Naturpark
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Lenzing ReinthalerMoos Feuchtgebiet  Natura(AT)
EEAEuropeanProtectedSite
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 AmtderOöLandesregierung
AbteilungNaturschutz
Standort: Lenzing Fibers Inc., Axis, USA
Lat.: 30,960825, Lon.: –88,025558
Fläche des Standorts: 65,97 ha
Mobile UpperDeltaWildlife
ManagementArea
Wasser IUCNManagementCategoryV
WildlifeManagementArea
– AlabamaDepartmentofConservation
andNaturalResources(ADCNR)
DivisionofWildlife&Freshwater
Fisheries
Standort: Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd., Nanjing, China
Lat.: 32,283358, Lon.: 118,875262
Fläche des Standorts: 34,86 ha
Nanjing Lanbowan–QiliheWetland Feuchtgebiet  KeyBiodiversityArea(KBA) 
Standort: Lenzing Biocel Paskov a.s., Paskov, Tschechische Republik
Lat.: 49,718049, Lon.: 18,294587
Fläche des Standorts: 211,96 ha
Paskov ŘekaOstravice
Českárepublika
Wasser Natura(CZ)
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředíazemědělství
Paskov PaskovPPPřírodní
památkaPaskov
Českárepublika
terrestrisch Natura(CZ)  KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředíazemědělství
Paskov KorytořekyOstravice Wasser IUCNManagementCategoryIII
NatureMonument
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje–
Odborživotníhoprostředía
zemědělstvíMinisteriumfürUmwelt
derTschechischenRepublik
Paskov MokřaduRondelu- Feuchtgebiet  Natura(CZ)
IUCNManagementCategoryIII
NatureMonument
 KrajskýúřadMoravskoslezskéhokraje
Paskov Poodří(CZ) Wasserterrestrisch  Natura(CZ)
ProtectedLandscapeArea
IUCNManagementCategoryV
SpecialAreasofConservation(HabitatsDirective)
SpecialProtectionArea(BirdsDirective)
KeyBiodiversityArea(KBA)
 AOPKČR-RPSCHKOPoodří
442 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Standort: LD Celulose S.A, Indianópolis, Brasilien
Lat.: –18,836333, Lon.: –47,917333
Fläche des Standorts: 150 (mill area) ha
90.200 ha (Plantge)
LD Celulose S.A,
Indianópolis
LDCeluloseSA
Indianópolis(innerhalbder
Plantage)
Wasser  HighconservationvalueareawithinLDCplantations –– LDCeluloseSA
LD Celulose S.A,
Indianópolis
PáuFuradoState
Park/ParqueEstadualdo
PauFurado
Wasserterrestrisch  IUCNManagementCategoryII –– InstitutoEstadualDeFlorestasDe
MinasGerais-MgSecretariade
BiodiversidadeeFlorestasMinistério
doMeioAmbiente
443 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Abfälle
[E5-5 37, 39 – nicht wesentlich nach ESRS]
Abfälle
(Tonnen) 2025 2024
Gesamter Abfall 155.540 163.983
Gesamtabfall von der Beseitigung abgezweigt  
Gefährliche Abfälle, die nicht zur Beseitigung gehen  
Vorbereitung gefährlicher Abfälle zur Wiederverwendung
Recycling von gefährlichen Abfällen  
Gefährliche Abfälle andere Verwertungsverfahren
Ungefährliche Abfälle, die nicht zur Beseitigung gehen  
Vorbereitung nicht gefährlicher Abfälle zur Wiederverwendung
Recycling ungefährlicher Abfälle  
Ungefährliche Abfälle sonstige Verwertung
Gesamtabfall zur Beseitigung  
Gefährliche Abfälle zur Beseitigung  
Sondermüllverbrennung  
Sondermülldeponie  
Gefährliche Abfälle andere Beseitigungsmöglichkeiten  
Ungefährliche Abfälle zur Beseitigung  
Verbrennung von ungefährlichen Abfällen  
Deponie für ungefährliche Abfälle  
Nicht gefährliche Abfälle sonstige Beseitigungsverfahren  
Prozentsatz nicht recycelter Abfälle  
Gesamtmenge der nicht recycelten Abfällen  
Gesamtmenge gefährlicher Abfälle  
Arbeitskräfte des Unternehmens
Tarifverhandlungen und sozialer Dialog
[S1-8 – nicht wesentlich nach ESRS]
Lenzing hält sich in allen Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, an die lokalen Arbeitsstandards. Kollektivverträge decken 80,3 Pro-
zent (2024: 79,9 Prozent) der weltweiten Belegschaft der Lenzing Gruppe ab. Für 99,7 Prozent (2024: 99,6 Prozent) der Mitarbeiter:innen
gelten arbeitsrechtlich oder kollektivvertraglich geregelte Kündigungsfristen.
Weitere Informationen über Lenzings sozialen Dialog finden Sie im Abschnitt „Betriebsrat/sozialer Dialog“ im Kapitel „S1 Arbeitskräfte des
Unternehmens“.
Angemessene Entlohnung
[S1-10 – nicht wesentlich nach ESRS]
Nach dem Vergleich der Mitarbeitergehälter mit den entsprechenden Benchmarks ist festzustellen, dass alle Mitarbeiter:innen von Lenzing
angemessen entlohnt werden. 100 Prozent von Lenzings Mitarbeiter:innen wurden in die Analyse einbezogen.
444 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Verdienstgefälle zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten – Aufschlüsselung
[S1-16 98]
Verdienstgefälle zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten
Arbeiter:innen Angestellte
Summe Berufseinsteiger Berufserfahren Klerikal
leitende
Angestellte/
Berufseinsteiger
Mittleres
Management/
Berufserfahrene Geschäftsleitung
Lenzing Gruppe
(Produktionstätten und
Verkaufbüros) 
Produktionsstätten
Lenzing (Österreich)       
Heiligenkreuz (Österreich)    –   nurmännlich
Paskov (Tschechische Republik)  –  nurweiblich   nurweiblich
Grimsby (Großbritannien) –  –  –  nurweiblich
Mobile (USA) – –
keine
Mitarbeiterinnen –   nurmännlich
Indianópolis (Brasilien)       nurmännlich
Purwakarta (Indonesien) – –
keine
Mitarbeiterinnen
keine
Mitarbeiter
innen
 – nurmännlich
Prachinburi (Thailand) – – –    nurmännlich
Nanjing (China)   nurmännlich nurweiblich  – nurmännlich
Legende
Einstufung Angestellte
1-3 Klerikal
3a-4a, M1, M2 leitendeAngestellte/Berufseinsteiger
5-6, M3 MittleresManagement/Berufserfahrene
6A - 7a Geschäftsleitung
Einstufung Arbeiter:innen
1-12, L1-L4, K2-K5
incl. K4A, K4B
Berufseinsteiger
13-17, F2, K6-K7-
K8, 3a-4a
Berufserfahren
Die fünf häufigsten Verletzungsarten
Die fünf häufigsten Verletzungsarten
2025 2024
BeiMitarbeiterinnen Schnittverletzungen  Schnittverletzungen 
Prellungen  Prellungen 
Schürfwunden  Schürfwunden 
Zerrungen  Stichwunden 
Verätzungen  Verätzungen 
Beinicht-angestelltenBeschäftigten Schnittverletzungen  Schnittverletzungen 
Prellungen Prellungen 
Verätzungen Verätzungen 
Fremdkörper Schürfwunden 
Verbrennungen Fremdkörper
Dislokationen
445 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nationalitäten innerhalb der Lenzing Gruppe
Verschiedene Nationalitäten innerhalb der Lenzing Gruppe 2025
Nationalität Frauen Männer Summe
Afghanistan
Albanien
Argentinien
Österreich   
Belgien
Bolivien
Bosnien und Herzegowina  
Brasilien   
Bulgarien
Kanada
China   
Kolumbien
Kroatien  
Tschechische Republik   
Niederländische Antillen
Ägypten
Frankreich
Georgien
Deutschland   
Hongkong
Ungarn  
Indien  
Indonesien   
Italien
Kirgisistan
Kosovo 
Malaysia
Nordmazedonien
Mexiko
Montenegro
Niederlande
Nigerien
Paskistan
Polen
Portugal
Rumänien  
Russland
Serbien
Singapur
Slowenien
Slowakei 
Somalia
Südafrika
Südkorea
Spanien
Schweiz
Syrien
Tadschikistan
Taiwan
Thailand   
Tü r ke i   
Ukraine
Großbritannien   
USA   
Vietnam
Keine Nation
Summe 1.439 6.690 8.129
446 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Tabelle zur Einhaltung des NaDiVeG
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/nadiveg.html
TCFD Index
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/tcfd.html
TNFD Index
Diese Tabelle finden Sie hier:
https://reports.lenzing.com/geschaefts-und-nachhaltigkeitsbericht/2025/nachhaltigkeit/anhang/tnfd.html
447 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
448 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Bilanz
zum 31. Dezember 2025
Aktiva 31.12.2025 31.12.2024
A. Anlagevermögen EUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Rechte  
2. Firmenwert  
 
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten,
einschließlich der Bauten auf fremdem Grund  
2. Technische Anlagen und Maschinen  
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung  
4. Anlagen in Bau  
5. Geleistete Anzahlungen  
 
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen  
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen  
3. Beteiligungen  
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens  
5. Sonstige Ausleihungen  
6. Geleistete Anzahlungen  
 
 
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe  
2. Unfertige Erzeugnisse  
3. Fertige Erzeugnisse und Waren  
4. Noch nicht abrechenbare Leistungen  
5. Geleistete Anzahlungen  
 
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
2. Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
3. Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
 
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
   
III. Wertpapiere
1. sonstige Wertpapiere und Anteile  
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten  
 
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.911.020,69 7.1 0 5 , 0
 
449 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Passiva 31.12.2025 31.12.2024
A. Eigenkapital EUR TEUR
I. Eingefordertes, einbezahltes und gezeichnetes Grundkapital  
II. Kapitalrücklagen
1. Gebundene  
2. Nicht gebundene  
III. Gewinnrücklagen
Freie Rücklagen  
 
B. Zuschüsse der öffentlichen Hand 69.449.904,44 88.507,4
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen  
2. Rückstellungen für Pensionen  
3. Steuerrückstellungen  
4. Sonstige Rückstellungen  
 
D. Verbindlichkeiten
1. Hybridkapital  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
2. Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
3. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
4. Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
5. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
6. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
7. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
8. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen mit
Beteiligungsverhältnis
 
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
9. Sonstige Verbindlichkeiten  
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
davon aus Steuern EUR 649.811,63
(31.12.2024: TEUR 652,9)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
EUR 6.048.181,12 (31.12.2024: TEUR 6.164,3)
 
davon mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr  
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr  
E. Rechnungsabgrenzungsposten 44.997,73 565,0
 
450 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Gewinn- und Verlustrechnung
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
2025 2024
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse  
2. Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen – –
3. Andere aktivierte Eigenleistungen  
4. Sonstige betriebliche Erträge:
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der
Finanzanlagen
 
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen  
c) Übrige  
 
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand – –
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen – –
– –
6. Personalaufwand:
a) Löhne – –
b) Gehälter – –
c) soziale Aufwendungen – –
aa) davon Aufwendungen für Altersversorgung EUR –1.845.351,33 (2024: TEUR -2.999,6)
bb) davon Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
EUR –12.039.601,89 (2024: TEUR -3.371,6)
cc) davon Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige
Abgaben und Pflichtbeiträge EUR –59.791.240,38 (2024: TEUR -63.862,9)
– –
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
a) Planmäßige Abschreibungen – –
c) Auflösung Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand  
– –
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Ziffer 18 fallen – –
b) Übrige – –
– –
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) – –
451 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
2025 2024
EUR TEUR
9. Zwischensumme aus Ziffer 1 bis 8 (Übertrag) – –
10. Erträge aus Beteiligungen  
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 49.784.533,39 (2024: TEUR 99.040,8)
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens  
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 20.795.645,81 (2024: TEUR 43.428,4)
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge  
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.187.505,96 (2024: TEUR 1.135,6)
13. Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Finanzanlagen  
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 0,0 (2024: EUR 0,0)
14. Aufwendungen aus Finanzanlagen – –
a) davon Abschreibungen EUR –276.757.065,91 (2024: TEUR -115.939,6)
b) davon Aufwendungen aus verbundenen Unternehmen EUR –294.221.279,86 (2024: EUR -115.939,6)
15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen – –
davon betreffend verbundene Unternehmen EUR –926.821,98 (2024: TEUR -341,3)
16. Zwischensumme aus Ziffer 10 bis 15 – 
17. Ergebnis vor Steuern (Zwischensumme aus Ziffer 9 und Ziffer 16) – –
18. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag – –
a) davon laufende Steuern EUR –7.376.149,93 (2024: TEUR 30.772,6)
b) davon latente Steuern EUR 0,00 (2024: TEUR -57.528,7)
19. Ergebnis nach Steuern = Jahresfehlbetrag – –
20. Auflösung von Gewinnrücklagen  
21. Auflösung von Kapitalrücklagen 
22. Bilanzgewinn  
452 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Anhang zum Jahresabschluss
für das Geschäftsjahr 2025
Allgemeine Angaben
Der Vorstand der Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG) hat den
vorliegenden Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 nach den
Vorschriften des österreichischen Unternehmensgesetzbuches
(UGB) in der aktuellen Fassung aufgestellt. Er umfasst das Ge-
schäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2025.
Die Lenzing AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft österrei-
chischen Rechts. Sie ist im Firmenbuch beim Handels- als Landes-
gericht Wels, Österreich, unter der Nummer FN 96499 k eingetra-
gen. Ihr Sitz ist in 4860 Lenzing, Werkstraße 2, Österreich. Die Ak-
tien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und
im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in
Wien, Österreich, gelistet.
Das Kerngeschäft der Lenzing AG liegt in der Erzeugung und Ver-
marktung von regenerierten Cellulosefasern. Der zur Erzeugung
notwendige Zellstoff wird zu einem großen Teil im eigenen Zell-
stoffwerk hergestellt und teilweise zugekauft. Der wichtigste Roh-
stoff zur Erzeugung von Zellstoff ist Holz, das zugekauft wird.
Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesell-
schaft.
Die Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegen-
den Jahresabschlusses im Vergleich zum Vorjahr beibehalten.
Die Lenzing AG ist das Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe
und erstellt einen Konzernabschluss. Der Konzernabschluss der
Lenzing AG ist beim Firmenbuch Wels hinterlegt und auf der
Homepage http://www.lenzing.com abrufbar.
Die Lenzing AG wird zum 31. Dezember 2025 durch die B&C
Gruppe beherrscht, welche direkt und indirekt mit rund 37,25 Pro-
zent (31. Dezember 2024: rund 37,25 Prozent) am Grundkapital der
Lenzing AG beteiligt ist. Unmittelbar an der Lenzing AG sind die
B&C KB Holding GmbH, Wien, die B&C Alpha Zweite Holding
GmbH & Co KG, Wien, und die B&C Ares Holding GmbH, Wien,
beteiligt. Das nächsthöhere Mutterunternehmen, das einen Kon-
zernabschluss aufstellt und veröffentlicht, in den die Lenzing
Gruppe einbezogen ist, ist die B&C Holding Österreich GmbH,
Wien. Der Konzernabschluss der B&C Holding Österreich GmbH
ist beim Firmenbuch Wien hinterlegt. Das oberste Mutterunterneh-
men der B&C Gruppe, und somit auch der Lenzing AG, ist die B&C
Privatstiftung, Wien.
Die Zahlenangaben im vorliegenden Jahresabschluss und in den
Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angege-
ben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Sum-
mierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können
durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbe-
dingte Rechendifferenzen auftreten.
Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
Allgemeine Grundlagen
Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter Beachtung
der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sowie der General-
norm des § 222 Abs. 2 UGB, ein möglichst getreues Bild der Ver-
mögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu vermitteln.
Bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurde der Grundsatz der
Vollständigkeit eingehalten. Bei den Vermögensgegenständen und
Schulden wurde der Grundsatz der Einzelbewertung angewandt.
Das Unternehmen hat dem Vorsichtsgrundsatz Rechnung getragen,
indem insbesondere nur die am Abschlussstichtag verwirklichten
Gewinne ausgewiesen werden. Alle erkennbaren Risiken und dro-
henden Verluste, die bis zum Bilanzstichtag entstanden sind, wur-
den berücksichtigt.
Schätzungen beruhen auf einer umsichtigen Beurteilung. Soweit
statistisch ermittelbare Erfahrungen aus gleich gelagerten Sachver-
halten vorhanden sind, werden diese bei Schätzungen berücksich-
tigt.
Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsme-
thoden wurden im Geschäftsjahr 2025 beibehalten.
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von anhaltend hohen Rohstoff-
und Energiekosten, zusätzlich belastet durch handelspolitische Un-
sicherheiten. Das Faserabsatzvolumen befand sich auf einem mit
dem Vorjahr vergleichbaren Niveau, während das Preisniveau eine
rückläufige Tendenz zeigte innerhalb des Berichtsjahres. Bei der Er-
stellung des Jahresabschlusses hat der Vorstand die Auswirkungen
berücksichtigt, insbesondere bei Schätzungsunsicherheiten und
Ermessensentscheidungen (etwa im Rahmen der Unternehmens-
planung).
Aufgrund eines ausreichenden Liquiditätsbestandes, gestärkt
durch Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur, hat das
Management die Einschätzung getroffen, dass die Lenzing AG zum
Zeitpunkt der Genehmigung des Jahresabschlusses über ausrei-
chende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ
weiter bestehen zu können. Daher wurde der Jahresabschluss un-
ter Zugrundelegung der Annahme der Unternehmensfortführung
aufgestellt.
453 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Anlagevermögen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachan-
lagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten,
vermindert um die planmäßige, nach der linearen Methode vorge-
nommenen Abschreibung angesetzt. Selbst erstellte immaterielle
Vermögensgegenstände werden als Aufwand erfasst.
Die Herstellungskosten von selbsterstellten Sachanlagen umfassen
die Einzelkosten, angemessene Teile der Material- und Fertigungs-
gemeinkosten, sowie Aufwendungen für freiwillige soziale Leistun-
gen, für betriebliche Altersversorgung und für Abfertigungen. Vom
Wahlrecht der Aktivierung von Fremdkapitalzinsen wird nicht Ge-
brauch gemacht. Der Rahmen der Nutzungsdauer beträgt für die
einzelnen Anlagegruppen:
Nutzungsdauer in Jahren von bis
Immaterielle Vermögensgegenstände
a) Lizenzen, Know-how und Mietrechte 
b) Software
c) Firmenwert  
Sachanlagen
a) Gebäude
Wohngebäude  
Geschäfts- und Fabriksgebäude  
b) Technische Anlagen und Maschinen 
c) Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 
Außerplanmäßige Abschreibungen auf einen zum Abschlussstich-
tag niedrigeren beizulegenden Wert erfolgen, wenn die Wertmin-
derung voraussichtlich von Dauer ist.
Für Firmenwerte, die vor dem 1. Jänner 2016 zugegangen sind,
wurde die bisherige Nutzungsdauer von 15 Jahren beibehalten.
Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen wer-
den mit den Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauern-
der Wertminderung, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert zum
Bilanzstichtag angesetzt.
Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen wird bei Vor-
liegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung grundsätzlich
das Discounted Cash-Flow-Verfahren gemäß dem Fachgutachten
zur Unternehmensbewertung KFS/BW 1 der Kammer der Wirt-
schaftstreuhänder herangezogen. Der beizulegende Wert bzw. der
Unternehmenswert wird aus den mit den gewichteten Kapitalkos-
ten diskontierten geschätzten künftigen Cashflows abgeleitet.
Die Cashflows werden aus den Planungsrechnungen mit einem
Detailplanungszeitraum von fünf Jahren abgeleitet. Vorstand und
Aufsichtsrat bewilligen das Budget, die Mittelfristpläne für die da-
rauffolgenden vier Jahre werden vom Vorstand bewilligt und vom
Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Die Planungsrechnungen be-
ruhen auf zukunftsbezogenen Annahmen, im Unternehmensbereich
Division Faser insbesondere auf Preis- und Mengenentwicklungen
beim Absatz, den Produktionsmengen sowie den dazu notwendi-
gen Kosten speziell für Rohstoffe, Energie, Personal und Steuern.
Diese Daten basieren auf internen Annahmen unter Berücksichti-
gung des erwarteten Marktumfeldes und der Marktpositionierung,
sowie auf externen Marktannahmen aus Marktstudien oder Kon-
junkturaussichten. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basie-
rend auf den Annahmen des letzten Planjahres mit einer ewigen
Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen
Wachstumsrate gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige
langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflations-
rate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von ei-
nem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird.
Als Abzinsungssatz wird ein individuell ermittelter Mischsatz aus der
Fremdkapitalverzinsung und der Verzinsung des eingesetzten Eigen-
kapitals herangezogen (WACC). Dieser Abzinsungssatz spiegelt die
gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken
der betroffenen Beteiligungen wider.
Ausleihungen werden mit dem Nominalwert bzw. bei voraussicht-
lich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden
Wert zum Bilanzstichtag angesetzt.
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens und des Um-
laufvermögens werden mit den Anschaffungskosten oder dem
niedrigeren Kurswert zum Bilanzstichtag bewertet.
In den Wertpapieren (Wertrechten) des Anlagevermögens sind
auch Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung für Pensions-
verpflichtungen enthalten, die in Höhe des Deckungskapitals akti-
viert werden. Die Erträge aus dieser Rückdeckungsversicherung
werden in den Aufwendungen für Altersversorgung erfasst.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermö-
gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmä-
ßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Die Zuschreibung erfolgt
auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der
Normalabschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wä-
ren, ergibt. Beim Firmenwert unterbleibt gemäß § 208 Abs. 2 UGB
die Zuschreibung.
Umlaufvermögen
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit den Anschaffungskos-
ten nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren oder dem
niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.
Unfertige Erzeugnisse und fertige Erzeugnisse sind zu Herstel-
lungskosten (im Sinne des § 206 UGB), jedoch höchstens zum
voraussichtlichen Verkaufserlös – abzüglich der bis zum Verkauf
noch anfallenden Kosten – angesetzt. Die Herstellungskosten um-
fassen neben den Einzelkosten auch anteilige Material- und Ferti-
gungsgemeinkosten auf Basis einer Normalauslastung sowie Auf-
wendungen für freiwillige soziale Leistungen, für betriebliche Al-
tersversorgung und für Abfertigungen. Aufwendungen für Fremd-
kapitalzinsen sowie allgemeine Verwaltungs- und Vertriebskosten
werden nicht aktiviert. Wirtschaftliche und technische Risiken wer-
den durch Abschläge angemessen berücksichtigt.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden ge-
mäß dem strengen Niederstwertprinzip angesetzt. Forderungen
werden einzeln bewertet. Falls Risiken hinsichtlich der Einbringlich-
keit bestehen, werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Bei der
Ermittlung der Höhe der Einzelwertberichtigung werden erhaltene
Sicherheiten, wie Bankgarantien und Kreditversicherungen, ange-
messen berücksichtigt. Ist eine Forderung gänzlich uneinbringlich,
wird die Forderung mit 100 Prozent wertberichtigt (auf Basis des
454 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Nettobetrages). Weiteres bestehen Factoring-Vereinbarungen,
diese werden unter dem Punkt „Verkauf von Forderungen / Facto-
ring“ erläutert.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermö-
gens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die Abschrei-
bung nicht mehr bestehen.
Die Bewertung von Forderungen in Fremdwährungen wird unter
dem Punkt „Fremdwährungsumrechnung“ dargestellt.
Die gemäß Emissionszertifikategesetz unentgeltlich zugeteilten
Emissionszertifikate werden in der Bilanz entsprechend der
AFRAC-Stellungnahme „Bilanzierung von CO
2
-Emissionszertifika-
ten gemäß UGB“ vom Dezember 2015 dargestellt. Emissionszerti-
fikate werden mit dem Marktwert zum Zeitpunkt der Zuteilung in
den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen aktiviert.
Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesell-
schaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Zu-
schüssen der öffentlichen Hand eingestellt. Die aus dem aktuellen
Geschäftsjahr und den Vorjahren nicht verbrauchten EU-Emissi-
onszertifikate belaufen sich auf in
sgesamt 855.648 Stück (31. De-
zember 2024: 1.197.942 Stück).
Zur Bewertung von Guthaben bei Kreditinstituten in Fremdwäh-
rungen wird auf die unter dem Punkt „Fremdwährungsumrech-
nung“ beschriebene Vorgehensweise verwiesen.
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs. 9 und 10 UGB nach
dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung mit 23 Pro-
zent gebildet. Das Wahlrecht zum Ansatz von aktiven latenten
Steuern auf Verlustvorträge wird ab dem Geschäftsjahr 2020 aus-
geübt. Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge werden in jenem
Ausmaß angesetzt, indem ausreichend passiv latente Steuern vor-
handen sind und darüber hinaus substanzielle Hinweise vorliegen,
dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis in Zukunft zur
Verfügung stehen wird.
Rückstellungen
Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungen und Jubiläums-
gelder werden im Einklang mit der AFRAC-Stellungnahme „Rück-
stellungen für Pensions-, Abfertigungs-, Jubiläumsgeld- und ver-
gleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach den Vorschriften
des Unternehmensgesetzbuches“ nach versicherungsmathemati-
schen Grundsätzen entsprechend den Vorschriften des IAS 19
„Leistungen an Arbeitnehmer“, wie dieser in der EU anzuwenden ist,
unter Anwendung der Projected-Unit-Credit-Method (laufendes
Einmalprämienverfahren) berechnet. Dabei werden die erwarteten
Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäfti-
gung verteilt. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen sowie
Fluktuationsabschläge werden berücksichtigt. Versicherungsma-
thematische Gewinne und Verluste werden zur Gänze im Perioden-
aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Die in der Bilanz
erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungs-
plan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar.
Änderungen der oben genannten Personalrückstellungen werden
in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand ausge-
wiesen, mit Ausnahme der Aufwendungen aus der Aufzinsung die-
ser Rückstellungen, welche im Finanzergebnis dargestellt werden.
Übersteigen in einem Geschäftsjahr die Verminderungen insge-
samt die Zuweisungen an die jeweiligen Personalrückstellungen,
wird der positive Saldo im Posten Erträge aus der Auflösung von
Rückstellungen ausgewiesen. Zahlungen für beitragsorientierte
Verpflichtungen werden im Personalaufwand erfasst.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des
Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennba-
ren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewissen Ver-
bindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünfti-
ger unternehmerischer Beurteilung erforderlich sind. Bei der Be-
wertung werden Rückgriffsansprüche auf andere Parteien ange-
messen berücksichtigt. Langfristige Rückstellungen werden mit ei-
nem marktüblichen und laufzeitadäquaten Zinssatz abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Die Bewertung von Verbindlichkeiten in Fremdwährungen wird un-
ter dem Punkt „Fremdwährungsumrechnung“ erläutert.
Im Geschäftsjahr 2024 startete die Lenzing AG mit Lieferantenfi-
nanzierungsvereinbarungen. Dabei erfolgt durch den Zahlungs-
dienstleister zur jeweiligen Faktura Fälligkeit ein schuldbefreiender
Ausgleich der ursprünglichen Verbindlichkeit aus Lieferungen und
Leistungen und es kommt zu einer Ausweisänderung in der Bilanz.
Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Zahlungsdienstleister wer-
den als sonstige Verbindlichkeiten dargestellt.
Fremdwährungsumrechnung
Bestehen Sicherungsgeschäfte in Bezug auf eine Währung, so wer-
den auf diese Währung lautende monetäre Posten bis zum Nomi-
nale der Sicherungsgeschäfte mit einem Kurs umgerechnet, der
dem gewogenen Durchschnitt aus den Terminkursen der Siche-
rungsgeschäfte entspricht.
Soweit das Nominale der monetären Posten über das Nominale der
Sicherungsgeschäfte hinausgeht und sofern keine Sicherungsge-
schäfte bestehen, so werden auf diese Währung lautende mone-
täre Posten entsprechend dem imparitätischen Realisationsprinzip
mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Ersterfassung, im Fall eines Kurs-
verlustes aber mit dem Stichtagskurs umgerechnet.
Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung
in Euro herangezogen:
Fremdwährungskurse
Forderungen 31.12.2025 31.12.2024
Stichtagskurs EUR/USD  
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/USD  
Stichtagskurs EUR/CNY  
Durchschnittlicher Sicherungskurs EUR/CNY  
Verbindlichkeiten 31.12.2025 31.12.2024
Stichtagskurs EUR/USD  
Stichtagskurs EUR/CNY  
455 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Aktiva
Anlagevermögen
Die Aufgliederung des Anlagevermögens und seine Entwicklung
im Berichtsjahr sind im Anlagenspiegel angeführt.
Immaterielle Vermögensgegenstände und
Sachanlagen
Der Posten Rechte beinhaltet zum Großteil ein Mitbenützungs-
recht an der Abwasserreinigungsanlage des Wasserreinhaltungs-
verbandes Lenzing – Lenzing AG sowie das Recht auf Energiebe-
zug von der RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, einer von der
Gesellschaft gemeinsam mit der Energie AG Oberösterreich Um-
welt Service GmbH betriebenen Reststoffverwertungsanlage.
In den immateriellen Vermögensgegenständen sind solche imma-
teriellen Vermögensgegenstände, die von einem verbundenen Un-
ternehmen erworben wurden, mit einem Buchwert von TEUR 102,0
(31. Dezember 2024: TEUR 145,3) enthalten. In den Geschäftsjahren
2025 und 2024 gab es keine Zugänge von immateriellen Vermö-
gensgegenständen von verbundenen Unternehmen.
Der Firmenwert wird planmäßig, nach der linearen Methode über
die Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben. Die gewählte
Nutzungsdauer orientiert sich an der durchschnittlichen Restlauf-
zeit der im Zuge der Übernahme übernommenen Verpflichtungen.
Nach Unternehmensbereichen ergibt sich folgende Aufgliederung
der Zugänge zu den immateriellen Vermögensgegenständen
und Sachanlagen:
Unternehmensbereich 2025 2024
TEUR TEUR
Division Faser  
Division Zellstoff  
Sonstige  
Gesamt  
Die Abgänge von immateriellen Vermögensgegenständen und von
Sachanlagen hatten Anschaffungs- und Herstellungskosten von
TEUR 2.242,0 (2024: TEUR 5.305,9) und einen Buchwert von
TEUR 95,4 (2024: TEUR 1.108,0).
Finanzanlagen
Die Auflistung der Anteile an verbundenen Unternehmen der
Lenzing AG kann im Abschnitt „Direkte Beteiligungen zum
31.12.2025“ dieses Anhangs entnommen werden.
Einen Zugang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen gab
es im Geschäftsjahr 2025 bei der Lenzing Modi Fibers India in
Höhe von TEUR 62,2 (2024: TEUR 137,2). Im Geschäftsjahr 2024
betrafen die Zugänge im Wesentlichen die Kapitalerhöhungen
durch Umwandlung bestehender Ausleihungen in Eigenkapital der
Lenzing (Thailand) Co. Ltd. in Höhe von TEUR 285.452,7, der
PT. South Pacific Viscose in Höhe von TEUR 253.742,7 und der
Lenzing Fibers Holding GmbH in Höhe von TEUR 30.000,0. Zu-
sätzlich gab es eine Kapitalerhöhung bei der LD Cellulose S. A. in
Höhe von TEUR 36.511,3. Im Geschäftsjahr 2024 wurde die Lenzing
Business Services s.r.o. mit einem Stammkapital von TEUR 8,1 ge-
gründet, weiters erfolgte ein Kapitaleinschuss in der Höhe von
TEUR 2.172,1. Die Gründung der Lenzing France Sarl erfolgte mit
einem Stammkapital von TEUR 25,0.
Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen gab es im Ge-
schäftsjahr 2025 und 2024 keine Abgänge.
Aufgrund eines Anhaltspunktes für Wertminderung wurde der bei-
zulegende Wert der PT. South Pacific Viscose ermittelt. Dieser
ergab keine ausreichende Deckung der Buchwerte. Die Vorge-
hensweise bei Wertminderungen wird in den Abschnitt „Bilanzie-
rungs- und Bewertungsmethoden“ erläutert. Die Abschreibung be-
trägt für die PT. South Pacific Viscose TEUR 193.787,7 (2024:
TEUR 59.955,0).
Die Ausleihungen setzen sich wie folgt zusammen:
Ausleihungen Bilanzwert
mit einer
Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
mit einer
Restlaufzeit
über 1 Jahr
TEUR TEUR TEUR
Ausleihungen an
verbundenen Unternehmen   
Vorjahr   
Sonstige Ausleihungen   
Vorjahr   
Gesamt   
Vorjahr   
Bei den Ausleihungen gegenüber verbundenen Unternehmen
gab es einen Zugang gegenüber der PT. South Pacific Viscose in
Höhe von TEUR 51.851,5 (2024: TEUR 10.211,7) und der Lenzing
Fibers GmbH in Höhe von TEUR 1.187,5 (2024: Abgang in Höhe von
TEUR 30.000,0). Einen Abgang gab es bei der Lenzing (Thailand)
Co. Ltd in Höhe von TEUR 2.557,3 (2024: 239.043,1). Bei der Aus-
leihung der PT. South Pacific Viscose wurde eine Wertminderung
in Höhe von TEUR 82.180,0 vorgenommen.
Die Sonstigen Ausleihungen enthielten ausstehende Kaufpreis-
forderungen bzw. langfristigen Darlehen aus der teilweisen Veräu-
ßerung der EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH im Jahr
2016 gegenüber dem Käufer (einschließlich dessen Tochterunter-
nehmen), welche bereits im Geschäftsjahr 2023 vollständig abge-
schrieben wurden. Im Oktober 2024 hat die Kelheim Fibres GmbH,
Kelheim, Deutschland, ein 100 % Tochterunternehmen der EQUI-
Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, einen Insolvenzantrag unter
vorläufiger Eigenverwaltung gestellt. Seit dem 1. Jänner 2025 ist das
Insolvenzverfahren unter Eigenverwaltung eröffnet worden. Die Ge-
schäftsführung der Kelheim Fibres GmbH hat am 26. Jänner 2026
Erläuterungen zur Bilanz
456 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb zum 31. März 2026
eingestellt wird. Eine Fortführung des Unternehmens über diesen
Zeitpunkt hinaus ist nicht möglich.
Die Lenzing AG besitzt ein Pfandrecht an den übrigen Anteilen der
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH. Darüber hinaus wurde
dem Käufer ein Kreditrahmen in Höhe von bis zu TEUR 1.376,0
(2024: TEUR 1.376,0) eingeräumt, der im Fall von vordefinierten
nachteiligen Veränderungen der Rahmenbedingungen der EQUI-
Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH am Absatzmarkt bis längstens
31. Dezember 2025 in Anspruch genommen werden kann. Dieser
Rahmen war per 31. Dezember 2025 sowie im Vorjahr per 31. De-
zember 2024 nicht ausgenützt.
Die Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens umfassen
im Wesentlichen den Raiffeisen Nachhaltigkeit Diversified Fonds in
Höhe von TEUR 6.482,7 (2024: TEUR 6.482,7), der zur Deckung der
Pensionsrückstellung dient. Der Raiffeisen Nachhaltigkeit Diversi-
fied Fonds veranlagt nach den Vorschriften des Pensionskassenge-
setzes und im Wesentlichen in Euro-Anleihen per Jahresende.
Bei den Zugängen der Wertpapieren (Wertrechte) des Anlagever-
mögens in Höhe von TEUR 343,2 (2024: TEUR 2.412,8) handelt es
sich um die Zuführung zur Kapitalrücklage der White Rock Insu-
rance (Europe) Protected Cell Company Limited, La Valletta, Malta.
Die Lenzing AG hat im Jänner 2021 100 Prozent der Anteile an der
Versicherungszelle erworben. Diese Gesellschaft verfügt über eine
Versicherungskonzession und ermöglicht der Lenzing AG, ihre be-
trieblich notwendigen Versicherungen effektiver zu administrieren.
Ebenfalls beinhaltet dieser Posten Ansprüche aus Rückdeckungs-
versicherungen in Höhe von TEUR 2.101,0 (31. Dezember 2024:
TEUR 2.220,8) betreffend Pensionsv
erpflichtungen und sonstige
Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens von TEUR 12,3
(31. Dezember 2024: TEUR 12,3).
Umlaufvermögen
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten im Wesentlichen
Holz und Cellulose für die Faserproduktion, Chemikalien für sämt-
liche Geschäftsbereiche sowie diverse Kleinmaterialien und Ersatz-
teile.
Die Bestände an unfertigen und fertigen Erzeugnissen betreffen
im Wesentlichen Fasern und Faserzellstoff.
Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind in-
klusive der im Rahmen von Factoring-Programmen verkauften For-
derungen TEUR 72.347,0 (31. Dezember 2024: TEUR 69.418,0)
nach Abzug von Selbstbehalten versichert, TEUR 1.889,0 (31. De-
zember 2024: TEUR 1.265,0) sind durch Garantien besichert, sowie
TEUR 29.389,0 (31. Dezember 2024: 25.443,2) durch Akkreditive.
Wechselmäßige Verbriefungen liegen weder zum 31. Dezember
2025 noch zum 31. Dezember 2024 vor.
Zum Bilanzstichtag wurde eine pauschale Wertberichtigung in
Höhe von TEUR 91,7 (31. Dezember 2024: TEUR 43,6) gebildet.
Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen resultie-
ren aus Lieferungen und Leistungsverrechnungen in Höhe von
TEUR 111.870,5 (31. Dezember 2024: TEUR 77.364,2), Forderungen
aus gewährten Darlehen in Höhe von TEUR 27.784,8 (31. Dezember
2024: TEUR 0,0), Forderungen aus Dividenden in Höhe von
TEUR 10.994,3 (31. Dezember 2024: TEUR 0,0), Cash Pooling in
Höhe von TEUR 30,2 (31. Dezember 2024: TEUR 33.592,2) sowie
sonstigen Verrechnungen von TEUR 7.634,0 (31. Dezember 2024:
TEUR 15.879,3) und Forderungen aus Steuerumlagen in Höhe von
TEUR 1.719,0 (31. Dezember 2024: TEUR 5.067,8).
Soweit Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen verbundenen
Unternehmen in wirtschaftlicher Betrachtungsweise einander auf-
rechenbar gegenüberstehen, werden diese bei gleichem Gläubiger
und Schuldner gegeneinander aufgerechnet.
Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteili-
gungsverhältnis besteht, resultieren im Wesentlichen aus der
Leistungsverrechnung an die Lenzing Papier GmbH.
Die sonstigen Forderungen und Vermögensgegenstände bein-
halten:
Sonstige Forderungen und
Vermögensgegenstände
31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Guthaben aus der Verrechnung mit dem
Finanzamt
 
Emissionszertifikate  
Factoring  
Abgrenzung von Kostenersätzen  
An- und Vorauszahlungen  
Übrige  
Gesamt  
In den sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen sind
Erträge in Höhe von TEUR 10.521,7 (31. Dezember 2024:
TEUR 4.669,4) enthalten, die erst nach dem Bilanzstichtag zah-
lungswirksam werden.
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens umfassen die Stammak-
tien an der Oberbank AG, Linz, in Höhe von TEUR 1.839,9 (2024:
TEUR 3.326,8). Bei den Abgängen von Wertpapieren des Umlauf-
vermögens handelt es sich um die Veräußerung der Stammaktien
an der Oberbank AG, Linz, in Höhe von TEUR 1.486,9 (2024:
TEUR 1.593,1) und der Aktien an der Gesellschaft Spinnova OY,
Jyväskylä, Finnland, in Höhe von TEUR 93,7 (2024: TEUR 242,9).
Zugänge gab es im Geschäftsjahr 2025 sowie im Geschäftsjahr
2024 keine.
457 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Aktive latente Steuern
Die latenten Steuern zum Bilanzstichtag werden für temporäre Dif-
ferenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtli-
chen Wertansatz gebildet. Die Entwicklung der temporären Diffe-
renzen und Verlustvorträge sowie die daraus resultierenden laten-
ten Steuern stellen sich wie folgt dar:
Stand der temporären Differenzen 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Sachanlagen und immaterielle
Vermögensgegenstände – –
Finanzanlagen  
Forderungen  
Unversteuerte Rücklagen und Zuschüsse der
öffentlichen Hand
– 
Rückstellungen  
Finanzverbindlichkeiten  
Betrag Gesamtdifferenzen  
Daraus resultierende aktive latente
Steuern per 31.12.  
Verlustvortrag  
Daraus resultierende aktive latente
Steuern  
Gesamte aktive Steuerlatenz  
Wertberichtigung – –
Aktivierte latente Steuern per 31.12.  
Die Standunterschiede im Sachanlagevermögen ergeben sich auf-
grund der Inanspruchnahme der steuerlichen degressiven Ab-
schreibung. Diese betragen zum 31. Dezember 2025
TEUR 34.566,8 (31. Dezember 2024: TEUR 38.226,2).
Temporäre Unterschiede aufgrund von steuerlichen Teilwertab-
schreibungen (§ 12 Abs. 3 Z 2 KStG) sind mit TEUR 117.031,0
(31. Dezember 2024: TEUR 147.716,9) im Posten Finanzanlagen ent-
halten. Im Wesentlichen resultiert der Standunterschied im Finanz-
anlagevermögen aus der Teilwertabschreibung der Lenzing (Thai-
land) Co. Ltd.
Im Posten Rückstellungen sind im Wesentlichen zeitliche Unter-
schiede zwischen dem unternehmensrechtlichen und dem steuer-
rechtlichen Wertansatz bei Rückstellungen für Sozialkapital (Pensi-
onen und Abfertigungen) und Jubiläumsgelder sowie Unterschiede
bei den Wertansätzen von sonstigen Rückstellungen einbezogen.
Die unversteuerten Rücklagen sind entsprechend RÄG 2014 in den
Gewinnrücklagen enthalten (Umgliederung per 31. Dezember
2015). Temporäre Unterschiede zum steuerrechtlichen Wertansatz
führen zu passiven latenten Steuern (vor Saldierung).
Entwicklung der latenten Steuern 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Stand am 01.01. (aktive latente Steuern)  
Erfolgswirksame Veränderung  –
Verlustvortrag  –
Stand am 31.12. (aktive latente Steuern)  
Die Lenzing AG ist im Geschäftsjahr 2024 aus der steuerlichen Un-
ternehmensgruppe mit der B&C Steuergruppe rückwirkend per
31. Dezember 2022 ausgeschieden. Dies führte zu einer Nachver-
steuerung der angerechneten Verluste ausländischer Gruppenmit-
glieder sowie der Ansatzkorrektur der bisher aktivierten Verlustvor-
träge.
Basierend auf einer Steuerplanungsrechnung und mangels über-
zeugender substantieller Hinweise wurden im Geschäftsjahr 2025,
wie im Vorjahr, keine verwertbaren aktiven latenten Steuern ermit-
telt.
458 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Passiva
Eigenkapital
Das Grundkapital der Lenzing AG zum 31. Dezember 2025 be-
trägt EUR 40.107.738,37 (31. Dezember 2024: EUR 40.107.738,37)
und ist in 38.618.180 Stückaktien (31. Dezember 2024: 38.618.180)
eingeteilt. Der auf eine Stückaktie entfallende Anteil am Grundka-
pital beträgt etwa EUR 1,04. Jede Stammaktie ist am Kapital im
gleichen Ausmaß beteiligt und vermittelt die gleichen Rechte und
Pflichten, insbesondere das Recht auf eine beschlossene Divi-
dende und das Stimmrecht in der Hauptversammlung. Der Ausga-
bebetrag der Aktien ist voll einbezahlt. Andere Klassen von Antei-
len sind nicht ausgegeben worden.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 18. April 2024 wurde der
Vorstand neuerlich ermächtigt, bis maximal 30 Monate ab dem Tag
der Beschlussfassung mit Zustimmung des Aufsichtsrates eigene
Aktien in einem Volumen von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals
zu erwerben. Es gelten die Bedingungen wie im Hauptversamm-
lungsbeschluss vom 26. April 2022 zum Erwerb eigener Aktien, der
mit obigem Beschluss widerrufen wurde.
Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 19. April 2023 – unter
gleichzeitiger Aufhebung der diesbezüglichen Hauptversamm-
lungsbeschlüsse vom 12. April 2018 – wurde der Vorstand neuerlich
ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital
innerhalb von fünf Jahren ab Eintragung in das Firmenbuch – allen-
falls in Tranchen – gegen Bar- und/oder Sacheinlage um bis zu
EUR 13.787.034,68 durch Ausgabe von bis zu 13.274.999 Stück
aktien zu erhöhen („genehmigtes Kapital“). Der auf eine Stückaktie
entfallende Anteil am genehmigten Kapital beträgt etwa EUR 1,04.
Dieses genehmigte Kapital wurde im Firmenbuch am 26. Mai 2023
eingetragen.
Mit Wirkung von Juli 2023 führte die Lenzing AG eine in der
Hauptversammlung vom 19. April 2023 genehmigte Kapitalerhö-
hung durch. Es wurden 12.068.180 Stück neue Aktien ausgegeben.
Das Grundkapital wurde voll einbezahlt. Die Veränderung des
Grundkapitals und der Kapitalrücklagen ist auf diese Kapitalerhö-
hung zurückzuführen.
Darüber hinaus wurde der Vorstand mit Hauptversammlungsbe-
schluss vom 19. April 2023 – unter gleichzeitiger Aufhebung der
diesbezüglichen Hauptversammlungsbeschlüsse vom 12. April
2018 – ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis spätes-
tens 19. April 2028 auch in mehreren Tranchen Wandelschuldver-
schreibungen auszugeben, die ein Bezugs- oder Umtauschrecht
bzw. eine Bezugs- oder Umtauschpflicht auf bis zu 13.274.999 Ak-
tien gewähren bzw. vorsehen („bedingtes Kapital“). Die Bedienung
kann über das bedingte Kapital und/oder über eigene Aktien er-
folgen.
Der Vorstand hat von den am bzw. bis 31. Dezember 2025 beste-
henden Ermächtigungen zur Erhöhung des Grundkapitals, zur Aus-
gabe von Wandelschuldverschreibungen und zum Rückkauf eige-
ner Aktien in der Berichtsperiode keinen Gebrauch gemacht.
Bei den Kapitalrücklagen handelt es sich um freie und gebundene
Rücklagen der Lenzing AG, die nur zum Ausgleich eines Bilanzver-
lustes verwendet werden dürfen. Sie wurden durch Zufuhr von Mit-
teln gebildet, welche von den Aktionären über das Grundkapital
hinaus zugeflossen sind. Im Geschäftsjahr wurden Kapitalrückla-
gen in Höhe von TEUR 95.772,2 zur Verlustabdeckung aufgelöst.
Die freien Gewinnrücklagen können jederzeit aufgelöst und als
Teil des Bilanzgewinnes an die Aktionäre ausgeschüttet werden.
Zur Abdeckung des im Geschäftsjahr entstandenen Bilanzverlustes
wurden die freien Gewinnrücklagen vollständig aufgelöst.
Zuschüsse der öffentlichen Hand
Die Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand einschließlich
der Emissionszertifikate
sowie Investitionsprämien werden als
gesonderter Hauptposten zwischen Eigenkapital und Fremdkapital
ausgewiesen. Die Aufgliederung ist aus der Übersicht über die Ent-
wicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand ersichtlich.
Die Auflösung der Investitionszuschüsse der öffentlichen Hand so-
wie Investitionsprämien erfolgt entsprechend der Nutzungsdauer
der geförderten Anlagen und wird offen mit den Abschreibungen
saldiert. Der Zuschuss aus Emissionszertifikaten wird dem Ver-
brauch entsprechend aufgelöst.
Rückstellungen
Die Entwicklung der Rückstellung für Pensionen, Abfertigungen
und Jubiläumsgelder stellt sich wie folgt dar:
2025 Rückstellungen für Pensionen
Abferti-
gungen
Jubiläums-
gelder
TEUR TEUR TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2024   
Periodenaufwand  – –
Auszahlungen – – –
Umgliederung zu Sozialplan  – 
Rückstellung zum 31.12.2025   
Wert nach § 14 EStG   
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand   
Zinsaufwand   
Realisierung versicherungs-
mathematischer Verlust (+) /
Gewinn (-)  – –
Periodenaufwand  – –
Annahmen zur Berechnung der erwarteten
leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2025:
Diskontierungszinssatz   
Pensionssteigerung - - -
Gehaltssteigerung   
Pensionseintrittsalter
Frauen/Männer/Schwerarbeiter
//
Jahre
//
Jahre
//
Jahre
Fluktuationsabschlag - -
-

459 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
2024 Rückstellungen für Pensionen
Abferti-
gungen
Jubiläums-
gelder
TEUR TEUR TEUR
In der Bilanz erfasste Werte:
Rückstellung zum 31.12.2023   
Periodenaufwand   
Auszahlungen – – –
Umgliederung zu Sozialplan   
Rückstellung zum 31.12.2024   
Wert nach § 14 EStG   
Aufwand im Geschäftsjahr:
Laufender Dienstzeitaufwand   
Zinsaufwand   
Realisierung versicherungs-
mathematischer Verlust (+) /
Gewinn (-)   
Periodenaufwand   
Annahmen zur Berechnung der erwarteten
leistungsorientierten Ansprüche zum 31.12.2024:
Diskontierungszinssatz   
Pensionssteigerung - - -
Gehaltssteigerung   
Pensionseintrittsalter
Frauen/Männer/Schwerarbeiter
//
Jahre
//
Jahre
//
Jahre
Fluktuationsabschlag - -
-

Für die Berechnung der Pension-, Abfertigungs- und Jubiläums-
geldrückstellung wurde ein Abzinsungssatz verwendet, der aus
erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating
nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsma-
thematikers abgeleitet wurde. Anleihen, die im Vergleich zu den
anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung deutlich höhere oder
niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden da-
bei nicht berücksichtigt. Die Währung und die Laufzeiten der zu
Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den
voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen.
Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für
die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer
Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre abgeleitet.
Das für die Berechnung herangezogene Pensionsantrittsalter rich-
tet sich nach den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen. Für die
Berechnung der leistungsorientierten Pensionspläne werden im Ge-
schäftsjahr die biometrischen Rechnungsgrundlagen AVÖ 2018
P-Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung Angestellte
verwendet.
Die Berechnung der Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellung
erfolgt unter Berücksichtigung der unternehmensspezifischen
Fluktuationsraten. Diese wird nach Dienstjahren gestaffelt ermittelt
und beruht auf den durchschnittlichen Austrittszahlen der letzten
fünf Jahre. Bei der Berechnung der Rückstellungen für die leis-
tungsorientierten Abfertigungspläne werden dabei nur Austritte
mit Abfertigungsanspruch berücksichtigt.
Im Geschäftsjahr 2025 erfolgte eine Umgliederung von den leis-
tungsorientierten Abfertigungen in die Rückstellungen für Sozial-
plan (siehe Abschnitt „Sonstige Rückstellungen“).
In der Lenzing AG gibt es sowohl beitrags- als auch leistungsorien-
tierte Pensionsvorsorgepläne. Bei beitragsorientierten Pensionszu-
sagen treffen die Gesellschaft nach Zahlung der vereinbarten Prä-
mien keine Verpflichtungen mehr. Eine Rückstellung wird daher
nicht angesetzt.
Den leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird durch die
Bildung von Pensionsrückstellungen Rechnung getragen. Das Ri-
siko im Zusammenhang mit diesen leistungsorientierten Pensions-
plänen verbleibt bei der Lenzing AG. Die Berechnung erfolgt nach
versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend den
Vorschriften des IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“.
Mitarbeiter:innen, deren Dienstverhältnisse österreichischem
Recht unterliegen und nach dem 31. Dezember 2002 begonnen ha-
ben, erwerben keine Abfertigungsansprüche. Für sie sind Beiträge
in Höhe von 1,53 Prozent des Lohnes bzw. Gehaltes an eine Mitar-
beitervorsorgekasse zu zahlen.
Aufgrund kollektivvertraglicher Regelungen ist die Lenzing AG ver-
pflichtet, Jubiläums
geldzahlungen zu leisten, sofern ein Arbeitneh-
mer für eine bestimmte Dauer im Unternehmen beschäftigt war.
Diese Zahlungen basieren auf der Höhe des Bezuges zum Zeit-
punkt des betreffenden Dienstnehmerjubiläums. Die bei den be-
treffenden Jubiläen voraussichtlich zu zahlenden Beträge werden
auf die Dienstzeit bis zu den Jubiläen verteilt. Der Barwert des auf
die Dienstzeit bis zum Bilanzstichtag entfallenden Betrages wird
rückgestellt. In der Lenzing AG besteht eine Umwandlungsoption
für die Mitarbeiter:innen, dass ein Dienstjubiläum in Zeitguthaben
umgewandelt werden kann.
Die Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeiter:innen der
verkauften Geschäftsbereiche Kunststoffmaschinen (nunmehr
SML Maschinengesellschaft mbH) und Folie (nunmehr Lenzing
Plastics GmbH & Co KG) werden bis zur Höhe der fiktiven Ansprü-
che zum Zeitpunkt des Verkaufs bzw. der Ausgliederung weiterhin
von der Gesellschaft getragen. Der Barwert zum Bilanzstichtag
wird in Bezug auf diese Verpflichtung
en rückgestellt, wobei für die
Barwertermittlung angenommen wird, dass die Abfertigungen mit
dem Übertritt der betreffenden Dienstnehmer in den Ruhestand
fällig werden.
460 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die sonstigen Rückstellungen entwickeln sich wie folgt:
2025 Rückstellungen für
Stand
31.12.2024
Verbrauch Auflösung Zuführung Umgliederung
Stand
31.12.2025
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Drohende Verluste  –    
Noch nicht abgerechnete Lieferungen/Leistungen  – –   
Jubiläumsgelder  –  –  
Sonderzahlungen  – –   
Resturlaube  –    
Sozialplan  – –   
Sonstige Personalaufwendungen  – –   
Übrige  – –   
Gesamt  – –   
Die Rückstellungen für drohende Verluste betreffen im Wesent-
lichen Vorsorgen für nachteilige Abnahmeverträge.
Bei den Rückstellungen für Sonderzahlungen bezieht sich der
Verbrauch in Höhe von TEUR 36.623,4 auf die im Vorjahr gebildeten
Bonusrückstellungen für Mitarbeiter:innen.
Die Rückstellungen für Sozialplan betreffen wie im Vorjahr insbe-
sondere Vorsorgen aufgrund von Personalabbau im Rahmen von
Reorganisationen und Einsparungsprogrammen. Die Rückstellun-
gen wurden insbesondere für daraus resultierende Abfindungen
und Abfertigungen gebildet. Dabei wurden bereits zuvor rückge-
stellte Vorsorgen (insbesondere aus der gesetzlichen Abfertigungs-
rückstellung; siehe Abschnitt „Rückstellungen für Pensionen, Ab-
fertigungen und Jubiläumsgelder“) in Höhe von TEUR 2.578,2 ver-
wendet und in den Rückstellungen für Sozialplan ausgewiesen. Die
notwendigen Vorsorgen in Höhe von TEUR 9.502,5 (2024:
TEUR 600,0) wurden über den Personalaufwand bzw. über die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen dotiert. Die Rückstellungen
in Höhe von TEUR 12.080,8 (2024: TEUR 6.901,3) sollen erwar-
tungsgemäß innerhalb der nächsten 12 Monate verbraucht werden.
Die übrigen Rückstellungen betreffen vor allem verbrauchte
Emissionszertifikate, Prüfungs- und Beratungskosten sowie Nach-
lässe, Rabatte und Provisionen.
461 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Verbindlichkeiten
In den Verbindlichkeiten sind folgende Verbindlichkeiten mit ei-
ner Restlaufzeit über 5 Jahren enthalten:
Verbindlichkeiten 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Hybridkapital  
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen  
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten  
Sonstige zinstragende Verbindlichkeiten  
Gesamt  
Das Hybridkapital
beträgt zum 31. Dezember 2025
TEUR 500.000,0 (31. Dezember 2024: TEUR 500.000,0). Es ist
keine vertragliche Restlaufzeit vorgesehen.
Im Dezember 2020 wurde eine nachrangige unbefristete Anleihe
(Hybridkapital) mit einem Nominalvolumen von TEUR 500.000,0
und einer Verzinsung von 5,75 Prozent p.a. emittiert. Das Hybridka-
pital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und konnte erstmals zwi-
schen 7. September und 7. Dezember 2025 durch die Lenzing AG
gekündigt und getilgt werden. Diese Hybridanleihe wurde im aktu-
ellen Geschäftsjahr gänzlich durch eine neue Hybridanleihe ersetzt.
Im Juli 2025 hat die Lenzing AG die Platzierung einer neuen nach-
rangigen unbefristeten Anleihe (Hybridkapital) mit einem Nominal-
volumen von TEUR 500.000,0 und einer Verzinsung von 9,0 Pro-
zent p.a. abgeschlossen. Den bestehenden Anteilsinhaber der
Hybridanleihe aus dem Jahr 2020 wurde ein Angebot zum Um-
tausch in die neue Hybridanleihe unterbreitet. Dieses wurde von
63,6 Prozent der bestehenden Anteilsinhaber angenommen,
wodurch TEUR 263.300,0 in die neue Hybridanleihe umgetauscht
und TEUR 54.700,0 zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zurückge-
führt wurden. Neue Investoren haben mit TEUR 236.700,0 die
neue Hybridanleihe gezeichnet. Im September 2025 machte die
Lenzing AG von ihrem vertraglichen Recht Gebrauch, den verblei-
benden ausstehenden Teil der alten Hybridanleihe in Höhe von
TEUR 182.000,0 zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen zu kündigen
und zurückzuzahlen.
Die Bedingungen der neuen Hybridanleihe orientieren sich an je-
nen der Hybridanleihe, die im Jahr 2020 emittiert wurde. Die Zin-
sen sind halbjährlich nachträglich am 9. Jänner und 9. Juli eines je-
den Jahres zur Zahlung fällig, sofern sich die Lenzing AG nicht ent-
scheidet, die betreffende Zinszahlung aufzuschieben. Ausste-
hende aufgeschobene Zinszahlungen müssen unter bestimmten
Umständen bezahlt werden, insbesondere wenn die Hauptver-
sammlung der Lenzing AG beschließt, eine Dividende zu leisten.
Das Hybridkapital hat eine unendliche (ewige) Laufzeit und kann
erstmals zwischen 9. April und 9. Juli 2028 durch die Lenzing AG
gekündigt und zurückgeführt werden. Die Investoren haben kein
Kündigungsrecht. Falls das Hybridkapital nicht gekündigt und zu-
rückgeführt wird, wird das Hybridkapital ab dem 9. Juli 2028 mit
einem veränderten, erhöhten Zinssatz verzinst (dann geltender 3-
Jahres Swapsatz zuzüglich einer um 500 Basispunkte erhöhten
Marge).
Die Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen stellen sich
wie folgt dar:
Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2025
Fälligkeit
Ursprungs-
laufzeit
Buchwert Verzinsung
bis Jahre TEUR
2026/12  fix
2026/12  variabel
2026/12  fix
2029/12   variabel
2029/12   fix
2034/12   fix

Verbindlichkeiten aus Schuldscheindarlehen per 31.12.2024
Fälligkeit
Ursprungs-
laufzeit
Buchwert Verzinsung
bis Jahre TEUR
2025/05   fix
2025/11  fix
2026/12  fix
2026/12  variabel
2026/12  fix
2029/12   variabel
2029/12   fix
2034/12   fix

Im Geschäftsjahr 2025 hat die Lenzing Gruppe keine weiteren
Schuldscheindarlehen begeben.
Von den bestehenden Schuldscheinen hat die Lenzing AG im Ge-
schäftsjahr 2025 TEUR 61.500,0 (2024: TEUR 233.564,3) planmä-
ßig getilgt.
In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist der im
Mai 2025 abgeschlossene Konsortialkreditvertrag mit einem
Buchwert von TEUR 355.000,0 zum 31. Dezember 2025 enthal-
ten. Der Vertrag beinhaltet drei Financial Covenants, die sich auf
Finanz- und Liquiditätskennzahlen beziehen. Diese Covenants
werden quartalsweise überprüft und können bei Nichteinhaltung
eine Rückzahlungspflicht der Finanzverbindlichkeit auslösen.
Die sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten enthalten ERP-
Kredite, Forschungsförderungskredite und Verbindlichkeiten aus
Finanzierungsleasing.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und
sonstigen zinstragenden Verbindlichkeiten von TEUR 929.922,5
(31. Dezember 2024: TEUR 643.630,4) sind wie im Vorjahr keine
durch Grundpfandrechte und sonstige dingliche Sicherheiten be-
sichert.
462 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unterneh-
men betreffen TEUR 16.994,1 (31. Dezember 2024: TEUR 19.460,7)
Lieferungen und Leistungsverrechnungen, TEUR 44.228,8 (31.De-
zember 2024: TEUR 5.120,0) Verbindlichkeiten aus Cash Pooling,
TEUR 38,8 (31. Dezember 2024: TEUR 787,2) sonstige Verrechnun-
gen sowie TEUR 6.982,0 (31. Dezember 2024: TEUR 6.967,9) Ver-
bindlichkeiten aus Steuerumlagen. Die Verbindlichkeiten aus Dar-
lehen in Höhe von TEUR 7.000,0 gegenüber der Lenzing Global
Finance GmbH aus der Weiterverrechnung der vereinnahmten fi-
nanziellen Mittel aus den von der Lenzing Global Finance GmbH
im Geschäftsjahr 2015 und 2012 begebenen Schuldscheinen wur-
den im Geschäftsjahr 2025 getilgt.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in Höhe
von TEUR 17.671,4 (31. Dezember 2024: TEUR 17.695,4) enthalten,
die erst nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden. Wei-
ters beinhalten die sonstigen Verbindlichkeiten TEUR 21.575,3
(31. Dezember 2024: TEUR 1.890,4) noch nicht bezahlte Zinsen für
das Hybridkapital und TEUR 3.055,1 (31. Dezember 2024:
TEUR 3.462,8) Verbindlichkeiten für das Altersteilzeitmodell gem.
§ 27 ALVG.
Im Geschäftsjahr 2024 wurden ein Lieferantenfinanzierungspro-
gramm mit einem Zahlungsdienstleister für Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen abgeschlossen, wodurch sich die Zah-
lungsfrist um 60 Tage verlängert. Im Geschäftsjahr 2025 wurde
dieses Lieferantenfinanzierungsprogramm fortgeführt.
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen TEUR
Zahlungsdienstleistungen 31.12.2025 31.12.2024
Ausweis in der
Bilanz
Buchwert der von den
Vereinbarungen betroffenen
Verbindlichkeiten (bereits
durchgeführte Zahlungen)  
sonstige
Verbindlich-keiten
Rechnungsabgrenzungsposten
Die passive Rechnungsabgrenzung beinhaltet im Wesentlichen
transitorisch abgegrenzte Zinsenzuschüsse des Umwelt- und der
Forschungsförderungsgesellschaft.
Haftungsverhältnisse
Haftungsverhältnisse liegen in folgendem Umfang vor:
Haftungsverhältnisse 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Bürgschafts- und Garantieerklärungen für den
Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing
AG für den Bau der zweiten und dritten
Ausbaustufe der Abwasserreinigungsanlage  
Haftungsübernahmen für verbundene
Unternehmen
 
Haftungsübernahmen gegenüber Dritten  
Gesamt  
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, welche im Punkt „Anga-
ben zu sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziel-
len Geschäften“ erläutert werden. Für den theoretischen kreditrisi-
kobedingten Verlust für die Übernahme der Ausfallshaftung durch
die Lenzing AG in Höhe von TEUR 7.938,8 (31. Dezember 2024:
TEUR 7.777,5) wird eine Haftungsübernahme gegenüber Dritten
ausgewiesen.
Die Lenzing AG hat harte Patronatserklärungen, die in ihrer Höhe
unbestimmt sind, abgegeben. Die Lenzing AG verpflichtet sich da-
rin, die Lenzing Fibers (Grimsby) Limited sowie die Lenzing Fibers
Inc. mit ausreichenden Mitteln auszustatten, damit sie ihre finanzi-
ellen Verpflichtungen aus abgeschlossenen Energielieferverträgen
erfüllen können. Die Patronatserklärungen können von Seiten der
Lenzing AG unter Einhaltung der vertraglichen Frist gekündigt wer-
den.
Darüber hinaus bestehen Garantieerklärungen der Lenzing AG, in
der sie garantiert, dass die Lenzing (Thailand) Co., Ltd. ihre Bankver-
pflichtungen bis maximal TUSD 2.500,0 – d.s. TEUR 2.127.7 (31. De-
zember 2024: bis maximal TUSD 6.000,0 – d.s. TEUR 5.744,9) erfüllt.
Im Geschäftsjahr 2024 bestanden Garantieerklärungen der
Lenzing AG, in der sie garantiert hat, dass die LD Celulose S. A. ihre
Bankverpflichtungen bis maximal TUSD 114.200,0 – d.s.
TEUR 109.345,1 und bis maximal TEUR 25.000,0 erfüllt. Diese wur-
den im Geschäftsjahr 2025 gekündigt.
Die Lenzing AG ist zu Kapitaleinschüssen in die Versicherungszelle
White Rock Insurance (Europe) Protected Cell Company Limited
verpflichtet, falls die finanziellen Mittel in der Zelle durch Scha-
denszahlungen an die Lenzing Töchter nicht ausreichen. Die maxi-
male Einschusspflicht pro Jahr sind TEUR 16.000,0.
463 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Umsatzerlöse
Der Umsatz setzt sich wie folgt zusammen:
Umsatzerlöse nach Märkten 2025 2024
TEUR TEUR
Österreich  
Europa inkl. Türkei ohne Österreich  
Asien  
Amerika  
Sonstige  
Gesamt  
Umsatzerlöse nach Bereichen 2025 2024
TEUR TEUR
Division Faser  
Division Zellstoff  
Sonstige  
Gesamt  
Sonstige betriebliche Erträge
Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten:
Übrige sonstige betriebliche Erträge 2025 2024
TEUR TEUR
Lehrlings- und Bildungsprämien  
Forschung und Entwicklung (Zuschüsse und
Prämie)  
Auflösung von Wertberichtigungen  
Erträge aus Emissionszertifikaten  
Fremdwährungsdifferenzen  
Übrige  
Gesamt  
Personalaufwand
Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungs-
dotierungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückde-
ckungsversicherung) setzen sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für 2025 2024
TEUR TEUR
Beitragsorientierte Pläne
(Pensionskassenbeiträge)  
Leistungsorientierte Pläne – –
Gesamt  
Die Aufwendungen für Altersversorgung (inkl. Rückstellungsdotie-
rungen und -auflösungen sowie Erträgen aus der Rückdeckungs-
versicherung) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2025 2024
TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder  
Ehemalige Mitglieder und deren
Hinterbliebene
 
Leitende Arbeitnehmer:innen  
Andere Arbeitnehmer:innen  
Gesamt  
Die Lenzing AG hat eine Rückdeckungsversicherung für Pensions-
ansprüche abgeschlossen. Der Aufwand aus diesen Pensionszusa-
gen (exkl. Rückstellungsdotierungen und -auflösungen) in Höhe
von TEUR 829,1 (2024: TEUR 823,5) sowie der Ertrag aus der Rück-
deckungsversicherung von TEUR 165,9 (2024: TEUR 160,7) sind im
Posten Aufwendungen für Altersversorgung enthalten.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an be-
triebliche Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotie-
rungen und -auflösungen der Rückstellung für Abfertigungen) setzen
sich wie folgt zusammen:
Aufwendungen für 2025 2024
TEUR TEUR
Abfertigungen (inkl. freiwilligen Abfertigungen)  
Leistungen an betriebliche
Mitarbeitervorsorgekassen  
Gesamt  
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Leistungen an betriebli-
che Mitarbeitervorsorgekassen (inkl. Rückstellungsdotierungen
und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2025 2024
TEUR TEUR
Mitglieder des Vorstandes
Aktive Mitglieder  
Leitende Arbeitnehmer:innen  –
Andere Arbeitnehmer:innen  
Sozialplan  –
Gesamt  
Erläuterungen zur Gewinn
-
und Verlustrechnung
464 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Die Aufwendungen für Jubiläumsgelder (inkl. Rückstellungs-
dotierungen und -auflösungen) verteilen sich wie folgt:
Aufwendungen für 2025 2024
TEUR TEUR
Löhne – 
Gehälter – 
Soziale Aufwendungen – 
Gesamt – 
Abschreibungen
Die Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anla-
gevermögens und Sachanlagen beinhalten die planmäßigen Ab-
schreibungen in Höhe von TEUR 66.247,1 (2024: TEUR 65.255,1).
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine außerplanmäßigen Abschrei-
bungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen vorgenommen (2024: TEUR 0,0).
Die Erträge aus der Auflösung der Investitionszuschüsse der öf-
fentlichen Hand vermindern die Abschreibungen in Höhe von
TEUR 748,8 (2024: TEUR 804,4).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen:
Übrige sonstige betriebliche
Aufwendungen
2025 2024
TEUR TEUR
Instandhaltungen und Fremdleistungen  
Vertriebsaufwendungen
(inkl. Werbeaufwendungen)
 
Konzernleistungen  
Rechts-, Prüfungs- und Beratungsaufwendungen  
Versicherungsaufwendungen  
Sonstige Aufwendungen  
Miet- und Leasingaufwendungen  
Gebühren, Spesen und sonstige Beiträge  
Schulung der Belegschaft  
Reise- und Fahrtkosten  
Abfallentsorgung  
Gesamt  
In den sonstigen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2025 die
Geldbeschaffungskosten für die neue Hybridanleihe sowie für den
Konsortialkredit enthalten. Darüber hinaus umfassen die sonstigen
Aufwendungen allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für
Patente und Lizenzen, Wertberichtigungen, Aufwendungen für
den Verbrauch von Büromaterial, Aufwendungen des Aufsichtsra-
tes, Aufwendungen für Schutzartikel und Schutzkleidung sowie
der Verbrauch von Lebensmitteln der werkseigenen Küche enthal-
ten.
Finanzergebnis
Die Erträge aus Beteiligungen betreffen im Wesentlichen Divi-
denden der Pulp Trading GmbH in Höhe von TEUR 38.490,3, der
LD Celulose S.A. in Höhe von TEUR 10.994,3 und des BZL – Bil-
dungszentrum Lenzing GmbH in Höhe von TEUR 300,0. Die Er-
träge aus Beteiligungen im Geschäftsjahr 2024 betrafen im We-
sentlichen die Dividende der Pulp Trading GmbH in Höhe von
TEUR 98.590,8, der Lenzing Papier GmbH in Höhe von
TEUR 3.280,0 und des BZL – Bildungszentrum Lenzing GmbH in
Höhe von TEUR 450,0.
In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens sind Erträge aus Zinsforderungen
an verbundene Unternehmen von TEUR 20.795,6 (2024:
TEUR 43.428,4) erfasst.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge resultieren im Wesent-
lichen aus der Aufzinsung von Ausleihungen in Höhe von
TEUR 1.187,5 (2024: TEUR 1.135,6) und aus Guthaben bei Kreditin-
stituten von TEUR 5.329,8 (2024: TEUR 13.361,7).
Die Erträge aus dem Abgang von und der Zuschreibung zu Fi-
nanzanlagen enthalten im Wesentlichen die Gewinne aus Aktien-
verkäufen in Höhe von TEUR 3.883,3 (2024: TEUR 5.249,6).
Die Aufwendungen aus Finanzanlagen beinhalten die Abschrei-
bungen von verbundenen Unternehmen in Höhe von
TEUR 193.787,7 (2024: TEUR 114.867,0), Abschreibungen auf Aus-
leihungen und zugehörige Zinsforderungen in Höhe von
TEUR 82.969,4 (2024: TEUR 1.001,3) und Fremdwährungsverluste
auf Ausleihungen in der Höhe von TEUR 17.464,2 (2024: Gewinne
in Höhe von TEUR 9.807,4).
465 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Die laufenden Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen
sich wie folgt zusammen:
Laufende Steuern vom Einkommen und
vom Ertrag 2025 2024
TEUR TEUR
Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung  –
Steuerumlagen der Gruppenmitglieder – –
Steuerumlagen an Gruppenmitglieder  
Sonstige Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag  
Gesamt  –
Der Posten „Körperschaftsteuer aus der Gruppenbesteuerung“ re-
sultiert im Geschäftsjahr 2025 aus der Mindestkörperschaftsteuer
in Höhe von TEUR 6,0 für die gesamte steuerliche Unternehmens-
gruppe. Im Vorjahr war in diesem Posten eine Steuernachforderung
von TEUR 23.018,6 aus der ehemaligen steuerlichen Unterneh-
mensgruppe mit der B&C Steuergruppe enthalten. Diese Nachfor-
derung resultierte aus dem Ausscheiden aus der B&C Steuer-
gruppe rückwirkend per 31.°Dezember 2022 (TEUR 22.208,5), so-
wie aus einer Korrektur der Steuerumlage für das Geschäftsjahr
2021 in Höhe von TEUR 810,1. Weiters wurde im Vorjahr im Zuge
der Beendigung der Steuergruppe mit der B&C Holding GmbH die
Rückstellung für die Verpflichtung zur Nachversteuerung der aus-
ländischen Verluste in Höhe von TEUR 48.001,3 aufgelöst. Ab dem
Geschäftsjahr 2024 wurde eine neue steuerliche Unternehmens-
gruppe gemäß § 9 öKStG mit der Lenzing AG als Gruppenträgerin
sowie fünf Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmit-
glieder begründet (siehe Angaben zur Gruppenbesteuerung).
Im Geschäftsjahr 2025 wurden keine latenten Steuern erfasst, da
wie im Vorjahr eine Wertberichtigung der gesamten aktiven Steu-
erlatenz erfolgte. Im Vorjahr wurde für die Auflösung der aktiven
latenten Steuern auf Verlustvorträge ein latenter Steueraufwand in
Höhe von TEUR 48.019,8 und für die Auflösung der aktiven latenten
Steuern ein latenter Steueraufwand in Höhe von TEUR 9.508,9 er-
fasst.
Die sonstigen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten
wie im Vorjahr im Wesentlichen Körperschaftsteuern aus Vorperi-
oden und ausländische Quellensteuern.
Oberste Muttergesellschaft der Lenzing AG und ihrer Tochterge-
sellschaften gemäß Mindestbesteuerungsgesetz ist die B&C Pri-
vatstiftung, Wien. Die Lenzing AG ist gemäß Mindestbesteue-
rungsregeln eine im Teileigentum stehende Muttergesellschaft.
Es wurde eine Evaluierung der Auswirkungen der neuen Mindest-
besteuerungsregelungen für die Lenzing Gruppe als Teilkonzern
der B&C Gruppe durchgeführt. Für das Jahr 2025 ergeben sich,
wie im Vorjahr, aufgrund der temporären Safe Harbour Regelungen
und der Mindeststeuerkalkulation bei einer Stand-alone-Betrach-
tung des Teilkonzerns Lenzing Gruppe keine wesentlichen Auswir-
kungen für die Lenzing AG auf den Ansatz und die Bewertung von
Steuerforderungen und -verbindlichkeiten.
Die Lenzing AG wendet die vorübergehende, verpflichtende Aus-
nahmeregelung hinsichtlich der Bilanzierung latenter Steuern, die
sich aus der Einführung der globalen Mindestbesteuerung ergeben,
an und erfasst diese als tatsächlichen Steueraufwand/-ertrag zum
jeweiligen Entstehungszeitpunkt.
466 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Angaben zu sonstigen finanziellen
Verpflichtungen und
außerbilanziellen Geschäften
Verpflichtungen aus der Nutzung von in der Bilanz nicht ausgewie-
senen Sachanlagen liegen aufgrund von Leasing-, Pacht- und
Mietverträgen in folgendem Umfang vor:
Nutzungsverpflichtungen 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Im Folgejahr  
In den folgenden fünf Jahren  
Verpflichtungen aus offenen Bestellungen für die Lieferung von
Sachanlagen liegen in folgender Höhe vor:
Bestellobligo 31.12.2025 31.12.2024
TEUR TEUR
Bestellobligo für Investitionsvorhaben  
Davon gegenüber verbundenen Unternehmen  
Die Bankgarantien für Verbindlichkeiten aus laufenden Geschäfts-
beziehungen betragen zum 31. Dezember 2025 TEUR 2.633,5
(31. Dezember 2024: TEUR 3.099,6).
Verkauf von Forderungen / Factoring
Es bestehen Factoring-Vereinbarungen, aufgrund derer Banken
zum Ankauf bestimmter Forderungen aus Lieferungen und Leis-
tungen der Lenzing AG über ein monatlich revolvierendes Nomi-
nalvolumen verpflichtet sind. Die Lenzing AG ist zum Verkauf dieser
Forderungen berechtigt. Die Vereinbarungen haben eine unbe-
stimmte Laufzeit; jede Partei hat das Recht, die Vereinbarungen mit
einer Frist aufzukündigen und dann auslaufen zu lassen. Die ver-
kauften Forderungen sind kurzfristig und innerhalb eines Jahres
fällig. Die Factoring-Vereinbarungen haben per 31. Dezember 2025
ein maximal ausnutzbares Nominalvolumen von insgesamt
TEUR 78.000,0 (31. Dezember 2024: TEUR 79.000,0).
Die für die Risikobeurteilung relevanten Risiken der verkauften For-
derungen sind das Kreditausfallsrisiko (Delkredererisiko), im Fall
von Forderungen in Fremdwährung das Fremdwährungsrisiko und
das Risiko verspäteter Zahlungen. Die kreditrisikobedingten Aus-
fälle und im Fall von Forderungen in Fremdwährung die Schwan-
kungen der Wechselkurse stellen die wesentlichen mit diesen For-
derungen verbundenen Chancen und Risiken dar. Das Risiko ver-
späteter Zahlungen wird bei allen Factoring-Vereinbarungen von
der Lenzing AG getragen und als geringfügig eingeschätzt.
Die Lenzing AG übernimmt eine Ausfallshaftung von 10 Prozent
pro Zahlungsausfall, welche jedoch teilweise durch Sicherheiten
auf 5 Prozent reduziert wird. Dieser nicht von einer anderen Partei
erstattbare Betrag wird von der Bank nicht bevorschusst. Das ver-
bleibende Kreditausfallsrisiko (90 Prozent pro Zahlungsausfall) und
– im Fall von Forderungen, die nicht auf die Berichtswährung lau-
ten – auch das Fremdwährungsrisiko übernimmt die Bank. Die
Lenzing AG hat sich verpflichtet, Kreditversicherungen für die ver-
kauften Forderungen abzuschließen und das Debitorenmanage-
ment zu übernehmen. Die beteiligten Banken haben das Recht,
überfällige Forderungen aus verfahrensrechtlichen Gründen im Fall
eines Rechtsstreits an die Lenzing AG zurück zu übertragen.
Dadurch wird jedoch das Kreditausfallsrisiko nicht an die
Lenzing AG rückübertragen und es ergeben sich auch keine Aus-
wirkungen auf die Liquidität der Lenzing AG.
Für den Großteil der Forderungen werden im Wesentlichen alle
Chancen und Risiken auf die Bank übertragen. Bei den restlichen
Forderungen des verkauften Portfolios geht die Kontrolle der For-
derungen auf die Bank über. Zum 31. Dezember 2025 waren auf-
grund der Factoring-Vereinbarungen Forderungen in Höhe von ins-
gesamt TEUR 79.432,5 (31. Dezember 2024: TEUR 77.819,0) ver-
kauft und aus der Bilanz der Lenzing AG ausgebucht. Der nicht be-
vorschusste Betrag wird per 31. Dezember 2025 als sonstige For-
derung in Höhe von TEUR 7.943,3 (31. Dezember 2024:
TEUR 7.781,9; vor Fremdwährungsbewertung) ausgewiesen. Die
beizulegenden Zeitwerte entsprechen den angegebenen Buch-
werten, da insbesondere auch die Restlaufzeiten der betroffenen
Forderungen kurzfristig sind. Die wesentlichen Vorschüsse aus den
Factoring-Vereinbarungen sind mit Transaktionsbeginn im März
2022 an die Lenzing AG geflossen.
Der oben angeführte nicht bevorschusste Betrag entspricht aus
Sicht der Lenzing AG dem theoretischen kreditrisikobedingten
Maximalverlust für die Übernahme der Ausfallshaftung. In Höhe
des beizulegenden Zeitwertes dieser Ausfallshaftung per 31. De-
zember 2025 von TEUR 9,9 (31. Dezember 2024: 9,4 TEUR) wurde
eine sonstige Rückstellung erfasst, der verbleibende Differenzbe-
trag in Höhe von TEUR 7.938,8 (31. Dezember 2024: TEUR 7.777,5)
ist als Haftung gegenüber Dritten ausgewiesen.
Die von Kunden im Zeitraum zwischen der letzten Bevorschussung
und dem Bilanzstichtag erhaltenen Zahlungen werden in den sons-
tigen Verbindlichkeiten abgegrenzt.
Sonstige Angaben
467 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Verwendung von derivativen
Finanzinstrumenten
Die Lenzing AG setzt Devisentermingeschäfte sowie Zins- und
Währungsderivate als Sicherungsgeschäfte ein, um Zins- und
Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft zu vermindern. Die
Devisentermingeschäfte werden jährlich im Vorhinein auf Basis der
voraussichtlichen Umsatzerlöse bzw. Materialaufwendungen in
der betreffenden Fremdwährung festgelegt. Die Zinsderivate die-
nen zur Absicherung gegen Zinsrisiken aus der Aufnahme von Dar-
lehen mit variabler Verzinsung.
Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Devisentermingeschäfte,
Zins- und Währungsderivate:
31.12.2025
Beizulegender Wert
2
Art der derivativen Finanzinstrumente Nominale
1
Sicherungs-
zeitraum
positiv negativ Buchwert Bilanzposten
FW 1.000 bis TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf /  –  -
USD-Kauf / EUR-Verkauf /    -
Summe  – 
Zins- und Währungsderivate
fix-Kauf / variabel-Verkauf  /  –  -
Nettoposition –
1) Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen.
2) beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing AG
31.12.202
4
Beizulegender Wert
2
Art der derivativen Finanzinstrumente Nominale
1
Sicherungs-
zeitraum
positiv negativ Buchwert Bilanzposten
FW 1.000 bis TEUR TEUR TEUR
Devisentermingeschäfte
CNY/CNH-Verkauf / EUR-Kauf  /  –  -
USD-Kauf / EUR-Verkauf  /  –  -
Summe  – 
Zins- und Währungsderivate
fix-Kauf / variabel-Verkauf  /  –  -
Nettoposition –
1) Der Nominalwert wird als Bruttovolumen ausgewiesen.
2) beizulegender Wert: + = Forderung / - = Verbindlichkeit aus Sicht der Lenzing AG
Die in den obigen Tabellen angegebenen beizulegenden Werte der
derivativen Finanzinstrumente entsprechen den Marktwerten zum
Bilanzstichtag. Sie wurden unter Anwendung anerkannter finanz-
mathematischer und gegebenenfalls statistischer Bewertungsmo-
delle und aktueller Marktparameter zum Bilanzstichtag durch Ban-
ken, andere externe Partner bzw. intern ermittelt.
Bei den beizulegenden Werten der Sicherungsgeschäfte handelt
es sich um unrealisierte Gewinne bzw. Verluste, die sich mit den
gegenläufigen Verlusten bzw. Gewinnen aus den dazugehörigen
Grundgeschäften ausgleichen.
468 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
In Anwendung der AFRAC-Stellungnahme „Die unternehmens-
rechtliche Bilanzierung von Derivaten und Sicherungsbeziehun-
gen“ vom Dezember 2023 werden zum Bilanzstichtag dokumen-
tierte Sicherungsbeziehungen (Bewertungseinheiten) zwischen
Devisentermingeschäften bzw. Zinswährungsderivaten, die als Si-
cherungsinstrumente dienen, und Grundgeschäften zur Absiche-
rung von Fremdwährungs- bzw. Zinsrisiken, gebildet. Liegt eine
derartige Bewertungseinheit vor, ist ein Derivat am Bilanzstichtag
nicht gesondert zu bewerten. Bewertungsobjekt ist vielmehr das
bereits bilanzierte abgesicherte Grundgeschäft (Fremdwährungs-
forderung bzw. -verbindlichkeit, bzw. die variabel verzinste Ver-
bindlichkeit) zusammen mit dem Sicherungsgeschäft (Devisenter-
mingeschäft bzw. Zinswährungsswap).
Zur Absicherung gegen Zins- und Währungsrisiken aus der Auf-
nahme von Schuldscheindarlehen in Fremdwährung wurden in der
Lenzing AG Zinswährungsswaps eingesetzt. Diese derivativen Fi-
nanzinstrumente dienen dazu, die Variabilität zwischen den Zins-
und Tilgungszahlungen der erhaltenen Schuldscheindarlehen in
USD auszugleichen. Diese Schuldscheindarlehen wurden im De-
zember 2024 fristgerecht zurückbezahlt.
Bei Devisentermingeschäften werden bei der Bemessung einer all-
fälligen Drohverlustrückstellung mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit eintretende gegenläufige, erfolgswirksame
Zahlungsströme berücksichtigt (zukünftige Zahlungseingänge aus
geplanten Umsatzerlösen bzw. Zahlungsausgänge aus geplanten
Materialaufwendungen in Fremdwährung). Im Jahresabschluss
2025 sowie 2024 wurde keine Rückstellung für drohende Verluste
für negative Marktwerte von Derivaten mit einer ursprünglichen
Laufzeit von mehr als 12 Monaten gebildet. Zum 31. Dezember
2025 wurde auf eine Drohverlustrückstellung aus kurzfristigen Si-
cherungsbeziehungen zukünftiger Zahlungsströme in Höhe von
TEUR 65,5 (31. Dezember 2024: TEUR 8.209,9) verzichtet, da sich
diese unrealisierten Verluste mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit
mit den gegenläufigen unrealisierten Gewinnen aus den zukünfti-
gen Zahlungseingängen bzw. Zahlungsausgängen in Fremdwäh-
rung ausgleichen werden.
Der wirksame Ausgleich zwischen unrealisierten Verlusten und
Gewinnen wird durch Effektivitätstests nachgewiesen. Bei Fremd-
währungsabsicherungen werden die Grundgeschäfte und die Si-
cherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je Währung in zu-
mindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die
prospektive Sicherungswirkung der Sicherungsbeziehungen wird
durch einen Vergleich der wesentlichsten Konditionen nachgewiesen.
Dabei werden die geplanten Grundgeschäfte den abgeschlossenen
Sicherungsinstrumenten gegenübergestellt. Die retrospektive Siche-
rungswirkung der Bewertungseinheiten wird durch Vergleich, der
seit Sicherungsbeginn tatsächlich erfolgten Zahlungsströme der
Grundgeschäfte mit den tatsächlichen Zahlungsströmen der Siche-
rungsinstrumente nach der Kompensierungsmethode beurteilt.
Aufgrund der identen, aber gegenläufigen Parameter kann von einer
hoch wirksamen Sicherungsbeziehung ausgegangen werden.
An der Bonität der Kontrahenten, die an einer Bewertungseinheit
beteiligt sind, bestehen zum Bilanzstichtag keinerlei Zweifel.
Organe und Arbeitnehmer:innen
Durchschnittliche Zahl der
Mitarbeiter:innen (FTE)
2025 2024
Angestellte  
Arbeiter:innen  
Gesamt  
469 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Beziehungen zu den Mitgliedern des
Vorstandes und den Mitgliedern des
Aufsichtsrates der Lenzing AG
Die aufgewendeten Vergütungen für das Management in Schlüs-
selpositionen im Rahmen ihrer Funktion, das sich aus den aktiven
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates der Lenzing AG
zusammensetzt, stellen sich zusammengefasst wie folgt dar (inklu-
sive Rückstellungsveränderungen):
Vergütung des Managements in
Schlüsselpositionen (aufgewendet) TEUR
2025 2024
Vergütung des Vorstandes
Grundgehalt  
Sachbezüge und andere Vorteile (insb. zur
Nutzung überlassene Geschäftsfahrzeuge)  
Kurzfristiger variabler Leistungsbonus
(Short-Term Incentive; STI)  
Außerordentliche Vergütungsleistungen
(Sonderboni)  
Kurzfristig fällige Leistungen  
Langfristiger variabler Leistungsbonus
(Long-Term Incentive; LTI)
 
Außerordentliche Vergütungsleistungen
(Sonderboni) – –
Andere langfristig fällige Leistungen – 
Beiträge zur überbetrieblichen Pensionskasse  
Leistungen nach Beendigung des
Arbeitsverhältnisses  
Einmalige Abfindung  
Leistungen aus Anlass der Beendigung des
Arbeitsverhältnisses
 
Vergütung des Vorstandes  
Vergütung des Aufsichtsrates
Kurzfristig fällige Leistungen  
Summe  
Die Zielgröße für den langfristigen Bonusanteil (Long-Term Incen-
tive / LTI) der Vorstände setzt sich aus ausgewählten Kennzahlen
der Lenzing Gruppe zusammen, jeweils über einen dreijährigen Be-
rechnungszeitraum. Zusätzlich wird in diesen Berechnungszeiträu-
men die Kapitalmarktperformance der Gesellschaft im Vergleich zu
einer ausgewählten Gruppe börsennotierter Unternehmen bewer-
tet.
Den vom Betriebsrat delegierten Arbeitnehmervertretern im Auf-
sichtsrat steht neben der Vergütung für Ihre Tätigkeit im Aufsichts-
rat (insbesondere Sitzungsgelder) eine reguläre Entlohnung (Lohn
oder Gehalt und Abfertigungs- sowie Jubiläumsgeldzahlungen) im
Rahmen ihres Dienstvertrages zu. Die Entlohnung entspricht einer
angemessenen Vergütung für die ausgeübte Funktion bzw. Tätig-
keit im Unternehmen.
In markt- und konzernüblicher Weise gewährt die Lenzing AG den
Mitgliedern des Vorstandes, wie auch teilweise ihren leitenden An-
gestellten und dem Aufsichtsrat, weitere Leistungen, die als geld-
werte Vorteile angesehen werden. So besteht Versicherungsschutz
(D&O, Unfall- und Rechtsschutzversicherung etc.), dessen Kosten
von der Lenzing AG getragen werden. Es erfolgen Gesamtprä-
mienzahlungen an die Versicherer, sodass eine spezifische Zuord-
nung an den Vorstand und Aufsichtsrat nicht stattfindet. Außerdem
werden den Mitgliedern des Vorstandes und teilweise den leiten-
den Angestellten Geschäftsfahrzeuge zur Nutzung überlassen. Da-
neben erhalten die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichts-
rates Aufwandersatz für angefallene Kosten, insbesondere für Rei-
sespesen. Die Grundsätze des Vergütungssystems für Vorstand
und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht laut Konzern-Notes
2025 der Lenzing Gruppe detailliert ausgeführt und veröffentlicht.
Mitgliedern des Vorstandes und des Aufsichtsrates wurden keine
Vorschüsse, Kredite oder Haftungen gewährt. Die Lenzing AG ist
keine Haftungsverhältnisse zu Gunsten des Vorstandes und des
Aufsichtsrates eingegangen.
Für die ehemaligen Mitglieder des Vorstandes der Lenzing AG
oder deren Hinterbliebene wurden Leistungen nach Beendigung
des Arbeitsverhältnisses in Höhe von TEUR 129,4 (2024:
TEUR 198,7) erfasst. Der Barwert der dafür gebildeten Pensions-
rückstellung nach Abzug des beizulegenden Zeitwerts des Plan-
vermögens (Nettoschuld) beträgt zum 31. Dezember 2025
TEUR 4.602,4 (31. Dezember 2024: TEUR 5.090,1).
Honorare des Abschlussprüfers
Für die aufgewendeten Honorare für Leistungen der KPMG Austria
GmbH, Linz, verweisen wir auf den Konzernbericht.
470 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Angaben zur Gruppenbesteuerung
Am 23. Juli 2024 gab die B&C Gruppe bekannt, dass 25 Prozent
der Anteile an der Lenzing AG durch eine gruppeninterne Umstruk-
turierung übertragen wurden. Dies hatte das Ausscheiden der
Lenzing AG sowie die im Gruppenvertrag einbezogenen Tochter-
gesellschaften der Lenzing AG aus der steuerlichen Unterneh-
mensgruppe mit der B&C Holding Österreich GmbH als Gruppen-
trägerin aus der am 27. Juli 2017 abgeschlossenen steuerlichen Un-
ternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG (österreichisches Körper-
schaftsteuergesetz) mit Ablauf des Wirtschaftsjahres 2022 zur Folge.
Die Vereinbarung anlässlich des Ausscheidens der Lenzing AG aus
der steuerlichen Unternehmensgruppe der B&C Holding Öster-
reich GmbH wurde am 10. September 2024 unterzeichnet. Im
Zuge der Beendigung der Steuergruppe hatte im Geschäftsjahr
2024 die Lenzing AG gemäß dem Gruppenumlagevertrag eine
Steuerumlage für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe von
TEUR 22.208,5 zuzüglich Anspruchszinsen in Höhe von
TEUR 1.280,2 an die B&C Holding Österreich GmbH für noch nicht
nachversteuerte Verluste der ausländischen Gruppenmitglieder
der Steuergruppe der Lenzing AG zu leisten. Zusätzlich wurde im
Geschäftsjahr 2024 aufgrund einer abgeschlossenen Außenprü-
fung eine Steuerumlage in Höhe von TEUR 810,1 zuzüglich An-
spruchszinsen in Höhe von TEUR 64,7 an die B&C Holding Öster-
reich GmbH bezahlt.
Ab dem Geschäftsjahr 2024 wurde eine neue steuerliche Unter-
nehmensgruppe gemäß § 9 öKStG mit der Lenzing AG als Grup-
penträgerin sowie fünf Tochtergesellschaften der Lenzing AG
(Lenzing Fibers Holding GmbH, Pulp Trading GmbH, Lenzing Fi-
bers GmbH, Lenzing Holding GmbH und BZL – Bildungszentrum
Lenzing GmbH) als Gruppenmitglieder begründet. Im Zuge dessen
wurde ein Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag abgeschlossen,
sodass es zwischen dem Gruppenträger und den einbezogenen
Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Ge-
winnen und Verlusten kommt.
Der Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die Grup-
penmitglieder, eine Steuerumlage in Höhe der auf ihren steuer-
pflichtigen Gewinn entfallenden Körperschaftsteuer an die
Lenzing AG zu entrichten. Andererseits ist die Lenzing AG ver-
pflichtet, den Gruppenmitgliedern im Fall eines Verlustes eine
Steuergutschrift in Höhe der durch den Verlust bewirkten Steu-
erentlastung zu erteilen.
Zum 31. Dezember 2025 bilanziert die Lenzing AG aufgrund des
Gruppen- und Steuerausgleichsvertrags eine Verbindlichkeit in
Höhe von TEUR 6.982,0 (31. Dezember 2024: TEUR 6.967,9), sowie
eine Forderung in Höhe von TEUR°1.719,0 (31. Dezember 2024:
TEUR 5.067,8) gegenüber den Gruppenmitgliedern. Im Vorjahr er-
folgte zudem die Auflösung des aktivierten Verlustvortrags gegen-
über der B&C Holding Österreich GmbH in Höhe von
TEUR 48.019,8, sowie die Auflösung der Verbindlichkeiten aus der
Nachversteuerung der Verluste ausländischer Tochtergesellschaf-
ten in Höhe von TEUR 48.001,3, da die Lenzing AG rückwirkend
per 31. Dezember 2022 aus der Steuergruppe mit der B&C Holding
Österreich GmbH ausgeschieden ist.
471 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Direkte Beteiligungen zum 31.12.2025
Beteiligung Währung Nennkapital
Anteil in
Prozent
Eigenkapital
31.12.2025
Jahresüberschuss
/
-fehlbetrag 2025
TEUR TEUR
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR   

BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR   
–
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk
Vöcklabruck, Lenzing
EUR   

LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien BRL   

LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien BRL   

Lenzing Business Services s.r.o., Paskov, Tschechien CZK   

Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand THB   
–
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD   

Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD   

Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR    –
Lenzing Fibers India Private Ltd., Coimbatore, Indien INR   

Lenzing France SARL, Paris, Frankreich EUR   

Lenzing Germany GmbH, Münchberg, Deutschland EUR   

Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR   

Lenzing Italy S.r.l., Rom, Italien EUR   

Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD   

Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR   
–
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR   

Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR   

PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR   

PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR  

–
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR    
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
TreeToTextile AB, Stockholm, Schweden SEK   

1) 2022
2) 2024
3) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 99,80 Prozent, inkl. der indirekt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 99,88 Prozent.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
5) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
6) Vorläufig
472 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Direkte Beteiligungen zum 31.12.2024
Beteiligung Währung Nennkapital
Anteil in
Prozent
Eigenkapital
31.12.2024
Jahresüberschuss
/
-fehlbetrag 2024
TEUR TEUR
Beech Investment s.r.o., Zlaté Moravce, Slowakei EUR   

BZL-Bildungszentrum Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
EQUI-Fibres Beteiligungsgesellschaft mbH, Kelheim, Deutschland EUR   
–
Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft m.b.H. für den Bezirk
Vöcklabruck, Lenzing
EUR   

LD Celulose S.A., Indianópolis, Brasilien BRL   
–
LD Florestal S.A., Indianópolis, Brasilien BRL   
–
Lenzing Business Services s.r.o., Paskov, Tschechien CZK   

Lenzing (Thailand) Co., Ltd., Prachinburi, Thailand THB   
–
Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd., Hong Kong, China HKD   

Lenzing Fibers (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China USD   

Lenzing Fibers Holding GmbH, Lenzing EUR    –
Lenzing Fibers India Private Ltd., Coimbatore, Indien INR   

Lenzing France SARL, Paris, Frankreich EUR   

Lenzing Germany GmbH, Münchberg, Deutschland EUR   

Lenzing Global Finance GmbH, München, Deutschland EUR   

Lenzing Italy S.r.l., Rom, Italien EUR   

Lenzing Land Holding LLC., Dover, USA USD   

Lenzing Modi Fibers India Private Limited, Mumbai, Indien INR   
–
Lenzing Papier GmbH, Lenzing EUR    
Lenzing Singapore Pte. Ltd., Singapur, Republik Singapur EUR   

PT. Pura Golden Lion, Jakarta, Indonesien IDR   

PT. South Pacific Viscose, Purwakarta, Indonesien IDR  

–
Pulp Trading GmbH, Lenzing EUR    
RVL Reststoffverwertung Lenzing GmbH, Lenzing EUR    
1) 2022
2) 2023
3) Der direkt von der Lenzing AG gehaltene Anteil beträgt 96,54 Prozent, inkl. der indierkt gehaltenen Anteile beträgt der durchgerechnete Anteil 99,88 Prozent.
4) Eigenkapital und Ergebnis wurden nach lokalem Recht ermittelt.
5) Eigenkapital und Ergebnis wurden aus den zur Erstellung des Konzernabschlusses herangezogenen Abschlüssen, welche entsprechend IFRS aufgestellt wurden, entnommen.
Verwendung des Ergebnisses 2025
Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2025 der Lenzing AG
wird durch die Auflösung von Gewinn- und Kapitalrücklagen aus-
geglichen:
EUR
Das Geschäftsjahr 2025 endet mit einem
Jahresfehlbetrag von
–
nach Auflösung von (freien) Gewinnrücklagen von 
nach Auflösung von Kapitalrücklagen von 
verbleibt ein Bilanzgewinn von 
473 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Organe der Gesellschaft
Mitglieder des Aufsichtsrates
●
Mag. Patrick Lackenbucher
Vorsitzender (seit 17. April 2025)
●
Carlos Aníbal de Almeida Junior, MBA (seit 10. Oktober 2024)
Erster Stellvertretender Vorsitzender (seit 6. Dezember 2024)
●
Dr. Stefan Fida
Zweiter Stellvertretender Vorsitzender (seit 10.Oktober 2024)
●
Dr. Leonardo Baretto de Araujo Grimaldi (seit 17. April 2025)
●
Dr. Cornelius Baur (seit 18. April 2024)
●
Mag. Helmut Bernkopf
●
Dr. Markus Fürst, MBA (bis 18. April 2024 und seit 10. Okto-
ber 2024)
●
KR Dr. Franz Gasselsberger, MBA
●
Mag. Gerhard Schwartz
●
Dr. Astrid Skala-Kuhmann
●
Thomas Cord Prinzhorn, MBA
Vorsitzender (bis 17. April 2025)
●
Marcelo Feriozzi Bacci, MBA (10. Oktober 2024 bis 6. Deze-
mber 2024)
Erster Stellvertretender Vorsitzender (10. Oktober 2024 bis
6. Dezember 2024)
●
Dr. Christian Bruch (bis 29. Mai 2024)
●
Nicole van der Elst Desai (bis 10. Oktober 2024)
●
Melody Harris-Jensbach (bis 10. Oktober 2024)
Vom Betriebsrat delegiert
●
Helmut Kirchmair (seit 10. November 2025)
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Betriebsausschusses
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Stephan Gruber
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
●
Michael Bichler (seit 10. November 2025)
Stellvertretender Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
●
Bonita Haag
Stellvertretende Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates (seit
10. November 2025)
●
DI Stefan Ertl (seit 18. April 2024)
●
Johann Schernberger (bis 10. November 2025)
Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Vorsitzender des Arbeiterbetriebsrates
●
Georg Liftinger (bis 18. April 2024)
Vorsitzender des Angestelltenbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrates
Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsausschusses
Mitglieder des Vorstandes
●
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA
Chief Operations Officer (seit 1. Juni 2025)
●
Mag. Mathias Breuer
Chief Financial Officer (seit 1. Jänner 2026)
●
DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Pulp & Chief Technology Officer
●
Rohit Aggarwal, MBA
Chief Executive Officer (1. September 2024 bis 31. Jänner
2026)
●
Dr. Nico Reiner
Chief Financial Officer (bis 31. Dezember 2025)
●
Dr. Walter Bickel
Chief Transformation Officer (15. April 2024 bis 31. März
2025)
●
DI Stephan Sielaff
Chief Executive Officer (bis 31. August 2024)
474 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Wesentliche Ereignisse nach dem
Bilanzstichtag
Die Lenzing AG hat im Februar 2026 die bestehende Beteiligung
am schwedischen Innovationsunternehmen TreeToTextile AB um
55,2 Prozent erhöht und somit die kontrollierende Mehrheit über-
nommen. Der vereinbarte Kaufpreis für die Anteilserhöhung betrug
zum Erwerbszeitpunkt (umgerechnet zum Stichtagskurs EUR/SEK
10,75095) TEUR 24.183,9 (davon TEUR 22.323,6 Zahlungsmittel
und TEUR 1.850,1 Sacheinlage). Eine bedingte Gegenleistung be-
steht nicht.
Ab dem 28. Februar 2026 haben sich die geopolitischen Spannun-
gen im Mittleren Osten erheblich verschärft. Ein großangelegter
US-israelischer Angriff auf iranische Ziele sowie umfangreiche ira-
nische Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel und mehrere
Golfstaaten führten zu deutlichen Marktreaktionen, insbesondere
zu einem Anstieg der Ölpreise und zu Störungen im regionalen
Luft- und Schiffsverkehr. Die möglichen Auswirkungen des Iran-
Konflikts auf die Vermögens-, Finanz oder Ertragslage der
Lenzing AG werden in diesem Zusammenhang aktuell analysiert
und sind zurzeit noch nicht abschätzbar.
Darüber hinaus sind nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2025
keine Vorgänge von wesentlicher Bedeutung für die Lenzing AG
bekannt geworden, die zu einer anderen Darstellung der Vermö-
gens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA Mag. Mathias Breuer DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Operations Officer Chief Financial Officer Chief Pulp & Chief Technology Officer
475 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Entwicklung des Anlagevermögens
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
Anschaffungskosten
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
Zugänge Umbuchungen Abgänge
Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten
01.01.2025 2025 2025 2025 31.12.2025
I. Immaterielle Vermögensgegenstände EUR EUR EUR EUR EUR
1. Rechte    – 
2. Firmenwert     
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände    – 
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem
Grund
a) Wohngebäude
Grundwert     
Gebäudewert     
b) Geschäfts- und Fabriksgebäude und
andere Baulichkeiten
Grundwert     
Gebäudewert    – 
c) Unbebaute Grundstücke     
   – 
2. Technische Anlagen und Maschinen    – 
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung    – 
4. Anlagen in Bau   –  
5. Geleistete Anzahlungen   –  
Summe Sachanlagen    – 
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen     
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen    – 
3. Beteiligungen     
4. Wertpapiere (Wertrechte) des
Anlagevermögens
   – 
5. Sonstige Ausleihungen    – 
6. Geleistete Anzahlungen   –  
Summe Finanzanlagen    – 
   – 
1) inklusive geringwertige Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 820.618,01
476 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Abschreibungen kumuliert Buchwert
Abschreibungen
kumuliert
Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge
Abschreibungen
kumuliert
Buchwert Buchwert
01.01.2025 2025 2025 2025 2025 31.12.2025 31.12.2025 31.12.2024
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
    –   
       
    –   
       
       
       
    –   
       
    –   
    –   
    –
  
       
       
    –   
       
       
       

      
  –     
       
  –     
  –  –   
477 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Lenzing AG
Entwicklung der Zuschüsse der öffentlichen Hand
für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Dezember 2025
Zuschüsse der öffentlichen Hand Stand am 01.01.2025 Zugang Abgang Auflösung Umbuchung
Stand am
31.12.2025
A. Investitionszuschüsse EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Investitionszuschüsse der
öffentlichen Hand
1. Grundstücke, grundstücksgleiche
Rechte und Bauten, einschließlich der
Bauten auf fremdem Grund
   –  
2. Technische Anlagen und Maschinen    –  
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung    –  
   –  
II. Emissionszertifikate   –   
III. Investitionsprämien    –  
 
–
   
478 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Jahresabschluss der
Lenzing Aktiengesellschaft,
Lenzing,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2025, der Gewinn-
und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Ge-
schäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den ge-
setzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezem-
ber 2025 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem
Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den ös-
terreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der
Verordnung (EU) Nr. 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den
österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprü-
fung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung
der International Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwort-
lichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Ab-
schnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung
des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weiterge-
hend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in
Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und
berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen be-
ruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen
erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns bis zum Datum
des Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise ausrei-
chend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsur-
teil zu diesem Datum zu dienen.
Bezüglich unserer Verantwortlichkeit und Haftung als Abschluss-
prüfer gegenüber der Gesellschaft und gegenüber Dritten kommt
§ 275 UGB zur Anwendung.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachver-
halte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeut-
samsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Geschäfts-
jahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit
unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bil-
dung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben
kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen
Siehe Anhang Seite 9.
Das Risiko für den Abschluss
Für Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von MEUR 903
beurteilt Lenzing Aktiengesellschaft, ob Anhaltspunkte für einen
wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert vorliegen. Liegen sol-
che Anhaltspunkte vor, wird für das betroffene verbundene Unter-
nehmen eine Unternehmensbewertung durchgeführt und der
Buchwert der Anteile gegebenenfalls auf den niedrigeren beizule-
genden Wert abgeschrieben. Wurde für ein verbundenes Unter-
nehmen ein beizulegender Wert ermittelt, der auch einen gesun-
kenen beizulegenden Wert der Ausleihungen an dieses Unterneh-
men - bei Ausleihungen an verbundene Unternehmen von insge-
samt MEUR 277 - nahelegt, wird dieser Abschreibungsbedarf un-
tersucht und der Buchwert der Ausleihungen gegebenenfalls auf
den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.
Zum 31. Dezember 2025 hat Lenzing Aktiengesellschaft Anhalts-
punkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegenden Wert von
Anteilen an verbundenen Unternehmen identifiziert. Infolge der er-
mittelten beizulegenden Werte hat Lenzing Aktiengesellschaft
eine außerplanmäßige Abschreibung von Anteilen an verbundenen
Unternehmen in Höhe von MEUR
194 durchgeführt. Auf Grund der
ermittelten beizulegenden Werte hat Lenzing Aktiengesellschaft
darüber hinaus außerplanmäßige Abschreibungen von Ausleihun-
gen an diesen verbundenen Unternehmen in Höhe von MEUR 82
durchgeführt.
Die Bewertung des beizulegenden Wertes von Anteilen an verbun-
denen Unternehmen und folgend des beizulegenden Werts der
Ausleihungen an diese verbundenen Unternehmen erfordert An-
nahmen und Schätzungen, wie beispielsweise die Schätzung der
künftigen Einzahlungsüberschüsse sowie die Festlegung des anzu-
wendenden Diskontierungszinssatzes. Für den Jahresabschluss
besteht damit das Risiko, dass nicht angemessene Annahmen und
Schätzungen eine wesentliche Auswirkung auf den beizulegenden
Wert und damit den Wertansatz der Anteile an verbundenen Un-
ternehmen in der Bilanz und das Finanzergebnis in der Gewinn-
und Verlustrechnung haben können.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unter-
nehmen und der Ausleihungen an diesen Unternehmen wie folgt
beurteilt:
●
Wir haben die vom Unternehmen durchgeführte Analyse der
Anhaltspunkte für einen wesentlich gesunkenen beizulegen-
den Wert (einschließlich der Deckung des Beteiligungsansat-
zes durch das anteilige Eigenkapital) der Anteile an verbunde-
nen Unternehmen nachvollzogen.
●
Zur Beurteilung der Angemessenheit der zugrunde gelegten
internen Planungen haben wir uns ein Verständnis über den
Planungsprozess und die internen Kontrollen verschafft, die
Annahmen über Wachstumsraten und operative Ergebnisse in
Gesprächen mit den zuständigen leitenden Personen im Un-
ternehmen erörtert und die der Bewertung zugrunde gelegten
Bestätigungsvermerk
479 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Planungsdaten mit den aktuellen vom Aufsichtsrat genehmig-
ten Budgetzahlen sowie der vom Vorstand freigegebenen Mit-
telfristplanung abgeglichen.
●
Für die wesentlichen Planungsannahmen haben wir einen Ver-
gleich der in den Vorjahren erfolgten Planungen mit den tat-
sächlich eingetretenen Werten durchgeführt und analysiert ob
historische Abweichungen vom Management bei den Pla-
nungsannahmen angemessen berücksichtigt wurden.
●
Unsere Bewertungsspezialisten haben die Methodik der
durchgeführten Wertminderungstests nachvollzogen und be-
urteilt, ob diese angemessen ist. Die zur Festlegung der Kapi-
talkostensätze herangezogenen Annahmen haben unsere Be-
wertungsspezialisten mit markt- und branchenspezifischen
Richtwerten abgeglichen und die rechnerische Richtigkeit des
Berechnungsschemas überprüft.
●
Wir haben nachvollzogen, wie überprüft wird, ob der ermit-
telte beizulegende Wert der Anteile auch einen geminderten
beizulegenden Wert der Ausleihungen an diesen verbundenen
Unternehmen darstellt und ein außerplanmäßiger Abschrei-
bungsbedarf ermittelt wird.
●
Zudem haben wir die im Jahresabschluss erfasste außerplan-
mäßige Abschreibung der Anteile an verbundenen Unterneh-
men mit den Ergebnissen der Beteiligungsbewertungen abge-
glichen.
●
Darüber hinaus haben wir gewürdigt, ob die Erläuterungen zu
den außerplanmäßigen Abschreibungen im Anhang zum Jah-
resabschluss sachgerecht sind.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen
Vertreter und des Prüfungsausschusses für den
Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung
des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung
mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Ver-
treter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwen-
dig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu er-
möglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen auf-
grund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen
Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachver-
halte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstä-
tigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rech-
nungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätig-
keit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsich-
tigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unterneh-
menstätigkeit einzustellen, oder haben keine realistische Alterna-
tive dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des
Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob
der geprüfte Abschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen
Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist
und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsur-
teil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Si-
cherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung
mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ord-
nungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA er-
fordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche
Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Dar-
stellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resul-
tieren und werden als wesentlich angesehen, wenn von ihnen ein-
zeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte,
dass sie die auf der Grundlage dieses Abschlusses getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-
VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer
Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir
während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermes-
sen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
●
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher fal-
scher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder
Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Reak-
tion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungs-
nachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grund-
lage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Dar-
stellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtü-
mern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zusam-
menwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner
Kontrollen beinhalten können.
●
Wir gewinnen ein Verständnis von den für die Abschlussprü-
fung relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen
zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen
sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirk-
samkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft abzugeben.
●
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie
die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern darge-
stellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit
zusammenhängende Angaben.
●
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der
Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortfüh-
rung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Ver-
treter sowie auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnach-
weise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang
mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche
Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die
Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Abschluss aufmerksam zu
machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfol-
gerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Be-
stätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige
Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der
Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
zur Folge haben.
480 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
●
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den In-
halt des Abschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der
Abschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Er-
eignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst ge-
treues Bild erreicht wird.
●
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem
über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Eintei-
lung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs-
feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in
den internen Kontrollen, die wir während unserer Abschluss-
prüfung erkennen, aus.
●
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab,
dass wir die relevanten beruflichen Verhaltensanforderungen
zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über
alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen,
von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass
sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig –
auf vorgenommene Handlungen zur Beseitigung von Gefähr-
dungen oder angewandte Schutzmaßnahmen auswirken.
●
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit
dem Prüfungsausschuss ausgetauscht haben, diejenigen
Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Ab-
schlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders
wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese
Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn,
Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffent-
liche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äu-
ßerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem
Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünf-
tigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer sol-
chen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse
übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere
rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmens-
rechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresab-
schluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen
Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist
es unsere Verantwortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde,
sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informati-
onen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu
unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufwei-
sen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung
des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen
unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufs-
grundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden
rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach
§ 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem
Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonne-
nen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die
Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehler-
haften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 17. April 2025 als Ab-
schlussprüfer gewählt und am 3. September 2025 vom Aufsichts-
rat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. De-
zember 2025 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum
31. Dezember 2017 Abschlussprüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt "Bericht zum
Jahresabschluss" mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungs-
ausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen
(Artikel 5 Abs. 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der
Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängigkeit ge-
wahrt haben.
Auftragsverantwortlicher
Wirtschaftsprüfer
Der für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschafts-
prüfer ist Herr Mag. Gerold Stelzmüller.
Linz, am 5. März 2026
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Gerold Stelzmüller
Wirtschaftsprüfer
Die Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses mit unserem Bestäti-
gungsvermerk darf nur in der von uns bestätigten Fassung erfolgen. Dieser Bestäti-
gungsvermerk bezieht sich ausschließlich auf den deutschsprachigen und vollständi-
gen Jahresabschluss samt Lagebericht. Für abweichende Fassungen sind die Vor-
schriften des § 281 Abs 2 UGB zu beachten.
481 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Erklärung des Vorstandes gemäß
§ 124 (1) Z 3 Börsegesetz
Wir erklären nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den
maßgebenden Rechnungslegungsstandards gemäß UGB aufge-
stellte Jahresabschluss der Lenzing AG zum 31. Dezember 2025
ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-
lage der Lenzing AG vermittelt.
Ebenso erklären wir nach bestem Wissen, dass der Lagebericht
den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage der
Lenzing AG so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild deren
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lage-
bericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt,
denen die Lenzing AG ausgesetzt ist.
Lenzing, am 5. März 2026
Lenzing Aktiengesellschaft
Der Vorstand
Dr. Georg Kasperkovitz, MBA Mag. Mathias Breuer DI Christian Skilich, MBA, LLM
Chief Operations Officer Chief Financial Officer Chief Pulp & Chief Technology Officer
Erklärung des Vorstandes
482 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe
Eigentümer & Herausgeber
Lenzing Aktiengesellschaft
4860 Lenzing, Österreich
www.lenzing.com
Konzeption, Redaktion
TOWA (www.towa-digital.com),
Lenzing Gruppe
Layout und Gestaltung
nexxar GmbH (www.nexxar.com)
Textseiten 3–29, 31–179, 182–266, 268–301, 303–482
Inhouse produziert mit firesys
Impressum
Fotos
Lenzing AG / Christian Leopold / Artwiyanastd / Winnievinzence / FabrikaPhoto / Tehhydina / LightFieldStudios / Chormail /
Skyline Medien GmbH / Luka Kolanovic / Ludwig Schedl
Die deutsche Version des Nachhaltigkeitsberichts ist eine unver-
bindliche Übersetzung des englischen Nachhaltigkeitsberichts. Im
Falle von Abweichungen zwischen dieser deutschen Übersetzung
und dem englischen Original ist letzteres maßgeblich.
Dieser Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht enthält auch zukunfts-
bezogene Aussagen, die auf gegenwärtigen, nach bestem Wissen
vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen der Lenzing
Gruppe beruhen. Angaben unter Verwendung der Worte „sollen“,
„dürfen“, „werden“, „erwartet“, „angestrebt“, „geht davon aus“,
„nimmt an“, „schätzt“, „plant“, „beabsichtigt“, „ist der Ansicht“,
„nach Kenntnis“, „nach Einschätzung“ oder ähnliche Formulie-
rungen deuten auf solche zukunftsbezogenen Aussagen hin. Die
Prognosen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lenzing
Gruppe beziehen, stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der
zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäfts- und Nach-
haltigkeitsberichts vorhandenen Informationen gemacht wurden.
Sollten die den Prognosen zugrundeliegenden Annahmen nicht
eintreffen oder Risiken in nicht kalkulierter Höhe eintreten, so
können
die tatsächlichen Ergebnisse von den Prognosen abweichen.
Bei der Summierung von gerundeten Beträgen und Prozent-
angaben können Rundungsdifferenzen auftreten. Der Geschäfts-
und Nachhaltigkeitsbericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt
erstellt, um die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben in
allen Teilen sicherzustellen. Rundungs-, Satz- und Grafikfehler
können dennoch nicht ganz ausgeschlossen werden.
Hinweise
483 Jahresfinanzbericht 2025 Lenzing Gruppe